Darmstädter Tagblatt 1950


Darmstädter Tagblatt

armstädter Tagblatt CHEFREDAKTEUR: ERICH DOMBROWSKI. Verlag: Darmstädter Tagblatt L. C. Wittich, Darmstadt. Rheinstraße 23. Telefon 3925. Erscheint täglich außer Sonntag 207. Jahrgang / Nr. 135 ÄemWe Tleuege Mittwoch, 6. Dezember 1950 Redaktion: Darmstädter Tagblatt L. C. Wittich, Darmstadt, Rheinstraße 23,Te1. 3925. Bezugspreis: 2,90 DM monatlich zuzüglich 0,40 DM Trägerlohn. Anzeigenpreise: Preisliste Nr. 3 v. 1. 7. 1950. Preis 15 Pfennig *

Koren wird nicht aufgegeben

Offener Krieg mit Rotchina soll unbedingt vermieden werden

London, 5. Dezember. (AP.) Präsident Truman und Premierminister Attlee sollen bei ihrer ersten Besprechung am Montag übereingekommen sein, daß die Truppen der Vereinten Nationen erneut in Korea landen würden, selbst wenn ihnen zuvor ein „Dünkirchen“ von den Kommunisten bereitet werden sollte, berichten britische Stellen in London.

Gleichzeitig soll jedoch beschlossen worden sein, unter allen Umständen einen offenen Krieg mit Rotchina zu vermeiden.

Es sei beabsichtigt, die militärische Lage durch Errichtung einer Verteidigungslinie zu stabilisieren und dann einen friedlichen Vergleich mit Peking anzustreben. Alle direkten Maßnahmen gegen Rotchina sollen unter allen Umständen vermieden werden.

Gutunterrichtcte Kreise in London teilten ferner mit, daß die britische Regierung im Besitz von Informationen sei, nach denen die Sowjetunion ebenfalls in die Kämpfe eingreifen werde, wenn Stützpunkte in der Mandschurei von den UN-Streitkräften angegriffen werden sollten.

Die britische Ansicht zu diesem Fragenkomplex stützt sich auf die Ansicht. daß, falls ein Krieg mit Rotchina unvermeidlich sein sollte, dieser zumindest so lange wie möglich hinausgezögert werden müsse, weil es den Chinesen möglich sein werde, in kürzester Zeit die Westmächte aus Hongkong, Indochina, Burma, Malaya, Formosa zu vertreiben und auch Japan unhaltbar zu machen.

Britische Stellen befürchten aber auch, daß in diesem Falle die Sowjetunion ähnlich wie jetzt die Chinesen „Freiwillige“ an die Front entsenden könnte. Damit würden die Westmächte in Asien in einen größeren militärischen Konflikt verwickelt werden, während Europa weiter schwach bleibe.

Die Briten schätzen, daß die Sowjetunion zur Zeit etwa 40 Divisionen in Ostasien stehen hat.

Keine Zugeständnisse

Washington, 5. Dezember. (AP.) Zu Beginn der Konferenz von Trunian und Attlee erklärten amerikanische Beamte, die Vereinigten Staaten stünden fest zu ihrem Entschluß, die Aufnahme des kommunistischen Chinas in die Vereinten Nationen abzulehnen.

Die Vereinigten Staaten würden auch nicht für die Einstellung der kommunistischen Offensive in Korea den Preis der formellen Anerkennung der rotchinesischen Regierung bezahlen.

Gleichberechtignng Rotchinas

Der Schlüssel zur Lösung?

Neu Delhi, 5. Dezember. (AP.) Die ersten Ergebnisse der indischen Vermittlungsversuche im Fernost-Konflikt sinu jetzt bekannt geworden. Der Leiter der indischen UN-Delegation in Lake Success, Rau, hat seine Regierung davon m Kenntnis gesetzt, daß der Frieden m Asien und vielleicht in der ganzen Welt von der Gleichberechtigung Rotdunas bei der Lösung der koreanischen Frage abhänge.

Wegfall von Vergünstigungen

Bonn, 5. Dezember. (AP.) Das Bundeskabinett verabschiedete eine Abänderungsverordnung zum Einkommensteuergesetz, nach der einige Vergünstigungen für Steuerpflichtige fortfallen. Wie ein Regierungssprecher sagte, sei unter anderem der Pauschalunkostenbetrag von 100,— DM für freiberuflich Schaffende abgeschafft, die Bewertungsfreiheit für geringfügige Anschaffungen von 500 D-Mark auf 200 D-Mark herabgesetzt und Steuervergünstigungen für Teilherstellung sowie Anzahlungen aufgehoben worden.

Die Bahntarife

Bundeskabinett beschließt Erhöhung

Bonn, 5. Dezember, (dpa) Das Bundeskabinett hat fünf Verordnungen über die Erhöhung von Tarifen im Eisenbahn- und Kraftverkehr verabschiedet. Die Verordnungen bedürfen noch der Zustimmung des Bundesrates.

Gefangenen-Memorandum überreicht

Das Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen vor der UN

Drahtbericht unseres Korrespondenten

Da. Bonn, 5. Dezember. Ein Memorandum der Bundesregierung zur Frage der aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft noch nicht zurückgekehrten Deutschen ist den Vereinten Nationen durch eine deutsche Delegation überreicht worden.

Das Memorandum wird dem zuständigen Ausschuß, der in der kommenden Woche in Neuyork seine Beratungen hierüber beginnt, als Material vorliegen.

Die Bundesregierung weist in ihrem Memorandum die Unglaubwürdigkeit der sowjetischen Zahlenangaben über die deutschen Kriegsgefangenen nach. Während nach der sowjetischen Presseverlautbarung vom 4. Mai 1950 nur 13 546 deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion verblieben sein sollen, besitzt die Bundesregierung die Namen von 53 820 im Bundesgebiet oder West-Berlin beheimateten Kriegsgefangenen, die noch nicht zurückgekehrt sind. Aussagen der letzten im Bundesgebiet eingetroffenen Heimkehrer haben zur Ermittlung von insgesamt 58 643 in der Sowjetunion zurückgehaltenen Kriegsgefangenen geführt Das Memorandum betont, daß solche Zahlen nur einen Mindestwert darstellen

Weiter behandelt das Memorandum das Schicksal der verschleppten deutschen Zivilisten und stellt fest, daß in den Gebieten östlich der - Neiße-Linie bei Kriegsende Millionen von Menschen verschwunden sind. Erhebungen für je einen Kreis in Schlesien und Pommern hätten ergeben, daß ein Viertel der Einwohner nach Osten verschleppt worden sei.

Die Bundesregierung klagt die sowjetische Regierung einer Reihe von Verletzungen allgemein anerkannter Grundsätze des Völkerrechtes an, vor allem durch die Massenverurteilungen von Kriegsgefangenen.

Pyöngyang endgültig geräüumt

UN-Truppen in Nordwestkorea erneut von Einkesselung bedroht

Söul, 5. Dezember. (AP./dpa) Vorausabteilungen der chinesischen Heeresgruppe in Nordwestkorea haben am Dienstag den vereisten Taedongfluß bei Pyöngyang überschritten und sind in die von den UN-Truppen am Vortage geräumte Stadt eingedrungen.

Pyöngyang war beim Einmarsch der Chinesen ein einziges Flammenmeer. Die gepanzerten Nachhuten der achten Armee, die bis Dienstagmorgen Brückenköpfe über den Taedong im Süden der Stadt gehalten hatten, zogen sich nach Sprengung der letzten Brücken zurück.

Die sich nach Süden absetzende achte Armee ist durch einen neuen rotchinc- sischen Vorstoß im mittelkoreanischen Raum erneut in Gefahr geraten, gegen die Küste des Gelben Meeres gedrängt und abgeschnitten zu werden.

Schnelle Vorausabteilungen des Feindes haben das Gros der achten Armee von Nordosten her fast überflügelt und drohen erneut, die UN-Truppen einzukesseln.

Im Osten Koreas haben die Kommunisten ihren Vormarsch auf Wonsan und Hamhung-Hungnam fortgesetzt. Die dritte amerikanische Division hat Bergstellungen an den Paßstraßen vor Wonsan bezogen.

Südlich des Changjin-Sees geht die Kesselschlacht weiter. Die hier eingeschlossenen Teile von zwei bis drei alliierten Divisionen, darunter Marine- und Infanterieverbände, kämpfen gegen zehnfache Uebermacht.


Die Truppen der Vereinten Nationen sind gezwungen sich immer weiter nach Süden zurückzuziehen. Das Bild zeigt eine Rückzugsstraße Foto: UP-Acme
Die Truppen der Vereinten Nationen sind gezwungen sich immer weiter nach Süden zurückzuziehen. Das Bild zeigt eine Rückzugsstraße Foto: UP-Acme

Bevin-Besuch abgesagt

Bonn, 5. Dezember. (AP.) Der britische Außenminister Bevin hat seinen für dieses Wochenende angekündigten Besuch in Bonn abgesagt.

Er müsse in London bleiben, da er Premierminister Attlee zu diesem Zeitpunkt aus Washington zurückerwarte.

Ein unannehmbarer Vorschlag

Bonner Regierungssprecher verwirft neue „Lösung“ der Rüstungsfrage

Bonn, 5. Dezember (AP.) Ein Regierungssprecher erklärte am Dienstag, der holländische Plan für die Einbeziehung deutscher „Brigaden“ in eine europäische Verteidigungsarmee sei „diskriminierend und darum unannehmbar“.

Der Sprecher erklärte, er beziehe sich auf inoffizielle Berichte vom Vortage aus London, nach denen die zwölf Atlantikpaktmächte unmittelbar vor einem Übereinkommen über die Aufstellung deutscher Truppen für die europäische Verteidigung ständen. Die Grundlage für die Einigung bilde ein holländischer Plan.

„Wir müssen diesen Plan ablehnen, da er Deutschland nicht als gleichberechtigten Alliierten behandelt. Entweder man betrachtet uns als vollwertigen Bundesgenossen oder als Besiegten, dem nur Pflichten auferlegt werden“, sagte der Sprecher.

Der Regierungssprecher wandte sich besonders gegen die vorgesehene Ernennung eines zivilen Oberkommissars, der die Eingliederung der deutschen Einheiten in die gemeinsame Armee der Nordatlantikpaktstaaten überwachen soll.

Das sei „diskriminierend“, und man könne nicht erwarten, daß Deutschland begeistert mitkämpfe, wenn man es am Gängelband führe.

Die Bundesregierung bedauere es besonders, daß keine der Westmächte die Bundesregierung „auch nur inoffiziell" von den Verhandlungen in Kenntnis gesetzt habe. „Über unsere Köpfe hinweg wird etwas ausgearbeitet, ohne daß wir um unsere Meinung gefragt werden.“

Die Bundesregierung sei nach wie vor bereit, so erklärte der Sprecher, einen angemessenen Verteidigungsbeitrag zu leisten. Es seien aber gewisse Vorbedingungen zu erfüllen, auf denen Deutschland bestehen müsse.

In Erwartung

*** Die Nachrichten, die über die Unterhaltung Attlees mit Truman durchsickern, sind spärlich, zumeist handelt es sich nur um Vermutungen, die sich auf die grundsätzliche Einstellung der beiden Gesprächspartner gründen. Sollten entscheidende Beschlüsse gefaßt werden, so werden auch sie mehrere Möglichkeiten offen lassen müssen, je nachdem wie sich die Chinesen und die Russen in der nächsten Zeit verhalten werden.

Korrespondenten vermuten, die Pekingregierung werde zu Verhandlungen bereit sein, sobald ihre Truppen den 38. Breitengrad erreicht haben, der Mac Arthurs Rubikon war. Es ist aber keineswegs sicher, daß die Chinesen dort haltmachen. Ebenso gut können sie das Ziel verfolgen, die Westmächte nicht nur aus Korea, sondern auch aus Hongkong, Indochina, Burma, Malaya und Formosa zu vertreiben. Das hätte für sie den Vorteil, die Vereinten Nationen in Asien in einen immer größeren Konflikt zu verwickeln, der es ihnen schwer machen würde, die Verteidigungsfront in Europa stark zu machen. Selbst die Briten scheinen der Meinung zu sein, darauf könne man es nicht ankommen lassen, man müsse sogar erneut Truppen in Korea landen, falls man gezwungen werde, sie vorübergehend ganz daraus zu rückzu z ieh en.

Das ist einerseits zu verstehen, weil die Westmächte in Asien das Gesicht nicht verlieren dürfen. Aber es wäre niemandem damit gedient, wenn die Vereinten Nationen es auf einen offenen Krieg mit China ankommen ließen, bevor ein gewaltiger Ausbau der militärischen Kräfte in Amerika und Europa sein Uebergreifen auf unseren Kontinent verhinderte. In diesem Sinne sind neue Verhandlungen über die Einbeziehung deutscher Streitkräfte im Gange, und man erwartet in kürzester Frist die Ernennung des Generals Eisenhower zum obersten Befehlshaber der Nordatlantikpakt-Streitkräfte.

Noch ist nichts entschieden. Auch die Möglichkeiten zu Verhandlungen mit den Chinesen und Russen sind noch offen. Dem gesunden Menschenverstand widerstrebt immer noch die Annahme, von der Gegenseite vzürden Bedingungen gestellt, die keine Verhandlungsgrundlage bieten.

Ein Pfund Federn und ein Pfund Blei

Von Reinhold Zenz

In alten Schulbüchern findet sich die lehrhafte Scherzfrage: Was ist schwerer, ein Pfund Federn oder ein Pfund Blei? Adam Riese gibt darauf die Antwort, wenn es sich auch in dem einen Fall um Federn und in dem andern um Blei handle, so bleibe doch ein Pfund ein Pfund und somit bestehe im Gewicht kein Unterschied. Ein Unterschied macht sich aber doch geltend, wenn man ein Pfund Blei und ein Pfund Federn addieren will, so wie etwa ein Pfund Äpfel und noch ein Pfund Äpfel. In diesem Falle haben wir zwei Pfund Äpfel. Aber ein Pfund Federn und ein Pfund Blei kann man nicht zusammenzählen. Sie bleiben immer ein Pfund Federn und ein Pfund Blei.

Am runden Tisch

Diese einfachen Anfangsgründe des Rechnens muß man sich vor Augen halten, wenn man den Vorschlag betrachtet, den der Ministerpräsident der Sowjetzone, Grotewohl, dem Kanzler der Bundesrepublik schriftlich übermittelt hat. Auf Grund der Prager Beschlüsse will Grotewohl die Wiedervereinigung Deutschlands betreiben, die uns allen am Herzen liegt. Grotewohls Vorschlag ist aber nichts anderes als — um ein Wort Kurt Schumachers zu verwenden — ein „Übertölpelungsversuch“. Er will, es sollte auf Grund einer paritätischen Zusammensetzung aus Vertretern aus Westdeutschland und aus Vertretern der Sowjetzonen-Regierung ein gesamtdeutscher konstituierender Rat gebildet werden. Dieser Rat hätte die Aufgabe, die Bildung einer gesamtdeutschen, souveränen, demokratischen und friedliebenden provisorischen Regierung sowie die Bedingungen für die gesamtdeutsche Wahl einer Nationalversammlung vorzubereiten.

Der Pferdefuß

Dieser Vorschlag zeigt unverblümt seinen Pferdefuß, in Wirklichkeit sind es sogar mehrere Pferdefüße. Wir müssen uns zunächst mit dem Begriff „paritätisch“ befassen, den man mit gleichberechtigt oder gleichstark übersetzen kann. Mit anderen Worten, die achtzehn Millionen Einwohner der Sowjetzone sollen durch ebensoviele Delegierte vertreten sein, wie die 54 Millionen Einwohner der Bundesrepublik. Man will also allen rechnerischen Grundbegriffen zum Trotz, ein Pfund schwerer sein lassen, als das andere. Die Vertreter der Sowjetzone sollten damit von vorneherein in dem konstituierenden Rat zahlenmäßig bevorzugt werden. Eine wirklich gleichberechtigte Zusammensetzung würde bedingen, daß Westdeutschland in einem solchen Rat mit 66 Prozent vertreten würde, die Sowjetzone dagegen nur mit 33 Prozent.

Das Entscheidende für uns ist jedoch: Die Bundesregierung ist auf Grund freier demokratischer Wahlen zustandegekommen, während die Regierung der sowjetzonalen Volksrepublik aus Scheinwahlen hervorgegangen ist, die den Willen der Bevölkerung vollkommen verfälschten. Man kann die Regierung dei’ Sowjetzone auch keineswegs als eine demokratische Regierung ansprechen, denn sie ist ein Ausdruck der totalitären Regierungsform, wie wir sie in allen bolschewistisch regierten Ländern kennen. Vertreter der einen Regierung kann man ebensowenig mit Vertretern der andern Regierung zusammenfassen, wie man ein Pfund Federn mit einem Pfund Blei addieren kann. Es bedarf kaum des weiteren Hinweises, daß die von Grotewohl in Aussicht genommenen Wahlen zu einer Nationalversammlung in der gleichen Weise vor sich gehen sollen, wie die letzten Wahlen in der Sowjetzone, das heißt, unter dem Druck der sogenannten nationalen Front und mit völliger Verfälschung des Wählerwillens. Freie Wahlen setzen eine freie Presse, Versammlungsfreiheit und eine freie Parteienbildung voraus, die in der Sowjetzone nicht gegeben sind.

