Darmstädter Tagblatt 1950


Darmstädter Tagblatt

Darmstädter Tagblatt CHEFREDAKTEUR: ERICH DOMBROWSKI. Verlag: Darmstädter Tagblatt L. C. Wittich, Darmstadt. Rheinstraße 23, Telefon 3925. Erscheint täglich außer Sonntag 207. Jahrgang / Nr. 154 Jieueffe Tfa^ri^fen Silvester 1950 Redaktion; Darmstädter Tagblatt L. C. Wittich. Darmstadt, Rhelnstraße23, Tel 3925. Bezugspreis: 2,90 DM monatlich zuzüglich 0,40 DM Trägerlohn. Anzeigenpreise: Preisliste Nr 3 v. 1 7. 1950 Preis 15 Pfennig *

mit Zuverfícht ins Neue Jahr !

■ fas a?te labr ist zu einer Maske zusammengeschrumpft. Das neue, junge, erhebt zaghaft seine Arme, wenn beim ersten Glockenschlag der zwölften Stunde alles erwartungsvoll schweigt und die große Unerbittlichkeit des Vergehens den Menschen ans Herz greift, jedem, ohne Ausnahme, ob er es zugibt oder nicht. Unter diesem ersten Glockenschlag, der tief und voll durch Wände und Scheiben, auch durch die dicksten Herzwände dringt, zerstäubt das rauschende, glitzernde Feuerwerksgewand, das letzte des alten Jahres — bis nur noch die Maske bleibt. Die Zeit versinkt und für Augenblicke sieht der Mensch in die Ewigkeit. Mehr noch als je wird ihn diesmal das Gefühl der engsten Zusammengehörigkeit mit den Seinen überkommen, als ob sie Schutz suchten bei ihm und er bei ihnen: Frau und Kinder, Verwandte und Freunde. Ja, es ist, als spürten nicht nur die Lebenden das tief Anheimelnde der plötzlichen Nähe; auch Gesichter teurer Toter, ob sie nah oder fern gebettet sind, gewinnen Gestalt; alte Kameradschaften, nicht nur zwischen Männern, in der Not erprobt, melden sich und geben dem bedrohten Dasein wenigstens eine innere Sicherheit. Die Lebenden lauschen in die verhangene Zukunft, und schaudernd blicken sie noch einmal zurück auf den langen Weg der Schrecken, der besät ist mit Gefallenen, Verbrannten, Erstickten, Getöteten, mit Trümmern und Idealen bedeckt, die auf falschen Altären geopfert wurden. Der breite Weg der Schrecken ist nicht nur durch unser Land gelaufen, Zeitwende andeutend! Gehört darum nicht die angestaubte, von soviel Kugeln durchlöcherte Fahne „Prestige" in das Museum der Geschichte, ebenso wie die starre Standarte der Diktatur?

In der zwölften Stunde des Jahres 1950 werden Millionen Menschen in allen Ländern mit den Ihren beieinander stehen und die Schwere der Verantwortung spüren, die auf jedam Wissenden lastet, der, alleine, hilflos auf sich angewiesen, das Lcbensfeindliche an-

packen soll, das die Menschheit bedroht. Die Glocken predigen nicht, sie verlangen nichts, sie mahnen nicht, sie klagen nicht an. Sie rufen nur! Rufen in des Wortes wahrster Bedeutung, in zwölfter Stunde, zu einer Gemeinschaft aller Anständigen, Arbeitsamen, welche Sprache sie auch sprechen. mg.


„Besinnung", Holzschnitt von Hans Orlowski, geb. 1894 in Insterburg, Maler und Graphiker, Verfasser kulturpolitischer Schriften
„Besinnung", Holzschnitt von Hans Orlowski, geb. 1894 in Insterburg, Maler und Graphiker, Verfasser kulturpolitischer Schriften

Adenauer: Einigung Deutschlands

Aber so, daß sie den wahren Interessen des deutschen Volkes entspricht und die Freiheit bewahrt bleibt

Drahtbericht unseres Korrespondenten

Da. Bonn, 29. Dezember. Friede, Freiheit und Einheit, sowie die Zusammengehörigkeit von Volk und Regierung in den großen außenpolitischen Fragen sind das Hauptthema der deutschen Politik an der Jahreswende 1950/51.

Bundeskanzler Dr. Adenauer und Vizekanzler Blücher wandten sich anläßlich der Jahreswende mit Erklärungen die am Freitag durch die Pressedienste ihrer Parteien veröffentlicht wurden, an die Bevölkerung.

Während Vizekanzler Blücher auf die innere Stärke als das beste Mittel zur Wiedervereinigung Deutschlands hinwies, betonte der Bundeskanzler, zu dem seit dem Grotewohl-Brief im Vordergrund «•teilenden Problem der Wiedervereinigung, daß die Bundesregierung nichts unterlassen werde, was uns dem heißersehnten Ziel der deutschen Einheit ir> Freiheit näherbringen könne. Dabei unterstrich der Bundeskanzler besonders, daß uns gerade die Stimmen aus dem Osten unseres Vaterlandes mahnen sollten, unsere eigene Freiheit mit allen Mitteln zu wahren.

Gleichzeitig mit den Neujahrsartikeln erschien am Freitag in Bonn ein Kommuniaue des Bundespresseamtes, das für den Beginn des neuen Jahres Beratungen des Bundeskanzlers mit den Mitgliedern des Kabinetts und den Führern der Bundestagsfraktionen über eine Antwort an Grotewohl ankündigte.

Mutmaßungen, daß angeblich in Regierungskreisen Erwägungen über eine Zusammenkunft des Bundeskanzlers mit Grotewohl im Hause des Bischofs D. Dibelius angestellt worden seien, wurden in. der amtlichen Mitteilung als unbegründet bezeichnet. Die Bundesregierung sei zur Zeit damit beschäftigt, Dokumente zusammenzustellen, die sich auf den Grotewohl-Brief und die mit ihm zusammenhängenden Fragen bezögen, denn nur so sei es möglich, die Vorschläge Grotewohls im Lichte der Entwicklung der letzten Zeit richtig zu würdigen und eine Antwort zu geben, die den wahren Interessen des deutschen Volkes entspreche.

Dieser amtli/he Zwischenbescheid würde am Freitag vöm Pressedienst der Freien Demokratischen Partei mit der Aufforderung an Grotewohl ergänzt, erst einmal den guten Willen zu beweisen. Es falle so lange schwer, an die Ehrlichkeit des Verständigungswillens zu glauben, bis man drüben zu den einfachen Grundsätzen des Menschenrechts zurückgekehrt sei. Die Spaltung Deutschla'nds sei von den Hemisphärenpolitikern veranlaßt worden. Deshalb sei das Gespräch nicht nur eine innerdeutsche, sondern zugleich eine weltpolitische Angelegenheit.

Beträchtliche Zweifel in Bonn

Obgleich der Pressedienst der Christlich-Demokratischen Union am Freitag der Erwartung Ausdruck gab, daß es zu einem gesamtdeutschen Gespräch kommen werde, haben gutunterrichtete Kreise in Bonn doch beträchtliche Zweifel, ob die Antwort Grotewohls auf ein eventuelles Memorandum der Bundesregierung so ausfällt, daß mündliche Verhandlungen möglich werden. Es gibt auch innerhalb der Regierungsparteien und anscheinend sogar des Kabinetts Politiker, die auf ein baldiges Gespräch drängen und parallel hierzu laufen die bekannten Bestrebungen gewisser Kreise der westdeutschen Industrie, die aus wirtschaftlichem Interesse auch auf eigene Faust Gespräche mit der Sowjetzone führen.

Aber der Bundeskanzler wird keinen Schritt tun, der eine Anerkennung der Regierung der Sowjetzone als Repräsentantin der dortigen Bevölkerung bedeuten würde, und hält an der Forderung fest, daß die Einheit nur in Freiheit wiederhergestellt werden kann.

Wie trotz der am 8. Januar beginnenden deutsch - alliierten Besprechungen über den deutschen Verteidigungsbeitrag konkrete Maßnahmen nicht vor der Viererkonferenz erfolgen werden so ist auch trotz etwaiger vorheriger Fühlungnahmen ein positives deutsches Gespräch erst zu erwarten, wenn die Viererkonferenz völlige Klarheit über die sowjetische Politik gebracht hat und der Verständigungswille Otto Grotewohls durch die Verständigungsbereitschaft seiner Auftraggeber nachgewiesen worden ist.

Dieckmann schrieb Ehlers

Berlin, 30. Dezember. (AP.) Der Präsident der sowjetzonalen Volkskammer, Dieckmann, hat ein Schreiben an Bundestagspräsident Dr. Ehlers gerichtet, in dem er eine unverzügliche Verständigung zwischen Ost-und Westdeutschland fordert.

Starke Worte Eislers

Berlin, 29. Dezember. (AP.) Der amerikanische Imperialismus hat nicht die Kraft, die friedliche Wiedervereinigung eines demokratischen Deutschlands, das „die starke und unüberwindliche Weltfriedensfront unter der Führung der Sowjetunion zum Freund hat, zu verhindern“, schreibt der Chef des ostzonalen Amtes für Information, Eisler, in einer Betrachtung der kürzlichen Rede des früheren amerikanischen Präsidenten Hoover, im SED-Parteiorgan „Neues Deutschland“.

USA-Note an Moskau

Washington, 29. Dezember. (AP.) Die Regierung der Vereinigten Staaten hat der Sowjetunion in einer neuen Note das Recht abgesprochen, gegen den Abschluß eines Friedensvertrages mit • Japan Einspruch zu erheben.

Zwischenbescheid

* * * Zwischen den Jahren pflegt man auch im bürgerlichen Leben keine endgültigen Entscheidungen zu treffen. Um so weniger will die Bundesregierung in diesen Tagen den Brief Grotewohls endgültig beantworten, obwohl von der Sowjetzone her immer wieder auf eine Antwort gedrängt wird. Selbst die Aufforderung, Adenauer und Grotewohl sollten sich in der Wohnung des Bischofs Dibelius treffen, scheint in der sowjetischen Zone ihren Ursprung zu haben und aus dem Kreis des Propstes Gruber zu kommen. Das hat sie bei vielen maßgebenden Persönlichkeiten verdächtig gemacht.

Aber dig Bundesregierung ist dabei, Dokumente zusammenzustellen, die bei einer Wiedervereinigung Deutschlands beachtet werden müßten. Dies ist als amtlicher Zwischenbescheid vom Bundespresseamt bekanntgegeben worden. Man darf weiter annehmen, das geplante Memorandum werde zwar die Tür zu mündlichen Verhandlungen offenhalten, aber gleichzeitig betonen, ein positives Gespräch sei nur unter gewissen Vorbedingungen möglich. Kurt Schumacher hat sogar angekündigt, die Sozialdemokratische Partei werde auf die Straße gehen und demonstrieren, wenn sich die Bundesregierung mit der Sowjetzonenregierung an einen Tisch setzen sollte. Die Machthaber der Sowjetzone drängen dagegen auf einen schnellen Entschluß. Die sowjetamtliche „Tägliche Rundschau“ spricht von einer „furchtbaren Verantwortung“ der Bundesregierung, wenn sie eines Tages einsehen müsse, daß es zu spät sei. Auch der Chef des sowjetzonalen Amtes für Informationen, Gerhardt Eisler, mahnt in Worten, die wie eine Drohung klingen, zur Eile.

Es muß selbstverständlich etwas geschehen. Und Adenauer hat zugesagt, daß etwas geschehen wird. Man darf sich jedoch nicht kopfscheu machen lassen. Die Russen verfolgen die Absicht, sich vor einer möglichen Viermächte-Konferenz über Deutschland eine günstige Ausgangsposition zu verschaffen. Sie möchten dann erklären können, die Westmächte brauchten sich um das Deutschland-Problem nicht mehr zu kümmern, da die Deutschen selbst unter sich auf Grund der Grotewohl-Vorschläge einig würden. Aber Rußland hat schon manchmal einen Pflock zurückgesteckt, wenn es einsah, daß seine Pläne sich nicht verwirklichen ließen.

Ein halbes Jahrhundert ist um

Von Erich Dombrowski

Ein Jahr, ein halbes Jahrhundert neigt sich dem Ende zu. Die Silvesterglocken nehmen, tönend in der ganzen Welt, Abschied von ihm, lassen es in die Vergangenheit gleiten und weisen uns gleichzeitig den schmalen Pfad aus der verrinnenden Gegenwart in die Zukunft. Beklommen blicken wir, an diesem schicksalsträchtigen Zeitabschnitt, auf das zurück, was hinter uns liegt und wenden uns. mit einiger Hoffnung im klopfenden Herzen, den kommenden Dingen zu. Was wird uns die nächste Zukunft bringen? Kein Mensch vermag das zu sagen. Machen wir auch eine, noch so ausgeklügelte Rechnung auf, eine einzige Ueberraschung, etwas ganz Unvorhergesehenes, kann den Ablauf der angelaufenen Dinge jäh unterbrechen und sie in eine völlig andere Bahn werfen. Die Politik ist wie eine arithmetische Gleichung. Wir müssen immer wieder das unbekannte X errechnen, um zu einer Lösung zu kommen. Um dieses X ringen wir heute verzweifelt in der Auseinandersetzung zwischen Ost und West, in die wir Deutsche, rechts und links gepufft, eingeklemmt sind. Wenn nicht alles täuscht, wird das Waffengeklirr zunächst auf den Fernen Osten beschränkt bleiben. Rußland ist zur Zeit dort noch zu sehr engagiert, als daß es sich schon jetzt Extratouren in Europa leisten könnte. Der chinesische Happen, ein aufgequollener, dicker Reis, ist noch nicht verdaut. Das Land ist so unermeßlich weit, noch immer so traditionsgesättigt, noch so unausgeglichen mit seinen Hunderten von Millionen Menschen, dßß es eines Tages von innen heraus, nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen, sich gezwungen sehen könnte, wieder einen gewissen Abstand gegenüber dem Kreml zu bekommen. Es hat denn auch kein Interesse daran, sich in einen offenen Krieg mit Amerika hineintreiben zu lassen. In einem solchen Falle würde das russisch-chinesische Bündnis akut, und Moskau würde, nach allen bisherigen Erfahrungen, sofort selbst recht kräftig die Zügel in die eigene Hand nehmen. Bisher halten die Chinesen noch immer die Vorstellung aufrecht, daß es sich bei den kämpfenden Armeen in Korea um Freiwilligen-Verbände handele, die zwar ihrer militärischen Führung unterstünden, aber nicht der politischen Leitung in Peking. Das ist eine feine Unterscheidung, die der chinesischen Diplomatie Tür und Tor offen läßt und die sie nicht zum ersten Male in ihrer mehr als zwei tausend jährigen Geschichte anwendet. Immerhin scheint Rußland den größten Wert darauf zu leger}, daß die koreanische Affäre so rasch wie möglich militärisch bereinigt werde. Gelänge das, dann hätten die Russen auf der beabsichtigten Vierer-Konferenz eine schöne Trumpfkarte in der Hand. *

Unter diesen Umständen wird Europa vorerst noch in der Unruhe, die alle ergriffen hat, einige Ruhe haben. Aber es wird eine Ruhe ohne Fundament sein, solange die beiden Weltmächte nicht zu einem Ausgleich gekommen sind, der ihnen wenigstens ein erträgliches Nebeneinanderleben gestattet. Die ersten Fäden zu einer Besprechung der vier Großen, nach bald vierjähriger Pause, sind gesponnen. Noch ist jedoch das Geplänkel über die Tagesordnung nicht überstanden. Die Voraussetzung für die gemeinsame Beratung ist also noch nicht gegeben. Denn nicht nur über das deutsche Problem, wie es die Russen wünschen, sondern auch über alle übrigen Meinungsverschiedenheiten, wie es die Amerikaner verlangen, soll verhandelt werden. Man will tabula rasa machen. Man will Rußland vor klare Entscheidungen stellen. Ob es sich allerdings auf eine solche allgemeine Klärung festlegen wird, ist noch sehr die Frage. Ihm liegt vor allen Dingen daran, zu verhindern, daß ein wiederbewaffnetes Deutschland in den atlantischen Verteidigungsgürtel einbezogen werde. Darum auch sein Versuch, noch vor der etwaigen Vierer-Konferenz, ein Gespräch zwischen der Ost- und Westzone über die Wiedervereinigung Deutschlands in Gang zu bringen. So mag, wer optimistisch ist, bereits eine kleine lichte Stelle an dem wolkenverhangenen Horizont feststellen. Wer, durch die Erfahrungen gewitzigt, pessimistischer urteilt, wird das als eine Illusion ansehen, aber doch immerhin zugeben, daß voraussichtlich auch das neue Jahr Europa nicht in einen kriegerischen Konflikt verwickeln wird.

Wenn man sich nun, in den Stunden der Besinnung um die Wende eines halben Jahrhunderts, darüber klar zu werden versucht, wie das alles hat kommen müssen, dieses Durcheinander in der ganzen Welt, dann muß man schon den Blick auf die Entwicklung der letzten anderthalbhundert Jahre zurückwenden, um Anhaltspunkte zu finden. Dann wird man aber auch feststellen, daß die geschichtliche Entwicklung niemals in einer geraden Linie, sondern oft im Kreislauf vor sich geht. Fast jeder Fortschritt muß mit einigen Rückschritten erkauft werden, und nicht so selten ist es der Fall, daß die Menschheit schließlich dahin wieder zurückkehrt, von wo sie ausgegangen ist. Drei Tatsachen haben, nur das Wesentliche hervorzuheben, die Welt aus den Fugen gehoben: Die rasende Entwicklung der Technik, von dem mechanischen Webstuhl bis zur Atom-Energie. Der sprunghafte Bevölkerungszuwachs. Die Freiheits- und Selbständigkeitsbewegung der Völker. Die Einwohnerzahl Europas blieb sich, mit leichten Schwankungen, zwölf Jahrhunderte ziemlich gleich. Einhundertachtzig Millionen. Im neunzehnten Jahrhundert bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges kletterte sie plötzlich bis zu vierhundertsechzig Millionen hinauf. Die Zeit der geruhsamen Lebensführung, bei der jeder nach bedächtiger Arbeit sein Essen auf dem Tische vorfand, war damit vorüber. Der Kampf ums tägliche Brot wurde immer unerbittlicher, je mehr die Bevölkerung zunahm. Das soziale Problem wurde akut. Der Kommunismus erhob, als Extrem, drohend sein Haupt. Dieses Ringen um die Existenz der Massen rief, in jenen bedrückenden Zeiten des alles regulierenden und kommandierenden Absolutismus, nach Freiheit nicht nur für den einzelnen, sondern für die Nationalitäten, die sich der Fremdherrschaft zu entledigen trachteten. Aufstände und Kriege folgten. Die Welle dieses nationalen Aufbegehrens schlug von Europa nach Südamerika und schließlich, nach dem ersten und zweiten Weltkriege, nach Asien über. Die kolonialen Reiche Europas werden Stück für Stück liquidiert. Selbst Afrika beginnt seine Ansprüche anzumelden. Der Westen hat sich dieser unaufhaltsamen Bewegung nicht verschlossen und versucht, zur Sicherung des Friedens in der Welt, durch einen gemeinsamen Zusammenschluß der Völker auf gleichberechtigter Grundlage neue Gemeinschaftsformen der Menschheit zu finden. Diesem geschichtlichen Fortschritt des Westens steht der geschichtliche Rückschritt, besser Rückfall, des Ostens gegenüber. Die Massen waren einst, in der großen französischen Revolution und danach, aufgestanden, um die Fesseln des Absolutismus zu zerreißen. Das russische Volk stürzte, als letztes, das absolute Zarentum. Aber es setzte an seine Stelle nicht, wie verheißen, nach einer vorübergehenden Diktatur des Proletariats, die Demokratie, sondern den Absolutismus eines einzelnen mit einer kleinen Gruppe von Satrapen, der in seiner Härte und Unerbittlichkeit seine Parallele vielleicht nur in der Sklavenherrschaft der ägyptischen Pharäonen vor drei- bis viertausend Jahren findet. Die klassenlose Gesellschaft, die der Kommunismus in der Theorie anstrebte, wurde, in der russischen Praxis, zu einer neuen Klassenherrschaft der parteipolitisch Bevorzugten mit umgekehrtem Vorzeichen. Der Frieden, den die Bolschewisten dem russischen Volke versprachen, ist zu einem Unfrieden, vom Osten ausgehend, in der ganzen Welt geworden. Die Russen schmiedeten sich ein Kriegsinstrument, wie es die Erde noch nicht gesehen hatte, und machten sich in einem unersättlichen Ausdehnungsdrang eine Reihe von Nationen hörig, so daß jeder nähere oder’ fernere Nachbar sich besorgt fragt: Wann komme ich an die Reihe? Mit anderen Worten: das russische Volk, das auszog, den ' '"ssen Frieden und Freiheit zu bringen. nt sich aller Freiheit begeben, ist wieder in e;nen Absolutismus verstrickt und in einen welterobernden Imperialismus hineingerissen worden. So hat es sich im Kreise herumgedreht. Zar gleich Stalin, Politbüro gleich Großfürsten.

Ein altes Sprichwort sagt: Es ist dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen können. Ueberall regt es sich bereits, in kleinen und großen Kreisen, im russischen Machtbereich selbst und außerhalb, um dieser unerträglichen Weltgefahr einer Versklavung der Menschheit zu begegnen. Das ist auch ein Moment, und nicht das unbedeutendste, das Moskau davon abhalten wird, Unvorsichtigkeiten in Europa zu begehen. In den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als der Absolutismus schwer auf ganz Europa drückte, schrieb der französische Philosoph Cousin: „Die Geschichte ist von Anfang bis Ende das Schauspiel der Freiheit, ein Prozeß des ganzen Menschengeschlechtes gegen jeden, der es in Fesseln schlagen will. Geschichte ist die Befreiung des Geistes, die Herrschaft der Seele; und an jenem Tage, wo die Freiheit aus der Welt verschwinden würde, müßte auch die Geschichte stillestehen.“ Das ist das Seil, an dem wir uns halten, wenn wir die Schwelle der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts überschreiten. Das ist die Zuversicht, mit der wir, über alle verwirrenden Einzelheiten hinweg, den kommenden Dingen entgegensehen.

Der Bremer Senat beschloß, auf dem Bremer Rathaus am Neujahrstage' die Europa-Flagge setzen zu lassen.

In wenigen Zeilen ...

Der Hamburger Senat wählte« Bürgermeister Brauer wieder zum ersten Bürgermeister der Hansestadt Hamburg. Die Schiffahrt auf dem Mittelland-Kanal mußte wegen Frostes stillgelegt werden.

Der persönliche Referent des ostzonalen Finanzministers, Dr. von Frankenberg, ist nach Westdeutschland geflüchtet.

Parker wurde zum stellvertretenden amerikanischen Oberkommissar für Verwaltungsaufgaben in Deutschland ernannt.

General Juin wird nach Ansicht französischer Parlamentarier in Kürze zum Oberbefehlshaber der französischen Armee und Vertreter General Eisenhowers als Oberbefehlshaber der Atlantikpakt-Streitkräfte in Europa ernannt werden.

Die Benelux-Staaten haben Uebereinstimmung über das Landwirtschaftsabkommen erzielt.

Bundesinnenminister Dr. Lehr hat sich bereit erklärt, das Amt eines Vorsitzenden des Marburger Universitätsbundes zu übernehmen. Dr. Lehr ist seit 1927 Ehrensenator der Universität.

Die kanadische Regierung hat weitere Schritte zur Erleichterung der Auswanderung nach Kanada unternommen.

Der jugoslawische Außenminister gab bekannt, daß Jugoslawien den Kriegszustand mit Deutschland beenden wolle.

Die indische Regierung will vom 1. Januar 1951 an den Kriegszustand mit Deutschland als beendet erklären.

Der Aetna ist erneut mit verstärkter Kraft ausgebrochen.

Im Jahre 1950 sind rund 60 000 Personen, darunter 750 Volkspolizisten, aus der Ostzone nach West-Berlin geflüchtet.

75 000 europäische Arbeiter sollen im nächsten Jahr nach der kanadischen Provinz Ontario gebracht werden, um dort in der unter Arbeitermangel leidenden Industrie beschäftigt zu werden.

Die Neuyorker Stadtverwaltung beab¬ sichtigt den Umbau eines Teils des Neuyorker U-Bahn-Systems zu Luftschutzräumen.

Alle Gebäude der Bundesregierung werden am Neujahrstag beflaggt sein.

Kein Gibraltar der Selbstverteidigung

Foster Dulles antwortet auf die Rede Herbert Hoovers

Neuyork, 29. Dezember. (AP.) Der außenpolitische Berater der republikanischen Partei, John Foster Dulles, hat in einer Rede am Freitag erklärt, daß aus Amerika nie ein „Gibraltar der Selbstverteidigung“ werden könne, da eine solche isolierte Verteidigung nicht unbezwingbar seh

Für die Vereinigten Staaten und die anderen freien Nationen bestehe die einzig mögliche Verteidigung gegen den kommunistischen Angriff in der Fähigkeit zum Gegenangriff, sagte Dulles, der auf einem Treffen der amerikanischen Gesellschaft für die Vereinten Nationen sprach.

Er gab zu, daß nicht jedes freie Land gegen einen möglichen russischen Angriff gesichert werden könne. „Öas heißt jedoch nicht, daß wir den Gedanken der kollektiven Sicherheit äufgeben und unsere eigene Verteidigung nur mit Hilfe der Länder äufbauen sollten, die uns wegen ihrer Kapazität als nützlich erscheinen.“

Die letzte Entscheidung, ob ein dritter Weltkrieg ausbreche, liege beim Kreml, betonte Dulles. „Aber solange die Würfel nicht endgültig zugunsten eines Krieges gefallen sind, müssen wir annehmen, daß ein gerechter Friede noch möglich ist und wir müssen mit unserer ganzen Kraft daran arbeiten, diesen Frieden zu schaffen.“

Mit 415 gegen 118 Stimmen

Verteidigungsbudget in Paris gebilligt

Paris, 29. Dezember, (dpa) Die französische Nationalversammlung nahm am Freitag mit 415 gegen 180 Stimmen das von der Regierung Pleven vorgelegte Rüstungsbudget an.

Pleven wird am Sonntag die Vertrauensfrage stellen. In parlamentarisehen Kreisen ist man überzeugt, daß die Regierung die notwendige Mehrheit hinter sich hat.

Freilassung auf Widerruf

Frankfurt. 29. Dezember. (AP.) Vier Häftlinge des Landsberger Gefängnisses sind aus Gesundheitsgründen auf Anordnung McCloys auf Widerruf entlassen worden.

Bei den Freigelassenen handelt es sich um Franz Schlegelberger, der als Leiter des Reichsiustuzministeriums zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden war. Wilhelm Kepler, der als-Hitlers Wirtschaftsberater zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde. Eduard Houd re - mo n t und Max Ihn. die im Krupp-Prozeß zu zehn Jahren beziehungsweise neun Jahren Gefängnis verurteilt worden waren.

Neue Bitte um Begnadigung

München, 29. Dezember, (dpa) Der Münchner Weihbischof Dr. Johannes Neuhäusler hat den amerikanischen Oberkommissar John McCloy gebeten, die in Landsberg inhaftierten „Todeskandidaten“ zu begnadigen und darauf zu verzichten, die Todesurteile vollstrecken zu lassen.

Wie der christliche Nachrichtendienst mitteilt, hat Neuhäusler diese Bitte angesichts der immer wieder auftauchenden Gerüchte über den baldigen Vollzug der Todesstrafen an 26 Gefangenen an McCloy gerichtet.

Urteile werden revidiert

London, 29. Dezember. (APA England hat beschlossen, alle in seiner Besatzüngszone in Deutschland wegen Kriegsverbrechen gefällten Urteile einer Revision zu unterziehen.

Der Angriff hat begonnen

Massierte Vorstöße der Chinesen an der Ostfront in Korea

Tokio, 29. Dezember. (AP.) Der seit Tagen erwartete Angriff der kommunistischen Truppen auf die Ostflanke der UN-Verteidigungslinien südlich des 38. Breitengrades hat begonnen. Massierte chinesische Streitkräfte warfen am Freitag in schnellem Vorstoßen die UN-Truppen um rund 15 Kilometer zurück und drangen über zwanzig Kilometer weit auf südkoreanisches Gebiet vor.

„Stern“ verboten

Hamburg, 29. Dezember. (AP.) Die in Hamburg erscheinende illustrierte Wochenzeitschrift „Der Stern“ wurde von der Oberkommission für zwei Wochen verboten. „Der Stern“ veröffentlichte in der letzten Ausgabe einen Bildbericht unter der Ueberschrift „Hoppla, wir leben (auf Besatzungskosten)“. In dem Bericht behauptete die Zeitschrift, französische, britische und amerikanische Besatzungsangehörge würden in Westdeutschland ein luxuriöses Leben führen, das aus Besatzungskosten finanziert werde. In diesem Zusammenhang wird im Bericht die schwerste Kritik an französischen Besatzungsbehörden geübt.

Selbstmord Wredes

Frankfurt/Main, 29. Dezember. (AP.) Dr. Viktor Wrede, der in diesen Tagen aus seinem Amt als Mitglied des Direktoriums der Bank deutscher Länder auf eigenen Wünsch ausgeschieden ist, hat in seinem Heim in Bad Homburg Selbstmord verübt.

Dr. Wrede, der auf Grund seiner vorbereitenden Arbeiten zur Währungsreform in das Direktorium der BdL berufen worden war, wollte sich fortan privater . wissenschaftlicher Arbeit widmen.

Nach Mitteilung der Kriminalpolizei wurden Dr. Wrede und seine Gattin am Freitagmittag tot in den Betten aufgefunden. Die Untersuchungen der Mordkommission sind noch nicht abgeschlossen. Es wird jedoch angenommen, daß sich Dr. Wrede und seine Frau bereits vor einiger Zeit vergiftet haben.

Es wird erklärt, der Grund für Wredes Selbstmord liege „auf rein persönlichem Gebiet“.

10. Januar Kabinetts-Vereidigung

Zinn wird sein Programm dem Landtag vorlegen

Wiesbaden, 29. Dezember. (Eigener Bericht.) Der neue Ministerpräsident Georg August Zinn gab am Freitagnachmittag vor Pressevertretern bekannt, daß sowohl die Landtagsfraktion als auch der Landesausschuß der Sozialdemokratischen Partei Hessens der von ihm in Vorschlag gebrachten Kabinettsliste Zuges t i m m t haben.

Ministerpräsident Zinn gab noch im Laufe des Freitagabends^ dem Landtagspräsidenten Witte in einem offiziellen Schreiben die Zusammensetzung der neuen hessischen Regierung bekannt und bat ihn, den Landtag für den 10. Januar zur Vorstellung und Vereidigung der neuen Minister einzuberufen. In der gleichen Vollversammlung des hessischen Landtags wird Zinn dem Plenum sein Regierungsprogramm unterbreiten, über das auch am gleichen Tage die politische Aussprache erfolgen wird. Zu der Frage eines eventuellen Wechsels der der CDU angehörenden Ministerialdirektoren — es handelt sich hierbei nur um die Ministerialdirektoren Dr. Magnus vom Wirtschaftsministerium und Dr. Nahm vom Innenministerium — wurde keine abschließende Stellung genommen. Vielmehr will man diese zunächst im Amte belassen. Lediglich für die beiden Ministerialdirektorenposten im Justiz- und Finanzministerium, die seit Monaten unbesetzt sind, müssen neue Beamte gefunden werden. Auch zu der Frage eines eventuellen Wechsels in der Person des Staatssekretärs Bach wurde keine Stellung bezogen. Man will die Angelegenheit zu einem späteren Zeitpunkt nochmals erörtern.

Wieder Polizeistrafen

Bonn, 29. Dezember, (dpa) Die Bundesregierung hat dem. Bundesrat einen Gesetzentwurf zugeleitet, nach dem die Polizei in Zukunft wieder in der Lage wäre, Verstöße gegen Verwaltungsvorschriften selbständig mit Geldbußen zu ahnden.

Der Massenmord von Hirzenhain

Hundert Zeugen vor das Gießener Schwurgericht geladen

Wiesbaden, 29. Dezember, (dpa) Gegen den 45jährigen lothringischen Autoschlosser Emil Fritsch wird das Schwurgericht in Gießen vom 16. bis 31. Januar verhandeln, um den Massenmord in Hirzenhain vom März 1945 zu sühnen. Zu dem Prozeß wurden bisher 100 Zeugen geladen.

Die Anklage wirft dem ehemaligen SS-Scharführer Fritsch vor, mit anderen, noch unbekannten Tätern in der Nacht vom 25. auf 26. März 1945 bei Hirzenhain, Kreis Büdingen, 87 Häftlinge des damaligen „Arbeitserziehungslagers“ Hirzenhain heimtückisch und grausam getötet zu haben.

Ilse Koch wieder vor Gericht

Augsburg, 29. Dezember, (dpa) Mit bleichem Gesicht und aufgelöstem Haar erschien Ilse Koch am Freitag wieder zu ihrem Prozeß. Die Angeklagte, die vor vierzehn Tagen im Frauengefängnis Aichach einen Tobsuchtsanfall bekommen hatte und seitdem nicht an der Verhandlung teilnehmen konnte, saß während des ganzen Vormittags unbeweglich auf ihrem Stuhl.

Stimmen der Anderen

Die Meinung Schumachers

Dr. Kurt Schumacher veröffentlicht im „Sozialdemokratisch. Pressedienst“ einen Artikel zu den westöstlichen Problemen, dem wir die folgenden Ausführungen entnehmen:

„Seit Monaten ist unbestreitbar und wurde von den Russen auch gar nicht verheimlicht, ihr Wille, unter möglichst günstigen taktischen Voraussetzungen an den Verhandlungstisch mit den westlichen Alliierten, vor allem mit den Amerikanern, zu kommen. Zu den Faktoren, die ihnen zu einer so günstigen Position bei Verhandlungen verhelfen sollen, gehört auch die Deutsche Bundesrepublik, die durch den sogenannten Grotewohl-Brief angesprochen worden ist. Um diesen Schritt richtig zu verstehen, muß man sich das Ziel jeder russi-

sehen Deutschlandpolitik vergegenwärtigen: ein einheitliches Deutschland soll es nur geben, wenn es ein russisches Deutschland ist, das heißt, ein von Deutschen bewohntes Stück Rußland.

Jedermann in Deutschland muß wissen, daß dieser Grotewohl-Brief kein Angebot andersdenkender Deutscher im Osten unseres Landes an die demokratischen Kräfte in der Deutschen Bundesrepublik ist. Der Grotewohl-Brief ist erdacht und geschrieben in Moskau, genau so wie alle früheren Vorschläge, die Deutschen an einen gemeinsamen Verhandlungstisch zu bringen, von dort gekommen sind.

Wer da glaubt, in diesem Falle mit Deutschen aus der Ostzone zu sprechen, verhandelt in Wirklichkeit mit den Sowjets.

Jeder noch so kleine Schritt, der den Sowjets entgegenkommt, bedeutet ein gefährliches Abrutschen von dem einzig möglichen Wege zu der deutschen inneren und äußeren Freiheit. Dabei geben sich die Sowjets gar nicht einmal die Mühe, ihre Geringschätzung der möglichen Verhandlungspartner aus Westdeutsehland zu verbergen. Sie sprechen von Vereinigung uhd isolieren Berlin mit den Mitteln des separatistischen Polizeistaats. Vor allem aber versuchen sie, mit unnachahmlicher Frechheit durch ein Heipitückegesetz gegen politisch Andersdenkende die westlichen Vertreter einzuschüchtern. Das bedeutet die Usurpierung des deutschen Standpunktes durch die Russen gegen die Deutschen. Trotzdem ist die deutsche Rolle beim Kampf um die Wiedergewinnung der deutschen Einheit auch jetzt schon von größter und unentbehrlicher Bedeutung."

Neujahrsansprache McCloys

Frankfurt, 29. Dezember, (dpa) Der Hessische Rundfunk übernimmt am 1. Januar um 13 Uhr die Neujahrsansprache des amerikanischen Oberkommissars über RIAS - Berlin.

Ritzel legte Mandat nieder

Wiesbaden, 29. Dezember. (Eigener Bericht.) Der in direkter Wahl in das neue hessische Parlament gewählte sozialdemokratische Abgeordnete Heinrich Ritzel, der gleichzeitig auch Mitglied des Bundestags ist, hat sein Landtagsmandat niedergelegt. Als Nachfolger wird der Kreiskassenrechner Friedrich Gruber aus Dieburg in den hessischen Landtag einziehen.

Margueriten IM BLAUEN FELD

Kriminalroman von Ullrich v. Bissing

16. Fortsetzung „Genau das“, lautete die Antwort. Der Kriminalrat schwieg eine Weile. Er betrachtete eingehend das Teppichmuster.

Diese Erklärung gefiel ihm nicht. . „Wissen Sie, Fräulein Kirsten ...“ begann er dann das Gespräch von neuem, „wir von der Polizei sind in einer bejammernswerten Lage. Man verlangt von uns die Aufklärung der unmöglichsten Verbrechen, und alle Welt ist gegen uns eingestellt. Man sieht uns lieber gehen als kommen. Am liebsten überhaupt nicht. Und wenn Sie ehrlich sind, dann geht es Ihnen jetzt genau so."

„Ich kann nicht leugnen, daß ich Ihren Besuch in unserem Haus zumindest recht ungewöhnlich finde.“

„Damit aber, und dies müssen Sie zugeben, kommen wir nicht weiter. Sehen Sie, wenn Sie meine Fragen frei und vertrauensvoll beantworten, ist es für beide Teile von Vorteil. Um so eher werden Sie mich nämlich wieder los“, fügte er mit einem kleinen Lächeln hinzu.

