den 28. Januarii.
1762.
1m. IV.
Mit Hochfuͤrſtl. Gnaͤdigſtem PRIVILEGIO.
Darmſtaͤdtiſches
Frag= und Anzeigungs=Blaͤttgen/
zu finden bey Gottfried Heinrich Eylau, Hof=u. Cantzley=Buchdrucker.
AVERTISSEMENT.
Nachdeme die Sommer= und Winter=Maſt=Hammel=Wayde zu
Leeheim, allhieſigen Ober=Amts, auf kommenden Michaelis leyhfaͤllig, und
adermalen Freytags den 29ſten hujus in loco Leeheim Morgens um 9 Uhr auf
daſigem Rath=Hauß oͤffentlich aufgeſtecket, und dem Meiſtbietenden auf ſechs
nacheinander folgende Jahre uͤberlaſſen werden ſoll; Als wird ein ſolches dem
Publico bekannt gemacht, daß ſich die Liebhaber zu vorbemeldetem Schaaf=
Woyd=Beſtand in termino und loco einfinden, die Conditiones vernehmen,
und alsdann mitbieten koͤnnen. Sign. Dornberg am 8ten Jan. 1762.
Füͤrſtl. Heßiſ. Ober=Amt daſelbſt.
Nachdem die Schaaf=Wayde zu Bauſchheim naͤchſtkuͤnftigen
Michge=
lis=Tag leyhfaͤllig wird und dahero den 5ten Februarii daſelbſten auf dem
Rath=Hauß, Morgens um 9 Uhr, an den Meiſtbietenden in einen
ander=
weiten 6=jährigen Beſtand uͤbergeben werden ſoll; So wird ſolches zu dem
Ente hiermit oͤffentlich bekannt gemacht, damit diejenigen, welche, gedachte
Schaaf=Wayde zu beſtehen, Luſt haben moͤgten, ſich in termino zu
Bauſch=
heim einfinden, naͤhere Conditiones vernehmen, und ſofort mitbieten koͤnnen.
Fürſtl. Heßiſ. Amt daſelbſt.
Ruͤſſelsheim den 5ten Jan. 1762.
Nachdem der Beſtand der gemeinen Schaaf=Wayde zu Groſengerau.
kuͤnftigen Michaelis=Tag faͤllig wird und deshalben den 9ten Febr. Morgens
um 9 Uhr, auf dem Rathhauß daſelbſt, durch öffentliche Verſteigerung dem
Meiſtbietenden anderweit auf 6 Jahre verliehen werden ſoll; ſo wird ſolches
dem Publico hiermit darum oͤffentlich bekannt gemacht, damit die etwaigen
Liebhaber gedachten Beſtands ſich an gemeldetem Tag und Ort einfinden, die
Conditlones vernehmen= und darauf mitbieten koͤnnen. Rüſſelsheim den
Fuͤrſtl. Heßiſ. Amt daſelbſt;
16ten Jan. 1762.
Bey dem Fürſtl. Zoll=Verwalter Gumpff ſind Looſe zu der erſten Claſſe
der hieſigen, beſonders ſehr favorablen Lotterie, a 2fl. 20 kr. der Plan davon
ber gratis zu haben, darin das weitere zu erſehen, wobey zur Nachricht
die=
net, daß, wie bey allen Lotterien, alſo auch bey dieſer die eingelegte Gelder in
derer Collectorum Haͤnden von einer Claß zur andern verbleiben. Da die
Ziehung ſobalden geſchehen ſoll, als die Looſe untergebracht ſeyn werden; ſo
wird ein jeder auf die baldige Einlage bedacht ſeyn. In der gantzen Lotterie
iſt folgendes zu gewinnen, als: 1 Loos oder Preis a 10000 fl. 1 a 5000,
20 3000, 1a2400,24 2000, 2a1500,401000, 11a500, 26a300, 42a200,
68 a 100 fl. nebſt viete Mittel=Preis.
Da der Ziehungs=Termin zu der von Gr. Hochfuͤrſtl. Durchl. des
regie=
renden Herrn Landgraffen zu Heſſen=Darmſtadt privilegirten erſten hieſigen Lot=
Lerie heran nahet, ſo werden die reſp. Herrn Liebhaber erſucht, mit der Einlage zu
eilen, maßen nur noch wenige ganze Looſe a 2 fl. 20 kr. halbe a 1 fl. 10ke. und
Quart=Looſe a 35 kr. bey Joh. Phil. Becker, Caffetier alhier, zu haben ſind;
was mit dieſer geringen Einlage zu gewinnen, iſt aus dem Plan zuerſehen,
wel=
che= gratis ausgegeben wird. Und da die zweyte Claſſe der 7ten Erbach=
Schoͤn=
bergiſchen Loitebie nach dem Plans maͤßigen Termin mit aller Accuraieſſe gezogen,
worden, ſo koͤnnen die Gewinnſie auf nachfolgende Nro. ſtuͤndlich in Empfang
genommen werden: als Nro. 7370. Deviſe J. P. B. 200 fl. 7580. 100 fl.
