Darmstädter Tagblatt 1950


Darmstädter Tagblatt

Darmstädter Tagblatt ERICH DOMBROWSKI, n a r Tagblatt U C. Wittich. rre?hV< d. ;.Rh,elnstr3ße 23. Telefon 3925. Erscheint täglich außer Sonntag 207. Jahrgang / Nr. 142 Jieuefte Jiadjridjfen Donnerstag, 14. Dezember 1950 Redaktion: Darmstadter Tagblatt L. C. Wittich, Darmstadt, Rheinstraße23,Tel. 3925. Bezugspreis: 2,90 DM monatlich zuzüglich 0,40 DM Trägerlohn. Anzeigenpreise: Preisliste Nr. 3 v. 1. 7. 1950. Preis 15 Pfennig *

60 000 Soldaten evakuiert

Letzte Phase des Rückzuges der UN-Truppen aus Nordostkorea

Tokio, 13. Dezember. (AP./dpa) Die Evakuierung des zehnten amerikanischen Korps aus dem Brückenkopf von Hamhung in Nordostkorea hat am Mittwoch begonnen. Seit den Morgenstunden werden Panzer, Artillerie, Lastwagen und ganze Einheiten auf die bereitliegenden Schiffe verladen.

Neue chinesische Truppenkonzentrationen nördlich von Hamhung machen eine beschleunigte Abwicklung der Evakuierung erforderlich. Mit den vor einigen Tagen eingetroffenen Einheiten der siebten Infanteriedivision, die bis an die mandschurische Grenze vorgestoßen war, warten über 60 000 Amerikaner, Briten und Puertorikaner auf den Abtransport.

Eine Kompagnie Rotchinesen in amerikanischen Uniformen versuchte am Mitt¬ woch vergeblich, Hamhung in einem Ueberraschungsangriff zu nehmen.

Die Kommunisten konnten unter schweren Verlusten abgewehrt werden. Durch alliierte Flugzeuge wurden am Mittwochmorgen Tausende von Flugblättern über die chinesischen und nordkoreanischen Stellungen ab geworfen, in denen die Kommunisten aufgefordert werden, den „sinnlosen Krieg“ zu beenden. Die eine Seite des Flugblattes zeigt einen chinesischen und einen amerikanischen Soldaten, die einander zulächeln.

Inzwischen nimmt der nach Süden ziehende Flüchtlingsstrom immer größeren Umfang an. Eine Kolonne nördlich von Hae j u ist bereits auf rund eine halbe Million Männer, Frauen und Kinder angewachsen. Bei jedem Halt werden die Leichen der Erfrorenen von den überladenen Wagen geworfen. Selbst aus dem Nordosten segeln Flüchtlinge in armseligen Dschunken über die stürmische See nach Süden, um sich an der Küste Südkoreas in Sicherheit zu bringen.

Lloyds glaubt nicht an Krieg

Ottawa, 13. Dezember. (AP.) Der kanadische Ministerpräsident Louis St. Laurent ist ebenso optimistisch wie Lloyds Versicherungsgesellschaft, daß kein Krieg ausbrechen wird.

Lloyd hatte eine Versicherung gegen Ausbruch von Feindseligkeiten für eine internationale Bniefmarkene^sstellung im September nächsten Jahres in Ottawa übernommen, weil die Aussicht auf einen Krieg nur eins zu fünfzig sei.

Auf einer Pressekonferenz versicherte St. Laurent am Mittwoch, daß er diesen Optimismus der Versicherung teile.

Marshallplanhilfe eingestellt

London, 13. Dezember. (AP.) Die Marshallhilfe der Vereinigten Staaten an Großbritannien wird vom 1. Januar 1951 an eingestellt, teilte Schatzkanzler Gaitskell dem britischen Unterhaus mit.

Die Lava steht

Catania, 13. Dezember. (AP.) Die Spitze des Lavastromes, der die Dörfer Milo, Rinazzo und Fornazzo nun schon seit achtzehn Tagen mit Vernichtung bedroht, ist fast zum Stillstand gekommen. Ein zweiter Strom, der auf das Dörfchen Rocca Capra zukam, bewegt sich gleichfalls kaum noch vorwärts.

Deutscher Wehrbeitrag festgelegt

Das Kommunique des Militärausschusses der Atlantik-Pakt-Mächte

London, 13. Dezember. (AP.) Der ständige Ausschuß und der militärische Ausschuß der Atlantikpaktorganisation haben auf einer gemeinsamen Sitzung in London ..vollständige Uebereinstimmung über Empfehlungen politischer und militärischer Art zum Beitrag Deutschlands zur Verteidigung des Westens erzielt“, heißt es in einem am Mittwoch ausgegebenen Kommunique.

Das Kommunique hat folgenden Wortlaut: „Auf einer gemeinsamen Sitzung haben die Außenministerstellvertreter der Nordatlantikpaktstaaten und der nordatlantische Militärausschuß heute (Mittwoch) vollständige Uebereinstimmung über Empfehlungen politischer und militärischer Art für einen Einschluß Deutschlands in eine gemeinsame Verteidigungsstreitmacht Westeuropas erreicht.

Die Empfehlungen werden dem nordatlantischen Verteidigungsausschuß und dem Nordatlantikpaktrat auf ihren Sitzungen in der nächsten Woche in Brüssel als Grundlage für weitere Beratungen dieser Angelegenheit zwischen den Besatzungsmächten und der deutschen Bundesrepublik unterbreitet werden.

Der militärische Ausschuß wird dem Verteidigungsausschuß weiter die beschlossenen Empfehlungen zur Aufstellung einer gemeinsamen Verteidigungsstreitmacht in Europa, die allgemeinen Vorkehrungen zur Ernennung eines Oberkommandierenden für diese Streitmacht und seine Aufgaben nach der Ernennung übermitteln.“

Damit ist der Plan für eine Einbeziehung von rund 150 000 Mann deutscher Truppen in das westeuropäische Verteidigungssystem in seine endgültige Form gebracht worden. Die deutschen Kontingente sollen in Brigaden von 4000 bis 6000 Mann zusammengefaßt und vom Nordkap bis zur Aegäis verteilt werden. Sie sollen etwa ein Fünftel der Europaarmee ausmachen.

„Cesetz zum Schutz des Friedens“

Neues sowjetzonales Einschüchterungsmanöver gegen den Westen

Berlin, 13. Dezember. (AP/dpa) Die Volkskammer der Sowjetzonen-Republik hat am Mittwoch ein „Gesetz zum Schutz des Friedens“ einstimmig verabschiedet, das allen Deutschen, gleichgültig, ob sie in der Ostzone oder in der Bundesrepublik wohnen, schwerste Strafen einschließlich der Todesstrafe für „Verstöße gegen den Frieden“ androht.

Nach dem Gesetz wird mit Gefängnis, in schweren Fällen mit Zuchthaus, bestraft: „Wer gegen andere Völker hetzt, um die friedlichen Beziehungen zwischen den Völkern zu zerstören oder um das deutsche Volk in einen neuen Krieg zu verwickeln; wer die kommunistische Bewegung und ihre Anhänger verächtlich macht oder herabwürdigt; wer einen Angriffskrieg propagiert; wer Deutsche für die französische Fremdenlegion oder ähnliche Völkergruppep anwirbt; wer die Einbeziehung Deutschlands in einen aggressiven Militärblock befürwortet und wer die Verwendung von Atomwaffen oder anderen Massenvernichtungsmitteln verherrlicht.“

Auf Todesstrafe kann nach dem Gesetz erkannt werden: wenn „die Tat in direktem Auftrag von Staaten, welche eine aggressive Politik betreiben, begangen wird“.

Zuwiderhandlungen gegen dieses Gesetz werden durch den Generalstaatsanwalt der Ostzone verfolgt, auch „wenn die Tat von deutschen Staatsbürgern nicht im Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik, oder von Personen begangen worden ist, die in diesem Gebiet keinen Wohnsitz oder Aufenthaltsort haben.

Ein Sprecher der Sozialistischen Einheitspartei (SED) erklärte zu diesem Gesetz, es schütze die Bürger der Ostzone, die Frauen, Kinder und Aktivisten „vor dem Schicksal ihrer koreanischen Kollegen“. Der Sprecher erklärte weiter, das Gesetz richte sich „eindeutig gegen die amerikanischen Imperialisten und ihre Zutreiber“.

Das Gesetz wird von amerikanischen Kreisen in Frankfurt als ein Terrorgesetz bezeichnet, das die Bewohner der Sowjetzone praktisch rechtlos mache.

Deutsche Politiker in Bonn sind der Meinung, daß das Ostzonen-Gesetz den Brief Grotewohls an den Bundeskanzler als reines Propagandamanöver entlarvt habe. Ein Sprecher der Sozialdemokratischen Partei erklärte, das Gesetz bestätige die sozialdemokratische Auffassung, daß es unmöglich sei, mit Grotewohl zu verhandeln.

In Bonn bewegt besonders die Frage, wie zukünftig der Status der Deutschen aus der Bundesrepublik sein soll, die durch die Ostzone nach West-Berlin reisen müssen. Es bestehe die Möglichkeit, daß man diese Personen nach Inkrafttreten des Gesetzes aus den Interzonenzügen oder Personenkraftwagen heraushole, um sie vor ein Gericht zu stellen.

500 Millionen Mark

Nachtragsforderung der Alliierten

Hi. Bonn, 13. Dezember. (Eigener Drahtbericht.) Wie in Bonn verlautet, haben die Alliierten einen Nachtrag für den Besatzungsetat in Höhe von mehr als fünfhundert Millionen für die letzten drei Monate des Haushaltsjahres 1950/51 angefordert. Sie werden mit Truppenverstärkungen begründet. Wie dazu noch bekannt wird, haben die Alliierten vom Bundesfinanzminister die sofortige Freigabe von rund 100 Millionen Mark für den Bau von Kasernen und Exerzierplätzen gefordert.

Die genannten Beträge stellen eine zusätzliche Beanspruchung zu den laufenden Besatzungskosten in Höhe von rund 4,5 Milliarden Mark pro Haushaltsjahr.

Vor Verkündigung des Notstandes

Washington, 13. Dezember, (dpa) Nach der zweistündigen Konferenz, die Präsident Truman am Mittwoch in Washington mit führenden Parlamentariern und Kabinettsmitgliedern abhielt, erklärte der Führer der republikanischen Senatsfraktion, Senator Kenneth Wherry, Truman habe die Verkündung des nationalen Notstandes innerhalb der nächsten 48 Stunden ins Auge gefaßt.

Der republikanische Senator Robert Taft gab in einer Presseerklärung bekannt, daß die republikanische Partei bereit sei, der Verkündung des Notstandes angesichts der weltpolitischen Krise rückhaltlos zuzustimmen, um die Aufrüstung der USA zu beschleunigen.

Neuer Angriff Maliks

Lake Success, 13. Dezember. (AP.) Die Vereinigten Staaten und Großbritannien unterstützten den Vorschlag eines Waffenstillstands in Korea nur, um ihren Streitkräften eine Atempause zur Vorbereitung eines neuen Angriffs zu geben, hat der sowjetische Chefdelegierte bei den Vereinten Nationen, Malik, vor dem politischen Ausschuß der UN-Vollversammlung erklärt.

Umsiedlung und Finanzausgleich

Bundestag befaßt sich mit der „Krise des Föderalismus“

Drahtbericbt unseres Korrespondenten

Da Bonn, 13. Dezember. Alle Fraktionen forderten am Mittwoch im Bundestag eine Beschleunigung der Umsiedlungsaktion, damit die mit Vertriebenen überbelegten Länder des Bundes sobald wie möglidi fühlbar entlastet werden.

Umsiedlungsaktion und Finanzausgleich führten den Bundestag erstmalig dazu, sich mit der viel besprochenen „Krise des Föderalismus“ auseinanderzusetzen. Im Rahmen der Aussprache über die Umsiedlungsaktion erfolgte diese Auseinander-Sg n Form einer heftigen Kontro-Sse mit dem Vorsitzenden der Bayern-Partei Bundestagsabgeordneter Dr. Baumgartner, der den extremen Föderalismus vertritt. . . _ ,

Baumgartner erklärte: „In keinem Kulturstaat dürfen Leute mitwählen, die nidit hingehören.“

TTnier den Pfuirufen des Hauses erteilte Bundestagspräsident Baumgartner we”en „Beleidigung aller Flüchtlinge einen Ordnungsruf.

Die andere Ursache für die Krise des PÄderalismus nannte Finanzminister Schäffer, als er den Gesetzentwurf der Bundesregierung für den Finanzausgleich

unter den Ländern einbrachte. Es ist die Zufälligkeit der in den Tagen der Katastrophe von 1945 gezogenen Ländergrenzen. In vollkommener Einmütigkeit wurde in der Bundestagsaussprache die baldige Neugliederung der Bundesländer gefordert, weil sich nur dadurch der mit einem Finanzausgleich kaum zu überbrückende Unterschied zwischen den finanzstarken und den finanzschwachen Ländern des Bundes endgültig beheben lasse und lauter lebensfähige Länder geschaffen werden können.

Das Plenum verabschiedete dann ein Gesetz zur Wiedererhebung der B e f ö r - der ung ss teuer im Möbelfemverkehr und ün Werkfernverkehr sowie zur Aenderung von Beförderungssteuergesetzen.

Ein Antrag des Kriegsopferausschusses, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, sofort alles zu tun, um eine schnelle Auszahlung der neuen Rentenbezüge nach dem Kriegsopferversorgungsgesetz sicherzustellen, wurde einstimmig angenommen. Unter Umständen sollen Abschl a gsz a hlu n gen an solche Kriegsopfer geleistet werden, die ganz oder überwiegend auf Versorgungsbezüge angewiesen sind.

Ein großeẽ Spiel

O Neben den Kämpfen in Korea, deren Entwicklung und Ende noch nicht abzusehen sind, hat sich in den letzten Tagen eine weltumfassende diplomatische Aktivität entwickelt, die einem Höhepunkt zustrebt. Der Brief Grotewohls an den Bundeskanzler sowie die von Moskau angeregte und von den Westmächten im Prinzip angenommene Vier- Mächte-Konferenz sind Teile einer weitgreifenden Außenpolitik des Kremls. Ob es sich um einen Moskauer „Kurswechsel“ handelt, wie einige ausländische Kreise vermuten wollen, erscheint zweifelhaft. Die Annahme ist wohl richtiger, daß die Sowjets nach bekannter Methode ein altes Ziel durch eine veränderte Taktik zu erreichen versuchen.

Einen deutlichen Kurswechsel könnte Moskau im Fernen Osten und vor allem in Korea dokumentieren. Anzeichen dafür sind nicht vorhanden. Man hat vielmehr den Eindruck, daß es beabsichtigt, dort auf mittelbarem Wege die Spannungen zu erhalten, um bei seinen diplomatischen Schachzügen daraus Nutzen zu ziehen. Auch in Moskau wird man der Auffassung sein, daß die Vereinigten Staaten in der Ausbildung der Atomwaffe noch einen Vorsprung besitzen. Wenn der Westen jetzt die vernachlässigte sonstige Rüstung in starkem Maße verbessern will, so sieht Moskau diese Politik verständlicherweise nicht gern. Vor allem möchte es verhindern, daß Westdeutschland seinen Verteidigungsbeitrag leistet.

Ob die in Umlauf gesetzten Vermutungen, Moskau wäre zu größeren Zugeständnissen — sogar hinsichtlich der Oder-Neiße-Linie — bereit, auf Wahrheit beruhen, wird sich zeigen. Die sowjetischen Politiker wollen die verständliche deutsche Zurückhaltung und die vorhandene Zwiespältigkeit in der Frage des Wehrbeitrages ausnützen; sie wissen, daß manche Deutsche mit dem Gedanken der neutralen „dritten Macht“ spielen und kennen auch die Mentalität vieler Franzosen, die die Hoffnung hegen, daß sich über die Vierer-Konferenz vielleicht eine Wiederbewaffnung Deutschlands vermeiden lasse. Die Londoner Vorschläge werden in ‘6 er nächsten Woche die Brüsseler Konferenz und vor allem den Hauptbeteiligten — Westdeutschland — beschäftigen. Es geht um wichtige Entscheidungen, um ein großes politisch-diplomatisches Spiel.

Hafen ohne Hoffnung...

Von Stan Swinton, Korrespondent der Associated Press

Hungnam, 13. Dezember. In der Nacht zum Montag hielt der Kommandeur des zehnten Armeekorps in Korea, das sich aus den eisigen Bergschluchten des hohen Nordens und dem Inferno des Changjin-Kessels herausgeschlagen hatte, die „geheime Kommando-Sache“ in Händen.

Zwei Stunden später ging es wie ein Lauffeuer durch die beiden Geisterstädte Hungnam und Hamhung, durch die Panzerdeckungslöcher und die armseligen Zelte und Bretterbuden der Flüchtlinge, die sich frierend aneinander drängten-.

Ein Seufzer der Erlösung ging durch die müden, kranken, frierenden Reihen der amerikanischen, britischen, puertorikanischen und südkoreanischen Truppen. Ein Stöhnen der Verzweiflung entrang sich den Flüchtlingen, die Hunderte von Meilen weit getreckt waren, um diesen Hafen der Hoffnung, den letzten alliierten Brückenkopf in Nordkorea, das letzte Bollwerk in der roten Flut, zu erreichen.

Die Außenwelt erfuhr erst am Mittwoch von der Evakuierung Hungnams. In den beiden Tagen, über die sich die dichte Decke des militärischen Geheimnisses breitete, spielten sich unbeschreibliche Szenen in den Straßen der einst blühenden Hafenstadt und an den zerstörten und von den alliierten Bombern zerhackten Piers ab. Plündernde Trupps halbwüchsiger Koreaner durchzogen die schmalen Gassen, beladen mit Papiersäcken, in die sie alles stopften, dessen sie habhaft werden konnten. Panzer fuhren malmend über niedergetrampelte Flüchtlingszelte, über weggeworfene Kartons mit „Camel“ und „Lucky Strike“. Stillende Mütter hockten mit unbewegtem, grauem Gesicht am Wege, alte Männer, Tränen in den Augen, streckten ihre Hände nach den großen Transportern aus, die unter dem Schutz von Kreuzern und Zerstörern draußen auf der Reede lagen.

Endloser Flüchtling sst r o m

Landungsboot auf Landungsboot verließ die Kais, die weithin von der Militärpolizei und von schwer bewaffneten Marinesoldaten abgesperrt waren. Dutzende von Dschunken und Fischerbooten verließen, mit Flüchtlingen voll beladen, trotz des hohen Seeganges den Hafen.

