Ertehrth1 Marl 50 Mf. ud.
Erhgerlohn Azſwärn werden von
allen Poſtamtern Beſtellungen end
geyengenommen zu 1 Marl bo Pi.
d Cratzl incl. Poſauffglaz
Mit der Sonntags=Beilage:
verdenang einent n Darnſa)
von der Expedten Eheinſtr. X. æ.
mBeſſungen von Fuiedz. Eoia,
Holzſtrahe N. 1. unte auuim
von aken Ennonar Erxeritana.
Amtliches Organ
fuͤr die Bekanntmachungen des Graßh. Ereigamts. des Gßroßh. Polipeiamts und ſämmtlicher Behärden.
Freitag den 13. Juli.
1888.
48 135.
B e k a n n t m a ch u n g.
Betreffend: Schießübungen auf dem Artillerie=Schießplatz bei Griesheim.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß das Garde=Fuſilier=Batallon des 1. Großh. Heſſ. Infanterie=
Leib=
garde=RRegiments Nr. 115 am Samstag den 14. d. Mts. von Morgens 7 Uhr ab ein gefechtsmäßiges Schießen mit
ſcharfer Munition auf dem ſüdlichen Theile des Griesheimer Schießplatzes abhalten wird.
Darmſtadt, den 11. Juli 1888.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
v. Marquard.
[7811
B e k a n n t m a ch u n g.
Betreffend: Die interimiſliſche Verſehung der Pfandmeiſterſtelle für den Beitreibungsbezirk Langen.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß an Stelle des in den Ruheſtand getretenen Großh.
Pfand=
meiſters Sattler zu Langen der Großh. Steueraufſeher Maus zu Langen mit Berſehung der Pfandmeiſtergeſchäfte für den
Beitreibungsbezirk Langen, neben ſeinen Functionen als Steueraufſeher, interimiſtiſch beauftragt worden iſt.
Darmſtadt, den 10. Juli 1888.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
v. Marquard.
[7872
B e k a n n t m a ch u n g.
Betreffend: Die interimiſtiſche Verwallung der Großh. Diſtriets=Einnehmerei Beſſungen durch den Großh. Finanz=Aſpiranten
Frank zu Friedberg.
Wir bringen hiermit zur offentlichen Kenntniß. daß in Folge Erkrankung des Großh. Diſtricts=Einnehmers Rendanten
Moter dahier dem Finanzaſpiranten Frank von Friedberg, die interimiſtiſche Verwaltung der Diſtriets=Einnehmerei
Beſſungen übertragen worden iſt.
Darmſtadt, den 9. Juli 1888.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
v. Marquard.
[7873
B e k a n n t m a ch u n g.
Im Nachtrag zu unſerer Bekanntmachung vom 16. Juni d. J3. in Nr. 119 dieſes Blattes, betreffend: „Die Neu=
Eintheilung der Kehrbezirke 1 bis IV des Kreiſes Darmſtadt” bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß mit
Ge=
nehmigung Großh. Kreisamts Darmſtadt und unter Zuſtimmung des Kreis=Ausſchuſſes, in der Zeit vom 1. Juli 1888 bis
30. Juni 1889 fungiren werden:
Im II. Bezirk Kaminfeger Ludwig Endner,
Im IV. Bezirk Kaminfeger Julius Wenzel.
Außerdem ſind die nachbenannten Straßen bezw. Gebäude von den Bezirken 1 und IV abgetrennt und dem III. Bezirk
zugetheilt worden: Caſinoſtraße, Neckarſtraße, Caſerneſtraße, Heidelbergerſtraße Nr. 1 bis 15 (bis zur Stadt=Alle), die
Stadt=Alle, Eſchollbrückerſtraße, Artillerie=Straße und die Dragoner=Kaſerne Marienplatz Nr. 1); ferner: die weſtlich der
Caſino=, Neckar= und Heidelbergerſtraße gelegenen Theile der Friedrich=, Bleich=, Rhein=, Wald=, Eliſabethen, Hügel=,
Sand= und Riedeſelſtraße.
Zur Berichtigung von Druckfehlern bemerken wir noch, daß der Mathildenplatz zum 1., die Holzſtraße zum II., der
Marienplatz zum 1V. Kehrbezirk gehören.
Darmſtadt, den 10. Juli 1888.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
7814
v. Grolman.
280
[ ← ][ ][ → ] 1896
Nr. 135
Bekanntmatung.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben die von der
Stadtverord=
neten=Verſammlung beantragte Benennung des zwiſchen der Gardiſtenſtraße, der
neuen Gendarmerie=Kaſerne und der Schloßgartenſtraße belegenen Platzes mit dem
Namen „Schloßgarten=Platz: Allergnädigſt zu genehmigen geruht.
Wir bringen dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß.
Darmſtadt, den 9. Juli 1888.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Ohly.
[7875
Bekanntmuchung.
Die Ausſtattung zweier Brautpaare betreffend.
Aus der Heinrich und Helene Keller=Stiftung (gegründet von den
Com=
merzienrath H. Keller's Eheleuten am Tage ihrer ſilbernen Hochzeit) ſollen an
zwei unbemittelte, unbeſcholtene, in der Stadt Darmſtadt (
Geſammtge=
meinde), bürgerlich anſäſſige Brautpaare, nachdem ſolche am 4. September
d. J3. ihre kirchliche Trauung haben vollziehen laſſen, Beiträge zur Ausſtattung
überwieſen werden, die ſich - vorbehaltlich definitiver Feſtſtellung - auf 400 bis
500 Mk. für jedes Brautpaar belaufen können.
Die Auswahl der Brautpaare erfolgt durch die Stadtverordneten=
Verſamm=
lung, nach Anhörung des erſten Geiſtlichen der Religionsgemeinſchaft der
aufge=
tretenen Bewerber.
Gehörig begründete Bewerbungen ſind bis längſtens Mittwoch den 25. Juli
d. Js. bei uns einzureichen.
Darmſtadt, den 10. Juli 1888.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Ohly.
[7876
Bekanntmachung.
Die Ausführung von Asphalt= und
Moſaik=Trottoir im Geſammtwerthe von
91000 reſp. 7500 M. ſoll in 13 reſp.
4 Looſen ganz oder getheilt im Wege der
Submiſſion vergeben werden.
Offerten ſind unter Beifügung der
anerkannten Bedingungen bis
Montag den 16. Juli 1888,
Vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Offertformular, Voranſchlag und
Be=
dingungen ſind von dem Tieſbauamt gegen
Bezahlung zu beziehen.
