Darmstädter Tagblatt 1950


Darmstädter Tagblatt

Darmstädter Tagblatt CHEFREDAKTEUR: ERICH DOMBROWSKI. Verlag: Darmstädter Tagblatt L. C. Wittich, Dar msta dt, Rheinstraße 23. Telefon 3925. Erscheint täglich außer Sonntag 207. Jahrgang / Nr. 131 seffifd)e Jieuefie Jia^ri^fen Freitag, 1. Dezember 1950 Redaktion: Darmstädter Tagblatt L. C. Wittich. Darmstadt, RhelnstraQe23,Tel.392s. Bezugspreis: 2,90 DM monatlich zuzüglich 0,40 DM Trägerlohn. Anzeigenpreise: Preisliste Nr. 3 v. 1. 7. 1950. Preis 15 Pfennig *

Truman erwägt letzte Mittel

Aunwendung der Atombombe in Korea wird in Betracht gezogen

Washington, 30. November (AP.) Der Einsatz der Atombombe gegen die chinesischen Kommunisten werde für den Fall, daß er erforderlich sein sollte, ernsthaft in Betracht gezogen, hat Präsident Truman am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Washington erklärt.

Truman gab erneut der Hoffnung Ausdruck, daß ein dritter Weltkrieg vermieden werden könne. Er erklärte außerdem. daß er voll und ganz hinter General Mac Arthur stehe. Die Truppen der Vereinten Nationen beabsichtigten nicht, „ihre Mission in Korea aufzugeben“.

Wenn die chinesische Aggression in Korea erfolgreich wäre, „können wir erwarten, daß sie sich über Asien und Europa bis in diese Hemisphäre ausweitet“, sagte Truman.

Truman gab bekannt, daß er die demokratischen und republikanischen Führer im Kongreß für Freitag zu einer „dringenden Beratung“ über eine Erhöhung der Finanzbewilligungen in das Weiße Haus gebeten habe. Die Mittel werden für eine verstärkte Mobilisierung und die Beschleunigung des Atomenergieprogramms benötigt.

Der Präsident machte die Sowjetunion unumwunden für den Angriff der chinesischen Kommunisten in Korea verantwortlich

Für die Vereinigten Staaten sei es erforderlich, sehr schnell die gemeinsame militärische Stärke der freien Völker zu erhöhen. Er sei bereit, einen Oberbefehlshaber in Europa zu ernennen, sobald sich die Alliierten über diesen Punkt einigen könnten. Die zahlenmäßige Stärke und die Kampfkraft der amerikanischen Streitkräfte werde erhöht werden.

Naur Trauman entscheidet

Washington, 30. November. (AP.) Das Weiße Haus erklärt, Trumans Aeußerung über einen möglichen Atombombeneinsatz bedeute nicht, daß General Mac Arthur selbst den Abwurf der Bombe anordnen könnte. Nur Präsident Truman selbst könne den Einsatz der Bombe befehlen.

Teilmobilisierung notwendig

Erklärung des Verteidigungsministers

Neuyork, 30. November, (dpa) Der amerikanische Verteidigungsminister Marshall erklärte, die USA müßten sich auf eine lange Periode der Spannung gefaßt machen. In dieser Zeit sei eine Teilmobilisierung notwendig. Sie müsse so durchgeführt werden, daß sie im Notfall automatisch und sehr schnell zu einer Vollmobilisierung werden könne.

London bestürzt

London, 30. November. (AP.) Die Erklärung Trumans, daß der verantwortliche Oberbefehlshaber entscheiden könne, ob die Atombombe gegen die chinesischen Kommunisten anzuwenden sei, hat in britischen Regierungskreisen Verwirrung und Bestürzung hervor gerufen. „

Geheimkonferenz?

London, 30. November. (AP.) Churchill hat die Regierungen der Großmächte in einer Erklärung vor dem britischen Unterhaus aufgefordert, in einer Geheimkonferenz der höchsten Stellen der Sowjetunion und des Westens die gegenwärtige Krise zu überwinden.

Norwegen beunruhigt

Oslo, 30. November. (AP.) Der außenpolitische Ausschuß des norwegischen Parlaments ist zusammengetreten, um die ernste internationale Lage und den Stand der norwegischen Verteidigungsmaßnahmen zu besprechen.

Neutrale Vermittlung

Bern, 30. November, (dpa) Die diplomatischen Vertreter der Schweiz, Schwedens und Indiens sollen, wie Schweizer Abendblätter am Donnerstag berichteten, in Peking vermittelnde Schritte unternommen haben. Diesen Meldungen zufolge haben sie der chinesischen Regierung versichert, daß die UN-Truppen in Korea keine aggressiven Absichten verfolgen.

Sicherheitsvertrag erneut gefordert

Adenauer sprach vor der Bundestagsfraktion seiner Partei

Bonn, 30. November, (dpa) Bundeskanzler Dr. Adenauer bedauerte am Donnerstag in einer Ansprache vor der Bundestagsfraktion der Christlich-Demokratischen Union die Haltung der Alliierten zu seinem Wunsch, das Besatzungsstatut in einen Sicherheitsvertrag umzuwandeln.

„Es ist bedauerlich“, sagte Dr. Adenauer, „daß mein wiederholt vorgebrachter Antrag, das Besatzungsstatut durch einen Sicherheitsvertrag zwischen der Bundesrepublik und den Westmächten zu ersetzen, bei den Alliierten so wenig Anklang gefunden hat“. _ ....

„Die Alliierten sind gegenüber dem deutschen Volk psychologisch nicht immer gut beraten.“ Wenn sie wünschten, daß die Deutschen Schulter an Schulter mit ihnen an der Verteidigung Europas teilnehmen sollten, dann müßten sie auch ihre Politik gegenüber dem deutschen Volk revidieren. „Die Alliierten können sich dann auch der Forderung nach einer deutschen Gleichberechtigung nicht verschließen.“

Dr. Adenauer kündigte an, daß er bei seinen Freitag-Besprechungen mit den Oberkommissaren seinen Wunsch nach dem Sicherheitsvertrag anstelle des Besatzungsstatuts erneut vorbringen will.

Der Bundeskanzler kritisierte in diesem Zusammenhang das Verhalten der SPD in der Verteidigungsfrage. Die ernste Lage in Korea, die durch die rotchinesische Aggression hervorgerufen worden sei, zeige dem deutschen Volk die Größe der aus dem Osten drohenden Gefahren. Dr. Adenauer appellierte an das deutsche Volk, die gegenwärtige Situation klar zu sehen.

Deutscher Außenminister

Er soll in Kürze ernannt werden

Bonn, 30. November, (dpa) Bundeskanzler Dr. Adenauer teilte Vizekanzler Blücher mit, es sei vorgesehen, in Kürze einen deutschen Außenminister zu ernennen. Einen Namen nannte der Bundeskanzler noch nicht.

Ueberraschung am Chongchon

Chinesen stellen Offensive im Nordwesten ein und schlagen im Nordosten

Söul, 30. November. (AP.) Das Schwergewicht der Kämpfe in Korea hat sich am Donnerstag überraschend an die Nordost-Front verlagert. In einem blitzartigen Nachtvorstoß haben rund 80 000 Mann frischer chinesischer Truppen im Raum des Changjin-Reservoirs große Teile der amerikanischen Marinedivision und der siebenten Infanteriedivision von ihren Nachschub verbindungen abgeschnitten und eingekreist.

Die Kommunisten griffen mit Panzerunterstützung in den Nacht- und Morgenstunden an, nachdem ähnlich wie an der Nordwest-Front mehrere Tage eine fast völlige Kampfruhe geherrscht hatte. Sie stießen an das Südwest-Ufer des Stausees vor und trennten die westlich von Yud a m kämpfenden amerikanischen Einheiten von der bei H a g a r u am Südufer stehenden Reserve. Weitere rote Truppen überquerten weiter südlich die einzige Nachschubstraße an mehreren Stellen und errichteten zahlreiche Straßensperren.

