den 28. Februarii.
Num. IX. 1760.
Mit Hochfuͤrſtl. Gnaͤdigſtem PRIVILEGIO.
Darmſtaͤdtiſches
Frag= und Anzeigungs=Blaͤttgen/
zu finden bey Gottfried Heinrich Eylau, Hof=u. Cantzley=Buchdrucker.
AVERTISSEMENT.
Nachdeme auf ergangene Hoch=Fuͤrſtliche Regierungs=Verordnung
des Hofknopfmacher Bauers Wohnhauß auf dem Bruͤckelgen neben der
Buch=
druckerey nechſtkuͤnftigen Bettag, als den 5ten Martii 2. c. auf dahieſigem
Rath=Hauß oͤffentlich aufgeſtecket, und an den Meiſtbietenden, ſalva tamen
ratificatione, uͤberlaſſen werden ſoll; So wird ein ſolches dem Publico
hier=
mit bekandt gemacht.
Zum Verkauff wird angetragen:
Auf naͤchſt kommenden Monathlichen Bet=Tag ſoll auf hieſigem
Rath=Hauß mein des Burgens und Schneider=Meiſters Johann Martin
Arculariuſen Hauß, vornen in der Nebenſackgaſſe, naͤchſt der weiſſen
Thor=
ſtraſſe, oͤffentlich aufgeſteckt und an dem Meiſtbietenden verkaufft werden;
Wer
Wer darzu Luſten hat, kan ſich an bemeldtem Tage auf dem Rath, Hauß
einfinden und mit bieten.
Nachdem des verſtorbenen Fuͤrſtl. Rechnungs=Rath Herrn Hermanns
ſel. hinterlaſſene Elben geſonnen ſind, ihr Elterliches Hauß zukommenden
Dienſtag als den 4. Martii oͤffentlich aufſtecken und gegen baare Bezahlung
an den Meiſtbletenden zuſchlagen zu laſſen; Als wird ein ſolches hierdurch
be=
kannt gemacht, und belieben ſich diejenigen, welche hierzu Luſt haben,
Mor=
gens früh um 9. Uhr in erſagter Behauſung einzufinden.
Verlohrne Sachen.
Am Samſtage vor acht Tagen ſind 3. zinnerne Teller aus elnem
Hau=
ſe entwendet worden; Wer davon Nachricht hat, wolle es in der
Buchdru=
ckerey anzeigen.
Zu verlehnen wird angetragen:
2. Stuben. 2. Cammern, 1. Kuͤche, 1. Stuͤck Keller, 1. Pferd=und
Schwein=Stall, eine Scheuer und ein Boden; wer davon naͤhere
Nach=
richt verlanget, kan ſich in der Buchdruckerey melden.
Den 3. Mertz wird bey Straff der doppelten Auszahlung der
Ein=
lage die Franckfurther 12te Caſten=Amts=Lotterie erſte Clatßz gezogen,
wofern ſolches nicht geſchehen ſoll. Davon ſind noch wenige Looße bey
dem Zoll=Verwalther und Mehlwaagſchreiber Sumpff zu haben. Die
gantze Lotterie beſtehet nur in 6000 Looßen, das Looß 1. fl. 20. kr. dafuͤr
das Beſte fl. 1200. 600. 300. 200. 100. 75. 4 mahl 50 fl. nebſt vielen
Mittel=Preiß, der geringſte Preiß 4 fl. Ingleichem iſt bey demſelben zu
haben friſch angekommener Haͤlliſcher Kraͤuter=Thee.
Die Gnade des HErrn waͤhret fuͤr und für uͤber unſere Wayſen.
Ein mehr mildthaͤtiger Freund verehrte den 21. Februarii 2. Laubthaler. Den
22 wurde 1. fl. 15. alb. gezablt, ſo denen Wayſen in einem Teſtament
ver=
macht worden. Ein Freund vom Land ſchickte den 25. 1 fl. ſpecies, ſo denen
armen Wayſen zugedacht worden. Aus vem Stock kommt mit 1. ſpecies
Ducat5 fl. 5.alb. Der HErr erhoͤre der Wayſen Dancken und Fürbitte,
und erzeige dieſen Feeunden ſeine reiche Gnade, auf Kindes=Kinder.
In
In hieſiger B druckerey iſt zu haben:
Neu=und viel vermehr. Franzoͤſiſch= Teutſches Sprach=Buch;
oder ſehr leichte Methode, wie ein Teutſcher, der nur ſchreiben und leſen
gelernet, auch ohne Sprach=Meiſter durch Huͤlffe der dabey ſtehenden
teut=
ſchen Buchſtaben, innerhalb zwey Monath zum franzoͤſiſchen Leſen,
Schrei=
ben und Reden, ſo viel noͤthig iſt, gelangen moͤge. in 8vo. a 20. kr.
