Al mementsprels
vlerteljährlich 1 Mar 50 Pf. mel
Bringerlohn. Auswärts werden von
allen Poſtämtern Beſtellungen
ent=
gegengenommen zu 1 Mark 50 Pf.
pro Quartal incl. Poſtaufſchlag
Jrag= und Arzeigeblaft.)
Mit der Sonntags=Beilage:
Alluftrirtes Unterhaltungsblatt.
Inſerat=
verden angenommen; uDarnſtadt
von der Expedition, Rheinſt. R. V.
mBeſſungen von Friedr. Blßer,
Holzſtraße N. 86, ſowie amvir
von allen Annoneen=Erpedittonen.
Amtliches Organ
ſür die Behannkmachungen des Großh. Breigamts, des Großh. Polizeiamts und ſämmtlicher Behörden.
1885.
Freitag den 9. Oktober.
197.
B e k a n n t m a ch u n g.
Wir bringen hierdurch zur Kenntniß der betreffenden Gemeinden und Quartierträger unſeres Kreiſes, daß das
Kom=
mando der Großherzoglichen (25.) Diviſion in einem Schreiben an die Großherzogliche Provinzial=Direction Starkenburg vom
4. d. Mts. ſich in anerkennender Weiſe über die freundliche Aufnahme, welche die Diviſion auch in dieſem Jahr während der
Herbſt=Uebungen gefunden, geäußert und den Wunſch ausgeſprochen hat, daß der Dank hierfür den betheiligten Gemeinden
und einzelnen Bewohnern übermittelt werde.
Darmſtadt, am 6. Oktober 1885.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
[9757
v. Marquard.
pCe.
Bekanntmuchung.
Die Berichtigung der im Monat Auguſt gerichtlich erkannten Forſt= und
Feld=
ſtrafen hat in den erſten 25 Tagen des Monats Oktober und zwar mit Ausſchluß
des 12., 13. und 14. jeden Vormittags von 8-12 Uhr, an Großh. Diſtricts=
Einnehmerei Darmſtadt zu geſchehen, widrigenfalls das mit Koſten für die
Schuldner verbundene Beitreibungsverfahren eingeleitet wird.
Auf Erſuchen der gedachten Großh. Diſtruiets=Einnehmerei bringen wir dies
hiermit zur öffentlichen Kenntniß.
Darmſtadt, den 7. Oktober 1885.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
(9758
Ohly.
Behunntmnchung.
Für die Verlängerung der Hochſtraße ſüdlich der Heinrichſtraße bis zur
Ge=
markungsgrenze iſt durch Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung vom I. d.
Mts. die Straßen= reſp. Baufluchtlinie aufgeſtellt worden. Der bezügliche Plan
liegt vom 9. bis einſchl. 24. d. Mts. gemäß Art. 5 der allgemeinen Bauordnung
auf dem Stadthaus, Rheinſtraße Nr. 18, zur Einſicht offen, woſelbſt Einwendungen,
bei Vermeidung des Ausſchluſſes, innerhalb jenes Offenlegungstermins bei uns
vorzubringen ſind.
Darmſtadt, den 5. Oktober 1885.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
9719
Ohly.
Das Schulgeld pro HI. Quartal 1885
für das Großherzogliche Realgymnaſium, die Realſchule und deren
Vor=
ſchule, die Victoriaſchule und die beiden Mittelſchulen iſt bei Vermeidung der
Mahuung innerhalb 10 Tagen an die Stadtkaſſe in den Vormittagsſtunden von
8-12 Uhr zu erſtatten.
Darmſtadt, den 5. Oktober 1885.
Die Stadtkaſſe:
Kriegk.
Bekanntmachung.
Durch vollſtreckbaren Strafbefehl des
unterzeichneten Gerichts iſt Georg
Rüg=
ner II. von Pfungſtadt wegen Verkaufs
von Fleiſchwurſt, welcher Mehl
beige=
miſcht war, in eine Geldſtrafe von 40 Mk.
und in die Koſten verurtheilt worden.
Darmſtadt, den 30. Oktober 1885.
Großherzogliches Amtsgericht Darmſtadt II.
[9759
Dr. Schneider.
Uhrig.
Bekanntmachung.
Die Anlieferung von gußeiſernen
Ka=
nalrahmen mit Deckel ſoll im Wege der
Submiſſion vergeben werden.
Offerten ſind bis
Samstag den 10. Oktober 1885,
Vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Voranſchlag und Bedingungen liegen
auf dem Stadtbauamt zur Einſicht offen,
bei welchem auch die Formulare für die
Offerten zu erheben ſind.
Darmſtadt, am 1. Oktober 1885.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
[9718
Ohly.
jeglicher Art em=
Gummiſaarol pfiehlt und
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ſendet in bekannter Güte. F.
Hroe-
ning, Magdeburg. Neueſter Katalog
erſchien ſoeben, welchen gratis gegen
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ſtattung des Porto's von 10 reſp. 20 Pfg.
verſende.
(9760
(966⁷
611
[ ← ][ ][ → ]2362
R197
Bekanntmachung.
Die Großherzoglichen Orts=Polizgeibehorden werden hierdurch unter
Bezug=
nahme auf die Vorſchriften im 8 45 des Unfallverſicherungsgeſetzes vom 6. Juli
1884 benachrichtigt, daß zum Zweck der Theilnahme an den im Kreiſe Darmſtadt
vorkommenden Unterſuchungen über Unfälle im Poſt= und Telegraphenbetrieb der
Privat=Poſtunterbeamte Baumann in Pfungſtadt zum Bevollmächtigten und der
Privat=Poſtunterbeamte Liebig in Pfungſtadt, ſowie der Privat=Poſtunterbeamte
Aſtheimer in Griesheim (Kr. Darmſtadt) zu Erſatzmännern gewählt worden ſind.
