Keine Schwäche gegen Peking
Truman und Ittlee: Der Westen gibt seine asiatischen Posttionen nicht auf
Washington, 7. Dezember. (AP.) Das allgemeine Ziel der Vereinigten Staaten ist sowohl die Sicherung Europas als auch des Fernen Ostens erklärte Präsident Truman am Mittwoch bei seinen Besprechungen mit Premierminister Attlee über die internationale Lage.
Man werde zwar mit äußerster Kraft an die Verteidigung des nordatlantischen Raumes gehen, doch gleichzeitig die Stellungen des Westens in Asien nicht aufgeben. An eine Beschwichtigungspolitik gegenüber Rotchina könne nicht gedacht werden.
Attlee betonte, Großbritannien plane keine AnnäherungspoLitik gegenüber Rotchina. Die britischen Truppen würden so lange in Korea bleiben wie die amerikanischen.
Alle Verhandlungen über Korea müßten, erklärte Truman, auf Korea beschränkt bleiben. Amerika werde jeden Vorschlag zurückweisen, die rotchinesische Regierung durch die Aufgabe Indochinas und die Preisgabe Formosas „zu kaufen“. Die amerikanischen Truppen würden freiwillig Korea nicht verlassen.
Der Präsident verwies ferner darauf, daß der Kongreß Schwierigkeiten bei der Militärhilfe für Europa machen werde, wenn die amerikanische Regierung nicht klar zeigen könne, daß die europäischen Vertragspartner ihren vollen Beitrag zum Ausbau der Verteidigung des Westens leisten.
Truman soll betont haben, daß der Zusammenschluß der westlichen Streitkräfte in einer gemeinsamen Armee, Vorkehrungen für einen deutschen Beitrag hierzu und die Ernennung eines Oberbefehlshabers mit äußerster Dringlichkeit behandelt werden müßten. Attlee habe dem uneingeschränkt zugestimmt, gleichzeitig aber darauf aufmerksam gemacht, daß schnellere Fortschritte schwer zu erzielen seien, bevor nicht die Frage der deutschen Einheiten gelöst und eine klare Entscheidung über die Organisation der geplanten gemeinsamen Armee gefallen sei.
„Ansatzpunkt“ für Weltkrieg
Lake Success, 7. Dezember. (AP.) Der sowjetische Außenminister Wyschinski erklärte am Donnerstag vor den Vereinten Nationen, die amerikanische Intervention in Korea sei der Ansatzpunkt für einen dritten Weltkrieg und müsse beendet werden, damit dieser vermieden werde.
Keine Aunfgabe Korens
London, 7. Dezember. (AP.) Der Gedanke an einen Rückzug aus Korea liege sowohl Amerika als auch Großbritannien völlig fern, erklärte der britische Verteidigungsminister Shinwell vor dem Unterhaus.
Sanktionen gegen China?
Washington, 7. Dezember, (dpa) Amerika erwäge die Verhängung einer Seeblockade und wirtschaftlicher Sanktionen der Vereinten Nationen gegen die Chinesische Volksrepublik für den Fall, daß die Armeen Pekings den 38. Breitengrad in Korea überschreiten, verlautete am Donnerstag aus zuständiger Quelle in Washington.
Moskau lehnt ab
Lake Success, 7. Dezember. (AP.) Die Sowjetunion hat angekündigt, daß sie alle Bemühungen der Vereinten Nationen, Ermittlungen über das Schicksal von Tausenden von deutschen und japanischen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion anzustellen verhindern werde.
Weihnachtszuwendung und Kohlepreis
Umfangreiche Tagesordnung des Bundestags
Bonn, 7. Dezember, (dpa) Der Bundestag beschloß am Donnerstag erneut, die steuerfreie Grenze für Weihnachtsgratifikationen von 100 auf 200 Mark zu erhöhen. Dieser Beschluß kann jedoch erst Rechtskraft erhalten, wenn der Bundesrat zustimmt.
Kohlenpreis erhöht
Ferner beschloß der Bundestag eine durchschnittliche Erhöhung des Kohlenpreises um 4,50 Mark pro Tonne und des Preises für Walzwerkerzeugnisse um 16,50 Mark.
Bundeswirtschaftsminister Professor Erhard wies darauf hin, daß die Erhöhung des Kohlenpreises durch die zehnprozentige Lohnerhöhung, die dreiprozentige Regelmäßigkeitsprämie und den erhöhten Lohn für Sonderschichten notwendig geworden ist.
Preisgesetz verlängert
Das Parlament verlängerte außerdem die bisherigen preisgesetzlichen Vorschriften und das Bewirtschaftungsnotgesetz bis zum 31. März nächsten Jahres. Außerdem wurden einstimmig ein Heimarbeitergesetz und ein Gesetz über den Warenverkehr zwischen der Bundesrepublik und Brasilien verabschiedet.
Von elf zur Debatte stehenden Immunitätsaufhebungen lehnte das Plenum zehn ab. Nur die Immunität des unabhängigen Abgeordneten Dr. Franz Richter wurde aufgehoben. Er soll die niedersächsischen Staatsminister Albertz und Kubel verleumderisch beleidigt haben.
Die Bezirksparlamente
Das Ergebnis der West-Berliner Wahlen
Berlin, 7. Dezember, (dpa) Die vorläufigen Ergebnisse der Wahlen zu den zwölf West-Berliner Bezirksverordneten- Parlamenten haben im wesentlichen die gleichen Ergebpisse wie die Wahlen zum Abgeordnetenhaus erbracht.
Die SPD, die bisher in allen Bezirks-Parlamenten die absolute Mehrheit hatte, besitzt sie jetzt nur noch in den drei Bezirken Wedding, Kreuzberg Und Neukölln. Im Bezirk Zehlendorf hat sie mit 28,3 Prozent die wenigsten Stimmen errungen, hier führt wie in Wilmersdorf und Steglitz die FDP. Die fünf neu aufgetretenen Parteien werden infolge der F-Prozent-Klausel keine Vertretungen erhalten.
Die Zangenbewegung hält an
Neuer chinesischer Vorstoß in die Flanken der VIII. Armee
Tokio, 7. Dezember. (AP./dpa) Die in den Raum südlich von Pyöngyang vorstoßenden kommunistischen Armeen leiteten am Donnerstag eine neue Zangenbewegung zur Einschließung der amerikanischen achten Armee ein.
Starke Verbände der Kommunisten im Koks a n - Abschnitt, achtzig Kilometer südöstlich von Pyöngyang, stoßen in südwestlicher Richtung vor. Dadurch wird die rechte Flanke der neuen Linie der UN-Truppen bedroht. Gleichzeitig überquerten kommunistische Truppen mit Barkassen und Segelbooten die Mündung des Taldong - Flusses 55 Kilometer südwestlich von Pyöngyang. Damit stehen nunmehr kommunistische Verbände 40 Kilometer nordwestlich des Bahn- und Straßenknotenpunktes Sari wo n, durch den die neuen UN-Linien verlaufen. Sollten die Kommunisten weitere Kampfgruppen über den Fluß ■setzen, werden sie auch die linke Flanke der in Nordwestkorea stehenden UN-Einheiten bedrohen können.
In Nordostkorea sind die im Kessel südlich des Changjinsees eingeschlossenen amerikanischen Marine- und Infanteriedivisionen zum Durchbruch nach Süden angetreten.
Bei eisigen Schneestürmen und Temperaturen weit unter null Grad haben sich die Angriffsspitzen bis nach Koto vorgearbeitet, wo sie sich mit den dort stehenden Marinetruppen vereinigten. Der Angriff, der in rollenden Einsätzen von der Luftwaffe unterstützt wird, traf auf fanatischen Widerstand der chinesischen Truppen, die geradezu furchtbare Verluste erlitten haben sollen. Zur Zeit werden Vorbereitungen getroffen, den Durchbruch nach Süden zu erweitern, um die Küste bei Ha mh u n g - Hü n g - n a m zu erreichen.
Tausende von kaisertreuen Thailändern melden sich täglich zur Armee ihres Herrschers Bao-Dai zum Kampf gegen die kommunistischen Truppen Ho Tschi-minhs. Foto: dpa
Peking: Erweiterte Hilfe!
Peking, 7. Dezember, (dpa). Der Sender Peking forderte am Donnerstag verstärkte Hilfeleistung für Korea. Die chinesische Volksrepublik, hieß es in der Sendung, müsse ihre Hilfeleistung für Korea in verstärktem Umfang fortsetzen und „dem Feind weiterhin Schlag auf Schlag versetzen“.
Deutsches Kontingent: 150000 Mann
Beschluß des Atlantikrates über die Wehrbeteiligung
London, 7. Dezember. (AP.) Die Außenminister-Stellvertreter der zwölf Atlantikpaktstaaten haben am Donnerstag einen Plan zur Einbeziehung deutscher Einheiten in eine westeuropäische Armee gebilligt. Danach sollen innerhalb der nächsten drei Jahre deutsche Einheiten in einer Gesamtstärke von 150 000 Mann aufgestellt und vom Nordkap bis zur Ägäis auf das europäische Verteidigungsnetz verteilt werden. Diese Einheiten sollen etwa ein Fünftel der Europaarmee ausmachen.
In einem kurzen Kommunique stellt der Rat fest, daß die Außenminister-Stellvertreter „in allernächster Zeit“ mit dem unter dem Vorsitz des amerikanischen Generalstabschefs Omar Bradley stehenden Militärausschuß zusammentreten werden, um „die politischen und militärischen Aspekte eines deutschen Beitrages gemeinsam zu beraten.“
' Gutunterrichtete Kreise in London nehmen an, daß die gemeinsame Sitzung der Außenminister-Stellvertreter und des Militärausschusses bereits in den nächsten Tagen stattfinden werde. Anschließend wird der Plan den zwölf Verteidigungsministern vorgelegt werden, bevor er zur endgültigen Verabschiedung an die Außenminister weitergeleitet wird, die voraussichtlich Anfang Januar zusammenkommen werden. Ursprünglich sollte diese Sitzung noch vor Weihnachten stattfinden.
Wie weiter verlautet, ist bereits innerhalb der nächsten Tage mit der Ernennung von General Dwight D. Eisenhower zum Oberbefehlshaber der Atlantikpaktarmee in Europa zu rechnen, nachdem diese Angelegenheit bis zur Annahme des Planes zurückgestellt worden war.
Dreimächtekonferen;
Paris, 7. Dezember, (dpa) Die Pariser Dreimächte-Besprechungen zum Entwurf einer Antwort auf den sowjetischen Vorschlag, eine Vierer-Konferenz abzuhalten, begann am Donnerstagnachmittag im französischen Außenministerium.
„Sofort“
*** Der französische Ministerrat hat am Mittwoch in den späten Abendstunden nach dreistündiger Beratung einen überraschenden Beschluß gefaßt, der eine Wendung der bisherigen Politik Deutschland gegenüber bedeutet. Ohne weiterhin die deutsche Wiederaufrüstung von der Unterzeichnung des Schuman-Paktes abhängig zu machen, erklärt sich Frankreich grundsätzlich mit dem Kompromiß-Vorschlag einverstanden, den Spofford, der amerikanische Vorsitzende im Exekutiv-Ausschuß der Atlantikpakt-Mächte, gemacht hat. Die letzten Vorbehalte, die in Paris noch gemacht werden, dürften nach Ansicht der Atlantikpakt-Mächte kaum ausschlaggebend sein. Der Spofförd-Plan sieht vor, daß die technischen Vorbereitungen für deutsche Kampfgruppen einschließlich der Aufstellung deutscher Rekrutierungsbüros sofort in Angriff genommen werden sollen, und zwar noch bevor die für eine Europa-Armee vorgesehene Organisation besteht.
Man darf die Schwenkung der französischen Politik als ein Zeichen dafür ansehen, mit welchem Ernst in Paris die Lage beurteilt wird, die im Fernen Osten eingetreten ist. Wenn auch die endgültigen Entschlüsse Trumans und Attlees noch nicht bekannt sind, so weiß man doch, daß der amerikanische Kongreß Schwierigkeiten bei der Erörterung der Militärhilfe für Europa machen wird, falls die europäischen Vertragspartner nicht ihren vollen Beitrag zum Ausbau der Verteidigung des Westens leisten. Im Hinblick darauf erscheinen auch die Vorkehrungen für einen deutschen Beitrag von äußerster Dringlichkeit. Selbst die Tatsache, daß in Paris Vertreter der drei Westmächte begonnen haben, die Antwort auf den sowjetischen Vorschlag einer Viermächte - Konferenz über Deutschland vorzubereiten, ändert daran nichts.
Nichts geändert hat aber auch die französische Nachgiebigkeit an der Einstellung der Bundesregierung. Adenauer zeigt jetzt schon, daß er nicht mit sich handeln lassen will und an dem deutschen Grundsatz festhält, beim Aufbau einer europäischen Verteidigungs-Streitmacht müsse jeder Partner gleichberechtigt sein. Wenn die Westmächte wirklich glauben, die Zeit dränge, können sie sich dieser selbstverständlichen Forderung nicht länger verschließen.
oder der Westen wird nicht bestehen
Von Paul SetheDas dunkle Gefühl der Sorge, das seit zehn Tagen die westliche Menschheit überschattet, kommt nicht von der unmittelbaren Gefahr einer großen kriegerischen Auseinandersetzung. So weit menschliches Ermessen überhaupt reicht, will Stalin in diesem Augenblick keinen Krieg. Er weiß zu genau, daß er die ersten Schlachten gewinnen und die letzte, die entscheidende, verlieren würde. Dieses Wissen ist heute die einzige Bürgschaft dafür, daß der Erdball nicht von neuem in einer kriegerischen Katastrophe aufflammt. Die Gefahr des Sturmes, der eines Tages über' den Westen heranbrausen könnte, ist erst am Horizont zu sehen. Aber dort freilich erscheint sie düsterer und drohender als je.
Verwunderung
Was tun Lebewesen, in denen die natürlichen Instikte noch ungebrochen sind, wenn sie zu spüren glauben, daß ein Sturm herannahen könne? Sie rücken dichter zusammen. Ein selbstverständliches Gefühl sagt ihnen, daß man um so sicherer aus der Gefahr hervorgehen wird, je näher man beieinander steht. Aber moderne Menschen haben selten no-h natürliche Instinkte. Sie sehen die Wolken am Horizont; aber sie denken, es sei immer noch Zeit, Erinnerungen an Vergangenes nachzujagen, anstatt sie zu begraben oder wenigstens aufzu schieben, bis man wieder freier atmen könne.
In diesen Tagen ist die alliierte Sicherheitsbehörde von Berlin -iach Koblenz (unter großen Kosten) übergesiedelt. Ein Mitglied dieser Organisation hatte kürzlich noch mit Stolz berichtet, ihre Aufgabe sei es, überall aufzuspüren, wo ein militärischer Geist in Deutschland bestehe, dieser müsse erstickt werden. Wenn die Koblenzer Behörde nach dem Buchstaben und nach dem Geiste ihrer Einrichtung arbeiten würde, so müßte sie auf der Stelle den Bundeskanzler verhaften. Unsere staatsrechtlichen Kenntnisse reichen nicht aus, um zu entscheiden, wie sie sich gegenüber dem amerikanischen Oberkommissar verhalten müßte, der einiges dazu tut, den militärischen Geist in Deutschland wieder zu erwecken.
Widersprüche
Welche Fehler die Deutschen auch immer begehen, man macht es ihnen wahrlich nicht leicht, immer das Richtige zu tun. Voller innerer Widersprüche ist nämlich das Verhalten der Alliierten gegenüber Deutschland seit vielen Jahren. Da ist auf der einen Seite der hochherzige Entschluß der Vereinigten Staaten, den Deutschen, mit denen man eben noch im Kampf gelegen hat, die Milliarden des Marshall-Plans zukommen zu lassen. Da sind auf der anderen Seite immer neue Brüskierungen, die in Deutschland allmählich kein Mensch mehr versteht. Das Ergebnis ist, daß bei uns zwar jeder zum Westen gehören will, daß aber niemand weiß, ob sein Staat wirklich dazu gehört. Diese Verwirrung ist die Folge der Tatsache, daß die Alliierten selber nicht wissen, bis zum heutigen Tage wenigstens nicht, an welcher Stelle sie die Deutschen sehen möchten. Niemals war das deutlicher als in den letzten Wochen. Während man uns sagt, wir sollten uns in die westliche Verteidigungsfront einreihen, macht man uns doch gleichzeitig kund, wir seien immer noch verdächtig. Man verweigert den Deutschen den taktisch allein möglichen militärischen Körper und schlägt ihnen statt dessen Brigaden, Organisationsformen von 1870, vor, typisches Erzeugnis des französischen Nach-Rückwärts-Denkens, aber gebilligt von den Bundesgenossen Frankreichs. Man will den Deutschen ein Gewehr geben, aber man vernagelt vorher aus lauter Angst den Lauf. Zur gleichen Zeit sagt der General Bradley, der vielleicht einmal die Anweisungen niederschreiben wird, nach denen junge Deutsche in den Kampf ziehen sollen, daß man keineswegs Deutschland vergeben habe. Und zum Schluß wundert man sich, daß diese Deutschen nicht begeistert sind.
Das Nein?