60 000 alliierte Soldaten wurden unter dem Schutz starker gepanzerter Nachhuten und unter einer dichten Feuerglocke der Schiffsgeschütze eingeladen. Der immer noch 15 km tiefe Brückenkopf war durch ein tief gestaffeltes Stellungsnetz gesichert, das von Elitetruppeh besetzt war. Panzerrudel waren an allen wichtigen Punkten aufgefahren, die Artillerie belegte die schneebedeckten Hügel, hinter denen sich die Chinesen zum letzten, vielleicht tödlichen Schlag gegen den Brückenkopf sammelten, mit Sperr- und Trommelfeuer.

Düsenjäger zogen in tiefgestaffelten Pulks gegen den Feind und deckten die Räumung des Brückenkopfes aus der Luft. Die Absetzbewegung fand in voller Ordnung, aber unter gewaltigem Zeitdruck statt. Das gesamte Korps — die erste Marinedivision, die siebente amerikanische Infanteriedivision, die dritte Infanteriedivision, britische Kommandotruppen puertorikanische Einheiten und Teile der südkoreanischen dritten und der „Söul“-Division — wurde Zug um Zug verladen.

Weinende Kinder liefen am Strand herum, der von Trümmern und zurückgelassenen Ausrüstungsgegenständen übersät war. Tausende von Flüchtlingen eilten, von steigender' Panik ergriffen, von einem Ende der Stadt zum anderen. Für sie war der Hafen der Hoffnung zur Falle der Verzweiflung geworden.

Neben einem amerikanischen Panzer stand ein koreanischer Arzt. Sein Gesicht war eine einzige Maske asiatischer Undurchsichtigkeit. „Wir sind bitter, bitier enttäuscht“, sagte er zu einem Gl, der neben ihm stand. „Wir hatten auf Freiheit und Demokratie gehofft. Nun verlaßt ihr uns. Wir möchten auch gern fliehen, aber alle Wege sind abgeschnitten.“

Bitter, bitter enttäuscht

Er wies mit der Hand zu einer verängstigten Flüchtlingsgruppe hinüber. „Unsere Leute wissen, daß wir alle von ■den Kommunisten ermordet werden, da wir mit den Amerikanern zusammengearbeitet haben. Jetzt, in der großen Not, verlaßt ihr uns. Es wird uns schwer fallen, euch je wieder zu glauben.“

Bizarre Trümmer ragten wie drohende Hände überall zum Himmel. Von Norden her fegte ein eisiger Wind über die Stadt. Im Schneetreiben verlor sich die Kraterlandschaft im Westen des Hafens zu einem unwirklichen Traumbild, zu einem Bild aus einem Alptraum. Truck hinter Truck rollte zum Hafen hinunter. Die Soldaten hatten müde, erschöpfte Gesichter. „Sie haben uns nicht geschlagen“, meinte ein junger Gl. „aber es sind zu viele. Wir müssen raus hier.“

Ueberall spürte man die Enttäuschung unter den Soldaten, unter den koreanischen Zivilisten.

Furcht und Verzweiflung

Ausgebrannte Fensterhöhlen starrten in den dämmrigen Tag. In offenstehenden Lagerhäusern, bis an die Decke voll mit Heeresgut, das nicht mehr mitgenommen werden konnte, wühlte die Menge nach brauchbaren Gegenständen, aber nur wenige griffen zu. Die meisten standen, gelähmt von Furcht und Verzweiflung, in dicht gedrängten Gruppen herum, wie Wild in der Steppe, das vom Schneesturm überrascht wird. Arme, entsetzte, vom Schicksal gefolterte Menschen.

Wie Fackeln brannten einige Hütten und Baracken, die von den Truppen aufgegeben wurden. Akten, Pläne, Codes flogen in hohem Bogen ins Feuer. Der dumpfe Widerhall grollender Explosionen erfüllte jedesmal die grauen Straßen, wenn die Gl’s Geschütze, Panzer, Trucks oder andere Fahrzeuge und schwere Waffen sprengten.

Von Stunde zu Stunde wurde die Gefahr eines „Dünkirchen“ größer. Von Stunde zu Stunde nahm das mörderische Feuer der Kommunisten auf die Hauptkampflinie zu. Aber noch regte sich ejie feindliche Infanterie nicht, die vor drei Wochen über den Yalu stürmte und die UN-Armee zur Küste zurückwarf.

Traurige, blasse Gesichter, von Angst und Erschöpfung gezeichnet, ein wirr mit Trümmern übersäter Strand, Schneefetzen in den schmutzigen Straßen, leuchtende Explosionen, das sind die Bilder, die jedem, der aus dem Hafen Hungnam heil herauskam, im Gedächtnis bleiben werden. Die großen Truppentransporter draußen auf der Reede, die überbeladenen Flüchtlingsdschunken, das dunkle, sturmgepeitschte Meer. Hungnam — Hafen ohne Hoffnung.

Einschränkung

Wiesbaden, 13. Dezember, (dpa) Vertreter der drei deutschen Verlegerver bände und der Gewerkschaftspresse beschlossen auf einer Tagung in Wiesbaden, die deutschen Tageszeitungen nach ihrem Papierbedarf nach drei Gruppen zu klassifizieren und für jede Gruppe einen Verteilerschlüssel zu errechnen. Als Grundlage sollen die Ziffern des Monats Oktober mit hundert Prozent angenommefi werden. Da die Papierproduktion im Dezember und Januar achtzig Prozent des Oktoberstandes betragen dürfte, muß der Verbrauch für diese Monate um ein Fünftel gekürzt werden.

Im Zusammenhänge damit darf bemerkt werden, daß vom 15. Dezember ab de.r Preis für das Papier sprunghaft hinaufgesetzt ist, und zwar in einer Höhe von fünfzehn bis zwanzig Prozent.

Gegen Zeitkarten-Preiserhöhung

Frankfurt, 13. Dezember, (dpa) Der Plan der Bundesregierung, die Zeitkartentarife im Berufs- und Schülerverkehr der Bundesbahn zu erhöhen, dürfte im Bundesrat auf erhebliche Bedenken stoßen. In Frankfurt verlautete am Mittwoch, daß der Burtdesrat auf seiner Sitzung am kommenden Freitag diesen Teil der Tarifvorlage wahrscheinlich ablehnen werde, während mit einer Zustimmung zu der beabsichtigten Erhöhung der Gütertarife zu rechnen sei.

Insgesamt 14 Tote in Singapur

101 Moslems verhaftet

Singapur, 13. September. (AP.) In einer umfassenden Razzien- und Säuberungsaktion zur endgültigen Eindämmung der Unruhen in Singapur haben Polizei und Militär bis zum. Mittwochabend 101 Moslems verhaftet. Die Festgenommenen wurden zumeist im Gebiet der Sultan-Moschee aufgegriffen, das Haus um Haus durchsucht wurde.

Am Donnerstagfrüh umfaßte die- Liste der Opfer 14 Tote, darunter fünf Europäer, und 155 Verletzte, darunter 39 Europäer. Die Leiche eines ermordeten Europäers wurde am Mittwoch aus einem Kanal der Stadt geborgen.

Die Strom- und CGastarife

Hessen-Kabinett für Erhöhung / Bonn lehnt vorläufig ab

Wiesbaden, 13. Dezember. (Eigener Bericht.) In Vorbereitung der nächsten Bundesratssitzung am Freitag hat das hessische Kabinett beschlossen, die Erhöhung der steuerfreien Grenze für Weihnachtsgratifikationen von 100 auf 200 DM nach wie vor abzulehnen. Die hessische Regierung vertritt die Auffassung, daß die derzeitige Grenze von 100 DM schon im Hinblick darauf genüge, daß die breite Masse der Bevölkerung insbesondere die Wohlfahrtsempfänger und Rentner von einer derartigen Maßnahme überhaupt nicht betroffen würden.

Der Erhöhung der Gas- und Strompreise. wird Hessen im Bundesrat zustimmen, weil die Landesregierung auf dem Standpunkt steht, daß die Erhöhung des Kohlenpreises nicht von den meistens den Gemeinden oder Gemeindeverbänden angehörenden Versorgungsbetrieben allein getragen werden könne.

Der wirtschaftspolitische Ausschuß des Bundestages hat inzwischen, wie wir dazu aus Bonn erfahren, auf Anregung des Abgeordneten der Freien Demokratischen Partei Dr. Preusker einstimmig beschlossen, keine Strom- und Gaspreiserhöhung zuzulassen. Zunächst soll eine Untersuchung über die Kosten- und Ertragslage der Werke vorgenommen werden, deren Ergebnis in den nächsten drei Monaten dem Ausschuß übermittelt wird. Es ist also keinesfalls vor dem 1. April 1951 mit einer Erhöhung der Strom- und Gaspreise zu rechnen. Nur in Ausnahmefällen kann durch das Preisgesetz eine Erhöhung bewilligt werden.

Das hessische Kabinett hat ferner beschlossen, sich im Bundesrat gegen das Gesetz zur Einrichtung von Bundesgrenzschutzbehörden zu wenden. Wie Staatssekretär Bach bemerkte, befürchtet die hessische Regierung, daß bei einem derartigen Vorhaben der Bundesregierung die Bundespolizei über das von den Ländern für notwendig erachtete Maß hinaus verstärkt werden könne.

Nach Auffassung von Bonner Regierungskreisen sollen jedoch die Grenzschutzeinheiten , in _ die. Dreißigtausen^-Mann-Grenze eingerechnet werden, so daß sich die Zahl der von den Ländern gegebenenfalls aufzustellenden neuen Polizeieinheiten entsprechend vermindern würde.

12 Polizeibeamte entlassen

Im Frankfurter Bestechungsskandal

Frankfurt, 13. Dezember, (dpa) Der Frankfurter Polizeipräsident, Willi Klapproth, teilte mit, daß die 12 Polizeibeamten, die in der Frankfurter Bestechungsaffäre verwickelt sind, auf eigenen Antrag aus dem Polizeidiienst entlassen worden sind.

Der Polizeipräsident kündigte an, daß er eine Anordnung wieder in Kraft setzen werde, nach der Zulassungsanträge, die Polizeibeamte für Kraftwagen stellen, vor der Lizenzierung dem Polizeipräsidenten vorgelegt werden müssen.

(Der Kriminalassistent Henkel fuhr bei einem Monatseinkommen von 300 DM einen Kraftwagen, Marke Borgward, der auf seinen Namen eingetragen war.)

„Frankfurt gab keine Bestechungsgelder“

Dr. Kolb vor dem Spiegelausschuß / Baumgartner stellte seinen Parteifreunden Fallen

Da. Bonn, 13. Dezember. Im „Spiegel“- Ausschuß erhielt der Vorsitzende der Bayernpartei, Bundestagsabgeordneter Dr. Baumgartner, am Mittwoch zwei Ordnungsstrafen, da er in einer Erklärung für den Bayerischen Rundfunk den Untersuchungsausschuß beschuldigt hatte, sich zu einem Kardinalskollegium zu entwikkeln, das Finanzminister Schäfer und Donhauser heiligsprechen wolle.

Baumgartner bestätigte die Richtigkeit der Rundfunkmeldung und erklärte, daß er bei seinen Behauptungen bleibe.

Dr. Baumgartner geriet in große Erregung, als er gefragt wurde, ob ihm bei der Vermittlung des bayrischen Staatskredites für ein zweifelhaftes Krebsheilmittel eine Provision reserviert gewesen sei. Er habe, so rief Dr. Baumgartner aus, bereits unter Eid gesagt, daß von einer Provision für ihn keine Rede gewesen sei.

Erstmalig erschien am Mittwoch ein gewisser Lucian Kozminski vor dem Spiegel-Ausschuß. Seine Beziehungen zu Baumgartner rühren daher, daß er ihm geholfen habe, dem Abgeordneten Donhauser, sowie dem früheren Landesschatzmeister der Bayern-Partei, Konsul Schmidhuber, eine Falle zu stellen, um sie parteischädigenden Verhaltens zu überführen. Kozminski, dessen in gebrochenem Deutsch gemachten Aussagen viel Heiterkeit erregten, wies entrüstet zurück, daß er ein Spitzel Baumgartners gewesen sei. Immerhin habe er zum Schein Donhauser, Schmidhuber und Freiherrn von Aretin einen Kredit von 100 000 Mark vermitteln wollen, um den Nachweis zu erbringen, daß von der Gruppe Donhauser die der Bayern-Partei nahestehende „Bayerische Landeszeitung“ aufgekauft werden sollte.

„Wenn du uns hilfst“, soll Konsul Schmidhuber dem Kozminski zugesagt haben, „dann bist du der kommende Mann in Bayern.“

Abgeordneter Donhauser erklärte zu der Aussage Kozminski s, daß er den Kreditvertrag nicht unterzeichnet habe. An dem Tage, wo der Vertrag in drei Exemplaren auf dem Schreibtisch Konsul Schmidhubers gelegen habe, habe der Konsul ihm bereits erklären können, daß Kozminski im Auftrage der „Nußbaumstraße“, das heißt des Münchener Hauptquartiers Dr. Baumgartners, gekommen sei. Abgeordneter Freiherr von Arebin sagte, er müsse zu seiner Schande gestehen, daß er das von Kozminski vorgeschlagene Geschäft ernstgenommen und den Vertrag unterzeichnet habe.

Dr. Baumgartner gab zu, mit Hilfe Kozminskis der Gruppe Donhauser eine Falle gestellt zu haben, worauf der Ausschußvorsitzende Dr. Semler seine Verwunderung über ein derartiges Verfahren gegenüber Parteifreunden äußerte.

Eine wohltuende Unterbrechung der reichlich trüben Affäre um Lucian Kozminski brachte die Vernehmung des Frankfurter Oberbürgermeisters Dr. Walter „Kolb. „Wir haben als Oberbürgermeister deutscher Großstädte auch heute noch unser Berufsethos“, sagte er, und versicherte unter Eid, daß die Stadt Frankfurt niemals einen Pfennig vorgesehen habe, um Abgeordnete durch finanzielle Zuwendungen zu beeinflussen. Dank der engen Verbindung zwischen Stadtverwaltung und der Frankfurter Wirtschaft könne er mit Bestimmtheit erklären, daß auch die Frankfurter Wirtschaft keine Geldzuwendungen an Abgeordnete gemacht habe.

Heute Wahl des Ministerpräsidenten

Regierungsbildung in Hessen soll nicht vor Jahresende erfolgen

Wiesbaden, 13. Dezember. Die Tagesordnung der Landtagssitzungen am Donnerstagnachmittag enthält als einzigen Punkt die Wahl des neuen Ministerpräsidenten. Die SPD, die über 47 Abgeordnete (von achtzig) verfügt, hat den Bundestagsabgeordneten Georg August Zinn zum Ministerpräsidenten vorgeschlagen. Ob die Oppositionsparteien einen Gegenkandidaten aufstellen werden, stand am Mittwochabend noch nicht fest. Nach der Verfassung gilt der Kandidat als gewählt, der mindestens einundvierzig Stimmen auf sich vereinigt.

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion des Hessischen Landtages, L. Bodenbende r, erklärte am Mittwoch, daß mit einer Regierungsbildung in Hessen vor Jahresende nidit mehr zu rechnen sei. Das neue Kabinett würde wohl erst in der zweiten Januarwoche L dem Landtag vorgestellt werden.

Bundesregierung zuständig

Unterbringung von Tschechen in Hessen

Wiesbaden, 13. Dezember. (Eigener Bericht.) In der Frage der von der Besatzungsmacht geforderten Unterbringung von 700 zur Zeit in Bayern lebenden nationaltschechischen Flüchtlingen in H e s s en ist insofern eine neue Situation entstanden, als es den Vorstellungen der hessischen Regierung nunmehr gelungen ist durchzusetzen, daß ab sofort ausschließlich die Bundesregierung für die Lösung des Ausländer-Flüchtlingsproblems zuständig ist.

In der Mittwoch-Sitzung des hessischen Kabinetts wurde mitgeteilt, daß die Bundesregierung bereits in Kürze eine Rechtsordnung erlassen wird, nach der die gesamte Verantwortlichkeit der Aufnahme und Verteilung ausländischer Flüchtlinge des , Bundesflüchtlingsministerium übertragen wird.

In hessischen Regierungskreisen wird angenommen, daß die Bundesregierung die Auflage der Unterbringung von ausländischen Flüchtlingen nicht davon abhängig machen wird, daß die Unterbringung — wie es die Besatzungsmacht gefordert hatte — in angemessener Entfernung von der sowjetischen Zonengrenze erfolgen müsse.

28138 Wohnungen ĩm sozialen Wohnungsbau erstellt

Wiesbaden, 13. Dezember. (Eigener Bericht.), Wie Innenminister Zinnkann am Mittwoch dem hessischen Kabinett mitteilte, wurden bis jetzt von den für den sozialen Wohnungsbau in diesem Rechnungsjahr zur Verfügung stehenden 92 Millionen D-Mark bereits 88 Millionen bereitgestellt, womit 28 138 Wohnungen fertiggestellt werden. 49 Prozent dieser Wohnungen seien Flüchtlingen zugesprochen worden.

Die hessische Regierung rechnet damit, daß mit den noch vorhandenen vier Millionen D-Mark weitere rund 2 000 Wohnungen geschaffen werden können, so daß das geplante Soll von 30 000 Wohnungen für das laufende Rechnungsjahr aller Voraussicht nach erfüllt werden kann.

Gespräch Niemöller-Schumacher

Darmstadt, 13. Dezember, (epd) Ein neuer Termin für das geplante Gespräch zwischen Kirchenpräsident D. Niemöller und dem Vorsitzenden der SPD, Dr. Schumacher, über das Mitbestimmungsrecht wird voraussichtlich für Januar oder Februar festgesetzt werden. Zu diesem Zeitpunkt wird a^uch der gegenwärtig an der Teilnahme verhinderte Leiter des Sozialethischen Ausschusses der Rheinischen Kirche, Dr. F. Karrenberg, Velbert, Rheinland, teilnehmen können, der als ein besonderer Experte auf dem Gebiet des Mitbestimmungsrechtes gilt.

Wie wir ferner erfahren, wurde auch die für die Tage nach dem Gespräch mit Dr. Schumacher geplante Tagung des Bruderrats der Bekennenden Kirche verschoben.

Verlängerte Feiertage bei den Behörden

Wiesbaden, 13. Dezember. (Eigener Bericht.) Das hessische Kabinett hat am Mittwoch beschlossen, zur Einsparung von Brennmaterial alle hessischen Behörden am 23. und. 30. Dezember und am 2. Januar geschlossen zu halten. In der Zeit vom 27. bis 29. Dezember soll jedoch normal gearbeitet werden.

Stimmen der Anderen

Nur mit Zustimmung

Eine deutsche Aufrüstung ohne deutsche Zustimmung sei nicht möglich, erklärt die angesehene Pariser Abendzeitung „Le Monde“. Im einzelnen heißt es:

„Man kann es nicht häufig genug wiederholen, daß es ein Irrtum wäre, eine deutsche Aufrüstung ohne Befragung der Beteiligten vorzubereiten. Sie müssen in jeder Weise gefragt werden, weil es schwierig ist, ihnen Bedingungen aufzuzwingen, die sie ablehnen würden. Die Beschlüsse des Atlantikrates werden deshalb einige Abänderungen erfahren müssen, bevor sie angewandt werden.

