Grotewohl schreibt Adenauer
Er wünscht Verhandlungen zur Wiedervereinigung Dentschlands
Berlin, 3. Dezember. (AP./dpa) Der Ministerpräsident der Ostzone, Grotewohl, hat Bundeskanzler Adenauer eine gemeinsame Sitzung beider Regierungen zur Vorbereitung der Vereinigung Deutschlands vorgeschlagen.
Der Vorschlag Grotewohls ist in Bonn durch einen Sonderbeauftragten überreicht worden.
In dem Schreiben erklärt Grotewohl, daß sich Deutschland einem „Notstand“ gegenübersehe, und drückt seine Bereitschaft aus, mit der westdeutschen Regierung gemeinsame Besprechungen zur Ausarbeitung einer gesamtdeutschen Verfassung zu führen. Weite Kreise der Bevölkerung in Ost- und Westdeutschland seien der Meinung, daß der nächste Schritt zur Lösung der nationalen Lebensfragen sein müßte, den vier Besatzungsmächten einen gemeinsamen deutschen Vorschlag zu unterbreiten. Deshalb schlage die Sowjetzonen-Regierung vor, Besprechungen über die Bildung eines gesamtdeutschen konstituierenden Rates zwischen den beiden Regierungen aufzunehmen.
Der an den Bundeskanzler gerichtete Vorschlag des Ostzonen-Ministerpräsidenten Otto Grotewohl, beide Regierungen sollten zu einer gemeinsamen Deutschlandkonferenz zusammentreten, hat in der Bundeshauptstadt wie eine Bombe eingeschlagen.
Besonders überrascht hat die Darstellung, des ostzonalen „Allgemeinen Nachrichtendienstes“, wonach das Schreiben Grotewohls bereits am Freitagnachmittag durch einen Sonderkurier in Bonn überreicht worden sein soll.
In Bonner Regierungskreisen wich die erste Ueberraschung über den Schritt Grotewohls sehr bald einer nüchternen Betrachtung der einzelnen Vorschläge.
Fast übereinstimmend wird die Auffassung vertreten, daß der Kanzler nicht auf das Schreiben Grotewohls eingehen dürfte. „Die ostzonalen Vorschläge haben eine verzweifelte Aehnlichkeit mit den Prager Beschlüssen der Ostblockaußenminister“, wird erklärt.
Ein amtlicher britischer Sprecher erklärte, das Schreiben Grotewohls an Adenauer bedeute eine Anerkennung der Bundesrepublik durch die Regierung der Sowjetzone.
Befehl aus Moskau
Mehr kommunistische Demonstrationen
Berlin, 3. Dezember, (dpa) Die Kommunistische Partei im Bundesgebiet ist von der SED-Parteileitung aufgefordert worden, künftig ungeachtet etwaiger Zusammenstöße mit der Polizei in verstärktem Maße Straßendemonstrationen zu organisieren.
Labour behält Unterhausmandat
Bristol, 3. Dezember, (dpa) Das Unterhausmandat für Südost-Bristol, das der frühere Schatzkanzler Crips aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt hat, wurde bei einer Nachwahl erfolgreich von der Labour Party verteidigt.
Damit hat sich die Mehrheit der Labour Party im Unterhaus auf fünf Sitze erhöht.
Tibet appelliert ernent
Neuyork, 3. Dezember, (dpa) Tibet hat die Vereinten Nationen erneut aufgerufen, sich um eine baldige friedliche Regelung des Problems zu bemühen, das durch den chinesischen Einfall in Tibet entstanden ist.
Keine Truppenverstäürlkungen
für Mac Arthur in Korea
Washington, 2. Dezember. (AP.) Das gegenwärtig kritische Stadium des Korea-
Krieges werde voraussichtlich von Mac-Arthur ohne Verstärkungen überwunden werden müssen, erklärten mehrere amerikanische Senatoren.
Im Augenblick seien nach ihren Informationen keine Reserven vorhanden, die aus den Vereinigten Staaten nach Korea entsandt werden könnten.
Bevins Aufgabe in Bonn
Verhandlungsthema: Atlantische Verteidigung und Viermächtekonferenz
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Da Bonn, 3. Dez. Der britische Außenminister Bevin trifft am Freitag in Bonn ein. Er wird unmittelbar darauf Besprechungen mit Dr. Adenauer führen.
Bonner Regierungskreise weisen darauf hin daß dem Besuch Bevins in Bonn der Besuch Attlees bei Truman vorangeht und daß sich aus der Washingtoner Reise Attlees die Fragen ergeben werden, die Bevin in Bonn mit Dr. Adenauer besprechen wird Hierbei dürfte es sich in erster Linie um die Verstärkung der atlantischen Verteidigung und um die Möglichkeit einer Viermächtekonferenz handeln, ivie sie von Moskau vorgeschlagen ist.
Die jetzige kritische Lage hat das Bedürfnis gesteigert, in Verhandlungen mit Sowjetrußland den Nachweis dafür zu erbringen, daß eine Verständigung an der Haltung der Sowjets scheitert. Wenn es aus diesem Grund zu einer Annahme des sowietischen Vorschlags kommen sollte, dürfte es die besondere Aufgabe Bevins sein sich über denStandpunktder Bundesregierung zu einer Viererkonferenz über das Deutschlandproblem 711 unterrichten. . _
Angesichts der Skepsis, mit der die Westmächte den sowjetischen Vorschlag betrachten, kann keine Rede davon sein, daß sie durch die vage Möglichkeit einer Viererkonferenz veranlaßt würden, auf die Verstärkung der westlichen Verteidigung zu verzichten. Zu einer solchen Verstärkung gehört die Beteiligung Deutschlands, und auch die Frage der Viermächtekonferenz wird die Frage des deutschen Verteidigungsbeitrags in den bevorstehenden Besprechungen Dr. Adenauer—Mr. Bevin nicht zu kurz kommen lassen.
Einigung bevorstehend
Wingate (England), 3. Dezember. (AP.) Der britische Verteidigungsminister Shinwell hat in Wingate mitgeteilt, daß in wenigen Tagen ein Übereinkommen über die deutsche Wiederbewaffnung vorliegen werde.
Rückzug an allen Fronten
Kurz vor dem Fall Pyöngyangs / MacArthur rechtfertigt sich
Söul, 3. Dezember. (AP./dpa) 500 000 Mann rotchinesische Truppen und 150 000 Nordkoreaner haben die Truppen der Vereinten Nationen, die nur über 200 000 Mann verfügen, in Korea zum eiligen Rückzug gezwungen. Kommunistische Vorausabteilungen stehen dreißig Kilometer vor Pyöngyang. Die Stadt wird bereits von den Amerikanern geräumt. Die im Nordosten an der mandschurischen Grenze stehenden amerikanischen Gruppen und die fünfzig Kilometer vor der sibirischen Grenze kämpfenden Südkoreaner haben ebenfalls den Befehl zum Rückzug erhalten.
Aus Berichten der Stabsquartiere der Vereinten Nationen geht hervor, daß ein Ende des Rückzuges vorläufig nicht abzusehen ist. Es bleibe nichts anderes übrig, als durch Geländepreisgabe Zeit zu gewinnen. Nach bisher unbestätigten Meldungen sollen die Städte Sonschon und Sukden bereits von den Kommunisten besetzt sein. Im Osten stehen chinesische Einheiten nur noch 35 Kilometer vor der Hafenstadt W o n s a n.
Die 8. amerikanische Armee hat bereits damit begonnen, alle kriegswichtigen Anlagen sowie alle Vorratslager zu zerstören. General McArthur erklärte, daß zwischen Rot-China und den Streitkräften der Vereinten Nationen zur Zeit ein nicht verkündeter Kriegszustand bestehe. McArthur erklärte weiter, er hoffe aufrichtig, daß man das koreanische Problem auf dem Verhandlungswege lösen könne. Er bestritt, daß die militärische Führung in Korea jemals ihre Befugnisse überschritten habe.
Er wisse keinen Weg, fügte McArthur hinzu, durch den die jüngsten Rückschläge, die ausschließlich auf überwältigende Stärke der kommunistischen Landtruppen zurückzuführen seien, hätten vermieden werden können. Er glaube nicht, daß die Chinesen sich aus Korea herausgehalten hätten, wenn er den Vormarsch seiner Truppen vor dem Erreichen der mandschurischen Grenze hätte einstellen lassen.
Irgendwo In Korea haben sich diese müden und abgekämpften Soldaten zum Gebet zusammengefunden. So sehr hatten sie gehofft, daß „dieser verdammte Krieg“ bald für sie vorüber sein wird — nun hat „ein völlig neuer Krieg“ begonnen, mehr als eine halbe Million frischer chinesischer Einheiten stehen den UN-Truppen gegenüber Bild United Press
Aufruf „zum Widerstand“
Tokio, 3. Dezember. (AP.) Der Präsident der chinesischen „Volksrepublik“, Mao Tsc-tung, hat das chinesische Volk aufgefordert, sich dem „amerikanischen Imperialismus“ zu widersetzen und sich nicht durch Drohungen cinschüchtern zu lassen.
Der Kampf um den Frieden
Lebhafte Tätigkeit bei den Vereinten Nationen und in Washington
Flushing Meadows, 2. Dezember (AP.) Generalsekretär Lie hat den rotchinesischen Delegierten Chen Chiao zu einer halbstündigen Besprechung empfangen. Im Anschluß daran verlautete aus der Umgebung Lies, daß bis Ende nächster Woche weitere Zusammenkünfte mit den Chinesen stattflnden werden.
Kurz nachdem Chen das Amtszimmer Lies verlassen hatte, erschien der sowjetische Delegierte Malik undflüsterte längere Zeit mit dem Assistenten des Generalsekretärs, Cordier.
Außenminister Acheson hat den amerikanischen Chefdelegierten bei den Vereinten Nationen, Austin, zu einer eineinhalbstündigen Unterredung empfangen.
Die Korea-Krise hätte wahrscheinlich vermieden werden können, wenn das kommunistische China in die Vereinten Nationen aufgenommen worden wäre, erklärte Dr. Dalton, der britische Minister für Stadt- und Landplanung.
Dalton wies darauf hin, daß Großbritannien stets für Verhandlungen mit Peking eingetreten sei. Nach Ansicht der britischen Regierung hätten die meisten Schwierigkeiten vermieden werden können, wenn man rechtzeitig Fühlung mit den chinesischen Kommunisten aufgenommen hätte.
Der britische Staatsminister Younger erklärte, Großbritannien hoffe in Frieden mit der chinesischen Regierung — sei sie kommunistisch oder nicht — leben zu können.
Fühlungnahmen
*** Die Lage in Korea hat sich noch verschlechtert. Die Räumung Pyöngyangs hat begonnen. Der Sender Peking versichert, die Truppen unter dem Oberbefehl Mac Arthurs gehen dem Schicksal entgegen, völlig zerschmettert zu werden. Das sind nicht die günstigsten Voraussetzungen für die Verhandlungen, die der englische Ministerpräsident Attlee nach seiner Londoner Unterredung mit Pleven am Dienstag und Mittwoch in Neuyork führen wird.
Amerikanische militärische Kreise sind nach wie vor der Meinung, die Bombardierung mandschurischen Gebietes sei die einzig richtige Strategie. Gewiß, für Amerika als die jüngste und stärkste Weltmacht steht viel auf dem Spiel. Aber die europäischen Mächte urteilen aus langer Erfahrung heraus ruhiger. Sie drängen auf Verhandlungen und sind bereit, ein weites Gebiet Nordkoreas zur neutralen Pufferzone zu erklären, um Europa vor dem gleichen Schicksal zu bewahren, das heute Korea heimsucht. Der Bundeskanzler hat am Sonntag erklärt, ein offener Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Rotchina werde schließlich zur Eroberung ganz Westeuropas durch die Russen führen.
Nun bezeichnet zwar die sowjetamtliche „Prawda“ am Sonntag Trumans Bereitschaft zu friedlichen Verhandlungen als ein „offensichtliches Tarnungsmanöver“. In Lake Success hat jedoch der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Trygve Lie, mit dem rotchinesischen Delegierten Besprechungen aufgenommen, die weiter fortgeführt werden.
Das ist ein Lichtblick, denn eine Viermächtekonferenz mit Rußland scheint demnach nicht ganz aussichtslos. Die Westmächte müssen sich, falls es zu einer solchen kommt, jedoch darüber im klaren sein, daß Rußland eine totalitäre Politik betreibt. Es darf bei solchen Verhandlungen weder zu einem neuen München noch zu einem neuen Potsdam kommen, bei dem den Russen um des lieben Friedens willen alle erdenklichen Zugeständnisse gemacht werden — in erster Linie zu Lasten Deutschlands. Daß die Russen in diesem Sinne spekulieren, beweist gerade jetzt die Botschaft Grotewohls an Adenauer, in der dieser im Sinne der Prager Beschlüsse eine gemeinsame Sitzung beider Regierungen zur Vorbereitung der Vereinigung Deutschlands vorschlägt. Der Pferdefuß dieses Vorschlags ist die Absicht, auch die Bundesrepublik der Herrschaft der Sozialistischen Einheitspartei zu unterwerfen.
Hohe Wahlbeteiligung in West-Berlin
Acht Parteien kämpfen um die Sitze im Abgeordnetenhaus
Berlin, 3. Dezember. (NWDR. 1 HR.) Die West-Berliner Bevölkerung wählte am Sonntag ihr Abgeordnetenhaus für die nächsten vier Jahre. Trotz des regnerischen Wetters und trotz der kommunistischen Propagandakampagne war die Wahlbeteiligung schon in den Vormittagsstunden rege. Nach Schätzungen hatten bis Wahlschluß fast 90 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben.
Zu Zwischenfällen ist es bis zu den Mittagsstunden nirgends gekommen, obgleich die West-Berliner Polizei von Samstag nachmittag bis Sonntag morgen 55 P rsonen wegen Verteilung illegaler Flugblätter verhaftet hat.
Für die West-Berliner, die im Ostsektor arbeiten, waren bereits in jedem der zwölf Wahlbezirke um null Uhr Nachtwahllokale geöffnet worden, die von Tausenden auf gesucht wurden. Die Behörden des sowjetischen Sektors hatten versucht, die in Ost-Berlin arbeitenden West- Berliner durch Anordnung von Sonderarbeit an der Stimmabgabe zu hindern. In den Wahllokalen erhielten alle im sowjetischen Sektor arbeitenden West-Berliner zwei Stimmzettel, da sie von den kommunistischen Behörden und Gewerkschaften aufgefordert wurden, als Beweis für die von den Kommunisten verlangte Stimmenthaltung am Tage nach der Wahl ihren Stimmzettel vorzulegen.
Zu den West-Berliner Wahlen haben acht Parteien Kandidaten aufgestellt. Von den 200 Sitzen des Berliner Abgeordnetenhauses werden durch die heutigen Wahlen 127 Sitze besetzt. Die übrigen 73 sind für die Vertretung des sowjetischen Sektors reserviert, dessen Bevölkerung an den Wahlen nicht teilnehmen darf. Wahlberechtigt sind insgesamt 1,6 Millionen West-Berliner, wobei die Frauen den weitaus größeren Prozentsatz stellen. Außer den Abgeordneten werden auch die Bezirksverordneten für die zwölf West-Berliner Bezirksvertretungen gewählt.
„Von der Türkei bis Skaundinavien“
Adenauer fordert feste Friedensfront gegen die Sowjets
Duisburg, 3. Dezember. (AP.) Bundeskanzler Df. Konrad Adenauer hat erklärt, daß ein offener Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Rot-China letzten Endes zur Eroberung ganz Westeuropas durch die Russen führen würde.
Der Kanzler, der auf dem CDU-Landesparteitag in Duisburg sprach, meinte, daß selbst ein amerikanischer Sieg über Rot-China das Potential der Vereinigten Staaten derart schwächen würde, daß Sowjetrußland als die stärkste Macht dastehen würde und ihr letztes Ziel, die Unterwerfung ganz Westeuropas verwirklichen könnte. Adenauer drückte die Hoffnung aus, Amerika werde erkennen, daß es falsch sei, Prestigefragen zu Fragen letzter Entscheidung zu machen, wenn es dabei um Leben und Tod gehe.
Der Kanzler appellierte an die freien Nationen Europas, sich „von der Türkei bis Skandinavien“ zu einer festen Friedensfront zusammenzuschließen, um so der kommunistischen Drohung entgegenzutreten. „Wenn sich die ganze Welt, die nicht sowjethörig ist — einschließlich Deutschland — zusammenschließt, so ist das eine Macht, gegen die kein Angriff von irgendeiner Seite her möglich ist“, sagte Adenauer. „Ich bin der Ueberzeugung, daß der Frieden noch gerettet werden kann.“
In der Stunde größter Gefahr sollten Opposition und Regierung zusammenstehen und alles daran setzen, damit das Volk gerettet werde.
Nene Nichtlinien
für Abschluß der Entnazifizierung
Bonn, 3. Dezember, (dpa) Der Bundestagsausschuß zum Schutz der Verfassung hat neue Richtlinien zum Abschluß der Entnazifizierung ausgearbeitet. Danach soll die Bundesregierung ersucht werden, die Länder möglichst bald zu übereinstimmenden Regelungen zum Abschluß der Entnazifizierung zu veranlassen.
Gleichzeitig beantragte der Ausschuß, die Bundesregierung zu ersuchen, ein Wiedergutmachungsgesetz für alle im Bundesgebiet wohnenden politisch, rassisch oder religiös Verfolgten vorzulegen.
Nene Strafnachlũsse
Heidelberg, 3. Dezember. (AP.) Der Oberkommandierende der amerikanischen Truppen in Europa, General Thomas Handy, gab Strafnachlässe für weitere zwölf Insassen des Landsberger Kriegsverbrecher-Gefängnisses bekannt.