Darmſtadt, am 7. Juli 1888.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V. d. B.:
Riedlinger, Beigeordneter. (747
Bekanntmachung.
Im Firmenregiſter unterzeichneten
Ge=
richts wurden folgende Einträge
voll=
zogen:
am 19. Juni 1888:
Seit 16. Juni 1888 beſteht unter der
Firma , R. Meyer u. Co. zu
Darm=
ſtadt eine Commanditgeſellſchaſt. Inhaber
iſt die Handelsgeſellſchaft Max Simon zu
Frankfurt a. M. und perſönlich haftende,
Geſellſchafterin Roſa Meyer zu
Darm=
ſtadt.
Am 20. Juni 1888:
Joſeph Stade, Sohn der Auguſt Stade
Wittwe zu Darmſtadt, hat von der Firma
„Joſeph Stader zu Darmſtadt vom 1.
Juli 1888 an Procura.
Am 23. Juni 1888:
Die Firma,Friedrich Bergers
Nach=
folger; — Inhaber Cora Schlehan
iſt durch Aufgabe des Geſchäfts erloſchen.
Am 29. Juni 1888:
Die zu Darmſtadt bisher beſtandene
Zweigniederlaſſung der Firma „Theodor
Schüttel von Düſſeldorf iſt erloſchen.
Der bisherige Procuriſt Jacob
Diefen=
bach iſt vom 1. Januar 1888 an als
gleichberechtigter Theilhaber in die Firma,
„ J. J. Diefenbach: zu Darmſtadt
ein=
getreten.
Die ſeitherige Inhaberin der Firma
„ Joh. Conr. Herbert'ſche
Hofbuch=
druckerei Friedrich Herberth„ Frau
Friedrich Herbert Wittwe, Friedericke, geb.
Fey zu Darmſtadt, iſt geſtorben und die
Firma vom 16. April 1888 auf deren
beide Kinder
Adalbert Herbert und
Johanna Herbert
übergegangen. Die dem Herrn Ludwig
Roll ertheilte Procura bleibt beſtehen.
Am 2. Juli 1888:
Die Herren Conrad Appel und Ernſt
Ludwig Heyn zu Darmſtadt, Inhaber der,
Firma „ Conrad Appel= ſorſt= u.
land=
wirthſchaftliche Samenhandlung, ſind am
1. Juli 1888 aus der Firma ausgetreten
und iſt letztere auf Herrn Ludw. Heyn yr.,
Sohn des Ernſt Ludwig Heyn, als
Allein=
eigenthümer vom 1. Juli 1888
überge=
gangen.
Samuel Neu zu Frankfurt a. M. iſt
vom 1. Juli 1888 an als
gleichberech=
tigter Theilhaber in die Firma „E. Neu”
zu Darmſtadt eingetreten.
Am 3. Juli 1888:
Die Firma„Gretha Spöhrer
Nach=
jolgeru zu Darmſtadt iſt ſeit 30. Juni
1888 erloſchen.
Am 5. Juli 1888:
Der Inhaber der Firma , C. J.
Wenz=
zu Darmſtadt, Edmund Falkenſtein, iſt
am 30. Juni 1888 verſtorben und die
Firma auf deſſen Wittwe Margaretha,
geb. Schmitt, und den Sohn erſter Ehe
den bisherigen Procuriſten Jean Wenz
als gleichberechtigte Theilhaber
über=
gegangen. Die Firma bleibt unverändert
fortbeſtehen.
Darmſtadt, 10. Juli 1888.
Großherzogliches Amtsgericht Darmſtadt I.
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Hagenau i. Elſaß.
In den Kreiſen Hagenau und Weißenburg hat ſich ein aus angeſehenen
Ein=
geſeſſenen zuſammengeſetzter Ausſchuß gebildet behufs Errichtung eines würdigen
Denkmals für den verewigten Kaiſer Friedrich auf dem erinnerungsreichen Boden
des Schlachtfeldes von Wörth. In allen Kreiſen der hieſigen Bevölkerung fand der
Gedanke begeiſterten Widerhall. Der geſchäftsführende Ausſchuß fordert ſoeben
durch Verſendung des nachſtehenden Aufrufs zur Bildung eines größeren Comites,
ſowie zur Mitwirkung an dem großartig in Ausſicht genommenen Werke auf. Es
ſteht zu hoffen, daß Beiträge, die jetzt ſchon unter der Adreſſe; „Kaiſer Friedrich=
Denkmal=Comitel in Hagenau i. E. bereitwilligſt angenommen werden, aus allen
deutſchen Gauen zur Verwirklichung des ſchönen Vorhabens reichlich fließen werden.
Die Vertretung der Gemeinde Wörth hat ſich ferner ſchon bereit erklärt, einen für
das Denkmal geeigneten Platz aus Gemeindemitteln zu beſchaffen. Der Aufruf, der
an jeden Deutſchen, weß politiſchen oder religiöſen Bekenntniſſes er auch ſein möge,
ergeht, lautet:
W
M
7884) Eine Köchin ſucht
Aushilfs=
ſtelle. Näheres bei Fräulein Meadows,
Liebigſtraße 2, im Louvre.
7885) Eine hieſige Offiziersfamilie,
die auf 3 Jahre nach Berlin zieht, ſucht
ſofort oder 1. Auguſt ein ordentliches
Mädchen, welches kochen kann und
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arbeit verſteht, gegen guten Lohn. Frau
Gülzenleuchter, Grafenſtraße 13.
A u k r u
7886) Ein jung. Mädchen für
Lauf=
dienſt geſucht Promenadeſtraße 28, 2. St.
zur Errichtung eines Denkmals für Kaiſer Friedrich bei Wörth.
Kaiſer Friedrich iſt von uns geſchieden. All der Liebe und Verehrung, welche
wir ihm bei Lebzeiten als Menſchen, als Fürſten und Feldherrn gezollt, können wir
ſichtbaren und dauernden Ausdruck nur noch durch ein Denkmal verleihen, welches
würdig iſt des großen Todten. Und fragen wir: Wo iſt der geeignete Platz für ein
Friedrichsdenkmal, zu dem jeder Deutſche dankbaren und freudigen Herzens beiſteuern
kann? ſo bietet ſich ungeſucht die geweihte Stätte dar, wo Friedrich ſeinen
herr=
lichſten Sieg erfocht, wo auf blutigem Schlachtgefild die köſtlichſte Frucht erwuchs,
die er von Jugend auf erſehnt, das unvertilgbare Bewußtſein der
Zuſammengehörig=
keit aller deutſchen Stämme. Und von der Höhe, wo der heiße Kampf getobt, in
Fröſchweiler, grüßt nach allen Seiten weit ins Land hinein die ſchöne
Friedens=
kirche, die unter Friedrichs beſonderem Schutze ſtand, ein redendes Zeugniß dafür,
daß nicht Kampf und Ruhm, ſondern Friede und Verſöhnung, auch in dem
wieder=
gewonnenen Lande, das höchſte Ziel ſeines Strebens war.