„Ich habe nicht gesagt, daß ich Ihre Fragen nicht beantworten werde“, erwiderte Irene.

„Es ist nicht allein, daß Sie meine Fragen beantworten. Sie müssen sich zu einer Art Vertrauen durchringen. Jedes Detail kann w'chtig sein."

Irene erhob sich und holte aus einer kleinen, fahrbaren Bar eine Kiste Zigarren und einen kleinen Ständer mit buntfarbigen Zündhölzern. „Ich nehme an, Sie rauchen Zigarren", sagte sie zuvorkommend.

Klausen warf einen sehnsuchtsvollen Blick auf die Zigarren. Obgleich er zögerte, vermochte er zu guter Letzt der Versuchung nicht zu widerstehen. So dankte er höflich und setzte mit sakraler Versunkenheit eine der Zigarren in Brand.

„Eine ausgezeichnete Sorte“, lobte er nach den ersten Zügen, „sicherlich raucht sie auch Ihr Herr Vater-“ „Allerdings“, bestätigte Irene.

„Ich habe einen Freund“, plauderte Klausen, als habe er plötzlich den Grund seiner Anwesenheit in diesem Haus vergessen, „er raucht nur Zigaretten. Er heißt Ungersbach. Kennen Sie ihn?“

Irene erholte sich den Bruchteil einer Sekunde zu spät von ihrer Ueberraschung. Um den Mund des Kriminalrats legte sich ein feines Lächeln.

„Flüchtig", erwiderte das Mädchen. „Er erzählte mir vor einigen Monaten, er habe Sie auf einem Ball kennengelernt“, fuhr Klausen seelenruhig fort. Stellen Sie sich vor, man rief ihn in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend vergangener Woche an und sagte ihm am Telefon, Herr Roger d’Argent läge tot in seiner Wohnung in der Dahlienstraße. Sagten Sie etwas?“

„Nein“, entgegnete Irene und schluckte, „ich weiß nicht, warum Sie es mir erzählen.“

ja“,, fuhr der Kriminalrat fort, ohne den Einwand des Mädchens zu beachten und stieß bewunderungswürdige Rauchkringel in die Luft, „... dem armen Kerl hat es seinen ganzen Urlaub verderben. Er beabsichtigte, just an jenem Abend nach Italien zu fahren. Also wie war das? Sie sagten, d’Argent sei nicht ein bevorzugter Gast in diesem Haus gewesen. Ist Ihnen bekannt, ob er mit einem Ihrer weiteren Bekannten einen besonders engen Kontakt gehabt hat?“

„Nicht daß ich wüßte. Er war ein allgemein gern gesehener Gesellschafter.“ „Wo lernten Sie ihn kennen?“

„Ich persönlich? Hier im Haus. Meine Mutter...“ Irene Kirsten brach den Satz unvermittelt ab.

„Er verdankte seine Einladung nicht Ihrer Vermittlung?“ „Nein.“

„... und wo lernte Ihre Mutter Herrn d’Argent kennen?“ „Im Tennisclub.“ „Spielte Herr d’Argent Tennis?“ „O jal Sehr gut sogar.“ „Sie spielten selbst mit ihm?“ „Allerdings.“

„Sie spielten aber auch mit Ihren anderen Gästen? Ich meine natürlich mit den Gästen Ihrer Mutter?“

„Sie wollen also wissen, ob ich häufiger mit Herrn d’Argent Tennis spielte?“

Der Kriminalrat nickte leicht mit dem Kopf. „Ja“, sagte er dann offen, „Sie oder Ihre Mutter. Ich weiß, daß Ihre Mutter eine gefürchtete Gegnerin auf der roten Erde ist. Und ich nehme an, sie spielt heute noch genau so gut wie vor zehn Jahren. Ich glaube, sie gewann damals ein außergewöhnlich bekanntgewordenes Spiel gegen eine berühmte Australierin. Ihr Bild war in allen illustrierten Zeitungen.“

„Sie haben ein ausgezeichnetes Gedächtnis“. sagte Irene erstaunt.

„Ja“, bestätigte Kriminalrat Klausen, es ist die Folge unseres beruflichen Trainings. Sie glauben nicht, was wir alles behalten müssen! Aber wie dem auch sei, auf dem Tennisplatz schienen Sie also Herrn d’Argent zu bevorzugen."

■ „Er war ein ebenso interessanter Partner wie ein beachtenswerter Gegner", erwiderte das Mädchen ausweichend.

„Hat er zu irgendeinem Zeitpunkt mal eine Aeußerung gemacht, er fühle sich bedroht oder etwas Aehnliches?“

„Das war wohl kein geeignetes Gesprächsthema.“

Klausen nickte bedächtig mit dem Kopf. Dies schien ihm einzuleuchten Er streifte nun die Asche der Zigarre in einen Aschenbecher.

„Vermuten Sie, daß Herr d’Argent wohlhabend war?" „Das durfte man annehmen.“ „Er gab also viel Geld aus?“ „Er war sehr großzügig.“

„Sie sagten, Herr d’Argent wäre kein bevorzugter Gast in Ihrem Hause gewesen. wie erklären Sie es sich, daß er in Gesellschaft Ihrer Mutter oft im Theater gesehen wurde?“

„Ich weiß, daß meine Mutter mit Herrn d’Argent verschiedentlich im Theater war. Aber sie war auch mit anderen Bekannten und Freunden unserer Familie im Theater. Es waren dann auch stets Karten für meinen Vater reserviert, die er aber durch seine Arbeit in der Klinik oft nicht ausnutzen konnte.“

„Ihr Vater ist beruflich sehr in Anspruch genommen?"

„Ja!“ Irene hob den Kopf und sah den Kriminalrat aufmerksam an. Sie sagte unvermittelt: „Ich selbst bin mit allen möglichen Leuten schon im Theater gewesen, ohne sie gleich zu meinen bevorzugten Freunden zu rechnen.“

„Ihr Vater kannte Herrn d’Argent?" „Natürlich!“

„Herr d’Argent wurde auch von Ihrem Vater operiert, nicht wahr?“

„Ja! Er leg, glaube ich, vierzehn Tage in der Klinik. Es war eine Blinddarmoperation.“

Kriminalrat Klausen entnahm der Innentasche seines Anzuges ein in Seidenpapier eingewickeltes Päckchen und entfernte sorgfältig die schützende Hülle.

„Und nun noch eine Frage“, erklärte er, „und ich bitte Sie, sich Ihre Antwort genau zu überlegen! Es macht nichts, wenn es einige Zeit in Anspruch nimmt. Kennen Sie das Wappenzeichen auf diesem Etui? Diese Margueriten im blauen Felde?“

Irene Kirsten warf einen Blick auf das kleine Etui in der Hand des Beamten und sagte, ohne zu überlegen: „Natürlich! Es ist das Wappen von Herrn d’Argent.“

„Sie kennen das Etui?“ erkuifdigte sich der Kriminalrat erstaunt. Das Mädchen überlegte eine Weile. „Das habe ich nicht gesagt , lautete die Antwort nach einer Zeit des Nachdenkens, „ich muß Sie leider enttäuschen. Ich habe das Etui nie gesehen.

„Und wo haben Sie das Wappen gesehen? Woher kennen Sie es?“

Der Kriminalrat bemerkte es verwundert.

„Das weiß ich nicht“, entgegnete Irene Kirsten endlich und versuchte, ein flüchtiges Erröten zu ' verbergen „Ich kann hnen nicht sagen, ob ich es überhaupt gesehen habe. Es mag sein, daß Herr d Argent mir beiläufig mal erzählt hat, daß weiße Margueriten im blauen Felde das Wappenzeichen seiner Familie sind."

„Natürlich“, bestätigte Klausen. ..man veigißt das leicht! Zumal, wenn man nicht darauf gefaßt ist, danach gefragt zu werden/' , (Fortsetzung folgt)

Darmstadt und Umgebung

Hymne an Deutschland

Gedichti Rudolf Alexander Schräder A £ .

Musik: Hermann Reutter

Land der Hoffnung, Heimatland, ob die Wetter, ob die Wogen über dich hinweggezogen, ob die Feuer dich verbrannt, du hast Hände, die da bauen, du hast Herzen, die vertrauen. Lieb und Treue halten stand, Land der Hoffnung, Heimatland.

Land der Liebe. Vaterland, heil’ger Grund, auf den sich gründet, was in Lieb und Leid verbündet Herz mit Herzen. Hand mit Hand. Frei, wie wir dir angehören und uns dir zu eigen schwören, schling um uns dein Friedensband. Land der Liebe. Vaterland!

Copyright 1951 by R.A.Schröder und Hermann Reutter

Am Silvesterabend wird nach der Ansprache des Bundespräsidenten um 20 Uhr die vorstehend veröffentliche „Hymne an Deutschland“ über den Rundfunk der Bevölkerung Westdeutschlands bekanntgegeben. Bundespräsident Heuss, dem die Hymne gewidmet wurde, hat jedoch ausdrücklich erklärt, daß durch sie nicht die Entscheidung über eine neue deutsche Nationalhymne vorweggenommen werden solle. Die „Hymne an Deutschland“ wird am Silvesterabend zu Gehör gebracht, um sie dem deutschen Volke zur Beurteilung vorzulegen. Es hat somit jeder Deutsche das Recht, über seinen Eindruck frei und offen seine Meinung zu äußern.

Wir bitten unsere verehrten Leserinnen und Leser, von diesem Recht der freien Meinungsäußerung recht fleißig Gebrauch zu machen und unserer Redaktion eine Beurteilung von Text und Melodie einzuschicken. Wir sind überzeugt, daß sich auf diese Weise ganz unbeeinflußt und am unmittelbarsten ein Bild gewinnen läßt, ob die vorliegende Hymne ihrem ganzen Charakter nach die Voraussetzungen für eine Nationalhymne erfüllt oder nicht. Den Einsendungen bitten wir Namen und Anschrift beizufügen, damit sich eine sachliche Beurteilung nicht im Mantel der Anonymität vollzieht, sondern als eine Wertung, die aus der Mitte des deutschen Volkes kommt.



Bäckereien sind geöffnet

am 31. Dezember 1950 Wie uns mitgeteilt wird, wird nach § 105 B, Abs. II in Verbindung mit § 41 A der Gewerbeordnung am Sonntag, dem 31. Dezember 1950 das Offenhalten der Bäckereien und Konditoreien im Stadt- und Landkreis Darmstadt von 14—18 Uhr genehmigt. Während dieser Verkaufszeit ist die Beschäftigung von Arbeitern und Angestellten mit Ausnahme von Jugendlichen unter 18 Jahren gestattet. •

Wer möchte Modistin werden?

Fortbildungslehrgang für Modeschaffen

Die Werkkunstschule Darmstadt-Künstlerkolonie veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Damenschneider-Innung Darmstadt einen Fortbildungslehrgang für Modesdiaffen. Ziel dieses Kurses ist, auf einer gediegenen handwerklichen Ausbildung aufbauend, den Nachwuchs — besonders in geschmacklicher Hinsicht — zu schulen.

Der Unterricht beginnt am 15. Januar 1951 und findet jeweils montags und dienstags von 17.30—20 Uhr in den Räumen der Werkkunstschule auf der Mathildenhöhe statt. Der Kursus umfäßt etwa 80 Unterrichtsstunden und ist am 30 April 1951 beendet. Der Unterrichtsstoff gliedert sich in Modezeichnen, Farbstudien, Entwerfen und Gestaltungslehre, Modelldetailarbeit und Grundlagen des modischen Schaffens.

Als Lehrkräfte wurden Frau Brücher-Herpel, ehemals Assistentin von Frau Professor Klimt am Modeamt Frankfurt am Main, Professor Hoffmann-Lederer und Maler Willi Hofferbert, gewonnen.

Der Unkostenbeitrag beträgt 25, DM. Anmeldungen sind, unter Beifügung eines kurzen Lebenslaufes, bis spätestens 13. Januar 1951 an das Sekretariat der Werkkunstschule Darmstadt, Olbrichweg 10^ zu richten.

Aufenthaltsgenehmigung

Der Hessische Minister des Innern zugleich als Staatsbeauftragter für das Flüchtlingswesen — hat durch Erlaß vom 27 11. 1950 für die Ausstellung von Bescheinigungen zur Erlangung eines Interzonenpasses (Ostzone oder Berlin) eine einheitliche Regelung angeordnet.

In dem Erlaß heißt es, daß zur Ausstellung von Bescheinigungen für eine Aufenthaltsgenehmigung in einer Gemeinde des Landes Hessen zur Erlangung eines Interzonenpasses nur die Oberbürgermeister und Landräte ermächtigt sind, niesen bleibt es überlassen, das Wohnungsamt, das Flüchtlingsamt oder die Polizei damit zu beauftragen, jedoch sei eine Koordinierung geboten.

In Darmstadt wurden senner entsprechende Bescheinigungen — soweit ein Aufenthalt bis zur Dauer von 30 Tagen in Darmstadt, Dst.-Eberstadt und Dst. -Arheilgen beabsichtigt war — vom Einwohnermeldeamt auf Antrag ausgestellt. Es wird auch künftig so verfahren werden.

Noch keine 100 000

Wir haben es noch nicht

geschafft

Entgegen der zum Jahresanfang 1950 gehegten Hoffnungen der städtischen Behörden, daß bis zum Jahreswechsel Darmstadt wieder eine Einwohnerzahl von 100 000 Personen aufweisen könne, sind die tatsächlichen Zahlen noch um einige Tausend zurückgeblieben.

Während des Jahres 1950 wurden insgesamt 7899 Personen in Darmstadt auf legalem Wege aufgenommen. Die theoretische Einwohnerzahl von etwa 95 000 Personen bestätigte sich bei der Volkszählung im Herbst dieses Jahres nicht. Sie betrug tatsächlich damals 93 563 Personen. Inzwischen ist die Bevölkerungszahl jedoch weiter gestiegen. Sie betrug nach amtlicher Feststellung am 1. Dezember 1950 95 284 Personen. Der augenblickliche Stand dürfte nach vorsichtigen Schätzungen demnach etwa bei 96 400 Einwohnern stehen.

Die fehlenden 3600 Personen in Darmstadt wieder aufnehmen zu können, wird dem Jahre 1951 Vorbehalten bleiben, agt

. . . wollte nicht nach Eberstadt

Anscheinend infolge einer vereisten Weiche an der Ecke Rhein-, Neckarstraße fuhr gestern mittag der zweite Anhänger eines Straßenbahnzuges der Linie 8 geradeaus in Richtung Hauptbahnhof weiter. Der mittlere Wagen des Zuges, sich gedrängt und gezogen fühlend, stieg aus den Schienen und stellte sich quer vor den dortigen Verkehrsschutzmann, ihn um obrigkeitlichen Rat fragend. Der war für Richtung Eberstadt. Indem man freiweg mit dem Anhänger übers Pflaster fuhr, rangierten ihn die Heag-Schaffner wieder hinter den Motorwagen in die Geleise und konnten nach kurzer Zeit die Fahrt fortsetzen. Der eigenwillige Anhänger wurde zur Strafe nach Hause gefahren. (Das geschah gestern in der Rheinstraße. Unfallmeldungen sind sonst so langweilig, finde ich. Warum nicht mal anders? Zumal, weil Silvester ist.)

Die Lustspieloperette „Liebe macht so jung“ wiederholt der Gesangverein „Frohsinn“ Eberstadt zugunsten der Kriegsbeschädigten heute, Samstag abend, 20.00 Uhr in der Turnhalle.

Was wünschen Sie sich im neuen Jahr?

Eine Umfrage des „Darmstädter Tagblattes“

„Mein herzlichster Wunsch für das Jahr 1951 ist der, erklärt Frau Dr. Heister, die Leiterin des Blindenheims, daß Behörde und Industrie das Vorurteil gegen die Arbeitskraft der Blinden überwinden und recht viele beschäftigen mögen... Und die Regierung müßte das Pflegegeld der Zivilblinden demje-

nigen der Kriegsblinden angleichen. Einen Wunsch werden Sie überall hören, wohin Sie auch gehen: daß uns allen der Friede erhalten bleiben möge. Und noch einmal: das kommende Jahr soll uns wenigstens einen kleinen Schritt auf dem Wege zur Ueberwindung der Vorurteile gegen die Arbeit der Blinden weiterbringen ..

An der Ecke Rhein-Neckarstraße steht Wachtmeister J a - ge 1, der Weihnachten mit Flaschen und Körben ummauert worden war, wie ein unerschütterlicher Fels in der Fahrzeugbrandung .... „Wünsche? — Die Radfahrer und Fußgänger sollen sich im neuen Jahr ein Beispiel an der Disziplin der Fern-

fahrer nehmen; die Menschen sind auch manchmal selbst schuld an den Unglücken“ Auf unsere Frage: „Militär?“ „Darüber möchte ich nichts sagen, ich war lange genug Soldat...!“

Wir glaubten mit einem„ Sehr-Kranken“ sacht gesprochene Sätze wechseln zu müssen, es spielte sich jedoch alles ganz anders ab. „ . . . Und wie gehts Ihnen?“ — „Sie sehen, die Zigarette schmeckt mir wieder!“ Kurze Unterbrechung durch ein Telefon-Gespräch: „Ja, hier ist Dr. Feick, ist Herr St. da? . . .

also gut, das könnte man machen, er soll die Sache nochmal schriftlich geben ...“ Dann: „Mein Befinden, Sie können sich ja vorstellen, wie man sich bei meinem Temperament nach vier Wochen Bettzeit befindet... Meine Wünsche: daß der Weg der Stadt wirtschaftlich und kulturell weiter nach oben geht; und das Wichtigste: daß wir in Frieden unserer Arbeit nachgehen können ... Für Sie erhoffe ich das gleiche. Ich möchte vor allem noch die vorbildliche und kameradschaftliche Zusammenarbeit im Magistrat hervorheben, und es ist mein erster Wunsch für das Jahr 1951, daß diese Kameradschaft auch im neuen Jahr zum Segen unserer Stadt aufrechterhalten bleibe — was da auch kommen möge ... !“ Den Stadtkämmerer hatte die viele Arbeit und das alte Jahr nicht niederwerfen können, und die Stadtkasse stand auch nicht unter dem Bett.

Im ersten Flur bei Henschel und Roppertz steht die verschmitzt - vergnügte Brezelfrau und lacht. Immer, selbst in den frostigen Tagen zwischen den Jahren, die kalte Füße und rotblau gefrorene Hände bringen, bleibt sie Verkörperung Altdarmstädter Art: mit feinem Humor, der die kräftigen Linien nur benutzt, um die unendlich feine und weiche

Gutmütigkeit zu verdecken, mit nicht totzukriegendem, unzerstörbarem Elan... „Was ich mir wünsche? Daß ich das Glokkenspiel bald wieder jeddh Mittag hören kann, und das Heinerfest gut wird, und daß mir ein schöner Vers einfällt, worüber ich mir Tag und Nacht den Kopf zerbreche. Darmstadt soll wieder schön Werden wie früher, und die Stammkundschaft ,bei Grohe1 und beim ,Anker* möchte mir immer treubleiben. Und noch eins: die Menschen sollen alle munter und lustig sein und nicht immer mit so ernstem Gesicht herumlaufen. Durch Griesgram wird nichts besser...“

Kurz vor dem Marktplatz spielen Straßenmusikanten ein Lied von Liebe und Glück. Es ist kalt und wer gäbe seinen Groschen nicht dem Versehrten, der beide Beine verloren hat, und dem Blinden, die den Vorbeigehenden mit klammen Fingern und gekonntweichem Tremolo ein schmerzendtrauriges Lied vor-

spielen? — „Oh, was sollte ich sagen? Daß sich meine Hoffnung auf Arbeit im kommenden Jahr verwirklicht, und ich wieder als Zeichner oder Konstrukteur arbeiten kann. Daß das Straßenmusikanten-Dasein den anderen erspart bleibt; daß die Polizei zu den Kollegen in den anderen Städten genau so konziliant und gerecht wird, wie sie uns hier in Darmstadt gegenübertritt...“

Die Klausur persönlicher Art, origineller Gestaltung, mit Datterich, Museum und Kolorit. Ein Mann, der nicht Darmstädter ist, der sich schon nach fünfjährigem Aufenthalt dem Fluidum unserer Stadt nicht zu entziehen vermochte,konnte und wollte; der Niebergallsche Nachlässe — zumeist Spenden — konzentrierte ... „Meine türkische Lampe —

nun brennt sie wieder und noch — möge noch lange der Herzlichkeit und Eigenart meiner Darmstädter Gäste scheinen, und ihren immerwährenden Humor beleuchten ...“ Alle Fotos: Hilde Roth










Mach’s wie ich: mit hohlem Kreuz ins neue Jahr Zeichnung: Sander
Mach’s wie ich: mit hohlem Kreuz ins neue Jahr Zeichnung: Sander




Neujahrsball auf der Mathildenhöhe

Der Neujahrsball, den die Karnevalsgesellschaft Narrhalla am 1. Januar in den Räumen der Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe veranstaltet, bildet den Beginn des diesjährigen Faschings. Niemand weiß, was das kommende Jahr uns bringt, deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig mit dem nötigen Frohsinn einzudecken. Es kann in diesem Jahr nicht früh genug begonnen werden, weil bereits am 7. Februar der Aschermittwoch allen närrischen Freuden ein Ende bereitet. ''Kurz ist also die Zeit, die dem harmlosen Treiben des Karnevals zur Verfügung steht. Es sollte deshalb nichts versäumt werden. *

Die Zahl der Wohnungssuchenden, die beim Wohnungsamt Darmstadt gemeldet sind, beträgt am Ende des Jahres 1950 17121. -ff-

Allen unseren Lesern und Freunden ein Slücklithes Jahr 1951


Nach einer Originalradierung von Wilhelm Gerling
Nach einer Originalradierung von Wilhelm Gerling

Vor der verschlossenen Tür ...

Von Heinz G. Roth

Der Abend sinkt. Die Baumkronen des gegenüberliegenden Parkes, die ich von meinem Schreibtisch aus sehen kann, verlieren sich im Dämmern. Eigentlich müßte ich die Lampe anzünden. Aber ich mag nicht, denn dann würde sich draußen die Dunkelheit vertiefen. Das wäre auch der Fall, wenn ich eine Kerze des Weihnachtsbaumes, der schattenhaft in der dämmrigen Ecke steht und dessen silberner Flitter weiß, wie. tot herabhängt, anstecken würde. Ich könnte den würzigen Duft einer brennenden Kerze einatmen, könnte mich an ihrem unruhigen Flammenspiel erfreuen und ganz weihnachtlich fühlen. Aber ich mag nicht, ich liebe dieses graue ungestörte Zwielicht, und außerdem denke ich an Silvester...

In wenigen Stunden werden sich die Menschen „Prost Neujahr“ zurufen, sich lachend oder tränenden Auges in die Arme nehmen, je nach Temperament. Das alte Jahr ist dann ausgelöscht, tot. Gingen alle Hoffnungen oder Wünsche, die man zu Beginn des letzten Jahres hegte oder scheu seiner Frau, seinem Freund offenbarte, in Erfüllung? Gab es Schweres zu tragen, dessen Last einen manchmal schier zu Boden drücken wollte, gab es öde Stunden, an die man nur ungern zurückdenkt, oder gab es etwas Schönes, das einen über alles Bittere erholt? — Es ist, glaube ich, zu Beginn dieses neuen Jahres gleichgültig, denn wir legen das vergangene Jahr ab wie ein altes, abgetragenes Kleidungsstück. Später vielleicht denken wir noch einmal an das Jahr 1950 zurück, und dann werden wir uns nicht wundern, wenn wir das Böse vergessen und das Gute behalten haben.

Wird das neue Jahr lang oder kurz sein mit seinen 365 Tagen? — Wir wissen es nicht. Wohl aber, daß die Zeit wie der Sand einer Stundenuhr unaufhaltsam, unerbittlich dahinrinnt. Wären wir selbst die Zeit, dann brauchten wir nicht die neigenden Jahre zu fürchten oder zu messen. Denn dann verlören sie sich wie ein Herzschlag im Unendlichen. Und wenn wir gar nicht wären? Dann brauchten wir keine Zeit, keine Jahre und auch keine Kalender ...

Was wollten wir im letzten Jahr nicht alles tun! — Und wie viel davon nahm uns dieses Jahr diskret aus der Hand, gab es dem kommenden? — Die Rechnung ging nicht ganz auf. Ist das nicht gut so? Es müßte, in der Tat. ein merkwürdiger Mensch sein, wer so ohne weitere? unter das dahingegangene Jahr einen Schlußstrich ziehen könnte, wer nichts mit hinübernähme. wer alles zurückließe und frisch und unbeschwert über die Schwelle des neuen Jahres treten würde.

Seltsam, an dieser Schwelle, vor der noch verschlossenen Tür zu stehen. Seltsam die Bemühungen, diese Tür aufzuschließen. für die es keinen Schlüssel gibt. Seltsam auch, daß sich diese Tür am 31. Dezember um 24 Uhr für Milliarden von Menschen von alleine auftun wird und hinter sich für jeden einzelnen ein eigenes Schicksal bereitgestellt hat. Man kann sich fürchten vor diesem neuen Jahr, man kann seine Angst im Rausch betäuben, man kann aber auch, draußen unter klarem Himmel, geloben, dies oder jenes besser zu machen.

1951! — Man hofft, man sehnt und man verzagt. Dies alles schwingt in der schicksalsschweren Stunde in der Luft, erfüllt die Menschen der Erde, verbindet sie, die durch Zollgrenzen auseinandergerissen sind. Sähe man in der Neujahrsstunde all diese Menschen, dann würde sich keiner einsam oder arm fühlen, denn man würde tausende seinesgleichen finden. Tausende, die mit unbändigem Mut, mit Freude und Opferbereitschaft das hinnehmen wollen, was sie hinter der Tür des neuen Jahres erwartet.

Würde sich jeder, der verzagen möchte, jeden Tag im neuen Jahr diesei' Menschen erinnern, — wie müßte für ihn ein solches Jahr werden!

Wie wird das Wetter ?

Weiterhin sehr kalt

Vorhersage: Ueber das Wochenende wolkig mit Aufheiterungen, keine Niederschläge von Belang. Tagsüber mäßiger, nachts strenger Frost. Oestliche Winde. Weitere Aussichten: Nach dem Jahreswechsel nicht mehr ganz so kalt.



STARKENBURG

„Michelstadt in Wort und Bild“

Michelstadt, (ch) - Unter diesem Titel brachte noch kurz vor Jahresschluß der bekannte Odenwälder Heimatforscher, Oberlandmesser i. R. und Stadtarchivar Philipp Buxb au m, Michelstadt, ein neues Heimatbuch heraus, das nicht nur die Geschichte der alten Mark Michelstadt von der Zeit Einharts, des kaiserlichen Sekretärs Karl des Großen, ab behandelt, sondern sie im Zusammenhang mit dem gesamtodenwäldischen Raum sieht. Zahlreiche Illustrationen von der Hand des Verfassers selbst sowie von August Schwab, Otto Übbelohde und Prof. Albert Hartmann bereichern das wertvolle Werkchen, das Freunde der engeren Heimat herzlich begrüßen werden.

Sattler singt in seiner Heimat

Affolterbach, (vir) Zugunsten des Wohltätigkeitsfonds der Gemeinde wird am 7. Januar im Gasthaus Trautmann ein großer Liederabend veranstaltet, in dessen Mittelpunkt Affolterbachs berühmter Sohn, Kammersänger Joachim Sattler, stehen wird. Am Flügel begleitet von Generalmusikdirektor Mecklenburg, singt der Tenor Lieder und Arien von Löwe, Meyerbeer, Mozart, Strauß, Wagner, Weber, Schumann, Schubert, Lehär, Millöcker und anderen Komponisten.

Der Männergesangverein Affolterbach unter Leitung seines Dirigenten Konrad Krämer bringt Werke von Sonnet, Mozart und Löwe zu Gehör.

In Abwesenheit bestohlen

Traisa. (=) Am Morgen des 27. Dezember befanden sich Vater, Mutter und Sohn der Familie des Georg F., Ludwigstraße, in der Zeit von 5.15 bis 6.15 Uhr beim Zeitungsaustragen. Als sie zurückgekommen waren, vermißte man eine silberne Taschenuhr und den ebenfalls in der Küche aufbewahrten Betrag von rund 380 DM. Der Täter hatte das Hoftor unverschlossen vorgefunden und so war es ihm ein leichtes, in die Küche zu gelanisn. Zweckdienliche Mitteilungen erbittet mie Gendarmeriestation Nieder-Ramstadt.

Kohlenkarten und Curtischloß

Groß-Umstadt (RG) - Die letzte Forumsveranstaltiung des Jahres 1950 war erfreulich gut besucht. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die kürzlich eingeflührte Ausgabe von Kohlenkarten und das künftige Schicksal des CurtlischloSses. Wir werden über diesen Aussprache-Abend noch eingehend berichten.

Dieburg schlägt eine Brücke

Aber nur für 1000 DM / Bürgerversammlung im Januar soll sich mit städtischen Problemen befassen

Dieburg. (RG.) - Der Gemeinderat behandelte in seiner letzten Sitzung vor dem Jahresende zwei Fragen, über deren positive Lösung man sich schon seit langem einig war, deren Finanzierung jedoch z. T. noch einige Schwierigkeiten bereitet.

Der vor einiger Zeit einstimmig gefaßte Beschluß zur Errichtung einer Fußgängerbrücke über die Gersprenz, die vom Fechenbachschen Schloßpark aus die Verbindung mit dem weiten Gelände auf dem linken Flußufer herstellen soll, stand jetzt hinsichtlich seiner Verwirklichung zur Beratung. Zu dem Projekt lagen mehrere Entwürfe — von einer massiven Steinbrücke bis zum Fußgängersteg — vor, deren Kosten zwischen 1000 und 7000 DM liegen. Die Aussprache über die Form dpr Brücke endete mit der Annahme eines Vorschlags auf eine leicht gebogene Holzbrücke, deren Gestehungskosten nicht viel mehr als 1000 DM betragen.

Bei der Besprechung des 2. Punktes — Müllabfuhr — kam zum Ausdruck, daß sie vor allem im Interesse der Gesunderhaltung der Einwohnerschaft sehr zu wünschen sei. Nach den Ausführungen von Ministerialdirektor Dr. Freund bei anderer Gelegenheit sei die Bevölkerung der Stadt zu mehr als 20 Prozent mit der Wurmkrankheit behaftet, gegen die das beste Mittel Sauberkeit sei. Unter Zugrundelegung der 2300 Haushaltungen und monatlich zweimaliger Abfuhr von 85 Kubikmeter Müll dürfte die Anschaffung eines Spezialfahrzeugs zwar nicht notwendig, dagegen aber der Ankauf eines Mülltransporters als Anhänger an den städtischen Lkw. nicht zu umgehen sein.

In diesem Punkt kam es zu keinem endgültigen Beschluß, weil auf Vorschlag des Bürgermeisters Mitte Januar eine Bürgerversammlung einberufen werden soll, auf der sich die Einwohnerschaft selbst über diese und noch manch andere Frage selbst äußern soll.

Zum Schluß der Sitzung dankte der Bürgermeister den Gemeinderäten für ihre im Laufe des Jahres 1950 gezeigte loyale Zusammenarbeit selbst bei der Lösung oft schwierigster Probleme. Er lud den Gemeinderat zu einem Jahresschlußschoppen im vertrauten Kreise ein, bei dem in zuversichtlicher und froher Stimmung mancher manchem manches ungestraft „anvertrauen“ durfte . . .

86 000 DM für das neue Wasserwerk

Verabschiedung des Beerfeldener Haushaltsplanes für Rechnungsjahr 1950

Beerfelden, (ch) - In öffentlicher Beratung verabschiedete die Beerfelder Gemeinde-Vertretung den Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1950.

Bürgermeister Ackermann erklärte eingangs die verspätete Verabschiedung des Etats mit den erst jetzt bekanntgewordenen Sätzen der Kreisumlage sowie des Kreiszuschusses für die Oberschule Beerfelden. Er beträgt in diesem Jahr 6000 DM. Der ordentliche Haushaltsplan schließt mit 283 801,25 DM, der außerordentliche mit 29 000 DM. Eür das in diesem Jahr neu errichtete Wasserwerk wurde ein Sondervoranschlag in Höhe von 86 420 DM erforderlich.

Nach der einstimmigen Annahme des Haushaltsplanes wurden die Steuerhebesätze für die Grundsteuer „A“ für land- und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke auf 258 Prozent, für bebaute Grundstücke auf 78 Prozent, die Gewerbesteuer

auf 370 Prozent und die Hundesteuer auf 16 DM je Hund und Jahr festgesetzt. Für den noch nicht abgeschlossenen Ausbau des Waldweges nach dem Krähenberg sind 22 000 DM eingesetzt. Die Notstandsarbeiten wenden bei günstigem Wetter fortgesetzt.

Die Verlängerung der Gaisgasse oberhalb der Kinderschule erhält den Namen „Airlenibacher Straße“. Der Bau-Aueschuß gab die nunmehr festgesetzten Grundstückspreise im Gewann „Stückelacker“ bekannt, wo in der Jahn- und Odenwaldstraße bereits mehrere Grundstücke bebaut wurden. Der Quadratmeter-Preis wurde auf 1,10, bei Obstbaum-Grunndstücken auf 1,25 DM festgesetzt. Weiter wurde eine Besserung der der Straßenbeleuchtung zum Krähenbergweg beschlossen.

DP-Lager wird aufgelöst

Babenhausen. (NB) — Wir wir aus gut unterrichteter Quelle erfahren konnten, wird das unter deutscher Verwaltung stehende Tschechenlager, in dem sich zur Zeit noch rund 500 Insassen befinden, zu Beginn des neuen Jahres aufgelöst. Am 3. Januar sollen die Tschechen nach Bad Orb (Lager Wegscheide) verbracht werden. Die im Ausbau befindlichen Kasernen werden aller Voraussicht nach von amerikanischen Truppen belegt.

„Süße“ Diebe

Lorsch, (el) In der Nacht vom 28. zum 29. Dezember wurde ein Einbruch in den Laden eines Bäckermeisters versucht. Aufmerksame Hausbewohner konnten jedoch einen größeren Diebstahl verhindern. Lediglich Backwaren und Süßigkeiten fielen den Dieben in die Hände.

Bums, da fiel das Rößlein um!

Beerfelden, (ch) — Einem Jungbauern, der bei dem herrlichen Winterwetter eine Schlittenfahrt nach Gammel sb ach unternahm, wurde die Freude weidlich vergällt. Kurz vor dem Ortseingang von Gammefebach fiel das Pferd plötzlich um und war auf der Stelle tot.

Erbach (ch) - Auch Kreisjugendpfleger Meyer dankt in einem Neujahrsgruß allen Mitarbeitern, Freunden und Gönnern des neugegründeten Jugendrings Erbach-Michelstadt für ihre Mithilfe am gemeinsamen Werk für die Jugend. Er hofft, daß im neuen Jahr die Zusammenarbeit noch enger werde.

Aktuelles zwisechen gestern and heute.

Großfeuer im Sägewerk

200 000 DM Schaden

Hirschhorn. (WL.) - In den gestrigen Morgenstunden brach im Furnier- und Sägewerk Andre und Gernandt ein Brand aus. Das Feuer vernichtete die dort lagernden Furnierbestände und mehrere hochwertige Holzbearbeitungsmaschinen. Die Feuerwehren aus Hirschhorn und Eberbach konnten den Brand nach 3 Stunden eindämmen. Die Ursache des Brandes ist noch ungeklärt. Der Schaden soll sich auf 200 000 DM belaufen.

500 000 DM Darlehen zur Behebung der Wohnungsnot

Heppenheim, (vir) - Landrat Dengler hatte am Freitagnachmittag noch einmal die Mitglieder seines Kreistages zusammengerufen, um einige noch offenstehende Punkte der Tagesordnung zu behandeln.

Nach seinem Bericht über die Behebung der Wohnungsnot im Kreis wurde sein Plan gutgeheißen, 500 000 DM als Darlehen von der Zusatz-Versorgungskasse aufzunehmen. Die übrigen Punkte der Tagesordnung umfaßten die Auflösung'der selbständigen Gemarkungen und gemarkungsfreien Grundstücke sowie die Anerkennung der Schöffen- und Geschworenenwahl. Eine Beschlußfassung über die Geschäftsordnung über den Kreistag wurde vertagt. Einige Bauleitpläne nach dem Aufbaugesetz wurden diskussionslos angenommen.

Brand im Tschechenlager

Babenhausen. (NB.) Im Tschechenlager kam es am Donnerstag nach 21 Uhr zu einem Barackenbrand, der die ganze 3,5 auf 8 m große Behelfswohnung eines jungen Ehepaares vernichtete. Da die Bewohner zur Stadt gegangen waren, wurden die Flammen zu spät bemerkt und auch die Babenhäuser Feuerwehr konnte erst nach einer Stunde infolge Einfrierens der Hydranten mit dem Löschen des Brandes beginnen. Die Brandursache ist noch nicht restlos geklärt.