Es handelt sich bei den geschichtlichen Ereignissen dieser Zeit nicht darum festzustellen, ob die Alliierten oder die Deutschen in den letzten Jahren größere Fehler gemacht haben, sondern möglicherweise um das nackte Dasein. Darum glauben wir, daß Deutschland seinen Beitrag zur Verteidigung auf die Dauer nicht verweigern darf. Wir möchten auch meinen, daß eine Regierung, die zehn Divisionen aufgestellt hat, die Gleichberechtigung schneller erlangt als eine, die über zehntausend Mann Bereitschaftspolizei verfügt. Aber wir glauben nicht, daß unsere und die Ueberzeugungskraft unserer Gesinnungsfreunde in Deutschland ausreiche, um die Dinge klarzustellen. Die Alliierten müssen auch einiges dazu tun. Wenn man dem tiefsten Grund der gegenwärtigen deutschen Zweifel nachspürt, so stößt m nicht auf ein grundsätzliches Nein dagegen, für Freiheit und Dasein einzutreten und unter Umständen auch zu kämpfen. Wenn dieses Nein wirklich herrschte, dann täten wir freilich gut daran, uns auf ein Fellachendasein in Elend und Sklaverei vorzubereiten. Aber immer wieder begegnet man dem offenen Verdacht, daß unser Land gar nicht wirklich verteidigt werden solle, daß unsere Regimenter nur dazu-da sein sollten, den Rückzug der anderen bis zu den Kanalhäfen zu decken. Wüßten die Deutschen in ihren tiefsten Erfahrungen, daß sie ganz ein Teil der westlichen Welt wären, der Verdacht würde fallen und damit auch die Skepsis. Aber wer könnte dieses Wissen anders schaffen als die Alliierten?
Geduld, Geduld...
Seit Jahren wird unseren Landsleuten, wenn sie von diesen Dingen sprechen, immer wieder beschwichtigend entgegnet, das sei alles richtig, aber sie müßten auch Geduld zeigen; die Entwicklung nämlich brauche Zeit. Wir haben dem immer entgegengehalten, daß es gar nicht auf unsere, sondern auf Stalins Geduld ankomme. Seit einigen Wochen wissen wir, daß zum mindesten der General Mao keine Geduld gehabt hat. Hätte man gegenüber Japan das Notwendige rechtzeitig, also schnell getan, der Krieg in Korea wäre nicht ausgebrochen, die Armee der Vereinten Nationen wäre nicht in voller Flucht, und Tausende von amerikanischen und britischen Müttern brauchten ihre Tränen um ihre gefallenen Söhne nicht zu weinen. Auch Stalin begeht viele Fehler. Aber er hat einen großen Vorzug vor den westlichen Staaten: er weiß, daß wir in einer Zeit ungeheurer Umwälzungen stehen, in der jeder verloren ist, der den Blick nicht vom Gestern wenden kann. Die Alliierten dagegen glauben offenbar noch immer, sie könnten die Schritte gemächlich setzen wie ihre Vorfahren im Biedermeier. Das hat ihnen bisher eine lebensgefährliche Unterlegenheit gegeben.
In Washington, in Paris und in London schaut man jetzt gebannt auf den Kriegsschauplatz in Korea. Wird man auch den tieferen Sinn dieser Ereignisse begreifen? Die Ideen des Westens sind unteilbar. Freiheit und gleiches Recht werden überall herrschen — oder der Westen wird nicht bestehen.
Witte wurde wieder Landtagsprästdent
Erste Sitzung des neuen Landtages / Regierung bot ihren Rücktritt an
Wiesbaden, 7. Dezember. (Eigener Bericht.) Die erste Plenarsitzung des am 19. November gewählten zweiten hessischen Nachkriegs-Landtages am Donnerstag brachte die einstimmige Wiederwahl des SPD-Abgeordneten Otto Witte zum Landtagspräsidenten. Verfassungsmäßig erklärte Ministerpräsident Stock den Rücktritt seiner Regierung, die noch im Amt bleibt, bis in der nächsten Vollsitzung des Landtags am 14. Dezember die Wahl des neuen Ministerpräsidenten durch den Landtag erfolgen wird.
Der Ausgang der Wahlen vom 19. November hat auch das äußere Bild des Plenarsitzungssaales im Wiesbadener Schloß stark verändert. Der geschlossene Block der 47 SPD-Abgeordneten nimmt fast die ganze linke Seite des Hauses ein. Die 33 Abgeordneten der Opposition sind rechts vom Mittelgang placiert, zunächst die 12 Abgeordneten der Christlich-Demokratischen Union, dann die 8 Abgeordneten des Bundes der Heimatvertriebenen und Entrechteten und schließlich auf ihrem alten Platz wieder die 13 FDP-Abgeordeten.
Den Fraktionsvorsitz haben bei der SPD Ludwig Bodenbender, bei der FDP Marburgs Oberbürgermeister Theodor Bleek, beim BHE Dr. Fritz C z e r m a k und bei der CDU Dr. Werner Hilpert, der allerdings bei dieser ersten konstituierenden Sitzung noch als Finanzminister auf der Regierungsbank saß.
Die erste Plenarsitzung
Der 72jährige Alterspräsident Anton Lux (SPD) eröffnete die erste konstituierende Sitzung des neuen Landtages. Alterspräsident Lüx sprach der bisherigen Regierung Stock, die vollzählig erschienen war, sowie dem ersten hessischen Parlament für die in den Nachkriegs jähren geleistete Aufbauarbeit Dank und Anerkennung aus. Dankbar erkannte er auch die Hilfe der Besatzungsmacht an, die sie hoffentlich auch in Zukunft nicht versagen werde. Er stellte dann die großen Aufgaben heraus, die den neuen Landtag erwarten und schloß mit einem Gedenken der noch nicht heimgekehrten Kriegsgefangenen und dem Wunsche auf die Schaffung eines einigen Deutschlands. Auf Vorschlag der SPD-Fraktion wurde einstimmig Otto Witte durch Akklamation zum Präsidenten wiedergewählt.
Der erste Zusammenstoß
Den ersten Zusammenstoß mit der Opposition gab es bei der Wahl der Vizepräsidenten. Die SPD hatte einen Antrag auf Abänderung der Geschäftsordnung eingebracht, um das Präsidium um je einen Vizepräsidenten und Schriftführer von 7 auf 9 Mitglieder zu erhöhen. Die Sprecher der FDP, CDU und des BHE lehnten den Antrag ab mit der Begründung, daß bei der Reduzierung der Abgeordnetenzahl auf 80 eine Erweiterung des Präsidiums nicht angebracht sei.
Für die Opposition sprach dann noch einmal CDU-Abgeordneter Dr. Großkopf und stellte fest, daß es parlamentarischer Brauch sei, daß die zweitstärkste Fraktion den ersten Vizepräsidenten stellt. Die Forderung der SPD auf dieses Amt sei daher weit überspannt.
In der Abstimmung unterlag jedoch die Opposition mit 31 Stimmen den 42 Stimmen der SPD. Einstimmig wurden dann bei der anschließenden Wahl der Wiesbadener Abgeordnete Ernst Schröder (FDP) zum ersten und Dr. Kuno Raabe (CDU) zum zweiten Vizepräsidenten gewählt. Den dritten Vizepräsidenten stellt die SPD mit Christian Wittrock. Vier der Schriftführer sind Sozialdemokraten, einer gehört dem BHE an.
Stock erklärt Regierungsrücktritt
Von starkem Beifall wurde Ministerpräsident Stock begrüßt. Im Namen der Landesregierung gab er die Erklärung ab, daß sein Kabinett auf Grund des Artikels 113 der Hessischen Verfassung zurücktrete. Bis zur Uebernahme der RegierungsgeschäfTe wird das Kabinett geschäftsführend im Amt bleiben.
Die nächste Plenarsitzung wird am 14. Dezember abgehalten. Sie enthält als einzigen Punkt der Tagesordnung die Wahl des neuen Ministerpräsidenten.
700 weitere Tschechen nach Wegscheid?
Ministerpräsident Stock antwortet Newman
Wiesbaden, 7. Dezember (HR) Landeskommissar Dr. Newman ersuchte den hessischen Ministerpräsidenten Christian Stock, die Aufnahmefähigkeit des Lagers Wegscheid bei Bad Orb für tschechische Flüchtlinge bis zum 15. Dezember so weit zu erweitern, daß es weitere siebenhundert Tschechen aufnehmen können. Falls ein Ausbau unmöglich sei, müsse ein neues Lager errichtet werden.
In seinem Antwortschreiben erklärte der Ministerpräsident, daß Hessen außerstande sei, diese Auflage zu erfüllen. Eine Vergrößerung des Lagers Wegscheid sei nur bei Einbeziehung des Landesschulhauses möglich, das der Stadt Frankfurt gehöre. Dies bedeute aber eine Gefährdung des von der amerikanischen Besatzungsmacht so großzügig geförderten Programmes für Jugendpflege.
Ministerpräsident Stock wies darauf hin, daß die hessische Regierung ein Lager im Kreis Ziegenhain besonders für tschechische Flüchtlinge eingerichtet habe. Die Tschechen hätten es jedoch abgelehnt, in dieses Lager zu ziehen, da es zu nahe an der Zonengrenze liege. Mit Ueberraschung entnehme er dem Schreiben des Landeskommissariats, daß dieses die unverständliche Ablehnung der Tschechen unterstütze.
Ein Sprecher der Landeskommission erklärte am Donnerstag, daß sich der Standpunkt der Oberkommission, wie er in dem Schreiben des Landeskommissariats zum Ausdruck kommt, nicht geändert habe.
Der Skandal wächst
Frankfurt, 7, Dezember (dpa). In den vor einigen Tagen aufgedeckten Frankfurter Bestechungsskandal sind bereits vierzig Personen verwickelt. Die Vorfälle reichen danach bis in die Zeit vor der Währungsreform zurück, in der sich Beziehungen zwischen Schwarzhändlern und Beamten des Frankfurter Polizeipräsidiums angebahnt haben. Die beschuldigten Beamten hätten zahlreiche Strafakten verschwinden lassen und dafür erhebliche Bestechungsgelder erhalten.
Nachdem am Dienstag der Kriminalinspektor Eggers verhaftet worden war, sind jetzt noch zwei Beamte des zweiten Kommissariats, die. Kriminalassistenten Werner und Schäfer, festgenommen worden. Damit sind bis jetzt vier mittlere und acht untere Beamte an dem Skandal beteiligt. Neben dem bereits verhafteten Frankfurter Rechtsanwalt Dr. Lafontaine soll auch der Inhaber der Gastwirtschaft „Zum Pulverkopf“, Otto, in die Affäre verwickelt sein.
Protest bei der Bundespost
Wiesbaden, 7. Dezember. (Eigener Bericht.) Gegen die geplante Verlegung des Wiesbadener Fernmeldebauamtes nach Gießen protestiert das hessische Wirtschaftsministerium in einem Schreiben an das Bundespostministerium. Auch in anderen Ländern befände sich das Fernmeldebauamt am Sitze der Landesregierung.
Ilse Koch zitterte und weinte
Ein Zeuge mußte schreiend aus dem Saal getragen werden
Augsburg, 7. Dezember, (dpa) Während der Zeugenaussagen in der Donnerstags-Verhandlung vor dem Augsburger Schwurgericht zitterte die angeklagte „Kommandeuse von Buchenwald“ Ilse Koch am ganzen Körper. Auch während der Pause weinte sie. Ihre Antworten kamen gequält. Fragen mußten drei- bis viermal wiederholt werden. Sie behauptete, daß ihr Erinnerungsvermögen zeitweise aussetze. Sie konnte angeblich nicht einmal sagen, in welchem Jahr der Krieg ausbrach. Ein Arzt soll nun ihren Gesundheitszustand überprüfen.
Ilse Koch war zunächst bleich geworden, als der Zeuge Alexander K a ro 1 y, der mit 16 Jahren nach Buchenwald gekommen war und dort eine Hirnverletzung erlitt, im Zeugenstuhl zusammenbrach. Als Polizisten ihn aus dem Saal trugen, stieß er Schreie aus. Er hat ausgesagt, daß die Angeklagte ein Kommando, das im Laufschritt Schnee räumte, aufgeschrieben habe. Am Abend habe das Kommando zur Strafe exerzieren müssen. Einige Häftlinge seien auf dem Bock ausgepeitscht worden. Einer sei daran gestorben.
Auch der zweite Zeuge, Paul Gründel, war so erregt, daß er sich setzen mußte. Nach Luft ringend stieß er aus: „Diese Lukretia Borgia“ ist am Tode von mindestens fünfzig Kameraden schuld. Er schilderte, wie sechs Juden auf Veranlassung Ilse Kochs ausgepeitscht wurden. Sie seien in einen Bunker gekommen, wo sie am nächsten Morgen mit Würgmalen am Hals tot aufgefunden wurden.
Als Sachverständiger für KZ-Fragen berichtete der Mainzer Oberregierungsrat Alfred Knieper über die Todesfälle in Buchenwald. In den ersten Monaten 1945 seien im Lager allein 13 000 Häftlinge gestorben. Das Krematorium habe nicht ausgereicht, um die große Zahl der Leichen zu verbrennen. Als die amerikanischen Truppen das Lager besetzten, hätten noch 600 Tote vor dem Krematorium gelegen.
In wenigen Zeilen
Oberkommissar McCloy forderte die amerikanischen Besatzungsangehörigen und die deutsche Bevölkerung auf, durch möglichst sparsamen Verbrauch dazu beizutragen, daß sich die Kohlenknappheit nicht auf die industrielle Produktion auswirke.
Bis zum 1. Dezember wurden insgesamt 1200 Anhänger der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas in der Ostzone verhaftet.
Neue Eine-Mark-Münzen werden noch im Dezember 1950 von der Bank deutscher Länder ausgegeben.
Weihnachtsbäume werden in Ost-Berlin nur auf einen bestimmten Abschnitt der Kohlenbezugskarte abgegeben.
Die britische Landeskommission für Nordrhein-Westfalen dementierte, daß immer noch Bunker, vor allem in Düsseldorf und Soest, im Auftrage der britischen Behörden gesprengt würden.
Wirtschaftsteil
Roggen-Verfütterung
AH. Die Viehzählung, die, wie üblich in den ersten Dezembertagen stattfindet, hat diesmal eine erhöhte Bedeutung:. Als Hauptzweck der Erhebung wurde von amtlichen Stellen das Erfordernis angegeben, die ausländischen Importe zeitlich und der Menge nach mit dem inländischen Angebot in Einklang bringen zu helfen.
Diese amtliche Formulierung ist sehr vorsichtig. Aus den Ergebnissen der Viehzählung wird sich nämlich erkennen lassen, inwieweit sich erhöhte Viehbestände möglicherweise zu einer nur schwer tragbaren Konkurrenz für den menschlichen Nahrungsbedarf auszuwachsen drohen. Die bäuerliche Veredelungswirtschaft sieht sich vor Grenzen, die durch den Anfall an inländischen Futtermitteln und durch die infolge der Devisenknappheit begrenzten Zukaufsmöglichkeiten von ausländischen Futtermitteln gegeben sind.
Der hohe Kartoffelverbrauch für die Fütterung vergrößerter Schweinestapel wäre kein Problem. Wohl aber läßt die durch die hohen Futtermittelpreise recht umfangreich gewordene Verfütterung von Roggen vielleicht in einigen Monaten eine schwierige Lage entstehen.
Die Eierpreise, deren Steigen durch die Drosselung der Eierimporte begünstigt wird, regen zu verstärkter Hühnerhaltung — und gleichzeitig zur Verfütterung von Weizen an. Wie hoch im ganzen die Verfütterungsquote von Roggen und Weizen ist, ist zur Zeit nicht abzuschätzen. Aber man muß befürchten, daß sie zu hoch ist. Die geringen Roggenablieferungen der Landwirtschaft deuten schon jetzt darauf hin, daß Roggen als Futterreserve zurückgestellt wird.
Das Unrecht an den Sparern
Kopfquote und Festkontenstreichung kosteten den Sparer 2,4 Mrd. DM
Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Sparkassen- und Giroverbände teilt u. a. mit:
Nach dem Gesetzentwurf über einen Allgemeinen Lastenausgleich ist eine Entschädigung der Sparer für das ihnen durch die Währungsumstellung zugefügte Unrecht nicht vorgesehen. Die Masse der Sparer geht leer aus; lediglich ein kleiner Teil, nämlich alte und erwerbsunfähige Altsparer, soll im Rahmen der Kriegsschadenrente nach sozialen Gesichtspunkten abgefunden werden. Die Väter des Gesetzentwurfs sind sich des den Sparern zugefügten Sonderschadens durchaus bewußt, da in § 270 ein Vorbehalt aufgenommen worden ist, später ein besonderes Altsparergesetz zu erlassen. Eine praktische Bedeutung kann dieser Bestimmung jedoch nicht beigemessen werden.
Die Sparkassen fordern daher, daß den Sparern im Lastenausgleich ein Rechtsanspruch auf eine Sparerentschädigung gegeben wird. Mit dieser Sparerentschädigung muß zumindest die Benachteiligung der Sparbuchbesitzer durch die Kopfquotenanrechnung und die Festkontenstreichung beseitigt werden. Das Ausmaß dieses Unrechts geht daraus hervor, daß durch die Anrechnung der Kopfquote rund 19 Millionen Sparkonten ausgelöscht und den Sparern insgesamt rund eine halbe Milliarde DM verloren gegangen sind. Allein durch die Festkontenstreichung haben die Sparer einen Sonderschaden von rund 1,9 Milliarden DM erlitten.
Der Gesetzentwurf nimmt auf diese Sachlage keine. Rücksicht. Das Vertrauen in das gegebene Wort der Bundesregierung sollte aber nicht erschüttert werden.
Die inländische Kapitalbildung wird durch gerechte Behandlung der Sparer gefördert werden. Währungspolitische Bedenken dürften nach den Vorschlägen, die die Sparkassenorganisation unterbreitet hat, nicht bestehen.
