Darmstädter Tagblatt 1950


Darmstädter Tagblatt

Darmstädter Tagblatt v?Hf^ERAKTEUR: ERICH DOMBROWSKI. narm.?ar?.stä(ltet Tagblatt L. C. Wittich, rr««h.<a<l.t2.Rhelnstraße 23. Telefon 3925. Erscheint täglich außer Sonntag 207. Jahrgang / Nr. 143 deffiföe Tieueffe Tia^ri^ten Freitag, 15. Dezember 1950 Redaktion: Darmstadter Tagblatt L. C. Wittich, Darmstadt, Rheinstraße 23. Tel. 39 25. Bezugspreis: 2,90 DM monatlich zuzüglich 0.40 DM Trägerlohn. Anzeigenpreise: Preisliste Nr. 3 v. 1. 7. 1950, Preis 15 Pfennig *

Notopfer für Berlin erhöht

Bundestag verabschiedet Unterbringungsgesetz für Beamte und Soldaten

Drahtbericht unseres Korrespondenten

Da. Bonn, 14. Dezember. Für die vertriebenen und verdrängten Beamten und die ehemaligen Berufssoldaten ist mit einem am Donnerstag vom Bundestag verabschiedeten Unterbringungsgesetz ein erster grundlegender Fortschritt erzielt worden.

Alle freien oder freiwerdenden Stellen in den Verwaltungen des Bundes, der Länder, der Gemeinden und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts sind bis zum Inkrafttreten des Versorgungsgesetzes nach Artikel 131 des Grundgesetzes mit Bewerbern aus diesem Personenkreis zu besetzen.

Der erste Versuch, soziale Schäden der Währungsreform auszugleichen, den der Bundestag am Donnerstag mit dem Gesetz über eine beschränkte Aufwertung der privaten Renten und Pensionsversicherungen gemacht hat, wird voraussichtlich im Bundesrat stecken bleiben, da die hierfür erforderlichen 1,2 Milliarden Mark von den Ländern aufgebracht werden müßten.

Die neue Mineralölsteuer, mit der die Bundesregierung die Kosten der verbesserten Kriegsopferversorgung aufbringen will, stieß bei der ersten Aussprache im Bundestag auf heftigen Widerstand der Opposition. Dagegen fand sich der gesamte Bundestag mit Ausnahme der Kommunisten bereit, die Abgaben für das Notopfer Berlin zu erhöhen. Das Gesetz sieht vor daß vom 1. Januar 1951 an bei steuerpflichtigen Einkommen von 100 bis 300 Mark für je 100 Mark 75 Pfennig Notopfer abgeführt werden müssen. Bei Einkommen bis zu 500 Mark sind dazu für je 100 Mark eine Mark des 300 Mark übersteigenden 'Betrages in der Stufe 500 bis 1000 Mark dazu für je 100 Mark zwei Mark und bei über 1000 Mark dazu je 100 Mark drei Mark zu zahlen.

Mit fast allen Stimmen verabschiedete das Plenum ein Rentenumstellungsgesetz. Danach werden nach dem 30. Juni dieses Jahres fällig gewordene Renten aus Lebensversicherungen, Werkspensionen und sonstigen Versicherungen auf Gegenseitigkeit bis zu 70 Mark im Verhältnis 1:1 umgestellt. Der 70 Mark übersteigende Betrag wird bis 100 Mark im Verhältnis 2:1, die Beträge über 100 Mark werden im Verhältnis 10:1 umgestellt.

Gegen die Stimmen der SPD und KPD nahm der Bundestag endgültig ein Preisgesetz an. Es bestimmt, daß Preisvorschriften auf dem Gebiet der gewerblichen Wirtschaft für Kohle, Eisenerze, NE-Metalle, Gold, Platin, Elektrizität, Gas und Wasser, Erdöl, flüssige Treibstoffe aus Erdölen und Kohlen, Düngemitteln, Insulin, Penicillin und Streptomycin anzuwenden sind. Außerdem gelten Preisvorschriften' für Verkehrsleistungen und für Brotgetreide, Milch, Butter und andere Speisefette und Zucker.

Ein „träumender“ Erfinder

Da. Bonn, 14. Dezember. (Eigener Drahtbericht.) Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums erklärte am Donnerstag, daß Zeitungsmeldungen, wonach die Amerikaner'für die Vorfinanzierung des Lastenausgleichs vier Milliarden Mark zur Verfügung stellen würden, in keiner Weise begründet seien. Ein hoher Beamter des amerikanischen Oberkommissariats sagte zu dieser Meldung, daß ihr Erfinder „geträumt“ haben müsse.

Zinn wurde hessischer Ministerpräsident

Für eine echte Zusammenarbeit aller Parteien im Bewußtsein des gemeinsamen Schicksals

Wiesbaden, 14. Dezember. (Eigener Bericht.) Das hessische Parlament wählte am Donnerstagmittag in seiner zweiten Vollversammlung den von dem sozialdemokratischen Fraktionsführer Ludwig Bodenbender vorgeschlagenen Kandidaten Georg August Zinn zum neuen Regierungschef für Hessen.

Von den 77 im Hause anwesenden Abgeordneten — zwei Abgeordnete der FDP und einer der SPD fehlten — gaben die 46 sozialdemokratischen Abgeordneten Zinn ihre Stimme, während die Opposition _ FDP, CDU und Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten — weiße Stimmzettel in die Wahlurne warfen. Die Wahl Zinns zum Ministerpräsidenten wurde nur von der linken Seite des Hauses mit Beifall aufgenommen.

Nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses unterbrach Landtagspräsident Witte für 15 Minuten die Sitzung. Nach Wiederbeginn legte der neue Ministerpräsident vor dem Plenum den Amtseid ab: „Ich schwöre, daß ich das mir übertragene Amt unparteiisch nach bestem Wissen und Können verwalten sowie Verfassung und Gesetz im demokratischen Geist befolgen und verteidigen werde. So wahr mir Gott helfe.“ In einer kurzen Ansprache dankte zunächst der neue hessische Regierungschef für das ihm von der Mehrheit des Parlaments entgegengebrachte Vertrauen und betonte, daß er sich der Schwere der Verantwortung, die mit der Uebernahme des Amtes verbunden sei, durchaus bewußt sei.

Ueber die politische, wirtschaftliche und soziale Lage Hessens und die sich hieraus für die neue Regierung ergebenden Aufgaben und Ziele werde er in seiner Regierungserklärung Anfang Januar das Plenum unterrichten. Zinn versprach, sein Amt und seine Aufgaben als Verpflichtung gegenüber dem ganzen hessischen Volk zu betrachten. Die Abgeordneten der Opposition, die ihm das politische Vertrauen nicht gegeben hätten, bat Zinn, ihm wenigstens das menschliche Vertrauen entgegenzubringen, ohne das es eine echte Gemeinschaft nicht gäbe. Die Verfassung zu achten und 'zu verteidigen in einer Zeit, in der Intoleranz die Völker bedrohe, sollte ein machtvolles und gemeinsames Bekenntnis aller sein. Wir sollten, so sagte Zinn weiter, trotz aller Meinungsverschiedenheiten von dem Bewußtsein des gemeinsamen Schicksals, „das uns alle dennoch verbindet“ ausgehen. Es gehe bei aller Arbeit darum, im Volke den Glauben an eine bessere Welt, nämlich die Welt der Freiheit, des Friedens, der Gerechtigkeit und des sozialen Fortschrittes zu erhalten.

Schließlich versprach Ministerpräsident Zinn, dem Landtag söbald wie möglich die Liste der weiteren Kabinettsmitglieder zu überreichen.

Landtagspräsident Witte berief das Plenum zum 10. Januar ein. Auf dieser Sitzung wird dann neben der Vorstellung und der Vereidigung der neuen Kabinettsmitglieder auch Ministerpräsident Zinn seine Regierungserklärung abgeben.

Die Regierung Zinns kann auf Grund des Artikels loi der Hessischen Verfas¬ (Fortsetzung siehe Seite 2)


Der neue hessische Ministerpräsident, Georg August Zinn, leistet den Eid auf die Hessische Verfassung. Er ist mit 49 Jahren der jüngste Ministerpräsident in der Bundes* republik. Unser Bild zeigt vor ihm den Präsidenten des Hessischen Landtags, Otto Witte«
Der neue hessische Ministerpräsident, Georg August Zinn, leistet den Eid auf die Hessische Verfassung. Er ist mit 49 Jahren der jüngste Ministerpräsident in der Bundes* republik. Unser Bild zeigt vor ihm den Präsidenten des Hessischen Landtags, Otto Witte«

Vor Ablösung des Besatzungsstatuts

Deutsch-alliierter Sicherheitsvertrag schon in Brüssel zu erwarten

Drahtbericht unseres Korrespondenten

Da. Bonn, 14. Dezember. (Eigener Bericht.) Bonner Regierungskreise erwarten, daß die Außenminister der drei Westmächte bereits bei ihrem Zusammentreffen auf der Brüsseler Konferenz, auf der sich Anfang der kommenden Woche die Außenminister der Atlantikpaktstaaten vereinigen, ihre Zustimmung zur Ablösung des Besatzungsstatuts durch einen deutsch-alliierten Sicherheitsvertrag geben werden.

Bundeskanzler Dr. Adenauer, der Donnerstag nachmittag auf dem Petersberg eine dringende Aussprache mit den Oberkommissaren hatte, dürfte bestimmte Zusagen dafür erhalten haben, daß schon gelegentlich der Brüsseler Außenministerkonferenz von den Außenministern der Westmächte Beschlüsse gefaßt werden die weit über die Neuyorker Beschlüsse hinausgeben und für Deutschland ein neues Stadium bedeuten werden.

Das Nein, das der Kanzler in seinem interview mit dem amerikanischen Journalisten Kingsbury Smith zum Spofford-Wan ausgesprochen hatte, veranlaßte die Oberkommissare, den Bundeskanzler am rmnnerstag vor ungenauen Auslegungen und falschen Meldungen über die Plane der Westalliierten zu warnen. Der Kanzler wurde über die in London gefaßten Anschlüsse unterrichtet und es wurde mm in Aussicht gestellt, daß die Bundes-

regierung Gelegenheit haben werde, ihre Ansicht zum Verteidigungsproblem zu äußern und mit den Oberkommissaren in einen diesbezüglichen Meinungsaustausch einzutreten.

Bundeskanzler Dr. Adenauer erklärte im Anschluß an seine Besprechung am Donnerstagnachmittag auf dem Petersberg vor dem Außenpolitischen Ausschuß des Bundestags, daß die Anerkennung der Vorkriegsschulden noch in dieser Woche ausgesprochen werden müsse, um die Voraussetzungen für den von der Brüsseler Konferenz zu erwartenden entscheidenden Fortschritt rechtzeitig zu schaffen.

Bevin glaubt nicht an Krieg

„Stalin möchte China benutzen, um uns zum Kampf zu zwingen“

London, 14. Dezember, (dpa) Außenminister Bevin erklärte in der Unterhausdebatte, er glaube nicht daran, daß die augenblicklichen Spannungen zum Krieg führen werden. „Ich bezweifle sehr“, sagte Bevin, „daß die Sowjetunion zum Kriege schreiten wird.

Bevin fuhr fort: „Nach allen uns zur Verfügung stehenden Informationen wissen wir ziemlich genau, daß China die Kampfhandlungen einstellen möchte.“ Seiner Meinung nach Sei aber der Sowjetunion daran gelegen, daß die Kampfhandlungen in Korea fortgesetzt werden. „Ich habe nie daran geglaubt“, sagte der Außenminister, „daß die Sowjetunion China jemals in der UNO sehen wollte.“

Er sei überzeugt, fuhr Bevin fort, daß Stalin China dazu benutzen wolle, „uns zum Kampf zu zwingen“. Es würde dem Kreml in den Kram passen, das chinesische Menschenmaterial dazu auszunutzen, die USA zu binden, ohne daß ein einziger sowjetischer' Soldat in den Kampf geworfen wird.

Die Zwickmühle

* * * Von Tag zu Tag zeigt sich mehr und mehr, daß der Einsatz im großen Spiel der Politik weit höher ist, als man zunächst vermutet hatte. Vielleicht am deutlichsten haben die Amerikaner erkannt, wie dringend notwendig es ist, möglichst schnell alle Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen, die Deutschland verhindern, den Weg in eine europäische Verteidigungsarmee zu finden. Man will jetzt nicht mehr völlig über unseren Kopf hinweg bestimmen, sondern erwägt, nach den.Ministerkonferenzen in Brüssel umgehend mit Bonn zu verhandeln, um festzustellen, ob der neue Verteidigungsplan für Deutschland annehmbar sei. Man zeigt sich darüber hinaus geneigt, über den vom Bundeskanzler geforderten Sicherheitsvertrag zu verhandeln, der praktisch die bisherige Besatzungspolitik beseitigen würde.

Gleichzeitig werden in Washington Stimmen laut, die vor einem Wehrbeitrag Deutschlands ernstlich warnen. Nicht mit Unrecht glaubt man, die Note Moskaus, die Sowjetunion werde die Wiederbewaffnung der Deutschen nicht dulden, keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen zu dürfen. Die bitteren Erfahrungen, die man in Korea gesammelt hat, mahnen auch zur Vorsicht in der Deutschlandfrage. Wie man sich erinnern wird, hatte der chinesische Außenminister Tschou En-Lai seinerzeit die Vereinten Nationen gewarnt, den 38. Breitengrad zu überschreiten, da China dies nicht zulassen würde. Man hat damals die Warnung als Bluff abgetan und sah sich unerwartet der Tatsache gegenüber, daß Peking Ernst machte.

Den Russen scheint nichts unsympathischer zu sein als die Aufstellung deutscher Wehreinheiten. Deshalb mußte' Grotewohl auch seinen Brief an den Bundeskanzler schreiben. Nachdem inzwischen die Sowjetzonen-Republik das sogenannte „Gesetz zum Schutze des Friedens“ angenommen hat, mit dem es mindestens so ziemlich alle im öffentlichen Leben stehenden Personen der Bundesrepublik strafrechtlich zur Rechenschaft ziehen will, ist der Einschüchterungsversuch dieses Grotewohl-Briefes noch deutlicher geworden.

Unstreitig befindet sich die Bundesrepublik in einer Zwickmühle. Stellt sie den Westmächten die verlangten Streitkräfte zur Verfügung, so ist immerhin die Gefahr einer russischen Einmischung möglich. Verweigert sie, die Westmächte bei der Verteidigung zu unterstützen, so bleibt sie als militärisch nicht genügend geschützter Raum dem russischen Zugriff offen. Die Brüsseler Konferenz der Atlantikpakt-Minister wird am Dienstag die Gefahren-Möglichkeiten in Betracht ziehen müssen, wenn sie sich über Deutschlands Wehrbeitrag schlüssig werden will. Nicht zuletzt wird sie alles zu vermeiden haben, was die in Aussicht genommene Viererkonferenz von vornherein unmöglich machen muß.

Ein gefährlicher Weg

Von J. Schäfer

Unsere Lage verlangt, daß wir alles tun, um den sozialen Frieden zu erhalten, und jeden Schritt vermeiden, der die vielen vorhandenen Schwierigkeiten noch vergrößert. Unter' diesem moralischen Gesetz stehen alle, die Arbeitgeber ebensosehr wie die Arbeitnehmer. Es ist auch sinnlos und dient dem gemeinsamen Wohl keineswegs, wenn der eine Sozialpartner gegen den anderen ausgespielt wird und dabei Argumente verwandt werden, die aus einer Epoche stammen, über die die Zeit längst hinweggeschritten ist, auch wenn es einige noch nicht gemerkt haben' sollten. Wer die innerdeutsche Lage ruhig, sachlich und unvoreingenommen betrachtet und sich dabei erinnert, wie die Arbeits- und Lebensbedingungen noch vor einigen Jahren waren, wird mit einem berechtigten Stolz auf die Leistungen in der jüngsten Vergangenheit zurückblicken und zugestehen, daß ohne die unternehmerische Initiative und ohne die eifrige Mitwirkung der Arbeiter und Angestellten solche Erfolge nicht zu erzielen waren. Natürlich ist noch vieles zu tun und zu verbessern. Wie könnte es nach der Katastrophe, die wir in jeder Hinsicht erlebt haben, auch anders sein! Die deutsche wirtschaftliche Erholung ist durch die Korea-Krise und die verstärkte Rüstung auf der ganzen Welt naturgemäß beeinträchtigt worden; die dadurch entstandenen wirtschaftlichen Erschwerungen und Hindernisse aller Art machen ein verständnisvolles - in-Hand-Arbeiten um so notwendiger.