3761. 100 fl. 7594. 50fl. 7788. 50 fl. 8793.25fl. 8743. 20fl. 7746. 20 fl.
14382. 18 fl. 7755. 18 fl. 7344. 16 fl. 7558. 14 fl. 8719. 12fl. 7727. 10fl.
3745. 8 fl. 7354. 8 fl. Preiß von 7fl. 18555.18554.1855r.18561. 18562.
7319. 14397.7713 8753.7540. 7509. 7799. 7534. 8703. 7767. die
liegen=
gebliebene Looſe aber muͤſſen ſtuͤndlich renoviret werden, indem die 3te Claſſe
ohn=
gbaͤnder lich den 1ſten nechſten Monats Febr. gezogen wird, bis dahin ſind noch
einlge ganze Kauff Looſe a 12fl. halbe a6fl. und Quart=Looſea3fl. zu haben; wie
nicht weniger Looſe zur 1ſten Claſſe der 7ten St. Petri Kirchen Lotterie der Kayſ.
freyen Reichs=Stadt Dortmund, in welcher mit der geringen Einlage von 4fl.
15 kr. im gluͤcklichen Fall kan 40000 fl. teutſch curantem Geld gewonnen
werden. Die Plans davon werden gratis ausgegeben.
Von der hieſigen erſten Lotterie iſt die Nro. 1701. verlohren worden; da
nun niemand anderſt als dem wahren Eigenthuͤmer der auf dieſe Nro.fallende
Gewinnſt ausbezahlt wird, ſo wirb jedermann erſucht, dieſe Nro. nicht an ſich zu
kauffen, ſondern ſolche gegen ein Douceur dem hieſigen Caffetier Jphann Philipp
Becker zuzuſtellen.
Es werden in eine renomirte Specerey=Handlung zwey junge Leute von 16
bis 18. Jahr, die rechnen und ſchreiben koͤnnen, auf ſechs Jahr ohne Lehr=
Geld=
von honetten Eltern, in=oder auſſerhalb Darmſtadt, in die Lehre geſucht; wer
hierzu Belieben traͤgt, kan ſich bey Ausgebern dieſes melden.
Der Füͤrſtl. Hof=Tanzmeiſter allhier, Sr. le Roi aus Franckreich, bietet
dem Publico hierdurch ſeine Dienſte in Unterrichzung im Tanzen an, und
laͤßt zugleich hiermit bekannt machen, daß er in dem Wirthshauß zum
Froͤlich=
mann, einen Tanzſaal gemiethet, wo er denen Manas= und Frauens=Perſonen
woͤchentlich viermal, und zwar Erſteren von Abends 6 bis 9 Uhr, Letzteren
denen Frauens=Perſonen aber, in denen Vormittags=Stunden, Lection in
dem Tanzen zu geben ſich erbietet. Jede Perſon wird demſelben dafuͤr
monat=
lich, oder fuͤr 16 Stunden, mehr nicht als zwey Gulden zahlen; und koͤnnen
diejenige, die ſich ſeines Unterrichts bedienen wollen, bey demſelben in ſeinem
Logie in der Hechelgaß in des Seiler Betzen Hauß, gegen des Raths=
Ver=
wandten Schwarzen Hauß uͤber, ſich beliebig melden, und daſelbſt weitere
Nachricht von ihm ſelbſt einziehen.
Zu verlehnen wird angetragen:
Drey hundert Gulden vormundſchafftliche Gelder ſind auszulehnen, wer
dieſertwegen eine ſufficiente Verlegung ſtellen kan, wird in der Buchdruckerey
naͤhere Nachricht haben koͤnnen.
Item 100 Rthlr. werden gegen eine gerichtliche Verlegung zu verlehnen
angetragen, und in der Buchdruckerey zu erfragen.
Bey dem Dreher Sinnigſon, in der kleinen Ochſengaß, iſt ein Logie zu
verlehnen; wer hierzu Luſten hat, kan ſich bey demſelben melden.
Zum Verkauff wird angetragen:
Bey dem hieſigen Specerey=Haͤndler, Johann Ludwig Bruͤckner, wohne
hafft an der Stadtkirch, kan wan dermalen friſch geſalzenen auch gewaͤfferten
Lapperdan und Heringe, um einen billigen Preiß haben.
Beym Specereyhaͤndler Ewald, in des Hrn. Duby Behauſung, iſt zu haben
neuer Bolchedas E. geſalzenen 10 kr. gewaͤſſerten 8 kr. auch gewaͤſſerte Herlnge.
Beſondere Nachricht.
