Eine Anfrage Grotewohls
Er wünscht Aussprache mit Dr. Adenauer noch vor der Vierer-Konferenz
Berlin, 26. Dezember. (AP.) Im Zentralorgan der Sozialistischen Einheitspartei „Neues Deutschland“ fragt der Ostzonen-Ministerpräsident Grotewohl in einem Artikel „Wann wird Dr. Adenauer antworten?“
„Das anhaltende Schweigen Herrn Dr. Adenauers bei wachsender Ungeduld der Bevölkerung veranlaßt mich heute, aus der Reserve herauszutreten“, fährt Grotewohl fort.
Millionen Menschen, die die Hoffnung gehabt hätten, daß noch vor Weihnachten das von ihm vorgeschlagene Gespräch zustande käme, würden enttäuscht sein. Aber zur Enttäuschung bestehe kein Grund, weil sein Vorschlag dem Wunsch des Volkes entspreche und eine wachsende Wirkung gesichert sei.
Zu den Einwänden gegen seinen Vorschlag, die in Pressekommentaren zum Ausdruck gekommen seien, könnte er mit Fug und Recht ebenfalls triftige Gründe anführen, um sich nicht mit Dr. Adenauer an einen Tisch setzen zu wollen, aber er tue das nicht.
Wenn im Besatzungsstatut der Bundesrepublik Verhandlungen mit ausländischen Mächten untersagt seien, so müsse er betonen, daß die Ostzone ein Teil Deutschlands und nicht Ausland sei.
Die Kritik an seiner Forderung auf eine paritätische Zusammensetzung des konstituierenden Rates weist Grotewohl mit der Bemerkung zurück, daß auf den vorgesohlagenen Verhandlungen keine „Mehrheitsbeschlüsse“ gefaßt, sondern Uebereinstimmung erzielt werden sollten.
Das Gespräch müsse vor einer Vierer-Konferenz stattfinden, denn das deutsche Volk könne nicht abwarten, um nachher zu sprechen, sondern es müsse sich vorher einigen.
Ausländische Truppenteile
Neuyork, 26. Dezember. (AP.) Die Bildung voller ausländischer Truppenteile innerhalb der amerikanischen Armee ist von der anti-kommunistischen amerikanischen Organisation „Gemeinschaftliches Ziel“ vorgeschlagen worden.
Die Organisation stellt fest, daß es in Europa Hunderttausende von ausgebildeten Soldaten gebe, deren Leben nichts wert sei, wenn sie in die Hände der Kommunisten fielen. Die augenblickliche und auch die für die Zukunft zu erwartende Lage erfordere daher die Einbeziehung „ausländischer Legionen“ in die amerikanischen Streitkräfte.
Zwanzig Jahre beantragt
Brüssel, 26. Dezember. (AP.) Der Ankläger im Prozeß gegen den ehemaligen Generaloberst von Falkenhausen, Colson, hat nach Beendigung seines zwei Tage dauernden Plädoyers für den ehemaligen Militärbefehlshaber von Belgien 20 Jahre Zwangsarbeit beantragt.
Neue chinesische Aufforderung
Tokio, 26. Dezember. (AP.) Der rotchinesische General Chu teh hat die Streitkräfte der Vereinten Nationen über Radio Peking aufgefordert, Korea umgehend aufzugeben.
Bitte für die „Kriegsverbrecher"
Die Deutsche Evangelische Kirche für Ueberprüfung der Verfahren
Frankfurt, 26. Dezember, (dpa) Der Rat der evangelischen Kirche in Deutschland hat den Inhalt zweier Memoranden bekanntgegeben, in denen darum gebeten wird, die Kriegsverbrecher-Verfahren zu überprüfen. Die Denkschriften sind an die Regierungen und Kirchen von fünfzehn Staaten diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs gerichtet.
Im ersten Memorandum, das von Bischof D. Dr. Dibelius unterzeichnet fst, werden die Regierungen um eine Amnestie gebeten, die für Verurteilte, die zur Zeit der ihnen zur Last gelegten Tat noch im jugendlichen Alter standen, und für solche Gefangenen gelten soll, die wegen ihres hohen Alters oder wegen Krankheit unter dem Strafvollzug besonders zu leiden haben. Außerdem wird gebeten, die Strafe für solche Verurteilte gnadenweise herabzusetzen oder aufzuheben, deren Strafe zu hoch erscheint. Der Rat der evangelischen Kirche bittet ferner um die gleichen Vergünstigungen für solche Verurteilte, die nach Rechtsgrundsätzen abgeurteilt wurden, denen die Angehörigen anderer Nationen bei gleichen Tatbeständen nicht unterworfen wurden — besonders in Fällen, in denen Todesstrafe verhängt wurde —, und für Verurteilte, bei denen Rechtsgrundsätze angewandt wurden, deren Gültigkeit auch von führenden Juristen derjenigen Nationen bestritten wird, die gegen Deutschland im Kriege lagen. Verfahren, die noch nicht abgeschlossen sind, seien nach Möglichkeit einzustellen.
Das zweite, von dem Leiter des kirchlichen Außenamtes, D. Martin Niemöller, unterzeichnete Memorandum ist an die Kirchen der fünfzehn Länder gerichtet und bittet diese, das ihren Regierungen zugeleitete Gesuch zu unterstützen.
Beide Denkschriften wurden den Regierungen und Kirchen in den USA, Großbritannien, Frankreich, der Sowjetunion, Belgien, Dänemark, Holland, Norwegen, Griechenland, Jugoslawien, Polen, der Tschechoslowakei, Italien, Luxemburg und der Türkei übersandt.
Ungestörte Weihnachts-Feiertage
Starke Schneefälle in Süd- und Westdeutschland / Keine wesentlichen Verkehrsbehinderungen
Hamburg, 26. Dezember, (dpa) Das diesjährige Weihnachtsfest verlief nach den bisher eingegangenen Meldungen im ganzen Bundesgebiet so ruhig und ungetrübt wie noch nie seit Kriegsende. Petrus bescherte — von Norddeutschland abgesehen — nahezu ideales Winterwetter, ideal insofern, als einerseits die Wintersportler voll auf ihre Kosten kamen und der Verkehr andererseits kaum behindert wurde. Nicht ein schwerer Unfall wurde gemeldet — den einzigen Christbaumbrand im ganzen Bundesgebiet verzeichnete die Hamburger Feuerwehr.
Ununterbrochene Schneefälle
Seit Montag nachmittag schneite es über Hessen ununterbrochen. Die Schneedecke war im Flachland am Dienstagmittag 22 Zentimeter hoch. Seit Januar 1940 wurde in der Mainebene eine gleiche Schneehöhe nicht mehr gemessen. Ein kräftiger Ostwind führte vor allem
in höheren Lagen zu starken Verwehungen. Die Temperaturen lagen um null Grad. Da nach Mitteilung der Wetterdienststelle Frankfurt mit einer Zunahme der Kälte zu rechnen ist, dürfte der hochwinterliche Charakter des Wetters vorerst noch andauern. Auf dem Frankfurter Hauptbahnhof trafen die Fernzüge am Dienstag mit Verspätungen bis zu einer Stunde ein. Die Eisenbahndirektion Frankfurt forderte am Dienstagvormittag alle Bediensteten der Bauzüge, der Güter- und der Gepäckabfertigungen auf, sich sofort bei ihren Dienststellen zum Schneeräumen zu melden.
Die Wintersportgebiete des Taunus und in Nordhessen hatten in den Weihnachtstagen Hochbetrieb.
Völlige Feiertagsruhe
Im übrigen verliefen die Weihnachtstage auch in Hessen in völliger Feiertagsruhe. Am zweiten Festtag war infolge des Schneefalls der Autoverkehr überall nur gering. Die Straßen der Städte waren von starken Schneeräumkolonnen belebt. Eine Behinderung des Straßenbahnverkehrs trat nirgends ein. Besondere Zwischenfälle oder Unfälle wurden bis Dienstag nicht gemeldet.
Hochbetrieb im Hamburger Hafen
Hochbetrieb meldet der Hamburger Hafen, wo an den Weihnachtsfeiertagen über 56 Schiffe einliefen. Die meisten hatten einen Weihnachtsbaum im Vormast. Die Lichter verliehen auch dem Hafengebiet eine weihnachtliche Stimmung. Die Küstenfunkstellen waren ohne Pause damit beschäftigt, die Verbindung zwischen den deutschen Schiffen auf See und den Angehörigen zu vermitteln. Auch die Fischdampfer in der Barent-See und vor Island und die Besatzungen der Feuerschiffe und Leuchttürme wurden dabei nicht vergessen.
Kurze Pause im „kalten Krieg“
Für einige Stunden war an den Weihnachtsfeiertagen in Berlin der „kalte Krieg“ zwischen Ost und West beigelegt. Die Leuchtschrift nahe der Sektorengrenze am Potsdamer Platz, die sonst die Nachrichten der West-Berliner Presse nach Ost-Berlin übermittelt, strahlte herzliche Weihnachtsgrüße in den sowjetischen Sektor der Viersektorenstadt.
Im Niemandsland zwischen Helmstedt und Marienborn spielten und sangen am ersten Weihnachtsfeiertag der Posaunenchor und der Mädchenchor der evangelischen Kirchengemeinde Helmstedt. Den Volkspolizisten auf der Sowjetzonenseite gefiel das so gut, daß sie die Bläser und die Sängerinnen baten, näher an die Grenze zu kommen. Der örtliche Volkspolizeichef dankte ihnen am Schluß der Darbietungen noch ganz besonders.
648 Tote in Amerika
In den USA kamen an den Weihnachtsfeiertagen nach den bisherigen Meldungen 648 Menschen ums Leben. Von ihnen starben 506 bei Verkehrsunfällen.
„Martin-Niemöller-Straße“
Berlin, 26. Dezember, (dpa) Bei den letzten Straßenumbenennungen in Altenburg in Thüringen ist eine Straße nach dem hessischen Kirchenpräsident Martin Niemöller benannt worden.
Die Heilige Pforte wurde geschlossen
Der Abschluß des Heiligen Jahres in Rom
Vatikanstadt, 26. Dezember. (AP.) Papst Pius XII. hat Sonntag die Heilige Pforte der Peterskirche wieder symbolisch geschlossen. Mit dieser Handlung fand das Heilige Jahr seinen Abschluß. Tausende von Pilgern wohnten der Zeremonie bei und begrüßten den Papst mit lauten Rufen.
Unmittelbar vor der Heiligen Pforte, in dem rechteckigen Vorraum der Peter»- kirche, stieg der Papst von seinem tragbaren Thron, um sich auf den Thron zu begeben, der rechts von der Heiligen Pforte errichtet war.
Auf Tribünen vor der Heiligen Pforte hatten Würdenträger aus vielen Staaten Platz genommen. Die Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe saßen um den näostlichen Thron.
P Nun erhob sich der1 Papst, schritt vom Thron herab und begab sich zu der Heiligen Pforte. Dort segnete er drei vergoldete Ziegel, den Mörtel und die Maurerkelle, mit denen er darauf symbolisch 'die Heilige Pforte verschloß, durch die seit dem letzten Weihnachtsfest über sieben Millionen Pilger geschritten waren, um den Segen und die Gnade des Heiligen Jahres zu erlangen.
1 “Nachdem der Papst mit einer goldenen Maurerkelle den Mörtel auf die Schwelle der Heiligen Pforte gestrichen hatte, sprach er mit fester, klarer Stimme das Gebet und legte den ersten Ziegelstein zu der Mauer, mit der die Heilige Pforte bis zum nächsten Heiligen Jahr geschlossen wird.
Papst Pius XII. hat eine Bulle unterzeichnet, durch die das Heilige Jahr, das in Rom am Heiligen Abend zu Ende ging, für die übrige katholische Welt auf das Jahr 1951 ausgedehnt wird.
Frauenverbände bitten
Frankfurt am Main, 26. Dezember, (dpa) Vertreterinnen der Arbeitsgemeinschaft katholischer Frauen, der evangelischen Frauenarbeit in Deutschland und des überparteilichen und überkonfessionellen deutschen Frauenringes haben McCloy gebeten, die in Landsberg zum Tode verurteilten Kriegsverbrecher zu Freiheitsstrafen zu begnadigen.
Die Frauenverbände bitten außerdem darum, diejenigen deutschen Soldaten, die seit Jahren ohne Untersuchung in westalliierten Gefängnissen unter dem Vorwurf des Kriegsverbrechens warten, sofort vor ein internationales Gericht zu stellen, dem auch deutsche Richter angehören.
Nach dem Fest
*** Wir sind noch einmal davongekommen. Wir haben die Weihnachtstage in Ruhe verbringen können. Selbst in Korea hat die erwartete Großoffensive der Chinesen bis zum zweiten Feiertage noch nicht eingesetzt, und die Räumung des Brückenkopfes Hungnam konnte unter der Feuerglocke der Schiffsartillerie glücklich beendet werden. Präsident Truman hat sogar von einer leichten Entspannung der Weltlage gesprochen. Worauf er diese Ansicht gründet, ist allerdings nicht recht klar, denn keinerlei Anzeichen deuten darauf hin, daß die Russen geneigt wären, sich in irgendeinem Streitpunkte nachgiebig zu zeigen. Sie wollen weder in einen Waffenstillstand für Korea einwilligen, noch irgendwelche Vorbedingungen der Westmächte für eine Viererkonferenz anerkennen. Wenigstens nach den bisher vorliegenden Nachrichten. Dafür meldet das „Berliner Volksblatt“, rund zwanzigtausend Mann sowjetischer Panzertruppen, die bisher in Polen standen, seien in die Sowjetzone verlegt und in der Gegend von Oranienburg bei Berlin einquartiert worden. Wenn dies stimmen sollte, so kann man darin nur die Absicht erkennen, den russischen Forderungen auf eine Vierer-Konferenz Nachdruck zu verleihen.
Die Westmächte scheinen jedoch nicht gewillt, einem Druck nachzugeben. Wenn es anders wäre, dann hätte es wenig Sinn, daß sie die Verhandlungen über einen Wehrbeitrag der Bundesrepublik mit aller Energie vorwärts treiben und daß der amerikanische Oberkommissar McCloy noch vor den Feiertagen Kurt Schumacher und Erich Ollenhauer zu sich gebeten hat, um die Bedenken der Opposition zu beschwichtigen, bevor entscheidende Besprechungen mit deutschen Sachverständigen in Bonn beginnen. Aber auch so bleibt alles noch in der Schwebe. Denn die Haltung der Westmächte ist leider nicht so einheitlich, wie sie es sein müßte, damit unberechtigte russische Ansprüche wirkungsvoll zurückgewiesen werden können. Die Russen vertrauen ja weniger auf ihre eigene Kraft und Bereitschaft, als auf die widerstrebenden Interessen der Westmächte und schöpfen aus den isolationistischen Darlegungen des früheren republikanischen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Hoover, die Hoffnung, die Karten, die sie selbst ausspielen wollen, könnten nicht überstochen werden.
Sicher würde man es gerade in der Bundesrepublik begrüßen, wenn es möglich wäre, innerhalb der von der Vernunft gesetzten Grenzen annehmbare Lösungen für die internationalen Konflikte zu finden, die alle Völker beunruhigen. Bisher haben aber alle Verhandlungen, die nach dem Kriege mit den Russen geführt wurden, ergebnislos geendet. Es ist zu befürchten, daß es auch auf einer Vierer-Konferenz, deren Zustandekommen noch nicht einmal sicher ist, kaum anders sein wird. Die Spannungen, die alle Weihnachtsbotschaften der Staatsmänner überschattet haben, werden also mit dem Ausklang des Jahres 1950 nicht nachlassen, sondern im neuen Jahre sich möglicherweise noch verstärken.
An die Deutschen in aller Welt
Die Weihnachtsbotschaft des Bundeskanzlers
Bonn, 26. Dezember, (dpa) Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer hat am ersten Weihnachtstag den Deutschen in aller Welt die Weihnachtsgrüße der Bundesregierung übermittelt.
Seiner Werihnachtsbotschaft, die von allen Rundfunksendern der Bundesrepublik übertragen wurde, stellte der Kanzler den Wunsch nach Frieden als Leitmotiv voran.
„Es ist das natürliche Recht des einzelnen wie der Völker, die eigene Existenz zu halten und zu sichern.
Es wäre verantwortungslos, wenn die Deutsche Bundesregierung dieses Recht nicht verteidigen würde und nicht bereit wäre, in Gemeinschaft mit anderen friedliebenden Völkern hierfür einzustehen.“
Der besondere Gruß des Kanzlers galt den deutschen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern und ihren Angehörigen in Deutschland. „Ihnen allen möchte ich sagen, daß das uneingeschränkte Mitgefühl unseres gesamten Volkes ihnen gehört und daß die Bundesregierung nichts unversucht lassen wird, um ihr Schicksal zu wenden. Auch den Heimatvertriebenen solle bis an den Rand unserer wirtschaftlichen Kraft geholfen werden.“ Die Sorge der Bundesregierung gelte aber auch im gleichen Maße allen, die als Opfer eines totalitären Machtstaates neben ihrem Vermögen häufig Freiheit und Gesundheit eingebüßt haben.
Der Bundeskanzler gedachte dann der Kriegsversehrten, deren materielle Not durch das Versorgungsgesetz gelindert werden soll. Den Arbeitslosen, Ausgebombten und Evakuierten versicherte er, daß ihnen das unermüdliche Streben der Bundesregierung im kommenden Jahr gelten werde. 1950 sei es gelungen, über eine Million neuer Arbeitsplätze zu schaffen und mehr als 330 000 neue Wohnungen zu bauen. Das zeige die Richtigkeit der Bonner Politik.
Die Weihnachtsgrüße waren auch an die Deutschen außerhalb des Bundesgebietes gerichtet. „Mit besonderem Schmerz blicken wir über eine Wand, die mitten durch deutsches Land geht.“
Am Schluß seiner Botschaft rief der Bundeskanzler alle politischen Parteien auf, sich immer vor Augen zu halten., daß das ganze Volk in Zeiten äußerster Gefahr zusammenstehen müsse.
„Aktion erfolgreich verlaufen"
Die „Invasions“-Studenten von Helgoland nach Cuxhaven zurückgekehrt
Cuxhaven, 26. Dez. (AP./dpa) Zitternd vor Frost, aber ungebrochenen Mutes kehrten am vergangenen Freitagabend die beiden Heidelberger Studenten, die durch ihre „friedliche Invasion“ die Insel Helgoland für ihre Bewohner zurückerobem wollten, an Bord ihres Bootes auf die Bitten von ehemaligen Helgoländern nach Cuxhaven zurück.
Bei ihrer Rückkehr stellten die Studenten fest, daß sie ihre Aktion wiederholen würden, wenn die britische Luftwaffe ihre Uebungsbombardements wieder aufnehmen sollte.
Das Ziel der friedlichen „Invasion“ sei jedenfalls erreicht, sagen die Helgoländer: die Augen der Welt hätten sich auf Helgoland und seine Bewohner gerichtet, die nichts weiter wollten, als nach der alten Heimat zurückzukehren.
Ein britischer Sprecher kündigte an, daß die britischen Behörden die Kapitäne der Fischkutter, die die Studenten und Journalisten zu der Protestdemonstration nach Helgoland und zurück gebracht haben, unter Umständen vor Gericht stellen werden. Die Ermittlungen nach den Kapitänen sind von britischer Seite eingeleitet worden. Gegen die beiden Studenten soll dagegen nichts unternommen werden.
Peter Müller blieb deutscher Meister
Der Deutsche Meister im Mittelgewicht, Peter Müller (Köln), verteidigte durch ein Unentschieden seinen Titel gegen den Hamburger Schmidt erfolgreich.
Bei seinem einzigen Auftreten in Deutschland überzeugte der Weltmeister im Weltergewicht, Ray Sugar Robinson, in Frankfurt und schlug den jungen Erlanger Stretz in der fünften Runde entscheidend.
Mit dem Vfß Mühlburg erhielt die erste süddeutsche Fußball-Liga ihren neuen Tabellenführer. Die Mühlburger bezwangen Kickers Offenbach mit 4:2 Toren. Mit dem gleichen Ergebnis blieb der Vfß Stuttgart über die Spvgg Fürth siegreich. Im Norden sicherte sich Werder Bremen durch einen 4:0-Erfolg über Eimsbüttel die Tabellenführung. Eine Fülle interessanter Freundschaftsbegegnungen brachten die Weihnachtstage, von denen der 4:3-Sieg des HSV über den Deutschen Meister Vfß Stuttgart besondere Beachtung verdient. Frankfurts Ligavereine hinterließen in Spanien einen guten Eindruck, obwohl ihnen nur ein Sieg glückte.
Zu einem beachtlichen l:l-Unentschieden kam der SV Wiesbaden gegen den 1. FC Nürnberg. Gegen Eintracht Bad Kreuznach erreichten die Kurstädter sogar einen 2:1-Sieg. Im Darmstädter Lokal-Derby blieben die Lilien über die SG Arheilgen ebenfalls mit 2:1 erfolgreich.
Autobanditen gefaßt
Offenburg (Baden), 26. Dezember, (dpa) Drei jugendliche Wegelagerer zwangen am Sonntag kurz nach Mitternacht auf der Bundesstraße 3 zwischen Windschlag und Appenweier durch einen quergelegten schweren Balken ein Personenauto zum Halten. Der Fahrer wurde beim Aussteigen mit der Aufforderung „Hände hoch“ empfangen und erhielt gleichzeitig zwei Pistolenschüsse in beide Beine. Der Beifahrer wurde durch einen Schuß am Kopf verletzt. Die Ueberfallenen konnten jedoch das Hindernis überfahren und sich nach Appenweier in Sicherheit bringen.