Unangebrachte Drohung

Es ist daher außerordentlich bedauerlich, daß in der Frage des wirtschaftlichen Mitbestimmungsrechtes der Arbeitnehmer sich in der letzten Zeit eine bedrohliche und gefährliche Kluft aufgetan hat und daß die vor Monaten so hoffnungsvoll begonnenen Gespräche zwischen den beiden Sozialpartnern ins Stocken geraten sind. Wir wollen nicht im einzelnen auf die Fehler eingehen, die diese Entwicklung verursacht haben. Denn auch hier soll man vergessen und einen neuen Anfang machen, wie ihn sowohl die Regierung als auch die verantwortungsbewußten Unternehmer und Arbeiter gern sehen würden. Unter irgendwelchen Drohungen kann jedoch kein fruchtbares Gespräch geführt werden, zumal in einigen wesentlichen Punkten der umstrittenen Frage die Meinungen immer noch auseinandergehen.

Das Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes, vom Hoff, hat vor kurzem in Bochum die entschlossene Bereitschaft der Gewerkschaften, für das Mitbestimmungsrecht zu kämpfen, betont und dabei ausgeführt, es werde auch gegen den Willen der Regierung und der Arbeitgeberverbände gestreikt werden, wenn man in der Mitbestimmung nicht zu einer Einigung komme; dann werde es nicht eine 24stündige Arbeitsniederlegung, sondern einen sehr harten Kampf geben. Diese Ankündigung bedeutet eine verschärfte Wiederholung der unerwarteten Erklärung des Deutschen Gewerkschaftsbundes nach den Verhandlungen in Maria Laach, die Gewerkschaften würden ihre Mitbestimmungsforderungen mit gewerkschaftlichen Kampfmitteln durchsetzen. Vom Hoff hat es deutlich gemacht, daß er auch gegen die Regierung, das heißt also gegen das Parlament, streiken lassen will. wenn die Wünsche der Gewerkschaften nicht erfüllt werden. Wir möchten allerdings nicht annehmen, daß diese Auffassung von der Mehrheit der Vorstandsmitglieder des Gewerkschaftsbundes geteilt wird. Den zuständigen Ausschüssen des Bundestags liegen zur Zeit drei Gesetzentwürfe über die Regelung des Mitbestimmungsrechts vor, nämlich ein Initiativ-Antrag der Christlich - Demokratischen Union, ein Entwurf der Sozialdemokratischen Partei und der Regierungsentwurf. Einerlei, welche Vorlage zum Gesetz erhoben wird, die Entscheidung der Abgeordneten muß gelten;

Problematische Abstimmung

Vielleicht ist die Gewerkschaftsleitung der Meinung, daß die in der westdeutschen Eisen- und Stahlindustrie von der Gewerkschaft Metall veranlaßte Urabstimmung über einen etwaigen Streik zur Durchsetzung des wirtschaftlichen Mitbestimmungsrechts ihr die moralische Berechtigung zu der Drohung eines ihrer Vorstandsmitglieder gäbe. Dieser Auffassung kann man jedoch nicht zustimmen, zumal wenn man weiß,. wie es bei diesen Abstimmungen zugegangen ist; sie erinnern an wenig erfreuliche Vorbilder. In einem Briefwechsel zwischen dem Bundeskanzler und dem Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes bestreitet dieser die Auffassung Adenauers,, daß den Arbeitnehmern das Streikrecht nur in Tarif fragen zustehe. Mag man darüber streiten, wieweit das Streikrecht gelten soll. Darüber aber dürfte eigentlich keine Meinungsverschiedenheit aufkommen, daß es nicht gegen Beschlüsse des von dem ganzen Volk gewählten Parlaments angewandt werden kann. Ein solches Vorgehen wäre gegen die Verfassung und müßte zur Anarchie oder zur Diktatur einer Mehrheit führen, also zu Ergebnissen, mit denen auch die Gewerkschaften und ihre Mitglieder nicht einverstanden sein können.

Geschlossene Front

Die Gewerkschaften müßten selbst das größte Interesse daran haben, den Bogen nicht zu Überspannen. Das Evangelische Männer-Werk und die Katholische Arbeiter-Bewegung haben dieser Tage in ihren mahnenden Erklärungen gegen einen neuen Klassenkampf nicht nur die Unternehmer, sondern auch die Gewerkschaften angesprochen; diese seien in der Gefahr, „den Aufbau zentraler Machtbefugnisse über die wirtschaftlichen und politischen Rechte der Volksgemeinschaft zu stellen“. Wenn alle, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Gewerkschaften und Unternehmerverbände, den ehrlichen Willen haben, eine für den einzelnen und damit für die Gesamtheit ersprießliche Zusammenarbeit trotz aller Schwierigkeiten herbeizuführen, dann muß sich ein vernünftiger Weg finden lassen, besonders heute, wo die internationalen Spannungen so groß sind und kein Mensch weiß, was morgen sein kann. Allen Gefahren jedoch ist in einer geschlossenen Linie am besten zu begegnen.

Truman spricht

Washington, 14. Dezember. (AP.) Das Weiße Haus hat bekanntgegeben, daß Präsident Truman am Freitagabend zum amerikanischen Volk über die gespannte Weltlage sprechen wird.

Die Wahl Zinns

(Fortsetzung von Seite 1)

sung ihre Amtsgeschäfte erst übernehmen, wenn ihr der Landtag das Vertrauen ausgesprochen hat.

Keine Experimente

In einem ersten Gespräch mit einigen Journalisten erklärte Zinn, daß er nicht daran denke, in Hessen irgendwelche Experimente zu machen. Er sei jedoch fest entschlossen, durch eine reale Politik an und für sich erreichbare Ziele zu erstreben. Zu der Frage des Artikels 41 der Hessischen Verfassung erklärte der Ministerprsident. daß sich jede hessische Regierung mit diesem Sozialisierungsartikel werde auseinandersetzen müssen. In keinem Falle beabsichtige er. über die in dem Verfassungsartikel festgelegten Grenzen hinauszugehen. Bodenreform und Neuansiedlung der Flüchtlinge würden in jedem Fall auf den bereits bestehenden gesetzlichen Grundlagen stärkstens gefördert werden.

„Mir kommt es darauf an“, betonte Zinn abschließend, „über die unterschiedlichen politischen Auffassungen hinaus zu einer echten Zusammenarbeit mit allen im Landtag vertretenen Parteien zu kommen, einer Zusammenarbeit, die von der gegenseitigen Achtung des Menschen und von dem Bewußtsein des uns allen Gemeinsamen in der Demokratie getragen wird.“

Georg August Zinn wurde am 27. Mai 1901 in F'rankfurt/Main geboren. Nach dem Besuch der Schule war er zunächst als städtischer Beamter in Kassel tätig. Er bildete sich durch Selbststudium fort, studierte Jura und ließ sich als Rechtsanwalt in Kassel nieder. Von 1928 bis 1933 war Zinn SPD-Stadtverordneter. Nach 1933 erhielt er zeitweise Berufsverbot. Von 1940 bis 1945 nahm er am zweiten Weltkrieg teil. Nach seiner Rückkehr widmete er sich dem Wiederaufbau der Rechtspflege in Hessen. Im hessischen Kabinett war Zinn bis zu seinem Einzug in den Bundestag Justizminister und Chef des Landespersonalamtes. Er gehörte auch dem Wirtschaftsrat und dem parlamentarischen Rat an.

Kampf um einen Pfarrer der Lukas-Gemeinde in Gießen

Gießen, 14. Dez. (dpa). Die evangelische Lukasgemeinde in Gießen beschloß auf einer von über 1000 Personen besuchten Versammlung in der Hochschulaula, den Kampf gegen die von der Kirchenleitung verfügte Versetzung ihres Pfarrers Kurt Götze nach Nidda in Oberhessen weiterzufüKren.

Am kommenden Sonntag und in der Christnacht will die Gemeinde Gottesdienste ohne Geistlichen abhalten und am zweiten Weihnachtsfeiertag mit einem Sonderzug nach Nidda fahren, um dort einem Gottesdienst ihres früheren Pfarrers beizuwohnen.

Nicht mehr möglich

Bonn, 14. Dezember. (BBC.) Wie aus Bonn berichtet wird, wird in amtlichen Kreisen der Bundesrepublik zu dem sogenannten Friedensgesetz, das vom Ostzonenparlament in erster Lesung angenommen wurde, erklärt, daß nunmehr Verhandlungen mit dem Ostzonenregime nicht mehr möglich seien.

Botschafter in Spanien

Madrid, 14. Dez. (AP.) Der spanische Außenminister Martin Artajo hat bekanntgegeben, daß drei der fünf Großmächte Spanien mitgeteilt hätten, sie würden noch vor Ablauf dieses Monats wieder Botschafter in Spanien ernennen.

Vier weitere europäische Nationen beabsichtigen ebenfalls, wieder Botschaften in Spanien zu errichten. Eine Macht habe bereits das Einverständnis Spaniens mit der Person des in Aussicht genommenen Botschafters eingeholt.

„Haupt-Trumpf in der Verteidigung“

Attlee berichtet dem Unterhaus über die Washingtoner Beschlüsse / Kritik Churchills

London, 14. Dezember. (AP.) Premierminister Attlee unterstrich im Unterhaus erneut den Standpunkt der britischen Regierung, daß die Peking-Regierung die Nationalchinesen in den Vereinten Nationen als Vertretung Chinas ablösen müsse.

Zur Formosa-Frage erklärte Attlee, Präsident Truman und er seien übereingekommen, daß eine Erörterung dieser heiklen Frage durch die Vereinten Nationen von Nutzen sein würde. Die britische Haltung in dieser Frage weiche ebenfalls von der der USA ab.

Zu den Zweifeln, die in Großbritannien zu dem militärischen Oberkommando in Korea und zum möglichen Einsatz der Atombombe zum Ausdruck gebracht worden sind, erklärte der Premier, Präsident Truman habe ihm in bezug auf einen möglichen Einsatz der Atombombe Versicherungen gegeben, die zu seiner „vollsten Zufriedenheit“ ausgefallen seien.

Nichts könnte den Feinden der Demokratie, schloß Attlee, mehr Freude bereiten, als eine Entfremdung zwischen den beiden Staaten.

Der Führer der Konservativen, Winston Churchill, der nach dem Premierminister das Wort ergriff, erklärte, auf die „Verfolgung der Kommunisten zur mandschurischen Grenze“ anspielend, es wäre besser gewesen, man hätte ein großes Niemandsland offengelassen und eine tief gestaffelte Befestigungslinie errichtet.

Churchill gab gleichzeitig bekannt, daß die Konservativen zu Beginn des Jahres eine umfassende Verteidigungsdebatte fordern würden, von der ein Teil in Geheimsitzungen erörtert werden müsse.

Zum Einsatz der Atombombe sagte Churchill, es sei lächerlich zu behaupten, man dürfe die Bombe erst dann anwenden, wenn der Feind sie abgeworfen habe. Es wäre genau das gleiche, als wenn man verlange, daß jemand erst dann schießen soll, wenn er selbst totgeschossen sei.

Die Atombombe bleibe immer noch der Haupttrumpf in der Verteidigung des Westens. Durch die westliche Ueberlegenheit auf diesem Gebiet könne man jetzt vielleicht noch zu einem vernünftigen Abkommen mit der Sowjetunion gelangen.

Bevin äußerte außerdem die Hoffnung, daß das kommunistische China eines Tages den Weg Marschall Titos gehen und vom Kreml unabhängig werden könnte.

Wieder Verhandlung ohne Ilse Koch

Der Verteidiger will beim Bundes-Verfassungsgericht Klage einreichen

Augsburg, 14. Dezember. (AP.) In der Donnerstagverhandlung gegen Ilse Koch berichteten wiederum mehrere ehemalige Buchenwaldhäftlinge als Zeugen, daß die Angeklagte über die Zustände im Lager Bescheid gewußt haben müsse.

Während einige Zeugen angaben, daß Ilse Koch zwar im Lager sehr gefürchtet gewesen sei, daß sie aber nicht gesehen hätten, wie die Angeklagte andere Häftlinge mißhandelt habe, berichtete der ehemalige Häftling Grudzinski, er habe miterlebt, wie die Angeklagte einmal einen Lagerinsassen mit der Reitpeitsche geschlagen habe.

Der ehemalige polnische Häftling Gryc sagte aus, daß einmal ein jüdischer Häftling in seine Zelle im Arrestbunker eingeliefert worden sei, der ihm erzählt habe, seine Tätowierung sei der Angeklagten bei der Arbeit aufgefallen. Sie habe ihm erklärt: „Was haben Sie für eine schöne Tätowierung“. Der jüdische Häftling soll dann später „abgespritzt“ worden sein.

Der Vorsitzende gab bekannt, daß die für Donnerstag vorgesehene Vernehmung des Zeugen Carlebach, ehemaliger kommunistischer Landtagsabgeordneter in Hessen, verschoben worden sei, da Carlebach laut einem ärztlichen Attest für etwa eine Woche reiseunfähig sei.

. Die Angeklagte nahm auch an der Donnerstagsitzung nicht teil, nachdem sie am Vortag im Gerichtssaal zusammengebrochen war. Auf den Zuschauerbänken zeigten sich daraufhin große Lücken.

Der Pflichtverteidiger Ilse Kochs, Dr. Alfred Seidl, kündigte an, daß er, einerlei wie der Prozeß ausgehe, beim künftigen Bundesverfassungsgericht im Namen seiner Mandantin Klage einreichen werde, weil die Angeklagte durch die Einsetzung des nicht für sie zuständigen Bamberger Untersuchungsrichters Dr. Ernest Jagomast ihren gesetzlichen Richtern entzogen worden sei.

Keine Evakuierung

Heidelberg, 14. Dezember. (AP.) Die amerikanische Armee hat die Meldung einer Nachrichtenagentur dementiert, wonach Pläne für die Evakuierung von amerikanischen Frauen und Kindern aus Deutschland in Vorbereitung seien.

Es sei allgemein bekannt, daß schon seit Jahren Pläne über die Evakuierung amerikanischer Familien aus Deutschland im Falle eines Kriegsausbruchs vorhanden seien.

Fremdenwerbung im Ausland

Bonn, 14. Dez. (dpa). Im neuen Bundeshaushalt sind bereits drei Millionen Mark für die Fremdenverkehrswerbung im Ausland vorgesehen. Deutsche Reisebüros haben in Verbindung mit ausländischen Büros bereits mit der Fremdenverkehrswerbung begonnen.

Doch große Koalition in Bayern?

München, 14. Dez. (dpa). Es könne kaum einen Zweifel mehr darüber geben, daß in Bayern eine große Koalition gebildet wird, erklärten CSU-Abgeordnete nach einer Fraktionssitzung am Donnerstag, in deren Verlauf, wie „dpa“ zuverlässig erfährt, 44 von 64 Abgeordneten für die große Koalition stimmten. Die CSU-Abgeordneten hielten eine Regierung aus CSU, SPD und BHE für wahrscheinlich, wobei der Einschluß der FDP vorgesehen, aber noch nicht endgültig abgesprochen sei.

Truppenbewegungen an der Zonengrenze

Berlin, 14. Dezember. (AP.) Die Verlegung einer russischen Panzerdivision aus dem Osten der sowjetischen Besatzungszone in die Gegend von Magdeburg, nahe der westlichen Zonengrenze, wurde am Donnerstag aus Kreisen der amerikanischen Abwehr bekannt. Wie hinzugefügt wurde, messen zuständige amerikanische Kreise dieser Truppenbewegung keine besondere Bedeutung bei.

Kommandostelle in Oberhof

Berlin, 14. Dezember. (AP.) Als Grund der Aktion gegen 30 Hotel- und Pensionsinhaber in Oberhof, in deren Verlauf der größte Teil der dortigen Grund- und Hausbesitzer und ihre Familien aus Oberhof vertrieben wurden, bezeichnet die West-Berliner Zeitung „Telegraf“ einen sowjetischen Befehl, sämtliche Hotels und Fremdenheime in Oberhof kurzfristig zu räumen, um für die Stäbe einer zentralen russischen Kommandostelle in Westthüringen Platz zu schaffen.

