Viermächte-Konferenz im März?
Vorher keine Entscheidung über deutschen Verteidigungsbeitrag
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Da. Bonn, 20. Dezember. Maßgebende alliierte Stellen in Bonn erklärten am Mittwoch, daß die von den Sowjets vorgeschlagene Viermächtekonferenz voraussichtlich Ende Februar/Anfang März stattfinden werde. Konkrete Ergebnisse der Verhandlungen über den deutschen Verteidigungsbeitrag seien vorher nicht zu erwarten.
Bundeskanzler Dr. Adenauer wird Donnerstag nachmittag auf dem Petersberg von den drei Oberkommissaren über das Ergebnis der Brüsseler Konferenz und die gesonderten Besprechungen der Außenminister der drei Westmächte unterrichtet.
Vier Fragen
Im einzelnen wird sich diese Unterrichtung vor allem auf folgende vier, Deutschland betreffende, Fragen erstrecken:
1. In deutsch-alliierten Verhandlungen über,den Spoffordplan, der die Uebergangszeit bis zur Schaffung einer westeuropäischen Armee behandelt, muß dec deutsche Standpunkt klargestellt werden. Bekanntlich hat Bundeskanzler Dr. Adenauer die Forderung vertreten, daß die deutschen Truppenkontingente auch schon in der Uebergangszeit nicht diskriminiert werden dürfen. Ein Sprecher der Bundesregierung empfahl am Mittwoch, das Nachdenken über den Spoffordplan vorerst den militärischen Sachverständigen zu überlassen.
2. Die Oberkommissare werden den Bundeskanzler von der französischen Absicht in Kenntnis setzen, im Januar die von den Franzosen in Brüssel amtlich angekündigte Plevenplan-Konferenz in Paris abzuhalten. Die Bundesrepublik soll auf dieser Konferenz ebenso gleichberechtigt sein, wie sie zur Zeit bei der Schumanplan-Konferenz gleichberechtigt ist.
3. In Brüssel ist von den Außenministern der drei Westmächte aberkannt worden, daß für die Einbeziehung der Bundesrepublik in die Westverteidigung bestimmte politische Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Sie haben die Oberkommissare bevollmächtigt, mit der Bundesrepublik über eine Veränderung des gegenwärtigen Besatzungsregimes zu verhandeln.
Es dürfte sich hierbei um die Verwirklichung des deutschen Vorschlags handeln, das Besatzungsregime durch den Abschluß eines Sicherheitsvertrags zu beendigen.
4. Die Oberkommissare haben aus Brüssel dem Bundeskanzler die Stellungnahme der drei Außenminister zu der vom Kanzler vorgeschlagenen vorläufigen Form einer Schuldenanerkennung mitgebracht. Das Kabinett hat sich nach einem Referat des Bundeskanzlers über die außenpolitische Lage und die Frage der Schuldenanerkennung mit der Haltung des Kanzlers in der Schuldenfrage erneut einverstanden erklärt.
Verteidigung an der Elbe
W. Brüssel, 20. Dezember. (Eigener Bericht.) Brüsseler politische Kreise bezeichnen als das wichtigste Ergebnis der Brüsseler Konferenz, daß man die Amerikaner zu der Zusage bewegen konnte, Europa mit oder ohne Deutschland an der Elbe zu' verteidigen. Das „mit oder ohne Deutschland“ wird unverhohlen als der große diplomatische Sieg des alten Europa gewertet. Frankreich hat sich keineswegs gesträubt, einer deutschen Beteiligung zuzustimmen. Es hat aber erreicht, daß endgültig darüber nicht beschlossen werde. Dieses Ergebnis hat erst Acheson abgerungen werden müssen. Man hat dem amerikanischen Ungestüm, alles, was in Europa als wichtiger Partner angesehen werden könne, gegen Moskau einzusetzen — und dazu gehörte nach Washingtoner Auffassung eben auch Bonn — den Wind aus den Segeln genommen, als man sich spontan für Eisenhower einsetzte. Paris war aber von vornherein nach Brüssel gekommen, um zu bremsen.
Erste Reaktion in Moskau
Moskau, 20. Dezember, (dpa) In einem Kommentar zu der Brüsseler Atlantikpakt-Konferenz behauptete der Sender Moskau am Mittwoch, die Konferenz habe eine klare antisowjetische Tendenz gezeigt. „Durch den Beschluß, den verbrecherischen deutschen Militarismus wieder aufzurichten, haben die Konferenzteilnehmer nicht nur einen Verrat am Frieden, sondern auch an ihren eigenen Völkern begangen.“ Die Verantwortung für die Folgen einer solchen Maßnahme müßten die Teilnehmerstaaten der Brüsseler Konferenz tragen.
Rußlands Kriegssflotte wächst
Sie geht weit über das Verteidigungsmaß hinaus
London, 20. Dezember. (AP.) In der Sowjetunion ist eine Kriegsmarine im Entstehen, die weit über das zu einer Verteidigung erforderliche Maß hinausgeht, heißt es in der neuesten Ausgabe des jährlich erscheinenden britischen amtlichen Organs „Fighting ships“.
Im Juni sei bereits in der Sowjetunion ein Schlachtschiff von 35 000 bis 37 000 Tonnen in Dienst gestellt worden, dessen Türme zum Abfeuern ferngelenkter Geschoße eingerichtet seien. Ein weiteres Schiff dieses Typs werde im März vom Stapel gelassen und ein drittes befinde sich im Bau.
Es sei anzunehmen, daß die sowjetische Marine über 350 bis 370 einsatzbereite U-Boote verfüge. Weitere 120 befänden sich wahrscheinlich im Bau.
Die sowjetische Kriegsmarine wird voraussichtlich in Kürze über vierzehn schwere 9500-Tonnen-Kreuzer der „Kirow“-Klasse und zwei ehemals deutsche Kreuzer der 15 200-Tonnen-Klasse verfügen. Damit würde die Sowjetunion in jeder ihrer vier Flotten, der Nordflotte, der Schwarzmeerflotte, der Fernostflotte und der Ostseeflotte, über je vier schwere Kreuzer verfügen. Ferner werde angenommen, daß sich die sowjetische Marine hauptsächlich auf schwere Zerstörer stütze, von denen sie bereits 48 besitze.
Der amerikanische Unterstaatssekretär für die Armee, Frank Pace, ist in Frankfurt eingetroffen. Auf der Atlantikkonferenz in Brüssel hatte er Verteidigungsminister Marshall vertreten. — Unser Bild zeigt von links nach rechts: General Handy, Vizeadmiral Wright, Frank Pace und General Collins. Foto: UP-Acme
300 Millionen für den Wohnungsbau
Mit Erhöhung der Altmieten im kommenden Jahr ist zu rechnen
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Da. Bonn, 20. Dezember. Das rechtzeitige Anlaufen des Wohnungsbaues im kommenden Baujahr ist durch die Vorausbewilligung von 300 Millionen Mark für den sozialen Wohnungsbau sichergestellt worden. Das Kabinett hat die Bewilligung beschlossen und der Haushaltsausschuß des Bundestages hat ihr zugestimmt.
Wie Bundeswohnungsbauminister Wildermuth mitteilte, werden von insgesamt 500 Millionen Mark, die im Etat 1951/52 für den sozialen Wohnungsbau enthalten sein werden, 300 Millionen Mark vorgezogen und den Ländern bereits zugeteilt Der Bundeswohnungsbauminister glaubt daß die zur Stärkung des Kapitalmarktes geplanten Maßnahmen bereits im zweiten Halbjahr zur Auswirkung gelangen. Der Abbau sonstiger Einkommensteuervergünstigungen wird dem ^iterhm steuerbegünstigten Sparen pinen Auftrieb geben. Die Schaffung p nes neuen Wertpapiertyps, der ein Mittelding zwischen Aktie und Pfandbrief darstellt, soll das Interesse für Wertpapiere beleben.
Weiter hat das Kabinett die Bereitc+pihmg von 36 Millionen Mark für den r p rga rbeiterwohnungsbau „JtPr der Voraussetzung beschlossen, daß der Bundestag Mittel hierfür durch Verabschiedung des Mineralölsteuergesetzes W^ hnraummangelgesetz
das die Bundesregierung jetzt verabschiedet hat, bringt eine Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft und soll den Althausbesitzern ähnliche Freiheiten bei der Auswahl der Mieter gewähren, wie das Wohnungsbaugesetz für die Eigentümer von Neubauten gebracht hat.
Über die Frage der Anpassung der Altmieten an die Mieten für Neubauten erklärte der Bundeswohnungsbauminister, daß sich hiermit zur Zeit die zuständigen Ressorts beschäftigen würden. In welchem Umfange Mieterhöhungen stattßnden sollten, stehe noch nicht fest.
Umgliederung in Fontainebleau
Brüssel, 20. Dezember. (AP/dpa) Die fünf Länder der Westunion beschlossen am Mittwoch eine Umstellung ihrer Verteidigungsorganisationen im Sinne der Empfehlungen des Atlantikpaktrates zum Aufbau einer gemeinsamen Verteidigung vorzunehmen. Die im Brüsseler Pakt übernommenen Verpflichtungen sollen jedoch von diesem Umbau nicht berührt werden.
Der Beschluß der Paktstaaten, ihre Verteidigungsorganisation umzugliedern, bedeutet praktisch die Auflösung des Hauptquartiers der Westunion in Fontainebleau oder seine Eingliederung und Ueberführung in den Stab General Eisenhowers.
Vorgeschobenes Hauptquartier
Denkt man an Frankfurt?
Paris, 20. Dezember, (dpa) General Eisenhower soll nach einem Bericht der französischen Zeitung „Le Monde“ die Absicht haben, sein europäisches Hauptquartier in Versailles oder in Fontainebleau und ein „vorgeschobenes Hauptquartier“ in Frankfurt einzurichten. Eine Entscheidung hierüber sei jedoch noch nicht gefallen.
13 Milliarden Mark
Zivil-Verteidigungsprogramm Amerikas
Washington, 20. Dezember. (AP.) Das amerikanische Repräsentantenhaus hat am Mittwoch einen Plan für die Zivilverteidigung gebilligt und dem Senat zur Annahme zugeleitet. Der Plan sieht vor allem Maßnahmen zum Schutze gegen Atombombenangriffe vor. Die Kosten des Programms sollen sich auf 13 Milliarden DM belaufen.
Weihnachtsbotschaft Trumans
Washington, 20. Dezember, (dpa) In einer Weihnachtsbotschaft an die USA-Streitkräfte äußerte Präsident Truman die Hoffnung, daß das neue Jahr die Menschheit der Verwirklichung von Freiheit und Gerechtigkeit näher bringen werde.
Wieder Söul
*** Wenn wir von chinesischer Höflichkeit hören, so verbindet sich für uns damit der Begriff von etwas Undurchsichtbarem und Hintergründigem. Nun hat General Wu, der Führer der rotchinesischen Delegation in Lake Success, vor seinem Rückflug dem amerikanischen Volk ein „glückliches neues Jahr“ gewünscht und dabei der Ueberzeugung Ausdruck verliehen, das amerikanische Volk wolle nicht in Korea einen neuen Weltkrieg beginnen. Wu soll außerdem den indischen Delegierten Sir Benegal Rau zu weiteren Vermittlungsversuchen ermutigt haben. Auch bei diesen Aeußerungen kann man nicht recht warm werden, denn es ist sehr fraglich, ob sie mehr bedeuten als eine konventionelle chinesische Höflichkeit. Seine Friedensbereitschaft hat China mehrfach erklärt, aber es hat sie an Bedingungen geknüpft, die von den Vereinten Nationen sehr schwer zu erfüllen sind und jeden anderen Vorschlag, als den seinen, als eine „heuchlerische Verschwörung“ bezeichnet.
In Korea selbst trifft China jedenfalls keinerlei Vorbereitungen zu einem Waffenstillstand. Obwohl die Amerikaner endlich eine Zensur von militärischen Nachrichten eingeführt haben, geht aus den spärlicher gewordenen Meldungen hervor, daß die Kämpfe um den Hungnam-Brückenkopf äußerst kritisch geworden sind. Zudem scheinen die Chinesen die Absicht zu haben, mit fünf Armeekorps, die am 38. Breitengrad aufmarschiert sind, auf die südkoreanische Hauptstadt Söul vorstoßen zu wollen. Die Schrecken eines modernen Krieges kann man erst richtig ermessen, wenn man sich erinnert, daß Söul am 28. Juni (48 Stunden nach Beginn der Feindseligkeiten) von den Nordkoreanern erobert wurde. Drei Monate lang, bis zur Wiedereroberung am 27. September, war die Stadt das Ziel heftiger Luftangriffe. Und nun wird wiederum die Räumung Söuls vorbereitet. 1,5 Millionen Zivilisten sollen sich in ihr befinden. Das ist eine weit größere Bevölkerungszahl als Söul jemals in normalen Zeiten besessen hat. Man kann daher nur annehmen, daß in den Trümmern der Stadt Scharen von Flüchtlingen aus dem Norden des Landes hausen. Sie müssen sich also abermals auf die Flucht begeben. Welches wird ihr Schicksal sein, wenn die Truppen der Vereinten Nationen wiederum auf Pusan zurückgedrängt werden?
Wir Deutschen, die ähnliches Flüchtlingsleid erlebt haben und jeden neuen Krieg verabscheuen, empfinden die Tragödie des koreanischen Volkes gerade in diesen Tagen mit schmerzlichem Mitgefühl.
Ein wirklicher Fortschritt?
Von J. SchäferIn den Vorweihnachtstagen, in denen sich die Menschen auf das Fest des Friedens und der Liebe vorbereiten, ist die politische Atmosphäre mit größten Spannungen geladen. Die zwei Blöcke, in die sich die Welt hat aufspalten lassen, sprechen ganz verschiedene Sprachen, als wenn eine neue babylonische Sprachenverwirrung eingetreten sei. Was für den einen schwarz ist, nennen die anderen weiß, Abwehrwille wird mit Angriffsgeist vertauscht und umgekehrt. Wieder findet das Wort des schwedischen Staatsmannes Axel Oxenstierna seine traurige Bestätigung: „Man glaubt nicht, mit wie wenig Verstand die Welt regiert wird.“
Die Westmächte haben sich durch die Politik Moskaus überrunden lassen. Sie sahen nicht, wie sich von Tag zu Tag das internationale Kräfteverhältnis verschob. Wenn sie aber diese Wandlungen bemerkten, zogen sie nicht rechtzeitig daraus die notwendigen Folgerungen. Daß gerade von deutscher Seite auf die heraufziehenden Gefahren schon frühzeitig hingewiesen wurde, lag nicht zuletzt darin begründet, daß wir, eingekeilt zwischen den beiden Mächtegruppierungen, eine bessere Witterung für das Kommende hatten. Aber die warnenden Stimmen aus Deutschland —• es waren nicht die einzigen — wurden tragischerweise vielfach überhört, weil man uns mit einem gefährlichen Ressentiment begegnete und sich nicht dazu durchringen konnte, in großzügiger Weise dem Wandel der Zeiten Rechnung zu tragen. Die psychologischen Wirkungen ließ man vielfach ganz außer acht, obwohl doch sonst so viel von Psychologie und von der Kunst der Menschenbehandlung gesprochen wurde. Auf diese Weise ist die Welt wieder einmal in eine verfahrene, den Frieden bedrohende Lage hineingeschliddert. Rücksicht auf Moskau
Haben nun die Brüsseler Konferenzen der zwölf Atlantikpakt-Mächte und der drei Außenminister die große, unbedingt notwendige Wende und einen wirklichen Fortschritt gebracht? Man ist sich einig geworden über eine gemeinsame Abwehr-Armee in Europa unter General Eisenhower, Diese internationale Streitmacht soll schnell aufgebaut werden; bei dem Mangel an Truppen und Ausrüstungen ist jedoch dazu eine längere Zeit nötig. Wird Rußland, wenn es Angriffsabsichten hat, so lange warten? Die von Moskau angeregte und von den Westmächten im Prinzip angenommene Vierer - Konferenz muß eine gewisse Klärung bringen. Ob die Besprechung allerdings zustande kommt und nicht schon in den Vorverhandlungen über die Themen scheitert, bleibt abzuwarten. Bisher hat sich von Moskau aus noch keine Reaktion gezeigt, aus der man ein Urteil über die Frage gewinnen könnte, ob die Brüsseler Beschlüsse den russischen Willen zu einer Besprechung gestärkt oder vermindert haben. Es kann nicht übersehen werden, daß man in Brüssel auf den Konferenzvorschlag des Kreml ebensosehr Rücksicht genommen hat wie auf die letzten Moskauer Protestnoten, in denen Großbritannien und Frankreich vor einer Wiederbewaffnung Westdeutschlands erneut gewarnt wurden. Entscheidend bleibt, zu welchen Ergebnissen eine Viermächte-Besprechung kommt. Auch die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen, daß man sich dort vielleicht auf unsere Kosten einigen könnte. Aus der zugespitzten internationalen Lage erklärt sich das Verhalten der
Atlantikpakt - Mächte gegenüber Westdeutschland. Ueber die Einbeziehung deutscher Einheiten in die gemeinsame Armee herrschte ebenfalls eine einmütige Auffassung. Aber die Frage, wie und wann die deutsche Beteiligung vor sich gehen soll, blieb offen, wobei der französische Standpunkt von starkem Einfluß war. Paris zeigt immer noch Befürchtungen gegenüber einer deutschen Wiederbewaffnung und zieht eine Einigung mit Moskau vor. Die Oberkommissare sollen nun in „großer Bewegungsfreiheit“ mit der Bonner Regierung verhandeln. Es kommt darauf an, wie die Vorschläge im einzelnen aussehen. Der französische Oberkommissar Francois-Poncet nannte sie allgemeine Richtlinien, die als Diskussionsgrundlage dienen sollen. Daß irgendwelche Abmachungen die militärische und politische Gleichberechtigung Deutschlands voraussetzen, ist von deutscher Seite immer wieder betont worden. Diplomatische Kreise erklärten in Brüssel, Deutschland werde praktisch die volle Gleichberechtigung erhalten, wenn es der vorgesehenen internationalen Streitmacht beitrete. Wenn dieser Plan wirklich besteht, dann kann es auch keine irgendwie geartete Diskriminierung eines etwaigen deutschen Kontingents mehr geben, weder in der Stärke der einzelnen Kampfeinheiten noch auch in der Bewaffnung sowie in der Führung. Schwierige Besprechungen
Die Bonner Verhandlungen werden aus den verschiedensten Gründen sehr schwierig und aller Voraussicht nach auch langwierig sein. Die Bundesregierung hat einen schweren Stand. Denn es handelt sich hier um Lebensfragen für Deutschland. Während sie sich bisher in ihrer Stellungnahme zu den Brüsseler Abmachungen mit Recht die größte Zurückhaltung auferlegte, weil sie die Einzelheiten noch nicht kennt, hat der Führer der Opposition sofort am Dienstag dem Vorschlag einer deutschen Beteiligung sein „Nein“ entgegengesetzt, allerdings unter Berücksichtigung der in diesem Augenblick bekannten Voraussetzungen. Es geht hier um ein so lebenswichtiges Problem, daß eine sorgfältige Prüfung und Abschätzung aller Möglichkeiten dringend notwendig ist. Die Meinung des Volkes, das wie die anderen Völker den Frieden will, ist dabei außerordentlich wichtig.
