Bahnt sich eine Verständigung an?
Adenauer- Schumacher
Der Kanzler sucht breite Grundlage für Außen- und Wirtschaftspolitik
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Da. Bonn, 21. Dezember. Bundeskanzler Dr. Adenauer wünscht, wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, die abgerissene Verbindung mit dem Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei, Dr. Schumacher, wiederherzustellen. Im Bundeskanzleramt weist man darauf hin, daß für alle etwaigen Verteidigungsmaßnahmen eine breite parlamentarische Mehrheit geschaffen werden müßte.
In der Umgebung des Bundeskanzlers wurde am Donnerstag aber betont, daß Zeitungsmeldungen, wonach die Bundestagsfraktion der Christlich - Demokratischen Union / Christlich-Sozialen Union eine Große Koalition in Bonn anstrebe, falsch seien.
Auch von sozialdemokratischer Seite wird der Gedanke an eine Große Koalition in Bonn nach wie vor abgelehnt. Die sozialdemokratische Opposition wird sich in nächster Zeit eher verschärfen als abschwächen. Als Nachrückekandidat für Waldemar von Knoeringen, der als bayerischer Minister sein Bundestagsmandat niederlegte, wird Dr. Kreyssig in den Bundestag einziehen. Dr. Kreyssig war bereits im Zwei - Zonen - Wirtschaftsrat wichtigster Sprecher der Opposition gegen die Politik des heutigen Bundeswirtschaftsministers Professor Erhard.
Nachdem in letzter Zeit im Mittelpunkt des Gegensatzes zwischen Bundesregierung und Sozialdemokratie Fragen der Außenpolitik, besonders die Frage der Verteidigung gestanden hatten, dürfte jetzt wieder die Wirtschaftspolitik in den Vordergrund treten.
Die Schwierigkeiten bei der Kohlenversorgung haben der Sozialdemokratischen Partei gezeigt, daß ihre größten Erfolgs-
aussichten auf wirtschaftspolitischem Gebiet liegen. Möglicherweise erleichtert ein solcher Kurswechsel der Sozialdemokratischen Partei die vom Kanzler gewünschte Zusammenarbeit in den Fragen des Verteidigungsbeitrages.
Gegen Volksabstimmung
Wiesbaden, 21. Dezember, (dpa) Bundeskanzler Dr. Adenauer hat sich gegen die Forderung der deutschen Friedensverbände ausgesprochen, eine Volksabstimmung über den deutschen Wehrbeitrag vorzunehmen.
Der Sicherheitsvertrag
London, 21. Dezember, (dpa) Die Forderung Adenauers auf Abschluß eines Sicherheitsvertrages zwischen der Bundesrepublik und den drei Westmächten wird, wie in Londoner diplomatischen Kreisen verlautet, in den Besprechungen des Bundeskanzlers mit der Oberkommission erörtert werden. Weiter heißt es, die Westmächte erwögen weitere Lockerungen des Besatzungsstatuts im Zusammenhang mit der Einbeziehung deutscher Einheiten in die Atlantikpakt - Streitmacht, wenn darüber ein Abkommen mit der Bundesregierung erzielt wird.
Die Hoover-Erklärung
Allgemeine Ablehnung in Europa London, 21. DezembeV. (AP) Die Äußerung des ehemaligen amerikanischen Präsidenten Hoover, daß die Frage weiterer Truppenentsendungen nach Europa erst von dem Kongreß geprüft werden müsse, bevor feste Zusagen gemacht werden dürften, ist in Europa allgemein auf . Ablehnung gestoßen. Diplomatische Kreise in Paris und London bezeichneten diese Feststellungen sowie die Bemerkung, daß Amerika zum „Gibraltar der freien Welt“ gemacht werden müsse, als völlig unzeitgemäß.
Keine Einigung
Düsseldorf, 21, Dezember. (AP.) Der Rat der internationalen Ruhrbehörde in Düsseldorf konnte auf seiner zweitägigen Sondersitzung über die Empfehlung der Oberkommission, die Kohlenexporte für 1950 um 300 000 Tonnen herabzusetzen, keine Einigung erzielen.
Drei Verteidigungszonen in Europa
Endgültige Pläne erst nach Eintreffen Eisenhowers
London, 21. Dezember, (dpa) Die Verteidigungsminister und die Stabschefs der Atlantikpaktstaaten planen, wie am Donnerstag in London bekannt wurde, die Errichtung von drei getrennten Verteidigungszonen von Skandinavien bis zum Nahen Osten.
Wie in London verlautet, sollen folgende drei Verteidigungsbereiche vorgesehen sein:
1. Ein zentrales europäisches Oberkommando unter persönlicher Führung General Eisenhowers.
2. Oberkommando Nord, das Skandinavien und die Ostseehäfen umfassen würde.
3. Ein Mittelmeerkommando unter Verantwortung des Commonwealth, von Nahost-Staaten und den zwei assoziierten Atlantikpaktstaaten Griechenland und der Türkei. Endgültige Pläne über die Einteilung der Verteidigungszonen würden jedoch erst nach der Ankunft General Eisenhowers in Europa ausgearbeitet werden.
Eine Woche Zeit
Neuyork. 21. Dezember, (dpa) Der mit der Herbeiführung eines Waffenstillstandes in Korea beauftragte - Dreier-Ausschuß hat der chinesischen Volksrepublik am Donnerstag eine Woche Zeit gegeben. Vorschläge zur Einstellung der Kämpfe auf dem koreanischen Kriegsschauplatz zu beantworten. Der Dreier-Ausschuß wird dann dem politischen Ausschuß der Vollversammlung über die Aussichten zur Einstellung der Kampfhandlungen in Korea Bericht erstatten.
Vorverhandlungen
Paris, 21. Dezember. (AP.) Die drei westlichen Großmächte werden die Sowjetunion ersuchen, an Vorverhandlungen über eine Tagesordnung für die geplante Viererkonferenz teilzunehmen. Die westlichen Antworten auf die sowjetischen Vorschläge für eine Viererkonferenz werden voraussichtlich am Freitag überreicht werden.
Kardinal Graf Preysing plötzlich gestorben
Der Bischof von Berlin, Kardinal Graf Preysing, ist am Donnerstag einem Herzschlag erlegen. Graf Preysing, 1880 auf Schloß Kronwinkel bei Landshut geboren, verließ den diplomatischen Dienst im Königlich Bayerischen Außenministerium und wandte sich dem Theologiestudium zu. 1912 empfing er die Priesterweihe. 1935 wurde er zum Bischof von Berlin berufen und führte einen heftigen Kampf gegen die kirchenfeindlichen Bestrebungen des Nationalsozialismus. Am 24. Dezember 1945 belieh ihn der Papst mit dem Kardinalspurpur. Wegen seiner Aeußerungen über die Konzentrationslager in der Ostzone, deren Auflösung er forderte, wurde er von dort her als „Spalter Deutschlands im Dienste der Amerikaner“ angegriffen
„Ein gutes Stück weiter“
Fünfstündige Aussprache auf dem Petersberg über Brüssel
Bonn, 21. Dezember, (dpa) Dr. Adenauer traf am Donnerstagnachmittag mit den Oberkommissaren auf dem Petersberg zusammen, um über die Einzelheiten der Brüsseler Konferenz unterrichtet zu werden.
Im Anschluß an die Besprechung wurde von alliierter Seite folgendes Kommunique veröffentlicht:
„Die alliierten Oberkommissare haben den Herrn Bundeskanzler erstmalig über die Ergebnisse der Brüsseler Konferenz unterrichtet. Dem Herrn Bundeskanzler wurde versichert, daß die Bundesregierung hinsichtlich der Frage eines deutschen Beitrages zur Verteidigung Europas nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werde. Es wurde vereinbart, daß in Kürze Besprechungen zwischen deutschen und alliierten Sachverständigen stattfinden werden, in denen das Ausmaß und die Art des deutschen Beitrages geprüft werden sollen. Das Ergebnis dieser Prüfung wird dann Gegenstand von Verhandlungen zwischen der alliierten Oberkommission und der Bundesregierung sein.
Der Herr Bundeskanzler nahm mit Befriedigung davon Kenntnis, daß die alliierten Regierungen gewillt sind, ihre Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland in zunehmendem Maße auf vertragliche Grundlagen zu stellen. Zu diesem Zweck werden so rasch als möglich Besprechungen beginnen.“
Unterrichtete Kreise auf dem Petersberg werten den Ausgang der Donnerstag-Konferenz als ersten Erfolg des Bundeskanzlers auf dem Weg zum Abschluß eines Sicherheitsvertrages an Stelle des Besatzungsstatuts.
Wahrscheinlich werden zwei gemischte Ausschüsse gebildet werden.
Es wird erwartet, daß die Bundesrepublik in dem Militärausschuß durch die ehemaligen Generale Dr. Speidel (früherer Stabschef von Feldmarschall Rommel) und Adolf Heusinger (früherer Leiter der Operationsabteilung beim Generalstab des Heeres in Rußland) vertreten wird. Auf alliierter Seite werden wahrscheinlich die Generale Hays (USA), Ganeval (Frankreich) und Jones (Großbritannien) die Verhandlungen führen.
Zuverlässige alliierte Kreise erklärten, Oberkommissar Andre Francois-Poncet habe dem Kanzler versichert, daß Raum für eine weitgehende Auslegung der militärischen und politischen Beschlüsse der Brüsseler Konferenz gegeben sei. Dem Kanzler sei versichert worden, daß eine deutsche Teilnahme in der oberen Führung, den Stäben und Kommandostellen vorgesehen sei.
Dr. Adenauer äußerte sich befriedigt über den Verlauf des Gesprächs. „Wir sind ein gutes Stück weitergekommen,“ sagte er.
Adenauer wird Grotewohl antworten
Bonn hält Aenderung der sowjetischen Politik für möglich
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Da. Bonn, 21. Dezember. Wie aus Bonner Regierungskreisen am Donnerstag bekannt wurde, beabsichtigt Bundeskanzler Dr. Adenauer, den Brief Grotewohls mit einer konkreten Anfrage zu beantworten. Diese Anfrage wird vermutlich durch den Berliner Bevollmächtigten der Bundesregierung dem Sowjetzonenpräsidenten übermittelt werden. Durch sie will sich die Bundesregierung genaue Informationen über die mit dem Grotewohl-Brief verfolgten Absichten beschaffen. In den letzten Tagen wird in Bonn mit der Möglichkeit gerechnet, daß Grotewohl den Brief nur widerstrebend und auf
Weisung der sowjetischen Militärregierung geschrieben habe. Der Brief könnte ein weiteres Anzeichen dafür sein, daß die Sowjetunion mit einer Kursänderung ihrer Politik begonnen hätte. Auch die sowjetischen Vorschläge für eine Viermächtekonferpnz deuten darauf hin, daß die Sowjets ihre Beziehungen zu den Westmächten eventuell normalisieren möchten. Die Bereitschaft der Westmächte, mit der Sowjetunion Besprechungen über eine dauernde Entmilitarisierung ganz Deutschlands zu führen, finden eine gewisse Parallele in der Bereitschaft der Bundesregierung, auf den Grotewohl-Brief einzugehen.
Die Antworinote
*** Am heutigen Freitag soll die Antwort der drei Westmächte auf eine russische Note vom 3. November überreicht werden. Sie hatte eine neue Deutschland-Konferenz der vier Außenminister angeregt, in der die Schaffung eines geeinten Deutschlands auf Grund der Prager Beschlüsse behandelt werden solle. Die Antwort der Westmächte wird versuchen, das Gesprächsthema auf alle strittigen Weltprobleme zu erweitern. Aber auch wenn sich die Russen auf eine solche allgemeine Konferenz einließen, wird dennoch Deutschland in ihrem Mittelpunkte stehen.
Das geht aus einer weiteren russischen Note vom 18. Dezember hervor, deren Inhalt die Brüsseler Konferenz stark überschattet hat. Ob die letzte russische Note, die an England und Frankreich gerichtet war, gleichzeitig mitbeantwortet werden soll, ist noph nicht zu ersehen, man kann es jedoch annehmen. Die Westmächte wollen nämlich Klarheit über die russischen Absichten haben, bevor sie die Einschaltung Deutschlands bei der europäischen Verteidigung endgültig festlegen.
Die russische Note vom 18. Dezember war besonders diplomatisch abgefaßt. Es hieß darin, daß die östlichen Nachbarn der Bundesrepublik „nicht umhin können, diesen Schritt zu einer Wiedergeburt des deutschen Militarismus und die sich daraus zwangsläufig ergebenden neuen Aggressions-Versuche in Rechnung zu stellen“. Man war bei den Westmächten zunächst geneigt, diese Wendung auf die leichte Schulter zu nehmen. Nach einiger Ueberlegung kam man jedoch zur Ueberzeugung, es stecke eine „massive Drohung“ darin. Diese Annahme ist nicht willkürlich. Man muß sich immer wieder daran erinnern, daß Mao Tse-tung bei dem Vormarsch der Truppen Mac Arthurs lediglich erklärt hatte: „China werde nicht untätig zusehen“, wenn der 38. Breitengrad nach Norden hin überschritten werde. Als diese Warnung mißachtet wurde, setzten sich bis dahin gutgetarnte chinesische Armeen in Bewegung und gaben dem ganzen Korea-Feldzug eine unselige Wende.
In Brüssel wurde die russische Warnung insoweit gehört, als man die brennendste Frage der deutschen Beteiligung zurückstellte, bis man mit den Russen verhandelt hat. Daß besonders Frankreich auch aus besonderen Gründen die Gelegenheit des Aufschubs gerne wahrnahm, steht auf einem anderen Blatte.
Die Antwortnote, die heute im Kreml überreicht wird, wird in jedem Falle für Deutschland von schicksalhafter Bedeutung sein, ganz gleich, ob es durch sie zu einer Vierer-Konferenz kommt oder nicht.
Wo bleibt das Dorf?
Von Fritz WalterDaß wir heute, wider alles Erwarten, das wir hegen durften, wieder ein geordnetes Staatswesen haben, an dem wir uns freuen dürfen: Wem ist es zu verdanken? Das alles ist nicht durch die heutigen Herren von oben geschehen und bewirkt worden, sondern von ganz unten her: Es ist das Verdienst der Dörfer und ihrer kleinen Bürgermeister, oder wie man sie sonst nennen mag: Gemeindevorsteher, Ortsschulzen, Dorfrichter.
Als nach dem Zusammenbruch das Chaos entstand: Sie, die Dörfer und ihre Sachwalter, sind es gewesen, auf die alles ankam: Sie haben sich um die Evakuierten bemüht, um die Flüchtlingsströme, um die Heimkehrer, um die Ernährung, die Unterbringung, um die Wiederingangsetzung des geordneten Lebens. Von allen den Hohen und Mächtigen, die heute den Ton angeben: den Regierungen, den Parteien und Fraktionen, war damals nicht die Rede. Sie waren nicht vorhanden. Zeitweise sah es so aus, als kehrten sie niemals wieder.
Das ist allzu rasch vergessen worden. In dem Maße, wie das Staatswesen sich wiedererholen und festigen konnte, wurde „das Dorf“ rasch wieder in seinen früheren Zustand zurückverwiesen. Es wurde wieder so getan, als bestehe „Deutschland“ so gut wie ausschließlich aus Städten, größeren, mittleren und kleineren, aber Städten. Warum und wieso?
Es ist einfach. An der Spitze dieser größeren Gebilde stehen Große: Oberbürgermeister, Juristen, Verwaltungsmänner von hohen Graden, Akademiker vor allem, gewandt in allen Dingen, rechtskundig, versiert, redegewandt, schriftgewandt. Sie verstehen ihr Wort zu machen, ihre Sache zu vertreten, mit Hilfe ihrer Kenntnisse die Sache ihrer Gemeinwesen zu verfechten und sie nach oben hin ins rechte Licht zu rücken.
Die Männer an der Spitze der Dorfgemeinden sind vielfach Landwirte, Zimmerleute oder Bauhandwerker, irgendwelche, die sich für die Sache der Allgemeinheit hergegeben haben. Für die Mithilfe in ihren Amtsgeschäften steht ihnen zumeist nur irgendein Versorgungsberechtigter aus der Dorfgemeinde zur Seite. Meist ein Halbinvalide. Er kennt mehr von den Gesetzen, als sie selber, aber im Grunde auch nicht viel. Je weiter nach oben, desto weniger respektiert man ihn.
Der Men s c h e n z u w a ch s Als die Heere der Verdrängten und Vertriebenen ins Land einströmten, waren keine Kanzler da, keine Ministerpräsidenten noch Ministerialdirektoren. Das alles gab es erst später. Aber der Strom der Unglücklichen — wohin anders hätte er sich ergießen sollen als in die Dörfer? Die Städte — fast alle waren grausam zerstört, wenn auch die einen weniger als die anderen. Aber alle wehrten sich entsetzt und wiesen auf ihren Zerstörungsgrad. Die Landräte im Westen, im französisch wie im amerikanisch besetzten Teil, — durchschnittlich hatten sie die Verantwortung über einige fünfzig und sechzig, häufig über neunzig und hundert Dorfgemeinden. Ohne ihre kleinen Orts- und Gemeindevorsteher, — wo wären sie heute! Niemand weiß es so gut wie sie selber. Sie sagen es auch
gelegentlich frei und frank heraus, ohne Scheu.
Aber daran kann kein Landrat etwas ändern, mag er von einem Kreistag gewählt oder von einer Regierungsstelle ernannt sein: In den meisten Fällen sind die Dorfgemeinden völlig außerstande gewesen, die Belastungen zu tragen, die ihnen durch den Menschenzuwachs erwuchsen. Sie, die Landräte, konnten auf die Dörfer reisen, sich mit den Gemeindevorstehern und deren Ratsmitgliedern zusammensetzen und „die Lage“ besprechen, sie konnten bestenfalls da und dort einige Unebenheiten glätten-Nicht viel mehr.
Früher, im alten Jahrhundert, wenn es in den Dörfern Bedrängnis durch Menschenzuwachs gab, hat man Gemeindebesitz, Allmend und dergleichen verkauft, um mit dem Erlös die Ortsarmen über den großen Teich zu verfrachten. (Die Literatur jener Zeit verzeichnet über jene Zeit Lieder: „Jetzt kommen wir nach Baltimor! Da heben wir die Händ’ empor. Und singen laut Victoria. Jetzt sind wir in Amerika“.) Später wurden die Industriegebiete das Aufnahmebekken für die Menschen ohne Ahr und Halm
Aber nun wurden die Vertriebenen in Dörfer abgedrängt, in denen es keine Arbeitsgelegenheit gibt. Die Hessenregierung hat den Schlüchternplan erdacht, der vorsieht, daß die Eingezwängten und Eingedrängten, die in den Dörfern hausen, wieder in die Nähe von Städten mit Industriebetrieben kommen. Aber die besten und tüchtigsten der Landräte trachten mit allen Mitteln nach dem Gegenteil: „Industriebetriebe müssen auf das Land kommen“, erklären sie, entfalten erstaunliche Kräfte in dieser Hinsicht und die Landesregierung pflichtet ihnen bei: „Recht so!“
Die Finanzhaushalte Der Etat einer Dorfgemeinde ist nicht mit den Verhältnissen in einer Stadt zu vergleichen. Im Dorf steht alles fest, jeder Einzelbetrag, seit Menschengedenken. Was der Amtsbote bekommt, der Gemeindediener, der Farrenhalter, das alles steht seit Großvaters Zeiten fest. Man weiß: Das meiste verbraucht die Verwaltung. Ist eine Wasserleitung zu bauen, will man eine behelfsmäßige Art von Stromversorgung schaffen, ist gar ein Schulhaus zu bauen, — das kostet tiefe Griffe in den dürftigen Säckel. Aber da sind ja außerdem die Wege, diese elenden „Kreisstraßen 11. Ordnung“. Sie müssen einigermaßen in Schuß sein; sonst karrt man das Zugvieh kaputt.