Heinemann will neue Partei
Zürich, 3. Dezember. (AP.) Der frühere Bundesinnenminister Dr. Heinemann hat in einem Interview mit der Züricher Zeitung „Die Tat“ erklärt, daß in Westdeutschland eine neue „nichtkatholische“ Partei geschaffen werden müsse.
Die neue Partei werde Protestanten und Sozialisten Raum bieten, müsse aber eine tiefgehende ideologische Festlegung vermeiden.
Ausfuhrkontrolle
Washington, 3. Dezember. (AP.) Die Vereinigten Staaten haben eine scharfe Ausfuhrkontrolle für alle amerikanischen Güter angeordnet, die nach Rotchina, Hongkong und Macao verschifft werden. Ferner werden alle strategisch wichtigen Lieferungen nichtamerikanischer Staaten an die Sowjetunion und die sowjetischen Satellitenstaaten, die über amerikanische Häfen geleitet werden, den gleichen Kontrollmaßnahmen unterworfen.
Politisches Tauschgeschäft
Rangun, 3. Dezember (AP.) Die burmesischen Kommunisten haben mit Rot-China die Abtretung des Staates Kachin und anderer Territorien im Austausch gegen militärische Hilfeleistungen vereinbart.
Nener Ausbruch des tna
Catania, 3. Dezember. (AP.) Der Aetna ist nach 24stündiger Ruhe erneut in Tätigkeit getreten. Nach heftigen Explosionen ergossen sich neue Lavaströme aus dem Vulkan.
Die Steuerschraube
St. Nach dem guten kaufmännischen Grundsatz, daß die Einnahmen die Ausgaben bestimmen, handelt man im öffentlichen Haushalt nicht. Der Staat hat in allen Fällen einen „Eselstreckdich“, das Volk, das unter dem Druck der Steuerschraube nach Bedarf die Beträge absondert, die die öffentliche Hand glaubt ausgeben zu müssen.
Im Haushalt 1950'51 sind noch ungedeckte Ausgaben für soziale Zwecke (Bundesversorgungsgesetz), Polizei-Verstärkung und anlaufende Ausgaben für Verteidigungszwecke in Höhe von etwa 800 bis 900 Millionen D-Mark vorgesehen. Für den Etat 1951/52 schätzt das Bundesfinanzministerium die künftige Erhöhung der Ausgaben auf über drei Milliarden D-Mark. Davon sollen eins bis 1,5 Milliarden für Sicherheitsmaßnahmen ausgegeben werden. Mit einer inflatorischen Defizitwirtschaft ließen sich diese Beträge aufbringen. Aber das Wäre schon der Anfang vom Ende. Also bleiben nur erhöhte Steuereinnahmen.
Wer noch bis zum Sommer dieses Jahres glaubte, daß eine organische Reform des Steuerwesens wieder Senkung der Tarife bringen würde, kann jetzt mit Sicherheit diese Hoffnungen begraben. Noch liegt in der Zukunft verborgen, was die „Steuernot-Gesetzgebung“ bringen wird. Jedoch völlig sicher ist, daß zahlreiche Steuervergünstigungen wegfallen oder eingeschränkt werden.
Wenn die Vergünstigungen bei der Einkommensteuer, vielleicht auch nur teilweise, beseitigt werden, so bedeutet das schon tatsächlich eine Erhöhung der einkommensteuerlichen Belastung. Eine parallele Erhöhung der Körperschaftssteuer auf 60 oder sogar 65 Prozent würde gerade einer Belebung des Kapitalmarktes durch Förderung der Anlage von Geldern in Wertpapieren entgegenwirken.
Jetzt, wo die Belastungsgrenze des Einkommens und Vermögens erreicht ist, warnen wir vor einer Erhöhung dieser Steuern, zumal sie besonders krisenempfindlich sind. Wenn die Bundesfinanzverwaltung diese Warnung beherzigt, dann sieht sie sich vor die Frage gestellt, den Riemen für die Bevölkerung auf andere Weise enger zu schnallen und durch die Steuerschraube die Möglichkeiten des Güterverbrauchs einzuschränken. Gegen eine allgemeine Erhöhung der Umsatzsteuer sprechen soziale. Gründe. Aber auch gegen eine Sonderumsatzsteuer sprechen die Bedenken, ob die geforderten drei Milliarden auf diesem Wege überhaupt aufgebracht werden können. Wir bezweifeln dies und befürchten, daß die Steuerschraube bei der Einkommen- und Körperschaftssteuer noch mehr angezogen wird,
Dann kommt der Moment, wo die „Steuerschraube“ überdreht ist. Sie greift nicht mehr. Ihr Gewinde ist schartig. Bis dahin ist es nach unserem Dafürhalten nicht mehr Weit.
In wenigen Zeilen
Bundeskanzler Dr. Adenauer wurde auf dem Landesparteitag der CDU Rheinland erneut zum ersten Landesvorsitzenden gewählt.
Die Arbeits- und Sozialminister der Länder haben die Bundesregierung aufgefordert, beschleunigt einen Gesetzentwurf über die Errichtung des Bundesarbeitsgerichtes vorzulegen.
Die Kohlenversorgung wird gegenwärtig durch die ungenügende Gestellung von Wagen für den Abtransport der Kohle zusätzlich erschwert.
Kirchenpräsident D. Niemöller plant eine Predigtreise in die Sowjetzonenrepublik.
Ein Bischof und acht weitere katholische Würdenträger wurden von einem tschechischen Gericht wegen Hochverrats und Spionage zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt.
Die Vermißtenliste des Deutschen Roten Kreuzes, in der alle vermißten Wehrmachtsaagehörigen und Zivilisten aufgenommen werden, wird in der nächsten Zeit abgeschlossen.
Als dritter prominenter Einwohner von Friedrichshafen hat der 72jährige Dr. Karl Maybach der Stadt seinen Ehrenbürgerbrief zurückgegeben.
Ein sowjetischer Panzerzug mit sechs Waggons wird demnächst an die Volkspolizei übergeben.
Ein Großfeuer in der südjapanischen Stadt Kagoshima zerstörte 300 Wohnhäuser und machte rund 10 000 Personen obdachlos.
50 000 billige Radioapparate will die persische Regierung in den weitabgelegenen Dörfern und Städten an der sowjetischen Grenze verteilen, um der Sowjetpropaganda entgegenzuwirken.
Arnold kritisiert die Bundesregiernng
Scharfe Worte auf dem Parteitag der rheinischen Christlich-Demokratischen Union
Düsseldorf, 3. Dezember, (dpa) Auf dem Parteitag der rheinischen CDU in Duisburg sprach Ministerpräsident Arnold von einer Krise, die die CDU zur Zeit durchmache.
Die letzten Landtagswahlen in Süddeutschland verlangten eine ernste Aussprache darüber, wie die CDU ihre Volksnähe und geistige Schlagkraft wiederbekomme. Es sei ständig zu prüfen, ob die Partei ihrem inneren Wesen und Willen treu geblieben sei und ob die politische Entscheidung der Führung stets mit dem politischen Willen der Parteimitglieder und Wähler übereinstimme.
Es sei zu viel von Remilitarisierung, alliierten Truppen, Polizei, Unsicherheit und drohender Gefahr und viel zu wenig von der sozialen Sicherheit durch Neuordnung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens gesprochen worden.
Arnold kritisierte dann „Fehlleitungen“ der Bonner Wirtschaftspolitik, die auf einen Mangel an Wachsamkeit und Voraussicht zurückzuführen seien. 1,3 Millionen Arbeitslose seien auch kein Grund, besonders unbesorgt zu sein. Er sei auch beunruhigt über eine Steuerordnung, die die Gefahr in sich trage, daß die Reichen reicher und die Armen ärmer werden.
Bundeskanzler Dr. Adenauer sprach nach Arnolds Rede in Duisburg sein Bedauern darüber aus, daß derartige Angriffe gegen die Politik der Bundesregierung gerichtet wurden.
Die Vorwürfe Arnolds gegen die Steuer- und Wirtschaftspolitik des Bundes wies Adenauer mit der Erklärung zurück, daß die Arbeitnehmer heute weniger Steuern zu zahlen brauchten als im Jahre 1932. Die Arbeitslosigkeit würde ein ganz anderes Bild ergeben, wenn die heute meist unter der Leitung von SPD-Vorsitzenden stehenden Arbeitsämter die tatsächlich Arbeitslosen klar sichten würden, wie es früher der Fall gewesen sei. Die Kohlenkrise sei letzten Endes durch die Entscheidungen der Alliierten hervorgerufen worden, die über die Verteilung der Kohle in der Ruhrbehörde bestimmten.
Flucht aus der Ostzone
Hof, 3. Dezember. (AP.) Einem von Enteignung bedrohten Fuhrunternehmer aus dem Erzgebirge ist am 30. November die Flucht nach Bayern mit vier Lastkraftwagen, einem Anhänger und einem Personenwagen gelungen, teilte das Grenzkommissariat Hof mit.
Dem Betriebsleiter des Unternehmens, dessen Namen noch nicht bekanntgegeben wurde, gelang es mit Hilfe sieben weiterer Personen, die Autokolonne mit dem Betriebsinventar durch den Dreck und Morast der aufgeweichten Feldwege bei Hof-Nen tschau über die Zonengrenze zu bringen. Aus Furcht vor vorzeitiger Entdeckung vermied die Kolonne jede gepflasterte Straße in der Ostzone.
Bestechungsskandal in Frankfurt
Wurden beschlagnahmte Waren gegen Bestechungsgelder herausgegeben?
Bz. Frankfurt, 3. Dezember. (Eigene Meldung.) Mit dem richterlichen Haftbefehl gegen den bekannten Frankfurter Strafverteidiger Rechtsanwalt Dr. Willi Lafontaine scheint eineßestechungSr affäre bei der Frankfurter Kriminalpolizei weitere Kreise zu ziehen. Schon am Donnerstagfrüh hatten die offiziellen Ermittelungen der Staatsanwaltschaft eingesetzt, die seit acht Tagen sich im Vorstadium befanden. Die imSchmuggel- und Betrugsdezernat des Polizeipräsidiums tätigen Beamten werden u. a. beschuldigt, beschlagnahmte Waren gegen Bestechungsgelder herausgegeben zu haben. Dabei handelt es sich auch um die Verbindung der deutschen Polizei zum amerikanischen Distriktsgerich. Dort sind ansoheinend ebenfalls Angestellte in diese Angelegenheit verwickelt. Auf dem Wege von der deutschen Polizei hat man nach der quittierten Abgabe, wie angenommen wird, diese beschlagnahmten Gegenstände nicht mehr ordnungsgemäß weitergeliefert.
So fing es an: Ein Privatmann sagte dem Leiter des betreffenden Polizeidezernats: „In Ihrer Abteilung dürfte nicht mehr alles stimmen.“ Daraufhin setzte die Untersuchung der Staatsanwaltschaft ein und stellte fest: Kriminalassistent Henkell fährt seit mehreren Monaten einen großen Borgward-Wagen. Vor einem guten halben Jahr ist das Auto von der Kraftfahrzeuganmeldestelle in Frankfurt auf den Namen Henkells angemeldet worden. Dabei bezieht dieser als Vater von drei Kindern ein Gehalt von etwas über 300 DM, ein Einkommen also, mit dem eine so große Familie nur auskömmlich ernährt werden kann: Woher stammen aber die Gelder für das neue große Auto?
Am Donnerstag wurden bereits der Kriminalassistent Karl Henkell und die Kriminalsekretäre Karlheinz Fuchs (von der Abteilung „Wirtschaftsvergehen“), ferner Ferdinand Schmidt und Franz Engelhardt verhaftet. Der Freitag brachte zunächst die noch weitere Inhaftnahme der beiden Kriminalsekretäre Walter Külb und Johann Schnitzler. Külb ist der Leiter des Schwarzhandels-Kommissariats und der Nachfolger des gleichfalls verhafteten Kommissars Theo Deike, der zuletzt in der Kriminalinspektion tätig war. Der Haftbefehl gegen Schnitzler, der dem Betrugskommissariat angehörte, ist aber am Sonnabend wieder aufgehoben worden, gleichfalls wurden die vorher verhafteten Kriminalsekretäre Karlheinz Fuchs und Franz Engelhard wieder auf freien Fuß gesetzt, da nach Ansicht des Oberstaatsanwalts Dr. Kosterlitz keine Verdunkelungsgefahr bei diesen besteht.
Konferenzenin London und Washington
Pleven und Attlee wünschen baldige Viermächtekonferenz
Paris, 3. Dezember. (AP./dpa) Nachdem der französische Ministerpräsident Pleven von der Nationalversammlung das Vertrauen ausgesprochen bekam, reiste er mit seinem Außenminister Schuman zu Besprechungen mit dem britischen Ministerpräsidenten Attlee nach London. Zweck der Unterredung war, die Politik Großbritanniens und Frankreichs vor Attlees Abreise nach Washington aufeinander abzustimmen. Ergebnis der Konferenz war die Feststellung, daß England und Frankreich eine schnelle Beilegung des Konfliktes mit dem kommunistischen China in Korea und die baldige Einberufung einer Viermächtekonferenz über alle Probleme, die zum Ausbruch eines dritten Weltkrieges führen könnten, wünschen.
Gleichzeitig wurde eine Konferenz der Exekutiv-Ausschüsse der - Pakt-Staaten ohne erkennbaren Erfolg geführt. Der Exekutiv-Ausschuß konnte den französischen Plan für die Schaffung einer Europa-Armee nicht mit der britischen Ansicht in Uebereinstimmung bringen, daß umgehend eine Atlantik-Streitmacht geschaffen werden müsse.
Die Besprechungen von Truman und Attlee in Washington, die auf zwei Tage festgesetzt sind, finden am Dienstag statt. Folgende Themen sollen neben den aus dem Korea-Krieg erwachsenden Problemen erörtert werden: Die Bildung einer internationalen Organisation, die von den westlichen Alliierten benötigte Rohstoffe zur Einlagerung und zu Produktionszwecken zuteilen soll, die mögliche Wiedereinsetzung eines strategischen Planungsstabes ähnlich dem gemeinsamen englisch-amerikanischen Stab der Kriegszeit, der Fortschritt der Beratungen der zwölf Atlantik-Pakt-Staaten über den deutschen Beitrag zur Verteidigung des Westens.
700 Atombomben?
Neuyork, 3. Dezember, (dpa) Die Vereinigten Staaten sollen einen Vorrat von 700 Atombomben haben, schätzt die Zeitschrift „Look“ in ihrer letzten Nummer. Bisher hatte man immer nur von einem Vorrat von 200 bis 400 Atombomben gesprochen.
timmen der Anderen
Die Stimme Rußlands
Die „Prawda“ bezeichnet in einem Leitartikel vom Sonntag, der auch von Radio Moskau verbreitet wurde, die von Präsident Truman betonte Bereitschaft zu friedlichen Verhandlungen als ein „offensichtliches Tarnungsmanöver“.
Das Organ der sowjetischen kommunistischen Partei behauptet, alle bisherigen Vorschläge Nordkoreas und Chinas für eine Regelung des Konflikts in Korea seien von Truman feindselig auf genommen worden. Wenn er jetzt wirklich den Frieden wolle, müsse man sich fragen, warum er jene Vorschläge zurückgewiesen habe.
„Ueber Trumans Beschuldigung der Koreaner und Chinesen kann man nur lächeln. Haben etwa die Koreaner und die Chinesen die Vereinigten Staaten angegriffen oder befinden sich USA-Truppen in Korea und auf Formosa? Wieso hat China kein Recht, seine koreanische Grenze zu verteidigen, während die Amerikaner in Korea fast 8000 Kilometer jenseits ihrer eigenen Grenzen ihre Sicherheit schützen müssen? Unter diesen Umständen können nur Wahnsinnige an die friedlichen Absichten Trumans und seiner Genossen glauben. Er will den Krieg, nicht den Frieden.“
Zu Attlees Lesuch
Die Neuyorker „Daily News“ erklärt zu dem bevorstehenden Besuch Attlees in Washington, wenn das kommunistische China auf der von der britischen sozialistischen Regierung geforderten Linie beschwichtigt werden solle, so würde dies „ein zweites München“ bedeuten. Ganz Korea und unter Umständen auch Indochina und Hongkong würden an den Kommunismus verloren werden.
„Diese Aussicht ist so finster, wie man es sich nur vorstellen kann. Wenn jedoch unsere übrigen Verbündeten auf diese Weise handeln, die Vereinten Nationen die Daumen drehen und der schwarze Schatten der kommunistischen Sklaverei sich immer dichter an die westliche Hemisphäre heranschiebt, welche anderen Pläne können uns dann noch Hoffnung auf Sicherheit bieten?“
Die „New York Times“ schreibt: „Der Einsatz der Atombombe würde eine weltumwälzende Entwicklung sein. Es kann jedoch die Zeit kommen, in der das Schicksal der westlichen Welt auf dem Spiel steht. Wenn diese Zeit kommt, werden wir alle freien Völker auf unserer Seite haben. Wir müssen jedoch sichergehen, daß wir mit der Ansicht, daß dieser Augenblick gekommen ist, nicht allein in der Welt dastehen, oder daß sogar unsere großen Verbündeten wie England und Frankreich ihre Mißbilligung aussprechen.“
tarke Neuschneefäülle
Kommt ein Wetterumschlag? — Bereits Schneedecken bis 60 cm
Baden-Baden, 3. Dezember, (dpa) Der erste Adventssonntag brachte in großen Teilen Südwestdeutschlands starke Schneefälle und stellenweise Unwetter.
Am Mittelrhein, in der Eifel und auf dem Hunsrück und im Westerwald trat in der Nacht zum Sonntag starker Schneefall ein, der zum Teil mit Regen vermischt war. Durch Schneematsch wurde der Verkehr stellenweise stark behindert. Auf der Strecke Jünkerath—Hillesheim (Kreis Ahrweiler) hatte der Frühzug am Sonntag über 100 Minuten Verspätung. Durch Neuschnee, der bis zu 60 Zentimeter Höhe lag, waren Aeste und Bäume abgebrochen, die die Eisenbahnstrecke blockierten.
