Deutscher Beitrag ungewiß
Bisherige Vorschläge des Westens bieten keine Verhandlungsgrundlage
Bonn, 10. Dezember. (AP./dpa) Die Vertreter der Westalliierten in Deutschland haben ihren Regierungen mitgeteilt, es bestehe wenig oder gar keine Hoffnung, daß die Deutschen auf der Grundlage der gegenwärtigen Konzeption der Atlantikpakt-Mächte bei der Verteidigung des Westens mitarbeiten.
Aus den verschiedenen amtlichen und halbamtlichen Kommentaren in Bonn läßt sich etwa folgende deutsche Grundhaltung erkennen:
1. Die Bundesregierung ist verstimmt, daß sie noch nicht zu den Verteidigungs-Besprechungen hinzugezogen wurde.
2. Die Schaffung eines deutschen Ministeriums zur Organisation der deutschen Kontingente und einer deutschen Vertretung im gemeinsamen Generalstab wird als unbedingt notwendig erachtet.
3. Absolute Gleichberechtigung ist notwendig, um der erwarteten kommunistischen Propaganda - Parole entgegenzutreten, die Deutschen würden nur als Landsknechte fremder Interessen und nicht zur Verteidigung ihres Vaterlandes kämpfen.
Zum gleichen Zeitpunkt erklärte der französische Außenminister Schuman in Brüssel, nach französischer Auffassung sei die einzig mögliche Lösung des deutschen Wiederaufrüstungs-Problems „die Wiederbewaffnung der Deutschen, nicht aber Deutschlands“.
Aus zuverlässiger Pariser Quelle wird bekannt, Frankreich habe der deutschen Wiederbewaffnung mit dem Hintergedanken zugestimmt, daß ein deutscher Verteidigungsbeitrag vor Ablauf von mindestens zwei Jahren nicht zu verwirklichen sei.
Die französische Politik in de^Frage der Wiederbewaffnung Deut^jJ^fc stütze sich auf drei Thesen:
1. Deutschlands Westen ist durchaus unsicher, unaHgmf sie zu verlassen, wäre ein riskam^T Spiel. Q ö arl orKoixm f f Hl in 0
2. Eine zu schnelle Wiederbewaiinung Deutschlands würde die antiwestliche Front der sowjetischen Satelliten erneut stabilisieren.
3. Es wäre unklug, den Sowjets ein wiederaufgerüstetes Deutschland vorzumalen, wenn diese Aufrüstung doch noch zwei Jahre oder länger dauern könne.
Im Gegensatz zum amerikanischen Standpunkt halte Frankreich eine beschleunigte Wiederbewaffnung Deutschlands weder für klug, noch nötig, noch überhaupt möglich. Während der Jahre, die sie noch in Anspruch nehmen würde, könne auch eine gesamteuropäische Armee aufgestellt sein.
Kein deutscher Vorschlag
Bonn, 10. Dezember. (AP.) Die Bundesregierung werde vermutlich von sich aus keinen Vorschlag über einen deutschen Beitrag zur europäischen Verteidigung machen, erklärten dem Bundeskanzler nahestehende Kreise am Sonntag.
Neue Sitzung des Militärausschusses
Washington, 10. Dezember. (AP.) Der Militärausschuß der Nordatlantikpaktstaaten wird am Dienstag in London zusammentreten, um „verschiedene militärische und politische Probleme unter besonderer Berücksichtigung der Art eines deutschen Verteidigungsbeitrages“ zu erörtern.
Als amerikanischer Vertreter ist der Stabschef der US-Marine, Admiral Forrest Sherman, in London eingetroffen.
„Atlantik-Pakt bedroht niemand“
Rundfunkansprache Attlees über seine Besprechungen in Washington
Ottowa, 10. Dezember, (dpa) Der britische Premierminister Clement Attlee erklärte am Sonntagabend in einer Ansprache über den kanadischen Rundfunk, zwischen den Völkern Großbritanniens und der Vereinigten Staaten herrsche über die Ziele des Friedens und der Freiheit für alle Menschen völlige Einigkeit.
Attlee erklärte, er könne noch nicht allzuviel über seine Washingtoner Gespräche mitteilen, weil er zunächst die Pflicht habe, seine eigene Regierung und das britische Parlament zu informieren.
Beide Nationen stimmten darin überein, daß der Weg zu diesen Zielen über die Vereinten Nationen führt. Hauptziel seiner Besprechungen sei es n i c h t gewesen, zu einer Reihe fest umgrenzter Entscheidungen zu kommen, sondern freundschaftliche und offene Unterredungen zu fuhren und den Standpunkt des anderen kennenzulernen. Es habe Fragen gegeben, über die voneinander abweichende Auffassungen bestanden, „aber dies waren, verglichen mit unserer allgemeinen Uebereinstimmung, nur Ausnahmen .
Unser größtes Problem ist heute die Bedrohung durch den kommunistischen Imperialismus“, rief Attlee aus. „Es gibt viele Punkte in der demokratischen Front, wo wir eine feste Linie halten. Ein Beispiel dafür ist Malaya.“ Die Welt sei sich nach seiner Ansicht nicht genügend darüber im klaren, welche große Belastung für Großbritannien der Kampf gegen den Kommunismus gerade in Malaya sei. Wenn wir die Vereinten Nationen , so schloß Attlee, „so stark machen können, daß ihre Mitglieder genau so gut Zusammenarbeiten, wie es die Mitglieder des Commonwealth immer in schwierigen Zeiten bewiesen haben, dann braucht die Welt keine Aggression zu fürchten.“
Es sind dieselben Straßen, auf denen sie vor ungefähr acht Wochen siegreich yormarschiert waren. Nun ziehen die amerikanischen Truppen wieder zurück, bedrängt von den nachfolgenden chinesischen Truppen — müde und erschöpft, aber nicht verzweifelt. Foto: UP.-Acme
De Gaulles Forderungen
Für Regierung unter seiner Führung
Lille, 10. Dez. (dpa). Der Führer der französischen Sammlungsbewegung (RPF), General Charles de Gaulle, forderte die Bildung einer parteilosen französischen Regierung unter seiner Führung und die Abhaltung allgemeiner Wahlen in Frankreich.
De Gaulle trat für eine Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich ein. „Nach allem, was geschehen ist, müssen wir unbedingt viel Kummer und Mißtrauen überwinden, um den Weg der französisch-deutschen Verständigung einzuschlagen. Die europäische Einheit hängt von einer unmittelbaren Einigung zwischen den Völkern Deutschlands und Frankreichs ab.“
Fußball-Sensation in Nürnberg
qphnee und Glätte brachten überraschende Fußballergebnisse. Der Club ließ . h von 1860 mit 6:0 schlagen, Fürth spielte in Offenbach 2:2, Mühlburg gewann sicn die Bayern mit 2:1, Schweinfurt bezwang den VfR Mannheim mit 4:3 und FSV Frankfurt wurde durch ein 2:2 in Reutlingen Tabellenführer. Schalkes Mnihzeitmeisterschaft wurde im Westen durch ein 6:2 über Rheydt sichergestellt, i Norden versuchen der VfL Osnabrück (4:1 über Eimsbüttel) und Werder Bemen (4:0 über Hannover 96) Hamburgs Vorherrschaft endlich zu brechen.
In der zweiten Liga trennten sich in Darmstadt-Arheilgen die SG Arheilgen und der SV Wiesbaden 1:1.
Vorsitzender des in Hannover neu gegründeten „Deutschen Sportbundes“ wurde der Hannoveraner Willi Daume.
Boxtumulte in Essen und Berlin führen dazu, daß der Titelkampf zwischen Schömig und Langer im Bantamgewicht ausfallen mußte.
Der Kessel ist gesprengt
Die am Changjin eingeschlossenen UN-Verbände konnten durchbrechen
Tokio, 10. Dezember. (AP.) Die aus dem Changjin-Kessel ausgebrochenen amerikanischen Marineinfanterio-Einheiten haben am Sonntagmorgen den Raum Hamhung-Hungnam an der Nordostküste Koreas erreicht und sich damit endgültig freigekämpft.
Die letzte Etappe mußte von den erschöpften und halb erfrorenen Soldaten gegen eine mehrfache feindliche Uebermacht, die von den anliegenden Höhen die Rückzugsstraße beherrschte, unter schweren Verlusten erkämpft werden, bis etwa 19 Kilometer südlich von Koto die Vereinigung mit den Entsatztruppen erfolgte.
Während des Ausbruches wurden mindestens drei chinesische Divisionen vernichtet. Die amerikanischen Verluste waren schwer, aber zahlenmäßig nicht mit denen der Chinesen zu vergleichen. Der Feind erweckt hier mehr den Anschein eines Besiegten als den eines Siegers. Hunderte von chinesischen Kommunisten ergaben sich den Amerikanern. Einer von ihnen war barfüßig. Von seinen hart gefrorenen Füßen fiel die Haut ab, als ob sie verbrannt sei. Seine Leinwandschuhe waren so zerrissen, daß er sie verloren hatte. Dutzende der Gefangenen hatten nur noch Uniformfetzen auf dem Leibe. Essen konnten sie nichts, weil ihre Hände so steif gefroren waren, daß sie nicht mehr das Geringste halten konnten.
Starke Flottenverbände liegen gegenwärtig vor dem Hafen von Hungnam, um notfalls die Truppen auf dem Seewege zu evakuieren.
Am 38. Breitengrad
Peking, 10. Dezember, (dpa) Der Sender Peking bestätigte am Wochenende, daß die „Volksarmee“ bereits am Freitag den 38. Breitengrad erreicht hat.
Keine Verteidigung Söuls?
Tokio, 10. Dezember. (AP.) Ein Sprecher der achten Armee erklärte am Sonntag, die UN-Truppen hätten bisher keinerlei Verpflichtungen in bezug auf die Verteidigung Söuls übernommen.
„Idiotisch“
Lowestoft (England), 10. Dezember. (AP.) Der britische Minister für öffentliche Arbeiten, Richard Stokes, hat die Politik der bedingungslosen Kapitulation im letzten Krieg am Sonntag in Lowestoft als „idiotisch“ bezeichnet.
Durch diese Erklärung sei der Krieg um mindestens ein Jahr verlängert worden.
Vor Verhandlungen
♦** Die Washingtoner Beschlüsse Trumans und Attlees sind durchweg als ein Anzeichen der weltpolitischen Entspannung aufgefaßt worden. In Wirklichkeit haben sie nur den englisch-amerikanischen Standpunkt umrissen. Die eigentlichen Schwierigkeiten stehen erst bevor, falls es mit den Chinesen zu Verhandlungen über die Fernost-Probleme und mit Rußland zu solchen über die deutsche Frage kommen sollte.
Nach den letzten Meldungen sieht es so aus, als sei Mao Tse-tung bereit, sich mit Amerika und England an den runden Tisch zu setzen. Er fordert jedoch die gleichzeitige Anwesenheit der Sowjetunion. In der Fühlungnahme zwischen dem indischen Delegierten Benegal Rau und dem chinesischen Vertreter in Lake Success, General Wu, ist weiterhin angedeutet worden, China sei bereit, die Kämpfe in Korea „baldmöglichst“ zu beenden. Voraussetzung sei jedoch unter anderem, daß Rot-China als völlig gleichberechtigt und die Regierung in Peking als legale chinesische Regierung anerkannt wferde. Auch, in den Washingtoner Beschlüssen ist nochmals gesagt, daß Amerika dazu nicht bereit sei. Von den Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen sind zur Zeit noch 44 gegen und nur 16 für die Aufnahme des kommunistischen Chinas in die Vereinten Nationen.
Sollten schon an dieser grundsätzlichen Frage Verhandlungen scheitern, so bleibt den Streitkräften der Vereinten Nationen nach der Meinung der englischen Wochenschrift „Sunday pictorial“ in Korea nur die Wahl eines vergrößerten Tobruk oder eines neuen Dünkirchen. Als einziger Hafen, der Verschiffungen in großem Umfange zuläßt, stehe ihnen dann nur Pusan im alten Brückenkopf zur Verfügung, eine sehr schlechte Aussicht für den Abschluß der „Polizeiaktion“ der Vereinten Nationen.
Ebensolche Schwierigkeiten ergeben sich für die nunmehr Von den Westmächten befürwortete Vierer-Konferenz mit Rußland. Dieses will, die Viermächte-Verhandlung solle sich auf der Grundlage der Prager Beschlüsse mit Deutschland befassen. Auf eine solche Tagesordnung können sich die Westmächte nicht festlegen, weil sie damit von vornherein den Russen ein Zugeständnis zu Lasten Deutschlands machen würden. Demzufolge heißt es auch, die Westmächte hätten die russische Voraussetzung für die Zusammenkunft abgelehnt.
Wird sich Rußland daraufhin dennoch zu Besprechungen bereit finden, die sich statt mit der Deutschlandfrage allein mit allen strittigen Fragen der Weltpolitik befassen sollen? Es ist kaum anzunehmen. Denn der militärische Erfolg, den die bolschewistischen Truppen in Korea errungen haben, ist so beachtlich, daß die Russen diplomatische Früchte ihres Sieges an allen strittigen Punkten der Welt ernten möchten.
Vierer-Konferenz über Fern-Ost?
Vorschlag der zwölf asiatischen Staaten mögliche Verhandlungsbasis
Lake Success, 10. Dezember. (AP./dpa) Wie aus gut unterrichteten Kreisen der Vereinten Nationen verlautet, soll die chinesische Volksrepublik bereit sein, gemeinsam mit den Vereinigten Staaten, der Sowjet-Union und Großbritannien an einer Konferenz zur umfassenden Regelung der Fernostprobleme teilzunehmen.
Der indische Chefdelegierte bei den Vereinten Nationen, Sir Bene ga 1 Rau, gab in Lake Success bekannt, daß Verhandlungen über eine solche Konferenz im Rahmen der indischen Bemühungen um die Beilegung des Korea - Konfliktes zur Zeit von dem indischen Botschafter in Peking, Panikkar, mit der Regierung der Volksrepublik China geführt werden. Sir Benegal gab diese Erklärung nach einer neuen Zusammenkunft mit dem Führer der kommunistischen chinesischen Delegation in Lake Success, General Wu, ab.
In dieser Unterredung habe General Wu angedeutet, daß seine Regierung den an China gerichteten Appell der 12 asiatischen Mächte, den 38. Breitengrad nicht zu überschreiten, sorgfältig erwäge und den Wunsch habe, die Kämpfe in Korea sobald als möglich zu beenden.
Im Anschluß an diese neueste Unterredung mit dem chinesischen Vertreter hat Rau umgehend die Delegierten der zwölf Länder, die neben Indien den Appell unterzeichnet hatten, zu einer neuen Besprechung zusammengebeten. Zuvor hatte er den britischen Delegierten Younger und den amerikanischen Delegierten Gross über die Ergebnisse seiner Verhandlungen mit Wu informiert. Gross hat sich daraufhin sofort telefonisch mit Washington in Verbindung gesetzt.
In diplomatischen Kreisen der Vereinten Nationen ist man über den neuen indischen Schritt noch geteilter Meinung. Während man einerseits der Hoffnung Ausdruck gibt, die indischen Bemühungen würden, besonders nach der letzten Aeußerung Wus, doch noch zu einer friedlichen Beilegung des Korea-Konfliktes führen, hält man andererseits ein positives Ergebnis einer möglichen Fernost-Konferenz für äußerst unwahrscheinlich.
Der chinesische Staatschef, Mao Tsetung, soll nämlich gegenüber Panikkar nachdrücklichst betont haben, daß seine Regierung nicht nur völlige Gleichberechtigung erwarte, sondern auch als legale chinesische Regierung betrachtet zu werden wünsche.
Ein Eingehen auf diese Forderungen würde daher die indirekte Anerkennung des kommunistischen Chinas durch die Vereinigten Staaten zur Folge haben.
Der sowjetische Außenminister Wyschinski hat am Samstag vor dem politischen Ausschuß der Vereinten Nationen als „die einzige Möglichkeit zur Wiederherstellung des Friedens“ gefordert, die Vereinten Nationen müßten umgehend eine Anordnung erlassen, nach der sich alle „ausländischen“ Truppen aus Korea zurückziehen müßten. Wyschinski wiederholte die Behauptung, die in Korea kämpfenden Chinesen seien „Freiwillige“ und ihr Einsatz an der Front fuße auf den Gesetzen des Völkerrechts.
Die Nobelpreise überreicht
Feierliche Festsitzung im Stockholmer Konzerthaus
Stockholm, 10. Dezember, (dpa) König Gustav Adolf von Schweden überreichte am Sonntagnachmittag im Stockholmer Konzerthaus die diesjährigen Nobelpreise für Physik, Chemie, Medizin und Literatur an Cecil F. Powell, Otto Diels, Kurt Alder, Philipp S. Lench, Edward C. Kendall, Tadeus Reichstein und Bertrand Russel sowie den Nobelpreis für Literatur für 1949 an William Faulkner.
Nach einer Gedenkrede für Alfred Nobel und der Uebergabe des Preises an den englischen Atomforscher Prof. C. F. Powell behandelte Prof. A. Fredgar in der Festrede auf die deutschen Chemieträger Prof. Otto Diels und Prof. Kurt Alder die wissenschaftliche Bedeutung der Dien-Synthese. Es sei besonders zu hoffen, betonte der Redner, daß Prof. Diels trotz vorgerückter Jahre wieder experimentell arbeiten werde. Prof. Alder habe im vergangenen Jahre durch seine Untersuchungen über die Verhältnisse in polycyklischen Systemen trotz beschränkter Arbeitsmöglichkeiten seine Stellung als leitender Forscher erfolgreich behauptet.
Neue Operationsmethoden
Hamburg, 10. Dezember, (dpa) Wichtige Neuerungen in der Operationstechnik, vor allem bei Mastdarmkrebs und angeborenen Herzfehlern, brachte der 66. Nordwestdeutsche Chirurgenkongreß.
Professor Jacobi (Hamburg), referierte über die Differentialdiagnose der kongenitalen Herzfehler und die Möglichkeit ihrer operativen Behandlung. Aus der chirurgischen Abteilung des Hamburger Arztes Prof. Loeweneck, der als erster deutscher Arzt nach dem Kriege erfolgreich „Blue Babies“ nach der von dem amerikanischen Arzt Bailey entwickelten Methode operierte, wurden dem Kongreß eine große Zahl geheilter Patienten vorgeführt.
Ruhe um Werner Krauß
Berlin, 10. Dezember. (AP.) Im Gegensatz zu den Demonstrationen und Tumulten am Freitag und Sonnabend, die sich gegen das Auftreten des Schauspielers Werner Krauß im Theater am Kurfürstendamm richteten, verliefen die beiden Vorstellungen von Ibsens „John Gabriel Borkman“ am Sonntag vollkommen ruhig, wie von der Polizei und von selten des Theaters mitgeteilt wurde.
Auch am Sonntag hatte die Polizei umfassende Vorsichtsmaßnahmen getroffen und ausreichende Kräfte bereitgestellt, die jedoch nicht in Aktion zu treten brauchten.
Die verdrängten Beamten
Bonn, 10. Dezember, (dpa) Der Bundestagsausschuß für Beamtenrecht hat ein Gesetz über Sofortmaßnahmen beschlossen, das die Unterbringung verdrängter Beamter sichern soll. Es soll noch in diesem Jahr vom Bundestag beraten werden.
„Vater und Tochter“
M. G. Es kommt durchaus vor, daß Töchter von Präsidenten einmal öffentlich singen wollen. Elisabeth Truman tat das. Es wurde ihr begreiflicherweise nicht schwer gemacht. Da drückt schon ein jeder, so dachte man, ein Auge zu, sollte etwa die Stimme nicht so hübsch sein wie die Sängerin. (Wenn ein Ton danebengeht, läßt man ihn halt liegen, oder schiebt schnell seinen Yankeestiefel darüber.) Anders dachte der Kritiker Paul Hume, der für eine Washingtoner Zeitung schrieb. Er saß mit gespitztem Ohr und gespitztem Bleistift mitten unter der gewiß sehr feinen und sehr begeisterten Gesellschaft. Er notierte sachgemäß, daß Elisabeth Truman zwar ein reizendes Mädchen sei, aber keinesfalls auch reizend singe. Das verdroß Vater Truman arg. Wie Väter nun einmal sind, stürmte er an seinen Schreibtisch, fegte die letzten Koreaberichte mit nerviger Faust beiseite und schrieb besagtem Paul einen Brief, in dem er ihm unzweideutig erklärte: „Wenn ich Ihnen einmal irgendwo begegne, werden Sie sich eine neue Nase anschaffen müssen!“ Mit anderen Worten: Er wollte ihm eine reinhauen!
