Darmstädter Tagblatt 1950


Darmstädter Tagblatt

Darmstädter Tagblatt CHEFREDAKTEUR: ERICH DOMBROWSKI. Verlag: Darmstädter Tagblatt L. C. Wittich, Darmstadt, Rheinstraße 23, Telefon 3925. Erscheint täglich außer Sonntag 207. Jahrgang / Nr. 146 äeWdje lienefte Tia^ri^ten Dienstag, 19. Dezember 1950 Redaktion: Darmstadter Tagblatt L. C. Wittich, Darmstadt, Rheinstraße 23,Te1. 3925. Bezugspreis: 2,90 DM monatlich zuzüglich 0,40 DM Trägerlohn. Anzeigenpreise: Preisliste Nr. 3 v. 1. 7. 1950. Preis 15 Pfennig *

Sowjet-Schatten über Brüssel

Moskau ist der unsichtbare Teilnehmer der Atlantikpakt-Konferenz

Von unserem nach Brüssel entsandten W-S ond erberichterstaller

Brüssel, 18. Dezember. (Eigener Drahtbericht) In Anwesenheit der zwölf Verteidigungsminister der Atlantikpakt-Mächte eröffnete am Montag der belgische Außenminister van Zeeland die sechste Sitzung des Atlantikrates in Brüssel.

Van Zeeland wies auf den Ernst der Stunde hin und erklärte, daß die Besprechungen von ausschlaggebender Bedeutung für die Zukunft der freien Welt seien. Es dürfe keine Zeit verloren werden, um in gemeinsamer Anstrengung die Kräfte aufzubauen, unter deren Schutz die westlichen Völker ihrer friedlichen Arbeit nachgehen könnten.

Das Brüssel der Konferenzen, in dessen Straßen der Schneematsch liegt und das nachts in eine feenhafte Beleuchtung getaucht ist, ist für drei Tage das Hauptquartier des Westens. Man will die Frage der Verteidigung mit aller Energie aus dem gefährlichen Stadium der vorbereitenden Besprechungen und des absolut Provisorischen herausführen und zu einer stählernen Wirklichkeit machen. Der amerikanische Staatssekretär im Armeeministerium, Pace, der als Stellvertreter General Marshalls gekommen ist, hat auch in der Sitzung der Verteidigungsminister klar zu erkennen gegeben, die Vereinigten Staaten erwarteten von Europa, daß nunmehr zur Tat geschritten werde. Er und seine Regierung (deren politische Absichten Acheson wohl auch sehr nachdrücklich vertreten wird) stehen noch ganz unter dem Eindruck der Verkündung des nationalen Notstandes. Das amerikanische Beispiel soll die bedächtigen Europäer etwas beflügeln.

Verständnis für Bonn

keine schweren Waffen erhalten, keinen Generalstab und keinen Verteidigungsminister.

Die militärische Gleichberechtigung würde mit einem solchen Plan grundsätzlich abgelehnt sein.

Dabei hatte Bonn sich gerade auf den Standpunkt festgelegt, daß man die politische Gleichberechtigung schrittweise durchsetzen könne, daß man aber militärisch die sofortige Gleichberechtigung erlangen müsse. Schumans Konzeption, man solle die Deutschen bewaffnen, jedoch nicht Deutschland, scheint von besonderem Gewicht zu sein. Vielleicht auch deshalb, weil man damit vor den Russen das Gesicht wahrt und nicht nur der französischen Oeffentlichkeit entgegenkommt.

In italienischen politischen Teilnehmerkreisen zeigt man viel Verständnis für die Lage der Bonner Regierung. Rom glaubt, sich am besten in die deutsche Situation hineinyersetzen zu können. Auf einen Nenner gebracht, kann wohl gesagt werden, daß in Brüssel die eigene Verteidigung der zwölf Atlantikpaktstaaten Vorrang haben wird und man für die Deutschen eine Lösung finden wird, die zwischen dem Spoffordplan und dem Plevenplan steht. Diese Entwicklung scheint möglich, wenn auch keineswegs zwangsläufig. Alle Entscheidungen, die in Brüssel fallen, werden jedoch auf die politische Lage der Bundesrepublik von großem Einfluß sein.

Der Schachzug des Kreml

Trotz dieses Hinweises der Amerikaner und trotz der Bereitschaft aller Teilnehmerstaaten, die eigene Sicherheit zu beschleunigen, ist man in Konferenzkreisen nicht einmütig optimistisch. Die Engländer lassen zwar keinen Zweifel offen, daß nun endlich etwas geschehen müsse und auch etwas geschehen werde. Dieses Mal wolle man ein entscheidendes Stück nach vorwärts rücken. Aber es liegt ein Schatten über der Konferenz.

Die sowjetische Drohung, Rußland werde die Regierungen von Großbritannien und Frankreich für die Lage verantwortlich machen, die entstehe, wenn der Westen einer deutschen Wiederbewaffnung zustimme, liegt verdunkelnd über dem politischen Geschehen dieser Stunde.

Die Sowjetunion hat sich mit dieser geschickten und etwas dreist gehaltenen Formulierung zum unsichtbaren Teilnehmer dieser Konferenz gemacht. Ihre diplomatisch verhüllte Drohung und das vorher schon eingeworfene Veto — der Vorschlag einer Viererkonferenz — hat in Brüssel, ob man will oder nicht, seinen Einfluß nicht verfehlt. Vielleicht geht man zu weit, daraus schließen zu müssen, Westdeutschland, das wohl insgeheim gehofft hatte (und die Oberkommissare müssen den Kanzler in dieser Auffassung bestärkt haben), selbst als heimlicher Partner der entscheidende, unsichtbare Teilnehmer sein zu können, werde bereits jetzt als das Problem 2 angesehen.

Die Frage Deutschland und die deutsche Wiederbewaffnung sind auf jeden Fall nicht mehr das Zentralproblem.

Damit müssen automatisch alle sich daraus ergebenden weiteren Probleme, also die Ersetzung des Besatzungsstatuts durch einen Sicherheitspakt, leiden.

Die Verteidigungsminister sollen sich bereits geeinigt haben, daß ein deutscher Beitrag nur in der Form der Brigaden zu denken sei, eine Formulierung, wie sie der Spoffordplan schon gemacht hat. Man wird voraussichtlich einen neuen Namen wählen. Der Begriff Spoffordplan soll durch einen anderen ersetzt werden, aber im Prinzip geht man von ihm nicht ab. Die Truppen der Bundesrepublik sollen

Ungewißheit in der Bundeshauptstadt

Die Sondersitzung des Kabinetts wurde auf Dienstag verschoben

Drahtbericht unseres Korrespondenten

Da. Bonn, 18. Dezember. Bis die Entscheidungen von Brüssel bekannt werden, hält man in Bonn gewissermaßen den Atem an. „ ,

Die allgemeine Ungewißheit äußerte sich in Bonn am spürbarsten in der völligen Unsicherheit, in die die Anerkennung der Vorkriegsschulden hineingeraten ist. An der grundsätzlichen Bereitschaft des Bundeskanzlers zur Schuldenanerkennung hat sich nichts geändert. Seine letzten Aussprachen mit Kirkpatrick und McCloy haben ihn in seiner Auffassung bestärkt. Trotzdem wurde die für Montag vorgesehene Sondersitzung des Kabinetts bis Dienstagnachmittag verschoben.

Ehard Ministerpräsident

München, 18. Dezember. (AP.) Der bayerische Landtag hat am Montag erwartungsgemäß den CSU-Vorsitzenden und bisherigen Regierungschef, Dr. Hans Ehard, erneut zum Ministerpräsidenten gewählt.

Dr. Ehard ernieit jeuocn nur iji von 204 Stimmen, obwohl die drei Koalitionsnarteien, CSU, SPD und BHE, zusammen über 147 Sitze verfügen. Vier -Stim¬ “ n entflielen auf den bisherigen Innenrninister Dr. Willi Ankermüller, eine weitere auf einen anderen CSU-Abgeordneten. 68 Abgeordnete enthielten sich der Stimme.

Nationalhymne?

Ronn 18. Dezember, (dpa) Das Bundesnräsidialamt teilt mit: Eine Düsseldorfer 7 Jtung hat die Nachricht verbreitet, der Rundespräsident beabsichtige, anläßlich oinpr Silvesteransprache eine neue NatioiLmne für die Bundesrepublik anzuo?dnen. Dazu wird festgestellt, daß dies nicht den Tatsachen entspricht. Vielmehr ist der Bundespräsident der Auffassung, daß ein Lied erst dann zur Nationalhymne werden kann, wenn es von weitesten Volkskreisen freiwillig getragen wird. Richtig ist, daß dem Bundespräsidenten von einem bekannten deutschen Dichter eine Hymne an Deutschland gewidmet wurde, die auch inzwischen eine Vertonung gefunden hat. Dieses Lied wird am Schluß der Silvesteransprache des Bundespräsidenten gespielt werden.

Bis zu 60 Divisionen geplant

Verteidigung auf einer weit östlich gelegenen Linie

Brüssel, 18. Dezember. (AP.) Zu dem Plan des amerikanischen Ausschusses verlautet aus Brüsseler Konferenzkreisen, daß die Bildung eines Heeres mit 55 bis 60 Divisionen geplant sei. Bis Ende 1953 solle die Gesamtstärke der Streitkräfte zu Lande, zu Wasser und in der Luft auf 1 000 000 Mann gebracht werden.

Im einzelnen werden die Minister voraussichtlich beschließen, den Plan ihrer militärischen Sachverständigen für eine angemessene Verteidigung Europas an einer möglichst weit östlich gelegenen Linie zu billigen. Weiter soll Präsident Truman um die Ernennung eines Oberbefehlshabers für die gemeinsame Streitmacht ersucht werden. Ferner soll der ständige Sitz des Obersten Hauptquartiers der alliierten Mächte in Europa festgelegt werden. Schließlich soll entschieden werden, von welchen Einschränkungen die Bundesrepublik befreit werden kann, um sie zu einer Mitwirkung an der Verteidigung Westeuropas zu bewegen. Die Ernennung Eisenhowers zum Oberkommandierenden stehe bereits fest.

Kostenlose Lebensversicherung für alle USA-Soldaten

Washington, 18.Dezember.(dpa) Das amerikanische Repräsentantenhaus stimmte am Montag einstimmig einer Gesetzesvorlage zu, nach der jeder amerikanische Soldat eine kostenlose Lebensversicherung auf den Betrag von zehntausend Dollar (42 000 DM) erhalten soll.

Vinson USA-Außenminister?

Washington, 18. Dezember (dpa) In Washington halten sich hartnäckig Gerüchte, daß Präsident Truman den Oberrichter Fred. M. Vinson als Nachfolger Dean Achesons zum Außenminister ernennen will

Pieck in Warschau

Berlin, 18. Dezember. (AP.) Auf Einladung des Präsidenten der Republik Polen, Boleslaw Bierut, traf der Präsident der Deutschen demokratischen Republik, Wilhelm Pieck, am Montagabend zu einem Besuch in Warschau ein.

Neue Flugzeugkatastrophe

Saigon, 18. Dezember, (dpa) Zwei Junkersflügzeuge der französischen Streitkräfte stießen am Montag im Gebiet von Tourane (Indochina) in der Luft zusammen. Dreißig Insassen der Maschinen, fast ausschließlich französische Offiziere, kamen dabei ums Leben.

Die Suchaktion nach der seit Mittwoch mit 20 Personen an Bord über Südindien vermißten Dakota-Maschine der „Air India“ ist am Montag im Raume um Mettupalayam aufgenommen worden.

Der Brückenkopf hält sich

Aktion der UN-Truppen bei Hungnam verläuft „genau nach Plan“

Tokio, 18. Dezember. (AP.) Mit pausenlosem Beschuß verhinderten alliierte Land- und Schiffsgeschütze am Montag neue Angriffe der chinesischen Streitkräfte auf den kleinen nordostkoreanischen Brückenkopf der UN-Truppen bei Hungnam.

Schwächere rotchinesische Angriffe auf die halbkreisförmigen Verteidigungsstellungen der siebenten amerikanischen Infanteriedivision um Hungnam blieben ohne Erfolg. Die Kommunisten erlitten in den beiden letzten Tagen durch das Geschützfeuer und Schlachtfliegereinsätze schwere Verluste.

Der Kommandeur des zehnten Armeekorps, Generalmajor Almond, erklärte, daß alles genau nach Plan verlaufe.

Peking antwortet nicht

Neuyork, 18. Dezember, (dpa) Die chinesische Volksrepublik hat ein Ersuchen des UN - Dreier-Ausschusses, Verhandlungen über einen Waffenstillstand in Korea aufzunehmen, bisher nicht beantwortet. Dies geht aus einem Zwischenbericht des Ausschusses hervor, den der kanadische Außenminister Pearson am Montag im politischen Ausschuß der UN - Vollversammlung verlas.

Die Delegation der chinesischen Volksrepublik hat mitgeteilt, daß sie nicht in der Lage sei, Besprechungen über einen Waffenstillstand zu führen.

Der UN-Dreier-Ausschuß scheint nach den letzten Informationen keine große Hoffnung mehr zu hegen, daß er mit seinen Bemühungen um die Einstellung der Feindseligkeiten in Korea Erfolg haben wird.

Direkte Verhandlungen

Lake Success, 18. Dezember (AP.) Der Waffenstillstandsausschuß der Vereinten Nationen für Korea hat dem politischen Auschuß der UN-Vollversammlung mitgeteilt, daß er sich zur Aufnahme direkter Verhandlungen der Pekinger Regierung an den Außenminister des kommunistischen China, Tschu En-lai, gewandt habe.

Für die Jugend

*** Wir haben wiederholt bedauernd darauf hingewiesen, daß die Bundesrepublik sich von der Sowjetzone durch Maßnahmen überspielen lasse, durch die der Anschein erweckt werden soll, als läge Grotewohl und seiner Regierung nichts mehr am Herzen, als das Wohl der Jugend. Gewiß, in der Sowjetzone ist ein eigenes Jugendgesetz geschaffen worden, das den Jugendlichen auch mancherlei Vorteile gewährt. Gleichzeitig ist die Jugend aber wiederum, wie unter dem Hitler-Regime, zu einer „Staatsjugend“ zusammengeschlossen worden, die jedes freie Spiel der Kräfte unterbindet. Die Freie Deutsche Jugend (FDJ) wird als militärischer Nachwuchs und in einem Geiste erzogen, der keine Freiheit, sondern nur Unterordnung kennt.

Nun hat die Bundesrepublik endlich ebenfalls ein Jugendwerk geschaffen, für dessen Verwirklichung 53 Millionen DM zur Verfügung gestellt worden sind. Es eoll der Jugend wirtschaftlich voranhelfen durch die Errichtung von Lehrstellen und Lehrwerkstätten, durch den Bau von Jugendheimen, durch berufliche Bildungslehrgänge und durch einen langfristigen, internationalen Jugendaustausch.

In Anbetracht der großen Not, die unter den Jugendlichen herrscht, weil sie vielfach keine Lehrstellen finden können, ist mit 53 Millionen Mark nicht allzuviel getan. Diese Summe bedeutet jedoch immerhin eine Grundlage, auf der aufgebaut werden kann. Uns scheint am wichtigsten, daß bei dem Festakt in Bonn ausdrücklich betont wurde, im Bundesgebiet solle keine neue „Staatsjugend“ geschaffen werden. Organisierte und nicht organisierte Jugendliche sollen gleicherweise an dem Jugendwerk teilhaben und es soll dabei der Jugend das Schönste bleiben, war ihr von jeder Staatsjugend geraubt wird: die freie Entscheidung.

Das Gleichgewicht der Kräfte

Von Reinhold Zenz

Auf dem Wege zur Guillotine soll Ludwig XVI. gesagt haben: ,;Zehn Jahre habe ich das alles kommen sehen, warum habe ich es nicht verhindert?“ Es hat keine zehn Jahre gedauert, bis die Westmächte erkannten, daß der ehemalige amerikanische Außenminister Byrnes sich irrte, als er während der Potsdamei' Konferenz voller Zuversicht in sein Tagebuch schrieb: „Wir sind davon überzeugt, daß Potsdam eine Grundlage für die baldige Wiederherstellung dauerhafter Verhältnisse in Europa bildet.“ Die Russen haben die Nachgiebigkeit der Westmächte als Schwäche ausgelegt. Aus dem Potsdamer Abkommen ist ein Verhängnis für die ganze Welt geworden. Und vielleicht gerade noch zur rechten Zeit haben in erster Linie die Amerikaner erkannt, daß man mit den Russen nur verhandeln kann, wenn das Gleichgewicht der Kräfte wiederhergestellt ist.

Der Schild nach Osten Eines der wesentlichsten Ergebnisse der Potsdamer Konferenz, die am 17. Juni 1945 im Cäcilienhof, einem reizenden Besitztum der ehemaligen deutschen Kronprinzessin stattfand, war, daß der deutsche Schild zerbrochen wurde, der über ein Jahrtausend lang Europa gegen die Einfälle aus Asien abgeschirmt hatte. Mongolen, Hunnen, Ungarn und Türken sind von den Deutschen zurückgewiesen worden. Den slawischen Imperialismus, der heute bis an die Elbe und tief nach Oesterreich vorgedrungen ist, konnten sie einst wirkungsvoll zurückdrängen. Während Deutschland entwaffnet wurde und die Westmächte abrüsteten, vermochte es Rußland, hinter dem Eisernen Vorhang gewaltige Satellitenheere aufzubauen und sein eigenes Kriegspotential durch die Menschenmassen von 450 Millionen Chinesen zu vergrößern, die durch das organisatorische Prinzip des Kommunismus zusammengefaßt und in ein kriegerisches und fanatisches Volk verwandelt wurden. Die freie Welt sieht sich einem einheitlichen Block von 650 Mill. Russen und Chinesen gegenüber und weiß außerdem, daß die ebenfalls viele Millionen zählenden „erwachenden farbigen Völker“ in ihren nationalistischen Bestrebungen anfällig für bolschewistische Gedankengänge sind. Die Vereinten Nationen müssen also ein Äußerstes tun, um dem bolschewistischen Block ein Paroli bieten zu können.