Mit anderen Worten: Wir möchten wissen und eine klipp und klare Auskunft darüber haben: Ist man sich in allen Bonner Ministerien völlig darüber klar, in welcher Not und Bedrängnis die Dorfgemeinden sind, auch die scheinbar oder anscheinend wohlhäbigen, die gehorsam und willfährig, in echt deutschem und christlichem Sinn, alle die Zugewiesenen aufgenommen haben, die obdachlos und heimatlos hatten werden müssen?
Die Bundesregierung in Bonn, gewiß, sie tut viel, jeden Tag, womit sie Propaganda machen könnte und — müßte, falls sie eine erträgliche Art von Goebbels in ihrem Umkreis hätte. Wir unsererseits wissen, daß sie für das Dorf und die Dorfgemeinde denkt, und daß es ganz und gar nicht so ist, wie es nach außen erscheint.
Aber wir fragen uns, fast verzweifelt: Warum bringt es die Bundesregierung in Bonn nicht fertig, das, was sie für das Dorf tut und zu tun gewillt ist, laut und weithin vernehmbar zu sagen?
Hand in Hand!
O Es ist wirklich an der Zeit, daß die Bundesregierung und die Opposition wieder in einen ersprießlichen und fruchtbaren Kontakt miteinander kommen. Opposition muß sein. Aber es gibt im nationalen Leben Augenblicke, in denen das Gemeinsame das Trennende zu überwinden hat. Niemand wird bestreiten, daß unsere außen- und innenpolitische Lage sehr schwierig ist und daß wir ihr um so eher Herr werden können, je mehr alle Kräfte zusammenarbeiten. Persönliche und parteitaktische Gesichtspunkte müssen nun in den Hintergrund treten, nachdem sie vor allem in den Wahlen der letzten Zeit eine so große Rolle gespielt hatten.
Wir haben vor kurzem in einem Leitartikel als das Gebot der Stunde den „Burgfrieden“ bezeichnet und diese Forderung im einzelnen begründet. Aus dem Widerhall in unserem Leserkreis stellten wir mit Befriedigung fest, daß weite Kreise des Volkes ebenfalls dieser Meinung sind. Menschen mit einem gesunden Empfinden und einer realpolitischen Auffassung verstehen heute nicht mehr, wenn wir mehr zurück als nach vorn schauen, uns an Dingen festbeißen wollen, die längst den Strom hinab sind, und in klassenkämpferischen Vokabeln sprechen, die einer anderen Epoche angehören.
Die Not ist überall groß; keiner weiß, was morgen sein kann. Wir sind von großen Gefahren umgeben. Es nützt wenig, wenn wir nur auf die Fehler der anderen hinweisen möchten, und es wäre pharisäerhaft, wenn wir nicht zugeben könnten, daß auch wir selbst nicht immer so gehandelt haben, wie es die Verhältnisse erforderten. Angesichts der gespannten politischen und wirtschaftlichen Lage müssen wir alle Einkehr halten, nicht parteipolitisch, sondern staatspolitisch denken und handeln sowie versuchen, auf allen Gebieten vertrauensvoll Hand in Hand zu arbeiten, damit wir den sozialen Frieden und den Weltfrieden retten. So wird auch einer lebendigen Demokratie der beste Dienst erwiesen.
Heftige Nachtangriffe
Tokio, 21. Dezember. (AP.) Neue heftige Nachtangriffe nordkoreanischer und chinesischer Truppen im Ostteil des alliierten Brückenkopfes von Hungnam sind am Donnerstag bei pausenlosem Feuer der alliierten Land- und Schiffsgeschütze unter schwersten Verlusten zusammengebrochen.
Das Hauptquartier Mac Arthurs gab bekannt, daß die UN-Streitkräfte ohne die südkoreanischen Truppen in den Tagen des Rückzuges vom 27. November bis 12. Dezember 12 975 Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen verloren hätten. Davon seien 11 964 Ausfälle bei amerikanischen Einheiten zu verzeichnen.
Keine Gnade für Pétain
Paris, 21. Dezember. (AP.) Die lebenslängliche Haftstrafe des 94jährigen Marschalls Petain werde nicht in den nächsten Tagen erlassen, erklärte ein Sprecher des französischen Justizministeriums am Donnerstag.
Vielversprechende Tochter
Neuyork, 21. Dezember, (dpa) Die Neuyorker NBC-Rundfunkgesellschaft teilte mit, daß sie mit Margaret Truman über einen Vertrag verhandelt, der der Sängerin ein höheres Gehalt als ihrem Vater, dem amerikanischen Präsidenten, gewährleisten würde.
Das Parlament ist souverän
Seine Entscheidung über Mitbestimmung kann nicht durch Streik gestört werden
Bonn, 21. Dezember, (dpa) Bundeskanzler Dr. Adenauer hat in seinem Briefwechsel mit dem Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Dr. Böckler, erneut festgestellt, daß die Entscheidung über die soziale Gestaltung der Arbeits- und Wirtschaftsordnung in der Bundesrepublik allein den verfassungsmäßigen Trägern der politischen Willensbildung zusteht.
Der Bundeskanzler spricht die Hoffnung aus. daß das verfassungsmäßige Gesetzgebungsverfahren im Bundestag über das Mitbestimmungsrecht von den Gewerkschaften nicht gestört wird.
In einem demokratischen Staatswesen kann es nach Auffassung des Bundeskanzlers einen Streik gegen die verfassungsmäßigen Gesetzgebungsorgane nicht geben. Bei den ernsten Folgen, die sich aus der Auffassung des Deutschen Gewerkschaftsbundes über die Zulässigkeit der Anwendung gewerkschaftlicher Kampfmittel zum Durchsetzen des Mitbestimmungsrechts ergäben, könne man sich nicht darauf beschränken, die Gewerkschaftsansicht nur zur Kenntnis zu nehmen. Das Koalitionsrecht sichert nur das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden.
Nadi Ansicht Dr. Adenauers kann keine Rede davon sein, daß die verfassungsmäßig gewährleistete Koalitionsfreiheit einer organisierten Minderheit, die die Gewerkschaften vom Ganzen gesehen seien, das Recht geben, durch Niederlegung der Arbeit die Wirtschaft lahmzulegen, um dadurch bestimmte Akte der Gesetzgebung zu erzwingen.
Gegen falsche Verwendung
Düsseldorf, 21. Dezember, (dpa) Der Deutsche Gewerkschaftsbund erklärt in einem Schreiben an Bundesarbeitsminister Storch, daß die Gelder der Arbeitslosenversicherung grundsätzlich nur für echte Arbeitslosigkeit und nicht für die Lohnausfälle verwendet werden sollten, die bei durch Kohlenmangel bedingten Betriebsstillegungen eintreten könnten. Diese Lohnausfälle müßten von den Arbeitgebern und, wenn erforderlich, durch Bundesmittel beglichen werden.
152 Millionen Mark
Für Besatzungsverdrängte
Bonn, 21. Dezember, (dpa) Bundesfinanzminister Schäffer will im Haushaltsjahr 1951/52 152 Millionen Mark für den Bau von Wohnungen bereitstellen, die denen vorbehalten bleiben sollen, die durch die neu eintreffenden Sicherheitstruppen der Westmächte aus ihren jetzigen Wohnungen verdrängt werden.
Stalin, der,„beste Freund“
Die Sowjetzone begeht den 71. Geburtstag des russischen Staatschefs
Berlin, 21. Dezember (AP.) Die gesamte sowjetisch besetzte Zone Deutschlands stand am Donnerstag im Zeichen des 71. Geburtstages des sowjetischen Staatschefs, Generalissimus Stalin.
Zu Ehren Stalins wurden schon seit Wochen ständig neue Sonderleistungen urid Selbstverpflichtungen aus den „volkseigenen“ Betrieben gemeldet. In .Behörden, Schulen, Maschinenausleihstationen und Betrieben wurden Geburtstagsfeiern veranstaltet, in deren Mittelpunkt Dankadressen an den „besten Freund des deutschen Volkes“ stehen.
Auch die sowjetisch lizenzierte Presse wird ganz von Stalins Geburtstag beherrscht. Alle Blätter bringen große Stalinbilder auf der ersten Seite und zahllose Artikel, in denen der sowjetische Staatsführer verherrlicht wird.
Im SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ nehmen diese Artikel fast sechs der insgesamt acht Seiten der Donnerstagausgabe ein. Eine kleine Auslese: „Stalin, der Führer der Weltfriedensfront“ — „Stalin und der Ofen fünf des Stahlwerkes Brandenburg“ — „Ein neues Werk Stalins zur nationalen Frage“ — „Beispiele für Stalins Friedenskampf seit 1945“ — „Die Stalinsche Wissenschaft •— die Waffe des Sieges“ — „Lehrer und Freund der Schriftsteller“ — „Er führt uns zum Frieden“ — „Warum die werktätigen deutschen Bauern Stalin ehren“ — „Ich sah Stalin“ — „Stalin — Förderer des Sports“ usw.
Weihnachtsbotschaft Niemöllers
epd Frankfurt, 21. Dezember. In einem Weihnachtswort an die deutschen Auslandsgemeinden ruft D. Niemöller, der Leiter des Außenamtes der Evangelischen Kirche Deutschlands, dazu auf, die stumme Müdigkeit zu überwinden, die jedem Anspruch gegenüber nur die eine Antwort habe: „Laßt uns in Ruhe und laßt uns in Frieden“. Der Christ solle sich gesagt sein lassen, daß er in dieser schlafenden Welt als Wächter zu stehen habe.
Schneeglätte und Glatteis
Koblenz, 21. Dezember. Nach einem Bericht des Straßenwetterdienstes Koblenz beträgt die Neuschneedecke am Donnerstagfrüh in Rheinland-Pfalz 15 cm. Bei Schneeglätte und Glatteisgefahr wird geräumt und gestreut. Stellenweise ist der Verkehr behindert. Die Autobahn Koblenz-Frankfurt ist geräumt und gestreut. Auf der Autobahn Frankenthal-Kaiserslautern liegt Schneedecke auf Glatteis. Verkehr stellenweise behindert.
20 Monate Gefängnis
Frankfurt, 21. Dezember, (dpa) Vier Jahre lang hatte es der 47jährige Wilhelm von Krokow verstanden, bei den Frankfurter Gerichten als angeblicher Staatsanwalt zu arbeiten, bis er am 8. August dieses Jahres verhaftet wurde. Am Donnerstag mußte sich der gebürtige Litauer, der sich unberechtigt „Graf von Krokow“ nannte, vor dem Frankfurter Landgericht verantworten, das ihn wegen Betrugs. Urkundenfälschung, versuchter Nötigung und falscher Titelführung zu einem Jahr und acht Monaten Gefängnis verurteilte.
Schiffszusammenstoß
Oberwesel, 21. Dezember. (Eig. Bericht.) Donnerstag vormittag erfolgte zwischen Oberwesel und St. Goar ein Zusammenstoß zwischen einem rheinabwärts fahrenden Motorschiff der Braunkohlen AG. und einem rheinaufwärts verkehrenden Rheinschlepper der gleichen Gesellschaft. Dem Schlepper war ein Ausweichen unmöglich, da er drei Schiffe hinter sich hängen hatte. Ein Teil der Besatzung sprang in die kalten Fluten, wobei ein Mann wahrscheinlich ertrunken ist.
240 Milliarden für die Verteidigung
Der Verteidigungshaushalt Amerikas für 1951
Washington, 21. Dezember, (dpa) Der USA - Senat bewilligte am Donnerstag einen Betrag von rund zwanzig Milliarden Dollar (84 Milliarden D-Mark) für den Ausbau der amerikanischen Streitkräfte und die Beschleunigung der amerikanischen Rüstung. Die Vorlage wird jetzt dem gemeinsamen Ausschuß von Senat und Repräsentantenhaus zugeleitet, das nur etwa achtzehn Milliarden Dollar für den gleichen Zweck bewilligt hatte. Weitere 1 600 Millionen Dollar wurden vom USA-Senat für besondere Bauvorhaben zu Verteidigungszwecken bewilligt, die zum größten Teil streng geheim sind. Mit den am Donnerstag neu bewilligten Beträgen erhöhen sich die in diesem Jahr für Verteidigungszvtecke bereitgestellten Mittel auf etwa 42 Milliarden Dollar für unmittelbare Militärausgaben und zusätzliche fünfzehn Milliarden Dollar für damit zusammenhängende Aufgaben. Durch die am Donnerstag verabschiedete Vorlage wird die Möglichkeit geschaffen, die amerikanischen Streitkräfte auf eine Stärke von 2 766 000 Mann zu bringen und die für sie benötigten Schiffe, Panzer und Waffen bereitzustellen. Da Präsident Truman die Stärke der amerikanischen Streitkräfte bis zur Mitte nächsten Jahres auf 3,5 Millionen Mann erhöhen will, ist noch mit weiteren Anforderungen für Verteidigungszwecke zu rechnen.
Vertrauen gerechtfertigt
Washington, 21. Dezember, (dpa) Präsident Truman erklärte nach einer Besprechung mit Außenminister Acheson: „Ich stimme mit dem Außenminister darin überein, daß die Haltung der westeuropäischen Staaten unser Vertrauen gerechtfertigt hat. Die freien Staaten Europas meinen es mit der Schaffung unseres gemeinsamen Verteidgiungssystems ernst.
Clay vertritt Wilson
Washington, 21. Dezember (AP.) Wilson hat am Donnerstag seinen Posten als Leiter des neuen Amtes für Verteidigungsmobilisierung angetreten und den ehemaligen amerikanischen Militärgouverneur in Deutschland, General Clay, und den Neuyorker Bankier Weinberg zu seinen Mitarbeitern ernannt.
In wenigen Zeilen...
Schüler eines Wuppertaler Gymnasiums sammelten für elternlose Flüchtlingskinder fast viertausend Mark und eintausend Pakete mit Sachspenden. Walter Rau, der Bruder des stellvertretenden Ministerpräsidenten der Ostzone, Heinrich Rau. ist vor einigen Tagen nach West-Berlin geflüchtet. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist mit der Rückkehr von etwa 160 ehemaligen deutschen Kriegsgefangenen aus Jugoslawien zu rechnen.
In Wiesbaden wurde der „Bund der technischen Beamten für das Nachrichten¬ (Fernmelde-) wesen“ für den Bereich der westdeutschen Bundesrepublik und West-Berlins gegründet Die Gewerkschaft „Erziehung und Wissenschaft“ in Hessen hat eine Entschlie- Bung angenommen, in der die Forderung erhoben wird, die Stelle des Kultusministers in Zukunft mit einem Schulfachmann zu besetzen.
Die Versorgung der Bundesrepublik mit Weizen ist trotz verzögerter Einfuhren gesichert.
Meldungen über eine Verlegung des Hauptquartiers der amerikanischen Streitkräfte in Europa von Heidelberg nach Paris treffen nicht zu.
Das französische Innenministerium hat einen Gesetzentwurf über den Schutz der Zivilbevölkerung in Kriegszeiten ausgearbeitet.
Der amerikanische Senat bestätigte die Ernennung von Frau Rosenberg zum stellvertretenden USA-Verteidigungsminister.
Großbritannien hat Jugoslawien eine neue Anleihe von 23,5 Mill. DM angeboten.
Stimmen der Anderen
„Die letzte Chance“
In der Schweizer Presse setzt sich mehr und mehr die Auffassung durch, die geplante Viererkonferenz werde die letzte Chance sein, einen dritten Weltkrieg zu vermeiden. Die sowjetische Reaktion auf Brüssel, betonen mehrere Blätter, habe erneut bewiesen, daß der eigentliche neuralgische Punkt die Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland sei. Die in Angriff genommene Regelung dieses Problems werde über Krieg oder Frieden entscheiden. Die „Basler Nationalzeitung“ schreibt:
„Moskau versucht es mit der alten Peitschen¬ und-Zuckerbrot-Methode: Die eine Hand streckt man zu Verhandlungen entgegen, mit der anderen Hand setzt man einem einen geladenen Revolver vor die Brust. Einzige Möglichkeit ist, das gefährliche Spiel mitzuspielen und selbst einen Revolver mitzubringen. Der Westen besitzt ihn bereits, und zwar weniger in Form der Atombombe als in Form der Remilitarisierung Westdeutschlands. Die vorläufige Antwort des Ostens beweist, daß er zum letzten entschlossen ist, um die Remilitarisierung zu verhindern. Deutsche Kommunisten erklären unumwunden, es sei nicht die Atombombe, sondern der deutsche Infanterist, wovor man sich in Moskau fürchte, denn der deutsche Infanterist sei der einzige westliche Soldat, der fähig sei, den von Amerika geplanten Krieg gegen Rußland zu führen. Nun plant Amerika zwar diesen Krieg nicht, aber die Russen sind überzeugt, daß es ihn plant — und darauf kommt es hier an.
Die Frage ist bloß, welchen Preis die Russen zu bezahlen bereit sind, um die Wiederaufrüstung des deutschen Infanteristen zu verhindern. Der vom Westen geforderte Preis lautet: Freie Wahlen in Ostdeutschland und Bildung einer gesamtdeutschen, westlich-demokratischen Regierung. Das Friedensschutzgesetz erweist sich nun aber als ein neues, schwer zu überwindendes Hindernis auf dem Wege zur Lösung des Deutschland-Problems, denn solange es in Kraft ist, muß jeder westdeutsche Politiker gewärtigen, in der Ostzone zum Tode verurteilt zu werden. Daraus zu schließen, daß die Russen und ihr ostdeutsches Regime es mit ihrem Verhandlungsvorschlag überhaupt nicht ernst nehmen, wäre sicher voreilig. Bei der letzten Viererkonferenz ging es noch um den kalten Krieg. Es könnte sein, daß es bei der kommenden Viererkonferenz um den heißen Krieg geht.“
Versorgung der Kriegsopser
Bonn, 21. Dezember, (dpa) Der Haushaltsausschuß des Bundestages hat in seinen letzten Sitzungen hundert Millionen Mark vorweg bewilligt, damit Versorgungsdienststellen errichtet und das erforderliche Personal zur schnellen Verwirklichung des neuen Kriegsopferversorgungsgesetzes eingestellt werden kann.