Warenaustausch von 2 Milliarden D-Mark
AP. Der Handelsvertrag zwischen Deutschland und Frankreich ist von der Oberkommission genehmigt worden. Der neue Vertrag sieht einen Warenaustausch von insgesamt ISI6 000 000 DM (480 000 000 Dollar) vor.
Für insgesamt 840 000 000 DM wurden von beiden Partnern Warenlisten für kontingentierte Erzeugnisse aufgestellt, davon entfallen drei Viertel auf landwirtschaftliche und ein Viertel auf gewerbliche Erzeugnisse. Frankreich wird hauptsächlich Maschinen, Chemikalien und Erzeugnisse der gesamten deutschen Exportindustrie einführen. Die französischen Ausfuhren erstrecken sich zumeist auf Weizen. Hafer. Obst, Seile und Metallwaren.
Unverständliche IG-Aufspaltung
Der Fortfall gemeinsamer Einrichtungen bedingt höhere Kosten
Aus der I. G. Farbengruppe Niederrhein (Werke Leverkusen, Elberfeld, Dormagen und Uerdingen), die in 25 Jahren eine Einheit mit abgestimmtem Produktionsprogramm wurde, sollen nach einem alliierten I. G.-Entfleehtungsvorschlag u. a. die Photoanlagen und die Titanfabrik ausgegliedert werden, obwohl diese Werke inmitten der anderen Fabrikanlagen liegen. Der Kunstfaserbetrieb Dormagen soll mit dem von Bobingen und Rottweil zusammengelegt werden, wodurch die notwendige Verbindung mit der Groß-Chemie zerstört wird. Weitere Folge dieser Aufspaltung ist der Fortfall gemeinsamer Einrichtungen, wie Verkauf, Forschung, Energieversorgung, was wieder höhere Kosten bedingt. Ferner beunruhigt die die abgehenden Werksangehörigen der Fortfall der sozialen Einrichtungen der Bayer-Werke.
Börsenberichte
Bz. Die Frankfurter Börse war auf den meisten Aktienmärkten leicht erholt. Durchschnittlich gab es Kurskorrekturen von 1 bis 2 Prozent. Anregend wirkten die Absichten des Bundesfinanzministeriums, den Wertpapierbesitz steuerlich zu begünstigen. Elektro- und Autopapiere waren meist einen Punkt höher. Metallgesellschaft recht freundlich 62 (+ 2,5), Degussa 68 (4- 1).
Freie Devisenkurse
Bz. An der Frankfurter Börse hörte man am 7. 12. folgende freie Devisenkurse: Für den US-Dollar 5,10 bis 5,40 DM, für das englische Pfund Sterling 12,50 bis 13,50 DM, für den holländischen Gulden 1,15 bis 1,22 DM, für den Schweizer Franken 1,15 bis 1,22 DM, für die dänische Krone 0,48 bis 0,52, für die schwedische Krone 0,75 bis 0,80 DM und für den österreichischen Schilling 0,14 bis 0,16 DM.
In den Berliner Wechselstuben wurden für 1 DM-West 5,30 bis 5,50 Ostmark gezahlt bzw. für 5 Ostmark 1 DM-West geboten.
Hölle wo ist Dein Sieg ?
ROMAN VON RACHEL FIELDErstabdruck. Alle Rechte beim Wolfeang-Krüger-Verlag, Hamburg.
83)
Die bedingungslose Anhänglichkeit eines treuen, alten Hundes blickte sie aus seinen Augen an, und mehr als einmal schüttete Henriette ihm in einem kleinen Cafe nahe der Rue du Harley ihr Herz aus. Nachmittags konnte Pierre leicht einmal auf eine halbe Stunde dorthin kommen, um mit seiner geliebten Mademoiselle eine Tasse zu trinken.
„Sie werden sich noch zu Tode grübeln", sagte er einmal zu ihr und blickte sie mißbilligend über seine erhobene Tasse hinweg an. „Habe ich Ihnen nicht schon gesagt, daß Sie zusehen müssen, soviel Schlaf zu bekommen, wie nur irgend möglich?“
„Ja, das haben Sie wohl gesagt, Pierre“, bestätigte sie, „aber es ist eben leichter gesagt als getan.“
„Ich weiß, Mademoiselle, es ist schwer, wenn der schwarze Hund hinter uns her ist.“ „Der schwarze Hund?"
„Das ist so ein Ausdruck für Sorgen. Ja, ja, der macht uns manchmal viel zu schaffen; aber er wird schon wieder Weggehen. Wenn es erst wieder Frühling ist, werden Sie bald vergessen haben, daß er überhaupt da war.“
„Aber bis zum Frühling ist es noch lange hin, Pierre.“
„Das sagen mir meine alte Knochen auch", antwortete er darauf und versuchte, seine steifen Knie zu strecken. „Aber gleichviel, einmal muß der Frühling doch kommen, und er wird Ihnen Gutes bringen, das weiß ich genau.“
„Ach, Pierre, was kann er mir schon Gutes bringen nach allem, was geschehen ist? Sie wissen doch, in Paris kann ich nie wieder unterkommen — überhaupt in ganz Frankreich nicht mehr.“
„Dann müssen Sie eben übers Meer fahren, um ihr Glück zu suchen, Mademoiselle, vielleicht sogar bis nach Amerika.“
Henriette Setzte ihre Tasse hin und starrte sprachlos in sein runzliges Gesicht. Er mußte tatsächlich ihre Gedanken lesen können, die sie bisher doch noch niemandem mitgeteilt hatte. Sie hatte es sich ja selbst kaum erlaubt, ihnen weiter nachzuhängen.
„Wie kommen Sie gerade auf Amerika?“ fragte sie verwundert.
„Weil das der richtige Platz für Sie wäre", behauptete er zwischen Schlürfen und Schlucken. „In Paris braut sich was zusammen, ich kann das fühlen, so wie ich das schlechte Wetter vorausspüre, während noch die Sonne scheint. Passen Sie auf, was ich Ihnen sage, lange wird es nicht mehr dauern.“
Komischer, alter Kerl, dachte sie, krächzt hier wie ein richtiger Unglücksrabe!
„Ich würde auch gern nach Amerika gehen“, fuhr er fort. „Vielleicht lassen Sie mich 'rüberkommen, wenn Sie dort eine reiche Dame geworden sind."
„Aber ich habe ja gar nicht die Absicht nach Amerika zu gehen; und selbst wenn, Sie haben doch da nichts verloren!“
„Nun, ich bin wie ein alter Hund, der nichts dagegen hat, noch ein paar neue Kunststückchen zu lernen, neue Kunststückchen in einer neuen Welt — und vielleicht kann ich denen da drüben sogar noch mit meinen alten imponieren.“ Er lachte verschmitzt vor sich hin und stippte seine Brioche in den süßen Kaffeerest. „Legen Sie den Ozean zwischen sich und all das Böse, das Sie durchgemacht haben“, riet er ihr ernsthaft. „Fahren Sie, solange Sie noch jung sind.“
„Ich bin gar nicht mehr so jung“, vertraute sie ihm an, „und dieses Böse werde ich noch immer mit mir herumschlepen, drüben nicht anders als hier.“
Aber er schüttelte den Kopf, während er sich schwerfällig erhob. „Trotzdem hat es was für sich, erst das Brot essen zu müssen“, meinte er, „dann freut man sich um so mehr auf den Kuchen. Vergessen Sie mich nicht, Mademoiselle, falls ein paar Krumen abfallen. Auf Wiedersehen, Mademoiselle, Madame schreit sich wahrscheinlich schon seit zehn Minuten heiser nach mir.“
Sie blickte ^hm nach, wie er mit langsamen Schritten fortging, und zuckte die Achseln über diese Torheit des Alten, von einer neuen Welt zu träumen.
Aber bereits im Februar teilte fast ganz Paris die bösen Vorahnungen des alten Pierre. Unruhe und Spannung lagen in der Luft.
„Macht“, sagte der Dichter Beranger, „gleicht einer Glocke, deren Klang diejenigen, die sie zum Tönen gebracht haben, daran hindert, irgend etwas anderes zu hören.“ So erging es auch König Louis Philippe und seinem Außenminister Guizot. Das Läuten jener Glocke, deren Klöppel sie so lange in Schwingung gehalten, übertönte nun ein unheilvolles, immer näher kommendes Brausen. „Bereichert euch!“ dröhnte die Staatsglocke mit der lauten, selbstgefälligen Stimme Guizots, aber selbst seine Anhänger unter der Bourgeoisie wurden diesem Refrain gegenüber allmählich mißtrauisch. Wie sollte man sich denn bereichern können unter einem Regime von Untätigkeit und politischer Korruption, von immer höheren Steuern im Namen einer vorgetäuschten Wohlhabenheit? Der Fall Praslin war noch keineswegs abgeschlossen. Man hatte es einem Fair von Frankreich ermöglicht, sich der Justiz zu entziehen, und das ließ die Stimmen, die nach Vergeltung riefen, nicht schlafen. Die Empörung des Volkes hatte den Funken gegeben, und einmal entzündet, schlug die Flamme der allgemeinen Unzufriedenheit bald lichterloh empor. Niemand hatte sich träumen lassen, am wenigsten der ahnungslose siebzigjährige Monarch, wie rasch die Sparren und Balken des morschen Staatsgebäudes Feuer fangen würden.
Tagelang hatte es schon geregnet, über ganz Paris hing dicker, rauchiger Nebel. Man schrieb den zweiundzwanzigsten Februar, und seit dem frühen Morgen lagen die Straßen entweder völlig verödet da, oder sie wimmelten von einer zu allem entschlossenen, durchnäßten Menschenmenge.
Pastor Monod berichtete, als er in der Dämmerung heimkehrte: „Niemand scheint sich darüber klar zu sein, was eigentlich los ist“, erwiderte er auf die ängstlichen Fragen seiner Frau. „Aber in den Champs-Elysees ist es zu einer Schießerei gekommen. Die Gendarmerie der Polizei ist alarmiert worden. Ten sah, wie man auf den Straßen Bänke zerschlug und anzündete und die Laternenpfähle umriß. Ein Mann erzählte mir, daß mehrere Läden geplündert worden seien; ein Waffengeschäft sei vollkommen ausgeraubt.“
„Dann haben wir Revolution.“ Henriette hörte sich das so ruhig sagen, als habe sie eine Bemerkung über das Wetter gemacht. Die volle Bedeutung dieser Worte ging ihr erst auf, als sie sah, wie Madame Monod plötzlich totenblaß wurde, und die ganze Familie unwillkürlich näher aneinanderrückte. Aus ihren Gesichtern sprach die Furcht, und auf einmal wurden sich alle der drohenden Gefahr bewußt.
In den Straßen kampierten in jener Nacht Truppenteile um große Feuer. Durchnäßt und zitternd suchte die Menge wieder ihre Behausungen auf, während der Regen unaufhörlich hemiederströmte.
„Die royalistische Regierung ist gestürzt“, berichtete Pastor Monod, als er am späten Nachmittag nach Hause kam. „Guizot ist zurückgetreten, und Gott allein weiß, wer sein Nachfolger sein wird. Bisher ist noch kein Blut geflossen, aber die Nationalgarde ist jetzt ebenfalls mobilisiert worden.“
„Aber die Garde und die Gendarmerie stehen sich doch feindlich gegenüber“, fiel Henriette ein. „"Wird das nicht zu Kämpfen führen?“
„Ich fürchte, ja. Unter den Truppen beginnt sich schon eine Disziplinlosigkeit bemerkbar zu machen.“
Man durfte keine Zeit mit langen Diskussionen verlieren, wollte sich das Haus Bourbon gegen die neue revolutionäre Regierung behaupten, die bereits im Rathaus gebildet wurde. Um elf Uhr früh am 24. Februar, rief Louis Philippe seine beiden Söhne zu sich und bereitete sich auf sein letztes Auftreten als König vor.
(Schluß folgt.)
Darmstadt und Umgebung
Der Tintenfsisch
HFL. Ein Tintenfisch ist ein lebender Witz der Natur. Nicht nur, daß er äußerst häßlich ist, macht ihn so unbeliebt, sondern auch die Tatsache, daß er sich bei Gefahr in eine dichte Tintenwolke hüllt, ■und das Weite sucht. Es hat also wenig wert, ihn anzugreifen. Er hinterläßt einen Sepianebel, und wo man diesen antrifft, findet man keinen Tintenfisch mehr, denn unterdessen hat er das Weite gesucht. Er ist das Sinnbild der Arroganz und der Feigheit.
Einen ähnlichen Tintennebel findet man neuerdings auf manchen Postkarten, die von „drüben“ in die Bundesrepublik Deutschland gesandt werden. Auf diesen Karten ist zum Beispiel eine Hafenansicht von Hamburg abgedruckt. Mit rauchenden Dampfern, Frachtkähnen und betriebsamen Molen. Nun ist nichts gegen eine Hamburger Hafenansicht zu sagen, schon gar nicht, wenn diese Bilder etwa den Willen zum friedlichen Zusammenschluß Deutschlands dokumentieren sollen. Aber die Unterschrift ist es, die stutzig macht: „Hamburg, das Tor eines einheitlichen demokratischen Deutschlands zur Welt“ steht auf dieser Postkarte zu lesen.
Man Müßte eigentlich über diesen Witz lachen, wenn er nicht zu ernst wäre. Man schmückt sich hier mit fremder Leute Federn, man erklärt biederen Herzens Hamburg als Einfalltor zur Ostzone, man spekuliert mit der Gedankenlosigkeit und der Harmlosigkeit der Postkartenschreiber, und der einzelne merkt nicht, daß er einen giftigen Pfeil verschickt, wo er vielleicht nur seiner Verwandtschaft einen Weihnachtsgruß senden will.
Mit der gleichen Berechtigung könnten wir in den Westzonen die Ansicht Frankfurts an der Oder auf unseren Postkarten abdrucken, vielleicht von der polnischen Seite aus gesehen, und als Unterschrift müßte man schreiben, was Dante als Inschrift zur Hölle wählte: „Laßt alle Hoffnung fahren, die, die ihr hier eingeht“, damit unsere entlassenen Kriegsgefangenen wissen, mit was sie zu rechnen haben.
Eine Maßlosigkeit politischer’ Propaganda, ein trauriges Zeichen unserer Zeit, — ein Tintennebel, hinter dem der eigentliche Urheber nicht zu fassen ist.
Auch am zweiten Advent
sind die Geschäfte geöffnet
Am Sonntag, dem 10. Dezember 1950, am 2. Advent, sind die Einzelhandelsgeschäfte in Darmstadt von 14—18 Uhr, in den Landkreisen je nach den örtlichen Bedürfnissen von 14 bzw. 13—18 Uhr geöffnet. Am Samstag, dem 9. Dezember 1950, verkaufen die Darmstädter Einzelhandelsgeschäfte bis 18 Uhr.
Schwer verletzt gefunden
Mit geöffneten Pulsadern im Wald liegend aufgefunden wurde in Eberstadt im verlängerten Weinweg der 63jährige Friseur Gerbig, Besitzer des Parfümeriegeschäfts in der Darmstädter Straße. Am Tage zuvor hatte sich der nervenleidende Friseur von zu Hause entfernt, um zum Arzt nach Darmstadt zu fahren, war aber in der Nacht nicht mehr nach Hause zurückgekehrt. Er wurde in das Eberstädter Krankenhaus gebracht. t-s
Magirus-Deutz-Sonderschau
auf dem Friedensplatz in Darmstadt
Die Klöckner - Humboldt - Deutz-AG, Werk Ulm an der Donau zeigt heute, Samstag, auf dem Friedensplatz vor dem Landesmuseum in der Zeit von 9 bis 17 Uhr ihre neuesten Lastwagenmodelle, Feuerwehrfahrzeuge und einen Omnibus. Die Feuewehrfahrzeuge und Geräte sind unter dem Namen Magirus bekannt geworden.
36000 DM für 250 Zentimeter
Stadtplanung verhinderte seit Jahren den Wiederaufbau einer altbekannten Fachschule
Von unserem agt-Redaktionsmitg1iedAls wir vor wenigen Tagen Prof. Dr. Wilhelm Vaubel unsere persönlichen Glückwünsche zu seinem 86. Geburtstag übermittelten, besuchten wir ihn in seiner .Berufsfachschule zur Ausbildung chemotechnischer Assistenten in der Heinrichstraße.
Es war schwer, sich dort zurechtzufinden, denn an der Stelle, an der Prof. Vaubel schon kurze Zeit nach dem Kriege seine Fachschule mit modernen Räumen und Einrichtungen wieder errichten wollte, schauen leergebrannte Fensterhöhlen auf die Heinrichstraße. Zuerst ge-
rieten wir in die frühere Waschküche, in der irgendwelche chemischen Ingredenzien brodelten und dampften. Schließlich fanden wir die Tür für die „richtige Schmiede“ und betraten eine Schule in Kellerräumen, die lebhaft an die ersten Jahre nach dem Krieg erinnerte.
Ein Dunst der verschiedensten Chemikalien durchzieht in Schwaden die schmalen Gänge zwischen den früheren Kartoffel- und Kohlenkellern und in den engen Räumen, in denen der Verputz immer wieder von den durchnäßten Wänden bröckelt, arbeiten an ihren chemischen Untersuchungsgeräten auf rohen Holztischen die jungen Schülerinnen und Schüler der chemischen Wissenschaften. Es behindert sie, aber es hindert sie nicht, trotz der Primitivität und Enge ihre chemischen Analysen durchzuführen, festzustellen, welche Stoffe sich in den Flüssigkeiten und Substanzen in ihren Reagenzgläsern und Retorten befinden.