Die drei Banditen konnten von der Gendarmerie noch im Laufe der Nacht festgenommen werden. Bei der Vernehmung sagten sie, daß sie sich in Offenburg vergebens um Aufnahme in die französische Fremdenlegion bemüht und dann versucht hätten, ein Auto zu erbeuten, um nach Norddeutschland zurückzufahren.
Sozialer Geist
Weihnachtsansprache Christian Stocks
Wiesbaden, 26. Dezember, (dpa) Der bisherige hessische Ministerpräsident Christian Stock erklärte am Heiligen Abend im hessischen Rundfunk, er wisse, daß auch an dieser Weihnacht nicht in jedem Haus volle Freude herrsche. Bei einem Rückblick könne man aber feststellen, daß die Lebensverhältnisse sich doch wesentlich gebessert hätten. Den sozialen Geist gepflegt zu haben, darüber freue er sich gerade zu dieser Weihnacht sehr. Wenn er Anfang Januar von seinem Amt als Ministerpräsident zurücktrete, wisse er, daß seine Regierung das Vertrauen der hessischen Bevölkerung gehabt habe. „Wir wollen die Festtage benutzen zur Besinnung auf weitere Möglichkeiten, wie wir helfend eingreifen können, um auch der letzten Familie ein ungetrübt schönes Fest für die Zukunft zu geben.“
Angesichts der angespannten weltpolitischen Lage bedauerte Stock, daß erneut Milliarden für neue Rüstungen ausgegeben werden müßten und dem friedlichen Aufbau verlorengingen. „Das deutsche Volk ist eine zivilisierte Nation. Das deutsche Volk will Demokratie und seine politische und wirtschaftliche Selbständigkeit. Durch die Opfer der letzten Kriege geläutert, will das deutsche Volk nur seinem Kulturaufbau dienen. Es muß diesen Kulturaufbau aber auch schützen.“
Stock schloß mit den Worten: „Wir rufen in diesen Stunden den Beistand Gottes an, daß er allen Menschen eingeben möge, wie sie den Frieden sichern können und den Wohlstand der Menschen fördern.“
Schumacher bei McCloy
Bonn, 26. Dezember. (AP.) Oberkommissar McCloy hatte am Samstag in Bad Homburg eine etwa dreistündige Unterredung mit dem Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei, Dr. Schumacher.
Hauptgesprächsthema war die Frage des westdeutschen Verteidigungsbeitrages. Von amerikanischer Seite ist man bemüht, die deutsche Sozialdemokratie zu einer Zusammenarbeit mit den Alliierten bei der westlichen Verteidigung zu gewinnen.
In amerikanischen Kreisen wird erklärt. die Bundesrepublik werde, wenn sie sich zur Mitarbeit bereit zeige, bis zum September nächsten Jahres praktisch völlige Souveränität erlangt haben.
Gerechtigkeit für Krupp
Forderung eines Amerikaners
Essen, 26. Dezember, (dpa) Der durch seinen Kampf gegen die Demontagepolitik bekannt gewordene Sekretär des amerikanischen Nationalrats für die Verhinderung des Krieges, Libby, forderte eine sofortige Revision der Urteile gegen Alfried Krupp und seine Direktoren. Die Oberkommissare sollten eine Generalamnestie für die in ihrem Bereich inhaftierten „Kriegsverbrecher“ erlassen. Ausgenommen hiervon müßten diejenigen sein, die sich aus reinem Sadismus vergangen haben. Kriegsverbrechen seien auch bei anderen Nationen vorgekommen, selbst bei jenen, die heute als Richter über ihre besiegten Gegner fungierten.
In wenigen Zeilen ...
Der erste Preis von 25 000 Dollar für den besten Entwurf eines neuen Palastes für den Negus Haile Selassie wurde den Stuttgarter Architekten Hugo Brunner und Hermann Kiess zu erkannt.
In Altenburg (Thüringen) wurde eine Straße nach dem hessischen Kirchenpräsidenten Martin Niemöller benannt.
Bulgarien hat als fünftes der Ostblockländer ein Gesetz zum Schutze des Friedens erlassen.
Die pakistanische Regierung hat die Er- richtung eines deutschen Konsulats in Karatschi genehmigt.
General Eisenhower wird sein Hauptquartier einstweilen in dem Pariser Astoria-Hotel aufschlagen.
General Motors haben den Bau von Düsenjägern aufgenommen.
Der israelitische Ministerpräsident wandte sich am Dienstag vor dem isrealischen Parlament gegen die Wiederaufrüstung Deutschlands.
Für die Wiederbewaffnung Japans spricht sich am Dienstag in Tokio die konservative Zeitung „Jiii Schimno“ aus.
Keine Politik der Isolierung
Sechs-Punkte-Begründung des amerikanischen Außenministers Acheson
Washington, 26. Dezember. (AP.) Die Vereinigten Staaten werden ihre Politik der Stärkung und Verteidigung Europas nicht aufgeben, erklärte der amerikanische Außenminister Acheson.
Acheson sagte, eine Politik der Beschränkung auf die westliche Hemisphäre würde folgende Auswirkungen haben:
1. Sie würde es der Sowjetunion ermöglichen, Europa und Asien schnell zu erobern.
2. Sie würde der Sowjetunion damit ein wirtschaftliches Potential in die Hände spielen, das dem der Vereinigten Staaten bei weitem überlegen wäre. Die strategische Position der Vereinigten Staaten würde in einem solchen Falle „katastrophal“ sein.
3. Sie würde der Sowjetunion die Entwicklung einer Macht ermöglichen, die die Macht der Vereinigten Staaten auslöschen würde, — und sie würde zu diesem Zwecke eingesetzt werden
4. Würde sich eine solche Lage entwickeln, so wäre infolge des mangelnden Gleichgewichts jede friedliche Regelung unmöglich.
5. Wenn damit der Weg der Verhandlungen verschlossen wäre, so würden die Vereinigten Staaten gezwungen sein, entweder ihnen gestellte Bedingungen anzunehmen oder ohne Alliierte nur zur Wahrung ihrer eigenen Existenz zu kämpfen-
6. Das Ergebnis würde die Unterminierung der konstitutionellen Struktur und des gesamten Erbes des amerikanischen Volkes sein.
Der nationale Sicherheitsrat habe eine solche Politik als Selbstmord abgelehnt.
Acheson soll den Senatoren auf einer Geheimsitzung eröffnet haben, daß die Ri' i nrl i crm yH-vi öv rlnr "Mrivrl onfil.’no!rlon
Dunanispanner ues rwraauanuKpaKies innerhalb der nächsten drei Jahre eine Armee von 3 Millionen Mann gufstellen wollen, um ein Gegengewicht gegen das sowjetische Landheer zu schaffen.
Engere Verbindung
Washington, 26. Dezember. (AP.) Außenminister Acheson hat dem außenpolitischen Senatsausschuß erklärt, daß bei der Aufstellung der Verteidigungspläne für Westeuropa eine engere Verbindung mit Jugoslawien und Spanien in Aussicht genommen sei.
Es würden Vorbereitungen getroffen, die spanischen und jugoslawischen Streitkräfte im Falle eines Angriffs mit den' westeuropäischen Truppen zu verbinden.
Republikaner stützen Acheson
Washington, 26. Dez. (dpa). Der republikanische Senator Ives erklärte überraschend, die Vereinigten Staaten würden sich hinter die Verpflichtungen stellen, die Außenminister Acheson in der Brüsseler Konferenz der Atlantikpaktstaaten eingegangen sei.
Ives gehörte zu den treibenden Kräften bei der Abfassung einer Entschließung der republikanischen Kongreßfraktionen, in der kurz vor Weihnachten die Abberufung Achesons gefordert wurde.
Der Faktor Zeit
Kansas City, 26. Dezember, (dpa) Präsident Truman erklärte auf einer Freimaurerversammlung in Kansas City, daß der wichtigste Faktor für Amerika jetzt „die Zeit“ sei. „Was wir brauchen, das ist Zeit, und darum kämpfen wir im Augenblick ... es hat noch nie eine Krise gegeben, die wir letzten Endes nicht lösen konnten.“
Indien zwischen den Blocks
Neu-Delhi, 26. Dezember, (dpa) Der indische Ministerpräsident Nehru erklärte, Indien sei entschlossen, von den beiden sich bekämpfenden Blocks in der Welt gleichen Abstand zu wahren.
Vor der Schlacht um Südkorea?
Die Kommunisten in breiter Front angriffsbereit in Raum Söul
Tokio, 26. Dezember. (AP.) Die Streitkräfte der Vereinten Nationen haben am Dienstag wichtige Umgruppierungen abgeschlossen und stehen für die Schlacht um Südkorea bereit.
Mit dem Abschluß der planmäßigen Evakuierung des Brückenkopfes von Hungnam befindet sich ganz Nordkorea wieder in kommunistischer Hand. Unter dem schützenden Feuer von Land- und Schiffsgeschützen wurden im Hafen von Hungnam in den vergangenen zwei Wochen über 105 000 alliierte und südkoreanische Soldaten, rund 100 000 Zivilisten, sowie 17 500 Fahrzeuge und Geschütze und Kriegsmaterial im Gewicht von 350 000 Tonnen verladen und über See in die Häfen von Pusan und Pohang abtransportiert.
Der Feind ist vor Söul in einer Frontbreite von rund 150 km mit Artillerie, Nachschub- und Reserveverbänden zum
Angriff aufmarschiert.
Der Oberkommandierende der achten Armee, Generalleutnant Walker, ist am Samstag bei einem Autounfall in Korea ums Leben gekommen.
Der Nachfolger Walkers, Generalleutnant Ridgway, ist am Dienstag in Korea eingetroffen und hat mit sofortiger Wirkung das Kommando über die ihm unterstellten Verbände übernommen.
,Wenn wir in Korea verlieren ...'
Lie: Zukunft der UNO steht auf dem Spiel
Oslo, 26. Dezember, (dpa) Der UNO-Generalsekretär Trygve Lie, der seinen Weihnachtsurlaub in seiner norwegischen Heimat verbringt, erklärte am Dienstag bei einer Ansprache über den Sender Oslo, alle anderen UNO-Ziele würden in Frage gestellt, wenn die kommunistische Aggression in Korea nicht „zurückgewiesen oder zum Stehen gebracht wird“.
„Wenn wir in Korea verlieren“, sagte Lie, „kommt es nur noch darauf an, welches Land als nächstes an die Reihe kommt.“ Die ganze Welt hege Sympathie für China und wünsche die Zusammenarbeit mit dieser Nation. Doch müsse „der Respekt vor friedlichen Verhandlungen als Mittel zur Sicherung internationaler Zusammenarbeit erzwungen
Sowjet-Offiziere in Korea
Tokio, 26. Dezember, (dpa) Ein amerikanischer Offizier, der in der letzten Zeit in Korea in chinesische Gefangenschaft geriet, ist von einem sowjetischen Offizier vernommen und später von den Nordkoreanem entlassen worden. Dies ist der erste klare Beweis dafür, daß sich sowjetische Offiziere’ in sowjetischer Uniform in Korea aufhalten.
Diebstahl in der Westminster-Abtei
London, 26. Dezember, (dpa) Der historische Krönungsstein der schottischen und englischen Könige wurde am frühen Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages aus der Westminster-Abtei gestohlen. Der Stein, der über 150 Kilo wiegt und mindestens 1100 Jahre alt sein soll, wurde unter dem Krönungsstuhl in der Abtei aufbewahrt. Vierhundert Jahre lang war dieser Stein bei den Krönungszeremonien der schottischen Könige verwendet worden, bis ihn König Eduard I. von England im Jahre 1926 von Schottland nach London brachte. Anfang dieses Jahres war bereits eine anonyme Drohung eingegangen, den Stein zu entführen, falls er nicht wieder nach Schottland zurückgebracht würde.
Windsor als Mr. und Mrs.?
Neuyork, 26. Dezember. (AP.) Eine amerikanische Rundfunkgesellschaft, die Charles King Radio Productions Incorporated, hat dem Herzog und der Herzogin von Windsor 100 000 Dollar (420 000 DM) für eine einjährige Tätigkeit in einem „Mr.-and-Mrs.“-Programm geboten.
Bisher sei keine Antwort auf das Angebot eingegangen.
Deutschlands zweitälteste Frau
Mayen (Eifel), 26. Dezember. (LD) Deutschlands zweitälteste Frau, die Witwe Anna-Maria Retterrath in 80ß in der Eifel, vollendet am 28. Dezember ihr 102. Lebensjahr. Die Jubilarin erfreut sich einer verhältnismäßig guten Gesundheit und sucht auch heute noch sich im Haushalt nützlich zu machen durch Arbeiten, die sie sitzend erledigen kann. Von sechs Kindern, sechzehn Enkeln und fünf Urenkeln sind vier Kinder und fünf Urenkel gestorben oder gefallen.
Gefundenes Flugzeugwrack
Pneticton, Britisch-Kolumbien, 26. Dezember. (AP.) Suchmannschaften erreichten am Samstag das Wrack einer am Freitag abgestürzten Dakota-Maschine auf einem Abhang des Mount Okanagan in 2000 Meter Höhe.
Von den 15 Passagieren und der dreiköpfigen Besatzung überstanden 16 Personen den Absturz ohne Verletzungen. Der Flugzeugführer fand den Tod, während der zweite Flugzeugführer schwer verletzt wurde.
Protest gegen Pfarrerversetzung
Gießen, 26. Dezember, (dpa) Ein großer Teil der evangelischen Lukasgemeinde in Gießen protestiert weiterhin gegen die Versetzung ihres Gemeindepfarrers Kurt Goetze nach Nidda.
Etwa 1200 Gemeindemitglieder fanden sich in der Heiligen Nacht um 24 Uhr in der Aula der Gießener Hochschule zu einer Christmette zusammen. Da Pfarrer Gontrum aus Watzenborn-Steinberg, der eich ursprünglich zur Verfügung stellen wollte, vom Propst von Oberhessen, Weinberger, Sprechverbot erhalten'hatte, fand auch dieser Gottesdienst ohne Geistlichen statt. Pfarrer Gontrum sei bei Mißachtung des Sprechverbots ein Disziplinarverfahren angedroht worden, teilte ein Vertreter der Lukasgemeinde mit.
Stimmen der Anderen
Die Türen offen
Wie die Schweizer Blätter betonen, bleiben die Türen für ein letztes und entscheidendes Friedensgespräch zwischen Ost und West offen. Den westlichen Bemühungen, die letzte Brücke nach Moskau nicht abzubrechen, werden nach Ansicht der meisten Zfeitungen auch die deutschalliierten Verhandlungen in Bonn untergeordnet. Die Baseler „Nationalzeitung“ schreibt:
„Obschon man in Bonn zwar offiziell verkündet, auf Grund der von alliierter Seite zugegangenen Mitteilungen bestehe kein Anlaß, an irgendeine Verzögerungstaktik der Westmächte zu glauben, kann man in gewissen Kreisen eine erheblich andere Version hören. Es heißt da zum Beispiel, in Brüssel hätten die Westmächte sich darauf geeinigt, mit den Russen zusammen ein entmilitarisiertes Gesamtdeutschland auferstehen zu lassen. Dies sei für die Bundesregierung der Anlaß, die Antwort auf den berühmten Brief Grotewohls nicht mehr länger hinauszuzögern. Allerdings bereitet die Frage, in welcher Form man ihn beantworten soll, offenbar erhebliches Kopfzerbrechen.“
Die „Basler Nachrichten“ meinen: „Die von den Alliierten beabsichtigte Viererkonferenz wird immer deutlicher der Prüfstein, an dem sich erweisen wird, ob die Schaffung eines auch in seiner Ostzone wieder demilitarisierten Deutschlands, oder, wie die sowjetzonale Formel lautet, eines neutralisierten Deutschlands durch derart konkrete Zusagen der Sowjetunion möglich wird, die auf einen westdeutschen Beitrag zur europäischen Sicherheit verzichten lassen. Die Sowjets lassen jetzt den diplomatischen Aktionen militärische Demonstrationen folgen, die, von diplomatischen Kreisen in Berlin bestätigt, aus Truppenverschiebungen aus dem polnischen Raum in die Ostzone bestehen und erklärtermaßen nur den Zweck haben sollen, die sowjetische Verhandlungsbasis eindrucksvoller zu machen.“
Beratungen Trumans
Independence (Missouri), 26. Dez. (AP.) Präsident Truman hat seinen Weihnachtsurlaub in seiner Heimatstadt Independence vorzeitig abgebrochen und ist bereits am Dienstagabend im Weißen Haus zu einer Konferenz mit Außenminister Acheson und Verteidigungsminister Marshall zusammengetreten.
Wyschinski: Keine Aenderung
Paris, 26. Dezember. (AP.) Der sowjetische Außenminister Wyschinski erklärte bei seiner Durchreise in Paris, eine Aenderung der sowjetischen Haltung zur Frage der Wiederbewaffnung Deutschlands komme nicht in Frage.
Ein Mittelmeerpakt?
Rom, 26. Dezember. (AP.) Die italienische Regierung hat die Türkei und Griechenland aufgefordert, mit ihr einen Mittelmeerpakt abzuschließen.
Siebzehn Personen getötet
Rio de Janeiro, 26. Dezember. (AP.) Sechs Wagen eines Zuges auf der Strecke Marilda—Engano in Brasilien entgleisten am Samstag, wobei 17 Personen den Tod fanden.
Margueriten
Kriminalroman von Ullrich v. Bissing13. Fortsetzung Der Zustand des Journalisten war nur mit dem eines Menschen zu vergleichen, der ein Glas zu viel getrunken hatte. Trotzdem besaß er so etwas wie Haltung. Zuerst putzte er sich einmal umständlich die Nase. Als er hiermit fertig war. meinte der Kriminalrat: „Sie scheinen einen gottbegnadeten Chef zu besitzen!“ Und mit einem bezeichnenden Blick auf seine Armbanduhr setzte er hinzu: „Wo kommen Sie nur in diesem Aufzug her? Es ist gerade neun Uhr, und Sie sind schon betrunken?“
„Kennen Sie den Namen Christa Marita?“ „Nie gehört!“
„Sehen Sie, daß ist ein Mangel an kultureller Bildung!“
Statt den Journalisten mit Vorwürfen zu überschütten, hielt es Klausen für richtiger, auf seinen scherzenden Ton einzugehen.
„Unter der Voraussetzung, daß Sie noch einigermaßen Ihre Gedanken zusammen haben, möchte ich Sie fragen, wer der geistige Urheber des Artikels in Ihrer Zeitung ist? Sie erscheint doch in dem Verlag, in dem Sie tätig sind. Nicht wahr?“
„Ach, Sie meinen den Nachruf über unseren lieben, guten, alten d’Argent. Haben Sie ihn gelesen? Wie garstig, über einen Toten derart herzuziehen! Und dabei war er ein solch bescheidener Mann und lebte so zurückgezogen.“
„Nun, was dies anbelangt“, meinte der Kriminalrat, der unmittelbar den Eindruck hatte, als sei der Journalist gar nicht so betrunken, wie es zuerst den Anschein gehabt hatte, „was dies also anbelangt, habe ich einige Neuigkeiten für Sie. Es ist interessantes und überraschendes Material. D’Argent hatte zum Beispiel drei Bankkonten, aber die Gesamtsumme des ihm zur Verfügung stehenden Geldbetrages war recht bescheiden. Es kann natürlich möglich sein, daß er Werte, Aktien oder dergleichen besaß, die uns vorerst noch unbekannt sind. Aber mir scheint, er war wohl kaum ein Krösus. Er besaß auch einen ziemlich großen Bekanntenkreis. Sehen Sie sich dies einmal an! Es sind recht hübsche Aufnahmen darunter. Doch ich bin gewiß, daß die Mehrzahl dieser Frauen nur eine Menge Geld gekostet hat.“ Und mit diesen Worten schob er eine Anzahl fotografischer Aufnahmen über den Schreibtisch, die er einer vor ihm liegenden Akte entnommen hatte.
„Er scheint keinen beständigen Geschmack gehabt zu haben. Ob blond, ob braun, ich liebe alle Frau’n — heißt es in dem kleinen Chanson.“
„Eine Anzahl mehr oder weniger gut getroffener Fotografien hübscher Frauen ist kein stichhaltiger Beweis für ein ausschweifendes Liebesleben“, erklärte der Journalist, in die Betrachtung der aparten Frauengesichter vertieft, wandte eins dieser Bilder unvermittelt um und studierte eingehend die leere, weiße rückwärtige Fläche. Schließlich wandte der Journalist das Bild wieder um und legte es auf den Schreibtisch zurück. „Wissen Sie, wen dieses Bild darstellt?“ Er machte eine kleine Pause und sah den Kriminalrat verblüfft an.
„Sie können es nicht wissen“, fügte er dann hinzu. Und er dachte darüber nach, daß er mit der Frau, die diese Aufnahme zeigte, noch vor wenigen Stunden in einer exklusiven Bar an einem Tisch gesessen hatte.
Er wandte das Bild um und nickte mit dem Kopf, als habe er eine Vermutung bestätigt gefunden. „Dies ist eine neue Aufnahme“, sagte er, „aber es ist zweifelhaft, ob es uns einen Schritt vorwärts bringt. Sie können nämlich dieses Foto an den meisten Zeitungskiosken käuflich für wenig Geld erwerben. Ich habe es zum Beispiel auch gestern abend in dem Theater gesehen. Die Pagen und Platzanweiserinnen verkauften es dort neben den Aufnahmen anderer Schauspieler und Künstler des Theaters zusammen mit den Programmheften. Sie hätten sich wohl doch besser nicht von Tante Agathe abhalten lassen sollen, diese Revue zu besuchen. Es war ein wundervoller Abend und in gewisser Beziehung auch ein Abend voller Ueberraschungen."