Aus Paris verlautete, daß der in Brüssel angenommene Spofford-Plan eine A u s - weich-Klausel enthalten solle. Danach könnte auf die deutsche Wiederbewaffnung verzichtet werden, wenn ein wichtiges Ereignis einträte, wodurch sich die Voraussetzungen dieses Planes änderten. Ein solches Vorkommnis würde unter anderem eine im Sinne der vier Mächte erfolgreiche Konferenz sein. Eine deutsche Ablehnung wäre wohl auch ein derartiges Ereignis, was natürlich weitere Folgen nach sich ziehen müßte. Es gibt zu denken, wenn selbst der frühere amerikanische Präsident Hoover am Mittwochabend in einer Rundfunkansprache erklärte, Amerika müsse zum „Gibraltar“ der westlichen Zivilisation ausgebaut werden; er forderte die Regierung auf, keine Waffen und kein Geld mehr nach Europa zu schicken, bis es selbst so viel aus eigener Kraft geschaffen habe, daß der Kommunismus militärisch in Europa auf gehalten würde; die Europäer müßten sich endlich auf sich selbst besinnen. Brüssel hat eine neue Phase der internationalen Politik eingeleitet; ob sie einen wirklichen Fortschritt zur Entspannung der politischen Lage bedeutet, wird sich bald zeigen. Moskau bleibt ausschlaggebend, Die Bonner Verhandlungen werden wohl erst nach der Vierer-Konferenz in ihr entscheidendes Stadium treten. Auch’ der für Januar vorgesehenen Pariser deutsch-alliierten Konferenz über eine einheitliche Europa-Armee ( Pleven-Plan) kommt eine besondere Bedeutung zu. Man sieht, daß noch manche Unbekannte im Spiele ist.
Ahbschiedsempsang Stocks
Wiesbaden, (dpa) Der vier Jahre im Amt gewesene hessische Ministerpräsident Christian Stock hat bei einem Abschiedsempfang seiner engeren Mitarbeiter erklärt, er' freue sich, von der Bürde des Amtes des Regierungschefs erlöst zu sein. Er könnte nun in Zukunft von seinem Sitz als Landtagsabgeordneter viele Dinge sagen, die auszusprechen ihm sein Amt bisher unmöglich gemacht hätte.
Bei einer Abschieds feier für das alte hessische Kabinett sprach der amerikanische Landeskommissar Dr. Newman dem bisherigen Ministerpräsidenten Stobk und den scheidenden Ministern seine Anerkennung aus und wies auf die Fortschritte hin, die Hessen unter Stocks Führung gemacht habe. In seiner Erwiderung erklärte Stock, ohne die amerikanische Hilfe und Unterstützung hätte die hessische Bevölkerung niemals die erreichten Fortschritte erzielen können.
Kultusminister Metzger?
Wiesbaden, 20. Dezember. (Eig. Bericht.) Wie wir zuverlässig erfahren, hat Ministerpräsident Zinn das Amt des Kultusministers dem Darmstädter Oberbürgermeister Metzger angeboten. Metzger, dessen Name bereits verschiedentlich im Zusammenhang mit der Regierungsbildung genannt worden ist, hat eine bedingte Zusage gegeben, da er sich dem Amt des Oberbürgermeisters verpflichtet fühlt und sich erst endgültig entscheiden möchte, wenn die Frage seiner Nachfolgeschaft in Darmstadt geklärt ist.
SPD-Stadträte treten zurũck
Marburg, (dpa) Die Kreisgruppe Marburg der SPD empfahl ihren Mitgliedern, so lange aus sämtlichen Ausschüssen und Parlamenten fernzubleiben und ihre ehrenamtliche Tätigkeit einzustellen, bis die Anschuldigungen der CDU-Fraktion wegen einer angeblichen SPD-Einflußnahme in der Marburger Polizei entkräftet sind. So haben bereits zwei der SPD angehörende Marburger Stadträte dem Oberbürgermeister mitgeteilt, daß sie ihr Amt vorläufig nicht ausüben werden.
Tödlicher Unfall
Eschwege. (dpa) Der Wahlkreisverbandsvorsitzende der FDP im Bezirk Eschwege,. Fritz Kolb, wurde am Mittwoch bei einem Autounfall in der Nähe von Helsa (Landkreis Kassel) schwer verletzt, seine Frau auf der Stelle getötet.
In wenigen Zeilen...
5100 Tonnen Liebesgaben amerikanischer Wohlfahrtsverbände und Kirchen trafen in den letzten vier Wochen in Bremen ein. Bayern wird im Bundesrat künftig durch drei CSU-Minister und zwei SPD-Minister vertreten sein.
In Wiesbaden wurde von politisch, rassisch und religiös Verfolgten eine Zweiggruppe des Verbandes für Freiheit und Menschenwürde gegründet.
Weihnachtszuwendungen bis zu hundert Mark werden, wie das Bundesarbeitsministerium mitteilt, bei der Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge nicht berücksichtigt.
Durch Werfen von zwei Tränengasbomben vereitelten in Lübeck unbekannte Jugendliche eine Versammlung der kommunistischen „Gesellschaft der Freunde der Sowjetunion".
Die belgische Abgeordnetenkammer hat die Einberufung von 150 000 Wehrpflichtigen zum Heeresdienst im Jahre 1951 beschlossen.
Italien wird Anfang kommenden Jahres die Serienproduktion modernster Düsenjäger aufnehmen.
lieber 1000 Personen sind bisher der Cholera-Seuche zum Opfer gefallen, die seit fünf Tagen im Gebiet von Bengalen und Madras wütet.
Der jüdische Weltkongreß hat schriftlich bei der amerikanischen Oberkommission gegen die Revision der Landsberg-Urteile protestiert.
Das „Gesetz über die Parteien“
Hessische Stellungnahme zu einem Bundesgesetzentwurf
Wiesbaden, 20. Dezember. (Eigener Bericht.) Das hessische Innenministerium arbeitet zur Zeit eine Stellungnahme zu dem vom Bundesinnenministerium den Ländern unterbreiteten Referentenentwurf eines „Gesetzes über die Parteien“ aus. Nach dem Gesetzesentwurf sind die Parteien gehalten, unter Vorlage ihres Parteiprogrammes sowie der Nominierung eines aus drei Mitgliedern bestehenden Vorstandes sich in ein eigens hierfür zu schaffendes Parteienregister einzutragen. Nach den weiteren Gesetzesbestimmungen ist für die Mitgliedschaft in einer Partei ein Mindestalter von 21 Jahren, das heißt das Wahlberechtigungsalter, vorgesehen. Jugendliche unter 21 Jahren können zwar in Jügendgruppen der jeweiligen Partei zusammen gefaßt werden, sollen jedoch in keinem Falle als ordentliche Mitglieder gelten.
Weiter bestimmt der Gesetzentwurf, daß in den Parlamenten kein Fraktionszwang ausgeübt werden darf und daß im voraus von den Abgeordneten gegebene Verzichtserklärungen auf ihr Landtagsoder Bundestags-Mandat ungültig sind. Die wesentlichste Bestimmung des Gesetzentwurfes über die Parteien ist jedoch die Pflicht eines alljährlich abzugebenden Rechenschaftsberichtes über’ die Herkunft der Parteigelder. Die Offenlegung der Parteifinanzen erstreckt sich dabei nicht nur auf die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen und den nachgeordneten Parteiverbänden, sondern vor allem auch auf die Geldeingänge von Einzelpersonen. Sie sind unter Namensnennung des Leistenden einzeln aufzuführen, soweit die jährliche Gesamtleistung einer Person eine 'gewisse Höhe übersteigt. Der Referentenentwurf hat die Betragshöhe zunächst offen gelassen, um von den Länder-Innenministerien hierfür geeignete Vorschläge zu erhalten. Sollte die Finanzgebahrung der Partei aus dem Rechenschaftsbericht, der der Registerbehörde vorgelegt und im Bundesanzeiger veröffentlicht werden soll, nicht klar genug hervorgehen, dann kann er durch einen Prüfungsbericht einer Treuhandgesellschaft ergänzt werden.
Hinsichtlich der Bestimmungen über die evtl. Zwangsauflösung einer Partei stützt sich der Referentenentwurf des Bundesinnenministeriums auf die entsprechenden Bestimmungen des Grundgesetzes. Bei Parteien-Auflösung sollen die jeweiligen Abgeordneten im Parlament Sitz und Stimme behalten, jedoch als fraktionslos geführt werden. Weiterhin sieht der Gesetzentwurf noch vor, daß bei Auflösung der Partei die Mitglieder des Vorstandes in den nächsten zwei Jahren in keinem Fall wieder als Vorstandsmitglieder in einer anderen Partei fungieren dürfen.
Der hessische Innenminister bejaht in seiner Stellungahme an das Bundesinnenministerium zunächst die grundsätzliche Notwendigkeit eines Parteiengesetzes. Bei den Eintragungen in das Parteiregister schlägt jedoch Hessen vor, dabei nicht nur eine Prüfung der Formalitäten vorzunehmen, sondern darüber hinaus auch zu berücksichtigen, ob der Parteizweck nicht dem Strafgesetzbuch zuwider läuft oder sich gegen die Völkerverständigung richtet. Ferner wünscht Hessen, daß die Strafbestimmungen im Falle der Weigerung der öffentlichen Rechnungslegung durch eine „Parteilöschung“ erweitert werden. Im Rechenschaftsbericht soll die Namensnennung eines Geldgebers dann erfolgen,“ wenn sein jährlicher Gesamtbetrag 250 DM übersteigt.
Persien alarmiert Grenzschutz
Teheran, 20. Dezember, (dpa) Der persische Grenzschutz wurde in Alarmbereitschaft versetzt. Gleichzeitig wurden die Feiern abgesagt, die für die nächste Woche wegen der Hochzeit des persischen Schahs vorgesehen waren. Ein Regierungssprecher erklärte, die Maßnahmen seien auf die außerordentlich ernste internationale Lage zurückzuführen.
Notmaßnahmen in England?
London, 20. Dezember. (AP.) Das britische Kabinett werde sich Anfang des neuen Jahres angesichts der Erweiterung dös Aufrüstungsprogramms mit der Wiedereinführung der Lohn- und Preiskontrollen der Kriegszeit befassen, verlautet aus gutunterrichteten Kreisen in London am Mittwochabend.
Noch keine Entscheidung
Düsseldorf, 20. Dezember, (dpa) Der Rat der internationalen Ruhrbehörde kam in seiner letzten Sitzung noch zu keiner Entscheidung darüber, ob die Kohlenexportquote der Bundesrepublik im Dezember gekürzt werden soll.
Ise Kochs, Totstell-Reslex“
Psychiatrisches Gutachten eines medizinischen Sachverständigen
Augsburg, 20. Dezember. (AP.) „Ilße Koch ist eine gefühlskalte sadistische Psychopathin, die für ihre Handlungen voll verantwortlich ist“, erklärte Professor Dr. Werner Leibbrand von der Universität Erlangen in einem längeren psychiatrischen Gutachten über die Angeklagte vor dem Augsburger Schwurgericht.
Leibbrand schilderte die Persönlichkeitsstruktur der Angeklagten, die zu Beginn des Prozesses eine eigentümliche Ungebrochenheit und Verbissenheit gezeigt habe, dann jedoch, als sie eingesehen habe, daß sie sich hier nicht wie bei dem SS-Gericht und dem amerikanischen Militärgericht einfach „abschirmen“ könne zusammengebrochen sei, weil sie sich zu viel zugemutet habe. Ihr Nervenzusammenbruch habe Aehnlichkeit mit dem „Totstellreflex“ der Bedrohten, der in Haft oft zu beobachten sei.
Nach den angeführten Tatsachen und seinen Beobachtungen müsse man die Koch als abnorme Persönlichkeit bezeichnen, sagte Leibbrand. Ihr Mann sei ein fast gesteigerter Typus gleicher Art gewesen. Nicht zuletzt durch seine erotische Abhängigkeit von ihr sei es der Angeklagten gelungen, ihre Stellung in Buchenwald zu einer Machtposition auszubauen.
Ilse Koch sei eine Exhibitionistin, vergleichbar mit einem Basilisk, der seine Opfer heranlockt, um sie quälen zu können. „Die sadistische Wurzel der Handlungsweise der Ilse Koch steht außer Zweifel“, sagte Leibbrand. Außerdem seien bei ihr fetischistische Neigungen, mit denen sie sich für Tätowierungen interessiert habe, festzustellen. „Gibt man einer Sadistin ein ganzes Menschenlager zum Spielen, dann nimmt das jene Formen an, die wir hier aus den Zeugenaussagen entnehmen konnten.“
99 Jahre Zuchthaus
Berlin, 20. Dezember (AP.) Der Oberste Gerichtshof der Sowjetzone hat nach sechstägiger Verhandlung zehn ehemalige leitende Angestellte der deutschen Solvay-Werke AG. und der Landesregierung Sachsen-Anhalt zu insgesamt 99 Jahren Zuchthaus verurteilt.
Die acht Angeklagten im Saal — zwei waren vor der Eröffnung des Verfahrens nach Westdeutschland geflüchtet — nahmen die Urteile ernst und gefaßt auf, nur die zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilte ehemalige Sekretärin des Solvay-Direktors Dr. Plünnecke brach in Tränen aus.
Weniger Lichtreklame
Düsseldorf, 20. Dezember. (AP.) Die Weihnachtsbeleuchtung in den Städten Nordrhein-Westfalen soll im Einvernehmen mit dem Einzelhandelsverband wegen der Kohlenknappheit ab 21 Uhr eingestellt werden, gibt das Wirtschaftsministerium am Mittwoch bekannt. Außerdem soll nach dem 26. Dezember die gesamte Lichtreklame in den Städten des Rheinlandes und Westfalens abgeschaltet werden.
Schärsfste Kallkulation
Köln, 20. Dezember, (dpa) Der Präsident der Hauptgemeinschaft ' des deutschen Einzelhandels, Hans Schmitz, stellt fest, das es absurd sei, generell von einer schlechten Moral des deutschen Handels zu sprechen. Der Handel sei in seiner überwiegenden Mehrheit mit allen Mitteln bemüht, Preiserhöhungen, die wesentlich durch die Entwicklung der internen Rohstoffmärkte verursacht würden, durch schärfste Kalkulationen aufzufangen.
Stimmen der Anderen
„Vnehrlichkeit“
Die Schweizer Morgenpresse nimmt am Mittwoch das Ergebnis der Brüsseler Atlantik-Besprechungen unterschiedlich auf. Am wenigsten befriedigt zeigt sich die Züricher „T a t“, nach deren Auffassung Brüssel nicht das „allgemeine Tohuwabohu“ beseitigt hat:
„Die Konferenz in Belgiens Hauptstadt begann in einer Atmosphäre der Verwirrung, in der kaum jemand genau wußte, was er selber will, geschweige denn der andere. Die militärischen Techniker können da lange ihre vollständige Einigung in die Welt hinausposaunen. Vielleicht der unerfreulichste Zug in der ganzen internationalen Debatte: ihre erschreckende Unehrlichkeit. Auch die von den Oberkommissaren im Gespräch mit Adenauer und von alliierten Sprechern in Deutschland wiederholte Behauptung, man denke gar nicht daran, deutsche Kontingente zu diskriminieren oder sie als Soldaten zweiter Klasse zu behandeln, verliert ihre Ueberzeugungskraft, wenn gleichzeitig die französische Oeffentlichkeit andauernd damit beschwichtigt werden soll, daß man ihr auseinandersetzt, was alles den Deutschen auf keinen Fall zugestanden werde. Das sind, um es einmal ganz brutal zu sagen, nichts anderes als primitive Roßtäuschermethoden, wobei es letzten Endes ziemlich gleichgültig ist, wer damit hereingelegt werden soll, die Deutschen oder die Franzosen oder alle beide.“
Kollektivschuld abgelehnt
Begrüßenswertes französisches Urteil Paris, 20. Dezember, (dpa) Das Militärgericht in Bordeaux hat es abgelehnt, neun ehemalige SS-Leute, gegen die keine individuelle Anklage vorlag, allein wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer als verbrecherisch erklärten Organisation zu verurteilen, wie der Ankläger es gefordert hatte.
