Mitbestimmung behält Vorrang
Dr. Böckler über die Forderungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Da. Bonn, 28. Dezember. Der am Donnerstag veröffentlichte Neujahrsaufruf des Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Dr. Böckler, bedeutet, wie gutunterrichtete Kreise erklären, eine „Warnung fünf Minuten vor zwölf“, läßt aber die Tür noch offen für neue Gespräche der Sozialpartner.
In seinem Neujahrsaufruf erklärte Dr. Böckler, die deutschen Arbeitnehmer und ihre Gewerkschaften seien bereit, ihrer Forderung auf Mitbestimmung in der Wirtschaft notfalls durch energische Maßnahmen den entsprechenden Nachdruck zu verleihen. Die Lohnerhöhungen, die die Unternehmer im vergangenen Jahre unter Druck zugestanden hätten, reichten nicht aus, zumal jeder Pfennig Mehrlohn „nach alter Uebung“ auf die Preise abgewälzt worden sei.
In Fortsetzung seines Briefwechsels mit Bundeskanzler Dr. Adenauer betonte Dr. Böckler in seiner Neujahrsbotschaft, daß sich die Arbeitnehmerschaft und die Gewerkschaften beim Kampf um die Mitbestimmung „moralisch und juristisch“ durchaus im Recht fühlten, mit anderen Worten, daß sie an ihr Recht glauben, auch den Streik als Kampfmittel anzuwenden.
Trotzdem wird in gutunterrichteten Kreisen die Ueberzeugung vertreten, daß der Streik der Berg- und Metallarbeiter, der praktisch die gesamte westdeutsche Produktion lahmlegen würde, noch verhindert werden kann und daß neue Gespräche der Sozialpartner Aussicht auf Erfolg haben.
Der Neujahrsaufruf Dr. Böcklers hat zweifellos sehr bewußt nur einen Teil der deutschen Unternehmer und gewisse Interessentengruppen wegen ihres Widerstandes gegen die „sozialen Erfordernisse der Gegenwart“ angegriffen. In Bonn wird hierzu erklärt, die Gewerkschaften hätten bei zahlreichen Unternehmern guten Willen und soziale Verständigungsbereitschaft hergestellt.
Wie wir erfahren, hat Dr. Böckler kürzlich mit maßgebenden Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft verhandelt, um für die beabsichtigten neuen Gespräche der Sozialpartner die Gefahr einer Torpedierung auszuschalten. Diese Verhandlungen sollen für beide Seiten befriedigend verlaufen sein. Auch Bundespräsident Professor Heuss hatte kurz vor Weihnachten eine Aussprache mit führenden Unternehmervertretern. Atn Mittwoch benutzte er die Gelegenheit eines Neujahrsempfanges, um sich mit Dr. Böckler und dem Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes auszusprechen.
Von gutunterrichteter Seite verlautet daß Dr. Böckler, der an den früheren Konferenzen selbst nicht tedlgenommen hatte, an neuen Gesprächen der Sozialpartner persönlich teilnehmen werde.
Streik wird abgelehnt
Hi. Bonn, 28. Dezember. (Eigener Bericht.) Zu dem Mitbestimmungsrecht schreibt das Organ des Bundes der Christlichen Gewerkschaften, „Das Schaffende Volk“: „Unser Standpunkt zur Frage des Mitbestimmungsrechts der deutschen Arbeiterschaft steht außer Zweifel. Wir vertreten nach wie vor die Auffassung, daß, wenn schon eine Mitbestimmung im Betrieb, dann nur durch bewährte Betriebsmitglieder, nicht aber durch parteipolitisch beeinflußte Männer, denn das käme einer Sozialisierung ziemlich nahe.“ Man lehne Streiks aus grundsätzlichen Erwägungen ab, da sie nur zu einer sozialen und wirtschaftlichen Störung des Staatsgefüges führten. Der gleiche Standpunkt wurde auch in der Frage des Lohnausgleichs eingenommen. Weiter fordert der Bund Christlicher Gewerkschaften an Stelle einer Lohnerhöhung einen sofortigen radikalen Preisabbau.
Deutsche Gefangene wurden besucht
Abgeordneter Mende über seine Eindrücke in belgischen Gefängnissen
Bonn, 28. Dezember. (NWDR.) Deutsche Kriegs- und Zivilgefangene in belgischen und französischen Gefängnissen sind während der Weihnachtsfeiertage von dem Bundestagsabgeordneten Dr. Mende und dem Sekretär der Parlamentarischen Europäischen Union, Engel, besucht worden.
Dr. Mende erklärte nach seiner Rückkehr nach Bonn, daß er von der Behandlung der deutschen Gefangenen in Belgien einen guten Eindruck gewonnen habe.
Als ein besonderes Problem, das baldigst einer Lösung zugeführt werden müsse, bezeichnete er die Staatenlosen aus Eupen und Malmedy, die als Belgier sich zu Deutschland bekannt hätten und dafür 1945 zu hohen Strafen verurteilt worden seien. Diese Deutschen hätten den Wunsch ausgesprochen, baldigst wieder in den Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit zu gelangen.
Das Verfahren im Falkenhausen-Prozeß bezeichnete er als ordentlich. Von der Leidenschaftslosigkeit und der ruhigen Atmosphäre sei er bei seinem Besuch sehr angetan gewesen.
In Paris traf Dr. Mende auf weniger Entgegenkommen seitens der französischen Behörden, die offizielle Besuche in den französischen Gefängnissen nicht erlaubten.
Maßnahmen gegen „Helgoland-Invasion"
Die Studenten sollen gewaltsam von der Insel zurückgeholt werden
Hamburg, 28. Dezember. (AP.) Beamte der britischen Oberkommission haben am Donnerstag beschlossen, der ständig an Ausmaß zunehmenden „waffenlosen Invasion“ Helgolands ein Ende zu setzen und „Maßnahmen zu ergreifen, um die Leute von der Insel zu holen“.
Trotz wiederholter britischer Warnung sollen am Donnerstag weitere fünf Personen, darunter vier ehemalige Helgoländer, zur Insel gefahren sein. Damit befänden sich jetzt 10 Personen auf dem bombenbedrohten Felseneiland. Am Mittwoch wurden die beiden Heidelberger Studenten Leudesdorff und von Hatzfeld, zwei ehemalige Helgoländer und ein Bremer Taxichauffeur auf der Insel gemeldet. Prinz Hubertus von Löwenstein, Gründer der „Deutschen Aktion“, der am Donnerstag früh nach Helgoland unterwegs war, soll wegen Maschinenschadens wieder nach Cuxhaven umgekehrt sein, wo er sich vor britischen Behörden verborgen halte. Er will am Freitag erneut auslaufen.
Ein Sprecher des britischen Luftfahrtministeriums in London erklärte am Donnerstag, die Übungsbombardements würden festgesetzt. Sie seien zwar zeitweilig eingestellt worden, jedoch nicht wegen der „Invasoren“. Helgoland wurde zuletzt am 18. Dezember bombardiert.
Ein Ost-West-Gespräch?
Vorschlag einer evangelischen Zeitung
Berlin, 28. Dezember. (AP.) Die evangelische Wochenzeitschrift „Die Kirche“ hat in einem am Donnerstag veröffentlichten Artikel eine Zusammenkunft Bundeskanzler Adenauers und Ostzonen-Ministerpräsidenten Grotewohls in der Wohnung des Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands, Bischof Dr. D. Dibelius, vorgeschlagen. (Siehe unsere Spitzenglosse: „Vermittlung“.)
Der persönliche Referent Gfotewohls, Tzschorn, erklärte, der Ministerpräsident werde die von kirchlicher Seite unterbreiteten Vorschläge zur Kenntnis nehmen. Im übrigen warte man auf die Antwort Bundeskanzler Adenauers.
Bischof Dr. D. Dibelius bezeichnete die Vorschläge als einen „durchaus positiven Beitrag“. Er selbst werde sich allen Bestrebungen zur Verfügung stellen, die „die von uns allen gewünschte Einheit" verwirklichen könnten.
Versorgungsrenten
Zunächst den Bedürftigsten
Hi. Bonn, 28. Dezember. (Eigener Bericht.) Mit der Verkündung des Bundesversorgungsgesetzes im Bundesgesetzblatt vom 21. Dezember ist das Gesetz rückwirkend ab 1. Oktober 1950 in Kraft getreten.
Um den besonders Bedürftigen eine möglichst schnelle Hilfe zukommen zu lassen, hat das Bundesarbeitsministerium den Landesregierungen empfohlen, diejenigen Rentenzahlungen bevorzugt zu bearbeiten, deren Empfänger besonders bedürftig erscheinen.
Finanzbeauftragter
zur Kontrolle der Besatzungskosten
London, 28. Dezember, (dpa). Das britische Außenministerium hat den früheren Generalquartiermeister General Kirkman zum Finanzsonderbeauftragten ernannt. Er wird künftig die Ausgaben der britischen Besatzung in deutscher Währung zu kontrollieren haben.
Atomkraftwerke gefordert
Düsseldorf, 28. Dezember. (AP.) Die Aufhebung der alliierten Verbote für die deutsche Grundlagenforschung und die Errichtung eines kleinen Atomwerkes für Friedenszwecke in Westdeutschland fordert die deutsche „Arbeitsgemeinschaft für Forschung“.
Großbrand in Neckargemünd
Heidelberg, 28. Dezember, (dpa) Ein Großbrand, der am Mittwochnachmittag in der Lagerhalle einer Lederfabrik in Neckargemünd bei Heidelberg ausgebrochen war, konnte bis Donnerstag nachmittag noch nicht gelöscht werden. Nach vorsichtigen Schätzungen beträgt der Sachschaden etwa 800 000 Mark. Die siebzig Meter lange Lagerhalle war mit Waren voll gefüllt. Die Ursache des Brandes ist noch ungeklärt.
Beginn der Vietminh-Offensive
Saigon, 28. Dezember. (AP.) Die kommunistischen Vietminh-Truppen haben nördlich und östlich von Hanoi den ersten Teil ihrer langerwarteten Offensive auf die französischen Verteidigungslinien begonnen. Unter dem Druck der Vietminh-Angriffe mußten die Franzosen im Ostteil ihrer Front die Forts Binhlieu und Chauson räumen.
Erst Armee, dann Fünfjahresplan
Jugoslawien fühlt sich von seinen Nachbarn bedroht
Belgrad, 28. Dezember, (dpa) Marschall Tito erklärte am Donnerstag, der jugoslawische Fünfjahresplan werde durch das Rüstungsprogramm beeinträchtigt, aber die Armee habe unbedingten Vorrang. Tito sprach in der Haushaltsdebatte des Parlaments, in deren Mittelpunkt die geplanten Verteidigungsausgaben in Höhe von 29,1 Milliarden Dinar (rund 2,4 Milliarden DM) stehen.
Armee und Rüstungsproduktion Jugoslawiens, betonte Tito, dienten lediglich der Verteidigung des Landes. Ironisch erwähnte er die „brüderliche Hilfe“ der Sowjets, die veraltetes Kriegsmaterial geschickt hätten, als Jugoslawien nach dem Kriege fast waffenlos dagestanden habe.
Tito appellierte an die Nachbarn Jugoslawiens, das Land in Ruhe zu lassen, keine Grenzzwischenfälle herbeizuführen und sich nicht mehr als Instrument einer ausländischen imperialistischen Politik mißbrauchen zu lassen.
Glaubt nicht Euren Führern, die Euch glauben machen wollen, Jugoslawien habe aggressive Absichten.“ Die Nachbarländer, fügte der Marschall hinzu, würden wahrscheinlich „ein fürchterliches Geschrei“ wegen des jugoslawischen Rüstungsprogramms erheben. Alle an Jugoslawien angrenzenden Staaten hätten aber von 1948/49 an ihre eigenen Armeen verstärkt, vor allem, weil sie die Einberufenen unter den Waffen behalten hätten. Ungarn und Rumänien verfügten heute über Armeen von je 300 000 Mann, während die Stärke der bulgarischen Armee 195 000 Mann betrage.
Ein Riesenstahlwerk
Washington, 28. Dezember. (AP.) Die amerikanische Regierung hat im Zuge der Erweiterung kriegswirtschaftlicher Betriebe Steuererleichterungen für 32 neue Projekte gebilligt, die von 29 Firmen zu einem Gesamtkostenaufwand von 544 000 000 Dollar (2 284 800 000 DM) geplant sind.
Der größte dieser zu errichtenden Betriebe ist ein Stahlwerk der „United States Steel Corporation“, das für 351 000 000 Dollar (1 474 200 000 DM) bei Morrisville (Pennsylvania) gebaut werden soll. Es wird eine Produktions-Kapazität von 1 800 000 Tonnen Stahl pro Jahr haben, was etwa zweit Prozent der gegenwärtigen Produktion der USA entspricht, und wird nach Ansicht von Sachverständigen das größte Werk in der Geschichte der Stahlerzeugung sein.
Vermittlung
*** In der Botschaft des Bundeskanzlers zum Jahreswechsel, die wir gestern veröffentlichten, befindet sich ein bemerkenswerter Satz: „Die Bundesregierung hofft, das allen Deutschen als Hauptsorge am Herzen liegende Problem der Wiedervereinigung Deutschlands einer Lösung zuzuführen.“ Bei dem ernsten Anlaß einer Neujahrsbotschaft mußte man annehmen, daß mit diesen Worten tatsächlich eine Aussicht auf Verhandlungen angedeutet wird. Wie diese eingeleitet werden sollten, darüber konnte man sich kein Bild machen, denn noch ist ja der Brief, den Grotewohl an Adenauer gerichtet hat, unbeantwortet, obwohl Grotewohl neuerdings auf eine Antwort drängt.
Seit heute weiß man, daß sich die Evangelische Kirche als ehrlicher Vermittler eingeschaltet hat, um eine Fühlungnahme zwischen den beiden Staatsmännern herbeizuführen. Die im Auftrag des evangelischen Bischofs von Berlin herausgegebene Wochenzeitung „Die Kirche“ gibt nämlich in ihrer neuesten Ausgabe bekannt, es sei ein Treffen des Bundeskanzlers Dr. Adenauer mit dem Ministerpräsidenten der Sowjetzone Otto Grotewohl im Hause des Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland Bischof Dibelius vorgeschlagen worden. Die nicht genannte „maßgebende kirchliche Persönlichkeit“, die diesen Vorschlag macht, empfiehlt außerdem, die Evangelische Kirche möge überhaupt als Vermittler für das von Grotewohl angeregte „gesamtdeutsche Gespräch“ fungieren. Es wäre Zeit für die Kirche, in die Bresche zu springen und eine Brücke zu bauen.
Den Vorschlag einer persönlichen Fühlungnahme kann man nur begrüßen. Wenn er verwirklicht wird, so würde er den guten Willen der beiden Staatsmänner bekunden, die Belange des deutschen Volkes allen anderen Fragen voranzustellen. Keine Geste könnte diesseits und jenseits des Eisernen Vorhanges einen besseren Eindruck machen. Was dann weiter erfolgen soll, ist zunächst nicht allzu wichtig. „Die Kirche“ meint, der Rat der Evangelischen Kirche Deutschlands solle den beiden Staatsmännern einen Dreierausschuß vorschlagen, dem je ein Vertreter der Bundesrepublik, der Sowjetzonen-Republik und Berlins angehören. Würden die Verhandlungen dieses Gremiums aus der Atmosphäre des Politisch - propagandistischen herausgenommen und allein der Praxis gewidmet sein, so könne der Dreierauschuß die ersten Voraussetzungen für Gespräche der Minister und ihrer Beauftragten schaffen.
Wie gesagt, es ist nicht so wesentlich, wie ein Ausschuß später beschaffen sein wird. Das Entscheidende ist, daß überhaupt erst einmal ein Gespräch in Gang kommt, das die Wiedervereinigung Deutschlands zum Ziele hat. Bei gutem Willen von beiden Seiten dürfte vermeidbar sein, daß dabei die Bundesrepublik von der Sowjetzone überspielt wird.
Sinnbild geistiger Kraft
Von unserem römischen F-Korrespondenten
Mit dem gleichen farbenprächtigen Prunk und dem gleichen aus der Renaissancezeit stammenden Hofzeremoniells; wie er vor Jahresfrist das Heilige Tor von St. Peter symbolisch aufgebrochen batte, hat Papst Pius XII. es nun wieder symbolisch vermauert. Aber so konservativ wie der Vatikan in der Erhaltung der Tradition und des Dogmas auch ist, so weiß er gleichfalls die Errungenschaften der Technik auszunützen. Kino und Rundfunk, Farbenfilme und Fernsehsendungen sind in den Dienst der Sache eingestellt worden, um das Ereignis den Millionen von Gläubigen in der weiten Welt fast unmittelbar zu vermitteln. In dieser Hinsicht sind die zuständigen vatikanischen Behörden geradezu mustergültig modern. Journalisten, Photoreporter, Filmoperateure, Rundfunkberichterstatter werden nicht als lästige Querulanten, sondern als wertvolle und willkommene Helfer behandelt.
Vier Millionen Pilger
Für das Oberhaupt der katholischen Kirche geht damit ein Jahr zu Ende, dessen Ueberanstrengungen auch ein Jüngerer kaum so glänzend ausgehalten hätte. In der Tat sind 1950 die Audienzen, die einen guten Teil seiner regelmäßigen Tagesarbeit ausfüllen, wegen Unpäßlichkeit seltener ausgefallen als in früheren Jahren. Dabei hat er natürlich unendlich mehr Audienzen gewähren müssen als in normalen Zeiten. In der zweiten Hälfte des Jahres ist er übrigens dazu übergegangen, zweimal in der Woche sogenannte Generalaudienzen zu veranstalten, die sich in der Basilika selber vor dreißigoder vierzigtausend Pilgern abspielten und die natürlich mit dem ursprünglichen Begriff der „Audienz“ nichts gemein hatten. Aber auch die Zahl der wirklichen, privaten und speziellen Audienzen ist ins unendliche gestiegen.
Die abschließenden Statistiken des Zentralkomitees für das Heilige Jahr sprechen von über vier Millionen Pilgern, davon etwa die Hälfte Italiener. Das bedeutet etwa eine Million mehr als ursprünglich geschätzt worden war, und von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet kann man im Vatikan mit dem Erfolg des „Anno Santo“ zufrieden sein, besonders wenn man bedenkt, daß solche stark katholischen Länder wie Ungarn, die Tschechoslowakei, Polen und Slowenien aus den bekannten Gründen ganz ausfielen. Auch sonst waren ja aus devisentechnischen oder politischen Gründen die Rom-Reisen aus vielen Ländern viel schwerer als zum Beispiel vor 25 Jahren. Aber die Zahl von etwa zwei Millionen ausländischen Pilgern bedeutet bei einer Gesamtziffer von etwa 350 Millionen Katholiken in der Welt (außerhalb Italiens), daß nur 1,75 Prozent aller Gläubigen dem Ruf aus Rom Folge leisten konnten.