Nun ist, wie die Zeitung kampfbereit feststellt, der Kritiker 34 Jahre alt, offenbar ein guter Boxer und der Präsident ein Mann von 66 Jahren. In solchem Augenblick höchster Gefahr für die gesamte Nation griff Elisabeth Truman, die Tochter, ein und erklärte öffentlich, der Musikkritiker sei völlig im Recht, er könne schreiben, was er denke und sicherlich habe sie keine besonders schöne Stimme! Ein prachtvolles Mädel diese Elisabeth! Sie könnte allen großen Politikern auf dieser Erde, die wahrhaftig und durchaus nicht alle eine schöne Stimme haben und doch der Welt ihr garstiges Lied ins Ohr singen, ein Beispiel geben, wie man Kritiker behandelt, wenn sie im Recht sind.
„Schlechter Wille“
Fliegergeschädigte zum Lastenausgleich
Bonn, 10. Dez. (dpa). Der Zentralverband der Flieger- und Währungsgeschädigten betrachtet den Lastenausgleichsentwurf der Bundesregierung als ein „Dokument des schlechten Willens“. Er werde weder der sozialen Befriedung noch der Stärkung des Verteidigungswillens der Geschädigten dienen. In einer Erklärung des Verbandes wird die Hoffnung ausgesprochen, daß der Bundestag mehr Einsicht zeigen werde. Es wird erwartet, daß das Parlament dem Entwurf die unerläßlichen Maßnahmen wie Vermögensabgabe, Aufnahme einer Staatsschuld sowie gleichzeitige und gleichwertige Entschädigung der Sparer einfügen werde.
In wenigen Zeilen
Die SPD in Berlin beansprucht als stärkste Partie die Führung in Berlin.
Die Schriftsteller Dr. Pechei, Plivier und Birkenfeld haben dem Vorstand der deutschen Gruppe des PEN-Clubs mitgeteilt, daß sie an keiner Tagung mehr teilnehmen, solange der Sowjetzonenschriftsteller Johannes R. Becher noch Mitglied des PEN-Clubs sei.
Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Frankfurt wandte sich gegen die Aufführung von Harlans neuem Film „Unsterbliche Geliebte“ und erklärte, wer heute in Deutschland einen Film von Harlan aufführe, füge vielen Menschen bitteren Schmerz zu.
Vom 1. Dezember 1950 ab wird im Bahn-Omnibus-Verkehr eine Fahrpreisermäßigung für Blinde zu Berufsreisen sowie für Begleiter von Blinden und Schwerbeschädigten nach Maßgabe der für den Schienenverkehr gültigen Bestimmungen gewährt.
360 Diakonissenschwestern wurden auf Veranlassung der Regierungsbehörden in Thüringen und Sachsen-Anhalt fristlos entlassen, weil sie sich geweigert hatten, dem kommunistischen Gewerkschaftsbund der Sowjetzone beizutreten.
Die brandenburgische CDU verlangt von ihren Kreisverbänden genaue Angaben über alle Pfarrer, in' deren Predigten staatsfeindliche Äußerungen enthalten sind.
Ein Cranach wurde von dem Amt für Denkmalspflege in Braunschweig unter der Deckschicht eines Gemäldes festgestellt.
Der ukrainische UNO-Delegierte Demtschenko bestritt nachdrücklich, daß die Sowjetunion noch immer deutsche, japanische oder Kriegsgefangene irgendeines anderen Landes zurückhalte.
Ford und General-Motors haben eine Aufforderung der Regierung, die Preise ihrer Modelle für 1951 nicht zu erhöhen, zurückgewiesen.
Die chinesischen Kommunisten haben in Korea einen neuen britischen Panzer vom Typ „Centurion“ erbeutet, dessen technische Daten von Großbritannien zum Teil noch geheimgehalten werden.
Forderungen der Freien Demokraten
Außenminister und aktive Wirtschaftspolitik von der Regierungskoalition in Bonn gefordert
B o n n , 10. Dezember, (dpa) Der Parteivorstand der Freien Demokraten wiederholte auf seiner Arbeitstagung am Wochenende seine Forderungen nach einem Außenminister, einer Geschäftsordnung für das Bundeskabinett, nach einem voll verantwortlichen Pressechef und einer aktiven Wirtschaftspolitik.
Diese Wünsche sind in einer Entschließung enthalten, die von Vizekanzler Blücher und dem Fraktionsvorsitzenden Dr. Schäfer erläutert wurden. Die Partei hat über Personalfragen im Zusammenhang mit dem künftigen Außenministerium nicht gesprochen. Sie ist jedoch der Auffassung, daß der künftige Außenminister von einer Regierungspartei gestellt werden müsse. Der Außenminister müsse gleichzeitig für den Außenhandel federführend sein.
Die FDP wünscht, daß die Bonner Politik aktiviert wird. Sie fordert ein wirtschafts- und agrarpolitisches Programm, das sich auf die Grundsätze der heutigen Wirtschaftspolitik stützt und die Leistungskraft des deutschen Bauerntums, die Lebensmittelversorgung für die Bevölkerung und die Rohstoffversorgung für die Industrie sichert.
Der Leiter des Presse- und Informationsamtes müsse ausreichende Möglichkeiten haben, mit allen Ressorts zusammenzuarbeiten. Der FDP sei ein Presseamtsleiter im Range eines Staatssekretärs angenehmer, als ein Regierungsrat auf diesem Posten.
Eine Geschäftsordnung für das Kabinett sei unbedingt erforderlich, damit das Verhältnis von Kanzler und Ministern und der Ressorts untereinander geordnet werde.
Blücher wiederholte, daß das Ergebnis der’ Länderwahlen sich nicht auf die Bundespolitik auswirken werde.
Der FDP-Vorstand bekannte sich auch zu einer deutschen Mitwirkung an der Verteidigung von Frieden und Freiheit der freien Völker. Er bedauert, daß es die Politik der Opposition nicht zuläßt, in dieser großen nationalen Frage eine breite Einheitsfront zu schaffen.
Parlamentarische Kreise sind der Überzeugung, daß die FDP nach der am Samstag in Bonn „ durchgeführten Sitzung ihres Gesamtvorstandes Vizekanzler Blücher als Außenminister vorschlagen wird.
„Kleine Dreier-Konferenz“ ist einig
Besprechungen mit Moskau über alle Themen erwünscht
Paris, 10. Dezember. (AP.) Die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich haben sich über ihre Stellungnahme zu dem sowjetischen Vorschlag einer Viermächtekonferenz geeinigt und werden ihm im Prinzip zustimmen. Sie werden aber eine« Besprechung der deutschen Frage allein ablehnen.
Die „kleine Dreierkonferenz“ der Westmächte in Paris hat bereits die Vorbesprechungen über die Formulierung der Antwort der Westmächte abgeschlossen und ihre Vorschläge noch ihren Regierungen zugeleitet. Die drei Antwortnoten werden vermutlich getrennt abgefaßt und Mitte der nächsten Woche in Moskau überreicht werden.
Nach bestunterrichteten Pariser Quellen sollen die Vorschläge der Vorkonferenz die-von der Sowjetregierung als alleiniges Verhandlungsthema vorgesehene Besprechung nur der deutschen Frage entschieden ablehnen. Die Westmächte seien der Ansicht, daß zunächst eine Uebereinstimmung über den Friedensvertrag mit Oesterreich, sodann eine Besprechung der schwebenden fernöstlichen Fragen einschließlich Koreas und Indochinas und des Friedensvertrages mit Japan vorausgehen müßten.
Gefallene identisiziert
Berlin, 10. Dezember. (AP.) Die sowjetzonalen Behörden suchen zur Zeit planmäßig nach Gräbern deutscher Soldaten, die in den letzten Kriegsmonaten auf deutschem Gebiet gefallen sind.
Bisher wurden an der Straße zwischen Frankfurt a. O. und Fürstenberg an einer Stelle die sterblichen Ueberreste von 86 deutschen Gefallenen gefunden, die anscheinend bei der Sprengung einer Eisenbahnbrücke den Tod gefunden hatten.
Gegen zu kleine Wohnungen
Bonn, 10. Dez. (dpa). Die CDU/ CSU-Fraktion wendet sich in einer Interpellation an die Bundesregierung gegen den Bau zu kleiner Wohnungen. Sie stellt fest, daß die im ersten Wohnungsbaugesetz niedergelegten Mindestgrößen für Wohnungen des sozialen Wohnungsbaues in verschiedenen Ländern unterschritten worden seien. In steigendem Maße würden an Stelle Von familiengerechten Wohnungen Kleinstwohnungen gebaut, die familienfeindlich seien.
Dr. Leuchtgens ausgeschlossen
Marburg, 10. Dezember, (dpa) Der bisherige erste Vorsitzende der Nationaldemokratischen Partei / Deutsche Reichspartei. Dr. Heinrich Leuchtgens aus Friedberg wurde am Sonntag von der Delegiertenkonferenz des Landesverbandes Hessen der NDP/DRP aus der Partei ausgeschlossen.
Erdbeben in Chile
Lima, 10. Dezember. (AP.) Peru und Nordchile sind am Samstagabend von einer Reihe von Erdbeben heimgesucht worden, die mindestens fünf Tote und 13 Verletzte forderten.
Auch auf Hawaii wurden innerhalb von 24 Stunden über 300 leichte Erdstöße verspürt, die nach Ansicht von Vulkanologen auf nachlassenden Druck unter dem Kilaueavulkan zurückzuführen sind.
Doch Streik um Mitbestimmung?
Vom Hoff: Einsatz aller gewerkschaftlichen Mittel
Bochum, 10. Dez. (dpa) Die entschlossene Bereitschaft der Gewerkschaften, für das Mitbestimmungsrecht zu kämpfen, verkündete Hans vom Hoff vom DGB-Vorstand am Sonntag in einer Gewerkschaftsversammlung in Bochum. Es werde auch gegen den Willen der Regierung und der Arbeitgeberverbände gestreikt werden, wenn man in der Mitbestimmung nicht zu einer Einigung komme, kündigte er an. Dann werde es nicht eine vierundzwanzigstündige Arbeitsniederlegung, sondern einen sehr harten Kampf geben.
Eine Fortsetzung der Gespräche mit den Arbeitgebern werde nicht grundsätzlich abgelehnt, doch werde der Deutsche Gewerkschafts-Bund von seiner Forderung nicht abgehen. Die Gefahr der - Preis-Spirale, die sich aus der Marktwirtschaft für die Bevölkerung ergebe, könne nur durch einen gerechten Anteil des Arbeitnehmers am Sozialprodukt gebannt werden. Voraussetzung dafür aber sei das Mitbestimmungsrecht.
Eine von der Versammlung gefaßte Entschließung forderte den Einsatz aller gewerkschaftlichen Mittel für die Durchsetzung des Mitbestimmungsrechts.
Gespräche mit der Ostzone
Wiesbaden, 10. Dezember, (epd) Zu der Meldung der im Berliner Ostsektor erscheinenden „Neuen Zeit“, wonach Kirchenpräsident D. Niemöller auf Anfrage seine Bereitwilligkeit zum Gespräch mit Politikern in der Deutschen Demokratischen Republik erklärt habe, stellt der Kirchenpräsident in einem Schreiben an Willi Leisner, Berlin, fest, daß er sich grundsätzlich keinem Gespräch mit deutschen Menschen weder im Westen noch im Osten entziehe, auch nicht wegen einer irgendwie so oder so gearteten Parteizugehörigkeit, da er jedem Deutschen bis zum Erweis des Gegenteils konzediere, daß es ihm ehrlich um unser Volk und das Schicksal der Menschen unseres Volkes zu tun sei.
Es sei eine sehr üble Sache gewesen, daß' die Nationale Front seinen offenen Brief an Adenauer propagandistisch für die Wahlen am 15. Oktober ausgenutzt habe, unter bewußter Unterschlagung all derjenigen Stellen — sowie eines ganzen Absatzes —, in denen er sich gleichermaßen gegen den „Osten“ wie auch gegen den „Westen“ gewehrt und klärend ausgesprochen hatte.
Stimmen der Anderen
Kriegsgefahr verringert
In ihren ersten Kommentaren begrüßt die Schweizer Presse das Ergebnis der Truman-Attlee-Konferenz. Man sieht in ihm in erster Linie einen Erfolg der „Friedensmission“ Attlees und zeigt sich vor allem davon befriedigt, daß sich in Washington der Grundsatz „Europa zuerst“ durchgesetzt zu haben scheine. Die meisten Blätter sind sich allerdings darüber im klaren, daß Trumans Verzicht auf eine drastische Reaktion auf die chinesische Intervention in Korea zu einer Verschärfung der innenpolitischen Situation in den Vereinigten Staaten führen wird. Die „Basler Nachrichten“ schreiben:
„Wenn man nach dem bereits spürbaren Ergebnis der fünftägigen Aussprache Attlees mit Präsident Truman fragt, so wird man die Antwort darauf vielleicht weniger in dem Schlußkommunique der beiden Staatsmänner finden, als in der inzwischen eingetretenen Beruhigung der internationalen Atmosphäre.I'Die Gefahr eines allgemeinen totalen Krieges gegen das kommunistische China ist allem Anschein nach, soweit es von der Gemütsverfassung der Amerikaner abhängt, beschworen. In dieser Hinsicht hat Attlee sein Ziel erreicht. Die Gegenleistung, welche die europäischen Partner nun erbringen sollen, besteht darin, daß sie ihrerseits fest bei der Stänge bleiben, die Durchführung der gemeinsamen Wehrpläne erleichtern und ein rascheres Tempo anschlagen.“
Ostzvunale Bitte an Adenauer
Er soll im Rundfunk sprechen
Bonn, 10. Dezember, (dpa) Bundeskanzler Dr. ’ Konrad Adenauer ist von einem Vertreter des sowjetzonalen Rundfunks gebeten worden, über die Sender der Sowjetzone eine Erklärung zum Grotewohl-'Brief abzugeben.
Nach einer Mitteilung von zuständiger Seite in Bonn am.Sonntag hat der Bundeskanzler eine solche Erklärung „als zur Zeit nicht opportun“ abgelehnt, da bisher von Seiten der Bundesregierung auf den Grotewohl-Brief noch keine offizielle Antwort gegeben ist.
Noch keine Besprechungen
Bonn, 10. Dez. (dpa) Technische Besprechungen mit den Alliierten über den Luftschutz haben nach einer Verlautbarung des Bundesinnenministeriums noch nicht stattgefunden. Der Bund sei nach dem Grundgesetz nicht kompetent, auf dem Gebiet des Luftschutzes gesetzgebend 'Tii tin T’lr
Teure Flucht au rea
Gefährliche Ueberfahrt auf Schmugglerinnen nach Japan
Söul, 10. Dezember, (dpa) Bis zu rund tausend D-Mark sind die verängstigten koreanischen Flüchtlinge zu zahlen bereit, wenn man sie in Schmugglerbooten nach Japan mitnimmt. Die nächtlichen illegalen Ueberfahrten erfolgen in überfüllten kleinen Booten, und die rund zweihundert Kilometer lange Seereise ist, wie ein Reuter-Korrespondent berichtet, alles andere als ungefährlich.
Während die Zahl der auf eine Ueberfahrtsmöglichkeit wartenden Flüchtlinge ständig so stark zunimmt, daß die Schmuggler sie schon nicht mehr alle befördern können, steigt der Preis fast stündlich. Wohlhabende Familien von Regierungs- und Heeresbeamten kommen in Scharen nach den kleinen südkoreanischen Häfen, um nach Japan zu flüchten. Sie sind sich alle darin einig, daß ganz Südkorea bald von den chinesischen Kommunisten überrannt sein wird.
Die große koreanische Gemeinschaft in Japan hilft, wie -von unterrichteten koreanischen Polizeistellen in Söul verlautet, bei der Organisierung dieser illegalen Ueberfahrten. Die Schmuggler, die winzige und veraltete Motor- und Segelboote benutzen, stechen bei tiefer Dunkelheit von den 'südkoreanischen Häfen aus in See. Bei Tage — auf halber Strecke zwischen Korea und Japan — tarnen sie sich als Fischerboote und setzen dann in der folgenden Nacht ihre Fahrt bis nach der japanischen Küste fort.
Margueriten IM BLAUEN FELD
Kriminalroman von Ullrich v. Bissing
Ullrich Ungersbach war durch ein Buch bekannt geworden, in dem das Leben einer Waise geschildert wurde. Es war sein eigenes Leben vom fünften bis zum fünfundzwanzigsten Jahr. Die Schilderung dieser zwanzig Jahre hatte einen Spektakel hervorgerufen. Das Buch aber brachte den Verfasser in aller Leute Mund, und plötzlich war dieser im Besitz eines nicht erträumten Geldbetrages, dessen Höhe vorübergehend einen Zustand leichten Größenwahnsinns hervorrief. Dieser machte sich in dem Entschluß bemerkbar, den regnerischen Herbst in einem. anderen Lande zu verbringen, dessen klimatische Verhältnisse mehr Sonne und blauen Himmel versprachen. In dem Augenblick dieses Gedankens, einen längeren Urlaub in Italien zu verleben, war Ungersbach das Wappen der Margueriten im blauen Felde unbekannt. Er hatte sich für Heraldik bisher nicht sonderlich interessiert, obgleich den Kopf jener weltbekannten Zeitung, deren Verlag er angehörte, das Stadtwappen mit dem aufrecht stehenden Bär zierte.
In jenen Tagen waren Reisen ins Ausland eine recht unkomplizierte Angelegenheit. Es genügte das Visum in einem ordnungsgemäßen Paß, die Grenzen Europas ungehindert zu überqueren. Alles andere besorgte eine Reihe anerkannter Reisebüros, denen man sich anvertrauen konnte, um die Sehenswürdigkeiten der Welt kennenzulernen, die im Baedeker sinnvoll geordnet und erläutert waren. Der Baedeker war ein zuverlässiger Reiseführer, dem heute allerdings jede Existenzberechtigung fehlen würde, da die Mehrzahl der dort aufgeführten Kulturgüter kulturloser Götzenanbetung zum Opfer fielen. Doch Ungersbach hielt auch zu jener Zeit nichts von einer Fahrt mit ausgearbeiteter Reiseroute. Man möge es ihm verzeihen. Er war Journalist, und man sag_t diesen Leuten nach, daß, sofern sie etwa*s taugen, sie für den Vergleich mit menschlichen Maßstäben ungeeignet sind. Ungersbach wollte das unvorhergesehene Erlebnis in den Mittelpunkt seines Urlaubs stellen. Die Reisevorbereitungen waren getroffen. An jenem Abend, an dem der Fernschnellzug nach Basel um 22.35 Uhr den Fernbahnhof verlassen sollte mit jenem angekoppelten Mitropa-Schlafwagen, in dem in der Kabine Nummer 12 der zweiten Klasse ein Bett auf den Namen des Journalisten reserviert war, saß Ullrich Ungersbach gegen 22 Uhr auf einer Couch in seiner Wohnung. Gerade, als Ungersbach den Hörer von dem Telefonapparat abheben wollte, um ein Taxi zum Bahnhof zu bestellen, meldete ein schrilles Klingeln ein Gespräch an, und ärgerlich überließ der Journalist den Apparat seiner Wirtin Ballaschke, der er bereits die Betreuung seines 'Foxterriers anvertraut hatte. Er überlegte, für wen dieses Gespräch bestimmt sein möchte, da außer ihm in der Pension Ballaschke weitere Mieter wohnten. Um so erstaunter war der Journalist, als Frau Ballaschke erklärte, eine Dame wünsche ihn zu sprechen. Ungersbach nahm den Hörer entgegen und nannte seinen Namen. Zuerst vernahm er aus dem Wortschwall, der ihm entgegenschlug, lediglich die heftige Aufforderung, sofort irgendwohin zu kommen. Wie sehr er von dieser Aufforderung begeistert war, bedarf wohl keiner Erklärung. Diese Auffassung bekundete er auch der unbekannten weiblichen Stimme recht energisch. Er hinterließ aber damit keinen Eindruck. Die Stimme wiederholte im Gegenteil ihre Aufforderung eindringlich, und als sie wenige Minuten ohne Unterbrechung und ohne Erbarmen auf ihn eingeredet hatte, begann sich die Stirn des Journalisten in Falten zu legen. In diesem Telefongespräch hörte Ungersbach zum ersten Male von der Existenz der „Margueriten im blauen Felde“. Sie befanden sich in Form eines Wappens über dem Namensschild aus Messing an der Tür eines Hauses in der Dahlienstraße 29. Dieses Haus war das Haus eines gewissen Roger d'Argent. Alles was er aber außerdem noch vernahm, war recht merkwürdig.