„Es handelt sich hier darum“, sagte deif Gerichtsvorsitzende in seiner Begründung, „festzustellen, ob sich ein französisches Gericht für die Anwendung der Kollektivbestrafung oder für dib individuelle Bestrafung entscheiden sollte.“ Mit sechs gegen eine Stimme wurden die seit Kriegsende in Haft befindlichen neun SS-Leute freigesprochen.
Eine Zweckmeldung der Ostzone
Keine deutschen Massengräber bei Frankfurt/Oder
Bonn, 20. Dezember, (dpa) Die von sowjetzonaler Seite an die Auffindung eines Grabes ehemaliger Soldaten bei Frankfurt (Oder) geknüpfte Vermutung, daß mit größter Wahrscheinlichkeit noch auf allen ehemaligen Kriegsschauplätzen Massen- und Einzelgräber deutscher Soldaten verstreut lägen, wurde von einem ehemaligen hohen deutschen Offizier, der damals maßgeblich die Verantwortung für den fraglichen Frontabschnitt trug, zurückgewiesen.
Der Offizier erklärt, in dem besagten Frontabschnitt hätte ein großer Teil einer Kompanie der Division „Feldherrnhalle“ zusammen mit einigen leichten Panzern eines SS-Verbandes in einer Eisenbahnunterführung Schutz gesucht. Diese sei plötzlich zusammengestürzt, und zwar weil sie, wie eine sofort vorgenommene Untersuchung ergeben habe, zur Sprengung vorbereitet und mit einer Sprengladung versehen worden war, die durch einen Volltreffer der sowjetischen Artillerie ausgelöst worden sei.
MacArthur verhängt Zensur
Tokio, 20. Dezember. (AP.) An der Nordwestfront Koreas kam es am Mittwoch erstmals nach über einer Woche wieder zu schweren Gefechten zwischen neuen nordkoreanischen Truppen und südkoreanischen Verbänden. Alle Versuche der Kommunisten, auf 50 km breiter Front auf der Höhe von Chunchon vorzurücken, wurden jedoch vereitelt.
Das Hauptquartier General Mac Arthurs gab bekannt, daß starke nordkoreanische Streitkräfte entlang dem 38. Breitengrad zusammengezogen würden. Es soll sich um fünf Armeekorps in einer Stärke von fünfzehn Divisionen handeln.
Die Kämpfe mit den angreifenden chinesischen und nordkoreanischen Streitkräften im Brückenkopf von Hungnam halten weiter an. Schiffs- und Landartillerie fügte dem Feind schwere Verluste zu.
General Mac Arthur hat am Mittwoch über alle Nachrichten vom koreanischen Kriegsschauplatz Zensur verhängt.
Margueriten IM BLAUEN FELD
Kriminalroman von Ullrich v. Bissing9. Fortsetzung Nun wandte sich der ältere Herr nach einiger Zeit um und verfolgte aufmerksam das trotz des Regens bewegte Bild vor dem Portal des auf der gegenüberliegenden Straßenfront hell erleuchteten Theaters. Reihen eleganter Wagen fuhren dort vor. Der Portier, unterstützt durch zwei Pagen, begleitete die eintreffenden Gäste unter einem weiten, großen Regenschirm von den Automobilen zum Portal. Es war der glanzvolle Abend einer großen Premiere. Der Herr vor dem Antiquitätengeschäft wußte es. Er lebte nicht umsonst gegenüber diesem modernen Revuetheater. Er kannte nicht nur einen großen Teil der dort auftretenden Schauspielerinnen, sondern auch einen großen Teil enttäuschter Hoffnungen. Doch den Namen Hachenberg kannte man dort auch.
Hachenberg war ein Antiquitätenhaus von hohem Ruf. Sein Schaufenster war nur viermal vier Meter groß, aber die Kunden, die vor diesem Schaufenster standen, kamen aus aller Herren Welt. Es war nicht nur ein großer Teil Käufer unter ihnen, sondern auch ein großer Teil Verkäufer. Es war sicher, daß jeder Besitzer eines seltenen oder gar antiken Gegenstandes zuerst zu Hachenberg ging, sei es, um ein Gutachten einzuholen oder ihn zum Verkauf anzubieten. So klein und unscheinbar der Laden von der Straße aus aninutete, so erstaunt war jeder Fremde über die Weite der Räumlichkeiten, die er in seiner Tiefe barg. Erstaunt auch über die fachkundige Hand, die jedem dieser Räume eine persönliche Note verliehen hatte. So glaubte man, man befinde sich nicht in dem Geschäftsbetrieb eines Antiquitätenladens, sondern in den sorgsam geleiteten Hallen eines Museums. Und es gab kluge Leute, die diese Kunststätte eine der anregendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt nannten.
Hachenberg beschäftigte in seinem Geschäft einen Dolmetscher, der neben seiner Muttersprache englisch, französisch und spanisch sprach, russische Sprachkenntnisse besaß, und von dem Eingeweihte behaupteten, es gebe überhaupt keine Sprache auf der Welt, die er nicht verstände. Dies mochte übertrieben sein, aber sicher war, daß der Minister des Aeußeren mitunter bei Hachenberg anrief, um sich diesen Interpreten auszuleihen- Zumeist ging es dann um die Auslegung eines höchst aktuellen diplomatischen Berichts. Vor nicht langer Zeit hatte eine große Zeitung einen Artikel über dieses Antiquitätenhaus gebracht, der von einem gewissen Ullrich Ungersbach verfaßt war und der Hachenberg in das Licht der Oeffentlichkeit gesetzt hatte. In gewisser Art war der Artikel insofern eine Enttäuschung geworden, als in ihm wenig enthalten war, das den etwas geheimnisvollen Schleier gelüftet hätte, mit dem die Persönlichkeit Hachenbergs umwoben war. Hachenberg lachte nur, wenn er es vernahm. Er sagte, alles, was geheimnisvoll an ihm sei, wäre Erfindung. Und in der Tat hatte er nicht unrecht. Es gab wohl selten einen Menschen, der sich ungezwungener benahm als er. Er verleugnete weder seine Neigung gut zu essen noch seine Vorliebe für das Theater, und dies auch in seiner leichtesten Art.
So kämpfte er auch jetzt zwischen dem Wunsch, der Premiere beizuwohnen und dem verlockenden Verlangen, einige Meter weiter in einem eleganten Hotelrestaurant zu Abend zu essen.
Plötzlich überquerte er jedoch die Straße.
Vor dem Portal des Theaters hielt in diesem Augenblick ein großes, graues, viersitziges Kabriolett. Die Insassen, ein Herr und zwei Damen, wurden von dem Pagen in das Foyer geleitet, unterdessen der Portier mit einem zweiten Herrn am Volant sprach, um ihm vermutlich die Parkmöglichkeiten für den Wagen zu nennen. Die ungeduldige Reihe wartender Automobile, darunter auch eine Anzahl eiliger Taxen, begann ein wüstes Hupkonzert. Der Herr, der unter seinem schützenden Dach des Regenschirms zwischen den Automobilen hindurch über die Straße gegangen war, erreichte jetzt den großen Kassenraum des Theaters und gab in der Garderobe seinen Mantel, seinen Hut und den Schirm ab. Danach verschwand er in Richtung des Theaterbüros, um kurz darauf jedoch zurückzukommen. Er kaufte bei einem Pagen ein Programmheft, als eine Stimme in seinem Rücken aufklang.
„Hallo, Herr Hachenberg! Sie sind auch hier?"
„Sie haben mir gerade noch gefehlt", entgegnete Hachenberg, als er das Gesicht des Journalisten erkannte.
„Das habe ich mir gedacht“, erwiderte Ungersbach, „aber was wäre eine Premiere ohne Hachenberg! Ein Wein ohne Blume!“
„Ich denke, Sie sind in Italien? Sagten Sie nicht. Sie beabsichtigten, einen längeren Urlaub anzutreten?“
„Der Journalist denkt und Gott lenkt!“ philosophierte Ungersbach. „Ich bin ein Opfer meines Berufs! Würden Sie in Urlaub fahren, wenn Sie plötzlich von der Existenz eines seltenen Skarabäus hörten, der seit geraumer Zeit ihre stille Sehnsucht ist? Ich glaube, Sie würden Urlaub Urlaub sein lassen, um diesen elenden Mistkäfer in Ihren Besitz zu bringen! Was macht das Geschäft überhaupt?“
„Danke für die Nachfrage!“ entgegnete Hachenberg, und in leicht ironischem Ton fuhr er fort: „Seitdem Sie diesen famosen Artikel losgelassen haben, hat es beträchtlich nachgelassen! Wie konnten Sie nur ein derartiges Geschrei in die Welt setzen? Ich habe ja schließlich nur einen kleinen und bescheidenen Antiquitätenladen. Ich bin ein Krämer, mein lieber Ungersbach! Ein Krämer, wie sie im Orient zu Tausenden die Bazare bevölkern! Ich habe mich hier nur ein wenig der Umgebung angepaßt. Und nicht ich bin berühmt, sondern mein alter Dolmetscher, den sie zu jeder Gelegenheit im Außenministerium benötigen, weil sie dort anscheinend ihre eigene Sprache nicht mehr verstehen. Ich hatte nach der Lektüre des Artikels eine unbändige Lust, Ihnen die Ohren langzuziehen, verehrter Freund!“
Ungersbach lachte leise. Aber in dem Treiben der in dem Foyer auf und ab promenierenden Menschen war es kaum zu vernehmen. „Nun . . .“, meinte er, „wenn Sie die Originalfassung des Artikels gelesen hätten, dann hätten Sie wahrscheinlich kein Wort mehr mit mir gesprochen. Aber seien wir ehrlich, mein lieber Herr Hachenberg! Ihr Geschäft ist international bekannt. Aber von Ihrer Person weiß kein Mensch etwas. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, dieser Sache ein wenig auf den Grund zu gehen."
„Warum in drei Teufels Namen", fuhr ihn Hachenberg an, „sind Sie denn nicht nach dem göttlichen Italien gefahren? Palmen, blauer Himmel, eine Nacht unter dem sternenbedeckten Panorama in einer Gondel auf dem Meer, oder in den Armen einer feurigen Frau... wie kann man nur so etwas auf geben!“
„Lesen Sie keine Zeitungen?“ fragte der Journalist und sah erstaunt auf eine Gruppe von vier Personen, zwei Damen und zwei Herren, die nicht unweit von ihnen standen und in eine angeregte Unterhaltung vertieft waren.
„Zeitungen . . wiederholte der Antiquitätenhändler, „seitdem ich Ihren Artikel gelesen habe, sehe ich keine Zeitung mehr an- Es hat mir nachgerade gereicht. Was gibt es denn so Welterschütterndes in unserer Metropole, das Sie auf die verführerischen Küsse einer scharmanten Italienerin verzichten läßt!“
„. . . d Argent ist tot!“ erklärte Ungersbach, und wenn er nicht so völlig in die Betrachtung einer jungen Dame versunken gewesen wäre, hätte er die geringe Wirkung seiner Worte, die diese auf den Mann an seiner Seite machten, feststellen können. Aber Ungersbach dacht© gerade an etwas anderes. Und so war er auch nicht sonderlich verwundert’ er Flachenberg unberührt fragen horte: „D’Argent? Wer ist d’Argent? Sie meinen doch nicht etwa jenen verwegenen Forscher, der Jahre hindurch in der tibetanischen Gebirgswelt herumkroch? Stellte er nicht einmal die Behauptung auf, in den Palast des Dalai Lama in der heiligen Stadt Lhasa unerkannt edngedrungen zu sein und dort fotografische Aufnahmen gemacht zu haben von Dingen, die noch nie eines Menschen Auge gesehen habe? Aber wurden dann die Filme dieser Aufnahmen nicht von einer Naturkatastrophe, die das Schicksal dieser Expedition besiegelte, vernichtet? Ist es dieser d‘Argent?“ (Fortsetzung folgt)
Darmstadt und Umgebung
„Wer dienenden Herzens ist...“
Weihnachtsfeier der Arbeiterwohifahrt
Die Arbeiterwohlfahrt des Stadtkreises Darmstadt hatte am Dienstagabend im Konkordiasaal zu einer großen Weihnachtsfeier eingeladen. 350 bedürftige Familien oder alleinstehende Personen kamen in dem festlich geschmückten Saal zusammen. Am Saaleingang stapelten sich große Berge mit Lebensmittelpaketen und auf dem mit Tannenreisern geschmückten Tische lagen vielerlei Geschenke, von Darmstädter Geschäftsleuten in reichem Maße gespendet. Sie wurden in einer Tombola verlost. Aber es war eine Tombola ohne Einsatz, in der die Gäste am Eingang eine Nummer wählten und somit schon im Besitz des Gewinns waren.
Die 1. Vorsitzende der Arbeiter-Wohlfahrt des Stadtkreises Darmstadt, Frau Hilde Dreher, begrüßte die Anwesenden, unter ihnen Stadtrat Reiber und Direktor Heil von der Allgemeinen Ortskrankenkasse, und betonte, daß bewußt dieses Jahr von einer Kaffeetafel abgesehen worden sei, um das dafür notwendige Geld in praktischen Geschenken anlegen zu können. Frau Dreher gedachte auch all derer, die zu diesem Weihnachtsfest noch nicht im Kreise ihrer Familie weilen können. Der Vorsitzende des Bezirks- und Landesvorstands der Arbeiter- Wohlfahrt, Herr Brünt in k , ergriff dann das Wort, um auf die Bedeutung des Weihnachtsfestes einzugehen. „In einer Welt, die von einem neuen Krieg bedroht zu sein scheint, müssen sich die Menschen, die dienenden Herzens sind, um so fester zusammenschließen, um ihr Teil dazu beizutragen, die Not ihrer Mitmenschen lindern zu helfen.“ Nur so könne es einen dauernden Frieden auf dieser Welt geben.
Anschließend lief unter der Leitung des bewährten Ansagers Herbert Görner ein buntes Programm ab, in dem Ilse Göttmann und Heiner Metzger Lieder und Arien brachten. Die „Sechs frohen Sänger“ erfreuten mit Volksliedern, und „ Mic ked or mel ", das Darmstädter Original, rief wahre Lachsalven beim Vortrag seiner Werke hervor. Die Kapelle Bäni sc h spielte flotte Weisen und am Klavier zeigte sich Kurt Altwein als Meister seines Instrumentes.
Wenn man die glücklichen Gesichter der Beschenkten sah, die zum Schluß noch ein schweres Geschenkpaket erhielten, dann wußte man, daß die Arbeiter-Wohlfahrt ihr Ziel, auch den Bedürftigen ein freudenreiches Weihnachtsfest zu bereiten, vollauf erreicht hatte. hfl
„Schlittenfahrt“
Fünf Verkehrsunfälle in Darmstadt durch Schneeglätte
Die Serie der Verkehrsunfälle in Darmstadt durch Schneeglätte begann gestern morgen mit einem Zusammenstoß zwischen zwei Lastkrafwagen auf der Kreuzung Heinrichs- und - Ramstädter-Straße. Der Sachschaden war dabei gering.
Zwei Personenkraftwagen stießen kurz nach Mittag auf der Kreuzung der Neckar- und Elisabethenstraße zusammen. Ein Radfahrer fuhr am Nachmittag auf der Kreuzung der Bismarck- und Otto-Wolfskehl-Straße gegen die Stoßstange eines Personenkraftwagens, der
I PHOT O -HAUS CHILD T DARMSTAPT LÜDWIGSTR. 3 1
nach links in die Otto-Wolfskehl-Straße einbiegen wollte.
Zu einem Zusammenstoß kam es gegen Abend in Eberstadt zwischen einem Omnibus und einem amerikanischen Personenwagen, als der Omnibus beim Abbremsen in der Darmstädter Straße ins Schleudern kam und dabei den Personenkraftwagen streifte. Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 300 Mark geschätzt.
Wenig später erfolgte ein Zusammenstoß auf der Kreuzung der Wilhelminen- und Heinrichsstraße zwischen zwei Personenkraftwagen, wobei der deutsche Kraftfahrer leicht verletzt wurde. Der dabei entstandene Sachschaden beträgt etwa 250 Mark.
„Knusper knusper knäuschen..da steht das Märchen am Weg, an einer modernen Verkehrsstraße Richtung Mainz, wenn man aus Gustavsburg herauskommt. Die Stadtverwaltung ließ das fast 4 m hohe Pfefferkuchenhaus mit Hexe und Hänsel und Gretel dort aufstellen; in der Dunkelheit glänzt das Märchenlicht aus den Fenstern. Der Verkehr braust vorüber, und doch ist es jedem Fahrer und Fußgänger ein Gruß: knusper, knusper knäuschen ... Foto: Hemme
Nur das Allerbeste kommt in Frage
Anregungen, Vorschläge und Wünsche für das Heinerfest / Schlußtermin für Texteinsendungen zum „Heinerlied“ ist der 31. März 1951
In der letzten Sitzung des Darmstädter Heinerausschusses wurden wieder allerlei Vorschläge zur Ausgestaltung der drei Festtage vorgebracht und wichtige Beschlüsse vorbereitet. Uns trennt ja nur noch ein halbes Jahr von den Tagen, an denen es sich zeigen soll, daß auch die Darmstädter ein Heimatfest aufziehen und — richtig durchführen können.
Im alten Schloß werden wahrscheinlich der Glockenhof, eine Kolonnade und die Bastion gebraucht werden. Es soll auch ein Freilichtspiel gebracht werden, das den Werdegang von Justus Liebig behandelt. Die Puppenbühne Hildenbrand wird wohl an Stelle eines längeren Stockpuppenspiels kürzere Darbietungen von wirksamen Handpuppenspielen bringen, um den Kindern etwas zu bieten. Manche Sorgen bereiten noch die beiden Festplätze, die bei dem zu erwartenden Andrang knapp ausreichen werden. Es wurden auch für beide Festplätze, dem Markt- und dem Friedensplatz, Tanzpodien gefordert, damit die tanzfreudige Jugend sich hier vergnügen kann.