Seit 46 Jahren bekannte Fachschule
Als Professor Vaubel nach wenigen Jahren als Privatdozent an der Technischen Hochschule Darmstadt diese Fachschule einrichtete — es war im Jahre 1904 — hatte er sich bereits als Spezialist für Stereochemie und chemische Analyse einen bedeutenden Namen gemacht. Neben der Schule von Fresenius in Wiesbaden war seine Fachschule die bedeutendste ihrer Art und in den 46 Jahren ihres Bestehens gingen Hunderte von chemischen Assistentinnen und Assistenten durch Professor Vaubels Ausbildung in alle Welt. Der Ruf dr Schule ging weit über die Grenzen Deutschlands hinaus, denn Professor Vaubel legte auf eine individuelle Ausbildung Wert, die jeden seiner Schüler auf sein spezielles späteres Wirkungsfeld vorbereitete. Wenig graue Theorie — nur so viel als gerade für die spätere Tätigkeit notwendig — und viel Praxis, das war und ist die Losung.
„Planung“ verhinderte Wiederaufbau
Daß diese Schule 5 Jahre nach dem Krieg immer noch unter den schwierigen Nachkriegs Verhältnissen arbeiten muß, verdankt sie der jahrelangen „Planung“ der Verbreiterung der Heinrichstraße. Nichtbewilligung der Baugesuche vor der Währungsreform, Bausperre danach, untragbare Bedingungen für die eventuelle Gewährung einer Baugenehmigung und die nicht ganz abstreitbaren Versuche, dem Verfall der ausbaufähigen Ruinen der beiden benachbarten Häuser etwas nachzuhelfen, waren die Maßnahmen städtischer Behörden, die eine noch immer recht umstrittene Straßenverbreiterung durchzufechten verstanden.
Professor Vaubel ließ sich von Bausachverständigen, nachdem vor einiger Zeit die Verbreiterung der Heinrichstraße als rechtsgültig festgestellt wurde, die entstehenden Mehrkosten zum Aufbau der Grundstücke berechnen und wird der Stadt in nächster Zeit eine belegte Unkostenrechnung über 36 000 DM vorlegen müssen. 36 000 DM für eine Zurückverlegung der Hausfront um 250 Zentimeter. 36 000 DM allein bei zwei Häusern in der langen Heinrichstraße.
Man hätte, so erhebt sich die Frage, der chemotechnischen Fachschule, dem Grundstückbesitzer Professor Vanbei — und der Stadt vielleicht einen besseren Dienst erwiesen, wenn man sich die 36 000 DM gespart und die Verbreiterung der Heinrichstraße nicht beschlossen hätte.
Der Lebensmut des heute 86jährigen Wissenschaftlers ist trotzdem nicht ge-
brochen. Er hofft, in absehbarer Zeit die Bauhandwerker auf seinem Grundstück arbeiten zu sehen.
Im Hof seines im Jahre 1944 zerbombten Anwesens in der Heinrichstraße steht Prof. Dr. Vaubel und berichtet uns, daß er für 36 000 DM Mauerwerk, vorhandene Decken und ausgeschachteten Keller einreißen muß, bevor er mit dem Wiederaufbau der beiden Häuser für seine Fachschule beginnen kann. Das Stadtbauamt setzte durch, daß die Heinrichstraße um 250 Zentimeter auf dieser Häuserseite verbreitert werden soll.
In den Kellerräumen, die früher zur Aufbewahrung der Kohlen und Kartoffeln dienten, hat der tatkräftige Wissenschaftler trotz größter Schwierigkeiten seine Fachschule zur Ausbildung chemotechnischer Assistenten wieder eingerichtet.
Darmstädter Tagblatt am Ionntag
Sie lesen in der nächsten Ausgabe des Darmstädter Tagblatt am Sonntag" unter anderem: Schwarzes Bilsenkraut Seite 2 Frauen im Sturm der Zeiten Seite 3 San Francisco,Stadt der Lebensfreude Seite 4 Auf den Spuren von St. Hedwig Seite 5 Der Heimkehrer, daheim Seite 6 Blick in die Welt Seite 8
Über Nacht fiel bis 4n die Täler Schnee, ein Adventsbild, wie es sich viele wünschen.
Magazin-Dieb kehrte reumütig zurück
Vor einiger Zeit war in einem Darmstädter Zeitungskiosk ein Einbruch verübt worden. Der Täter hatte es eigenartigerweise ausschließlich auf Magazine und sogenannte „leichte“ Hefte abgesehen. Es fehlten unter anderem mehrere Exemplare des Magazins „Paris-Hollywood". Der Dieb selbst blieb unerkannt.
Nicht wenig überrascht war dieser Tage der Besitzer des Zeitungsstandes, als plötzlich ein Mann an den Schalter kam und reumütig erklärte, er sei der betreffende Dieb gewesen. Er habe—so sagte er — bisher ein schlechtes Gewissen besessen und wolle jetzt den entstandenen Schaden wiedergutmachen. Er bezahlte nachträglich den Preis der gestohlenen Hefte. Der Kioskbesitzei' sah daraufhin von einer Anzeige ab.
Wie der reumütige Mann zu seiner Entschuldigung erzählte, sei er nach seinem Aufenthalt in Frankreich „geradezu süchtig auf solche leichte Lektüren“. Aus diesem Grund habe er sich auch zu dem Diebstahl verleiten lassen.
Mordprozeß Harry Genuit
Wie uns die Kriminalinspektion Darmstadt mitteilt, beginnt am 18. Dezember' vor dem Schwurgericht in Limburg der Prozeß gegen den 27jährigen, wegen Mordes angeklagten Karlheinz Genuit. Durch umfangreiche Ermittlungen der Darmstädter Kriminalinspektion konnte bekanntlich Genuit überführt werden, im Januar 1948 in Bonbaden bei Wetzlar den Schuhmachermeister Medenbach erschossen zu haben. Zu dem Prozeß in Limburg sind die Darmstädter Ermittlungsbeamten, Kriminalrat a. D. Weidmann und Kriminalassistent Scholl, als Zeugen geladen.
Letzte Schwurgerichtsperiode
Unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Heinrich Hahn beginnt am kommenden Montag die letzte Sitzungsperiode des Darmstädter Schwurgerichts in diesem Jahr. Zwei Verhandlungen sind bisher vorgesehen.
Am kommenden Montag, dem 11. Dezember, 9 Uhr: Mordprozeß gegen die 43 Jahre alte Marie Rödl und den 44 Jahre alten Alfred Heilmann aus Heisterbach-Marbach im Landkreis Erbach.
Am Mittwoch, dem 13. Dezember, um 9 Uhr: Verhandlung gegen den wegen Straßenraubes angeklagten Franz Lepsien aus Langen. —Die beiden Schwurgerichtsprozesse finden — wie immer — im Gerichtssaal 303 des Justizgebäudes am Mathildenplatz statt. yk.
Genane Zeit am Lnisenplat
Uhrmacher Meitzler eröffnet sein Fachgeschäft
Sein Fachgeschäft für Uhren und die Reparaturwerkstätte eröffnet am Sonntag, 14 Uhr, Uhrmacher Meitzler in seinem neuen Verkaufsraum im ersten Stock in der Schulstraße im Hause Müller und Spilger, Eingang Schützenstraße.
Uhrmacher Meitzler ist auch der zehnte und letzte Glockenist, der seit Bestehen des Darmstädter Glockenspieles im Jahre 1671 die Arbeiten daran (1936) übertragen bekam und sie vom Jahre 1936 an acht Jahre bis zum Angriff ausführte. Vollständig überholt wurde von ihm auch das um 1700 erbaute Uhrwerk der Eberstädter Kirche, so daß es wieder einwandfrei in Gang gekommen ist. Eine nach modernsten Gesichtspunkten in der Schulstraße Ecke Schützenstraße von Uhrmacher Meitzler eingebaute Uhr wird in Zukunft wieder am Ludwigsplatz die genaue Zeit anzeigen, t-s
Das Menschenbild in der Kunst
Ein Vortragsabend für die Eberstädter Jugend
Mit einer kunsthistorischen Betrachtung von Dr. Meyers, Dozent am P. I. Jugenheim, über das Menschenbild, die zum Nachdenken anregen sollte, wurde am Mittwochabend in Gegenwart von Amtmann Dächert, Pfarrer Weißgerber, Herrn Wilhelm und Herrn Steen das Winterprogramm der Eberstädter Jugend eingeleitet. Pfarrer Weißgerber wies am Anfang auf den neu eingeschlagenen Weg der Jugendgruppen hin, durch gegenseitiges Einladen einander zu begegnen.
In seinem Vortrag zeigte zunächst Dr. Meyers, daß das in der Kunst dargestellle Menschenbild bis 5000 vor Christus zurückzuverfolgen ist und daß Rückschlüsse auf die noch ältere Menschendarstellung aus zwei Quellen, den Malereien heute noch lebender primitiver Völker (Buschmänner, Kabylen und Indianer) und aus Kinderzeichnungen gezogen werden können. An Hand von Lichtbildern, Darstellungen von Menschen durch Künstler verschiedener Jahrhunderte, verdeutlichte Dr. Meyers in seinen weiteren Ausführungen, wie der Maler oder Bildhauer ihre Auffassung vom Menschen, die an das Schicksal ihrer Epoche gekettet ist, in bis ins einzelne charakteristisch ausgeführten Kunstwerken niedergelegt haben. Je nachdem, ob die aufbauenden oder die zerstörenden Kräfte überwogen, war eine Aufwärts- oder eine Abwärtsbewegung im Menschenbild der Kunst zu verzeichnen. Zum Schluß betonte Dr. Meyers, daß auch der heutige Künstler ernsthaft darum ringe, mit seiner Kunst den Menschen zu reinigen. t-s
Rotes Kren;
in der Hygiene-Ausstellung
Anläßlich einer Tagung der Leiter der männlichen Bereitschaften und der Bereitschaftsärzte besuchten die Vertreter des Roten Kreuzes unter Führung von Herrn Medizinalrat Dr. Kallies die Hygiene-Ausstellung „Neues Leben“. Das Rote Kreuz ist besonders berufen, bei der Durchführung von hygienischen Maßnahmen mitzuwirken.
Wie in einem kleinen Vortrag von Herrn Lehrer Callenberg aus Wolfskehlen dargestellt wurde, bietet vor allem das Jugendrotkreuz mit seiner Arbeit in den Schulen eine gute Grundlage, um die Erziehung zur Hygiene in weiteste Kreise zu tragen.
Der Marktbrunnen
im neuen Glanz
Gestern vormittag gingen die Arbeiter an die Arbeit, um den Marktbrunnen vor dem Ratskeller seines Gerüstes zu entkleiden. Seit einiger Zeit wurde der Ausblick auf ihn durch ein hohes Holzgerüst versperrt, man sah Flaschenzüge, die den Obelisk abhoben, und mancher wird sich gefragt haben, was dort eigentlich gemacht wurde. Nun, seit gestern läßt der Marktbrunnen sich in seinem neuen Gewände bewundern. Der Obelisk hat eine neue Kugel erhalten, und auch innerlich wurde er etwas ausgebessert, die Wasserführung modernisiert und das große Beckefi mit Zement ausgegossen, damit im kommenden Frühjahr, wenn die vier Brunnenrohre fließen, der Markt nicht überschwemmt wird. Es war eine komplizierte Arbeit, die viel Geduld und Geschick erforderte, aber mit der Fertigstellung wurde wieder ein altes Wahrzeichen Darmstadts dem Beschauer zugänglich gemacht. -st
Vereinsbank Arheilgen eGmbH
Das neue Gebäude der Vereinsbank Darmstadt-Arheilgen, eGmbH., an der Endhaltestelle der Straßenbahn (über den Aufbau der Gebäude haben wir in einer früheren Ausgabe bereits ausführlich berichtet), konnte dieser Tage seiner Bestimmung übergeben werden. In einer kleinen Feierstunde übergab der Architekt, Herr Benz, den Schlüssel dem Direktor der Vereinsbank, Herrn Andres. Der Neubau dürfte zum Mittelpunkt des Arheilger Zentrums werden, und in den Ladengeschäften wird in Kürze die Firma „Zapier-Elbert“ wie der Optiker Oether einziehen. -st.
Bethmänner und Kathrinchen Backvortras im Heag-Haus
Es weih nachtet und die Hausfrauen sind auf Backrezepte begieriger denn je. Im Heag-Saal sprach Frau Höveler über allerlei Gebäcksorten aus den verschiedenen deutschen Landschaften. Appetitlich festlich waren auf den vorgerichteten Tellern die Vanilleplätzchen und Korinthenkrumen, die Frankfurter Bethmänner und Thomer Kathrinchen, Basler Leckerli und Liegnitzer Bombe und viele andere anzusehen, Frau Höveler verriet die Geheimnisse ihrer Zubereitung und gab dabei manchen praktischen Wink. Indessen buk in einem der Elektroherde der Dresdner Stollen, im anderen brutzelte die Weihnachtsgans, zu der Rotkraut und Kartoffeln serviert werden sollten. Die Kostproben von Kleingebäck und Weihnachtsbraten waren ein Genuß, di
„Tischlein, deck dich...“
Weihnachtszeit kommt nun heran, und noch vor dem 2. Advent beginnt das Theater mit den Aufführungen seines Weihnachtsmärchen. „Tischlein deck dich, Esel streck dich, Knüppel aus dem Sack“, dies wohlbekannte Märchen, nach der Fassung der Brüder Grimm für die Bühne bearbeitet von Eugen Gürster und Hannes Steinbach, wird in vielen Aufführungen in der Stadthalle eine große Anzahl Kinder und Erwachsener aus Darmstadt und Umgebung erfreuen. Die Erstaufführung findet am Samstag, dem 9. Dezember, um 17 Uhr, statt. Di
Schlechtgeratene Väter
In letzter Zeit, so klagt das Sozialamt der Stadt, mehren sich die Fälle, in denen Familienväter die Ihren im Stich lassen, auch um. sich der Kontrolle des Arbeitsamtes zu entziehen. Zum Teil treiben sie sich ohne festen Wohnsitz, angeblich auf Arbeitssuche, in den Westzonen herum,. Frauen und Kinder fallen so der öffentlichen Fürsorge zur Last.
Eine vielkritisierte Kellerwohnung
Die vielbesprochene Kellerwohnung im Hause Heinrichstraße 191 wird nun doch entvölkert. Das Wohnungsamt berichtet, daß drei Familien eine Dreizimmerwohnung erhielten und zwei weitere mit vorläufigen Zusagen für die in Kürze fertigwerdende Flachbauwohnung bedacht werden konnten. So sind nur noch zwei Parteien zu befriedigen.
kurze Meldungen aus der Stadt
Eine Frauenfunktionärtagung der Industrie-Gewerkschaft Chemie, Verwaltungsbezirk Darmstadt, findet am 9. Dezember um 15 Uhr, im Konsum Eschollbrücker Straße statt.
Eine Versammlung der technischen Angestellten der Gewerkschaft Chemie, Verwaltungsbezirk Darmstadt, findet am 15. Dezember im Lokal Petri, Arheilger Straße, um 20 Uhr statt. t-s
Der Caritasverband konnte 150 Zentner Butter zu Weihnachten im Gebiet der Provinz Starkenburg verteilen. In Darmstadt kam zusätzlich noch Käse zur Verteilung.
Die Darmstädter Schülerzeitschrift „Der Schulkurier“ plant zu Weihnachten die Herausgabe einer 24seitigen Sondernummer.
Die Ueberreichung der Meisterbriefe an die diesjährigen Jungmeiser wird am 16. Dezember durch die Handwerkskammei' für die Kreise Darmstadt Stadt und Gand, Dieburg, Erbach und Bergstraße in einer Feierstunde in Darmstadt vorgenommen. Es gelangen über 250 Meisterbriefe zur Ausgabe- Eine weitere Uebergabe von Meisterbriefen erfolgt am Sonntag, dem 17. Dezember, in Groß-Gerau. (ao)
6088 Flüchtlinge sind zur Zeit in Darmstadt registriert.
Der Bund Neudeutschland veranstaltet Sonntag, den 10. Dezember, 11 Uhr, in der Stadthalle eine Festakademie, bei der Pater Hirschmann über „Den katholischen Kirchenbegriff im neuen Dogma“ und Professor Dr. Carl Holzamer über „Das christliche Menschenbild im neuen Dogma“ sprechen wird. *
Ueber „das katholische Schrifttum der Gegenwart“ spricht am Freitag, 8. Dezember. um 18.30 Uhr. in der Technischen Hochschule der neue evangelische Studentenpfarrer Dr. Werner.
Die Kranicbstein - Musikgesellschaft veranstaltet heute, Freitag, 8. Dezember, um 20 Uhr im Ausstellungsgebäude (Mathildenhöhe) einen Cello-Abend. Cello: Alexander Molzahn. Frankfurt; Klavier: Elsbeth Fink. Frankfurt; Werke: Cellosonaten von Zoltan Kodaly (op. 4), Paul Hindemith (1948). Claude Debussy; Suite op. 14 für Klavier von Bela Bartok.
Das Lebensmittel- und Feinkostge¬ schäft Karl Fey, das 1944 in der Stiftstr. 29 ausgebombt wurde und danach nur noch in Eberstadt. Luisenstraße 33, geführt wurde, konnte am Freitag in neuen, schönen Räumen in der Soder- Straße 116 wieder eröffnen. Damit ist es einem alten und bekannten Darmstädter Geschäft gelungen, sich einen Platz in der Stadt zu schaffen.