An der hartbedrängten Chongchon-Front konnten die UN-Truppen am Donnerstag ihre Stellungen festigen, nachdem dort die chinesischen Divisionen überraschend und aus bisher unerklärlichen Gründen ihre Offensive eingestellt hatten.

Noch in der Nacht waren aus dem Raum von Kunm or i heftige Kämpfe mit starken rotchinesischen Verbänden gemeldet worden. Die dort stehenden Verbände der 2. und 25. US-Infanteriedivision erlitten bei ihren Bemühungen, den Flußübergang und die nach Süden führenden Rückzugstraßen offenzuhalten, erhebliche Verluste.

Die türkische Brigade hat sich aus K a ec h o n , acht Kilometer südlich von Kunmori, abgesetzt und westlich von S am s u neue Stellungen bezogen. Einheiten der britischen 29. Brigade füllten mit amerikanischer Panzerunterstützung die Lücke bis zur ersten Kavalleriedivision, die auch östlich von Sinchang und nördlich von Songchon den roten Vormarsch zum Stehen gebracht hat.

Jedoch ist die Lücke zwischen dieser Division und dem 11. südkoreanischen Korps, das unter der kommunistischen Offensive zusammengebrochen war, noch nicht wieder geschlossen.

Der amerikanische Marineminister, Francis Matthews, der einige Tage im Hauptquartier General Mac Arthurs in Tokio weilte, sagte bei seiner Rückkehr in Amerika, der UN-Oberbefehlshaber sei über die Lage in Korea „äußerst besorgt“. Er selbst müsse diese Ansicht teilen.


Das Schwergewicht der Kämpfe in Korea hat sich nach dem überraschenden Abbruch der chinesischen Offensive am Chongchon durch einen schnellen Vorstoß der Kommunisten im Raum des Changjin-Reservoirs von Nordwesten nach Nordosten verlagert. Im Raum von Changjin sind die Stellungen der UN-Truppen überrannt und große Teile der dort stehenden amerikanischen Marine-Infanterie-Division und der 7. Infanterie-Division von chinesischen Truppen eingeschlossen worden. — Unsere Karte zeigt die Bewegungen der chinesischen Offensive und den augenblicklichen Frontverlauf
Das Schwergewicht der Kämpfe in Korea hat sich nach dem überraschenden Abbruch der chinesischen Offensive am Chongchon durch einen schnellen Vorstoß der Kommunisten im Raum des Changjin-Reservoirs von Nordwesten nach Nordosten verlagert. Im Raum von Changjin sind die Stellungen der UN-Truppen überrannt und große Teile der dort stehenden amerikanischen Marine-Infanterie-Division und der 7. Infanterie-Division von chinesischen Truppen eingeschlossen worden. — Unsere Karte zeigt die Bewegungen der chinesischen Offensive und den augenblicklichen Frontverlauf

Entschlossen, jeden Angriff abzuwehren

Eine Ansprache des amerikanischen Außenministers Acheson

Washington, 30. November. (AP.) Der amerikanische Außenminister Acheson brachte in einer Rundfunkansprache an das amerikanische Volk die Entschlossenheit der amerikanischen Regierung zum Ausdruck, die durch die chinesische Intervention in Korea geschaffene Krise zu überwinden, sich weiter um eine Beilegung des Ost-West-Konfliktcs auf friedlichem Wege zu bemühen, gleichzeitig jedoch die Verteidigung der westlichen Welt zu stärken.

Acheson bezeichnete das chinesische Eingreifen als eine ..rücksichtslose, unprovozierte Aggression“, die eine beispiellose Gefahr für den Weltfrieden heraufbeschworen habe. Die amerikanische Regierung sei entschlossen, dieser Aggression entgegenzutreten. Die Entscheidung, ob es zu einer Ausweitung kommen werde, liege allein bei der rotchinesischen Regierung.

Der Außenminister fordert alle Amerikaner auf. eine sechs Punkte umfassende „Freiheitsstrategie“ zu unterstützen. Diese Punkte seien die Unterstützung der Vereinten Nationen, die Entwicklung der regionalen Organisationen auf der Linie des Atlantikpaktes, der schnelle Ausbau der westlichen Verteidigung, wirtschaftliche Zusammenarbeit. Verhandlungsbereitschaft und „Festhalten an den Grundsätzen unserer Gesellschaftsordnung.“

Die freie Welt habe sich auf das Schlimmste vorzubereiten, da niemand garantieren könne, daß ein Krieg verhindert werde.

Im Falle, daß ...

*** Man darf wohl sagen, daß die ganze Menschheit den Atem anhielt und den Herzschlag aussetzen fühlte, als bekannt wurde, der amerikanische Präsident Truman erwäge ernsthaft den Einsatz der Atombombe gegen die chinesischen Kommunisten im Falle, daß dies erforderlich sein sollte.

Die Entscheidung, Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abwerfen zu lassen, mag seinem Vorgänger Roosevelt nicht weniger schwer geworden sein, als Truman diese Androhung der letzten Möglichkeit. Man kann sich nicht vorstellen, er habe es leichtfertig getan, gewissermaßen um in einem Pokerspiel den Gegner zu bluffen. Die weltpolitische Lage hat sich durch die offene Einmischung Chinas in Korea innerhalb weniger Tage in einer unvorstellbaren Weise verschlechtert. Die Truppen der Vereinten Nationen sind von der Vernichtung bedroht. Wie Truman weiter angibt, liegen keine Anzeichen dafür vor, daß die Vertreter des kommunistischen Chinas geneigt wären, sich in Lake Success auf friedliche Verhandlungen einzulassen.

Es geht aber nicht allein um das Schicksal der internationalen Truppen, die in Korea kämpfen. Truman erklärt, „wenn die chinesische Einmischung in Korea Erfolg haben sollte, können wir erwarten, daß sie durch Asien und Europa bis auf die westliche Erdhälfte übergreift“. Daher verlangt er, es müßten in Europa sofort zusammengefaßte Streitkräfte unter einem einheitlichen Oberkommando aufgestellt werden, denen von Amerika jede Unterstützung zuteil werde. Mit anderen Worten, Truman erkennt eine unmittelbare Gefahr für Europa und damit in erster Linie für die Bundesrepublik.

Die Frage ist nun die: würde diese Gefahr abgewendet, wenn in Korea die chinesischen Eingreifer durch Atombomben aufgehalten oder wenn ihre Versorgungsbasen in der Mandschurei durch Atombomben vernichtet würden? Es kann möglich sein, daß die Chinesen dadurch demoralisiert und die Russen von weiteren Angriffen abgeschreckt würden. Es kann aber ebenso sein, daß als Folge die ganze Welt durch Atombomben verheert würde, denn niemand weiß, in welchem Maße der Russe über die gleiche Waffe verfügt.

Wir hoffen mit einiger Zuversicht, es werde nicht zum Aeußersten kommen. In dieser Hoffnung bestärkt uns die Aufforderung Winston Churchills vor dem britischen Unterhaus, die Regierungen der Großmächte sollten sich in einer Geheimkonferenz der führenden Persönlichkeiten der Sowjetunion und des Westens zusammenfinden, um die gegenwärtige Krise zu überwinden.

