Darmstädter Tagblatt 1950


Darmstädter Tagblatt

Darmstädter Tagblatt CHEFREDAKTEUR; ERICH DOMBROWSKI. Verlag; Darmstädter Tagblatt b. C. Wittich. p„ J? Btad * • Rheinstraße 23. Telefon 3325. erscheint täglich außer Sonntag 207. Jahrgang / Nr. 136 defftfdpe Jkuefle Jlac^n^fen Donnerstag, 7. Dezember 1950 Redaktion: Darmstädter Tagblatt L. C. Wittich. Darmstadt, Rheinstraße 23,Te1. 3925. Bezugspreis: 2,90 DM monatlich zuzüglich 0,40 DM Trägerlohn. Anzeigenpreise: Preisliste Nr. 3 v. L 7. 1950. Preis 15 Pfennig *

Europa behält den Vorrang

Attlee und Truman nähern sich einem Uebereinkommen

Washington, 6. Dezember. (AP./dpa) Truman und Attlee haben ihre Konferenz am Mittwoch mit zwei weiteren Besprechungen fortgesetzt.

Nach Berichten von unterrichteter Seite sollen sich die beiden Staatsmänner einem Uebereinkommen darüber nähern, daß Europa im Kampf gegen den Kommunismus den Vorrang vor dem Fernen Osten erhalten soll.

Ihre militärischen und diplomatischen Berater haben zur Lösung des Koreakonfliktes eine Reihe von Möglichkeiten ins Auge gefaßt. Dazu gehören:

1. Ein Feuereinstellungsbefehl, der von beiden Seiten am 38. Breitengrad akzeptiert werden müßte.

2. Die Zurückziehung der UN-Truppen von der gesamten koreanischen Halbinsel bei gleichzeitiger Fortsetzung der Kampfhandlungen durch Luft- und Seeangriffe gegen die chinesischen Kommunisten.

So lange das Sternenbanner in Korea wehe, werde auch der Union-Jack dort seinen Platz haben, sagte Attlee am Mittwoch vor dem amerikanischen Presseklub in Washington.

Großbritannien habe bei seiner Anerkennung Rotchinas nur der Tatsache ins Auge gesehen, daß der Kommunismus über dem gesamten chinesischen Festland herrsche.

Man müsse erkennen, daß die militärischen Rückschläge auf das Eingreifen der Rotchinesen zurückzuführen seien. Denjenigen, die die Last dieser Schläge zu ertragen hätten, müsse geholfen werden.

„Unterschiede der Betonung“ in der britischen und der amerikanischen Politik seien unvermeidlich und durch die verschiedene geographische Lage der beiden Nationen bedingt, sagte Attlee. Die gegenwärtigen Besprechungen mit Truman werden jedoch beide Seiten in die Lage versetzen, den Standpunkt des anderen zu verstehen.

Nach dem ersten Zusammentreffen Trumans mit Attlee am Mittwoch wurde ein Kommunique herausgegeben, in dem es heißt, die beiden Staatsmänner stimmten darin überein, daß das Problem der Rohstoffknappheit von lebenswichtiger Dringlichkeit sei.

Kein Grund zur Aunwendung

Collins über die Atombombe

Söul, 6. Dezember, (dpa) Der Stabschef der amerikanischen Armee, General Collins, erklärte in Söul, er sehe keine taktisch-militärischen Gründe für eine Anwendung der Atombombe in Korea.

General Collins hatte in Begleitung des Oberbefehlshabers der achten amerikanischen Armee, Generalleutnant Walton Walker, am Dienstag die Nordwestfront besichtigt.

Friedensappell des Papstes

Vatikanstadt, 6. Dezember. (AP.) Papst Pius hat an die Welt einen Aufruf zur Wahrung des Friedens gerichtet. Er forderte einen „heiligen Feldzug“ gegen den uneingeschränkten Machtkampf, der die Wurzel allen menschlichen Elends sei.

20 Milliarden Mark

Washington, 6. Dezember (dpa). Präsident Truman wird den Kongreß im nächsten Jahr um Bewilligung von rund 5 Milliarden Dollar (über 20 Milliarden DM) für Waffenlieferungen an die freien Nationen ersuchen. Die deutsche Industrie soll nach den gegenwärtig vorliegenden Plänen Funkgeräte, Lastwagen und andere halbmilitärische Erzeugnisse liefern.

Deutsche Waffenproduktion

Washington, 6. Dezember. (AP.) Die drei westlichen Besatzungsmächte werden bereits in allernächster Zeit das Verbot jeglicher Rüstungsproduktion in der Bundesrepublik erheblich lockern, um auf diese Weise die deutsche Industrie so schnell wie möglich zur Waffenproduktion für die westeuropäische Verteidigung heranzuziehen, erklärte ein hoher Beamter der amerikanischen Regierung am Mittwoch.

Unvexränderte Genußmittelsteuer

Bundesfinanzminister gegen Senkung der Steuern für Kaffee, Tee und Tabak

Bonn, 6. Dezember, (dpa) Bundesfinanzminister Schäffer teilte, dem Bundestag am Mittwoch mit, daß vorerst nicht mit einer Senkung der Tabak-, Kaffee- und Teesteuer zu rechnen sei.

Finanzminister Schäffer wies darauf hin, daß eine Erhöhung notwendig sei, um’den Berliner Haushalt zu decken. Sie beschränke sich bei den schwachen Steuerzahlern auf ein Viertel des bisherigen Satzes, während sie bei den leistungsstärksten Steuerpflichtigen auf das Dreifache des bisherigen Satzes steige. Die SPD schlug vor, an Stelle der Erhöhung des Notopfers die Einkommensteuer zu erhöhen, um die sozialen Familienverhältnisse zu berücksichtigen.

Ein Regierungsentwurf über ein Anleihegesetz wurde an die zuständigen Ausschüsse verwiesen. Nach dem Gesetz soll der Bundesfinanzminister ermächtigt werden, rund 700 Millionen Mark im Wege des Kredits zu beschaffen um Ausgaben des außerordentlichen Haushalts für das Rechnungsjahr 1950/51 zu decken. _ ... _

Dann wurde das vorläufige Beamtengesetz bis zum 30. Juni 1951 verlängert. 8 In Beantwortung einer SPD-Interpellation wies Finanzminister Schäffer dar-Tff 1111 ii 11111111 ii । iminnmnnfflTnniwnnTTnTn auf hin, daß Beiträge und Geldspenden für politische Parteien weder als „Betriebsausgaben“ gebucht noch als von der Steuer absatzfähige Ausgaben behandelt werden dürfen.

Die bisherigen Reichsautobahnen und Reichsstraßen werden durch ein vom Plenum verabschiedetes Gesetz als Bundesautobahn und Bundesstraßen Eigentum des Bundes.

Zinu vorgeschlagen

zum hessischen Ministerpräsidenten

Wiesbaden, 6. Dezember, (dpa) Die Landtagsfraktion und der erweiterte Landesausschuß der SPD Hessen haben am Mittwoch in einer gemeinsamen Sitzung beschlossen, den früheren Justizminister, Bundestagsabgeordneten Georg Zinn, als neuen hessischen Ministerpräsidenten vorzuschlagen.

(Ausführlicher Bericht siehe Seite 2.)

Wonsan von Chinesen besetzt

Die UN-Truppen in Nordkorea sind endgültig abgeschnitten

Söul, 6. Dezember (AP./dpa). Die 8. Armee hat am Mittwoch ihren Rückmarsch aus Westkorea abgeschlossen und in der Nähe des 38. Breitengrades neue Stellungen bezogen.

Unter nachlassendem kommunistischem Druck sind die noch kampffähigen alliierten Divisionen in ihre Bereitstellungsräume gegangen, um den Ansturm der überwältigenden feindlichen Übermacht vor Söul abzufangen.

Über den genauen Verlauf der neuen Stellungen ist nichts bekannt. Teile der 8. Armee sollen sich in einem Gebiet auf halber Strecke zwischen Pyöngyang und Söul eingegraben haben, während die Masse der verbleibenden Divisionen südlich des 38. Breitengrades 50 km nördlich von Söul in Stellung gegangen sein soll. Noch immer halten die rund 10 000 Mann starken eingeschlossenen amerikanischen Marine- und Infanterieverbände den rund 20 km tiefen Kessel am Südufer des Chan gj i n-Stausees, Die Verluste des Gegners in diesem Raum betrugen allein in den letzten Tagen rund 20 000 Mann. Mit über 100 000 Mann versuchen die Chinesen das 10. Korps restlos abzuschneiden und zu zerschlagen.

Der wichtige Marinestützpunkt Wonsan an der Ostküste Koreas ist am Mittwoch von den ÜN-Truppen auf gegeben worden. Starke chinesische Einheiten drangen in die Vorstädte Wonsans ein, als die letzten amerikanischen Soldaten in kleinen Fahrzeugen aus dem Hafen ausliefen.

Die Schiffe werden wahrscheinlich nach dem weiter nördlich liegenden Hafen H u n g n a m fahren, wo gegenwärtig die Evakuierung der UN-Truppen aus dem Nordostteil Koreas vorbereitet wird. Große Truppentransporter und viele amerikanische Kriegsschiffe liegen im Hafen von Hung na m, um die UN-Truppen an Bord zu nehmen. Sie werden etwa 40 000 bis 50 000 Mann abtransportieren.

Aus dem Hauptquartier Mac Arthurs wird bekannt, daß Teile der ersten chinesischen Feldarmee aus dem äußersten Nordwesten Chinas in Marsch gesetzt worden sind, um die bereits eine Million Mann umfassende rotchinesische Korea-Armee noch zu verstärken.


Das Dorf Miln war tagelang durch die Lavamassen des Aetna bedroht. Auf unserem Bild beten die Bewohner zum heiligen Andreas um ihre Rettung. Inzwischen mußte jedoch das Dorf geräumt werden Foto: UP-Acme
Das Dorf Miln war tagelang durch die Lavamassen des Aetna bedroht. Auf unserem Bild beten die Bewohner zum heiligen Andreas um ihre Rettung. Inzwischen mußte jedoch das Dorf geräumt werden Foto: UP-Acme

Waffenstillstand am 38. Breitengrad?

Alle Regierungen beraten / Kein Befehl zum Atombombeneinsatz

Washington, 6. Dezember. (AP./dpa) Fast alle Regierungen außerhalb des sowjetischen Machtbereiches berieten die ernste Lage in Korea und die bisher bekanntgewordenen Ergebnisse der Konferenz von Truman und Attlee. In L a k e S u c c e s s haben elf asiatische Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen an Peking und Nordkorea appelliert, den 38. Breitengrad nicht zu überschreiten.

Ein indischer Sprecher erklärte, daß auch die Truppen der Vereinten Nationen, falls sie hinter den 38. Breitengrad zurückgingen, keinen Versuch machen sollten, diesen Breitengrad erneut zu überschreiten.

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat am Mittwoch beschlossen, den Appell der 13 asiatischen Länder an das kommunistische China und Nordkorea, den 38. Breitengrad nicht zu überschreiten, auf die Tagesordnung zu setzen.

Der amerikanische Außenminister Jean Acheson soll sich für einen Waffenstillstand am 38. Breitengrad eingesetzt haben Er habe jedoch Truman und Attlee gleichzeitig darauf hingewiesen, daß augenblicklich jedes Uebereinkommen mit Peking die Stellung der Westmächte in Japan, den Philippinen und Malaya schwächen könnte. Man müsse sich darüber klar sein, daß Peking Forderungen auf Indochina und auf Beteiligung an der Ausarbeitung des amerikanischen Friedensvertrages erheben würde.

In Neu-Delhi ist das indische Parlament zu einer Sitzung über die Koreafrage zusammengetreten.

Premierminister Nehru erklärte, von den Vereinigten Staaten, Großbritannien, der Sowjetunion und Rotchina hänge für das Schicksal der Welt mehr ab, als von den anderen Staaten der Erde zusammen.

Im übrigen stehe, wie sich die Lage auch gestalten würde, fest, daß Nordkorea der Angreifer gewesen sei.

Die meisten Regierungen brachten zum Ausdruck, daß die Atombombe nicht eingesetzt werden dürfe.

Dazu erklärte ein amerikanischer Sprecher, daß Truman keinen Befehl zum Einsatz der Bombe gegen das kommunistische China geben würde. Der Präsident werde den Einsatz der Atombombe nur dann anordnen, wenn das Schicksal der Vereinigten Staaten auf dem Spiel stehe.

Friedensappelle

O Wieder hat der 38. Breitengrad, die künstliche und unglückselige Grenze zwischen Nord- und Südkorea, eine entscheidende Bedeutung erhalten. Wenn die rotchinesische und die nordkoreanische Regierung dem Appell von dreizehn asiatischen und arabischen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen folgen und diesen Rubikon von ihren Truppen nicht überschreiten lassen, dürfte man die Aussichten für die diplomatischen Verhandlungen zur Entspannung der außerordentlich zugespitzten Weltkrise günstiger beurteilen. Lehnen China und Nordkorea ab und wollen sie ihren Siegeszug, der bereits überall in den chinesischen Städten gefeiert wird, vollenden, offenbaren sie die wirklichen Beweggründe ihres Handelns. Die ablehnende Erklärung des sowjetischen Außenministers deutet wohl schon die Richtung an. Dann muß die andere Seite schwerwiegende politisch-diplomatische und militärische Folgerungen ziehen, die je nach ihrem Ausmaß verhängnisvolle Auswirkung haben können.

Noch weiß man nichts Genaues über das Ergebnis der Besprechungen zwischen Truman und Attlee, der zweifellos besänftigend zu wirken versucht. Wenn sich jedoch die Auffassung durchgesetzt haben sollte, daß Westeuropa und nicht der Ferne Osten den ersten Platz einnehmen soll, wäre die Gefahr verringert, die Moskau herbeiführen will: Bindung der amerikanisch-britischen Kräfte in Asien und Entblößung des Westens. Die sehr wichtige Reaktion der amerikanischen Öffentlichkeit auf den Ausgang der Verhandlungen Truman—Attlee wird verständlicherweise in hohem Grad von dem Schicksal der Truppen der Vereinten Nationen auf Korea abhängen, insbesondere der amerikanischen Streitkräfte, die bisher die Hauptlast getragen haben und noch tragen.

Wenn der Aufruf des Papstes und das Schreiben der evangelischen Kirche für die Erhaltung des Friedens überall in der Welt gehört und befolgt würden, könnte der schwere Alpdruck, der auf der ganzen Welt liegt, bald von ihr genommen werden. Die Vorbereitungen für das „Fest des Friedens“ würden dann wieder in einer besseren Stimmung getroffen werden als in den letzten Tagen. An erster Stelle tragen die verantwortlichen Männer in Peking und Moskau die Entscheidung und das Schicksal der Völker in ihren Händen.

Nur keinen Minderwertigkeitskomplex

Von Viktor Korb v. Körber

Bereits in der wilhelminischen Epoche war es eine im deutschen Volk weitverbreitete Ansicht, daß wir Deutschen nur wenig Begabung für den Auswärtigen Dienst besäßen und demzufolge nur über unfähige Außenminister und Diplomaten verfügten. Es bedurfte kaum noch der „Meisterdiplomatie“ des Dritten Reiches, um sie zur schier unerschütterlichen Überzeugung der großen Mehrheit unseres Volkes werden zu lassen.

Es liegt auf der Hand, daß sich eine derartige Selbstsuggestion einer ganzen Nation verhängnisvoll auswirken muß, besonders in einem historischen Augenblick wie dem gegenwärtigen, in dem nach jahrelanger diplomatischer Isolierung wieder die ersten deutschen Auslandsvertretungen entsandt wurden, in dem darüber hinaus bereits von der nah bevorstehenden Wiedererrichtung eines neuen Außenamtes gesprochen wird.

Wir Deutschen sollten daher dieses Vorurteil von unserer Unfähigkeit, uns erfolgreich auf dem diplomatischen Parkett bewegen zu können, zu überwinden suchen. Um so mehr als es sowohl historisch wie sachlich unberechtigt ist. Historisch und sachlich richtig ist nämlich die Tatsache, daß sowohl das Kaiserreich wie die Weimarer Republik über eine recht ansehnliche Zahl von ausgezeichneten und im Maße des Möglichen auch erfolgreichen Fachkräften des Auswärtigen Dienstes verfügt haben.

Wahrhaft historische Daten

Wer es miterlebt hat, wie die deutsche Friedensdelegation in Paris im Jahre 1919 vor der Volkswut durch Stacheldraht und Mobilgarden geschützt werden mußte, dem scheint es ans Wunderbare zu grenzen, in wie kurzer Zeit die Wilhelmstraße vor 1933 Volk und Reich aus der Erniedrigung herausgeführt und als gleichberechtigten Partner wieder in die Gemeinschaft der europäischen und überseeischen Nationen eingefügt hat. Diese grundsätzliche Wandlung vollzog sich in der kurzen Zeitspanne von nur zwölf Jahren dank der staatsmännischen und diplomatischen Kunst hochbefähigter Männer wie Außenminister Dr. Stresemann, wie des langjährigen deutschen Botschafters in Paris und London Dr. von Hoesch und einer weiteren Anzahl gleichwertiger Mitarbeiter im Auswärtigen Dienst. Wie nachdrücklich es die damalige deutsche Außenpolitik verstanden hat, das volle Vertrauen der Welt in die deutsche Aufrichtigkeit, Loyalität und Leistungsfähigkeit wiederzugewinnen, das beweisen vielleicht am eindeutigsten die Anleihen der Privatwirtschaft, der kommunalen und öffentlich-rechtlichen Körperschaften in Höhe von über 25 Milliarden Reichsmark, die der Republik in den Jahren 1924/29 vom Ausland gewährt worden waren. Von der deutschen Unfähigkeit zum Auswärtigen Dienst sollten wir darum nur reden im Rückblik auf einen Ribbentrop und seinen engeren Kreis von diplomatischen Charlatanen und Desperados Hitlerscher Prägung. Gegen ihre totalitäre Hemmungslosigkeit und Skrupellosigkeit, gegen ihre dilettantische Geschäftsführung und Unberechenbarkeit, vor allem aber gegen ihre menschliche Unanständigkeit und Treulosigkeit vermochten die auch im Auswärtigen Dienst des Dritten Reiches tätig gewesenen ehrenhaften und befähigten Persönlichkeiten nichts auszurichten. Eine neue Diplomatengeneration

Es ist eine erfreuliche Tatsache, daß sich die heutigen Bewerber für den Auswärtigen Dienst der Westdeutschen Bundesrepublik nicht mehr vom Minderwertigkeitskomplex der älteren Generation belastet fühlen. Ihre Ausbildung auf der Diplomatenschule in Speyer erfolgt in einer ausgesprochen Vorurteilsfreien Atmosphäre. Das programmatische Wort des Leiters des Organisationsbüros Bonn, Staatsrat Dr. Haas: „Diplomatie muß aus dem Volke kommen“, verbürgt die klassenlose Auswahl der künftigen Diplomaten, die dort von einer sehr sorgfältig zusammengesetzten Dozentenschaft der verschiedenartigsten Disziplinen über alle Probleme und Aufgabengebiete ihres erwählten Berufes gründlichst und nach modernsten Methoden unterrichtet werden.