Viele, große und kleine Einzelfragen tauchten noch auf, so die Verpflichtung der Musik, der Standort der Zelte, das Feuerwerk und die richtige Mischung von Ständen, Buden und Fahrgeschäften des ambulanten Gewerbes, damit das Publikum überall Anziehungspunkte findet. Die Besucher sollen zirkulieren und sich nicht irgendwo zusammenballen und zusammenbleiben.
Nicht einfach wird es auch sein, bei der Erstellung von Podien die verschiedenen Interessen von Sängern, Tanzgruppen und turnerischen Vorführungen miteinander auszugleichen. Die mannigfachen Anregungen aus der Einwohnerschaft, die verschiedenartigen Vorschläge aus dem Festausschuß ergeben zusammen ein erfreuliches Bild von dem starken Interesse, das an allen Stellen in der Bürgerschaft dem Heinerfest entgegengebracht wird.
Erfahrungen aus früheren großen Festen in Darmstadt und anderswo wurden lebhaft diskutiert. Der Gedanke, auch den Schloßgraben zum Fest heranzuziehen, wurde zwiespältig aufgenommen. Schließlich wurde auch 'der Kostenfrage gedacht, die mit dem Verkauf von Festplaketten, Siegelmarken und der Vergebung der ganzen Reklame zusammenhängt. Ein Finanzausschuß soll einen Voranschlag, der Hand und Fuß hat, aufstellen. Eine besondere Debatte entfesselte das Plakat, seine Art, seine Verbreitung und seine Kosten. Uebereinstimmend wurde die Ansicht vertreten, daß für Darmstadt und sein Heimatfest nur das Allerbeste gut sein kann.
Die Beteiligung der Gärtner an dem Blumenwettbewerb und besonders das „Heinerlied“ gaben zu einer eingehenden Aussprache Anlaß. Die Darmstädter Dichter und Musiker sind aufgefordert, hier mitzuarbeiten und wer nicht dichten kann, der kann vielleicht komponieren und umgekehrt. Die Textentwürfe bis spätestens zum 31. März 1951 dem Festausschuß einreichen. Wer auch die Musik dazu komponiert, kann sie natürlich gleich mit vorlegen. Im übrigen soll das Heinerlied kein Fastnachtslied sein, denn unser Heimatfest hat mit Fastnacht nichts zu tun.
Presse- und Werbeausschuß wie überhaupt alle Ausschüsse sollen in der nächsten Besprechung im Januar konstituiert werden. Weiterhin wird das Heinerfest jedes Jahr zu dem gleichen Termin, vom 30. Juni bis zum 2. Juli stattfinden. Von Herrn Meisel tatkräftig unterstützt, leitete Herr Peter Hanauer die sehr lebhaften und ersprießlichen Verhandlungen. H. W. W. I
Sonntagsruhe am 24.
Am Samstag, dem 23.12.1950, wird bis 19 Uhr verkauft
Der Einzelhandelsverband teilt uns mit: Am Sonntag, dem 24.12.1950 (Heiligabend), sind auf Grund ministerieller Anweisung sämtliche Geschäfte geschlossen. Auch der Gewerbebetrieb im Umherziehen ist nicht gestattet. Ausnahmen gelten lediglich für das sogenannte Bedürfnisgewerbe, so z. B. für die Blumengeschäfte sowie den Handel mit Weihnachtsbäumen.
Die Bevölkerung wird daher gebeten, ihre Käufe rechtzeitig zu tätigen. — Am Samstag, dem 23. 12. 1950, sind die Einzelhandelsgeschäfte bis 19 Uhr geöffnet.
Für die Hausfrau
Kleinverkaufspreis für Schweinefleisch
Auf Grund der auf dem Diarmstädter Schlachtviehmarkt am Montag, 18.12. 50 festgestellten Lebendviehpreise sind für je 1 Pfund Schweinefleisch folgende Kleinverkaufspreise errechnet worden: Schinken mit Bein 2,50—2,60 DM Schulter mit Beilage 2,30—2,40 „ Koteletts 2,70—2,80 „ Bauch 2,20—2,30 „ Dickbein 1,70—1,80 „ Spitzbein 0,50—0,60 „ Schälrippe 0,95—1,— „ Rippenspeer oh. Beilage 3,40—3,50 „
Die letzte Namensträgerin
Gestern wurde Baronesse Gabriele von Fechenbach, die hier in Darmstadt ihren Lebensabend verbringt, 85 Jahre alt. Sie ist die letzte Namensträgerin aus der Familie der Freiherrn von Fechenbach. Die meisten Jahre ihres Lebens hat die hochbetagte Jubilarin im Fechenbachsehen Schloß in Dieburg gewohnt. Das Adelsgeschlecht der Fechenbachs hat einst in der Heimat große und starke Persönlichkeiten hervorgebracht, so den letzten Würzburger Fürstbischof Georg Karl von Fechenbach und den kaiserlichen Generalfeldmarschall-Leutnant Johann Reichard von Fechenbach, der sich in den Türkenkriegen auszeichnete. Die interessante Geschichte dieses Geschlechts erscheint demnächst im Druck. — Bäronesse Gabriele von Fechenbach hat den Bombenkrieg in Darmstadt überlebt. Mögen ihr, die sich körperlicher Gesundheit und geistiger Frische erfreut, noch weitere ruhige Jahre in unserer Mitte vergönnt
Baronesse Gabriele von Fechenbach zu ihrem 85. Geburtstag
Fröhliche Weihnachten überall
Weihnachtsfeier mit Laienspiel
Die Jugendgruppe des Volkstanzkreises der Waldkolonie Postsiedlung bereitete ihren Besuchern im Nachbarschaftsheim eine eindrucksvolle weihnachtliche Feier. Besonders zu Herzen ging das von dem 21jährigen Hottmann verfaßte Spiel „Thomas Kräng“ mit der Begleitmusik des 18jährigen Scharf. Laienspieler verliehen dem Problem des Stückes — Verbitterung und Welthaß eines heimatvertriebenen Heimkehrers und seine innere Heimfindung durch die Liebe eines Kindes — überzeugendes Leben. Es besteht vielfach der Wunsch, wiese Aufführung vor größerem Publikumskreise wiederholt zu sehen. t-s
„Frohsinn-Harmonie“ feierte im Concordiasaal
Zur Eröffnung der Feier des Männerchores Frohsinn-Harmonie im Concordiasaal sprach der 1. Vorsitzende des Vereins, Herr Eck, die Hoffnung -aus, daß der Frieden auf Erden Wahrheit werde. Ein reichhaltiges Programm, das vier Stunden ausfüllte, zeugte mit seinen Operettenmelodien, gesungen von Herrn Gelder (Tenor) und Herrn Thier (Bariton). Kiaviersolis von W. A. Simmermacher, den Theaterstücken ..Der Familienzwist“ und die Maibowle (von Heinrich Rüthlein) von der Leistungsfähigkeit und der Aktivität des Vereins. t-s
Weihnachten bei den Bayern
Zu den vielen Weihnachtsveranstaltungen der Darmstädter Vereine gesellt sich erstmalig seit der Neugründung mit weihnachtlichen Darbietungen der vielen Darm- Städtern bekannte Bayern-Verein Darmstadt 1891. Alle bayerischen Landsleute finden Gelegenheit, am 2. Weihnachtsfeiertag, dem 26. Dezember 1950 um 15.30 Uhr in der Turnhalle in Da,-Arheilgen ein reichhaltiges Programm, das an die alte Tradition anknüpft, zu sehen. Ein Einakter „Der alte Lump“, ein besinnliches Weihnachtsstück, und das Lustspiel „Der verlorene Beichtzettel“ von Weiß-Ferdl werden zur Aufführung gelangen. Das Programm vervollständigen Einlagen der bekannten Schuhplattlergruppe mit Volks- und Figurentänzen, das Gesangsduett und die Gesangsabteilungen unter Leitung von Chordirigent Herrn Mersinger. Den musikalischen Teil bestreitet die Schrammelkapelle des Vereins. Eine reichhaltige Tombola sucht glückliche Gewinner.
Leuchtende Kinderaugen
Nikolausfeier der Hotel- und Gaststättenangestellten
Im festlich dekorierten Saal der Gaststätte Fink in Darmstadt besuchte der Nikolaus auch die Angehörigen des Bundes der Hotel-, Gaststätten- und Kaffeehausangestellten. Vor seinem Eintreffen verlas Herr Klotsch das Programm der Feier, und der I.Vorsitzende, Herr Zeitz, begrüßte die großen und kleinen Gäste und gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß diese Weihnachtsfeier auch einmal den Familienangehörigen einige frohe Stunden bereiten möge.
Gemeinsame Weihnachtslieder und von den Kleinen vorgetragene Gedichte gaben der Zusammenarbeit einen feierlichen Rahmen. Endlich kam der Nikolaus und verteilte seine Gaben mit lobenden oder ermahnenden Worten an die kleine Schar. Jedes der 33 Kinder bekam ein liebevoll zusammengestelltes Päckchen, und ihre strahlenden Augen waren wohl der schönste Dank für diejenigen, die viele Stunden ihrer Freizeit den Vorbereitungen zu diesem Nachmittag geopfert hatten.
Das Weihnachtsliederspiel
Schülerinnen der Eleonorenschule führten gestern nachmittag im Gemeindesaal der Johannesgemeinde das Weihnachtsliederspiel auf, eine Zusammenstellung von Weihnachtsliedern und -texten von Margarete Baum. Studienrat Kaiser, Musikreferendar Poth und Fräulein Dr. Sann hatten die Musiken und Chöre einstudiert. Schlicht und klar gesprochen und gesungen, einfach und ruhig im Wechsel der vortretenden biblischen Gestalten vollzog sich das Spiel von der heiligen Nacht in dem Stile, der dem biblischen Text am besten entspricht. Der Darsteller- und Zuschauerkreis hatten Freude daran. Di.
Kinderseier in Eberstadt
Die Ortsgruppe Eberstadt des Kreisverbandes der Heimatvertriebenen Darmstadt-Stadt und -Land e. V. veranstaltete eine Kinderweihnachtsfeier im Gasthaus „Zur Harmonie“. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Urba n k e erfreute die Kinderspielgruppe jung und alt mit einem Streifzug durch alte deutsche Märchen. Die Spielleitung der Aufführung, die am 23. Dezember in der Ortsgruppe Niederbeerbach wiederholt wird, lag in den Händen von Herrn W. Drechsler. Großen Anklang fanden auch die Darbietungen des gemischten Chores, die Herr Zimmermann ein-
studiert hatte. Mit zu Herzen gehenden Worten wandte sich Pfarrer Map p e s an seine Schicksalsgenossen. Knecht Ruprecht beschenkte über hundert Verbandsmitglieder. t—s
Sie sind nicht alleine schuldig
Opfer der Kriegs- und Nachkriegszeit fanden milde Richter
yk. — Milde Richter fanden gestern drei junge Angeklagte, die zu Beginn dieses Jahres bei einem hiesigen Installationsmeister einen schweren Einbruch verübt, jedoch nur geringwertige Beute dabei gemacht hatten. Sie waren alle arbeitslos und wollten sich etwas Geld verschaffen. Als „Opfer der Kriegs- und Nachkriegszeit“, sagte der Vorsitzende der Zweiten Darmstädter Strafkammer, die nicht allein durch eigene Schuld auf die schiefe Bahn geraten seien.
Der Hauptangeklagte 26jährige Gerhard H. aus Gelsenkirchen, der mit 17 Jahren zur Waffen-SS gekommen und mit seiner „geplanten Laufbahn“ als Soldat jähen Schiffbruch erlitten hatte, fand sich nach Kriegsende nicht mehr mit den Realitäten des Lebens zurecht. Haltlos geworden, beging eri aus Not kleinere Diebereien. Diese Entwicklung wurde noch dadurch gefördert, daß er trotz seiner schweren Verwundungen keinerlei Unterstützung erhält. Mehrmals hatte er versucht, bei Bauern sich und seiner Familie den Lebensunterhalt zu verdienen. Zweimal klappte er jedoch zusammen. Die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse ruinierten ihn schließlich völlig.
Neben dem oben erwähnten Einbruch hatte er noch einem Kameraden in einem Versehrtenheim die Brieftasche gestohlen und einen auf Anzahlung bei einem Darmstädter Radiohändler gekauften Apparat in Frankfurt abgesetzt. Bezüglich des Anklagepunktes, ohne Bezugsschein und Erlaubnis von einem Polen Betäubungsmittel wie Morphium erworben zu haben stellte sich heraus, daß H. mit dieser erfundenen Angabe nur einen taktischen Zweck verfolgte: Er glaubte, er würde daraufhin als Morphinist auf seine Unzurechnungsfähigkeit untersucht.
Als Rückfalldieb hätte H. eigentlich mit Zuchthaus bestraft werden müssen. Unter weitgehender Zubilligung mildernder Umstände erhielt er jedoch nur ein Jahr zwei Monate Gefängnis. Außerdem setzte das Gericht den Haftbefehl aus, damit der Angeklagte eine persönliche Rücksprache mit seiner Frau in Gelsenkirchen nehmen kann, die eine Scheidungsklage gegen ihn einreichen will. Die beiden Mitangeklagten aus Darmstadt und Eberstadt wurden bezüglich des Einbruchs ziu vier bzw- drei Monaten Gefängnis verurteilt .
Kurze Meldungen aus der Stadt
Die Krankenhausbesuchsstunden zu Weihnachten wurden für die Städtischen Krankenanstalten für den 24. und 25. Dezember allgemein auf die Zeit von 14 bis 16 Uhr festgelegt. Sg
Einen Elternabend, bei dem auch Schulrat B r a t u zu Gast weilte, veranstaltete das 7. Schuljahr der Lessingschule in Darmstadt. Mädchen und Jungen zeigten Volkstänze, sangen Lieder, führten das Lustspiel „Arbeit ist des Glückes Hort“ auf und fanden damit großen Anklang.
Die beiden neuen Wohnblocks in der Unteren Rheinstraße, die zusammen mit drei noch nicht fertiggestellten Wohnblocks auf Veranlassung der Bundespost in diesem Jahre errichtet wurden, konnten in diesen Tagen von ihren Mietern bereits bezogen werden. *
Die Turngesellschaft E. V. Eberstadt veranstaltet eine Weihnachtsfeier am 2. Feiertage um 16 Uhr bei Mitglied Schaffner, zu der die dem Verein zugehörigen Eltern mit ihren Kindern eingeladen sind. *
Pfarrer Hahn, Darmstadt, wurde zum außerplanmäßigen Professor am Pädagogischen Institut Jugenheim ernannt.
Eine Kinder-Weihnachtsfeier veranstaltet die Turngesellschaft 07 Eberstadt am zweiten Feiertag um 16 Uhr im Gasthaus „Zum Bismarck“. *
Ihre Sonnenwendfeier führten die Naturfreunde von Eberstadt in Nähe des Riedbergheimes durch. *
Das Garten- und Friedhofsamt hat am 23. und 30. Dezember sowie am 2. Januar jeweils von 9 bis 12 Uhr geöffnet. *
Gegen 16 Angeklagte aus Darmstadt und Umgebung beginnt morgen um 9 Uhr ein größerer Strafprozeß vor dem Bezirksschöffengericht Darmstadt, das unter dem Vorsitz von Amtsgerichtsrat Dr. Wenck steht. Zwischen den des Auflaufs beschuldigten Personen und Polizeibeamten war es am 10. September dieses Jahres anläßlich einer vom Polizeipräsidenten verbotenen „Friedenskundgebung“ auf dem Friedensplatz zu Zusammenstößen gekommen. Man rechnet mit einem starken Publikumsandrang zu dieser Gerichtsverhandlung, in der Staatsanwalt Arndt die Anklage vertritt und Rechtsanwalt Dr. Heckert die Verteidigung wahrnimmt. xk.
Wohin gehen wir heŭte?
Stadthalle: 15.00 und 18.00 „Tischlein deck’ dich“. Lichtspieltheater; siehe Anzeigenteil. Amerikahaus: 10.00—19.45 Bibliothek und Ausstellung Sössy Cuyl en , Brigitte Hallerstede. Pauluskirchensaal: 19.30 Kantorei der Hess. Landesmiusökschule unter Leitung von Bruno Stürmer, Erstaufführung des Weihnachtsliederspieles ~C hristn ach t“ von Joseph Haas. Gewerkschaftsjugend des DGB, Kreisausschuß Darmstadt; 20.00 Amerikahaus Filmabend (Maske in Blau). Landesmuseum: 10.00—13.00 und 14.00 bis 17.00 Uhr Künstler-Weihnachtsmesse, veranstaltet vom Neuen Hessischen Kunstverein. Hygiene-Lichthof, iN eckariS ti r. 31a : 10 00—18.00 Uhr Ausstellung „Gesundes Leben“.,
Wie wird das Wetter?
Weiterhin winterlich
Vorhersage: Am Donnerstag bei vorwiegend starker Bewölkung weiterhin einzelne Schneefälle. Temperaturen bei Tage knapp über null Grad, nachts leichter bis mäßiger Frost, schwache Winde. Weitere Aussichten: Wieder zunehmende Fröste.
STARKENBURG
Der„Gerauer Kreis“
sr In der vergangenen Woche trafen sich in Groß-Gerau rund 50 Personen aus allen Bevölkerungsschichten und Ständen, um auf Kreisbasis die im Rahmen der inneren und äußeren Schulreform in Hessen auftretenden Einzelprobleme zu diskutieren.