Für die meisten, also vor allem für jene, die nicht während ihres kurzen Aufenthaltes in der Ewigen Stadt vom Wetterpech verfolgt wurden (wie das namentlich bei den Besuchern in den letzten drei Wochen der Fall war), ist die Reise nach Rom bestimmt ein unvergängliches Erlebnis gewesen. Der wirkliche Gläubige, der den vorgeschriebenen Betgang zu den vier Basiliken — St. Peter, Santa Maria Maggiore, St. Johann im Lateran und St. Paul — außerhalb der Mauern — unter liturgischen Gesängen absolviert hatte, ist seinem Gott, und damit seinem Seelenheil, zweifellos nähergekommen. Hat er obendrein einer der vielen Heilig- und Seligsprechungen, oder einer der päpstlichen Massen-Audienzen beigewohnt, dann hat er auch einen unmittelbaren Eindruck von der geistigen Macht und Anziehungskraft seiner Kirche gewonnen.
Vor gleichen Altären
Auch der Nicht-Katholik und sogar der Konfessionslose werden an einem verdienstvollen Ergebnis des Heiligen Jahres nicht achtlos vorbeigehen können: Vom ersten Tage an hat es Menschenmassen aus den verschiedensten Ländern, die noch vor wenigen Jahren sich als Feinde betrachteten, vor den gleichen Altären knien und für Nächstenliebe und Frieden gemeinsam beten lassen.
Nicht alles, was im Programm des Jahres stand, oder erwartet wurde, hat sich erfüllt. So las man vor Weihnachten 1949, daß einer der Höhepunkte der Feierlichkeiten die Einweihung einer neuen Kirche in Rom, St. Eugen, durch den Papst (früher Monsignore Eugen Pacelli) an seinem Namenstag Anfang Juni stattfinden würde. Diese Kirche ist indessen bis heute noch nicht fertiggestellt. Demgegenüber wird die relative Pünktlichkeit des italienischen Staates gelobt: Es sollte der neue, wahrhaftig großartige monumentale Zentralbahnhof Roms, der übrigens hauptsächlich mit Marshallplan-Geldern gebaut wurde, für das Heilige Jahr beendet werden. Tatsächlich ist er, da er nach und nach in Betrieb genommen wurde, vom Präsidenten der Republik, Einaud, nach endgültiger Vollendung am 20. Dezember, also vier Tage vor der Schließung des Heiligen Tores, feierlich eingeweiht worden. Dieses Versprechen wurde also eingehalten, wenn auch etwas knapp ....
Das Petrusgrab
Auch die unter der Basilika von St. Peter ausgegrabenen Grotten sollten, so hieß es wenigstens ganz allgemein, dem Publikum freigegeben werden. Gleichzeitig würde das archäologische Ergebnis dieser Ausgrabungen vom Papste persönlich verkündet werden, das den schlüssigen Beweis führen soll, daß die Gebeine des heiligen Petrus, des ersten Bischofs von Rom, tatsächlich unter der jetzigen Basilika liegen. Fieberhaft ist unter der Leitung des früheren Reichstagsabgeordneten und Vorsitzenden der deutschen Zentrumspartei, Monsignore Dr. Ludwig Kaas, dem die gesamte Basilika verwaltungstechnisch untersteht, daran gearbeitet worden, daß diese Erwartungen erfüllt werden. Nun hat zwar der Papst eine kleine unterirdische Kapelle persönlich geweiht, die St. Peter gewidmet ist und an dem genauen Punkt seiner Grabstelle steht, auch sind privilegierte Gäste zu diesen neuerforschten Kryptenteilen zugelass i worden, aber eine allgemeine Freigt e ist noch nicht erfolgt.
Der Anreiz
-y- Die Stadt Friedrichshafen am Bodensee zählt 21 000 Einwohner. Ihre Stadtväter berieten unlängst den Haushalt ' der Stadtgemeinde. Im Zuhörerraum befand sich während der langen Aussprache ein einziger einsamer Mensch, ein 72jähriger Rentner. Bürgermeister Dr. Grünbeck war über die Anteilnahme so ergriffen, daß er dem Mann persönlich eine Flasche Wein überreichte.
Bei der Ergründung dieses Tatbestandes gibt es, wie bei allem im Leben, zwei Möglichkeiten. Die eine ist, daß der alte Mann lebhaft fror und sich auf Kosten der Stadt Friedrichshafen einige Stunden wärmen und unterhalten wollte. Da als sicher angenommen werden darf, daß. die Stadt Friedrichshafen für ihre mittellosen Bürger Wärmehallen einrichtete, entfällt die erste Möglichkeit.
Bleibt als die zweite das tiefe Verständnis des alten Herrn für die Nöte und Aufgaben unserer Zeit. Oh. daß das Beispiel dieses Mannes Schule machen möchte! Welche Perspektiven eröffneten sich!
Wenn jede Gemeindeverwaltung der relativ großen Deutschen Bundesrepublik sich zu solchem Tun bereitfinden würde wie der Bürgermeister von Friedrichshafen, könnte dies binnen kurzem zu einer Anteilnahme der Bevölkerung am politischen Leben führen, die zu den schönsten Hoffnungen berechtigte. Das würde den um Beachtung ringenden Instanzen volle Häuser, dem um seine Existenz kämpfenden Weinbau aber leere Fässer bringen.
Gewiß, den Gemeinden würde die Prämie auf die Dauer wohl etwas teuer werden. Aber man könnte vielleicht von Flaschen absehen und zu Stadtratssitzungen mit Schoppenweinen übergehen. Wodurch zumindest in weinreichen Gegenden unseres Vaterlandes eine wohltemperierte Gemütlichkeit garantiert sein dürfte. Bei Großgemeinden allerdings käme auch das zu kostspielig, aber dort wird den Zuhörern ob der Vielfalt des Gebotenen auch ohne Wein warm werden.
Gummikontrolle in Amerika
Washington, 28. Dezember. (AP.) Die amerikanische Regierung hat am Donnerstag den gesamten Import und die Verteilung von Rohgummi übernommen und übt somit praktisch die Kontrolle über die gesamte Gummiversorgung des Landes aus.
Als unmittelbare Auswirkung verspricht man sich von der neuen Maßnahme eine Senkung der Gummipreise, die seit Ausbruch des Koreakrieges stetig angezogen haben.
Kein Isolationismus
Washington, 28. Dezember. (AP.) Präsident Truman hat auf seiner Pressekonferenz am Donnerstag erklärt, die außenpolitische Rede des Ex-Präsidenten Herbert Hoover sei nichts anderes als die eines Isolationisten gewesen. Die Vereinigten Staaten würden diesen Kurs nicht wieder einschlagen.
USA-Eigentum unter Kontrolle
Eine Gegenmaßnahme Rotchinas
Hongkong, 28. Dezember, (dpa) Die Regierung des kommunistischen Chinas hat alles Eigentum der USA - Regierung in China sowie Unternehmungen und Betriebe amerikanischer Privatpersonen der Kontrolle unterstellt. Ferner wurde eine Sperre aller amerikanischen Guthaben verfügt.
Finanzausschuß stimmt zu
Paris, 28. Dezember, (dpa) Der Finanzausschuß der französischen Nationalversammlung billigte grundsätzlich die Vorschläge der Regierung Pleven, durch Erhebung neuer Steuern die Deckung der zusätzlichen Verteidigungsausgaben in Höhe von 355 Milliarden Francs (rund 4,3 Milliarden DM) zu sichern.
3,4 Millionen werden noch vermißt
Vor einer neuen Nachforschungs-Aktion nach Ostvermißten
Düsseldorf, 28. Dezember, (dpa) In der Bundesrepublik werden gegenwärtig noch 3,4 Millionen Menschen vermißt, darunter 1,2 Millionen Wehrmachts-Vermißte aus der Sowjetunion und anderen Oststaaten und 60 000 Kriegsgefangene der westlichen Länder.
Wie der Leiter des Landesnachforschungsdienstes Nordrhein des deutschen Roten Kreuzes, Dr. Zielinski, in Düsseldorf erklärte, konnte in den letzten Jahren 1,8 Millionen Suchenden im Bundesgebiet der neue Aufenthaltsort der Gesuchten mitgeteilt werden. Seit 1947 wurde der größte Teil aller eintreffenden Heimkehrer systematisch befragt. Auf diese Weise konnten 400 000 klärende Heimkehrermeldungen eingebracht werden. Zweieinhalb Millionen nächste Angehörige der Vermißten warten aber noch auf eine Nachricht.
In diesen Tagen wird ein neuer Nachforschungsplan nach Ostvermißten anlaufen, der mit Hilfe staatlicher Zuschüsse seit Monaten vorbereitet wurde. Danach wird jedem Heimkehrer von Helfern des Roten Kreuzes eine Vermißtenliste mit Namen von Kameraden seiner Einheit oder Feldpostnummer als Gedächtnisstütze vorgelegt. Die Vermißtenlisten gehen auf Meldungen der Angehörigen im März 1950 zurück.
„Henker“ erhängte sich
Bamberg, 28 Dezember, (dpa) Der wegen Kameradenmißhandlurig angeklagte 42- jährige Josef Erl wein hat sich im Bamberger Landgerichtsgefängnis erhängt. Ihm waren 22 Mißhandlungen zur Last gelegt, die er als Lagerführer in verschiedenen sowjetischen Gefangenenlagern begangen haben soll. Erlwein wurde von den Kriegsgefangenen der „Henker von Brjansk“ genannt.
Rüstungsarbeiter
Berlin, 28. Dezember. (AP.) Das Stahlwerk Vera in Crossen bei Eisenberg (Sachsen) stellt jetzt Geschützteile für die Sowjetarmee her. Die Teile werden nach Prüfung durch sowjetische Offiziere auf Lastkraftwagen der Roten Armee oder der Volkspolizei abtransportiert.
Den Belegschaftsmitgliedern des Werkes ist es ausdrücklich verboten, sich ohne besondere Genehmigung weiter als zehn Kilometer von ihrem Wohnort zu entfernen. Bei der Auswahl der Arbeiter ist vor allem auf die Mitgliedschaft zur SED geachtet worden. Sämtliche Belegschaftsmitglieder haben sich vor Aufnahme der Arbeit einer „Lehr- und Prüfungsabteilung“ vorstellen müssen, wo sie „Verhaltungsmaßregeln“ für ihre Tätigkeit bekamen.
111 Millionen Tonnen Steinkohle
Düsseldorf, 28. Dezember, (vwd) Im Bundesgebiet sind im Jahr 1950 nach vorläufigen Schätzungen rund 111 Millionen Tonnen Steinkohle gegenüber 103,2 Millionen Tonnen im Jahr 1949 gefördert worden. Die Produktion von Zechenkoks wird auf knapp 25 Millionen Tonnen (23,3 Millionen Tonnen) veranschlagt. Mehr als 25 Millionen Tonnen — annähernd 23 Prozent der Ruhrkohlenförderung — gingen in den Export. Eine Steigerung der Kohlenförderung ist die Hauptaufgabe des K oh 1 enb ergb au es.
Kardinal Graf Preysing beigesetzt
Auf dem Hedwigs-Friedhof im Berliner Ostsektor der Erde übergeben
Berlin, 28. Dezember. (AP.) Unter Anteilnahme Tausender Berliner ist der am 22. Dezember verstorbene Berliner Bischof Konrad Kardinal Graf Preysing am Donnerstag auf dem im Sowjetsektor gelegenen Hedwigs-Friedhof beigesetzt worden.
Zuvor hatte der Kölner Erzbischof Kardinal Frings in der dichtbesetzten St.- Sebastians-Kirche in West-Berlin für den Verstorbenen ein Pontifikal-Requiem zelebriert, dem das „absolutio ad tumbam“ folgte
Nach Beendigung der Trauerfeierlichkeiten zog ein unübersehbarer Trauerzug mit Hunderten kirchlicher Fahnen unter geistlichen Gesängen zum etwa einen Kilometer entfernten Hedwigs-Friedhof, wo vor allem die katholische Jugend Berlins mit Fahnen und Wimpeln die Grabstelle säumte. Kardinal Frings nahm sodann die letzte Segnung vor, die Fahnen senkten sich'und der Sarg mit dem toten Kardinal wurde beigesetzt.
Gegen Politisierung
der Bekennenden Kirche
Stuttgart, 28. Dezember, (dpa) Der Landesbruderrat der württembergischen Bekenntnisgemeinschaft hat sich in einem an den Bruderrat der Evangelischen Kirche in Deutschland gerichteten Schreiben gegen eine Politisierung der Bekennenden Kirche gewandt. Der Bruderrat der EKD in Darmstadt wurde gebeten, darüber zu wachen, daß die Bekennende Kirche nicht zu einer „schwärmerischen, politisierenden Sekte“ werde.
Zinns neue Hessen-Regierung
Die Ministerliste: Zinnkann, Metzger, Tröger, Fischer
Wiesbaden, 28. Dezember. (Eigener Bericht.) Gemeinsam mit der gesamten sozialdemokratischen Fraktion des Hessischen Landtags erörterte am Donnerstagnachmittag Ministerpräsident Georg August Zinn die neue Regierungsbildung und besprach dabei gleichzeitig Aufgaben und Ziel seiner künftigen Tätigkeit.
Wie bereits vor Weihnachten bekanntgegeben wurde, schlug der neue Regierungschef al? Kabinettsmitglieder vor: Zinnkann auf seinem bisherigen Posten als Innenminister zu belassen, das Kultusministerium mit dem Darmstädter Oberbürgermeister Ludwig Metzger, das Finanzministerium mit dem derzeitigen Ministerialdirektor von Nordrhein-
Westfalen, Dr. Tröger, und das Ministerium für Arbeit, Landwirtschaft und Wirtschaft mit Ministerialrat Heinrich Fischer zu besetzen.
Wenn dieser Beschluß die Zustimmung der Landtagsfraktion gefunden hat, wird Ministerpräsident Zinn seine neue Kabinettsliste dem Landtagspräsidenten Witte zuleiten, sie jedoch vorher noch einem am Freitagvormittag in Wiesbaden tagenden Landesausschuß der SPD unterbreiten.
Wie in den Abendstunden verlautet, hat sich bei der Besprechung der Kabinettsliste lediglich um den Posten des Kultusministers eine Debatte entwickelt.
Goetze war nicht angestellt
Zum Pfarrer-Konflikt in Hessen
Gießen, 28. Dezember, (dpa) Zu dem Konflikt zwischen der Gießener evangelischen Lukasgemeinde und der Kirchenleitung von Hessen und Nassau um die Versetzung des Pfarrers Kurt Goetze nach Nidda wurde am Donnerstag aus Kreisen der Kirchenleitung erklärt, daß Goetze nicht ordentlicher Gemeindepfarrer der Lukasgemeinde gewesen sei. Auch sei er nicht der Kirchenleitung von Hessen und Nassau, sondern der von Sachsen unterstellt gewesen, so daß eine feste An- Stellung in Gießen ohnehin nicht möglich gewesen sei. Die Kirchenleitung habe seinerzeit allerdings den Fehler gemacht, Goetzes Bewerbung nach Gießen anzunehmen.
Verhinderter Massenausbruch
aus der Strafanstalt Butzbach
Wiesbaden, 28. Dezember, (dpa) Eine Meuterei, die ausländische Strafgefangene in der hessischen Strafanstalt Butzbach für die Weihnachtsfeiertage vorbereitet hatten, konnte nach Mitteilung des hessischen Justizministeriums verhindert werden.
Die Strafgefangenen, in der Hauptsache Polen, die von amerikanischen Gerichten zu längeren Freiheitsstrafen verurteilt sind, hatten durch Kassiber mit zahlreichen anderen Gefangenen einen gemeinsamen Massenausbruch verabredet. Die Justizbehörde, die von dem Plan Kenntnis erhielt, ließ 22 Gefangene vor den Feiertagen in andere Strafanstalten verlegen und verstärkte die Bewachung. Nachdem ihr Plan aufgedeckt war, drohten die Kassiberschmuggler einem Mithäftling, den sie als Verräter ansahen, die „Rache ihres Ringes“ an.
Keine Neutralisierung
Eine Erklärung Schumachers
Rom, 28. Dezember, (dpa) Der SPD-Vorsitzende Dr. Schumacher erklärte in einem von der italienischen Zeitung „11 Tempo“ veröffentlichten Interview, der Gedanke der Neutralisierung Deutschlands sei lediglich eine Waffe der sowjetischen Deutschlandpolitik.
Eine wirkliche Neutralisierung Deutschlands setze zweierlei voraus: die anderen Mächte, vor allem die USA und die Sowjetunion, müßten die Neutralität Deutschlands als notwendig ansehen und sich verpflichten, sie mit der größten Korrektheit zu achten. Ferner müßten die Deutschen selbst fähig sein, ihre Neutralität politisch und militärisch zu verteidigen. Im Augenblick sei weder die eine, noch die andere dieser Voraussetzungen gegeben.
Stimmen der Anderen
Gegen Luxussoldaten
Zum Problem der „Luxus-Soldaten“ schreibt „N e w Y o r k T i m e s“ in einem Leitartikel:
„Obwohl die Atlantikpakt-Staaten jährlich fast zwanzig Milliarden Dollar — also ungefähr ebensoviel wie die Sowjetunion — für ihre Verteidigung ausgegeben haben, verfügen sie über relativ wenig wirkliche Kampfstärke. Dafür gibt es viele Gründe. Einer der wichtigsten ist, daß sich die Demokratien von dem Prinzip der üblichen militärischen Genügsamkeit abgewendet haben und versuchen, ihre Truppen auf einem gewissen ,Luxus-Standard' zu erhalten. In dieser Hinsicht waren die USA tonangebend. Sie bezahlen ihre Soldaten nicht nur sehr gut, sondern stellen ihnen auch eine Vielzahl von Einrichtungen zur Verfügung, die zum Beispiel jede Infanteriedivision dazu zwingen, rund sechzigtausend Mann im rückwärtigen Dienst einzusetzen, wozu dann noch zahlreiche Zivilangestellte kommen. Die Sowjettruppen kommen mit einem Zehntel dieses Personals aus.
Diese Frage ist deshalb so wichtig, weil sie nicht nur ein finanzielles Problem darstellt, sondern auch in dem Augenblick akut wird, wenn — nach den Brüsseler Beschlüssen — eine gemeinsame atlantische Verteid'igungsmacht auf gestellt wird, die sowohl aus amerikanischen als auch aus europäischen Truppen besteht. General Clark hat bereits die Forderung erhoben, daß die USA-Truppen ihren Gürtel enger schnallen sollen, und General Eisenhower wird darauf sehen müssen, daß dies auch tatsächlich geschieht, schon aus Gründen der Moral. Das könnte vor allem für die USA-Besatzungstruppen in Deutschland besonders schmerzlich werden, die bisher auf deutsche Kosten von der Fettschicht des besetzten Landes gelebt haben. Da die Deutschen einen finanziellen Beitrag für die Verteidigung werden leisten müssen, der weit über die von ihnen bisher getragenen Besatzungskosten hinausgeht, wird ihi- Zuverlässigkeit als Partner nicht gerade gestärkt werden, wenn ihr Geld weiterhin für nicht ausgesprochen militärische Zwecke, sondern für den Luxus der Besatzungistruppen ausgegeben wird. Die Brüsseler Entschlüsse stellen den Beginn einer neuen Aera dar, und die Militärs werden sich daran gewöhnen müssen.“
In wenigen Zeilen ...
