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ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 4),
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
75
Montag, den 3. Januar.
1910.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Ein Jubiläum.
*⁎* Das Bürgerliche Geſetzbuch iſt jetzt
zehn Jahre in Geltung, und dieſe Zeit wird
genügt haben, dem deutſchen Volke den Segen eines
ein=
heitlichen bürgerlichen Rechts für das geſamte Reich zum
Bewußtſein zu bringen. Mühſam war die Arbeit zur
Schaffung dieſes Rechts, auf nahezu vier Jahrzehnte
er=
ſtreckte ſie ſich, und erſt jetzt wird die letzte Lücke durch das
Inkrafttretn des Geſetzes über den Verſicherungsvertrag
ausgefüllt. Bekanntlich war nach der urſprünglichen
Reichsverfaſſung das Reich für die Geſetzgebung über das
geſamte bürgerliche Recht gar nicht zuſtändig. Nachdem
ſchon im Reichstage des Norddeutſchen Bundes ein
zu=
nächſt abgelehnter, dann aber zum Beſchluß erhobener
Antrag auf Erweiterung der Bundesgeſetzgebung auf das
bürgerliche Recht vom Bundesrat abgelehnt worden war,
verſagte letzterer den gleichen Anträgen des Deutſchen
Reichstags anfangs die Zuſtimmung, bis er einem
er=
neuten Beſchluſſe des Parlaments am 2. April 1873
bei=
trat. Das die Reichsverfaſſung im Artikel 4 Nr. 13
ab=
ändernde Geſetz ward am 20. Dezember 1873 veröffentlicht.
Auf Grund dieſes Geſetzes ernannte der Bundesrat eine
Vorkommiſſion, welche Vorſchläge über die Ausarbeitung
eines Bürgerlichen Geſetzbuches zu machen hatte, und im
Juli 1874 wurde nach Maßgabe dieſer Vorſchläge eine
Kommiſſion mit der Fertigſtellung des Entwurfs betraut.
Dreizehn Jahre ſpäter, am 27. Dezember 1887, konnte der
Vorſitzende der Kommiſſion, Präſident Pape, den Entwurf
dem Reichskanzler Fürſten Bismarck überreichen.
Nach=
dem die umfangreiche Arbeit veröffentlicht und ſcharf
kri=
tiſiert worden war, beſchloß der Bundesrat am 4.
De=
zember 1890, eine zweite Leſung vornehmen zu laſſen, zu
welchem Zwecke aus juriſtiſch gebildeten, ſowie der
Land=
wirtſchaft, dem Handel und Gewerbe angehörenden
Mit=
gliedern eine neue Kommiſſion gebildet wurde, die ihr
Werk in der Zeit vom 2. April 1891 bis Ende 1895
er=
ledigte. Am Tage vor dem 25. Gedenktage der
Kaiſer=
proklamation in Verſailles konnte der Entwurf dem
Reichstage vorgelegt werden. Letzterer war ſich der ihm
geſtellten Aufgabe voll bewußt, er ging mit großem Eifer
an die Arbeit, eine Kommiſſion von 21 Mitgliedern nahm
in 53 Sitzungen zwei Leſungen vor, und vom 19. bis 27.
Juni 1896 fand die zweite Leſung im Plenum ſtatt,
wor=
auf am 1. Juli die definitive Annahme mit 222 gegen 48
Stimmen bei 18 Enthaltungen erfolgte. Kaiſer Wilhelm
vollzog das Geſetz am 18. Auguſt und am 24. desſelben
Monats ward es veröffentlicht, um am 1. Januar
1900 in Kraft zu treten. Gleichzeitig mit ihm
wurden in Geltung geſetzt: die Grundbuchordnung, das
Handelsgeſetzbuch, die Reichsgeſetze, betreffend
Zwangs=
verſteigerungen, Angelegenheiten der freiwilligen
Gerichts=
barkeit, Aenderung des Gerichtsverfaſſungsgeſetzes, der
Zivilprozeßordnung und der Strafprozeßordnung, ſowie
betreffend die Konkursordnung.
Später ſind noch einzelne andere Geſetze aus dem
Ge=
biete des bürgerlichen Rechts einer Reviſion unterzogen
worden, z. B. das Urheber= und Verlagsrecht, und jetzt
wird, wie ſchon eingangs erwähnt, das letzte derartige
Geſetz, dasjenige über den Verſicherungsvertrag, zur
Ein=
führung gelangen. Damit iſt die gewaltige Arbeit der
einheitlichen Ausgeſtaltung des bürgerlichen Rechts im
Deutſchen Reiche zum Abſchluß gebracht und mit
Genug=
tuung darf man heute, zehn Jahre nach dem Inkrafttreten
des Bürgerlichen Geſetzbuchs, auf das Geſamtwerk
zurück=
blicken, das der Landesgeſetzgebung zwar noch eine Reihe
von Rechtsmaterien überlaſſen, aber doch der
Rechtszer=
ſplitterung, welche das ſittliche Bewußtſein unſeres Volkes
und deſſen wirtſchaftliche Bedürfniſſe zu ſchädigen geeignet
war, ein Ende bereitet und der Forderung „Ein Reich
und ein Recht” bis an die Grenze des Erreichbaren
Gel=
tung verſchafft hat.
Ein intereſſanter Druckfehler
hat neulich in der „Köln. Ztg.” geſtanden. Sie meldete
die vollzogene Verſchmelzung der nationallibrealen,
frei=
ſinnigen und demokratiſchen Partei in Baden. Statt
„nationalliberal” ſollte es, ſo wurde mehrere Tage darauf
berichtigt, heißen „nationalſozial”. Nicht der Druckfehler
an ſich iſt merkwürdig. In den mittelalterlichen
Abſchrif=
ten alter Texte wird maſſenhaft ein ſelteneres Wort durch
ein ähnliches, geläufigeres erſetzt, und wie es den
mittel=
alterlichen Abſchreibern oft erging, ſo gehts auch den
modernen Setzern. Aber das Schickſal dieſes
Druckfeh=
lers iſt lehrreich. Von dem größten Teile der Preſſe,
auch von vielen nationalliberalen Blättern, iſt die
Nach=
richt mit dem Druckfehler übernommen worden, und weder
die Redaktionen noch die Leſer ſcheinen den Irrtum
be=
merkt zu haben, wenigſtens waren die Zweifel nicht ſo
erheblich, daß ſie es für nötig gehalten hatten, ihnen
Aus=
druck zu geben. Man hielt alſo eine Verſchmelzung von
Rechts= und Links=, gemäßigten und entſchiedenen
Li=
beralen für möglich und wahrſcheinlich auch für
er=
wünſcht; denn ein Wort des Tadels oder des Bedauerns
haben wir nie hinzugefügt gefunden. Auch daran nahm
man keinen Anſtoß, daß in Baden die Parteien ſich
ver=
ſchmolzen hätten, ohne einen Beſchluß ihrer
Reichsorgani=
ſationen abzuwarten. Sollte das nicht charakteriſtiſch ſein
für die Stimmung im Reiche? Der Feſtſtellung und
des Nachdenkens iſt dieſer Druckfehler, den niemand
be=
merkt hat, doch wert. Es gehört in dieſelbe
Erſchei=
nungsgruppe, wenn im „Tag” Profeſſor Rein=Jena es
als einen Fehler bezeichnet, daß Baſſermann in Köln eine
Fuſion der Nationalliberalen und Freiſinnigen glatt
ab=
gelehnt habe. Das iſt allerdings nicht ganz richtig
aus=
gedrückt: Baſſermann hat ſie nicht „glatt”, ſondern nur
„vorerſt” abgelehnt. Aber Herr Rein iſt doch auch
beach=
tenswert, gleichviel, ob man ihn als führenden Politiker
oder als einen Typus unter den liberalen Wählern
be=
trachtet. Wohin die Wünſche der liberalen Bevölkerung
gehen, das erfährt man durch ſolche Stimmen.
Teutſches Reich.
— Eine Novelle zum Talonſteuergeſetz
wird dem Reichstage nicht zugehen, da alle Geſellſchaften,
die ſich im Sommer der Talonſteuer entzogen hatten, ſich
bereit erklärt haben, die hinterzogenen Summen an den
Fiskus nachträglich zu entrichten.
— Der Beſchluß der Holzinduſtriellen, die
vom deutſchen Holzarbeiterverband geſtellten
Forderun=
gen: Schiedsgericht und Verkürzung der Arbeitszeit bei
entſprechender Lohnerhöhung, für unannehmbar zu
erklä=
ren, bedeutet noch keineswegs einen Kampf in der
deut=
ſchen Holzinduſtrie. Die Vorſtände der einzelnen
Organi=
ſationen und Verbände wollen vielmehr noch einmal
zu=
ſammentreten und über die weiteren Verhandlungen
be=
raten. Außerdem ſind die Arbeiterorganiſationen noch
keineswegs entſchloſſen, wegen ihrer Forderungen in den
Streik einzutreten; ſie wollen vielmehr den Gang der
Ver=
handlungen abwarten und eventuell ohne Tarif weiter
arbeiten, d. h. eine günſtigere Situation abwarten.
— Die Hamburger Bürgerſchaft lehnte aus
juriſtiſchen Gründen den ſtark umſtrittenen
Ausſchuß=
antrag ab, in einer Strafverordnung zu beſtimmen,
daß Schriften und Abbildungen anſtößigen Charakters,
die nicht unter das Strafgeſetz fallen, oder ſolche, die durch
Ueberreizung der Phantaſie die geſunde Entwickelung der
Jugend gefährden, nicht öffentlich ausgelegt werden
dürfen. Dagegen wurden Anträge angenommen, der
Se=
nat möge an zuſtändiger Stelle auf eine Ergänzung der
§§ 184, 184a und b des Strafgeſetzbuches und 56 Nr. 12
und 12a der Gewerbeordnung hinwirken.
— Zu der mecklenburgiſchen
Verfaſ=
ſungsfrage erfährt die „Kreuzztg.” auf Erkundigung,
daß die Mehrheit des Reichstags zu einer
Aen=
derung der Reichsverfaſſung aus Anlaß der
mecklenbur=
giſchen Kämpfe nicht gewillt iſt, und daß auch der
Bun=
desrat nach wie vor auf dem Standpunkt ſtehe, den am
15. Juni ds. Js. der damalige Staatsſekretär des
In=
nern, der heutige Reichskanzler, dahin präziſiert hat: es
liege nicht in der Abſicht der verbündeten Regierungen,
die Machtſphäre des Reiches gegenüber dem inneren
Ver=
faſſungsrecht der Einzelſtaaten anders abzugrenzen, als es
in der Verfaſſung geſchehen iſt.
Ausland.
— Der deſignierte Miniſterpräſident von Ungarn
Lukacs iſt von Wien nach Peſt zurückgekehrt. Er iſt vor
ſeiner Abreiſe ein zweites Mal vom König empfangen
worden und teilte nach der Audienz den Vertretern der
Preſſe mit, ſeine Stellung als deſignierter
Miniſterprä=
ſident ſei nicht verändert. Da die Kombination der
Ka=
binettsbildung mit Juſth geſcheitert ſei, werde er
nun=
mehr mit anderen Parteien in Verbindung treten. Ueber
die Audienz Juſths beim König verlautet, Juſth habe als
Grundlage ſeiner Kabinettsbildung die grundſätzliche
Zu=
ſtimmung des Königs zur Zoll= und Banktrennung
gefor=
dert, was der König ablehnte.
— Die franzöſiſche Kammer bewilligte mit 448 gegen
54 Stimmen zwei proviſoriſche Budgetzwölftel, Im wei=
teren Verlaufe der Beratungen verhandelte die Kammer
über die Frage der äthiopiſchen Eiſenbahnen. Villebois=
Mareuil (konſervativ) und Jaurés (Soz.) erhoben gegen
Miniſter Pichon den Vorwurf, er habe im vergangenen
März erklärt, daß der Vertrag zwiſchen der franzöſiſchen
und der äthiopiſchen Regierung über die
Eiſenbahnkon=
zeſſion für die neue franzöſiſch=italieniſche Geſellſchaft
ab=
geſchloſſen worden ſei. Pichon legte gegen die Vorwürfe
Jaurés’ Verwahrung ein und ſagte, daß er die Kammer
von dem Tatbeſtande unterrichten werde. Jaurés
be=
klagte ſich weiter darüber, daß Pichon der Kammer nicht
geſagt habe, daß er von ſeinen Beauftragten getäuſcht
worden ſei. Er werde den Miniſter darüber interpellieren
und ein Tadelsvotum gegen Pichon einbringen. Auf die
Ausführungen des Abg. Jaurés erwiderte der Miniſter
für die Kolonien, Trouillet. Er erinnerte daran, unter
welchen Umſtänden die neue äthiopiſche
Eiſenbahngeſell=
ſchaft der alten folgte, und erklärte dann, daß der zim
März von der Kammer gebilligte Vertrag vollkommen
die franzöſiſchen Intereſſen wahre. Niemals habe die
franzöſiſche Regierung an eine Einmiſchung in die inneren
Angelegenheiten Aethiopiens gedacht. Die Rechte des
franzöſiſchen Staates würden durch die Erklärung, aus
der Jaurés der Regierung einen Vorwurf mache, nicht
beeinträchtigt, ſondern ſeien durch ſie bekräftigt worden.
Der Miniſter des Auswärtigen Pichon verſicherte dann,
die von ihm ſeinerzeit dem Parlament abgegebenen
Er=
klärungen ſeien begründet geweſen, hätten aber nichtz in
das Spiel derer gepaßt, die geglaubt hätten, der Vertrag
werde nicht genehmigt werden. Die Kontrolle des
fran=
zöſiſchen Staates über die äthiopiſche Eiſenbahn ſei ſo
voll=
ſtändig wie möglich. Die Regierung ſei bereit, die
Orga=
niſation der Kontrolle in die Hände der Kommiſſion für
auswärtige Angelegenheiten zu legen. Nach weiteren
Be=
merkungen von Jaurés lehnte die Kammer deſſen
Tadels=
votum mit 435 gegen 61 Stimmen ab und nahm
mit 435 gegen 54 Stimmen eine Tagesordnung an,
in der die Erklärungen der Regierung gebilligt werden.
Darauf erklärte der Miniſterpräſident die Tagung des
Parlaments für geſchloſſen.
Der Senat ſtimmte dem von der Deputiertenkammer
bereits angenommenen Geſetzentwurf zu, wonach die
Stadt Paris zur Aufnahme einer Anleihe von 900
Mir=
lionen Francs ermächtigt wird, und bewilligte ſodann
einſtimmig zwei proviſoriſche Budgetzwölftel.
— Eine Gruppe von Abgeordneten legte der
griechi=
ſchen Kammer einen Antrag vor, nach dem diejenigen
Offiziere, die im Laufe des Jahres 1909 den Abſchied
ge=
nommen haben oder auf ihren Antrag zur Dispoſition
geſtellt worden ſind, von der Regierung wieder eingeſtellt
werden dürfen, falls dieſe Wiedereinſtellung im Intereſſe
der Armee für nützlich erachtet wird. Oberſt
Conſtan=
tinidis wurde zum Kriegsminiſter ernannt.
* Der Gerichtshof für
Kompetenzkonn=
flikte, der über die Affäre Hellfeld contra ruſſiſche
Re=
gierung entſcheiden wird, beſteht aus 11 Mitgliedern, von
denen 6 dem Kammergericht angehören müſſen. Er
ent=
ſcheidet in der Beſetzung von 7 Mitgliedern, wenn die
Verwaltungsbehörden den Rechtswea in einem bei den
Gerichten anhängigen bürgerlichen Rechtsſtreit für
un=
zuläſſig erachten und deshalb der Kompetenzkonflikt
er=
hoben wird. Der Kompetenzkonflikt kann nicht erhoben
werden, wenn die Zuläſſigkeit des Rechtsweges in der
Sache durch rechtskräftiges Urteil des Gerichts feſtſteht.
Das Prozeßverfahren wird durch die Erhebung des
Kom=
petenzkonflikts für die. Dauer des denſelben betreffenden
Verfahrens unterbrochen. Die Entſcheidung des
Gerichts=
hofes über den Kompetenzkonflikt erfolgt nach
vorange=
gangenen Schriftwechſel auf Grund mündlicher
Verhand=
lung in öffentlicher Sitzung. Iſt zur Zeit der Erhebung
des Kompetenzkonflikts ein in dem Rechtsſtreit erlaſſenes
Urteil vorläufig volſtreckbar, ſo hat das Gericht, bei dem
die Sache anhängig iſt, die einſtweilige Einſtellung der
Zwangsvollſtreckung von Amts wegen anzuordnen.
Ge=
gen dieſe Entſcheidung findet kein Rechtsmittel ſtatt. Wird
der Rechtsweg für zuläſſig erkannt, ſo iſt die Entſcheidung
von Amts wegen wieder aufzuheben.
* Hamburg, 31. Dez. Der Zioniſten=
Kon=
greß hat den Antrag des Berliner Privatdozenten
Op=
penheimer auf Begründung einer Genoſſenſchafts=
Siedlung großen Stils in Paläſtina angenommen
und zur Vorbereitung 200000 Franken bewilligt.
Be=
ſchloſſen wurde ferner ein Ausſchuß für Agrarkredit; eine
jüdiſche Kolonialbank ſoll die europäiſchen Geſchäfte
tun=
lichſt abwickeln und ihre Mittel den Paläſtinawerken zur
Verfügung ſtellen. In der heutigen Nachtſitzung bot der
Zioniſtenkongreß das Bild erregter Uneinigkeit. Die
Geg=
nerſchaft gegen die bisherige Leitung kam bei den
Anträ=
gen zur Abänderung der Satzungen hinſichtlich der
Zuſam=
menſetzung des Präſidiums ſcharf zum Ausdruck. Der
Permanenzausſchuß beantragte ein Präſidium von ſieben
Mitgliedern, die den Präſidenten wählen, wogegen
zähl=
reiche Delegierte verlangten, daß der Kongreß den Prä=
Nummer 1.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Januar 1910.
Seite 2.
ſidenten wählt. Die Oppoſition forderte auch die
Verle=
gung des Sitzes der Leitung von Köln nach Berlin. Der
Pränident Wolffſohn drohte mit Amtsniederlegung und
befürwortet dringend den Antrag des
Permanenzaus=
ſchuſſes, der jedoch mit 148 gegen 128 Stimmen abgelehnt
wurde. Es entſtand große Unruhe und Erregung. Der
Ausſchuß erklärte darauf, ſich zur Beratung zurückzuziehen
Der Kongreß, der ſich bis in die Nacht um 4 Uhr
aus=
dehnte, wurde darauf geſchloſſen. Die Anträge des
Per=
manenzausſchuſſes auf Abänderung des Präſidiums uſw.
fanden keine Annahme. Das bisherige Präſidium behielt
die proviſoriſche Weiterführung der Geſchäfte bei.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 3. Januar
— Charakterverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Bankdirektor Adolf Hüge
zu Darmſtadt und dem Teilhaber der Firma Martin
Mayer in Mainz, Fabrikanten Sacky Richart den
Charakter als Kommerzienrat verliehen. — Dem mit der
Verſehung der Geſchäfte des Verwalters am
Provinzial=
arreſthaus in Gießen betrauten Gefangenaufſeher an der
Zellenſtrafanſtalt Butzbach Karl Mölcher wurde der
Charakter als Oberaufſeher erteilt.
Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Hausverwalter und
Bade=
meiſter Kiſſel in Bad Nauheim die Erlaubnis zur
Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Königl.
Hoheit dem Fürſten von Montenegro verliehenen
Ritter=
kreuzes des Tſchernagoriſchen Unabhängigkeitsordens
(früher Kreuz Danilo I.) erteilt.
Entlaſſung. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den Oberrechnungsreviſor bei der
I. Juſtifikatur=Abteilung der Oberrechnungskammer
Heinrich Erb auf ſein Nachſuchen aus dem
Staats=
dienſte entlaſſen.
— Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Valentin Deckert aus Bensheim die Lehrerſtelle an
der Gemeindeſchule zu Rembrücken, Kreis Offenbach
dem Schulamtsaſpiranten Georg Friedrich aus
Lindenfels, Kreis Bensheim, die zweite Lehrerſtelle an
der Gemeindeſchule zu Gammelsbach, Kreis Erbach.
— Das Großh. Regierungsblatt Nr. 25 enthält:
1. Verordnung, die Dampfkeſſel betreffend. 2.
Bekannt=
machung, die Errichtung eines ſelbſtändigen
Ortsge=
richts für die Gemarkung Buchſchlag betreffend. 3.
Be=
kanntmachung, Deutſche Arzneitaxe 1910 betreffend.