Pensionsansprüche anerkannt
London, 21. Dezember, (dpa) Das britische Schatzamt gab bekannt, daß deutschen Staatsangehörigen in der Bundesrepublik vom 1. Januar 1951 an Pensionen gezahlt werden, die aus britischen Arbeitsverhältnissen vor dem zweiten Weltkriege bestehen. Von der neuen Verfügung werden die Pensionen betroffen, die bis zum 29. März 1949 fällig waren.
Margueriten IM BLAUEN FELD
Kriminalroman von Ullrich v. Bissing10. Fortsetzung
„Ich habe nicht gewußt, daß Herr d’Argent die Ehre gehabt hat, dem Dalai Lama vorgestellt zu werden“, entgegnete der Journalist, „aber er wird es wohl sein. Vielleicht ist es ein fanatischer Anhänger dieser Religionslehre gewesen, der ihn nach Nirwana geschickt hat. Obgleich ich nicht annehme, daß diese Leute hier bei uns mit einer Pistole in der Tasche herumlaufen.“
„Was wollen Sie damit sagen?“ Ungersbach sah jetzt die Gruppe der vier Personen den Theaterraum betreten, und er nahm Hachenbergs Arm und zog ihn mit sich. Das erste Klingelzeichen hallte durch das Haus und mahnte das Publikum, ihre Plätze einzunehmen.
„Was ich damit sagen will? Sie sollten doch etwas mehr Zeit opfern, die Tageszeitungen zu studieren. D’Argent wurde erschossen. Draußen in seinem Heim in der Dahlienstraße. Kriminalrat Klausen hat den Fall übernommen. Aber ich habe die unangenehme Befürchtung, daß es ihm viel Mühe kosten wird, seinen Ruf als Kriminalist zu behalten. Kommen Sie, wir gehen hinüber zu der Parkettloge der Presse! Ich denke, Sie werden nicht böse sein, das reizende-Ballett ein wenig aus der Nähe betrachten zu können. Ich möchte nur wissen, woher der Direktor diese vielen anständig gewachsenen jungen Mädchen kennt. Auch ein Beruf, Menschen ausfindig zu machen, die ausgezogen besser zu ertragen sind als angezogen. Zumeist ist es ja umgekehrt.“
Hachenberg ging schweigend neben dem Journalisten zu der Presseloge. Er machte unvermittelt einen etwas mitgenommenen Eindruck, aber zwischen den drängenden Menschen, die ihren Plätzen zustrebten, fiel es nicht weiter auf. Als er mit dem Journalisten die Loge *erreichte, bemerkte er, daß in einer Loge vor ihnen die beiden Damen mit ihren Herren saßen, deren Ankunft er von seinem, dem Theater gegenüberliegenden Antiquitätengeschäft beobachtet hatte. Aber auch der Journalist sah die junge Dame dort wieder, deren Anblick ihn im Foyer gedanklich in Anspruch genommen hatte. Das zweite Klingelzeichen rief die Nachzügler in den Zuschauerraum. Nun also sollte die Spannung sich lösen, die die geschickt aufgezogene Reklame um diese Premiere gewoben hatte. Noch allerdings schwieg sich der glutrote Vorhang aus, aber schon setzte das leise Nachstimmen der Instrumente in dem Orchesterraum ein. Man wartete auf däs dritte und letzte Klingelzeichen. Plötzlich erlosch das Licht, das Orchester setzte mit hell klingenden Fanfaren ein, Scheinwerfer sprangen den Vorhang an, Rampenlicht warf seine Strahlen auf, der rote Samt wich überraschend schnell zur Seite, einen bunten Wirbel Masken freigebend, die Szene eines Maskenfestes, die sogleich den spontanen Beifall der überraschten Zuschauer hervorrief. Während die bunten Bilder der Revue über die Bühne rollten, getragen von einer beschwingten, melodienreichen Musik, versuchte Ungersbach sich von dem Fall d’Argent zu lösen. Wenn er sich schon mit dieser Angelegenheit beschäftigte, so besaß doch der tote Forscher d’Argent kein Recht, ihn stets und ständig mit seiner Geschichte zu verfolgen. Dies war eine anmaßende Belästigung, und im Augenblick interessierte sich der Journalist auch nicht für die Sorgen, die sich Kriminalrat Klausen über diesen Fall machte. Schließlich war er, Ungersbach, jetzt in einer Revue.
Aber Ungersbach brauchte nur den Blick zur Seite zu neigen, um in der Nebenloge des Parketts bereits wieder an die Sorgen des Kriminalrats erinnert zu werden. Dort saß die Familie des bekannten Chirurgen Csatow, und erstaunlich war die Tatsache, daß der Arzt selbst Zeit gefunden hatte, dieser Premiere beizuwohnen. Aber nicht dies bewegte den Journalisten. Wesentlich beeindruckter war er von dem ansprechenden Profil Irene Kirstens, die er bei einem Ball des exklusiven Tennisclubs Grün-Weiß kennengelernt hatte. Er hatte eine der begehrten Eintrittskarten von seinem Chef zum Geschenk bekommen, und obgleich er an jenem Abend mehr Geld ausgegeben hatte als je zuvor, hatte er diesen Leichtsinn nie bedauert. Dies war nun ein Jahr her. Aber dreihundertfünfundsechzig Tage hatte er an dieses Mädchen gedacht, ohne den Mut zu finden, ein Wiedersehen zu arrangieren. Ihre unberechenbare Ironie gefiel ihm nicht. Selbst sein Beruf sagte ihr nicht zu. Sie sagte, es sei kein Beruf für einen Mann, und er wußte, was sie damit meinte. Er war ziemlich erbost über diese Ansicht. Er hatte sie seit jenem Abend nicht wiedergesehen. Erst die Pause scheuchte ihn aus seinen Gedanken auf. Er fragte Hachenberg, ob sie den Erfrischungsraum auf suchen sollten, aber der Antiquitätenhändler sagte, Ungersbach möge sich nicht aufhalten lassen, er käme vielleicht nach.
Ungersbach pendelte durch die Wandelgänge. Er hoffte, den Kriminalrat zu treffen. Zu seiner Enttäuschung sah der Journalist den Kriminalrat nicht. Aber Irene Kirsten sah er. Sie kam allein aus dem Erfrischungsraum, und Ungersbach richtete es so ein, daß sie unerwartet vor ihm stand, als sie den Zuschauerraum wieder betreten wollte. Er fand sie schöner denn je. aber gleichzeitig stellte er bekümmert fest, daß ihre Augen den skeptischen Blick nicht verloren hatten. Dennoch freute er sich, daß sie ihn gleich wiedererkannte und ihm ihre Hand entgegenhielt. Irene war im Augenblick recht froh, sich mit irgendeinem Menschen wenige Minuten unterhalten zu können, um so der langweiligen Gegenwart des Assistenzarztes für die Zeit der Pause entwichen zu sein. Sie schien nicht überrascht, ausgerechnet dem Journalisten hier im Theater zu begegnen.
„Sind Sie jetzt unter die Theaterkritiker gegangen?“ erkundigte sie sich.
„Ich bin lediglich zu meiner Erholung hier“, erläuterte Ungersbach. „Sie haben sich ja mächtig herausgemacht! Es ist ein ganzes Jahr her, seitdem ich Sie das letztemal sah. Erinnern Sie sich noch an den Ball im Tennisklub?“
„Du lieber Himmel“, seufzte Irene, „dies ist wohl ein wenig lange her. Haben Sie damals nicht gesagt. Sie wollten mich mal anrufen? Das Telefon war wohl dauernd besetzt, wie?“
„Nicht daß ich wüßte . . entgegnete Ungersbach und fügte mit entwaffnender Offenheit hinzu: .. . ich habe es nämlich gar nicht erst versucht."
„Wie schmeichlerisch!“ Irene sah den jungen Mann voll Mißtrauen an.
„Nicht wahr? Es ist die einzige Art, Ihnen ein Kompliment zu machen.“
„Was wollen Sie damit sagen?“ „Nun, ich habe keine Lust gehabt, mir erzählen zu lassen, mit welch prominenten Persönlichkeiten Sie Tennis spielen, zum Tee ins Astor gehen oder sich gelangweilt. aber recht eingebildet bei irgendeiner vornehmen Abendgesellschaft unterhalten. Diese Leute sind alle so schrecklich unnatürlich. Finden Sie nicht?“
»Sie mögen nicht unrecht haben . . entgegnete Irene lachend. Aber dann sagte sie etwas ernster: „Aber sie sind nicht so maßlos unverschämt wie gewisse naseweise Journalisten!“
»Ja, ja, ich weiß es“, bestätigte Ungersbach bekümmert. „Sie hassen meinen Beruf. Und doch bin ich trotzdem nach wie vor von der Dezentheit Ihres Lippenstifts beeindruckt. Sie haben ihn wahrscheinlich aus Paris, nicht wahr?“
Das Mädchen sah den Journalisten kühl an.
„Ich, werde jetzt in meine Loge zurückgehen , sagte es kurz darauf, „im übri¬ ^en nn *ch m’r nicht vorstellen, was .e für ein Interesse an meinem Lippenstift nehmen könnten.“
?^s könnte, mich immerhin zum Beispiel interessieren, ob er kußecht ist“, mei?te Ungersbach lächelnd, aber es war zweifelhaft, ob das Mädchen diese etwas anzügliche Bemerkung noch vernahm. Es hatte_ sich unvermittelt umgewandt und , Zuschauerraum betreten. Kurz darauf kündigte ein Klingelzeichen das Ende der Pause an. Ungersbach ging durch den ö eichen Eingang zu der Presseloge. Als er seinen Sitz einnahm, bemerkte er, daß der neben seinem Platz stehende Stuhl des Antiquitätenhändlers leer war. Zuerst nahm er an, Hachenberg würde später kommen, aber die Revue nahm ihren Fortgang und Hachenberg blieb unsichtbar. Ungersbach war etwas verwundert, ei wäre aber sehr überrascht gewesen wenn er eine Ahnung davon gehabt hätte’ w° Hachenberg sich in diesem Augenblick befand. (Fortsetzung folgt)
Darmstadt und Umgebung
Weihnachtspostkarten
D-s. Da sind die immer passenden mit der nichtssagenden Uebliohkeit, unter der „fröhliche Weihnachten“ steht. Gedankenlos werden sie verschickt auch an diejenigen, deren Weihnacht gewiß fröhlich sein kann. Aber wer nimmt sich die Mühe, bei rasch im Vorübergehen gekauften Postkarten darauf zu achten? Und doch liegen auch die anderen bereit, die unter Zweig und Baum, Krippe oder Engel, Himmelslicht und Sternenschein „gesegnetes Fest“ wünschen oder dem Schreiber die „herzlichen Weihnachtsgrüße“ vorwegnehmen.
In mancherlei Gestalt schaut der Weihnachtsmann von den buntfarbenen Postkarten die Kinder an. Ja, ihr Bild von ihm wird durch sie bestimmt, und bewundernd sagte bei dem wohlgelungenen Weihnachtsmannauftritt einer Veranstaltung auch ein Erwachsener: „Prachtvoll sieht er aus — wie auf einer Postkarte!" Aber in ein Haus, wo keine Kinder sind oder wo das einzige vielleicht, wenn auch schon seit Jahren, für immer fehlt, sollte man keine Weihnachtsmannpostkarten schicken.
Wundervolle Motive märchenhaft verschneiter Baumgruppen vermitteln ebenfalls alljährlich die besten Weihnachtsgrüße. Als ob der Schreiber sich im Skigelände des Hochgebirges aufhielte, verschickt er sie oft genug in eine vom Regen durchweichte und von müder Sonne überblinkerte Welt, in der es föhnig riecht, doch nicht nach Schneesturm. Aber dieses Jahr scheint es zu stimmen mit den schneegebeugten Tannen und und weiß umfrorenen Astwerk, mit dem sanften Schattengewirr auf blitzender Fläche und dem witternd zur Heuraufe im Winterwald herantretenden Rehwild, von alle dem die besseren Postkarten zu 25 Pfennig (vied Freunde in verschiedenen Orten, und eine ganze Mark ist wieder hin!) den Städtern einen Eindruck vermitteln möchten, den Städtern, denen der Schnee vor den Füßen weggeräumt und zu schmutziger Hügelkette am Straßenrand zusammengefegt wird.
Noch aber fehlt die Postkarte, die das phantastische Licht einfing, das die erhellte Stadt am Abend zu den schneeträchtigen Wolken hinaufblendet, erschaut unter einem Trümmerbogen her. Auch hier ist Schönheit, winterliche, weihnachtliche. Die Flocken sanken auf die Zerstörung, milderten ihre starrenden Konturen, bedeckten die Vorsprünge, die kleinste Schräge und verweilen in ihrer Weiße auf den zerbogenen Zäunen verwilderter Gärten und ihres Strauchwerks. Freilich, „fröhliche Weihnachten" wird man nicht unter ein solches Bild schreiben können, das die von der Natur gesänftigten Zeichen der Menschenwut vor Augen bringt; wortelos aber führte es zur Nachdenklichkeit, die nottut wie die Freude, deren wir nicht zum Fest zu vergessen pflegen.
FAHRRAD MIT HINTERRADFEDERUNG Etwas für die Dorfstraßen „Ja, wenn man eine Rente bekäme, von der man wenigstens einigermaßen leben könnte“, meinte der 70jährige Mechanikermeister Philipp Huck. Dann würde er nicht mehr in der Werkstatt stehen und alte Fahrräder zusammenflicken. Aber so muß er, der aus Wixhausen stammt und im Jahre 1907 nach Darmstadt zu Dönges & Wiest kam, noch immer für das tägliche Brot arbeiten. Trotzdem fehlt es ihm nicht an Unternehmungsgeist, und der erfahrene Fachmann konstruierte in seiner eigenen Werkstatt eine Hinterradfederung für Fahrräder. So etwas ist besonders angenehm bei unseren Kopfstein-Pflaster-Dorfstraßen und in Verbindung mit einer Vorderradfederung können wir uns vorstellen, daß man auf einem solchen Fahrzeug wesentlich angenehmer fährt. Zwei Federn, ein Kolben in einem Zylinder sind die hauptsächlichen Bauelemente der Konstruktion, die Altmeister Huck, ohne viel Wesens davon zu machen, seinen Besuchern zeigt.. agt
Stellenplan vor den Stadtverordneten
Eine Aussprache, die mit einer Entschließung abschloß / Weihnachtszuwendungen aus Mitteln der Stadt / Raumsorgen beim Fürsorgeamt
PD. Mit Weihnacht begann und mit Weihnacht schloß die öffentliche Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag. Zuhörer waren nur spärlich erschienen; zehn Mitglieder des Parlamentes hatten sich entschuldigt, zwei von ihnen, Frau Schüler und Herr Wolf wegen schwerer Erkrankung. Ihnen und den beiden Magistratsmitgliedern, Stadtkämmerer Dr. Feick und Stadtrat Reiber wünschte Vorsteher Wiesenecker baldige Genesung.
Den Auftakt zu den zweieinhalbstündigen Verhandlungen gab der Bericht über die Auszahlung der sozialen Weihnachtsbeihilfe, die eine Gesamtaufwendung von 83 095 DM erfordert, davon 17 017 DM zu Lasten der Stadt. An 2000 Empfänger werden ihre Zuwendungen heute noch erhalten. Nachträglich hat die Stadt auch den Mehrpreis für die Kohlenspende übernommen. Er macht etwa 4000 DM aus. Von den Stadtv. Vogel (CDU), Stöcker und Neubauer (SPD) und Avemarie (KPD) wurden die mißlichen Zustände beanstandet, die sich durch die ungenügenden Raumverhältnisse beim Fürsorgeamt in der Alexanderstraße ergeben. Stadtrat Schrauth erklärte dazu, daß die Stadt immer wieder versucht habe, Abhilfe zu schaffen. Das Amt könne erst besser untergebracht- werden, wenn entweder das Gebäude des Arbeitsamtes oder der von der KB-Abteilung benutzte Teil der ehemaligen Kaserne in der Bessungerstraße frei würden. Die verspäteten und sich überstürzenden Anordnungen aus Bonn und Wiesbaden hätten die in Darmstadt gut vorbereitete Auszahlung verzögert.
Fluchtlinienpläne
Genehmigt wurden ohne Debatte die Fluchtlinienpläne und Geländetausche, über die wir in der Samstag-Ausgabe des „DT“ berichtet haben. Nur über die Kaufhof/ Union-Theater-Passage gab es rechtliche Erörterungen. Zwar wurde auch dort die Fluchtlinie genehmigt, doch die finanzielle Frage zurückgestellt, da sich Stimmen dagegen erhoben, daß die Stadt die Kosten trage, denn den Nutzen hätten die Anlieger.
„Aktion Selbsthilfe“
Leicht erregt ging es zu bei der Behandlung eines kommunistischen Antrages zur „Aktion Selbsthilfe“. Stadtv. Benz (KPD) hielt das Lob, das ihrer Billigkeit vom Stadtkämmerer ausgesprochen worden war, für unangebracht. Oberbürgermeister Metzger stellte, ebenso wie der Berichterstatter Stadtv. Goebel (SPD) das verdienstvolle Wirken der Männer und Frauen heraus, die ein glänzendes Beispiel in der härtesten Zeit gegeben hätten und auf die kein Schatten des Mißtrauens geworfen werden dürfe. Das gelte besonders auch für den tödlich verunglückten Anreger, Herrn Becker, eines unzweifelhaften Idealisten. Die Selbsthilfe hat 261 Wohnungen und für sieben Millionen Mark Vermögenswerte geschaffen.
Der Stellenplan
Etwas geheimnisvolles ist es mit dem „Stellenplan“ der in vielen vertraulichen Sitzungen vom Personal- und Finanzausschuß beraten worden war. Die Berichtsunterlagen sind auch der Presse nicht zugänglich gemacht worden (!). Der Bericht des Stadtv. Goebel beschränkte sich darauf, festzustellen, daß es den Ausschußmitgliedern nicht möglich gewesen sei, über alle Einzelheiten zu entscheiden. Man habe das Rechnungsprüfungsamt herangezogen. Ein Vergleich mit dem Jahr 1938 ergebe ein Mehr von 290 Stellen, das sich aus den gewachsenen Aufgaben erkläre. Aus einer vom Deutschen Städtetag veröffentlichten Uebersicht zeige sich, daß bei einer Personalvermehrung um 34,8 Prozent in zehn deutschen Städten Darmstadt nur 11,5 Prozent aufzuweisen habe. Der Berichterstatter empfahl die Annahme einer Entschließung, nach der die Stadtverordneten den Stellenplan als verbindliche Grundlage für Beschäftigung und Besoldung annehmen möchten. Die angespannte Finanzlage aber mache es kur Pflicht, jede Gelegenheit zur Verminderung des Personalaufwandes wahrzunehmen.