In vielen Gemeinden unserer Heimat wandern in der Silvesternacht, wenn überall die Glocken das junge Jahr festlich begrüßen, von nah und fern die Menschen zu ihrer Kirche, um in mitternächtlicher Stunde vor dem Antlitz Gottes zurück und vorwärts zu schauen. Das vergangene Jahr gleitet in Gedanken noch einmal vorüber, und der Zukunft wird im Vertrauen auf einen allmächtigen Gott fest ins Auge gesehen. Und während über die verschneiten Höhen hinweg das Krachen der Böller und das feierhe - frohe Geläute der Glocken sich vereinen, wiederholen im Gotteshaus Menschen das als Bitte, was ihnen in der Christnacht verheißungsvoll offenbar wurde: Friede auf Erden.
In vielen Gemeinden unserer Heimat wandern in der Silvesternacht, wenn überall die Glocken das junge Jahr festlich begrüßen, von nah und fern die Menschen zu ihrer Kirche, um in mitternächtlicher Stunde vor dem Antlitz Gottes zurück und vorwärts zu schauen. Das vergangene Jahr gleitet in Gedanken noch einmal vorüber, und der Zukunft wird im Vertrauen auf einen allmächtigen Gott fest ins Auge gesehen. Und während über die verschneiten Höhen hinweg das Krachen der Böller und das feierhe - frohe Geläute der Glocken sich vereinen, wiederholen im Gotteshaus Menschen das als Bitte, was ihnen in der Christnacht verheißungsvoll offenbar wurde: Friede auf Erden.

Bensheims Bautätigkeit im Jahre 1950

Ein Ueberblick über die Leistungen des Stadtbauamtes

Bensheim. (H.8.) — Zum Jahresschluß gab uns das Stadtbauamt einen kurzen Ueberbiick über die im vergangenen Jahre geleisteten Bauarbeiten. Stadtbaumeister Griesinger bedauerte im Laufe dieses Gesprächs, daß im allgemeinen nur das anerkannt werde, was über der Erde, also in erster Linie an zerstörten Gebäuden und Neubauten gearbeitet wird, daß man aber die Arbeiten unter der Erde, wie e^wa die Ausbesserung und Erweiterung der Kanalisationsanlagen und des Wasserrohrnetzes, den Ausbau von Straßen und dergleichen mehr nicht gebührend beachte.

Im Jahre 1950 lagen beim Stadtbauamt 203 Baugesuche vor, davon 78 für Wohnhäuser, 62 für gewerbliche Betriebe, 60 für Wohnungsausbauten und zwsi für den Wiederaufbau zerstörter Gebäude, ferner wurden in 160 Fällen die Mietpreise neu festgesetzt. Durch den Ausbau des Dachgeschosses in der Rodensteinschule wurden zwei Wohnungen, in der Baracke an der Bleiche 1 Wohnung und in einer Baracke im Viehweg 5 Wohnungen neu geschaffen.

Beim Ausbau der alten Feuerwehrunterkunft in der Platanenallee entstehen ebenfalls 5 Wohnungen, über der neuen Feuerwehrunterkunft 2 bis 3 Wohnungen. Durch diese Bauarbeiten leistete das ‘Stadtbauamt einen wesentlichen Beitrag zur Linderung der Wohnungsnot in Bensheim. Durch den Ausbau am Mollenscben Pavillon im Kurpark. in dem schon vor einiger Zeit ein geschmackvolles Cafe eingerichtet worden war, iisit der Gastraum des Stadtpark-Cafes wesentlich vergrößert worden. Die Bauarbeiten an der Wambolterhofschule sind noch im Gange.

Im Pumpwerk Auerbach wurde eine neue, größere Pumpe aufgestellt und eine Transformatorenst.ation errichtet. Im Rathaus, Rodensteinerhof, wurde mit den Vorbereitungsarbeiten zum Ausbau des Dachgeschosses über dem Sitzungssaal zur Gewinnung neuer Büroräume begonnen: zu dem Zweck hat man die Säulen im Saale entfernt und dite Decke aufgehängt. Die Heizungsanlagen in verschiedenen Gebäuden wurden im Laufe dieses Jahre ausgebessert oder erneuert. Die Bahnhofsvorplätze in Bensheim und Auerbach sind erweitert und verkehrstechnisch verbessert, Geräte für den Straßenbau neu angeschafft und Instandsetzungsarbeiiten in verschiedenen Dienstgebäuden vorgenommen worden.

Gleich zu Beginn des Jahres richtete man das Kirehberghäuschen. das Wahrzeichen von Bensheim, neu her. Im städtischen Schwimmbad konnten die Wannen- und Brausebäder in Betrieb genommen. 103 Straßenlampen neu aufgehängt und zahlreiche Verkehrsschilder erneuert oder neu aufgestellt werden. Eine der Hauptaufgaben war der Ausbau verschiedener Straßen wie der Neckar-, Mathilden-, Hemsberg-, Friedhofs- und Fabrikstraße.

Arbeiten zur Erweiterung der Kanalisationsanlagen und Neuanlagen von Wasserleitungen vervollständigen den Ueberbiick über die vom Stadtbauamt Im vergangenen Jahr geleisteten Arbeiten.

Lorsch, (bl) — Der traditionelle Silvesterball des Männergesangvereins „Germania“ findet am Sonntag in der Turnhalle statt. Im Mittelpunkt steht die Wahl der Silvesterkönigin. — Ein Familienabend mit Tanz hält der Boxclub Eiche im „Goldenen Stern“ am Silvesterabend. — Der Familienabend des SC Olympia ist am Neujahrstage mit der Ehrung der alten Mitglieder vorgesehen. Am gleichen Tage findet in der „Frischen Quelle“ ein Tanzabend der katholischen Jugend statt.

Unsere Geburtstagskinder

82. Geburtstag: Herr Georg Adam Hilbert, Groß - Bieberau, Lichtenberger Straße 42. 81. Geburtstag: Frau Elisabeth Molta er t, Stockstadt, Wilhelmstraße. 80. Geburtstag: Frau Luise Winter geb. Rossel, Heppenheim a. d. 8., Ludwigstraße 50. 78. Geburtstag: Frau Elisabeth W e c k - bach, Rehbach/ Odw., Darmstädter Straße 16.

76. Geburtstag: Frau Marie Iser, Klein-Gerau, Darmstädter Straße 5.

75. Geburtstag: Frau Elisabeth Schilling, Büttelborn, Darmstädter Straße 34.

75. Geburtstag: Herr Johannes Veith, Dornberg, Hauptstraße 14.

75. Geburtstag: Herr Reg. - Rat i. R-Rudolf Schäfer, Jugenheim a. d. 8., Hauptstraße 21, Vor®, der Familiengeschichtlichen Vereinigung.

73. Geburtstag: Frau Marie Dörr, Leeheim, Hauptstraße 30.

73. Geburtstag: Frau Emma Mann, Stockstadt, Hintergasse.

70. Geburtstag: Herr Karl Volz, Biebesheim, Rheinstraße 2. 70. Geburtstag: Frau Marie Frey, Wixhausen, Obergasse.

Am 31. Dezember

Goldene Hochzeit: Herr Georg Habermehl, Gärtner, und Frau Karoline geb. Burck, Groß-Bieberau, Hauptstraße 1. 82. Geburtstag: Herr Ferdinand Tilp, Wolfskehlen, Wilheim-Leuschner-Str. 55. 80. Geburtstag: Frau Katharina Schreiber geb. Orth, Habitzheim. 80. Geburtstag: Frl. Berta Pönisch, Bickenbach a. d. 8., Karl-Liebknecht-Str. 80. Geburtstag: Frau Christine Wagner, Bensheim, Heidelberger Straße 9. 78. Geburtstag: Frau Katharine Hor¬ neff, Wixhausen, Rheinstraße.

Am 1. Januar 1951

Goldene Hochzeit: Eheleute Johann Georg Heinrich S t o c k , Erbach, Hohl 16, Gasthaus „Zur Wolfsschlucht“. Silberne Hochzeit: Herr Ludwig Röder und Frau Käthe geb. Huthmann, Wixhausen, Bahnhofstraße. - i bfskpfskp chckj

Ein glüdkliches neues Jahr!

Starkenburger Landräte grüßen die Bevölkerung ihrer Kreise

Die gute Zusammenarbeit der öffentlichen Körperschaften — sei es kommunaler oder staatlicher Art — mit der Presse ist für die Gestaltung des öffentlichen Lebens von höchster Bedeutung. Nur durch sie ist es möglich, der Bevölkerung die Probleme der Selbstverwaltung, aber auch die Aufgaben des Staates näherzubringen. Im verflossenen Jahr ist das in dankenswerter Weise geschehen. Auch im kommenden Jahr möge uns die Presse bei der Verfolgung unserer Ziele — Förderung des sozialen Wohnungsbaues — Hilfe für die Heimatvertriebenen — der sozialen Fürsorge — der Verbesserung der Volksgesundheit — der Instandsetzung von Straßen und dem Wiederaufbau des Schulwesens — unterstützen. Nur durch enge Verbundenheit von Volk, Presse und Verwaltung werden manche Mißverständnisse beseitigt und eine segensreiche Zusammenarbeit für alle Beteiligten ermöglicht. Daß dies im Jahre 1951 wie im vergangenen Jahr der Fall sein möge, wünsche ich von Herzen und grüße von dieser Stelle aus alle, die guten Willens sind, mitzuarbeiten an der Wiederaufrichtung unserer schwergeprüften Heimat.

Wink Landrat des Landkreises Darmstadt

Wie in früheren Jahren ist es mir auch am Ende des Jahres 1950 ein Bedürfnis, mich mit einigen Worten an die Bevölkerung des Landkreises Dieburg zu wenden. Es war im alten Jahr nicht immer leicht, zuversichtlich und in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft hingebend an der Arbeit zu bleiben und doch dürfen wir mit einiger Befriedigung zurückschauen. Mein Dank gilt allen, die pflichtbewußt an der Lösung der. uns gestellten Aufgaben mitgewirkt haben. Hoffen wir alle zu Gott, daß er uns den Frieden erhalte und daß er unser ehrliches Streben segne und uns selbst die Kraft gibt, unbeirrt von allem Wirrwarr dieser Welt unseren Weg fortzusetzen, dann wird und muß es gelingen, die Not zu meistern, zum Wohle unserer Heimat und der gesamten Bevölkerung.

Ritzert Landrat des Landkreises Dieburg

Im Zeitpunkt der Jahreswende stehen wir vor großen innen- und außenpolitischen Entscheidungen und Spannungen. Das Jahr 1951 wird nicht ohne Sorgen begonnen. Wenn jeder an seinem Platz weiterhin in bisheriger Weise tatkräftig mitarbeitet, dann werden wir auch im kommenden Jahr wieder ein weiteres Stück aus dem Chaos, das uns 1945 nach dem Zusammenbruch hinterlassen wurde, herauskommen. Ich bitte um das Vertrauen der Kreisbevölkerung und mahne zur gegenseitigen Achtung, Toleranz, Duldsamkeit, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft, um so den inneren Frieden zu wahren, den verantwortungsbewußten Staatsmännern aber möge es gelingen, den äußeren Frieden zu erhalten. In dieser Hoffnung entbiete ich, auch im Namen meiner Mitarbeiter, allen Kreiseinwohnern die herzlichsten Glück- und Segenswünsche für das Jahr 1951.

Neff Landrat des Landkreises Erbach

Ein Jahr, das in seinem Ablauf leider nicht das hielt, was man sich von ihm versprochen hatte, geht seiner Vollendung entgegen. Wohl haben sich in ihm in mancherlei Hinsicht die Dinge gewandelt, hat menschliches Streben untragbar scheinende Verhältnisse zum Besseren zu wenden vermocht, die große Hoffnung aber, der sehnliche Wunsch auf Besserung der Beziehungen unter den Völkern, nach Frieden auf Erden, ist unerfüllt geblieben. Nun, da wir wieder an der Schwelle eines neuen Jahres stehen, laßt es erneut unsere Aufgabe sein, dem Ausdruck zu geben, was innigster Wunsch des Menschenherzens ist: Wir wünschen in Frieden, Freiheit und Glück wirken zu dürfen für die Rückkehr der letzten Kriegsgefangenen, für die Wohlfahrt der Bedrückten und Bedrängten unserer Zeit, für das Wohl unserer Jugend. In diesem Sinne wünsche ich allen Kreisangehörigen und insbesondere unserer lieben Jugend viel Glück und Freude im neuen Jahr!

Harth Landrat des Landkreises Groß-Gerau

Für den Landkreis Bergstraße stellte uns Dr. Heinrich von Brentano, M.d.8., folgende Zeilen zur Verfügung:

Ein Jahr ernster und verantwortungsvoller Arbeit liegt nun hinter uns. Ein Jahr, in dem das deutsche Volk in überzeugender Weise seinem Willen Ausdruck gegeben hatj die Wunden zu heilen, die die Vergangenheit schlug, und eine staatliche Ordnung zu schaffen.

Das neue Jahr wird uns neue schwere Aufgaben stellen. Wenn alle, die guten Willens sind, sich vereinen, werden wir sie bewältigen und dem deutschen Volk das Wertvollste erhalten: den Frieden und die Freiheit. Der Segen Gottes möge diese Arbeit begleiten.

Dr. Heinrich von Brentano Mitglied des Bundestags

Wirtschaftsblatt

Mehr Hausbrandkohle

P- Bundeswirtschaftsminister Prof. Ludwig Erhard wies Behauptungen zurück, daß für Januar eine verminderte Hausbrand-Zuteilung geplant sei. Von Anfang an seien 1,4 Millionen Tonnen Kohle für Hausbrand und Kleinverbraucher vorgesehen gewesen. Da die Exportanenge für Januar ermäßigt worden sei, habe die Menge für Hausbrand und Kleinverbraucher auf 1,5 Millionen Tonnen erhöht werden können.

Ob es darüberhinaus möglich sei, für den Hausbrand neue Kohlenmengen bereitzustellen, werde von dem Ergebnis der für Januar vorgesehenen Sonderschichten abhängen.

USA-Regierung verteilt Kautschuk v- Die USA-Regierung nimmt die Einfuhr und Verteilung von Naturkautschuk und Naturlatex in eigene Regie, gab die nationale Produktionsbehörde (NPA) bekannt. Die Kontrolle über die Erzeugung und Verteilung von synthetischem Kautschuk liegt bereits in ihren Händen.

Die kanadische Regierung beabsichtige nicht, sich dem Vorgehen der Regierung der Vereinigten Staaten anzuschließen und die Kontrolle über die Einfuhr und Verteilung von Gummi zu übernehmn.

Steigende Ausfuhr der Metallwarenindustrie vw.- Die Eisen-, Blech- und Metallwarenindustrie der Bundesrepublik konnte die Ausfuhr ihrer Erzeugnisse in den ersten neun Monaten 1950 wertmäßig auf annähernd 513 Millionen DM steigern gegenüber rund 265 Millionen DM (ab Oktober einschließlich der französischen Zone) im Jahr 1949. In erster Linie wurden Eisen- und Metallwaren, Werkzeuge und Schneidwaren exportiert. Trotz dieses erfreulichen Aufschwungs erreicht das Ausfuhrergebnis dem Volumen nach erst 60 Proz. des Vorkriegsstandes.

a- Die deutsche Fischereiflotte zählt gegenwärtig 241 Schiffe, von denen jedoch ein Großteil überaltert ist. Im letzten Jahr wurden 30 Fangdampter wegen Ueberalterung aus dem Dienst genommen, dafür jedoch 46 Neubauten in Dienst gestellt.

Frankfurter Börse freundlicher

Bz. Die Jahresabschlußbörse hatte bei mäßiger Umsatztätigkeit ein freundliches Aussehen. Angesichts des । zurückgebliebenen Kursniveaus versucht man aus Bilanzverschönerungsgründen verschiedentlich kleine Kurserholungen zu erreichen. So konnten eine Reihe von Spezialwerten ihren Stand etwas verbessern. Süddeutsche Zuckerfabrik 108 (pl. 2). Stärker erhöht lagen Kaufhaus Hansa (vergl. bes. Meldung) 100, Dyckerhoff Zement 130 (je pl. 10), BBC 120 (pl. 7), Chemische Albert 62 ( + 1). Elektropapiere konnten sich voll behaupten, Zellstoffaktien gewannen 1 bis 2 Punkte.

Provision und Winzerbedingungen

AZ Der Bund Deutscher Weinkommissionäre teilt uns mit, daß er beschlossen hat, den Winzerbedingungen grundsätzlich zuzustimmen, wenn gleichzeitig die Provisionsfrage der Weinkommissionäre geregelt und Bestandteil der Winzerbedingungen wird.

Ein kühner Aufstieg der industriellen Produktion

— und doch wartet Frau Sorge am Jahresausgang — Die Erzeugung von 1936 um 25 Prozent überschritten

„Der Kampf gegen den Mangel ist die ewige Grundlage menschlicher Wirtschaft.“ Wilhelm Röpke

Der Kampf gegen den Mangel stand als Parole richtungweisend an der Eingangspforte zum ausklingenden Jahr. Aus dem Bekenntnis zur sozialen Marktwirtschaft hat dieses Ringen stärkste Impulse empfangen. Professor Erhard und alle die Männer, die die Möglichkeit hatten, das Steuerrad der Wirtschaftspolitik mitzulenken, werden sich zum Jahreswechsel Rechenschaft darüber geben-, ob und inwieweit ihr Wollen von Erfolgen gekrönt war.

Da steht Frau Sorge wieder vor uns auf. Politische und wirtschaftliche Hochspannungen schaffen nicht die Atmosphäre, in der sich das Wirtschaftsleben gesund und kraftvoll entwickeln kann. Dennoch schließt die Bundesrepublik ihre wirtschaftliche Jahresbilanz mit einer Reihe von Erfolgszahlen ab. Sie sind zum Teil höchst imponierend. Mit Zahlen dieser Art kann Professor Erhard unbestritten paradieren.

Gleicht nicht aber der kühne Aufstieg der industriellen Produktion in der Bundesrepublik einer Wanderung auf hohen, dünnen Stelzen? Aehneln nicht die Hochsprünge der Erzeugungszahlen den Ausschlägen des Manometers an einem Kessel, der einer solchen Beanspruchung nicht mehr gewachsen ist? Neuerdings stößt der Aufschwung hart auf Schranken. Es fehlt vor allem an Kohlen, Eisen und Stahl. Inmitten gewaltiger strategischer Rohstoffkäufe des Auslandes verspürt die Bundesrepublik bereits seit Monaten ihre Auslandsabhängigkeit im Rohstoffbezug besonders stark. Im Gegensatz zu den Staaten de» Atlantikpaktes sieht sie sich von einer bevorzugten Belieferung mit internationalen Rohstoffen ausgeschlossen.

Ueber genügend Devisenguthaben und Gold verfügt die Bundesrepublik auch nicht, um sich einen entsprechend großen Anteil an den internationalen Rohstoffen zu sichern.

In den letzten Monaten des schwindenden Jahres sieht sie sich im Gegenteil einer gefährlichen Verschuldung an das Ausland aus dem kommerziellen Außenhandel gegenüber. Marshallplan- und Garioamittel mußten wiederum die Löcher in der Zahlungsbilanz schließen helfen. Sie genügten nicht, um den akuten Notstand zu überwinden, der aus der anschwellenden Verschuldung im Warenaustausch mit den Ländern der Europäischen Zahlungs-Union entstanden war. Nur auf den Krücken eines Sonderkredites konnte die Bundesrepublik über diese Schwierigkeiten hinwegkommen.

Dazu wächst die Arbeitslosigkeit von neuem an. Fast 1,5 Millionen Arbeitslose meldete die Statistik am 15. Dezember. Unter dem Mangel an. Kohlen und durch die winterliche Kälte droht dieses Heer der Arbeitslosen weiter anzuschwellen. Diese Zahlen repräsentieren sich, während die Preise langsam weiter anziehen. Belasten nicht solche Erscheinungen die Jahresbilanz der deutschen Wirtschaft so sehr, daß die Marksteine des Aufschwungs mehr oder minder stark im Schatten liegen? .

Solche Fragen gilt es objektiv zu prüfen. Unbestritten war der Gesamtindex der industriellen Produktion bereits bis Ende

Oktober auf 125 gegenüber 93 im Dezember 1949 sprunghaft gestiegen. Diesmal hat der Aufschwung auch die Verbrauchsgüterindustrie nachhaltig berührt. Im Neuzugang an Bestellungen konnte sie jich zwar mit der Investitionsgüterindustrie, vor allem mit dem Maschinenbau, dem Fahrzeugbau und in der Elektrotechnik nicht messen. Dennoch hat sich die Versorgung mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs um fast 30 Prozent erhöht. (Index der Verbrauchsgütererzeugung: Oktober 1950: 119 gegen 92 im Dezember 1949.)

Einige weitere Belege! Die Eisen- und Stahlerzeugung stieg vom Dezember 1949 bis zum Oktober 1950 von monatlich 633 000 auf 927 000 Tonnen, die Rohstahlerzeugung von monatlich 812 000 auf 1 135 000 Tonnen. Die Zahl der Arbeits¬ ; losen war stark zurückgegangen. Im Februar 1950 hatte sie mit 1,98 Millionen ihren Höhepunkt erreicht. Bis zum Oktober war sie auf 1,23 Millionen abgesunken. Die Wirtschaft der Bundesrepublik hat aber nicht nur rund dreiviertel Millionen Arbeitslosen wieder einen Arbeitsplatz verschafft. Sie hat vielmehr trotz fortschreitender Rationalisierung der Betriebe und erhöhter Arbeitsleistungen noch 250 000 Männern und Frauen eine Arbeitsmöglichkeit geboten, die sich nicht aus diesem Arbeitslosenheer rekrutierten. Unter diesen Umständen lag die Zahl der Beschäftigten mit rund 14,3 Millionen Männern und Frauen im September 1950

um rund eine Million höher als die Beschäftigtenzahl im März 1950! Heimkehrer und Flüchtlinge aus der Ostzone hat also die Wirtschaft zusätzlich absorbiert.

Und noch eine andere Zahl sei hier genannt. Das Jahr 1950 sollte ein Jahr des Exportes werden. Die Parole hat gezündet. Vom Januar 1950 an hat sich die Ausfuhr unter Rückschlägen ständig erhöht. Im November erreichte der Export mit 973 Millionen DM einen Nachkriegsrekord. Ein Ausgleich der Zahlungsbilanz im kommerziellen Außenhandel ist zwar immer noch nicht möglich geworden. Der

wirtschaftliche Aufschwung, besonders in der zweiten Hälfte des Jahres, hat bei übergroßen Einfuhren breite Lücken in der Handels- und der Zahlungsbilanz hinterlassen. Mit fremder Hilfe hat man sie ausfüllen können.

Der Wirtschaftsminister hat viele Sorgenkinder. Arbeitslosigkeit und Außenhandel sind die größten geblieben. Hat er stets richtig gehandelt, um sich von ihnen zu befreien? In der ersten Hälfte des Jahres wollte die Bundesregierung mit Hilfe ihres großen Arbeitsbeschaffungsprogrammes und unter Einsatz von 2,5 Milliarden DM allein für den Wohnungsbau der Massenarbeitslosigkeit energisch zu Leibe gehen. Im Streit um Kompetenzen und in Auseinandersetzungen über Ausmaß und Zeitpunkt der Kreditschöpfung lief der Wohnungsbau als Kernpunkt des Programmes zu spät an. Das Wort „zu spät“ ist den Lenkern der Wirtschaft recht oft entgegengetreten. Zu spät erfolgte die Herabsetzung der Steuerlasten. Viel zu spät geht man daran, wichtige Teile der deutschen Industrie, den Kohlenbergbau, die Eisen- und Stahlindustrie und die IG.- Farben aus dem die Initiative tötenden Zustand der Zwangstreuhänderschaft herauszunehmen und nach vernünftigen Gesichtspunkten neu zu ordnen. Zu spät hat man sich darangemacht, die Kapazitäten der Grundstoffindustrie auszuweiten. Und schließlich hat man die Kreditbremse zu spät, dann aber übertrieben stark angezogen.

Für die Verzögerung des Arbeitsbeschaffungsprogrammes im Frühjahr 1950 und der Kreditbeschränkung zeichnen Bundesregierung und Bank deutscher Länder verantwortlich. Die anderen aufgezeichneten Verzögerungen aber, die den wirtschaftlichen Auftrieb hindern und gefährden, fallen in erster Linie den Alliierten zur Last. Sie haben sinnlos demontiert, die Produktion gefesselt und dein Außenhandel Knüppel in den Weg geworfen. Die Koreakrise hat zwar die Ausfuhr befruchtet, sie hat aber nach den kräftigen Amputationen am deutschen Wirtschaftsraum, die ebenfalls die Alliierten zu vertreten haben, die Rohstoffversorgung erschwert und verteuert. In der Atmosphäre politischer Hochspannungen blieb die Kapitalbildung kümmerlich. Marshallplankredite blieben häufig im Dickicht der Kompetenzen hängen. Der Selbstfinanzierung aber drohten die neue Steuerreform und die Lohnerhöhungen den Garaus zu machen.

Wird die Wirtschaft trotz des Mangels an Kapital, Grundstoffen, Rohstoffen und auch Facharbeitern ihren Aufstieg im neuen Jahr fortsetzen und sichern können? Nicht zuletzt werden die politischen Entwicklungen und die weitere Ausweitung der Ausfuhr diese Frage entscheiden.

Fritz Peter Claus


Einfuhren und Ausfuhren bis zum Oktober 1950
Einfuhren und Ausfuhren bis zum Oktober 1950

Montan-Aktionäre rufen zum Sammeln

Alliierte Entflechtungspläne drohen ihr Kapital zu entwerten

w Ein Aufruf an die Aktionäre und Obligationsbesitzer der Vereinigten Stahlwerke, der Gutehoffnungshütte, der Mannesmann, Glöckner und Hoesch wird von den Schutzvereinigungen für Wertpapierbesitz veröffentlicht. Die Situation im Kohle- und Eisensektor erfordert danach einen engen Zusammenschluß der Aktionäre und Obligationsbesitzer der zur Liquidierung gezwungenen Montan-Gesellschaften zur Wahrung ihrer Eigentumsrechte. Die Fortsetzung der alliierten Entflechtungspolitik bedroht Bestand und Wert der in den Unternehmungen angelegten Sparkapitalien.

Die Arbeitsgemeinschaft der Schutzvereinigungen für Wertpapierbesitz ruft demgemäß die Aktionäre und Obligationsbesitzer der genannten Montangesellschaften auf, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft, Staatssekretär a. D. Schmid bzw. den von ihm Beauftragten eine spezielle schriftliche Vollmacht zur Interessenwahrung zu erteilen. Kein Aktionär und Obligationär wird mit einer Gebührenerhebung belastet. Nur für den Fall einer künftigen außergewöhnlichen Zuspitzung der Lage bleibt die Bildüng einer gemeinsamen Kriegskasse Vorbehalten.

vwd Der Produktionsindex der West- Berliner Industrie hat in diesem Jahre 40 Prozent des Standes von 1936 erreicht.

Frankfurter Effektenbörse I Kursblatt des D.T.

t»z ■= Bezahlt, B = Briefkurse, T — Taxe, alle übrigen sind UeldkurM (Sämtliche Kurse ohne 'iewlhrt

28. 12. Pfandbr. u. Kom.-Ob
29. 12.
1. 4% Dt. Rtb. 34 A.. 7,12bz
7,12 4%Pr. Lpf.Anst.Pf. 7,5bz
7,5bz 4% do. Komm. Obi. 7,25
7,25 4% Hess.Ldbk.Pf. . 7,75bz
7,75bz 4% Kass. Ldkr.Pf. . 7,62bz
7,62 4% Nass. Ldbk.P... 7,75bz
7,75bz 4% do. Korn.Obi. .. 7,75
7,75bz 4% Rhein. Giro-Pf.. 8,25
8,25 47oRheinprv.Pt.... 8,25
8,25 Dekosama 1 17,12bz
17,12bz 4% Bayr. Hyp. Pf.. 7,5 4% Ffm Hyp.Bk.Pf. 7,62bz
7,5 7,62bz 4% Ffm Hyp.Obl. .. 7bz
7bz 4% Pfälz.Hyp.Pf. .. 7,75bz
7,75 4% Rh.Hyp.Bk.Pf. . 7,62bz
7,75bz 4% Westd. Bod. Cr 7,37
7,37 Industrie-Anleiben 4% AEG 42 6,75
6,75 2% Aschaffbg. Zell. 6
6 4% Augsb Nürnb.. 6,5
6,5 4% BMW 42 5,75
6,25bz
8,5 4% Daimler 42 ... 8,5 4% Degussa 43 ... 7,5
7.5 4’/2% Ess. Stk. 41. 6
6,25
28. 12. 29. 12.
4’/2% Gesenb.Benz. 7,75
4% Gelsenk. Bgwk. 6 4% Harpener 42 .. 7B 4'/2%Hartm. & Br. 7,25 5% Klöckner 39 .. 6,87 5% Metallges. 39 . 8,25 5% Rb. Braunk. 40 7.628 4% Schluchsee 43 . 6,5
472% Union Rhbr. . 7,5 4% Ver. Dt. Met. 42 7,75 7.87 6,5 7B
7,25 6,87 8,25 7,75bz 6,5 7,75 7,75
Industrie-Aktien
Accumulatoren.. ~898 Ada-Ada-5chuh....528
Adler-Werke 46 Adt, Gebt 40bz Allg. Bauges. Lenz. 30
AEG 24,5bz
Andreae-Noris ....—G — Aschaffbg. Akt.-Br. —B — Aschaffb. Buntpap. — —
Aschaffbg.Zellst. ..77 Augsb.-Nürnbg. ...78 89 B 52 B
48bz 40 30 25bz
G (T 182
- (T 48) (T 60) 78bz 79bz
Bad. Maschinen ... 100 Baumw. Erlangen . 132 Bayr. Motorenwk. .32 100 134 32,5
28. 12.
29. 12. Bemberg, J. P 81
Berger, Tiefbau ... 28 Bin. Kraft u. Licht. —
Braub. Nürnberg..— •— Brown Boveri 113bz
Buderus Eisenw. . .70bz Burbach Kali ..... 62 81 28,25
23bz (T 51)
120bz 71,5bz 65bz
Chern. Albert 61 Conti Gummi HObz 62bz
109bz
Daimler Mot. Wh.. 55bzB
Demag, Duisburg .78,75bz
Dessauer Gas 18,25bz Deutsche Erdöl ...59,5bz
Deutsche Steinzeug—
Degussa 73,75bz Dt. ' inoleum-Wk. .126 Dt. Tafelglas GT 133
Didierwk. Wiesb. .—B - Dierig, Chr 82,5 54,87bZ
80bz 18,5
60bz
145bz
74,25 b; 126bz
-(T 135 -(T 80) 83
Elehbg.Werger-Br. 45bz Eisenb. Verkehrsm.—B El. Licht u. Kraft. 24,5bz
Enzlnger Union ...63bz Eßlinger Maschinen9s Ettlinger Spinnerei 160 46,5
58,5bZ
25,5 63bz
95 160
28. 12. 29. 12.
Faber & Schleicher- G - G (T 105) Fahr, Gebr G(T 35)
Feinmech. Jetter • 85 85
Feldmühle • 83bz 85
Felten & Guill. .. .63 64bZ
Ffm. Masch. P &W.87 87
Goldschmidt, Fh. . • 52,5bz 54 B
Gritzner-Kayser.. • 101,5 101,5
Grün & Bilfinger . 46bz 49
Hafenmühle Ffm. .100 100
Hanau Hofbr. Haus— (T 54
Hanfwk Füssen . 144 145
Harpener Bergbau. 67 69,5
Harpener Bonds 39 40bz
Hartmann & Braun— -80 G
Heidelberg. Zement 103,75bz 103,75 Henninger-Bräu. • 83 83
Hess.-Nassau Gas .85 85
Hoesch Eisen ... .57bz 56,75bz
Holzmann. Ph. .. • 26,25bz 25,5bz
Hotel AG .45 45
Junghans. Gebr. . 54,5bz 54bZ
Kabelwerke Rheydts 9 59
Kali Cheml .95 95
Karstadt. Rud. .. .75.5 77bz
28. 12. 29. 12.
Kaufh. Hansa, Ffm. 90 lOObz
Kl., Schzl. & Becker 83 83
Klöcknerwerke... 65,5bz 65,5
Knorr, Heilbronn . 64 66bz
Konserven Braun . — -(T 54)
Kupferberg Sekt .. 40bz 41,5bz
Lahmeyer 4 Co. .. 80bz 80
Lanz, Heb 47bz 47
Lindes Elstnasch. .93.5bz 95bz
Mainkraftwerke... 88 89bz
Mainzer Akt Hr. ~48bz 49bz
Mannesm Röhr StAssbz 54,5
Mannesm.Röhr VA 65 67bz
Masch.Hartm. Offb 120 120
Metallgesellschatt 65bz 65bz
Moenus Maschinen 45 45.5bz
Neckar-Wk. Eßllng. 107 108
Nordd. Lederwerke 238 20bz
NSU 140 143
Odenw.Hartstein.. 95 95
Pfälz. Mühlenwk. . 90 90
Rhein.Braunkohle. 91 91bz
Rhein. Elektrizität. 90bz 90
Rhein. Stahlwk. ~52bz 53,5
Rh.-WestL Elektr.. 70bz 70,5bz
Roeder. Gebt 98 100
28. 12. 29. 12
Salamander Schub Salzdetfurth Kali . 62bz
Salzwk Heilbronn. 104 Sarotti AO 93 Schering 27,5 Schiifferh Brauerei 46
Schramm Lackfabr. 105bz Schriftg Stempel . 103 Seilindustrie WolffB2 Siem <S Halske StA43bz Siem. & Halske VA 40,5
Stollwerck. Gebt... 83
Siidd. Zucker Aß... 106bz 63bz
104 93 28
45bz
105 103 85 43,5bz 41bz
83
108bz
Veith Gummiwerke 120 120 Ver.Dt.Met. Werke 62,75bz 63 Ver Dt olfabrikenB4 84
Ver. Stahlwerke ..48bz 48bz Voigt & HaeSner.. 125 125bz Voltohm Sell 35 35 Wayß 6 Freytag . 120
Westdt. Kaufhof ..80bz Wintershall 46bz 120 82 47bz
Zellstoff Waldhot . 48bz 48bZ
Banken
Bayr.Hyp. Wchs.Bk. 35
Berl.Handels-Ges.. 15,25 35 15,25
28. 12. 29. 12.
Commerzbank ....24bz 24,5bZ
Deutsche Bank .... 25,5 Dt.Eff.-a.Wchs.Bk. 25
Dresdner Bank ... 26bz 25,25 b;
25 26.5bz
Frankfurter Bank .26
Ffm. Hypoth.-Bk. . 25bz 26 25,75
Pfälz. Hypoth.-Bk.. 22 22
Rhein.Hypoth.-Bk.. 27 28bZ
Verkehr AO. für Verkehr ..29
Hapag 27
Norddt. Lloyd 20,5bz Siidd. Elsenb.-Ges..— 29 28bz
20
■ (T 60)
Versicherungen
Allianz Leben ....38 All. u. Stuttg. Ver. .74 38 74
ünnotierte Werte
Beck & Henkel ....38 38
Chemietas. Inh. ...58,5 Chemietas. Na. ... 55 Chem. Brockhnei .75 59 56 75
28. 12. 29. 12.
Dt. Waßen 28bz 29,5bz
Dingler Zweibr ... 113,5 115bz
Diskusw 125 125
DyckerhofiZement. 120 130bz
Eisenil. Köln 39,5bz 39,25bz
Fordwerke Köln ..95bz 96bz
Gutehoßnungsh ... 59,25bz : 60bz
Hutschenreuthet .. 60 60
Kahla Porzell 36 36
Kammg Kaisersl.. 100 100
Rh Strohzellstoß . 155 155
Rosenthal-Porzell. 92 92
Schwäb.Zellstoß .. 153 153
Süddt. Zellwolle... 115 115
Thür. Zellw Inh. ..12,5 12,5
Thür. Zellw. na ... 9.75bz 10,25
Torpedo-Werke ... 163bz 163
Württemb Metall. 55 55
Zeiß Ikon 35 35bz
Zellst.Waldhot VA. 418 40

Neue Filme in Darmstadt

UNION. „Die dritte von rechts“. Wir haben ihn, den deutschen Revuefilm. Ein bißchen lang hat's gedauert, denn die verschiedenen Versuche sind halt immer auf halbem Wege stecken geblieben. Aber in der „dritten von rechts“, Leuterln, da schillert’s, singt’s und musiziert’s, daß man am liebsten auf seinem Stuhl mitmachen möchte. Wer sich da trotz des Vorbehaltes, der Streifen könne nichts anderes als ein amerikanischer Abklatsch werden, reserviert ins Union bemühte, wird ebenso angenehm enttäuscht und überrascht wie der, der den Deutschen die Produktion von Revuefilmen von wegen der „Mentalität“ absprechen möchte.

Eine kleine, etwas banale Kriminalhandlung faßt Revueszenen voller Schmiß, Tempo, Rhythmus und Abwechslung zusammen. Es ist Revue um ihrer selbst willen. Alles, was sich ein phantasiebegabter Drehbuchautor und Regisseur (Geza von Cziffra), Filmarchitekt (Herbert Kirchhoff), Kostümbildner (Paul Seltenhammer), Komponist (Michael Jary), Maskenbildner oder Kameramann ausdenken konnte, wurde hier (Film- )Wirklichkeit. Verblüffende Kostüme — vom stilgerechten Abendkleid bis zum raffiniert verhüllten Nudismus comme il faut — ergeben eine Musterkollektion bester Vorschläge für Karneval. Zündende Melodien gehen leicht ins Ohr und in die Beine und versprechen die Schlager der nächsten Zeit zu werden. Und dazwischen immer wieder: Ballett.