Ministerialrat Knappstein, der neue deutsche Generalkonsul in Chicago, ist am Donnerstagabend nach den Vereinigten Staaten abgeflogen.
Rund 60 100 Flüchtlinge aus dem sowjetisch besetzten Gebiet haben im Laufe dieses Jahres um Asylrechte in West-Berlin gebeten.
Die Stadt Köln wird Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer und dem DGB-Vorsitzenden Dr. h. c. Hans Böckler die Ehrenbürgerrechte verleihen.
General Koenig wird voraussichtlich den höchsten Kommandoposten der französischen Streitkräfte übertragen erhalten.
Alle Finanzämter der Sowjetzone werden vom 1. Januar 1951 an einen als „Innenrevisor“ fungierenden Politkommissar erhalten.
Die Ernennung eines französischen Botschafters für Spanien scheitert vorerst an innerpolitischen Hemmnissen.
Der sowjetische Ministerrat kürzte die Bauzeit des Wolga-Don-Kanals um zwei Jahre. Die Wasserstraße soll bereits im nächsten Jahr fertiggestellt werden.
Neuyork und der gesamte industrielle Osten der Vereinigten Staaten werden von Allwetter-Düsenjägern bewacht, die Tag und Nacht in Bereitschaft sind.
Die Vereinigten Staaten haben Italien ersucht, sein Waffenproduktionsprogramm in Höhe von 400 Millionen Dollar für das kommende Jahr sofort anlaufen zu lassen.
Das Nationale Produktionsamt der Vereinigten Staaten hat die Hortung von 55 Rohstoffarten, die für das Verteidigungs- Programm und die zivile Industrieproduktion von entscheidender Bedeutung sind, verboten. Die amerikanische Armee hat bekanntgegeben, daß im März weitere 80 000 Wehrpflichtige eingezogen werden. Kanada erwägt Pläne, in großem Umfang fliegendes Personal und Bodenpersonal aus den Atlantikpaktstaaten in seinen Luftfahrtschulen auszubilden. Die Verhandlungen zwischen Großbritannien und Spanien zur Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen stehen kurz vor ihrem Abschluß. Durch ein Abkommen zwischen den USA und der Türkei ist die amerikanische Militärhilfe an die Türkei um siebzig Prozent erhöht worden. Ueber Weihnachten sind zwölf West-Berliner Studenten in der Sowjetzone verhaftet worden.
Margueriten IM BLAVEN FELD
Kriminalroman von Ullrich v. Bissing15. Fortsetzung Und so ließ er sich auch nicht von den geheimnisvollen Umständen am Tatort in der Dahlienstraße beirren, sondern nüchtern betrachtete er die Liste der in diesem Zusammenhang bekanntgewordenen Namen. Hier mußte seiner Ansicht nach der Hebel angesetzt werden, wenn man Schritt für Schritt in dieser Sache weiterkommen wollte. Und in dieser Richtung war er auch entschlossen, seine Erkundigungen aufzunehmen. Hierbei schaltete er das Personal im Hause d’Argents vorerst aus. Weder ein Hausmädchen, noch eine der beiden Putzfrauen, noch die korpulente Köchin besaßen die Kaltblütigkeit, mit
einem Revolver bewaffnet, d’Argent gegenüberzutreten, um ihn zu erschießen. Auch besaßen sie ihre Alibis, das heißt, sie konnten nachweisen, wo sie sich an dem betreffenden Abend aufgehalten hatten. Die beiden Putzfrauen waren in ihrer Wohnung gesehen worden, dies konnten Hausbewohner bezeugen. Eva Arndt war in der Stadt und anschließend im Kino gewesen, zusammen mit dem Hausmädchen von Professor Csatow. Und wenn diese Aussage auch noch der Ueberprüfung bedurfte, so zweifelte der Kriminalrat keineswegs an einer Bestätigung. Er vermochte glaubwürdige und unglaubwürdige Aussagen zu unterscheiden.
Wenn Kriminalrat Klausen den Fall d’Argent übernommen hatte, so hieß dies keineswegs, daß er bei seiner nicht zu unterschätzenden Büroarbeit, die Tag für Tag zu bewältigen war, jede einzelne Phase dieser Untersuchung persönlich unternahm. Er hatte hierfür wohl ausgesuchte und ausgebildete Beamte zur Verfügung, auf deren Gewissenhaftigkeit er sich verlassen konnte. Aber in diesem Fall hatte er die Absicht, gewisse Recherchen persönlich zu übernehmen. Insbesondere hatte er sich den Besuch im Hause Csatow vorbehalten. Und hierfür war der Wagen um zehn Uhr bestellt, und als Ungersbach den Kriminalrat verlassen hatte, konnte dieser noch gerade einige vordringliche Berichte diktieren.
Danach zog er den Mantel über, stülpte den schwarzen, steifen Hut auf den Kopf und eilte mit energischen Schritten den langen Korridor und die Steintreppe hinunter, um kurz darauf in einem offenen sechssitzigen Polizeiwagen das Tor des Polizeipräsidiums zu passieren.
Klausen fuhr um dem Hause Csatow einen Besuch abzustatten. Um eventuell über die Gewohnheiten d’Argents etwas zu erfahren. D’Argent hatte im Hause Csatow verkehrt, Eva Arndt, das Haus, mädchen aus der Dahlienstraße, hatte sogar von einem freundschaftlichen Verhältnis zwischen den beiden Häusern gesprochen. Es war anzunehmen, daß die Csatows vielleicht Angaben machen konnten, die zur Aufklärung des Falles beitrugen.
Im übrigen war d’Argent von Professor Csatow einer Blinddarmoperation unterzogen worden. Aber dies schien dem Kriminalrat nicht wichtig. Der beste Freund wurde bei einem Arzt zum Patienten, sobald medizinische Belange in den Vordergrund traten. Dies war wohl kaum anders möglich. Es war aber doch wohl so gewesen, daß d’Argent ein besonders bevorzugter Gast der kleinen Gesellschaften gewesen war, die von der Gattin des bekannten Chirurgen in ihrem Heim arrangiert worden waren. Klausen hatte inzwischen die Personalunterlagen des Einwohnermeldeamtes über die Familie Csatow in Händen gehabt und war so über die beiden Ehen der Frau Csatow unterrichtet. Er entsann sich auch des Unglücksfalls des bekannten schwedischen Konsuls- Konsul Kirsten war ein leidenschaftlicher Autosportler gewesen und eine auf den Schauplätzen des Motorsports bekannte Persönlichkeit. Er war seinerzeit bei der Ausfahrt einer vor den Toren der Stadt liegenden Rennstrecke mit seinem Wagen ins Schleudern geraten und so unglücklich gegen einen Baum geprallt, daß er auf der Stelle tot gewesen war. Aber damals war Klausen noch Kriminalkommissar, und dies lag nun einige Jahre zurück. Aber er entsann sich noch des Aufsehens, das der Tod des beliebten Konsuls hervorrief. Soweit er sich erinnerte, war die Leiche des Konsuls nach Schweden überführt worden. Frau Kirsten aber war in der Stadt geblieben, in der sie an der Seite des charmanten Diplomaten ihre großen gesellschaftlichen Erfolge gefeiert hatte. Unerwartet schnell war sie die Gattin des Chirurgen Csatow geworden, der der Chefarzt eines der größten städtischen Krankenhäuser gewesen war. Die materiell gut fundierte Heirat mit der Frau Kirsten hatte ihm den Bau und die Einrichtung dieser großzügigen Privatklinik erlaubt, deren Ruf schnell populär wurde.
Klausen war also über die Verhältnisse, die er antraf, unterrichtet. Dies gehörte zu seiner Taktik. Es war immer von Vorteil, einem Gesprächspartner einige Längen voraus zu sein. Selbst, wenn dieser Partner eine so einwandfreie Kapazität war. Der Kriminalrat beabsichtigte, zuerst die Klinik aufzusuchen, änderte aber im letzten Augenblick seinen Entschluß und beauftragte den chauffierenden Beamten, zur Krokusallee zu fahren. Der Wagen hielt nach einigen Minuten weiterer Fahrzeit vor einem eindrucksvollen Villengebäude, das in einem gepflegten Park lag. Kriminalrat Klausen entstieg dem offenen Fahrzeug, sagte dem Chauffeur, er möge eine Zigarette rauchen und ging nach einem prüfenden Blick auf das großzügig gebaute Haus zu. Ein mit Steinplatten ausgelegter Weg führte zu dem Eingang. Hier schellte er und ließ sich von dem Hausmädchen melden. Man führte ihn in einen kleinen, elegant ausgestatteten Wohnnaum und forderte ihn auf, zu warten. Klausen schritt ruhig und langsam durch den komfortablen Salon. Er hatte erwartet, ein kultiviertes Haus kennenzulernen, aber die Kostbarkeit der Einrichtung überstieg seine Erwartungen. Er mußte sich in Geduld fassen-
Als sich dann endlich die Tür öffnete, stand er einem aparten jungen Mädchen gegenüber.
„Sie wünschen meine Mutter zu sprechen?“
„Kriminalrat Klausen“, nannte er seinen Namen, „allerdings. Hoffentlich störe ich nicht!“
„Bitte, nehmen Sie Platz...! forderte Irene ihn auf, „meine Mutter ist leider im Augenblick nicht im Hause. Kann ich Ihnen vielleicht behilflich sein?“
Irene musterte ohne Scheu und ziemlich offen den Kriminalrat, der, von ihr durch einen kleinen Tisch getrennt, auf einem Stuhl saß. Sie hatte sich den Typ eines Beamten der Kriminalpolizei anders vorgestellt. Jünger, aufregender und weniger schüchtern. Dies, was ihr dort gegenübersaß. war ein ganz hausbackener Bürger, sicherlich ein treusorgender Familienvater, der eher etwas Joviales als etwas Aufregendes an sich hatte. Der Schock, der sie bei dem Wort Kriminalrat befallen hatte, wich einer inneren bebefreienden Entspannung. Es war nichts weiter zu beachten, als selbst vorsichtig zu sein und nicht zu verraten, daß sie besser über die Ereignisse an jenem bewußten Freitagabend unterrichtet war, als sogar ihre Mutter vermutete. Ihre Jugend ließ sie dem alltäglichen Aussehen des Kriminalbeamten sich überlegen fühlen, und vielleicht ungewollt stach bei ihr eine betonte Sicherheit hervor. Sie ahnte nicht, daß gerade diese zur Schau gestellte Ruhe den Kriminalrat stutzig machte. Hierbei von einem Verdacht zu sprechen, wäre nicht richtig. Klausen registrierte es lediglich. Dies allerdings betont, denn diese Sicherheit war für einen jungen Menschen ungewöhnlich. Die innere Abwehrstellung, die er bei solchen Gelegenheiten öfters, ja zumeist beobachtete, fehlte hier völlig Wer schon saß gern einem KriminaL beamten gegenüber.
So begann er dieses Gespräch mit der unverfänglichen Bemerkung daß er in Erfahrung gebracht habe,’ daß Herr Roger d’Argent des öfteren als Gast in diesem Haus geweilt habe. Eine Tatsache, die ihn insofern interessiere, da, wie wohl aus Zeitungsberichten bekannt sei, der Genannte in seiner Wohnung in der Dahlienstraße tot aufgefunden worden sei. Leider könnte kein Zweifel bestehen, daß er eines gewaltsamen Todes gestorben sei.
„Das ist richtig , bestätigte Irene Kirsten, „er war Gast unseres Hauses. Aber wir haben öfters Gäste“, fügte sie erläuternd hinzu.
„Sie wollen sagen.. “ erwiderte Klausen, „er war nicht ein besonders bevorzugter Gast in diesem Haus? Er war ein Gast unter Gästen?“ (Fortsetzung folgt)
Darmstadt und Umgebung
„Fall mir nicht in den Briefkasten!"
Sg. „Und fall mir nicht in den Briefkasten“ ... sagen seit altersher verreisende Ehemänner zu ihren Frauen, wenn sie sich am Bahnhof verabschieden, und besorgte Mütter geben ihren Kindern den scherzhaft guten Rat mit auf den Schulweg. Dieser Satz gehört mit in die Kategorie von: „Vergiß nicht das Badewasser abzudrehen“ und „Rauch nicht so spät im Bett!“ Herzlich-humorvolle Warnung für ein wenig vergeßliche Menschen, dem eigenen und fremden Besitz die erforderliche Aufmerksamkeit zu schenken.
Wenn die Badewanne in der eigenen Wohnung überläuft, betrifft es jedoch nur die eigene lädierte Wohnung, oder höchstens noch dlie Zimmerdecke des Nachbarn einschließlich seinem zerstörten Radio-Gehäuse, das durch tropfendes Seifenwasser grau-melierte Streifen erhielt. Es kann sogar ernsten Streit, evtl, eine Gerichtsszene geben, immer aber bleibt der Schaden auf verhältnismäßig kleine Gruppen beschränkt.
Anders ist es mit den Briefkästen. Die benutzen alle Menschen gemeinsam, und wenn die Beanspruchung dieses postalischen Gegenstandes größer wäre, könnte man, oder würde die Post vermutlich einen kleinen Spruch anheften: „Verlasse diesen Ort so ...“ usw. Das geht nun nicht, und außerdem weiß jeder Mensch, daß der Aschenkasten nicht in den Briefkasten geleert werden darf, auch wenn der alte „Reichsapfel mit Krone“ andersfaroig überstrichen ist. — Nunmehr hat sich aber die Schuljugend mit dem Eintreten des ersten größeren Schneefalles fest entschlossen,' die Brief-- Sendungen nach Amerika, Australien und Malchen zu verwässern und die Anschriften zu verwischen, indem sie sich bemüht Schneebälle durch den engen Schlitz zu jonglieren.
Das Spiel ist — zugegeben — schön, ähnlich wie die Zielübung auf fremde Fensterscheiben, aber völlig unzweckmäßig. Manch einer bekommt durch dieses Amüsement seine Neujahrspost nicht mehr, und ein anderer muß Strafporto zahlen. — So geht’s leider nicht. Man kann auch keinen Schupo vor jeden einzelnen Kasten stellen. Soviel Polizei haben wir noch nicht. Da gibt’s nur eine Lösung: „Elternhaus und Schule müssen — wie immer wenn’s schwierig wird — eingreifend helfen und den Kindern den Unfug vielleicht austreiben, denn Strafzettel kosten -eine Menge Geld.
Wird Dr. Engel Oberbürgermeister?
Jahresbericht der Stadtverwaltung vermutlich am 8. Januar 1951
PD. — Die Erörterungen über den Nachfolger für Oberbürgermeister Metzger sind in ein neues Stadium getreten-Aus sozialdemokratischen Kreisen erfahren wir, daß Senatspräsadent Dr. Engel von seiner Partei für den Posten vorgeschlagen werden soll. Dadurch werde es möglich, Stadtkämmerer Dr. Feick für sein Amt zu erhalten. In Dr. Engel, der bekanntlich auch für den Bundestag kandidierte, hofft man einen Anwärter für den Oberbürgermeisterposten zu finden, dessen Wahl auch von den Freien Demokraten und der Christlich-Demokratischen Union unterstützt werden dürfte. Die Kommunisten sollen sich bereit erklärt haben, auf jeden Fall für einen Sozialdemokraten zu stimmen Dr. Engel war bereits früher genannt worden, doch hieß es. er sei wenig geneigt, sein jetziges hohes juristisches Amt als Senatspräsident und stellvertretender Vorsitzender des Hessischen Staatsgerichtshofs mit dem kommunalen zu vertauschen. Dr. Engel war als Rechtsanwalt mit Ludwig Metzger assoziiert. Er ist 1906 geboren und gilt als besonders befähigter Jurist.
Die Stadtverordneten werden voraussichtlich am 8. Januar zu ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr zusammenkommen und den Jahresbericht des Oberbürgermeisters entgegennehmen. Bis dahin wird auch die sozialdemokratische Fraktion des Hessischen Landtags endgültig über die Ministerliste entschieden haben.
Besuch auf Gehaborn
Besichtigungsfahrt der Stadtverordneten
Stadtverordnetenvorsteher Wiesenecker lud die Verordneten gestern zu einer Besichtigung des Stadtgutes Gehaborn ein. Etwa 20 Personen fuhren mit einem, Heagomni'bus durch den winterlichen Wald zum Hof, der bereits in der Gemarkung Weiterstadt liegt. Unter den Anwesenden war u. a. Bürgermeister Schröder und der Leiter der städt. Güterverwaltung Triebkorn- Verwalter Aisenbray, der den Hof seit 1935 verwaltet, führte durch die Anlagen des Gutes, das die beachtliche Größe von 800 Morgen hat.
Das Gut hat nur noch vier Gespanne, der größte Teil ist auf motoriS'Chen Betrieb umgestellt. Nach einer Führung durch die vorbildlich angelegten, sauberen Ställe, in denen sich zur Zeit etwa 160 Stück Vieh befinden, die rund 1000 Liter Milch pro Tag an die Stadt liefern, schloß die Besichtigung mit einem heißen Kaffee. Hm.
16 000 Mark bis 10. Januar
Metall fürs Glockenspiel gesichert, wenn bis zum 10. Januar 1951 16 000 Mark bereitgestellt werden können.
Für das Glockenspiel sind, wie gestern im. Hotel Knauff anläßlich einer Tagung des Gl ockenspiel-AusschJuss.es erklärt wurde, 2500 kg Metall erforderlich, die insgesamt 16 000 Mark kosten. Dieser sehr günstige Preis kann aber nur aufrechterhalten werden, wenn bis zum 10. Januar 1951 das Geld bereitgestellt werden kann. Es sind inzwischen beachtliche Geldspenden eingegangen, die jedoch bei weitem nicht ausreichen. Wir weisen noch einmal darauf hin (vergleiche unsere gestrige Ausgabe!), daß Spenden fürs Glockenspiel steuerlich abgeschrieben werden können. r/DT
Darmstädter Tagblatt am Jonntag
Sie lesen in der nächsten Ausgabe des „Darmstädter Tagblatt am Sonntag" unter anderem:
Die Heringsprobe von Heppenheim S. 2 Frauen im Sturm der Zeiten S. 3 Silvesterfahrt ins Wattenmeer S. 4 Kolbergs verbotene Zone 5 Muß Schaufensterware verkauft werden? S. 6 Blick in die Welt S.B
So gute Laune wünschen wir jedem von uns für das neue Jahr!