Darmſtadt, den 30. September 1885.
Der Vorſtand der Poſt=Krankenkaſſe für den Bezirk der Kaiſerlichen
Ober=Poſtdirection in Darmſtadt.
Weberſtedt.
19761
MrinkaſerYerſteigerung.
Mittwoch den 14. Oktober d. Js., Vormittags 10 Uhr,
ſollen im Saalbau dahier
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von einem halben Stück an und kleinere Sorten, ſowie ſonſtige
Kellergeräthe öffentlich verſteigert werden.
Darmſtadt, den 8. Oktober 1885.
J. A. Veltem.
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19
I1
52
54)
22)
9½
13)
2.
2
5
101
2½2.
O1
03),
1.
3
15
145
25
236
24
455
665
86
O2=
13½
150
5.
1018,
1145
25
21
243
457
65
810
102
1130₈
1154
B 197
Bekanntmachung.
Das Winterſemeſter des Großherzoglichen Realgymnaſiums, der
Real=
ſchule und deren Vorſchule beginnt Montag den 12. Oktober. Anmeldungen
neuer Schüler nimmt der Unterzeichnete an dieſem Tage, Vormittags von 9
bis 12 Uhr, im Schulgebäude entgegen; die Prüfung derſelben findet Dienstag
den 13. Oktober, Vormittags von 9 bis 12 Uhr ſtatt. Der Unterricht
be=
ginnt Mittwoch den 14. Oktober, Vormittags 8 Uhr.
In die unterſte Klaſſe der Vorſchule werden erſt zu Oſtern 1886 wieder neue
Schüler aufgenommen.
Durch Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtig,
Abtheilung für Schulangelegenheiten vom 20. Auguſt 1885 iſt das Schulgeld am
Realgymnaſium dahin abgeändert, daß vom 1. Oktober 1885 an für die Klaſſen
Prima bis Tertia 84 Mk., für Quarta bis Sexta 72 Mk. jährlich zu bezahlen ſind.
In der Realſchule und der Vorſchule bleibt der ſeitherige Schulgeldanſatz.
Darmſtadt, den 5. Oktober 1885.
Großherzogliche Direction des Realgymnaſiums und der Realſchule.
Kuhl.
(9697
Großherzogliche Handekskammer
El Darmstadt.
Geffentliche Sitzung.
Montag den 12. Oktober 1885, Abends 6 Uhr.
Tagesordnung:
1) Neue Einläufe;
2) Wahl der Handels= und Ergänzungsrichter für 1886-88;
3) Wirthſchaftsrechnung der Kanzleikoſten für 1884-85.
[9780
Kaufmänniſcher Verein.
Samstag den 10. Oktober, Abends 8½ Uhr,
im Vereinslokale:
Vereins-Versammlung.
Tagesordnung: Bericht des Vorſtandes.
Referate.
Gemüthlicher Abend.
[9781
Der Vorstand.
Muſik=Verein.
Eingetretener Hinderniſſe halber findet die auf Montag den 12. Oktober
anberaumt geweſene
Gemerat-Vorsammlumg,
erſt Dienstag den 13. Oktober, Abends 9½ Uhr, in der Aula der
Real=
ſchule ſtatt.
Der Vorstand. (o782
Durch ein langwieriges Halsleiden genöthigt, meine Coucert=
Reiſe in England abzubrechen, beabſichtige ich hier
Geſangsunterricht
zu ertheilen und empfehle mich den geehrten Damen beſtens.
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Ammette Humo-Hoch.
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[ ← ][ ][ → ] 230k
E. 197
ietoriaschule und Johrorinnen-Jominar.
Das Wintersemester beginnt Montag den 12. Oetober. Iu
An-
meldungen neuer Schülerinnen werde ich Montag den 12. October im
Schul=
gebäude bereit sein.
Die Grossh. Direction:
Dr. Wulkov.
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Das Buroau Grossh. Landes-Waisenkasse
befindet ſich von heute an im Hauſe
Gteinfraße Nr. Lrleine Treppe hoch.
Darmſtadt, den 7. September 1885.
Großherzogliche Landes=Waiſenkaſſe.
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Schiffsnachrichten, mitgeteilt von dem
Agenten Adolph Rady, Eliſabethenſtraße 27.
Der Poſtdampfer „Fulda”, Kapitän
Heim=
bruch vom Nordd. Lloyd in Bremen, welcher
am 27. September von Bremen und am 28.
September von Southampton abgegangen
war, iſt am 1. Oktober wohlbehalten in
New=York angekommen.
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AenmaCt-Artem.
Großherzogliches Hoftheater.
Freitag, 9. Oktober.
Hierdurch zeige ich ergebenſt an, daß der Fröbel'ſche Unterricht im Kinder=
8. Vorſtellung in d. 2. Abonnementsabtheilung.
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kann. Um gütige Beachtung bittet ergebenſt
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Anfang 7 Uhr. Ende nach halb 10 Uhr.
Politiſche Ueberſicht.
Darmſtadt, 9. Oktober.
Deulſches Beich. Der Aufenthalt S. M. des Kaiſers in Baden=
Baden dürfte ſich bis zum 20. Oktober ausdehnen.
Der Geſandte der ſchweizeriſchen Eidgenoſſenſchaft,
Oberſtlieu=
tenant Dr. Roth, iſt vom Urlaub nach Berlin zurückgekehrt und hat
die Geſchäfte der Geſandtſchaft wieder übernommen.