Der Kriminalrat trommelte mit den Fingern seiner rechten Hand auf der blank polierten Fläche seines Schreibtisches herum. Er war nun bald am Ende seiner Geduld.
Ungersbach lächelte, als er es hörte. Er sah mit einer Ruhe, die den Kriminalrat nervös machte, den Rest der Aufnahmen durch. Nicht ohne auch die Rückseite jedes einzelnen Bildes einer genauen Untersuchung zu unterziehen.
„Ja, das sind alles sehr alte Bilder“, sagte er dann, „sie sind mehr oder weniger fünf oder sechs Jahre alt. Der Fotograf, der sie herstellte, hatte die lobenswerte Angewohnheit, das Jahr der Herstellung mit einem kleinen fast unsichtbaren Stempel auf der Rückseite der Bilder zu vermerken. Aber leider hat er seinen Namen nicht verzeichnet. Ich bin gewiß, diese Aufnahmen stammen samt und sonders aus einem Atelier.“
„Und was soll das?“ fragte der Kriminalrat ungeduldig.
„Das ist sehr einfach“, erklärte der Journalist, ohne seine Ruhe zu verlieren, „unser lieber, guter d’Argent besaß die Eigenart, seine Freundinnen jeweils fotografieren zu lassen. Ja, ja“, fügte er spottend hinzu, „er war wohl doch ein sehr ordentlicher Mann. Wahrscheinlich wollte er ein Album anlegen über sein Liebesleben. Warum er es nicht getan hat, weiß ich nicht. Vielleicht wollte er sich diese Arbeit für sein, nur noch der Erinnerung fähiges Alter aufbewahren-“
„Und wer ist diese Frau?“ fragte der Kriminalrat.
„Eine äußerst begabte Tänzerin“, erklärte der Journalist, „ich würde Ihnen raten, sie sich heute abend anzusehen. Die Christa Marita! Schöner Name, nicht wahr? Er hat mich eine schlaflose Nacht gekostet. Aber ich habe nicht einmal gewußt, daß das Bild dieser Frau in dem Schreibtisch eines Hauses in der Dahlienstraße lag, in dem ein Mord geschah.“
. Der Kriminalrat betrachtete einige Minuten schweigend das anmutige Gesicht der Tänzerin. Dann hob er plötzlich den Kopf und fragte unerwartet: „Woher wissen Sie, daß das Bild in dem Schreibtisch jenes Hauses lag?“
„Weil ich die Fotos in dem Fach des Schreibtisches liegen sah, als ich einen Rotstift suchte. Ich fand es nicht geschmackvoll, sie durchzustöbern. Wie gesagt, ich suchte einen Rotstift.“
„Und weshalb suchten Sie einen Rotstift?“
„Weil die Zahl auf dem Rand der Zeitung, die auf dem Schreibtisch lag, in roter Schrift dort stand.“
„Und haben Sie einen Rotstift gefunden?“
„Nein! Ich habe auch nicht erwartet, einen Rotstift zu finden.“
„Und warum war es nicht zu erwarten?“
„Weil, mein lieber Kriminalrat, diese Zahl nicht mit einem Rotstift geschrieben wurde.“
„Womit denn sonst, zum Donnerwetter?“
„Mit einem Lippenstift“, erklärte Ungersbach und amüsierte sich über das verblüffte Antlitz des Beamten.
„So ... ! Mit einem Lippenstift!“ wiederholte der Kriminalrat. „wie sind Sie denn darauf gekommen?“
„Wahrscheinlich sind meine Erfahrungen bei dem weiblichen Geschlecht doch nicht so mangelhaft, wie Sie sie immer hinzustellen belieben. Jedenfalls reichten sie aus, um den Unterschied zu bemerken."
„Kennen Sie die Bedeutung der Zahl, die auf der Zeitung stand?“
„Ich werde sie nie vergessen. Sie laufet 23 33 23.“
„Und das ist ohne Frage eine Telefonnummer.“
„Natürlich Ist es eine Telefonnummer“, erwiderte der Journalist, „und ich k tnn Ihnen auch verraten, daß es die Telefonnummer der Pension Ballaschke ist. Und Sie wissen, daß ich in dieser Pension wohne. Was ist denn daran so bedeutungsvoll?“
„Bedeutsam ist die Tatsache, daß eine Frau, die Sie in der Pension anrief, Sie letzten Endes kennen muß. Und nicht nur Sie persönlich, sondern auch Ihre Telefonnummer. Was sagen Sie dazu?“
.■Das ist ein interessanter, aber in diesem Zusammenhang völlig belangloser Gedankengang", erwiderte Ungersbach und begann plötzlich wieder zu gähnen. „Ich kann Ihnen nämlich beweisen, daß diese Frau gar nicht daran dachte, mich in der Pension anzurufen.“ (Fortsetzung folgt)
Darmstadt und Umgebung
Zufallsspiel um das Glockenspiel
PD. „Der Zufall treibt bisweilen sein eigenartiges Spiel auch in dieser nüchtern genannten Zeit. Ein überraschendes Erlebnis bestätigte mir das während meines Besuches der Vereinigten Staaten.“
So erzählte uns Frau Machwirth am Tag vor Heiligabend. „Es sind nun zwei Wochen her, daß wir uns in Rochester im Staate Neuyork aufhielten. Ganz unvermittelt erklangen da von einem Turm die Weisen eines Glockenspiels. Ein wehmütiges Erinnern führte mich in die Heimat zurück und den ganzen Tag über verließen die Klänge mich nicht. So erging es von je allen Darmstädtern, wenn sie in fremder Stadt oder fremdem Lande das altvertraute Spiel vernahmen. Wem dies aber heute geschieht, der muß noch ganz anders gepackt sein, denn er gedenkt der Trümmer des Turmes und seiner Umgebung. Ob Turm und Glockenspiel wohl wieder erstehen?
Auch ich dachte zurück und in die Zukunft, noch als wir am Tage darauf bereits wieder in Washington waren. Ein Heimwehgefühl drängte mich, eine deutsch geschriebene Zeitung zu lesen. Es war das erstemal, daß ich mir drüben eine kaufte: das Wochenblatt der Neuyorker „Staatszeitung und Herold“ vom 10. Dezember 1950. Noch die Glockenspielweise im Ohr, schlug ich die Zeitung auf und sah darin den Glockenturm unseres Schlosses abgebildet. Ich las einen Bericht über die erste Sitzung des Ausschusses, der beim „Grohe“ zusammengekommen war, las von dem eifrigen Bemühen, Turm und Glocken wieder erstehen zu lassen. Viel Interessantes habe ich drüben gesehen und gehört. Dem Glockenspielerlebnis aber gleicht wohl nichts.“
Prälat Diehl-Feier
Gedenktag zum 80. Geburtstag
Prälat D. Diehl, eine der bekanntesten kirchlichen Persönlichkeiten des althessischen Gebiets, hätte am 10. Januar 1951 seinen 80. Geburtstag begehen können. Die „Hessische Kirchengeschichtliche Vereinigung“ (Sitz Darmstadt) veranstaltet aus diesem Anlaß am Mittwoch, dem 10. Januar 1951, in Darmstadt eine Gedenkfeier, bei der Dekan Weiß, Darmstadt, Propst Weinberger, Gießen, und Staatsarchivdirektor Dr. Clemm, Darmstadt, mitwirken werden. Außerdem sind Vorträge vorgesehen von Oberkirchenrat Grein, Darmstadt, Pfarrer Lic. Dr. Steitz, Bischofsheim, Studienrat von der Au, Darmstadt, Pfarrer Dr. Winkelmann, Offenbach, Oberkirchenrat Dr. Berger, Wiesbaden, Propst i. R. Knodt, Lich, Rechtsanwalt Dr. Dahlem, Darmstadt, und Pfarrer i. R. Heß, Darmstadt, epd.
Darmstädter Sängerschaft
plant zwei Großveranstaltungen im April
In den vergangenen Tagen fand in Darmstadt eine Kreiskonferenz der Darmstädter Sängerschaft statt, wobei die Veranstaltung von zwei großen Liederabenden im April des kommenden Jahres beschlossen wurde. Es war der Wunsch ausgesprochen worden, wie in den Jahren vor 1933, dem Darmstädter Konzertpublikum ein Konzert für hohe Ansprüche zu präsentieren. In einem Volksliederkonzert sollen alte und neue Kompositionen zu Gehör kommen, an dem anderen Abend sind größere Chorwerke alter und neuer Meister vorgesehen.
Bei der Kreiskonferenz, an der Prof. Noack, stellvertr. Kreisvorsitzender Karl Weißgerber, Bezirksvorsitzender W. Dennecke und Chormeister Gottfried Geiß neben weiteren Herren teilnahmen, wurde außerdem eine ausführliche Aussprache über die Mitwirkung bei dem Darmstädter Heinerfest geführt.
Die Eberstädter Jugend feierte
Eine besinnliche Weihnachtsfeier erlebten alle Jugendgruppen Eberstadts beim Kerzenschein im Eberstädter Rathaussaal. Die Ausgestaltung des Abends hatte die evangelische Jugend übernommen. Pfarrer Weißgerber deutete eingangs den Weg an, den die Kirche im Advent in ernster Betrachtung bis zur Heiligen Nacht geht. Gedichte und hauptsächlich alte, deutsche Lieder, die gemeinsam gesungen wurden, versetzten die Teilnehmer in weihnachtliche Stimmung. In seinem Schlußwort dankte Pfarrer Mohr für den schönen Abend und verglich die Adventzeit mit dem Leben des Menschen. Nach dem Schlußlied liefen die Teilnehmer durch das verschneite Eberstadt in die Ludwigstraße, um dem erkrankten Amtmann Däc h e r t ein Ständchen zu bringen. „Ehre sei Gott in der Höhe“ klang es durch die Stille der Nacht. t-s
Litfaßsäule umgefahren
Schwerer Verkehrsunfall in der Rheinstraße
Am Samstag ereignete sich gegen 15.30 Uhr auf der Rheinstraße in Höhe des Cafes „Hauptpost“ ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Personenwagen, der einem überholenden Wagen nach rechts auszuweichen versuchte, rammte die am Straßenrand stehende Litfassäule, wobei er einen Radfahrer umriß. Die Litfassäule stürzte auf den Gehsteig und schlug einen Fußgänger zu Boden. Radfahrer und Fußgänger wurden von einem vorbeifahrenden Pkw. in schwerverletztem Zustand in das Krankenhaus gebracht. Es entstand erheblicher Sachschaden, -st.
Eine Frauenieiche gefunden wurde am ersten Feiertag in der Nähe des Kranichsteiner Hofes. Die Leiche, die bereits mehrere Tage am Fundort gelegen haben dürfte, war im Eis festgefroren. *
Verwaltungsbeamter Heinrich Traut¬ mann, Darmstadt. Wenckstr. 9. der lange Jahre bei der Bezirksfürsorgestelle die Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen betreute, tritt jetzt in den Ruhestand. Er hatte als Teilnehmer des 1. Weltkrieges und Ausgebombter de® 2. Weltkrieges Not und Elend aus eigener Erfahrung kennengelernt und stand in vorbildlicher Weise allen mit Rat und Tat zur Seite.
Die Turngemeinde 1846 feierte mit ihren verschiedenen Sportabteilungen Weihnachten. Die größte Feier zog dabei die Turnerjugend in der Stadthalle auf. Sportliche Uebungen an Geräten, Freiübungen, Rollschuhlaufen, Tänze und Bodenturnen zeigten die turnerischen Leistungen. Gedicht- ' und Liedvorträge machten das Programm vielgestaltig, bis der Nikolaus seine Gaben verteilte. *
Der Schubert-Chor feierte
Am zweiten Feiertag hielt der Schubert-Chor Darmstadt seine Weihnachtsfeier im Concordiasaal ab. Walter Fornoff hatte ein buntes Programm zusammengestellt, an dem groß und klein seine Freude hatte. Unermüdlich sorgte die Kapelle Anthes für Musik. Besonders gefielen ein reizendes Märchenspiel vom Struwwelpeter, einstudiert von Albert Sixtus, und ein Weihnachtsschwank. Bernd Zeh leitete die Chöre. Die Herzen der Kleinen klopften, als der Nikolaus mit dem Schlitten in den Saal einzog und für jedes ein großes Päckchen aus seinem Korb hervorholte. In seiner Ansprache wünschte der Vorsitzende Hentschel allen Gästen viel Freude und gab das Zeichen zum anschließenden Tanz. rw.
Beifall im Concordiasaal
Weihnachtsfeier der Turngesellschaft 1875
Die Turngesellschaft Darmstadt 1875 veranstaltete am ersten Weihnachtsfeiertag im Concordiasaal ihre Weihnachtsfeier, zu der sich viele Gäste eingefunden hatten. Aus den Reihen der Vereinsmitglieder hatte sich eine Anzahl von Künstlern dem „bunten Programm“ bereitwillig zur Verfügung gestellt, das im Verlauf von über zwei Stunden vor einem begeisterten Publikum ablief. Fast sämtliche Einzelnummern mußten wiederholt werden, so unter anderem die Tanzeinlage „Petersburger Schlittenfahrt“ von Gerda, Ria und Ilse, wie die Chorgesänge der Gesangsabteilung der Turngesellschaft.
Mit viel Humor und Witz wurde ein ausgezeichnetes Programm auf die Bretter gebracht, das bewies, daß die Turngesellschaft nicht nur den sportlichen Sätteln gerecht ist. Zwischendurch wurden reichlich Lose gekauft, und manch praktischer Gewinn verursachte noch eine verspätete Weihnachtsüberraschung.
Feier der „Solidarität“
Eine gut besuchte Weihnachtsfeier veranstaltete die Ortsgruppe Darmstadt des Rad- und Kraftfahrerbundes „Solidarität“ im Heiligkreuz.
1. Vorsitzender Georg Hirz hieß die Mitglieder und Gäste willkommen, darunter auch Veteranen, die über 35 Jahre dem Bunde angehören. Mit der Silbernen Ehrennadel wurden für 25jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet die Sportfreunde Adam Schwarz, Walter Kaiser und Emil Enderle. Musikstücke, Klaviersoli und Couplets wechselten in bunter Reihenfolge.
Den Weihnachtsprolog und ein Stück in Mundart sprach Elli Schwarz, während Alfred Karrer und Eveline Koch mit ihrem Spiel ohne Worte Beifall ernteten. Doch die Hauptüberraschung des Abends war das Lustspiel von Max Heß „Alles in Ordnung!“, mit dem die Darsteller und der Verfasser sich alle Ehre machten. Zum Schluß kam noch die zahlreiche Jugend zu ihrem Recht, das Tanzbein zu schwingen. *
Kein Faschingszug im nächsten Jahr
Oberbürgermeister Metzger ist nicht für geldliche Unterstützung
Am vergangenen Samstag fand eine Besprechung zwischen Oberbürgermeister Metzger und den Vertretern des Karnevalsvereins „Narhalla“ übe^ evtl. Durchführung und Aufstellung des kommenden Fastnachtszuges statt.
Der Präsident des Vereins, Herr Hanauer, gab dem Oberbürgermeister zunächst einen Ueberblick der vorjährigen Organisation, der Mängel und Erfolge, und wies dabei besonders auf die steuerlichen Einnahmen hin, die sich aus dem Besuch von ca. 60 000 Zuschauern ergeben hätten. Abgesehen von dieser Art der Fremdenverkehrswerbung müsse man auf Grund alter Faschingstraditionen schon jetzt mit der Organisation des Zuges für das kommende Jahr beginnen. Wesentlich sei allerdings der Entschluß des Magistrats, diesen Plänen vollste Unterstützung zu geben, und mit einer finanziellen Hilfe die Beteiligung der erforderlichen Musikkapellen zu ermöglichen.
Oberbürgermeister Metzger konnte jedoch keine Zusage geben, da die wirtschaftliche Notlage größerer Teile der Bevölkerung alle geldlichen Mittel beanspruchen. Er überließ es somit dem Verein, den Zug aus eigenen Mitteln durohzuführen. Der Verein jedoch sieht sich nicht in der Lage, den Zug ohne städtische Unterstützung gestalten zu können. Sg.
Professor Dr. Georg Haupt
80 Jahre alt Am 24. Dezember beging Professor Dr. G. Haupt in ungebrochener geistiger und seelischer Frische seinen 80. Geburtstag.
Seine Wiege stand in Pommern, und sein Leben verlief zunächst fern von Darmstadt. Nach Beendigung seiner philologischen und archäologischen Studien wandte er sich der Museumslaufbahn zu und arbeitete in Berlin, Kiel, Leipzig. Darmstadt und Posen. Nach dem ersten Weltkrieg wurde er als a. o. Professor der Technischen Hochschule und Direktor des hessischen Kunstgewerbemuseums nach Darmstadt zurückgeholt.
Doch er blieb nie nur innerhalb der Grenzen seines musealen Wirkungskreises. Ueber sie hinaus führte sein Weg stets zu den Schaffenden und Strebenden auf seinem Gebiet, besonders zu den jungen Kunsthandwerkern der Offenbacher Kunstgewerbeschule und des Klingsrporschen Kreises, denen er noch heute ein unermüdlicher Berater, Förderer und Freund ist.
Diesen engen Beziehungen zu Offenbach hat er in seinem Buch über „Rudolf Koch“ ein bleibendes Denkmal gesetzt. Ins kunstgewerbliche Gebiet gehört auch seine Schrift über „die Reichsinsignien“ und die vor der Veröffentlichung stehende Abhandlung über den, Kölner „Drei-Köndgs-Sch:rein“. Das Werk seines Lebens aber, mit dem er sich jeden Darmstädter aufs tiefste verpflichtet, ist da,s in der Reihe der Kunstdenkmäler Hessens in Kürze erscheinende zweibändige Werk über die „Stadt und den Stadtkreis Darmstadt“, dem er viele Jahrzehnte seines Schaffens gewidmet hat.
„Hier Amt!" tönte es auch in der Weihnachtsnacht aus der Muschel unseres Telefonhörers. Hier gibt es keinen Feiertag, und viele wollten gerade am Abend des 24. De - zember ihren Bekannten ein „Frohes Weihnachtsfest" durch das Telefon wünschen.
Signale in der Weihnachtsnacht
Bei Menschen, die nicht Weihnachten feiern konnten
5346 fährt nach Aschaffenburg / Bei rotem Licht kann man den Befehlsabgabehcbel nicht herumdruhen / „Hier Darmstadt — sprechen Sie noch“
Die Menschen, wir alle, vermögen ruhigen Gemütes und ohne mit der Wimper zu zucken, auf traditionelle Jahresfeste, auf freie Sonntage, auf Familien-Geburtstage sogar verzichten, aber nur schwer und mit Mühe können wir uns„ entschließen, den Heiligen Abend nicht im Kreise derer, die wir lieben, zu verbringen. Jeder, der einmal in seinem Leben lange Zeit von seinen Angehörigen getrennt war, kennt dieses Gefühl unerbittlicher Trauer und verzehrender Sehnsucht, das den Einsamen in der weihnachtlichen Nacht übermannt.
Es ist schon dunkel, als wir uns auf den Weg machen. Ein kalter Wind fegt über die Straßen. Aus einigen Häusern klingen schon Weihnachtslieder; gemeinsame Inbrunst jubelnd-hoher Stimmen der Kinder und der friedvolle Baß der Männer. — Inspektor Wook, der für den heutigen Abend leitende Beamte des Bahnhofes, schaut erstaunt auf, als wir ihm unsere Wünsche, den am Heiligen Abend an verantwortlicher Stelle diensttuenden Männern einen Besuch abzustatten, vortragen. Nach kurzer telephonischer Information begleitet er uns mit vollendeter Höflichkeit zum Haupt-Stellwerk. Auch hier Erstaunen und dann zuvorkommende Freundlichkeit. Obersekretär Nungesser hat schon um sechs Uhr morgens seinen Dienst angetreten, und . . „Kamerad Dörr abgelöst, damit der zum Weihnachtsbaum kommt“ ... Er erzählt uns von der vielfältigen Kontrolle, die trotz ausgeklügelter, mechanisch wirkender Sicherheits-Systeme, immer wieder vor allem den erfahrenen und geschulten Beamten benötigt, dessen Uebersicht und Umsicht es vorbehalten bleibt, den großen Strom der Reisenden am 24. Dezember wohlbehalten zu ihren Angehörigen zu bringen.
Es ist alles interessant und lehrreich, aber wir müssen weiter. Der Inspektor geleitet uns noch durch das Gewirr der Gleise und zum Bahnhofsportal. Weil er ledig ist und jung, erbot er sich zum Dienst fast 24 Stunden. Aber ein bißchen Wehmut bleibt in der langen Nacht immer zurück.
Beim Eintritt in das Fernamt habe ich ein etwas schlechtes Gewissen. Man sagt zu oft: „Frollein, nun machen se schon, wann kommt denn endlich Frankfurt? Wie bitt’, noch nicht, ja sagen se mal, für was sind se eigentlich da?“ Unerschütterlich-höflich sagt dann eine Stimme: „Ihr Gespräch nach Frankfurt, ich verbinde!“
Die jungen Damen an den Klappenschränken haben sich einen Weihnachtsbaum aufgestellt, um die Nüchternheit des Raumes zu überbrücken. „Zwischen 17 und 19 Uhr sind wenig Gespräche zu vermitteln, aber dann gehts los, dann wünscht man sich gegenseitig telephonisch „Frohe Weihnacht“, verabredet sich für den kommenden Tag und fragt nach dem, was der Weihnachtsmann gebracht hat“, erklärt uns die Dame der Aufsicht. Aus vielen Städten, und sogar aus Kalifornien gab es Grüße und Glückwünsche von Freunden und Kolleginnen. Der Dienst im Fernamt ist nie einfach, und auch hübschen Junggesellinnen kann dieser Abend etwas Melancholie bringen.