Zum großen Teil stützt man sich hierbei auf die Ergebnisse des Landesschulbeirates, der sich schon seit dem Jahre 1947 mit jenen Fragen beschäftigt und nun nach fast halbjährigen gründlichen Besprechungen über die Erziehungsziele ein Kommunique verfaßte, das die grundsätzliche Stellungnahme aller Beteiligten enthält.
Wenn heute auch noch nicht abzusehen ist, wie die neue Schulreform im Land! Hessen einmal in ihrer Endphase aussehen wird, so wird man dabei nicht vergessen dürfen, daß man sich redliche Mühe gab, sich mit ihr zu beschäftigen. Man wird niemals behaupten können, daß man sie hinnahm, um. sie ohne gründliche Aussprache und Untersuchungen zu akzeptieren. Darum ist es erfreulich, wenn die Interessenten an ihr — und es dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zu wenige sein — sich zusammensetzen, um Wert oder Unwert zu beraten und ihrerseits eine eigene Stellung zur Lage der Dinge zu beziehen.
Sobald dies auf Kreisbasis geschieht, ist dem noch größere Beachtung zuzumessen, da ein beträchtliches Maß positiver Arbeit in erster Linie aus den kleinsten Zellen eines Staates herauswächst, um dann, im ganzen gesehen, den Weg zum Erfolg dieser oder jener Angelegenheit zu bereiten. In jedem Falle dürfte es also von Vorteil sein, irgendwelche gesetzgeberischen Handlungen gewissermaßen von unten herauf wachsen zu lassen, um nach Wertung aller gemeinde- und kreisbedingten Verhältnisse den bestmöglichsten Weg zu suchen, der zum Allgemeinnenner führt.
Der „Gerauer Kreis“ war sich der Schwierigkeit seines Unterfangens voll bewußt. Man hätte sonst nicht in einer der-
art gründlichen Weise gearbeitet, wie die vergangene Tagung sie auf wies: Spezialreferate führten zur Diskussion in kleineren Arbeitsgruppen, die sich mit Sonderthemen befaßten, ihre Einstellung hierzu klarlegten und dann im Plenum erneut die Zusammenfassung allgemeingültiger Erkenntnisse bewirkten.
Daß hierbei Professor Haupt, der Vorsitzende des Landesschulbeirates, wesentlich dazu beitrug, auf Grund seiner Erfahrungen, und Erkenntnisse eine Basis zu schaffen, von der aus ein fruchtbringendes Diskutieren beginnen konnte, sei nur am Rande vermerkt, jedoch nicht verschwiegen.
Dafür um so interessanter ist die Tatsache, daß die Meinungen auf Teilgebieten mehrfach auseinandergingen. Trotz allem war zu erkennen, daß diejenige des Landesschulbeirates mit aller Sorgfalt ausgewogen ist und die wesentlichen und erforderlichen Voraussetzungen in der Einstellung zu der Erziehung des jungen Menschen erfaßt, die als Ziel den „mündigen Menschen" sieht.
Es wäre zu wünschen, daß sich außer dem „Gerauer Kreis“ noch mancher andere Kreis — es war dies nun erst der dritte im Lande Hessen — entschlösse, derart eminent wichtige Fragen zu erörtern. Probleme, die sich mit der Erziehung befassen, können nicht nur jenen überlassen werden, von denen immer noch die Mehrzahl der Bevölkerung behauptet, daß sie „es besser verstehen“. Jeder klar denkende
Mensch hat die. Pflicht, seinen Beitrag zu leisten in einer Angelegenheit, die uns alle angeht. In allererster Linie die Elternschaft. Darum bleibt abzuwarten, ob der „Gerauer Kreis“ tatsächlich das einzige Gremium ist, das sich in Starkenburg mit besonderem Nachdruck für die neue Schulreform Hessens interessiert.
Spielplätze süũr jung und alt
Mr. Nichols sprach vor dem Jugendring Erbach-Michelstadt
Erbach (ch) — Im großen Tagesraum der Jugendherberge hielt der Direktor des Amtes für Freizeitgestaltung und Sport der Stadt Los Angelos, Mr. Nicholls, der zur Zeit als Sachbearbeiter für Jugendpflegefragen bei HICOC Wiesbaden tätig ist, einen außerordentlich interessanten Lichtbildervortrag über moderne Freizeit, Sport- und Erholungsanlagen in den Vereinigten Staaten.
Mr. Nicholls hatte sich zu dem Vortrag bereit erklärt, als er erfuhr, daß der Jugendring sich ein Heim bauen wolle. Als Fachmann auf diesem Gebiete mit 23jähriger Praxis wollte er mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Bei Vergleichen der Jugendbewegung in den USA und in Westdeutschland stellte Mr. Nicholls fest, daß bei vielen formalen Unterschieden doch die prinzipiellen Ziele hüben wie drüben gleich seien, denen letzten Endes das Streben der Jugend in der ganzen Welt gelte: einer Bereicherung des Lebensinhalts. Eine große Anzahl Pläne und Ansichten von Spiel- und Erholungsanlagen für Kleinkinder, aktive Sportler und auch ältere Semester dienten der Erläuterung.
In der Aussprache wurde der Mangel einer solchen Anlage, gerade im Zentrum des Odenwaldes, lebhaft bedauert. Es wurde angeregt, bei den geplanten Schuihausneubauten eventuell derartige Erholungsstätten mit vorzusehen. Graf Alfred zu Erbach-Fürstenau begrüßte es, daß Ansätze zu ersprießlicher Gemeinschaftsarbeit, wie sie der Vortrag aufgezeigt habe, auch bei dem vom Jugendring Erbach-Michelstadt geplanten Heim spürbar werden.
Am Nachmittag hatte bereits eine Besprechung Mr. Nicholls mit Regierungsrat Zörgiebel, den Bürgermeistern und Stadtbaumeistern von Erbach und Michelstadt sowie Jugendpfleger Meyer über den Jugendheimbau stattgefunden. Die Baracke, die zunächst als Behelfslösung bereits in den nächsten Tagen aufgestellt werden soll, wird mit einem Gesamtkostenaufwand von 5000 DM instandgesetzt. Für die Inneneinrichtung stellt die amerikanische Z-ivilverwaltung 500 DM zur Verfügung. Man hofft, das Heim noch im Laufe- des Winters den Jugendlichen beider Städte übergeben zu können. Gleichzeitig soll aber auch an der Planung des endgültigen Jugendheimneubaus weitergearbeitet werden. Der Kostenvoranschlag wird sich voraussichtlich auf rund 60 000 DM belaufen, wovon die Hälfte aus Mitteln der McCloy-Spende bestritten werden soll.
Knotenpunkt Bensheim: günstig aber gefährlich
Bensheim (HB) — Der Stadtrat trat am Dienstagnachmittag zu seiner letzten Sitzung in diesem Jahre zusammen. Zu Beginn der Tagesordnung hielt Regierungsbaurat Prof. Gaßner, Darmstadt, ein Referat über die „Probleme der Bauleitplanung in Bensheim“.
Hierbei kam Prof. Gaßner speziell auf die Verhältnisse in Bensheim zu sprechen, das zwar als Verkehrsknotenpunkt äußerst günstig liege, in verkehrstechnischer Hinsicht aber auch manche Gefahr in sich berge. Er wies daher vor allem auf die Notwendigkeit einer Entlastungsstraße für die Bergstraße und den Hauptverkehrs- und Knotenpunkt, den Ritterplatz, auf eine eventuelle Umgestaltung des Bahnhofsplatzes nach modernen Gesichtspunkten usw., hin.
Zuletzt berührte Prof. Gaßner das vieldiskutierte Problem des Wiederaufbaus des alten Rathauses am Marktplatz. An Hand von Beispielen aus anderen Städten sprach sich der Redner für eine Trennung des geistigen Zentrums der Stadt (Platz vor der Kirche) vom wirtschaftlichen (Marktplatz) aus und betonte, daß sich eine solche Trennung entschieden auch auf das gesamte Stadtbild günstiger auswirke.
Bürgermeister Treffert erklärte, daß man bereits alles getan habe und tue, um zu einer vernünftigen Bauleitplanung zu kommen. Einen Dringlichkeitsantrag der KPD-Fraktion, eine Abstimmung im Stadtrat und bei der Bevölkerung zur Ablehnung der in Westdeutschland geplanten Remilitarisierungsmaßnahmen durchzuführen, wies er mit der Begründung zurück, daß sich ein Stadtparlament nur 'mit kommunalpolitischen Angelegenheiten zu befassen habe. Die Vorschlagsliste für die Wahl der Schöffen und Geschworenen wurde einstimmig gebilligt, ein Betrag von 7000 DM für die Einrichtung einer Lehrküche im Berufsschulgebäude wurde genehmig!; falls die amerikanische Besatzungsmacht keine Zuwendungen machen sollte, soll der Rest im Nachtragshaushalt bewilligt werden.
Für die Beschaffung von Planunterlagen zur Durchführung des Aufbaugesetzes wurde eine Gesamtsumme von 10 000 DM festgesetzt. Einer Aenderung der Straßenfluchtlinie Wilhelmstraße—Mozartstraße, der Wochenmarktsordnung und dem Vorschlag der Auszahlung einer Weihnachtsbeihilfe von 10 DM pro Kopf an 54 alte Leute wurde zugestimmt. Für die Werbung anläßlich der Verkaufssonntage vor Weihnachten wurde ein Betrag von 2300 DM nachträglich bewilligt.
Die Stadtwerke werden in diesem Jahre ihren Reingewinn für die Ausbesserung des Wasserleitungsnetzes verwenden, dafür führen die Wirtschaftsbetriebe als Ausgleich statt 2000 DM nun 12 000 DM an die Stadt ab. Die Anschaffung einer Stadtfahne wurde für den Haushaltsplan 1951 zurückgestellt. Für die Einrichtung von Kinderspielplätzen soll gesorgt werden. Auf die Anfrage der CDU-Fraktion betr. Brennholzversorgung erklärte der Bürgermeister, daß die Brennstofflage in Bensheim gegenwärtig immer noch äußerst ernst sei. Auf eine Anfrage der FDP-Fraktion erklärte Bürgermeister Treffert, daß etwa 20 neue Schulräume eingerichtet werden sollen.
Die Anträge der FDP-Fraktion zum Flächennutzungsplan, auf Festlegung von Grundstückpreiszonen und auf Erstellung eines Straßenbauplanes für das Rechnungsjahr 1951/52, wurden gemeinsam behandelt. Hierbei zog die FDP-Fraktion ihren Antrag zum Flächennutzungsplan zurück, die beiden anderen Anträge wurden in den Bauausschuß verwiesen. Die SPD-Fraktion zog ihren Dringlichkeitsantrag auf Ueberlassung eines Postens im Aufsichtsrat der Stadtwerke ebenfalls zurück. Im Anschluß an die öffentliche Sitzung fand eine nichtöffentliche mit einer Tagesordnung von 12 Punkten statt.
Volksschule mit 30 Bädern
Neues Gelände für Wohnungsbau erschlossen
Groß-Zimmern (RG.). Den einzig nachhaltig-erfolgreichen Weg zur Behebung der Schulraumnot hat vor etwa Jahresfrist die Gemeinde Groß-Zimmern beschritten: sie hat die Erweiterung des alten Schulgebäudes beschlossen und die Arbeiten sofort in Angriff genommen.
Man bezog in die Um- bzw. Neubaupläne auch die Einrichtung von sechs Wannen- und 24 Brausebädern ein. Die Arbeiten sind so weit fortgeschritten, daß die Innenarbeiten letzt vergeben werden konnten. Auch hier wurde an dem Grundsatz festgehalten, die gesamte Ausführung der Baulichkeiten dem einheimischen Handwerk und Gewerbe zu übertragen.
Mit der völligen Fertigstellung des Schulhausbaues wird trotz der inzwischen noch stärker angespannten Finanzlage der Gemeinde im Juli kommenden Jahres gerechnet. Daneben schreitet aber auch die private Bautätigkeit schnell voran. Nach Erschöpfung des Siedlungsgebietes Schlakkenhausen in seinem ersten Abschnitt ist nun der zweite Abschnitt, der 33 Baustellen vorsieht, erschlossen.
Ueber den Rahmen der vom Bundestag bestimmten Weihnachtszuwendung hinaus erweiterte der Gemeinderat den Kreis der Empfänger um 100 Personen dadurch, daß er die Grenze des Nettoeinkommens auf 195 DM erhöhte.
Der herrschenden Brennstoffnot soll zunächst dadurch gesteuert werden, daß allen Kriegsbeschädigten und Fürsorgeempfängem ein Raummeter Holz zu tragbaren Preisen zugewiesen wird. Weitergehend werden mit dem Forstamt Verhandlungen auf Genehmigung eines Sonderhiebs aufgenommen.
Keine Lö”sung richtig!
Ergebnis des Reinheimer Schaufensterratens
Reinheim, (eb) — Am Dienstag waren die Teilnehmer zusammengekommen, um der Auslosung der Gewinne beizuwohnen. Der Leiter des Wettbewerbs, Herr Leisten, sprach über den Verlauf der Veranstaltung. Insgesamt wurden 400 Lösungen abgegeben, davon war jedoch keine richtig, so daß die mit 2 bis 3 Fehlern zum Zuge kamen. 44 Gewinne konnten zugesprochen werden. Zu den sieben ersten Gewinnern zählen die Rheinheimer Bürger und Bürgerinnen: Renate Koch, Marie Volz, L. Leisten, Eifr. Siebel, Frau Kalb, Ludwig Haas und Karl Schild. Von den Geschäftsleuten, die diesmal nicht teilnahmen, werden sich wohl das nächste Mal nur noch wenige ausschließen.
Aus Vbung wurde ernst
Babenhausen. (NB) Um die Hunde des Vereines deutscher Schäferhunde auf Unbestechlichkeit zu überprüfen, führte der Verein nächtliche Scheineinbrüche bei seinen Mitgliedern durch. Die anfangs als Uebung gedachten Versuche wurden abgebrochen, da es selbst in schweren Schutzanzügen kaum möglich war, dem Angriff eines geprüften und abgerichteten Schutzhundes entgegenzutreten, so daß es mehrfach zu gefährlichen Situationen kam.
Weihnachtsbeihilfen-Gewährung hinter verschlossenen Türen beraten
Groß-Bieberau. (GD) In der letzten Gemeinderatssitzung wurden zwei Anträge auf Uebernahme einer Bürgschaft für Wohnhausneubauten genehmigt, des weiteren dem Teilbebauungsplan, verlängerte Gartenstraße und Hasloch, ohne Abänderungen zugestimmt. Die Weiterführung der Friedrich-Ebert-Straße nahezu parallel der Bahnhofstraße wurde mit einigen Abänderungen angenommen.
Der bereits zum zweitenmal zur Debatte stehende Antrag der SML Darmstadt wurde wiederum bis zur Vorlage genauer Baupläne zurückgestellt. In der anschließenden nichtöffentlichen Sitzung befaßte sich der Gemeinderat mit der Gewährung von Weihnachtsbeihilfen.
Aus der Weihnachtskasse wurdep in Babenhausen dieser Tage in der Gastwirtschaft „Zum Hanauer Hof“ 700 DM ausgezahlt. Der erste Spartag im neuen Jahr ist der 6. Januar. (NB)
Etwa 10 Kilogramm Wolle im Werte von 200 Mark wurden aus einem an der Durchgangsstraße der Siedlung Waldacker in Ober-Roden hängenden Schaukasten gestohlen. (RG)
Kimbachs Volksschule veranstaltete kürzlich im Gasthof „Zum grünen Baum“ einen Elternabend. (Im)
Festtagssreuden für 135 Kinder
Weihnachtsbescherung im Landkreis Dieburg
Dieburg, (es) — Seit einigen Tagen ist auf dem Jugendamt des Landratsamtes Dieburg eine besondere Geschäftigkeit zu bemerken. Bei näherer Betrachtung kann man feststellen, daß in einem Zimmer eifrig Vorbereitungen für die Weihnachtsbescherung der vom Jugendamt betreuten Kinder getroffen werden. Der Landkreis Dieburg setzt damit seine im Vorjahr begonnenen Bemühungen, zum Fest der Liebe und des Friedens seinen Waisen- und Pflegekindern eine besondere Weihnachtsfreude zu bereiten, fort. Wie zu erfahren war, werden in diesem Jahr etwa 135 Kinder, die über- das ganze Hessenland verstreut in Heimen und Pflegestellen untergebracht sind, beschenkt.
In den nett zurecht gemachten Päckchen sind allerlei Süßigkeiten enthalten und jedem Kind je nach Alter ein Spielzeug oder ein gutes Buch oder für die Mädel eine Puppe, die von den Damen des Landratsamtes nett bekleidet wurde, beigegeben. Als Hauptgeschenk enthält jedes Päckchen ein warmes Kleidungsstück.
In diesen Tagen gehen die Päckchen für die Kinder, die weit entfernt von der Kreisstadt untergebracht sind, durch die Post hinaus, während die in der Nähe wohnenden Kinder von Bediensteten des Amtes aufgesucht werden. Möge den Kindern nach dem Wunsch des Landrats damit ein Gefühl der Liebe und Freude gebracht werden.
Neue Arbeitsmõglichkeiten für Seeheim
Betriebs-Eröffnungsfeier der Firma „Decora“
Seeheim (erh) — In der heutigen Zeit ist jede Arbeitsmöglichkeit, geboten durch Neuzuzug in den Gemeinden, von größter Bedeutung. So erhielt Seeheim durch die Firma „Decora“ wieder eine neue Chance für Arbeitsmöglichkeiten seiner Arbeitsuchenden und damit gleichzeitig wirtschaftlich den Nutzen einer weiteren Belebung ihres Aufgabenbudgets.