Die dritte von rechts (in der Reihe hübscher Mädchen) ist Vera Molnar, auicklebendig, frech, zierlich, ein Rabenaas, ein süßes. Sie singt mit Iska Geri und Evelyn Künneke um die Wette, trillert mit den Hiller-Girls, tanzt um und mit Robert Lindner und ist im übrigen gefährlich züchtig. Rudolf Platte, Grethe Weiser, Paul Kemp, Oskar Sima kanonieren mit humoristischen Pointen, Peter van Eyck kommt als Herzensbrecher diesmal nicht ganz zum Zug, Hagenbecks Seelöwen und Juan Colls Schimpansen sind mit von der Partie man weiß nicht recht, wo anfangen und aufhören bei der Nennung der Mitwirkenden, sie klingen alle zusammen im Spiel der Melodien, Tänze und prächtigen Bilder, die eine versiert geführte Kamera unter einen großen gemeinsamen Nenner bringt: Revue, Revue . . . Alles, was sich Freunde dieser Filmgattung nur wünschen können, wurde hier erfüllt. Im Union geht’s mit Schwung ins neue Jahr. Happy, happy days ...“ hn

BELIDA. „Buffalo Bill, der weiße In¬ dianer“. Die geschichtlichen Ereignisse um den berühmten Buffalo Bill, den Freund der Indianer, sind auch bei uns in großen Zügen bekannt, seine Freundschaft mit den Indianern wie die Riesenschau, mit der er später durch die Lande zog. Hieraus einen dollen Film zu machen, das verstehen die Amerikaner aus dem ff. Freilich kommt ihnen die romantische Landschaft zu Hause ebenso zu gute wie die echten Indianer, die „eingesetzt“ werden können. Es wird gejagt und geschossen, daß der hierauf eingestellte Zuschauer seine helle Freude hat. Ueber einige Anachronismen sieht man im turbulenten Lauf der Ereignisse gerne hinweg und die großen Reiterschlachten zwischen Indianern und Soldaten können in ihrer Realistik kaum übertroffen werden. Der Marterpfahl erscheint nur am Rande und das Grausige wird überhaupt durch Romantik verbrämt und so erträglich. In der Titelrolle sieht Joel McCrea seinem historischen Vorbild täuschend ähnlich und Linda Darnell glänzt ebenso durch Schönheit wie durch Treue. H.W.W.

PALAST. „Dieser verrückte Mister Johns.“ Moment mal, da muß man erst zusammenrechnen: eine Bürste, die keine Bürste war, obgleich sie so aussah, aber mit der der schurkische Beauftragte für Straßenreinigung ermordet wurde, ein Monumentalcolt, aus dem ein dürftiger Taschentuchfallschirm herauskommt, und der sechs oder vier ausgekochte Verbrecher im Schach hält, die gerade den unschuldigen und harmlosen Red Johns (Red Skelton) abmurksen wollten. Es gibt da noch mehr, als eine verführerische Frau, die im gleichen Augenblick, als sie die Unschuld des Bürstenvertreters in spe rauben wollte, von dessen Freundin überrascht wurde, worauf die Freundin für die nächsten dreihundert Meter Film keine Freundin mehr ist. Jedenfalls nicht für den ehemaligen Straßenkehrer Johns, der in Bürsten macht, da ihn sein Chef, der dann später logischerweise ermordet wird, fristlos entlassen hatte. Das ist ein absolut klarer Filmstoff. Zwischendurch taucht noch ein Diener auf, der nun seinerseits als passionierter Mörder seinen Auftraggeber kalt macht, ihn in den Kassenschrank sperrt und mit einer Zweizentneraktentasche voller Dollarnoten das Weite sucht, aber natürlich geschnappt wird. Wenn • ich alles genau übersehe, so wäre dies das Wichtigste. Selbstverständlich kann etwas vergessen worden sein, etwa das Kaffeegespräch mit einem Polizeikommissar, der gar nicht im Raum ist. Da aber mehrere bewaffnete Banditen im Nebenzimmer zuhören, macht es sich immer ganz gut, wenn man von der Schußsicherheit der Polizeibeamten spricht. Zu guter Letzt löst sich alles nach einer atemberaubenden Hetzjagd in einem alten Wehrmachtsmagazin in Wohlgefallen auf, nachdem der verkorkste Bürstenvertreter seine wiedergewonnene Freundin mit rollenden Augen in die Arme schließt.

Die Amerikaner sollen so was lieben — solche Helden im Maßanzug, die über Rollschuhe stolpern, obgleich sie ein dreitagealter Säugling sehen müßte. Aber für uns stellt das eine Delikatesse dar, glauben sie, und wenn man am Silvester oder etwas später einige Flaschen hinter den Adamsapfel geschlabbert hat, dann ist man zweifellos für diesen Unsinn reif — und lacht auch darüber. Red Skelton soll Amerikas bester Komiker sein. Komisch, dann hätten die da drüben eigentlich wenig zu lachen. Oder täuscht das..? hfL

HANSA. „Die Sterne lügen nicht.“ Unter der Regie Jürgen von Altens gelang der Apollo-Film mit diesem Streifen eine Renaissance des Milieu-Stückes, dessen größere Perspektiven nur bei sorgfältigster Ausarbeitung des Stoffes und Beachtung auch der kleinsten Nuancen zur Geltung kommen. Von Alten suchte sich dazu die entsprechend guten Kräfte. Fritz Kampers gab er die Rolle des biederen, nicht ungescheiten Ortsvorstehers, die dieser Routinier mit seiner kräftigen Männlichkeit glänzend absolvierte und somit Magda Schneider als seiner Frau doppelt Gelegenheit gab, ihre Aufgabe als hübsche, nervös kompakte Bürgermeistersfrau zu Leistung und Geltung zu bringen. Die Buchhändler pflegen zwar im allgemeinen intelligent zu sein, aber Karl Heinz Schroth brachte so viel Herz und glaubhafte Ehrlichkeit, daß man der Regie diese nicht bösgemeinte Diskriminierung des genannten Berufsstandes nachsehen muß. Die Schilderung des städtischen Sündenbabels haben drei Gauner übernommen, die so überzeugend spielen, daß man sie am Schluß gern aufgehängt sieht. Das muß sich aber jeder selbst betrachten, zumal die drei am Leben bleiben. Außerdem ist das die einzige „Bums-Szene“, denn sonst bewundert der Betrachter ein kultiviertes Stück mit viel Geschmack, Leistung und Charme. Solche Leute wie Jürgen von Alten müßte man immer gewähren lassen, sie nehmen viel Undeutliches von der Leinwand, machen und geben den Agierenden Profil und Seele.

Rätsel-Ecke

Silbenrätsel

Aus den Silben a — bei —dachs — deutsch — er —erz fei — fran — fri — hau — he — he — hö hund — jo — ka — ken — krä — lau —meer ne —ost — ro — sef — sen— sen — sen ter — un — (j = i) sind neun Worte zu bilden, deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten und Endbuchstaben von unten nach oben gelesen einen Neujahrswunsch bilden. Die Worte bedeuten:

1. Bayerischer Regierungsbezirk 2. Rabenvögel 3. Treuer Freund des Jägers 4. Sehenswürdigkeit im Odenwald 5. Gartenanlage in Darmstadt 6. Männlicher Vorname 7. Weinort in Ungarn 8. Ehemalige deutsche Kolonie 9. Ort im Kreis Darmstadt uapäg jne uapaij^ pua :sias;Bjuaqps sap flunsoyny *

Lösung der Schachaufgabe Nr. 1

1. Df2—cs! (mit der Drohung 2. DfB matt) Db7

2. Sc6 matt. 1. — Tb7 2. Sf3 matt

Verführung ist 1. TXg7?, droht 2. Tf7 matt. Diese Drohung wird mit den Zügen 1. — Db7 und 1. — Tb7 pariert, wobei die Satzspiele 2. Sds und 2. Sg2 matt sichtbar werden. Die Verführung scheitert aber an 1. — gxf4!, worauf kein Mattzug vorhanden ist. — Ein hübscher Mattwechsel!

Heute nacht verschied meine liebe Frau, unsere liebe Mutter und Großmutter, meine liebe Schwiegertochter, unsere liebe Schwester Frau Else Lorenz geb. Hohmann In tiefer Trauer: Richard Lorenz Philipp Lorenz Gerhard Deter und Frau Ilse geb. Lorenz und 2 Enkelkinder Dr. med. Heinz Stein und Frau Margot geb. Lorenz und 2 Enkelkinder Im Namen der Geschwister: Albin Hohmann Roßdorf, den 28. Dezember 1950. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 31. Dezember 1950, um 14 Uhr, statt.

Bestattungen am Samstag, den 50. 12. 1950 Alter Friedhof: 11.00 Ihrig, Elisabeth, Soderstr. 100, 68 Jahre Arheilger Friedhof: 11.00 Merschroth, Auguste, Hirschstr. 13, 56 J.

J. G. Kahlert & Söhne VERSICHERUNGEN ALLER ART COLONIA Kölnische Versicherungs-Aktiengesellschaft Subdirektion Ab 3. Januar 1951 Schuchardstr. 1 - Ecke Ernst-Ludwigs-Str. Telefon 36 65 wünschen ihrer verehrten Kundschaft und Freunden ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr!

Der Sport

Ein entscheidendes Jahr

B. G, -- In einem Jahr wie dem der Olympischen Spiele von 1936 hat der deutsche Sport fraglos mehr an Glanz. Siegen und mannigfachen Aufregungen gefunden, er hat auch andere ereignis- und erfolgreiche Jahre erlbbt, kein Jahr aber ist für ihn entscheidender gewesen als 1950, denn in diesem Jahr haben nicht nur die meisten Sportarten ihre endgültige Organisationsform wiedergefunden, es sind für sie auch die Mauern gefallen, die sie seit dem Kriege vom Sport der Welt trennten.

Die alten Organisationsformen waren zum größten Teil schon in der Diktaturzeit zerschlagen worden, endgültig vernichtet wurden sie bei Kriegsende. Der Wiederaufbau war nur schrittweise und zunächst auch nur in lockeren Formen möglich. Erst 1950 haben sich die Vereine nach dem Fall der Kontrollratsbestimmun2 gen und anderer Verbote, wieder in ihren großen Bünden zusammenschließen können, in diesem Jahre sind unter anderem der Deutsche Turner-Bund, der Deutsche Fußball-Bund, der Deutsche Handball-Verband, der Deutsche Leichtathletik-Verband, der Deutsche Tennis-Bund und zuletzt auch der Deutsche Sport-Bund entstanden

Gleichzeitig öffneten sich aber audi die Grenzen wieder. Mit wenigen Ausnahmen, die leider auch noch für Rudern und Hockey gelten, sind die deutschen Sportbünde wieder Mitglieder der internationalen. Fachverbände. Wir haben seitdem nicht nur wieder auf vielen Sportgebieten zahlreiche ausländische Mannschaften als Gäste gesehen, es sind auch im wachsenden Maße bereits Reisen deutscher Mannschaften und Einzelkämpfer in das Ausland möglich gewesen.

Ein entscheidender Schritt war auch die Empfehlung des Olympischen Exekutiv-Komitees an den im Frühjahr 1951 stattfindenden Kongreß des Internationalen Olympischen Komitees, die Deutschen wieder zu den Olympischen Spielen zuzulassen. Wenn es auf diesen und einigen anderen Gebieten noch gewisse Hemmungen gibt, so läßt doch die Entwicklung der politischen Verhältnisse die Hoffnung, daß auch sie in absehbarer Zeit fallen werden.

Mit seiner erfreulichen Kräftigung nach innen und außen ist es dem deutschen Sport auch möglich gewesen, sich den alten Leistungsspitzen wieder zu nähern. In einigen Sports sind die Kriegsfolgen noch deutlich spürbar, hier dominieren, wenn sie mit unseren Athleten Zusammentreffen, vorerst immer noch sehr deutlich die Ausländer. Auf manchen anderen Gebieten aber sind unsere Kräfte international wieder wettbewerbsfähig.

Der deutsche Sport hat wieder eine breite und stabile Basis. Auf ihr wird er sich 1951 weiter entwickeln können.

ABC boxt gegen Bergstraßen-Auswahl

Revanchekampf für die in Lorsch erlittene ll:9-Niederlage

Heute abend um 20.00 Uhr empfängt der ABC im „Schwanen“ in Eberstadt die gut zusammengestellte Auswahlmannschaft der Bergstraße zum Rückkampf im Eberstädter Ring. Auf die Gäste sind die Boxsport-Anhänger ganz besonders gespannt, da sie die Sensation schafften, den ABC im Vorkampf am 16. Dezember in Lorsch mit 11:9 Punkten zu schlagen. Dieser große Erfolg für die Mannschaft der Bergstraße löste bei den Zuschauern große Freude über die außerordentlich guten und fairen Kämpfe aus. die sich beide Mannschaften in Lorsch lieferten. So wird auch heute ein Kampf schöner und dramatischer als der andere werden. Denn der ABC hat etwas gut zu machen, um seinem guten Namen wieder den Glanz zu verleihen, den er das ganze Jahr besessen hat.

Die Gästemannschaft kämpft vom Fliegengewicht an aufwärts mit Arnold 1., Arnold 11., Glück, Heiser, Lerchel, Bettig, Roos, Geideck, Untersdorf. Brunnengräber, Glaser und Rupp. . i i i ü

Der ABC steht mit Weigel, Büttner, Kmeß Adam, Nicolai, Dörsam, Albrecht, Kohl, Allmann, Knieß Heinrich, Formella, Ströher und Schulz. Z -

Schömig verlor den Titel

Der Deutsche Meister im Bantamgewicht, Hans Schömig (Schweinfurt), der seinen Titel am gestrigen Freitag gegen den Berliner Rudi' Langer verteidigen sollte, fand sich zum offiziellen Wiegen nicht ein und verlor so seinen Titel ohne Kampf.

Die „Sechs Tage“ in Münster

In den Abendstunden des Donnerstag, kurz vor der 22-Uhr-Wertung, unternahmen Saager-Lapebie einen erfolgreichen Ausreißversuch, der ihnen zunächst die alleinige Führung mit Rundenvorsprung vor den Italienern Rigoni-Terruzzi und den Gebrüdern Hörmann einbrachte. Eine Reihe kurzer, aber mit äußerster Erbitterung gefahrener Jagden ließen im Verlauf der Nacht die deutsch-französische Kombination wieder zurückfallen, so daß die drei führenden Mannschaften am Morgen des Freitag wieder in einer Runde lagen.

Stand um 6 Uhr: 1. Rigoni-Terruzzi 135 Punkte, 2. Saager-Lapebie 35 Punkte, 3. Gebrüder Hörmann 34 Punkte. Eine Runde zurück 4. Bakker-van Beek 48 Punkte. Zwei Runden zurück 5. Plattner-Diggelmann 119 Punkte. Drei Runden zurück 6. Vooren-Holthöfer 127 Punkte, 7. Lakemann-Zims 65 Punkte.

In den Nachmittagsstunden des gestrigen Freitag füllten 5000 Schulkinder die Münsterlandhalle und feierten besonders die Publikumslieblinge Kilian-Roth, die bei den Werfcungsspurts sich den Löwenanteil holten. Auch das stark zurückgefallene Paar Mirk^-Preiskeit verbesserte seine Position.

Nach 66 Stunden war der Stand: 1. Rigoni-Terruzzi 141 Punkte, 2. Gebrüder Hörmann 42 Punkte, 3. Saager-Lapebie 35 Punkte. Eine Runde zurück 4. Bakker-van Beek 53 Punkte. Zwei Runden zurück 5. Plattner-Diggelmann 129 Punkte. Drei Runden zurück 6. Vooren-Holthöfer 141 Punkte, 7, Lakemann-Zims 75 Punkte.

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TSG 46 — Fußball. Alle Fußballer, Freunde und Bekannte der Abteilung, treffen sich am Silvester-Abend um 20.00 Uhr im Tennishaus, Woogswiese. Idz.

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Ezzard Charles wird im Februar seinen Weltmeister-Titel im Schwergewicht gegen Joe Walcott in Miami verteidigen.

Die Lilien Silvester in Mannheim

Rückrunde mit Schlagerspiel — Der VfR an den Brauereien noch unbesiegt — Die Gastgeber wieder mit Keuerleber — Ruhl im Tor, Thalheimer als Linksaußen — Sonderzug nach Mannheim

Am letzten Tag des Jahres 1950, das für Darmstadts Fußball so erfolgreich verlief, müssen die 98er, soll ihnen der Silvesterpunch gut munden, zunächst vom ersten Rückrundenspiel beim VfR Mannheim beide oder wenigstens einen Punkt mit heimbringen. Mit allzu großer Scheu sollten sie die Fahrt zu ihrem morgigen Gegner eigentlich nicht antreten, war er es doch, der ihnen im 1. Oberligaspiel nach einem dramatischen Kampfverlauf beide Punkte überließ und zu einem guten Start auf dem ungewohnten Parkett verhalf.

Das 4:5 war zwar für den deutschen Meister des Jahres 1949 kein einmaliger Reinfall, denn alle anderen Auswärtsspiele gingen ebenfalls verloren, dafür verließen aber bisher alle Gastmann^chaften geschlagen den Platz an den Brauereien, und nur den Kickers aus Offenbach war es vergönnt, wenigstens einen Punkt von dort mit heimzunehmen. Sollten es ausgerechnet die Darmstädter sein, die diese Heimsiegserie abbrechen? Es wäre nicht die erste Ueberraschung, die sich die „Blauen“ leisteten, und wem das Abstiegsgespenst im Nacken sitzt, dem ist alles zuzutrauen. Mit Thalheimer als Linksaußen fahren die Lilienträger wohl mit ihrer besten Besetzung nach Mannheim, wo ihnen einmal hoffentlich ein etwas fähigerer Schiedsrichter gestatten wird, ihr wahres Können zu z'^-n. De Vorknmmnisse beim Waldhofspiel lassen es notwendig erscheinen, daß eine starke Anhängerschar die Elf im Sonderzug begleitet, um ihr den Rükken zu steifen. Da die Kämpfe mit der Nachbarstadt am Rhein fast Lokalderbycharakter haben, und die „Blau-Weißen“ auf Revanche brennen, müssen sich die Darmstädter auf einen sehr harten Kampf gefaßt machen.

Wenn auch der VfR beim letzten Punktespiel in Frankfurt gegen den FSV (0:5) eine recht mäßige Vorstellung gab, so darf man nicht übersehen, daß morgen Keuerleber wieder „stoppen“ wird, der für die Gastgeber genau so viel bedeutet wie Schmidtmer für die 98er. Langlotz und de la Vigne, die sich beim weihnachtlichen Privatspiel in Rheydt als ausgezeichnetes Außenläuferpaar produzierten, werden mit Leichtlein und Herder um die Beherrschung des Mittelfeldes kämpfen, wo die Entscheidung fallen wird, da die beiden Hintermannschaften und Stürmerreihen fast gleichstark sind.

SV Darmstadt 98: Ruhl- Barth, Abt; Herder, Schmidtmer, Leichtlein; Reeg„ Mühlbach, Bohmann, Herwig, Thalheimer.

VfR Mannheim: Jöckel; Senk, Rößling; Langlotz, Keuerleber, de la Vigne; Knapp, Stiefvater, Löttke, Bolleyer. Kraft.

Der Sonderzug am Sonntag fährt 11.53 ab Hauptbahnhof, Ankunft in Mannheim-Käfertal 12.45, Abfahrt in Mannheim-Käfertal 17.30 An¬ kunft in Darmstadt 18.24 Uhr. Karten zu 2,20 DM am Bahnhof, in der SV-Geschäftsstelle und im Reisebüro. Ferner fahren Omnibusse der Firma Busch 12.15 Uhr ab Ebertplatz. Erste Liga Nord Hamburger SV—Holstein Kiel Concordia Hamburg—Eintracht Osnabrück Westdeutsche Freundschaftsspiele Preußen Münster—Rapid Wien (31.) Fortuna Düsseldorf—Belgrader SK. SSV Hagen—Kamrate^na Trelleborg TSG Vohwinkel—Borussia Dortmund Meidericher SV—Hamborn 07 Duisburger SV—Köln West Erkenschwick—Göttingen 05 (1.) Rot-Weiß Essen—Belgrader SK. Lüdenscheid 08—Vienna Wien Bayer Leverkusen—Preußen Dellbrück

Arheilgen spielt nicht

Das Punktspiel der 2. Liga Süd zwischen der SG Arheilgen und dem TSV Straubing ist wegen der Ungünstigen Platzverhältnisse abgesagt worden.

„Wir wollen in der Oberliga bleiben"

Ein Interview mit Trainer Snopek am Jahresende

Wir hatten Gelegenheit, uns kurz vor Jahresende mit dem Trainer der Fußball-Oberligamannschaft des SV 98 über die Ergebnisse der ersten Halbzeit der Fußballsaison 1950/51 und über die Aussichten für die Rückrunde zu unterhalten.

„Unser größter Wunsch“, so meinte der Trainer der Lilienträger, „ist selbstverständlich, nach Ablauf der Fußballsaison 1950/51 in der Oberliga zu bleiben. In der Vorrunde hat die Mannschaft gezeigt, daß sie gegenüber den alten Oberligisten zwar nicht über deren Routine verfügt, aber dafür den Kameradschafts- und Mannschaftsgeist besitzt, der sie in die Lage versetzt, auch gegen überlegene Gegner ehrenvoll abzuschneiden. Was unserer Mannschaft fehlt, ist vor allem Erfahrung, die nur im Laufe einer gewissen Zeit gewonnen werden kann. Was ihr darüber hinaus noch abgeht, sind Spieler, die in der Lage sind, jederzeit Ausfälle, die nun einmal nicht zu vermeiden sind, vollwertig zu ersetzen. Wir hoffen für die kommende Saison, daß wir in den Spielen, die uns noch bevorstehen, so viele Punkte sammeln, daß uns der Verbleib in der Oberliga sicher ist. Sollte das gelitten — und wir zweifeln nicht daran — dann werden wir auch in der Lage sein, die Klassespieler unserem Verein zuzuführen, die die Kampfkraft der ersten Mannschaft des SV 98 stärken werden. Eines aber, und das ist mein vordringlicher Wunsch, soll und darf keinem unserer Spieler verloren gehen: Die Liebe zum Fußballsport und die Treue zu seinem Verein. Möge uns in unserem Streben die Darmstädter Sportwelt im neuen Jahr zu jeder- Zeit unterstützen.“

Viermal Bezirksklasse

Die Bezirksklasse beginnt die Rückrunde in beiden Gruppen am 14. Januar. Bis dahin, sind noch einige Spiele nachzuholen. So sind für den 31. Dezember die Begegnungen Heppenheim—Viktoria Urberach, Michelstadt—Eppertshausen, Mörfelden gegen Erbach und KSV Urberach—Dieburg vorgesehen, von denen die letzteren von weitaus größter Bedeutung ist. Beide Mannschaften trennten sich • bereits am 16. Oktober mit einem 3:2 für Urberach. Dieburgs Protest gegen die Wertung des Spiels wurde jedoch stattgegeben, so daß morgen die Wiederholung erfolgt. Gewinnt Urberach erneut, so beendet es die Vorrunde auf dem 2. Tabellenplatz.

Auslandsstarts der Skifahrer

Die wieder in Bildung begriffene deutsche Ski-Nationalmannschaft wird nicht nur in mehreren Wettkämpfen auf deutschem Boden, sondern auch in den wichtigsten mitteleuropäischen Veranstaltungen des kommenden Winters an den Start gehen. Folgende Auslandsstarts sind vorgesehen: 13./14. Januar: Internationale Skiwettkämpfe in Grindelwald (Damen) 13./14. Januar: Lauberhorn-Rennen, Wengen; 23. bis 31. Januar: Internationale Skiwoche in Cortina d'Ampezzo; 31 Januar bis 4. Februar: Internationale Montblan« e-Sportwoche in Chamonix; 5. bis 11. Februar: Alpine Kombination in Kitzbühel; 9. bis 11. März; Kandahar-Rennen in Sestrieres. '

Der Welt größter Sportverein

Größter Sportverein der Welt ist die sowjetische Dynamo, die den Sport der UdSSR beherrscht, obgleich neben ihr noch zahlreiche andere Vereine bestehen. Dynamo errichtete für seine zwei Millionen aktiven Mitglieder in allen Teilen Rußlands große moderne Stadien, die in Moskau, Leningrad, Tiflis. Kiew, Charkow und Minsk zum Beispiel 60 000—90 000 Sitzplätze aufweisen. Der Verein hat sich ein eigenes Netz von Sportgeschäften aufgebaut, die neben den Eintrittsgeldern der Veranstaltungen eine gute Einnahmequelle bieten. Die meisten Spitzenkönner der UdSSR tragen die blau-weißen Farben und das große „D“ der Dynamo auf der Brust, da der Verein in der Lage ist, ihnen hohe Gagen zu zahlen. Auch den „Amateuren“.

Beinr Hallensportfest der Frankfurter Eintracht am 10 Februar werden sich eine deutsche und eine amerikanische Auswahl im Basketball gegenüberstehen.



Mit Schwung ins neue Jahr!


dbd-Foto: Hemme
dbd-Foto: Hemme

SV 98 erhält Verstärkung

Lindberg (früher AIK Stockholm) bei den Lilien

Wer sich am Mittwoch das Training der Lilienträger ansah, dem fiel unter den sonst allgemein bekannten Gesichtern ein Spieler mit rotblondem Schopf auf, dessen fremdländischer Akzent verriet, daß er nicht von hierzulande sein konnte. Es kannte ihn auch niemand, nur wer ab und zu einmal in Bad Nauheim war, erinnerte sich, daß er diesen Burschen dort wie einen Teufel über das Eis hatte jagen sehen. Es war der bekannte schwedische Eishocke; spielei* Taga Erdwin Lindberg, der 1946 bei den Weltmeisterschaften in Prag in der schwedischen Eishockey-Ländermannschaft stand und heute — seitdem er in Deutschland studiert — die Reihen des VfL Bad Nauheim verstärkt.

Der 28jährige Schwede weiß aber nicht nur mit dem Puck, sondern auch mit dem Fußball umzugeheri. Er spielte in den Jahren 1944—46 als rechter Läufer beim weltberühmten AIK Stockholm, mit dem er auf Auslandstournee nach Frankreich, Griechenland, der Türkei und nach Aegypten ging. Die 98er, denen er ein paar Proben seines technischen Könnens zeigte, waren von ihm so begeistert, daß sie ihn gar nicht mehr weglassen wollten. Vorläufig will er aber nur ab und zu zum Training erscheinen, da er bis zum Eishockey-Saisonende in Bad Nauheim bleibt. Dann aber ist er in Darmstadt beruflich tätig und wird die Schlittschuhe wieder mit den Fußballstiefeln vertauschen. Ab 1. März 1951 wird er als Amateur das Trikot der 98er tragen. Die Darmstädter werden ihn dann gut gebrauchen können, wenn sie — was wir nicht hoffen wollen — bis zum letzten Spielsonntag (29. April) noch Abstiegssorgen haben sollten.

Hochbetrieb im Eishockey

Die Spiele um den Spengler-Polkal wurden mit zwei Begegnungen fortgesetzt. Die schwedische Mannschaft von Allmaenna IK Stockholm war angriffslustiger als der •Schweizmeister HC Davos. Mit 8:5 (4:3, 1:0, 3:2) behielten die Gäste, deren Torhüter Flodquist sich besonders auszeichnete, die Oberhand. Der EV Füssen mußte sich die eindeutige Ueberlegenheit der „Roten Teufel“ Mailand, deren Team fast nur Kanadier aufweist, gefallen lassen. Bei neun Gegentreffern kamen die Allgäuer nur im ersten Drittel zu einem Erfolg. Das Spiel endete 1:9 (1:3, 0:3, 0:3).

Das Ausscheidungsspiel

um die Teilnahme an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft gewann in Krefeld der EV mit 3:2 (0:1, 1:0, 2:1) gegen den EC Bad Tölz. Die Krefelder, für die Poitsch (2) und Münstermann die Treffer erzielten, treffen nun am 6. Januar in Köln auf die Düsseldorfer EG.

Im Garmischer Eisstadion stellte sich erstmals nach dem Kriege eine italienische Mannschaft vor 6000 Zuschauern vor.. Der SC Rießersee behielt nach hartem Kampf über den zwölffachen italienischen Meister HC Milano mit 5:2 (2:0, 2:2, 1:0) die Oberhand. Im Mannheimer Eisstadion trafen Preußen Krefeld und Gaeyle IFK Stockholm nochmals zusammen. Die ohne ihren schwedisehen Stürmer Johansson antretenden Preußen unterlagen mit 1:3 (0:1, 0:2, 1:0).

DT-Sportwetterdienst Odenwald

Tromm 40 cm; Ski und Rodel sehr gut; —lO Grad, Königstuhl 21 cm; Ski und Rodel möglich, verharscht; —9 Grad, Neunkirchen 50 cm-Pulverschnee sehr gut; —lO Grad.

Taunus

Großer Feldberg Schneehöhe 55 cm, Kleiner Feldberg 48 cm, Fuchstanz 50 cm, Oberreifenberg 40 cm. Sandplacken 48 cm, Königstein 25 cm; überall Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Temperaturen —lO bis —l2 Grad.

Vogelsberg

Hohe Rodskopf 60 cm; Ski sehr gut Rodel möglich; —lO Grad.

Rhön

Wasserkuppe 35 cm; —l3 Grad, Kreuzberg 35 cm; —l4 Grad, Wildflecken 20 cm; —l3 Grad; überall Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.

Schwarzwald

Feldberg 140 cm, Pulverschnee, —l4 Grad, Schauinsland 80 cm, —8 Grad, Belchen 120 cm; —8 Grad, Hinterzarten 60 cm; —7 Grad. Todtnauberg 75 cm; —7 Grad, Titisee 65 cm; —6 Grad, Kniebis 60 cm; —6 Grad, Hornisrinde 90 cm; —5 Grad, Freudenstadt 35 cm- —5 Grad, Hundseck 40 cm; —9 Grad, Wildbad-Sommerberg 40 cm; —io Grad. Ueberall Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.

Die Sendeprogramme vom 31. Dezember 1950 bis 6. Januar 1951

Hessischer Rundfunk (Frankfurt Kassel Fritzlar)

Sonntag, 31. Dez. 11.15 Unteihaltungs-Matinee 14.15 „1414 geht auf Urlaub“ Ein Hörspiel für Kinder 15.00 Aus dein Tagebuch Ihres Senders 15.15 Der gemeinsame Weg 15.30 Meister ihres Fachs 16.00 Musik zur Unterhaltung 17.00 Sport und Musik 17.45 Des Schweines Ende ist der Wurst Anfang 18.00 In Memoriam 1950 20.00 Auftakt zur Silvesternacht 23.50 Ansprache von Bundespräsident Prof. Dr. Theodor Heuss 24.00 Die Glocken des Frankfurter Kaiserdomes läuten das neue Jahr ein. 0.10 Tanz im neuen Jahr

Montag, 1. Jan. 9.30 Unterhaltungskonzert 10.30 „Stammtisch abgeschminkt — redivivus“. Eine Hörfolge 11.15 Ein Katerkonzert 13.00 Unterhaltende Orchestermusik 14.00 Worüler spricht man am 1. Januar? 14.30 Humor aus dem Hessenland 15.00 Heitere Kammermusik 15.30 Pläne un-.: Wünsche für das Jahr 1951 16.00 Tanztee mit Willy Berking 17.15 Willy Reichert in heiteren Szenen 18.00 Orchester de«- Welt 20.00 Die Fledermaus 22.05 Sportberichte 22.20 Tanz und Kabarett

Dienstag, 2. Jan. 8.15 Morgenmusik 11.15 Schulfunk Die Schatzinsel V 12.00 Musik am Mittag 13.00 Unterhaltsame Musik 14.15 Schulfunk Kein Hüsung 16.00 Unterhaltende Orchestermusik 17.00 Bücherstunde 17.15 Heitere Melodien 18.00 Und «rotzdem sind sie Frauen 18.25 Zum Feierabend 20.00 Tanz und Unterhaltung 22.15 Das Abendstudio

Mittwoch, 3. Jan. 12.00 Musik zur Unterhaltung 13.00 Sport aus aller Welt 14.00 Lieder von Theodor Hausmann 14.16 Schulfunk Alt-Heidelberg, du Feine 14.45 Aus dem Rodgau 15.05 M'-dk an zwei Klavieren 15.25 Hoppla, die Purzel sind da 16.00 Schule und Elternhaus 16.15 Unterhaltungskonzert 17 00 Aus der Landeshauptstadt 18.00 Der werktätige Mensch 18.20 Allegretto 20.00 Die Frau ohne Schatten 22.35 Pariser Spaziergang

Donnerstag, 4. Jan. 11.15 Schulfunk Die Schatzinsel VII 12.00 Musik am Mittag 13.00 Unterhaltsame Musik 14.15 Schulfunk / K und K 16.00 Hessische Schul- und Laienchöre 16.50 Was Frauen interessiert 17.00 Unterhaltungskonzert 18.00 ’iörerlieblinge Es singt Franz Völker 18.30 Pfeffe- und Salz . 20.00 Operettenkonzert 20.45 „Die Frau ohne Schatten“, Oper von Richard Strauß 22.15 Den Freunden der Dichtung 22.45 Intii. 3 Musik 23.00 Neue Sei allplatten

Freitag, 5. Jan. 12.00 Musils zur Unterhaltung 13.00 Unterhaltsame Musik 14.00 Das Panorama 14.15 Schulfunk. Insulin 16.00 Lieder und Duette 16.45 Für junge Menschen 17.00 Musik für Bläser 17.40 „Am Rande bemerkt" 18.00 Funk-Feuilleton 18.15 Ein Tanzpotpourri 20.00 Musikalische Modetorheiten 21.00 In diesen Tagen 21.10 Mozarts Sonatenwerk 111 22.15 Filmmusik 23.15 Tanzmusik

Samstag, 6 Jan. 12.00 Musik zur Unterhaltung 13.00 Un.erhaltsame Musik 13.40 Sportvorschau 14.15 Vergnügen mit Musik 15.00 Durch die weite Welt. Türkei 15.15 Volkstümliches Wissen 16.00 Der Wunschzettel 17.00 Die rücke des Objekts 18.00 Recht für jedermann 18.15 Fröhlich und herzhaft 20.00 Bunter Atend 21.30 „Raten Sie mit!“ ,22.10 SpoUergebnisse „ 22.20 Musette und Chansons 23.00 Zwischen heute und morgen

Südwestdeutscher Rundfunk

0.10 Tanz im neuen Jahr zz.zo ranz unu Mittelwelle: 295 m (1016 kHz), 363 m (827 kHz) 195 m (1538 kHz)

iPheinsender, Baden-Baden, Freiburg, Sigmaringen)

Nachrichtensendungen: 6.00, 7.00, 8.00, 12.45 Uhr 22.00. 24.00 Uhr

14.20 Frohe Melodien 16.00 Nachmittagskonzert 18.30 Zeitfunk-Tonband 1950 19.30 Konzert 20.15 „Ade 1950!“ 22.15 Spor« am Silvester 22.30 „Vor dem großen Zeigersprung“ 0.05 Neujahrsgrüße 0.15 Wir tanzen in das neue Jahr

14.30 Jedem das Seine 15.30 „Se. Durchlaucht Silvester von Neujahr“ 17.00 Musik zur Unterhaltung 18.20 Vision eines Optimisten 19.20 Kleine Abendmusik 19.35 Tribüne der Zeit 20.00 Konzert 22.30 Nachtstudio 23.00 Zum Fekrtags-Ausklang

15.15 Sang und Klang im Volkston 15.45 Erzähb'ng der Woche 16.00 Sinfonie-Konzert 16.45 Vom Umgang mit Schriftstellern 17.00 Musik zur Unterhaltung 20.00 Volksmusik und Chorgesang 20.30 Hörspiel: „Wir sind Utopia“ 22.30 Nachtstudio 23.30 Jazz 1951! /

15.00 Nachmittagskonzert 17.10 Sang und Klang im Volkston 18.30 Musik zum Feierabend 20.00 Das große Unterhaltungskonzert 21.40 Unterhaltungsmusik 22.20 Klaviermusik 22.30 Nachtstudio 23.00 Eine bunte Schlager-Revue

15.15 Nachwuchs stellt sich vor 15.45 Lyrik der Zeit 17.00 Neue Musik für zwei Klaviere 18.30 Musik zum Feierabend 20.00 Operettenkonzert 21.00 Stationen des Lebens 22.30 Das Prisma 23.30 „Kuddeldadde'du"

15.00 Mus‘k am Nachmittag 16.00 Solistenkonzert 16.45 Musik zur Unterhaltung 18.30 Musik zum Feierabend 20.00 Scheinwerfer auf! 21.00 Französische Orchestcrrausik 22.30 Johann Sebastian Bach. Ein Konzert aus seinen Werken

15.30 Unser Samstag-Nachmittag 17.00 Walze- — gespielt und gesungen 17.45 Moderne Dichtung zum Dreikönigstag 18.00 Hirten- und Dreikönigslieder 20.00 Musik, die unsere Hörer wünschen 22.30 Der SWF bittet zum Tanz! 0.10 Tanzmusis nach Mitternacht

Süddeutscher Rundfunk

Mittelwelle: 523 m (574 kHz)

; (Siuttgar , Karlsruhe, Heide ben Mannheim)

Nachrichtensendungen: 5.20, 6.55, 7.55, 9.00, 12.45 Uhr 17.55, 19.45, 21.45, 23.45 Uhr

14.00 Lieder vom Wintersport 15^00 Frohes Raten — gute Taten 15.40 Heiterkeit und Fröhlichkeit 17.00 „Oskar kommt mit der dritten Stadtbahn“. 17 45 Ein kleines Konzert 19 00 Wolfaang Amadeus Mozart. 20.05 ,Das hört ja gut auf“ 22.00 Finale 1950 Weltschlager 73 45 Bundespräsident Dr. Theodor Heuss spricht Turn neiitfn Tahf

14.30 Kinderfunk 15.00 Ein vergnügter Nachmittag 17.00 Wunsch und Wirklichkeit 17.45 Orchesterkonzert 19.30 Kleine Klaviermusik 20.05 „Das Sp tzentuch dei Königin." Operette von Johann Strauß 22.00 „Ich tanze mit dir in den Himmel hinein!" . 24.00 Tanzmusik

15.00 Schulfunk 15.30 Das Heinz-Lucas-Quintett 16.00 Nachmittagskonzert 17.15 Max Reger. „Träume am Jtamin“ 18.20 klänge der Heimat 20.05 Hinter jenen Bergen - 20.45 Opernkonzert 22.05 Tanzmusik 23.00 Das alte Lied von Hans und Grete

15.30 Richard Leibert an der Kino-Orgel 16.00 Von Dichtern und Dichtung 16.15 Zwei rechts — zwei links 17.00 Chtistentum und Gegenwart 17.15 Junge Künstler 18.20 Musik zum Feierabend 20 05 . Der Zauberlehrling von Eajadoz“. Hörspiel 21.00 Neue unterhaltsame Orchestermusik 23.00 Orchesterkonzert

15.00 Schuifunk. Hänsel und Gretel 15.30 Das Akkordeonduo Wörner-Fn;nle 16.00 Konzertstunde 18.25 Schöne Opernmelodien 19.00 Kaleidoskop 20 05 „Mit Musik geht alles bes.c.“ 21.55 Blick auf Europa 22.05 „Hier irrte der Herr Kritiker" 23.00 Nachtkonzert

15.30 Musik für Kinder 16.00 Nachmittagskonzert 16.45 Wir sprechen über neue Bücher 17.00 Froh und heiter 18.30 Musik zum Feierabend :0.05 Symphrniekonzert 21.’ 5 Neue deutsche Prosa 22.05 Tanzmusik 22.45 Ironiedlichkeiten 23.15 Zur Unterhaltung

14.30 „Die vier Heiligen Dreikönige“ 15.00 Die Rätoromanen 16.00 Zur Unterhaltung 17.00 Filmjahr 1950 18.00 Orchesterkonzert 19.00 Die Musikschlager von 1050 passi’ren Revue 20.05 „Butfo und Soubrette“ 21.00 Familie Staudenmaier 22.05 Erinnern Sie sich? 22.30 Tanzmelodien

Unsere nächste Ausgabe erscheint wegen des Neujahrstages am Dienstag , früh.