Diese Entschließung wurde gegen die Stimmen der beiden anwesenden Kommunisten bei Enthaltung der FDP angenommen. Die Aussprache brachte eine Auseinandersetzung dieser Partei mit der SPD. Den Anstoß dazu gaben Bemerkungen des Stadtverordneten Pennrich (FDP), der die Personalkosten mit 45 Prozent der Gesamtausgaben als zu hoch bezeichnet hatte. Alle Aemter hätten sich gegen Einsparungen bei sich selber gewehrt. Die Absicht, etwa jede dritte freiwerdende Stelle einzusparen, sei durch die vom Bund auferlegte Verpflichtung zur Unterbringung verdrängter Beamter hinfällig geworden. Ein gesundes Mißtrauen bringe seine Partei der Personalpolitik des Magistrats entgegen, der die tüchtigen Anwärter immer nur bei einer Partei fände. Auf Zurufe: „Namen nennen!“ behielt sich der Sprecher der FDP vor, dies in den Ausschußsitzungen zu tun. Die Stadtverordneten Ziegs, Hertel und Stöcker (SPD) konstruierten einen Gegensatz zu dem Verhalten des Redners im Ausschuß und im Plenum. Stadtverordneter Dr. Scholles (CDU) stimmte der Entschließung des Finanzausschusses zu, in der Erwartung, daß die Zusammenarbeit mit dem Magistrat dazu führen werde, in Zukunft aus der angespannten Finanzlage die Folgerungen zu ziehen. Ein Antrag der KPD, die beiden untersten Besoldungsstufen aufrücken zu lassen, wurde dem Ausschuß überwiesen.
Weihnachtsgratifikationen
Nach zustimmender Erledigung von Anträgen auf Grundstückserwerb und der Benennung von Vertrauenspersonen für die Schöffen- und Geschworenenwahl schloß die Sitzung mit der Annahme einer Weihnachtsgratifikation an die Angestellten und Beamten der Stadt in Höhe von 20 bzw. 30 DM, soweit Bruttogehalt und Beihilfe bei Ledigen 250 und bei Verheirateten 350 DM nicht übersteigen. Sie soll auch allen unbesoldeten Kräften zugute kommen, soweit sie mindestens zwölf Wochen bei der Stadt beschäftigt sind. Wegen der Höhe der Kosten — es handelt sich um 44 300 DM, für die die Deckung erst noch gesucht werden muß — äußerte Stadtverordneter Pennrich (FDP) schwere Bedenken seiner Fraktion, doch sei sie angesichts der Notlage der zu bedenkenden Schichten bereit, ihre Einwände zurückzustellen.
Als nicht zuständig erklärte sich die Versammlung für einen kommunistischen Antrag, der sich gegen die „Remilitarisierung“ wandte und ein Friedensbekenntnis wünschte. Dieser Friedenswille, so wurde den Kommunisten entgegengehalten, sei bei jeder Partei vorhanden, doch lehne man die Methoden der KPD ab. Sie möge sich mit ihrem Antrag an den Osten wenden.
Sonntagsruhe am 24.
Am Samstag, dem 23.12.1950, wird bis 19 Uhr verkauft
Der Einzelhandelsverband teilt uns mit: Am Sonntag, dem 24.12.1950 (Heiligabend), sind auf Grund ministerieller Anweisung sämtliche Geschäfte geschlossen. Auch der Gewerbebetrieb im Umherziehen ist nicht gestattet. Ausnahmen gelten lediglich für das sogenannte Bedürfnisgewerbe, so z. B. für die Blumengeschäfte sowie den Handel mit Weihnachtsbäumen.
Die Bevölkerung wird daher gebeten, ihre Käufe rechtzeitig zu tätigen. — Am Samstag, dem 23. 12. 1950, sind die Einzelhandelsgeschäfte bis 19 Uhr geöffnet.
Sammelt Altpapier
Aufruf zur Altpapier-Sammelaktion in Darmstadt
Die Papierknappheit nimmt von Tag zu Tag ernstere Formen an. Um weiteren Verknappungen zu entgehen, ist es erforderlich, daß jedes entbehrliche Stückchen Papier gesammelt und den Papiermühlen zugeleitet wird. Mit folgendem Aufruf wendet sich der „FAPA-Hessen“ (der Verein zur Förderung des Altpapieraufkommens) an die Bevölkerung:
„Ein Zusammenschluß von Altpapierhandel, Papiererzeugung und Papierverarbeitung in Verbindung mit dem „Fachverband Alt- und Abfallstoffe für Hessen E. V.“ (Frankfurt/Main, Goethestr. 9, Tel.: 927 32) startet in Darmstadt eine Altpapiersammelaktion zur Steigerung des Altpapieraufkommens. — Wie notwendig dies ist, beweist schon der Mangel an Zeitungspapier. Sammeln von Altpapier bedeutet Devisenersparnis. Außerdem wird der deutsche Wald geschont. (Eine Familie verbraucht nämlich an Papier heute etwa einen Baum!) In Deutschland haben wir etwa ein Altpapier-Aufkommen von 25 Prozent zu verzeichnen, indessen in Amerika dem ungefähr 32 Prozent gegenüberstehen. Also: Sammelt Altpapier!“
Darmstädter Tagblatt am Sonntag
Sie lesen in der nächsten Ausgabe des Darmstädter Tagblatt am Sonntag" unter anderem: Odenwälder Christnacht Seite 2 trauen im Sturm der Zeiten Seite 3 Wikinger von heute Seite 4 Schimmelreiter und Sternsinger Seite 5 Wie kauft man Trümmer grundstücke? Seite 6 Blick in die Welt Seite d
Mit Andacht und Hingabe erleben diese Chorknaben die beginnende Weihnacht
O du fröhliche, selige Weihnachtszeit
Glückliche Kinder
Der Bezirksverband Darmstadt des Roten Kreuzes bereitete am gestrigen Nachmittag 14 bedürftigen Kindern ein schönes und reiches Weihnachtsfest. Prinzessin Margret von Hessen, die mit ihrer Mutter anwesend war, hatte in liebevoller Vorsorge Schuhe und warme Winterkleidung beschafft, die der Germania-Club Chikago zum großen Teil gestiftet hatte, und deren Sendung Frau Anne Gretl, Chikago, unterschrieben hatte. Auch die Berufsschulklasse der Schneiderinnen, Eberstadt, hatte mit einer ebenso zweckmäßigen wie schönen Spende von Wintersachen zur Beschenkung beigetragen, und die Flüchtlingskinder des Heimes in Brandau schmückten den Raum aus. — Mr. und Mrs. Winslow, die seinerzeit die ersten Arbeiten im Nachbarschaftsheim leiteten, und zur Zeit bei Darmstädter Freunden ihren Weihnachtsurlaub verbringen, waren anwesend. Prinzessin Margret erzählte von der Herkunft der schönen Geschenke, und die Kinder sagten Weihnachtsgedichte auf. — Flötensolis umrahmten diesen schönen und feierlichen Nachmittag in der Wilhelmstraße. Sg.
Freude in der Kyritzschule
Diesmal ging die Schulleitung andere Wege um den Kindern und den Eltern eine Weihnachtsfreude zu bereiten.
Mit viel Mühe und Freude bastelten in der Freizeit die Buben und Lehrer Figuren und alle dazugehörigen Utensilien um ein Weihnachtsschattenspiel aufführen zu können. In der Weihnachtswoche konnten Lehrer und Schüler mit ihrem geschaffenen Werk hervortreten. „Die Heilige Nacht“ in verschiedenen Bildern, dazu eindrucksvolle Sprecher, gesanglich gut untermalt durch einen Schülerchor, fand bei den Eltern lebhafte Anerkennung.
In seinem Schlußwort bei der letzten Aufführung konnte Rektor Buß die kleinen und großen Künstler vor die Rampe treten lassen und ihnen im Namen der zahlreichen Eltern Dank sagen. Besonders hob er die unermüdliche Arbeit von Herrn Sef i n und des Gesanglehrers Lautenschläger hervor, die in Gemeinschaft mit den Schülern dieses schöne Weihnachtsschattenspiel wieder zu neuem Leben erwachen ließen. *
Nikolaus kam aus dem Wald
Weihnachtsfeier beim, RSC Darmstadt
Eine eigenartig schöne Weihnachtsfeier veranstaltete der Roll- und Schlittschuhklub Darmstadt am letzten Samstag für seine Kleinsten bis zu 12 Jahren im Park hinter dem Jagdschloß Kranichstein. Etaw 70 Kinder mit ihren Eltern waren um einen mit zahlreichen elektrischen Kerzen versehenen Weihnachtsbäum versammelt, als Knecht Ruprecht aus dem Walde heraus auf sie zugestapft kam. Sein Sack reichte nicht aus, um all die von den Vereinsmitgliedern gestifteten reichlichen Gaben zu fassen, so daß er einen Handwagen mitführen mußte. Ernstes Schweigen herrschte bei den Kleinen als der Alte mit dem langen Bart über den Sinn des Weihnachtsfestes zu ihnen sprach und sie gütig ermahnte, auch weiterhin recht brave, folgsame Kinder zu sein. Die Kleinen folgten gespannt den Worten des Nikolauses und trugen ihm danach nette Weihnachtsgedichtchen vor. Mit einem, gemeinsam gesungenen Weihnachtslied und dem Verteilen der Gaben endete die Feierstunde im. Freien.
Anschließend war für alle kleinen und großen Kinder in einem mit Tannengrün und brennenden Kerzen stimmungsvoll ausgeschmückten Raume des Schlößchens eine Kaffeetafel gedeckt und — für die Kleinen viel zu schnell — ging es dann mit einem Heag-Omnibus um 19 Uhr wieder zurück zur Stadt.
Der Schubertchor Darmstadt veranstaltet am 2. Weihnachtsfeiertag, dem 26. Dezember, 16.00 Uhr. im Konkordiasaal in Darmstadt, seine diesjährige Weihnachtsfeier. Außer Gesang, Spiel und Tanz wird Knecht Ruprecht den Kindern bescheren. Nach der Tombola findet ab 20.00 Uhr der Tanz statt. *
Es gibt kein „Sitzenbleiben“
Schulrat A. E. Bratu berichtete über seine Amerikareise
Schulrat Arthur E. Bratu, der vor einigen Tagen von seiner dreimonatigen Studienreise durch die Vereinigten Staaten nach Darmstadt zurückkehrte, berichtete über seine Erfahrungen und Eindrücke, die er auf dem Gebiet des Schulwesens in den USA sammeln konnte.
Dieses amerikanische Schulleben ist so extrem, wie das amerikanische Leben überhaupt. Neben hochmodernen Schulen, die allen Anforderungen neuzeitlicher Pädagogik entsprechen, gäbe es aber auch in den entlegeneren Teilen der Staaten Schulen, die in alten Scheunen untergebracht seien. Die öffentlichen Schulen, die keinen Religionsunterricht kennen würden, seien reine Staatsbürgerschulen, während es selbstverständlich auch konfessionelle Schulen gebe, die allerdings als reine Privatunternehmen keine staatlichen Zuschüsse bekämen.
Bei der Gestaltung des Unterrichtsplanes seien die Schüler in weitem Maße beteiligt, und Gebiete, die sie besonders interessieren, würden auch in den Lehrplan aufgenommen. Der Vorteil dieser unorthcdoxen Lehrplanung sei die Tatsache, daß durch die Ablehnung eines starren Systems, dem Kind das Hineinwachsen in seine Lebensform und die Gemeinschaftsform wesentlich erleichtert werde. Man kenne in den Staaten kein „Sitzenbleiben“, und Gebieten, in denen sich das eine Kind nicht voll entfalten könne, stünden viele andere entgegen, die ihm gemäßer seien, und auf denen es einen persönlichen Ausdruck erreichen könne.
Die Pflichtschulzeit sei ebenfalls in den einzelnen Staaten sehr unterschiedlich. Sie betrage zwischen 14 und 18 Jahren. Auf den höheren Schulen gingen etwa 50 Prozent aller Schüler einer Erwerbstätigkeit nach. Schulrat Bratu sieht die wichtigsten Errungenschaften des amerikanischen Schullebens in den Schulverwaltungen. Gemeinde und Schulbehörde müsse auch in Deutschland einen engeren Kontakt miteinander bekommen, sie müsse, und nicht nur die Elternschaft, mehr Anteil an der Gestaltung des schulischen Lebens nehmen. Eine stärkere Entwicklung der Elternvereine zu Eltern-Lehrervereinen sei notwendig, um das Verständnis der Außenstehenden an den Erziehungsaufgaben zu erwecken, -st.
Kurze Meldungen aus der Stadt
Die Post zahlt ihre Renten für Januar 1951 am Freitag, 29. Dezember, in der Zeit von 8 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr. und Sonnabend. 30. Dezember, von 7 bis 13 Uhr bei dem früheren Hauptpostamt in der Rheanstraße (Paketannahme).
Die Darmstädter Postämter sind am Sonntag, 24. 12. 1950 (Heiligabend) in der Zeit von 10 bis 14 Uhr auch für den Geldverkehr geöffnet. Im übrigen wird der Dienst wie bereits bekanntgegeben durchgeführt.
Das Arbeitsamt Darmstadt und seine Nebenstellen bleiben wegen Einsparung von Kohle am Samstag, den 23. Dezember, Samstag, 30. Dezember, und am Dienstag, 2. Januar, geschlossen. *
Die Jungdeutsche Freischar veranstaltet ihre Sonnwendfeier heute um 18.30 Uhr am Griesheimei' Wald an der Querdüne beim Schießstand. •
Der Sportverein 98 veranstaltet heute um 20 Uhr in der Gaststätte Heiligkreuz seine Weihnachtsfeier. Ein reichhaltiges Programm mit anschließendem Tanz ist vorgesehen. *
Zu einem Verkehrsunfall zwischen dem Privatwagen einer Fahrschule und einem Lieferwagen kam es gestern mittag in der Erbacher Straße. Ecke Beckstraße, bei dem erheblicher Sachschaden entstand. o
Auf eine Zugmaschine rannte auf der Autobahn bei Kilometer 549 ein Lastwagen. In zwei weiteren Fällen stürzten die Anhänger infolge der Straßenglätte die Böschung hinunter. Es entstand nur Sachschaden.
Auf einen Pkw fuhr an der Endstation der Linie fünf (Liebfrauenstraße) die Straßenbahn beim Ueberwechseln auf ein anderes Gleis. Der angefahrene Pkw. stieß infolge des Zusammenpralls noch auf einen Lkw. Es entstand Sachschaden.
Ein Schaden von 2500 DM entstand bei einem Zusammenstoß zwischen einem Lieferwagen und einem Pkw. an der Kreuzung Erbacher—Eugen-Pracht-Weg. Ein Radfahrer wurde von dem Lieferwagen leicht verletzt.
Weitere 1500 DM Schaden entstanden bei einem Zusammenstoß zwischen einem Pkw. und einem Lkw. an der Straßenkreuzung Kasino—Bismarckstraße. Eine Person wurde leicht verletzt.
Von Papen in Darmstadt
Am gestrigen Abend stieg Herr von Papen, der sich auf einer Fahr nach Westfalen zu seinen Kindern befindet, im Parkhotel ab. Herr von Papen wird heute seine Reise fortsetzen. Wir kommen in unserer morgigen Ausgabe noch näher auf den Besuch zurück. Sg.
Wohin gehen wir heŭte?
Stadthalle: 15.00 und 18.00 „Tischlein deck’ dich“.
Lichtspieltheater: Siehe Anzeigenteil. Amerikahaus: Bibliothek und Ausstellung 10—12 Uhr.
Landesmuseum: 10.00—13.00 und 14.00 bis 17.00 Uhr Künstler-Weihnachtsmesse, veranstaltet vom Neuen Hess. Kunstverein.
Hygiene-Lichthof, Neckarstr. 3a: 10.00—18.00 Uhr Ausstellung „Gesundes Leben“.
Wie wird das Wetter?
Weiterhin winterlich
Vorhersage: Am Donnerstag bewölkt mit kurzen Aufheiterungen, meist niederschlagsfrei. Leichter bis mäßiger Frost, schwache Winde. Weitere Aussichten: Noch keine Aenderung.
STARKENBURG
Rotation
HFL Es unterliegt gar keinem Zweifel, daß am schwersten von uns allen wir Väter mit der Bürde vorweihnachtlicher Arbeiten belastet sind. Wie einfach haben es unsere Frauen! Sie wünschen sich dies und das, backen einige Plätzchen, schimpfen über die magere Gans, die wir unter unsagbaren Strapazen vom fernsten Land herangetragen haben, damit sie nur ganz frisch und billig sei, und im übrigen kommandieren sie uns allesamt von früh bis spät herum, daß man sich zu einer Art Weihnachtsesel degradiert fühlt.
Die Sache wirdl kritisch, wenn es an den Kauf des Weihnachtsbaumes geht. Sobald wir Männer vor der Intelligenz unserer schwachen Ehehälfte kapituliert haben, den Baum nach Hause schleppten und uns zu einem stärkenden Kognak zurückzuziehen versuchen, heißt es: „Sieh mal zu, daß der Baum in den Ständer kommt.“ Nun. das ist eine verhältnismäßig einfache Arbeit. Ich habe einen herrlichen Christbaumständer, eine Spieluhr, die den Baum unter dem Absingen von „O du fröhliche...“ im Kreise dreht. Ganz langsam und dezent natürlich. Also feilte ich den Stamm in die richtige Dimension, paßte ihn sicher in den Fuß der Spieluhr und hing einige Kürbisse an den Zweigen auf, damit er ausbalanciert wurde.
Während ich mit einer Leiter die Spitze des Baumes erklomm, um einen leuchtenden Tannenzapfen an der obersten Kuppe zu befestigen, schaltete meine Tochter die Spieluhr ein. Es ist eine feine Spieluhr, und das Lied „O du fröhliche...“ kam mit herzergreifendem Zirpen aus der Dose an mein Ohr. Ich klammerte mich an den Stamm und drehte mich immer im Kreise, sah die Stubenecke erst langsam und dann immer schneller an mir vorbeigleiten, und auf einmal machte es „klack“ und die Feder, die den Baum in der richtigen Geschwindigkeit hielt, war zum Teufel.
Nun wurde die Sache tragisch. Die Kugellager der Spieldose ächzten, nur noch schrille Akkorde stiegen zur Zimmerdecke empor und ich rotierte in wahnsinniger Geschwindigkeit im Kreise herum. Hier und da flog eine silberne Kugel mit flintenschußähnlichem Knall gegen die Tapete, die Nüsse sausten mir um die Ohren und ich hing in den Aesten und dachte an Weihnachten und an das schöne, sinnige Lied „O du fröhliche ...“
Im gleichen Augenblick, als ich zusammen mit einem Kürbis durch das Zimmer flog, genau auf das weitgeöffnete Fenster zu — und wir wohnen im dritten Stock —, merkte ich, wie mir jemand in die Rippen stieß, und als ich die Augen öffnete, sagte meine Frau: „Hör mal, es ist gleich Bescherung und du liegst auf der Couch und träumst. Noch nicht einmal den Baum hast du geschmückt. Muß ich denn immer alles alleine machen?“
Na. ich sag’ ja, wir Männer haben es nicht leicht.