In der Hocheifel an der deutsch-belgischen Grenze liegt der Schnee stellenweise ebenfalls bis zu 60 cm hoch. Auf der Nürburgrennstrecke wurden 16 Zentimeter Schnee gemessen. Im Westerwald gab es bis zu 13 Zentimeter Schnee, stellenweise durch Verwehungen bis zu 40 Zentimeter. Sturm, Hochwasser und Schnee wurden aus dem gesamten Trierer Gebiet gemeldet.
Nach starken Regenfällen am Sonnabend fällt auch im Schwarzwald seit der Nacht zum Sonntag Schnee, der bis in tiefe Lagen herab liegengeblieben ist. Im württembergischen Allgäu setzte nach einem sonnigen Vormittag am Sonntagmittag Regen ein, der gegen Abend in leichten Schneefall überging. Auch auf der Schwäbischen Alb schneit es.
Hölle wo ist Dein Sieg ?
ROMAN VON RACHEL FIELDErstabdruds. Alle Rechte beim Wolfgang-Krüger-Verlag, Hamburg.
79)
Aber Monsieur Pasquder blieb unerbittlich. Es würde den Herzog nicht viel Atem kosten, mit einem einfachen Ja oder Nein zu antworten. Woher stammten die Kratzer auf seiner Hand? Die Kratzer, erklärte der Herzog, habe er sich in Melun geholt, als er beim Packen der Koffer und Kisten half. Und die Bisse? Das seien keine Bisse. Die Aerzte seien da anderer Ansicht. Nun, er könne nicht für die Ansicht der Aerzte verantwortlich gemacht werden; im übrigen fühle er sich wirklich zu schwach, um auf solche Einzelheiten einzugehen.
„Sie sprechen immer von Ihrer Schwäche, Herzog. Das ist allerdings nicht verwunderlich, wenn Sie an Ihre Kinder denken und an das schreckliche Verbrechen, das Sie begangen haben.“
„Verbrechen!“ fuhr der Herzog gequält hoch, „ich habe kein Verbrechen begangen, und niemand kann es besser mit seinen Kindern meinen als ich.“
Dann hatte er sein Gesicht in den Händen vergraben und eine Weile geschwiegen.
„Wurden Sie nicht zu dieser Untat von jemandem angestiftet?“ Monsieur Pasquier versuchte, ihm auf diese Weise ein Eingeständnis zu entlocken, aber der Häftling war nicht dazu zu bringen, den Namen • von Mademoiselle Deluzy zu nennen. Er weigerte sich nach wie vor zuzugeben, irgend etwas mit dem Mord zu tun zu haben.
„Zu einer solchen Untat wird man nicht angestiftet.“
„Würde es nicht Ihr Gewissen erleichtern, Reue zu zeigen und zu gestehen?“
Und wieder die ausweichende Entgegnung: „Ich fühle mich zu elend, um weiter zu sprechen.“
„Wollen Sie wirklich weiterhin behaupten, das Verbrechen nicht begangen zu haben?“
Keine Antwort erfolgte, und die Frage wurde wiederholt.
„Ihr Schweigen antwortet für Sie“, bemerkte Monsieur Pasquier. „Sie sind schuldig, nicht wahr?“
„Sie sind mit der Ueberzeugung von meiner Schuld hergekommen; nichts, was ich sagen könnte, würde diese vorgefaßte Meinung von Ihnen ändern.“
„Doch, wenn Sie mir einen triftigen Grund anführen könnten, würde ich mich gern überzeugen lassen; aber wenn Sie sich überhaupt nicht dazu äußern, müssen wir Sie eben für schuldig halten.“
„Ich sagte Ihnen doch, ich kann mich nicht konzentrieren; es geht einfach über meine Kraft.“
„Ich weiß, Herzog, daß Sie furchtbare Schmerzen haben müssen, und ich verlange ja auch deshalb von Ihnen nur ein kurzes Ja oder Nein: sind Sie schuldig oder sind Sie nicht schuldig?“
„Auf diese Frage kann ich nicht antworten.“
Von neuem nahm der Herzog seine Zuflucht zum Schweigen, das er bis zum Ende bewahrte. Die Aerzte staunten über seine Zähigkeit. Sie taten, was sie konnten, um seine Schmerzen zu lindern, aber es war ihnen untersagt worden, ihm irgendwelche opiumhaltigen Betäubungsmittel zu geben. Man wollte ihn unbedingt bei Bewußtsein halten, solange noch eine Möglichkeit bestand, ihm ein Geständnis zu entreißen.
Am Dienstag, dem 24., nachmittags um fünf Uhr tat der Herzog von Praslin den letzten Atemzug, sieben Tage nach seiner Verhaftung. Ueber seinen Tod und sein Begräbnis wurde Stillschweigen bewahrt, und die Oeffentlichkeit erfuhr erst sehr viel später davon. Victor Hugo schrieb hierüber: „Der Herzog von Praslin muß ein ungewöhnlich stattlicher Mann gewesen sein. Die Aerzte, die die Autopsie vornahmen, sagten, sie hätten einen solchen Körper selten gesehen, und einer soll ausgerufen haben: Was für eine schöne Leiche! Der Praslinsche Hausarzt erzählte mir, er sei ein wahrer Athlet gewesen . . . Das Grab, in das man ihn legte, trägt ein bleiernes Schildchen mit der Nummer 1054. Diese Nummer, die der Tote wie ein Sträfling tragen muß, ist die einzige Grabschrift des Herzogs von Choiseul-Praslin.“
Kaum war die Nachricht einmal bekanntgeworden. verbreitete sie sich mit Windeseile, und die öffentliche Meinung war sich in ihrer Verurteilung der Unachtsamkeit der Behörde völlig einig. Der Tadel ließ niemanden aus, vom untersten Polizisten bis zum König selbst.
DREIUNDZWANZIGSTES KAPITEL
Die Dächer von Paris glänzten vor Novembernässe. In em Dachzimmer eines Hauses an der Ecke der Rue de Monceau und der Rue de Teheran saß Henriette und starrte durch die trüben Scheiben auf eine noch trübere Welt. Das Zimmer war nicht viel größer als das „Nadelöhr“, aber es war weitaus behaglicher und mit Geschmack eingerichtet. Unmittelbar vor das Fenster war ein Tisch gerückt, auf dem die verschiedensten Gegenstände umherlagen und -standen — Bücher, Nähzeug und eine Vase mit. Astern, ein Malkasten, ein Tintenfaß und eine Schreibmappe. Aber Henriette saß untätig da, die Hände müßig in ihrem Schoß.
Es klopfte, und auf ihr Herein öffnete eines der Hausmädchen die Tür.
„Madame Monod läßt Mademoiselle Desportes fragen, ob sie nicht mit den Herrschaften unten im Salon eine Tasse Schokolade trinken möchte?“
Aber Henriette schüttelte verneinend den Kopf. „Ich lasse Madame und Monsieur herzlich danken; ich habe jedoch noch zu starke Schmerzen und möchte deshalb auch nicht zum Abendessen herunterkommen."
Als das Mädchen wiede gegangen war, blieb Henriette regungslos sitzen, während draußen der Regen sein eintöniges Getrommel auf das Dach fortsetzte. Sie hatte gar kein Kopfweh, sie hatte das nur gesagt, um ihre liebenswürdigen Gastgeber nicht zu kränken. Sie fühlte sich dem Pastor und seiner Frau schon ohnehin allzusehr verpflichtet und wollte sich ihren Bemühungen gegenüber, sie aus ihrem ständigen Brüten und Vorsichhingrübeln herauszureißen, nicht gleichgültig bezeigen. Sie waren die Güte selbst gewesen, diese beiden, die darauf bestanden hatten, daß Henriette ihr Haus als ein Heim betrachten solle, solange sie in Paris zu bleiben wünschte. An jenem Septembertag. an dem sie entlassen worden war, hatten die Monods sie mit offenen Armen bei sich aufgenommen. und sie war nur zu froh gewesen, sich in den Schutz dieses so freundlich gewährten Obdachs flüchten zu können. Es blieb ihr ja gar keine andere Wahl. *
Pastor Monod war ein einflußreicher und wohlhabender Verbündeter und ebenso seine beiden Brüder, von denen der eine ein reicher Kaufmann in Le Havre und der andere ebenfalls Geistlicher in Paris war. Die Brüder Monod glaubten nicht nur an ihre Unschuld und bewunderten die Haltung, die sie während ihrer Haft bewiesen hatte, sondern waren auch fest entschlossen, ihre Gemeinde für sie zu gewinnen.
Ueberall wurde Henriette als die eigentliche Schuldige gebrandmarkt. Seit ihrer Freilassung war sie zur Zielscheibe noch heftigeren und maßloseren Hasses geworden, weil sie die einzige Ueberlebende jenes tragischen Dreiecks war. Die Presse und die Bevölkerung wollten sie noch immer zur Verantwortung gezogen wissen, und nichts wäre ihnen lieber gewesen, als Henriette das Schafott besteigen zu sehen.
Deshalb war es notwendig, daß Henriettes Aufenthalt geheim blieb; nur ihre Freunde wußten, wo sie sich verborgen hielt. Aus Furcht vor dem Erkanntwerden und den Folgen, die das haben konnte, durfte sie niemals allein ausgehen. und auch in Begleitung konnte sie es nur unter einem anderen Namen wagen. Obwohl die Monods und die Remeys es bisher sorgfältig vermieden hatten, mit Henriette über ihre Zukunft zu reden, war es doch allen klar, daß sie’ wenn überhaupt, ihren Beruf in Frankreich nie wieder würde ausüben können. wo das Gespenst des Skandals ihr von Stellung zu Stellung folgen würde.
(Fortsetzung folgt)
Mit voller Fahrt voraus hei Windstärke 6
Eindrücke vor, während und nach der Probeiahri des Fischdampiers MS-Darmsiadi
Von Heinz G. Roth„Mann über Bord! — Mann über 80rd!“... Der Fischdampfer schlingerte und stampfte durch die aufgewühlten eisigen Gewässer des Nordens. Haushohe Wellenberge krachten donnernd auf die Planken des verzweifelt kämpfenden Schiffes, rissen mit sich fort in die Tiefe, was ihrer überschäumenden Gewalt nachgeben mußte. „Mann über Bord!“ —- Triefende Gummistiefel hasteten über die klitschigen Decks. Die Signasglocke des Ma-
schinentelegraphs schrillte: „Halbe Kraft zurück!“ — Das zermürbende, unaufhaltsame Klingeln saugte sich in meinen Ohrmuscheln fest, drang zum Bewußtsein. Langsam hoben sich meine bleischweren Lider, unsicher tastete die Rechte zum Telefonhörer. „Es ist vier Uhr fünfundvierzig, mein Herr. Sie wollten geweckt werden ...“ Benommen, mit klopfenden Schläfen, noch halb träumend, machte ich mich fertig.
Die Straßen der schlafenden Hafenstadt waren im dichten Nebel gehüllt, als ich das Hotel verließ. Ich sah nur wenige Schnitte weit. In der Ferne hupten Dampfer. Vor dem Hauptbahnhof lungerten rauchend und kniewippend ein paar flachsblonde Mädchen herum. Aus einer schmalen Seitengasse näherten sich johlend einige betrunkene Seeleute, Farbige. Raukehlig ranzten sie die Mädels an: „Hallo, Blondi!“ Vielleicht gehörten diese Neger zu denen, deren Freundinnen im „Schiff ahoi!“ sich auf 100- Mark-Banknoten herausgeben ließen . . .
Unterdessen war mein Bekannter, Reimund A., ein alter Hase bei der „christlichen Seefahrt“, gekommen. „Glaube, du hast Pech, Junge,“ begrüßte er mich. „Schätze, daß der Nebel nicht hochgehen wird.“ Ich zuckte mit den Schultern und stieg, leicht fröstelnd, mit ihm in die soeben anrollende erste Straßenbahn, die uns in den Fischereihafen brachte.
Jeden morgen ein Nachrichtendienst
Unser erster Besuch galt der Druckerei, die unmittelbar vor der Einfahrt zum Fischereihafen liegt. In der Druckerei wird zu jedem Auktionstag ein „Nachrichtendienst“ gedruckt, aus dem alle Fischhändler ersehen können, welche sich „am Markt“ befinden oder zum „Löschen“ angekündigt sind, welche Fischarten und wieviel Zentner die Dampfer mitgebracht kaben, wie hoch der Taxpreis pro Pfund dieser oder jener Sorte ist und — ein von manchem anderen noch besonders zu erwähnender Hinweis, wie lange der betreffend Dampfer unterwegs war. Selbstverständlich hängt das von den Fangplätzen ab, in denen das Schiff kreuzte. Die Fanggebiete erstrecken sich im wesentlichen von den Shetland-Inseln über Island zur Dänemarkstraße (östlich Grönland) und weiter nördlich zwischen Jan Mayen und den Lofoten bis zur Skolpenbank am 70. Breitengrad — in einem Bereich also, in dem gerade jetzt eisige Stürme höchste Anforderungen an Schiff und Besatzung stellen. Im allgemeinen sind die Fischdampfer zwischen drei und vier Wochen unterwegs.
Obgleich die Dampfer mit Eis vollgeladen auslaufen, kann es gelegentlich vorkommen, daß ein Teil der von ihnen mit-
gebrachten Fische nicht mehr einwandfrei ist. Und da zur Auktion nur blutfrische Fische zugelassen werden — ein ständige Inspektion von Aerzten und Fachleuten überprüft jeden Fang genau —, entsteht mitunter für die Besatzung ein Verlustgeschäft, das sich insofern für jeden einzelnen Seemann unerfreulich ausnehmen kann, als jeder prozentual am Fang beteiligt ist. Bitter bei der unsagbar harten Aufgabe, die jedem — vom Kapitän bis zum jüngsten Matrosen während der Fangperiode zufällt. „Trotzdem aber bleibt noch genug übrig, daß die Jungens an Land ein verhältnismäßig anständiges Seemannsleben führen können,“ erklärte mein Begleiter, als wir auf die Auktionshallen zuschritten., die sich längs des Kais erstrecken, und deren Anfang und Ende von den immer dichter aufziehenden Nebelschwaden verschluckt wurden. „Sind kilometerlang,“ antwortete Reimund lakonisch auf meine Frage.
Nur frische Fische sind gefragt
In den Hallen herrscht bienenemsiges Treiben. Für uns Binnenländier, die wir uns um diese Zeit noch einmal auf die andere Seite drehen, ein respektvoller Anblick. In der Nacht hatten zwei Fischdampfer angelegt, die gerade gelöscht d. h. ausgeladen wurden. Die Löschmannschaft arbeitet im Akkordtempo. Bewundernswert, die Ausdauer der Männer, die in den eiskalten Laderäumen die Fischkörbe füllen, die dann mittels einer Winde hochgewuchtet und in die Halle gezogen werden. Dort werden die Körbe gewogen und in eine Kiste umgefüllt, die in der Halle aufgestellt wird. Jede Kiste faßt etwa einen Zentner. Zehntausende von Kisten stehen dort zur Auktion bereit. Bevor die Auktion beginnt, überprüfen die Fachleute den Inhalt jeder einzelnen Kiste. Die Kisten, deren Fischvorrat für einen Verkauf nicht in Frage kommen, werden sofort herausgezogen, geleert und alles, was nicht einwandfrei ist, in die Fischmehlfabrik gebracht.
Keine „willkürlichen“ Fischpreise
Zur Auktion versammeln sich Hunderte von Händlern. Die Fischpreise bestimmen sich täglich nach dem Fangergebnis. Je weniger Fische einer betreffenden Art vorhanden sind, um so höher ist das Preisangebot. Oft hörten wir, daß unsere Bevölkerung über „willkürlich tendierende“ — wie angenommen — Fischpreise unzufrieden war. Unbegründet, wie man jetzt feststellen kann; denn es ist nicht der Groß- und Einzelhandel, der die Preise „diktiert“, sondern die Preise bestimmen sich selbst aus Angebot und Nachfrage ...
Unmittelbar nach Beendigung der Auktion — deren Ablauf sich überraschend schnell vollzieht — rollen die ersten, mit Fischen beladenen Lastwagen davon. Auf dem Güterbahnhof des Hafengeländes warten die leeren Waggons, um die Fracht aufzunehmen. Bereits am anderen Morgen künden die Fischgeschäfte in allen Teilen der Bundesrepublik ihre „Fischvorräte“ an. Die Fische, die für Konservierung, Räucher- oder Delikateßwaren vorgesehen sind, werden in die zahlreichen Fischverarbeitungsfabriken gebracht, die sich vorwiegend innerhalb der riesigen Hallen befinden. „Zeit sparen!“ lautet auch hier die Parole . . .
Mittlerweile war das Tageslicht durchgebrochen, der Nebel hatte sich etwas gehoben. Meinem Optimismus über die weitere Wetterlage begegnete Reimund, der Seefahrer, mit finsterer Schwarzseherei. Während wir das Fischereihafengelände verließen, kreisten lautlos über uns zahllose Möven, die urplötzlich pfeilschnell herunterstießen, sich von den davonrollenden Lastwagen einen Happen schnappten und mit Windeseile davonstoben. Da und dort sah man das Gerippe eines säuberlich abgenagten Fisches liegen . . .
Um 10 Uhr war großer Empfang in der Direktion der „Nordsee“. Man wäre erstaunt gewesen, wenn die Herren der Direktion ihre Gäste weniger herzlich empfangen, ihnen weniger großmütig begegnet wären. „Bremer Luft, frische Brise, weltmännische Atmosphäre,“ sagte einer von den Gästen. Und damit ist alles gesagt. — Nachdem das ungünstig lautende „Wetter“ eingeholt war, entschloß man sich, dessen ungeachtet, trotzdem das Schiff zu betreten und sich für die noch ungewisse Fahrt einstweilen mit einem kräftigen Schluck und herzhaften Bissen zu stärken.