Der Brückenkopf wird enger

Die Evakuierung vom Hamhung wird beschleunigt fortgesetzt

Tokio, 14. Dezember. (AP.) Die amerikanischen Truppen im Brückenkopf von Hainhung-Hungnam haben am Donnerstag die Stadt Oro aufgegeben und sich bis auf wenige Kilometer vor Hamhung zurückgezogen. Vor der Aufgabe der Ortschaft wurde eine Straßen- und Eisenbahnbrücke über den einhundert Meter breiten Songchon gesprengt.

Die Chinesen haben an den Fronten des Brückenkopfes rund 10 Divisionen in Stärke von knapp 100 000 Mann zum Angriff auf die 60 000 alliierten Soldaten zusammengezogen. Die alliierten Truppen sind in Alarmzustand versetzt worden und durchziehen das gesamte Gelände mit Verteidigungsstellungen. Die Evakuierung des Brückenkopfes wird beschleunigt fortgesetzt.

Die Flugzeuge der Vereinten Nationen griffen am Mittwoch und Donnerstag pausenlos kommunistische .Stellungen und Nachschubzentren an. Superfestungen warfen 176 Tonnen Bomben über Pyöngyang und T o k c h o n ab. Der wichtige Verkehrsknotenpunkt Tokchon wurde völlig zerstört.

Die chinesischen „Vreiwilligen“

Auch sie sollten zurückgezogen werden

Lake Success, 14. Dezember. (AP.) Der sowjetische Delegierte Malik hob in der Debatte über Korea vor den Delegierten des politischen Ausschusses ausdrücklich hervor, daß die Sowjetuninon unter der Zurückziehung der ausländischen Truppen auch die Zurückziehung der rotchinesischen „Freiwilligen“ verstehe.

Pekings „Friedensbedingungen“

Peking, 14. Dezember, (dpa). Der Sender Peking veröffentlichte am Donnerstag einen Artikel der Pekinger „Volkszeitung“, in dem folgende Bedingungen für den Frieden im Pazifik genannt werden:

1. Abzug der „amerikanischen Aggressionstruppen“ von Korea und Formosa.

2. Einstellung der „Einkreisungspolitik gegen China“.

3. Einstellung jeglicher Tätigkeit, die auf eine „bewaffnete Expansion“ abzielt, und Beendigung der „Kriegsvorbereitungen“.

Der Nachtraghaushalt

Voraussichtlich über eine Milliarde

Da. Bonn, 14. Dezember. (Eigener Drahtbericht.) Wie von einer hohen amerikanischen Stelle am Donnerstag in Bonn erklärt wurde, wird der Nachtragshaushalt der Besatzung voraussichtlich erheblich über einer Milliarde Mark liegen. Die Alliierte Oberkommission sei entschlossen, ihrerseits Einsparungen bei der Verwaltung vorzunehmen, jedoch würden hierbei nur einige hundert Millionen Mark gespart werden können.

Vor Freigabe des Treibstoffs

Bonn, 14. Dez. (dpa). Professor Erhard kündigte am Donnerstag vor dem Bundestag eine Wiederherstellung der freien Marktverhältnisse bei Treibstoffen an. Er sagte, nachdem Finanzminister Schäffer die Regierungsvorlage des Mineralölsteuergesetzes begründet hatte, daß das Zentralbüro für Mineralöle aufgelöst werden soll, sobald das neue Mineralölsteuergesetz in Kraft getreten ist.

Löhne und Freise

Erhard zu einer Interpellation

Bonn, 14. Dezember, (dpa) Bundeswirtschaftsminister Erhard beantwortete im Bundestag eine Interpellation des Zentrums, der Bayernpartei und der WAV über die Widersprüche zwischen Worten und Taten hinsichtlich der Preise und Löhne, daß die Bundesregierung bestrebt gewesen sei, die Löhne und Preise stabil zu halten. Die Preissteigerungen bei bestimmten Waren seien durch Preissenkungen auf anderen Gebieten aufgehoben worden. Der deutsche Preisindex für Grundstoffe sei um zehn Prozent gestiegen. In Frankreich habe er sich um 21 Prozent und in Großbritannien um 40 Prozent erhöht.

Neuer Butterpreis

Voraussichtlich am Anfang nächster Woche

Bonn, 14. Dezember, (dpa) Das Bundeswirtschaftsministerium wies darauf hin, daß die vom Kabinett am 12. Dezember durch den Wegfall des Saisonabschlages beschlossene Erhöhung des Butterpreises erst am Tage n a c'h der Verkündung einer entsprechenden Rechtsverordnung in Kraft tritt. Die Verkündung im Bundesanzeiger sei Anfang der nächsten Woche zu erwarten.

Die Preisüberwachungsstelten würden gegen diejenigen einschreitent die vorher schon erhöhte Butterpreise fordern. Nach der Aufhebung des Saisonabschlages wird der Buttergroßhandelspreis wieder 5,20, der Kleinverkaufspreis 5,84 Mark je-Kilogramm betragen.

IN WENIGEN ZEILEN

Bundespräsident Theodor Heuss bittet auch in diesem Jahre Voh Glückwünschen und Geschenken zu Weihnachten und zum neuen. Jahr an ihiT und seine Frau abzusehen.

Etwa fünftausend Deutsche befinden sich noch in jugoslawischen Gefängnissen und Konzentrationslagern.

Das Todesurteil gegen den ehemaligen deutschen Hauptmann Walter Holz ist von einem französischen Gericht in lebenslängliche Zwangsarbeit umgewandelt worden.

Das Paßwesen wird ab 1. Februar in deutsche Hand übergeben werden.

Die Oberkommission unterzeichnete ein Gesetz, das der Bundesregierung die volle Rechtssprechung über die Wasserstraßen im Bundesgebiet überträgt.

Das Hauptamt für Soforthilfe hat eine Weisung erlassen, nach der für Berglehrlingsheime Zuschüsse aus Soforthilfemitteln gewährt werden können.

Die schweren Stürme in der Biskaya haben in der Biskaya zwei Schiffe in Seenot gebracht. Ein griechischer Dampfer ist durch Ruderschaden manöverierunfähig und muß möglicherweise von der Mannschaft verlassen werden.

Die amerikanischen Verluste im Korea-Feldzug betragen nach den neuesten Angaben 5870 Tote und 23 477 Verwundete. ,

Die sofortige Steigerung der amerikanischen Industrieproduktion für Verteidigungszwöcke forderte Verteidigungsminister Marshall.

Margueriten IM BLAUEN FELD

Kriminalroman von Ullrich v. Bissing

4. Fortsetzung

„Welch kühne Kombination!“ erwiderte Ungersbach. „Demnach hätte die Krawatte im Schrank liegen müssen!“ Und nach einer kleinen Weile fügte er hinzu: „Wie mag er wohl zu Tode gekommen sein?“

„Für einen Stich war der Blutverlust zu erheblich“, erklärte der Kriminalrat und versuchte die ausgegangene Zigarre wieder in Brand zu setzen, „meines Erachtens wurde er erschossen. Die Kugel traf ihn in den Rücken. Daher sieht er von vorne auch ganz manierlich aus.“

„Im Bett...?" fragte der Journalist erstaunt.

„Natürlich nicht im Bett! Das ist es ja! Würde er dort liegen, wo sie ihn umgebracht haben, wären wir vielleicht nicht hier!“

Dies war eine Sache, die der Journalist noch nicht in Betracht gezogen hatte. Kein Zweifel, es bestand die Möglichkeit, daß der Tatort meilenweit von der Wohnung d’Argents entfernt lag. Die Komplikationen schienen schon zu beginnen. „Und für wen war der Tisch im Speisezimmer hergerichtet? Zwei Gedecke?“

„Ja...!“ entgegnete Klausen, „es war nur so eine Idee von mir! Ich glaube nicht, daß der Tote an diesem Abend das Haus verlassen hat Aber es dürfte auch so schwer genug sein, festzustellen, wo ihn der Schuß traf, zumal..Er hielt unvermittelt inne. Mitten im Satz. Vor dem Haus klangen Schritte auf. Die Haustür wurde aufgeschlossen, und das Licht in der Halle flammte auf. Dann öffnete sich nach kurzem Klopfen die Tür der Bibliothek, und eine junge, etwas aufgetakelt angezogene weibliche Person stand vor ihnen.

„Wer sind Sie?“ fragte der Kriminalrat und blieb ruhig und geduldvoll in seinem Sessel sitzen.

Ungersbach vermutete, einer Hausangestellten gegenüberzustehen. Er hatte sich nicht geirrt. Das Mädchen, etwas verwirrt, entgegnete: „Entschuldigen Sie bitte! Ich habe nicht gewußt, daß Herr d'Argent Besuch hat. Ich bin das Hausmädchen. Ich wollte nur fragen, wann Herr d'Argent den Kaffee morgen früh wünscht!“ Mit diesen Worten wollte das Mädchen die Bibliothek wieder verlassen, aber der Krimjnalrat hielt sie zurück.

„Herr d’Argent wird wohl keinen Kaffee mehr trinken“, meinte er, „Herr d'Argent ist heute abend gestorben!“

Das Mädchen starrte den Beamten einen Augenblick an. Dann stieß es einen Schrei aus, und Ungersbach fuhr erschrocken zusammen.

„Wie heißen Sie?“ unterbrach der Kriminalrat das Weinen des Mädchens.

„Eva! Eva Arndt!“

Ungersbach schob dem Mädchen einen Stuhl zu. Eva Arndt nahm ihr Hütchen ab und setzte sich erleichtert- Sie stellte das Weinen überraschend schnell ein, und der Journalist gewann den Eindruck, als käme sich dieses Mädchen in der veränderten Situation äußerst interessant vor..

„Seit wann sind Sie in diesem Hause tätig?“ fuhr der Kriminalrat fort, und als das Mädchen erklärte, es sei ein Jahr bei Herrn d’Argent, meinte er, es wäre dann ja wohl mit den Lebensgewohnheiten des Hauses vertraut.

„Oh, Herr d’Argent lebte sehr zurückgezogen“, erklärte Eva Arndt, und sie fügte mit einem mißtrauischen Blick auf d^n Journalisten, der unbekümmert auf einer Ecke des Schreibtisches saß, hinzu: „Herr d’Argent war ganz gesund, als ich heute mittag in die Stadt gefahren bin.“

„Ist außer Ihnen noch weiteres Personal in diesem Haus beschäftigt?“

„Eine Köchin! Sie bereitet aber nur das Mittagessen. Das Frühstück, das Abendbrot und den Tee richte ich selbst her. Einmal in der Woche kommen zwei Putzfrauen.“ Das Mädchen schwieg plötzlich und sah von dem Kriminalrat in dem Sessel zu dem Journalisten, der immer noch auf dem Rande des Schreibtisches saß und sie nicht aus den Augen ließ. „Warum fragen Sie mich nach all dem?“

„Herr d’Argent ist leider etwas ungewöhnlich gestorben“, erklärte der Kriminalrat gedehnt, als wollte er dem Mädchen Zeit lassen, sich auf die nächsten Worte vorzubereiten. Erst einige Minuten später sagte er dann: *Er wurde erschossen!“

Das Mädchen saß still und stumm. Dann begannen die Tränen von neuem zu laufen. Es dauerte einige Zeit, bis Ungersbach Eva Arndt beruhigt hatte. Er klopfte ihr hierbei jovial auf die Schulter, und Klausen warf ihm einen mißbilligenden Blick zu. Ungersbach zuckte mit den Schultern und nahm seinen Platz auf dem Schreibtisch wieder ein. Er zündete eine Zigarette an, und während das Mädchen auf dem Stuhl mit einem Taschentuch die Tränen stillte und sich die Nase putzte, sagte er: „Es geschehen böse Sachen auf dieser Welt “ Aber der Kriminalrat bedeutete ihm durch eine Handbewegung, seine philosophischen Betrachtungen vorübergehend einzustellen.

„Ein so guter Mensch!“ seufzte Eva Arndt, und Ungersbach und Klausen sahen sich verblüfft an.

„So? Ein guter Mensch war Herr d'Argent?“ fragte der Kriminalrat. „Haben Sie in der Stadt Besorgungen gemacht?“

Eva Arndt schüttelte verneinend den Kopf.

„Nein! Ich hatte Urlaub. Ich habe heute meinen freien Tag. Herr d'Argent war sehr großzügig. Wenn ich ihn fragte, ob ich in die Stadt fahren könnte, hat er selten nein gesagt. Er gab mir öfters Geld fürs Kino. Er wußte, daß ich so gerne ins Kino ging.“ Sie schwieg einen Augenblick und fragte dann plötzlich: „Sind Sie eigentlich von der Polizei?“

„Allerdings ...!“ bestätigte Klausen lächelnd, „aber es ist kein Grund, in Ohnmacht zu fallen. Sie wohnen hier im Hause?“ 7

„Ja. drüben! Hinter der Garderobe führt eine Tür zu einem Flur, an dem die Küche und das Mädchenzimmer liegen.“

Ungersbach wurde ohne ersichtlichen Grund plötzlich rege. Er gab seinen Platz auf dem Schreibtisch auf und schaltete eine hohe Stehlampe ein, die neben dem unbeweglichen Gesicht der Buddhastatue stand. Verfolgt von dem mißtrauischen Blick des Kriminalrats, holte er aus seiner Tasche einen kleinen, von einem unbenutzten weißen Taschentuch umgebenen Gegenstand heraus, den er vorsichtig von der ihn schützenden Hülle befreite. Er hielt diesen Gegenstand, den der Kriminalrat, sich aus seinem Sessel erhebend, als ein aus Elfenbein angefertigtes Etui erkannte, ähnlich den allgemein gebräuchlichen Zigarettenetuis, nun ans Licht. Ungersbach fragte nun das Mädchen, das dem Gebaren neugierig gefolgt war. ob sie dieses Etui kenne. „Haben Sie es schon einmal hier im Hause gesehen? Ihnen müssen die täglichen Gebrauchsgegenstände von Herrn d’Argent doch bekannt sein!“

Eva Arndt sah das Etui aufmerksam an. Sie erklärte dann aber überzeugt, daß sie dieses Etui in dem Besitz von Herrn d'Argent jedenfalls nicht gesehen habe. „Wenn ich mich nicht irre, ist es ein Zigarettenetui“, fügte sie hinzu. „Herr d'Argent hat niemals ein Zigarettenetui benutzt. Er rauchte stark, aber er führte die Zigaretten stets in der käuflichen Gebrauchspackung bei sich. Ich glaube, er hat ein Zigarettenetui überhaupt nicht besessen. Ich habe jedenfalls nie einen derartigen Gegenstand bei ihm gesehen.“

„Wo haben Sie denn das Ding her?“ erkundigte sich der Kriminalrat mit einem leicht vorwurfsvollen Ton in der Stimme. Aber Ungersbach ging auf diese Frage nicht ein.

„Das ist doch unmöglich!“ rief er zweifelnd aus, „sehen Sie sich das Etui erst noch einmal genau an! Sie dürfen es aber nicht berühren! Fällt Ihnen gar nichts an diesem Etui auf? Sie sind doch ein intelligentes Mädchen!“ Aber diese schmeichelhafte Bemerkung blieb auch erfolglos.

„Nein!“, erklärte Eva Arndt, „im Besitz von Herrn d’Argent habe ich das Etui bestimmt nicht gesehen! Jedenfalls nicht, so lange ich hier im Hause tätig bin! Es sei denn, Herr d'Argent hätte es irgendwo eingeschlossen haben müssen. Aber das glaube ich nicht. Es war seine Angewohnheit, nichts einzuschließen. Jedenfalls nicht derartig gebräuchliche Gegenstände.“

„Aber dieses Wappenzeichen müssen Sie doch kennen!“ beharrte der Journalist. „es sind Margueriten im blauen Felde! Das gleiche Zeichen befindet sich über dem Klingelknopf an der Haustür und sogar hier im Zimmer, dort drüben in dem Lehnstuhl hinter dem Schreibtisch ...!“

(Fortsetzung folgt)

Darmstadt und Umgebung

KATJA

IIWW. Unzählige gibt es heute wie sie, Hunderte vielleicht allein in Darmstadt, aber sie ist typisch dafür, wie sich heute ein Mädel allein durchschlagen und durchsetzen muß..

Ohne Eltern oder helfende Verwandte, an alle möglichen Orte schon in Deutschland verschlagen, in Norwegen als Zivilangestellte auf der Flucht fast allen privaten Besitz verloren, ist Katja nun nach Darmstadt gekommen, wo sie sich mit wenigen ererbten und noch geretteten Möbeln und ein paar guten Büchern am Stadtrand ein bescheidenes Heim geschaffen hat.