Die erkannte viele und wirckliche Gnaden=Wohthaten GOttes erweckten
dieſe Freunde an zu einer thaͤtigen Danckbarkeit, wie ſie hier an denen Wayſen
be=
wieſen. Ein guter Freund ſchickte den 22ſten Jan. 3 fl. GOtt zu dancken vor den
Seegen, welchen er im vorigen Jahr zuflieſſen laſſen, und ihn zu bitten, daß er auch
in dieſem Jahr ſeine Gnade erzeigen, und mit ſeiner Seegens=Hand beyſtehen
wolle. Einige in dem Wayſenhauß verſammelte Freunde verehrten den 23ſten
3fl. 20 Alb. 4 Pf. Den 26ſten verehrte ein mehr mildthaͤtiger Freund5 fl. wegen
wieder geſchenckten Geſundheit dem groſen GOet Preiß und Danck zu ſagen.
Eod. uͤberſchickte ein anderer Gutthaͤter 2fl. Aus dem Stock ſind 11 Alb. 6 Pf.
einkommen. Wir preiſen GOtt mit dieſen milden Freunden und bitten
demuͤ=
ehigſt, er wolle ferner Wohl an ihnen thum, ſie mit Leben und Seegen erfreuen,
und ihnen ſeyn ein gnaͤdig=reicher Vergelter.
Angekommene frembde Herren Paſſagiers.
Mir. le Camtede Pies, Franzoͤſiſcher General. Herr Kemph. Doctor von Homburg an der Hohe.
Herr Weick, Kayſ. Kriegs Secretarius.
Logiren im Trauben.
Herr Gerbard, Kauffmann von Ruͤrnberg.
Lozirt im Froͤlichmann.
Ab= und durchgereiſte Herren Paſſagiers.
Herr Graff Pergen, Kayſ. Geſandter. Mſr. le Pri ce de Porchalſſe. Mſr. 1e Marqus de
Tornet, und7 Subaltern=Officiers, wie auch5 Kanff= und Handels=Leute.
Preiß der Lebens=Mittei.
Ein Malter Korn
5.fl. = Bratwuͤrſt
5. alb.
= Gerſte.
4.fl. = Leberwuͤrſt
4. alb.
Ein Maaß junges Bier
3.xr. = Blutwuͤrſt
4. alb.
Ein Maaß altes Bier
4. xr.= Hammelfleiſch 3. alb. 4. Pf.
Ein Malter Speltz
2fl. 5.alb.== Schaaffleiſch
Hafer 2.fl.22.alb.4. Pf. Ein Kalbs=Geling
7. alb.
RockenMehl
5fl8alb. = Kalbs=Kopf
5. alb.4. Pf.
Weiß Mehl
7.fl. 10.alb. = Kalbs=Gekroͤß
7. alb.
das Pf. Ochſenfl.
3.alb.6. Pf. Ein Pfund Butter
18. xr.
= Rindfleiſch
3.alb.4. Pf. Ein Kumpf geſchelter Hitſche 16. alb.
= Kalbfleiſch
3alb. 4. Pf.= grobgeſchelte Gerſte 16. alb.
= Schweinenfleiſch 3.alb.6. Pf.= klein geſchelte Gerſte 20. alb.
= Schweinenſchmaltz
12. alb.
6 alb. = = Erbſen
8 alb. = Linſen
10. alb.
Speck
„
6. alb. 4. Eyer
. Doͤrrfleiſch
2.alb.
1) Gebohrne und Getauffte.
Herrn Maximilian Auguſt Henrich Deutter, Fuͤrſtl. Cammer=Muſicus, ein Soͤhulein.
Herrn Johann Henrich Walloth, Burger und Specerey=Handler, ein Soͤhnlein.
Meiſter Johann Friedrich Roth, Burger und Hof=Guͤrtler, ein Toͤchterlein.
Johana Peter May, Burgr und Fuhrmann, ein Söhnlein.
Johann Nicolaus Allmann, Burger und Fuhrmann, ein Soͤbnlein.
Albertus Sey, Tohacks=Krämer, ein Soͤhnlein.
Meiſter Georn Wilhelm Riederboͤffer, Burger und Metzger, ein Toͤchterlein.
Johann Philipp Klump, Beyſaß, ein Soͤhnlein.
Anna Barbara Oſtmaͤnnin, ein unehel. Toͤchterlein.
2) Copulirte.
Meiſter Leonhart Eckhart, Burger und Maurer allhier, ein Wittwer, und Anna Margretha,
weyl. Johann Adam Weſterwalds, geweſ. Gemeindesmanns zu Weiderſtadt,
nach=
gelaſſenen ehel. Tochter.
3) Geſtorbene und Beerdigte.
Anna Barbara, Chriſtopb Runglers, Beyſaß und Schroͤders, Ebefran, 58 Jahr alt.
Des weyl. Tapecierer Buchsbaums, hinterl. Wittib, 40 Jahr.
Maria Catharina Germännin, von Brandau, 46 Jahr.
Herrn Georg Ludwig Mabler, driten Stadt=Praͤceptor, ein Soͤhnlein,„Wochen.
Meiſter Oſt, Burger und Schreiner, ein Toͤchterlein, 5 Jahr 8 Monat=
Arnold Helffmann, Beyſaß, ein Söͤhnlein, 4 Jahr.
Jacob Brand, ein Hoſpitalit, 21 Jahr.