*. • ein nobles Schiff
Indessen nahm ich die Gelegenheit wahr, mir die „Darmstadt“ einmal unter die Lupe zu nehmen. Sie sieht nobel aus. Nicht nur durch den freundlichen Farbanstrich, der das Auge betört, sondern durch ihre ganze Auftnachung, die sich manchem anderen Fischdampfer gegenüber vorteilhaft bemerkbar macht. Diese Vorteile sind schon oder gerade in den kleinsten Dingen festzustellen. Wir haben wiederholt darüber berichtet, so daß es sich erübrigt, noch einmal darauf einzugehen. Erwähnt sei lediglich noch, daß sie durch ihren Diesel-Antrieb (ein Haupt- und zwei Nebenmotoren, die eine Gesamtleistung von 1200 PS entwickeln), einen größeren Laderaum hat, als andere Schiffe der gleichen Tonnagenklasse. Die Inneneinrichtung der „Darmstadt“ ist wohl durchdacht und so ausgeführt, daß es die Mannschaft so bequem und angenehm wie irgend möglich hat. Das ist auch erforderlich, denn während des Fangs — der durchschnittl. fünf bis sechs Tage dauert — kommt die Mannschaft Tag und Nacht nicht zur Ruhe.
Mancher fütterte die Fische
Gegen 11.30 Uhr gab die Wetterstation durch, daß die offene See frei sei. Nach kurzer Beratung ließ Kapitän Buß auslaufen. Mancherlei Manöver waren vonnöten, bis die „Darmstadt“ das offene Gewässer erreichte. Dann ging’s mit voller Fahrt voraus. Je weiter wir in die See stachen, um so ungemütlicher wurde für uns Landratten das Schlingern und Stampfen des Schiffes. Und dabei waren das „nur kleine Fische“, wie der 2. Steuermann erklärte, nämlich nur Windstärke sechs. Immerhin, uns genügte es; schon nach wenigen Stunden hatte es die ersten gepackt. Krampfhaft und schamhaft preßten sie ihre Taschentücher vor den Mund, indessen ihr Körper konvulsivischen Erschütterungen ausgesetzt war. Eigenartig, daß zunächst gar keiner wollte. Aber dann stürzte doch einer an die Reeling. Er blieb nicht allein. Wie auf Kommando schnellten aus allen möglichen Ecken andere nach vorn, taten’s dem ersten gleich und „fütterten ebenfalls die Fische“. Die Möven, die uns das Geleit gaben, mögen vielleicht neidisch zugesehen haben. Manchmal stieß eine hoffnungsfroh herunter. Erfolg hatte — soweit ich es beurteilen konnte — keine. Das, was die menschlichen Mägen entleerten, schien ausschließlich für die Fische bestimmt. Man sollte — das rate ich allen Kollegen, die ähnliches vorhaben — nicht den Ehrgeiz besitzen, Seekranke fotografieren zu wollen, vor allem nicht, wenn man ästhetisch veranlagt ist. Im Augenblick, da ich vom Mitteldeck aus die Kamera auf die Kranken an der Reeling justierte, bekam ich eine „volle Ladung“ aus bewölktem Himmel — von der Brücke — über die linke Seite. Das nahm mir die Freude am Fotografieren.
Plötzlich stoppten die Maschinen. W’ir hatten den Standort erreicht das Weser-Feuerschiff an dem die „Darmstadt“ von der Werft an die Reederei übergeben werden sollte. Ich rappelte mich auf und enterte nach oben, wo nach alter Vorschrift bereits die ersten Sektpfropfen lustig in der Gegend rumballerten. Die Uebergabe ging ohne großes Zeremoniell vor sich: Nach einer freundlichen Ansprache schüttelte Generaldirektor Kabelac von der „Bremer Vulkan-Werft“ Direktor Fornell von der „Nordsee“ die Hand, womit der Uebergabeakt vollzogen war. In herzlich gehaltenen Dankesworten erwähnte Direktor Fornell, daß er mit der von der Werft geleisteten Arbeit sehr zufrieden sei, worauf er die „Darmstadt“ an Direktor van Krimpen aus Cuxhaven, (wo das Schiff beheimatet sein wird) „weiterreichte“. Zum Schluß erhielt sie dann Kapitän Buß, der versicherte, daß er und seine Mannschaft alles tun würden, um das Vertrauen, das man in ihn setze, zu rechtfertigen. Bürgermeister Schröder (Darmstadt) erklärte mit Rührung, er hoffe, daß das „Patenkind“ unserer Stadt die Bindungen zwischen Nord und Süd noch inniger gestalten möge, als sie bereits bestünden. Danach sprangen die Motore wieder an und die „Darmstadt“ nahm Kurs auf Cuxhafen.
Im Nebel zur „Alten Liebe“
Inzwischen war die Dämmerung angebrochen, außerdem wurde es neblig. Bald waren wir in einer richtigen Waschküche. Mit Umsicht und angespanntem Gesicht lenkte Kapitän Buß das Schiff dem Ziel zu. Wundervoll, dieses Erlebnis. Man braucht nichts zu sprechen, sondern nur zu schauen, jedes entgegenkommende Licht wie einen Freund zu begrüßen und in Gedanken einige Sekunden bei diesem Freund zu verweilen. Sehnsucht fiebert in solchen Augenblicken durch das Herz, weitet es, füllt es an mit Fernweh. Von da schallte das dumpfe Signal eines Dampfers durch die dichte Nebelwand und von dort heulte warnend eine Heulboje auf. Am Bug hielten einige Matrosen Wacht und meldeten jedes Geräusch oder jedes auf tauchende Licht dem Kapitän. Plötzlich der Ruf: „Hafen in Sicht..“ Schon konnte man das grün-weiß-rote Licht des Leuchtturms die Wasserfläche abtasten sehen. Die Gäste begaben sich nacheinander an die Reeling. Ein letzter Händedruck mit der Besatzung, ein herzliches „Gute Fahrt“ — und dann war’s so weit... Längs des Kais standen Mädchen und Frauen, ihre Liebsten zu empfangen. In der Ferne hupten die davonfahrenden Fischdampfer, die erst vor 36 Stunden heimgekehrt waren. Und der Leuchtturm „Alte Liebe“ sandte ihnen einen letzten Gruß: „Schiff ahoi!“
„Solange ich diese Kleine bei mir habe, weiß ich, daß mir nichts passieren kann daß mir meine Inge treu bleibt", meint der Benjamin der Besatzung
„Fanggrund? — Kann ich jetzt noch nicht sagen“, antwortet Kapitän Buss (links) seinem Steuermann (rechts)
Blick in die Kombüse: Herzhaft muß die Nahrung sein — pikant und • kräftig 'Alle Fotos: Heinz G. Roth
„Einen Augenblick, meine Herren...“ Adolf Sauter, der leitende Ingenieur (links) und der Vertreter der „Nordsee“-AG Frankfurt/Main, Herr Albrecht, haben Kapitän Buss ein wenig in die Enge getrieben
Das ist sie — unsere „Darmstadt“: schmuck, flott, sauber, vertrauenerweckend
Kapitän Buss am Kommandogerät
Wenn man abgekämpft ist, ruht sich’s auch in dieser engen Koje gut
Direktor Fornell von der „Nordsee“ (links) dankt Generaldirektor Kabelac von der „Bremer Vulkanwerft“ für die Uebergabe des Schiffes. Links neben Direktor Fornell Bürgermeister Schröder
Darmstadt und Umgebung
Die harte Mark
Wie im Winter der erste Schmetterling und im zeitigsten Lenz der' erste Maikäfer, so flog uns gestern die erste Markmünze auf den Redaktionstisch. Sie gab einen wohlklingenden, hellen Klang.
Vom Schmetterling und Maikäfer, die durchweg nur Ueberwinterer zu sein pflegen oder durch die Pflugschar unfreiwillig ans Licht gebracht werden, unterscheidet sie sich durch ihr fristgemäßes Erscheinen. Genau zum ersten Dezember, ihrem offiziellen Ausgabetag, kam sie nach Darmstadt. Ein hiesiger Geschäftsmann, Herr Sack, brachte die silbrige, wenn auch nicht ganz silberne, aus der „Bank deutscher Länder“ von Frankfurt mit und meinte mit Recht, die Tagblattleser würden sich für diese Neuigkeit interessieren, auch wenn sie bald keine Neuigkeit mehr wäre.
Aber so ist es: Eine Schwalbe macht keinen Sommer und eine neue Mark schafft keinen Reichtum. Doch immerhin: Sie kann die Grundlage dazu legen. Vorerst freilich gilt es, ein neues Portemonaie zu kaufen mit vielen Fächern. So, wie zu Großmutters Zeiten. Großmutter allerdings hatte noch ein ganz besonderes Fach. In das kamen die Goldstücke. Ob wir es auch einmal wieder so weit bringen werden? pede
Uus zur Freude - den Künstlern zum Wohl
Eröffnung der Künstler-Weihnachtsmesse
In Anwesenheit von Bürgermeister Schröder sprach Dr. E. E. Hof f - mann zur Eröffnung der Künstler-Weihnachtsmesse. Er berichtete zunächst von der Arbeit des „Neuen Hessischen Kunstvereins“, der die Ausstellung nach alter Tradition veranstaltet. Der Verein sei Janusköpfig, er wolle sowohl das Alte pflegen, als auch den jungen und jüngsten Richtungen Raum geben.
Das Darmstädter Gespräch im Juli dieses Jahres habe die volle Unterstützung des Kunstvereins gefunden und durch seinen Erfolg Darmstadts Ruf als der einer Kunststadt gefestigt. Dr. Hoffmann dankte der Stadtverwaltung für ihr Entgegenkommen bei den Verhandlungen um den Bestand der Kunsthalle am Rheintor. Ihre Reste seien jetzt vor dem Abbruch bewahrt, und sie werde wiederaufgebaut und dazu erweitert werden können.
Mit den Worten „Uns zur Freude, den Künstlern zum Wohl!“ eröffnete sodann Dr, Hoffmann die Weihnachtsmesse. Sie umfaßt Arbeiten der Maler und Graphiker Eberhard Schlotter, Sössy Coylen, Ferdinand Barth, Georg Federlin, Bernd Krimmei, Anneliese Reichmann, Willi Hofferberth, Heidi Merck, Ludwig Straub, Eduard Schmidt, Ernst Schonnefeld, Marcel W. Richter, Karl Gunschmann und vieler anderer. Daneben werden einige Kleinplastiken (Fritz Schwarzbeck), kunstgewerbliche Arbeiten, wie Webereien, Batik- und Buchbinderarbeiten (A. Meißner-Grund, Hildegard Weiß, Magda Rettberg, Doris Pfeil) und Arbeiten in Plexiglas (Meta Deutsch) gezeigt.
Wie uns Bürgermeister Schröder mitteilte, wird die Stadt Darmstadt einige der ausgestellten Stücke ankaufen. rw
Die letzte Mitgliederversammlung der Turngesellschaft 07 im Gasthaus „Zur Linde“ sprach sich bis in Einzelheiten über den Kreisturntag in Jugenheim aus. Bezüglich des geplanten Baues einer Turnhalle auf dem Turnplatz in der Schloßstraße wurde der Beschluß gefaßt, ihn im Frühjahr energisch in Angriff zu nehmen. Ein Maskenball wird für den 3. Februar im Gasthaus „Zur Eisenbahn“ vorbereitet. Die nächste Mitgliederversammlung wurde auf den 30. Dezember festgelegt.
Nur gut, daß die Kupplungen der Straßenbahnwagen allerbeste deutsche Wertarbeit sind, sonst hätte der rechts ersichtliche Anhänger seinen Weg über den Bürgersteig gesucht und es wäre nicht so glimpflich abgegangen. Der Unfall im Bilde ereignete sich am Samstagabend durch einen Zusammenstoß mit einem amerikanischen Pkw. Der Fahrer überfuhr in angetrunkenem Zustand, aus der Hindenburgstraße kommend, das Stopschild und rammte den mittleren Wagen eines dreiteiligen Straßenbahnzuges mit voller Wucht. Der Pkw. wurde stark beschädigt. Wie durch ein Wunder kamen Personen nicht zu Schaden. Hm.
Alles für die Hochzeit
Die Devise eines Schwindlers
Georg besaß eine Braut und wollte heiraten. Sein Gelbeutel machte aber nicht ganz mit. Da kam der 31jährige aus Darmstadt auf eine Idee, die jetzt unangenehme Folgen für ihn hatte. Er — ein Handelsvertreter einer Mainzer Radio- und Elektrofirma — verkaufte Musterkollektionsstücke auf eigene Faust und steckte den Erlös in seine Tasche, d. h. in die Heirats-Kasse.
Um nun das entstandene Betrugsloch zuzustopfen, machte er ein zweites auf. Mit falschen Namensangaben fingierte Georg nämlich einen Vertrag mit einer Kreditfinanzierungs-AG. Er hoffte, damit Ersatzgelder für sein Abrechnungsmanko gegenüber seiner Firma zu erhalten. Erfolg: Georg mußte am Wochenende vor dem Darmstädter Bezirksschöffengericht erscheinen.
Dies wertete seine Schwindeleien, die er unumwunden zugab, als Betrug und UrkundenfälscMung und schrieb dem Angeklagten drei Monate Gefängnis in sein Sündenegister. yk
Wandern - eine lebeuswichtige Frage
Am Sonntag führte der Landesverband Hessen e. V. im Deutschen Jugendherbergswerk seine 3. Jahreshauptversammlung in der Stadthalle Darmstadt durch.
Die Tagung wurde mit einer Morgenfeier eingeleitet, zu deren Gestaltung der Darmstädter Singkreis und der Instrumentalkreis der evangelischen Jugend unter Leitung von Heiner Lautenschläger beitrugen. Der Landesvorsitzende, Oberbürgermeister Dr. h. c. Kolb, begrüßte die prominenten Gäste: den Begründer des deutschen Jugendherbergwerks Richard Schermann, Ministerialrat Hassinger, Stuttgart, den Vertreter des Regierungspräsidenten Darmstadt Ministerialdirektor Friedrich, den 3. Vorsitzenden des Landesverbandes Oberbürgermeister Metzger, die Landräte Wink und Wagenbach und Resident Officer Mr. Goetcheus.
Nach der Ehrung für den vor kurzem verstorbenen, verdienten Herbergsvater in Villingen/Waldeck dankte Oberbürgermeister Kolb Mr. Goetcheus für die aus dem MacCloy-Fonds zur Verfügung gestellte Zuwendung von 157 800 DM, die, im Jugendherbergswesen verwendet, dem Geiste des Friedens dienen würde.
Oberbürgermeister Metzger sprach von der Bedeutung des Wanderns und Herbergens für das spätere berufliche und politische Leben der Jugend. Aus eigener Erfahrung fand er dabei die rechten Worte, den Geist der Gemeinsamkeit, der Willigkeit zum Bestehen von Mühsal und Erschwernis, den Geist der Verträglichkeit und Hilfsbereitschaft zu würdigen, den das Wander- und Herbergswesen stärkt. In diesem Sinne, so führte er aus, sei Wandern für unser Volk eine lebenswichtige Frage.
Nach Musik und Chorlied eröffnete Oberbürgermeister Kolb dann die eigentliche Tagung, der vorbereitende Sitzungen vorausgegangen waren, so daß die einzelnen Punkte mit wenigen Ausnahmen diskussionslos erledigt werden konnten. Geschäfts- und Kassenbericht bis zum 31. Dezember 1949 lagen im Druck vor und zeigen das schöne Bild konsequenten Aufbaues.
Rechnungsprüfer Scholl bestätigte in einem kurzen Bericht dem Vorstand die sparsame und wirtschaftliche Verwendung der Mittel, worauf der Vorstand entlastet wurde. Die neuen Satzungen und die Geschäftsordnung für die Bezirksverbände sowie der neue Haushalts- und Jahresplan wurden grundsätzlich anerkannt, auch blieb die Wahl der Mitglieder von Bauausschuß und Personalausschuß unwidersprochen. Endgültig wurde Herr Siebert in seinem Amte als Landesgeschäftsführer bestätigt. Wiesbaden wurde in längerer Aussprache anheimgestellt, sich in einem Bezirksverband zu konstituieren wie dies in Darmstadt und Kassel bereits geschehen sei. Die nächste Hauptversammlung wurde zum Mai 1951 für Wiesbaden geplant. Di
Wie wird das Wetter?
Nachtfröste
Vorhersage: Wechselnd bewölkt, zeitweise Regen. In den Mittelgebirgen Schneeschauer. Mittagstemperaturen nur wenig über dem Gefrierpunkt. Nachts Frost von 0 bis minus 3 Grad. Schwache bis mäßige Nordwest- bis Westwinde.
Wohin gehen wit heũte?
Landeslheater, Orangerie: 20.30 „Der Flüchtling“.
Stadthalle: 19.30 Konzert mit dem Musikverein Judas Maccabäus, Oratorium von G. F. Händel.
Lichtspieltheater: Union: „Hochzeitsnacht im Paradies“; Thalia: „Epilog“; Belida: „California“; Palast: „Leichte Kavallerie“; Hansa: „Untergang von Pompeji“.
Amerikahaus: Filmprogramm 14.30 für Jugendliche, 17.00 für Erwachsene; 15—16 Uhr Musikprogramm „Unsere Kinder hören und singen Christmas Carols“.
Hygiene-Lichthof, Neckarstr. 3a: 10 bis 18 Uhr Ausstellung „Gesundes Leben“.
Bund für Vogelschutz, Gruppe Darmstadt: 18 Uhr Eleonorenschule, Lagerhausstraße 7, Saal 27: Vortrag mit Lichtbildern und Vogelstimmenschallplatten, Dr. J. Steinbacher, Frankfurt.