Katja arbeitet in einem großen Darmstädter Verlag. Ihre Arbeit sagt ihr ebenso zu wie Darmstadt, das zwar nicht die zweite, aber hoffentlich die endgültige Heimat geworden ist, in der eine Junggesellin wohl zu leben vermag. Haushalt, Kleider, Wohnung wollen besorgt und in Ordnung gehalten und jeder Pfennig muß überlegt seinem Zweck zugeführt werden. Dazu kommt ein wenig Verkehr mit gleichaltrigen Ehepaaren. „Die Darmstädter sind ja ein wenig zurückhaltend“, meint Katja, als wir ihr in der zwar nicht „kleinen“, wie es im Schlager heißt, aber guten Konditorei gegenübersaßen, deren Besuch eines ihrer bescheidenen Luxusbedürfnisse darstellt.

Wünsche? O ja, eine Menge kleine, aber ein großer! Eine - Zimmer-Wohnung in einem Boardingshouse für Junggesellinnen und Junggesellen, wie sie es im Ausland vielfach gibt, in Frankfurt jetzt bereits wieder mit allem Komfort auf kleinstem Raum und erträglichen Preisen. Ob wir auch in Darmstadt einmal dazu kommen? Das Bedürfnis dazu besteht sicherlich. Die Frage nach der Zukunft und Mann und Kind? Ja, die haben wir gar nicht berührt.

Klärung des Geheimnisses um Km 5122

Heute der „Todeskilometer“ zum ersten Male vor den Schranken des Gerichts

Am 6. Juli fuhr Fabrikant Josef Plum aus Bütgen bei Koblenz - mit seinem Chauffeur Peter Daufenbach aus Bonn in seinem fast neuen Hudson-Pkw. bei beginnendem Regenwetter auf der Autobahn von Darmstadt in Richtung Frankfurt. Der schwere Wagen rollte, wie der Fahrer später angab, mit etwa 100 Stundenkilometern dahin. Wenige Meter nach dem Kilometerstein 512,5'schleuderte der Wagen plötzlich trotz seiner fast neuen, erstklassigen Bereifung, geriet auf den Randstreifen der Fahrbahn und stürzte, sich überschlagend, die Böschung hinab.

Peter Daufenbach kroch ohne wesentliche Verletzung aus den Trümmern des Wagens. In dem herbeigerufenen Krankenwagen mSßte jedoch sein schwer verletzter Chef in ein Darmstädter Krankenhaus abtransportiert werden. Herrn Plum war dei* rechte Arm an der Schulter abgerissen worden, und auf seiner Stirn klaffte eine tiefe Wunde.

Peter Daufenbach ist auf Betreiben der Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Körperverletzung vor das Schöffengericht zitiert worden. Sein wieder gesenener, jetzt einarmiger Chef beauftragte seinen eigenen Rechtsanwalt, Herrn Dr. Dah s , mit Daufenbachs Verteidigung.

Dieser Prozeß um den ersten Unfall einer unheilvollen Serie von insgesamt 26 Unfällen in 4 Monaten bei Kilometer 512 wird von der Oeffentlichkeit mit großer Spannung erwartet, denn nach der richterlichen Entscheidung dieses Verfahrens werden sich eine große Anzahl Beteiligter der nachfolgenden Unfälle zu richten haben.

Vielfältig waren die Vermutungen, die über die Ursachen dieser Unfallserie ausgesprochen wurden, bis wir die aufsehenerregenden Feststellungen zweier Rutengänger veröffentlichten, die an dieser Stelle außerordentliche Störungen der erdmagnetischen Ausstrahlungen feststellten.

Auch Professor Michels, geologischer Sachverständiger des zuständigen hessischen Ministeriums, stellte mit physikalischen Meßgeräten, nach Art des Geiger-Gerätes, einwandfrei fest, daß die östliche Fahrbahn — die Unglücksfahrbahn — starke erdmagnetische Störungen aufwies, die er auf das Untergrundmaterial des Autobahndammes, vermutlich Basaltstein, zurückführt, während seinerzeit unser Mitarbeiter, Herr Rupp aus Heppenheim, die Ansicht vertrat, es handele sich um Hohlräume unter der Straßendecke, die mit ionisierter Luft angefüllt seien. Prof. Michels ist jedoch der Meinung, daß diese „Erdstrahlen“ nicht die Unfallursache darstellten.

Zu dem Prozeß sind außer dem Darmstädter Sachverständigen für Kraftfahrzeugfragen, dem erfahrenen Dipl.-Ing. Freiherr von Schau roth, eine größere Anzahl von Zeugen geladen. agt

Helft helfen!

Aufruf der Nachbarschaft zur Hausratsspende

Die Nachbarschaft Bessungen bittet alle Bürger der Nachbarschaft, jeden entbehrlichen Hausrat für unsere Umsiedler und Flüchtlinge in Bessungen zu spenden.

Wir sind für die kleinste Sachspende dankbar vom Kochtopf bis zum Möbelstück! — Die Not ist groß! Bereitet euern unschuldig in Not geratenen Nachbarn eine Weihnachtsfreude. Helft helfen!

Kurze Mitteilung über Art der Spende erbittet die Nachbarschaft Bessungen im Prinz-Emils-Garten, die für die Abholung und Verteilung der Spenden sorgt.

Darmstädter Tagblatt am Sonntag

Sie lesen in der nächsten Ausgabe des Darmstädter Tagblatt am Sonntag" unter anderem: Eüß wie der Peter Schäffer" Seite 2 Frauen int Sturm der Zeiten Seite 3 Verjüngtes Portugal Seite 4 Krähenbeißer und Bernsteinfischer Seite 5 Ist Steuererlaß möglich? Seite 6 Blick in die Welt • Seite 3


Ein Winterurlaub in Schnee und Sonne läßt die Kümmernisse des Alltags vergessen
Ein Winterurlaub in Schnee und Sonne läßt die Kümmernisse des Alltags vergessen

Erziehungsberatung im Aufbau

Eine segensreiche Einrichtung soll erweitert neu entstehen

Auf eine über zwanzigjährige Erfahrung sah die Erziehungsberatungsstelle in Darmstadt zurück, die das Jugendamt eingerichtet hatte und die Dr. Politsch leitete. An Bemühungen, sie wieder auszubauen und über den Rahmen der Stadt wirksam werden zu lassen, hat es nicht gefehlt, aber dem standen räumliche und finanzielle Schwierigkeiten gegenüber. Es besteht berechtigte Hoffnung, daß dieser wichtige Zweig sozialfürsorgerischer Arbeit, an der Schule, Elternhaus und die Gesamtheit interessiert sind, nun doch seiner Bedeutung entsprechend wieder seine Tätigkeit aufnehmen kann.

In Besprechungen, die diese Woche im Darmstädter Regierungspräsidium stattfanden, sind die ersten Gründlagen dazu gelegt worden. Rechtsträger der Einrichtung, die dem gesamten Starkenburger Gebiet zugute kommen wird, soll der Regierungspräsident werden; das Gesundheitsdezernat, die Schulverwaltung, das Landesjugendamt, das Pädagogische Institut, die Sozialversicherung und je zwei Kreisvertreter sind für den Arbeitsausschuß vorgesehen.

Es wird angestrebt, die benötigten Räume etwa im neuen Lehrlingsheim zu mieten. Aus amerikanischen Mitteln ist ein Zuschuß unter der Voraussetzung zu erwarten, daß deutsche Stellen sich ebenfalls an der Finanzierung beteiligen. Als hauptamtliche Kraft ist eine Fürsorgerin vorgesehen. Aehnliche Beratungsstellen in den ehemals preußischen Landesteilen werden bereits aus der dortigen kommunalen Selbstverwaltung — Landeshauptmann — bedacht, und es sollte angenommen werden, daß ein entsprechender Beitrag im nächsten Staatshaushaltsplan eingesetzt werden wird.

In der Besprechung wurde auch die Arbeitsweise erörtert und dabei deutsche Erfahrungen, wie sie in Darmstadt vorliegen, mit denen des Auslandes — die englischen „Children’s Garden Clinic“ — verwoben. Es wurde angeregt, entsprechend der dortigen Form auch die therapeutische Arbeit mit einzubeziehen, auch wenn man vorerst gezwungen sein sollte, sich auf nebenamtliche Kräfte, einen Psychologen und einen psychiatrisch geschulten Arzt, zu beschränken. Die Notwendigkeit, bei der engen Körper-Seele-Verbindung dem medizinischen Fachmann die ihm zustehende Stellung einzuräumen, wurde von Regierungsdirektor Dr. Freund herausgestellt, der dabei aus seiner Kenntnis der Entwicklung im Auslande schöpfen konnte.

Die Beratungsstelle wird, wenn die Verwirklichung der Pläne auch noch eine Zeit braucht, nicht den Charakter einer starren staatlichen Behörde haben, sondern in vertrauensvollei' Zusammenarbeit vor allem mit den Eltern stehen und sie bei allen ernsteren und auch scheinbar leichteren Fällen von Erziehungsschwierigkeiten beraten. P.D.

Das Rote Kreuz sucht

Das Rote Kreuz sucht die Angehörigen folgender Soldaten des letzten Krieges, die früher in D a r m s t a d t wohnten:

L Sittel, Philipp, geb. 1919 in Darmstadt, Finanzsekretär, ledig, Stalingradkämpfer.

2. Stoll, Karl, Oberleutnant, Steuerbeamter.

3. Steffens oder Staffans, Josef, ca. 46 Jahre alt, Hauptfeldwebel, von Beruf Kaufmann.

Sachdienliche Mitteilungen erbittet der Bezirksverband des Roten Kreuzes, Darmstadt, Wilhelmstraße 36.

Kindergärten in Sorgen

I Von den Nöten und Sorgen der evangelischen Kinderarbeit handelt ein Schreiben, das die „Arbeitsgemeinschaft für ev. Kinderpflege in Hessen und Nassau“ (Sitz in Darmstadt) an die Pfarrer der hessen-nassauischen Kirche gerichtet hat. Sie beklagt sich darüber, daß die Arbeit der Kindergärtnerinnen in den Gemeinden nicht immer auf das nötige Verständnis stoße und daß daher dieser Zweig der kirchlichen Arbeit gegenwärtig recht gefährdet sei. Die Kindergärtnerinnen, die vielfach 40 bis 50 Kinder zu betreuen hätten, seien zum Teil überlastet, hätten mit finanziellen 'Schwierigkeiten zu kämpfen und litten nicht selten unter großer persönlicher Vereinsamung. All das könne sich nur ändern, wenn die Gemeinden überall die Wichtigkeit gerade dieser Arbeit sähen und förderten. €Pd

„Für unser Glockenspiel“

Sitzung des Glockenspiel-Ausschusses Bereits fünf Glocken gespendet

Der Ausschuß für die Darmstädter Glockenspiel-Sammlung konnte in seiner letzten Sitzung mitteilen, daß die größte Glocke mit dem Preis von 2500 DM von der Firma Merck gespendet wurde. Weiter haben zu der schon vom L. C. Wittich-Verlag gestifteten Glocke die „HE AG“ das Hohe C und der Sportverein Darmstadt 98 und die „Narrhalla“ je eine kleinere Glocke übernommen.

Da die Metallpreise steigen, sollen die Glocken möglichst bald bestellt werden. Vertreter der zwei Firmen, deren Angebote zur Wahl stehen, werden für die nächste Sitzung eingeladen.

Bei der geplanten Haussammlung werden die von H. Pfeil entworfenen Plaketten, die den Glockenturm mit der Inschrift „Für unser Glockenspiel“ darstellen, verkauft werden. rw.

Flüchtling und Wahlen

Hoffnung auf gerechten Lastenausgleich

In einer Versammlung der Flüchtlinge und Geschädigten aus der Sowjetzone im Gasthaus „Zur Sonne“, Eberstadt, die unter dem Thema „Flüchtlinge und Wahlen“ stand, betonte der erste Vorsitzende der Südhessischen Vereinigung, Bilger, daß der Ausgang der Wahlen zugunsten der SPD auf die große Not zurückzuführen sei. Die Flüchtlinge aus der Sowjetzone hofften nun, daß die von dieser Partei gemachten Versprechungen auch erfüllt würden und daß ein Lastenausgleich zustande käme, in dem diese geschädigte Gruppe auch genügend berücksichtigt würde. In einem gerechten Lastenausgleich sollten diejenigen, die aus dem Krieg Vorteile gezogen haben, für die Geschädigten die Lasten zahlen. „Wollen wir hoffen“, so sagte der Redner zum Schluß, „daß auch der nach den Landtagswahlen neu zu wählende Bündesrat den Flüchtlingen aus der Sowjetzone gegenüber mehr Verständnis zeigt.“ Die Versammelten beschlossen, mit der Gesellschaft für Freiheit und Menschenrechte in Frankfurt in Verbindung zu treten, um gemeinsame Ziele zu verfolgen. t-s

Darmstadt hat die grõßte Jugendkriminalität

Diskussionsabend im Bessunger Nachbarschaftsheim

Die Bessunger Nachbarschaft hatte zu einem Diskussionsabend eingeladen, auf der das Thema „Jugend in Gefahr“ zur Behandlung stand. Als Gäste nahmen an der Zusammenkunft Prof. Dr. Loescfike und Dr. Politsch teil.

Herr Zander wies nach einigen Ausführungen über die Erfolge des Arbeitsausschusses der Bessunger Nachbarschaft darauf hin. daß man für die Diskussion bewußt das gleiche Thema gewählt habe, wie es auch das Forum aufgegriffen hatte, da man der Ansicht sei, daß die meisten Eltern gar nicht über die Gefahren im Bilde seien, die ihren Kindern drohen.

Der Darmstädter Jugendrichter, Amtsgerichtsrat Dr. Holzschuh, der seit einem Jahr in Darmstadt tätig ist, hatte das Hauptreferat des Abends übernommen. Er führte aus, daß die Jugendkriminali¬ 'tät im vergangenen und im laufenden Jahr sich ungeheuerlich vermehrt habe. Allein in der Zeit vom 1. März bis 1. August 1950 hätten 60 Jugendgerichtsverfahren mehr stattgefunden, als im ganzen Jahr 1949. Wenn man berücksichtige, daß nur schwere Fälle vor das Jugendgericht kommen, und daß meistens mehrere Angeklagte zur Verurteilung stünden, so sei das ein erschreckendes Bild. 95 Prozent aller Anklagen beziehen sich auf Diebstähle, unter denen die Altmaterialdiebstähle eine hervorragende Rolle einnehmen.

In der Hauptsache handele es sich um arbeitslose Jugendliche. Erfahrungsgemäß hätten die meisten von diesen Jugendlichen, wenn sie von der Polizei aufgegriffen würden, wenigstens fünfzig Mark in der Tasche, die aus dem Erlös von gestohlenen Dingen herrührten. Ein schwerwiegender Punkt sei die Vaterlosigkeit. Von den 9901 Darmstädter Volksschülern wüchsen 1917 ohne Vater auf. und von dieser Zahl gingen in 1325 Fällen die Mütter ganztägig auf Arbeit, so daß die Kinder ohne jegliche Aufsicht seien. Das Ergebnis dieses Zustandes wären überfüllte Jugendgefängnisse und Fürsorgeanstalten. Die größte Zahl der jugendlichen Strafgefangenen im Jugendgefängnis Rockenberg stellte zur Zeit Darmstadt, und unsere Stadt habe auch die größte Jugendkriminalität, höher als Frankfurt und Wiesbaden.

In unzähligen Fällen komme es vor, daß sich zwölf- bis fünfzehnjährige Mädchen wochenlang herumtrieben. Ein großer Teil der in 12 Monaten von Darmstadt aufgebrachten 512 000 DM zur Ausheilung von Geschlechtskrankheiten komme auf ihr Konto.

Es sei sehr schwierig, die augenblick¬ liehe Situation zu bessern. Die einzjge Möglichkeit, die Amtsgerichtsrat Dr. Holzschuh sah, um die Jugendkriminalität zu bessern, sei die umgehende Errichtung von Jugendwohnheimen.’ Auch müsse die Elternschaft aufgeklärt werden, daß auch ihren Kindern, auch wenn sie aus gefestigten und sozial gesicherten Verhältnissen kommen, heute Gefahren drohen, die zum größten Schaden ihrer Weiterentwicklung werden können.