Habitzheim erschloß Bauland
Bürgerversammlung zum Jahresschluß
Habitzheim. (RG) Am Dienstagabend fand eine Bürgerversammlung statt, auf der Bürgermeister Schmidt eine weitgezogene Uebersicht über die in den letzten Jahren im Interesse der Gemeinde ausgeführten Arbeiten sprach.
Wenn Habitzheim, so führte der Bürgermeister aus, mit den Nachbargemeinden noch nicht in dem wünschenswerten Maße konkurrieren könne, so liege das hauptsächlich daran, daß man früher mit den Geldern der Allgemeinheit nicht sorgsam umgegangen sei. Inzwischen habe man alles versucht, um erfolgreicher zu arbeiten. So sei die Ausgestaltung des Dorfplatzes vorgenommen und ein Teil der für die ganze Gemeinde geplanten Kanalisation fertiggestellt worden.
Zur Förderung des sozialen Wohnungsbaues wurden 5700 Quadratmeter Baugelände erworben. Da öffentliche Mittel zum Bau der Häuser jedoch nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen, sei der Bodenpreis auf 10 Jahre gestundet worden.
Das schwierige Problem der Brennholzbeschaffung hoffe der Bürgermeister dadurch lösen zu können, daß der Gemeinde eine Zuteilung gewährt wird, die die Ausgabe von zwei Raummetern Brennholz je Familie gestattet. Mit der von anderer Seite geplanten Asphaltierung der Straße Dieburg—Klein-Zimmern — Habitzheim—Ober/ Nieder-Klingen stehe, wie er erklärte, eine vorteilhafte Verbesserung der Verbindung mit der Kreisstadt in Aussicht. Der Kreisvorsitzende des Verbandes der Heimatvertriebenen, Gold, Langgtadt, sprach im Anschluß daran über den Hessenplan. Abschluß des Abends bildete die Vorführung zweier Bildstreifen der Filmstelle der amerikanischen Zivilverwaltuna:
Wie lange noch abseits?
Appell an die Landjugend
Harpertshausen, (gi) - In der letzten Bürgerversammlung kam zur Sprache, daß innerhalb der Gemeinde keine Jugend- und Sportgruppe bestehe. Allerseits wird nun die Landjugend aufgefordert, bei der Bildung dieser Körperschaften nicht mehr abseits zu stehen. Mit Bürgermeister Mül¬ -1 e r forderte auch der Vorsitzende des Ortsvereins der Heimatvertriebenen eine gute Zusammenarbeit innerhalb des Dorfes.
Ein Vertreter der amerikanischen Zivilverwaltung Dieburg nahm zum Sinn einer Bürgerversammlung Stellung und erklärte daß die Begegnung mit den Flüchtlingen nur dadurch vertieft werden könne. Dem Referat über den Hessenplan von Kreisvorsitzendem Gold schloß sich eine Filmvorführung an, die sehr viel Anklang fand.
„Sängerlust“ im St.-Rochus-Krankenhaus
Dieburg, (rfd) Eine besondere Weihnachtsfreude werden am Nachmittag des 24. Dezember die Insassen des Kreiskrankenhauses St. Rochus erleben: Der Gesangverein „Sängerlust“ will gemeinsam mit der Stadtkapelle Dieburg unter Herm. Holzapfel ein weihnachtliches Konzert geben. Der Männerchor des Vereins wird neben ausgewählten Weihnachts-Chören auch einige Volkslieder zu Gehör bringen.
Gemeinsame Feier für den Glockenfond
Harreshausen. (NB) —Zur Anschaffung neuer Glocken führen auf Anregung von Bürgermeister Hartmann der Turn- und Sportverein und der Gesangverein „Sängerlust“ am ersten Weihnachtsfeiertag um 20 Uhr im Saale des „Weißen Rosses“ eine gemeinsame Feier durch. Gesangliche Darbietungen und turnerische Vorführungen u. a. mehr stehen auf dem reichhaltigen Programm.
Dieburg, (rfd) Am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages wartet Gesangverein „Sängerlust“ mit einem Familienabend auf. Die Spielschar wird das Singspiel „Die Dorfprinzessin“ zur Aufführung bringen. Anschließend ist Tanz vorgesehen. Das Singspiel und ein Weihnachtsspiel sollen bereits am Nachmittag in einer Kindervorstellung aufgeführt werden.
Märchentraum im Weihnachtswald
Traisa. (Di) — Die Volksschule hatte am Mittwochabend zu ihrer Weihnachtsfeier in Scheerers Gasthaus eingeladen. Mit Liedern und Gedichten, Flötenmusik und Theaterspiel bereiteten die Kinder dem großen Zuschauerkreise frohe Stunden. Besonders glücklich gelang die Aufführung vom „Märchentraum im Weihnachtswald“, einem Spiel, das die Schulleiterin, Fräulein Schlick, für eine große Zahl theaterseliger Kleiner erweitert und mit ihnen eingeübt hatte. Die Jugend-Rotkreuzgruppe, die in der Gemeinde gut mit der Volksschule zusammenarbeitet, ließ sich mit Flötenspiel hören; als Geschenk einer Jugend-Rotkreuzgruppe aus Amerika und des Jugend-Rotkreuzes Darmstadt übergab Dr. Schenk Fräulein Schlick für die Schule eine Anzahl in Amerika mit deutscher Musik bespielter Platten und das zugehörige Gerät.
Weihnachtsfeier der Volksschule
Nieder-Ramstadt. (FL) — Ein schönes Zeugnis von der Arbeit mit den Kindern auch außerhalb des Lehrplanes gab die Weihnachtsfeier der Nieder-Ramstädter Volksschule. Rektor Trautmann meinte eingangs, in dieser kalten Zeit sollten die Erwachsenen den Schein warmer heller Kinderliebe in sich aufnehmen. Dann sangen und spielten die Kleinen, so daß die Weihnachtsfreude im Saale förmlich spürbar war. Chöre der großen und kleinen Kinder, eingeübt von den Lehrern Schreier und Boasch ins k y . ein Mädchen-Flötenchor und der Reigen nach der Melodie „Kling, Glöckchen, kling!“ bildeten das stimmungsvolle Programm. Der Höhepunkt war die Verlesung eines Weihnachtsmärchens. das durch lebende Bilder illustriert wurde.
Unsere Geburtstagskinder
82. Geburtstag: Frau Barbara Seeger Wwe., Bickenbach a. d. 8., Karl - Liebknecht-Straße. 82. Geburtstag: Frau Kath. Eckstein, Rehbach i. Odw., Mosauer Straße 47. 80. Geburtstag: Frau Elisabethe B u x - bäum, geb. Berg, Groß-Bieberau, Gartenstraße 9. 76. Geburtstag: Herr Karl Raab, Auf dem Berg 4,3. 73. Geburtstag: Frau Katharine Haberstock, Wixhausen, Untergasse. 72. Geburtstag: Fr. Margarethe Peiffer, geb Schubkegel, Groß - Bieberau, Lichtenberger Straße 22.
SPD steht zu Wedel
Dieburg. (*) — Der Fünferausschuß des Kreisvorstandes der SPD, der sich mit den Unterlagen zu dem von dem 2. Kreisdeputierten Ludwig Wedel, Groß-Umstadt, gegen Landrat Ritzert und seine eigene Person beantragten Disziplinarverfahren zu befassen hatte, hat sich mit dem Antrag solidarisch erklärt. Dieser soll bereits an den hessischen Innenminister weitergegeben worden sein.
Der „Fall Adler—Gernsheim“
Anfechtung zurückgewiesen
Verwaltungsgerichtsentscheid gegen Bürgermeister a. D. Adler, Gernsheim Entlassung bestätigt / Oberstaatsanwalt stellt schwebendes Strafverfahren mangels Beweises ein
Gernsheim, (wst) - Der „Fall Adler“, der in Gernsheim viel Staub aufgewirbelt hatte, war gestern Gegenstand einer Verhandlung vor dem Darmstädter Verwaltungsgericht. In einem Rechtsfragenstreit hatte diese Instanz über eine Anfechtungsklage des früheren Bürgermeisters von Gernsheim Peter Adler gegen den Gemeinderatsbeschluß vom 13. 9. 1950 (Aufrechterhaltung der Entlassungsverfügung gegen Adler) zu entscheiden. Nach mehrstündiger Sitzung wies das Verwaltungsgericht den Antrag des Klägers, diesen Beschluß aufzuheben, ab, und bestätigte damit die Rechtswirksamkeit der verfügten Entlassung.
Nach den Beschuldigungen gegen ihn und auf Vorschlag des Kreisvorsitzenden der CDU hatte Bürgermeister Adler am 1. September in einem Schreiben an den Gemeinderat seinen Rücktritt erklärt. In einer noch am gleichen Tag einberufenen Sitzung nahm der Gemeinderat dieses Schreiben zur Kenntnis und beschloß einstimmig die Entlassung des Bürgermeisters. Zwölf Tage später widerrief jedoch Adler überraschend seinen Rücktritt und erklärte in einem neuen Schreiben an den Gemeinderat, er wolle seine Geschäfte weiterführen, habe jedoch gegen sich selbst ein Disziplinarverfahren bezüglich der gegen ihn erhobenen Anschuldigungen wegen Unterschlagung dm Amt angestrengt. In einer neuen Sitzung hielt der Gemeinderat den Entliassungsbeschluß jedoch aufrecht.
Der Landrat, der eine Anfechtung von sich auch gegen die ausgesprochene Entlassung ablehnte, verwies Adler an das Verwaltungsgericht, worauf dieser die oben erwähnte Anfechtungsklage erhob. In seinem Antrag, die Verfügung des Gemeinderats vom 13. 9. 1950 aufzuheben, erklärte er, er habe „in Verkennung der Sachlage“ gehandelt und nur ausscheiden wollen, um die Möglichkeit zur Einleitung eines Verfahrens zu geben.
Rechtsanwalt Blechner, der Vertreter des Klägers, bezeichnete den Beschluß als rechtsunwirksam, well die Rücktrittserklärung an eine nicht legitimierte Stelle gegangen und die Sitzung nicht fristgemäß einberufen worden sei. In dem Sitzungsprotokoll vom 1. 9. 1950 sei nirgends von einem einstimmigen Entlassungsbeschluß die Rede, was darauf deute, daß keinerlei Abstimmung in diesem Punkte erfolgt sei. Adler habe seinen Rücktritt als eine Art Suspendierung aufgefaßt und sich absetzen wollen, bis die Verfahren durchgeführt worden sind. Der Oberstaatsanwalt habe inzwischen das gegen Adler schwebende Strafverfahren mangels Beweises eingestellt.
Demgegenüber vertrat Rechtsanwalt Jockel als Rechtsbeistand der beklagten Partei die Auffassung, es habe sich bei dem Rücktritt um ein unmißverständliches Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis gehandelt. Entscheidend sei, daß der erste Beigeordnete dem Rücktrittsantrag zugestimmt und der Gemeinderat ihn zur Kenntnis genommen habe. Ein besonderer Gemeinderatsbeschluß sei hierzu nicht erforderlich.
Er wandte sich entschieden gegen die Behauptung, es sei ein fieberkranker Mann überrumpelt worden. Adler — so sagte er — habe zwei Tage Bedenkzeit für sein Rücktrittsgesuch gehabt.
ERP-Gelder für Wohnungshau
Groß-Gerau (kr). Einen wesentlichen Beitrag zur Durchführung der genossenschaftlichen Bauvorhaben im Landkreis bedeutete der Betrag von insgesamt 267 000 DM Marshall-Plan-Gelder, durch Kreisresident OfAcer Mr. Mulvehill vermittelt, die zu äußerst günstigen Bedingungen den gemeinnützigen Baugenossenschaften dieses Baujahres zur Verfügung standen. Von diesem Betrag entfielen 100 000 DM auf die 38 in der Gemeinde Goddelau von der Baugenossenschaft „Ried“ erbauten Häuser, einen ungefähr gleich hohen Anteil erhielt Groß-Gerau. 10 000 DM erhielt die Gemeinde Bischofsheim für den Bau eines Wohnblocks. Wallerstätten erhielt einen Zuschuß von annähernd 25 000 DM.
GYVA feiert das Weihnachtsfest
Groß-Gerau, (kr.-) Die GYA veranstaltet am kommenden Samstagnachmittag im „Haus der Jugend“, das inzwischen durch verschiedene Überholungsarbeiten ein völlig neues Gesicht erhalten hat, eine Weihnachtsfeier, zu der neben den Angehörigen der GYA-Gruppen auch andere Jugendliche eingeladen sind.
Was aŭch interessiert:
Die Kreisstraße zwischen Lützel-Wiebelsbach und Rai-Breitenbach soll im kommenden Frühjahr geteert werden. Die Vermessungsarbeiten sind bereits abgeschlossen. (hm)
—vmV Ganze 4 Straßenlampen brennen noch heute in der 1400 Einwohner zählenden Gemeinde Gadernheim. Bereits vor drei Jahren war im Gemeinderat beschlossen worden, dieses Nachkriegsübel zu beheben. (uka)
Die Polizeistunde in der Neujahrsnacht wurde von Landrat Neff für den Landkreis Erbach einheitlich auf 2 Uhr festgesetzt. (ch)
0—..... Zum Verwaltungs-Oberinspektor wurde der seit mehr als 30 Jahren im Dienste der Stadtverwaltung Erbach stehende Johann Steil wag befördert worden.
-*«*.** v A X vv « & Mit je 1000 DM wurden im Kreise Groß- Gerau bisher zwei der Jugendpflege gewidmete Stätten mit Zuwendungen aus dem McCloy-Jugendfonds bedacht, und zwar das „Kinderheim Woogsdamm“ und das „Jugendheim Wolfskehlen“. (eng)
Eine Mendelssohn-Plakette wurde dem Männergesangverein „Teutonia“, Wallerstädten, von dem früheren Bundesschatzmeister des Hessischen Sängerbundes, Wilhelm Bitter, Darmstadt, gestiftet. (♦>
Ami. Weihnachtsfeiertag bringt die Theatergruppe des Turn- und Sportvereins Braunshardt und des Gesangvereins „Frohsinn“ das Theaterstück „So lang noch lebt dein Mütterlein“ zur Aufführung. (Vo)
«w.* \ V V»/ Die Sängervereinigung Vielbrunn eröffnete dieser Tage den Reigen der winterlichen Veranstaltungen mit einem großen Theaterabend, der von einigen Liedern umrahmt wurde.
um; Ein neuer Weihnachtsbaum steht jetzt vor dem Rathaus in Roßdorf, nachdem der erste einem Verkehrsunfall zum Opfer gefallen war. Dieser ist noch größer und die Kerzenbeleuchtung erheblich verbessert. (SI)
Aktuelles zwischen gesteru und heute
Zuchthaus für Genuit
Wegen fahrlässiger Tötung verurteilt
Limburg (wst) — Der 27jährige Karlheinz Genuit alias Harry Baranow, der im Januar 1948 den ihn und seinen Einbrecherkomplicen Andreas Trierweiler alias Harry verfolgenden Schuhmachermeister Medenbach in Bonbaden bei Wetzlar durch einen Pistolenschuß getötet hat wurde gestern vom Schwurgericht Limburg nach zweitägiger Verhandlung zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Das Gericht fand Genuit, der behauptete, ungezielt, ohne Vorsatz und lediglich zur Abschrekkung den Schuß abgefeuert zu haben, nur der fahrlässigen Tötung für schuldig.
In die verhängte Strafe sind jene fünf Jahre Zuchthaus miteinbegriffen, welche der Angeklagte im Juli dieses Jahres als Haupt einer Einbrecherbande wegen zahlloser Diebstahlsfälle von einer Darmstädter Strafkammer erhalten hatte.
Durch die Verhaftung der einzelnen Mitglieder dieser Einbrechergruppe waren die mit der Untersuchung dieses Falles beauftragten Ermittlungsbeamten der Kriminalinspektion Darmstadt, Kriminalrat a. D. Weidmann und Kriminalsekretär Scholl auf eine Spur gestoßen, die auf Genuit ais Täter in dem lange Zeit ungeklärten Fall Medenbach hinwies. Unter falschem Namen lebend konnte Genuit dann Ende 1949 im Westerwald gefaßt werden.
Kennkarte gefälscht
Im Schuldensumpf versackt
Darmstadt, (wst) — Freimütig gab dieser Tage ein Angeklagter in einer Verhandlung vor dem Landgericht Darmstadt seine umfangreichen Straftaten zu, so daß man — was selten geschieht — ohne Zeugen den Prozeß durchführen konnte
—uuiHiiuuren Konnte. Er sah gut aus, machte auch einen guten Eindruck und ist Konstrukteur von Beruf der 32jahnge Gisbert H. aus O f f e n b a c h’ der buchstäblich In einem Schuldensumpf versackt war und sich zum ersten Male in seinem Leben durch allerlei Schwindeleien zu retten versuchte.
Irn Sommer 1949 hatte es angefangen: Aus Geldnot verkaufte H. ein Fahrrad und einen Motor, obwohl er beide noch nicht restlos abgezahlt hatte. Da er auch andere Verbindlichkeiten nicht zu erfüllen vermochte, probierte er es mit weiteren Anzahlungsschwindeleien und Scheckbetrügereien. Mit der Zeit reihten sich 28 Betrugsfälle zu einer ansehnlichen Kette zusammen.
Als er keinen Ausweg mehr wußte, suchte er sich seinen zahlreichen Gläubigern durch die Flucht zu entziehen. Unstet streifte er durch ganz Westdeutschland, hinterließ u. a. in Hamburg, Ulm und Andernach Zech- und Mietschulden, betrog in Uelzen eine Freundin, gab sich als „Vogt“ aus und fälschte zuletzt in seiner Kennkarte seinen Namen, um alle Spuren zu verwischen. Im August wurde er dann festgesetzt.
Unter Anrechnung der bisher erlittenen Untersuchungshaft erkannte die Große Strafkammer gegen H. wegen Betrugs, Unterschlagung und Urkundenfälschung auf eine Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahr und acht Monaten.
Neue Unfälle durch Straßenglätte
Groß-Gerau (kr) — Ein Lastkraftwagen geriet auf der Bundesstraße 26 zwischen Groß-Gerau und Nauheim ins Schleudern und landete an einem Baum Das Fahrzeug wurde erheblich beschädigt. Der Fahrer blieb unverletzt. — Ein älterer Mann brach sich das Bein, als er auf der glatten Straße von Bi ebesh ei m nach Gernsheim mit seinem Fahrrad stürzte.