Er vermochte auch nicht zu verstehen, warum diese verständlicherweise aufgeregte weibliche und unbekannte Stimme sich mit dieser höchst seltsamen Nachricht über Roger d‘Argent an ihn wandte. Je länger er aber zuhörte, um so stärker empfand er das aufbegehrende journalistische Fieber Macht über sich gewinnen.
Das Telefongespräch endete genau nach vier Minuten und fünfundzwanzig Sekunden. Dann teilte er der verblüfften Pensionsinhaberin mit, daß sie die sorgsam gepackten Koffer wieder auspacken möge. Mit diesen Worten zog er seinen Wettermantel an, setzte den Hut auf, streifte die Handschuhe über und verließ darauf die Pensionswohnung. Dann überquerte er den Damm. Zehn Minuten fuhr er mit der Untergrundbahn. Als er die Station am Dahlienplatz verließ, stand er in einem Villenviertel mit modernen Ein- und Zweifamilienhäusern inmitten hoher kerzengerader Fichten und Tannen. Es war hier nicht so hell wie in der Stadt. Das grünbläuliche Licht der Straßenkandelaber war durch den langsam fallenden Regen getrübt. Ungersbach schlug den Kragen des Wettermantels hoch. Er ging über den Bürgersteig der Allee, von der in etwa zweihundert Meter Entfernung die Dahlienstraße abbog. Er war der einzige Passant. Mitunter fegte über den spiegelnden, nassen Asphalt ein Auto, Auch in der Dahlienstraße begegnete er keinem lebenden Wesen. Er erreichte ungehindert jenes Haus, von dem die unbekannte weibliche Stimme am Telefon gesprochen hatte. Das Haus war eine Villa aus Klinkersteinen mit einem ungewöhnlich tief herabgezogenen Dach. Der Vorgarten war gepflegt. Ein buntes Beet herbstlicher Astern wurde von dem Schein einer vor dem Haus stehenden Straßenlaterne fahl erhellt. Ein kleines Gebäude mit einem großen Tor beherbergte unverkennbar die zu dem Haus gehörende Garage. Das Gartentor war unverschlossen, und Ungersbach erreichte über einem mit Steinen ausgelegten Weg den Hauseingang. Licht drang aus keinem der breiten Fenster. Mit Hilfe einer Taschenlampe entdeckte er das kleine Messingschild mit dem eingravierten Namen Roger d‘Argent. Darüber befand sich eine Stahlplatte. Sie war mit vier Schrauben in den Stein eingelassen. Sie zeigte eine blaue, emaillierte Fläche in Form eines Wappenschilds, von der sich fünf weiße Margueriten abhoben.
Margueriten im blauen Felde.
Ungersbach schellte. Er wartete aber vergebens. Nichts regte sich in dem Hause. Verwundert ließ er den Schein der Taschenlampe über die Tür gleiten und sah, daß sie entgegen aller Erwartung lediglich angelehnt war und er sie daher nur aufzustoßen brauchte, um ungehindert das Haus betreten zu können. Im gleichen Augenblick war er überzeugt, daß er in dem Haus wohl kaum jene Frau kennenlernen würde, die ihn am Telefon aufgefordert hatte, unverzüglich hierherzukommen. Trotz des mechanischen Gleichklangs, den die Uebermittlung stimmlicher Laute am Telefon zumeist aufwies, war eine sympathische Wärme des Organs unverzerrt erhalten geblieben, und dies auch bei der inhaltlich sehr unerfreulichen Mitteilung. Unwillkürlich dachte Ungersbach, es wäre vielleicht doch wohl richtiger gewesen. zusammen mit dem Kriminalrat Klausen hierherzufahren. Aber gleichzeitig fiel ihm ein, daß Klausen an diesem Tag seinem im Turnus von Woche zu Woche wiederkehrenden Skatabend huldigte und sich in der Ausübung dieser Passion nur ungern stören ließ. Dieser Gedanke bewog den Journalisten, trotz einiger Bedenken das Haus Roger d‘Argents allein zu betreten. Um keiner Ueberraschung ausgesetzt zu sein, zog er, nachdem er in der Diele stand, die Tür hinter sich ins Schloß. Er verzichtete darauf, das elektrische Licht einzuschalten und bediente sich nur des Scheins der Taschenlampe. Die Diele enthielt die Garderobe mit einem Handwaschbecken, eine Kleiderablage mit einem hohen, aufrechtstehenden Spiegel, sowie einen Frisiertisch. Von hier führte eine Tür wahrscheinlich zu einer Toilette. Diese Garderobe war durch einen Vorhang von der Halle getrennt. In der Halle selbst gruppierten sich um einen offenen Kamin schwere, ausladende Sessel, denen gegenüber eine alte französische Kommode aus Mahagoniholz stand. Jeder Schritt wurde durch einen grünen Velourteppich gedämpft. Zwei Perserbrücken hoben sich leuchtend ab. Wände und Decke waren quadratisch aufgeteilt und getäfelt. Wertvolle Gemälde zeugten von kultiviertem Geschmack. Ungersbach zählte vier Türen. Die erste dieser Türen führte in ein Eßzimmer.
Hier fand er einen für zwei Personen gedeckten Tisch, der den Eindruck eines vorzeitigen Aufbruchs hervorrief. Zarter Stangenspargel und einige Scheiben Knochenschinken lagen unberührt auf kostbaren Porzellanplatten. Kristallgläser waren zur Hälfte mit Wein gefüllt. Zwei der vier Stühle an dem ovalen Tisch waren abgerückt, als wären sie plötzlich und hastig verlassen worden. Von den beiden Servietten lag eine auf dem Boden, die andere auf einem der Stuhlsitze. (Fortsetzung folgt)
Darmastadt und Umgebung
Zuslucht
HGR. Es gibt Augenblicke im Leben, da man unbewußt irgendein Bild oder Ereignis in sich aufnimmt, es oft wochen-, ja sogar monatelang mit sich herumträgt und dann urplötzlich durch irgendwelche Assoziationen daran erinnert wird. So ging es auch mir, als ich an jenem Tag innerhalb von zweieinhalb Stunden zufällig dreimal zur Post mußte und beim Betreten des Schalterraums dreimal stutzig wurde. Seltsam, daß mein Blick, noch bevor ich die Türe hinter mir zugezogen hatte, jedesmal wie unter einer magnetischen Krafteinwirkung in die vordere linke Ecke des Schalterraums gelenkt wurde...
Dort saß auf einer Besucherbank zeitunglesend ein altes Mütterchen, dessen blauaderigen, abgearbeiteten Hände die Zeitung, die auf seinen Knien ruhte, an den beiden äußeren Rändern leicht umfaßt hielten. Was mich stutzig machte — zuerst unbewußt, von mal zu mal aber bewußter —, war einmal die Tatsache, daß das bejahrte, von Kummer und Sorgen gezeichnete Mütterchen während der ganzen Zeit über seine vernickelten Brillenränder hinweg verloren auf die Seite 2 der Zeitung starrte, wo außer dem Roman an jenem Tag eine ernste Abhandlung über die voraussichtliche Kohlensituation der nächsten Wochen zu lesen war. Zum anderen glaubte ich, während eines Spaziergangs diesem Mütterchen begegnet zu sein, als es im Hoch-Sommer Tannäpfel raffte. Für mich waren diese intuitiven Beobachtungen insofern etwas Besonderes, als mir das Mütterchen in dem Augenblick, da sie mir bewußt wurden, bestätigte, was ich erwartete: „Ich bin nicht allein. Schauen Sie sich um. Sie alle frieren, suchen hier Schutz vor der Kälte, die sie von Hause fortgejagt hat...“
.. .„die sie von Hause fortgejagt hat.“ — Ich besuchte ein Bankhaus, ein Kaufhaus, ein Cafe, ein Restaurant, eine öffentliche Dienststelle; ich war im Wartesaal des Bahnhofs und in einem Kino. Und überall begegneten sie mir, denen es zu Hause zu kalt war, die da Wärme suchten, wo sie nach menschlichem Ermessen zu finden war. Nur im Kino war’s kalt. Auf der Leinwand rangen unter azurblauem Himmel, in hitzedräuender Steppe, erregte Männer miteinander, denen der Schweiß aus allen Poren brach. Und in den nüchternen Stuhlreihen saßen die Menschen, zwar gefesselt von der Handlung, bisweilen aber abgelenkt von der Kälte, die langsam, von den Fußknöcheln aus, den Körper emporschlich und bei den meisten größtes Unbehagen hervorrief...
Das geht nicht an. Die Kinos haben den stärksten Publikumsverkehr. In sie flüchten sich gerade in der jetzigen Jahreszeit Hunderte von Menschen. Nicht nur, um für wenige Stunden unterhalten zu werden, sondern um dort die Wärme zu Anden, die ihnen der graue, unerbittliche Alltag nicht geben kann. Der Ruf: „Kohlen für die Kinos!“ sollte nicht ungehört verhallen...
Durchgefroren und unbehaglich von den Zehen bis zu den Haarwurzeln flüchtete ich mich an jenem Tag an einen Ort, von dem ich wußte, daß mir schon nach wenigen Minuten der Schweiß in Bächen am Körper herunterrieseln würde: in die Saun a.
Neuer Stil und alte Tradition am weißen Turm
Die Firma Schmidt konnte am Sonnabend die feierliche Einweihung ihres neuen Geschäftes vornehmen. Auf 52 jährige Tradition blickt das - Spezial-Geschäft zurück. Selbst nach der Ausbombung verlor Frau Schmidt nicht den Mut, sondern arbeitete in Michelstadt (Odenwald) weiter, bis nach der Währungsreform ein Behelfsbau auf eigenem Grundstück am weißen Turm erstand.
Am Sonnabendvormittag Imnnte nunmehr Herr Schmidt anläiy^i^r Fertigstellung der neuen Räumte, J^Kermeister Schröder, die Vertret^W^Stadt und Behörden, sowie die am AKmli beteiligten Firmen zu einer abscnnteßenden Besichtigung bitten. Dem Architekten, Baurat Karl Schäfer und dem bauleitenden Architekten Soe d e r gelang eine stilistische Ausführung, die absolute Klarheit und Schönheit miteinander verbindet. Im hohen Verkaufsraum — der Besucher wird an weit geschwungene Ladentische aus deutschem Nußbaum herangeführt — ist eine S^ule architektonischer Mittelpunkt, um die sich alles gruppiert. Im Souterain sind die Personal- und Waschräume, sowie die Registratur so untergebracht, daß der Blick auf einen repräsentativen Raum nicht gestört wird, der, wie Hen- Schmidt sagte, Rückschau und Gedenken an das alte Darmstadt vermitteln soll: Empiretisch und Stühle und wertvolle Stiche — sie zeigen die alte Stadtkirche mit ihrem gotischen Helm — und ein Oelgemälde des weißen Turms mit ehemaliger Post im 18. Jahrhundert, geben dem Raum die Wirkung von Tradition und festlichem Tagungsort.
Mit der Einweihung am Sonnabend — Oberbürgermeister Metzger stattete schon am Freitag einen Besuch ab — wurde ein Projekt seiner Bestimmung übergeben, das in Darmstadt wohl einmalig sein dürfte. Sg.
„Jugend in Gefahr“ heißt das Thema, unter dem am 13. Dezember um 20 Uhr die Nachbarschaft Bessungen ihren dritten Nachbarschaftsabend veranstaltet. Interessenten sind dazu herzlichst eingeladen.
Märchenspiel in der Stadthalle
Als diesjähriges Weihnachtsmärchen brachte das Landestheater am Samstag in der Stadthalle in Erstaufführung „Tischlein deck dich, Eselein streck dich, Knüppel aus dem Sack“ von Eugen Gürster und Hannes Steinbach nach dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm.
Am Samstag gegen 16 Uhr sah man' hier und da in der Stadt kleine Kindertrüpplein sich sammeln und alsbald, geordnet und geleitet von einer „Respektsperson“, in Richtung Stadthalle davonziehen. Aus Autobussen quoll es gleichfalls schwatzend und vergnügt hervor, und um 17 Uhr füllte die ganze kleine Gesellschaft mit Müttern, Vätern, Lehrern die Sitzreihen der Stadthalle und gab dem Raum die Atmosphäre ungeduldig-fröhlicher Erwartung.
„Tischlein deck dich, Eselein streck dich, Knüppel aus dem Sack ..Nun, vom alten, lieben Grimm-Märchen waren nicht viel mehr als Tischlein, Esel, Knüppel und die drei Brüder übriggeblieben. Wie das /.richtige“ Märchen „richtig“ aussah, worauf sich wohl viele gefreut hatten, war also nicht zu erleben. Doch hatten Eugen Gürster und Hannes Steinbach aus den Grimmschen Motiven ein neues reizvolles Märchen gestaltet, das in Bühnenbild und Ausstattung von Elli Büttner, Musik von Hilmar Schatz und Tänzen von Ingeburg Niederberger unter der Gesamtleitung von Herbert Walter kleine und große Leute von Herzen erfreuen kann.
Ohne Uebertreibungen und Uebersteigerungen im revuemäßigen Sinne, wie dies gerade bei Märchenspielen leider vielfach in Mode gekommen ist, sind die verschiedenen hübschen Einfälle in harmonischen Zusammenklang und Ablauf gebracht. Die Kinder sind bei der Sache, begeistert, wo es Scherz, Tollerei und Prügel am rechten Platze gibt, „technisch interessiert“ wo die Zauberdinge vorgeführt werden („Ich möchte bloß wissen, wie die das gemacht haben. Vielleicht drückt der auf was, und dann klappt das hoch“), und mit Zuruf hilfsbereit, wo es den Guten zu warnen oder dem Langen beim Zaubersprüchlein mitzuhelfen gilt.
Mit viel Liebe, Geschick und Humor haben sich die Spieler in ihre märchenhaften Rollen gefunden: Martel Ferber (Silva), Johannes Kraus (der Gute), Martha Kuhn-Liebel (Mutter), Walter Kohls (der Lange), Helmut Kissel (der Dicke), Curt Westermann (Vater), Ellen Krug (böse Müllerin und Hexe), Herbert Wien (Wurzelmann) und Joachim Rocker (Michel).
Frisch und voll echter Fröhlichkeit selbst da, wo Kinderherzen um Silva und den Guten bangen müssen, spielt sich das Geschehen ab, aufgelockert von entzückenden Tänzen. Die Bühnenbilder geben dem Spiel den wunderschönen, märchenhaft lebendigen Rahmen, der am Schluß alle guten Menschen-, Zauber- und Tierwesen des Waldes um den geschmückten Tannenbaum vereint. Die Kostüme und die Masken der Tiere sind gut gelungen und besonders Frosch, Häslein und Kuckuck wie auch die Zwerge, Mehlsäcke, Mäuse und der Knüppel als kleinste Mitspieler in dem Ensemble machen viel Freude. ^Das Ganze wirkt als rechtes Mädchenbilderbuch, das mit seinen bunten Blättern für über zwei Stunden lebendig geworden ist.
Betrübend, daß der Freude daran und dem Dank an alle Spieler, Gestalter und Mitwirkende am Ende so wenig Ausdruck gegeben wurde. Voll Hast nach Bus und Straßenbahn, räumten die Großen mit ihren Kleinen die Sitze, ohne daran zu denken, daß es auch ein Teil der Erziehung zu Dankbarkeit und Höflichkeit ist, mit den Kindern einen Augenblick nach dem letzten Vorhang zu verweilen und Beifall zu spenden, wenn das Stück gefiel. D-c
Herbert Wien (der Wurzelmann) und ein Wichtel in dem Märchenspiel “Tischlein deck dich, Eselein streck dich, Knüppel aus dem Sack“.
Eingleisiger Zugverkehr zwischen Darmstadt - Goddelau-Erfelden
Wie uns die Eisenbahndirektion Frankfurt am Main mitteilt, muß wegen dringender Bauarbeiten vom 13. Dezember, 7.30 Uhr, bis zum 16. Dezember, 17 Uhr, auf der Strecke Darmstadt — Goddelau-Erfelden, zwischen Darmstadt Hbf. und Griesheim, eingleisiger Betrieb eingeleitet werden. Mehrere Reisezüge müssen deshalb bis zu 20 Minuten später verkehren. Dadurch gehen auch in Darmstadt Hbf. und Goddelau-Erfelden einzelne Anschlüsse verloren. Näheres ist aus den Anschlägen auf den Bahnhöfen und den Fahrkartenschaltern zu erfahren.
Keller baut sein Dach
Richtfest in der Karlsstraße
Vergangenen Samstag konnte Dachdeckermeister Ludwig Keller mit der Belegschaft seines Betriebes, den Bauarbeitern, dem Architekten Müller des Baugeschäftes Riedlinger und Freunden seiner Firma das Richtfest seines wiedererstellten Hauses in der Karlsstraße 19 feiern. Nach dem Richtspruch wurde das Ereignis im benachbarten Restaurant Sitte im frohen Kreise gefeiert. In dem Haus, dessen Fertigstellung bis zum Frühjahr erhofft wird, werden neben den Räumen für das Dackdeckergeschäft acht Wohnungen eingerichtet, die zum Teil an Betriebsangehörige vergeben werden sollen. DT
90 Jahre Fritz Niepoth
Bei der im Gasthaus „Zur Harmonie“ in Eberstadt veranstalteten Belegschaftsfeier der Webschützen- und Holzwarenfabrik Niepoth anläßlich ihres 90jährigen Jubiläums triumphierte Heiterkeit und frohe Laune.
In freundlichen Worten präsentierte Herr Sommer im Auftrag von Herrn Niepoth einen prachtvollen Blumenkorb und einen aus Elfenbein geschnitzten Webschützen. Nach seinem Dank schilderte Herr Niepoth den Werdegang des 1860 in Neuwerk bei München-Gladbach von seinem Urgroßvater gegründeten Betriebes, der 1880 nach Reydt verlegt, 1905 dort von seinem Vater übernommen wurde und sich 1937 in der Heidelberger Straße in Eberstadt niedergelassen hatte.
Nach dem Anstieg der Beschäftigtenziffer konnten auch die Exportleistungen des Betriebes in den letzten Jahren auf das Doppelte gesteigert werden. Auch Amtmann D ä c h e r t und Dr. Kolb von der Industrie- und Handelskammer Darmstadt brachten in ihren Glückwünschen ihre Anerkennung für die Leistungsfähigkeit des Betriebes zum Ausdruck.
Reichen Beifall erhielten für ihre Darbietungen die sechs frohen Sänger, die Humoristen der Hessischen Spielgemeinschaft Heinz und Günter Gutkäse, Ilse Göttmann und Heiner Metger, am Flügel Kurt Altwein und die Kapelle Hintze, die in flotten Weisen zum Tanz aufspielte, t-s
Am Stadtkirchplatz
Neues Geschäft konnte eröffnen
Ein vollkommen neuer Beginn seiner Miedermaßabteilung gelang Herrn Bei der Sandwisch nach Kriegsende in Arheilgen. Am Sonnabend konnte nunmehr auch der geschmackvolle neue Laden hinter der Darmstädter Stadtkirche mit viel Publikum, Gratulationen und Blumen eingeweiht werden.