Berlin im Wahlfsieber

Von unserem Berliner W-Korrespondenten

Fast genau auf den Tag wie vor zwei Jahren zeigt auch das heutige Berlin am Vorabend der großen Wahlentscheidung noch immer sein doppeltes Gesicht, das sich aus der kommunistischen Zerschlagung der zentralen Verwaltungseinheit herausgebildet hat. Diesseits der durch das Herzstück der Stadt gehenden Trennungslinie kämpft West-Berlin um seine freie Selbstbehauptung, während auf der anderen Seite dieser über den Potsdamer Platz führenden Linie eine Minderheit versucht, unbekümmert um verfassungsrechtliche und demokratische Grundsätze, um jeden Preis die kommunistische Diktatur auf ganz Berlin auszudehnen. In dieser geistigen politischen Auseinandersetzung ist auch der dritte Nachkriegswahlgang, zu dem Berlin am 3. Dezember aufgerufen ist, als Ausgangspunkt neuer Kräftesammlung zunächst ein Faktum von außenpolitischer Bedeutung. Es war schon ein besonderes Charakteristikum der letzten Dezemberwahl, daß der kommunistische Griff nach dem Westen —■ damals von der menschenunwürdigen Blockade unterstützt — über dem parteipolitischen Meinungsstreit stand und alle Parteien zur Bildung einer geschlossenen demokratischen Abwehrfront zwang.

Das zwölfte Land

In der jetzt zurückliegenden zweijährigen Legislaturperiode haben die drei großen demokratischen Parteien (Sozialdemokratische Partei, Christlich-Demokratische Union, Freie Demokratische Partei) die Berliner Position gefestigt und im Zuge der Normalisierung der Verhältnisse versucht, auch die staatsrechtliche Stellung im Rahmen der Bundesrepublik zu klären, in die Berlin als 12. Land eingegliedert zu werden wünscht. Auf dieses Ziel hat Berlin auch seine neue Verfassung ausgerichtet, die am 1. Oktober in Kraft getreten ist und ein Provisorium beseitigt hat, noch ehe das neue Abgeordnetenhaus und der regierende Senat gewählt worden sind. Wie beide Körperschaften aussehen werden, ist eine offene Frage, die in der Berliner Oeffentlichkeit lebhaft erörtert worden ist und auch zweifellos mit einer gebotenen Vorsicht abgewogen werden muß. Der nicht ohne Schärfe geführte Wahlkampf, in den in der letzten Woche sämtliche Parteien ihre namhaftesten Vertreter eingesetzt hatten, machte bereits deutlich, daß die Vorzeichen in Berlin wesentlich anders sind, als sie sich bei den jüngsten Landtagswahlen in Hessen, Württemberg-Baden und Bayern gezeigt haben.

Die Wahltrümpfe

Obwohl man annehmen könnte, daß die West-Berliner Bevölkerung infolge der täglichen „Feindnähe“ von dieser heiklen Frage am stärksten berührt würde, so hat dennoch die mit der Abwehr der Blockade gewonnene geistige Stärke der Stadt auch wieder eine Reihe brennender innerpolitischer Probleme hervortreten lassen. Dabei ergab sich, daß die absolute Mehrheit der Sozialdemokraten die kommunale Gesetzgebung nach ihrem Willen gestalten konnte. Jede öffentliche Kritik Andersdenkender vermochte sie mit dem Hinweis zu entkräften, daß die Sozialdemokratie und die übrigen Parteien im Magistrat eine gemeinsame Verantwortung übernommen haben. Einer heftigen Kritik unterliegen vor allem die im Sinne der Sozialdemokraten geregelten schulischen und versicherungstechnischen Probleme, die im letzten Fall durch die Zwangsversicherung der Berliner Versicherungsanstalt aufgeworfen worden sind. Sie sind denn auch von den rechts der Sozialdemokratie stehenden Parteien während des ganzen Wahlfeldzuges sozusagen als Wahltrümpfe ausgespielt worden.

Werden sie stechen? Darum bemühen sich, wenn man von dem linkssozialistischen Flügel der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei absieht, sechs Parteien, unter ihnen zum erstenmal auch die Deutsche Partei und der Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten. Versucht man, eine auch nur einigermaßen zutreffende Voraussage zu stellen, so dürfte mit Gewißheit vorauszusagen sein, daß die Sozialdemokratie im neuen Abgeordnetenhaus nicht mehr mit 64,5 Prozent aller Wählerstimmen vertreten sein wird. Andererseits dürfte die Freie Demokratische Partei, die bisher als drittstärkste Partei über 16,1 Prozent Wählerstimmen verfügte, ihre Stimmenzahl nicht unwesentlich erhöhen. Ob die Christlich-Demokratische Union ihre 19,4 Prozent behaupten kann, ist angesichts der jüngsten Wahlerfahrungen fraglich.

Die „Einheitspartei“

Nicht auf der Kandidatenliste erscheint wiederum die kommunistische Sozialistische Einheitspartei (SED), weil sie — wie sie wohl weiß — eine vernichtende Niederlage zu erwarten hätte, die ihr ganz Berlin schon am 20. Oktober 1946 bescheinigt hatte. Erst daraufhin ist sie weiteren freien Wahlen ausgewichen, so daß schon dem letzten Stadtparlament keine Kommunisten mehr angehörten. Nach der Vertreibung der legal gewählten Stadtverordneten - Versammlung aus dem östlichen Stadtteil erscheint auch die jüngste Forderung der kommunistischen „Nationalen Front“, unter gewissen Bedingungen im März 1951 Wahlen in ganz Berlin durchzuführen, wie alle ähnlichen vorangegangenen Vorstöße nur als ein propagandistischer Schachzug der Kommunisten zur Durchsetzung ihrer terroristischen Ziele. Die Sozialistische Einheitspartei hätte, wenn ihr ernsthaft an einer demokratischen Verfassung und an freien, unabhängigen Wahlen gelegen wäre, gleichberechtigt auch an dieser Wahl teilnehmen können und wäre unter der Voraussetzung gleicher Rechte für die demokratischen Parteien im Osten keiner Behinderung ausgesetzt gewesen.

Absolute Mehrheit oder nicht?

Das allenthalben spürbare Wahlfieber hat die Spannung der Bevölkerung auf das höchste gesteigert, so daß die bei den letzten Dezemberwahlen 1948 festgestellte Beteiligung von 86,2 Prozent auch diesmal wieder erreicht oder sogar überschritten werden dürfte. Die große Frage dieser Wahl ist, ob es gelingt, die absolute Mehrheit der Sozialdemokratie zu brechen oder nicht. Bei einer nicht wesentlich erhöhten Stimmberechtigtenzahl von rund 1,6 Millionen müßten unter Berücksichtigung der letzten Wahlergebnisse die Mittel- und Rechtsparteien rund 400 000 Stimmen mehr aufbringen, um den Ausgleich mit der Sozialdemokratie zu erzielen. Es könnte also der SPD selbst bei einem erwarteten Rückschlag durchaus noch gelingen, eine wenn auch diesmal nur sehr knappe absolute Mehrheit zu behaupten. Unzweifelhaft dürfte sie aber als stärkste Partei auch aus dieser Wahl hervorgehen, nachdem sie sich in Berlin schon eine aus der Weimarer Republik herkommende sehr starke Tradition geschaffen hat.

Vom sowjetischen Sektor Berlins her hat es nicht an Versuchen gefehlt, die West-Berliner freie Wahl zu stören und die Wahlberechtigten zur Stimmenthaltung zu veranlassen. Ein besonderes Schwergewicht liegt daher angesichts dieser kommunistischen Parole auf der Wahlbeteiligung. Jede nicht abgegebene Stimme würden die Kommunisten für sich in Anspruch nehmen. Das würde bedeuten, daß ein Wahlversäumnis dennoch eine Stimme wäre, die allerdings denen in den Schoß fällt, die der Diktatur, der Unfreiheit und Willkür alle Zügel schießen lassen.