Er fing mit zwei Pferden an
50 Jahre Firma Heinrich Volz
Die Firma Heinrich Volz, Kohlenhandel und Fuhrbetrieb, Darmstraße 31, begeht am 1. Januar 1951 ihr 50jähriges Geschäftsjubiläum.
Mit zwei Pferden fing im Jahre 1901 der jetzt 77jährige Seniorchef in der Gervinusstraße 34 an, holte seine Kohlen in Gernsheim bei der Handelsfirma Laufer, Hofmann & Co — dort werden sie noch heute bezogen — und freute sich der guten Zeiten, die sein Geschäft zur Blüte brachten. Die Aufträge im Fuhrbetrieb wurden immer größer, weitere Gespanne und Wagen wurden angeschafft und heute erinnert sich sich der alte Herr noch gerne daran, wie er mit Pferdegespannen Meßwagen auf die Kirchweihen der benachbarten Dörfer fuhr.
Im ersten Weltkrieg zog Heinrich Volz ins Feld und seine Frau führte das Geschäft tapfer weiter. Die zwanziger Jahre brachten einen neuen Aufschwung. Die Lagerhallen vergrößerten sich, ein weiteres Lager entstand in der Erbacher Straße und der erste Lanz-Bulldog Darmstadts wurde 1924 von der Firma Heinrich Volz durch die Straßen der Stadt gefahren. Im Jahre 1936 waren es 5 Lastzüge, 2 Zugmaschinen und ein letztes Pferd für die Kleinfuhren.
Der zweite Weltkrieg und besonders die Bombennacht 1944 zerstörte fast alles: Drei Häuser mit 16 Wohnungen, alle Betriebseinrichtungen und Fahrzeuge, hunderte Tonnen Kohlen wurden ein Raub der Flammen. Der größte Verlust war jedoch der Tod des einzigen Sohnes Ferdinand mit seiner Frau in jener Septembernacht.
1945 begann der 71jährige Heinrich Volz von neuem unermüdlich den Wiederaufbau seines Betriebes. Sein Aufbauwille trug in den vergangenen Jahren schon Früchte und heute am Tage seines Geschäftsjubiläums steht wieder ein leistungsfähiges Unternehmen da. *
Von einem Personenkraftwagen angefahren wurde in der Nacht zum Donnerstag auf der Unteren Rheinstraße ein Fußgänger. Ohne anzuhalten, fuhr der Fahrer des Pkw. weiter. Von einem nachfolgenden Lastzug wurde der Verletzte aufgenommen und in ein Krankenhaus eingeliefert.
Irgendwo in der Stadt. . .
.. . steht dieser kleine Baum. Wie leichte, weiße Watte hängt der Schnee auf seinen jungen Aesten, ihn doch schier erdrückend. Seit Jahr und Tag ward uns das Bild nicht mehr geboten und deshalb freut sich jeder doppelt an dem schönen Anblick.
Wie lange mag der weiße Zauber dauern? (Diese Frage stellt wohl jede Hausfrau und mancher besorgte Familienvater, der nicht nur an das zauberhafte Winterbild denkt, sondern auch den knappen Zentner Kohlen, mit dem die Haushalte im nächsten Monat auskommen sollen.)
50 Jahre Gemeindeapotheke
Ein Jubiläum in Arheilgen
Am 1. Januar 1901 eröffnete der Apotheker Ludwig Münch in Arheilgen in den Räumen der ehemaligen Volksschule die Gemeindeapotheke. Das Haus war von dem Baumeister Preißmann für die Zwecke der Apotheke umgebaut worden. Durch alle Schwierigkeiten der Kriegs- und Inflationszeit hindurch führte Apotheker Münch die Apotheke 40 Jahre lang bis zu seinem Tode im Jahre 1941.
Inzwischen war durch die Eingemeindung Arheilgens im Jahre 1937 die Apotheke in den Besitz der Stadt Darmstadt übergegangen.
Nach dem Tode von Apotheker Münch übertrug die Stadt Darmstadt im Einvernehmen mit der hessischen Regierung die Pacht auf Lebenszeit dem Apotheker Fritz Halfter. Der Genannte wurde am 8. 2. 1885 zu München-Gladbach geboren, trat am 1. 10. 1901 in die pharmazeutische Lehre ein, studierte in Marburg und legte sein Staatsexamen mit der Note „sehr gut“ ab. 1911 approbierte er in Berlin und war anschließend in zahlreichen Apotheken tätig, um sich die nötigen Kenntnisse und Berufserfahrungen anzueignen. Im Jahre 1941 übernahm er die Pacht der Löwenapotheke in Darmstadt, die er bis zur Uebernahme der Gemeindeapotheke in Arheilgen im Jahre 1941 führte. Unter seiner Leitung wurde die Einrichtung der Arheilger Apotheke den neuen Erfordernissen angepaßt, ein neuer Rezeptiertisch, Materialschränke für die vielen Spezialitäten, Maschinen und Apparate angeschafft, so daß ein arbeitsfähiges, modernes Laboratorium entstand, das — nachdem schließlich die Raumfrage noch zufriedenstellend gelöst war — in der Lage ist, alle galenischen Präparate des Arzneibuches selbst herzustellen und so für die Güte der Ware zu garantieren.
Zugleich mit dem Jubiläum der .Gemeindeapotheke Arheilgen blickt also auch Herr Halfter auf eine 50jährige Tätigkeit als Apotheker zurück, zu der wir ihm und seiner Apotheke herzlich gratulieren. DT
Die Weihnachtsfeier der Heimatver¬ triebenen, Ortsgruppe Eberstadt, findet am 30. Dezember, 20 Uhr, in der Gastwirtschaft „Zur Rose" statt. Der 2. Vorsitzende im Landesverband der Heimatvertriebenen in Hessen e. V. und Sprecher der Schlesier im Landesverband, Dr. Müller-Osten, hält die Festrede. Nach dem offiziellen Teil des Abends wird die Spielgruppe mit einem abwechslungsreichen Programm unterhalten. t—s
Schuppen in der Börse sorgen für’s Geld
„Aalglatte“ Vorschläge für den Silvestertisch
Am Silvester- oder Neujahrstage ist in vielen Familien der Karpfen oder überhaupt ein festliches Fischgericht fällig. Die Schuppen, in der Börse aufbewahrt, sorgen das ganze Jahr für Geld, heißt es im Volksmund.
Gemeinhin verbindet man mit dem Wort „Ernte“ die Vorstellung reifender Felder und fruchtschwerer Bäume. Doch wie das Schiff die Wogen „durchpflügt“, so „erntet“ der Fischer vom Meere und der Fischzüchter von seinen Teichen. Auch sein Ertrag dient der Ernährung, und wenn wir hören, das Schlesien jährlich etwa 44 000 Zentner Karpfen und Schleie lieferte, scheint uns die Fischernte eine nicht unbeträchtliche Rolle in der Volkswirtschaft zu spielen.
Nährstoffe und Fettgehalt liegen beim Süßwasserfisch prozentual höher als bei vielen Fleischarten. In 100 g Trockensubstanz bei Rindfleisch sind 12,21 Prozent Fett festzustellen, bei Kalbfleisch 4,90, jedoch bei Karpfen 23,30 Prozent. Besonders hohen Fettgehalt besitzt der Aal mit 27,68 Prozent. Auch macht der Abfall gegenüber dem Eßbaren durchweg beim Fisch nur etwa 30 Prozent aus. während wir bei Wild und Geflügel über 50 Prozent Abfall haben. gebiete vergleichen, und Regierungsfischereirat Dr. Gennerich schätzt auch den Bedarf unseres Gebiets höher ein, als die Ernte aus den 188 hessischen Teichen erbringen kann, die eine Gesamtfläche von 362,9 Hektar einnehmen.
Die Fisch-Erträge unseres hessischen Bezirks können sich natürlich nicht mit den einstigen Ziffern der verlorenen Ost-
Darmstadt selbst besitzt 22 Teiche, von denen freilich nur 4 mit 2,4 Hektar Fläche durch Berufsfischer genutzt werden. Hinzu kommen noch 5 von Berufsifiscbern genutzte Teiche des Kreises Erbach, während Groß-Gerau, Dieburg, Bergstraße mit insgesamt 11 Teichen, die jedoch nicht durch Berufsfischer genutzt werden, nur geringen Anteil lieferten zu den rund 500 Zentnern Karpfen und Schleien, de jetzt wieder unserem Gebiete zur Verfügung standen.
Den Hauptanteil der Karpfen- und Schleienernte für Hessen stellen die Kreise Lauterbach (40 Teiche), Büdingen (34 Teiche), Gießen (25 Teiche) und Alsfeld (18 Teiche). In größerem Umfange wird die Karpfen- und Schleienzucht betrieben in den Riedeselschen Teichen in Ober- und Nieder-Moos, den Fürst Ysenburgschen Teichen in und bei Büdingen, den Fürstlich StoTbergschen Teichen in Gedern und in den forststaatlichen Anlagen in Grebenhain, Göringen und Romrod.
Die natürlichen Teiche sind gegenüber den künstlich angelegten in der Minderzahl, und nur 43 von den 188 hessischen Teichen fehlt die erste Voraussetzung für eine planmäßige Süßwasserfischzucht, die Ablaßvorrichtung. In Fachkreisen ist man überzeugt, daß man auch bei der geringen hessischen Teichfläche größere Ernten erzielen könnte, würden überall nach den Erkenntnissen der modernen Hydrobiologie gearbeitet. Auch bietet das hessische Land noch an mancher Stelle günstige Bedingungen, um Teiche anzulegen und ihre Bewirtschaftung gründlich durchzuführen. Wo der Acker nur karge Ernten bringt, könnte hier und da einem Teiche wohl mehr für die Ernährung unserer dichten Bevölkerung abgewonnen werden, wenn auch die Fischernte nicht von einem Frühling zum Hochsommer reift, sondern zum Beispiel der Karpfen drei Jahre braucht, bis er als willkommene Speise zur Silvester- und Neujahrsfeier auf unseren Tisch gelangen kann.
Teichwirtschaft ist Planwirtschaft für die Zukunft, und dazu braucht es Unternehmergeist und — Kapital. Di
Treue und demokratische Gesinnung
Verdiente Polizeibeamte treten in den Ruhestand
Laut Mitteilung des Polizeipräsidiums Darmstadt scheiden mit Wirkung vom 1. Januar 1951 infolge Erreichung der Altersgrenze aus dem städtischen Polizeidienst aus: Polizeiamtmann Heinrich Gebhardt, Kriminalrat Heinrich Hummel und Polizei-Hauptkommissar Friedrich Diehl.
Diese Beamten standen jahrzehntelang im öffentlichen Dienst und haben sich durch beachtliches Können und Organisationstalent, Zuvorkommenheit, Takt und Höflichkeit ausgezeichnet. Während der Nazizeit waren sie als politisch unzuverlässig diienstentlassen und manchen Verfolgungen ausgesetzt.
Beim Einmarsch der amerikanischen Besatzungstruppen im Jahre 1945 stellten sich die jetzt in den Ruhestand tretenden Polizei-Oberbeamten dem Herrn Polizeipräsidenten in selbstloser Weise für den Wiederaufbau der Darmstädter Polizei zur Verfügung. Durch vorbildliche Charaktereigenschaften, ihre reichen polizeilichen Erfahrungen sowie durch die erfolgreichen Bemühungen um die Heranbildung eines brauchbaren Beamtennachwuchses haben sie in Darmstadt besondere Verdienste erworben. Daher sind sie bei ihren Vorgesetzten als auch den Mitarbeitern sehr beliebt und erfreuen sich bei der Bevölkerung allgemeiner Wertschätzung.
Am 1. 1. 1951 treten außerdem wegen Krankheit in den Ruhestand: Polizei-Obersekretär Joseph Fischer und Krimmal-Obersekretär Wilhelm K n i e - r i em. Auch sie waren allezeit treue und zuverlässige Mitarbeiter, namentlich beim Auf- und Ausbau eines einwandfreien demokratischen Poliizeiwesens.
Wir wünschen den scheidenden Beamten, daß es ihnen vergönnt sein möge, noch lange Jahre bei bester Gesundheit im wohlverdienten Ruhestand im Kreise ihrer Familien zu verbringen. *
Unter dem Eis lauert der Tod
Heute: Rettung durch andere
Tragfähigkeit des Eises: Eis über fließendem Wasser ist weniger tragfähig als über stehendem Wasser. Schnee auf der Eisfläche erhöht den Druck und verringert die Dichte und Tragfähigkeit des Eises.
Tauwetter setzt die Tragfähigkeit des Eises in ungleich höherem Maße herab, als es seine Dicke verringert. Schon geringe Temperaturschwankungen sind von erheblichem Einfluß auf die Tragfähigkeit.
Rettungsmöglichkeiten: 2. Rettung durch andere. — Der Helfer darf sich dem Eingebrochenen nur liegend, niemals aber stehend(!) nähern, denn sonst bricht er selbst ein, vergrößert die Bruchstelle und verringert die Tragfähigkeit des Eises.
Dem Eingebrochenen reicht man Kleidungsstücke, Stangen oder Aeste, wirft Stricke zu oder schiebt ein Brett oder eine Leiter über die Einbruchsstelle, damit der Verunglückte sich auf Brett oder Leiter hinaufarbeiten kann. Der Verunglückte wird mit Brett oder Leiter auf festen Boden zurückgezogen.
Um nicht selbst einzubrechen, kann sich der Helfer auf einen umgekehrten Tisch, eine Bank, ein Brett oder eine Leiter legen. Dadurch wird die Tragfähigkeit des Eises wesentlich erhöht. Der Helfer schiebt nun ein zweites Brett oder eine Leiter usw. vor, wechselt dann auf diese Unterlage über, um die erste Unterlage nachzuziehen und vorzuschieben. Dies wird so lange fortgesetzt, bis der Eingebrochene erreicht ist.
Mehrere Helfer bilden eine liegende Kette mit gegrätschten Beinen, sie bedecken so eine möglichst große Eisfläche. Auch hier wieder Erhöhung der Tragfähigkeit des Eises und günstigere Verteilung des Gewichtes. Alle Hintermänner halten sich an den Beinen ihrer Vordermänner fest. Der Vorderste wirft dem Eingebrochenen einen Schal oder einen Mantel oder ähnliches zu. Ein Ende muß festgehalten werden, damit man dann durch Rückwärtsbewegung den Eingebrochenen aus der Einbruchsstelle herausziehen kann. *
Wem fehlt sein Fahrrad?
Drei Fahrräder warten auf ihre Eigentümer
Von der Kriminalpolizei wurde ein guterhaltenes Herrenfahrrad sichergestellt, das am 4. 10. dieses Jahres gestohlen wurde. Es liegt für diesen Tag bis letzt jedoch keine Diebstahlsanzeige vor. Ferner wurden in den Tagen vor Weihnachten zwei Herrenfahrräder — Wanderer und Dürkopp — sichergestellt, zu denen gleichfalls bis jetzt die Eigentümer fehlen.
Personen, die Eigentumsrechte geltend machen können, sollen sich auf Zimmer 41 des Polizeipräsidiums in der Nieder-Rarnstädter Straße melden. *
In der Stadt notiert
Die ehemaligen Volkswagensparer, welche nicht die Auszahlung des Geldbetrages, sondern die Lieferung ihres angesparten Volkswagens aus der hierfür vorgesehenen Eigenproduktion des Werkes fordern, sollen, nach einer Mitteilung der Arbeitsgemeinschaft Redchsbetriebe in Lindau, ihre Meldung an den Aufsichtsrat der Reichswerke Wolfsburg in Fallersleben, Marktstraße 5, richten. Der Meldung ist Einschreibbriefporto beizufügen. Sparer, die bereits von der Arbeitsgemeinschaft Reichsbetriebe Lindau erfaßt wurden, brauchen diese Meldung nicht mehr durchzuführen. *
Das Heimatspiel „Berufung“ um den jungen Liebig, das die Oberklasse der Eberstädter Volksschule kürzlich an einem Elternabend aufführte, wird auf dem Darmstädter Heinerfest wiederholt. t—s
Ein Betrunkener, der in der Nacht zum Donnerstag in der Parkusstraße randalierte, wurde von der'Polizei in die Ernüchterungszelle des 4. Polizeireviers eingeliefert.,
Zu einem Zusammenstoß zwischen einem amerikanischen Pkw. und einem deutschen Personenkraftwagen kam es am gestrigen Morgen auf der östlichen Fahrbahn des Friedensplatzes. Durch die Straßenglätte geriet der amerikanische Wagen ins Rutschen und stieß mit seiner Stoßstange gegen die Mitte des deutschen Pkw. Es entstand ein Sachschaden von etwa 150 DM.
Wohin. gehen. wir heǔte?
Stadthalle: 20.00 bös 22.30 „Liebe in der Lerchengasse“ Lichtspieltheater: siehe Anzeigenteil Amerikahaus: 14.30 und 17.00 Uhr Film-
programm. — 10.00—17.00 Bibliothek und Ausstellung. Hygiene-Lichthof, Neckarstr. 3a: 10.00 bis 18.00 Uhr Ausstellung „Gesundes Leben“. Mathildenhöhe (A us s tellungsgebäude): 20.00 Liederabend der Kranichs teine r Musikgesellschaft.
Wie wird das Wetter ?
Frostweter
Vorhersage: Am Freitag zeitweise Bewölkungsauflockerung und trocken. Tagsüber mäßiger, nachts strenger Frost. Oestliche Winde. Weitere Aussichten: Keine durchgreifende Aenderung, vorübergehend Schneefall.
STARKENBURG
Feuerwerk
HFL Wenn man Berichten aus jenen Zeiten Glauben schenken darf, in denen allles bedeutend besser und schöner war. so haben die Chinesen das Feuerwerk erfunden. Immer wenn ein Drache den Mond fraß, und das muß dort öfters geschehen sein, zogen alt und jung auf die Straßen und schossen mit Kanonenschlägen und anderen Radaumachern auf den himmlischen Dämon. Und da nach jedem Neumond die alte Billardkugel! wieder zu voller Rundung anwuchs, glaubten die Chinesen fest daran, daß nur ihr irdischer Krach den Untergang der Welt verhindert habe. Neuerdings wird sogar behauptet, die Russen hätten das Feuerwerk erfunden, aber das wulll nichts sagen. Sei dem wie es sei, das Feuerwerk ist eine sehr alte Erfindung, und auch die alten Inder, die damals noch sehr jung waren, haben mit der Mischung des bengalischen Feuers, das sogar unter Wasser brannte, 'ihren Teil für die eigene Unsterblichkeit beigetragen.