Architektonisch harmonische Aufteilung des Raumes mit handgearbeiteten Rundbogen, die Holzverkleidung und Ladeneinrichtung aus Schweizer Birnbaumholz, Morgenröcke und aparte Wäsche in den Regalen und Schränken vermitteln dem Besucher den Eindruck eines individuellen Stiles, der Markenfabrikate für den verwöhnten Geschmack voraussetzt und beansprucht. Scg.
In der Stadt notiert
„Die Flüchtlinge und die Wahlen“ ist der Abend der südhessischen Vereinigung der Flüchtlinge und Geschädigten überschrieben, der am 12. Dezember um 19.30 Uhr im Gasthof zur Sonne, Eberstadt, Wilhelm-Leuschner-Straße 55, und am 13. Dezember um 19.30 Uhr in der Wirtschaftsoberschule, Stiftstraße, veranstaltet wird.
Aus spieltechnischen Gründen mußte die für Mittwoch, den 27. Dezember, vorgesehene Märchenvorstellung auf Donnerstag, den 28. Dezember, um 15 Uhr verlegt werden, wie uns das Landestheater mitteilt. An folgenden Tagen stehen noch Karten in allen Platzgruppen zur Verfügung: Dienstag, 26., Donnerstag, 28., Samstag, 30., jeweils 15.30 Uhr; ferner am Sonntag, 31. Dezember, und Sonntag, dem 7. Januar 1951. Die beiden letzten Vorstellungen finden um 14 Uhr statt.
Die Landesjugendleitung des Touristenvereins „Die Naturfreunde“ führt vom zweiten Weihnachtsfeiertag bis Silvester einen Lehrgang für Jugendleiter im Riedbergheim, Eberstadt, durch. In Vorträgen, Diskussionen und Aussprachen, in Arbeitskreisen und in zwanglosem Zusammensein werden alle Gebiete der Gruppenarbeit behandelt. Am Samstag, dem 30. Dezember, ist eine Fahrt nach dem Fürsorgeerziehungsheim in Gräfenhausen zur gemeinsamen Veranstaltung eines Gruppenabends mit den Zöglingen vorgesehen. t-s
Ein grauer Wintermantel wurde gefunden. Näheres bei Engel, Weiterstadt, Siedlung.
Hoffnung auf Vrieden
Mit der Hoffnung auf Frieden, die er in seiner Ansprache besonders hervorhob, eröffnete der erste Vorsitzende des Odenwaldklubs „Frankonia“, Herr K i e - ße r, die Weihnachtsfeier auf dem „Heilig-Kreuz“. Ein besonderes Entzücken für die Zuschauer bildete das von der Kinderspielschar des „Hauses der Jugend“ auf geführte Märchenspiel „Die drei Männlein im Walde“, das Frau Görlitz nüt den jungen Darstellern eingeübt hatte. Nach der Bescherung durch den heiligen Nikolaus hielt der gesellige Teil des Abends die Mitglieder und Gäste des Vereins noch lange in froher Unterhaltung zusammen. -ts-
Spende für das neue Glockenspiel
An die Bevölkerung der Stadt Darmstadt
Das Glockenspiel unseres Schlosses war das Wahrzeichen unserer Stadt. Nach dem Schlag der Uhr auf dem Glockenturm und den Melodien, die in halben und ganzen Stunden ertönten, richteten Marktverkehr und Geschäftsleben der Innenstadt ihre Zeit.
Unauslöschbar ist der Eindruck, den das Spiel auf alle machte, die es je gehört haben. Seine Lieder und Choräle prägten sich von der Kindheit an jedem Darmstädter ein. Aber auch alle, die von auswärts kamen, wollten es hören, denn die Schönheit seines Tones wurde von keinem anderen übertroffen, auch nicht von denen im glockenspielreichen Holland.
Unser Glockenspiel ist mit einem großen Teil Darmstadts ein Opfer des Krieges 'geworden. Doch wie wir Zeugen sein dürfen des Neuaufbaues unserer Stadt, so möchten wir die Wiederherstellung seines Wahrzeichens, möchten unser Glockenspiel wieder hören.
Aus vielen Kreisen ist an uns der Wunsch herangetragen worden, durch eine Geldsammlung die Erstellung eines Glockenspiels zu ermöglichen. Was vom alten übrigblieb, ist unbrauchbar. Neue Glocken und ein neues Uhrwerk mit allem Zubehör sollen herbeigeschafft werden. Die Wiederherstellung des Turmes wird der Staat übernehmen. Unser aller Sache aber wird es sein, daß der Glocken Spiel wieder über unserer Stadt erklingen kann.
Die Unterzeichneten dieses Ausschusses haben es unternommen, die angeregte Geldsammlung in die Wege zu leiten. Nach den vorliegenden Berechnungen werden etwa 35 000 DM aufzubringen sein. Das läßt sich auch in der heutigen Zeit schaffen, wenn wir uns alle zusammentun, und ein jeder, der seine Stadt liebt, einen Beitrag leistet. Wir bitten herzlich darum. Wer es kann, möge dem Glockenspiel eine große Summe zuweisen, doch ist jedes Scherflein willkommen für eine Sache, die keinen Rang oder Stand, sondern nur die Treue zu unserer Stadt und die Anhänglich-keit an ihr Glockenspiel kennen will.
Der Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt Metzger für Ortsgeschichte und Heimatkunde „Alt-Darmstadt“, Vereinigung Der Vorsitzende: W. Diefenbach Der Historische Verein für Hessen, e. V. Der Vorsitzende: Dr. K n ö p p Deutscher Gewerkschaftsbund Kreisausschuß Darmstadt Der Vorsitzende: A. Mayer Verkehrs- und Verschönerungsverein Darmstadt und Umgebung, e. V. Der Vorsitzende: Dreiheller Industrie- und Handelskammer Darmstadt Der Präsident: Hesse Handwerkskammer Darmstadt Der Präsident: Gisbert Vereinigung des Einzelhandels von Darmstadt und Umgebung, e. V. Der Vorsitzende: K a 111 e r Vereinigung der Hotels, Gaststätten und verwandter Betriebe, Darmstadt Emig Es wird gebeten, die Spenden auf das Sonderkonto „Glockenspiel“ des Historischen Vereins Nr. 10 360 bei der Stadt- und Kreissparkasse Darmstadt und ihren Nebenstellen, Postscheckkonto 5869 Fra.nkfurt/M., . zu überweisen oder den beauftragten und mit Ausweis versehenen Personen bei den Haussammlungen zu übergeben. Auch die Stiftung einzelner Glocken ist möglich: Auskunft erteilt die Vereinigung „ Alt-Darmstadt“, Martinstraße 79. Außerdem liegen Sammellisten zum Einzeichnen auf der Geschäftsstelle des „Darmstädter Tagblatt“ (Rheinstraße 23) aus und gegenüber beim Reisebüro.
23 Jungen und Mädel waren gestern nachmittag bei der Südhessischen Wasser- und Gas-AG am Luisenplatz eingeladen, um, wie die Großen, Weihnachtsplätzchen zu backen. Weißbeschürzt, mit großen Kochmützen, pusselten sie die verschiedensten Schleckereien zusammen und — alle Hochachtung! — sie schmeckten vorzüglich. Zwischendurch kam auf seiner Durchreise Knecht Ruprecht vorbei, lobte die fleißigen Kinderhände und hatte für jeden etwas in seinem Sack. dbd-Foto: (Hemme)
Unter dem leuchtenden Tannenbaum Weihnachtsfeiern am Wochenende
Evangelische Frauenhilfe
Die Mitglieder der evangelischen Frauenhilfe der Paul-Gerhardt-Gemeinde feierten im Paul-Gerhardt-Haus ihr diesjähriges Adventsfest. Pfarrer Ring gab den Jahresbericht der Frauenhilfe. Er hob besonders hervor, daß die vereinnahmten Geldbeträge ausnahmslos dem Kindergarten und der Gemeindestation zugute kam. Außerdem wurde von allen Anwesenden freudig begrüßt, daß zahlreiche private Spender namhafte Beträge dem neuerbauten Kindergarten zukommen ließen. Einem Basar, der durch freiwillige Spenden und durch Gemeinschaftsarbeit reichhaltig ausgestattet und seit dem ersten Adventssonntag eröffnet war, wurde lebhaft zugesprochen, so daß man jetzt schon mit einem Reingewinn von mehreren hundert Mark, der nur für den Kindergartenneubau verwendet wird, rechnen kann. Schulkinder umrahmten durch Lieder und Vorträge die eindrucksvolle Feier. _ th -
Gesangverein,„Germania“
Eine stimmungsvolle Familienweihnachtsfeier unter Mitwirkung des Männer Frauenchores veranstaltete der Gesangverein „Germania“ im Gasthaus „Zur Eisenbahn“ in Eberstadt. Mit besonderer Freude wurde von den etwa 350 Versammelten das im Verlag Richter, Leipzig, herausgekommene Weihnachtsspiel mit Gesang und Reigen für die Jugend „Das deutsche Märchenbuch“ aufgenommen, das Frau Lotte Deißroth mit den Kindern der Vereinsmitglieder einstudiert hatte. Auf das Drängen seiner vier Kobolde ließ St. Nikolaus aus seinem Riesenmärchenbuch eine Märchengestalt nach der anderen erscheinen, von denen jede ihr Geschick selbst vortrug. Zum Schluß verlas auch St. Nikolaus für die Erwachsenen das Sündenregister und beschenkte jedes Kind und alle Sängerinnen, besonders aber den tüchtigen Chorleiter Geiß mit schönen Gaben aus seinem Riesenwagen, dessen Pferde ihm „Am Lämmchesberg“ durchgegangen waren. t-s.
Fechtverein,,Waisenschutz“
Der Hessische Fechtverein „Waisenschutz“, Zweigverein Darmstadt, hatte am Sonntagnachmittag 84 Waisen- und Halbwaisenkinder zur Weihnachtsbescherung in den Concordiasaal eingeladen. Nach dem Einzug der Kinder begrüßte der Vereinsvorsitzende Herr Willemann die Kinder und Gäste, unter denen sich auch Oberbürgermeister Metzger befand. Pfarrer Danz, St. Fidelis, hielt eine Ansprache und anschließend rollte ein Programm ab, das Kindern und Erwachsenen einige Stunden Besinnlichkeit und Frohsinn brachte. Gedichte sprachen Irmgard Grümmer, Ingeborg Lorenz, Rosemarie Freimann und Werner Lamp, während der Männergesangverein „Corcordia“ unter Leitung von Herrn Seibold in alten Volks- und Weihnachtsliedern gute Stimmen hören ließ. Den Höhepunkt des Nachmittags bildete das von Fräulein G e 1 f i u s und Fräulein Wührer einstudierte Theaterstück „Die Bubenweihnacht“. Die kleinen Schauspieler bewiesen selbst so viel Liebe und Einfühlungsvermögen bei dem Krippenspiel, daß die sonst übliche Kostümierung keineswegs vermißt wurde. Die Kapelle B ä ni s c h untermalte mit guter Musik und beglückt und zufrieden gingen die wirklich reichbeschenkten Kinder nach Hause. Scg
Wie wird das Wetter?
Glatteis
Vorhersage: Am Montag anfangs neblig, sonst überwiegend bedeckt, später aufkommende Niederschläge mit Glatteisbildung. Langsamer Temperaturanstieg. Auffrischende südwestliche Winde.
Weitere Aussichten: Unbe¬ ständig mit Niederschlägen und milder.
Wolin gehen wir heũte?
Landestheater, Orangerie: 19.00 Uhr „Die Csardasfürstin“
Lichtspieltheater: Siehe Anzeigenteil Amerikahaus: 19.30 Uhr Vortrag „Das Glück em Narr zu sein“, Sammy Schmitt (Schweiz); 14.30 und 17.00 Uhr Filmprogramm; Ausstellung: Bernd Krimmei — Eberhard Schlotter.
Hygiene-Lichthof, Neckar Straße 3a: 10.00 18.00 Uhr Ausstellung „Gesundes Leben“
Stadthalle; 17.00 Schulkonzert (Bach) Stadthalle: 20.00 Uhr Darmstädter Musikzentrale, Klavier-Konzert, Poldi Mildner
Wir gratǔlieren
82. Geburtstag: Herr Johann Hallstein Darmstadt-Arheilgen, Weiterstadter Str. 85.
STARKENBURG
Dritter Mossauer Gemeindetag
Mossau. (SR) - Der dritte Mossauer Gemeindetag, der gestern nachmittag im Gasthaus „Zur Krone“ in Unter-Mossau stattfand, erfreute sich, wie die beiden vorausgegangenen Veranstaltungen gleicher Art, einer regen Anteilnahme der einheimischen Bevölkerung.
Pfarrer Moeseritz leitete auch diesmal wieder das Forum, in dem neben der Fremdenverkehrswerbung für die „Insel der Ruhe und Erholung“ vor allem Fragen der Neugründung einer männlichen und weiblichen Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes — die sich bei intensiver Behandlung der Fremdenverkehrswerbung als notwendig erweist —, Fragen der Verbesserung der Straßenverhältnisse zwischen der Kreisstadt und den Gemeinden Unter- und Ober-Mossau besprochen, sowie zwei Referate über die „Bedeutung der Tageszeitung im heutigen Leben“ gehalten und anschließend diskutiert wurden. Wir kommen in unserer morgigen Ausgabe noch ausführlich auf diese Veranstaltung zurück.
Weihnachten an der Bergstraße
(HB) - Am Sonntag, dem 17. Dezember, veranstaltet der Bund der Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen und Sozialrentner, Ortsgruppe Bensheim, um 14 Uhr eine Weihnachts-Kinderbescherung und um .20 Uhr eine Weihnachtsfeier im Kolpinghaus in Bensheim. — In der Jugendherberge in Zwingenberg findet am gleichen Tag um 18 Uhr eine Weihnachtsbescherung für bedürftige und kinderreiche Familien statt. Es sind für diese Bescherung Kinderschuhe, Hausschuhe, Erzeugnisse der Fissan-Werke. Kartoffeln, Brennholz u. a. m. gespendet worden. — Die Ortsgruppe Auerbach des Bundes der Fliegergeschädigten veranstaltet ebenfalls am 17. Dezember im Hotel Weigold eine Weihnachtsfeier, bei der unter anderem Eva Maria Allmanritter (Sopran), Frl. Dök e r (Klavier), Horst-Heinrich Braun (Tenor), Inge Schuster (Klavier) sowie Fritz Früh mitwirken werden.
Vorweihnachtliche Stimmung
St.-Nikolaus im Henri-Dunant-Haus
Brandau. (-) Das Kindererholungsheim des Roten Kreuzes in Brandau beherbergt zur Zeit eine Schar von Flüchtlinigskindern aus dem Landkreis Gießen. Am Nikolaustag pilgerte die kleine Gesellschaft über die schneeverwehte Höhe durch strahlenden Sonnenschein nach Lützelbach in das Altersheim des Roten Kreuzes, um den alten Leutchen ein frohes Nikolausstündchen zu bereiten.
Durch Schnee und Wind kam am Abend mit Knotenistock und Rute aber auch mit schwerem Sack der Nikolaus über die Odenwaldhöhen. In vorweihnachtlicher Stimmung verging die Zeit bis zum Aufbruch des hohen Gastes. Die geheimsten Wünsche wurden dem'Nikolaus noch ins Ohr geflüstert, dann nahm er Abschied und ließ eine beglückte Kinderschar zurück.
Erregte Sitzung des Gemeinderats
Angriffe wegen Verzögerung der Ausschreibung des Bürgermeisterpostens
Gernsheim, (kr.) — Ein von der Unabhängigen Wählergruppe eingebrachter Dringlichkeitsantrag, der sich für eine Neubildung des Wahlausschusses einsetzte, da die bereits beschlossene Ausschreibung für die Neubesetzung des Bürgermeisterpostens in Gernsheim bisher nicht erfolgt war, führte gleich zu Beginn der Sitzung am Freitagabend zu einer erregten Debatte. Der Streit entbrannte, zwischen den in ihrer Ansicht konform gehenden Fraktionen der Unabhängigen und der CDU mit der SPD, die auf dem Standpunkt beharrte, mit der Ausschreibung der Bürgermeisterstelle bis nach der Verabschiedung der Hauptsatzune für eine Magistratsverfassung zu warten.
Von selten der Antragsteller wurde der E;nwand erhoben, daß die Unterlassung der Auschreibung bewußt erfolgt sei. Im Laufe der scharfen Auseinandersetzungen wurde einem Antrag der SPD, die Sitzung für zehn Minuten zwecks Besprechung zu unterbrechen, stattgegeben. Nach der Pause vertrat Staab (SPD) die Auffassung, daß sich die Fraktion der Sozialdemokratischen Partei außerstande sehe, unter den in dem Antrag der Unabhängigen bestehenden Bed.ngungen an einem neuen Wahlausschuß zu beteiligen.
Die darauf erfolgte Abstimmung erbrachte einen neuen Wahlausschuß, dem Ruß und Müller von der CDU sowie Kissel von der Unabhängigen Wählergruppe angehören werden. Der neugebildete Ausschuß wird am Montag zu einer ersten Sitzung zusammentreten, um geeignete Maßnahmen zur beschleunigten Durchführung der Ausschreibung des Bürgermeisterpostens zu ergreifen.
Die Hauptsatzung der Stadt Gernsheim wurde von den Gemeinderäten einstimmig anerkannt. Nach dieser werden ab 1. Januar des kommenden Jahres einem — wie es in der Satzung wörtlich heißt zu bildenden kollegialen Gemeindevorstand, der die Bezeichnung Magistrat führen wird, die Rechte und Befugnisse eines Bürgermeiisters zufallen. Der zukünftige Magistrat wird aus vier ehrenamtlichen Beigeordneten bestehen, die sich paritätisch aus den politischen Gruppen des Gemeindepariamentes zusammensetzen und an ihrer Spitze einen Stadtverordnetenvorsteher haben. Der Bürgermeister wird nach der neuen Satzung fortan nur noch Chef der Verwaltung sein.
Lok mußte entgleisen
Größeres Zugunglück verhindert
Groß-Gerau, (eng) - Eine Rangierlokomotive, die in der Zuckerfabrik von Rüben gelerte Waggons in das Gelände des Bahnhofs Groß-Gerau einfahren wollte, entgleiste am Samstagmittag mit ihrem Kesselwagen, bevor sie die Durchgangsgleise der Hauptstrecke Mainz—Darmstadt queren konnte, und wühlte sich mit den Rädern ins Erdreich. Um einen Zusammenstoß mit einem eben aus Richtung Mainz einlaufenden Personen-Eilzug zu verhindern, war vom Stellwerk aus die Weiche umgelegt worden, so daß die Lokomotive entgleisen mußte, während der Eilzug ungehindert passieren konnte.
Mit technischen Werkzeugen und Vorrichtungen eines Hilfszuges aus Darmstadt, der mit einem Geräte- und einem Mannschaftswagen bald zur Stelle war, wurden Rangierlokomotive und Kesselwagen nach stundenlanger Arbeit wieder auf das Gleis gesetzt
Bad Köffnig wird schõner
Die Kurstadt erhält eine Gemeindefahne / Anpflanzung eines Parkes
Bad König. (hm.) Unter Vorsitz von Bürgermeister Pröhl beriet der Gemeinderat am vergangenen Donnerstag in einer öffentlichen Sitzung im Rathaussaal wichtige Probleme der Kurstadt. Die Tagesordnung war sehr umfangreich.
Der Antrag der Kurkommission, einen Wettbewerb zum Entwurf einer Gemeindefahne auszuschreiben, wurde umgeändert und dem ortsansässigen Georg Vetter der feste Auftrag erteilt. Die Fahne soll ein Symbol der Kunstadt tragen.