Wir gratǔlieren
70. Geburtstag: Frau Marie Mei ding er, Darmstadt-Eberstadt, Alicestraße 5.
STARKENBURG
Zielbewußter Stadtjugendring
Groß-Gerau. (Kr.) Gegenstand der Besprechung des Stadtjugendrings am Donnerstagabend war die Gestaltung der Weihnachtsfeiern und ein Abkommen mit der Goethe-Volkshochschule. Vorsitzender Sturmovski begrüßte es, daß der GYA eine Weihnachtsbescherung für hilfsbedürftige Jugendliche durchführen will und sagte die Unterstützung des Stadtjugendringes zu. Dieser will weiterhin die Ausgestaltung der durch das Landratsamt im Kreisgebiet zur Durchführung kommenden Weihnachtsfeiern für Waisenkinder übernehmen. Die Betreuung alter und bedürftiger Personen machte der Jugendring ebenfalls zu seiner Sache. Es wurde dann ein Abkommen mit der Goethe-Volkshochschule in Groß-Gerau besprochen, das die Gründung eines gemeinsamen Volkshochschulvereins und eines Kuratoriums vorsieht.
Gemütlichkeit im Heim
Pfungstadt, (scg.) Die Weihnachtsschau in der Gastwirtschaft Specht zeigte von der Steppdecke bis zum Kühlschrank alles, was zu einem wünschenswerten und kompletten Haushalt gehört. Beteiligt waren: Kaufhaus Riel mit Textilien aller Art, Juwelier Welz mit Bestecken, Tafelgeschirr und Uhren, Fa. Brack & Sohn mit Haushaltswaren, Gengnagel Elektrogeräte aller Art, Jak. Opper Glas und Porzellane, und die Fa. Nikkei mit Möbeln. Radiogeräte in allen Größen und Preislagen zeigte die Fa. Heckendorf, während sich die Fa. Becker mit einer vielseitigen Bücherschau anschloß.
Kternfahrt zur nächtlichen Klause
Hessischer Automobil-Club in Lichtenberg
HFL — Angefangen hat es eigentlich schon im Omnibus am „Langen Ludwig“. Auf der Einladung war vermerkt, daß Fahrgelegenheit nach Lichtenberg zum geselligen Beisammensein des Hessischen Automobil-Club im Hotel Schellhaas gegeben sei. Automobilisten fahren jedoch mit ihrem eigenen Wagen — was sich in der Zahl der Omnibusgäste ausdrückte —, so daß ganze sieben Personen, ausschließlich des Fahrers, die Serpentinen nach Lichtenberg hinaufpreschten, düsteren Ahnungen hingegeben, daß vielleicht nicht mehr Teilnehmer kommen würden.
Diese Sorge war allerdings unbegründet. Beim Eintreffen bekamen die Herren einen Kognak und die Damen einen Likör zur Aufwärmung eingeflößt, und dann wurde festgestellt, daß sich stattliche siebzig Motorsportler eingefunden hatten.
Der Hessische Automobil-Club hat als Ziel den Zusammenschluß aller Amateursportler, ob sie nun Wagen fahren oder Motorräder. Mit den eigenen Privat- oder Geschäftswagen, mit denen wochentags Berufsfahrten unternommen werden, wird zu Sternfahrten, Fuchsjagden oder Orientierungsfahrten aufgebrochen, und die Nennung zum großen Amateurfahren in Monte Carlo, die vom HAC abgegeben wurde, beweist, daß der Sport auch ernstgenommen wird und daß Fahrer vorhanden sind, die den internationalen Anforderungen vollauf genügen.
Wenn in Monte Carlo nicht gestartet werden konnte, so lag es am Fehlen eines geeigneten Formelwagens. Trotzdem muß aber anerkannt werden, daß der ausländische Automobilsport sich die größte Mühe gab, die deutschen Fahrer an den Start zu bringen — ein Zeichen, daß wir wieder den Anschluß an den europäischen Motorsport gefunden haben.
Herr Schellhaas, der erfolgreichste Fahrer des HAC und Sportleiter des Clubs, sieht die Aufgaben der Zukunft darin, daß durch Orientierungs- und Sternfahrten das allgemeine Interesse am deutschen Motorsport erweckt wird und daß der Club zu einem Mehrzweckclub ausgebaut wird, in dem sich alle Mitglieder wohlfühlen, die Jugend, die auf sportliche Erfolge aus ist, wie das Alter, dem es vielleicht mehr auf das gesellige Beisammensein ankommt.
Nun, Herr Schellhaas war der berufene Mann, als Gastgeber sein Hotel dem HAC zur Verfügung zu stellen. Die Kapelle spielte Walzer und schrägen Hott, die Stimmung war mehr als glänzend, und als der Präsident, Herr Direktor Zapf, eine angenehm empfundene Begrüßungsansprache gehalten hatte, in der er darauf hinwies, daß neben der Wahrnehmung wirtschaftlicher Belange der Club auch der Geselligkeit dienen soll, knallten die ersten Sektkorken.
Die berühmte amerikanische Versteigerung einer Riesenflasche Sekt wurde zu einem erbitterten Duell zweier durstiger Zeitungsvertreter, von denen keiner dem anderen den „Schluck“ zu gönnen schien. Das war so gegen drei Uhr morgens, als es gerade richtig gemütlich wurde und noch kein Mensch an Aufbruch dachte, zumal draußen der Regen plätscherte und die Heimfahrt bei nasser Straße mit Schlaglöchern und kleinen Seen bei Morgengrauen einer unvorhergesehenen Geschicklichkeitsfahrt glich.
Ortsrundfunkanlage für Nauheim
Vorschlagsliste der Schöffen und Geschworenen durchgefallen
th — Am Freitagabend hatte der Nauheimer Bürgermeister seine Gemeindeväter zu einer wichtigen öffentlichen Sitzung eingeladen. Leider waren aber nur 10 der 15 Gemeinderatsmitglieder erschienen, die restlichen 5 fehlten unentschuldigt.
Zu Punkt 1 der Tagesordnung, der Vorschläge wegen zu treffender Maßnahmen auf dem Gebiet des Feuerlöschwesens umfaßte, wurde einstimmig der Beschluß zur Anschaffung einer Ortsrundfunkanlage gefaßt. Diese soll nicht nur Alarmzwecken — die alte Sirene genügt nicht mehr den Anforderungen —, sondern auch der Uebermittlung von Gemeindenachrichten dienen. Durch Geschäftswerbung über die Anlage wird der Gemeinde eine neue Geldeinnahmequelle erschlossen. Die Gesamtkosten werden auf 15 000 DM veranschlagt, wovon 6000 DM im Rechnungsjahr 1950, der Rest in den beiden folgenden Rechnungsjahren übernommen werden.
Zum gleichen Punkt wurde beschlossen, das Wasserwirtschaftsamt zu bitten, Plärte zur Verbesserung der Wasserversorgung des Industrieviertels auszuarbeiten. Des weiteren wurde die Gemeindeverwaltung beauftragt, die notwendigen Schritte zur Errichtung eines neuen Löschwasserbrunnens zu unternehmen.
Für die Anbringung von Plakaten auswärtiger Firmen an den Plakatsäulen der Gemeinde wurden durch einstimmigen Beschluß die Sätze der Städtereklame GmbH, im allgemeinen beibehalten, aber unter Berücksichtigung dessen, daß jetzt acht an Stelle von drei Anschlagstagen zur Verfügung stehen, leicht erhöht. Für einheimische Interessenten wurden die Gebühren um ein Drittel gesenkt. Die Vereine erhalten von Fall zu Fall besondere Vergünstigungen, die Sportvereine können mit der Gemeinde eine jährliche Pauschalvergütung vereinbaren. Den ortsansässigen Parteien werden die Plakat-Anschlagstellen in Zeiten der Wahlkampagne unentgeltlich zur Verfügung gestellt.
Als letzter Punkt der Tagesordnung wurde die Vorschlagsliste der Gemeindeverwaltung für die zu wählenden 20 Schöffen und Geschworenen zur Begutachtung vorgelegt. Da nur Männer als Kandidaten aufgestellt waren, trat ein Kandidat freiwillig zurück, um seinerseits eine Frau in Vorschlag zu bringen. Bei der Abstimmung ergab sich das Kuriosum, daß der Vorschlag der Ablehnung verfiel, obwohl sich nur eine Gegenstimme erhob.
Was aǔch interessiert:
Dr. Walter Brüning wird am Dienstagabend in H a h n im Rahmen des Männerwerkes zu der Frage „Was sollen wir denn heute tun?“, sprechen. Dr. Brüning, der als Landesobmann des Männerwerkes im Oktober die große Kundgebung in der Frankfurter Messehalle eröffnete, wird als Laie und bewußter Christ zu dem gegenwärtigen Geschehen Stellung nehmen.
Die Glocken der Gustav-Adolf-Kirche zu Seckmauern werden am kommenden Samstag in der „Rundschau aus dem Hessenland“ von Radio Frankfurt den Sonntag einläuten. (hm)
Im Kampf mit seinem Schwein, das geschlachtet werden sollte, stürzte ein Schreinermeister aus Gadernheim so unglücklich zu Boden, daß er unter das zwei Zentner schwere Tier zu liegen kam. Mit einem Unterschenkelbruch mußte er ins Krankenhaus eingeliefert werden, (vir)
Um rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr soll nach einem Beschluß des Gemeinderats von Birkenau allen im Gemeindedienst stehenden Angestellten und Arbeitern die diesjährige Weihnachtszulage erhöht werden. (vir)
Einen Kilometer schleppte sich eine ältere Frau aus Steinbach, die sich im Wald der Gemeinde Fürth beim Holzsammeln den Bruch eines Fußgelenkes zugezogen hatte. An der Straße wurde sie aufgefunden und nach Hause transportiert. (vir)
In freiwilliger Gemeinschaftsarbeit, zu der sich alle Bürger der Gemeinde Neustadt (Kreis Erbach) bereit erklärt haben, werden zur Zeit die Kahlflächen im Gemeindewald gerieft und für die Wiederbepflanzung vorbereitet. (hm)
Eleganz und Geist am Wochenende
Ball des Gewerbevereins Pfungstadt im „Rheinischen Hof“
scg — Einen gelungen, mit viel Humor gewürzten Ball veranstaltete am Samstag der Gewerbeverein im „Rheinischen Hof“.
Der große, helle Saal mit den fröhlichen Fenstervorhängen und den mit Blumen geschmückten Tischen war so recht der Rahmen für eine gemütlichfestliche Stimmung. Die Gesllschafts- und Ballkleider der Damen vermittelten das Fluidum des Nichtalltäglichen. Nachdem der 1. Vorsitzende, Herr Hassenzahl, die Anwesenden begrüßt hatte, begann eine Programmfolge, die auch hochgestellten Ansprüchen genügte. H. G. sprach als Ansager viele gescheite, verbindende und verbindliche Worte, und der bewährten Kapelle Willi Geisler fiel es nicht schwer, die Stimmung zu steigern. Ruth Wilke vom Landestheater stellte sich „die Liebe vor“ und die Zuschauer wußten nicht, was sie mehr bewundern sollten: die Stimme oder die Eleganz des tief dekolltierten Abendkleides. Hans Herter — als Mickdormel für jedermann ein Begriff — löste Heiterkeitsstürme durch seine humorvollen „eigenen Werke“ aus. Dem Darmstädter konnten weder die Vollpessimisten noch die Zuspätgekommenen widerstehen. — Dann kam Otto Boettcher vom Landstheater. Mit dem ebenso sympathischen wie beliebten Sänger hatte die Festleitung weiterhin eine außerordentlich gute Kraft gewinnen können. Bei ihm, wie auch den übrigen Künstlern dieses ausgezeichneten Abends, waren daher Freude und Bfeifall gleichmäßig groß.
Dieser Ball des Gewerbevereins bewies wieder einmal, daß Leistung, Organisation und Lebensfreude auch an der äußersten Perepherie Darmstadts zu Hause sind.
Aktuelles æwischeu gesteru und heute
Schneider wieder gefaßt
Remus noch flüchtig
Darmstadt, (wst) Der 18jährige Kurt Konrad Schneider aus Marburg, der — wie wir berichteten — am 28. November mit dem 19jährigen Günther Remus aus Berlin aus der Strafanstalt Rockenberg bei Butzbach ausgebrochen war, konnte inzwischen in Bad Nauheim von der Polizei wieder gestellt und in die Anstalt zurückgebracht werden.
Remus, der zweite entwichene Häftling, ist noch flüchtig. Er hatte bekanntlich dem Aufsichtsbeamten Karabiner und fünf Schuß Munition entrissen.
Unbekannt und gefährlich
Weißer Rotlauf im Kreis Groß-Gerau ausgebrochen
Groß-Gerau, (eng) — Der Regierungsveterinärrat des Landkreises, Dr. Schmidt, hat im Kreis zwei Fälle von weißem Rotlauf festgestellt. Diese gefährliche Seuche ist bei Züchtern und Schweinehaltern kaum bekannt. Sie befällt schlagartig einen Stall, verläuft meist innerhalb von 24 Stunden tödlich und vernichtet fast immer den ganzen Bestand. Da die Tiere die bei andern Formen des Rotlaufs üblichen Veränderungen nicht zeigen, ist ein Nachweis nur durch bakteriologische Untersuchung möglich. Den einzigen Schutz bietet den gesunden Tieren gefährdeter Gemeinden eine vorbeugende Impfung, die deshalb dringend empfohlen wird.
Tod auf den Schienen
Goddelau, (kr.) Beim Ueberqueren des Bahnübergangs zwischen Erfelden und Goddelau wurde am Wochenende der 32 Jahre alte Hilfsarbeiter Matzij von einer Lokomotive erfaßt, die ihn ein Stück mitschleifte. Der Verunglückte war sofort tot.
Betrunken in den Tod
Lorsch, (el.) In den Abendstunden des Freitag ereignete sich auf der Zubringerstraße zur Autobahn am Ortsausgang Lorsch ein schwerer Verkehrsunfall. Ein in Richtung Autobahn fahrender Volkswagen rannte infolge Betrunkenheit des Fahrers einem entgegenkommenden Lastzug in die Flanke. Bei dem Zusammenprall wurde der Fahrer des Volkswagens getötet, ein Insasse schwer verletzt, während der dritte mit leichter Verletzung davonkam. Die Fahrer des Lastzuges kamen mit dem Schrecken davon.
DP spielte,verückt“
Auerbach. (HB.) Im Regierungsauffanglager demolierte kürzlich ein stark angetrunkener Pole Fensterscheiben und Lichtleitungen und brachte sich mit einer Rasierklinge Schnitte am Unterarm bei. Nachdem ihm der Lagerarzt einen Verband angelegt hatte, riß er diesen wieder herunter und ging tätlich gegen seinen Helfer vor. Des weiteren nahm er zwei zerbrochene Rasierklingen in den Mund und machte Schluckbewegungen, worauf der Arzt bei der inzwischen eingetroffenen Polizei die Ueberführung in eine Darmstädter Klinik anordnete. Während des Transportes begann der Pole abermals zu toben, griff den Fahrer des Sanitätskraftwagens an und mußte schließlich von den begleitenden Polizisten gefesselt werden. Bei der Untersuchung ergab sich jedoch, daß er das Schlucken nur vorgetäuscht hatte. Er wurde dem Darmstädter Gefängnis zugeführt.
Gewerkschaft zu aktuellen Fragen
Groß-Gerau, (kr.) In der Aula des Realgymnasiums unterrichtete am Sonntag die Gewerkschaft ihre Mitglieder über Fragen der Organisation, über Betriebsrätegesetz und Mitbestimmungsrecht. Diese Aufklärungsversammlung im Rahmen der gewerkschaftlichen Winterarbeit stand unter dem Motto: Gewerkschaftler fragt, die Gewerkschaft antwortet.
Lehrling verschwunden
Fürth, (vir.) Seit Sonntag, dem 26. November wird der Bäckerlehrling Günther Opper, der in Lampertheim beschäftigt ist, vermißt. Er verließ an diesem Tage sein Elternhaus, wurde angeblich abends noch in Lampertheim gesehen und blieb seitdem verschwunden. Der Junge ist 15 Jahre alt, 1,65 m groß, trägt einen dunkelblauen Ulster, braunen Rock aus US-Stoff, lange blaue Hose, braunes Hemd mit Kragen, braune Halbschuhe; Figur stark untersetzt, Haar dunkelblond, und zurückgekämmt.