Sintemal es also Brauch ist. zu Silvester mit donnerndem Getöse die Geburt des neuen Jahres au feiern, begab ich mich zu einem ausgekochten Pyrotechniker, der mich bei der Anschaffung der notwendigen Geräuschefifekte beraten sollte. „Das Abbrennen eines Feuerwerks“, erklärte er mir, „ist eine geheiligte Zeremonie. Was gedachten Sie anzu'legen?“ Ich fand, daß fünf Mark in Anbetracht des bevorstehenden Ersten ausreichend wären. Der Pyrotechniker lächelte mitleidig und reichte mir die Hand zum Abschied. Ich versetzte daraufhin mein Bett und kam wieder. „Fünfzig Mark“, meinte er, „dafür bekommen Sie ein ganz ordentliches Feuerwerk. Nicht gerade großartig, aber immerhin Ihrer gesellschaftlichen Stellung angepaßt.“ Worauf ich ihm einen brennenden Frosch in die Hosentasche schob. Er war begeistert.
Ich nahm mein Paket mit nach Hause und zeigte meiner Frau die bunten Papphülsen. „Das knallt doch nicht etwa alles?“, fragte sie. „Ausgeschlossen“, versicherte ich. „Da kommen nur bunte Sterne heraus“. Worauf meine Tochter eine Batterie Frösche in den Ofen warf und mir die Ofenplatte um die Ohren flog. Ich sah eine mittelgroße Sonne und ein Haufen seltsamer Sterne. Wir versuchten noch einige Kleinigkeiten, wie einen Blitzkracher. einen Silberregen und eine Rakete, die in der teuren Meißener Vase hängenblieb, dämonisch aufleuchtete und das Prunkstück auseiinanderriß. Schließlich kam meine Frau auf den Gedaniken die Gebrauchsanweisungen zu lesen. Anzünden und fortwerfen“, stand auf dien Dingern.
Nur ein Apparat hatte kein Schild. Wahrscheinlich ging es verloren. Es war ein großer quadratischer Würfel, gut mit geleimter Kordel umschnürt. Zwei Kido dürfte er gewogen haben. Ich stellte ihn auf meinen Schreibtisch und ordnete bei Tod&S- und schlimmeren Strafen an. daß sich niemand unterstehen sollte, auch nur einen Blick auf den Gegenstand zu werfen.
Bis Hugo kam. Hugo ast der Hausfreund, müssen Sie wissen. Hugo flegelte sich in den Sessel und wir sprachen über Feuerwerk. „Natürlich kenne ich das“, sagte Hugo. „Ein Kanonenschlag ist das. Ein Prachtexemplar von einem Kanonenuchilag. Eine Atombombe ist ein feuchter Dreck gegen diesen Knall. Das da ist die Lunte.“ Er fummelte mit der brennenden Zigarre an dem Stummel herum und schon begann es zu zischen. „Deckung, Kinder!“, rief Hugo fröhlich. „Gleich knallt's!“ Ich fiel mit Frau und Kind flach auf den Teppich und hörte noch, wie Hugo in aller Ruhe „Einundzwanzig — zweiundzwanzLg — dreiundzwanzig!“ zäh Ute . . .
Seit gestern wohnen wir bei meinen Schwiegereltern.
Täglich über 5000 cbm Wasser
Das Gruppenwasserwerk des Kreises Dieburg versorgt zwölf Gemeinden
Dieburg, (chk) Einer der wichtigsten Betriebe im ganzen Kreis ist das Gruppenwasserwerk. In letzter Zeit war es häufig Gegenstand heftiger Debatten im Kreistag und in einigen Gemeindevertretungen.
Im Hergers häuser Wald liegt idyllisch an der Straße nach Eppertshausen das 1328 bis 193'0 erbaute Gruppenwasserwerk für den Kreis Dieburg. Zwölf Gemeinden, die durch ihre ebene Lage nicht im Besitz von Quellen sind, beziehen von dort ihr Trinkwasser. Es sind dies: die Kreisstadt Dieburg, Groß - und Klein-Zimmern, Ober- und Nieder-Roden, Eppertshausen, Münster, Gundernhausen, Urberach, Alt heim, Rollwald und Hergershausen. Da das Wasser, das im Hergershäuser Wald gepumpt wird, recht eisenhaltig ist, sind umfangreiche Vorrichtungen nötig, um das Brunnenwasser trinkbar zu machen. Aus fünf alten Brunnen, die im Jahre 1928, und zwei neuen, die 1946 gebohrt wurden, wird das Wasser aus 9 m Tiefe herausgepumpt. Die Brunnen selbst sind 30 bis 32 m tief. Im ganzen Wald verstreut liegen noch kleine Meßbrunnen, die jede Woche einmal abgelassen werden, um unterirdische Wasserströmungen festzustellen.
Infolge der Trockenheit der letzten Jahre und der Bevölkerungszunahme — 40 000 Menschen müssen heute versorgt werden — stieg der Wasserverbrauch seit Kriegsende stark an. Um diesem Problem zu begegnen, wird seit Sommer vergangenen Jahres das Werk erweitert und die gesamte Anlage überholt. Zwar geben die Brunnen reichlich Wasser ab, doch können die technischen Einrichtungen den Bedarf nicht mehr bewältigen. So hat man jetzt die Pumpen unmittelbar zu den Brunnen gesetzt und das Wasser direkt in den Spritzraum geleitet. Dort wird es durch Düsen hochgespritzt und mit Sauerstoff durchsetzt, was schon eine Menge Eisen ausscheidet.
Dann läuft es in ein unter dem Spritzraum liegendes Klärbecken. Von dort wird es wiederum mittels Düsen durch eine 1 Meter dicke Kieselschicht in die Filter gedrückt. In dieser Kiesschicht setzt sich das übrige Eisen ab. Die Filter, drei an der Zahl, haben eine Tiefe von 2,80 m und einen Durchmesser von etwa 4 m. Der Filterprozeß ist der letzte, den das Wasser zu bestehen hat; dann ist cs trinkfertig und wird in das Reinwasserbecken geleitet. Jeweils eine der drei Druckpumpen, die im MasdFnenraum stehen, pumpt das Wasser in die Verleitungen, die zu den einzelnen Ortschaften führen. Der Wassenbestand in dem Reinwasserbecken wird dauernd auf einer Skala angezeigt.
In dem Neubau, der architektonisch dem vorhandenen Werk angepaßt wurde, fanden das erweiterte Klär- und Reinwasserbecken, der vergrößerte Spritzraum sowie zwei weitere Filter Platz. Auch ein Büro soll im Erdgeschoß eingerichtet werden. Die zwei neuen Filter sind nicht rund, sondern viereckig gebaut und werden im Gegensatz zu den drei anderen mit Luft, d. h. mit einem Kompressor gereinigt, da der Wasserverbrauch beim Reinigen eines Filters recht hoch ist.
Harreshausen. (NB) - Kreisvorsitzender Gold vom Kreisverband der Heimatvertriebenen spricht heute abend. 20 Uhr, im „Weißen Roß“ in einer Bürgerversammlung. Auf der Tagesordnung stehen außerdem Wohnungsfragen und eine Filmvorführung. Schaafheim, (io) - In einer öffentlichen Gemeinderatssitzung, die heute abend um 20 Uhr im Saale der Bürgermeisterei stattfindet, werden neben der Frage der neuen Wasserleitung und der Sprunggelder im Faselstall auch Bau- und Brennholzgesuche zur Debatte stehen.
Dorfgemeinschaft feierte
Allmendfeld, (tz) — In tiefem Schnee feierte Allmendfeld seine diesjährige Weihnacht. Während der Heilige Abend der Familie gewidmet war. gestalteten sich die folgenden Feiertage zu Feiern innerhalb der jungen Dorfgemeinschaft.
Die Dorfiugend bot am 1. Feiertag ein Programm, das in jeder Form ansprechend war. Weihnachtslieder, Deklamationen und kleine Theaterstücke wechselten mit gemeinsam gesungenen Weihnachtsliedem. Die Festansprache hielt der Schulleiter. Lehrer G e r s e m a. Seine sehr sachlichen Ausführungen kreisten um den Charakter der Deutschen Weihnacht. Vor allem aber waren es die Kleinsten, die durch ihre Leistungen besonders überraschten. Jedenfalls kann gesagt werden, daß es der Lehrerschaft gelungen ist, ein Weihnachtsfest zu gestalten, das alle Voraussetzungen weit übertroffen hat. Der scheidenden Lehrerin, Fräulein Koberg, die sich die Liebe der Kinder in hohem Maße errungen hatte, sei ganz besonders gedacht.
Der 2. Weihnachtsfeiertag stand im Zeichen des Gesanges. Veranstalter war der Gesangverein ..Liederkranz“, der unter bewährter Leitung gute Leistungen bot. Nach einleitenden Gesangsvorträgen ergriff auch hier Herr Gersema das Wort. Auch hier verbanden gemeinsam gesungene Weihnachtslieder die aufstrebende Dorfgemeinschaft in gemütreichster Form. Dann wechselten Gesang und Tanz in bunter Reihenfolge. Eine Tombola trug wesentlich zum Gelingen des Abends bei. Unter keinen Umständen aber darf die Ein-Marun-Kapel!le übersehen werden, die einen guten Eindruck hinterlassen hat. Sie trug viel dazu bei, die allgemein gute Stimmung auf einem beachtlichen Niveau zu halten. Alles in allem, es klappte vorzüglich. Selbst für die Alten gab es viel zu lachen beim Tanz der Jungen.
Beide Veranstaltungen kamen in dem schönen und geräumigen Gemeindesaal zur Durchführung.
Wixhäuser Notizen
Wixhausen, (kh) - Heute werden auf der Zahlstelle der Allgemeinen Ortskrankenkasse die Invaliden-, Angestellten- und KB-Renten ausbezahlt.
Am 5. Januar sollen die Tankausweise für Kraftfahrzeugbesitzer auf der Bürgermeisterei in Gräfenhausen durch die Beamten des Landratsamtes ausgegeben werden.
Am Silvesterabend findet im „Kronensaal“ Tanz statt, es spielt die Kapelle Adam Krug.
Am 1. Januar treffen sich am Abend die Mitglieder der „Sportgemeinde“ im „Kleinen Kronensaal“ zu gemütlichem Beisammensein. Sänger und Handharmonikaspieler werden den Abend verschönern.
Ein Abend der Besinnung
Braunshardt (vo) - Am ersten Weihnachtisfeiertag hatte die Theatergruppe des Tum- und Sportvereins und des Gesangvereins „Frohsinn“ zu ihrem alljährlichen Theaterabend in das Gasthaus „Zum Adler“ eingeladen. Zur Aufführung gelangte das ernste Spiel: „So lang noch lebt dein Mütterlein“. Es behandelt den arbeitsreichen Weg einer Mutter, der nur ein gütiges Herz über alle bösen Zeiten hinweghilft, bis sie zu einem ruhigen und schönen Lebensabend gelangt. Die Aufführung, die unter der Regie von Wilhelm Wesp stand, fand bei den zahlreichen Besuchern völlen Anklang.
Was aǔch interssiert:
Der Kulturring Beerfelden bringt am 11. Januar 1951 um 20.30 Uhr im Rathaussaal einen kunstwissenschaftlichen Lichtbildervortrag von Dr. Grev er t. -ch
Das Herrenhuter Krippenspiel und ein Spiel über die Entstehung des Liedes „Stille Nacht, heilige Nacht“ wird heute um 20 Uhr im Schloßsaal Babenhausen für die Bevölkerung wiederholt. Die Insassen des Altersheimes waren von den beiden Stücken so begeistert, daß sie anregten, es auch der Babenhäuser und Nachbarbevölkerung zu zeigen. (NB)
Der Kreislehrerverein lädt alle Lehrer des Kreises Dieburg zu der am 2. Januar 1951 traditionellen Wanderung auf die „Vierstöck“ herzlich ein. (öh)
Zum „Geistlichen Rat“ ernannt
Waldmichelbach, (vir) - Im Rahmen eines wohl gelungenen Pfarrfamilienabends der katholischen Gemeinde übermittelte Professor Dr. J. Kraus von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz die Ernennung von Pfarrer Krämer zum „Geistlichen Rat“. Die Veranstaltung, in deren Rahmen der Geehrte u. a. Haydns „Kindersymphonie“ dirigierte, brachte eine Folge wertvoller literarischer und kompositorischer Darbietungen. Ihr Reinerlös wird ebenso wie der Ertrag der reichhaltig beschickten Tombola der Kirchenrestaurierung zufließen.
„Glückliche Reise“ — ein Erfolg
Wixhausen, (kh) - Schon wochenlang wurden Vorbereitungen getroffen, um Eduard Künnekes dreiaktige Operette „Glückliche Reise“ aufzuführen. Besonderen Dank gilt der Theaterabteilung, der Bühnenleitung, den Dekorateuren und den Mitwirkenden, welche allesamt eine vorzügliche Leistung boten. Die Gesamtleitung hatte Heinrich Petry. Das Orchester des Musikvereins unter Leitung von Heinrich Ehrhardt paßte sich gut in den Rahmen ein. Die rhythmische Tanzgruppe stellte die Turnabteilung der Sportgemeinde.
Der starke Beifall am Schluß der Vorstellung bewies den Erfolg der Aufführung. Beide Abende waren vollständig ausverkauft und werden am 5. und 6. Januar wiederholt.
Neujahrsball der Sportler
Weiterstadt (H) — Die Sportgemeinde veranstaltet am Montag, abends 20 Uhr, bei Gastwirt Schöneberger, einen großen Neujahrsball, bei dem die „Weda-Band“ zum Tanze auf spielt.
Die Jahreshauptversammlung wurde auf Sonntag, den 14. Januar 1951, 15 Uhr, bei Schöneberger festgelegt.
Das Geld reichte nicht
Die größte Sorge der Gemeinde Weiterstadt — der steckengebliebene Wohnungsbau
Weiterstadt (t-s) — Wie uns Bürgermeister Storm mitteilte, wurden im Laufe des Jahres 1950 in Weiterstadt 20 Häuser, die meisten in Selbsthilfe, erstellt. Bei zwölf Häusern leistete die Gemeinde Hilfe, indem sie die Bauplätze zur Verfügung stellte, deren Kaufpreis ab 1952 in fünf Raten gezahlt werden muß.
Nach Fertigstellung könnten in diesen Häusern 40 Familien einziehen, und die Liste der 58 Wohnungssuchenden würde sich dann auf 18 verringern. Es fehlen aber jegliche Mittel für den Innenausbau. Bürgermeister Storm sprach die Befürchtung aus, daß im nächsten Jahr noch wendiger Geld für den Wohnungsbau bereitgestellt werden könnte wie 1950.
Die Gemeinde gab in dem vergangenen Jahr 12 000 DM für den Straßenbau, 2500 DM für das Legen von Wasserleitungen in der Garten- und Ringstraße und 7000 DM wurden für ein im Rohbau fertiggestelltes Jugendheim auf dem Sportplatz aufgewendet, das im zeitigen Frühjahr seiner Bestimmung übergeben werden soll. In der Bahnhofstraße wunde an den Bürgersteigen und Entwässerungsanlagen gearbeitet.
Für eine Tausendjahr-Feier der Gemeinde Weiterstadt, die im Jahre 1951 stattfinden soll, hat die Orts Verwaltung Vorbereitungen getroffen. 948 wurde eine Straße des Ortes in der Chronik zum erstenmal genannt.
Sehr aussichtsreiche Unternehmen stellen die beiden Flüchtlingsbetriebe der Handschuhmacher Weikert dar. Etwa 1200 Paar gefütterte Lederhandschuhe fertigen die Betriebe zusammen jede Woche an. Die Schwierigkeiten für die Fabriken bestehen darin, daß sie in Weiterstadt selbst wenig Fachkräfte zur Verfügung haben und die Handschuhe zur Fertigstellung in Heimarbeit in den weiteren Umkreis verschickt werden müssen. Bei der Verteilung der „Hessenhilfe“ soll die Gemeinde Weiterstadt besonders berücksichtigt werden. Der Bürgermeister hofft, dann die in der Umgebung verstreut lebenden Handschuhmacher in der Gemeinde ansiedeln zu können, damit den beiden Betrieben, die heute in alle Teile der Bundesrepublik Handschuhe liefern, auch Exportmöglichkeiten eröffnet werden können.
Soweit sich die Geschichte der Menschheit zurückverfolgen läßt — immer wieder treffen wir auf die von geschickten Händen geschaffenen Gefäße aus gebrannter Erde. Und gleichgültig, ob es sich um Werke von begnadeten Künstlern oder einfachen Handwerkern handelt, sie strahlen Wärme und Wohlbehagen aus. Das hat sich in Jahrtausenden nicht geändert. Die von Meister G 1 e n z in Bad-König geschaffenen und in unserem Bild gezeigten Keramikgefäße beweisen es aufs Neue. Foto: Kenner
Der Verantwortung entzogen
Michelstadt, (ppi) - Der vor wenigen Tagen verhaftete, 65jährige Fremdsprachenlehrer Bruno M. aus Michelstadt, der sich im Sommer dieses Jahres mehreren minderjährigen Nachhilfeschülerinnen im Alter von 9 bis 13 Jahren in grober Weise unsittlich genähert hatte, wurde in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch mit starken Vergiftungserscheinungen vom Amtsgerichtsgefängnis Michelstadt ins Erbacher Kreiskrankenhaus gebracht. Hier ist M. kurz nach seiner Einlieferung verschieden.
Bei der Leichenöffnung konnte Gift als Todesursache eindeutig festgestellt werden. Man nimmt an. daß M. das Gift schon vor seiner Verhaftung bei sich trug.
Krokodile im Messeler Park
Oelschiefer, Paraffin und fliegende Fische
hfl. — Die ältesten Oelschieferlager Europas liegen zweifellos in Schottland, während die estländischen zu den größten der Welt überhaupt zählen. Auch in den Vereinigten Staaten, in Kolorado, befinden sich riesige Oelschiefervorkommen. Deutschland besitzt ebenfalls eine beachtliche Oelschieferindustrie. Ihre bedeutendste Anlage ist das Mineralöl- und Paraffinwerk Messel, wenige Kilometer von Darmstadt entfernt. Hier wird im Tagebau mit Löffelbaggern der Oelschiefer gebrochen, der einen Oelgehalt von durchschnittlich acht Prozent aufweist.
Aus dem in Messel gewonnenen Ausgangsprodukt lassen sich zahlreiche Erzeugnisse wie Paraffin, Diesel-, Heiz- und Gasöl, Benzin, das „Tumenol“, ein dem Ichtyol gleichkommender Stoff, der in der pharmazeutischen Industrie zu Heilzwecken verwandt wird, und schließlich noch Elektrodenkoks herstellen.