(eng) — Ebenfalls auf der Bundesstraße 26 vor dem „Schönauer Hof“ geriet ein Lastzug aus Düsseldorf beim Bremsen ins Schleudern und fuhr gegen einen Kastanienbaum. Der Fahrer wurde dabei zwischen Sitz und Lenkrad eingeklemmt und trug starke Prellungen an Brust und Armen davon. Der Beifahrer erlitt Verletzungen im Gesicht, am Hals und an den Beinen Maschmenwagen und Anhänger mußten schwer beschädigt abgeschleppt werden
Zu knapp überholt
Höchst, (ch) — Auf der Landstraße zwischen Hoc hst und Sandbach streifte ein Kleinkraftradfahrer in der Nähe des Eingangs zu den Veith-Gummiwerken einen auf der rechten Straßenseite laufenden Fußgänger mit dem Lenker. Beide kamen zu Fall. Während der Fußgänger mit Prellungen davonkam, wurde der Motorradfahrer etwa 10 Meter weit geschleudert und erlitt eine klaffende Kopfwunde. Sein Fahrzeug wurde beschädigt.
Schrank stand auf der Leitung
Zimmerband in der Ernst-Ludwig-Heilstätte
Sandbach, (ch) — In der „- Ludwig-Heilstätte“ entstand auf merkwürdige Art ein Zimmerbrand, der beträchtlichen Schaden verursachte. Ein schwerer drei türiger Kleiderschrank war versehentlich auf eine elektrische Leitungslitze gestellt worden, die von der Steckdose aus auf dem Fußboden 'entlanglief. Dadurch entstand ein sog. „schleichender Kurzschluß“, durch den der Fußboden in Brand geriet. Das Feuer wurde erst bemerkt, als bereits der Kleiderschrank mit dem gesamten Inhalt an Kleidern und Wäsche verbrannt war. Der entstandene Sachschaden wird auf 2000 DM geschätzt.
Wer kennt Frau Grimm?
Erbach, (ch) — Der Suchdienst des Roten Kreuzes Erbach (Schloß) sucht eine Frau Grimm, die im Odenwald ein kleines Anwesen besitzen und deren Tochter, Frau Schwertel, während des Krieges in Prag gewohnt haben soll. Sachdienliche Mitteilungen erbittet das Rote Kreuz Erbach, Telefon Erbach 542.
Erfolg durch die Persõnlichkeit bedingt
Aussprache über die Gründung einer Volkshochschule im Kreis Erbach
Erbach (ch) — Ein über alles Erwarten starkes Echo fand die Einladung zu einer ersten Aussprache über die Gründung einer Volkshochschule im Kreis Erbach, die am Dienstagabend unter Leitung von Frl. Dr. Ma r b a c h in der Amerikanischen Lesehalle Erbach stattfand.
Die starke Beteiligung interessierter Kreise aus allen Volks- und Berufsschichten beweist an sich schon die Notwendigkeit der Schaffung eines derartigen Bildungsinstitutes. Es hätte eigentlich gar nicht erst der lebhaft geführten, sehr aufschlußreichen Diskussion bedurft, um sich darüber klar zu werden, daß sich auch im hinteren Odenwald ein genügend großer Teil der Bevölkerung finden wird, der die Tragfähigkeit einer Volkshochschule garantiert.
Nach der Einleitung von Frl. Dr. Marbach ergriff als erster Bürgermeiste Wöber. Michelstadt, das Wort, der die Anwesenden mit der Mitteilung überraschte, daß man in Michelstadt bereits wieder unmittelbar vor der Wiederaufnahme des Volkshochschulbetriebs stehe. Im weiteren Verlauf sprachen sich erfahrene Fachleute auf dem Gebiete der Erwachsenenschulung für die Schaffung einer Volksbildungsstätte im Kreiis Erbach aus, in erster Linie der Direktor des Realgymnasiums Michelstadt, Dr. Mohr, der bereits seit 1919 in der Volkshochschulbewegung tätig ist, Studienrat Schwind. Michelstadt. Kreisberufsschuldirektor Schwantes. Erbach, Pfarrer Moeseritz, Mossau, u. a.. die alle schon auf diesem Gebiet tätig waren.
Selstvers ländlich machten alle Referenten keinen Hehl aus den erwachsenen Schwierigkeiten. Die Kreise, die in erster Linie angesprochen werden sollen, seien nur schwer zu erfassen und der Erfolg hänge allein von der Persönlichkeit der Unterrichtenden ab, die durchaus nicht immer aus den pädagogischen Berufen kommen müßten.
Betriebsrat Krämer von der Tuchfabrik Arzt machte den berechtigten Einwand, daß in Kreisen der Arbeiterschaft zwar großes Interesse für ein derartiges Bildungsinstitut bestehe, daß aber bisher die Vorträge der Volkshochschule für Menschen mit Volksschulbildung von Anfang an zu .schwer waren.
An der weiteren Aussprache beteiligten sich noch Direktor Franz Holl als Vertreter der Industrie, Amtsgerichtsrat Kitz, Lehrer Berndt. Mümling-Grumbach. Regierungsrat Zörgiebel von der Kreisverwaltung Erbach und als Sprecher des Jugendrings Erbach-Michelstadt Helmut Kaffenberger.
Als Ergebnis der Diskussion wurde vereinbart, am 9. Januar um 20 Uhr in der Amei ukanischen Lesehalle Erbach eine weitere Besprechung über konkrete Fragen der Organisation, Finanzierung u'sw. abzuhalten, zu der auch Vertreter der Regierung, des Kreises, der Gemeinden und der Industrie eingeladen werden sollen.
74 Wanderer beim OWK Höchst
Höchst. (Le) — Kürzlich hielt der Odenwaldklub, Ortsgruppe Höchst, im Gasthaus „Zum Odenwald“ seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorstand gab seinen Rechenschaftsbericht über das vergangene Jahr. Die Gruppe, die nach dem Zusammenbruch wieder ins Leben gerufen wurde, zählt bis heute wieder 74 Mitglieder. Nach der Kassenprüfung wurde der alte Vorstand entlastet und der neue gewählt, der sich wie folgt zusammensetzt: 1. Vorsitzender Kurt Hofferberth, 2. Vorsitzender Adam Hack me r, Kassenwart Frl. Anneliese Vollbrecht, Werbewart Hugo Friedel, Schriftführer Schmidt und Wanderwart Hoffarth.
Der neu aufgestellte Wanderplan für 1951 umfaßt 14 Wanderungen, darunter eine Autobusfahrt im Juni ins Wispertal. Auf Anregung werden wieder die Klubabende eingeführt, die jeweils an einem Freitag vor dem nächsten Wandertag abgehalten werden.
Wieder Michelstädter Krippenspiel
Michelstadt, (ch) — Das auf Anregung des Vorsitzenden des Michelstadter Verkehrsvereins, Bundestagsabgeordneten Heinrich Ritzel, nach 20jähriger Unterbrechung wiedereingeführte weihnachtliche Krippenspiel in der Säulenhalle des alten Rathauses wird erstmals am Samstag um 19.40 Uhr aufgeführt. Es soll am 26. und 31 Dezember um die gleiche Zeit wiederholt werden. Die Ausführenden sind der Michelstädter Singkreis unter Leitung von Dieter N i e d e c k e n, die Spielgruppe des Realgymnasiums Michelstadt unter Leitung von Frl. Dr. Seibold sowie Frl. Emma Krenkel an der Orgel der Stadtkirche. Regie und Gesamtleitung liegt in Händen von Prof. Niedecken-Gebhardt
Wolf Schmidt kommt nach Erbach
Erbach, (ch) — Der durch seine humorvollen Radiosendungen volkstümlich gewordene Dolmetsch der „1000 Worte Hessisch“, Wolf Schmid t, will den Erbachern zu einem lustigen Start ans Jahr 1951 verhelfen. Am 1. Januar um 20 Uhr gibt er in der Erbacher Festhalle ein einmaliges Gastspiel unter dem Titel „Froh und heiter“. Neben seiner Partnerin Gretl Pilz wirken weiter das Tanz-Duo D oma ri - Sdsters und Maedy und Gabor, das Meisterpaar auf dem Akkordeon mit.
Der „Vater des Kreises“ bescherte
Groß-Gerau, (kr.) Großer Jubel herrschte gestern im „Haus der Jugend“, in dem sich etwa 250 Kinder bedürftiger Familien aus dem Kreise auf Einladung der Kreisver— waltung zur Bescherung eingefunden hatten, während draußen die Schneeflocken tanzten.
Gespannt und erwartungsvoll folgten die leuchtenden Kinderaugen den Darbietungen der „Falken“, der „Rot-Kreuz-Jugend“ und der Groß-Gerauer Volksschulkinder. Pfarrer Kaiser erzählte Begebenheiten aus dem Leben des Dichters vieler bekannter Weihnachtslieder Johann Falk. Inmitten der frohen Schar befand sich der Vater des Kreises, Landrat Hardt.
Bevor die Bescherung erfolgte, konnten sich die Kinder an weihnachtlicher Musik erfreuen, dargeboten vom Landratsorchester mit Dr. Kempf, den Herren Trinkaus, rLhaSeJ- und Habicht. Unter den Gaben, die ein Nikolaus verteilte, befanden sich viele Spenden der im Kreisgebiet ansässigen Industrie.
Auf der Autobahn:
Schwerer Zigarettendiebstahl
Darmstadt, (wst) — Ein schwerer Zigarettendiebstahl wurde dieser Tage auf der Autobahn Darmstadt—Frankfurt in der Gemarkung Weiterstadt ausgeführt. Unbekannte Täter erbrachen den Lieferwagen der Bonner Zigarettenfabrik „Wynen“, der wegen Reifenschadens ohne Aufsicht
auf der Autobahn parkte. Die Diebe entwendeten eine größere Menge Zigaretten der Marken „Goldflake“ und „Patrick“. 5X7« — — rw«
Wo wurden Zigaretten der genannten Marken in verdächtiger Weise oder unter dem Preis angeboten? Sachdienliche Mitteilungen, die zur Ergreifung der Täter und der Herbeischaffung der gestohlenen Zigaretten führen können, sind an die Kriminalpolizei-Inspektion Darmstadt, Holzhofallee 25, oder an jede and'ere Polizeistation zu richten.
Feuilleton
Wir zünden nun die Lichter an..
VON GEORG BÜSINGSteuermann Döhle konnte es dem ersten Offizier nicht vergessen, daß er ihn einmal vor versammelter Mannschaft abgekanzelt hatte.
Seitdem ging Döhle ihm aus dem Wege. Sonderlich schwer war das nicht, denn der Erste legte keinen Wert auf Unterhaltung, und war im Dienst so knapp, wie es nur eben ging. Seine meisten Anordnungen bestanden aus einem ruhigen Blick der Augen oder aus einer gelassenen Geste der Hand. „Alles nur Mache!“ sagte Döhle. Aber die Mannschaft sagte das nicht. Sie spürte, daß diese unerschütterliche Ruhe der Ausdruck einer vollkommenen Sicherheit war. Und wenn er es vorzog, privat für sich allein zu sein, so war das seine Sache. Und Döhle, der im Dienst immer einen Krach machte wie die Feuerwehr, sollte endlich mal mit seinen gehässigen Bemerkungen Schluß machen!
Aber Döhle war verbohrt. Er wollte dem Ersten die Blamage heimzahlen, ihn einmal aus der Ruhe bringen und seine Ge-
lassenheit erschüttern. Aber während des Dienstes kam man nicht an ihn heran, der Abstand schien meilenweit. Und von seinem Privatleben war nichts bekannt. Verheiratet konnte er nicht sein, denn er ging kaum von Bord, wenn das Schiff im Hafen lag. Und doch mußte da etwas sein! Irgendeine verwundbare Stelle hat doch jeder Mensch! Eines Tages stand die Tür seiner Kammer offen, während er beim Käpten war. Döhle trat ein. Vielleicht war hier etwas zu entdecken. Aber der Raum war wie alle andern an Bord. Nur auf dem Tisch stand das Foto einer jungen Frau, daneben eine kleine Vase mit Blumen. Döhle verzog den Mund. Blumen auf hoher See! Eine Liebesgeschichte also! Und gewiß eine Sache, die den einen oder andern an Bord interessieren würde. Und Döhle nahm das Bild an sich. Vielleicht brachte das den Herrn aus der Ruhe!
Aber der Steuermann wartete vergebens. Manchmal schien es ihm, als wenn der Erste ihn besonders prüfend ansah, aber das konnte auch Einbildung sein. Um das verschwundene Bild fiel kein Wort. Tag um Tag verging, Woche um Woche, bis zum Weihnachtsabend. Das Wetter war schlimm. Sturm. Kälte und Finsternis. Ein Brecher nach dem andern rollte über das Schiff. Das Dede glich einer Eisbahn. Döhle kam zu Fall, als eine schwere See über das Vorschiff brach. Die Woge hob ihn an wie ein Spielzeug. Also ist es Feierabend mit dir, dachte Döhle erstaunt. Aber da packte ihn jemand mit hartem Griff. Die Woge riß und riß, aber die Kraft der Fäuste hielt stand. Döhle kam wieder auf die Füße. Und neben ihm stand der Erste. Döhle erschrak wie nie. Er rang nach Worten, aber der Erste ließ ihm gar keine Zeit. — „Der Baum muß zum Vorschiff rauf!“ schrie er und drückte Döhle ein Lattengestell in die Hand. Nach mehreren Anläufen schafften sie es. Der Erste nagelte das Lattengestell an den Planken fest, zurrte ein Stromkabel durch das Oberlicht zum Steckkontakt im Mannschaftslogis, und dann brannte der Baum. Inmitten der kochenden See.
Döhle war vollkommen durchhin. Er riß das Foto aus der Tasche, als ob es ihn brenne, und stieß es seinem Lebensretter zu. Ohne hinzuschauen nahm es der Erste und sagte ruhig wie immer: „Es ist das Bild meiner Frau, Döhle. Sie wurde vor Jahren in einer ebensolchen Nacht über Bord gespült. Und seitdem stelle ich den Baum hier hin. Vielleicht sieht sie ihn brennen, vielleicht auch nicht. Wir zünden nur die Lichter an. Döhle. Wem sie wirklich leuchten, wissen wir selten. Aber irgendeinem leuchten sie gewiß.“ Der Steuermann atmete schwer und suchte nach der Hand des Ersten. Aber der schritt schon dem Mannschaftslogis zu. Döhle folgte verstört und sank dort auf einen Stuhl. Auf dem Tisch dampften die Punschgläser. Der Enste prostete den Matrosen zu. und hob1 dann sein Glas dem Steuermann entgegen. Und nun war es ganz mit ihm aus. Der Erste sah, wie es in Döhles Gesicht zuckte. Er stand auf und sagte kurz: „Wir wollen ums den Baum ansehen." Und Döhle hatte das Alleinsein, das er brauchte, um sich wieder zu finden. Durch das Oberlicht schimmerten die Lichter, die der Erste angezündet hatte. Und einem leuchteten sie an diesem Abend gewiß....
SCHLAFENDER KNABE
„Maß für Maß“ in Erbach
Als zweites Gastspiel des Hessischen Landestheaters Darmstadt in dieser Spielzeit kam am Montagabend in der Festhalle in Erbach Shakespeares „Maß für Maß“ zur Aufführung. Unverständlich, daß bei dem Gehalt des Wenks, bei der in Sprache und Darstellung gepflegten Aufführung des Darmstädter Schauspielensembles diesmal die Theaterfreunde des Odenwaldes nicht so zahlreich die Festhalle füllten, wie dies sonst iboi den Gastspielen des Landestheaters üblich ist. _Ch
Violinkonzert in Erbach
In der Erbacher Festhalle veranstaltet die Amerikanische Lesehalle Erbach am Mittwoch, dem 27. Dezember, um 20 Uhr ein' Violinkonzert. Es kommen zum Vortrag: von Johannes Brahms die 1. Sonate für Violine und Klavier op. 78 G-dur, von W. A. Mozart die B-dur-Sonate K.-V. 378, von J. S. Bach Präludium und Fuge aus der g-moll-Sonate und von Igor Strawinsky die „Suite Italienne“. Solistin des Abends ist die Frankfurter Violinistin Annemarie Jochum, die sich als Schülerin von Prof. Isselmann, Köln, in den letzten Jahren in die erste Reihe des Nachwuchses gespielt hat. Großen Widerhall fanden in jüngster Zeit ihr Brahms-Konzert in Frankfurt und ein Violinabend in Wiesbaden. Außerdem war sie Solistin bei den diesjährigen Gießener Bach-Konzerten. Am Flügel wird sie von Günter Rhau begleitet, der 1926 schon Konzerte im Odenwald, u. a. in Stockheim gegeben hat. Als Solist und Begleiter spielte er in ganz Deutschland. Wie bei allen Veranstaltungen der Amerikanischen Lesehalle ist auch zu diesem Konzert der Eintritt frei. ch
Bach-Konzert in Jugenheim
Zum Abschluß des Bach-Jahres gab die Volkshochschule Bergstraße im Education Service Center ein Konzert mit dem Kammerorchester Bergstraße unter der Leitung von Adam Rettig. An dem Programm, das eine glückliche Zusammenstellung erfahren hatte, waren beteiligt: Professor A. Eichhorn, Fräulein M. Gutbrot, Hermann Ungefug, W. Hafenreffer und andere Solisten. Die Veranstaltung fand ein überaus dankbares Publikum, hl
Einen Lieder- und Konzertabend veranstaltet die Gesangsabteilung der Sport- und Kulturgemeinde Jugenheim am I .Feiertag um 20 Uhr in der Turnhalle. Zur Bereicherung des Programms tragen der Schülerchor der Volksschule unter Leitung von Schulleiter Mertens sowie die Solisten Heinrich Mitschdörfer, Darmstadt (Baß-Bariton), H. Ungefug (Violine) und Fräulein Menges (Klavier) bei. erh.
Unter der Ledelampe
Ein Reisebuch
Yvette Guilbert, „Mir sang die Erde“.
Droste-Verlag Düsseldorf. 292 S. Hedda Eulenberg hat das Buch übersetzt.
Diese prächtige Kabarettistin, Sängerin, und Vortragskünstlerin von höchst persönlichem Charme, zeigt in dem Buch die gleiche natürliche Frische und Großzügigkeit, die sie immer ausgezeichnet hat. Mit ihren klugen Augen sieht sie jedes Land in dem sie aufgetreten ist. Sie rühmt mit kindlicher Verwunderung das Deutschland von 1928 und meint, in ihrem Leben nie wieder soviele kluge, weltgewandte Feuilletonisten getroffen zu haben wie hier. Es ist ein Reisebuch, in dem Blitzlichter auf sämtliche Großstädte der ganzen Welt fallen. (
Freude, schõner Götterfunken
Romain Rolland: „Meister Breugnon, ein fröhliches Buch". Verlag Rütten und Loe’ninig; Frankfurt a. JW. Ganzleinen, ' ' 335 Sellen. ' 1,1
Die große Freude am Leben beherrscht dieses Buch von Meister „Colas Breugnon“, dem Burgunder, der selbst dort, wo das Leben am dunkelsten ist. seinen köstlichen und deftigen Humor behält. ..Colas Breugnon“ ist in die Weltliteratur eingegangen, es ist schon sehr viel über ihn geschrieben worden, vor allem deshalb, weil hier Romain Rolland entgegen seiner sonstigen Art. die Dinge zu sehen, einmal heiter und unbeschwert seinen Helden leben läßt. Der große Dichter zeichnet Figuren von einmaliger Bildhaftigkeit und der Leser ist versucht. mit Colas Breugnon, dem Pfarrer Chamaille oder dem Meister Paillard. einen Humpen Burgunder in der Hand, auf das schöne Leben anzustoßen.