Die deutschen Vorbehalte haben Gewicht. Man fordert in Bonn Gleichheit der Rechte, das heißt die Abschaffung der wirtschaftlichen und politischen Kontrollen. Es ist unvermeidlich, daß Deutschland sie eines Tages erhält, und dieser Tag kann durch Deutschlands Mitarbeit auf militärischem Gebiet nur beschleunigt werden. Es handelt sich nur darum zu wissen, ob die Alliierten die Vollmachten, die sie besitzen, von heute auf morgen aufgeben können, oder ob sie dies schrittweise tun müssen.“

, Weiter heißt es: „Der gewichtigste Einwand ist der, der dein Wahlfeldzug Schumachers sein Gesicht gegeben hat. Die Militärs haben sich seiner bemächtigt, und die Regierungen sind von ihm beeinflußt. Er besteht in dem Gedanken, die Aufrüstung müsse solange zurückgestellt werden, bis die Westmächte — in erster Linie die Vereinigten Staaten —ihre Truppenstärke in Deutschland beträchtlich erhöht haben. Man kann nicht leugnen, daß die gegenwärtigen Ereignisse dieser Forderung ein großes Gewicht verleihen.“

Wen heiratet Margaret?

London, 13. Dezember. (AP.) Alle Bekannten der englischen Prinzessin Margaret seien fest davon überzeugt, daß diese im kommenden Jahre mit dem 27- jährigen Earl of Dalkeith getraut werde, erklärte am Mittwochabend ein Leitartikler der Londoner „Evening Star“. Der König sei jedoch gegen eine Heirat, bevor die Prinzessin am 21. August volljährig werde.

Der Earl ist der Erbe des Duke of Buccleuch, der mit einem Grundbesitz von über 200 000 Hektar einer der reichsten Adligen des Landes ist.

Senkung der Tabaksteuer?

Bonn, 13. Dezember, (äpa) In Bonner Regierungskreisen werden die Aussichten für eine Senkung der Tabaksteuer zur Zeit verhältnismäßig günstig beurteilt.

IN WENIGEN ZEILEN

Innenminister Heinrich Zinnkann hat dem früheren Reichstägspfäsiäehten; Paul Löbe zu dessen 75. Geburtstag ein Glückwunschtelegramm gesandt.

Der Frankfurter Polizeipräsident hat eine geplante Versammlung des 'Kreiskomitees der kommunistischen „Kämpfer für den Frieden“ verboten.

Die Bundestagsabgeordneten Dr. Doris (SRP) und Dr. Richter (früher DRP) haben sich als Gäste der WAV-Gruppe im Bundestag angeschlossen.

Der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Bayernpartei, Dr. Baumgartner, kündigte an, daß er zum ersten Januar sein Bundestagsmandat niederlegen wird.

Die Arbeitslosenziffer im Bundesgebiet ist im November um 86 000 auf 1 316 165 angestiegen.

Die durch ihr System der Mitbeteili¬ gung der Arbeiterschaft bekanntgewordene Duisburger Kupferhütte zahlt ihren Arbeitern und Angestellten zum Jahresschluß als zusätzlichen „gerechten Lohn“ durchschnittlich je 760 DM.

Im Bundesjustizministerium wird ein Gesetzentwurf fertiggestellt, der die Wiederaufnahme von rechtskräftig abgeschlossenen Strafverfahren vor Wehrmachtsgerichten vörsieht.’

Werner Krauß.wird sich sofort in ein Sanatorium nach Baden-Bäden begeben. Die Gastspielreisen haben die Gesundheit des Künstlers stark in Anspruch genommen.

Die Zahl der Einberufungen in den USA für den Monat Januar wird verdoppelt und erreicht damit achtzigtausend Mann.

Margueriten IM BLAUEN FELD

Kriminalroman von Ullrich v. Bissing

3. Fortsetzung

„Ich weiß, Sie bevorzugen Zigarren, mein lieber Kriminalrat. Versuchen Sie diese hier! Es ist eine ausgezeichnete' Sorte, obgleich ich nichts davon verstehe.“ Er lachte leise und fuhr fort: „Scheußliches Wetter! Legen Sie Ihren Mantel ruhig

über den alten Buddha! Ich hoffe, der liebe, gute, alte Gott wird es Ihnen nicht verübeln.“

Dies war es, was Klausen an dem Journalisten stets erfrischte. Diese völlig natürliche, ungezwungene Art, zumeist gerade in Situationen, die alles andere als erfreulich waren. „Eigentlich, glaube ich, wäre ich wohl um diese Zeit bald an der Grenze“, plauderte der Journalist unbekümmert weiter und wies, nachdem der Kriminalrat seinen Mantel ausgezogen hatte, mit der sicheren Geste des Häusherrn auf einen Sessel, .. aber Sie sehen, man kann sich nicht einmal mehr auf sich selbst verlassen! Was halten Sie von Margueriten. .?“ fragte Ungersbach plötzlich, ~... ich finde, eine Marguerite ist eine interessante Blume. Ich habe vor einiger Zeit irgendwo gelesen, man züchte jetzt blaue und rosa Margueriten, aber im Augenblick besitzen die schlichten, weißen meine Zuneigung. Zumal auf blauem Untergrund. Margueriten im blauen Felde! Hübsch, nicht war? Besonders als Wappen! Aber ich bin nicht dünkelhaft. Es ist nicht mein Wappen. Es ist das Wappen des Hauses, in dem Sie sich jetzt befinden, mein sehr verehrter Kriminalrat, und ich wette tausend zu eins, es wird uns allerhand Scherereien bereiten Es ist das Wappenzeichen der Familie d'Argent. Wissen Sie, wer Roger d’Argent ist?“

Der Journalist machte eine kleine Pause und lächelte dem Kriminalrat, der sich bemühte, eine Zigarre in Brand zu setzen, die er soeben seiner Zigarrentasohe entnommen hatte, zu.

„Natürlich wissen Sie es nicht...!“ fügte Ungersbach hinzu. „Sie müßten die Zeitungen genauer lesen, lieber Freund, aber ich weiß. Sie lesen Sie überhaupt nicht. Genau so wenig, wie Sie sich mit Heraldik beschäftigen. Aber beruhigen Sie sich, wir kommen nöch dazu! Roger d’Argent ist, oder besser gesagt, war ein Forschungsreisender! Er interessierte sich lebhaft für den Buddhismus und ist Jahre hindurch im Himalaja herumgekrochen, um des Buddhismus Sitten und Gebräuche zu studieren. Nun ist er in Nirwana eingegangen und wird nun wohl genau wissen, was er so erpicht war zu erfahren. Nirwana ist für einen Buddhisten das gleiche, was für die Christen das Jenseits ist. Im Diesseits ließ er nur seine irdische Hülle. Sie liegt drüben auf dem Bett in seinem Schlafzimmer. Es sieht so aus, als wäre er friedlich und sanft entschlafen. Ich sage, es sieht so aus. Bevor ich zur Bahn fahren wollte, um meinen Urlaub anzutreten, erreichte mich in meiner Pension ein Telefonanruf. Man forderte mich auf, nach hier zu kommen. Im Schlafzimmer dieses Hauses läge Roger d’Argent. Er wäre tot.“

Ungersbach legte seine Zigarette neben die Zigarre des Kriminalrats auf den Aschenbecher, führte ihn durch das Eßzimmer und die Halle in das Schlafzimmer. Er schaltete auf dem Wege das elektrische Licht ein, und so lag das Haus jetzt in hellem Glanz. Auch in dem Schlafzimmer ließ er die Deckenbeleuchtung aufflammen. Bevor der Kriminalrat sich dem Toten widmete, blieb er Sekunden hindurch an jenem Platz stehen, an dem vorher im Schein der Taschenlampe jener Gegenstand gelegen hatte, der der Grund der Unachtsamkeit des Journalisten geworden war. Der Kriminalrat stand dort wie ein Hund, der Witterung aufnimmt. Es schien, als ließe er die Atmosphäre des Raums auf sich einwirken. Dann ging er zu dem breiten Bett und betrachtete den Mann, der dort regungslos lag. Diese Betrachtung nahm geraume Zeit in Anspruch.

„Wie merkwürdig...“, sagte er nach einer Weile, ohne den Blick von dem Toten zu lassen.

„Nicht wahr?“ Ungersbach gab seinen Platz an der Tür auf und kam langsam näher der Kragen ist geöffnet, die Krawatte aufgebunden und die Schuhe stehen vor dem Bett! Nun frage ich Sie, gibt es einen normalen Menschen, der sich den Kragen öffnet, die Krawatte abbindet, die Schuhe auszieht, sich ins Bett legt und stirbt?“

Aber der Kriminalrat schwieg. „Haben Sie den spöttischen Mund des Toten bemerkt?“ fragte der Journalist, „er scheint sich darüber lustig zu machen, daß wir uns über seinen Tod den Kopf zerbrechen! Es war recht unheimlich, als ich mit ihm allein war!“

Der Kriminalrat hob den Kopf, als warte er auf eine präzisere Erklärung. Ungersbach sah ihn sinnend an und sagte: „Als ich vorhin den Toten hier in dem Raum fand, war man so liebenswürdig. mich mit ihm einzuschließen. Ich würde meinen Urlaub hergeben, um zu erfahren, wer es war.“ Er sah das erstaunte Gesicht des Kriminalrats und lachte leise: „Da Sie die Räumlichkeiten dieses Hauses nicht so gut kennen wie ich, will ich Ihnen sagen, wie ich wieder herauskam. Dort drüben durch das Fenster! Ueber die Terrasse kam ich wieder in das Haus und so in die Bibliothek. Von dort habe ich Sie angerufen. Zu meiner Erleichterung war die Tür von dem Vorzimmer zur Terrasse nicht verschlossen-“

„Packen Sie lieber einmal an!“ unterbrach Klausen den Journalisten.

Ungersbach ging auf die andere Seite des Bettes. Er mußte mit einem Bein auf dei- Matratze knien, um die Schulter des Toten zu erreichen. Kaum hatten sie mit viel Mühe den Oberkörper des Mannes auf gerichtet, als sie ihn wieder in seine ursprüngliche Lage brachten.

Kurz darauf saßen sie wieder in der Bibliothek. Kriminalrat Klausen hatte telefonisch mit dem Polizeipräsidenten gesprochen und die Mordkommission alarmiert. Es war bezeichnend, daß vorerst sowohl der Kriminalrat als auch Ungersbach schweigend ihren Gedanken nachgingen. Diese waren recht unterschiedlich. Während Kriminalrat Klausen nüchtern den Zeitpunkt errechnete, an dem die Wagen der Mordkommission eintreffen mußten, um ergeben festzustellen, daß er wohl kaum - vor Morgengrauen zu Hause zu sein vermochte, dachte der Journalist an das sympathische weibliche Organ, das der Grund seiner Anwesenheit in diesem Hause geworden war. Zweifellos war es eine junge Stimme gewesen, wenn auch die Erregung sie vielleicht im Ton hatteheller erklingen lassen. Er versuchte sich das Gesicht vorzustellen, dem diese Stimme gehörte. Aus dieser interessanten Beschäftigung wurde er durch den Kriminalrat aufgescheucht, der unvermittelt sagte: „Hören Sie, mein lieber Ungersbach. erstens wurden Sie in dieses Haus gerufen, zweitens wurden Sie in dem Zimmer des Toten eingeschlossen, und drittens hat man dem Toten aus unbekannter Veranlassung den Kragen geöffnet, die Krawatte gelöst und die Schuhe ausgezogen! Jene Stimme am Telefon war, wie Sie sagten, eine weibliche Stimme. Es ist möglich, daß sie den Apparat dort auf dem Schreibtisch benutzte. Ich halte es sogar für wahrscheinlich. Könnten Sie sich vorstellen, daß die gleiche weibliche Person Sie in dem Schlafzimmer einschloß? Das ist eine recht interessante Frage. Aber ich sehe, Sie sind von dieser Möglichkeit keineswegs begeistert. Aber führen wir diese kleine Psychologische Studie fort! War es ein Mann oder eine Frau, die dem Toten den Kragen öffnete, die Krawatte abband, die Schuhe auszog? Ich glaube, dies war eine Frau! Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß eine Frau die Kaltblütigkeit besitzt, Sie anzurufen, hier im Hause Ihre Ankunft abzuwarten, nur um hinter Ihnen die Tür des Schlafzimmers zu verschließen. Demnach haben sich zur Zeit nach dem Telefongespräch zumindest zwei Personen in dem Haus aufgehalten. Und zwar ein Mann und eine Frau!“

„Warum kann nicht der Mann dem Toten die Schuhe ausgezogen haben?“ erkundigte sich der Journalist, dem der Gedanke, daß Klausen jene Frau dieser Tat verdächtigte, nicht behagte.

„Ich weiß nicht, ob Sie einmal von dem Ordnungssinn der Frauen etwas gehört haben..entgegnete der Kriminalrat, „... wahrscheinlich nicht! Ihre Erfahrungen bei Frauen sind leider recht bescheiden! Wenn Sie sich mehr mit dem Wesen der Frauen befaßt hätten, wäre es Ihnen nicht entgangen, daß die Schuhe recht sorgsam vor dem Bett standen! Eine Sache, für die ein Mann in dieser Situation keine Zeit gefunden hätte!“

(Fortsetzung folgt)

Darmstadt und Umgebung

Der unvergeßliche Klang

Zur Advents- und zur Weihnachtszeit gehören die Feiern, es gehörten auch die Klänge des Glockenspiels dazu. Das war schon in unserer Väter Tage so. In den Briefen G. C. Lichtenbergs findet sich eine Stelle, die wohl geeignet sein mag, bei dei- Werbung für unsere Glockenspielsammlung gehört zu werden. Aus Göttingen schreibt der berühmte Sohn unserer Heimat 1793 an den Darmstädter Superintendenten Zimmermann in einem Brief u. a.:

„Träume ich mich hin zu Dir in Deines Herm Vaters Haus in der Schloßgasse, o dann höre ich das Glockenspiel: ,O Mensch bewein dein Sünden groß‘ — und ich beweine die Flucht jenes güldenen Alters unseres Lebens, jener Tage und Stunden in Deiner Gesellschaft, die mir das Gold unsers Königs nicht aufwiegen könnte; ich höre das Feiergeläute am heiligen Christ-Abend und den heiligen unvergeßlichen Klang der großen Glocke...“

Wann werden wir das Glockenspiel nicht nur in der Erinnerung hören? — Es liegt bei uns. pede

„Wir schauen durch Schießscharten“

Eugen Kogon sprach in Darmstadt

Am Dienstagabend hielt der Präsident der „Europa-Union“, Eugen Kogon, im überfüllten Saale des Zintl-Institutes vor den Studenten der T. H. einen Vortrag über Entstehung des Europa-Gedankens, dessen Zielsetzung und Aufbau.

Prof. Mehmel, der Rektor der Technischen Hochschule, begrüßte den Gast, und betonte, daß die Realisierung zum europäischen Denken ständig im Steigen begriffen sei.

Eugen Kogon, mit lebhaftem Beifall begrüßt, bezeichnete die drei ersten Formen abendländischer Kulturbildung — Rom, Athen und Jerusalem — als Grundlage und Ausgangspunkt jeder seitherigen europäischen rechtsstaatlichen, philosophisch-ästhetischen und religiösen Entwicklung. „Immer hat die abendländische Welt nach Ordnung gestrebt, immer hat sie die Vereinigung der dynamischen Gegensätze gesucht“, sagte der Redner, aber nach dem Scheitern des Cäsarpapistischen Reiches Karls des Gro_ Ben habe die feudale Hierarchie zwar eine feste ständische Ordnung und außerordentlichen Expansionswillen gezeigt, —. gefördert durch gleiche Interessen der Stände und Dynastien, — ihre Ausdehnung aber sowie ihren Bestand habe die allgemein aufkommende National-Staaterei verhindert.

Später habe England innerhalb der absoluten Nationalstaaten die realistischste Politik getrieben, die im Prinzip der „balance of power“, das für den britischen Standpunkt günstigste Gleichgewicht der europäischen Kräfte gesucht habe. — Der Redner bezeichnete die faschistische Staatsformung als Ausdruck mythischer Willensbildung, die den Erkenntniswert des modernen Kapitalis-

mus, die „ratio“, liquidieren wollte, während das heutige bolschewistische Rußland Dogma, Vernunft und Hypernationalität zu vereinen scheine.

Der groß angelegte Vortrag, mit glänzender Diktion gebracht, hinterließ bei den Zuhörern die Erkenntnis der Wichtigkeit und drängenden Notwendigkeit des Zusammenschlusses der europäischen Länder. Sg.

„Großzügige“ Bezahlung

Gefängnis für Schedebetrüger

Das. Bezirksschöffengericht Darmstadt verhandelte am Dienstag gegen den 28- jährigen Heinrich B. aus Darmstadt, den die Staatsanwaltschaft wegen Betrugs angeklagt hatte.

Der Angeklagte war einem alten Schwindlertrick nachgegangen. Im Sommer dieses Jahres kaufte er bei verschiedenen Darmstädter Firmen eine ganze Reihe von Waren ein. Großzügig bezahlte er mit Schecks. Als die fenden Firmen diese jedoch einlosen wollten, stellten sie fest, daß sie ohn Deckung waren.

Der Scheckbetrüger erhielt drei Monate und zwei Wochen Gefängnis. yk.

Abenteuerliche Reise eines 49jährigen mit einer 14jährigen

N., der seit einiger Zeit in Darmstadt wohnt, hatte eine besondere Vorhebe; für die minderjährigen Töchter seiner Mieter. Für Geld und Bonbons verging er sich, wenn die Wohnung frei war, ani de n .beiden Mädchen, von denen eins 12 und das andere 14 Jahre alt war. Dann erzählte er eines Tages den Mädchen die Story von seiner Frankreich-Reise. Klar, daß die beiden mitwollten. Als wieder einmal die Eheleute das Haus verlassen hatten _ das war am 30. Juni , Dracn er mit einem Nachschlüssel das Wohntimmer auf. stahl aus dem Sdireibtisch 70 DM entwendete aus dem Schlafzimmer eine Reihe Kleidungsstücke und versXand - mit der älteren Tochter. Die abenteuerliche Reise mit wildromanti¬ ?chen Scheunenübernachtungen führte über Kaiserslautern nach Trier durch die Fifel und den Westerwald. Bei Beinkastel wurde N. mit „seiner Tocnter geschnappt. Vor Gericht sagte das Mädchen mir sehr zögernd aus. Mit der Gefängnisstrafe von einem Jahr dürfte oer Angeklagte noch einmal glimpflich davongekommen sein.