Magische Kreise

zz Ungeachtet ihrer Truppenmassierung in Korea setzen die Rotchinesen ihren Vormarsch in Tibet fort. Es wird berichtet, der Dalai-Lama, der neuerdings alle Machtbefugnisse erhalten hat, bereite sich darauf vor, das Land zu verlassen, wenn die Lage aussichtslos geworden sei. Eine aus hundert Tieren bestehende Maultierkolonne, beladen mit Gold- und Silberschätzen, befindet sich bereits auf dem Wege nach Indien. Zur Zeit steht eine rotchinesische Marschsäule etwa vierhundert Kilometer vor der Hauptstadt Lhasa. Tibetanische Truppen unter Führung von 35 hohen Würdenträgern rükken ihnen entgegen.

Auf Truppen allein scheint sich der Dalai-Lama jedoch wenig zu verlassen, denn wie in Kalkutta aus Tibet berichtet wird, ziehen die tibetanischen Mönche magische Kreise um die heilige Stadt Lhasa. In ihre Festgewänder gekleidet wanderten sie zu den strategisch wichtigen Punkten im Umkreis der Stadt und erklärten nach langen Gebeten, diese Gebiete seien nunfhehr gegen das Eindringen eines Feindes gefeit.

Man weiß, die tibetanischen Mönche verfügen auf Grund einer jahrelangen Tradition sowie durch asketische Übungen über Fähigkeiten, die für Europäer kaum faßlich sind. Es werden mancherlei Märchen hierüber erzählt. Aber es liegen auch von glaubwürdigen Beobachtern Berichte vor, wonach diese Mönche zum Beispiel im Stande sind, während sie an einem Orte in tiefem Schlafe liegen, an einem anderen weit entfernten Orte körperlich zu erscheinen und mit den dort anwesenden Menschen zu sprechen. Sie verfügen weiter über außerordentlich starke suggestive und hypnotische Kräfte. Ihre Fähigkeiten, für die sich die Parapsychologie sehr stark interessiert, spielen in manchen Erzählungen und Romanen eine große Rolle. Ob sie aber genügen, ein modernes Heer gewaltlos aufzuhalten, darf füglich bezweifelt werden. Wäre es anders, so müßte man es tief bedauern, daß die tibetanischen Mönche ihre Fähigkeit zur unblutigen Verteidigung eines Landes nicht längst zum Allgemeingut der Völker gemacht haben.

Päckchen für die Ostzone

Berlin, 30. November, (dpa) Der Leiter des Büros für kulturelle Hilfe in Berlin, Tillich, hat die Bevölkerung der Bundesrepublik aufgerufen, allen Freunden und Bekannten in der Sowjetzonenrepublik in der Adventszeit und zu Weihnachten Geschenkpäckchen mit möglichst hochwertigen Lebensmitteln zu schicken. Tillich weist auf die bittere Not von hunderttausenden von Familien im sowjetischen Besatzungsgebiet hin.

ynode-Mehrheit hinter Niemöller

Freiheit des politischen Wortes für die Amtsträger der Kirche anerkannt

Frankfurt am Main, 30. November (Eigener Bericht.) In einer dreistündigen Nachtsitzung wurde die über zwei Tage dauernde erste Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau mit einer Abschluß-Ansprache des Kirchenpräsidenten D. Niemöller beendet.

Beratung des Nachtragsetats und die Wahl des Professors Dr. Coing für das ausgeschiedene Mitglied des Synodalvorstandes, Freiherr von Heyl (Worms), standen auf der Tagesordnung. Die Frage einer eventuellen Zusammenlegung der Kirchenleitung und -Verwaltung in Darmstadt blieb noch offen, obwohl Kirchenpräsident Niemöller um einen beschleunigten Entschluß gebeten hatte. Von Wiesbadens Oberbürgermeister, R e d 1 h a m - me r, war das ehemalige Kavalierhaus neben dem Wiesbadener Schloß nach dessen Ausbau angeboten worden. Eine Kommission der Synode hatte sich seit längerem für die Stadt Darmstadt entschieden, deren Interessen von Oberbürgermeister Metzger nachdrücklich vertreten wurden.

Schlußwort des Kirchenpräsidenten

In seiner Schlußansprache stellte Kirchenpräsident D. Niemöller fest, daß mit der von der Synode beschlossenen Erklärung zur Frage der christlichen Verantwortung innerhalb der Politik diese Gespräche noch nicht zu Ende seien. Er deutete eine von Bundeskanzler Dr. Adenauer gegen ihn begonnene neue Aktion an, durch die weitere Erörterungen in der Oeffentlichkeit wahrscheinlich seien.

Abschließend dankte Kirchenpräsident Niemöller auch im Namen der Kirchenleitung dem aus dem Synodalvorstand und der Kirchenleitung ausgeschiedenen Freiherrn von Heyl für seine bisherige Arbeit. Es tue ihm leid, so erklärte Niemöller, daß es zu dieser Trennung gekommen sei und er bedauere, daß keine befriedigendere Lösung gefunden wurde. In diesem Zusammenhang legte der Kirchenpräsident nochmals seinen offenbar mißverstandenen Bezug auf Luther aus („Martin Luther würde sich schämen, von Ihnen in den Mund genommen zu werden“), er habe damit niemand verletzen, sondern lediglich auf gewisse Entwicklungstendenzen innerhalb der Evangelischen Kirche hinweisen wollen, die er mit Besorgnis betrachte.

Dr. Wilhelmi wiedergwählt

Zu unserem gestrigen Bericht ist noch nachzutragen, daß Rechtsanwalt Dr. Wilhelmi, der Präses der Evangelischen Kirchensynode, der wegen Vorwurfes der Parteilichkeit von seinem Posten zurückgetreten war, mit 127 von 161 Stimmen wiedergewählt wurde. Von starkem Beifall begrüßt übernahm er dann wieder sein Amt.

Die Niemöller-Entschließung

Der Wortlaut der Entschließung des Niemöller-Ausschusses, der nach den hef¬ tigen Debatten des ersten Tages der Sy¬ node zusammengetreten war, lautet: „Die Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau erklärt, daß das Evangelium von Jesus Christus nicht nur ein Wort für das innere Leben des einzelnen Menschen ist, sondern auch unser soziales, wirtschaftliches und politisches Handeln unter die Verantwortung vor Gott stellt. Deshalb hat jeder evangelische Christ die Freiheit und das Recht, zu den Fragen des öffentlichen Lebens Stellung zu nehmen. In der evangelischen Christenheit ist in früherer Zeit diese Verantwortung oft nicht ernst genug genommen worden.

Die Synode erkennt an, daß Kirchenpräsident D. Niemöller aus dieser Verantwortung heraus eine für unser Volk lebenswichtige Frage, an der kein Christ vorübergehen kann, öffentlich zur Diskussion gestellt hat.

Die Synode weiß, daß die Gemeinschaft im christlichen Glauben nicht zu einer einheitlichen Entscheidung in einer bestimmten politischen Frage führen muß, daß darum auch die Frage einer Wiederaufrüstung im Glauben verschieden beantwortet werden kann.

Die Synode erwartet, daß alle Amtsträger der Kirche — je weiter ihre Stimme reicht, desto mehr — in politischen Aeußerungen um ihres Dienstes am Evangelium willen, der allen gilt, in der Form möglichste Zurückhaltung üben, unnnötige Schärfen vermeiden und sich des brüderlichen Rates bedienen.“

Wegen der Einführung der drei Worte „in der Form“ kam es zu einer Diskussion mit nachfolgender Abstimmung, bei der mit 97 gegen 54 Stimmen die Freiheit des politischen Wortes für Amtsträger der Kirche beschlossen wurde.

Mit großer Mehrheit wurde in einer zweiten Entschließung die Stellungnahme der Hannoverschen Landeskirche zurückgewiesen, in der Kirchenpräsident Niemöller der Vorwurf gemacht worden war, die Grenzen seines kirchlichen Amtes überschritten zu haben.