Darum, wer den Helden ehren will, der durch den Sieg bei Wörth dem
deutſchen Volke das erhebende Gefühl der auf der Einigkeit beruhenden Kraft
wie=
dergeſchenkt hat; wer dem edlen Fürſten ſeine Verehrung und Dankbarkeit bezeugen
möchte. der durch ſeine milde, hochherzige, für alles Schöne und Gute begeiſterte
Perſönlichkeit Nord und Sud vereinigt und aller Herzen gewonnen hat: der wirke
mit uns, daß bei Wörth dem geliebten Kaiſer ein Denkmal erſtehe, das auch
künf=
tigen Geſchlechtern ein Wahrzeichen werde ſeiner edlen Größe, unſerer dankbaren/
Liebe.
Der geſchäftsführende Ausſchuß
aus den Kreiſen Hagenau und Weißenburg.
Die Redaction des „Tagblatt” erklärt ſich zur Empfangnahme und Weiter=
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verwandten Stahlſpähnen in
jeder Beziehung vorzuziehen;
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An=
wendung die anſtrengende Arbeit des
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reibens von Parquetböden ſehr erleichtert
wird, ſondern weil ſie eine große Erſparniß
gewähren. Jede Bürſte oder Schrupper,
erſetzt 7½—10 Kilo Stahlſpähne.
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ſchweiſte M. 4. 20. Schrupper mit
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Nur noch wenige Looſe zu haben hier bei: L. F. Ohnacker, Ludwigsſtr. 2. Carl Diehm & Co.,
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ſtraße 3. H. Hilsdorf, Ernſt=Ludwigsſtr. 9, L. Schorlemmer, Ludwigsſtr. 16, V. Moissmüller,
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thenſtraße 26. - Ferner: Rheinſtraße bei Ph. Baumbach, D. Faix & Söhno, C. Gerber, G. L. Kriegk,
H. Lautz, oder durch die General=Agentur Lud. Müller & Co., Bankgeſchäft und Lotterie=Bureau
[7891
für alle conceſſ. Staatslotterien, in Hürnherg.
Standesamtliche Nachrichten von Beſſungen
(vom 5. bis 12. Juli 1888).
Geborene: Am 1. Juli: Dem Feldwebel im Großh. Feld=Art.
Regt. Nr. 25. Heinrich Wedel. T. Anna Margaretha. Am 5. Ein
unehelicher S. Philipp. Am 7.: Dem Schreiner Philipp Diehl,
T. Eliſabethe. Ein unehelicher S. Wilhelm.
Aufgesote: Der Tapezier Jakob Keßler und Juliane
Katha=
rina Weißmatel dahier, T. des Eiſengießers Cornelius Weißmantel
zu Offenbach. Der Maurer Georg Philipp Dröll, Witwer, dahier,
und Anna Katharina Dröll von Langen. Der Kaufmann Johann
Baptiſt Zimmer und Wilhelmire Eliſabeth Berth hier, L. des verſt.
Maurermeiſters Wilhelm Berth.
Cheſchlietzungen: Am 8. Juli: Der Briefträger Kaſpar Joſt,
Witwer, dahier, mit Barbara Eiſenhut von Gernsheim, T. des
verſtorb. Feldſchützen Simon Eiſenhut von da. Der Gärtner Gg.
Karl Fiſcher dahier, mit Margaretha Gärtner von Ober=Ramſtadt,
T. des Mühlarztes Johann Ludwig Gärtner daſelbſt.
Geſtorbene: Am 8. Juli: Die ledige Handarbeiterin Katharina
Wilch, 57 J. 6 M. 23 T. alt. Am 9.. Dem Landwirt Wilhelm
Ludwig Maurer III. T. Katharina Margaretha, 25 T. alt.
Politiſche Ueberſicht.
Deutſches Reich. Der Kaiſer beſichtigte am 11. vormittags
auf dem Bornſtädter Felde das dritte Gardeulanenregiment und
ernannte nach Schluß des Exerzierens den Herzog Friedrich
Ferdi=
nand von Schleswig=Holſtein zum Rittmeiſter des heſſiſchen
Huſaren=
regiments Nr. 14. Nach ſeiner Rückkehr nahm der Kaiſer
Vor=
träge entgegen, arbeitete mit dem Civilkabinett und erteilte Audienzen.
Der Kaiſer verlieh dem Kriegsminiſter Bronſart v.
Schellen=
dorff das Großkreuz des Roten Adler=Ordens mit Eichenlaub.
Die Kaiſerin Auguſta Victoria empfing am 12. mittags das
Staatsminiſterium im Marmorpalais.
Soweit das amtliche Programm über die Reiſe des Kaiſers
nach Petersburg bis jetzt bekannt geworden verläßt Kaiſer
Wil=
helm am Freitag abend Berlin, trifft am Samstag vormittag in
Kiel ein, wird dort am Bahnhof von den Spitzen der Behörden
und dem Offiziercorps begrüßt, fährt im Wagen zur
Barbaroſſa=
brücke und begibt ſich an Bord der kaiſerlichen Bacht„Hohenzollern”
indem er dabei an allen im Hafen liegenden Kriegsſchiffen
vorbei=
fährt. Das Schauſpiel, das ſich alsdann vor ſeinen Augen
ent=
wickeln ſoll, wird wohl das großartigſte ſein, das je bisher die
deutſche Flotte dargeboten hat. Sämtliche Schiffe der erſten und
zweiten Diviſion der Manöverflotte werden an der kaiſerlichen
Pacht in Parade und in Kiellinie vorbeidefilieren, dann kommt die
bis dahin in der Wyker Bucht unter Dampf liegende
Torpedoboots=
flottille an die Pacht heran, eskortiert ſie in See und defiliert vor
thr außerhalb Bulk, um nach Kiel zurückzukehren. Der Kaiſer
wird ſich dann in See mit der Pacht an die Spitze der
Manöver=
flotte ſetzen und mit ihr eine Reihe von Uebungen vornehmen. Bis
nach Petersburg werden indeß nur einige Schiffe die kaiſerliche
Pacht begleiten, die dort vorausſichtlich am 18. Juli landen wird.
