Mit Hochfuͤrſtl. Gnaͤdigſtem PRIVILEGIO.
zu finden bey Gottfried Heinrich Eylau, Hof=Buchdrucker.
Es wird zum Verkauf angetragen:
1. Einwohlgelegenes Hauß mit 6. Stuben, eben ſo viel Kammern und Kuͤchen,
hat einen vortrefflichen Keller, und alle uͤbrige Commoditaͤt, es kan auch mit
denen oder ohne die darinnen befindliche Meubles erkaufft werden; wovon in
der Buchdruckerey naͤherer Bericht zu vernehmen.
2. Nachdeme auf eingelangten Hoch=Fuͤrſtlichen Regierungs=Befehl des Hof=
Juden Eli Heſſekiel dahier zu Seeheim und Jugenheim gelegene beyde
wohl=
gebaute Haͤuſer, ſambt denen darzu gehoͤrigen Gebaͤuen und Gaͤrten ꝛc. ꝛc.
Samſtags den 2. April. an den Meiſtbietenden gegen baare Zahlung
ver=
kauffet werden ſollen; So wird dieſes dem Publico zu dem Ende bekannt
gemacht, damit der=oder diejenige, ſo zu einer von dieſen beyden Hoff=
raithen
[ ← ][ ][ → ] raithen Luſten haben moͤgten, ſich bemeldeten Tages Vormittags auf dem
Rath=Hauß dahier einfinden, und der Steigerung beywohnen koͤnnen.
Seeheim den 20. Martii 1740.
3. Das vor 8. Tagen gemeldete Meiſterſtuͤck, in einem von Nußbaum
ein=
gelegten Tiſch beſtehend, wird erſt auf kuͤnftigen Montag ausgeſpielt
wer=
den; es mangeln nur noch etliche Perſonen, welche ſich im Gaſthauß zum
Ochſen zu melden erſucht werden, allwo ſie ihre Nahmen gegen Erlegung
1. fl. einſchreiben, und ſich Montags Nachmittags um 4. Uhr zum
aus=
ſpielen einfinden koͤnnen.
4. Nachdem Johann Theobald Mercier, ein extraguter und wolerfahrner
Fran=
tzoͤſiſcher Sprach=Meiſter, welcher auch ziemlicher maßen in der Latinitaͤt
erfah=
ren, und ſein perfe Teutſch redet, ſucht Stunden in den Haͤuſern, durch die
gnä=
digſte Erlaubniß von Ihro Hochfuͤrſtl. Durchl. dem regierenden Herrn
Landgra=
fen, unſers Gnaͤdigſten Fuͤrſten und Herrn, die Frantzoͤſiſche Sprache allhier in
der Stadt zu informiren, erhalten, ſo thut er dem Publico hiermit zu wiſſen, daß
er die Jugend ſehr wohl lehren wird, nach Auslegung aller Regulen ſecundum
grammaticam latinitatis, und eine ſehr gute Methodum hat, wie auch gewiſſe
Gaben von GOtt, als ein Sprach=Meiſter haben mag; nimmt Monathlich ein
billiges. Wann nun jemand oben bemeldte Sprach zu erlernen Belieben
traͤ=
get, der kan ſich bey ihme angeben, weßhalben er einem jeden Satisfaction leiſten
wird; iſt wohnhafft und anzutreffen bey Herrn Jahn, Barbierer in der
Ochſen=
gaß. Solte ihn auch jemand beſchicken, wird er ſeine Auſwartung machen.
5. Bey Johannes Wallrab, Canditor und Specerey=Haͤndler, iſt zu haben
fri=
ſche Bricken, das Pf. à 32. xr. Bourgonen Wein oder Cotte Rotie,
Muſca=
ten=Wein, um billigen Preiß, L' eau de Manheim oder das ſo genante
Mann=
heimer Wind=Waſſer, die Bouteille à 1. fl. eine halbe Schoppen=Bouteille à
15. xr. fein Thée Heyſon à 2.fl. 30. xr. das Pf. extra feinen Congo-Thée mit
weiſſen Spitzen, das Pf. 2. fl. 30. xr. Levantiſ. Caffée das Pf. 45. xr.
Zu entlehnen wird geſucht:
Ein Land=Mann begehrt 150.fl. er will dagegen unter gerichtlicher Verlegung
vor 300. fl. Feld=Guͤther verpfaͤnden.
Verlohrne und gefundene Sachen.
Es ſind 2. zinnerne Suppen=Teller verlohren gangen, wer ſolche gefunden, oder
an ſich gekauft, beliebe es in der Buchdruckerey zu melden, man iſt erboͤtig, das
davor gegebene Geld zu erſetzen.
Es hat ein Junggeſell eine Weiber=Taſche gefunden, wer ſich deßfalls melden,
und zum Wahrzeichen wird ſagen koͤnnen, was darinnen geweſen ſey,
dem=
ſelben ſoll ſie wieder zu Dienſte ſtehen.
Buͤcher/ welche zu verkauffen ſind:
1. Baieri Compendium Theologiæ poſitivæ.
2. Joh. Joach. Pinggiſeri Hodegus Homileticus, trigeſies & ultra varians,
uͤber die Sonn=Feſt=und Feyertaͤgliche Evangelia.
3. Diſſertatio de Ratione Status in Imperio Romano-Germanico Autore
Hip-
politho à Lapide in 12. Freyſtadi 1647. Dieſer Traat, welcher ſehr rar
geworden, iſt zu verkauffen à 5. fl.
