Darmstädter Tagblatt 1950


Darmstädter Tagblatt

Darmstädter Tagblatt CHEFREDAKTEUR: ERICH DOMBROWSKI. Verlag: Darmstädter Tagblatt L. C. Wittichö 3 r_n? 3‘a d* • Rheinstraße 23, Telefon 3925. Erscheint täglich außer Sonntag 207. Jahrgang / Nr. 134 Tleueffe 7tadiri<&ten Dienstag, 5. Dezember 1950 Redaktion: Darmstädter Tagblatt L. C. Wittich. Darmstadt, Rheinstraße 23, Tel. 39 25. Bezugspreis: 2,90 DM monatlich zuzüglich 0,40 DM Trägerlohn. Anzeigenpreise: Preisliste Nr. 3 v. 1. 7. 1950. Preis 15 Pfennig *

Gegen„gewaltsames Cinsickern“

Bundesinnenminister Dr. Lehr gibt Errichtung eines Grenzschutzes bekanunt

Drahtbericht unseres Korrespondenten

Da. Bonn, 4. Dezember. Die Bundesregierung hat, wie Bundesinnenminister Dr. Lehr am Montag mitteilte, die Errichtung eines Grenzschutzes beschlossen und einen entsprechenden Gesetzentwurf dem Bundesrat zugeleitet.

Der Grenzschutz wird in den am stärksten gefährdeten Gebieten einen Sicherheitsgürtel bilden. Er soll in der Lage sein, auch ein eventuelles „gewaltsames Einsickern“ zu verhindern. Eine genaue Angabe der voraussichtlichen Stärke des Grenzschutzes lehnte der Minister ab. Er erklärte nur, daß der Grenzschutz „immerhin ein paar tausend Mann stark sein werde“.

Darüber hinaus wird der Bund voraussichtlich demnächst im Wege einer Verfassungsänderung bundeseigene Polizeikräfte für die Aufrechterhaltung und Sicherheit innerhalb der Bundesgrenzen erhalten. Sozialdemokratische Partei und Freie Demokratische Partei haben im Bundestag hierfür mit eigenen Gesetzentwürfen die Initiative ergriffen. Das Bundesinnenministerium hat diese Vorschläge unterstützt und der Abgeordnete der Christlich-Demokratischen Union, Geheimrat Laforet, hat mit einigen Mitgliedern des Ausschusses für innere Verwaltung einen Vermittlungsvorschlag ausgearbeitet, der in Kürze dem Bundestag vorgelegt wird. Inzwischen ist auf der Basis der Vereinbarung zwischen Bund und Ländern in den sieben Bundesländern, die die Vereinbarung unterzeichnet haben, die Aufstellung der Bereitschaftspolizei schon begonnen worden. Nordrhein-Westfalen wird det Vereinbarung in den nächsten Tagen beitreten.

Die ersten Sendungen moderner Waffen für die Bereitschaftspolizei werden Anfang nächsten Jahres in Deutschland ein treffen.

Sechs deutsche Papierfabriken mußten bisher wegen Kohlenmangels die Erzeugung einstellen. Zeitungspapier aus dem Auslande ist nicht zu beschaffen.

Hierdurch sind wir, ebenso wie die anderen Zeitungen, zu unserem größten Bedauern gezwungen, den Umfang unserer Zeitung zu beschränken. Trotz der starken Verteuerung des Papiers hätten wir gern von der — hoffentlich vorübergehenden — Einschränkung abgesehen; aber wir sind hierzu leider nicht in der Lage.

Wir bitten unsere Leser, für die uns aufgezwungene Maßnahme Verständnis zu zeigen. DARMSTÄDTER TAGBLATT.

Fortschritt erzielt

Paris, 4. Dezember, (dpa) Politische Beobachter in Paris vertraten die Ansicht, daß in den Londoner Besprechungen zwischen den Ministerpräsidenten und den Außenministern Großbritanniens und Frankreichs ein merklicher Fortschritt in der Frage der Beteiligung Deutschlands an der westeuropäischen Beteiligung erzielt worden sei.

Peking nennt Bedingungen

Neuyork, 4. Dezember, (dpa) Bei dem Essen, das der Leiter der indischen Delegation bei den Vereinten Nationen, Sir Benegal Rau, in Neuyork für die Abordnung der chinesischen Volksrepublik gab, sollen die Bedingungen Pekings für eine friedliche Beilegung des Korea-Konflikts zum erstenmal erörtert worden sein. Zu diesen Bedingungen gehören in erster Linie: die Aufnahme der chinesischen Volksrepublik in die Vereinten Nationen und die Anerkennung ihres Anspruchs auf Formosa.

Ätna speit neue Lava

Catania, 4. Dezember, (dpa) Der Ätna ist noch nicht zur Ruhe gekommen. Mehrere am Abhang liegende Ortschaften, besonders das Dorf Milo, sind unmittelbar bedroht. Die fünf Meter hohe, brodelnde Lavamasse ist bis auf zwei Kilometer an Milo herangekommen.

Erst zum 1. April?

Die Frage der Steuererhebungen

Hi. Die geplante Erhöhung der Umsatzsteuer um vermutlich 1 Prozent sowie der Wegfall von Vergünstigungen des Einkommensteuergesetzes werden nach Meinung finanzpolitischer Bonner Kreise vermutlich erst zum 1. April 1951 wirksam werden können, weil die entsprechenden Vorlagen nach ihrer Ausarbeitung erst von den gesetzgebenden Körperschaften verabschiedet werden müssen. (Näheres siehe Wirtschaftsteil.)

Ziviler Luftschutz notwendig

Auch füt Westdeutschland ein Problem der Sicherheit

Drahtbericht unseres Korrespondenten

Da Bonn, 4. Dezember. (Eigener Drahtbericht) Im Bundesinnenministerium ist ein Luftschutzreferat eingerichtet worden, das mit Baurat Schick einen auf dem Gebiete des Luftschutzes besonders erfahrenen Leiter erhalten hat. Die Errichtung oder die Erhaltung von Luftschutzbunkern stellt keinen effektiven Luftschutz dar. Entscheidend ist die Fräse ob es der Bundesrepublik so schnell wie möglich erlaubt wird, eine zivile Luftschutzorganisation mit einem modernen Funkmeßdienst zu SCDaefrferivile Luftschutz einschließlich des Funkmeßdienstes würde nicht von den westlichen Divisionen oder überhaupt von Säi™en Verbänden übernommen werden- AUe Staaten setzen hierfür Zivilisten ein. Deutschland benötigte auf dem Höhepunkt des Luftschutzes rund drei hunderttausend Personen. Gerade wenn man annimmt, daß statt mit Bombeneinsatz mit dem Einsatz von ferngesteuerten Raketen zu rechnen wäre, weil die Luftüberlegenheit der Westalliierten und die Fortentwicklung der Flakraketenbatterien etwas anderes nicht Anlassen, kann die Sicherheit eines Landes ohne einen mit modernsten Geraten opschaffenen Funkmeßschirm nicht ge-SSt werden. Ein solcher Schirm würde trotz der Unberechenbarkeit eines V-Waffenbeschusses die Organisation einer Laftwarnung ermöglichen und außerdem würde mit seiner Hilfe auch Xe wirkungsvolle Bekämpfung der V-Waffen selbst möglich sein. Die Frage, inwieweit die Bundesrepublik auf diesem Gebiet die notwendigen Freiheiten erhält und Unterstützung, um den in Deutschland eingetretenen Rückstand aufzuholen, stellt ein Kernproblem der deutschen Sicherheit dar.

SrfjttntrtdKt fordert

Bonn, 4. Dezember, (dpa) Zu der Ankündigung Dr. Adenauers, daß der Bun¬ destag bei einem Nein der SPD auch ohne sie über Schuman-Plan und Verteidigungsbeitrag beschließen werde, erklärte der SPD-Vorsitzende Dr. Schumacher am Montag in Bonn, daß das deutsche Volk selbst entscheiden solle, welche Politik und welche Methoden es für richtig und notwendig hält. Aus diesem Grunde verlange die SPD Neuwahlen.

In Großbritannien herrscht zur Zeit die größte Kältewelle seit Januar.

Verteidigungslinie vor Söul?

Geordneter Rückzug der Truppen Mac Arthurs in Korea

Söul, 4. Dezember, (dpa/AP.) Die Truppen der Vereinten Nationen in Korea haben am Montag an allen Frontabschnitten ihren Rückzug fortgesetzt. Der Fall von Pyöngyang wird stündlich erwartet. Rotchinesische Vorausabteilungen stehen vor den Toren der Stadt. Der Rückzug der Truppen Mac Arthurs aus Pyöngyang erfolgte in voller Ordnung und unter Mitnahme des gesamten Kriegsmaterials, soweit es vorher nicht zerstört worden war.

Generalleutnant Walker leitet selbst die Absetzbewegungen der Streitkräfte der Vereinten Nationen. In den letzten beiden Tagen haben die Rotchinesen der zurückweichenden 8. Armee keine entscheidenden Schläge zufügen können. Die einzige Möglichkeit, die sich General Walker zu bieten scheint, ist die, seine Truppen möglichst auf Kampfstärke zu halten und eine Linie ausfindig zu machen, auf der er einen hinhaltenden Widerstand aufbauen kann. Frontkorrespondenten melden, daß für diesen Zweck ein weiter Halbkreis um Söul und I n c h o n herum geeignet erscheine.

Es habe nicht den Anschein, als ob genügend Truppen der Vereinten Nationen in Korea seien, um eine Widerstandslinie quer durch die Halbinsel zu errichten.

Von Söul aus würden die Luftstreitkräfte der Amerikaner eine ausgezeichnete Gelegenheit haben, die verlängerten Anmarsch- und Nachschubwege der Kommunisten zu bombardieren.

Die alliierten Luftstreitkräfte greifen in rollenden Einsätzen in die Kämpfe in Nordwest- und Nordost-Korea ein. Südlich des Changjin-Stausees wird versucht, durch den laufenden Einsatz von „fliegenden Festungen“ die dort eingeschlossenen amerikanischen Truppen herauszusprengen.

An der Westküste Nord-Koreas sind starke britische Flotteneinheiten eingesetzt. Sie sollen verhindern, daß von den Kommunisten Verstärkungen für die Kämpfe in Korea auf dem Seewege herangebracht werden.

Die Korea-Frage

Sie soll vor die Vollversammlung

Flushing Meadows, 4. Dezember. (AP.) Die Vereinigten Staaten und fünf andere Länder haben am Montag offiziell die Vollversammlung der Vereinten Nationen ersucht, sich schnellstens mit der Intervention des kommunistischen Chinas in Korea zu befassen.

Erneutes Treffen Wu-Raun

Neuyork, 4. Dezember, (dpa) Der Leiter der rotchinesischen Delegation, General Wu, wurde von dem indischen Delegierten Rau empfangen. Rau, der als wichtiges Bindeglied für Verhandlungen zwischen den Westmächten und Peking gilt, traf damit zum drittenmal mit dem chinesischen Delegationsführer zusammen.

SPD verliert absolute Mehrheit

Starke Zunahme der bürgerlichen Parteien in Berlin

Berlin, 4. Dez. (AP.) 90,4 Prozent aller stimmberechtigten West-Berliner sind zu den Wahlurnen gegangen.

Sie haben der kommunistischen Sozialistischen Einheitspartei eine eindeutige

Wahlberechtigt abgegebene Stimmen gültig ungültig Sozialdemokratische Partei .... Christlich-Demokratische Union . . Freie Demokratische Partei . . . ■ Konservative Partei ....... Deutsche Partei Bund der Heimatvertriebenen . . . Unabhängige Sozialisten Freie Soziale Union

Die Sozialdemokratische Partei hat gegenüber den Wahlen von 1948 rund 26 % ihrer Stimmen eingebüßt, während die CDU ihre Stimmen um 40% und die FDP um 57% vermehrten.

In der letzten Berliner Stadtverordnetenversammlung, in der 119 Abgeordnetensitze vergeben waren, nahm die SPD 76, die CDU 26 und die FDP 17 Mandate ein. Die genaue Zahl der jetzt auf die drei Antwort auf die Aufforderung zum Wahlboykott gegeben.

Das Wahlergebnis im einzelnen (in Klammern das vom 5. Dezember 1948):

1664091 (1586461) 1504 414 (1369 492) ( = 90,4% gegen 86,3%) 1463 740 (1331270) 40 674 (38222) = 2,7% 633 974 (44,7%) (858461 = 64,5%) 360 829 (24,6%) (258 664 = 19,4%) 337477 (23%) (214145 = 16,1%) 11951 (0,8%) neue Partei 53 741 (3,7%) neue Partei 31876 (2,2%) neue Partei 9 744 (0,7%) neue Partei 4148 (0,3%) neue Partei

Parteien entfallenden Sitze ist noch nicht bekannt.

Bundeskanzler Dr. Adenauer erklärte am Montag zu dem Ergebnis der Berliner Wahlen, der Wahlerfolg der Bonner Koalitionsparteien sei ein klares Zeugnis für die Bejahung der von der Bundesregierung verfolgten Politik. Die Wahl ermutige die Bundesregierung, ihren bisherigen innen- und außenpolitischen Kurs fortzusetzen.

Berlin

*** Der Berliner Wahlkampf ist von den bürgerlichen Parteien mit dem Ziel geführt worden, die seit Jahren bestehende absolute Mehrheit der Sozialdemokraten zu brechen. Bei einer Wahlbeteiligung, die mit 90,4 Prozent um rund acht Prozent höher lag. als bei der letzten Wahl 1948, sind die Sozialdemokraten von 64,5 Prozent der Stimmen auf 44,7 Prozent zurückgegangen. Die Christlichen Demokraten haben dagegen einen Zuwachs von 19,4 Prozent auf 24,6 Prozent und die Freien Demokraten von 16,1 auf 23,0 Prozent zu verzeichnen. Daraus ergibt sich die Tatsache, daß Berlin in Zukunft von einer Koalition geführt werden muß, die voraussichtlich in der Berliner Verwaltung erhebliche Änderungen vornehmen wird. Von bester Vorbedeutung für eine Koalition ist es, daß nach einem außerordentlich scharfen Wahlkampf Oberbürgermeister Reuter (SPD) und Bürgermeister Friedensburg (CDU) sich nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses vor den Fotografen und Kameramännern die Hände reichten.

Als weiteres wesentliches Ergebnis der Berliner Wahlen muß man die erneute Absage West-Berlins an die Kommunisten bezeichnen. Diese hatten die Parole ausgegeben: „Meidet die Panzerwahlen wie die Pest“. Jeden Rückgang der Wahlbeteiligungs-Ziffern hätten sie als ihren Erfolg gebucht. Statt dessen war die Wahlbeteiligung höher denn je. Damit ist auch der Moskauer Rundfunk widerlegt, der behauptet hatte, „nur wenige Berliner hätten irgendein Verlangen gezeigt, an der Wahlkomödie in West-Berlin teilzunepmen. Die Straßen West-Berlins seien leer gewesen, man habe nur bewaffnete Streifen gesehen.“

Die Absage der West-Berliner an kommunistische Parolen erscheint uns doppelt bemerkenswert im Hinblick auf das Schreiben Grotewohls an Adenauer. Wir erwarten, der eindeutige Wille der Berliner Bevölkerung wird beachtet werden, falls es zu Viermächte-Besprechungen mit Rußland kommen sollte.

Gebot der Stunde: Burgfriede!

Von J. Schäfer

Die Sozialdemokratische Partei setzt durch ihr schändliches Verhalten um einiger Landtagsmandate willen das Schicksal Deutschlands aufs Spiel (Bundeskanzler Adenauer). In Deutschland hat noch nie ein Kabinett die Geschicke des Landes geleitet, dessen Mitglieder „geistig so begrenzt“ wie die der Regierung Adenauer waren (Dr. Schumacher). Der Führer der Sozialdemokraten ist das „Unglück für Deutschland“ und ein „verantwortungsloser Schwätzer und Hetzer“ (Bundesjustizminister Dr. Dehler). Dr. Schumacher ist eine „Mischung von Schulmeister und preußischem Hauptmann“; seine persönlichen Angriffe gegen Adenauer sind ein „Skandal“ (Bundestagspräsident Dr. Ehlers).

Diese ganz kleine Blutenlese aus den Reden von Vertretern der Regierung und der Opposition während des Wahlkampfes in Berlin dürfte genügen, um den gefährlichen Zustand und die geistige Verfassung zu kennzeichnen, in denen sich führende Politiker befinden. Dem Ansehen des demokratisch-parlamentarischen Systems wird mit solchen Äußerungen nicht gedient. Bedenkt man, daß diese homerischen Streitgespräche und gegenseitigen Beschimpfungen auf dem besonders gefährdeten Vorposten Berlin dem erstaunten Zuhörer und Leser geboten wurden, dann kann man sich leicht vorstellen, mit welcher Wonne die Politiker der Ostzone und ihre Hintermänner davon Kenntnis genommen haben und sie entsprechend auswerten. Während der Wahlkämpfe in Hessen, Württemberg-Baden, Bayern und bei vielen anderen Anlässen wurden uns bis zum Überdruß ähnliche Beweise für eine geistige Verwirrung geboten, die nur aus parteipolitischem Machtstreben und aus einem Horizont zu erklären ist, der in einem schreienden Mißverhältnis zu den weltweiten Gefahren steht, in denen sich der Westen und ganz besonders auch das deutsche Volk befinden.

Doppeltgefährlich

Der Streit der Parteien und ihre vielfach unsachlichen Auslassungen sind deswegen so gefährlich, weil es für das Volk ohnehin außerordentlich schwierig, ja fast unmöglich ist, die innen- und außenpolitische Lage, die bedrohlichen Entwicklungstendenzen und das internationale Kräftespiel auch nur in etwa abzuschätzen, zumal niemand weiß, was eigentlich Peking und Moskau durch das Eingreifen der rotchinesischen Truppen in Korea erreichen wollen und was sie im Schilde führen. Wenn in einer solchen Situation die Parteipolitik triumphiert, dann darf man sich nicht darüber wundern, daß die Verwirrung im Volk geradezu unvorstellbare Ausmaße annimmt und schließlich der einzelne nicht mehr weiß, was rechts oder links, schwarz oder weiß ist. Ein solcher Zustand stellt keine geeignete Atmosphäre für Wahlen dar.

Soll man nichts lernen?