Unsere Geburtstagskinder
83. Geburtstag: Herr D e h 1 i n g e r, Weiler Hof.
80. Geburtstag: Frau Katharina Koch, Bensheim, Zellerstraße 15.
75. Geburtstag: Herr Reinhold Thiel, Goddelau, Weidstraße 22.
73. Geburtstag: Frau Philippine Bergner, Wolfskehlen, Kirchplatz 11.
73. Geburtstag: Frau Anna Scherbaum, Astheim, Waldstraße 24.
71. Geburtstag: Herr Heinrich Dro dt, Dornheim, Heißfeldstraße 14.
DER SPORT
Zahlen und Tabellen Fußball
Erste Liga Süd
VfR Mannheim — Schwaben Augsburg 6:1 VfBMHMb9B ~ Bayern München 3:2 1 ~ K>ckers Offenbach ausgef. Ln ^Ur?berg “ Spv«S Fürth 2:2 1860 München - Vfß Stuttgart 1:4 BC Augsburg — Eintracht Frankfurt 3:1 Singen 04 — SV Waldhof m ~ SSV Keutlingen 5:3 tsv Frankfurt — Schweinfurt 05 1:0
Zweite Liga Süd
Vikt. Aschaffenburg — SG Arheilgen 5:2 1. FC Pforzheim — Ulm 46 3:0 FC Freiburg — VfL Konstanz 2:0 Stuttgarter Kickers — 1. FC Bamberg 5:1 Hessen Kassel — Bayern Hof 1:2 SV Wiesbaden — Union Bückingen 5:0 SV Tübingen — TSV Straubing 2:2 Jahn Regensburg — ASV Durlach 1:1 ASV Cham — Wacker München 4:0
Erste Liga Nord
St. Pauli — Eintracht Braunschweig 3:2 Bremer SV — Eimsbüttel 4:3 Göttingen 05 — Altona 93 2:2 Hannover 96 — Holstein Kiel 1:3 VfL Osnabrück — Arminia Hannover 0:0 Bremerhaven 93 — Vfß Oldenburg 7:1
Erste Liga West
Rheydter SV—Fortuna Düsseldorf 2:2 SV Duisburg—Rot-Weiß Oberhausen 2:0 Schalke 04—Spfrd Katernberg 3:2 1 FC Köln—Borussia Dortmund 1:2 Preußen Münster—Preußen Dellbrück 2:1 Rot-Weiß Essen—Horst Emscher 2:3 Alem. Aachen—Bor. Munch.-Gladbach b:l Spvgg Erkenschwick—Hamborn 07 0:0
Oberliga Südwest
Wormatia Worms —l. FC Kaisersl. 2:0 (0:0) K Andernach - Tura Ludwigsh. 2:0 (1:0) vfR Kaiserlautern — FK Pirmasens 0:5 (0:2) TuS Neuendorf-FSV Mainz 05 8:2 (6:0)
Vertragsliga Berlin
Saarland-Pokal
•- T ndwigsh. — Vfß Neunkirchen 2:1 Phönix er —l. FC Saarbrücken 1:2 Kintracht H'e*
| 1. FC Nürnberg | |||||
| 15 | 8 | 4 | 3 | 37:18 | 20:10 |
| FSV Frankfurt | |||||
| 15 | 8 | 4 | 3 | 28:20 | 20:10 |
| Spvgg Fürth | |||||
| 14 | 9 | 1 | 4 | 38:16 | 19:9 |
| Vfß Mühlburg | |||||
| 14 | 8 | 2 | 4 | 43:22 | 18:10 |
| FC Schweunfurt 05 | |||||
| 15 | 8 | 2 | 5 | 26:17 | 18:12 |
| VfR Mannheim | |||||
| 15 | 8 | 1 | 6 | 41:26 | 17:13 |
| Eintr. Frankfurt | |||||
| 15 | 6 | 5 | 4 | 25:29 | 17:13 |
| Vfß Stuttgart | |||||
| 14 | 7 | 2 | 5 | 32:19 | 16:12 |
| Schwaben Augsburg | |||||
| 15 | 6 | 4 | 5 | 26:31 | 16:14 |
| 1860 München | |||||
| 15 | 7 | 1 | 7 | 31:32 | 15:15 |
| Kickers Offenbach | |||||
| 14 | 6 | 2 | 6 | 29:24 | 14:14 |
| Bayern München | |||||
| 15 | 5 | 3 | 7 | 27:27 | 13:17 |
| FC Singen 04 | |||||
| 14 | 4 | 3 | 7 | 20:40 | 11:17 |
| SV Waldhof | |||||
| 15 | 4 | 3 | 8 | 24:29 | 11:19 |
| Darmstadt 98 | |||||
| 15 | 4 | 3 | 8 | 22:40 | 11:19 |
| SSV Reutlingen | |||||
| 15 | 4 | 2 | 9 | 21:50 | 10:20 |
| VfL Neckarau | |||||
| 14 | 4 | 1 | 9 | 24:43 | 9:19 |
| BC Augsburg | |||||
| 15 | 3 | 3 | 9 | 22:33 | 9:21 |
| ASV Cham | |||||
| 15 | 10 | 4 | 1 | 33:12 | 24:6 |
| Kickers Stuttgart | |||||
| 14 | 10 | 3 | 1 | 41:20 | 23:5 |
| Jahn Regensburg | |||||
| 15 | 10 | 3 | 2 | 34:16 | 23:7 |
| Bayern Hof | |||||
| 15 | 9 | 2 | 4 | 25:14 | 20:10 |
| Vikt. Aschaffenburg 15 | |||||
| 8 | 3 | 4 | 39:24 | 19:11 | |
| Hessen Kassel | |||||
| 15 | 7 | 4 | 4 | 41:26 | 18:12 |
| 1, FC Bamberg | |||||
| 15 | 7 | 4 | 4 | 24:20 | 18:12 |
| 1. FC Pforzheim | |||||
| 15 | 6 | 3 | 6 | 33:27 | 15:15 |
| ASV Dur lach | |||||
| 15 | 6 | 3 | 6 | 33:29 | 15:15 |
| Wacker München | |||||
| 15 | 7 | 1 | 7 | 32:30 | 15:15 |
| TSV Straubing | |||||
| 15 | 5 | 3 | 7 | 33:34 | 13:17 |
| FC Freiburg | |||||
| 15 | 5 | 3 | 7 | 27:33 | 13:17 |
| Union Böckingen | |||||
| 15 | 5 | 2 | 8 | 20:29 | 12:18 |
| Ulm 46 | |||||
| 15 | 4 | 4 | 7 | 19:33 | 12:18 |
| SV Wiesbaden | |||||
| 15 | 5 | 1 | 9 | 34:28 | 11:19 |
| VfL Konstanz | |||||
| 14 | 4 | 1 | 9 | 13:31 | 9:19 |
| SG Arheilgen | |||||
| 16 | 3 | 1 | 12 | 20:54 | 7:25 |
| SV Tübingen | |||||
| 16 | 1 | 1 | 14 | 17:58 | 3:29 |
| VfL Osnabrück | |||||
| 15 | 8 | 5 2 39:22 | 21:9 | ||
| St. Pauli | |||||
| 14 | 7 | 5 | 2 | 35:19 | 19:9 |
| Göttingen 05 | |||||
| 14 | 8 | 3 | 3 | 39:30 | 19:9 |
| Hamburger SV | |||||
| 14 | 7 | 4 | 3 | 41:22 | 18:10 |
| Holstein Kiel | |||||
| 14 | 8 | 2 | 4 | 24:21 | 18:10 |
| Werder Bremen | |||||
| 12 | 7 | 3 | 2 | 37:17 | 17:7 |
| Eimsbüttel | |||||
| 1 t | 6 | 5 | 3 | 22:17 | 17:11 |
| Bremerhaven 93 | |||||
| 14 | 7 | 2 | 5 | 30:27 | 16:12 |
| Bremer SV | |||||
| 15 | 7 | 2 | 6 | 34:32 | 16:14 |
| Eintr. Braunschweig | |||||
| 14 | 5 | 3 | 6 | 34:28 | 13:15 |
| Arm. Hannover | |||||
| 14 | 5 | 3 | 6 | 24:21 | 13:15 |
| Vfß Oldenburg | |||||
| 15 | 4 | 4 | 7 | 27:37 | 12:18 |
| Altona 93 | |||||
| 15 | 3 | 5 | 7 | 25:46 | 11:19 |
| Cone. Hamburg | |||||
| 12 | 2 | 4 | 6 | 14:29 | 8:16 |
| Hannover 96 | |||||
| 14 | 2 | 4 | 8 | 22:35 | 8.20 |
| Eintr. Osnabrück | |||||
| 12 | 1 | 5 | 6 | 20:29 | 7:17 |
| SV Itzehoe | |||||
| 14 | 1 | 1 | 12 | 18:55 | 3:25 |
| Borussia Dortmund | Schalke 04 | ||||||||||||||||
| Preußen Münster | |||||||||||||||||
| 15 | 14 | ||||||||||||||||
| 14 | 9 | ||||||||||||||||
| 10 | |||||||||||||||||
| 10 | 5 | 2 | 1 | 1 | |||||||||||||
| 2 | |||||||||||||||||
| 3 | 34:18 | 34:15 | |||||||||||||||
| 23:10 | 23:7 | 22:6 | 21:7 | ||||||||||||||
| Rot-Weiß Essen | 1. FC Köln | Fort. Düsseldorf | |||||||||||||||
| 15 | 14 | 14 | 8 | 8 | 6 | 1 | 0 | 4 | 6 | 6 | 4 | 37:36 | 29:17 | 24:17 | 17:13 | 16:12 | 16:12 |
| Spvgg Erkenschwick | |||||||||||||||||
| Alemannia Aachen | Rheydter SV | Hamborn 07 | Horst Emscher | ||||||||||||||
| 15 | |||||||||||||||||
| 13 | 14 | 15 | 15 | 5 | |||||||||||||
| 6 | 5 | 5 | 4 | 6 | |||||||||||||
| 3 | 4 | 3 | 4 | 4 | |||||||||||||
| 4 | 5 | 7 | 7 | 14:12 | |||||||||||||
| 27:23 | 21:27 | 19:26 | |||||||||||||||
| 22:23 | 16:14 | ||||||||||||||||
| 15:11 | 14:14 | 13:17 | 12:18 | ||||||||||||||
| Preußen Dellbrück | |||||||||||||||||
| 15 | 4 | 4 | 7 | 23:26 | 12:18 | ||||||||||||
| r.-W. Oberhausen | |||||||||||||||||
| 13 | 3 | 3 | 7 | 12:23 | 9:17 | ||||||||||||
| Spfrd Katernberg | Bor. M.-Gladbach | Duisburger SV | |||||||||||||||
| 14 | 15 | 15 | 3 | 3 | 3 | 2 | 2 | ||||||||||
| 2 | 9 | ||||||||||||||||
| 10 | |||||||||||||||||
| 10 | 23:34 | 19:50 | 9:23 | 8:20 | 8:22 | 8:22 |
| 1. FC Kaiserslautern | ||||||
| 13 | 11 | 1 | 1 | 45:9 | 23:3 | |
| Wormatia Worms | FK Pirmasens | |||||
| Phönix Ludwigsh. | Eintracht Trier | TuS Neuendorf | VfL Neustadt | |||
| 13 | 12 | |||||
| 13 | 13 | |||||
| 11 | ||||||
| 13 | 13 | 11 | 8 | |||
| 7 | 8 | 6 | ||||
| 4 | 5 | 1 | 2 | 3 | 1 | |
| 2 | ||||||
| 4 | ||||||
| 0 | 1 | 2 | ||||
| 3 | 4 | |||||
| 3 | 5 | |||||
| 8 | 47:15 | 32:14 | ||||
| 40:25 | 26:16 | 31:21 | 20:29 | |||
| 20:28 | 23:3 | 18:6 | 17:9 | 17:9 | 14:8 | 12:14 |
| 10:16 | ||||||
| FV Engers | ||||||
| VfR Kaiserslautern | Spvgg Andernach | ASV Landau | ||||
| Eintracht Kreuznach | Tura Ludwigshafen | FSV Mainz 05 | ||||
| 13 | 13 | |||||
| 13 | 12 | |||||
| 13 | ||||||
| 13 | 3 | 4 | ||||
| 4 | 2 | 3 | 1 | 4 | 1 | |
| 1 | 2 | 0 | ||||
| 2 | 6 | 8 | 8 | 8 | ||
| 10 | ||||||
| 10 | 15:32 | |||||
| 21:30 | 18:42 | 13:24 | 17:32 | |||
| 13:41 | 10:16 | 9:17 | ||||
| 9:17 | 6:18 | 6:20 | ||||
| 4:22 |
| Berliner SV 92-Vfß Britz 3:1 | Blau-Weiß—Minerva 93 1:1 | ||
| rlsnania 1900 - Südring 3:3 | Wacker 04 — VYeste"d os pj | Tennis-Borussia — Union Ob i.x | Landauer SV - Viktoria 89 1:2 |
Der richtige Tip
(Ohne Gewähr)
Hessen: 1,1, 2,1, 0,0, 0,2, 1,0, 1, ausgef., 1, 2. Rheinland-Pfalz: 0,1, 0,1, 2,0, 1,2, 1 2 Wttbg.-Badcn: 1, ausgef., 0,1, 1,2, 1,1, 0,1, Bayern (Zwölfer-Wette): 0,1, 2, ausgef., 1,1, 0 1,2, 1,0, 1, L Bayern (Intern. Zehn): 2,1, 0,1, 1,1, 1,2, „öl o. »■ >. 2- t '• ’• ’■ 2’ '• aus6rf’ 1 1 "„dH.*: 1, 1,2. ». 1. »•»■2.2- «•
Gegen Bayern München wieder ein Sieg
SV 98 Darmstadt—FC Bayern München 3:2 (0:1) / Zwei grundverschiedene Halbzeiten / Leichtlein-Tor führt Umschwung herbei / Auch Reeg und Mühlbach als Tors chützen / Kampffreudige Lilien / Streitle-Elf ein schlechter Verlierer
Nur etwa 5000 Zuschauer erlebten im Hochschulstadion endlich wieder einmal einen vollen Erfolg ihrer Mannschaft. Zwar dominierten in der 1. Halbzeit die in dieser Periode schnelleren „Bayern'‘-Spieler und ihr 4-Männer-Sturm war stets gefährlich, aber nach der Pause kam die Lilien-Träger, bedingt durch eine glückliche Umstellung der Mannschaft, stärker auf und konnten durch aufopferndes und kampffreudiges Spiel sowie bessere taktische Einstellung einen durchaus verdienten 3:2-Sieg erringen. Durch diesen doppelten Punktgewinn dürften die 98er für die kommenden schweren Auswärtsspiele sehr an Selbstvertrauen gewonnen haben.
SV 98 Darmstadt: Müller; Herder, Abt; Barth, Schmidtmer, Leichtlein; Reeg, Becker 11, Bohmann, Mühlbach, Herwig.
FC Bayern München: Schmalzl; Witt, Bauer; Th. Mayer, Streitle, Oßwald; Hädelt, Siedl, Seemann, Schweizer, Resch. Schiedsrichter: Hirsch, Stuttgart.
Die Bayern-Mannschaft versuchte durch eine Defensiv-Taktik unter allen Umständen in Darmstadt zu einem Punktgewinn zu kommen, um endlich Anschluß an die Mittelgruppe der Oberliga zu finden. Schon die ersten Minuten ließen den „Schlachtplan“ der Bayern klar erkennen. Man hatte dem gefährlichen Darmstädter Mittelstürmer Bohmann in dem zurückgezogen spielenden Halblinken Schweizer eine Sonderbewachung für das Mittelfeld gegeben, um dadurch dem „Lilien“-Angriff seine Spitze abzustumpfen. Der internationale Stopper Streitle verharrte zur Sicherung unmittelbar im eigenen Strafraum, um etwaiige Durchbrüche als letzter Retter stoppen zu können.
Siedl-Kopfball führt zum 0:1
Fast hätte dieses Doppelstopper-Syslem Erfolg gehabt. Der Ex-Stuttgarter Oßwald, der nach einer vereinsinternen Spielsperre sich scheinbar von der besten Seite zeigen wollte, kurbelt zusammen mit Schweizer unermüdlich den in der 1. Halbzeit technisch brillanten und schnallen 4- Männer-Sturm der Bayern immer aufs neue an. Dauernder Stellungswechsel der leichtfüßigen Bayern-Stürmer läßt die Darmstädter Hintermannschaft nicht zu einem planvollen Abwehrspiel kommen und besonders die rechte Sturmseite Siedl-Hädelt gefällt in dieser Spielphase durch wirbelndes Kombinationsspiel. So hatte sich in der ominösen 13. Minute der trickreiche Rechtsaußen Hädelt nach links durchgespielt und seine Maßflanke köpft der startschnelle Siedl an dem zu spät reagierenden Müller vorbei zum 0:1. Die Lilien-Träger versuchen vergeblich, System in ihr Spiel zu bringen. Zu oft gehen Querpässe fehl und werden durch zögerndes Abspiel Torchancen verpaßt. Die Elf wirkt nervös, was sich besonders bei dem ungenauen Aufbauspiel aus der Deckung heraus bemerkbar macht. Dazu kommt, daß der rechte Läufer Barth es nicht versteht, die Zurücknahme seines Gegners Schwaizer durch ein planvolles Offensivspiel seinerseits auszunutzen.
Umschwung nach der Pause
Als nach der Pause die 98er mit einer veränderten Mannschaftsaufstellung das Spiel beginnen (Becker II auf Linksaußen, Mühlbach auf Halbrechts, Herder rechter Läufer und Barth rechter Verteidiger) da zeigt der Mittelfeldspieler Herder, wie einer derartigen Defensiv-Taktik des Gegners zu begegnen ist. Stärker als vorher Barth kurbelt nun Herder das Angriffs-Spiel der Lilien an. und setzt immer mehr seine rechte Stuirmiseite ein. Auch Leichtlein wird immer besser, und einmal mehr ist es diesem kampffreudigen, stets einsatzbereiten Spieler vergönnt, das für den folgenden Spielablauf entscheidende Ausgleichstor zu erzielen. In der 54. Minute hebt der rechte Läufer den Ball vor das Münchener Tor, wo Schmalzl durch Mühlbach behindert den hohen Ball zum 1:1 passieren lassen muß. Wie umgewandelt ist nun die Darmstädter Mannschaft. Angriff auf Angriff leiten Herder und Leichtlein ein. Die in der ersten Halbzeit zeitweise pfeifenden Zuschauer feuern frenetisch ihre immer stärker aufkommende Mannschaft an. In dieser Phase fällt in der 59. Minute das Führungstor. Wieder ist es Leichtlein, der eine Vorlage zu Becker II gibt, welche dieser zu dem für einen Augenblick freistehenden Reeg weiterleitet, der zum starkumjubelten 2:1 flach einschießt.