Bürgermeister Pröhl gab sodann einen Bericht über den Stand der Kanalisationsarbeiten in der Oskar-Zimper- und Weyprechtstraße. Die Arbeiten sind zur Zeit in vollem Gange. Der Vorschlag, die Jahnstraße ebenfalls an das Kanalnetz anzuschließen, wurde vom Gemeinderat einstimmig angenommen. Jedoch erfordern diese Arbeiten Mehrkosten von 2000 Mark.. Auch die Arbeiten zur Kanalisation der Kimbacher Straße sollen jetzt ausgeschrieben werden.
Da die Oskar-Zimper-Straße im kommenden Frühjahr ausgebaut werden soll, werden die Anlieger schon jetzt darauf aufmerksam gemacht, Umpflanzungen von Bäumen und Sträuchern, bzw. die Zurückverlegung ihrer Einfriedigungen vorzunehmen.
Durch die Körkommission wurden kürzlich die beiden Gemeindebullen abgekört. Ein Tier ist bereits verkauft, während das andere an die hiesigen Metzger meistbietend vergeben wird. Mit dem Erlös des Verkaufes sollen zwei neue Vatertiere erworben werden. Sodann wurden Anträge einiger Ortsbürger über die Verbesserung der Straßenbeleuchtung ihres Ortsbezirkes geprüft, mußten aber bis zum neuen Rechnungsjahr zurückgestellt werden, da hierfür im Haushaltsplan keinerlei Mittel zur Verfügung stehen.
Die Gemeinde beabsichtigt, mehrere Grundstücke in der Gemarkung „Nebenrohr anzukaufen um eine Kuranlage anzulegen. Durch die Anpflanzung schattenspendender Bäume will man kranken Kurgästen, von denen viele nicht in höher gelegenen Wäldern Erholung suchen können, schöne Ruheplätze an der Peripherie der Stadt schaffen.
Unsere Geburtstagskinder
Goldene Hochzeit: Herr Ludwig Petry und Frau Elisabeth Magdalene, Wixhausen, Falltorstraße (9. 12.).
79. Geburtstag: Frau Christine Friedrich, Reichelsheim i. O.
77. Geburtstag: Herr Georg Adam Weihe r t 1., Landwirt, Altheim, Hauptstr. 35.
74. Geburtstag: Frau Elisabeth We i - h e r t, Altheim, Richerstr. 161 (9. 12.).
73. Geburtstag: Frau Berta Leicht, Wixhausen, .Außerhalb.
71. Geburtstag: Frau Elisabethe Gärtner, Wixhausen, Arheilger Straße.
„Arbach is widder debai!“
Neubelebung der Ortsgruppe des Odenwaldklubs
Erbach, (-ch) - Bürgermeister Volk hatte über 130 Wander- und Naturfreunde der Kreisstadt am Samstagabend in den Saal des Feuerwehrhauses eingeladen zu einer Aussprache über die Neubelebung der Ortsgruppe des Odenwaldklubs in seiner eigentlichen Gründungsstadt.
Es gereicht der Heimatliebe der Erbacher nicht zur Ehre, daß nur rund 25 Frauen und Männer der Einladung gefolgt sind. Der Bürgermeister drückte sein Bedauern über diese geradezu unverständliche Interesselosigkeit an einem Werk aus. das so unendlich viel für die Odenwälder Heimat, für den Fremdenverkehr, die Pflege der Heimat- und Volkskunde, des Natur- und Heimatschutzes, also für jeden einzelnen tut.
Das Mitglied des Hauptausschusses. Daum, Zell, betonte das Interesse des Vorstandes an der Neubelebung der Ortsgruppe Erbach, da doch beabsichtigt sei das 75. Stiftungsfest des Klubs wieder in seiner Gründungsstadt zu feiern. Dazu sei der Bestand einer leistungsfähigen Ortsgruppe unerläßlich. Auf Vorschlag des Bürgermeisters erklärten alle Anwesenden ihren Beitritt zum Odenwaldklub und zu verstärkter Mitgliederwerbung. Einstimmig wurde Kreisschulrat Schw a m b wieder zum 1. Vorsitzenden und Wilhelm Glenz zum Wanderwart gewählt. Für die übrigen Vorstandsämter wurden Helmut Ihrig Fritz Brenner und als Geschäftsführer Architekt Hch. Kirchner gewählt, der in der Erbacher Jugendherberge vorläufig auch die Geschäftsstelle führen wird.
Behelfsheime für Groß-Umstadt
Das Curtisdiloß soll abgerissen werden
Groß-Umstadt. (RG.) Dem Gemeinderat trug Beigeordneter Wedel, in Vertretung des Bürgermeisters, noch einmal eindringlich die unhaltbaren Wohnverhältnisse in der Gemeinde vor. Da wegen der hohen Bodenpreise die Bautätigkeit gehemmt sei und die Gemeinde Wohnblocks nicht finanzieren könne, müsse man sich durch den Bau von Behelfsheimen helfen. Die Kosten dafür könnten durch Sondereinschlag von Nutzholz und auf dem Darlehnswege gedeckt werden. Nach Festlegung der ersten Vorbereitungsarbeiten (Einholung von Angeboten, Bestimmung des Bauplatzes) stimmte der Gemeinderat dem Antrag zum Bau von Behelfsheimen zu. Die zur Wiederherstellung des Curtischlosses notwendigen 100 000 DM können nicht aufgebracht werden; es wurde beschlossen, das Gebäude abzureißen. Falls das Haus jedoch restauriert werden solle, da es unter Denkmalschutz stehe, muß der Staat die Kosten tragen. Die für die Kanalisation der Habitzheimer Straße und der Habitzheimer Ruh notwendigen Gelder in Höhe von 23 000 DM werden durch ein Darlehen der Kreissparkasse aufgebracht. Zur Umgestaltung des Parks beim Pfälzer Schloß in einen Erholungsgarten wird mit der Zustimmung der neuen hessischen Regierung gerechnet. Der Antrag der Spielvereinigung 1928 auf Erlaß der Vergnügungssteuer wurde aus grundsätzlichen Erwägungen abgelehnt. Mit dem vom Arbeitsamt zur Verfügung gestellten Betrag für gemeinnützige Arbeiten sollen im Einvernehmen mit der landwirtschaftlichen Kommission und den Feldschützen die Feldwege in Ordnung gebracht werden. Im Zusammenhang mit der Erörterung des Verkaufs von Nutz- und Brennholz aus der Ernte 1951 wurde bestimmt, daß die Ausgabe von Brennholz nicht straßenweise, sondern nach sozialen Gesichtspunkten durchgeführt werden soll.
„Hier fallen die letzten Schranken“
Auch die Heimatvertriebenen feierten den Nikolaustag
Ober-Modau, (-st.-) Daß nicht nur die Ansässigen etwas zu geben haben, bewies die Nikolausfeier, die die Ortsgruppe des Kreisverbandes der Heimatvertriebenen für die Kinder der Gemeinde am Samstagnachmittag irn Saal des Gasthauses „Zum goldenen Hahn“ veranstaltete.
Etwa 150 Kinder hatten sich mit ihren Eltern eingefunden, Flüchtlingskinder und Einheimische, um den Einzug des Nikolaus zu erleben. Die Jugendgruppe Ober-Ramstadt war mit einem Fahrzeug gekommen, um ihr Ensemble auf der mit einem brennenden Tannenbaum geschmückten Bühne des Saals auftreten zu lassen. K. Jäger hatte ein schönes Weihnachtsspiel geschrieben, in dem Kasperle, der Polizist, die Großmutter, die sieben Zwerge, Elfen und alle sonstigen Attribute kindlicher Phantasie auftraten.
Der Nikolaus zog mit Rute und großem Sack durch die Tischreihen, wohl unterstützt durch eine Reihe eifriger Helfer, und verteilte Plätzchentüten. Körbe mit Aepfel kamen zur Verteilung, kleine Leute suchten Schutz hinter dem Rücken ihrer Eltern, wenn «Nikolaus sich mit ihnen zu unterhalten suchte, und hilflose Mütter truPen dem himmlischen Sendboten ihre Erziehungswünsche zur Weitergabe an die kleinen Sünder auf. Die Stimmung war auf dem Höhepunkt, als das Saallicht verlöschte, und die Jugendgruppe Weihnachtslieder sang, zu denen der Tannenbaum brannte, und hungrige Kindermünder die ersten Proben aus ihren Gabentüten versuchten.
Eine wohlgelungene Nikolausfeier von Kindern für Kinder, veranstaltet von den Heimatvertriebenen für die gesamte Gemeinde Ober-Modau. Hier war nichts von Fremdheit oder Ablehnung zu verspüren, hier saßen Menschen gemeinsam unter dem Weihnachtsbaum, ganz dem ewig neuen Erlebnis der Weihnacht hingegeben.
Neuer Generalbebauungsplan
Alsbach, (hl) - Bürgermeister Engel hatte den Gemeinderat zu einer dringenden Sondersitzung einberufen, um über den vom Staatsbauamt Darmstadt abgeänderten Generalbebauungsplan zu beraten.
Der Bauleitplan westlich der Main-Neckar-Bahn hat eine Aenderung erfahren, ferner wurde das im Flächennutzungsplan ausgenommene Gelände nördlich der Straße Alsbach-Hähnlein links und rechts der Eisenbahn mit in den Bebauungsplan einbezogen. Nach eingehender Beratung stimmt'’ der Gemeinderat der Abänderung zu
Neue Glocken läuten die Weihnacht ein
Feierliche Einholung und -Weihe des neuen Geläutes von Dieburg
Dieburg. (R. G.) - Im festlichsten Schmuck prangten die Straßen Dieburgs, als am Samstag unter überwältigender Teilnahme der katholischen Gemeinde die neuen Giokken für die Stadtkirche eingeholt wurden. Die Lichtergirlanden zum Weihnachtsfest schienen besonders hell und verheißend zu leuchten, als die noch verbliebene kleine Glocke der Stadtkirche und ihre Schwestern auf den Türmen der evangelischen Kirche und des Kapuzinerklosters ihnen Willkomm zuriefen.
Umkränzt von Tannengrün und begleitet von sechs ganz in Weiß gekleideten Mädchen zog das neue Geläut in die Stadt ein. Die Geistlichkeit beider Konfessionen, Bürgermeister, Beigeordnete und Gemeinderäte, mehrere Vereine, der Lehrkörper der Volksschule mit seinen Klassen, die Kolpingstfamilie und viele Gläubigen folgten dem Zuge. Die feierliche Prozession wurde auf dem Kirchenplatz von Hunderten von Gläubigen erwartet.
Nach einem Choral der Kirchenmusik und dem Chor „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“, vor.getragen vom Kellerschen Männergesang-Verein, sprach Brunhilde Breitwieser den Empfangsgruß, der zur Ansprache des Stadtpfarrers überleitete. In den vergangenen 40 Jahren seien zwei furchtbare Weltkriege über uns hinweggebraust, denen im Jahre 1941 die Glocken zum Opfer gefallen seien. Viele hätten damals geahnt, daß mit dem Sterben der
Glocken auch die Siegeshoffnungen unseres Volkes dahingeschwunden seien.
Bürgermeister Steinmetz wünschte den Glocken, daß sie nie mehr satanischen Zwecken des Kriegs geopfert werden; sie möchten uns Anlaß zur Selbstbesinnung sein in der Hetze und Hast des Tages. Die Stunde des Einzugs der Glocken, so versicherte Pfarrer Schwoebel, sei auch für die evangelische Gemeinde Anlaß zur Freude. Mit Worten des Dankes an alle, die die Anschaffung der Glocken ermöglicht und an der feierlichen Gestaltung des Tages mitgewirkt hatten, entließ Sbadtpfarrer G e o e r g die Gemeinde.
Nach einem feierlichen Hochamt mit Segen am Sonntagvormittag, bestieg Dekan Dr. Dr. B oo s z (Klein-Zimmern) die Kanzel zur Glockenpredigt. Wo immer es sei: der Glocke Stimme gemahne die Menschen, Gott zu ehren und Jesus zu lieben. Nach der Predigt gab Dekan Boosz den drei an den Stufen des Altars aufgestellten Glocken ihren Namen; der größten gab er in Erin-
nerunig an die Verkündung des Mariendogmas den Namen der Mutter Gottes, die. nun aufgenommen worden sei in den Himmel; zu Ehren der Apostelfürsten Petrus und Paulus, den beiden Schutzpatronen der Stadtkirche, wird die zweite Glocke läuten; dem heiligen Martinus, dem Stadtpatron, ist die dritte geweiht.
Am 24. Dezember 1950 um 16 Uhr werden die neuen Glocken zum erstenmal erschallen.
Die Glocken bei ihrer Weihe in der Stadtkirche Dieburgs Foto: Loigom
„Odenwald - Museum“ in Michelstadt
Lebhafte Jahresabschlußsitzung des Micheistädter Gemeindeparlaments
Michelstadt (-ch) — Die letzte diesjährige öffentliche Beratung der Gemeindevertreter unter Vorsitz von Bürgermeister Woher zeichnete sich nicht nur durch eine umfangreiche Tagesordnung, sondern auch durch lebhafte Debatten aus.
In richtiger Erkenntnis der Bedeutung des ..Odenwald-Museums“ für Heimatpflege und Fremdenverkehr stimmte der Gemeinderat einem Antrag des Michelstadter Verkehrsvereins auf Wiedereröffnung dieses Museums im ehemaligen „Preußischen Hof“ zu. Die zur Zeit noch für Wohnzwecke benutzten Räume sollen durch Bereitstellung einer anderweitigen Wohnung baldigst wieder für das „Odenwald-Museum“ freigemacht werden, damit es spätestens im kommenden Frühjahr freigegeben werden kann. Ein weiterer Antrag des Verkehrsvereins beschäftigte sich mit dem Mangel einer öffentlichen Bedürfnisanstalt in Michelstadt. Der Stadtbaumeister soll entsprechende Vorschläge ausarbeiten.
— - evtoax UCIICU. Für den von der OPD Frankfurt geplanten Neubau eines Wohnhauses für Postbedienstete konnte die Finanzierung gesichert werden. Neben einem Postdarlehen in Höhe von 18 000 DM werden 12 000 DM als Landeisbaudariehen bereitgestellt. Eine 1. Hypothek in Höhe von 8000 DA? ist auch gesichert, so daß die Stadt nur das Baugelände zu stellen und die Bauleitung zu übernehmen hat. Die Gesamtbaukosten sind mit 40 000 DM veranschlagt.
Ueber die Frage des Beitritts der Stadt zu den gemeinnützigen Baugese?)teaften „HEGEMAG“ und „Nassauische Heimstätte“ entspann sich eine lebhafte Diskussion. Mehrere Ratsmitglieder sprachen sich gegen den Beitritt aus. Die Baugenossenschaften seien in erster Linie an der Erstellung von Wohnblocks interessiert, die sich schlecht in das Stadtbild Michelstadts einfügen ließen.
Der Gemeinderat konnte sich zunächst nur entschließen, für 12 000 DM Aktienanteile der ..HEGEMAG“ zu erwerben, während der Beitritt zur ..Nassauischen Heimstätte“ zurückgestellt wurde
Nach der Beratung privater Baugesuche und der Genehmigung der Schöffen- und . schworenenvori-chläge schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung an.
„Ehre sei Gott in der Höhe...“
Feierliche Glockeneinholung in Heri im Odenwald
Hering (hfl) — Schon als die evangelische Kirche ihr Geläut abliefern mußte, faßte sie den Entschluß, so schnell als möglich zu einem neuen Glockenspiel zu kommen. Vor der Währungsreform scheiterte der Wunsch an der Schwierigkeit der Metallbeschaffung.
Nun war am Sonntagnachmittag der Zeitpunkt gekommen, daß die neuen Glokiken für die evangelische Kirche in Hering in feierlichem Zug eingeholt werden konnten. Vor dem Pfarrhaus versammelten sich die Reiter, der Kirchenvorstand, die Gemeindevertreter, Ehrengäste, Sportverein und Kirchenchor, um den geschmückten Wagen mit den drei Bronzeglocken zur Kirche zu geleiten. Dort sang der Kirchenchor ein Lied, in der Kirche trugen Schulkinder ein Musikstück vor. und nachdem ein Mitglied des Chors ein Gedicht aufgesagt hatte, hielt Pfarrer Klingelhöf f e r die Festpredigt.
Lehrer Becker beglückwünschte die Gemeinde zu ihrem neuen Geläut und auch Gemeindevertreter Arnold sprach einige Worte der Freude und Genugtuung über diese Neuerwerbung. Zimmermann Lotz hatte während seiner Freizeit den Glockenstuhl erweitert, der nun vier Glocken aufnehmen muß. Ein schönes Zeichen konfessioneller Verbundenheit war die Anwesenheit des katholischen Pfarrers, wie der katholischen Gemeinderäte bei der Feier. Die neuen Glocken, die von der ältesten deutschen Glockengießerei Gebrüder R i n - ck e r in Sinn gegossen wurden, haben 5000 DM gekostet. Nur durch die große Opferfreudigkeit der Gemeinde konnte die Anschaffung überhaupt getätigt werden. Die größte Glocke ist als Gedächtnisglocke für die Gefallenen gedacht. Am kommenden Sonntag soll die Glockenweihe durch eine Festpredigt von Propst Rau, Darmstadt, vorgenommen werden.
IRK-Schulgemeinschaften helfen
Erfolge des Jugend-Rot-Kreuzes im Kreis Erbach
Erbach, (ch) - Als Kultusminister Dr. Stein im Januar dieses Jahres zur Bildung von Schulgemeinschaften des - Rot-Kreuzes aufrief, begann dieses Werk der freiwilligen Selbsterziehung zu tätiger Nächstenliebe und Völkerverständigung im Zeichen des Roten Kreuzes auch im Kreis Erbach. In verhältnismäßig kurzer Zeit bildeten sich wMfculgemeinschaften mit rund 1000 Jugendh^Mn.
Jede Grup^)isuchte sich selbst ein Aufgabengebiet. So übernahm beispielsweise das JRK Oberhainbrunn die Päckchenversendung an kinderreiche Familien in der Ostzone, die JRK-Gruppe der Stadtschule Erbach die Patenschaft für eine Flüchtling§Schule auf der Insel Sylt. Dieser Tage kam ein Brief des Lehrers vom ~Lager Skagerak“, in de mer den Dank seiner Schule zum Ausdruck brachte und schrieb: „Die Schule Erbach hat uns die Treue gehalten und ist hier ein Begriff für menschliches Verstehen und liebenfle Hilfe.“
Altuelles zwischen gesteun und seute
Unerwünschte Hotelgäste
Babenhausen (NB) — In der Nacht zum Sonntag statteten Einbrecher dem Hotel „Zum Deutschen Hof“ einen erfolglosen Besuch ab. Die Einbrecher verschafften sich Eingang zum vermutlichen Weinkeller, in dem sie auf einige versandtbereite Kisten mit leeren Flaschen stießen. Nachdem sie 2 von 4 Kisten untersucht und Enttäuschung eingesteckt hatten, verließen die unerwünschten Gäste wieder den Weinkeller.
Wachmann überraschte die Diebe
Erbach (—ch) — In der Gemüsehandlung Merkel, Hauptstraße, überraschte ein Wachmann der Wach- und Schließgesellschaft bei seinem nächtlichen Rundgang zwei Diebe, die im Begriff waren, drei Rucksäcke mit Konserven und Flaschen zu füllen. Die Ladentür hatten sie mit einem Nachschlüssel geöffnet. Unter Zurücklassung zweier Rucksäcke ergriffen sie die Flucht über Hinterhöfe und Gartenzäune, wo sie auch den dritten Rucksack im Stich lassen mußten. Sie konnten unerkannt entkommen.
Im Dunkeln umgerannt
Höchst (—ch) — Auf der Straße von Höchst nach Hummetroth wurde der 42 Jahre alte Buchhalter Wilhelm Karg, der sich zu Fuß auf dem Heimweg befand, von einem überholenden Motorradfahrer angefahren und zu Boden geschleudert. Er erlitt einen Unterarmbruch, Gesichts- und Beinverletzungen.