„Uninteressant?“

Man kann nun den Vorschlag Grotewohls, wie dies in Bonner Regierungskreisen geschehen ist, einfach als „uninteressant“ abtun, weil er keinen Diskussionsbeitrag liefere. Grotewohl hat nicht aus eigenem Antrieb an den Bundeskanzler geschrieben, sondern im Auftrag des Oststaaten-Blocks, der am 21. Oktober in Prag getagt hat. Er bedeutet einen weiteren Versuch, die bolschewistischen Absichten auf Deutschland zu verwirklichen, wobei der Ostblock sich den Anschein gibt, er wolle damit die Beschlüsse der Potsdamer Konferenz erfüllen, die von den Westmächten einseitig gebrochen worden seien. Die Russen beabsichtigen zweifellos diesmal mit dem Vorschlag Grotewohls aufs Ganze zu gehen. Das unterstreicht die an anderer Stelle wiedergegebene Äußei*ung Franz Dahlems, eines Mitgliedes des Politbüros.

Das Amt für Information der Regierung der demokratischen Republik verbreitet im Bundesgebiet in einer Massenauflage eine Broschüre: „Am runden Tisch“, der Weg zur deutschen Einheit. In dem Schlußkapitel heißt es, es müsse in allen Teilen Deutschlands eine gewaltige Volksbewegung für einen gesamtdeutschen Rat, eine unabhängige gesamtdeutsche Regierung und für einen gerechten Friedensvertrag ins Leben gerufen werden.

Die kritische Weltlage

Es ist selbstverständlich, daß der Versuch, Verwirrung zu stiften, in einem Augenblick unternommen wird, in dem die Bundesrepublik zur Verteidigung Europas mit herangezogen werden soll, was nach der Auffassung der Russen bedeutet, daß die Westmächte zur Politik der Aggression übergegangen seien. Die Weltlage ist äußerst kritisch geworden. Die Westmächte sind bestrebt, Viermächte-Verhandlungen einzuleiten, die sich nicht allein mit Korea, sondern auch mit Deutschland befassen werden. In diesem Augenblick erscheint es uns erforderlich, nochmals darauf aufmerksam zu machen, daß die Westmächte sich darauf festgelegt haben, eine Wiedervereinigung Deutschlands könne nur auf Grund freier demokratischer Wahlen stattfinden, die vielleicht zweckmäßig auf Grund einer Anregung Niemöllers nicht unter der Aufsicht der Besatzungsmächte, sondern der freien Nationen stattfinden sollten. Die Bundesregierung hat alle Veranlassung, so klar und deutlich, damit es auch jeder versteht, darzutun, warum Grotewohls Vorschlag nicht annehmbar ist. Sollte man bei den Viererbesprechungen dennoch den Vorschlag Grotewohls zu einer Diskussions-Grundlage machen wollen, so möge man bedenken, daß man ein Pfund Blei und ein Pfund Federn niemals addieren, aber mit dem Gewicht des Bleies die Federn erdrücken kann.

Arbeitslostgkeit steigt

Bonn, 5. Dezember, (dpa) Die Zahl der Arbeitslosen in der Bundesrepublik ist im November um rund 86 000 gestiegen. Sie beträgt damit rund 1 316 000. In Rheinland-Pfalz waren 11 500 neue Arbeitslose zu verzeichnen.

Kabinettsrat in Paris

Paris, 5. Dezember. (AP.) Ministerpräsident Pleven hat das französische Kabinett zu einer Sitzung einberufen, auf der die Politik der Regierung zur Wiederbewaffnung Deutschlands und zur Frage der atlantischen Armee erneut besprochen werden soll.

Heute Wahl des Regierungschefs

„Kleiner Parteitag“ der hessischen SPD in Wiesbaden

Wiesbaden, 5. Dezember. (Eigener Bericht.) Die sozialdemokratische Landtagsfraktion beschloß am Dienstag einstimmig, den drei anderen Fraktionen des Hessischen Landtages, der CDU, FDP und dem BHE vorzuschlagen, das Präsidium und die Mitgliederzahl des Aeltestenrates um je zwei Abgeordnete zu erweitern, damit in diesen beiden parlamentarischen Gremien alle vier Landtagsfraktionen vertreten sind.

Diesen Vorschlag, der eine Abänderung der Geschäftsordnung des Landtages bedingt, will man am Mittwochvormittag in interfraktionellen Besprechungen der FDP und CDU sowie dem BHE unterbreiten. Das politische Kräfteverhältnis im Präsidium und im Aeltestenrat würde sich dann auf sechs SPD-Abgeordnete und je einen Abgeordneten der FDP, CDU und BHE verteilen.

Im Präsidium würde, dem Vorschlag der Sozialdemokraten folgend, die SPD den Posten des Präsidenten und des 1. Vizepräsidenten besetzen, während die Freien Demokraten und die Christlichen Demokraten die zwei weiteren Vizepräsidenten stellen würden. Dem BHE würde der Posten eines Schriftführers zu fallen.

Der für Mittwoch nachmittag nach Wiesbaden einberufene sogenannte „Kleine Parteitag“ der SPD, der sich aus dem erweiterten Landesausschuß und der Landtagsfraktion zusammensetzen wird und an dem voraussichtlich auch der 2. Vorsitzende des Zentralvorstandes der Partei, Erich Ollenhauer, teilnimmt, wird sich vor allem mit der Nominierung des Ministerpräsidenten beschäftigen. Nach Ansicht des Fraktionsvorsitzenden Ludwig Bodenbender sei auf alle Fälle mit der Wahl des neuen hessischen Regierungschefs zu rechnen.

Die sozialdemokratische Landtagsfraktion neigt in ihrer überwiegenden Mehrheit der Auffassung zu, daß die Regierung Stock, die in der ersten Sitzung des neuen Parlaments am Donnerstag auf Grund des Artikels 133 der Hessischen Verfassung ihren Rücktritt erklären muß, so lange noch die Amtsgeschäfte weiterführen soll, bis der neue Ministerpräsident in der Lage ist, dem Landtag sein gesamtes Kabinett vorzustellen.

Nach einer weiteren Erklärung des sozialdemokratischen Fraktionsführers beabsichtig seine Partei nicht, irgendwelche Koalitionsgespräche mit anderen Parteien aufzunehmen, auch nicht mit dem EHE, der bereits zweimal seine Bereitschaft zu Koalitionsverhandlungen äußerte.

Die Situation um die beiden Kandidaten für den Posten des Ministerpräsidenten — um Christian Stock bzw. den Bundestagsabgeordneten und früheren Justizminister Georg August Zinn — hat im Laufe des Dienstag insofern eine weitere. Klärung erfahren, als zu Beginn der Woche in Bonn in einer Aussprache zwischen Dr. Kurt Schumacher und den beiden Landesvorsitzenden der hessischen SPD, Willy Knothe und Georg August Zinn sowie dem Landtagsfraktionsführer Ludwig Bodenbender der Parteivorsitzende betonte, daß die Regierungsbildung in Hessen eine rein hessische Angelegenheit sei.

„Konstruktive Opposition“

Frankf urt/Main, 5. Dezember. (AP.) Unter den gegenwärtigen Umständen sei das Ansinnen der Westmächte, Deutschland solle sich an der westeuropäischen Verteidigung beteiligen, nur als Zumutung zu bezeichnen, erklärte der Pressereferent der hessischen Landesleitung des Bundes der Heimatvertriebenen und Entrechteten, Wilhelm Schiotka, am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

Die Fraktion des Bundes im Hessischen Landtag werde eine konstruktive Oppositionspolitik treiben und sich gesunden Entschlüssen nicht hemmend in den Weg stellen. Die nächsten Ziele seien ein Eingreifen in die Verhandlungen über den Lastenausgleich und die Regelung der Ansprüche der vertriebenen Beamten und ehemaligen Soldaten.

Leuchtgens' Pläne

Aufbau einer DP-Landesgruppe Hessen

Frankfurt, 5. Dezember, (dpa) Der Bundestagsabgeordnete Dr. Heinrich Leuchtgens ist aus der Deutschen Reichspartei ausgeschieden und zur Bundestagsfraktion der Deutschen Partei übergetreten. Er plant den Aufbau einer Landesgruppe Hessen.

Dahlem droht der Bundesrepublik

Ablehnung des Grotewohl-Vorschlags bedeute den Weg zum Krieg

Berlin, 5. Dezember. (AP.) Eine Ablehnung des Verhandlungsvorschlages, den Sowjetzonenministerpräsident Grote - wohl Dr. Adenauer übermittelte, würde das „bewußte Beschreiten des Weges zum Krieg“ bedeuten, erklärt Franz Dahlem, Mitglied des Politischen Büros der Sozialisitischen Einheitspartei.

Die Entscheidung über Annahme oder Ablehnung dieses Angebotes sei eine der verantwortungsvollsten Entscheidungen, die jemals vor deutschen Staatsmännern gestanden hätten.

Die Tatsache, daß Grotewnhls Schreiben an Adenauer eine Reihe von wichtigen Besprechungen zwischen Vertretern der sowjetischen Kontrollkommission, der Sowjetzonenregierung und des SED-Polit-Büros über die gespannte internationale Lage vorangegangen ist, läßt nach Ansicht sowjetzonaler politischer Kreise den Schluß zu, daß es sich dabei um die Einleitung einer neuen, verschärften Phase der Beziehungen zwischen Ost- und Westdeutschland handele. Mit welchen Maßnahmen die Sowjets und die Ostvonenregierung eine Ablehnung von Grotewohls Vorschlag beantworten werden, vermochte man nicht zu sagen, da diese Fragen nur auf höchster Ebene besprochen würden.

Wo blieb das Büchsenfleisch?

Wiesbaden, 5. Dezember. (AP.) Der Hauptverband des deutschen Lebensmitteleinzelhandels hat angekündigt, daß er die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses beantragen werde, der sich mit dem Verbleib und der Verteilung der aus Mexiko eingeführten 22 Millionen Büchsen Fleisch befassen soll.

Nach Mitteilung eines Sprechers wurde das sehr billige Fleisch (die Pfundbüchse zu 95 Pfennig) nur drei großen Lebensmittelfirmen zum Verkauf überlassen, so daß weite Kreise der Bevölkerung nicht in den Genuß dieser äußerst preiswerten Ware gekommen seien.

Hessen gegen Preiserhöhung

Das Kabinett gibt Anweisung an seine Vertreter im Bundesrat

Wiesbaden, 5. Dezember (Eig. Bericht.) In seiner Dienstagssitzung beschloß das hessische Kabinett eine Anweisung an seine Vertreter im Bundesrat, bei der Behandlung der Gesetzentwürfe über die Kohlen- und Eisenpreiserhöhung sich der Stimme zu enthalten. Die gleiche Haltung wird Hessen im Bundesrat auch im Falle der Abstimmung über die Änderung der Preise für elektrischen Strom und Gas einnehmen.

Die Landesregierung begründet diesen Beschluß damit, daß die ihr zugegangenen Unterlagen unzureichend erscheinen.

Zu der von der Bundesregierung vorgeschlagenen Verlängerung des Bundes-Beamtengesetzes bis zum 1. Juli 1951 wird Hessens Vertreter vorschlagen, das Gesetz nur bis zum 31. März 1951 zu prolongieren. Es soll damit auf die Bundesregierung ein Druck für beschleunigte Vorlage eines neuen Gesetzentwurfs ausgeübt werden.

Ferner beschloß das Kabinett, daß den vor 1945 aus politischen oder rassischen Gründen entlassenen öffentlichen Bediensteten die verlorengegangenen Dienstjahre bei ihrer Wiederanstellung in den öffentlichen Dienst voll angerechnet werden sollen.

Kein Eude der Ausweisungen

Immer noch Umsiedler aus Polen

Kassel, 5. Dezember, (dpa) 4642 Umsiedler aus Polen trafen während des Monats Oktober im Lager Friedland ein. Das ist das bisher größte Monatskontingent. Obwohl die Zahl der zur Aussiedlung vorgesehenen Personen 25 000 bereits überschritten hat, ist noch kein Ende der Ausweisungen abzusehen. Nur annähernd 30 Prozent der in den letzten Wochen aus Polen und den polnisch besetzten Gebieten ausgesiedelten Deutschen war in den Listen des Deutschen Roten Kreuzes aufgefuhrt.

Von Mainz nach Wiesbaden

Mainz, 5. Dezember. (SWF) Das in Mainz befindliche UNESCO-Büro für die Länder der französischen Besatzungszone wird in den nächsten Tagen aufgelöst. Die Arbeit des Büros wird von dem neuen in Wiesbaden im Aufbau befindlichen Büro übernommen, das zentral die Arbeit der UNESCO in allen drei Besatzungszonen leiten wird.

In wenigen Zeilen

Frankreich fürchtet die Zuspitzung der Lage in Vietnam, wo mit dem Eingreifen starker chinesischer Truppenverbände gerechnet wird.

Außenminister Tschou En-lai forderte die Beteiligung des kommunistischen China beim Entwurf eines Friedensvertrages mit Japan.

In der Sowjetunion wurde am Dienstag der 14. Jahrestag der Einführung der Verfassung als nationaler Feiertag begangen.

34 Personen sind beim Absturz eines Flugzeugs der persischen Luftfahrtgesellschaft in der Nähe von Qum (Südpersien) ums Leben gekommen.

Westdeutschland wurden von der Verwaltung für wirtschaftliche Zusammenarbeit 1750 000 Dollar (7350 000 DM) zum Ankauf von amerikanischem Mais zugeteilt.

Zum kommissarischen Leiter des Amtes für Verfassungsschutz wurde Rechtsanwalt Dr. Otto John ernannt.

Plenarsitzungen des Bundestages werden in dieser Woche nur am Mittwoch und Donnerstag stattfinden.

Zum ersten Male nach dem Krieg hat jetzt ein deutsches Schiff den Hafen von Rio de Janeiro angelaufen.

Der Spiegel - Untersuchungsausschuß des Bundestages hat seine Untersuchungen auf unbestimmte Zeit eingestellt.

Die Oberkommissare werden zu ihrer üblichen Sitzung am Donnerstag diesmal in Berlin zusammentreten.

Die belgischen Besatzungstruppen werden im nächsten Jahr von 25 000 auf 45 000 Mann verstärkt.

Wirtschaftsteil

Preis- Angleichung?

Hi. Das von Mitgliedern der Koalitionsparteien und den zuständigen Bundesministern beratene WirtschaftsundFinanzprogramm der Bundesregierung soll u. a. eine Erweiterung der Garantie für Exporterlöse ( Hermes-Garantie) auf 1,2 Milliarden DM, sowie Restitutionskredite für die Exportindustrie vorsehen, ferner eine zentrale Lenkung der Einfuhr der leichten Hand sowie eine Förderung der Rationierung durch steuerliche Begünstigung fortschrittlicher Unternehmen. Auf dem landwirtschaftlichen Sektor soll eine Angleichung der Inlandspreise, die sich auf Subventionen stützen, an die Auslandspreise im Lohnausgleich erreicht werden. Auch eine Senkung der Verbrauchssteuern für Tabak, Kaffee und Tee wird vorgeschlagen.

Kraftstoffzuteilungen

vwd Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Zuteilung an Vergaserkraftstoff für das erste Vierteljahr 1951 auf 460 000 cbm festgesetzt. Also um 10 Prozent höher als im 4. Quartal 1950. Das Kontingent an Dieselkraftstoff wird sich gegenüber der Zuteilung im vierten Quartal 1950 nicht verändern. Mit einer Erhöhung der Einzelkontingente an Treibstoff ist wegen des gestiegenen Kraftwagenbestandes nicht zu rechnen. Die privilegierten Dieselkraftstoffverbraucher erhalten im Januar 28 000 Tonnen.

6,5 Millicnen Tonnen Zuckerrüben

wd Nach der Schätzung des Statistischen Bundesamtes beträgt die Zuckerrüben-Ernte 1950 6,5 Millionen Tonnen. Sie liegt damit um 38,3 Prozent über der vorjährigen Ernte (4,7 Millionen Tonnen), wobei zu berücksichtigen ist, daß die Anbaufläche in diesem Jahr um 15 Prozent größer war als im vergangenen Jahr.

Kohlenferien erwogen

Präsident Berg nimmt zu Fragen der Wirtschaftspolitik Stellung

WID Betriebsstillegungen in der Industrie in der Zeit von Weihnachten bis Anfang Januar werden lebhaft erörtert. Ein Vorschlag des Kohlenbergbaues geht nach einer Erklärung des Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Fritz Berg, dahin, industrielle Kohlenferien einzulegen. Nur die lebenswichtigen Produktionen, Bundesbahn, Zechen sowie die kontinuierlich arbeitenden Industriebetriebe sollen davon ausgenommen werden.

Zur bevorstehenden Preiserhöhung der Grundstoffe ist es nach Auffassung des Bundesverbandes in erster Linie wichtig, daß die Bonner Entscheidungen möglichst bald gefällt werden. Vom Standpunkt der Exportindustrie sei es wesentlich, die Preisheraufsetzungen in mäßigem Rahmen zu halten.