Die kleinen Ursachen Man soll den Ernst der Lage nicht übertreiben. Alle Staatsmänner, die sich ihrer Verantwortung bewußt sind, betonen, der Krieg sei nicht unvermeidlich. Bei der Erklärung des nationalen Notstandes hat Präsident Truman ausdrücklich versichert, Amerika sei auch weiterhin bereit zu jeder zumutbaren Verständigung. Es darf aber nicht übersehen werden, wie ernst die Lage in Korea bleibt, wo sich noch keinerlei Anzeichen für die Möglichkeit eines Waffenstillstandes ergeben haben. Der Dreißigjährige Krieg wurde durch einen Fenstersturz in Prag veranlaßt. Der erste Weltkrieg hatte nach einem Mord in Serbien seinen Ursprung. Er hätte vielleicht vermieden werden können, wenn nicht Deutschland sich vorbehaltlos hinter den österreichischen Bundesgenossen gestellt und ihm freie Hand zum Eingreifen gegeben hätte. Korea liegt uns ferner, als uns seinerzeit Serbien lag. Mußten die Vereinten Nationen dort eingreifen? Auf jeden Fall hätten sie nicht nur in Asien ihr Gesicht verloren, wenn sie dem Vordringen einer totalitären Macht gegenüber ebenso versagt hätten, wie der Völkerbund 1931 gegenüber Japan und 1936 im Falle Abessiniens gegenüber Italien. Es ist nur die Frage, ob die Möglichkeit eines chinesischen Eingreifens genügend berücksichtigt wurde. Jetzt besteht die Gefahr, daß Amerika seine mili-

tärischen Kräfte mehr und mehr in Ostasien festlegen muß, während sie in vielleicht noch erhöhtem Maße in Europa gebraucht werden. Denn der Russe zeigt sich bemüht, den Aufbau einer einheitlichen Verteidigungsfront zunächst mit diplomatischen Mitteln zu verhindern, hinter denen aber eine wirkliche Drohung stehen kann.

Der Winter bedeutet für diez Russen kein Hindernis in der Kriegführung. „Väterchen Frost“ ist ihr Verbündeter. Ihm verdanken sie den Sieg über das napoleonische Heer, die Zurückweisung der deutschen Armeen vor Moskau. Sie verdanken ihm Stalingrad. Es ist nicht von ungefähr, daß auch die verborgen gehaltenen chinesischen Armeen am Jalu-Fluß den Vormarsch Mac Arthurs bei Schnee und Frost zurückwarfen. Dies darf nicht vergessen werden in einem Augenblick, da auch in Europa der Friede auf des Messers Schneide steht.

Niemand will Krieg Daß Amerika bewußt auf einen Krieg hinsteure, wird von den Russen immer wieder behauptet. Korea und die Erklärung des nationalen Notstandes haben das Gegenteil bewiesen. Sie zeigen, wie schwach Amerika zur Zeit sogar noch in der Verteidigung wäre. Rußland dagegen besitzt zwar hochgerüstete Divisionen, aber es fehlt ihm etwas, was zur Kriegführung heute noch wichtiger ist, als Geld, nämlich Oel. Denn Oel benötigen seine Panzer, seine Unterseeboote, seine Flugzeuge. Erdölfachleute haben jedoch festgestellt, daß die Sowjetunion gegenwärtig nur mit acht Prozent an der Gesamt-Rohöl-Gewinnung der Welt beteiligt ist und daß sich nur 25 Prozent der gesamten Erdölvorräte in ihrem Staatsgebiet befinden. Neue Erdölquellen könnte sich Rußland nur in Aserbeidschan erschließen, weshalb die Gefahr eines sowjetischen Einmarsches in Persien weit größer erscheint als die eines neuen Weltkrieges. Auch für die Vereinigten Staaten gibt es Engpässe für gewisse Rohstoffe, aber es erzeugt 262 Millionen Tonnen Oel, während Rußland in diesem Jahre erst auf 35 Millionen Tonnen zu gelangen hofft. Dieser Unterschied dürfte selbst die Russen bedenklich machen, zudem ihre Haupterdölvorkommen am Kaspischen Meer durch Luftangriffe leicht verletzbar sind.

Die Brüsseler Konferenz Solche Daten werden auch auf der Brüsseler Konferenz erörtert werden, die am Montag begonnen hat. An ihnen wird man abwägen, ob die russischen Noten an Frankreich und England als Bluff zu werten sind oder als eine hintergründige Drohung. Man wird auch die Friedenstaube mit Raubtierkrallen näher betrachten, die Grotewohl nach Bonn hat fliegen lassen. Der amerikanische Außenminister Acheson wird dabei ein gewichtiges Wort mitzureden haben, ob man Deutschland sofort in die europäische Verteidigungsfront eingliedern will, oder ob man mit solchen Vorschlägen — wie dies offensichtlich französischen Neigungen entspricht — bis nach einer Viermächte-Konferenz warten soll. Bevor man an Deutschland herantritt, wird man sich hoffentlich daran erinnern, daß Präsident Truman ausdrücklich betont hat, eine gemeinsame Abwehrfront sei nur dann möglich, wenn zwischen den einzelnen Nationen eine wahre Partnerschaft herrsche. Das muß auch für Deutschland gelten. Und das bedeutet: das von den Militärgouverneuren im April 1949 erlassene Besatzungsstatut muß endlich außer Kraft treten und einem Bündnis- und Sicherheitspakt Platz machen. Nur eine freie Nation ist gewillt und befähigt, zu kämpfen. Das Gleichgewicht der Kräfte wiederherzustellen, ist wichtiger als alles andere.

Heuss: Keine „genormte Jugend“

Feierliche Verkündung des Bundesjugendplans durch Bundeskanzler Dr. Adenauer in Bonn

Drahtbericht unseres Korrespondenten

Da. Bonn, 18. Dezember. Mit einer feierlichen Kundgebung im Sitzungssaal des Bundestags wurde am Montagvormittag der Bundesjugendplan von Bundeskanzler Dr. Adenauer verkündet.

Bundespräsident Heuss, der aus diesem Anlaß über das Verhältnis von Staat und Jugend sprach, schloß seine Rede mit den Worten: „Wir wollen nicht, daß der deutsche Mensch zu einer freien deutschen Jugend genormt wird, sondern daß die deutsche Jugend zu freien deutschen Menschen sich entfaltet.“

Zur Verwirklichung des Bundesjugendplans hat die Bundesregierung im Haushaltsjahr ■ 1950 über fünfzig Millionen Mark vorgesehen, die zur Berufsausbildung, zum Bau von Jugendheimen, zur Förderung der Jugendorganisationen und

vor allem auch zur Unterstützung des internationalen Jugendaustauschs verwendet werden sollen.

Bundeskanzler Dr. Adenauer hob hervor, daß die Jugend die Hauptarbeit selbst tun müsse. Der Bundesregierung liege alles andere näher, als irgendwie den Gedanken an eine Staatsjugend zu pflegen. Besonders befürwortete der Bundeskanzler den internationalen Jugendaustausch durch langfristigen Austausch von Jungarbeitern. Die Jugend habe erkannt, daß die Zeit des Nationalismus, wenigstens in Europa, der Vergangenheit angehören müsse.

Der Bundespräsident richtete einige besondere Ermahnungen an die Jugendorganisationen. Er forderte sie auf zum Respekt vor dem Einzelgänger, warnte sie vor der Familienfeindlichkeit der Staatsjugend und lenkte ihre besondere Aufmerksamkeit auf die Jugendlichen, die ihre Heimat verloren hätten. Den Jugendführern sagte er, daß die Jugend kein Dauerzustand sein solle und daß man es auf eine anständige Weise verstehen müsse, älter zu werden. Das Ringen um eine europäische Gesinnung nannte der Bundespräsident ein tiefes und echtes, ja das entscheidende Anliegen der deutschen Jugend.

Glückwunsch an Zinn

Wiesbaden, 18. Dezember. (Eigener Bericht.) In einem Schreiben, das er bereits am 15. Dezember an den neugewählten hessischen Ministerpräsidenten Dr. Georg August Zinn richtete, spricht Landeskommissar Dr. Newman seine Glückwünsche aus. In dem Schreiben heißt es weiter: „Ich erinnere mich gut an den 28. Oktober 1945, als ich Sie auf den wichtigen Posten des Justizministers im ersten hessischen Kabinett berief. Mein Vertrauen in Sie und Ihre Fähigkeiten wurde nicht nur durch Ihr ausgezeichnetes Wirken als erster Justizminister bewiesen, sondern auch später bei den ersten allgemeinen Wahlen in Hessen durch Ihre Wahl durch das hessische Volk auf den gleichen Posten bestätigt. Ihr ausgezeichneter Ruf als Verwaltungsbeamter, Anwalt und Gesetzgeber ist durch die Vertreter des hessischen Volkes bei Ihrer Wahl zum Ministerpräsidenten anerkannt worden. Ich sehe unserer gemeinsamen, engen Zusammenarbeit im Kampf für gemeinsame Ideale und Prinzipien und gegen unsere gemeinsamen Feinde entgegen und verbleibe mit den aufrichtigsten Wünschen:"

Hübenthal im Hungerstreik

Francois-Poncet will sich einschalten

Wiesbaden, 18. Dezember. (Eigener Bericht.) Der ehemalige Unteroffizier Georg Hübenthal aus Eschwege, dem eine französische Anklage die Tötung eines Franzosen während der deutschen Besatzungszeit zur Last legt, und der durch die amerikanische Besatzungsmacht an Frankreich ausgeliefert worden war, ist nunmehr aus dem Gefängnis in Fresnes nach Paris übergeführt worden. Die Überführung wurde mit der Tatsache begründet, daß Hübenthal wegen schlechter Behandlung in den Hungerstreik getreten war. Jedoch soll, Presseverlautbarungen zufolge, die Behandlung in Paris noch schlechter sein.

Nachdem das Innenministerium bei der amerikanischen Landeskommission für Hessen mit der Bitte um Ueberprüfurig vorstellig geworden war, hat nunmehr der französische Oberkommissar Fran-Cois-Poncet nach Intervention des französischen Verbindungsoffiziers in Hessen versprochen, in Paris eine Klärung der Angelegenheit herbeizuführen.

Wieder mit alten Titeln...

Der Innenminister hat nichts dagegen

Wiesbaden, 18. Dezember. (Eigener Bericht.) In einer Presseveröffentlichung des Innenministeriums heißt es: „Der Innenminister hat die nachgeordneten Behörden davon unterrichtet, daß Angehörige der früheren Wehrmacht, ebenso wie Beamte, deren Anstellungsbehörde nicht mehr besteht, nicht daran gehindert sind, ihren früheren Dienstgrad weiterzuführen. Ueber die Form der Titelführung beabsichtigt der Innenminister keine Anordnungen zu erlassen; die Regierungspräsidenten wurden angewiesen, künftig auf Beschwerden dieser Art nicht mehr einzugehen“.

Bundestagsnachwahl in Kassel

Kassel, 18. Dezember, (dpa) Die durch die Wahl des Bundestagsabgeordneten Georg August Zinn zum hessischen Ministerpräsidenten notwendig gewordene Bundestagsnachwahl in Kassel findet wahrscheinlich im Februar 1951 statt.

Die SPD gewann den Bundestagssitz bei den Wahlen im August 1949 in diesem Wahlkreis Kassel-Stadt und Land mit 51 530. Die FDP erhielt damals 45 331, die CDU 13 867 und die KPD 11173 Stimmen.

In wenigen Zeilen...

Das Volkswagen werk wird seine Produktion zwischen Weihnachten und Neujahr einstellen, da sich bei der Rohstoffbeschaffung für diese Zeit Schwierigkeiten ergeben haben.

Die deutsche Bundesbahn wird vom 22. bis 24. Dezember auf den Hauptstrecken täglich bis zu fünfzig Sonderzüge einsetzen, um den erwarteten starken Weihnachtsverkehr zu bewältigen.

In Mannheim wurden bei dem Zusammenstoß eines deutschen und eines amerikanischen Personenkraftwagens ein deutsches Ehepaar und ein amerikanischer Soldat getötet.

Ludwig Manfred Lommel, der bekannte Rundfunk- und Filmhumorist, ist am Wochenende mit seinem Wagen bei Bad Lauterberg im Harz schwer verunglückt.

Der Württemberger ist mit 74 DM Spareinlagen pro Kopf der Bevölkerung auch 1950 der sparfreudigste Stamm in der Bundesrepublik.

In drei Hochverratsprozessen hat der tschechische Staatsgerichtshof in der vergangenen Woche vier Angeklagte zum Tode und zahlreiche andere zu Zuchthausstrafen bis zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

Das Exportverbot über die britische Kolonie Hongkong führte dort schon nach kurzer Zeit zu einem wirtschaftlichen Chaos. Man vermutet, daß Hongkong Millionenverluste erleiden wird.

Schweden braucht keine Marshallhilfe mehr, da es hofft, durch seine Exportlieferungen und auf dem Wege über die Europäische Zahlungsunion ausreichende Dollarbeträge zu erhalten.

Der frühere britische Luftattche Haupt¬ mann Turner ist in Warschau zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er versucht hatte, einer jungen Polin zur Flucht außer Landes zu verhelfen.

Tanz auf dem Vulkan

Weltuntergangsstimmung rings um den Ätna

Rom, 18. Dezember. (Sonderbericht.) Noch immer speit auf Sizilien der Ätna glühende Lava aus. Während unterhalb der aufgerissenen glühenden Kraterschlünde die Dörfer um ihre nächste Zukunft bangen, eilen Tausende von Schaulustigen und Neugierigen herbei, um dieses große Naturschauspiel nicht zu versäumen. '

Todesangst und Lebensübermut mischen sich in den dem Todesgipfel benachbarten Dörfern zu einer Tollhausstimmung. Während in den Kirchen und Kapellen der von der Lava bedrohten Dörfer Tag und Nacht die Kerzen flackern, in deren Licht die Andächtigen um Gottes Schutz vor dem Feuerberge flehen, gröhlt und tobt es in den Wirtshäusern und Weinschenken, wo der berühmte Ätnawein in unvorstellbaren Mengen durch die Kehlen Lebensübermütiger rinnt.

Auf der anderen Seite: Betende Frauen knien an den Straßengräben, über die in Bittprozessionen Heiligenbilder getragen werden. Auf denselben Straßen zieht ein endloser Strom lachender und scherzender Menschen; sie kommen in Autos, zu Fuß, auf Eseln; fliegende Händler, Eisverkäufer, Buden: ein ganzer Jahrmarkt macht sich am Ende des Lavastroms breit. Hier wird wirklich auf dem Vulkan getanzt.

Photographen machen phantastische Geschäfte; fast jeder läßt sich vor dem Lavastrom photographieren. Ganze Schulklassen, die mit ihren Lehrern heraufgekommen sind, werden aufgenommen.

Kostenlose Lebensversicherung für alle USA-Soldaten

Washington, 18.Dezember.(dpa) Dasamerikanische Repräsentantenhaus stimmte am Montag einstimmig einer Gesetzesvorlage zu, nach der jeder amerikanische Soldat eine kostenlose Lebensversicherung auf den Betrag von zehntausend Dollar (42 000 DM) erhalten soll.

Peking antwortet nicht

Neuyork, 18. Dezember, (dpa) Die chinesische Volksrepublik hat ein Ersuchen des UNO-Dreierausschusses, Verhandlungen über einen Waffenstillstand in Korea aufzunehmen, bisher nicht beantwortet. Dies geht aus einem Zwischenbericht des Ausschusses hervor, den der kanadische Außenminister Pearson am Montag im politischen Ausschuß der UNO-Vollversammlung verlas.

WIRTSCHAFT

Umsatzsteuer senken

-d- Die Umsatzsteuer für Grundnahrungsmittel nicht nur nicht zu erhöhen, sondern entweder überhaupt fortfallen zu lassen oder auf den Stand zu senken, zu dem heute Getreide, Brot, Mehl usw. versteuert werden (eineinhalb Prozent vom Umsatz), beantragte der Hauptverband des deutschen Lebensmittel - Einzelhandels beim Bundesfinanzministerium. Da die Umsatzsteuer dem Vernehmen nach von 3 auf 4 Prozent im Rahmen der neuen Steuermaßnahmen zur Deckung des Haushaltsbedarfs 1951/52 erhöht werden soll, erneuert der Hauptverband mit diesem Antrag seine alte Forderung, die sozial wichtigen Lebensmittel steuerlich zu begünstigen. Umfassen soll der Kreis der Grundnahrungsmittel außer obigen noch die Nahrungsfette einschließlich Butter, sodann Mundzucker, Eier, Milch, Kartoffelll, frische Seefische und Heringe.

In der Bürokratie steckengeblieben

Bz. Die Programme zur Förderung der Ausfuhr sind nach Feststellung des Deutschen Industrie- und Handelstages in dem Verwaltungsapparat der Bürokratie steckengeblieben. Daher hat der Außenwirtschaftsausschuß des „Deutschen Industrie- und Handelstages“ an die Bundesregierung eine Reihe von Empfehlungen gerichtet. Es müßte u. a. die Außenhandelsabteilung beim Bundeswirtschaftsministerium ausreichend besetzt werden. Audi eine Zusammenfassung der zentralen Zuständigkeit in allen Außenhandteisfragen beim Bundeswirtschaftsministerium sei dringend erforderlich.

Kälteeinbruch schasft Arbeitslosigkeit

Um 165 000 auf 1,481 Millionen in zwei Wochen angestiegen

Hi. Infolge des Kälteeinbruches, der die Tätigkeit in den Bau-Außenberufen weitgehend eingeschränkt hat, ist die Arbeitslosigkeit in der ersten Dezemberhälfte ruckartig angestiegen. Insgesamt hat die Arbeitslosigkeit in der Zeit vom 1. bis 15. Dezember um rund 165 000 Personen auf 1,481 Millionen zugenommen. Die größte Zunahme verzeichnen Niedersachsen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Rund 1,03 Millionen Tonnen zusätzlich

vwd. Die westdeutsche Steinkohlenförderung erreichte in der Woche vom 11. bis 17. Dezember wieder den in der ersten Dezemberwoche erzielten Nachkriegshöchststand. Einschließlich der Sonntagsschichten wurden 2 513 277 Tonnen Steinkohle gefördert. Das entspricht einem arbeitstäglichen Durchschnitt von 418 879.

Seit dem Beginn der Sondermaßnahmen zur Fördersteigerung am 13. November wurden bis zum vergangenen Sonntag rund 1,03 Millionen Tonnen Steinkohle durch Zusatzschichten gefördert.