Das Großh. Regierungsblatt Nr. 26 enthält:
Bekannt=
machung, die Verhältniſſe der gewerblichen Arbeiter mit
Ausnahme der Betriebsbeamten, Werkmeiſter und
Techniker betreffend (Siebenter Abſchnitt der
Ausführ=
ungsanweiſung zu den Titeln Vl. ff. der
Gewerbeord=
nung):
Ein Gedenktag. Vor 25 Jahren, am 1. Januar
1885, wurden in Darmſtadt die erſten
Ortskrankenkaſ=
ſen errichtet, und zwar die Ortskrankenkaſſe für
die Nahrungsmittelgewerbe mit einem Anfangsbeſtand
von 492 Mitgliedern und die Ortskrankenkaſſe für
weibliche Beſchäftigungen mit einem Anfangsbeſtand
von 283 Mitgliedern. Erſtere Kaſſe ging am 1. Januar
1892 mit verſchiedenen anderen Ortskrankenkaſſen in
die Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt über,
wäh=
rend letztere ſich am 1. Juni 1900 anflöſte, und deren
Mitglieder alsdann gleichfalls der Vereinigten Orts
krankenkaſſe Darmſtadt zugeführt wurden. Die
ein=
zige hieſige Ortskrankenkaſſe, welche ihre
Urſprüng=
für
lichkeit bewahrt hat, die Ortskrankenkaſſe „Mereur”
Handlungsgehilfen und=Lehrlinge, ſieht am 1. März
1910 ihrem 25jährigen Beſtand entgegen. Wir kommen
alsdann des näheren darauf zurück.
— Der kaiſerlich=ruſſiſche Miniſter=Reſident Baron von
Knorring iſt am 30. Dezember nebſt Familie nach
Darm=
ſtadt übergeſiedelt und hat vorerſt bis zur endgültigen
Himmelserſcheinungen im Januar.
A.K. Zunächſt noch langſam, allmählich immer
ſchneller ſteigt die Sonne im Januar aus dem Süden
noch
empor. Ihre Deklination betrug am
— 23 8' 7.72, am 31. aber beträgt ſie nur — 17 33' 24.‟3,
während ſich die Abnahme der ſüdlichen Deklination im
Januar alſo nur auf 5½ Grade beläuft, ſteigert ſie ſich
im Februar ſchon auf mehr als 9 Grade. Die
Mit=
tagshöhe der Sonne nimmt dementſprechend für das
mittlexe Deutſchland von 14½” am 1. Januar auf 20%
am 31. Januar zu. Die Dauer des Tages, die ſeit dem
kürzeſten Tage, dem 22. Dezember, bisher nur um
wenige Minuten zugenommen hat, vergrößert ſich im
Januar in Norddeutſchland von 7½ auf 8¾ Stunden,
in Mitteldeutſchland von 7½ auf 9 und in
Süddeutſch=
land, der Schweiz und Oeſterreich von 8¼ auf 9½
Stunden.
Der Geſtaltwechſel des Mondes vollzieht ſich in
nachſtehender Weiſe: Letztes Viertel am 3. Januar,
2 Uhr 27 Min. nachm., Neumond am 11. Januar, 12 Uhr
51 Min. nachm., Erſtes Viertel am 18. Januar, 11 Uhr
21 Min. vorm., und Vollmond am 25. Januar, 12 Uhr
51-Min. nachm. Der Mond ſteht in Erdferne am
4. Januar um 7 Uhr vorm. bei einer Entfernung von
63.4 Erdhalbmeſſern und in Erdnähe am 17. Januar
um 2 Uhr nachm. bei einer Entfernung von 58.0
Erd=
halbmeſſern à 6378 Kilometer.
Zur Beobachtung der Planeten findet ſich im Januar
hinreichend Gelegenheit, von den ſieben Hauptkörpern
ſind ſechs des Nachts über dem Horizont. Der
ſonnen=
nächſte, Merkur, bleibt bis zum 20. Januar am
ſüd=
weſtlichen Abendhimmel ſichtbar, Mitte des Monats eine
halbe Stunde lang. Am 10. Januar, um 1 Uhr
nach=
mittags, befindet er ſich in größter öſtlicher
Ausweich=
ung von der Sonne, 19' 2', am 26. Januar, um 10 Uhr
vormittags, kommt er aber ſchon wieder in ſeine untere
Sonnenkonjunktion, bei der er zwiſchen Sonne und
Erde hindurchgeht. Da der Mond am 12. Januar, um
10 Uhr nachm., mit Merkur Konjunktion hat, ſieht man
die noch ſehr zarte Sichel ein paar Stunden vorher
ſüdlich ſchon in Annäherung an den mit ſtechendem
Glänze funkelnden Planeten. — Venus, jetzt der
ſchönſte Srern des ganzen Firmaments, ſtrahlt in
un=
vergleichlichem Feuer im ſternarmen Bilde des „
Waſſer=
manns” am ſüdweſtlichen Abendhimmel. Anfänglich
bleibt ſie noch mehr als drei Stunden lang ſichtbar,
zu=
letzt aber nur noch 1¾ Stunden lang. Am 8. Januar,
um 8 Uhr vorm., erreicht ſie rechneriſch ihren größten
Glanz, iſt aber, wie aus dem eben Geſagten
hervor=
geht, um dieſe Zeit nicht ſichtbar; dagegen vermag man
ſie, wenn man ihren Standort kennt, in den Tagen um
dieſen Termin ohne beſondere Schwierigkeit bei vollem
Sonnenſchein zu erkennen. Zur Erleichterung des
Auf=
findens diene die Mitteilung, daß Venus am 15. Januar
um 2½ Uhr im Südmeridian und am höch en ſteht.
Am 14. Januar, um 4 Uhr morgens, gelangt der Mond
mit Venus in Konjunktion, am Abende zuvor zieht
da=
her die ſchmale, junge Mondſichel bereits ſüdlich heran.
Venus nähert ſich uns im Januar von 0,45 auf 0.20
Einrichtung des von ihm Wilhelmſtraße Nr. 28
gemie=
teten Haufes im „Hotel zur Traube” Wohnung
genom=
men.
In dem Reiterfeſt, das aus Anlaß des 50jährigen
Stiftungsfeſtes des Leibdragoner=Regiments Nr. 24 am
7. Januar ſtattfinden wird, iſt das Programm jetzt
feſtgeſtellt und die Proben und Vorbereitungen ſind
in vellem Gange. Außer den Damen und Herren des
Regiments haben noch viele Damen der Geſellſchaft
ihre Mitwirkung zugeſagt. Es werden zur Aufführung
gelangen: Karuſſell zu Ehren der Vermählung des
Großfürſten Paul von Rußland und der Prinzeſſin
Wilhelmine von Heſſen=Darmſtadt im Lager von
Krasnoje=Selo im Jahre 1773 und andere
Reitaufführ=
ungen. Wie wir hören, ſind ſämtliche Plätze zu 6 Mark
vergriffen, doch ſind noch ſehr gute Plätze zu 3 Mark
im Verkehrsbureau und bei Alter und Trier zu haben.
* Zum 50jährigen Jubliäum des Heſſiſchen Leib=
Dragoner=Regiments Nr. 24. Von dem ärztlichen
Per=
ſonal des vor 50 Jahren neu errichteten Heſſiſchen
Reiter=Regiments lebt nur noch der damals dem
Re=
giment zugeteilte, gegenwärtig bald 80jährige
Geueral=
arzt a. D. Dr. Kappeſſer.
— Darmſtädter Schloßfreiheits=Lotterie. In Nr.
307 des „Tagblatt” wird in einem mit „2.”
unterzeich=
neten Artikel mitgeteilt, daß die Stadt ſich bezüglich der
demnächſt auszuſpielenden Schloßfreiheits=Lotterie
ver=
traglich mit der Loſevertriebsgeſellſchaft Königl. Preuß.
Lotterie=Einnehmer zu Berlin gebunden hat. Dieſe
Bindung habe die Wirkung, daß die Reklamedruckſachen
und Ziehungsliſten ähnlich wie ſeiner Zeit bei den
Wormſer Dombaulotterien außerhalb Heſſens gedruckt
werden würden. Im Anſchluß an dieſe Mitteilung
proteſtiert der Herr Einſender energiſch gegen die
offen=
ſichtliche Umgehung und Schädigung des heimiſchen
Druckgewerbes und hofft, daß die maßgebenden Stellen
der Angelegenheit nähertreten. Dem gegenüber ſei
feſt=
geſtellt, daß in dem zwiſchen der Stadt und der Loſe
vertriebsgeſellſchaft abgeſchloſſenen Vertrag
ausdrück=
lich beſtimmt iſt, daß die für die Lotterie erforderlichen
Arbeiten, wie Herſtellung der Loſe und der Spielpläne,
an im Großherzogtum Heſſen anſäſige Geſchäfte zu
vergeben ſind, und daß die Loſevertriebsgeſellſchaft ſich
bereits mit hieſigen Firmen wegen der Druckarbeiten
in Verbindung geſetzt hat. Herr Z. hätte beſſer daran
getan, vor Veröffentlichung ſeines „Proteſtes” ſich an
maßgebender Stelle über die einſchlägigen Verhältniſſe
zu erkundigen. Uebrigens wird Herr Z. darauf
auf=
merkſam gemacht, daß ſämtliche hieſigen Tageszeitungen
in ihren Berichten über die Sitzung der
Stadtverord=
netenverſammlung vom 16. Dezember vor. Jahres
dar=
auf hingewieſen haben, daß in dem zwiſchen Stadt und
Loſevertriebsgeſellſchaft vereinbarten Vertragsentwurf
ausdrücklich vorbehalten iſt, „daß die für die Lotterie
erforderlichen Arbeiten, wie Herſtellung der Loſe und
der Spielpläne, an im Großherzogtum Heſſen anſäſſige
Geſchäfte zu vergeben ſind”
— Zur Erinnerung an Karl Backes. Die
Gedächt=
nisrede auf den verſtorbenen Rektor Karl Backes,
ge=
halten von Herrn Pfarrer Vogel, iſt auf Veranlaſſung
des Landeslehrervereins zum Beſten des Backes=
Ge=
denkſteins im Druck erſchienen und in den
Buchhand=
lungen zu haben. Sicher wird dieſer Hinweis
man=
chem Freunde und Verehrer des Verſtorbenen
Ver=
anlaſſung bieten, diefe Gedächtnisrede zur dauernden
Erinnerung zu erwerben.
— Landwirtſchaftskammer für das Großherzogtum
Heſſen. In der Sitzung vom 30. Dezember ſtellte der
Vorſtand der Landwirtſchaftskammer den Voranſchlag
für das Rechnungsjahr 1910 auf und ſetzte weiter die
Tagesordnung für die zum 17. Januar einzuberufende
Hauptverſammlung feſt. Außerdem wurden noch die
Preisrichter für die Braugerſtenprüfung ernannt.
— Die Alt=Adelphia, die Vereinigung alter Herren
der ſeit vierzig Jahren in Gießen beſtehenden ſtudenti=
Erdbahnhalbmeſſer à 149.48 Millionen Klometer ihr
ſcheinbarer Durchmeſſer vergrößert ſich demgemäß von
37.‟1 auf 57.%9; ihre fortgeſetzt ſchmäler werdende Sichel
zeigt ſchon ein kleineres Ferurohr. — Mars, der Mitte
Januar aus dem Sternbilde der „Fiſche” in das des
„Widders” wandert, ſteht um dieſe Zeit abends gegen
6 Uhr im Meridian und geht etwa um 1 Uhr nachts
unter. Am 18. Januar, 5 Uhr vorm., gelangt er in
Quadraturſtellung zur Sonne. Sein Erdabſtand, der
am 1. Januar gleich dem Erde=Sonne war, nimmt weiter
zu, ſein ſcheinbarer Durchmeſſer dagegen ab von 9."3
auf 7.‟3. In den erſten Tagen des Jahres weilt der
Planet noch ſehr nahe nördlich vom Saturn, den er am
31. Dezember überholt hat. Der Mond nähert ſich dem
Mars am 18. Januar, 8 Uhr vorm., er ſteht am Abende
des 17. noch ſüdweſtlich (rechts unten) vom Mars, aber
unmittelbar ſüdlich vom S turn, am Abende des 18.
ſchon ſüdöſtlich (links unten) von dem Plenetenp ar.
Jupiter, im Sternbilde der „Jungfrau”, erhebt
ſich als hell glänzendes Geſt rn Anfang Januar lurz
nach Mitternacht, Ende Januar bereits gegen 11 Uhr
abends über dem Oſthorizont. Er kommt am 4. um 8 Uhr
abends in Quadratur zur Sonne. Seine Entſernung
von der Erde nimmt von 5.41 auf 4.94
Erdbhnhalb=
meſſer ab; ſein ſcheinbarer Durchmeſſer verrößert ſich
von 36.‟9 auf 40.‟4. Der Mond hat am 31. Januar,
1 Uhr vorm. (nachts), mit Inpiter Konjunktion, ſeine
abnehmende Sichel erblickt man drei Grade oder ſechs
Vollmondbreiten nördlich (zunä hſt links oben) von dem
Planeten. — Saturn, im Sternbilde der „Fiſche‟
ſinkt anfangs kurz nach 1 Uhr nachts, zuletzt ſchon bald
nach 11 Uhr abends unter den Weſthorizont. Wie ſchon
oben geſagt wurde, ſteht er dem Mars ſehr nahe, ſein
ruhiges bleiernes Licht macht ihn neben dem helleren
rötlichen Mars leicht keuntlich. Am 7. Januar, 10 Uhr
nachm., befindet ſich Saturn ebenfalls in Quadratur
zur Sonne. Seine Entfernung von der E de
ver=
größert ſich. Seine Kon unktion mt dem Monde am
17. h ben wir bereits beim Mars erwähnt. — Uranus,
der ſich noch im „Schützen” aufhäft, ſt unſicktbar; er
kommt am 12. Januar, 7 Uhr vorm., in
Sonnenkon=
junktion. — Neptun, in den „Zwilling u” zeichnei
ſich dagegen durch ſehr günſtige Stellung aus und bleibt,
da er am 9. Januar, 3 Uhr vorm., in Oppoſition zur
Sonne ſteht, die ganze Nacht für ſtärkere Inſtrumente
ſichtbar.
Kometen weilen gegenwärtig zwei am Himmel:
der im September 1909 w edergefunden Komet
Hgl=
ley und der am 8. Dezember von Daniel in Princeton
entdeckte Komet 1909e (Daniel). Beide Geſtirne ſind
ſehr lichtſchwach, können alſo vur durch geeignete
In=
ſtrumente geſehen wer en. Während ſih jedoch der
Komet Halley der Sonne nähert und fortgeſetzt beller
wird — er durchläuft ſein Perihel am 19. (23.) April
1910 —, entfernt ſich der Komet Daniel bereits wieder
von der Sonne, der er am 6. Dezember am nächſten
ge=
ſtanden hat. In Bezug auf die Helligkeit gehörte in der
letzten Dezemberwoche der Komet Halley ſchon der 11.,
der Komet Daniel noch der 10. Größenklaſſe an. Der
erſte bewegt ſich vom Sterubilde des „Widders” in das
ſchen Reformverbindung Adelphia, veranſtaltete am 29.
Dezember im „Fürſtenſaale” zu Darmſtadt eine
Weih=
nachtsfeier, die von zahlreichen „Philiſtern” mit ihren
Familien von nah und fern beſucht war. Im Glanze
des Weihnachtshaumes wurden von dem
Weihnachts=
mann paſſende Geſchenke mit ſinnigen Verſen, die die
Schwächen der einzelnen „bemooſten Häupter”
humor=
voll geißelten, überreicht, und künſtleriſche
Darbietun=
gen in Ton und Wort und ein fröhliches Tänzchen
hiel=
ten die Feſtteilnehmer bei angeregtem Austauſch alter
Erinnerungen zuſammen, bis die Abendzüge die
aus=
wärtigen „Philiſter” in das Philiſterium zurückführten.
Freiſinniger Verein Darmſtadt. Am Dienstag,
den 4. Januar, abends findet im „Kaiſerſaal” eine
öffentliche Verſammlung ſtatt. (Siehe Anzeige.
Vortrgg. Am Freitag, 7. Januar, findet abends
8½ Uhr im Fürſtenſaal auf Veranlaſſung des Ausſchuſſes
der vereinigten Bezirksvereine ein Vortrag des Herrn
Reallehrers Kahl über die Reichsverſicherungsordnung
ſtatt. Sowohl das ſehr zeitgemäße Thema als auch die
Perſönlichkeit des in dieſer Frage ſehr bewanderten
Red=
ners ſichern dem Vortrage, zu dem auch Nichtmitglieder
der Bezirksvereine eingeladen ſind, ein zahlreiches
Pu=
blikum.
— Praktiſche Meiſterkurſe für Schuhmacher,
Schnei=
der und Sattler, ſowie im Holz= und Marmormalen
und Holzbeizen für Schreiner beginnen am 10. Januar
1910, desgleichen im Holzfärben für Weißbinder am 24.
Januar. Anmeldungen ſind alsbald an Großh.
Zen=
tralſtelle für die Gewerbe in Darmſtadt zu richten. Da
die Anmeldungen zu dem im Januar vorgeſehenen
Holz= und Marmormalkurs in großer Zahl eingelaufen
ſind, wird ein zweiter Kurs vom 14. bis 26. Februar
1910 abgehalten.
Von der Wiaſch= und Schließgeſellſchaft. Im
Mo=
nat Dezember ergaben die fortlaufenden Reviſionen der
Nachtwachbeamten folgende Fälle: 356 offene
Haus=
türen und Tore vorgefunden; 155mal brannte Licht in
Geſchäfts= und Bureaulokalitäten, Keller= und
Boden=
räumen; 12 Hausbewohnern, welche ihre Schlüſſel
ver=
geſſen hatten, wurde geöffnet; 32 defekte Schlüſſer und
Türen, ſowie ſtecken gebliebene Schlüſſel wurden
vor=
gefunden; 3mal nicht in die Häuſer gehörige Perſonen
daraus entfernt.
A Vom Wochenmarkt. Auch in der vergangenen
Woche war der wichtigſte Tag des
Wochenmarkt=
verkehrs, der auf den Neujahrstag fiel, ausgefallen.
Dafür zeichneten ſich der Donnerstag und Freitag durch
ſtärkeren Verkehr aus. An Durchſchnittspreiſen ſind zu
verzeichnen: Butter ½ Kg. 1,30 M., Eier 9—12 Pf.,
Schmier=
käſe ½ Ltr. 20 Pf., Handkäſe 4—10 Pf., Kartoffeln
der Zentner 3—4 M., Kumpf (10 Liter) 50——60 Pf.,
½ Kg. 3—5 Pf., Mäuschen der Zentner’ 8 M.; Obſt
u. dgl.: Aepfel und Birnen ½ Kg. 10—20 Pf., Kaſtanien
Kg. 16 Pf., Nüſſe 100 Stück 45 Pf., Zitronen 5 bis
6 Pf., Apfelſinen 6—7 Pf.; Salat, Gemüſe u. dgl.:
Kopfſalat 15—16 Pf., Endivien 5—10 Pf., Körbchen
Feld=
ſalat 10 Pf., Meerrettich 10—20 Pf., Roterüben ½ Kg.
—6 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 10 Pf., Wirſing 3—8 Pf.,
Grünkohl 4—5 Pf., Roſenkohl ½ Kg. 15 Pf., Gelberüben
Kg. 5—6 Pf., Weißerüben 2—3 Pf., Paradiesäpfel
½ Kg. 40—70 Pf., Spinat ½ Kg. 10—12 Pf., Kohlrabi
—4 Pf., Blumenkohl 25—30 Pf., Rotkraut 20—25 Pf.,
Weißkraut 10—12 Pf., Schwarzwurz ½ Kg. 20—25 Pf.,
Bündel Römiſch=Kohl 2—3 Pf. Geflügel und
Wildbret: Gänſe 6—9 M., ½ Kg. 80 Pf., Hahnen,
Suppenhühner 2,50—3,00 M., Faſanen 3 M., Haſen bis
zu 3,80 M., Lapins 1 M., Tauben 60—70 Pf.: Fiſche
Kg.: Hecht 1 M., Rheinfiſche 35—40 Pf., Rotzungen
40 Pf., Seehecht 30 Pf., Kabeljau, Seelachs, große
Schell=
fiſche 25 Pf., kleine Schellfiſche 18
20 Pf.; in den
Fleiſchſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch, Rindsfett 50 Pf.,
Hackfleiſch 60 Pf., Rindswurſtchen (Stück) 15 Pf.,
Schweine=
fleiſch 88—96 Pf., Blut= und Leberwurſt 66 Pf.,
Fleiſch=
wurſt und Schwartenmagen 76 Pf.
der „Fiſche”, der letzte ſteigt im Sternbilde des „
Fuhr=
manus”, in dem er auch entdeckt wurde, langſam nach
Norden emppr.