Auf derſelben wird, wie man weiß, nur ein kleiner Teil des
kaiſer=
lichen Gefolges, darunter auch der Staatsminiſter Graf Bismarck
mit einem der vortragenden Räte des Auswärtigen Amts Platz
haben; der größere Teil kehrt von Kiel nach Berlin zurück und
wird am 16. auf dem Landwege nach Petersburg fahren, wo er
jedenfalls vor dem Kaiſer eintreffen wird. Der Aufenthalt des
Kaiſers, der mit ſeinem Gefolge in Peterhof wohnen wird, iſt auf
mindeſtens vier Tage berechnet. Die Rückkehr wird wiederum auf
dem Seewege, jedoch in beſchleunigter Fahrt, nach Kiel genommen
werden. Soweit man hört, wird Seine Majeſtät ſich dann in erſter
Linie den Truppenbeſichtigungen widmen, die Kaiſermanöver des
Gardecorps und des dritten Armeecorps abhalten, im Herbſt ſich
nach dem Elſaß und etwa Ende September oder Anfangs Oktober
zum Beſuch des Kaiſers von Oeſterreich nach Wien begeben. Der
Beſuch des Königs von Italien dürfte dann mit Rückſicht auf die
beſſere Jahreszeit im Frühjahr des nächſten Jahres folgen.
Außer dem Botſchafter Grafen Schuwalow begibt ſich der
ruſſiſche Militärbevollmächtigte Graf Kutuſow am Samstag morgen
nach Petersburg, um den Kaiſer Wilhelm in Peterhof zu erwarten.
Als Schwerpunkt der von den deutſchen Aerzten über die
Krankheit Kaiſer Friedrichs gegebenen Berichte iſt wohl die
Decla=
ration zu betrachten, welche die in San Remo vom 9. bis 11.
No=
vember 1887 verſammelten Aerzte gaben, namentlich in der vom
tiefbetrübten Kaiſer Wilhelm verlangten Rechtfertigung. warum
nicht zur möglichen Zeit, wie geplant worden, operiert worden ſei.
Die Aerzte haben ſich dahin vor Kaiſer Wilhelm verantwortet, daß
ſie, nachdem ihnen im Juni 1887 die beſtimmte Zuſicherung der
Operation beim Wachſen der Neubildung erteilt worden, aber nicht
gehalten worden ſei, nunmehr demjenigen Arzte die Schuld für das
nzu ſpät; beimeſſen müßten, welcher das Wachſen der Geſchwulſt
überſehen und ſelbſt dann abgeſtritten hatte, als Dr. Landgraf es
ihm gegenüber mit der allergrößten Beſtimmtheit behauptete und
eine neue Conſultation dringend verlangt wurde!
Der Jahresbericht der Aelteſten der Berliner Kaufmannſchaft
äußert ſich über die Erfolge der Reichspoſtdampferlinien wie
nach=
ſtehend: Als ein wirkſames Förderungsmittel unſeres Verkehrs mit
Oſtaſien und mit Auſtralien haben ſich die vom Reiche
ſubventio=
nierten Poſtdampfer bewährt. Dieſelben haben in der Schnelligkeit
der Poſt= wie der Paſſagierbeförderung alle Konkurrenten überholt.
Auf der oſtaſiatiſchen Linie ſind die Schiffe von Anfang an zu
min=
deſtens drei Fünfteln in Bremen ſelbſt, zu etwa zwei Fünfteln in
Antwerpen befrachtet worden, nach kurzer Zeit iſt dann die
aus=
gehende Fracht ſo ſtark angewachſen, daß zu ihrer Beförderung die
Schiffe nicht mehr ausreichten. Was die Rückfracht von Schanghai,
Hongkong und Colombo betrifft, ſo hat der direkte Bezug von
chineſiſchen und Kolonialerzeugniſſen des Oſtens bereits angefangen,
uns von der Vormundſchaft des engliſchen und franzöſiſchen Marktes
mehr und mehr zu emanzipieren. Seit infolge der im Jahre 1887
beſchloſſenen Novelle zum Poſtdampfergeſetz ſvom 6. April 1885) der
Norddeutſche Lloyd von der Verpflichtung der Fahrt auf der Strecke
Trieſt=Brindiſi entbunden, und ihm die Erlaubnis, den Hafen von
Genua anzulaufen, gegeben iſt, dürfte ſich die günſtige Folge für
wertvolle oſtaſiatiſche Frachten noch mehr entwickelt haben. Die
auſtraliſche Linie hat diejenigen Erwartungen, die man von ihr
hegte, als das Geſetz vom 6. April 1885 zuſtande kam, weit
über=
troffen, ſowohl im Paſſagier= als im Warenverkehr.
Die Fürſtin Moruſſi, Tante der Königin Natalie von Serbien,
iſt am 10. abends von Berlin, wo ſie eine ablehnende Antwort
er=
halten, nach Wiesbaden zurückgekehrt. Der ſerbiſche Geſandte in
Berlin verhandelt mit dem auswärtigen Amte, das dem Miniſterium,
des Innern bereits Anweiſungen gegeben hat.
Der „Temps- und andere franzöſiſche Blätter ſowie einige
deutſche Blätter brachten die Nachricht, daß am 1. Juli Karoline
Staub aus Hagenau, in Naney dienend, telegraphiſch an das
Sterbe=
bett ihrer Mutter gerufen, aber in Avricourk trotz flehentlicher Bitten
nicht über die Grenze gelaſſen worden. Aus Verzweiflung hierüber
ſei ſie in eine Ohnmacht gefallen. Dann habe ſie die Kaiſerin
tele=
graphiſch um Erlaubnis zur Weiterfahrt gebeten und dieſelbe auch
erhalten. Die kranke Mutter wäre aber inzwiſchen geſtorben.
Amtliche Erhebungen haben nach der „Straßburger
Landeszeitung=
ergeben daß in Hagenau keine Familie Staub exiſtiere und
über=
haupt ſei dort auch in Familien ähnlichen Namens in letzter Zeit
kein Todesfall vorgekommen.
Riederkande. In Bantam, in der weſtlichen, von einer
un=
ruhigen Bevölkerung bewohnten Provinz Java, ſind Unruhen
aus=
gebrochen. In Anjer iſt der europäiſche Beamte mit ſeiner Familie
hr=
g0
ermordet worden. Aus Batavia ſind Truppen in die aufrühreriſche
Provinz abgeſandt.
Spanten. Die Königin=Regentin iſt am 11. zum
Sommerauf=
enthalt nach San Sebaſtian abgereiſt.