Glatteis auf der Autobahn

Acht Unfälle in neunzehn Stunden

Durch die Straßenglätte ereigneten sich Dienstagabend bis gestern nachmit¬ ^anem auf der achtzehn Kilometer lan-Xn Autobahnstrecke zwischen Gernsheim und Viernheim acht Verkehrsimfalle. Mehrere Lastwagen und Lastzüge gerieten • wutschen stießen zusammen und einige Autobahnböschung hinab. Es StÄ zum Teil erheblicher Sach-Saden Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. DT

nnrch einen Motorschaden wurde auf . Autobahn bei Schwanheim ein auf Fahrt nach Darmstadt befindlicher Lastkraftwagen zum Halten gezwungen. Nach notdürftiger Reparatur wollte der Rohrer die Fahrbahn wechseln, um den Heimweg wieder einzuschlagen. Dabei Sfer von einem in gleicher Richtung fahrenden Lastzug gestreift. Es entstand Sachschaden.

Tarifsorgen der Versicherungsangestellten Fachgruppe Versicheruns der DAG tagte

Am Dienstagabend fand im Hotel Knauf eine Versammlung der Fachgruppe Versicherung der DAG statt.

Nachdem Bezirksleiter Nothnagel die Anwesenden begrüßt hatte, sprach der Referent des Abends, der Vorsitzende der Frankfurter Fachgruppe, Herr Vogel, über dringend klarzustellende Fragen. Besonders betonte er, daß aus dem früher besten Tarif inzwischen der schlechteste geworden sei. Um bei den kommenden Verhandlungen im Bundesarbeitsministerium gestärkt zu sein, müßten die Angehörigen der Fachgruppe eng zusammenstehen. Es seien wohl einige Versicherungssparten als notleidend zu bezeichnen, dafür könnten jedoch andere hohe Gewinne verzeichnen. Der Redner wies besonders auf die Notwendigkeit hin, in Zukunft berufsfremde Personen weniger in der Versicherungsarbeit zu beschäftigen, da der Außenbeamte als Visitenkarte der jeweiligen Gesellschaft anzusehen sei. Im weiteren Verlauf des Abends sprach Herr Vogel über die Tagung der Versicherungsgesellschaften in Berlin, die wichtige wirtschafts- und sozialpolitische Entschlüsse faßte, und sich besonders mit dem Problem der Schulung des Nachwuchses beschäftigte.

Zum neuen Vorstand im Darmstädter Ortsbereich wurden gewählt: die Herren Becker, Demme 1, Reichel, Pannewitz, Schmitz und Fräulein Franke. Sg.

Kaufmannsgehilfen- und Facharbeiter¬ prüfungen hält im kommenden Frühjahr die Darmstädter Industrie- und Handelskammer ab. Anmeldungen müssen bis zum 20. Dezember bei der Kammer erfolgen. Zugelassen werden Lehrlinge, die ihre Lehrzeit am 30. Juni 1951. und Anlernlinge, die ihre Anlernzeit am 30. April 1951 beendet haben.

So ein Stollen ist ein internationales Werk

Besuch unseres Hm-Mitarbeiters in einer „Weihnachtsbäckerei“

Bei den Bäckern und Konditoren beginnt jetzt die Hochkonjunktur; denn was wäre eine Weihnachten ohne Plätzchen und all die Süßigkeiten, vor allem ohne einen Weihnachtsstollen? Wir besuchten einen Betrieb in einem Darmstädter Vorort, um den „Zauberern“ ein wenig auf die Finger zu gucken.

Bäcker sind gewohnt, früh aufzustehen, und das Gesetz verbietet es. die vorgeschriebene Arbeitszeit zu überschreiten. So sind die Stunden bares Geld und die zwei Hände, die der Mensch nun einmal hat, sind in diesen Tagen zu wenig. Außer dem täglichen Pensum an Brot und Brötchen muß die Weihnachtsbäckerei geschafft werden. Mit wieviel Liebe Meister und Geselle dabei sind, das haben wir gestern zur Genüge sehen können.

In großen Schüsseln werden Teige angerührt, geknetet, gewalzt und ausgestochen. Das geht im Handumdrehen. Gelernt ist gelernt. Und dann kommen all die herrlichen Sachen aus dem Ofen: Buttergebackenes, Lebkuchen, Anis- und Spritzgebackenes, Kokosmakronen. Pfeffernüsse, Spekulatius usw. Zwar gibt es verschiedene Qualitäten, jedoch wird, wie der Meister sagte, die beste Ware am meisten gekauft.

Außer diesen kleinen Bäckereien, die schon viel Zeit in Anspruch nehmen, ist die Fabrikation von Weihnachtsstollen auf Hochtouren. Neben den vielen Zutaten. die ihn erst richtig schmackhaft machen, bleibt wenig Platz für das bindende Mehl übrig. So ein Stollen ist ein internationales Werk: Mandeln aus Uebersee, Sultaninen aus Kalifornien, Korinthen von Griechenland, Zitronat aus Spanien, Rum aus Jamaica, Zucker aus den holländischen Kolonien und nicht zuletzt die Hefe aus „Eberstadt“. Kein Wunder, daß so ein Prachtstück auf jedem Weihnachtstisch begehrt ist. Aber hiermit ist die Arbeit noch nicht zu Ende.

Viele private Stollen, Kuchen und Torten wollen gebacken sein. In den 3 letzten Tagen vor dem Heiligen Abend schwillt der Betrieb auf Höchsttouren an, und da der 24. dieses Jahr ein Sonntag ist, gilt es, in den Tagen vorher alles zur Zufriedenheit der Kunden zu erledigen.

Wenn dann der Bescherabend herangekommen ist, gönnen wir allen den fleißigen Bäckern und seinen Gehilfen ein paar ruhige Tage und Nächte, in denen sie mal richtig ausschlafen können.


Beim Einschießen Foto: Hemme
Beim Einschießen Foto: Hemme

Musik und frohe Unterhaltung

Griesheimer Vereine boten etwas

Bürgermeister Müller gab die Anregung zu diesem „Bunten Abend“ der im „Grünen Laub“ stattfand. Gesangs- und Sportvereine hatten die Gestaltung des Programms übernommen. Der Erlös ist als Weihnachtsbeihilfe für die Hilfsbedürftigen der Gemeinde bestimmt.

Musik, Tanz, Sport, Gesang, gemischt zu einem launigen Programm, serviert von einem munteren Conferencier, unterhielten den vollbesetzten Saal zwei Stunden lang. Für den musikalischen Schwung sorgte Kapelle Kahl. Chorgesang der Gesangvereine wechselten mit Solodarbietungen, unter diesen Herr Förster mit erstaunlichem Können. Viel Beifall fand die originelle Duoszene in Hessenmundart. Mit fast akrobatischen Darbietungen verblüfften Kunstfahrer des Radfahrvereins „Frischauf". Die Turn- und Sportgemeinde Griesheim zeichnete sich wieder durch beachtliche Leistungen am Reck und im Bodenturnen aus.

Rasch waren in der Pause die Lose der Tombola verkauft, für die Griesheimer Geschäfte zahlreiche hübsche Gewinne gestiftet hatten. m.sch.

Kriegsbeschädigte im Hallenschwimmhbad

Uebungsabende jeden Montag ab 19.00 Uhr.

Kommenden Montag: Wertungsspringen der Springergruppe mit zwei Sprungrichtern; Wandball-Spiel.

Der Uebungsleiter bittet, unversehrte Angehörige weder als Teilnehmer noch als Zuschauer mitzubringen, weil es der Großteil der Teilnehmer nicht wünscht. Lediglich den Angehörigen der Blinden ist die Teilnahme gestattet. Wegen der Feiertage fallen die beiden Uebungsabende am 25. 12. und 1. 1. aus.

Eintritt ist nach wie vor unentgeltlich.

Innung des Bekleidungshandwerks veranstaltete einen Fachabend

Das modeschaffende Handwerk hielt im vollbesetzten Saale der Brauerei „Grohe“, Karlsstraße, einen Fachabend ab.

Die Nesselschau des Hauptverbandes, vorgeführt durch den Nachwuchs aus dem Damenschneiderhandwerk unter Leitung der Landesinnungsmeisterin Frau Jans, Frankfurt, fand allseitigen Anklang. Sehr aufschlußreich war der Vortrag von der Fachlehrerin Frl. Kohl über den modernen Kimonoschnitt. Die neuesten Modeschöpfungen in farbigen Lichtbildern mit Erläuterungen von Frau Jans gezeigt, gaben Anregung zu eigenen Entwürfen. Künftig sollen an jedem zweiten Montag im Monat derartige Fachabende stattfinden.

Weihnachtsbeihilfe in Darmstadt-Eberstadt

In Abänderung der Bekanntmachung der Stadt Darmstadt — Sozialamt — im ~Darmstädter Tagblatt“ vom Dienstag, den 12. Dezember 1950, wird mitgeteilt, daß die Anweisungen auf Auszahlung (Schecks) und die Auszahlung der Weihnachtsbeihilfe selbst auf dem Rathaus in Eberstadt in den nachfolgenden Zeiten erfolgt:

Montag, den 18. Dezember 1950: 8.00—12.00 Uhr Buchstabe A—D 14.00—17.00 Uhr Buchstabe E—H Dienstag, den 19. Dezember 1950: 8.00—12.00 Uhr Buchstabe J—Q 14.00 17.00 Uhr Buchstabe R—Z

Durch diese Regelung brauchen die Eberstädter Empfangsberechtigten ihre Weihnachtsbeihilfe nicht in Darmstadt zu holen, sie können alles auf dem Rathaus in Darmstadt-Eberstadt erledigen.

Die angegebenen Zeiten müssen im Interesse einer geordneten Abwicklung genauestens eingehalten werden.

Pilgerfahrt nach Rom

Vor dem Verein für Katholische Kaufleute und Beamte, „Constantia“ berichtete Herr Schwebel über seine Pilgerfahrt nach Rom.

Die Fahrt durch landschaftlich interessante Gebiete ging über Basel, St. Gotthard. Mailand, Florenz nach Rom. Vor der Papstaudienz in der berühmten Peterskirche besichtigten die Pilger „Maria Maggiore“. St. Paul „vor den Mauern“, die Basilika

„zum heiligen Franz“ und „Johann im Lateran“. Zur heiligen Messe hatten sich 40 000 Menschen in der Peterskirche vor Erteilung des päpstlichen Segens zusammengefunden. Mit der Fahrt nach Castell Gandolfo — wo der Papst die Besucher begrüßte — fand die Reise ihren würdigen Abschluß.

Herr Schwebel verstand es, durch Erwähnung vieler Kleinigkeiten seinen Zuhörern ein lebendiges Bild des von ihm Gesehenen zu übermitteln. Scg.

Europa-Fahnen über Darmstadt

Gestern eröffnete Bürgermeister Schröder auf der Mathildenhöhe die Ausstellung „Europa ruft!“, die der Kreisverband Darmstadt der Europa-Union veranlaßte und möglich machte, und die allen Besuchern in Wort und Bild die Wichtigkeit der Vereinigung des abendländischen Kontinentes aufzeigt.

Nachdem der Ausstellungsleiter, Herr Hertlein, die Gäste: Bürgermeister Schröder, Dr. Fleischer von der Europa-Union Frankfurt, und Herrn Riehl, den Leiter des Kreisverbandes Darmstadt begrüßt hatte, forderte Bürgermeister Schröder die Anwesenden in seiner Ansprache auf, sich stets die geschichtlichen und kulturellen Leistungen Europas zu vergegenwärtigen und an die großen Möglichkeiten zu denken, die im Zusammenschluß zum europäischen Staätenbund lägen. — Dr. Fleischer wies sodann auf die Notwendigkeit zur Einsicht gesamteuropäischen Denkens hin.

Die Ausstellung vereinigt reiches Bild- und Anschauungsmaterial mit zahlreichen statistischen Tafeln und verfügt über Bildwerfer, Lautsprecher und Magnetophon. Herr Huber, der die mündlichen Vorträge übernommen hat, vervollständigt die absolute Klarheit der mit letzten technischen Erfahrungen ausgestatteten Schau. Es ist nichts vergessen. Beginnend bei Vasco de Gama und Columbus im 13. und 14. Jahrhundert, stehen chronologische Tafeln, — verstärkt durch Figürlichmachung der einzelnen Länder, — zur Verfügung, die die Ausstrahlungen der Kultur, des Rechts in den historischen Ausbreitungsgebieten veranschaulichen. Den Bildtafeln von Napoleons Reich, dem britischen „balance of power“, dem volksdemokratischen Europa, sind Aufstellungen entgegengesetzt, die Bevölkerung, Bodenschätze, Produktion, Sparmaßnahmen und Aufbaumöglichkeiten im vereinten Kontinent zeigen. Anfänge, Fortführung und jetziger Stand der europäischen Verbände geben den Besuchern die Hoffnung zu baldiger Föderation.

Es wäre gut und lehrreich, wenn sich nicht nur die zahlreich erscheinenden Schulklassen die Ausstellung ansehen würden. -ng.

Gewölbestaumauerbau

Vortrag in der TH

In der Aula der Technischen Hochschule hielt auf Veranlassung der Deutschen Gesellschaft für Bauingenieurwesen Prof. Dr. H. Grengg von der Universität Graz einen Lichtbildervortrag über „Gewölbestaumauerbau in Oesterreich“. Zu diesem Vortrag waren aus Frankfurt und anderen Städten zahlreiche Interessenten gekommen. Da in Deutschland seit vielen Jahren keine Talsperren mehr gebaut würden, wie der Vorsitzende der Landesstelle Hessen der Gesellschaft für Bauingenieurwesen sagte, sei der Anschluß an die Fortentwicklung und Erfahrungen im Talsperrenbau abgerissen. Um so mehr sei zu begrüßen, daß Prof. Grengg als anerkannter Fachmann Wesentliches darüber mitzuteilen hätte.

Prof. Grengg führte aus, daß bei der Anlage von Talsperren in erster Linie der Ingenieurgeologe maßgebend sei, und weniger der Statiker, da nur ein Geologe die Widerstandsfestigkeit des Felsbodens, in den die Talsperre verankert werden muß, richtig beurteilen könne. Bisher hätte man den Temperatureinflüssen zuwenig Beachtung geschenkt.

Eine Reihe von Lichtbildern über die große Tauerntalsperre in Oesterreich, die im nächsten Jahr fertiggestellt sein wird und rund eine halbe Million Kubikmeter Beton erforderte, ergänzten die Ausführungen.

Im Februar soll in Frankfurt vor der Gesellschaft für Bauingenieurwesen ein weiterer Vortrag eines Experten über die Schweizer Talsperren erfolgen. —st

Hundert Liter Wasser enthalten 13 Gramm Kalk

Einen interessanten Vortrag über Wasser, Kalk, Soda, Seife mit praktischer Durchführung von Hand- und Maschinenwäsche bot der Landfrauenverband Darmstadt seinen Besucherinnen in der Landwirtschaftsschule, Rheinstraße 91. Das Darmstädter Wasser hat 13 deutsche Härtegrade, d. h. in 100 Liter Wasser sind 13 Gramm Kalk enthalten. Da 1 Gramm Kalk 16 Gramm Seife verzehrt, ist leicht zu errechnen, wieviel Seife durch den Zusatz enthärteter Bleichsoda gespart werden kann.

Weitere Berechnungen verglichen Arbeitszeit, Kosten und Aufwand zwischen Hand- und Maschinenwäsche und könnten wohl unsere Landfrauen für den Gedanken einer Gemeinschaftswaschanlage in den Dörfern gewinnen.

Fräulein Quack, Frau Ostrinski und Frau vonWersebe, die Geschäftsführerin des Landfrauenverbandes, gaben mit ihren Ausführungen und im Gespräch am Kaffeetisch Einblick in die volkswirtschaftlich wichtigen Aufgabengebiete der Landwirtschaftsschule di

Die Weihnachtsfeier des Blindenhun¬ des e. V., Bezirksgruppe Darmstadt, findet am Samstag, den 16. Dezember 1950 um 14 Uhr im Gemeindesaal der Martinsgemeinde, Liebfrauenstraße 6 statt.

Kurze Meldungen aus der Stadt

Weihnachtsfeiern für die Patienten der Städtischen Krankenanstalten finden an folgenden Tagen statt: Medizin. Klinik, Grafenstraße 9, am 22. Dez., um 15.45 Uhr; Teilkrankenhaus, Chir. Hautklinik, am 23. Dez., um 15.45 Uhr; Frauenklinik, Dieburger Str. 24, am 23. Dez., um 15.45 Uhr. Sg.

Die Weihnachtsfeier der Eberstädter Jugend, die die evangelische Jugendgemeinde vorbereitet, findet am 20. Dezember um 20 Uhr im Rathaussaal statt. *

Eine Weihnachtszuweisung in Form einer Geldspende wird auch dieses Jahr aus den Etatmitteln des Stadtverordnetenpräsidiums bedürftigen Darmstädtern zukommen. Von den Fraktionen wurden je neun Vorschläge (im vorigen Jahre sechs) gemacht. pd

Der Verein katholischer Kaufleute und Beamte „Constantia“ veranstaltet am 1. Januar im Wartesaal des Hauptbahnhofes eine nachträgliche Weihnachtsfeier für die Kinder seiner Mitglieder bis zu 14 Jahren. Ein Krippenspiel, von Pater Ansgar geleitet, soll zur Aufführung kommen. Scg.

Ueber das Thema „Baugrund — Bau¬ werk“ spricht auf Einladung des mittelrheinischen Architekten- und Ingenieur-Vereins heute Donnerstag, um 19.30 Uhr, in der Aula der TH Professor Dr. Ing. W. L o o s von der Technischen Hochschule Karlsruhe.

Das „Parapack-Institut“ wird morgen, Freitag, im Hause Luisenstraße 10 wieder eröffnen.

Die Turnerjugend der TG 75 Darmstadt tritt mit einer eigenen Veranstaltung Samstag, den 16. Dezember, um 15 Uhr, im Concordia-Saal vor die Eltern und Freunde, um Ausschnitte aus ihrer turnerischen Arbeit zu zeigen. Lieder und Gedichte verbinden die Darbietungen, ein Märchenspiel der Jungen und Mädels wird zum Einzug des Nikolaus überleiten.

Ins Schleudern geriet durch die Straßenglätte gestern morgen ein Personenkraftwagen auf der Unteren Rheinstraße in der Nähe der Einfahrt zum Waldfriedhof. Das Fahrzeug prallte dabei gegen den Bordstein, drehte sich und stürzte um. Der Fahrer wurde leicht verletzt, am Wagen entstand Sachschaden. *

Auf einen Personenkraftwagen fuhr gestern morgen in der (Heidelberger Straße zwischen Moosberg- und Landskronstraße ein amerikanischer Lastkraftwagen mit deutschem Fahrer auf. Es entstand an beiden Fahrzeugen Sachschaden.