Der ruſſiſche Miniſter v. Giers und die bulgariſche Abordnung
kamen auf ihrem Wege von Kopenhagen am . d. M. durch Kiel
und ſetzten ihre Reiſe nach Friedrichsruh alsbald fort. Das
noch=
malige Vorſprechen des Miniſters v. Giers bei dem deutſchen
Reichs=
kanzler beweiſt wohl, daß über wichtige Punkte noch ein
Einver=
ſtändnis zu erzielen ſei.
Der König von Sachſen hat ach dem Beiſpiel des Herzogs
von Cumberland der Stadt Genf als Erbin des Herzogs Karl von
Braunſchweig den Prozeß verkünden laſſen.
Dem Vernehmen nach haben die Kreuzer=Fregatte „Stoſch= und
die Kreuzer=Korvette„Mariei, welche zu dem vor Zanzibar
liegen=
den Geſchwader gehören, Ordre erhalten, mit den ausgedienten
Mannſchaften die Heimreiſe nach Wilhelmshaven anzutreten.
In dem Chemnitzer Sozialiſtenprozeß wurde am 1. d. M. das
Urteil verkündigt. Sämtliche Angeklagten ſind freigePprochen; die
Koſten ſind auf die Staatskaſſe übernommen. Die Freiſprechung
gründet ſich darauf, daß keiner der vier zur Verurteilung gemäß
der Anklage unumgänglich notwendigen Thatbeſtandsumſtände,
näm=
lich der Nachweis, daß 1) innerhalb der ſozialdemokratiſchen Partei
eine Verbindung beſtehe, daß 2) deren Daſein, Verfaſſung oder Zweck
vor der Staatsregierung geheim gehalten werden ſoll, daß 3) zu
den Zwecken oder Beſchäftigungen dieſer Verbindung gehöre,
Maß=
regeln der Verwaltung oder Vollziehung von Geſetzen durch
unge=
ſetzliche Mittel zu verhindern oder zu entkräften, und daß 4) die
Angeklagten an einer ſolchen Verbindung teilgenommen haben, als
durch die Ergebniſſe der Beweisaufnahme erbracht anzuſehen ſei.
Aus Anlaß der ſogen. Welfenadreſſe, in welcher 34
mecklenbur=
giſche Edelleute in ſchroffen Ausdrücken ihre Mißbilligung über die
Ausſchließung des Herzogs von Cumberland von der Thronfolge in
Braunſchweig ausſprachen und dieſen als rechtmäßigen Thronfolger
aufſtellten, hat damit ihren Abſchluß gefunden, daß der
Reſerve=
lieutenant im 17. Dragonerregiment, Graf Grote, ein junger
Ritter=
gutsbeſitzer, der, um die Zeit der Unterzeichnung dieſer Adreſſe zum
Dienſt einberufen, ſich unter den Waffen befand, vom
Mriegsge=
richt zur Verabſchiedung ohne Offizierscharakter und zu einer
drei=
monatlichen Feſtungsſtrafe verurteilt worden iſt. Graf Grote befindet
ſich ſeit ungefähr einem Monat zur Abbüßung ſeiner Strafe in der
Feſtung Weichſelmünde. Ferner ſoll dem preußiſchen Rittmeiſter
a. D. v. Treskow in Ludwigsluſt, zuletzt im 4. Küraſſierregiment,
ferner den Rittergutsbeſitzern und früheren mecklenburgiſchen
Offi=
zieren Major a. D. v. Baſſewitz=Fieplitz, Graf Baſſewitz und
Haupt=
mann a. D. v. Bülow das Necht, fernerhin die Offiziersuniform
mit dem Abzeichen der Verabſchiedung zu tragen, entzogen
wor=
den ſein,
Das dritte der auf der Werft des =Bulkan' in Stettin
erbau=
ten chineſiſchen Panzerſchiffe iſt am 3. d. Mts. wohlbehalten in
Singapore eingetroffen.
Oeſterreich=Angarn. Im öſterreichiſchen Abgeordnetenhauſe
weiſt die Juterpellation Linen auf die Ausſchreitungen der Czechen
gegen die Deutſchen Böhmens hin, wobei die letztern nicht Schutz
bei den Behörden gefunden haben. Die deutſche Bevölkerung ſei
infolge deſſen tief aufgeregt und entrüſtet. Die Interpellation
er=
klärt dieſe Erſcheinungen als die Wirkung des Regierungsſyſtems,
welche durch das Eindringen des Nationalitätenhaders auch in der
Armee bedenkliche Ausdehnung anzunehmen beginne. Die
Inter=
pellation befragt die Regierung über ihre künftige Haltung
gegen=
über dieſen nationalen Kämpfen in Böhmen.
Der Czechenführer
Rieger interpellierte gleichfalls die Regierung wegen der Exzeſſe in
Böhmen und fragte, welche Maßregeln die Regierung zu nehmen
gedenke, um einen ungeſtörten Verkehr beider Nationalitäten zu
ſichern.
Der Abgeordnete Kindermann brachte am 7. d. im
Abgeord=
netenhaus den Antrag auf Verſtaatlichung der Böhmiſchen
Nord=
bahn ein.
Im ungariſchen Abgeordnetenhauſe interpellierte am 7. d. der
Abgeordnete Olay den Miniſterpräſidenten wegen des Vorganges
auf dem Dresdener Turnfeſt= und fragte, ob derſelbe geneigt ſei,
von der hierfür in erſter Reihe verantwortlichen ſächſiſchen
Regie=
rung Genugthuung zu fordern.
Die von dem =Peſter Loyd= gebrachten Mitteilungen über
Vorkehrungen zur Mobiliſierung von Truppen ſowie zur Ausrüſtung
von Kriegsſchiffen werden als vollſtändig unbegründet bezeichnet.
Nach dem „Mähriſchen Tageblatt” verbleiben das
Infanterie=
regiment Erzherzog Karl und die Bataillone, welche Bosnien
ver=
laſſen ſollten, vorläufig dort.