Das Volk will nicht den Kampf aller gegen alle, weil es fühlt und weiß, daß dabei nichts Gutes herauskommen kann. Gewiß sind die Interessen der einzelnen Gruppen, die eine große Umschichtung durchmachen sehr verschieden gelagert. Die Vertriebenen, die Bomben- und Kriegsgeschädigten aller Kategorien verlangen mit Recht einen Ausgleich, bei dem insbesondere diejenigen Opfer bringen müssen, die ohne ihr Zutun mehr Glück gehabt haben als die anderen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer stehen sich vielfach feindselig gegenüber; allerdings werden die natürlichen Interessen-Gegensätze nicht selten künstlich aus mancherlei wirtschaftlichen und politischen Gründen geschürt. Die unglückselige Entnazifizierung, die das deutsche Volk in zwei Gruppen spaltete, ist bis heute noch nicht restlos aus der Welt geschafft.

Die deutsche Beteiligung an der Verteidigung des Westens gegen einen etwaigen Angriff steht zur Erörterung und hat die Ergebnisse der Wahlen der letzten Zeit sehr entscheidend beeinflußt, wobei die „schrecklichen Vereinfacher“ durch die Formulierung der Fragestellung zum Teil ihre taktischen Absichten erreichten, während sie ihre Fernziele mindestens verschleierten. Aber bisher ist die Diskriminierung der deutschen Soldaten noch nicht beseitigt worden; viele „Kriegsverbrecher“ fristen ihr Leben in Gefängnissen, obwohl sie nichts anderes als ihre Pflicht getan haben. Daß wirkliche Kriegsverbrecher nicht ihren unabhängigen Richtern entzogen werden sollen, versteht sich. Muß denn die kurzsichtige Politik der Nachkriegszeit fortgesetzt werden? An ihren Folgen leidet die ganze Welt. Niemand wird bestreiten wollen, daß das westliche Ausland schwere Fehler gemacht hat und immer noch zögert,, aus den harten Tatsachen die notwendigen Folgerungen zu ziehen, und fortfährt, viel zu wenig die sehr wichtigen psychologischen Momente vorausschauend in seiner Politik zu berücksichtigen. Ueber vielem stehen bereits die verhängnisvollen Worte „zu spät“.

Unsere Aufgabe

Ganz falsch und pharisäerhaft wäre es, wenn wir nur auf die Fehler der anderen hinweisen wollten. Dafür ist die Zeit viel zu ernst. Wir sollten bei aller Vertretung unserer berechtigten Forderungen gegenüber dem Ausland auch an unsere eigene Brust schlagen und einer bedrohlichen Entwicklung Halt gebieten, die auf eine weitere politische und geistige Aufspaltung des deutschen Volkes hinausläuft. Könnte es bei gutem Willen nicht möglich sein, das Trennende mehr in den Hintergrund und das Gemeinsame — das ist viel oder vielleicht alles —in den Vordergrund treten zu lassen? Müssen wir die großen Leistungen der deutschen Wirtschaft — der Arbeitnehmer wie der Arbeitgeber — vielfach bewußt so stark übersehen und Kritik, auch wenn sie berechtigt ist, so überbetonen und mit Schlagworten arbeiten? Viele scheinen nicht mehr zu wissen, wie es noch vor zweieinhalb Jahren aussah. Auch ist es heute nicht angebracht, Streitigkeiten auf anderen Gebieten zu entfesseln, durch die viele Männer und Frauen in die schwersten seelischen Konflikte geraten.

Wir sollten uns alle eifrig bemühen, in Erkenntnis der uns umgebenden Gefahren zu handeln und in gegenseitiger Achtung verständnisvoll Hand in Hand zu arbeiten — auch bei der Bildung der verschiedenen Länder-Regierungen. Streitet man sich um eine Zimmereinrichtung, wenn das ganze Haus von verzehrendem Feuer bedroht wird? So ist die Lage. Wenn die westlichen Großmächte mit allen Mitteln versuchen, den Weltfrieden zu erhalten, wobei die gemeinsame Politik der britischen Regierung und Opposition beachtlich bleibt, dann fällt uns, die wir nicht mehr aktiv in die große Politik eingreifen können, die Aufgabe zu, wenigstens im Innern einen Burgfrieden herzustellen. Vielleicht wäre er auch ein entscheidender Beitrag für die Bewahrung des Weltfriedens, von dem die Gestaltung unserer Innen-, Wirtschafts- und Sozialpolitik, unsere Freiheit und unser Sein abhängen.

Beschleunigte Rückerstattung

Frankfurt/M., 4. Dezember. (AP.) Zur Beschleunigung der Erledigung von Rückerstattungsansprüchen hat der Oberkommissar McCloy die Wiedergutmachungsämter in der amerikanischen Zone angewiesen, innerhalb ihrer Bereiche das Rückerstattungsprogramm bis Ende 1951 durchzuführen.

Bonn: Grotewohlbrief ist uninteressant

Verständigung ohne freie Wahlen in der Sowjetzone unmöglich

Da. Bonn, 4. Dezember. Das Kabinett wird am Dienstag eine Entscheidung darüber treffen, ob und in welcher Form der Brief Grotewohls an Bundeskanzler Dr. Adenauer beantwortet wird.

Bonner Regierungskreise erklärten, dieser Brief verfolge lediglich den Zweck, den Sowjets für die Zukunft ein Alibi zu verschaffen. Wie wir erfahren, wurde der Grotewohlbrief am vergangenen Freitag durch einen Hauptabteilungsleiter des sowjetzonalen Ministeramtes, der ganz überraschend im Bundeskanzleramt auftauchte, abgegeben. Der Brief war adressiert an das „Bundeskanzleramt, zu Händen Herrn Bundeskanzler Dr. Adenauer“.

Angesichts der augenblicklichen weltpolitischen Spannungen dürfte es verständlich sein, daß Bundeskanzler Dr. Adenauer bisher jede Stellungnahme zu dem Grotewohlbrief abgelehnt hat. Wenn in Bonner Regierungskreisen erklärt wird, daß der Grotewohlbrief „uninteressant“ sei, weil er keinen Diskussionsbeitrag liefere, so stützt sich diese Feststellung auf die Tatsache, daß die Initiative für die Wiederherstellung der Einheit Deutschlands keineswegs von der Sowjetzonenregierung ausgegangen ist. Vielmehr liegt die Initiative in dem Bundestagsbeschluß vom 14. September und in dem am 9. Oktober an General Tschuikow weitergeleiteten Brief des Bundeskanzlers an Oberkommissar McCloy.

Die einzige Möglichkeit zur Wiederherstellung der deutschen Einheit setzt sich, wie wiederholt betont worden ist, aus folgenden vier Punkten zusammen: 1. Ausarbeitung eines Gesetzes für Wah-

len zu einer Nationalversammlung durch die vier Besatzungsmächte. 2. Durchführung der Wahlen unter Vier-

mächtekontrolle oder besser noch unter Kontrolle der Vereinten Nationen.

3. Ausarbeitung einer deutschen Verfassung durch die Nationalversammlung.

4. Bestätigung der Verfassung durch das deutsche Volk.

Alliierte Beobachter erklärten am Montag, daß Grotewohls Vorschläge unannehmbar seien. Die Sowjetzonenregierung könne in einem gesamtdeutschen Gremium keine Parität mit der Bundesregierung verlangen. Die Bildung eines solchen Gremiums setze freie Wahlen in der sowjetischen Zone voraus.

Protest gegen Atombombe

Paris, 4. Dezember. (AP.) Ein starkes Aufgebot französischer Polizisten und amerikanischer Marinetruppen sicherte am Montag die amerikanische Botschaft in Paris, um Zwischenfällen bei der Ueberreichung von Protestschreiben gegen die etwaige Verwendung der Atombombe vorzubeugen.

Französische Kommunisten haben seit der Truman-Erklärung am vergangenen Donnerstag einige hundert derartige Schreiben bei der Botschaft abgegeben-Zu Zwischenfällen ist es nicht gekommen.

„zZentrale Volksregierung“

Ein USA-Telegramm an Lie

Flushing Meadowa, 4. Dezember. (AP.) Die Vollversammlung der Vereinten Nationen ist von den Vereinigten Staaten und fünf anderen Mächten ersucht worden, sich schnellstens mit der Intervention des kommunistischen China in Korea zu befassen.

Das Telegramm an Lie stellt das erste von den USA unterzeichnete Dokument dar, in dem die Pekinger Regierung als „Zentrale Volksregierung der zentralen Volksrepublik China“ bezeiohnet wird. Bisher hatte die amerikanische Regierung die Bezeichnungen „chinesische Kommunisten“ oder „ Peking-Regime“ benutzt.

„Erzwungener“ Hessenplan

Folge der Räumung des Tschechen-Lagers Babenhausen

Wiesbaden, 4. Dezember. (Eigener Bericht.) Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte am Montag, daß die 500 Nationaltschechen im Lager Babenhausen, das auf Anordnung der amerikanischen Armee geräumt werden muß, in das Lager Wegscheide bei Bad Orb umgesiedelt werden.

Die im dortigen Lager zur Zeit untergebrachten 300 deutschen Heimatvertriebene und Flüchtlinge sollen nach einem Erlaß des Innenministers zum größten Teil nach Kelsterbach gebracht werden. Dies würde, so betonte der Sprecher, die erste größere Maßnahme im Rahmen des Hessenplanes sein, wonach Flüchtlingen in Notstandsgebieten an für sie zweckmäßige Arbeitsplätze umgesiedelt werden sollen.

Im verkehrstechnisch günstig gelegenen Kelsterbach .sollen der Ausbau von Wohnlagern verstärkt und weitere Wohnungen gebaut werden für Facharbeiter und ihre Familien, die im nahen Frankfurt, Darmstadt, Offenbach und Rüsselsheim dringend gebraucht werden. Dadurch hofft das Flüchtlingsamt, in naher Zukunft eine Auflockerung der Belegung von hessischen Flüchtlingslagern zu erreichen.

SPD-Nordhessen gegen Konlition

Kassel, 4. Dezember, (dpa) Der erweiterte Bezirksvorstand Nordhessen der SPD hat auf einer Tagung in Kassel unter Vorsitz des Bundestagsabgeordneten und ehemaligen Justizministers Georg August Zinn grundsätzlich dem Beschluß des SPD-Landesausschusses zugestimmt, eine reine SPD-Regierung in Hessen zu bilden. Der Bezirksvorstand sprach sich ferner in einer Entschließung an den Landesausschuß gegen eine Vermehrung der Ministerien in Hessen aus.

Dr. Hilpert Vorsitzender

CDU-Landtagsfraktion konstituiert

Wiesbaden, 4. Dezember. (Eigener Bericht.) In ihrer konstituierenden Sitzung wählte am Montag die CDU-Fraktion des Hessischen Landtags Finanzminister Dr. Hilpert zu ihrem Fraktionsvorsitzenden und Dr. Großkopf zu ihrem stellvertretenden Fr aktionsvorsitzenden. Dr. Großkopf hatte dieses Amt bereits bei der alten Landtagsfraktion inne. Weiterhin gehören dem Fraktionsvorstand der CDU der Kultus- und Justizminister Dr. S t e in , der Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Kuno Raabe und der Betriebsratsvorsitzende der Höchster Farbwerke, Nikolaus Fleckenstein, an.

Kältereinbruch in Guropa

Starke Schneefälle und starker Temperatursturz

London, 4. Dezember, (dpa) Aus ganz Westeuropa wurden am Montag starke Schneefälle und sinkende Temperaturen gemeldet. Man rechnet mit mehr Schnee und scharfem Frost. Teile der USA wurden von wolkenbruchartigen Regenfällen heimgesucht.

In Frankreich setzte in der Nacht zum Montag ein Temperatursturz ein. Für Montag abend war für die Kanalküste kaltes, klares Wetter mit gelegentlichen Schneefällen vorausgesagt. Auch in Brüssel fiel am Montagnachmittag Schnee. In Holland traten bereits am Montagvormittag Schneestürme auf. Weitere Schneefälle und Frost waren für Montag abend angesagt.

Aus den meisten Teilen Dänemarks wurden am Montag gleichfalls Schneefälle gemeldet. Der Ostteil Norwegens hat einen heftigen Kälteeinbruch zu verzeichnen. In Südschweden und auf der südlichen Ostsee traten stärkere Schneefälle auf. Der Schiffsverkehr auf der Ostsee wurde behindert. In Mittel- und Nordschweden herrschten Sonnenschein und Frost.1

In weiten Teilen Großbritanniens wurde der Straßen- und Eisenbahnverkehr durch Schnee und Glatteis gestört. Auch in London fiel am Montagnachmittag Schnee. Italien meldete dagegen Dauerregen. In den USA wurden die Staaten Nevada und Kalifornien von wolkenbruchartigen Regenfällen heimgesucht. Während des vergangenen Wochenendes verursachten Wirbelstürme Schäden in Höhe von über 750 000 Dollar. Drei Personen kamen ums Leben und zwanzig weitere wurden verletzt.

Landesschlichter angerufen

Wiesbaden, 4. Dezember. (Eigener Bericht.) Die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen hat am Montag den Landesschlichter angerufen, nachdem direkte Verhandlungen mit den Vertretern des Großhandels gescheitert sind. Die Gewerkschaft fordert für die Arbeiter und Angestellten im Großhandel eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 25 Prozent, bedingt durch die steigenden Lebenshaltungskosten.

Wie Landesschlichter Ministerialrat Fischer mitteilte, hat er die Arbeitgeber zur Stellungnahme aufgefordert. Er glaube jetzt schon sagen zu können, daß diese dem Schlichtungsverfahren zustimmen würden.

In wenigen Zeilen

Maßnahmen gegen eine Benachteiligung der Landgemeinden bei der Verteilung der Bundes- und Landesmittel für den Wohnungsbau forderte der Abgeordnete Dr. Graß (Christlich-Demokratische Union) in einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung von Rheinland-Pfalz.

Rund 108 000 Anträge auf Toterklärungen ehemaliger Angehöriger der deutschen Wehrmacht sind bisher seit Kriegsende bei den westdeutschen Amtsgerichten gestellt worden. Über 52 000 Personen wurden auf Grund derartiger Anträge bisher für tot erklärt.

Bundesinnenminister Dr. Lehr hat die Innenminister der Länder gebeten, den Straßenverkehr scharf zu überwachen und bei Verstößen unnachsichtig einzuschreiten.

Bei Abbrucharbeiten auf einem Trümmergrundstück in Hannover begrub eine zweieinhalb Meter hohe Mauer sieben Arbeiter unter sich. Zwei Arbeiter wurden getötet.

Die USA-Regierung hat den Kongreß ersucht, für die an China angrenzenden nichtkommunistischen Gebiete Asiens eine zusätzliche Wirtschaftshilfe in Höhe bis zu 100 Mill. Dollar zu bewilligen.

Wirtschaftsteil

Erst im April?

Hi. - Die Erhöhung der Umsatzsteuer um vermutlich 1 Prozent sowie der Wegfall von Vergünstigungen des Einkommensteuergesetzes werden vermutlich erst zum 1. April 1951 wirksam werden können. Insgesamt rechnet man bei Durchführung der genannten Steuerprojekte mit einem Mehraufkommen von rund 1,8 Milliarden DM, wovon dem Bund aus der erhöhten Umsatzsteuer rund 1,3 Milliarden DM zufließen würden.

Demgegenüber belaufen sich jedoch die Mehrausgaben des Bundes im kommenden Haushaltsjahr schätzungsweise auf mindestens 1,3 Milliarden DM, u. a. allein für die Kriegsopfer nach dem Inkrafttreten des Versorgungsgesetzes, die Polizei und die Sozialversicherung. Nicht eingerechnet sind dabei zu erwartende Ausgaben u. a. für Besatzungsfolgekosten und für das Auswärtige Amt.

Das Gesetz zur Änderung des Einkom¬ &mensteuergesetzes ist eingehend mit den Ländern beraten worden. Gegenüber der Streichung des Paragraphen 7a über Bewertungsfreiheit für Ersatzbeschaffungen und des Paragraphen 7e über Abschreibungsfreiheit soll eine forcierte Begünstigung des langfristigen Wertpapiersparens festgelegt werden.

Die Papiernot der Zeitungen

Vorschriften der Bank deutscher Länder unterbinden die Einfuhr

Auf dem Importgebiet hat die Bank deutscher Länder nach Auffassung des Zeitungsgewerbes zu Maßnahmen gegriffen, die erhebliche Gefahren für die Publizistik heraufbeschwören. Von den monatlich benötigten 20 500 t Zeitungsdruck hat die deutsche Papierindustrie im Oktober nur 14 527 t decken können. Das Ergebnis im November dürfte infolge der unzureichenden Kohlenversorgung noch schlechter gewesen seih.

Bemühungen bei dem Deutschen Kohlenverkauf in Essen haben zu keinem Ergebnis geführt, so daß das Erscheinen der Tageszeitungen im bisherigen Umfang in Frage gestellt ist. Dabei ist der wirtschaftliche Schaden besonders im Anzeigenwesen nicht zu übersehen, zumal das Anzeigengeschäft die überhöhten Kosten kompensieren muß. Bei Importpapier liegen phantastische Preisnotierungen vor, bei denen die deutschen Zeitungen nicht mehr mitkönnen.

Die Bank deutscher Länder hat den Papierimport noch weiter dadurch erschwert, daß bei Verlängerung von Einfuhrgenehmigungen ein Bardepot von 50 Prozent geleistet werden muß. Da außerdem eine Ak¬ ’creditivstellung in voller Höhe erforderlich ist, ist Zeitungsdruckpapier von vornherein mit 150 Prozent belastet bzw. vorfinanziert. Als zusätzliche Erschwerung kommt hinzu, daß ' Akkreditive nur gestellt werden können, wenn der ausländische Lieferant den Nachweis dei- Versandbereitschaft der Ware erbringt. Auf eine solche Kondition läßt sich gegenwärtig kein ausländischer Exporteur ein. Da wir nur selten mit freien Dollars zahlen können, werden solche Geschäfte einfach nicht zustande kommen. Das sind praxisferne Methoden, die schnellstens beseitigt werden müßten.