Für eine Steigerung der Exportleistung hält die Industrie insbesondere Steuervergünstigung und zweckmäßige Auswertung der Handelsverträge für notwendig. Das Ziel müsse sein, viel mehr als bisher arbeitsintensive Produkte auszuführen statt Rohstoffe und Halbfabrikate. Von einer allgemeinen Kreditrestriktion sei ein Erfolg nicht zu erhoffen.

Bisher habe die Industrie im Zuge der Produktionserhöhung viele Verteuerungen auffangen können. Nach dem Verbrauch der Läger müsse jedoch damit gerechnet werden, daß sich die Steigerung der Importpreise voll auswirken werde. Eine gewisse Erhöhung der Inlandspreise werde sich dann nicht vermeiden lassen.

Die Produktion habe im Oktober den vorläufigen Höhepunkt erreicht. Weitere Produktionserhöhungen, besonders in der eisenschaffenden Industrie, seien ohne erhebliche Investitionsmittel unmöglich. Die Rohstofflage stelle sich nach den jüngsten Besprechungen des Präsidenten Berg mit der OEEC in Paris und dem Rat der europäischen Industrie nicht ganz so besorgniserregend dar. Ein Wegfall der strategischen Käufe der Amerikaner werde die Lage sofort erleichtern.

Als Sehr störend beklagt die Industrie die steigenden Aufträge der Besatzungsmacht, für die unbedingte Priorität verlangt wird. Teilweise würden Aufträge vergeben, ohne daß die notwendigen Kapazitäten dafür vorhanden seien. Die Wirtschaft werde dadurch auf der einen Seite aufgebläht, auf der anderen Seite stark belastet.

Das Ergebnis der Urabstimmung der Stahlarbeiter ist nach der Erklärung von Präsident Berg für die Industrie keine Überraschung. Immerhin sei es eine ernste Tatsache, wenn mit Machtmitteln gegen Entscheidungen des Parlaments gedroht werde. Seitens des Bundesverbandes und auch der anderen industriellen Organisationen bestehe kein Hindernis für neue Gespräche.

Da. Der Kohlefehlbetrag für Dezember wurde von einem Regierungssprecher auf 400 000 Tonnen beziffert. Die Verhandlungen über den Kohlenexport sollen auch nach der Ablehnung der Oberkommission fortgesetzt werden. Im Bundeswirtschaftsministerium finden gegenwärtig Erörterungen wegen der Papierknappheit statt.

Bõrsen und Marktberichte

Bz. Die ungewissen politischen Verhältnisse. sowie die Neuyorker Besprechungen führten zu einer allgemeinen abwartenden Haltung an der Frankfurter Wertpapierbörse. Auch neuerliche Geldbeschaffungsverkäufe waren zu beobachten. Daher überwogen die Kursrückgänge an nahezu allen Märkten. Den größten Rückgang von 1 bis 1,5 hatten Bergbauwerte zu verzeichnen, darüber hinaus Hoesch 52 (— 3). Auch Maschinenwerte mußten 0,5 bis 1.5 hergeben, MAN sogar 79 (— 2,5).

Kurseinbrüche in Neuyork

AP. Die Rückschläge der Streitkräfte der Vereinten Nationen in Korea führten an der Neuyorker Börse zu schweren Kurseinbrüchen. Bei einem Umsatz von 2 400 000 Stück notierten alle Papiere ein bis vier Dollar unter dem Kurs vom Sonnabend.

Freie Devisenkurse

Bz. An der Frankfurter Börse wurden am 5. 12. 1950 folgende freie Devisenkurse genannt: für den USA-Dollar 5,10 bis 5,40 DM, für das englische Pfund Sterling 12,50 bis 13,50 DM, für den Holland-Gulden IJS bis 1,22 DM, für den Schweizer Franken 1,15 bis 1,22 DM, für die dänische Krone 0,48 bis 0,52 DM, für die schwedische Krone 0,75 bis 0,80 DM, für den österreichischen Schilling 0,14 bis 0,16 DM.

In den Berliner Wechselstuben wurden für 1 DM-West 5,30 bis 5,50 Ostmark gezahlt bzw. für 5 Ostmark 1 DM-West geboten.

Hölle wo ist Dein Sieg ?

ROMAN VON RACHEL FIELD

Erstabdruck. Alle Rechte beim Wolfgang-Krüger-Verlaa. Hamburg.

81)

Aber sie fühlte sich so gar nicht dazu aufgelegt, sich um diese Ausländer zu bemühen. Sie machte es ihnen beinahe zum Vorwurf, daß sie überhaupt da waren.

Und dann, ganz unerwartet, verließ einer der Männer die Gruppe und eilte auf sie zu- Sein lächelndes Gesicht trug eine unbefangene Neugierde zur Schau, und seine Augen blickten mit einem Aufleuchten plötzlichen Erkennens direkt in die ihren. Wenngleich sie ihn nicht einmal mit einem Wimper zucken ermutigte, eilte er unbeirrt auf sie zu — eine unauffällige, kleine Gestalt in tabakbraunem Rock, die von einer unerklärlichen Begeisterung vorwärtsgetrieben schien. Jetzt war er neben ihr und redete sie an mit einer Stimme, die zu ihrer Ueberraschung gar nicht den hohen, nasalen Klang besaß, den alle Yankees ihrer Vorstellung nach haben mußten.

„Sie sind Mademoiselle Deluzy-Desportes“, begann er ohne Einleitung, „ich hätte Sie überall erkannt, auch ohne das Hütchen mit den lila Bändern.“

Die taktvolle Zurückhaltung ihrer Bekannten hatte sie früher am Abend verlegen gemacht; nun hatte sie Gelegenheit, die unvermittelte Offenheit eines unbekannten jungen Mannes kennenzulernen.

„Ach so“, antwortete sie kühl, „Sie haben offenbar die Zeitungen gelesen.“

Sie zuckte leicht mit den Schultern, und in ihren Worten klang ironische Schärfe. Aber ihre Mißbilligung machte überhaupt keinen Eindruck auf ihn. Er fuhr fort, sie freimütig mit seinen blauen Augen anzustarren, ohne irgend jemanden sonst zu beachten.

„Ja, gewiß, habe ich die Zeitungen gelesen“, gab er zu, und ein plötzliches entwaffnendes Lächeln verklärte sein etwas alltägliches Gesicht. „Ich lese französisch besser, als ich es jemals werde sprechen können, fürchte ich. Die Zeitungen haben sich ja alle mit Ihnen beschäftigt. Ich las zwar jedes Wort, aber sie sagten mir doch lange nicht alles, was ich wissen wollte. Denn, wissen Sie, seitdem ich in Frankreich landete —“

Das ging wirklich zu weit! Sie würde ihn wahrhaftig unhöflich behandeln müssen, obwohl er ein Gast des Hausherrn war. Sie runzelte die Stirn und schnitt ihm den Wortschwall, zu dem er sich anschickte, scharf ab.

„Es ist wirklich ganz überflüssig, mir erzählen zu wollen, daß Sie seit Ihrer Ankunft von nichts anderem als dem Fall Praslin gehört haben. Wahrscheinlich sind Sie sogar besser darüber unterrichtet als ich.“

„Ich weiß jedenfalls, daß Sie sich im schlimmsten Mißgeschick tapfer und standhaft gehalten haben und daß Sie allen Angriffen ehrlich und beredt begegnet sind. Ist es denn da ein Wunder, wenn ich von Ihnen —“

„Bitte!“ Wieder fiel sie ihm ins Wort. „Nichts mehr davon, bitte! Und wenn Sie mich jetzt entschuldigen wollen — ich war gerade im Begriff zu gehen.“

Er dachte jedoch gar nicht daran, ihr höflich auszuweichen; er trat sogar noch einen Schritt näher und versperrte ihr den Weg.

„Oh, das dürfen Sie mir jetzt nicht antun“, fuhr er fort, ohne zu merken, daß er ihren Unwillen erregt hatte, „ich wollte Ihnen gerade sagen, daß mich Ihr Schicksal seit meiner Ankunft sehr beschäftigt hat.“

„S i e beschäftigt, Monsieur —“ Er nickte ein nachdrückliches Ja.

„Ich muß gestehen“, sie kam einem erneuten, impulsiven Wortschwall zuvor und sprach schnell weiter, „ich muß gestehen, daß es mir nicht einleuchten will, warum das der Fall sein sollte. Habt Ihr Amerikaner nicht genügend eigene Schwierigkeiten, daß Ihr noch in Europa danach auf Jagd gehen müßt?“

„Zweifellos“, pflichtete er ihr einfach bei, wieder ohne sich um ihre Bitterkeit zu kümmern, „wir haben selbst genügend Schwierigkeiten, wie Sie sagen, aber Ihr Schicksal liegt mir nun einmal sehr am Herzen. Das ist auch der Grund, weshalb. als ich Sie im Hof der Conciergerie gesehen habe, und jetzt wieder heute abend—"

„— Sie Ihrer Neugierde nicht länger widerstehen konnten. Sie dachten wohl, ein paar Fragen mehr oder weniger machen nichts aus, da man mir ja schon so viele an den Kopf geworfen hat.“ Es gelang ihr, eisige Kälte in die Stimme zu legen, aber sie fühlte, wie das Blut ihr vor Zorn in die Wangen stieg.

„Es tut mir leid“, sagte er, „daß ich mich so mißverständlich ausgedrückt habe. Als ich Sie ein so fehlerloses Englisch sprechen hörte, hatte ich gehofft, mich Ihnen mühelos verständlich machen zu können. Aber das fällt in allen Sprachen mitunter schwer. Ich habe nämlich in meinem Beruf viel mit Worten zu tun, müsen Sie wissen, deshalb weiß ich auch, daß sie nicht immer ganz zuverlässig das wiedergeben, was wir fühlen.“ „Sie sind Schriftsteller?"

Sie hätte sich ja denken können, daß seine Beharrlichkeit auf etwas Derartiges zurückzuführen war. Ein junger Reporter aus Amerika — vermutlich hatte er im Auftrage einer Zeitung über den Fall Praslin berichten sollen. Vielleicht beabsichtigte er außerdem, ihre Lebensgeschichte zu schreiben und sie mit eigenen Zutaten auszuschmücken. Je eher sie dem einen Riegel vorschob, desto besser.

„Nur zum Teil“, erläuterte er. „Ich schreibe nur hin und wieder einen Artikel, wenn meine Predigten mir Zeit dazu lassen.“

„Predigten?“ Jetzt war es an ihr, das jungenhafte Gesicht vor ihr neugierig anzustarren. „Sie sind Geistlicher? Aber nein, das halte ich für ausgeschlossen.“

„Aber ich bin es wirklich“, bestätigte er lächelnd. „Man braucht doch nicht wie ein Prophet aus dem alten Testament auszusehen, um das Evangelium zu predigen, nicht wahr?“

„Nein“, sah sie sich gezwungen zuzugeben. „Ich vermute, es gibt sehr verschiedene; nur bin ich noch niemals einem Geistlichen, wie Sie es sind, begegnet.“

„Und ich bin niemals einem Menschen wie Ihnen begegnet — darin geben wir also einander nichts nach.“

„Sie predigen also tatsächlich von der Kanzel?“ wiederholte sie und sah ihn dabei halb belustigt, halb bewundernd an. „Es ist wirklich kaum zu glauben; Sie sehen so jung aus.“

„Ich bin fünfundzwanzig“, entgegnete er, „und seit zehn Jahren predige ich schon ziemlich regelmäßig.“

„Dann läßt man also in Amerika schon die Kinder auf die Kanzel?“

„Ich war bereits fünfzehn“, sagte er erklärend, „und halb mit dem Seminar fertig. Uebrigens ist mein Vater auch Pfarrer; es liegt also wohl in der Familie. Ich werde aber“, hier lächelte er ihr wieder zu, „niemals meine erste Predigt vergessen in einer kleinen Dorfkirche, wo wir jungen Theologen oft den Gottesdienst abhalten mußten.“

„Und was hatten Sie sich zum Thema genommen?“

„Wie Christus die Wucherer aus dem Tempel treibt. Aber als ich meine Gemeinde von lauter Bauern sah, kamen mir plötzlich Zweifel, ob meine Wahl sehr weise war. Aber sie schienen sich nicht daran zu stoßen und auch nicht daran, daß ich keinen Talar trug. Sehen Sie, meine Familie war sehr arm“, vertraute er ihr an, „und ich mußte einen Anzug meines Bruders tragen, der sehr viel größer ist als ich. In diesem zurechtgestutzten Rock kann ich kaum sehr eindrucksvoll gewirkt haben, als ich da die Kanzel bestieg. Nach den ersten Sätzen ging es ganz leicht, aber der Anfang hat mich um Jahre altern lassen. Ich weiß das ganz genau, denn auf der Rückfahrt mußte ich ein volles Billett bezahlen, und noch auf dem Hinweg ließ man mich zum halben Preis durch.“

Er schaute so betrübt drein im Gedanken an seine damalige Qual, daß Henriette wider Willen lachen mußte.

„Ja“, sagte er und musterte sie mit noch unverhohlenerem Gefallen als zuvor, „ich dachte mir. daß Sie so ausseb.en müßten, wenn Sie lachen.“

(Fortsetzung folgt)

Darmstadt und Umgebung

Frauen protestieren gegen Kriegsspielzeuge

Der Frauenausschuß im Kreisausschuß Darmstadt des Deutschen Gewerkschaftsbundes hat mit Schrecken festgestellt, daß sich die Spielzeugindustrie erneut wieder auf die Produktion von Kriegsspielzeug verlegt hat und nach knapp fünf Jahren der Beendigung des furchtbaren Ringens und der daraus entstandenen grenzenlosen Not erneut durch das Anbieten und den Verkauf von Kriegsspielzeug Kriegspsychosen bereits wieder in der Jugend verankert sind.

Der Frauenausschuß wendet sich an die Frauen und Mütter mit der Bitte, in Gedanken zurückzugehen in die jüngste Vergangenheit und der Verantwortung zu gedenken, die das Leben in die Hände der Frauen legt. Der Frauenausschuß ruft den Frauen und Müttern zu:

..Mütter und Frauen denkt daran, wenn Ihr zu Weihnachten Eure Kinder beschenkt. gebt ihnen zum Fest der Liebe kein Kriegsspielzeug. Was jetzt Spiel ist, wird einst wieder bitterer Ernst. Was Ihr ihnen jetzt in die kleinen Hände legt, wird eines Tages Euch ins Herz treffen, und mit leeren Händen werdet Ihr nur noch die eine Sehnsucht kennen, in vielleicht fremder Erde ein Grabkreuz zu suchen und zu streicheln. Wieviele Mütter kennen aber gar nicht die letzte Ruhestätte ihrer Söhne, wissen nicht, woihn ihre Sehnsucht gehen soll. Irgendwo umgekommen, irgendwo aufgelöst in Nichts wurde ihr Kind, das einmal ein Spielzeug aus der Mutter Hände empfing, das ihm das Kriegspielen lehrte.“

Deutscher Gewerkschaftsbund — Krejsausschuß Darmstadt —

i, A. Marta Sieger, Frauensekretärin

Entladung von Kohlenwagen

auch an Sonntagen notwendig

Von der Industrie- und Handelskammer Darmstadt wird uns mitgeteilt: Zur Milderung der Kohlenknappheit wird in den Kohlengruben bis auf weiteres auch sonntags gearbeitet. Die Deutsche Bundesbahn wird daher auch an Sonntagen die beladenen Kohlenzüge nach den Verbrauchsgebieten und die Leerzüge nach den Kohlengebieten fahren, damit in der Verladung der Brennstoffe keine Stockungen eintreten. Nach Mitteilung des Deutschen Kohlenverkaufs in Essen ist jedoch der Kohlenversand in letzter Zeit durch Wagenmangel unerwünscht beeinträchtigt worden. Dies ist auch dadurch verursacht, daß in den Empfangsorten die eingehenden Kohlenwagen an Sonntagen nicht entladen werden.

Im Interesse der Versorgung der Industrie und der Bevölkerung mit Kohlen ist es jedoch unbedingt notwendig, für die Dauer der Sonntagsarbeit in den Kohlengruben die eingehenden Kohlenwagen auch sonntags zu entladen. Alle Empfänger von Kohlenladungen werden daher gebeten, auch die Sonntags-Entladung rechtzeitig vorzubereiten und durchzuführen.

Ehrenpreise bei den Stenografen

Feier des Stenografenvereins 1861 Zu einem Unterhaltungsabend hatte der Stenografenverein 1861 Darmstadt in diesen Tagen seine Mitglieder in die Gaststätte Ripper geladen. Im Verlauf des Abends wurden die Sieger des Herbstwettschreibens und der Handelskammerprüfungen geehrt. Die Leistungen zeigten, daß der Verein ein beachtliches Niveau aufzuweisen hat. Von den mit Ehrenpreisen Ausgezeichneten sei besonders Erna Pfaff zu erwähnen, die die beachtliche Leistung von 300 Silben erzielte. Das silberne Leistungsabzeichen des Deutschen Stenografenbundes erhielten nach Abschluß der diesjährigen Herbst-Handelskammer - Prüfungen Anneliese Strauß und Trude Gettmann. Das bronzene Leistungsabzeichen erhielten: Inge Jung-Diefenbach, Elsbeth Hofmann, Inge Pohl, Lieselotte Sattler und Margarethe Hochbaum. Eine besondere Würdigung erfuhren die beiden Darmstädter Meisterstenografen Helmut Kochenburger und Hans Fischer auf Grund ihrer vorzüglichen Leistungen beim 16. Deutschen Stenografentages in Hamburg: Beiden wurde im Auftrage des Bundesvorsitzenden das goldene Leistungsabzeichen überreicht. Für den unterhaltenden Teil des Abends sorgte die Kapelle Bänisch.