Der Lobgesang auf den „Meister Breugnon“ wäre ohne die Erwähnung von Erna Grautoff, die unter Mitwirkung von Otto Grautoff die Uebersetzung besorgte, unvollständig. Beide haben meisterhaft die wunderbare, oft kraftstrotzende, oft aber auch feinsinnig-zarte Atmosphäre, die dem Original innewohnt, eingefangen und ins Deutsche übertragen, ohne dabei dem Geist Gewalt anzutun. Ausgezeichnet Druck, Panier und Ausstattung dieses wirklich lesenswerten Buches. We.
Ein historischer Roman
Hermann Kesten; Ich der König. ( Phi-Hipp der Zweite) Verlag Kurt Desch, München. 685 Seiten. Der sogenannte große historische Roman, auch in der Form der Biographie, birgt immer eine Gefahr in sich, nämlich die, daß der Dichter je nach seinem Können, nach seinem Wissen und nach seiner Grundhaltung ein so subjektives Bilid des Geschehens und der Hauptpersonen entwirft, daß die nun einmal vorhandene Geschichtsauffassung zu stark verwischt wird. Dazu kommt oft die hypermoderne Manie, Modeworte, Titel, ja technische Ausdrücke von heute in den Text einzuschalten, um so überaktuell zu wirken.
Beiden Gefahren ist Hermann Kesten nicht erlegen. Er läßt die Menschen seines Romans eine ungekünstelte, natürliche, ungeschminkte Sprache reden, welche der Mensch von heute versteht und scheut auch nicht vor Deutlichkeiten und Derbheiten zurück, wie sie den damaligen Sitten und Begriffen entsprechen. In der Konzeption der Charaktere, der Plastik der Umwelt und der Dynamik der Handlung sucht er seinesgleichen. Freilich kommt dem Dichter zustatten, daß sein Werk eine Ueberfülle von Personen, ein Uebermaß von Geschehnissen und eine Häufung von Umständen umfaßt, durch welche die damalige Welt verwandelt wurde. Ueberschattet von den letzten Lebensjahren Karls des Fünften, wechselt der Schauplatz zwischen dem England Elisabeths, den Niederlanden mit Alba, Egmont von Oranien wie dem Spanien Philipps des Zweiten,, dem Tyrannen, und über allem steht drohend und vernichtend die unersättliche Inquisition. Sie vernichtet das, was Kriegsgreuel und Meuchelmord übriggelassen haben. Unwillkürlich drängen sich Vergleiche .auf zwischen damals, der jüngsten Vergangenheit und der Gegenwart. Schaudernd stellt der Leser fest, wie wenig geändert und gebessert die Welt sich hat. Man wird in dem Roman manche Kraßheiten ablehnen, manche Verstiegenheiten. auch in der Sprache, der Phantasie des Autors zugute halten, aber diese dichterische Phantasiie hat großen Schwung und fesselnde Einfälle, sie packt den Leser und reißt ihn mit. Sie setzt schließlich aus tausend Einzelheiten ein grandioses Bild einer vergangenen, wilden und maßlosen Epoche zusammen. H.W.W.
Kriegsliteratur der Anderen
Robert Mehle: Wochenend in Zuidcoote, Roman. Biederstem Verlag, München. .Ganzleinen, 273 Seiten, DM 7,80.
In seinem Erstlingswerk „Wochenend in Zuidcoote“ schreibt Robert Merle den französischen Beitrag zu der Kriegsliteratur unserer Tage. Das Buch, das das Schicksal von vier französischen Soldaten aufzeichnet, die am Strande von Dünkirchen inmitten eines Haufens versprengter Truppen ihre Gefangennahme durch die Deutschen erwarten, wurde bereits in der Originalausgabe in 200 000 Exemplaren verkauft und mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Warum? Weil es dem Autor gellang, die Erläuterung eines winzigen Teilgeschehens als erschöpfende Paraphrase über das unerschöpfliche Thema Krieg auszuweiten. Indem er zeigt wie die grandiose Konsequenz der Katastrophe den Menschen jedweder natürlichen Sicherheit beraubt, macht er gleichzeitig die' fatale Gebundenheit des einzelnen an die Schwächen, Mängel und Lücken seines eigenen Charakters glaubhaft. Das Leben des Feldwebels Julien Maillat durch die Stunden seiner beiden letzten Tage ist ein Exempel, an dem der Krieg sich selbst ad absurdum führt. Ohne Pathos erfahren wir eine echte menschliche Tragödie. Merles Buch ist ungewöhnlich einfach, erstaunlich ruhig und eigentümlich konsequent. Ein Buch für Politiker, die Krieg führen wollen und ein Buch für Soldaten, die einen hinter sich haben. Viele sollten es lesen. kä
Wanderjahre in Italien
Ferdinand Gregorovius: „W ander, jah re in 11 a 1 i e n“. Mit 14 Bildern nach Originalen von Giov.’ Arrabbiato. Verlag der Internationalen Bibliothek, Freibung i. Br., 426 Seiten.
Gregorovius lebte vor fast einem Jahrhundert lange Jahre in Rom, und außer seiner großen Geschichte der Stadt Rom haben ihn die fünf Bände bekannt gemacht, in denen er seine Wanderjahre in Italien von 1855 bis 1877 beschreibt. Von Wilhelm Dreecken herausgegeben, umfaßt der vorliegende Band die wichtigsten und schönsten Teile aus der Frucht dieser Jahre. Südländische Sitten, bunte Bilder von der Insel Capri, romantische Winkel aus Sizilien, historische Ereignisse und prächtige Bauten aus der Architektur vieler Jahrhunderte machen den Inhalt und auch den bleibenden Wert des Werkes aus, dessen Schau, dessen Erlebnisse aus einer ruhigen Zeit gewonnen sind. Diese Betrachtung von „Anno dazumal“ ist etwas, das auf den Menschen des Maschinen- und Atomzeitalters wie eine wohltuende Entspannung wirkt. Wer sich mit liebevollem Nachdruck in diese „Wanderjahre" versenkt, wird einen Gewinn davon tragen. H. W. W.
Der SPORT
Ahweidhungen vonderßegel
B. G. Nach den ersten Kämpfen des Weltmeisters im Weltergewichtsboxen, Robinson, in Europa ist die Befürchtung ausgesprochen worden, es könne bei einem Auftreten des Amerikaners in einem deutschen Ring zu Differenzen über die Handhabung der sportlichen Regeln kommen. Wie auf manchen anderen Gebieten, so ist man in Amerika auch in der Anwendung der boxsportlichen Regeln weitherziger als bei uns. Gewisse Körperschläge, die bei uns verboteh sind gelten dort als erlaubt oder werden zumindest geduldet, und wegen dieser unterschiedlichen Auffassungen ist es bekanntlich schon beim Robinson-Start in Brüssel zu Protesten der Zuschauer ge_ kommen. Wir wollen nicht argwöhnen, daß sich solche Erscheinungen auch beim Kampf Robinson gegen den Deutschen Stretz am 1 Weihnachtstag in Frankfurt zeigen können es wird aber güt sein, wenn sich der deutsche Gegner, das Kampfgericht und vor allem auch die Zuschauer auf die Eigenart des amerikanischen Boxstils emsteilen und dem Gast nicht gelegentliche Abweichungen von der „europäischen rS als unkorrekt übelnehmen, die er von Hause her als normal ansehen muß. Bei dieser Gelegenheit fragt man sich wieder einmal, warum es bei der engen Verflechtung des internationalen Sports überhaupt derartige unterschiedliche Auffassungen von dem, was im Sport erlaubt sein darf, geben muß. Man sollte doch eher annehmen, im gleichen Sport müsse das gleiche Gesetz mit gleicher Auslegung gelten, Die Erscheinungen im Boxsport stehen nicht allein. Nach der Wiederaufnahme der Auslandsbeziehungen im Fußball haben wir feststellen müssen, daß man sich auf deutschen Plätzen immer noch nicht an international allgemeingültige Regelauslegungen gewöhnen kann. Das gilt insbesondere für das Rempeln und für den Angriff auf den Tormann. Immer noch pfeifen deutsche Schiedsrichter und protestieren unsere Sportplatzbesucher, wenn einmal ein Stürmer es wagt, den Tormann zu attackieren, und sei es auch mit noch so (international) erlaubten Mitteln. Und immer weiß man auch keine Unterschiede zwischen dem gültigen Rempeln und unfairem körperlichem Spiel zu machen. Wenn bei uns einmal ein Spieler umfällt oder vom Ball gedrängt wird, weil er regulär gerempelt worden ist, dann kommt es gleich zu stürmischen „Foul“-Rufen und zuweilen auch zu häßlichen Szenen. Die Schiedsrichter wissen es vielfach besser und sie entscheiden doch gegen den internationalen Brauch, weil sie sich der Diktatur der kenntnislosen Publikumsteile fügen. Die Folgen haben dann unsere Mannschaften zu spüren, wenn sie einmal auf ausländischen Plätzen antreten müssen.
Einen Schwimmabend unter dem brennenden Weihnachtsbaum hatte sich die TSG 46 als Weihnachtsfeier ausgedacht. Buben und Mädchen standen auf der einen Seite des Schwimmbassins, die Empore ringsum voll besetzt von den eingeladenen Eltern und Angehörigen der kleinen Schwimmer. Nur durch einen brennenden Tannenbaum war die ganze Halle feierlich beleuchtet, während der 1. Vorsitzende, Herr Dir. Strahringer, Mitglieder und Gäste willkommen hieß. Weihnachtliche Lieder wurden gesungen, der Nikolaus kam, hatte für jeden etwas — das will bei der Menge etwas heißen — und ging zum Schluß auch noch ins Wasser, um das neuerstandene Bad zu versuchen (siehe Bild). Viel Spaß gab es bei einem Eierschwimmen und einer Hindernisstaffel.
Tischtennis Männer Kreisklasse I.
Männer Kreisklasse 11. 1. TGB 65 Darmstadt 11. 12 11 1 82:26 22:2 Frauen Kreisklasse
TSG 46 feierte Weihnachten im Schwimmbad
| 1. TSV Nied.-Ramstadt I. | 13 13 — | 87:30 | 26:0 |
| 2. SKG Bickenbach I. | 13 12 1 | 86:31 | 24:2 |
| 3. SV 98 Darmstadt 111. | 11 8 3 | 62:37 | 16:6 |
| 4. TSG 46 Darmstadt I. | 13 7 6 | 58:59 | 14:12 |
| 5. SG Wixhausen 11. | 14 7 7 | 68:58 | 14:14 |
| 6. TSG Langen I. | 13 7 7 | 66:60 | 14:14 |
| 7. SKG Ernsthofen I. | 13 5 8 | 58:59 | 10:16 |
| 8. SG Egelsbach I. | 13 5 8 | 46:71 | 10:16 |
| 9. SKG Eberstadt 11. | 15 5 10 | 56:79 | 10:20 |
| 10. SV Erzhausen I. | 14 4 10 | 50:76 | 8:20 |
| 11. TGB 65 Darmstadt I. | 13 3 10 | 43:74 | 6:20 |
| 12. TSV N.-Ramstadt 11. | 13 3 10 | 35:82 | 6:20 |
| 2. SG. Arheilgen 11. | 12 | 10 | 2 | 65:43 | 20:4 |
| 3. TSG 46 Darmstadt 11. | 11 | 8 | 3 | 65:34 | 16:6 |
| 4. SG Egelsbach 11. | 11 | 5 | 6 | 43:56 | 10:12 |
| 5. TG 75 Darmstadt 11. | 11 | 4 | 7 | 39:60 | 8.14 |
| 6. TSV Pfungstadt 11. | 12 | 3 | 9 | 35:73 | 6:18 |
| 7. SV 98 Darmstadt IV. | 8 | 2 | 6 | 32:40 | 4:12 |
| 8. SKG Ernsthofen 11. | 11 | 1 | 10 | 35:64 | 2:20 |
| 1. SKG Bichenbach I. | 13 13 | 0 | 88:29 | 26:0 |
| 2. SG Wixhausen I. | 12 10 | 2 | 80:28 | 20:4 |
| 3. SKG Eberstadt I. | 11 6 | 5 | 48:51 | 12:10 |
| 4. SG Arheilgen I. | 12 6 | 6 | 53:55 | 12:12 |
| 5. AC Langen I. | 11 5 | 6 | 48:51 | 10:12 |
| 6. TSV Pfungstadt I. | 12 4 | 8 | 45:63 | 8:16 |
| 7. SG Egelsbach I. | 12 2 | 10 | 33:75 | 4:20 |
| 8. SV 98 Darmstadt 11. | 11 1 | 10 | 28:71 | 2:20 |
Ruhl wieder spielberechtigt
vom Rechtsausschuß des Süddeutschen v^bdivefbandes auf Grund der Vorkomm-FUB »^m Spiel Mannheim Waldhof-SV 98 genlSS^,ß Darmstädter Torhüter Ruhl ist nunsP^/hopnadi'd worden. In der amtlichen Mitan den SV 98 heißt es: „In Erledigung = Gnadengesuches für den Spieler Ruh Ihres Gn eng^ daß dem Spieler Ruhl t- en Berücksichtigung der Stellungnahme der ilnttfem<;tänzen mit Wirkung vom 25. Dezem¬ »fÄ der Rest seiner Strafe auf dem ^,er -Honwege erlassen wird. Der Spieler Ruhl 9? GGnachab 25. 12. 1950 für Ihren Verein sowohl in Freundschaftsspielen als auch Verbandsspielen wieder spielberechtigt.
gez.: Hans Huber 1 vors. des Südd. Fußballverbandes.“
-Deutsche Lebensrettungsgesellschaft des Die D^afkenburg konnte im Jahre 1950 foVneue Grund- bzw. Leistungsscheine ausstellen, außerdem 507 Freischwimmer- u. 148 Fahrtenschwimmer-Zeugnisse, In Darmstadt sind in der Zahl der 111 Grundscheine für männliche Jugend die 76 Schüler der Kyritzschule besonders zu erwähnen. Lehrer Wilking bereitete seine Schüler in vorbildlicher Weise in geschlossenen Lehrgängen zur Prüfung für den Grundschein vor. Die Jahreshauptversammlung des DLRG ist für Sonntag, den 14. Januar 1951, vorgesehen. Die neue Geschäftsstelle befindet sich in Darmstadt, Grafenstraße 22. «
Am Samstag, dem 6. Januar. 15 Uhr, findet in der Gaststätte Borger, Darmstadt, Ecke Landwehr-Rößlerstraße eine wichtige Kreistagung der Tischtennisspieler statt. Tagesordnung: 1. Rundenspiele 1950/51, 2. Festlegung der Kreismeisterschaften, 3, Pokalspiele, 4. Verschiedenes. •
Die Schwimmstunde der TG 75 beginnt am Samstag bereits um 19 Uhr.
Handballer ohne Weihnachtsruhe
SV 98 am 2. Feiertag in Herrnsheim
Handball-Verbandsliga, Gruppe Süd Die Handballer der Verbandsliga, Gruppe Süd, haben an Weihnachten mit drei Spielen ein halbes Programm. Durch die verschiedenen Abstellungen von Spielern zur Südauswahl und Lehrgängen wurden einige Spiele im Herbst abgesetzt, die nunmehr an Weihnachten und Neujahr nachgeholt werden müssen: SG Dietzenbach — Kempten Kickers Offenbach — SG Nied Herrnsheim —SV 98 Darmstadt
So fahren die 98er am 2. Weihnachtsfeiertag nach Herrnsheim bei Worms. Leider müssen die Lilienträger die drei etatsmäßigen Spieler Lehning, Spieker und Lutz ersetzen, die ihnen an den Feiertagen nicht zur Verfügung stehen, so daß sie also zu der Ansetzung dieses Spiels an Weihnachten noch das Handicap der Ersatzgestellung auf sich nehmen müssen. Trotzdem sollte es möglich sein, auch in dem bisher punktlosen Herrnsheim zu den zwei begehrten Punkten zu kommen. Leicht wird es allerdings den Darmstädtern nicht gemacht werden, denn erst vor zwei Wochen hatte Meister Dietzenbach dort erheblich zu kämpfen, um Sieger zu bleiben. Die Herrnsheimer glänzen weniger durch spielerisches Können als durch eine übertriebene Härte, wie dies aus den Spielberichten der letzten Wochen zu ersehen war.
Für die 98er wird es also vor allem darauf ankommen, wie man sich Zu dem glatten Schneeboden einstellt. Nach den bisherigen Erfahrungen wurde immer gerade bei schlech-
ten Bodenverhältnissen gut gespielt, wo ein Balltippen nur schwer oder kaum möglich und deshalb keine Gelegenheit zum Einzelspiel gegeben war, so daß der Ball von Mann zu Mann wanderte. Dies mag sich die Mannschaft für den 2. Feiertag gut merken, damit sie nicht allzu oft in den Kampf Mann gegen Mann verwickelt wird.
Die Mannschaftsaufstellung lautet: Höhle; Creter, Glock; Bmig, Peters, Fischer; Schäfer, Wenz, Mees, Dr. Barth, Reinhardt. Vorher spielen die Reserven beider Mannschaften.
Abfahrt der 1. Mannschaft und Reserve: 2. Weihnachtsfeiertag um 11 Uhr am Marstall.
In den weiteren Spielen empfangen die Dietzenbacher die SG Kempten und werden diesen eine ordentliche Weihnachtsbescherung mitgeben, während das Spiel in Offenbach gegen Nied als durchaus offen anzusprechen ist, da die Offenbacher in den letzten Spielen leicht angeschlagen waren und Nied über eine ausgezeichnete Hintermannschaft verfügt. Der Platzvorteil dürfte zu einem knappen Siege für die Leute vom Bieberer Berg reichen. -r.