Geldstrafe statt Gefängnis
D'ebtirg. (RG.) Vor dem Amtsgericht hatte Sich der 44 Jahre alte frühere Sparkfessenangestellte Georg Br. aus Reinheim wegen mehrfacher schwerer Verstöße gegen die Straßenverkehrs- und -Zulassungsordnung zu verantworten. Während der Verkehrsuberwachungswoche war er in stark angetrunkenem Zustand angehalten und von einem Gendarmeriebeamten nach Reinheim zuruckgebracht worden. Wenige Tage später rammte Br von Groß-Bieberau kommend, auf der Straße nach Reinheim einen Fernlastzug, so daß das Gefährt auf den ahnkorper der SEG rannte und einen Te-Die Blutprobe bei Br. ergab wieder Alkoholgehalt.
ff.? v,R,^ter erkannte Br. in beiden Fällen snULdlg Und verhängte eine Geldstiafe ™s° an Stelle einer an sich ver¬ -4RO Gefängnisstrafe von zwei Monaten ripn kommen noch die Kosten für den entstandenen Sachschaden.
DER SPORT
Der richtige Tip
(Ohne Gewähr) West/Hessen: bl> 2,0, 1,1, 2,1, 0,1, 0,1, 1, 1. Württemberg-Baden: 0,1, 0,2, 0,1, 1,0, 1,1, 1,2, 1, 1. Bayern (Zwölfertip): 0,2, 1,2, 0,0, 1,1, 0,1, 1, 2. Bayern (intern. Zehn): 0,1, 2, 1. 1,0, 0,2, 1, 0. Rheinland-Pfalz: 2,0, 0,0, 1,2, 0,1, 1, 1. Nord: 2,1, 0,0, 0,2, 1,1, 0,1, 0,0, 1, 1.
Zahlen und Tabellen
Erste Liga Süd
Bayern München — Vfß Mühlburg 1:2 Schweinfurt 05 — VfR Mannheim 4:3 Schwaben Augsburg — Darmstadt 98 1:2 Kickers Offenbach — Spvgg Fürth 2:2 B FC Nürnberg— München 1860 0:6 Vfß Stuttgart —BC Augsburg 6:2 Eintracht Frankfurt — Singen 04 1:0 SV Waldhof — VfL Neckarau 3:3 SSV Reutlingen —FSV Frankfurt 2:2
Zweite Liga Süd
Wacker München — Hessen Kassel 4:0 Bayern Hof — Kickers Stuttgart 3:1 1. FC Bamberg —FC Freiburg 4:1 VfL Konstanz — 1. FC Pforzheim 2:0 Ulm 46—Viktoria Aschaffenburg 5:2 SG Arheilgen — SV Wiesbaden 1:1 Union Bückingen — SV Tübingen 3:0 TSV Straubing — Jahn Regensburg 0:1 ASV Durlach — ASV Cham 3:0
Erste Liga West
Spfrd. Katernbcrg — Fortuna Düsseldorf 1:0 Schalke 04 — Rheydter SV 6:2 1. FC Köln — Rot-Weiß Oberhausen 6:0 Alem. Aachen — Preußen Münster 6:3
Erste Liga Nord
TV Eimsbüttel—VfL Osnabrück 1:4 Arminia Hannover—Eintr. Osnabrück 5:0 Bremerhaven 93—Bremer SV 1:1 Werder Bremen—Hannover 96 4:0 Eintr. Braunschweig—Holstein Kiel 1:1 Cone. Hamburg—Göttingen 05 0:0 Altona 93—SV Itzehoe 3:1
Oberliga Südwest
FK Pirmasens—TuS Neuendorf 5:1 (2:1) VfR Kaiserslaut.—Phön. Ludwigsh. 2:3 (1:1) Freundschaftsspiele VfR Neunkirchen — FSV Mainz 05 4:1 (3.0) Hamburger SV-1. FC Kaiserslaut. 7:2 (3:1) Hamborn 07-Wormatia Worms 3.2 (2.0 acv Landau—SV Saar Saarbruck. 8.4 (4.1) Snvgg Andernach—Rhen. Würselen 2:2 (1:1) 1 FC Saarbrücken—FC St. Pauli 3:1
| FSV Frankfurt | |||||
| 16 | 8 | 5 | 3 | 30:22 | 21:11 |
| Spvgg Fürth | |||||
| 15 | 9 | 2 | 4 | 40:18 | 20:10 |
| Vfß Mühlburg | |||||
| 15 | 9 | 2 | 4 | 45:23 | 20:10 |
| 1. FC Nürnberg | |||||
| 16 | 8 | 4 | 4 | 37:24 | 20:12 |
| FC Schweinfurt 05 | |||||
| 16 | 9 | 2 | 5 | 30:20 | 20:12 |
| Eintr. Frankfurt | |||||
| 16 | 7 | 5 | 4 | 26:29 | 19:13 |
| Vfß Stuttgart | |||||
| 15 | 8 | 2 | 5 | 38:21 | 18:12 |
| VfR Mannheim | |||||
| 16 | 8 | 1 | 7 | 44:30 | 17:15 |
| 1860 München | |||||
| 16 | 8 | 1 | 7 | 37:32 | 17:15 |
| Schwaben Augsburg | |||||
| 16 | 6 | 4 | 6 | 27:33 | 16:16 |
| Kickers Offenbach | |||||
| 15 | 6 | 3 | 6 | 31:26 | 15:15 |
| Bayern München | |||||
| 16 | 5 | 3 | 8 | 28:29 | 13:19 |
| Darmstadt 98 | |||||
| 16 | 5 | 3 | 8 | 24:41 | 13:19 |
| SV Waldhof | |||||
| 16 | 4 | 4 | 8 | 27:32 | 12:20 |
| FC Singen 04 | |||||
| 15 | 4 | 3 | 8 | 20:41 | 11:19 |
| SSV Reutlingen • | |||||
| 16 | 4 | 3 | 9 | 23:52 | 11:21 |
| VfL Neckarau | |||||
| 15 | 4 | 2 | 9 | 27:46 | 10:20 |
| BC Augsburg | |||||
| 16 | 3 | 3 | 10 | 24:39 | 9:23 |
| Jahn Regensburg | |||||
| 16 11 | 3 | 2 | 35:16 25:7 | ||
| ASV Cham | |||||
| 16 | 10 | 4 | 2 | 33:15 | 24:8 |
| Kickers Stuttgart | |||||
| 15 | 10 | 3 | 2 | 42:23 | 23:7 |
| Bayern Hof | |||||
| 16 | 10 | 2 | 4 | 28:15 | 22:10 |
| 1. FC Bamberg | |||||
| 16 | 8 | 4 | 4 | 28:21 | 20:12 |
| Vikt. Aschaffenburg | |||||
| 16 | 8 | 3 | 5 | 41:29 | 19:13 |
| Hessen Kassel | |||||
| 16 | 7 | 4 | 5 | 41:30 | 18:14 |
| ASV Durlach | |||||
| 16 | 7 | 3 | 6 | 36:29 | 17:15 |
| Wacker München | |||||
| 16 | 8 | 1 | 7 | 36:30 | 17:15 |
| 1. FC Pforzheim | |||||
| 16 | 6 | 3 | 7 | 33:29 | 15:17 |
| Union Bückingen | |||||
| 16 | 6 | 2 | 8 | 23:29 | 14:18 |
| Ulm 46 | |||||
| 16 | 5 | 4 | ' 24:35 | 14:13 | |
| TSV Straubing | |||||
| 16 | 5 | 3 | 33:35 | 13:19 | |
| FC Freiburg | |||||
| 16 | 5 | 28:37 | 13:19 | ||
| SV Wiesbaden | |||||
| 16 | 5 | 1 9 | 35:29 | 12:20 | |
| VfL Konstanz | |||||
| 15 | 5 | * | 1 9 | 15:31 | 11:19 |
| SG Arheilgen | |||||
| .17 | 3 | 2 | 12 | 21:55 | 8:26 |
| SV Tübingen | |||||
| 17 | 1 | 1 | 15 | 17:61 | 3:31 |
| Schalke 04 | |||||
| 15 | 11 | 2 | 2 | 40:17 | 24:6 |
| Borussia Dortmund | |||||
| 14 | 8 | 5 | 1 | 29:18 | 21:7 |
| Preußen Münster | |||||
| 15 | 10 | 1 | 4 | 26:16 | 21’9 |
| 1. FC Köln | |||||
| 15 | 9 | 0 | 6 | 35:17 | 18:12 |
| Alem. Aachen | |||||
| 14 | 7 | 3 | 4 | 33:26 | 17:11 |
| Rot-Weiß Essen | |||||
| 15 | 8 | 1 | 6 | 37:26 | 17:13 |
| Fortuna Düsseldorf | |||||
| 15 | 6 | 4 | 5 | 24:18 | 16:14 |
| Spvgg Erkenschwick | |||||
| 15 | 5 | 6 | 4 | 14:12 | 16:14 |
| Rheydter SV | |||||
| 15 | 5 | 4 | 6 | .-23:33 | 14:16 |
| Hamborn 07 | |||||
| 15 | 5 | 3 | 7 | 19:26 | 13:17 |
| Horst-Emscher | |||||
| 15 | 4 | 4 | 7 | 22:23 | 12-18 |
| Preußen Dellbrück | |||||
| 15 | 4 | 4 | 7 | 23:26 | 12:18 |
| Spfrd. Katernberg | |||||
| 15 | 4 | 2 | 9 | 24:34 | 10:20 |
| RW Oberhausen | |||||
| 14 | 3 | 3 | 8 | 12:29 | 9:19 |
| Borus. M.-Gladbach | |||||
| 14 | 3 | 2 | 9 | 19:45 | 8:20 |
| Duisburger SV | |||||
| 15 | 3 | 2 | 10 | 9:23 | 8:22 |
| VfL Osnabrück | ||||||
| 16 | 9 | 5 | 2 | 43:23 | 23:9 | |
| Göttingen 05 | ||||||
| 15 | 8 | 4 | 3 | 39:30 | 20:10 | |
| Werder Bremen | ||||||
| 13 | 8 | 3 | 2 | 41:17 | 19:7 | |
| St. Pauli | ||||||
| 14 | 7 | 5 | 2 | 35:19 | 19:9 | |
| Holstein Kiel | ||||||
| 15 | 8 | 3 | 4 | 25:22 | 19:11 | |
| Hamburger SV | ||||||
| 14 | 7 | 4 | 3 | 41:22 | 18:10 | |
| Eimsbüttel | ||||||
| 15 | 6 | 5 | 4 | 23:21 | 17:13 | |
| Bremerhaven 93 | ||||||
| 15 | 7 | 3 | 5 | 31:28 | 17:13 | |
| Bremer SV | ||||||
| 16 | 7 | 3 | 6 | 35:33 | 17:15 | |
| Arminia Hannover | ||||||
| 15 | 6 | 3 | 6 | 28:20, | 15:15 | |
| Eintr. Braunschweig | ||||||
| 15 | 5 | 4 | 6 | 35:29 | 14:16 | |
| Altona | ||||||
| 16 | 4 | 5 | 7 | 28:47 | 13:19 | |
| Vfß Oldenburg | ||||||
| 15 | 4 | 4 | 7 | 27:37 | 12:18 | |
| Cone. Hamburg | ||||||
| 13 | 2 | 5 | 6 | 14:29 | 9:17 | |
| Hannover 96 | ||||||
| Eintr. Osnabrück | ||||||
| 15 | 13 | 2 | 1 | 4 | 5 | 9 |
| 7 | 22:39 | |||||
| 20:34 | 8:22 | 7:19 | ||||
| SV Itzehoe | ||||||
| 15 | 1 | 1 | 13 | 19:58 | 3:27 |
Tumulte bei den Boxern
Bierflaschen in Essen
T„ der Essener Gruga-Halle wurde der Krefelder Heinz Sachs durch eine sehr umtrHtcne Ringrichterentscheidung neuer deutscher Halbschwergewichtsmeister. Bei TT freiwilligen Titelverteidigung des seit¬ £i£ S Vogt (Hamburg) sah es in den drei ersten, Runden ganz danach aus als sollte Vogt einen klaren Sieg landen denn er beherrschte den Herausforderer und machte diesem mit kurzen rechten Haken schwer zu schaffen In der vierten Runde erwischte Sachs den Meister Im Kinn, dieser ging zu Boden war aber drei“ bereits wieder auf den Knien und bei „neun“ befand er sich wieder m Kampfstellung. Ringrichter Linke ( Duisbürg) brach jedoch den Kampf ab und erklärte Sachs zum K. 0.-Sieger. Diese krasse Fehlentscheidung löste lautstarke Proteststürme des Publikums aus. Flaschen flogen in den Ring, der von fanatischen Zuschauern gestürmt wurde, so daß die Polizei eingreifen mußte.
Zuschauer demontierten den Ring
In der Berliner Sporthalle am Funkturm nahm der Hauptkampf zwischen den Schwergewichtlern „Tiger“ Jones (USA) und Wilson Kohlbrecher (Osnabrück) ein unerwartetes Ende. Nach einem wilden Fight in der ersten Runde, die ausgeglichen verlief, fielen bei einem Schlagwechsel an den Seilen beide Kämpfer aus dem Ring, während der Ringrichter zu zählen begann. Beim „Aus“ befand sich weder Jones noch Kohlbrecher in Kampfstellung, so daß der Kampf mit einem K. o. beider Boxer, also praktisch ohne Ergebnis endete, wie dies die sportlichen Regeln vorschreiben. Das Publikum quittierte diese Entscheidung mit einem ohrenbetäubenden Pfeifkonzert, es fühlte sich um sein Geld betrogen. Apfelsinenschalen, Holzplatten und alle möglichen Gegenstände flogen in den Ring, als der nächste Kampf zwischen Hecht (Berlin) und dem Luxemburger Serres beginnen sollte. Ein Betrunkener hing sich den Meisterschaftskranz um den Hals und kletterte in den Ring. Funktionäre versuchten ihn zu entfernen, worauf andere Fanatiker in den Ring kletterten und die Funktionäre verprügelten. Schließlich stürmten Polizisten in den Ring, vermochten sich aber nicht durchzusetzen. Ein beschämendes Schauspiel begann, der Ring wurde regelrecht „demontiert“, die Stühle im Zuschauerraum wurden zerschlagen und als Wurfgeschosse benutzt. Schon vorher hatte Polizeikommandeur Dahler die Fortsetzung der Kämpfe verboten. *
Der Kampf Jones—Kohlbrecher findet am 29. Dezember ohne Börse seine Wiederholung.
Rigoni/Terruzzi siegten
München, (dpa) Das am Sonnabend auf der Münchener Winterbahn ausgetragene Dreistunden-Mannschaftsfahren der Lerufsradfahrer endete erwartungsgemäß vor 5000 Zuschauern mit dem Sieg des italienischen Favoritenpaares Rigoni/Terruzzi mit 98 Punkten vor Lapebie/Saager mit 75 Punkten. Kilian/Vooren belegten mit einer Runde Rückstand und 70 Punkten den dritten Platz vor Giorgetti/Preiskeit mit 55 Punkten und Mirke/H. Hörmann hüt 42 Punkten.
München, (AP.) Nach dem ersten Tag des Schwimmländerkampfes Oesterreich gegen Süddeutschland, der am Wochenende im Münchner Volksbad ausgetragen wurde, führten die Oesterreicher mit 48 zu 44 Punkten.
Zweiter Auswärtssieg der Lilienträger
Die Schwaben nach schönem Spiel verdient 2:1 (2:1) geschlagen / Müller, Schmidtmer, Reeg und Bohmann die besten Darmstädter / 13. Tabellenplatz erkämpft
Ueberglücklich lagen sich die elf Darmstädter Spieler nach dem Spiel in den Armen. Sie hatten auch allen Grund dazu, denn sie hatten auf dem heißen Augsburger Gelände zwei wertvolle Punkte errungen. Wahre Tantalusqualen mußten die wenigen Darmstädter Anhänger aushalten, als nach einer wundervollen ersten Halbzeit der Lilien-Mannschaft und einer verdienten 2:1 -Führung nach der Pause die Augsburger Angriffswellen gegen das Darmstädter Tor brandeten. Aber die Lilien-Deckung hielt stand, und besonders Müller rettete seiner Mannschaft den Sieg.
Schwaben Augsburg: Süßmann; Frisch, Kneitel; Meßmer, Struzina, Zcakaluzy; Stehlik, Pestle, Lechner, Harlacher und Strittmatter.
SV Darmstadt 98: Müller; Barth, Abt; Herder, Schmittner, Leichtlein; Reeg, Mühlbach, Bohmann, Erwig, Becker 11.
Schiedsrichter: Reinhardt (Stuttgart). Zuschauer: 7000.
Man hatte im Hinblick auf die Platzverhältnisse (hoher Schnee) Thalheimer pausieren lassen und auf die Mannschaftsaufstellung zurückgegriffen, die in Darmstadt gegen Bayern München siegreich war. Schwaben stellte eine körperlich starke Mannschaft, die sofort mit steilangelegten Angriffen das Heft in die Hand nahm. Die wenigen, aber gefährlichen Angriffe der 98er scheiterten vorerst an dem eisenharten, an englische Verhältnisse gewöhnten Stopper Struzina.
2:0-Führung der Lilien
In der 24. Minute gelingt es Bohmann, auf engstem Raum den routinierten Schwabenstopper auszuspielen und aus 16 Meter Entfernung unhaltbar zum 1:0 einzuschießen. Trotz heftiger Gegenangriffe der Schwaben führt in der 27. Minute eine prachtvolle Kombination des durchgebrochenen Reeg und des mitgelaufenen Bohmann durch den am Boden liegenden Darmstädter Mittelstürmer trotz verzweifelter Abwehr zum 2:0 für die Gäste.
Generalangriff der Schwaben.
In der 35. Minute geht Lechner mit vorgestrecktem Bein im Darmstädter Strafraum einem Ball nach und wird von einem blauen Spieler gebremst. Unverständlicherweise zeigt Schiedsrichter Reinhardt auf den Elfmeter-Punkt. Stehlik schießt, aber Müller hält ausgezeichnet. In der 40. Minute gelingt Schwaben Augsburg durch Direktschuß von Strittmatter auf Flanke Stehlik das Anschlußtor. Turbulente Szenen spielen sich in der Folge und nach der Pause vor dem Darmstädter Gehäuse ab, aber Müller hält überragend. Begeisternd, wie trotz dieser Augsburger Drangperiode die Darmstädter Angriffsreihe aus einer elastischen Deckung heraus immer wieder gefährliche Angriffe einfädelt. Wie staunten die Augsburger Zuschauer, daß die Darmstädter Mannschaft auf Grund ihrer ausgezeichneten Kondition das vorgelegte Tempo durchhalten und bis zum Schlußpfiff ihr Tor reinhalten konnten.
Note I für Lilien-Elf
Die Darmstädter Mannschaft hat in Augs¬ bürg ohne Zweifel ihr bisher bestes Oberligaspiel geliefert. Dafür gebührt der gesamten Mannschaft ein Sonderlob. In der Hintermannschaft rettete Müller durch seine Ruhe und Umsicht seiner Elf den Sieg. Die Abwehr leistete besonders in den letzten Minuten fast Unmögliches. Ausgezeichnet war diesmal die Stürmerreihe, in der J’öhmann den Mittelläufer Struzina vor fast unlösbare Aufgabe stellte. Bei Augsburg überragten Rechtsaußen Stehlik und Läufer Zcakaluzy.
Stimmen nach dem Spiel
Dr. Grünewald: Die Mannschaft hat erstklassig gespielt und war auch in der Augsburger Drangperiode stets gefährlich. Wenn die Elf so weiter spielt, habe ich gar keine Bedenken.
Trainer Snobek: Pöhmann spielt gegen Struzina ein ausgezeichnetes Spiel und hat durch seine beiden Tore einen großen Anteil am Sieg unserer Mannschaft.