4. Ehren=Gedaͤchtniß=Predigt der Durchlaͤuchtigſten Hochgebohrnen Fuͤrſtin
Annen Margarethen, Landgraͤfin zu Heſſen, gebohr er Graͤfin zu Diepholt
und Bronchorſt, ꝛc. nebſt vielen andern Fuͤrſtl. Gedaͤchtniß=Predigten, in
einem Folio=Band, mit ſchoͤnen Kupffern, à 2.fl. 30 xr.
5. Teatre Belgico di Gregorio Leti, mit vortrefflichen Kupffern, à 5.fl.
6. Koddige en ernſtige Opſchriften, &c. à 24.xr.
Beſondere Nachricht.
Fortſetzung Schreibens von Herrn Arnoult aus Pariß d. 23. Febr. 1740.
Wann der Zufall, wovon euer Freund betroffen worden, in der That ein
rech=
ter Schlagfluß iſt, kan dieſer krancke Freund ſich verſichert halten, daß ſo lange er
ſein des Herrn Arnoults Huͤlffs=Mittel, uͤber ſein Magen=Gruͤblein
herhangend=
an ſich traͤgt, und in dem Saͤcklein noch was uͤbrig ſeyn wird, ihm lediglich kein
weiterer Zufall von einem Schlagfluß zuſtoſſen werde. Man iſt deſſen deſtomehr
verſichert, als gewiß es iſt, daß ſeit 39. bis 40. Jahren, ſo lang dieſes Huͤlffs=
Mittel ausgegeben wird, kein Menſch gefunden worden, an welchem
daſſelbi=
ge ſeine Wuͤrckung und Krafft nicht gethan haͤtte, oder welchem bey dem
Ge=
brauch dieſes Mittels nur der geringſte Zufall von einem Schlagfluß begegnet
waͤre. Daß die mediciniſche Facultaͤt hiergegen niemals einen Widerſpruch
ge=
macht, iſt deſſen ein unbetruͤglich und warhafftes Zeugniß, was die Paralyſin
be=
triſſt, daferne es eine ſolche, und nicht vielmehr ein Reſervatiſmus iſt, ſo ſeynd
unterſchiedliche Geneſungen davon durch beſagtes Huͤlffs=Mittel an mehr als
200. Perſonen erfolget, dahero zu hoffen iſt, daß ſelbiges auch bey euren Freund
eine gute Wuͤrckung thun werde, auf welchen Fall ich denſelben erſuche, mir
da=
von Nachricht zu ertheilen; demſelben rathe zugleich, daß er die allerhefftigſte
Bewegungen der gelaͤhmten Gliedern vornehme. Belangend die warme
Baͤ=
der und die Fontanelle, ſo die Herren Medici und Chirurgi ihme zu verordnen
belieben werden, ſo beziehe mich deßfalls auf dererſelben Erfahrenheit; Alle
dergleichen Mittel koͤnnen die Wuͤrckung des meinigen niemals hemmen. Um
mehrgedachtes mein Huͤlffs=Mittel auf 100. Jahr lang in gleicher und
beſtaͤndi=
ger Krafft zu erhalten, muß man ſelbiges allezeit in einem Camin, worin taͤglich
Feuer gemacht wird, in dem Kaͤſtlein verwahret aufbehalten.
Angekommene frembde Herren Paſſagiers.
Herr Schwab, Cammer=Agent von Chur=Pfaltz, logirt im Trauben.
Ambſchel Salomon und Mayer Juda, zwey Juden aus Franckfurth, logiren
im Trauben.
Herr Snell, Studioſus aus Gieſſen, logirt im Loͤwen.
Herr Wagner, Amts=Adjunus von Braubach, logirt in der Cron.
Abgereiſte Herren Paſſagiers.
Herr von Wittorff, ein Baron aus dem Luͤneburgiſchen.
Herr Mentzer, Hof=Rath von Durlach.
Herr von Schlarowsky und Herr von Schintsky aus Pohlen.
Herr Graff von Blanckenheim.
Herr Denck, Cammer=Diener beym Herrn Baron von Croneck zu Pariß.
Herr Baron von Unruh, Preußiſcher Major.
Mr. Marquis de Cuſani aus Mayland.
Frucht=Mehl=und Fleiſch=Preiß/ vom vergangenen
Sonnabend.
Ein Malther Korn 4. fl. 10. alb. = = Gerſten = 3. fl. 10. alb. = = Spelz = = = Hafer = 2. fl. Rocken Mehl = = 5. fl. Weiß Mehl = 5. fl. 10. alb.
Das Pfund Ochſenfleiſch 5. xr. = = = Rindfleiſch 4. xr. 2. Pf. = = = Kalbfleiſch = 5. xr. = = = Schweinenfleiſch 6. xr. = = = Hammelfleiſch 5. xr. 2. Pf.Gebohrne, Getauffte und Verſtorbene,voriger Woche.
1.) Gebohrne und Getauffte.
Herrn M. Johann Hector Dietz, zweyten Stadt=Prediger ein Soͤhnlein.
Matthaͤus Momberger, Peruquenmacher, 1 Paar Zwillinge, nemlich 2. Soͤhne.
Mſtr. Johann Philipp Bruſt, Burgern und Schneidern, ein Toͤchterlein.
Johann Henrich Stroͤhm, Laquayen, ein Toͤchterlein.
Mſtr. Georg Wilhelm Zinn, Burgern und Leinenwebern, ein Soͤhnlein.
2.) Geſtorbene und Beerdigte.
Ein Paar Ehe=Leute, Mſtr. Henrich Balthaſar Schmidt, Burger und
Saͤck=
ler, 47. Jahr, und deſſen Ehe=Frau, 44. Jahr alt.
Catharina Margretha, Johann Friedrich Kolbens, Beyſaſſen, Ehe=Frau=
58. Jahr.