Fernruf 109 Erste Rheinheimer Beerdigungsanstalt „Leichte Erde" übernimmt Erd- u. Feuerbestattungen, Sarglieferungen u. Ueberführungen mit eigenem Auto Gg. Phil. Schröbel Schreinermeister Rheinheim im Odenwald

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Amtliche Bekanntmachungen Zwangsversteigerung 3 K 46/50. fm Wege der Zwangsvollstreckung soll das im Grund¬ buch von Darmstadt, Bez. 2 Band 29 Blatt Nr. 1628 eingetragene, nachstehend beschriebene Grundstück am Montag, dem 5. März 1951, vormittags 9 Uhr an der Gerichtsstelle Darmstadt, Mathildenplatz 12, Zimmer 303, versteigert werden. Vs Anteil an 1,2, Kartenblatt 508, Bauplatz Gutenbergstraße, 320 qm. Betrag der Schätzung 2400 DM. Zulässiges Höchstgebot ebenso. Die Versteigerung erfolgt zwecks Aufhebung der Erbengemein¬ schaft. Auf Antrag des Miterben Albert Reinecke gegen die Fest¬ setzung des Höchstgebots können die Beteiligten binnen zwei Wochen seit Terminzustellung sofortige Beschwerde beim Ma¬ gistrat Darmstadt — Preisbehörde — einlegen. Der Versteigerungsvermerk ist am 9. September 1950 in das Grundbuch eingetragen Als Eigentümer war damals der a) Malermeister Albert Reinecke in Ratingen, b) Musiker Paul Reinecke in Düsseldorf, c) Elisabeth Leber geb. Reinecke in Wiesbaden in Erbengemeinschaft zu '/i eingetragen. Darmstadt, den 20. Dezember 1950. Das Amtsgericht, Abt. 3. Betr.: Regelung des Dienstes hei den Staatsbehörden Einem Beschluß des Hess. Kabinetts zufolge, bleiben die Dienst¬ stellen des Landratsamtes aus Gründen der Kohlenersparnis am 2. Januar 1951 geschlossen. Erbach, den 28. Dezember 1950. Der Landrat. Bekanntmachung In dem Gehöft des Peter Jährling II in Balkhausen ist die Maul- und Klauenseuche amtstierärztlich festgestellt worden. Die Ge¬ meinde Balkhausen wurde bereits zum Sperrbezirk und die Feld¬ gemarkung einschl. Obstgut Talhof, zum Beobachtungsgebiet erklärt. Die erforderlichen Sperr- und Schutzmaßnahmen gemäß dem RVG vom 26. Juni 1909 (RGBI. S. 519) wurden angeordnet. Darmstadt, den 28. Dezember 1950. Landratsamt Darmstadt. Konkursverfahren 3 N 45/50. über das Vermögen des Kaufmanns Rudolf Christian Germann in Pfungstadt, Lindenstraße 16, Inhaber der Firma Käsefabrik Rudolf Chr. Germann in Pfungstadt wurde am 21. De¬ zember 1950, 16 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Konkurs¬ verwalter: Rechtsanwalt Dr. Roska in Pfungstadt. Anmeldefrist bis 20. Januar 1951 beim Amtsgericht. Gläubigerversammlung mit der Tagesordnung der §§ 132, 134 und 137 KO. und Prü¬ fungstermin: Mittwoch, den 24. Januar 1951, 10 Uhr vor dem Amtsgericht in Darmstadt, Zimmer Nr. 324. Offener Arrest mit Anzeigepflicht bis 20. Januar 1951 dem Konkursverwalter. Amisgerichi Darmstadt. Gottesdienstordnung Evangelische Gottesdienste Wochenschlußandachten: 20.00 Johannesgemeinde und Elisa¬ bethenstift. Sonntag, 31. Dezember 1950 — Silvester Bessunger Kirche: 9.30 Hgd., 17.00 Silvestergd. m. hl. Abend¬ mahl, Dekan Weiß; 20.00 Silvestergd., Pfr. Mappes; 23.15 Mitternachtsgd., Dekan Weiß. Stadtkirche: 10.00 Hgd.; 11.15 Kgd., Pfr. Jäschke; 17.00 1. Jahresschlußgd.; 20.00 2. Jahresschlußgd.. Pfr. Knodt. Vereinigte Martinsgemeinde: 10.00 Hgd., Pfr. Köhler; 18.00 Gd. m. hl. Abdm., Pfr. Widmann; 20.00 Gottesd., Pfr. Stüh¬ linger. Matthäuskirche: 9.30 Hgd., Pfr. Rathgeber; 20.00 Jahresschlu߬ gottesd., Pfr. Stenger. Johannesgemeinde: 9.30 Hgd., Pfr. Knodt; 17.00 Jahresschlu߬ gottesd., Pfr. Orth; 20.00 Jahresschlußgd. d. hl. Abdm., Pfr. Orth; 23.30 Jahresschlußgd., Pfr. Jäschke. Paul-Gerhardt-Haus: 10.00 Hgd.; 11.15 Kgd.; 20.00 Jahres¬ schlußgd. m. hl. Abdm., Pfr. Ring. Pauluskirche: 9.30 Gd. m. hl. Abdm., Pfr. Britz; 11.00 Kgd.; 18.00 Jahresschlußgd. m. hl. Abdm., Pfr. Wintermann; 23.30 Mitternachtsgd., Pfr. Britz. Elisabethenstift: 9.30 Hgd. m. hl. Abdm.; 11.00 Kgd.; 20.00 Silvestergd. Stadtmission, Mühlstr. 24: 8.30 Gebetsstd.; 11.00 Kgd.; 20.00 Silvesterfeier m. Verteilung der Jahreslosungen. Da.-Eberstadt: 7.30 Ev.M.; 9.45 Hgd.; 20.00 Jahresschlußgd.; 23.30 Silvesterandacht. Montag, den 1. Januar 1951 — Neujahr Bessunger Kirche: 9.30 Hgd., Studienrat Pfr. Preß. Stadtkirche: 10.00 Hgd. m. hl. Abdm., Pfr. Knodt.

Versin. Martinsgemeinjie: 10.00 Hgd. m. hl. Abdm., Pfr. Stephan; 11.30 Kgd./Martinsstift, Pfr. Köhler, 11.30 Kgd./ Gemeinde¬ haus, Pfr. Stephan; 10.00 Gd. im Altersheim, Pfr. Köhler. Matthäuskirche: 9.30 Hgd., Pfr. Mappes. Johannesgemeinde: 9.30 Hgd., Pfr. Jäschke; 11.00 Kgd. Pfr. Jäschke. Paul-Gerhardt-Haus: 10.00 Neujahrsgottesdienst. Pauluskirche: 9.30 Hgd. m. hl. Abdm., Pfr. Wintermann. Elisabethenstlft: 9.00 Hgd. m. Abdm. Stadtmission, Mühistr. 24: 7.30 Jgbd.-Weihestd.; 15.30 Neu¬ jahrsfeier m. hl. Abdm., Dekan Weiß; 17.30 Jgbd. f. EC. Da.-Eberstadt: 9.45 Hgd. Da.-Arheilgen: Am 31. 12. 1950: 10.00 Hauptgottesdienst; 11.15 Kindergottesdienst; Jahresschlußfeier: 17.00 Schloßkapelle Kranichstein mit Abendmahl; 17.00 Arheilgen mit Abend¬ mahl; 20.00 Arheilgen; Neujahr 1. 1. 1951: 10.00 Gottesd. Musikai. Vesper In der Pauluskirche: Samstag, 30. 12., 20 Uhr. Friedemann Bach: Grave für Violine und Orgel; Joh. Seb. Bach: Ihr Gestirn, ihr hohen Lüfte, Sopran und Orgel; A. Mendels¬ sohn; 0 König aller Ehren, Sopran und Orgel; G. Ph. Tele¬ mann: Kantate zum Fest der Heiligen Drei Könige, Sopran, Violine und Orgel. Ausführende: Aga Zeh-Landzettel, Mezzo¬ sopran; Peter Pfuhl, Violine; Friedr. Eidenmüller, Orgel. Katholische Gottesdienste St. Ludwig: Samstag: Beichte von 18.00 bis 20.00. Sonntag: 31. Dez.: 6.30 Frühmesse; 8.00 Singmesse mit Predigt; 9.30 Hochamt mit Predigt; 11.00 Singmesse mit Predigt; 18.00 Jahresschlußandacht mit Predigt und Te Deum — Neujahr: 1. Januar 1951: 6.30 Frühmesse; 8.00 Singmesse mit Pre¬ digt; 9.30 Hochamt mit Predigt; 11.00 Singmesse mit Pre¬ digt; 18.00 levitierte Vesper. — Donnerstag: 19.30 bis 20.30 hl. Stunde. Zur gleichen Zeit Beichtgelegenheit. Freitag: Herz-Jesu-Freitag: 6.45 Singmesse; 7.30 hl. Messe. — Werk¬ tagsgottesdienst: Täglich 6.45 und 7.30 hl. Messe. Liebfrauen: Sonntag: 7.00 Singmesse; 8.15 Hochamt; 10.00 Kindergottesdienst; 19.30 Predigt und Andacht zum Jahres¬ schluß. Montag: 1. Januar: 7.00 Singmesse; 8.15 Hochamt; 10.00 Kindergottesdienst; 17 Uhr Vesper. -— An den Werk¬ tagen tägl. hl. Messe 6.30. Außerdem Di., Mi„ Freitag und Samstag eine 2. hl. Messe 8.05. Donnerstag abend 19.00 Jugend- und Kindermesse. Freitag 8.05 H.-J.-Amt; 18.00 An¬ dacht. St. Elisabeth: 6.30 Frühmesse; 7.45 Singmesse m. Predigt; 9.00 Kindergottesdienst; 10.15 Hochamt mit Predigt; 14.00 ’ Krip¬ penfeier der Kinder mit Kindersegnung; 15.00 Segnung der Kleinkinder mit ihren Müttern; 20.00 Silvesterpredigt und Jahresschlußandacht. — Fest der Beschneidung des Herrn, 1. 1. 1951: 6.30 Frühmesse; 7.45 Singmesse; 9.00 Kinder¬ gottesdienst; 10.15 Hochamt; 14.30 Andacht mit Segen. — Samstag: Beichtgelegenheit: 16.30—18.30. St. Fidelis: Samstag 17.00—19.00 und ab 20.00 Beichte. Sonn¬ tag (Silvester): 6.00 Frühmesse m. Ko. b. d. Schwestern (Feldbergstr. 32); 6.45 Beichte; 7.30 Singmesse mit Pre¬ digt und Ko.; 8.45 Kindermesse m. Predigt und Ko.; 10 00 Hochamt mit Predigt und Ko; 20.00 Jahresschlußpredigt und Andacht. Danach noch Beichte. — Montag, Neujahr: 6.00 Früh¬ messe m. Ko. b. d. Schwestern (Feldbergstr. 32); 6.45 Beichte¬ -7.30 Singmesse mit Predigt und Ko.; 8.45 Kindermesse mit Predigt und Ko.; 10.00 Hochamt mit Predigt und Ko • 15 00 Andacht. Da.-Eberstadt: Sonntag, 31. 12. 1950 — Silvester: 7 30 hl Messe; 9.45: Dankamt für die Pfarrgemeinde; 18 00 Jahres¬ schlußandacht mit Segen. — Neujahr, 1. 1, 1951; 730 hl Messe mit Ansprache; 9.45 Festamt mit Predigt- 14 30 Weihnachtsvesper mit Segen. Donnerstag 4 1 19’51- Ein¬ kehrtag der Frauen. Samstag, 6. 1. 1951: Drelkö'nlgstag: 8 00 Festamt mit Segen; 19.30 Hochamt. Von 16.00—18 30 Beicht¬ gelegenheit. Da.-Arheilgen: 31. 12. 7.00 hl. Messe, 8.30 Kindergd., 9 45 Hochamt, 17.00 Jahresschlußandacht. — 1. 1 51- 700 hl. Messe, 8.30 Kindergd., 9.45 Hochamt (8.15 Hochamt in Wix^ hausen). Erste Kirche Christl. Wissenschafter (First Curch of Christ. Sdentlsi), Taunusstr. 40: Sonntagsgottes¬ dienst 14.30. (Mi.: 18.30 Zeugnisversammlung.) Die Christengemeinschaft, Herdweg 31 So.: 10.00; Mo.: 10.00; Di.: 7.00; Mi.: 8.00; Do ■ 8 00; Fr. 7.00; Sa.: 10.00 Menschenweihehandlung; So. 31. 12. 1950: 19.30 Abendpredigt. Ev. Freikirchen und Gemeinden Evgl.-Freiklrchl.-(Baptlsten-)Gem., Mollerstr. 40: Silvester 9.30 Predigtgottesdienst, P. Schlier. — Neujahrstag: 14.00 Liebes¬ mahl und Abendmahl, P. Schlier. Freikirche Evnl. Gemeinschaft, Bessungerstr. 125: Silvester 10.00 Jahresabschlußfeier, P. Pleßmann. — Neujahrstag 10.00 Pre¬ digt. p. Pleßmann. Methodistenkirche, Wilh.-Leuschner-Str. 38: Silvester 10.00 Jah¬ resschlußgottesdienst. Christl. Gemeinschaft, Mollerstr. 40: Silvester: 15.30 Silvester¬ andacht.

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Darmstädter Tagblatt am Jonntag Sonntag, 31. Dezember 1950

So gute Laune wünschen wir jedem von uns für das neue Jahr


Aufnahme: Mauritius
Aufnahme: Mauritius

Die Heringsprobe von Heppenheim

EINE ALTE NEUJAHRSGESCHICHTE NEU BETRACHTET

Als damals der große Krieg über die deutschen Aecker brauste, als das Kriegsvolk aller Herren mit Mord und Brand durch die Dörfer zog, als in den Kammern kein Zipfel Wurst mehr hing und die Scheuern und Böden leer lagen wie weiland die Welt, als noch kein Mensch erschaffen war, damals also saßen in der Stadtschenke von Heppenheim vier Odenwälder Bauern. Sie waren über Neujahr zum Markt gekommen und hatten gehofft, gegen ihre geflochtenen Körbe einige Wolfsfelle und gewebtes Linnen einen Gegenwert zu bekommen. Aber die Menschen auf dem Markt zuckten bedauernd mit den Schultern: Es tut uns leid, wir haben selber nichts zum Nagen und Beißen!

Die vier Bauern also saßen in der- Stadtschenke und bliesen Trübsal. „Ich weiß nicht," sagte der eine, „was um alles in der Welt haben wir verbrochen, daß wir so leiden müssen? Ich sage euch: die Pest soll den Krieg holen und der Krieg die Pest! Vermaledeit sei aller Zank und Hader!"

Ein anderer sprach: „Wir haben heute Neujahr? Wo ist alle Freude, das Spiel und die Leckereien, wo sind sie geblieben? Mir ist bitter kalt! Was ich hier trage, ist mein letztes Wams und was ich hier esse ist mein letzter Knus trocken Brot! Fluch sei den hohen Herren, die einen Krieg vom Zaune brechen, weil sie schlecht gefrühstückt haben!"

Die Umsitzenden nickten zustimmend und rückten näher ans Feuer im Kamin. Es fiel kein Wort. Draußen heulte der steife Nordwind um die Ecken der Stadtschänke, und ein Fensterladen schlug schaurig im Wind.

Neujahr 1637. Neunzehntes Neujahr in einem Krieg! Der Michelbauer spuckte zornig in die prasselnden Holzscheite: „Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind, hat es vor ein paar Tagen an der Krippe geheißen. Wenn es auch nach unserem Willen ginge, dann wäre Frieden, sage ich euch. Aber wer kümmert sich ums Volk? Der Lanoesvater? Der sitzt im Schloß und feiert mit seinen Höflingen in dieser Nacht das neue Jahr. Wenn es nach uns ginge ..."

„Es ist wahr!" sagte ein anderer. „Wir brauchen keinen Krieg. Uns sind die Schweden so lieb wie die Kaiserlichen. Wir brauchen die Ruhe, die Arbeit und das Brot. Der kleine Mann braucht keinen Krieg!"

Und die vier Bauern ums prasselnde Kaminfeuer schimpften auf Kaiser, Kurfürst und Landesvater, auf Feldherrn, Generäle und Soldaten.

„Wenn der Kaiser und die Schweden so dächten wie wir, dann machten sie heute noch Frieden und äßen ihren Hering in Ruhe! Wer doch nur jetzt einen Hermg hätte! Einen duftenden, gebratenen, fetten Hering!"

Da saß nun ein Fremder in der Schenke, der das Friedensgespräch der Bauern mit angehört hatte. Dem Fremden saß der Schalk im Nacken. Er schlich auf leisen Sohlen hinaus zum Wirt in die Küche.

„Herr Wirt!" sagte er, „gebt mir schne'l einen Hering! Euren Gästen da drin gelüstet danach!" „Ein Hering ist teuer, Herr!" sagte der Wirt, denn er wußte wohl, daß die armen Bauern keinen Hering mehr bezahlen konnten.

„Der Preis spielt keine Rolle!" meinte der Fremde und legte ein Geldstück auf den Tisch. Der Wirt nahm einen Hering aus der Pfanne, legte ihn auf einen Zinnteller und gab ihn dem Fremden. Drinnen saßen die Bauern und dachten an den Hering, von dem der eine eben erzählt, und das Wasser lief ihnen im Munde zusammen. Da kam der Fremde, nahm den Hering beim Schwanz und warf ihn mit Schwung mitten in die Runde der Friedens=Prediger.

Die Bauern trauten ihren Augen kaum, als sie den knusprigen, braunen Hering in ihrer Mitte sahen. Der Michelbauer stürzte sich darauf: „Ich habe ihn zuerst gesehen!" schrie er, „mir gehört der Hering!"

„Rede keinen Unsinn!" sagte der Schorndorfer, „der Hering gehört mir, denn ich habe zuerst danach gegriffen!"

Der dritte drängte sich in die Mitte und schrie mit drohender Stimme: „Rühre mir keiner den Hering an, Ihr habt vorhin Brot gegessen! Der Hering ist für mich bestimmt!" Der vierte aber sagte keinen Ton, sondern langte einfach nach dem Hering.

Da stürzten sich die andern drei auf ihn, rissen ihm den Hering aus den Händen, der Hering fiel auf den Boden, der Michelbauer bückte sich danach, die drei andern fielen über ihn her. Der Schorndorfer riß ein glimmendes Scheit aus dem Feuer, die anderen nahmen, was gerade im Wege lag, der Hering wurde zertreten, die Bauern kochten vor Wut, schlugen aufeinander ein und belegten sich mit den übelsten Schimpfworten.

Der Fremde — vielleicht war es Beelzebub selbst? — saß in seiner Ecke und hielt sich den Bauch vor Lachen. Die Bauern aber kämpften erbittert um den Neujahrshering, es setzte Beulen ab, Augen wurden blau, Geschosse sausten durch die Luft.

Da hielten die Bauern inne, denn sie erinnerten sich des eigentlichen Grundes ihres Streites. Sie suchten den Hering. Aber von ihm war nur noch der Schwanz zu erkennen. Das andere war zertreten. Der Michelbauer gab nimmer noch nicht Ruhe. Er bückte sich nach dem Schwanz, denn er dachte, „um etwas muß sich der Kampf doch gelohnt haben!"

Da stürzten sich die Bauern wieder auf ihn, entrissen ihm die kläglichen Reste, die sich ohnehin nicht mehr lohnten, und gaben nicht eher Ruhe, als bis auch der letzte Zentimeter Hering vernichtet war. Dann dämmerte ihnen langsam wieder die Vernunft, sie sahen sich gegenseitig an, betrachteten und betasteten ihre Beulen und offenen Wunden, dachten an ihre Reden vom ewigen Frieden und von den Mem


sehen, die guten Willens sind, schauten noch einmal scheu auf den zermatschten Hering, nahmen ihre Kappen und schoben sich verlegen zur Tür hinaus. Draußen verkündete der steife Nordwind schaurig heulend das Jahr 1637. Auch dieses Jahr sollte es noch keinen Frieden geben.
sehen, die guten Willens sind, schauten noch einmal scheu auf den zermatschten Hering, nahmen ihre Kappen und schoben sich verlegen zur Tür hinaus. Draußen verkündete der steife Nordwind schaurig heulend das Jahr 1637. Auch dieses Jahr sollte es noch keinen Frieden geben.

Das Urteil der Weisen

EINE DIEBESGESCHICHTE AUS DEM ALTEN DARMSTADT

Zum reichen Hyronimus Gäblein in Darmstadt kam einst Hans Baldus. Hans Baldus war ein Bäuerlein vom Odenwald, das wohl ohne große Müh' die Körner in seiner Scheuer zählen konnte. Hyronimus Gäblein ließ sich den Bauer holen.

„Haps Baldus", sagte er zu ihm, „ich will Euch nur sagen, daß Ihr mir noch bare fünfundvierzig Dukaten schuldet! Ich brauche das Geld bis zum nächsten Dienstag. Wenn Ihr das Geld bis dahin nicht be=

schafft habt, könnt Ihr Euch darauf verlassen, daß ich Euch ohne viel Federlesens in den tiefen Turm schaffen lassen werde."

Hans Baldus schlich betrübt von dannen und versuchte, die fünfundvierzig Dukaten irgendwo aufzutreiben. Aber wenn der Mensch in Not, dann sind seine Freunde weit.. . Hans Baldus bekam keine

Münze zusammen. Am nächsten Dienstag also ging" er wieder zu Hyronimus Gäblein. „Nun, was ist? Habt Ihr das Geld?" empfing ihn der Gläubiger.

„Keinen roten Heller konnte ich auftreiben!" meinte der Bauer. „Aber wenn Ihr bis nächsten

Monat warten wollt — ich werde meinen Wein verkaufen!"

„Das könnte Euch so passen!" höhnte Hyronimus, „das könnte Euch so passen! Nichts da — ich brauche mein Geld!"

„Aber woher nehmen und nicht stehlen?" fragte Hans Baldus ratlos.

„Das ist mir vollkommen gleich! Macht, was Ihr wollt! Morgen ist das Geld bei mir, oder Ihr liegt im tiefen Turm. Das sage ich Euch! Ich, Hyronimus Gäblein! Meinetwegen stehlt Euch das Geld!"

„Das wird der einzige Ausweg bleiben!" meinte Hans Baldus und schloß hinter sich die Tür.

Die Nacht brach herein, die Menschen schliefen, der Nachtwächter tappte einsam durch die Straßen und sang sein stündlich' Liedlein, in der Ferne randalierten einige Betrunkene... da schlich eine vermummte Gestalt durch die Gasse an der Kirche, machte sich an einem Türschloß zu schaffen und verschwand im Innern des Hauses. Nach einer Viertelstunde erschien sie wieder, schaute scheu um sich, drückte einen schweren Lederbeutel unter das Wams .und eilte mit einem Satz über die Straße ins schützende Dunkel der anderen Seite.

„Halt, wer da?" schrie da eine Schildwache durch die Nacht. Stehenbleiben oder ich schieße Euch mein Blei durch den Leib!"

Die Schildwache kam heran und untersuchte den nächtlichen Wanderer. „Waas, Ihr . ..?" staunte der Bewaffnete, als er den redlichen Bauer Hans Baldus sah. „Wie kommt Ihr denn dazu, in ehrlicher Leute Häuser einzubrechen?"

Hans Baldus senkte beschämt den Kopf und ließ sich ohne Widerstand abführen.

Zwei Tage später saßen die Honoratioren über ihn zu Gericht.

„Hans Baldus, Ihr seid des Häuserraubs angeklagt. Was habt Ihr zu Eurer Entlastung vorzubringen?"

„Euer Gnaden, ich habe in fremdem Auftrag gehandelt!"

Die Richter staunten: in fremdem Auftrag habt Ihr gehandelt? Wer gab Euch denn solchen Auftrag?"

„Dort sitzt er mitten unter Euch!" rief Hans Baldus und deutete mit dem Finger auf Hyronimus Gäblein. Unter den Richtern gab es Unruhe. „Ihr habt ihm den Auftrag gegeben, Gäblein?" fragten die Richter fassungslos. „Ach was, dummes Gerede!" schimpfte Gäblein. „Er hat mir Geld zu geben . . ."

„Und Ihr wolltet mich in den Turm werfen lassen, wenn ich's nicht kann!" unterbrach ihn Hans Baldus. „Ihr habt zu mir gesagt: meinetwegen stehlt Euch das Geld! Und bitte: ich hab's getan!"<

Denn Baldus war bei Hyronimus Gäblein eingebrochen und hatte sich das Geld geholt.

Das Gericht sah sich also vor eine neue Lage gestellt. Die Richter konnten vor Lachen kaum gehen, dem Hyronimus Gäblein stieß der Pfannkuchen unangenehm auf, und die Umstehenden lachten sich ins Fäustchen. Dann zog sich das Gericht zur Beratung zurück. Und als es wiederkam, verkündete der dicke Richter Herr von Leim folgendes Urteil: „Der wohlmögende Herr Hyronimus Gäblein wird dazu verurteilt, dem Hans Baldus die Schuld zu streichen und die fünfundvierzig Dukaten einzeln von hier in seine Truhe zu tragen."

Sechs Tage lang hatte ganz Darmstadt ausgiebigen Gesprächsstoff, als der feiste Hyronimus Gäblein hin und her schnaufte, um das Geld gemäß Urteil an Ort und Stelle zu tragen!



Frauen IM STURM DER ZEITEN

VON PETER GRIESENBRUCH

12. Fortsetzung

I Ind nun beginnt diese merkwürdige, halb tra* gische, halb komische Fahrt, in der Petion mit der Königin und ihrer Umgebung im Wagen sitzt. Beide plaudern miteinander über die Zeit, und beide wundern sich, wie wenig sie bisher von der anderen Welt gekannt haben. Die Königin entdeckt zu ihrer Überraschung, daß auch Republikaner vernünftige und wohlwollende Menschen sein können; der Re* publikaner aber erliegt völlig dem Zauber der Majestät. Als sie in Paris ankommen, hat Marie Antoinette einen Feind verloren und einen Freund gewonnen, mitten unter ihren wütendsten Gegnern.

Das ist nur eine Episode, ohne Bedeutung für den Gang der Ereignisse, die nun einmal eine unabänderliche Richtung eingeschlagen haben und von den schwachen Händen einer Frau nicht mehr gelenkt werden können. Aber dieser eine winzige Zwischenfall beweist, wie alles anders hätte kom* men können, wenn Marie Antoinette auf ihre Auf* gäbe besser vorbereitet gewesen wäre, wenn sie ernsthaft gelernt hätte zu arbeiten, wenn man ihr frühzeitig beigebracht hätte, nicht einfach über Menschen und Dinge hin zu urteilen, sondern sie wirklich kennenzulernen.

Gefangen

Vorbei die Möglichkeit, verweht. Alle Hoffnung ist vorbei, das weiß niemand besser als Marie Antoinette. In ihrem großen und düsteren Schloß sind König und Königin jetzt in Wirklichkeit Gefangene. Viele aus ihrer Umgebung sind bereits ins Ausland geflohen; die Königin zwingt auch Fersen dazu, weil sie nicht will, daß er mit ihr untergeht. Frankreich verlassen hat auch der Mann, der soviel zu ihrem Unglück und zum Siege der Revolution beigetragen hat, ihr Schwager, der Graf von Pro* vence. Jetzt wartet er im fernen Westfalen auf die Stunde, daß ein Thron in Frankreich für ihn frei wird. Noch zweiundzwanzig Jahre muß er warten, bis diese Stunde schlägt; dann wird er als Ludwig der Achtzehnte noch ein Jahrzehnt lang Frankreich regieren, ohne Erfolg, und niemandem wird er er* zählen, ob ihn nicht Gewissensbisse quälen. Geblieben in Frankreich freilich ist ein anderer ihrer Todfeinde, der Vetter ihres Gatten, der Herzog von Orleans, den die Hoffnung auf den Thron fast wahnsinnig macht und der nicht merkt, daß er nicht nur dem Königspaar, sondern auch sich selber den Weg zum Blutgerüst frei gemacht hat

Marie Antoinette weiß, wie alles kommen wird, wie sie es eigentlich schon in jener Oktobernacht in Versailles geahnt hat. Am io. August 1792 stürmt der aufgewiegelte Pöbel den Tuilerienpalast. Die treue Schweizergarde, von dem schwachen König vorzeitig zur Niederlegung der Waffen aufgefordert, wird abgeschlachtet. Die königliche Familie flüchtet in die Nationalversammlung, die ihr Wohnung in dem alten Turm des Templerordens zuweist. Nun ist sie auch formell gefangen. Am 21. Januar 1795 geht der König den letzten Gang. Er stirbt auf dem Blutgerüst in würdevoller Haltung und zwingt durch seine Tapferkeit im Tode vielen Menschen eine Achtung ab, die ihm zu seinen Lebzeiten nie er* wiesen wurde.

Im Templerturm bleibt Marie Antoinette mit ihren Kindern zurück, mit ihren achtunddreißig Jahren und ihren ganz grau gewordenen Haaren nun eine früh gealterte und früh verblühte Frau, die niemals mehr die schwarze Witwenkleidung und den Witwenschleier ablegt. Aber geblieben ist in dem verwelkenden Gesicht der Ausdruck des Stolzes. Um eines bittet die Königin in ihrem täglichen Gebete: Gott möge sie nicht schwach werden lassen bis zu dem bitteren Ende, das sie herankommen sieht, unentrinnbar und unaufhaltsam.

In der Zelle

Der schwache Schein zweier Kerzen scheint in die Zelle der Königin. In der Ecke schläft der kleine Ludwig; vor seinem Bett sitzen seine Mutter und seine Tante und bessern seinen zerrissenen Anzug aus. Da wird ohne Klopfen die Tür aufgerissen; die Königin fährt zusammen, ihre geröteten Augen erkennen mühsam im Türrahmen sechs Beamte der Pariser Stadtverwaltung. „Wir sind gekommen, Madame, um Ihnen den Beschluß der Regierung bekanntzugeben, wonach Capets Sohn — Capet nennt man jetzt den toten König — von Ihnen getrennt wird, weil er bei Ihnen doch in schlechten Händen ist. Wir werden ihn mitnehmen."

Die Regierung? Sie geben die Beamten als Ur* lieber einer Maßregel an, die nichts als unmenschlich ist und hinter der kein politischer Sinn mehr steht, und sei es auch der niedrigste. In der Regierung herrschen Danton und Robespierre; aber beide, die über soviel Blut und Leichen hinwegsehen, sind doch keine Freunde unnützer Grausamkeit. Sie wollen die Herrschaft ihrer Partei, und sie wollen auch per* sönliche Macht, sie sind dafür bereit, viele von ihren früheren Kampfgefährten auf das Blutgerüst zu schicken; aber es käme ihnen nicht in den Sinn, eine Witwe sinnlos zu quälen, nur weil sie Freude an dem Leiden anderer hätten. Aber Marie Antoinette hat hinter ihren dicken Kerkermauern genug von der Entwicklung dieser Revolution erfahren, und sie kennt auch ihre Kerkermeister genug, um nicht zu wissen, wer dieses neue Mittel ersonnen hat, das sie quälen soll. Vor ihren Augen steht für einen Augenblick eine Gestalt, mit einem gemeinen Lächeln: so handelt Jaques Rene Hebert, so rächt sich die Lakaienseele dafür, daß Marie Antoinette einmal eine Königin war, und daß sie höher gestanden hat als er. Von ihm stammt der Vorschlag: die Regierung hat nur unterzeichnet, was der bevollmächtigte Kommissar angeordnet hatte.

Die Trennung

Wie ein Blitz durchzuckt Marie Antoinette die bittere Erkenntnis davon, welch einen fürchterlichem Feind sie hat; aber sie kann nicht lange darüber nachdenken, wer den Schlag geführt hat, er saust jetzt auf sie nieder, und sie springt auf, um ihn abzuwehren. „Mein Kind, ihr wollt mir mein Kind nehmen?" ruft, schreit sie, sie stellt sich schützend vor das Bett, ihre Augen sind feucht, ihr Atem keucht, sie hat die Faust geballt — aller Mut und alle Verzweiflung ihres Herzens sammeln sich noch einmal, da die höchste Gefahr herannaht. Von dem Lärm erwacht der Knabe, die Mutter nimmt ihn in die Arme, sie bedeckt ihn mit Küssen, mit ihrem Leibe schützt sie ihn, die Beamten können nicht an ihn heran — wenn sie ihn haben wollen, müßten sie von der äußersten Gewalt Gebrauch machen, und ein letzter Schimmer von einstiger Achtung hält auch sie davon zurück.

Eine Stunde, eine fürchterliche Stunde vergeht so, mit den Drohungen und den Angriffen der Beamten, mit den Bitten und der Verteidigung durch die Mutter. Ihre Augen sind jetzt blutunterlaufen, sie hat rote Flecken auf den bleichen Wangen, aber noch immer kämpft sie, noch immer schlägt sie zu, noch immer bittet sie mit schluchzender Stimme die Beamten — da verliert einer von ihnen die Geduld, in ihm erwacht die Wildheit, die der Anblick einer unglücklichen Frau und einstigen Königin lange zurückgehalten hat. Man ist müde und verdrossen geworden, der Befehlshaber wartet, man wird sicher getadelt, weil man so gezaudert hat, man wird wahrscheinlich entlassen, wenn man ohne das Kind kommt — plötzlich reißt sich einer von den Beamten den Säbel aus der Scheide, er schreit Marie Antoinette an: „Gib deinen Sohn heraus, sonst töten wir ihn!" Und unheildrohend hebt er schon den Arm.

Die Königin steht ganz starr. Ihre großen brennenden Augen betrachten den Beamten, als verstehe sie das alles nicht. Dann begreift sie allmählich. Sie schaut das Kind lange an, dann legt sie es langsam auf das Bett. Ihre Arme fallen herab. Sie tritt an den Tisch, sie setzt sich und brütet stumpf vor sich hin. So sieht sie, wie ihr Sohn fortgeschleppt wird. Aber sie kann nicht mehr weinen. Jaques Hebert hat gesiegt.

Die Bitternis

Allmählich erfährt die Königin, wo ihr Sohn ist. Einer der Beamten der Gefängnisbewachung, der frühere Schuster Simon, hat ihn anvertraut bekomm men, „damit er ihn dressiere". Das Kind ist ganz nahe, in einer Zelle schräg der ihren gegenüber; und wenn Marie Antoinette am Fenster sitzt, kann sie auf die Zelle schauen, in der ihr Sohn jetzt unterwiesen und erzogen wird — selber ahnungslos, wie nah ihm seine Mutter ist. Manchmal, für flüch* tige Sekunden, sieht sie den Schatten eines spielen* den Kindes am Fenster vorbeihuschen. Dann weiß sie, daß der kleine Ludwig da ist; und diese flüch* tigen Sekunden eines gierig erhaschten Anblicks bilden das einzige Glück, das ihr noch beschieden ist. Oft bittet sie, es möge dem Knaben gestattet werden, im Garten zu spielen, damit sie ihn ganz sehen könne. Und eines Tages erhört das Schicksal ihre Bitte nur um sie in eine noch fürchterlichere Nacht der Verzweiflung zu stoßen.