In der Diskussion wurden verschiedene Vorschläge gemacht, die aber zum größten Teil undurchführbar bleiben. Uebereinstimmend wurde die Auffassung vertreten, daß in erster Linie die Eltern für das soziale Abgleiten ihrer Kinder verantwortlich sind. hfl

Der Nikolaus kam aus dem Wald


Draußen im Steinbruch hinter dem Glasberg, in der ehemaligen Freilichtbühne, besuchte der Nikolaus 110 Kinder, die jüngste Generation des Gesangvereins „Liederkranz“. Nachdem weihnachtliche Chöre gesungen worden waren, erschien der gute bärtige Glücksbringer mit seinen hilfreichen Zwergen vor den hochgelegenen Tannen des Waldes. Er hatte nicht nur einen Sack, sondern einen Wagen voll Geschenke mitgebracht, die von den andächtig schauenden Kindern schüchtern, feierlich oder jubelnd entgegengenommen wurden. — Hier erlebten sie alle den Nikolaus in Wahrheit, so, wie ihn sich die Kinder in ihrer glücklichen Phantasie vorstellen. Sg.
Draußen im Steinbruch hinter dem Glasberg, in der ehemaligen Freilichtbühne, besuchte der Nikolaus 110 Kinder, die jüngste Generation des Gesangvereins „Liederkranz“. Nachdem weihnachtliche Chöre gesungen worden waren, erschien der gute bärtige Glücksbringer mit seinen hilfreichen Zwergen vor den hochgelegenen Tannen des Waldes. Er hatte nicht nur einen Sack, sondern einen Wagen voll Geschenke mitgebracht, die von den andächtig schauenden Kindern schüchtern, feierlich oder jubelnd entgegengenommen wurden. — Hier erlebten sie alle den Nikolaus in Wahrheit, so, wie ihn sich die Kinder in ihrer glücklichen Phantasie vorstellen. Sg.

Kurze Meldungen aus der Stadt

Die Jugend-Weihnachtsfeier der TSG 1846 Darmstgdt findet kommenden Sonntag in der Stadthalle nachmittags statt. An diesem Tage will die Jugend ihren Eltern und Freunden zeigen, welche gesunde lebensfrohe Quelle die Leibesübungen sind. Bei diesen fröhlichen Stunden wird natürlich der Nikolaus nicht fehlen.

Eine Weihnachtsfeier für die Angestellten und Aerzte veranstaltet das Elisabethenstift am dritten Adventsonntag, den 17. Dezember um 14.30 Uhr. o

Ein Adventssingen veranstaltet der Männergesangverein „Liederzweig“ am kommenden Sonntag für die Kranken im Alice-Hospital. *

Der Männerchor „Frohsinn-Harmonie“ veranstaltet seine Weihnachtsfeier kommenden Sonntag um 16 Uhr im Concordia-Saal für alle Mitglieder und Freunde des Vereins. *

Der Kinderchor der evangelischen Johannesgemeinde Darmstadt singt am Mittwoch, dem 20. Dezember, um 20 Uhr im Gemeindehaus, Kahlertstraße 26, im Abendgottesdienst Advents- und Weihnachtslieder. *

Der Körperbeschädigtcn-Verband, Ortsverein Eberstadt, veranstaltet eine Weihnachtsfeier für seine Mitglieder und deren Angehörige Samstag, den 16. Dezember, abends, im Gasthaus „Zur Eisenbahn“ in Eberstadt. nk

Die Künstler-Weihnachtsmesse des „Neuen Hessischen Kunstvereins“ im Hessischen Landesmuseum zeigt noch bis zum 23. Dezember gute und preiswerte Arbeiten in Malerei, Plastik. Graphik und Kunstgewerbe. Für die Vereinsmitglieder findet die alljährliche Verlosung am Mittwoch, dem 20. Dezember, um 17 Uhr statt. *

Die Turngemeinde Bessungen 1865 veranstaltete unter Leitung von Peter Becker in der Bessunger Knabenschule eine Weihnachtsfeier für die Kinder. Vereinsmitglieder hatten die Kuchenberge gestiftet, durch die sich die 200 Buben und Mädchen nach Herzenslust hindurchschmausten. Der Handharmonika-Klub leistete die musikalische Ausgestaltung, Herr Liebig, Fräulein Rudolf und Herr R e n.s c h erfreuten mit ihren Liedern. Viele Herzen gewann Herr Hüther als Nikolaus. t-s

Der Wanderklub „Falke 1916“ veranstaltet mit seinen Mitgliedern und Freunden Sortntag, den 17. Dezember, 18 Uhr, auf dem „Heilig-Kreuz“ seine Weihnachtsfeier mit Wanderer-Ehrung. Ein buntes Programm unter Mitwirkung namhafter Kräfte wurde vorbereitet. *

Der Verein für Aquarien- und Ter¬ rarienkunde „Hottonia“ veranstaltet Sonntag, den 17. Dezember, 16 Uhr. im Vereinslokal „Aliice-Eck“ seine diesjährige Weihnachtsfeier.

Ueber das Heinerfest findet Dienstag, den 19. Dezember, im Cafe Emich, Villenkolonie Eberstadt, eine Besprechung des Heiner-Ausschusses statt. *

Ueber den Ausgang der Landtagswah¬ len und die daraus entstandene Situation spricht Staatssekretär Dr. Steinmetz am Montag, dem 18. D€z. 1950, um 20 Uhr in einer CDU-Mitgliederversammlung im Heagsaal. +

Kohlenferien mußte das evangelische Pfarramt Eberstadt für den Konfirmanden-Unterricht, voraussichtlich bis zum 10. Januar 1951, anordnen. nk

Zu einem Zusammenstoß kam es gestern auf der Rheinstraße in der Nähe der -Landgraf-Philipp-Anlage .zwischen einem Motorradfahrer und einer Fußgängerin. Es entstand lediglich leichter Sachschaden an dem Motorrad.

Die Städtische Feuerwehr wurde gsstern nachmittag zur Ecke Alicen- und Frankfurter Straße gerufen. Ein Müllwagen hatte den an der Straßenecke stehenden Gaskandelaber umgefahren. Um das Ausströmen des Gases zu verhindern, mußten die Ueberreste ausgegraben werden.

Wie wird das Wetter?

Weiterhin winterlich

Vorhersage: Am Freitag dunstig, sonst überwiegend bewölkt, vereinzelter Schneefall. Mittagstemperaturen nur wenig über null Grad. Nachts anziehender Frost, südöstliche Winde.

Weitere Aussichten: Am Wochenende noch keine durchgreifende Aenderung.

Für unsere Wintersportfreunde: Am Wochenende Andauer der günstigen Wintersportverhältnisse in allen Höhenlagen des Bundesgebietes oberhalb 500 m Seehöhe. .



Wohin gelien wie heŭte?

Landestheater, Orangerie: 18 00 „Tannhäuser“.

Stadthalle: 15.00 „Tischlein deck’ dich!'

Lichtspieltheater: siehe Anzeigenteil

Amerikahaus: 19.30 Farblichtbilder-Vortrag: Das Weihnachtsgeheimnis in Meisterwerken der Kunst, Univ.-Prof. D. Dr. Joh. B. Aufhauser (München). — 14.30 und 17.00 Filmprogramm. — Ausstellung Bernd Krimmei, Eberhard Schlotter, zwei Darmstädter Maler.

Technische Hochschule: 19.00 Hörsaal 246, es spricht Dr. Ewald Wasmuth (Tübingen) über das Thema „Vom Sinn des Todes“.

Technische Hochschule: 19.30 im Raum 167, es spricht Prof. Dr. H. Lommel vom indogermanischen Institut der Univ. Ffm. über „Die indische Frau“.

Landesmuseum: 10—13 und 14—17 Uhr Künstler-Weihnachtsmesse, veranstaltet vom Neuen Hessischen Kunstverein.

Hygiene-Lichthof, Neckarstr. 3a: 10 bis 18 Uhr Ausstellung „Gesundes Leben“.

Mathildenhöhe: 9—12 und 14—20 Uhr Ausstellung des Kreisverbandes Darmstadt der Europa-Union „Europa ruft“.

Nachbarschaftsheim: 20 Uhr Weihnachtsfeier der Volkstanzkreis-Jugendgruppe Waldkolonie-Postsiedlung.

Rathaus Da.-Eberstadt: 20 Uhr Jugendfilmstunde.

Wir gratülieren

85. Geburtstag: Herr Theodor Herrmann, Oberkellner, Darmstadt-Eberstadt, Schillerstraße 14.

STARKENBURG

Was nun, Herr Schulrat?

sr Die Eltern einer Volksschulklasse der etwas über 4000 Einwohner zählenden Gemeinde R. im Odenwald hatten sich vor einigen Tagen zu einer Versammlung mit dem Bürgermeister, dem Schulvorstand und dem Elternbeirat zusammengefunden, um ein heikles Thema, die Ablehnung eines Erziehers, zu besprechen.

Jener Lehrer war vor mehreren Wochen bis zum 1. Dezember auf ein Vierteljahr beurlaubt worden und übernahm an diesem Tage wieder eine Klasse, die allerdings bisher in den Händen eines anderen, von den Eltern sehr geschätzten Erziehers lag.

Wenn nun diese damit nicht einverstanden waren, so liegt die Ursache weniger in dem Wechsel, als in der Tatsache,. daß der neue Lehrer von über 90 Prozent der Elternschaft auf Grund ihrer bisherigen Erfahrungen mit ihm, hinsichtlich seiner pädagogischen Eigenschaften, abgelehnt wird.

Dies war dem Schulrat des Kreises wohlbekannt. Es wäre ihm ein leichtes oewesen, im Sinne der Elternschaft, nach wohlüberlegter Prüfung des Falles zu handeln, und eine Versetzung auszusprechen. Zumal es ebenso gewiß ist. daß der beanstandete Lehrer von der übrigen Elternschaft genauso abgelehnt wird, wie von jener der zuletzt betroffenen Klasse.

Um die Angelegenheit nicht zu verschleppen, einigte man sich in der Versammlung derart, daß er die Klasse einer Sohulamtsanwärterin übernimmt, die er früher schon einmal geleitet hatte. Nur mit dem Unterschied, daß zu seiner Zeit die gleichen Beanstandungen der Elternschaft dieser Klasse auftraten, wie bei jener, die er nun wieder abgeben mußte.

Kompromisse sind oft die einfachste Lösung eines schwierigen Falles. Allerdings dürfen sie nicht so gestaltet sein, daß mit ihrem Abschluß ein gleichgearteter Fall an anderer Stelle auftritt. Man kann es niemandem verdenken, wenn er sich ein Uebel vom Hals wünscht. Allerdings — und besonders in einer Schule — sollte man darauf bedacht sein, daß mit der Hilfe am eigenen Leibe nicht ein anderer betroffen wird.

Traurig ist es, daß der Schulrat des Landkreises sich nicht selbst um die Angelegenheit kümmert. Trotzderg er weiß, nein, wissen muß, daß dieser Fall ein Problem der gesamten Schule in R. ist. Das man nicht einfach der Schulleitung selbst oder dem Bürgermeister überlassen kann!

Es wäre interessant zu erfahren, wie man es nun zu lösen gedenkt. Denn es ist ebenso gewiß, daß aller Voraussicht nach der Eltembeirat mit den Eltern der nunmehr betroffenen Klasse in aller Kürze zusammentreten muß, weil man keinen Wert darauf legt, sich einen Aerger auf den Hals zu schaffen, den man nicht verdient und notwendig hat.

Der Herr Schulrat aber wird sich dann zu äußern haben, falls er nicht Gefahr laufen will, einen dauernden Unruheherd in seinem Amtsbereich zu haben, in dem es bisher wohl kaum etwas auszusetzen gab.

Münster kämpft um den Wald

Neuaufforstungen durch großen Waldverlust 22 Hektar sollen im kommenden Jahre gerodet und bepflanzt werden

Münster, (gi) Wie schon in einem Bericht der letzten Bürgerversammlung erwähnt, hat die Gemeinde über die Hälfte ihres Waldbestandes durch die Anlage der „ Luft-Haupt-Muna“ verloren. Ueber Entschädigung oder Pachtzins hat Bürgermeister Ries seit Kriegsende ungezählte Verhandlungen mit amerikanischen und deutschen Dienststellen geführt.

Jetzt scheint es, daß ein Antrag der Gemeinde bei den amerikanischen Besatzungsbehörden auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Gegenwärtig befaßt sich der Grundstücksoffizier in Frankfurt mit der Eingabe, in der Nutzungsentschädigung für das noch immer beschlagnahmte Waldgfelände im Gebiet der ehemaligen Hauptmunitionsanstalt gefordert wird. Das unter Beschlag liegende Gelände hat einen Grund- und Bestandswert von 1 600 000 D-Mark, umfaßt 250 Hektar, von denen noch immer 80 Hektar durch Bombentrichter übersät und völlig öde daliegen. Die Verwaltung verlangt eine Entschädigung für die letzten fünf Jahre.

Durch den großen Waldverlust bedingt, sah sich die Gemeinde gezwungen, der Neuaufforstung des übrigen Waldbestandes größeren Wert beizumessen. Rund 22 Hektar sollen im kommenden Jahr gerodet und bepflanzt werden. Nach Abschluß dieser Arbeiten werden dann alle Kahlflächen, mit Ausnahme des Munagebietes, neue Kulturen erhalten haben.

Durch maschinelle Arbeitsleistung wird seitens der Verwaltung mit einem Kostenaufwand von 30 000 DM gerechnet. Bürgermeister Ries hofft, diese Aufforstung ins Notstandsprogramm eingl.iedern zu können.

Bürgerversammlung in Heubach

Heubach, (hm) - In Anwesenheit Von Herrn Buchm eie r , als Vertreter des Resident Office Dieburg, fand im Rathaussaal eine gutbesuchte Bürgerversammlung statt. Bürgermeister Volland gab einen Rechenschaftsbericht über die bisher geleistete Arbeit.

Nach Vollendung der Straßenarbeiten soll nun das Bachbett, das an der Straße entlang führt, verlegt werden. Die Kosten der Umleitung belaufen sich auf 36 000,— Mark, wo^dn der Staat 50 Prozent übernehmen wird. In der sich anschließenden Diskussion wurde über die Ortsfeuerwehr, Weihnachtsbeihilfe und Holzzuteilung debattiert. Der Leiter der Allgemeinen Ortskrankenkasse Dieburg, Direktor Münchhoff, sprach über Sozialversicherunigsfragen.

Dekanats-Synode in Reinheim

Reinheim, (wh) Die Synode des Dekanats Reinheim wählte zum Dekan des kürzlich neu gegründeten Dekanats Pfarrer Baumann, Reichelsheim. Die Stellvertretung des Dekans wird Pfarrer Kraemer, Groß-Bieberau, innehaben, während der zweite geistliche Beigeordnete des Synodal-Vorstandes, Pfarrer Knodt, Niedernhausen, durch Pfarrer Dehli n g e r , Georgenhausen, vertreten wird.

Der Synodal-Vorsitzende, Apotheker Bechthold, Reinheim, dankte dem bisherigen Dekan des Dekanats Groß-Umstadt, Reichert, Lengfeld, für seine Arbeit und beglückwünschte ihn zur Wiederwahl als Dekan im Dekanat Groß-Umstadt. Die Synode nahm den Jahresbericht entgegen und befaßte sich mit der Aufstellung des Haushaltplanes für das laufende Rechnungsjahr. An der Synode nahm auch Propst Rau, Darmstadt, teil.

Nur 1000 DM aus ERP-Mitteln

Zeilhard, (wd) In der letzten öffentlichen Gemeinderatssitzung wurden die Personen für die Vorschlagsliste der Schöffen und Geschworenen erörtert. Einspruch wurde gegen die Vorgeschlagenen nicht erhoben. — Der Ankauf von fiskalischem Gelände, sowie die Instandsetzung des Bahnweges wurde genehmigt. Der Bürgermeister hatte 5000 DM für Aufforstungszwecke von den ERP-Mitteln beantragt, hiervon sind der Gemeinde nur 1000 DM genehmigt worden.

Weihnachtsfeiern allerorten

Laienspiele, Märchenaufführungen und Unterhaltungsabende in zahlreichen Gemeinden des Kreises Dieburg

Dieburg, (gi) — Am „Goldenen Sonntag“ und am Weihnachtsfest erfreuen Ortsvereine, Schulen und nicht zuletzt die Ortsverbände der Heimatvertriebenen die Einwohner des Kreises mit Weihnachtsspielen, Märchenaufführungen und Unterhaltungsabenden.