Nach Meldungen aus Wien vom 7. d. M. liegen beſtimmte
Anzeichen vor, daß direkte Verhandlungen zwiſchen dem Fürſten
Alexander und der Türkei auf Grundlage der Anerkennung als
Generalgouverneur von Oſtrumelien ſtattfinden, und der Stand
dieſer Verhandlungen ſcheint kein ungünſtiger zu ſein.
Franſtreich. Der Wahlſieg der Monarchiſten ſtellt ſich jetzt, wo
die Wahlreſultate aus ſämtlichen Departements - mit Ausnahme
von Paris - vorliegen, noch glänzender dar, als die erſten
Nach=
richten vermuten ließen. Im ganzen ſind 174 Konſervative gewählt
worden, denen nur 135 Republikaner gegenüberſtehen; von den
er=
forderlichen 226 Stichwahlen werden zum allermindeſten noch 25
bis 30 günſtig für die Monarchiſten ausfallen, und dieſe werden in
der neuen Kammer ſomit wenigſteus über 200 Stimmen verfügen,
und dieſes unerwartete Anſchwellen des monarchiſtiſchen Elements
im franzöſiſchen Parlament eröffnet für den Weiterbeſtand des
jetzigen gemäßigt=republikaniſchen Regiments in Frankreich recht
be=
denkliche Ausſichten. Ob es gelingt, alle republikaniſchen Elemente
wenigſtens bei den Stichwahlen unter eine Fahne
zuſammenzu=
bringen und ſomit dem weiteren Anſturm der Konſervativen ein
Paroli zu bieten, iſt noch ſehr zweifelhaft, denn die
republikani=
ſchen Journale beſchuldigen einander in den ſchärfſten Ausdrücken,
1
c
l.
144
pC
0
516
935
102
111
215
450
559
740
10½
101
5
739
102¼
122
—
4 6
6
8
11
5
7½2
9¼
12¾
449
102¾
„.⁄
S½
74⁄₈
85:
1925
52
1037
9
4
44⁷
102
bis
lbach.
agen.
R.
die gemäßigten Republikaner geben den Opportuniſten und dieſe
wieder den Radikalen die Schuld an der eklatanten Niederlage der
republikaniſchen Parteien. Im übrigen haben die Opportuniſten,
alſo die ehemaligen Gambettiſten, die Hauptkoſten des
monarchiſti=
ſchen Wahlſieges zu tragen, und da in dem gegenwärtigen
franzö=
ſchen Kabinet Briſſon=Freyeinet das opportuniſtiſche Element
ent=
ſchieden vorherrſcht, ſo werden ſich zunächſt auf das Miniſterium die
Rückwirkungen der Wahlergebniſſe äußern.
Der gegenwärtige Prändent der Republik, Jules Grevh, wurde
am 3. Januar 1879 auf ſieben Jahre zum Staatsoberhaupt
ge=
wählt, am 30. Januar 1886 läuft ſeine Vollmacht ab und einen
Monat vorher muß das Parlament, zum Kongreß verſammelt, einen
Nachfolger wählen.
Grevy empfing am 7. d. nachmittags die Miniſter Briſſon und
Allain=Targé und wird am 8. d. dem Miniſterrat präſidieren. Bis
jetzt hat noch kein Miniſter demiſſioniert.
Die vollſtändigen Wahlergebniſſe für Paris waren am 7. d.
noch nicht bekannt. Die abſolute Majorität erhielten bis jetzt nur
die Republikaner Lockroy, Floquet, de la Forge, Briſſon, Allain=Targe
und die Radikalen Barodet, Clemenceau und Raſpail.
Seit dem 4. d. M. iſt in Marſeille kein Cholerafall mehr
vor=
gekommen. Das Geſundheitsamt ſtellt den abgehenden Schiffen ein
reines Patent aus.
England. Dem „Standard zufolge erklärte der Premier
miniſter Lord Salisbury in ſeiner am 1. d. Mts. in Newport
ge=
haltenen Rede, die bulgariſche Union ſei nur in einer Form
zu=
läſſig, welche die Autorität des Sultans intakt erhalte. Den
An=
ſprüchen anderer Nationalitäten werde man keinen Vorſchub leiſten.
Der „Morning Poſt' zufolge wird das Parlament am 1. Nov.
aufgelöſt.
Italien. Das Kriegsminiſterium iſt mit Projekten zur
Or=
ganiſierung. einer Colonial=Armee in Aſſab beſchäftigt, die zum teil
aus den Eingeborenen rekrutiert werden ſoll.
Rußkand. Nachdem Graf Tolſtoi dem Kaiſer die
Wiederher=
ſtellung ſeiner Geſundheit gemeldet, hat der Zar nächſt einem
Glück=
wunſchſchreiben an den Grafen beſtimmt, daß letzterer ſeinen Poſten
als Miniſter des Innern vom 1113. Oktober an wieder aufnehme.
Zukgarien. Wie aus Philippopel vom 7. berichtet wird, nahm
Fürſt Alexander das Angebot des Sultans, ihn zum
Generalgouver=
neur von Oſtrumelien zu ernennen, mit großem Dank an, aber
unter der Bedingung, daß das organiſche Statut Rumeliens
aufge=
hoben und eine große Nationalverſammlung zuſammenberufen werde,
um die Verfaſſung zu revidieren, beiden Ländern die gleiche
Regie=
rungsform zu geben und Kredite zu bewilligen zur Zahlung des
Tributs und der rückſtändigen Schulden an die Pforte.
Der Bürgermeiſter von Philippopel ließ am 7. d. M. durch
Maueranſchläge verkündigen, daß der Sultan auf Wunſch der
Mächte die Perſonal=Union Bulgariens und Rumeliens unter dem
Fürſten Alexander als Haupt beider Staaten anerkannt habe.