Kohlen im Januar nachliefern

dpa. Die internationale Ruhrbehörde wird am Mittwoch zusammentreten, um zu entscheiden, ob die deutsche Kohlenexportquote im Dezember gekürzt werden soll. Die Oberkommissare haben der Ruhrbehörde vorgeschlagen, 300 000 Tonnen Kohlen weniger zu exportieren als vorgesehen. Diese Menge müßte dann aber im Januar nachgeholt werden.

Schließung wegen Kohlenmangel

Hi. Die Kleiderfirma Müller (Wipper_ fürth) muß am Mittwoch den Betrieb wegen Kohlenmangels schließen. Von der Schließung sind rund 1100 Mann betroffen.

General Motors sperren Wagenverkauf

AP. Die „General Motors Corporation" hat den Verkauf aller 1951 er Modelle ihrer Chevrolet-, Pontiac- und Cadillac-PersonenwageA gesperrt. Alle diese Wagentypen fallen unter die Preisstopp-Anordnung der Regierung.

Kürzester Weg zum Verbraucher

Hi. Die Freien Demokraten haben ein Agrarprogramm aufgestellt, in dem ein Schutz der Veredelungserzeugung und eine Angleichung der Agrar- an die Industrielöhne gefordert wird. Weitere Punkte des Programms sind: Einfuhrschleuse und VorratAhaltung zur Erreichung einer geregelten Marktbeschickung und eines stabilen Preis, niveaus; freie Preisgestaltung auf dem Innenmarkt; Aufhören aller Subventionen für die Landwirtschaft (Erzeuger); möglichst kurzer Weg vom Erzeuger zum Verbraucher; Verbilligungsmaßnahmen zugunsten minderbemittelter Verbrauchergruppen; angemessene Bewertung der ländlichen Arbeit; tragbare Steuern; bundeseinheitliche Bodenreform und Siedlungsrecht; keine entschädigungslose Enteignung und Förderung der Flurbereinigung.

532 Millionen aus ERP

Für Investitionszwecke freigegeben

vwd. Die ECA-Kommission für die Bundesrepublik gab 352 Millionen DM aus ERP - Gegenwertmitteln für Investitionszwecke frei. Mit dieser Freigabe ist die zweite Tranche der Gegenwertmittel in Höhe von 1166 Millionen DM voll zur Verfügung gestellt.

Bz. Gebrüder Roeder AG. Darmstadt. Die Darmstädter Herdfabrik. die eine Kapitalumstellung 1:1 auf 1.805 Mill. DM Grundkapital vornahm und für das Rumpfgeschäftisöahr 1948 3 Prozent Dividende ausschüttete. gibt im Jahresbericht 1949 bekannt, daß sich Produktion und. Umsatz bei Preisrückgängen in der zweiten Jahreshälfte erheblich ausgeweitet haben. Der Rohüberschuß 1949 stieg auf 4,200 (per 31. Dez. 1948:1,79) Mill. DM. Die Ertragsrechnung schließt mit 0.115 (0.072) Mill. DM Reingewinn, der sich infolge des Restgewinnvortrages aus dem Vorjahr auf 0,132 Mill. DM erhöht. Hieraus gelangen 6 (3) Prozent Dividende auf 1,80 Mill. DM Stamm, bezw. 3 (—) Prozent auf 0,005 Mill. DM Vorz. A. K. zur Verteilung.

Chem. Werke Albert, Wiesbaden-Biebrich.

Die HV genehmigte die bekannte Bilanz und wählte Hans Heinz Hauck (Bankhaus Georg Hauck und Sohn), Frankfurt, in den AR. Es sei ja ungewöhnlich, daß das AK. 1:1 umgestellt und zum 31. 12. 1949 ein Verlust von 1,50 Mill, entstanden sei. Die Ursache liege darin, daß viele in der RM-Zeit gekaufte Rohstoffe nicht den Ansprüchen entsprachen, die später an die Qualität der Erzeugnisse gestellt wurden. 1950 sei besser verlaufen, ein Teil des Verlustes wurde aufgeholt, genaue Voraussagen seien aber verfrüht.

vwd. 64 850 Kraftwagen und Straßenzug¬ maschinen exportierte die Kraftfahrzeugindustrie der Bundesrepublik in den ersten zehn Monaten dieses Jahres.

Börsenberichte

Bz. Bei kleinem Anlagegeschäft konnten sich die meisten Kurse an der Frankfurter Börse knann behaunten. Verschiedentlich gab es auch Zerfallsveränderungen von 0.5 bis 1 Punkt' nach der einen oder anderen Seite.

Bz. Am 18. Dezember 1950 hörte man an der Frankfurter Börse folgende freie Devisenkurse: Für den USA-Dollar 5,10 bis 5,40 DM, für das englische Pfund Sterling 12,50 bis 13,50 DM, für den Schweizer Franken 1,15 bis 1,22 DM, für den Holland-Gulden 1,15 bis 1,22 DM, für die dänische Krone 0,48 bis 0,52 DM, für die schwedische Krone 0,75 bis 0,80 DM

Margueriten IM BLAUEN FELD

Kriminalroman von Ullrich v. Bissing

7. Fortsetzung Es machte ihr nichts aus, wenn dieses Urteil eine glatte Beleidigung enthielt. Ihre Offenheit war herzerfrischend. Aber sie brachte die Menschen ihrer Umgebung manchmal in Verlegenheit. Während ihr Verhalten zu den Männern früher unbekümmert und zwanglos war, hatte es sich, seitdem ihre Mutter so plötzlich ihr gesellschaftliches Leben wieder aufgenommen hatte, spürbar versteift. Sie erkannte nüchtern, daß unter den vielen Männern, die nun ihren Weg kreuzten, wesentliche Unterschiede bestanden. Sie war klug genug, diese Unterschiede zu beachten.

Das Essen an diesem Sonntag verlief in einer Art seltsamer Nervosität. Während an jedem Sonntagmittag bisher die Begebenheiten 4er verflossenen Woche, konsolidiert in der Form unterhaltsamer Plauderei kommentiert wurden, schien an diesem Mittag ein Gespräch außer belanglosen Bemerkungen nicht in Fluß zu kommen. Ohne es sich gegenseitig einzugestehen, hatten sie alle seit dem gestriden Sonnabendnachmittag diesem zwangsläufigen Zusammentreffen nur mit Besorgnis entgegengesehen. Es war etwas geschehen, das diese drei Menschen in einen alarmierenden Zustand gebracht hatte. Aber es wußte keiner von ihnen, daß die Ursache dieser Erregung ihnen allen gemeinsam war. Sie hüteten sich, es einander zu sagen. Dies sollte sich später einmal recht böse auswirken. Aber so wie die Dinge lagen, war es verständlich, das Schweigen der Offenheit vorzuziehen. Es hatte jeder von ihnen Grund genug, dieses unerquickliche Thema nicht zur Sprache zu bringen, obgleich ihre innere Unruhe sie veranlaßte, durch abtastende Fragen die Unsicherheit ihrer Position zu klären.

Die Ursache dieser Nervosität war die sensationelle Ueberschrift der Titelseite der Nachtausgabe einer Tageszeitung, die in ihrer Schlagzeile die Ermordung des berühmten Forschers Roger d'Argent der Oeffentlichkeit bekanntgab. Es hieß, er sei in der Nacht von Freitag auf Sonnabend in seinem Haus in der Dahlienstraße erschossen worden. Ueber diese kurze Notiz hinaus, die allerdings sensationell aufgemacht war, waren nähere Einzelheiten in der Meldung nicht enthalten. Es war kein Wunder, daß der gewaltsame Tod dieses Mannes sowohl Csatow als auch Suzanne und Irene bewegte. D’Argent war ein häufiger und gern gesehener Gast im Hause Csatows gewesen und einer jener Freunde der Familie, mit denen sich selbst der Chirurg gern und interessiert unterhalten hatte. D'Argent vermochte aufregende Erlebnisse von seinen Forschungsreisen zu erzälhen, und darüber hinaus verfügte er über ein Allgemeinwissen, das jedes Gespräch mit ihm zu einer anregenden Unterhaltung werden ließ. Er machte jedenfalls vom Standpunkt des Hausherrn unter den Gästen Suzannes eine bemerkenswerte Ausnahme, obgleich er, wie Suzanne behauptete, mitunter recht formlos werden konnte. Für den Chirurgen war die Nachricht seines Todes erregend. Er mußte daran denken, daß er noch vor wenigen Wochen Roger d’Argent einer Blinddarmoperation unterzogen hatte und der Patient kaum aus der Klinik entlassen worden war. Wie er wußte, besaß d'Argent die Absicht, zur Erholung einige Wochen nach Italien zu fahren. Der Tod dieses Mannes machte Csatow nervös. Er besaß hierfür Gründe. Er hatte aber nie darüber gesprochen. Wenn er über all jenes nachdachte, was er in letzter Zeit erlebt hatte, kam ihm diese Wendung der Dinge gar nicht ungelegen. Sie ersparte ihm jedenfalls eine Reihe häßlicher Auseinandersetzungen. Nichts war ihm peinlicher als ein Skandal, der ihn als Arzt und medizinische Kapazität kompromittieren mußte. Der Tod dieses Mannes vereinfachte eine Reihe von Fragen, deren Lösung vielleicht recht unliebsame Komplikationen heraufbeschworen hätte. In diesem Zusammenhang dachte er an den Assistenzarzt Dr. Bürckler. Wie gut war es doch, zuverlässige Menschen um sich zu haben. Er, Bürckler und die Operationsschwester Bertha, vielleicht noch die Narkoseschwester Sybill, sie gehörten zusammen. An Schwester Sybill dachte er nicht ohne leise Befürchtungen. Sie war eine kleine, schmale Blondine, die er in Verdacht hatte, daß ihr Gefühl etwas stärker mit ihm sympathisierte, als es ihre Stellung in der Klinik erlaubte. Aber zusammen waren sie eine kleine verschworene Gemeinschaft. Schwester Bertha hatte er seinerzeit aus dem städtischen Krankenhaus mit in seine Klinik übernommen. Sie kannten sich nun schon fünfzehn Jahre und arbeiteten auch seit jener Zeit gemeinsam. Schwester Sybill, wesentlich jünger, war erst zwei Jahre in der Klinik tätig. Aber er hätte sie als Narkoseschwester nie mehr entbehren mögen. Und Bürckler? Nun, Magnus Bürckler besaß eine Marotte, er war wohl das, was man unter einem Schwärmer verstand. aber er war ein Assistenzarzt, wie Csatow ihn selten gesehen hatte. Und in der Verwaltung des Hauses war er unentbehrlich geworden. Bürckler hatte seine Befugnisse nie überschritten. Es bestand zwischen ihnen eine stille Vereinbarung daß Bürckler die Sozialabteilund selbständig leitete. Hier griff Csatow nur ein, wenn es sich um Operationen handelte, bei denen es um Leben und Tod ging. Leider war dies gerade hier nicht selten der Fall.

Nein, diese Lösung des Schicksals war klug und weise, obgleich die Erinnerung daran Csatow ein Frösteln verursachte. D'Argent war tot, selbst wenn dieser Tod ungewöhnlich war. Während Csatow, wenn auch mit innerer Unruhe, den Tod seines einstigen Patienten registrierte, hatte Suzanne Csatow diese Nachricht in eine Erregung versetzt, die sie kaum zu verbergen vermochte. Sie war Stunden in ihrem Schlafzimmer, die Zeitung in der Hand, auf und ab gelaufen mit der Nervosität quälender Ungewißheit. Nichts war ihr im Augenblick unsympathischer als die Tatsache, daß Roger d’Argent ihr mit einem etwas formlosen Eigenwillen den Hof gemacht hatte. Bedeutender jedoch war die Erkenntnis, daß sie nichts getan hatte, um ihre Sympathie zu diesem interessanten Mann zu verbergen. Er war häufig ihr Begleiter gewesen bei dem Besuch der Konzert- und Theaterpremieren. Sie dachte daran, was geschehen würde, wenn Csatow erfahren könnte, daß sie mit d’Argent eine Freundschaft verbunden hatte, die für die Frau eines Mannes, der so im Blickfeld der Oeffentlichkeit stand, zumindest ungewöhnlich war. Gewiß, das Leben war in den letzten Jahren freier und zwangloser geworden. Aber es gab gewisse Grenzen, deren Ueberschreitung nach wie vor gefährlich war. da dies der Umwelt die Brüchigkeit einer Ehe vor Augen führte, deren äußere Fassade keine Spuren innerer Unstimmigkeiten aufwies. Sie schwankte nach Kenntnis dieser Nachricht zwischen dem Entschluß, ihrem Mann alles zu gestehen, und dem Ausweg, nichts zu sagen, die Zeit abzuwarten und den Dingen ihren Lauf zu lassen.

Sie war klug genug zu wissen, daß ein Mord eine Fülle ungeahnter Fahndungen nach sich zog, die plötzlich auch auf die Freundschaft zwischen ihr und dem Toten stoßen konnten. Eine Möglichkeit, deren Wahrscheinlichkeit größer war als deren Unwahrscheinlichkeit. Aber schließlich war ja Roger d’Argent nicht'* nur ein Gast in ihrem Haus gewesen. Und sicherlich hatte er öfters Besuch empfangen als lediglich an den Teenachmittagen, die sie mit ihm zusammen in der Dahlienstraße verbracht hatte. Wenn Suzanne darüber nachdachte, daß sie mit Roger d’Argent just an dem Abend dieser schrecklichen Geschichte verabredet gewesen war, lief ihr ein Schauer des Entsetzens über den Rücken. Sie dankte dem Einfall, der sie diese Verabredung widerrufen ließ. An dem besagten Freitag war sie bei ihren Besorgungen in der Stadt aufgehalten worden, und so hatte sie es vorgezogen, die Verabredung zum Essen telefonisch abzusagen. D’Argent hatte es einen närrischen Einfall genannt. Aber schließlich hatte er nachgegeben. Merkwürdigerweise hatte Suzanne bei diesem Telefongespräch den Eindruck, als wenn ihm ihre Absage nicht so unangenehm gewesen wäre, als er es hinzustellen beliebte. Suzanne hatte in der Stadt gegessen, und später war sie in ein Kino gegangen. Als säe in der Nachtausgabe der Tageszeitung vom Sonnabend, dören Schlagzeilen schon um sechs Uhr in der Stadt ausgerufen worden waren*' die Nachricht seines Todes las, blieb ihr das Herz stehen. Sie hatte zuerst die wenigen Zeilen gelesen, ohne den Inhalt zu begreifen. (Fortsetzung folgt)

Darmstadt und Umgebung

Kostenlose Zitate

. Sg. „Ein blonder Korken spiegelt sich im Lacktablett“, könnte man als Morgensterns herrlich-böswilligen Spott zu den v°n uns allen so oft gebrauchten Zitaten auffassen. Da die armen Poeten — nachdem es außer durch die Ziegel ihrer Dachstube auch durch den aufgespannten Regenschirm geregnet hatte —, in regelmäßigem Abstand einer Lungenentzündung anheimfielen, die in der Folge zur Schwindsucht ausartete, an der sie zu sterben pflegten, nahm sich die Nachwelt ihrer geistigen Hinterlassenschaft erst dann an, wenn genügend Zeit verstrichen war.

Man brauchte dann für die Menge guter Gedanken außer dem Kranz und der Gedenktafel am Haus und in den Schulen nichts mehr zu zahlen und fuhr kostenlos die Ethik der verstorbenen Dramatiker durch die Gegend. Man benutzte mit Markanz und geistigem Niveau die umsonstigen Geistesspitzen. „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind“, und „Mit Schwertgeklirr und Wogenprall“ blieb den kriegerischen Organisationen vorbehalten, während die höheren Mädchenklassen mit weichem Zungenschlag und Erröten den Schlundtauchenden Handschuhhoier bevorzugten, der der Jungfrau selbigen Fingerschutz zornentbrannt vor die Litewka legte.

Dann wurde und wird Rilke bevorzugt, dessen „Weise von Liebe und Tod des Cornetts Christoph Rilke“ sich außer an abendlichen Lagerfeuern auch im internen Geschäftsverkehr anläßlich von Weihnachts-, Oster-, Pfingst- und Familienfesten durchsetzt. Nach dem Kriege kam Goethes „- Heidelberger-Schloßfenster-Donner“ nur wegen Veränderung der privaten Gefühlswerte, nicht aber gemeinschaftlichen Gedankenaustausches wegen oder kostenlosen Gebrauchs der verstorbenen großen Dramatiker aus dem Verkehr. Dafür benutzte man die satyrischen Aussprüche von Kurt Tucholsky, der sich auch nicht mehr wehren konnte. Nunmehr sind wir mitten in der hehren Zeit der Stiftungs- und Weihnachtsfest - Ansprachen. „Wir stürmen zu den stolzen Höhn“, und „Wir sind ein einig Volk von Brüdern, wir trennen uns nur in der Gefahr.“ „Wir — jawohl wir — sind der Ethik letzter Haufen und müssen ständig mit Tyrannen raufen.“ — Wir „Hebbeln“ uns alle so langsam durch. Die kahlen Stellen in der Rede bepflastern wir mit Shakespeare, Kleist und Goethe.

Es wäre so schön, wenn sich alle bemühten, eigene Wort-Erzeugnisse zu bringen. Gerade in Darmstadt haben wir außerdem solche wunderschönen und mit einem tiefen Sinn ausgestattete humorvolle Dichtungen, daß wir wirklich nicht immer zu den Klassikern greifen müßten, wenn man den heiteren Menschen in unserer gescheiten Stadt nicht - eigene Dialoge bringen möchte.

Ein schwarzer Tag

Glatteis verursachte eine Reihe von Verkehrsunfällen auf der Autobahn. Bei zwei Unfällen wurden Personen getötet.

Der Tod fuhr mit

Gestern mittag geriet ein Volkswagen auf der Autobahn in der Nähe der Straßenkreuzung Langen—Groß-Gerau durch das Glatteis ins Schleudern, geriet auf den Randstreifen, wurde von dem Fahrer zurückgerissen, wobei w die Fahrbahn überquerte und über den grünen Streifen auf die Fahrbahn gelangte. Dort raste der Wagen mit voller Wucht gegen den mittleren Anhänger eines entgegenkommenden Lastzuges.