Im Zeichen des Marshallplanes

Wir leben heute im Zuge einer zwangsläufig mit dem großen amerikanischen Hilfsprogramm verbundenen, unaufhaltsam fortschreitendenden Entwicklung. Sie drängt zu immer größerem Verzicht auf die Souveränität der Einzelländer und immer elementarer hin auf die Wirtschaftssolidarität aller westeuropäischen Staaten untereinander und mit den reichen überseeischen Rohstoffgebieten und Absatzmärkten. So werden die Aufgaben des auswärtigen Dienstes in Zukunft recht anderer Art sein als ehedem. So wird es das Hochziel des neuen deutschen Auswärtigen Dienstes in seiner Gesamtheit sein müssen, die Wiedereingliederung der modernen deutschen Wirtschaft in den Blutkreislauf der europäischen und der Weltwirtschaft zu erkämpfen und in loyaler Wechselwirkung mit dem Ausland immer mehr zu festigen, auszuweiten und zu vertiefen. Die heute in dieses diplomatische Neuland entsandten deutschen Generalkonsule und Konsuln sind Pioniere einer Entwicklung, deren Ausbau und Stabilisierung auch in späteren Friedensjahren die vornehmste Pflicht der Männer sein wird, die dann wohl wieder den Titel von Botschaftern und Gesandten tragen werden.

Wirtschaft ist Schicksal

Es gibt ein altes, weises englisches Sprichwort „Economic power is more important than military“. Es will besagen, daß allgemeiner Wohlstand der Völker eine gesicherterere Friedensgarantie darstellt als selbst die stärkste Waffenrüstung. „ Wirtschaft ist Schicksal“, in diesem vor mehr als dreißig Jahren geprägten Wort Walter Rathenaus drückt sich die gleiche Erkenntnis aus. Und der Marshallplan mit seiner allsichtbaren Auswirkung auf die wirtschaftliche Wiedererholung Westeuropas hat vollends klargestellt, daß die Wirtschaftspolitik heute zum bestimmenden Faktor der Außenpolitik schlechthin geworden ist.

Man geht angesichts dieser Erkenntnistatsache vielleicht nicht zu weit mit der Behauptung, daß die einstige Diplomatie durch die jüngste Weltwirtschaftsentwicklung bereits der Vergangenheit angehört. Vielleicht werden in Zukunft außenpolitische Meinungsverschiedenheiten zwischen den abendländisch-christlichen Völkern infolge ihrer fortschreitenden Wirtschaftsverflechtung, von der das Wohl und Wehe von Millionen und Abermillionen Menschen abhängt, bald so sehr an Bedeutung und Interesse verloren haben, daß solche Differenzen mittels einiger Telefongespräche zwischen den beteiligten Außenministern oder Staatschefs behoben werden können.

Wie dem auch sein mag, stets wird man aus dem Auftreten und der geistigen Haltung der amtlich akkreditierten Gäste im fremden Land auf sein Heimatland und sein Volk schließen. Wer heute als deutscher Auslandsvertreter Vorposten bezieht, der tritt einen harten und höchst verantwortungsvollen Dienst an. Und diesen Dienst vermag er nur erfolgreich zu leisten, wenn er frei ist von jedem Minderwertigkeitsgefühl.

Zinn bildet die neue hessische Regierung

Der ehemalige Ministerpräsident Stock mit 42:47 Stimmen unterlegen

Wiesbaden, 6. Dezember. (Eigener Bericht.) Am Mittwoch schlugen der erweiterte Landesausschuß der hessischen SPD und die neue sozialdemokratische Landtagsfraktion in einer gemeinsamen Sitzung und in einer geheim durchgeführten Abstimmung mit 47:42 Stimmen den früheren hessischen Justizminister und jetzigen Bundestagsabgeordneten Georg August Zinn zum neuen Ministerpräsidenten vor.

Die offizielle Wahl Zinns, dessen Nominierung zum Ministerpräsidenten normal durch die sozialdemokratische Landtagsfraktion zu erfolgen hat, wird am nächsten Donnerstag erfolgen. Der zweite Vorsitzende des Zentralvorstandes der SPD, Erich Ollenhauer, der der Sitzung des „kleinen Parteitages“ beigewohnt hatte, sagte nach Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses, daß der Parteivorstand die Wahl Zinns zum künftigen hessischen Regierungschef für richtig halte. Die weitere Zusammensetzung des Kabinetts sei eine rein hessische Angelegenheit, auf die der Zentralvorstand keinen weiteren Einfluß nehmen könne.

Wie aus sozialdemokratischen Parteikreisen verlautet, dürften die nordhessischen Sozialdemokraten für den Sieg Zinns den Ausschlag gegeben haben. Im übrigen herrschte bei der sozialdemokratischen Landtagsfraktion gewisse Enttäuschung darüber, daß sich der Zentralvorstand doch in die Wahl des hessischen Regierungschefs eingemischt habe, obwohl Dr. Kurt Schumacher gegenüber dem Fraktionsvorsitzenden Ludwig Bodenbender betont habe, daß die Wahl des Ministerpräsidenten eine rein hessische Angelegenheit sei.

Ueber die neuen Minister der hessischen Regierung war am Mittwochabend noch nichts Endgültiges zu hören. Als ziemlich sicher ist jedoch anzunehmen, daß der vorgeschlagene Ministerpräsident Zinn auch das Justizministerium in Personal» Union übernehmen wird. Ebenso gewiß ist, daß Zinnkann bei der künftigen Regierung Innenminister bleibt.

Georg August Zinn, Bundestagsabgeordneter der SPD und Vorsitzender des Bezirks Hessen-Nord der SPD ist 49 Jahre alt (geboren 27. Mai 1901 in Frankfurt am Main) und war bereits an hervorragender Stelle als Justizminister nach 1945 beim Wiederaufbau der Rechtspflege in Hessen tätig. Gleichzeitig hatte er damals die Leitung des Landespersonalamtes übernommen. Seit 1921 als Rechtsanwalt in Kassel tätig, war er von 1928 bis 1933 SPD-Stadtverordneter. Nach 1933 erhielt er zeitweise Berufsverbot. Vor seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter war er seit 1947 Mitglied des Wirtschaftsrates und seit 1948 Mitglied des parlamentarischen Rates.

Niemöller—Schumacher

Aussprache über das Mitbestimmungsrecht

epd Darmstadt, 6. Dezember. Die nächste Aussprache zwischen Kirchenpräsident D. Niemöller und dem Führer der Sozialdemokratischen Partei, Dr. Schumacher, wird am 18. und 19. Dezember wieder im Haus des Bruderrats der Bekennenden Kirche in Darmstadt stattfinden. Im Mittelpunkt des Gesprächs wird die Frage des Mitbestimmungsrechtes stehen. An die Aussprache wird sich in den beiden darauffolgenden Tagen die nächste Tagung des Bruderrats der Bekennenden Kirche anschließen.

Zwei Juristen streiten sich

Eine interessante Diskussion über die Rechtsnatur der Nürnberger Urteile

Frankfurt, 6. Dezember, (dpa) Ueber die Problematik der Nürnberger Prozesse sprachen auf Einladung des Liberalen Studentenklubs in der Universität Frankfurt der ehemalige stellvertretende amerikanische Generalankläger in Nürnberg, Dr. Kempner, und der Verteidiger in den Nürnberger Prozessen Dr. Schmidt-Leichner.

Kempner behauptete, daß die Nürnberger Prozesse einen positiven Beitrag zum Völkerrecht geleistet hätten, da zum erstenmal der Begriff des Verbrechens gegen die Menschlichkeit aufgestellt worden sei. Als „großen Blödsinn“ wies Kempner die Auffassung zurück, in Nürnberg sei Kollektivschuld gepredigt worden. Von 199 Angeklagten hätte das Gericht nur 36 zum Tode verurteilt.

Dr. Schmidt-Leichner wies darauf hin, daß die Rechtsnatur der Nürnberger Prozesse bis jetzt ungeklärt sei. Außerdem könne nicht eindeutig entschieden werden, ob das Nürnberger Gericht ein amerikanisches oder ein internationales Tribunal war. Mit den Normen des klassischen Völkerrechts sei Nürnberg nicht zu erklären. Es stehe die Frage offen, ob in Nürnberg das Völkerrecht neu gebaut oder zerstört worden sei. Auch der Tatbestand des Angriffskrieges hätte nicht genügend formuliert werden können. Bereits der erste Nürnberger Prozeß hätte daran gelitten, daß über ihm „politische Unwahrheit“ gestanden habe. Unter dem Gesichtspunkt des Grundsatzes „keine Strafe ohne vorheriges Gesetz“ sagte Dr. Schmidt-Leichner, er halte nicht viel von Strafgesetzen, die zu einer Zeit verfaßt wurden, zu der man gewußt habe, was und wen man treffen wolle.

In wenigen Zeilen

Der bekannte deutsche Atomforscher Gustav Hertz ist in der Sowjetunion bei der Durchführung von Versuchen tödlich verunglückt.

Eine Abordnung von Beamten der Krupp-Werke hat McCloy gebeten, ihren Chef Alfred Krupp und die sieben mit ihm in Landsberg inhaftierten Krupp-Direktoren noch vor dem Weihnachtsfest freizulassen.

General Handy hat alle amerikanischen Einheiten seines Befehlsbereiches angewiesen, angesichts der Kohlenknappheit in Deutschland sofort scharfe Einsparungen von Kohle und elektrischem Strom vorzunehmen.

Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Arnold, traf zu einem mehrtägigen privaten Besuch in Rom ein.

In der bayerischen Staatskanzlei traten die Vertreter der CSU und SPD zu offiziellen Koalitionsgesprächen über die künftige bayerische Regierung zusammen.

In Jugoslawien sind im Rahmen einer „Amnestie“ 620 jugoslawische Häftlinge aus Arbeitslagern entlassen worden.

Sofort deutsche Rekrutierung?

Mutmaßungen über die Pläne des Atlantik-Ausschusses

Paris, 6. Dezember (dpa). Der Reuterkorrespondent Harold King berichtet am Mittwoch aus gutunterrichteten Kreisen in Paris, der vom ständigen atlantischen Exekutivausschuß gebilligte und von der französischen Regierung angenommene Plan zur Aufrüstung der deutschen Bundesrepublik zeige folgende Wesensmerkmale:

1. Die deutschen Einheiten in der atlantischen oder der europäischen Armee werden die Stärke von Kampfgruppen oder Brigaden haben. 2. Technische Vorbereitungen, einschl. der Organisation deutscher Rekrutierungsbüros werden sofort in Angriff genommen. Mit ihrer Durchführung werde nicht so lange gewartet werden, bis die in dem französischen Plan zur Bildung einer Europaarmee vorgesehene politische und verwaltungsmäßige Organisation errichtet ist.

3. Die deutschen Rekrutierungsbüros werden mit dem Bundesarbeitsministerium verbunden und von der alliierten Oberkommission überwacht und kontrolliert.

4. Der Bundesregierung werde kein Verteidigungsministerium zugestanden werden.

5. Bis zur endgültigen Ausarbeitung der Pläne über eine Europaarmee und der im französischen Vorschlag vorgesehenen Ernennung eines europäischen Verteidigungsministers soll ein „atlantischer Oberkommissar“ wirken, der vorübergehend die Funktionen eines europäischen Verteidigungsministers ausüben soll.

Die Spaltung Deutschlauds

Stuttgart, 6. Dezember. (AP.) Der Rat der Evangelischen Kirche Deutschlands, der die 25 Landeskirchen in allen vier Besatzungszonen umfaßt, hat, wie Bischof D. Dibelius in Stuttgart bekanntgab, in einem Schreiben an alle christlichen Kirchen der Welt auf die Gefahr hingewiesen, die durch die Spaltung Deutschlands für den Weltfrieden bestehe.

Dr. Corten wurde freigesprochen

Aber der Vorsitzende spricht moralische Verurteilung aus

Hamburg, 6. Dezember. (AP.) Der Hamburger Arzt Dr. Heinrich Corten wurde vor einem Hamburger Landgericht von der Anklage der Freiheitsberaubung an seiner Ehefrau freigesprochen.

Dr. Corten stand unter der Anklage, durch absichtlich falsche Diagnose seine Ehefrau elf Monate in verschiedenen Irrenanstalten untergebracht zu haben, um ungestört mit seiner Geliebten Zusammenleben zu können.

In seiner Urteilsbegründung kam der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Calentin, zu dem Schluß,daß Frau Corten keineswegs als eine vollkommen gesunde Frau anzusehen war.

Dem Angeklagten hielt er zugute, daß er in den zwölf Jahren der Judenverfolgung sehr gelitten und seine nächsten Angehörigen verloren habe.

Schließlich betonte er jedoch: „Wenn es eine strafrechtliche Beurteilung über liebloses Verhalten geben würde, wären wir sicherlich zu einer Verurteilung des Angeklagten gekommen.“

ECin Luftschutzgeseh

Bonn, 6. Dezember. (AP.) Das Bundesinnenministerium wird in Kürze zusammen mit der Oberkommission ein neues Luftschutzgesetz ausarbeiten, teilte Baurat A. Schieck am Mittwoch der Associated Press in einem Interview mit.

Schieck, der leitepder Luftschutzoffizier beim Oberkommando des Heeres war, erklärte, es werde vermutlich notwendig sein, Luftschutzdienstverpflichtungen auszusprechen. Nachdem die Alliierten die Tätigkeit im Reichsluftschutzbund während und vor dem Krieg als politisch belastend gewertet hätten, sei nicht zu erwarten, daß sich jetzt Freiwillige für den Luftschutz meldeten.

Wirtschaftsteil

Höherer Zinssatz?

Hi. Das neue Wirtschaftsprogramm der Bundesregierung wird aus 33 Punkten Apstehen. Es soll noch vor Weihnachten verkündet werden. Das Programm behandelt Maßnahmen auf dem Gebiete des Exports und Imports, der gewerblichen Wirtschaft, der Landwirtschaft, des Wohnungsbaues, bei Geld, Kredit und Kapital, auf dem Gebiet der Finanzen, sowie gesetzgeberische Grundsatzmaßnahmen. Der Kapitalzins soll um 3 Prozent erhöht werden.

Weiter sollen die Voraussetzungen für die Hereinnahme von ausländischen Rembours-Krediten, ein Engpaß-Programm, die Heraufsetzung der Altmieten um zunächst 20 Prozent, wobei die Mehreinnahmen für Investitionen oder zur Pfandbriefanlage verwendet werden müssen, geschaffen werden. Wohnungsbausubventionen sollen nach dem Programm bei gleichzeitiger Einführung einer Mietsubvention abgebaut werden.

Weniger Ferngas

vwd. Die Gaskontingente der an die Ferngasversorgung angeschlossenen Industriebetriebe sind generell um 15 Prozent gekürzt worden. Der tägliche Verbrauch wird dadurch um 1,9 Millionen cbm Ferngas eingeschränkt. Die Lebensmittelindustrie und die Glas- und keramische Industrie sollen weiterhin voll beliefert werden. Von der Kürzung wird die eisenschaffende Industrie als größter Ferngasverbraucher am stärksten betroffen.

Hessische Wirtschaft weiter lebhast

Altmaterialien begehrt / Gasversorgung schwierig

Das hessische Wirtschaftsministerium meldet für November weiter sehr lebhafte Nachfrage, die in vielen Industriegruppen das Angebot beträchtlich übersteigt. Die Produktton werde nicht in ähnlichem Umfange wie in den Vormonaten zunehmen, da Kohle- und Rohstoffmangel die Kapazitätsgrenze einenge und der saisonbedingte Rückgang eine weitere Steigerung der Gesamtproduktion erschwere.

Die Kohlenversorgung ist sehr ernst. Notrufe der Industrie nehmen zu. Mit Betriebseinschränkungen ist künftig zu rechnen. Der Handel hat keine Lagervorräte. In der Stromversorgung wurde von einer Kontingentierung nach Dringlichkeitsstufen abgesehen. Eine stärkere Drosselung wäre nicht zu vertreten. Bei unzureichender Kohlenversorgung müssen wahrscheinlich zusätzliche Feiertage eingelegt werden. Ein Verbot der Lichtreklame und eine stärkere Einschränkung der Schaufensterbeleuchtung ist in Kürze für das Bundesgebiet zu erwarten.

Brot ist mit Ausnahme des preisgebundenen Konsumbrotes 8 Prozent teurer geworden, Fleisch I—2 Prozent, Eier 12 Prozent, Handstrickgarne 8 Prozent, Arbeitsschuhe 2,4 Prozent, Brennholz 10 Prozent, Gemüse und Obst sogar erheblich. Die Spartätigkeit wird durch Vorratskäufe breiter Verbraucherschichten sehr beeinträchtigt, der Sparer ist mehr auf die Wertbeständigkeit der Ersparnisse bedacht als auf eine kleine Zinserhöhung. Landwirte und Geschäftsleute legen Erlöse in Sachwerten an. Die tieferen Ursachen der Kreditnot sind in diesen Zusammenhängen zu suchen. Die hessische Ausfuhr stieg auf fast 80 (Oktober 67) Mill. DM. Höhere Rohstoffpreise und Löhne gefährdeten den Export.

Die Braunkohlenförderung betrug 275 000 (Oktober 282 000) t; die Nachfrage ist stürmisch und kann nicht befriedigt werden. Eisenerze wurden 69 000 t (Vormonatshöhe) gefördert, der Kalibergbau hatte mit 360 000 (330 000) t Kalirohsalz einen neuen Nachkriegshöchststand. Ein erheblicher Teil ging nach Amerika und Holland. Der ersoffene Kupferschieferbergbau in Sontra fällt für acht Wochen aus. Bei den Steinkohlenkraftwerken werden Stromeinschränkungen unvermeidlich. Die Gaswerke hatten Ende November nur noch für zehn Tage Kohlenreserven. Im ersten Viertel 1951 ist mit Schwierigkeiten in der Gasversorgung zu rechnen.

Die meisten Industriezweige hatten weiter rege Nachfrage, höhere Ausfuhrziffern und fast alle leiden unter der mangelnden Versorgung, steigenden Weltmarktpreisen und viele müssen Kurzarbeit einführen. In der Textilindustrie ist der Rohstoffbedarf gesichert. Der Altmaterial - Markt erfuhr eine weitere Belebung. Stahl- und Metallschrott ist außerordentlich lebhaft gefragt.

Kreditausdehnung verlangsamt sich

Die günstige Entwicklung der öffentlichen Finanzen hält weiter an

Bz. Die stürmische Kreditausweitung der Spätsommermonate und die Verschlechterung unserer Zahlungsbilanz veranlaßte die Notenbank zu drastischen Krediteinschränkungsmaßnahmen und zur Diskonterhöhung auf 6 Prozent. Nunmehr lassen sich die ersten Wirkungen dieser Maßnahmen feststellen. Nach dem Monatsbericht für Oktober der Bank deutscher Länder (BdL) haben die kurzfristigen Kredite an Nichtbanken um rund 1,4 Milliarden DM und die langfristigen Kredite um 0,2 bis 0,3 Milliarden DM stärker zugenommen als das Aufkommen an endgültigen Finanzierungsmitteln. Das Ausdehnungstempo hat sich danach verringert. Dieser < Kreditausweitung stehen im innerwirtschaftlichen Geldkreislauf als Ausgleich rund 0,9 Milliarden DM gegenüber, die im Zuge der Zahlungsabwicklung des kommerziellen Außenhandels mehr bei der BdL eingezahlt als von dieser ausgezahlt wurde.

Die Einlagenbildung bei den Banken, hauptsächlich infolge der Devisenabflüsse, hat aber den Betrag der Kreditexpansion in beiden Monaten nicht erreicht. Im November ist der Bargeldumlauf in Übereinstimmung mit dem geringeren Umsatz im Einzelhandel weiter zurückgegangen.