Findige Rnndfunkamateure stellten fest, daß man mit den neuen Radiogeräten mit UKW-Teil den Polizeifunk auf dem 88.5 bis 100 Mhz-Band abhören kann. Eine spannende Unterhaltung für Kriminalromanleser.
Wegen Familienstreitigkeiten hat sich der 54jährige Friseur Keller aus Eberstadt vergiftet. K. war, wie wir bereits berichteten am Dienstagmorgen in seinem Laden tot aufgefunden worden.
Wie witrd das Wetter?
Temperaturanstieg
Vorhersage: Am Freitag vorherrschend stark bewölkt, einzelne Niederschläge, meist als Regen. Leichter Temperaturanstieg. Westliche bis nördliche Winde.
Weitere Aussichten: Noch unbeständig mit weiteren Niederschlägen.
Wolhin gehen wit heũte?
Landestheater, Orangerie: 19.30 „Oer Troubadour“. Ende 22.15. — Lichtspieltheater: siehe Anzeigenteil.
Amerikahaus: 19.30 Liederabend der amerikanischen Kontra-Altistin Marguerite Wood; 14.30 und 17 Uhr Filmprogramm; 15 bis 16 Uhr Aus Opern; Ausstellungen: Zwei Darmstädter Maler (Bernd Krlmmel und Eberhard Schlotter). Kranichstein-Musikgesellschaft: 20.00 Uhr
Mathildenhöhe Cel'loabend. Ausführende: Alexander Molzahn. Frankfurt (Cello), Elsbeth Fink. Frankfurt (Klavier).
Ausstellung „Deutsches Land im Osten“ auf der Mathildenhöhe. Eröffnung 9.00 Uhr durch Oberbürgermeister Metzger.
Volkshochschule: 19.30 Uhr. Raum 167 der TH, Prof. Dr. Carl Hentze „Allgemeine Einführung in die Geschichte der chinesischen Kunst“ mit Lichtbildern.
Hygiene-Lichthof, Neckarstraße 3a; 10—18 Uhr Ausstellung „Gesundes Leben“. Alpenverein Sektion Starkenburg: 19.30 Uhr Aula der TH Lichtbildervortrag.
Mittelrheinischer Architekten- und Ingenieur-Verein: 18.15 Uhr im Saal 167 der TH: Architekt Karl Schembs über „Erhaltenswerte Baudenkmäler in Darmstadt“ mit Lichtbildern sowie Oberbaudirektor Prof. Peter Grund über „Brücke für den Ostring in Stockholm“ mit Lichtbildern.
STARKENBURG
Zur Behebung der Wohnungsnot
Affolterbach, (vir) — Die Gemeinderäte befaßten sich kürzlich mit der Frage, durch Errichtung eines Wohnblocks die drückende Wohnungsnot Affolterbachs zu beheben. Gemeinderat Maurer vertrat die Ansicht, zunächst die halbfertige Wasserversorgung der Gemeinde zu vervollständigen und nicht die Geldmittel zu verzetteln. Demgegenüber stelllte Beigeordneter Heckmann fest, daß man nur durch einen Neubau rasch zu einer erträglichen Lösung kommen könne. Es wurde beschlossen, Ende des Jahres noch einmal zusammenzukomrnen, bis dahin jedoch einen genauen Kostenvoranschlag anfertigen zu lassen.
Bei der gleichen Sitzung wurde dem Ortsverband der Heimatvertriebenen auf dem neuen Friedhof ein Geländestück zugebilligt, auf dem ein Gedenkkreuz errichtet werden soll. Die Holzhaueriöhne wurden von —.87 auf —.92 DM pro Stunde erhöbt und zugleich beschlossen, jenen Arbeitern, die während des abgelaufenen Jahres ununterbrochen im Gemeindedienst standen, eine Weihnachtsgratifikation zu gewähren.
Kreiskonferenz der OTV
VVolfskehlen. Im Gasthaus „Zum weißen Roß“ hielt dieser Tage die Gewerkschaft Oeffentliche Dienste, Transport und Verkehr, Kreisnebenstelle Groß-Gerau, eine Mitgliederversammlung ab.
Der Kiensvorsitzende der ÖTV und Mitglied des Beirates der Zusatzversorgungskasse Darmstadt, Petri, wies in seiner Eröffnungsansprache auf die Bedeutung der Zusatzversicherung hin.
Das Hauptreferat übernahm der Leiter der Zusatzversorgungskasse (Z. V. K.) Becker, der besonders auf die Frage der Kapitalsanlage der Z. V. K. einging. Hier wurde von Anwesenden eingeworfen, daß man die Kapitalsanlage möglichst dem sozialen Wohnungsbau der Versicherten und nicht dem Geschäftsbau zuführen solle.
Dem Referat folgte eine recht lebhafte Diskussion, in der gewerkschaftliche Tagesfragen, insbesondere die Verhandlungen über die Lohnerhöhung der letzten Tage, behandelt wurden. -od-
Nikolaus bei Armen und Waisen
Bensheim. (HB) — Der Hausfrauenverein hatte am Mittwochnachmittag über hundert elternlose und bedürftige Kinder zu einer Weihnachtsbescherung im Sitzungssaal des Rathauses eingeladen. Nach der Begrüßungsansprache durch die Vorsitzende, Frau Ganz, wurden Märchen vorgelesen und Filme gezeigt. Selbstverständlich kam auch der Weihnachtsmann.
Mit dieser Veranstaltung hat der rührige Hausfrauenverein wieder einmal bewiesen, daß er seine Hauptaufgabe darin erblickt, den Reinerlös seiner Veranstaltungen ausschließlich für wohltätige Zwecke zu verwenden und auch den Aermsten und Elternlosen eine Weihnachtsfreude zu machen.
Skisprungschanze in Gadern
Gadern, (vir) — Gastwirt Emig, der in diesem Frühsommer sein altes Schwimmbecken zu einer schönen Badeanlage umbaute, errichtete jetzt einige hundert Meter vor dem Rudi-Wünzer-Turm aus massivem Steinmaterial eine Skisprungschanze, die Sprünge bis zu 30 Metern zuläßt. Die erste Erprobung der Schanze konnte die Dorfjugend jetzt vornehmen, nachdem in der Nacht von Montag auf Dienstag Neuschnee gefallen war. Sie fiel zur vollen Zufriedenheit der Beteiligten aus, so daß nach den Sommergästen nun die Wintersportler hier ein beliebtes Reiseziel finden werden.
Falsche Anschuldigungen gegen Lehrer
Fünf Monate Gefängnis für eine „bitterböse Posse“
Darmstadt. (WST) — Als eine „bitterböse und folgenschwere Posse“ bezeichnete gestern Landgerichtsdirektor Förch die Handlungsweise der 38jährigen Hausfrau Elisabeth B. aus Niedernhausen, die von der Großen Strafkammer 1 beim Landgericht Darmstadt wegen falscher Anschuldigung zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt wurde.
Im Herbst des vergangenen Jahres hatte die Angeklagte in Eingaben beim Schulamt in Dieburg und beim hessischen Kultusminister einen 26jährigen Lehrer von Niedernhausen verdächtigt, sich anstößig gegenüber einem Schulmädchen verhalten zu haben. Beim Schulrat erzählte sie das gleiche und erstattete Anzeige. Das ganze war jedoch bewußt gelogen. Aus Rache, weil sie mit der Lehrerfamilie wegen verschiedener Dinge in Hausstreit lebte, hatte sie diese ungeheuerliche Denunziation vorgebracht, die dem Lehrer eine mehrmonatige Dienstsuspendierung einbrachte.
Landgerichtsdirektor F o r c h erklärte abschließend, die Angeklagte habe bewußt „das Blaue vom Himmel heruntergelogen“, um den Lehrer unmöglich zu machen. Diesem sei durch die falsche Anschuldigung schwerer Schaden zugefügt worden. Die Oeffentlichkeit — so sagte der Richter — würde in diesem Falle eine Milde gegenüber der Angeklagten nicht verstehen. Aus diesem Grunde habe man auch das vom Schöffengericht Darmstadt gefällte erstinstanzliche Urteil voll bestätigt und die Berufungen verworfen.
steht im nächsten Jahr 30 Jahre. — Am Samstag, dem 16. Dezember, findet die Jahreshauptversammlung des Wandervereins im Gasthof Wagner statt.
In Groß-Umstadt notiert
Groß-Umstadt, (gi) - In der nächsten öffentlichen Sitzung haben sich die Gemeindevertreter mit einer 20- Punkte-Tagesordnung zu befassen. Termin: Freitag, den 8. Dezember, 20 Uhr, im Rathaussaal. — Die 12. Wanderung des Musik- und Wandervereins „Frohsinn“ führt am Sonntag zur Veste Otzberg. Treffpunkt: 13.00 Uhr am Vereinslokal Wagner. — Die Reihe der Jubiläumsveranstaltungen des Musik- und Wandervereins „Frohsinn“ beginnen am 6. Jan. im Hotel „Zum Lamm“. Der Verein be-
Was aǔch interessiert:
Ein Advents- und Weihnachtssingen veranstalten auf Einladung der Gemeinde Habitzheim, Krs. Dieburg, die evgl. Singkreise und Teile der Kirchenchöre der umliegenden Gemeinden am 9. und 10, Dezember. Die Leitung liegt in Händen von Jugendkantor Fr. Gerhardt und Pfarrer Redhardt. Jg.
Der Verein für Kleintierzucht Rimbach und Umgebung veranstaltet am 9. und 10. Dezember im Saalbau Schütz eine Kaninchen-, Tauben-, Wasser- und Landgeflügelausstellung. Anmeldungen für über 400 Schaunummern liegen bereits vor. (vir)
Auf der Jahreshauptversammlung des Beamtenschutzbundes für den Kreis Groß-Gerau erfolgte nach ordnungsgemäßem Rechenschaftsbericht die Neuwahl des Vorstandes. Paul Lutze wurde zum 1. Vorsitzenden und Herr Holzhäuser zum 2. Vorsitzenden gewählt. Zum Rechner wurde Herr Herbst, zum Schriftführer Hermann Schaffner ernannt, (eng)
Einen frappierenden Erfolg zeitigte ein Aufruf des Bürgermeisters und des Kommandanten der Feuerwehr von Wal d - michelbach. 24 junge Männer meldeten sich freiwillig zur Feuerwehr und kamen überein, regelmäßige Übungen abzuhalten. Die ganze Aktion dauerte nicht länger als eine Stunde. (vir)
Auf der Nibelungenstraße bei Lorsch machte sich der Beiwagen eines Richtung Bürstadt fahrenden Lampertheimer Motorradfahrers selbständig. Der Fahrer zog sich so schwere Verletzungen zu, daß er ins Krankenhaus nach Worms gebracht werden mußte. (el)
Eine eiserne Staketenspitze bohrte sich ein junger Mann aus der Neckarstraße Lörschs beim Uebersteigen des Hoftores, an dem er hängen blieb, tief in den Rücken. Er mußte sofort nach seiner Befreiung zum Arzt gebracht werden, (el)
Beim Wanderer - Ehrungsfest des OWK Rimbach wurde auch ein Kurzhaardackel, der alle Wanderungen mitgemacht hatte, ausgezeichnet. Er erhielt eine große Wurst, die er noch am Abend verspeisen durfte.
Chorkonzert in Ober-Klingen
Ober-Klingen, (kg) — Der Männergesangverein veranstaltet am Sonntag im Volkshaus ein Chorkonzert, das unter Leitung von Ludwig Klingler steht. Als Solisten wirken mit: Maria Klingler (Sopran), Adam Krämer (Tenor) und ein Bläserquartett. Das Programm, das in seinem 1. Teil unter dem Geleitwort „Das Lieben bringt groß Freud“ schönste deutsche Volkslieder und Sologesänge bietet, hat in seinem 2. Teil die Liebe der Jägerei zum Motto.
Kulturabend der Heimatvertriebenen Reinheim, (eb) — Die Ortsgruppe des Verbandes der Heimatvertriebenen veranstaltet am Samstag im Saal „Zum kühlen Grund“ einen Kulturabend, zu dem Alt- und Neubürger eingeladen sind. Das Programm wird durch ein Weihnachtsspiel nach Peter Rosegger, Volkstänze, Lieder und heitere Szenen gestaltet. Der Reinertrag des Abends ist für die ärmsten Kinder bestimmt.
Groß-Gerau baut Jugendherberge
Dritte Sitzung des Jugendausschusses / Weihnachtsbescherung für 250 Kinder des Landkreises
Groß-Gerau, (kr) - Landrat Harth als Vorsitzender des Kreisjugendausschusses eröffnete am Mittwoch im Sitzungssaal des Landratsamtes die dritte Kreisjugendausschußsitzung, der auch der Kreisresident-Officer, Mr. Mulv eh i 11, beiwohnte.
Vor Eintritt in die Beratungen über die 10 Punkte umfassende Tagesordnung führte der Vertreter der Naturfreunde. Rauch, Klage darüber, daß einige wichtige Punkte nicht genügend detailliert seien. Die Versammlung stimmte dann zwei Neuaufnahmen zu, wonach künftig für den Odenwald-Club Frau Lotte Bär, für die höheren Schulen des Kreises Studienassorin Frl. Ahl, dem Kreisjugendausschuß angehören werden.
Im Mittelpunkt des Berichtes über die Sommerarbeit standen die beiden in diesem Jahre durchgeführten Zeltlager in Klippstein, an dem 585 Jugendliche teilnahmen und das Kinderaustauschlager Neumünster mit einer Teilnehmerzahl von 351 Kindern. Als besonders erfreuliche Tatsache stellte Kreisjugendpfleger Malfeld das Ergebnis eines wohlgelungenen Versuches heraus, in dem man sechs Jugendliche aus der Kreisfürsorgeanstalt Mühlheim an der Lagergemeinschaft teilnehmen ließ.
Zusammenhängend mit der Sommerarbeit wurden verschiedene Verbesserungsvorschläge gemacht, die die aufgetretenen Mängel vornehmlich in der Betreuung und Aufsicht in Wegfall bringen sollen. Die Bestellung von Frl. Ploch als Kreisjugendpflegerin durch Landrat Harth löste in der Versammlung einige Unstimmigkeiten aus, die sich weniger auf die Person der künftigen Jugendpflegerin als auf die Verfahrensweise ihrer Bestellung bezogen.
Breiten Raum nahmen die Beratungen über die Verwendung der übrig gebliebenen 1227 Mark aus der Jugendsammlung ein, für deren nützliche Anwendung der Landrat den Bau einer Jugendherberge in Groß-Gerau vorschlug. Kreisjugendpfleger Malfeld begrüßte dies, da mit einem solchen Bau die Lücke zwischen Rhein und Odenwald hinsichtlich der Uebernachtungsmöglichkeiten durchwandernder Jugendgruppen geschlossen werde. Im Verein mit der Beratung finanzieller Angelegenheiten wurde die Tatsache herausgestellt, daß Groß-Gerau mit seinem Jugendetat in Höhe von 23500 Mark neben Frankfurt an der Spitze aller übrigen hessischen Gemeinden stände.
Für Winterfreizeiten stehen nach den Ausführungen des Kreisjugendpflegers zwei Möglichkeiten offen, die interessierten Jugendlichen im Allgäu und in der Rhön im Rahmen eines zehntägigen Aufenthaltes die Möglichkeit des Skisportes bieten. Ab Mitte Januar sollen drei Lehrgänge für Jugendpfleger anlaufen.
-Als Neuerung unter Berücksichtigung des hessischen Jugendpflegegesetzes sollen in dem künftigen Jugendausschuß 2—3 Mitglieder des Kreistages vertreten sein. Ein fünfköpfiges Gremium, das den Jugendausschuß in die Lage versetzen soll, dringliche Anträge schnellstens zu behandeln, fand die Billigung der Versammlung. Diesem Arbeitskreis ■ gehören Jungblut. Groß-Gerau, für die freie Jugend, Arnold, Groß-Gerau, für die konfessionelle Jugend, Schäfer . Rüsselsheim, für die politische Jugend, Ohly, Mörfelden, für die Sportjugend und Dip p e 11, Groß-Gerau, für die Schuljugend an.
Von der auf Kreisbasis durchgeführten diesjährigen Weihnachts-Kinderbescherung, wozu von Seiten der Industrie namhafte Spenden eingegangen sind, werden 250 Kinder betreut.
Obstbaum-Schädlingsbekämpfung
Groß-Gerau, (th) — Der Landrat des Kreises weist darauf hin, daß jeder Besitzer von Obstbäumen verpflichtet ist, alle abgängigen und krankhaften Obstbäume und Beerensträucher bis zum 15. Januar 1951 zu entfernen und die kranken Teile zu verbrennen. In jeder Gemeinde sind bis zum 20. Dezember 1950 alle zu entfernenden bzw. auszulichtenden Obstbäume durch örtliche Fachleute zu bezeichnen. Sollten nach schriftlicher Aufforderung durch die Gemeindeverwaltung die Arbeiten am 1. Februar 1951 noch nicht vorgenommen worden sein, werden sie auf Kosten der Nutzungsberechtigten durch die Gemeinde erledigt.
FVahrbare Jugendhü cherei im Kreis Groß-Gerau
Groß-Gerau (kr) — Kreis-Resident- Officer Mr. Mulvehill teilte dem Jugendausschuß des Kreises mit, daß er sich gegenwärtig um eine fahrbare Jugendbücherei bemühe, wie sie von der GYA bereits benutzt werde. Dies würde für die Jugendbücherei des Kreises, die zur Zeit rund 350 Bände umfaßt und alle Gemeinden durchläuft, eine willkommene Bereicherung darstellen.