Mit der Heag fahren wir nach Hause. Das Personal der Heag ist stadtbekannt höflich, sogar bei streitsüchtigen Fahrgästen. Der Dienst an diesem Abend ist durchlaufend. Unsere Schaffnerin, frisch onduliert, sagt: „Nein, ich bin wohl verheiratet, aber mein Mann ist seit 1945 vermißt. Der Dienst fällt mir heute nicht so schwer, einer muß ihn ja machen.“
Ueberall läuten nun die Glocken, und nur noch wenige Menschen eilen mit hochgeschlagenem Mantelkragen durch die Straßen. Sg. Foto: Hilde Roth
Meldungen aus der Stadt
Eine kirchenmusikalische Abendfeier findet am kommenden Mittwoch, dem 27. Dezember, um 20 Uhr, in der Stadtkirche, mit Werken von Muffat, Buxtehude, Pachelbel, Bach und Pepping statt. Ausführende sind Frau Lu Keil-Schleic h e r (Alt) und Dr. Ludwig Born gä s - s e r (Orgel). Der Eintritt ist frei. •
Der Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Darmstadt, Steubenplatz 12, teilt mit, daß die Sprechstunden in der Woche vom 25. Dezember bis 2. Januar ausfallen und weist bei dieser Gelegenheit auf die Einhaltung der Sprechstunden, die wie folgt festgesetzt sind: montags, mittwochs und freitags vormittags von 8 bis 12 Uhr, und für Berufstätige jeden Mittwoch von 17 bis 18.30 Uhr, hin. (Kpr)
Die Allgemeine Ortskrankenkasse zahlt ihre Invaliden- und Angestelltenrenten nach dem KB-Leistungsgesetz am 29. 12. 1950 in der Zeit von B—l 28—12 und von 13—16 Uhr aus. Am Dienstag, den 2. Januar 1951, bleiben die AOK Darmstadt und ihre sämtlichen Nebenstellen wegen Einsparung von Kohlen geschlossen. *
Einige Leistnngsverbesserungen gibt die AOK Darmstadt mit Wirkung vom 1. Januar 1951 bekannt. Das Sterbegeld wurde vom 30fachen auf das 40fache des Grundlohnes erhöht, die Wartezeit für den Anspurch auf Mehrleistungen der Kasse von 6 auf 3 Monate herabgesetzt und die Altersgrenze zum freiwilligen Beitritt von 50 Jahren auf 55 Jahre herauf gesetzt. *
Eine Weihnachtsfeier mit Tanz veranstaltete am 23. Dezember die Belegschaft des Eisenwerkes Riesterer im Gasthaus „Zur Harmonie“, Eberstadt.
Ein Schauturnen der Turn- und Sport¬ gemeinde Eberstadt mit anschließendem Tanz fand am zweiten Feiertag in der Turnhalle statt.
Gegen eine Hauseinfriedigung stieß am ersten Feiertag gegen 19.30 Uhr ein amerikanischer Personenwagen in der Heidelberger Straße in Höhe der Annastraße. Eine mitfahrende deutsche Schülerin im Alter von 14 Jahren wurde hierbei verletzt und mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Fahrer stand unter Alkoholeinfluß.
In einen Personenwagen lief am Samstag ein unter Alkoholeinfluß stehender Fußgänger am Schillerplatz. Der unachtsame Fußgänger wurde leicht verletzt. *
Ins Schleudern geriet ein Lieferwagen in Eberstadt in Höhe der Einmündung der Oberstraße in die Darmstädter Straße Der Lieferwagen streifte hierbei einen amerikanischen Personenkraftwagen und verletzte noch einen Fußgänger auf dem Gehweg. *
Gericht erklärte sich nicht zuständig
Zum Prozeß: „Tumult auf dem Friedensplatz“
yk. — Das mit Spannung erwartete gerichtliche Nachspiel zu dem „Tumult auf dem Friedensplatz“ am 10. September 1950 nahm vor dem Bezirksschöffengericht Darmstadt einen ruhigen Verlauf und ein rasches Ende. Die Gerichtsverhandlung begann mit einiger Verspätung, da Rechtsanwalt Dr. Heckert nicht rechtzeitig zum Termin erscheinen konnte.
In drei Bänken saßen seine Mandanten vor dem Richtertisch. Insgesamt waren es vierzehn Personen aus Darmstadt und Umgebung, durchweg junge Burschen, Mädchen und Frauen, aber auch Aeltere, darunter ein kommunistischer Stadtverordneter. Fast alle trugen blaue FDJ-Blusen. Zwei Angeklagte fehlten. Einer studiert zur Zeit in Ost-Berlin, der andere ist krank.
Sie waren alle Teilnehmer einer von der VVN und dem „Komitee junger Friedenskämpfer“ einberufenen „Gedenk- und Friedenskundgebung zu Ehren der Opfer des Krieges und des Faschismus“ am 10. September auf dem Friedensplatz, die jedoch durch einen Innenministererlaß von dem hiesigen Polizeipräsidenten verboten wurde. In der Begründung hieß es, die Kundgebung sei ein Teil des auf dem Ost-Berliner Nationalkongreß beschlossenen Programms des „Nationalen Widerstandes“ und verstoße deshalb gegen die verfassungsmäßige Ordnung.
Wie nun die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft feststellt, hätten die angeklagten Personen trotz dreimaliger polizeilicher Aufforderung seinerzeit den Friedensplatz nicht geräumt und in vier Fällen Widerstand geleistet bzw. Polizeibeamte tätlich angegriffen.
Der Angeklagte W., Stadtverordneter und ehemaliger KZ-Häftling, erklärte, man habe damals lediglich zu Ehren der umgekommenen Kameraden eine Gedächtniskundgebung und eine anschließende Kranzniederlegung durchführen wollen. Daraufhin bestritt Rechtsanwalt Dr. Heckert die Rechtsmäßigkeit des Verbotserlasses des Innenministers vom 9. 9. 1950, weil dieser dem Grundrecht der Versammlungsfreiheit und dem demokratischen Recht zur freien Meinungsäußerung widerspreche. Artikel 17 der Hessischen Verfassung, der alleine Ausnahmen dieser Grundrechte festsetze, könne in diesem Falle nicht in Frage kommen, weil bei der Kundgebung der verfassungsmäßige Zustand weder angegriffen noch gefährdet worden sei und auch seiner Meinung nach nicht gefährdet werden sollte und konnte. Insbesondere seien die in der Begründung des Innenministererlasses angegebenen tatsächlichen Voraussetzungen bei dieser Kundgebung keineswegs gegeben gewesen. Aus diesen Gründen beantragte der Verteidiger die Einholung eines Gutachtens des Staatsgerichtshofes.
Staatsanwalt Arndt widersprach diesem Antrag. Nach kurzer Beratung gab das Gericht dem Antrag der Verteidigung statt. Es erklärte sich für nicht zuständig in der Entscheidung über die von dem Verteidiger angeschnittenen Rechtsfragen. Wie Amtsgerichtsrat Dr. W e n c k zu diesem Beschluß erklärte, wird gemäß § 48/2 des Gesetzes über den Staatsgerichtshof vom 12. 12. 47 über die Rechtsmäßigkeit des Verbotserlasses des Innenministers vom 9. 9. 1950 ein Rechtsgutachten vom Staatsgerichtshof eingefordert. Die Akten werden dieser Instanz zugestellt. Nach ihrer Rückkunft wird ein neuer Verhandlungstermin bestimmt.
Wohin gehen wir- heǔte?
Landestheater, Orangerie: 19—22.30 „Don Carlos“. Lichtspieltheater: siehe Anzeigenteil. Amerikahaus: 10—17 Bibliothek und Ausstellung. Landesmusikschule, Herdweg 31: 19.30 Weihnachtskonzert der Madrigalvereinigung anläßlich ihres 30iährigen Bestehens. Stadtkirche: 20.00 Kirchenmusikalische Abendfeier, Lu Keil-Schleicher. Dr. Borngässer. Eintritt frei. Hygiene-Lichthof. Neckarstr 3a: 15—20 Thr Ausstellung ..Gesundes Leben“.
Wie wird das Wetter ?
Wieder kälter
Vorhersage: Am Mittwoch noch vorwiegend stark bewölkt. nachlassende Schneefälle, wieder anziehende nächtliche Fröste, auch tagsüber etwas kälter. Nordöstliche Winde. Weitere Aussichten: Fortdauer des winterlichen Wetters.
STARKENBURG
Vision
sr Ich weiß nicht mehr genau, ob es ausgerechnet die Flasche Schampus war, die ich gestern nachmittag in der Freude des zweiten Weihnachtsfeiertages zwischendurch mit meinen Kollegen trank. Oder ob etwa nicht doch die Heizung daran schuld war (oder alle beide?), daß ich auf einmal nichts mehr von all dem wußte, was um mich herum vorging? Nur noch ganz leicht kann ich mich entsinnen, daß an den Fenstern wirbelnde Schneeflocken vorübertanzten und auf meinem Schreibtisch ein kleiner Berg von Manuskripten lag, über dem unsichtbar die Aufforderung stand: „Friß dich durch!“
Um mir mehr Mut zu machen, hatte ich zur Flasche gegriffen. Was nicht heißen soll, daß ich ein notorischer Säufer bin und nur im Delirium zu arbeiten verstehe. Aber sagen Sie selbst: Haben Sie eigentlich daran gedacht, daß Ihre heutige Zeitung gerade zu jener Zeit entstand, als Sie sich noch mitten in den Feiertagen fühlten? Dachten Sie dabei eigentlich auch ein kleines bißchen an mich, der ich schon längst wieder unterwegs war, um meine Pflicht zu tun, als Sie gerade feststellten, daß morgen ja üblicherweise der dritte Feiertag sei — ein Grund mehr, noch einmal richtig auszuschlafen, um sich dann mit einigem Wohlbehagen auszurechnen, daß die nächsten Festtage nicht mehr allzufern und man zwischen den Jahren nichts überstürzen soll?
So mögen Hitze und Weingeist dazu beigetragen haben, daß mein Kopf auf den Packen engbeschriebenen Papieres sank und ich langsam, aber sicher einduselte . .. Wie aus weiter Ferne hörte ich auf einmal Kinderstimmen, die ein Lied sangen, das ich in diesen Tagen so oft über den Rundfunk hörte. Nein, es war nicht nur eines, es waren viele, fast ebenso viele, wie Kinderstimmen. Und dazwischen klang ein Jauchzen auf, als wenn Hunderte und aber Hunderte eine Freude erlebten, deren sie nicht jeden Tag teilhaftig werden. Ich vermeinte den Duft brennender Kerzen und frischen Gebäcks zu verspüren. Dazwischen vermengte sich das Heulen des Windes, der irgendwo um Häuserecken strich, mit dem Spiel einer Riesenorgel ... Unaufhaltsam rieselten aus dem Nichts dicke weiße Schneeflocken, senkten sich herab und deckten mich zu.
Jetzt war es fast, als ob all das, was ich bisher erlebte, in noch weitere Entfernung gerückt werde. Nur noch schwach klang das Klingen und Singen. Immer schwerer wurde der Mantel, der auf mir lag. Ich bekam Angst. Es wurde kälter und kälter. Verzweifelt fing ich an, meine Hände von der weißen Last zu befreien, um mich wieder aufzurichten.
Da brach es über mir zusammen. Das weiße Unheil drohte mich zu ersticken. Nur eine helle Stimme, wie die eines Engels, konnte ich gerade noch hören... meine Träume zerreißend, mich in die Gegenwart zurückrufend: Doch es war nur die Klingel des Telefons. Das nette Fräulein am anderen Ende der schwarzen Strippe meinte: „Ich rufe schon lange. Hier kommt Ihre Anmeldung Erbach. Bitte melden Sie sich doch!“ Ich aber konnte gerade noch fragen: „Waren Sie es denn, die die Weihnachtslieder sang, als ich auf mein Gespräch wartete? ...“
Am anderen Ende hörte ich nur ein unterdrücktes Kichern. Vielleicht mag sie gedacht haben: Journalisten sind doch manchmal recht komische Menschen...
Dann saß ich wieder an meinem Schreibtisch. Und es war alles wie vorher. Draußen am Fenster flogen weiße Flocken vorbei. Es wurde kälter und kälter. Die Heizung war ausgegangen. Die Flasche — ja die war längst leer. Ich aber zog meinen Mantel an und ging nach Hause ... und dachte auch nicht an die, die zur gleichen Stunde noch arbeiteten.
Genau so wie Sie!?
Haushaltsplan ausgeglichen
Zwangsverwaltung durch Veräußerung von Vermögenswerten und Aufnahme von Darlehen abgelöst
Groß-Umstadt. (RG.) - Bei der ersten Beratung des Gemeindehaushalts für das Rechnungsjahr 1950/51 hatte der Stadtrat wegen der auf 148 000 DM aufgelaufenen Schulden die Anerkennung des Voranschlags abgelehnt und die Zwangsverwaltung des Staates beantragt. Der Grund zu dieser Stellungnahme lag in der Weigerung der Zahlung der Schulkosten für das Realgymnasium, das nur zu einem geringen Teil von einheimischen Schülern besucht wird.
Der inzwischen „renovierte“ und dadurch ausgeglichene Haushaltsplan wurde nun dem Stadtrat zwei Tage vor Weihnachten vorgelegt und einstimmig angenommen. Damit ist Groß-Umstadt wieder ohne Einschränkungverfügungsberechtigt über die gemeindlichen Finanzen. Der neue Etat schließt im ordentlichen und außerordentlichen Teil mit 688 738 DM bzw. 90 000 DM in Einnahme und Ausgabe ab. Die Fehlbeträge wurden durch Bereitstellung ordentlicher Mittel, Veräußerung von Vermögenswerten oder Aufnahme von Darlehen ausgeglichen.
Als größten Ausgabeposten enthält der Etat einen Betrag von 63 000 DM als zur Zeit noch unumgänglichen Zuschuß zur höheren Schule. Er bedingt die Zurückstellung anderer dringender Probleme; so kann z. B.' der Wohnungsbau nicht in dem wünschenswerten Maße gefördert werden. Auf der Einnahmeseite erscheinen Steuern mit 314 947 DM (davon 120 000 DM Gewerbesteuern), 101 105 DM aus dem Wald, 71 210 DM Vortrag aus dem Vorjahre, 68 820 DM aus dem Krankenhaus, 30 000 DM aus Staatsbeihilfe, 12 800 DM aus den Steinbrüchen und je etwa 9000 DM aus Kanal- und Schlachthofgebühren.
Nicht minder gewichtig sind die Zahlen auf der Ausgabeseite: 157 750 DM für das Realgymnasium, 84 260 DM für die Waldaufforstung und -arbeiten, 66 255 DM für den Erweiterungsbau des Kreiskrankenhauses, 62 000 DM Kreisumlage, 58 524 DM für allgemeine Verwaltung, 19100 DM für offene Fürsorge, 15 603 DM für den Faselstall und 14 070 DM für landwirtschaftliche Aufgaben.
In den Haushalt wurden je ein Darlehen der AOK Dieburg zur Durchführung des Krankenhauserweiterungsbaues und der Genossenschaftsbank zur Finanzierung der Kanalisationsarbeiten in der Habitzheimer Straße eingesetzt. Das Wasserwerk steht mit eigenem Haushalt in Höhe von 32 235 DM zu Buch. Die durch die Neugestaltung des Gemeinde-Etats entstandene Verschuldung fällt gegenüber dem Vermögen von 2 500 000 DM kaum ins Gewicht.
In der gleichen Stadtratssitzung wurde die Aufnahme eines Darlehens von der AOK mit 25 000 DM für das Krankenhaus genehmigt und im Zusammenhang mit der Etatberatung je'ein Antrag an den Landkreis Dieburg auf Gewährung eines Zuschusses zu den Krankenhauskosten und an den hessischen Innenminister auf baldige Verabschiedung des in Vorbereitung befindlichen Schulkastengesetzes gerichtet. Davon erhofft die Stadtverwaltung eine Verminderung ihrer finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Aufsichts- und Staatsbehörden, die ihr die Erfüllung wichtiger örtlicher Aufgaben ermöglichen soll.
Zur Vereinfachung der Verwaltung sollen Anträge auf Stundung bzw. Erlaß gemeindlicher Abgaben nicht mehr wie bisher durch den Stadtrat, sondern unmittelbar durch die Stadtverwaltung erledigt werden. Die Baukommission wurde mit der schnellstmöglichen Vorlage von Plänen für die Herrichtung der Leichenhalle und die Instandsetzung der Abortanlagen auf dem Friedhof beauftragt. Die Kanalisationsarbeiten im Kappesgärtenweg sollen beschleunigt ausgeschrieben werden, da ihre Finanzierung durch Vorschußleistung der Anlieger gesichert ist. Dem Reit- und Fahrverein soll nach Einholung des Einverständnisses des Turnvereins auf dem Waldsportplatz Uebungsgelände zur Verfügung gestellt werden. Einem Angebot der Südhessischen Gas- und Wasser-AG. Darmstadt auf Lieferung von Koks wird gegebenenfalls nähergetreten werden. Beigeordneter Ludwig Wedel wurde auf eigenen Antrag in die Wohnungskommission delegiert.
Neues DGB-Ortskartell in Lengfeld
Lengfeld, (br) Ende vergangener Woche hatte der Ortsausschuß des DGB alle Arbeiter, Angestellten und Beamten ziu einer Versammlung im Gasthaus „Zur schönen Aussicht“ eingeladen. Als Referent sprach NebensteMenleiter W. B u c h s b a u m , Dieburg, über die „Aufgaben der Gewerkschaften“. Herr Falkenstein gab als 1. Vorsitzender die Namen der Vorstandsmitglieder des nevgegründeten Ortskartells bekannt. Ihm gehören außerdem an: Herr Reutsr. 2. Vorsitzender, Herr Judith, Schriftführer, Herr Tauber, Kassierer und die Herren Müller, Schimpf, Kania und Märtel als Beisitzer. Der Vorstand muß noch bestätigt werden. Sprechstunden sollen in Zukunft am 1. und 3. Montag jeden Monats im Gasthaus „Zur schönen Aussicht“ stattfinden. Als Auftakt zu einer Reihe kultureller Veranstaltungen, die in den nächsten Monaten stattfinden sollen, wurde der Film „Louisiana-Legende“ gezeigt.
Unsere Geburtstagskinder
Goldene Hochzeit: Eheleute Johann Wilhelm Schmucker, Erbach, Bleichstraße 14.
87. Geburtstag: Herr Peter Josef Weber, Rektor i. R., Groß-Zimmern, E.- Thälmann-Straße 16.
80. Geburtstag: Frau Maria Rauch geb. Wämser. Heppenheim a. d. 8., Hermannstnaße 20.
78. Geburtstag: Herr Johann Kumpf, Wixhausen, Göthsbachstraße.
73. Geburtstag: Herr Rentner Wilhelm Reuling, Hergershausen, Kirchstraße.
Aktuelles zwischen gestern und heute
Brand durch Ueberhitzung
Schaafheim, (io) — Durch einen glücklichen Zufall bedingt bemerkte der Besatzer der Ziegelei Hock am 24. Dezember gegen 17 Uhr, daß in der Trocknerei des Betriebes durch Ueberhitzung Feuer a ungebrochen war. Zusammen mit seiner Ehefrau und seinem Schwerkriegsbeschädigten Sohn konnte eine weitere Ausweitung des Feuers bis zum Eintreffen der sofort benachrichtigten Freiwilligen Feuerwehr verhindert werden. Die Wehr bekämpfte erfolgreich den Brand und beseitigte nach dreiviertelstündigem Einsatz jede Gefahr. Der entstandene Schaden kann erst nach Beendigung der Aufräumungsarbeiten festgestellt werden.
in der Kurve umgekippt
Lorsch, (el) — In den Abendstunden des 24. Dezember ereignete sich an der Ausfahrtstraße der Autobahn in Richtung Worms ein schwerer Verkehrsunfall, als ein von Darmstadt kommender Lkw. mit Anhänger umkippte. Der Fahrer des Wagens mußte schwerverletzt in das Krankenhaus verbracht werden. Ein auf den Anhänger auffahrender Pkw., der nicht mehr rechtzeitig abbremsen konnte, wurde stark beschädigt. Der erheblich verletzte Fahrer mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Saujagd in Korsika
Unter-Schönmattenwag, (vir) Revierförster Fornoff, der seit Juli 1948 insgesamt 31 Wildsauen und 10 Keiler erlegte, spürte dieser Tage in unmittelbarer Nähe der Gemeinde ein schweres Tier auf, das er am nächsten Tage mit dem Hund verfolgte und zwischen dem Sportplatz und dem Ortsteil Korsika, neben der Hauptstraße, mit zwei Schüssen erlegte. Fornoff konnte bisher weitere 30 Wildschweine in Saufallen fangen.