Der Fixſternhimmel entfaltet im Fanuar
ſeinen größten Glanz; in kalten, klaren Nächten
er=
ſcheint der unendliche Raum, in den wir hlicen, faſt
ſchwarz, und ſcharf und ſtechend treten aus ihm die
Ge=
ſtirne hervor. An den Abenden bis zum 15. fehlt auch
das Mondlicht ganz oder teilweiſe, ebenſo ſind die
Abende der letzten Tage frei davon, dieſe Zeiten eignen
ſich daher beſonders zur Durchmiſterung des
Firma=
meuts. Vom Südoſt= zum Nordweſthorizont z eht ſich
über den Zenith die ſchimmernde Milchſtr ße, die ihren
Namen von dem griechiſchen gäla, „Milch”, drer von
dem entſprechenden römiſchen lacteus orbis „
Milch=
kreis”, trägt. Die alten Araber nannten den
Sternen=
ſchimmer in Nachbildung dieſes A sdruckes Taxik
el-ubbäua, „Milchſtraße”, zum Teil arch Cm elssema,
„Mutter des Himme’s”, d. i. die den H mmel gleichſam
mit ihrer Milch Nährende. Von der ungeheueren
Ent=
fernung und von der außerordentlich großen Zahl der
Milchſtraßenſterne betten die Völker des Altertums
natürlich keine Vo ſtellung; heute wiſſen uir, daß
wenigſtens 2000 Millionen Sonnen in einer
Entfern=
ung von etwa 2000 Lichtjahren eine rieſenhafte Spirale
hilden, von deren Mitte unſer Sonnenſy em nicht
all=
zuweit entfernt ſeine Bahn auf das Sternbild des
„Herkules” zu beſchreikt. Nhe dem Zenih erblicken
wir das ſchöne Sternbild des „Fuhrm ns” bei den
Alten und auch in der heutigen Wiſſenſch f Aurige
genannt. Dieſer Fuhrmann ſolkte der attiſche König
Erichthonios ſein, der das Viergeſpann erfu den hatte
Er wird abgebildet als ein kniender Mann, der in der
rechten Hand Steigbügel und Zaum trägt, an der
lin=
ken zwei junge und auf der linken Schulter ene alte
Ziege hält. Die letzte wird dar eſtellt durch den Stern
erſter Größe, Capella, welches Wort das Deminutip
von capra, Ziege” iſt. Aehnliche Begriffe verbanden
auch die Araber mit dieſem Sternbilde; dan ben
be=
zeichneten ſie den Fuhrmann noch als Wächter der
Ple=
jaden, Im Tierkreis reihen ſich von Weſten u ch Oſten
die Bilder „Fiſche”, „Widder”, „Stier”, „Zwillinge‟
und „Löwe” aneinander. Unter dem „Löwen” ſtellten
ſich die Akten denjenigen vor, den Herkules bei Nemea
getötet hatte; der Name des Haurtſternes im „Löwen”:
Regulus (Deminutiv von rex), der Könioliche wurde
zuerſt von Kovernikus in ſeinem Sternverzeichnis
ge=
braucht. Südlich vom „Stier” und „Fuhrmann”
ſchrei=
tet der „Orion” in erhabener Majeſtät einher; er war
bei den Babyloniern der gewaltige Herrſcher und Jäger
Nimrud, der Gründer des Reiches. Die Araber
nann=
ten das Sternb’ld El-dschebbär, den Rieſen. Held, in
älterer Zeit und im Voſke El-dschauzä, d. i. der in der
Mitte (des Himmels) Stehende: denn der Aequator
teilt ihn in zwei Häfften. Neben ihm funkelt Sirius
im „Großen Hurd” (des Orion), am anderen Ende des
Himmels, am Nordweſthoxizont Wega in der „Leier=
und höher im Nordoſten der in neueſter Zeit als
unge=
heures Sternſyſtem erkannte „Große Bär”.
Nummer 1.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Januar 1910.
Seite 3.
* Ein Opfer des Neujahrsfeuerwerks. Freitag
vor=
mittag nach 10 Uhr wurde ein in der Gardiſtenſtraße
wohnhafter 12jähriger Junge durch Brandwunden
ſchwer verletzt. Er hatte für das
Neujahrsfeuer=
werk ein Fläſchchen mit Schwefelſäure und Kali, in der
Taſche ſtecken und ſtand am Feuerherd. Durch die Hitze
explodierte das Fläſchchen in der Taſche, ſo daß der
Junge ſofort in Flammen ſtand. Die herzueilende
Mut=
ter konnte ihm noch die brennenden Kleider vom Leibe
reißen. Nach Anlegung von Notverbänden wurde der
Verunglückte durch die Rettungswache nach dem
ſtädti=
ſchen Krankenhauſe mittels Krankenautomobils
ver=
bracht.
§ Eine Schwindlerin. Ein 20 Jahre altes
Mäd=
chen aus Mingolsheim in Baden hat ſich kurze Zeit
vor Weihnachten in verſchiedenen Wohnungen dahier
eingemietet unter der fälſchlichen Angabe, als
Bureau=
beamtin bei einer Verſicherungsanſtalt angeſtellt zu
ſein. Nach kurzer Zeit verſchwand ſie jedes Mal aus
der Wohnung unter Mitnahme verſchiedener
Kleid=
ungsſtücke. Aus der zuletzt gemieteten Wohnung ſtahl
ſie der Vermieterin den Betrag von 105 Mark. Die
auf erfolgte Anzeige bei der Polizei ſofort angeſtellten
Ermittelungen führten zu dem Reſultat, daß die
Die=
bin durch den Kriminalſchutzmann Redel in
Fried=
richsfeld feſtgenommen worden iſt. Die geſtohlenen
Gegenſtände und der Geldbetrag waren noch im Beſitze
der Feſtgenommenen.
Sprendlingen, 31. Dez. Mitten im Walde zwiſchen
Sprendlingen und Neu=Iſenburg wurde am Dienstag
abend im Straßengraben die Leiche des 46 Jahre alten,
aus Haſſelbach bei Uſingen gebürtigen Handwerksburſchen
Joſeph Krigau gefunden. Er hat in Gemeinſchaft mit
ſeinem Begleiter, dem 16 Jahre alten Handwerksgeſellen
Eugen Alber, der aus Beutelsbach in Württemberg
ſtammt, von einem Fuhrwerk der Georg Schererſchen
Kog=
nakfabrik in Langen eine Korbflaſche mit Kognak
geſtohlen und ſich derart daran betrunken, daß er im
Rauſche den Tod fand. Alber, der ebenfalls ſinnlos
be=
trunken war, vermochte ſich noch nach Sprendlingen zu
ſchleppen und mußte von da in das Krankenhaus nach
Langen eingeliefert werden, wo er ſich auf dem Wege der
Beſſerung befindet.
Ober=Ingelheim, 31. Dez. Zur „
Pfarrverwech=
ſelungsgeſchichte” ſchreibt der hieſige
Kirchenvor=
ſtand: „Wahr iſt an dem ganzen Artikel nur dies, daß
drei Mitglieder des evangeliſchen Kirchenvorſtandes
Ober=Ingelheim, weil vom Herrn Dekan falſch
unter=
richtet, in Mainz=Kaſtel den Geiſtlichen des
Nachbar=
ortes, der ordnungsgemäß alle 14 Tage in Mainz=Kaſtel
Gottesdienſt zu halten hat, gehört haben. Falſch aber
iſt, daß der Kirchenvorſtand ſich daraufhin flugs in dem
guten Glauben, den „Richtigen” gehört zu haben,
bit=
tend an Großherzogliches Ober=Konſiſtorium gewandt
habe; im Gegenteil, die Kommiſſion war ſich deſſen,
daß ſie an dem betreffenden Sonntag einen anderen
Geiſtlichen gehört hatte, vollſtändig bewußt, als der
Kirchenvorſtand ſich dennoch mit einer Eingabe für den
Pfarraſſiſtenten in Mainz=Kaſtel an Großh.
Oberkon=
ſiſtorium wandte, da er denſelben bereits von einem
Gottesdienſte im vergangenen Jahre in Ober=
Ingel=
heim ſelbſt kannte. Daß die Kommiſſion ſich über ihren
Irrtum erſt klar geworden, als man den neuen Pfarrer
in Ingelheim ſah, und daß daraufhin der
Kirchenvor=
ſtand „wegen Umtauſch” Großh. Oberkonſiſtorium
be=
ſtürmt habe, iſt Phantaſie des Berichterſtatters denn der
neue Pfarrer hat ſich 3 Tage, nachdem er das Dekret
er=
halten hatte, zum erſten Male in dieſem Jahr den
Mit=
gliedern des Kirchenvorſtandes vorgeſtellt, alſo zu einer
Zeit, da, wie der Kirchenvorſtand ſehr wohl wußte, von
einem Umtauſch keine Rede mehr hätte ſein können.
Friedberg, 31. Dez. Der Direktor der Auguſtinerſchule
(Gymnaſium) Dr. Hermann Balſer iſt während ſeines
Ferienaufenthaltes in Berlin verunglückt. Die Leiche iſt
geſtern hierher gebracht worden.
Vilbel, 31. Dez. Die Neubauverwaltung für die
Provinz Oberheſſen in Gießen, die zur Zeit mit der
Aus=
führung des Provinzialgruppenwaſſerwerks
bei Inheiden beauftragt iſt, hat zur Ueberwachu
der Rohrverlegungsarbeiten ein Zweigbureau in
unſerer Stadt eingerichtet. Entſprechend der
Ver=
gebung der beiden Submiſſionsloſe an eine Berliner und
eine Höchſter Firma iſt an zwei verſchiedenen Stellen der
Rohrtraſſe mit dem Verlegen der 700 Millimeter=Röhren
begonnen worden, die die Provinz Oberheſſen auf ihre
Koſten bis an die preußiſch=heſſiſche Grenze bei Vilbel
ver=
legen läßt und die täglich bis zu 20000 Kubikmeter des
bei Inheiden erſchloſſenen Waſſers der Stadt Frankfurt
am Main zuführen ſollen. Die Weiterführung des
Waſ=
ſers von der Landesgrenze ab bis zum Frankfurter
Hoch=
zonenbehälter auf dem Heiligenſtock geſchieht auf Koſten
der Stadt Frankfurt. Da die Rohrleitung täglich dieſe
gewaltigen Waſſermengen weiter leiten muß, iſt eine
ſtän=
dige und außerordentlich ſorgfältige Kontrolle der
Leitungs=
ſtrecke erforderlich. Dies geſchieht unterwegs an
geeig=
neten Stellen durch Einbauen von einer Reihe von Re=
giſtriermanometern, die genauen Aufſchluß über die
jewei=
ligen Druckverhältniſſe in der Zuleitung geben. Am
Ein=
lauf in den Hochbehälter Heiligenſtock wird das von der
Provinz gelieferte Waſſer mittelſt ſelbſtregiſtrierender
Meßvorrichtungen gemeſſen. Wie wir hören, ſoll die
Lei=
tung rechtzeitig bis zum vertraglich feſtgelegten Termin,
ſpäteſtens dem 1. April 1912, in Betrieb genommen
werden.
Büdingen, 30. Dez. Im Schloſſe zu Gettenbach, wo
ſie ſeit dem Tode ihres Gemahls ihre Tage in ſtiller
Zurückgezogenheit verbrachte, ſtarb geſtern abend die
Erbgräfin Marie zu Yſenburg und
Büdin=
gen=Meerholz im Alter von 54 Jahren. Die
Verſtorbene war die Gemahlin des am 29. März 1889
auf Schloß Meerholz verſtorbenen Erbgrafen
Fried=
rich zu Yſenburg und Büdingen=Meerholz, Bruders
des jetzt regierenden Grafen Guſtav, und zwar eine
geborene Prinzeſſin Reuß ä. L., Schweſter des 1902
verſchiedenen Fürſten Heinrich XXII.
Schlitz, 30. Dez. Nachdem das von dem Grafen von
Schlitz für ſein Schloß und die umliegenden
Oekonomie=
gebäude erbaute Elektrizitätswerk Mitte
Novem=
ber ds. Js. in Betrieb genommen worden, iſt es, wie das
hieſige Lokalblatt verkündet, am 16. ds. Mts. von Baurat
Schobert aus Darmſtadt geprüft und abgenommen
wor=
den. Das Reſultat ſoll vorzüglich ſein; die Koſten
be=
tragen nur 40000 Mark und die Kilowattſtunde ſoll ſich
auf 22 Pfg. berechnen. Der Graf hat damit, wie die
Blät=
ter melden, ſeine früheren Anſichten geändert und, wie in
ſeiner Kundgebung vom April 1908 den Schlitzern
ange=
ſagt wurde, ſeine Beſitzungen nicht an das ſtädtiſche Werk
angeſchloſſen und auch ſeine Schneidemühle nicht an die
Stadt verkauft. Das ſtädtiſche Elektrizitätswerk, mit
deſ=
ſen Bau in der letzten Septemberwoche begonnen wurde,
wird nun Mitte, ſpäteſtens Ende Januar 1910 in Betrieb
geſtellt. Bei allen Hetzereien gegen das Werk iſt doch, und
namentlich in den letzten Wochen, die Beteiligung der
Bürgerſchaft ſo zahlreich geworden, daß man ohne
opti=
miſtiſche Anwandlungen ſeine Rentabilität ſchon für das
erſte Jahr in Ausſicht ſtellen kann. Von den etwa 600
Haushaltungen der Stadt ſind jetzt zirka 250 mit über
1800 Lampen Lichtbezug angemeldet, von Motoren für
jetzt 17, im ganzen 37 mit zirka 120 PS. und eine weitere
Anſchließung gewerblicher Betriebe, die jetzt mit eigener
Einrichtung arbeiten, ſteht in Ausſicht. Man kann alſo
der von „wohlwollender” Seite den Hausbeſitzern in
Aus=
ſicht geſtellten Steuererhöhung durch das Elektrizitätswerk
beruhigt entgegenſehen, und die Gemeinde hat außerdem
bewieſen, daß ſie auch den Wegfall eines Großabnehmers
ertragen kann.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 31. Dez. Der
Kron=
prinz und die Kronprinzeſſin treffen am 9
Januar in Oels ein. Anfänglich war, der „Schleſ.
Ztg.” zufolge, ein mehrtägiger Jagdaufenthalt geplant.
Infolge des geringen Haſenbeſtandes in dieſem Jahre
im Vergleich zu anderen Jahren iſt von den üblichen
Hofjagden auf dem Thronlehen Oels Abſtand
genom=
men worden. — Am 7. Januar trifft der chineſiſche
Prinz Tſeitſin ein Bruder des Prinzregenten
und Onkel des jungen Kaiſers, in Berlin ein. Sein
Gefolge iſt die zum Studinm der europäiſchen
Marine=
einrichtungen entſandte Kommiſſion, mit der ſich der
Prinz nach kurzem Aufenthalte in Berlin nach Kiel
be=
gibt. — Bei einem Zuſammenſtoß eines
Stra=
ßenbahnwagens mit einer Automob
il=
droſchke und einem Laſtwagen, der geſtern abend
erfolgte, wurde der Anhängewagen der Straßenbahn
aus den Schienen geſchleudert, der Laſtwagen
umge=
worfen und die Automobildroſchke wie eine
Ziehharmo=
nika zuſammengeſchoben. Glücklicherweiſe trugen
Per=
ſonen bei dem Zuſammenſtoß keine Verletzungen davon.
Der Feuerwehr gelang es nach halbſtündiger Tätigkeit,
das Chaos zu entwirren und die Paſſage frei zu machen.
— Geſtern wurden zwei Falſchmünzer verhaftet,
und große Mengen gefälſchter Geldſtücke und
Materia=
lien beſchlagnahmt. — In einem verlaſſenen
Weinberg=
häuschen zwiſchen Köſen und Schulpforta wurde eine
Falſchmünzerwerkſtätte entdeckt. Außer verſchiedenen
Metallen fand man in einem Ofen Gipsformen und
=Abdrücke von Zweimarkſtücken mit dem Bilde Kaiſer
Wilhelms, der Jahreszahl 1907 und dem Münzzeichen
A. Die Falſchmünzer konnten noch nicht ermittelt
werden.
Klein=Heubach, 30 Dez. Die Fürſtin zu
Löwen=
ſtein=Wertheim=Roſenberg iſt geſtern vormittag
von einem Prinzen und einer Prinzeſſin im
Schloſſe zu Klein=Heubach a. M. entbunden worden. Der
Vater des Fürſten, Pater Raymundus, wird die feierliche
Taufe des Zwillingspaares vollziehen.
Kaſſel, 31. Dez. Amtlich. Der geſtern abend hier
abgegangene Eilgüterzug 6347 fuhr auf der
Sta=
tion Willebadeſſen der Strecke Warburg=Altenbeken
des Eilgüterzuges wurde ſofort getötet, mehrere
Leute vom Perſonal der Güterzüge wurden ſchwer
ver=
letzt. Der Materialſchaden iſt bedeutend. Etwa 15
Güterwagen ſind zertrümmert; die beiden Gleiſe ſind
geſperrt. Von Kaſſel, Warburg und Altenbeken ſind
Hilfszüge nach der Unfallſtelle abgegangen. Die
Auf=
räumungsarbeiten dauern vorausſichtlich den ganzen
Tag. Die Urſache iſt noch nicht aufgeklärt.
Köln, 31. Dez. Im abgeſchloſſenen Zimmer eines
Hauſes im Vororte Lindenthal ſtürzte der
bren=
nende Chriſtbaum um und ſetzte das Zimmer,
in dem mehrere Kinder ſpielten, in Brand. Unter den
Kindern brach eine Panik aus ein Knabe ſprang aus
dem Fenſter und rief um Hilfe. Ein Dienſtmädchen
und ein Kind erlitten ſchwere Brandwunden; zwei
Kinder und die Mütter der Kinder wurden leicht
ver=
letzt.
Bremen, 31. Dez. Die Rettungsſtation
Hel=
goland der Deutſchen Geſellſchaft zur Rettung
Schiff=
brüchiger telegraphierte: Am 29. Dezember wurden von
dem auf den Südoſtklippen geſtrandeten engliſchen
Dampfer „Shannon” 26 Perſonen durch die
Rettungs=
boote „Claus Dreyer” und „Dora” gerettet.
Itzehoe, 31. Dez. Vier gefährliche Einbrecher
aus Hannover wurden auf dem hieſigen Bahnhof aus
dem Zuge heraus verhaftet. Die Diebe waren
mit Revolvern und Dolchmeſſern bewaffnet. Man fand
bei ihnen Einbrecherwerkzeuge und einen Strumpf mit
Gold= und Silbergeld im Betrage von über tauſend
Mark, ſowie Zinscoupons für in= und ausländiſche
Wertpapiere. Es wird ihnen ein in der letzten Nacht
in Laegerdorf verübter Geldſchrankeinbruch zur Laſt
gelegt, wobei 705 Mark geſtohlen wurden.
Poſen, 30. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag
wurde in Rogowo ein etwa 25jähriger ruſſiſcher
Ueber=
läufer, auf den das Signalement des achtfachen
Mör=
ders von Boguslaw genau paßt, verhaftet und
ins Gefängnis nach Znin überführt. Der Verhaftete,
der das Verbrechen abgeleugnet hat, hat ſich in der
fol=
genden Nacht in der Gefängniszelle erhängt.
Zürich, 30. Dez. Der wegen Betrugs in Höhe von
einer Viertelmillion Franks von der ruſſiſchen Behörde
verfolgte flüchtige Großholz=Exporteur Damowitſch
aus Riga iſt in einem hieſigen Hotel verhaftet worden.
Er hatte noch eine große Summe Geld bei ſich.
Damo=
witſch war einer der größten ruſſiſchen Exporteure.
Paris, 31. Dez. „New=York Herald” meldet aus
New=Orleans: Ein entſetzliches Großfeuer hat im
Staate Galveſtone in Texas einen Schaden von über
250000 Dollar verurſacht. In einem großen Packhauſe
brach am Morgen ein kleiner Brand aus, der ſich, vom
Winde begünſtigt, in kurzer Zeit über das ganze
Ge=
bäude ausbreitete und es in Aſche legte. 3000 Ballen
Baumwolle, die dort aufgeſpeichert waren, ſind ein
Raub der Flammen geworden. — Um ein großes,
da=
neben ſtehendes, vom Feuer ſtark bedrohtes
Baum=
wollen=Warenhaus zu retten, mußten mit Dynamit
die Verbindungsgebäude geſprengt und das Straßens
pflaſter aufgeriſſen werden.
New=Yoxk, 31. Dez. Die ganze öſtliche Hälfte der
Vereinigten Staaten von Amerika befindet ſich im
Bann eiſiger Kälte. In einzelnen Gegenden
ſank das Barometer bis 36 Grad unter Null. In
Alabama fanden vier Perſonen durch Erfrieren den
Tod. Florida hat 6 Grad unter Null. Man befürchtet
die Vernichtung der Orangeninduſtrie.
Die Hinterlaſſenſchaft Leopolds II.
* Wie bereits berichtet, beläuft ſich allein die direkte
Hinterlaſſenſchaft des Königs Leopold
ſtatt auf 15 Millionen, wie er annahm, auf 18 Millionen.