Die linke Seite des Pkw. wurde aufgorissen und völlig zerstört. Der Insasse war sofort tot.

Ein Fußgänger überfahren In den Morgenstunden des gestrigen Tages wurde in der Nähe von Grafenhausen der 40jährige Schreiner Wilhelm Deuser aus Erzhausen, der zu Fuß die Autobahn entlangging, von einem aus Frankfurt kommenden Lastzug wfaßt und überfahren. Der Tod trat auf der Stelle ein.

Neben diesen beiden Unfällen mit tödlichem Ausgang kam es noch zu einer Reihe weiterer Unfälle durch die Vereisung der Straßen und sonstige Umstände auf der Autobahn zwischen Frankfurt und Viernheim.

So geriet am Sonntagnachmittag bei Lorsch ein Pkw. aus Berlin beim Abbremsen hinter einem schleudernden Lieferwagen in Bedrängnis, versuchte auf die Ueberholungsbahn auszuweichen, mußte jedoch, um größeres Unheil zu vermeiden, auf einen dort abgestellten Lastzug auffahren. Dabei entstand leichter Sachschaden.

Wenige Stunden vorher sah bei Eschollbrücken ein Pkw.-Fahrer vor sich einen Wagen plötzlich schleudern und auf die Ueberholungsfahrbahn ausweichen. Auf seiner eigenen Fahrspur stand ein Kraftwagen mit geöffneter linker Tür. In der Befürchtung, eventuell eine aussteigende Person zu überfahren, zog der Fahrer es vor, auf den haltenden Wagen aufzufahren. Auch hierbei gab es außer einigen Kratzern und einer verbogenen Stoßstange keinen Schaden.

Am Sonntagabend kam durch das Glatteis wenige Kilometer weiter ein Lastzug ins Rutschen und geriet von der Fahrbahn. Durch die gleiche Ursache streiften sich auf der Einfahrt zur Autobahn bei Darmstadt zwei Personenwagen.

Durch Uebermüdung geriet — wieder einmal bei km 512 — ein aus Richtung Frankfurt kommender Lastzug von der Fahrbahn und fuhr die Böschung hinunter. Auch hierbei gab es nur Sachschaden.

Die Trümmer ihres Fahrrades mußte eine Frau aus Darmstadt in der Nacht zum Sonntag von der Tankstelle an der Autobahn bei Darmstadt wegholen. Der Anhänger eines Lastzuges, der durch eine schmale Durchfahrt wieder auf die Autobahn wollte, hatte das an der Wand angelehnte Fahrrad erfaßt und zerdrückt.

Durch das Glatteis geriet auf der Straße nach Roßdorf gestern morgen ein von Darmstadt kommender Pkw., der einen Lastzug überholen wollte, ins Schleudern und streifte dessen Motorwagen. Ein zu gleicher Zeit von Roßdort kommender Motorradfahrer fuhr gegen den quer zur Fahrtrichtung rutschenden Pkw., wurde zu Boden geschleudert und verletzt. Es entstand außerdem an den drei Fahrzeugen ein Sachschaden von etwa 300 DM.

Ein Straßenbahnzug der Linie 8 streifte gestern mittag in der Neckarstraße einen Personenkraftwagen, der gerade hinter einer haltenden Kfz.-Kolonne abstoppen wollte- Es entstand Sachschaden.

Angetrunken auf den Straßenbahngeleisen des Bahnkörpers zwischen Darmstadt und Eberstadt verbotswidrig laufend, wurde gestern abend ein lettischer Staatsangehöriger von einem Straßenbahnwagen erfaßt und zur Seite geschleudert. Er mußte mit Kopfverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Der leuchtende Bergkristall

Am 12. Dezember konnte man in der Tagespresse folgende Notiz' lesen: „Ueberall im Auslande werden serienmäßig Fluoreszenzfarben fabriziert, die des nachts mit unsichtbarem Ultraviolett-Licht angestrahlt. auf Autos, Plakaten und Häuserfassaden geradezu faszinierend strahlen. In Deutschland lohnte es sich bisher kaum, diese Farben herzustellen, da man ihren Wert für lockende Werbung noch nicht erkannt hat.“

In Darmstadt versäumte man die Gelegenheit nicht, sondern ein bekanntes Werbe-Atelier griff mit beiden Händen zu, um diese neuartigen Licht- und Leucht-Effekte der Geschäftswelt vorzuführen. — Bereits während des Krieges benutzte man Leuchtfarben an Luftschutzschildern und anderen wichtigen Markierungen. Die Farbgebung war jedoch beschränkt, und die Wirkung — wie beabsichtigt — gering. Nunmehr gelang es. sämtliche Stufen der Farbskala herzustellen und sie in verblüffend starker Leuchtwirkung dem Reklame-Dienst zugänglich zu machen.

Der technische Vorgang ist einfach und leicht zu verstehen: Man bestreicht zum Beispiel die großen Buchstaben einer Film-Reklame mit dem jeweilig gewünschten und erforderlichen Farbton — dabei kann der Kopf des plakatierten Filmstars farblich entgegengesetzt sein — und strahlt die notwendige Fläche mit ultraviolettem Licht an, das ja bekanntlich unsichtbar ist, und durch seine energiereiche Strahlung eine sehr starke Fluoreszenz hervorruft. So können Plakate, Musterpackungen und andere Dekorationen im sonst dunklen Schaufenster zum Leuchten gebracht werden. Man kann die normalen Leuchtfarben auch mit Nachtleuchtfarben kombinieren, so daß nach Verlöschen des UV-Strahlers der Namenszug und die Umrandung einer Schaufensterpackung geheimnisvoll wetterleuchtet. ng.


50 Kubikmeter Heißluft in der Minute erzeugen einen Luftstau mit einer Temperatur von 70 Grad Celsius. — Dicke Dampfschwaden hinter dem Gerät beweisen die große Tiefenwirkung der Heißluftbestrahlung. (Siehe dazu auch unseren Bericht: „Heißluftbehandlung von Hohlblocksteinen“. Foto: Hemme
50 Kubikmeter Heißluft in der Minute erzeugen einen Luftstau mit einer Temperatur von 70 Grad Celsius. — Dicke Dampfschwaden hinter dem Gerät beweisen die große Tiefenwirkung der Heißluftbestrahlung. (Siehe dazu auch unseren Bericht: „Heißluftbehandlung von Hohlblocksteinen“. Foto: Hemme

Alle Blumengeschäfte

am 24. und 31. Dezember geöffnet Die Fachgruppe Blumenbindereien weist darauf hin, daß die Blumengeschäfte und Gartenbaubetriebe mit Genehmigung des Amtes für öffentliche Ordnung am 24. und 31. Dezember sowie am 25. Dezember und 1. Januar von 10 bis 12 Uhr zum Verkauf geöffnet sind.

„Ich hraudche einen Wagen zum Angehen“

Es ist ein eigenes Ding um einen Personenwagen. Sein Besitz verleiht einen Nimbus der Wohlhabenheit, er scheint zum Reichtum zu gehören, wie in früheren Jahren der Rennstall des Industriellen. In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich das allerdings etwas geändert. Das Auto ist zum Sinnbild der modernen Zeit geworden, die Jugend fährt damit ins Grüne, der Großvater fährt die Enkel spazieren, kurz, der Mensch von heute kann auf den Wagen nicht mehr verzichten.

Nun steht im allgemeinen dem Kauf eines Wagens ein großes Hindernis entgegen: das Geld. Der eine hat es, der andere nicht, weswegen er zu einer Autoverleihanstalt geht, um sich dort für seine wenigen Zechinen und die Beteuerung, daß er perfekter Berufsfahrer sei, einen Wagen zu entleihen.

Die Wagen sind alle voll versichert, daß er „getrost“ gegen einen Baum oder einen anderen ärgerlichen Hinderungsgrund fahren kann, ohne daß seine eigene Geldbörse dafür herhalten muß. Lange Erfahrungen haben gezeigt, daß es keinen großen Wert hat, den Wagen zu plombieren, da es genügend fingerfertige Leute gibt, die unterwegs den Kilometerzähler frisieren, so daß der Kunde nur den Preis für hundert Kilometer zahlt, während er in Wirklichkeit tausend gefahren ist.

In der Hauptsache kommen Beamte und Handwerker zu der Verleihanstalt, um sonntags mit ihren Familien ins Grüne zu fahren. Wochentags sind Geschäftsleute die beliebtesten Kunden, da sie es gewohnt sind, einen Wagen zu steuern. Unfälle geschehen am laufenden Band. Das

Fahren mit Vollgas ist überhaupt das Normale, und wenn junge Leute kommen, die erklären, daß sie einen Wagen zum Angeben brauchen, so kann man sich ausrechnen, daß sie nicht mit zehn Kilometerchen in die Kurve gehen. In der ersten Zeit kamen die polizeilichen Vorladungen immer zum Inhaber des Verleihgeschäftes als dem Wagenbesitzer. Mit den Monaten hat es sich aber bei der Polizei herumgesprochen, daß jedesmal ein anderer am Steuer sitzt, und jetzt rufen sie nur noch an. Eines Tages wird ein Darmstädter Staatsanwalt auf der Straße umgefahren und der Fahrer macht sich auch noch schleunigst aus dem Staub. Ein anderer mietet sich ein Fahrzeug, fährt davon und wenig später kommt die Kriminalpolizei und sucht den motorisierten Sittlichkeitsverbrecher.

Ueberhaupt muß man die Erfahrung machen, daß mehr gelogen wird als man für möglich hält. Ein Jüngling legt Führerschein und Kennkarte vor, von denen sich später herausstellt, daß sie entliehen waren, aber erst, nachdem er in den nächsten zehn Minuten an der Autobahneinfahrt einen Unfall gebaut hat, wie ihn nur ein Anfänger zuwege bringt. Aber auch „dringende“ Geschäftsreisen werden unternommen, wie die des Kaufmanns, der für eine Nacht einen Wagen braucht, zwei Tage im Spielkasino bleibt, sein sauer erworbenes Geld zur Finanzierung der Bank spendet und sich sehr wundert, als er in Frankfurt auf der Straße von der Polizei verhaftet wird, da das Auto als überfällig gemeldet war. Das Kabinettstückchen leistete sich zweifellos der Sohn eines Exportgroßkaufmanns, der in Wahrheit einen biederen pensionierten Polizisten zum Vater hatte. Er mietet einen Wagen mit Fahrer, um nach Hamburg zu fahren. Unterwegs versuchen die beiden ein Ding zu drehen, das sich als sehr einträglich erweisen sollte, wenn es nicht schief gegangen wäre. Der Chauffeur wurde nämlich übers Ohr gehauen, als der Großkaufmannssohn sich in Hamburg die Papiere und den Schlüssel geben ließ, um eben mal in den Hafen zu fahren. Weg war er. Der Besitzer des Verleihgeschäftes setzt sich in einen anderen Wagen und spielt Sherlock Holmes. Von Hamburg verfolgt er seinen unterschlagenen Wagen bis ins Walsertal in Oberösterreich und wieder zurück nach Hamburg. An jeder Tankstelle wird gefragt, und, in Hamburg angekommen, hat der Verfolger nur noch drei Stunden Vorsprung. Dummerweise hatte sich der junge Mann einen weißroten Wimpel an der Antenne anbringen lassen, und als er das Auto vor dem Revier der Hamburger Hafenpolizei parkte, da war die Deutschlandrundreise zu Ende.

Andere Leute huldigen dem Schmuggel, seriöse Männer fahren mit Freundinnen ins Wochenende, indessen sich die besorgten Ehefrauen erkundigen, ob ihr Mann auch ja sicher fortgekommen sei.

Es ist ein aufregendes Leben, Personenwagen zu vermieten, und noch schlimmer, wenn der Mieter nicht, die Leihzeiten einhält, sondern erst Stunden oder Tage später kommt, während die nächsten Anwärter auf das Auto sich die Füße in den Leib stehen und von Götz von Berlichingen träumen, hfl.



Heißluftbehandlung von Hohlblocksteinen

Staustrom -Schnellhärtung — ein neues, erfolgversprechendes Verfahren

VON PROFESSOR DR.-ING A. KLEINLOGEL

Bei der Herstellung und dem Vertrieb von Betonfertigteilen irgendwelcher Art spielt die Frage der Erhärtung und damit die betrieblich wichtige Frage der Stapelung und der Versandbereitschaft insofern eine große Rolle, als davon die Ausnützung der zur Verfügung stehenden Räume und die Lieferfähigkeit innerhalb kürzester Zeit in weitgehendem Maße abhängt. Um daher den Erhärtungsvorgang zu beschleunigen, werden in der Hauptsache vielfach besondere Härteöfen verwendet, deren Bau und Betrieb aber mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist.

Die Firma Beton-Richter, Darmstadt (Inh. Dr.-Ing. G. G. Richter), gab kürzlich zahlreich geladenen Gästen, unter denen auch Oberbürgermeister Metzger erschienen war, Gelegenheit, ein neues Verfahren im Betrieb kennenzulernen. Es handelt sich, wie die zugehörige Patentschrift besagt, um eine „ Heißluft-Staustrahl-Schnellhärtun g“, mit deren Hilfe es ermöglicht wird, auch bei winterlichen Temperaturen und bei Regenwetter frischen Betonfertigteilen, wie z. B. Hohlblocksteinen, -so viel Wärme zuzuführen, daß das Abbinden des Zementes und die Anfangserhärtung des Betons schon in wenigen Minuten eingeleitet werden kann, und zwar wird diese Art von Wärmezufuhr so oft wiederholt und die Entwicklung so lange gefördert, bis ein beliebiger Härtegrad erreicht ist, der genügt, um entweder mindestens die Stapelfähigkeit oder dann auch die baldige Verladefähigkeit zu gewährleisten.

Mittels eines „Wagner“-Generators DRP wird ein COs-haltiger Luftstrom über eine glühende Koksfläche geleitet, dort erhitzt und zugleich mit genau bemessenem Sprüh-

wasserzusatz über die frischen Formlinge geblasen. Eine Wirbelstromdüse im Innern der übergestülpten pyramidenförmigen Blechhaube sorgt dafür, daß der Heißluftstrom überall hin gleichmäßig verteilt und so verhindert wird, daß örtliche Ausdörrungen oder Verschwemmungen des Betons entstehen. Der auf der Unterlage der Formlinge und um diese herum erzeugte Warmluftstau verursacht so eine kräftige Tiefenwirkung durch die gleichzeitige Erwärmung, Durchlüftung und Carbonatisierung des Betons. Durch die Zuführung der Wärme von oben her und durch die Form der Stauhaube wird ein Entweichen überschüssiger Wärme nach oben stark herabgemindert, es wird vielmehr ein großer Teil der freien Wärme von der Unterlage (z. B. Betonboden) aufgenommen und nachher wieder an die Formlinge abgegeben. Dieser Umstand ist für die folgende Nachhärtung besonders wichtig, so daß bei vorsichtiger Handhabung der Steine eine bedingte Stapelfähigkeit schon nach etwa 24 Stunden erzielt werden kann. Die Apparatur wird immer nach etwa 2 Minuten um eine Steinlage weitergerückt.

Mit am besten ist die Wirkung des neuartigen Verfahrens aus Abb. 2 zu entnehmen. In dem Schaubild ist unten das Alter in Tagen und links die Festigkeit in kg/cm2 angegeben und zwar ist zu unterscheiden zwischen der sog. Normenfestigkeit (30 kg/cm2), welche die üblichen derartigen Hohlsteine nach 28 Tagen Erhärtungsdauer mindestens erreichen müssen, und zwischen der Sonderfestigkeit (55 kg/cm2), welche mit den Richterschen Steinen erzielt wird und für diese baupolizeilich genehmigt ist. Man erkennt, daß bei Verarbeitung von Normalzement ohne Wärmebehandlung die Normenfestigkeit erst nach etwa 16 Tagen, bei Doppelzement auch erst nach etwas über 13 Tagen erreicht wird. Setzt dagegen die vorbeschriebene Wärmebehandlung ein, so erhärten die Formlinge nach den bisher von der Materialprüfungsanstalt der Techn. Hochschule getroffenen Feststellungen schon nach etwa 8 Tagen bis zur Normenfestigkeit; sind aber, wie gesagt, schon nach etwa 24 Stunden bedingt stapelfähig. Eine ausreichende Sicherheit gegen Nachtfröste oder Regenschäden kann schon nach ca. 6-8 Stunden, die erste Stapelfähigkeit nach etwa 40-48 Stunden und die Lieferfähigkeit schon nach 7 Tagen erwartet werden.

Falls sich die bisher in das Verfahren gesetzten Hoffnungen erfüllen, ist anzunehmen, daß sich bei viermaliger Behitzung durch den Heißluft-Staustrahl auch die höhere Festigkeit von 55 kg/cm2 schon nach ca. 18 Tagen erreichen läßt. Das Wichtigste aber ist, daß sich mit dem neuen Verfahren eine bedeutend raschere Stapelfähigkeit der Ware erzielen läßt, indem schon die bisher gewonnenen Ergebnisse einen Erhärtungsvorsprung von mindestens 3 Tagen erkennen lassen, so daß sehr rasch Platz für die Anfertigung weiterer Steinreihen geschaffen werden kann. Dazu kommt eine fühlbare Verminderung des Bruches beim Stapeln und beim Transport, ganz abgesehen von der Kapitaleinsparung bei der Lagerhaltung. Es bedarf nun selbstverständlich zunächst weiterer Feststellungen im fortlaufenden Betrieb, namentlich auch was die Kosten des Verfahrens anbetrifft, aber allem Anschein nach dürften dieselben gegenüber den anderen genannten Vorteilen verhältnismäßig gering sein, und so kann angenommen werden, daß das neue Verfahren als fortschrittlich anzuerkennen ist und eine wirtschaftlich sowie sachlich begründete Zukunft hat.

Verbesserung der Schulspeisung

Wiederholte Beschwerdeschriften über die Schulspeisung in der letzten Zeit hatten das Kultusministerium Wiesbaden veranlaßt, die Leiter der Darmstädter Schulen, Vertreter des Stadtschulamtes und der Elternbeiräte sowie den Kreisarzt zur Besichtigung einer Frankfurter Groß-Küche, des Zentrallagers und einiger Herstellerbetriebe, die für die Schulspeisung arbeiten, einzuladen.