DRK gedachte der Kinder
Bensheim-Auerbach. (HB.) — Die Ortsgruppe des Roten Kreuzes hatte am 23. Dezember insgesamt 42 Kinder vermißter ehemaliger Wehrmachtsangehöriger zu einer Weihnachtsbescherung im Auerbacher Rathaus eingeladen. Teils aus eigenen Mitteln, teils aus Geldern, die durch eine Sammlung eingingen, hatte man allerlei nützliche Sachen, wie Schuhe, Kleider, Wäsche usw. anischaffen können, die in einer kleinen Feier den Kindern überreicht wurden. Eine kurze Ansprache hielt der 1. Vorsitzende, Walter Haberland. Die männliche Bereitschaft veranstaltete am 2. Feiertag im Saale des Gasthofe ..Zum Bahnhof“ (Rechel) eine Weihnachtsfeier für ihre Mitglieder.
Kleine Gemeinde — Große Leistung
Wald - Amorbach, (hm) Gemeinderechner Schwinn konnte bei der letzten Gemeinderatssitzung die Gesamtkosten des neuerbauten Gemeindehauses bekanntgeben. Das Sechsfamilienhaus, das mittlerweile von Flüchtlingen bezogen wurde, kostete 45 986 D-Mark, einschließlich aller Nebengebäude. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, daß die Gemeinde nur 400 Einwohner zählt.
Weihnachten 1950 in Stadt und Land
Abendliche Gottesdienste, Christmetten, kirchenmusikalische Feiern und familiäre Veranstaltungen
Dieburg. (RG) Dem Menschen in den Kleinstädten und Dörfern, draußen auf dem Lande, ist weit besser als dem Bewohner der Großstadt Gelegenheit gegeben, sich von der Feierstimmung der Weihnacht umfangen zu lassen. Ein Gang am Heiligabend durch die Fluren und Wälder schlägt in seinem Innern Saiten an, mit denen Freude und Ergriffenheit zugleich aufklingen.
Vor den Toren Dieburgs, fast überschattet von den ausladenden Kronen der mächtigen Bäume des Umstädter Forstes, eingebettet in den meilenweiten, unberührten Schneeteppich der winterlich ruhenden Erde, stand der Friedhof im rötlich-warmen Schein Hunderter von Kerzen, die zwischen Tannengrün und Grabschmuck auf den letzten Ruhestätten der Toten brannten.
Aus den hochstrebenden Gewölben der Gotteshäuser wurden die Lieder und Chöre der Weihnacht weit über die Gärten hinweg in die stille Christnacht getragen. Im hereindunkelnden Abend jubelten die neuen Glocken der katholischen Stadtkirche ihren ersten Gesang zu Ehren Gottes hinaus übers Land, während drinnen ein Krippenspiel von der Geburt des Heilands kündete.
Zur nämlichen Stunde erstrahlten in den Gängen und Sälen der Strafanstalt Lichterbäume, in deren Schein den Insassen die Gaben ihrer Angehörigen beschert wurden, wo aber auch denen eine Weihnachtsfreude bereitet wurde, die ein oft allzu hartes Schicksal der Familie beraubte, und die deshalb vielleicht strauchelten.
Am Nachmittag schon hatten der Gesangverein „Sängerlust“ und die Stadtkapelle den Patienten des St.-Rochus-Hospitals einen Festbesuch abgestattet. Der aktive Chor unter Walter Holzapfel und das Orchester unter Hermann Holzapfel erfreuten die Kranken mit weihnachtlichen Instrumental- und Liedervorträgen, indes die ersten Festbesucher mit Päckchen und Paketen kamen, um ihren erkrankten Verwandten und Freunden Weihnachtsgeschenke zu bringen.
Waldmichelbach, (vir) Im südlichen Odenwald standen die Weihnachtsfeiertage eindeutig im Zeichen familiärer Vereinsveranstaltungen.
Im Ulfenbachtal war das erstmalige Ertönen der neuen Glocke in Unter-Schönmattenwag zusammen mit dem Posaunenchor am Heiligen Abend das Ereignis. Auch die Posaunenchöre von Waldmichelbach, Birkenau, Rimbach und Fürth ließen ihre Klänge in den weißen Weihnachtshimmel erklingen. Am ersten Festtag wurde allerorten Theater gespielt: Reisen sah den „Weihnachtstraum“, Mörlenbach war zahlreich«öZeuge des „Wunders im Tannengrund“, Weiher erfreute sich an der gelungenen Darstellung des „Schusses im Erlengrund“, Kr eidach sah das „Ehrenwort“ von Paneck und erntete dank der ausgezeichneten Aufführung den Beifall von Laien und Könnern, Siedelsbrunn war Gast bei der Uraufführung von Jungmanns dörflichem Heimatspiel „Die Hinterwaldenbrunner“, in Waldmichelbach hatte der Gesangverein „Union“ den gelungenen Versuch gemacht, „Die Liebe auf den Bergen“ zu interpretieren, Aschbachs Turner und Sportler spielten vor ausverkauftem Hause die Komödie „Ehefrau wider willen“, Affolterbach hatte sich die „Geierwally“ nach Ganghofer vorgenommen und wußte zu überzeugen, Wahlen erlebte die „Zaubertüte“, Löhrbach erfreute sich an den Eskapaden des „Ersten Kurgastes“, Ober-Schönmattenwags evangelische Gemeinde hatte das Gleichnis „Der Schuldner“ auf die Bühne gebracht, in Langenthal versammelten sich auch die Protestanten von Hainbrunn und Igelsbach zu einem Familienabend, der Odenwald-Klub Gras-Ellenbach hatte seine Mitglieder und zahlreiche Freunde in das Hotel „Zum Siegfriedbrunnen“ eingeladen, die SKG Waldmichelbach wußte mit konzertanter Musik, Gedichtvorträgen und Lesungen ihre Mitglieder in einer Weihnachtsfeier zu erfreuen und allerorten durfte man hinterher vernehmen, daß die gleichen Erscheinungen, wie sie zuvor die Geschäftswelt registrierte, auch an den Feiertagen zutrafen: Man gab sich der Unterhaltung hin.
Bensheim. (HB) Ueberall an der Bergstraße beging man die Heilige Nacht auf das festlichste.
Die Bensheimer evangelische Kirche veranstaltete am Sonntagvormittag in Verbindung mit dem Hauptgottesdienst eine Weihnachtsfeier des Kindergottesdienstes, in der die evangelische Jugend unter der Leitung von Jugendsekretär W e r n e r ein altes Weihnachtsspiel aufführte. Die Auerbacher Kindergottesdienst-Kinder versammelten sich am Nachmittag um 15 Uhr in der alten Bergkirche ebenfalls zu einer Weihnachtsfeier, ihnen zeigten die Konfirmanden und Konfirmandinnen das Krippenspiel: „Das Herbergssuchen“.
Die Christvesper in der evangelischen Kirche in Bensheim wurde in diesem Jahre ganz besonders durch einige Instrumentalsätze, gespielt vom Kammerorchester Bergstraße unter Leitung von Adam Rettig, ausgeschmückt. Wie immer, musizierte das Orchester sauber, exakt und stilvoll und half so eine rechte Weihnachtsstimmung bei den zahlreich erschienenen Gläubigen aufkcmmen zu lassen.
In diesem Jahre fand auch zum ersten Male in der evangelischen Kirche eine Christmette um Mitternacht statt, die stark besucht war. An der musikalischen Umrahmung dieser Feier waren der Kirchenchor unter Leitung von Studienrat Dr. Kling und als Solist Horst-Heinrich B raun (Tenor), der die bekannten und beliebten Weihnachtslieder von Bach und Cornelius vortrug, beteiligt. Zur Einleitung und zum Ausklang des Gottesdienstes spielte der Posaunenchor unter Leitung von E. Bitsch, an der Orgel wirkte Jakob Elbing.
In der katholischen Stadtkirche St. Georg fand morgens um 5 Uhr eine musikalisch reich ausgeschmückte Christmette statt, bei der ein Knaben- und der Kirchenchor mitwirkten. Ebenso war das Hochamt um 10 Uhr mit festlicher Musik reich ausgestattet; auch hier wirkte der Kirchenchor mit, der die „Missa brevis“ von F. Anerio (1600), das dreistimmige Offertorium: „Tui sunt coeli“ von Waldbroel und den vierstimmigen Segen sang. Den Gregorianischen Choral sangen der Knabenchor und die Schola.
Weihnachtsfeier der Kriegsopfer
Die Ortsgruppe des VdK Griesheim bereitete den Kriegs- und Arbeitsopfern eine Weihnachtsbescherung.
Der Vorsitzende August Langner eröffnete die Veranstaltung und begrüßte alle Anwesenden. Besonderen Dank sprach er Herrn Bürgermeister Müller aus, der es sich, trotz seiner schweren und vielen Amtsgeschäfte, nicht nehmen ließ, der Feier beizuwohnen. Ebenso dankte er dem Posaunenchor für seine freundliche und uneigennützige Bereitwilligkeit, die Weihnachtsbescherung musikalisch zu umrahmen. Auch der jungen Gruppe von Ziehharmonikaspielern, die sich ebenso in uneigennütziger Weise zur Verfügung stellte, sprach er Dank und Anerkenntlng aus.
Im Laufe seiner Ansprache appellierte er an das menschliche Gewissen der Welt und sagte: „Wenn diese furchtbaren Kriege nicht vom Zaune gebrochen worden wären, brauchten wir heute keine Opfer zu beklagen und wir könnten die heutige Feier in frohester Laune begehen.“ Er bat die Anwesenden, sich von ihren Plätzen zu erheben, um den nicht mehr Zurückgekehrten zu gedenken. Zum Schluß seiner Ansprache sagte er allen, die zur Verschönerung und Herrichtung der Weihnachtsbescherung beigetragen haben, seinen und des Vorstandes Dank aus.
Der Posaunenchor spielte Weihnachtsweisen, die von den Anwesenden mitgesungen wurden. Die Zdehharmonikagruppe zeigte ihr Können und wetteiferte mit dem Posaunenchor. Auch die von der kleinen Kahl und dem Jungen Höhl vorgetragenen Gedichte gefielen gut. Besonders freudig wurde der Nikolaus mit seinem getreuen Knecht Ruprecht begrüßt. Er hatte für die Kinder, für die älteren und Alten herzliche Worte und konnte 200 Kinder und vielen, vielen Aelteren ein Weiihnachtspäckchen oder Fläschchen überreichen.
Man trennte sich mit dem Bewußtsein, daß trotz der großen Not, die Kriegs- und Arbeitsopfer von Griesheim in diesem Jahre wiederum nicht vergessen wurden.
Der VdK. Ortsgruppe Griesheim, dankt auf diesem Wege allen, die durch eine Sach- oder Geldspende zur Weiihnachtsbescherung der Kriegs- und Arbeitsopfer beigetragen haben, auf das Herzlichste. Es ist uns eine besondere Freude, sagen zu können, daß die Griesheimer Bevölkerung ihre Kriegs- und Arbeitsopfer nicht vergißt und immer bereit ist. Not zu lindern. bpr.
Weihnachtskonzert des Realgymnasiums Dieburg
Das Staatliche Realgymnasium in Dieburg hatte in die „Ludwigshalle“ zu seinem diesjährigen großen Weihnachtskonzert eingeladen. Die Saalwände waren mit Weihnachts- Zeichenarbeiten, mit Tannengrün und die Bühne mit zahlreichen großen Festkerzen geschmückt. Gesanglehrer Lenzen hatte in räumlich außerordentlich vorteilhafter Weise den starken Schülerchor und das Orchester zusammengestellt, den Erfordernissen seiner Vortragsfolge entsprechend in vier breiten Bändern. So war es möglich, sowohl den Gesamtchor als auch Frauen-, Männer-, Kinder- und gemischte Chöre stets zu geschlossener Wirkung zu bringen.
Nach dem Adagio aus der Wiener Sonatine Nr. V von W. A. Mozart flocht der Chor in den von den Schülerinnen und Schülern ausdrucksvoll dargebotenen Vortrag des Lukas-Evangeliums — der Weihnachtsgeschichte — Marienlieder und Weihnachtschöre von Armin Knab. Michael Praetorius, Adam Gumpelzhaimer, Hermann Schein, Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Vincent Lübeck und Georg Friedrich Händel ein. In außerordentlich feiner Abwägung zwischen dem gesprochenen und dem gesungenen Wort, im Aufbau der Vortragsfolge — zu den einzelnen Versen des Evangeliums trugen die verschiedenen Chöre ihre Lieder vor — und vor allem in der sorgfältigen Vorbereitung und Durcharbeitung des gewählten Stoffes lag zu einem nicht geringen Teil die starke Wirkung der Darbietung.
Im ganzen gesehen wurden die zwei Stunden zu einem gültigen Maßstab für die Bedeutung, die die Schulleitung der kulturellen Arbeit beimißt, wie es schon mehrfach in verschiedenen Veranstaltungen zum Ausdruck kam. RG
lieber 5000 DM Weihnachtshilfe
Groß-Bieberau. (GD) Im Laufe der Weihnachtswoche wurden an 76 Unterstützungsempfänger der Gemeinde aus Mitteln des Kreises und der Gemeinde 1385 DM, an 129 minderbemittelte Einwohner 2625 DM Weihnachtebeihilfe ausgezahlt. Außer diesen Beträgen genehmigte der Gemeinderat weitere 1440 DM, mit denen nochmals 66 minderbemittelte Einwohner bedacht wurden. Damit sind an insgesamt 261 Familien bzw. Einzelpersonen 5450 DM Weihnachtsbeihilfe gezahlt worden. Außerdem erhielten alle über 80 Jahre alten Einwohner (insgesamt 32) von der Gemeinde ein Geschenk.
Evangelische Kirche geschlossen
Worfelden, (eng) Auf Anordnung des Staatsbauamtes Groß-Gerau wurde die evangelische Kirche geschlossen, weil bei dem derzeitigen Zustand des Gebälks die Gefahr besteht, daß der Dachstuhl einstürzt. Das Staatsbauamt hielt daher die Sicherheit der Kirchenbesucher für nicht mehr gewährleistet. Die Gottesdienste werden vorläufig im Saal einer Gastwirtschaft abgehalten.
Zum Ehrenmeister der Rassegeflügelzucht wurde der bekannte Geflügelzüchter Peter Dietz aus Wixhausen vom Bunde Deutscher Rassegeflügelzüchter in Würdigung seiner züchterischen Erfolge ernannt. Dietz ist besonders als Züchter rebhuhnfarbiger Zwergwyandotten hervorgetreten. (oa)
Da schreib ich mal ans Tagblatt
Anwaltszwang
Herr Schultze möchte wissen, ob er für den Räumungsprozeß gegen seinen Mieter einen Rechtsanwalt haben muß oder nicht.
Auskunft:
Da für Räumungsprozesse die Amtsgerichte zuständig sind, kann Herr Schultze seinen Prozeß auch allein, d. h. ohne Anwalt führen. Für bestimmte Klagen und bei einem Streitwert bis zu 1000 DM sind die Amtsgerichte ohne Anwaltszwang zuständig. Für andere Klagen (z. B. Ehescheidung) und bei einem Streitwert über 1000 DM muß Herr Sch. seinen Prozeß durch einen bei 'dem betreffenden Landgericht zugelassenen Anwalt führen.
Die Zeugin Müller
Frau Müller ist in der Ehescheidung ihrer Nachbarin als Zeugin geladen. Muß sie erscheinen, aussagen und auch schwören?
Auskunft: a) Frau Müller muß erscheinen, außer, wenn sie verhindert (z. B. krank oder verreist) und rechtzeitig entschuldigt ist.
Bei unentschuldigtem Ausbleiben Verurteilung in die dadurch verursachten Kosten, evtl. Ordnungsstrafe in Geld, Haft oder zwangsweise Vorführung.
b) Frau Müller muß auch wahrheitsgemäß aussagen über ihre Personalien und über die Frage, für die sie als Zeugin benannt ist. (Frau M. hat u. U. ein Zeugnisverweigerungsrecht, z. B. bei naher Verwandtschaft zu einer der Parteien.)
c) Frau M. muß auch schwören, wenn es das Gericht nach seinem Ermessen für erforderlich hält.
Das Eheverbot
Der verwitwete Schreinermeister Kurz möchte Frl. Else heiraten, die von seinem verstorbenen Sohn ein Kind erwartet. Kann er das?
Auskunft:
Eine Ehe darf nach § 2 Abs. 2 Ehegesetz nicht geschlossen werden zwischen Personen, von denen die eine mit Abkömmlingen der anderen Geschlechtsgemeinschaft gepflogen hat. Das ist hier der Fall. Für das Eheverbot der Geschlechtsgemeinschaft ist es gleichgültig, ob diese Gemeinschaft in oder außer der Ehe stattgefunden hat.
Kann Rudi heiraten?
Der 17jährige Schreinergeselle Rudi hat ein Liebesverhältnis, das nicht ohne Folgen bleibt. Er möchte die gleichaltrige Inge» heiraten. Geht das?
Auskunft:
Ein Mann soll nach dem Ehegesetz nicht vor Vollendung des 21.Lebensj., eine Frau nicht vor Vollendung des 16. Lebensj. heiraten. Von dieser Vorschrift kann durch das zuständige Vormundschaftsgericht Befreiung bewilligt werden, dem Mann jedoch nur dann, wenn er das 18. Lebensjahr vollendet hat und nicht mehr unter elterlicher Gewalt oder Vormundschaft steht. Rudi muß also noch warfen, bis er 18 Jahre alt ist, er muß sich dann für volljährig erklären lassen. Bei Inge muß noch der gesetzliche Vertreter oder der Vormund die Eheschließung genehmigen.
Ehebruch und Eheverbot
Der wegen Ehebruchs mit der Stenotypistin Köhler rechtskrätig geschiedene Handelsvertreter Kaiser möchte Frl. Köhler heiraten. Kann er das ohne weiteres?
Auskunft:
An sich darf eine Ehe nach § 6 Ehegesetz nicht geschlossen werden zwischen einem wegen Ehebruchs geschiedenen Ehegatten und demjenigen, mit dem er den Ehebruch begangen hat, wenn dieser Ehebruch in dem Scheidungsurteil als Grund der Scheidung festgestellt ist. Es kommt also darauf an, ob der Ehebruch des Kaiser mit Frl. Köhler im Scheidungsurteil festgestellt ist. Ob der Ehebruch alleiniger Scheidungsgrund war, ist gleichgültig. Von dieser Vorschrift kann durch den zuständigen Landgerichtspräsidenten Befreiung bewilligt werden, die nur aus schwerwiegenden Gründen versagt werden soll.