Taktisch kluge Einstellung rettet den Sieg
Nach diesem 2. Tor gehen die Bayern aus ihrer Defensive heraus und versuchen durch ein forciertes Angriffsspiel den Gleichstand zu erzielen. In dieser Periode ist es Torwart Müller, der u. a. einen sehr gefährlichen Hädelt-Schuß meistert. Aber die 98er lassen sich nun in ihrem Spiel nicht beirren. Angefeuert vom Publikum bleiben sie auch weiterhin im Angriff und in der 76. Minute erzielt der torhungrige Mühlbach das 3:1. Bohmann hatte bei einer Reeg-Flanke den schon fangbereiten Bayern-Torhüter Schmalzl derart bedrängt, daß dieser den Ball nicht sicher genug fassen kann, so daß Mühlbach einschießen konnte. Nach dieser klaren 3:1-Führung der 98er spielten sich zum Teil sehr unsdiöne Szenen auf dem Spielfeld und am Spielfeldrand ab. Es zeigte sich dabei, daß die Bayern-Mannschaft ein schlechter Verlierer
ist. Besonders Oßwald verwischte durch unnötige Mätzchen den in spieltechnischer Hinsicht so guten Eindruck. In der 85. Minuae gelingt es Bayern München, durch Siedl auf Vorlage von Resch das 2. Tor zu erzielen. Nochmals scheint der so sichere Erfolg der Lilien-Träger gefährdet, aber die Mannschaft ist durch ihre Oberliga-Spiele bereits derartig in taktischer Hinsicht gereift, daß in den letzten Minuten der Sieg gehalten werden konnte.
Der beste Darmstädter: Bohmann Die Darmstädter Mannschaft konnte in spielerischei- Hinsicht diesmal keineswegs befriedigen, doch zeigte sie einen unbeugsamen Siegeswillen, auf Grund dessen der Sieg durchaus verdient ist. Torwart Müller war bei dem ersten Tor nicht ganz schuldlos, doch machte er diesen Fehler mehr als einmal wett. In der Hintermannschaft war Schmidtmer wie immer der ruhende Pol. Ein ganz überragendes Spiel zeigten nach der Pause Herder und Leichtlein. Herder ist eben kein Verteidiger, sondern fühlt sich in der Rolle eines aufbauenden Läufers am wohlsten. Im Sturm kam die rechte Seite in den- 1. Halbzeit überraschend schlecht ins Spiel und erst nach der Umstellung wurde sie gefährlicher. Becker II ist für derartig harte Oberligaspiele körperlich zu schwach und noch unerfahren, obgleich bei ihm in spieltechnischer Hinsicht gute Ansätze vorhanden sind. Auf der linken Seite kam Herwig nach der Pause in halblinker Fcstion gut ins Spiel und auch
Mühlbach konnte besonders gut seinen Torinstinkt imponieren. Zweifellos der agilste Stürmer ist Bohmann, der trotz seiner starken Doppel-Bewachung stets gefährlich war.
In der bayrischen Mannschaft ragte aus der Hintermannschaft zw&fel'los der Mache Internationale Streitle durch sein kluges Stellungsspiel, seine direkten Abschläge und seinem prachtvollen Kopfballspiel besonders hervor. Seine Uebersicht brachte in der 1. Halbzeit den „Lilien“-Sturm oft zum Verzweifeln. Neben ihm ragten besonders noch der äußerst schlagsichere rechte. Verteidiger Witt und Oßwald als offensiv spielender Läufer hervor. Torhüter Schmalz! war an dem 1. und 3. Tor nicht ganz schuldlos. In dem Sturm der Bayern gefiel neben
Schmalzl rettet vor den anstürmenden Herwig, Bohmann und Becker II in der Drangperiode der Darmstädter nach der Pause. Szene aus dem Spiel SV 9S—Bayern München 3:2 (0:1). — Foto Hemme.
Guter Fechternachwuchs
Strahlende Jugend, sportbegeisterte junge Menschen, denen es sichtlich ernst ist mit ihrer Arbeit, taten auf dem Fechtboden des DFC, „Heilig Kreuz“, ihren ersten offiziellen Schritt in ihrer Fechterlaufbahn. Obwohl diese Mädels und Jungens noch weit davon entfernt sind, als fertige Fechter angesprochen zu werden, hat doch das durchschnittliche Können angenehm überrascht. Erst seit Januar dieses Jahres steht der Nachwuchs auf dem Fechtboden, und die gezeigten Leistungen machen der Schulung des Meisters, Herrn Dipl.-Fechtmeister A. Kötting. und den ihm zugeteilten Fechtwarten alle Ehre.
Wenn auf dieser Basis weitergearbeitet wird, braucht es dem DFC um seinen Nachwuchs, der beim Fechtsport eine besonders lange Anlaufzeit braucht, nicht bange zu sein. Von den Kämpfen selbst, die unter Leitung von Herrn Weicker abgewickelt wurden, ist zu berichten, daß nicht nur die erfochtenen Siege ausschlaggebend waren, sondern auch die Haltung, wie eine Aktion eingeleitet oder vereitelt wurde und im übrigen der Gesamteindruck des Gefechtes durch zusätzliche Punktwertung bewertet wurde.
Bei den Fechterinnen der Anfängerklasse wurde als Siegerin und damit Clubmeisterin 1950 Frl. Meta Haun ermittelt. Wir hatten den Eindruck, daß sie sich würdig an die Erfolgsserie ihres Vaters und ihrer Mutter anschließt. Frau Unger, die zweite, wartete ebenfalls mit sehr guten Leistungen auf, ebenso Fräulein Gloge, die dritte, die lediglich etwas zu zaghaft in das Geschehen eingriff.
Bei den Fechtern standen am Ende des Turniers 3 Fechter mit je 4 Siegen und 3 Fechter mit je 3 Siegen gleich. Hier gab nun die Punktwertung den Ausschlag.
l.und Clubmeister 1950 der Anfängerklasse: Weichei, 2. Meyer, 3. Degener, 4. Heusohn, 5. Werner, 6. Kreikemeyer, 7. Ludwig, -icke-
Viktoria Aschasffenburg-SG Arheilgen 5:2 (2:1)
Die Arheilger verloren unglücklich nach gutem Spiel / Die Einheimischen fanden sich auf dem Morast besser zurecht / Müller bester Mann der Gäste
Auf dem trostlosen, mit Wasserpfützen und ’Lehmlöchern übersäten Platz entwickelte sich trotz allem ein rassiger Kampf, der von den Aschaffenburgern auf Grund ihrer schußgewaltigeren Stürmer, wenn auch zu hoch, gewonnen wurde. Bereits in der 5. Minute geht der Gastgeber durch den Rechtsaußen in Führung. Potraffke schießt gut, jedoch der Torwächter hält. Eine Minute später ist es Lieber, der kein Glück hat, und dann j agt der gleiche Spieler einen Bombenschuß aufs Viktoriator, doch auch diesmal ist der Hüter auf dem Posten. In der 18. Minute kommt ein gut getretener Freistoß von Lehner vors Tor, Traser erreicht ihn nicht, und hinter ihm wird der Ball mit Wucht eingeschossen (2:0). Jetzt drücken die Mühlschesleute längere Zeit, und in der 30. Minute kann Traser auf Vorlage von Dilfer zum 2:1 einschießen.
Bei verteiltem Feldspiel war die Frage nach dem Sieger nach der Pause zunächst noch vollkommen offen. In der 53. Minute läuft der Halblinke von links nach rechts, immer den Ball am Fuß, und vier Arheilger lassen ihn passieren, ohne ihn anzugreifen. Aus 20 Metern jagt er den Ball so knapp unter die
Latte, daß er fast senkrecht zur Erde springt. Seibel reagiert zu spät (3:1). Dies Tor gab den Einheimischen wieder Auftrieb, während die Gäste deprimiert sind. In der 60. Minute schießt Lehner aus dem Hintergrund den Bali durch eine Menge von Beinen zum 4:1 ein. Schon zwei Minuten später stürzt Mahr an der Strafraumlinie und fällt mit der Hand auf den Ball. Schiedsrichter Müller, Griesheim, der sehr kleinlich und aufgeregt leitete, entscheidet auf Elfmeter, den Lehner nach Täuschung von Seibel sicher einschoß. Die restliche Zeit gehört den Arheilgern. Immer wieder griffen sie das Aschaffenburger Tor an, doch Lehner organisierte die hinteren Reihen. Endlich in der 81. Minute gelang Becker das zweite Tor.
Lehner war bei Aschaffenburg der beste Mann. Arheiilgen zeigte ein gutes Spiel, hatte aber kein Glück. Bester Mann war Müller, der oft das Mittelfeld allein beherrschte und sich auch in den Sturm einzuschalten verstand. Der rechte Flügel mit Dilfer-Becker spielte gut zusammen und überragte den linken Flügel erheblich. hewe.
Lorsch bereits Herbstmeister
Tabellenführer mußten kämpfen / Sichere Siege in Gruppe I Drei Unentschieden in Gruppe II
Ober-Ramstadt — Langen 6:9 (4:0) Biblis — Heppenheim 5:2 (1:1) Bensheim — Groß-Rohrheim 3:0 (3:0) Eberstadt — Lorsch (0:1) Bürstadt — Pfungstadt 5:0 (U 0 Groß-Gerau — Hofheim 2:0 (1:0)
Ober-Ramstadt — Langen ß:0 (4:0)
In Ober-Ramstadt. beherrschten die Platzherren während des ganzen Spielverlaufs das Feld. Bereits in der ersten Halbzeit war der Sieg mit 4 Toren sichergestellt. Nach dem Wechsel konnte Ober-Ramstadt die beiden restlichen Tore schießen, während den Gasten auch hier kein Gegegentreffer gelang. Helm
Biblis—Heppenheim 5:2 (1:1)
Auch die Kreisstädter mußten die Ueberlegenheit der Bibliser auf eigenem Platz anerkennen, wenn auch das Ergebnis etwas zu hoch ausgefallen ist. Biblis stellte — wieder mit Heimberger — die schnellere und einsatzfreudigere Elf, deren Sturm alle Unsicherheiten der Gäste auszunutzen wußte. Jäger schoß nach schönem Zusammenspiel die Führung für die Gäste. Seib konnte kurz vor dem Wechsel ausgleichen. Nach zunächst ausgeglichenem Spiel in der 2. Halbzeit konnte Biblis durch Seib und Heimberger auf 3:1 erhöhen. Müller und wiederum Heimberger stellten schließlich das 5:1 her, ehe Weber kurz vor dem Abpfiff den zweiten Gästetreffer erzielen konnte. Ka
Bensheim—Groß-Rohrheim 3:0 (3:0)
Auf dem durchweichten glatten Spielfeld in Bensheim konnte kein sonderlich schönes Spiel aufkommen. Besonders die Gäste fanden sich mit den Platzverhältnissen nicht ab und kamen zu keiner geschlossenen Mannschaftsleistung. Bereits nach 10 Minuten hieß es 2:0 durch Kopfbälle von Büttner und Groß. Das 3. Tor fiel in der 32. Min. durch Rascher. Nach dem Wechsel waren die beiden Außenstürmer Bensheims verletzt und die Gäste erzwangen ein ausgeglichenes Spiel. Ka.
Eberstadt—Lorsch 1:3 (0:1)
Die Eberstädter zeigten gegen den Tabellenführer eine sehr gute Partie und hätten diesmal bei etwas mehr Glück — bereits in der 2. Minute wurde ein Elfmeter verschossen — sogar für eine Sensation sorgen können.
Bürstadt—Pfungstadt 5:0 (1:0)
Bürstadt zeigte wieder einmal mehr eine schöne Mannschaftsleistung und ließ den Gästen keine Chancen. Die Einheimischen waren in allen Teilen gut besetzt. Kilian hatte die Schuß-Stiefel an. Er schoß in der 17. Min. den ersten Treffer und konnte auch in der zweiten Halbzeit noch drei Treffer erzielen.Ka
Groß-Gerau—Hofheim 2:0 (1:0)
Nach ihren beiden letzten Niederlagen konnten die Groß-Gerauer wieder einen Heimsieg verbuchen, der auf Grund des größeren Einsatzes und der Schnelligkeit als verdient ander rechten Seite der Mittelstürmer Seemann. der aber gegen Schmidtmer trotz technisch feines Dribbeln und Rochieren an die Seitenlinie nicht entscheidend zum Zug kam. Der am Knie bandagierte Linksaußen Resch kam nicht so stark zur Geltung.
Schiedsrichter Hirsch (Stuttgart) konnte keineswegs überzeugen und ließ sich sehr oft auf Diskussion mit Spielern ein und machte beiden Mannschaften Konzessionen. Wir haben schon weit bessere Schiedsrichterleistungen in Darmstadt gesehen.
Stimmen nach dem Spiel
Spielführer Schmidtmer: „Wir begannen das Spiel sehr nervös, weil wir unbedingt einen Erfolg haben mußten. Die falsche Taktik unserer Außenläufer in der ersten Halbzeit ließ Bayern München stark aufkommen. Es ist betrüblich, daß gerade in der ersten Halbzeit die Nervosität der Spieler durch die Pfiffe und Mißfallensäußerungen des Publikums noch gesteigert wurde. Dagegen begrüßten wir Spieler die Anfeuerung durch die Zuschauer in den entscheidenden Minuten der zweiten Halbzeit.“ Auch Trainer Snopek freute sich riesig über den Erfolg seiner Mannschaft: ,Die Lilien“ haben in den Schlußminuten ein derart routiniertes Spiel gezeigt, daß auch für die Zukunft noch viel zu erwarten ist.“
Etwas mürrisch und ärgerlich wegen des Versagens des Torhüters Schmalzl in der zweiten Halbzeit meinte der Nachfolger des in Güte geschiedenen englischen Trainers David Davison, der Altinternationale Conny Heidkamp: „Schmalzl mußte unbedingt das erste Tor der 98er vermeiden. Die Lilienträger hätten dann nie einen derartigen Auftrieb erhalten.“ Auch „Jacki“ Streitle meinte: „Es waren drei in ihrer Entstehungsart sehr glückliche Tore, die Darmstadt zum Sieg kommen ließen.“ -ei-
gesprochen werden muß. In der 38. Minute konnte ein Hofheimer Verteidiger den Ball nur noch mit der Hand aus dem Tor schlagen. Der Elfmeter führte zum 1:0. Das zweite Tor fiel kurz nach dem Wechsel durch den Gerauer Halbrechten. Ir.
KSV Urberach — Mörfelden 1:1 (0:0) Michelstadt — Ober-Roden 2:2 (2:1) Trebur — Messel 1:3 (0:0) Münster — Erbach 2:6 Eppertshausen —RW Walldorf 1:2 (1:1) Nauheim — Wixhausen 0:0
KSV Urberach—Mörfelden 1:1 (0:0)
Verbissen wurde am Urberacher Eichenhügel um die Punkte gekämpft. Mit großem Elan versuchten die Gäste schon in den ersten Minuten die Entscheidung zu erzwingen, dann nahmen die Gastgeber das Heft in die Hand. Ohne Tor-Vorteile wurden die Seiten gewechselt. Aus einem überraschenden Durchbruch heraus konnte Mörfelden in der 55. Minute durch Knodt, in Führung gehen. Erst 7 Minuten vor Schluß konnte Bildhäuser einen Strafstoß mit dem Kopf zum verdienten Ausgleich einlenken. -gi-
VfL Michelstadt—Germania Ob.-Roden 2:2 (2:1)
Unter schwierigsten Bodenverhältnissen sah man in Michelstadt ein bis zur letzten Minute spannendes .Spiel. Die Platzherren fanden sich auf dem aufgeweichten Feld besser zurecht und hatten die größeren Chancen. Bereits in der 3. Minute gingen die Gäste in Führung, jedoch schon zwei Minuten später fiel der Ausgleich. Die Einheimischen konnten kurze Zeit später sogar die Führung erzielen, jedoch gelang es den Germanen nach dem Wechsel, den verdienten Ausgleich zu erzielen. sm
Trebur—Messel 1:3 (0:0)
Sämtliche Tore dieser Begegnung fielen in der 2. Halbzeit, da es der gastgebenden Mannschaft trotz ihrer zeitweise drückenden Ueberlegenheit in der 1. Hälfte nicht gelang, das Führungstor zu erzielen. Die Messeler Elf war nach dem Wechsel erfolgreicher. Durch drei schöne Tore des schnellen Halblinken konnte es die wertvollen Punkte erringen. Beim Stande von 0:2 erzielte Trebur durch Elfmeter das Ehrentor. Ir
Eppertshausen—Walldorf 1:2 (1:1)
Auch diesmal stand das Treffen für Eppertshausen unter einem unglücklichen Stern. Bereits in der 12. Minute hatte Kunz die Gästeelf in Führung gebracht, doch Hartig stellte noch vor der Pause den Ausgleich her. Auch in der zweiten Halbzeit sah man ein ausgeglichenes Spiel. Nach schönem Kombinationszug konnte Armbruster in der 47. Minute das 2. Tor erzielen, das den Gästen Sieg und Punkte brachte. -gi-
Nauheim—Wixhausen 0:0
Der einheimische Sturm fand sich in diesem Spiel nicht zurecht und enttäuschte in seiner umgestellten Form auf allen Posten. Sein Pech war es, daß er in der Wixhäuser Hintermannschaft eine Verteidigung von Format antraf, die ihm keinerlei Chancen ließ und selbst die zwei Torgelegenheiten der ersten Halbzeit vereitelte. Der Sturm der Gäste war ebenfalls nicht schlagkräftig genug, um die gegnerische Deckung zu überwinden. Ir.