An einem schönen Elerbsttag sieht Marie An* toinette, wie das Tor vom Templerturm sich Öffner, und heraus tritt der kleine Ludwig. Die Mutter klammert sich mit ihren Händen an der Fenster* brüstung fest, alles Blut strömt ihr zum Herzen — endlich wieder sieht sie ihren Sohn. Ihre Schwä* gerin, die in der Nähe steht, sieht einen Schimmer freudiger Erregung auf ihrem Gesicht, sie eilt herzu — aber im gleichen Augenblick sieht sie auch, wie sich das Gesicht Marie Antoinettes verfärbt. Elisa* beth schaut durchs Fenster - und sie begreift. Die beiden Frauen hatten den Knaben in der Erinne* rung, wie er von ihnen geschieden war, noch im Kerker lebhaftig und spiellustig, hübsch und kräf* tig, mit flatterndem Blondhaar — was da unten trübselig über den Rasen schleicht, ist ein schwäch* liebes, rachitisches Kind, mit stolperndem Gang. Schwankt es nur so aus Schwäche daher? Ach, kein Zweifel, es ist betrunken. Einmal bleibt es einen Augenblick stehen — da fällt sein Erzieher über den Knaben her und schlägt ihn. Ludwig schwankt wei* ter, auf dem Kopf hat er die rote Mütze der Jako* biner, er singt mit dünner Stimme einen Revolu* tionsgesang, und dann, die Herzen der beiden Frauen krampfen sich zusammen, ein wildes, obszönes Lied, das er selber kaum versteht. In dem Garten steht Simon, er schaut hohnvoll zu dem Fen* ster hinauf, hinter dem Marie Antoinette stehen muß, und ein breites Grinsen geht über sein Gesicht, als er das bleiche Antlitz sieht.

(Fortsetzung folgt)


Die Hinrichtung König Ludwigs XVI.
Die Hinrichtung König Ludwigs XVI.

Silvesterfahrt INS WATTENMEER.

Wenn die Sommergäste die Inseln und Hal* ligen in Nordfriesland verlassen haben, dann sind die Bewohner wieder unter sich. Und auch die Inselwelt kehrt wieder zu sich zurück. Nur zweimal jn der Woche kommt der Postbote auf die Halligen, denn es ist tote Zeit im Wattenmeer. Wenn Schnee gefallen ist, hält es schwer, auf den Halligen bis auf die Warften heraufzukommen. Kein Weg und Steg führt zu ihnen, nicht einmal ein Pfad über die Priele. Und wenn es getaut hat, gleicht alles einem Morast.

Bei dichtem Nebel in der Silvesternacht fahren wir von Pellworm, der Insel, nach Hallig Hooge, das heißt die „Hohe". Sie ist größer als die andern und der Lehrer unterrichtet 35 Schüler, eine stattliche Zahl für diese Inselwelt. Das Wasser im Watt gluckst leise. Drüben an der Küste schreit eine Rin* gelgans. Hooge hat breite und tiefe Priele. Hinter und vor uns gehen Halligbewohner zur Kirche. Sie wollen Silvester feiern und tragen eine seltsame Ausrüstung, einen Fußwärmer, ein Messingkesselchen mit glühenden Kohlen oder Briketts, denn es ist bitterkalt. Die Kirche erstrahlt im Kerzenschein, weil es auf der Hallig keine andere Beleuchtung gibt. Der Gottesdienst ist dadurch besonders feierlieh. In der Mitte der Kirche hängt ein Schiffchen, das Symbol aller Hallig* und Inselkirchen. Die Silvester* feier beginnt mit einem Rückblick auf die Ereignisse des vergangenen Jahres. Darin heißt es, daß zwei Frauen das Zeitliche gesegnet haben. Beide waren über 80 Jahre alt. Ein Brautpaar heiratete, es wurde niemand geboren oder getauft. Aber die Hallig konnte 34 Pfund Schafwolle abliefern. Das sind die Ereignisse des Jahres.

Die Flut ist noch nicht zurückgekehrt, als der Got* tesdienst zu Ende geht. Wir suchen bis zur Abfahrt ein schützendes Dach, denn es schneit und die Pfade sind uferlos. Das Wirtshaus auf der Hallig ist ohne Gäste. Nur die Familie sitzt um den einzigen Tisch herum. Eilfertig bringt uns die Wirtin einen Fuß* wärmer aus Messing, damit die Schuhe trocknen können. Das Abendessen steht dampfend auf dem Tisch. Lange nach Mitternacht kommt der Fährmann, um uns abzuholen. Drüben in Pellworm feiern wir mit einem steifen Grog Neujahr.


Oben links: Die Insel Pellworm wird mit Kohlen versorgt; alte Kirche und Ruine aus der Seeräuberzeit auf Pellworm. Mitte: Halligkinder holen sich ihr „Neujährchen". Unten links: Gailionsfigur eines gesunkenen spanischen Schiffes über der Tür eines Hallig=Hauses. Aufnahmen: Jung.
Oben links: Die Insel Pellworm wird mit Kohlen versorgt; alte Kirche und Ruine aus der Seeräuberzeit auf Pellworm. Mitte: Halligkinder holen sich ihr „Neujährchen". Unten links: Gailionsfigur eines gesunkenen spanischen Schiffes über der Tür eines Hallig=Hauses. Aufnahmen: Jung.

Verlorene Heimat:

Rolberys verbotene Zone

Würde man sich heute von der See her der alten Hafenstadt Kolberg nähern — was praktisch für ein nichtrussisches Schiff gegenwärtig so gut wie unmöglich ist —, so könnte man den massigen Turm des Domes hoch über das weite Ruinenfeld der einstigen Stadt aufragen sehen. Vielleicht ist sein Anblick inmitten der grausam verheerten Stadt noch großartiger und wuchtiger als einst, wo ein Gewirr von Häusern und Dächern dieses trutzige mittelalterliche Bauwerk einengte.

Heute ist wenig von Enge zu sprechen in der alten Stadt an der Persante, in der von zehn Häusern nur knapp zwei erhalten blieben und in der sich weite Flächen von unkraut* überwucherten Ruinenresten dehnen. Auch jetzt noch, Jahre nach dem vernichtenden Sturm aus den Steppen Asiens, zeigt Kolberg alle trostlosen Merk* male einer Zerstörung, wenn auch neue Flachdach* häuser und manch großer Steinklotz für zivile militärische und maritime Verwaltungen auf den Fundamenten ehemaliger Bauten errichtet wurde. In dreijähriger Bauzeit haben die Polen auch die unbedeutenden Beschädigungen an Turm und Schiff des Doms zu beseitigen gesucht, den sie für ein Denkmal polnischer Baukultur erklären, obwohl nichts an diesem Bauwerk polnisch ist als das Flickwerk seiner Wiederherstellung.

Wäre nicht der Dom, würde das heutige Gesicht von „Kolobrzeg", wie die polnische Benennung von Kolberg lautet, auch den letzten deutschen Wesens* zug verloren haben. Denn die Stadt trägt schon ganz östliches Gepräge. Die 10 000 Polen, welche statt der mehr als 30 000 Deutschen von 1939 heute den Raum von Kolberg bewohnen, sie haben die fremden, primitiven Sitten und Lebensäußerungen aus dem Gebiete von Brest=Litowsk, aus Wilna und Grodno an die ostpommersche Küste verpflanzt.

Jedenfalls gibt es keine Deutschen mehr in Kol* berg. Die Handvoll deutscher Bewohner, die noch im Frühjahr 1949 dort vegetierten und wie alle Deutschen seit der russischen Eroberung die Auf* räumungen in der Ruinenstadt vorzunehmen hat* ten, wurden schon im Herbst des gleichen Jahres ausgewiesen. Während der letzten Monate ihres Verbleibens in der Vaterstadt war ihnen selbst der Briefwechsel mit deutschen Angehörigen verboten worden. „Es ist kein Leben mehr, es ist die polnische Hölle" hieß es um diese Zeit in einem Brief aus Kolberg.

Das ist nun vorbei. Außer vielleicht einigen deutschen Zwangsarbeitern oder Kriegsgefangenen, die vor einem Jahr unter dem Roboterheer an einer modernen Autostraße zwischen Kolberg und dem ehemaligen Truppenübungsplatz Groß=Born arbeiteten oder in der durch Bretterzäune und Sta* cheldraht abgeschlossenen „verbotenen Zone" gegenwärtig noch geheimnisvolle Aufgaben haben, kann kein deutscher Mensch mehr Einblick in das lebhafte Treiben nehmen, das in und um Kolberg herrscht.

Formell ist Kolberg polnisches Verwaltungs* gebiet. Es gehört sogar zu den bevorzugten drei Häfen neben den Mammut=Hafengemeinschaften, die Warschau in Stettin=Swinemünde und Danzig* Gdingen innerhalb 25 Jahren schaffen will, die — neben Kolberg noch Stolpmünde und Rügenwalde — der Fischerei und dem Handel Polens dienen sollen. Aber in Kolberg herrscht in Wahrheit die russische NKWD.

Kolberg ist ein Schwerpunkt in dem russischen „Wall am baltischen Meer" geworden. Wollte man nacherzählen, was sich seine heutigen Bewohner zuraunen von riesigen eisernen Kugeln, die see* wärts schwebten, von schwarzem Regen und kaltem Feuer, die da und dort beobachtet sein sollen, man könnte glauben, schlechte Kolportage zu treiben. — Es genügt uns zu wissen, daß das einstige friedvolle Leben im deutschen Ostseebad Kolberg heute nicht mehr besteht. Haße.


Oben; Fischerhafen in Kolberg. Mitte: Kolberger Hafenausfahrt. Unten links: Blick auf den Kolberger Dom. Rechts: Fischerpaar aus Mönchgut auf Rügen. Aufnahmen: Archiv Heimatbild.
Oben; Fischerhafen in Kolberg. Mitte: Kolberger Hafenausfahrt. Unten links: Blick auf den Kolberger Dom. Rechts: Fischerpaar aus Mönchgut auf Rügen. Aufnahmen: Archiv Heimatbild.

Der Rechtsberater bat das Wort

Muß Schaufensterware verkauft werden?

Wunderschön ist der elegante Damenschuh für 30 DM im Schaufenster. Die Kundin geht in den Laden hinein. Aber leider stellt sich heraus, daß diese Schuhe bis auf das Paar im Schau» fenster ausverkauft sind. „Kann ich nicht den Schuh im Schaufenster bekommen?" — „Nein, Schau» fensterware darf nicht verkauft werden. Entrüstet verlangt die Kundin, daß ihr der Schuh verkauft wird. „Wozu haben Sie ihn dann ins Schaufenster gestellt?"

Der Streit, der sich zwischen dem Schuhgeschäft und der Kundin ergeben hat, findet seine rechtliche Lösung:

In ihr Schaufenster stellen die Firmen Ware, die sie verkaufen wollen. Das ist schon richtig. Mit der Ausstellung im Schaufenster beabsichtigen sie aber nur eine Aufforderung an die Käufer, Schuhe dieser Art bei ihnen im Laden anzusehen und zu kaufen. Sie laden also auf diese Weise nur dazu ein, daß die Käufer in den Laden hineinkommeri und nunmehr den Wunsch äußern, einen solchen Schuh zu kaufen. Der Jurist nennt das eine Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebotes. Keineswegs wollte der Laden» inhaber mit der Ausstellung des Schuhes bereits an die Kundschaft vor dem Schaufenster das bindende Angebot abgeben, gerade diesen Schuh nur bei ihm zu kaufen. Er erwartet lediglich, daß die Kundschaft ihrerseits an ihn herantritt und verlangt, den Schuh zu kaufen, worauf er sich die Zusage noch vor» behalten hat.

Ein Kaufvertrag kommt regelmäßig durch den Kaufwunsch, d. h. das Angebot des Käufers und dessen Annahme durch den Verkäufer zustande. Bei der im Schaufenster dekorierten Ware will der Verkäufer noch nicht etwa seinerseits ein solches Angebot machen, sondern lediglich den Kunden zur Abgabe seines Angebots auffordern.

Die rechtliche Folge daraus ist, daß der Kunde keinen Anspruch darauf hat, daß ihm gerade der im Schaufenster ausgestellte Schuh verkauft wird. Es steht im Belieben des Verkäufers, ob er auf den Kaufwunsch des Kunden eingehen will oder nicht. Die geschäftliche Kulanz der Kaufleute hat aller» dings in der Praxis dazu geführt, daß man die Wünsche des Kunden erfüllt und die Ware aus dem Schaufenster herausnimmt und verkauft. Dies be» deutet aber nur ein Eingehen auf den Wunsch des Kunden, das im freien Belieben des Kaufmanns steht. Er kann es tun, er muß es aber nicht. Der Kunde kann also den Kaufmann auch mit Hilfe des Gerichts nicht zwingen, ihm die Schaufensterware zu verkaufen.

Nach der Geldreform haben sich die Verkaufs» Verhältnisse wieder im Rahmen des normalen Wett» bewerbs gebessert. Man findet deshalb nirgends mehr das Schild „Unverkäufliches Ausstellungs» muster". Im Gegenteil, man sieht häufig Schilder mit der Aufschrift: „Die ausgestellte Ware wird auf Wunsch aus dem Fenster genommen". Wenn ein solches Schild im Schaufenster steht, kann man annehmen, daß der Kaufmann bereit sein will, Kaufwünsche des Kunden auch dann zu erfüllen, wenn sie nicht aus dem Lager befriedigt werden können, sondern dazu die Dekoration im Schau» fenster angegriffen werden muß. An der rechtlichen Konstruktion, daß der Kaufmann auf Grund der Warenausstellung Kaufangebote der Kunden er» wartet, deren Annahme er sich noch vorbehält, ändert sich aber nichts. Er kann trotzdem den Kauf verweigern, ohne dafür Gründe nennen zu müssen. Das Schildchen, nach dessen Inhalt die Ware aus dem Schaufenster genommen wird, bedeutet nicht, daß der Kaufmann seinerseits ein bindendes Kauf* angebot machen wollte. Auch hier kann er nicht gezwungen werden, die Ware zu verkaufen.

Selbst wenn nicht genügend Ware am Lager ist, braucht der Kaufmann nicht auf die Kaufwünsche eines Kunden einzugehen. Nehmen wir einmal an, es kommt ein Käufer in seinen Laden, den er aus irgendwelchen Gründen nicht leiden kann; er lehnt deshalb überhaupt jeden Verkauf an diesen Kunden ab. Auch dazu ist er rechtlich in der Lage, denn nie* mand kann ihn zwingen, ein Vertragsangebot, das ihm von seifen der Kundschaft gemacht wird, an* zunehmen.

Lehrlingsvergütung im Krankheitsfalle

Rechtsgrundlage für eine Fortzahlung der Er» Ziehungsbeihilfe bei Arbeitsverhinderung und Ar» beitsausfall von Lehrlingen bildet nach wie vor die Anordnung zur Vereinheitlichung der Erziehungs-Beihilfen an Lehrlinge in der privaten Wirtschaft von 1943. Die allgemeinen gesetzlichen Bestimmun: gen über eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall« können nicht zur Anwendung kommen, da das Lehn Verhältnis kein Arbeitsverhältnis darstellt.

Nach der genannten Anordnung ist an Lehrlinge und Anlernlinge bei einer durch Krankheit ver ursachten Arbeitsunfähigkeit bzw. bei einer un verschuldeten Arbeitsverhinderung aus sonstigen in ihrer Person liegenden Gründen, sowie bei einem Arbeitsausfall aus nicht in ihrer Person liegender Gründen die Erziehungsbeihilfe bis zu einer Daue: von sechs Wochen, jedoch nicht über die Beendigung des Berufserziehungsverhältnisses hinaus weiter zu gewähren. Beruht die Krankheit auf einem Be: triebsunfall, sind die Erziehungsbeihilfen sogar bis zu einer Dauer von zwölf Wochen weiter zu zahlen Die Weitergewährung der Erziehungsbeihilfen er streckt sich dabei auf bare Leistungen, Kost unc Wohnung. Eine Abgeltung der Kost und Wohnung ist nur zulässig, wenn eine Gewährung derselbe! infolge der Krankheit nicht möglich ist. Bei eine: Unterbringung des Lehrlings in einem Krankem haus entfällt die Abgeltungspflicht, während die Verpflichtung zur Zahlung des Taschengeldes neber den Leistungen der Krankenkasse weiterhin bestehen bleibt.

Die Krankenkasse der Arbeitslosen

Der kaufm. Angestellte Redlich wird arbeitslos und beantragt die Arbeitslosenunterstützung. Aus der Kontrollkarte, die er vom Arbeitsamt ’rhält, entnimmt er, daß er für die Dauer der Arbeitslosig» keit bei der Ortskrankenkasse seines Wohnorts gegen Krankheit versichert ist. Da er während sei» ner Beschäftigungszeit vor der Arbeitslosenmeldung Mitglied einer Ersatzkrankenkasse war und sich besondere Leistungsrechte erworben hatte, möchte er auch während der Zeit der Arbeitslosigkeit Mit» glied dieser Krankenkasse bleiben. Er erkundigte sich bei der Geschäftsstelle der Ersatzkrankenkasse und erfährt folgendes:

Gemäß § 123 des Gesetzes über Arbeitslosenver» Sicherung kann sich der Arbeitslose bei seiner bis» herigen Krankenkasse weiterversichern. Er muß dies nur innerhalb drei Wochen nach der Antragstellung auf Arbeitslosenunterstützung dem Arbeitsamt und seiner bisherigen Krankenkasse anzeigen. Die Bei» träge für eine solche Weiterversicherung werden dem Arbeitslosen durch das Arbeitsamt ersetzt, aber nur in der Höhe, die es selbst an die Ortskanken» kasse zu zahlen hätte. r

Sprechltunde des Hausarzter

Der Sprachschatz der Volksmedizin

Von jeher bedient sich die internationale Wissen» schäft der griechischen und lateinischen Sprache. Das gilt vor allem hinsichtlich der Medizin. Die Volksmedizin hat ihre eigene, zwar nicht so knappe, aber nicht minder treffende Sprache. Um diese ver» stehen zu können, muß man viele Jahrhunderte zurückgreifen.

Unsere Vorfahren schrieben Krankheiten aller Art dem Einfluß böser Geister, sogenannter Dämonen, zu. Für diese Auffassung finden wir heute noch manche Beispiele. Wer kennt nicht den Hexenschuß, ein plötzlich auftretender, heftiger Schmerz der Hüft» muskeln, der uns völlig gehunfähig macht? Dieser Bezeichnung liegt die Vorstellung zugrunde, die Hexen schössen spitze Gegenstände (z. B. Federn, Gräten usw.) in die Muskeln und erzeugten dadurch die heftigen Schmerzen.

Wenn wir sagen: Der Kranke wird vom Fieber richtig hin und her geschüttelt und stark mitgenom» men, so spielen ähnliche Auffassungen mit. Auch das Bild vom „Schlaganfall" läßt solche Gedanken aufkommen. Zeigen sich bei jemand auffallende geistige Störungen, so spricht der Laie von einem „Klaps". Auch die Erscheinung des „Albdrucks" beruht auf der Auffassung des Volkes im Mittelalter, daß bei seiner Entstehung die bösen Geister mit» wirkten. Heute glaubt man fälschlicherweise, der Ausdruck stamme von dem Worte „Alp" her. Es handelt sich um die elfischen Geister, die Alben. Hängt ein Mensch trüben, finsteren Gedanken nach, so sagt man wohl: „Er ist muckig oder grillig bzw. er hat seine Mucken oder Grillen im Gehirn, die die Gedanken und Seelenstimmung des Menschen be» einflussen." Auch der „böse" Blick wurde auf Einflüsse von Zauberern zurückgeführt.

Der Laie spricht bei Menschen mit unreiner Gesichtshaut von „Mitessern". Nach dem Volksglauben der Vergangenheit hatten sich bei diesem Leiden die Dämonen in Würmer und Maden verwandelt, die unter der Haut weiterlebten und sich vom Blut des Befallenen mästeten. Überhaupt spielt das Blut in der Vorstellung der Menschen hinsichtlich der Krankheitsentstehung eine ganz große Rolle. Die Tem» peramente hatten hier ihren Sitz. Höchst bezeichnend sind für diese Auffassung Ausdrücke wie: Er hat „kaltes" oder „heißes" Blut, oder das macht „böses" Blut. Die Adem waren der Sitz des Gemütes und des Seelenlebens. Der eine hatte eine „gute", der andere eine „böse Ader".

Bei der Beurteilung eines Menschen sagt man noch heute: Er hat keine „gute Ader" oder er hat eine „dichterische Ader". Den Drüsen hinter dem Ohr kam eine ganz besondere Bedeutung zu. Galten sie doch als Austrittsstellen bestimmter, aus dem Gehirn kommender Gedankenstoffe, insbesondere der List und Verschlagenheit. Waren die Drüsen geschwollen, so sagte man: „Er hat es faustdick hinter den Ohren". Der Volksglaube, daß jede Krankheit auf einer fal» sehen Säftemischung beruhe, beherrschte bis zum Mittelalter das Denken der Ärzte. Es war das Zeit» alter der sogenannten Humoralpathologie. Die im Altertum herrschende Lehre von den vier Tem peramenten beruht auf der Viersäftetheorie. Noel heute spricht man von einem sanguinischen, phleg matischen, cholerischen und melancholischen Tem perament. Beim sanguinischen Temperament sollt: das warme Blut überwiegen, beim phlegmatischen ein Zuviel von kaltem Schleim, der angeblich von Gehirn abgesondert wurde, beim cholerischen eii Überwiegen der Galle und beim melancholischen eii solches der sogenannten schwarzen Galle.

Die Galle war Ursache des Trübsinns und de> Zorns. Man sprach von Melancholie — Schwarzgallig keit, wenn angeblich zuviel Galle im Blut war Einem solchen Mensdien ist alles „vergällt", „er spei Gift und Galle". Auch läuft ihm „die Galle über" Heißt es: Jemand wird gelb vor Ärger und Auf regung, so gründet sich diese Vorstellung auf de: Tatsache, daß der Gallenfluß bei heftigem Ärgej durch Muskelkrampf der Gallengänge gehemmt wird und dann ins Blut übertritt. So kann auf rein seelischem Wege die Gelbsucht entstehen. Die Pro: duktionsStätte der Galle, d. h. die Leber, spielt bei der Stimmung des Menschen eine große Rolle. Unser« Vorfahren sahen in ihr die Stätte der Blutbildung und ähnlich wie bei den Adern den Sitz mensch lieber Empfindung und Leidenschaften. Schon man: ehern ist bei Störung der Lebertätigkeit „eine Laus über die Leber gelaufen".

Die Milz sollte nach Auffassung unserer Vor 4 fahren die Körpersäfte, vor allem das Blut, leicht flüssig machen. Leitet sich doch die Bezeichnung Mila von der in „Malz" steckenden germanischen Wort: Wurzel „Melt" ab, d. h. erweichen, schmelzen Seelische Vorstellungen haben eine ganz besondere-Bedeutung für die Tätigkeit des Magen» und DarmJ kanals. Der russische Forscher Pawlow konnte durch Hundeversuche zeigen, daß der Anblick leckerer Speisen eine vermehrte Speicheldrüsentätigkeit herJ vorruft. Allgemein bekannt ist der Ausdruck: „Es| läuft einem das Wasser im Mund zusammen" öden „eine Speise macht den Mund wässerig". Unangenehme Erlebnisse und Vorstellungen schränken dagegen die Absonderung des Magensaftes stark ein. Wir sagen dann: „Es ist mir auf den Magen ge=? schlagen". „Der Appetit ist mir vergangen." Bei. krampfhaften Erscheinungen der Luft» und Speise»' röhre klagen wir nach seelischen Erregungen „Mir ist die Kehle wie zugeschnürt" oder „mir bleibt der Bissen im Hals stecken". Seelischei Erschütterungen können bei empfindlichen Menschen!; so heftige Wirkungen hervorrufen, daß ihnen bei] gewissen Nachrichten „die Haare zu Berge stehen".; Umgekehrt kann einen in guten Zeiten, wie sie; allerdings der Vergangenheit angehören, „der Hafer: stechen".

Aus den angeführten Beispielen geht hervor,S daß die Volksmedizin öfters manche seelischen] und körperlichen Krankheitszusammenhänge recht] plastisch erfaßt hat. Die moderne Wissenschaft hat! die Richtigkeit dieser Auffassungen wiederholt be=l stätigt. Dr. Wilh. Münch, Bad Nauheim

Im Kinderland

Das Märchen vom herrenlosen Pferd

VON RUDOLF KINSKY

Es war einmal ein Bauer, der viel Unglück hatte. Die Ernte war nicht geraten und ein mächtiger Sturm hatte ihm das Haus so abgedeckt, daß der Regen durch das Dach bis in seine Wohnung kam. Aber er war rechtschaffen und gläubig und wußte daher, daß Hilfe kommen würde, wenn er den Weg des Rechtes und der Anständigkeit nicht verließe. Er hatte einen Knecht, der ihm treu war. Der Knecht aber war weniger gläubig und meinte in Gesprä« eben, daß es zwar gut sei, zu glauben, daß Gott helfen werde, aber noch besser, sich selbst zu hei« fen, auch wenn man dabei einen krummen Weg gehen müsse.

Eines Tages sandte der Bauer seinen Knecht mit einem Sack Weizen zur Mühle. Der Knecht lud den Sack auf den Wagen und fuhr los. Unterwegs mußte er durch eine wenig bewohnte und unsichere Gegend, in der schon mancher Raub geschehen war. Daher hatte der Knecht einen dicken Stock neben sich gelegt und war wohl auf seiner Hut. In der Tat dauerte es nicht lange, da traten von einem Baum zwei vermummte Burschen hervor. Einer von ihnen hielt das Pferd an, der andere sprang auf den Wagen und wollte den Knecht herunterwerfen. Dieser war schneller, zog den bereitgehaltenen Stock her« vor und schlug damit dem Angreifer so heftig über den Kopf, daß er zurücktaumelte und vor Schmerz aufschrie.

Aber der Knecht schlug noch einmal und traf den Buckel des Räubers, der, bestürzt über solchen Widerstand, sich schleunigst zur Flucht wandte. Der andere Räuber wartete nicht länger die dro» henden Stockstreiche ab, ließ den Zaum des Pferdes fahren und wandte sich ebenfalls zur Flucht. In wenigen Augenblicken waren die Räuber ver« schwunden. Der Knecht war glücklich über die ge« lungene Abwehr und wollte eben schon weiterfah« ren. Da hörte er in der Nähe das Wiehern eines Pferdes. Er sah in die Richtung, woher das Wiehern kam, und bemerkte dort ein wundervolles Pferd, einen Rappen, der von den Räubern angebunden worden war. Aus Angst um ihr Leben hatten diese das Pferd zurückgelassen. Der Knecht band das Tier los und freute sich jetzt nicht nur über die gelungene Abwehr, sondern über die Beute, die er dabei gemacht hatte.

Er merkte, daß das Pferd auf der Stirn einen weißen Fleck trug. Er band es hinten an seinen Wagen und fuhr weiter. Nachdem er den Weizen in der Mühle in Mehl vertauscht hatte, kehrte er mit der Last und der Beute zu seinem Bauern zu« rück. Freudig überreichte er beides, indem er hin« zufügte, daß durch den Verkauf des erbeuteten Pferdes Geld genug hereinkommen würde, um die schlimmsten Sturmschäden und die Ernteverluste zu beheben.

Der Bauer aber wurde nachdenklich und sagte: „Ich freue mich, daß es dir geglückt ist, den An« griff abzuwehren. Als du aber das Pferd an dich nahmst, in der Absicht, es zu behalten, hast du geraubt, wie die Räuber hatten rauben wollen. Ich werde das Pferd nicht behalten, weil es nicht mir gehört. Ich will in meinem Hause nur haben, was mir gehört."

Der Knecht wurde böse. „Das sind törichte Begriffe von Rechtschaffenheit", rief er. „Wenn ich Räubern etwas abnehme, so ist es doch das min« deste, daß ich meine Beute behalten kann."

Der Bauer widersprach und sagte, daß er sich auch durch seine Not nicht dazu werde bewegen lassen, nach etwas zu greifen, das nicht ihm gehöre.

Da sagte der Knecht: „Und wem soll ich dann das Tier bringen? Kennst du den Eigentümer? Ich •kenne ihn nicht!"

„Wenn wir ihn nicht kennen", versetzte der Bauer, „dann wirst du das Pferd in die Stadt zum König bringen und zu ihm sagen: „Herr, dieses Pferd habe ich Räubern abgenommen, die mich überfallen haben. Da es mir nicht gehört, über« bringe ich es dir, damit du den Eigentümer aus« findig machst und es ihm zurückgibst."

Der Knecht wußte, daß er nicht widersprechen oder dawider handeln durfte. Also nahm er das Pferd und ging in die Stadt. Als er im königlichen 1 alast erschien und sich bei den Wachen meldete rief der Hauptmann: „Sehe ich recht! Ist das nicht das Lieblingspferd des Königs, das kürzlich aus dem Stall geraubt wurde? Wie wird sich der Koni» freuen!" °

Der Knecht wurde auf der Stelle zum König vor« gelassen, mußte seine Geschichte und das Verhal« ten des Bauern erzählen und erhielt beim Abschied nicht nur den Dank des Königs, sondern auch einen so großen Beutel Gold, daß der Bauer gut zehn verlorene Ernten damit ersetzen und zehn beschädigte Dächer damit ausbessern hätte kön« nen. Aber er begnügte sich mit dem Ersatz einer Ernte und des einen Daches und ließ den Rest lie« gen, um gegen künftige Schäden gefeit zu sein.



Kleine Bastelfreuden

Hjnterm Wald im Tale draußen Liegt das kleine Nest Vierhausen, Haus an Haus, ein krummer Zaun, Schief und wack’lig anzuschau'n.

Bei den großen grünen Pappeln Schnattern Entlein laut und zappeln, Herrn mit Kindern steh’n dabei, Freuen sich an dem Geschrei.

Blumen blühen bunt im Grase, Lenchen schwatzt mit ihrer Base. — Krummer Zaun von Haus zu Haus, — Seht, so sieht Vierhausen aus! —

Willst du dir Vierhausen bauen, Brauchst du nur hier nachzuschauen: Falte, schneide, male fein, Und das ganze Dorf ist dein!



Wer lacht mit !

Die Dame verneigt sich vor dem Mann

„Sprich nicht soviel, Lotte!" „Aber warum soll ich in der Sprechstunde nicht sprechen, Mutti?"

Im Mittelalter waren die Begrüßungsregeln oft den heutigen geradezu entgegengesetzt. Wenn ein Mann ins Zimmer trat, erhoben sich die Frauen und verneigten sich. Das galt auch für Fürstinnen und Königinnen. Der damalige gute Ton schrieb auch vor, daß die Damen bei der Begrüßung ihre Haube abzunehmen hatten.



Die Schmunzelecke

„Papa, was ist ein Optimist?" „Einer, der alles schön findet, bis es ihm selbst passiert!"

„Wie benimmt sich deine Frau denn, wenn du spät nach Hause kommst?" fragte Fröhlich den Freund.

„Oh, sie wird historisch", lächelte der. „Hysterisch meinst du wohl?" „Nein, historisch — sie wühlt in der Vergangen^ heil!" *

„Wissen Sie, Frau Spezinger, am liebsten möchte ich mein Zimmer an einen Schachspieler vermieten!" „Warum denn das?" „Ich habe gehört, daß die erst nach langem Überlegen ziehen!"

Geflügelte Worte

Die Ratsherren einer Stadt im Hessischen wähl« ten einmal einen Stadtschreiber, der ihnen ehrlich gestand, daß er nicht schreiben könne. „Was tut aas?" erwiderten die Ratsherren, „wir können nicht lesen!

Der Schleifstein geht immer hin und her, das eine wie das andere Mal, genau wie in einem schlechten Haushalt, und darum ruft er bei jedem Herumdrehen: „Sie taugt nix und er taugt nix."

Kommt jemand ins Dorf, so ist meist die erste Frage an ihn: „Was bringst du denn?" Und wenn die Antwort lautet: „nichts!" dann sagt man ihm: „dann legs draußen auf die Bank, und wenn du wieder gehst, dann nimm es wieder mit!"

Einen Gast störten die Fliegen beim Essen der« maßen, daß er zur Wirtin sagte: „Geht und deckt den Fliegen nebenan ein Mittagessen, hier kann man ja vor lauter Fliegen keinen Bissen hinunter« bringen!" Nach einer Weile kam die Wirtin wieder und sagte: „Herr, drüben ist die Mahlzeit für die Fliegen angerichtet. Befehlen Sie bitte, daß sie sich auch zu Tische setzen!"

Stammbuchvers der Woche

Denk nicht an Schlösser und Komtessen, An Ente mit Bordeaux und Kressen — Denk lieber an DIOGENESsen: Der hat vor seinem Faß gesessen, Hat Wurzeln aus der Hand gefressen, Und blieb der Nachwelt unvergessen, Weil er der Weisheit Glück besessen!



Polirk in die Welt

Verantwortlich für Inhalt und Ausgestaltung: Hermann Jung


Der 32jährige Heimarbeiter Heinrich Orb aus Kahl am Main gewann im Bayern^Toto 112753 Mark.
Der 32jährige Heimarbeiter Heinrich Orb aus Kahl am Main gewann im Bayern^Toto 112753 Mark.

• Die riesigen Trümmerberge ganzer Stadtteile von Bremen werden in neues Baumaterial verwandelt
• Die riesigen Trümmerberge ganzer Stadtteile von Bremen werden in neues Baumaterial verwandelt

Die anhaltenden Niederschläge haben auch den Markusplatz in Venedig in einen See verwandelt.
Die anhaltenden Niederschläge haben auch den Markusplatz in Venedig in einen See verwandelt.

Die ägyptische Rauschgift=Polizei fand im Magel eines Kamels Haschisch im Werte von 50 000 DoZZai
Die ägyptische Rauschgift=Polizei fand im Magel eines Kamels Haschisch im Werte von 50 000 DoZZai

König Gustaf Adolf VI. von Schweden übergibt Hii Nobelpreise 1950. Die Aufnahme zeigt die Verl leihung an den deutschen Prof. Kurt Alder (rechfjl
König Gustaf Adolf VI. von Schweden übergibt Hii Nobelpreise 1950. Die Aufnahme zeigt die Verl leihung an den deutschen Prof. Kurt Alder (rechfjl

Zur Löschung einer seit einigen Tagen brennende Methanölquelle in Norditalien mußten Spezialisten aus USA gerufen werden Aufnahme: UP d;a
Zur Löschung einer seit einigen Tagen brennende Methanölquelle in Norditalien mußten Spezialisten aus USA gerufen werden Aufnahme: UP d;a

PROSiT 1951 NEUJAHR

Das Glùck Fällt vom Dach

VON HEINZ STEGUWEIT

Es war am Morgen des Silvestertages von 1832, als der Schornsteinfeger Daniel Darlon, ein echter „Ramoneur“ seiner Zunft, auf dem Dach eines Hauses in der Rue de Bastienne zu tim hatte. Er senkte die Kehrleine mit der schwarzen. Sonne in den Kamin, pfiff dazu und freute sich, halb Paris zu seinen. F,üßen sehen .und den Mitbürgern auf das Dach steigen zu können.

Doch das, alte Sprichwort, das den Vögeln verbietet, am frühen Morgen zu singen, weil sonst die Katze kommt, be-

währte sich auch bei Daniel Darlon. Er trat mit der nackten Sohle neben den First, glitt aus, stürzte kopfüber, und der arme Gesell wäre ein .Kind des Todes gewesen, wenn ihn nicht das Eisen einer kunstgeschmiedeten Verzierung am Gürtel gehalten hätte. So korrekt, daß der Kerl waagerecht zwischen Himmel und Erde schw’ebte, als sollte er schwimmen lernen in der Luft.

Da ruderte er nun mit Händen und Füßen; auf der Straße geschah viel Aufregung; im übrigen aber hing Daniel genau vor dem offenen Kammerfenster einer Demoiselle, die sich, nichts Böses ahnend, in überaus leichter Morgenkleidung wusch.

Sei es nun, daß den Schwebenden dank der Haltbarkeit des Riemengürtels ein Gefühl der Sicherheit überkam, sei es andererseits, daß der Pech- und Glücksvogei von Natur ein Schalk sondergleichen war, jedenfalls schwenkte Daniel Darlon höflich den Zylinder, wünschte der Jungfrau einen guten Morgen und bat sie, ihm ein wenig behilflich zu sein.

Der Schrecken des Mädchens, das zuerst geschrien hatte, milderte sich zusehends ob des artigen Grußes. Und das Fräulein, ein Midinettchen von ziemlicher Anmut, streckte die Hand aus, zog den Burschen herein und löste ihn von der Krampe. Der Menschenauflauf in der Rue de Bastienne klatschte viel Beifall. Aber der Applaus wurde zur wilden Kundgebung, als die Demoiselle, so leichtgeschürzt sie war, den schwarzen Gesellen umarmte, ihn abküßte vor Glück, bis sie endlich selber aussah, als wäre sie der Gruft eines Schornsteinfegers entstiegen.

Auf der Straße empfing man Daniel Darlon wie einen Fürsten. Ein lärmvolles Menschenspektakel war auf den Beinen, alles lief hinter Daniel und Rosita her, denn der dankbare Kavalier führte seine mittlerweile sonn'."glich kostümierte Retterin ins nächste Kaffeehaus, um alle Wünsche ihres Appetits zu erfüllen.

Aber auch das Kaffeehaus wurde belagert und bestürmt. Zahllose Leute wollten des Schornsteinfegers Hand drücken, jeder begehrte ein schwarzes Stäubchen seiner Kluft, denn die Nähe mit einem Glücklichen konnte nur Glückliches verheißen. Aus allem Uebermut wurde ein Neujahrsfest sonder Beschreibung, und das Pärchen hat später geheiratet.