Etwa 25 Personen traten die Fahrt in einem Omnibus der HEAG nach Frankfurt a. M. an. In der auf dem Osthafengelände liegenden Frankfurter Großküche wurden die Teilnehmer von den Vertretern des Kultusministeriums, des Innenministeriums, des Landesernährungsministeriums und der Stadtverwaltung Frankfurt begrüßt. Der Leiter dieser Großküche, die täglich allein 18 000 Schulkinder versorgt, führte die Besucher durch alle Räume.

Nachdem die Teilnehmer eine Kostprobe des zur Zeit zur Ausgabe gelangenden Nährtranks eingenommen hatten, ging die Fahrt nach Bergen-Enkheim, einer Arbeitersiedlung. Für alle Besucher war es erfreulich, mitanzusehen, mit welchem Verlangen die Kinder der dortigen Schule die Erbsensuppe in Empfang nahmen und restlos verspeisten. Von da aus führte die Fahrt zurück nach Frankfurt zum Zentrallager. Während der Besichtigung der einzelnen Lagerräume, die ausnahmslos einen blitzsauberen Eindruck machten, erklärte der Vertreter des Landesernährungsamtes, daß die Klagen über die Art und Qualität der Schulspeisung in der letzten Zeit im wesentlichen auf amerikanische Bestände aus früheren Lieferungen zurückzuführen seien.

Anschließend wurden die Vereinigten Hausener Brot- und Zwiebackfabriken Erich L. Fuchs, Frankfurt a. M.-Hausen, die an der Herstellung von Keksen maßgeblich beteiligt sind, besichtigt. Um den Einblick in die Keksfabrikation noch zu ergänzen, führte die Fahrt zurück über Darmstadt nach Eberstadt, wo die Back- und Teigwarenfabrik Joseph Wolf besichtigt wurde.

Abschließend gab der Vertreter des Kultusministeriums der Hoffnung Ausdruck, daß die durchgeführte Besichtigungsfahrt den an der Schulspeisung besonders interessierten Darmstädter Kreisen gezeigt und bewiesen habe, mit welcher Sorgfalt alle für die Schulspeisung eingesetzten Einrichtungen und Betriebe sich dieser Aufgabe widmen. Im Namen der Teilnehmer dankte die Vertreterin des Stadtschulrats den Herfen der Regierung für ihr freundliches Entgegenkommen. Ber.

Kurze Meldungen aus der Stadt

Tot aufgefunden wurde am Sonntag eine Frau in Eberstadt. Da Freitod durch Vergiftung vermutet wurde, erfolgte die Sezierung der Leiche im Eberstädter Krankenhaus. Das Ergebnis wurde noch nicht bekenn tgegeben. T-s.

Von 909 im Jahre 1950 im Bau befindlichen Wohnungen des Bauvereins für Arbedter- Wohnungen sind bis Jahresende 601 bezogen worden. Ri-

Der Kriegsbeschädigtenverband und die Arbeiterwohlfahrt bescherten am dritten Advent den Hilfsbedürftigen der Gemeinde Griesheim. Msch.

Der Kartenvorverkauf des Landestheaters für die Vorstellungen an den beiden Weihnachtsfeiertagen und der Verkauf der Abonnementskarten für die Verdi-Festwoche hat bereits begonnen.

In 25 Gemeinschaftsunterkünften lebten in Darmstadt am 1. Dezember insgesamt 668 Personen. Ri-

Die Eberstädter Malerin Sössy van Cuylen stellt diese Woche im Amerikahaus Darmstadt einen Teil ihrer Bilder aus.

Wohin gehen wit heŭte?

Landestheater, Probebühne Großes Haus: 19.30 „1. Studio-Lesung“ (mit anschließender Diskussion) H.-F. Willmann: „Phrasen“, ein Schauspiel. Stadthalle: 15.00 „Tischlein deck’ dich“, 20.00 „Liebe in der Lerchengasse“. Lichtspieltheater: Siehe Anzeigenteil! Amerikahaus: 11.00 Königsteiner Puppenspieler bringen Weihnachtsmusik, Kasperl baut ein Haus. — 14.30 und 16.00 Weihnachtsmusik für Kinder und Jugendliche: Wer gewinnt? (Seifenkistl-Rennen), Leitung: Rudolf Fischer. — 14.30 und 17.00 Filmprogramm. — Ausstellung Sössy van Cuylen, Brigitte Hallerstede. Gewerkschaftsjugend des DGB, Kreisausschuß Darmstadt: 18 Uhr, Speisesaal der AOK Darmstadt, 1. Zusammentreffen aller Interessenten der Laienspielgruppe. Landesmuseum: 10 —l3 und 14—17 Uhr Künstler-Weihnachtsmesse, veranstaltet vom Neuen Hessischen Kunstverein. Hygiene-Lichthof, Neckarstraße 3a: 10 bis 18 Uhr Ausstellung „Gesundes Leben“.

Wie wird das Wetter?

Weiter Frostwetter

Vorhersage: Bis Mittwochabend Fortdauer des Frostwetters, ohne wesentliche Neuschneefälle, wechselnde, meist südöstliche Winde. Weitere Aussichten: Wahrscheinlich auch bis Weihnachten keine durchgreifende Milderung zu erwarten.



STARKENBURG

„Alles wegen Linda!“

Laienspiele nun auch in Ober-Modau

Ober-Modau, (wa) - Durch die Freiwillige Feuerwehr wurde der Brauch der Laienspiele wieder ins Leben gerufen. Die vor einiger Zeit gebildete Gruppe überraschte am Sonntag mit einer Kindervorstellung und am Abend mit einer Hauptvorstellung, betitelt: „Und das alles wegen Linda!“ Dieser köstliche Schwank brachte dem Publikum drei Stunden Heiterkeit. Staunenswert waren sämtliche Darsteller in ihren Leistungen. Das Stüde wurde von Lehrer Karl Müller, Neutsch, einstudiert. In je 10 Minuten dauernden Pausen am Anfang und zum Schluß verschönte eine Gruppe des Handharmonikaspielringes 0.-R. mit vertrauten heimatlichen Weisen. Es ist in Kürze mit einer Wiederholung zu rechnen.

Weihnachtsfeier der Kleinsten

Nieder-Ramstadt. (FL) - Wieder hatte der Kindergarten Eltern und Kinder im Kinosaal versammelt und Fräulein Flügel mit ihrer Helferin Fräulein Koop zeigten, was die Kleinen schon alles können. Viele Versehen wurden teils verschämt, teils frisch von der Leber weg dem Mikrophon anvertraut. Auch ein kleines Weihnachtsspiel mit Tannenbäumen, Zwergen, Häschen, Schneeflöckchen und den Abgesandten des Christkindes erfreute die Zuschauer.

Den Höhepunkt bildete die Bescherung durch den Weihnachtsmann, der jedem Kinde ein Geschenk und ein Beutelchen mit Plätzchen überreichte. Auch der Bürgermeister, der als Schirmherr des Kindergartens die Feier eröffnet hatte, mußte sich mit seinen Sachbearbeitern vom Nikolaus ausfragen und beschenken lassen. Umrahmt wurde die Feier von den Weihnachtsliedem der Kinderkapelle Stroh, die altbekannte und beliebte Melodien aufklingen ließ.

Schulzeit unvergessen

Gründung des Freundeskreises ehemaliger Gymnasiasten

Groß-Gerau (kr.-) — Direktor Barth vom Realgymnasium begrüßte am Samstagnachmittag einen kleinen Interessentenkreis, der zum Zwecke der Neugründung des im Jahr 1932 anläßlich der damaligen Hundertjahrfeier auf Anregung von Bürgermeister Dr. Lüdecke ins Leben gerufenen Freundeskreises ehemaliger Schüler, Freunde und Förderer des Realgymnasiums zusammengekommen war. Bürgermeister Dr. Lüdecke und Kreisschulrat Sch we - des, die der Versammlung beiwohnten, setzten sich nachdrücklichst für die beabsichtigte Neugründung ein. Gemeinderatsmitglied Faulstroh vertrat hingegen die Ansicht, zunächst ein festes Programm zu entwerfen, um einen großen Interessentenkreis für diese Vereinigung zu gewinnen. Man entschloß sich, zunächst einen Arbeitsausschuß zu bilden, dem die Aufgabe der organisatorischen Arbeit bis zu einer bald stattfindenden konstituierenden Generalversammlung zufallen soll.

Neben Oberstudienrat Barth, Bürgermeister Dr. Lüdecke, Kreisschulrat Sch wedes, Direktor a. D. Weide werden dem Ausschuß Dr. Lindenstruth vom Elternbeirat sowie Faulstroh als Vertreter des Gemeinderates angehören.

Selbständiges Denken und Handeln

Vortrag über die Landvolk-Hochschule Neustadt bei Marburg

Stockheim (ch) — Vor Mitgliedern des „Vereins ehemaliger Landwirtschaftsschüler Michelstadt“, Volksschul- und Landwirtschaftslehrkräften sprach am Freitagnachmittag Diplom-Landwirt Wilfried Schlau über Arbeit und Ziele der Landvolk-Hochschule Neustadt bei Marburg.

Ausgehend von der sozialen Umschichtung des deutschen Volkes seit Anbruch des Zeitalters der Industrialisierung erklärte Wilfried Schlau zunächst die Ursachen der Spannungen und Probleme, die heute dem Landvolk gestellt sind. Mit dem Auftreten der Industriearbeiter wurde die altüberkommene Einheit des Landvolks durchbrochen. 1945 wurde durch die Ausweisung der deutschen Ostbevölkerung aus ihrer Heimat das Problem der Aufspaltung der dörflichen Gemeinschaft noch schwieriger. Trotz aller Not blieb zumindest in einem Teil der jungen Generation der Wille zur Ueberwindung dieser Schwierigkeiten wach. Mit diesen wenigen begann die Landvolkhochschule ihre Arbeit. Sie hat von vorn-

herein davon abgesehen, wieder zu „organisieren“, aus der klaren Erkenntnis heraus, daß der deutsche Mensch von heute weder in eine Organisation, noch in eine Partei und schon gar nicht in eine Uniform gesteckt werden möchte! Eine Tatsache darf nicht übersehen werden: die junge Generation weiß vielleicht nicht ganz genau, was sie will, dafür aber um so besser, was sie nicht will!

Die Aufgabe, die sich die Landvolkhochschule gestellt hat, ist die Zusammenführung der Jugend des Dorfes zu gemeinsamer Lösung ihrer Probleme. So entstand auch der „Bund der hessischen Landjugend“, ein Verein ohne Mitglieder, weil er die gesamte Landjugend vertritt. Während die fachlichen Fragen in den Berufs- und Landwirtschaftsschulen behandelt werden, untersucht die seit zwei Jahren mit wachsendem Erfolg arbeitende Landvolkhochschule Neustadt die grungsätzlichen Zusammenhänge, die das Leben im Dorf in sozialer, berufsständischer, geschichtlicher und kultureller Hinsicht stellt. Dort gibt es keine Prüfungen und Abschlußzeugnisse. Nur das nimmt der Schüler aus den achtwöchigen Lehrgängen mit, was er sich geistig erarbeitet hat. Das Schulprinzip ist die Anleitung zum selbständigen Denken und Arbeiten. Von den 50 Plätzen der Schule sind 10 den Flüchtlingen Vorbehalten, damit an der Schule ungefähr derselbe Durchschnitt gehalten werden kann wie im Dorf. Die Arbeit steht unter dem Gedanken, den Peter Rossegger einmal ausgedrückt hat: „Warum sollte es nicht möglich sein, die besten Dinge unserer Zeit mit unserem Landleben zu vereinen?“ In der Aussprache schlug der Direktor der Landwirtschaftsschule Michelstadt, Dr. Barth, vor, gelegentlich einer Exkursionsfahrt die Landvolkhochschule Neustadt bei Marburg zu besichtigen.

Altuelles

zuwischen gestein und heute

Tödliche Messerstecherei

Steinheim, (gi) - Am Sonntagmorgen gegen 2.15 Uhr wurde der 22 jährige Philipp Steuerwald aus Steinheim, Kreis Hanau, Bahnhofstraße 27, bei einer Messerstecherei tödlich verletzt. Wenige Stunden nachdem er den tödlichen Stich erhalten hatte, starb er.

Die bisherigen polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß sich die Familie St. und die Nadibarfamilie W. um die fragliche Zeit im Hausflur trafen. St. ging sofort auf die Frau seines Nachbarn los, schlug sie und verletzte sie durch einen Messerstich in die Hand. Hermann W. kam sofort seiner Frau zu Hilfe. Im Verlauf der Auseinandersetzung stürzten beide Gegner, und in diesem Kampf erhielt Steuerwald den tödlichen Stich.

Die polizeilichen Ermittlungen laufen weiter. Die Leiche wurde beschlagnahmt, Hermann W. festgenommen. Steuerwald war in der letzten Zeit verschiedentlich wegen Ruhestörung zur Verantwortung gezogen worden und bezichtigte seinen Nachbarn der Denunziation.

Glück im Unglück

Wallerstädten, (cug) - Am Sonntag geriet bei der Begegnung mit einem Lastkraftwagen auf der Kreuzung der Umgehungsstraße Gr.- Gerau/Wallerstädten das Kraftrad eines Wallerstädter Arztes ins Schleudern, prallte an und wurde 30 Meter mitgeschleift. Der Arzt wurde dabei mit seinem Fahrzeug derartig eingeklemmt, daß eine Winde eingesetzt werden mußte, um das Kraftrad von dem Lastkraftwagen freizubekommen. Erstaunlicherweise kam der Arzt mit unerheblichen Verletzungen davon.

In die Valle gegangen

Hüttenfeld, (et) — Buchstäblich „In die Falle gegangen“ ist ein Dieb, der es auf Gänse abgesehen hatte und dabei in eine aufgestellte Marderfalle trat. Seine Schreie ■wurden vom Hausbesitzer vernommen, der ihn auch gleich als „Bekannten“ feststellte und ihn nach einer angemessenen Abreibung zur Anzeige brachte.

Sitzung kurz vor Jahresschluß

Groß-Gerau, (kr.) — Für Freitag, den 30. Dezember, ist der Gemeinderat der Stadt im alten Rathaussaal einberufen. Auf der Tagesordnung sollen u. a. die Beratungen über die Gestaltung und den Termin für den in Aussicht genommenen Frühjahrsmarkt sowie die endgültige Klärung der Frage der Neuanschaffung eines Müllabfuhrwagens stehen.

Notizen aus Wixhausen

Wixhausen, (sm) - Die Volksschule veranstaltete am Sonntagabend unter Leitung von Lehrer Adam und Lehrer Röder eine Weihnachtsfeier. Die Darbietungen wurden mit reichem Beifall aufgenommen. Am besten gefiel die Schülerin Anneliese Jourdan aus der 6. Schulklasse als „Liesel“ in dem Weihnachtsmärchen „Das Bild der Mutter“.

Schneppenhausen, (ngr) - Die Arbeiterwohlfahrt hatte kürzlich die Kinder der Gefallenen und Vermißten zu einer Weihnachtsfeier eingeladen: Bürgermeister Bender überreichte jedem Kind eine Geldspende und Gebäck. — Nachmittags begrüßte er die über 70jährigen, zu deren Unterhaltung das Handharmonika-Orchester unter Leitung von Frau A. Zimmermann aufspielte.

Der Bürger ist der Staat

Bürgermeister-Zusammenkunft im Überwald

Waldmichelbach, (vir) — Um sich samt seinen neuen Mitarbeitern den Bürgermeistern des Ueberwaldes vorzustellen, hatte der Resident-Officer des Kreises Bergstraße, Mr. Goodnight, eine Zusammenkunft angeregt.

Er betonte dabei, daß er seine Aufgabe in der Heranführung des Staatsbürgers an die Aufgaben des Staats sehe, da e r selbst erst den Begriff „Staat“ zum Leben erwecke. Anneliese Gass (Fürth) als Sachbearbeiterin für Frauen- und Jugendfragen und Pauil Martin als Referent für Erwachsenenbildung berichteten kurz über einen Teil ihres Aufgabengebietes, ehe Regierungsassessor Grein als Hauptursache für das bestehende Desinteresse der Bevölkerung an politischen Fragen das aus der Entwicklung der jüngsten Vergangenheit geborene Mißtrauen und etliche Fehldispositionen bei der Aufgabenstellung bezeichnete.

Mr, Goodnight erwähnte hierzu, daß der überwiegende Teil jener Grundgedanken, auf denen die demokratische Weltanschauung basiere, ihren Ursprung in Deutschland hätte und beispielsweise gegenwärtig die Methodik der gemeindlichen Selbstverwaltung Deutschlands in den USA regstem Interesse begegne, da man sie als vortrefflich ansehe. Die Bürgermeister — es waren deren acht, weitere drei hatten sich entschuldigen lassen — wußten aus der praktischen Arbeit Beispiele für und wider die aufgestellten Thesen zu geben, so daß sich ein reger Gedankenaustausch ansponn und das Gespräch sich auf die seither abgehaltenen Bürgerversammlungen konzentrierte.

Dorfjugendabende gestartet

Waldmichelbach, (vir) - Der auf Anregung des Kreis-Resident-Office abgehaltene erste Dorfjugendabend im Landkreis Bergstraße hatte einen bemerkenswert guten Erfolg. Die Leitung des Abends lag bei Werner Lämmer in guten Händen. Bürgermeister Bachmann sprach über die Grundzüge der geplanten Sport-, Kultur- und Jugendheimes, das, nachdem die Sportplatzfrage unter Mithilfe von Bürgerversammlungen und -Foren einer idealen Lösung zugeführt worden sei, bis.zum Herbst 1951 fertiggestellt sein soll. Architekt L. L i p p gab dann in kurzem Aufriß bekannt, daß neben Bade- und Waschgelegenheiten ein Gemeinschaftssaal für 800 Personen, drei Schulsäle mit Nebenräumen für ein Schülerheim, ein Tribünenbalkon für 180 Personen und eine Jugendherberge mit etwa 100 Betten vorgesehen seien. Die Gemeinde liefert dazu 100 Festmeter Bauholz, 200 cbm Sandsteine und das Material für 6000 Preßsteine, die in Eigenarbeit hergestellt werden.