Wie wird das Wettec?

Weitere Schneefälle

Vorhersage: Am Donnerstag bedeckt und verbreitete Schneefälle. Temperaturen um null Grad, lebhafte Winde um Südwest.

Weitere Aussichten: Weitere Schneeschauer, naßkalt.



Wolin gehen wit heũte?

Landestheater, Orangerie: 19.30 „Romulus der Große“. Stadthallc: 15.00 „Tischlein, deck dich“. — 20.00 „Liebe in der Lerchengasse“. Lichtspieltheater: Siehe Anzeigenteil. Amerikahaus: 19.30 Vorführungen rhythmischer Gvmnastik der Hessischen Landesmusikschule, Leitung Maria Heiß. — 14.30 und 17.00 Filmprogramm. Ausstellung: Bernd Krimmei, Eberhard Schlotter, zwei Darmstädter Maler.

Aula der Technischen Hochschule: 19.30 Prof. Dr.-Ing. W. Loos von der Technischen Hochschule Karlsruhe spricht über „Baugrund — Bauwerk“.

Geistliche Adventsniusik: 20.00 im evangelischen Gemeindehaus der Johannesgemeimde, Kahlertstr. 24.

Landesmuseum: 10—13 und 14—17 Uhr Künstler-Weihnachtsmesse, veranstaltet vom Neuen Hessischen Kunstverein.

Hygiene-Lichthof, Neckarstraße 3a: 10 bis 18 Uhr Ausstellung „Gesundes Leben“.

STARKENBURG

Gar nicht so einfach!

sr. Meine Frau hat heute Geburtstag. Viele andere Menschen wahrscheinlich auch. Aber sagen Sie selbst: kann es für einen armen, geplagten Ehemann (jawohl, es wäre recht nett, mich ab und zu zu bedauern!) vor dem nahenden Weihnachtsfest Schlimmeres geben, als am 14. Dezember in eine Tasche greifen zu müssen, die, zur Monatsmitte schon merklich dünn, am Monatsende unter dem Ansturm der Notwendigkeiten ihren Geist aushauchen wird?

Sehen Sie, das ist es gerade, was mich Jahr für Jahr maßlos erbittert. Was mir den Verstand raubt, so daß ich gar nicht mehr Weiß, w a s ich schenken soll. Und daß ich mich vor allem jedesmal wieder selbst bedauere — und meinen Schwiegereltern die größten Vorwürfe machen möchte —, daß i c h nun einmal gerade das Glück habe, eine ungenaue Kalkulation bezahlen zu müssen.

Wenn ich mich aber dieses Sinnierens immer und immer wieder hingebe, fällt es mir fortgesetzt schwerer, das Richtige zu finden, was man vor Weihnachten schenkt, um a n Weihnachten noch bestehen zu können.

Sie werden mir rechtgeben müssen, daß dies gar nicht so leicht ist. Daß ich ernstlich überlege, mit dem Standesamt ein kleines Wörtchen zu reden, ob es doch nicht möglich wäre, dieses verflixte Datum zu ändern. Vielleicht sollte man dazu übergehen, den Namenstag zu feiern? Dann wäre ich endlich erlöst. Falls auch dieser Tag nicht gerade wieder vor einem Festtag liegt.

Oder könnten S i e mir einen Rat geben, wie ich es richtig machen kann? Vielleicht werde ich heute abend einmal mit meiner Frau darüber reden. In der richtigen Geburtstagsstimmung müßte es eigentlich möglich sein, einen Kompromiß für die nächsten zehn Jahre zu schließen. Ich bitte Sie inständig: Drücken Sie mir beide Daumen!

„Es wird schon schief gehen“, sagte gestern meine Freundin, als ich mich sorgenvoll von ihr verabschiedete ...

„Wir und die Tschechen“

Eine Erklärung des Dieburger Kreisverbandes der Heimatvertriebenen zu den Vorgängen im Tschechenlager Babenhausen

Der Hauptausschuß des Kreisverbandes der Heimatvertriebenen im Kreis Dieburg nahm zu den kürzlichen Unruhen im Tschechenlager Babenhausen Stellung und bat uns, seine offizielle Erklärung zu veröffentlichen. Wir kommen diesem Wunsche im Folgenden in ungekürzter Form nach.

Mit dieser Tagesordnung fand am 2. Juni d. J. in Babenhausen anläßlich der Einweisung der Nationalschechen in das dortige Lager eine Kundgebung des Kreisverbandes Dieburg der Heimatvertriebenen statt. Diese Veranstaltung sollte die Bevölkerung darüber aufklären, wer die „Gäste“ sind, die nun das Lager Babenhausen beherbergt. Die Referate schilderten in überaus sachlicher Weise die Vorgänge in der Tschechoslowakei in den Jahren 1945/46.

„Die Kollektivschuld lehnen wir für alle Völker ab. Wir Wissen aber, daß 1945 alle Tschechen darüber begeistert waren, daß die Deutschen ohne jede Entschädigung aus der Tschechoslowakei und den anderen Ländern ausgewiesen wurden.“

Und doch wurden in der Versammlung Worte der Verständigung gesprochen, in der Annahme, daß die nunmehr das Asylrecht in Deutschland suchenden Tschechen sich des Ungeheuerlichen bewußt wurden, was 1945/46 geschah. Man mußte annehmen, daß sie als Gäste Deutschlands das sein werden, was sie von sich stets behaupten: Demokraten.

Die Kundgebung war eindrucksvoll und ruhig. Die anwesenden Tschechen mußten den günstigsten Eindruck mit ins Lager nehmen.

Leider blieb der Erfolg aus. Ein Teil der Lagerinsassen blieb unbelehrbar. Es kam von selten einiger dieser Leute da und dort zu Provokationen, die aber dank der Besonnenheit d?r Bevölkerung und der Heimatvertriebenen auf Einzelfälle beschränkt blieben. Man nahm nicht viel Notiz davon.

Was sich aber in der letzten Zeit im Lager zu Babenhausen abspielte, fordert denn doch zu einer Stellungnahme der Heimatvertriebenen heraus.

Wie uns bekannt ist, müht sich die Lagerleitung, das Lagerleben der Tschechen erträglich zu gestalten, was auch von einem tschechischen General festgestellt wurde. Und trotzdem gibt es von Seiten der Insassen ständig ungerechtfertigte Beschwerden. Die Kalorienzahl des Essens beträgt beispielsweise für Erwachsene 3500, für Kinder 6000 Kalorien. Und doch Unzufriedenheit! Nun aber kam es so weit, daß Beauftragte der Lagerverwaltung tätlich angegriffen und erheblich verletzt wurden; die intervenierende deutsche Polizei wurde bedroht und den Deutschen als solchen zugerufen: „Die nächsten, die dran kommen, seid ihr!“

Wohl wurde der Rädelsführer festgenommen und die mit der amerikanischen Zivilverwaltung gepflogenen Verhandlungen der Lagerverwaltung führten endlich dazu, daß der Resident officer dem Vertreter der Tschechen erklärte, daß sie — die Tschechen — begreifen müßten, daß sie Gäste in Deutschland seien und sich als solche benehmen müßten.

Von unserer Seite sei nun folgendes gesagt:

Die aus der Tschechoslowakei ausgewiesenen Deutschen haben sich gegenüber den geflüchteten Tschechen tolerant verhalten, obwohl unter den Lagerinsassen sicherlich manche sind, die sich gegen Deutsche schwer vergangen haben. Aber der Geduldsfaden der Heimatvertriebenen ist nicht unzerreißbar! Sollten die Provokationen der Tschechen nicht endlich ein Ende finden, dann werden vielleicht auch von unserer Seite Wege gefunden werden, die die Tschechen in jene Schranken weisen, in die sie gehören.

Und noch etwas: Vielleicht begreift man jetzt an manchen Stellen, bei denen sich diese Tschechen einer besonderen Gunst erfreuen, mit wem man es zu tun hat und geht davon ab, diesen eine völlig ungerechtfertigte Ausnahmestellung einzuräumen.“

Der Vorstand des Kreisverbandes Dieburg der Heimatvertriebenen

Volksbildungswerk gegründet

Babenhausen. (RG) - Das Volksbildungswerk ist am Montag aus dem Stadium seiner vorläufigen Arbeit durch formelle Gründung, Wahl des Vorstandes und Annahme der Satzungen zu einer Organisation mit festem Programm geworden. 1. Vorsitzender Bürgermeister Melk, 2. Vorsitzender und Geschäftsführer Adolf Zimmer, Rechner Hans Range, Schriftführer W. Oelsner. Beisitzer Fräulein Buchholz, Rektor in Ruhe Müller, Lehrer Schliep, E. L. Willand und L. F e n - g e 1.

Die Winterarbeit soll noch in diesem Monat mit einem Vortrag von Generalkonsul a. D. Balser über seine Erlebnisse als Diplomat in Ostasien und einem Mozartabend auf genommen werden. Das Arbeitsprogramm selbst sieht Vortragsreihen, Eigenvorträge, Heimatabende, musikalische Veranstaltungen, Teilnahme an den laufenden DAG-Unterrichtskursen. örtliche Theatergastspiele auswärtiger Bühnen u. ä. vor. Schließlich soll eine eigene Laienspielgruppe unter Anweisung eines Berufsschauepielers und Regisseurs der kulturellen Initiative der Mitglieder eigenes Betätigungsfeld geben.

Lebensfreude durch Elektrizitãt

Heag-„Wanderbühne“ gastierte in Erbach

Erbach, (eh) - Am Dienstagabend gab die „Wanderbühne“ der Heag mit Gertrud Höfler, Ludwig Gansert, einer Reihe stiller Helferinnen und Helfer ein lukratives Gastspiel im überfüllten Saal der Gastwirtschaft „Zum Hirsch“.

Vor einem festlich erhellten, weihnachtlich dekorierten Prospekt, waren gruppenweise Elektroherde, Heißwasserspeicher und alle erdenklichen elektrischen Kleingeräte aufgebaut.

Frau Höfler, die nach Ludwig Gansert „ein Leben für die Hausfrau“ lebt, ist eine Zauberin der Küche. Was sie im Handumdrehen vor den Augen der Zuhörer alles kocht, backt und brät, ist erstaunlich. Neben Kleingebäck in vielen Spielarten, eine Sandtorte, einen Christstollen, Fischrouladen, und schließlich zum Rotkohl mit Kartoffeln eine herrlich duftende, knusperige Weihnachtsgans. Alles wurde in zahlreichen kleinen Portionen an die Zuhörerinnen und Zuhörer aufgeteilt. Das dazugereichte „Tafelsilber“ konnte sich sogar jeder als Andenken mitnehmen. Zu allem Ueberfluß gab es noch eine kostenlose Verlosung von einem Heizkissen, einem Bügeleisen, zwei Tauchsiedern und drei Kochbüchern. Alles in allem ein durchschlagender Erfolg für die elektrische Küche.

Ludwig Gansert, der zum Abschluß einen launigen Werbevortrag für Elektrogeräte hielt, stellte mit Recht die Devise an den Schluß seiner Ausführungen „Durch Elektrizität zu höherer Lebensfreude!“

Das Geschenk der Kreisstadt

Erbach (ch) — Die Stadtverwaltung will ihren alten, alleinstehenden und hilfsbedürftigen Bürgern wieder eine Weihnachtsfreude bereiten. Sie hat, wie bereits im vergangenen Jahr, 1500 DM bewilligt, die als zusätzliche Gaben in Höhe von 10 DM im. Einzelfalle zu der vom Staat gewährten Weihnachtsbeihilfe verteilt werden sollen. Das Geld kommt noch vor dem Fest zur Auszahlung.

Bauern brauchen staatliche Hilfse

Bad König. (Nii — Die am Dienstagabend stattgefundene Landwirteversammlung war sehr gut besucht. Nach der Neuwahl des Vorsitzenden und der Beisitzer des Beratungsringes Bad König,, sowie der Landwirtschafts'schule und Wirtschaftsberatungsstelle Michelstadt, sprachen Landwirtschaftsrat Dr. Barth und Landwirtschaftsiat Ripper über den neuesten Stand der Erzeugungsmöglichkeiten. Die rege Aussprache wies besonders deutlich die große finanzielle Not auf, in der heute die Landwirtschaft steht.

Unsere Geburtstagskinder

84. Geburtstag: Herr Adam Philipp Appel, Altheim, Hauptstraße 50. 80. Geburtstag: Herr Julius Baumann, Leeheim, Hauptstraße 33. 80. Geburtstag: Herr Ludwig Brettni c h , Stockstadt, Wilhelmstraße. - 76. Geburtstag: Herr Joh. Nold, Goddelau, Alte Länderstraße 28. 76. Geburtstag: Herr Adam B e c k e r 1., Nauheim, K.-Mierendorf-Straße 10. 74. Geburtstag: Herr Georg Engel V., Trebur, Hauptstraße 8. 73. Geburtstag: Frau Anna Schaffner, Goddelau, Hintergasse 18.

Was aŭch interessiect:

An 250 Kinder konnte die Jugendgruppe der Heimatvertriebenen von Pfungstadt bei ihrer Nikolausfeier Päckchen verteilen. Lieder, Gedichte und das Spiel: „Wie die Schildbürger ihren Bürgermeister wählten“, ließen die Stunden im Flug vorübergehen. (ler)

Der Reinheimer Volkshausbauverein veranstaltet am Samstagabend seinen alljährlichen in der Vorweihnatszeit stattfindenden Familienabend. (eb)

Als letzte Gemeinde im Kreis Dieburg hat nun auch Urberach ein öffentliches Forum gegründet. Mitglieder aus Industrie, Geschäftswelt und Verwaltung wurden in den Vorstand gewählt. Der erste Diskussionsabend ist im Januar geplant. (gi)

Die Reisetaubenschau des Bezirkes wird auf Grund ihres 25jährigen Stiftungsfestes der Reisetaubenvereinigung Ober* Roden am 6. und 7. Januar übertragen. Wertvolles Zuchtmaterial aus Rodgau, Dreieich, Ried und Odenwald kommt an beiden Tagen im Turnhallensaal zur Ausstellung. (gi)

Der älteste Gesangverein Deutschlands „Teutonia 1806 in der SKG Wallerstädten“ veranstaltete kürzlich im Gasthaus „Zum Löwen“ einen Unterhaltungsabend mit Gesang, der bei froher Stimmung bis in die Mitternachtsstunden andauerte. (th)

Aus der Weihnachtssparkasse Reinheims werden am 17. Dezember die diesjährigen Einlagen an 210 Mitglieder ausgezahlt. Die Gesamteinlage beläuft sich auf 13 526 DM. Der erste Spartag für das neue Jahr ist der 7. Januar. (eb)

Schulkinder von Ober-Ostern veranstalteten unter Leitung ihres Lehrers Blume ein Adventssingen, bei dem allen älteren Leuten des Ortes ein Ständchen und eine auf einem selbstgebastelten Halter stehende Kerze dargebracht wurde. Diese Idee fand allgemeinen Anklang. (ptoo)

Adventsfeier ev. Pfarrer

Bensheim. (HB) — Im konfessionskundlichen Institut fand am Dienstagabend eine Adventsfeier statt, an der etwa 50 Pfarrer und evangelische Lehrkräfte aus dem Dekanat Zwingenberg teilnahmen.

Die einleitenden Worte sprach Fräulein Zinober, Bensh.-Auerbach; Dekan Ullmann, Jugenheim, hielt eine Andacht und sprach über den Ernst der Adyentsbotschaft. Im Mittelpunkt der Feier stand ein Vortrag von Schulrat Schad über das Thema: „Das Weihnachtsevangelium auf der Oberstufe“. Der Vortragende erklärte, daß das Weihnachtsevangelium meist nur im Lehrplan der Unterstufe behandelt wird, da es Glaubensforderungen bringt, die dem Verstand des reiferen Jugendlichen zu schaffen machen; es sei aber dennoch ratsam, das Weihnachtsevangelium mehr in heilsgeschichtlicher Hinsicht auch in der Oberstufe durchzunehmen.

Im zweiten, geselligen Teil spielte das Trio Schulrat Schad (Flöte), Adam R e t - ti g (Violine), Lehrer Krauß (Cello) die Sonate von Stamitz, einige Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft trugen mit verteilten Rollen den Schluß des Worpsweder Krippenspiels vor. Lehrer Seitz sang mit allen Advents- und Weihnachtslieder.

Rimbachs Haushaltsplan: 188 000 DM

Rimbach. Die Gemeinderäte verabschiedeten jetzt einstimmig den Haushaltsplan für dieses Rechnungsjahr mit 188 000 DM. Davon sind allein für das neue Wasserwerk 23 000 DM an Ausgaben vorgesehen.

Den Zechgenossen bestohlen

Eine benebelte Angelegenheit bringt 1½ Jahre und 1 Woche Gefängnis ein

Darmstadt (WST.) — Wegen schweren Straßenraubs hatte sich gestern in einer Revisionsverhandlung vor dem Darmstädter Schwurgericht der 36jährige, vorbestrafte Kraftfahrer Franz L. aus Langen zu verantworten.

Am 4. März dieses Jahres wollte der Angeklagte einmal „seinen Kummer hinunterspülen“. Nachdem er in verschiedenen Lokalen tüchtig gezecht hatte, begleitete er einen anderen völlig betrunkenen Zechgenossen nach Hause. Dabei stahl er dessen Barschaft in Höhe von 20 DM sowie zwei Stückchen Schokolade. Als der Zechkumpan am nächsten Tage wieder nüchtern war, erstattete er bei der Polizei Anzeige. Der Beschuldigte leugnete zunächst hartnäckig, auch dann noch, als man bei ihm die gestohlene Geldbörse fand.

Im Gegensatz zur ersten Verhandlung kam das Schwurgericht diesmal nicht zu der Auffassung, daß der Angeklagte den Zeugen mit einem Stock geschlagen und ihn dabei zur Herausgabe des Geldes aufgeforderi hat. Das Gericht, so erklärte der Schwurgerichtsvorsitzende, habe Bedenken an der objektiven Richtigkeit der Schilderung des Zeugen, da er sich damals in einem angetrunkenen Zustand befunden habe. Ausreichende Beweise für einen Straßenraub seien deshalb nicht vorhanden. Der Angeklagte müsse aber wegen Diebstahls bestraft werden.

Das Gericht könne ihm auch nicht den Schutz des § 51/2 (verminderte Zurechnungsfähigkeit) zubilligen, weil er sich vorsätzlich in Trunkenheit versetzt und dies jetzt zu verantworten habe. Frühere Strafen wegen Volltrunkenheit hätten bei dem Angeklagten nicht genutzt und er dürfe deshalb jetzt keinerlei Milde erwarten.

Sein Diebstahl grenze nahe an Raub und das Gericht sehe davon ab, das früher verhängte Strafmaß zu verkürzen. L. wurde zu eineinhalb Jahren und einer Woche Gefängnis verurteilt.