Hieß es nicht am Anfang unserer Erinnerung, daß die Vögel,- die zu früh am Morgen pfeifen, von der Katze gern geholt werden? —

Gleichviel, die Ramoneurs und Midinetten zwischen St. Germain und Chamnigny erzählen heute noch, es habe im Raum von Paris selten einen fröhlicheren Jahreswechsel gegeben. Und der

holde Aberglaube an einen Händedruck vom „schwarzen Mann“ hat sich über die Grenzen verbreitet, zur Neujahrsfeier besonders.

Im Raritätenkabinett Madame Pichots auf dem Montmartre sind Gürtel und Zylinder des Gesellen Daniel Darlon noch heute unter Glas zu sehen, daneben liegt ein duftiges, mit Spitzen reich drapiertes Miederchen Rositas. Henni soit, qui mal y pense.


Foto: Illa Roeder
Foto: Illa Roeder

tobende Sonne, Berge und Schnee: Glückhafter Jahresbeginn für alle Foto* Illa ’ Hoeaer
tobende Sonne, Berge und Schnee: Glückhafter Jahresbeginn für alle Foto* Illa ’ Hoeaer

Zum Silvesder

Des Johr Is rum — des letzte Blättche reiß ich / heit vum Kalenner, un de Mohr kann geh; / die Zeit laaft weider, immer still un fleißich, / die Uhr schieggt zwelf, allaans, sie bleibt net steh. / Un drotzdem stiehlt dobei ganz sacht un leis sich / in unser Harz e winnelwaasches Weh: / Mer macht, drotz pessimistischer Verachdung, / doch noch ’mol hinnenooch so sei Bedrachdung.

Drüb sin die Zeide, draurich oft die Dage, / die Weld kimmt manchmol aam zum Greine vor, / wohie mer heert, nix weider sin’s als Klage, / es wäxt sich aus zum reinste Jammerchor; / un doch, un doch in alle Läwenslage / hilft bleeslich als e Krimmelche Humor: / Halt ihr im Harz eich den schee warm un mollig / dann seid gefeit ihr, un kemt’s noch so knollig.

Un mit der Hoffnung will ich endlich schließe / mei letzt Bedrachdung in dem aide Jahr: / Laßt eich nor net de gude Mut verdrieße, / wann’s aach net immer eich gefeilig war; / naa, laßt des ne i e Johr uns froh begrieße, / vielleicht macht daß so manchen Wunsch uns wahr. / In diesem Sinn: Glick uff, dem Johr, dem neie, / mag’s allerseits zum Beste eich gedeihe! Robert Schneider

Gewiß, die Zeide, die sinn mehr wie kriddisch / ’s werd viel geredd, un wenich ward gedha; / e’ jeder guckt die Weld halt zu bollidisch / un immer vun seim Kärchtorm aus sich a’, / un Rechts un Links, da is mer sich noch striddich: / Wie bringt mer Deitschland uff die Baa? — / Un während mir uns. in de Hoorn dhun lieje, / sin annere dra, des Fell uns abzuziehe.

Aach leggt mer jetzt uff alles e Besteirung, / däß is zwar needich, doch dorchaus net schee, / mir läwe so schun in ’re Zeit der Deirung, / un was mer aaguckt, däß geht in die Heeh, / Brot, Flaasch, Spezereiwarn, Hausmiet un die Feirung, / die Sache sin kaum zu bezahle meh’! — / Da rot ich jedem: Dhu halt stets dei Bestes, / bezahl, wann’s geht, un wann’s net geht, do leßt es. —


•'peuerbere'd
•'peuerbere'd

„Ein guot felig Jor“

Neujahrsgeschenke seit 3000 Jahren Zum Jahreswechsel überreichten bereits vor 3000 Jahren gebefreudige Aegypter einander kleine Flaschen mit der sinnigen Aufschrift: „Gott Ptah schenke ein schönes Neujahr dem Besitzer dieser Flasche.“ Im alten Rom wurden zum Neujahrsfest Becher mit Glückwunschinschriften, daneben Lorbeerzweige, Süßigkeiten und winzige Tonlampen gegeben.

Ende des vierzehnten Jahrhunderts sind in Deutschland Schmuckstücke mit Neujahrsinschriften nachweisbar. Der erste gedruckte Neujahrswunsch stimmt aus dem Jahre 1455, und zwar von Gutenberg selbst. Es ist eine Flugschrift, die zur Einigkeit aller Christen gegen die

„Ungläubigen“ aufruft. Sie gipfelt in dem frommen Wunsch: „Eyn Gut heilig nuwe Jahr.“ Zeitgenössische Bilderdrucke bevorzugen religiöse Motive. So erscheint damals das Christkind auf einer Blume stehend und trägt in den Händen ein Spruchband mit dem Glückwunsch: „Ein guot selig Jor.“

Die Predigt

EINE KLEINE GESCHICHTE

In seiner Silvesterpredigt zog der Kanzelredner geharnischt gegen die Wettleidenschaft. den bösen Totoismus zu Felde. „Irgendein hergelaufenes Wesen“, so zürnte der geistliche Herr, „braucht euch nur zu sagen, daß Schalke gut in Form sei oder Borussia, Arminia und die Stuttgarter Kickers führten, und schon zieht ihr in die nächste Totoannahmestelle und setzt eure sauer verdienten Groschen auf die oder jene Mannschaft, ihr Toren, ihr sündigen, die ihr euch immer weiter vom Pfade der Tugend entfernt.“

Als dann der Gottesdienst beendet war, klopfte ein steinaltes Mütterchen an die Tür der Sakristei und sagte zu dem Pfarrer, sagte es mit dem milden Lächeln der frommen Greisin: ~Ich höre ein wenig schlecht, Hochwürden. Was denn sagten sie eben, soll man nun auf Stuttgart oder soll man auf Borussia setzen?“ (LA)

Viehsalz auf der Schleife

ERINNERUNG EINES ALTEN DARMSTÄDTERS

Jetzt, da das alte Jahr müde wird und sich unter gewaltigen Schneemassen ein Grab zurüstet, denke ich zurück an die Zeit, da Darmstadt noch unversehrt stand und ich durch die Karlsstraße regelmäßig den Schulweg nach dem Realgymnasium ging. Zwölf Jahre lang, unverändert denselben Weg, von der untersten Vorschulklasse an bis zur Oberprima. Das ist lange her. Ich will nicht nachrechnen. Man kann dabei melancholisch werden. Und das ist am Jahresende nicht gut.

Ich schließe die Augen und sehe den Hof des Realgymnasiums vor mir mit seinen Kastanien, die frierend die kahlen Aeste ausstrecken, auf denen der Schnee liegt. Sie ducken sich in die eisernen Gitter, die rund um sie her errichtet waren, sie gegen unsere Fußtritte und Schnitzmesser zu schützen. So sind nun einmal Tertianer.

Ich sehe diesen Hof vor mir. Und ich sehe die Schüler darin in wohlgeordnetem Durcheinander. Wie? Lesen wir recht? Wohlgeordnetes Durcheinander? Gibt es das? Ja, in Schulhöfen gibt es das. Für den, der von der Kapellstraße hinunter in den Hof schaute, war es ein einziges großes Durcheinander. Dafür sorgten die Sextaner und Quintaner, die nie ruhig an einem Platz verweilten, sondern umherfegten, einander nachliefen, mit den Primanern zusammenstießen, von denen sie dafür Ohrfeigen bezogen, kurz, die immer in Bewegung waren.

Aber die anderen hatten doch alle ihre festen Plätze, die nur zu Ostern, wenn man aufgerückt war, gewechselt wurden. Wem das bekannt war, der hatte gleich Ordnung in dem bewegten Schülerspiel des Hofes und wußte, wo der oder jener, diese oder jene Klasse zu finden war. Bei allem Durcheinander herrschte also doch eine verborgene Ordnung.

Der Schulhof ist winterlich, und es liegt — allen Schülerfüßen zum Trotz — sogar noch Schnee. Mitten im Hof gibt es sogar eine Schleife. Es war nicht verboten zu schleifen, aber es war nur untersagt, mit Schneebällen zu werfen. Dennoch schwirrten die glitzernden, kalten Bälle hinter dem Rücken des aufsichtführenden Lehrers durch die Luft. Und die Scharfschützen drehten sich hastig ab und markierten Unschuld, sobald sich der „Pauker“ umdrehte.

Die Schleife! Welch ein Genuß! In nicht endenwollender Reihe glitten die Jungen dahin, und mit jeder Minute wurde die Bahn länger. In der langen Reihe derer, die warteten, bis die Reihe an sie kam, stand ein Tertianer. Wir kannten ihn alle. Er hinckte auf dem rechten Fuß, der in eine Beinschiene geklemmt war. Er war flink wie ein Wiesel. Wenn er lief, klapperte die Schiene. Er nahm am Turnunterricht von Herrn Völsing teil und hatte trotz seiner Fußbehinderung den Ehrgeiz, es mit den besten Turnern aufzunehmen. Das gelang ihm denn am Reck ausgezeichnet. Auch am Barren erregte er Aufsehen, die ganze Kraft seines Körpers schien sich in die Arme verlagert zu haben. Handstand am Barren, Kippe am Reck — das konnte ihm keiner nachmachen. Es war eine Lust, die elastischen Schwünge seines Körpers zu verfolgen.

Nun aber hatte ihn — wir wollen ihn, um jeder Nachforschung die Spitze abzubrechen, mit dem in Darmstadt nicht üblichen Vornamen Alf belegen — die Lust gepackt am Schleifen. Als er an der Reihe war, fiel er hin, und über ihn purzelte lärmend und schimpfend der nachrückende Haufen der übrigen.

Alf wurde hervorgezerrt und mit bösen Worten von der Schleife gewiesen. Alle waren gegen ihn. Seine Bitte, ihm doch noch einmal die Möglichkeit zum Probieren zu lassen, wurde in den Wind geschlagen. Man stieß ihn, als er sich er-

neut in die Reihe der Wartenden einfügen wollte, barsch zurück. Die Sekundanet packten ihn bei den Schultern und warfen ihn in einen Schneehaufen.

Alf sah mit heißem Kopf den anderen zu. In ihm kochte es. „Wartet nur“, dachte er, „das sollt ihr mir nicht umsonst angetan haben.“ Er brütete auf Rache. Und er vollstreckte sie auch. Viel später gestand er mir einmal bei einem Glas Wein, daß er der Täter war. Wir stellten nämlich am folgenden Morgen fest, daß unsere Schleife so vollständig zerstört war, daß an eine Benutzung nicht mehr zu denken war.

„Wer hat das getan?“ fragten wir, aber keiner wußte eine Antwort. „Der Schuldiener Wagner hat es wohl auf Anordnung vom Direx tun müssen“, meinten einige. „Die Pauker gönnen uns das bißchen Vergnügen nicht wegen der möglichen Unfälle“, war schließlich die allgemeine Meinung.

Aber es war Alf. Er hatte sich rotes Viehsalz verschafft, war am Abend in den dunklen Schulhof geschlichen und hatte sein Zerstörungswerk vollbracht. Wie er mir damals beim Glas Roten erzählte, war ihm bei dieser Tätigkeit nicht ganz wohl gewesen. Und noch heute lächelte er wohl nur mit einem Auge darüber, dächte er an diesen Racheakt zurück. Ph. Krämer

Wird’s besser? — Wird’s schlimmer? fragen wir jährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich! Erich Kästner

DRINNERUM UND DRUMERUM

Also morje Owend hawwe mer sozesaache deß alte Johr endlich un Gott sei Dank iwwerstanne. Ich derf mers vun vorne bis hinne bedrachde, viel Scheenes hatte die vergangene 12 Monat net uffzuweise un ich kann versteh, daß de Himmel schun vor Abschluß e weiß Leicheduch driwwer gelegt hot, so dfck, wie mers schun lang net mehr erlebt hawwe. Deß gibt unserm Dasein so en gedempfde Ton, weil mir jo sowieso kaan Grund un kaa Recht hawwe e bißje lauter uffzutrete.

Mer hot sich afangs riwwer un eniwwer alles Gude un Gligg gewinscht un dodebei is es bei de meiste gebliwwe, d. h. wanns net noch schläächter worn is. An Versprechunge hots abselut net gefehlt, awwer mit Versprechunge kann mer net viel afange. Genaa bedracht, hot sich vieles iwwerhaubt net geennert, besunners in de Bolledigg. Unser Adenauer helt heit noch die selwe Besprechunge mit seum Freund Schumacher, wie vor me Johr. Um uns erum redde se vun Friede, awwer mer sieht nix devo. Ei, noch net emol unner sich kenne se aanig wern. Die ganz Welt hot doch so gedah, als wann mir die aanzige un letzte Kriegsverbrecher weern un deshalb mit Stumb un Stiel ausgerott wern mißte. Un jetzt? In alle Egge hots widder Kriegsverbrecher gäwwe, es is bloß noch net haus, uff welcher Seit se noochher uff em Eselsbenkche hogge misse.

Uns dhete se for ihr Läwe gern den Tornister uffhengge, wo de Maschallstab drin seu soll, awwer rausdhu solle mern net derfe. Als ob mir iwwerhaubt wollte. Wann aaner seun Hofhund verhungern ließt, do brauch er em noochher aach kaa Worscht mehr vor die Hundehitt zu leje, wann die Einbrecher kumme.

Wie gemacht, ich willil vun de Bolledigg nix wisse, aach net.wann ich Kerchebräsident weer. Wern kennt ichs jo, dafor sin mer Demograde. Bei mir awwer dhelte die Leit saache. ich weer en Schläächtschwätzer un dhet mich um Sache kimmern. die mich gamix a‘geh dhete.

Was uns deß neie Johr bringe dhut, liggt noch asch im Dunkle. Ewe sin mer grad so schee ,am Uffbaue un kenne gar kaan Krieg brauche, mir stelle doch die Kaiser net hie, damit daß se die annem kabudd mache solle. Außerdem sin die neie Keller all so, daß se aam kaan Schutz hielte dhete. Ich for meu Daal gläab net an en Krieg, awwer do gehts aach, wie bei de Verkehrs. Unfall: Was hiilfts, wann ich vorsichdisch fahrn dhu un es rennt mich erjend en annern Olwel iwwem Haufe. Eichentlich mißts doch allerhand Ennerunge gäwwe. Mir hawwe nei gewehlt un do kann mer mol gespannt seu, was vun dem, was in de Wahlversammlunge versproche worn is, noochher all vergesse werd. Daß es neie Steiern gibt, deß is so sicher, wie die Steier. Laad dhuts mer, daß es diesjohr kaan Faßnachtszuch gäwwe soll. Es war döch so schee, un was warn all for Leit in Darnstedt! Haufeweis sin se kumme, deß war doch emol ebbes, un die Wert sin all uff ihr Koste kumme, Diesjohr misse die Heiner uff die Derfer gehe, wann se was sehe wolle, nooch Meenz. Offebach jeder Dieborg. Mir wenn mit Geedhe saache kenne: „Nie hab ich den Markt un die Straßen so einsam gesehen“! Deß is dann en Beweis, daß mer langsam Widder Großstadt wenn, awwer, wie gesacht. langsam.

Es neie Johr bringt uns aach en neie Owerborjemaaster. Deß dhut mer laad, daß er uns grad jetzt im Stich leßt, wo er seu ameriganiische Eudrick noch gar net zum Ausdrugg gebracht hot. Hoffendlich kriege mer en rieh tische, awwer deß merkt mer immer erst hinnenooch.

Ich kann nadiertlich eier Winsch net all ufifzehle, ich kann mer denke, daß jeder en ganze Sack voll hot. Do werds gut seu, wann der bei Zeit eier Ziel e Stiggelsche zurickstegge dhut. Guggt eich nooch Ersatz um. Wann der kaa Kohle nabt, kaaft eich Kunjak, der wermt aach.

Un zum Schluß heff ich, daß der ailil gut eniwwer tarnt un net deß Strambele verlernlt, damit daß ihr net unnergeht, wann geschwumme wem muß. Es kimmt sowieso, wies kimmt. Drum henigt an Silvester net die Schnut, seid froh, daß ihr noch do seid, aamoi im Johr kann aam kaaner veriwwele, wann mer emol ausgelosse is. Machts, wie ich, hebt um, 12 Uhr eier Gläsje un wann der ebdßje benewwelt ins Neie eneu maschdert, so hot deß bestimmt seu Gutes.

Ich. saach bloß noch: Brost Neijohr! Eier Anton Berzei

Becker verzichtet

Der im Oktober in die Darmstadter Stadtverordnetenversammlung nachgerückte kommunistische Abgeordnete Willi Becker, der nach seinem ersten Auftreten wegen ungebührlichen Benehmens zusammen mit dem Abgeordneten Ludwig Keil für fünf Sitzungen ausgeschlossen wurde, hat jetzt sein Mandat niedergelegt. Der Grund hierfür liegt, wie verlautet in Auseinandersetzungen mit der Darmstadter Parteileitung. Becker verlor außerdem alle Aemter in der KPD.

Da ist er, der Glücksbringer für das Jahr 1951, ein regelrechtes, wunderbares, dickes Schwein in der ganzen Markanz seiner Erscheinung und mit voller Breitseite dem geehrten Leser zugewandt. Der Gruß eines Ferkels wäre gegen diese Wucht der guten Wünsche geradezu schwindsüchtig, und außerdem ist dies ein Tier mit Vergangenheit. Es wurde mit viel Mühe gezüchtet und unter grunzender Zustimmung gemästet. Dann wurde das Schwein zum Drama, oder es entstand ein Drama mit Schwein. — Eine reisende Kegelgesellschaft wollte in der Babenhäuser Gegend Wellfleisch essen. Man fuhr zu einem Bauern, Besitzer des besagten Borstentieres, zechte ein wenig — und verlor unterwegs den fetten Gast. Ein Bekannter fand das gute Stück unterwegs, mutterseelenallein, und brachte es auf” unsere Redaktion. — So kam es zu uns, und wir wollen Ihnen in derselben Stärke Glück wünschen, wie es diese — nunmehr kalte Pracht — darstellt. dbd-Foto: Hemme



Kurz vor Silvester notiert Unfälle in der Stadt

Zu einem Unfall auf der Autobahn kam es in der Nacht zum Freitag und am gestrigen Tage nicht.

Sie haben, verehrte Leser, im vergangener! Jahr schon von so viel Unfällen auf der Autobahn an dieser Stelle gelesen, daß es zur Abwechslung einmal ganz schön ist, wenn keine Unfälle zu melden sind.

Das Unfallkommando mußte gestern fast den ganzen Tag zu Hause bleiben, weil in de Stadt nur ein Unfall passiete. Solche Tage wünschen wir dem Unfallkommando im neuen Jahr mehr!

Ein Dieb stahl „selbstverständlich tut er das, sonst wäre er ja keiner“ gestern in der Straßenbahn einer Darmstädter Schauspielerin die Handtasche mit der ganzen Monatsgage. Er konnte unerkannt entkommen.

Die Feuerwehr hatte gestern scheinbar nichts besonderes erlebt, denn als wir dort anriefen, um zu hören, wieviel Wasserrohre geplatzt und wieviel Gaslaternen umgefahren waren, oder ob es irgendwo gebrannt hätte, wünschte uns der Feuerwehrmann an stelle der Auskunft ein gutes neues Jahr. Ein gutes neues Jahr der Feuerwehr!

Das Postamt Darmstadt teilt mit, daß am Sonntag, dem 31. Dezember, der Verkauf von Wertzeichen, Briefannahme, Annahme von Telegrammen und telegraphischen Einzahlungen sowie das Führen von Ferngesprächen am Postamt in der Rheinstraße durchgehend von 8 bis 20 Uhr, am Bahnhofspostamt von 8 bis 18 Uhr und bei den übrigen Aemtern von 10 bis 14 Uhr durchgeführt wird. Es erfolgt keine Paket- und Geldannahme. Am 1. Januar ist der übliche Sonntagsdienst bei den Postämtern. An Silvester und Neujahr erfolgt je eine Brief- und Geldzustellung.

„Ski und Rodel gut"

Winterkurort Darmstadt meldet beste Wintersportmöglichkeiten / Heag- Sonderomnibus nach der Neunkirchner Höhe / Sportgeschäfte sind mit Petrus völlig zufrieden / Winterwetter soll anhalten

In den „bekannten Wintersportgebieten“ rund um Darmstadt — so an der Marienhöhe oder am Prinzenberg — tut sich was in diesen Tagen. Heute, morgen und übermorgen wird es sich unter Umständen sogar für Brennholzsammler rund um Darmstadt lohnen. Von wegen der abgebrochenen Skispitzen und zusammengeschaukelten Rodelschlitten. Es wird ein grausiges Gedränge geben, vermutet man in Fachkreisen.

Im letzten Jahr war’s nichts Besonderes mit dem Schnee in unserer Gegend und da gerade in letzter Zeit viele „Zugereiste“ sich in Darmstadt ansiedelten, sind wir für sie einmal auf Erkundungsfahrt nach den besten Ski- und Rodelmöglichkeiten gegangen.

Man kann, wenn es einem nicht darauf ankommt, am Langen Ludwig mit dem Skilaufen anfangen. Gestern fuhren veritable Pferdeschlitten ohne Steineknirschen durch die Rheinstraße und bewiesen, daß sich das Wintersportgebiet bis zum Langen Ludwig hinzieht.

Besser ist es aber, auf die Straßenbahn Linie 2,3, 7 oder 8 zu steigen und den entsprechenden Endhaltestellen zuzustreben. Dort kann’s gleich losgehen, denn in allgemeiner südöstlicher Richtung — zwischen Bergstraße und der Straße nach Nieder-Ramstadt — erstreckt sich das schönste Schneegebiet.

Auf der Marienhöhe (Linie 7) tummeln sich die Jüngsten. Auf dem Prinzenberg, Kirchberg, Bordenberg (Linie 2, Omnibus bis Trautwein) geht’s schon etwas schärfer zu. Auf den Feldern hinter Nieder-Ramstadt (Omnibus ab Böllenfalltor) bis Waschenbach, Frankenhausen, Nieder-Beerbach beginnen die großzügigeren Skistrecken für Geländeläufe.

Und für diejenigen, die es ganz genau wissen wollen, steht der Weg nach dem St. Moritz des Odenwaldes, der Neunkircher Höhe offen. Für diese Skikanonen je einen Sonderomnibus laufen (Abfahrt 8.30 Uhr am Heag-Haus), der sich über Brandau so weit wie möglich bis zur Neunkircher Höhe durch den.3o bis 50 Zentimeter hohen Neuschnee durchkämpfen soll. (Rückfahrt um 17 Uhr.)

Wem das zu früh ist, der kann um 10,15 oder 12,20 Uhr am Böllenfalltor in den läßt die Heag an Silvester und Neujahr fahrplanmäßigen Omnibus nach Ober-Ramstadt und von dort nach Brandau steigen. Die Gegend läßt dort für Geländeläufe nicht viel zu wünschen übrig und daß die Maulwurfhaufen nicht durch den Schnee schauen, dafür hat Petrus gesorgt.

Und wenn Sie nicht gerade versuchen sollten, „den Baum im Odenwald“ — den berühmten — zu gleicher Zeit rechts und links mit je einem Ski zu umfahren, dann wird’s bestimmt ein zünftiges Ski- und Rodelsilvester. Hals- und Beinbruch! agt


Skifreuden auf der Neunkirchner Höhe dbd-Foto: Hemme
Skifreuden auf der Neunkirchner Höhe dbd-Foto: Hemme

Kleines Darmstädter Silvester-Alphabet

Was sich in 12 Monaten in unserer Stadt zutrug, nicht chronologisch, doch säuberlich nach dem Alphabet geordnet

AACHENER HOF, Darmstadts neues repräsentatives Hotel, eröffnete arh 11. Januar 1950 und begann am 16. August mit dem zweiten Bauabschnitt. Die Aachen-Münchener Versicherungsgesellschaft, die Bauherrin, bestand am 25. Juni 125 Jahre.

BIBLIOTHEK. Die Landes- und Hochschulbibliothek beging am 26. Sept, ihr Richtfest. wobei Kultusminister Dr. Stein über die Sendung des deutschen Buches sprach. Direktor Dr. Rasp teilte mit, daß von den einst 760 000 Bänden ein Viertel wieder ausgeliehen werden kann. Im Herbst wurde ein Lesesaal eingerichtet.

CHiENOPROSAN ist das wirkungsvolle Wurmmittel. Noch wirkungsvoller ist die Beobachtung der hygienischen Grundregeln. Eine von Ministerialrat Dr. Freund, dem Leiter des Gesundheitserziehungszentrums, angeregte Ausstellung „Gesundes Leben“ wirkt aufklärend und vorbeugend.

DARMSTADT ist der Name eines Fischdampfers der Hochsee-Nordsee-Fischerei, der am 12. September unter Teilnahme von Vertretern des (Magistrats und der Stadtverordnetenvertretung geweiht wurde.

ELEKTRIZITÄT und Gas standen auch im letzten Jahr in forderndem Wettstreit. Es begann mit Experimenten bei der Straßenbahnbeleuchtung. Die HEAG hat Irn Januar das Elektrizitätswerk Höchst übernommen. Die Gas- und Wasserwerke bezogen ihren Ausstellungsraum mit Lehrküche in der Wilhelminenstraße und nahmen am 15. Dezember einen neuen Ofen mit 15 Kammern in Betrieb. Mit ihren Wartehallen auf dem Luisenplatz hat sich die Straßenbahn großen Dank erworben.

FASTNACHT wurde nach elfjähriger Unterbrechung am 21. Februar zum ersten Male wieder mit einem Umzug begangen. Die „Narrhalla“ feierte zugleich ihr 50 jähriges Bestehen. Dem „Langen Ludewig“ hatte man einei Narrenkappe aufgesetzt, eine närrische Idee, die auf Widerstand stieß. Im Dezember wurde beschlossen, 1051 mangels städtischen Zuschusses keinen Fastnachtszug zu veranstalten.

GLOCKENSPIEL. Am 16. November trat beim „Grohe“ der Ausschuß zusammen, der den Darmstädtern ihr Glockenspiel wieder beschaffen soll. Nur langsam kommen die Mittel zusammen. Trotzdem: am Heinerfest soll es soweit sein, wenn jeder guter Darmstädter sein Scherflein beisteuert.

HOCHSCHULE. Für ihren Ausbau ist das Altstadtgelände vorgesehen. Am 20. Mai hielt die Erns/t- Ludwigs-Hochschulgesellschaft nach langer Ruhepause wieder ihre erste Jahrestagung und stellte 62 000 Mark für Institute zur Verfügung. Den Studenten, von denen 30 Prozent Werkstudenten sind, wurde mit dem Ausbau des alten Militärgefängnisses ein vorbildliches Wohnheim geschaffen.

JONOSPHÄRISCHER Funkwetterdienst ist ein neuer Arbeitszweig des fernmeldetechnischen Zentralamtes, mit dem Anfang Dezember begonnen wurde.

JUBILÄEN wurden am laufenden Band begangen. Am 25. März feierte die deutsche Bau- und Siedlungsgesellschaft ihr 25 jähriges. Sie konnte den Abschluß von 2750 Bausparverträgen mit einem Kapitalwert von 39,3 Millionen Mark bekanntgeben. Am 25. Mai bestand die Handwerkskammer 50 Jahre. An ihrer Feier am 16. Juni nahm auch Ministerpräsident Stock teil. Gewerkschaft und Konsumgenossenschaft hatten das gleiche Jubiläum am 29. Oktober.

KUNSTPREIS. Karl Ströher stiftete einen Preis in Höhe von 4000 Mark für Werke der „Kunst der Gegenwart“. Am 14. Juli wurde er unter sechs Malern verteilt, deren Werke mit gemischter Beurteilung betrachtet wurden. Wer modern sein wollte, stimmte zu. Das gleiche gilt für viele der 200 Werke, die auf der Mathildenhöhe des „Menschen Antlitz“ zeigten. Am 16. Juli stießen die Meinungen in den vielbeachteten „Darmstädter Gesprächen“ hart aufeinander.

LEHRLINGSHEIM. Sein Richtfest war am 10. Mai. Die Landesversicherungsanstalt steuerte 120 000 Mark bei. Es soll den ersten Abschnitt eines Barvorhabens für die Ostseite des Merck-Platzes bedeuten. Als Abschluß ist an ein sechsstöckiges Hochhaus an der Landgraf-Georg-Straße gedacht. Schluß fol et

Es geht dem Fasching zu

Faschings-Modenschau gibt Anregungen

Da startet am 3. Januar, nachmittags um 16 Uhr im Stadt-Cafe — abends 20 Uhr Wiederholung — eine Faschings-Modeschau mit allem Drum und Dran. Sie kommt nicht aus Köln, sie kommt nicht aus München, sie kommt nicht aus Mainz. Sie kommt aus Hamburg — ausgerechnet! Man sollte das den Hamburgern gar nicht zutrauen, daß sie so etwas können: Eine Faschings-Modeschau mit Schmiß vorführen. Aber sie sagen, sie könnten es. Na, wir werden es am 4. Januar wissen. Da können wir es im „Tagblatt“ lesen, ob sie uns was vormachen konnten.

Der Inhaber der Hamburger Firma „Die Mode“ gab die Anregung, und die Leitung der Hamburger Meisterschule für Mode ließ die Bleistifte spitzen und die Aquarellpinsel in die Farbe tauchen für die feschen Entwürfe. Die Gebilde, die dabei entstanden, sollen — so sagen die Hamburger — zauberhaft geworden sein.

Schon Ende Dezember sind die Hamburger— oder nach Hamburg zugereisten — Mädels aufgebrochen und haben im Rheinland, in Westfalen, Niedersachsen und Norddeutschland sich und ihre 60 Kostüme gezeigt.

Wochenschaukameras haben ihr scharfes Auge auf sie gerichtet und am 3. Januar sollen das die Darmstädter tun: Die Damen zur Anregung für ihre eigenen Faschingskostüme, die Herren zur — na, natürlich auch zur Anregung. Gönnen wir es ihnen. Wie gesagt: Im Stadt-Cafe. t/DT

Am Jahresende . . .

„Der Glasschrank“, der am Silvesterabend zum letzten Male von der „Hessischen Spielgemeinschaft“ zur Aufführung gelangt, wird von den Damen Harres und Müller und den Herren Thomas, Gutkäse, Volz und Stromberger mit zeit- und unzeitgemäßen Silvestereinlagen ausgestattet werden.

Der „Verein für katholische Kaufleute und Beamte“ veranstaltet am 1. Januar um 16 Uhr in der Hauptbahnhofsgaststätte eine Weihnachtsfeier mit Kinderbescherung.

Eine wegen Raumschwierigkeiten verspätete Weihnachtsfeier veranstaltete der Verein katholischer Kaufleute und Beamten am 1. Januar 1951 um 16 Uhr im Hauptbahnhofrestaurant 2. Klasse. Ein von Pater Ansgär Schröder einstudiertes Krippenspiel der Kinder gelangt zur Aufführung. — Ein berufskundlicher Vortrag findet am 4. Januar, 20 Uhr, in der Gaststätte „Knauf“, Bleichstraße statt.

Der älteste Darmstädter Geflügelzucht¬ verein hält am Neujahrstag in der Turnhalle der Diesterwegschule, Lagerhausstraße, eine lokale Geflügelausstellung ab. Mit der Ausstellung ist eine Prämiierung verbunden. Die Ausstellung ist am Sonntag, dem 31. 12. von 14 Uhr und am Neujahrstag von 9—17 Uhr geöffnet.

Weihnachten bei den Alten

Feier im Städtischen Altersheim

Wie alljährlich, so fand auch dieses Jahr im Städtischen Altersheim die traditionelle Weihnachtsfeier statt. Zur Freude aller waren unter den Gästen Oberbürgermeister Metzger, Bürgermeister Schröder, Stadtrat Schrauth, Amtsdirektor Blank und Stadtverordnetenvorsteher Wiesenecker.

Nach einer harmonischen Feier unter dem brennenden Lichterbaum in der Hauskapelle, zu deren Gestaltung Fräulein Leinberger und der Kinderchor der Johannesgemeinde beitrugen, verteilte Oberschwester Schneider anschließend an die Insassen die geschmackvoll auf langen Tischen aufgestellten Geschenke. Eine gemütliche Kaffeestunde, die durch musikalische und musische Unterhaltung unterbrochen wurde, schloß sich an und Oberbürgermeister Metzger sprach zu den Insassen des Heimes. Die Zeit verging schnell. Erst nach dem Abendessen mit „Weck, Worscht und Laabche“ trennte man sich.

Wohin gehen wir heǔte?

Landestheater, Orangerie: 19.00 bis 21.30 „Boheme“ Stadthalle: 15.30 „Tischlein deck' dich“ Lichtspieltheater •' siehe Anzeigenteil Amerikahaus; 10 bis 17 Uhr Bibliothek und Ausstellung Sössy van Ouylen, Brigitte Hallerstede

... ǔnd morgen ?

Landestheater, Orangerie: 19 bas 21.30 „Die Csardasfürsitin“ Stadthalle: 19 bis 21 „Der Glasschrank“ Lichtspieltheater: siehe Anzeigenteil am 1. Januar? Landestheater, Orangerie: 18 bis 21.30 „Tannhäuser“ Lichtspieltheater: siehe Anzeigenteil

Wir gratǔlieren

78. Geburtstag: Frau Anna Dorothea Grimm geb, Fehrenbach, Darmstadt, Kattreinstraße 96. 74- Geburtstag: Frau Margar. Schmidt geb. Weg, Darmstadt, Michaelisstraße 16.

Bereitschaftsdienste

Apotheken-Sonntags- und Nachtdienst (vom 30. Dezember 1950,13 Uhr, bis 6. Januar 1951, 13 Uhr): Darmstadt: Frankenstein - Apotheke, Heidelberger Straße 85, Tel. 925; Löwen-Apotheke, Magdalenenstraße 23, Tel. 814; Johannes-Apotheke, Landwehrstraße IV2 Tel. 3338. Da.-Arheilgen: Arheilger Apotheke, Dieburger Straße 24, Tel. 604. Da.-Eberstadt: Schwanen - Apotheke, Darmstädter Straße 26, Tel. 221. Zahnärztlicher Sonntagsdienst (von 10 bis 12 Uhr): 31. 12. Zahnarzt Dr. Wan-

del, Darmstadt, Schulstr. 3 I. über Wenz und Noack. Sonntagsdienst der Dentisten (von 10 bis 12 Uhr): 31. 12. Dentist Ernst Keßler, Darmstadt-Eberstadt, Heidelberger Straße 2ü.

Fünf Minuten nadi Mitternacht:

Kille~kille wau-wau!

HFL. Aus dem Aquarium wachsen Spazierstöcke und im Kronleuchter schaukelt die Nichte meiner Tante an dem Hüfthalter meiner Frau. Wenn ich ins Wohnzimmer sehe, was einige Schwierigkeiten macht, da mich jemand im Papierkorb auf dem Gang deponiert hat, kann ich erkennen, wie Onkel Amandus über einem Feuer aus Klassikern eine Feuerzangenbowle in der chinesischen Ming-Dynastie-Vase braut.

Einen Meter Goethe hat er schon verheizt, der Gute, und Tante Emilie wackelt mit dem neuen Weihnachtsunterkiefer und klascht meinem Bruder auf den Popo; — eine lose Schraube, diese Emilie. Jemand muß mir einen Knoten in die Beine gemacht haben, denn wenn ich aufstehen will, fühle ich, daß ich auf etwas sehr Spitzem sitzen muß. Es tut höllisch weh. Dann kommt Schwager Ferdinand aus der Küche und schlägt mir die Bratpfanne auf den Kürbis. Gong! macht es.

Irgendwo wiehert ein Pferd, aber vielleicht ist es gar kein Pferd, sondern eine Eule. Eine Nachteule? Das beste ist, man trinkt noch einen. Der Kognak schmeckt wie Olivenöl, was kein Wunder ist, wo doch ~Essig“ auf der Flasche steht. Russen sollen sogar Kölnischwasser trinken. Bei uns kommt so was nicht vor. Wir feiern Silvester — hupp! Und wenn wir es bis Ostern aushalten, dann ist es bis zum nächsten Neujahr nicht mehr weit.

Wenn Freund August mit dem schäbigen Versuch, meine hinteren Weichteile mit dem Brieföffner zu durchbohren, aufhören würde, fände ich ihn sehr nett. Er trägt eine veilchenblaue Rose in der Kniekehle und singt das Horst-Wessel-Lied auf griechisch.-

Ich muß aus diesem elenden Papierkorb heraus!

Tante Emilie schüttet eben eine Flasche prima Füllhaltertinte in die Sektglääer, und wenn mein Schwager nicht den runden Kaktus fressen würde, könnte er sehen, wie der angeheiratete Baron sich die leeren Weinflaschen unters Hemd schiebt. Vonwegen dem Flaschenpfand! Am Klavier steht meine Frau Susanne, tippt mit dem kleinen Finger aufs Pedal und erklärt dem Besatzungsmajor, der den ganzen Alkohol geliefert hat, die Vorzüge einer hydraulischen Kupplung. Wenn ich nur aus dem Papierkorb herauskäme' Die saufen mir die ganze Bowle aus. Eben schiebt Onkel Amandus einen Louis-XIV-Sessel in die Flammen. Bravo — auf daß der Trank gelinge!

Wenn ich jetzt den rechten Fuß aus meiner Uhrtasche nehme, kann ich mit dem linken aufstehen. Na, also!