Schüler greifen zur Selbsthilfe
Groß-Gerau (eng). Um Mittel zu bekommen, die für die Anschaffung von Lehrmitteln fehlen, greifen die Schüler des Realgymnasiums zur Selbsthilfe. Die von Zeichenlehrer Bartusseck geleitete Arbeitsgemeinschaft „Kunst“ fertigte Linolschnitte an, die — im Druck vervielfältigt — als Weihnachts- und Neujahrskarten verkauft werden. Der Schülerchor will zwischen Weihnachten und Ostern in verschiedenen größeren Gemeinden des Rieds unter seinem Dirigenten Schüll Konzerte geben, deren Reinerlöse ebenfalls der Schulleitung zur Verfügung gestellt werden sollen.
Es war nicht anders zu erwarten!
Einer der Höflichsten
tut seinen Dienst im Landkreis Darmstadt
Herr Reis steht im 43. Lebensjahr, ist seit 22 Jahren im Dienste der Eisenbahn und schon 19 Jahre als Dienststellenleiter tätig. Da an dem Bahnhof Messel unmittelbar das Paraffin- und Mineralölwerk der Grube Messel liegt und dadurch ,ein erheblicher Berufs- und Güterverkehr stattfindet, darf er als Zentrum eines regen Verkehrs angesehen werden, in dem es oft schwer fallen dürfte, immer höflich zu sein. Herr Reis ist hierzu in der Lage, sieht aber die Ihm erwiesene Ehrung — er wurde kürzlich von Präsident Hess, Bundesbahndirektion Frankfurt, empfangen — keineswegs für seine Person allein an, sondern teilt sie — nicht nur aus Höflichkeit, sondern aus Ueberzeugung — mit seinen Bediensteten.
Wer den Bahnhof Messel besucht, dem fällt allerdings nicht nur die Höflichkeit seiner Eisenbahner auf, sondern gleichermaßen auch die Sauberkeit des Geländes. Ein Zeichen dafür, daß es keines Wettbewerbes bedurfte, um „aufzufallen“.
Messel, (ny) Als die Bundesbahndirektion Frankfurt/Main kürzlich einen „Höflichkeitswettbewerb“ veranstaltete, konnte der Reichsbahnsekretär Sebastian Reis, den unser Bild zeigt, nicht ahnen, daß er als einer der höflichsten Eisenbahner ermittelt werde.
Ahktuelles æwischen gestern und sieute
Am kommenden Montag:
Neuer Mordprozeß :
Verfahren Heilmann—Rödel erneut vor dem Schwurgericht
Darmstadt, (wst) Vor dem Schwurgericht Darmstadt beginnt am kommenden Montag ein Mordprozeß gegen die 43jährige Flüchtlingsfrau Marie Rödl und den 44jährigen Fabrikantensohn Alfred Heilmann aus Heisterbach-Marbach im Landkreis Erbach. Beide hatten am 31. August 1949 gemeinschaftlich ihr elf Tage altes, unehelich geborenes Kind mit einem Kissen erstickt. Durch aufmerksame Ermittlungsarbeiten von Kriminalrat a. D. Weidmann war es seinerzeit gelungen, diesen Fall aufzudecken, nachdem der Arzt eigenartigerweise eine natürliche Todesursache festgestellt hatte.
Die beiden Angeklagten waren am 10. März dieses Jahres bereits vom Schwurgericht Darmstadt wegen gemeinschaftlichen Mordes zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden. Diesen Entscheid hob jedoch der Strafsenat des Oberlandesgerichts Darmstadt mit der Begründung auf, daß das Gericht bei der Urteilsfindung die äußeren Lebensumstände, die Familienverhältnisse und die Persönlichkeit der beiden Angeklagten nicht genügend berücksichtigt habe. Es ordnete aus diesem Grunde eine nochmalige Hauptverhandlung an.
Der Kaffeeschiebung verdäãchtigt
Darmstadt, (wst) Staatsanwalt Dr. Geldmacher bestätigte uns gestern offiziell, daß zu Beginn dieser Woche in S e e h e i m der Inhaber der früheren Eivit-Werke, Willi Jung, und dessen Geschäftsführer, Hermann Sal ill er , verhaftet worden sind. Die beiden Verhafteten, gegen die die Staatsanwaltschaft Darmstadt und der Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Dr. Zimmermann ein Ermittlungsverfahren eingeleitet haben, stehen in dem Verdacht, unlautere Kaffeegeschäfte in Hamburg getätigt zu haben.
Auf Befragen erklärte uns Staatsanwalt Dr. Geldmacher, daß zwischen diesem Fall und den Oelschiebungen der Oelmühle Hoffart in Bad König, die sich inzwischen auf das ganze Bundesgebiet ausgeweitet haben, kein Zusammenhang bestehe.
Fahrer ergriff die Flucht
Lastzug stürzte Abhang hinab
Neckar-Steinach, (vir) — An der Aulfahrt zur Eisenbahnbrücke der Strecke Neckar-Steinach—Klein-Gemünd überholte ein Lastkraftwagen vorschriftswidrig einen 5-Tonner-Büssing-Lastzug und drückte ihn über die Straßenböschung hinweg, so daß dessen Vorderräder abgerissen wurden und er sich mehrfach den Hang hinab überschlug. Der Lastzug wurde völlig zertrümmert. Der verantwortliche Lenker ergriff. ohne sich um die Folgen seines Handelns zu kümmern, die Flucht, konnte jedoch von der Gendarmerie vor Neckarhausen gestellt werden.
Er wehrte sich mit dem Messer
Groß-Gerau (kr.) — Das Jugendgericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsrat Engel verhängte kürzlich nach 6stündiger Verhandlung gegen den 15jährigen Schüler D. aus Biebesheim, der im August dieses Jahres den 13jährigen Walter R. mit einem Fahrtenmesser in die Brust gestochen und dabei lebensgefährlich verletzt hatte, eine Strafe von drei Wochen Jugendarrest.
Verschiedene Milderungsgründe ließen den Richter davon absehen, D. mit Gefängnis zu bestrafen.
Hühnerdiebe weit und breit
Babenhausen. (NB) - Kurz hintereinander wurden zwei Hühnerdiebstähle in der Gemeinde ausgeführt und die gestohlenen Tiere an Ort und Stelle abgeschlachtet. In der Dienstagnacht waren es zehn Zuchthühner und eine Pute, in der Mittwochnacht vier Hühner. Im ersteren Falle wurden zwei Türen aufgebrochen, während im letzteren die Tür offen war und die Diebe über ein Brükkengeländer steigen mußten.
Das 19. Kind
Groß-Rohrheim, (ka) - Frau Katharina Ries geb. Hilpert, schenkte dieser Tage ihrem 19. Kind das Leben. Von diesen sind noch 14 am Leben. Frau Ries ist mit ihren 43 Jahren auch bereits dreimal Großmutter. Ihr Mann, Johannes Ries, ist 47 Jahre alt. Das Ehepaar ist seit 24 Jahren verheiratet.
Kein Wahlschwindel in Waldmichelbach
Nutzliolzversteigerung wie im Vorjahre / Gemeinde übernimmt Fehlbetrag der Arbeiterwohlfahrt
Wald michelbach. (vir) — Zu Beginn der letzten Gemcinderatssitzung gab Bürgermeister Bachmann nach einem Kommentar zu seinem Besuch des Freiherrvom-Stein-Institut in Lindenfels einen Bericht über die im Nachgang zur letzten Landtagswahl innerhalb der Gemeindeverwaltung aufgetretenen Vorkommnisse.
Der Bürgermeister betonte, daß die Wahl selbst einwandfrei vorbereitet, durchgeführt und abgeschlossen worden sei. Lediglich durch die noch immer rätselhafte Verwechslung von ungültigen Stimmzetteln mit denjenigen der KPD sei es zu den Beanstandungen seitens des Kreiswahlleiters gekommen.
Mit der öffentlichen Bausparkasse für Hessen wurden sechs weitere Bausparverträge über je 6000 DM eingegangen; sie sollen dem neugegründeten Bausparverein nach dessen satzungsgemäßer Konstituierung übergeben werden. Die Vorschlagsliste der Schöffen und Geschworenen fand ebenso wie die offizielle Inbetriebnahme der neuen Straße zur Neustadt und die damit verbundene Sperrung des Weges durch die Hessischen Hölzerwerke für den öffentlichen Verkehr ungeteilte Billigung.
Hinsichtlich der jetzt beginnenden Holzverwertung im Gemeindewald erfolgte ein Beschluß, das anfallende Nutzholz wie im Vorjahre zu versteigern. Das Brennholz wird an Verbraucher innerhalb der Gemeinde vergeben; sein Preis bleibt fest. Der allgemein eingeführte Einheitstarif für Holzhauer wurde akzeptiert.
Da man im Vorjahre vier Bauherren, die ihr Gebäude mit öffentlichen Mitteln errichteten, die Grundsteuer erlassen hatte, zum anderen die Ausführungsbestimmungen zu dem vorliegenden hessischen Gesetz noch nicht bekannt sind, kam man überein, die Grundsteuer für das Rechnungsjahr all jenen Bauherren zu erlassen, die Mittel der öffentlichen Hand in Anspruch genommen haben.
Dem Geflügelzuchtverein und dem Deutschen Jugendherbergswerk wurden je 50 D-Mark bewilligt.
Nach längerer Debatte über den Umbau des Rathauses bestimmten die Räte in geheimer Wahl den Architekten Gg. Lipp, einen entsprechenden Plan anzufertigen. Als Weihnachtsgratifikation erhalten alle verheirateten Gemeindebediensteten 30 DM, die Ledigen 20 DM. Der Fehlbetrag der Arbeiterwohlfahrt zur Kinderverschickung in Höhe von 235 DM wurde übernommen. Zur Weihnachtsbescherung wurden dem VdK und dem Verband der Heimatvertriebenen je 200 DM und dem Heimkehrerverband 50 DM bewilligt.
Hilfe für Turuverein und Kriegsgräberfürsorge
Ordentliche Sitzung des Zwingenberger Stadtrats
HB. Am Dienstagabend trat der Zwingenberger Stadtrat im Rathaus zu einer ordentlichen Sitzung zusammen.
Ein Darlehen von 500 DM mit 4 Prozent Zinsen an den Turnverein wurde einstimmig bewilligt. Auf Antrag von Stadtrat M ü t z (KPD) wurde beschlossen, daß der Turnverein zwei Bürgen stellen soll. Ein Jahresbeitrag von 50 DM für das Deutsche Jugendherbergswerk wurde genehmigt, ebenso ein Unterstützungsbeitrag von 25 DM für die Kriegsgräberfürsorge.
Von dem Erwerb des Amtsgerichtsgartens soll vorläufig Abstand genommen werden, bis festgestellt ist. ob das Gelände käuflich erworben werden kann. Als Stellvertreter des Verwaltungsmitgliedes Nickels bei der Bezirkssparkasse Bensheim wurde Bürgermeister Kiel einstimmig gewählt. Ferner wurde dem Amtsgericht Bensheim eine Liste mit 20 Namen für die Wahl der Geschworenen und Schöffen vorgelegt. Das Versteigerungsprotokoll der gemeindeeigenen Aecker und Wiesen vom 4. November 1950 wurde einstimmig genehmigt.
St. Nikolaus bei den Lehrern
Gadernheim, (uka) In der Volkshochschule trafen sich die Lehrer des Bezirks Lindenfels zur Fortsetzung der Arbeitsgemeinschaften „Geschichtsunterricht — heute“ und „Schulrecht“. Die Referenten waren Lehrer- Melzer (Knoden) und Lehrer Maurer (Gadernheim).
Im Anschluß versammelte man sich zu einer kleinen Nikolausfeier im Saale der „Neunkircher Höhe“, der auch der erst vor kurzem in sein Amt als zweiter Schulrat des Kreises Bergstraße eingeführte Schulrat Schadt beiwohnte. St. Nikolaus verbreitete mit seinem Erscheinen und den auf jeden Anwesenden abgestimmten Gaben und Versen eine gemütliche Stimmung. Der besondere Dank gebührt Frau Berd oh 11 (Lindenfels), auf deren Initiative der Abend zuruckzuführen ist.
Höchst erhöht sein Wassergeld
Höchst (Le) — In der letzten Gemeinderatssitzung stand die Erhöhung des Wassergeldes zur Beratung. Bürgermeister Eisenhauer erklärte, daß die Gemeinde das niedrigste Wassergeld im ganzen Kreis erhebe. Jedoch sei eine Erhöhung unbedingt notwendig, um das Leitungsnetz instandhalten zu können. Bis jetzt seien ca. 9000 DM eingegangen, es würden aber unbedingt 12 000 DM benötigt. Nach längerer Diskussion wurde die Erhöhung gutgeheißen und der Finanzausschuß mit der Ausarbeitung eines Planes für die einzelnen Hebesätze beauftragt.
Eine Kommission, bestehend aus dem Bürgermeister, den Gemeinderäten Blümel, Knieriem und Appel wurde gebildet, die wegen der Finanzierung für die Instansetzung der Zufahrtsstraße, Abzweigung Haus Lya bis zum Steinbruch, mit den Veith-Gummiwerken in Verbindung treten soll.
Uneiẽburlslagskinder
90. Geburtstag
Seeheim (=). In völlig geistiger Frische feiert heute Frl. Elise Lange, 26 Jahre selbständige Wäschebeschließerin des Hotels Hufnagel, in ihrem früheren Wirkungskreis ihren 90. Geburtstag. Die Jubilarin ist in Frankfurt (Oder) geboren, kam 1921 nach Seeheim und lebt seit Frühjahr 1950 im Nieder-Ramstädter Heim. Wir wünschen ihr einen noch recht frohen und angenehmen Lebensabend.
90. Geburtstag
Groß-Bieberau (GD). Der Ostflüchtling Wenzel Köttig, Lichtenberger Str. 21, feiert heute seinen 90. Geburtstag. Zur Ehrung ihres sudetendeutschen Landsmanns versammelten sich gestern die Heimatvertriebenen der Gemeinde im Lokal von Georg Lortz 4. Herzlichen Glückwunsch!
84. Geburtstag: Herr Wilhelm Wittköpf, Egelsbach, Altersheim, Schloß Wolfsgarten.
81. Geburtstag: Herr Heinrich Eichenauer, Meister der Gend. i. R., Zwingenberg, Alsbacher Straße 16
81. Geburtstag: Frau Adolpine Schroth, Groß-Gerau, Luisenstr. 14. 76. Geburtstag: Herr Helmut Tutte, Groß-Gerau, Fabrikstraße 18.
76. Geburtstag: Herr Jakob Bärenfänger 1., Walldorf, Ludwigstr. 3.
74. Geburtstag: Herr Ludwig Weber, Leeheim, Kirchgasse 22.
74. Geburtstag: Herr Gustav Höhle, Nauheim, Königstädter Straße 47.
73. Geburtstag: Herr Wilhelm Osterod, Crumstadt, W.-Rathenau-Str. 15. 73. Geburtstag: Herr Rudolf Nowak, Walldorf, Frankfurter Straße 2
, kjiiawc 4. 71. Geburtstag: Herr Ernst Cesanne 111., Walldorf, Bahnstr. 52.
70. Geburtstag: Herr Wilhelm Gerbig 11., Habitzheim, Burgstr. 116.
Fraulichkeiten
Glück der Tante
Nicht alle Wünsche erfüllt das Leben, aber für Versagtes bietet es oft tröstenden Ausgleich, und es liegt an uns, diesen zu ergreifen und seiner froh zu werden.
Vergebens wünschen sich viele Frauen Ehe und Kinder. Doch es gibt nicht wie ?m Märchen die weise Fee, die der Sehnenden die wundersame Blume beschert, in deren Kelch das Kindlein liegt, das sie als eigenes halten darf. Also müßte das tief im Natürlichen angelegte Verlangen, zu hegen und zu pflegen, ungestellt bleiben, die Herzensbereitschaft zu Sorge und Verzicht für nachwachsendes Leben verdorren? Das wäre nie zu ersetzender Verlust.
Nur für sich selbst zu arbeiten und zu verdienen, einzukaufen und zu kochen, zu nähen und vorzusorgen, erscheint einer rechten Frau schwer erträglich. Ob eingestanden oder uneingestanden, sie ist unbefriedigt, da alle Mühe nur selbstisch begrenztem Auskommen und Vergnügen dient. Das oft nicht leichte „Wie“ des Daseins sucht sein gültiges „Wofür“.
Kinder sind immer ein gültiges „Wofür“, und da sind Kinder, alleinstehende Frau, Kinder der Schwester, des Bruders, der befreundeten oder bekannten Familien, Kinder, die so vieles brauchen, bis sie groß sind, Kinder voller Wünsche und Sehnsüchte, wie du sie selbst einmal gehabt hast. Vielleicht haben auch zu deinem Kinderland jene Gütigen gehört von denen regelmäßig zur Weihnacht und zum Geburtstag das geheimnisvolle Gabenpäckchen kam, jene Freundlichen, die du in den Ferien besuchen konntest oder die dich mitnehmen zu Ausflug und Fahrt. Du hast ihnen niemals richtig danken können; man kann den wirklichen Lebensdank nie rückwärts geben, sondern nur vorwärts als gleiche Liebe, eingedenk des selbst Empfangenen.
Die Gestalt der Tante aus den schrecklichen und grotesken Szenen der Familienromane und Lausbubengeschichten ist uns entfremdet (nur armselige Witzblätter halten sie mühselig am Leben). Die alleinstehende oder kinderlos verheiratete die selbständige, verdienende Schwester, Cousine, Schwägerin, Befreundete ist ein anderer Typ der Tante, und auch die gealterte, die heute eine Rente oder Witwenpension empfängt, steht mit im heimlichen Bunde des jungen Lebens wider die Not.