Besonders aktiv nimmt die Gemeinde All he i m am allgemeinen Kulturleben teil. Am 3. Adventsonntag spielt die Laiengruppe der Volksschule ihre WeihnSfchtsmärchen im Rahmen eines Elternnachmittags. Auch der Männergesangverein bringt am 1. Weihnachtstag in einer Familien-Weihnachtsfeier Theaterstücke zur Aufführung. „Es leucht’ wohl mitten in der Nacht“, ist der Titel einer Festaufführung der evangelischen Gemeinde am Heiligen Abend und dem 2.' Feiertag.

In Langstadt haben die allwöchentlichen Zusammenkünfte der evangelischen Frauenhilfe wieder begonnen. Die Gestaltung und Leitung liegt in den Händen von Pfarrer Wick.

Der Verband der Körperbeschädigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen von Münster lädt für Samstag, 20.30 Uhr, seine Mitglieder zur Weihnachtsfeier im Saale „Zum Gersprenztal“ ein. Im neuen Saale der „Goldenen Krone“ in Ueberau veranstaltet der Arbeitergesangverein am Samstagabend eine „Bunte Liederfolge“. Laienspieler der TG Ober-Roden bringen im Saale „Zum Löwen“ am Sonntagabend um 20 Uhr „Die Mutter ruft“ zur Aufführung.

Weihnachtsmann einmal anders

Groß-Bieberau. (GD) Strahlende Augen und ein frohes Lachen wären bei den Besuchern des Gasthauses Heinrich Daub am Sonntag vorherrschend. Kein Wunder, wurde doch die fleißige Spartätigkeit der großen und kleinen Leute belohnt. Die Weihnachtssparkasse zahlte das im Laufe des Jahres gesparte Geld aus (es waren über 14 000 DM), damit noch jeder seinen Lieben ein Geschenk zu Weihnachten kaufen könne. Ueber 200 Sparer beteiligten sich dieses Jahr an der von der Bezirkssparkasse geschaffenen Einrichtung.

Weihnachtsfreude für Kriegsgefangene

(Kr) - Die Ortsverbände Groß-Gerau, Trebur, Rüsselsheim, Raunheim und Wolfskehlen des Jugend-Rotkreuzes entschlossen sich, an hilfsbedürftige deutsche Kriegsgefangene in P o 1 e n Päckchen als Weihnachtsgrüße aus der Heimat zu verschicken. Die ersten Sendungen sind bereits unterwegs.

Weihnachten im Bergsträßer Jugenklub

Heppenheim. (HB) - Am 20. Dezember findet im Hotel „Schloßberg“ eine kleine vorweihnachtliche Feier für die Mitglieder des „Bergsträßer Jugendklubs“ statt. Der Klubabend am 27. Dezember fällt mit Rücksicht auf die Feiertage aus.

Unsere Geburtstagskinder

87. Geburtstag: Frau Anna Seitz, Zwingenberg a. d. 8., Rodauerstraße 44. 75. Geburtstag: Frau Elisabeth Gerner, Nauheim, Pfarrgasse 3. 74. Geburtstag: Herr Jakob Jost, Biebesheim, Rheinstraße 41. 71. Geburtstag: Frau Marie Hahn, Trebur, Friedrich-Ebert-Straße 35. 70. Geburtstag: Frau Elise Emmer, Worfelden, Schulstraße 4.

„Schweinerei muß größer werden“

Jahreshauptversammlung des bäuerlichen Beratungsringes Erbach

Erbach, (ch.) - Der Beratungsring des bäuerlichen Beratungsdienstes der Landwirtschaftsschule Michelstadt führte kürzlich im Gasthaus „Zum Anker“ in Stockheim seine diesjährige Generalversammlung durch.

Kreislandwirt Pril ip p konnte eine große Anzahl Bauern aus den achtzehn zum Beratungsring zählenden Gemeinden begrüßen. Er gab einen allgemeinen Ueberblick über die schwierige Lage der Landwirtschaft besonders im Odenwald. Wenn in jüngster Zeit manche Landesprodukte für den Verbraucher wieder teurer geworden seien, so habe das in Unkenntnis der wahren Zusammenhänge zu einer völlig unberechtigten Mißstimmung zwischen Stadt- und Landbevölkerung Anlaß gegeben. Nicht der Bauer als Erzeuger sei der Nutznießer dieser Preiserhöhungen. Das müsse in aller Deutlichkeit einmal festgestellt werden. Der Bauernstand ringe bei schlechtester Bezahlung seiner schweren, entsagungsvollen Arbeit verzweifelt um seine Existenz.

Bei der Neuwahl des Ringausschusses erhielt Jakob Wörz, Michelstadt, den Vorsitz, Stellvertreter wurde Ludwig Schwöbel, Elzbach. Jede der 18 Gemeinden des Beratungsrings Erbach stellte außerdem einen Bauern als Beisitzer.

Einen interessanten und lehrreichen Bericht erstattete Landwirtschaftsrat Ripper über die im letzten Sommer durchgeführten Sortenversuche für Weizen. Hafer und Kartoffeln sowie die Düngungs- und

Futteranbauversuche. Die Ergebnisse hätten zu wertvollen Anregungen für besonders geeignete Sorten geführt.

Landwirtschaftsrat Df. Barth erläuterte die außerordentliche Bedeutung der Betriebsvergleiche. So wie auf Tierschauen dem Viehzüchter die Möglichkeit zur vergleichenden Beurteilung seiner Tiere nach Form und Leistung mit denen anderer Züchter gegeben sei, müsse der Bauer auch für seinen Gesamtbetrieb eine Vergleichsmöglichkeit haben. Das sei der Zweck des Betriebsvergleichs.

„Die Schweinerei muß eine größere werden!“ leitete Landwirtschaftsrat Dr. Bert seinen Vortrag übei- „Schweinehaltung und -mast“ ein. Er wollte mit dieser humorvollen Redensart die ernste Feststellung treffen, daß die Schweinezucht und -haltung im Odenwald noch lange nicht den Stand erreicht habe, der eine gleichmäßige Marktbelieferung während des ganzen Jahres sichere.

Die Jahreshauptversammlungen der Beratungsringe Höchst und Bad König waren bereits mit der gleichen Tagesordnung vorausgegangen. Dort wurden zu Vorsitzenden der Ringausschüsse die Bauern Wilhelm Wolf 1., Höchst, und Karl Delp, Kirch-Brombach, gewählt.

Was aŭch interessiett:

Medizinalrat Dr. Hofmann, der seit 1934 als Mitarbeiter im Kreisgesundheitsamt Dieburg tätig war, verabschiedete sich dieser Tage von seinen Arbeitskollegen. Er folgt einer Berufung als Amtsarzt an das Gesundheitsamt der Stadt Marburg. (RG)

Ein Zeltlager-Katalog für das Land Hessen, nach dem rechtzeitig Lagerbesuch und Austauschmöglichkeiten vorbereitet werden können, soll anfangs des neuen Jahres erscheinen. (eng)

Lützel-Wiebelsbacher Arbeitslose brauchen während des Winters nicht mehr zur Arbeitsamtnebenstelle Höchst, seitdem in der Bürgermeisterei eine Kontrollstelle eingerichtet wurde, die montags von 11.30 bis 12 Uhr geöffnet ist. Anträge, Neuanmeldungen und Unterstützungsauszahlungen erfolgen jedoch in Höchst. (-ch)

Der Jugendring Erbach-Michelstadt hat die Jugendorganisationen beider Städte für den 21. Dezember zu einer gemeinsamen Wintersonnwend-Feier auf die Sophienhöhe eingeladen. (ch)

Die Lösungen des am 8. Dezember gestarteten Schaufenster-Ratens des Gewerbevereins von R e i n h e im müssen bis zum 18. Dezember bei den beteiligten Firmen abgeliefert sein. (si)

Geradewegs in einen Pkw. lief am Mittwoch am Löwenplatz in Zwingenberg ein 4jähriger Junge. Das Kind wurde vom Wagen erfaßt und zur Seite geschleudert. Jdit einem doppelten Beinbruch mußte es in ein Krankenhaus eingeliefert werden. (HB)

Paddler-Paradies wird erhalten

Im Frühjahr soll mit Baggerarbeiten begonnen werden

(=) In Paddlerkreisen, die den Altrhcin bei Erfelden/Stoekstadt zur Ausübung ihres schönen Sports benutzen, war die Befürchtung einer vollkommenen Versandung des Altrhcin-Flußbettes und des damit drohenden Erliegens des Paddelbetriebes laut geworden. Der Gebietsausschuß Odenwald/Bergstraße/Neckartal stellt jedoch fest, daß dazu keine Veranlassung sei.

Von der Nordspitze bis Stockstadt muß der Altrhein schiffbar gehalten werden. Zwischen Erfelden und der Nordspitze arbeitet die Kies- und Sandbaggerei F r e t - t e r & Söhne, Erfelden, daran, die 8 Kilometer lange Strecke auch für größere Schiffe befahrbar zu machen. Die Strecke Erfelden—Stockstadt ist an der Sandbachmündung versandet. Baggerarbeiten, die vom Wasser- und Schiffahrtsamt Gernsheim im Herbst durchgeführt werden sollten, wurden durch das Hochwasser verhindert. Sie sollen im Frühjahr wieder aufgenommen werden. Leider werden diese Arbeiten dadurch erschwert, daß sich der Grundwasserspiegel aus bisher nicht völlig geklärten Ursachen gesenkt hat.

Besonders unangenehm wirkt sich bei niedrigem Wasserstand der üble Geruch des Brackwassers aus. Hauptsächlich rührt er von schmutzigen Abwässern her, die die Modau und der Sandbach mit sich führen. Es wäre dringend erwünscht, wenn im Interesse des lebhaften Paddelverkehrs, des gesunden und schönen Lebens in der freien Natur, das dem Städter die ersehnte Befreiung aus den Steinmauern, Erholung und Erquickung bietet, dieser Uebelstand abgestellt werden könnte.

Starke Jugendgruppe des OWK

Heppenheim. (—) Der Jung-Odenwaldklub hat mit 20 Wanderungen eine schöne Leistung vollbracht. Insgesamt 455 Jungen und Mädchen nahmen an den verschiedenen Wanderungen teil. 49 Mitglieder können ihrer Auszeichnung mit der „Goldenen“ durch Oberstudiendirektor i. R. Koch entgegensehen. Die Ortsgruppe Heppenheim kann auf eine so starke Mitgliederzahl stolz sein, sind doch alle Jungen und Mädchen Nachwuchswanderer.

Zu einem Ehrungsfest hatte der Jung-OWK am 10. Dezember eingeladen. Klaviervorträge und Balletteinlagen umrahmten ein Fest, das den Großen in keinem Falle nachzustehen hatte.

Zum Abschluß des Bachjahres

Erzhausen. (=) — Die evangelische Gemeinde blickt auf ein wohlgelungenes Kirchenkonzert zurück, das sie zum Abschluß des Bach-Jahres veranstaltet hatte.

Außer dem Kirchenchor (Leitung: Ludwig Wannemacher, Erzhausen) und dem Kinderchor (Leitung: Gretel Demmel-Heinz, Erzhausen) waren Otto Erich Wichmann, Darmstadt (1. Violine), Hans Jost, Erzhausen (2. Violine), Rolf An - dreis, Da-Arheilgen (Bratsche), Erich Schamschul a, Erzhausen (Cello) gewonnen worden. Auf der Orgelbank saß die Organistin der Gemeinde (Gretel Demmel-Heinz).

Eine Einführung in das Leben und Wirken Joh. Seb. Bachs gab Ortspfarrer Göb e 1. Sowohl die Solisten als auch die beiden Chöre, von denen der Kinderchor zum eisten Male in einem Konzert auftrat, boten ihr Bestes.

Die Veranstaltung, die mit dem Präludium G-dur begonnen hatte, schloß mit der Toccata F-dur, von der jungen Organistin meisterhaft gespielt. Das Kirchenkonzert, das ein dichtbesetztes Gotteshaus aufwies, hat bewiesen, daß es auch in einer Dorfgemeinde möglich ist, das Erbe Joh. Seb. Bachs würdig zu verwalten.

„Landjugendarbeit und Lanaflucht“

Stockheim, (ch) - Ueber dieses Thema spricht heute um 14 Uhr im Saal Reubold Dipl.-Landwirt Wilfried Schlau von der Landvolkshochschule Neustadt bei Marburg vor dem „Verein ehemaliger Landwirtschaftsschüler Michelstadt“ und sonstigen an diesem wichtigen Thema interessierten Bauern und Jungbauern.

Ohne Werbung kein Erfols

Fremdenverkehr und die Wiederherstellung der Straßenbeleuchtung vor dem Vielbrunner Forum

Vielbrunn, (im) - Hebung des Fremdenverkehrs und Wiederherstellung der Straßenbeleuchtung waren kürzlich Gegenstand einer lebhaften Diskussion im öffentlichen Forum. Direktor Dreiheller von der HEAG, gleichzeitig Vorsitzender des Gebietsausschusses Odenwald/Bergstraße/ Neckartal des Landesverkehrsverbandes, und Geschäftsführer Meisel referierten.

Direktor Dreiheller forderte die Erschließung des Qdenwaldes durch bessere Straßen, um den Strom der Erholungssuchenden in dieses ideale Mittelgebirge zu lenken. Der Gast sei Bequemlichkeit gewohnt und müsse deshalb entsprechend aufgenommen werden. Namentlich die Hygiene verdiene besondere Beachtung. Hotelbesitzer sollten viel stärker als seither durch Werbung an die Oeffentlichkeit herantreten, um nicht im Konkurrenzkampf zu unterliegen. Es sei bedauerlich, daß die Mitarbeit dieser Kreise an den Aufgaben des Landesverkehrsverbandes verhältnismäßig gering ist. Nur durch Intensivierung des Fremdenverkehrs könne eine Gemeinde ohne Industrie und größere Landwirtschaft die erforderlichen Mittel zur Deckung ihres Haushaltes erlangen.

Geschäftsführer Meisel betonte, daß der örtliche Verkehrsverein Mittel und Wege ersinnen müsse, um ohne Schönfärberei Gäste in die Gemeinde zu ziehen.

Da leider — bis auf eine Ausnahme — Gasthausbesitzer nicht erschienen waren, nahm die Diskussion über die Frage der Straßenbeleuchtung breiteren Raum ein. Allenthalben trat der Wunsch nach ihrer Wiederherstellung zutage. Bürgermeister Mengler lehnte jedoch ab, die Schulden, die durch Wasserleitungs- und Straßenbau entstanden waren, noch zu vermehren. Es wurde vorgeschlagen, die notwendige Summe von 2500 bis 3500 DM durch eine Listensammlung aufzutreiben.

Der nächste Forumabend soll die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse zu den Arbeitsplätzen behandeln.

Jugend im aktiven Dienst

Erbach, (ch) In der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr konnte Kommandant Müller die erfreuliche Tatsache feststellen, daß die Jugend sich im vergangenem Jahre in zunehmendem Maße zum aktiven Dienst gemeldet habe.

Nach Mitteilung des Kommandanten wür¬ den insgesamt 8 Uebungen durchgeführt; bei 2 Kellerbränden, einem Dachstuhl- und einem Scheunenbrand war die Wehr im ernsten Einsatz. Bürgermeister Volk dankte den Männern der Wehr für ihren Einsatz zum Wohle der Bürgerschaft. Er versicherte weitere Unterstützung seitens der Stadt. Demnächst soll eine moderne mechanische Leiter gekauft werden.

Die Neuwahlen hatten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Gg. Reichert, Rechner Karl Affemann, Schriftführer Gustav Löb, 1. Kommandant Eberhard Müller, 2. Kommandant Wilhelm Hastert, Zugführer Gg. Friedrich, Beisitzer Gustav Engelhardt; Leonhard Diem, Karl Neff, Karl Nicklas, Jakob Frank und Gg. Saul. Der Feuerwehrball wurde auf den 6. Januar 1951 in der Festhalle angesetzt.

Jugend singt den Alten

Lützelbach, (ue) Eine freudige Ueberraschung erlebten die Insassen des vom Roten Kteuz unterhaltenen Flüchtlings-Altersheims am zweiten Adventssonntag. Der Chor der Schule von Oberbeerbach war nach dem winterlich verschneiten Lützelbach gekommen, um unter Leitung seines Dirigenten Kopczinsky, der selber Heimatvertriebener ist, den Frauen und Männern .des Heims durch Wort, Gesang und Spiel -eine vorweihnachtliche Feierstunde zu bereiten. Die ‘schon im vorgerückten Alter stehenden Heiminsassen lauschten dankerfüllten Herzens den Liedern und dem mit viel Eifer erlernten Weihnachtsspiel. Herzlicher Dank belohnte die kleine Spielschar und eine fröhliche Kaffeetafel, für welche die rührige Heimleiterin, Schwester Gertrud, gesorgt hatte, vereinte alt und jung.