Stenografenvereinigung 1898

Die Stenographenvereinigung 1898 Darmstadt hatte Mitglieder und Freunde anläßlich der Siegerehrung des unter stärkster Beteiligung abgeschlossenen Wettbewerbes am Sonnabend in die Gaststätte „Heilig Kreuz“ eingeladen. Schon bevor der 1. Vorsitzende, Herr Schantz, die Gäste, Herrn Bachmann als Bundesrechner und Vertreter des durch Unfall am Kommen verhinderten Reg.-Dir. Rieser sowie den Bezirksvorsitzenden Dir. Fleckenstein begrüßt hatte, war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt.

Die Ansage hatte Herr Rathfisch, der die Programmfolge in launiger Art verband. Der,, Liederzweig“ Darmstadt unter Ehrenchormeister Wilhelm Etzoldt, der Bassist Mitschdörfer, ein Tanzpaar sowie die Kapelle König bestritten den unterhaltenden Teil. Walter Mink möge nicht vergessen sein, der sich auf seiner Zither für die Melodie aus dem „Dritten Mann“ großen Beifall holte.

Mit 260 Silben wurde Josef Heidenreich Sieger, dem Herr Castritius — als Blinder — an zweiter Stelle mit 240 Silben folgte. Zahlreiche Ehrenpreise wurden verliehen. — Dir. Fleckenstein konnte Ehrenbriefe und goldene Verdienstnadeln an Wilhelm Weber, Karl Gerst und Wilhelm Seipel für langjährige aktive Mitgliedschaft verleihen. Die Leitung und Gestaltung dieses außerordentlich schönen und interessanten Abends hatte Herr Presser, Sg.

Nächstes Jahr die Hauptstraßen

Aufbaulenkung nach „psychologischen Gesichtspunkten“ / Der Stadtkäinmerer warnt vor Bauten ohne vollständigen Finanzierungsplan

„Im kommenden Jahr sollen die Bauvorhaben in der Rheinstraße, der Neckarstraße und der Heidelberger Straße von der Stadtverwaltung mit besonderer Sorgfalt betreut werden.“

Diese deutliche Ankündigung, die keine starre Regelung sein solle, beschließt einen Aufsatz, den Stadtkämmerer Dr. Feick der Darmstädter Presse zugehen ließ und aus dem wir einige für die Lenkung der Bautätigkeit in unserer Stadt besonders markante Sätze herausstellen. Angesichts des Standes der Bautätigkeit in den Hauptverkehrsstraßen der Stadt müsse — so heißt es in dem Aufsatz — jedem klar sein, welchen Wert sie darauf zu legen habe, im ersten Blick schon zu demonstrieren, daß hier ein starker Aufbauwille am Werk sei.

Mit großer Deutlichkeit wird im Zusammenhang mit der Ankündigung der Bundes- und hessischen Ministerien, in Zukunft sei anders zu verfahren, das Verlangen betont, daß jeder Aufbauwillige vor Beginn der Bauarbeiten, einen vollständigen und durchführbaren Finanzierungsplan vorlege, denn:

„Es ist, auf die Dauer gesehen, unmöglich, daß man einen Bau beginnt, halb fertig stellt und glaubt, sich damit ein moralisches Recht auf öffentliche Hilfe erwirkt zu haben. Wir möchten deshalb auch von dieser Stelle aus noch einmal mit allem Nachdruck davor warnen, in dieser Weise seinen Aufbau vorantreiben zu wollen. Wir müssen heute schon mit aller Deutlichkeit sagen, daß wir, um der Stadt willen, diesem Druck im nächsten Jahr unter gar keinen Umständen nachgeben werden. Soweit noch aus den zurückliegenden Jahren Ueberhänge vorhanden sind, muß selbstverständlich geholfen werden. Wer aber glaubt, sich in Zukunft ein Landesbaudarlehen erzwingen zu können dadurch, daß er einen Rohbau hinstellt, wird sich getäuscht haben.“

In diesem Jahr sei eine zielbewußte Lenkung der Mittel nicht möglich gewesen, da zu einem großen Teil steckengebliebene Bauten gefördert werden mußten. Deshalb habe auch kein nachhaltiger psychologischer Erfolg erzielt werden können, der sich nur dann hätte herbeiführen lassen, wenn die Mittel oder doch ein großer Teil davon, konzentriert für den Aufbau einiger Straßenzüge hätten verwendet werden können.

Die auf Darmstadt entfallenen Landesbaudarlehen betrugen rund 3,9 Millionen Mark. Nach den Richtlinien der Regierung konnten sie bis zum Betrag von 5000 Mark je Wohnung zur Verfügung gestellt werden. Eg’ hat sich jedoch in Darmstadt ein Durchschnittsbetrag von 2,435 Mark ergeben, weil man sich vor allem der steckengebliebenen Wohnungen annahm. 1,642 Millionen entfielen auf private Bauherren (613 Wohnungen mit einem Durchschnittszuschuß von 2678 Mark), 2,263 Millionen Mark auf Baugenossenschaften (991 mit durchschnittlich 2434 Mark). Damit wurden erstellt Wohnungen mit 1 Zimmer: privat 73 (Genossenschaften 107), iVa Zimmer: — (12), 2 Zimmer: 281 (491), 2Vs Zimmer: 6 (22), 3 Zimmer: 220 (348), 3V2 Zimmer: 4 (—), 4 Zimmer: 29 (11). Die stärkere Berücksichtigung der Genossenschaften, die im Vorjahr ’/s der Summe erhielten, erkläre sich damit, daß „über sie erfahrungsgemäß schneller eine Entlastung des Wohnungsmarktes zu erzielen ist und alle berücksichtigt werden mußten“. d. T.

Auch hinter der Stadtkirche...

Erweiterung eines neuen Fachgeschäftes Charlotte Glum ann konnte am 1. Dezember neben der bereits bestehenden und bekannten Wäsche-Spezial-Abteilung ihr Miedergeschäft in neuen Räumen eröffnen. Vier große Lichtschalen beleuchten den in mattrosa Farbe gehalterten Raum mit den weißen Türen und unterstreichen somit sowohl das Individuelle der Lilian- Mieder als auch die persönliche Note der reizvollen Wäsche.

Frau Glumann, die mit Modellen und Erzeugnissen bester Lieferfirmen aufwarten kann, fertigt auf Wunsch erstklassige Maßarbeit an. Auch der in Deutschland patentierte Büstenhalter, der die trägerlose Mode ermöglicht und erst zur vollen Wirkung bringt, ist hier zu haben. Scg.

Ehreubrief für verdienten Handwerksmeister

Ein Geschäft 215 Jahre in der gleichen Familie

Zimmermeister Georg Heinrich Hartmann konnte letzten Sonntag sein 50jähriges Jubiläum als Inhaber eines Zimmergeschäftes begehen, das bereits in der sechsten Generation geführt wird und sich seit 215 Jahren stets vom Vater auf den Sohn vererbt hat.

Das Holzbau- und Zimmergeschäft G. H. Hartmann gehört zu den angesehensten Zimmergeschäften von Darmstadt und Umgebung und hat nicht nur in der engeren Heimat, sondern auch in anderen Großstädten wichtige Bauten erstellen helfen. Eine Spezialität des Betriebes ist der Hallenbau, bei dem freitragende Hallen bis zu 35 Meter Spannweite keine Seltenheit sind. Baumeister Hartmann ist schon seit fünf Jahrzehnten in der Berufsorganisation als stellv. Vorsitzender tätig. Hartmann ist außerdem seit langen Jahren Innungsmeister und Vorstandsmitglied der Handwerkskammer.

Von seinen Vorfahren wurde ursprünglich in Spachbrücken im vorderen Odenwald ein Zimmergeschäft betrieben. Der Vater des jetzigen Inhabers, der ebenfalls den Namen Georg Heinrich trug, verlegte Anfang Dezember 1885 sein Geschäft in die Klappacherstraße nach Darmstadt, wo es heute noch besteht. Seit 1900 steht dem Geschäft der jetzige Inhaber tatkräftig vor. Trotz seines hohen Alters ist Zimmermeister Hartmann nach wie vor die Seele des Betriebes.

Wirtschaftsminister Albert Wagner sprach dem Jubilar zu seinem Doppeljubiläum telegraphisch den Glückwunsch der hessischen Regierung aus. Für den Regierungspräsidenten Darmstadt erschien Regierungsdirektor Ahl zur Ueberbringung der Glückwünsche, den Magistrat der Stadt Darmstadt vertrat Oberbaudirektor Prof. Grund. Den Glückwunsch der Handwerkskammer überbrachte unter Ueberreichung eines Ehrenbriefes Präsident Gisbert. Von der Industrie- und Handelskammer war ein schriftlicher Glückwunsch eingegangen. Grüße und Gaben des Zimmermeisterhandwerks überbrachten Bundesvorsitzennder Brill (Kassel) und stellv. Innungsobermeister Schick (Griesheim). (oa)

Der falsche Dr. phil. Bertha

Kaufmann lebte in Doppelehe und erregte öffentliches Aergernis

yk. — Wegen Doppelehe, unbcrechtigen Führens des Doktortitels, Abgabe einer fatschen eidesstattlichen Versicherung und Erregen öffentlichen Aergernisses wurde der 46jährige Doktor phil. Bertha alias Walter B. aus Darmstadt von der Großen Strafkammer I des Landgerichts Darmstadt unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Forch zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die Verhandlung dauerte bis 21 Uhr.

Am 29. Juni 1950 war er verhaftet worden. Er hatte weder ein gutes Gewissen noch Papiere. Man legte ihm zur Last, an der Gichtmauer, gegenüber der Frauenklinik, und auf den Oberwaldhauswiesen öffentliches Aergernis erregt zu haben. An der Gichtmauer verschiedentlich „unbeabsichtigt“ als Exhibtionist aufgetreten zu sein, gab Dr. Bertha zu. Die Oberwaldhausaffäre bestritt er.

Die Verhaftung Dr. Berthas wegen dieses Sittlichkeitsdeliktes brachte noch ganz andere Dinge ans Licht: Hinter dem angeblichen Dr. Bertha hatte sich ein ganz anderer, nämlich der Kaufmann Walter B. verstekt. der zudem 1946 unter falschem Namen zum zweiten Male geheiratet hatte, obwohl seine erste Ehe (Leipzig) erst zwei Jahre später rechtskräftig geschieden wurde. 194 g so stellte man weiter fest — hatte sich Walter B. in Groß-Gerau unter falschen Angaben über Namen. Beruf. Geburtsdatum und -ort eine Kennkarte ausstellen lassen. Selbstverständlich mußte er. der bei verschiedenen amerikanischen und britischen Dienststellen beschäftigt und dann „auf verzweifelter Suche nach Arbeit“ war, auch seinen Lebenslauf überall „akademisch“ abfassen.

Wie er zu dem Sittlichkeitsdelikt gekommen war, vermochte er nicht zu sagen um vor einem Nachspionieren seiner ersten trau sicher zu sein und nicht an die Russen ausgeliefert zu werden, habe er — so er —..si^ den falschen Namen zugelegt. Er erzählte außerdem, seine erste Frau nabe ihn einmal aus Eifersucht mit einer 1 istole bedroht und ihn später bei seiner wehrmachtsdienststelle denunziert, worauf er vom Oberzahlmeister zum Unteroffizier degradiert worden sei. Seine Angaben waren im übrigen reichlich komisch, so daß dmmal ein Richter während der Verhandlund äußerte: „Herr Angeklagter, sie muten uns etwas viel zü!“

Wieder eine Mütterschule

Vor 1933 war der - Eleonoren-Schule (Städt. Haushalts- und Frauenfachschule) eine Mütterschule angegliedert, die bei ihren Besucherinnen noch in bester Erinnerung steht. Mitte Januar wird sie unter ihrer früheren Leiterin, Fräulein Block, ihre Tätigkeit wieder auf nehmen. Es ist zuerst ein theoretischer und praktischer Unterricht in der Säuglingspflege mit je zwei Stunden an 16 bis 20 Abenden vorgesehen. Ferner ist ein Kursus über Erziehungsfragen geplant.

Ein gut genutztes Jahr

In Verbindung mit dem Arbeitsamt richtete die Städtische Haushaltsschule vor Jahresfrist zwei Sonderklassen für Haushaltsschülerinnen ein, die dieser Tage ihre Abschlußprüfung hatten. Obwohl von der sonst verlangten Aufnahmebedingung (Durchschnittsnote zwei im Abgangszeugnis) abgesehen wurde, spricht für den Erfolg, daß von 29 Besucherinnen 28. und zum Teil gut, bestanden haben. Es sollte damit Schulentlassenen, denen kein Arbeitsplatz vermittelt werden konnte, nutzbringen über die Zeit des Wartens geholfen werden. Die bestandene Prüfung befreit vom Besuch der Hauswirtschaftlichen Berufsschule. Der bei der Prüfung anwesende Direktor des Landesarbeitsamtes Frankfurt. Pfaff, sprach den Schülerinnen und dem unter Leitung von Direktorin Lucius stehenden Lehrkörper besondere Anerkennung atfs. pd

Fortsetzung des lokalen Teils auf Seite 4.

STARKENBURG

Staat soll Mietbeihilfe geben

Bensheim. (=) Der Haus- und Grundbesitzeryerein hielt kürzlich eine sehr gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Nach Eröffnung durch den Vorsitzenden, Dachdeckermeister Kuhn, sprach Rechtsanwalt und Notar a. D. Hartmann in anschaulicher Weise über den derzeitigen Stand des Lastenausgleichs. Der Redner hob die Schwierigkeiten hervor, die dieses Gesetzeswerk in sich birgt und wies auf die notwendigen Voraussetzungen für ein jahrzehntelanges Fließen der Mittel zur Unterstützung aller durch Kriegs- und Nachkriegsereignisse Geschädigten hin. Dr. Fritsch sprach als 2. Vorsitzender des Vereins über die Mietsubventionen. Er berichtete über die bisherigen Ergebnisse und Gutachten, die der Bundesregierung mit dem Ziel der Mieterhöhungen für Alt- und Neuwohnungen vorliegen. Der größte Teil der Mieter möge, so betonte der Referent, wohl in der Lage sein, diese Erhöhung zu tragen, dagegen müsse der Staat an Fürsorgeempfänger und Sozialrentner den in Frage kommenden Betrag als Mietbeihilfe geben. Weitere Mitteilungen über Tagungen der Organisation und eine rege Diskussion schlossen sich den aufschlußreichen Referaten an.

Langen gründete Schulverein

Langen, (st) In Erkenntnis der Tatsache, daß die Elternbeiräte lediglich eine beratende Stimme in allen Schulangelegenheiten haben, wurde der „Schulverein Langen“ gegründet. Ihm wird in Zukunft die Sorge um die zeitnahe und lebensbejahende Erziehung der Kinder obliegen; er will Mißstände aufdecken und dafür sorgen, daß die zum Teil katastrophalen Schulverhältnisse in kürzester Zeit abgestellt werden.

Gleiche Vereine gibt es bereits in vielen Orten der Bundesrepublik, und es ist daran gedacht, die einzelnen Vereine zu einer Dachorganisation zusammenzufassen. Nicht nur die Eltern schulpflichtiger Kinder sollen diesem Verein beitreten, sondern ebensogut auch die Eltern von Kleinkindern.

Bei der Gründung des „Schulvereins Langen“ waren eine Reihe von Ehrengästen erschienen, unter ihnen Landrat Heil, Bürgermeister Umbach sowie Kreisschulrat Walter. Herr Ehrenberg vom Werbebeirat hielt die Begrüßungsansprache, und der 1. Vorsitzende des Schulvereins, Herr Lodz, schilderte die Ziele der neuen Vereinigung. Gruß- und Glückwunschworte sprachen der Landrat, der Bürgermeister und Kreisschulrat Walter. Musikalische Einlagen der Orchestervereinigung und Vorführungen aus dem musischen Unterricht umrahmten das Programm.

Mit 90 Jahren jung geblieben

Oberforstmeister i. R. Dieffenbach feiert Geburtstag

Bensheim-Auerbach, (agt.) Heute vollendet der älteste Forstmann Hessens, Oberforstmeister i. R. Gustav Dieffenbach, in ungewöhnlicher geistiger und körperlicher Rüstigkeit sein 90. Lebensjahr.

Sein Geburtshaus stand in Grünberg in Oberhessen. Sein Vater war der Mollerschüler Kreisbaurat Dr. Karl Dieffenbach. Der mit einem nahezu unerschöpflichen Schatz hessischer Anekdoten und Geschichten erfüllte Jubilar vermag sich aus eigenem Erleben einer Zeit zu erinnern, als in Schleswig-Holstein die Düppeler Schanzen erstürmt wurden und es einer großherzoglich - hessischen Beamtenfamilie aus Patriotismus wohl anstand, böse auf das feindliche Ausland Preußen zu sein.