Grundstock für neues Schulhaus

Gadern, (vir) — Nach rund neunmonatiger Wartezeit konnte Bürgermeister Kohl jetzt seinen Gemeinderäten mitteilen, daß eine Sondereinnahme aus dem Gemeindewald mit einem Erlös von 10 000 DM genehmigt wurde. Sie soll als Grundstock für das neue Schulhaus dienen. Mit dem Bau kann im kommenden Frühjahr begonnen werden.

Wanderer-Ehrenfest beim Odenwaldklub in Ober-Ramstadi

Ober-Ramstadt. (D) — Das Dekorierungsfest verlief in würdigem Rahmen. Der Bezirksausschußvorsitzende, Rektor Salomon, konnte an 21 Mitglieder, die sich an allen 13 Wanderungen beteiligt haben, das goldene Abzeichen aushändigen. Zum 22. Male wurde der verdiente Wanderer, Peter Kehr, ausgezeichnet.

Er konnte außerdem drei Jubilaren das Abzeichen für 2äjährige Mitgliedschaft überreichen. Der Abend wurde umrahmt vom ~Mandolinenkranz“ und den „Modauspatzen“. Gemeinsame Lieder und ein gemütliches Beisammensein füllten den Rest des Abends aus.

Weihnachtsgänse wenig gefragt

Muß der Verbraucher auf den obligatorischen Festbraten verzichten, weil die Haushaltskasse ihm Einhalt gebietet?

kr _• wir besuchten in diesen Tagen die größte Geflügelfarm des Rieds in Biblis, die uns, im Hinblick auf das bevorstehende Weibnachtsfest und den damit verbundenen Einkauf von Gänsen als obligatorischen Festbraten, besonders interessierte und erlebten dabei eine große Enttäuschung:

Ein Gespräch mit Herrn Muth, dem Inhaber der am Ortsausgang gelegenen Farm, ergab, daß in diesem Jahre die sonst üblichen größeren Bestellungen ausblieben. Dies wird auch wohl der Grund dafür gewesen sein, daß das Gänsevolk lustig schnatternd umherlief und sich freute, einmal mit dem Leben davongekommen zu sein.

Die Farm, die gewöhnlich in diesen Tagen größere Mengen Geflügel in die hessischen Großstädte lieferte, und einen durchschnittlichen Bestand von 1000 bis 2000 Gänsen aufzuweisen hat, daneben alljährlich etwa 4000 bis 5000 Junghennen einsetzt, schien merklich unter dem schleppenden Geschäftsgang zu leiden. Wenn „auch die Aussicht besteht, daß kurz vor dem Fest noch rasche Entschlüsse zum Ankauf von einzelnen Tieren führen, so ist das kein Vergleich mit vergangenen Jahren, in denen di^ Muths vor Weihnachten alle Hände voll zu tun hatten.

Wir konnten uns davon überzeugen, daß es die Farmbesitzer verstanden, mit ihrer gefiederten Ware umzugehen, denn um ein Tier einzufangen, bedurfte es keiner aufregenden Jagd, bei der meistens die Federn stieben und das Geschnatter groß ist, sondern eines geschickten Fanggriffes mittels einer Geflügelangel, die aus einem langen Draht besteht, der am unteren Ende zu einer Schlaufe gebogen ist, in der sich das Bein des Tieres unweigerlich verfängt? Bei Bestellungen werden die Tiere auf Wunsch tischfertig geliefert.

Der Nachwuchs an Jungtieren sowie die Bruteier werden, wie uns Herr Muth erzählte, ausschließlich aus anerkannten Zuchtanstalten bezogen. Eine eigene Landwirtschaft, ein großes Freigelände mit Wasserstellen, dazu eine moderne Brutanlage sichern die Rentabilität des Unternehmens, das mit einem eigenen Kraftfahrzeug in der Lage ist, jede Lieferung, auch auf größere Entfernungen, schnell zu gewährleisten.

Wie es aber den Anschein erweckt, verzichtet der Verbraucher dieses Jahr auf seinen obligatorischen Festbraten. Ob er dies tut, weil die schmale Haushaltskasse ihm Einhalt gebietet und ihm praktischere Dinge seiner Lebenshaltung notwendiger erscheinen, müssen wir ihm selbst überlassen.

Arbeiterwohlfahrt spendet

Jugenheim, (erh) Getreu ihrem Grundsatz „Freude bereiten und Not lindern“ hat die Arbeiterwohlfahrt auch in diesem Jahr erhebliche Mittel für eine Weihnachtsbescherung aufgewandt. Von der Einwohnerschaft, insbesonders von den Geschäftsleuten, wurden Spenden zur Verfügung gestellt. Am Samstag, um 16.30 Uhr, soll eine beachtliche Kinderschar in der Turnhalle mit wertvollen Gebrauchsgegenständen, Spielsachen und Eßwaren beschenkt werden. Alte Leute und durch die Zeitumstände schlechter Gestellte sind für Sonntag, um 15 Uhr, in der Turnhalle eingeladen, um bei Kaffee und Kuchen in vorweihnachtlicher Freude gastlich bewirtet und beschenkt zu werden.

Bescheruns von Waisenkindern

Stockstadt, (oa) Die Ortsgruppe des Verbandes der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen nimmt am Sonntag ihre Weihnachtsbescherung für die Waisenkinder vor. Am gleichen Tage ist ein Familienabend vorgesehen. — Am Donnerstag, dem 14. Dezember, findet im Vereinslokal „Zur Krone“ die letzte Mitgliederversammlung des Jahres statt.

Schulkinder bastelten ihren Heimatort

Lehrer Ahlheim geht neue Wege der Heimatkunde in Balkhausen

erh. In den entlegenen Ortschaften, wie zum Beispiel auch in Balkhausen, haben die Lehrer ganz besondere Aufgaben zu erfüllen, und mit Recht werden gerade auch dort die besten Pädagogen eingesetzt.

Zwecks Ueberbrückung der Abgeschiedenheit läßt Lehrer A h 1 h e i m die Jugend an Film- und Rundfunkübertragungen teilnehmen. So wird sie nicht nur aufgeschlossener für die äußeren Geschehnisse, sondern ihr Blick weitet sich gleichzeitig für heimatliche Aufgaben.

Um die Heimatkunde vielfach interessant zu gestalten, ließ der Lehrer unter seiner besonderen Obhut den ganzen Ort Balkhausen von seinen Schulkindern in Bastelarbeiten herstellen. Naturgetreu entstanden so die einzelnen Gebäude, Stallungen, Schule und Kirche in der Reihenfolge der Ortsentwicklung. Dadurch wurde die Heimatgeschichte zum Erleben für die Schüler, ihre Heimatliebe ward vertieft und umfaßte nicht allein die Gegenwart, sondern auch die Vergangenheit und Liebe zum Elternhaus.

Ein erhebendes Fest für Kinder und Eltern ist auch die alljährliche Balkhäuser Weihnachtsfeier. Zwischen Eltern und Lehrer besteht ein auf gegenseitiges Vertrauen aufgebautes sehr' harmonisches Verhältnis, das noch durch persönliche Aussprachen gefördert und erhöht wird.

Weihnachten im Kindergarten

Seeheim. (erh) — Bei der- diesjährigen Weihnachtsfeier des Seeheimer Kindergartens wurde ein überraschend reichhaltiges und' von den Kleinen, die als Schneeflöckchen über die Bühne wirbelten, mit Begeisterung durchgeführtes Programm geboten. Weihnachtsengel, die Zwerge und Knecht Ruprecht konnten nicht fehlen. Ungezwungen trugen selbst die Kleinsten Gedichte und Lieder vor. Der Posaunenchor spielte Weihnachtslieder und erhöhte die festliche Stimmung. Pfarrer Reith dankte den Spendern und Helfern, besonders der Leiterin, Fräulein Krause, für die mühevolle Arbeit der Festvorbereitung.

Im Aufenthaltsraum warteten reiche Geschenke. Auch sie zeugten von sinnvoller-Arbeit der Tante. Jeweils dem Alter entsprechend erhielten die Kinder außer Eßwaren praktische Geschenke und Spielsachen.

... und beim Frauenverband

Seeheim, (erh) — Der Frauenverband, der über das ganze Jahr Not lindern half, hatte seine in Hilgers Gaststätte im Rahmen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes stattgefundene Weihnachtsfeier liebevoll vorbereitet. An weihnachtlich geschmückter Tafel saßen die Geladenen — Erwachsene und Kinder -L und nähmen die von der Notgemeinschaft zur Verfügung gestellten wertvollen Geschenke in Empfang.

Fräulein Edenweger, als Vertreterin des Wohlfahrtverbandes, wünschte in ihrer Begrüßungsansprache segensreiche Stunden und wies gleichzeitig auf die Aufgaben der im Dienste der Nächstenliebe wirkenden Organisation hin.

Gäste der Arbeiterwohlfahrt

Bickenbach, (rh) - Im dichtgefüllten, mit Tannengrün und Lichtern geschmückten Saale der „Waldesruh“ begrüßte der Vorsitzende der Arbeiter-Wohlfahrt, Studeny, die am Sonntagnachmittag zu einem gemütlichen Beisammensein zusammengekommenen weit über 100 über 70 Jahre alten Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde in herzlichen Worten. Weihnachtslieder der Feuerwehr-Blaskapelle und Chöre des MGV wechselten mit einem kleinen Theaterstück. Bei Kaffee und Kuchen kam mancher Scherz auf. Schneidermeister Zabel sprach namens der Alten den Dank aus und gab aus seiner Dichtermappe einiges zum Besten.

Aktuelles æwischen gesteru und sieute

Schulkinder vorgeschickt

Ueble Methode eines Diebes

Ober-Ramstadt. (Wst) Wegen schweren Diebstahls stand am Dienstag der 23 Jahre alte Georg B. vor dem Darmstädter Bezirksschöffengericht. Besonders schändlich war in diesem Fall die Methode, deren sich der Beschuldigte bei seinem Diebstahlvorhaben bediente. Um in den Besitz von mehreren Paketen Nägel zu kommen, hatte er verschiedene strafunmündige Schulkinder zu einem Einbruch bei einem Zimmermeister angestiftet.

Das Gericht gab ihm einen empfindlichen Denkzettel: Zwei Monate und zwei Wochen Gefängnis!

Weihnachtseinkauf leicht gemacht

Braunshardt (Vo). - In der Nacht vom Montag auf Dienstag drangen unbekannte Täter in das Kolonialwarengeschäft von Georg Dechert, Georgenstraße, ein und entwendeten größere Mengen Zigaretten, Kaffee und Schokolade. Die Diebe waren durch das Fenster in das Lager eingedrungen und konnten unerkannt auf demselben Wege wieder entkommen. Polizeiliche Ermittlungen sind eingeleitet.

Wieder vier Mädchen belästigt

Hainstadt (ch) — Auf der Straße nach Wald-Amorbach wurden 4 Mädchen im Alter von 14 bis 15 Jahren von einem Mann in unsittlicher Weise belästigt. Er folgte ihnen sogar ein Stück des Weges nach Wald-Amorbach, bis die Mädchen laut schreiend davonliefen. Erst dann fuhr er mit seinem Fahrrad davon. Der Unhold wird wie folgt beschrieben: etwa 30 bis 35 Jahre alt, 1,70 m groß, kräftig, volles Gesicht, trug dunkle Hose, grünen Hut. schwarzen zweireihigen Mäntel und führte ein altes Herrenfahrrad bei sich, an dem eine alte bräunliche Ledertasche befestigt war. Die Gendarmenie bittet die Bevölkerung um Mitfahndung.

Straßengefahren im Winter

( . ) - Schnee und Glatteis sollen auch in diesem Winter durch die Straßenbauämter auf den verkehrswichtigen Straßen bekämpft werden. In einer Rundverfügung des Regierungspräsidenten wird jedoch darauf hingewiesen, daß die zur Verfügung stehenden Mittel knapp sind. Deswegen müßten die vorgesehenen Maßnahmen auf ganz besonders gefährdete Stellen beschränkt werden. Die Straßenbenutzung erfolge in jedem Fall auf eigene Verantwortvng Die Schneebeseitiguhg und Streuung auf diesen Verkehrswegen seien eine freiwillige Leistung und stellten keine Ver¬ ^ar- Haftpflichtforderungen bei uniallen, die auf angeblich unzureichende Wartung zurückgeführt werden, würden nicht anerkannt.

Besprechungen über den Hausbrand

(PD) - Im Regierungspräsidium, Darmstadt landen am Dienstag unter Leitung von Regierungspräsident A r n o u 1 Besprechungen nut den Oberbürgermeistern und Landräten uoer die Kohlenversorgung der Haushalte und Kleinverbraucher statt. Die Berichte aus den Kreisen bestätigten die allgemein bekannten Schwierigkeiten. Zu Beanstandungen am Kohlenhandel, der durch Herrn . vertreten war. wurde jedoch kein , gesehen- So sind auch vorerst keine Zuteilungsverfügungen beabsichtigt, es sei Ä.*? ten Slch irgendwo besondere Notstände heraus.

Feuilleton

Ein Leben der Abenteuer

ZUM TODESTAG VON JACK LONDON

d *n sind es viernnddreißig Jahre, daß Jack London in Santa Rosa in i ereinigten Staaten starb. Mit ihm ging nicht nur ein weltbekannter Schrifter.zu Grabe, sondern wohl auch der -letzte große Abenteurer des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts.

Als uneheliches Kind geboren, heiratete seine Mutter fünf Monate nach seiner Geburt John London. In seiner Jugend arbeitete Jack als Zeitungsverkäufer, wurde Austernpirat, Seemann und framp, der Japan, Kanada und Alaska kennenlernte, mit einem weltweiten Herzen, in dem das Brausen ferner Meere und das Donnern der transkontinentalen Schnellzüge durch die Staaten seine bleibende Heimstatt gefunden hatte. Jack London war dem Abenteuer verschrieben, dem Rausch der Reisen, der endlosen Weite heimatlicher Prärien, dem Schweigen des nördlichen Eismeeres und der Urkraft harter Männer. Sein buntes Leben war nicht leicht, er scheffelte keine Gelder oder buhlte um einträgliche und ruhige Stellungen. Sein Blut war wie Lava, feurig und unstet, noch auf der Reise träumte er von weiteren Fahrten, die ihn mehr und mehr um die Erde führen sollten, damit er das Herz dieser Welt, den Pulsschlag des Daseins an seinem Ursprung erkennen könnte. London war selbst ein harter Mann, dem das Männliche Lebensodem war, der die Härte um ihrer selbst willen liebte.

Mit zweiundzwanzig Jahren veröffentlichte er seine erste Erzählung „To the Man on Trail“ in der „Overland Monthly“, eine Erzählung aus dem Yukon-Gebiet. Sie machte ihn nicht berühmt, und er dachte wohl auch nicht, daß dies der Anfang zu einer Schriftsteller-Laufbahn werden sollte, die seinen Namen in den kommenden Jahren über die ganze Welt verbreiten sollte. Er schrieb aus einem überquellenden Geist, gefüllt mit Eindrücken einer unorthodoxen Lebensweise, er schrieb Dinge, die auf den Leser wirkten wie ein eiskalter Wasserstrahl. Er brachte eine neue Art des literarischen Realismus mit, der mit überkommenen Konventionen Schluß machte, er schrieb, wie das Leben war, und er kannte dieses Leben wie kaum einer zuvor. Er schritt durch die Niederungen mit lauterem Geist, er sah das Elend auf den Schattenseiten des Lebens, und er war willens, dem kleinen Mann, der namenlosen Kreatur in seinen Büchern ein ewiges Denkmal zu setzen. Da er aus ihren Reihen kam, kannte er ihre Sorgen und Wünsche, ihre geheimsten Hoffnungen und Sehnsüchte, er war einer von ihnen und jederzeit bereit, für diese seine Herkunft einzustehen.

Sein gesamtes literarisches Schaffen, das etwa dreißig Bücher ausmacht, ist von Karl Marx, von Friedrich Nietzsche, Charles Darwin und Rudyard Kipling beeinflußt. Jack London wurde ein Revolutionär der Gesellschaft, er prangerte Zustände an, die im überkommenen Sinne der Bürgerlichkeit ewigen Bestand zu haben schienen. In seinem Roman „Die Zwangsjacke“ schildert er die Mißstände in einem amerikanischen Zuchthaus, klagt er eine Rechtsform an, die die Würde des Individuums mit Füßen tritt. Er entfesselt damit einen Sturm der Entrüstung in der Oeffentlichkeit, und als Erfolg seines Schaffens kann er eine grundlegende Reform des amerikanischen Strafvollzugs buchen. Das Ergebnis einer späteren Reise nach London ist sein aufwühlendes Buch „Menschen der Tiefe“, in dem er mit der Sonde der Erkenntnis und des Sehens die Zustände der englischen Slums schildert. Ueberhaupt sucht und findet er mit einem verblüffend feinen Instinkt die Sümpfe des menschlichen Daseins, aus ihrem Fäulnisgeruch gleichsam seine Anklage formulierend.

Jack London ist nicht nur eine literarische Erscheinung, er ist ein Naturmensch mit, dem heißen und versengenden Atem der Primitivität, der das Leben nackt und roh sah und aus seinen Erscheinungen die wahren Werte ableitete. In „König Alkohol“, einer Autobiographie, schildert er die Stufen des Trinkens. Er, der selbst mit fünf Jahren zum erstenmal betrunken war, erreicht in diesem Buch eine Meisterschaft der realen Sprache, die dem „Opium“ Claude Farrdres nicht nachsteht. Wie Poe die Seele des Laudanums fand, so spürte Jack London den letzten Regungen der Trunkenheit nach, er findet eine neue Wirklichkeit in dem Rausch der „weißen Logik“, die das Leben durch Abstraktion zu töten vermag. London ergreift für alle Kreaturen seine Feder, die in der Unterdrückung leben, sei es nun Mensch oder Tier. Er ist der individuellen Freiheit verschworen, dem Leben um des Lebens willen, er schreib keine Traktätchen, sondern einen blutvollen Stoff, ohne Bitternis den Verachteten gegenüber, mit der Einfühlungsgabe eines Arztes. Seine Bücher wurden in elf Sprachen übersetzt, sein Name ist auf der ganzen Welt als der Name eines Mannes bekannt, der das Sehnen einer verbliebenen bürgerlichen Romantik wahr machte, der auszog, um das Leben an den reißenden Wildbächen seines Ursprungs zu studieren,' und der heimkam, um in einer einzigen Anklage eine verrottete bürgerliche Konvention zu geisein. Horst Fr. List

Ein Luther-Film

Wie der Filmbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Pfarrer Werner Heß, Frankfurt am Main, nach der Rückkehr von seiner mehrmonatigen Studienreise nach den Vereinigten Staaten mitteilte, hat er im Verlaufe eines Gesprächs mit Vertretern der United Lutheran Church den Vorschlag gemacht, den von dieser Kirche geplanten Lutherfilm unter internationaler Beteiligung im Verlauf des nächsten Jahres in deutschen Ateliers zu drehen. Die Leitung der Lutherischen Laienbewegung werde in diesen Tagen über die von ihm gemachten Vorschläge beschließen, (epd)

Heilbutt

VON ERNST HANDSCHUCH

Der Kameralist Severin Semgallen erstand am Vormittag des ersten September 1939 in einem Fischgeschäft ein Pfund der ebenso schmackhaften wie teuren Schollenart Heilbutt. Er glaubte in jener Stunde noch an keinen Krieg, und auch der Ladeninhaber dachte nicht im entferntesten daran. Denn sonst hätte er, ehe er von dem Fisch abschnitt, Semgallen nicht auf den hohen Preis hingewiesen. Als Severin aber mit seinem überraschenden Kauf nach Hause kam, saß seine Frau bitterlich weinend in der Küche, hatte ihr doch die Flurnachbarin, die ein Rundfunkgerät besaß, von dem folgenschweren Einmarsch Hitlers in Polen berichtet. Selbst in das Wasser, darin das prächtige Stück Heilbutt sott, fielen noch ihre Tränen, und so kam es, daß auch ihrem Gatten das leckere Mahl nicht so mundete, wie er es sich vorgestellt hatte.