Rußkand. Auf das Beſtimmteſte wird aus Petersburg
ver=
ſichert, daß von Heiratsplänen für den Zarewitſch noch keine Rede
iſt. Derſelbe hat noch ein Jahr wiſſenſchaftlicher Ausbildung vor
ſich und wird dann große Reiſen, auch eine Reiſe um die Welt,
unternehmen.
Cürktei. Nach Meldung der „Polit. Korreſp.” ernannte die
Pforte einen beſondern Ausſchuß behufs Einrichtung des Poſtdienſtes
unter Artin Effendi Dadian. Zahlreiche deutſche Poſtbeamte ſollen
demnächſt in türkiſche Dienſte treten.
1
ö
Aus Stadt und Land.
Darmſtadt, 13. Juli.
- Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben am 10. Juli dem
Senatspräſidenten bei dem Oberlandesgericht Karl Eckſtein das
Komthurkreuz II. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des
Groß=
mütigen verliehen.
Das Großh. Regierungsblatt Nr. 17 enthält: Geſetz, das
Brückengeld bei Mainz betr.
Generalmajor von Werder, Kommandeur der 50. C. Großh.
Heſſ.) Infanterie=Brigade iſt zum Kommandeur der 1. Diviſion
ernannt worden.
Stadtverordneten=Verſammlung. Zu Beginn der geſtrigen
l.
öffentlichen Sitzung teilte Herr Lautenſchläger mit, daß die in
letzter Sitzung gewählte Kommiſſion am letzten Montag ſich ihres
Auftrages entledigt und dem Herrn Hickler den Dank der
Verſamm=
lung für ſeine Thätigkeit im Intereſſe der Stadt übermittelt habe.
Herr Hickler habe der Deputation ſeinen herzlichſten Dank
aus=
geſprochen und verſichert, daß ihn nur die Rückſicht auf ſeine
Ge=
ſundheit zur Niederlegung des ihm liebgewordenen Amtes
be=
wogen habe.
Die alsdann vorgenommene Wahl eines Beigeordneten fiel
einſtimmig auf Herrn Lautenſchläger. Oberbürgermeiſter Ohly
be=
alückwünſchte Herrn Lautenſchläger zu der Wahl und ſprach die
Ueberzeugung aus. daß dieſelbe den Intereſſen der Stadt förderlich
ſein werde. Die Beſtätigung Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs
werde ſo raſch als möglich eingeholt werden. — Ueber den
Wirt=
ſchaftsplan der ſtädtiſchen Waldungen für 1889,90 referierte Herr
Harres, deſſen Ausführungen wir entnehmen, daß die ſtädtiſchen
Waldungen, nach dem Hinzutritt Beſſungens, 1559 Hektare betragen,
woraus nach dem aufgeſtellten Plane 10169 Cbm. Holz geſchlagen
werden ſollen. - Für Wegverbeſſerungen ſind 2500 M. vorgeſehen.
— Der Wirtſchaftsplan wurde genehmigt und die Bürgermeiſterei
ermächtigt, Verſteigerungen, bei denen ein Mindererlös gegenüber
dem Tarif konſtatiert ſei, ohne Anhörung der Stadtverordneten=
Verſammlung zu genehmigen, wenn nicht bald nach der
Verſteige=
rung eine Stadtverordneten=Verſammlung ſtattſinden ſollte.
Einem Antrag auf Regulierung des Ruthſenbaches und der
Feldbereinigung der Scheftheimer=Wieſen wird, nachdem die
erfor=
derlichen geſetzlichen Beſtimmungen erfüllt ſind, ſtattgegeben und die
auf die Stadt hierfür entfallenden Koſten (500 M.) genehmigt.
Die Feſtſetzung des Bauplans des proiektierten freien Platzes an
der Hoch= und Herdwegſtraße wird nach kurzer Diskuſſion bis auf
weiteres verſchoben; die Vergebung von Lieferungen für das
Armen= und Pfründnerhaus, wobei man nicht in allen Fällen die
billigſten Offerten beröckſichtigen konnte, nach den
Kommiſſionsvor=
ſchlägen gutgeheißen.
Bei Schluß des Blattes waren die Verhandlungen noch im
Gange und werden wir unſer Referat in nächſter Nummer noch
vervollſtändigen. Für heute ſei nur noch erwähnt, daß die kürzlich
beſchloſſene Miete für Elektricitätsmeſſer von 10% auf 5%
herab=
geſetzt, ein Antrag des Herrn Rückert dieſe Miete ganz fallen zu
laſſen dagegen abgelehnt wurde.
C Wegen der durch Einführung der Zuckerkouſumtionsſteuer vom
1. Auguſi d. J. ab erforderlichen Arbeiten können nunmehr ſchon
die letzthin erſt geprüften und beſtandenen Aspiranten des
Finanz=
fachs im Staatsdienſt proviſoriſche Verwendung finden, da es an
verfügbaren Arbeitskräften aus den Examen der früheren Jahre
mangelt.
— Unſer ſtädtiſches Gaswerk ſoll für das laufende Jahr einen
Ueberſchuß von 80000 M. zu Gunſten der Stadtkaſſe abwerfen;
in unſerer Nachbarſtadt Mainz iſt der Ueberſchuß des dortigen
Gaswerks zu 204000 M. veranſchlagt.
Aus der ſtädtiſchen Pfründneranſtalt ſind im Juni d. J.
5 Perſonen ausgeſchieden, 1 durch Ableben, 2 durch Verbringung
in das Hoſpital und 2 durch Aufſuchen eines anderen Unterkommens;
dagegen ſind 2 Neueintritte erfolgt: der Geſamtinſaſſenbeſtand
be=
trägt nun 63 (26 Männer und 37 Frauen), wovon ſich 42 in dem
Haus in der Frankfurterſtraße und 21 in der Filiale in der
Die=
burgerſtraße befinden.
Im Armenhaus an der
Pallaswieſen=
ſtraße ſchieden 4 Männer, 1 Frau und 2 Kinder aus, wogegen
3 Männer, 2 Frauen und 2 Kinder neu aufgenommen wurden.
Nr. 135
1885
Der Geſamtinſaſſenſtand zu Ende des Monats war 5026 Münner,
18 Frauen und 6 Kinder).
Innerhalb des Standesamtsbezirk Darmſtadt (ehemalige
Stadt=
gemeinde) ſind im Juni d. J. = 70Todesfälle vorgekommen,
im Standesamtsbezirk Beſſungen = 11, zuſammen 81, oder bei rund
52000 Einwohnern der Geſamtgemeinde 187%⁄ auf den
Jahres=
durchſchnitt berechnet. Von den verſtorbenen hatten 3 das 80., 10
das 70. und 9 das 60. Lebensjahr zurückgelegt; Kinder im erſten
Lebensjahre ſind 24 verſtorben.
