Darmstädter Tagblatt 1950


Darmstädter Tagblatt

Darmstädter Tagblatt ERICH DOMBROWSKI. Da rmq»l J? äoSr. Taghlätt l. C. Wittich, Erscheinets?,ensLraße 23- Telefon 3925. erscheint täglich außer Sonntag 207. Jahrgang / Nr. 140 JMitföe Jieuefie TtadtfdHen Dienstag, 12. Dezember 1950 Redaktion: Darmstädter Tagblatt L. C. Wittich* Darmstadt, Rheinstraße 23, Tel. 39 25. Bezugspreis: 2,90 DM monatlich zuzüglich 0,40 DM Trägerlohn. Anzeigenpreise: Preisliste Nr. 3 v. E 7. 1950. Preis 15 Pfennig *

Truppenverstärkung für Korea?

Amerikanische Erwägungen im Falle ergebnisloser Verhandlungen

Washington, 11. Dezember, (dpa) Maßgebende Washingtoner Militärjer ,arten nach der Frontinspektion General Mac Arthurs, Amerika dachte nicht daran, seine Truppen aus Korea zurückzuziehen. Falls keine egelung des Koreakonflikts auf diplomatischem Weg erreicht werde, würden die amerikanischen Truppen möglicherweise noch verstärkt.

Amtliche Washingtoner Kreise gaben allerdings zu, daß eine Räumung Koreas unter Umstanden notwendig werden könnte. Einstweilen würden die amerikanischen Truppen aber dort belassen, bis eine Regelung erreicht ist, oder bis sie buchstäblich „ins Meer geworfen“ werden. Die letzte Möglichkeit stehe aber keineswegs unmittelbar bevor.

Washingtoner Regierungskreise gaben zu verstehen, falls die amerikanischen Truppen wider Erwarten dennoch zur Räumung Koreas gezwungen würden, dann werde nur noch eine verhältnismäßig kleine Streitmacht in Japan belassen.

Das Gros der Koreatruppen werde dagegen nach den Vereinigten Staaten zurückgeführt, wo es den Kern einer großen amerikanischen Armee bilden solle, deren Einheiten zur Verteidigung der atlantischen Nationen nach Europa geschickt werden sollten.

Ein Washingtoner Militärsprecher sagte dazu: „Wir sind entschlossen, in Korea zu bleiben. Nach dem ersten Schock haben wir herausgefunden, daß die chinesischen Streitkräfte nicht über die nötige Schlagkraft verfügen, um unsere hartbedrängten Einheiten zu vernichten.“

Kim I1-sung fordert Vernichtung der UN-Streitkräfte in Korea

Peking, 11. Dezember, (dpa) Der nordkoreanische Staatschef Kim II -su n g hat die Vernichtung aller UN-Streitkräfte in Korea gefordert, damit „sie nicht zurückkommen und eine neue Verteidigungslinie aufbauen können“.

Vollmachten für Rau

Neu-Delhi, 11. Dez. (AP.) Der indische Delegierte bei den Vereinten Nationen, Rau, habe weitgehende Vollmachten für seine Bemühungen um einen Waffenstillstand in Korea erhalten, erklärte ein Sprecher des indischen Außenministeriums.

Der Sprecher betonte, Indien würde einen Waffenstillstand vorziehen, der die Aufnahme von Verhandlungen zur Ausarbeitung einer allgemeinen Lösung der Ostindien-Frage festlege. China sollte an diesen Verhandlungen gleichberechtigt sein.

Zum vierten Male innerhalb von fünf Tagen berieten die asiatischen UNO-Delegierten über eine neue Korea-Entschließung, die im Politischen Ausschuß der Vollversammlung eingebracht werden soll. Diese Entschließung soll die sofortige Einstellung der Kampfhandlungen in Korea und die Festlegung einer Waffenstillstandslinie verlangen;

„Keine erneute Teilung“

Söul, 11. Dezember, (dpa) Der südkoreanische Präsident Syngman Rhee erklärte auf einer Pressekonferenz, seine Regierung sei gegen jeden Kompromiß, durch den die Teilung Koreas erhalten bleibe.

„Verhältnismäßig gesichert“

General Mac Arthur über die militärische Lage in Korea

Söul, 11. Dezember. (AP.) Die Lage in Korea sei im Augenblick verhältnismäßig gesichert, erklärte General Mac Arthur am Montag nach einer überraschenden Inspektionsreise an die beiden Frontabschnitte.

Moral und Kampfkraft der UN-Truppen seien unverändert hoch. Der weitere Verlauf des Krieges, so deutete er an, hänge im wesentlichen von der Zahl der Rotchinesen ab, die in den Kampf eingriffen.

Der UN-Oberbefehlshaber betonte, daß nach den Schätzungen der Frontkommandeure die Verluste der Chinesen zehnmal so hoch seien als die der UN-Truppen. Die feindlichen Meldungen über die Verluste der UN-Streitkräfte seien „maßlos übertrieben“.

Mac Arthur traf diese Feststellungen, nachdem er in Begleitung des Oberbefehlshabers der amerikanischen Luftstreitkräfte, General Stratemeyer, mit dem Kommandeur der achten Armee, General Walker, und dem Befehlshaber des zehnten Armeekorps, General Almond, Besprechungen in Korea geführt hatte.

Die letzten Einheiten der 25 000 Mann starken Kampfgruppe, die sich aus dem gewaltigen Kessel von Changjin gegen eine vierfache feindliche Uebermacht herausgeschlagen haben, sind am Montagmorgen in der Küstenebene der Doppelstadt Hamhung-Hungnam eingetroffen. Seestreitkräfte der Vereinten Nationen, die vor der Stadt vor Anker liegen, sind auf eine schnelle Evakuierung vorbereitet.

Von der Nordwestfront werden keine besonderen Kampfhandlungen gemeldet.

Erste Fäden werden gesponnen

Sowjet-Rußland bietet neue Verhandlungen über Oesterreich an

London, 11. Dezember. (AP.) Die Sowjetunion hat für kommenden Freitag eine neue Sitzung der Außenminister-Stellvertreter über einen Staatsvertrag mit Oesterreich einberufen. Ein Sprecher des Foreign Office erklärte, Großbritannien begrüße diesen Schritt zur Wiederaufnahme der Oesterreichgespräche.

Der sowjetische Vertreter im Stellvertreterausschuß. Zarubin, der in Lake Success an der Vollversammlung der Vereinten Nationen teilgenommen hatte, kehrt am Mittwoch aus Amerika zurück. Zarubin ist turnusgemäß der neue Vorsitzende und war als solcher für die Festlegung des Termins für die nächste Besprechung verantwortlich, nachdem die Verhandlungen auf dem letzten Treffen am siebenten September fruchtlos verlaufen waren.

Die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich haben bereits klargemacht, daß sie die Haltung der Sowjetunion zur Oesterreichfrage als Prüfstein für die Aufrichtigkeit des Kremls bei der von ihm angeblich angestrebten friedlichen Lösung der schwebenden Streitfragen zwischen dem Osten und dem Westen betrachten werden.

Bisher spricht nichts dafür, daß Zarubin seine Verzögerungstaktik aufgegeben hat, es sei denn, er hat in Lake Success neue Instruktionen von Außenminister Wyschinski erhalten.

Ein bezeichnendes Schlaglicht auf die Verhandlungen wirft die Tatsache, daß die sowjetische Presse und der sowjetische Rundfunk in den letzten Wochen wiederholt erklärt haben, der Neofaschismus lebe in Oesterreich wieder auf.

Neue Konferenz

Um den deutschen Wehrbeitrag

Paris, 11. Dezember. (AP.) Die Außenminister der 12 Atlantikpaktstaaten werden um den 20. Dezember in Brüssel zusammentreten, um sich mit der delikaten Frage des deutschen Verteidigungsbei- träges zu beschäftigen, erklärte am Montag ein höherer französischer Beamter.

Erst Anfang nächsten Jahres

Frankfurt, 11. Dezember, (dpa) Die endgültige Entscheidung der Westmächte über die Form eines deutschen Verteidigungsbeitrags für Westeuropa wird nach den im amerikanischen Oberkommissariat vorliegenden Informationen in den ersten Tagen des neuen Jahres erwartet.

Ein Holbein ins Ausland verkauft?

Die berühmte Darmstädter „Madonna“ nach Basel überführt

Darmstadt, 11. Dezember. In der Weimarer Republik gab es eine Anzahl wertvoller Kunstwerke in Privatbesitz, die nicht ins Ausland verkauft werden durften' Deutschland folgte hier dem Beispiel anderer Staaten — der Papst z. B. schützte schon im 18. Jahrhundert auf ähnliche ■Weise antike Skulpturen in römischem Privatbesitz. Nach 1945 begann auch hierin ein Zustand ohne gesetzliche Regelung der bis heute andauert. So konnte die Stadt Basel nun von den Nachkommen des letzten Großherzogs von Hessen Holbeins „Madonna des Bürgermeisters Meyer“ erhalten und als ^Leihgabe“ in ihr Kunstmuseum überführpn.

Zur Zeit ist das Schloß in Darmstadt noch eine Ruine, und so fragt niemand nach dem Aufenthaltsort des Kunstwerks. Doch wird demnächst das Darmstädter I andesmuseum so weit wiederhergestellt sein daß sein wichtigster Besitz gezeigt werden kann. Soll dies von allen Kunstfreunden am Mittelrhein erwartete Ereignis von einer Nachricht aus Basel über den vollzogenen Ankauf der Madonna des Bürgermeisters Meyer begleitet werden?

Es wäre sicherlich im Geiste des verstorbenen Großherzogs gehandelt, wenn Holbeins unvergleichliches Meisterwerk nicht ins Ausland verkauft, sondern nach Darmstadt zurückgeholt würde. Solange das Darmstädter Schloß nicht wiederaufgebaut ist, sollte das berühmte Bild als Leihgabe im Darmstädter Landesmuseum gezeigt werden. Der Eigentümer hat das Wort!

Bayerischer Landtag

Noch keine Koalitionsentscheidung

München, 11. Dezember. (AP.) Der neugewählte Bayerische Landtag ist am Montag zu seiner ersten Sitzung zusammengetreten. Der Alters- und bisherige Landtagspräsident Dr. Georg Stang (CSU) wurde mit 101 Stimmen wiedergewählt.

Eine Entscheidung über die künftige Regierungskoalition ist noch immer nicht gefallen. Nach der Verfassung muß der Ministerpräsident bis zum 18. Dezember gewählt sein.

Adenauer: Wir werden ablehnen!

Keine deutschen Truppen ohne deutsche Führung

Bonn, 11. Dezember, (dpa) Der deutsche Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer erklärte am Montag in einem Exklusivinterview mit dem INS-Korrespondenten Kingsbury Smith, die Bundesrepublik werden den neuen französischen Plan, in der atlantischen Armee deutsche Kampfgruppen mit Einschränkung zu verwenden, ablehnen.

Wenn Frankreich und die anderen westlichen Alliierten dem Grundsatz völliger Gleichberechtigung für die deutschen Streitkräfte, vor allem in Bezug auf Waffen und Befehlsgewalt zustimmten, werde er bereit sein, die Frage, wie deutsche Truppen in die atlantische Armee eingegliedert werden, dem Ermessen eines amerikanischen Oberkommandierenden zu überlassen.

Adenauer betonte, er wünsche keine rein negative Haltung einzunehmen, und machte einen Vorschlag, durch den nach seiner Auffassung die europäische Einheit gestärkt werden könne. Die Bundesrepublik bestehe nicht auf zahlenmäßiger Gleichheit in der atlantischen Armee. Wenn unser Beitrag an Soldaten auf ein Zehntel der Gesamtzahl festgesetzt wird, werden wir einverstanden sein. Aber in bezug auf Waffen und Befehlsgewalt müssen wir völlige Gleichberechtigung mit den anderen haben. Dies ist notwendig, um den Eindruck zu vermeiden, daß unsere Soldaten nur als Kanonenfutter verwendet werden sollen.

Adenauer fügte hinzu: „Ohne eigene schwere Ausrüstung würden die deutschen Truppen keine Aussicht haben, sich selbst zu verteidigen. Sie würden sich nur als Kanonenfutter betrachten. Ohne eigene deutsche Führung würden sie den Eindruck haben, daß sie nur als Soldaten zweiter Klasse angesehen werden. Dies könnte zu genau der entgegengesetzten Lage führen als der, die von Frankreich gewünscht wird. Solche unzufriedenen Kampfgruppen könnten der Führung leicht aus der Hand gleiten. Ich bin kein Soldat. Aber ich bin ein Mann, und ich weiß, wie Soldaten denken.“

Adenauer teilte mit, er habe dem Sprecher der französischen Regierung in der vergangenen Woche klargemacht, daß ein solcher Plan, wie der am Donnerstag veröffentlichte einmütig abgelehnt werden würden.

Der Bundeskanzler sagte, nach seiner Ansicht könne mit der Schaffung einer französisch-deutschen Armee dadurch ein Anfang gemacht werden, daß eine gemeinsame Militärakademie eingerichtet wird. In ihr könnten junge Franzosen und junge Deutsche gemeinsam ausgebildet und gegebenenfalls in eine völlig integrierte europäische Armee als homogene Einheiten einbezogen werden. Auf diese Weise würden sie Schulter an Schulter als Brüder bei der Verteidigung Europas und der westlichen Kultur zusammenstehen und wenn notwendig zusammen kämpfen. (Copyright by INS.)

Die Atempause

ED. Eins ist gewiß, daß alles noch ungewiß ist. Die militärischen Fronten in Korea sind zum Stehen gekommen. Die Amerikaner haben neue Linien bezogen. Die Chinesen stehen nicht mehr weit vor dem berüchtigten achtunddreißigsten Breitengrad. Werden sie ihn, morgen oder übermorgen, überschreiten oder nicht? Das ist die Frage, an der augenblicklich alles hängt. Die Vertreter der dreizehn asiatischen Länder unter der Führung des Inders Benegal Rau bemühen sich verzweifelt, in letzter Stunde, einen Waffenstillstand zustande zu bringen, der zunächst einmal eine neutrale Zone nördlich und südlich de? allmählich zerredeten Breitengrades schaffen soll. Die Verhandlungen darüber sind noch in vollem Gange. Die Haltung der Chinesen ist noch reserviert. Wenigstens der Militärs. Die Amerikaner scheinen, als Hauptbeteiligte, diesem Vorschläge nicht abgeneigt zu sein.

Inzwischen läßt sich auch schon etwas über das Weltecho sagen, das die Absprache Trumans und Attlees in Washington gefunden hat Volle Zufriedenheit darüber herrscht nirgends. Selbst in Amerika nicht. Die Vereinbarung ist den Leuten nicht Fisch, nicht Fleisch genug. Immerhin kann sie, selbst wenn man von den starken Worten absieht, ein Sprungbrett für Verständigungsversuche sein. Letztlich haben weder China noch Rußland ein Interesse daran, in diesem Augenblick den Konflikt auf die Spitze zu treiben. Denn auch sie haben ihre schwachen Stellen. Rußlands Prestige ist durch die Wiedereroberung Nordkoreas, vor der asiatischen Welt wiederhergestellt. Eine Verdauungspause kann ihm daher nur genehm sein, eine vorsichtige Wiederanknüpfung der zerrissenen diplomatischen Fäden mit den Westmächten. In die bereits eingeleitete Aussprache über die Einberufung einer Viermächte-Konferenz platzt die Nachricht, daß die Sowjetunion die Westmächte vorweg zur Wiederaufnahme der Verhandlungen über den österreichischen Staatsvertrag aufgefordert hat. Ist das der erste Schritt zu einer Verständigung oder steckt dahinter nur ein Propagandatrick Rußlands, um seinen Friedenswillen wieder einmal darzutun? Wir wollen es nicht hoffen. Die Zeit ist zu ernst für solche Taschenspieler-Kunststücke. Wenn man optimistisch ist, kann man sagen, daß eine leichte Entspannung sich anbahnt. Wenigstens ist das der heutige Stand der Dinge. Der morgige? Man kennt sich bald vor Ueberraschungen nicht mehr aus.

Widerstrebende Gefsfũhle

Von unserem Pariser M-Korrespondenten

Im Hinblick auf die Wendung der französischen Politik in der Frage des deutschen Wehrbeitrages verdient es der nachstehende Artikel unseres Pariser Korrespondenten, besonders beachtet zu werden.

Es bedurfte der jüngsten deutschen Wahlergebnisse, damit die breite Oeffentlichkeit Frankreichs die mangelnde Begeisterung der Deutschen, wieder Soldaten spielen zu sollen, zur Kenntnis nehme. Man hat den Franzosen in der letzten Zeit, seit das Problem einer deutschen Bewaffnung in die öffentliche Erörterung gestellt wurde, natürlich oft genug von der angeblichen Abneigung der Deutschen gegen ein eigenes Militär erzählt. Solche Behauptungen fanden in den breiten Schichten wenig oder gar keinen Glauben. Das Volk hat einfache Vorstellungen. Der unausrottbare deutsche Soldat gehört dazu. Der gehorsame, stramme, fröhliche deutsche Soldat gehört, im Guten wie im Schlechten, eben zu den bisher unzerstörbaren Bildern der französischen Vorstellungswelt. Man hielt das, was französische Blätter gelegentlich über das Thema meldeten, für Politik, für eine Angelegenheit also, die die Politiker angeht, und diesen mißtraut das französische Volk grundsätzlich. Die deutschen Wahlen aber und die vereinfachende Auslegung, die sie in der französischen Presse erfuhren, hatten eine ganz andere Wirkung: mit dem allem Volksdenken eigenen Hang zur Vereinfachung stand man vor dem sozusagen offiziellen Beweis, daß der Deutsche nicht mehl' Soldat sein will.

Ueberraschung und Erstaunen

Die erste Reaktion war Ueberraschung und Erstaunen. Wer mit dem einfachen Volk Berührung hat, konnte dies miterleben. Die betretenen oder mißtrauischen Kommentare der Blätter, die von der großen Masse gelesen werden, bestätigten diesen durchaus verständlichen Eindruck. Hier handelte es sich um den seltenen Fall, daß ein Ereignis aus dem politischen Geschehen unmittelbar auf das Volkteempfinden einwirkte, wie das sonst nur beim Tod weltberühmter Menschen, bei der Geburt von Fünflingen oder auch bei Katastrophen der Fall ist. Der Deutsche Antimilitarist? Ja, und wie soll man dann gegen den gefährlichen Feind im Osten kämpfen? Das ist der erste Gedanke, der sich bei jedem einstellt. Nach dem großen Staunen die große Beängstigung.

Wenn der Plan, Deutschland wieder Waffen zu geben, gerade beim einfachen Volk in Frankreich nach einigem Schwanken — gerade die Zeit, die nötig war, um sich mit dem Gedanken der Notwendigkeit und der Vernunft vertraut zu machen — Verständnis und Bereitschaft fand, kam dies aus dem tief verankerten Bild vom ewigen deutschen Soldaten. Die Angst vor ihm ist mit undeutlichen Gefühlen der Bewunderung durchsetzt, sie kommt einer Anerkennung seiner militärischen Tugenden gleich. Man betrachtete ihn nicht — oder noch ungerne — als „Kampfgenossen“, sondern als ausgezeichnetes Kampfinstrument. In dieser Vorstellung von der nützlichen Verwendung seiner sonst gefürchteten Tugenden lag etwas Beruhigendes. Nun will er plötzlich nicht? Damit hatte niemand gerechnet, weil niemand über diese Möglichkeit nach gedacht hatte. Man soll nun ohne diesen anerkannt guten Soldaten kämpfen und, was nicht nur gegen den gesunden Menschenverstand geht, sondern empörend wirkt, an seiner Stelle und gar, um ihn zu schützen? Bei diesen Ueberlegungen, die gerade dem einfachen Menschen kommen, scheinen alle Argumente gegen eine deutsche Rüstung, die er aus dem Parlament oder aus der Presse empfängt, weggeblasen zu sein. Was zählt, ist die Wirklichkeit von morgen: der drohende Wegfall des deutschen Soldaten im gemeinsamen Kampf um Europa, und das bewirkt ganz schlicht neue Angstgefühle.