Obwohl er im Verlauf der sich nun entwickelnden Kriege später als Soldat in Sizilien mehr als genug vom vorzüglichen Fleisch des Thunfisches essen konnte, vermochte er es nur schwer zu verwinden, daß ihm der Führer, dem er ohnehin lediglich aus der Gehaltsklasse eines mittleren Beamten ergeben war. seinerzeit den Genuß des Heilbutts so schnöde verdorben hatte. Da der deutsche Gruß jedoch das Wort Heil mit dem Namen des Fisches teilte, wurde er immer wieder einmal daran erinnert.

Semgallen überlebte trotz dem von ihm geleisteten Soldateneid nicht nur seinen obersten Befehlshaber, sondern überstand auch die Zeit der Gefangenschaft, die dem Tod des Gewalthabers unverzüglich folgte. Weil seine Frau und sein Heim ebenfalls verschont geblieben waren, konnte er sonach als Parteifreier mit der etwas schäbigen Zufriedenheit des Entronnenen in sein Amt zurückkehren und mit einigem Geschick audh den Anschluß an die neue deutsche Mark gewinnen. Das vermasselte Heilbuttgericht vergaß er indessen nicht. Denn damit hatte nun einmal für ihn das große Unheil begonnen.

Wer also durfte erregter sein als Severin, als er jüngst erfuhr, daß es just in dem Geschäft, in dem er vor zehnundeinhalb Jahren den erlesenen Fisch kaufte, wieder Heilbutt gab? Augenblicklich machte er sich darum auf den Weg, um nach so langer Zeit endlich zu dem Gericht zu kommen, an dessen vollem Genuß ihn der Führer mit seinem so unüberlegten Streich damals gehindert hatte. Statt des stolzen Ladens von einst fand er zwar nur eine armselige Bude aus Beton vor, doch lag auf dem mit Blech beschlagenen Holztisch tatsächlich der so kraftvoll platte Fisch mit dem verführerisch weißen und festen Fleisch unter einer schwarzblauen glatten Haut. Der Händler war der alte noch, freilich von den schweren Jahren gezeichnet und ein wenig klapprig. Außer ihm standen sein Sohn und ein Gehilfe hinter der einfachen Theke, vor der sich zwei Frauen wählerisch bewegten.

Beim Anblick des herrlichen Geschöpfes der Meere überkam es Semgallen plötzlich wie ein Rausch, in seiner Heftigkeit vielleicht nur dem zu vergleichen, der die echten Anhänger Hitlers überfiel, wenn sie in die unmittelbare Nähe ihres Führers gerieten. Und so, wie er es auf dem Hofe der großen Flakkaserne einstmals gelernt hatte, stand er stramm, brachte den rechten Arm in die vorgeschriebene Winkelung und schrie aus voller Kehle: „Heil Butt!“ Nun aber geschah etwas Unerwartetes; denn nicht nur der Ladeninhaber, sondern auch sein Sohn und der Gehilfe nahmen alsbald die gleiche Haltung an und hoben die Arme. „Heil!“ entfuhr es gehorsam ihren Mündern; doch als die beiden Frauen erschrocken aufblickten, gelang es ihnen eben noch, den zweiten und wesentlichen Teil des Grußes, wie er ihnen vorschwebte, zu verschlucken. „Hah", verwunderte sich der Alte über sich selbst. ..Ein guter Witz“, glaubte der Sohn sagen zu müssen. „Man ist halt manchmal doch noch drin“, meinte der Gehilfe verlegen. Severin, durch das Gebaren der drei Männer rasch ernüchtert, mußte jetzt laut lachen. „Entschuldigen Sie, meine Herren, nichts indessen lag mir ferner als Sie etwa zu prüfen“, bekannte er ehrlich. „Mein Gruß galt nämlich nur Ihrem köstlichen Heilbutt, von dem ich gerne zwei Pfund hätte.“

Darmstädter Theaterhefte

Die Darmstädter Theaterhefte oder die Blätter des Landestheaters, wie sie auch genannt werden, haben sich im Laufe der Zeit einen sehr guten Ruf geschaffen. Gewiß ist es für unser Landestheater nicht leicht, mit ganz großen Bühnen zu konkurrieren, die, wie z. B. die Münchener Oper, mit einer viel größeren Auflage technisch wie wirtschaftlich ganz Besonderes leisten können. Aber die Herausgeber der Darmstädter Programmhefte, wohl immer die Dramaturgen, sind sich der Tradition bewußt gewesen, die auch hier in unserem Theaterleben eine große Rolle spielt, und manche Großstadt kann auch heute in Umfang, Aufmachung und Ausstattung an unsere Hefte nicht heranreicheq.

Blicken wir doch nur wenige Jahre zurück, als nach dem Krieg das Landestheater anfing! Da gab es Heftchen von kleinstem Format, auf schlechtem Papier gedruckt, Bilder waren kaum darin enthalten und interessante Aufsätze auch nicht. Und heute? Auf bestem Papier gedruckt, im alten vertrauten Format, mit Photos und Zeichnungen* von Aufführungen und Künstlern, dazu Aufsätze, die sich erfolgreich bemühen, in neue Inszenierungen einzuführen. Aufsätze auch, die darüber hinaus das Gebiet verwandter Künste berühren. Wer von draußen unsere Darmstädter Theaterhefte in die Hand nimmt, kargt nicht mit Anerkennung und so erfüllen sie ihren doppelten Zweck: Das Publikum zu informieren und für Darmstadt und sein Landestheater zu werben. Vielleicht kommt auch die altvertraute rot-weiße Umschlagfarbe wieder und die schönen Hefte erhalten, zum praktischeren Gebrauch, wieder obendrauf die fortlaufende Nummer der Spielzeit. Dann wären alle Wünsche erfüllt, die wir hier billigerweise an unser Landestheater stellen können. H.W.W.

Weihnachtsmusik des Darmstädter Singkreises

Seine Weihnachtsmusik wiederholte der Darmstädter Singkreis am Dienstagabend im Gemeindehaus der Joharmesgemeinde. Schon die Atmosphäre des Raumes stellte die Beziehung zur Musik jener Zeit um 1600 her, in der einst die - cappella-Musik ihre höchste Blüte erreichte. Es list der Atem einer geistigen Gemeinschaft, der den Raum durchweht und den alten Christengesängen von Richard Prätorius die ewige Leuchtkraft gibt. Aus diesem traditionellen Geist wurde auch das neue Liedschaffen von Hugo Distler und Gerhard Schwarz geboren. In harmonischer Schönheit klangen die Chorsätze unter der Leitung von Heiner Lautenschläger auf und verbreiteten andächtige Vorfeststimmung. •

Curt Westermann sprach zwischendurch in beseelter Verhaltenheit Weihnachtsverse von Stegemann, Rudolf Alexander Schröder und anderen zeitgenössischen Dichtern und las ein Kapitel aus Wiecherts letztem Werk.

Mit gemeinsamen neuen Weihnachtsliedern, die das kleine Orchester des Singkreises begleitete, beteiligte sich auch die große Zuhörerschar an dem Weihnachtssingen. G. I.

Das neue Semester der Volkshochschule beginnt am 12. Februar 1951. Mitte Januar können die Vorlesungsverzeichnisse auf der Geschäftsstelle der Volkshochschule, beim Stadthauspförtner und auf dem Reisebüro (Rheinstraße) abgeholt werden.

Kultur-Spiegel der Heimat

Die Vorlesungen und Uebungen der Technischen Hochschule schließen wegen der Weihnachtsfeiertage am Dienstag, dem 19. Dezember, ab 16.45 Uhr. Die Wiederaufnahme des Vorlesungsbetriebs erfolgt am Dienstag, dem 9. Januar 1951 um 8.00 Uhr. -st.

Eine öffentliche Vorlesung „Vom Sinn des Todes“ hält am Freitag, dem 15. Dezember um 19 Uhr im Hörsaal 246 der Technischen Hochschule der bekannte Pascal- und Novalis-Forscher Dr. Ewald Wasmuth, Tübingen. -st.

Der Volkstanzkreis der Jugendgruppe Waldkolonie-Postsiedlung veranstaltet am Freitag, dem 15. Dezember, um 20 Uhr, eine Weihnachtsfeier im Nachbarschaftsheim, Prinz-Emil-Garten. *

Einen Kammermusikabend mit Werken von Beethoven, Haydn und Mozart veranstaltete die Sport- und Kulturgemeinde Waldmichelbach Hans W. Metz (Violine), Adalbert Fink (Cello) und Felix Moschner fanden den starken Beifall eines zahlreichen Publikums. Der gemischte Chor der KSG brachte zwei Madrigale von Peuerl und Haßler. vir.

„Heimgefunden“, ein Volksstück von Ludwig Anzengruber, wurde im Roßdorf von der Spielschar des Mannergesangvereins „Concordia“ unter Leitung vop Rektor Hackemer im bis zum letzten Platz besetzten Saal des Gasthauses „Darmstädter Hof“ mit großem Erfolg aufgeführt. Darsteller und Regie galt der lange anhaltende Beifall eines dankbaren Publikums in gleichem Maße, sl Ein großes Konzert des verstärkten Orchesters Breitwieser fand im Gasthaus „Zur Sonne“ in R o ß d o rf statt. Als Solisten traten Philipp Breitwieser sen., Willi Ahl (Trompeten), Herr Bauer (Violine) und Phil. Breitwieser jun. (Klavier) hervor. Eine Wiederhotong der Veranstaltung ist für das kommende Frühjahr geplant. sl

Bei seinem Liederabend am vergangenen Sonntag stellte sich der Mannergesangverein Ober-Klingen mit einer schönen, geschlossenen Leistung vor. Das Programm brachte Chöre, Solopartien, Duette und im zweiten Teil Jägenlieder, die von Hörnerklängen eines Blasquartetts umrahmt wurden. Als Einlage spielte Georg Weber das Concertine für Posaune von E. Sachse. Solopartien sangen Maria Klingler und Adam Krämer. Verbindende und erläuternde Worte sprach Musiklehrer Klinler. eb

In der Vortragsfolge „Probleme der Zeit“ spricht am Freitag, dem 15. Dezember, der Schriftsteller Wilhelm Braun vor der Volkshochschule Bensheim über das Thema: „Der Mensch am Scheidewege.“ Die Veranstaltung, die um 20 Uhr beginnt, findet im Gymnasium statt. HB

Im kulturellen Arbeitskreis der beiden Pfungstädter Kirchengemeinden sprach am Dienstagabend Dozent Pfarrer Sucker, Bensheim, über den Dichter Hans Egon Holthusen und führte in» dessen Philosophie ein. Proben aus der „Trilogie des Krieges“ und dem kürzlich erschienenen Gedichtband von Holthusen zeigten die Probleme auf, mit denen dieser Dichter ringt. ler

Auf vereisten Plätzen ist alles drin

Der Süden steht vor der Halbzeitmeisterschaft / Im Westen ein Spiel / Südwest beginnt die Rückrunde

Schon am vergangenen Sonntag gab es bei den Spielen der ersten Liga überraschend hohe und zum Teil unerwartete Ergebnisse, die ihre Ursache zu einem großen Teil in den schneebedeckten und vereisten Plätzen haben dürften. Auch am Goldenen Sonntag wird es vermutlich nicht ohne Ueberraschungen abgehen. Im Süden spielt man volles Programm, im Westen endet die erste Serie und im Norden läßt man die an sich schon weit zurückhängende Mannschaft von Werder Bremen unverständlicherweise erneut pausieren. Besonders glücklich ist der Südwesten dran, der schon zur Rückrunde startet.

Tag der Favoriten

FC Singen 04 gegen Vfß Stuttgart, FSV Frankfurt gegen VIR Mannheim, Svgg Fürth gegen Bayern München, Vfß Mühlburg gegen Schwaben Augsburg, FC 05 Schweinfurt gegen Darmstadt 98, SSV Reutlingen gegen Waldhof, VfL Neckarau gegen Eintracht Frankfurt, BC Augsburg gegen 1. FC Nürnberg, 1860 München gegen Kickers Offenbach.

Die Spitzenmannschaften des Südens haben das Glück, auf eigenen Plätzen die erste Serie beschließen zu können. Der VfR Mannheim wird am Bornheimer Hang auch beim FSV nicht zum ersten Auswärtssieg kommen und damit aller Möglichkeiten beraubt werden noch einmal in die Meisterschaft entscheidend eingreifen zu können. Im Fürther Ronhof wird Bayern München dem Gastgeber keinen Punkt entreißen können, so daß die Kleeblätter ihre Anwartschaft auf die Tabellenführung ebenso wahren können wie der Vfß Mühlburg, dem die Augsburger Schwaben auch kein Bein stellen können. Bei aller Achtung vor den Darmstädter Lilien werden sie im Schweinfurter Sachs-Stadion um eine Niederlage kaum herumkommen.

Der Vfß Stuttgart weilt in Singen auf gefährlichem Boden. Das Können des Deutschen Meisters steht allerdings weit über dem seines Gastgebers — und das müßte zum Sieg reichen, schwerer hat es schon der 1. FC Nürnberg beim Tabellenletzten BC Augsburg, der immer dann über sich hinauswächst, wenn es gilt. Ein unentschieden wäre keine Ueberraschung. wpntlingen wird vermutlich mit Waldhof fertle werden können, der VfL Neckarau gilt als Favorit gegen die Frankfurter Adlerträger, nie Begegnung zwischen 1860 München und den Offenbacher Kickers wird von der Tagesform entschieden werden, wobei den Löwen ein kleines Plus nicht abzusprechen ist.

Nur ein Spiel im Westen

Kot-Weiß Oberhausen — Alemannia Aachen.

T Oberhausen ist auch für die Aachener Alemannen deren Schußvermögen immer wieaär aufhorchen läßt, nur schwer zu gewinnen, “i die Gastgeber durch einen Sieg sich Luft schaffen könnten. Favorit bleiben trotzdem die Gäste.

Ist Göttingen am Ende?

Pauli gegen Göttingen 05, HSV gegen Arminia Hannover. Vfß Oldenburg gegen Alsv Itzehoe gegen Bremerhaven 93, Fintraclit Osnabrück gegen Hannover 96.

n« bedeutendste Spiel im No r den kommt m Hamburger» Millerntor zur Durchführung, 3 o St Pauli die Überraschungsmannscliaft aus Göttingen erwartet. Die Gastgeber, die spielerisch Ohne Zweifel stärker sind, würden durch einen Sieg die Göttinger endgültig aus der Spitzengruppe verdrängen. Der HSV wird sich von Arminia Hannover kaum gefährden lassen, Altona 93 hat sich so verbessert, daß auch beim Vfß Oldenburg ein Punkt für die Schwarz-Weiß-Roten abfallen dürfte. Ob der Platzvorteil, den Itzehoe gegen Bremerhaven genießt, dem Tabellenletzten zu einem Punkt verhilft, ist zweifelhaft. Eintracht Osnabrück könnte schließlich die völlig aus den Fugen geratenen 96er aus Hannover bezwingen.

Soitzenmannschaften ohne Gefahr

1. FC Kaiserslautern gegen Tura Ludwigshafen, Wormatia Worms gegen Mainz 05, FK Pirmasens gegen Bad Kreuznach, TuS Neuendorf gegen Eintracht Trier, FV Engers gegen ASV Landau, VfL Neustadt gegen Andernach.

Nur die TuS Neuendorf holt im Sü d - westen gegen Eintracht Trier noch eine Begegnung der ersten Runde nach und müßte in der Lage sein, die auswärts harmlosen Trierer zu bezwingen. Tura Ludwigshafen kann dem 1. FC Kaiserslautern ebensowenig gefährlich werden wie Mainz 05 den Wormaten aus Worms. Auch der FK Pirmasens wird sich von Kreuznach nichts vormachen lassen. Engers und Neustadt sollten den Platzvorteil gegen Landau und Andernach für sich auszunutzen wissen.

Tennis-Borussia am Zug

Tennis Borussia gegen Wacker 04, Vfß Britz gegen Hertha BSC, Spandauer SV gegen Tasmania, Alemannia 90 — Blau-Weiß, Union OG, gegen Minerva 93, BSV 92 gegen Westend.

Den Berliner Tennis-Borussen wird auch Wacker 04 die Halbzeitmeisterschaft nicht verderben. Von den Verfolgern dürften Hertha BSC, der Spandauer SV und der BSC 92 ebenfalls zum Sieg kommen.

Die Vorrunde geht zu Ende

Motor Zwickau gegen Brieske Ost, Rotation

Dresden gegen Chemie Leipzig, Lokomotive Stendal gegen Turbine Halle, KWU Erfurt — ZSG Altenburg, KWU Weimar gegen Volkspolizei Dresden, Rotation Babelsberg gegen Motor Dessau, EHW Thale — Einheit Merane, Vfß Pankow gegen Mechanik Gera.

Motor Zwickau steht im Osten bereits als Halbzeltmeister fest, denn es ist nicht anzunehmen. daß die Knappen aus Brieske zum Sieg kommen. Der Tabellenzweite Erfurt müßte zu Hause gegen Altenburg die Punkte sicher behalten.