Immobilien=Verkauf. Ein größeres Bauterrain 4654⬜MMeter
Flächeninhalt in der Hochſtraße weſtlich, von dem Herdwea, Hoch=
und Mathildenſtraße begrenzt, ging in den Beſitz des Herrn
Maurer=
meiſter Jacob Berth käuflich über. Der Verkauf wurde durch den
Agenten V. Thüringer abgeſchloſſen.
p Kleine Mitteilungen. Wegen Entwendung einer neuen
Schippe von einer Bauſtelle wurde ein Taglöhner aus Weiterſtadt
zur Anzeige gebracht. — Auf einem Platz in der Arheilgerſtraße
erlitt ein Zimmermannslehrling dadurch eine ſchwere Verletzung
am Knie, daß er ſich beim Behauen eines Stammes mit dem
Beil einen Hieb beibrachte. — Wegen Landſtreicherei und
Obdachloſigkeit wurden drei Perſonen in Haft genommen. - Ein
Kaufmannslehrling von hier, welcher ſich am 7. d. Mts. heimlich
entfernt hatte, iſt in Ulm angehalten worden und wird wieder
hierher dirigiert werden. - Geſtern mittag entſprang einem
Schutz=
mann in der Mühlſtraße ein wegen Diebſtahls verhaftetes
Frauenzimmer. Nach ſcharfer Jagd gelang es, der Entſprungenen
in der Erbacherſtraße wieder habhaft zu werden.
J. Mainz, 11. Juli. Die heute hier abgehaltene General=
Verſammlung des landwirtſchaflichen Vereins für
Rhein=
heſſen, welche nach verſchiedenen Andeutungen in der Preſſe lebhafte
Auseinanderſetzungen über politiſche Fragen erwarten ließ, verlief
ohne jegliche Aufregung. Der von einem Ausſchuß ausgearbeitete
Entwurf von neuen Vereinsſatzungen, welcher dem Verein eine
größere Selbſtändigkeit wahrt, wurde ohne weſentliche Aenderungen
angenommen und der ſeitherige Präſident und Vicepräſident,
Land=
tagsabgeordneter Möllinger von Pfeddersheim und Bürgermeiſter
Hirſch von Alsheim per Akklamation einſtimmig wiedergewählt.
Desgleichen wurden die Ausſchüſſe in der ſeitherigen
Zuſammen=
ſetzung wieder gebildet. Präſidiert wurde die von etwa 200
Mit=
glieder beſuchte Verſammlung von dem Abgeordneten Möllinger.
Als Vertreter der Centralſtelle war Regierungsrat Nover erſchienen.
J. Mainz, 11. Juli. Heute während des ganzen Nachmittags
und bis zum ſpäten Abend tobte über der hieſigen Gegend ein
fürchterlicher Weſtſturm, der allenthalben beträchtlichen Schaden
anrichtete.
Aus der zur Zeit in einer Anzahl von etwa 250 Perſonen hier
tagenden 6. Hauptverſammlung des Verbandes der
Seifen=
fabrikanten Deutſchlands iſt ein Beſchluß erwähnenswert, nach
welchem fleißigen unbemittelten Schülern aus der Verbandskaſſe
Stipendien zu dem Beſuch der Fachſchule in Chemnitz gewährt
werden ſollen. Die übrigen Verhandlungsgegenſtände betrafen
lediglich interne Verbandsangelegenheiten.
8t. Frankfurt, 12. Juli. Ein neues Velociped, welches in
Radfahrerkreiſen großes Aufſehen erregen wird, liegt uns heute in
einer gefälligen Photographie vor. Dieſes=Adler=Zweirad Tandem,
entſtammt der hieſigen Fabrik von Heinrich Kleyer und wird wie
folgt beſchrieben:„Bei demſelben ſitzen zwei Perſonen ganz niedrig
hintereinander auf zwei kleinen Rädern, die nur eine Spur beſitzen,
ſodaß die ſchmalſten Pfade benutzt werden können. Die Neuerung
iſt eine vollkommen ſichere, die Bremſe bewirkt ein momentanes
Einhalten. Drehen läßt ſich die Maſchine auf ganz ſchmalen Straßen
und jeglicher Unfall iſt ganz ausgeſchloſſen. Durch die doppelte
Kraft bei einfacher Achſenlagerreibung und einfachem Luftwiderſtand,
wird die Möglichkeit ohne Anſtrengung in kürzeſter Zeit große
Strecken zurückzulegen weſentlich geſteigert.”
St. Frankfurt, 11. Juli. Die bei den
Beiſetzungsfeierlich=
keiten weiland Kaiſer Friedrich's auf Schloß Friedrichskron und
im Parke von Sansſouci durch Ottomar Anſchütz zu Pr. Liſſa
auf=
genommenen Momentbilder ſind jetzt in den hieſigen Kunſthandlungen
ausgeſtellt und zeichnen ſich durch Größe, Schärfe und künſtleriſche
Ausführung aus.
Baden=Baden, 11. Juli. Kaiſerin Auguſta gedenkt in den
erſten Tagen der nächſten Woche Baden=Baden zu verlaſſen und
ſich zu mehrwöchentlichem Aufenthalte nach Coblenz zu begeben.
Das Beſinden der hohen Frau iſt gegenwärtig, nach Berichten aus
ihrer Umgebung, zufriedenſtellend. Dagegen iſt man in nicht geringer
Beſorgnis wegen des Augenleidens der Frau Großherzogin,
das einen bedenklichen Charakter angenommen zu haben ſcheint.
Erfreulich lauten die Meldungen über das Befinden des
Erb=
großherzogs, der ſich von den Folgen ſeiner längern Krankheit
vollſtändig erholt habe und ſich gegenwärtig des beſten
Geſundheits=
zuſtandes erfreue.
München, 11. Juli. Die Regierungen von Bayern, Sachſen,
Baden, Württemberg, Heſſen und Braunſchweig=Lüneburg haben ein
Abkommen dahin getroffen, daß das Studium auf den techniſchen
Hochſchulen München, Dresden, Karlsruhe, Stuttgart, Darm=
1896
erkennen ſei.
dagegen dürfte vorausſichtlich der Feſtung Magdeburg überwieſen
werden.