Sympathie mit der „Revolte“

Die Wirkung von dem gänzlich unerwarteten deutschen Verhalten löst schließlich noch eine andere, widerspruchsvolle Reaktion aus: eine grundsätzliche Beruhigung über den deutschen Charakter. Das klingt wie ein Paradoxon. Aber diese Gefühle können durchaus nebeneinander bestehen. So unangenehm dem Franzosen das augenblickliche Sichversagen der Deutschen als Mitkämpfer auch sein mag, so verständlich ist ihm diese Haltung. Sie bringt ihm, dem das Soldatenspiel wenig Spaß macht, den Deutschen menschlich näher. Unbewußt und ohne über die tieferen Gründe und Begleitumstände nachzuforschen, empfindet das einfache Volk in Frankreich im deutschen Widerstand gegen die Militarisierung eine Art Revolte. Das ist ihm grundsätzlich sympathisch. Daß sie unsinnig und völlig unzeitgemäß ist, nimmt man hin, um so mehr, als man hofft, darin zunächst nur eine Geste zu sehen. Aber in dieser Revolte, in dieser dem individualistischen Franzosen so verständlichen Geste, erkennt er im Deutschen endlich etwas Verwandtes, gerade das, was er bei ihm zu allen Zeiten vermißte, die Auflehnung, und mag es auch nur eine Auflehnung gegen das Schicksal sein und nicht, wie es in einer simplen Ueberlegung der französischen Straße erscheint, eine Auflehnung gegen den deutschen General, der ihr, der Straße, als der wirkliche Feind erscheint . . .

Ob die Sozialdemokraten, die mit ihrer Propaganda die jüngsten Wahlergebnisse gezeitigt haben, an diese Nebenwirkungen in Ländern wie in Frankreich dachten, ist sehr fraglich. Ihnen geht es um diplomatische und taktische Ziele, und es ist noch nicht erwiesen, ob die Reaktion auf dem diplomatischen Plan so glücklich sein wird, so ausgleichend und versöhnend, wie sie es, unerwarteterweise, auf psychologischem Gebiet zu werden verspricht. Vielleicht kann die Bonner Regierung in diesen moralischen Auswirkungen einen Trost für ihre neuen Sorgen finden?

England kürzt Fleischration

London, 11. Dezember. (AP.) Die Frischfleischrationen der britischen Normalverbraucher sind um 22 Prozent gekürzt worden. An Stelle des Frischfleisches soll Büchsenfleisch zur Verteilung kommen.

Kirkpatrick bei Bevin

London, 11. Dezember, (dpa) Der britische Oberkommissar Sir Ivone Kirkpatrick hatte am Montag eine Unterredung mit Außenminister Ernest Bevin, in der über die Aushebung deutscher Soldaten für eine atlantische Armee gesprochen worden sei.

„Burgfrieden“

Adenauer zum Leitartikel des „DT“

Da. Bonn, 11. Dezember. (Eigener Bericht.) In einer Unterredung des Bundeskanzlers Dr. Adenauer mit unserem Korrespondenten äußerte jener zu dem Leitartikel „Gebot der Stunde: Burgfriede!“ in Nr. 281 unserer Zeitung: „Ein Burgfrieden Ist in der Form, daß überhaupt keine sachlichen Gegensätze mehr ausgetragen werden, unerreichbar.“ Der Kanzler betonte aber, daß er in zwei Punkten die in dem Artikel „Burgfrieden“ dargelegte Auffassung durchaus teile, und zwar

1. sollte der Ton zwischen den Parteien anders werden. Er unterstreiche nach dieser Richtung alles, was in dem Artikel der „Darmstädter Tagblatt“' ausgeführt sei.

2. forderte der Bundeskanzler in Uebereinstimmung mit dem Leitartikel der „Darmstädter Tagblatt“, daß in allen Lebensfragen des deutschen Volkes die parteipolitischen Gesichtspunkte zurückträten und man sieh lediglich von staatspolitischen Gesichtspunkten leiten lasse.

Adenauer wird doch antworten

Bonn, 11. Dezember (AP.) Nach einer Sondersitzung des Kabinetts im Palais Schaumburg war am Montagabend keine bindende Information über die endgültige Linie zu erhalten, die die Bundesregierung bei der Beantwortung des Grotewohlschreibens einnehmen wird. Es wurde jedoch übereinstimmend die Ansicht vertreten, daß die Regierung, im Gegensatz zu den ersten Kommentaren, auf den Brief antworten wird.

Bessere Arbeitsbeschaffung

Programm der Sozialdemokraten

Wiesbaden, 11. Dezember. (HR) Die Fraktion der Sozialdemokratischen Partei wird in einer der nächsten Plenarsitzungen des Hessischen Landtags ein verbessertes Arbeitsbeschaffungs-Programm vorlegen, das vor allem der besonderen Lage der Industrie in Nordhessen und den Wünschen der Flüchtlings- und Verlagerungsbetriebe gerecht werden soll.

Die Schweiz hat die Außenhandelskontrollen der Kriegszeit wieder eingeführt.

„Raus aus Singapur!“

Blutige Kämpfe um das „Dschungel-Mädchen“ Maria Hertogh

Singapur, 11. Dezember. (AP.) Die Regierung in Singapur hat das 13jährige „Dschungelmädchen“ Maria Hertogh und ihre holländische Mutter, die in dem katholischen Ordensheim während des ganzen Tages von Moslem-Anhängern bedroht waren, an einen unbekannten Ort in Sicherheit gebracht. Der neue Aufenthaltsort ist stark gesichert.

Bei Zusammenstößen zwischen Tausenden von Mohammedanern und etwa 400 Mann britischer und malayischer Truppen wurden am Montag etwa 40 Personen verletzt und rund 50 Kraftfahrzeuge von den Demonstranten in Brand gesteckt. Ein britischer Offizier und zwei malayische Soldaten wurden bei den Zusammenstößen lebensgefährlich verletzt.

Die Eingeborenen bewarfen insbesondere Autos und sonstige Fahrzeuge von Europäern mit Steinen, nachdem sie von der Polizei zerstreut worden waren, und sollen nach unbestätigten Meldungen einige Kinder von Europäern als Geiseln entführt haben. Mit dem Ruf „Raus aus Singapur“ schleuderten sie immer wieder aus dunklen Straßen und Verstecken Wurfgeschosse auf Passanten.

Der amtierende holländische Generalkonsul, Jacob van der Gaag, hat am Montag dem Gericht versichert, daß Maria Hertogh diesem wieder unterstellt würde, falls in einem erneuten Verfahren gegen ihre holländische Mutter entschieden werden sollte.

Die Polizei befindet sich in höchster Alarmbereitschaft und Patrouillen mit aufgepflanztem Seitengewehr durchziehen die Straßen. 400 britische und malayische Soldaten sind zum Schutze der christlichen Bevölkerung, der die Mohammedaner den Tod angedroht haben, aufgeboten worden.

Für Unabhängigkeit Chinas

Neuyork, n. Dezember, (dpa) In der Vollversammlung der Vereinten Nationen sagte der libanesische Außenminister Charles Malik, es sei Unbedingt notwendig, daß die Volksrepublik China eine selbständige Politik führe. Der Westen müsse alles unternehmen, um China zu seiner Unabhängigkeit zu verhelfen.

Der Skandal um Werner. Krauß

Erklärung des Zentralrats der Juden

Hamburg, 11. Dezember, (dpa) Zu den Vorfällen bei dem Gastspiel von Werner Krauß in Berlin stellt der Zentralrat der Juden in Deutschland fest: „Der Schauspieler Werner Krauß hat durch die Uebernahme und Gestaltung von .Streicher-Typen* in dem antisemitischen Hetzfilm ,Jud Süß* maßgebend zu der Verfolgung der Juden und der niederträchtigen Vergiftung der öffentlichen Meinung beigetragen. Diese Tatsache ist bei der moralischen Bewertung des Schauspielers Krauß jedenfalls für alle verantwortungsbewußten jüdischen Instanzen entscheidend. Die Grundsätze der Würde und Pietät gegenüber den Toten des jüdischen Volkes haben den Vorrang vor allen opportunistischen Erwägungen.“

Die Löcher im Eisernen Vorhang

Ein unaufhaltsamer Strom strategischer Güter von West nach Ost

Frankfurt a. M., 11. Dezember. (AP.) Große Mengen kriegswichtiger Waren und strategischer Rohstoffe fließen beständig aus Westdeutschland hinter den Eisernen Vorhang, ohne daß die Alliierten etwas dagegen tun könnten, erklärten alliierte Stellen am Montag.

Werkzeugmaschinen, optische Instrumente, Kugellager, Rohstahl und andere Industrie-Erzeugnisse finden danach ihren Weg in den Ostblock. Selbst überschüssiges amerikanisches Heeresmaterial, das von der STEG übernommen und verkauft wurde, hat durch finstere Mittelsmann-Kanäle den Osten erreicht, darunter Lastwagen, Schlepper und Traktoren.

Die westlichen Besatzungsmächte stehen diesem Schauspiel — so heißt es — hilflos gegenüber. Exportlizenzen sind nur noch für die wichtigsten strategischen Rohstoffe notwendig. Alle anderen Ausfuhrlizenzen werden von der Bundesrepublik erteilt, die jedoch nicht in der Lage ist, den endgültigen Bestimmungsort von vielen Waren festzustellen, die durch Mittelsmänner angekauft werden.

„Zwischenwirtc“

Im Westen wimmelt es geradezu von kommunistischen „Zwischenwirten“, die nur zu oft Scheinfirmen gegründet haben, und von gutgläubigen westdeutschen Firmen strategisches und kriegswichtiges Material aufkaufen, das dann nach dem Osten weiterverkauft wird. Ueber West-Berlin, die Schweiz und Schweden findet die Konterbande dann ihren Weg nach den östlichen Satellitenländern, Ungarn, Polen und die Tschechoslowakei sind Hauptempfänger. Den Löwenanteil erhält jedoch ohne Zweifel die Sowjetunion.

Alliierte Behörden schätzen, daß im Jahre 1950 allein für acht Millionen Dollar (33 600 000 D-Mark) Rohstahl illegal an den Osten verkauft worden ist, ohne daß die Verkäufer im allgemeinen wußten, daß ihre Ware dem Kriegspotential der Sowjetunion zugute kommen werde.

Vor kurzem traf in Holland eine größere Ladung amerikanischen Bleis ein. Im Transitverkehr durch die Bundesrepublik ging es in die Schweiz, von dort nach Stettin im polnisch verwalteten Gebiet. Die Alliierten mußten hilflos zusehen, wie den Polen auf diese Art wichtigstes Material zufloß.

Exportbeschränkung erwartet

Frankfurt, 11. Dezember, (dpa) Im amerikanischen Oberkommissariat wird erwartet, daß der Export strategischer Güter aus der Bundesrepublik nach den östlichen Ländern in Kürze durch strikte Exportbeschränkungen so gut wie völlig eingestellt wird.

Tariferhöhung abgelehnt

Bonn, 11. Dezember. (AP.) Die Wirtschaftsminister der Länder haben die Erhöhung der Eisenbahntarife für Personen-, Gepäck- und Expreßgutbeförderung abgelehnt, verlautet am Montag aus beteiligten Kreisen. Einer Gütertariferhöhung sei dagegen zugestimmt worden. Das Kabinett hatte vor kurzem eine Verordnung über die Erhöhung beschlossen und dem Bundesrat zugeleitet.

Drott an Stelle von Arnoul

Die Entscheidung des Landeswahlleiters für Hessen

Wiesbaden, 11. Dezember. (Eigener Bericht.) Nach einer Mitteilung des Landeswahlbüros hat der in direkter Wahl gewählte sozialdemokratische Kandidat, der Darmstädter Regierungspräsident Wilhelm Arnoul, auch bei der ihm erneut gestellten Frist, ob erCibas Abgeordnetenmandat für den zweiten hessischen Landtag annehmen wolle oder nicht, sich nicht geäußert. Der Landeswahlleiter hat deshalb bestimmt, daß der Stellvertreter Arnouls, der Offenbacher Karl Dr o 11, als Abgeordneter in das hessische Parlament einziehen wird. Drott gehörte bereits dem ersten hessischen Landtag an.

Politische und parlamentarische Kreise der Landeshauptstadt brachten das Hinauszögern der Entscheidung durch Arnoul mit der Regierungsneubi 1 d u n g in Zusammenhang, bei der der Darmstädter Regierungspräsident hoffte, berücksichtigt zu werden. Bei Annahme seines Abgeordnetenmandats hätte Arnoul auf Grund des 4. Abänderungsgesetzes zum Beamtengesetz zwangsläufig nicht mehr die Funktionen eines Regierungspräsidenten ausüben können.

Der über die Landesliste in den zweiten hessischen Landtag gewählte hessische Bundestagsabgeordnete der Freien Demokraten, August Martin Euler, hat die Annahme seines Mandats bestätigt, wird es aber nicht ausüben.

Verhandlung ohne Ilse Koch

Sie wurde ins Krankenhaus eingeliefert

Augsburg, 11. Dezember, (dpa) Der Platz der Angeklagten „Kommandeuse von Buchenwald“, Ilse Koch, war leer, als der Prozeß vor dem Augsburger Schwurgericht am Montag fortgesetzt wurde. Sie soll einen Nervenzusammenbruch erlitten haben und ist in die psychiatrische Abteilung eines Augsburger Krankenhauses eingeliefert worden.

Sie habe dabei so laut geschrien: „Ich bin schuldig, ich bin eine Sünderin“, daß Passanten auf der Straße aufmerksam wurden. Das Gericht gab vor Verhandlungsbeginn keine Auskunft über ihr Befinden.

Das Gericht hörte zwei Sachverständige. die den Geisteszustand der Angeklagten zu beurteilen hatten. Amtsgerichtsarzt Dr. Rudolf Englert sagte, er glaube, die Angeklagte wolle den Prozeß nur sabotieren. Ihr Verhalten sei eine psychogene Reaktion. Der Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Günzburg, Dr. Sieghart, bezeichnete Ilse Koch als nicht verhandlungsfähig. Er hielt es jedoch nicht für ausgeschlossen, daß sich die Angeklagte aus einer immer drohender werdenden Situation befreien wolle.

Die im laufenden Haushaltsjahr für die amerikanischen Luftstreitkräfte vorgesehenen Gelder betragen vierzehn Milliarden Dollar.

In wenigen Zeilen

Die Arbeitgebervereinigung hat alle Arbeitgeber aufgefordert, Betriebsangehörigen, die sich noch in Gefangenschaft befinden, zum Weihnachtsfest Geschenkpakete zu senden.

Der deutsche Gewerkschaftsbund forderte eine Aenderung des Gesetzes über die Selbstverwaltung in der Sozialversicherung.

Der Deutsche Industrie- und Handels¬ tag hat sich gegen eine Einschränkung der Schaufensterbeleuchtung auf fünfhundert Watt je Fenster ausgesprochen.

Eine Unabhängige Arbeiterpartei, die die Lehren von Karl Marx in die Tat umsetzen, dabei aber von Moskau und dem Kominform unabhängig bleiben will, soll im März 1951 gegründet werden.

Kommunalpolitiker der SPD aus allen Bundesländern wandten sich gegen die Absicht, Vermögen der Gemeinden zum Lastenausgleich heranzuziehen.

Die Bundesrepublik und Frankreich haben ein Protokoll über den Filmaustausch unterzeichnet.

Ein Nachlassen des Flüchtlingsstromes aus der Ostzone meldet das Niedersächsische Vertriebenenministerium am Montag.

1,3 Millionen Lose sind bisher von der Tombola für den Wiederaufbau des Frankfurter Schauspielhauses verkauft worden.

Die ostzonale Industriegewerkschaft Bergbau hat alle westdeutschen Bergarbeiter aufgefordert, sich mit aller Kraft für das Grotewohl-Angebot an Dr. Adenauer zur Wiedervereinigung Deutschlands einzusetzen.

Aus Anlaß des großen Waffenskandals in Aegypten sind bisher neun Brigadegenerale, 18 Obersten und ein Major aus dem Dienst der ägyptischen Armee ausgeschieden.

Der Vatikansender berichtet, daß der Prager Erzbischof Beran verhaftet und nach einem unbekannten Ort gebracht worden sei.

Stimmen der Anderen

Wo bleibt Frankreich?

Die Kommentare der französischen Presse drehen sich um die Frage, welche Rolle Frankreich bei der Lösung der Probleme, die China aufgibt, spielen wird. Die gaullistische „A u r o re“ fragt:

„Wo bleibt Frankreich? Wenn Peking von einer Konferenz spricht, so handelt es sich dabei um eine Viererkonferenz ohne uns. In London behaupten gewisse Kreise, daß, wenn die andere Viererkonferenz zusammentritt, die Moskau für das Deutschlandproblem vorschlägt, die Sowjetunion entschlossen sei, taktisch so vorzugehen, daß sie recht schnell zu einer Konferenz der großen Drei wird. Sehr wahrscheinlich erscheint es aber, daß die Sowjets sich bemühen werden, aus den inneren Widersprüchen und der Inkonsequenz unserer Politik Nutzen zu ziehen, um jeden Zusammenschluß der westlichen Welt zu erschweren.“

Die unabhängige Linkszeitung „C o m - bat“ schreibt:

„Wir erwarten nur noch das Schlimmste, denn es steht fest, daß die Würfel nunmehr gefallen sind. Bleibt den ehrlichen Franzosen ein Ausweg? Haben wir, die aufrichtigen Europäer, noch hinreichend Zeit und den notwendigen Glauben, um uns zusammenzuschließen und eine Haltung einzunehmen, die nicht nur Aufopferung, nicht ausschließlich Verzweiflung bedeutet? Wir bekommen nur Traumgespinste oder feige Vorschläge von denjenigen zu hören, deren Aufgabe es ist, für uns zu handeln.“

Große Koalition?

Ein Wunsch der Freien Demokraten

Hamburg, 11. Dezember, (dpa) Hamburgische Delegierte der FDP, unter ihnen der Landesvorsitzende Rademacher, und der frühere preußische Finanzminister Dr. Hoepker-Aschoff, wiesen in der Vorstandssitzung der FDP in Bonn darauf hin, daß die gegenwärtige Situation in der Bundesrepublik als nationaler Notstand angesehen werden könnte, der danach verlange, die jetzige Koalition der Bundesregierung zu verbreitern.

Glätte behinderte den Verkehr

Verspätungen bei der Bundesbahn / Glatteisgefahren in den Niederungen

Frankfurt, 11. Dez. (HR.) In Hessen sind in der Nacht zum Montag und im Laufe des Montags fast zehn Zentimeter Neuschnee gefallen, durch den teilweise erhebliche Verkehrsstörungen verursacht wurden. Die Züge der Bundesbahn hatten am Montagvormittag, insbesondere im Nahverkehr, größere Verspätungen, die jedoch wieder behoben werden konnten. Besonders stark wurde in Mitleidenschaft gezogen der Straßenverkehr in den höheren Lagen Hessens. In Höhen über fünfhundert Meter war der Verkehr durch Schneeglätte und Verwehungen stellenweise erheblich behindert.

Auch in den Niederungen, wo der Neuschnee bei Temperaturen von ein bis zwei Grad über Null schnell in Matsch übergegangen ist, muß mit Glatteisgefahr gerechnet werden.

Das Bundesversorgungsgesetz

Da. Bonn, 11. Dezember. (Eigener Drahtbericht.) Der Rat der Oberkommissare wird am Donnerstag zu dem am 19. Oktober vom Bundestag verabschiedeten Bundes-Versorgungsgesetz Stellung nehmen. Die Einspruchsfrist läuft am Freitag ab.

Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände, die 1933 aufgelöst worden war, ist in Köln neu gegründet worden.

Margueriten IM BLAUEN FELD

Kriminalroman von Ullrich v. Bissing

1. Fortsetzung Die Vorhänge an den Fenstern waren zugezogen. Voll Ueberraschung sah Ungersbach einen Radioapparat, dessen Skala hell erleuchtet war, und aus dessen Lautsprecher gedämpfte Tanzmusik klang. Er durchschritt das Speisezimmer und ließ das Licht der Taschenlampe in einen angrenzenden Raum fallen, der eine Bibliothek enthielt. Bücherregale stiegen bis zur Decke empor, gefüllt mit zahllosen Sammlungen der Literatur. Der größte Teil dieser Regale enthielt wissenschaftliche Werke. Daneben stachen bunte Reihen leichter Unterhaltungslektüre hervor. Hier standen Bücher berühmter Autoren neben ausgesprochen billigen Tagesschriftstellern. Ungersbach schüttelte mißbilligend den Kopf. Dies war wohl mehr ein Wirrwarr von Büchern als eine geordnete Bibliothek. Der Raum enthielt ferner einen Schreibtisch mit einem hohen Lehnstuhl, der das Wappen der Margueriten im blauen Felde, in Holz geschnitzt, aufwies. An dem Fenster, dessen Vorhänge wie im Eßzimmer zugezogen waren, standen vier wuchtige Sessel um einen kleinen Tisch gruppiert, der mit bunten Kacheln ausgelegt war.

Als er zu dem Schreibtisch ging, sah er neben dem Telefon eine aufgeschlagene Zeitung liegen. Verwundert fiel sein Blick auf einen von ihm verfaßten Artikel. Noch erstaunter aber war er, als er auf dem Rand der Zeitung eine mit Rotstift niedergeschriebene Zahl fand, die ihm seltsam bekannt, erschien. Als er die Zahl eingehender betrachtete, verstärkte sich sein Erstaunen. Er ließ Zeitung und Telefon unberührt und ging durch das Speisezimmer in den sich auf der anderen Seite anschließenden Raum. Dies war ein behaglich eingerichtetes Wohnzimmer mit hohen Stehlampen, einer breiten Couch mit kostbaren Kissen, vielen bequemen Sitzgelegenheiten und weiten gotischen Fenstern. Eine Tür führte auf eine Terrasse. Etwas Besonderes sah Ungersbach hier nicht: Er bemerkte nur, daß alle bisher inspizierten RäuSne durch eine Tür mit der Halle verbunden waren. Es fehlte in seinem Rundgang jetzt lediglich noch die vierte Tür. Da das Wohnzimmer zu diesem vierten Raum keine Verbindungstür aufwies, sah Ungersbach sich gezwungen, das Speisezimmer abermals zu durchqueren, um die Halle zu erreichen. Hier versuchte er die vierte Tür zu öffnen, deren Schloß auch ohne Widerstand aufsprang.

Bevor er jedoch den Lichtstrahl der Lampe in das Zimmer fallen ließ blieb er einen Augenblick nachdenklich stehen. Die Telefonnummer der Pension Ballaschke, auf dem Rand der Zeitung mit Rotstift vermerkt, irritierte ihn. Der Mann, um den es sich hier handelte, war Forschungsreisender und vor längerer Zeit aus den tibetanischen Bergen zurückgekommen. Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in Kaschmir war er an seinen Wohnort zurückgekehrt. Er war mit der Auswertung seiner Forschungsarbeiten beschäftigt und in der Gesellschaft ein gern gesehener Gast. Er schien über bedeutende Barmittel zu verfügen. Man sagte ihm eine Abwechslung liebende Zuneigung zum schönen Geschlecht nach.

Es war jedoch keine Affäre bekannt, die seinen Namen in einen schlechten Ruf gebracht hätte. Ungersbach wußte allerdings aus Kreisen seiner Kollegen, daß Roger d'Argent ein keineswegs seltener Gast teurer und eleganter Nachtlokale war. War es ein Wunder nach den langen Jahren dei- Entbehrungen und aufreibenden Forschungen am Rande des Himalaja? Dieser Forscher war ja kein weißhaariger Greis. Ungersbach hatte in ihm einen sympathischen Mann in den vierziger Jahren kennengelernt. Das aufgeschlossene Wesen und die offene Art hatten ihn beeindruckt. Die Ungezwungenheit der Bewegungen, das Interesse an dem alltäglichen Leben, an Kunst, Literatur und Politik. Auch die Distanz von dem Lärm, den die Sensationspresse vor einem Jahr bei seiner Rückkehr intoniert hatte, war Ungersbach ein Beweis für den Ernst der Persönlichkeit d’Argents gewesen. Der französisch klingende Name war das einzige Zeichen der französischen Abstammung. Die Vorfahren d'Argents waren zur Zeit der Hugenottenverfolgungen aus Frankreich geflohen. In den Lexikons stand sein Name. Es hieß, er sei mit der Abfassung einer größeren wissenschaftlichen Arbeit über die Entstehung der Religionen Asiens beschäftigt.

An all dies mußte Ungersbach denken, als er in der Dunkelheit der Halle vor dem vierten Zimmer stand, mit einer nun spürbar stärker werdenden Nervosität. Abermals schalt er sich einen Toren, sich in diese Sache eingelassen zu haben. Er hätte das Gespräch an das Polizeiprädium weiterleiten und den Plan, seinen Urlaub anzutreten, nicht von dem Inhalt eines Telefongesprächs beeinflussen lassen sollen. Er machte sich darauf gefaßt, von dem Kriminalrat Klausen einige unfreundliche Worte zu hören. Klausen würde wieder einmal über unverantwortlichen Sensationshunger schimpfen. Er würde hierbei wenig Rücksicht auf seine Freundschaft mit Ungersbach nehmen. Auch der Chefredakteur der Zeitung würde dem Journalisten einen Rüffel erteilen und ihn auf fordern, sich ja nicht von einem rasenden Reporter diesen geradezu aufregenden Fall aus der Hand nehmen zu lassen. Der Beruf eines Journalisten war eben ein wenig kompliziert, und man durfte wahrlich nicht alles so ernst nehmen, was einem verschiedene Leute an den Kopf warfen, die in solchen Fällen die Kompetenz ihrer Stellung gefährdet sahen oder sich ihr nicht zu entziehen vermochten.

Und so ließ Ungersbach das Licht der Taschenlampe aufflammen und stieß die Tür zu dem letzten der vier Räume mit dem Fuß auf. Und wieder fand er, daß dies alles doch sehr merkwürdig war. Der Raum enthielt, wie erwartet, das Schlafzimmer. Auch hier waren die Fenster geschlossen. Auch hier waren die Vorhänge zugezogen. Auch hier dämpfte der mit Velourteppich ausgelegte Boden jeden Schritt. Auch hier herrschte jener Zustand, der den Eindruck erweckte, als wäre das Zimmer hastig und unvorhergesehen verlassen worden. Auch hier wies die Einrichtung jenen kultivierten Geschmack auf, den das Haus in den anderen Räumen ebensowenig verbarg. Ein dunkelgrauer Straßenanzug lag achtlos über einem Sessel. Auf dem Frisiertisch lagen ein weicher Kragen und eine hellblaue Krawatte neben Flakons und Kristallschalen. In der Luft hing ein schwacher Duft von Parfüm. Die Tür zu dem angrenzenden Badezimmer stand offen.

Ungersbach, der noch in der Halle stand, betrat nun das Schlafzimmer. Obgleich er durch das Telefongespräch auf das Bild vorbereitet war, das sich seinen Augen bot, beeindruckte ihn der Anblick des Mannes, der in voller Kleidung fast friedlich auf dem breiten französischen Bett lag. Es bestand kein Zweifel an der Identität des Mannes. Es war der Forscher Roger d’Argent. Und wenn die Stimme während des Gesprächs an dem Telefon Ungersbach davon unterrichtet hatte, daß der Mann tot sei, so vermochte er nicht zu widersprechen. Der Journalist verharrte an dem tiefen Fußteil des Bettes. Das Licht der Taschenlampe blieb auf dem Antlitz des Toten haften. Es wies keinerlei Verzerrung auf. Es war still und zufrieden. Und wenn etwas seltsam in ihm war, dann vielleicht jener leicht spöttische Zug um den Mund, der durch das grelle Licht noch hervorgehoben wurde. Wen mochte der Tote am Ende seines irdischen Daseins wohl noch so voller Spott angesehen haben? Der Schein der Taschenlampe wanderte weiter. Er glitt über die beiden kleinen Nachttischschränkchen. Die Schublade des Schränkchens an der Seite des Bettes, an der der Tote lag, war herausgezogen. Es schien, als habe man sie durchsucht.

Ungersbach sah ein, daß er ohne Licht nicht _ viel auszurichten vermochte. Er war im Begriff, die Stehlampe auf dem Frisiertisch einzuschalten, als er regungslos stehenblieb. Obgleich er allem in dem Raum weilte, empfand er. daß um ihn herum etwas geschah. Er vermochte aber nicht zu erkennen, was es wrar. Der Schein der Lampe lag jetzt wenige Meter vor ihm wie ein kreisrunder Fleck am Boden, und was seine Augen in dem Lichtkegel sahen, lenkte ihn den Bruchteil einer Sekunde ab. Später verfluchte er seine Unachtsamkeit. Aber als er sich umwandte und das Licht der Lampe in seiner Hand auf die Tür zur Halle fiel, glaubte er kaum seinen Augen trauen zu dürfen. Langsam, Zentimeter um Zentimeter, fiel die Tür zu, und als er endlich aus seiner Erstarrung erwachte, hörte er nur noch das Geräusch eines sich im Schloß drehenden Schlüssels. Dann war alles still und ruhig wie zuvor. Eingeschlossen befand er sich mit dem Toten in dem Raum. Es war dies die seltsamste Situation, der er je in seinem Leben gegenübergestanden hatte. (Fortsetzung folgt)

Darmstadt und Umgebung

Sie hahen es sicher gemerkt:

Seit gestern hat sich das Gesicht des ~Darmstädter Tagblatts“ ein wenig verändert. Die anheimelnden deutschen Buchstaben sind verschwunden und an ihre Stelle die etwas nüchternen lateinischen Buchstaben getreten.

Uns ging es bei dieser Aenderung so, wie es sicher vielen Lesern der älteren Generation gegangen ist: Es tat uns leid um diese alten Buchstaben, um diese Schrift, die solange unser Leben begleitet hat, die uns manches schöne Ereignis, aber auch manche Schreckensnachricht ankündigte. Sie war ja die äußere Brücke zu einer schon längst vergangenen Zeit.

Und trotz dieses Bedauerns sind wir den neuen Weg gegangen. Nicht weil wir die Brücke in die Vergangenheit nun hinter uns abgebrochen hätten. Nein. Sie besteht weiter, muß weiter bestehen, weil man nicht einfach mit einem Federstiich geistige Bindungen beseitigen kann. Aber wir haben uns dieses neue Gesicht gegeben, weil wir der Ueberzeugung waren, daß unsere Zeit eine andere ist als die, in der die nun in den Kästen ruhende Schrift geboren wurde. Und wir sahen uns weiter veranlaßt, die lateinischen Buchstaben auch für unsere Ueberschriften zu verwenden, weil die heranwachsende Generation nür noch diese lateinischen Buchstaben lesen kann. Und wir hatten noch einen dritten Grund: Die so anheimelnden deutschen Buchstaben waren vereinzelt nur sehr schlecht zu lesen. Immer wieder kam es zu Verwechslungen und aus einer Baude wurde mehr als einmal eine Bande.

Sie sehen, verehrte Leser, es waren schon gewichtigte Gründe, die wir für die Einführung der lateinischen Buchstaben hatten. Vielleicht dürfen wir hoffen, bei Ihnen dafür Verständnis zu finden.

„Darmstädter Tagblatt“

Verlag und Redaktion.

Tradition und Zukunft

Zwei Vorträge im Mittelrheinischen Architekten- und Ingenieur-Verein

Architekt Karl Schembs, der, die Vortragsfolge beginnend, einen Lichtbildervortrag über „Erhaltenswerte Baudenkmäler in Darmstadt“ hielt, kam einleitend auf die ersten Maßnahmen nach der Zerstörung der Stadt zu sprechen. Beim Wiederaufbau hätten sich die Arkaden bewährt, die Straßenverbreiterungen im Stadtzentrum seien zu begrüßen, aber die Verbreiterung der Heinrichstraße solle man sich doch noch einmal überlegen. Auch am. Abbruch wiederaufbaufähiger Ruinen — vor allem an der unsachgemäßen Arbeit beim Realgymnasium — übte Architekt Schembs Kritik.

Anschließend zeigte er in Lichtbildern, die zum Teil vom Bürgermeister a. D. B u x b a u m zur Verfügung gestellt worden waren, alte Darmstädter Ansichten der bemerkenswertesten Gebäude Darmstadts, angefangen vom Schloß, über den Marstall, die Orangerie, Stadtkirche, das Prinz-Emil-Schlößchen, das „Porzellanschlößchen“ bis zu den verschiedenen Ansichten einiger Plätze. An zwei Bildern, die, mit Sicht über den Marktplatz, das Rathaus und die benachbarten Gebäude einst und jetzt zeigten, demonstrierte Architekt Schembs die heutige Disharmonie des Bildes durch die unglückliche, scheunenartige Form eines benachbarten Geschäftshauses.

Im zweiten Vortrag berichtete Professor Grund über die Entwürfe zur neuen Ostringbrücke in Stockholm. Sein Entwurf, elegant und zweckmäßig, wurde preisgekrönt. In zahlreichen Lichtbildern erläuterte er die Bedingungen, Gegebenheiten und Lösungen des Wettbewerbes, der aus 32 Nationen 196 Entwürfe angelockt hatte. Sein Entwurf sieht eine Hängebrücke an zwei einhundert Meter hohen Pfeilern etwa 40 Meter über dem Wasserspiegel vor, die an 61 Einzelkabeln aufgehängt ist. In der Spitze eines Pfeilers schlug Prof. Grund ein Cafe hoch über Stockholms Dächern vor. Eine weitere von ihm vorgeschlagene Lösung zeigte eine im Entwurf außerordentlich eindrucksvolle Einkabelbrücke, die nur in der Mitte mit einfachem Kabelstrang an pylonenartigen Pfeilern aufgehängt werden soll. agt

Zwei Verkehrsunfälle mit amerikanischen Personenkraftwagen

Gestern morgen fuhr auf einen vor dem Anwesen Nr. 112 in der Heidelberger Straße anhaltenden Personenkraftwagen ein. amerikanischer Pkw. auf. Es entstand an beiden Fahrzeugen erheblicher Sachschaden.

Am Nachmittag stieß ein anderer amerikanischer Personenkraftwagen auf der Kreuzung Jahn- und Klappacher Straße mit einem Radfahrer zusammen, wobei er außerdem noch das an der Seite stehende Verkehrsschild „Achtung! Kreuzung!“ umriß.

Die Unfälle mit amerikanischen Kraftwagen betrugen im Stadtgebiet Darmstadt im vergangenen Monat knapp ein Viertel der gesamten Verkehrsunfälle. DT.

Luftgekühlte Dieselmotore

Magirus-Sonderschau auf dem Friedensplatz

Seit dem Juni dieses Jahres sind die Männer der Klöckner-Humboldt-Deutz-AG. mit ihren 7 Fahrzeugen unterwegs, die sie am vergangenen Samstag in Darmstadt — und in diesen Tagen in verschiedenen Landstädtchen unseres Verbreitungsgebietes — zeigten.

Der Verwendungszweck der, nach dem Kriege in die Serienproduktion gegangenen luftgekühlten Deutz-Dieselmotore wird an den verschiedenen Fahrzeugen gezeigt. Diese Motore, in vielfach genormten Teilen von 1 bis 8 Zylindern und 15 bis 150 PS konstruiert, sollen sich, nach den Angaben des Werkes, in Lufttemperaturen zwischen — 40 Grad und + 60 Grad gleichmäßig bestens bewähren. Ihr Einbau erfolgt in schwere Lastkraftwagen, Omnibusse und Feuerwehrfahrzeuge flrmeneigener Konstruktion und zu Sonderzwecken. Die Ausfuhr nach Westeuropa und Afrika steigt.

Von den gezeigten Fahrzeugen wpr besonders eindrucksvoll die 22 Meter hohe Feuerwehrleiter auf Spezialfahrzeug — Maurus baut diese Leitern bis zu 52 Meter Höhe _ das Löschfahrzeug, der Dreiseitenkinner und die motorgekuppelte Laderampe, die zugleich als Rückwand dienend, Lasten Ss zu einer Tonne vom Erdboden auf Tadenritschenhöhe hebt. Der geräumige, eltS eingerichtete Omnibus glänzte bei £ niederen Außentemperatur durch eine motoranabhängige, äußerst wirkungsvolle Heizungsanlage. . »BX-

Der Polizeipräsident macht noch einmal ausdrücklich darauf aufmerksam, daß das Abbrennen von Feuerwerkskornern auf öffentlichen Straßen als grober Unfug strafbar ist. Vor allem werden die Erziehungsberechtigten auf ihre Aufsichtspflicht verwiesen, um diesen Unfug Jugendlicher zu vermeiden.

Heute: Eugen Kogon im Zintl-Institut der TH

Über das Thema „Politische Einheit Europas“ spricht heute Dienstag um 18 Uhr im Zintl-Institut der TH Dr. Eugen Kogon, der Präsident der Europa-Union und Herausgeber der „Frankfurter Hefte“.

Eberstadts zweiter Pfarrer von der Gemeinde begrüßt

Dem zweiten Pfarrer von Eberstadt, Pfarrer Fritz Andres aus Hähnlein, der am Sonntag von Dekan Weiß des Dekanates Darmstadt-Stadt in der Eberstädter Kirche in sein Amt eingeführt wurde, bereitete die evangelische Gemeinde einen herzlichen Empfang. Im Festgottesdienst, in dem der Kirchenchor mitwirkte, hielt Pfarrer Andres seine erste Predigt. t-s.

Weihnachtsbeihilfe

Der Bezirksfürsorgevarband Stadt Darmstadt gewährt auf Anordnung des Bundes bzw. des Landes Hessen allen Empfängern von Fürsorgeunterstützung und sonstigen Minderbemittelten, die eine Winterwirtschaftsbeihilfe erhalten haben, eine Weihnachtsbeihilfe.

Die Anweisungen auf Auszahlung der Weihnachtsbeihilfe werden für den Stadtbezirk und die Bezirke Dst.-Eberstadt und Dst.-Arheilgen beim städt. Sozialamt, Darmstadt, Alexanderstr. 35 — Zimmer 5 — an folgenden Tagen ausgegeben:

Buchstabe A—D am 16. 12. 1950 von 8 bis 12 Uhr Fuchstabe E—H am 18. 12. 1950 von 8 bis 12 Uhr Buchstabe I—L am 19. 12. 1950 von 8 bis 12 Uhr Buchstabe M—Q am 20. 12. 1950 von 8 bis 12 Uhr Buchstabe R—S am 21. 12. 1950 von 8 bis 12 Uhr Buchstabe T—Z am 22. 12. 1950 von 8 bis 12 Uhr

Beim Empfang der Anweisung sind Kennkarte, Kontrollkarte des Arbeitsamtes, Rentenbescheide und Unterstützungsausweise vorzulegen. Es wird gebeten, die Auszahlungs^age genau zu beachten, da sonst eine Auszahlung vor Weihnachten nicht mehr möglich ist.