Förderung steigt

vwd Vom 27. November bis zum 3. Dezember wurden 2 514 484 gegenüber 2 316 475 Tonnen Steinkohlen in der vorhergehenden Woche gefördert. Einschließlich der Sonderschichten am letzten Sonntag stieg der arbeitstägliche Förderdurchschnitt auf 419 081 Tonnen (Durchschnitt im November 400 700 Tonnen).

Noch keine Einigung

Hi. Die Verhandlungen mit Belgien über den Rückkaufvon Binnenschiffen konnten noch nicht zu einem Ab- Schluß gebracht werden. Es handelt sich um 25 Schiffe, die, während des Krieges von Belgien gebaut, durch die alliierte Restriktionsbehörde der belgischen Regierung zugesprochen wurden und die sich noch in Deutschland befinden.

Die belgische Regierung ist bereit, diese Schiffe zu verkaufen. Die bisher genannten Kaufpreise bilden jedoch noch keine Verhandlungsgrundlage.

Kohlenproblem vor die OEEOC

vwd. Für die Behandlung aller gemeinsamen europäischen Wirtschaftsprobleme durch die OEEC sprach sich Vizekanzler Blücher aus. Die Forderung Blüchers bezieht sich vor allem auf die Kohlenversorgung. Der Vizekanzler wandte sich zugleich gegen den Vorschlag, die Frage der •Kohlenversorgung in der UNO-Wirtschaftskommission für Europa zu behandeln.

Zoll-Vormerklager für Pelze

Bz. Die Zollbehörde hat in Frankfurt a. M. ein Zollvormerklager für die Felle- und Rauchwarenindustrie errichtet. Hier kann die neue Ware besichtigt und manipuliert werden, obwohl sie noch nicht verzollt und verkauft ist. .

Deutscher Protest wirkungslos

dpa Die alliierten Oberkommissare haben den Protest der Bundesregierung gegen die Festsetzung der deutschen Kohleexportquote für das erste Quartal 1951 auf 6,8 Millionen Tonnen zurückgewiesen.

Ohemikalien für Portugal

vwd. Trotz der erhöhten Zölle herrscht in Portugal großes Interesse für deutsche Waren. Die Zollerhöhungen betragen unter anderem (in Prozenten) für Werkzeugmaschinen 600, Kraftwagen 20 bis 100 und Zement rund 100. Demgegenüber wurden die Zollsätze für Chemikalien gesenkt.

b. Das Kraftwerk Altwürttemberg. Bei¬ hingen a. N., meldet für das letzte Reichsmarkjahr einen Gewinn von 81792,24 RM. Er soll zur Deckung von Umstellungsverlusten verwendet werden. Die Firma erwartet ein gutes Umstellungsverhältnis. Die Kaffee-Hag AG, Bremen, stellt das Aktienkapital 2:1 auf 5 Millionen DM um.

Börsen und Märkte

Bz. Zu Beginn der neuen Woche konnte sich an der Frankfurter Börse wiederum keine einheitliche Tendenz im Wertpapiergeschäft herausbilden. Bei einer Reihe von Werten gab es Tauschoperationen von effektiven Stücken gegen Giroansprüche.

Preissturz für Schweine

Bz. Der Auftrieb am Frankfurter Schlachtviehmarkt hat sich erhöht. An Großvieh 1203 (878), Kälber 766 (647), Schweine 4515 (3167) und 448 (337) Schafe. Im Verlauf des Marktes gingen die Preise für Schweine stark zurück.

Schweine A 128 bis 134 (139 bis 143). B 126 bis 133 (139 bis 143), C 125 bis 132 (135 bis 143).

Freie Devisenkurse

Bz. An der Frankfurter Börse hörte man am 4. 12. folgende Devisenkurse

Für den USA-Dollar 5.10 bis 540 DM, für das englische Pfund Sterling 12.50 bis 13.50 DM, für den Hollandgulden 1.15 bis 1.22 DM, für den Schweizerfranken 1.15 bis 1.22 DM, für die dänische Krone 0.48 bis 0.52 DM, für die schwedische Krone 0.75 bis 0.80 DM und für den österreichischen Schilling 0.14 bis 0.16 DM.

Hölle wo ist Dein Sieg ?

ROMAN VON RACHEL FIELD

Erstabdruck. Alle Rechte Beim Wolfsang-Krüger-Verlag, Hamburg.

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Nein, Kopfschmerzen hatte sie nicht. Körperliche Schmerzen konnten ihr überhaupt nichts mehr anhaben; jedes Gefühl war in ihr abgestorben. Eine völlige Abgestumpftheit hielt sie gefangen. Sie brachte es sogar fertig, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, die Zeitungsberichte über den Fall Praslin zu lesen. Das alles schien sie jetzt gar nichts mehr anzugehen, obwohl sie die Gesichter des Herzogs und der Herzogin, des alten Marschalls und der Kinder so deutlich vor sich sah, als lebte sie noch mitten unter ihnen. Heute noch, fast drei Monate nach jenem verhängnisvollen Augustmorgen' wühlte das unersättlich neugierige Auge der Presse in dem Aschenhaufen dieser Tragödie herum.

Es klopfte wieder. Henriette legte die Zeitung aus der Hand, und auf ihr Herein trat der zehnjährige Theodore Monod ein, in der Hand ein Vogelbauer.

»Ich habe Ihnen meinen Stieglitz gebracht, damit Sie etwas Gesellschaft haben“, sagte der Junge und setzte das Bauer behutsam auf den Tisch. „Es tut mir leid, daß Sie solche Kopfschmerzen haben.“

Henriette dankte ihm für seine Aufmerksamkeit, aber der Junge schien noch etwas auf dem Herzen zu haben und blieb, sie verlegen anstarrend, an der Tür stehen.

„Sie sollten sich Ihre Stirn mit Kölnisch Wasser betupfen“, riet er ihr, „ich

weiß, wo Mutters Flasche steht. Soll ich sie Ihnen holen?“

„Nein, danke schön, Theodore; die Kopfschmerzen werden auch ohne Kölnisch Wasser vorbeigehen. Wie ist es dir denn heute in der Schule ergangen?“

„Meine Rechenaufgaben habe ich alle richtig gelöst", antwortete der Junge, „und meinen Aufsatz über die Muscheln’ bei dem Sie mir geholfen haben, hat der Professor der ganzen Klasse vorgelesen. Nur im Latein ist es mir schlecht gegangen. Die Verben fallen mir so schwer. Ich mußte nachsitzen und hundertmal .exeunt omnes“ schreiben. Wissen Sie was das bedeutet, Mademoiselle Desportes?“

„Alle gehen fort“, übersetzte sie und wandte sich ab, „ja, ich weiß, was das bedeutet.“

Bald darauf erschien Pastor Monod selbst, und Theodore wurde wieder heruntergeschickt.

„loh dachte mir schon, daß er hier steckt.“ Der Hausherr verweilte noch ein wenig, nachdem sein Sohn gegangen war. „Sie üben auf Kinder eine Anziehungskraft aus wie ein Honigtopf auf Fliegen; aber Sie dürfen sich nicht von ihnen belästigen lassen. Es tat meiner Frau und mir sehr leid, daß Sie wieder von Ihren Kopfschmerzen geplagt werden. Wir hatten nämlich eigentlich heute abend auf Ihre Hilfe gerechnet." „Heute abend?“

„Ja, haben Sie vergessen, daß wir eine kleine Gesellschaft geben?“ Es war ihr ganz entfallen, und jetzt schüttelte sie nur den Kopf und bat Pastor Monod, oben bleiben zu dürfen.

„Es kommt aber wirklich niemand, vor dem Sie Angst zu haben brauchen“, beharrte der Pastor und sah ihr besorgt ins Gesicht. „Nur mein Bruder Adolphe mit seiner Familie und noch ein paar Freunde. Meine Nichte hat versprochen, uns ein paar Lieder zu singen, und wir dachten, Sie würden vielleicht so nett sein und sie begleiten.“

„Oh, bitte, Pastor Monod, verlangen Sie nicht von mir, daß ich schon unter Menschen gehe. Ich fühle mich dem einfach noch nicht gewachsen.“

Er seufzte und legte ihr begütigend die Hand auf die Schulter. „Je länger Sie es hinausschieben, liebes Kind, um so schwerer wird es Ihnen später fallen. Sie können sich doch nicht für immer vor der Welt verschließen. Allmählich müssen Sie sich wieder an Menschen gewöhnen, und heute abend werden Sie bestimmt keiner aufdringlichen Neugierde ausgesetzt sein. Es sind alles Ihre Freunde, die mit Ihnen fühlen —“

„Aber das ist es ja gerade!“ fiel sie ihm ins Wort, „gerade vor diesem Mitgefühl fürchte ich mich.“

„Das dürfen Sie nicht, meine liebe Henriette, Sie dürfen die Zuneigung nicht ausschlagen, die Ihnen entgegengebracht wird. Sie waren doch so tapfer in den schweren Tagen; Sie können doch jetzt, nachdem alles vorbei ist, nicht mehr mutlos werden!“

„Ich bin so müde“, entgegnete sie. „Ich habe gar keinen Mut mehr.“

„Da unterschätzen S^e sich selbst. Ich bitte Sie, heute abend mit uns und unseren Gästen zusammen zu sein, mir zuliebe!“

„Wenn Sie mich so bitten, kann ich natürlich nicht länger nein sagen. Ich bin Ihrer Frau und Ihnen schon so verpflichtet. Aber ich wünschte. Sie würden es mir ersparen.“

„Wir werden es verstehen und Sie gern entschuldigen, wenn Sie sich nach der Musik wieder zurückziehen wollen, aber ich denke, daß Sie vielleicht gern länger bleiben werden. Es kommen nämlich Amerikaner, und Sie wissen ja, wie große Schwierigkeiten unsere Sprache denen macht. Sie sprechen so fließend englisch, daß es mir eine Beruhigung sein würde, wenn Sie ein wenig Dolmetscher spielen wollten. Höchstwahrscheinlich werden sie noch niemals von Ihnen gehört haben, und ich werde Ihren Namen nicht nennen. Sie brauchen sich also nicht vor • einer Vorstellung zu fürchten.“

„Aber, Pastor Monod, Sie wissen ja gar nicht —“

„Ich weiß, daß Sie sich Mühe geben werden.“ Er lächelte ihr ermunternd zu. „Denken Sie daran: nach einer gewonnenen Schlacht gibt es keinen Rückzug!“

An der Tür wandte er sich noch einmal um.

„Mademoiselle Deluzy geht uns nichts mehr an. Sie gehört der Vergangenheit an. Aber für eine gewisse Mademoiselle Desportes hege ich die größten Hoffnungen."

Es war halb zehn, als sie den großen altmodischen Salon betrat, in dem schon an die zwanzig Gäste waren. Sie schlüpfte unauffällig aus dem Studierzimmer des Pastors hinein und gesellte sich zu der kleinen Gruppe um Adolphe Monod, die sie zum Teil kannte. Wie sie da stand und redete, ohne recht zu wissen, worüber, erblickte sie sich plötzlich in dem langen Wandspiegel und mußte staunen, daß sie eigentlich noch genau so aussah wie vor einem halben Jahr, als sie das grüne Kleid zum letztenmal getragen hatte.

Die Menschen waren liebenswürdig zu ihr — viel zu liebenswürdig, entschied sie schon nach einer halben Stunde. Ihre deutlichen Bemühungen, ihr unvoreingenommen zu begegnen, waren ihr viel peinlicher als die unverhohlene Neugierde, der sie in der Conciergerie ausgesetzt gewesen war.

Sie empfand es als eine Erleichterung, ihre Aufmerksamkeit nun dem Klavier und den bereitliegenden Noten zuwenden zu können. Glücklicherweise waren ihr die Lieder schon bekannt, da Madame Monod sie erst unlängst gebeten hatte, ihr und ihren Töchtern die meisten davon vorzuspielen. Die junge Sängerin hatte eine angenehme, frische Stimme, und ihr Auftreten war kindlich bescheiden. Als ihre Augen den Noten folgten und ihre Finger über die Tasten glitten, vergaß sie für eine Weile die Gezwungenheit, die ihre Gegenwart über die Anwesenden gebracht hatte.

Sie hatte die Absicht gehabt, sich nach dem musikalischen Intermezzo zurückzuziehen, aber es war nicht so leicht, sich unbemerkt aus dem überfüllten Zimmer zu entfernen. Inzwischen waren noch mehr Besucher gekommen. In einer Gruppe, die etwas abseits stand, erkannte sie die Gäste aus Amerika. Es waren fünf, zwei Frauen und drei Männer, nicht modisch gekleidet und sicher im Auftreten wie ihre anderen Landsleute, die man in den Geschäften und auf den Boulevards gelegentlich sah. Sie wußte, daß sie sich eigentlich zu ihnen gesellen sollte, um ihnen das Gefühl des Fremdseins zu nehmen.

(Fortsetzung folgt)

Darmstadt und Umgebung

Kinder spielen mit Totenschädeln

Agt. Anscheinend wußten jene Darmstädter, die in einem Vertrag in früheren feiten die Bestimmung festlegten, daß der Platz hinter der Stadtkirche nicht zu ”profanen Zwecken“ bebaut werden dürften, warum sie das taten. Sie wollten den loten, die bis ins Ende des 18. Jahrhunderts auf dem dortigen Friedhof beerdigt wurden, die ewige Ruhe gönnen.

Jene alten Darmstädter hätten den Wert ihrer großzügigerweise nicht beachteten Bestimmungen als zu Recht bestehend erkannt, wenn sie^am Sonntag ihre Beobachtungen auf jenem Platz anzustellen in der Lage gewesen wären.

Da stand an der Stadtkirchenmauer neben einem schmalen, durch die Bauarbeiten bedingten Fußsteg eine etwa 2 Meter lange rohe Holzkiste, die bis zum Rand mit Totenschädeln und Knochen unserer Vorfahren angefüllt war. Es mag sein, daß man die Kiste am Samstag mit einigen Nägeln leicht zugeschlagen hatte. Jedenfalls war sie den ganzen Sonntag über offen, und jedermann, der Lust hatte, konnte den Deckel hochheben und sich die Gebeine betrachten. Das war einigen Kindern, die auf das in der Nachbarschaft aufgeführte Kasperle-Theater warteten, eine amüsante Beschäftigung, sich gegenseitig mit den Totenschädeln Angst zu machen und Knochen umherzuwerfen.

Die Kinder sehen nicht jeden Tag Totenschädel und Menschenknochen. Man kann ihnen keinen Vorwurf darum machen, aber —

Wir sind ja eine einzige Familie ...

Gedanken zur Roten-Kreuz-Sammlung vom 1. bis 10. Dezember

Mit dem Zusammenbruch wurde auch der Ueberbau des Roten Kreuzes zerstört. Geblieben waren die Rote-Kreuz-Familie, die Rote-Kreuz-Helfer und -Helferinnen, gut ausgebildet und im Hilfsdienst, in der „Ersten Hilfe“ erfahren; manchmal von Generation her. Das Rote Kreuz der Unfallhilfsstellen war wie ein Licht in der Nacht.

Die Krankenwagen hatten die Armeen mit fortgenommen, aber die Roten-Kreuz-Leute wußten sich zu helfen: — sie fuhren ihre Kranken auf Leiterwägelchen. Als in einem kleinen Hilfslazarett die von der Besatzungstruppe gelieferte Verpflegung ausblie'b, wurde im Nachbarort in Waschkesseln gekocht und das Essen auf angehaltenen Wagen hinübergeschafft. Vor der Wohnung der Roten-Kreuz-Helferinnen standen, die ihre Verwandten suchten, in langer Schlange . . . Alles unter dem Schutz des geheimnisvollen Zeichens, von dem Trost und Frieden ausgehen.

Wenig Wochen später; in Arbeitsausschüssen, findet sich die Rotkreuzgemeinschaft zu einem neuen Oberbau zusammen. Die Frau aus der weiblichen Bereitschaft, der Helfer, die Oberschwester, der Arzt und der Krankenfahrer, der Anbei ter-Samariter und der Fabrikleiter, der Pfarrer und der Bürgermeister und fast ganz wie etwas Neues, junge Männer und Mädchen einer Jugendgruppe . . . zusammegeführt vom Zeichen des Roten Kreuzes, durch das, wie aus dem Unbekannten hindurch, die Stimme Henri Dunants, des in grauenhafter Not hellsichtig gewordenen Schweizer Bürgers, tönt: ~sono tutti fratelli — wird sind doch alle Brüder“: eine Familie, die Rote- Kreuz-Familie ...

Jahre später sitzen vier Deutsche auf der großen Nationalversammlung des amerikanischen Roten Kreuzes wie die anderen 13 Ehrengäste, Rote-Kreuz-Leute aus aller Welt, Helferinnen und Schwestern aus Frankreich, aus Schweden und Israel, Rote-Kreuz-Aerzte aus Chile und Aequator, Rote-Kreuz-Leute aus Kanada und Cuba und sogar aus Japan ein Publizist, eine Schwester und eine JRK-Leiterin, beim festlichen Schlußfrühstück, nun nicht mehr heraus geh oben wie bei der feierlichen Eröffnungsversammlung hinter der .Loge des Präsidenten, sondern überall über den weiten Saal hin verstreut an den Tischen der Hunderte von Teilnehemrn aus allen Staaten, aufgesogen und geborgen in der herzlichen Gastfreundschaft des amerikanischen Roten Kreuzes. Wir hören der letzten Sprecherin der Versammlung, einer sehr bekannten amerikanischen großen Mutter zu, Frau Dr. Lillian Gilforeth, die Mutter der „Im Dutzend billiger“. Sie lädt und wirbt mit ihrer gütigen Altfrauenstimme die Freiwilligen für die großen Aufgaben des Roten Kreuzes in USA; lädt sie auch gleichzeitig in die große weltumspannende Gemeinschaft des Internationalen Roten Kreuzes mit seinen ungeheuren Problemen: „Wir müssen eine große Familie werden über die ganze Welt. Aber ..."