Inzwiſchen ſcheinen ſich in aller Stille die vom König
in letzter Minute gegründeten Geſellſchaften aufzulöſen,
in die er einen großen Teil ſeines übrigen Vermögens
eingebracht hat. Jetzt ſchon ſtehen den drei Töchtern
des Königs die Aktien der „Geſellſchaft zur
Verſchöne=
rung von Liegenſchaften” zur Verfügung. Der König
hat eigentümliche Pläne mit dieſer Aktiengeſellſchaft
gehabt. Eine große Anzahl von Liegenſchaften hatte
der König erworben, die zu allen möglichen Zwecken
dienen ſollten. In der Nähe des Juſtizpalaſtes ſollte
ein Rieſenreſtaurant im Stile der deutſchen Ratskeller
entſtehen. Dann wollte er in der Oberſtakſt ein großes,
modernes Hotel erbauen, in Laeken ſollte ein
Villen=
viertel geſchaffen und große Avenuen angelegt werden,
und der Teil der Bilder, die noch nicht verkauft ſind,
ſollte eine beſondere Abteilung des Muſeums bilden.
Da aber diejenigen Werke, beſonders der alten Meiſter,
die einen beſonderen Wert hatten, von ihm losgeſchlagen
worden ſind, und faſt alle verbleibenden modernen
Bil=
der, mit geringen Ausnahmen, höchſt mittelmäßig ſind,
ſo wehrt ſich vorläufig die Muſeumsdirektion gegen das
Geſchenk, und es iſt anzunehmen, daß die noch
vorhan=
denen Bilder und Möbel in die geleerten königlichen
Schlöſſer zurückkehren werden. Auch die Aktien der
zweiten Geſellſchaft, in die der König ſeinen Beſitz im
mit dem Güterzug 6363 zuſammen. Der Zugführer
Großherzogliches Hoftheater.
Donnerstag, den 30. Dezember.
Kyritz=Pyritz.
W-l. „Ihr naht euch wieder, ſchwankende Geſtalten”
— allährlich um die Jahreswende wandern die fidelen
Brü=
der in verſchiedenen Geſtalten und aus verſchiedenen
Ge=
genden des großen Reiches des Blödſinns über die Welt
bedeutenden Bretter und verzapfen ihren Ulk, um der
Silveſterſtimmung gerecht zu werden, die ſo etwas von
Galgenhumor an ſich trägt. Diesmal kamen ſie aus
Kyritz und Pyritz, ſtilvoll=altmodiſch,
kleinſtädtiſch=
komiſch und gemütlich=fidel und wurden mit großem Jubel
und dem „unauslöſchlichen Gelächter” das ſich ſeit der
Zeit des Vaters Homer erhalten hat als Allheilmittel
ge=
gen Sorgen und Griesgram, aufgenommen. Die nach
Berlin wandernden und auf Abenteuer ausgehenden
Ky=
ritzer Spießer, der Kämmerer Lietzow, der Apotheker
Pie=
penberg und der Bäcker Rux, fanden durch die Herren
Heinz, Knispel und Jordan eine klaſſiſche
Ver=
körperung. Ihnen ſtanden deren Ehehälften, die
mora=
liſch entrüſtete Frau Stadtkämmerer des Frl.
Wistha=
ler, die gefühlvolle Frau Apotheker der Frau
Scher=
barth und die reſolute Frau Bäckermeiſter der Frau
Ru=
dolph in nichts nach. Ueberwältigend komiſch war das
Pyritzer Terzett der Herren Hoff, Holler und de
Leeuwe, deren köſtliche Masken auf ein Spezial=
Stu=
dium ſchließen ließen. Das geſetzte Liebespaar wurde
durch Herrn Baumeiſter als Ebert und Frl.
Heu=
mann als Frau Soltmann mit einem etwas
Selbſtver=
leugnung erfordernden Ernſte, der verliebte Sekundaner
und der einfältige Backfiſch durch Frl. Grünberg und
Frl, Gothe mit vielem Humor dargeſtellt.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
** Deutſches Feſtſpielhaus am Rhein.
Wie wir erfahren, haben ſich zu dem kürzlich erörterten
Projekte eines Feſtſpielhauſes am Rhein bei Bingen
die maßgebenden Perſönlichkeiten abwartend bezw.
ab=
lehnend verhalten. Das letztere gilt namentlich von
dem Generalintendanten des Stuttgarter Hoftheaters,
Baron zu Puttlitz, der dem Unternehmen ſehr ſkeptiſch
gegenüberſteht und ſeine Bedenken in einem Artikel
der „Deutſchen Bühne” zum Ausdruck gebracht und
be=
gründet hat. Wie es ſcheint, findet das Projekt in
Bühnenkreiſen wenig Sympathie und ſeine
Verwirk=
lichung iſt dadurch noch unwahrſcheinlicher geworden.
* Ein bedeutſames Preisausſchreiben
für Künſtler. Die in Argentinien anſäſſigen
Deut=
ſchen beabſichtigen, dem argentiniſchen Volke zu der
Jahrhundertfeier ſeiner Unabhängkeitserklärung im
Jahre 1910 einen Monumentalbrunnen im Werte von
250000 Mark zu ſtiften, der in der Stadt Buenos Aires
auf einem der bedeutendſten Schmuckplätze aufgeſtellt
werden ſoll. Zur Erlangung eines geeigneten
Ent=
wurfes werden alle deutſchen Künſtler
aufge=
fordert. Der Einlieferungstermin für die Entwürfe
wurde auf den 1. Februar 1910 feſtgeſetzt. Mit der
Durchführung dieſes Wettbewerbes — Aufſtellung der
Wettbewerbsbedingungen, Zuſammenſetzung des
Preis=
gerichts und Auswahl der preisgekrönten Entwürfe —
iſt die „Geſellſchaft für deutſche Kunſt im
Auslande” betraut worden. Verteilt werden vier
Preiſe im Betrage von 8000, 5000, 3000 und 2000 Mark.
Da der genannte Termin für eine ſorgfältige
Ausge=
ſtaltung des Entwurfs für ein bedeutſames, die deutſche
Kunſt in Argentinien zur Geltung bringenden
Denk=
mals zu kurz bemeſſen war, ſo hat die „Geſellſchaft” mit
dem Deutſch=Argentiniſchen Komitee per Kabel die
Vereinbarung getroffen, daß der Termin vom 1. Febr.
auf den 1. März 1910, abends. 6 Uhr. ver=
legt wird. Im Intereſſe der beteiligten Künſtler
bringen wir dieſe wichtige Aenderung hiermit zuu
Kenntnis. Alle übrigen Wettbewerbsbeſtimmungen
bleiben beſtehen. Weitere Auskunft erteilt der
Vor=
ſitzende der „Geſellſchaft für deutſche Kunſt im Ausland”,
Geheimer Regierungsrat R. Platz, Berlin=Friedenau.
* Profeſſor Henri Marteau, der
Nach=
folger Joachims in Berlin, hat ſich mit Fräulein
Blanche Hirſecorn aus Straßburg verlobt.
* Eine Saloneinrichtung für 160000
Mark. Eine ganz außergewöhnlich koſtbare Garnitur
von Seſſeln aus der Epoche Louis XVI. kam bei
Chri=
ſtie, Manſon u. Woods in London zur Verſteigerung,
und erregte bei Kennern und Laien allgemeine
Ver=
wunderung. Die Garnitur iſt ein Meiſterwerk der
franzöſiſchen Kunſtarbeit jener Zeit, und ihr Wert wird
noch dadurch erhöht, daß ſie ein beſonderes hiſtoriſches
Intereſſe beſitzt. Sie befand ſich einſtmals im
Eigen=
tum der Königin Marie Antoinette von Frankreich. Im
Jahre 1783 ließ die Königin die Möbel dem
Legations=
ſekretär der engliſchen Geſandtſchaft, Sir Antony
Mor=
ris, als Geſchenk überweiſen. Erworben wurde dieſe
wundervolle Einrichtung nach hartem Kampfe für den
hohen Preis von 160000 Mark von den Herren J. und
S. Goldſchmidt in Frankfurt a. M.
CK. Björnſons Geneſung. Aus Paris wird
berichtet: Björnſtjerne Björnſon hat die Kriſe
über=
wunden; der Achtundſiebzigjährige hat erfolgreich dem
Tode getrotzt und iſt jetzt auf dem Wege zu völliger
Ge=
neſung. Die Aerzte dringen zwar noch auf Schonung
und Ruhe, und Beſucher werden einſtweilen nicht
empfangen. Aber in ſeinem Zimmer in der Rue de
Rivoli läßt ſich der greiſe Dichter täglich die Zeitungen
vorleſen, ſein Intereſſe für die Zeitereigniſſe iſt ſo
friſch und lebendig wie je, und jetzt hat er auch
perſön=
lich den Brief des Königs von Norwegen beantwortet,
der ihm in einem Hansſchreiben baldige Geneſung
ge=
wünſcht hatte.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Januar 1910.
Nummer 1.
Süden Frankreichs umgewandelt hat, werden den
Erben ausgeliefert werden. Eine dritte
Geſell=
ſchaft, die angeblich 12 Millionen Werte umfaßt, ſieht
allerhand Stiftungen in Sachſen=Koburg=Gotya vor, ſo
die Schaffung eines Majorats und, wie behauptet wird,
auch den Bau eines neuen Rathauſes in Kob. rg. Die
Geſellſchaft iſt wohl nach herzoglich ſächſiſchem Recht
gültig, aber nach belgiſcher Rechtsauffaſſung unzuläſſig,
da in Belgien eine Aktiengeſellſchaft ſtets ein
kommer=
zielles oder induſtrielles Geſchäft betreiben muß. Es
ſcheint, daß auch der Auslieferung des Aktienbeſitzes
dieſer Geſellſchaft an die Töchter des Königs
Schwierig=
keiten nicht im Wege ſtehen. Auf dieſe Weiſe zerfallen
die Anordnungen, die er in ſo energiſcher Weiſe traf,
um ſeine Töchter zu enterben, in nichts. Er hat ſeinen
letzten Willen, wie die „Gazette” mitteilt, auf ein
unſcheinbares Fetzchen Papier geſchrieben, „gerade als
handle es ſich um irgend ein Billett, das man am
Kaffeehaustiſch hinkritzelt”.
Nur das Kodizill vom
12. Dezember 1909 iſt auf das ſchöne Büttenpapier
ge=
ſchrieben, das im Schloß von Laeken gebraucht wurde.
(Frkf. Ztg.)
* Brüſſel, 31. Dez. Prinz Philipp von
Koburg, der ehemalige Gatte der Prinzeſſin Luiſe
von Belgien, hat an zuſtändiger Stelle ſeine Anſprüche
auf den Nachlaß des Königs Leopold geltend
ge=
macht. Der Prinz hat den ehemaligen Anwalt und
Berater des Königs, den Senator Biener, mit ſeiner
Vertretung betraut.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſehenden Crwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
M.V. Wie durch Anzeigen bereits bekannt, wird
an dem Familienabend des Muſikvereins
am 8. d. M. ein Theaterſtück „Das graue Elend‟
im Darmſtädter Dialekt zur erſten Aufführung
kom=
men. Der Verfaſſer, Herr Dr. Joſeph Nerking,
betritt mit dieſem Luſtſpiel nicht zum erſten Mal die
Bretter. In beſtem Andenken ſteht noch ſein köſtlicher
„Kaktusfreund” der bei dem vorjährigen
Familien=
abend des Vereins unter lebhafteſtem Beifall
auf=
geführt und dann, dringenden Wünſchen entſprechend.
wiederholt wurde. Schon früher hat der Verfaſſer die
Beherrſchung des heimiſchen Dialekts und die
Fähig=
keit humorvoller Darſtellung bewieſen in ſeiner unter
dem Namen Alienus veröffentlichten Erzählung „Im
Bahnwärderheisje‟ Hoffentlich wird auch das neue
Werk den verdienten Beifall finden.
Luftſchiffahrt.
* Ein neues Flugſchiff. „Die deutſche
Luft=
flotte iſt”, ſo ſchreibt die Korreſpondenz „Heer und
Poli=
tik”, „am Ende des Jahres um einen anſcheinend
her=
vorragenden Typ bereichert worden, der in der
Ent=
wickelung des Luftſchiffes einen Schritt vorwärts
be=
deutet. Es iſt ein ſogenanntes „Windrad=Flugſchiff”
das von einem Ingenieur Schubert aus Eſſen
kon=
ſtruiert und unter dieſem Namen zum Patent
angemel=
det worden iſt. Die Neuerungen bei dieſem Luftſchiff
beſtehen erſtens in einer eigenartigen Anwendung von
Windräderpaaren mit feſten Flügeln und wagerechten,
beziehungsweiſe ſenkrechten Gleitflächen, ferner in der
Anwendung beſonderer Motoren für das Tragen und
die Fernfahrt. Die Bewegungsmöglichkeiten ſind
dar=
um bei dieſem Typ beſonders vermehrt und die
Be=
triebsſicherheit des Luftſchiffes erſcheint bedeutend
ge=
ſteigert. Eine große, wagerecht über das Luftſchiff
ge=
ſpannte Fläche gewährt außerdem noch eine beſondere
Sicherheit gegen einen Abſturz, falls die
Auftriebsvor=
richtung verſagen ſollte. Es würde dann eine Art
Gleitflug eintreten, durch den das Luftſchiff
wohlbehal=
ten zu Boden kämc.”
* Berlin, 31. Dez. Das Militärluftſchif
„Groß III” unternahm heute vormittag vom Tegeler
Schießplatz aus den erſten Aufſtieg.
Das Luftſchift
manöverierte über dem Schießplatz 1½ Stunde, worauf
es glatt landete. Das neue Luftſchiff übertrifft alle
ſeine Vorgänger an Größe der Antriebskraft; es iſt
86 Meter lang und faßt 80000 Kubikmeter Gas. In die
neun Meter lange Gondel ſind vier Motoren eingebaut,
die vier Propeller treiben.
* Straßburg, 2. Jan. Am Donnerstag, den
8. Januar, finden in den Morgenſtunden
inter=
nationale wiſſenſchaftliche
Ballonauf=
ſtiege ſtatt. Es ſteigen Drachen, bemannte und
unbe=
mannte Ballons in den meiſten Hauptſtädten Europas
äuf. Der Finder eines jeden unbemannten Ballons
er=
hält eine Belohnung, wenn er der jedem Ballon
bei=
gegebenen Inſtruktion gemäß den Ballon und die
In=
ſtrumente ſorgfältig birgt und an die angegebene
Adreſſe ſofort telegraphiſch=Nachricht ſendet.
H.B. Petersburg, 31. Dez. Man nimmt an,
daß der deutſche Ballon „Luna” bei den Alands=
Inſeln verunglückt iſt. Die hier eingelaufenen
Be=
richte verſchiedener Leuchtturminſpektoren lauten
da=
hin, daß man den Ballon mit weſtlichem Kurs den
Alands=Schären habe zufliegen ſehen.
* Petersburg, 31. Dez. Der Petersburger
Telegraphen=Agentur wird aus Reval gemeldet, daß
in der Nähe der Inſel Hochland ein lenkbares
Luftſchiff bemerkt worden iſt, das augenſcheinlich
Havarie erlitten hat. Das Kanonenboot „Chrabru”
und der Hafendampfer „Hochland” ſind zur Hilfe
ab=
gegangen.
* Reval, 1. Jan. Das am 30. p. Mts, von Nagve
aus geſichtete Luftſchiff war nicht, wie zuerſt
ge=
meldet, lenkbar, ſondern ein Freiballon, der ſich in
nordöſtlicher Richtung bewegte. Man will die
deut=
ſchen Farben erkannt und in der Gondel zwei
Per=
ſonen bemerkt haben. Das Wetter iſt ruhig, aber
nebelig. Die zur Hilfeleiſtung entſandten Dampfer
haben den Ballon nicht auffinden können und
ſind in den Hafen zurückgekehrt.
Handel und Verkehr.
HI. Frankfurt a. M., 31. Dez. (
Börſen=
wochenbericht.) Die letzte Geſchäftswoche des
Jah=
res 1909 endet unter den beſten Ausſichten für das
kom=
mende Jahr 1910. Der politiſche Horizont iſt klar, das
Geſchäft nimmt an Regſamkeit zu und die Induſtrie
dehnt ſich immer mehr aus. Wenn man an das
ver=
floſſene Jahr zurückdenkt, ſo iſt man für deſſen
Beendig=
ung wirklich froh; hatte man doch mit der Unruhe auf
dem Balkan und den ſerbiſchen Kriegsgelüſten zu
rech=
nen. Schließlich kam im Sommer 1909 die ſchwer
be=
laſtende Mehrheitsgeſetzgebung, deren Folgen wohl erſt
noch im Laufe des neu beginnenden Jahres ſich
bemerk=
bar machen werden. Dagegen war der anhaltend
flüſſige Geldſtand ein weſentlicher Faktor, daß alle
ver=
ſtimmenden Vorgänge mit Leichtigkeit überwunden
wur=
den, was beſonders auf dem Anlagemarkte für niedriger
verzinsliche Werte, alſo die Deutſchen Reuten und
Städteanleihen, einen großen Einfluß zur
Preisbeſſer=
ung ausübte. Freilich darf im übrigen auch nicht die
Ueberhaſt der Spekulation vergeſſen werden und iſt
eine ſtarke Warnung hier am Platze. Sind doch durch
die Zukunftsilluſionen eine große Anzahl Spekulations=
und Induſtrieaktien derart in die Höhe getrieben
wor=
den, daß an eine Rentabilität der Anlage überhaupt
nicht mehr zu denken iſt. Bei dem diesmaligen Ultimo
zeigte ſich die Ueberſpekulation am deutlichſten;
wur=
den doch für Prolongationen bis zu 7½ Prozent und
in Berlin ſogar bis zu 8¼ Prozent bezahlt, während
der Privatdiskonto zwiſchen 4 und 4¼ Prozent,
zeit=
weilig bis 3½ Prozent variierte. Nur der
Erleichter=
ung des Privatſatzes iſt es zu danken, wenn ſich die
vermehrten Anſprüche für den Jahreswechſel diesmal
nicht in einer energiſcheren Belaſtung unſerer
Reichs=
bank zum Ausdruck brachten. Der Wechſelbeſtand hat
ſich um nur 20,43 Millionen Mark erhöht. gegen 70,66
Millionen Mark vor einem und 49,32 Millionen Mark
vor zwei Jahren. Auch der Zuwachs zum Lombard
be=
ſchränkt ſich auf 2,87 Millionen Mark. Gleichzeitig iſt
indes das Reich in ſeiner Beanſpruchung fortgefahren,
denn der Effektenbeſtand hat ſich um weitere 22,28
Mil=
lionen Mark erhöht, während in den beiden Vorjahren
um dieſe Zeit kleine Erleichterungen eintraten
Zurückziehung von Einlagen hielt ſich mit 39,69
Mil=
lionen Mark etwa auf der Vorjahrshöhe. Der
ſteuer=
pflichtige Teil des Notenumlaufs hat ſich von 6,66
Mil=
lionen Mark auf 88,17 Millionen Mark erhöht. Die
Notendeckung ermäßigte ſich von 67,49 Prozent auf 63,85
Prozent, die Deckung für Noten und Depoſiten
zuſam=
men von 48,4 Prozent auf 47,5 Prozent.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend,
waren, wie ſchon oben erwähnt, Deutſche Renten und
Städteobligationen für Anlagezwecke reger gefragt,
aber auch einzelne Pfandbriefe konnten ihre Preiſe
er=
höhen. Von den ausländiſchen Staatsfonds ſchließen
die ruſſiſchen, nach zeitweiliger Ermattung, wieder
feſter, auf Nachrichten, daß das ruſſiſche Budget
poraus=
ſichtlich mit einem bedeutenden Ueberſchuß der
Einnah=
men gegen den Voranſchlag abſchließen werde.
Portu=
gieſen waren abgeſchwächt im Hinblick auf die
Meld=
ungen von den Verheerungen des Unwetters in jenem
Lande. Recht feſt waren ferner öſterreichiſch=ungariſche
Renten, Serben, argentiniſche und Buenos=Anleilen,
ſowie türkiſche Loſe, in welch letzteren wieder lebhaftes
Geſchäft beſtand. Auch andere Loſe konnten zum Teil
ganz anſehnlich profitieren. Transportaktien waren
belebt und zumeiſt höher; auch Hamburger Paket und
Nordd. Lloyd anſehnlich ſteigend. Für Lombarden
ſtimulierte die Hoffnung, daß die öſterreichiſche
Regie=
rung die auf eine Reorganiſation gerichteten
Beſtreb=
ungen zu fördern geneigt iſt. Auch ſprach man von einer
angeblichen Betriebsgemeinſchaft der Südbahn mit der
Staatsbahn.
Am Bankenmarkt waren bei Wochenſchluß
anſehn=
liche Käufe vorherrſchend, die größere Kursſteigerungen
brachten, nur Pfälzer etwas ſchwächer (101,30). Das
Hauptgeſchäft vollzog ſich wieder in Eiſen= und
ſohlen=
aktien, woſelbſt von Berliner und rheiniſcher Seite
um=
fangreiche Spekulationskäufe vorgenommen purden.