Während um die Mittagsstunde des letzten Sonntags die Innenstadt noch wie ausgestorben war, strömten eine Stunde später die Menschenmassen von Stadt und Land, von Ost-, Nord- und Hauptbahnhof, herbei und in wenigen Minuten war es ein emsiges Kommen und Gehen in allen Geschäften. Der Verkehr stockte, manche Geschäftsinhaber mußten zeitweise wegen Überfüllung schließen und die Autofahrer hatten ihre liebe Not, sich durch die Straßen hindurchzuwinden. Herrlich geschmückte Schaufensterauslagen strahlten im farbigen Neonlicht und luden den Beschauer ein. Die Weihnachtsmänner in unserem Bild schauen gelassen dem emsigen Treiben zu. Welche Verkäuferin möchte an solchen heißen Tagen nicht auch so ein Weihnachtsmann sein? dbd-Foto: (Hemme)
Während um die Mittagsstunde des letzten Sonntags die Innenstadt noch wie ausgestorben war, strömten eine Stunde später die Menschenmassen von Stadt und Land, von Ost-, Nord- und Hauptbahnhof, herbei und in wenigen Minuten war es ein emsiges Kommen und Gehen in allen Geschäften. Der Verkehr stockte, manche Geschäftsinhaber mußten zeitweise wegen Überfüllung schließen und die Autofahrer hatten ihre liebe Not, sich durch die Straßen hindurchzuwinden. Herrlich geschmückte Schaufensterauslagen strahlten im farbigen Neonlicht und luden den Beschauer ein. Die Weihnachtsmänner in unserem Bild schauen gelassen dem emsigen Treiben zu. Welche Verkäuferin möchte an solchen heißen Tagen nicht auch so ein Weihnachtsmann sein? dbd-Foto: (Hemme)

Landskreis Darmstadt - historisch

Ein Vortrag bei „Alt-Darmstadt“

Wie sich unser Kreis in langer Zeit gebildet hat, wußte Archivrat Dr. K n ö p p in seinem Vortrag, den er vor den Alt-Darmstadt-Freunden, unter dem Titel „Zur politischen und Siedlungsgeschichte des Kreises Darmstadt“ hielt, anschaulich zu schildern.

Vom Landskundlichen aus betrachtet, wurden zunächst die siedlungsgeschichtlichen Elemente aufgezeigt, die Straßen und die natürlichen Grenzen, die Einflüsse der Römerzeit und die verschiedenen Rodungen. Im Zusammenhang damit fielen interessante Schlaglichter auf Ortsnamen des Kreises, der — politisch betrachtet — zunächst zu „Dreieich'1 gehörte. Der später verschwundene Ortsadel, die großen Höfe im Westen des Kreises, die mannigfachen Amtseinteilungen, wie die Einflüsse staatlicher und kirchlicher Ansprüche, formten ebenso den Umfang und das Gesicht des Kreises Darmstadt wie manche Zufälligkeiten in der geschichtlichen Entwicklung.

Trotzdem, so betonte Dr. Knopp, ist das Bild des Kreises heute im ganzen so, wie es der Historiker für richtig hält. Auch zum „Wettstreit“ zwischen Darmstadt und Bessungen, das schon im Jahre

1002 urkundlich erwähnt -ist, gab der Vortragende wichtige Hinweise und schloß mit der Feststellung, daß — näher angesehen — so ein Kreis doch nicht rein zufällig, sondern naturbedingt geworden sei. Kriegszüge und Einwohnerzahlen sind nicht maßgebend, sie geben nicht den wahren Sinn wieder, sondern die Betrachtungsweise im Rahmen der Landschaft, in der historischen Vergangenheit wie in der geschichtlichen Gegenwart.

Es sei noch erwähnt, daß Dr. K n ö p p für das Landesplanungsamt eine größere Arbeit über den Kreis Darmstadt vorbereitet. H. W. W.

Der Darmstädter Singkreis veranstaltet heute, Dienstag, um 20 Uhr in dem Gemeindehaus, Kahlertstraße 24, eine Weihnachtsmusik unter Leitung von Heiner Lautenschläger. *

2000 Jahre altes Grab

Interessanter Altertumsfund am Markt

Bei der Ausschachtungsarbeit für die Firma Olitzsch am Markt 3 stießen die Arbeiter der Firma Vogel: Otto Wolf, Rolf Hüther, beide aus Darmstadt, und Rudolf Klink aus Weiterstadt in etwa 1,75 Meter Tiefe mit der Spitzhacke auf ein vorgeschichtliches Gefäß. Da sich in der Nähe alte Fundamente und Bombenschutt befand, fielen die rötlichen, hartgebrannten Scherben nicht auf, doch wurden die Arbeiter durch die herausgefallenen Knochenteile aufmerksam. Dey Bauherr, der als Fachmann für Keramik sogleich erkannte, daß es sich hier um ein sehr altes Gefäß, und zwar um eine Urne mit Leichenbrandbestattung handelte, stellte den Fund sicher und erstattete Meldung an das Landesmuseum.

In einer schlichten, 31 cm hohen Urne waren die Ueberreste der verbrannten Knochen einer zierlichen, noch jungen Frau ohne Beigaben beigesetzt. Ihre Form begegnet sonst häufig als Vorratsgefäß in Siedlungen; ein flaches, mit dem Finger in den noch feuchten Ton gezogenes Kreuz am Oberteil mag während des Gebrauches im Haus als Eigentumsmarke gedient haben. Form und Machart des Gefäßes kennzeichnen es als keltische Arbeit aus dem letzten Jahrhundert vor Christi Geburt. Als Graburne verwendet wurde es aber von Germanen, die im Gegensatz zu den Kelten, die ihre Toten bestatteten, die Sitte der Leichenverbrennung pflegten. Es waren Sueben, die seit den Kämpfen Ariovists gegen Caesar im Rheingebiet siedelten.

Der neue Fund ist nicht vereinzelt, vielmehr sind schon ältere Funde aus Suebengräbern in der Nachbarschaft des Weißen Turmes bekannt. Sicher hat sich hier ein größeres Gräberfeld befunden, das bei weiteren Bauarbeiten erneut Funde liefern kann.

Das wiederhergestellte Gefäß ist als Zeugnis ältester Keramik zur Zeit in der Auslage der Firma Olitzsch am Markt zu besichtigen. G. L.


Unser Bild zeigt die Urne im Zustand der Auffindung mit Sand und weißlichen Knochenresten angefüllt (links) und nach der Wiederherstellung mit den halbverbrannten Knochenresten davor (rechts).
Unser Bild zeigt die Urne im Zustand der Auffindung mit Sand und weißlichen Knochenresten angefüllt (links) und nach der Wiederherstellung mit den halbverbrannten Knochenresten davor (rechts).

Meisterbriefe an Handwerker

Die Ueberreichung der Meisterbriefe an die Jungmeisterinnen und Jungmeister des Handwerks findet in diesem Jahre gemeinsam für die Kreise Darmstadt, Offenbach, Bergstraße, Erbach und Dieburg am Samstag, dem 16. Dezember, um 14 Uhr, in der Eberstädter Turnhalle statt. Präsident Gisbert und Vizepräsident Scherer von der Handwerkskammer werden zu den jungen Meisterinnen und Meistern sprechen und die Briefe überreichen. Anschließend gestalten namhafte Kräfte ein buntes Programm, zum Tanz wird die Kapelle Bänisch aufspielen, t-s

Gesellenbriefe

Für Junggesellen der Elektro-Innung

Die Elektro-Innung des Stadt- und Landkreises Darmstadt überreichte in diesen Tagen im Restaurant Sitte, Karlsstraße, den Junggesellen ihre „Briefe“, die im Herbst dieses Jahres ihre Ausbildung abgeschlossen hatten. — In seiner Ansprache hob Obermeister Kö 11 ge n die Bedeutung eines fachkundigen Nachwuchses hervor. Präsident Gisbert von der Handwerkskammer, der sich ebenfalls unter den Ehrengästen befand, sprach nach einer herzlich gehaltenen Rede die Lehrlinge zum Gesellen los.- Herr Böntgen, der Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes, ermahnte die frischgebackenen Gesellen, berufst'reu zu bleiben und rechtschaffende Handwerker zu werden. Den zweiten, den feuchtfröhlichen Teil, gestaltete im wesentlichen der bekannte Coupletsänger und Bauchredner Richard Hinz. *

Firma Mack hat es geschafft

Am Sonntag konnte die seit über 100 Jahren bekannte Färberei und chemische Reinigung Mack, Inh. Max Hoffmeister, ihr Geschäft am alten Platz in der Schulstraße 13 in neuen Räumen wieder eröffnen. Nach der Zerstörung richtete die Firma einen Ausweichbetrieb in Dietzenbach ein. Nunmehr ist es der früheren Hoffärberei, — die eine der ältesten Betriebe dieser Art in Hessen ist, — gelungen, wieder in die heimatliche Stadt zu ziehen.

Mit der Fertigstellung dieses letzten Ladens in der Schulstraße, hat Darmstadt eine weitere repräsentative Geschäftsstraße erhalten, die die Tradition fortsetzt. Man kann alle die kleinen und großen Kostbarkeiten bekommen und in Auslagen und Schaufenstern die Dinge bewundern, — und kaufen —, die das Leben so angenehm machen.

Die Architekten Kappler und Letsche schafften ein Straßenbild, das in unserer Stadt, die im vergangenen Jahr einen so großen baulichen Aufschwung nahm, als vorbildlich für eine Stadtbauplanung bezeichnen kann. Scg

Kurze Meldungen aus der Stadt

Die Fachgruppe Versicherungsange¬ stellte in der DAG, Ortsgruppe Darmstadt, veranstaltet heute um 17.30 Uhr im Hotel Knauf, Bleichstraße, eine Mitgliederversammlung. Ueber die Tariflage spricht der Vorsitzende der Fachgruppe Versicherungen Vogel, Frankfurt a. M. *

Eine Aussprache über das neue Marien¬ dogma unter Leitung von Pater Se m - melroth findet heute, Dienstag, um 20 Uhr in der Technischen Hochschule, Saal 246, statt. *

Der Kreisverband der Heimatvertriebe¬ nen, Ortsgruppe Darmstadt, veranstaltete für alle Heimatvertriebenen am Sonntag im Concordia-Saal eine Weihnachtsfeier. Innerhalb dieser festlichen Stunden wurden den Kindern von der Jugendgruppe des Ortsverbandes beschert. Scg.

Für die Vollwaisen und Halbwaisen von Betriebsangehörigen veranstaltet die Firma E. Merck, Darmstadt, am Sopntag, dem 17. Dezember, nachmittags 14.00 Uhr, eine Weihnachtsfeier im Kantinensaal des Werkes. *

Eine geistliche Adventsmusik findet Donnerstag, den 14. Dezember, 20 Uhr im Gemeindehaus der evangelischen Johannesgemeinde, Kahlertstraße 24, statt. Es kommen Werke von Zipoli, J. S. Bach, Arnold Mendelssohn, Gluck-Kreisler und anderen zu Gehör. Es wirken mit Aga Zeh-Landzettel (Gesang), Peter Pfuhl (Violine) und Gottfried Geiß (Orgel). *

Mit einer Vorführung der Klassen „Rhythmische Gymnastik“ stellt sich die seit einem Jahr an der Landesmusikschule Darmstadt tätige Rhythmiklehrerin Frau Maria Heiß der Oeffentlichkeit vor. Die Veranstaltung findet Donnerstag, den 14. Dezember, um 19.30 Uhr, im Amerika-Haus statt. *

Die Treuhänderschaft der Heimkehrer, Vermißten- und Kriegsgefangenenangehörigen, Zentralstelle Darmstadt, veranstaltet Sonntag, den 17. Dezember einen Unterhaltungsnachmittag im Ausschank Fey, Alexanderstraße 23. *

Rückstrahlende Schilder für Verkehr und Werbung in verschiedenen Farben führt heute, Dienstag, um 17.30 Uhr die Firma Faber-Niemann, Bremen, in Darmstadt am Schloß, vor. *

Ueber „Die Kirche und die soziale Frage“ spricht Mittwoch, den 13. Dezember, um 19.30 Uhr Oberkirchenrat Heß (Wiesbaden) in Saal 167 der Technischen Hochschule.

Einen Lichtbildervortrag über „Mariä Himmelfahrt in der Kunst“ hält Herr Dr. Feldbusch heute, Dienstag, um 20 Uhr im Schwesternhaus, Niederramstädter Straße 30, in einer Veranstaltung des Katholischen Männerwerkes.

Ueber den Ausgang der Landtagswah¬ len sprechen Oberbürgermeister Metzger und Landtagsabgeordnete Frau Ruth Horn am Freitag, dem 15. Dezember, in einer SPD-Versammlung um 20 Uhr im Gasthaus „Zur Harmonie“ in Eberstadt. ♦

Eine Weihnachtsbescherung für die Kinder seiner Mitglieder veranstaltet der Gesangverein „Frohsinn“ Eberstadt am Sonntag im Gasthaus „Zur Harmonie“.

Seine diesjährige Weihnachtsfeier und Wanderung veranstaltet der Wanderclub „Falke 1916“ am Sonntag, dem 17. Dezember, um 18 Uhr auf dem Heilig Kreuz. Ein buntes Programm unter Mitwirkung namhafter Kräfte verspricht einen genußreichen Abend. *

Bei Kilometerstein 515,5 auf der Autobahn fuhr gestern ein Lastzug die Böschung hinab. Es entstand Sachschaden.

In einer Baubude der Firma Dreßler brach ein Brand aus, der durch Feuerlöschpolizei schnell gelöscht werden konnte.

Wie witrd das Wetter?

Naßkalt

Vorhersage: Am Dienstag wechselnde Bewölkung mit iwischenaufheiterungen, noch einzelne Schnee- und Regenschauer. Tagestemperaturen mehrere Grad über Null. Nachts verschiedentlich geringer Frost möglich.

Weitere Aussichten: Unbeständig und wieder etwas kälter.



Wohin gelien wie heŭte?

Landestheater, Orangerie: 19.30 „Der Troubadour“.

Stadthalle: 15.00 „Tischlein deck’ dich!“ Lichtspieltheater: siehe Anzeigenteil.

Amerikahaus: 17.15 Lichtbilder-Vortrag: „Neuere Autogenverfahren und ihre praktische Anwendung“ Dr.-Ing. K. W. Sippel. — 14.30 und 17.00 Filmprogramm. — Ausstellung Bernd Kri m m e 1 und Eberhard Schlotter.

Gemeindehaus Kahlertstr. 26: Darmstädter Singkreis, Weihnachtsmusik, 20.00 Uhr. Gewerkschaftsjugend des DGB, Kreisausschuß Darmstadt: 20.00 Uhr im Amerikahaus „Diskussionsabend mit Filmen“.

Technische Hochschule, Raum 158: 18.00 Uhr Schriftsteller Dr. Eugen Kogon über „Das Ringen um die politische Einheit Europas“.

Volkshochschule: 19.45 Uhr in der TH, Raum 167, Schauspielerin Martha Ziegler „Lyrik und Prosa von Elisabeth Langgäs s e r

Hygiene-Lichthof, Neckarstr. 3a: 10—18 Uhr Ausstellung „Gesundes Leben“.

STARKENBURG

„Philipps“ Geist

Sr Wer das Vergnügen (und diie Zeit dazu) hat, die regelmäßigen Landfunksendungen des Hessischen Rundfunks zu hören, wird sich immer wieder des frischen Tons und guten Humors erfreuen, den die beiden Akteure dieser aufklärenden und unterhaltenden Minuten ihren Tausenden von Hörern vermitteln. Sie einmal persönlich kennenzulernen, dürfte deshalb für viele Grund genug sein, ein angekündigtes Gastspiel zu besuchen, um die wohlbekannten Stimmen Gestalt annehmen zu lassen. Es war daher am vergangenen Sonntagabend nicht verwunderlich, daß die Zugnummer „Heiner und Philipp“ — trotz eines mittelmäßigen Zelluloidstreifens — in dem Kino einer Kreisstadt unseres Verbreitungsgebietes das Bild eines vollbesetzten Zuschauerraumes ergab. Ja. die Spannung stieg noch höher, als „Philipp“ den Anwesenden 30 frohe Minuten versprach, die er mit seinem Kompagnon „Heiner“ (für 180 DM Gage bei Erhöhung des Eintrittspreises um —,30 DM) zu bieten gewillt war.

Was dann aber vor den erstaunten Augen und Ohren der anständigerweise aufmerksamen Gäste abrollte, war alles andere als das vertraute Gespräch über die Aetherwellen. Nicht, daß „Heiner“ etwa enttäuschte (obwohl die Bärte der Witze teilweise in der Lage gewesen wären, sich in der Tür des rückwärtigen Ausgangs zu verfangen). Kein Mensch wagte aber zu glauben, daß „Philipp“ Radio-„Philipp“ war. Sollte es allerdings doch „Radio-Philipp“ (Bodo Jung) gewesen sein, so müßte man ihm leider bestätigen, daß man von ihm eiine ganz andere Vorstellung hatte. Mit mehr Geist, mehr*Humor, mehr Impulsivität. Und trotzdem mußte man es schon glauben. Weil nämlich keiner davon sprach, daß es nicht „Radio-Philipp“ sei, der dort auf der Bühne stand.

Sehr interessant ist es zudem, bei einer gleichzeitigen Nachrichtensendung des Hessischen Rundfunks die Stimme eben dieses Bodo Jungs hören zu können, jenes Mannes, der sich „angeblich“ gerade auf der Bühne eines Kreisstadtkinos produziert. Uns war es bisher bekannt, daß Nachrichten nicht auf Band, sondern grundsätzlich original gesprochen werden.

Schlußfolgerung: Philipps Geist sprach im Radio — oder auf der Bühne. Wer raten mag, der rate.

Weitreichende Pläne realisieren sich

Drittel Mossauer Gemeindetag / Die Hubendörfer als neuer Anziehungspunkt im Fremdenverkehr

Mossau, (sr) Wie wir bereits in unserer gestrigen Ausgabe kurz berichteten, fand am Sonntagnachmittag in Unter-Mossau der 3. Gemeindetag unter reger Teilnahme der Bevölkerung beider Gemeinden statt.

Neben Bürgermeister Friedrich, Ober-Mossau, und Bürgermeister Heckmann, Unter-Mossau, waren Herr Walter vom Resident-Office des Landkreises Erbach und der Vorsitzende des Kreisverbandes des DRK, Dr. Rath, Erbach anwesend. Die Tagung stand unter Leitung von Pfarrer Moeseritz, der auch seinen Amtsbruder von der katholischen Gemeinde, Kaplan Paseck, begrüßen konnte.

In seinen einleitenden Worten hob Pfarrer Moeseritz die bisherigen Bemühungen und Erfolge zur Intensivierung des Fremdenverkehrs in den beiden Hubendörfern hervor. Der ausgehenden Post wird u. a. künftig ein Werbestempel aufgedrückt werden, der das weiße Johanniterkreuz mit der Jahreszahl 1252 und die umlaufende Inschrift: „Mossau/Odenwald, Insel der Ruhe und Erholung“ trägt. Auch ein Werbeprospekt ist bereits in Vorbereitung. Der Landesverkehrsverband - Bergstraße-Neckartal hat hierzu seine Unterstützung angeboten. Neben einer Reihe von Fotos soll das Faltblatt die auf die landschaftlichen Schönheiten, auch der Umgebung, (wie z. B. Vier Stock, Spreng, Lärmfeuer, Erbach, Michelstadt) hinweisen, soll das Faltblatt eine Reihe von Wandervorschlägen und ein Verzeichnis der Unterkunftsmöglichkeiten in den Gemeinden enthalten.