Der Sport
Ani einen Blick
Fußball-Ergebnisse und -Tabellen
Erste Liga Süd vfd Stuttgart—Spvgg Fürth 4:2 **" Muhlburg—Kickers Offenbach 4:2 vtlj Neckarau—Singen 04 3 0
2. Liga Süd VfL Konstanz—Kickers Stuttgart 1:6 Erste Liga Nord Concordia Hamburg—St. Pauli 1:6 Werder Bremen—Eimsbüttel 4:0
Landesliga Hessen Union Niederrad—Griesheim 02 2:3 Germania Bieber—Vfß Friedberg ausgef. Rot-Weiß Frankfurt—Hessen Hersfeld 5:1 Hermania Kassel—Olympia Lampertheim 2:2 VfL Biedenkopf—VfL Marburg 2:2 Hessisch Lichtenau—Wetzlar 0:0 VfL Kassel—SV Kassel 3:1 Bad Homburg—Kassel 03 2:2 Opel Rüsselsheim—Borussia Fulda 2:2 Hanau 93—1. FC Rödelheim 3:1
| Vfß Mühlburg | |||||
| 17 | 11 | 2 | 4 | 56:27 | 24:10 |
| FSV Frankfurt | |||||
| 17 | 9 | 5 | 3 | 35:22 | 23:11 |
| Vfß Stuttgart | |||||
| 17 | 10 | 2 | 5 | 45:23 | 22:12 |
| Schweinfurt 05 | |||||
| 17 | 10 | 2 | 5 | 34:20 | 22:12 |
| Spvgg Fürth | |||||
| 17 | 9 | 3 | 5 | 43:23 | 21:13 |
| 1. FC Nürnberg | |||||
| 17 | 8 | 5 | 4 | 38:25 | 21:13 |
| Eintr. Frankfurt | |||||
| 17 | 8 | 5 | 4 | 29:30 | 21:13 |
| 1860 München | |||||
| 17 | 9 | 1 | 7 | 40:33 | 19:15 |
| VfR Mannheim | |||||
| 17 | 8 | 1 | 8 | 44:35 | 17:17 |
| Schwaben Augsb. | |||||
| 17 | 6 | 4 | 7 | 29:40 | 16:18 |
| Kickers Offenbach | |||||
| 17 | 6 | 3 | 8 | 34:33 | 15:19 |
| Bayern München | |||||
| 17 | 5 | 4 | 8 | 29:30 | 14:20 |
| SV Waldhof | |||||
| 17 | 4 | 5 | 8 | 30:35 | 13:21 |
| Darmstadt 98 | |||||
| 17 | 5 | 3 | 9 | 24:45 | 13:21 |
| VfL Neckarau | |||||
| 17 | 5 | 2 | 10 | 31:49 | 12:22 |
| SSV Reutlingen | |||||
| 17 | 4 | 4 | 9 | 26:55 | 12:22 |
| FC Singen | |||||
| 17 | 4 | 3 | 10 | 20:47 | 11:23 |
| BC Augsburg | |||||
| 17 | 3 | 4 | 10 | 25:40 | 10:24 |
| Werder Bremen | ||||||
| 15 | 10 | 3 | 2 | 47:18 | 23:7 | |
| VfL Osnabrück | ||||||
| 16 | 9 | 5 | 2 | 43:23 | 23:9 | |
| St. Pauli | ||||||
| 16 | 8 | 6 | 2 | 42:21 | 22:10 | |
| Göttingen 05 | ||||||
| 16 | 8 | 5 | 3 | 41:30 | 21:11 | |
| Hamburger SV | ||||||
| 15 | 8 | 4 | 3 | 49:25 | 20:10 | |
| Holstein Kiel | ||||||
| 15 | 8 | 3 | 4 | 25:22 | 19:11 | |
| Bremerhaven 93 | 16 | 8 | 3 | 5 | 39:29 | 19:13 |
| Bremer SV | ||||||
| 16 | 7 | 3 | 6 | 35:33 | 17:15 | |
| Eimsbüttel | 16 | 6 | 5 | 5 | 23:25 | 17:15 |
| Armina Hannover | 16 | 6 | 3 | 7 | 31:28 | 15:17 |
| Eintr. Braunschweig | 15 | 5 | 4 | 6 | 35:29 | 14:16 |
| Altona 93 | 16 | 4 | 5 | 7 | 28:47 | 13:19 |
| Vfß Oldenburg | 16 | 4 | 4 | 8 | 28:39 | 12:20 |
| Hannover 96 | 16 | 3 | 4 | 9 | 24:40 | 10:22 |
| Cone. Hamburg | ||||||
| 14 | 2 | 5 | 7 | 15:35 | 9:19 | |
| Eintr. Osnabrück | 14 | 1 | 5 | 8 | 21:36 | 7:21 |
| SV Itzehoe | ||||||
| 16 | 1 | 1 | 14 | 20:66 | 3:29 |
| Olymp. Lamperth. | ||||||
| 18 | 11 | 6 | 1 | 44:22 | 28:8 | |
| SC Kassel 03 | ||||||
| 18 | 12 | 2 | 4 | 40:22 | 26:10 | |
| Borussia Fulda | ||||||
| 18 | 10 | 4 | 4 | 46:23 | 24:12 | |
| Rot-Weiß Frankf. | 19 | 11 | 1 | 7 | 45:28 | 23:15 |
| Griesheim 02 | ||||||
| 19 | 10 | 3 | 6 | 36:31 | 23:15 | |
| Hanau 93 | ||||||
| 16 | 9 | 3 | 4 | 38:25 | 21:11 | |
| VfL Marburg | ||||||
| 19 | 10 | 1 | 8 | 34:38 | 21:17 | |
| Germania Bieber | ||||||
| 16 | 10 | 0 | 6 | 24:21 | 20:12 | |
| Hermannia Kassel | ||||||
| 18 | 8 | 4 | 6 | 25:23 | 20:16 | |
| Eintracht Wetzlar | ||||||
| 18 | 7 | 5 | 6 | 32:22 | 19:17 | |
| FC Rödelheim | ||||||
| 19 | 8 | 3 | 8 | 35:35 | 19:19 | |
| Homburg 05 | ||||||
| 18 | 8 | 2 | 8 | 43:40 | 18:18 | |
| Opel Rüsselsheim | ||||||
| 18 | 6 | 5 | 7 | 51:38 | 17:19 | |
| Union Niederrad | ||||||
| 18 | 5 | 6 | 7 | 16:25 | 16:20 | |
| Hessen Hersfeld | ||||||
| 19 | 7 | 2 | 10 | 29:35 | 16:22 | |
| VfL Kassel | ||||||
| 19 | 6 | 1 | 12 | 25:49 | 13:25 | |
| Vfß Friedberg | ||||||
| 18 | 4 | 4 | 10 | 33:31 | 12:24 | |
| Spielverein Kassel | ||||||
| 19 | 3 | 4 | 12 | 23:30 | 10:28 | |
| VfL Biedenkopf | 18 | 4 | 2 | 12 | 32:55 | 10:26 |
| Hessisch Lichtenau | 19 | 2 | 4 | 13 | 24:62 | 8:30 |
Zahlen sprechen
Freundschaftsfußball an Weihnachten Rheinland-Pfalz/Saar TuS Neuendorf—FC Schweinfurt 05 1:2 VfL Neustadt—Dombasle Sport (Fr.) 5:1 Eintr. Trier—Kamraterna Trelleborg 3:1 FK Pirmasens—SSV Reutlingen 3:3 Phönix Ludwigshafen—SV Waldhof ausgef. Spvgg Andernach—FV Godesberg ausgef. Eintracht Kreuznach—SV Wiesbaden 1:2 1. FC Idar—Saar Saarbrücken 3:3 Vfß Neunkirchen—1. FC Kaiserslautern 1:2 (Saarlandpokal) Vfß Neunkirchen—FC Metz 1:0 1. FC Saarbrücken—Rapid Wien 1:4 Süddeutschland BC Augsburg—Belgrader SK 1:4 SV Wiesbaden—l. FC Nürnberg 1:1 SV 98 Darmstadt—Spvgg Arheilgen 2:1 München 1860—Belgrader SK 0:1 Vikt. Aschaffenburg—Kickers Offenbach 0:2 Westdeutschland Schalke 04 — Wacker Wien 1:1 Katernberg — Bayer Leverkusen 4:2 Duisburg 08 — Union Sportive Luxemburg 5:3 Rot-Weiß Essen — Spora Luxemburg 5:1 Meidericher SV — Red Boys Differdingen 3:0 Fortuna Düsseldorf — Union Sportive Luxemburg 7:2 SV Beuel 06 — Vienna Wien 2:5 Rheydter SV — VfR Mannheim 0:3 1. FC Köln — Union 06 Berlin 5:2 Hamborn 07 — 1. FC Nürnberg 0:1 Sterkrade — Rot-Weiß Oberhausen 0:1 Duisburger SV — Duisburg 08 1:0 Preußen Krefeld — Preuß. Dellbrück ausgef. Borussia Dortmund — Spvgg. Fürth 4:4 Westfalia Herne — Spvgg Erkenschwick 3:0 Karnap 07 — Horst-Emscher 1:2 Alemannia Aachen — VfL Benrath 5:5 Preußen Münster — VfL Osnabrück 6:0 Recklinghausen — Red Boys Differdingen 3:2 Schwarz-Weiß Essen — Rot-Weiß Essen 2:3 Norddeutschland Linden 07 — Arm. Hannover 2:4 Hamburger SV — Vfß Stuttgart 4:3 Vfß Lübeck — Altona 93 1:9 Göttingen 05 — Hannover 96 1:4 Bremer SV — Bremer Amateur Auswahl 3:1 Eintracht Osnabrück — Katernberg 2:1 Altona 93 — Bremerhaven 93 8:1 SV Blumental — Bremer SV 3:2 Vfß Oldenburg — Bremen 1860 2:4 Ausland Athletico Madrid — Eintracht Frankfurt 3:4 FC Sevilla — Eintracht Frankfurt 5:3 FC Barcelona — FSV Frankfurt 4:1 EC Barcelona — FSV Frankfurt 10:4 Athletico Bilbao — Boldklubben Kopenhagen 2.1 sc Anderiecht — Rapid Wien 1:4 Istanbul - Admira Wien 0:1 Instanbul — Admira Wien 2 0 Stadelf Kairo — Austria Wien 2:4
Argentiniens Autorennfahrer Fangio gewann am Sonntag das 500-Meilen-Rennen von Santa Fe auf Talbot in 4:32:37,2 Stunden vor seinem stallcefährten Rosier (Frankreich). Der Argentinier Brosutti holte sich auf Mercedes-Benz den dritten Platz. Von 22 Startern erreichten nur die Hälfte das Ziel,
VfB Mühlburg nicht nur „Geheim" -Tip
Die Karlsruher Vorortler übernahmen die Spitze in der 1. Liga Süd
Vfß Mühlburg konnte seinen zahlreichen Freunden als Weihnachtsgeschenk die „Halbzeitmeisterschaft“ der 1. Liga Süd unter den Tannenbaum legen. Erwartungsgemäß bezwangen die spieltüchtigen Karlsruher die Offenbacher Kickers 4:2, so daß sie nach Beendigung der Vorrunde mit einem Punkt vor dem FSV Frankfurt die Tabelle anfuhren. Nur fünf Punkte trennen Mühlburg vom Tabellenachten 1860 München.
Zwanzigtausend feierten Mühlburg
Zwanzigtausend Zuschauer freuten sich mit den Schützlingen Hans Taucherts über den 4:2-(2:0-)Erfolg Mühlburgs gegen die Offenbacher Kickers. Beide Mannschaften spielten trotz des glatten Bodens mustergültig fair. Nach einer Stunde sahen sich die Gäste vom Main hoffnungslos auf die Verliererstraße gedrängt, denn bis dahin hatten die Platzherren unter dem Jubel ihres großen Anhangs durch ihren Rechtsaußen Grobs (3. Min.), den rechten Läufer Dannenmeier (42. Min.), Linksaußen Kunkel (54. Min.) und Grobs (60. Min.) einen beruhigenden 4:0 -Vorsprung herausgeschossen. In sicherem Gefühl des Sieges schaltete Mühlburg einen Gang zurück, so daß die schwungvoll anrennenden Offenbacher stark aufkamen. In der 74. Minute faustete der Mühlburger Torwart Scheib einen von Maier getretenen Eckball nicht weit genug ins Feld, so daß Kaufhold mit wuchtigem Kopfstoß den Ball ins Netz befördern konnte. Vier Minuten vor dem Abpfiff schoß wieder Maier einen Eckball, der Ball kam zu Schreiner, und dieser knallte den Ball unhaltbar zum zweiten Gegentreffer ein. Schiedsrichter Strobel (Schwabach) leitete tadellos.
Blitzstart des Vfß Stuttgart
Im Stuttgarter Neckarstadion bangten zwölftausend Besucher um den Sieg des Deutschen Meisters, Vfß Stuttgart, über die „Kleeblätter“ aus Fürth, denn bis eine Viertelstunde vor Schluß blieb die Frage nach dem Sieger völlig offen — bis dahin lautete das Ergebnis 2:2. Schon 25 Sekunden nach dem Anpfiff hatte Schlienz den überrascht dreinschauenden Fürther Torwart Höger mit einem 16-Meter-Schuß bezwungen. Mittelstürmer Wehrle sorgte nach einer Schulkombination des Vfß-Sturms in der 15. Minute für einen 2:0-Halbzeitvorsprung, der die technische und taktische Überlegenheit der Platzherren widerspiegelte. Beim Wiederanpfiff kam eine völlig umgewandelte Fürther Elf aus den Kabinen. Der Ball lief auf dem glatten Schneeboden wie an der Schnur gezogen, und innerhalb von neun Minuten hatte Fürth durch Schade und den rechten Läufer Helbig gleichgezogen. Damit hatten die Bayern jedoch ihr Pulver verschossen. Von den Zuschauern mächtig angefeuert, übernahm der Vfß wieder die Initiative. In der 77. Minute feuerte Schlienz den Ball zum 3:2 an Höger vorbei ins Netz, und vier Minuten vor Schluß schoß Baitinger aus 16 Meter Entfernung zum 4:2 ein.
Nur 1500 Zuschauer in Mannheim
Mannheims Fußballfreunde hatten sich vom Spiel VfL Neckarau—FC Singen nicht allzuviel versprochen. Bei leichtem Schneetreiben entwickelte sich vor nur 1500 Zuschauern ein gefälliges und vor allem sehr anständiges Spiel, das Neckarau durch den „hat-trick“ von Karl Gramminger 3:0 (3., 12. und 80. Minute) etwas zu hoch gewann, denn die Elf aus der französischen Zone war insbesondere nach dem Wechsel leicht überlegen.
Kupfers Mannen waren stärker
Die Südoberligisten zeigten vor 2500 Zuschauern sich in dem Treffen gegen TuS Neuendorf als die taktisch bessere Elf, die auch die bessere Mannschaftsleistung zeigte und verdient gewann. Während in der ersten Hälfte Neuendorf leicht überlegen war, dominierten nach dem Wechsel die Gäste. Ein Foulelfmeter, den Meusel sicher verwandelte, brachte die Schweinfurter in der 44. Minute in Führung, Warth glich in der 74. Minute durch Handelfmeter aus. Jahn mußte in der 55. Minute infolge einer Armverletzung ausscheiden, für ihn hütete Gutendorf II das Tor. Fischer schoß in der 77 Minute den Siegestreffer für Schweinfurt. Ueberragender Spieler auf dem Feld war A. Kupfer. *
Hamburgs Jugend-Stadtmannschaft unterlag in einem Ringer-Auswahlkampf gegen Essen mit 2:6-Punkten.
„Lilien" erfochten nur 2:1
Faires Lokalderby vor 3000 / Der Ex-Arheiliger Thalheimer schoß beide Tore / Verteidiger Zöller überragte bei den „Zweitklassigen“ / Seibel hält Elfmeter
SV 98 Darmstadt: Ruhl; Barth, Abt; Herder, Schmidtmer, Leichtlein; Reeg, Mühlbach, Bohmann, Herwig, Thalheimer.
SG Arheilgen: Seibel; Marko, Zöller; Müller, Mahr, Wendler (Traser); Dilfer, Bekker, Kauth, Portraffke, Traser (Lieber).
Schiedsrichter: Gruneisen, Mannheim.
Zuschauer: 3000. Lokalderby bleibt Lokalderby. Darin hat sich auch seit den Landesrigazeiten nichts geändert. Die 3000 Anhänger aus beiden Lagern, die sich am ersten Feiertage zwischen Festbraten und Weihnachtsstollen etwas frische Winterluft mit Fußballatmosphäre um die Ohren wehen ließen, haben ihr Kommen nicht zu bereuen brauchen. Dafür sorgten in erster Linie die Vorstädter, die von dem Oberligisten nicht an die Wand gespielt werden konnten, sondern durch ihr forsches und eifriges Spiel die Partie jederzeit spannend gestalteten. Da die Begegnung auf dem glatten Schneeboden zudem jederzeit fair und anständig verlief, sah man nach dem Spiel auf beiden Seiten strahlende Gesichter. Die 98er freuten sich, daß sich Ruhl und Thalheimer wieder in bester Form vorstellten, und die Arheilger brauchten sich keine Vorwürfe zu machen, daß sie gegen die Vertreter der 1. Liga — zumal auf deren Platz — mit einem Tor Unterschied verloren hatten.
Auch die Kassierer beider Vereine konnten zufrieden sein, denn die Kasse stimmte, was bei der Verpflichtung eines auswärtigen oder gar ausländischen Gegners nicht unbedingt hätte der Fall sein brauchen.
Vom Anpfiff an hatte es den Anschein, als ob die 98er ihrem Gegner beweisen wollten, daß Oberliga halt Oberliga ist. In bester Spiellaune legten die „Blauen“ los und ließen den Ball kaum von ihren Füßen. Bereits in der 9. Minute besaß Thalheimer die Taktlosigkeit, seinen ehemaligen Vereinskameraden ein Schnippchen zu schlagen. Er brauste mit einer Vorlage von Herwig davon und schmetterte am herauslaufenden Seibel vorbei aus vollem Lauf zum 1:0 ins Netz. Reeg köpfte knapp daneben, Bohmann zeigte Kabinettsstückchen, Mühlbach schoß ein zweites Tor, aber nur mit der Hand, Thalheimer traf den Pfosten, Bohmann knallte über und neben das Tor. Aber die Arheilger ließen auch Ruhl nicht einfrieren, der einmal Kauth nur durch entschlossenes Herauslaufen am Einschuß hindern konnte. In der 32. Minute wußten zwei Arheilger Deckungsleute mit einem von Barth hoch in den Strafraum gegebenen Ball nichts anzufangen, Thalheimer erfaßte die Situation und schoß flach in die kurze Ecke zum 2:0 ein. Kurz darauf hatte er sogar zweimal Gelegenheit, das hat-trick zu vollbringen, doch beide Male verfehlte er knapp das Ziel. Als er sich wieder im schnellen Lauf energisch durchsetzte, wurde er von Marko im Strafraum gefoult. Die 98er haben lange keinen Elfmeter mehr zugesprochen bekommen. Mühlbach, der früher diese Sachen zur Zufriedenheit erledigte, schoß so primitiv, daß Seibel die Richtung des Balles unschwer erraten konnte. Auch ein 25-m-Fernschuß Herwigs landete sicher in den Händen des Arheilger Torhüters. Bohmann versiebte kurz vor Halbzeit eine Prachtgelegenheit, als er 8 m vor dem Tor völlig freistehend von Reeg den Ball erhielt, zu lange mit dem Schuß zögerte, um schließlich noch daneben zu zielen.
Nach der Pause gestalteten die Arheilger die Partie völlig ausgeglichen. Ihre Deckung hält dicht und wendet oft erfolgreich die Abseitsfalle an. Was noch auf das Tor kommt — ein Kopfball von Mühlbach und Schüsse von Bohmann und Thalheimer — hält Seibel. Auch der Sturm, besonders der linke Flügel, wird immer gefährlicher. Ein Schuß Potraffkes fliegt knapp an Ruhls Gehäuse vorbei. Barth kann einmal in höchster Not nur zur Ecke retten. Bei einem Angriff auf der Gegenseite schlägt Mahr den Ball aus dem Tor, als Seibel von Bohmann bereits passiert ist. 6 Minuten vor Spielschluß kommen die Mühlchesleute zum verdienten Anschlußtreffer durch Lieber, der sich 5 m vor dem Tor stehend den Ball in aller Ruhe einige Male zurechtlegt, bevor er das passende Loch zum Einschuß gefunden hat. Der Endspurt der 98er brachte nichts mehr ein.
Die Leute aus der ersten Liga dürften in diesem Freundschaftstreffen die für die Rückrunde richtige Aufstellung . gefunden haben Thalheimer als Linksaußen schoß nicht nur beide Tore, sondern war auch — solange er gut ins Spiel gebracht wurde — der gefährlichste Mann im Lilien-Quintett. Bohmann brillierte im Feld, hatte aber mit seinen Schüssen kein Glück. Mit Schmidtmer war die Dekkung wieder stabil, wenn sie auch mitunter oft zu sorglos und leichtsinnig operierte.
Die Elf von Arheilgen hat sich insgesamt prächtig aus der Affäre gezogen. Wenn die Vorstädter so weiter machen, sind sie noch nicht zum Abstieg aus der 2. Liga verurteilt. Wenn man überhaupt jemanden hervorheben will, so ist es der kleine Verteidiger Zöller, dessen blonder Schopf überall auftauchte, wo Gefahr drohte.
Schiedsrichter Gruneisen, Mannheim, sah sehr bald ein, daß es bei diesen beiden fairen Mannschaften nicht nötig war, sich allzu gewichtig zu gebärden. Wäre es um Punkte gegangen, hätte man an ihm allerlei zu kritisieren gehabt, was man ihm diesmal in Anbetracht des weihnachtlichen Freundschaftstreffens verzieh.
Ruhl stand wieder im Lilientor. Szene aus dem Spiel SV 98— SG Arheilgen (dbd-Foto-Hemme)
Der richtige Tip
(Ohne Gewähr)
West/Hessen: 1,2, 1,2, 1,2, 1,2, ausgef., 2., 2, ausgef., 1, ausgef. Rheinland-Pfalz: 1,2, ausgef., 2,2, 2, ausgef., 0,2, 2,1, 2, ausgef., 2. Württemberg-Baden: 1,1, 1,2, 2,2, 2,2, 2,2, 0,2, ausgef., ausgef. Bayern: 1,1, 1,2, 2,2, 2, ausgef., 2,2, 0,. ausgef., 1,2, Bayern (intern. Zehn): 1,2, 1,0, 1,2, ausgef., 1,2, 1, 0. Nord: 2,2, 2,0, 1,1, 1,1, 2,1, 2,1, ausgef., ausgef.
Georg Hax wird 80 Jahre alt
Mit Georg Hax begeht einer der verdientesten deutschen Sportpioniere am 27. Dezember die Vollendung des 80. Lebensjahres. Der Jubilar war von 1894 bis 1903 erster Vorsitzender des Deutschen Schwimm-Verbandes, ein Amt das er von 1930 bis 1936 noch einmal bekleidete. Georg Hax, der heute in Berlin-Hermersdorf lebt, erwarb sich besondere Verdienste um die Deutsche Lebens rettungs-Gesellschaft.
Ray „Sugar" Robinson ist einmalig
Stretz hatte in Frankfurt keine Chance und ging in der 5. Runde k. o.
Tosender Beifall von 7000 Zuschauern brandete dem Weltmeister im Weltergewicht Ray Sugar Robinson, in der Frankfurter Messehalle für seine vollendete Demonstration höchster Boxkunst entgegen, als der überaus tapfere Erlanger Hans Stretz nach sieben Niederschlägen in ^er fünften Runde von Ringrichter Otto Nispel ausgezählt wurde. Der erste Weltmeister, der in einem deutschen Ring durch die Seile kletterte, war ein Champion besten Formats. So wurde dieser Kampftag, der finanziell zwar nicht die Erwartungen der Veranstalter erfüllte, zu einer großartigen Werbung für den Boxsport als „edle Kunst der Selbstverteidigung“.