Adventsstimmung beim VdK

Ober-Kainsbach, (ksc) — Kürzlich hatte der Ortsverband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner zu einer weihnachtlichen Abendunterhaltung im Saale von Gastwirt Hofmann eingeladen. Nach der Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden, Heyland, gedachte ein Schwerkriegsbeschädigter der Gefallenen, Vermißten, Schwerbeschädigten und Hinterbliebenen.

Dann wurden zwischen einzelnen Musikstücken von Herrn und Frau Reinemuth Liedet zur Laute vorgetragen; ein gemeinsamer Gesang, ein Couplet und der ganzen Veranstaltung angepaßte Gedichte kamen zu Gehör. Die anschließende Verteilung der Tombola-Gewinne brachte neben der Freude für die Gewinner auch für die Nietenbesitzer manchen heiteren Scherz. Der erste Abend solcher Art des Ortsverbandes VdK Ober-Kainsbach endete bei Tanz und froher Stimmung.

Neue Schwesternstation

Affolterbach, (vir) — Nachdem die Verhandlungen zwischen den beteiligten Gemeinden Wahlen, Scharbach und Affolterbach unter Einschluß des neugegründeten Krankenpflegevereins abgeschlossen wurden und das Mutterhaus der Diakonissen seine Zustimmung gegeben hat, kann die geplante Schwesternstation eingerichtet werden. Die einmaligen Unkosten zur Beschaffung eines Grundstockes an Arzneimitteln usw. werden mit 40 % von Affolterbach und mit je 30 % von Scharbach und Wahlen übernommen.

Maul- und Klauenseuche festgestellt

Falkengesäß, (ch) In der Hofreite des Metzgers Karl Schmidt ist durch den Kreistierarzt die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Die Gemarkung wurde daraufhin zum Sperrgebiet erklärt und die üblichen Schutzmaßnahmen angeordnet.

Aktuelles æwischeu gestetru uud sieute

Diebesbande vor Gerickt

Der Staatsanwalt beantragt hohe Gefängnisstrafen

Im Prozeß der Dritten Darmstädter Strafkammer gegen vier junge, zum Teil vorbestrafte Burschen aus Offenbach und Pfaffendorf, beantragte gestern abend Staatsanwalt Scharen wegen Bandendiebstahls und Betrugs Gefängnisstrafen von zwei Jahren vier Monaten bis zu dreieinhalb Jahren.

Die Angeklagten hatten sich in den verschiedensten Orten und Städten Hessens und des übrigen Bundesgebiets als Schaufensterknacker oder Betrüger betätigt. Hauptsächlich brachen sie in Photogeschäfte ein oder betrogen evangelische Pfarrer. Unter anderem verübten'sie Einbrüche und Betrügereien in Rüsselsheim, Heppenheim, Arheilgen, Groß-Gerau, Oppenheim, Langen, Goddelau, Offenbach, Frankfurt und Heidelberg. Bei ihren „Spritztouren“ führten sie Schreckschußpistolen, Totschläger und Dosen mit Munition mit sich.

Die vier Angeklagten gaben in vollem Umfange ihre Straftaten zu.

Fahrzeugaktion Ober-Ramstadt

Ober-Ramstadt. (st) - Ueber die Rückerstattung der im Jahre 1945 auf Befehl der Militärregierung im Steinbruch abgelieferten Fahrzeuge ist immer noch keine endgültige Klärung erfolgt. Die bisher angestrengten Prozesse sind eingefroren. Es werden verschiedene rechtliche Auffassungen vertreten, wie, daß die Fahrzeuge nun Eigentum des jetzigen Besitzers seien. Die Rückgabe war bisher eine Sache der freien Vereinbarung. In Fällen, in denen sich die Gemeinden nachweislich auf einen Befehl der Militärregierung berufen können, kann vom ehemaligen Eigentümer kein Ersatzanspruch geltend gemacht werden. Wie Landrat Wink mitteilte, ist damit zu rechnen, daß in Kürze eine endgültige Klärung der Frage erfolgen wird

„Rat und Tat“ bleibt bestehen

Groß-Gerau, (eng) — In einer Zusammenkunft im Cafe Menne war sich die Arbeitsgemeinschaft „Rat und Tat“ darüber klar, daß zwar ihre Aufgaben von inzwischen entstandenen Organisationen weitgehend übernommen worden sind, daß aber bei einer Umstellung trotzdem ein gewichtiger Auftrag noch gegeben ist: In regelmäßigen Zusammenkünften allen Persönlichkeiten, die im öffentlichen Leben Verantwortung tragen, Gelegenheit zu geben, miteinander Führung zu halten, voneinander Rat zu holen und eine Aussprache auf höherer Ebene zu Pflegen.

Dies war der Kern, um den sich eine lebendige Aussnrache drehte, an der sich u. a. Kreisschulrat Schwedes, Bürgermeister Dr. Lüdecke, Öberamtsrichter Lautenschläger, der Vorsitzende des Ortskartells der Gewerkschaften Croll und Kreisausschußmitglied Deppe beteiligten.

WIRTSCHAFT

Das heiße Eisen

4-3?’ Voraussetzung für eine Neufesteetzung des Zinssatzes für langt. Felder sieht das Niederbreisiger u tschaftsprogramm der Regierungsparteien eine Erhöhung der All¬ - um 20 Prozent vor. Dies ist ein neuer Vorstoß zur Wiederherstelung eines freien Wohnungsmarktes. Seit fier Währungsreform fordern besonders die Haus- und Grundbesitzer die freie Wirtschaft auch auf dem Wohnungssektor. Als Begründung werden die hohen Kosten der Wohnungszwangswirtschaft und der Verfall der Häuser im Altbesitz angeführt. Es ist nicht zu leugnen, daß die Fixierung der Mieten in der Bundesrepublik zu Marktstörungen geführt hat. Es ist eine Anomalität, daß das knappste Gut zum billigsten Preis angeboten — genauer verteilt — wird. Die Stoppmieten* schützen zudem nicht nur. Minderbemittelte, sondern auch die kapitalkräftigen Mieter. Ist es nicht auch ungerecht, daß Hauptmieter oft ihre volle Miete durch Mieteinnahmen von Untermietern decken können, daß also noch nicht einmal der Hausbesitzer Anteil an dieser Mehreinnahme hat?

Es waren soziale Gründe, die selbst einen so eifrigen Verfechter der freien Wirtschaft, wie Professor Erhard, zwangen. auf dem Gebiet der Wohnungswirtschaft an der Zwangswirtschaft fest zu halten. Wohl wurde durch die Freigabe der Mieten für frei finanzierte Wohnungsneubauten die erste Bresche in tlie Planwirtschaft auf diesem Gebiet geschlagen. Aber auch der große Gegensatz zwischen fixierten Mieten und freien Neubaumieten ist wirtschaftspolitisch unbefriedigend.

Jetzt scheint man in Bonn aber doch einige Reste der Zwangswirtschaft beseitigen zu wollen. Zur Belebung des Kapitalmarktes braucht man höhere Zinsen. Um aber dadurch den Wohnungsbau nicht abzubremsen und den Altbesitz noch mehr zu schädigen, sollen die Mieten erhöht werden. Außerdem sollen aber auch die Hauseigentümer den ihnen zufließenden Mietmehrertrag, der nicht zu Wiederinstandsetzung verwandt wird, in Obligationen, Pfandbriefen und sonstigen im einzelnen zu bezeichnenden Anlagepapieren von den Hauseigentümern sollen in Form von Hypotheken wieder dem Wohnungsbau zufließen.

Wie aber will man die soziale Seite dieses Problems befriedigend lösen? Man spricht im Bundeswirtschaftsministerium von Mietverbilligungsscheinen. Dies ist gewiß ein Weg. Er dürfte aber sehr schwer zu gehen sein. Wie will die Bundesregierung die hierfür erforderlichen Mittel aufbringen? Wer trifft die Auswahl der Personenkreise, die diese Vergünstigung erhalten sollen?

Man muß sich darüber klar sein,,daß zur Zeit die Tendenz besteht, eine weitere Verteuerung der Lebenshaltung durch Lohnforderungen zu beantworten. Schon haben die Metallarbeiter ihre Tarife gekündigt, schon wieder besteht zwischen den einzelnen Ländern der Bundesrepublik ein Lohngefälle. Wohin soll es aber führen, wenn man eine Mieterhöhung durch eine Lohnerhöhung abgelten will? Bisher konnte die Industrie höhere Kosten noch zum großen Teil auffangen. Nähert man sich aber nicht hier einer Grenze, die unweigerlich Preissteigerungen nach sich zieht?

Wohin fließen die Subventionen?

Auseinandersetzung um die Zuschüsse für Futtermittel

Hi. Der Zentralverband des deutschen Getreide-, Futter- und Düngemittelhandels in Bad Godesberg wendet sich gegen eine Aeußerung von Bundesarbeitsminister Storch, daß die für Futtermittel gezahlten Subventionen zu hundert Prozent in die Kasse des Handels gewandert seien. Futtermittel und Futtergetreide werden, so erklärt der Verband, überwiegend im liberalisierten Verfahren ohne Subventionen importiert.

Nur M i 1 o k o r n würde subventioniert. Der überwiegende Teil des Milokorns sei aber nachweislich zum verbilligten Preis dem Verbrauch zugeführt worden. Lediglich dort, wo Milokorn infolge der angeordneten Koppelung in Gebiete gelenkt worden sei, in denen kein Bedarf dafür bestanden habe, hätten Handel und Genossenschaften diese geringen Mengen unter teilweise erheblichen Transportkosten weitergeleitet.

Einfuhrgetreide nach Mühlenkapazität

' Hi. Bundestagsabgeordneter Margulies fordert in einem Schreiben an Bundesernährungsminister Niklas eine Neuregelung der Getreidezuteilung dergestalt, daß künftig allein die Mühlenkapazität und nicht die Kopfzahl der Bevölkerung für die Aufteilung des Auslandsgetreides entscheidend sein soll. Die jetzige Methode führe zu unrationellen und deshalb untragbaren Transportkosten. Die Subventionen würden damit sinnlos verbraucht. Diese Auslandsgetreidetransporte von den Seehäfen nach den süddeutschen Ländern belasteten auch den Brotpreis unnötigerweise.

Noch keine DM-Eröffnungshilanz

-d_ In der Wiesbadener HV der Allianz Versicherungs- AG., München wurde der Geschäftsbericht für 1947 vorgelegt. Die Prämien-Einnahme der Allianz hat sich 1947 gegen 1946 um etwa 20 Prozent ■ erhöht. Die Einnahmen in einzelnen Versicherungszweigen haben im wesentlichen nur noch historischen Wert.

Die Bilanz weist einen als Ausgleichsposten bezeichneten Ueberschuß von RM 1 239 006 aus, der vorgetragen wird.

Ueber die DM-Eröffnungsbilanz konnte noch nicht berichtet werden, weil noch nicht alle gesetzlichen Bestimmungen, die zur Erstellung der DM-Eröffnungsbilanz der Versicherungs-Unternehmungen notwendig sind, erlassen sind. Das Eigenkapital der Nichtlebensversicherungs-Unternehmungen kann entweder mit 10 Prozent der am 21. 6. 1948 vorhandenen Verbindlichkeiten oder mit 20 Prozent des sich aus der RM-Schlußbilanz ergebenden Eigenkapitals in die DM-Eröffnungsbilanz einge. setzt werden. Die Allianz Versicherungs-AG. wird voraussichtlich die letztere Methode anwenden.

Rentenaufbesserung noch nicht in Sicht

Zu dem Thema Aufbesserung der Privatrentenversicherung wurde ausgeführt, daß eine baldige Entscheidung des Bundestags dringlich erwünscht sei. Die Ver¬ £icherungsunternehmungen legten besonderen Wert darauf, daß die alten Rentner eine bevorzugte Aufwertung erhalten. Zur Zeit liegt ein entsprechender Antrag dem Bundestags-Ausschuß für Geld und Kredit vor. Von dort muß ein Gesetzentwurf zur zweiten und dritten Lesung dem Plenum des Bundestags zugeführt werden. Außerdem bedarf es der Zustimmung des Bundesrats. Rentner, die auf Erledigung vor Weihnachten hofften, werden erfahren müssen, daß noch längere Zeit vergehen wird.

Lebenshaltungskosten erneut gestiegen

Die Preisindexziffer für die Lebenshaltung hess. Arbeitnehmerfamilien ist nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes im November erneut gestiegen. Mit 91 Punkten lag sie 1 Prozent über dem Stand des Vormonats, 49 Prozent über dem des Jahres 1938.

Zahlungsmittelumlauf rückläufig

Bz. Die erste Dezemberwoche brachte der Bank deutscher Länder einen Rückgang des Zahlungsmittelumlaufes um 73,0 Mill. DM auf 8,17 Milliarden DM. Im Vergleich zum 7. November ist die Gesamtsumme um 163,0 Mill. DM kleiner.

vwd Der Zahlungsverkehr von Schuldnern der Sowjetzone an Gläubiger in der Bundesrepublik darf künftig, nach einer Anordnung der Sowjetzonen-Volkskammer, nur über ein Kreditinstitut der Sowjetzone erfolgen.

Frankfurter Börse freundlicher

Bz. Die Frankfurter Börse eröffnete zunächst bei starker Zurückhaltung und wesentlich kleinerer Umsatztätigkeit als am Vortage. Im allgemeinen blieben aber die Kurse unverändert, da auch keinerlei drängende Verkaufsorders an den Markt kamen. Im späteren Verlauf setzte sich dann eine allgemein freundlichere Haltung durch. Elektropapiere gewannen meist 0,25 bis 0,50, Maschinenwerte konnten sich voll behaupten.

Der SPORT

Kreisklassen am „Goldenen Sonntag

Nur acht Spiele in der Bezirksklasse

Am letzten Sonntag vor dem Fest kann sich in der Gr upp e 1 der Fußball-Bezirksklasse auf den drei ersten Tabellenplätzen nichts mehr ändern, denn selbst ein durchaus noch nicht feststehender Sieg der Viktorianer in Hofhpim brächte sie keine Sprosse höher — ja, im Verlustfalle die Hofheimer ein schönes Stück weiter. Aber auch Groß-Gerau lauert auf den vierten Platz, der unter Umständen bei seinem Gastspiel in Langen herausspringen könnte. Dem VfR dagegen brächte ein doppelter Punktgewinn sicheres Unterkommen in der oberen Hälfte. Unter der „Mittellinie“ gibt es ebenfalls zwei Spiele: Biblis empfängt Bensheim. Die Bergsträßer müssen diesmal schon besser abschneiden als beim 0:0 in Heppenheim, wenn sie sich einen guten Start in die Rückrunde sichern wollen. Pfungstadt dürfte gegen Rohrheim mit einiger Sicherheit zum Spielgewinn kommen.

Es spielen: Biblis—Bensheim, Langen— Groß-Gerau, Hofheim—Viktoria Urberach, Pfungstadt—Rohrheim.

Die Gru pp e 2 ist mit ihren Terminspielen noch nicht ganz so weit vorangekommen. Von den zehn noch in der Herbstrunde stehenden Vereinen treten acht an. Dabei dürften sowohl die KSV Urberach in Egelsbach als auch Bischofsheim zu Hause gegen Erbach doppelt punkten und damit ihren 2. und 3. Platz behaupten. Schwerer hat es Dieburg, das Nauheim empfängt. Die Aussicht beiderseits, im Gewinnfalle starke Ausgangspositionen für die zweite Saisonhälfte zu sichern, legt viel Spannung in dieses Treffen. Messel ist im Heimspiel für Michelstadt in jeder Beziehung gefährliches Gelände.

Es spielen: Egelsbach—Urberach, Dieburg— Nauheim, Bischofsheim—Erbach, Messel— Michelstadt. RG.

Letzte diesjährige Spiele im Kreis Darmstadt

In der A-Klasse treffen sich zum letzten Verbandsspiel in diesem Jahr: Hähnlein — Hahn, TSG 46 Darmstadt — SSG Langen, TuS Griesheim — Grafenhausen, Bickenbach — Erzhausen, Weiterstadt — Alsbach, Seeheim — Nieder-Ramstadt.