Wie bereits schon einmal, war der Bau eines Feuerlöschteiches, der gleichzeitig als Volksbad Verwendung finden soll, Gegenstand einer längeren Debatte. Es soll versucht werden, finanzielle Mittel freizubekommen, um die baldige. Planung und-Ausführung zu ermöglichen. Besonders begrüßt wurde die Omnibusverbindung von der Kreisstadt Erbach nach beiden Gemeinden, die sich derzeit eines starken Zuspruchs erfreut. Es ist damit zu rechnen, daß sie im kommenden Jahre zu einer bleibenden Einrichtung wird. Weniger erbaut war man allerdings von den Straßenverhältnissen auf dieser Strecke, die unbedingt einer Renovierung bedürfen.

Die Redakteure Dorsch und Trinkaus referierten im Anschluß daran über den „Wert der Tageszeitung im Leben des modernen Menschen.“ Besonderer Nachdruck wurde auf die Tatsache gelegt, daß die Zeitung auch auf dem Lande zu einem organischen Bestandteil des Alltags wurde, der nicht mehr wegzudenken ist. Gegenüber dem Rundfunk sei sie in bezug auf die Nachrichtengebung die bleibende Gedankenstütze, auf die man nicht verzichten könne. Beide Redakteure forderten die Anwesenden auf, sich das „Instrument“ Tageszeitung dienstbar zu machen und gaben hierzu nähere Erläuterungen.

Eine längere Diskussion entstand zum Schluß über die Gründung einer männlichen und weiblichen Bereitschaft des DRK. Man will in aller Kürze darangehen, die Mitglieder der früheren Freiwilligen Sanitätskolonne erneut zusammenzufassen, um auf dieser Basis die Neugründung durchführen zu können.

Was auch interessiert:

Ein herrenloser Volkswagen wurde dieser Tage auf der Bundesstraße 26 zwischen N auhei m und Groß-Gerau von der Polizei sichergestellt. Der Eigentümer, ein Hamburger, bekam seinen Wagen in Wiesbaden gestohlen. (eng)

Feuer brach aus in der Herrenkleiderfabrik Heinrich Euler u. Co., Aschaffenburg, das einen Teil der Schneiderei und das Stofflager in Mitleidenschaft zog. Es entstand durch rasches Eintreffen der Feuerwehr nur geringer Schaden. Die Brandursache ist noch unbekannt. (hw)

Wegen Diebstahls zweier Zuchtenten standen dieser Tage zwei 21jährige Fürther vor dem Richter. Sie konnten die Tat auf einen Jugendlichen abwälzen, der mit Jugendarrest bestraft wurde. Die Mutter des Jugendlichen, die die Tiere gebraten hatte, erhielt Gefängnis. (vir)

523 Kilometer legte der Ballon von Günther Bader, dem Preisträger des anläßlich des Herbstmarktes in Groß-Gerau gestarteten Jueend-- Kreuz-Ballonwcttfliegens, zurück. Er hatte fast die tschechoslowakische Grenze erreicht, (eng)

Auf originelle Art hat dieser Tage ein Ober-Kainsbacher seine Ziege zum Bock gebracht. Da es kalt war und die Straße durch Schnee und Eis recht glatt, band er das Tier auf die Anhängekarre seines Motorrades und fuhr zur eigenen Zufriedenheit und der seines Ziegenfräuleins und zur Belustigung der Einwohner durch den Ort. (ksc)

Spitzenleistungen der Parterre-Akrobatik und des Pyramidenbaues zeigten die Fechenheim er Fechinis bei einem Ringer-Tournier, das der Athletik-Sportverein Groß-Zimmern am Wochenende veranstaltet hatte. Bei dieser Gelegenheit wurden verschiedene Mitglieder des ASV „Vorwärts“ geehrt. (RG)

Einen Advents-Hausmusikabend veranstaltet am Dienstag, um 20 Uhr, im „Traubensaal“ das „Dreieck“, Di ebu rg , bei dem ein Haydn-Quartett und ein Mozart-Trio zum Vortrag kommen. (RG)

Zum Rektor der Volksschule von Bad König war Lehrer Hartmann vorgeschlagen worden. Kreisschulrat S c h w a m b führte ihn kürzlich in sein neues Amt ein. (hm)

Schlechte Arbeitsmarktlage

Mörlenbach, (vir) - Nachdem im Verlaufe des Frühjahres und des Sommers ein bemerkenswerter Rückgang der Arbeitslosen der hiesigen Arbeitsamtnebenstelle samt der Hilfsstelle Waldmichelbach registriert werden konnte, ist mit Beginn des Dezembers nahezu wieder der gleiche Zustand wie vor zwölf Monaten erreicht. Insgesamt sind derzeit 783 Unterstützungsempfänger gemeldet, davon 17,5 Prozent weibliche Arbeitsuchende. Der Wiederanstieg ist vor allem auf saisongemäße Einstellung der Bauarbeiten zurückzuführen.

Der gegenwärtige Kohlenmangel hat außer Kurzarbeit noch keine direkten Einwirkungen auf den Arbeitsmarkt gehabt, dürfte jedoch, wenn die wiederholten Hilferufe zahlreicher mittlerer Industriebetriebe im Weschnitztal wie im Ueberwald nicht berücksichtigt werden, in Kürze zur Entlassung größerer Arbeitermengen führen.

„Es weihnachtet sehr...“

Theaterabende und Weihnachtsfeiern im Kreise Dieburg

Dieburg, (gi) — In vielen Orten des Landkreises stehen Theatergemeinschaften, Laienspielgruppen der Ortsvereine sowie Spiel- und Singgruppen der Schuljugend im Mittelpunkt des kulturellen Dorfgeschehens. Grundlegend für alle Erfolge ist auch hier der lobenswerte Idealismus jedes einzelnen Mitgliedes.

Schon zu Beginn der Adventszeit traten verschiedene Ortsvereine mit Weihnachtsaufführungen, Liederkonzerten und Nikolausfeiern an die Oeffentlichkeit. Die Eröffnung des Theaterreigens hatte der Kirchenchor „Cäcilia“ Münster übernommen. In der Aufführung des „Meineidbauern“ konnte die gesamte Laienspielgruppe, mit August Schledt an der Spitze; nennenswerte Erfolge verzeichnen.

Auch am vergangenen Wochende erfreuten zahlreiche Laienspiele in den verschiedensten Gemeinden ihre Besucher. In Eppertshausen hatte am Sonntag der Ortsverein der Körperbeschädigten, Sozialrenteer und Hinterbliebenen zu seinem bunten Abend eingeladen. Die Verpflichtung der Woogsflnken und eines Darmstädter Tanzensembles hatte sich gelohnt, da laufender Applaus das beste Zeugnis für ein gutes Gelingen ablegte. Tags zuvor hatten sich die Freunde des Schachspiels im Saale „Frohsinn“ zur Familienfeier eingefunden. Die im weihnachtlichen Rahmen aufgeführten Darbietungen fanden bei allen Anwesenden Anerkennung. An Fritz Damm wurde der Sieger- und Gründungspokal verliehen.

Ebenfalls zwei Veranstaltungen wurden in Fränkisch-Crumbach durchgeführt. Der bunte Abend der Turn- und Sportgemeinde brachte am Sonntag im Saalbau „Linde“ frohe Stunden der Unterhaltung. Der gemütlichen Weihnachtsfeier des Ortsvereins des VDK im Saale „Zur Traube“ ging eine Weihnachtsbescherung der Kinder voraus.

Des großen Erfolges wegen brachte der Arbeitergesangverein „Einigkeit“ Groß - Zimmern, das Volksstück „Der Freischütz“ zum zweiten Male zur Aufführung. Die Märchenspiele des TV Münster fanden am Sonntag bei alt und jung herzlichen Beifall.

Kirchenkonzert in Rohrbach zur Finanzieruns einer zweiten Glocke

Rohrbach, (ee) Am ersten Samstag in diesem Monat fand in der Kirche zu Wembach ein Kirchen-Konzert statt. Eine ähnliche Veranstaltung wurde nun auch in Rohrbach durchgeführt. Die Einnahmen sollen zum Guß einer zweiten Glocke verwendet werden. Ein vorzüglich zusammengestelltes Programm der Gesangabteilung der SKG Rohrbach sowie des als Gast anwesenden Gesangvereins „Liederkranz“ Wembach-Hahn — beide unter Leitung von Gg. Jäger — wurde geboten. Einige Solodarbietungen zeigten gute Leistungen. Der Abend war ein voller Erfolg.

Nikolaus bei Jung und Alt

Reinheim, (eb.) Zu einer fröhlichen Nikolausfeier hatte die Ortsgruppe des Odenwaldklubs am vergangenen Samstag in den Gasthof „Zum Schwanen“ eingeladen. Der unter den Klängen von gemeinsam gesungenen Weihnachtsliedern hereinkommende Nikolaus kannte die Sünden jedes Mitglieds, aber auch seine Verdienste um den Klub/ die er in lustigen Versen aufdeckte. Im weiteren Verlauf des Abends, den Klubmitglied Adam Krämer (Tenor) verschönern half, wurde auch der mit allerlei lockenden Sachen versehene Weihnachtsbaum versteigert. Erst lange nach Mitternacht fanden die Mitglieder den Weg nach Hause.

In viele erwartungsvoll leuchtende — und auch bänglich dreinschauende Augen blickte der Nikolaus am Sonntagnachmittag, als er zu den Kindern der Mitglieder des’ Odenwaldklubs in den „Schwanen“ kam. Manchmal mußte er mit der Rute eingreifen. Für alle hatte er trotzdem eine kleine Gabe bereit, auch für die Kinder, die unangemeldet noch hinzugekommen waren. Ueber 70 Kinder werden den Tag lange nicht vergessen.

Zu einer Adventstagung kommt am Freitag die „Arbeitsgemeinschaft evangelischer Pfarrer und Religionslehrer“ in der Gastwirtschaft „Zum weißen Roß“ in Dieburg zusammen. Oberstudiendirektor Dr. Grünewald (Offenbach) und Pfarrer Ufer (Babenhausen) werden Referate halten. (se)

Frau Heil interessiert sich für Mordprozesse

Lebenslängliche Zuchthausstrafe beantragt

Der Mordfall Heilmann—Rödel vor dem Schwurgericht / Heute Urteilsverkündung Frau Heil unter den Zuhörern

Wst. Unter der schweren Anklage, am 31. August 1949 ihr elf Tage altes uneheliches Kind umgebracht zu haben, standen gestern die 44jährige Flüchtlingsfrau Marie Rödl und der 45jährige Fabrikantensohn Alfred Heilmann, beide aus Marbach-Heisterbach im Landkreis Erbach, vor dem Darmstädter Schwurgericht. Bereits am 10. März dieses Jahres hatten sich die beiden vor dem gleichen Gericht in dieser Sache zu verantworten.

Sie wurden damals wegen gemeinschaftlichen Mordes zu lebenslänglichem Zuchthaus und Verlust der Ehrenrechte auf Lebzeiten verurteilt. Diesen Entscheid hob jedoch das Oberlandesgericht Darmstadt auf und ordnete eine erneute Hauptverhandlung mit der Begründung an,/ das Gericht habe seinerzeit bei seiner Urteilsfindung die häuslichen Verhältnisse sowie die Persönlichkeit der Angeklagten nicht genügend berücksichtigt und die den beiden zur Last gelegten niedrigen Beweggründe nicht ausreichend motiviert.

Die Blicke dei' im Gerichtssaal Anwesenden richteten sich zuweilen weniger auf die Angeklagten dieser Verhandlung, als auf eine Frau, die gestern unauffällig im Zuhörerraum saß und vor einiger Zeit selbst im Mittelpunkt eines bewegten Mordprozesses stand: Elisabeth Heil! Aufmerksam verfolgte sie den Gang dieser Revisionsverhandlung, so, als wolle sie eine solche studieren, um für ihre eigene (die mit großer Wahrscheinlichkeit zu erwarten sein dürfte) genügend gewappnet zu sein. Frau Heil erregte — ohne daß sie es wollte — überall Flüstern und Aufsehen.

Doch zurück zum eigentlichen Prozeß: 1946 war Marie Rödl als Flüchtling mit ihrem Mann —■ ein Hirnverletzter, der kurz nach dem ersten Prozeß in Darmstadt verstarb — und ihrem Kind nach Marbach gekommen. Familie Heilmann war sofort dieser Flüchtlingsfamilie behilflich. Aus dem freundschaftlichen Verhältnis zwischen der Ehefrau Rödl und dem Ehemann Heilmann entwickelten sich jedoch bald intime Beziehungen, die nicht ohne Folgen blieben. Nach vergeblichen Vorstellungen bei Aerzten zwecks eines Eingriffs brachte Frau Rödl ihr Kind zur Welt. Elf Tage später, am 31. August 1949 abends, wurde der Arzt Dr. med. L. aus Hetzbach gerufen. Er fand den Säugling tot in seinem Schlafkorb und schrieb trotz Bedenken gutgläubig auf den Totenschein als Todesursache: Neugeborenenkrämpfe.

Im Dezember stellte jedoch der mit den’ Untersuchungen beauftragte Kriminalrat a. D. Weidmann durch verschiedene Verhöre der beiden Verdächtigen fest, daß einwandfrei ein Verbrechen vorlag: Frau Rödl hatte das schlafende Kind fest mit einem Kissen zugedeckt. Das Kissen selbst beschwerte Heilmann mit einem Waschbrett, worauf das Kind jämmerlich erstickte.

Plump und töricht versuchte Heilmann — ein unterbegabter und wenig gemütstiefer Mensch — gestern, die ganze Schuld auf die Angeklagte Rödl abzuwälzen. Entgegen seinen früheren Geständnissen und allen bisherigen Feststellungen erklärte er — sogar zur Ueberraschung seines eigenen Verteidigers —, „er sei nur Mitwisser einer Mordtat“. Das Kind sei bei seinem damaligen Eingreifen bereits tot gewesen. Die Angeklagte Rödl, eine einfache, aber affektstarke Frau, blieb bei ihren früheren Geständnissen. Auf Drängen Heilmanns, so sagte sie, habe sie das Kind mit dem Kissen zugedeckt, wozu Heilmann dann das Brett gelegt habe. „Ich war damals nicht mehr Herr meiner Sinne“, erklärte sie. Ein medizinischer Sachverständiger erklärte beide Angeklagte für zurechnungsfähig und deshalb für voll verantwortlich. Staatsanwalt Werner hielt durch die erneute Beweisaufnahme das gleiche Ergebnis wie in der ersten Verhandlung für gegeben. Vorsätzlich und mit Ueberlegung hätten beide das Kind getötet. Die neue Einlassung von Heilmann, daß er nur Mitwisser sei, bezeichnete er als völlig unglaubhaft. Dieses Märchen glaube dem Angeklagten niemand im Saal, sogar er selbst nicht. Der Anklagevertreter erklärte, er könne den Schritt des Oberlandesgerichts nicht verstehen, er habe den Verdacht, daß man aus dem Gefühl des Helfens heraus den früheren Entscheid aufgehoben habe. Es sei menschlich verständlich, wenn man lebenslängliches Zuchthaus in einem Solchen Fall für eine etwas harte Strafe ansehe. Ein Mord bleibe aber ein Mord und er müsse das Gericht warnen, nur aus diesem Gefühl heraus auf eventuellen Totschlag zu erkennen. Die Verkürzung der Strafe bleibe ausschließlich einer Gnadeninstanz Vorbehalten. Man habe, so sagte er, das Kind systematisch und nicht in einer plötzlichen Aufwallung beseitigt, weil man es nicht gebrauchen konnte und es aus finanziellen Gründen lästig gewesen sei. Die häuslichen Verhältnisse bei beiden Angeklagten hätten sich erst mit Beginn ihres ehebrecherischen Verhaltens verschlechtert. Der Staatsanwalt beantragte für die beiden wegen gemeinschaftlichen Mordes lebenslängliche Zuchthausstrafen. Das Gericht vertagte die Urteilsverkündung auf heute morgen elf Uhr.

Es geht um ein Jugendheim

Roßdorfs Ortsjugendausschuß tagt mit der erfahrungsreicheren Generation

Roßdorf, (sl) — In einer Sitzung des Ortsjugendausschusses, zu der Bürgermeister Roßmann, die Gemeinderäte der SPD und KPd sowie Rektor Hackemer, Lehrer Amann und zwei Vertreter des Resident Office Darmstadt erschienen waren, wurde in lebhaften Diskussionen die Schaffung eines Jugendheimes beraten.

Der 1. Vorsitzende Theo Heinz betonte, daß er besonders die ältere, erfahrungsreiche Generation eingeladen habe, um von dieser Anregungen und tatkräftige Unterstützung für den Ausbau eines Jugendheimes zu erlangen. Er ging in seinen Ausführungen auf den mit der Sport- und Kultungemeinde abgeschlossenen Nutzungsvertrag ein, nach dem zwei Räume der Turnhalle zum Ausbau eines Heimes den Orteiugendgrunpen überlassen werden sollen. Das neue Heim erfordert einen Kostenaufwand von 4500 DM. Theo Heinz gab der Hoffnung Ausdruck, daß eine Beihilfe der Gemeinde und ein Zuschuß aus der McCloy-Stiftune den größten Teil der Kosten decken möge, der Rest aber durch eine HauSsammlung und Veranstaltungen aufgebracht werden müßte.

Ein Lehrfilm „Freie Bahn der Jugend“, in dem Ausschnitte aus der Arbeit amerikanischer Jugendverbände gezeigt wurden, veranlaßte Bürgermeister Roßmann zu dem Hinweis, daß nur freiwillige Mitarbeit den Erfolg des Bauvorhabens garantieren könne.

Nach den Ausführungen von Rektor Hackemer in denen dieser hauptsächlich auf dais Ziel des Aussnracheabends hinwies, gab Lehrer Amann als 1. Vorsitzender der Sport- und Kulturgemeinde umfassende Erläuterungen über den abgeschlossenen Nutzungisvertrag und brachte zum Ausdruck, daß dessen Zustandekommen in erster Linie dem Entgegenkommen der SKG zu verdanken sei.

Hühner mit Bubiköpfen

Erbach, (-ch) - Am Samstagnachmittag wurde mit einer kleinen Feier, an der Landrat Neff, Bürgermeister Volk. Kreisschulrat Schwamb und andere Ehrengäste teilnahmen, die zweite Odenwälder Rassegeflügelschau der Geflügelzuchtvereine Erbach und Michelstadt in der Erbacher Festhalle eröffnet.

Wilhelm Emmerich, der 1. Vorsitzende des Erbacher Vereins, hob in seiner Begrüßungsansprache die besondere Bedeutung dieser bestbeschickten Geflügelausstellung des ganzen Odenwaldes hervor. Mit 630 Tieren der verschiedensten Rassen und Spielarten gebe die Schau einen aufschlußreichen Einblick in die beachtlichen Fortschritte der Odenwälder Zucht. Auch die Preisrichter Gg. Beck, Sprendlingen. H. Rau ck , Frankfurt a. M., Gg. H e 11, Homburg-Kirdorf, und Ph. Ruths. Groß-Bieberau, hätten bei ihrer schwierigen Bewertungsarbeit am Vortag diese Feststellung treffen können.

Landrat Neff unterstrich die ersprießliche Zusammenarbeit der Geflügelzuchtvereine Erbachs und Michelstadts, die damit einen praktischen Beitrag zur angestrebten Vereinigung beider Nachbarstädte leisteten. Kreisfachgruppenvorsitzender Schmelz, Michelstadt, überbrachte die Grüße des Landesverbandes.

Ein Rundgang durch die Ausstellung vermittelt einen interessanten Ueberblick über die Vielfalt der Geflügelrassen, angefangen von den schweren, gelben Orpington über die vielen Spielarten der landesüblichen Legehühner wie die Italiener und Leghorn bis zu ganz ausgefallenen Seltenheiten wie beispielsweise weiße Barnevelder oder gar die Holländer Weißhauben, den pittoresken Hühnern mit dem kleidsamen Bubikopf. Nicht ganz so zahlreich, dafür aber mit ganz besonderen Exemplaren sind die Wassergeflügelrassen vertreten. Auf der Bühne hat die Erbacher Geflügelfarm H. L. Groos eine Brutmaschine in Betrieb, in der am Samstag die ersten Kücken schlüpften.