Den Grundstock hierzu legte die Firma „Decora“ durch ihre im Hotel Hufnagel gehaltene Betriebseröffnungsfeier für das Werk Seeheim in späterer Uebernahme der nächsten Konzeption ab Werk Darmstadt, so daß damit der Gesamtbetrieb in Seeheim stationiert wäre. Seine Freude hierüber teilte aber nicht nur Bürgermeister Speckhardt im Hinblick künftiger Planungen für seine Gemeinde, sondern auch der Seniorchef der „Decora“ und Begründer der Firma, Herr Emil L e h m i n g allen Anwel senden mit. In weihnachtlicher Stimmung feierte man den Neubeginn im voraus auf gut Glück und Gedeihen in festlicher Weise.
„Liebe macht so jung"
Wessel, (es) - Frohe rheinische Jugend erfüllte die Bühne mit ihrem Treiben, und zwischen dieser Jugend spannen sich die Fäden der Liebe. Das schon an eine Operette heranreichende Singspiel „Liebe macht so jung“ wurde unter der Leitung des Vereinsdirigenten, Kapellmeister K all m ann, Darmstadt, am Samstag und Sonntag im vollbesetzten Saale des Gasthauses I. H. Laumann aufgeführt. Das Stück fand stürmischen Beifall.
Mitwirkende waren: Hans Laumann, Jak. Laumann 13., Ludwig Berz, Jak. Laumannl4., Marianne Popp, Traute Josef, Karl Wenchel, Dora Wenchel, Rudi Mück, Horst Himmler, Erika F r ö hner, Marie Laumann und Irmgard Loesch.
Schöne Bescherung vor der Bescherung
Gadernheim, (uka) — Ein Bauer, der Apfelwein gekeltert hatte, leerte den Hefesatz vom Vorjahre — Hefe nährt ja bekanntlich — in die Futtertröge seiner Schweine. Die älteren Tiere waren wohl etwas Besseres gewohnt; sie verschmähten das alkoholische Naß. Zwei erst kürzlich neuerstandenen Ferkel aber ließen keinen Tropfen mehr übrig. Als der Bauer eine Weile später in den Stall kam und seine Ferkelchen alle Viere von sich strecken sah, wollte er schon den Händler, der ihm die Tiere verkauft hatte, eines Betruges bezichtigen, bis ihm der „Frühschoppen“, den er ihnen vorgesetzt hatte, einfiel. Heute werden die Tiere wohl wieder stehen können.
Für jeden eine kleine Gabe
Michelstadt, (-ppi). Am Sonntagabend fand im Gasthaus „Schmerkers Garten“ eine vom Verband der Körperbeschädigten veranstaltete Weihnachtsfeier statt. Nach einigen geschickt zusammengestellten Musikstücken des Zitherklubs unter Leitung von Friedel Köbler, einem Gesangsvortrag von Herrn Seidler und Fräulein Hederich wurden die Witwen der in den beiden Weltkriegen Gefallenen, deren Kinder und sämtliche Körperbeschädigten mit einer kleinen Gabe, wie Wein, Wurst, Schokolade, Zigarren und Taschentüchern, bedacht.
Feiern um die Weihnachtszeit
Überall im weiten Land trafen und treffen sich Menschen, das Fest der Geburt Christi zu feiern
Unsere Berichterstatter melden ...
aus dem Landkreis Darmstadt: Am ersten Weihnachtsfeiertag führt die Spielgruppe des Gesangvereins „Konkordia“, Roßdorf, das Spiel „Wie Klein-Else das Christkind suchen ging“ auf.
In Wixhausen findet am Heiligen Abend am Dorfchristbaum eine Feier der Gemeinde statt, bei der Bürgermeister Büchs el sprechen wird. Die „Sportgemeinde“ führt am ersten und zweiten Weihnachtstag die Operette „Glückliche Reise“ von Ed. Künnecke auf, bei der die Theaterurid Tanzabteilung der Sportgemeinde und die Kapelle des Musikvereins mitwirken werden.
Etwa hundert Kindern beschert am Samstag die Arbeiter-Wohlfahrt Bickenbach. „Der Glockenguß zu Breslau“ wird am 1. Weihnachtsfeiertag durch die Bickenbacher Spielschar 1946 aufgeführt.
Zu einem Elternabend hatte gestern abend die Pfungstädter Volksschule Ungeladen. Die Ortsgruppe der Kriegsbeschädigten und Sozialrentner bescherte allen Kriegswaisen in einer wohgelungenen Weihnachtsfeier Geschenke im Werte von 5 DM.
aus dem Kreis Dieburg:
Die Weihnachtsfeier der Volksschule Groß-Bieberau fand ebenfalls gestern abend statt. Der Sportverein 1945 hat seine Mitglieder für kommenden Sonntag eingeladen.
Gesangverein „Eintracht 1878“ Babenhausen veranstaltet am 1. Weihnachtstag eine öffentliche Feier, bei der das Stück „Das Weihnachtslos“ aufgeführt werden soll.
aus dem Kreis Erbach:
Die Arbeiterwohlfahrt Erbach hat in den letzten Wochen eine Sammlung durchgeführt und damit rund 250 hilfsbedürftigen und alten Menschen der Gemeinden Erbach, Lauerbach, Schönnen und Ebersberg eine Weihnachtsfreude bereitet.
Einen weihnachtlichen Familienabend veranstaltet die Beerfelder Freiwillige Feuerwehr am 1. Weihnachtstag. Gesangverein „Arion“, Ober-Kainsbach hält am ersten Weihnachtstag eine Veranstaltung bei Gastwirt Nicklas ab, bei der „Der treue Hies“. aufgeführt wird.
aus dem Kreis Bergstraße:
Der kleingartenverein Bensheim-Auer.b ach veranstaltet ebenfalls am ersten Weihnachtstag eine Feier mit anschließendem Varieteprogramm. Es spielt die „Wela Band“. Aus Lorsch werden mehrere Feiern gemeldet.
So feiert die evangelische Kirchengemeinde am 1. Feiertag ihre Weihnacht. Ebenfalls weihnachtlichen Charakter tragen die Familienabende der Freiwilligen Feuerwehr und des Gesangvereins „Liederkranz“ am 25. Dezember. Einen Tag später treffen sich die Mitglieder der Turnvereinigung Lorsch. Die Schule für Lützelbach una Neunkirchen hat mit einem von einem Lehrer geschriebenen Weihnachtsstück vielen Freude bereitet.
Der Lauterner Gesangverein „Sängerlust“ führte bei seiner Weihnachtsfeier „Das Glöcklern im Tale“ auf. Bei der Feier der Lauiterner Volksschule erschien der Nikolaus.
Die Eleonoren-Heilstätte feiert heute abend. Der neugegründete Gesangverein von Laudenau traf sich kürzlich auch zu einer netten Feier.
In Gadernheim fandet am Heiligen Abend eine Feier in der Kirche statt.
aus dem Kreis Groß-Gerau:
Gemeindevertretung und Bürgermeister von Erfelden hatten -alle Einwohner über 70 Jahre zu einer Weihnachtsfeier in das Gasthaus „Zur Krone“ eingeladen.
Was aŭch interesciect:
„Der doppelte Bräutigam“ wurde von Mitgliedern des Spiel- und Sängervereines Brensbach dieser Tage in zwei gelungenen Theaterabenden aufgeführt. (ewf)
Beim Bremsen auf der vereisten Bundesstraße 26 in der Nähe der Kreuzung Bausch heim — Rüsselsheim geriet ein Lastzug ins Schleudern und rammte einen entgegenkommenden zweiten Lkw. Beide Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt. (eng)
Ihre erste Tabakernte konnten Schaafhei m e r Pflanzer zu einem Pfundpreis ' von 95 Dpf für Sandblätter, 68 Dpf für Hauptgut und 35 Dpf für Grumpen verkaufen. Der erzielte Gewinn entsprach nicht den Erwartungen. (io)
Der Amtskalender für den evangelischen Geistlichen in Hessen und Nassau für 1951 wird Mitte Dezember verschickt. Bestellungen bei Pfarrer Wacker, Heppenheim. (*)
Geschlossen bleiben in der Zeit vom 23. Dezember bis 8. Januar das Sekretariat des Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion und Abgeordneten des Kreises Bergstraße im Bundestag, Dr. von Brentano, und das Sekretariat des Abgeordneten im Hessischen Landtag, Dr. Hans Wagner. Dringende Anfragen und Anträge können schriftlich an das Sekretariat, Heppenheim, Friedrichstraße' 1, gestellt werden. (HB)
Bei der Christvesper am 24. Dezember um 17 Uhr in der evangelischen Kirche Bensheims spielt das Kammerorchester Bergstraße unter der Leitung von Adam Rettig Werke von J. S. Bach, Vincent Lübeck, A. Corelli, C. F. Witt und Händel. Bei der Christmette um 24 Uhr wirken der Kirchenchor, Leitung Dr. Kling, und als Solist Horst Heinrich Braun (Tenor). (HB)
Zur Ueberbrückung der Brennstoffknapp¬ heit bleiben die städtischen Dienststellen Bensheims vom 27. bis 30. Dezember geschlossen. Für dringende Dienstgeschäfte sind Standesamt und Einwohnermeldeamt während dieser Zeit täglich von 10 bis 12, die Verwaltungsstelle Auerbach mittwochs und samstags zur gleichen Zeit geöffnet. Das Standesamt steht für dringende Fälle auch am 2. Feiertag von 10 bis 11 Uhr Besuchern offen. (HB)
Alle Interessenten und Käufer für die freien Grundstücke der Teilnehmergemeinschaft R o d ga u wurden für heute 9 Uhr auf die Bürgermeisterei nach Harreshausen bestellt. (NB)
Ueber den Hessenplan spricht heute der Kreisvorsitzende der Heimatvertriebenen, G o 1 d, im Rahmen einer Bürgerversammlung in Schlierbach. (gi)
Einen Dorfabend veranstaltet die Gewerkim Saale des Gasthauses „Zur grünen schäft Lengfeld am Freitag um 20 Uhr Aussicht“. (gi)
Die Abschlußfeier des Melkerlehrgangs, der gegenwärtig in Kleestadt durchgeführt wird, findet am Freitag statt. (gi)
Aktuelles zwischen gestern, und heute.
Zwei Schwerverletzte
Unglücksfall auf der Arheitsstelle
Lorsch, (el) Von einem rutschenden Baumstamm wurden zwei Arbeiter in einem Sägewerk so unglücklich getroffen, daß sie mit schweren inneren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Der Zustand der beiden Verunglückten ist sehr bedenklich. Darmstadt Provinz dedek
Vor dem Schnellrichter
Ein „Landstraßenphilosoph“ und ein „Witwentröster“
Bereits elfmal vorbestraft ist der 42 jährige, der gestern vor dem Schnellrichter erscheinen mußte: wegen Diebstahls im Rückfall. Bei ihm handelte es sich — wie Amtsgerichtsrat Holzschuh betonte — um einen sogenannten „Landstraßenphilosophen“. Er kam vom Rheinland und wollte sich in der Umgebung von Darmstadt Anfang Dezember eine landwirtschaftliche Arbeitsstelle suchen (in dieser Jahreszeit?). Nun, im Wartesaal des Hauptbahnhofs zechte er erst einmal tüchtig mit einem Kumpan, dem er dann, als dieser seinen Rausch ausschlief, die Aktentasche mit allerlei Dingen wegnahm. Als der Schnellrichter ihm sechs Monate Gefängnis ms Sündenregister schrieb, bedankte er sich noch: Ueber Winter ist er im Trockenen,
Der zweite Angeklagte, der Platz nahm, war der weitaus kriminellere Typ. Er, ebenfalls in den vierziger Jahren und ohne festen Wohnsitz, nistete sich ständig bei Witwen ein, die ihn auch in allen Fällen aufnahmen. Mit deren Gelder vergnügte er sich in Gastwirtschaften und scheute jegliche Arbeit. Hatte er das Geld verjubelt, stahl er den betreffenden Frauen Wäschestücke und verschwand auf Nimmerwiedersehen. Dann begann das Spiel aufs neue. Ein besonders krasser Fall hatte sich in Arheilgen ereignet. Für die nächsten drei Monate sitzt der wegen Zechprellerei vorbestrafte „Witwentröster“ hinter Schloß und Riegel. yk
Schwachsinnigen angegangen
Maurergeselle nach § 175 abgeurteilt
Crumstadt, (wst) Gemäß §175 des StGB, verhängte das Bezirksschöffengericht Darmstadt m seiner letzten Sitzung gegen den 23Jährigen Maurergesellen Heinrich M. aus c r umstadt eine Gefängnisstrafe von acht Monaten. Das Gericht mußte dem bereits einschlägig vorbestraften jungen Mann den Schutz des § 51, Absatz 2 (verminderte Zurechnungsfähigkeit) zubilligen
Der Angeklagte hatte am 19. August abends zwischen 20 und 21 Uhr einen Pader deS Goddelauer Philippshospitals, auf Hauspflege befindet und damals war Weg JUr Crumstädter Turnhalle er wnlb hProChen’ ihn unter dem Vorwand, er wolle ihm eine neue Baustelle zeigen, in und sich" ECI<u deS Sportpiatzes gelockt Xd Wall an Wehrlosen in schmutziger Weise vergriffen.
„Gießener Kirchenkonflikt“ geht weiter
de?G^eßpnpP^ Obwohl der neue Pfarrer Amt^ln^ftn Lukasgemeinde bereits in sein einer worden ist. protestierte in LukMrXTXUng erneut ei« Teil der v de Fegen di€ Versetzung des wunde SbP=L6rWalters dieser Pfarrstelle. Es T^de bescM°ssen, weiterhin Laierngottes-Und am zweiteri Weihzu^hrfn 1 Sonderzug nach Nidda, Pfarrers göT7p dT Got^dienst des G 1 $,e’ um den der Streit geht, wurde der Wortlaut D Niembn/T6« an Kirchenpräsident ? genehmigt, in dem der Kirchenprasident um seinen Rücktritt gebeten wird.
Feuilleton
Autoren-Hilfsaktion des Landestheaters
1. STUDIO-LESUNG: „PHRASEN“ VON H. F. WILLMANN
Unter der Devise, jungen Autoren die nötige erste Hilfestellung auf den dramatischen Brettern der Bühne zu geben, ist von Intendant Dr. Siegmund Skraup erstmals eine Studio-Lesung von Theaterstücken eingerichtet worden, in der in einer anschließenden Diskussion coram publico das Für und Wider der Aufführungsreife eines Werkes besprochen werden soll. Das Schauspiel „Phrasen“ von Hans-Frieder Willmann (geboren 1922 in Stuttgart, jetzt Redakteur an der satirisch-kritischen Zeitschrift „Das Wespennest“) geriet als erstes Objekt unter die Zange der kritischen Betrachtung.
Es ist wieder einmal das Thema der Resistance, seiner menschlich und außermenschlich-kausalen Problematik, das Thema der menschlich-persönlichen Verantwortung und des Selbstbewußtseins gegenüber einer kollektiven Schicksalsmaschinerie, das hier debattiert wird. Der dreiaktige Inhalt ist mit wenigen Worten dahin skizziert, daß der Führer einer Widerstandsbewegung durch verschiedene Rückschläge seiner Mitkämpfer dazu gezwungen wird, seine Frau in die politische Aktivität mit einzuschalten und sie in das Bett eines wichtigen Gegners zu treiben, um auf diese Weise die Pläne für eine neue Angriffstätigkeit des Feindes zu erhalten. Der einzige Mensch, der unter den Schlägen der moralischen und psychologischen Folgerungen — oder wie man es sonst nennen will — zu leiden hat, ist die Frau. Alle anderen Personen, bleiben Figuren, selbst ihr Mann oder der Oberst, ihr aufgezwungener Feind-Liebhaber, die im Gefüge einer mehr oder weniger abgenutzten Phraseologie untergehen. Als Ueberraschung wird dabei der Knall von Selbstmordschüssen hinter den Kulissen nicht durchgehend angewandt, sondern der eine oder andere ist noch einmal moralisch leicht angeknackt davongekommen.
Wenn man nun als Diskussionsgrundlage nur die rein dramaturgischen Grundregeln des Theaters behandelt wissen will, wie es Dr. Skraup vorschlug, so kann man das insoweit verstehen, als eine Basis für eine Aussprache geschaffen werden muß, um jedes Abschweifen ins Uferlose zu verhindern. Aber hier wie in jedem anderen Stück sind eben thematische Konzeption und dramaturgische Gestaltung nicht voneinander zu trennen. Was nützen alle Hinweise auf Schiller — Lessings und Shakespeares Dramaturgie wurden merkwürdigerweise gar nicht angezogen —, wenn bereits im Thema, in der Mentalität des Verfassers gegenüber dem Stoff und dem Charakter der Personen Diskrepanzen klaffen, die sich weder mit der Realität noch mit irgendwelchen menschlichen Vorstellungen decken. (Der Mann, der seine Frau körperlich verschachert: der Oberst, der sich selbst verhaften ließ u. a.)
In der griechischen Tragödie war die „Fallhöhe“ immerhin einem Heros zugebilligt, und selbst Hegel und die neu'» Dramatik denken noch so. Auch wir würden heute nur dem außergewöhnlichen Menschen solches Tragisch-Schuldigwerden zugestehen. Das ist aber die Frau in diesem Falle keineswegs, denn sie geht mit der Phrase „mit Feuer und Flamme“ in die Resistance und danach, im Gegensatz zu ihrem charakterlichen Habitus, ein seelisches Abenteuer ein, das sie schließlich sentimental mit Selbstmord beendet.