Ru=
melien ſoll dieſelbe Stellung zur Türkei erhalten wie Bulgarien.
Die Nachricht, daß die bulgariſche Deputation vom ruſſiſchen
Kaiſer mit Wohlwollen empfangen worden ſei, hat unter der
bul=
gariſchen Bevölkerung große Freude hervorgerufen.
Den bulgariſchen Truppen und Vorpoſten iſt der Befehl
ein=
geſchärft worden, ſich jeglichen Zuſammenſtoßes mit den Türken zu
enthalten und nur Widerſtand zu leiſten, wenn letztere verſuchen
ſollten, über die Grenze zu dringen. Die bulgariſche Reſerve=Armee
zieht ſich zwiſchen Sofia und Lom=Palanka zuſammen. Von
türki=
ſcher und von bulgariſcher Seite wird übereinſtimmend gemeldet,
daß es noch zu keinem Kampfe gekommen iſt.
Bulgarien hat, dem Vernehmen nach, Serbien ein
Einver=
nehmen angeboten; die Bedingungen deſſelben ſind noch nicht
be=
kannt.
Herbien. König Milan erklärte, wie die „N. F. P.- mitteilt,
bei der Abſchiedsaudienz den Abgeordneten der Skupſchtina, die
Situation ſet ſehr ernſt, Serbien warte das Conferenzergebuis ab,
doch falls daſſelbe für uns unbefriedigend ausfallen ſollte, ſind wir
unbedingt entſchloſſen, die Waffen zu ergreifen. — Das ſechſte Re
giment iſt nach Palanka, das achte ſüdöſtlich von Branja abge
gangen.
Die zweite Reſerveklaſſe iſt am 7. d. Mts. einberufen worden.
Die ſerbiſche Drina=Armee iſt nach Niſch abgegangen, zum
Hauptquartier wurde Saitſchar auserſehen.
Monteuegro. Das offizielle Organ der montenegriniſchen
Re=
gierung dementiert auf das Allerentſchiedenſte die Nachricht, daß
Fürſt Nikita mit dem Sultan eine Allianz abgeſchloſſen habe.
Griechenland. Lord Salisbury hat Griechenland den Rat
ge=
geben, nicht aus ſeiner Ruhe herauszutreten; denn es würden für
Griechenland ernſte Gefahren entſtehen, wenn es ſeine Truppen die
Grenze überſchreiten ließe. Delyannis lehnte den Rat Englands
ab mit dem Bemerken, er werde den NRatſchlägen der befreundeten
Mächte folgen, wenn dieſelben nicht den Intereſſen des
Griechen=
tums zuwiderliefen. Englands wohlwollende Haltung gegen die
Bulgaren erweckt in Athen lebhafte Unruhe. König, Regierung
und Volk ſind einſtimmig in der Forderung einer Entſchädigung,
ſelbſt mit den Waffen, wenn die Vereinigung Bulgariens und Oſt=
197
2307
rumeliens anerkannt werde. Die Kreter ſollen bereit ſein, ihre
Ver=
einigung mit Griechenland auszurufen; Delyannis riet ihnen, den
Gang der Ereigniſſe abzuwarten.
Türſei. Einer Meldung des „V. L. zufolge werden die
größten türkiſchen Panzerſchiffe dienſtbereit gemacht; Geſchütze und
Feldbatterien werden täglich m Konſtantinopel einwagomiert. Acht
Tabors Infanterie ſind bisher von hier abgegangen; zwei Feld=
Armeekorps werden unter dem Kommando von Ghazi Osman Paſcha
formiert. Zum Generalſtabschef iſt Nedjip Paſcha deſigniert.
Am 5. abends gingen von Smhrna auf 3 Dampfern türkiſche
Truppen nach Saloniki ab.
Die rumeliſchen Delegirten Tſchomakow und Hadji Petrow ſind
dem Vernehmen nach beauftragt, der Pforte Aufklärung über die
rumeliſchen Ereigniſſe zu geben.
Said Paſcha hat ſich mit dem am 7. von Varna abgegangenen
Lloyddampfer nach Konſtantinopel begeben.
Cappten. Ein Telegramm des Beys Markopoli aus Asmara
vom 28. Septbr. an Oberſt Chermſide beſtätigt den Sieg der
Abyſ=
ſinier über die Rebellen unter Osman Digma, welche 3000 Tote
und Verwundete auf dem Schlachtfelde ließen. Digma wurde unter
den Toten identifiziert. Die Abyſſinier erlitten ſchwere Verluſte.
China. Einer Meldung aus Schanghar vom 4. d. M. zufolge
iſt eine wichtige geheime Denkſchrift dem Kaiſer von dem Er=Vize=
König Tſo überreicht worden, welche den Bau von Eiſenbahnen im
ganzen Reiche ſowie die Gründung von Lehranſtalten nach dem
europäiſchen Syhſtem für das Studium wiſſenſchaftlicher Gegenſtände
angelegentlich empfiehlt.
Aus Stadt und Land.
Darmſtadt, 9. Oktober.