Und selbst am Rande des riesenhaften Raums spürt man plötzlich ihre Augen auf uns Ausländer gerichtet, so daß das große Rote Kreuz aufleuchtet, wie unter einer Welle warmen frischen Herzblutes: „Aber wir sind ja eine einzige Familie-“

In Selbsthilfe erbaut

Richtfest des Mutterhauses der ökumenischen Marienschwestern

Die ökumenische Marienschwesternschaft feierte am Samstag in Eberstadt das Richtfest für ihr in Selbsthilfe nur mit Unterstützung von zwei Maurern aufgebautes Mutterhaus und die Grundsteinlegung der Kapelle. An der Feier nahmen auch Oberbaudirektor Prof. Grund in Vertretung des Oberbürgermeisters teil> ferner die Oberbauräte Kleinmann • und Gerlach. Architekt Friedrich Soeder vom BDA (Bund deutscher Architekten), der den Plan zu dem Mutterhause entworfen hatte, Pfarrer Wintermann, Jugendpfarrer Ratgeber und zahlreiche geladene Gäste, die den Marienschwestern in selbstloser Weise beim Aufbau ihres Hauses zur Seite standen.

Oberin Schlink verlas die Urkunde, die in den Grundstein eingelegt wurde. Sie hatte den Inhalt, daß die ökumenische Marienschwestemschaft den Bau der Kapelle im Auftrag Jesu Christi errichtet habe. t-s

Achtung! Film-Vorum

Wer hat gewonnen? Wer kam in die engere Wahl?

Bei den Preisfragen Nr. 1 und 2 unseres Film-Forum-Wettbewerbs

liegen so viele Einsendungen auf unseren Redaktionstischen, daß noch einige Zeit vergeht, bis sie alle ordnungsgemäß gesichtet und auf ihre Richtigkeit geprüft sind. Unsere Leser müssen also noch ein paar Tage Geduld haben! Aber bis zum 12. Dezember 1950 werden wir die Ergebnisse dieser beiden Fragen bestimmt bekanntgeben!

Beim Wettbewerb Nr. 3 zur Auffindung neuer Fiimgesichter

haben wir es noch schwerer! Ueber alles Erwarten groß ist die Zahl der eingereichten Fotos — und alle diese Fotos müssen von filmerfahrenen Fachleuten auf ihre Eignung sorgsam geprüft werden. So zieht sich hier die Prüfung noch länger hin als bei den Preisfragen Nr. 1 und 2. Aber wir wollen unsere Leser für diese Wartezeit entschädigen, denn wir veranstalten als besondere Ueberraschung für sie Anfang des neuen Jahres einen

großen Filmabend

Hier stellen wir die Teilnehmer des Wettbewerbs, die in die engere Wahl kamen, persönlich vor — und überlassen es dem Publikum, selbst zu entscheiden, welcher Typ ihm am besten gefällt. Dieser Filmabend mit einem hochinteressanten und spannenden Programm wird für alle Teilnehmer ein großes Erlebnis werden und viele unerwartete Ueberraschungen bringen! Alles Nähere wird noch rechtzeitig bekanntgegeben!

Yarmitädter Cagblntt

Weihnachtsverkehr der SBundesbahn

Festtagsrückfahrkarten besonders günstig Im diesjährigen Weihnachtsverkehr gibt die Bundesbahn über die üblichen Sonntagsrückfahrkarten in den festgelegten Verbindungen mit tarifmäßiger Geltungsdauer hinaus auch noch Sonntagsrückfahrkarten als sogenannte Festtagsrückfahrkarten in allen Verbindungen über 70 Kilometer mit folgender Geltungsdauer aus: zur Hinfahrt vom 20. Dezember 1950, 0.00 Uhr, bis 1. Januar 1951, 24.00 Uhr; zur Rückfahrt vom 24. Dezember 1950, 0.00 Uhr, bis 8. Januar 1951, 24.00 Uhr. Die Geltungsdauer dieser Festtagsrückfahrkarten ist damit gegenüber dem Vorjahre noch verlängert worden.

Winteraussaatfläüchen-Erhebung

Nach der „Gemeinsamen Anordnung der Verwaltungen des Vereinigten Wirtschaftsgebietes zur Durchführung von Statistiken“ vom 1. 6. 1949, wird am 5. Dezember 1950 eine Erhebung der Winteraussaatflächen von Getreide und Oelfrüchten durchgeführt. Wie im vergangenen Jahr werden Winterroggen, Winterweizen, Winterspelz, Wintergerste, Wintermenggetreide, Winterraps und Winterrübsen erfaßt.

Eine besondere Befragung mittels Betriebsbogen erfolgt nicht. Vielmehr werden die Flächen durch den Ortslandwirt und den örtlichen Schätzungsbeirat im Wege der Einzelschätzung festgestellt. Diejenigen Landwirte, die befragt werden, haben auf Grund der Verordnung über die Auskunftspflicht vom 13. 7. 1923 (RGBI. I S. 723) ihre Angaben zu machen.

Nach sechs Jahren

wieder in Darmstadt

Schuhmachermeister Moll konnte gestern, nach sechsjähriger Abwesenheit, sein vielen Darmstädtern bekanntes Geschäft in der Heidelberger Straße 31, wieder eröffnen. Damit bekommt unsere Stadt neben einem guten Schuhmachermeister auch ein weiteres Fachgeschäft für orthopädische Maßarbeit. Scg.

Verfassungsfeier

Ludwigs-Realgymnasiums am 1. Dezember

Zu einer eindrucksvollen Feierstunde vereinigten sich in diesen Tagen Lehrerschaft, Schüler und Vertreter des Elternbeirats in der neuen Turnhalle des Schulgebäudes, um des Tages zu gedenken, an dem 1946 die Verfassung des Landes Hessen in Kraft trat.

Im Mittelpunkt der Feier stand die Ansprache von Frau Landtagsabgeordnete Horn, der Mutter eines Schülers des Ludwigs-Realgymnasiums. Mit ihren über allem Parteipolitischen stehenden Worten wollte sie bei den Zuhörern die Liebe zu dieser hessischen Verfassung wachrufen, in deren Präambel ps heißt, daß Hessen nur ein Gliedstaat der deutschen Republik ist, mit der wir alle in unlösbarer Schicksalsgemeinschaft verbunden sind. Frau Horn gedachte in diesem Zusammenhang des 10. Dezember 1948, wo in Paris durch die Vereinten Nationen in 30, von allem Egoismus losgelösten Artikeln die Menschenrechte erklärt wurden.

Sie las anschließend die zu Abschiedsworten gewordene Rede des Grafen Bernadotte vor, die er vor seinem Fluge nach Palästina an die deutsche Jugend gerichtet hatte. (Bik)

Einmütige Geschlossenheit oder Uneinigkeit?

Vollversamlung der Handwerkskammer Darmstadt

In diesen Tagen hatte die Handwerkskammer Darmstadt die Mitglieder der Vollversammlung als Vertreter des gesamten Handwerks im Regierungsbezirk Darmstadt zu einer Tagung berufen. Die Verhandlungen leitete der Präsident der Kammer, Baumeister Gisbert, der einleitend eine Uebersieht über die Situation in der Handwerkswirtschaft gab und anschließend auf das dem Bundestag zur Zeit vorliegende Gesetz über eine Handwerksordnung einging.

Dabei wurde über die Arbeiten referiert, mit denen Handwerkskammern und Fachverbände versuchen, den wirtschaftlichen Weg des Handwerks gangbar zu machen. Die Versammlung beteiligte sich bei der Aussprache über das Handwerksgesetz besonders lebhaft und stimmte den vorgesehenen Regelungen, die im Laufe der Behandlung des Gesetzes wohl noch einige, jedoch nicht sehr wesentliche Aenderungen erfahren werden, zu. Es kam besonders zum Ausdruck, daß es eine Lebensfrage für das Handwerk ist, ob es in einmütiger Geschlossenheit seine berechtigten Belange verficht oder ob es in Uneinigkeit verfällt.

Anschließend wurde eine Satzung der Kammer beraten und akzeptiert, und ebenso von einer Geschäftsordnung Kenntnis genommen, die sich Präsident und Vorstand der Kammer für ihre Arbeit gegeben haben. Die zur Unterrichtung der Vollversammlung durchgeführte Prüfung der Verwaltungs- und Rechnungsführung der Kammer fand in dem Bericht der Rechnungsprüfungskommission ihre Beurteilung.

Nach Beschlußfassung über einige interne Angelegenheiten wurde der Termin für die nächste Vollversammlung auf den 29. März 1951 gelegt. In dieser Versammlung soll auch der Haushaltsplan für das kommende Rechnungsjahr rechtzeitig behandelt werden. Die aus rund 46 Handwerksmeistern, als Vertreter des Handwerks für den Kammerbereich Darmstadt, bestehende Vollversammlung bot in ihrer verantwortungsbewußten und ernsten Beratung das Bild einer wirtschaftlich klarblickenden und zielbewußten Berufsvertretung.

Brand in Eberstadt

Zu einem Großfeuer kam es vor wenigen Tagen in dem Anwesen Pfungstädter Str. 39 in Eberstadt. Der Brand breitete sich rasch aus. Die schnell eintreffenden Feuerwehren konnten jedoch ein Uebergreifen auf die benachbarten Gebäude der Papierfabrik Müller verhindern. Die Ermittlungen über die Ursachen des Feuers sind noch im Gange. Die Höhe des Schadens wird auf 20 000 D-Mark geschätzt. DT

Vor dem Ridchter

20jähriger bestahl „Bierleiche“

Der 20jährige Willi D. aus Darmstadt kam noch einmal mit einem blauen Auge davon. Wegen schweren Raubes war er angeklagt. Ein Delikt, das hart und schwer bestraft wird. Die Erste Darmstädter Strafkammer konnte Willi jedoch keine Gewaltanwendung nachweisen und ihn deshalb lediglich wegen Diebstahls verurteilen. Ein ganzes Jahr muß er dafür brummen.

Die Tat: In der Nacht vom 14. auf 15. August weilte der Angeklagte in einer Gastwirtschaft. Der Zeuge A., sein späteres Opfer, war erheblich benebelt und zeigte überall seine gefüllte Brieftasche. Als die Polizeistunde schlug, hing er betrunken über seinem Stuhl. Eine Aufforderung an den Angeklagten: „Los, Kleiner, schmeiß ihn raus“, ließ sich dieser nicht zweimal sagen. Draußen vor der Tür knöpfte dann Willi der „Bierleiche“ die Brieftasche sowie die Armbanduhr ab und ließ sie im übrigen liegen.

Während nun der Zeuge von 440 DM sprach, will der Angeklagte nur 61 DM in der Brieftasche gefunden haben. Bei seinen ersten Vernehmungen hatte Willi klar eine Beraubung, d. h. Gewalttätigkeiten zugegeben. Gestern bestritt er es jedoch und will alles dem Zeugen nur „abgenommen“ haben. Das Gericht konnte ihm — wie gesagt — nicht das Gegenteil beweisen. Mildernd berücksichtigte man die seitherige Unbestraftheit und das noch kindliche Verhalten des 20jährigen.

Ein reingefallenes Bürschchen

Vor dem Jugendrichter stand ein 17jähriger. Er war Laufbote einer Darmstädter Firma und hatte Gelder, die er in dieser Eigenschaft kassieren mußte, unterschlagen. Angeblich durch seinen Vetter verleitet, drehte er dann eine noch „schrägere Sache“. Er nahm kurzerhand 120 DM, ein Fahrrad mit Anhänger — alles Dinge, die seinem Arbeitgeber gehörten •— an sich und fuhr mit besagtem Vetter nach Frankfurt. Unterwegs setzte man den Anhänger für ein paar Mark ab. Als nun der 17jährige in einem Frankfurter Lokal zur Toilette ging und wieder zurückkehrte, mußte er zu seinem Erstaunen feststellen, daß sein Vetter samt seiner Jacke, die er abgelegt hatte, und den 120 DM spurlos verschwunden war. Auch das Fahrrad, das man im Bahnhof abgestellt hatte, war inzwischen von dem sauberen Vetter auf Nimmerwiedersehen abgeholt worden. — Das tüchtig reingefallene Bürschchen empfing gestern einige Wochen Jugendarrest. Außerdem ordnete der Jugendrichter Fürsorgeerziehung an. yk.


Von den drei Wandergesellen, die auf diesem Foto zu sehen sind, hat der rechts abgebildete den Weg direkt nach Eberstadt eingeschlagen. Es ist Schlossermeister Paul Daßler aus der Darmstädter Straße 60, dem wir zu seinem 82. Geburtstag gratulieren. 1890, am damals festlichen 27. Januar, war er in unsere Gegend gekommen und bei Meister Ludwig Wolf hatte er sofort Arbeit gefunden. Damals war nämlich gerade die Kaisermühle abgebrannt. Für den Neubau konnte man einen tüchtigen Gesellen schon brauchen, der mit den Lehrlingen alle Schlosserarbeiten selbständig auszuführen verstand. Dann war er vor die Aufgabe gestellt, für die Firma Müller und Burkhard Bleihammerformen und andere Werkzeuge anzufertigen. Aus dem Gesellen wurde bald ein Meister, dessen Kunst- und Bauschlosserei noch heute floriert und von seinem Sohn Heinrich geleitet wird. Als wir uns mit dem rüstigen alten Herrn unterhielten, verriet uns die Sprache seine Herkunft aus Sachsen. Trotzdem, wenn man so will, ist er doch schon von Geburt aus ein Hesse, denn Herr Daßler stamjnt aus Kleinhessen, nämlich der bei Crimmitschau gelegenen sächsischen Ortschaft dieses Namens. D- T-
Von den drei Wandergesellen, die auf diesem Foto zu sehen sind, hat der rechts abgebildete den Weg direkt nach Eberstadt eingeschlagen. Es ist Schlossermeister Paul Daßler aus der Darmstädter Straße 60, dem wir zu seinem 82. Geburtstag gratulieren. 1890, am damals festlichen 27. Januar, war er in unsere Gegend gekommen und bei Meister Ludwig Wolf hatte er sofort Arbeit gefunden. Damals war nämlich gerade die Kaisermühle abgebrannt. Für den Neubau konnte man einen tüchtigen Gesellen schon brauchen, der mit den Lehrlingen alle Schlosserarbeiten selbständig auszuführen verstand. Dann war er vor die Aufgabe gestellt, für die Firma Müller und Burkhard Bleihammerformen und andere Werkzeuge anzufertigen. Aus dem Gesellen wurde bald ein Meister, dessen Kunst- und Bauschlosserei noch heute floriert und von seinem Sohn Heinrich geleitet wird. Als wir uns mit dem rüstigen alten Herrn unterhielten, verriet uns die Sprache seine Herkunft aus Sachsen. Trotzdem, wenn man so will, ist er doch schon von Geburt aus ein Hesse, denn Herr Daßler stamjnt aus Kleinhessen, nämlich der bei Crimmitschau gelegenen sächsischen Ortschaft dieses Namens. D- T-

Viehzählung in Darmstadt

Am gestrigen Tage waren etwa 150 Zähler unterwegs, um in den einzelnen Haushaltungen des Stadtkreises die Anzahl der vorhandenen Nutztiere — mit Ausnahme von Kaninchen — festzustellen. Tierhalter, die von den Zählern nicht aufgesucht oder nicht angetroffeh wurden, sind verpflichtet, die gehaltenen Tiere beim statistischen Amt der Stadt Darmstadt, Lagerhausstraße 9, Zimmer 31, umgehend selbst anzumelden. DT

Nikolaus bei „Falke 1916“

Der Wanderklub „Falke 1916“ veranstaltete auch in diesem Jahre wieder seine traditionelle Nikolauswanderung. Ueber hundert Personen — Klubmitglieder, deren Angehörige und Kinder — trafen sich um 14 Uhr an der Odenwaldbrücke in der Dieburger Straße und wanderten durch den Kranichsteiner Park, an der Fasanerie vorbei, zurück zur Gaststätte „Heilig Kreuz“.

Unterwegs traf die ganze Wandergesellschaft den Nikolaus, der sich gerade auf den Weg zum „Heilig Kreuz“ begab. Dort verteilte er, nachdem er sich die auswendig gelernten Liedchen und Gedichte der Kinder angehört und gelobt hatte, seine Gaben. Der Nikolaus, Herr Weiß, brachte außerdem einige nette Begrüßungen, in Gedichtform von Rudi Scheidler. Herr Bingel sprach während der Wanderung und bei dem Nikolaus-Besuch begrüßende Worte an die erschienenen Mitglieder mit ihren Angehörigen und die Gäste. In 14 Tagen, am 3. Adventsonntag, wird die Weihnachtsfeier des Wanderklubs „Falke 1916“ im „Heilig Kreuz“ um 18 Uhr veranstaltet werden. DT.

Erste Studentenvollverfsammlung

Am kommenden Freitag findet um 16.00 Uhr, im großen Hörsaal des Zintl-Instituts, die erste Studentenvollversammlung dieses Semesters statt. Neben dem Jahresbericht wird über die Erfahrungen mit dem internationalen Ferienarbeitslager des letzten Sommers gesprochen werden. Weitere Punkte der Tagesordnung sind Fragen der Remilitarisierung wie der Spende von McCloy, die in Höhe von 430 000 DM ausschließlich für studentische Zwecke zur Verfügung gestellt wurde. -st

„Liehe macht so sung“

Die Lustspieloperetbe „Liebe macht so jung“ brachte der Gesangverein „Frohsinn“. Eberstadt, zu einem vollen Erfolg auf der Bühne der Eberstädter Turnhalle. Jedesmal war der Zuschauerraum vollbesetzt. Die Spielleitung hatte Peter Däche rt, Wilhelm Pfeiffer die Gesänge einstudiert. Unter Leitung von Kapellmeister T r as e r spielte das Darmstädter Orchester für BerufsmuJsiker die instrumentale Begleitung. Die Rollen verteilten sich auf Georg Hebermehl als Winzer Johannes, Else Peters als seine Tochter Nanni, Heinz Fischer als Jakob, Alice Böhm als Rosel, Marie Küfner als Friedel, Wilhelm Kniess und Peter Dornbach als Studenten sowie Christian Böhm als Generaldirektor von Mühlen. t-s.

Kurze Meldungen aus der Stadt

Der Hessische Fechtverein Waisen¬ schutz, Zweigverein Darmstadt, hält Sonntag, 10. Dezember, nachmittags 14.00 Uhr, dm Concordiasaal seine diesjährige Weihnachtsbescherung für Waisenkinder. Der Mannergesangverein „Concordia“ und eine Theatergruppe von St. Elisabeth werden mitwirken. *

Eine Arbeitsgemeinschaft für Obst- und Gemüsebau, diie dem hessischen Bauernverband angeschlossen ist, wurde in Griesheim ins Leben gerufen. Sie will eine geregelte Zusammenarbeit zwischen Erzeugern und Großhandel ermöglichen.