Kiel, 11. Juli. Die Flotten=Eskorte, an deren Spitze Kaiſer
Wilhelm an Bord des „Hohenzollern; am 14. um 11 Uhr
vor=
mittags die Fahrt nach Rutzland antritt, beſteht aus der
Manöver=
flotte unter dem Befehl des Kontre=Admirals Knorr, Umfaſſend die
Panzerſchiffe „Baden; „Bahern; „Kaiſer= und „Friedrich der
Große;, ſowie den Aviſo=Ziethen= und dem Schulgeſchwader, unter
dem Befehl des Kontre=Admirals von Kall, beſtehend aus den
Kreuzerfregatten „Stein;, „Moltke; Gneiſenau' und „Prinz
Adalbert;, ſowie dem Aviſo=Blitzl, mithin außer dem „
Hohen=
zollern; aus 10 der prächtigſten Schiffe unſerer Marine welche
102 ſchwere Geſchütze führen und deren Beſatzung 389s Mann
beträat.
Hamburg, 11. Juli. Mit dem Poſtdampfer Suevia' ſind 820
amerikaniſche Lehrer hier eingetroffen, welche eine Reiſe durch
Deutſchland zu machen beabſichtigen.
London, 11. Juli. Das„Britiſh Medical Journal' erklärt ſich
für ermächtigt zu konſtatieren, daß Mackenzie auf Wunſch
hoch=
ſtehender Perſonen die Denkſchrift der deutſchen Aerzte vorerſt
unbeantwortet laſſen werde; dieſelbe enthalte ſchwere Entſtellungen,
deren Unwahrheit er darthun könne, ſobald ihm dazu die Erlaubnis
gegeben werde.
Toulon, 11. Juli. Das Zuchtpolizeigericht ſprach nach fünf=
Nr. 135
ſtadt und Braunſchweig für etwaige Zulaſſung zu den Staats= kommen geſund, im Verhältniß zu ihrem Alter kräftig gebaut ſowie
prüfungen für Hochbau= und Ingenieurweſen und für Maſchinen= frei von koͤrperlichen Gebrechen und wahrnehmbaren Anlagen zu
technik in den vertragſchließenden Staaten als gleichwertig anzu= chroniſchen Krankheiten ſein, ein ſcharfes Auge, gutes Gehör und
fehlerfreie lnicht ſtotternde) Sprache haben.Sie müſſen leſerlich
Halle, 10. Juli. Heute nachmittag wurde der wegen Landes= und im Allaemeinen richtig ſchreiben Gedrucktes ſin deutſcher und
verraͤt geſtern verurteilte Dietz in die hieſige kal. Strafanſtalt, ſeine lateiniſcher Druckſchrifth ohne Anſtoß leſen und die vier Grund=
Ehefrau dagegen in die Strafanſtalt Belitzſch Lingeliefert. AppellU rechnungsarten rechnen können. Bettnäſſer, Bruchleidende und mit
tägiger Verhandlung den Weingroßhändler Graf Villeneuve von der
Anklage, vergiftete Weine und andere Getränke, welche ſchädliche
Stoffe enthielten, verkauft zu haben, frei, verurteilte denſelben jedoch
wegen Fahrläſſigkeit
Geldſtrafe.
zu 20 Tagen Gefängnis und 100 Franes
Nachrichten für diejenigen jungen Leute, welche in die Unteroffizier=
Vorſchulen zu Weilburg, Annaburg und Neubreiſach einzutreten wünſchen.
1. Die Unteroffizier=Vorſchulen haben die Beſtimmung, geeignete
junge Leute von ausgeſprochener Reigung für den Unteroffizierſtand
in der Zeit zwiſchen dem Verlaſſen der Schule nach beendeter
Schulpflicht und dem Eintritt in das wehrpflichtige Alter derart
fortzubilden, daß ſie für ihren künftigen Beruf tüchtig werden. Bei
militäriſcher Erziehung ſollen ſie dort Gelegenheit finden, ihre
Schulkenntniſſe ſoweit zu ergänzen, wie dies nicht nur im Hinblick
auf den militäriſchen Beruf ſondern auch für ihre ſpätere
Verwend=
barkeit im Militär=Verwaltungs= bez. Civildienſt wünſchenswert
iſt. — Daneben wird der körperlichen Entwickelung und Ausbildung,
Unter vorzugsweiſer Berückſichtigung der Anforderungen des
Militär=
dienſtes beſondere Aufmerkſamkeit zugewendet. 2. Die Ausbildung
in den Unteroffizier=Vorſchulen dauert in der Regel ein bis zwei
Jahre. 3. Die Zöglinge der Unteroffizier=Vorſchulen gehören nicht
zu den Militärperſonen des Reichsheeres. Denſelben ſtehen daher
bei vorkommenden Dienſtbeſchädigungen keine Anſprüche auf
In=
validen=Wohlthaten zu. Die Aufnahme begründet aber die Verpflichtung.
aus der Vorſchule, unter Uebernahme der für die Ausbildung in
einer Unteroffizierſchule feſtgeſetzten beſonderen Dienſtverpflichtung,
unmittelbar in die hierfür beſtimmte Unteroffizierſchule überzutreten
und für jeden vollen oder auch nur begonnenen Monat des
Aufent=
haltes in der Unteroffizier=Vorſchule zwei Monate über die
ge=
ſetzliche Dienſtpflicht hinaus im aktiven Heere zu dienen; für den
Fall aber, daß ein Högling dieſer Verpflichtung überhaupt nicht
oder nicht im vollen Umfange nachkommen ſollte, die auf ihn
ge=
wendeten Koſten, 465 Mk. für jedes auf der Unteroffizier=Vorſchule
zugebrachte Jahr, ſofort zu erſtatten. Im letzteren Falle ſind die
nicht ein volles Jahr bez. einen vollen Monat ausmachenden Friſten
tageweiſe zu berechnen. Wird ein Zögling als zum Unteroffizier
ungeeignet aus der Unteroffizier=Vorſchule entlaſſen, ſo iſt er zur
Erſtattung der Koſten nicht verpflichtet. Auch übernimmt der Zögling
für einen etwaigen. über zwei Jahre hinaus erforderlich werdenden
Aufenthalt in der Unteroffizier=Vorſchule keine beſondere Verpflichtung.
4. Bei dem Uebertritt in die Unteroffizierſchule hat der Freiwillige
den Fahneneid zu leiſten und ſteht dann wie jeder andere Soldat
des Heeres unter den militäriſchen Geſetzen. 5. Nach der in der
Regel zwei Jahre dauernden Ausbildung in der Unteroffizierſchule
werden die in den Unteroffizier=Vorſchulen vorgebildeten Füſiliere an
Infanterie= und Artillerie=Truppenleile überwieſen, und zwar
die=
jenigen Füſiliere, welche die Befähigung hierzu erworben haben, als
Unteroffiziere. 6. Die Aufnahme in eine Unteroffizier=Vorſchule iſt
von folgenden Bedingungen abhängig: Die Aufzunehmenden dürfen
in der Regel nicht unter 15 und nicht über 16 Jahre alt ſein.