Die günstige Entwicklung der öffentlichen Haushalte hat nach Feststellungen der BdL auch im Oktober 1950 weiter angehalten. Dies gilt allerdings weniger für die Länderhaushalte. Die Einnahmen des Bundes in der Arbeitslosen- Versicherung und bei der Bundesbahn und -post brachten weitere Überschüsse. Trotz erhöhter Ausgaben dürften die Steuereinnahmen des Bundes im Oktober schätzungsweise 900 Millionen DM erreichen, während der September 841,6 Mill. DM erbrachte. Auf Grund dieser steigenden Einnahmen ist nun die Bundesregierung in der Lage, das Defizit aus den ersten Monaten des Rechnungsjahres 1950/51 in gewissem Umfange weiter zu verringern.

Börse erneut schwächer

Bz. Die Frankfurter Börse war erneut schwächer. Auf allen Gebieten kam es zu neben Verkäufen. Maschinenaktien verloren I—2 Pkt. Einzelne Elektropapiere mußten Abstriche bis 1,5 hinnehmen. Chemiewerte waren weniger beachtet. Bauaktien gaben 0,5 bis 1 Prozent nach.

Hölle wo ist Dein Sieg ?

ROMAN VON RACHEL FIELD

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Erstabdruds. Alle Rechte beim Wolfgang-Krflger-Verlag, Hamburg.

Sie erwiderte nichts darauf, und er schien das auch nicht zu erwarten. Die anderen Gäste befanden sich in ständiger Bewegung; hin und wieder streifte die beiden ein wehender Kleiderrock, oder es stieß sie jemand an, aber sie blieben ruhig beisammenstehen, als bildeten sie eine Insel in einem dahintreibenden Menschenstrom. Dann aber erfaßte der Strom auch sie und trennte sie.

Die Gesellschaft lichtete sich merklich. Bald würde sie unauffällig ihr Zimmer aufsuohen können. Aber da kam er wieder auf sie zu mit seinem zuversichtlich strahlenden Blick. Offenbar glaubte er auch den letzten Gast noch zu überdauern; denn er schien gar keine Ahnung zu haben, wie spät es war, trotz der über seiner Weste baumelnden goldenen Uhrkette.

„Jetzt können wir uns endlich unterhalten“, begann er, bevor er noch neben ihr stand. „Ich wurde schon ungeduldig. Sie waren so beschäftigt. Sagen Sie mir —“

„Erst müssen Sie mir etwas sagen, Monsieur — wie Sie heißen.“

„Field“, sagte er, „und mein erster Vorname ist ganz einfach — Henry. Und dann in der Mitte Martin."

„Henri“, wiederholte sie, „Henri — und dann in der Mitte Martin — Field."

„Zu Hause hat noch kein Mensch meinen Namen so schön ausgesprochen", meinte er voll Bewunderung. „S i e würden bei uns Henrietta genannt werden.“ „Field“, dachte sie. „Ich hätte es mir denken können, daß es so ein kurzer schlichter Name sein würde. Er paßt zu ihm — schlicht und anspruchslos und doch voll tiefer Bedeutung.“

„Ich mag Ihren Namen, Monsieur Field, er paßt gut zu Ihnen“, hörte sie sich sagen.

„Er ist eins von den wenigen Dingen, auf die wir stolz sein müßten, pflegte mein Vater immer zu sagen“, erzählte er ihr. „Wir sind nämlich eine ziemlich große Familie“, fügte er hinzu. „Ich habe noch zwei Schwestern und sechs Brüder.“

„Deren Anzüge Sie bisweilen tragen", scherzte sie.

„Aber nicht mehr, seitdem ich das Williams College hinter mir habe.“ Er lachte. „Ja, es ist eine Strafe, der kleinste und jüngste Sohn zu sein. Ich werde Ihnen die Geschwister mal der Reihe nach auf zählen: David Dudley, Emilia Ann, Timothy Beals, Matthew Dickinson, Jonathan Edwards, Stephan Johnson, Cyrus West, Mary Elizabeth und ich.“ Er holte tief Atem.

„Hören Sie auf, hören Sie auf!" protestierte sie. „Heute abend kann ich mir doch nur Henri Martin merken.“

„Ich werde meinen Geschwistern von Ihnen schreiben“, fuhr er fort. „Gleich in meinem nächsten Brief.“

„Aber bitte —“, fing sie an, doch konnte sie nicht fortfahren, da jetzt die beiden Brüder Monod zu ihnen traten.

„Es freut mich sehr, daß Sie mir Ihr Empfehlungsschreiben brachten“, redete Adolphe den Gast freundlich an. „Wir hätten es sehr bedauert, wenn Sie heute abend nicht bei uns gewesen wären.“

„Und ich hätte die Gesellschaft heute abend nicht um meine ganze Europareise missen mögen, obwohl ich auch bereits in England und Schottland gewesen bin.“

„Und morgen wollen Sie nach Brüssel fahren?“ „Ja, und dann nach Deutschland und Oesterreich und vielleicht auch nach Petersburg. wenn mein Geld reicht. Ich habe für diese Reise fünf Jahre lang gespart.“

„Was ihr Amerikaner doch für Globetrotter seid!“ Frederic Monod schüttelte in lächelnder Verwunderung den Kopf. „Unser junger Freund hier muß mit dem Wandertrieb auf die Welt gekommen sein, meinen Sie nicht auch, Henriette?“

„Ja, das scheint mir auch so“, stimmte sie zu. „Ich habe mir oft überlegt, wenn ich die Touristen von drüben so müde herumlaufen sah, warum sie von so weit herkommen, nur um sich so vielen Unbequemlichkeiten auszusetzen.“

„Darauf müßten Si e antworten können, Monsieur Field.“

„Nun, ich glaube, damit verhält es sich so.“ Er wurde plötzlich ernst und strich sich eine Strähne von seinem braunen Haar aus der Stirn. „Die wenigsten Menschen haben an einem Buch genug, und einigen von uns genügt auch ein Leben nicht. Wir haben den Drang, mehr Erfahrungen zu sammeln, als es uns in siebzig oder selbst achtzig Jahren möglich ist. Ich mag vielleicht zu gierig sein, aber ich möchte die Bedeutung von vielen Leben an verschiedenen Orten ergründen können. Ich möchte gern ausfindig machen, was sich unter den Strohdächern der Bauernhäuser und hinter den Mauern von Palästen und Hotels abspielt. Ich möchte zwischen Ruinen und in modernen Städten wandeln. Ich möchte überall die Menschen beobachten, ob ich nun ihre Sprache verstehe oder nicht. Mein Ziel ist vielleicht zu weit gesteckt; aber ich möchte hinter die Gesichter von Männern und Frauen blikken und fühlen, was sie bewegt.“ Er brach ab und seufzte. „Verstehen Sie, was ich meine?“

„Ja“, Henriette antwortete, bevor die beiden Brüdei’ noch etwas sagen konnten. „Ich habe Sie verstanden.“

„Eines Tages müssen Sie ein Buch darüber schreiben für die, die reisen können, und auch für jene, die zu Hause bleiben müssen.“ Frederic Monod nickte dem jungen Menschen billigend zu.

„Ja, Monsieur Field“, fiel Adolphe ein, „Sie besitzen die richtige Auffassung vom Reisen, und ich hoffe, daß Sie in mehr als einer Hinsicht gut fahren.“

Als der Besucher sich mit den letzten Gästen zum Gehen anschickte, streckte Henriette Ihm die Hand hin.

„Eine gute Reise und gesunde Heimkehr!“ sagte sie. „Gute Nacht!“

Als er gegangen war, unterhielten sich die beiden Monods noch ein Weilchen über ihn mit Henriette. Ein höchst ungewöhnlicher junger Mann, sogar für einen Amerikaner, fanden sie. Er stamme aus einer alten puritanischen Familie, erzählte der Hausherr, obwohl doch sein Benehmen gewiß nichts von puritanischer Kälte und Zurückhaltung verrate. Ja, wenn man sich an seine naive Offenheit gewöhnt hätte, würde einem klar, wie klug und wie verständnisvoll er sei und daß er sogar eine Art ungehobelten natürlichen Charmes besitze — sei Henriette nicht auch der Ansicht? Auf jeden Fall sei es sehr freundlich von ihr gewesen, sich seiner so anzunehmen. Der Hausherr dankte ihr für die große Hilfe, die sie ihm gewesen war, und hoffte, die Gesellschaft habe sie nicht zu sehr ermüdet.

Als Henriette die Treppe zu ihrem Zimmer hinaufstieg, sah sie den kleinen Amerikaner mit der unverhüllten Bewunderung in seinen Augen vor sich. Sie hatte seine Begeisterung und seine Ritterlichkeit geweckt, und so groß war die Kraft seines Glaubens an sie, daß sie ihr Leben nicht mehr als so sinnlos empfand. Während all dieser letzten Wochen hatte sie versucht, sich hinter einer selbsterrichteten Mauer zu verstecken und sich vor allem abzuschließen aus Furcht, noch einmal erleiden zu müssen, was sie erlitten hatte. Bisher hatten alle diesen Schutzwall respektiert, und auch die Monods hatten in ihrer Rücksichtnahme nur leise angeklopft. Aber dieser Amerikaner hatte es besser gewußt. Man sagte, eine Mauer müsse erklettert werden — er jedoch hatte die ihre mit einem Satz übersprungen.

VIERUNDZWANZIGSTES KAPITEL

Ueber den sich überstürzenden Ereignissen jenes Winters 1847/48 hatte Henriette bald die Abendgesellschaft vergessen; und doch hatte diese eine umwälzende Veränderung in ihrem Leben zur Folge.

In der kleinen Schar ihrer Freunde gab es nur einen Menschen, mit dem Henriette völlig unbefangen sprechen und schweigen konnte. Dem alten Diener Pierre gegenüber sprach sie aus, was sie in Gegenwart der anderen nicht sagen mochte.

(Fortsetzung folgt)

Darmstadt und Umgebung

Die Wildgänse

Sg. In diesen Tagen ist die Luft grau vor Schwermut. Zwischen gestern und heute liegen die langen dunkelen Stunden als dritter Zeitbegriff. Wenn Regenböen gegen die Fensterscheiben schlagen und Wolkenfetzen den halben Mond nur frei geben, sind die Abende voll Dämonie der nie zu erfassenden Kräfte über dem Raum menschlicher Planung und Vorsorglichkeit.

Ganz hoch oben, wo eigentlich schon der Himmel beginnen müßte, bekämpfen sich die Gewalten mit langgezogenem Heulen und hohlem Pfeifen, um manchmal mit fauchendem Wirbel bis auf die Erde hernieder zu fahren. Die Hexen reiten in jenen Nächten auf knorrigen Besen. Es ist schwer, den Kindern in diesen Tagen Märchen von der Güte des Naturgeschehens zu erzählen. Selbst die Erwachsenen benötigen das gemäßigte Klima derjenigen Bücher, die abseits von den großen Leidenschaften ruhige Beschaulichkeit vermitteln, und nur wenige lassen sich draußen ohne festes Ziel vor dem Sturm hertreiben.

Die wilden Reiter jagen die Menschen unter die Stehlampe am Kamin. In der morgendlichen Frühe ist dann der Himmel klar gefegt und die Sterne beginnen zu verblassen. Ein kalter Wind treibt erstes Eis auf die Pfützen. Da kommt es von weit her; hoch in der Luft klingt ein langgezogener vielstimmiger Schrei: Im uraltmythischen Winkel der Eins ziehen die Wildgänse, die Schneegänse nach dem Süden. Ihr Schrei aus weit vorgestreckten Hälsen möchte als Warnung der Kreatur vor der Furchtbarkeit langer eisiger Nächte erscheinen, möchte die Sehnsucht nach dem Süden, nach Wärme verkünden.

Dem Einsamen ist der Schrei der Wildgänse angstvolles Motiv aus den Klüften des Unbekannten, dem nur der brennende Adventskranz tröstende Geborgenheit entgegen setzen kann.

Leichtes Ansteigen der Arbeitslosenziffer

Auch der Arbeitsamtsbezirk Darmstadt betroffen

Seit März d. J. konnte eine ständige Abnahme der Arbeitslosenzahl verzeichnet werden. Gegenüber dem Höchststand vom 10. Februar 1950 mit 20 002 Arbeitslosen erfolgte bis zuiii 28. Oktober 1950 eine Abnahme um 55 v. H. auf 9002.

Die leichte Verschlechterung der Arbeitsmarktlage im Monat November 1950 prägt sich aus: in dem Ansteigen der Arbeitslosenziffern auf 9340 gegenüber 9002 am 28. Oktober 1950; in einer Zunahme der kurzarbeitenden Betriebe (25 mit 711 Kurzarbeitern am 27. November 1950 gegenüber 6 Betrieben mit 76 Kurzarbeitern im Vormonat); in der Verminderung der Stellenbesetzungen mit 1725 gegenüber dem Monat Oktober 1950 mit 2184.

Die Verschlechterung der Arbeitsmarktlage ist nur zu einem unerheblichen Teil saisonbedingt. Von größerem Einfluß war die lang anhaltende Regenperiode. Entlassungen erfolgten in Ziegeleien, Steinbrüchen, der steinverarbeitenden Industrie, dem Bau- und Straßenbaugewerbe. Erheblich ist die Kurzarbeit in der steinverarbeitenden Industrie.

Auf Mangel an Rohmaterialien und Halbfabrikaten, insbesondere an Blechen für die Herstellung von Oefen und von Rohren zur Herstellung von Heizungsanlagen, sind Entlassungen in einigen Metallbetrieben und dem Metallhandwerk zurückzuführen. Die Entwicklung der Arbeitsmarktlage für die weiblichen Berufe ist im Arbeitsamtsbezirk Darmstadt günstiger- als die der Männer. Die Zahl der arbeitslosen Frauen hat im Berichtsmonat nur um 32 zugenommen. Auch von der Kurzarbeit wurden Frauenberufe kaum betroffen. Die Verschlechterung der Arbeitsmarktlage war im November 1950 im Bezirk des Arbeitsamts Darmstadt uneinheitlich. Während in den Landkreisen Dieburg und Erbach die Zahl der Arbeitslosen in dem Berichtszeitraum gleichblieb, hatten die Landkreise Darmstadt und Bergstraße die Belastung allein zu tragen.

Der Kohlenmangel, der sich im November auf dem Arbeitsmarkt des Arbeitsamtsbezirks nur anzeigte — aber deutlich zu spüren war — wird sich im Dezember — wenn keine Aenderung in der Versorgung eintritt — sehr fühlbar auswirken.

Die Rohstofflage allgemein hinderte die Industrie noch nicht an einer gleichbleibenden Ausnutzung ihrer Kapazitäten, weil die vorhandenen Bestände in das neue Jahr hineinreichen werden.

An Unterstützungen wurden im November 1950 vom Arbeitsamt Darmstadt folgende Beträge gezahlt: Arbeitslosenunterstützung 251 358,37 DM; Arbeitslosenfürsorgeunterstützung 514 975,52 DM; Heimkehrerunterstützung 36 642,15 DM; Kurzarbeiterunterstützung 2649,78 DM, insgesamt also 805 625,82 DM. Pf.

Tödlicher Verkehrsunfall

an der Ecke Rhein-, Neckarstraße

Lehrer Friedrich Becker aus der Heimstättensiedlung fiel gestern nachmittag an der Ecke Rhein-, Neckarstraße einem tragischen Verkehrsunfall zum Opfer. Er hatte, in Richtung Luisenplatz auf seinem Fahrrad durch die Rheinstraße fahrend, an der Neckarstraße neben einem Lastzug angehalten. Als der Verkehr in Richtung Rheinstraße wieder freigegeben war, fuhr er gleichzeitig mit dem Lastzug an und verlor dabei vermutlich das Gleichgewicht. Er geriet zwischen Motorwagen und Anhänger und wurde überfahren. Er war auf der Stelle tot. Der Fahrer des Lastzuges, der von dem Vorgang nichts gemerkt hatte, wurde erst am Luisenpatz darauf aufmerksam. DT,

etttc . ♦ Altmetalldiebereien am laufenden Band

Der 18jährige Angeklagte, der sich gestern vor dem Darmstädter Schnellrichter wegen Altmetalldiebstahls zu verantworten hatte, stand schon mehrmals vor dem Jugendrichter oder dem Militärgericht. Diesmal hatte er 30 kg „sichergestellt“. Da der Schnellrichter der Meinung war, daß „Altmetalldiebstähle geradezu eine Seuche geworden seien“, griff er in diesem Falle etwas schärfer als üblich durch. Aber der Jugendliche schien nicht böse über die 8 Monate Gefängnis, die er erhielt, denn in Rockenberg, wohin alle Jugendlichen bis zu 21 Jahren kommen, kann er seine Polsterlehre fortsetzen. Wie uns Amtsgerichtsrat Holzschuh in diesem Zusammenhang erzählte, erzielen jugendliche Häftlinge in Rockenberg bei ihrer beruflichen Ausbildung oft vorzügliche Leistungen. Nicht selten würden sich Arbeitgeber geradezu um einzelne reißen. Nicht selten aber würden auch Jugendliche um die Verlängerung ihrer Haftzeit bitten, um ihre Ausbildung dort vollenden zu können. Denn zu Hause — so sagten sie oft — hätten sie doch wenig Gelegenheit dazu. yk-

ilidjt ntr bft Eltern

Den Lehrlingen der drei Berufsschulen in Darmstadt gewährt die Heag um die Hälfte verbilligte Fahrscheine für den Weg zur Schule. Da die Schüler und Schülerinnen wegen der mißlichen Raumverhältnisse. an denen sie ja keine Schuld tragen, fast durchweg, besonders im Winter auf die Benutzung von Bus und Straßenbahn angewiesen sind, erscheint die Vergünstigung durchaus gerechtfertigt. Wie wir erfahren ist das Entgegenkommen jedoch ab 1. Januar zurückgenommen worden Damit wird der Gesamtheit der Schuler das heißt u Elfern eine Gesamtbelastung von bitweise 20 000 Mark im Jahr SeSgt Dies nämlich ist der Jahreswert der über die Schulen ausgegebenen S besonders gekennzeichneten bisher verbilligten Fahrscheine. P

Erheblicher Sachschaden entstanden Hom Anhänger eines Lastkraftwagens, als d -^ am gestrigen Morgen bei Pfung¬ ^dt^infoPe Achsenbruchs vom Motor-Äff W- wurden nicht verletzt. ’ S‘

Wieder als Schule verwendet

In der Diesterwegschule sind die freigemachten Räume nun wieder ihrem eigentlichen Verwendungszweck zugeführt worden. Zehn Aufbauklassen, die aus der Kyritz- und der Arheilger Schule gebildet wurden, haben in den letzten Tagen ihren Einzug gehalten. Sie sind unter Leitung von Dr. Bolbach zu einem einheitlichen Schulkörper zusammengefaßt. Auch über der Bess u n - ger Mädchenschule hängt der Richtkranz. Der seiner Vollendung entgegengehende Umbau hat durch die Schaffung breiter Fenster dem Gebäude ein neues Gesicht gegeben. Bekanntlich ist die Schule den amerikanischen Kindern Vorbehalten und die Finanzierung durch die Besatzungsmacht erfolgt.

Katholischer Akademiker-Verband

Die Gründungsversammlung im Gemeindehaus St. Ludwig bestimmte am Dienstag in der Vorstandswahl Herrn Regierungsdirektor Kuhn zum ersten Vorsitzenden, zum Schriftführer Studienassessorin Dr. Wittmann, zum Kassierer Herrn Schumacher. In den Vorstand aufgenommen wurden ferner: Pfarrer Dr. Degen, Herr Finke und Dr. Hemme. Zum Ehrenvorsitzenden wurde Herr Minister Kirnberger gewählt, der 1947 das Amt des Präsidenten des KDA innehatte und dem gegenüber Papst Pius XII. in einer Botschaft nach der Neugründung des Gesamtverbandes der Hoffnung Ausdruck gegeben hatte, da der KDA zur Vertiefung des Glaubenslebens beitragen möge.