Die Fußallabteilung der SKG Eberstadt hält Sonntag, 9. Dezember, in der „Stadt Heidelberg“ um 20.00 Uhr eine Vorstandssitzung aus Anlaß des nächstjährigen Gründungsjubiläums ab.

Der Altherrenbund der Studierenden der Ingenieurschule Darmstadt wurde kürzlich gegründet. Anmeldungen nimmt Herr Schmitt, 5. Maschinenbau-Semester, Ingenieurschule, entgegen.

Eine Nikolausfeier für Kinder veran¬ staltet die Drogistenvereinigung „Droga“ am kommenden Sonntag, dem 10. Dezember, um 15.00 Uhr, in der Gaststätte „Zum Heilig Kreuz“. o

Das Schauspiel „Schiff ohne Hafen“ wird von dem Schauspielstudio der TH Darmstadt in zwei Wiederholungsvorstellungen am 5. und 6. Dezember um 20 Uhr in der Aula aufgeführt. Karten beim Asta und in der Darmstädter Musikzentrale erhältlich. o

„Nikolausbälle“ am laufenden Band werden zur Zeit von den studentischen Verbindungen der Technischen Hochschule abgehalten.

Die Zahl der immatrikulierten Studen¬ ten an der Darmstädter Technischen Hochschule steht noch nicht endgültig fest, da die Immatrikulation noch nicht abgeschlossen ist. o

Ueber die „Selbstverwaltung in der So¬ zialversicherung“ wird Direktor Heil von der A.O.K. am Freitag, dem 8. Dezember, um 20 Uhr, in einer im Gasthaus „Zur Rose“ in Eberstadt angesetzten Mitgliederversammlung des DGB sprechen.

Preise an etwa 40 Eberstädter Kinder, auf deren Ballonwettbewerb-Flugkarten Antworten eingingen, wird das Jugendrotkreuz am Donnerstag, dem 8. Dezember, in dem um 20 Uhr in der Turnhalle stattfindenden Elternabend der Volksschule zur Verteilung bringen.

Die Neugründung der Ortsgruppe des Katholischen Akademikerverbandes findet heute, Dienstag, um 18 Uhr, im katholischen Gemeindesaal St. Ludwig, Wilhelminenplatz 9, statt. In einem Vortrag wird der Generalsekretär des Verbandes. Dr. Wolff aus Bonn, in die Ziele der Vereinigung einführen.

Die Aufführung der Lustspieloperette des Gesangvereins „Frohsinn“ Eberstadt „Liebe macht so jung“ wird am 30. Dezember nochmals zugunsten der Kriegsbeschädigten wiederholt.

Die Jugendgruppe der Martinsgeme>nde Ost I beabsichtigt, an Weihnachten besonders den Kleinsten der Gemeinde mit dem Märchen „Prinzessin Huschewind“ eine Freude zu bereiten. Die Aufführung ist zum 3. Advent geplant. *

Wie wird das Wettec?

Nachtfröste Vorhersage: Am Dienstag wechselnde Bewölkung mit Aufheiterungen, gelegentlich Schneeschauer, kalt, Nachtfrost. Winde aus West.

Weitere Aussichten: Am Mittwoch vermutlich noch keine durchgreifende Aenderung.



Wolin gehen wir heũte?

Landestheater, Orangerie: 19.30 „Romulus der Große“, Ende 21.45.

Lichtspieltheater: siehe Anzeigenteil.

Amerikahaus: 19.30 Vortrag: „Lachender Orient“; Filmprogramm 14.30 für Jugendl., 17.00 für Erwachsene; Musikprogramm 15 bis 16 Uhr „Roy Harris“.

Volkshochschule: 19.30 in der Technischen Hochschule, Raum 167, Frau Dr. Margarethe Dierks: „Hinführung zu Rainer Maria Rilke“.

Hygiene-Lichthof, Neckarstraße 3a: 10 bis 18 Uhr Ausstellung „Gesundes Leben“.

Wir gratǔlieren

80. Geburtstag: Frau Johanna Mohr geb. Amend, Darmstadt, Hügelstraße 24.

90. Geburtstag: Herr Jochen Wickler, Darmstadt, Steinackerstraße 2.

STARKENBURG

Erfolgreiche Riedbauern auf der Wormser Braugerstenaustellung

Groß-Gerau. (Kr.) Mehrere Preise für hervorragende Braugerstensorten konnten landwirtschaftliche Betriebe aus dem Gebiete des Kreises Groß-Gerau auf einer Ausstellung in Worms erzielen. Der Landwirt A. Reinhardt, Erfelden, errang neben einem Ehrenoreis für die beste „Haüsa-Gerste“. den eine Saatzuchtfirma stiftete den Ehrenpreis des hessischen Ministers für Arbeit und Landwirtschaft. Der Ehrenpreis des hessischen Brauerbundes wurde der Gutsverwaltung Klein-Rohrheim zugesprochen. Der Landwirt Allendorfer, ebenfalls aus Klein-Rohrheim, bekam für seine Gerstenprobe den Ehrenpreis der Rheinischen Malzfabrik Union, ein weiterer Ehrenpreis des gleichen Unternehmens entfiel auf den Crumstädter Landwirtsbetrieb W. Henninger, dem außerdem noch ein Preis der Südd. Kalkstickstoffwerke zufiel. Den Ehrenpreis der Chemischen Fabrik Kalk erhielt Philipp Metzger aus Dornheim.

Festgeschenke suchen Käufer

Dieburg. (RG) Quer über die Hauptgeschäftsstraßen der Kreisstadt spannen sich seit Eröffnung des 2. Dieburger. Weihnachtsmarktes in gleichmäßigen Abständen starke Tannengirlanden, an denen Hunderte von bunten elektrischen Lichtern zum Verweilen vor den auf das bevorstehende Fest abgestimmten Schaufenstern einladen. Gegenüber dem letzten Jahr haben Handel und Kaufmannschaft auf eine Ausstellung ihrer vielseitigen Angebote in einem geschlossenen Gebäude verzichtet. Der Besuch auswärtiger Gäste war bereits am ersten Tag außerordentlich stark, zumal nicht nur durch Ausgabe von Sonntagskarten, sondern auch durch die Einrichtung mehrerer Omnibuslinien die Fahrt zur Kreisstadt preislich günstig war.

Erbach, (ch) Der 1. Advent stand auch im Oden/wäld sehr unter dem Einfluß der ungünstigen Witterung. Zwar hatte die Geschäftswelt der größeren Orte des Kreises Erbach alles aufgeboten an Ausstattung, Reklame und günstigen Preisen, dennoch blieb im wesentlichen der Betrieb am ersten Verkaufssonntag ruhig. Durch den anhaltenden Schneeregen wurden zu viele Bewohner der kleineren Ortschaften vom Wege in die Städte abgehalten. In einzelnen Läden war der Betrieb ungewohnt still, dagegen lag das Schwergewicht bei den Textil- und Bekleidungs-Geschäften. Das Erbacher Kaufhaus Ste 11 e r mußte beispielsweise ununterbrochen mit 26 Verkaufskräften arbeiten und zeitweilig sogar den Laden schließen., weil die Fülle keinen geordneten Geschäftsverkehr mehr zuließ.

Weihnachtsmarkt in Jugenheim

Jugenheim (hl) — Der Weihnachtsmarkt wurde am Freitagnachmittag in der Turnhalle und dem Hotel „Deutsches Haus“ mit einer Ansprache von Bürgermeister Schürrlein eröffnet. Möbel, Schuhwaren, Textilien, Offenbacher Lederwaren, Parfümerien, Seifen, Radios, Uhren, Elektrogeräte, feinste Back- und Konditoreiwaren, Spielsachen und vieles andere, wurden in geschmackvoll eingerichteten Ständen gezeigt. Nicht nur Interessenten, sondern auch Käufer waren stark vertreten.

Ostbeamte müssen rückwirkend leben

Der Verbaost kämpft gegen die Deklassierung

0D i e b u rg. (RG.) Zu der Dezemberversammlung des Verbandes der ehemaligen Beamten, Angestellten und Arbeiter aus den Ostgebieten und dem Sudetenland hatte man als Referenten den Vorsitzenden des Landesverbandes, Dr. D erp e, Darmstadt, gewonnen. Umfassende Sachkenntnis und zahlreiche Protokolle aus Bundestagssitzungen gaben ihm die Möglichkeit, erschöpfend über die ungerechte Behandlung jener Menschen zu sprechen, die, wie er sagte, einst in Erfüllung ihrer Treuepflicht dem Staat gegenüber in die ostdeutschen Provinzen gingen und heute — nach vier Jahren gewaltsamer Austreibung — um ihre Rechte und volle Anerkennung ihrer Arbeit verzweifelt kämpfen müßten.

Seit seinem zweijährigen Bestehen sei der Verband auf 80 000 Mitglieder angewachsen, die um die Erhaltung ihrer Familien besorgt seien. Das Jahr 1950 gehe zu Ende, und der vertriebene und entrechtete Beamte, Angestellte und Arbeiter aus dem Osten wisse noch immer nicht, was aus ihm werden solle. Die Auszahlung der Ueberbrückungsgelder verzögere sich noch immer um zwei bis drei Monate: Der Ostbeamte solle also gewissermaßen „rückwirkend leben“.

Prof. Max Wenzel, Erlangen, der als Kapazität auf seinem Gebiet gelte, habe in einem über den Regierungsentwurf gefällten Gutachten erklärt, daß er eine Degradierung des Ostbeamten enthalte. Das Argument der Berufsentfremdung durch die Jahre des Wartens könne nicht anerkannt werden. Die Versammlung faßte eine Entschlie- Bung, in der die für 1950 versprochene berufliche Unterbringung, Durchführung der Gleichberechtigung auf Grund der Erklärungen Vizekanzlers, Blücher in Stuttgart und ordnungsmäßige Auszahlung der Ueberbrückungsgelder gefordert wird.

Segelfluggruppe gegründet

Dieburg (=) — In der vergangenen Woche wurde in Dieburg eine Segelfluggruppe gebildet. In den Vorstand wurden gewählt; E. H e r t e r i c h (1. Vorsitzender). J. Roßkopf (Schriftführer), F, Krimm (Kassier). Als vorläufiges Heim konnte das Jugendhaus in der Frankfurter Straße (Haus Ittmann) bereitgestellt werden.

Um das Bauprogramm 1951

Dieburg (RG). Die Arbeitsgemeinschaft der hessischen Baugenossenschaften und -gesellschaften hielt am Sonntag eine Tagung ab® auf der Dr. Schepp, Frankfurt, über Fragen des Wohnungsbaues sprach. Aus den Kreisen Darmstadt, Bergstraße, Dieburg, Erbach, Groß-Gerau und Offenbach waren Delegierte erschienen, die 59 der der Arbeitsgemeinschaft angeschlossene Gemeinden vertraten. In Sonderreferaten und in einer eingehenden Aussprache wurden Fragen der Grundstücksbeschaffung, der Kapitalbildung und das Soziale Wohnungsbaugesetz beleuchtet.

2. Odenwälder Brieftaubenschau

Ueber 1000 Tiere im Reinheimer Volkshaus

Reinheim (si) — Samstag und Sonntag fand unter der Schirmherrschaft von Landrat Ritz er t, Landrat Neff und Bürgermeister Marx die 2. Odenwälder Reisever. einigungs-Ausstellung, vom Brieftaubenverein „Heimatliebe“ Reinheim ausgerichtet, statt.

Die Schau war mit über 1000 Tieren der Odenwälder Reisevereinigung Michelstadt beschickt und erfreute sich eines guten Besuchs. Preisrichter waren die Herren Meister, Frankfurt, Ehmann, Mühlheim, Stanz, Sprendlingen, D*ö rne r , Neu-Isenburg und Geiß.

In der Sonderklasse A errangen Gg. Göckel, Zeilhard, und Peter Müller 1. Preise. Klasse 1: Ehrenpreise an Hch. Wagner, Spachbrücken, und Wilh. Daum, Ober-Klingen, 2. Preis Gg. Pfeifer 111., Groß-Bieberau. Klasse 2: 1. Ehrenpreis Wilh. Daum, Ober-Klingen. Klasse 3: Helmut H o r lebe in , Michelstadt. Klasse 4: Karl Neff, Michelstadt. Klasse 5: Karl Neff, Michelstadt. Klasse 6: Konrad Del tau, Zeilhard. In der Klasse 7 konnte nur ein 1. Preis an Heinrich Heckmann, Unter-Mossau vergeben werden. Klasse 8: Heinrich Glich, Wiebelsbach. Klasse 9: Johs. Daum, Reichelsheim und Wilh. Daum, Ober-Klingen. Klasse 10: RVG-Ehrenpreis Phil. Mark, Michelstadt und 2. Ehrenpreis Frdr. L auten sc h 1 äge r , Höchst/Odw. Klasse 11: 1. Ehrenpreis E. Jungblut, Groß-Bieberau. Klasse 12: Adam Bingel, Reinheim. Klasse 13: Kurt Näder, Lengfeld. Klasse 14: Heinrich Emig, Georgenhausen, Hermann Metzger, Groß-Bieberau. Klasse 15: RVG-Ehrenpreis Konrad De 11 au , Zeilhard, 2. Ehrenpreis Wilhelm Ahl, Groß-Bieberau. Klasse 16: RVG-Ehrenpreis Heinr. Wagner, Spachbrücken. Klasse 17: 1. und 2. Ehrenpreis Gg. Kränkel, Lengfeld. Klasse 18: Karl Neff, Michelstadt. Klasse ’l9: Aug. Schwarz, Georgenhausen, Karl Hardt, Groß-Bieberau. Klasse 20: Kurt Näder, Lengfeld, Hans Roe 11 er , Michelstadt.

Was aǔch interessiert:

Der langjährige Bürstadter Gemeinderechner V. Ofenloch, welcher über 40 Jahre die Gemeindekasse geführt hatte, wurde kürzlich unter großer Anteilnahme der Bevölkerung zur letzten Ruhe geleitet. (bb)

Fanfaren erklangen vom Berghang, als am Sonntag in Unter-Sensbach eine neue Glocke geweiht wurde. Bürgermeister Boxberger und die Geistlichen beider Konfessionen sprachen während der Feierstunde, die durch Chöre der Schulkinder und des Männergesangvereins umrahmt war. (=)

Ein folgenschwerer Unfall ereignete sich am Wochenende im Walde bei Rohrbach. Der Ortsvertrauensmann der Heimatvertriebenen und Kreistagsabgeordnete Brückner wurde beim Holzmachen von einem herabstürzenden Ast so schwer getroffen, daß er auf der Stelle tot war. . (AHT)

Aus einer Rinderspende, die kürzlich aus Amerika eingetroffen ist, wurde den heimatvertriebenen Landwirten Ludwig Häring (Zwingenberg), Krebs (Biblis), Trebitscher (Glattbach) und Franziska H eeg e n (Nordheim) von den zuständigen Bürgermeistereien je ein Kalb übergeben. (erh)

Wegen gefährlicher Körperverletzung hatte sich vor dem Amtsgericht Reinheim der 41jährige Reichsbahnsekretär a. D. G. W. aus Reinheim zu verantworten. W., der wegen ähnlicher Delikte schon wiederholt vor Gericht stand und erst kürzlich eine Gefängnisstrafe von vier Monaten verbüßt hatte, wurde auf weitere drei Monate ins Gefängnis geschickt. (Le)

Praktische Schweißvorführungen veranstaltet die Kreishandwerkerschaft Groß-Gerau in der Werkstatt der Firma Jourdan, Mainzer Straße, in Groß-Gerau. In der Schillerschule spricht Dr.- Ing. Sip e 11 über „Richtiges und falsches Schweißen“. (kr)

Es war an Kirchweih

Eppertshausen (gi) — Vor dem Amtsrichter in Dieburg hatte sich der 32jährige Arbeiter M. wegen Tätlichkeit zu verantworten. Bei dem Versuch einen Streit zu schlichten, traf den Polizeidiener ein Faustschlag des betrunkenen Angeklagten ins Gesicht. Wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung beantragte der Staatsanwalt 2 Monate Gefängnis. Wegen der Volltrunkenheit sah der Richter davon ab und verhängte eine Geldstrafe von 150 DM.

Zwingenbergs Jlugendherberge wiedereröffnet

Renovierung und Modernisierung aller Räume

Zwingenberg (HB). In Verbindung mit der Arbeitstagung des Deutschen Jugendherbergswerkes fand am Samstagabend die Wiedereröffnung der Zwingenberger Jugendherberge statt.

In dem renovierten und modernisierten Haus stehen heute wieder 100 Betten zur Verfügung. In sämtliche Räume wurde Zentralheizung gelegt und aus dem gewölbten Keller ist ein geräumiger Saal mit 200 bis 220 Sitzplätzen und Bühne geworden, der auch für kulturelle Veranstaltungen der Gemeinde zur Verfügung stehen wird. Anläßlich der Einweihungsfeierlichkeiten sprach der Vorsitzende des Bezirksverbandes Darmstadt, Bezirksjugendpfarrer Rathgeber, allen Handwerkern und Geschäftsleuten, die mitgeholfen haben, dieses Haus in wenigen Wochen wieder in Betrieb nehmen zu können, seinen Dank aus. Bürgermeister Kiel sprach im Namen der Stadtverwaltung. Die Volkstanzgruppe Zwingenberg, ein kath. Jugendsingkreis und ein evang. Jugendchor umrahmten die Feier. Den Höhepunkt des Abends bildete die Aufführung des Märchenspiels von „der klugen Bauerntochter“ durch die Königsteiner Puppenspieler.

Affolterbach. Unter Leitung von Frau Hella Heckmann veranstaltet der Kindergarten am 2. Adventssonntag eine Weihnachtsfeier, zu der die Elternschaft herzlichst eingeladen ist. tt

Der „Keulenschlag“ von Reichelsheim

Mißhandlungsaktion von 1933 und ihr gerichtliches Nachspiel 1950

WST — Wie bereits kurz berichtet, verurteilte die Große Strafkammer 1 beim Landgericht Darmstadt am Freitagabend den 42jährigen früheren Verlagsleiter Werner Xaver Goerendt aus Badenweiler zu einem Jahr drei Monaten und den 40 jährigen Mechaniker Karl Wolter aus Darmstadt zu neun Monaten Gefängnis. Damit sühnte das Gericht Straftaten, welche die beiden Beschuldigten während einer politischen Aktion am 9. September 1933 in Reichelsheim begangen hatten.