1 In der am Mittwoch ſtattgehabten Monatsverſammlung der
Sektion Darmſtadt des deutſchen und öſterreichiſchen
Alpenver=
eins berichtete Herr Rechtsanwalt Metz 1. als Vorſitzender über
die diesjährige Generalverſammlung in Villach und den 5. inter
nationalen Kongreß zu Turin vom 30. Auguſt l. J., insbeſondere
den Ausflug desſelben durch das Aoſtathal nach Courmajeur zur
Beſteigung des Mont Cramont. Von 1886 ab iſt dieſes herrlichſte
aller Alpenthäler durch eine Eiſenbahn zugängig gemacht, und em
pfiehlt ſich der Beſuch desſelben als Abſtecher von Mailand oder
Lurin. Redner erſtattete ſodann Bericht über ſeinen diesjährigen
Uebergang nach Italien über den Col de Collon in den penniniſchen
Alpen (3130 Meter) und die Beſteigung der Becca die Nena (3165
Meter) bei Aoſta und des Mont Cramont (2731 Meter) bei
Cour=
majeur; beide Gipfel gehören zu den ſchönſten jetzt bekannten
Aus=
ſichtspunkten. Redner warf hierbei einen kurzen Rückblick auf
Han=
nibals Zug über die Alpen, welcher nach heute faſt allgemein
ge=
teilter Anſicht über den kleinen St. Bernhard und den Mont
Cra=
mont erfolgte. Schließlich berichtete Herr Krüger über den Stand
der Hüttenbaufrage, wonach der Bau im Moosthale am Arlberg
geplant iſt; die zahlreiche Verſammlung erteilte Ermächtigung zu
vorläufigem Abſchluſſe.
Der Abbruch der ſog. Inſel und die Erweiterung der
Schuſtergaſſe iſt eben eine die Altſtadt lebhaft bewegende Frage.
Wenn es auch der geſtern Abend dieſerhalb in der Brauerei „Zum
grünen Laub' ſtattgefundenen Verſammlung, in der u. a. auch der
Herr Oberbürgermeiſter ſowie die Herren Stadtverordneten Berg
ſträßer, Müller und Dr. Oſann zugegen waren, nicht vorbehalten
war, dieſe Angelegenheit endgiltig zur Erledigung zu bringen, ſo
hat ſie dieſelbe doch derart gefördert und in Fluß gebracht, daß die
Realiſierung des beabſichtigten Projekts wohl nur noch eine Frage
einiger Zeit iſt. Es ſteht dies umſomehr zu erwarten, als anzu
nehmen iſt, daß ſowohl die betr. Hausbeſitzer als auch die übrigen
Jutereſſenten einerſeits ihre Forderungen herabſetzen, andererſeits
aber die gezeichneten Beiträge erhöhen und ſo die noch fehlende
verhältnismäßig kleine Summe aufbringen. Sehr zu bedauern wäre es,
wenn, nachdem ſich die Stadtverordneten=Verſammlung ſo
entgegen=
kommend gezeigt hat, das Projekt jetzt noch ſcheitern ſollte. (D. Z.
Von Profeſſor Noacks Auferſtehungsbild, welches die
hieſige Friedhofshalle ſchmückt, ſind nunmehr im Hanfſtängel'ſchen
Kunſtverlag in München photographiſche Nachbildungen in fünf
ver=
ſchiedenen Formaten erſchienen - vom großen Facſimile= bis herab
zum Kabinetsformat. In den Auslagen der Köhler'ſchen
Buch=
handlung EEliſabethenſtr. 4) iſt augenblicklich eine ſolche
Photo=
graphie in größtem Format zur Ausſtellung gebracht.
2x Wie wir hören, wird unſere Stadt in nächſter Zeit in Frl.
Kuno=Koch von hier eine neue Geſangslehrerin erhalten. Die
Dame, welche durch ein Halsleiden ihre bisherige Carriére
einſt=
weilen aufzugeben gezwungen iſt, iſt ſeit Jahren mit großem Beifall
in England als Konzertſängerin aufgetreten und man ſieht ſie dort
ungern ſcheiden. Wir entnehmen einer uns vorliegenden Kritik das
Nachſtehende: Zwiſchen dem 2. und 3. Akte ſang die Gaſtin des
Abends Frl. A. K. das Flotow'ſche Lied: „Letzte Roſe und eine
Bellini'ſche Coloraturarie. Wir lernten in ihr eine junge, ſehr
ſtimmbegabte Sängerin kennen, welche mit Reinheit und Innigkeit
des Tones eine ſehr bedeutende Geſangskunſt verbindet. Nament=
45
2308
lich ſind die Triller und Staccati der jungen Dame, welche
über=
dies über eine reizende Erſcheinung gebietet, von geradezu
tadel=
loſer Vollendung. Ihre Vorträge entfeſſelten den ſtürmiſchſten
Bei=
fall. Frl. A. K. wird morgen Abend noch einmal auftreten und
unter anderm die ſchwierigen, eine bedeutende Geſangstechnik
erfordern=
den Variationen von Proch zu Gehör bringen.— Das nach dem
2. Akte erfolgte Auftreten der Sängerin Frl. A. K. bot eine
unge=
mein intereſſante Abwechslung; zeigte die Künſtlerin bei dem erſten
Liede auch einige Befangenheit, ſo war dieſelbe bei der Arie
voll=
ſtändig geſchwunden und die letztere, welche hohe Anforderungen
ſtellt, gelang ganz vorzüglich. Frl. K. verfügt über ein
umfang=
reiches Organ und beſitzt eine ausgezeichnete Schule, was ſie
nament=
lich durch die reine Ausführung der Coloraturen bewies.
Hoffent=
lich haben wir die junge Dame nicht zum letztenmale gehört.
Mainz, 8. Oktober. In den letzten Tagen fand hier eine
Prüfung mehrerer Lehrlinge von Kondi toren, welche Mitglieder
des mittelrheiniſchen Konditorverbandes ſind, ſtatt. Die Prüflinge
mußten Backwerk durch alle Rubriken anfertigen, dann ein
theore=
tiſches Examen ablegen. Beides beſtanden ſie ſo gut, daß die
Prüfungskommiſſion ihnen ſämtlich das Prädikat „ſehr gut=
er=
teilte. Die ausgeſtellten Lehrbriefe ſind die erſten
Verbandslehr=
briefe, welche in Mainz erteilt wurden.