Die Erwartungen des Konjunkturaufſchwunges haßen
die Phantaſie derart eingenommen, daß ſelbſt ſie
Er=
kenntnis von den Schwierigkeiten der Verhanlungen
wegen einer Wiederbildung des Roheiſen=Smdikates
ohne Einfluß blieb. Inzwiſchen liegt neuerdings die
Meldung vor, daß die Verhandlungen durch dis
Ver=
halten der Kraftwerke als geſcheitert betrachtet werden
können, und man darf nicht aus dem Auge laſen, daß
die Verhältniſſe am Roheiſenmarkt dadurch zienlich
ex=
poniert werden. Kohlenaktien waren feſt auf die
er=
hoffte weitere Zurückdrängung der ausländiſchen Kohle
durch Aufhebung der Ausnahmetarife per 1. Januar
1910. Von Kolonialwerten notieren Otavi 234,10,
Sonthweſt=Afrikan 194,75. Kaliaktien verkehrten
ſchwan=
kend, aber nicht matter, da die amerikaniſchen
Verhand=
lungen noch nicht beendigt, indes eher befriedigend ſind.
Lebhafter Verkehr entwickelte ſich auch in
Kaſſanduſtrie=
aktien, für welche die Feſtigkeit von Kupfer und
an=
deren Metallen geltend gemacht wurde, ebenſo die weitere
günſtige Entwicklung der Induſtrie. Es ſindhier zum
Teil wieder größere Kursſteigerungen eingetreten;
ein=
zelne, wie Preßhefen Baſt, Lederwerke Spicharz,
Loth=
ringer Zement ſind jedoch anſehnlich niedriger.
Kunſt=
ſeide wieder matter (185). „Boeſe” konnten ſich auf
17 Prozent und Obligationen auf 78 Prozent erh len,
da die Konkursbefürchtung wieder geſchwunden ſcheint.
Erwähnenswert iſt noch die Feſtigkeit von
Diamant=
aktien in London, wo Debeers auf 19½, Premier auf
9¾4 und Jagersfontein auf 8½ ſtiegen.
Von Loſen notieren: Augsburger 39/0.
Braun=
ſchweiger 221,60, Finnländer 195. Freiburger 50. Genua
229, Mailänder 45=Fres.=L. 167,50, Mailänſer 10=Fres.=
Loſe 27,50, Türkiſche 182,80. Ungariſche 374, Meininger
38,20, Venediger 40. Pappenheimer 76,10, in Reichsmark;
Goſthaer Prämie I 138,60. Gothaer Pränie II 117,
Donau=Regulierung 146, Madrider 77, in Prozent:
ferner ſchließen: 1918er Reichs 102,45, 3½proz. Reichs
94,25, 3proz. Reichs 85,20, 4proz. Heſſen von 1899 101,20 G,
4proz. Heſſen von 1906 101,40 G., 4proz. Heſen von 1908
101,80, 4proz. Heſſen von 1909 102 G., 3½proz. Heſſen
93 G., 3proz. Heſſen 82,20. 4proz. Darmſtäder 101, 3
½=
proz. Darmſtädter 92,40, Darmſtädter Bank 137,60. Südd.
Eiſ.=Geſ. 117, Baltimore und Ohio 118/0. 4½proz.
Ruſſen 99,30, 4proz. Ruſſen 91.20, 3¼proz. Ruſſen 85.30,
3proz. Ruſſen 84,50, 4½proz. Japauer 96,2, 4proz.
Ja=
paner 90,50, 5proz. Mexikaner (Tamaulpas 100,40,
bproz. Chineſ. Eiſ.=Anl. (Tientſin=Pukow) 102 B.
Neujahr in der Reichshauptſtadt.
* Berlin, 1. Jan. Das leichte Froſtwetter am
heutigen Neujahrsmorgen hatte die Straßen
Berlins nach den letzten Regentagen ſäubern helfen, und
ſo fand ſich auch mit dem anbrechenden Tag, als die
Kaiſerſtandarte, die Königsſtandarte und die
Kurbran=
denburgiſche Flagge auf den Zinnen ſes königlichen
Schloſſes emporſtiegen, eine gewaltige Menge
Schau=
luſtiger im Luſtgarten und beim Kaiſer Wilhelm=
Denk=
mal ein, die bis zum Beginn des großen Weckens auf
etwa 12000 bis 13000 Perſonen anſchwoll. Die Reveille
wurde von den Spielleuten der 2. Garde=
Infanterie=
brigade und der Kapelle der Garde=Füſiliere
ausge=
führt, während die Trompeter der Garde=Küraſſiere von
der Galerie der Schloßkuppel blieſen.
Um 8 Uhr 2 Minuten traf auf dem Anhalter
Bahn=
hof Prinz Rupprecht von Bayern mit ſeinem
perſön=
lichen Adjutanten Rittmeiſter Grafen Friedrich von
Pappenheim ein und fuhr zum Schloß, wo er die
Terraſſenwohnung bezog. Der Kaiſer traf bald nach
9 Uhr vom Neuen Palais her im Automobil hier ein,
die Kaiſerin um 9 Uhr 22 Minuten mit Sonderzug auf
dem Potsdamer Bahnhof, von wo ſie im Galawagen ſich
nach dem Schloß begab. Die Majeſtſten wurden von
dem immer mehr anwachſenden Publikum lebhaft
be=
grüßt, ebenſo die Prinzen und Prinzeſſinnen.
Wäh=
rend die Majeſtäten im Schloß die Neujahrswünſche
des königlichen Hauſes und der Hofſtaaten
entgegen=
nahmen, erfolgte die große Anfahrt der Füx=
ſt=
lichkeiten, der Generalität, der Staatswürdenträger
und der Hofchargen. Die Schloßgarde=Kompagnie
for=
mierte ſich, die Galawagen der Gardes du Corps und
die ſogenannte Leibgarde der Kaiſerin rückten an.
Um 10 Uhr begann in der Schloßkapelle der
feier=
liche Gottesdienſt. Die Hoftrauer war für heute
abgelegt und ſo bot die hohe marmorſchimmernde Halle
das bekannte glänzende Bild. Es verſammelten ſich die
Mitglieder des hohen Adels, der Reichskanzler (in
Dra=
goneruniform) und die Bevollmächtigten zum Bundesrat,
die Generalität und Admiralität mit den
Generalfeldmar=
ſchällen Grafen Haeſeler und v. Hahnke an der Spitze, die
Ritter des Schwarzen Adlerordens, die Kommandeure der
Leibregimenter, die Staatsminiſter, Staatsſekretäre,
Kleines Feuilleton.
— Der Rattenfänger von London. John
Jarvis aus Camberwell, der engliſche Nachfahr des
Rattenfängers von Hameln, iſt jetzt zu amtlichen
Wür=
den aufgeſtiegen; mit einem Jahresgehalt von 1000 M.
hat der Londoner Graſſchaftsrat ihn ſoeben offiziell als
Rattenfänger angeſtellt. John Jarvis betreibt ſein
wunderliches Gewerbe weniger als Beruf, als aus
er=
erbter Leidenſchaft, denn ſeit 100 Jahren haben alle
Mitglieder ſeiner Familie ihr Leben der Rattenjagd
gewidmet. Er hat jetzt, im Vollgefühl ſeiner
weidmän=
niſchen Tüchtigkeit, eine Herausforderung an alle
eng=
liſchen Rattenfänger gerichtet und ſich verpflichtet,
ge=
meinſam mit ſeinem Onkel, ohne Hunde und ohne
Fal=
len, in drei Nächten 1000 Ratten zu fangen. „Es gibt
viele Rattentöter bei uns” ſo erzählte er einem
Be=
ſucher, „aber nur wenige verſtehen es, Ratten lebendig
zu fangen. Tote Ratten ſind wertlos; aber für
leben=
dige bekomme ich gleich von 3 bis zu 8 Mark für das
Dutzend. Wie ich es anſtelle, die Ratten lebendig zu
fangen, das iſt ein Geheimnis, das ſich ſeit 1803 in
unſerer Familie fortgeerbt hat und das treulich
be=
wahrt wird. Ich kann es natürlich nicht verraten, aber
andeuten will ich Ihnen doch, daß ich ein Mittel beſitze,
das auf die Ratten etwa ſo wirkt, wie Chloroform auf
den Menſchen. Der Köder, mit dem ich arbeite, hat eine
ſo große Anziehungskraft auf die Ratten, daß ſelbſt
ſchlafende Tiere erwachen. Wenige Augenblicke,
nach=
dem ich meinen Köder ausgelegt habe, ſchwärmen von
allen Seiten die Ratten herbei. Ein Biß, ein winziges
Stückchen genügt, um ſie zu betäuben, und ich habe
ſpä=
ter nichts weiter zu tun, als ihre Naſen ins Waſſer
zu ſtecken, um ſie wieder ins Leben zurückzurufen.
Wenn ich nachts mit meiner Kellerlaterne die
unterirdi=
ſchen Gänge dahinſchreite, ſo folgen mir die Ratten in
Scharen. Meine ganze Arbeit beſteht darin, ſie
auf=
zuheben und in den Behälter zu tun. Sie ſelbſt bah=
nen ſich dann den Weg zu dem Sack, den ich bei der
Wanderung auf dem Rücken trage. Hui!, wie ſie dann
miteinander kämpfen! Oft dachte ich, 100 Ratten zu
haben, aber dann fand ich zu Hauſe, daß die Hälfte
von den anderen getötet worden war. Sie kämpfen
übrigens nicht nur miteinander; erſt kürzlich, als ich
in den Kellergewölben eines großen Hotels Jagd machte
überfiel ein Schwarm Ratten meinen Hund. Ich konnte
ihn nicht retten; er wurde getötet. Es war einer der
beſten Hunde, die ich je beſaß. Einmal, als ich in den
unterirdiſchen Gängen des alten Gaiety=Theaters
Rat=
ten jagte, fiel mich eine große Ratte an, biß ſich in
mei=
nem Arm feſt und verurſachte mir mindeſtens 5
Minu=
ten lang die größte Pein, ehe ich ſie loslöſen konnte
Ich wog ſie dann; ihr Gewicht war beinahe 2 Pfund.”
John Jarvis hat durch ſeinen „Beruf” ein anſehnliches
Einkommen, denn von einer Reihe großer
Hauseigen=
tümer bezieht er ein feſtes Gehalt für die
Verpflicht=
ung, von Zeit zu Zeit bei ihnen Rattenjagd
abzu=
halten.
* Ein amüſantes Verſehen hat ſich das
Telegraphenamt in Marſeille zuſchulden kommen laſſen,
und die Sache iſt für die franzöſiſchen Behörden um ſo
unangenehmer, als König Eduard und ſeine älteſte
Tochter die Opfer dieſes Mißverſtändniſſes geworden
ſind. Die Herzogin von Fife kam mit ihrem Gatten
und den beiden Kindern in Marſeille an, um ſich dort
an Bord eines der Dampfer der P.= und O.=Linie nach
dem Orient einzuſchiffen, und die Herzogin erwartete
dort ein Telegramm ihres Vaters. Sie ließ
nachfra=
gen, ob ein ſolches angekommen ſei, erhielt aber eine
verneinende Antwort. Die Herzogin erwiderte, daß
unbedingt ein Telegramm da ſein müſſe, und ließ noch
einmal nachfragen. Nach langem Suchen wurde dann
feſtgeſtellt, daß tatſächlich ein Telegramm mit der Adreſſe
„The Prinzeß Royal” angekommen war, daß dasſelbe
aber mit der Bemerkung: „Ein Schiff dieſes Namens
unbekannt” wieder zurückgeſchickt worden ſei= Man
händigte darauf der Herzogin eine Kopie des
Tele=
gramms aus, und ſie ſoll ſich außerordentlich über das
Mißverſtändnis gefreut haben.
* Von der modernen Kunſt. Aus der
Weihnachtsausſtellung berniſcher Künſtler im
Kunſt=
muſeum in Bern wird dem „Bieler Tagblatt”
geſchrie=
ben: „Es ſtehen zwei Damen vor einer farbigen Zeich=
Eine
nung von Charlotte Sch., betitelt „Eine Rüge‟
Frauensperſon iſt darauf in großen, grünen Vierecken
dargeſtellt. Es entſteht nun folgendes Geſpräch bei den
beiden Verehrerinnen der Kunſt: Frau A.: „Das iſt
aber wirklich nett; feine Auffaſſung!‟ Frau B.:
„Wirklich gelungen, nur ſtehen die Wagen etwas ſchief!”
Frau A.: „Das ſind ja gar keine Wagen, das iſt eine
Frau!” — Wahrſcheinlich hielt Frau B. das Bild für
eine Anſicht aus Bern und die grünen Vierecke
für Trambahnwagen.
* Ein eigenartiges Lockmittel wendet die
„Tee=Importgeſellſchaft” zu Rixdorf an, um in der
Pro=
vinz Kundſchaft anzuwerben. Sie verſendet in großen
Mengen ein Schreiben, das faſt an eine Lotterie
er=
innert. Die Geſellſchaft will 50 Kinder, je 25 Knaben
und Mädchen, aus dem Deutſchen Reich nach der
Welt=
ausſtellung in Brüſſel ſenden. Sie hat zu dieſem Zweck
das Deutſche Reich in 25 Bezirke eingeteilt. Aus jedem
Bezirke ſoll ein Knabe und ein Mädchen die
Weltaus=
ſtellung beſuchen. Die Auwartſchaft auf die Reiſe wird
durch den Ankauf von Teepaketen, die ſo und ſo piel
koſten, erworben. Jedem Paket liegt ein Gutſchein von
ſtaffelförmig ſteigendem Werte bei. Die Geſellſchaft
ſieht auch den Fall vor, daß die Eltern mitreiſen
wol=
len, und verſpricht dafür „Extra=Preiſe‟ Dieſes
ſelt=
ſame Lockſchreiben beſchäftigt jetzt auf Veranlaſſung
einiger Empfänger die Behörden.
* Auch eine Treibjagd. Auf einer Treibjagd
bei Oſchatz wurden ein Schütze, ein Treiber und ein
Zuſchauer angeſchoſſen, aber kein Haſe erleat.
Nummer 1.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Januar 1910.
Seite 3.
Wirlichen Geheinen Näle und die Rälo erſter Klaſſ,
ſowie die Präſidenten des Reichstags und beider Häuſer
des Landtages. Die Hofgeiſtlichkeit ſtand am Altar. Der
Domchor, geleitet von Prof. Rüdel, ſtimmte a capella den
98, Pſalm an (Singet dem Herrn ein neues Lied), als der
Hof unter Vorantritt der Pagen und der Herren des
gro=
ßen Vortritts ſeinen Einzug hielt. Der Kaiſer, in
Ge=
neralsuniform mit dem Bande des Schwarzen
Adler=
ordens und der Kette des Hausordens von Hohenzollern,
führte die Kaiſerin, die eine lilafarbene Robe mit
gleich=
farbigem Hut trug. Der Kronprinz führte die
Prin=
zeſſin Eitel Friedrich, Prinz Rupprecht von Bayern die
Kronprinzeſſin, Herzog Albrecht von Württemberg die
Prinzeſſin Friedrich Leopold, Prinz Eitel Friedrich die
Prinzeſſin Viktoria Luiſe, Prinz Oskar die Prinzeſſin
Margarete. Die Majeſtäten nahmen dem Altar
gegen=
über Platz, die genannten Fürſtlichkeiten ihnen zur Seite,
hinter ihnen Prinz Joachim, Prinz Friedrich Wilhelm,
Prinz Karl von Hohenzollern, Prinz Georg von
Griechen=
land und die drei jungen Söhne des Prinzen Friedrich
Leopold. Nach Gemeindegeſang und Liturgie, die der
Bläſerchor begleitete, ſang der Domchor in vollendeter
Schönheit „Herr Gott, du biſt unſere Zuflucht für und
für‟ Oberhofprediger D. Dryander predigte über das
vom Kaiſer ausgeſuchte Textwort Ev. Johannes I. V. 4
„In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht
der Menſchen”. Der Gottesdienſt ſchloß mit dem
Nieder=
ländiſchen Dankgebet. Unter den Klängen des „
Wilhel=
mus von Naſſauen” begab ſich ſodann der Hof in
feier=
lichem Zuge nach dem Weißen Saale, wo die Schloßgarde
Kompagnie unter Oberſtleutnant v. Friedeburg
präſen=
tierte. Hier begann bald nach 11 Uhr die Gratulation=
Defiliercour bei Ihren Majeſtäten, während die
Leib=
batterie des 1. Garde=Feldartillerie=Regiments im
Luſt=
garten Salut ſchoß. Der Kaiſer und die Kaiſerin traten
vor die Stufen des Thrones, neben deſſen beiden
Thron=
feſſeln zwei Leibpagen Wache hielten; der Kronprinz und
die anweſenden Prinzen traten rechts, die Prinzeſſinnen
links neben den Thronhimmel. Geleitet vom
Oberſtkäm=
merer Fürſten Solms=Baruth und dem Oberhofmarſchall
Grafen Eulenburg defilierten die zur Cour befohlenen
Herren nach den Klängen der Muſik. Der Kaiſer reichte
dabei dem Reichskanzler Dr. v. Bethmann
Holl=
weg die Hand.
An die Cour ſchloß ſich der Empfang der Botſchafter,
die in ihren Staatskaroſſen inzwiſchen ins Schloß
einge=
fahren waren, ſowie der Staatsminiſter, der
kommandie=
renden Generäle und der Admiräle. Später begaben ſich
Seine Majeſtät der Kaiſer und die Prinzen nach dem
Zeughaus hinüber, vom Publikum mit Hochrufen
be=
gleitet.
Erdbeben.
* Seismiſche Station Darmſtadt=
Jugen=
heim. 1. Jan., 3 Uhr nachts. Nachdem der Dezember
in ſeismiſcher Beziehung ſehr ruhig verlaufen war (ein
letztes ſchwaches Beben fand am 13. Dezember, alſo vor
19 Tagen ſtatt), regiſtrierten unſere Apparate am
1. Januar ein mittelſtarkes Fernbeben in 9000 km
Entfernung. Beginn nachts 12 Uhr 14. Min., das
Maximum um 12 Uhr 54 Min. und erreichte ſein Ende
gegen 2 Uhr.
Sport.
— Wixhauſen, 8. Jan. Der Fußballklub
ſpielte geſtern gegen die Wormſer um die Meiſterſchaft
und gewann mit 7:1.
Darmſtadt, 3. Januar.
Militärdienſtnachrichten. Brendel, Kriegs‟
gerichtsrat bei dem Gouvernement Mainz, der Stellen‟
rang der vierten Klaſſe der höheren Provinzialbeamten
verliehen. Zulauf, Unterzahlmeiſter, zum Zahlmeiſter
beim 18. Armeekorps ernannt.
Die Silveſternacht trug in der Reſidenz das
ge=
wohnte Gepräge und der Uebergang vom alten zum
neuen Jahre vollzog ſich in üblicher Weiſe mit
Glocken=
läuten und Gläſerklingen, unter Glückwunſchrufen und
unter dem Geziſch und Gekrach und Geknatter und
Donner der Schwärmer, Fröſche, Kanonenſchläge und
wie die Feuerwerkskörper alle heißen, die dem jungen
Jahre zum Willkomm abgebrannt und abgeſchoſſen
werden. Dem milden trüben Wetter des letzten Tages
im Jahre war um die zehnte Stunde ſtarker Schneefall
gefolgt, der aber reichlich regenſchwanger war, den
Aufenthalt in den Straßen recht ungemütlich geſtaltete
und der Polizei beim „Aufrechterhalten der Ordnung”
der beſte und natürlichſte Helfer war. Auch manchem
Froſch bereitete das naſſe Wetter ein vorzeitiges und
unrühmliches Ende; er ſtarb, bevor er ſeine krachende
Tätigkeit beginnen konnte. — Alter Gewohnheit
ent=
ſprechend wurde in vielen Familien um die Stunde der
Jahreswende der Chriſtbaum noch einmal entzündet,
und mit dem erlöſchenden Strahlenglanz der Kerzen
entſchwand das alte Jahr. Unter Glockengeläute und
vom Jubel vieler Tauſender begrüßt, trat das junge
1910 ſeine Regierung an. Was es der Menſchheit
brin=
gen wird, was es birgt in ſeinem geheimnisvollen
Schoße, wer kann’s wiſſen! Der Hoffnungen werden
ihm viele entgegen getragen, wie jedem neuen Jahre,
und viele wird’s zerſtören, einige vielleicht auch
er=
füllen, wie jedes neue Jahr. Mag die Stimmung der
Silveſternacht, wenn auch nicht das ganze Jahr
hin=
durch, ſo doch recht lange vorhalten. Sie hilft das Leben
ertragen, den Kampf weiterführen.
Schwere Unfälle ſind, außer einigen
Handverletzun=
gen durch frühzeitges Losgehen der Schießeiſen oder
Feuerwerkskörper, nicht zu verzeichnen.
Im Hoftheater wurde als Silveſtervorſtellung
zu ermäßigten Preiſen „Der Vogelhändler” bei
ausver=
kauftem Hauſe gegeben. Auch die Vorſtellung am
Neu=
jahrsabend war ausverkauft. Es wurde „Die
Dollar=
prinzeſſin” gegeben. Als Ihre Königl. Hoheiten der
Großherzog und die Großherzogin die
Hof=
loge betraten, brachte Herr Oberbürgermeiſter Dr.