Nach seiner -Schulzeit, dem forstwissenschaftlichen Studium in Gießen und München und den üblichen Assessorenjahren kam er bei seiner Verheiratung mit Fräulein Sophie Rube im Jahre 1893 als Oberförster nach Jägersburg bei Groß-Rohrheim, einem der beliebtesten Jagdreviere der Landesherren und deren fürstlichen Gäste. Durch seine gesellige Art fand der vielseitig interessierte Mann viele treue Freunde, die manchmal in Scharen das gastfreie Försterhaus besuchten und denen der vorzügliche Gastgeber, oft seinen Gästen jagdhornblasend das abendliche Heimgeleit gebend, zum unvergeßlichen Eindruck wurde.

Später folgten Forstdienste in Lampertheim und Alzey, wo ihn die Franzosen nach dem 1. Weltkrieg auswiesen. Bis zu seiner Pensionierung 1926 diente Oberforstmeister Dieffenbach dem Ministerium mit seinen reichen fachlichen Erfahrungen. Nach der Ausbombung im Jahre 1944 in Darmstadt fand er mit seiner Familie in Auerbach Unterkunft bei Verwandten, in deren großem Kreise der liebenswürdige, im Herzen junge Jubilar heute seinen Geburtstag feiern kann.



Gemeinde erbaut Fabrik

Gadernheim, (luka) In der Sitzung des Gemeinderates wurde beschlossen, der Weberei Leiter, die derzeit noch im Saal einer Gastwirtschaft untergebracht ist, auf Kosten der Gemeinde ein Fabrikgebäude zu erbauen; der Bürgermeister wird sich mit den Finanzierungsfragen zu befassen haben. Der Jahresbeitrag für das Jugendherbergswerk wurde auf 20 DM festgesetzt. Auf der demnächst in Darmstadt stattfindenden Bullenauktion sollen für die Gemeinden Gadernheim und Raidelbach je ein Bulle ersteigert werden. Alle von Minderbemittelten der Gemeinde gestellten Anträge auf eine Weihnachtsbeihilfe wurden genehmigt. Die Turmstraße, die durch das anhaltend schlechte Wetter immer reparaturbedürftiger wurde, soll demnächst mit Kies ausgebessert werden.

Babenhausen ohne Flamme

Forumsdiskussion um den Anschluß an das Gasnetz

Babenhausen (RG) — Das am Montagabend im Saale „Micheisbräu“ veranstaltete Forum begegnete so starkem Interesse, daß nicht nur der Saal überfüllt war, sondern auch noch im Treppenhaus viele Bürger standen, die sich für die Frage des Anschlusses der Gemeinde an das Gasversorgungsnetz interessierten.

Obwohl die Ferngasleitung von Darmstadt nach Seligenstadt durch Babenhausen verläuft, können die Babenhäuser selbst kein Flämmchen entzünden. Hierzu sprach zunächst der Eigentümer des Elektrizitätswerks Babenhausen, Baurat Schöberl. Er nahm den durchaus objektiven Standpunkt ein, daß beide — Gas und Strom — nebeneinander bestehen könnten, da sie sich gegenseitig keineswegs ausschließen. Vor vielen Jahren seien schon Verhandlungen — damals mit der Stadt Darmstadt — über die Aufnahme der Gasversorgung Babenhausens geführt worden; sie hätten seinerzeit allerdings nicht zu Ende geführt werden können. Nach 1945 hätten die Zeitverhältnisse der Realisierung dieses Projekts entgegengestanden. Ergänzend gab Baurat Schöberl noch Erklärungen über die bis jetzt zum Teil erfolgte Umstellung des elektrischen Stromes auf Wechselstrom.

Das zweite Referat hielt Oberbaurat Nuß von der Süddeutschen Gas- und Wasser-AG Darmstadt. Er erklärte, daß seine Firma bereit sei, die Zuleitung zum Gasnetz zu übernehmen, der Gemeinde bliebe die Ausführung der Erdarbeiten, die aus Notstandsmitteln ausgeführt werden könnten. Der Hauseigentümer habe dann noch für Hausanschluß und Installation aufzukommen, deren Kosten in Raten aufgebracht werden könnten.

An der lebhaften Aussprache beteiligten sich Bürgermeister, Beigeordnete, Gemeinderäte und Forumsteilnehmer gleichermaßen. Zur Förderung des gesamten Planes soll die Gas- und Wasser-AG einen Kostenvoranschlag ausarbeiten und eine Bürgerversammlung sich hierzu entscheiden.

Der zweite Punkt „Aufstockung des Realgymnasiums“ wurde zurückgestellt, weil in der Zwischenzeit andere Voraussetzungen eingetreten waren. RG

Was aũch interessiect:

„Wer seine Kinder in die höhere Schule schicken will, möge auch die Unkosten übernehmen!“ meinten kürzlich die Gemeinderäte von Wahlen, Krs. Bergstraße, und lehnten den Wiederbeitritt zum „Zweckverband Realgymnasium Waldmichelbach“ ab. Die Gemeindekasse verfüge außerdem, wie man noch hinzufügte, nicht über die notwendigen Mittel, um den Beitrag aufzubringen. vir

196 Strafanträge wurden in der Zeit vom 1. bis 30. November von der Gemeindeschutzpolizei des Kreises Groß-Gerau vorgelegt. Den größten Anteil daran haben die Uebertretungen der Straßenverkehrsordnung (134), Diebstähle (21) und Verkehrsunfälle (20). Die Staatsanwaltschaft wird sich mit 34 Fällen zu befassen haben. -th

Kirchenpräsident Martin Niemöller wird am Sonntag das neue Gotteshaus der evgl. Gemeinde in Mörlenbach weihen und die Festansprache halten. Kathol. und politische Gemeinde sind an der Ausgestaltung der Feier beteiligt. vir

Eine Nikolausfeier veranstaltet der Turnverein 1863 in Dieburg am Sonntag, dem 10. Dezember, um 15.30 Uhr in der „Ludwigshalle“, wozu er alle Kinder der Kreisstadt einlädt. rfd

Die Kreisstadt Dieburg erwartet ihr neues Geläute noch in dieser Woche, so daß am 10. Dezember die Weihe vorgenommen werden kann. Zum Weihnachtsfest sollen die neuen Glocken erstmalig erklingen. rfd

Der Obst- Gartenbauverein Erbach veranstaltet heute um 20 Uhr im Gasthaus „Zum Hirsch“ eine Versammlung, auf der Kreisobstbauinspektor Deb or, Michelstadt, einen Farblichtbildervortrag halten wird. -ch

Die Gemeinde Hering, auf dem Otzberg, erwartet am Sonntag ihr neues Kirchengeläute, das aus vier Glocken besteht. Gl

Seltene Rassen gaben sich ein Stelldichein

Kaninchen- und Fellprodukteausstellung in Michelstadt

Michelstadt (ppi) — Uebers Wochenende fand im Saale der Gaststätte „Schmerkers Garten“ eine vom Kaninchenzuchtverein H 36 veranstaltete Kaninchen, und Fellpro. dukteausstellung statt.

Das Preisgericht, das sich aus den Herren Georg Wenz, Darmstadt, und Philipp Kühn, Bürstadt, zusammensetzte, zeichnete 53 Tiere mit je einem ersten, 42 mit je einem zweiten und 18 mit je einem dritten Preis aus. Ehrenpreise erhielten: Frau Hedwig Bechtold, Angora, Michelstadt; Ernst Künzel, Blauer Wiener, Michelstadt; Helmut Bechtold, Hermelin, Michelstadt; Helma Bechtold, Angora, Michelstadt; Heinrich Brauch, Chinchilla, Michelstadt; Richard Schneider, Schwarzloh, Michelstadt; Alfred Schwarz, Chinchilla, Michelstadt; Friedel Ulrich, Blauer Wiener, Midieistadt; Georg Klein, Alaska, Michelstadt; Heinrich Hixt, Englische Schecken, Michelstadt; Egon Preysa, Chinchilla, Erbach; K. Wind, Riesenschecken, Erbach.

Nicht unerwähnt darf in diesem Zusammenhang die interessante Pelzschau der Firma Loud w i n , Erbach, und die von der Firma Glenz, Lauerbach, ausgestellte Angorawolle bleiben.

Odenwälder Rassegeflüũgelschau

Erbach (ch). Die zweite Odenwälder Rassegeflügelschau findet am kommenden Samstag und Sonntag in der städt. Festhalle statt. Nach den bisher vorliegenden Meldungen ist mit außerordentlich starker Beteiligung, nicht nur aus dem engeren Heimatgebiet, sondern auch aus Baden und Bayern zu rechnen. Insgesamt werden rund 500 Tiere aller Rassen, darunter auch ganz seltene Stücke, gezeigt werden. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Samstagnachmittag um 13 Uhr statt.

Der,Pelznickel“ in Mossau

Mossau (ch). Ueber 80 Kinder aus Ober- und Untermossau wurden am letzten Sonntag vom „Pelznickel“ besucht und erfreut. Am kommenden Freitag ist für die Frauen beider Gemeinden im Saal von Peter Bär eine Adventsfeier. — Der dritte Mossauer Gemeindetag (Forum) findet am kommenden Sonntag um 15 Uhr in Unter-Mossau in der Gastwirtschaft „Zur Krone“ statt. Die sehr umfangreiche Tagesordnung sieht u. a. die Neugründung der Rot- Kreuz-Bereitschaft Mossau vor. Außerdem erstattet Pfarrer Moeseritz interessante Berichte über die erfolgreiche Arbeit der letzten Wochen.

Marienfeier in der Gnadenkapelle

Dieburg, (rfd) In der Gnadenkapelle findet am kommenden Sonntag um 16 Uhr eine Marienfeier aus Anlaß des neuen Dogmas statt. Die Predigt hält Jesuitenpater von Schönfeld, Präses der Marianischen Männerkongregation Frankfurt am Main.

Rätselhastes Kühesterben

Groß-Gerau, (cug) - Ein schwerer, bisher unerklärlicher Unglücksfall traf den Landwirt Hirsch, Stollgasse 7: Am Montagnachmittag mußte er bemerken, daß sieben Stück Rindvieh im Stall soeben getötet worden waren. Eine weitere Kuh war gelähmt. Lediglich zwei Tiere, die etwas höher gestanden hatten als die anderen, blieben unversehrt. Obwohl festzustehen scheint, daß ein Kurzschluß die gemeinsame Todesursache war, erscheinen die näheren Umstände nach wie vor rätselhaft. Elektriker durchsuchten sofort sämtliche Hausleitungen, ohne eine schadhafte Stelle zu finden. Einer der zur Lösung des seltsamen Vorfalls herbeigerufenen Fachleute schließt auf das Wirksamwerden sogenannten „Kriechstromes“, der auf unerklärliche Weise aus der Leitung gesickert und unter besonderen Feuchtigkeitsbedingungen der unteren Luftschichten des Stalles in Erscheinung getreten sein könnte, zumal Kühe bereits bei einer niedrigen Voltzahl für tödliche Schläge empfänglich sind.

Polizei und Fachleute arbeiten weiterhin an der Klärung dieses seltsamen Ereignisses, das bisher im Kreis Groß-Gerau noch nie beobachtet wurde.

Zu viel des Weines

Bensheim. (HB) Am vergangenen Sonntag besuchten zwei junge Männer aus Lindenfels eine Heckenwirtscha.ft. Als sie genügend getrunken hatten, torkelten sie, gefolgt von einer Kinderschar, durch die Straßen und versetzten an einer Straßenecke völlig grundlos einem Passanten einen Schlag ins Gesicht, worauf dieser die Polizei herbeirief. Als der Beamte die beiden „Bacchusjünger“ am Besuch einer weiteren Wirtschaft hindern wollte und sie auf forderte, zwecks Feststellung der Personalien mit auf die Wache zu kommen, fielen die beiden über den Polizisten her und schlugen ihn nieder. Unter den zahlreichen Zuschauern bei dieser Szene fand sich leider nur e i n Beherzter, der beistand. Erst zwei weitere Polizeibeamte konnten die beiden Radaumacher, die sich heftig zur Wehr setzten, zur Wache und hinter Schloß und Riegel bringen.

Die Siedler hatten das Wort

Straßenbeleuchtung als Weihnachtsgeschenk

Groß - Gerau (Kr). Am Montagabend fand die längst fällige und von Bürgermeister Dr. Lüdecke bei der Inbetriebnahme des Wasseranschlusses der Groß-Gerauer Siedlung an das Gruppenwasserwerk „Gerauer-Land“ versprochene Aussprache zwischen den Bewohnern der Siedlung und Vertretern der Gemeindeverwaltung und des Verkehrsvereins statt.

Unter den vielen Wünschen und Beschwerden, die den Vertretern der Gemeindeverwaltung vorgetragen wurden, stand die Verbesserung der Wegeverhältnisse sowie der Ausbau der Straßenbeleuchtung an erster Stelle. Eine Ortsbesichtigung, zu dei’ sich die anwesenden Gemeinderäte entschlossen, soll am kommenden Samstag stattfinden und die praktische Seite dieser ebenso notwendigen wie kostspieligen Maßnahmen be¬ • leuchten. Wenn die vierstündige Aussprache auch nicht die Erfüllung aller berechtigten Wünsche brachte, so konnten die Siedler doch die Gewißheit mit nach Hause nehmen, daß der Ausbau der Straßenbeleuchtung als „Weihnachtsgeschenk“ Wirklichkeit werden wird.

Bei aller Freude über den Anschluß an die Wasserversorgung hätten die Siedler es gerne gesehen, wenn die einzelnen Hausanschlüsse in Selbsthilfe erstellt werden dürften, um damit die hohen Kosten zu ersparen, die ihnen im Verein mit den bestehenden Tarifen große Sorge bereiten. Weiterhin wurde die Ausnahme der Siedlung von der obligatorischen Müllabfuhr erbeten, um es bei der für die Siedler naheliegenden Müllverwertung durch Kompostierung zu belassen.

Unzucht mit Achtjähriger

Vermindert zurechnungsfähiger Täter

Kelsterbach, (wst) Unter der Anklage, unzüchtige Handlungen an einem Kind unter 14 Jahren begangen und dieses zur Duldung bzw. Ausübung verleitet zu haben, stand der 68 jährige, bisher unbestrafte Einwohner Georg Ch. gestern vor den Richtern der Zweiten Darmstädter Strafkammer. Der Beschuldigte, den ein medizinischer Sachverständiger als vermindert zurechnungsfähiig bezeichnete, hatte sich mehrfach an der achtjährigen Tochter eines Adoptivsohnes, den seine zweite Frau mit in die Ehe brachte, vergangen — wie es in der Anklage hieß, von Sommer 1949 bis zum Frühjahr dieses Jahres.

Ch. gab seine Verfehlungen zu, behauptete jedoch zu seiner Rechtfertigung, „das Kind habe ihn verführt“. Nur um diesem einen Gefallen zu erweisen — so hatte er laut Anklage einmal gesagt — habe er es getan. Diese Einlassung hielt man jedoch für unglaubhaft.

Der 68jährige wurde unter Zubilligung des Paragraphen 51 Absatz 2 zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr verurteilt.

Namen besser als Ziffern

Groß-Gerau (eng). Um eine persönlichere Bindung zwischen Schülern und Klassenräumen zu schaffen, hat die Direktion des Realgymnasiums angeregt, den einzelnen Schulsälen anstatt der nüchternen Bezeichnung durch Ziffern Namen zu geben, die zu dem Leben und Treiben in diesen Räumen eine Beziehung herstellen. Die Schülerzeitung hat diese Anregung zur Diskussion gestellt, erwartet Vorschläge aus den Kreisen der Schüler und will auf diesem Wege auch einen repräsentativen Namen für die Schule selbst finden.

Allmendfeld. (Kb) — In einer Besprechung zwischen Gemeindeverwaltung und Forstamt wurde vereinbart, auf dem Friedhof junge Fiohten anzupflanzen und alle Anlagen gärtnerisch auszugestalten. In Kürze soll außerdem eine dringend erforderliche Leichenhalle erbaut werden.

Unsere Geburtstagskinder

80. Geburtstag: Frau Eva Elisabetha Guthier geb. Vf eis, Heppenheim a. d. 8., Erbacherstal.

80. Geburtstag: Frau Elisabeth Rapp, Bensheim, Meerbachstraße 4.

78. Geburtstag: Frau Margarethe Klein, Witwe, Harpertshausen.

Kǔrze meldǔngen aǔs Darmstadt

Im Ladenraum tot aufgefunden

Tot aufgefunden wurde in Eberstadt am Dienstagmorgen in seinem von innen abgeschlossenen Ladenraum der 54jährige Friseur Keller aus der Georgenstraße 2. Ob Freitod oder Herzschlag vorliegt, konnte bisher noch nicht geklärt werden.