Tante Gertrud, Tante Friedchen, Tante Hilde, Tante Emmi — Kinderungeduld ersehnt • ihren Besuch, Kinderjubel begrüßt sie und die Ueberraschung, die immer aus ihrer Handtasche kommt. Niemand weiß, daß sie deswegen eine Schachtel Zigaretten oder etwas Bohnenkaffee im Monat weniger für sich kauft, und sie läßt sich statt dessen das Herz durchwärmen vom lachenden, unbekümmerten Kindertrubel um sich her. Heimlich rechnet sie dabei schon wieder nach, ob es für die ersehnten Rollschuhe für Ellen zum Geburtstag reichen wird. Im Fortgehen tut sie noch einen vollen Griff in Mutters Stopfkorb, und am einsamen Abend spürt sie dann, daß beim Kinderstrümpfestopfen, wenn man es so freiwillig übernimmt, recht gute und freundliche Gedanken zu Gast kommen.
„Ach, man ist froh, wenn man die eigenen Sachen in Ordnung hat..so denke nicht. Wann denn sollte eine Mutter von drei, vier Buben und kleinen Mädchen „froh“ werden9 Welche Hilfe liegt da in der Gewißheit: die Strümpfe stopft Tante Ina; und wie ein guter Geist erscheinst du, wenn du zum Samstagnachmittag oder Sonntag die Kinder zum Spazierengehen abholst, zu einem Ausflug oder jetzt zu einem Gang durch die Weihnachtsstadt, indessen Mutter daheim in Ruhe die viele Arbeit und die Vorbereitungen zum Fest tun oder einmal mit Vater ausgehen kann. Was du an Kraft und Mühe nach arbeits- und vielleicht auch ärgerreicher Woche im Betrieb dazu aufbringst, strömt in solchen Stunden zu an Freude und Glück, für Kinder mitzusorgen, an Kinderleben Anteil zu haben und ein „Wofür“ zu wissen der Mühsal und Hast. Du findest dich wieder in einer quellfrischen Welt, bist nicht nur Nummer im Geschäftsgang der vielen. Dein Name bedeutet Köstlichstes: Ueberraschung, Geschenk, Ausflug, bedeutet Trost und Hilfe in mancherlei Nöten und gilt oft viel im Streit der kleinen Geister.
Vaters Verdienst muß für eine große Familie auslangen, da ist vielleicht nichts übrig, um Reiner Geigenstunde geben zu lassen. Aber du überlegst dir die Sache, teilst ein bißchen anders ein, und — es geht! Du hast keine Kinder, aber Reiner wird vielleicht ein guter Musiker, ein Künstler werden, und in all dem, was er erreicht, wird noch ein winziges Stücklein deines kleinen Verzichts, deiner Güte, lebendig sein.
Jetzt aber, am Weihnachtsabend, freust du dich mit an den Weihnachtsliedern, die er schon spielen kann. Denn du brauchst nicht allein zu verreisen oder allein in deinem Zimmer sitzen in den festlichen Stunden der Familie und der Kinderschar. Du gehörst ja dazu, hast deinen Platz im warmen, seligen, fröhlichen Lebenskreise unterm Tannenbaum der Familie und empfindest im Scheine der Kerzen dankbar, was dir das Leben als Ausgleich bot: das Glück, Tante zu sein. D-s
Schaust du zur Weihenacht wartend vorauf, ist es als ginge dir Sternenlicht auf. Lass’ es dir. leuchten und halt dich bereit für diese heimliche, heilige Zeit. Margarete Dierks
„...dann fehlt was“
Jeder von uns hat zu Weihnachten — neben den kleinen — auch noch irgendeinen großen unerfüllbaren Wunsch, oder hat eine heiße unbändige Sehnsucht, oder ■— hat ein großes schönes Heimweh — nach Hause oder nach draußen. Und das ist auch gut so. Das müssen wir haben. „Weil da sonst etwas fehlt“, sagt Adelheid Achner. Und die muß es wissen, denn — sie hat es ausprobiert.
Adelheit hat sieben große Kinder, alle weit im Land und in der ganzen Welt verstreut. Und wünschte sich zwanzig Jahre lang nichts weiter zu Weihnachten als: daß sie nochmal alle wieder am Heiligen Abend bei ihr zu Hause wären! — Sie kamen gern, sie kamen von ganz weit her und brachten viel Freude mit — aber sie kamen niemals alle zugleich — eins oder zwei fehlten fast immer, Jahr für Jahr.
Und als es dann doch endlich so weit war, als sie endlich mal wieder alle zugleich mit der Mutter unter dem Tannenbaum saßen da war die alte Adelheid Achner ganz benommen. Und als die Kinder fragten, was sie denn eigentlich hätte, da meinte sie traurig: „Ich weiß ja gar nicht, wo ich denn nun heute hindenken soll? Ihr seid ja alle so dicht bei mir.“ Und sagte am nächsten Morgen zu ihrer Nachbarin: „Ach ne, das ist doch auch nicht das Rechte. Wenn am Weihnachtsabend keiner fehlt — dann — dann fehlt da was!“
Und so geht es vielen von uns, auch wenn wir es nicht gleich so sagen. Etwas Heimweh muß dabei sein, und ist auch immer dabei. Da kann einer sagen, was er will.
Aus „Die Heimweh-Nacht“ von Rudolf Kinau
Foto: H. Schuch Pst _ auf Zehenspitzen —, hier träumen zwei ihre Weihnachtsträume. Bald läuten die Weihnachtsglocken im ganzen Lande. Bis zum heiligen Fest beleuchtet nun jeden Sonntag eine Kerze mehr die Glaskugeln und goldenen Tannenzapfen, den glückbringenden Sternenschweif und die Silberfäden. Wenn das Licht brennt, kündet der geflügelte Engel von der Geburt des heiligen Kindes. Mit glänzenden Augen greifen Kinderhände nach der Flamme, die ihr, der Mutter, der Maria zu Ehren entzündet wird, wenn die silbernen Glocken zu den klaren Sternen läuten und den Menschen das ewig neue Leben verkünden. Sg.
Kleinigkeiten
Das schöne Bilderbuch, das wir viele Jahre vermissen mußten, ist nun wieder in reicher Auswahl vorhanden und gibt mancher Buchhändlerauslage einen buntfarbenen, fröhlichen Anblick.
Der bekannte Engelbert- Dessart-Verlag, Mainz, brachte neu heraus „Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“, mit dem ungekürzten Grimm-Text in großer Schrift und reichen Bildern von Fritz Baumgarten, die in ihrer farbigen Lebendigkeit das Märchen anschaulich machen. Die liebevolle Darstellung der kleinen Dinge in Stube, Haus, Garten und I^aufmannsladen entspricht der kindlichen Welt, so daß sich die Kleinen in diesem hübschen Buche heimisch fühlen werden. Die Schar der Geißlein entzückt ohnehin. Preis des Buches 3 DM. Im gleichen Verlag kam ,Mein Tierbilderbuch1 heraus, unzerreißbar auf starkem Chromokarton, mit Darstellungen nach Originalen von Fritz Baumgarten. Der Vorzug der Bilder ist ihre färben- und formklare Deutlichkeit, so daß die Kinder bald mit den dargestellten Tieren befreundet sein werden. Einzelne Verse müßten geschickter geformt sein, um den Kleinen leichter einzugehen. Preis des Buches 3,50 DM. ♦
Zum Plätzchenbacken:
Zimtsterne: 5 Eiweiß, 275 g Mandeln, 275 g Puderzucker, 1 Teelöffel Zimt. Zubereitung: Das Eiweiß zu sehr steifem Schnee schlagen, den Puderzucker untermengen. Zum Bestreichen der Zimtsterne von dieser Masse 6 bis 7 Teelöffel wegnehmen. Die gemahlenen Mandeln und den Zimt vorsichtig unter die übrige Masse ziehen. Kurze Zeit kaltsteHen, ausrollen, die Unterlage mitZuckerbestreuen, Sterne ausstechen, die mit der zurückbehaltenen Glasur bestrichen werden.
Kerzen brennen länger, wenn man rund um den Docht etwas Salz streut. Das Tropfen wird weitgehend vermieden, wenn die Kerzen vorher in Salzwasser getaucht und an 'der Luft getrocknet werden.
Der SPORT
Die unteren Klassen am 10. Dezember
Fußball-Bezirksklasse
In der Gruppe I wird Lorsch seine bereits feststehende Herbstmeisterschaft noch weiter festigen wollen; wir möchten ihm überdies soviel „Riedpatriotismus“ zutrauen, daß es seinen nach Roßdorf zu einem keineswegs sicheren Punktgewinn fahrenden Nachbarn (wenn auch Tabeilenkonkurrenten) Bürstadt den „Vizemeister“ erhalten hilft. Es kann nämlich höchstens einen Wechsel auf Platz 2 und 3 geben, denn auch der naheliegende Heimsieg der Viktoria Urberach über Groß-Gerau würde nicht bis in das Spitzentrio ausschlagen. Dem Spiel der Heppenheimer gegen Bensheim gibt nicht nur die geringe Punktd-fferenz, sondern auch eine gesunde, hoffentlich im sportlichen Rahmen bleibende Lokalrivalität besonderen Reiz. Für Bobstadt zu Hause gegen Eberstadt darf man wohl mit der gleichen Berechtigung gutsprechen wie für den VfR Langen bei seiner Fahrt zum Schlußlicht Groß-Rohrheim.
Es spielen: Bobstadt—Eberstadt, Roßdorf-Bürstadt, Vikt. Urberach—Groß-Gerau, Groß-Rohrheim—Langen, Heppenheim—Bensheim, Lorsch—Ober-Ramstadt.
In Gruppe II kann Rot-Weiß Walldorf selbst nach seinem zu erwartenden Heimsieg gegen Erbach noch keine Halbzeitmeisterschaft feiern, denn die KSV Urberach wird aus Nauheim nicht ganz „ohne“ zurückkommen und bei ihren dann noch ausstehenden zwei Spielen auch nicht leer ausgehen. Ihr sitzt nämlich auch noch Bischofsheim im Nacken, denn es sollte diesmal in Wixhausen zu mehr Toren kommen als sein Gegner. Germania Ober-Roden hat von Eppertshausen kaum etwas zu befürchten dagegen ist das Spiel in Mörfelden gegen Messel immerhin eine leicht fragliche Angelegenheit für den Gastgeber. In Trebur hat der w Münster trotz fremden Bodens die besseren Aussichten, zumal ihm bei diesem letzten Vorrundenspiel im Siegesfall der Einzug in die obere Tabellenhälfte sicher ist. Fs spielen: Mörfelden—Messel, Ober-Roden— Fnnertshausen, Wixhausen—Bischofsheim, RW Waldorf-Erbach, Nauheim-KSV Urberach, Trebur—Münster. RG
Rückrundenbeginn mit Schlagerspiel
worii der kleinen Ruhepause sind in der v Aisklasse Darmstadt am Sonntag alle Mannschaften auf dem Rasen. Es H^hn-Alsbach, TSG -Wei¬ ♦Srüadt Erzhausen—Nieder-Ramstadt, Gräfen-Bickenbach, SSG Langen-Seeheim und L-ahniein—TuS Griesheim. HA, r der Woogswiese fällt bereits eine wich-Vorentscheidung im Spiel der beiden Gleichen Spitzenreiter, TSG 4G und Weiterbeide darum kämpfen werden, wer die Tabelle anführen soll. Um den AnktP?f pg-pht es in Grafenhausen, wo der Gast-SC'b r sich für die in Bickenbach erlittene Nledella ^a s" ™ spielen: Union Darmstadt-Traisa, SC Griesheim—Eschollbrücken, VfR Langen Soma—Rohrbach, Nieder-Beerbach—Jugenheim und Brandau—Ober-Beerbach. Jugenheim hat seinen Einspruch gegen das Spiel mit dem SC Griesheim kostenpflichtig verloren. Union Darmstadt erhält 2 Punkte von Jugenheim, das zu dem Spiel am 19. November nicht angetreten war. Somit hat die Tabelle der B-Klasse folgendes Aussehen:
Positionskampf in Höchst
In der Fuß b a 11- A-Kl ässe Erbach läuft am Sonntag mit vier Paarungen das letzte vollbesetzte Programm der Vorrunde. Wenn auch Sandbach die Herbstmeisterschaft nicht mehr zu nehmen sein wird, findet in Höchst die Entscheidung um den zweiten Tabellenplatz statt. Auch Beerfelden hat in Bad König mächtig zu „spurten“, wenn es seine Stellung im Mittelfeld halten will. Die einzelnen Paarungen: Höchst—FC Rimhorn, Bad König—Beerfelden, Würzberg—Lützel-Wiebelsbach, KSG Erbach Ib gegen Hainstadt. ,
Nachholpielc im Kreis Dieburg
Die A-Klasse Dieburg hat ein schmales Sonntagsprogramm; sie verzeichnet die ersten „Nachholspiele“, denn drei Vereine sind bereits „durch". Ueberau erwartet Lengfeld, das höchstens einen Ueberraschungssieg landen kann, Reinheim muß alle Kräfte in Ober-Roden zusammennehmen, wenn es die Otzberger in der Skala überflügeln will, und Spachbrücken steht zu Hause gegen Mosbach in den gleichen Stiefeln wie Lengfeld. Es spielen: Spachbrücken—Mosbach, Lengfeld—Ueberau, TG Ober-Roden—Reinheim.
In der B-K1 a s s e herrscht auch eingeschränkter Betrieb. Groß-Bieberau wird gegen Ober/Niederklingen ebenso zwei Punkte weiterkommen wie Georgenhausen gegen Wersau. Niedernhausen hat daheim gegen Brensbach eine Chance, aber Hering, das Hassia II empfängt, wird nur schwer zu Punkten kommen. Es spielen: Groß-Bieberau—Ober/ Nieder-Klingen, Georgenhausen—Wersau, Niedernhausen-Brensbach, Hering—Hassia 11. RG
Tabellenführer wollen ausrücken
Auch der Kreis Groß-Gerau beginnt am Sonntag die Rückrunde. Gleich der erste Spieltag weist eine Reihe interessanter Treffen auf, darunter mehrere Lokalderbys. Die Paarungen lauten: Wolfskehlen—Dornheim, Klein-Gerau— Raunheim 07, Ginsheim—Astheim, Büttelborn— Gustavsburg, Biebesheim—Stockstadt, SG Walldorf—Gernsheim.
Die Gernsheimer Mannschaft hat mit solch überzeugender Ueberlegenheit die Herbstmeisterschaft errungen, daß sie auch für die Rückrunde als die stärkste Elf gelten muß. Sie wird in Walldorf ihre Führungsposition zu wahren wissen. — Mit den gleichen Aussichten tritt der Tabellenzweite Ginsheim daheim gegen Astheim an. — Klein-Gerau gilt gegen Raunheim allgemein als sicherer Favorit. — Büttelborn steht daheim gegen Gustavsburg einer Mannschaft gegenüber, mit der es keine große Mühe haben sollte. — Eine kleine Ueberraschung könnte es im Spiel zwischen Biebesheim und Stockstadt geben, da die Gastgeber ehrgeizig sind und daheim unbedingt gewinnen wollen. — In Wolfskehlen sollte es keine Zweifel über den voraussichtlichen Sieger geben; Dornheim ist In diesem Jahre mit Abstand die schwächste Mannschaft der Gruppe.
In der B-K1 as s e spielen: TSV Rüsselsheim—Königstädten, Leeheim—Wallerstädten, SSV Raunheim—Goddelau, Bischofsheim Ib— Geinheim und Worfelden—SC Opel Ib. -Ir-
| SC Griesheim | 8 | 8 | — — | 54:4 | |||
| 16:0 | Eschollbrücken | 8 | 7 | — 1 | 33:4 | ||
| 14:2 | Jugenheim | 8 | 5 | — 3 | 37:6 | ||
| 10:6 | Union Darmstadt | 8 | 5 | — 3 | 25:17 | ||
| 10:6 | Brandau | 8 | 4 | — 4 | 19:26 | ||
| 8:8 | Rohrbach | 8 | 3 | — 5 | |||
| 16:31 | 6:10 | Traisa | 8 | 3 | — 5 | 16:34 | |
| 6:10 | Nieder-Beerbach | 8 | 1 | — 7 . | |||
| 9:29 | 2:14 | Ober-Beerbach | 8 | —. | — 8 | ||
| 2:60 | 0:16 | Außer Konkurrenz: | SV 98 Darmst. Soma | 10 | 6 | — 4 | 48:33 |
| 12:8 | VfR Langen Soma | 8 | 3 | 1 4 | 22:21 | ||
| 7:9 |
Strom / Arnold wurden Sieger
Strom/Arnold (Australien) gewannen am Donnerstag das 33. Berliner Sechstagerennen überlegen mit drei Runden vor Surbatis/Bouvard (Frankreich) und Mirke/ Preiskeit (Deutschland), vier Runden zurück.
Tischtennis
Werden sich die Spitzenreiter behaupten?
In der obersten hessischen Spielklasse wird am Wochenende die Rückrunde mit vollem Programm fortgeführt. Nach der überraschenden Niederlage des SV Flörsheim bilden die Mannschaften des SV Wiesbaden, Eintracht Frankfurt und die Flörsheimer die Spitzengruppe mit je einem verlorenen Spiel.