Verantwortungslosigkeit oder Infamie

Schwere Angriffe von Brentanos gegen Dr. Arndt

Drahtbericht unseres Korrespondenten

Da. Bonn, 30. November. Der Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Christlich-Demokratischen Union /Christlich-Sozialen Union, Dr. von Brentano, nahm am Donnerstag zu der Aeußerung des sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten Dr. Arndt Stellung, daß bei der Tagung des Europarates in Straßburg die „Partisanengruppe Adenauer die zweite deutsche Kapitulation nach 1945 unterschrieben“ habe.

Wenn Dr. Arndt nicht unterrichtet gewesen sei, so müsse er diese Aeußerung als „frivole Verantwortungslosigkeit“ bezeichnen, erklärte Dr. von Brentano. Wenn Dr. Arndt aber informiert sei, sei seine Aeußerung eine „politische Infamie".

Dr. von Brentano setzte dann im einzelnen auseinander, wie die neue Empfehlung der Beratenden Versammlung, die die europäische Verteidigung betrifft, in langwierigen Verhandlungen mit den übrigen Delegierten den Zusatz erhielt, der die Bedeutung des von dem französischen Außenminister verkündeten Grundsatzes, daß zwischen den beteiligten Ländern keinerlei unterschiedliche Behandlung statthaft sein darf, besonders unterstreiche.

Betriebsrätewahlen

Düsseldorf, 30. November. (HR) — Bei den im Ruhrgebiet abgehaltenen Betriebsrätewahlen steht die Sozialdemokratische Partei an erster Stelle. Die Kommunisten haben auch bei diesen Wahlen wieder Verluste erlitten. Nach dem von den Gewerkschaften bekanntgegebenen Endergebnis entfallen von den insgesamt 2109 Betriebsräten auf die Sozialdemokratische Partei 844 (gegenüber bisher 750),auf die Kommunisten 420 (529), auf die CDU und Zentrum 378 (372) und auf Parteilose 470 (365).

Eine Weihnachtsbeihilfe

für Fürsorgeempfänger

Bonn, 30. November, (dpa) Die Länderfinanzminister billigten den Beschluß des Bundestages, die Weihnachtsbeihilfe für Fürsorgeempfänger auf 25 Mark für den Empfänger selbst und zehn Mark für jedes Familienmitglied zu erhöhen. Gleichzeitig wurde beschlossen, diese Erhöhung nicht nur den vom Bund betreuten Kriegsfolge-Fürsorgeempfängern zukommen zu lassen, sondern auch den von der allgemeinen Fürsorge Betreuten. Doch sollen alle, die bereits eine einmalige Winterbeihilfe erhalten haben, keine Weihnachtsbeihilfe bekommen.

Ende der Treibstoffbewirtschaftung?

Die Entscheidung liegt bei den Oberkommissionen

Drahtbericht unseres Korrespondenten

Da. Bonn, 30. November. Im Zusammenhang mit der Erhöhung der Mineralölsteuer und der damit eintretenden Verteuerung des Benzins um zehn Pfennig pto Liter erwarten Bonner Regierungskfeise, daß die Oberkommissare nunmehr einer Aufhebung der Treibstoffbewirtschaftung zustimmen werden.

Die Tatsache, daß gleichzeitig die Beendigung der Treibstoffbewirtschaftung erneut in Erwägung gezogen wird, beweist, daß in Bonner Regierungskreisen nicht die Absicht besteht, etwa noch weitere Bewirtschaftungsgesetze einzuführen. Vielmehr wird uns von unterrichteter Seite versichert, daß die deutsche Beteiligung an der von den Vereinigten Staaten geforderten Bewirtschaftung verknappter und strategisch wichtiger Rohstoffe ohne gesetzliche Bewirtschaftungsmaßnahmen erleichtert werden soll.

Praktisch kommt die deutsche Bereitschaft, an der Rohstoffbewirtschaftung mitzuarbeiten, bereits auf der zur Zeit in Paris stattfindenden OEEC-Ratstagung zum Ausdruck, wo die Bundesregierung durch Vizekanzler Blücher vertreten ist. Die wichtigste Aufgabe dieser Ratstagung ist, einen Modus zu finden, wie gewisse, vornehmlich aus Uebersee importierte Rohstoffe, die von strategischer

Bedeutung sind, gerecht auf die einzelnen OEEC-Staaten verteilt werden können. Es handelt sich in erster Linie um die Nichteisenmetalle Kupfer, Zinn, Zink und Blei, sowie um Kautschuk, Erdöl und Baumwolle.

Protest gegen Kohlenansfuhr

Hannover, 30. November, (dpa) Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Schmidt, appellierte an die Oberkommissare, sich schnellstens dafür einzusetzen, daß der Beschluß der internationalen Ruhrbehörde über die hohe deutsche Kohlen-Export-Quote im nächsten Quartal rückgängig gemacht und dem Hausbrand die nötigen Mengen bereitgestellt werden.

Zuckerversorgung gesichert

Düsseldorf, 30. November, (dpa) Nach dem bisherigen Ergebnis der diesjährigen Zuckerrübenernte ist der Weihnachtsbedarf an Zucker als gesichert anzusehen. Es wird mit einem Zuckeranfall von rund 750 000 Tonnen aus der Rübenernte gerechnet gegenüber rund 650 000 Tonnen im Vorjahr. Die im Laufe des Sommers entstandene Versorgungslücke konnte damit inzwischen auch wieder ausgefüllt werden.

Stimmen der Anderen

Schwa-Si

Wir lesen in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“:

Mit fanatischer Sprachsäuberung hat es nichts zu tun, wenn man darauf aufmerksam macht, daß unsere Vorliebe für Abkürzungen anfängt, pathologisch zu werden. Vom Krieg her sind ja die UvD., die kv. und uk. und MP. und Flak hängengeblieben, und vielleicht ist es ganz gut, wenn man diese Worte, soweit man sie also in den Mund nehmen muß, wenigstens abkürzt. Aber auch in der normalen Zivilastensprache nehmen die Abkürzungen in einer Weise überhand, daß man um den Verstand der Erfinder bangen muß. Das neueste ist der „Bu-Ko-Ko“, der Bundeskohlenkommissar, und ihm werden bald der Bu-Ka und Bu-Ju-Mi folgen. Das ist einfach schwachsinnig. (Abkürzung: siehe Ueberschrift.)

„Emigranten-Armee“

Die große amerikanische Wochenzeitung LIFE berichtet: „Senator Lodge hat den Plan ausgearbeitet, aus den in den USA und in Westeuropa lebenden Emigranten aus Osteuropa eine ,Freiheitsarmee' aufzustellen.

Schon vor einem Jahr hat sich der Senator dafür eingesetzt, 25 000 Ausländer in die amerikanische Armee aufzunehmen. Der Kongreß hat jedoch nur die Aufnahme von 2500 bewilligt. Das jetzt von Senator Lodge geplante Freiheitskorps soll mindestens 250 000 Mann stark sein und der Kern einer ganzen Freiheitsarmee werden. Eine solche Armee aus Freiwilligen — allein in den USA leben rund 1 Million junger Emigranten aus Osteuropa — könnte darüber hinaus auch für Ostasien aufgestellt werden.

Die 60 Divisionen, die von Churchill für die Verteidigung Europas als notwendig angesehen werden, und die nur mit Mühe aufgestellt werden können, könnten durch eine solche Freiheitsarmee eine sehr wertvolle Ergänzung erfahren. Sie würde auch der Verteidigung Europas eine neue, dramatische Note geben und sie aus der Statik einer Verteidigung an der Elbe lösen.