Hahn, die scheinbar eine Schwäche zu verzeichnen haben, werden in Hähnlein sicherlich nicht um eine erneute Niederlage herumkommen. SSG Langen fährt nicht ganz ohne Aussichten nach Darmstadt, denn die Spielstärke der 46er hat schwer nachgelassen. Obwohl TuS Griesheim zu Hause spielt wird es wohl wiederum zu keinem Erfolg kommen. Bickenbach empfängt Erzhausen und darf seinen Gegner nicht zu leicht nehmen. Ob Weiterstadt seine Vormachtstellung ■auch gegen Alsbach behaupten kann, bleibt abzuwarten. Nieder-Ramstadt dagegen sollte auch in Seeheim zu zwei weiteren Punkten kommen.

In der B-Klasse begegnen sich: Rohrbach geg. Nieder-Beerbach, Union Darmstadt — Eschollbrücken, Ober-Beerbach — SV 98 Darmstadt, SC Griesheim — Brandau, Traisa geg. Jugenheim.

Rohrbach sollte auch im Rückspiel beide Punkte behalten können. Auf der Rennbahn kommt es zwischen dem Zweiten und Dritten der Tabelle zu einer spannenden Auseinandersetzung. Ob Ober-Beerbach endlich .mal zwei Funkte behalten darf, bietet auch im Spiel gegen SV 98 abzuwarten. SC Griesheim empfängt Brandau, die in dieser Saison keine schlechte Figur abgatoeni. Die immer noch ersatzgeschwächte Elf aus Jugenheim fährt nach Traisa und wird dort um den Anschluß kämpfen müssen.

Nichts Aufregendes im Kreis Dieburg

Die A-Klasse sieht am Sonntag zwei „Austaufspiele“ vor. Die Tabellenentfernung zwischen Ober-Roden und seinem Gast Lengfeld ist so deutlich, daß man den Otzbergern wohl einen Sieg anzeigen darf, der sie dann mit 16:10 Punkten vom 6. auf den 4. wenn nicht gar den 3. Platz bringen wird. Bei der Paarung der beiden Tabellenletzten Kleestadt und Spachbrücken möchten wir der Heimmannschaft die größeren Aussichten zuerkennen.

Es spielen: Ober-Roden — Lengfeld, Kleestadt — Spachbrücken.

In der B-Klasse Gruppe 1 kann man ohne weiteres Georgenhausen für sein Spiel auf eigenem Platz gegen Brensbach das Pluszeichen .geben, Hassia II wird seinen allerdings außer Konkurrenz errungenen guten Platz auch von Wersau nicht gefährden lassen. Niedernhausen erwartet die im Vorspiel geschlagenen Fränkisch-Crumbacher, die schon mit einer Punkteteilung höchst zufrieden sein werden. So wird auch Ober/Nieder-Klingen kalkulieren dürfen, das sich zu Hause mit Hering auseinanderzuseteen hat.

Es spielen: Niedernhausen — Fränkisch-Crumbach, Ober/Nieder-Klingen — Hering. Hassia II — Wersau, Georgenhausen gegen Brensbach.

In 3er Gruppe 2 absolvieren die beiden Spitzenreiter Schaafheim und Hergershausen Heimspiele. Ihre Gegner — Wiebelsbach bzw. TV Groß-Umstadt — gehen also nicht mit hochgespannten Erwartungen auf Reisen. Nicht unbedingt siegessicher sind die Münsterer, denn ihr Partner Heubach ist aus der Rolle des Außenseiters zu einem beachtlichen Gegner her ausgewachsen. Raibach hat es gegen Klein-Umstadt ebenfalls nicht leicht; beide Punkte zu ergattern, würde schon eine Ueberraschung bedeuten.

Es spielen: FrSpVg Münster — Heubach, Raibach — Klein-Umstadt, Hergershausen geg. TV Groß-Umstadt, Schaafheim — Wiebelsbach.

Schlußakkorde im Kreis Erbach

Die Fußball - A - Klasse Erbach trägt am Sonntag mit drei Paarungen die letzten Vorrunden-Spiele aus. Die einzelnen Begegnungen: KSG Erbach (Soma) — TSV Höchst, Neustadt — Würzberg, Günterfürst — Lützel-Wiebelsbach.

Die schußfreudige Elf der KSG Erbach empfängt in ihrem Heimspiel die durch Nachwuchsspieler aufgefrischte Höchster Mannschaft. Für einen Sieg dürfte in dieser offenen Partie neben der Tagesform der Platzvorteil keine unwesentliche Rolle spielen. — Lützel-Wiebelsbach ist in Günterfürst zu Gast. Die Platzherren, mit Gebauer, Clemens und Haischuh in der Fünferreihe sollten auch hier ihr Punktekonto um zwei weitere zu verbessern wissen. — Neustadt trifft vor einheimischem Publikum auf den Neuling Würzberg, Lützel-Wiebelsbach am Vorsonntag mit einer unerwarteten 5:4 -Niederlage heimschickte Trotz dieses auf rein körperlichen Einsatz beruhenden Achtungserfolges dürfte Würzberg kaum um einen Punktverlust herumkommen,

Im Kreis Groß-Gerau Tabellenführer bedroht

Am zweiten Spielsonntag der Rückrunde finden in der A-Klasse folgende Begegnungen statt: Biebesheim — Gernsheim, Stockstadt — Büttelborn, Ginsheim — Klein-Gerau, Raunheim — Wolfskehlen, Gustavsiburg — Astheim, Dornheim — Walldorf. Nach dem vorsonntäglichen 4:1-Erfolg der Biebesheimer über Stockstadt kann es ihnen auf eigenem Platz gelingen, gegen Gernsheim ein Unentschieden zu erreichen. Eine sehr ausgeglichene Partie dürften sich Stockstadt und Büttelborn liefern, wobei lediglich die Tagesform ausschlaggebend sein wird.

Ob der seitherige Tabellenzweite Ginsheim gegen die durch Edgar Scheid verstärkten Klein-Gerauer seine Position weiterhin erfolgreich verteidigen wird, bleibt abzuwarten. — Die ersatzgeschwächten Wolrfskehler werden in Raunheim kaum zu einem Punktgewinn kommen. — Auch der in der Tabelle sehr gut stehende Neuling Astheim wird gegen die unberechenbaren Gustavsburger schwer zu kämpfen haben. — Dornheim sollte zu Hause gegen die ebenfalls ersatzgeschwächten Walldörfer zu seinem ersten Sieg kommen.

In der B-Klagse spielen: Königstädten ■geg. Worfelden, Wallerstädten — Bischofs-1 heim Ib, Geinsheim — Erfelden, Opel Rüsselsheim Ib — SSV Raunheim, Goddelau geg. Leeheim Hier werden aus allen Treffen die Platzbesitzer als Sieger erwartet.

Handball:

Süd gegen Nord im Blickpunkt

Am kommenden Sonntag blicken die Handballinteressenten nach Wuppertal, wo im Wiederholungsspiel um den Bundespokal Süddeutschland gegen Norddeutschland antritt. Das Spielprogramm in der Hessischen Verbandsliga, Gruppe Süd, wird dadurch etwas gekürzt, da die beiden Mannschaften SG Dietzenbach und SV 98 Darmstadt Spieler zur süddeutschen Vertretung abstellen. Von Darmstädter Seite aus wirkt Kurt Schäfer mit, der sich gerade augenblicklich in ausgezeichneter Verfassung befindet. Zusammen mit Wintterlin und Kern von Dietzenbach sowie Sutter von Kassel-Harleshausen stellt somit Hessen ein ganz beachtliches Kontingent an talentierten Spielern.

Von den verbleibenden Spielen interessiert vor allem die Mombacher Begegnung, wo die am Vorsonntag so empfindlich geschlagenen Kickers Offenbach antreten. Es wäre keine Ueberraschung, wenn die Punkte auf dem gefürchteten Mombachei' Sandplatz blieben. — In N i e d geht es um den 4. Tabellenplatz, den augenblicklich Griesheim inne hat. Es wird also für die Griesheimer ein Anreiz sein, von der 1. bis zur letzten Minute zu kämpfen, um die Punkte mitnehmen zu können. — In Wiesbaden werden die Wormaten aus Worms ebenso wie die Kemptener in Gelnhausen keine Lorbeeren ernten können. Beide Vereine haben in dieser Spielsaison bei ihren Auswärtsspielen keine besonderen Leistungen gezeigt. -r

Gruppenliga 4

Die größte Ueberraschung des letzten Spielsonntags war die eindeutige Niederlage von Braunshardt in Bauschheim, das dadurch wohl nicht mehr als ernsthafter Verfolger des Spitzenreiters in Frage kommt. Herrnsheim festigte durch seinen Sieg den 2. Tabellenplatz, während Pfungstadt, Braunshardt und TSG 46 Darmstadt eine starke Mittelgruppe anführen. Der kommende Sonntag bringt folgende Begegnungen: SV Kostheim — SKG Bauschheim, TG Rüsselsheim — Concordia Gernsheim, SG Bretzenheim — TSG 46 Darmstadt, SSC Alzey gegen TSG Pfungstadt, TuS Wörrstadt — VfL Herrnsheim.

In Kostheim an der Mainspitze stehen sich in einem ..kleinen Lokalderby“ der dortige SV und die SKG Bauschheim gegenüber. Da beide Mannschaften gleich stark sind, spricht nur der eigene Platz für- einen knappen Vorteil der Einheimischen. — Der ungeschlagene Tabellenführer Rüsselsheim wird sich in seiner derzeitigen Hochform zu Hause von den Gernsheimer Concorden wohl keinen Punkt entführen lassen.

Die TSG 46 Darmstadt fährt nach Mainz zur SG Bretzenheim. Trotz der Erstarkung der Platzherren in den letzten Wochen, dürften die Gäste in der Lage sein, das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. In derselben Lage wie Darmstadt sind auch der TSV Pfungstadt und der VfL Herrnsheim, die in Alzey bzw. Wörrstadt antreten müssen. Jedes .andere Ergebnis als ein doppelter Punktgewinn der Gäste wäre eine Ueberraschung. . -th-

Bezirksklasse Odenwald

Am kommenden Sonntag spielen: Mörfelden gegen Eppertshausen, Reichelsheim—Urberach, Groß-Bieberau — Langen, Kirch-Brombach gegen Seeheim.

Der Tabellenzweite Mörfelden darf auch auf eigenem Platz die spielstarke Elf von Eppertshausen nicht unterschätzen. — Urberach sollte gegen den Tabellenletzten Reichelsheim auf dessen Platz zu einem klaren Sieg kommen, da Reichelsheim durch Spielersperre sehr geschwächt ist. — Offen sind die beiden letzten Begegnungen in Groß-Bieberau und Kirch-Brombach, wobei vielleicht der Platzvorteil entscheidend sein könnte.

Kreisklasse Darmstadt

Die Gruppe 1 sieht die folgenden Begegnungen vor: Arheilgen — TG 75 Darmstadt, Hahn — Ober-Ramstadt, SV 98 jr. — Roßdorf, Bessungen — Bickenbach, Eberstadt — Nieder-Ramstadt.

Wichtige Spiele finden in Arheilgen und Hahn statt, wo vier Vereine der Spitzengruppe aufeinander treffen. Die Platzvereine könnten in beiden Begegnungen knapp Sieger bleiben. — Eine eindeutige Angelegenheit für die Junioren-Mannschaft des SV 98 wird das Spiel gegen Roßdorf sein. — Auch Bessungen sollte sich auf eigenem Platz gegen Bickenbach durchsetzen. Dagegen ist die Begegnung in Eberstadt vollkommen offen.

In Gruppe 2 treffen sich: Büttelborn gegen Schneppenhausen, Egelsbach — TV Groß-Gerau, Mörfelden — TV Langen, VfR Groß-Gerau — Weiterstadt.

Der Tabellenführer Büttelborn wird wohl sicher zu zwei weiteren Punkten kommen. — Nach seiner schwachen Partie am letzten Sonntag wird auch diesmal TV Groß-Gerau bei dem spielstarken Egelsbach kaum Gewinnchancen haben. — In Mörfelden wird TV Langen den Anschluß an den Tabellenführer behaupten . wollen. — Das Spiel der beiden Tabellenletzten in Groß-Gerau ist offen.

Kreisklasse Dieburg

Am kommenden Sonntag finden folgende Spiele statt: Gruppe 1: Langstadt II — TV Reinheim, Klein Umstadt — Richen, Semd geg. Schaafheim: Gruppe 2: Groß-Zimmern geg. Groß-Umstadt, TS Ober-Roden — Münster, Nieder-Klingen — SV 45 Reinheim.

In der Gruppe 1 werden der TV Reinheim und der TV Schaafheim in Langstadt (bei der Res.) bzw. in Semd sicher zu den Punkten kommen. Die Begegnung in Klein-Umstadt gegen Richen ist offen. Groß Zimmern ist zu Hause gegen Groß-Umstadt Favorit und wird seine überraschende Vorspielniederlage bestimmt korrigieren. Die Turnerschaft Ober-Roden wird sich von dem TV Münster kaum den Sieg streitig machen lassen. Wenn der SV 45 Reinheim in Nieder-Klingen in derselben Form wie am letzten Sonntag antritt, haben die Platzherren keine Chancen. -ff-

Sport in Kürze

Mit der Mannschaft Weigel, Büttner, Kohl, A. und H. Knieß, Törsam, Albrecht, Allmann, Ströher, Formella und Schulz bestreiten die Boxer- des ABC am Samstag, 20 Uhr, in Lorsch einen Kampf gegen die Auswahlstaffel des Kreises Bergstraße. *

Die Fußballschiiedsrichter des Kreises Groß-Gerau kommen am Sonntag, dem 17. Dezember, um 9 Uhr in der Gaststätte „Gambrinus“ am Bahnhof in - Gerau-Dornberg zu einer wichtigen Tagung zusammen. -od-

H Nach arbeitsreichem Leben und längerem Krankenlager ß entschlief im Alter von 77 Jahren mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Opa, Bruder, Schwager und Onkel, Herr Jakob Heymann Seniorchef der Fa. Darmstädter Bettenhaus Die trauernden Hinterbliebenen: Pauline Heymann geb. Walter Familie Heinrich Heymann Familie Paul Heymann sowie alle Angehörigen. ■ Darmstadt, den 13. Dezember 1950. Bessunger Straße 55 Die Beerdigung findet am Montag, dem 18. Dezember 1950, um 15 Uhr H auf dem Bessunger Friedhof statt.

Bestattungen « am Freitag, dem 15. Dezember 1950: S Hl Beerdigungen: Alter Friedhof: m 14.30 Uhr: Pietz, Mathilde, Nieder-Ramstädter Str. 20 gl Bessunger Friedhof: m 14.00 Uhr: Sommer, Konrad, 64 J., Lichtenbergstr. 73 M H Feuerbestattungen: m Waldfriedhof: M | 10.45 Uhr: Eckstein, Johann, 73 J., Friedberger Str. 6 Ei | 11.15 Uhr: Kieber, Franz, 70 J„ Prälat-Diehl-Str. 33 H I 11.45 Uhr: Habicht, Natalie, 52 J., Landskronstr. 19 ||

Amtliche Bekanntmachungen In dem Gehöft des Ludwig Jährling, Balkhausen, ist die Maul- und Klauenseuche amtsärztlich festgestellt worden. Die Ge¬ meinde Balkhausen wurde zum Sperrbezirk und die Feldgemar¬ kung einschließlich Obstgut Talhof zum Beobachtungsgebiet er¬ klärt. Die erforderlichen Schutzmaßnahmen gemäß dem RVG. vom 26. Juni 1909 wurden angeordnet. Der Landrat des Landkreises Darmstadt — Ordnungsamt I. V.: Schön Betr.: Fluchtlinien und Bebauungsplan zugleich des ehemaligen Exerziergeländes zwischen Rheinstraße, HindenburgstraDe, Haas¬ ring und Holzhofallee. Der in der Stadtverordnetenversammlung vom 30. November 1950 beschlossene Fluchtlinien- und Bebauungsplan zugleich des ehe¬ maligen Exerziergeländes zwischen Rheinstraße, Hindenburg¬ straße, Haasring und Holzhofallee liegt bei der Stadtbauverwal¬ tung, Abteilung Stadtplanung, Bessunger Straße 125, Zimmer 205, vom 15. Dezember 1950 bis 5. Januar 1951 zur Einsicht offen. Einwendungen sind innerhalb der genannten Frist bei der Stadt¬ bauverwaltung zu erheben. Darmstadt, 12. Dezember 1950. Stadt Darmstadt, Stadtbauverwaltung.

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