Am Montag, an dem das Friseurgeschäft jede Woche geschlossen hat, war Herr Keller, einem Zettel zufolge, nach Darmstadt gefahren und nicht mehr in seine Wohnung zurückgekehrt. Der Friseurladen hat einen separaten Eingang. t-s

Kindergärtnerinnen tagten

Anläßlich der Besichtigung der Hygieneausstellung fanden sich etwa 85 Kindergärtnerinnen der Inneren Mission und des Caritasverbandes im Lichthof in der Nekkarstraße zusammen, um in Referaten und Aussprache über die Probleme der Hygiene im Kindergarten zu sprechen. Behördenvertreter, Vertreter der Kultusabteilung beim Regierungspräsidenten und vom städtischen Jugendamt nahmen an der Zusammenkunft. teil. Ministerialrat Dr. Freund führte durch die Ausstellung. Caritas-Direktor Dr. Degen hielt die Begrüßungsansprache, der zwei Kurzreferate folgten.

In der anschließenden, regen Aussprache wurde festgestellt, daß das Verständnis für Kindergärten bei fast allen Behörden und Dienststellen sehr gering sei. Hessen ist eines der wenigen Länder, in denen keine Zuschüsse für Kindergärten gewährt werden, wie zum Beispiel in Rheinland-Pfalz. Die von privater Seite zur Verfügung stehenden Geldmittel sind äußerst gering, und da Kindergärten Zuschußbetriebe sind, ist ihr Unterhalt recht schwierig. Zum Abschluß der Tagung fand eine Besichtigung des Kindergartens im Elisabethenstift unter Führung von Pfarrer Pscz 011 a statt. -st.

Trotz trübem Himmel

Von Malchen nach Ernsthofen

Vierzig unentwegte Wanderer des Odenwaldklubs, Ortsgruppe Darmstadt, stellten sich am Sonntag den beiden Führern, den Klubgenossen Grünewald und H a n d - stein. Der Himmel bot einen trübseligen Anblick. Trotzdem: Natur ist schön in allen ihren Erscheinungsformen.

Die Wanderung, in Malchen beginnend, führte in west-östlicher Richtung buckelauf, buckelab, mit stets wechselnden Blicken. Der Magnetberg war bald erstiegen. Der berühmte Felsen, der durch seinen Gehalt an Magneteisenerz jeden Kompaß aus der Ruhe bringt, blieb diesmal „links liegen“. Nach dem Abstieg ins Beerbacher Tal begann der Aufstieg nach Frankenhausen, wo bei Klubmitglied Bürgermeister Keller erste Rast eingelegt wurde. Dann ging es auf weichen, staubfreien Wegen wie bisher, zum Abstieg über Neutsch ins Modautal, zum Endziel Ernsthofen. Klubmitglied Maul bot seinen Freunden, wie immer in schlechten und guten Zeiten, herzliche Aufnahme. Die Dankesworte an ihn und die tüchtigen Führer durch Wanderfreund Salomon fanden den herzlichen Beifall aller Teilnehmer. Mit dieser letzten, der 16.Wanderung, fand das Wanderjahr 1950 seinen Abschluß. spr.

Nikolaus beim OWK Cberstadt

Nach einem Waldspaziergang vereinten sich am Sonntagnachmittag die Mitglieder der Ortsgruppe Eberstadt des Odenwaldklubs mt ihren Kindern um eine gemütliche Kaffeetafel im Gasthaus „Zur Rose“. Fräulein Hermann und Fräulein Heß erfreuten durch ihr Klavierspiel zu Weihnachtsliedern. die gemeinsam gesungen wurden. Nach einer Theateraufführung der Kleinsten stapfte St. Nikolaus mit der Rute ih den Saal und belohnte die Kinder mit Geschenken. Gesellschaftsspiele unterhielten jung und alt bis zum Abend, t-s.

Der Vogelsberger Höhenclub, (VHC), Zweigverein Darmstadt, veranstaltet seine Hauptversammlung heute, 6. Dezember, im Restaurant Ripper, Erbacher Straße.

Das Schauspielstudio der TH. bringt heute, Mittwochabend, „Schiff ohne Hafen“ von Jan de Hartog in der Aula der TH. zur Aufführung. *

Ein Festgottesdienstam ersten Advent¬ sonntag, an dem nach alter Tradition die Gemeindejugend gemeinsam zum Abendmahl ging, fand in der evangelischen Kirche auf dem Kirchberg von Eberstadt statt. Studienrat Dr. von der Au hielt die Festpredigt. Der Gottesdienst wurde von Kirchenmusik umrahmt, t-s

Eine Werkmeisterversammlung veranstaltet die Industriegewerkschaft Chemie am Sonntag, dem 10. Dezember, 15 Uhr, in der Gaststätte Ripper. *

In Darmstadt übernachteten im Monat November 3239 Fremde in Hotels und Fremdenpensionen. *

Das Ueberfallkommando der Polizei wurde im vergangenen Monat in 117 Fällen alarmiert. Die Einsätze verteilten sich auf 91 Verkehrsunfälle, sieben Diebstähle, drei Brände und 16 sonstige Veranlassungen. *

In 30 Tagen 25 Verkehrsunfälle hatten amerikanische mit deutschen Kraftfahrzeugen allein im Stadtgebiet Darmstadt. Die Gesamtzahl belief sich auf 88 Verkehrsunfälle. *

Bei Verkehrsunfällen wurden im Monat November im Stadtgebiet Darmstadt insgesamt 36 Personen verletzt. Der verursachte Sachschaden wurde auf etwa 25 000 DM geschätzt. *

Ins Rutschen kam gestern mittag ein Pkw, der hinter einem anhaltenden Kraftwagen die Wilhelmstraße zur Elisabethenstraße hinunterfuhr. Er rannte dabei gegen das vorfahrende Fahrzeug. Es entstand Sachschaden.

Beim Abbremsen eines Lastzuges stieß gestern gegen mittag in der Frankfurter Straße dessen erster Anhänger, der ins Rutschen gekommen war, gegen einen Gaskandelaber. Es entstand Sachschaden.

Auf der Kreuzung Pallaswiesenstraße und Taunusring stieß gestern morgen ein Lieserwagen auf eine Zugmaschine mit Langholzanhänger zusammen. An dem Lieferwagen entstand Sachschaden.

Durch einen rechts überholenden Pkw. wurde gestern mittag auf der Autobahn südlich Lorsch ein Motorrad angefahren, das kurz zuvor einen Lastzug überholt hatte. Der Beifahrer wurde verletzt. Der Pkw.-Fahrer fuhr ohne anzuhalten davon.

Von der Fahrbahn geriet gestern morgen auf der Autobahn südlich Lorsch ein in Richtung Mannheim fahrender Lastzug. Es entstand Sachschaden.

Zu einem Zusammenstoß kam es gestern abend an der Ecke Rhein- und Neckarstraße zwischen einem Beiwagenmotorrad und einem in Richtung Griesheim fahrenden Lastzug. Personen wurden nicht verletzt.

Auf ein vor ihr fahrendes Motorrad fuhr gestern abend in der Frankfurter Straße in der Nähe des Gaswerkes eine Motorradfahrerin auf. Sie verletzte sich so schwer, daß sie in ein Krankenhaus eingeliefert werden mußte.

Wie wird das Wetter?

Weiterhin kalt

Vorhersage: Am Mittwoch bewölkt mit Zwischenaufheiterungen. Nur vereinzelte Schneeschauer, kalt. Nachtfröste zwischen 3 und 7 Grad, westliche bis nordwestliche Winde.

Weitere Aussichten: Auch am Donnerstag noch kalt.



Wohin gehen wir heũte?

Landestheater, Orangerie: 19.30 bis 23.00 „Tannhäuser“

Lichtspieltheater: siehe Anzeigenteil

Amerikahaus: 19.30 Liederabend des amerikanischen Baritons Christopher O’Malley. —- 14.30 und 17.00 Filmprogramm. — 15—17 Wunschkonzert, 17—18 Stunde für den Jazzfreund. — Ausstellungen: Zwei Darmstädter Maler, Bernd Krimm el und Eberhard Schlotter.

Volkshochschule: 19.30, Raum 167 der TH, Filmabend „Frankreich“ mit Begleitvortrag. Schauspielstudio der TH: 20.00 Uhr in der Aula der TH „Schiff ohne Hafen“ von Jan de Hartog.

Hygiene-Lichthof, Neckarstraße 3a: 10 bis 18 Uhr Ausstellung „Gesundes Leben.“ Rathaussaal, Eberstadt: 20.00 Uhr Jugendabend.

Feuilleton

Studio-Aufführungen in Frankfurt und Mainz

In Frankfurt

Kokoschka: „Orpheus und Eurydike“

Studiobühne der Universität J^kfurt brachte „Orpheus und Eury¬ aX- V°n Oskar Kokoschka. Bei der ü führung war der Dichter, der sich auch als Maler einen Namen gemacht hat (und umgekehrt), persönlich anwesend.

Es ist nicht einfach, in die Problemstellung dieses Werkes, das vor 28 Jahren in Frankfurt mit Gerda Mlüller und Heinrich George, der gleichzeitig auch Regie führte, uraufgeführt wurde, einzudringen. Kokoschka schrieb das Stück 1918, als er mit einer schweren Kriegsverwundung im Lazarett lag. Persönliches und Zeitgebundenes sind hier in die zeitlosen Gewänder griechischer Mythologie gehüllt. Es wäre daher verkehrt, mit der Voraussetzung mythologischer Kenntnisse allein an diesen „Orpheus“ herantreten zu wollen. Man wäre enttäuscht. Das, was durch den Titel als Vorlage anerkannt wurde, bleibt in der eigenwilligen Ausführung Kokoschkas nur Hilfsmittel zur Heranziehung von Gleichnissen und Symbolen, die auf die Zeitsituation des schwerverwundeten Dichters Anwendung finden. Und diese Jahre haben ähnliche Symptome wie die heutigen. Trotzdem spricht das Werk uns nicht mehr an. Vielleicht ist es die im Expressionismus gebettete Aussage des Dichters, das Ungeformte der Sprache, der Ausbruch des Wortes, dem wir fremd gegenüberstehen. Kokoschkas Sprache hat keinen Rhythmus, sie treibt in Satzfragmenten unaufhörlich zu Gipfeln, sich selbst ständig in der Eruption übersteigernd, sie wirkt unerhört kompakt und — dennoch zerrissen. So hat auch die Handlung keine klare Linie, an der man geruhsam weitergeführt würde. Es ist ein Irrlichtern zwischen Schein und Sein, zwischen Tod und Leben, zwischen Chaos und der Sehnsucht nach Ordnung, das sich jeder konkreten Deutung widersetzt. Christliche Motive und antikes Denken sind kaum noch unterscheidbar miteinander verknüpft, neben zeitlos gültiger Aussage stehen subjektive Eingebungen des Augenblicks. So mag Kokoschkas „Orpheus und Eurydike“ als Studioaufführung noch von Interesse sein, Bühnenwirksamkeit aber besitzt das Stück nicht mehr.

Die Studiobühne der- Frankfurter Universität spielte unter der Regie von Michael Engelhardt vor einem in wenigen Farbkontrasten gehaltenen Hintergrund mit großem Einfühlungsvermögen in die schwierige Sprache und problematische Handlung. Die Hauptrollen waren mit Rolf Hesse (Orpheus), Lotte Sanzenbacher (Eurydike) und Ria • Wullinger (Psyche) geschickt besetzt. Reicher Beifall dankte den Darstellern für ihre Leistung und den wagemutigen Versuch. Ein Nachwort: In den einführenden Worten wurden die Darsteller als junge Berufs Schauspieler vorgestellt. In diesem Falle wäre es verkehrt, von einer Studiobühne der Universität Frankfurt zu sprechen, der doch, den Gepflogenheiten entsprechend, nur Studierende angehören sollten. Rudolf Hofmann

In Mainz

Walter Bauer:„Die Grenze“

Das junge Unternehmen hat bewundernswerten Mut. Der zweite Versuch, die zweite Uraufführung. Was Kafkas „Gruftwächter“, die erste Inszenierung, versprach, hat Walter Bauers „Grenze“ über das Maß der Erwartung gehalten. Ein unpathetisches, tief menschliches Spiel um die Herzen der Völker entfaltet sich auf dem schmalen, schwarzen Podium, Symbol für die kleine Insel, die uns im Kampf der ideologischen Elemente verblieben ist. Mitten im letzten Krieg — ein französischer Flieger stürzt ab und findet gesetzlose Zuflucht bei einer jungen deutschen Frau. Was tun, wenn alles gegen die einfache Empfindung spricht, helfen zu wollen, Grenzen zu sprengen, im Krieg den Frieden der Herzen zu finden? Sie hat sich für den Menschen entschieden, trotz der Widerstände der Mutter, trotz der Heimkehr des eigenen Mannes, der Urlaub von der Ostfront hat. Probleme türmen sich auf, Vaterlandsverrat, Schande, Gefahr — aber die Kraft der Frau überwindet alles, auch ihren eigenen Mann, der an der Front schon lange den Unsinn des Krieges durchschaut hat. Die beiden Feinde werden Freunde und hoffen auf bessere Zukunft.

Nun, die Zukunft ist nicht viel besser geworden. Ein neuer Krieg droht, und die Frage „Was sollen wir tun“ bedrängt uns unaufhörlich. Welche Grenze gilt es jetzt zu sprengen, welche Herzen finden sich jetzt? — das ist der ernste Nachklang, den das Stück hinterläßt.

Walter Bauer hat in einfacher Sprache klare Dialoge geformt, ohne Längen, ohne Verzerrung, und immer ist die Diskussion eingebettet in den Fluß reiner Empfindungen. Vor allem Elisabeth Wagner fand diese Synthese als junge Frau, ihrschlichtes Spiel mit geringstem Aufwand an Effekten erfüllte den kleinen Saal mit packender Atmosphäre. Eine Leistung, die selbst unter der scharfen Lupe des dicht herangerückten Publikums nichts an Echtheit verlor. Werner Hanfgarn als französischer Offizier, beherrscht und sicher, getragen vom Stolz auf seine Nation, fand genau den Ton, den die französische Musik macht: jenen manchmal befremdenden Klang, der gemischt ist aus urbanem Denken und heftigem Nationalismus. Hier im Spiel wenigstens wurde bei dieser Rolle der Schmerz eines wunden Punktes spürbar. Außermenschliche Vorbehalte überschatteten bis zuletzt den menschlichen Kern, und man fragte sich: war das rückhaltlose Entgegenkommen des deutschen Landsers nicht ein Opfer für den Wind? Heinz Braß als dieser Deutsche legte alle scheinbare Wurschtigkeit in sein Spiel, deren ein illusionsloser Marschierer fähig jst. Dann aber warmherzige Teilnahme im rechten Moment, tiefes Verstehen und höchstes Verantwortungsbewußtsein ohne Pathos. Hertha Genzmer (Wiesbaden) als Gast spielte ergreifend die deutsche Mutter, die an den Sieg glaubt und nur widerwillig dem Weg der jungen Frau folgt. Ein Schicksal zwischen zwei Fronten, unser Schicksal. Günter Pfeiffer.

Neue Filme in Darmstadt

THALIA: „So grün war mein Tai.“ Ort der Handlung ist ein Bergarbeiterdorf in einem romantischen Tal in der englischen Grafschaft Wales. Seit eh und je arbeiteten die Männer im Kohlenbergwerk, das wie selbstverständlich der Landschaft zugehörig schien. Bis dann etwas Neues, Fremdes das Dorf berührt: Preissenkungen, Entlassungen, Rationalisierungen, Hunger; und dagegen die Gründung von Gewerkschaften, Streiks. Das Ruhelose der Zivilisation war eingebrochen in die Stille des Tals.

Der Film bringt alle diese Vorgänge im Spiegel des Schicksals einer Bergarbeiterfamilie. Dieser kleine Kreis ist liebevoll gezeichnet und treffend gespielt. Eine innige Herzenswärme strahlt von hier aus, die an Freud und Leid teilnehmen läßt. Der Vater Donald Crips. die Mutter Sara Allgood, der kleine Roddy McDovell, das Nesthäkchen der Familie, die Schwester Maureen O’Hara, der im Leben stehende Geistliche Walter Pidgeon, die vier Söhne, sie alle sind Gestalten aus Fleisch und Blut, einfache Leute, aber Persönlichkeiten. Die Regie von John Ford hielt sich von jeder auf gepulverten Dramatik fern, zog im Register vorsichtig leichte Moll-Töne, fing sich einschleichende Rührseligkeiten auf und führte zu echter Ergriffenheit, hn

PALAST: „Wolgaschiffer." Dies ist die sehr romantische Liebesgeschichte eines zaristischen Offziers, der einer Intrige zum Opfer fällt, Rang und gesellschaftliche Stellung verliert und nun als Wolgaschiffer seiner verlorenen Liebe nachtrauert. Aber der Regisseur ist einsichtig und beschert in letzter Minute die Geliebte als Wasserleiche. Neue Intrigen kreuzen auf, und zum Schluß wird der wahre Schuldige erkannt, Selbstmord, glückliches Paar in neuer Uniform — Wolga und Sonnenschein. Eine sehr romantische Sache, wie gesagt, und man wundert sich eigentlich nicht, daß das zaristische System in Scherben ging. Die Regie malt mit romantischen Naturalismus, wohlunterstützt durch die Kamera, und Pierre Blanchare als Held zeigt einen bewunderswerten Augenausdruck. Die Naturaufnahmen sind gut und geben ein schönes Bild der russischen Landschaft, nfl

Händels Freiheits-Oratorium ,Judas Maccabãus“

AUFGEFÜHRT DURCH DEN MUSIKVEREIN UND DAS LANDESTHEATER

Das Oratorium „Judas Maccabäus“ ist Händels volkstümlichstes Werk, textlich wie musikalisch. Sinn und Grundidee gelten der Freiheit, einem Thema, das zu jeder Zeit seinen Wert behält, die Menschheit insgesamt angeht. Hauptheld in Judas Maccabäus ist daher das Volk; seine Tatkraft ist in Judas, dem Feldherrn, seine innere Stimme in Simon, dem Priester, Gestalt geworden. Die Chöre tragen demnach auch die Entwicklung des Ganzen. Kein zweites Oratorium Händels ist aus diesem Grunde so arm an Arien mit subjektivem Empfinden und so reich an Soloensembles, in keinem anderen Oratorium sind die Personen so ausschließlich Sprecher des Gesamtempfindens und stehen so sehr im Zeichen großer Ereignisse und gemeinsamer Interessen.