„Laßt Euch nicht verwirren

Kirchenpräsident Niemöller in Mörlenbach und Rimbach

Mörlenbach, (vir) Nach etwa halbjähriger Bau- und 20jähriger Vorbereitungszeit konnte die evangelische Diasporagemeinde Mörlenbach mit Weiher und Bonsweiher am zweiten Adventssonntag ihr erstes eigenes Gotteshaus weihen. Seither konnte der Saal des katholischen Schwesternhauses als Betraum benutzt werden.

Am Sonntagnachmittag vollzog sich nach einem Dankgottesdienst im alten Heim der Umzug vor die Pforte der neuen Kirche, wo Kirchenpräsident Niemöller von Kirchenbaumeister Prof. Gruber den Schlüssel entgegennahm. Pfarrer Dr. Ziegler überließ die Kanzel dem Kirchenpräsidenten zu dessen Feieransprache. Die Zahl der Versammelten war so groß, daß eine Lautsprecherübertragung nach dem Schwesternhaus erfolgen mußte. Als den entscheidenden Faktor der Gegenwart bezeichnete der Sprecher die lauernde Angst vor der Ausweglosigkeit des menschlichen Seins, an dessen Ende der Nihilismus stehe. In dieser Welt, die mit Gott zugleich den Boden ihrer Existenz verleugne und stattdessen Menschen verherrliche und die Unmenschlichkeit preise, sei die Aussicht, daß sie ewig währen würde, geradezu furchtbar. Lieber erkenne dei- Mensch seinen eigenen Tyrannen, als seinen Herrn Gott. Die christliche Gemeinde dürfe sich in dieser chaotischen Zeit den Sinn nicht verwirren lassen. Der alte Kirchenschlaf dürfe nicht mehr die Oberhand gewinnen unter Christen, da der Herr im Kommen sei. Im Anschluß an die kirchliche Einweihung war im Gasthaus „Zur Krone“ eine Gemeindefeier, an der einheimische wie auswärtige Festgäste in großer Zahl teilnahmen.

Rimbach. Vor der überfüllten evangelischen Kirche sprach am Sonntagnachmittag Kirchenpräsident Martin Niemöller über das Thema„Was uns heute nottut“. Das allumfassende Mißtrauen, das aus der Angst entspringt, als Mensch oder Volk von anderen für deren eigensüchtige Zwecke mißbraucht zu werden, schüre im Osten wie im Westen in der Menschen Herzen. Mit einem Hinweis auf die 20 Millionen Menschen hinter dem Eisernen Vorhang begründete der Kirchenpräsident seine ablehnende Haltung gegen die Remilitarisierung. Wir hier im Westen Deutschlands seien als einzige übriggeblieben, die für die 20 Millionen jenseits der Zonengrenze verantwortlich seien gleich dem Samariter der Bibel. Sie seien jetzt „unter die Räuber“ gefallen, und es sei wichtig, ihren Glauben an sich selbst zu erhalten und sie nicht abzuschreiben. Gegebenenfalls müßten jetzt Dinge getan werden, die später revidierbedürftig seien, als Entscheidungen zu treffen, die für unsere Brüder im Osten den Sturz in die Leere gänzlicher Verlassenheit bedeuteten. Dazu gäbe es im Westen noch genügend politische und soziale Aufgaben zu lösen, daß die Frage der Wiederbewaffnung an allerletzter Stelle stehen müsse. Was uns nottue, sei, um des Herrgotts willen den Menschen als Mitmenschen zu achten und Barmherzigkeit zu üben.

Ahtuelles

zuuischeu gesteun und sieute

Gebremst — geschleudert — gerammt

Dudenhofen, (gi) In den Morgenstunden des Sonntags kam es infolge der Straßenglätte zwischen dem Autobus der Handballelf der TG Ober-Roden und einem amerikanischen Personenwagen auf der Straße nach Dudenhofen zu einem Zusammenstoß. Beide Fahrzeuge gerieten durch starkes Bremsen ins Schleudern und der US-Wagen rannte in die linke Kühlerseite des Autobusses. Bei dem Zusammenprall wurde die amerikanische Fahrerin in die Windschutzscheibe geschleudert und am Kopf erheblich verletzt. An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden. Die Fahrerin wurde von der MP ins Krankenhaus übergeführt. •

Sturz durch Straßenglätte

Urberach, (gi) Am Sonnta.gfrüh geriet das Fahrzeug eines aus Messel kommenden Motorradfahrers an der Ecke Frankfurter Straße durch Straßenglätte ins Schleudern. Dabei stürzte der Fahrer und zog sich erhebliche Verletzungen zu. Sein Motorrad wurde erheblich beschädigt.

Weihnachtsbaum rettet Wohnhaus

Roßdorf, (sl) Ein von Darmstadt kommender Lastzug geriet kürzlich auf der glatten abfallenden Straße vor dem Rathaus ins Rutschen, stieß an mehrere Wohnhäuser an und beschädigte diese leicht. Der vor dem Rathaus aufgestellte Weihnachtsbaum, der glatt abgefahren wurde, war der Retter des Wohnhauses von Peter Grünewald, an dem nur geringer Sachschaden entstand.

Folgenschwerer Unfall

Lorsch, (el) — In den Abendstunden des Sonntags kam es auf der Viernheimer Straße, in der Nähe des Seehofes, zu einem Verkehrsunfall, als ein Lkw aus Leimen in der Kurve ins Rutschen kam und in einen ziemlich tiefen Graben fuhr. Der Wagen kippte um. Der Fahrer mußte schwer verletzt von der Lampertheimer Sanitätsstelle zum Krankenhaus gebracht werden.

Adventsfeier der ev. Frauenhilfe

Bensheim-Auerbach. (HB)-Die ev .Frauenhilfe veranstaltete am Sonntagabend einen Gemeindeabend mit Weihnachtsbazar im ev. Gemeindehaus; der Reinerlös dieser Veranstaltung war für den Glockenfonds und für wohltätige Zwecke bestimmt. Zu Beginn boten die Konfirmanden das alte Krippenspiel: „Der Herbergssucher“ dar. Pfarrer D örg er , der die Anwesenden begrüßte, wünschte dem Abend einen guten Verlauf. Großes Interesse weckte der Bazar, in dem es außer selbstangefertigten Handarbeiten auch Kuchen, Torten und Süßigkeiten zu kaufen gab. Auch eine kleine Verlosung wurde durchgeführt.

Die amerikanische Lesehalle Heppenheim veranstaltet am * kommenden Donnerstag, um 20.15 Uhr, unter dem Motto „Neues aus unserem Schallplatten schrank“ ein Schallplattenkonzert amerikanischer Künstler. Frau M. Brieger, USIC Darmstadt, spricht einführende Worte. (HB)

Unsere Geburtstagskinder

80. Geburtstag: Herr Johannes Becker, Landwirt, Roßdorf, Neugasse 19. 79. Geburtstag: Herr Philipp Lohnes, Rehbach, Darmstädter Straße 20. 74. Geburtstag: Frau Elise Volz, Wixhausen, Messeler Straße. 71. Geburtstag: Frau Marg. Preusch, Wixhausen, Bahnhofstraße. 71. Geburtstag: Herr Christoph S e y f - f e r, Wixhausen, Ludwigstraße. 65. Geburtstag: Frau Katharina Pfeiffer, Ober-Kainsbach, Haus Nr. 57. In besonderer .Anerkennung für ihre Mitarbeit am „DT“ (Agentur) herzlichen Glückwunsch!

Feuilleton

Einführung in die chinesische Kunst

EINE VORTRAGSREIHE DER VOLKSHOCHSCHULE

In der Volkshochschule hielt Prof. Dr. Carl Hentze im Verlaufe von drei Abenden einen Lichtbildervortrag zur „allgemeinen Einführung in die Geschichte der chinesischen Kunst“.

China, eines der ältesten Kulturländer der Menschheit, gehört mit den verschiedenartigsten Ausdrucksformen künstlerischen Vermögens zu einem der interessantesten Länder der Erde. Schon in rüher Steinzeit finden sich Formen von plastischen Darstellungsvermögen, die im Laufe der Jahrhunderte, ja der Jahrtausende, der chinesischen Religion gemäß abgewandelt wurden. Wenige Beispiele vermögen nur aus der Unzahl des Ueberlieferten angeführt werden, so der Totenkult, der in einer inneren Beziehung zum chinesischen Menschen steht. Für den Chinesen ist der Tote nicht verloren, er ist in unserem Sinne nicht tot, sondern lebt weiter, und um diese Gleichheit zwischen der realen und jener Welt herzustellen, damit der immerwährende Zyklus des Lebens nicht unterbrochen wird, gibt der Chinese seinen Verstorbenen Dinge mit ins Grab, die seiner lebendigen Natur gemäß waren. Oefen, Töpfe und selbst Nachbildungen seines Anwesens sollen ihm die Verbindung mit den nachfolgenden Generationen ermöglichen. Aus dieser geistigen Grundhaltung heraus ist auch die gesamte Kunst zu verstehen.

„Werkstatt des Dichters“

Ernst Penzoidt las und Plauderte

Eingangs las der Dichter, der auf Einladung des Schauspielstudios der Technischen Hochschule nach Darmstadt gekommen war. seine im Jahre 1940 entstandene Soldatenromanze „Korporal Mombourt“. Unter dem Titel „Es kommt der Tag“ wurde diese Erzählung, die die Frage aufwirft, ob wir nicht alle zu wenig lieben, vor kurzem in Göttingen verfilmt. Auch hier zeigt sich die überauellende Phantasie, die Fabulierlust und der Humor Penzoldts — Eigenschaften, die uns jede seiner Dichtungen, etwa den heiter-tiefsinnigen Schelmenroman „Die Powenzbande“ mit ihrem „Appendix“, dem ..Kartoffelroman“, so liebenswert machen.

Anschließend plauderte Penzoldt „aus der Werkstatt des Dichters“. Plaudern, diese Kunst versteht der Dichter meisterhaft, sie ist seine Domäne. Mit liebenswürdigem Lächeln beantwortet er die Fragen aus dem Publikum, Fragen nach seinem Drama „Die portugalesische Schlacht“, das unter Carl Ebert in Darmstadt uraufgeführt werden war, Fragen nach der köstlichen Geschichte von der 3. Szene zum 5. Akt der „Räuber“, jene literarische Arabeske Penzoldts, die man in England dann doch als „Fälschung“ erkannt hatte, Fragen nach seinem Werdegang als Maler und Dichter und nach seiner Arbeitsweise.

Man glaubt es Penzoldt gerne, wenn er meint: .Jeh müßte zu dritt sein“. Denn seine Phantasie reichte für drei Menschen aus. rw Die Malerei hat sehr früh schon eingesetzt, und es ist die einzige Kunst, die in China in Essays behandelt wird. Aus der kalligraphischen Schrift entstanden, wird die Malerei als die Kunst der Künste angesehen, und es gab Maler, deren jahrhundertealte Kunstwerke ein erstaunliches Zeichen frühzeitlicher Schöpfungskraft ablegen. Sehr früh schon finden sich in den Grabkammern auf Hohlziegel eingeritzte Zeichnungen, die rnit Farbe ausgefüllt wurden. Die ältesten Zeugnisse chinesischer Malerei fanden Japaner bei Ausgrabungen in Korea, u. a. ein Lackkörbchen mit Lackmalerei, das etwa 150 nach Christi entstanden sein dürfte. Auch die Landschaftsmalerei wird früh geübt, wie Ueberreste chinesischer Grottenmaler in Chinesisch-Turkestan bezeugen. Von der polychromen Malerei wird sehr bald zur reinen Tuschmalerei übergegangen, und darin erreichten die chinesischen Künstler eine bisher unerreichte Vollendung.

Die gesamte chinesische Kunst dient dem Leben, das in kontinuierlicher Bewegung begriffen ist, ewig fließend vom Kommen zum Vergehen, und im Vergangenen noch das Neue manifestierend. hfl

Karl Schmitt-Walter sangs in Bensheim

Einen künstlerischen Genuß ganz besonderer Art bereitete am vergangenen Sonntag die Bensheimer Goethegesellschaft mit dem Lieder- und Arienabend von Kammersänger Karl Schmitt-Walter allen Musik- und Kunstfreunden an der Bergstraße.

Aus den Konzertsälen

Liederabend im Amerikahaus

Christopher O'Malley, ein junger amerikanischer Bariton, dessen Stimme keinerlei außergewöhnliche Qualitäten verrät, versteht es, sich durch eine beachtliche technische Schulung und stilistische Einfühlung das lyrische Liedgut aus Vergangenheit und Gegenwart in kammermusikalischer Verhaltenheit dienstbar zu machen. Dies brachte ihm auch die Sympathie des Publikums ein. Sein junger französischer Begleiter Marc Michel Poujol trägt mit solistischer impressionistischer Klaviermusik ausgeschliflfene und pointillierte Anschlagskunst zur Schau, stößt aber zur charakterlichen Profilierung der Werke noch nicht ganz durch. G. I.

Jugend musizierte Bach

Das Ludwig-Georgs- Gymnasium und das Alte Real-Gymnasium veranstalteten gestern nachmittag in der Stadthalle ein gemeinsames Schulkonzert unter der Leitung von Musikpädagogen A. W. Paetsch und der Mitwirkung von Tilli Rettig (Sopran) und Jakob Schäfer (Flöte).

Die Folge Bachscher Werke brachte unter allen zwölf Programmpunkten beachtliche Leistungen zu Gehör — ein sauberes, freudiges Musizieren, das auf technischem Können und werkliebender Einfühlung basierte. Tilli Rettig und Jakob Schäfer harmonierten aufs beste mit dem. jungen „Kollegennachwuchs“. Orchester und Chor folgten willig der straffen Führung ihres Dirigenten.

Besondere Glanzlichter erhielt die, gemeinsame Leistung von dem solist’schen Können einiger Schüler am Flügel, auf Violine und Violoncello: Norbert Schüll, R. Geil, J. Schunck, W. Koch und W. Neuhaus.

Es gab herzlichen Beifall und begeisterte Trampelovationen der Kameraden. D-s.

Cello-Konzert auf der Mathildenhöhe

Im Ausstellungsgebäude auf der Mathi'ldenhöhe nahm die Kranichsteiner Musikgesellschäft mit einem Celloabend ihre Konzertreihe zeitgenössischer Musik wieder auf. Alexander Molzahn. Frankfurt, spielte das von volkstümlicher Melodik erfüllte op. 4 des Ungarn Zoltan Kodaly, eines Freundes von Bela Bartök. Die bekannten Cellosonaten von Debussy und Hindemith (Sonate 1948) folgten. Alexander Molzahn, ein großer Künstler seines Instrumentes, beherrscht alle tonlichen und technischen Finessen und vermittelt durch seine geistige Gestaltungskraft eine lebendige und eigenprofilierte Wiedergabe. Elsbeth Fink, Frankfurt, begleitete am Flügel in selbständiger, klarer Deutung und zeigte auch in Bela Bartöks Klaviersuite op. 14 ihr beachtliches pianistisches Können Es gab viel Beifall. Der akustisch umgebaute Mittelraum auf der Mathildenhöhe hat tonlich sehr gewonnen, ist äußerst geschmackvoll ausgestattet und bereichert Darmstadt um den so lange entbehrten kleinen Kammermusiksaal. Das Tonnengewölbe wird man allerdings doch wohl noch abschirmen müssen (Tücher), um letzte ideale Schallverhältnisse zu erzielen. hin.

Klavierabend Andor Foldes

Im Amerikahaus stellte sich der amerikanische Pianist Andor Földes einem großen Zuhörerkreis vor. Das Programm des Abends enthielt Werke von Bach-Busoni, Beethoven, Chopin, Conland und Kodäly. Földes erweist sich als ein guter Interpret der schweren Musik, wie in der Toccata, Arie und Fuge in C-dur von Bach-Busoni. Die Sonate 1941 von Copland erweist sich als eine sehr eigenwillige Konstruiktion, aufgebaut auf Dissonanzen und Gegenläufen, ein Stück, das schon in der „klassischen“ Weise asvmphonischer Komposition ausgeführt ist. Chonin dagegen scheint dem Interpreten nicht zu liegen. Im Nocturno in c-moll, od. 48, der Mazurka in cis-moll wie der Etüde in C-dur, op. 10 Nr. 1 kam der Ton zu hart und gehemmt, die Eleganz Chopinscher Gelöstheit fehlte. Drei Stücke aus der „Harv-Janos-Suite“, Intermezzo, Lied und Wiener Glockenspiel, nach einer Bearbeitung von Andor Földes beschlossen das Programm. Die Zuhörer erzwangen sich begeistert aufgenoihmene' Zugaben. hfl'

Unter den Leselampe

Wege des Glaubens

Stefan Andres: „Bruder Lucife r“. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf/Köln, Leinen, 206 Seiten.

Dies ist die Geschichte des „Frater Lucius“, der sich aus der Welt zurückzog, um hinter den Mauern eines Kapuzinerklosters Gott, seine Ruhe und das einfache Leben zu finden, den seine Brüder und Oberen aber bald „Bruder Lucifer“ nennen, der mit seinen Bemühungen scheitert und wieder in die freie Welt Gottes zurückkehrt.

Es ist ein zutiefst frommes Werk aus der Frühzeit der dichterischen Entwicklung von Stefan Andres, das in eigentümlicher Dynamik und plastischer Darstellung neue Wege des Glaubens aufzeigen möchte. Es ist ein Beitrag zur Auseinandersetzung mit Gott und den ihm geweihten Organen und Institutionen, der vielfältig die innere Not der Menschen unserer Tage schildert, ohne deswegen auf die Geschehnisse direkt Bezug zu nehmen.

In oft hart die Grenze des Existentialistischen streifender Form, mit einer zwingenden Logik ziehen die Tage und Monate des Bruder Lucifer im Kloster an dem Leser vorüber, der selbst den weiten Bogen von der Askese bis zum beseligenden Rausch mit jeder Zeile spannen kann. We.

Geschichte eines Sommers

Josef Mühlberger: „Pastorale“; Geschichte und Geschichten eines Dorfsommers, 216 Seiten, in Leinen, mit Blumenzeichnungen von Fritz Fischer, Bechtle-Verlag Esslingen, 6,80 DM.

Zwischen den hügeligen Ausläufen des Riesengebirges und dem flachen böhmischen Lande entsstand in einem einsamen Tal im Jahre 1935 die Geschichte eines Dorfsommers, wie sie wohl von wenigen vorher in solcher Form geschrieben wurde. Wer Seite um Seite dieses Buches liest, wird immer mehr in das Erleben der Natur und ihrer Menschen hineingeführt, so daß ihm schon nach kurzer Zeit die Umwelt des Dorfes und die in ihm Lebenden so vertraut sind, als sei er selbst schon mitten unter ihnen gewesen. Die Charakterisierung ist so tiefgehend, daß man innerlich miterlebt, wie sich der Autor in das Leben versenkte, um aus ihm zu schöpfen. Da und dort laden die eingestreuten Blumenzeichnungen zum Verweilen ein. Ueber allem aber steht das menschliche Erleben, das aus der Heimat jene Kraft holt, die notwendig ist für die Stärke in der Ungewißheit kommender Tage.

So mag auch dieses Buch, bis zum Jahre 1950 vervollkommnet und vermehrt, für viele eine Erinnerung an die alte Heimat seins die so wertvoll ist, daß sie, trotz Verlust und Zerstörung, alle Ereignisse der Gegenwart und Zukunft überdauert. Sr.

Als Tramp in Amerika

Knut Hamsun: Vagabundentage. 80 Seiten, kartoniert, Preis 1,50 DM. Aus der Reihe der „Kleinen Bücher" des C. Bertelsmann Verlag Gütersloh.