Lampertheim bleibt vorn

Es ist nicht anzunehmen, daß der von dem ehemaligen Waldhof-Torhüter Vetter betreute Spitzenreiter der hessischen Amateurliga, Olympia Lampertheim, am kommenden Spieltag gegen den VfL Biedenkopf daheim auch nur einen Punkt verliert. Auch Kassel 03 müßte stark genug sein, gegen Opel Rüsselsheim zu den Punkten zu kommen. Die Borussen aus Fulda werden dagegen zu kämpfen haben, um die wieder stärker gewordenen Rödelheimer geschlagen nach Hause zu schikken; aber es ist durchaus möglich. Hanau 93 steht in Griesheim vor einer schweren Aufgabe und muß sie lösen, wenn der Anschluß nach oben erhalten bleiben soll. Die Gastgeber werden in Marburg (gegen Hesslsch-Lichtenau) und Wetzlar (gegen VfL Kassel) in Front bleiben. Rot-Weiß sol'te beim Vfß Friedberg Sieger bleiben. Offen sind die Treffen zwischen Union Niederrad und Germania Bieber, zwischen Hessen Hersfeld und Hermannia Kassel sowie zwischen dem SV Kassel und Bad Homburg.

Oesterreich siegt in Glasgow.

Mit 1:0 (1:0) gewann die österreichische Fußballnationalmannschaft am Mittwoch im Glasgower Hampdenpark den Länderkampf gegen Schottland vor 70 000 Zuschauern. Das einzige Tor des Tages fiel in der 26. Minute durch einen Treffer des österreichischen Rechtsaußen Melchior I auf Vorlage von Mittelstürmer Wagner.

Riedel Vogt protestierte

Hamburg, (sid) Riedel Vogt hat gegen die Entscheidung des Ringrichters Linke beim Essener Titelkampf gegen Heinz Sachs Protest eingelegt. Der Hamburger begründet diesen Schritt mit der Tatsache, daß er mit vollem Bewußtsein bei „9“ wieder hochgekommen sei und Linke den Kampf erst nach einem erneuten Schlagabtausch abbrach. In seinem Protestschreiben an den Sportausschuß des Bundes deutscher Berufsboxer erklärte sich Vogt bereit, den Kampf noch einmal ohne jede Gage auszutragen, wenn das Essener Urteil aufgehoben wird.

In jedem Falle aber wird es zu einer Revanche zwischen Heinz Sachs und Riedel Vogt kommen, da der Vertrag zu dieser freiwilligen Titelverteidigung für den Fall einer Niederlage des Meisters eine Rückkampf-Klausel enthielt, wonach Sachs seinen Titel zuerst wieder gegen Vogt verteidigen muß. Auch die Börsenanteile für diese Revanche liegen bereits vertraglich fest.

Mißglückte Eishockey-Premiere

TSG verlor in Gießen 5:0 (3:0, 0:0, 2:0)

Die Darmstädter Eishockeyspieler wurden bei ihrem ersten Spiel In dieser Saison von TV 46 Gießen glatt mit 5:0 geschlagen, was vor allem darauf zurückzuführen ist, daß die Gäste keine Auswechselspieler mitgebracht hatten und außerdem auf Dr. Sigwart, der sonst in der Verteidigung steht, verzichten mußten. Die Gießener, die im Bad Nauheimer Eisstadion trainieren können, traten dagegen mit kompletter Mannschaft an.

In den ersten Minuten ging es auf Darmstädter Seite recht gut, dann aber machte sich das Fehlen einer zweiten Sturmreihe doch sehr stark bemerkbar. Die Gastgeber schossen gegen Ende des ersten Drittels in kurzer Folge 3 Tore. Der nächste Spielabschnitt verlief törlos. Als in den letzten 20 Minuten Zörgiebel verletzt vom Eis mußte, standen beim TSG nur noch 5 völlig erschöpfte Spieler im Kampf, gegen die es den Einheimischen nicht schwer fiel, noch zwei weitere Treffer zu erzielen.

Bönning im Tor verhinderte eine höhere Niederlage. Auch die Verteidiger Mangold und Hauser machten ihre Sache gut, während der überlastete Sturm mit Przemenentski, Fuß und Zörgiebel nicht die Kraft hatte, eine Reihe schön herausgespielter Chancen zu verwerten.

Hochschulsport

Fußball: TH — Uni Heidelberg 2:8 (2:4)

Die bisher ungeschlagene Fußabll-Elf unserer Stundenten mußte am Mittwoch eine empfindliche 8:2-Niederlage einstecken. Sie konnte ihrem Gegner von der Universität Heidelberg zwar bis zur Pause noch eine einigermaßen ausgeglichene Partie liefern, als aber ihr bester Mann, der Mittelstürmer Reitzer, Ende der ersten Halbzeit verletzt abtrat, fiel die Mannschaft völlig auseinander, so daß ihr recht unsicherer Torwart noch viermal das Leder aus dem Netz holen mußte. Den einzigen Treffer der Darmstädter erzielte Eitzer, der zweite war ein Selbsttor.

Handball: TH — Uni Heidelberg 8:9 (3:4)

Weit besserer Sport wurde bei dem vorangegangenen Handballspiel geboten. Nachdem die Gäste bis Mitte der zweiten Halbzeit auf 9:5 davongezogen waren, konnten die Darmstädter in einem prächtigen Endspurt bis auf 9:8 herankommen. Die Tore .für die TH schossen Eckstadt (3), Steinhaus (3), Jakowitz und Lingelbach.

Boxfinale um Länderpokal

Düsseldorf, (sid) Das vorzeitige Ausscheiden geschwächter Staffeln aus Bayern, Württemberg und Niederrhein, vor allem aber das Fehlen von Westfalen brachten im Länderpokal der Amateurboxer mit der Begegnung Hessen—Mittelrhein ein überraschendes Finale. Der Mittelrhein gewann zu Hause gegen Niederrhein und Berlin jeweils mit 11:5 Punkten, während Hessen nach einem Freilos Rheinland (13:3) und Bayern (9:7 I) im eigenen Ring zu schlagen vermochte. Da die Hessen am Freitagabend in Wiesbaden nun auch die Schlußrunde wieder zu Hause bestreiten, ist ihre Position auch hier sehr stark. Die Mittelrhein-Acht (Krümmel. Merx, Langer, Kremer, Sauer, Wagner, Schmidt und Rau) wirkt aber gerade in den unteren Gewichtsklassen mehr als ebenbürtig.

Er lebt trotzdem recht munter

f. kr. Es ist erfreulich, aus vielen Städten von dem Verständnis, das die dort leitenden Männer dem Sport entgegenbringen, berichten zu können. Daß es aber nicht überall so ist, zeigen die zwei nachstehenden Meldungen: In Bremerhaven wurden das städtische Sportamt, das Sportjugendamt und die Jugendbehörde dem städtischen — Fr•edh o f s a m t unterstellt. Der Leiter dieses Amtes ist ein 76jähriger Amtmann, der nie in seinem Leben irgendeinen Sport betrieben hat. — Im Hamburger Senat wurde das bisher der Schulbehörde unterstehende Dezernat Sport, mit dem der Hamburger Sport bisher recht gut gefahren war, dessen Einfluß entzogen und einer unter Leitung von Frau Senator Karpinski stehenden Jugendbehörde unterstellt. Die hunderttausend Hamburger Sportler haben daraufhin Protest erhoben und dabei erklärt, daß in Hamburg als Leiter des Sportamtes der Stadt Hamburg Olympiasieger Dr. Gerhardt Stock tätig sei, dem man ruhig auch dieses Amt im Rahmen des Hamburger Senats anvertrauen könne. r. . . r.'.t

Man muß sich angesichts solcher Fehldispositionen nur wundern, daß der Sport in diesen Städten trotzdem nicht totzukriegen ist.

Short in Kürze

Die deutsche Tischtennismannschaft Raack, Mauritz, Braun blieb nach ihrem Erfolg am Montag in Norrkoeping auch am Dienstag in Stockholm mit 5:4 über eine kombinierte Stadtmannschaft erfolgreich.

Schwergewichts-Weltmeister Ezzard Charles tritt zu seiner sechsten Titelverteidigung am 12. Januar im Neuyorker Madison Square Garden gegen Lee Oma an.

Vfß Mühlburg und Kickers Offenbach tragen ihr für den 24.' Dezember vorgesehenes Punktespiel 24 Stunden später aus.

Der Landessportbund Hessen, Sportkreis Dieburg, führt am Sonntag um 9 Uhr im Volkshaus Reinheim eine ordentliche Kreiskonferenz durch, wozu alle Vereine gebeten werden, einen Delegierten zu entsenden. Auf der Tagesordnung stehen: Geschäfts- und Kassenbericht, Berichte der Sparten, Entlastung des Vorstandes, Neuwahl des Vorstandes, Veranstaltungen 1951, und Verschiedenes. -prnb-

Die Sportgemeinde e. V. Weiterstadt veranstaltet am kommenden Sonntag, den 17. Dezember l!t>0, abends 20 Uhr, bei Gastwirt Schöneberger ihren diesjährigen Elternabend. Hierbei werden die Jüngsten des Vereins ihre Turnkunst unter Beweis stellen. Im Anschluß wird St. Nikolajus den Kindern die Gaben des Vereins überbringen. Nach Schluß des ersten Teiles wird ein buntes Programm mit allerlei Belustigungen den Abend verschönern.

Am Samstag, dem 16. Dezember, 17 Uhr, findet in der Gastwirtschaft Arnold. Darmstadt, Bismarckstraße, die letzte Schiri-Versammlung für das Jahr 1950 statt.

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Hochschulbauamt, Darmstadt (Zintl-Institut, Hochschulstraße) Amtliche Mitteilung des Landkreises Darmstadt Nach Mitteilung des Regierungsveterinärrates für den Landkreis Darmstadt ist unter den Rinderbeständen der Gemeinde Gräfenhausen die Deckinfektion des Rindes festgestellt worden. Gemäß den Bestimmungen der viehseuchenpolizeilichen Anordnung über die Bekämpfung der Deckinfektion des Rindes vom 21. Februar 1938 (Reg. 81. S. 17) ordne ich folgende Schutzmaßnahmen an: 1. Der Deckbetrieb in der Bullenhaltung der Gemeinde Gräfenhausen ist bis auf weiteres verboten (§ 4 a. o. Anordnung). 2. Die Rinderbestände in Grälenhausen sind der tierärztlichen Einzeluntersuchung und Behandlung auf Kosten der Tierbesitzer zu unterwerfen (§§ 3 und 12, Abs. 3 a. o. Anordnung). 3. Den Anordnungen des Reg.-Vet.-Rates ist unbedingt Folge zu leisten. 1.V.: gez. Schön. Versteigerungsanzeige Freitag, den 22. Dezember, 10 Uhr, sollen nachverzeichnete Gegenstände öffentlich meistbietend gegen sofortige Barzahlung im Wege des Selbsthilfeverkaufs versteigert werden: White-Lastwagen. 3-Achser, 10 To. Nutzlast. Zusammenkunftsort: Groß-Zimmern, Darmstädter Straße 9. Dieburg, den 13. Dezember 1950. Keckstein, Gerichtsvollzieher. Zwangsversteigerung Am 15. Dezember 1950 werde ich öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern: Um 10 Uhr in Darmstadt, Pfandkammer, Amtsgericht, Seiteneingang: 1 Küchenschrank, 2 Radios, 3 Polstersessel ohne Bezug, 1 Hobelbank, 1 Ankleideschrank, 1 Waschtoilette, 5 Schreibtische, t Schreibmaschine, 1 Couch, 2 Polstersessel, 1 Teppich, 2 Kleiderschränke, 3 Rollschränke, 1 Registrierkasse „Krupp", 6 Gläserschränke für Optiker, ca. 450 Brillengläser, 1 Kugeldreh-Apparat, 1 Exzenterpresse, Zeichen- und Nivelliergeräte, 1 Aggregat 221—400 Watt, 57,7 Amp. 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Januar 1951, 9 Uhr, Zimmer 324. — Offener Arrest mit Anzeigepflicht bis 6. Januar -1951 dem Konkursverwalter. Darmstadt, den 8. Dezember 1950. Amtsgericht, Abt. 3 Bekanntmachung Betr.: Lotterie zur Wiederherstellung der durch Fliegerangriffe Schwerbeschädigten katholischen Kirche in Fehlheim. Der Hessische Minister der Finanzen in Wiesbaden hat unterm 30. 11. 1950 dem katholischen Pfarramt in Fehlheim unter Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs die Genehmigung zur Durchführung einer Lotterie unter bestimmten Bedingungen erteilt. Da das Verbreitungsgebiet der Lose der Regierungsbezirk Darmstadt ist, wird die Erteilung der Genehmigung hiermit öffentlich bekanntgegeben. Heppenheim, den 11. Dezember 1950. Der Landrat des Landkreises Bergstraße Bekanntmachung Betr.: Das Ausscheiden des Kreistagsabgeordneten Alois Hoyer, Zotzenbach (Odenw.). Der Kreistagsabgeordnete Alois Hoyer, Zotzenbach, ist freiwillig aus dem Kreistag ausgeschieden. Gemäß § 9 des Kreiswahlgesetzes vom 11. 2. 1948 wird die Erledigung der Stelle hiermit amtlich bekanntgemacht. An seine Stelle tritt de? nächste noch nicht zum Kreistag abgeordnete Bewerber aus dem Wahlvorschlag der CDU, es sei denn, daß die noch wahlberechtigten Unterzeichner dieses Wahlvorschlages innerhalb zweier Wochen nach Veröffentlichung dieser Bekanntmachung mit einfacher Mehrheit eine andere Reihenfolge der noch nicht berufenen Bewerber beschließen. Eine etwaige Aenderung der Reihenfolge muß mir in meiner Eigenschaft als Vorsitzender des Kreiswahlaussschusses spätestens bis zum Ablauf der Zweiwochenfrist schriftlich mitgeteilt werden. Heppenheim, den 7. Dezember 1950. Der Landrat des Landkreises Bergstraße i. V.: Lindner. Betr. Sperrung der Landstraße 11. Ordnung 122, Groß-Umstadt — Habitzheim und Landstraße 11. Ordnung 120, Groß-Umstadt — Lengfeld. Die Landstraße 11. Ordnung 122, Groß-Umstadt — Habitzheim und die Landstraße 11. Ordnung 120, Groß-Umstadt — Lengfeld werden infolge Kanalbauarbeiten in der Ortsdurchfahrt und am Ortsausgang Groß-Umstadt für den Durchgangsverkehr aller Art gesperrt, und zwar: 1. die L. 11. 0. 122 in der Zeit von Montag, den 11. Dez. 1950, bis auf weiteres (voraussichtlich 5 Wochen) und 2. die L. 11. 0. 120 in der Zeit von Montag, den 11. Dez. .1950, bis Mittwoch, den 20. Dezember 1950 einschließlich. Die Umleitung erfolgt: zu 1. für die L. 11. 0. 122 über die Bundesstraßc 45 und Semd und zu 2. für die L. 11. 0. 120 über die Bundesstraße 45 und Zipfen. Mehrlänge: zu 1. 3 km, zu 2. 4 km. Die aufgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten. Dieburg, den 6. Dezember 1950. Der Landrat des Landkreises Dieburg.

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Verhindert Frostschäden an Wasserversorgungs¬ anlagen! Die vorhandenen Wasserleitungen und Wasserzähler in noch nicht bewohnten Neubauten sowie der noch unter Druck stehenden Zuleitungen in Ruinengrundstücken sind jetzt während der kalten Jahreszeit bei nicht sachgemäßer Wirtung der Gefahr des Auffrierens ausgesetzt. Es ist deshalb unbedingt nnotwendig daß jeder Grundstückseigentümer durch gute Isolierung und Verpackung seine Wasserversorgungsanlage vor dem Eindringen des Frostes schützt. Wasserzähler und Abstellventile in Kellern und Schächten sind mit Stroh oder anderen Kälteschutzmitteln zu umkleiden und die Schachteinsteigöffnungen richtig abzudecken Wasserleitungen in Häusern und Grundstücken, die nicht benutzt werden, sind zu .entleeren. Frostschäden an Wasserzuleitungen, Wasserzählern und Haupthähnen, die durch nicht genügende Ueberwachung und Einwinterung entstehen, gehen zu Lasten des Grundstücksbesitzers. Da durch Frosteinwirkung Wasserrohrbrüche und Schäden besonders schwerwiegender Natur entstehen können, weisen wir erneut auf sachgemäße Einwinterung der Wasserleitungsanlagen Südhessische Gas und Wasser AG.

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Reisende gesucht! Geboten wird Festzuschuß, Fahrgeld und Provision. Direktionsvertrag. Vereinigte Kranken Versicherungs-AG. Wiesbaden, Luisenstraße 43 Bestattungen am Donnerstag, 14. Dezember 1950 Feuerbestattung: Waldfriedhof: 14.45 Uhr: Gertrud Techow, 75 Jahre, Ahastraße 7 Beerdigungen: 10.45 Uhr: Theodor Kortmann, 80 Jahre, Altersheim Eberstadt 11.15 Uhr: Maria Knapp, 73 Jahre, Ober-Ramstadt, 5 Steinrehweg 2 Darmstadt-Eberstadt: 11.00 Uhr: Karl Oreilli, Gastwirt, 82 Jahre, Darmstadt-Eberstadt, Mühltalstraße 102

^®-^)eiljnnrf)tsiuärdjen: Wur zelwi I o s Weihnachlsgang Vene: Margarete Dierks, Bilder: Eberhard Schlotter XL I I Lichterglanz und Flockentreiben —, j und vor allen Fensterscheiben i durch das flutende Gedränge 1 « "'l drücken zwei sich durch die Enge. ° „Wilo, sieh! Das Puppenhaus! ■ Oben schaut der Teddy raus, \ und der Struppi vor der Tür, A dort der braune, bellt nach mir! J I Eisenbahn ist was für Buben, l v /i aber hier die Puppenstuben tIT/ \ und der blitzeblanke Herd —, 11 /v H ob der Weihnachtsmann erfährt, ; daß ich den so gerne hätt' ” fr ~ wa und das große Puppenbett?" Wilo nickt: „Ich sag's ihm morgen, was er soll für dich besorgen!" Fortsetzung in der nächsten Ausgabe

Anzeigen für die Samsfagsnummer bitten wir bis spätestens morgen, Freitag, 16 Uhr aufzugeben Anzeigenabteilung - Rheinsfraße 23 - Tel. 3925 Unsere Geschenkbüchlein für den Weihnachtstisch! Hch, Rüthlein „Wachstubengeschichten“ mit farbigen Zeichnungen von Hartmuth Pfeil 6,—DM * Mickedormel „Sache zum Lache“ Gedichtcher in hess. Mundart mit Zefcbnungen von Starkow 3,50 DM Zu haben In allen Buchhandlungen und auch durch die Tagblatt-Trägerinnen L. C. WITTICH VERLAG Darmstadt Parapack-Insfifut Heilschaum-Behandlung gegen Rheuma, Ischias, Nervenentzündung und alle Stoffwechselerkrankungen Darmstadt Luisenstraße 10 Telefon 35 97 (demnächst) Wiedereröffnung: Freitag, 15. Dezember 1950 Zu allen Krankenkassen zugelassen .

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