Bis jetzt ist noch in keinem der Pläne für eine europäische Armee an diese jungen Emigranten aus dem europäischen Osten gedacht worden, obwohl die Führer dieser Emigration wie der Pole Mikolaitschik und der Ungar Nagi in ihren Büchern eine solche Entwicklung schon vorausgesagt haben. Eine solche Frei willigen-Armee würde nicht nur kompromißlos anti-kommunistisch sein, sondern sie würde auch die Sprachen und Probleme der Länder hinter dem Eisernen Vorhang genau kennen. Die Armeen der sowjetischen Satellitenstaaten würden ihr kaum widerstehen können.“

Zwischenfall in Nah-Ost

Tel-Aviv, 30. November (AP.) Ein von Panzerfahrzeugen unterstützter Truppenverband der Arabischen Legion hat. die von Beersheba. im nördlichen Teil Israels nach dem Negiv-Distrikt führende Verkehrsverbindung gesperrt.

Hölle wo ist Dein Sieg ?

ROMAN VON RACHEL FIELD

Erstabdruck. Alle Rechte beim Wolfgang-Krüger-Verlag. Hamburg

77)

Und als mit der Zeit meine Zuneigung zu meinen Zöglingen wuchs, konnte ich nicht mehr diesen täglichen Reibungen gegenüber gänzlich unparteiisch bleiben. Ich konnte ja doch nicht der Herzogin diejenigen wiedergeben, die sie sich wissentlich oder wenigstens achtlos hatte entgleiten lassen.“

Diese Erklärung konnte Monsieur Pasquer nicht überzeugen. In seinen nächsten Worten und in dem Tonfall, in dem er sie sprach, lag ein deutlicher Tadel.

„Ich muß nach allem, was Sie sagen, annehmen, daß Sie der Herzogin die ganze Schuld aufbürden wollen. Es steht Ihnen kaum zu, sich edn Urteil über solche Dinge zu erlauben, und Ihre Ausführungen lassen mich daran zweifeln, daß Sie auch wirklich alles versucht haben, wie es Ihre Pflicht war, um diesem beklagenswerten Zustand zwischen der Mutter und den Kindern ein Ende zu machen. Nach den Aussagen der Zeugen und nach Briefen, von denen wir Kenntnis haben, steht einwandfrei fest, daß Sie über diese jungen Menschen eine fast unbeschränkte Macht ausübten. Wir sehen uns daher genötigt, anzunehmen, daß Sie sehr weit davon entfernt gewesen sind, sich so zu betragen, wie die obwaltenden Umstände es erforderten."

Henriette sammelte sich zu einer neuen Entgegnung.

„Ich möchte um nichts in der Welt den Eindruck erwecken, das Andenken der verstorbenen Herzogin zu mißachten", begann sie; „aber Sie wollen die Wahrheit- von mir hören, und ich habe geschworen, nach bestem Wissen und Gewissen die Wahrheit zu sagen. Ich will nicht über die Gefühle und die Absichten der Herzogin urteilen, aber ihr Charakter ist eine andere Sache. Sie war eine äußerst schwierige Natur, überaus reizbar und eigensinnig und infolgedessen gar nicht in der Lage, so vielen Kindern von so verschiedenem Alter und Wesen und so verschiedener Veranlagung gerecht zu werden. Es war ihr eben nicht gegeben, Liebe und Vertrauen ihrer Kinder zu gewinnen. Irgendein geringfügiges Versehen, das Nachsicht verlangte, konnte sie maßlos aufbringen, und dann wieder ließ sie eine wirklich schwerwiegende Verfehlung achtlos durchgehen, obwohl da eine feste Hand am Platz gewesen wäre. Aus diesem Grunde bestand der Herzog darauf, daß sie sich nicht in die Erziehung der Kinder einmischte. Unglücklicherweise reizte es die Herzogin zu sehen, wie gern der Herzog mit seinen Töchtern zusammen war. Wir alle hatten darunter zu leiden.“

„Und daher kam es wohl auch, daß die Autorität, die der Herzogin entglitten war, auf Sie überging; und daß die Liebe der Kinder sich ebenfalls von ihrer Mutter fort Ihnen zuwandte. Selbst wenn wir Ihnen glauben wollen, daß dies nicht in Ihrer Absicht lag. müssen wir Ihnen doch vorhalten, daß Sie in Ihrer Erkenntnis der Lage die Pflicht hatten vorzubeugen, statt den Dingen ihren Lauf zu lassen. Wir sehen uns daher genötigt, Sie weitgehend für die tragischen Folgen verantwortlich zu machen."

Das Verhör war zur Anklage geworden, aber Henriettes Verteidigung ließ nicht auf sich warten.

„Ich habe mir niemals gesagt: ich will der Mutter die Liebe ihrer Kinder abspenstigmachen. Aber ich liebte die Kinder und ging ganz in ihnen auf. Ihre Freuden waren meine Freuden, ihr Kummer mein Kummer. Sechs Jahre lang habe ich Tag und Nacht über sie gewacht. Sie liebten mich mit der Begeisterungsfähigkeit ihrer Jugend, und ich erwiderte ihre Liebe. Ich besaß keine Verwandten, keine Freunde und lebte daher ganz meinem Beruf, der mir ans Herz gewachsen war. Ich kann Ihnen sonst nichts weiter sagen als dieses: welche Mutter hätte nicht die Herzen ihrer Kinder zu gewinnen vermocht, wenn ihr darum zu tun gewesen wäre?“

Diese so unbequeme Eigenart von ihr, dem Fragenden seine Frage zurückzugeben, machte sie zu einer höchst aggressiven Zeugin, Wie Mr. Braussais fand auch Mr. Pasquier eine mehr als ebenbürtige Gegnerin. Henriette ging jedoch in ihren Bemühungen, sich zu rechtfertigen, niemals zu weit. Sie hielt konsequent die Linien ihrer Verteidigung durch und. obwohl ihre Schlagfertigkeit bisweilen an Ueberheblichkeit grenzte, bewahrte sie eine ehrerbietige Haltung und Sprache, die Achtung einflößte. Wieder wurde sie über ihre letzte Begegnung mit dem Herzog ausgefragt, und wieder gab sie eine genaue Schilderung von jenem Abendbesuch bei Madame Le Maire und ihrem verhängnisvollen Bestehen auf dem Empfehlungsschreiben. Nur einmal drohte ihr die Stimme zu versagen, als sie seine letzten Worte, die er zu ihr gesprochen hatte, wiederholte: ,Ich spiele eine klägliche Rolle in dieser Angelegenheit . . . Gute Nacht also bis morgen.'

„Und der Herzog hat nichts gesagt, was in Ihnen den Verdacht hätte wecken können, daß er sich in einem Zustand befand, in dem er zu allem fähig war?“

„Nein, gar nichts!“ Sie sprach mit ungewöhnlichem Nachdruck. „Bei allem, was mit heilig ist! loh weiß nicht, ob es mir erlaubt ist, von Dingen zu sprechen, von denen ich allein Kenntnis habe und die beweisen, daß die Gewalttätigkeit durchaus nicht nur auf Seiten des Herzogs war. Ich habe oft gehört, wie die Herzogin damit drohte, sich das Leben nehmen zu wollen, und zweimal wurde ich Zeuge davon, wie sie es versuchte. Das eine Mal, in Melun, versuchte sie, sich einen Dolch in die Brust zu stoßen, und der Herzog verletzte sich an der Hand, als er ihr die Waffe entwand; und das andere Mal in Dieppe stürzte sie nach einem Zank aus dem Haus in der Absicht, ins Wasser zu gehen. Aber es war typisch für die Unberechenbarkeit ihrer Stimmungen, von der ich Ihnen schon sprach, daß der Herzog sie kurz darauf in einem Laden entdeckte, wo sie allem Anschein nach völlig ruhig ein paar Einkäufe machte.“