Hüpfend und tänzelnd betrat Weltmeister Robinson den von Pressephotographen und Wochenschau-Kameras umlagerten Ring in der völlig ungeheizten Messehalle. Ein rechter Haken, an dem geschickt abdeckenden Stretz vorbeigeschlagen. eröffnete den Kampf. Dann folgte das Feuerwerk eines verwirrenden Schlagrepertoires, das geradezu einmalig ist. Die linke Gerade als Führhand ließ Stretz keinen Augenblick Pause. Dann folgten hochgerissene Haken wundervoll locker aus der Schulter angesetzt, die Stretz nur selten vermeiden konnte. Bereits nach einer Minute lag Stretz zum ersten Male auf den Brettern. Ein linker Haken zum, Körper riß dem deutschen Exmeister förmlich die Beine weg. Bei „9“ stellte er sich wieder zum Kampf. Aus Robinsons Ecke ertönte mannend die Stimme des Managers: „You are too fast“ (Du boxt zu schnell). Man war also sichtlich bemüht, dem Publikum eine Demonstration zu bieten. Robinson beschränkte sich zunächst darauf, aus allen Lagen schlagend, seinen Gegner auszuboxen. Stretz hatte nur selten Gelegenheit in Halbdistanz zu kommen und hier Körpertreffer anzubringen. Tosender Beifall des Hauses begleitete die Versuche des tapferen Erlangers beim Schlagabtausch mitzuhalten. Seine Treffer blieben jedoch ohne Wirkung, da das blitzschnelle Reaktionsvermögen des Weltmeisters jeden Schlag bereits im Ansatz erkannte.
Die zweite Runde brachte zunächst zwei Niederschläge: Einen linken Haken zum Kopf, der Stretz bis „9“ auf die Bretter zwang, und dann einen rechten Haken zum Körper, auf den der deutsche Exmeister bis „8“ Zeit nehmen mußte. Weitere Niederschläge folgten in der dritten Runde bis „6“, in der vierten bis „9“ und „3“, als der Gong unterbrach und dann schließlich in der fünften Runde, als Robinson auf die Entscheidung ausging, eine Serie von sechs Schlägen auf den am Seil stehenden Stretz trommelte, die das Ende brachte. Stretz versuchte bei „8“ wieder hochzukommen, fand jedoch seine Beine nicht.
Auch das Rahmenprogramm hatte gutes Niveau, Berlins Weltergewichts - Hoffnung, Gustav Scholz, kam zu einem klaren Punktsieg über Gilbert Stock (Paris), obwohl er sechs Kilo Gewichtsnachteiil hatte und erst in den letzten Runden den harten Franzosen taktisch klug ausboxte. Heinz Sander (Hildesheim), der Titelanwärter im Leichtgewicht, holte sich bei seinem internationalen Debüt gegen Gaston Heniriot (Paris) durch glänzende Kondition einen einstimmigen Punktsieg und schließlich kam auch Günter Balzer (Celle) gegen den hart schlagenden Negermischling Burl Charity zu einem verdienten Unentschieden. Der Essener Gehlhaar unterlag der Schlagkraft des Gelsenkirchener Rechtsauslegers Gläser bereits in der zweiten Runde durch K. o.
Kraftproben im Eishockey
Die schwedische Eishockey-Mannschaft von Gavle Stockholm traf in Kempten auf den EV Füssen und mußte sich den Allgäuern nach fairem Spiel mit 4:6 (1:2, 2:2, 1:2) beugen. Die schnell spielenden Skandinavier werteten ihre zahlreichen Torchancen nicht aus. Das war die Ursache ihrer Niederlage. Als sie sich am ersten Weihnachtstag im Füssener Eisstadion wieder dem EV stellten, behielten sie diesmal mit 8:4 (2:1, 3:1, 3:2) die Oberhand über die sich sichtlich für die Spiele um den Spengler-Pokal schonenden Gastgeber.
Der SC Rießersee erledigte sein fälliges Punktspiel gegen den EV Tegernsee und war nie gefährdet. Mit 21:1 (7:0, 8:1, 6:0) verließ der Deutsche Meister das Eis, in dessen Reihen der Kanadier Mac Gibbon allein sieben Treffer schoß.
Preußen Krefeld war in die Schweiz gefahren, traf dort auf den EHC Basel und unterlag trotz ausgeglichenem Spiel mit 4:7 (1:1, 1:3, 2:3).
Weiße Weihnacht - bunter Freundschafts-Fußball
Gäste aus Oesterreich, Jugoslawien und Luxemburg / Deutscher Meister vom HSV geschlagen
Das Freundschaftsspielprogramm der Weihnachtsfeiertage war zwar nicht so reichhaltig wie in früheren Jahren, es gaben aber einige international bekannte Mannschaften in Deutschland ihre Karten ab. Während die Luxemburger ziemlich deutlich geschlagen wurden, hinterließ die jugoslawische Elf von SK Belgrad einen ausgezeichneten Eindruck. Auch Vienna und Wacker Wien demonstrierten erstklassigen Fußball. Erwähnenswert ist außerdem das gute Abschneiden der süddeutschen Mannschaften VfR Mannheim, Spvgg Fürth und 1. FC Nürnberg in Westdeutschland, während der Deutsche Meister Vfß Stuttgart in Hamburg etwas unglücklich kämpfte und gegen den HSV knapp unterlag.
Klassespiel Schalke—Wacker Wien
In der Gelsenkirchener Glückauf-Kampfbahn erlebten zehntausend Zuschauer zwischen dem erstmals wieder mit Stopper Matzkowski antretenden Schalke und Wacker Wien ein erstklassiges Spiel, das gerechterweise 1:1 endete. In der 55. Minute erzielte der Wiener Rechtsaußen das 1:0, erst kurz vor Schluß vermochte Kleina einen von der Latte zurückprallenden Schuß zum Ausgleich zu verwandeln.
HSV schlug deutschen Meister
15 000 Zuschauer erlebten am Rothenbaum einen 4:3 (O:2)-Sieg des Hamburger SV über den deutschen Meister Vfß Stuttgart, der ohne Barufka und Retter spielte. Anfänglich sah es nach einem Sieg der Süddeutschen aus, die sich mit dem glatten Boden besser abfanden und mit zwei Toren von Baitinger beim Wechsel 2:0 vorne lagen. In der zweiten Halbzeit gab der HSV durchweg den Ton an. Harden und Klette (Elfmeter) sorgten für das 2:2 und Woitkowiak und wieder Harden brachten den HSV 4:2 in Führung, ehe kurz vor Schluß Krieger auf 3:4 verkürzen konnte.
Belgrad auch in München siegreich
1860 München verdankt die erträgliche 0:l-Niederlage gegen SK Belgrad vor allem seinem famosen Torhüter Strauß, der in den ersten 45 Minuten einfach alles hielt. Später hatte 1860 mehr vom Spiel, aber die gute Abwehr der Gäste hielt dicht. Drei Minuten vor Schluß schoß Mittelstürmer Antic das einzige Tor des Tages.
Acht Tore in Dortmund Der Dortmunder Weihnachtsschlager zwischen Borussia Dortmund und der Spvgg Fürth brachte den Platzherren ein etwas glückliches 4:4. In den ersten 45 Minuten dominierten die Westdeutschen, ihre 2:0 -Halbzeitführung entsprach dem Spielverlauf. Nach dem Wechsel drehte Fürth den Spieß um. Dem 2:2 folgte noch einmal der 3:2 -Führungstreffer der Borussen, aber dann folgten zwei weitere Treffer der Bayern, die feldüberlegen spielten, aber insofern Pech hatten, als eine fragwürdige Elfmeterentscheidung die Dortmunder zum 4:4 kommen ließ.
VfR Mannheim siegte in Rheydt Der VfR Mannheim, der ohne den gesperrten Keuerleber antrat, schlug den SV Rheydt 3:0 (1:0). Langlotz und Bolleyer erzielten die beiden ersten Treffer, kurz vor dem Abpfiff ergab ein Selbsttor des Rheydter Verteidigers Spinnen das 3:0. Sechstausend Zuschauer erkannten die besseren Leistungen der Süddeutschen an, die vor allem in technischer und taktischer Hinsicht dominierten und auch die bessere Kondition aufwiesen.
Wenig Sport an den Feiertagen Infolge des starken Schneefalles fielen an Weihnachten fast alle Fuß- und Handballspiele in unserem Verbreitungsgebiet aus. Nur am ersten Feiertag wurden einige Freundschaftsspiele ausgetragen.
Heppenheim—Phönix Mannheim 3:7 (0:3) Heppenheim trat ersatzgeschwächt an und hatte gegen die eifrigen Mannheimer wenig zu bestellen. Vor allen Dingen in der ersten Halbzeit. legten die Gäste ein schönes Tempo vor und kamen zu drei verdienten Toren. Nach dem Wechsel wurde das Spiel etwas ausgeglichener, trotzdem konnte der schußfreudige Gästesturm noch 4 Tore erzielen, während Heppenheim nur dreimal (Katzenmeier zweimal und Hund einmal) erfolgreich war.
Michelstadt—Steinbach 4:4 (2:2)
Der Bezirksligist Michelstadt unterschätzts in dem Weihnachts-Derby die Stärke von Steinbach und mußte sich mit einem Unentschieden zufrieden geben. Steinbach fand sich vor allem besser mit dem Boden ab und hatte zeitweise auch mehr vom Spiel.
Erbach—Kickers Offenbach (Res.) 1:6 (1:5)
Für den ersten Weihnachtsfeiertag hatte sich Erbach die Reserve-Mannschaft der Offenbacher Kickers eingeladen, die besonders in der eisten Halbzeit ihre Ueberlegenheit auch in Toren aufzudrücken verstand. Den einzigen Gegentreffer erzielte Egner in der ersten Halbzeit. Trotz der Ueberlegenheit der Offenbacher kämpften die Erbacher bis zur letzten Minute, ohne jedoch in dem jederzeit fairen Spiel noch weitere Erfolge erringen zu können. pp!
Peter Müller blieb Meister
Der Titelkampf um die Deutsche Mittelgewichtsmeisterschaft zwischen Peter Müller (Köln) und seinem Herausforderer „Kuddel“ Schmidt (Hamburg) endete vor überfüllten Rängen nach zwölf Runden unentschieden. Damit blieb der Kölner, der ohne Zweifel das bessere boxerische Können zeigte, Meister.
Jugend und Erfahrung im Nahkampf standen dem Kölner zur Seite. Dagegen schien der Hamburger routinierter. Er verstand es, durch geschicktes Abducken den Meister nicht zum Schlag kommen zu lassen. Die ersten drei Runden sahen den Kölner leicht im Vorteil. Dann kam Schmidt mit einer schweren Rechten zum Gesicht von Peter Müller durch, die der Meister ohne Wirkung nahm. Er blieb sogar weiterhin der Angreifer und hatte bis zur zehnten Runde den Hamburger, der es immer wieder versuchte, auf Distanz zu bleiben, am Rande der entscheidenden Niederlage. Schmidt klammerte und gewann dadurch wertvolle Zeit. In der Schlußrunde versuchte der Herausforderer noch einmal alles, doch konnte er für sich keinen Sieg mehr herausboxen.
Hoffnungen für Segelflieger
Der deutsche Weltrekocdf Heger Ernst Jachbmann, der soeben aus der Schweiz zurückkehrte, brachte die für die deutschen Segelflieger erfreuliche Mitteilung mit. daß der Schweizer Aero-Club sein Einverständnis zum Training deutscher Segelflieger und zum Ankauf von Flugzeugen in der Schweiz gegeben habe. Die Deutschen werden zu den gleichen Bedingungen wie die Schweizer an den Start gehen können. Schon in Kürze will Jachtmann mit deutschen Fliegern in der Schweiz das Training aufnehmen. Er selbst hofft noch in diesem Jahr den Versuch unternehmen zu können, den von ihm aufgestellten und von der FAI nicht anerkannten Weltrekord im Dauersegelflug erneut zu brechen.
Auslandssiege in Hannover
Im Messesportpalast Hannover wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag ein Dreistunden-Mannschaftsrennen durchgeführt, das von den Belgiern Bruneel-Beuckelaer nach 138,375 zurückgelegten Kilometern mit 28 Punkten vor den Australiern Strom-Arnold (25 Punkte) gewonnen wurde. Mit einer Runde Abstand belegten bei neun Punkten die Belgier Dekuvsscher-van der Meerschaut den dritten Platz. Als bestes deutsches Paar kamen Kohlbeck-Schwarzer auf den sechsten Rang.
Dem Deutschen Motorradmeister der Klasse bis 500 ccm. Georg Meier (München), wurde die goldene Ehrennadel des Deutschen Motorsportverbandes mit Brillanten als erstem deutschem Motorradfahrer verliehen. Alle anderen Meister erhielten die Nadel in Gold.
Wirtschaftsblatt
Nassauisches Heim
stellt 1:1 um
Die Gemeinnützige Siedlungsbau-GmbH., Nassauisches Heim, Frankfurt,'Main hat durch Beschluß ihrer ordentlichen Gesellschafterversammlung das Gesellschaftskapital im Verhältnis 1:1 umgestellt.
Das Nassauische Heim ist das zweitgrößte gemeinnützige Wohnungsunternehmen in Südwestdeutschland. Im Aufsichtsrat sind die hessische Regierung, der Landeshauptmann für Wiesbaden, die Landesversicherungsanstalt Hessen und andere öffentliche Organe vertreten.
Obwohl der Wohnungsbestand zu einem Drittel zerstört war, gelang es, den Wiederaufbau 1950 durchzuführen.
Im Rahmen des sozialen Wohnungsbaues will die Gesellschaft bis Ende des Jahres 1951 ihren Wohnungsbestand auf rund 5000 Wohnungseinheiten erhöhen. Zum überwiegenden Teil handelt es sich um Arbeiterwohnstätten. Das Nassauische Heim hat es sich zur besonderen Aufgabe gemacht, Wohnraum für Flüchtlinge, Ausgebombte, Verfolgte und Kriegsgeschädigte zu schaffen.
Auf 129 gestiegen
v Die Gesamtindexziffer der industriellen Produktion einschließlich Bau ist im November gegenüber dem Vormonat um drei Punkte auf 129 (1936 gleich 100) gestiegen.
Während die verarbeitende Industrie auf der ganzen Linie einen Produktionszuwachs zu verzeichnen hatte (Investitionsgüter plus fünf Prozent, Verbrauchsgüter plus fünf Prozent), ging die Produktion im Grundstoffsektor, wie bereits im Vormonat, vor allem infolge der unzureichenden Kohlenversorgung zurück (minus 0,7 Prozent).
Exportförderungsprogramm fertiggestellt
Hi. Im Bundeswirtschaftsministerium ist zur Förderung der Ausfuhr nunmehr ein umfassendes Programm über die Exportförderung fertiggestellt worden.
v Das Volkswagenwerk hat in diesem Jahr 90 558 Volkswagen produziert, gegenüber 46 594 im Vorjahr. Fast ein Drittel der Produktion — insgesamt 29 048 Volkswagen — wurde exportiert. (1949: 7170). Der Wagen wird nach 20 Ländern der Welt ausgeführt.
Es wurde weniger gespart
Starke Zunahme der mittel- und langfristigen Kredite
Bz. Nach dem November-Bericht der Bank deutscher Länder haben die kurzfristigen Kredite an die Wirtschaft im Berichtsmonat um 370,0 Mill. DM zugenommen (September 675,0 Mill, und Oktober 682,0 Mill. DM). Ungewöhnlich stark ist die Zunahme der mittel und langfristigen Kredite der Geschäftsbanken. Für November liegen noch keine endgültigen Zahlen vor. Aber im Oktober hat die bisher größte Steigerung der längerfristigen Kredite um 491,0 Mill. DM gebracht. Als endgültige Finanzierungsmittel standen auf der Gegenseite die Zuwachsquote der Spareinlagen um 71,0 Mill. DM, der Absatz von Bankschuldverschreibungen mit 31,0 Mill. DM und schließlich rund 115,0 Mill. DM längerfristigen Gelder von öffentlichen und sonstigen Stellen gegenüber. Insgesamt beträgt also die Zunahme längerfristiger Gelder 217,0 Mill. DM. Da bereits 79,0 Mill. DM längerfristige Kredite vom Zentralbanksystem vorfinanziert worden waren, ist also die Kreditgewährung im Oktober um 173,0 Mill. DM (im September um 118,0 Mill. DM und im August um 193,0 Mill. DM) über die Sparkapitalbildung hinausgegangen. Dabei hat im November die Sparkapitalbildung sich nicht wie im Oktober weiter fortgesetzt.
Alles in allem haben die kurzfristigen Kredite seit Jahresmitte 1950 (von Juli bis einschließlich November) um rund 2 Milliarden DM zugenommen, die gesamte Kreditgewährung mit 2,75 Milliarden DM hat, so stellt die Bank deutscher Länder fest, expansiv gewirkt.
Recht erfreulich bleibt aber auch im November die Entwicklung des Bundes-Haushalts. Die Kasseneinnahmen lagen über die Ausgaben. Die Länderhaushalte körnen allerdings aus ihrem starken Defizit nicht heraus. In der Soforthilfe brachte die neue Zahlung im November einen besonders hohen Ueberschuß. Ebenso blieb die finanzielle Entwicklung der Sozialversicherung und der Arbeitslosenversicherung im November günstig. Die Verschlechterung der Beschäftigtenlage hat sich hier noch kaum ausgewirkt. Der Bundeshaushalt erzielte ebenfalls im November einen leichten Ueberschuß. Für die Abdeckung des noch unbezahlten Teiles der Bundesgetreidereserve mußten aber wiederum 75,0 Mill. DM vorgelegt werden, weshalb die Bundesschulden Ende November um 18,0 Mill. DM (bei insgesamt 1,349 Milliarden DM) höher lag alsO Ende ktober. Die Einnahmenseite des Bundeshaushalts dürfte sich, wie der Bericht der Notenbank noch u. a. ausführt, auch in den nächsten Monaten noch günstig entwickeln, da erfahrungsgemäß die Aufkommensspitze der Umsatzsteuer, wie auch der Verbrauchssteuern und der Zölle im Zusammenhang mit dem Weihnachtsgeschäft erst im Januar zu erwarten ist.
Steuervergünstigungen fallen
Nur noch wenige Tage Zeit für gewisse Abschreibungen
St. Die nach den einkommensteuerlichen Vorschriften gewährte Bewertungsfreiheit für geringwertige Wirtschaftsgüter ist der bequemste Weg zur Minderung der einkommensteuerlichen Last. Wer jetzt noch vor Ablauf des Jahres 1950 selbständig bewertbare, abnutzbare bewegliche Güter des Anlagevermögens erwirbt, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, sei es neu oder gebraucht, unter 500 DM liegen, der kann, wenn er seinen Gewinn auf Grund ordnungsmäßiger Buchführung ermittelt, diese Wirtschaftsgüter voll abschreiben.
Hierher gehören beispielsweise Schreibmaschinen, Büromöbel usw. Jedes Einzelstück im Preise unter 500 DM noch vor Jahresschluß erworben, wirkt sich voll als Betriebsausgabe gerade bei der Progressions-Spitze aus. Ab 1. Januar 1951 schrumpft diese Vergünstigung auf den Betrag von 200 DM je Anlagegut zusammen.
Nahrungsmittelpreise anziehend
v Die Preise für Fleisch, Fett und Speisekartoffeln haben in der Woche vom 8. bis 15. Dezember im Bundesgebiet erneut angezogen. Auch die Preise für Nährmittel erhöhten sich in einzelnen Berichtsorten weiter. Preissenkungen sind in der Berichtswöche nicht festzustellen.
Die Erhöhungen der Durchschnittspreise betrafen (Preise je kg) bei Schweinefleisch 1,2 Prozent, bei Rindfleisch 0,9 Prozent.
Pläne zur Steuererhöhung
f - Ein im Bundesfinanzministerium vorliegender Referentenentwurf sieht eine Erhöhung der Umsatzsteuer im Großhandel von 0,75 Prozent auf 1 Prozent vor. Im Einzelhandel soll die Umsatzsteuer von 3 auf 4 Prozent erhöht werden. Auch von einer Erhöhung der Warenhaussteuer wird gesprochen. Die Körperschaftssteuer soll von 50 auf 60 Prozent erhöht werden.
Zuckerwaren sollen versteuert werden
Hi. Wie in Bonn verlautet, sollen Zuckerwaren mit einer Steuer belegt werden, um dem großen Zuckerkonsum zu begegnen. Diese Zuckerwarensteuer trifft nicht den Haushaltsverbrauch an Zucker, sondern lediglich den entbehrlichen Konsum von Zuckerwaren.
Kohlenabkommen mit der Ostzone
Zwischen der Treuhandstelle für den Interzonenhandel und dem Ministerium für Außen- und innerdeutschen Handel der Sowjetzone wurde in Berlin das bereits im September paraphierte Abkommen über Lieferungen von Braunkohlenbriketts aus der Sowjetzone gegen Ruhrkohle unterzeichnet. Das Abkommen gilt bis zum 31. Dezember 1951. Der Preis für die Tonne Braunkohlenbriketts beträgt gleichmäßig frei Berlin beziehungsweise frei Zonengrenze 29 DM.
Häute-Einfuhr knapp
w Nicht nur von der Kohle, sondern auch von der Devisenseite her drohen der ledererzeugenden Industrie Gefahren. Die Restriktionen der Bank deutscher Länder treffen die ledererzeugende Industrie besonders hart. Der Mangel an Kapital erschwert die Gestellung eines Bardepots. Die ungewisse Lage auf den Weltmärkten ballt die Nachfrage bei zu kurzer Befristung der Ausschreibungen so zusammen, daß sich zwangsläufig daraus höhere Preise im Ausland ergeben.
Die Bestimmung, wonach die Ware vor Akkreditiveröffnung versandbereit liegen muß, ist völlig untragbar in einer Zeit, wo Häute schon verkauft zu werden pflegen, während das Vieh noch auf der Weide läuft. Im übrigen wird nicht damit gerechnet, daß im liberalisierten Verfahren noch namhafte Mengen hereinkommen, da fast alle Konten überzogen worden sind. Die Hoffnung, in größerem Umfange Kalbfelle aus Frankreich zu importieren, hat sich zerschlagen. Aus Holland und Schweden, aus denen in letzter Zeit viel Rohware hereingekommen ist, werden die Importe von Rohware stark schrumpfen, nachdem die Ursprungszeugnispflicht wieder streng gehandhabt wird.