Von dem Dichter Knut Hamsun, dessen tragisches Schicksal uns Deutschen besonders zu Herzen geht, legt der Bertelsmann. Verlag das kleine Bändchen „Vagabundentage“ wieder vor. Knut» Hamsun hat sich durch seinen Stil — sparsam im Wort, leidenschaftlich in der Konzeption — gerade in Deutschland viele Freunde gewonnen. Auch in diesem Ausschnitt aus seinem Trampleben in Nordamerika packt uns wieder die Fähigkeit dieses Dichters, die Hand am Puls des warmen Lebens zu halten. Ob es nun die einfachen Farmersleute sind oder deren mannbare Tochter, der diebische alte Vagabund oder der eitle Farmarbeiter, sie werden uns mit all ihren Mängeln ohne gesellschaftsrevolutionäre Tendenzen menschlich nahegebracht. Doch nicht nur die Menschen stehen uns plastisch vor Augen, auch die Landschaft, das Klima, die Härte der Arbeit finden in knappen Strichen gültige Zeichnung. Ein kleiner Ausschnitt, typisch für Leben und Schaffen des Dichters.

Diskussion um Bilder

Es ist im höchsten Grad anerkennenswert, wenn sich studentische Vereinigungen mit den gegenwärtigen Kulturströmungen vertraut machen. So ist auch die Initiative und der Mut zu bewundern, mit denen die studentische Vereinigung Burg eine Ausstellung des 39jährigen Malers Ernst Stoffelshaus ins Leben rief, um den Studierenden der Technischen Hochschule Darmstadt Gelegenheit zu geben, an Hand eines Beispiels die künstlerische Entwicklungslinie eines Malers zu verfolgen. Viele junge Menschen sind seit Freitagnachmittag, als die Ausstellung in Gegenwart von Bürgermeister Schröder eröffnet wurde, durch den Ausstellungsraum gegangen, und die Gespräche und Diskussionen, die zwischen den Betrachtern und dem Künstler, der als Gast der Studenten anwesend ist, stattgefunden haben, bewiesen, daß die moderne Malerei noch Kraft und Impulse auszustrahlen hat, die auch unsere junge Generation anzusprechen vermag.

Die ausgestellten Bilder des Jahres 1947 zeigen auf der Rückseite von Tapeten Aquarelle in zarten Pastelltönen, reine Impressionen von blaßfarbigem Ausdruck. In der Folge tritt die Farbe als wesentliches Moment auf den Plan. Die architektonische Raumaufgliederung wird klarer, einfacher, und die Farben wechseln zum Chromgelb hinüber, in kräftigem Pinselstrich hingeworfen, aber immer die Farbharmonie wahrend. Es sind Farbexpressionen von eindringlicher Kraft und einem gesunden künstlerischem Empfinden, die auch im Uebergang zur Formstarre noch ein bildnerisches Erlebnis darstellen. Die letzten Werke, Bilder aus einem religiösen Zyklus, atmen ein brennendes Fanal leuchtender Farben, sie sind zu einer Sinfonie farblicher Komposition geworden, die Ausdruck unserer zerrissenen, kontrastreichen Zeit ist. HFL

Der SPORT

Reicher Torsegen in den Kreisklassen

Kreisklasse Darmstadt
Weiterstadt übernimmt Führung

Schon der erste Sonntag der Rückrunde brachte neue Ueberraschungen. So wurde der bisherige Tabellenführer TSG 46 trotz leichter Ueberlegenheit auf eigenem Platz von seinem schärfsten Rivalen Weiterstadt mit 2:3 geschlagen. Samlowski und Hruby hatten bereits vor der Pause den Darmstädtern die durch Schupp erzielte Führung abgenommen und Samlowski konnte seine Farben sogar mit 3:1 in Führung bringen, ehe den Woogsleuten durch einen Weitschuß von Schnabel der Anschlußtreffer gelang. Auch daß Hahn daheim von Alsbach besiegt würde, hätte niemand vorauszusagen gewagt. Den 4 sauberen Toren der eifrigen Gäste konnte Hahn erst kurz vor Schluß ein Ehrentor durch Strabel entgegensetzen. Nieder-Ramstadt erzielte durch seinen Mittelstürmer in Erzhausen das einzige Tor des Tages. Gräfenhausen gelang es in der 2. Halbzeit, den Gästen aus Bickenbach durch Tore von Langendorf und Schmidt ein gerechtes 2:2- Unentschieden zu erzielen. SSG Langen machte gegen Seeheim seine Vorspiel-Niederlage wieder wett und gewann durch Tore von Werner und Sehring 4:2. Hähnlein überfuhr Griesheim mit 8:0, wobei Rechel (3), Ph. Gußmann (2), p. Gußmann (1) und Maid (2) für den Sieg verantwortlich zeichneten.

In der B - K 1 a s s e erlaubte sich SC Griesheim einen Fehltritt, indem es Eschollbrücken einen Punkt mit heimzunehmen gestattete. Union Darmstadt besiegte ihren Gast aus Traisa mit 3:2, die Soma des VfR Langen schlug Rohrbach mit dem gleichen Ergebnis, Jugenheim konnte in Nieder-Beerbach nur 2:1 gewinnen und Brandau schickte Ober-Beerbach mit einer 7:1-Abfuhr nach Hause. nd

Kreisklasse Erbach
Verschiebungen im Spitzenfeld

In der Fußball-A-Klasse Erbach haben Würzberg und Beerfelden erneut bewiesen, daß Tabellenveränderungen auch am zweitletzten Vorrundensonntag durchaus möglich sind: Der Neuling Würzberg siegte vor einheimischem Publikum gegen den favorisierten SV Lützei-Wiebelsbach verdient mit 5:4, Beerfelden behauntete sich mit einem 2:1-Erfolg in einem Auswärtsspiel gegen die Elf der TSG Bad König Auch Höchst leistete sich eine Ueberraschung in dem es den seitherigen Tabellenzweiten Rimhorn mit einer 6:1-Niederlage abfertigte In einem Privatspiel siegte der VfL Michelstadt im Heinrich-Ritzel-Stadipn mit 5:2 Toren über Günterfürst, Steinbach blieb in Fürstengrund mit 9:1 Toren siegreich. Die Ereebnisse der B-Klasse: Hetzbach — Schöllenbach 3:0, Sensbachtal gegen Beerfelden (Soma) 6:3. -PPi"

Kreisklasse Dieburg
Tabellenspitze unverändert

Tn der A-K1 as s e Dieburg hat es trotz crtiPlnause für Nieder-Roden und Götzenhain, ?rot, Niederlage Ueberaus und der Verlusterklärung der Offenthaler Punkte aus dem Treffen gegen Dreieichenhain in der oberen Tabelle keine Veränderung gegeben. Lengfeld hat aus seinem 3:1-Sieg über die ersatzgeschwächten Ueberauer nicht allzuviel profitiert denn auch Klein-Zimmern hat sich gegen croß-Umstadt voll durchsetzen können. Die Ober-Roden konnte im Heimspiel gegen nSnheim ihr Tor fast über beide Halbzeiten hinweg beinhalten, aber in der 85. Minute holte Schuhmann mit dem einzigen Tor des Spieles Schuhmann m Gagt Aehnlich tapfer bhdte/sich Spachbrücken, bei dem Reinheim rast war. Auch hier fiel der Punktgewinn dem Gast erst nach der Pause durch Ruhmanns Treffer zu Die Nieder-Röder haben bei einem Freundschaftsspiel in Dieburg das größere Können des Bezirksklassevertreters anerkennen müssen. Die mit vier Ersatzleuten angetretenen Hassianer waren durch Stumpf (2), Josef Beck und Eigentor viermal erfolgreich; für den Gast, der kurz nach Spielbeginn einen Handelfmeter vergab, kam der Mittelstürmer zu den beiden Gegentreffern.

In der B-Klasse war- Hergershausen in Klein-Umstadt auf dem Weg zu einem klaren Punktgewinn. Es hatte seine 2:0 -Pausenführung nach dem Wechsel bereits um ein weiteres Tor erhöht, als das Treffen wegen Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter abgebrochen werden mußte. Die Frsvg. Münster kam gegen den TV Groß-Umstadt zu einem in seiner Höhe nicht verdienten 4:1, das zur Hälfte auf das Konto des im übrigen äußerst zuverlässigen Gästetorhüters zu schreiben ist. Raibach gewann gegen Heubach nach einer 1:2 -Halbzeitführung schließlich 2:4, RG

Kreisklasse Groß-Gerau, Fußball
Hoher Auswärtssieg von Gerusheim

Außer dem beachtlich hohen Erfolg des Tabellenführers in Walldorf und dem abgebrochenen Spiel in Wolfskehlen gab es am Sonntag in der A-Klasse durchweg klare Siege der Platzherren.

Während Büttelborn gegen Gustavsburg seinen 2:0-Vorspielsieg in ziemlich sicherer Weise wiederholen konnte, verstanden es auch die Klein-Gerauer ohne große Mühe Raunheim mit 3:1 zu besiegen. Mit einem noch eindeutigeren Ergebnis blieb Ginsheim über Astheim siegreich. Malkmus Seidl (2) und Hauf (2) waren für den Gastgeber erfolgreich. In Biebesheim blieben die Einheimischen über Stockstadt mit 4:1 überlegen, obwohl ihr Sieg in dieser Höhe zeitweilig gefährdet schien. —

Das Spiel Wolfskehlen — Dornheim wurde zwei Minuten vor Schluß abgebrochen, als ein Zuschauer den Schiedsrichter tätlich angriff. Bis dahin stand es 1:1. — Eindeutig mit 5:1 Toren gewann der Tabellenerste in Walldorf, obwohl das Spiel bis zum Pausenstand von 0:1 noch offen war.

In der B-K1 a s s e blieben wie erwartet auch am Sonntag die beiden Tabellenersten siegreich und setzten sich noch mehr vom Mittelfeld ab. Der TSV Rüsselsheim ließ auf eigenem Platze Königstädten kaum zu Worte kommen und fertigte es mit 5:0 Toren ab. Nicht so klar konnte Wallerstädten in Leehelm Sieg und Punkte behaupten; das 5:3 für den Tabellenzweiten war schwer erkämpft. Der SSV Raunheim gewann über Goddelau mit 4:1 sicherer als man erwarten konnte. -er-

Kreisklasse Bergstraße

Der FC Fürth spielte beim SV Bensheim, hatte nur die halbe „Erste“ dabei, siegte aber trotzdem klar 1:4; Ali Weber (2), Knapp und Badelang schossen des Siegers Tore; Blößer markierte den Ehrentreffer. — Waldmichelbach hatte den Herbstmeister der Riedgruppe, Hambach, zu Gast und schlug ihn nach einer 5:1- Pausenführung gerade noch 6:4. — Rimbach empfing die aufgefüllte Mörlenbach-Elf und ging trotz eines 7:1-Ecken Verhältnisses zu seinen Gunsten mit 0:6 ein; zwei Eigentore zu Beginn ließen die Platzelf auseinanderfallen.

In der B-Klasse Ried empfing Hüttenfeld die Elf von RW Heppenheim in Nachholspiel und kanterte die Kreisstädter im zweiten Durchgang verdient 5:2 nieder. In der B-Klasse Odenwald kamen

die Gäste in zwei Nachholspielen zu Siegen: Unter-Schönmattenwag gewann in Unter-Abtsteinach dank besserer Gesamtleistung verdient 0:2. Ober-Schönmattenwag traf auf eine ehrgeizige SV-Elf in Fürth und mußte sich gewaltig strecken, um aus dem 2:2 bei Halbzeit gerade noch ein 2:3 machen zu können. Das letzte Spiel dieser Gruppe — Unter-Abtsteinach gegen Reichelsheim — findet am kommenden Sonntag statt.

Handball:

Alle Spitzenreiter behaupteten sich

Handball-Bezirksklasse Odenwald

In Langen konnte der Tabellenführer. Fränk.- Crumbach in einem äußerst harten Spiel durch einen 7:5-Sieg seine 1. Tabellenposition erfolgreich verteidigen. Nach einer 4:1-Führung in den ersten Minuten mußten die Gäste zulassen, daß Langen gegen Ende des Spiels sehr stark aufkam. — Auch Urbeiach und Mörfelden konnten durch ihre siegreichen 7:5-Auswärtsspiele den Anschluß an den Tabellenführer aufrecht erhalten. — In dem Treffen der beiden Odenwald-Mannschaften konnte sich Kirch-Brombach gegen Groß-Bieberau mit 11:4 klarer als erwartet für seine Vorrunden-Niederlage revanchieren.

Kreisklasse Darmstadt

Gruppe I:

Auch gegen die verbesserte Mannschaft von Bessungcn konnte der Tabellenführer Arheilgen einen klaren 4:9-Sieg erringen und dadurch weiterhin ungeschlagen bleiben. — Ober-Ramstadt hat seinen Schock vom letzten Sonntag anscheinend gut überwunden und nimmt nach seinem hohen 14:7-Sieg gegen Eberstadt den zweiten Tabellenplatz ein. — Auch gegen Nieder-Ramstadt mußte der Tabellenletzte Roßdorf eine 5:14-Niederlage einstecken.

Gruppe II:

Während die Langener Mannschaft in Weiterstadt durch einen 7:1-Sieg ihre Aussichten auf die Tabellenspitze zu wahren wußte, verlor der Mitbewerber TV Groß-Gerau in Walldorf überraschend klar 14:4 und fällt dadurch etwas zurück. — Egelsbach konnte in einem guten Spiel in Mörfelden einwandfrei mit 3:9 gewinnen, -ei-

Kreisklasse Dieburg

Durch seinen neuerlichen Sieg, diesmal beim Tabellenzweiten Schaafheim, eilt Langstadt/ Schlierbach in der G r u p p e I dem Feld immer weiter' davon. Richen trat in Reinheim gegen den TV 88 nur mit neun Mann an. Kampflos kam Kl.-Umstadt in Babenhausen zu den Punkten, da die Platzherren mit Mannschaftsschwierigkeiten zu kämpfen haben. In der Gruppell festigte die Turnerschaft Ober-Roden durch einen 14:4-Sieg in Nd.-Klingen seine Spitzenposition. Einen harten Kampf lieferten sich der SV 45 Reinheim und Groß-Zimmern, das frühzeitig vor dem Reinheimer Schlußmann kapitulierte und konnte u. a. drei 13-Meter nicht verwerten. Habitzheim wartete zu Hause vergeblich auf Brensbach. Einen Achtungserfolg errang der TV Münster in Groß-Umstadt. -ff-

Kreisklasse Bergstraße

Der Siegeszug der Spitzenreiter geht ununterbrochen weiter. Heppenheim gastierte in Zwingenberg und gewann 5:15, wie es wollte.— Kirchhausen hatte mit Einhausen (8:5) schon weit mehr Mühe. — Erbach leistete den Lorschern bis zum Seitenwechsel (4:5) verbissenen Widerstand. Die größere Erfahrung der Riedleute setzte sich jedoch später immer stärker durch und ließ es zu deren ll:6-Sieg kommen. — Zell bereitete den Mumbacher Stürmern eine happige Ueberraschung. Es verteidigte eisern und erreichte so, daß den Platzherren nur ein einziges Törlein gelang, gegen das die drei der Zeller zum Siege ausreichten. — Bonsweiher dachte sich das Spiel gegen Kreidach leichter. Die Gäste ließen sich erst nach harter Gegenwehr 7:5 schlagen. — In Siedelsbrunn kam es zehn Minuten vor Ende zu einem Spielabbruch, weil etliche Spieler nicht so wollten, wie der Unparteiische pfiff. Bis dahin führte Krumbach bereits mit 5:14. Die Nachbarschaftsbegegnung zwischen Nieder-Liebersbach und Reisen wurde zu einem verbissenen Lokalderby, das die routinierteren Reisenei- mit Glück 5:6 für sich entschieden. (ni)

Die Spiele am 17. Dezember

1. Liga Süd FSV Frankfurt—Vfß Mannheim FC 05 Schweinfurt—SV 98 Darmstadt TSV 1860 München—Kickers Offenbach VfL Neckarau—Eintracht Frankfurt Spvgg. Fürth—Bayern München Vfß Mühlburg—Schwaben Augsburg BC Augsburg—l. FC Nürnberg FC Singen—Vfß Stuttgart SSV Reutlingen—SV Waldhof 2. Liga Süd SV Wiesbaden—TSG 1846 Ulm Viktoria Aschaffenburg—VfL Konstanz ASV Cham—Hessen Kassel Wacker München—Stuttgarter Kidcers Jahn Regensburg—Union Bückingen FC Freiburg—Bayern Hof FC Pforzheim—FC Bamberg TSG Straubing—ASV Durlach Hessische Landesliga Germania Bieber—Union Niederrad Vfß Friedberg—Rot-Weiß Frankfurt Hessen Bad Hersfeld— Hermannia Kassel Olympia Lampertheim—VfL Biedenkopf VfL Marburg—Hessisch Lichtenau Eintracht Wetzlar—VfL Kassel Spv. Kassel—Spvgg. Bad Homburg 05 SC Kassel 03—Opel Rüsselsheim Borussia Fulda—1. FC Rödelheim Spvgg. Griesheim 02—Hanau 1893


Bohmann und Reeg, die beiden besten Stürmer im Spiel gegen Schwaben Augsburg, bei der Ankunft in Darmstadt nach dem 2:1-Sieg des SV 98. dbd-Foto: Hemme
Bohmann und Reeg, die beiden besten Stürmer im Spiel gegen Schwaben Augsburg, bei der Ankunft in Darmstadt nach dem 2:1-Sieg des SV 98. dbd-Foto: Hemme

Die Toto-Quoten

Rheinland-Pfalz: 1. Rang 3 Gewinner mit je 40 441,25 DM. (Die Gewinne fielen nach Selzen (Kreis Mainz), Bad Soden und Koblenz.); 2. Rang 158 Gewinner mit je 767,85 DM; 3. Rang 2742 Gewinner mit je 44,20 DM. Kleintip ein Gewinner 34 936,25 DM.

Von den 17 Wohnungsbauzuschüssen zu je 1000 DM fiel einer nach Mainz-Weisenau.

Württemberg-Baden: Zwölferwette: 1 Rang 5 Gewinner mit je 13 056 DM; 2. Rang 169 Gewinner mit je 386 DM; 3. Rang 1194 Gewinner mit je 38,30 DM. Zehnerwette: 1. Rang 23 Gewinner mit je 1739 DM; 2. Rang 427 Gewinner mit je 93,50 DM; 3. Rang 3326 Gewinner mit je 11,85 DM. Achterwette: 1. Rang 86 Gewinner mit je 510,60 DM; 2. Rang 1044 Gewinner mit je 41,90 DM.

Bayern-Zwölfertyp: 1. Rang ein Gewinner 112 755 D-Mark. 2. Rang 57 Gewinner mit je 1978 D-Mark, 3. Rang 772 Gewinner mit je 146 D-Mark. Zusatzwette: 1. Rang ein Gewinner mit 28 147 D-Mark, 2. Rang 61 Gewinner mit je 461,40 D-Mark. Internationale zehn: 1. Rang neun Gewinner mit je 1516 D-Mark, 2. Rang 210 Gewinner mit je 65 D-Mark, 3. Rang 1592 Gewinner mit je 8,50 D-Mark.

West/Hessen-Toto mit 1,6 Millionen

Düsseldorf, (sid) Am ersten Tag ihrer Arbeitsgemeinschaft melden die Toto-Gesellschaften von Nordrhein-Westfalen und Hessen einen Gesamtumsatz von 1 633 320,50 D-Mark. Davon entfallen auf den West-Toto 1 437 305,— DM (das ist gegenüber dem Vorsonntag ein Rückgang von mehr als 153 000,— DM) und auf den Hessen-Toto 196 015,50 DM (das ist gegenüber dem Vorsonntag eine Steigerung um rund 60 000 DM).