Die „Voſſ. 3tg. meldet aus Brüſſel, der Kommunalrat beſchloß
einſtimmig bei der Regierung den Eiſenbahnbau Mainz=Brüſſel
zu befürworten.
In der Anklageſache gegen den des Doppelmordes
beſchul=
digten Schuhmacher Herbſt hat ſich dieſer Tage Herr
Unter=
ſuchungsrichter Keller nach dem Zuchthaus Marienſchloß bei
Rocken=
burg begeben, um daſelbſt eine Reihe von Zeugen zu vernehmen,
welche ſeiner Zeit mit Herbſt gemeinſchaftlich in dem Zuchthauſe
geſeſſen haben. Es handelt ſich vornehmlich um Aeußerungen,
die Herbſt in Bezug auf ein zu begehendes Verbrechen gethan haben
ſoll. Wie wir vernehmen, ſoll die Zeugenvernehmung ein beſonderes
Reſultat nicht ergeben haben.
Frankfurt, 8. Oktober. Dem Vernehmen nach wird Emil
Götze von Köln demnächſt hier gaſtieren und zwar als „
Stolzing=
am 16. und als „Lyonel; am 19. d. M. Frau Marie Geiſtinger
aus Wien, welche eine Tournée durch Deutſchland unternimmt,
be=
abſicht ebenfalls an mehreren Abenden hier aufzutreten.
Karlsruhe. Von zwei Wettermachern ſchreibt man der
„ T. N.1. Der Ehevertrag zwiſchen dem Erbgroßherzog von Baden
und der Prinzeſſin Hilda von Naſſau wurde bekanntlich von dem
Präſidenten Regenauer von badiſcher Seite mit einem hohen
Be=
amten des Naſſauer Fürſtenhauſes in Heidelberg abgeſchloſſen Als
nun jüngſt in Karlsruhe faſt all die ſchönen Feſttage verregneten,
entſtand dort das gelungene Witzwort: Wie kann es auch anders
ſein, wenn Regenauer mit einem Naſſauer den Vertrag macht!
Verlin, 1. Oktober. Im Prozeß gegen Maler Prof. Graef
und Genoſſen wurden ſämtliche Angeklagte freigeſprochen.
Berlin. Nach einer Mitteilung des kaiſerlichen Reichs=
Poſt=
amtes hat die königl. ſerbiſche Regierung die Garantie für die
ord=
nungsmäßige Beforderung telegraphiſcher Depeſchen auf den dortigen
Linien bis auf Weiteres abgelehnt.
Athen, b. Oktober. Auf der jüngſt eröffneten Eiſenbahnſtrecke
Corinth=Liata hat ſich ein ſchweres Unglück ereignet. Etwa 50
Per=
ſonen wurden getötet und verletzt.
Madrid, v. Oktober. Der Aerzteausſchuß, welcher eingeſetzt
war, um den Erfolg der Ferrauſchen Impfungen zu prüfen, hat ein
ungünſtiges Urteil über dieſelben abgegeben.
Einfühtung in die Oper „Silvanas.
Am 24. November 1800 wurde in Freiberg im ſächſiſchen
Erzgebirge (nicht in Chemnitz), die Oper „das Waldmädchen
des damals etwa 14jährigen Karl Maria von Weber zum
erſten Male aufgeführt. Der Direktor der dortigen
Schauſpiel=
truppe, Ritter Karl von Steinsberg, hatte das Textbuch nach
einem vorhandenen,Ritter=Roman' geſchrieben. Die Oper, Webers
2. dramatiſches Werk, fand eine geteilte Aufnahme und gab
Ver=
anlaſſung zu einer unerquicklichen Polemik in öffentlichen Blättern
zwiſchen dem jungen Lomponiſten und den geſtrengen Kritikern
Freibergs. Dennoch wurde das „Waldmädchen; auf andern
Bühnen gegeben, ſo am 4. Dezember 1804 in Wien auf dem
Marinelli'ſchen Theater in der Leopoldsſtadt, unter dem Titel:
„das Mädchen aus dem Speſſartwaldel, wo die Oper, nach
Karl Maria von Weber, 14 Aufführungen erlebte.
Acht Jahre ſpäter, 1808, ließ Weber, der zu jener Zeit in
Stuttgart weilte, ſich von ſeinem dortigen Freunde, Franz Karl
Hiemer, ehemaliger Offizier, dann Schauſpieler, Bühnendichter
Ueberſetzer franzöſiſcher Opern ꝛc.) den Text der Oper „
Silvana=
fertigen, wie er ſelbſt ſagt: nnach dem Sujet des früheren
Waldmädchens von Hiemer, neu bearbeiteti.
Der
Textverfaſſer vermochte indeſſen nicht dem Buche, in einer Zeit
entſtanden, wo die „Ritter=Romanel von Cramer, Spieß und Con=
197
ſorten blühten, eine bedeutſamere, nicht einmal eine bühnenpraktiſche
Form zu geben; ſo erſcheint im 5. Akt, kurz vor dem letzten Finale,
eine ganz neue Figur im Pilgergewande: die die höchſt verworrene.