Das Rohprodukt wird in den verschiedenartigsten Aufbereitungsgängen fast hundertprozentig ausgewertet. Aus den bis zu 50 Meter tiefen Abbaustellen gelangt der Oelschiefer durch Kettenbahnwagen in die Aufbereitungsanlage, wo er gebrochen wird. Damit werden dann die Schwelöfen beschickt. Aus großen Trichtern rutscht der fetthaltige Schiefer langsam von oben in die Oefen, erreicht die Schwel- und dann die Vergasungszone, in denen ihm die wichtigen Rohprodukte entzogen werden. Diese Oefen sind Tag und Nacht in Betrieb und müssen ständig unter Feuer gehalten werden, damit beim Erkalten das Mauerwerk nicht reißt. Eine elektrische Fernmessung erlaubt jederzeit, die Temperatur in den einzelnen Schwelöfen festzustellen. Als dunkler Strom fließt das gewonnene Oel in die Sammelbehälter zur weiteren Verarbeitung.
Aber nicht nur dieses Oel ist der Ertrag mühsamer Arbeit: die ausgeschwelten Schieferrückstände beispielsweise werden zur Kunststeinherstellung benutzt, und das Messeler Schwarz, ein Rückstand aus den Oefen, findet vor allem für die Färbung von Betonstraßendecken Verwendung. Alle Möglichkeiten werden hier ausgenutzt. Mit mehreren hundert Arbeitern und Angestellten stellt die Grube Messel eine eigene kleine Stadt dar. Sie ist mit ihrer Energieversorgung völlig unabhängig, denn sie produziert ihren Strom aus dem Schiefergrus und gewinnt ihr Gas aus der Schwelerei. Selbst das Wasser stammt aus einem betriebseigenen Wasserwerk.
Das Alter der Oelschieferablagerungen dürfte mit etwa 30 Millionen Jahren nicht zu hoch angegeben sein. Immer wieder Werden bei Abbauarbeiten fossile Funde gemacht. So fanden sich in dem Messeler Ölschiefer vollständig erhaltene Knochenskelette von Urpferden und Kugelzahnkrokodilen und deutliche Abdrücke von Fischen und Vögeln aus dem Zeitalter des Mitteleozäns. Viele dieser Funde sind sorgfältig präpariert im Hessischen Landesmuseum Darmstadt untergebracht worden. Sie legen ein beredtes Zeugnis von dem Alter der Erde und von der biologischen Entwicklung der Tierwelt durch die Jahrtausende ab.
Nach dem Wiederaufbau des Werkes lieferte die Grube Messel zum Beispiel im Jahre 1949 18 000 Tonnen Oel. Aber nicht nur die großen Industrien sind ständige Abnehmer für das Dieselöl und das Benzin, sondern vor allem die Kerzenfabriken sind hier Kunden, da das Messeler Paraffin besser ist als manche Importware, die sich infolge ihrer Brüchigkeit nicht zum Ziehen von Kerzen eignet. Jede dieser schneeweißen Paraffinplatten wiegt sieben Kilo. Zu hohen Stapeln geschichtet, verlassen sie auf Rollkarren das Gebäude, in dem sie in ihre Form gegossen wurden, um später in einem warmen Wasserbad erweicht und weiterverarbeitet zu werden. Vielleicht hatten manche von uns den Weihnachtsbaum mit Kerzen geschmückt, die aus dem Messeler Paraffin hergestellt waren.
Selten ist der Fortschritt der Menschheit deutlicher zutage getreten als in Messel, wo einerseits die Fossilienfunde an die jahrmillionenalte Geschichte der Erde gemahnen und andererseits die Wissenschaft aus Schiefer Heilmittel, Treibgase und andere wichtige Grundstoffe gewinnen läßt.
Volksbildungswerk gestartet
Weiterstadt, (t-s) - Das mit Unterstützung der Ortsverwaltung und der Lehrerschaft ins Leben gerufene Volksbildungswerk hat sich die Aufgabe gestellt, der Bevölkerung in Fachkursen die Möglichkeit zu geben, ihr Wissen zu bereichern. Für die geplanten Kurse in Stenographie, Maschinenschreiben, kaufmännischer Buchführung, Buchführung für Handwerker und Bauern, Plakat- und Zierschrift, Elementarmusiklehre, Englisch für Anfänger und Fortgeschrittene gingen die Meldungen so zahlreich ein, daß alle Wochentage außer Samstag belegt sind. Die Gebühren für die Kurse liegen verhältnismäßig niedrig und können ratenweise bezahlt werden.
In einer großen Eröffnungsfeier des Volksbildungswerkes im Gasthaus „Zum weißen Schwanen“, deren genauer Termin noch festgelegt werden soll, wird Kreisschulrat Sch wedes die Festrede halten. Auch Landrat Wink und Schulrat Dr. Ploetz haben ihre Teilnahme an der Feier zugesagt.
Rentenauszahlungen der AOK
Jugenheim, (hl.) — Die Renten der Invaliden- und Angestellfenversicherung sowie der KB-Renten werden für Jugenheim und Balkhausen auf der Zahlstelle der AOK in Jugenheim. Alte Bergstraße (neben Bäckerei Wenner) heute von 8.30 bis 12 Uhr ausgezahlt. Zahltag für Seeheim heute von 14 bis 16.30 Uhr im Rathaus; für Alsbach 30. Dezember von 9 bis 11 Uhr im Rathaus. In Hähnlein erfolgt die Auszahlung am 30. Dezember von 10 bis 12 Uhr ebenfalls auf dem Rathaus.
Maul- und Klauenseuche ausgebrochen
Jugenheim (hl) - Nach einer Mitteilung der Bürgermeisterei ist in dem Gehöft des Landwirtes Ludwig Jährling in Balkhausen die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Die Gemeinde Balkhausen wurde zum Sperrgebiet und die Folgegemarkung einschließl. Obstgut Talhof zum Beoibachtangsgebiet erklärt.
Aktuelles zwischen gestern und heute
Ein schönes Werk gedeiht
Bickenbach (rh) - Das Ortskartell für kulturelle Zusammenarbeit, dem sämtliche Vereine und Organisationen der Gemeinde angehören, faßte einstimmig den Beschluß, am Sonntag, dem 7. Januar, einen Sammeltag durchzuführen, um eine größere Summe für die Errichtung der geplanten Turnhalle zusammenzubekommen, um bald mit dem Bau beginnen zu können. Die Turnhalle mit ihren Nebenräumen soll eine Stätte sportlicher, kultureller, geselliger und filmischer Veranstaltungen werden und der Jugend als Heimstätte dienen. (rh)
Jugendforum soll entstehen
Bickenbach, (rh) — Im Januar wird die gesamte Jugend von 14 bis 21 Jahren zu einem Jugendforum aufgerufen werden. Die versammelte Jugend soll dann über ein selbstgewählt.es Thema debattieren und so für kulturelle Fragen interessiert werden. Ferner sollen die Jugendlichen ihren Forumsvorstand wählen.
Stimmen gegen Coy
Groß-Bieberau. (GD) - Der Verband der Körperbeschädigten hatte in der Weihnachtswoche seine Mitglieder zu einer Versammlung eingeladen, die durch die Tagesordnung bedingt, sehr zahlreich besucht war. Dr. A. Heldmann erläuterte das neue Bundesversorgungsgesetz. Schriftführer Daub gab im Anschluß einen Ueberblick über die seit der letzten Versammlung eingegangenen Rundschreiben. Eine Entschließung gegen den Kreisvorsitzenden Co y , durch den sich ein Mitglied benachteiligt fühlte, wurde einstimmig angenommen.
Unfälle durch hohen Schnee
Harpertshausen. (NB) Dieser Tage fuhr ein Motorradfahrer, der aus Babenhausen kam, gegen einen aus Dieburg kommenden Pkw. Der Motorradfahrer, der durch die hohe Schneelage von der Fahrbahn abgekommen war, erlitt Verletzungen am rechten Bein und mußte nach Rüsselsheim in seine Wohnung übergeführt werden. Kreidach. (vir) - Glück im Unglück hatte ein Kraftfahrer, der bei der Talabfahrt infolge der hohen Schneeverwehungen die Kontrolle über seinen Personenwagen verlor und gegen einen überstehenden Straßenbaum schlug, voin dort zurückgeschleudert und von einem zehn Meter entfernt stehenden Baum schließlich aufgefangen wurde, so daß der Starz die hohe und steile Böschung ins Tal hinunter vermieden wurde. Während die Insassen mit Schnittwunden und Prellungen davonkamen, mußte der Fahrer mit Brustquetschungen in das Heidelberger Krankenhaus eingeliefert werden.
Die gestörte Verlobung
Groß-Bieberau (öh) — In der Nacht vom ersten auf den zweiten Weihnachtstag wurde durch zwei angetrunkene Burschen eine Verlobungsfeier durch Einschlagen von Fensterscheiben gestört. Da Gäste sofort die Verfolgung aufnahmen, konnten die Unholde noch in derselben Nacht gestellt werden.
Lorsch verlegt seine Kirchweihe
Lorsch, (bl) — Durch Beschluß wurde — wie von offizieller Seite mitgeteilt — die Lorscher Kirchweihe vom ersten auf den zweiten Sonntag im September verlegt. Demnach findet sie im Jahre 1951 am 9. September statt. Nachkirmesweihe ist am 11. November. Der bekannte Johannismarkt mit Volksbelustigung wird vom 24.-26. Juni 1951 durchgeführt.
Unsere Geburtstagskinder
Goldene Hochzeit: Herr Armin Rommel und Frau Elise, geb. Silber, Heppenheim a. d. 8., Friedrich-Ebert-Straße 34. 78. Geburtstag: Frau Johanna Kumpf, Wixhausen, Göthsbachstraße (28. 12.).
Feuilleton
Max Beckmann gestorben
Der deutsche Maler und Graphiker Professor Max Beckmann, seit 1947 in den Vereinigten Staaten tätig, ist am Mittwoch in Neuyork im Alter von 66 Jahren gestorben.
Max Beckmann, einst ein „Neutöner“ unter den modernen Malern und wie viele seiner Künstlerfreunde ein Schrekken für die ehrsame Gefühlsstumpfheit alter Tanten, hat seinem Lebenswerk — rastlos bis zum Ende schaffend — zeitlose Gültigkeit errungen. Er ist einer der Maler der Kunst unserer Gegenwart, an dem keiner vorübergehen kann, dem Vs ernst ist mit einer Tiefenlotung in das menschliche Gewissen überhaupt. Denn gerade aus Gewissensnot brach Max Beckmann zu seinem Lebensweg auf, dem er sich so sehr verpflichtet fühlte, daß er jenseits aller menschlichen Tragik dem Geist die Antwort auf die Fragen seines gequälten Herzens für uns alle gültig abringen durfte.
Am 12. Februar 1884 in Leipzig geboren, hat er dort seine Jugendjahre verlebt, obwohl seine Familie aus dem Braunschweigischen stammt. Die erste künstlerische Ausbildung erhielt er auf der Kunstakademie in Weimar, die er jedoch verließ, um lange vor dem ersten Weltkrieg in Paris und Florenz die größere Welt der Kunst zu suchen. Die Pariser Zeit ist denn auch in der Wandlung seines Schaffens deutlich spürbar geblieben. An die Stelle verwässerter impressionistischer Gestaltungsmomente in der Art von Lovis Corinth treten härtere, selbstsicherere, auch schwermütigere Töne. Mit dem Jahre 1906 tritt er der Berliner „Sezession“ bei, zu deren Vorstand er neben Max Liebermann und Lovis Corinth gewählt wurde. Bis zum Kriegsausbruch gehörte er zu dieser Künstlervereinigung. Dann traf den feinfühligen Maler schreckhaft das Erlebnis kriegerischer Grausamkeit. Seine allzuwenig bekannten „Briefe aus dem Feld“ geben einen erschütternden Einblick in die Seelenwandlung dieses Künstlers, der gleich einem Fieberkranken nach der Basis des Menschentums schürft. Natürlich ist es, daß ihm die lächelnde Art eines Franz Marc nichts mehr bedeuten konnte. Beckmann wurde mit Bewußtsein ein „Expressionist“, wenn man darunter einen schürfenden Sucher verstehen will, der sein Herz in der Anklage'erleichtert.
Während er seit 1916 in Frankfurt am Main Professor an der Städelschen Kunstschule war, bildete sich das Kernstück seines Lebenswerkes in den zwanziger Jahren. Es erweist sich, daß Beckmann an seiner Forderung festhält, die er einst gegen die Weise eines Franz Marc gestellt hatte: Er gestaltet die Visionen, die hinter dem Schein der Dinge sichtbar werden, aber er löst sie nicht auf. Beckmann strebt zur Gestaltung zurück.
1937, nachdem er längst ein „Entarteter“ geworden war, verläßt Beckmann Europa auf dem Weg über Amsterdam. In den USA findet er eine neue Heimat. Ein Jahr später erhält er den Carnegie-Preis als eine weithin sichtbare Auszeichnung. Als er nach dem zweiten Weltkrieg wieder nach Europa zurückkehrte, tat er es wiederum auf dem Weg über Amsterdam. Aber schon 1946 ist er der führende Kopf der Darmstädter „Neuen Sezession“. Mittlerweile war er der Nestor der Wegbereiter moderner Kunst geworden, doch ließ sich die Spätstufe seines Schaffens für uns nur ungenügend überblicken, da Beckmann schon im August 1947 einen Lehrauftrag für die Meisterklasse der Washington-Universität in St. Louis erhielt. Zwei Jahre später, im September 1949, erhält er die Stellung eines Professors der Kunstabteilung am Brooklyn-Museum in Neuyork, und einen Monat darauf wird er für sein berühmtes Bild „Fischerfrauen“ zum zweiten Male mit dem ersten Preis der Carnegie-Stiftung für Malerei ausgezeichnet.
Auf der Höhe öffentlicher Ehrungen stehend, ist er nun in Neuyork mit 66 Jahren verstorben. Sein gestaltungsstarkes Künstlerherz schweigt, auch seine fröhliche Gewißheit um das Ziel der Kunst, die er begründen half. Nur seine Bilder schauen zu uns her in der Seltsamkeit ihrer Farben, als seien sie in Scheinwerferlicht getaucht. Und dennoch leuchtet Wärme aus ihnen. Verstehen, Güte und Empfindung. Daß wir so sprechen können, beweist, wie sehr wir uns gewandelt haben. Max Beckmann hat an dieser Wandlung entscheidenden Anteil gehabt. Günther Heinemann
„Ein Theater ohne Fassade"
WIESBADENS KLEINES HAUS FEIERLICH ERÖFFNET / KULTURPREIS DER STADT GESTIFTET
In einer festlichen Veranstaltung übergab gestern abend Oberbürgermeister Redlhammer das neuerrichtete „Kleine Haus“ des Wiesbadener Staatstheaters der Oeffentlichkeit. Nach der Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste, an ihrer Spitze Ministerpräsident Stock, stellte Redlhammer in seiner Rede der kunstfreudigen theaterfreundlichen Wiesbadener Bürgerschaft das schönste Zeugnis aus. Sie habe sich, als er im letzten Winter bei den Beratungen der Schauspielkrise die anregende Idee gegeben habe, sofort hinter den Plan gestellt, aus dem Malersaal eine neue Schauspielbühne werden zu lassen.
Die Eröffnung des Kleinen Hauses bedeute einen neuen Anfang in der Wiesbadener Theatergeschichte. Zu der treuen Theatergemeinde, so empfahl der Oberbürgermeister, sollte vor allem die Jugend zählen, der dieses Haus in erster Linie gebaut worden sei. Oberbürgermeister Redlhammer, der allen Helfern und Beratern wärmsten Dank für das vollendete Werk sagte, Sprach von dem Kurzentrum Wiesbaden, das durch den baulichen Dreiklang von Oper, Schauspielhaus und Kurhaus auch zu einem Kulturzentrum geworden sei.
Beginnend mit dem Frühjahr 1951 beabsichtigte die Stadt Wiesbaden einen Kulturpreis in Höhe von 5000 DM zu verleihen. Die Mai-Festspiele sollen als Höhepunkt der kulturellen Arbeit alljährlich den festlichen Rahmen für die Verleihung bilden.
Die Grüße und Glückwünsche der hessischen Landesregierung überbrachte Kultusminister Dr. Stein. Die Schaubühne sollte Weckruf und Kampfruf sein. Aufruf, um politische Zustände und gesellschaftliche Verhältnisse vom Geiste her zu ändern oder zu erneuern. Weckruf, um uns zu läutern, zu erheben und zu beschenken. Kampfruf, um uns zu Menschen neu zu schaffen für eine Welt des Friedens und der Freiheit.
„Das neuerbaute Haus ist ein Theater ohne Fassade“, sagte Staatsintendant Köhler-Helffrich, „es will ein Theater mit Inhalt sein“. Wiesbaden habe erneut allen Anfeindungen und Nörgeleien zum Trotz bewiesen, daß die Weltkurstadt auch eine Theaterstadt ist: Das Wiesbadener Theater zähle die meisten Abonnenten der vergleichbaren deutschen Theater. Mit dem Entschluß der Stadt, in den schwersten Tagen ein neues Schauspielhaus zu bauen, habe sich die Bürgerschaft ein steinernes Denkmal gesetzt, ihren Kulturwillen öffentlich erklärt und sich für das Kulturleben entschieden.
Im musikalischen Teil der Festfolge wurden Hans Werner Henzes Sinfonische Variationen zur Uraufführung gebracht Mozarts Ouvertüre zum „Schauspieldirektor“ gab den stimmungsgerechten Abschluß der Eröffnungsfeierlichkeiten, der sich das dramatische Gedicht „Nathan der Weise“ anschloß. F. S.
Defa soll Film über „Zeugen Jehovas“ drehen. Die sowjetzonale Filmgesellschaft Defa hat vom Informationsdienst den Auftrag erhalten, einen Film über die „verbrecherische Tätigkeit der Zeugen Jehovas“ zu drehen. Der West-Berliner „Tag“ meldet, dieser Auftrag sei in einer Anordnung des SSD enthalten. Das Manuskript solle „Nationalpreisträger“ Kurt Barthel (als Kuba bekannt) schreiben. Bis zum Sommer 1951 müsse der Film fertig sein.
Zwischen den Jahren
Gedanken und Bräuche während der „heiligen Zwölften“
„Zwischen den Jahren“ heißen im Volksmund noch heute die Tage zwischen dem Weihnachtsfest und dem Neujahrsbeginn, überkommene Erinnerung daran, daß einst das Jahr von Sonnenwende zu Sonnenwende galt und eine spätere Kalenderrechnung erst es anders einrichtete. Auch das Gefühl, daß die Tage „zwischen den Jahren“ Feierzeit sind, hat sich noch nicht verloren, wenn auch Begriff und Brauch der „heiligen Zwölften“ kaum mehr lebendig ist.