Tabellenstand der Handhballjugend
Kreis Darmstadt, Gruppe I:
Kreis Darmstadt, Gruppe II:
| S | g u | v | T | p | ||
| 1. | TSG 1846 Dst. | 11 | 10 — | 1 | 222:53 | 20:2 |
| 2. | Sp. V. 98 Dst. 1. | 11 | 9 — | 2 | 118:58 | 18:4 |
| 3. | Sp. V. 98 Dst. 2. | 11 | 7 1 | 3 | 78:91 | 15:7 |
| 4. | SV Braunshardt | 10 | 6 — | 4 | 127:47 | 12:8 |
| 5. | TSG Pfungstadt | 10 | 6 — | 4 | 73:76 | 12:8 |
| 6. | TSV Griesheim | 10 | 4 — | 6 | 92:80 | 8:12 |
| 7. | SV Weiterstadt | 9 | 1 1 | 7 | 52:144 | 3:15 |
| 8. | TV Hahn | 11 | 1 1 | 9 | 27:122 | 3:19 |
| 9. | KSG Eberstadt | 11 | 1 — | 10 | 23:145 | 2:20 |
| 1. Scheppenhausen | 11 | 9 — | 2 | 129:51 | 18:4 |
| 2. SV Egelsbach | 11 | 9 — | 2 | 111:62 | 18:4 |
| 3. SV Arheilgen | 10 | 8 — | 2 | 84:59 | 16:4 |
| 1. TSG 1846 Dst 2. | 11 | 7 1 | 3 | 75:62 | 15:7 |
| 5. Sv. V. 98 Dst. 3. | 10 | 5 — | 5 | 82:80 | 10:10 |
| 6. SSG Langen | 11 | 4 1 | 6 | 84:86 | 9:13 |
| 7. TuS Griesheim | 11 | 3 1 | 7 | 80:91 | 7:15 |
| 8. TV 1862 Langen | 11 | 1 1 | 9 | 46:119 | 3:19 |
| 9. Sp. V. 98 4. | 10 | 1 — | 9 | 30:121 | 2:18 |
Wirtschastsbhllatt
Die Vergessenen
Man kann der Bundesregierung gewiß nicht das Kompliment machen, daß sie besonders sparsam ist. Aber auf einzelnen, leider falschen, Gebieten scheint ein merkwürdiger Hang zur Sparsamkeit zu herrschen. Der Deutsche Industrie- und Handelstag hat in seinen letzten Vorschlägen zur Exportförderung auf eine solche Stelle im Bundeswirtschaftsministerium hingewiesen: die Außenhandelsabteilung in Höchst müsse endlich ausreichend besetzt werden.
Niemand bezweifelt mehr, daß die Steigerung der Ausfuhr das sicherste Mittel ist, um den Devisenengpaß zu beseitigen. Es sollte deshalb auch nicht mehr um die Exportförderungsmaßnahmen debattiert, sondern sie sollten endlich ergriffen werden. Mit Steuererleichterungen, Investitionskrediten für die Exportindustrie und der Schaffung einer Bundesinformationsstelle wäre viel, aber doch nicht alles getan. Der kleine, sich mit unverantwortlichen Sparsamkeitsmaßnahmen herumschlagende handelspolitische Apparat des Bundeswirtschaftsministeriums in Höchst wartet noch heute, trotz aller Mahnungen, auf eine kräftige Verstärkung. In dieser Außenhandelsstelle müssen noch immer einzelne Beamte die Handelsbeziehungen zu einer Vielzahl von Lähdern betreuen. So bleibt für diese Referenten neben den Verhandlungen oft keine Zeit zu einer gründlichen Vorbereitung.
Auch die Ausstattung mit technischen Hilfskräften ist unglaublich dürftig. Mancher Referent hat seine Schreibmaschine selbst bedienen lernen müssen. Die Trennung von Kopf und Rumpf des Ministeriums in Bonn tut ein übriges, die Kräfte schnell zu verschleißen. Die Beteiligung Westdeutschlands an der internationalen Zollkonferenz in Torquay hat zu einer weiteren Schwächung dieser, unter den heutigen Umständen wichtigsten, Hauptabteilung des Bundeswirtschaftsministeriums geführt. Abgesehen davon, daß die Zollverhandlungen ohne die jeweils zuständigen Länderreferenten nicht geführt werden können, so daß die Referate in dieser Zeit nur mit Expedienten besetzt waren, beginnt sich auch noch der Abzug von Kräften für den Aufbau der Wirtschaftsabteilung eines künftigen Auswärtigen Amtes in Bonn unter den mageren Personalbeständen auszuwirken.
Die systematische Steigerung des Exports, die Vermeidung von überraschenden prekären Devisensituationen, das Aufspüren der Gewinn- und Verlustquellen des deutschen Außenhandels, die sinnvolle Handhabung der Liberalisierung, alle diese Forderungen sind nur zu erfüllen, mit einem wirklich voll funktionierenden handelspolitischen Apparat. Im neuen Etat des Bundeswirtschaftsministeriums sollte hier endlich Wandel geschaffen werden.
Die Angestellten und Arbeiter des hes¬ sischen Groß- und Außenhandels erhalten rückwirkend ab 1. Oktober bis zum 31. März nächsten Jahres Gehalts- und Lohnzulagen von 6—12 Prozent des Grundverdienstes. Ein entsprechendes Tarifabkommen ist zwischen dem Bezirksvorstand der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen und dem Arbeitgeberverband abgeschlossen worden. Es gilt auch für die genossenschaftlichen Groß- und Außenhandelsbetriebe.
Energiewirtschaft mit Kohlen versorgt
d. Die Kohlenversorgung der Elektrizitätswerke bessert sich. In der zweiten Dezemberwoche stand einer Kohlenauslieferung von 212 000 Tonnen ein Verbrauch von 200 500 Tonnen gegenüber. Der Bestand bei den Werken beträgt zur Zeit rund 412 00G Tonnen Kohle und kann die Versorgung für zwei Wochen sichern.
Für 17 Mill. Dollar Gemüse
a In einem künftigen deutsch-holländischen Handelsvertrag haben die Holländer eine Gemüseausfuhr nach Deutschland von 17 Millionen Dollar vorgeschlagen, während der Bauernverband 2,5 Millionen Dollar für Obst und 5,5 Millionen Dollar für Gemüse als ausreichend betrachtet. Ein Kompromißvorschlag des Bundesernährungsministeriums sieht eine Einfuhr aus Holland im Werte von zehn Millionen Dollar vor.
Abbau von Steuerbegünstigungen
Die Bewertungsfreiheit für Anlagegüter wird eingeengt
—ch Nicht alle Maßnahmen, die auf Höhe und Umfang der von den Pflichtigen zu entrichtenden Steuerbeträge Einfluß haben, brauchen Gesetzesform zu haben und bedürfen damit der Zustimmung des Bundestages. Die Bundesregierung ist vielmehr ermächtigt, mit Zustimmung des Bundesrates in einer großen Zahl von Fällen, die in Artikel II des Gesetzes zur Aenderung des Einkommensteuergesetzes und des Körperschaftssteuergesetzes vom 29. April 1950 zusammengestellt sind, Rechtsverordnungen zu erlassen.
Von dieser Ermächtigung hat die Bundesregierung in Gestalt einer Zweiten Verordnung zur Aenderung der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung vom 9. Dezember 1950 Gebrauch gemacht. — Durch diese Verordnung wird die Bewertungsfreiheit für geringwertige Anlagegüter (§ 7 der Einkommens teuer-Durchführungsverordnung — in der Fassung der EStDV 1950) eingeengt. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten im neuen oder gebrauchten Zustand, die bisher 500 DM nicht übersteigen durften, wenn für sie Bewertungsfreiheit in Anspruch genommen werden sollte, werden auf 200 DM reduziert. Beispielsweise konnte bisher eine Reiseschreibmaschine im Wert von 375 DM voll abgesetzt werden, jetzt muß der Betrag voll aktiviert und nur die zulässigen Abschreibungen dürfen abgesetzt werden. Entsprechend ist auch die Bewertungsfreiheit für Ersatzbeschaffung beweglicher Wirtschaftsgüter (§ 9 der erwähnten Durchführungsverordnung) eingeengt. Diese Verkürzung der Bewertungsfreiheit trifft unterschiedslos alle Veranlagten, gleichgültig, ob es sich um Landwirte, Handwerker, Kaufleute und Gewerbetreibende oder aber um Firmen handelt.
Durch vollständige Streichung des § 38 jener selben Durchführungsverordnung wird eine Steuerbegünstigung aufgehoben, von der bisher die freiberuflich Tätigen auf Antrag Gebrauch machen konnten. In dem § 38 hieß es unter anderem, daß bei der Ermittlung der Einkünfte aus einer freien Berufstätigkeit auf Antrag als Pauschbetrag für die Abgeltung von Betriebsausgaben, die zur Bestreitung des dem Steuerpflichtigen entstehenden, durch die selbständige Arbeit veranlaßten Aufwands dienen und die ihrer Natur nach nicht oder nur unvollkommen nachgewiesen werden können, fünf Prozent der Einnahmen, höchstens jedoch 1200 DM im Jahr abgesetzt werden können.
Die Verordnung ist am Tag nach ihrer Verkündung, also am 10. Dezember 1950 so rechtzeitig in Kraft getreten, daß der Abbau der erwähnten Steuerbegünstigungen schon ab Beginn des neuen Jahres in Kraft tritt. Die betroffenen Steuerpflichtigen, insbesondere die Freiberufler, die bisher im Genuß des § 38 standen, werden also für das kommende Jahr — unter sonst gleichbleibenden Verhältnissen — bereits etwas höhere Steuern aufzubringen haben als für das nunmehr bald abgelaufene.
Mehrarbeit Lohnsummensteuerfrei
SWF. Befreiung von der Lohnsummensteuer für Mehrarbeit, Nachtarbeit, Sonn- und Feiertagszuschläge sowie für Weihnachtsgratifikationen bis zur lohnsteuerfreien Höhe wird rückwirkend ab 1. Januar 1950 gewährt, teilt das Finanzministerium von Rheinland-Pfalz mit. Von der Lohnsummensteuer nicht befreit sind Mehrarbeitsbezüge von Arbeitnehmern, deren Lohn 7200 Mark im Kalenderjahr übersteigt.
v Der Stahlverbrauch soll in Amerika im Februar erheblich gekürzt werden. Am stärksten wird die Kürzung für Flachwalzerzeugnisse sein.
Börsen und Märkte
Bz. Die Frankfurter Börse verlief still. Das Interesse wandte sich einigen Chemie- und Metallwerten zu. von denen bekannt wurde, daß das Exportgeschäft weiter anwächst. Degussa 72,5 ( + 1,5). Goldschmidt 55 (+1). Metallgesellschaft 65 ( + ’/«). VDM 62,5 (+ 0,5). Maschinenwerte zogen an. Elektropapiere mußten kleine Abstriche vornehmen.
Freie Devisenkurse
Bz. Am 21. 12. 1950 hörte man an der Börse folgende freie Devisenkurse: Für den USA-Dollar 5,20 bis 5,40 DM, für das englische Pfund Sterling 12,50 bis 13,50 DM, für die dänische Krone —,48 bis —,52 DM, für den Hollandgulden 1,18 bis 1,28 DM, für den Schweizer Franken 1,18 bis 1,28 DM, für die schwedische Krone —,75 bis —,BO DM und für den österreichischen Schilling —,14 bis —,16 DM. In den Berliner Wechselstuben wurden für 1 DM-West 5,50 bis .5,70 Ostmark gezahlt bzw. für 5,75 Ostmark 1 DM-West geboten.
Bz. Eine Verringerung der Umlaufsmittel um 117,0 Mill. DM weist der Notenbankausweis vom 15. Dezember auf 8,056 Milliarden DM aus.
NE-Metallpreise in Neuyork
AP. Am Neuyorker Metallmarkt wurden für NE-Metalle notiert: Kupfer: 24,50 Cent pro Pfund Connecticut Valley, ausländisches 24,50 Cent loco; Blei: 17 Cent pro Pfund loco, ausländisches 17,50—17,75 Cent; Zink: 17,50 Cent pro Pfund St. Louis, ausländisches 22 Cent; Aluminium : 19 Cent pro Pfund Barren Verladeplatz, roh 18 Cent; Nickel: 50,5 Cent pro Pfund; Platin: 90 Dollar pro Unze (etwa 28,5 Gramm en gros, 93 Dollar en detail loco; Silber: 80 Cent pro Unze loco, 70 Pence London; Zinn: 1,46 Dollar pro Pfund loco; Quecksilber: in Flaschen (76 Pfund) 120—123 Dollar, loco.
Obst- und Gemüsemarkt vom 21. Dezember
Gemüse: Blumenkohl, Größe H 30, Blumenkohl, Größe HI 12, Rosenkohl 43 bis 48, Weißkohl 6, Wirsing 3—B, Winterkohl 7, Karotten, lose, 10—12, Lauch 11—13, Rote Rüben 4—5, Sellerie, Stückware, 25—39, Feldsalat 40—41, Endivien-Salat 12—22, Zwiebeln 91, Sellerie, Pfundware, 27—28, Petersilie 75—90, Radies Bdl. 21. — Obst: Tafeläpfel I 15—30, Wirtschaftsäpfel 10—12. Marktlage: Zufuhren gering. Verkauf langsam.
Bestattungen am Freitag, dem 22. 12. 1950 Beerdigungen: Alter Friedhof: 14.00 Bommarius, Karl, Griesheim b. Da., 74 Jahre Bessunger Friedhof: 15.00 Jakobi, Friedrich, Moosbergstraße 65, 78 Jahre Arheilger Friedhof: 14.00 Fornoff, Marie, Parkstr. 36, 80 Jahre
Bekanntmachungen Schlachthof (Freibank) Freitag von 7.30 bis 11.30 Uhr Nr. I—soo. Samstag kein Verkauf. Gaststätten in der Silvesternacht 1950/51 dürfen bis zwei Uhr offengehalten werden, nachdem der Regierungspräsident in Darmstadt auf Grund des Paragraphen 14 des Gaststättengesetzes die Sperrstunde für Gaststätten in dieser Nacht allgemein auf zwei Uhr festgesetzt hat. Wirte, die ihre Lokale länger offen¬ halten wollen, müssen rechtzeitig vorher einen entsprechenden Antrag beim Amt für öffentliche Ordnung in Darmstadt, Lagen¬ hausstraße 1, Zimmer 403, stellen. Darmstadt den 20. Dezember 1950. Stadt Darmstadt, Amt für öffentliche Ordnung Nach Mitteilung des Reg.-Vet.-Rates für den Landkreis Darmstadt ist die ansteckende Blutarmut unter dem Pferdebestand des Georg Weber, Hahn b. Ober-Ramstadt, erloschen. Die angeordneten Sperr- und Schutzmaßnahmen wurden aufgehoben. Darmstadt, den 7. Dezember 1950. Der Landrat des Landkreises Darmstadt. 1. V.; Schön. Nach Mitteilung des Reg.-Vet.-Rates für den Landkreis Darmstadt ist unter den Rinderbeständen der Gemeinde Nieder-Beerbach die Deckinfektion des Rindes festgestellt worden. Gemäß den Be¬ stimmungen der viehpolizeilichen Anordnung über die Bekämp¬ fung der Deckinfektion des Rindes vom 21. 2. 1938 (Reg.-Blatt S. 17) ordne ich folgende Schutzmaßnahmen an: 1. Der Deckbetrieb in der Bullenhaltung der Gemeinde Nieder- Beerbach ist bis auf weiteres verboten (§ 4 o. a. Anordnung). 2. Die Rinderbestände in Nieder-Beerbach sind der tierärzt¬ lichen Einzeluntersuchung und Behandlung auf Kosten der Tierbesitzer zu unterwerfen (§§ 3 und 12 Abs. 3 o. a. An¬ ordnung). 3. Den Anordnungen des Reg.-Vet.-Rates ist unbedingt Folge zu leisten. Der Landrat des Landkreises Darmstadt. — Ordnungsamt — I. V.: Schön.
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Stadthalle: Heute 15 und 18 Uhr TISCHLEIN, DECK DICH EgtSMiaEßaa II M I A U Unser Weihnachts-Festprogramm U N I U H König für eine Nacht mit Adolf WohlbrUck, Willy Fritsch, Anne¬ lies Reinhold u. a. • Ein neuer deutscher Film, charmant, humorvoll und musikalisch beschwingt. Täglich: 13.45 - 16.00 - 18.15 - 20.30 Vorverkauf ab 11 Uhr für beide Feier¬ tage. Heiliger Abend (Sonntag) nur 13.45 und 16.00 Uhr Kulturfilm-Matinee am 1. und 2. Feiertag, vormittags 11.00 Uhr: Ruf 3373 „LH AS ALO" Ein abenteuerlicher Film aus Tibet (Matinee-Preise) THALIA .Es kommt ein Tag mit Dieter Barsche, Maria Schell, Lil Dagover, Gustav Knuth u. a. Ein Film, der auf dem Urgrund der Liebe und des menschlichen Verstehens basiert - • ein Film, den jeder sehen sollte. Ant 14.00 - 16.00 - 18.15 - 20.30 Uhr Vorverkauf ab 11.00 Uhr 2. Feiertag, vorm. 11 Uhr, Jugendvorstel¬ lung der deutschen Märchenbühne _ < Frau Holle Ruf 3390 Kein Film, sondern richtiges Theater RfII jj A Heute Start unseres Weihnachtsprogramms Atilla Hörbiger, Ilse Ext, Eduard Köck und andere Mitglieder der Münchener Exel-Bühne in Wr Der Berghofbauer Ein Volksstück aus den Tiroler Bergen In Erstaufführung Ruf 3 95 heute 14.00 - 16.00 - 18.15 - 20.30 Uhr nA I ICT John WaVne * Gail Russel rALAJi Im Banne der roten Hexe Der unbeschreibliche Zauber der Süd¬ see — schöne Frauen — Kampf um Gold, V Perlen und Liebe. Ceylon, der Südpazifik und die chinesische Küste sind die Schau¬ plätze dieses erregenden Filmes Ruf 22 40 M w Anf.: 13.45 - 16.00 - 18.15 - 20.30 Uhr HÄnSA Wir bringen den neuesten Paula-Wessely-Film • CORDULA Einer der umfassendsten und reifsten Darstellungen, die wir vermutlich sehr lange Zeit haben werden. Ruf 31 79 Anf. 14 00 .160Q.180Q _2O 15 ühr I 111/r h Unser großes Weihnachtsprogramm: bOtK Freitag, 22., bis Montag, 25. Dez. , nav Freit. u Samstag, 20 Uhr, Sonnt. 14 Uhr Montag (1. Feiertag) 14, 17 und 20 Uhr DER DORFMONARCH mit Joe Stöckel, Elise Aulinger, Karin Hardt u. a. Dienstag (2. Feiertag), 14, 17 u. 20 Uhr Mittw. u. Donnerstag 20 Uhr: Errol Flynn Herr des Wilden Westens Sugenheim 1. u. 2. Feiertag je 14 Uhr Jugendvorstell. I f f i I i Freitag bis einschließlich 1. Feiertag JkALA Der Bettelstudent nach der Operette von Karl Millöcker mit Marika Rökk, Johannes Heesters • 2. Feiertag: bis Donnerstag Das Schweigen im Walde nach dem Roman von Ludwig Ganghofer mit Paul Richter, Hansi Knotek 1. u. 2. Feiertag 22.30 Nachtvorstellung ARTISTEN CDerSiaat mit Harry Piel