Salomon Haaßens ſelbſtlehrende Rechenkunſt in 8vo. 1759. a 36. kr.
Dieſes gantz neue, auf eine ſehr deutliche und kurtze, auch zum Teil nochh
nie gezeigte Lehr=Art ausgearbeitetes Rechen=Buch, giebt einem Anfaͤnger
vollkommene Mittel an Handen, die Arithmetie ohne Lehrmeiſter zu erlernen.
Schilderungen. in 8vo. a 36. ke.
Der letzte Thierkrieg, eine Fabel zur Erlaͤuterung des achtzehenden
Jahr=
hunderts. in 8vo a 24. ke.
Verkuͤrtzung der langen Winter=Abende zweyer guten Freunde, durch
abwechſelnde Beſuchungen und dabey vorfallende Geſpraͤche und
Erzaͤhlun=
gen. in 8v0.a 30 kr.
Gedichte, nebſt einer kritiſchen Abhandlung einiger Anmerckungen uͤber
das Natuͤrliche in der Dichtkunſt. gros 8vo. a 34. kr.
Meine muͤßigen Stunden, nach dem frantzoͤſiſchen des Ritters von Are.
in 12 a 34 kr.
Freundſchafftliche Brieſe von der Verfaſſerin des David Simpels und
Schweſter des Herrn Fieldings. in 8vo. a1 fl.
Angekommene frembde Herren Paſſagiers.
Herr Jahn, Regierungs=Rath von Gießen
Herr Klingelhoͤffer, Amtsverweſer von Burggemuͤnde
Dieſe logiren im Trauben.
Herr Lenfant, Frantzoͤſiſcher Major
Dieſer logirt im Adler.
Herr Lakivier, Dector von Mayntz
Dieſer loglrt im Engel.
Ab= und durchgereiſte Herren Paſſagiers.
5. Frantzoͤſiſche Officier und 3. Kauff=und Handels=Leute.
Herr Ditſchoille, ein Mylord aus Engelland.
Preiß
Preiß der Lebezter=Mittel.
Vom vorigen - ſtag.
Ein Malter Korn
3.fl.20.alb.= Bratwuͤrſt
5. alb.
= Gerſte
2.fl. 25.alb. = Leberwuͤrſt
4. alb.
Ein Maaß junges Bier
3.xr.= Blutwuͤrſt
4. ald.
Ein Maaß altes Bier
4.xr.= = Hammelfleiſch 3.alb. 6. Pf.
Ein Maiter Speltz:
2fl. 20. alb. = Schaaffleiſch
= Hafer
6.alb.
Ein Kalbs=Geling
RockenMehl
4fl8. alb. = Kalbs=Kopf
5 alb.
Weiß Mehl
6. alb.
8.fl. = Kalbs=Gekroͤß
das Pf. Ochſenfl.
3.alb.4 Pf. Ein Pf. Butter
13. 14. xr.
= Rindfleiſch
3.Alb. Ein Kumpf geſchelter Hitſche 20. alb.
= Kalbfleiſch
3. alb. = = = grobgeſchelte Gerſte 16. alb.
= Schweinenfleiſch
4.alb. „= klein geſchelte Gerſte 20. alb.
= Schweinenſchm.
6.alb. = Erbſen
12. alb.
= Speck
10. alb.
8.alb. = Linſen
Doͤrrfleiſch
2 alb.
6. alb. Eyer 6.
Rota. Der Preiß des einem jeden Metzger beſonders geſchaͤtzten Flelſches Mander in ſedem
Stand, und in denen Haͤuhern befindlichen ſchwartzen Taſel, von dem Marckmeierſt mik
Kreide angeſchrieben zu erſeben.
Geſtorbene in voriger Woche.
Herr Georg Chriſtoph Welcker, Fürſtl. Regierungs=Regiſtrator, 32. Jahr
3. Monath 1. Tag alt.
Herrn Martin Gottlieb Kemke, Cammer=Diener bey Ihro Hochfuͤrſtl.
Durchl. Printz Georg Wilhelm, ein Soͤhnlein, 1. Jahr 5. Monat.
Meiſter Johann Philipp Heim, Burger und Seiler, 46. Jahr 1. Monat
5. Tage.
Anna Margaretha Burgerin, Meiſter Johannes Burger, geweſenen
Bur=
ger und Zimmermann, hinterbliebene Witwe, 70. Jahr 5.
Mo=
nat 18. Tage.
Johann Peter Buͤttner, Herrſchafftl. Knecht, ein Soͤhnlein, 3. Jahr.
Chriſtina Muͤllerin, eine Wittwe, 62. Jahr.