Die Strafkammer unterzog sich unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor For c h in einem zweitägigen Prozeß der gewiß nicht leichten Aufgabe, nach 17 Jahren jene Vorgänge zu rekonstruieren, die sich damals in einer erregten Zeit tumultuarisch abgespielt haben: Ein SS-Sonderkommando aus Darmstadt war mit. dem Ueberfallwagen der Polizei angerückt, um in Reichelsheim gegen politische Gegner des neuen Regimes — vornehmlich KPD-Mitglieder — vorzugehen.

Im Reichelsheimer Amtsgerichtsgefängnis wurden die festgenommenen politischen Gegner „verhört“. Dies sah aber so aus, daß man sie elendig verprügelte, mit Knüppeln traktierte und mit Füßen trat. Die Mißhandlungen zahlreicher Häftlinge wurden dann in einem nahe gelegenen Wald und später in der Darmstädter Riedeselstraße fortgesetzt.

Der Staatsanwalt hatte für Goerendt Zuchthaus von 21 Monaten und für Wolter Gefängnis von 15 Monaten beantragt. Das Gericht rechnete beiden auf die erkannte Strafe je vier Monate Internierungshaft an.

Die Methodik des Schulsingens

Erbach, (ch) Der Singkreis der Lehrerschaft des Kreises Erbach hielt über das Wochenende eine Arbeitstagung in der Erbacher Jugendherberge ab. Lehrer Wilhelm Volk sprach über die Methodik des Schulsingens. Unter der Leitung von Fräulein Kaiser, Erbach, übte der Singkreis Weihnachtslieder und Chorwerke von Bach.

1000 Sänger beim Liedertag in Wirhausen

13 Gesangvereine bewiesen ihren hohen Leistungsstand

Wixhausen. (1k) Die Gesangsabteilung der Sportgemeinde hatte dreizehn Gesangvereine zu einem Liedertag im „Kronensaal“ eingeladen.

Als Einleitung sang der Chor des gastgebenden Vereins unter Leitung seines Dirigenten M. Frank — der gleichzeitig auch eine Reihe anderer Vereine ausbildet — den „Sängergruß“ und den Chor „Ich will“ von Jos. Haas. Es folgten sodann Grafenhausen, die Chorgemeinschaft Erzhausen, GV Eintracht Babenhausen, Griesheim, „Frohsinn“ Darmstadt-Arheilgen, Schneppenhausen, Arbeitergesangverein Münster, GV Eppertshausen, „Treue“ Arheilgen, der gemischte Chor von Groß-Bieberau, GV „Liederzweig“ Arheilgen und Sängerlust „Edelweiß“ Urberach. Wixhausen und Urberach sangen gemeinsam das Steuermannslied aus dem „Fliegenden Holländer“. Den Abschluß bildete ein Massenchor von 450 Sängern mit dem Lied „Blaue Trauben“ von O. Siegl.

Alle beteiligten Vereine zeigten mit ihren Chören und Liedern sehr beachtliche Leistungen und brachten ausgezeichnetes Chormaterial mit, das durch intensive Schulung gut durchgebildet ist.

nika“ die erforderliche Schmiegsamkeit und Otto Boettcher erntete viel Beifall mit dem „Zigeunerbaron“. Beide Künstler stellten sich noch einmal im zweiten Teil des Programmes mit dem Duett „Sag ja, mein Lieb, sag ja“ aus der „Gräfin Mariza“ vor. Gutes Können zeigte in einem Violin. solo Kapellmeister Apfel mit Konrad Schreyer am Flügel. Mit dem Potpourri „Ein Abend bei Paul Linke“ fand dieser gut gelungene und vom Publikum mit großem Beifall aufgenommene Abend seinen Ausklang.

Chorkonzert in Messel

Messel, (es) Das am Samstag veranstaltete Chorkonzert der Kullmannschen Chorgemeinschaft wurde für alle Sangesfreunde ein besonderes Erlebnis. Ausführende waren der Männerchor der SKG Roßdorf, der Männergesangverein „Harmonie“ Biebesheim und der Gesangverein „Sängerbund - Eintracht“ Messel. Sämtliche Vereine standen unter der Leitung von Kapellmeister Hans Kullmann, Darmstadt. „ Sängerbund-Eintracht“ eröffnete das Konzert mit dem Chor „Schutzgeist alles Schönen“ von Mozart und dem Volkslied „Goldene Abendsonne“. Die anderen Vereine schlossen sich mit Chören und Liedern von Orth, Silcher, Baumann, Schubert, Bruckner u. a. an. Höhepunkte des Abends waren die beiden Massenchöre „Morgenrot“ und „Hymnus an den Gesang“.

Herbstkonzert in Pfungstadt

Pfungstadt (Seg) — Mit dem Gesang von Otto Boettcher und Helga Bach, beide vom Landestheater Darmstadt, konnte der Musikverein 1926 die Wiederholung seines Konzertabends noch vollkommener und schöner gestalten. Helga Bachs Sopran gab dem „Heimatlied“ aus der Operette „Mo-

Frohsinn bheim „Frohsinn“

Braunshardt. (Vo) — Der Gesangverein „Frohsinn“ hatte zu einem Familienabend in das Gasthaus „Zum Adler“ eingeladen. Der Chor erntete mit seinen Darbietungen reichen Beifall. Als Humorist sorgte Franz Wettengi, Dieburg, für Stimmung und Heiterkeit. Der musikalische Teil des Abends lag in den Händen der Kapelle Damm el, Mörfelden.

Trotz eingestürztem Himmel

Es weihnachtet sehr

Erbach, (ch) Das war eine Aufregung für die kleinsten Freunde der amerikanischen Lesehalle in Erbach, als sie am Samstag und Sonntag Theater spielen konnten, am Samstag nur vor Kindern, am Sonntagabend aber vor Eltern und Verwandten. Immer war der Saal brechend voll. Die Wände waren ausgeschmückt mit zahlreichen Bildern, gezeichnet, gemalt oder auch geklebt von den Kindern selbst. Das Kinder-Orchester, Helmut Reitz (Klavier), Gerd Schneider (1. Geige), Karl Ludwig Reitz (2. Geige) und Gudrun Gölz (Flöte), wirkte eifrig mit. Wie erschraken aber die 22 Mitwirkenden, als am Sonntagabend mitten im schönen Spiel der ganze Himmel mit allen Sternen unprogrammgemäß herunterfiel. Als es jedoch die Gage in Form einer Tafel Schokolade gab, war der Zwischenfall schnell wieder vergessen.

Drei neue Ortsverbäãnde

Erbach (ch) — Die Versammlungen des Kreisverbandes Erbach der Heimkehrer e. V. am Sonntag in Bad König, Kirchbrombach und Beerfelden hatten in allen Orten lebhaften Zuspruch gefunden. Nicht nur aus den drei Gemeinden selbst, sondern auch aus allen Orten der näheren Umgebung waren ehemalige Kriegsgefangene in großer Zahl erschienen. In richtiger Erkenntnis der Ziele des Heimkehrerverbandes wurden in allen drei Gemeinden neue Ortsverbände gegründet. In Bad König übernahm Lehrer Gummer den Vorsitz, in Kirchbrombach Lehrer Rettig und in Bfeerfelden Herr Weiß. Es wurden einige Beschlüsse gefaßt, die durch die Kreisorganisation unverzüglich den zuständigen Behörden vorgetragen werden sollen.

So ein Rindvieh!

Langen-Brombach, (ch) — Beim Ueberholen einer Viehherde in der Hauptstraße sprang dem Vertreter Hugo Hedderich aus Flörsheim unvermittelt ein Rind gegen die Tür seines Pkws. Das Fahrzeug wurde beschädigt, das Tier verletzt.

Bad König, (hm) — Der Gesangverein „Liederkranz“ wird vom 30. Juni bis 2. Juli 1951 sein 90jähriges Jubiläum begehen, zu dem zahlreiche Vereine erwartet werden.

Weihnachtsfeier für bedürftige Kinder

Seeheimer Gemeinderat billigt Fabrikbau für Arzneiwerke im Industriegelände

Seeh ei ni (hl). — Der Sitzung des Gemeinderates wohnte dieses Mal eine Klasse des letzten Jahrganges der Volksschule bei, um einen Einblick in die Tätigkeit der Gemeinderäte zu nehmen.

Eine längere Aussprache löste ein Antrag auf Beleuchtung der Ludwigstraße aus. Im kommenden Wirtschaftsjahr sollen 22 Straßenlampen an den Hauptverkehrspunkten angebracht werden. Die Gemeinderäte beschlossen, daß Bürgermeister Speckhardt wegen eines neuen Kostenvoranschlags für die, Straßenbeleuchtung an die HEAG herantreten soll.

Der Ortsverband der Heimatvertriebenen will seinen Kindern eine große Weihnachtsfeier geben und bat in einem Antrag um eine einmalige Zuwendung eines Geldbetrages aus dem Wohlfahrtsfonds. Der Gemeinderat stellte 150 Mark zur Verfügung. Für die bedürftigen Kinder der Gemeinde hat der Gemeinderat ebenfalls eine Weihnachtsfeier vorgesehen. Der Bürgermeister wurde beauftragt, sich mit der Arbeiterwohlfahrt und dem Roten Kreuz in Verbindung zu setzen. Im Verlauf der weiteren Tagesordnung beschloß man, auf die Prüfung der Jahresrechnung von 1945 bis zur Währungsreform durch das Rechnungsprüfungsamt zu verzichten, da wesentliche Mängel der Verwaltung nicht vorliegen. Dem Antrag der evgl. Kirchengemeinde wegen Dachreparaturen am neuen Pfarrhaus wurde stattgegeben. Ferner wurde der Antrag der Drux-Arzneiwerke genehmigt, die im Industriegelände an der - Ebert-Straße eine Fabrik errichten wollen, hl.

Raum und Zeit im Spiegel der Briefmarke

Gründung eines Briefmarkensammlervereines in Groß-Gerau geplant

Groß-Gerau (eng). — Aus privater Initiative hatten sich Sammlerfreunde zusammengefunden und als erste für die Philatelie werbende Veranstaltung nach dem Kriege eine Briefmarkenausstellung in zwei Räumen des Realgymnasiums eingerichtet.

Verwöhnte Liebhaber, Anfänger und Laien, an deren Besuch es nicht fehlte, konnten auf den vielen, sorgsam durch Cellophanpapier geschützen Bögen manches seltsame Stück und manchen Leckerbissen betrachten, mochte es sich nun um Thurn-und-Taxis-Marken handeln, um „Ersttagsbriefe“ oder ausgefallene Sonderstempel. Reges Interesse fanden die sogenannten „Motivsammlungen“. Mit viel Liebe, aber auch persönlichen Opfern, wurde diese Sammlung von den Erwachsenen erstellt, die zum Teil aus Nachbarorten stammten. Besonders zu begrüßen aber sei — so erzählte der Hauptinitiator, Studienassessor Dippel — der Eifer, mit dem die jugendlichen Aussteller ans Werk gegangen seien. Die drei besten Arbeiten ihrer Motivsammlungen wurden preisgekrönt. Werner Höfle, Robert Hof und Rodenstein waren dabei die Gewinner.

Als Vertreter des Bundesvorstandes der deutschen Philatelisten sprach am Sonntagnachmittag Herr Bald, der aus der Fülle seiner Erfahrungen zu berichten wußte und Anregungen, Ratschläge und Tips gab.

In der Diskussion stellte sich heraus, daß fast alle Teilnehmer die Bildung eines Groß-Gerauer Philatelistenvereins wünschten. So wird man in den nächsten Wochen zusammentreten, um sich als Verein zu konstituieren.

Kreistreffen der Feuerwehr

Erster Spatenstich zum Biebesheimer Gerätehaus

Groß-Gerau (kr) — Mit einer Großübung, dargestellt durch einen Brandangriff auf die alte Mühle in Biebesheim, wurde am Sonntagnachmittag das Treffen der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Groß-Gerau, die mit ihren Fahrzeugen angerückt waren, eröffnet. An die Uebung schloß sich eine kleine Feier auf dem Marktplatz an, wobei Bürgermeister Hans Sudheimer den ersten Spatenstich zu einem Gerätehaus vollzog. Nach den Begrüßungsworten durch Kreisbrandinspektor Schrötwieser würdigte der Bürgermeister die Bedeutung der Feuerwehr.

Auf dem Marktplatz formierten sich dann die etwa 300 Feuerwehrmänner, die unter Vorantritt der Kapelle und gefolgt von ihren Fahrzeugen durch die Straßen zogen. Mit einer Besprechung der einzelnen Kommandanten fand die Veranstaltung, an der die Bevölkerung großen Anteil nahm, ihren Abschluß.

Goddelau. (+) — Die Aussaatflächen für Wintergetreide und Witnerraps ergaben 30 ha Winterroggen, 66 ha Winterweizen, 18,5 ha Wintergerste und 0,5 ha Winterraps.

Tod auf der Landstraße

Worfelden, (eng) — Am Sonntag ereignete sich gegen 17.00 Uhr am Ortsausgang in Richtung Braunshardt ein Verkehrsunfall, der ein Menschenleben forderte. Der Motorradfahrer Paul Kretschmann aus Nieder-Olm wollte mit seinem 200-ccm-Motorrad die > in gleicher Richtung gehende 65jährige Einwohnerin Angela Gallasch überholen. Als er Signal gab lief sie in ihrer Verwirrung direkt in das Motorrad hinein, wurde vom Lenker erfaßt und zu Boden geschleudert. Mit einer Gehirnerschütterung mußte sie in das Kreiskrankenhaus Groß-Gerau eingeliefert werden, wo sie am Montag an den Folgen ihrer Verletzungen starb.

Umbildung des Kreisjugendausschusses

Groß-Gerau (—) — In seiner Sitzung am 6. Dezember, vormittags 9 Uhr, im Landratsamt wird sich der Jugendausschuß des Landkreises Groß-Gerau unter Punkt 8 seiner umfangreichen Tagesordnung mit der Umbildung des Ausschusses befassen. Weitere Vorlagen behandeln die Aufnahme neuer Mitglieder, Berichte über die Sommerarbeit, die Wintererholungsfreizeiten sowie unter „Verschiedenes“ die Weihnachtskinderbescherung.

Diskussion um Mariendogma

Groß-Gerau, (eng) — Die wissenschaftliche Vereinigung hatte Professor Dr. Semmelroth von der philosophischtheologischen Hochschule St. Georgen zu Frankfurt am Main für einen Vortrag mit dem Thema: „Die leibliche Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel als Dogma der katholischen Kirche“ gewonnen, Aus der Sicht des katholischen Religionswissenschaftlers legte er in sehr genauen Formilierungen Grund und Wesen des neuen Dogmas dar und setzte sich mit den Einwendungen auseinander, die von Wissenschaftlern und führenden Männern der evangelischen Kirche erhoben worden sind.

Unser Gẽburtslagskinder

80. Geburtstag: Frau Elisabeth Knapp geb. Lulay, Heppenheim, Kleine Gartenstraße 10.

75. Geburtstag: Herr Friedrich Kopp, Gemeinderechner i. R.. gleichzeitig 50. Geburtstag seiner Tochter Margarete Rückert.

71. Geburtstag: Frau Maria Jäger geb. Bauer, Hauitzheim, Krötengasse 41.

Silberne Hochzeit: Herr Friedrich Schneider II und Ehefrau Margarete geb. Peter, Bickenbach a. d. 8., Bebelstraße.

Feuilleton

Erstaufführung: „Romulus der Große“

Leicht macht es einem der junge Schweizer Autor Friedrich Dürrenmatt mit seiner „ungeschichtlichen historischen Komödie“ nicht, zwischen seinen geistreichen Bonmots, seinen Paraphrasen über Kultur und Politik, seinen Sentenzen über Staat und Mensch und zwischen dem spielerischen Anhang glitzernden Witzes das Endziel seines Wollens zu erfassen. Der Untergang eines Weltreiches, der sich hier in tragikomischer Weise abspielt, und in dem letztlich Romulus der Große mit der Devise Laisser-faire, Laisser-passer das Menschsein in eine neue Epoche hinüberretten will, kann natürlich unter dem Aspekt einer neutralen Schweizer Staatsbürgerschaft und aus der Ferne durch Kürrenmatt so angesehenwerden. Die Schweiz ist seit Jahrhunderten damit sehr weit gekommen und hat als Dreisprachenstaat schließlich auch die Invasion der englischen Vokabel gut überstanden. Ob es jedoch „den weitschauenden, aber ewig ohnmächtigen Geist“ wirklich gibt und er sich nicht in heftigen Reaktionen einfach aus der Existenz heraus stets zur Wehr setzen wird, ist eine andere Frage.

Was diesem Stück die starke Zugkraft gibt, jedenfalls in der vorliegenden recht eingehend korrigierten Fassung durch den Regisseur Walter Grüntzig, sind die wahrlich klassischen Komödiendialoge und die dichterische Sprache. Der Esprit einer humanistisch gebildeten Kulturwelt leuchtet in spritzigen Wortkaskaden auf, die alle Bereiche der menschlichen Gesellschaft glossieren und bei denen Shaw manchmal Pate gestanden zu haben scheint. Ein weftig überbetont ist die „Tragik“ der Mittelakte, die bei einer „Politik ohne Ausblick“ besser zur aristophanischen Satire tendieren müßten. Die einzelnen Episoden, in die das Stück vorläufig noch zerfällt, hält die Regie von Walter Grüntzig sehr geschickt zusammen. Treffsicher sind die Charakteure der Darsteller aufeinander abgestimmt und vor allem wird eine einheitliche "Spielidee im Ensemble durchgeführt, die sich von jeder überflüssigen Kapriole fernhält.

Der über die' Rampe erweiterte Bühnenraum, den Wolfram Münz in heiterer Klassizistik mit einem dezenten Anflüg an Offenbach humorvoll geschaffen hat, wird ohne viel Bewegung von den „letzten Römern und ihrem imperialistischen Gefolge“ in dekorativer, ruhiger Pose ausgenutzt. Einfache und doch sehr stilvolle Gewänder unterstreichen die plastische Profilierung der Figuren.