Gläſſing ein dreifaches Hoch aus. Das Orcheſter
intonierte die Nationalhymne, die das Publikum ſtehend
anhörte.
Im Orpheum iſt für die erſte Januarhälfte
wie=
der ein vorzügliches Spezialitäten=Enſemble engagiert.
Die erſten vier Vorſtellungen fanden vor ausverkauften
Häuſern ſtatt und hatten durchſchlagenden Erfolg. Wir
kommen auf das Programm zurück.
2 Lindenfels, 31. Dez. Der zweitälteſte Einwohner
unſeres Städtchens, Herr Johannes Kreuzer, iſt heute
nacht im Alter von 90 Jahren geſtorben.
Allendorf, 1. Jan. Ein großes Feuer
ver=
nichtete im nahen Renertehauſen das Anweſen des
Kaufmanns Schäfer.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Be-n, 1.
Geſter:.
**1.
trof Prinz
Heinrich von Kiel aus, beglette: 3
ſön=
(
lichen Adjutanten Kapitänleutnant v. d. Kneſebeck, im
Neuen Palais ein, um, wie in den früheren Jahren, den
Silpeſterabend, beim Kaiſerpaar zu verleben. Heute
vormittag tritt Prinz Heinrich vom Bahnhof
Charlotten=
burg aus die Reiſe nach Petersburg an.
München, 31. Dez. Auf Grund des zwiſchen der
bayeriſchen Staatsregierung und dem fürſtlichen Hauſe
Thurn und Taxis abgeſchloſſenen Vertrages
per=
zichtet das fürſtliche Haus ab 1. Januar 1910 auf alle
Portofreiheiten, die den Mitgliedern, den
fürſt=
lichen Beamten und den Dienſtſtellen auf den bayeriſchen
Poſten vertragsmäßig eingeräumt waren.
* Schweidnitz, 1. Jan. In der Nacht vom 22. zum
23. Dezember 1909 iſt in ein Geſchäftszimmer des
Grenadier=Regiments Nr. 10 in Schweidnitz
ein Einbruch verübt worden. Der oder die Diebe
haben zum Oeffnen der Stubentür einen
Zentrums=
bohrer, zum Erbrechen zweier hölzerner Schränke ein
eiſernes Brechwerkzeug und zum Anbohren eines
eiſer=
nen Schrankes wahrſcheinlich Handbohrmaſchinen
be=
nutzt. Entwendet ſind eine Anzahl von gedruckten
Vorſchriften in Buchform und einige Aktenſtücke,
ſo=
wie ein Siegel des Regiments. Die
Staatsanwalt=
ſchaft hat eine Belohnung von 1000 Mark ausgeſetzt
für Angaben, die zur Ergreifung der Täter führen.
* Kommern bei Mechernich (Rheinl.), 2. Jan. Auf
dem Gute Becherhof fand man heute früh die 22
jäh=
rige Dienſtmagd Marie Pütz mit durchſchnittenem Halte
tot auf, einige Schritte davon den 40jährigen
Kuh=
ſchweizer Kreuzinger, ebenfalls mit durchſchnittenem
Hals. Kreuzinger gab noch Lebenszeichen; man
ver=
mutet ein Liebesdrama.
* Cuxhaven, 2. Jan. Heute nachmittag 2 Uhr
kollidierte der bei dichtem Nebel ausgehende
Dampfer „Patria” mit dem fünften Feuerſchiff. Das
Feuerſchiff iſt geſunken; die Mannſchaft wurde
ge=
rettet und hier gelandet.
* Wien, 31. Dez. Die „Neue Freie Preſſe” meldet
aus Peſt: Die übliche Neujahrsbegrüßung des
ungariſchen Miniſterpräſidenten, die gewöhnlich den
Anlaß zu wichtigen politiſchen Erklärungen gab, wird
am Neujahrstage ganz unterbleiben. Es geſchieht dies
zum erſten Male ſeit der Wiederherſtellung der
Ver=
faſſung im Jahre 1867. Die Regierung hielt es mit
Rückſicht auf den Zuſtand, in dem ſie ſich befindet, für
zweckmäßig, daß diesmal keine Neujahrskundgebung
ſtattfindet, hingegen wird in der Koſſuthpartei eine
Neutjahrsbegrüßung erfolgen. Bei dieſer Gelegenheit
wird ſich Franz Koſſuth äußern. Bei der
Unabhängig=
keitspartei unterbleibt die Gratulationscour, weil der
Führer der Partei, Juſth, aus Peſt verreiſt iſt und
erſt am 7. Januar k. J. zurückkehren wird.
* Sofia, 1. Jan. Aus Südbulgarien werden
große Ueberſchwemmungen gemeldet. Bei der
Station Katunitza, öſtlich von Philippopel, ſtürzte
geſtern die Bahnbrücke ein, nachdem kurz vorher
der Orientexpreßzug aus Konſtantinopel darüber gefahren
war. Der Verkehr auf der Hauptſtrecke Sofia=
Konſtanti=
nopel iſt unterbrochen und dürfte bis ahends durch
Umſteigen wieder aufgenommen werden.
* London, 2. Jan. Der Schatzkanzler Lloyd
George verſpottete in einer Rede, die er geſtern
in Reading hielt, die Furcht vor den Deutſchen
und ſagte, England ſolle Deutſchland lieber nachahmen
in ſeiner Sorge für den Schutz der Arbeiter gegen
Krankheit und Invalidität. Das Budget ermögliche
ſolchen Schutz.
* Petersburg, 31. Dez. Die Reichsduma wurde
anläßlich des Weihnachtsfeſtes durch einen Erlaß des
Kaiſers bis zum 2. Februar 1910 vertagt.
Petersburg, 31. Dez. Aus Anlaß des am 28.
De=
zember ds. Js. in Cettinje unterzeichneten Handels=
und Schiffahrtsvertrags fand ein
Depeſchen=
wechſel zwiſchen dem Miniſterpräſidenten Tomanowitſch
und dem Miniſter des Aeußern, Iswolski, ſtatt, worin
gegenſeitige Verſicherungen über die Feſtigkeit der
freund=
ſchaftlichen Beziehungen der beiden ſtammverwandten
Völker ausgedrückt wird.
* Petersburg, 2. Jan. Der Kaiſer und die
Kaiſerin trafen heute nachmittag in Zarskoje
Sſelo ein.
* Sebaſtopol, 31. Dez. Das Kaiſerpaar iſt heute,
nachdem das Geſchwader mit der Leiche des Großfürſten
Michael Nikolajewitſch hier eingetroffen iſt, mit ſeinen
Kindern nach Zarskoje Sſelo abgereiſt.
* Athen, 31. Dez. Die Abgeordneten, welche
den Antrag auf Wiedereinſtellung von Offizieren
ein=
gebracht haben, erläuterten ihren Antrag in den Zeitungen
dahin, daß es ſich um zwei Offiziere handele, die 1909
ihren Abſchied genommen hatten. Der Antrag habe
keinerlei andere Bedeutung.
* Alexandria, 2. Jan. Geſtern nachmittag wurde
durch Großfeuer in den Tabakvorräten des
Zoll=
ſpeichers ein Schaden von ungefähr 300000 Pfund
Sterling verurſacht.
Waſhington, 2. Jan. Das Bureau des
ameri=
kaniſchen Arbeiterverbandes fordert in einem
Aufruf ſeine anderthalb Millionen Mitglieder auf, Fonds
zu zeichnen zur Bekämpfung der United States Steel
Corporation, die in dem Aufruf als Feind der Arbeiter
und des Landes bezeichnet wird.
* Trenten (Miſſouri), 31. Dez. Der kaliforniſche
Expreßzug iſt in der Nähe der hieſigen Station
ent=
gleiſt und umgeſtürzt. Zwei Pullmannwagen fingen
ſo raſch Feuer, daß mehrere Perſonen
ver=
brannten. Im ganzen ſind 5 Perſonen verbrannt
und 9 zum Teil ſehr ſchwer verletzt worden.
* Frankfurt, 1. Jan. Anfangs ſchien die
Neujahrs=
nacht auch diesmal wieder ziemlich glatt verlaufen zu
wollen. Die Zeil, der traditionelle Mittelpunkt der „
Neu=
jahrsbewegung”, war bis gegen 11½ Uhr nicht übermäßig
bevölkert. Dann aber ſtrömten aus allen Seitenſtraßen
der Zeil die demonſtrationsluſtigen Naturen herbei und
um Mitternacht wälzte ſich der aufgeregte Menſchenſtrom
ſingend und lärmend durch die Straße. In das Geſchrei
aus tauſend Kehlen miſchte ſich die Detonation von
Feuer=
werkskörpern. Eine Stockung des Verkehrs trat nicht ein;
die Trambahnen konnten unbehindert verkehren, und ſelbſt
Droſchken und Automobilen war es möglich,
durchzukom=
men. Gegen 12½ Uhr ſchien die Menge ihre Luſt gekühlt
zu haben und ſich verlaufen zu wollen. Da erſchienen
plötzlich etwa zehn berittene Schutzleute auf der
Bild=
fläche, um die Straße zu ſäubern. Dies war Waſſer auf
die Mühle der halbwüchſigen Burſchen und Unfugſtifter,
die ſich nun hemmend den Polizeimannſchaften in den
Weg ſtellten, ſo daß es verſchiedentlich zu Reibereien kam.
Die radauluſtige Menge ſtaute ſich beſonders in der
Ge=
gend der Schäfergaſſe und der Konſtablerwache und rückte,
kaum von den Berittenen verdrängt, immer von neuem
wieder vor. Erſt gegen 2 Uhr waren die Ruheſtörer des
üblen Spiels müde geworden und verzogen ſich in ihre
Quartiere. Etwa zwanzig der Demonſtranten wurden
polizeilich ſiſtiert. Verletzungen ſchwerer Natur kamen
nicht zur Meldung,
Kath. Raab
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Todes-Anzeige.
Heute Morgen verſchied nach langem, mit
Geduld ertragenem Leiden mein treuer Gatte,
lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel
Herr Franz Mosthaf
Wirt
im 41. Lebensjahre,
(*34
Um ſtille Teilnahme bittet
Berta Mosthaf, geb. Jöckel.
Darmſtadt, Karlsruhe, den 31. Dez. 1909.
Die Beerdigung fand am Sonntag
Nachmit=
tag ſtatt.
Dankſagung.
Bei dem Hinſcheiden unſeres Lieblings
Eischen
ſagen wir Allen für die uns erwieſene Teilnahme
herzlichen Dank, insbeſondere dem Herrn Pfarrer
Walz für die tröſtenden Worte, ebenſo ihren
(182
Lehrerinnen und Freundinnen.
Im Namen der Trauernden:
Julie Barthel Wive. u. Kinder,
Carl Schärer
Ch. Achtelſtädter u. Frau.
Fabrik-Niederlage
von J. C. Koenig & Ebhardt, Hannover
Schulstrasse 14
Telephon 226.
I
2
Vereinigte Beznasvereine.
Einladung
zum Vortrag des Herrn Reallehrers Kahl
über:
Feüffe
Die Reichsversicherungseranung
am Freitag, den 7. Januar, abends 8½ Uhr
im Fürstensaal, Grafenstrasse.
Auch Sichtmitglieder der Bezirksvereine sind herzlich wülkrmmen.
Der Vorsitzende des Ausschusges:
Dr. Kolb.
174of)
Ein massiher Schuppen
mit Fußboden, 14,20 m lang, 6,00 m breit,
mit angebautem, kleineren Schuppen,
4,50 m lang, 3,00 m breit, iſt billig zu
ver=
kaufen. Ebenda eine zerlegbare Bauhütte
(*28982dfo
für Maurer ſehr geeignet.
Näheres Griesheimerweg 15.
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Leihgeschltte
biligſt. Wih.
Kirchſtraße 5.
Castan,
(4143a
9
Hreberge zur Heimat.
Durch die uns auch in dieſem Jahre
reichlich zugefloſſenen Geſchenke an Geld,
Kleidungsſtücken, Büchern uſw. konnten wir
am 1. Weihnachtsfeiertagewieder einer großen
Anzahl durchreiſender Handwerksburſchen
eine ſchöne Chriſtbeſcherung bereiten.
Wir ſprechen daher allen edlen Gebern
unſeren wärmſten Dank aus und bitt
ferneres gütiges Wohlwollen.
Für den Vorſtand:70
ein
Ehrhardt, Oberhofz
Damenbinden
billigſt, im Wattengeſchäft von
C. Federlin, Schuchardſtr. 9.
(1231
Kleines, nachweislich zutgehendes
Ladengeſchäft
der Nahrungsmittel=Branche zu
(*29034foi
kaufen geſucht.
Offerten mit Preis unter 2 48
an die Expedition ds. Bl. erbeten.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Adolf Rady,
Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Andaluſia‟, 29. Dezember 3 Uhr
30 Min. nachmittags von Newport News
nach Baltimore.
Dampfer „Barcelona” 29. Dezember 3 Uhr
nachmittags von Newport News nach
Hamburg.
Dampfer „Bethania” von Baltimore
kom=
mend, 29. Dezember 8 Uhr morgens
Lizard paſſiert.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Januar 1910.
Nummer 1.
Krieger-Verein
Darmſtadt.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſer langjähriges Mitglied und Feldzugs=
(180
kameraden
Herrn
Wilhelm Pfersdorff
Kaufmann
aus dieſem Leben abzurufen.
Die Beerdigung findet Montag, den
3. Januar, nachmittags 3 Uhr, vom
Sterbe=
hauſe, Saalbauſtraße 27 aus, ſtatt.
Sammlung am Sterbehauſe.
Zur Teilnahme an der Beerdigung werden
die Kameraden von Lahr bis Probſt, ſowie
der IV. Bezirk erſucht.
Der Vorſtand des Kriegervereins
Darmſtadt.
Todes-Anzeige.
(Statt besonderer Anzeige.)
Heute Nachmittag 2 Uhr entschlief sanft in Folge einer Gehirnerschütterung
mein geliebter Mann
Gymnasialdirektor
Dr. Hermann Balser
Direktor der Augustinerschule zu Friedberg (Hessen)
im Alter von 54 Jahren.
Elsa Balser, geb. von Bergius.
Berlin, 30. Dezember 1909.
Rankestrasse 9.
Die Beisetzung findet in Darmstadt am Dienstag, den 4. Januar, Mittags 1 Uhr, von der
Friedhofskapelle aus, statt.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute früh entſchlief ſanft nach längerem
mit Geduld ertragenem Leiden unſere gute
Mutter, Schweſter, Schwiegermutter,
Groß=
mutter, Schwägerin und Tante
A
(
Frau Da- Dara Goldapf
Witwe des früheren Wachtmeister
im 23. Drag.-Regt.
im 57. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten
im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Anna Goldapp.
Darmſtadt, Hamm (Weſtph.),
Ehrenbreiten=
ſtein, Capſtadt (Süd=Afrika), New=York,
den 2. Januar 1910.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 4. Januar,
nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhauſe, Neue
Niederſtraße 20 aus, auf dem Darmſtädter
Friedhof ſtatt.
(181
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme und
freundlichen Gedenkens bei dem Hinſcheiden des
Herrn Rentner
Hermann Müller
ſagen herzlichen Dank
(B177
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 2. Januar 1910.
Gott, dem Allmächtigen, hat es gefallen, meinen innigst geliebten Gatten,
unsern treu besorgten Vater
Herrn Kaufmann
Wilhelm Pfersdorff,
Ritter des eisernen Kreuzes,
nach langem, schweren, geduldig ertragenen Leiden im 62. Lebensjahre heute
Abend 6 Uhr zu sich zu rufen.
Um stille Teilnahme im Namen aller Hinterbliebenen bitten in tiefer Trauer:
Marie Pfersdorff, geb. Kühne,
und Kinder Fritz, Julius, Minnie.
Darmstadt, den 31. Dezember 1909.
Die Beerdigung findet am Montag, den 3. Januar, nachm. 3 Uhr, vom Sterbehause,
Saalbaustrasse 27 aus, statt.
Condolenzbesuche dankend verbeten.
(179
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr: „Im Klubſeſſel”.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Verſammlung der Vereinigten Geſellſchaft um 6 Uhr.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4½—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 4. Januar.
Hofreite=Verſteigerung des Phil. Korbus (Große
Bachgaſſe 13) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Schreinermeiſter Peter
Chriſt (Ireneſtr. 16) um 11 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Schloſſermeiſter Franz
Alt (Karlſtr. 104) um 0½ Uhr auf dem Ortsgericht II.
Holzverſteigerung um 9½ Uhr in der Oberförſterei
Meſſel; Zuſammenkunft auf der Kreuzung
Waizen=
born= und Schmellenbruchſchneiſe beim Pflanzgarten.
Holzverſteigerung um 9 Uhr in der Güntherſchen
Gaſtwirtſchaft zu Roßdorf.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nichs
zurückgeſandt.
Nummer 1.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Januar 1910.
Seite 7.
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3 5
Von Montag
den
3. Januar
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Den Glürſce Zihendiruſtſtang
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Die Stiftung zum Andenken an die ihnen früh entriſſene Tochter Debora, genannt
Dora, Trier, von den Eltern errichtet, ſoll ſittſamen (ledigen oder verwitweten) Perſonen
weiblichen Geſchlechts von mindeſtens vierzehn und höchſtens fünfundzwanzig Jahren
ohne Unterſchied der Konfeſſion, die in Frankfurt a. M. oder der Provinz Starkenburg
(Großherzogtum Heſſen) wohnen und die ſich als Erzieherinnen (nicht Lehrerinnen)
Handlungs= oder Gewerbegehilfinnen oder in Haushaltungskenntniſſen ausbilden
wollen, im Bedarfsfalle eine Beihilfe (Stipendium) gewähren.
Wer ſich um eine Beihilfe aus der Stiftung bewerben will, muß an die
Stiftungs=
verwaltung ein eigenhändig geſchriebenes Geſuch richten, welches eine gedrängte
Dar=
ſtellung des bisherigen Lebensganges, insbeſondere des bisherigen Schulbeſuchs, ſowie
die Angaben des erwählten Berufs enthalten muß.
Dem Geſuch ſind beizufügen: 1. eine amtliche (obrigkeitliche) Beſcheinigung über
das Alter und den Wohnſitz der Geſuchſtellerin, 2. das Abgangszeugnis der zuletzt beſuchten
Schule, bezw. bei Geſuchen vor Entlaſſung aus der Schule das letzte Schulzeugnis.
Die Stiftung hat für das laufende Jahr 1910 Beihilfen zu vergeben. Die Geſuche
ſind bis zum 1. Februar 1910 an die Vorſitzende Frau Berta Trier, 24 Wieſenau
Frankfurt a. M., zu richten.
(1179
Frankfurt a. M., den 3. Januar 1910.
Die Verwaltung.
dem besten & bewährtesfen
aller Lederputzmittel!
Schönsfer Hockgkanz, grossfe
Haftbarkeif des Leders!
ſich ein Zigarren=Geſchäft einzur.
Wer heabſ. u. m. ein. erſtkl. Hambg.
Zig.=Fabr. u. Dresd. Zigarett.=Fabr. in
Verb. kommen will, ſchr. Offert. unter
F. T. S. 8427 an Rudolf Mosse.
Frankfurt a. M.
(1160f
Noch ungebrauchte
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ORPHEUN
Tel.
1224
3. Januar
Heufel Montag u. folg. Tage.
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Aliben d'Arake Prof. Oriae
Joélae Oscar Huber- Biograf
Bumsti-Bumsti 4 Spisels
3 Resua Elvira Loretta
eic. Paul Carro etc.
(164)
Mrerinnt ic htat
Großherzogliches Hoftheater.
Montag, den 3. Januar 1910.
87. Abonnements=Vorſtellung.
Abonnement A 22.
Zum erſten Male wiederholt:
Im Klubſeſſel.
Luſtſpiel in 3 Aufzügen von Karl Roeßler
und Ludwig Heller.
Szeniſche Leitung: Regiſſeur Hacker.
Perſonen:
Johann Georg, Graf Teta=
Lannatſch, Herr auf Ger=
Hr. Hacker
hauſen .
Johann Chriſtoph, ſ. Sohn Hr. Schneider
Klaus Rupprecht, ſ. Neffe,
Hr. Speiſer
Chevauxlegerleutnant
Klementine von Korſoff,
Fr. Scherbarth
ſeine Tante . . . .
Frl. Holthaus
Sarah
Frl. Heumann
Malvine Eldredge.
Eliſabeth von Vrieſlanden Frl. Reick
Frl. Oſter
Stefanie von Göndör
Schleſinger, deren Vater . Hr. Lehrmann
Hr. Jordan
Columbus Vogelſang
Emmy Bertrami=Woeckel . Fr. Rudolph
Hr. Knispel
Dr. Mauracher, Notare Hr. Ungibauer
Dr. Kuhnwald,
Lischen Boel, Manicure . Frl. Gothe
Hr. Holler
Tariol, Koch.