| Lorsch | 12 | 11 | 1 | 0 | 52:10 | 23:1 |
| Bürstadt | 13 | 9 | 1 | 3 | 32:16 | 19:7 |
| Ober-Ramstadt | 13 | 9 | 0 | 4 | 45:24 | 18:8 |
| Vikt. Urberach | 11 | 6 | 2 | 3 | 29:16 | 14:8 |
| Hofheim | 13 | 6 | 1 | 6 | 17:16 | 13:13 |
| Groß-Gerau | 12 | 6 | 0 | 6 | 31:25 | 12:12 |
| Heppenheim | 12 | 6 | 0 | 6 | 24:23 | 12:12 |
| Bobstadt | 13 | 5 | 2 | 6 | 32:31 | 12:14 |
| Bensheim | 12 | 5 | 1 | 6 | 20:31 | 11:13 |
| Roßdorf | 12 | 5 | 1 | 6 | 27:42 | 11:13 |
| Langen | 11 | 4 | 2 | 5 | 19:23 | 10:12 |
| Biblis | 13 | 4 | 2 | 7 | 31:44 | 10:16 |
| Pfungstadt | 13 | 4 | 1 | 8 | 20:36 | 9:17 |
| Eberstadt | 12 | 1 | 4 | 7 | 16:27 | 6:14 |
| Gr.-Rohrheim | 12 | 1 | 2 | 9 | 6:37 | 4:20 |
| Walldorf | 13 | 10 | 0 | 3 | 22:9 | 20:6 |
| KSV Urberach | 11 | 7 | 3 | 1 | 29:12 | 17:5 |
| Bischofsheim | 12 | 8 | 1 | 3 | 35:18 | 17:7 |
| Dieburg | 11 | 6 | 3 | 2 | 46:19 | 15:7 |
| Ober-Roden | 13 | 6 | 3 | 4 | 31:21 | 15:11 |
| Mörfelden | 12 | 4 | 5 | 3 | 25:21 | 13:11 |
| Nauheim | 12 | 4 | 5 | 3 | 23:21 | 13:11 |
| Münster | 13 | 4 | 4 | 5 | 23:28 | 12:14 |
| Messel | 11 | 4 | 3 | 4 | 25:29 | 11:11 |
| Wixhausen | 13 | 4 | 3 | 6 | 21:24 | 11:15 |
| Erbach | 10 | 5 | 0 | 5 | 28:33 | 10:10 |
| Michelstadt | 12 | 3 | 3 | 6 | 21:38 | 9:15 |
| Egelsbach | 12 | 2 | 3 | 7 | 27:37 | 7:17 |
| Eppertshausen | 12 | 0 | 5 | 7 | 14:35 | 5:19 |
| Trebur | 13 | 2 | 1 | 10 | 9:34 | 5:21 |
Fußhball-Kreisklassen
A-Klasse Dieburg
Klein-Zimmern—Götzenhain 4:2 Lengfeld—Spachbrücken 3:0 Groß-Zimmern—Ueberau 4:0 Nieder-Roden—Reinheim 6:0 Groß-Umstadt—Dreieichenhain 2:3 Offenthai—Kleestadt 3:1
B-Klasse Dieburg
TV Groß-Umstadt—Schaafheim ausgef. Münster—Reibach 4:1 Heubach—Klein-Umstadt 3:2 Hergershausen—Wiebelsbach 5:1
Kreis Bergstraße, A-Klasse
Wald-Michelbach—Reichenbach 5:1 Aschbach—Auerbach 3:2 Lindenfels—Weiher ausgef. SC Fürth—Hambach 1:1
Kreis Erbach
Erbach Ib—Rimhorn 11:0 TSV Höchst—Beerfelden 2:1
B-Klassc Ried
RW Heppenheim—Elmshausen 3:3
Durch einen 9:7-Sieg über Bayern kamen Hessens Boxer in die Endrunde um den Länderpokal.
Im Hauptkampf der Düsseldorfer Berufsboxerveranstaltung schlug Conny Rux den Dänen Erik Jensen in der vierten Runde k. o.
Im Berliner Sechstagerennen führen nach 43 Stunden die Australier Strom-Arnold.
Bad Nauheim gewann am Samstag das Rückspiel gegen EV Krefeld mit 9:5 und ist damit in der Eishockey-Endrunde.
Kunstturnwettkampf in Arheilgen
SG Arheilgen—TSG Weinheim 371,8 : 353,1 Punkte
In dem überfüllten Vereinshaus der Sportgemeinschaft Arheilgen erlebte man am Samstagabend einen interessanten Turnwettkampf zwischen Arheilgen und Weinheim. Der 2. Vorsitzende Murmann begrüßte mit herzlichen Worten die Gäste aus der „Zwei-Burgen-Stadt“ und die zahlreich erschienenen Anhänger des Turnsportes. Nach seinen Ausführungen übernahm Oberturnwart Heß die Leitung des Wettkampfes.
Bei dem ersten Durchgang am Barren
waren die Leistungen beider Mannschaften ziemlich ausgeglichen, obwohl Weinheim mit drei Ersatzleuten antreten mußte. Für Arheilgen begann der beinamputierte Steppner, der als Ersatz für Gärtner turnte, mit einer schönen Uebung (17,6 Punkte). Anthes und Banyay blieben an diesem Gerät weit hinter ihren gewohnten Leistungen. Gut aufgebaute Hebungen zeigten Helfmann SGA mit 18,3 und Germann SGA mit 18,9 Punkten. Bei Weinheim gefielen besonders Bienhaus (18,4 Punkte) und Fischer (19,3 Punkte). Stand nach der ersten Uebung: Arheilgen 102,7 Punkte, Weinheim 100,7 Punkte. Das Turnen am Pferd hat seine Tücken und so mußte Weinheim auch einige Versager hinnehmen. Die Arheilger turnten hier mehr auf Sicherheit und konnten sich wertvolle Punkte sichern. Germann. Arheilgen, und Bienhaus. Weinheim, erreichten mit 18,5 und 18,4 Punkten die höchsten Wertungen. Gesamtpunktzahl am Pferd: Arheilgen 105,7 Punkte, Weinheim 95 Punkte. Die Bodenübungen wurden nur von drei Turnern jeder Mannschaft bestritten. Weinheim überzeugte hier durch bessere Leistungen. Besonders die Uebung von Randoll 18,5 und Fischer 19,1 Punkte gefielen sehr gut. Germann, Arheilgen, kam ebenfalls mit einer schönen Uebung auf 18 Punkte. Gesamtwertung: Weinheim 55,4 Punkte. Arheilgen 51,9 Punkte. Die Krone des Mannschaftskampfes bildete erwartungsgemäß wieder das Turnen am Hochreck. Die SGA konnte bei dieser Gelegenheit ihr neu erworbenes „Olympia“-Reck einweihen. Von beiden Mannschaften sah man ein flüssiges, mit schwierigen Verbindungen und exakten Abgängen kombiniertes Turnen. das die Zuschauer oft in atemberaubende Spannung versetzte. Die Arheilger konnten durch eine leichte Ueberlegenheit ihren Punktvorsprung noch vergrößern. Germann und Banyay wurden für ihre Spitzenleistungen mit wohlgelungenen Saltos mit je 19,4 Punkten belohnt. Auch Anthes und Arendt, (beide SGA) sowie Fischer und Bienhaus, Weinheim, kamen durch ihre hervorragenden Leistungen auf 19,1 bzw 18,1 Punkte. Ergebnis am Reck: Arheilgen 110,5 Punkte. Weinheim 102 Punkte. Beste Einzelturner (ohne Bodenübung): 1. Germann SGA 56,8 Punkte, 2. Bienhaus Weinheim 54,9 Punkte, 3. Banyay SGA 54,1 Punkte; (mit Bodenübung): 1. Germann SGA 74,8 Punkte. 2. Randoll Weinheim 72,3 Punkte. 3. Fischer Weinheim 71,5 Punkte. Nach der Siegerehrung verlebte man im Turnerkreise noch einige recht gemütliche Stunden. Zur Ausgestaltung des Abends wirkten ferner mit: Die Turnerinnen und der Spielmannszug der SGA sowie die Kapelle Anthes, die sich in uneigennütziger Weise zur Verfügung gestellt hatte.
Olympiasieger. Deutsche und Hessische Meister turnten in Wiesbaden
Im „Neuen Filmpalast“ zu Wiesbaden turnten am Sonntagvormittag im Rahmen eines großen Bühnen-Schauturnens die ersten Kräfte im Geräteturnen. Alfred Schwarzmann, Jakob Kiefer, Nikolaus Scabo. Willibald Englert und einige befähigte Turner aus Wiesbaden zeigten am Pferd. Barren und Hochreck deutsches Turnen in höchster Vollendung. Dazu kamen noch einige Turnerinnen, unter anderem Frau Heußer-Thiem und Frau Blum, die am Barren und in der Gymnastik den 1200 Besuchern Frauenturnen von der besten Seite darboten. Umrahmt waren diese Gipfelleistungen mit ausgezeichneten Gemeinschaftsvorführungen des Turnerbundes Wiesbaden unter der vorbildlichen Leitung von Peter Schick, dem Landesobertumwart des Hessischen Tumerbundes.
Bretzenheim—Braunshardt 7:21 (2:8)
Die Braunshardter scheinen die Krise der letzten Wochen überwunden zu haben. Durch schnelles Ballabspielen wurden die Gastgeber vollkommen ausgespielt. Bei Braunshardt war besonders die rechte Sturmseite ausgezeichnet in Form. Die Deckung spielte sicher, zeigte jedoch in den letzten Minuten einige Mängel. Bretzenheim spielte sehr hart, was die Herausstellung eines Deckungsspielers zur Folge hatte. Reserven 10:3. Vo
Bezirksklasse Odenwald
Urberach — Fränk. Crumbach 4:6 (3:2) Langen — Kirch-Brombach 8:5 (3:3) Groß-Bieberau — Reichelsheim ausgefallen (wird für Groß-Bieberau gewertet) Eppertshausen — Seeheim ausgefallen
Kreisklasse Darmstadt
Sp 98 Darmstadt Jun. Bessungen 4:6 Hahn Roßdorf 14:1 Oberramstadt — TG 75 Darmstadt 3:4 TV Groß-Gerau —Schneppenhausen ausgef.
Kreisklasse Bergstraße
Heppenheim — Bonsweiher 17:1 Ober-Mumbach — Kirschhausen 3:6 Einhausen — Siedelsbrunn 7:3 Auerbach — Krumbach 9:9
Krcisklasse Dieburg, Gruppe I
Richen — Langstadt II ausgefallen Babenhausen — Langstadt I B. nicht angetr. Klein-Umstadt — Schaafheim ausgefallen In Gruppe II alle Spiele ausgefallen
Die Tischtennisspieler des SV 98 verloren bei der SG Klein-Krotzenburg mit 9:3. Darmstadt 1910 wurde durch ein 4:4 Unentschieden Meister der Ringer-Landesliga. Ausführlicher Bericht in unserer morgigen Ausgabe.
Helfmann (SG Arheilgen) bei seiner Hebung am Barren. — Foto Hemme.
Handball
Hart erkämpfter Sieg der 98er
SV Gelnhausen—SV 98 Darmstadt 5:6 (4:1)
Eintracht Momb. — SG Dietzenbach 7:15 (4:7) SV Gelnhausen — 98 Darmstadt 5:6 (4:1) Kickers Offenbach — TSG Griesheim ausgef. Wormatia Worms — SG Kempten ausgef.
SV Gelnhausen—SV 98 Darmstadt 5:6 (4:1!) Das waren wieder schwer erkämpfte Punkte, die die Lilienträger aus Gelnhausen mitbrachten. Auf dem schmierseifenähnlichen Spielgelände taten sich die Darmstädter recht schwer und es sah lange nach einem Sieg der Platzherren aus. Vor allem in der ersten Hälfte fanden sich die Gäste nicht in der gewohnten Weise und hatten durch zu viel Einzelspiel keinen Erfolg. Erst nach der Pause erinnerte man sich der sofortigen Ballabgabe und des sicheren und genauen Zuspiels, und so wurde es doch noch ein Darmstädter Sieg.
Die Gastgeber legten gleich mächtig los und. berannten das Darmstädter Tor unaufhörlich. Durch den schlechten Untergrund hatten die Hinterspieler alle Mühe, einzugreifen und so blieben Strafwürfe nicht aus, die der überaus sichere Strafwurf-Spezialist Lorenz in der 2. und 7. Minute zur Führung auswertete. Ein wunderschöner Wurf von Reinhardt eine Minute später in die lange Ecke brachte den Anschluß. Aber die Domstädter griffen immer wieder an, und bei einer Karambolage gaj es einen 13 m. den Wiederum Lorenz sicher verwandelte und 6 Minuten später durch einen weiteren verwandelten Strafwurf die Pausenführung für die Einheimischen.
Die Darmstädter hatten sich nun vorgenommen, nach der Pause mit aller Macht den Anschluß zu gewinnen und nicht sang- und klanglos unterzugehen. Und gerade mitten hinein erzielte Mittelstürmer Röder für die Gastgeber in der 4. Minute den 5. Treffer. Es schien, als sei das Rennen bereits gelaufen. 'Aber unentwegt wurden die Männer von ihrem Mannschaftskapitän angefeuert und endlich verwandelte Dr. Barth einen Strafwurf. Das Spiel nahm nun. soweit dies überhaupt möglich war. noch härtere Formen an, und der Schiedsrichter Voigt aus Ffm.-Höchst konnte nicht umhin, auch gegen Gelnhausen einen 13 m zu geben. Aber der sonst so sichere Schütze Schäfer vermochte nicht den ausgezeichneten Schlußmann der Einheimischen zu überwinden. Wenige Minuten später machte der Unglücksrabe seine Sache wieder gut und erzielte in der 12. und 14. Minute das 3. und 4. Tor. Gelnhausen wurde immer nervöser und versuchte auf Zeit zu spielen. Darmstadt stürmte mit allen Mannen, und Peters gelang durch einen lang gehobenen Ball der ersehnte Ausgleich. Das war in der 17. Minute der zweiten Halbzeit. Derjenige, der den nächsten Treffer erzielte, war wohl der Sieger. Zwischendurch wehrte die Darmstädter Hintermannschaft einige Strafwürfe ab, und auch Lehning war sehr sicher auf seinem Posten. Endlich gelang es in der 29. Minute. Alle Stürmer waren genau gedeckt, als Emis aus dem Hinterhalt den Ball zugespielt erhielt und mit flachem Schuß in die kurze Ecke den stürmisch gefeierten Siegestreffer erzielte. Als kurz darauf der Schlußpfiff ertönte, hatten die Spieler wieder einmal alle Mühe, heil vom Platz zu kommen. Der Schiedsrichter mußte von einigen einheimischen Spielern vor einer fanatischen Zuschauermenge geschützt werden. Den Sieg errangen: Lehning: Glock, Spieker; Emig, Peters, Fischer; Schäfer, Lutz, Wenz. Dr. Barth, Reinhardt. Die Reserve siegte 9:7. -r
Gruppenliga Süd
TSC Alzey — TG Rüsselsheim 3:11 (2:5) SKG Bauschheim — TuS Wörrstadt 21:6 (7:0) VfL Herrnsheim — TSG Darmstadt 4:2 (2:2) SG Bretzenheim — TSV Braunshardt 7:21 SV Kostheim — Cone. Gernsheim 10:4 (4:2)
VfL Herrnsheim—TSG 46 Darmstadt 4:2 (2:2)
Die Herrnsheimer Mannschaft konnte nach spielerisch schöner ersten und zeitweise sehr harten zweiten Halbzeit die Begegnung gegen die Darmstädter Vertreter glücklich für sich entscheiden. Den Anforderungen der zweiten Halbzeit war der Schiedsrichter In keiner Weise gewachsen. Durch energisches Durchgreifen hätte er das Spiel in sportlich faire Bahnen lenken können. Das Spiel stand hauptsächlich im Zeichen guter Hintermannschaften und Torhüter und entschlossener Sturmreihen.
Herrnsheim ging nach etwa einer Viertelstunde Spielzeit überraschend in Führung. Aber Sch.nitt K. konnte nach schönem Einzeldurchgang den Gleichstand erzielen. Konrad brachte dann die Woogsleute in Führung, die der Platzbesitzer bis zur Halbzeit egalisierte. Nach dem Wechsel versuchten die Einheimischen mit aller Macht eine Entscheidung zu erzwingen. Das Spiel nahm daraufhin zeitweise nicht sehr schöne Formen an, die der In diesem Spielabschnitt sehr schwache Schiedsrichter nicht zu unterbinden verstand. Zu gleicher Zeit hatten die Gäste großes Schußpech, als etwa ein Dutzend Bälle von Querlatte und Pfosten abprallten. Zwei Strafstoßtore in den letzten 10 Spielminuten stellten Sieg und Punkte für den VfL Herrnsheim sicher.
Das Vorspiel der Reservemannschaften gewannen die TSGer überlegen mit 9:1 Toren. TH
Statt besonderer Anzeige Todesanzeige Nach einem Leben voll Liebe und treuester Fürsorge für die Ihren und ihre Mitmenschen wurde heute unsere geliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter, Frau Emma Nebel geb. Knorr unerwartet, kurz vor Vollendung des 82. Lebensjahres, durch einen sanften Tod in die Ewigkeit abberufen. Dr. med. Ludwig Nebel und Frau Emma geb. Ritzel Fritz Nebel und Frau Tilli geb. Fischer Frau Magdalena Merck geb. Nebel 5 Enkelinnen und 1 Urenkelin Grainau bei Garmisch, Darmstadt, Dachau, 1. Dezember 1950. Die Beisetzung findet Dienstag, den 5. Dezember, uni 14.00 Uhr auf dem Alten Friedhof in Darmstadt, Nieder-Ramstädter Straße, statt.
Infolge eines tragischen Unglücksfalles ging heute mein lieber Mann und guter | Pappi, unser lieber Schwiegersohn, Herr Kurt Abraham im Alter von 38 Jahren von uns. Tfauer; Friedel Abraham geb. Güssefeld Renate Wilhelm Güssefeld und Frau Darmstadt (Clemensstraße 15), den 1. Dezember 1950 Die Beerdigung findet in aller Stille statt.
Bestattungen am Montag, dem 4. Dezember 1950 Beerdigungen: Alter Friedhof 11.00 Uhr: Fritz Zündorf, 74 Jahre, Hahn 13.30 Uhr: Ewald Matuschka, 80 Jahre, Reinheim (Odenwald) 15.00 Uhr: Friedrich Keller, 72 Jahre, Ober-Ohmen Waldfriedhof: 11.15 Uhr: Erich Gick, Kaufmann, 25 Jahre, Dieburger Str. 18 14.15 Uhr: Katharina Reitz, 83 Jahre, Grohberg 16 14.45 Uhr: Katharina Schneider, 83 J., Kranichsteiner Straße 52
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