Die neue Ortsgruppe wird die Tradition der bis zum Verbot durch die Gestapo bestandenen Vereinigung fortsetzen und von der berufsethischen Arbeit ausgehend, durch Vorträge und Behandlung brennender Tagesfragen das kirchliche Leben in den Gemeinden zu aktivieren suchen, t-s

Sihung des Elternbeirates

der Goetheschule

Der neugewählte Elternbeirat der Goetheschule trat zu seiner ersten Sitzung zusammen, um den Vorstand zu wählen. Der bisherige Vorsitzende Adam Bermbach und Schriftführer Karl Meier wurden einstimmig wiedergewählt.

In der sich anschließenden Aussprache wurde erneut auf die unzulängliche Versorgung mit Lehr- und Lernmitteln hingewiesen. Besonders aber wurde über die derzeitige Schulspeisung geklagt. Es wurde festgestellt, daß in der letzten Zeit wiederholt Kekse zur Verteilung kamen, die für den menschlichen Genuß nicht mehr geeignet waren. Nachdem die Stadtküche auf diesen Uebelstand aufmerksam gemacht worden war, wurden diese Kekse im Kakao verarbeitet, was zur Folge hatte, daß die Mehrzahl der Kinder diesen Kakaobrei ablehnten. Der Elternbeirat hat den Leiter der Schule, Herrn Rektor Salomon, beauftragt, zukünftig von allen Schulspeisen, die nicht einwandfrei sind, dem Stadtoberhaupt, dem Dezernenten für das Schulwesen und dem Stadtschulrat je eine Kostprobe überbringen zu lassen.“

Nerother auf großer Fahrt

Zu zwei Filmen und einer Reihe von Lichtbildern aus dem dunklen Erdteil Afrika sprach im Amerika-Haus auf Einladung des Stadtjugendausschusses Karl Oelbermann, der 1921 den Nerother Bund gründete. Dazwischen sang er mit 20 Jungens vom Orden der „Wulfen“ die alten Wanderlieder.

Zunächst lief ein Film von einer Wanderung der Nerother durch Albanien im Jahre 1934. Schöne Aufnahmen aus den wildromantischen Albanischen Alpen, dem Tal der Drin und von den Albanesen in Dörfern und Städten machten den Film sehenswert. Dann sang Oelbermann mit seinem Freunde Georg Cyrus die Lieder zur Klampfe, die sie auf ihrer Fahrt von Johannesburg nach Deutschland gesungen hatten, um sich den Lebensunterhalt verdienen zu können. Beide waren in ihrem Jeep „Landstreicher“ in diesem Jahr 21000 Kilometer durch 15 Länder gefahren. An Hand der Lichtbilder konnten die Zuhörer — meist Jungens — die ganze Reise miterleben, über die North Road durch den südafrikanischen Busch, nach Ostafrika, zum Nil und über Kairo bis nach Tripolis. Die bunte Welt Afrikas tat sich ihnen auf: sie sahen die Eingeborenen, ihre Tänze, die Herden der Zebras und Gnus, die Giraffen, Elefanten und Kamele.

Ein Film von der Burg Waldeck,, dem Heim der Nerother, an deren Wiederaufbau und Erweiterung gearbeitet wird, beschloß den Abend. rw

Weg zur Toleran;

Die evangelische Jugendgemeinde Eberstadt hatte Samstagabend in das Gemeindehaus die Naturfreunde Eberstadt eingeladen. Man suchte eine Brücke über die Verschiedenheit der Auffassungen beider Gruppen. Man fand sie in musikalischen Vorträgen, einem gemeinsamen Imbiß und kam zwangslos ins Gespräch. Tanzspiele zum Klang der Ziehharmonika, tolerant geführte Diskussionen über weltanschauliche Probleme schufen eine harmonische Atmosphäre.

Auf dem späten Heimweg begegneten die Teilnehmer des Abends zigarettenqualmenden Jugendlichen, an den Straßenecken herumlungernd. Diese Begegnung vertiefte den positiven Eindruck der Veranstaltung im Gemeindehaus. t-s.

Nikolauswanderung

des Vogelsberger Höhen-Clubs

Mit frischem Tannengrün, einer Unzahl kleiner Lichtchen und einem Weihnachtsbaum war der Saal der Gaststätte Ripper geschmückt, in dem die Nikolauswanderung des Vogelsberger Höhen-Clubs, Zweigverein Darmstadt, ihr Endziel hatte. 35 Teilnehmer hatten sich an der vorhergehenden Wanderung durch den Wald der nächsten Umgebung Darmstadts beteiligt.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch Herron Erb wickelte sich ein festliches Programm ab. dessen abschließenden Höhepunkt der Besuch des Nikolaus bei den Kindern war. Zu dem Gelingen der schönen Feier trugen insbesondere die Wiegenlieder von Mozart und Reger — mit gepflegter Stimme von Elsbeth Stumpf gesungen, von Herrn Grimm am Klavier begleitet — bei.

Herr Darmstädter dankte all denen, die zum Gelingen des Festes beigetragen hatten. *

Baundenkmäler in Darmstadt

Über das Thema „Erhaltenswerte Baudenkmäler in Darmstadt“ wird Freitag, den 8. Dezember, 18.15 Uhr, im Saal 167 der Technischen Hochschule Architekt Karl Schembs einen Lichtbildervortrag halten. Im Anschluß daran wird bei dieser Veranstaltung, die auf Einladung des Mittelrheinischen Architekten- und Ingenieur-Vereins stattfindet. Oberbaudirekor Prof. Grund über die „Brücke für den Ostring in Stockholm“ berichten. DT.

Kanarien sangen um die Wette

Der Kanarienzucht- und Vogelschutz-Verein 1897 Darmstadt und der Kanarienzuchtverein 1930 Griesheim veranstalteten vor wenigen Tagen ihre Ausstellungen und Prämiierungen. Bei der Ausstellung in der Griesheimer Schule wurden sieben Stämme der Allgemeinen Klasse und sechs Stämme der Selbstzuchtklasse ausgezeichnet. Die Darmstädter Siegerehrung fand Samstag abend im Vereinslokal Lorenz statt und wurde von dem 1. Vorsitzenden Josef Drinnenberg eröffnet. Bei der Bewertung erreichten 11 Stämme 300 Punkte und mehr. Somit können vier Stämme an der Vorprüfung der Deutschen Meisterschaft tenlnehmen.

Wurstbrötchen aus Automaten

Cafe Gasch eröffnet in der Kasinostraße

Am Sonntag konnte Herr Gasch zu seiner Anfang September eröffneten Großbäckerei ein Cafe und Automatenrestaurant einweihen.

Für 20 Pfennig kann man wieder belegte frische Brötchen — sechs verschiedene Belagarten stehen zur Verfügung — aus dem Automaten ziehen.

Herr Steinert von der Firma Telefonbau- und Normalzeit GmbH., sorgte für stilistisch gut wirkenden Einbau der Warenautomaten in dem geräumigen Restaurant. Die architektonischen Entwürfe machte Architekt Hartmann und das Bier liefert die Pfungstädter Brauerei. Herr Gasch plant die Anbringung weiterer Automaten für Fleischsalate, Fischgerichte und Getränke.

Alle Gebäcksorten, Torten, sowie die echten sächsischen Weihnachtsstollen sind außerdem im Geschäft zu haben. Sg

„Verliebte Ständchen“

Chorkonzert der „Sängerlust“ Arheilgen

Der Gesangverein „Sängerlust“ veranstaltete unter Leitung von Wilhelm Poth Sonntag abend im „Weißen Schwanen“ ein gutbesuchtes Konzert unter dem Motto „Im Walde“ und „Verliebte Ständchen“. Einleitend wurden Sätze aus der Serenade D-dur, op. 25, für Flöte, Geige und Bratsche von L. v. Beethoven zu Gehör gebracht. Hans Theo Wörnle, der bei anderer Gelegenheit öfters mit seiner Flöte Beifall fand, überraschte durch unausgeglichenes Spiel, stellenweise unsaubere Ansätze, wie überhaupt das Ensemblespiel mit Renate Maguerre (Geige) und Walter Seifert (Bratsche) viele Wünsche offen ließ.

Der Chor, der saubere und gute Leistungen bot, brachte Lieder von Franz Schubert, den Jägerchor aus „Freischütz“ von C.M.v. Weber, wie moderne Komponisten, Willy Sendt, Walter Rein, E. Wedel, Lißmann und Jos. Haas, zur Aufführung. Stellenweise wäre eine genauere Artikulation am Platze gewesen.

Als Sopran stellte sich die junge Elsbeth Stumpf den Zuhörern vor. Sie bringt eine klare und schöne Stimme mit, die eine geschulte Technik verrät. Das Stimmvolumen ist nicht sehr groß. Im Piano dagegen erreicht sie eine ausdrucksvolle Darstellung.

Im ganzen betrachtet war es ein gelungenes Konzert, das beweist, daß Arheilgen als Gesangshochburg auf dem besten Wege ist, weitere erfolgreiche Fortschritte zu machen. Der Beifall war laut, herzlich und langanhaltend. -st.

lubiläumskonzert

der „Liedertafel“ Griesheim Die „Liedertafel Griesheim“ veranstaltete am vergangenen Sonntag das letzte Konzert ihres Jubiläumsjahres. Nach herzlichen Begrüßungsworten des 1. Vorsitzenden E m g e lief ein reichhaltiges Programm ab, das durch den Gast vom Landestheater Coburg, Frau Anneliese Ecs y - Landzettel, zu einem besonderen Genuß wurde. Die charmante Künstlerin, in Griesheim geboren, verfügt über einen klaren Sopran mit wunderbar strahlender Höhe. Frau Ecsy-Landzettel trug Liedef und Arien von Wagner, Dvorak, Leoncavallo und J. Strauß vor, unter denen das Vogellied und die Duette, die sie mit Philipp Friedmann (Tenor) zusammen sang, besonders starken Beifall fanden. Am Flügel begleitete Ernst Reifenrath.

Der Chor, von H. Landzettel sicher geleitet, brachte u. a. als Stiftung des Gesangvereins „Frohsinn“ ein Lied von Kämpf. Der herzliche Beifall des aufgeschlossenen Publikums im überfüllten Festsaal „Zum grünen Laub“ erzwang manche Zugabe. rw

Hie lernten dirigieren

Vize-Chorleiter-Kurs des DAS.

Der Deutsche Allgemeine Sängerbund, Darmstadt, hatte in einem zehnwöchentlichen Kurs unter Leitung von Musiklehrer G. Geiß zwanzig Vize-Chorleiter ausgebildet, die in Anwesenheit der Vereinsvorsitzenden geprüft wurden. Stellvertretender Kreisvorsitzender Karl Weißgerber konnte außerdem den Bezirksvorsitzenden W. Dennecke und Kreisvorsitzenden Lotz begrüßen.

Nach einstündiger theoretischer Prüfung zollten die Erschienenen wiederholt der Dirigententechnik der Kursisten Beifall. Die Leistungen ließen den Wunsch nach ähnlichen Kursen in allen Kreisen wach werden. Der Kreisvorstand plant, ab Januar einen vierteljährlichen Kurs für Fortgeschrittene einzurichten, um dem Mangel an geschulten Chorleitern abzuhelfen. DT.

Kurze Meldungen aus der Stadt

Der wiederhergestellte Marktbrunnen wird am, Donnerstagmorgen in Anwesenheit der Städtischen Bauverwaltung von seinem Gerüst befreit und der Oeffentlichkeit übergeben. 1 o

Für den Verkehr wieder freigegeben wurden in der letzten Zeit die Soderstraße zwischen Stifts- und Mühlstraße, sowie die Schulstraße. Durch die umfangreichen Bauarbeiten in der Schulstraße ist jedoch nur eine Straßenbenutzung in östlicher Richtung gestattet. *

Der Stellenplan zum städtischen Etat ist in den letzten Wochen im Ausschuß durchberaten worden. Er wird den Stadtverordneten am 21. Dezember vorliegen. Bis dahin sind noch einige Einsparungsanträge zu erwarten, wenn sie sich auch mehr auf die Zukunft beziehen dürften.

Für die Stelle des Stadtbibliothekars haben sich an 60 Bewerber gemeldet. Die in die engere Wahl gestellten Bewerber haben sich am Montag dem Kultur- und Personalausschuß bekanntgemacht.

In den Ruhestand tritt mit Erreichung der Altersgrenze Stadtamtmann Theodor Kam uf f von der Stadtbauverwaltung. Während seiner 43jährigen Amtszeit — darunter 16 Jahre im Sozialamt unter Bürgermeister Delp — war er zweimal vor besonders schwierige Aufgaben gestellt, die ihn in der ganzen Bevölkerung bekannt werden ließen. Er leitete nämlich in beiden Weltkriegen mit großer Umsicht das Ernährungsamt.

Die Scharlachepidemie ist in Darmstadt im Abklingen. Sie ist gutartig verlaufen und hat keine Todesopfer gefordert. 47 Erkrankungen im Oktober stehen 45 im November gegenüber.

Mehr uneheliche Geburten hat es im Vergleich zum Vorjahr in den letzten fünf Monaten in Darmstadt gegeben, nämlich 132 gegen 120.

Eine Bausparerversammlung findet am Donnerstag, dem 7. Dezember um, 20 Uhr im Heagsaal statt, bei der Oberbaudirektor Prof. Grund über die Stadtbauplanung, Reg.-Baumeister a. D. L a u k e über die Errichtung von Eigenheimen, Walter Braun über das Thema „Warum Baukostenzuschuß und doch lebenslängliche Miete “ und Hans Heldmann über die Finanzierung und Beschaffung von 1. Hypotheken sprechen werden. Anschließend findet eine freie Aussprache statt. o

Über „Gewölbestaumauerbau in Öster¬ reich“ wird Dienstag, den 12. Dezember, um 17.15 Uhr, in der Aula der TH., Professor Dr. H. Grengg auf Veranlassung der Gesellschaft für Bauingenieurwesen einen Vortrag halten. *

Eine Ausstellung „Deutsches Land im Osten“ veranstaltet das Kunstgeschichtliche Seminar der Universität Marburg mit Unterstützung des Bundesministeriums für gesamtdeutsche Fragen und des Göttinger Arbeitskreises in der Zeit vom 8. bis 16. Dezember auf der Mathildenhöhe. Die Ausstellung wird am 8. Dezember um 9.00 Uhr von Oberbürgermeister Metzger eröffnet. o

Über seine Pilgerfahrt nach Rom wird Herr Schwebel den Mitgliedern und Gästen des Vereins katholischer Kaufleute und Beamten „Constantia“ heute, Donnerstag, 20 Uhr, im Hotel Knauf in einem Vortrag berichten.

Über „Das Ringen um die politische Einheit Europas“ spricht der bekannte Schriftsteller Dr. Eugen Kogon am Dienstag, dem 12. Dezember um 18 Uhr im Hörsaal 158 der Technischen Hochschule in einem öffentlichen Vortrag. o

Eine Weihnachtsfeier veranstaltet der Ortsverband der Heimatvertriebenen am Sonntag, dem 10. Dzember. 18 Uhr, im Concordia-Saal. Für die Kinder der Heimatvertriebenen sind einige Ueberraschungen vorbereitet worden.

Die bekannte deutsche Pianistin Poldi Mildner gastiert Montag, den 11. Dezember um 20 Uhr in der Stadthalle. Die zur Zeit in den USA lebende Künstlerin war Schülerin von Robert Teichmüller. Sie machte sich schon als Wunderkind einen Namen. Bei ihrem Konzert in der Stadthalle wird Poldi Mildner unter anderen Werke von Friedemann Bach, Beethoven, Chopin, Brahms, Schumann zum Vortrag bringen. *

Der Darmstädter Singkreis veranstaltet am 2. Advent um 17 Uhr im Paulussaal eine Weihnachtsmusik. Es werden Chorlieder und Motetten von Michael Praetorius und Hugo Distler gesungen. Curt Westermann liest weihnachtliche Gedichte und eine Erählung. Der Eintritt ist frei. Die Weihnachtsmusik wird am Dienstag, 12. Dezember 1950, um 20 Uhr im Gemeindehaus, Kehlerstraße 26. wiederholt.

Der Nikolaus besuchte an seinem gestrigen Festtag in den Räumen der Südhessischen Gas- und Wasser-AG. auch eine große Kinderschar und löste mit seinen Knuspergaben Jubel und Freude aus. *

Durch die Straßenglätte kam in der Nähe des Gasthauses „Waldschlößchen“ auf der Bundesstraße 26 ein vollbesetzter Personenkraftwagen ins Rutschen und rannte gegen ein Fuhrwerk. Der Landwirt fiel von seinem Wagen und brach ein Bein. Die Autoinsassen blieben unverletzt. Beide Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt. Kb

Gegen einen haltenden Lkw. rannte an der Kreuzung der Liebfrauen-und Eckartstraße gestern morgen ein Motorradfahrer. Bei dem Sturz zog er sich leichte Verletzungen zu. *

Einen Elternabend wird die Volksschule Eberstadt am kommenden Donnerstag, 7. Dezember, in der Eberstädter Turnhalle um 20.00 Uhr veranstalten. Ueber die Berufswahl wird dabei Berufsberater Hieronymus sprechen. Chorgesänge, Instrumentalmusik, Volkstänze und die Aufführung eines Laienspieles werden die Veranstaltung umrahmen. nk

Der Kirchenchor der Vereinigten Mar¬ tinsgemeinde hat sich neu konstituiert und übt nun jeden Dienstagabend unter Leitung des als Chorleiter ausgebildeten Gemeindediakons. Der Chor ist als drittältester unter den evangelischen Kirchenchören Darmstadts von Pfarrer Flöring, dem späteren Prälaten, gegründet worden und hatte in Oberpostsekretär Colin seinen ersten Dirigenten. In jener Zeit besaß die Martinsgemeinde auch eine Knabenchorschule, für . die Dr. Max Rieger 8000 Mark gestiftet hatte.

Wie wird das Wetter?

Wahrscheinlich Schneefall Vorhersage; Am Donnerstag nach kurzer Aufheiterung wieder vorherrschend stark bewölkt und erneut Schneefall. Temperaturen tagsüber um 0 Grad, nachts leichte Frostmilderung. Südwestliche Winde.



Wolin gehen wit heũte?

Landestheater, Orangerie; 20 Uhr „Fra Diavolo“, Ende 22.15 Uhr. Lichtspieltheater: siehe Anzeigenteil.

Amerikahaus: 19.30 Uhr Diskussionsabend über aktuelle Psychologie (in Verbindung mit der Volkshochschule). 14.30 und 17 Uhr Filmprogramm. 15—16 Uhr Musikprogramm (Werke von Bartok), 16—17 Uhr (AFN Symphony Orchestra). Ausstellungen: Zwei Darmstädter Maler.

Hygiene-Lichthof, Neckarstraße 3a: Ausstellung: „Gesundes Leben.“ Paulussaal: 17 Uhr Weihnachtsmusik des Darmstädter Singkreises.

Stadthalle: 20 Uhr Dr.-Ing. Dr. h. c. E. Kuß: „Der Arbeiter als Partner“ mit anschließender Aussprache.

STARKENBURG

Wanderer-Ehrungsfest beim OWK

Ober-Ramstadt. (D.) Im Gasthaus „Zum Löwen“ finden sich am Samstagabend die Mitglieder des Odenwaldklubs mit ihren Familien ein, um als Höhepunkt des Wandererjahres das Dekorierungsfest zu feiern. Auch in diesem Jahre beteiligte sich eine ansehnliche Zahl Wanderer an sämtlichen Ausflügen. Bezirksvorsitzender Salomon wird auch dieses Jahr die Ehrungen vornehmen. Für den musikalischen Teil wird der Mandolinenklub zeichnen, die „Modauspatzen“ der Sängervereinigung 1871 (in der SKG) helfen den Abend verschönern.