Heinrich, 1 Bediente bei Hr. Schwarze
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Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang
(1. bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe,
2.— Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe) 4.— Mk.)
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre (1. bis
(5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.
1. Galerie 1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Anfang 7 Uhr. — Ende gegen 9½ Uhr.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
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von 11 bis 1 Uhr für die Vorſtellungen:
Dienstag, 4. Jan. 88. Ab.=Vorſt. B 22.
Der fliegende Holländer.” Gr.
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Mittwoch, 5. Jan. 89. Ab.=Vorſt. C 23.
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ginnend mit den Vorſtellungen A 23, B 23,
C 23 und D 23 werden ſchon jetzt von der
Hoftheater=Hauptkaſſe entgegengenommen.
Kaſſeſtunden an allen Wochentagen,
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mittags von 10 bis 12½ Uhr.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Januar 1910.
Nummer 1.
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Mitglied des Rabatt-Spar-Vereins.
Unser Inventur-Ausver
beginnt Montag, den 3. Januar 1910.
Während der kurzen Dauer desselben geben wir auf unser gesamtes
Manufaktur-, Kleider-, Blusen- und Herren-Stoff-Lader
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welche bei Bar-Einkäufen in Abzug gebracht werden.
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Wir bitten höflichst um geneigten Zuspruch.
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Richard Wagner-Verein Darmstadt.
Dienstag, den 4. Januar 1910, abend 8 Uhr,
im Festsaale der Turngemeinde:
Johannes Brahms-Abend
des Berliner Vokal-Quartetts:
Fräulein Eva Lessmann (Sopran), Fräulein Agnes Leydhecker (A1t), Herr
Richard Fischer (Tenor) und Herr Hess van der Wyk (Bass).
Eintrittskarten für Nichtmitglieder: Sperrsitz zu 5 M., Saal zu 3 M.,
Vorsaal zu 1.50 Mk. und Galerie zu 1.50 M. in Arnold Bergstraessers Hofbuct‟
handlung und im Verkehrsbüro; Studentenkarten zu 1 M. und Schülerkarten
zu 50 Pf. bei Georg Thies Nachf. und abends an der Kasse. — Beitrittser-
Klärungen für das am 1. Januar begonnene neue Vereinsjahr, welche noch
de-
dem obigen Konzerte erfolgen, berechtigen zum freien Besuche desselben. Der
(108
Jahresbeitrag (15 Konzerte und Vorträge) beträgt 12 M.
Der Vorstand.
InEIII!
Carnevalgesellschaft, Marrhalla
Lieder und Vorträge zur einzigen großen Bamen-
und Herrensitzung am 9. Januar sind baldigst
an den Präsidenten MAK ANSPACH, Ernst-
Ludwigsplatz 1, einzureichen.
2s
22
100)
Der grosse Rat.
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In!
Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt.
Einladung
zur ordentlichen General-Versammlung
am Montag, 10. Januar 1910, abends 8½ Uhr,
im weißen Saale der „Stadt Pfungſtadt‟, Eliſabethenſtraße.
Tages=Ordnung:
Rechnungsanſtände aus früheren Jahren.
Der gegenwärtige Stand der Kaſſe.
3. Rückblick auf die Wahlen zu den unteren Verwaltungsbehörden.
4. Erſatzwahl des Vorſtandes.
5. Abänderung des § 17 des Statuts. Verlängerung der
Wöchnerinnenunter=
ſtützung von 6 auf 8 Wochen.
6. Bericht vom deutſchen Krankenkaſſen=Kongreß und Wahl der Vertreter zu den
im Jahre 1910 ſtattfindenden Kongreſſen.
(14
Der Vorstand
der vereinigten Ortskrankenkaſſe Darmſtadt.
Knoblauch.
Zu Punkt 4. Aus dem Vorſtande ſcheiden aus: Von den Arbeitgebern die
Herren Wilhelm Gans und Karl Schembs; von den Arbeitnehmern die Herren
Phil. Krell, Georg Golombeck, Johannes Böhm und Wilhelm Knoblauch.
Sämtliche Herren ſind wieder wählbar.
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1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
Montag, 3. Jamgr.
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alles umſonſt bis ich 1901 in der
Zeitung von Ihrer Rino=Salbe las.
Ich kaufte mir 2 Doſen und die
Flechte iſt ſeitdem verſchwunden.
Ich ſage Ihnen meinen beſten Dank
ſo ſpät, weil ich erſt wiſſen wollte,
od der Erfolg ein dauernder iſt, was
ich jetzt nach 2 Jahren wohl annehmen
darf.
Em. Marx.
Görlitz, den 14./2. 06.
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Madame Lizian.
Roman von Alfred Gilly.
(Nachdruck verboten.)
19)
Pauline ſchwieg. Ihr gutes Geſicht ſah
beküm=
mert aus.
Gottes Tiergarten iſt groß! ſagte ſie endlich. Wie
kam man nur dazu, eine Nachtigall mit einem
lümmel=
haften Spatz zu verbinden?! Ach! Nun freut’s mich
wie=
der, daß ich keinen Mann gekriegt habe. Denn wenn ich
auch nur eine Schnatterente bin, wer weiß, ob mir ein
Adler oder ein Papagei gefallen hätte. Und der paſſende
Enterich kommt ſo ſelten. — Aber eins rate ich Dir doch,
liebe Anni. Uebertreibe dieſe Zurückgezogenheit nicht,
denn der Gegenſatz liegt zu nahe. Eine plötzliche
Lebens=
welle kann uns ſehr hoch heben, aber auch ſehr unſanft
auf den harten Sand ſetzen.
Mit dieſer Lebenswelle iſt’s vorbei! ſagte Frau Anni
düſter. Hätte ich nie geahnt, was Sehnſucht iſt —
Das alte Fräulein deklamierte: Nur wer die
Sehn=
ſucht kennt, weiß, was ich leide. — Ja, ob der alte Goethe
nicht gewußt hat, wie’s im Menſchen ausſieht! Einer
von den Jüngſten freilich hat gefunden, daß er zu viel
Gedichte ſchrieb, und gibt uns die Poeſie des großen
Hei=
den in verbeſſerter und verkleinerter Auflage heraus. Ich
muß Dir geſtehen, daß ich manchmal einen Zorn fühle
gegen all die Scherze, die man ſich heutzutage mit den
toten Göttern erlaubt. Ich weiß ja, wie man „ein gelobter
Mann” wird. Dazu gehört ſehr viel Geiſt und 1
ſverenheite üder die Dmnmen ſnsd doch einenich
un=
die wir es uns gefallen laſſen und ſogar die Goethe=
Anthologie kaufen, als wenn wir ſeine Gedichte nicht ſchon
in jungen Jahren mit in unſer jungfräuliches Bett
nah=
men, aufſtanden mit dem: „Tage der Wonne, kommt ihe
ſo bald?” und uns hinlegten mit dem Wunſche nach
Frie=
den: „Der Du von dem Himmel biſt, alles Leid und
Schmerzen ſtilleſt —!‟ Es waren auch andere, fröhliche,
übermütige — er gibt ja aus ſeinem Füllhorn „ſo Roſen
wie Dornen”!
Ja, Ihr Schöngeiſter von früher hattet es beſſer!
ſagte Frau Anni nachdenklich. Ein paar Große gaben
der denkenden und fühlenden Welt gereifte, nicht im
Wetteiſer mit der Konkurrenz und Sozialpolitik
auf=
geputzte Werke, Und ob es ein neues Drama Schillers
war oder ein kleines Gedicht vom großen Wolfgang
— Ihr liebtet es — ſchwärmtet davon. Allerdings der
gute Iffland wurde nebenher auch geliebt. Schließlich
iſt es, wie Goethe ſagt: „Es welken ſo Roſen wie
Dornen — das Leben treibt immer wieder von vornen.”
Und Deine Auferſtehung der Gefühle iſt auch nicht
anders zu verſtehen. Wer Kinder hat, kann’s mit
an=
ſehen, daßgſein Herbſt kommt und er entbehrlich wird
und Platz zu machen hat.
Pauline zuckte die Achſeln. Kinder? Na ja! Aber
ſie reißen ſich ja ſchließlich auch von uns los, und dann
ſind wir mitten im Winter drin. — Laß uns denn lieber
bei der Kunſt ein ſtilles Lächeln, eine warme Freude
erbitten. Wer ſich davon abſchließt, der muß
Schiff=
bruch gelitten haben. Und ſo weit kannſt Du doch
unnöglich ſein.
Wer weiß!
Du haſt jetzt etwas anderes in Dir, eine zornige
Unruhe, eine ſchlaffe Verzagtheit. Sag’ mir doch, wo
es Dir wurmt! Ich ſehne mich förmlich danach, die
alte, liebe Madame Tizian zu ſehen, die ſo großäugig
und ſchelmiſch auf das Lumpengeſindel zu ihren Füßen
blickt. Soll ich Dir nachrechnen, ſeit wann Du anders
biſt? Seit dem heiligen Abend. Was hat er Dir
denn ſo Böſes beſchert?
Böſes? lachte Frau Anni. Ich fand da die erſten
Falten um den Mund und die erſten grauen Haare.
Man hofft jedesmal aufs neue Jahr, als müſſe es
wunder was bringen. Dabei erinnert es mich nur
daran, daß ich ſechsunddreißig alt werde
Womit Du das reine Kind biſt gegen mich.
Ueber=
haupt die ſchnöden Jahre! Was bedeuten die? Wenn
ich nur fünfzig Jahre alt werden ſoll, ſo bin ich ja ſchon
im braunen Haar ein halber Todeskandidat. Und
er=
leb’ ich die Hundert, dann bewege ich mich mit meinen
nennundvierzig noch nach der Mitte, die die goldene
ſein ſoll. O — Kopf hoch, Madame Tizian! Man ſieht
es Dir nicht an, daß Du Falten und graue Haare
ſimulierſt. Ich glaube auch nicht daran. Nur, daß alles
wieder gut wird.
2
*
*
Eines Tages kam Käthchen mit einem purpurroten
Geſicht zu Frau Anni: Tante, denke Dir, Papa Moſer
hat uns wieder Billetts zur Singakademie mitgebracht.
So? Ich werde aber nicht hingehen.
*4 nu des ein: Msl, Tanchen. Gregor Pelofi
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Januar 1910
Nummer 1.
sagt der bekannte und angesehene Chemiker der Seifenindustrie,
Herr Dr. C. Deite in Berlin, daß es sehr große Waschkraft besitzt,
über
ohne dabei die Wäsche mehr anzugreifen,
Minolos sches Waschpulver ist daher das Beste
vas zum Waschen von Wäsche verwendet werden kann, es schont das Leinen in denkbarster Weise, ist billig und gibt
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Blendende Weissenvoige Gerderosigken
Kostet nur 25 Pfennige das ein Pfund-Paket.
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L. Minlos & Co., Koln-Ehrenfeid.
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Mk. 5.— Mk. 10.— Mk. 20.—
Mr. 40.—
in jeder Klasse, haben noch abzugeben:
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Gemüſe gehört zu jeder Mahlzeit
von der man fordert, daß ſie kröftigend ſei. Ueberall mit Vorteil werden jetzt
in faſt jedem Haushalt Dr. Arnolds Darho-Gemüse (getrocknete Gemüse) verwendet,
welche ſämtliche Nährſtoffe der friſchen Gemüſe enthalten und erheblich billiger
ſind als Büchſengemüſe. 1 Pfund Darho=Gemüſe gibt 25 Portionen!
Spezialität: Dr. Arnolds Kapazit-Julienne (geſetzlich geſchützt)
hervor=
ragend für Blutarme und Bleichſüchtige. Nur echt in Kartons von ¼ Pfund
zu 45 Pfg. Man achte auf den Namen Dr. Arnold und weiſe Nachahmungen zurück.
Zu haben in allen beſſeren Kolonialwaren=, Delikateſſen= und Drogen=
Geſchäften.
Nahrungsmittelfabrik „Germania‟, Bruchſal.
Vertreter: Bernhard Streng, Darmstadt.
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e Goldene Medaille auf sämtlicken beschickten Ausstellungen.
Konservatorium für Musik
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H. Hilsdorf
Christian Kullmann
Karlstrasse 3
Obere Elisabethenstrasso 14
Jelephon 314
Telephon 351
L. F. Ohnacker
Ludwigstrasse 1
Telephen 84
O. Petrenz, Elisabethenstr. 5
Philipp J. Schmidt
i. Fa. Müller & Rühle, Hofbuchhandlung
Rheinstrasse 33
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Direktor: Wilhelm Süss.
Mit Neujahr werden neue Kurſe für Anfänger und
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geſchrittene errichtet. Anmeldungen bis 6. Januar erbeten.
Proſpekte auf der Direktion und in der Hofmuſikalienhandlung
Thies Nachfolger unentgeltlich.
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Gertereche eace
Fehtr une erehngnantet ir ſlagden
Miltenberg am Main.
(Odenwald).
(19435a
„Realklaſſen von Sexta an, erteilt Einjährigenzeugufs, Uebergangskurſe für Gymnaſiaſten.
Serlee
4
e e e e e
döch ſp gern gehört.
Natürlich den Kölner Pianiſten! ſagte Frau Anni
brshaft.
Nein — nein! rief die Kleine zornig und faſt mit
dem Fuße aufſtampfend, Gregor — Gregor allein!
Ach, ich ſehne mich ſo danach, ihn ſpielen zu hören. In
der Muſikzeitung ſtand ſein Name; er wurde gelobt;
er hatt eine Kompoſition für Geige und Klavier
herarsgegeben — die ſpielt er heute.
Sieh, wie Du gut unterrichtet biſt. Haſt Du das
älles aus der Zeitung?
Nein! ſagte Käthchen ſtockend, es kam ſo — ich weiß
ſelbſt nicht — aber ich traf ihn an der Potsdamer
Brücke, wo ſie jetzt alles ſo aufbuddeln. Ich ſtolperte
und wäre beinahe gefallen — da ſtand er vor mir — —
Der reine Roman, mein Kind. Und er fing Dich in
ſeinen Armen rettend auf, nicht wahr? So würde es
doch in dem Roman beißen!
Nein, er fing mich nicht auf, entgegnete Käthchen,
er lachte und klopfte mir den Sand ab und den Schnee,
in den ich mich halbwegs geſetzt hatte. Dann fragte
er, wie es uns gehe und was Du machſt.
Frau Anni richtete den dunklen Blick feſt auf das
vor Eifer glühende Mädchen. So — ſo! wie
teilnahms=
vpll. Später fragte er wohl auch, ob Du ſeine Frau
werden willſt?
Pſui, wie abſcheulich! rief Käthe, und doch blitzte
ihr der Mutwille aus den Augen. Nein, aber er war
ſehr bedrippt, daß er ſich damals — Neujahr — hier
ſo unfair benommen hatte.
Frau Anni lachte auf. Mit einer plötzlichen Spann=
Fraſt erhob ſie ſich aus dem Lehnſtuhl, warf das Buch,
in dem ſie geleſen hatte, beiſeite und ſagte, ſich reckend
und ſtreckend:
Ach, mir iſt, als ſollte der Wiuter unſeres Mißver=
guügens bald vorbei ſein. Käthe, Goldkind, wir wollen
Deinen Geiger ſpielen hören — was?
Die Kleine jubelte auf und hing am Halſe der
Tente. O, wie danke ich Dir, Du Liebe, Gute! Nicht
wahr, wir lieben ihn nun beide — wie Schweſtern den
Bruder!
Frau Anni ſtreichelte ihr das Haar, ſah
gedanken=
voll aus und ſagte halblgut:
Wenn’s möglich wäre — man kann’s nur nicht
recht glauben. Und er hätte auch etwas wenig davon!
2
*
*
Als Gregor Peloff die Cavatine vorgetragen hatte,
erhob ſich ein minutenlanger, rauſchender Beifall. Das
war eine Anerkennung, die ihn mit einem Schlage zu
einer Tagesgröße ſtempelte, denn unter den
Beifall=
ſpendenden bemerkte Frau Anni die Kritiker erſter
Zeitungen. Sie fühlte eine ſelbſtloſe, eine geiſtige
Freude, die ſie lange nicht mehr erfahren hatte. Und
die Schwingen der tief innerlichen Melodie ſetzten ſich
in ihrem Herzen, das nun geſunden wollte, bebend fort.
Sie war ſtolz auf den Künſtler, der zum Ausdruck
ſeiner Empfindung erſt jetzt gauz gekommen ſchien.
Hatte er doch mit der Halbheit gebrochen und ſich von
der tatloſen Phantaſie zum fertigen Werke erhoben.
Gottlob, er war Mann geworden.
Auf Käthchen hatte das Werk ganz anders gewirkt.
Sie ſaß ſtill und in ſich perſunken. Ihre vorher noch ſo
lebhaften blauen Augen hatten einen trüben Schein;
die Stirn war gefurcht.
Sie dachte daran, daß er, der ſolch ein Werk
ige=
ſchaffen hatte, unmöglich ein kleines, blondes Mädchen,
wie ſie, lieben könne. Die Eiferſucht ſtieg in ihrem
Herzen auf; ſie meinte die brennenden Farben, die
qualvolle Leidenſchaft aus dem Tongedicht
herausge=
hört zu haben, die von einer unglücklichen Liebe
er=
zäßlen. Und ihr Blick ſuchte die Rivaliu, dſe aſt ſer
Seite ſaß. — Geſchmückt war ſie, wie zu einem Feſte.
Das herrliche Bronzehaar trug ſie in einer ſtarken
Flechte um den feinen Kopf; blitzende Steine lagen wie
Waſſertropfen auf einem Goldgeſpinſt — ihre
wunder=
volle Geſtalt umſchloß ein Seidenkleid, das ſo einfach
ausſah und ſo raffiniert jede Linie ihres entzückenden
Körpers zeigte.
War das Abſicht, Berechnung? — Das junge
Mäd=
chen hatte ſich auch geputzt, wie ſie eben konnte. Ihr
dunkelblaues Sammetkleid hatte ſie an und die kleinen
Perlen in den roſigen Ohrläppchen ihr einziger
wertvoller Schmuck, den ſie noch dazu der Tante
ver=
dankte. O, ſie hätte den Schmuck abreißen mögen und
der ſtolzen Frau hinwerfen; ſie wollte ihr nichts mehr
danken — nur haſſen — haſſen wollte ſie. —
Frau Anni bemerkte nichts von der Verzweiflung
ihrer Nichte. Munter und mit der alten Lebhaftigkeit
ſagte ſie:
Ich ſchicke ihm meine Karte — wart’ einmal! Er
muß uns wieder beſuchen. Heute abend geht’s ja nicht
aber morgen, nicht wahr? Freuſt Du Dich nicht
darauf, Goldkind?
O — ſehr! murmelte die Gequälte.
Frau Anni ſchrieb ſchon mit dem kleinen
Silber=
ſtift ein paar Worte. Sie hatte ein Lächeln wie eine
junge Braut, die an den Geliebten ſchreibt. Dazu
paßte allerdings nicht, daß ſie eine Düte Konfſekt
herauszog, etwas von den Süßigkeiten knabberte und
der Aufpaſſerin ein Pralinee lachend und flugs in den
Mund ſteckte.
Käthchen machte eine zornige Bewegung; ihre
Augen ſchimmerten bedenklich, als ſei ein Tränenſtrom
nahe — aber ſie aß doch den äufgezwungenen
Lecker=
biſſen. Sie fürchtete ſich vor einem Ausbruch ihrer
ver=
sweifelten Stimmung und tat — als ſei ſie hypnotiſiert
—— allck, uink e ate wollte, (Fortſetzung folgt.)
Nummer 1.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Januar 1910.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3, b= ſich: 3 Pinſcher, 1 Boxer.
Die Hunde lönnen von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt an jedem
Mittwoch und Samstag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Straßenſperre.
Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird die Luiſenſtraße zwiſchen der
Rhein= und Zeughausſtraße vom 3. Januar 1910 ab auf die Dauer von einer Woche
für den Fuhrwerksverkehr geſperrt.
(150
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 6., Freitag, den 7. und Samstag, den
8. Januar 1910, vormittags 9 Uhr und nachmittags 3 Uhr
anfangend, verſteigere ich im ſeitherigen Lehmann=Simon’ſchen Geſchäftslokal, Ecke
Marktplatz und Marktſtraße Nr. 1, im Auftrage des Konkursverwalters die noch
vorhandenen Warenbeſtände, als:
Herren= und Knaben=Anzüge und Ueberzieher, Konfirmanden=Anzüge,
Jüng=
lings=Anzüge, Knaben=Waſchbluſen und Kinder=Anzüge, Arbeitskleider,
Man=
cheſterhoſen, Joppen, Hoſen und Partie Tuchſtoffe.
. (25006fom
Die zu der Geſchäftseinrichtung gehörigen Gegenſtande, als:
Regale, Ladentiſche, Stehpult, Büſten und Kleiderbügel, ſowie 1 alte
Geld=
kiſte und 1 Nähmaſchine uſw.
kommen Samstag, vormittags 10 Uhr, zum Ausgebot.