In der Aufführung dieses Oratoriums durch den Musikverein und das Orchester und den Chor des Landestheaters unter Richard Kotz ist die gekürzte Bearbeitung Chrysanders gewählt worden. Das musikalische Schwergewicht bleibt den Chören erhalten, die ihre glanzvolle technische Wiedergabe erfuhren. Der Chor des Musikvereins gewinnt von Mal zu Mal an Klang- und Ausdrucksstärke, an Geschliffenheit der Sprache und präzisierter Stimmigkeit. Ein Verdienst, der besonders der intensiven Chorerziehung von Richard Kotz zuzuschreiben ist. Bedauerlich ist der Mangel an Männerstimmen, die augenblicklich durch die Mitwirkung des Theaterchors aufgefüllt werden. Welcher Männerchor Darmstadts könnte sich entschließen, eine Verbindung mit dem Musikverein für große Chorwerke einzugehen? Eine Aufgabe, die kulturell nicht hoch genug eingeschätzt werden sollte! Fast alle größeren Städte bieten dafür Vorbilder!

Die äblisten: Charlotte Raab (Sopran), Petra Böser (Alt), Franz Köth (Tenor), Willibald Vohla (Bariton) setzten sich technisch für die ungewohnten Partien mit ihrem ganzen' Können ein, gefielen stimmlich sehr gut, trafen aber stilistisch nicht immer den Belcanto der Händelschen Barockmusik. Auch das Stilbild der gesamten Aufführung orientierte Richard Kotz sehr stark auf Bach hin und wurde nicht durchgängig der klanglichen Kantilene dieser Musik gerecht. Dafür zeichnete sich die Wiedergabe durch einen starken barocken Ausdruckspathos aus, der besonders einzelnen Chören in ihrer dramatischen Wucht zugute kam. Das Orchester bewährte sich aufs neue bei den ihm so vielseitig gestellten Aufgaben. Einige Zwistigkeiten im ersten Teil des Werkes unter den Violinen hätten sich vermeiden lassen müssen.

Man muß immer wieder Worte der Anerkennung finden für all das, was an musikalischen Darbietungen in Darmstadt herausgebracht wird. In diesem Bemühen liegt letzten Endes der Erfolg, der den großen Beifall des Publikums immer finden wird. G. I.

Zum Nikolaustag

Scherenschnitt von Hildegard Arndt Isernhagen Holler, holler Rumpelsack — Niklas trug sie huckepack, Weihnachtsnüsse gelb und braun, Runzlig, punzlich anzuschaun. Knackt die Schale, springt der Kern, Weihnachtsnüsse eß ich gern. Komm bald wieder in dies Haus, Guter, alter Nikolaus! Albert Sergei Aus „Weihnachtsbuch“ im Georg- Westermann-Verlag,



BÜCHER die wir uns wünschen

Emil Strauß: „Der Laufen“. Novelle, 60 Seiten, in Pappe, Carl-Hanser-Verlag, München. 1,90 DM. Der Dichter Emil Strauß, wohl bekannt durch seine Novelle „Der Schleier“, schildert in diesem Bändchen inmitten dramatischer Landschaft ein dramatisches Schicksal. Seine Fähigkeit, Menschen von natürlichem Adel und konsequenter, charaktervoller Haltung zu schildern, die ihren idealen Grundsätzen auch in den kleinen Dingen des Alltags „bis in den Tod hinein getreu“ sind, kommt auch hier wieder voll zur Geltung. Der prägnant modellierte und eindrucksvolle, melodische Stil in abgerundeter Form unterstreicht die idealistische Lebensauffassung. Auch dieses Werkchen in bester Form der Novelle, wird wieder seine zahlreichen Freunde finden. etr.

Der SPORT

Bolton Wanderers stoppt Arsenal

Tiefer Schlamm und der für die Jahreszeit übliche Nebel verlangten in England bei den Spielen des letzten Samstags ein Höchstmaß an spielerischem Können. In ihrem Gefolge stellten sich auch dicke Überraschungen ein, von denen die Niederlage Arsenals bei den Bolton Wanderers (0:3) kaum erwartet wurde. Schnelligkeit und konsequentes Decken gaben hier den Ausschlag. Turbulent war der Spielverlauf zwischen Middlesbrough (2. Tabellenplatz) und den Tottenham Hotspurs. Dreimal gingen die Gastgeber in Führung, dreimal gelang den Heißspornen der Ausgleich. Newcastle United hatte Glück, daß es ihnen vier Minuten vor dem Abpfiff gelang, in Manchester mit 2:1 zum Sieg zu kommen. Am Tabellenende genügte das 3:3, das Aston Villa gegen Everton erzielte, um dem Gastgeber vorerst drei Punkte Vorsprung zu gewähren (15:25), während Chelsea, Sheffield. Wednesday und Everton jetzt 12:26 bzw. 12:28 Punkte aufweisen.

Schwergewicht in Lüttich

Der FC Lüttich scheint in Belgien das Kennen machen zu wollen. Der 3:2-Erfolg gegen Sporting Charleroi war zwar schwer erkämpft, bewirkte aber, daß die Männer aus dem Osten mit 20:6 Punkten die Tabellenspitze behalten, zumal Racing Brüssel überraschend hoch (1:4) dem Tilleur FC die Punkte überließ und nun 18:8 Punkte aufweist. Der SC Anderiecht wahrte seine Rechte (17:9 Punkte) durch ein 3:0 über FC Antwerpen.

Le Havre pausierte — Reims an der Spitze

Die Tabellenführung wechselt in Frankreich nach jedem Spieltag. Vier Mannschaften liegen im Augenblick aussichtsreich im Rennen, doch dürfte Racing Straßburg (0:1 gegen Stade Reims) bald im Mittelfeld untergetaucht sein. Der Sieger dieses wichtigen Treffens hat nun 20:12 Punkte, während Le Havre bei 19:11 verblieb. Olympi.ue Lille spielte gegen Nancy torlos und folgt mit 19:13 Punkten, die jetzt auch Straßburg auf sich vereinigt.

Für Internaziongle schon gelaufen?

Der Vorsprung der Mailänder vergrößert sich in Italien. Während Internazionale (23:3) über Juventus Turin mit 3:0 erfolgreich blieb, kam der FC Mailand nach einem schwer erkämpften 4:3 in Triest bei 20:6 Punkten auf den zweiten Platz, den bisher Juventus besaß (19:7). Como schob sich durch ein wertvolles Tor (1:0 über Padua) mit 16:10 Punkten auf den vierten Tabellenplatz vor.

Rapid schießt fleißig Tore

Alle' Vereine der Spitzengruppe kamen in Österreich zu klaren Erfolgen. Rapid erzwang in Wiener Neustadt ein 5:2, Wacker behielt mit 4:1 über Vienna die Oberhand, der FC Wien schlug Sturm Graz mit 3:1 und Austria holte sich mit 4:2 von Admira die Punkte. Die Tabellenspitze: Rapid 19, Wacker 16, FC Wien 15 und Austria 14 Punkte.

Schafft es Fränkisch-Crumbach?

Die Spiele der unteren Handballklassen

Urberach—Fränk.-Crumbach 4:6 (3:2), Langen—Kirch-Brombach 8:5 (3:3).

In Urberach konnte sich der Taoenentunrer Kränk -Crumbach für seine Vorrunden-Niederrevanchieren und behält mit diesem Sieg tneh weiterhin die Tabellenspitze. Das Spiel dieser beiden gleichwertigen Gegner litt stark nnter den schlechten Platzverhältnissen. In der ersten Halbzeit hatte Urberach leichte Vorteile, rinrh der Gästetorhüter war in guter Form. In der zweiten Halbzeit kam Fränk.-Crumbach anf und konnte in den letzten 10 Minuten die entscheidenden Tore erzielen. Bei den Einheimischen gefiel der Torhüter gut, während bei Kränk -Crumbach sich die gesamte Mannschaft fphr einsatzfreudig zeigte. In Langen war Kirch-Brombach in der ersten Halbzeit ein durchaus gleichwertiger Gegner, mußte sich aber in der 2. Halbzeit dem besseren Spiel des Caners beugen. Die Langener Mannschaft «■heint »ich wieder gefunden zu haben, wie dio letzten Ergebnisse erkennen lassen. drn Groß-Bieberau trat der Tabellenletzte Reichelsheim nicht zum fälligen Rückspiel an.

Kreisklasse Darmstadt

Gruppe I: Sp 98 Darmstadt Jun. gegen Bessungen 4:6, Hahn—Roßdorf 14:1, Oberramstadt—TG 75 Darmstadt 3:4.

Auf dem Vorfeld des Hochschulstadions zeigten sich die Bessunger Handballer stark verbessert gegenüber der Vorrunde und siegten verdient. — In Hahn konnten die Einheimischen gegen den Tabellenletzten ein hohes Torergebnis erzielen. — Eine kleine Ucberraschung gab es in Oberramstadt, wo die 75er sich für ihre Vorrundenniederlage gegen den Tabellenzweiten revanchierten. — Das Spiel des Tabellenführers Arheilgen in Oberramstadt mußte wegen Unbesplelbarkeit des Platzes ausfallen. (A-Jgd. Arheilgen—TV Langen 12:2, B-Jgd. Arheilgen—lll. Jgd. 98 Darmstadt 1:12). -ei-

Kreisklasse Bergstraße

Daß Bonsweiher beim Herbstmeister Heppenheim mit 17:1 eingehen würde, konnten nur Verwegene ahnen. Die KreiSstädter spielen sich von Sonntag zu Sonntag in eine bessere Form, so daß nahezu Klassenunterschied erkenntlich wurde. — Ober-Mumbach hatte den Zweiten, Kirschhausen, zu Gast. Man bekriegte sich lange Zeit hindurch heftig. Erst Im letzten Viertel vermochten die Gäste die durch den schweren Platz vorzeitig müde gewordenen Mumbacher kräftiger auszuspielen. — Krumbach lieferte in Auerbach eine bemerkenswert zähe Partie, die mit viel Glück für die Odenwälder nach ständigem Führungswechsel 9:9 endete. Ein knapper Sieg der Platzherren hätte dem Spielverlauf eher entsprochen. — Auch in Erbach teilte man sich (6:6) mit Zwingenberg diesmal die Punkte. Es wurde handballtechnisch nicht sonderlich viel geboten; dafür sahen die relativ zahlreichen Zuschauer ein beiderseits großes Laufpensum und viel Einsatz. — Einhausen fertigte die Gäste aus Siedelsbrunn klarer ab, als es das 7:3 vermuten läßt. Im Feldspiel beherrschten die Riedleute ihren Gegner vom Anpfiff weg klar; lediglich beim Torwurf verzettelte man sich häufig, (ni)

Kreisklasse Dieburg

Die wohl wichtigste Entscheidung in der Gruppe II fiel (wieder einmal mehr) am grünen Tisch. Die Turnerschaft Ober-Roden erhält demnach, ihrem Protest zu Folge, die Punkte aus dem am 3. September bei dem SV 45 Reinheim 10:6 verlorenen Spiel. Wie wir erfahren, liegen noch verschiedene ähnlich gelagerten Fälle vor, so daß es evtl, noch Aenderungen im Tabellenbild geben kann. Im Interesse des Handballsportes im Kreis Dieburg, der einen gerade nicht glücklichen Weg eingeschlagen hat, wäre es zu wünschen, daß endlich einmal auf einer Vereinsvertretersitzung alle diesbezüglichen Fragen geklärt würden, damit die Vereine mit vollem Vertrauen ihre restlichen Verbandsspiele absolvieren könnten. -ff-

Unser Tip tür Toto-West / Hessen-Toto

t Alem Aachen — Preußen Münster 1(0) o Qnrtfr Katernb. — Fortuna Düsseld. 0 (1) q Turnv Eimsbüttel — VfL Osnabrück 1 (0) t Kickers Offenbach — Spvgg Fürth 1(1) * cchweinfurt 05 — VfR Mannheim 1 (1) 2 Meidericher SpV—Arminia Bielefeld 1 (1) 7 Hombruch 09 - Westfalia Herne 2 (2) a Raver Leverkusen-VfL Benrath 0(1) o ronc Hamburg - Göttingen 05 1 (1) m pk Pirmasens —TuS Neuendorf 1(1) snvsg Waldhof-VfL Neckarau 0(1) i 9 Ravern Hof —Kickers Stuttgart 1(1) iQ i FC Köln —RW Oberhausen 1 (1) 14 Schalke 04 - Rheydter SV 1 (1)

Short in Kürze

Bei einem Gerätewettkampf in Ober-Roden siegte die TG Jügesheim mit 358,3 Punkten vor der Tschft. Ober-Roden mit 357,7 und TG Nieder-Roden mit 338,4 Punkten. Bester Einzelturner war Jakob Büchinger (TG Nieder-Roden) mit 56,1 vor Franz Merget 55,7, Josef Merget 55,2 (beide Ober-Roden) und Anton Sauer 52 (Jügesheim). -gi-

In der Bessunger Knabenschule waren bei der ersten Lehrstunde für Altersturnen eine stattliche Zahl von „Alten Herren“ vertreten, ein Beweis dafür, daß man wieder gewillt ist, diesen Zweig des deutschen Turnens in den Vereinen weit mehr zu pflegen. Kreismänner- und Altersturnwart Wilhelm Kunz, Darmstadt, machte erst einmal warm und dann ging man an die vorgesehenen Uebungen für das Alterstreffen heran. Die Ausschreibungen werden den säumigen Vereinen bald zugehen, damit in den Wintermonaten die Arbeit beginnen kann. Ueber den Termin und den Ort war man sich noch nicht einig, doch dürfte auch für diese Altersgruppen das Kreis-Turn. und Sportfest in Arheilgen in Frage kommen.

Beim Gerätewettkampf der Turnerinnen in Weiterstadt siegte die SKG Büttelborn mit 217,5 Punkten vor SG Weiterstadt 210,5, Tv Warfeiden 207 und Tv Büttelborn 202,5. Die besten Einzelturnerinnen waren Anneliese Rühl und Gretel Barthel von der SKG Büttelborn mit 50,5 Punkten. -H-

Statt Pirxmasens jetzt München

Schwimmländerkampf Deutschland gegen Österreich

Der in Duisburg tagende Vorstand des Deutschen Schwimm-Verbandes beschäftigte sich auch mit der Absage des Schwimm-Länderkampfes Süddeutschland — Österreich durch den SV Blau-Weiß Pirmasens. Ein Telefongespräch mit den verantwortlichen süddeutschen Stellen brachte die verfahrene Angelegenheit wieder in Gang. Der Länderkampf wird also wie vorgesehen am 9. und 10. Dezember stattfinden, aber nicht in Pirmasens sondern in München.

Bayerns Schwimmer gewannen

Der zweitägige Schwimmkampf zwischen Württemberg. Baden und Bayern brachte in Reutlingen in der Gesamtwertung mit 180 P. einen klaren Sieg für die Bayern. Württemberg belegte mit 123,5 P. vor Baden (91,5 P.) den zweiten Platz. Im Blickpunkt der beiden Tage standen die hervorragenden Butterfly-Zeiten von Europameister Herbert Klein (München), der über 100 m 1:07,8 erreichte und die 200 m in seiner jüngsten Europarekordzelt von 2:3t,8 zurücklegte. Auch im Wasserball blieben die Bayern ohne Niederlage.