Als Vertreter des Jugendherbergswerkes sprach H. Schlörb über die Unterstützung, die diesem Vorhaben durch seine Organisation zuteil werde und erinnerte dabei an die Jugendherbergen in Zwingenberg, Gustafsburg usw., wo man in gemeinschaftlicher Arbeit das gleiche Ziel bereits erreicht habe. Nachdem Stud.-Rat Dr. Münch und Stud.-Ass. Meier auf die Wichtigkeit der Leibeserziehung für die Gesamtausbildung des jungen Menschen eingegangen waren, wurde der Vorschlag gemacht, an freien Samstagnachmittagen gemeinsam das Bauprojekt weiterzuführen. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiini

„... Freuet Eudh, 's Christkind kommt bald!“

Was uns aus Odenwald und Bergstraße von Weihnachtsfeiern bei großen und kleinen Leuten berichtet ward

Es gab wohl am vergangenen Sonntag keine Gemeinde, in der nicht wenigstens ein Verein seine Weihnachts-Vorfeier veranstaltete. An Weihnachten möchte man nun einmal zusammensein und seinen Bekannten Freude bereiten Leider sind wir im Raum viel zu beschränkt um all die Feiern und Bescherungen, all die mit viel Liebe einstudierten Laienspiele und Theateraufführungen zu besprechen, die in den „Tagen des Nikolaus“ die rechte Festfreude auf das Kommende vermitteln wollen. Die wenigen stehen hier für alle:

gi Gleich zwei Veranstaltung hatte man in Groß-Zimmern. Viel Freude brachte der traditionelle Nikolausabend des Radfahrervereins „Frisch auf“, zumal alle jugendlichen Sportler mit einem netten Geschenk bedacht wurden. Ebenfalls manche Ueberraschung brachte die Weihnachtsfeier der SPD-Ortsgruppe im „Löwenbräu“.

In Groß-Umstadt hatte die Tanzschule im Saale „Zur Krone“ die Kleinsten zur Nikolausfeier eingeladen. Neben besonderen Tänzen für die zahlreichen kleinen Teilnehmer fand der Nachmittag mit der Geschenkverteilung seinen Höhepunkt.

Auch das benachbarte Lengfeld wies am „Goldenen“ viele Ueberraschungen auf. In zwei Vorstellungen brachten Laienspieler der Volksschule am Samstag in der „Aussicht“ ein weihnachtliches Theaterstück zur Aufführung. Der Ortsverband der Heimatvertriebenen hatte am Sonntagnachmittag zur Weihnachtsfeier mit einer reichhaltigen Kinderbescherung eingeladen.

Babenhausens Arbeiterwohlfahrt veranstaltete gemeinsam mit der Caritas, der Inneren Mission und dem Roten Kreuz eine Weihnachtsfeier für Kriegsbeschädigte und Fürsorgeempfänger. Die Theatergruppe des Realgymnasiums führten mit viel Erfolg das Märchenspiel „Frau Holle“ auf. Die traditionelle Weihnachtsfeier im Walde des Wanderclubs „Bergauf“ war am Sonntag mit einer Wanderung verbunden. Abends trafen sich die Zwanzigjährigen in der „Alten Post“ zur gemeinsamen Feierstunde Der evangelische Kindergarten führte im Gemeindehaus die Bescherung der Kleinsten durch.

Die Gemeinden des Gersprenztales hatten ebenfalls ihre Einwohner zu Weihnachtsfeiern und Spielabendcn eingeladen. In Verbindung mit einem sportlichen Teil hielt der Kraftsportverein 1920 Wersau seine Weihnachtsfeier ab.

Der Brensbacher Sportverein führte am Samstag und Sonntag den Schwank „Der doppelte Bräutigam“ auf.

Drei Veranstaltungen fanden in Schaafheim statt. Eine nett gestaltete Adventsfeier im Kindergartensaal hatte die Leiterin des Kindergartens für die Mütter vorbereitet. Bei der Vorweihnachtsfeier des Heimatvertriebenen-Ortsverbandes wurden den Kindern schöne Geschenke zuteil. Am gleichen Tag konnte sich die Theateraufführung der Feuerwehr im „Frankfurter Hof“ eines guten Besuches erfreuen.

Nicht minder rege war man in den nördlichen Dieburger Kreisgemeinden. Die Ortsgruppe der Körperbeschädigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen von Münster hatte ihre Mitglieder und Freunde zur Weihnachtsfeier eingeladen. Sehr viel Beifall gab es in der Aufführung des Weihnachtsspieles „Die Mutter ruft..dargeboten von der Spielschar der TG Ober-Roden.

Ringen um die,Stadtmeisterschaft“

Leistungsschreiben der „Gabelsberger“ in Bensheim

Leistungsschreiben der „Gabelsberger“ in Bensheim

Bensheim. (HB.) — Der Stenographenverein „Gabelsberger“ führte am vergangenen Samstag/Sonntag wieder sein alljährliches Leistungsschreiben durch, bei dem sowohl auf Schnell- als auch Schön- und Richtigschreiben beurteilt wird.

Am Samstagnachmittag begann man mit den höheren Klassen (ab 140 Silben), am Sonntag wurde zunächst Schön- und Richtigschreiben, später Schnellschreiben für die unteren Klassen (von 60 bis 140 Silben), geprüft. Die Beteiligung bei der Prüfung im Maschinenschreiben war leider nur gering, obwohl Firma Werner wie auch der Privatunterrichtsleiter Krenkel eine Anzahl erstklassiger Maschinen zur Verfügung gestellt hatten. , Als die Besten gingen Christa Buchholz und Gisela S p i 1 g e r, beide aus dem Privatunterricht Krenkel, hervor.

An den Stenographieprüfungen nahmen rund 40 Herren und Damen teil. Die besten Leistungen in Schön- und Richtigschreiben lieferten Christa Buchholz und Inge Jost, beide Privatunterricht Krenkel, im Schnellschreiben standen Gisela S p i 1 g e r, die Stadtmeisterin wurde und außer zahlreichen Geschenken den Wanderpreis erhielt. mit 200 Silben und Sehr gut, und Christa Buchholz mit ebenfalls 200 Silben, aber nur Gut an der Spitze, denen Sigrid Klose mit 160 Silben und Gut, Inge Jost mit 140 Silben und Sehr gut, Georg Krick mit 120 Silben und Sehr gut, sämtliche aus dem Privatunterricht Krenkel, folgten.

In den niederen Klassen lieferten Ilsetraut Guße, Hanni Steck, Marga Freyer, Katharina Schneller und Elisabeth Seelinger, sämtliche aus der Handelsschule Bensheim, die besten Leistungen mit 80 Silben und Sehr gut.

Bei einem geselligen Abend mit Unterhaltung und Tanz wurden die Ergebnisse bekanntgegeben. Gesangliche Einlagen bot Horst Heinrich Braun (Tenor), Hermann Reese erfreute wieder durch seine Preisfragen.

Adventssfeier der Frauenhilfe

Ober-Ramstadt. (z) — Die Adventsfeier vereinigte am vergangenen Donnerstag im „Schützenhof“ nahezu 300 Frauen. Die Mädchenspielschar 1 zeigte im Spiel: „Die Nacht des Hirten“, worauf es bei der Adventsbotschaft ankommt.

Von der ersten Darstellung der Christgeburt in den Katakomben Roms (3. Jhdt.) bis zur „Madonna von Stalingrad“ (1942) wurden feine Lichtbilder gezeigt, die das weihnachtliche Geschehen, von den verschiedensten Künstlern dargestellt, auf die Leinwand brachten.

Die Mädchenspielschar 2 stellte das eigenartige Geschehen um einen Adventskranz dar, wie Menschen eines Hauses, die nichts voneinander wußten, durch diesen Kranz zu'samimengeführt werden.

Reizend war das kleine vorweihnachtliche Spiel der drei Kleinen: „Was liegt denn heute in der Luft?“ (Christa Pfeifer, Rainer Schulze, Hanis-Martin Balz).

Gemeindenachrichten Groß-Gerau

Groß-Gerau (od) — Die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr wartete am Goldenen Sonntag vor dem Stadthaus von 16—17 Uhr mit einem sehr schönen Platzkonzert auf.

Was aŭch interessiect:

Als neuer Erbacher Gemeinderat ist aus dem Wahlvorschlag der Unabhängigen Wählergemeinschaft der Brauereibesitzer Michael Wörner für den durch die Wahl Leo Kolmers zum 1. Beigeordneten freigewordenen Platz vorgesehen, -ch

Die amerikanische Lesehalle Erbach schließt ihre Bibliothek für die Zeit vom 22. bis 28. Dezember sowie am 31. Dezember. Am 29. und 30. Dezember ist sie zu den üblichen Zeiten geöffnet. -ch

In Ober-Ostern brachten die Schulkinder beim „Adventssingen“ allen älteren Einwohnern des Dorfes Ständchen mit Advents- und Weihnachtsliedern. -ch

Rund 26 000 DM waren zur Fertigstellung einer Postomnibushalle in - Abt-Steinach notwendig, mit der gleichzeitig ein Gerätehaus für die Feuerwehr und fünf neue Wohnungen gebaut wurden, (vir)

Die Schneemengen, die in den letzten Tagen das Gebiet rund um die Tromm bedeckten, reichen zu einem für diese Jahreszeit außerordentlich regen Wintersportbetrieb aus. (vir)

In Gemeinschaftsarbeit soll der gemeindeeigene Verbindungsweg zwischen Unter-Scharbach und Kocherbach wieder in einen gangbaren Zustand gebracht werden. (vir)

Durch eine Gummischleuder, mit der ein Junge seinen Unfug trieb, wurde ein Flüchtling aus der Heppenheimer Straße in Lorsch so schwer am Kopf verletzt, daß er zum Arzt gebracht werden mußte.

Auch zwischen Bensheim und Jugenheim

HB Eine Advents- und Weihnachtsfeier veranstaltete am Sonntagnachmittag die evangelische Gemeinde Bensheim im „Bensheimer Hof“. In dem Programm trat erstmalig der neue Sing- und Instrumentalkreis der evangelischen Jugend unter Leitung von Lehrer Nassauer an die Öffentlichkeit. Die ev. Jugend unter der Leitung von Jugendsekretär Werner zeigte das Weihnachtsspiel: „Heut schleußt er wieder auf die Tür“ von Eva Maria Cranz. Der Verband der Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen und Sozialrentner, Ortsgruppe Bensheim, der am Nachmittag schon rund 400 Kinder beschert hatte, hatte die Erwachsenen am Abend zu einer Weihnachtsfeier mit buntem Programm im Kolpinghaus eingeladen. Im zweiten Teil führte die Bensheimer Laienbühne unter der Leitung von Wilhelm Ostertag den Schwank: „Die Kleine vom Variete“ auf.

Im Hotel „Weigold“ in Auerbach veranstaltete die Ortsgruppe des Bundes der Fliegergeschädigten eine Weihnachtsfeier mit Kaffee und Kuchen. Durch zahlreiche Spenden hatte es die Vorsitzende, Frau Meister, ermöglicht, daß außer einem reichen Kuchenteller für jedes Mitglied noch zahlreiche kleine Geschenke verteilt werden konnten.

Die Stadtverwaltung Zwingenberg hatte am Nachmittag etwa 160 Alte. Bedürftige und Kinderreiche zu einer Weihnachtsfeier mit anschließender Bescherung im Festsaal der Jugendherberge eingeladen. Das Programm bestritten in der Hauptsache Schüler der Zwingenberger Volksschule. Gleichzeitig wurde der SOjährige Christoph Künz geehrt und ihm im Namen des hessischen Ministerpräsidenten eine Urkunde und ein Geldbetrag überreicht. Im zweiten Teil des Abends kam dei' Nikolaus.

In der Auerb ach er Volksschule fand von 14 bis 16 Uhr eine gemeinsame Weihnachtsfeier der Schuljugend der unteren Klassen und des Männergesangvereins „Liedertafel“ statt, in deren Mittelpunkt die Aufführung des Märchenspiels: „Jorinde und Joringel“ stand. Die Feier wird für die Oberklassen am zweiten Weihnachtsfeiertag wiederholt.

erk. Die Heimatvertriebenen in Jugenheim begingen ihre Weihnachtsfeier mit Kinderbescherung im Education Service Center. Knecht Ruprecht teilte nicht nur Süßigkeiten, Aepfel und Nüsse, sondern auch beachtliche praktische Geschenke aus. Die Festlichkeit wurde erhöht durch den Schülerchor der Volksschule unter Leitung von Schulleiter Mertens. '

Meisterbriefe überreicht

Ehrung der Altmeister durch den Präsidenten der Handwerkskammer

Groß-Gerau, (kr.-) Am Sonntag wurden im großen Saale des Hotels „Adler“ im Rahmen einer Feierstunde 42 Jungmeistern und Jungmeisterinnen die Meisterbriefe überreicht. Als Ehrengäste waren der Präsident der Handwerkskammer Darmstadt, Gisbert, als Vertreter des Regierungspräsidenten Regierungsrat Stein, Kreisamtmann Seipp im Auftrage des Landrates des Kreises Groß-Gerau, Kreisschulrat Schwedes sowie namhafte Vertreter der Behörden, Körperschaften und der Gewerkschaft erschienen.

Eingeleitet durch einen Musikvortrag eröffnete Kreishandwerksmeister Gruber mit einer Begrüßungsansprache, in der er auf die Bedeutung des Tages hihwies, die akademische Feier. Mit zwei Chorliedern, dargeboten vom Groß-Gerauer Gesangverein ..Liederkranz“ unter Leitung des stellvertretenden Dirigenten Fassoth, wurde der Höhepunkt des Programms erreicht und die Verleihung der Meisterbriefe vorgenommen.

Unter den 42 Jungmeistern waren drei Meisterinnen, denen Kreishandwerksmeister Gruber die Urkunden und den Meisterbrief übergab. In einer anschließenden Ehrung durch den Präsidenten der Handwerkskammer erhielten 28 Handwerker, die auf eine 40jährige Berufstätigkeit zurückblicken konnten, jedoch keine Meisterprüfung abgelegt hatten, die Würde eines Ehrenmeisters.

Vorumsgründung in Ober-Roden

Ober-Roden (gi) — Vor geladenen Gästen fand kürzlich eine Besprechung über eine -Forumsgründung statt. Der neue Resident Officer des Kreises, Mr. Pancoast, war ebenfalls anwesend. In einer Ansprache teilte Herr Buchmaier mit, daß in diesem Jahr 200 Bürgerversammlungen und öffentliche Foren im Kreisgebiet Dieburg stattgefunden hätten. Dabei seien 15 000 Besucher gezählt worden. Bürgermeister Wade sicherte seine Mitarbeit dm neugegi-ündeten Forum zu. Adolf Zimmer schilderte in kurzem Referat die Arbeit des Forums in Babenhausen.

In den vorläufigen Vorstand wurden Lehrer Bell, Adam Kraus, Adam Beckmann, Philipp Huther, Andreas Krickser, Karl Müller und Johann Nost ad t gewählt. Beim ersten Zusammentreffen will man Fragen der Feldbe'reinigung klären.

Ersfolge des Werkunterrichts

Groß-Gerau (eng) — Die Volksschule zog mit einer gediegenen Schau über die Erzeugnisse des Werkunterrichtes die Aufmerksamkeit auf sich. In drei Klassensälen waren die mit Fleiß und mit Liebe zur Sache gefertigten Handarbeiten der Mädchen vom Topflappen bis zum Strickkleid, von der einfachsten Nadelarbeit bis zum feinsten Durchzug und die mit Phantasie gestalteten Spielsachen und kleinen Gebrauchsgegenstände ausgestellt, die die Jungen aus Papier, Pappe, Holz und Metall gebastelt hatten.

Besonders beachtet wurden die Arbeiten der ‘Hilfsschulklassen, die Zeugnis von gestaltenden Kräften auch dieser Kinder gaben, und 40 verschiedene Sorten Weihnachtsgebäck. das von Schülerinnen der 8. Klasse bereitet worden war. Bei dieser Gelegenheit erfuhr man. daß in den Unterrichtsplan eine Wochenstunde „HauswCrk“ eingebaut ist, in der der Klasse Koch- und Backkenntnisse vermittelt werden.

Nieder-Kainsbach, (kse) Der Ortsverband der Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen und Sozialrentner hatte seine Mitglieder zu einer Versammlung einberufen, in der eine Weihnachtsveranstaltung beschlossen wurde. Die Feier, bei der auch eine Tombola vorgesehen ist, findet am 23. Dezember um 20 Uhr im Saale Eckert, gegenüber dem Bahnhof statt.

Kampt der Wohnungsnot!

Seeheim beschließt Bildung einer Wohnungs-Kommission

Seeheim, (hl) — In der letzten Sitzung des Gemeinderates kam es zu einer längeren Aussprache über die Bildung einer Wohnungskommission. In einer Oktobersitzung führte ein Antrag, den Wohnraum neu zu erfassen, bereits zu einer scharfen Kritik des Wohnraumerfassungsgesetzes.

Die Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister und Wohnungskommission sei unbedingt erforderlich für eine reibungslose Verteilung des Wohnraumes. Vor längerer Zeit hatte die Wohnungskommission ihre Tätigkeit wegen der Zwecklosigkeit der Arbeit eingestellt. Schließlich wurde eine Einigung insofern erzielt, daß die Gemeindefraktionen für die nächste Sitzung geeignete Mitglieder namhaft machen sollen, um die Wohnungskommission zu bilden.

Der Antrag der Gemeindeangestellten auf Gewährung einer Weihnachtsgratifikation wurde genehmigt. Die Zuwendungen werden aus dem Konto „Löhne und Gehälter“ des Haushaltsplanes gedeckt.

Die Ortsgruppe des Verbandes der Körperbeschädigten stellte den Antrag auf Gewährung einer Beihilfe für die Weihnachtsfeier hilfsbedürftiger Kinder und Witwen. Der Antrag wurde abgelehnt, da die Gemeindeverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz und der Arbeiterwohlfahrt bereits einen Betrag von 300 Mark für eine Weihnachtsfeier gebilligt hat.