Als letzte Wanderung steigt am Sonntagnachmittag die sogenannte „Nikolauswanderung“ in das benachbarte Rohrbach.

Ein Schmuckstück für Jugenheim

Jugenheim (hl) — An der Endhaltestelle der elektrischen Straßenbahn brauchen die Fahrgäste der HEAG und des Bergsträßer Reisebüros Auto-Glück nicht mehr ungeschützt und den Unbilden der Witterung preisgegeben auf die Straßenbahn oder den Omnibus zu warten. Die Fahrgäste haben es jetzt bequemer und — gemütlicher, seitdem Heinz Brei d e r t (Darmstadt) auf dem an der Endhaltestelle der Straßenbahn gelegenen Dreiecksgrundstück, das Eigentum der Bundesbahn ist, eine Gaststätte mit Verkaufsraum eröffnete. Die im Pavillonstil gebaute Gaststätte ist In drei Räume unterteilt. Links befindet sich der Verkaufsraum, in der Mitte der Ausschank und rechts der Gästeraum, der 3'5 Personen aufnehmen kann. Zehn 2 Meter hohe Fenster geben den Blick frei nach den an- und abfahrenden Verkehrsmitteln.

Der Pavillon, der mit einem Dachvorsprung von PA Metern gebaut ist, wird abends außen durch acht Lampen unter Milchverglasung beleuchtet und bietet auch Fahrgästen, die nicht das Lokal besuchen wollen, Schutz vor Wind und Regen. Sieht man sich die Gaststätte von innen und außen an, so ist der Wille des Bauleiters, Baurat Göbel (Darmstadt), erkennbar, den Pavillon architektonisch und landschaftlich dem Charakter Jugenheims als Luftkurort anzupassen.

Weihnachtsbazar für Glockenfond

Bensheim-Auerbach. (HB) Die evgl. Frauenhilfe veranstaltet am kommenden Sonntag um 20 Uhr einen Familienabend mit Kaffee und Kuchen. In Verbindung hiermit findet ein Weihnachtsbazar statt, auf dem selbstangefertigte Handarbeiten jeder Art verkauft werden sollen. Der Reinertrag dieser Veranstaltung ist für die Wiederbeschaffung der Kirchenglocken bestimmt. Der Abend findet im evgl. Gemeindehaus, Steinweg, statt.

Verdienter Lehrer und Organist scheidet aus dem Amt

Hergershausdi. (-se.) Rektor i. R. Jakob Braun, der langjährige verdiente Erzieher und Organist der evangelischen Kirchengemeinde Hergershausen, zieht nunmehr als Pensionär nach Darmstadt. Nahezu drei Jahrzehnte gehörten seine treuen Dienste der Gemeinde, in der er sich in hohem Maße Achtung und Wertschätzung erwarb. Rektor Braun, der im Alter von 71 Jahren steht, kam aus seiner rheinhessischen Heimat Aspisheim nach Starkenburg. Ueber seine Nachfolgerschaft im Organistenamt ist vom evangelischen Kirchenvorstand noch nicht entschieden.

Froher Nikolaustagin Nieder-Ramstadt

Ortsgewerbeverein veranstaltete frohe Stunden für die Großen

Nieder-Ramstadt (F. L.) Der Vergnügungsausschuß des Ortsgewerbevereins veranstaltete unter der Leitung von Hans Herter („Mickedormel“) einen fröhlichen Nikolaustag für die Großen.

Auf der von den Nieder-Ramstädter Geschäften weihnachtlich ausgeschmückten Bühne des Kinosaales brachte „Mickedormel“ als Leiter, Ansager und Mitwirkender die Akteure und Zuschauer schnell in Stimmung. Die verschiedenen Darbietungen in Gesang und Tanz, von einheimischen und auswärtigen Kräften dargeboten, und von Andreas Petri auf dem Klavier begleitet, erfreuten Auge und Ohr. Einen Höhepunkt des ersten Teiles bildeten „Die fröhlichen Vier“, die bei ihrer lustigen singenden Verspottung der politischen Zustände manches bissige Witzwort prägten. Dann aber kam erst noch etwas zum Lachen und Jubel. Aenne Dieter, das reiche Bauernmädchen . . . „drum will i an Alten, der wird gut gehalten und — frißt genau so viel“.

Der zweite Teil fand die Zuschauer gleich in froher Stimmung vor. Wieder begannen die Darbietungen mit einem Lied von Frau Momber-Maneke und einem Tänzchen von Lilli Mathes. Aenne Dieter stellte ihren „Alten“ vor, eine wahre Jammergestalt, dargestellt von Herrn Min k - ler. Sie konnte einem leid tun —, das war nichts für sie, und so beförderte sie ihn denn auch mit Schwung und da capo zur Heilsarmee. Ob der nachfolgende Boogi-Woogi-Samba ohne Rumba, getanzt von Rosemarie Engel auch bei der Heilsarmee gelehrt wird? Ich glaube nicht, denn dazu war er zu schmissig. Eher schon möglich, daß der etwas depperte Mickedormel von dort kam. ehe er zum Toto-Tip und zum Fußballspiel ging. Elfmeter-Bälle hätte es gegeben, sagte er, und dabei hatte er doch gar keinen Riesenball gesehen —, so hätten die gelogen!

Ein nettes Pärchen kam dann noch aus der Maximbar mit einem so reizenden Schwipserl. Und verliebt waren sie — die Ilse Göttmann und ihr fescher Partner!! Zum Abschluß wurde dann noch das Lied von der fröhlichen Weihnacht gesungen und die gestifteten Geschenke verteilt.

Familienabend der Feuerwehr

Wixhausen (lk) — Im Saale des Gasthauses „Zur Traube“ hielt die Freiwillige Feuerwehr einen Familienabend ab. Oberbrandmeister Pfaff begrüßte die Anwesenden, besonders die Abordnung der Traisaer Wehr. Der Musikverein spielte flotte Weisen und trug, wie auch der Zauberkünstler, der die Anwesenden mit seinen Zaubereien in seinen Bann zog, wesentlich zum Gelingen des Abends bei.

Biebesheimer Ortsstromnetz erheblich erweitert

Bürgermeister Sudheimer holte Genehmigung des Gemeinderates ein

Biebesheim, (od) — Bürgermeister Sudheimer rief am Montagabend seine Gemeindevertreter zu einer wichtigen Gemeinderatssitzung zusammen.

In ihrem Mittelpunkt stand die Bewilligung der Weihnachtsbeihilfe für 170 Antragsteller, die Arbeitslosenunterstützung beziehen oder allgemein sozial schlecht gestellt sind. Der Wichtigkeit und Dringlichkeit wegen wurden die Anträge dem Fürsorgeausschuß zur nochmaligen genauen Ueberprüfung übergeben.

Bürgermeister Sudheimer erklärte im weiteren Verlauf, daß er in den letzten 3 Wochen das Ortsstromnetz erheblich erweitern habe lassen, wofür er nachträglich die Genehmigung des Gemeinderates einholte, die ihm auch einstimmig gegeben wurde.

Weiterhin wurden 23 Damen und Herren namhaft gemacht, die zukünftig als Schöffen der Gemeinde Biebesheim fungieren sollen. Die Gemeindevertreter beauftragten die Faselkommission, bei der nächsten Aktion in Darmstadt einen neuen Gemeindefasel zu kaufen, da ein alter Fasel wegen Zuchtuntauglichkeit abgeschafft werden mußte.

Der öffentlichen Sitzung schloß sich eine nichtöffentliche an.

Werken von Beethoven, Mozart und Haydn, die von Hans W. Metz (Violine), Adalbert Fink (Cello), beide vom Nationaltheater Mannheim, und Felix Moschner, der die Gesamtleitung des Abends hat und sowohl den gemischten Chor dirigiert wie den Klavierpart spielt, dargeboten werden. (-r)

Notizen aus Nauheim

Nauheim, (th.) Am letzten Sonntag hielt der Gewerbeverein einen Umzug zur Werbung für den Weihnachtsverkauf ab. Die Geschäftswelt ist übereingekommen, für jeden Einkauf über 5 DM ein Freilos für die reich ausgestattete Tombola auszugeben. Es werden Gegenstände im Wert von zusammen etwa 3000 DM verlost.

Die Gemeinde hat an besonders verkehrsreichen Stellen des Stadtgebietes fünf elektrisch beleuchtete Weihnachtsbäume aufstellen lassen.

Am Montag fand eine weitere Gemeinderatssitzung statt, wo die Vorschlagsliste der Schöffen und Geschworenen zum zweitenmal zur Vorlage gebracht wurde. Nachdem ein Name von der Liste abgesetzt worden war, einigte man sich nach längerer Debatte auf einen anderen Kandidaten. Bei der Abstimmung stimmten zwölf Gemeindevertreter für die vorgeschlagenen Kandidaten, ein Gemeinderatsmitglied enthielt sich der Stimme.

Die vereinigte Kapelle Mischlich stellt sich an den Adventsonntagen uneigennützig zu Platzkonzerten zur Verfügung.

Klassischer Kammermusikabend

Waldmichelbach. Am 10. Dezember veranstaltet die Sport- und Kulturgemeinde einen Kammermusikabend mit

Wir versuchten 105 Menschen zu helfen

Zeilen, die den Adressaten nicht erreichten?

Feststellung zum Raubacher Wahlstreik / Protestschreiben der Gemeinde überfällig? / Man „weiß nichts davon im Innenministerium

sr —Am Tage nach der Landtagswahl veröffentlichten wir unter der Ueberschrift „Raubach streikte zur Wahl eine Notiz, wonach von den 71 Wahlberechtigten der 105 Einwohner zählenden Gemeinde Raubach im Südwestzipfel des Kreises Erbach kein einziger zur Wahlurne ging. Laut dpa-Meldung protestierten damit die Raubacher gegen die Aufteilung der Gemarkung „Falkengesässer-Forst“, dießaubach für sich beansprucht. Die Gemarkung war an drei Gemeinden aufgeteilt worden.

Um unseren Lesern eine nähere Begründung für diesen Vorfall zu geben, veröffentlichten wir am 21. November unter der Ueberschrift „Der Raubacher Wahlstreik — Ein Mittel zur Beschleunigung des Amtsschimmels“ einen Beitrag unseres - ch-Mitarbeiters, in dem Grund und Verlauf des Wahlstreiks der Gemeinde noch einmal ausführlich beleuchtet wurden.

Auch mit dieser Veröffentlichung konnten wir den Vorgang „Raubacher Wahlstreik“ als noch nicht abgeschlossen betrachten, da die Einwohner der Gemeinde ihr Verhalten dahingehend argumentierten, daß auf ihre an das Innenministerium gerichtete Eingabe innerhalb von zehn Wochen noch keine Nachricht eingegangen sei. Weshalb sich die Redaktion veranlaßt sah, Nachforschungen nach dem Verbleib der Eingabe anzustellen. Wir führten deshalb mit dem Innenministerium ein Telefongespräch, um festzustellen, warum das Schreiben der Gemeinde bisher unbeantwortet blieb.

Da der Herr Innenminister nicht anwesend war, meldete sich das Vorzimmer; ein mit einem Vertreter versuchtes Gespräch konnte nicht stattfinden, da dieser ebenfalls nicht anwesend war. Daraufhin Verbindung zu Herrn Dr. Hofmann, einem weiteren Herrn, der „evtl. Bescheid weiß“. Dieser allerdings kennt den „Raubacher Wahlstreik“ nur aus der Zeitung . . . und wir werden weitergereicht — an die Kommunalabteilung. Als Sachbearbeiter meldet sich dort Regierungsrat Fey, der auf unsere Anfrage mitteilt, daß ihm aktenmäßig hiervon nichts bekannt sei. Ein von der Gemeinde Raubach verfaßtes Schreiben sei dort nicht eingegangen, es „sei ja auch möglich, daß es fehlgeleitet worden sei, da es ja auch ,Irrläufer“ gebe“.

Abschließend erklärte uns Herr Fey, daß die Gemarkungsaufteilungen noch gar nicht beim Ministerium vorliegen würden, sondern sehr wahrscheinlich beim Regierungspräsidenten in Darmstadt lägen.

Ein sofortiger Anruf beim Regierungspräsidenten in Darmstadt führte uns von Zimmer zu Zimmer, bis wir auf einen Herrn stießen, der die Vorgänge aus der Zeitung kannte. Er selbst, wie auch seine zwischenzeitlich gefragten Kollegen, wußte von keiner Eingabe der Gemeinde. Der Sachbearbeiter erklärte uns, daß der Vorgang „sehr wahrscheinlich noch beim Landratsamt Erbach liege, da die Verhandlungen über die Auflösung der selbständigen Gemarkungen in erster Linie vom Landrat geführt und erst dann dem Regierungspräsidenten vorgelegt würden.

Daraufhin Ferngespräch mit dem Landratsamt Erbach. Herr Regierungsrat Z ö r - gieb el, mit dem wir die Angelegenheit besprachen, erklärte, daß in dieser Sache noch nichts entschieden und alles noch in Vorbereitung sei. Im übrigen sei die ganze Angelegenheit „für die Raubacher kein Grund, um einfach von der Wahl wegzubleiben“. Die Sache bezüglich der Auflösung der selbständigen Gemarkungen sei noch nicht spruchreif.

Soweit unsere Bemühungen, die — zu guter Letzt, um nun einmal endlich festzustellen, ob die Gemeinde überhaupt ein Schreiben an den Herrn Innenminister gerichtet habe, nach Raubach führten.

Seit dieser Vorsprache liegt in unseren Händen eine Abschrift eines Briefes, der folgende Anschrift trägt:

Raubach, Kr. Erbach i. O. — Der Ortsvorstand — Raubach, den 8. August 1950 — „An den Herrn Hessischen Minister des Innern, Wiesbaden. Betr.: Die Eingemeindung der seitherigen selbständigen Gemarkung ,Falken-Gesässer Forst“.“ Die Eingabe enthält auf vier Seiten enggeschriebenem Text eine Stellungnahme, einen Vorschlag zur Regelung im Sinne der Gemeinde und eine Bitte um einen Lokaltermin in Anwesenheit des Innenministers oder seines Beauftragten, unter Hinzuziehung der beteiligten Gemeinden. Unterzeichnet wurde das Schreiben von dem Bürgermeister, dem Beigeordneten und den Gemeinderäten!

Geflügelausstellung in Rimbach

Rimbach, (vir) Am Wochenende veranstaltet der Kleintierzuchtverein im Saalbau Schütz eine Kaninchen- und Geflügelausstellung, die auf Grund der bisher vorliegenden Anmeldungen von über 400 Nummern beschickt werden wird. Neben Zuchthühnern und -Kaninchen werden größere Abteilungen mit Wassergeflügel und Tauben zu sehen sein. Als Abschluß der Ausstellung findet montags eine Jahresabschlußfeier des Vereins statt.

75 Jahre Hotel „Morgenstern'*

Siedelsbrunn, (vir) Das weit über die Grenzen des Überwaldes hinaus bekannte Hotel „Zum Morgenstern“ konnte jetzt auf sein 75jähriges Bestehen zurückblicken. Der derzeitige Besitzer Peter Horle übernahm das Lokal von seinem Vater, der es 1919 als Gasthaus erwarb. Seine heutige Gestalt mit der modernen Außenfront und der eleganten, trotzdem gediegenen Innenausstattung erfuhr es 1936. Zahlreiche Glückwunschschreiben — auch von Regierungsseite — bekundeten die Beliebtheit des Hauses.

Theaterabend in Hahn

Hahn. (=). Das Rote Kreuz, der Männergesangverein „Sängerlust“ und die Sport- und kulturgemeinde, die sich zu einer Theatergemeinschaft zusammengeschlossen haben, bringen als erste Theaterveranstaltung am kommenden Samstag um 20.15 Uhr im Saalbau „Zur Rheinluft“ das Schauspiel „Der Schuß im Erlengrund“.

Was aũch interessiect:

Wegen politischer Meinungsverschieden¬ heiten kam es in einem Betrieb in Groß-Bieberau, Krs. Dieburg, zwischen zwei Frauen zu Tätlichkeiten. Beide trugen Verletzungen davon und mußten sich in ärztliche Behandlung begeben. GD Die Zahl der Tierquälereien steigt seit Genehmigung des Führens von Luftgewehren ständig an. In Dornheim, Krs. Groß-Gerau, wurde jetzt wieder ein Ju¬ gendlicher gestellt, der einer beide Augen ausgeschossen hatte. eng Unter dem Verdacht, sich an seinen Stiefkindern vergangen zu haben, wurde ein Einwohner aus Büttelborn, Krs. Groß-Gerau, der Untersuchungshaftanstalt Darmstadt zugeführt. eng Die Volksbank Modautal hält am Sonntag, um 15 Uhr, in Nieder-Modau, Gasthaus „Zur Krone“, eine außerordentliche Generalversammlung ab. St Zur Gründung eines Motorsport-Clubs in Lützelbach, Krs. Erbach, treffen sich am kommenden Samstag alle Freunde und Interessenten des Motorsports. hm Das Richtfest für ein neues Forsthaus wurde am Sonntag in Wahlen, Krs. Bergstraße, in Anwesenheit von Vertretern der Forstbehörde, der Gemeindeverwaltung und des Landratsamtes gefeiert, vir Die VdK-Ortsgruppe Erbach venansitaltet ihre Weihnachtsfeier am Sonntag, 10. Dezember, im Cafe Glenz. Jahnstraße. Um 15 Uhr ist Bescherung der Kriegswaisen, um 20 Uhr Weihnachtsfeier der Mitglieder. -ch Der Neustädter Gemeinderat hat beschlossen, zur Weihnachtsfeier des Kindergartens je Kind 3 DM zur Verfügung zu stellen. -ch Auch das Breitenbrunner Gemeindewasser wurde bei einer chemischen Untersuchung beanstandet. Bürgermeister Schäfer weist die Einwohnerschaft darauf hin, das Wasser nur in abgekochtem Zustand zu genießen. -ch Der Reichelsheimer Gemeinderat genehmigte den mit der iraelitischen Religionsgemeinde geschlossenen Vergleich über den endgültigen Erwerb der ehemaligen Synagoge. Reichelsheim muß danach an die ISRO 12 000 DM zahlen -ch Die Molkerei Beerfelden hält ihre Jahreshauptversammlung am Sonntag, 10. Dezember, um 14 Uhr, im Gasthaus „Zur Glocke“ ab. -ch Die Opernschule Darmstadt führt am 10. Dezember in der Turnhalle von Beerfelden die Operette „Die Frau ohne Kuß“ von Walter Kollo auf. ön

Aktuelles zwischen gestern und heute

Das reißt selbst Bãäume aus

2 Unfälle bei Neckarsteinach

Neckarsteinach, (vir) — Durch die schadhafte Kupplung eines mit Fässern beladenen Lastzuges löste sich dessen Anhänger auf der Bundesstraße zwischen Neckarsteinach und Kleingemünd. Er rannte gegen einen Chausseebaum, der aus der Erde gerissen und auf den Bahnkörper geworfen wurde. Dadurch mußte der Zugverkehr Heidelberg—Eberbach vorübergehend unterbrochen werden. Personenschaden entstand nicht; der Kraftwagenanhänger wurde erheblich beschädigt. Neckarsteinach. (W. L.) Ein mit Sand beladener Lastzug aus Neckarsteinach geriet kürzlich, als er von dem Anhänger eines anderen Lastzuges beim Ueberholen gerammt wurde, zu weit an den Straßenrand. Der Lastzug raste gegen einen Baum, riß diesen um und stürzte die Böschung hinab, wo er schwer beschädigt liegenblieb. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon. Der Lenker des andern Fahrzeuges, der den Vorfall nicht bemerkt haben will, wurde bei Hirschhorn gestellt.