bis dahin vollſtändig unklare Handlung durch eine Erzählung zu
entwirren ſucht, die in dem Bühnenbuche etwa 10 Seiten in Quart
einnimml. Dies allein ſchon mußte das Buch, und dadurch auch
die ganze Oper, auf die Dauer unmöglich machen
abgeſehen
von andern, durchaus undramatiſchen Einzelheiten, wie z. B. die
Scene in dem großartigen 11. Finale, wo der bewußte „unbekannte
Ritter” ſämtliche vier „Turnier=Dänke;, in vier Wiederholungen,
empfängt (in vorſtehender Bearbeitung entfernt). — Weber begann
die Kompoſition der Oper „Silvana;, ſein 6. Bühnenwerk, im
Jahr 1868 in Stuttgart und vollendete ſie 1810 in Darmſtadt:
ihre erſte Aufführung erlebte Silvana am 16. September 1810 in
Frankfurt, und Caroline Brandt, Webers nachherige Gattin,
ſpielte die Titelrolle, „das ſtumme Waldmädchen: Andere Bühnen
folgten, ſnach F. W. Jähns): Würzburg 1811 0) Berlin
Hoftheater) 1812, neu einſtudiert 1814 und 1826; Dresden 1815,
Prag, 181½, n. e. 1825: Bremen, 1817, n. e. 1829, Leipzig,
1818¾ Königsberg, 1821, n. e. 1830; Riga, 1823; Weimar,
1834; Wien brachte 1822 nur das große 11. Finale im Konzert
zur Ausführung. Für die Aufführung in Berlin, 1812, ſchrieb
Weber 2 neue Arien Cenor=Arie Akt 1 und Sopran=Arie, hier
Akt 111), welche der Partitur ſehr zum Vorteil gereichten. Er
ſelbſt ſagt darüber: „— Durch die neuen Arien hat die Oper ſehr
gewonnen; erſt hier iſt mir die wahre Anſicht über
Arien=
formerſchienen.; — Die letzten Neueinſtudierungen der Silvana”
fanden 1855 in Dresden und 1858 in Berlin auf der Kroll'ſchen
Bühne ſtatt. Bei Gelegenheit dieſer Dresdener Aufführung ſagt
ein dortiger Berichterſtatter in der Berliner Voſſiſchen Zeitung u. a.
über das Werk: in Silvana begegnet uns „ſchon die reiche
unver=
ſiegliche Quelle von Melodien, die charakteriſtiſche Wahrheit und
Eigenheit der harmoniſchen Behandlung, die leichte gefällige und
anmutige Geſtaltung der Form, die Webers vollendetere
Erzeug=
niſſe charakteriſieren und ſie zu Lieblingen nicht nur der Kunſtfreunde,
ſondern im beſten Sinne des Wortes zu Lieblingen ganzer Völker
gemacht haben.: Daß das große II. Finale „durch Löſung einer
komplizierten dramatiſchen Aufgabe, eine ſo mächtige Geſtaltungs=
und Steigerungskraft; beſitzt, die „an Eurhanthe erinnert', beſtätigt
uns F. W. Jähns, einer der gründlichſten Kenner Weber'ſcher
Muſik und Kompoſitionen. — Auch jene Neueinſtudierungen neueren
Datums werden hauptſächlich an den angedeuteten dramatiſchen
Mißſtänden des Buches geſcheitert ſein.
Dies bedeutſame Werk des Lieblingskomponiſten unſerer Nation
den deutſchen Bühnen und ihrem Publikum wieder zu gewinnen,
war die Aufgabe der beiden Neu=Bearbeiter der Oper. Eine neue
bühnenpraktiſche Handlung mußte geſucht werden, welche dem
roman=
tiſch=heroiſchen Charakter der Muſik, wie den humoriſtiſchen Teilen
derſelben entſprach. Der Bearbeiter des Textes glaubt ſie im
Be=
reich der Sage, in freier Geſtaltung, wenn auch unter Anlehnung
an die bekannte rheiniſche Sage von den Burgen „Sternberg
und Liebenſtein; gefunden zu haben. So entſtand das Buch,
bei deſſen Ausführung noch folgende Rückſichten maßgebend waren.
Erſtens mußten Situationen geſchaffen werden, die Gelegenheit
boten, ſämtliche Nummern der Silvana=Partitur dramatiſch
ver=
werten zu können und zweitens mußte wieder bis in's Detail
Bedacht darauf genommen werden, den einzeln Nummern eine
Tertunterlage zu geben, daß ſich überall Text und Muſik genau
nach den Intentionen des Komponiſten decken. Aus dieſem Grunde
wurde es nötig, hie und da den alten Originaltert beizubehalten
und konnten an mehreren Stellen die öfteren Tertwiederholungen
durchaus nicht vermieden werden. Man findet dies übrigens auch
in den hochdramatiſchen Situationen der Weber'ſchen Bühnen=Werke.
Daß die Reihenfolge der Muſikſtücke nicht ſo, wie in der Original=
Partitur beibehalten werden konnte, iſt ja deshalb ſchon von
unter=
geordneter Bedeutung, als ja dieſelben im Original ohnehin nicht
zuſammenhängen, ſondern durch Dialog getrennt ſind. Einzelne
Muſikſtücke mußten in andere Tonarten übertragen werden
eines=
teils, weil die Beifügung einer Singſtimme (wie in den
urſprüng=
lichen Melodramen), es nothwendig machte, andernteils weil eine
Korreſpondenz der nun fortlaufenden Muſikſtücke bezüglich der
Ton=
arten hergeſtellt werden mußte.
SSchluß folgt.)
Tageskalender.
Samstag, 10. Oktober: Reunion in der Vereinigten Geſellſchaft.
Verſammlung des Kaufmänniſchen Vereins im Vereinslokal.
Montag, 12. Oktober: Ordentl. Generalverſammlung des
Muſik=
vereins in der Aula der Realſchule.
Oeffentliche Sitzung der
Großh. Handelskammer zu Darmſtadt.
Dienstag. 13. Oktober: Generalverſammlung des Muſikvereins in
der Aula der Realſchule.
Drus ind Verlagi L. 6. Milſcide Hoſonaduſenel. - Mranivonlicg fir die Redaclon: CSanl Mülſ.