Die=
ſelben ſollen eine Körpergröße von mindeſtens 151 em. und einen
Bruſtumfang von 70-76 em, bei einem Alter von 16 Jahren eine
Lörtzergröße von mindeſtens 153 em. und einen Bruſtumfang von
73-79em. haben. Sie müſſen ſich untadelhaft geführt haben, voll=
Fußſchweiß behaftete junge Leute dürfen nicht aufgenommen werden.
7. Wer in eine Unteroffizier=Vorſchule aufgenommen zu werden
wünſcht, hat ſich, nachdem er mindeſtens 14½ Jahre alt geworden
iſt, begleitet von ſeinem Vater oder Vormund, perſönlich dem
Be=
zirkskommandeur ſeines Aufenthaltsortes vorzuſtellen und hierbei
folgende Papiere vorzulegen: a. ein Geburtszeugniß, b. den
Kon=
firmationss bz. Einſegnungsſchein, c. ein Unbeſcholtenheitszeugniß
der Polizei=Obrigkeit, d. etwa vorhandene Schulzeugniſſe. Der
Bezirkskommandeur veranlaßt die ärztliche Unterſuchung. die
ſchul=
wiſſenſchaftliche Prüfung und die Aufnahme einer ſchriftlichen
Ver=
handlung über die unter 3 erwähnte Verpflichtung, welche vom
Vater oder Vormund mit zu unterzeichnen iſt. 8. Inſoweit Stellen
frei ſind, erfolat die Einberufung nach vollendetem 15. Lebensjahre
in die Unteroffizier=Vorſchulen Weilburg und Annaburg im Oktober,
in die Unteroffizier=Vorſchule Neubreiſach im April jedes Jahres
durch Vermittelung der Bezirkskommandeure. Diejenigen jungen
Leute, welche 16½ Jahre alt geworden ſind ohne einberufen worden
zu ſein, ſind von der Aufnahme ausgeſchloſſen und erhalten daher
die eingeſandten Papiere zurück. 9. Die Einberufenen haben ſich
zunächſt in das Stabsquartier des Bezirkskommandos zu begeben.
Hier werden ſie nochmals ärztlich unterſucht und erhalten im Fall
der Brauchbarkeit einen Vorſchuß in Höhe der für den zurückgelegten
Marſch und den Weitermarſch nach der betreffenden Vorſchule
zuſtändigen Gebührniſſe. Dieſe beſtehen in Fahr= und Zehrgeldern.
Erſtere richten ſich bei Landwegen - nächſte Poſtſtraße - nach den
tarifmäßigen Poſtfahrpreiſen, ohne Rückſicht auf das wirklich
be=
nutzte Beförderungsmittel, während bei Eiſenbahnverbindung ein
Militärfahrſchein äuszuſtellen iſt. Das Zehrgeld beträgt: a. bei
Reiſen auf der Eiſenbahn für jedes Em 05 Pf. b. bei Reiſen auf
dem Landweg für jedes Em 15 Pf., in beiden Fällen aber mindeſtens
1 Mk. 10. Bei der Geſtellung zum Eintritt in eine Unteroffizier=
Vorſchule müſſen die Einberufenen mit einem Paar guter Stiefeln und
zwei neuen Hemden ſowie mit 6 Mk. zur Beſchaffung des
er=
forderlichen Putzeuges verſehen ſein. In den Unteroffizier=Vorſchulen
wird das zum Lebensutnerhalt Notwendige, einſchließlich der
Kleidung und der Lehrmittel, unentgeltlich gewährt.
Litterariſches.
156 Zehn Lieder für eine Sopran= oder Tenorſtimme mit
Be=
gleitung des Pianoforte componirt von Adolph Peters. In 3
Heften zu 1 Mark. Hamburg, Verlag von Conrad Kloß.
Wir können dieſe Lieder empfehlen Als nett und melodiſch
com=
ponirt. Sie ſetzen meiſt keinen beſonders großen Stimmumfang
voraus und dürfen ſchon dadurch einem weiten Sängerkreiſe
an=
genehm ſein. Der Charakter der meiſten dieſer Lieder iſt der des
echten Tenorliedes. Nirgends wird von dem Sänger verlangt, daß
er längere Zeit in der Höhe und dann wieder in der Tiefe ſich
bewege. Die Melodieen ſind durchgängig hübſch und anſprechend.
Die Begleitungen ſind harmoniſch und anmutig, in ungekünſtelter,
einfacher Modulation und nur ſelten nicht ganz frei von Richard
Wägneriſchen Ausweichungen, welchen ſich ja bekanntlich kein neuerer
Tondichter völlig zu entziehen vermag.
Als beſonders gelungen möchten wir im erſten Hefte das Lied
bezeichnen: „ Ach einmal blüht im Jahr der Mäin Gedicht
von Seidl welches, ohne irgend welche Aehnlichkeit mit dem
be=
kannten Mailüfterl zu haben, doch in dieſe Gattung gehörend, ſich
ganz gewiß einer großen Verbreitung erfreuen dürfte, wenn nur
ein echter Sänger ſein Interprete werden wird. Auch das Lied:
Blick in den Ström von Lenau iſt einfach und anſprechend.
Im zweiten Heft geſiel uns ſehr das Liedchen: Mein wildes
Lieb von Jahn. Es dürfte ſich empfehlen, den ſinnentſtellenden
Druckfehler in der Strophe 3 von wilden ſtatt wildem Sehnen
jedenfalls zu corrigiren. Das Kaiſerblumenlied von Franke,
das im Refrain etwas an denjenigen des wilden Lieb erinnert,
würde mit vereinfachter Begleitung ein prächtiges Lied für Schulen/
werden: das Gleiche kann auch für das im 3. Hefte ſtehende
Lied=
chen: Im Kampf von Rittershaus gelten. Dieſe letzten beiden
Lieder ſeien hiermit den Herausgebern von Schulliederſammlungen
beſtens empfohlen. Auch von den Liedern, welche wir hier nicht
beſonders angeführt haben, gilt alles eingangs geſagte Lubenswerte,
denn es iſt keines darunter, das nicht mit dem Epitheton ſehr
hübſch bezeichnet werden dürfte.
Samstag den 14. Juli:
Saalbau.
Tageskalender.
Sommer=Caſino des Mozart=Vereins im
Druck und Verlag: L. C. Wittich'ſche Hofbuchdruckerei.
Berantwortlich für die Redaltion: Carl Wittich.