Mit der Rolle des Romulus führte sich Kurt Rackeimann in Darmstadt sehr gut ein. Er beherrschte die Situation in jeder Phase und überbrückte dadurch auch kleine Unsicherheiten im Finale. Ebenso ausgezeichnet waren alle anderen Personen charakterisiert: die Julia der Ellen Krug, die Rea der Rosemarie Kilian, die stürmischen Helden Johannes Kraus und Helmut Kissel, der oströmische Kaiser Martin Lübbert, die Minister Franz Schneider und Herbert Wien, die Kammerdiener Eugen Vogt und Hermann Schüler, der Industrielle Willy Leyrer, der Kunsthändler Herbert Walter, der Schauspieler Curt Westermann und der Germanenfürst Odoaker von Walter Kohls.

Die Aufführung war geschlossen und sehr wirkungsvoll. Das Publikum, ein wenig verdutzt über die neuartige Anlage der Komödie, verpaßte zunächst einige Pointen, um dann aber in den heiter-ernsten Ton mit großem Applaus für Darsteller, Regisseur und Bühnenbildner einzufallen. G. I.

Violinkonzert Elfriede Früh

Mit einem sehr interessanten Programm trat wr einigen Tagen die junge Auerbacher Violinistin Elfriede Früh in der Turnhalle des Gymnasiums Bensheim vor ein zahlreich erschienenes Publikum. Den Auftakt bildete die virtuose Sonate g-moll von Tartini, der Bachs E-dur-Partita folgte. Im zweiten Teil gelangten Ernest Chaussons Poeme op. 25 und Cesar Francks Sonate A-dur zum Vortrag. Elfriede Früh bewies, daß sie technisch allen Werken gewachsen war, ihr in der Hauptsache auf Virtuosität abgestelltes Spiel, erreichte zweifellos bei Chausson und Franck seinen Höhepunkt, so daß die Künstlerin inmitten der Franckschen Sonate einen begeisterten Applaus gespendet bekam. Kapellmeister Joachim Popelka vom Nationaltheater Mannheim zeigte als Begleiter am Flügel hohes nianistisches Können und trug in jeder Beziehung entscheidend zum Erfolg dieses Abends bei. (HB)

Spanische Grandezza im Tanz

ILSE MEUDTNER STARTETE IN DARMSTADT IHRE DEUTSCHLAND-TOURNEE

Die Wiederkehr Ilse Meudtners auf die deutsche Tanzbühne erwartet man mit lebhaftem Interesse. Nach ihrem längeren Aufenthalt in Spanien begann sie nun ihre Deutschland-Tournee am Freitag in Darmstadt. Man hätte ihr schon deswegen eine stärkere Anteilnahme von Seiten des Publikums gewünscht. Leider war die Stadthalle fast leer und die Bemühungen der Musiikzentrale, das Programm der Wintersaison auch durch erlesene Tanzkunst zu bereichern, sind also auf wenig Gegenliebe gestoßen.

Ilse Meudtner hat in Spanien auf Grund eingehender Studien des dortigen Volkstanzes und in intensiver Beschäftigung mit den Werken Goyas eine stilistisch neuartige Tanzweise ausgearbeitet, die einen wesentlichen Teil ihres Programms darstellt. Die bezaubernde Bildkraft der klassischen Tänze aus Kastilien (Sequedillas), aus dem „maurischen“ Andalusien (Fandango und Feruca) und Toledo (Lagarterana), in denen sich spaniscjhe Grandezza mit den volkstümlichen Elementen südlicher Lebensfreude vereinen, erhält einen neuen Ausdruck von reichster formaler und rhythmischer Abwechslung. Gleichzeitig wird die schon recht erstarrte und schematische Tanzbewegung Spaniens in einer neuen Stilisierung veredelt und der Fußrhythmik ein neues Ausdruckssymbol unterlegt. Diese Eigenheiten, die trotz allem ganz dem spanischen Wesen verhaftet bleiben, mögen es gewesen sein, die der Künstlerin in Madrid so unerhörte Erfolge einbrachten und auch das deutsche Publikum faszinieren. Der klangliche Pointilismus der spanischen Musik von Albeniz, De Falla, Granados, Zanelli usw. leuchtet hier plötzlich in neuen Farbvisionen auf und spiegelt sich in den prachtvollen Kostümen der Tänzerin wider.

Die von Ilse Meudtner getanzte „ Goya-Suite“ rollt vor einer Folge wechselnder Schwarz-Weiß-Zeichnungen nach Motiven Goyas ab. Die Zeichnungen stammen von der Tänzerin. Sie sind in den Tanz teils als Sinnbild, als Illustration oder als Partner einbezogen und bestimmen auch den jeweiligen Tanzstil, der sich der abstrakten Bewegung, der Expression oder der Pantomime bedient und je nach dem Gestaltungswillen das eine oder andere Moment stänker hervortreten läßt. Auch hier ist von wesentlicher Bedeutung, daß die spanische Rhythmik der Tanzschritte in der Ausdrucksform aufgegangen ist und ihr neue und expressive Impulse verleiht. Darin ist wohl auch das Außergewöhnliche zu sehen, das sich Ilse Meudtner in Spanien erarbeitet und das sie zu einer neu belebenden Tanzkunst erhoben hat.

In ihren heiteren Pantomimen (Seejungfrau, Fromme Helene, Ein Männlein steht im Walde), mit denen sie sich einst die Herzen der Tanzfreunde gewann, sind einige reizende Neuschöpfungen (Der Liebesbrief, Wen die Muse küßt) zu erwähnen.

In Heinrich Kreutz hat Ilse Meudtner einen talentierten, aber noch nicht immer sicheren Begleiter ihrer Tänze gefunden. Wie stets wurde die Künstlerin vom Publikum stürmisch gefeiert und auch mit Blumen bedacht. G. I.

Die Krisis des Denkens

Ein Vortrag von Professor Schüler

„Die Krisis des heutigen Denkens“ behandelte Professor Dr. Schüler vor einem großen Zuhörerkreis in Bensheim. Seit der Renaissance habe menschliches Denken die Natur ihrer Geheimnisse entkleidet, sie erfaßbar und dienstbar gemacht. Im 19. Jahrhundert sei jedoch die Gesamtschau immer mehr durch Spezialisierung verlorengegangen, heute stehe die Naturwissenschaft mit der Frage nach den Ursachen der Aufbau- und Organisationskräfte der Natur vor unüberwindlich erscheinenden Hindernissen und damit vor einer aus ihr selbst hervorgegangenen Krise.

„Die Bremer Stadtmusikanten“ in der Stadthalle

Am Samstagabend fand in voll besetzter Stadthalle die Aufführung der lustigen Kantate „Die Bremer Stadtmusikanten“ von Franziscus Nagler statt. Der Schülerinnenchor der Eleonorenschule, das Orchester der Landesmusikschule, verstärkt durch einige Instrumentalisten des Landestheaters, Wilhelm Poth am Flügel, als Solisten Lilli Wembacher, Elsbeth Stumpf, Liselotte Heisch, Max Magdalinski und Kurt Bausch errangen unter der Gesamtleitung von Studienrat Hermann Kaiser für die humorvolle, volkstümliche Kantate von Franziscus Nagler einen schönen Erfolg.

Die Anlage der Komposition verrät durchweg die gute deutsche Kantoren-Tradition; sauber und klargliedrig in Form und Gehalt ist sie jungen, musikfreudigen Menschen auf den Leib geschrieben, und die Freude am Werk selbst strahlte denn auch aus allen Stimmen der Kehlen und Instrumente. Der Gymnasialchor führte diese Kantate schon vor etwa 20 Jahren hier auf. Quellenklar sprudelt die Musik aus den angeschlagenen Themen, heiter und tiefsinnig, lustig und klagend, durchsonnt von der gemüthaften Wärme echter Romantik und ursprünglicher Volkstümlichkeit.

Reizvoll ist die Mär von den „Bremer Stadtmusikanten“ ins vielstimmige Loblied an Frau Musika gewendet, nicht ohne Anklänge an das Mozart zeitgenössisch-zeitlose Musizieren.

Die Schlußpartie mußte wiederholt _ werden wie auch das Schlummerlied, das Konzertmeister Schnurrbusch in jener befriedenden, schwebenden Anmut und Innigkeit spielte, die dem Komponisten im Sinne gelegen hat. Unmittelbaren Beifall fand auch das köstliche Räuberlied, in das besonders die Jüngeren mit blitzenden Augen ihr ganzes übermütiges Temperament aussangen.

Die Solisten erfüllten ihre Aufgabe mit der nötigen Schlichtheit und Einfühlung in den märchenhaften und doch auch allegorischen Gehalt ihrer Parts, wobei Lilli Wembacher der schwierigen Rolle des Erzählers mit ihrem warmen, schwingenden Alt eigene Lebendigkeit gab. Der begeisterte Applaus galt gleichermaßen der Musik und den Musikern.

Der Name Franziscus Nagler ist hierzulande wenig bekannt. Sächsischer Heimat gehört er zu. Dort lebt er noch heute, ein 77jähriger, in Leisnig, wo ihm in der dortigen Kantorsstelle von 1902 bis 1936 die fruchtbarsten Jahre seines Schaffens als Musiker und Schriftsteller vergönnt waren.

Als 10. Kind des Dorfschullehrers und Kantors zu Prausitz bei Riesa zur Welt gekommen, saß er schon mit 6 Jahren auf der Orgelbank und wurde mit 11 Jahren Thomasschüler in Leipzig. Lehrerausbildüng und Musikstudium folgten und danach jene Jahrzehnte unermüdlicher Wirksamkeit, die weithin Anerkennung und Widerhall fand. Orgel- und Chorwerke, Oratorien und Kantaten, Kirchenmusik und lustige Singstücke, Liedkompositionen und Heimatspiele, Märchen, Erzählungen, Gedichte, Tagebuchblätter und Romane entstanden und sind, ein jedes Werk, klein oder groß, Selbstbekenntnis in der lebensbejahenden Aufrichtigkeit eines Gemüts, das den Menschen zur Freude und Gott zum Lobe singt und schafft.

1945 überlebte Franziscus Nagler bei der Zerstörung Dresdens den Untergang einer Welt, an der Jahrhunderte gebaut und zu der auch er noch geboren war.

Er kehrte nach Leisnig zurück, schreibt dort seine Memoiren und hält die Türe allzeit offen für Kinder und jegliche Einlaßklopfer, die sich seiner erinnern und in einer Begegnung mit seinem genialen, schlichten und liebenswerten Menschentum Stärkung suchen. D-s.

Wir notierten:

Das Reichenbacher Doppelquartett ver¬ anstaltete in Auerbach einen bunten Liederabend mit Volksliedern, Walzern von Strauß und Lehär und Schlagermelodien. Als Solisten traten Adam Rettig (Violine) und Lehrer Ebling (Klavier) hervor. (HB)

Eine Ausstellung mit Werken des Malers Ernst Stoffelshaus gen. Munden veranstaltet die Studentische Vereinigung Burg in der Technischen Hochschule, Saal 300, in der Zeit von Freitag, 8. Dezember, bis Dienstag, 12. Dezember. Die Schau, während der der Künstler selbst ständig anwesend sein wird, ist werktags von 12—17 Uhr, sonntags von 10—17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Das traditionelle Adventskonzert der evangelischen Stadtkirche Michelstadt leitete am Sonntagabend die Weihnachtszeit ein. Außer der Organistin Emma Kränkel wirkten Allmut Müller (Violine) und der Michelstädter Singkreis mit, der unter Leitung seines neuen Dirigenten, Dieter Niedecken, erstmals vor die Oeffentlichkeit trat. ch

Das volkstümliche Chorkonzert der Chorvereinigung'„Liedertafel“ in der Stadthalle Erbach brachte am Sonntagabend ein ebenso feinsinnig ausgewähltes wie umfangreiches Programm. Bernd Zeh, Leiter der drei Chöre der „Liedertafel“, war im Programm mit der Uraufführung des „Nachtwandler“ für gemischten Chor vertreten. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. ch

„Das Dreieck“, eine Vereinigung von Kunstfreunden in Dieburg, eröffnete am Sonntag eine Weihnachtskunstausstellung im Fechenbachschen Schloß mit Werken einheimischer und auswärtiger Künstler. Das „Dreieck“ hat in bisher einjähriger Arbeit, die sich auf alle kulturellen Gebiete erstreckt, eine Lücke im geistigen Leben Dieburgs geschlossen.

Der SPORT

Darmstadt 1910 Meister der Landesliga Gruppe I

Ober-Ramstadt—Darmstadt 1910 4:4, Kostheim—Sprendlingen 5:3, SG Arheilgen—Athletia Wiesbaden 8:0

Die Würfel sind gefallen. Erst der letzte Kampftag der Ringer brachte die Entscheidung. Der seitherige Tabellenführer Darmstadt 1910 konnte durch ein Unentschieden die Meisterschaft erringen und wird nun in den Qualifikationskämpfen gegen Bavaria Goldbach beweisen müssen, ob die Mannschaft für die Oberliga reif ist.

In dem überfüllten Schröbel-Saal in Ober-Ramstadt war am Samstagabend Großkampfstimmung. Die Schlachtenbummler beider Lager waren zahlreich erschienen und wollten sich den Kampf, der die Meisterschaft entschied, nicht entgehen lassen. Die Gäste experimentierten, indem sie ihre Mannschaft völlig neu formierten. Im Halbschwergewicht ließen sie Veith jun. pausieren und außer Ditter K. rangen alle Kämpfer eine Klasse höher. Dieser Schachzug kann nach dem Teilerfolg als geglückt angesehen werden, wie leicht hätte er aber ins Auge gehen können. Die Gastgeber, die ebenfalls mit stärkstem Aufgebot diesen für sie so wichtigen Kampf bestritten, waren durchaus ebenbürtig und konnten sogar bis zum vorletzten Kampf eine 4:2-Führung herausnolen. Kampfrichter Braun (Groß-Zimmern) leitete die Kämpfe mit großer Umsicht und zur Zufriedenheit der mitgehenden Zuschauer.

Im Fliegengewicht war es Katzenmeier (O.), der seinen Gegner Dans (1910) bereits in der zweiten Minute durch Halbnelson besiegen konnte. Der Schwergewichtskampf erbrachte nicht den von den Gästen erwarteten Punkt. Hier standen sich in Frankenberger (O.) und Veith sen. zwei gleichwertige Ringer zgegenüber. Der Kampf, der ohne Wertungen und Merkmale verlief, sah am Ende Frankenberger als Punktsieger, da er in der Bodenrunde der aktivere war. Nach dieser beruhigenden 2:0-Führung der Gastgeber kamen nun die Gäste an die Reihe. Im Bantamgewicht war es einmal mehr Ditter, K. (1910), der seinen Gegner Nostadt (O.) bereits in der ersten Minute durch Hüftschwung auf die Schultern legen konnte. Ein Kampf, der über die volle Distanz ging, war der Mittelgewichtskampf. Hier überraschte Schäfer (1910) von der angenehmen Seite. Er war es, der über Schaller (O.) verdienter Punktsieger wurde. Im Feder- und Mittelgewicht konnten die Gastgeber wieder in Front gehen. Führer (O.) war körperlich seinem Gegner Geron (1910) weit überlegen. Der Gastringer zeigte trotz seiner Jugend gute Leistungen. In der achten Minute brachte ein Rückreißer von Führer seinen Gegner auf den Rücken. Farbig verlief der Mittelgewichtskampf, wo Becker (O.) und Trüber (1910) aufeinander trafen. Trüber hatte seinen Gegner bereits in der sechsten Minute auf den Schultern liegen, der Kampfrichter übersah dies und buchte lediglich eine große Wertung. Durch eine Unachtsamkeit des in Führung liegenden Darmstädters konnte Becker einen Aufreißer geschickt abfangen und in der achten Minute siegreich bleiben. Die letzten Hoffnungen der Darmstädter waren auf Ditter, H. und Winkel gesetzt. Die Gastgeber rechneten allgemein mit einem knappen Sieg, der auch greifbar nahe stand. Es kam aber wie schon so oft einmal anders. Im Leichtgewicht sah man den schönsten Kampf des Abends. Bernhard (O.) und Ditter (1910) schenkten sich nichts. Verbissen wollte jeder für seinen Verein einen weiteren Punkt erringen. Am Ende konnte der Darmstädter froh sein, als ihm ein Punktsieg zugesprochen wurde. Mit einer Wertung mehr als sein Gegner, hatte Ditter diesen Kampf zu seinen Gunsten zugesprochen bekommen. Der letzte Kampf des Abends mußte nun die Entscheidung bringen. Hier standen sich in Böttcher (O.) und Winkel (1910) zwei erstklassige Ringer gegenüber. Beide verfügten über gute Griff anlagen und so war dieser Kampf unter der spannenden Atmosphäre lebhaft und farbig. Winkel überraschte in der sechsten Minute mit einem Aufreißer aus dem Stand und stellte damit den Teilerfolg der Gäste sicher.

Der Verfolger Sprendlingen mußte in Kostheim ohne Heinl eine knappe Niederlage hinnehmen. Damit blieben die Kostheimer auf eigener Matte weiterhin ungeschlagen. Dieser Kampf dürfte aber eine Revidierung erfahren, da Heinl voraussichtlich den Schwergewichtskampf nachtragen wird. Dabei kann aber höchstens ein Unentschieden herausspringen, so daß die Sprendlinger Mannschaft in dem Meisterschaftswettbewerb auf dem zweiten Tabellenplatz vor Ober-Ramstadt gelandet ist. -eri-

In Arheilgen warteten die Zuschauer vergebens, den letzten Verbandskampf ihrer Mannschaft zu sehen. Die Gäste aus Wiesbaden traten nicht an, so daß der Kampf mit 8:0 für die Gastgeber gewertet wird.