Hubert steht in der Küche und kocht die Hauskatze. Sie wird nicht weich, sagt er. Dabei aßen sie damals in Paris Ratten. Auf Toast sogar. Immer standesgemäß. „Wer einer koketten Kokotten in die Augen sieht, zahlt für zwei“, deklamiert Peter, der Lange. Vielleicht heißt er auch Harald. Er trug einen Nachttopf im Gesicht und nur die Füße waren noch zu sehen. Er fand ihn in einem Sack aus Blei. Den Spruch natürlich.

Der, den ich nicht kenne, da ihn meine Frau einfach eingeladen hat, schöpft unverdrossen die Katze aus dem Kochtopf und läßt sie gegen die Küchendecke springen. Schließlich bleibt sie dort kleben. Zwei Mann bringen den Teppich aus dem Wohnzimmer und halten ihn unter die Wasserleitung. Aus der Teppichrolle sieht der Kopf meines Chefs heraus, bleich aber gefaßt, und er spricht vier Seiten lang über sechs Seiten. Dann stellen sie die Rolle in die Speisekammer und gehen durchs Fenster hinaus. Einer bleibt an der Antenne hängen.

Onkel Amandus fragt, ob er auch die Aktmagazine verheizen darf. Er darf. Dafür gibt er mir aus seiner Brieftasche eine lebende Maus, läßt sich den Schwanz zurückgeben und singt ein hindustanisches Schnaderhüpferl. Mein Gott, ist der betrunken! Der Besatzungsmajor erkundigt sich nach Brillanten und ich fühle endlich, daß ich auf einem Stachelschwein sitze.

Gott sei Dank ist es nur die Nylonbürste meiner Frau, und sechs Personen stehen schnatternd um die Badewanne? Darin schwimmen kleine Eisberge und meine Frau ruft: „Wenn du schon drei Stunden im Bad sitzt, so laß wenigstens warmes Wasser ein! Im übrigen ist Neujahr! — Prost!!“ Das hat man nun vom Alkohol!

Panoptikum aus Pappmachè

AUS GLOBETROTTERS LETZTEM REISETAGEBUCH

Ich war schon fünfzig Jahre tot und hatte schon eine geruhsame Zeit bei meinem Patenonkel Petrus zugebracht, der alles tat, um mich die harte Fron meines Lebens als zeitungmachender Scribifax vergessen zu machen.

Diese beschaulich-himmlische Ruhe wurde mit einem Male durch ein dumpfes Grollen aus Richtung Erde unterbrochen. Der UKW-Sender Himmelsleiter gab Vorwarnung, und ehe noch der Sprecher das letzte Wort ganz ausgesprochen hatte, zuckten Flammen, ein gewaltiger Donnerschlag riß den Boden des Himmelsgewölbes auf und — mir schwanden auch die letzten Sinne. —

Als ich wieder zu mir kam, befand ich mich, wer beschreibt meinen Schrecken, auf der Erde; mitten in einem Haus, dem das Dach fehlte und aus dessen Keller ein surrendes Geräusch kam, das mir irgendwie bekannt schien. Und richtig: Kaum hatte ich mit schlotternden Knien und der nach fünfzig Jahren immer noch vorhandenen Berufsneugier meine Entdeckungsreise begonnen, sah ich eine richtiggehende Rotation. Aber statt einer Zeitung — wie sich das von Rechts wegen gehörte — kamen am Auswerfer nur Flugblätter heraus, die mit beredten Worten für den Frieden warben.

Von Raum zu Raum wanderte ich. Doch seltsam: nicht eine eMenschenseele war zu finden! Aber irgend jemand mußte ja nun einmal die Flugblätter entworfen, gesetzt und in Druck gegeben haben. Ich sah mir das Blättchen an und War 3- zum zweitenmal — erschüttert. Es trag das Datum des 1. Januar 1951. Etwas Entsetzliches mußte in den letzten fünfzig Jahren geschehen sein, und ich hatte das Gefühl, in dieser Stunde — es mußte nach Mitternacht sein — ein Geheimnis ergründen zu können.

Meine Wanderung durch den Betrieb fortsetzend, kam ich schließlich in einen Raum der von einer einzigen großen Lampe erleuchtet war. Der Reflektor warf einen 60 OOOkerzigen Lichtkegel auf eine leere Fläche in der’ Mitte des Saales. Außerhalb des gleißenden Lichtes aber entdeckten meine suchenden Augen Tische, und an diesen Tischen saßen geisterhaftleblose Gestalten. Erfreut ging ich auf einen der Tische zu, guten Willens, schulterklopfend einen Kollegen zu begrüßen. Es blieb beim guten Willen. Müde hing sein linkes Augenlid herunter, die rechte Braue war nach oben gezogen, braune Haare hingen wirr um seinen Kopf mit der etwas zu spitz geratenen Nase. Das Schlimmste aber: Der Mann war aus Pappmache! Vor ihm lag ein Blatt Papier, auf dem in etwas verblichener roter Schrift stand: „Und sollte morgen die Welt untergehen..Am Nebentisch war es nicht besser. Ein bärtiger Riese saß vor einer Schreibmaschine, Modell Anno dunnemals. Aus ihr kam ein unendlicher Riemen (so sagten wir früher zu etwas lang geratenen Manuskripten) und mit zitterigen Buchstaben war irgendetwas Unleserliches auf einen Zettel gekritzelt. Auch er war nur aus Pappmache und unter seinem Tisch lag mit eingeknicktem Rücken, beide Zeigefinger in die Ohren bohrend, ein verhutzeltes Männchen, das intensiv eine Honorarabrechnuftg studierte. Es wurde mir langsam unheimlich. Wo ich hinsah, das gleiche Bild. Dort saß eine Frau vor Bergen mit altertümlichen Modeheften, da ein Mann, ich hatte das Gefühl, daß sein Kopf unter einen Stahlhelm paßte — der über den Bildern längst vergangener Filmgrößen brütete, hier einer, zu dessen Füßen ein kleiner Hund lag, auf den er gekommen schien. Ein anderer — er mußte als Asket gelebt haben — war über einer langen Tabelle eingeschlafen.

In der äußersten und dunkelsten Ecke des Raumes aber bot sich mir ein Bild, das nur der Feder eines E. T. A. Hoffmann würdig gewesen wäre.

Unter einem ungeheuren Wust von Manuskripten saß ein schmaler, ausgezehrter Mensch mit wildverzerrten Gliedern, so als wolle er sich gegen eine über ihn hereinbrechende Flut wehren. In der einen Hand hielt er einen Telefonhörer, während seine behandschuhte Linke krampfhaft einen großen Vorschlaghammer umklammerte. Ilim gegenüber — und jetzt trieb es mir kalte Schauer über den Rücken und Angstschweiß auf die Stirne — saß einer, den kannte ich. Zu Lebzeiten hatte ich mal so eine Glatze, zu Lebzeiten trug ich die gleiche Brille und schon zu Lebzeiten war der gleiche melancholische Ausdruck in meinen Augen, wenn mich die ganze Welt — anekelte. Entsetzt floh ich die Stätte des Grauens. Rannte vor der zweiten Tür gegen eine graue Eminenz aus Pappmache, sah in einem offenen Zimmer drei Männer mit in Sorgen erstarrten Gesichtern, stürzte eine Treppe hoch, fiel über einen riesigen Ballen Papier und lag mit einer gebrochenen Nase in meinem Kohlenkasten, neben mir die Reste meiner Brille, vermischt mit den Gräten eines Bratherings. Der Kalender zeigte den 1. Januar 1951 und ich hatte die ganze Geschichte — Gott sei’s gedankt — nur geträumt Peter Zeilenschinder.

Sensationelle Geschichtserkenntnisse im Lichte neuer, geistiger Forschung:

HANNIBAL erobert ROM mit Sauerkraut

Das Sauerkraut und wir / Selbst Schweine sind fürs Vegetarische

EXKLUSIVBERICHT VON RROFESSOR HOFRIED STIL

Jawohl ja, so war’s. Als Gott die Welt schuf, gab er den Menschen das Sauerkraut. Diese Erkenntnis ist von ungeheuerer Tragweite, aus ihr heraus läßt sich das gesamte Weltgeschehen v erstehen. Es ist überhaupt viel zu wenig bekannt, welchen Einfluß die Sauerkräuter auf die Existenz der Menschheit ausüben. Denn hätte damals Hannibal, als er munteren Schrittes über die Alpen gen Rom zog, nicht aber lassen wir das: Herr Ober! Eine Flasche „47er Liebfraumilch!“

Also das war so: Als Hannibal ante portas stand, fiel ihm Rom an den Busen, alldieweil er so viel Sauerkraut im Gesicht hatte und die Römer glattrasiert waren. Später nannte man das die Verfallszeit Roms. Das mit dem Sauerkraut sprach sich sehr schnell herum und besonders die Kalauer hatten eine große Vorliebe dafür. Der ~Eiserne Kanzler“ (Nicht etwa Konrad), der selbst heute noch in Darmstadt auf einem völlig verfehlten Platz steht, soll Kiebiteeier als Leibspeise angesehen haben. Aber das ist eine bewußte Geschichtsfälschung der Delikateßwarenhändler. Aja markiger Deutscher aß er natürlich Sauerkraut, wobei der Forschung noch festzustellen übrig bleibt, inwieweit das Rippchen damals schon Zugang zu aristokratischen Häusern hatte.

Es soll Leute gehen, die Fässer mit mehr als 1000 Zentner im Keller haben. Das Sind die. die eine neue Invasion befürchten, oder solche, die welches verkaufen. Früher stellte man den einziehenden Befreiern oder den Soldaten Ermer mit Wasser an den Straßenrand, aber heute . . . Na, ia . . .

Jetzt einen „Cröver Nacktarsch“, Herr Ober!

Als ich meinen Doktor der Volks Wissenschaft machte, schrieb ich eine Dissertation über „Das Sauerkraut und der dialektische Materialismus“. Ich konnte nachweisen, daß letzterer nur so sauer war. da ersteres weiter östlich sich ungemeiner Beliebtheit erfreut. Die. die wir alle freudig den Fußlappen über glaziale Feldwege gegen Wladiwostok trugen, wissen ein Lied davon zu singen. Dort ißt das Sauerkraut so beliebt, daß man gar nichts anderes mehr ißt. Sonst gab es dort sowieso nichts. Das nennt man dann „kultura“, woraus zu folgern ist, daß Sauerkraut ein Bestandteil der Kultur ist. Wenn sie wissen, daß die Owamibo's am mittleren Kongo kein Sauerkraut kennen, wird ihnen diese Schlußfolgerung ebenso leicht eingehen, wie dieser ausgezeichnete ..Nacktarsch“.

Vielleicht probieren wir nun einen „45er Jungfernstieg?“

Nicht zu vergessen sei auch die Bedeutung des Sauerkrautes als Katalysator. Das ist etwas Chemisches. Mischen sie Alkohol mit diesem Kraut voll würziger Säure, so wird der Alkohol entweichen. Nach oben oder unten, daß bleibt sich gleich. Ich kenne Chemiker, die diese Reaktion bestreiten, (aber im Vertrauen, das sind elende Stümper!) Von Kata-, von Katalia-, na, mal langsam, von Ka-ta-ly-sa-to-ren mögen sie wohl was verstehen, von Sauerkraut jedenfalls nichts!

‘Sauerkraut ist das gigantische Zeichen einer gigantischen Industrie. Die Größe erkennt man alleine schon am Faßumfang. Wenn Sie sechs Männer im Stechschritt in einem drei Meter hohen Faß herumgehen sehen, dann dürfen sie annehmen, daß diese Leute Sauerkraut machen. Feinde dieser Delikatesse behaupten.’ daß man dies barfuß mache, aber das stimmt nicht. Ich habe das kontrolliert und alte hatten saubere Füße und das Kraut roch nicht — nach rein gar nichts.

Herr Ober! Empfehlen sie mir eine weitere Steigerung nach diesem „Jungfernstieg!“

Prost! Es lebe das Krauersaut! Schlage die Leier obler Eder, und laß uns das Lied vom Sauerkraut singen, das da geht nach der schönen Melodie vom „Theodor im Fußballtor“:

Das. Sauerkrault, das Sauerkraut, das ist's. auf das der Trinker baut. Wie der Wein auch fließt, wie der Zecher schlemmt,

das Sauerkrault, das hemmt!

Hätte Hannibal damals Rom nicht mit Sauerkraut erobert, und würde das Schwein nicht seine furchtbare Leidenschaft für Weißkohl entdeckt haben, stünde die Po-popolitik des saueren Materialismus nicht in Widerstreit mit der eisernen Hand des kiebitzenden Kanzlers, dann, zum Teufel, dann hätte man direktämang das Sauerkraut erfinden müssen.

Prost, Herr Ober! Die Rechnung bezahlt der Verlag! Packen sie mir eine Portion Sauerkraut ein. reichen sie das Rippchen ihrem Kanarienvogel auf einem silbernen Tablett und seien sie versichert, hätte Hannibal damals bei Kalau nicht den Jordan überflogen, dann . . . Na, dann Prosit Neujahr!

Finale 1950

von Fred Berk

Ehe die letzten Stunden eines zu Ende gehenden Jahres anheben, Tag und Nacht noch einmal in uraltem Wechsel einander ablösen und frohgestimmte Menschen den Beginn einer neuen Zeitspanne feiern, die sie sich schöner, glücklicher und verheißungsvoller wünschen, gilt es Rückschau zu halten auf den von uns in all den vergangenen Wochen und Monaten beschrittenen Weg.

Vor mir liegt, auf meinem Schreibtisch, ein kleines Buch. 365 Tage war es mir stets ein treuer Begleiter, und es verging keine Stunde, in der es mich nicht erinnerte oder mahnte. Niemals verging aber auch ein Tag, an dem ich nicht zu Bleistift oder Feder griff, um irgend etwas darin zu vermerken, was mir wichtig erschien und das ich auf keinen Fall vergessen durfte.

Die einst blütenweißen Seiten tragen die Züge meiner Schrift. Der Geruch von Leim und Druckerschwärze ist längst verflogen, und der Einband zeigt die Spuren immerwährenden Gebrauchs. Wie ein blutiger Faden ziehen sich rote Striche über die einzelnen Blätter, durch die erinnerungsuchend meine Finger gleiten. Und während Tag für Tag noch einmal an meinen Augen vorübergleitet, muß ich an all das denken, was mir vergönnt war, erleben zu dürfen.

Dieses Buch, mit seinen hundertfältigen Aufzeichnungen, war für mich das Ohr am Pulsschlag des Lebens. Jede Kleinigkeit nahm es in sich auf, um mir immer im rechten Augenblick das Zeichen zu geben, daß es Zeit ist, wachsam zu sein. Zu hören und zu sehen. Um all das aufzuzeichnen und wiederzugeben, was Tausende interessiert und ihnen auf Grund ihrer Treue in vergangenen Tagen das Recht gibt, zu wissen.

Es war nicht wenig, was das Jahr 1950 uns allen brachte. Oftmals schien es, als ob zu Beginn dieses Jahrhunderts ein wahrer Taumel zur Gründung geselliger und gesellschaftlicher Vereinigungen begonnen hätte, die das vergangene Jahr zu einem Jahr der Feste und Feiern, Jubiläen und historischen Gedenktage stempelten. Nicht aber vergessen will ich auch die wesentlichen Erfolge in allen Kreisen

unserer Heimat, den ständig fortschreitenden Aufbau, die unermüdliche Arbeit all jener Männer und Frauen, die ihre höchste Aufgabe darin sahen, die Not des einzelnen und der Gesamtheit zu lindern, die dazu beitrugen, daß wir mit berechtigtem Stolz eine Bilanz ziehen können, derer wir uns nicht zu schämen brauchen.

Es wäre undankbar, wollte ich mich bei meinem Blick in die Vergangenheit meines kleinen Buches an der Schwelle eines neuen Jahres nicht erinnern. Es führte mich und ließ mich mitten im Leben und Erleben stehen. Wenn darum morgen der Rotstift den letzten Tag auslöscht, werde ich mich im Klingen der Gläser, im Jubel der Menschen und in der allerletzten Minute des Jahres meines treuen Begleiters erinnern, den unprosaische Menschen einmal auf den schlichten Namen „Terminkalender 1950“ tauften.




Wo^We^’s - auch Mn Jähret dbd-Foto-Montage; Hemm©
Wo^We^’s - auch Mn Jähret dbd-Foto-Montage; Hemm©

Unseren Kunden, Freunden und Bekannten wünschen wir EIN GUTES NEUES JAHR Spiel waren-Faix

Zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche Familie Valentin Wagner Brauerei zum „Goldenen Anker“

Allen Kunden, Freunden und Bekannten wünschen wir ein glückliches und frohes Neujahr Familie Gg. Gräber Metzgerei, Schustergasse 11

Allen Kunden, Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche! Familien Ph. und Heinrich Simon Fuhrunternehmung - Sand- und Kiesvertrieb Darmstadt - Kranichsteiner Straße 41

Meinen verehrten Gästen, Bekannten und Vereinen ein Prosit Neujahr! Familie Karl Heidenreich Restaurant Rummelbräu ♦

Allen Geschäftsfreunden, Kunden und Bekannten wünschen wir ein glückliches neues Jahr! Kaiser & Sohn Bau- und Möbelschreinerei Spachbrücken

Ein glückliches neues Jahr wünscht allen Kunden und Bekannten Elisabeth v. Wangelin Spezial-Wäschegeschäft Darmstadt Liebfrauenstr. 2

Ihren werten Kunden, Freunden und Bekannten wünschen ein glückliches neues Jahr! Familie Konrad Schenk und Heinz Kurz M i ne ralwassergro Bhandel

Unserer verehrten Kundschaft, allen Freunden und Bekannten die besten Wünsche zum Jahreswechsel! Familie Josef Heeß Tabakwaren Groß- und Kleinhandel Alleinverkauf der Bmnlcke-Zlgarren für Darmstadt und Umgebung DARMSTADT Rheinstraße 41 Rhönring 31 Telefon 2489

Allen meinen Kunden, Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche Adam Rühl Schneidermeister Traisa, Bernhardtstraße 7

Meiner werten Kundschaft, sowie allen Freunden und Bekannten ein gesegnetes 1951 Anna Walter Schneidermeleterln Traisa, Ludwigstraße 60

Alles Gute zum neuen Jahr wünscht seinen Kunden und Bekannten Wilhelm Wagner Frisiersalon - TRAISA Nieder-Ramstädter Straße 33

Unseren Gästen und Freunden die besten Wünsche zum neuen Jahr! Gaststätte Heß, Traisa W. Heß und Frau

AUS DEM INHALT: Die Heringsprobe von Heppenheim S. 2 Frauen im Sturm der Zeiten S. 3 Silvesterfahrt ins Wattenmeer S. 4 Kolbergs verbotene Zone S. 5 Muß Schaufensterware verkauft werden? S. 6 Blick in die Welt ß. s

f ? • • | I s Br bI i Ij 1 i I i IfÄLTT^T,l“*^^ I^l I M i i • • i Allen unseren Kunden und Bekannten i • • | wünschen wir ein glückliches neues Jahr! i • • • • • • : Am 2. und 3. Januar bleibt unser Geschäft : wegen Inventurarbeiten geschlossen I moGSflm I : Das Bekleidungshaus neben der Sfadtkirche • : das gute Fachgeschäft i für Damen- und Herrenwäsche IM RHEIN-MAIN-BANK-HAUS wünscht allen seinen Kunden, Freunden und Bekannten ein frohes neues Jahr \ und dankt für das entgegengebrachte i Vertrauen / 'Meinen v&ietviten Jüinden wünsche ich recht viel Glück im neuen Jahr Gleichzeitg danke ich für das mir im vergangenen Jahr enfgegengebrachfe Vertrauen EIN ERFOLGREICHES NEUES JAHR WÜNSCHT SEINEN KUNDEN UND FREUNDEN Auto-Rosenberger DARMSTADT, ESCHOLLBRÜCKER STRASSE 18 TELEFON 713 ZUM NEUEN JAHR DIE BESTEN WÜNSCHE! Gottfried Delp Schrott- und Metallgroßhandlung Pallaswiesenstraße 90 - Telefon 2304 fjreorg; Heim FASSFABRIK ■ WEINHANDLUNG Darmstadt, Pallaswiesenstr.B7, Tel. 564

* — - —* ALLES GUTE ZUM JAHRESWECHSEL wünscht /^■Armbrust Elisabefhenstroße-Palaisgarfen S E > T 18 2 6 *_ ' ' X

DARMSTADT MATHI LDENPLATZ 7 wünscht seiner verehrten Kundschaft und allen Bekannten und Freunden ein glückliches neues Jahr Allen meinen Kunden, Freunden u. Bekannten zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche KARL KÄMMERER Bauspenglerei U. Installation, Sanitäre Anlagen Darmstadt, Parkusstraße 10 Unseren werten Kunden, Freunden u. Bekannten zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche ELEKTRO-ADELMANN Gräfenhäuser Str. 21 - Tel. 2313

PARMSMDT^^SnSS wünscht allen Kunden Freunden u. Bekannten ein glüchlicheJ neued Jahr! j Unseren werten Kunden und Freunden ein kräftiges Prosit Neujahr! Die Bäckereien: Peter Sauer & Weber Beckstraße 2 - Schustergasse 17 Philipp Sauer Ecke Georgen- und Bleichstraße Glück und Segen im neuen Jahre allen meinen werten Kunden, Freunden und Bekannten sowie den Herren Architekten und Behörden HEINRICH MAUL Sanitär« Anlagen - Bauspenglerei DARMSTADT Weinbergstr. 36’/«, Tel. 29 74 Da ich werklich net in de I Laach bin, alle Leit, die wo an deneFeierdaach so freundlich un lieb an mich gedacht hawwe, eischenhendich odder gedruggd mei Referenz zu erweise, bidd ich des „auf diesem nicht mehr ganz ungewöhnlichen Wege“ vornemme zu derfe. Von dere Neijohrsnacht bis zu de nechste winsch ich alle Dammstedter, Bessunger un alle annern in de Welt, daß se sich verdraache dehde! Dr.med. Richard Hammer Arzt Karlsstraße 95 Allen Arbeitskameraden und Familien von der A W 5 der Firma E. Merck, Darmstadt, ein recht glückliches NEUES JAHR Meister REITZ

Ein glütklhhes neues Jahr wünscht allen seinen Kunden aus nah und fern das * Darmsfädfer Spezialhaus JKGififiamenmüden ^ssxxßnKssxß l - J ZUM JAHRESWECHSEL her<z.Llc!)6te GLiickwilnAcbe A. u. J. Monnard, Bahnspediteur Telefon 737 Die besten Wünsche zum neuen Jahr und e*n *r°hes Silvester Diefenbac!)tJ beliebten Spirituosen u. Weinen in den meisten einschlägigen Geschäften zu haben 162jähiiqe fJanidientcaditian. bürgt fÜT Qualität

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Unseren verehrten Kunden wünscht ein gutes neues Jahr! THEO BREITWIESERUNDFRAU Nitag-Großtankstelle Darmstadt Roßdörfer Platz C^tuf ein S^esseues Jahr und auf gute Fahrt ! mit dem / Autohaus J .Wiest <St Söhne CrmbH« Darmstadt Heinrichsstraße 52 - Telefon 841 Volkswagen-Großhändler

| Guted neueö wünscht |

Allen Freunden vom HAUS DER PREISWERTEN ' QUALITÄTEN die besten Wünsche zum Jahreswechsel ll^kEN7y^KNABENSE/LEJDUNG DARMSTADT - WILHELMINENSTRASSE 17 I ' ^951 1 Lgsy I^^TrTTTTrTnrrrii 11 n 111 H i Meiner werten Kundschaft und allen Freunden und Bekannten wünschen wir ein gesundes und erfolgreiches ®, neues Jahr! I Georg Behrmann jr. fL^Ji • und Familie B eichstraße 1 - Telefon 3535 ^hstra^ DIE KLEIDUNG Z*/- EUER SIE MA\\KO \ P.SCHIMPF*/^ TRAISA Unseren werten Freunden, Gästen und Bekannten ein herzliches neues Jahr! wünschen FAMILIEN BECKER UND HORNUNG Braustübl am Hauptbahnhof Auch Silvesternacht-Stimmungsmusik (Weda-Band) Für Küche und Keller ist bestens gesorgt Zum Jahreswechsel die allerbesten Wünsche MÖBEL-VERTRIEB HEERWAGEN Darmstadt, Grafenstraße 29

Zum neuen Jahre 9 Gruß und Dank und alle guten Wünsche den verehrten Kunden und Freunden unseres Hauses SCHUHHAUS ’^radtetshay Darmstadt — Ludwigstraße 1

Allen unseren Kunden entbieten wir die besten Wünsche jumneuen^afjt! Unsere Sparer bitten wir um Vorlage der Sparkassenbücher zur Beischreibung bet 3infcn für 1950

Qdnöerer verehrten Kundschaft un<^ allen unseren Geschäftsfreunden ein erfolgreiches neued Jafar l STARKENBURGER MILCHLIEFERVEREINIGUNG E.O. M B. H.

Ein frohes und gesundes Neujahr wünsche ich meinen Kunden und Geschäfts¬ freunden RADIO-PFEIFFER Ernst-Lw dwigs-Straße 15 All meinen Kunden, Freunden und Bekannten zum neuen Jahre die herzlichsten Glückwünsche HEINRICH SOMMER Klavier-, Flügel- und Möbeltransport Darmstadt, Hohler Weg 19 $ Ein glückliches neues Jahr s x wünscht ihren Gästen, Freunden und Be- % S kannten 5 SW? Familie Heinrich Katzenbach jun. > S * Darmstadt, Kastanienalle 22, Ruf 2408 $ Allen unseren Kunden, Freunden und Bekannten wünschen wir ein gutes neues Jahr! METZGEREI HANSTEIN Darmstadt — Waldkolonie Meinen werten Kunden, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Darmstadt, Mühlstraße 1, Tel. 35 28 Ein kräftiges PROSIT NEUJAHR! meiner Kundschaft sowie den Ge¬ schäftsfreunden und allen Bekannten HANS SCHOLLENBERGER Steinmetzmeister Traisa, Nieder-Ramstädter Str. 41 Gute Fahrt ins neue Jahr wünscht allen seinen Fahrschülern, Freunden und Bekannten Fahrschule Karl Zürtz Liebigstraße 30 — Tel. 36 74

Ein gesegnetes neues Jahr wünschen wir allen Freunden, Kunden und Bekannten HAMBURGER KONFITÜRENHAUS DARMSTADT WILHELMINENSTRASSE (PALAISGARTEN) Unserer werten Kundsdiatt und den Geschäftsfreunden die besten Wünsche zum neuen Jahr! KUNZ & MÜLLER Zentralheizungen seit 1930 - Darmstadt - Ruf 738 Wilhelm-Leuschner-Straße 7 Betriebsbüro: Bismarckstr. 17 PROSIT NEUJAHR! Fritz Bohn Tabakwarengroßhandlung Darmstadt, Zeughausstr. 7 Tel. 32 70 Allen meinen Kunden, Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche E. Kiefer Orthopädie - Bandagen, Rheinstr. 33 Allen meinen Kunden, Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche Th. Steinkirchner Glasreinigung. Darmstadt, Hügelstr. 75 Allen meinen Kunden, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Weinmöhler Darmstadt, Friedrichstr, 12. Tel. 26 12

f Allen Freunden unseres Hauses wünschen wir ein erfolgreiches neued Jafar \ Tritsch & Heppenheimer Darmstadt, Ecke Rhein- und Grafenstrafje \ Luser Geschäft bleibt am 2. 1. wegen Inventur / geschlossen y

Allen meinen Geschäftsfreunden und Kunden ein erfolgreiches neues Jahr W. LEBERT Darmstadt — Hanomag

MEINER VEREHRTEN KUNDSCHAFT, ALLEN FREUNDEN UND BEKANNTEN ein glückliches und frohes NEUES JAHR jetzt: Rheinstraße 3, Ruf 3605 Allen meinen Kunden, Freunden « und Bekannten wünsche ich ein glückliches neues Jahr 1951 RADIO-FEIX Wilhelminenstraße 29 DIE BESTEN GLÜCK- UND SEGENSWÜNSCHE entbietet zum Jahreswechsel allen unseren werten Kunden und Freunden FIRMA W.EMMELIUS, AUTO-ELEKTRIK nebst Mitarbeitern K | Allen meinen werten Kunden j) und Geschäftsfreunden VIEL GLUCK FÜR 1951! Georg Bechthold Sanitäre und Heizungsanlagen Elisabethenstr. 21 - Tel. 33 03 1901 50 JAHRE 1951 An unserem heutigen Jubiläumstag gedenken wir unserer werten Kundschaft, die uns auch in schwerer Zeit die Treue gehalten hat. Wir wünschen allen Freunden und Gönnern ein glückliches neues Jahr Heinrich Volz OHG. 1. Januar 1951 Kohlenhandlung Fuhrbetrieb Darmstraße 31 Unseren Kunden ein glückliches neues Jahr

Die besten Wünsche zum Jahreswechsel! moT' /sches bj/pM Ellen Pfister Bessunger Straße 59

Allen unseren Kunden, Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche Spiegelfabrik Peter Slangen u. Frau Darmstadt, Holzhofallee 25 Glück u. Erfolg im neuen Jahr wünscht allen Kunden und Geschäfts¬ freunden Schick OHG. Holzbau • Holzhandel Griesheim bei Darmstadt

«^l^2 Sc h ii chard-Str a ß e ä DääF.ehgeschSfHür Fulle.sfoHe btetel au* ff» Faschingstreiben: ~ r k"” <C ß9\eret M-ar ' im neuen Jahr verkauf und veilem ’S Knopfe, Reißverschlusse sämtliche Artikel l>A>^ von j und modische, Zubehör J” Faschinga.K.sWmen A • r ii c t f 4r- Schuchardstraße 1 . Ecke Ernst* ^:trnsf-Ludwigs-sfralse 15 Ludwigs-straße äfSKmiiÄ UDd g Telefon 3082 (Filiale Frankfurter Straße 2) Abendkleidern H — = = O weißer wünschen ihrer verehrten Kundschaft, allen Freunden und Bekannten Turm r Haltestelle EIN GLÜCKLICHES UND ERFOLGREICHES NEUES JAHR! Schloß

Prosit Neujahr! Jsfägg Damen- und Herren-Salon Parfümerie OttoXrapf Rheinstraße 41 - Ruf 3540

Meiner verehrten Kundschaft und allen Bekannten ein gesundes und frohes Neujahr Spezial-Herren-Salon Kurt Rösner Darmstadt-Bessungen - Sandbergstr. 46

Ihren werten Kunden, Freunden und Bekannten wünscht ein glückliches NEUES JAHR Familie Friedrich Schiller Spenglerei und Installation Sanitäre Anlagen Gegründet 1907 Darmstadt Kiesbergstraße 31 Telefon 22 07

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Allen meinen Kunden, Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche Piano-Berg N. u. H. Berg Wilhelminenstraße 20, Telefon 2426

Meiner verehrten Kundschaft, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Jahre Friedrich Wilhelm Aßmus Inhaber: Wilhelm Aßmus Dachdeckermeister Darmstadt - Lautenschtägerstraße 25 Fernsprecher 38 45

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Durch ein Allein-Unterhaller! g =j Telefon 2419 neuen Jahr Ausgewähltes Silvester-Souper zu soliden Preisen! = BH Tischbestellungen bitte rechtzeitig autgeben g |®1 Ruf -7 27 ” Rui 2727 g ■ Ca/e cuh 7/lcuÄt ■ ■ HfITFI MffIPWP RfiflMP DIE KONDITOREI von RUF! Qq Seeheim a.d.B. jj B 8B U 8 ■ » ö U fit n■Bl ■ AiiUilb Meinen verehrt.Gästen, Freunden u.Bekannten __ = ■ ■■ cP jRr SILVeNTerD All ~ — = Jugenheim a. d. ■., Tei 255. ein glüdiliches und frohes neues Jahr! Tan, = = Sonntag, den 31, Dezember 1950, in sämtlichen Räumen ^CHI^ vW ,aJ'“aD zu Unrr . == 1 stimmungsvoller Silvesterball Silrester: Abends geöffnet QODMIITIM T^besMunge,, erbeten | ■ E» spien <u WB»'«"!.”«“' Eiuwill 2-DM 1.1. ISS 1: Vm HUs imhls 1 Uhr gelllM DWICI'IUIn Wir wünschen allen Gästen, W = 1 Vorbestellungen für Plätze, ailan KnnrlAn Freunden und Bekannten = g \ | Silvestersoupers und gbernachtungen erbeten | / BUf 24 T 4 - MathÜdenplatZ 6 - Hilf 24 ^4 Gästen, Freund" n und Bekannten ein gutes neues Jahr! jg = viel Glück fürs Jahr 1951 Familien Suhrke u. Hess g FF? v .= g Meinen verehrten Gästen, . Der AE EZ C D A \/1 A \A/ EINHAUS /f 7 g Freunden und Bekannten < V-MIL JWIXAA VI ÄA ■ ein glückliches und ' Das Tanz-Cafe im Zentrun? Darmstadts Ä £ 7’/T C/^ ^^<****VV EINST ÜBEN g g gesundes neues Jahr! "Keilet' I Eigene Konditorei - Gepflegte We ne I | WOv “ Großer g / XCLt-C Silvester: wünscht allen seinen Freunden, Gästen Silvestertrubel“ g ■ M Akk DARMSTADTS Nachmittags: Unterhaltungskonzert Gesundes Und Tischbestellungen rechtzeitig erbeten! ,= H WIM I IM wünscht all seinen W Abends : Großer Hausball! ein geSUnaeS Una Allen meinen Gästen, Bekann- g H z/ Gästen - Freunden - Bekannten r^u a im festlich gesdimückten Cafe erfolgreiches neues Jahr ten u. Freunden unseres Hauses \FF ein aesundes U frohes CONCO^OIIA= Karnevalstimmung. fllbert Bingert und Frau Mariann. _ wünscht (6 r r . 7 CAAII Neujahrstag: es spielt die beliebt. ein frohes u. gesundes g — Neujahr 1951 D^AAXL Von 16.00—18.30 Uhr: Unterhaltungskonzert tjs 4 u n m TIN Z nCUCS Jahr 1951 = Inh. ANNA REICH T.. „. . Hirzel Sonntag ab 20 Uhr großer Silvester- Wiederholung: Landwehrstraße 21 ... n u Wu>a — Rhpinqtraßp 4—6 ball. Es spielt die beliebte Tanzkapelle Quer durch die Welt der Operetten! Tischbestellungen rechtzeitig erbeten! Inh. Frau Barbara DöUin Wwe. ,= Rheinstrahe 4—b am Theater.Piata Nr. 3 PAUL BÄMSCH Ab 20 Uhr. Neujahrsball Tiscnoestenungen^ «cnue. ig Alexanderstraße 29 g S Telefon 33 57 Allen uns. Gästen ein Prosit Neujahr! Es spielt die Kapelle Willi Junkers! I^s = Allen meinen verehrten Gästen, PROSIT NEV JAHR! Allen unseren Gästen, Freunden und Be- I CAFE RESTAURANT WEINHAUS | Brauereiausschank [=§ g; Freunden und Bekannten All meinen Kunden ein viel kannten aus nah und fern wünscht „ITALIA“ ™ M|| 1 REST AURANT SITT E g --cht geld. und glückbringendes alückliches neues Jahr Mathildenstraße 49 - Li™ 2 Mlf i M wünscht seinen Gästen, g ä' ein frohes NEUES JAHR! ein gLUCKIICtieS neues Janr Heute, 30. 12. 1950, ab 20 Uhr Freunden und Bekannten g J TANZ ein gesundes = S und gesundes Neujahr Besuchen Sie uns zum FAMILIE KARL RIPPER Morgen, 31. 12. 1950, großer wünscht allen seinen Gästen, underfol grei c h e s g Silvestertreiben Darmstadt-O st SILVESTERBALL Freunden und Bekannten NEUES JAHR! := = FAMILIE HEINRICH BECKER .. TT . . „ Hotel- Ga s t statt e Darmstadt ust = j mit Ueberraschungseinlagen Erbacher Straße 69 - Telefon 3890 SPez- itaL u- franz' Kuche ein frohes neues Jahr! FRITZ HELLER UND FRAU § B Güsistätle Mäinlor geöffnet bis 4 Uhr morgens Tischbestellung erbeten Silvester u. Neujahr durchgehend g g; BLEYS LIKÖR- u. WEINSTUBEN — geöffnet! - Im Ausschank das ■ SilveSter: Darmstadt - Ludwigstraße 17 Unserer verehrten Kundschaft ^Zte P^s“ 80l Me Ü g gemütliche Silvesterfeier mit Da.-Eberstadt - Heidelberger Straße 10 sowie allen Freunden und Gönnern wünschen wir I ”tl wX.?3"11*1 B Schlachtfest Rüsselsheim - Mainzer Straße 8 ein gesundes und erfolgreiches kjö Auserwählte Speisekarte! ® g : NEUES JÄHR 1951 z^x ■ WALDSCHENKE HUBERTUS Ein glückliches neues Jahr Z# » V\ - n £ r U 1 1 im verschneiten Wald Gästen V j KRONENBRAUEREI- Cafe Hauptpost | ■ WildßPSnter ‘ Massel uXn*” ROBERT GERHARD UND FR AU Wiß 0 6 AG W GRO^SESIL VESTERFEIER B ich wünsche meinen werten Gästen Gaststätte Trautheim RUF R - RUF Tanz - Überraschungen - Bar g g ein recht frohes neues Jahr Telefon 497 23 8 8 DARMSTADT 23 88 (Kein Menüzwang ~ H. SCHRÖDER Silvester und Neujahrstag tanz Tischbestellungen rechtzeitig erbeten — Telefon 35 60. g llllll■l■llllll■ll^ll^^ll■■■■lll■ll■l■■■ II 111 illillllM I I 111 I I