November: Windstärke 8

23 Tage Regen

Hammelbach, (vir) —lm November wurde von der hiesigen Wetterbeobachtungsstelle an vier Tagen eine Windstärke von 40 bis 60 Kilometern pro Stunde gemessen, was etwa der Skalenstärke 6—B entspricht. Sechs Frosttagen standen im hohen Odenwald 24 Tage mit mehr als +—o Grad gegenüber. Die Niederschlagsmenge war außerordentlich hoch und betrug pro Quadratmeter 181 Liter. Insgesamt fiel an 23 Tagen Regen, einmal schneite es. Die Durchschnittstemperatur betrug + 4 Grad, die festgestellte Höchsttemperatur 17,5 Grad, die Minimalwärme — 3,8 Grad.

Verbindungsstrebe brach

Weiher, (vir) - Die immer unerträglicher werdenden Straßenverhältnisse, die Weiher in den zweifelhaften Ruf brachten, die „meistdurchlöcherte Gemeinde des Landkreises Bergstraße“ zu sein, verursachten erneut einen Verkehrsunfall. Beim Durchfahren eines besonders tiefen Loches brach an einem Beiwagen-Motorrad eine Verbindungsstrebe, so daß der Fahrer die Gewalt über das Krad verlor und gegen einen Baum rannte. Der Soziusfahrer flog im Bogen in die gepflasterte Gosse und mußte einen Arzt aufsuchen. Das Fahrzeug mußte abgeschleppt werden.

Hinterrad blockierte Kette riß

Ober-Rodcn. (gi) Beim Befahren der Bundesstraße 45 zwischen Münster und Eppertshausen sah der Ober - Rodener Motorradfahrer B. plötzlich einen Drückkarren vor sich. Durch zu schnelles Bremsen blockierte das Hinterrad und riß die Kette. Der Aufprall auf den Drückkarren war nicht mehr zu vermeiden. Mit erheblichen Verletzungen wurde der Fahrer ins Kreiskrankenhaus Dieburg eingeliefert. Leichtere Verletzungen erlitt der Beifahrer.

Unbekannte Diebe im Hühnerstall

Babenhausen. (NB) Dem Schmiedemeister und Züchter August Rock wurden in der Nacht zum Dienstag aus dem Hühnerstall und Garten elf schwarze Italiener seiner Zuchtrasse und eine Pute gestohlen. Die Diebe erbrachen zwei Türen, schlachteten die Pute und ein Huhn ab und verschwanden unbehindert. Ein angesetzter Spürhund konnte die Spur nicht aufnehmen. Polizeiliche Ermittlungen wurden eingeleitet.

Fehlzündung verursachte Brand

Messenhausen, (gi) In den Vormittagsstunden des Sonntag geriet die 125- NSU-Maschine eines Messenhäuser Kraftfahrers durch Fehlzündung in Brand. Der Besitzer ■ versuchte mit seinem Mantel die sofort lichterloh brennende Maschine zu löschen. Hinzueilende Feuerwehrleute konnten mit dem Schaumlöscher das Motorrad vor der Vernichtung bewahren.

Das hohe Lied der Sangeskunst

Doppeijubiläum der Sängervereinigung „Liederkranz-Sängerlust“ in Groß-Umstadt

Im Rahmen des Festkonzertes im Saale „Zum weißen Roß“, beging am Wochenende die ehemals zusammengeschlossene Chorgemeinschaft „Liederkranz-Sängerlust“ ihr 80- und 50jähriges Stiftungsfest.

Herr Fleckenstein überbrachte die Glückwünsche des Allgemeinen Deutschen Sängerbundes. Einleitend brachte der Chor des Jubelvereins „O Schutzgeist alles Schönen“ zum Vortrag. Vorsitzender Willi Pfaff richtete anschließend an alle Anwesenden herzliche Begrüßungsworte. Neben den Vorträgen „Morgenlied“. „Impromptu“ (am Klavier), „Abendrot“ und „Nachtmusikanten“ fand das „Bekenntnis“ von Musikdirektor P. M. Leist, den ungeteilten Beifall der Besucher. Im zweiten Teil, dem eigentlichen Festakt, ergriff Herr Studienrat a. D. Philipp Wittersheim das Wort. In seinem Rückblick auf die reichhaltige Vereinsgeschichte erwähnte er die Jahre des Zusammenschlusses und der nachfolgenden, für die Sangeskunst so fruchbaren Zeit. Im Mittelpunkt stand dann die Ehrung verdienter Vereinskameraden. Die goldene Nadel des Sängerbundes erhielten Paul Pi 11 - ha n für 60 Jahre und Philipp Wer k - mann für 50 Jahre Vereinstreue. Kreisvorsitzender des DAS Fleckenstein sprach den beiden Gesangsveteranen höchste Anerkennung aus.

Im dritten Teil des Nachmittags gefielen besonders die Vorträge „Heimat, wie liegst du so weit“, „Rosmarin und Salbeiblättchen“ und das „Schifferlied“. Mit dem „ Spielmann“ von Kraemer fand die Veranstaltung einen eindrucksvollen Abschluß. Zum Festausklang traf man sich zu gemütlichem Beisammensein im „Frankfurter Hof“.

OWK Rimbach dekorierte Wanderer

Rimbach, (vir.) — Kürzlich hatte die Ortsgruppe des Odenwald-Klubs ihre Mitglieder und zahlreiche Gäste eingeladen, um das Wanderer-Ehrungsfest für 1950 zu begehen. Der erste Vorsitzende der Ortsgruppe Peter Schenk stellte fest, daß seit der gleichen Veranstaltung des Vorjahres die Mitgliederzahl von 22 auf 63 angestiegen sei. Ob.-Stud.-Dir. Koch hob als Vertreter des Hauptvorstandes hervor, daß der Odenwaldklub zu einer auf breiter Basis ruhenden Gemeinschaft von Heimatfreunden geworden sei. Der Abend wurde durch Darbietungen einzelner Mitglieder und der Jugend, die ein Weihnachtsspiel aufführte, angenehm aufgelockert und erhielt so einen betont familiären Charakter. Als Abschluß des offiziellen Teiles wurden jene unermüdlichen Wanderer, die die Mindestpunktzahl von 12 erreicht hatten, mit einem gold'enen Eichenblatt geehrt. Es waren dies zwölf Männer, zehn Frauen und zehn Jugendliche, darunter verschiedene bereits zum wiederholten Male.

Jugend am runden Tisch

Ausspracheabend der Landesführung Hessen des Bundes deutscher Jugend in Babenhausen

NB. Am Dienstagabend fand im Hotel „Deutscher Hof“ ein Ausspracheabend des Bundes Deutscher Jugend — Landesführung Hessen statt. Dazu hatte sich ein kleiner Kreis am runden Tisch eingefunden.

Landesführer Reinhard sprach über die Aufgaben und Ziele des Bundes Deutscher Jugend. Es handle sich um den Zusammenschluß junger Menschen in einzelne Gruppen. Der Bund sei politisch tätig aber parteilich nicht gebunden. Er erfasse Personen von 16—40 Jahre. Aufgabe sei es die Jugend aller Parteien zu werben.

Bei den Diskussionsabenden kämen Persönlichkeiten aller Parteien zu Wort. 50 Prozent sei politische Arbeit, die sich wieder in zwei Teile gliedere. In der politischen Schulung würde Aufklärung getrieben, was Staats- und was Kommunalpolitik bedeute. Mit den Parteien und ihren Zielen wolle man sich beschäftigen.

50 Prozent sei der kulturellen Arbeit gewidmet. Zweimal im Monat kämen alle Gruppen zusammen. Das dritte Gebiet sei die soziale Arbeit. Eine allgemeine Gruppe — Patenschaftswerk — West/Ost schlösse sich an. Im Sommer 51 soll das Jugendhilfswerk für die herumreisende Jugend aus dem Osten anlaufen. Die Gründung des Bundes sei am 26. Juni erfolgt und zählte heute schon 3000 Mitglieder in Hessen und 16 500 im Bundesgebiet. Nach der Remilitarisierung befragt, erklärte der Landesleiter im Rahmen der gleichberechtigten Europäischen Union fordere man: gleiches Recht und gleiche Pflicht. Im neuen Jahr soll es zur Gründung einer Gruppe des BDJ kommen.

Nieder-Ramstadt. (=) — Der Gesangverein „Harmonie“ 1863 nimmt seine Sangestätigkeit wieder auf. Die erste Singstunde wird am Donnerstag, dem i. Dezember, um 20 Uhr, im Gasthaus Hyronimus stattfinden.

Unsere Geburtstagskinder

78. Geburtstag: Frau Marie Jäckel, Wald-Amerbach, Ortsstraße 25. 78. Geburtstag: Herr Landwirt Georg Nikolaus Heinrich Roth. Altheim, Kirchstraße 150. 70. Geburtstag: Herr Georg Bohn, Wixhausen, Untergasse. 70. Geburtstag: Herr Philipp Walther 1., Maurer, Nieder-Ramstadt, Waschenbacher Straße 3.

Feuilleton

Gedenkworte auf's Berliner Schloß

Die Zeitungen der Sowjetzone meldeten vor einiger Zeit, daß das Berliner Schloß als „Verkehrshindernis" erkannt worden sei und einem großen Aufmarschplatz weichen müsse. Am 16. September begannen die Sprengungen; sie sind jetzt nahezu abgeschlossen. Gewiß: Das Berliner Schloß im Ostsektor hatte Bombenschaden erlitten, wie der Kölner Dom und die Münchener Residenz und San Lorenzo in Rom. Aber eine Wiederherstellung wäre ohne weiteres möglich gewesen. Warum mußte es fallen?

Aus dem Ablauf von Revolutionen wissen wir, daß in der ersten Phase Bauten als Symbole überwundener Mächte vernichtet zu werden pflegen: 1789 wurde in Paris die Bastille abgetragen, nach 1917 mußten in Rußland vor allem Kirchen daran glauben. Indessen hat die Regierung der Sowjetzone ja keine Monarchie beseitigt, und so liegt es näher, eine ander Erklärung heranzuziehen: Moskau duldet auch im Bereich seiner Satellitenstaaten keine anderen Götter neben sich; die Deutschen, welche auf den Kreml schauen sollen, brauchen keine Stätten eigner historischer Erinnerungen mehr.

Mit Recht hat Berlins maß- und formloses Wachstum seit 1871 Kritik hervorgerufen. Doch wird der von 1450 bis' 1850 errichtete Herrschersitz der preußischen Könige nicht davon betroffen. Er gehört einer älteren Geschichtsperiode an und behauptet sich ehrenvoll neben den vergleichbaren Residenzschlössern in Paris und London, Wien und Stockholm.. Der älteste Teil an der Spree, eine malerische Baugruppe, erhielt spätgotische Formen.. Nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges hören wir von Neuanlagen des Großen Kurfürsten, zum Beispiel einer Galerie mit Gemälden, in der Tizians „Junger bärtiger Mann“ gehangen hat (kürzlich mit 200 anderen Werken aus ehemals preußischem Staatsbesitz auf Rundreise in USA und anschließend in Wiesbaden ausgestellt).

Der erste preußische König, Friedrich 1., errichtete dann den langgestreckten rechtwinkligen Bau, der als Abschluß der „Linden“ im Stadtbild so wichtig gewesen ist. Der vom König berufene Andreas Schlüter, der erste deutsche Künstler seiner Zeit, verwendete die srengen Formen des römischen Hochbarocks, um die Schauseiten kräftig zu gliedern.

Das Innere des Schlosses wurde im Laufe der Zeiten kostbar ausgestattet. Um 1750 ließ sich Friedrich der Große das vielbewunderte runde Schreibkabinett einbauen; unweit davon hing bis 1939 Watteaus „Einschiffung zur Liebesinsel“, der glücklichste Kunstankauf des Gönners von Voltaire (dies Meisterwerk der französischen Kunst wurde 1944 in ein thüringisches Salzbergwerk gebracht und von den Amerikanern bei ihrem vorübergehenden Aufenthalt in Thüringen im Mai 1945 nach Wiesbaden transportiert, wo es heute in einem Depot schlummert). Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Parolesaal ausgestattet, in dem die berühmte Marmorgruppe der jugendlichen Königin Luise und ihrer Schwester von Schadow stand. Hier in der Nähe hing auch Holbeins „Madonna des Bürgermeisters Meyer“, die später als Mitgift einer Hohenzollernprinzessin nach Darmstadt kam (gegenwärtig als Leihgabe im Museum Basel ausgestellt).

Das Zeitalter der Romantik steuerte die Wohnräume Friedrich Wilhelms IV. bei, in denen vier Landschaften von C. D. Friedrich hingen; hier schuf Schinkel, zwischen Gemessenheit und Behaglichkeit die Mitte wahrend, den Rahmen für eine geistig anspruchsvolle Geselligkeit: Männer wie Alexander von Humboldt, Niebuhr, Schelling, Ranke und Rauch waren hier gern gesehene Gäste.

Genug der Erinnerungen! Das Abschiednehmen von Bauten und Kunstwerken hat unser Geschlecht wahrhaftig geübt. Daß es fünf Jahre nach Kriegsende neu beginnt, ist bitter. Dr. N. v. Holst

Deutsches Land im Osten

In der Zeit vom 8. bis einschl. 16. Dezember 1950 wird in Darmstadt in den Ausstellungshallen auf der Mathildenhöhe die Ausstellung „Deutsches Land im Osten“ gezeigt. Diese Ausstellung ist vom Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Marburg mit Unterstützung des Bundesministeriums für gesamtdeutsche Fragen und des Göttinger Arbeitskreises zusammengestellt worden.

Diese Schau bietet einen interessanten Einblick in die ungeheuren Werte unseres deutschen Vaterlandes. Ergänzt wird sie durch Statistiken und Kartenmaterial, die in eindeutiger Form auf die Schwere des Verlustes der Gebiete ostwärts der Oder-Neiße-Linie hinweisen. Durch eine sachkundige Führung wird der deutsche Osten, insbesondere die landschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Struktur Ost- und Westpreußens, Danzigs, Ostbrandenburgs, der Grenzmark, Nieder- und Oberschlesiens und des Sudetenlandes vor Augen geführt.

Die Ausstellung, die in sämtlichen großen Städten Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens gezeigt wurde, ist in Darmstadt werktags in der Zeit von 8 bis 17 Uhr und sonntags in der Zeit von 9 bis 20 Uhr geöffnet.

Der Dorfköter

VON KARLHEINZ HELFER

Zu dem wenigen Zubehör meiner privaten Existenz,''das mir nach dem letzten Kriege verblieben ist, zählen meine beiden Mäntel. Ich möchte nicht versäumen, sie vorzustellen. Obwohl sie ungefähr gleich alt sein müssen, sind es sonst recht ungleiche Brüder. Ihre Nationalität ist kaum festzustellen, vielmehr sind sie in mancher Beziehung geradezu Weltbürger.

Ich glaube, daß einer von ihnen aus Amerika stammt. Sein Aeußeres ist von jener olivgrünen puritanischen Bescheidenheit, wie man sie oft an den reisenden Lehrerinnen sieht, die vom anderen Ufer des Ozeans zu uns herüberkommen. Auch sein Tuch, ein kräftiger Gabardine und sein slipperartiger Schnitt sind von der gleichen, zeitlosen Dauerhaftigkeit jener Damen. Nur elegant ist er eigentlich nicht, obwohl er sehr schöne Knöpfe hat, die aus Leder geflochten und so groß sind wie mittlere Kastanien. Leider ist einer davon verlorengegangen. Das passierte damals, als ich einen Koffer voll Rotkohl aus Ostfriesland holen mußte, den dann die Polizei haben wollte. Sie hat ihn aber nicht gekriegt. Außerdem ist da noch ein kleiner Stopfwinkel am Bauch, eine Fünf sozusagen. Aber sonst ist das Mäntelchen fast neu. Nur die anderen Leute übersehen das. Neulich hat mich sogar die Zeitungsfrau, bei der ich doch immer die Abendpost kaufe, nicht mal gegrüßt. Es gibt jedoch auch nettere Menschen. Als ich kürzlich in eine bessere Buchhandlung kam, erhielt ich gleich fünfzig Prozent Rabatt, weil ich den Mantel anhatte.

In ein feines Restaurant gehe ich ja nicht damit. Dann ziehe ich den anderen an. Ah, das sollten Sie mal erleben! Schon der dicke Portier, der am Eingang steht, macht eine tiefe Verbeugung. Im Lokal kommt sofort der Oberkellner und hilft mir beim Ablegen, während die anderen Kellner in geziemender Entfernung dastehen. Ein ganzes Gefolge ausgesucht höflicher Menschen geleitet mich dann zu einem freien Tisch. Bitteschön, die Speisekarte! Trinken der Herr ein Glas Wein? — Bitteschön, wir führen ausgezeichneten 48er Niersteiner Oelberg. Mir geht es wie Akakij Akakijewitsch in Gogols berühmter Geschichte. In einiger Entfernung hängt mein Mantel. Kein Zweifel, es ist ein Prachtstück! Wundervoll, dieses silbrig schimmernde Grau des Fischgrätenmusters. Und erst die Wolle! Ganze Schafherden ziehen vor meinem inneren Auge vorbei, wenn ich darüberstreiche. Das Beste aber ist der mächtige Pelzkragen, ein dunkelbraunlockiges herrliches Fell. So sieht Karakul aus, das kostbare östliche Rauchwerk! Ja, das ist ein Mantel, wie ihn vielleicht ein Generaldirektor bei seiner winterlichen Reise nach St. Moritz tragen könnte.

Aber, o vanitas vanitatum, es ist alles ganz eitel. Der Portier und die Kellner und alle die anderen, die sich vor diesem Mantel verbeugten, haben sich getäuscht. Den Mantel kaufte mir meine Mutter, vor etwa zwanzig Jahren als ich noch ein Schuljunge war. Er kostete nicht ganz fünfzig Mark. Es war englischer Import, aber etwas aus der Mode. Damals war er mir ein bißchen zu lang. Eigentlich sind mir die Schultern heute viel zu schmal! und deshalb ist überhaupt nur der Pelzkragen drauf. Und der Pelz? — Ach, das ist einmal ein Hund gewesen, ein ganz armseliger russischer Hund, einer jener Dorfköter, die zwischen Moskau und Nowgorod nachts mit den Wölfen um die Wette heulen.