Die ganze Diskussion ist fast ausschließlich von Fachkritikern bestritten worden, die sich Mühe gaben, den Rahmen der gesetzten Grenzen, nur dramaturgische Mängel aufzulegen, nicht zu überschreiten. Das Publikum konnte kaum Anteil nehmen, weil ihm die fachlichen Voraussetzungen nicht geläufig sind. Denn der Schauspielbesucher wird sich mehr vom Inhalt und der Gesinnung eines Stückes und seiner Personen leiten lassen, als sofort allen theatermäßigen Folgerichtigkeiten nachzuspüren. Die Leere entdeckt er erst später. Irgendwelchen Ueberblick über die Phrasen, ob sie nun ironisch oder real, parodistisch oder gegenwärtig gemeint sind, kann er in diesem Stück nicht gewinnen, weil sie eben allen Personen anhaften. Der Hauptmangel, der daher in dem Schauspiel zutage tritt, ist das Fehlen wirklicher Charaktere und einer zwingenden Notwendigkeit ihres Handelns. Die Szene wird zu abrupt geführt, und die dramatischen Wendungen werden mit hineingeworfenen Worten und Dialogen unglaubhaft motiviert. Wie in eiliger Reportage werden Situatiönchen aufgeblendet, deren psychologische Voraussetzungen und Möglichkeiten nur zu erraten sind. Auch scheint in den beiden ersten Akten mehr Sekt und Wein getrunken zu werden, als es das persönliche Stilgefühl des Autors vertragen kann. Demgegenüber stehen nur vereinzelt gelungene und packende dramatische Momente. In der Zahl zu wenig, um in drei Akten ein4 Geschehen auf der Bühne am Leben zu erhalten.
Wenn der anwesende Autor erklärte, ein neuer Stoff verlange eine neue Form, so hat er vollkommen recht. Aber diese neue Form ist von ihm leider nicht stichhaltig geliefert worden. Sehr sympathisch berührten seine' Worte, daß der werdende Schriftsteller durch solche Studio-Lesungen nur lernen könne und er die kritischen Aeußerungen durchaus anerkenne. Damit wird auch die Notwendigkeit der Bemühungen von Intendant Dr. Skraup um den dramatischen Nachwuchs bewiesen. Aber nur wer unter den schwierigen Bedingungen sein Selbstvertrauen und seine Arbeit nicht aufgibt, kann mit Erfolg rechnen. Für alle anderen wäre es besser, die angebliche „Berufung“ gegen einen anderen Beruf einzutauschen.
Für die weiteren Studio-Lesungen sei folgender Vorschlag gemacht: Der Fachkritik und einigen interessierten Besuchern möge vorher Einsicht in das Textbuch gegeben werden. Der Dramaturg müßte einige feste Grundthemen zur Diskussion entwerfen, die ebenfalls vorher bekanntgemacht werden sollten. Damit wären dem Gespräch Grenzen gezogen, andererseits würde die Argumentierung schärfere Umrisse gewinnen;
Auch das Interesse des Publikums ist groß für diese Einrichtung des Landestheaters. Das zeigte der starke Besuch im Probensaal. Unter der Leitung von Dr. Skraup lasen die Schauspieler: Rosemarie Kilian, Ilse Bartram, Walter Kohls, Willy Leyrer, Franz Schneider, Helmut Kissel, Herbert Wien. G. I.
Neuer Film
HANSA. „Es begann in Rio.“ Die Filme aus Arthur Ranks Ateliers bringen von Hause aus einen gut durchgearbeiteten Stoff — also größtmöglichste Anlehnung an die glaubhafte Szenerie menschlicher Tragödien innerhalb ihrer Gesellschaftsformen,, sorgfältige Kameraarbeit und ausgezeichnete Dialoge. Und um eben dieser Dialoge willen, die zwischen Margaret Lockwood. Griffith Jones, Norman Wooland und Phyllis _ Stanley in dem Milieu der „großen Welt“ Rios, Londons und Monte-Carlos gewechselt werden, lohnt es sich, das Stück anzusehen. Hinzu kommt, daß alle genannten Darsteller auf Effekte verzichten — die Regie Harold Huths stellte die gelackte Dummheit des Pin-up-Girls noch nie in den Vordergrund — und somit Platz und Zeit für das messerscharfe, schmerzend-wahrhaftige und begütigende Wort ist. Ranks Figuren vermochten dieser „Hautevolee“ und dem „Clair-obscur“ an ihrer Peripherie eine vollkommene Wirkung zu geben.
Gewissen und Beruf
In einer Veranstaltung aller katholischen Pfarreien Darmstadts führte Pater Hartmann in der St.-Liebfrauen-Kirche aus, daß das Wort Beruf im Laufe der letzten Jahrhunderte mit der Verweltlichung und Ver wirtschaf tiichung unserer Kultur und dem zunehmenden Existenzkampf seine alte Bedeutung, eines von einer höheren Welt an den Menschen ergangenen Rufes, verloren habe. Für die Verchristlichung der Welt hinge sehr viel davon ab, daß das Berufsleben, in dem der Mensch mit der Hauptkraft seines Lebens tätig sei, nach Gottes Gedanken geformt werde. Als lebendige Christen sollten die Menschen in dem Beruf stehen, der ihren Fähigkeiten am nächsten liege und in dem sie der menschlichen Gemeinschaft am besten dienen könnten. Jeden Menschen rufe Gott durch seinen Beruf, der er nach äußeren Gegebenheiten, inneren Möglichkeiten und seiner Begabung entsprechend ergriffen habe, zu seiner Lebensleistung auf. Wer aus christlichem Glauben heraus diesen Ruf Gottes in unsere Zeit hinein höre, könne auch die Schwierigkeiten seines Berufes überwinden. t-s
Das Weihnachtsgeheimnis in Meisterwerken der Kunst
Das Amerika-Haus hatte zu einer vorweihnachtlichen Stunde geladen. Prof. D. Dr. Joh. B. Aufhauser von der Universität München zeigte Farblichtbilder von Werken, in denen Mariens Verkündigung, die Geburt Christi, die Anbetung der Könige und die Flucht nach Aegypten dargestellt sind. Die abendländische Malerei des 13., 14. und 15. Jahrhunderts besitzt eine solche Fülle von Gemälden, die das Weihnachtsgeheimnis zum Vorwurf haben, daß man manches Meisterwerk unter der vielfältigen, aber infolge der Kürze der Zeit zu schnell ablaufenden Auswahl Prof. Aufhausers vermißte. Außer den Malern des abendländischen Mittelalters, dem Spanier Murillo, den Niederländern Hugo van der Goes und A. van Dyck, den Italienern Fra Angelico, Correggio, Bellini, Botticelli und den Deutschen Grünewald, Schongauer, Lochner, Cranach, Schaffner, Altdorfer, Dürer und Baldung Grien brachte Prof. Aufhauser auch Beispiele asiatischer Kunst (Indien, China, Japan) und am Rande einige Künstler der neueren Zeit.
Von all diesen Aufnahmen spürten die Zuschauer, geleitet von den besonders auf den Ausdruck der Mütterlichkeit gerichteten Interpretationen des Vortragenden, jene heilende Weihe ausgehen, die diese begnadeten Meister durch ihre noch unerschütterte Gläubigkeit in ihren Bildern offenbaren konnten.
Sehr herzlicher Beifall des gutbesetzten Auditoriums dankte Prof. Aufhauser für seinen Vortrag. rw
Hausmusikabend in Dieburg
Schimmerndes Kerzenlicht pflegt im Dieburger „Dreieck“ den Rahmen für die Hausmusik zu geben, diesmal bereichert durch einen Adventskranz. Anzuerkennen wie stest das Niveau. Vor allem das eingangs von Kurt Schüßler, Karl Katz, Gustav Gromes und Peter Heil gespielte Streichquartett von Haydn wurde, mit ausgezeichneter Prägnanz des Zusammenspiels zu Gehör gebracht. Beethovens Romanze (Karl Katz, Emilie Geyer) lind ein Mozart-Trio (Willi Danz, Klavier; Viktor Enders, Klarinette; Adam Ohl, Fagott) zeugten ebenfalls von feiner Musikalität und guter Durcharbeitung, wenn auch leider beeinträchtigt durch das Verquellen des kalt stehenden Klaviers. Fränzi Haberer und Doris Kattermann sangen, von Emilie Geyer begleitet, Weihnächte- und Kinderlieder von Humperdinck, Reinecke und Cornelius, vorzüglich das „Abendsegen“-Duett aus „Hänsel und Gretel“. Weihnachterinnerungen aus Karl Larssons „Haus in der Sonne“ vervollständigten den stimmungsvollen Abend. b
Intendant Dr. Friedrich Schramm, der einer alten Darmstädter Künstler- und Musikerfami'lie entstammende Baseler Theaterleiter, bringt am 3. Januar 1951 die deutschsprachige Erstaufführung der Oper „Der Konsul“ von Giano Carlo Menotti heraus.
WIRTSCHAFT
Preisstop in Amerika
v. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat die amerikanische Wirtschaft zu einer freiwilligen Stabilisierung der Preise für alle Waren und Dienstleistungen aufgefordert. Jede Erhöhung der normalen Verdienstspannen ist untersagt. Der Leiter der Economic Stabilisation Administration hat außerdem alle Preiserhöhungen, die seit dem 1. Dezember 1950 vorgenommen wurden und gewisse Richtsätze überschreiten, für ungültig erklärt. Jeder Kaufmann oder Unternehmer, der den freiwilligen Preisspiegel der amerikanischen Wirtschaft nicht beachtet, soll künftig Zwangskontrollen unterworfen werden. Wie aus zuständigen Kreisen verlautet, sollen demnächst auch die Löhne stabilisiert werden.
Ausfuhr nach Amerika verdoppelt v. Die Ausfuhr der Bundesrepublik nach dem amerikanischen Kontinent erreichte im dritten Quartal 1950 mit einem Wert von rund 68,1 Millionen Dollar einen Nachkriegshöchststand und lag um 65,5 Prozent über dem Ergebnis des zweiten Vierteljahres 1950. Sie hat sich im Berichtszeitraum mit 27,8 Millionen Dollar gegenüber dem vorangegangenen Quartal verdoppelt. Die Zunahme entfällt zum größten Teil auf Eisenschrott, Roheisen, Walzwerkerzeugnisse, Aluminium, Blei und Zement.
v. Der Anteil der OEEC-Länder an der Gesamteinfuhr des Bundesgebietes hat sich im November auf 63,3 Prozent gegenüber 64,7 Prozent im Vormonat vermindert. Rückläufig war besonders die Einfuhr aus Großbritannien, Frankreich und Tunesien.
USA-Armee kauft STEG-Ware zurück. Die STEG hat in diesen Tagen mit der Rückgabe von etwa 20 Prozent der gegenwärtig noch bei ihr lagernden Bestände an technischem Material und von anderen militärisch verwendbaren Ausrüstungsgegenständen an die USA-Armee begonnen. Die Frage der finanziellen Entschädigung der Bundesrepublik für diese Rücklieferungen und deren Auswirkungen soll demnächst erörtert werden.
Notopfer Berlin ist absetzbar
Zukünftig als Versendungsauslage in der Umsatzsteuer anerkannt
St. Der Bundesminister der Finanzen hat durch Verfügung vom 30. November 1950 die Oberfinanzdirektionen angewiesen, die Auslagen für die Abgabe „Notopfer Berlin“ als absetzbare Versendungsaufwendung im Sinne des § 5 Abs. 4, Ziff. 1 Umsatzsteuergesetz anzuerkennen. Die Anerkennung bezieht sich auf die Notopferbeträge, die als Versendungsauslagen mit der Beförderung von Waren handelsüblicherweise unmittelbar Zusammenhängen.
Diese Verfügung trägt einer vernünftigen wirtschaftlichen Auffassung Rechnung. Zwar ist das ~Notopfer Berlin“ eine Steuer, zu deren Leistung der versendende Unternehmer selbst verpflichtet ist. Jedoch ist nicht zu verkennen, daß für den Auftraggeber der Sendung die Notopfer-Zahlung eine Erhöhung der Beförderungskosten bedeutet.
Die Bundesbahn hat 1,3 Mrd. Schulden
v. In einem Rückblick auf das Jahr 1950 stellt die Hauptverwaltung der Bundesbahn fest, daß die Betriebsrechnung voraussichtlich nur mit einem Defizit von rund zehn Millionen DM abschließen wird. Der Passivsaldo der Gewinn- und Verlustrechnung, die den Zinsendienst und öffentliche Abgaben einschließt, wird auf etwa 400 Millionen Mark veranschlagt. Bei einem Anlagenneuwert von 25 Milliarden und einem Eigenkapital von 9,7 Milliarden Mark beträgt die Verschuldung 1,35 Milliarden Mark.
Frachtausgleich für Notstandsgebiete
v. Der gleichzeitig mit der Stahlpreiserhöhung vereinbarte Frachtausgleich soll nicht nur den süddeutschen Abnehmern, sondern auch anderen Notstandsgebieten zugute kommen. Alle inländischen Abnehmer haben dafür einen Zuschlag von 2 DM je Tonne in einen Ausgleichsfonds zu zahlen.
SWF. — Kredite von einer halben Million Mark sind von der ERP-Verwaltung und dem Wohnungsbauministerium den Jo kker s - Werken in Germersheim zugesagt worden, teilt das Innenministerium Rheinland-Pfalz mit. Mit dieser Summe könnten die restlichen Investitionen durchgeführt werden, die es gestatten, eine Serie von mindestens sechs Probehäusern aufzulegen. Dieser neue Versuch wird in Kreisen der Landesregierung als ein ausgesprochenes Experiment angesehen.
Höhere Zementpreise zu erwarten
Dyckerhoff-Zementwerke berichten von stürmischer Absatzentwicklung
d. In der HV der Dyckerhoff Portland-Zementwerke AG in Wiesbaden-Amöneburg, in der 13 Aktionäre 22 Millionen vertraten, wurde der Abschluß genehmigt. Als Aufsichtsratsmitglieder schieden aus. Dr. Wilhelm Dvckerhoff, Alfred Dyckerhoff. Otto Dyckerhoff, Chlodwig Kammerscheid und Fritz Oesterlin. Zugewählt wurde Dr. Fritz von Engelberg, Reute (Bodensee).
Der Zementabsatz bis Oktober 1950 sei' im Bundesgebiet auf 9,17 Mill. Tonnen gestiegen (1949 insgesamt 8,37 Mill. Tonnen). Man könne mit <*nem Jahresabsatz von 11 Mill. Tonnen rechnen. Auf die Gesellschaft entfallen 1950 1,75 Mill. (i. V. 1,56 Mill.) Tonnen, wobei 25 Prozent auf die Ausfuhr entfielen. Der gesamte Umsatz 1949 von 69 Mill. DM sei bereits Ende Oktober überschritten worden. Die Belegschaft hat sich leicht erhöht.
Bis Ende April sei keine Aenderung eingetreten. Dann habe aber mit. dem Wirksamwerden des Wohnungsbaues und den außenpolitischen Verhältnissen eine stürmische Entwicklung eingesetzt, in der die Gesellschaft sich noch befinde. Für 1951 sei nicht mehr Absatz entscheidend, sondern die Beschaffung von Betriebsmitteln. Bislang hat die Kohlenlage die Fabrikation nicht nachhaltig beeinflußt. Es könne unschwer vorausgesagt werden, daß auch 1950 ein befriedigender Abschluß vorgelegt werden kann. Die lange Vernachlässigung der Anlagen seit 1939 erfordere erhebliche Mittel. Schwierig sei es, die Bedürfnisse mit den finanziellen Möglichkeiten in Einklang zu bringen.
Bislang hat man Verteuerungen und Lohnerhöhungen abfangen können. Höhere Kohlen- und damit höhere Strompreise sowie erhöhte Bundestoahnfracht machten es unvermeidlich, in absehbarer Zeit Preiserhöhungen zu verlangen. Der nächste Ab- Schluß soll wieder in die erste Jahreshälfte verlegt werden.
Bz. Bei der G. M. Pfaff AG, Nähmaschi¬ nenfabrik. Kaiserslautern ist das Grundkapital von 16,0 Mill. RM voll auf DM umgestellt worden. Für die Berichtszeit vom 1. 1. 1949 bis 31. 12. 1949 verbleibt ein Gewinn von 0.853, der sich um den aus 11/1948 auf 1,025 Mill. DM erhöht.
b Die Deutsche Steinzeugwarenfabrik, Mannheim-Friedrichsfeld, stellt ihr Grundkapital 1:1 auf 8 Mill. DM um. Für das verlängerte Geschäftsjahr 1948/49 soll eine Dividende von 6 Prozent gezahlt werden.
Die Deutsche Erdöl AG., Hamburg, will ihr Grundkapital 1:1 auf 100 Mill. DM umstellen.
Börsenberichte
Bz. Bei etwas lebhafterem Geschäftsumfang standen wieder einige Spezialwerte an der Frankfurter Börse im Vordergrund. Dt. Erdöl sprang um 5,5 auf 60,5 bei etwa 35 Mille Umsatz, auch Harpener 69 ( + 3), BBC 112, Gelten 68 (je + 2), Elektropapiere waren meist gehalten. Von Maschinenaktien konnten Lindes nach den letzttägigen Rückgängen mit 93 wieder 1,5 hereinholen.
Freie Devisenkurse
Bz. Am 20. 12. 1950 hörte man an der Frankfurter Börse folgende freie Devisenkurse: Für den US-Dollar 5,10 bis 5,40 DM, für das englische Pfund Sterling 12,50 bis 13,50 DM, für den holl. Gulden 1,15 bis 1,22 DM, für den Schweizer Franken 1,15 bis 1,22 DM, für die dänische Krone 0,48 bis 0,52 DM, für die schwedische Krone 0,75 bis 0,80 DM und für den österreichischen Schilling 0,14 bis 0.16 DM.