Bürgermeister Speckhardt hat mit einigen Mitgliedern der beiden karitativen Verbände 110 Kinder von Kriegerwitwen, Arbeitslosen, Invaliden u. a. aus der Einwohnerkartei namhaft gemacht, denen in dieser Woche bei einer Weihnachtsfeier praktische Geschenke und Gebäck beschert werden,

Feuilleton

Winterzweige

Das haben die südlichen, immergrünen Länder nicht, das nackte Gezweig ohne Blätterdach, ins fahle Licht des Wintertages hinauf gebogen. Die Idee des Baumes ist nun klar zu erkennen, wie sich die Aeste verflechten, wie sich’s zu den Kronen emporfächert und entwirrt, wie es nach allen Seiten zuckt und sich sträubt, wie es zur Sonne schwenkt, wie die Wipfel schwinden und die Triebe tastend hinauslangen. Die Pappeln wollen nur nach oben, die Hainbuchen krümmen sich eigensinnig in die Breite, die Lärchen spreizen ihre Zweige abwärts, die Eichen knorpeln sich wie aus Verknickungen iingend in den Himmel, die Eschen wölben sich gleich Kegeln aufwärts, die Rot- buchen entfalten sich wie schwere Wolken, und die Weiden schmiegen sich leicht in den Lufthauch.

Gehört das Laub nicht eigentlich zu den Bäumen? Sind nicht die Zweige aufgeschossen, um die Blätter dem Lichte hinzuhalten? Biegt sich das Geäst nicht, um der Gewalt des Windes auszuweichen? Der Sommer hat die Bäume wachsen lassen, wie sie sind. Kann das Gerippe mehr ausdrücken als das grünende Leben?

Auch in den kahlen Zweigen ziehen die Säfte. Schnee und Rauhreif formen die Seele des Baumes nicht minder als Sonne und Regen, und selbst der Mond mag ein wenig mitwirken. Der Sturm splittert ab, was morsch ist. Das Ueberdauernde aber drängt zum Licht, und jeder Zweig ist in sich vollkommen. Richard Gerlach

Ein Leben in Paradoxen

Vom ungewöhnlichen Dasein des Oskar Wilde

Das Leben des großen irischen Humoristen Oscar Wilde war ein einziges Paradoxon: ganz und gar ungewöhnlich in seinem kometenhaften Aufstieg und dem plötzlichen Fall in die Finsternisse des Zuchthauses, des Exils, der Armut und des Schweigens. Kaum jemals wurde ein Schriftsteller von der Gesellschaft seiner Zeit so umschwärmt, geliebt, verwöhnt, in den Himmel rauschenden Lebensgenusses gehoben — und dann, ganz unvermittelt, von der gleichen Gesellschaft bespuckt, mit Füßen getreten und so erbarmungslos vernichtet, wie Oscar Wilde.

Reiche Phantasie, schnelle Aufassungsgabe, treffender Witz und bestrickende Liebenswürdigkeit vereinigten sich in dem 1856 in Dublin geborenem Arztsohn. Schon seine ersten Gedichte sind ein erlesener Kult der Schönheit, in deren Namen er einen Kreuzzug gegen die Moralisten der Viktorianischen Aera führte. Während er noch das College besuchte, hielt er bereits eine Reform der Kleidung für wichtiger als eine Reform der Religion. In London dann, wohin er nach bestandener Prüfung ging, nannte er sich einen „Professor der Ethik“, trug helle, lavendelfarbige Handschuhe und erschien auf Gesellschaften in extravaganter Kleidung; nie sah man ihn ohne eine Lilie oder Sonnenblume im Knopfloch. Wie jeder echte Humorist war er ein geborener Schauspieler, der seine Effekte genau kannte. „Nichts hat einen solchen Erfolg wie Uebertreibungen“ war sein Motto und er wandte es nicht nui' auf sein Aeußeres sondern auch auf seine Bemerkungen an. Wenn ihn jemand fragte, wie er den Tag verbracht habe, konnte er mit der ernstesten Miene antworten: „Ich habe mich den ganzen Tag mit der Prüfung eines meiner , Gedichte beschäftigt. Schließlich nahm ich ein Komma heraus. Am Nachmittag habe ich es dann wieder eingesetzt.“ Bald drang sein Ruhm auch nach Amerika und er folgte ihm zu einer Vortragsreise. Sicherlich fand kein gedrucktes Wort von ihm dort weitere Verbreitung als die drei Worte, die er im Hafen von Neuyork sprach, als ein Zollbeamter ihn fragte, ob er etwas zu verzollen habe: „Nur mein Genie“.

1888 erschienen seine Märchen, 1890 der Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“, 1892 seine gesellschaftkritischen Stücke „Lady Windermeres Fächer“ und „Die Frau ohne Bedeutung“, die seinen Weltruhm begründeten. Jetzt nannte er sich „König des Lebens“, der 300 000 Schilling im Jahr einnahm, die er bis auf den letzten Heller für sich und seine Lebensführung verbrauchte. Beim Tee oder großen Gesellschaften der Londoner Aristokratie, die er durch seine überlegene Unterhaltungskunet entzückte, war er ebenso zu finden wie in den Opiumhöhlen von Whitechapel, wo er das Laster mit geschlossenen Augen genoß, wie ein Kind Süßigkeiten herunterlutscht.

Er war vierzig Jahre alt geworden und hatte nicht einen einzigen unglücklichen Tag erlebt. Dann änderte sich plötzlich alles. Er wurde dick und ordinär und überließ sich einer homosexuellen Neigung, die ihn bis dahin nicht vom normalen, gesunden Leben mit seiner Frau abgehalten hatte. Man machte ihm den Prozeß, zwei Jahre Zuchthaus. Die heuchlerische Gesellschaft Londons aber versagte ihm in der Stunde der Katastrophe jedes Mitgefühl. Wie unmenschlich Wilde unter dem mittelalterlichen Vollzug seiner Strafe gelitten hat, kennen wir aus seiner erschütternden „Ballade vom Zuchthaus zu Reading“. Der Dichter ist nach seiner Entlassung aus dem Kerker nicht wieck I in die Höhe gekommen. In bitterer Armut lebte er noch einige Jahre in Paris, bis er im November 1900 in einem kleinen Hotel im Quartier Latin verendete. Eine Handvoll ehemaliger Freunde geleiteten den einstigen Liebling von London zum Armenkirchhof. E. W. G.

Klavierabend Wladyslaw Kedra

Durch die Bemühungen der Musikzentrale (Hans Hellbach) sind in den letzten Monaten die verschiedensten pianistischen Temperamente in Darmstadt zum Spiel gekommen. Stets wurde hohe Kunst, Einmaliges geboten, selbst dann, wenn die Grenzen musikalischer Erfahrung und Praxis überschritten waren und sich die Bewertung mit der persönlichen Eigenart eines Künstlers auseinanderzusetzen hatte.

Zur letzteren Kategorie zählt auch Wladyslaw Kedra. Er stammt aus dem Lande Chopins, aus Polen. Seine Ausbildung wechselte zwischen Lodz und Paris. In beiden Ländern ist die Tradition zum Werk Chopins nicht abgerissen, in Polen gehört sie heute wie einst zum Nationalkult. Unter diesem Zeichen muß man die Interpretation aller Werke dieses Künstlers ansehen. Eine gewisse sachliche Vornehmheit ist auch in der höchsten Stufe seines musikalischen Enthusiasmus zu spüren. Es gibt keine Romantik in seiner Wiedergabe, er bleibt nüchtern, aber kultiviert. Er brilliert auch nicht, denn seine Technik hält den Anforderungen stand und benötigt keine Glanzpartien. Chopins Valse in As und Skriabins Nocturno für die linke Hand zeugen für seinen variablen Anschlag. Haydns f-moll-Variationen werden galant beleuchtet und die Sätze der vieldiskutierten h-moll-Senate von Liszt mehr nachdenklich nachgezeichnet als mit virtuosem Affekt angepriesen. Diese Einstellung im Nachscharfen wirkt zunächst frappierend, aber doch höchst sympathisch. Nur D. Scorlattis Sonate in C wurde durch überhastetes Tempo leider im Stil überspielt. Der Mazurka in a und C von Chopin waren die heute noch in Polen lebendigen Akzente der Folklore aufgesetzt, und diese allein entscheiden über die Ausführung. Festesglanz atmete die As-dur-Polonaise, die im Impuls letzte Steigerung erfährt, ohne in Leidenschaft auszuarten. Diese feinsinnige Gestaltungsgabe ohne virtuose Anhängsel wird auch bei den modernen Nachfahren Chopins, bei Paderewski, Szymanowski, Burzicki und in der eruptiven Toccata des Russen Chatschaturian beibehalten. Es ist die klassische Zucht, die diesen Pianisten auszeichnet und die zahlreichen Besucher auf der Mathildenhöhe zu spontanem Beifall bewegte und Zugaben erzwang. G. I.

Das Duo Lueder

Im Amerikahaus hörte man vom Duo Ingrid und Alfred Lueder, Bremen, Flöten- und Klaviermusik. Vom Barock bis zur Moderne, in Flötensonaten von Tessarini, Chr. Fr. Bach, Debussy, Milhaud, Piston und in Klavierstücken von Haydn, Debussy, Genzmer bewiesen die beiden Norddeutschen schöne stilistische Einfühlung in Werk und Zeitgeist.

Es ist weniger der Glanz ausgeprägter Künstlernaturen, der dabei zutage tritt, als vielmehr der subtil durchgebildete Charakter zweier Kammermusiker, die mit ihrem Spiel wohltuende Atmosphäre verbreiten. Sie konzertieren nicht, sondern musizieren. Damit sind auch die künstlerischen Grenzen allgemein für die Flötistin und den Pianisten abgesteckt. Einen abgerundeten und wohlklingenden Ton formt Ingrid Lueder auf ihrer Silberflöte, nur der Atem reicht manchmal nicht ganz für eine längere Phrasierung. Alfred Lueder geht beim Klavieranschlag stark von der Cembalotechnik; aus und erreicht in rein polyphonen Sätzen die beste Wirkung. Beide sind ausgezeichnet aufeinander eingespielt und erwecken daher mit ihrem Musizieren viel Freude. G. I.

Entstehung des Gotteshauses

Professor Wachtsmuth sprach in Langen

Professor Dr. Dr. Wachtsmuth von der Technischen Hochschule Darmstadt sprach in einem Vortrag in Langen vor der dortigen, Volkshochschule und der Kunst- und Külburgemeinde über „Die Entstehung des christlichen Gotteshauses“. Der Gelehrte trat darin der landläufigen Auffassung entgegen, daß man bei der kunstgeschichtlichen Betrachtung kirchlicher Bauten in der römischen Basilika den Ursprungsbau christlicher Gotteshäuser zu sehen habe. Dies seien vielmehr die jüdischen Synagogen nebst morgenländischen Bauten, aus deren Ursprungsland sich das Christentum ausgebreitet habe. Dafür sprächen auch die gemeinsame Blickrichtung auf das Allerheiligste (Altar) und der für morgenländische und urchristliche Gotteshäuser gemeinsame Vorhof. Der Vortragende hatte seine interessanten wissenschaftlichen Ergebnisse durch Grundrisse im Lichtbild und Lektionen aus apostolischen Briefen unterstützt. (se)

Vom Sinn des Todes

EIN VORTRAG VON Dr. WASMUTH IN DER TECHNISCHEN HOCHSCHULE

Am Freitag hielt der bekannte Pascal- und Novalis-Forscher Dr. Ewald Wasmuth, Tübingen, in der TH eine öffentliche Vorlesung über das Thema „Vom Sinn des Todes“.

„Die Frage nach dem Sinn des Todes ist eigentlich die Frage nach dem Sinn des Lebens“, formulierte Dr.Wasmuth im Verlaufe seiner Ausführungen, die denn auch von beidem handelten, von Leben und Tod, ihrer Grenzung und der sie im Unendlichen überwölbenden Einheit. Er trug dabei, den „Zauberstab der Analogie gebrauchend“ (Novalis) alles zusammen, was die These von der „in Stufen gefügten Ordnung der Welt“ stützt, einer wechselseitig doppelt gestuften Ordnung nach oben und unten, wobei die oberste Stufe der Natur zugleich als unterste und erste der Vergeistigung erscheint. „Ein Mensch, der Geist wird, ist zugleich ein Geist, der Mensch wird“ (Novalis). Der Tod löst die Grenzen des Endlichen, die dem Leben zu seiner Gest altwerdung notwendig sind, und entläßt nicht in das Nichts, sondern in das Unendliche, das als unendliche Fülle ebenso der Existenz vorausgeht. Der Sinn des Lebens kann nur gelebt, nicht durch Wissen erworben werden. Dazu gehört die Begrenzung durch den Tod, und die Werke der Kunst belehren uns, daß Ende (Begrenzung) kein Mangel ist, sondern das Unendliche darinnen erscheint.

Wiederholt sich das Gesetz des niederen Lebens wohl auf der Stufe des höheren, so tritt doch jeweils ein neues, unterscheidendes Vermögen hinzu. So ist dem Menschen das Wort gegeben, womit er als einziges existierendes Wesen Künftiges zu verwirklichen vermag, denn in der Rede vergegenwärtigt er das, was als Aussage erst sein wird, und erreicht damit die geistige Vergegenwärtigung im Endlichen.

Dr. Wasmuth sparte nicht mit dem beliebten Bausch-und-Bogen-Urteil, „wir“ hätten kein echtes Nachsinnen mehr über Leben und Tod. Zunächst wissenschaftliche Gedankengänge interpretierend, wie sie über das Thema von Pascal bis Heidegger vielfach erörtert worden sind, wandte er seine Ausführungen abschließend ins weltanschaulich Glaubensmäßige und verengte damit wieder das erst so weit erschlossene Blickfeld. V D—s

Notizen

Am 17. Dezember 1850, also vor hundert Jahren, starb Carl Bertelsmann, der Begründer des Verlages C. Bertelsmann in Gütersloh. Er hatte 1835 den Verlag, der sein Programm mit Lieder- und Schulbüchern eröffnete, ins Leben gerufen. Der Verlag, der mit einem Arbeiter begann, zählt heute zirka 470 Beschäftigte und ist eins der größten Unternehmen dieser Art in Deutschland.

Professor Viktor von Weizsäcker, Ordinarius für klinische Medizin an der Universität Heidelberg, wurde zum Ehrendoktor der spanischen Universität Valencia er_ nannt. Von Weizsäcker hatte in diesem Jahre Vorträge an fünf spanischen Universitäten gehalten.

Eine „Evangelische Woche“ mit Referaten und Aussprachen zu aktuellen Themen wird vom 3. bis 6. Januar 1951 in Nürnberg veranstaltet. i Neben Landesbischof D. Hans Meiser sind als Gastredner Prof. D. Gerhard von Rad, Heidelberg, und Missionsdirektor Prof. D. Dr. Walter Freytag, Hamburg, angekündigt.

Die Gelsenkirchener Städtischen Bühnen, seit Beginn dieser Spielzeit unter Generalintendant Hans Meißner und mit eigener Oper, hatten in den ersten drei Spielmonaten eine llOprozentige Zunahme der Besucherziffern gegenüber dem Vorjahr.

Der SPORT

Fuß ball-Kreisklassen auf Eis und Schnee

Fast alle Spiele litten unter schlechten Platzverhältnissen

Nur Gernsheim siegte sicher

Die Biebesheimer erlebten auf eigenem Platz ein sehr schnelles und zügiges Spiel, das der Tabellenerste Gernsheim, dank seiner technisch reiferen Spielweise, viel sicherer gewann, als das knappe 0:2 besagt. -- Zu einem etwas glücklichen 2:2 kam Büttelborn in Stock-Stadt. Die 2:0-Führung der Gäste konnten die Einheimischen nach der Pause trotz überlegenem Spiel nur noch durch Tore von Michel und Schmidt ausgleichen. Der verdiente Siegestreffer blieb ihnen versagt. — Torlos 0:0 endeten die Begegnungen Gustavsburg —Astheim und Ginsheim—Klein-Gerau. Obwohl Ginsheim fast durchweg nur mit 9 Mann spielte und die Chance eines Handeifmeters ausließ, konnten die Klein-Gerauer zu keinem zählbaren Erfolg kommen. — Etwas unglücklich mit 1:0 unterlagen die Wolfskehler in Raunheim. Ein von den Wolfskehlern erzieltes einwandfreies Tor wurde von dem Unparteiischen nicht gegeben, da er im selben Augenblick Halbzeit pfiff. — Dornheim mußte sich auf eigenem Platz den technisch besser spielenden Walldörfern mit 1:2 Toren beugen.

In der B-Klasse fanden nur drei Begegnungen statt. Dabei mußten sich die favorisierten Geinsheimer und Königstädter auf eigenem Platz den Erfeldern und Worfeldern geschlagen geben. SSV Raunheim und Opel Rüsselsheim Ib trennten sich 1:1 unentschieden. TSV Rüsselsheim war spielfrei.

Spachbrücken Schlußlicht im Dieburger Kreis

In der Fußball-A-Klasse Kreis Dieburg haben die Ober-Röder Bodenverhältnisse die Lengfelder um ihre Weihnachtsfreude gebracht: sie ließen kein Spiel zu, und so müssen die vom Otzberg die Festtage auf dem bisherigen 6. statt auf dem ersehnten 3. Platz feiern. Demgegenüber haben sich die „Glücks-Klee“-städter mit ihrem 3:1-Erfolg über Spachbrücken zwei so gewichtige Punkte geholt, daß sie mit jetzt einem halben Dutzend „guten“ vom Schluß auf den drittletzten Platz vorgerückt sind und nun auch Ober-Roden überholt haben. Durch Banscho (2) und Jakob lagen die Kleestädter nach 2:0 bei der Pause in der zweiten Halbzeit klar in Führung. Sie hielten ihren wertvollen Gewinn auch noch nach dem Spachbrücker Gegentreffer bis zum Schlußpfiff. Nun hat ihr Gast die Schlußposition übernommen.