Urfaust mit Kleinstmarionetten

Es ist das verständliche Bestreben jeder Puppenbühne, die künstlerischen Ehrgeiz hat, den Puppenfaust oder gar den Urfaust zu spielen. Die „Marionettenbühne aus dem Elfengrund“, die im Amerikahaus vor geladenen Gästen spielte, hat die Berechtigung und besitzt die künstlerischen Voraussetzungen für solch eine Aufgabe. Es ist eine Laienspielgruppe, die mit ihren Namen anonym bleiben will und in kleinen Zirkeln mit Hingabe, Begeisterung und Können spielt. Aus einer Handpuppenbühne mit technischen Ambitionen (es wurden selbstgedrehte Filme hierbei verwandt) sich entwickelnd ist nach dem Krieg aus einer einfachen Kiste die winzige Bühne entstanden. Die nur wenige Zentimeter großen, von unten geführten und sehr beweglichen Marionetten wurden mit Messern geschnitzt, die aus Uhrfedern geschliffen waren! Beleuchtungstechnisch und auch sonst ist die kleine Bühne trefflich eingerichtet; der Urfaust spielt sich vor eindrucksvollen Bühnenbildern fast pausenlos ab und die sieben Mitwirkenden (vier Damen und drei Herren) haben sich überwiegend mit ihren Aufgaben gut abgefunden. Besonders scheint dem Sprecher des Mephisto seine nicht leichte, von ihm mit vielen kleinen Nebenwirkungen ausgezeichnet ausgestattete Rolle zu liegen. Die sehr lebendige Szene in Auerbachs Keller und die Schlußszene wirkten recht eindringlich. Die Abdeckung der Bühne im Türrahmen hätte man sich etwas stilvoller gewünscht. H. W. W. die Tiefe der eigenen Seele, „in den Abgrund Gottes“, war ihm das Maß aller Dinge. Mit seiner ganz von innen her erfaßten Künstlerschaft stand er abseits der Sicherheit der bürgerlichen Existenz, einer Künstlerschaft, die aus einer zwingenden inneren Notwendigkeit heraus empfunden werden mußte, wenn ihre dichterische Aussage Bestand haben sollte. Die große innere Einsamkeit war die schöpferische Potenz Rilkes, der Rußland, Spanien und Frankreich bereiste. Besondere Impulse empfing er während seines Zusammenlebens mit dem Bildhauer Rodin, von dem er die Formung seiner Lyrik übernahm. Rilkes Stimme und Gesichte galten dem Künftigen, er sah über seine Zeit und ihre Erscheinungen in die Zukunft mit dem unbestechlichen Geist einer empfindsamen Seele, er stand zwischen den Grenzbezirkendes Erkannten und des Erfühlten, Künder und Rufer einer reinen, allumfassenden Menschlichkeit. -st

Im Banikreis der Stille

In der Volkshochschule hielt Frau Dr. Margarete Dierks einen Vortrag „Hinführung zu Rainer Maria Rilke“. Im Bannkreis der Stille habe Rilke die drei Hauptthemen seines künstlerischen Schaffens, die Erfahrung des Leides, die Liebe und den Tod, in seiner Dichtung immer wieder gestaltet. Diese Themen waren für Rilke unlösbar ineinander verwoben. Er war kein Stürmer, kein nach außen gekehrter, kämpfender Mensch und Künstler, sondern einer mit einem in sich gekehrten tapferen Ja zum Leben. Seine Künstlerschaft wurzelt in der ausgehenden romantischen Tradition der deutschen Dichtung. Das Hinabsteigen in

BÜCHER

die wir uns wünschen

„Das Weihnachtsbuch“, Text- und Liedzusammenstellung von Hermann Boekhoff, Bilder und Ausstattung von Karl Voß. 280 Seiten, Ganzl. m. vderf. Schutzumschi. Georg Westermann Verlag, Preis: 12,80 DM.

Ein reichhaltiges Buch, recht zum Betrachten und Vorlesen in weihenachtfestlichen Stunden geeignet, für die Familie und für den größeren Kreis. Die zum Volksgut gewordenen Weihnachtslieder und -mären harmonieren mit Erzählungen, Versen und Zitaten aus Weihnachtsbriefen unserer bekannten Dichter, so daß in vielfacher Variation die Weihnachtsgedanken des Friedens und der Liebe, der Menschen-freude und Lobpreisung Gottes hier zusammengefaßt sind. Zum Charakter eines echten Volksbuches zur Weihenacht fehlt dieser Zusammenstellung freilich das Eingehen auf landschaftsgebundenes Festbrauchtum, auf all den farbigfröhlichen Reichtum seliger Kinderweihnacht und das deutliche Nachzeichnen der Züge, die der uralte Mythos von den heiligen zwölf Nächten, der Lichtzeit und Sonnenwende dem lieben Weihnachtsfest unleugbar zugebracht hat. D-s

Wir notierten:

Die Spielschar des Realgymnasiums Michelstadt gab in Beerfelden für die ehemaligen Schüler der Schule und die Einwohnerschaft ein Gastspiel mit Molieres „Tartuffe“. ön

„Malerei in der neuen Welt“ war das Thema eines Vortrags von Kunstmaler Roland im Amerikahaus Heppenheim. Aus der Technik der Kunstschulen in Rom und Paris aufbauend, habe sich eine eigene Kunst entwickelt, die durchaus das Europaische anerkenne. Auch die deutsche bildende Kunst habe Fingerzeige für die amerikanischen Maler gegeben. Eine Reihe von Lichtbildern unterstützten wirksam den Vortrag. erh

Kari Schmitt-Walter singt am kommenden Sonntag auf Einladung der Goethegesellschaft um 17.15 Uhr in der Turnhalle deis Gvmna'siiums Bensheim. Am Flügel begleitet in Prof. Hubert Giesen. Es kommen Lieder und Arien von Händel, Mozart, Schubert und Schumann zum Vortrag. HB

In Dieburg gastierte das Stadttheater Worms mit einer Aufführung von Hermann Mostars „Meier Helmbrecht“. RG

„Sie will koan Schuster“ heißt da's neue Volksstück des bekannten Heimatdichters Georg Löffler, das demnächst in mehreren Orten unseres Heimatgebietes u. a. in Nieder-Beerbach. Nieder-Kainsbach, Reisen, Winterkasten und Langenbrombach zur Aufführung kommen wird.

Margot Lappschies und Walter Horn vom Ballett des Landeistheaters wirken in dem Film „Hochzeitsnacht im Paradies“ mit. Margot Lappschies hat eine Sing- und eine Tanzszene mit Johannes Heesters im „Hotel Paradiso“, Walter Hom tanzt in der ersten Revueszene des Films im „ Torero-Ballett“ mit.

Fürth vor der Osffenbacher Hürde

In Süd und Nord volles Spielprogramm mit offenen Begegnungen / Der Westen ermittelt den Herbstmeister

Auch in der Vorweihnachtszeit können die Vertragsfußballer keine Ruhepause einlegen. Die Mammutliga mit achtzehn Mannschaften zwingt vor allen Dingen die Vereine im Süden, jeden möglichen Spieltermin auszunutzen.

Deutschmeister im Kommen?

Bayern München—Vfß Mühlburg, 1. FC Nürnberg—lB6o München, FC 05 Schweinfurt—Vfß Mannheim, Reutlingen—FSV Frankfurt, Vfß Stuttgart—BC Augsburg, Kickers Offenbach gegen Spvgg. Fürth, Eintracht Frankfurt—FC Singen, Waldhof—VfL Neckarau, Schwaben Augsburg—Darmstadt 98.

Der 1. FC Nürnberg wird seine Spitzenposition im Zabo über 1860 München verteidigen können, denn die Löwen'' zeigten am vergangenen Sonntag auf eigenem Platz nicht genügend an Können, um die Rothemden jetzt in Nürnberg ernstlich zu gefährden. Ob Fürth den Bieberer Berg als Sieger verlassen kann, mag sehr dahingestellt bleiben, denn die Offenbacher Kickers dürfen zu Hause keinen Punkt mehr abgeben, falls sie nicht im Mittelfeld restlos verschwinden wollen. Wir halten die Hausherren für stärker, doch ist ein Unentschieden möglich. Bereits am Samstag tritt der Vfß Mühlburg in München bei den Bayern an und müßte trotz des Platzvorteils seines Gegners seine spielerische Ueberlegenheit auszunützen verstehen.

Die Schweinfurter Grunnemden werden es nicht zulassen, daß der VfR Mannheim ausgerechnet gegen die Kupfer-Elf zu seinem ersten Auswärtssieg in dieser Spielzeit kommt. Der Gang des FSV Fraiikfurt nach Reutlingen ist mit Dornen gespickt, denn in der Südwestecke der ersten Liga hängen die Punkte neuerdings ziemlich hoch. Trotzdem sollte sich die Routine der Frankfurter schließlich durchsetzen können. Für manche Ueberraschung sorgte bisher der BC Augsburg, doch kann er im Stuttgarter Neckarstadion gegen den Vfß eigentlich nichts gewinnen.

~ Eintracht Frankfurt müßte stark genug sein, um den Gast aus Singen geschlagen heimschicken zu können. Leicht allerdings dürfen die Adlerträger diese Begegnung nicht nehmen. Darmstadt 98 fährt, wenn die Form der Lilien beständig bleibt, nicht ohne Aussichten zu den Augsburger Schwaben. Die Violetten sind ebenso wie ihre Gäste Formschwankungen unterworfen, so daß hier die Punkte geteilt werden können. Ebenfalls offen ist das Mannheimer Derby zwischen Waldhof und dem VfL Neckarau, denn die Neulinge verstehen sich aufs Tore schießen.

Schafft es Schalke?

Schalke 04—Rheydter SV, Alemannia Aachen gegen Preußen Münster, Katernberg—Fortuna Düsseldorf, 1. FC Köln—Rot-Weiß Oberhausen.

Die Königsblauen aus dem Kohlenpott haben die Möglichkeit, falls der Sieg über den Rhevdter SV gelingt, die Herbstmeisterschaft zu erlangen. Katernberg bewies allerdings, daß die Schalker auch zu Hause verwundbar sind, wenn sie in ihren alten Fehler, das „Kreiseln“, verfallen. Für einen Sieg sollte schließlich doch nur Schalke in Frage komi ren. Ebenso favorisiert ist der 1. FC Köln gegen Rot-Weiß Oberhausen Das spielerische Können der Gäste reicht an das der Platzbesitzer nicht heran.

nfe interessanteste Begegnung ist auf dem Aachener Tivoli, wenn Alemannia die aufstrebenden Preußen aus Münster zu Gast hat. Den Tivoli als Sieger zu verlassen, gelingt kaum einem Gast — also sind die Chancen für den Gastgeber auch in diesem Fall günstiger. Fortuna Düsseldorf muß auf Janes und Turek verzichten Damit steigen die Aussichten Katernbergs die diesmal einen Sieg erringen müßten.

Nur zwei Spiele

FK Pirmasens—TuS Neuendorf, VfR Kaiserslautern—Phönix Ludwigshafen.

Im Südwesten kommt es zu zwei Nachtragsbegegnungen, von denen die Paarung FK Pirmasens—TuS Neuendorf das Hauptinteresse in Anspruch nimmt. Die Schuhstädter sollten gewinnen können. Favorisiert ist Phönix Ludwigshafen beim VfR Kaiserslautern.

Achtung auf Werder Bremen

Werder Bremen—Hannover 96, Eimsbüttel gegen VfL Osnabrück, Concordia—Göttingen 05, Arminia Hannover—Eintracht Osnabrück, Eintracht Braunschweig—Holstein Kiel, Bremerhaven 93—Bremer SV Mit Spielen erheblich im Rückstand liegt Werder Bremen. Der Tabellenplatz ist allerdings (nach Minuspunkten gerechnet) so günstig, daß die „Texas-Elf“ zum Herbsttitel kommen könnte. Hannover 96 wird im Weserstadion um eine Niederlage nicht herumkommen. Auch der derzeit führende VfL Osnabrück steht in Hamburg bei Eimsbüttel vor der Möglichkeit eines Punktverlustes, weil die Osnabrücker in letzter Zeit ihren Kampfgeist mehr als einmal vermissen ließen. Ob Göttingen 05 bei Concordia Hamburg nodi einmal zum Sieg kommen kann, ist ebenfalls fraglich, denn die Concorden müssen schnellstens Boden gutmachen.

Arminia Hannover wird sich über Eintracht Osnabrück behaupten können. Dagegen hat Eintracht Braunschweig auch auf eigenem Platz die beiden Zähler gegen Holstein Kiel noch nicht auf seinem Pluskonto stehen. Die Männer von der Förde werden von Sonntag zu Sonntag gefährlicher. Die Begegnung zwischen Bremerhaven 93 und dem Bremer SV ist offen und sollte von der Tagesform entschieden werden.

Tischtennis

Rückrunde startete mit Ueberraschungen

Favorit zu sein ist nicht leicht. Dies mußten am Sonntag in Flörsheim die Gastgeber erfahren, die bisher die Vorrunde so erfolgreich abschließen konnten. Ohne Spielverlust waren sie klarer Tabellenführer. Nun ist ihr Nimbus dahin, auf eigener Platte spielend unterlagen sie gegen TTC Concordia Bad Nauheim. Die drei Vertreter der Darmstädter Bezirke mußten Niederlagen einstecken. So unterlag die TG Rüsselsheim, die bisher immer noch ohne Punktgewinn am Tabellenende steht, ihre beiden Spiele gegen Weiß-Blau Frankfurt und Bad Nauheim. Der TTC Biblis hatte auch zu Hause gegen die Eintracht Frankfurt nichts zu bestellen und unterlag mit 3:9. Die . Lilienträger wurden in Klein-Krotzenburg mit dem gleichen Ergebnis besiegt. In einem weiteren Spiel waren die Flörsheimer der Mannschaft von Weiß-Blau Frankfurt mit 9:1 überlegen. Der SV Wiesbaden, dessen Spitzenspieler Kurt Seifert bei den internationalen Tischtennismeisterschaften in London weilte, war spielfrei.

Bei den Damen konnte der SV Darmstadt 98 seine 2. Tabellenposition behalten, obwohl die Mannschaft spielfrei war. Der Tabellenführer und mehrfache hessische Meister, die Eintracht Frankfurt kam gegen den SV Wolfgang zu einem überlegenen 10:2- Sieg. In den restlichen Begegnungen siegten Vfß Friedberg gegen SG Kelkheim mit 9:6 und Cone. Bad Nauheim gegen SG Kelkheim mit 9:7. Ku.

Kehraus bei den Ringern

Die am letzten Kampftag ausgetragenen Begegnungen hatten für die Tabelle keine Bedeutung mehr. Der Meister war bereits am Vorsonntag ermittelt und auch der wichtige 2. Platz war Dettingen schon gesichert. Mit dem SV Darmstadt 98 stand der Absteigende fest. In den letzten Begegnungen, die überraschend alle 4:4 endeten, läßt der Teilerfolg der Groß-Zimmerner Mannschaft besonders aufhorchen. Dabei darf nicht vergessen werden, daß die Gäste Max-Leichter und W. Schlagmüller ersetzen mußten.

Die einzelnen Ergebnisse lauteten: Vorwärts Groß-Zimmern —SG Eckenheim 4:4, Eiche Hanau —ASV 86 Frankfurt 4:4, Germania Hösbach — Germania Dettingen 4:4. -eri-

Turnkreis Darmstadt. Am Sonntag, dem 10. Dezember, finden vormittags 9 Uhr Übungsstunden statt und zwar a) für Männer- und Jugendturnwarte sowie Jugendturner in Eberstadt (Turnhalle der TSG, Marktstraße; b) für Jugendturnerinnen in Arheilgen (Turnhalle der SG, Frankfurter Straße). Vorbereitungen für die Jugendbestenkämpfe (11. 3. 1951) sowie Kreis-Turn- und Sportfest (10. 6. 1951). Übungsstoff Sportmitteilungen Nr. 41 und 44.

SV Darmstadt 98. Morgen, Freitag, außerordentliche Mitgliederversammlung in der Gaststätte Jung. Auf der Tagesordnung stehen Satzungsänderungen und Verschiedenes. Eintritt nur gegen Vorzeigen der Mitgliedskarte. *

Einen Kunstturnwettkampf in bester Besetzung bestreiten am Samstag in Urberach die Riegen der Turn- und Sportgemeinde 1861 Ober-Ursel, Turngemeinde e. V. 1862 Rüsselsheim und KSV Urberach -gi-

Strom-Arnold überragend

Nachdem vor den Abendwertungen am Dienstag beim Berliner Sechstagerennen drei deutsche Paare in Front gelegen hatten, machten die ausländischen Paare Strom /Arnold (Australien) und Naeye/Adriaennsen in den Abendstunden „Dampf auf“ und setzten sich mit Rundenabstand wieder an die Spitze des Feldes. Die am Dienstagnachmittag führenden Deutschen Ehmer/Nothdurft lagen am Mittwochnachmittag an achter Stelle, sieben Runden zurück. Weimer/Ziege, die in der Nacht zwanzig Runden eingebüßt hatten, machten vier Runden gut, liegen mit der höchsten Punktzahl (224!) aber immer noch am Ende des Feldes.

Nach 115 Stunden zeigte der Kilometerzähler 2433,660 km an. Stand um 17 Uhr: 1. Strom/Arnold (Australien) 210 Punkte; eine Runde zurück: 2. Naeye/Adriaenssen (Belgien) 146 Punkte; zwei Runden zurück; 3. Lapebie/Saager (Frankreich-Deutschland) 123 Punkte; 4. Giorgetti/Zoll ( Italien-Deutschland) 67 Punkte; drei Runden zurück: 5. Sorbatis/Bouvard (Frankreich) 58 Punkte; sechs Runden zurück: 6. Keller/Schorn (Schweiz-Deutschland) 196 Punkte; 7. Mirke/ Preiskeit (Deutschland) 176 Punkte; sieben. Runden zurück: 8. Ehmer/Nothdurft (Deutschland) 165 Punkte; 9. Ludwig Hörmann/Berger (Deutschland) 101 Punkte; sechzehn Runden zurück: 10. Weimer/Ziege (Deutschland) 224 Punkte.

Deutsche Tennisnationalmannschaft

In seinem Jahresbericht befaßt sich der Deutsche Tennis-Bund mit der Aufstellung einer Tennis-Nationalmannschaft. In strenger Anlehnung an die aufgestellte deutsche Rangliste werden Gottfried von Cramm, Ernst Buchholz und Engelbert Koch die Nationalmannschaft bilden. Eine Ausnahme bildet nur der Göttinger Karlheinz Saß, der sich als bester Doppelpartner für Gottfried von Cramm erwiesen hat. Er wird das deutsche Quartett vervollständigen.

Sport in Kürze

ü’s,SR-Fußballmeister wurde durch das bessere Torverhältnis Titelverteidiger Bratislava vor den punktgleichen Prager Klubs Sparta und Bohemians.

Die Türkei revanchierte sich in Istanbul mit einem 3:2-Sieg über Israels Fußball-Nationalelf für die vor Wochen in Tel Aviv erlittene Niederlage. (sid)

Internationale Dreistunden - Mannschaftsrennen werden am Samstag in Münster und München gefahren. Während in Münster Holländer und Franzosen gegen starke deutsche Paare fahren, sind in München die Italiener Rigoni / Terruzzi, Lapebie,' Saager und die Gebr. Hörmann als stärkste Mannschaften in der Spitzengruppe zu erwarten.

Im Mittelpunkt der Berufsboxerveranstaltung am Samstag in Berlin steht der Revanchekampf zwischen „Tiger“ Jones (USA) und Wilson Kohlbrecher. Beide Boxer lieferten sich am 4. Juni d. J. bis zur 6. Runde einen völlig offenen Kampf, den Kohlbrecher wegen einer Fußverletzung aufgeben mußte. Aus d'em Rahmenprogramm ragt die deutsche Bantamgewichtsmeisterschaft zwischen Schämig (Schweinfurt) und Langer (Berlin) heraus.

Riedel Vogt verteidigt seinen Titel im Halbschwergewicht am Samstag in Essen gegen Heinz Sachs (Krefeld).

Ex-Europameister Arno Kölblin ist an Furunkulose erkrankt und mußte seinen am Wochenende in Kaiserslautern vorgesehenen Kampf absagen.

Die Eishockey-Meisterschaft der Gruppe West wird am Wochenende mit den Spielen VfL Bad Nauheim—Preußen Krefeld und Kölner EK—Krefelder EV fortgesetzt.