Eine wundersame Zeitentrücktheit will sich unser bemächtigen, wenn wir sagen und sinnen „zwischen den Jahren“. Dabei wissen wir doch von tausenderlei Arbeit, die auch an jenen Tagen getan sein will, von all den Erledigungen, die die staatsbürgerliche und wirtschaftliche Ordnung des Gemeinwesens vor dem 1. Januar von uns verlangt. Aber es träumt sich so gut unter dem Begriff „zwischen den Jahren“. Stille Stunden schlingen den Reigen, Ruhe bei einem Buch, Freude mit den Kindern, ein Wanderweg durch den Schnee, Plaudern bei Kerzenschein, Plätzchenknabbern im Familienkreise und mit liebem Besuch — und ein wenig Wirklichkeit vermag jede Frau für die ihren diesen Träumen abzugewinnen, da braucht es nicht viel.
Bleibt den meisten auch kaum etwas von den Feiertagen, so gibt es doch immer noch die Feierabende, die zwischen den Jahren ihr eigenes Gepräge haben sollten, so daß sie als herzwärmende Erinnerung mit uns gehen. Gemütlich muß eg in der Familie sein, so recht gemütlich. Ein Gespräch kann diese unbeschreibliche Atmosphäre verbreiten oder ein gemeinsames Spiel, Bilderbesehen oder Vorlesen aus einem guten, ernsten oder heiteren Buch, Musizieren oder Singen der vertrauten Lieder. Erzählen aus der Kindheit der Eltern, von der alten Heimat oder von einem Dahingegangenen, eingedenk des Wortes aus dem „Wanderer zwischen beiden Welten“, daß die Toten zu uns treten möchten auch in unseren hellen Stunden und daß wir von ihnen lachen und plaudern sollen, um ihnen ihren Platz im Kreise des Lebens zu erhalten.
Was früher einmal feierlicher Brauch war in den heiligen Zwölften, klingt noch verworren in allerlei Kurzweil nach, die in der Silvesternacht getrieben wird, in allerlei Rätselwerk, aus dem man die Geschehnisse im neuen Jahre ablesen möchte. Aber die Schalen der geknackten Nüsse auf einer Schüssel mit Wasser treiben lassen, um zu sehen, ob das Lebensschifflein flott bleibt, oder die sich ringelnde Apfelschale über den Kopf zu werfen, um dann aus ihrer Figur am Boden einen Buchstaben zu lesen und zu raten, was er fürs Künftige bedeuten könnte, ist fröhliches Kinderwerk, das an irgendeinem Abend zwischen den Jahren gerade so viel Freude macht.
Freilich, es braucht die Kraft unerschütterlichen Gemütes, entgegen Sorge und Aerger, die auch zwischen den Jahren nach unseren Gedanken greifen, solche Stunden der Besinnlichkeit und Fröhlichkeit erstehen zu lassen. Aber diese aufgewendete Kraft gewinnt ein Vielfaches zurück an Stärkung für uns selbst und bedeutet allen, die wir in diesen rettenden Kreis einschließen konnten, Begütigung und Erhellung aus Zeitlosigkeit „zwischen den Jahren“, ehe der Alltag wieder im Wirbel fortreißt.
Jubiläums-Konzert der Madrigal-Vereinigung
Wenn 30 Jahre im Leben einer Madrigal-Vereinigung verstrichen sind, so bedeutet das neben Fleiß und Ausdauer, neben unermüdlicher Probenarbeit aber auch viel Freude und Erfolg im Geiste der Musik, bedeutet letzten Endes tätige Anteilnahme am allgemeinen kulturellen Leben selbst. Mit schlichten Worten gab der einstige Initiator und auch jetzige Leiter, Prof. Dr. Noack, einen kurzen Abriß über die Geschichte der Madrigal-Vereinigung, über ihre Entstehung aus dem Musikverein, ihre Entwicklung und ihr Zusammenwirken mit der Musikakademie und der heutigen Landesmusikschule, über ihre Arbeitsgebiete und Aufführungen und wies auf die erfolgreiche Pioniertätigkeit des Chores auf dem Ge-. biete des gemischten Chorwesens hin.
Ein weihnachtliches Konzert mit Chorsätzen des Barock, der Romantik und der neueren Zeit erinnerte in seiner Art an die vielfältige Stilpflege der Vereinigung, die durch die Begeisterungsfähigkeit der Mitglieder sich selbst und den Zuhörern reiche Freude zu bereiten weiß. Gerade die intime Kunst des A-capella-Singens wird immer zur schönsten musikalischen Praxis gehören und niemals an Gewichtigkeit im Aufgabenbereich der Musik verlieren. Die Erfolge des Chores in den vergangenen Jahren mögen daher auch als Regulativ für die Zukunft gelten.
Die junge Altistin Lieselotte Heisch, von Thea Noack stilvoll am Flügel begleitet, sang Weihnachtslieder von Arnold Mendelssohn und Peter Cornelius. Ihre schöne gepflegte Stimme fand den ungeteilten Beifall aller Besucher. Die große Resonanz eines kräftig veranlagten Organs lassen erfreut aufhorchen. G. I.
Bröckelt es in der Spitzengruppe?
Auch die zweite Liga startet mit allen Mannschaften in der Rückrunde
Verschneite Plätze bergen Ueberraschungsmomente in sich, so daß man bei gleich starken Gegnern den Vorteil des eigenen Platzes nicht mehr als so bedeutungsvoll einschätzen kann, wie es sonst der Fall ist. Die Spitzengruppe der zweiten Liga kann böse Silvesterüberraschungen erleben, und uns will scheinen, als würde der ASV Cham das neue Jahr als neuer Tabellenführer beginnen.
Hessen Kassel — Kickers Stuttgart (2:2), ASV Cham — 1. FC Freiburg (2:2), Wacker München gegen 1. FC Pforzheim (2:4), Bayern Hof — Viktoria Aschaffenburg (1:1), 1. FC Bamberg - SV Wiesbaden (0:0), VfL Konstanz — SV Tübingen (2*l) TSG 1846 Ulm — Jahn Regensburg (0:3), SG Arheiigen — TSV Straubing (2:10), ASV Durlach — Union Bückingen (1:2).
Bei den Ulmer Spatzen stellt sich Jahn Regensburg ein. Die Weihnachtsniederlage der Regensburger bei den Würzburger Kickers gibt zu denken. Die Ulmer sind dazu wieder eine kampfstarke Mannschaft geworden und könnten den Sieg, sicher aber ein Unentschieden erreichen. Cham empfängt auf eigenem Platz den 1. FC Freiburg, der den Wäldlern im Schwarzwald einen Punkt raubte. Es ist als ausgeschlossen anzuschen, daß den Platzherren diesmal auch nur der kleinste Fehltritt unterläuft. Schwerer schon ist der Gang für die Stuttgarter Kickers, denn die Kasseler Hessen könnten ihnen als Gastgeschenk eine Niederlage präsentieren, zumal sie schon vom Degerloch in der Vorrunde einen Punkt entführten. ■Ravern Hof wird darauf brennen, den Anschluß nicht zu verlieren, der sich bei einem sehr wahrscheinlichen Sieg über Viktoria Aschaffenburg und bei den möglichen Punktverlusten der führenden Mannschaften verringern konnte. __ - • j ««-ro iv-» Dfnrvhnim wprdpn
Die Vorspielniederlage in Pforzheim werden Münchens Blausterne mit ziemlicher Sicherheit revidieren. Der VfL Konstanz, obwohl gerade daheim besonders schwach, müßte doch soviel Können besitzen, um dem Tabellenletzten Tübingen erneut das Nachsehen zu geben. Durchaus offen erscheint uns die Begegnung am Arheilger Mühlchen. Die Gastgeber sind auf ihrem kleinen und sehr holprigen Feld überaus gefährlich, so daß eine Korrektur des Vorspielergebnisses in Straubing durchaus möglich ist. Der ASV Durlach gilt als Heimmannschaft, deshalb wird Union Böckingen sich auf eine Niederlage gefäßt machen müssen.
Ski sehr gut
In den hessischen Wintersportgebieten sind sehr gute Skimöglichkeiten vorhanden, dagegen ist Rodel wegen des hohen Pulverschnees nur stellenweise möglich. Es melden: Schanze 60 cm Pulver, Feldberg 55 cm Pulver, Odenwald 25 bis 50 cm Pulver und Waldecksches Ob. Land 40 bis 65 cm Pulver.
Lampertheim am Etappenziel
Mit fünf rückständigen Begegnungen beschließt die hessische Amateurliga das Jahr. Da Germania Bieber und Hanau 93 mit ihren Spielen noch weit im Rückstand liegen, kommt es auch am Silvestertag noch nicht zum Abschluß der Vorrunde. Olympia Lampertheim hat auf eigenem Platz von Opel Rüsselsheim kaum etwas zu befürchten und wird nun durch den erwarteten Sieg zur Halbzeitmeisterschaft kommen. Daß Kassel 03 im Lokalkampf gegen Hermannia einen Punkt verlieren kann, ist durchaus möglich. Borussia Fulda muß zum VfL Biedenkopf und sollte nicht gefährdet sein. Union Niederrad ist ziemlich weit zurückgefallen. Hanau 93 ist immerhin stark genug, um den Joniern auf eigenem Feld das Nachsehen zu geben und seine eigenen Chancen auf einen der ersten Plätze auf der Tabellenleiter zu wahren. Die Begegnung aber ist ebenso offen wie das Treffen zwischen Eintracht Wetzlar und den Germanen aus Bieber, die auswärts nicht als Favoritentöter gelten.
75 Jahre SC Arheilgen
Im kommenden Jahre feiert die Sportgemeinschaft Arheiigen ihr 75jähriges Jubiläum mit 'einer Reihe von Großveranstaltungen. Im Rahmen dieser Festlichkeiten findet im Monat Juni das große Turn- und Sportfest des Kreises Darmstadt statt, für das Oberbürgermeister Dr. Metzger die Schirmherrschaft übernahm. c
Die Jubiläumsveranstaltungen werden am Samstag, dem 13. Januar 1951, mit einem großen Festball im Vereinshaus der SGA in der Frankfurter Straße eröffnet. Neben einem reichhaltigen Programm, bei dem fast alle Abteilungen dieser großen Gemeinschaft mitwirken, wird die Kapelle Anthes in stärkster Besetzung den musikalischen Teil des Abends übernehmen.
Mit dem Vorverkauf der Eintrittskarten (2 DM) wird am Freitag, dem 29. Dezember, begonnen. Folgende Vorverkaufsstellen werden eingerichtet: Vereinshaus der SGA, Sporthaus Hch. Pfeifer, Schreibwarenhandlung Gg. Büttner, Zigarrenhaus Seibert. Mit Rücksicht auf die größere Anzahl der geladenen Gäste kann nur eine beschränkte Menge von Karten ausgegeben werden. Hewe.
Rigoni Terruzzi führen
Am Ende des ersten Tages des Sechstagerennens in Münster entfesselte die deutschfranzösische Mannschaft Saager-Lapebie scharfe Jagden, in deren Verlauf sie sich der Spitzengruppe anschloß, wahrend Mirke-Preiskeit eine Runde zurückfielen, nie Vorjahrssieger Kilian-Roth fielen an das Ende des Feldes, da Roth, der immer noch an den Folgen seines Berliner Sturzes (doppelter Schlüsselbeinbruch) leidet, wegon Magenkrämpfen vorübergehend ausscheiden mußte und für einige Zeit neutralisiert wurde. ir<äliw*t -löt- Formens sah
De- zweite Nachmittag des Rennens san die Münsterland-Halle bis auf den letzten °et besetzt. Während nach Aufhebung der Neutralisation sich die Fahrer noch sichtlich schonten, und erst bei den Wertunasspurts um 15 Uhr aus sich herauslVneenP wobei Vooren-Holthöfer. Kiliannnfh und Mirke-Preiskeit die meisten punkte holten, entfesselte Zims bei der zweiten Wertung eine wilde Jagd, die sich über eine Stunde hinzog. Dabei gelang es Kilian-Roth zwei Runden aufzuholen. Zum «rbhiß aber vereitelten die wachsamen Italiener Rigoni- Terruzzi sowie die Bru-YA Hörmann jeden weiteren Ausreißverso daß das Feld bei der 17--Wer¬ +nnü’ wieder geschlossen und der Stand wie folgt war: 1. Rigoni-Terruzzi 107 Punkte
2 Lapebie-Saager 25 Punkte, 3 Gebrüder Hörmann 21 Punkte; zwei Runden zuruck: 4 Mirke-Preiskeit 78 Punkte; drei Runden drück’ 5 Plattner-Diggelmann 90 Punkte; tVJr Runden zurück: 6. Holthöfer-Vooren 95 punkte. 7. Kilian-Roth 84 Punkte. 8. Lakemann-Zims 52 Punkte.
Handball-Verbandsliga an Silvester
SV Darmstadt 98 mit Ersatz beim VfR Wiesbaden
Nachdem am 2. Weihnachtsfeiertag wegen des Schneefalles die angesetzten Handballspiele ausfielen, ist damit zu rechnen, daß am letzten Sonntag dieses Jahres eventuell auf vom Schnee geräumten Plätzen gespielt, wird, um der drohenden Terminnot zu begegnen. Es stehen sich gegenüber: SG Dietzenbach — SG Nied, Mombach — Herrnsheim, TuS Griesheim — Wormatia Worms, VfR Wiesbaden — SV 98 Darmstadt.
Die Lilienträger sind in diesem Jahr nicht nur rein spielerisch vom Pech verfolgt, sie haben auch mit der Austragung ihrer Spiele kein Glück. Nachdem sie am Buß- und Bettag vergeblich in Ffm.-Nied auf ihren Gegner warteten, fuhren sie am 2. Weihnachtsfeiertag nach Herrnsheim, um dort zu erfahren, daß. der Platz infolge des hohen Schnees nicht bespielbar und auch kein Schiedsrichter angetreten sei. Ein Ersatzschiedsrichter erklärte den Platz für spielunfähig. Ein Anruf am Vormittag durch den Verband hätte genügt, den 98ern die Unkosten einer vergeblichen Fahrt zu ersparen. Nachdem nun bekannt wurde, daß das Spiel gegen Nied neu angesetzt wird, dürfte auch das Spiel in Herrnsheim noch nachgeholt werden. Ueber die näheren Hintergründe der Neuansetzung des Nieder Spieles werden wir noch beriÄten.
Zum Spiel in Wiesbaden an Silvester fahren die 98er mit derselben Mannschaft, die am 2. Feiertag in Herrnsheim spielen sollte: also mit Höhle für Lehning im Tor, Creter für Spieker und an Stelle von Lütz der talentierte Nachwuchsmann Mees. Die Wiesbadener sind auf eigenem Gelände äußerst gefährlich und haben erst in den letzten Wochen durch gute Ergebnisse aufhorchen lassen. Bei den zu erwartenden schlechten Bodenverhältnissen müssen die Lilienträger wiederum daran denken, daß man mit dem Ballaufenlassen seinen Gegner besser ausspielen kann, als im Kampf Mann gegen Mann. Trotzdem müßte es möglich sein, bei vollem Einsatz eines jeden einzelnen den Sieg mit nach Darmstadt zu nehmen.
Die Darmstädter spielen mit: Höhle — Creter, Glock — Emig, Peters, Fischer — Schäfer, Wenz, Mees, Dr. Barth, Reinhardt. Abfahrt der 1. und Reserve-Mannschaft: 8 Uhr ab Mars t a 11 .
In den weiteren Spielen wird Nied in Dietzenbach wohl nicht um eine Niederlage herumkommen, denn die Rodgauer wollen sich keiner Chance vergeben, um wiederum die Meisterschaft zu erringen. — In Mombach werden sich die beiden rheinhessischen Vereine einen harten Kampf liefern, den die Mombacher aber gewinnen sollten. — Die „Zwiebelstädter“ empfangen mit der Keimig-Mannschaft einen Gegner, den sie sicher bezwingen werden, sie müssen allerdings ihr Spiel laufen lassen und ihre Torwürfe gut placieren, da sie in ihrem Gegenüber, dem ehemaligen Olympiatorhüter Keimig, ein äußerst starkes Bollwerk haben. -r.
Füssens guter Start
Bei den Spielen um den Spengler-Pokal hatte der EV Füssen einen guten Start. Vor 2000 Zuschauern zeigten die Deutschen ein ausgezeichnetes Spiel und erwiesen sich dem noch etwas ermüdet erscheinenden HC Lausanne mit 7:2 (1:0, 3:2, 3:0) Toren überlegen. Guggemoos (3), Unsinn (2), Egen und Langhans erzielten die Treffer der Deutschen.
Für Toto-Tipper
Die letzten Quoten liegen vor. Der West/ Hessen-Toto zahlte in der Zwölferwette im 1. Rang für 11 richtige Tips an 1170 Gewinner je 88,50 DM, im 2. Rang an 14 075 Gewinner je 7,30 DM, 3. Rang an 52 607 Gewinner je 1,90 DM. Zehnerwette: 1. Rang für 10 richtige Tips an 3415 Gewinner je 30,50 DM, 2. Rang an 26 954 Gewinner je 3,80 DM, 3. Rang an 91781 Gewinner 1,10 DM.
Im Nordblock: 1. Rang 1462 Gewinner je 213 DM, 2. Rang 21 546 Gewinner je 14,80 DM, 3. Rang 125 795 Gewinner je 2,50 DM.
Beim Wettbewerb 21 a am 30. Dezember bis 1. Januar 1951 fallen im West/ Hessen-Toto folgende Spiele aus: Spiel 10: Werder Bremen — Roter Stern Belgrad, Spiel 13: Horst Emscher — Hajduk Split und Spiel 14: Andernach — Wormatia Worms. Beim Nordblock wird das Spiel 5: Westend — Viktoria 89 auf dem Platz der Viktoria ausgetragen. In Rheinland-Pfalz fallen aus: Spiel 6: Horst Emscher gegen Hajduk Split, Spiel 8: St. Pauli — Roter Stern Belgrad und Spiel 13: Andernach gegen Wormatia Worms. Im württemberg-badischen Sport-Toto fällt das Spiel 12: Werder Bremen gegen Roter Stern Belgrad aus.