In der B-Klasse Gruppe I kam von den vier angesetzten Spielen nur das Brensbacher Treffen gegen Georgenhausen zum Austrag. Die Gäste siegten zwar erwartungsgemäß, aber ihr 3:2 ist nicht sonderlich überzeugend ausgefallen. Inmmerhin reicht es, um dem kommenden Spiel gegen die erstplacierten Groß-Bieberauer die nötige Spannung für einen Großkampf zu geben. Die Gruppe II dagegen wickelte ihr volles Programm ab. Tabellenführer Schaafheim ließ die Wiebelsbacher zu keinem Tor kommen, besorgte ihnen aber durch E. Kreh (3), A. Kreh und Sauerwein (je 2) eine recht warme Packung für die kalten Tage. Die FrSpvgg Münster behielt durch ein 3:1 Punktanschluß nach oben. Aus A. Sauls (4), Elsters (2), Kochs und Rohmüllers zusammen acht Treffern wurde ein hoher Sieg der Hergershäuser Kickers beim TV Groß-Umstadt. Raibach ist nun doch noch vor Jahresschluß zu seinem ersten Sieg gekommen. Es hat sich gegen Klein-Umstadt über Erwarten gut (4:2) durchgesetzt. RG Aschbach spielte gegen Bezirksklassen-Elf

Der Herbstmeister der Kreisklasse Bergstraße hatte sich mit dem Bezirkskiassisten Heppenheim doch etwas viel vorgenommen, zumal erTormann und Mittelstürmer ersetzen mußte. Darüber hinaus präsentierte sich Torwart Rausch im Gehäuse der Gäste in bester Form, so daß der vor allem in der zweiten Hälfte stärker zur Geltung kommende Sturm der Einheimischen lediglich Latten- und Pfostenschüsse, aber keinen Erfolg registrieren konnte. Der Gast siegte mit 6:0. (ni)

Mit dem Spiel Unter-Abtsteinach —Reichelsheim 6:1 (4:1) beendete die Fußball« gruppe Odenwald ihre Vorrunde, die Rot-Weiß Wahlen als Herbstmeister sah.

Die Spiele am 25. Dezember

1. Liga Süd Vfß Mühlburg — Kickers Offenbach Vfß Stuttgart — Spvg Fürth VfL Neckarau —FC 04 Singen 2. Liga Süd VfL Konstanz — Stuttgarter Kickers

Die Landesliga am 26. Dezember

Union Niederrad — Griesheim 02 Germania Bieber — Vfß Friedberg Rot-Weiß Frankfurt — Hessen Bad Hersfeld Hermannia Kassel — Olympia Lampertheim VfL Biedenkopf — VfL Marburg Hessisch Lichtenau — Eintracht Wetzlar VfL Kassel — Spv Kassel Spvg Bad Homburg — SC Kassel 03 Opel Rüsselsheim — Borussia Fulda Hanau 1893 —l. FC Rödelheim

Gernsheim 13 11 1 1 38:10
23:3 Ginsheim 13 8 4 1 30:15
20:6 Büttelborn 13 8 2 3 30:17
18:8 Astheim 13 6 3 4 25:19
15:11 Klein-Gerau 13 6 2 5 24:23
14:12 Stockstadt 13 5 3 5 26:27
13:13 Walldorf 13 5 2 6 18:25
12:14 Wolfskehlen 13 5 1 7 23:22
11:15 Raunheim 13 3 4 6 21:27
10:16 Biebesheim 13 4 1 8 25:34
9:17 Gustavsburg 13 3 2 8 14:32
8:18 Dornheim 13 0 3 10 12:35
3:23
Nieder-Roden 13 13 0 0 79:10 26: 0
Götzenhain 13 9 0 4 50:27 18: 8
Ueberau 13 7 2 4 32:24 16:10
Offenthai 13 6 3 4 34:34 15:11
Klein-Zimmern 13 6 3 4 32:49 15:11
Lengfeld 12 6 2 4 35:18 14:10
Reinheim 12 6 2 4 30:25 14:10
Groß-Umstadt 13 6 1 6 26:24 13:13
Mosbach 11 4 3 4 28:29 11:11
Dreieichenhain 13 5 0 8 16:32 10:16
Groß-Zimmern 13 3 3 7 14:27 9:17
Kleestadt 13 2 2 9 19:32 6:20
Ober-Roden 11 2 1 8 11:32 5:17
Spachbrücken 13 1 2 10 13:46 4:20
Wahlen 9 8 — 1 51:16 16:2
Rimbach 9 7 —- 2 48:16 14:4
Schönmattenwag 9 6 2 1 33:13 14:4
Ober-Abtsteinach 9 6 1 2* 44:15 13:5
Mitlechtern 9 3 2 4 20:20 8:10
Unter-Abtsteinach 9 3 1 5 22:32 7:11
SVG Fürth Darmstadt — Sport 9 2 2 5 20:28 6:12 Nüssler—s

Die Toto-Quoten

West/Hessen-Toto: Zwölfertip: 1. Rang, 12 richtige: 4 Gewinner 33 644,50 DM, 2. Rang, 11 richtige: 234 Gewinner 575 DM, 3' Rang, 10 richtige: 2845 Gewinner 47 DM. Zehnertip: 1 Rang, 10 richtige: 41 Gewinner 3298 DM, 2. Rang, 9 richtige: 1175 Gewinner 115 DM, 3. Rang, 8 richtige: 11 101 Gewinner 12 DM.

Das Eigenheim fiel nach Wiesbaden.

Rheinland-Pfalz: 1. Rans 46 Gewinner mit je 2 841.35 Mark, 2. Rang 877 Gewinner mit je 149 Mark, 3. Rang 8 352 Gewinner mit 15’65 Mark. Auf den Kleintin entfielen auf 102 Gewinner ie 387,10 Mark.

Württemberg-Baden: Zwölfertip: Erster Rang (elf richtige) 40 Gewinner je 1690 DM; zweiter Rang 783 Gewinner je 85 DM; dritter Ran® 6884 Gewinner je 9,70 DM. Zehnertip: e-ster Rang (zehn richtige) ein Gewinner 35 750 DM; zweiter Rang 54 Gewinner je 660 DM; dritter Rang 979 Gewinner je ?6 30 DM- Achtertip: erster Rang (acht richtige) 39 Gewinner je 990 DM; zweiter Rang 1038 Gewinner je 37 DM.

Ravern: 1 Rans, ein Gewinner mit 126 047 DM. 2. Rang, 49 Gewinner mit je 0572 DM, 3. Rang, 666 Gewinner mit je iso 20 DM, Zusatzwette: 1. Rang (neun rich-Lja neun Gewinner mit ie 3568 DM, o Rans 225 Gewinner mit ie 142.70 DM, Internationale Zehn: 1. Rang (10 richtige) 15 Gewinner mit ie 882 DM, 2. Rang. 216 Gewinner mit ie 61,20 DM, 3. Rang 1518 Gewinner mit je 8,70 DM.

Kord-Block: 1. Rang 68 Gewinner 5 724,50 D-Mark. 2. Rang 1600 Gewinner 243 DM. 3 "Rang 16 470 Gewinner 23,60 DM.

SV 98 auch im Tischtennis ohne Sieg

1. ABC Wiesbaden gewann wie im Vorspiel mit 9:7

Die ersten Einzelspiele zeigten die Darmstädter in Front. So konnten Kappes, Lutz und Hardt für die 98er siegreich bleiben. Haller (98) verlor sein Einzelspiel, so daß die Gastgeber 3:1 führten. Nachdem Hardt-Kappes ein Doppelspiel gewannen, schien das Spiel für die Lilienträger zu laufen. Eine unnötige Niederlage von Hartmann in seinem Einzelspiel und eine ebensowenig überzeugende Niederlage von Römer-Hartmann im Doppel brachte die Gäste wieder an die Führung der Darmstädter heran. Noch einmal konnten Kappes-Hardt die Führung durch einen Doppelsieg erringen. Die folgenden Einzelspiele brachten die Gäste jedoch in Front. Hartmann (98) lieferte zwar gegen den süddeutschen Jugendmeister Wüst ein hervorragendes Spiel, mußte letzten Endes aber doch die Segel streichen. Römer (98) konnte seinen Vorspielsieg über Flöter nicht wiederholen. Kappes und Hardt (98) waren je noch einmal in einem Einzel erfolgreich, so daß die Partie bei noch zwei auszutragenden Begegnungen 7:7 stand. Klarer als erwartet verlor Lutz (98), so daß die letzten Hoffnungen auf Erringung eines Teilerfolgesauf Haller (98) gesetzt waren. Nach einer überzeugenden HO-Führung gelang es dem Gastspieler auszugleichen. Der entscheidende Satz war voller Spannung und Abwechslung. Beim Stande von 19:19 verschoß Haller seine Angriffsbälle, so daß Sailer (Wiesbaden) damit den doppelten Punktgewinn für seine Mannschaft sicherstellte.

Die Hoffnungen der Lilienträger, durch einen Sieg über die Wiesbadener Mannschaft ins Mittelfeld vorstoßen zu können, waren damit gescheitert. Bei den noch ausstehenden Spielen (zwei Spiele auf heimischer Platte) müssen noch einige Punkte gutgeschrieben werden, da sonst akute Abstiegsgefahr besteht.

SV 98 (Damen) verlieren beim SV Wiesbaden 7:9 Die Ueberraschung des Wochenendes gab es diesmal in der obersten hessischen Spielklasse der Damen in Wiesbaden. Die favorisierte Mannschaft der Lillienträgerinnen mußte eine knappe Niederlage einstecken. Ausschlaggebend für die Niederlage war in erster Linie das schwache Abschneiden bei den Doppelspielen Ferner verloren Darmstadts Spitzenspielerinnen Holzapfel und Römer gegen die vom 1. ABC Wiesbaden herübergewechselte Wölfeischneider jeweils ihre Einzelspiele. Frau Nungesser konnte, am 3. Brett spielend, einen Punkt erzielen. Doppelte Punktgewinne gab es durch Frl. Pommer und Frl. Freudel. die beide Einzelspiele gewinnen konnten. Frau Nangot war nicht mit von der Partie. Wenn auch. Frl. Freudel ihre beiden Einzelspiele gewann. so muß doch angenommen werden, daß das Doppel Nangot-Guyot zumindest für einen Punkt gut gewesen wäre. Am 4. Brett spielend, blieb Frl. Guyot diesmal ohne Spielgewinn.

Nach dieser Niederlage dürften die Darmstädterinnen bei der Vergebung der Meisterschaft in diesem Jahr nichts mehr zu bestellen haben, da die Adlerträgerinnen mit vier Punkte 'Vorsprung klar die Tabelle, anführen und ruhig dem Rückspiel in Frankfurt entgegensehen können. Ku.

Schwimmertreffen Bayern-Hessen in Darmstadt

Rekordmann Herbert Klein (München) am Start

Uns erreicht die erfreuliche Nachricht, daß der Schwimm-Länderkampf Hessen—Bayern am 17. und 18. Februar 1951 im Darmstädter Hallenbad ausgetragen wird. Aus den etwa 60 Schwimmern und Schwimmerinnen ragt der Europameister und Rekordmann Herbert Klein, München — im In- und Ausland bisher ungeschlagen — besonders hervor. Da sämtliche Herren- und Damenkämpfe doppelt besetzt werden — jedes Land muß zwei Staffelmannschaften stellen — erhält dieses Treffen einen besonderen Reiz. Die repräsentativen Wasserballmannschaften stehen sich zweimal, am Samstag und Sonntag, gegenüber.

Wir freuen uns, daß durch die Initiative des 2. Vorsitzenden des Hessischen Schwimm-Verbands, Hans Nolte, Darmstadt, dieser große Kampf nach Darmstadt vergeben wurde und unsere schöne Schwimmhalle zu Anfang des neuen Jahres die richtige sportliche Weihe erhält. Wir kommen auf diese Veranstaltung noch besonders zurück.

Heute Weihnachtsschwimmen der TSG 46 Heute — Dienstag — führen die Schwimmer und Schwimmerinnen der TSG 46 von 20—22 Uhr im Rahmen ihres Trainingsabends im Hallenbad ein Weihnachtsschwimmen durch, das eine ganz besondere Anziehungskraft ausüben dürfte. — Diese Veranstaltung steht unter dem Motto: Alles für unsere Jugend! Unter einem Weihnachtsbaum auf dem 3-m-Brett wird Direktor Strahringer, der Vorsitzende der TSG 46, die Jugend, deren Eltern und Freunde des Vereins begrüßen. Dann erscheint der Nikolaus, der nicht nur die besten Jugendlichen auszeichnen wird, sondern auch Gaben an die Mädel und Buben verteilt. Nach einem Figurenlegen der Damenabteilung erfolgt ein Aufschwimmen der Mädchen und Buben. Dann folgen Schwimmwettkämpfe, aber „mal anders“: Eierschwimmen, Hindernisschwimmen und Wurstschnappen. Zum Schluß treten die Sportschwimmer und Schwimmerinnen des Vereins in Aktion, die in spritzigen Staffelkämpfen das gute Können der Wettkampfmannschaft unterstreichen sollen. Es ist erfreulich, daß ein volkstümlich-sportliches Programm zur Durchführung kommt, das die wertvolle Jugendarbeit der TSG besonders herausstellt. Eintritt wird nicht erhoben. Einlaß in die Schwimmhalle ab 19.55 Uhr. it.

Am Sonntag fand in Reinheim eine Tagung des Turnkreises Dieburg statt, bei der Herr Georg Roth aus Groß-Umstadt einstimmig zum Kreismännerturnwart gewählt wurde. -ff-

Unsere am 18. Dezember 1950 stattgefundene Trauung geben wir bekannt ULRICHWEBER Forstmeister HENNI WEBER geb. Schütt Michelstadt, Erbacher Straße 45 I.

Plötzlich und unerwartet wurde am 17. 12. I 1950, 0.30 Uhr, unser liebes Willichen im Alter von 2'/* Jahren in die Ewigkeit ab- | berufen. In tiefer Trauer: Familie Johann Trautmann B Familie Johann Krichbaum w Steinbuch, Ober-Kainsbach, den 19. 12. 1950 I Die Beerdigung findet heute, Dienstag, den m 19. 12. 1950, um 13.30 Uhr in Steinbuch vom W Trauerhause aus statt.

Bestattungen am Dienstag, dem 19.12.1950 | Beerdigungen: Bessunger Friedhof: 15.00 Hörr, Margarete, Weinbergstr. 4, 46 J. ® Waldfriedhof: 11.45 Werner, Renate, Heidelberger Str. 90, V» Jahr I 13.45 Andre, Margarete, Viktoriastr. 24, 73 J. I 13.45 Höret, Marie, Wiebelsbach, 72 Jahre | 14 15 Spieß, Elisabeth, Barkhausstr. 63, 47 J. | 14.45 Goldbach, Elisabeth, Frankfurter Str. 51, 88 Jahre Feuerbestattungen: I 10.15 Nicolai, Hildegard, Gießener Str., 76 J. I 14.30 Ritter, Friedrich, Dr. phil., Jugenheim ■ 15.00 Wenner, Charlotte, Wwe., Escholl- ® brücken, 64 Jahre

Achtung, DT-Schlachtenbummler! I Ausfüllen und auf Postkarte aufgeklebt einsenden! Ich beteilige mich hiermit an der Auslosung der Mannheim „DT-SchlßchtenburnmSer“ weiche die Mannschaft des SV 98 Darmstadt zu ihrem nächsten Auswärtsspiel kostenlos begleiten. Zuname: - Vorname: - Ort: Straße: — Nr

| Amtliche Bekanntmachungen Bekanntmachungen des Landratsamtes Betr.: Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen Nach der im Bundes-Anzeiger vom 29. November 1950 veröffent¬ lichten Verordnung vom 18. November 1950, sind mit Wirkung vom 30. November 1950 ungültig geworden: .. •) befristete Genehmigungen, die auf Grund der Einschränkungs- Verordnung vom 6. Dezember 1939 erteilt wurden; b) vorläufige Genehmigungen, die auf Grund des Güterfernver¬ kehrsänderungsgesetzes vom 2. September 1949 erteilt wurden. Ab 1. Dezember 1950 werden verstärkte Kontrollen durchgeführt und ungültige Genehmigungen durch die Kontrollorgane eingezogen. Heppenheim, den 12. Dezember 1950 Der Landrat des Landkreises Bergstraße . Verkehrsabteilung Betr.: Geflügelpest Im Hühnerbestand des Wilhelm Arnold in Rimbach Nach amtstierärztlicher Feststellung ist die Hühnerpest in Rim¬ bach erloschen. Die Sperrmaßnahmen sind wieder aufgehoben worden. ' ’ Heppenheim, den 8. Dezember 1950 Der Landrat des Landkreises Bergstraße Öffentliche Ausschreibung der Innen- und Außenputzarbeiten am staatl. Doppelwohnhaus Hobrechtstraße 39/41 in Darmstadt. Angebote, solange Vorrat, ab sofort beim Staatsbauamt Darmstadt, Alicestraße 25. Ein¬ reichungstermin: Donnerstag, 28. 12. 50, vorm. 9.30 Uhr bei gleichem Amt. Zuschlagfrist drei Wochen. Losweise Vergebung bleibt Vorbehalten. (Innenputz ca. 4000 qm Außenputz ca. 650 qm.) Staatsbauamt Darmstadt Faschingstreiben auf dem Marktpatz vom 3. bis 6. 2. 1951 (4 Tage) Bewerbungen von Schaustellungsunternehmen und ambulanten Händlern sind mit Preisangeboten bis 31. Dezember 1950 ein¬ zureichen. Nach diesem Zeitpunkt erfolgt die Auswahl und Benachrichtigung der Gesuchsteller. Stadt Darmstadt — Markt- u. Messeverwaltung Ostermarkt In der Zelt vom 25. bis 27. 3. 1951 (drei Tage) auf dem Marktplatz in Darmstadt-Eberstadt Bewerbungen von Schaustellungsunternehmungen und ambulanten Händlern sind mit Preisangeboten bis 15. Januar 1951 einzu¬ reichen. Nach diesem Zeitpunkt erfolgt die Auswahl und Benach¬ richtigung der Gesuchsteller. Stadt Darmstadt — Markt- und Messeverwaltung Zwangsversteigerungen Am Dienstag, dem 19. 12. 1950, wird in Da-Eberstadt gegen sof. Barzahlung zwangsweise meistbietend versteigert: 1 Höhner Club Zusammenkunft 10.00 Uhr in Da-Eberstadt, Muna-Baracke 2. 1 Motorrad BMW, 300 ccm Zusammenkunf: 14.00 Uhr, Georgenstraße, Ecke Darmst. Straße. Die gestern veröffentlichte Versteigerung, Zusammenkunft 10.00 Uhr, Schwanenstraße, fällt aus. — NEUBERT, Gerichtsvollzieher (b)

Badeanstalt im Haupt¬ bahnhof Hühneraugen sind heute nicht mehr erforderlich. Schmerzlose Beseiti¬ gung aller Fußbe. schwerden.

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