„Deutscher Sportbund“ gegründet
Willi Daume (Dortmund) Vorsitzender der neuen Dachorganisation
Im Rathaus der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover ist am Sonntag der „Deutsche Sportbund“ (DSB) als oberste Dachorganisation des deutschen Sports gegründet worden.
Unter dem Vorsitz von Prälat Ludwig Wolkers wurden die 13 Paragraphen der Satzung mit geringen Aenderungen angenommen. Danach ist der DSB eine freie Gemeinschaft der deutschen Sportverbände und -institutionen und dient der Förderung des deutschen Sports. Er setzt sich zusammen aus den Vertretern der Fachverbände, der Sport-Landesverbände und des Sportbeirats, in dem die Sportlehrer, Sportjournalisten, Sportärzte, Trainer usw. vertreten sind. In der Vollversammlung hat jede Mitgliedorganisation zwei Stimmen. Fachverbände mit über 400 000 Mitgliedern (Handball und Leichtathletik) haben vier und Verbände mit über 800 000 Mitgliedern (Turner und Fußballer) sechs Stimmen.
Zum Präsidenten des Deutschen Sportbundes auf ein Jahr wurde der 36jährige Vorsitzende des Deutschen Handballbundes, Willi Daume (Dortmund), gewählt. Dem Präsidium gehören weiter zwei stellvertretende Präsidepten sowie 12 Beisitzer an. Zu Stellvertretern Daumes, der mit 64 Stimmen bei 18 Enthaltungen und zwei ungültigen gewählt wurde, wurden das Vorstandsmitglied des niedersächsischen Landessportverbandes, Heinrich Hünecke (Hannover) und Oskar Drees (Bremen) als Vertreter der Deutschen Turnerschaft gewählt. Zwar hatte bei der Wahl der Vorsitzende des Deutschen Leichtathletikverbandes, Dr. Max Danz (Kassel), die meisten Stimmen erhalten, er trat jedoch auf Einspruch der Vertreter der .Turnerschaft
freiwillig zurück. Danz wurde dafür zum ersten Beisitzer gewählt.
Vor der Wahl der Beisitzer und der Schlußansprache von Präsident Daume verließen die Vertreter des Deutschen Fußballbundes mit dem Bemerken den Saal, der DFB habe keine Kandidaten aus seinen Reihen als Beisitzer aufgestellt.
Auch Arheilgen blieb ungeschlagen
SG Arheilgen — SV Wiesbaden 1:1 (1:0) / Ein dramatischer Kampf mit gerechtem Ausgang / Erst in der 76. Minute gelang Wiesbaden der Ausgleich Kurella verhindert auf der Torlinie Siegestreffer
SV W’iesbaden: Herbertz; Schmidt, Roßkopp; Fleisch, Kurella, Kuhn; Götz, Remlein, Peter, Klimmeck, Czakanny.
SG Arheilgen: Seibel; Marko, Traser; Müller, Mahr, Wendler; Dilfer, Becker, Kaut, Potraffka, Lieber.
Schiedsrichter: Schmetzer, Mannheim. Es war ein erbitterter Kampf, der sich unter der lebhaften Anteilnahme einer großen Wiesbadener Expedition am Mühlchen abspielte. Arheilgen mußte auf Zöller verzichten, der in Aschaffenburg verletzt worden war und hatte dafür wieder Marko eingesetzt. Die erste Zeit verstrich unter verteiltem Feldspiel, ohne daß eine Partei eine wirklich klare Chance herausarbeiten konnte. In der 22. Minute hält Seibel einen eingeköpften Eckball und dann geht es vor dem Wiesbadener Tor außerordentlich lebhaft zu. ohne daß der Ball über die Linie gebracht wurde. Nachdem Dilfer knapp vorbeigeschossen hatte, blühte Lieber die Chance des Tages. 4 m vor dem Tor stehend tritt er über den Ball, der ihm von Kaut schußgerecht vorgelegt worden war. Beide Mannschaften kämpften mit letztem Einsatz. In der 40. Minute verlängerte Kaut eine Flanke von Dilfer zu Potraffke, der hart unter die Latte schoß. Damit war das Halbzeit-Resultat hergestellt.
Nach Wiederbeginn hält Seibel einen Kopfball und 2 Minuten später schießt Glimmeck an die Latte. Wiesbaden will mit aller Macht den Ausgleich erzwingen. Klimmeck hebt einen Strafstoß über das Tor, ebenso Peter. In der 73. Minute war Vollalarm im Wiesbadener Strafraum. Herbertz ist bereits ausgeschaltet und Kaut schießt sauber in die Ecke. Doch da stand noch Kurella, der den Ball aus dem Tor köpft. Der Nachschuß von Dilfer wird' nicht ganz sauber unschädlich gemacht. In dieser starken Drangperiode der Vorstädter geht Wiesbaden auf und davon. Ein schneller Wechsel und aus stark abseits-verdächtiger Stellung wird der Ball von Glimmeck eingedrückt. Arheilgen stürmte jetzt mit Macht und setzte die Gästedeckung unter Dampf. In ihrer Verzweiflung tritt die Verteidigung die Bälle weit über die Umzäunung, um Zeit zu gewinnen. Es spielen sich turbulente Szenen im Wiesbadener Strafraum ab, trotzdem gelingt es den Gästen, bis zum Schlußpfiff das Unentschieden zu halten.
Seibel war gut. Marko spielte ein ganz großes Spiel und bewachte Czakanny mustergültig. Auch Traser hielt seinen Außen gut. Mahr wuchs über sich selbst hinaus. Müller kurbelte wieder fehlerfrei und Wendler spielte einen guten Außenläufer. Dilfer hatte gegen Roßkopp, den einarmigen Verteidiger, einen sehr harten Stand und Becker ließ den sonstigen Drang etwas vermissen. Potraffke spielte ideenreich, aber etwas zu langsam. Lieber hatte mit seinen Aktionen kein Glück. — Die Gäste kämpften wie die Löwen und haben es einem anständigen Quantum Glück zu verdanken, daß sie einen Punkt mitnehmen konnten. Eisern stand die Verteidigung, besonders Kurella war überall. Die Läufer hatten mehr in der Abwehr zu tun und der Sturm kam so nicht voll zur Entfaltung. Am besten gefielen die beiden Flügelstürmer. Hewe
Die Bezirksklasse meldet
Tabellenführer behaupten sich
Gruppe 1: Groß-Gerau siegte in Urberach / Lorsch mußte kämpfen Gruppe 2: Kein Sieg für die Gäste / Bischofsheim in Wixhausen gestrauchelt
Bobstadt—Eberstadt 5:0 (2:0) Roßdorf—Bürstadt 0:3 (0:2) Urberach—Groß-Gerau 1:4 (1:3) Groß-Rohrheim—Langen 1:5 (1:2) Heppenheim—Bensheim 0:0 Lorsch—Ober-Kamstadt 2:1 (1:0)
Bobstadt—Eberstadt 5:0 (2:0)
In Bobstadt zeigten beide Mannschaften keine besondere Leistung. Trotz des hohen Sieges konnten auch die Gastgeber — wieder ipit Cornelius — nicht überzeugen. Vielleicht läßt sich dies durch die Tatsache, daß beide Mannschaften mit Ersatz antraten, am besten erklären. Der verhängte Foulelfmeter, der das zweite Tor ergab, sowie der Platzverweis eines Gästespielers wegen Schiedsrichterbeleidigung, müssen als zu harte Entscheidung angesehen werden. Die Tore schossen Cornelius (4) und Gerber. Ka.
Roßdorf—Bürstadt 0:3 (0:2)
Roßdorf unterlag auf eigenem Platze seinem schnelleren Gegner mit 0:3 Toren. Bürstadt ging in der 15. Minute aus Abseitsstellung durch Mittelstürmer Brückmann in Führung und stellte mit einem weiteren Torschuß seines Halbrechten Kleber das Halbzeitergebnis her. Nach der Pause kam Roßdorf besser ins Spiel, doch alle Durchbruchsversuche scheiterten an der hervorragenden Bürstädter Hintermannschaft. In der 65. Minute gelang den Gästen mit Beihilfe eines Roßdörfer Spielers der dritte Treffer. .Sl.
Viktoria Urberach—Groß-Gerau 1:4 (1:3)
Für die Ueberraschung des Sonntags sorgten am Waldsportplatz in Urberach die Gäste aus der Zuckerstadt. Insgesamt vier Tore waren innerhalb der ersten sieben Minuten gefallen. Ein blitzschneller Sturm, dem wirklich alles gelang, brachte die Hintermannschaft der Gastgeber oft genug ins wanken. In der zweiten Minute konnte Schadt 1:0 für die Gastgeber einsenden, aber postwendend glich Schwartzkopf aus. In den folgenden vier Minuten brachten Diehl und Ziegler ihre Elf 3:1 in Front. Erst nach der Pause kamen die Einheimischen an ihre alte Form heran. Während alle Angriffe ergebnislos verliefen, erzielten die Gäste zehn Minuten vor Schluß den 4:1-Stand. gi-
Groß-Rohrheim—Langen 1:5 (1:2)
Den Kampf der beiden Neulinge konnten die Gäste verdient und eindeutig für sich entscheiden. Langen hatte in dem ganzen Spiel leichte Vorteile und wußte die Torchancen besser auszunutzen. Ein Schuß von E. Werner prallte in der 11. Minute von der Latte ins Netz, und in der 22. Minute schoß Lehrnickel die 2:0-Führung der Gäste heraus. Kurz vor dem Wechsel erzielte Olf, der mit dem Ball Tormann und Verteidigung umspielte und ins Netz lief, den einzigen Gegentreffer. Nach dem Wechsel waren noch Schäfer und E. Werner erfolgreich. Der fünfte Treffer kam durch ein Eigentor der Gastgeber zustande. Ka-
Heppenheim—Bensheim 0:0
Das Bergstraßen-Derby am Galgen hatte 1500 Zuschauer angelockt, die ein spannendes Spiel, doch leider keine Tore sahen. Beide Mannschaften hatten ihre Stärke in den hinteren Reihen, gegen die sich die sturmreihen auf dem glatten Boden nicht durchzusetzen wußten. Der gesamte Spielverlauf war durchweg ausgeglichen, wobei beide Mannschaften zahlreiche Torchancen hatten. In der letzten Viertelstunde hatten die Gastgeber etwas mehr vom Spiel, ohne einen Treffer erzielen zu können. Ka.
Olympia Lorsch — Ober-Ramstadt 2:1 (1:0)
Vor 600 Zuschauern besiegte Olympia Lorsch den Tabellendritten Ober-Ramstadt knapp mit 2:1 Toren. Dabei entspricht das Ergebnis durchaus nicht dem Spielverlauf, denn gemessen an den vielen ungenutzten Torchancen und der spielerischen Ueberlegenheit der Gastgeber hätte eine wesentlich höhere Torausbeute erzielt werden müssen. Aber alle Lbrscher Angriffe scheiterten an der massiven Abwehr der Gäste. Erst in der 43. Minute gelan-g Gärtner durch Kopfball auf eine Flanke von Brunnengräber der Führungstreffer. Die zweite Halbzeit brachte bereits in der fünften Minute durch den Rechtsaußen der Gäste den Ausgleich. Ober-Ramstadt versuchte nun mit Gewalt, dieses Ergebnis zu halten und verteidigte zeitweise mit der gesamten Mannschaft. Doch Gärtner schoß in der 83. Minute nach einem AHeingamg zum 2:1 ein. Für die Ueberlegenheit der Lorscher spricht das Eckballverhältnis von 10:2. Hub
Mörfelden—Messel 6:1 (2:1) Ober-Roden—Eppertshausen 3:1 (3:1) Wixhausen—Bischofsheim 2:0 (0:0) Walldorf—Erbach 8:1 (4:1) Nauheim—Urberach 4:4 (1:4) Trebur—Münster 2:1 (1:0)
Ir.
Mörfelden — Messel 6:1 (2:1)
Ein sehr schönes und faires Spiel sah man in Mörfelden. Das Ergebnis gibt nicht ganz den Spielverlauf wieder, zeigt aber die Ueberlegenheit der Einheimischen, die während zwei Drittel der 90 Minuten den Ton angaben. Besonders in der zweiten Halbzeit zeigten sie eine sehr gute Leistung, nachdem den beiden Führungstoren von Knodt der Anschlußtreffer gefolgt war. Abermals Knodt, Herzberger (2) und Gerbig stellten dann das Endergebnis her. Ir
Ober-Roden—Eppertshausen 3:1 (3:1)
Einen harten und fairen Kampf lieferten sich die beiden Lokalrivalen vor 800 Zuschauern. Vom Anstoß weg konnten die Gastgeber bis zum Seitenwechsel eine leichte Ueberlegenheit im Mittelfeld herausspielen, wobei sich der Spielmacher Keck in der 15., 20. und 25. Minute als dreifacher Torschütze auszeichnen konnte. Ein in der 40. Minute verursachter Handelfmeter von Reisert wurde von Gruber zum Ehrentor verwandelt. Nach der Pause hatten die Gäste mehr vom Spiel, konnten aber durch die tadellosen Abwehrleistungen der Einheimischen zu keinen weiteren Toren kommen. gi-
Walldorf — Erbach 8:1 (4:1)
Der Tabellenführer der Gruppe II konnte einen großartigen Sieg über seinen Gegner Erbach feiern, der selbst in seiner Höhe verdient war. Gleich mit dem Anpfiff lag er im Angriff und ließ das Spiel fast nur in der Erbacher Hälfte abrollen. Walldorf führte schon nach einer knappen halben Stunde 3:0. Bei diesem Stande kam der Gast durch seinen Halblinken bei einem Durchbruch zum Ehrentor. Nach dem vierten Walldorfer Treffer fiel die Gästemannschaft auseinander und mußte noch vier weitere Tore hinnehmen. Torschützen für Walldorf: Kunz (4), Müller (2), Wirth und Armbrüster. Ir.
Nauheim — KSV Urberach 4:4 (1:4)
In Nauheim konnte der Gastgeber aus einem fast aussichtslosen Rückstand von 3 Toren in einem harten und kampfbetonten Spiel ein 4:4- Unentschieden erzielen. Nach 10 Minuten war Urberach 1:0 in Führung gegangen, doch Nauheim konnte kurze Zeit darauf durch Elfmeter ausgleichen. Binnen 10 Minuten fielen dann vor der Halbzeit 3 Tore für den Gast, der sich nach der Pause jedoch das Heft aus der Hand nehmen ließ, so daß Nauheim gleichziehen konnte. 12 Minuten vor dem Abpfiff mußte Urberachs Torhüter wegen Verletzung ausscheiden. Die Torschützen waren: für Nauheim: Schader, Spengler (2) und Hummel; für Urberach: Kraus (2), Herrmann I und Herrmann 11. Ir.
Trebur — Münster 2:1 (1:0)
Zu seinem ersten Heimsieg kam der Tabellenletzte Trebur gegen Münster. Trebur mußte wohl in der letzten halben Stunde, als Münster in Fahrt kam, arg um seinen Sieg bangen, hat diesen jedoch auf Grund seiner Ueberlegenheit in der ersten Halbzeit und seines Eifers verdient. Die erste Spielhälfte blieb bis 1 Minute vor der Pause torlos. Der Nachschuß eines Strafstoßes von Fiebig führte zum 1:0. Jäger erhöhte eine Viertelstunde nach dem Wechsel durch Elfmeter auf 2:0 und wenig später fiel der Anschlußtreffer für Münster durch Ries.
Fußball-Kreisklasse
A-Klasse-Dieburg
Spachbrücken — Mosbach 0:1 Lengfeld — Ueberau 3:1 Ober-Roden — Reinheim 0:1 Klein-Zimmern — Groß-Umstadt 3:1 Dieburg — Nieder-Roden (Fr.-Sp.) 4:2 (2:1)
B-Klasse Dieburg
Groß-Bieberau — Ober/N.-Klingen ausgef. Georgenhausen — Wersau 6:1 Niedernhausen — Brensbach 2:1 Hering — Hassia II 1:8 Gruppe 2 Münster — TV Groß-Umstadt 4:1 Klein-Umstadt — Hergershausen 0:3 abgebr. Raibach — Heubach 2:4
A-Klasse Darmstadt
Hahn — Alsbach 1:4 TSG 46 Darmstadt — Weiterstadt 2:3 Erzhausen — Nieder-Ramstadt 0:1 Gräfenhausen — Bickenbach 2:2 SSG Langen — Seeheim 4:2 Hähnlein — TuS Griesheim 8:0
B-Klasse Darmstadt
Union Darmstadt — Traisa 3:2 SC Griesheim — Eschollbrücken 1:1 VfR Langen Soma — Rohrbach 3:2 Nieder-Beerbach — Jugenheim 1:2 Brandau — Ober-Beerbach 7:1
A-Klasse Groß-Gerau
Wolfskehlen — Dornheim 1:1 abgebr. Klein-Gerau — Raunheim 07 3:1 Ginsheim — Astheim 5:1 Büttelborn — Gustavsburg 2:0 Biebesheim — Stockstadt 4:1 SG Walldorf — Gernsheim 1:5
B-Klasse Groß-Gerau
TSV Rüsselsheim — Königstädten 5:0 Bischofsheim Ib — Geinsheim ausgef. Leeheim — Wallerstädten 3:5 SSV Raunheim — Goddelau 4:1 Worfelden — SC Opel Ib ausgef.
Kreisklasse Erbach
Höchst — FC Rimhorn 6:1 Bad König — Beerfelden 1:2 Würzberg — Lützel-Wiebelsbach 5:4 KSG Erbach Ib — Hainstadt 3:1 Michelstadt — Güntersfürst (Fr.-Sp.) 5:2 Steinbach — Fürstengrund (Fr.-Sp.) 9:1
Kreisklasse Bergstraße
Waldmichelbach — Hambach (Fr.-Sp.) 6:4 Rimbach — Mörlenbach (Fr.-Sp.) 0:6
B-Klasse Odenwald
SV Fürth — Oberabtsteinach Unterabtsteinach — Schönmattenwag 0:2
| Lorsch | 13 12 | 1 | 0 | 54:11 | 25: 1 |
| Bürstadt | 14 10 | 1 | 3 | 35:16 | 21: 7 |
| Ober-Ramstadt | 14 9 | 0 | 5 | 46:26 | 18:10 |
| Viktoria Urberach | 12 6 | 2 | 4 | 30:20 | 14:10 |
| Groß-Gerau | 13 7 | 0 | 6 | 35:26 | 14:12 |
| Bobstadt | 14 6 | 2 | 6 | 37:31 | 14:14 |
| Hofheim | 13 6 | 1 | 6 | 17:16 | 13:13 |
| Heppenheim | 13 6 | 1 | 6 | 24:23 | 13:13 |
| Langen | 12 5 | 2 | 5 | 24:24 | 12:12 |
| Bensheim | 13 5 | 2 | 6 | 20:31 | 12:14 |
| Roßdorf | 13 5 | 1 | 7 | 27:45 | 11:15 |
| Biblis | 13 4 | 2 | 7 | 31:44 | 10:16 |
| Pfungstadt | 13 4 | 1 | 8 | 20:36 | 9:17 |
| Eberstadt | 13 1 | 4 | 8 | 16:32 | 6:16 |
| Groß-Rohrheim | 13 1 | 2 | 10 | 7:42 | 4:22 |
| Walldorf | 14 11 | 0 | 3 | 30:10 | 22: 6 | |
| KSV Urberach | 12 | 7 | 1 | 1 | 33:16 | 18: 6 |
| Bischofsheim | 13 | 8 | 1 | 4 | 35:20 | 17: 9 |
| Ober-Roden | 14 | 7 | 3 | 4 | 34:22 | 17:11 |
| Dieburg | 11 | 6 | 3 | 2 | 46:19 | 15: 7 |
| Mörfelden | 13 | 5 | 5 | 3 | 31:22 | 15:11 |
| Nauheim | 13 | 4 | 6 | 3 | 27:25 | 14:12 |
| Wixhausen | 14 | 5 | 3 | 6 | 23:24 | 13:15 |
| Münster | 14 | 4 | 4 | 6 | 34:30 | 12:16 |
| Messel | 12 | 4 | 3 | 5 | 26:35 | 11:13 |
| Erbach | 11 | 5 | 0 | 6 | 29:41 | 10:12 |
| Michelstadt | 12 | 3 | 3 | 6 | 21:38 | 9:15 |
| Egelsbach | 12 | 2 | 3 | 7 | 27:37 | 7:17 |
| Trebur | 14 | 3 | 1 | 10 | 11:35 | 7:21 |
| Eppertshausen | 13 | 0 | 5 | 8 | 15:38 | 5:21 |
Handball:
SV 98 wie einst im Mai
Hoher 14:4-Sieg über Tabellenzweiten Offenbach
98 Darmstadt—Kickers Offenbach 14:4 (6:2) SG Kempten—Eintracht Mombach 4:12 (2:2) TSG Griesheim—Vfß Wiesbaden 5:4 (5:1) TSV Herrnsheim—SG Dietzenbach 5:10 (2:5) TSV Nied—SV Gelnhausen ausgefallen.