Alle diese Tatsachen haben dazu geführt, daß im November die abgeschlossenen Auslandskontrakte nur gering waren. In den Monaten ab März 1951 droht eine Unterversorgung aus Importen, die durch das Aufkommen am deutschen Markt nur in gewissem Umfang wettgemacht werden kann.
Die Preise auf den deutschen Auktionen zogen aus diesem Grunde wieder an. Der deutsche Anfall in den Monaten Oktober, November, Dezember ist zwar allerdings stets ziemlich groß. Er geht aber im Frühjahr aus saisonalen Gründen zurück, um erst im April, Mai, in erster Linie bei Kalbfellen, wieder anzusteigen.
Der Absatz von Leder war auch im November außerordentlich gut. Schuhindustrie und Lederwarenindustrie haben Bestellungen bis in das Frühjahr hinein gegeben, obgleich die von beiden Verarbeiterzweigen erstrebte Festlegung der Preise von der ledererzeugenden Industrie nicht zugestanden wurde.
Nach mehrmonatiger schwerer Krankheit starb am Morgen des 23. Dezember unser Geschäftsführer und Arbeitskamerad Marcel Gassion im Alter von dreißig Jahren. Sein Pflichtbewußtsein und sein Arbeitseifer werden uns immer ein Vorbild sein. Die Belegschaft der EES-Snack-Bar C — 25 und C — 25 a Darmstadt Frankfurt, Central-Exchange Darmstadt, den 24. Dezember 1950. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 27. Dezember, um 14 Uhr, auf dem Waldfriedhof statt.
Amtliche Bekanntmachungen Öffentliche Ausschreibung Be- und Entwässerungsanlagen und Gasleitungen. Hauptgebäude. Neuer Westflügel der Techn. Hochschule, Darmstadt. Angebotsunterlagen ab 3. Januar 1951, solange Vorrat. Einreichungstermin 12. Januar 1951, 10.00 Uhr. Zuschlagsfrist bis 27. Januar 1951. Staatl. Hochschulbauamt, Darmstadt (Zintl-Institut, Hochschulstraße) Bekanntmachung Sämtliche Abteilungen meines Amtes, einschl. Gesundheitsamt, bleiben Samstag, den 30. Dezember 1950, und Dienstag, den 2. Januar 1951, geschlossen. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist mein Amt an den Tagen: 27., 28. und 29. Dezember 1950 geöffnet. Ich gebe der Kreisbevölkerung von dieser für alle staat¬ lichen Behörden geltenden Arbeitszeit Kenntnis und bitte bei evtl. Vorsprachen die Tage, an denen das Amt geschlossen ist, nicht zu benutzen. Heppenheim, den 21. Dezember 1950 Der Landrat des Landkreises Bergstraße Ich werde zwangsweise versteigern: 28. Dezember 1950, 12 Uhr, Bieter am Bahnübergang Pallaswiesenstraße, Darmstadt: Kreissägen „Moco“ mit elektr. Motor, Hauswasserversorgungs¬ anlage kompl. mit elektr. Motor und automatischem Regler, Gespannwagen mit Gummibereifung, Marke „Blumhardt“, 3 t, Drehhebelknetmaschine mit elektr. Motor, Schlosserschraubstock, Rohrschraubstock, Schmiedeamboß, verzinkte Jauchefässer, 500 und 650 Liter, Kleinkreissägen „Wenig", Elektro-Handkreissäge „Elu“, Messerrundschneidemaschine, Schleifmaschine mit Motor und biegsamer Welle, Bohrsuuporte, Frässupporte, Werkzeugkästen mit Inhalt „Gedore und Stahlwille“, Eisenkonservatoren „Göbels¬ mann", Sicken- und Bördelmaschine, diverse Werkzeuge wie Ge¬ windeschneider, Schraubschlüssel, Fräsketten, Gewinderatschen¬ kluppen, Elektro-Handbohrmaschinen, Rauhbänke, Schropphobel, Putzhobel, Stoßhobel, Ringschlüssel, Gasrohrzangen, Benzin-Löt¬ lampen, Bohrfutter, Org. Fuchsmesser, Stechbeitel; Sägefeilen, Dauerstahlkreissägeblätter, Biax-Schleifanlagen mit biegsamer Welle „Rekord“, Blech- und Eisenschere mit Ratsche, Abkant-Fals- und Umschlagmaschine „Ganslmaier“ u. a. m. Die Gegenstände sind alle neuwertig. Hiltermann, Gerichtsvollzieher (b) Beurkundete Sterbefälle (in der Zeit vom 4. bis 16. Dezember 1950) Abel, Johann Friedrich Karl, geb. 21. 2. 1910, Spengler- und In¬ stallateurmeister, Darmstadt, Taunusstr. 42, gest. 3. 12. 1950. — Arras geb. Hofmann, Marie, geb. 19. 4. 1882, Darmstadt-Eber¬ tadt, Darmstädter Straße 73, gest. 14. 12. 1950. — Becker, ricdrich Wilhelm, geb. 21. 2. 1891, Lehrer, Darmstadt, Heim- -tattenweg 100, gest. 6. 12. 1950. — Benz VIII., Heinrich, geb. 3. 9. 1881, Landwirt, Darmstadt-Arheilgen, Darmstädter Straße 5, test. 4. 12. 1950. — Blum, Albert, geb. 28. 4. 1912, Hilfswerker, undershausen, Bahnhofstraße 2, gest. 2. 12. 1950. — Bormann, ikob, geb. 25. 6. 1889, Pensionär, Biebesheim, Schießmauer¬ traße 9, gest. 9. 12. 1950. — DBrr, Johannes, geb. 5. 12. 1863, :hneidermeister. Darmstadt, Gardistenstraße 16, gest. 17. 11. '.950. — Eckstein, Georg Johann, geb. 27 6. 1877, Steuerbetr.- Assistent i. R.. Darmstadt, Friedberger Straße 6. gest. 13. 12. '950. — Feidcl, Christoph, geb. 7. 2. 1899, Lackierer. Erfelden, 'Tschergasse 18, gest. 3. 12. 1950. — Funk geb. Rodemich. Marie, geb. 15. 8. 1878, Rentnerin, Traisa bei Darmstadt, Philipp-Walter- Straße 6, gest. 30. 11. 1950. — Geisel, Heinrich, geb. 9. 5. 1869, Minist.-Kanzleiinsp. 1. R., Darmstadt, Hohler Weg 22, gest. 3. 12. 1950. — Gerbig, Georg, geb. 24. 5. 1887, Kaufmann, Darmstadt-
Dr. Kuss Facharzt für Orthopädie Praxis geschlossen bis 2. Januar
Die Fundgrube
Ankäufe S Kupfer - Messing S Blei, Zinn, Zink, Autobatt., alte Badeöfen und Wannen, iinn-Deckel, Zinn-Geschirr kauft zu garantiert Spitzenpreisen HILSENBECK - DARMSTADT Steubenplatz 17 Wir kaufen für unser Schmejzwerk Kupfer, Messing, Zink u. a. Altmetalle zu allerhöchsten Tagespreisen ALLG. ROHSTOFFVERWERTUNGS-GMBH DARMSTADT Bleichstraße 34 Alte Autobatterien, alte Badeöfen und Wannen kauft höchstzahlend: Hilsenbeck, Darmstadt,Steubenpl.l7
Kaufe alte Badeöfen, Badewann. Akku-Blei Frickel Adelungstr. 16 Postkarte genügt. Metalle,Eisen kauft zu höchsten Tagespreisen Fuchs u. Herzog, Darmstadt Karlstraße 72.
Eberstadt, Schwanenstraße 38, gest. 13. 12. 1950. — Gerstner, Wilhelm, geb. 29. 1. 1871, scnuhmacher, Darmstadt-Arheilgen, Alters- und Pflegeheim Aumühle, gest. 9. 12. 1950. — Gick, Erich Walter Can, geb. 29. 5. 1925, kaufm. Angestellter, Darm¬ stadt, Dieburger Straße 18, gest. 29. 11. 1950. — Gimbel, Wil¬ helm, geb. 3. 11. 1900, Schiosser, Darmstadt, Sandbergstr. 38, gest. 3. 12. 1950. — Götz, Valentin, geb. 24. 2. 1882, Rentner, Darmstadt, Tannenstraße 35, gest. 4. 12. 1950. — Gries geb. Ochs, Martha Elisabeth, geb. 23. 1. 1868, Darmstadt-Eberstadt, Georgenstraße 15, gest. 7. 12. 1950. — Grün, Werner Wolfgang, geb. 13. 4. 1923, Zahntechniker, Roßdorf, Darmstädter Str. 72, ges. 29. 11. 1950. — Großpietsch, Hartmut, geb. 14. 9. 1950, Darmstadt, Alicenstraße 8, gest. 11. 12. 1950. — Gütter, Alfred, geb. 6. 6. 1890, Glaser, Weiskirchen, Hauptstraße 15, gest. 3. 12. 1950. — Habich geb. Kattwinkel, Natalie, geb. 2. 12. 1898, Darm¬ stadt, Landskronstraße 19, gest. 12. 12. 1950. — Hahn, Heinrich, geb. 25. 4. 1874, Rentner, Darmstadt-Arheilgen, Wildstraße 8, gest. 11. 12. 1950. — Haus, Wilhelmine, geb. 24. 11. 1870, Diakonisse, Darmstadt, Erbacher Straße 25, gest. 8. 12. 1950. — Heil, Ludwig, geb. 15. 1. 1877, Landwirt, Stockstadt, Kirchstr. 15, gest. 14. 12. 1950. — Heymann, Jacob, geb. 16. 9. 1873, Polster- und Tapezierermeister, Darmstadt, Bessunger Straße 55, gest. 13. 12. 1950. — Jourdan, Ludwig, geb. 4. 6. 1892, Bundesbahn- Obersekr. i. R., Gräfenhausen, Steinstr. 27, gest. 27. 11. 1950. — Keller, Georg Otto, geb. 6. 12. 1896, Friseurmeister, Darmstadt- Eberstadt, Georgenstraße 2, gest. 4. 12. 1950. — Kleber, Fried¬ rich Karl, geb. 3. 7. 1880, Reg.-Direktor i. R.t Darmstadt, Prälat- Diehl-Straße 33, gest. 12. 12. 1950. — Krauß geb. Rudolph, Katharina, geb. 23. 2. 1884, Darmstadt, Kattreinstraße 44, gest. 6. 12. 1950. — Krug, Andreas, geb. 17. 12. 1950, Invalide, Nied.- Beerbach, Hohl 13, gest. 10. 12. 1950. — Lautz, Wilhelmine Alexandrine Mathilde, geb. 4. 11. 1885, Sekretärin, Darmstadt, Landwehrstraße 12, gest. 5. 12. 1950. — Leichtweiß, Ludwig, geb. 21. 2. 1883, Metzger, Darmstadt, Eichbaumeck 22, gest. 14. 12. 1950. — Leyerzapf geb. Jahn, Marie Susanne, geb. 9. 12. 1878, Langen, August-Bebel-Straße 7, gest. 4. 12. 1950. Lledtcke, Paul, geb. 5. 2. 1875, Pfarrer i. R„ Darmstadt, Stein¬ bergweg 28, gest. 9. 12. 1950. — Müller, Georg, geb. 8. 11. 1902, Holzarbeiter, Reinheim, Teichweg 36, gest. 10. 12. 1950. — Nicolai geb. Krasemann, Hildegard geb. 29. 9. 1874, Wiesbaden-Biebrich, Biebricher Allee 53a, gest. 15. 12. 1950. — Pitzer geb. Burckhardt, Marie, geb. 2. 4. 1881, Darmstadt, Lichtenbergstraße 78, gest. 8. 12. 1950. — Riedinger geb. Kretsch, Barbara Maria Anna, geb. 15. 10. 1866, Darmstadt, Schachtstraße 6, gest. 29. 11. 1950. — Ritter, Dr. Friedrich Wil¬ helm, geb. 15. 8. 1889, Jugenheim a. d. 8., Weinbergstr. 50, gest. 14. 12. 1950. — Sanderbeck geb. Komossa, Ida, geb. 6. 1. 1911, Darmstadt, Noackstraße 26, gest. 30. 11. 1950. — Schittler geb. Marsch, Magdalena, geb. 20. 12. 1865, Darm¬ stadt, Nieder-Rainstädter Straße 30, gest. 29. 11. 1950. — Schlelchert, Karl Heinrich, geb. 20. 10. 1884, Darmstadt, Otto- Wolfskehl-Straße 30, gest. 4. 12. 1950. — Schupp, Hanne¬ lore, geb. 11. 12. 1950, Griesheim, Löffelgasse 10, gest. 12. 12. 1950. — Schwöbel geb. Walter, Margareta, geb. 27. 1. 1879, Darmstadt, Hindenburgstraße 47'/2, gest. 4. 12. 1950. — Sehrt geb. Schnellbächer, Else, geb. 14. 8. 1884, Roßdorf. Am Steinberg, gest. 11. 12. 1950. — Sommer, Konrad, geb. 22. 2. 1886, Rentner, Darmstadt. Lichtenbergstraße 73, gest. 12. 12. 1950. — v. Le Surie, Günther Adolf, geb. 21. 9. 1880, Geheimrat, Altenmuhr (Mittelfr.), Haus Nr. 1, gest. 1. 12. 1950. — Techow geb. Behrens, Gertrud Sopie Friederike, geb. 22. 2. 1875, Darm¬ stadt, Ahastraße 7, gest. 11. 12. 1950. — Vogel, Johann Georg, geb. 5. 10. 1888, Schreiner, Darmstadt, Wilh.-Leuschner-Str. 36. gest. 6. 12. 1950. — Wagemann geb. Dunker, Emma Pauline Anna Mana, geb. 10. 2. 1889, Darmstadt. Paul-Wagner-Straße 69. nest. 8. 12. 1950. — Wannemacher VL, Adam. geb. 21. 12. 1872. Land¬ wirt. Darmstadt-Arheilgen. Johanna-Reinhard-Straße, gest. 12. 12. 1950. — Werner, Renate Rosemarie, geb. 2. 6. 1950, Darmstadt, Heidelberger Straße 90, gest. 15. 12. 1950. — Zinn, Ruth Edith, geb. 5. 4. 1927, Kontoristin, Darmstadt, Jahnstraße 9, gest.
Kaufe Kupfer Messing Zink, Blei für Metallgießerei zu Höchstpreisen so¬ wie Alteisen. Wird a. abgeholt. Preis, liste im Geschäft. Frickel, Adelung¬ straße 16.
Verkäufe Zum neuen Kleid ein neues Mieder aus dem Mieder- Spezialhaus Charlotte Glumann am Stadtkirchplatz. Büro- und Reiseschreib¬ maschinen liefert preiswert A. Bieber, Büromasch.- Vertrieb, Fachwerk. Stätte seit 1929. • Griesheim b. Darm. Wolfsweg 2. Feuerwerk Scherzartikel in großer Auswahl, auch für Wiederver¬ käufer. Bei uns kein Verkauf an unter 14ährige. Hess. Fahnenfabrik Rheinstraße 12'/s I. KLEINANZEIGEN In der „FUNDGRUBE” haben immer Erfolgt
* iiljiill L**?- - IRDDODIIICn Bauplatz bzw. Trümmergrundstück in guter Wohnlage Darmstadts zu kaufen gesucht. EISEN-RI EG Aktiengesellschaft
^Verschiedenes Jam. Rum- Verschnitt 38 Vol. '/•. V» Ltr. -.90 DM. Ferrer, Mühlstr. 19 Annoncen- HECHT vermittelt Anzeigen zu Originalpreisen für alle Zeitungen Darmstadt Kirchstraße 17 Telefon 25 33 Badeanstalt im Haupt¬ bahnhof Wannen- u. Brause¬ bäder, Heilbäder u. Massagen, Sauna- Einzelkabinen, Fu߬ pflege u. Höhensonne, la Fachkräfte stehen zur Verfügung. Allen Krankenkassen ange schlossen. Geschäfts¬ zeit von 7—19 Uhr, sonntags von B—l 2 Badeanstalt im Haupt¬ bahnhof Beachten Sie bitte den Volks¬ badetag mittwochs Preisermäßigung für jedermann Fahrrad- Beleuchtung Taschenlampen. Batterien FAHRRAD-HAHN Schloßgartenptatz
Badeanstalt im Haupt¬ bahnhof Hühneraugen sind heute nicht mehr erforderlich. Schmerzlose Beseiti¬ gung aller Fußbe. schwerden. Für wenig Geld finden Sie moderne und guterhaltene Herren- und Damen¬ bekleidung in großer Auswahl bei Hellmut Dartsch An- u. Verkäufe all. Art, Elisabethen-, Ecke Neckarstraße. Das Haus der Gelegenheiten! Schulkinder bis 14 Jahr, finden vom 2.-8. Januar Winter¬ freuden in Privatheim im Odenwald. Pädagog. Aufsicht, gute Ver¬ pflegung (Zentral¬ heizung), Reisebe- Eleitung. Eiilanfrag. au: Postschließfach 18 Darmstadt. „Esistwahr“! werden meine Kun¬ den sagen; bei Roth Bettfedern- Reinigung in allen Betten f r a g e n la bedient und gut beraten. K. Roth Lager in Bettfedern und Inlett Magdalenenstraße 17
W Verbrennen Sie bitte kein AI f p a p i e r! Dieser wichtige Rohstoff wird von der Papier- und Pappen-Industrie dringend benötigt Sammeln Sie alles Alfpapier Die nachfolgenden Sammelstellen nehmen Altpapier entgegen: Darmslfidt: Heckmann und Aßmuth, Pallaswiesenstr. 206, Tel. 30 44 P. Rickert, Marienplatz 1, Telefon 2678 Valentin Kraft, Sandbergstraße 41V2 L. Christ, Arheilger Straße 23V2 Dd.-Arheilg,! W. Schmitt, Rathausstraße 6 Pfungstadt: Georg Fissel, Lindenstraße, Telefon 142 7akob Engelhard & Co., Lindenstraße 4, Telefon 160 Ludwig Huxhorn, Siedlung am Mühlberg 1 Griesheim: Otto Schäfer, Friedrich-Ebert-Straße 64 Es werden folgende Preise gezahlt: Gemischte Papierabfälle 5 Pf pro Kilo Zeitungen 8 Pf pro Kilo Akten, Korrespondenz, alte Bücher etc. . . . 10 Pf pro Kilo
19 2 5 ? XZ "X Fahrschule Zürtz ( 25 ) Darmstadt Llebigstraße 30 _^9s-0 ROTT N I C K reinigt in 3 Tagen Landwehrstraße 19 Lautenschlägerstraße 18 Augenbrauen- und Wimpernfärben MODEFRISEUR STEINMETZ Ludwigstraße 8, Tel. 24 14 Gummi-Gewebe-Treibriemen Preisliste kostenlos Hubert Lauter, (1<) Fulda /GekunuK 1 WCMorgens od. abends 1-2 Pillen^» Alleinhersteller: ^^Georg Kunz. Apol bekehr ^*t^sSchlangenbad^4e
Klavier¬ stimmen Wenz Sandberzstr. 36 Tel 33 67 I Automarkt Fahrschule GROH Ausbildung In allen Klassen, Darmstadt Groß-Gerauer Weg 7 I und Reinstraße 46. Ruf 416
Auto- Avemarie Fahrschule alle Klassen eigene Fahrzeuge. Artilleriestraße 15. Tei 894 Auto- Avemorie An. und Verkauf Verschrottung Verkauf von Ersatz¬ teilen u. gebr. Reifen Artilleriestraße 15 Telefon 894
I Orangeri eh aus: Heute, 19.00 Uhr (F/7): I DON CARLOS II N S A N König für eine Nacht URI V R mit Adolf Wohlbrück, Willy Fritsch, Anne¬ lies Reinhold u. a. • Ein neuer deutscher Film, charmant, humorvoll und musikalisch beschwingt. Täglich: 13.45 - 16.00 - 18.15 - 20.30 Ruf 33 73 Vorverkauf ab 11 Uhr THAHA Es kommt ein Tag I 11A L i mit Dieter Dorsche, Marla Schell, Lil Dagover, Gustav Knuth u. a. Anf. 14.00 - 16.00 - 18.15 - 20.30 Uhr Ruf 33 90 Vorverkauf ab 11.00 Uhr R F I IHA Erstaufführung: ULLI MA Der Berghofbauer __ mit Attila Hörbiger, Ilse Exl Anfang: 16.00 - 18.15 - 20.30 Uhr In Sondervorstellung, 14.00 Uhr Ruf 395 Der Held der Prärie mit Gary Cooper, Jean Arthur PA! AU 30hn WaVne — Gail Russel • LM J I Im Banne der roten Hexe eAuf der unheilvollen Jagd nach Gold und Perlen erfüllt sich hier ein Schicksal, das zugleich ein Schicksal eines der letzten Ruf 22 40 Freibeuterschiffe ist. H A A zei8t reizvolle musikalische Komödie ■ I Uli JIM aus dem Leben unserer Tage • Die Sterne lügen nicht mit Magda Schneider, Fritz Karnpers, Karlheinz Schroth und Mady Rahl Ruf 31 79 Anfang: 14.00 - 16.00 - 18.00 - 20.15 Uhr