Beide Gesellschaften spielen sowohl eine Zwölfer- als auch eine Zehner-Reihd aus. Auf die Zwölfer-Wette entfallen insgesamt 793 697 DM (West 696 687 DM, Hessen 97 010 D-Mark), auf die Zehner-Wette 839 623,50 D-Mark (West 740 618 DM. Hessen 99 005,50 D-Mark). Damit ist erstmals seit der Einführung dieser doppelten Wettmöglichkeit im West-Toto (1. Oktober 1950) die Zehner-Wette stärker gespielt worden als die Zwölfer-Reihe, die sich bisher der größeren Beliebtheit erfreute. Auffallend ist, daß dieses Uebergewicht der Zehner-Wette fast ausschließlich auf das Konto von Nordrhein-Westfalen kommt, während in Hessen die beiden Wettarten fast gleichmäßig in Anspruch genommen wurden.

Roll- und Schlittschuhclub Darmstadt

Der RSC Darmstadt, der in diesem Jahr auf sein zweijähriges Bestehen zurückblicken kann, veranstaltete am Samstagabend im Concordiasaal seine Weihnachtsfeier. Der erste Vorsitzende des Vereins, Leo Reichwald, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste. Großen Anteil an dem unterhaltsamen Programm hatten die „Woogsflnken“. Aus den Reihen des RSC trat ein Kinderballett auf. Für die zahlreichen Kleinen war der (Nikolaus natürlich die größte Freude. Eine großartige Tombola bescherte den „Alten“. Beim fröhlichen Tanze, von den fünf Rhythmikern musikalisch unterstützt, gingen die Stunden schnell dahin. —eri—

Wirtschaftsteil

Krankenkassen-Beiträge

bleiben 1951 unverändert

Die im Januar 1950 erhöhten Beiträge und Leistungen sollen bei den hessischen Ortskrankenkassen auch 1951 unverändert beibehalten werden. Wie auf einer außerordentlichen Tagung des Landesverbandes Hessen der Allgemeinen Ortskrankenkasse in Frankfurt verlautete, erwartet man auch in den übrigen westdeutschen Ländern keine Beitragserhöhung im kommenden Jahr.

Nach dem Bericht über die Finanzlage der hessischen Ortskrankenkasse, dürfte die schwerste Krise überwunden sein. Das Vermögen der Kasse war von 32 Millionen Reichsmark Ende 1947 auf 3,15 Millionen D-Mark Ende 1948 zusammengeschrumpft. 1949 konnte aber wieder ein Gewinn von 9,34 Millionen D-Mark erzielt werden. Bis Ende Oktober 1950 hat er sich um weitere 6,4 Millionen D-Mark erhöht. Die hessische Ortskrankenkasse zählt heute 1,39 Millionen Mitglieder, von denen 411 000 der Renten-Krankenversicherung angehören, die bei geringen Beiträgen erfahrungsgemäß die höchsten Aufwendungen erfordern. Außerdem werden 76 000 Arbeitslose betreut. Unter den Gesamt-Ausgaben von 109 Millionen D-Mark entfallen 8,2 Millionen D-Mark auf persönliche und sachliche Verwaltungskosten.

Nur 10 Pfennig teurer?

dpa Die Bundesregierung hat dem Bundestag ihren Gesetzentwurf zur Aenderung des Mineralölsteuergesetzes zugeleitet. Damit soll ein größerer Kreis von Mineralölprodukten zur Steuer herangezogen werden, als es mit dem ursprünglich geplanten Treibstoffsteuergesetz möglich gewesen wäre. Das neue Gesetz wird — wenn es angenommen ist — den Dieselkraftstoff um 7 Pfennig je Kilogramm und das Benzin um 10 Pfennig je Liter verteuern.

Sicherung betrieblicher Altersversorgung

vwd Zum Ausgleich von Härten im Rahmen der betrieblichen Altersfürsorge soll im Haushalt des Bundesarbeitsministeriums für 1950 ein Fonds von 10 Millionen DM bereitgestellt werden.

Qualitätszuschlags für Milch gefordert

Idn Der Bauern- und Winzerverband und die Landwirtschaftskammer für Rheinland/Hessen-Nassau haben beschlossen, zur Förderung der Rindertuberkulose-Bekämpfung mit dem Landwirtschaftsministerium über die Einführung eines Qualitätszuschlags für Milch zu verhandeln.

Hessen für gerechte Kohlenverteilung

Verbindungsleute in Stadt und Land zur Überwachung eingesetzt

Zum hessischen Beauftragten beim Kohlenkontor in Mannheim hat der geschäftsführende Minister für Arbeit, Landwirtschaft und Wirtschaft, Albert Wagner, seinen Sachbearbeiter für Kohle, Dr. Passauer, ernannt. Gleichzeitig hat Minister Wagner die Regierungspräsidenten in Wiesbaden, Kassel und Darmstadt beauftragt, Verbindungsleute in den Stadt- und Landkreisen zu benennen, die gemeinsam mit dem Kohlenhandel an der Verbesserung der Versorgung mit Heizstoffen arbeiten sollen. Diese Verbindungsleute sollen ermächtigt werden, auf die Verteilung der Brennmaterialien maßgeblichen Einfluß zu nehmen.

Der Wiesbadener’ Regierungspräsident hat auf Grund einer Anordnung des hessischen Wirtschaftsministers den Kohlenreferenten seines Präsidiums, Regierungsrat Dr. Drescher, als Beauftragten des Regierungsbezirkes für die Ueberwachung der Kohlenversorgung eingesetzt. Dr. Drescher wurde ermächtigt, jede Maßnahme zu ergreifen, die zur Regelung einer gerechten und ordnungsmäßigen Verteilung der vorhandenen Kohlenmengen notwendig erscheint.

Wie die Pressestelle des Regierungspräsidenten hierzu mitteilte, wird der Kohlenbeauftragte Donnerstag mit den Kreisbeauftragten und den Verbindungsleuten der Städte Frankfurt, Wiesbaden und Hanau die Versorgungslage besprechen und die Maßnahmen festlegen, die zur Versorgung der Schulen, Bäckereien, Molkereien und sonstigen lebenswichtigen Betriebe sowie der Kleinverbraucher erforderlich sind.

Nach Anweisung des hessischen Wirtschaftsministers stellt die Ernennung von Kohlenbeauftragten keineswegs eine neue Bewirtschaftungsmaßnahme dar. ; Die Kohlenbeauftragten sollen j edoch die Möglichkeit haben, erforderlichenfalls Lieferungsauflagen zu machen und ungerechtfertigte Preiserhöhungen zu verhindern.

Die Krauß-Maffei AG., München-Aliach, schlägt der HV. (12.12.) nach 1,67 Millionen Abschreibungen auf Anlagen vor, den Reingewinn von 11 000 DM vorzutragen. In der Bilanz Ende 1949 betragen die Rücklagen 5,4 Millionen bei 13 Millionen AK. Das neue Geschäftsjahr brachte eine kräftige Steigung der Beschäftigung und der Aufträge auf fast allen Gebieten.

Börsen und Märkte

Bz. Auf eine günstige Beurteilung der politischen Lage hin eröffnete die Frankfurter Börse die neue Woche in freundlicher Haltung, Meist stellten sich Gewinne von Uz bis 2 Prozent ein. Dies gilt namentlich für Bergbau und einige Maschinenaktien, während Elektropapiere etwas im Hintergrund standen. Chemieaktien zogen gleichfalls an. So Metallgesellschaft 64,5 (+ 1,75). Chemische Albert 65, VDM 62 (je .+ 2).

Freie Devisenkurse

Bz. An der Frankfurter Börse vom 11. 12. 1950 wurden folgende freie Devisenkurse genannt: Für den USA-Dollar 5,10 bis 5,40 DM, für das englische Pfund Sterling 12,50 bis 13,50 DM. für den Hollandgulden 1,15 bis 1,22 DM. für den Schwedzerfranken 1,15 bis 1.22 DM, für die dänische Krone 0,48 bis 0,52 DM, f

Schweine wieder teurer

Bz. Bezahlt wurden für Ochsen A 82—88 unverändert, B 74—80 (72—80). C 68—72 (60—70). Bullen A 83—88 (81—88), B 76—80 (78—80), Kühe A 70—75 (63—70). B 60—68 (56—62), C 52—58 (48—55), D 40—50 (38—45),

Die Schweinepreise stiegen erneut an und zwar Schweine A 135—137 (128—134), B I und II 135—137 (126—133). C 134—137 (125—132), D 130—136 (120—130), G I 120—128 (115—125).

Bestattungen am Dienstag, dem 12. Dezember 1950 Älter Friedhof: 11.00 Uhr: Paul Liedtcke, Pfarrer, 75 Jahre, Steinbergweg 28 Darmstadt-Arheilgen: 14.30 Uhr: Wilhelm Gärtner, 79 Jahre, Arheilgen, Auf der Aumühle

Amtliche Bekanntmachungen Betr.: Die Sonntagsruhe in den Bedürfnisgewerben im Landkreis Bergstraße, hier: Ausübung des Friseurberutes. Um Zweifel zu beheben, inwieweit die Ausübung des Friseur¬ berufes an Sonn- und Feiertagen erlaubt ist. gebe ich nach¬ stehend die Ziffer 11, 9, a und b der Anordnung des Landrats des Landkreises Bergstraße vom 26. 1. 1940 über die Sonntags¬ ruhe in den Bedürfnisgewerben im Landkreis Bergstraße unter Berücksichtigung des Nachtrags vom 3. 4. 1941 bekannt: 11, 9a) Die Ausübung des Gewerbes ist an allen Sonn- und Feier¬ tagen, mit Ausnahme der unter b und c näher aufgeführten Fälle für Angehörige dieses Berufsstandes innerhalb wie außerhalb der Betriebsstätte untersagt. b) Am Kirchweihsonntag ist die Ausübung des Friseurberufes in der Zeit von 9—12 Uhr gestattet. Fällt der 1. Mai vor oder nach einem Sonntag oder Feiertag, so ist die Aus¬ übung des Gewerbes an diesem Sonn- oder Feiertag von 9—12 Uhr erlaubt. Das Gleiche gilt für den Neujahrstag. c) In Fällen, in denen drei Sonn- und Feiertage zusammen¬ fallen, ist die Ausübung des Friseurberufes am 1. Sonn- oder Feiertag von 9—12 Uhr gestattet. Hiernach ist also die Ausübung des Friseurberufes am 24. 12. 1950 in der Zeit von 9—12 Uhr erlaubt. Idi mache aber aus¬ drücklich darauf aufmerksam, daß an den Sonn- oder Feiertagen, an denen in einer bestimmten Zeit der Friseurberuf ausgeübt werden darf, nicht auch ein Verkauf von Waren (Parfümerie- oder Toilettenartikel usw.) gestattet ist. Jeder Friseur macht sich eines Vergehens gegen den § 146 a in Verbindung mit §§ 105 Abs. 2 Satz 1 und 41a G. 0. schuldig, wenn er dieses Verbot nicht beachtet. Ich habe die Gendarmerie bzw. örtlichen Polizei¬ dienststellen angewiesen, bei Zuwiderhandlungen Strafanzeige zu erheben. Heppenheim, den 2. Dezember 1950. Der Landrat des Landkreises Bergstraße Betr.: Mietwagenverkehr mit Pkw. Nach § 32 DV. zum PbfG. wird veröffentlicht: Die Genehmigung für den Mietwagenverkehr mit Pkw. wurde erteilt für: 1. Bräuer, Adam, Lorsch, Rheinstraße 38, bis 24. 4. 1955; 2. Getrost, Adam, Birkenau, Zimmerstraße 18, bis 10. 7. 1955. Die Genehmigung wurde gleichzeitig auf einen zweiten Pkw. erweitert; 3. Bechtel, Hans, Heppenheim, Ludwigstraße. bis 8. 9. 1955; 4. Firma Heckmann & Falter, Ober-Schönmattenwag, bis 1. 1. 1952; 5. Schmidt, Moritz, Bensheim, Darmstädter Str. 29, bis 6. 11. 1955. , Die Eberhardt Dellschau, Lindenfels, In der Stadt 1, erteilte Ge¬ nehmigung für den Mietwagenverkehr erlischt am 1. Dezbr. 1950. Heppenheim, den 29. November 1950. Der Landrat des Landkreises Bergstraße — Verkehrsabteilung — Betr.: Genehmigung eines Preissilbenrätsels Der Hessische Minister der Finanzen in Wiesbaden hat unterm 13. November 1950 dem kath. Pfarramt in Gernsheim (Rhein) unter Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs die Genehmigung zur Durchführung eines Preissilbenrätsels unter bestimmten Bedin¬ gungen erteilt. Da das Durchführungsgebiet des Preissilbenrätsels der Regierungsbezirk Darmstadt ist, wird die Erteilung der Genehmigung hiermit öffentlich bekanntgegeben. Heppenheim, den 5. Dezember 1950, Der Landrat des Landkreises Bergstraße Dienstnachrichten Am 5. Dezember 1950 wurde als stellv. Wiegemeister der Gemeinde Einhausen Friedrich Hölzel V., Einhausen, verpflichtet. Amtsgericht Darmstadt Neueintragungen Für Angaben in () keine Gewähr Als nicht eingetragen wird veröffentlicht: Die Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen im Bundesanzeiger. (17853 HRB 175. 13. November 1950. Firma: J. & H. Richter Grundstücks¬ gesellschaft mit beschränkter Haftung. Sitz: Darmstadt. (Geschäfts¬ lokal: Darmstadt, Rheinstraße 22.) Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb und die Verwaltung von Liegenschaften, ferner der Erwerb und die Verwaltung der auf diesen Liegenschaften ge¬ gebenenfalls errichteten oder noch zu erstellenden Gebäude oder Gebäudeteilen. Stammkapital: DM 20 000,—. Rechtsverhältnisse: Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Gesellschaftsvertrag ist am 22. August 1950 festgestellt. Die Gesellschaft hat einen oder mehrere Geschäftsführer. Bei mehreren Geschäftsführern ■wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer gemeinschaftlich oder durch einen Geschäftsführer in Gemeinschaft mit einem Prokuristen vertreten. Geschäftsführer sind: Kaufmann Josef Richter, Geschäftsfrau Helene Richter, geb. Schöneberger, beide in Darmstadt. HRB 176. 13. November 1950. Firma: „TEHAGE, Textil-Handel Gesellschaft mit beschränkter Haftung." Sitz: Darmstadt. (Ge¬ schäftslokal: Darmstadt, Noackstraße 1.) Gegenstand des Unter¬ nehmens ist die Herstellung und der Vertrieb von Textilien und Textilwaren jeglicher Art im Groß- und Einzelhandel. Stamm¬ kapital: DM 20 000,—. Rechtsverhältnisse: Gesellschaft mit be¬ schränkter Haftung. Der Gesellschaftsvertrag ist am 14. Sep¬ tember 1950 festgestellt. Die Gesellschaft hat einen oder mehrere Geschäftsführer. Geschäftsführer: Geschäftsfrau Marie Schwarz in Darmstadt. Diese ist auch bei Vorhandensein mehrerer Geschäfts, führet zur Vertretung der Gesellschaft allein berechtigt. Die Dauer der Gesellschaft ist bis zum 31. Dezember 1955 befristet. Als nicht eingetragen wird veröffentlicht: Der Gesellschafter Kauf¬ mann Dr. Georg Schwarz in Darmstadt bringt einen neuen Kassen¬ schrank sowie einen neuen' Stahlschrank in die Gesellschaft ein. Diese Sacheinlage ist mit DM 1500,— bewertet und ihm in dieser Höhe auf seine Stammeinlage angerechnet worden. (17854 Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen im Bundesanzeiger. Veränderungen HRB 86. 16. November 1950. Firma:Friedrich Klstinger GeseJl¬ schaff mit beschränkter Haftung. Sitz: Eschollbrücken (Kr. Darm¬ stadt). Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 23. Juni 1950 ist gemäß dem DM-Bilanzgesetz das Stammkapital von RM 100 000,- auf DM 50 000,- endgültig neu festgesetzt; zugleich ist § 3 des Gesellschaftsvertrags (Stammkapital und Stammeinlagen) entsprechend geändert und neu gefaßt. (f 7855 HRB 91. 16. November 1950. Firma: Sulfalin Gesellschaft mit beschränkter Haftung; Herstellung und Vertrieb chemisch-pharma¬ zeutischer Erzeugnisse. Sitz: Darmstadt. Durch Beschluß der Gesell¬ schafterversammlung vom 18. 9. 1950 ist die Gesellschaft auf¬ gelöst. Liquidatoren sind die bisherigen Geschäftsführer Ingenieur Fritz Axt und Baurat Paul Hermany, beide in Darmstadt. Jeder

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Neueintragung: HRA 970: 30. 11. 1950: Georg Henrich, Darmstadt (Bauunter¬ nehmung, Soderstraße 84); Inhaber: Georg Henrich Bauunter¬ nehmer, Darmstadt. Veränderungen: HRA 73: 29. 11, 1950: P. Baumann, Darmstadt (Landwehrstr. 33). Die Firma ist geändert in „P. Baumann OHG.". Der Kaufmann Philipp Baumann ist durch Tod aus der Gesellschaft ausgeschieden. Dr. Karl Baumann, Kaufmann. Darmstadt, und Dr. Fritz Lenz, Darmstadt, sind als persönlich haftende Gesellschafter ein¬ getreten. HRA 594: 28. 11. 1950: Diplomingenieur W. und H. Wöhrn, Holzbau OHG., Darmstadt (Landwehrstraße 24). Die Firma lautet jetzt: Adam Wöhrn Holzbau Darmstadt, Darmstadt; die offene Handelsgesellschaft ist aufgelöst. Adam Wöhrn ist Alleininhaber. HRB 143: 23. 1 1. 1950: Firma MIAG Fahrzeugbau, Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Sitz: Ober-Ramstadt. Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 26. September 1950 ist gemäß dem DM-Bilanzgesetz das Stammkapital von 1 500 000 RM auf 1 500 000 DM endgültig neu festgesetzt und der § 4 des Gesellschaftsvertrages (Stammkapital, Stimmrecht) ent¬ sprechend geändert und neu gefaßt worden. Ferner ist durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 13. November 1950 der § 5 des Gesellschaftsvertrages (Stammeinlagen) entsprechend der Neufestsetzung der Kapitalverhältnisse geändert, ergänzt und neu gefaßt worden.

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3 E-Weil) nn djtemn rdjett: W u r z e Iw i I o $ Weihnachfsgang Verse: Margarete Dierks, Bilder: Eberhard Schlotter lx Wurzelwilo, so allein, Pl • ? ■ ' ; ° \ läuft nun in die Stadt hinein, gl W- A " schaut nach eines Doktors Haus, o-'rY /r’n iV' ’ weiß zuletzt nicht ein, noch aus, •• ’m*'"' bleibt vor einem Fenster stehn. — ? \ J Ei, was gibt es da zu sehn! 1 «. *. So viel bunte Herrlichkeiten Z~ i ’ sah der Wilo nie sich breiten. jj'" Abend ist's, doch dunkel nicht, o ~O hell wie Sonne fällt das Licht y' /(^L^ ~~~ ° auf die funkelblanken Dinge: tT | - _ ] Silbernüsse, Zuckerringe, "a auf die Kugeln, goldnen Sterne, 'kL braunen Kuchen, Mandelkerne, auf die Schokoladenherzen, J ' roten, gelben, weißen Kerzen, <7 „ 'Sy A 7 auf den lustigen Pflaumenmann, Äpfel gar aus Marzipan, O' ml Krippe, Ochs und Eselein, • M _ H Engel gar mit Glorienschein. M-y w Fortsetzung In der nächsten Ausgabe (_/

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