In einem großartigen Spiel kanterten die Lilienträger ihren Widersacher aus Offenbach nieder. Den etwa 1000 Zuschauern wurde ein faires und sauberes Spiel vorgeführt, so daß der gute Schiedsrichter Bayer, Ludwigshafen, keine Mühe hatte.
Die Darmstädter gewannen verdient. Sie waren mit einem ungeheuren Eifer und größtem Einsatz bei der Sache und erzielten damit dieses überraschend gute Ergebnis. Einige Male war zudem der Pfosten und die Latten Retterin höchster Not, sonst wäre es noch weitaus deutlicher geworden.
Das Spiel begann für die Lederstädter recht verheißungsvoll. Schon in der 3. Minute verwandelte der Strafwurfspezialist Morgenroth zur Offenbacher Führung. Schäfer glich wenige Minuten später aus, aber Offenbach ging noch einmal durch den Linksaußen in Führung, ehe Schäfer durch Strafwurf und Feldtor die Lilien in Führung brachte. Die rechte Sturmseite war auch in der Folgezeit recht agil und holte durch zwei Prachttore von Schäfer und Lutz eine klare Führung, die Wenz nach Strafwurfabgabe zur 6:2-Pausenführung erhöhte.
Die Offenbacher konnten sich in keiner Phase entwickeln. Jeder Stürmer war gedeckt und auch die Darmstädter Stürmer halfen hinten aus. Erst beim Stande von 11:2 kamen die Offenbacher zu ihrem dritten Tor und das vierte fiel erst in der Schlußminute. In die Tore der zweiten Halbzeit teilten sich Schäfer (3), Dr. Barth, Lutz, Reinhardt, Wenz und Glock.
Das ursprünglich für kommenden Sonntag nach Darmstadt angesetzte Spiel gegen Dietzenbach ist auf den 14. Januar verlegt worden, da der Rechtsaußen vom SV 98, Schäfer, wiederum in die Süddeutsche Mannschaft berufen wurde, die am kommenden Sonntag das Endspiel um den Bundespokal gegen Norddeutschland wiederholt. -r
TuS Griesheim—VfR Wiesbaden 5:4 (5:1)
Wie schon beim letzten, Heimspiel, so spannte auch diesmal die Griesheimer Mannschaft ihre Anhänger bis zur letzten Sekunde auf die Folter. Lediglich der aufopferungsvollen Arbeit von Torhüter Zöller verdankt Griesheim den knappen Sieg.
Griesheims Sturm ist unverkennbar in einer Formkrise. Das variationsreiche Flügelspiel ist verlorengegangen und das enge Spiel wurde von der Wiesbadener Deckung, besonders in der 2. Halbzeit, immer wieder durchkreuzt, so daß die Gastgeber zu keinem Torerfolg mehr kamen.
Der VfR Wiesbaden, der schon im Stadion eine gute Figur abgab, hatte seine Stärke in der sicheren Abwehr, wenn auch der Sturm gelegentlich sehr gekonntes und in der 2. Halbzeit produktives Spiel zeigte.
Das Spiel zerfiel in zwei verschiedene Hälften. Nach einer 2:0-Führung durch Becker, die durch Wiesbadens Mittelstürmer auf 2:1 verkürzt wurde, zog Griesheim durch Tore von Lösch (2) und Weingärtner bis zur Pause mit 5:1 davon. Diese sichere Führung holten Wiesbadens Stürmer in der 2. Halbzeit Tor um Tor auf und hätte nicht Zöller einen ganz hervorragenden Tag gehabt, so wären die Punkte sicherlich nach Wiesbaden gewandert. WK.
| SG Dietzenbach | 12 | 171:61 | 24:0 |
| Kickers Offenbach | 11 | 127:102 | 18:4 |
| SV 98 Darmstadt | 10 | 140:90 | 16:4 |
| TSG Griesheim | 11 | 87:90 | 14:8 |
| TSV Nied | 9 | 64:53 | 13:5 |
| Eintracht Mombach | 11 | 81:101 | 9:13 |
| SV Gelnhausen | 11 | 98:96 | 8:14 |
| VfR Wiesbaden | 11 | 75:91 | 8:14 |
| SG Kempten | 9 | 49:106 | 2:16 |
| TSV Herrnsheim | 8 | 47:91 | 0:16 |
| Wormatia Worms | 9 | 42:89 | 0:18 |
Ergehnisse der Gruppenliga
TSV Pfungstadt-SV Kostheim 8:7 (6:3) TSG Darmstadt—Concordia Gernsh. 11:9 (5:5) SKG Bauschheim—TSV Braunshardt 7:4 (3:1) TSC Alzey—TuS Wörrstadt 5:4 (4:2) VfL Herrnsheim—SG Bretzenheim 8:6 (5:3)
Bauschheim—Braunshardt 7:4 (3:1)
Bauschheim kam gegen Braunshardt zu einem etwas glücklichen Siege. Die Gäste-Elf hatte fast durchweg mehr vom Spiel, konnte aber ihre Ueberlegenheit nicht in Tore umsetzen. Bauschheim hatte seine Stärke im Torwart, der die bestgemeinten Torwürfe der Braunshardter Stürmer zunichte machte. Beim Gastgeber war die Deckung gut, während der Sturm durch übertriebenes Innenspiel nicht zum Zuge kam. Reitz erzielte schon in der 4. Minute das 1:0 für die Gastgeber. Diese konnten ihren Vorsprung durch Strafstöße bis zur Pause auf 3:0 erhöhen, bevor die Gäste auf 3:1 herankamen. In der zweiten Halbzeit war Braunshardt tonangebend und erzielte das Anschlußtor. Das dritte Tor für Braunshardt war auch bereits anerkannt, wurde aber vom Schiedsrichter auf Reklamation der Gastgeber wieder annulliert. Durch diese offensichtliche Fehlentscheidung bekam Bauschheim wieder Auftrieb und konnte die Gäste bis zum Schlußpfiff mit 7:4 distanzieren. Reserven 4:7. Vo.
TSG 46 Darmstadt — Concordia Gernsheim 11:9 (5:5)
Die Woogswiese war am Sonntagvormittag Schauplatz eines schnellen unnd interessanten Spiels, das bei dem harten und glatten Boden große Anforderungen an die Spieler stellte. Der Schiedsrichter mußte sein ganzes Können aufbieten, um sich das Spiel nicht entgleiten zu lassen, was aber nur durch die Verhängung je eines 13-m-Balies, die sicher verwandelt wurden, möglich war.
Die Gäste hatten in der ersten Viertelstunde etwas mehr vom Spiel und konnten auf 1:3 davonziehen. Konrad und Witzleb brachten die Woogsleute mit 5:3 Toren in Front. Bis zum Wechsel gelang den Gernsheimern der Ausgleich. Nach der Halbzeit auf beiden Seiten verteiltes Spiel auf Sicherheit. Beim Stand von 7:7 legten die Platzherren ein Zwischenspurt ein, dem die Hintermannschaft der Concorden nicht gewachsen war. Ruffier, Wieland, Lautz und Witzleb sorgten für eine ll:7-Führung. Trotz spielerischer Ueberlegenheit und vieler Torchancen gelang den Einheimischen kein weiterer Treffer, während die Gäste noch zweimal erfolgreich waren. — Witzleb 4, Konrad 3, Ruffier 2 und Lautz und Willand je 1 waren die Torschützen der siegreichen Mannschaft.
Im Vorspiel der Reserven gewann die Darmstädter Vertretung sicher mit 9:5 Toren -th-
Pfungstadt — Kostheim 8:7 (6:3)
Um ein Haar wäre Pfungstadt in diesem turbulenten Spiel um den verdienten Sieg gekommen. Gleich beim ersten Ansturm wußte Ferdinand, der riesenhafte Kostheimer Strafstoß-Spezialist, das erste Tor anzubringen. Während Pfungstadt bald einen Vorsprung herausspielte, bestand die ganze Taktik des etwas unbeholfenen Kostheimer Sturmes darin, möglichst viele Strafstöße zu verursachen, die Ferdinand mit fast tödlicher Sicherheit ins Netz setzte. So konnte Kostheim in der zweiten Halbzeit bis auf 8:7 herankommen. Nur Torhüter Geibel verhinderte im letzten Augenblick den drohenden Ausgleich. Maibach (Pfungstadt) und Ferdinand (Kostheim) waren mit je 5 Toren die erfolgreichsten Torschützen. • Md
Bezirksklasse Odenwald
Langen—Fränk.-Crumbach 5:7 Seeheim—Urberach 5:7 Kirch-Brombach—Groß-Bieberau 11:4 Reichelsheim—Mörfelden 5:7
Kreisklasse Darmstadt
Gruppe I: Bessungen—Arheilgen 4:9 Oberramstadt—Eberstadt 14:7
Gruppe II: Weiterstadt—TV Langen 1:7 Walldorf—TV Groß-Gerau 14:4
Kreis Bergstraße
Zwingenberg—Heppenheim 5:15 Kirschhausen—Einhausen 8:5 Erbach—Lorsch 6:11 Siedelsbrunn—Krumbach 5:14 abgebr. Ober-Mumbach—Zell 1:3 Bonsweiher—Kreidach 7:5 Nd.-Liebersbach—Reisen 5:6
Kreisklasse Dieburg, Gruppe I
Schaafheim—Langstadt/Schlierbach I 5:8 TV Reinheim—Richen 16:5 Babenhausen—Kl.-Umstadt B. n. angetr.
Gruppe II
SV 45 Reinheim—Groß-Zimmern 7:5 Nieder-Klingen—TS Ober-Roden 4:14 Habitzheim—Brensbach B. n. angetr. Groß-Umstadt—Münster 4:4
Jugend
Münster—TS Ober-Roden 2:3 Groß-Umstadt—Richen 12:4 -ff-
Schäfer (SV 98) verwandelt einen Strafwurf im Spiel SV 98—Kickers Offenbach 14:4 (6:2). dpd-Foto-Hemme
Ringen
Darmstadts Stadtmannschaft schlug sich prächtig
4:4-Unentschieden gegen ASV 86 Frankfurt
Anläßlich des 40jährigen Bestehens des Kraftsports in Arheilgen hatte man am Samstagabend in der Schulturnhalle einen Vergleichskampf zwischen dem Oberligaverein 86 Frankfurt und einer Stadtmannschaft angesetzt. Die Gastgeber, die mit den besten Kräften der drei Darmstädter Kraftsportvereine aufgestellt wurden, zeigten dabei ausgezeichnete Leistungen. Selten sah man derartige technisch hochstehende Kämpfe, die leider unter der schwachen Leitung von Kampfrichter Heckmann-Darmstadt litten.
Bereits im ersten Kampf gingen die Darmstädter in Führung, als Ebert (Arheilgen) durch einen Rückreißer über den starken und talentierten Falk in der 4. Minute siegreich blieb. Im Schwergewicht bewies Spatz (Arheilgen) mit seinem Sieg über Hörle, daß er auch in der Oberliga für Punkte gut wäre. Mit einem Ausheber in der 6. Minute vergrößerte er die Führung der Einheimischen. Auf Ditter (1910) waren die weiteren Hoffnungen gesetzt. Ueberraschend wurde hier sein Gegner Tratzky bereits nach der ersten Minute durch einen Ueberroller zum Sieger erklärt, obwohl der Darmstädter ebenso wie vorher Falk noch nicht auf den Schultern lag. Wer glaubte, der mehrfache deutsche Meister Henze hätte im Halbschwergewicht einen leichten Kampf über Scheidler (SV 98), sah sich getäuscht. Der Darmstädter versuchte von der 1. Minute an mit Armzügen entscheidend zum Sieg zu kommen. Nachdem ihm ein Ausheber nicht geglückt war, war es um ihn geschehen. Trotz tapferer Gegenwehr verlor er in der 7. Minute durch einen Armzug am Boden. Den unsaubersten Kampf des Abends sah man im Federgewicht zwischen Heckhaus (SV 98) und Schmitt, K, den der Gästeringer schließlich mit einem verdienten Punktsieg für sich entscheiden konnte. Im Mittelgewicht konnte man bei Schäfer (1910) die Leistungssteigerung klar erkennen. Er konnte bereits in der 3. Minute durch Abfangen eines Armzuges am Boden den Gleichstand für die Gastgeber wieder herstellen. Den schönsten Kampf des Abends gab es im Leichtgewicht, wo sich in dem Einheimischen Winkel (1910) und Dix zwei durchaus gleichwertige Gegner gegenüberstanden. Winkel, der bei seinen Verbandskämpfen in der Vor- und Rückrunde noch keinen Kampf verlor, mußte sich diesmal geschlagen bekennen. Er lieferte trotzdem einen ausgezeichneten Kampf. Eine Armfessel in der 10. Minute sah Dix über den nach Punkten führenden Darm- Städter siegreich. Der letzte Kampf und zugleich die größte Ueberraschung vollbrachte Arnold (Arheilgen) mit einem Sieg über Schmitt im Weltergewicht. Brausender Beifall wurde ihm nach seinem Siege gezollt, den er in der 8. Minute durch Armfallgriff erzielt hatte.
Anschließend ehrte die SG Arheilgen in ihrer Vereinsturnhalle alte und verdiente Kämpfer der Abteilung. Dabei wurden 2 goldene und 8 silberne Ehrennadeln verliehen, -eri-
Mitglieder-Versammluns des SV 98 Darmstadt
In einer gut besuchten Mitgliederversammlung in der Stadion-Gaststätte berichtete der Bau-Ausschuß für den Platzbau über die Fortschritte, die die Arbeiten auf dem 98er Platz machen. Der 1. Abschnitt ist mit der Fertigstellung des Spielfeldes vollendet, und es werden dem Bau-Ausschuß laufend Mittel zur Verfügung gestellt, so daß der Weiterausbau ohne Unterbrechung fortgeführt werden kann. Notwendig gewordene Satzungsänderungen fanden die einstimmige Annahme der Ver- Sammlung. Die Aenderungen, die durch die Einführung des Vertragsspieles beim SV 98 bedingt sind, unterstreichen die Gemeinnützigkeit der Ziele des Vereins und gewährleisten, daß die Mittel und das Vermögen des Vereins nur für gemeinnützige Zwecke der Soortertüchtigung verwendet werden dürfen. Nach Beantwortung einiger Fragen aus der Versammlung durch den Vorstand, nahm die Versammlung einstimmig eine Anregung eines verdienten Mitglieds an, daß der Sportverein für unser wieder geplantes Glockenspiel eine Glocke stiftet. Nach Ehrung der verdienten Mitglieder Waßner und Sattler, die vom hessischen Sportbund für Verdienste im Sport“ eine Ehren-Urkunde überreicht bekamen, wurde dem Vorstand und dem Bau-Ausschuß am Schlüsse der Versammlung Dank und Anerkennung der Mitglieder für die bis jetzt in diesem Vereinsjahr für Verein und Platz geleistete Arbeit ausgesprochen. -r
Hockey
Glücklicher Sieg der Frankfurter Stadtauswahl
TEC Darmstadt — Stadtauswahl Frankfurt 0:2 (0:2)
dr. - Auf hartgefrorenem Boden stellte sich die Frankfurter Stadtauswahl beim TEC vor. Das bis zur letzten Minute spannende und faire Spiel stand auf einem technischen Niveau, wie wir es in Darmstadt selten sahen. Daß die Frankfurter als Sieger vom Platz gingen, verdanken sie in der Hauptsache ihrem ausgezeichneten Torwart und dem Schußunvermögen der TEC-Stürmer. Frankfurt gewann das Bully, wurde an der Dreiviertellinie gestoppt und im Gegenstoß der Darmstädter konnte der Gästehüter gerade noch einen Rieß-Schuß abwehren. Dann kamen wieder die Frankfurter mehrmals von links, aber ihr Schlußmann Jung hatte mehr Gelegenheit sein ausgezeichnetes Können unter Beweis zu stellen, als sein Gegenüber im Darmstädter Tor. Nach 20 Spielminuten etwa lief der Höchster Rechtsaußen Morr durch, lenkte an dem aus dem Darmstädter Tor laufenden Stock vorbei zur Mitte, und von da wurde die Kugel zum 1:0 abgelenkt. 5 Minuten später leistete sich die TEC-Verteidigung den zweiten Schnitzer, wieder lief Morr durch und vollendete von zwei Darmstädtern bedrängt, selbst. Jetzt kamen wieder die Darmstädter. Jung meisterte Schüsse von Wolf, Rieß und Grosser davon eine von Rieß ins obere Toreck geschossene Strafecke, die der Frankfurter Hüter mit seinem Schläger und mit Glück rausholte. So wurden mit dem für den TEC unverdienten 2:0-Rückstand die Seiten gewechselt.
Nach Wiederbeginn drängte Frankfurt stark, ohne eine Erhöhung des Resultates erzielen zu können. In diesen Minuten erreichten die TEC-Stürmer nur selten den Gästeschußkreis, aber wenig später hatten die Frankfurter alle Hände voll zu tun, um sich den anbrandenden Angriffen zu erwehren. Schade, daß der in dieser Zeit auf Halbrechts gewechselte Rieß der einzige produktive Stürmer Wär. Grosser spielte mit verletzter rechter Hand und den anderen Stürmern fehlte die Energie, um einen Erfolg zu erzielen. Die Frankfurter Auswahl war damit die erste hessische Mannschaft, der sich der TEC sdit Anfang September beugen mußte. >
Heute verschied nach langem Leiden, doch plötzlich und un- g H erwartet, meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter und » gj Schwester Martha Blitz geb. Meyer H im Alter von 46 Jahren. Für die trauernden Hinterbliebenen: M In tiefer Trauer: AUGUST BLITZ | w Lengfeld, Bundemühle, den 9. Dezember 1950. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 12. Dezember 1950, nachmittags um 3'/4 Uhr vom Trauerhaus aus statt.
Am 9. Dezember ging der Divisions-Pfarrer a. D. und Pfarrer I. R. Paul Liedtcke in Frieden heim. In tiefer Trauer: Luise Liedtcke geb. Rooseboom Darmstadt (Steinbergweg 28), den 10. Dezember 1950. Beerdigung: Dienstag, 12. Dezember, 11 Uhr vormittags, Friedhof Nieder-Ramstädter Straße.
Dr. A. Weissenbruch Zahnarzt verzogen nach: Im Geißensee 2 Eingang: Am Erlenberg Sprechet. Mo.—Sa. 14—18 Fernruf: 310 0
Sondertriebwagen nach Schweinfurt Zum letzten Vorrundenspiel des SV 98 gegen FC SCHWEINFURT 05 läßt die Bundesbahn am kommen¬ den Sonntag einen Sondertrieb¬ wagen fahren. Fahrpreis etwa 8,50 DM. In der Sportredaktion des „Darm¬ städter Tagblatts“ wurden für diese Fahrt folgende Gewinner als „DT-SCHLACHTENBUMMLER“ ausgelost: 1. Ernst Söllinger, Darmstadt, Küch¬ lerstraße 2; 2. Fritz Rapp, Darmstadt, Ernst- Ludwig-Straße 15; 3. Ludwig Mengler, Darmstadt, Hin¬ denburgstraße 46 a.
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