Deutschland trug 30 Länderkämpfe aus
21 Niederlagen, 8 Siege und 1 Unentschieden brachte das Jahr 1950 in sieben Sportarten
Allmählich kommt der internationale Länderkampfverkehr mit Deutschlands Sportlern wieder in Gang. Mußte 1949 noch Fehlanzeige erstattet werden, so kämpften unsere Vertreter 1950 immerhin in sieben Sportarten (Schwimmen und Wasserball für sich gewertet) in offiziellen Länderkampf-Begegnungen. Am regsten waren dabei unsere Rollhockeyspieler, die beim Europapokal-Turnier in Montreux und bei der Weltmeisterschaft in Mailand 46 Treffen austrugen, wobei sie bei elf Niederlagen und einem Unentschieden vier Siege erringen konnten. Ohne Sieg blieben die deutschen Ringer in ihren drei Länderkämpfen in der Türkei und unsere Tischtennisspieler in zwei Treffen mit Schweden. Auch die Saal-Radsportler mußten beim ersten Nachkriegs-Ländertreffen mit der Schweiz eine knappe Niederlage hinnehmen. Die Schwimmer verzeichnen zwei knappe Niederlagen gegen Schweden und England aber einen Sieg im „kleinen Länderk’ampf“ gegen Italien. Im Wasserball halten sich Siege und Niederlagen mit 2:2 die Waage. Die Fußballer schließlich holten im einzigen Länderspiel des Jahres Pinen Sieg über die Schweiz heraus.
Im einzelnen wurden folgende Länderkämpfe ausgetragen: Fußball: Gegen Schweiz 1:0; Schwimmen: Gegen Schweden 94:97 P„ England 94:97 P„ Italien 44:22 P.; Wasserball: Italien 3-10 und 6:8, Schweden 6:3, England 7:6; Saalradsport: Gegen die Schweiz 10-13; Tischtennis: Gegen Schweden 4-5 und 1:5; Ringen: Gegen Türkei 0:8 und 1:7 (freier Stil), 3:5 (griechischrömisch); Rollhockey: Gegen Frankreich 3:5 und 3:3, England- 3:6 und 2:0, Belgien 3:6 und 2:0, Portugal 1:6 und 1:6, Spanien 1:9 und 2:4, Schweiz 0:7 und 1:4, Italien 1:5 und 0:3, Aegypten 11:0, Holland 7:2.
Landesliga ohne Ruhe
In der hessischen Amateur-Liga gibt es keine Ruhe, wenn der Spielplan der 20 Mannschaften ohne Verzögerung eingehalten werden soll. Der Spielbetrieb am 2. Weihnachtsfeiertag, der alle Mannschaften beschäftigt, kann eine Änderung in der Tabelle bringen, da die Spitzenmannsebaften reisen müssen und auch bei an sich schwächeren Gegnern unter die Räder kommen können. Olympia Lampertheim tritt bei Hermannia Kassel an, Kassel 03 ist in Bad Homburg und Borussia Fulda bei Opel Rüsselsheim. Alle können mit einem Punktverlust rechnen, der Hanau 93 von Vorteil sein könnte, wenn die Hanauer zu Hause gegen Rödelheim Sieger bleiben. Von den weiteren Verfolgern spielt Rot-Weiß Frankfurt vor eigenem Publikum gegen Hessen Hersfeld und ist als Favorit anzusprechen. Griesheim 02 wird sich dagegen in Niederrad kaum behaupten können. Bieber ist gegen den Vfß Friedberg als Sieger zu erwarten. Auch VfL Marburg und Eintracht Wetzlar sollten gegen VfL Biedenkopf und Hessisch Llchtenau auf des Gegners Plätzen zum Siege kommen. Das Kasseler Lokalspiel zwischen dem VfL und dem SV ist offen.
Wie Sugar Ray zu seinem Namen kam
Als „Sugar“ Ray Robinson seinen ersten Amateurkampf lieferte besaß er noch keine Lizenzkarte des amerikanischen Boxverbandes. Der „schwarze Panther“, der heute unangefochten die Weltmeisterschaft im Weltergewicht hält, hieß damals noch Walker Smith. Mit der geborgten Lizenzkarte eines schwarzen Freundes namens Ray Robinson kletterte er in den Ring. Später wagte er es nicht, den Schwindel einzugestehen. Als Ray Robinson errang der junge Fighter zweimal die „Goldenen Handschuhe“, Amerikas höchsten Amateurtitel, und zwar 1939 im Leicht- und 1940 im Weltergewicht. Sein Amateurrekord notiert 89 Kämpfe, von denen er 69 durch K.o. gewann und 44 in der ersten Runde!
Ungeschlagen trat Ray zu den Profis über. Er war unter dem Namen Robinson inzwischen berühmt geworden, und dieser gefiel ihm so, daß er ihn sich nach Kriegsende beim Ausscheiden aus dem Heer, in dem er noch als Walker Smith diente, legalisieren ließ. Den Beinamen „Sugar“ hat Ray Robinson gleichfalls schon aus seiner Amateurzeit mitgebracht. Bei einem seiner Kämpfe in Watertown/N.Y. — es gab für den Sieger eine goldene Uhi- und für den Verlierer einen Gutschein auf ein paar Kampfhosen — sagte ein Lokalreporter zu seinem Trainer Gainford: „Das ist ja ein recht süßer Junge', den Sie da in Ihrer Ecke haben ..." — „Süß wie Zucker“, stimmte Gainford zu. Und als der Reporter in seinem Bericht am anderen Tage von „Sugar“ Ray Robinson sprach und ihm eine große Zukunft prophezeite, blieb der Name an ihm hängen.
Dieser Sugar Ray Robinson, von dem man sagt, er sei der beste Boxer der Welt, wird sich, auf seiner kurzen Europa-Tournee zu Weihnachten in Frankfurt vorstellen. Ueber die Distanz von 10 Runden wird der Deutsche Exmeister der Mittelgewichtsklasse, Hans Stretz (Erlangen), sein Gegner sein. Von ihm glaubt die Veranstaltergruppe annehmen zu können, daß er der geeignete Ringpartner für den Weltmeister ist. Der junge Erlanger steht vor dem Kampf seines Lebens. Nach Jean Stock, Luc van Dam (beide verloren durch K.oj) und Jean Walczak wird er nun als Vertreter der europäischen Klasse dem großen Könner gegenübergestellt. Am 22. boxt Robinson noch in Paris gegen den starken Franzosen Robert Villemain. Am 25. wird er dann unter Ringrichter Nispel in der Frankfurter Messehalle die junge Boxmetropole Frankfurt begeistern. Im Rahmen boxen: Charity (USA) gegen Balsar (Celle), Gilbert Stock (Frankreich) gegen Scholz (Berlin), Gaston Henriot (Frankreich) gegen Sanders (Hildesheim) und Gläser (Dortmund) gegen Gehlhaar (Essen).
Eishockey
TSG 46 spielt in der Gruppe Süd
In Bad Nauheim hielten die Vertreter der hessischen Eissport vereine eine Verbandstagung ab, wobei auch die Abwicklung der Landesliga-Punktspiele besprochen wurde. Danach startet die Runde Anfang Januar mit 2 Gruppen, einer Nord- und einer Südgruppe. Im Norden spielen: Der letztjährige hessische Eishockeymeister VfL Bad Nauheim jun., bei dem alle Voraussetzungen für ein regelmäßiges Training im Kunsteisstadion gegeben sind. Auch der EV Friedberg hat die Möglichkeit, dort zu trainieren. Ein alter Eishockeyverein ist der SC Forsthausstraße, der auch in der Nordgruppe spielt, ebenso wie der TV 46 Gießen, der im letzten Jahre im Endspiel stand.
Die Südgruppe setzt sich wie folgt zusammen: THC Wiesbaden, der durch einige Oberligaspieler verstärkt ist, der TEV Kronberg i. Ts., SC 1880 Frankfurt und TSG 46 Darmstadt. Die Darmstädter redeten schon im letzten Jahre ein beachtliches Wörtchen mit. Sie werden in dieser Saison noch mehr in Erscheinung treten, nachdem sie eVrstärkung aus der Ostzone erhalten haben. Die beiden Gruppensieger spielen dann untereinander die hessische Eishockeymeisterschaft aus,
Baskethall
BC Darmstadt verlor in Gießen 54:32 (20:11)
Das Ergebnis spiegelt vielleicht nicht ganz die Leistung der Darmstädter Mannschaft wider. Der Club hat zum ersten Male während der Runde ein gutes Mannschaftsspiel gezeigt. Nur durch 2 Amerikaner, die der MTV Gießen vor 10 Tagen in den Verein aufgenommen hat, gelang es den Gastgebern, dieses Spiel einwandfrei zu ihren Gunsten zu entscheiden. Bei Anpfiff gingen sofort die Gießener in Führung. Die beiden Amerikaner bauten das Spiel auf und erzielten auch in den meisten Fällen durch wunderbare Schüsse die Korberfolge, Regan und Osadschy erragen tllein 41 Punkte für den MTV Gießen. Schon bei der Halbzeit (20:11 für die Nordhessen) stand der Sieger fest. Trotzdem gaben sich die Darmstädter nicht geschlagen und zwangen den Gegner, das Letzte aus sich herauszuholen. Wenn Darmstadt dieses Kombinationsspiel in Zukunft weiterhin beibehält und es noch verbessert, so dürfte es in der Rückrunde manche Ueberraschung geben! St.
Sport in Kürze
Der Kraftsportverein 1910 Darmstadt hielt am Sonntagabend in Arhei'lgen seine diesjährige Weihnachtsfeier ab. In Anwesenheit des 1. Vorsitzenden des hessischen Schwerathletikverbandes, Heckmann (Darmstadt), wurden einige verdiente Jub'ilare und erfolgreiche Kämpfer auf dem Gebiete des Kraftsportes geehrt. So bekamen dlie goldene Nadel vom hessischen Schwerathletikverband die Gebrüder Otto, Matthias Eckerl, Georg Veith, Ernst Schuchmann und Hans Fröba, die silberne Ehrennadel Karl Ditter. Hans Zimmermann, Paul Schwarz, Friedrich Koch und Willi Keidel. *
Die Uebungsstunden des TTC 48 Baben¬ hausen fallen bis zum 2. Januar 1951 aus. Am Donnerstag, dem 4, Januar, findet die ordentliche Generalversammlung im Hotel „Zum Löwen“ statt. -NB- *
Tgmd Bessungen 1865: Donnerstag, den 21» Dezember. 20 Uhr. Jahreshauptversammlung der Tischtennis-Abteilung in der Gaststätte „Harmonie“, Weinbergstraße. — Freitag, den 22. Dezember. 20 Uhr, Jahreshauptversammlung der Handball-Abteitung im gleichen Lokal. *
Der SV 98 veranstaltet am Samstag, dem 23. Dezember, 18 Uhr. in der Stadthalle, eine Weihnachtsfeier für die Jugend, wobei ®'asLandestheater das Weihnachtsmärchen aufrührt Karten hierfür sind noch auf der Geschäftsstelle des SV 98 zu haben.
herzensguter Mann, mein lieber Bruder, Schwager und Onkel Karl Bonarius Postamtmann a. D. im 74. Lebensjahre. a In tiefer Trauer: Frau MARIE BONARIUS geb. Feldmann Griesheim b. Dst. (Wilhelm-Leuschner-Str. 59), den 19. 12. 1950 H (früher Darmstadt, Stiftsstraße 67) Die Beerdigung findet am Freitag, dem 22. 12. 1950, um 14 Uhr in Darmstadt auf dem alten Friedhof, Nieder-Ramstädter
DANKSAGUNG Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines unvergeßlichen Mannes, unseres herzensguten Vaters, Opas, Bruders, Schwagers und Onkels, Herrn Jakob Heymann Seniorchef der Fa. Darmstädter Bettenhaus sagen wir unseren innigsten Dank. Besonderen Dank Herrn Dekan Weiß für die trostreichen Worte sowie dem Posaunenchor für den letzten Posaunengruß, dem Vorsitzenden des TGB 1865 für den ehrenvollen Nachruf und unseren Belegschaften für die Kranzniederlegungen am Grabe. Nicht unerwähnt sei sein treuer Pfleger Werner. Die trauernden Hinterbliebenen: I Pauline Heymann geb. Walter Familie Heinrich Heymann Familie Paul Heymann Darmstadt, den 18. Dezember 1950
■erstag, dem 21. 12. 1950 g riedhof: Straße 33, 67 Jahre Griesheimer Weg 201, 74 Jahre ahrstraße 43, 79 Jahre sheim Braunshardt, 76 Jahre dskronstraße 42, 77 Jahre reilgen, Lindenweg 48, 67 Jahre g rriedhof: leim-Schönberg, 73 Jahre :r (Alice-HospitaJ); 77» Jahre rt a. M., 69 Jahre g • Friedhof: er Straße 1, 79 Jahre Im Eisee 6, 77 Jahre t-Eberstadt tadt, Frankensteiner Str. 17, 47 J. ■
Bekanntmachungen Betr.: Beihilfen für die Ausbildung von Lehrlingen und Anlern¬ lingen in anerkannten Lehr- und Anlernberufen. Lehrlingen und Anlernlingen, die bereits für die Zeit vom 1. Dezember 1949 bis 30. November 1950 Ausbildungshilfe erhalten haben und deren Lehrzeit noch nicht beendet ist, kann die Ausbildungshilfe erneut gewährt werden. Nach den Bestimmungen des Soforthilfegesetzes wird die Ausbildungshilfe nur längstens für 12 Monate bewilligt. Zur schnelleren Durch¬ führung der bereits schon einmal im Jahr 1949 erfolgten Aus¬ bildungshilfen ist folgende vereinfachte Form vorgeschrieben: Der Antragsteller hat eine Verdienstbescheinigung von jedem einzelnen Familienmitglied oder Erziehungsberechtigten, das in der Hausgemeinschaft wohnt, über die Bürgermeisterei dem Amt für Soforthilfe einzureichen. Ferner hat der Antragsteller eine Bestätigung seines Lehrherrn beizubringen, aus det her¬ vorgehen muß, daß das Lehrverhältnis noch besteht und in welcher der Lehrherr die Höhe der Entlohnung und die Dauer angibt, die noch bis zur Beendigung des Lehr- bzw. Anlern¬ verhältnisses notwendig ist. Die Bearbeitung und Genehmigung von Anträgen auf Ausbildungs¬ hilfen an Lehrlinge und Anlernlinge in anerkannten Lehr- und Anlernberufen, welche bisher von der Außenstelle des Landes¬ amtes für Soforthilfe in Darmstadt erfolgt ist, wird nunmehr beim Amt für Soforthilfe vorgenommen. Es wird abschließend darauf hingewiesen, daß eine Bearbeitung nur dann erfolgen kann, wenn die erforderlichen Unterlagen vollzählig eingereicht werden. Der Landrat des Landkreises Bergstraße — Amt für Soforthilfe — Unsere Diensträume bleiben vom 27. bis 30. Dezember 1950 geschlossen Evangelisches Gemeindeamt Darmstadt Forstmeisterstraße 9 Betr.: Vergleichsverfahren Fa. „Emylis", Rheinheim Die persönlich haftenden Gesellschafter der oHG in Firma „Emylis“ Leibbinden- und Miederfabrik Gündner-Lang in Rein¬ heim i. Odw. haben durch einen am 28. 12. 1950 eingegangenen Antrag die Eröffnung des Vergleichsverfahrens zur Abwendung des Konkurses beantragt. Nach § 11 Vergl.-O. wird bis zur Ent¬ scheidung über die Eröffnung des Verfahrens der Rechtsanwalt E. Suder in Reinheim i. Odw. zum vorläufigen Verwalter bestellt. Verfügungsbeschränkung ist angeordnet. VN. 2/50. Reinheim, den 18. Dezember 1950 Amtsgericht Zwangsversteigerungen Am 22. 12. 1950 werde ich öffentlich meistbietend gegen Bar¬ zahlung versteigern: Um 10 Uhr in Darmstadt Pfdk. Amtsgericht (Seiten-Eing.): 2 Sprungrahmen, 1 Couchgestell. 1 Teppich, 1 Schleif¬ maschine mit 2 Scheiben und Motor, ca. 20 Paar Schuhe, 2 Frisiertoiletten, 2 Radios. Anschließend im Stadtbezirk: 2 cbm Buchenlangholz, ge¬ schnitten, 1 Bandschleifmaschine mit Motor, 1 Leimofen, 3 Tische, 1 Lastwagenanhänger mit Vollreifen, 1 Dauer¬ wellenapparat, 7 Bretter, ca. 4,5 m lang. Bieter 10 Uhr an der Pfd.-Kam. Amtsgericht. Um 12 Uhr in Arheilgen: 1 Wohnzimmer-Schrank, 2 Couches, 2 Sessel, 1 Radio mit Plattenspieler, 1 Stehlampe 1 Teppich, 1 Pkw., DKW-Sonderklasse, 1 Ankleideschrank, 2 Büfetts, dkl. Eiche 1 Berkelwaage, 1 Rübenreinigungs- Maschine mit Motor, 3 Druckkessel, 300 und 800 Ltr., 1 Tankholzniaschine mit Motor, 1 Lastanhänger, 1 Schr.- Maschine, 1 Kassenschrank, 1 Schr.-Tisch, 1 Klavier, 2 Sofas 1 Küchenschrank, 1 autom. Gläserschließmaschine, 1 Trockenanlage, 1 Pkw Borgward, 80 Fässer Birnmark. Bieter um 12 Uhr am Rathaus. Um 13 Uhr in Wixhausen: 1 Couch. 1 Glasschrank. 1 Aus¬ ziehtisch, Stühle, Frisiertoilette, 1 Radio, 1 Sofa, 1 Büfett. Bieter am Bahnhof 13 Uhr. Um 14 Uhr in Erzhausen: 1 Schreibmaschine 2 Radios. Bieter 14 Uhr am Bahnhof. Illas, Obergerichtsvollzieher Darmstadt.
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