An der 21. Internationalen - Carlo-Sternfahrt, die am 23. Januar 1951 gestartet wird, werden auch 15 deutsche Wagen teilnehmen *

( Die Deutschen Kunstturnmeisterschaften 1951 für Männer kommen voraussichtlich am 21. und 22. April in Bochum zum Austrag. Um die Titelkämpfe der Frauen am 14. und 15. April bewerben sich Essen und Mannheim, •

Fliegermeister Potzernheim (Hamburg) gewann bei den Amateurrennen in der Münsterlandhalle das Malfahren vor Gibken und Borkowski (beide Münster). Im 50- km-Mannschaftsrennen triumphierten die Münsteraner Gibken /Krachten. *

Der Unterausschuß Regattawesen Im Deutschen Ruder-Verband befaßte sich auf seiner Tagung in Hannover in erster Linie mit der Angleichung der deutschen Termine an den internationalen Regatta-Kalender. Die Termine müssen nunmehr noch durch den Verbandsausschuß genehmigt werden, der am 20. Januar in Köln zusammentritt.

Der Deutsche Tennisbund wurde vom französischen Tennisverband eingeladen, am Wettbewerb um den Galea-Pokal teilzunehmen. Dieser Pokal wurde von einem französischen Tennisfreund gestiftet.

• Der Frankfurter Rennklub beschloß auf seiner letzten Sitzung, am 10. Dezember ein Meeting mit je drei Flach- und Hindernisrennen durchzuführen. Wahrscheinlich werden noch zwei weitere Veranstaltungen am 25. und 31. Dezember stattfinden.

Vor 12 000 Zuschauern siegte der Weltmeister im Schwergewicht. Ezzard Charles, am Dienstagabend über den Herausforderer Nick Barone durch k. o. in der elften Runde. Es war die erste k. o'.-Niederlage, die Barone in seiner Boxerlaufbahn einstecken mußte.

Wie Conny Rux dem 1. Vorsitzenden des 1. Mainzer Boxclubs 1921, Ewald Lochner, persönlich mitteilte, wird er am 29. Dezember in der Berliner Waldbühne gegen den italienischen Halbschwergewichts - Meister Pacini boxen.

Da sdhreih ich mal ans Taghlatt...

Sie fragen — unser Rechtsberater antwortet

Haftpflicht des Staates

Der zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilte Sch. erleidet in der Strafanstalt und bei der Zwangsarbeit im Moor schwere gesundheitliche Schäden, er wird 80 Prozent erwerbsunfähig und muß von der Fürsorge unterstützt werden. Kann Herr Sch. Schadenersatz verlangen?

Auskunft:

Da es sich im vorliegenden Falle nicht um eine Verurteilung aus politischen Gründen handelt, scheidet das Wiedergutmachungsgesetz aus. In Frage kommt nur eine gewöhnliche Schadenersatzklage gegen den Staat (Land Hessen), vertreten durch die Justizverwaltung (Staatsanwaltschaft). Zuständig ist das betreff. Landgericht, in dessen Bezirk die Strafvollstreckung eingeleitet und überwacht wurde.

Herausgabe einer Wohnung Die Hauseigentümerin Frl. G. vermietet einen Laden an Frau B. Aber nicht Frau 8., sondern deren Verkäufer K. eröffnet in dem betr. Laden ein Geschäft. Auf Räumungsklage der Eigentümerin Frl. G. zieht die Mieterin Frau B aus, der Verkäufer K. bleibt aber hartnäckig in dem Laden. Was muß Frl. G. tun?

Auskunft:

Frl. G. muß auf Grund ihres Eigentums den Angestellten K. auf Herausgabe des Ladens verklagen. Die Klage ist als gewöhnliche Elgentumisklage ie nach dem Streitwert beim nächsten Amtsgericht (bis 1000 DM) oder Landgericht (über 1000 DM) zu erheben.

Ehescheidung des polnischen Zwangsarbeiters

Der Pole W. U. hat seit 1940 keine Nachricht von seiner Ehefrau, er lebt seit 1944 als Zwangsarbeiter in Deutschland, zur Zeit im Odenwald Er möchte wieder heiraten. Was ist zu tun? Auskunft:

Der Pole W. U. muß durch einen beim Landgericht Darmstadt zugelassenen Rechtsanwalt Ehescheidungsklage erheben und dlie Klage dann durch das Gericht öffentlich zustellen lassen. Nach Rechtskraft des Urteils kann U. wieder eine neue Ehe eingehen.

Schlüsselgewalt der Ehefrau

Frau H. bestellt in Abwesenheit ihres Ehemannes 12 Hefte einer Elternzeitschrift, mit der eine Lebensversicherung verbunden ist. Den Bestellschein hat Frau H. mit ihrem eigenen Namen und dem Namen ihres Ehemannes unterschrieben. Der Mann erkennt die Bestellung: nicht an. Muß er zahlen?

Auskunft:

Die Frau ist nach § 1356 BGB (Bürgerl. Gesetzbuch) berechtigt und verpflichtet, das gemeinsame Hauswesen zu leiten. Zu diesem Zweck ist die Frau nach § 1357 BGB berechtigt, ~innerhalb ihres häuslichen Wlinkungskreises“ die Geschäfte des Mannes für ihn zu besorgen und ihn zu vertreten (Schlüsselgewalt). In den Rahmen der Schlüsselgewalt der Frau fallen aber nur solche Geschäfte des Mannes, die innerhalb des häuslichen Wirkungskreises der Frau liegen und alle Geschäfte, dlie den ehelichen Aufwand betreffen und nach der bestehenden Sitte und nach den Anschauungen des Lebenskreises der Eheleute gewöhnlich durch die Frau erledigt werden. Maßgebend ist die tatsächliche Lebensführung der Ehegatten. Das Einkommen des Mannes allein entscheidet nicht. Nach der Rechtsprechung fällt nicht unter die Schlüsselgewalt der Frau der Abschluß einer Lebensversicherung.

Danach ist auch Herr H. — falls nicht ganz besondere Umstände dagegen sprechen — nicht verpflichtet, die fragil. Zeitschrift und die Versicherungsbeiträge zu bezahlen.

Mmeldungen aus den Landlaeisen

DARMSTADT-LAND

Ober-Ramstadt. (D) Von der Gräflichen v. Schaesberg'schen Pappelbaumschule Kühlkopf wurden 200 Pappelpflanzen gekauft und entlang des Wassergrabens vom Hüttenbruch bis Dilshofen gesetzt. Die Pappeln sind kanadischer Herkunft und sollen nach Angaben der Schule schop in 15 Jahren einschlagreif sein.

DIEBURG

Zeilhard, (wd) — In der Gemeinde wurden in diesem Jahr zwölf Neubauten im Rohbau erstellt. Einige sind, wenn es die Witterungsverhältnisse zulassen, in kurzer Zeit beziehbar.

Reinheim, (sr) — Ein Gesuch des Elternbeirats der Volksschule und des Gemeinderates der Stadt um Errichtung einer E-Klasse (Klasse mit erweitertem Lehrziel) zu Ostern 1951 wurde von der Regierung genehmigt.

Groß-Bieberau. (GD) — Die Gendarmerie-Station wurde neuerdings mit einem eigenen Telefon-Anschluß versehen. Sie ist unter Nr. 249, Amt Reinheim, zu erreichen.

Klein-Bieberau. (+) — Johann Georg Klenk, der mit 98 Jahren der älteste Einwohner der Gemeinde ist, wurde dieser Tage Ur-Urgroßvater. Damit hat er das seltene Glück, auf vier Generationen seines Stammes zurückblicken zu können.

ERBACH

Lützel-Wiebelsbach. Die weit über den Ort hinaus bekannten Zapfenbrecher gehen nun wieder ihrem gefährlichen Beruf nach und sind bereits in den oberhessischen Wäldern, um dort den für die Forstwirtschaft so wertvollen Samen zu gewinnen. -hm-

BERGSTRASSE

Beerfelden, (ön) Der Stenografenverein machte eine Nikolaus-Wanderung ins Finkenbachtal. Es kam beim „Schlawitzer“, dem weit und breit bekannten Gastwirt, ein Nikolaus und brachte außer Leckerbissen viel Frohsinn mit. Als besondere Ueberraschung wurden fünf eifrigen Stenografinnen bronzene Leistungsabzeichen überreicht.

GROSS-GERAU

Groß-Gerau, (eng) — Auf Anordnung des Kreisgesundheitsamtes bleibt der Kindergarten in der Kreisstadt für die Dauer von 14 Tagen geschlossen.

DT nrmw»——W—fff» Bestattungen | am Donnerstag, 7. Dezember 1950 E Beerdigungen: Arheilger Friedhof g 14.30: Benz, Heinrich VIII., Darmstädter Str. 5 ■ Feuerbestattung: Waldfriedhof: 14.15: Schwöbel, Margarete, Hindenburg- B Straße 47*/a, 71 Jahre Beerdigungen: 15.15: Bergsträßer> Wilhelm, Niederstraße 27, B 47 Jahre | , 15.45: Götz, Valentin, Tannenstraße 35, 69 J. |

Amtliche Bekanntmachungen Schlachthof (Freibank) Freitag, 8 Dezember 1950, von 7.30—12.30 Uhr, Nr. 350 1000. Samstag: Kein Verkauf. Schneebeseitigung und Streuen bei Glatteis Es wird in Erinnerung gebracht, daß nach den für den Stadt- und Landkreis Darmstadt gültigen Polizeiverordnungen die Eigentümer der an öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen angrenzenden Grundstücke bei Schneefall und Frostwetter verpflichtet sind, die vor ihren Grundstücken gelegenen Fußwege und Bürgersteige von Schnee und Eis freizuhalten. Dies gilt in gleicher Weise auch für Eigentümer zerstörter Grundstücke. Die Grundstückseigentümer können durch einen Vertrag ihre diesbezüglichen Verpflichtungen auf andere Personen übertragen. Ais gewerbliche Unternehmen in Darmstadt können die Firmen Ibel und Lotz, Elisabethenstraße 01, und Ludwig Aßmus, Lauteschlägerstraße 42, damit beauftragt wer¬ den. Das Städt. Fuhramt dagegen ist nicht verpflichtet und auch nicht in der Lage, diese Arbeiten zu übernehmen. Darmstadt, den 4. Dezember 1950 Stadt Darmstadt - Amt für öffentliche Ordnung Zusammenstellung über die im Monat November 1950 als gefunden gemeldeten Sachen 1 Aktentasche schw. Leder; 1 Aktentasche, braunes Leder, mit einem halben Pfund Butter und Käse; 1 Aktentasche schw. Werkstoff; 1 Arbeitshose, blau, mit 50 Pf; 1 Brosche mit Perlen, 1 Baskenmütze, hellblau; 1 Damenschal, Chiffon: 1 Damenunter¬ kleid, 1 Kinderunterkleid und 2 geblümte Schürzen; 1 Ehering, gez. E.F. 5. 4. 50.; 1 Einkaufsnetz mit 1,- DM; 1 Eisensage; 2 Füllhalter, davon einer in einem roten Etui; 2 Geldbörsen, leer' 4 Geldbörsen mit 0,60, 3,38, 5,- und 16,85 DM; Hand¬ schuhe wollene und lederne. Paare und Einzelstücke; 1 Hand¬ tasche schwarz, mit 2,93 DM. einem Paar grünen Lederhand¬ schuhen und Toilettenartikeln; 1 Herrensportmütze, dunkelblau; 1 Herrenarmbanduhr, Marke Bifore, mit braunem Lederarmband; 1 Halskette, Silber; 1 Paar Herrensocken, 1 Herrenhut, grau; 1 Herrenregenschirm; 3 Hornbrillen, gelb, davon eine in einem Etui; 1 Knirps; 1 Kinderschuh, schwarz, Segeltuch; 1 Kopfhaube, oliv u. 1 P. schwarze Wollfingerhandschuhe; 1 Kinderbrille, braun; 1 Ledertasche mit zwei Hämmer; 1 Liederbuch; 1 Pelzkragen, schwarz; 1 Pelz-Fuchs; 1 Plombenzange (Z B 308); 1 Regencape, oliv 1 Rosenkranz; 1 Skimütze. blau; 1 Schirmhülle; 1 Schnee¬ kette für Kfz.; 1 Schublade; Schlüssel, einzelne und Schlüssel¬ bunde; 1 Sportschuh, braunes Segeltuch; 1 Seidenschal, orange und schwarz, gestreift: 1 Segeltuchtasche mit Berufskittel; 1 Strickweste, weiß; 1 Steige Mandarinen; 1 Paar Turnschuhe, 1 Wäschekorb; 1 Wollschal, grün. — Einige Hunde wurden als zugelaufen gemeldet. ~ „ . Personen, die an diesen Sachen Eigentumsrechte geltend machen können oder als Verlierer in Frage kommen, werden hiermit ersucht, bis spätestens 15. Januar 1951 bei dem Fund¬ büro des Polizeipräsidiums, Darmstadt, Nieder-Ramstadter Straße 177 — Zimmer 8 — vorzusprechen. Darmstadt, den 1. Dezember 1950. öffentliche Ausschreibung der Innen, und Außenputzarbeiten für das Remisengebäude auf Schloß Heiligenberg bei Jugenheim an der Bergstraße. Angebote, solange Vorrat, ab sofort beim Staatsbauamt Darm¬ stadt, Alicenstraße 25. Einreichungstermin: 13. Dezember 1950, vormittags 10.30 Uhr, bei vorgenannter Dienststelle. — Ver¬ gebung in zwei Losen wird vorbehalten: Los I: 2540 qm Innen¬ putz; Los II: 930 qm Außenputz. Die Zuschlagsfrist "betragt zwei Wochen. Darmstadt, den 6. Dezember 1950. ' Staatsbauamt Darnfftadt. Bekanntmachung Die Sperrung der Landstraße I. Ordnung Nr. 7 und 8 Unter- Flockenbach— Kreidacher Höhe ist ab 1. 12. 1950 aufgehoben. Heppenheim, den 1. Dezember 1950. Der Landrat des Landkreises Bergstraße i. A.: Greim Bekanntmachung Die nachgenannten Dienststellen des Regierungspräsidenten in Darmstadt ziehen in der Woche vom 4. bis 9. Dez. 1950 um: a) die Abteilung II (Erziehung und Unterricht) in das dritte Obergeschoß des Kollegiengebäudes (Nord), b) der Abteilungsleiter, die Dezernate 111/l (Personal- und Rechnungsangelegenheiten der der Fachabteilung nachgeordneten Behörden), HI/2 (Gewerbliche Wirtschaft). IH/4 (Verkehr), 111/8 (Bauwesen) und die Landesplanungsstelle in das zweite Ober¬ geschoß des Kollegiengebäudes (Nord), c) die Dezernate 1/10 (Fürsorgeangelegenheiten mit der Außenstelle des Landesamtes für Soforthilfe) und 1/11 (Jugend¬ lürsorge) in das dritte Obergeschoß des Hauptgebäudes, Rhein¬ straße 62. d) die Besoldungsanweisungsstelle in das zweite Obergeschoß des Hauptgebäudes, Rheinstraße 62. Der Bevölkerung des Landkreises gebe ich davon Kenntnis, daß anläßlich dieses Umzugs die Sprechstunden beim Regierungsprä¬ sidenten in Darmstadt in der Woche vom 4. bis 9. Dezember 1950 mit Ausnahme des Oberversicherungsamtes und der im Block B (Rheinstraße 102) untergebrachten Behördenteite ausfallen. Heppenheim, den 4. Dezember 1950. Der Landrat dos Landkreises Bergstraße Zwangsversteigerung Am 8. Dezember 1950 werde ich öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern: um 10 Uhr in Darmstadt, Pfandkammer Amtsgericht, Seiten- Eingang: 1 Schreibmaschine. 1 Schleifmaschine mit Motor, 1 Schreibtisch, 2 Sessel, 1 Radio, 1 Schuhpresse, 1 Teppich, 1 cbm Buchenlangholz geschnitten, 2 Hobelbänke, 1 Frisier¬ toilette, 2 Sprungrahmen, 35 Gummiplatten. 1 Federrollwagen: um 12 Uhr in Arheilgen: 1 Schreibtisch, 2 Druckkessel je 800 Liter, 1 automatische Gläserschließmaschine, 1 Trocken¬ anlage, 5 Polstersessel, 2 Büfetts. Bieter um 12 Uhr am Rathaus. Illas, Obergenchtsvollzieher, Darmstadt

Steuer- und Wirtschaftskalender für die Zeit vom 1. bis 15. Dezember 1950 Ausschneiden! Aufbewahren! 10. 12.: Beförderungssteuer im Personenverkehr, Einreichung der Nachweisung und Entrichtung der Steuer. 10. 12.: Umsatzsteuer für die Monatszahler. Einreichung der Voranmeldung und Entrichtung der Steuer. 10. 12.: Getränkesteuer Erklärung und Entrichtung an die Gemeinde. 10. 12.: Einkommensteuer . Entrichtung der Vorauszahlung für das TV. Viertel¬ jahr 1950. 10. 12.: Notopfer Berlin Entrichtung der Abgabe für die Einkommensteuerpflich. tigen für das IV. Vierteljahr 1950. 10. 12.: Kirchensteuer Entrichtung der Zahlung lür die Einkommensteuer¬ pflichtigen für das IV. Kalendervierteljahr 1950. 10. 12.: Körperschaitssteuer Entrichtung der Vorauszahlung für das IV. Kalender¬ vierteljahr 1950. 10. 12.: Lohnsteuer Entrichtung der Steuer für die Monatszahler und Anmeldung. 10. 12.: Kirchenlchnsteuer i Entrichtung der Steuer für die Monatszahler und i Anmeldung. . 10. 12.: Notopfer Berlin Entrichtung der Abgabe für die Lohnsteuermonats¬ zahler und Anmeldung. 10. 12.: Versicherungssteuer I Zahlung nach dem Prämien so 11 betr ag. Leistung der monatlichen Abschlagszahlung. 10. 12.: Kanalbenutzung Abführung der vierteljährlichen Gebühr an die Stadt¬ kasse Darmstadt. 10. 12.: Müllabfuhr Abführung der vierteljährlichen Gebühr an die Stadt¬ kasse Darmstadt. 10. 12.: Straßenreinigung Abführung der vierteljährlichen Gebühr an die Stadt¬ kasse Darmstadt. 15. 12.: Grundsteuer Entrichtung der Monatsrate an die Gemeinde. 15. 12.: Börsenumsatzsteuer im Abrechnungsverfahren für die Monatszahler Ein¬ reichung der Nachweisung und Entrichtung der Steuer. H. W. W.

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3®-lUcil)nad)tomiivd|cn: Wu r z e Iwi I o s Weihnachtsgang Verses Margarete Dierks, Bilder: Eberhard Schlotter V. „Winterlang tief in der Erde schläft Bluminchen, doch ich werde ~ < sie gleich wecken. Sie hilft aus, j I I I L- 1 i. bis ich wieder komm nach Haus." s [ . J Also weiß der Wilo Rat, J eilt auch gleich den kleinen Pfad ä durch den Schnee zum Buchenbaum. “ 1V j „Hör, Bluminchen! Lass’ den Traum", k y-LC—4 ^ruft er, „Windgeschwind ist krank!" . -— Da erwacht sie Gott sei Dank, 1 ~ (a T'wjLäl I steigt herauf und läßt sich sagen, /' / <was sich Schlimmes zugetragen ß ( c und was Wilo plant zu tun. / / ’ „Eile, ohne auszuruhn, / \ y- \\ m eile, lieber Wurzelwicht", // I y^ Jy, mahnt sie, „und versäum’ dich nicht! /oxVyy // /yx ■// \ Ich versorge Windgeschwind —, । /X-’ ach, das liebe Eichhornkird. । Eichhornvater tröst ich gern —, t ' eil du, bleib nicht lange fern!" Fortsetzung in der nächsten Ausgabe

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