Bezirksbesten-Liste
Schüler und Alte Herren
Mit der Veröffentlichung der Leistungen unserer ältesten und jüngsten Leichtathleten beschließen wir das Wettkampf jahr 1950. Schülerinnen A (1936/37) (Fortsetzung) 75 m: 10,7 Sek. Seifert, Brigitte, SV 98; 2. 10,9 Weckbach, Vera, SV 98; 3. 11,2 Frühwein, Kath., Münster; 4. 11,3 Sensfelder, Elsb., 46 Gr.- Gerau; 5. 11,3 Möhlenbeck, Renate, SV 98; 6. 11,4 Schmitt, Ursula, 46 Darmstadt; 7. 11,4 Schledt, Luise, Münster. Ballweitwerfen: 1. 57 m Schocke, Ingrid, 46 Darmstadt; 2. 54 m Schindel, Uta, SV 98; 3. 51 m Schäfer, SV 98- 4. 49,60 m Walk, Eva,, SV 98; 5. 49 m Dölp, Ingrid, SV 98; 6. 48 m Weckbach, Vera, SV 98. Schülerinnen B (1938/39) 75 m: 1. 11,9 Sek. Moder, TG 75; 2. 12,0 Simmrock, Ursula, VfR Gr.-Gerau; 3. 12,0 Holder, Edith, VfR Gr.-Gerau; 4. 12,0 Gilbert, Karin, 46 Gr.-Gerau; 5. 12,0 Oesterreicher, Kath., Münster; 6. 12,0 Kaulich, Gertrud, 46 Gr.-Gerau; 7. 12,0 Siegrist, 46 Darmstadt. 100 m: 1. 17,7 Sek. Borchardt, SV 98. BXSO-m-Staffel: 1. 65,0 Turngesellschaft 1875 Darmstadt; 2. 65,5 TSG 1946 Darmstadt. Weitsprung: 1. 3,56 m Siegrist, 46 Darmstadt; 2. 3,45 Thurmann, 46 Darmstadt; 3. 3,40 Gilbert. 46 Gr.-Gerau; 4. 3,33 Kaulich, 46 Gr.-Gerau; 5. 3,27 Ullmann, 46 Gr.-Gerau; 6. 3,24 Holder, Edith, VfR Gr.-Gerau.
Hochsprung: 1. 1,05 m Kalbe, Ruth, SV 98. Ballweitwerfen: 1. 41 m Höfle, 46 Gr.-Gerau; 2. 40 Schiefer, A.. Gernsheim; 3. 30 Scheck, 46 Gr.-Gerau; 4. 36 Hof, 46 Gr.-Gerau; 5. 35 Hoffmann, 75 Darmstadt.
Schüler A (1936/37) 75 m: 1. 10,3 Sek. Steib, Werner, 46 Gr.-Gerau; 2. 10.5 Doll, Harald, TSG Langen; 3. 10,8 Giggerich, Hz., Münster; 4. 10,9 Weicker, Ernst, Goethe-Schule; 5. 11,2 Schildger, Geo, 46 Gr.- Gerau; 6. 11,2 Kuhn, Paul, Goethe-Schule; 7. 11,2 Koch, Hans, Wern., Arheilgen.
100 m: 1. 13,7 Sek. Weicker, Ernst, Goethe-Schule- 2. 13,9 Herbig, Goethe-Schule; 3. 14,4 Kreher, Goethe-Schule; 4. 14,4 Grimm, Günther, Goethe-Schule: 5 14.5 Schneider, Goethe-Schüle; 6 14,8 Engelhard, SV 98.
4XIOO-m-Staffel: 1. 57,6 Goethe-scnuie i; z. 62,5 Goethe-Schule II; 3. 63,8 TG 75 Darmstadt. Weitsprung: 1. 4,50 m Herbig, Klaus, Goethe-Schule; 2. 4,36 Weicker, Ernst. Goethe-Schule; 3. 4,25 Kreher, Wolfg., Goethe-Schule-, 4. 4,22 F.nPclhard SV 98- 5 4.17 Doll. Harald. TSG
Langen; 6. 4,17 Schneider, Helmut, Goethe-Schule. Hochsprung: 1. 1,26 m Herbig, Klaus, Goethe-Schule; 2. 1,21 Weicker, Ernst, Goethe-Schule; 3. 1,15 Schneider, Goethe-Schule; 4, 1,15 Kreher, Goethe-Schule. Ballweitwerfen: 1. 76 m Giggerich, Heinz, Münster; 2. 69 Braun, Albert, Münster; 3. 69 Hegemann, Goethe-Schule; 4. 67 Weicker, Ernst, Goethe-Schule; 5. 63 Doli, Harald, TSG Langen; 6. 63 Kuhn, Paul, Goethe-Schule. Schüler B (1938/39) 75 m: 1. 11,5 Sek. Heyd, Walter, Braunshardt; 2. 11,9 Ottenritter, Münster; 3. 11,9 Kirschner, Erbach; 4. 11,9 Menger, Axel, SV 93. Ballweitwerfen: 1. 68 m Heyd, Braunshardt; 2. 56 Engel, TV 46 Gr.-Gerau; 3. 55 Reinhard, Braunshardt; 4. 54 Löbig, Münster. Weitsprung: 1. 3,68 m Doll, TSG Langen: 2. 3,64 Heyd, Braunshardt; 3. 3,62 Löbig 11. Münster; 4. 3,60 Pfeiffer, Arheiigen. BXSO-m-Staffel: 1. 64 Sek. TG 75 Darmstadt; 2. 64,5 TSG 46 Darmstadt. Alte Herren — Klasse II (1911—1914) 100 m: 1. 12 Sek. Balzert, TG 75 Darmstadt; 2. 12,8 Fischer, Gernsheim; 3. 13,2 Heß, Gernsheim. Klasse 111 (1906—1910) 1. 13,4 Sek. Vierheller, TG 75 Darmstadt; 2. 2. 14,1 Hertweck, Rüsselsheim. Klasse IV (1901—1905)
1. 12,7 Sek. Schwab!, Rüsselsheim; 2. 13,9 Rieble, TG 46 Darmstadt. Klasse V (bis 1900) 1. 14,6 Sek. Müller, TG 46 Darmstadt. Weitsprung: Klasse II: 1. 6,09 m Balzert, TG 75 Darmstadt; 2. 5,45 Fischer, Gernsheim; 3. 5,16 Heß, Gernsheim. — Klasse III: 1. 5,31 m Schneider, TG 75 Darmstadt.
Kugelstoßen: Klasse II: 1. 10,90 m Balzert, TG 75 Darmstadt; 2. 8,61 Heß, Gernsheim. — Klasse III: 1. 10.60 m Pfeifer, Nieder-Ramstadt; 2. 10,40 Rösler, Erbach; 3. 9,66 Hertweck, Rüsselsheim; 4. 9,21 Vierheller, TG 75 Darmstadt. — Klasse IV: 1. 9,50 m Schwäbl, Rüsselsheim; 2. 8,14 Rieble, TSG 46 Darmstadt. Speerwerfen: Klasse II: 1. 36,37 m Heß, Gernsheim. Steinstoßen: Klasse II: 1. 5,71 m Fischer, Gernsheim. — Klasse III: 1. 7,08 m Pfeifer. N.- Ramstadt; 2. 6.92 Rösler, Erbach; 3. 5.47 Vierheller. TG 75 Darmstadt. — Klasse IV: 1. 5,34 m Rieble. TSG 46 Darmstadt. — Klasse V: 1. 5,47 m Müller, TSG 46 Darmstadt.
Wirtschaftsblatt
Gute Exportabschlüsse
Als Hauptaufgabe der STEG wird in dem Geschäftsbericht der Gesellschaft für das Jahr 1949 der Absatz der 1948 in großem Umfange aufgenommenen Waren bezeichnet. Dabei habe sich jedoch in Anbetracht der militärischen Zweckbestimmung der Waren und der besseren Versorgung des Binnenmarktes mit Bedarfsgütern eine Reihe von Schwierigkeiten ergeben. Andererseits erfolgte ein Ausbau der Verkaufsorganisationen und die Verstärkung der Exportbemühungen um den relativ hohen Lager- und Verwaltungskosten möglichst große Einnahmen entgegensetzen zu können. Ferner übernahm die STEG die Bearbeitung von Waren, die sich nicht mehr in wirtschaftlichem optimalen Zustand befanden. Dies führte zu günstigen Verkaufserlösen, insbesondere in dem US-Geschäft, wobei die Erlöse das ursprünglich geplante Ziel überschritten.
Das Munitionsprogramm der STEG wurde 1949 abgewickelt. Als sich die „Surplus-Bestände“ in Großbritannien, Belgien, Frankreich und den Niederlanden verringerten, ergab sich für die von der STEG übernommenen Waren dieser Art, aber auch für schwer absetzbare Güter deutschen Ursprungs, Exportmöglichkeiten. Flugmotore im Werte von 0,56 Mill. DM gingen nach den Niederlanden und Frankreich, ferner Medikamente im Werte von 0,35 Mill. DM nach Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Weiter gingen Nachrichtengeräte für 1,8 Mill. DM in verschiedene Länder. Der Absatz von 75 000 amerikanischen Heeres-Kraftfahrzeugen und Anhänger entwickelte sich erst in der zweiten Jahreshälfte günstiger. Dann aber wurde — besonders im Auslandsgeschäft, ein monatlicher Umsatz bis 0,65 Mill. DM erzielt.
Im Jahre 1949 wurden 196,19 Mill. DM von der STEG erlöst. Es entstanden 87,13 Mill. DM Kosten. Seit der Gründung der Gesellschaft wurden somit 900 Mill. RM/DM-Erlöse erzielt.
Wer verteilt die Rohstoffe?
vd - Zur Rückkehr der Delegation der OEEC aus den Vereinigten Staaten, wo sie Verhandlungen über die Zuteilung von Rohstoffen führte, verlautet, daß bisher nicht geklärt ist. wie die Rohstoffkontingentierung durchgeführt wird und welche Stelle ihr Träger sein soll. In Kreisen der Bundesregierung wird vermutet, daß die Vereinigten Staaten und Großbritannien zunächst beide Länder interessierende Fragen intern klären wollen. Hoher Stahlexport 1950 v - Die Eisen- und Stahlindustrie in der Bundesrepublik führte im Dezember trotz rückläufiger Rohstahlproduktion nach vorläufigen Angaben 100 000 bis 120 000 Tonnen Walzwerkserzeugnisse aus. Insgesamt wurden im Dezember rund 740 000 Tonnen von den Werken ausgeliefert ( November-Stahlexport 150 000 t, Gesamtauslieferung rund 835 000 t).
Nach vorläufigen Berechnungen exportierte die Eisen- und Stahlindustrie des Bundesgebiets in diesem Jahr rund 1.5 Mill, t Walzstahl (Vorjahr 456 000) bei einer Gesamt Liefermenge von 8,5 Mill, t (6,1 Mill. t). Passiv-Saldo gegenüber Frankreich v - Mit Importen aus Frankreich in Höhe von 204,9 Mill. Dollar und Exporten von 122,4 Mill. Dollar ergibt sich in den ersten zehn Monaten 1950 ein Passivsaldo der Bundesrepublik von 82,5 Mill. Dollar.
v Die Adam Opel AG hat in diesem Jahr insgesamt 72 736 Fahrzeuge hergestellt gegenüber einer geplanten Produktion von rund 60 000 Einheiten. Der Exportanteil an der Gesamtfertigung hat sich von 16,7 Prozent 1949 auf 40,5 Prozent in diesem Jahr erhöht. 29 469 Opelwagen gingen ins Ausland.
Bz Die Deutsche Steinindustrie A. G., Reichenbach (Odenwald) meldet zum 30. 6. 1949 einen Gewinn von 0,005 Mill. DM bei 0,384 Mill. DM A.K.
Staatsfinanzen im Umbau
Erweiterte Aufgaben bedingen Ausdehnung der Bundesausgaben
A. H. Der Aufbau der öffentlichen Finanzen, vor allem das Verhältnis zwischen Bundesfinanzen einerseits und Länderfinanzen andererseits, ist nicht so föderalistisch ausgefallen, wie die Anhänger eines Föderalismus dies erstrebt hatten. Genau wie in der Weimarer Republik ging der Anstoß zu einer Einengung des Föderalismus weniger aus dem Druck hervor, den die Macht der Tatsachen, in diesem Fall der ungeheuere Zuwachs an staatlichen Aufgaben und Ausgaben auslöste. Dieser Zuwachs konnte nach Lage der Dinge niemand anderem als dem. Bund zufallen. Dieser Tatsache wird man sich bewußt, wenn man das „Erste Überleitungsgesetz“vom 28. November 1950, das sich auch „Erstes Gesetz zur Ueberleitung von Lasten und Deckungsmitteln auf den Bund“ nennt, einer Durchsicht unterzieht. Schon seit dem Frühjahr befindet sich die Bundes- und Länderfinanzverwaltung im Sinne dieses Ueberleitungsgesetzes im Umbau. Die jetzt erfolgte Veröffentlichung des Gesetzestextes ist nur der Schlußstein unter den Umbau. Hundertprozentige Bundesaufgaben Was dem Bund an Aufgaben und Ausgaben zugewachsen ist, zeigt der Katalog von elf Punkten des Eingangsparagraphen. An erster Stelle werden entsprechend ihrem Gewicht die Aufwendungen für Besatzungskosten und Auftragsausgaben genannt. Alle übrigen, dem Bund zugefallenen Ausgaben sind solche sozialer Art. Zu diesen Ausgaben dauernden Charakters gehören die Aufwendungen der Arbeitslosenfürsorge, die Zuschüsse zur Arbeitslosenversicherung und die Zuschüsse zu den Lasten der Sozialversicherung. Die Aufwendungen für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene sowie für Angehörige von Kriegsgefangenen tragen gleichfalls dauernden Charakter. Erst in einer ferneren Zukunft könnte mit ihrem. Rückgang gerechnet werden.
Aehnliches würde, wenn auch in abgeschwächtem Maße, für die Aufwendungen für die Kriegsfolgenhilfe gelten, die alle jene Fürsorgekosten umfaßt, die auf Grund gesetzlicher Anordnung von den Bezirksfürsorgeverbänden, den Landesfürsorgeverbänden oder den Ländern für Kriegsfolgenhilfe-Empfänger geleistet werden. Kriegsfolgenhilfe-Empfänger sind: Heimatvertriebene, Evakuierte, Zugewanderte aus der sowjetischen Besatzungszone und der Stadt Berlin, Ausländer und Staatenlose, Angehörige von Kriegsgefangenen und Vermißten sowie Heimkehrer und schließlich auch Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene. Eine Gruppe von Aufwendungen hat überwiegend einen vorübergehenden Charakter, nämlich die Aufwendungen für die Umsiedlung Heimatvertriebener und für die Auswanderung von Kriegsfolgenhilfe-Empfängern, die Aufwendungen für die Rückführung von Deutschen, die Aufwendungen für Grenzdurchgangslager sowie die weiteren Aufwendungen für verdrängte Angehörige des öffentlichen Dienstes und für ehemalige berufsmäßige Wehrmachtsangehörige. Die Länder müssen mitzahlen Aber der Bund wird die Ausgaben, die ihm zugeschoben worden sind, nicht zu 100 Prozent zu tragen haben. Bestimmte Quoten werden von den Ländern aufzubringen sein. Es sind dies die sogenannten Interessenquoten. Die Interessenquote weist verschiedene Abstufungen auf. Sie beträgt 10 Prozent bei Besatzungskosten und Auftragsausgaben sowie bei den Aufwendungen der Arbeitslosenfürsorge. Auf 15 Prozent sind die von den Ländern zu tragenden Anteile festgesetzt von den Aufwendungen für die Umsiedlung Heimatvertriebener und für die Auswanderung von Kriegsfolgenhilfe-Empfängern, für die Rückführung von Deutschen, für Grenzdurchgangslager, für verdrängte Angehörige des öffentlichen Dienstes und für ehemalige berufsmäßige Wehrmachtsangehörige. Gleichfalls 15 Prozent haben die Länder zu tragen von den Aufwendungen (einschließlich Verwaltungskosten) für Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene und für Angehörige von Kriegsgefangenen. Am höchsten ist die Interessenquote mit 25 Prozent bei den Aufwendungen für die Kriegsfolgenhilfe. Umsatzsteuer Eckpfeiler der Einnahmen Durch das Ueberleitungsgesetz sind dem Bund rückwirkend ab 1. April die Umsatzsteuer, die der konkurrierenden Gesetzgebung unterworfenen Verbrauchssteuern mit Ausnahme der Biersteuer, die Beförderungssteuer, die einmaligen Zwecken dienenden Vermögensabgaben und der Ertrag der Monopole zugewiesen worden. Der Eckpfeiler der ' Bundesfinanzen wird also auf der ertragreichen, aber auch konjunkturempfindlichen Umsatzsteuer und in zweiter Linie auf den Einnahmen aus der Verbrauchsbesteuerung ruhen.
Börsen und Märkte
Bz. Die Frankfurter Börse blieb widerstandsfähig. Für Teilgebiete ergab sich Kaufinteresse. Hypothekenbank-Aktien waren gefragt. Man erwartet ein besseres Zusammenlegungsverhältnis als seither bekannt war. Auch für Großbank-Aktien hört man optimistischere Schätzungen des Umstellungsverhältnisses bis zu einem Stand von zwei zu eins. Für Sonderwerte wie NSU 140 (plus 5) und Feldmühle 83 (plus 3) zeigte sich Interesse. Am Chemiemarkt Chemische Albert 61 (plus 1), Degussa 73,75 (— 1,25).
Freie Devisenkurse
Bz. An der Frankfurter Börse hörte man am 28. 12. folgende freie Devisenkurse: Für den USA-Dolar 5,20 bis 5,40 DM, für das englische Pfund Sterling 12,50 bis 13,50 DM, für den Schweizerfranken 1,18 bis 1,28 DM und für den österreichischen Schilling 0,14 bis 0,16 DM In den Berliner Wechselstuben wurden für eine DM-West 5,50 bis 5,70 Ostmark gezahlt bzw. für 5,75 Ostmark 1 DM-West geboten.
Bestattungen I am Freitag, dem 29. Dezember 1950 I Beerdigungen: Alter Friedhof: I 14.00 Uhr: Baltes, Jak., 54 J., Liebfrauenstr. 30 ■ 14.30 Uhr: Manthay, Klara, 71 J., Bessunger Straße 53 Bessunger Friedhof: S 14.00 Uhr: Eifert, Leopold, 77 J., Zwingenberg Waldfriedhof: 11.15 Uhr: Heß, Heinrich, Schuhknechtstr. 43 I 14.15 Uhr: Fischer, Elisabeth, 82 J., Darmstadti Eberstadt, Hochstraße 12
gllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllH j Allen treuen Wettfreunden, Behörden, Geschäfts- § § freunden sowie Bezirksabrechnungs- und Annahme- s H stellen des Stadt- und Landkreises Darmstadt, der g = Kreise Bergstraße, Dieburg, Erbach und Groß-Gerau = 1 ein glückverheißendes neues Jahr! | | ALBERTHESS I Inh. der Hauptstelie Darmstadt । | HESSEN-TOTO (West-Hessen) £IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIM Fünfzig Jahre Im Dienste der Volksgesundheit Arheilger Apotheke Fritz Halfter / Dieburger Str. 24 Arzneimittelkauf ist Vertrauenssache! . Allen Kunden wünsche ich ein glückliches neues Jahr I ipiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin I Die Fundgrube | UIIIIIIIt 11 >ll I 1 111 11 I■,ll 1 ■ 11111 ■(II11■1II111■1II >I3IIIII 11 ■ I I 1 111 11111 ■ ■ II ■ Ml
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