In diesem Jahr ist die Vormachtstellung des 2. deutschen Mannschaftsmeisters, SV Wiesbaden, äußerst gefährdet. Nachdem aber der ehemalige süddeutsche Meister, Scheer, den Weg nach Wiesbaden zurückgefunden hat, sind die Kurstädter nach wie vor Favorit. Der TTC Biblis wird dort wohl kaum um eine weitere Niederlage herumkommen. In Friedberg stehen sich zwei Neulinge gegenüber. Die Gäste aus Rüsselsheim werden aber auch dort nicht zu ihrem ersten Punktgewinn kommen. Auch für die in Abstiegssorge befindliche SG Höchst wird es schwer sein, in Bad Nauheim einen Sieg herauszuholen. Eintracht Frankfurt wird, auf eigener Platte spielend, einen nicht leichten Stand gegen den 1. ABC Wiesbaden haben. Trotzdem sollten sich die Gastgeber durchsetzen. Eine offene Begegnung ist das Spiel zwischen Weiß-Blau Frankfurt und der SG Klein-Krotzenburg. SV Darmstadt 98 empfängt SV Flörsheim
Mit neu formierter Mannschaft empfangen am Sonntagmorgen, 9 Uhr, in der Eieonorenschule die Lilienträger die bisher erfolgreichste Mannschaft der diesjährigen Verbands runde, den SV Flörsheim. Nachdem die Gäste die Vorrunde ohne Punkt-Verlust überstanden haben, mußten sie am vergangenen Wochenende die erste Niederlage gegen Bad Nauheim einstecken. Im Vorspiel siegten die Gäste knapp 9:7. Es war das beste Spiel, das die Darmstädter in dieser Saison geliefert hatten. Spielerisch gesehen, besitzen die Gastgeber die gleichen Chancen wie die Gäste. Die Lilwnträger werden dieses Spiel in der Aufstellung Hartmann. Römer. Hardt. Kappes, Haller und Lutz bestreiten. Die 2. Herrenmannschaft empfängt in ihrer Verbandsrunde den SV Hofheim (Taunus).
Bezirksklasse
Die Rundenspiele bei den Herren werden am Wochenende mit folgenden Begegnungen fortgesetzt: TSV Pfungstadt — Biebesheim. Wolfskehlen — Mörfelden, Jugenheim — Bensheim und TSV Groß-Umstadt gegen SG Arheilgen.
1875 Darmstadt ist spielfrei, da dessen Gegner, die SKG Ober - Ramstadt, ihre Mannschaft aus den Rundenspielen zurückgezogen hat.
Kreisklasse Herren : SKG Eberstedt — SG Wixhausen, TSG 46 Darmstadt — SG Egelsbach. SV Darmstadt 98 111 — SKG Bickenbach. TSV Nieder-Ramstadt — TGB 65 Darmstadt, SSG Langen — SKG Ernsthofen, TSV Nieder-Ramstadt II — SV Erzhausen. Damen: TSV Pfungstadt — SV Darmstadt 98 11. SKG. Bickenbach — SSG Langen, SKG Eberstadt — SG Egelsbach, SG Arheilgen — SG Wixhausen.
Der Bezirk Darmstadt hält am Samstag, dem 9. Dezember. 16 Uhr, im Lokal Borger in Darmstadt. Ecke Landwehr- und Rößlerstraße, eine wichtige Bezirkstagung ab. Die einzelnen Kreiswarte und die Abteilungsleiter der Vereine werden gebeten, zu dieser Tagung unbedingt zu erscheinen. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem Festlegung der Kreis- und Bezirksmeisterschaften, Neueinteilung der Rundenspiele für die Rückrunde sowie Presseangelegenheiten. Ku.
Ringen
Verstärkte SG Arheilgen gegen ASV 86 Frankfurt
Anläßlich des 40jährigen Jubiläums der Arheilger Ringer, die in der SG Arheilgen zusammengeschlossen sind, steigt am Samstagabend in der Schulturnhalle zu Arheilgen ein interessanter Vergleichskampf zwischen dem altbekannten Oberligaverein ASV 86 Frankfurt und der Arheilger Mannschaft, die durch Ringer des SV Darmstadt 98 und Darmstadt 19iÖ verstärkt wird. Die Gäste, die mit dem deutschen Meister Henze schon immer zu den stärksten Vereinen der Oberliga zählten, werden in ihrer besten Besetzung zu diesem Jubiläumskampf antreten. Die Gastgeber haben ihre Mannschaft noch nicht zusammengestellt, doch sind in die engere Wahl gezogen: Freudenberger, Kuchar, Spatz und Fiedler/SG Arheilgen, Scheidler, Gerhardt und Heckhaus/98 sowie Ditter und Winkel /Darmstadt 1910. Bei richtiger Formierung der Darmstädter Mannschaft, sollte den Gästen ein ebenbürtiger Gegner gegenüberstehen. Beginn 19 Uhr. -eri-
Basketbhall am Wochenende
Der Tabellenführer TB Heidelberg stellt sich am Samstag bei der Homburger TG vor und wird am Sonntag Gast des MTV Gießen sein. Wenn sich auch die beiden hessischen Mannschaften nach anfänglich schwächeren Leistungen gut gefangen haben, müßten dennoch die Punkte dem TBH zufallen. der wohl jede Gelegenheit wahrnehmen wird, seinen Vorsprung auszubauen. Der BC Karlsruhe erwartet in seiner 9. Oberligabegegnung den Heidelberger TV 1846. Wegen Hallenschwierigkeiten muß der BC Darmstadt auf sein Heimspiel verzichten und zum zweiten Male die Reise nach Bad Kreuznach antreten. Die Darmstädter, denen der VfL 1848 gut liegt, werden auf härteren Widerstand stoßen als beim ersten Spiel, das sie mit 34:27 gewinnen konnten.
In der Landesliga nähert sich die Vorrunde ihrem Ende. Es steht nur das Frauenspiel zwischen der Homburger TG und dem BC Frankfurt auf dem Programm.
Hochschulsport
Fußball:
T. H. Darmstadt — W. H. Mannheim 9:0 (6:0)
Am Mittwoch waren die Darmstädter Studenten in Mannheim und dominierten gegen die dortige W. H. zeitweise so sehr, daß das Spiel fast ausschließlich in der gegnerischen Hälfte ablief. Die Tore für Darmstadt schossen Roetzel (4), Wöber (2), Prohl (2) und der linke Verteidiger von Mannheim. Die Mannschaft bewies wieder einmal mehr, daß sie in der gegenwärtigen Spielstärke ein ernstzunehmender Gegner ist. Am kommenden Mittwoch. 14 Uhr, steht sie im dritten Vorrundenspiel der Uni Heidelberg im Hochschulstadion gegenüber.
Schweden siegten
Deutschland mit 5:1 Punkten geschlagen
In Kalmar (Schweden) trafen sich die Tischtennis - Ländermannschaften von Deutschland und Schweden zu ihrer 10. Begegnung. Mit 5:1 Punkten kamen die Gastgeber zu einem klaren Erfolg und zu ihrem neunten Sieg. Den deutschen Ehrenpunkt rettete Dr. Mauritz, der Croneryd mit 21:5, 13:21, 21:8 bezwang.
Ohrfeigen in Berlin
Zu einem ernsten Zwischenfall kam es in der letzten Nacht des Berliner Sechstagerennens. Der Belgier Naeye ohrfeigte einen französischen Betreuer und wurde darauf vom Renngericht disqualifiziert. Dieser Zwischenfall wirft ein Schlaglicht auf die Zustände, die in Berlin herrschen. Der Sport steht nicht an erster Stelle, denn es ist längst offensichtlich geworden, daß der Sieg unter den Fahrern schon vor dem Rennen vergeben war. Die Rolle der Australier Strom/Arnold sollte die Veranstalter in Zukunft veranlassen, bei der Verpflichtung dieses Paares besonders vorsichtig zu sein.
Am letzten Morgen (6 Uhr) führten in Berlin: 1 Strom/Arnold 244 Punkte. Zwei Runden zurück 2. Mirke/Preiskeit 208 Punkte, 3. Hörmann/Berger 128 Punkte, 4. Giorgetti/Zoll 86 Punkte. Vier Runden zurück 5. Ehmer /Nothdurft 194 Punkte, 6. Surbatis/Bouvard 88 Punkte. Sieben Runden zurück 7. Lapebie/Saager 141 Punkte.
Sport in kürze
Der Roll- und Schlittschuhclub Darmstadt hält am 9. Dezember 1950 im Concordiasaal zu Darmstadt seine diesjährige Weihnachtsfeier ab. Beginn 20 Uhr. Auserlesene Tombola und Tanz. Eintritt 1 DM. -eri-
Lorsch — ein Ereignis für die Gemeinde Lorsch und Umgebung ist die Verpflichtung der österreichischen National- Profi-Mannschaft „Sturm Graz“ für den 1. Januar 1951. Willi Brunner, der bekannte Darmstädter
Berufsrennfahrer, konnte in der diesjährigen Rangliste der deutschen Dauerfahrer in Rennen hinter Kleinmotorführung auf Bahn und Straße einen vorzüglichen und beachtenswerten 2. Platz hinter dem Kölner Zims belegen. 10 Siege und (u. a.) 5 zweite Plätze sind zweifellos eine stolze Bilanz, zu welcher man Willi Brunner nur beglückwünschen kann. -ei-
Neue Filme in Darmstadt
BELIDA: „Tarzans Abenteuer in Neu¬ york.“ Solange Märchen erzählt werden, handelt es sich darum, daß das Gute über das Böse siegt. Da sich aber Erwachsene nicht mehr mit Rotkäppchen und dem bösen Wolf zufrieden geben, kam man auf den Gedanken, Märchen für Erwachsene zu verfilmen. Ein solches Märchen ist die Erfindung des Tarzan, der als uriger Dschungelbewohner Herr über unberührte Wildnis ist. Daß man ihm aber eine Hollywood-Schönheit mit pin-up-Gestalt zur Gefährtin gab, die gemeinsam mit einem im Urwald gefundenen Knaben das idyllische Terzett bilden, erscheint etwas gewagt, wenn man überhaupt einen Maßstab an derartige Filme' anlegen will. Es geht in diesem Film sehr lebhaft zu. Ueberfall wilder Swahili-Neger auf ein Flugzeug, das zum Löwenfang gelandet war, Absturz der Familie Tarzan von einer altersschwachen Liane, Entführung des Wunderkindes in einen amerikanischen Zirkus, die Verfolgung der in Maßanzüge gekleideten Tarzansippe, Sieg des Gesetzes und reumütige Rückkehr in den Dschungel. Mit Tricks wird nicht gespart.'keine Möglichkeit eines männlichen Zweikampfes ausgelassen, und der Regisseur malt wacker mit dem Schwarz-Weiß-Pinsel das Gute und! das Böse, das sich hier bis aufs Messer bekämpft. Klar, daß die Angelegenheit harmonisch ausgeht, schon um des Geschäftes willen, denn man will Johanny Weißmüller ja auch in Zukunft auf der Leinwand sehen, wenn er nicht gerade eine Abmagerungskur auf Befehl der amerikanischen Filmgewaltigen machen muß, um die Idealstatur eines „Superman“ zu behalten. -st
UNION: „Der Seeräuber.“ Knigges „Umgang mit Menschen“ würde auf diesen Freibeuter James Waring wohl keinen überwältigenden Eindruck gemacht haben, denn er verläßt sich in seinem Umgang mit Menschen lieber auf einen gut geführten Degen, auf seine Kanonen und eine tolle Meute Gleichgesinnter. Auch seine Brautwerbung widerspricht durchaus den üblichen Gepflogenheiten, wenn er die schöne Margaret, anstatt recht sittsam beim Herrn Papa um ihre Hand anzuhalten, mit einem Knebel im kirschroten Mund ganz einfach auf seinen Dreimaster entführt. Dieser James Waring ist eine der verwegenen Gestalten, die — offiziell als Seeräuber, inoffiziell aber für England — gegen Spanien kämpften. Da wird überfallen und geraubt, gefangen und gefoltert, geschossen und gefochten, unter falscher und riehtiger Flagge gesegelt, geliebt und gehaßt, politisiert und intrigiert (was hier nicht dasselbe zu sein braucht, daß es eine wanre (Abenteurer-)Lust ist, Henry King ließ als Regisseur seiner Phantasie freien Lauf — allzuweit lief sie nicht — und schuf ein Pracht- und Kolossalgemälde mit dem Untertitel „Wild-West auf hoher See“. Tyronne Power, Maureen O’Hara, Laird Gregar, Thomas Mitchell, George Sanders u. a. fanden offensichtlich Spaß an der Sache und spielten ihre Rollen mit viel „Einfühlungsvermögen“. Wobei nicht gesagt sein soll, daß Tyronne eine solche Rolle geradezu auf den Leib geschrieben wäre, hn
Notizen
Das Stuttgarter Kammerorchester unter Karl Münchinger kehrte von seiner zweiten erfolgreichen England-Gastspielreise zurück Die zwei Londoner Konzerte mit Werken von Bach und Mozart und der Bach-Ab end in Sheffield fanden in der englischen Presse lebhaften Widerhall. Audi die BBC brachte eine Originalsendung des Orchesters.
Der bekannte finnische Komponist Jean Sibelius wird am 8. Dezember 85 Jahre alt. Die Regierung will anläßlich seines diesjährigen Geburtstages in Helsinki ein Galakonzert veranstalten.
Der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Her¬ mann Zenck, Direktor des musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Freiburg und Ordinarius für Musikgeschichte, ist am Samstag im Alter von 52 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Der in Karlsruhe geborene Gelehrte hat an den Universitäten Leipzig, Göttingen und Freiburg gelehrt und ist auch durch musikwissenschaftliche Publikationen bekannt geworden. Seine Forschung galt besonders der deutschen und italienischen Musik des 16. Jahrhunderts.
DT Statt Karten. H Am 1. Dezember 1950 entschlief nach langem Leiden, doch plötz- Q lieh und unerwartet, mein lieber, treusorgender Mann Ewald Mattuschka Gerichtsvollzieher i. R. Die Beisetzung hat in der Stille stattgefundeh. Ira Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme und die Kranz- und Blumenspenden sage ich auf diesem Wege meinen herz- ■ liebsten Dank. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Dr. Hotz für B die trostreichen Worte sowie allen, die ihm das letzte Geleit B gaben. _ .. . _ In tiefer Trauer: Anna Mattuschka geb. Eimer B : Reinheim, den 7. Dezember 1950. M Ueberauer Str. 33
I Plötzlich und unerwartet verstarb infolge eines Herzschlags B am 4. Dezember 1950 in Darmstadt unsere liebe Mutter Marie Leyerzapf Wwe. geb. Jahn (seit 1944 in Langen) kurz vor der Vollendung ihres 72. Lebensjahres. In stiller Trauer: Karl-Wilhelm Leyerzapf und Frau B Darmstadt, Riedlingerstr. 8. Die Beisetzung fand auf Wunsch der Entschlafenen in der Stille statt. ■■■■HBBnBfIBBHBBBBMBBBBHBi
। Bestattungen am Freitag, dem 8. Dezember 1950 | E Beerdigungen: Bessunger Friedhof B 14.30 Uhr: Kraus, Katharina, 66 Jahre, Kathreinstraße 80 Waldfriedhof H 14.15 Uhr: Lautz, Mathilde, Landwehrstraße 12 R 14.45 Uhr: Sdileichert, Karl, 67 Jahre, Otto-Wolfskehl-Str. 30 H
i - Jhr QVcilwacl)t6geöcl)enk von Elisabefhenstraße-Palaisg arten SEIT 1826 „ ■■■ Sind’s die AUGEN . . . I ~ | — I DAS FACHGESCHÄFT F□RGUTE SSEH E N I ’ Anerkannter Meisterbetrieb DARMSTADT - PALAISGARTEN
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Beschluß 3 VN 14/50. Der Installateurmeister Karl Rühl In Darmstadt, Frankfurter Straße 17, hat heute beantragt, über sein Vermögen das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses zu eröffnen. Rechtsanwalt Dr. W. Kissner in Darmstadt, Frankfurter Straße 29, Telefon 964, wird zum vorläufigen Verwalter bestellt Gegen den Vergleichsschuldner wird mit Wirkung von heutet 16 Uhr. ein allgemeines Verfügungsverbot erlassen. Den Drittschuldnern wird verboten, ohne Zustimmung des vorläufigen Vergleichsverwalters an den Vergleichsschuldner zu leisten. Verfügungen und Leistungen mit Zustimmung des vorläufigen Vergleichsverwalters sind unbeschränkt wirksam. Darmstadt, den 5. Dezember 1950 Amtsgericht — Abt. 3 Beschluß 3 N 9'50. Das Konkursverfahren gegen Firma „Erwida", Inhaber E. Willemann, Darmstadt, Dieburger Straße 18, wird nach 8 204 K 0 eingestellt. Darmstadt, 6. Dezember 1950 Amtsgericht
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W u r z e Iw i I o s Weihnachtsgang Verse: Margarete Dierks, Bilder: Eberhard Schlotter VI. Weit, sehr weit ist wohl die Stadt, wenn man keine Flügel hat, k kein Motorrad, Auto, Bus, _ sondern wacker laufen muß. " Wilo stapft erst schnell voran durch Gebüsch, durch Dorn und Tann, weiß die Richtung auch zur Stadt, doch bald wird er müd und matt, schaut vom Waldrand übers Feld: X „„ b‘; wie so groß ist doch die Welt und der Schnee so weglos dicht—, *r, - —- ‘ •' armer, kleiner Wurzelwicht I »- > Lautlos kommt in weitem Bogen *’ • — Krähe Quarredei geflogen, . späht —, und sieht den Wilo sitzen unter Tannenzweigenspitzen. - Fortsetzung In der nächsten Ausgabe
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