Darmſtadt, den 31. Dezember 1909.
p
Echst Wolh, Autsgerichtstaxardr.
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Abbrucharbeiten.
Das ſtädtiſche Gebäude Fiedler Weg
Nr. 14 ſoll auf den Abbruch vergeben
werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte
(Grafenſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9)
während der Dienſtſtunden offen, woſelbſt
auch die Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Freitag, den 7. Januar 1910,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 29. Dezember 1909.
Stadtbauamt.
I. V.: Kling. (24939fo
St
Städtiſche Sparkaſſe.
Bei unſeren im unterſten Stockwerk
ge=
legenen Kaſſen können im Monat Januar
1910 die Zinſen für das abgelaufene
Jahr erhoben werden. Nicht erhobene
Zinſen werden dem Kapital zugeſchrieben.
Dieſes Zinſen=Beiſchreiben beginnt am
1. Februar 1910. Dabei iſt darauf zu
achten, daß durch das Beiſchreiben der
Zinſen bei Ueberſchreitung des Betrags von
Mk. 10 000. — eine Verzinſung von nur
3 % eintritt, und zwar für die ganze
Ein=
lage (nicht nur für den Ueberſchuß über
Mk. 10 000.— vergl. § 15 pos. 4).
In der Zeit vom 2. bis 15. Januar ſind
die Kaſſen, außer den ſonſt üblichen
Zahl=
ſtunden, vormittags von 8½ bis 12½
Uhr, ausnahmsweiſe auch nachmittags von
3 bis 5 Uhr geöffnet.
Samstags nachmittag ſind die Kaſſen
geſchloſſen.
Gleichzeitig wird bemerkt, daß wegen
des außergewöhnlich ſtarken Andrangs in
der Zeit vom 2. bis 15. Januar die
Aus=
zahlung der Jahreszinſen nur nachmittags
von 3 bis 5 Uhr ſtattfindet.
(130a
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen
Sparkaſſe.
Purgold, Direktor.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 20. Januar 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Schloſſermeiſter Johannes Pauli
Eheleuten in Darmſtadt zugeſchriebene
Lie=
genſchaft:
Nr.
qm
Flur
VIII 57¾/10 380 Hofreite
Frankenſtein=
ſtraße 66,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Wittmann=
ſtraße 1, zwangsweiſe verſteigert werden.
Die Genehmigung der Verſteigerung
kann auch dann erfolgen, wenn ein der
Schätzung entſprechendes Gebot nicht
ein=
gelegt wird, falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen.
Darmſtadt, den 20. Dezember 1909.
Großherzogl. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz.
(L104,60
t1
Bekanmmachung.
Donnerstag, den 3. Februar 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Fuhrunternehmer Heinrich
Hamm dahier an der Parzelle:
Nr. qm
Flur
IV 3441/10 573 Hofreite
Pankratius=
ſtraße,
zuſtehende ideelle Eigentumshälfte in
unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K165/09
Darmſtadt, den 21. Dezember 1909.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L102,60
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 6. Januar 1910,
vormittags 9 Uhr,
ſoll die dem Eiſenbahn=Aſſiſtenten Friedrich
Herwig in Worms, im Grundbuch der
Ge=
markung Darmſtadt zugeſchriebene
Liegen=
ſchaft:
Nr.
qm
Flur
IV 3188145/10000 210 Hofreite
Kaup=
ſtraße,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K166/09
werden.
Darmſtadt, den 30. November 1909.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L23488,58
Bekanntmachung.
Die Großh. Beigeordneten Rudolf
Mueller, Konrad Egenolf und Friedrich
Schmitt ſind zu Stellvertretern des
Standes=
beamten des Standesamtsbezirks
Darm=
ſtadt I ernannt und durch Großh.
Amtsge=
richt Darmſtadt I verpflichtet worden.
Darmſtadt, den 30. Dezember 1909.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
(152
Dr. Gläſſing.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 6. Januar 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Landwirt Heinrich Hamm
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegen=
ſchaft:
qm
Nr.
Flur
IV 344110 573 Hofreite
Pankratius=
ſtraße Nr. 21,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K134/09
werden.
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 13. Dezember 1909.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L24462,60
ti
M
u
Bekannemauhung.
Montag, den 24. Januar 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Peter Lotz Eheleuten dahier
zu=
geſchriebene Liegenſchaft:
qm
Flur
Nr.
IV
588¼/10 135 Hofreite Beckerſtraße
Nr. 9,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K23/07
werden.
33
Falls keine andere rechtliche Hinderniſſe
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 30. Dezember 1909.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I
Müller.
(L101,60
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 3. Februar 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Kaufmann Karl Henkelmann
Eheleuten dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
22 5755/1000 446 Hofreite Emilſtraße,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K169/09
Darmſtadt, den 21. Dezember 1909.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L103,60
Pferde=Verkauf.
Mittwoch, den 5. Januar 1910,
10 Uhr vormittags,
wird auf dem Hofe der Kaſerne,
Heidel=
bergerſtraße 47, ein überzähliges
Dienſt=
pferd öffentlich meiſtbietend verkauft. (170
Darmſtadt, den 31. Dezember 1909.
II. Abteilung Feldartillerte=Regt. Nr. 25.
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= und Brennholz=Verſteigerung Nr.
(Stadtwald).
Freitag, den 7. Januar 1910, morgens 9½ Uhr, werden in der Wald=
Reſtauration „Einſiedel” an der Dieburger Straße aus Diſtrikt Hinterhecke (am
Ein=
ſiedel) Abt. 2 und 3 (Hinterhecksweg und Zwergſchneiſe) verſteigert:
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St.
Eichen Stämme I. Kl. mit 7,53
3
N
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Hainbuchen
III.
IV.
V.
VI.
fm
St.
2 Hainbuchen Stämme VI. Kl. mit 0,37
3,04
4 Birken
„ „ 1,16
2,61
„ VI. „ „ 1,54
1 Erlen
4,94
VI. „ „.0,28
3,21 Eichen Nutzſcheiter in rm
„ 190 rm
0,25 Birken
30 „
ferner Brennholz: Scheiter: Buche — 35 rm, Eiche = 158 rm; Reiſigknüppel: Buche
— 12 rm, Eiche — 63 rm; Stöcke (fein): Buche — 12 rm, Eiche
— 55 rm.
Die Nutzſcheiter eignen ſich für Küfer, Wagner und Glaſer; ſie ſind beſonders
bezeichnet durch Beſprengen mit Kalkfarbe. Unterſtrichene Brennholznummern kommen
nicht zum Ausgebot. Herr Forſtwart Hofmann zu Hirſchköpfe, hier, gibt nähere
Auskunft und ſteht zu dieſem Zweck am 4. Januar, morgens 9 Uhr, an der
Reſtau=
ration „Einſiedel” zur Verfügung.
Darmſtadt, den 27. Dezember 1909.
(24942fo
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 5. Januar 1910, vorm. 9 Uhr u. nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich in der Ludwigshalle, Obergaſſe, die zum Nachlaß der Kalkulators=
Witwe Bicht gehörigen Möbel, Hausrat uſw. als:
1 Sofa mit rotem Plüſchbezug nebſt 4 Stühlen, 1 kleines Sofa mit 4 Stühlen,
1 Chiffoniere, 1 Schreibtiſch, 1 Kommode, 1 kleines Büfett, 1 Pfeilerſchränkchen,
Glasſchrank, 1 zweitür. Kleiderſchrank, 1 eintür. Kleiderſchrank, 2 kleine
Schränkchen, 1 Küchenſchrank und ſonſt. Küchenmöbel, verſchiedene Tiſche und
Tiſchchen, Stühle, Spiegel, Bilder, Figuren, Nippſachen, Etagere, Garderobe,
Teppiche, Linoleumläufer, 2 vollſtändige Betten mit Roßhaar=Matratze,
1 antike Standuhr, 1 Ofenſchirm mit Stickerei, 1 Opernglas, 1
Kaffee=
maſchine, 2 alte Leuchter, ſämtliches Weißzeug, Kleider,
Vor=
hänge, 30 Flaſchen Weißwein und ferner:
2 goldene und 1 ſilberne Damenuhr, goldene Broſchen, Ringe, ſilberne
Kaffeelöffel, Tortenſchaufel uſw.
Die Verſteigerung findet meiſtbietend gegen bare Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 31. Dezember 1909.
(25005fo
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Verſteigerungs-Anzeige.
Montag, den 3. Januar 1910, nachmittags 3 Uhr beginnend,
verſteigere ich im ſtädt. Pfandlokale Ludwigshöhſtraße Nr. 4 dahier öffentlich
zwangsweiſe gegen Barzahlung nachſtehende Gegenſtände:
Spiegelſchrank, 2 Schreibtiſche, 2 Divans, 1 Kaſſenſchrank und 2
Kleider=
ſchränke.
(25012fo
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Dorr, Pfandmeiſter.
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Nummer 1.
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Januar 1910.
Was zu einem Schiff gehört.
— Man ſchreibt uns aus Bremerhaven: Ein
moder=
nes Schiff ſtellt einen verwickelten Mechanismus von
hoher techniſcher Vollkommenheit dar, und obgleich
unſere Schiffsbau=Induſtrie die verſchiedenſten
Hand=
werker und Techniker auf ihren Werften vereinigt, gibt
es deshalb nicht eine Werft, die alles, was zu einem
Schiff gehört, ſelbſt herſtellt. Segel und Tanwerk,
Win=
den und Ankergeſchirr, Rettungsboote, Lichtanlagen uſw.
beziehen die Werften fertig und inſtallieren es nur. Zu
dieſem Schiffsbedarf, den die Werſten von Spezialiſten
anfertigen laſſen, gehören anch die zur Navigation im
engeren Sinne notwendigen Apparate, wie Kompaſſe,
Maſchinentelegraphen und anderes mehr. Für
Kom=
paſſe gibt es auch in Deutſchland eine Reihe von
geachte=
ten Spezialwerkſtätten in Hamburg und Bremerhaven,
dagegen kommt inbezug auf Telegraphen=Anlagen in
Deutſchland nur eine Fabrik, die ihren Sitz in dem
preußiſchen Weſerhafen Geeſtemünde hat, in Frage, und
wer nicht von England beziehen will, wendet ſich daher
an dieſe Fabrik, die durch Lieferungen an große deutſche
Schiffsgeſellſchaften und die Kaiſerliche Werft bewieſen
hat, daß dentſcher Gewerbefleiß auch auf ſolchen
Spezial=
gebieten mit Englands alter Induſtrie den Wettbewerb
aufnehmen kann,
In früheren Zeiten übermittelte der Kapitän ſeine
Befehle an den Maſchiniſten, der die Maſchine zur
Fort=
bewegung des Schiffes lenkt, durch ein einfaches
Sprach=
rohr, und auf Flußfahrzeugen iſt das auch heute noch
allgemeiner Brauch. Mit der zunehmenden Größe der
Seeſchiffe und ihrer Maſchinen wurde das
unzuverläſ=
ſig, und da Verſuche mit Uebermittelung der Befehle
auf elektriſchem Wege manche Fehlſchläge ergeben haben,
wird jetzt allgemein der mechaniſche Telegraph
ver=
wandt. Dieſer beſteht aus einem Gebe= und einem
Empfangsapparat, von denen der erſtere auf der
Kom=
mandobrücke ſteht, der letztere im Maſchinenraum ſeinen
Platz hat. Aeußerlich präſentiert ſich der Gebe=Apparat
als eine metallne Säule, die ein Gehäuſe von der Form
einer großen Taſchenuhr trägt; auch ein Zifferblatt iſt
vorhanden, doch trägt es ſtatt der Stundenziffern die
Bezeichnungen: äußerſte Kraft, alle Fahrt, große Fahrt,
halbe Fahrt, langſam und zwar doppelt, einmal für den
Vorwärtsgang und einmal für den Rückwärtsgang der
Maſchine. Ein Hebel iſt um das Gehäuſe drehbar, und
wenn er zum Beiſpiel auf das Wort Vorwärts geſtellt
wird, überträgt ſich dieſe Stellung durch eine gallſche
Kette auf den Empfangsapparat in dem Maſchinenraum.
und unter gleichzeitigem Glockenſignal ſpringt auch
dort der Hebel auf Vorwärts. Unſere großen
Paſſagier=
dampfer haben Telegraphenleitungen von 100 Meter
Länge, und dennoch haben die mechaniſchen Telegraphen
ſich beſſer bewährt, als die elektriſchen, die für
Handels=
ſchiffe zu teuer und ſchwer und für Kriegsſchiffe deshalb
unpraktiſch ſind, weil ſie in dem engen Kommandoturm
zu viel Platz wegnehmen und die Erſchütterung durch
das Schießen ſchlecht vertragen. Es kommt auch in
Be=
tracht, daß ein Nichtfunktionieren — der Seemann ſagt:
Unklarwerden — des elektriſchen Apparates von dem
den Telegraph handhabenden Navigateur nicht bemerkt
werden kann, während er bei dem mechaniſchen
Tele=
graph ſofort an dem mangelnden Widerſtand es merkt,
wenn etwa die Leitung in Unordnung geraten ſein
ſollte. Beſondere Anforderungen werden an einen
Ap=
parat für Torpedoboote geſtellt, für die alle
Ausrüſt=
ungsgegenſtände ſo leicht wie möglich ſein müſſen.
Das neueſte auf dem Gebiete der
Maſchinentelegra=
phen ſind Apparate, die in einem Gehäuſe den ganzen
Kommando=Apparat für drei Schiffsmaſchinen, wie man
ſie auf Kreuzern und Linienſchiffen hat, vereinigen; da
ſind im ganzen drei Hebel, einer für die Steuerbord=,
Backbord= und Mittelmaſchine. Mit drei Handgriffen
kann der Kommandant die drei mächtigen Maſchinen
befehligen, und mit einem Blick kann er ſich in jedem
Augenblick davon überzeugen, welches Kommando jede
der Maſchinen erhalten hat. Was die Kompaß=Indnſtrie
betrifft, ſo iſt Deutſchland auf dieſem Gebiet ſchon
zahl=
reicher vertreten, als in der eben geſchilderten Branche.
wo nur die eine Fabrik in Geeſtemünde in Betracht
kommt. Der Kompaß von heute iſt nicht mehr die
ein=
fache Roſe, neich der vor 60 bis 70 Jahren die Segelſchiffe
ihren Kurs ſtenerten. Keines der Inſtrumente, deren
ſich die Schiffahrt bedient, hat in den letzten Jahrzehnten
wohl ſolche Verbeſſerungen erfahren, wie dieſer
unent=
behrliche Wegweiſer des Seemanns. Die größte
Umwälz=
ung befindet ſich aber erſt im Werke: die Erſetzung des
magnetiſchen Kompaſſes durch den Kreiſelkompaß, der
auf dem Prinzip beruht, daß ein Kreiſel immer die
gleiche Richtung anzeigt.
Vermiſchtes.
CK. Eine abentenerliche Flucht durch den
afrikani=
ſchen Urwald. Der Schande der Verurteilung und
einer kurzen Gefängnisſtrafe zu entgehen, hat Joſeph
Creswick, ein in Rhodeſia lebender Engländer, eine
waghalſige Flucht unternommen, die ihn hilflos auf
Wochen und Monate den Gefahren und Entbehrungen
des afrikaniſchen Urwaldes anslieferte. Creswick war
unter dem Verdacht begangener Unterſchlagungen in
Bulawaye in Rhodeſia verhaftet worden und ſollte mit
der Bahn nach Salisbury überführt werden, um dort
ſeinem Richter gegenüberzutreſten. Der Zug fuhr mit
voller Geſchwindigkeit. Creswick ſah, daß ſeine Wärter
entſchlummert waren; mit den ſchweren ſtählernen
Fußſchellen belaſtet, ſchleppte er ſich leiſe bis zur Tür
des Wagens und ſtürzte ſich dann plötzlich aus dem
Zuge. Die Erſchütterung des Falles ließ ihn einige
Angenblicke lang halb bewußtlos liegen bleiben; dann
raffte er ſich auf und konnte feſtſtellen, daß ein
glück=
liches Schickſal ihn mit nur leichten Verletzungen hatte
davon kommen laſſen. Die Nächt war im Anzug, die
Abenddämmerung erloſch; mühſam ſchleppte ſich der
Flüchtling durch das Dunkel dahin. Alle Verſuche, ſich
der Fußſchellen zu entledigen, ſcheiterten; nur kleine,
winzige Schritte konnte er machen, von Stunde zu
Stunde ſteigerten ſich die Qualen, bis Creswick endlich
erſchöpft niederſank. Als der Morgen anbrach, war
nirgends die Spur einer menſchlichen Siedelung zu
erkennen. In der Ferne ſah der Flüchtling die
Bahn=
linie; ohne Kompaß, ohne Karte beſchloß er, ſich in
gerader Linie von der Bahn zu entfernen, in der
Hoff=
nung, auf dieſe Weiſe ungeſehen britiſches Gebiet zu
verlaſſen. In ſeinen Taſchen fand er noch einige
Nahr=
ungsreſte, die ihm zur Stärkung dienten. Mühſam
ſchleppte ſich der Gefeſſelte nun weiter. Mit jedem
Meter, das ihn weiter von der Stätte ſeiner Flucht
ent=
fernte, wuchs ſeine Hoffnung und ſein Vertrauen. Aber
Tag um Tag verſtrich, die Nahrungsmittel waren längſt
verzehrt, Wurzeln und wilde Früchte waren die
ein=
zige Koſt und alle Bemühungen, die Stahlfeſſeln zu
ſprengen, ſpotteten der erſchlaffenden Menſchenkräft.
Endlich, nach mehrtägigen Anſtrengungen, gelang es
Creswick, nach qualvollen Verſuchen mit Hilfe harter
Steine die Stahlſpangen zu durchfeilen. Erſt jetzt, ſo
erzählte er ſpäter, überkam ihn das Gefühl der
wieder=
gewonnenen Freiheit, und zum erſtenmale atmete er
hoffnungsvoll auf. Aber die Entbehrungen waren
nicht zu Ende. Tag um Tag, Woche um Woche verſtrich.
Dann endlich ſtieß Creswick auf eine einſame Hütte, in
der er ein Gewehr und Munition fand, die er kurzweg
an ſich nahm. Er ſchoß ein Zebra und genoß zum erſten
Male wieder Fleiſch. Mit gehobenem Mute ſetzte er
ſeine äbentenerliche Wanderung fort, doch das Gewehr
geriet in Unordnung und wiederum war Pflanzenkoſt
die einzige Nahrung. Wo er weilte, war dem
Flücht=
ling längſt ungewiß geworden. Von Woche zu Woche
verminderten ſich ſeine Kräfte. Fieberphantaſien
trüb=
ten ſeine Gedanken. Als ihn eines Tages in der Nähe
von Leopoldville am Kongo einige Belgier fiebernd und
völlig erſchöpft dem Tode nahe im Walde fanden, waren
ſeit dem Tage der verwegenen Flucht genau 8 Monate
verſtrichen. In ſorgſamer Pflege erholte ſich Creswick
Schiffe als Arbeiter Gelegenheit zur Ueberfahrt nach
Antwerpen. Von dort ging er nach London. Aber die
Heimkehr in ſein Vaterland brachte Creswick um die
Frucht ſeiner Entbehrungen und Leiden: in Whitechapel,
auf der Straße, erkannte ihn ein Kriminalbeamter, und
er wurde wegen Flucht aus geſetzmäßiger Haft
feſtge=
nommen und nach Rhodeſia zurückgeſchafft. Man
ver=
urteilte ihn zu ſechs Monaten Gefängnis, aber der
Körper des Schwergeprüften war dem nicht mehr
ge=
wachſen, die Folgen des Fiebers von der langen
Irr=
fahrt im dunklen Erdteil waren noch nicht
überwun=
den, und jetzt iſt der Sträfling in Südafrika im
Ge=
fängnis geſtorben.
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Eaher Känderſchangiant auf Sgentälhtel.
Anfang Dezember 1909:
Beſtand an eigentlichen Lebensverſicherungen . .
1003 Millionen Mark.
Bankvermögen
356
Bisher ausgezahlte Verſicherungsſummen . . . .
555
„ gewährte Dividenden
263
,
Alle Ueberſchüſſe kommen den Verſicherungsnehmern zugute.
Die beſonders günſtigen Verſicherungsbedingungen gewähren u. a.
Unverfallbarkeit, Unanfechtbarkeit, Weltpolice,
(112a
Proſpekte und Auskunft koſtenfrei durch den Beamten der Bank in Darmſtadt:
Sebastian Eckler, Rheinstrasse 9, Telephon 243.
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15
Seiclichfe des Penwelens
im Großherzogtum Heſſen
von M. Koehler und R. Goldmann.
Sep.=Abdruck aus dem Darmſtädter Tagblatt, jedoch in bedeutend erweitertem
Umfang und mit den wichtigeren Urkunden als Anlagen.
Preis broſchiert 2 Mk.
Zu beziehen durch den unterzeichneten Verlag und alle Buchhandlungen.
L. C. Wittich’sche Hofbuchdruckerei.
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