Sie hatte gehofft, mit dieser Mitteilung Sympathie für den Herzog zu erwecken, aber die Entgegnung Monsiieur Pasquiers zeigte ihr, daß er hierin lediglich einen weiteren Beweis für die Verzweiflung sah, zu der die Herzogin getrieben worden war. Das Verhör nahm denselben Verlauf wie das erste, nur wurde Henriette noch eingehender nach allen Einzelheiten des täglichen Lebens im Hause Praslin ausgefragt. Während Monsieur Broussais es vor allem darauf angelegt hatte, ihre angeblichen unerlaubten Beziehungen zum Herzog nachzuweisen, schien Monsieur Pasquier eher geneigt, ihrer Versicherung, daß eine solche Beziehung nie bestand, Glauben zu schenken. Er war vielmehr darauf aus, sie eines viel weniger eindeutigen Vergehens zu überführen. Sein Interesse konzentrierte sich jetzt ausschließlich auf ihren übermäßigen Einfluß auf die Kinder und auf die Folgen für das Verhältnis zwischen den Eltern, die er daraus ableitete. Es war eine sehr schlaue Taktik von ihm, das Hauptgewicht auf diese Frage zu verlegen, um sie eines wohlüberlegten Planes, die Kinder der Mutter zu entfremden, beschuldigen zu können. Auf diese Weise konnte er ihre eigenen Aussagen gegen sie ausspielen. Wenn sie ihre Macht über ihre ehemaligen Zöglinge mit der Gleichgültigkeit und Eifersucht der Mutter zu rechtfertigen suchte, dann konnte ihr vorgeworfen werden, daß sie die Schuld einer Toten auf laden wollte, die sich nicht mehr verteidigen konnte. Und wenn sie keine Erklärung für die Zuneigung der Kinder ur)d des Vaters zu ihr anzugeben vermochte, würde sie mehr denn je als die hinterhältige Intrigantin dastehen, als die die öffentliche Meinung sie zu sehen gewillt war. Henriette war sich über ihre heikle Lage zwischen Fels und Abgrund nicht im Zweifel. Ihr einziger Halt, an klammern konnte, war die Wahrheit. Das war ihre einzige Waffe gegen diese Beamten in ihren roten Ro-Worte und Handlungen so sorgfältig sichteten und abwogen, als prüften sie tatsächlich deren wahres Gewicht auf unsichtbaren Waagschalen. „Nein , wiederholte sie zum soundsovielten Male im Laufe des endlos sich hinziehenden Verhörs, „ich habe sie ihrer Mutter nicht abspenstig machen wollen .

(Fortsetzung folgt)

Darmstadt und Umgebung

Weihnachten steht vor der Tür

Denkt an die Not eurer Mitmenschen

Helft den Kriegsblinden!

Der Bund der Kriegsblinden Deutsch¬ : lands e. V.. Bezirksgruppe Darmstadt, ‘ veranstaltet am Sonntag, dem 7. Januar 1951, in Verbindung mit seiner Jahreshauptversammlung eine Weihnachtsfeier.

Durch freiwillige Spenden waren wir im vergangenen Jahr in der Dage, den Mitgliedern unseres Bundes ein Weihnachtsgschenk und einige frohe Stunden der Entspannung zu bereiten.

In diesem Jahr werden wir unseren Kameraden in der Ostzone, die dort ein schicksalsschweres Dasein führen müssen, ein Lebensmittelpaket senden, und wir bitten daher unsere sehenden Mitbürger um ihre Unterstützung.

Annahme von Spenden bei der Bezirksgeschäftsstelle Dst.-Eberstadt. Oberstr. 33, durch Bezirksleiter Georg Sauerwein, sowie durch das Postscheckkonto 34 36 Frankfurt/M.

Das Rote Kreuz sammelt

In der Zeit vom 1. bis 10. 12. 1950 führt das Rote Kreuz eine Haus-, Straßen- und Lokalsammlung durch. Im Rahmen der von ihm betreuten Hilfsbedürftigen bittet das Rote Kreuz Hessen für Heimkehrer. Flüchtlinge, Kranke. Alte, Sieche, Jugendliche, Kinder, sowie für seine sonstigen sozialen Aufgaben um Spenden, damit es sein segensreiches Hilfswerk auch in Hessen fortsetzen kann.

Die Sammelwoche wurde eingeleitet durch eine Ansprache des Präsidenten des Roten Kreuzes Hessen am Vorabend des Beginns der Sammlung, Donnerstag, den 30. 11. 50. um 19.30 Uhr über den Hessischen Rundfunk.

Am gleichen Tage um 16.50 Uhr sprach die stellvertretende Landesbereitschaftsleiterin des Roten Kreuzes Hessen im Frauenfunk über das Thema ..- Kreuz-Arbeit. Inhalt und Erfüllung eines Frauenlebens.“

Geht's ohne Stromabschaltncig?

Disziplin entscheidet — Die Lage in der Energieversorgung

Heag-Direktor Strahringer sprach sich gestern nachmittag in einer Sendung des Wirtschaftsfunkes von Radio Frankfurt gegen die Einführung von Zwangsmaßnahmen auf dem Gebiete des Stromverbrauches aus. Weder Groß- und Kleinverbraucher, gleich welcher Art, könnten hierfür Verständnis aufbringen. Er hielt es für richtiger, an das Verantwortungsgefühl des einzelnen Verbrauchers zu appellieren und sprach die bestimmte Erwartung aus, daß man auch auf diese Weise eine Einsparung des Stromverbrauchs erzielen könne. Disziplin allein entscheide über die Energie-Versorgung.

Im Laufe der Diskussion vor dem Mikrophon wurde abschließend auf das Verhältnis zwischen den Rohstoffpreisen und den Verbraucherpreisen in der Energie-Versorgung hingewiesen. oa

Offener Sountag

Sonntag, den 3. Dezember, am 1. Advent, sind die Einzelhandelsgeschäfte in Darmstadt von 14 bis 18 Uhr, in den Landkreisen je nach den örtlichen Verhältnissen von 14, bzw. 13 bis 18 Uhr geöffnet.

Samstag, den 2. Dezember, verkaufen die Darmstädter Geschäfte bis 18 Uhr.

Dreiundvierzigmal ein einstimmiges Ja

Glatter Sitzungsverlauf im Büchnersaal / Von besonderem Interesse die Winterhilfe und Sportplatzfrage

s<

Unter den 46 Vorlagen der öffentlichen Sitzung der Stadtverordneten am Mittwoch waren nur drei, die nicht einstimmig gebilligt worden sind. Bei ihnen handelte es sich um die Magistratsantworten auf kommunistische Anfragen über die Sportplatzangelegenheit und die Versammlungsverbote, mit deren Erledigung sich die drei anwesenden KPD-Mitglieder nicht einverstanden erklärten. Nur hierbei gab es Auseinandersetzungen. Im übrigen verlief die Sitzungsstunde ohne Schärfen und sachlich.

Stadtverordnetenvorsteher Wieseng^cker mußte zu Beginn mitteilen, daß pr Ji Stadtrat Reiber wie Stadtkämer Dr- Feick im Krankenhaus be¬ ■wiKien, dieser wegen einer Lebeninfektioh, die ihn für drei Wochen vom Amt fernhalten wird.

Die vom Finanzausschuß bereits genehmigten Erwerbungen von Altstadtgrundstücken und Überlassungen städtischen Grundbesitzes für Wohnungs- und gewerbliche Bauten (D. T. vom Mittwoch), Geländeübertragungen im Erbbaurecht, die Mittel für Werkkunstschule und das Ausstellungsgebäude, sowie die

zur Errichtung eines Depots für das Fuhramt in der Hügelstraße (D. T. vom Samstag), wurden einstimmig genehmigt. Der ursprüngliche Magistratsbeschluß, 120 000 Mark für den Wiederaufbau der Bessunger Apotheke bereitzustellen, wurde nach dem Vorschlag des Finanzausschusses dahin geändert, daß nur 50 Mark für den umbauten Kubikmeter einzusetzen seien, woraus eine Verbilligung von 20 000 Mark zu erwarten ist.