Spannende Kämpfe im Basketball

Basketball-Oberliga BO Darmstadt —MTV Gießen 25:25

In der Arheiiger Turnhalle standen sich am Samstagabend der MTV Gießen und der BC Darmstadt gegenüber. Es war ein spannender Kampf, der gegen Ende immer dramatischer wurde. Sofort bei Beginn der 2. Halbzeit drückten die BCD-Spieler den Gegner in die Verteidigung. Pausenlose Angriffe wirbelten den Gegner durcheinander. Aber trotz alledem, konnte die Gießener Verteidigung nicht ganz aufgerissen werden und nur sehr langsam verringerte der Club den Vorsprung. Drei Minuten vor Schluß lautete das Ergebnis 25:19 für die Nordhessen. Erst 30 Sekunden vor Schluß fällt der ausgleichende Korb. Laut Regel muß nun das Spiel verlängert werden, aber der MTV Gießen bricht das Spiel ab und überläßt sö beide Punkte dem BC Darmstadt. dt

BO Darmstadt —Karllsruhe 37:28 (10:11)

Der BC Karlsruhe hatte über weite Strecken weit mehr vom Spiel, verstand es aber nicht, sich einen genügenden Vorsprung herauszuholen. So trennte man sich zur Halbzeit mit einer knappen ll:10 -Führung von Karlsruhe. Mit Wiederbeginn, legten die Darmstädter einen flotten Zwischenspurt ein und errangen durch schöne Kombinationen in kurzer Zeit 4 Körbe. Karlsruhe stoppte aber den Spurt ab und das Spiel wurde wieder ausgeglichener. Aber bei ungefähr nur noch 10 Minuten Spielzeit versuchte die Clubmannschaft einen zweiten Sturm auf den gegnerischen Korb. Es gelang ihr das Mannschaftsgefüge vollständig auseinanderzureißen und der Erfolg lag greifbar nahe, da verlangte der Darmstädter Betreuer der Mannschaft eine Auszeit. Dies wäre so beinahe noch die Niederlage für die Heiner geworden, da sie selbst dem Gegner Zeit gaben,, seine Mannschaft neu zu ordnen.

Basketball-Landesliga

Roßdorfs Frauenmannschaft erfolgreich

Das Spielprogramm der Basket-Landesliga wurde am Wochenende mit 4 Begegnungen fortgesetzt.

Im Vordergrund stand das Zusammentreffen der Frauenmannschaften SKG Roßdorf und MTV Gießen. Das Spiel fand in der Schulturnhalle Darmstadt - Arheilgen statt, da den Roßdorfern keine geeignete Halle zur Austragung ihrer Heimspiele zur Verfügung steht. Von Beginn an stellte sich heraus, daß die Nordhessen gegen die z. Z. in guter Form spielenden Roßdorfer Mädel nichts auszurichten vermochten. Das wesentlich bessere Zuspiel und die weitaus größere Korbsicherheit entschieden dieses Spiel zu Gunsten Roßdorfs, das jetzt auch nach drei Punktkämpfen ungeschlagen ist und miit 67:38 Körben und 6:0 Punkten vor dem Vorjahrsmeister TV Heppenheim (69:62 Körbe und 4:2 Punkte) die Tabellenspitze hält.

Im Spiel der Jugend gewann der MTV Gießen nach einem 0:6-Halbzeitrückstand noch 18:14. Roßdorf hatte es in der Hand, noch vor der Pause einen entscheidenden Vorsprung zu schaffen, doch zahlreiche gute Gelegenheiten wurden vergeben. Nach Seitenwechsel waren die schnellen Gießener ohne Zweifel die bessere Mannschaft und gewannen verdient 18:'14. Der TV Heppenheim und der MTV Gießen stehen jetzt mit je 2:0 Punkten an der Tabellenspitze, während Roßdorf mit 0:4 Punkten kaum noch entscheidend in die Meisterschaft eingreifen dürfte.

Bei den Männermannschaften sind in der Südgruppe alle Begegnungen der Vorrunde mit Ausnahme des entscheidenden Spiels BC Frankfurt gegen SKG Roßdorf abgeschlossen. Roßdorf führt mit 6:0 Punkten und 224:71 Körben vor dem BC Frankfurt mit der gleichen Punktzahl und 147:99 Körben. Dritter ist der TV Heppenheim (4:4 Punkte), gefolgt vom TSV 1875 Bonam.es (2:6 Punkte). Das Schlußlicht bildet der TV Offenbach (0:8 Punkte).

Schon am Donnerstag standen sich der BC Frankfurt und der TV Offenbach gegenüber. Die favorisierten Frankfurter hatten zunächst nicht ihre stärkste Mannschaft eingesetzt. So konnte Offenbach anfänglich durch gute Korbschüsse von Dieter Kunigkeit einen 10:6-Vorsprung herausholen. Aber schon beim Seitenwechsel lag der BCF mit 18:15 vorn, um schließlich mit 59:34 Körben noch klarer Sieger zu bleiben.

Einen überraschenden Heppenheimer Sieg gab es am Samstagabend in der Stadthalle gegen den TSV 1875 Bonameis, dem man im Spiel gegen den Turnverein die größeren Siegeschancen eingeräumt hatte. Doch die Heppenheimer fanden sich schon von Anfang an weitaus besser zusammen und bezwangen die Frankfurter verdient mit 35:26 Körben. -er- *

Am 9. Dezember 1950 findet der beliebte Nikolaus-Abend der Fußball-Abteilung der SSG Langen im Saalbau „Zum Lämmchen“ statt. Am Nachmittag wird den Kindern beschert, und die Abendveranstaltung dient zur Unterhaltung der Aktiven.

Walter Lohmann (Bochum) wird am 14. Januar 1951 erneut im Pariser Wintersportpalast an den Start gehen. Über die freundliche Aufnahme anläßlich seines Sieges am vergangenen Sonntag erklärte sich Lohmann sehr beeindruckt.

Drei deutsche Paare

Die vierte Nacht des 33. Berliner Sechstagerennens stand im Zeichen zweier großer Tagden, die zu einer Zerreißprobe für die Fahrer wurden. Das erste Opfer dieser Nacht war die Berliner Mannschaft Bunzel/ Jährling, die nach 71 Stunden mit 25 Verlustrunden und der höchsten Punktzahl (240) das Rennen aufgaben. Gleich darauf setzten die Positionskämpfe mit großer Heftigkeit erneut ein. um bis in die dritte Morgenstunde des Dienstags hinein anzuhalten. Nach dreistündigem Jagen hatte sich das Feld so dicht zusammengeschoben, daß sieben Mannschaften auf gleicher Höhe lagen.

Der Dienstagnachmittag verlief ruhig. Trotz der lebhaften Anfeuerungsrufe zeigten die Fahrer nur wenig Lust, in Jagden auf Rundengewinne auszugehen. Die an der Spitze liegenden in- und ausländischen Paare bewachten sich gegenseitig. Lediglich die beiden Holländer Vooren/Lakemann konnten zwei Runden auf holen.

Verwaiste Wiege des Odenwaldklubs

Bürgermeister Volk ruft zur Neugründung einer Erbacher Ortsgruppe auf

Erbach, (ch). Die Wiege der Wanderbewegung des Odenivaldes ist in der Kreisstadt Erbach zu suchen, wo im Jahre 1882 der Odenwaldklub gegründet wurde. Welch erfreulichen Auftrieb die von Erbach ausgegangene Wanderbewegung des Odenwaldklubs genommen hat, beweist die Tatsache, daß er heute bereits 99 Ortsgruppen in ganz Südhessen und Baden besitzt.

Nur die Ortsgruppe des Gründungsortes fehlt in dieser Liste. Der Odenwaldklub hat im Jähre 1932 sein goldenes Jubiläum in Erbach gefeiert und beabsichtigt, auch die 70-Jahr-Feier im Jahre 1952 in seiner Gründungsstadt zu begehen. Dazu ist selbstverständlich die Wiederbelebung der Erbacher Ortsgruppe eine unerläßliche Voraussetzung.

Bürgermeister Volk hat sich aus diesem Grunde der Aufgabe unterzogen, die zur Neugründung der Ortsgruppe Erbach erforderlichen Schritte einzuleiten. Es geht hierbei auch um das Prestige der Kreisstadt, die als Fremdenverkehrsgemeinde heute einen besonders guten Ruf besitzt. Zwar wurde bereits im Frühjahr dieses Jahres der Versuch unternommen, unter Vorsitz von Amtsgerichtsrat H. Kitz, Erbach, wieder eine Odenwaldklubortsgruppe zu bilden; bisher haben sich aber nur sehr wenige der alten und neuen Wanderfreunde zusammengefunden. Bürgermeister Volk wendet sich deshalb mit der Bitte an alle Wanderfreunde des Odenwaldes. sich zur Neugründung der Ortsgruppe Erbach des Odenwaldklubs am Samstag, 9. Dezember. um 20 Uhr im Saal des Erbacher Feuerwehrhauses einzufinden. Landesforstmeister Dr. Hesse und andere Mitglieder des Hauptausschusses vom OWK werden bei dieser Versammlung das Wort ergreifen. ch.

Die alte Geschichte

Zimmerbrand durch Bügeleisen

Zell. (ch). Im Eisenbahnwohnhaus in der Bad Königerstraße wurde in der Wohnung der Familie M a h 1 a durch ein elektrisches Bügeleisen, das vergessen wurde auszuschalten, ein Zimmerbrand verursacht. Freiwillige Feuerwehr und die Betriebsfeuerwehr der Metallwarenfabrik Maul mußten eingreifen, um größeren Schaden zu verhüten.

Veber die Hälfte blieb stehen

Beerfelden (ch). Der Dezember-Schweinemarkt war am Montag mit 72 Ferkeln und Läufern beschickt. Für Sechswochenferkel wurden bis zu 35 DM, für Zehnwochenferkel bis zu 50 DM bezahlt. Die Preise für Läufer lagen je nach Qualität und Schwere zwischen 70 und 120 DM. Bei sehr schleppendem Geschäft blieb über die Hälfte des Auftriebs stehen.

Schachttaufe am Barbaratag

Bensheim-Auerbach, (HB) Am Tag der hl. Barbara, der Schutzpatronin des Bergbaues, wurde im Marmor- und Kalkwerk im Rahmen einer Betriebsfeier an der die gesamte Belegschaft teilnahm, ein neuer Schacht getauft. Er erhielt den Namen Karlschacht.

Jugend spielt für Jugend

Ober-Modau, (wu) Die Ortsgruppe des Kreisverbandes der Heimatvertriebenen veranstaltet unter dem Motto „Jugend spielt für Jugend“ für alle Kinder der Gemeinde am Samstag, dem 9. Dezember, um 16 Uhr im Gasthaus „Zum goldenen Hahn“ eine Nikolausfeier. Das Programm sieht u. a. die Mitwirkung der Spielgruppe der Ortsgruppe Ober - Ramstadt und des Klassenchörs der Volksschule unter Leitung von Lehrer Sauer vor. Für die Klemen sind besondere Ueberraschungen geplant.

Messel, (es) — In der letzten Sitzung des Finanz- und Wohlfahrtsausschusses wurde eine größere Anzahl von Anträgen auf Weihnächte- und Winterbeihilfe behandelt.

Volksbildungswerk im Aufbau

Babenhausen. (RG) — Am kommenden Montag soll der Bund für Volksbildung aus der Taufe gehoben werden. Die Bestrebungen zur Gründung dieser kulturellen Arbeitsgemeinschaft sind schon seit einiger Zeit durch einen vorläufigen Ausschuß im Gang. Das Winterprogramm, das vornehmlich im Festsaal des alten Schlosses durchgeführt werden soll, liegt in seinen großen Zügen bereits fest. Neben Vortragsreihen allgemeiner und berufsbildender Art sind zahlreiche Abendveranstaltungen vorgesehen, wie u. a. Kammerkonzerte, Heimatabende mit Vorträgen und entsprechender gesanglicher und tänzerischer Umrahmung. So soll beispielsweise bei dem Sudetenabend eine ostvertriebene Singgruppe mitwirken, den „Darmstädter Abend“ werden Szenen aus Ernst Elias Niedergalls „Datterich“ und Mundartdichtungen umrahmen.

Liederabend in Gundershausen

Gundernhausen. (bn) Die Gesangsabteilung des Gesang- und Sportvereins veranstaltete am vergangenen Wochenende in der Sporthalle einen Liederabend, bei dem als Gastverein die Gesangsabteilung des Gesang- und Sportvereins Ueberau mitwirkte. Solist des Abends war der Tenor Georg Koop, Landestheater Darmstadt.

Die von beiden Vereinen zu Gehör gebrachten Chöre wiesen ein beachtliches Können auf, was sich besonders im gemeinsamen Vortrag bemerkbar machte. Die von Georg Koop vorgetragenen Lieder und Arien fanden stürmischen Beifall aller Anwesenden. Am Klavier begleitete ihn mit guter Anpassung Wilhelm Kreisel, Roßdorf, der auch die Leitung beider Männerchöre inne hat. Mit einigen Liedern, begleitet von A. Volk, Gundernhausen, bewies er selbst sein Können als Sänger.

Die Vortragsfolge des Abends war glücklich gewählt, und das diie Sporthalle bis zum letzten Platz füllende Publikum dankte mit herzlichem Beifall.

Hausfrauen seierten Advent

Bensheim (HB). Im Saale des Kolpinghauses veranstaltete am Samstagabend der Hausfrauenverein eine Adventsfeier. Das Programm wurde in harmonischem Zusammenwirken vom Tanzstudio Sieglinde Leonor und Kapelle Bitsch-Knapp sowie von den Geschwistern Klingler, die Klavierstücke vortrugen, bestritten. Der Abend fand den vollen Beifall aller Anwesenden.

Nikolaus beim OWK

Pfungstadt (ler) — Eine stattliche Zahl Klubmitglieder und eine reiche Kinderschar waren am ersten Adventssonntag an einer Nikolauswanderung beteiligt. Der Weg führte vom Friedhof durch die Anlagen der Sandbach bis zum Bahnübergang Eberstadt. Dort bog die Schar nach Süden zur Malcher Tanne ab, wo kurz vor dem Bahnwärterhaus aus dem Dickicht der Nikolaus trat. Stimmungsvoll erklangen die vorweihnachtlichen Lieder und beendeten eine der schönsten Wanderungen des Jahres.

n)ücl tMI Akd . JA J/k 'Ak/Br Aus der Vielzahl der Cigarettentypen und -marken sind nur wenige am Markt geblieben. LlßEßTY^^^^Xyerfreut sich einer ständig wachsenden Beliebtheit. Sie verdankt das der konsequenten Einhaltung des original-amerikanischen Mischungsrezeptes, der 4fachen Mischung aus: VIRGINIA-TABAK "A aus den Staaten Georgia,Carolina,Virginia BURLEY-TABAK aus den Staaten Kentucky und Tenessee MARYLAND-TABAK aus dem Staate Maryland ORIENT-TABAK aus der Türkei und aus Mazedonien.

^/ikeAe^e ^^eum/äv!

Bestattungen am Mittwoch, dem 6. Dezember 1950 Beerdigungen: Alter Friedhof 14.30: Blühm, Albert, 38 J., Gundershausen 15.00: Geisel, Heinrich, 81 J., Hohler Weg 22 15.30: Abel, Karl, 40 J., Taunusstraße 43 Bessunger Friedhof 14.30: Gimpel, Wilh., 50 J., Sandbergstr. 38. Amtliche Bekanntmachungen Öffentliche Mahnung. Zur Vermeidung der Zwangsvollstreckung werden jene Arbeitgeber, die mit der Abführung der Beiträge noch im Verzug sind — Beitragsentrichtung bei jeder Lohn- oder Gehaltszahlung beachten —, hiermit ersucht, die Zahlung inner¬ halb von drei Tagen zu leisten. Nach Ablauf dieser Frist wird der gebührenpflichtige Einzug durch die Vollstreckungsstelle veranlaßt. Freiwillige Mitglieder und zusatzversicherte Rentner haben ihre Beiträge für den laufenden Monat bis zum 10. des Monats zu zahlen. Bei Zahlungsverzug: Berechnung von Kosten und bei drei¬ maliger Nichtbezahlung der Beiträge Verlust der Mitgliedschaft. Allgemeine Ortskrankenkasse Darmstadt Versteigerung Ich werde versteigern am 7. Dezember. 10 Uhr, In der Pfand¬ kammer im Amtsgericht: Reiseschroibmagchene „Adler", 2 Schlreibitische. Bücheir¬ gestelle, 150 Bücher verseh., Elektro-Herd „Gea“ mit Back¬ ofen, Handleiterwagen, getr, Herrenanzug (schwarz), deut¬ scher Schäferhund (Rüde, zirka 2'/s Jahre). Wohnzimmer¬ schrank (Esche, hell), 1 Schrank mit diversen Werkzeugen (Tischlerwerkzeugen), 1 Satz (2 Stück) Nut- und Feder- Fräswerkzeuge, verstellbar. Hiltermann, Gerichtsvollzieher (b) Zwangsversteigerung Donnerstag, den 7. Dezember 1950, vorm. 10.15 Uhr, versteigere ich zwangsweise gegen Barzahlung einen Elektroherd. — Zu¬ sammenkunft der Bieter: Ecke Adelung- und Grafenstraße. Hieran anschließend Ecke Riedesel- und Hindenburgstraße diverse Werkzeuge und Maschinenteile um 10.30 Uhr etwa. Darmstadt, den 5. Dezember 1950. Neubert. Gerichtsvollzieher.

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g Hessischer Fechtverein Waisenschutz Am Sonntag, dem 10. Dezember 1950, 14.00 Uhr, findet im Konkordiasaal unsere diesjährige g Kinderbescberung; ’y? unter Mitwirkung des Gesangvereins „Konkordia“ und einer Theatergruppe von St. Elisabeth statt, wozu unsere Mitglieder und Gönner herzlich ein¬ geladen sind. sO Der Vorstand DSmHBmSOBSmK Hiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiimiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitimiiiiimii Die Fundgrube TiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiniiiT

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