KSV Neu-Isenburg —SV Darmstadt 98 3:5

In einem Freundschaftskampf standen sich am Sonntagmorgen in Neu-Isenburg zwei alte Bekannte gegenüber. Die Gastgeber, die immer noch auf den gesperrten Euler verzichten mußten, lieferten technisch schöne Kämpfe und standen ihren Gästen kaum nach. Die Lilienträger, die zwar auch nicht komplett ihre Staffel zur Stelle hatten, bewiesen, daß die Mannschaft, wenn sie den nötigen Zusammenhalt hat, immer noch eine beachtliche Stärke aufweisen kann. Ueberraschend glatt war der sichere Schultersieg von Gerhardt (98) über den starken einheimischen Malsy. Bei den fairen Kämpfen erlebten die zahlreichen Zuschauer technisch saubere Kämpfe. -eri-

Nieder-Roden an der Spitze

Kleines Programm am Kupfernen Sonntag in den Kreisklassen

Nieder-Roden gewann sein letztes Halbzeitmeister-Heimtreffen gegen Reinheim mit 6:0. Götzenhain war in Klein-Zimmern weniger bei der Sache. Aus dem 0:2-Vorteil ließ es noch vor dem Wechsel den Gleichstand zu, aus dem schließlich durch Tore von Seibert (2), Larich und Schenk, das 4:2 für den Gastgeber wurde. Zum Platzerhalt verhalf ihm aber auch die SG Überau, die in Groß-Zimmern nicht einmal zum Ehrentreffer kam, sich vielmehr von den bisher wahrlich nicht überzeugenden Zimmerner Angriff viermal schlagen ließ. Offenthais doppelter Punktgewinn über Kleestadt geht mit 3:1 durchaus in Ordnung, während der FSV Groß-Umstadt zu Hause von Dreieichenhain sich nicht voll hätte auspunkten lassen dürfen. Lengenfeld hat sich durch sein 30: über Spachbrücken in die erste Tabellenhälfte hochgeschafft.

In der B-Klasse fielen alle Spiele bis auf drei aus. Hergershausen erreichte durch Tore von Rohrmüller (2), Koch, H. und L. Sauer einen 5:1-Sieg über Wiebelsbach. Die FSV Münster ist zwar noch nicht wieder im alten Schwung, ihr 4:1-Erfolg über Raibach gestattet aber doch wieder einige Lichtblicke. Heubach war im Heimspiel gegen Klein-Umstadt durch Tore von Bernd und Neumann auf dem besten Wege zu einem Siege, mußte sich aber nach dem Wechsel drei Gegentreffer gefallen lassen. RG

Kreisklasse Erbach

Heimmannschaften erfolgreich

Die Fußball-A-Klasse Erbach wartete am ersten Advent mit nur zwei Meisterschaftsspielen auf. Die Sondermannschaft der KSG Erbach landete mit einem 11:0 über den Tabellenzewiten Rimhorn einen unerwartet hohen Erfolg. Der TSV Höchst blieb in seinem Heimspiel 2:1 über die KSK-Mannschaft von Beerfelden siegreich.

Bei ungünstigen Platzverhältnissen lief in der Unterzent ein Treffen, das die Platzherren erst im Endspurt für sich zu entscheiden wußten. Bereits nach dem zweiten Eckball schoß Schmitt zum 1:0 für Beerfelden ein. Obwohl der Gästeläufer Lippmann wegen ständigen Reklamationen des Feldes verwiesen werden mußte, blieb es bis zur Pause bei diesem Ergebnis. Erst 20 Minuten vor Spielende nahm Höchst das Spielgeschehen in die Hand und erzielte in der 75. Minute durch Allmann den Ausgleich. Den Siegestreffer für den TSV schoß Rechtsaußen Urban in der 82. Minute. Die Sondermannschaft der KSG Erbach trug ihr Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Rimhorn aus. Die Einheimischen waren vom Anpfiff weg überlegen und trafen in nahezu regelmäßigen Abständen llmal ins Schwarze. Bei Rimhorn überragte der Halbrechte Schimpf. An der Torausbeute der Kreisstädter war der gesamte Sturm beteiligt. -ppi.

In der A-Klasse Bergstraße kam der Meisterschaftskandidat Nr. 2, Reichenbach, in Waldmichelbach gehörig unter die Räder. Waldmichelbachs Held war diesmal der wusselige Hering, der das Leder fünfmal über die Linie brachte. Das Ehrentor Reichenbachs resultierte aus einem von Sauer verwandelten Elfmeterstrafstoß. — Der Tabellenführer Aschbach hatte trotz streckenweise eindeutiger Ueberlegenheit Mühe, zu Hause gegen Auerbach zu einem für die Gäste schmeichelhaften 3:2 zu kommen. Der beste Gästespieler war der Torwart, der die Gastgeber fast zur Verzweiflung bringen konnte. Die drei Treffer markierte Kirschenlohr. Auerbachs Tore schossen Jährling und Schwöbel (Elfmeter). — In Fürth gab es zwischen dem Kreisklassisten FC und der B-Klassenelf aus Hambach ein faires Spiel, das mit einem für die Gäste sehr schmeichelhaften 1:1 endete. Weber und Pfeiffer waren die Torschützen.

Lampertheim fkührt

in der hessischen Landesliga Kassel 03—Borussia Fulda 3:0 Griesheim 02—Rot-Weiß Frankfurt 0:0 Union Niederrad—Hermannia Kassel 0:0 SpV Kassel—l. FC Rödelheim 1:1 Germania Bieber—Hanau 93 ausgef. Vfß Friedberg—VfL Biedenkopf 8:2 Elntr. Wetzlar—Opel Rüsselsheim 2:1 Olympia Lampertheim—VfL Kassel 6:0 VfL Marburg—Spvgg Bad Homburg 3:1 Hessen Hersfeld—Hessen Lichtenau 2:1

Die Spiele am 10. Dezember

1. Liga Süd Bayern München—Vfß Mühlburg (Sa) Eintracht Frankfurt—FC 04 Singen Kickers Offenbach—Spvgg Fürth Schwaben Augsburg—Darmstadt 98 SSV Reutlingen—FSV Frankfurt Schweinfurt 05—VfR Mannheim 1. FC Nürnberg—München 1860 Vfß Stuttgart—BC Augsburg SV Waldhof—VfL Neckarau

2. Liga Süd

SG Arheilgen—SV Wiesbaden Wacker München—Hessen Kassel Ulm—Viktoria Aschaffenburg Bayern Hof—Stuttgarter Kickers TSV Straubing—Jahn Regensburg ASV Durlach—ASV Regensburg ASV Durlach—ASV Cham 1. FC Bamberg—FC Freiburg VfL Konstanz—l. FC Pforzheim Union Böckingen—SV Tübingen

Hessische Landesliga

Germania Bieber—Spvgg 02 Griesheim (Sa) Rot-Weiß Frankfurt—Union Niederrad Hermannia Kassel—Vfß Friedberg VfL Biedenkopf—Hessen Bad Hersfeld Hessisch Lichtenau—Olympia Lampertheim VfL Kassel—VfL Marburg Spvgg Bad Homburg 05—Eintracht Wetzlar Opel Rüsselsheim—SpV Kassel 1. FC Rödelheim—SC Kassel 03 FC Hanau 1893—Borussia Fulda

In Groß-Bieberau wurde beim Eröffnungsabend der neugegründeten Turn- und Sportgemeinde 1950 vom 1. Vorsitzenden des ehemaligen Turnvereins, Georg Böhm 111, 22 verdiente alte Sportler durch Ueberreichung einer Ehrenurkunde geehrt. *

Am vergangenen Sonntag gelang es der A-l-Jugend des SV 98 im fälligen Rückspiel der Jugendruunde ihren alten Rivalen und derzeitigen Tabellenführer TSG 46 mit 12:7 Toren zu schlagen. Der ununterbrochene Siegeszug der 46er Buben wurde damit erstmals unterbrochen, wenn sich auch an dem derzeitigen Tabellenstand (1. TSG 46 18:2 P., 2. SV 98 16:4 P.) noch nichts geändert hat.

Olympia Lampertheim 15 9 5 1 30:13 23: 7
SC Kassel 03 15 11 1 3 29:16 23: 7
Borussia Fulda 15 10 2 3 41:17 22: 8
Rot-Weiß Frankfurt 16 9 1 6 35:24 19:13
Spvgg Griesheim 16 8 3 5 30:26 19:13
VfL Marburg 16 9 0 7 28:30 18:14
Hanau 93 13 7 3 3 32:21 17: 9
Hermannia Kassel 15 7 3 5 20:18 17:13
Germania Bieber 14 8 0 6 20:21 16:12
Union Niederrad 15 5 6 4 14:17 16:14
SV Homburg ' 15 7 1 7 37:30 15:15
Opel Rüsselsheim 15 5 4 6 33:29 14:16
Eintracht Wetzlar 15 5 4 6 18:21 14:16
FC Rödelheim 16 6 2 8 28:29 14:18
Vfß Friedberg 16 4 4 8 30:25 12:20
Hessen Hersfeld 16 5 2 9 23:28 12:20
SV Kassel 16 3 4 9 20:29 10:22
VfL Biedenkopf 15 4 1 10 26:44 9:21
VfL Kassel 16 4 1 11 17:40 9:23
Hessen Lichtenau 16 2 3 11 19:52 7:25

Pressestimmen

Zum Spiel SV9B Darmstadt—Bayern München

„Süddeutsche Zeitung“, München: „Etwa 7000 fanatische Zuschauer erlebten in Darmstadt ein nur auf Seiten der Bayern technisch hochstehendes Spiel... Die 54. Minute brachte den Ausgleich, als Schmalzl unfair angegangen wurde ... Dann wurde Schmalzl wiederum hart angegangen, und den Ball, den er bereits in den Händen hatte, brachte Mühlbach doch noch im Tor unter .. Gefährliche Situationen spielten sich nun vor dem Darmstädter Tor ab. während die Bayern mit zehn Mann stürmten ...“

„Sport-Kurier“, Ulm: „... Es dürfte jedenfalls feststehen, daß der junge Becker ein glatter Ausfall war und in keiner Phase des Spieles den fehlenden Thalheimer ersetzte ... Die Bayern waren ein schlechter Verlierer. Zahlreiche Fouls trübten den guten Eindruck, den man zunächst von der Mannschaft hatte ... Auf Grund des größeren Kampfgeistes von Darmstadt ist der Erfolg des Platzbesitzers als verdient anzusprechen ...“

„Frankfurter Neue Presse“: „Die Darmstädter Mannschaft zeigte erst nach dem Wechsel ein gefälliges Spiel... Ihre besten waren Bohmann, Müller im Tor, Schmidtmer und Reeg ...“

„DT-Schlachtenbummler“

die am nächsten Sonntag für die Fahrt nach Augsburg ausgelost wurden:

2. Elise Bohmann, Darmstadt, Röhnring 57; 2. Franz Henge, Darmstadt, Backhausstraße 66; 3. Walter Berth, Darmstadt, Am Frienberg 31.

Toto-Quoten

(Ohne Gewähr)

Hessentoto

1. Rang: 2 Gewinner je 10 362 DM. 2. Rang: 76 Gewinner je 272,50 DM. 3. Rang: 727 Gewinner je 28,40 DM. Zusatzwette: 6 Gewinner je 1116 DM Eigenheim: Nach Guxhagen bei Kassel.

Rheinland-Pfalz

1. Rang: 24 Gewinner je 5150 DM. 3 Rang: 451 Gewinner je 274 DM. 3. Rang: 4620 Gewinner je 26,75 DM. Kleintip: 108 Gewinner je 316,40 DM. Von den Wohnungsbauzuschüssen fiel einer auf die Nummer 349 739 nach Gau-Algesheim.

Württemberg/Baden

1. Rang: 43 Gewinner je 2357 DM. 2. Rang: 916 Gewinner je 110,50 DM. 3. Rang: 6153 Gewinner je 16,30 DM. Zusatzwette: 3681 Gewinner je 13— DM.

Bayerntoto

Zwölfer Tip: 1. Rang: 20 Gewinner je 6775 DM. 2. Rang: 381 Gewinner je 375,60 DM. 3. Rang: 3559 Gewinner je 38 DM. Kurzwette: 1. Rang: 34 Gewinner je 1002 DM. 2. Rang: 448 Gewinner je 76 DM. Intern. Zehn: 1. Rang: 6 Gewinner je 3838 DM. 2. Rang: 160 Gewinner je 143,90 DM. 3 Rang: 1537 Gewinner je 15 DM.

Nordblocktoto

1. Rang: 14 Gewinner je 28 482,50 DM. 2. Rang: 362 Gewinner je 1101,50 DM 3. Rang: 4475 Gewinner je 89 DM.

Räumung Koreas?

MacArthur vor schwerwiegenden Entscheidungen

Tokio, 4. Dezember. (AP.) Eine Entscheidung darüber, ob die UN-Truppen in Korea den Kampf mit den chinesischen Kommunisten voll aufnehmen oder Korea räumen werden, steht nach Berichten von der Front kurz bevor. Es wird darauf hingewiesen, daß diese Entscheidung bald fallen muß, da die Rotchinesen entschlossen zu sein scheinen, die sich zurückzieüende 8. Armee zu vernichten.

Aus Tokio verlautet, daß eine Entscheidung über diese Frage bei den Besprechungen zwischen General Mac Arthur und dem amerikanischen Armeegeneralstabschef Lawton Collins möglicherweise bereits gefallen sein kann.

Sollte General Walker beschließen, dem Feind in neuen Stellungen die Stirn zu bieten, wird sich die 8. Armee einer Situation und einem so überwältigend überlegenen Feind gegenübersehen, wie keine andere amerikanische Armee zuvor in der Militärgeschichte.

Nach einem Bericht des kriegserfahrenen AP.-Korrespondenten Don Whitehead wäre es möglich, daß der Befehl zur Evakuierung aller UN-Truppen — zur Zeit über 200 000 Mann — ergeht. Sturmtruppen und gepanzerte Eliteverbände würden die Nachhut übernehmen und so lange hinhaltend kämpfen, bis die Räumung der Halbinsel abgeschlossen wäre.

Unter den 200 000 Mann UN-Truppen befinden sich neben rund 100 000 Südkoreanern 80 000 Amerikaner und 20 000 Mann britischer, türkischer, australischer, philippinischer, und siamesischer Truppen, sowie kleinere französische und niederländische Einheiten, ihnen gegenüber stehen chinesische Armeen in Stärke von insgesamt — vorrückende Reserven mitgerechnet — 1 150 000 Mann, einschließlich der 150 000 Mann nordkoreanischer Truppen.

Whitehead berichtet weiter, daß nur die Beweglichkeit der motorisierten Verbände der UN-Truppen die 8. Armee vor der völligen Vernichtung am Chongchon bewahrt habe. Es bestehe keine Möglichkeit, eine neue Linie quer durch Korea gegen die unheimliche Übermacht des Gegners zu halten.

685 300 Briten unter Waffen

London, 4. Dezember, (dpa) Das britische Verteidigungsministerium gab am Montag bekannt, daß Großbritannien am 1. Oktober 685 300 Mann unter Waffen hatte, davon 433 500 Aktive und 251 800 Dienstpflichtige.

Urlaubssperre in Persten

Teheran, 4. Dezember. (AP.) Ueber die gesamte persische Armee ist auf Grund der gespannten internationalen Lage am Montag Urlaubssperre verhängt worden, gab ein Sprecher der persischen Regierung am Montagabend bekannt. Obwohl keineflei Truppenbewegungen von der sowjetischen Seite der Grenze berichtet werden, sind die persischen Grenztruppen „als Vorsichtsmaßnahme“ in Alarmbereitschaft versetzt worden.

Hilfe für Aluminium-Industrie

Frankfurt/M., 4. Dezember. (AP.) Der westdeutschen Aluminium-Industrie sollen 34 Millionen DM aus den Marshall-Gegenwertsmitteln zur Verfügung gestellt werden. Die Verhandlungen hierüber sind gegenwärtig im Gange. Außerdem wurden Verhandlungen mit Griechenland über den Import von 450 000 Tonnen Bauxit jn den nächsten drei oder vier Jahren geführt. Diese Menge werde für die Produktion von 100 000 Tonnen Aluminium ausreichen. Als zusätzliche Hilfe sollten rund 17 000 Tonnen von deutschen Firmen produziertes Aluminium angekauft und in den Vereinigten Staaten auf Lager gehalten werden. Diese Lieferungen sollten jedoch nicht vor 1952 erfolgen und sich über eine Frist von drei oder vier Jahren erstrecken.

Am 7. Dezember soll geflaggt werden

Wiesbaden, 4. Dezember. Jdpa) Innenminister Zinnkann fordert die hessische Bevölkerung auf, am 7. Dezember zum Zusammentritt des neuen Landtags zu flaggen. Für die Dienstgebäude ist Beflaggung angeordnet

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Hessen im November um 7152 auf 96 851 gestiegen. Ministerpräsident Karl Arnold wird am kommenden Mittwoch Rom besuchen.

Unfälle in der Stadt

Ein amerikanischer Lkw rammte gestern morgen in der Heidelberger Straße den Anhänger eines Pkw, der in die Ahastraße einbiegen wollte. Sachschaden 50 DM.

In der Darmstädter Straße in Eberstadt wollte ein Pkw in das Haustor von 221 einbiegen. Dabei fuhr ihm ein gerade überholender Pkw gegen die linke Seite, Sachschaden 150 DM.

Ein Pferd scheute gestern nachmittag in der Feldbergstraße, riß das Fuhrwörk mit und beschädigte einen tankenden Pkw. Sachschaden 150 DM.

Gegen ein unbeleuchtet fahrendes Pferdefuhrwerk fuhr gestern abend in der Heidelberger Straße in Höhe der Rennbahn ein Pkw. Sachschaden 2000 DM.

Geblendet wurde von einem entgegenkommenden Pkw der Fahrer einer Zugmaschine. Er fuhr hinter der Meierei in der Erbacher Straße in den Graben. Der Anhänger stürzte um. Sachschaden 3500 DM.

Statt Karten! Für alle meiner lieben Freundin Gerdrud Müllenhoff in schwerster Zeit erwiesene Hilfe und Liebe sowie die wohltuende Teilnahme am Grabe sage ich zugleich im Namen der fernen Hinterbliebenen herzlichen Dank. Emilie Schlosser Nieder-Ramstadt, Mühltalstraße 15.

Bestattungen am Dienstag, dem 5. Dezember 1950 Waldfriedhof: 10.15 Uhr: Zimm, Ruth, 27 Jahre, Marienhospital Bessunger Friedhof: 11.00 Uhr: Abraham, Kurt, 38 Jahre,'Clemens Alter Friedhof: 14.00 Uhr: Nebel, Emma, 81 Jahre, Garmisch-Partenkirchen 15.00 Uhr: Steffan, Minna, Diakonissin, 76 J., Elisabethenstift. »■! .Hiili ■.im 11 hiimi u mn

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