Dem Fluchtlinienplan für die Groß-Gerauer Allee, die im Wiederaufbaugelände bei 18 Meter Breite eine Fahrbahn von neun Metern erhalten soll, wurde zugestimmt. Die (noch nicht angeforderten) Kosten sind mit rund 500 000 Mark veranschlagt.

Zur kommunistischen Anfrage über die Winterbeihilfe gab Stadtrat Schrauth über die bereits von uns am Dienstag gemachten Angaben hinaus bekannt, daß der Kohlenhandel bemüht ist, die Belieferung, soweit sie noch nicht erfolgte, rechtzeitig vorzunehmen. Es sind 4359 Fälle bisher behandelt worden (darunter 2578 Minderbemittelte). Die Stadt trägt rund 17 000 Mark, das Land 37 000 Mark und der Bund 28 000 Mark. Sollten sich günstigere Zuteilungen noch ergeben, wird der Sozial- und Finanzausschuß ermächtigt, die endgültige Festsetzung vorzunehmen.

Die Magistratsantwort auf die kommunistische Anfrage über die Sportplatzangelegenheit (D. T. vom Samstag), ergänzte Stadtrat Schrauth. Danach werden die Arbeiten am Sportvereinsplatz, trotzdem er noch nicht freigegeben ist, weitergeführt. Wegen der Grasaussaat dürfte er jedoch vor Herbst des nächsten Jahres nicht benutzbar sein. Mit der Fertigstellung des Sportplatzes der Besatzungsmacht ist bis Januar zu rechnen. Nach Ausführungen des Stadtv. Benz (KPD), der beanstandete, daß von den Einnahmen für deutsche Sniele 5 Proz. an die Amerikaner abzuführen seien, wurde beschlossen, diese Angelegenheit und die der Verteilung von Jugendpflegemitteln an die Vereine dem Ausschuß zu überweisen. Der gemeinsame Wunsch aller Stadtvertreter — so betonte Vorsteher Wiesenecker — sei, eine für unsere Vereine günstige Lösung zu erreichen.

Als unzuständig erklärte sich gegen die Stimmen der Anfragenden die Versammlung für die Behandlung der Anträge über die Verbote kommunistischer Versammlungen (10. und 21. September). Der Magistrat ließ dazu erklären, daß die Polizei lediglich eine Auftragsangelegenheit sei, und deren Beamte nur ihre Pflicht getan hätten. Die Stadtv. Weigel und Avem ar i e (KPD) widersprachen dieser Behandlung ihrer Anträge und machten besonders der SPD den Vorwurf, sie verleugnete ihre Vergangenheit. Ein Hinweis auf den Osten, wo andere Verhältnisse herrschten, sei nicht angebracht, das bezog sich auf vorangegangene Bemerkungen des Oberbürgermeisters, der sich nicht nur formell, sondern auch inhaltlich mit den Maßnahmen des Innenministers einverstanden erklärt und den Gegensatz hervorgehoben hatte, der zwischen den parlamentarischen Kontrollmöglichkeiten bei uns und der Willkür in der Ostzone herrsche.

Auch diesmal war wieder eine Klasse der Mädchenberufsschule Gast der Sitzung, die bereits um 16.30 Uhr beendet war. In ihr waren auch die Stadtv. Dr. Mahr, Neubauer, Dr. Köhler, Vogel und Avemarie als Mitglieder des Kuratoriums der E. - Merck - Schule benannt worden. P. D.

Hunderttansend DM Kauntion

für einen verhafteten Hofrat angeboten

Beamte der Kriminalpolizeiinspektion Darmstadt haben, wie wir gestern abend erfuhren, am Dienstag im Auftrage des Oberstaatsanwaltes beim Landgericht Darmstadt, den 63jährigen Wolfgang 8., Schloßkaplan, Hofrat und Archivrat im Schloß des Grafen von Schönborn bei Heusenstamm im Landkreis Offenbach, unter dem dringenden Verdacht homosexueller Betätigung festgenommen. Der Festgenommene wurde in das Gefängnis des Amtsgerichts Offenbach eingeliefert, das den Haftbefehl erlassen hatte.

Bei seiner ersten Vernehipung leugnete der Verhaftete, der schon in seinem früheren Wohnort in Bayern im gleichen Verdacht stand, hartnäckig. Bei einer zweiten Vernehmung legte er vor dem Untersuchungsrichter ein Teilgeständnis ab und gab zu, mit einem 23jährigen Elektromonteur, der ebenfalls im Dienste des Grafen steht und festgenommen worden ist, fortgesetzt Unzucht getrieben zu haben. Der verhaftete Hofrat bat, keine schriftliche Vernehmung vornehmen zu lassen. Er wolle sein Geständnis selbst ;chriftlich in seiner Zelle niederlegen. Die mfangreichen Ermittlungen der Krimi-

■pilpolizei und des Amtsrichters in dieser Affäre dauern zur Stunde noch an. Wie weiter bekannt wurde, hat die gräfliche Familie für eine Freilassung des Verhafteten eine Kaution von hunderttausend Mark angeboten.

Darmstädter Tagblatt am Ionntag

Sie lesen in der nächsten Ausgabe des „Darmstädter Tagblatt am Sonntag" unter anderem: Die Kanonade von Hambach Seite 2 Frauen im Sturm der Zeiten Seite 3 Bunte Palette aus Mexiko Seite 4 Oberschlesien, nicht nur Industrieland Seite 3 Warum weint mein Kind? Seite 6 Blick in die Welt Seite 8


St. Nikolaus, der Freund aller Kinder, zieht mit Knecht Ruprecht durch die Straßen
St. Nikolaus, der Freund aller Kinder, zieht mit Knecht Ruprecht durch die Straßen

Eberstädter Ingendprogramm für den Winter

Die Abende des kommenden Winters, an denen wieder alle Jugendgruppen Eberstadts, die katholische und evangelische Jugend, die Hündische Freischar, die Jugend für entschiedenes Christentum und die Naturfreunde, teilnehmen, werden wie seither nur in größeren Abständen durchgeführt. Wieder sollen an den Abenden Menschen mit Erfahrungen und Kenntnissen sprechen, die ein Herz für das Suchen und Fragen der Jugend haben. In der Auswahl der Vorträge, an die sich Aussprachen anschließen werden, wurde weitgehendst den Wünschen der Jugend selbst Rechnung getragen.

Der Eröffnungsabend wurde auf Mittwoch, den 6. Dezember, 20 Uhr, festgelegt. Hans Meyers, Dozent für Kunsterziehung am Pädagogischen Institut in Jugenheim, spricht an Hand von Lichtbildern über das Thema: „Das Menschenbild in 5000 Jahren Kunst“.

„Eia Weihnacht“, so nennt die evangelische Jugend ihre Weihnachtsfeier, die sie am 20. Dezember, 20 Uhr, im Rathaussaal veranstaltet.

Der dritte Abend am Mittwoch, dem 10. Januar, ist dem Film gewidmet und wird von der Hündischen Freischar bestritten.

Vom Donnerstag, dem 4., bis Sonntag, dem 7. Januar, findet die Singwoche statt, die unter Leitung des Kantors und Organisten der Abteikirche von Amorbach, Bertold Bührer, steht. Sie wird einen Höhepunkt der winterlichen Veranstaltungen bilden.

Für Mittwoch, den 31. Januar, ist eine Diskussion über religiöse, soziale, kulturelle und die Familie angehende Fragen vorgesehen. Die Leitung des Abends haben die Naturfreunde. Die einzelnen Gruppen werden die Probleme vorher in ihren Abenden behandeln und einen Sprecher wählen, der die Fragen Pfarrer Dr. Wolf vorträgt. Er wird aus seiner christlichen Schau Antwort geben.

Am 21. Februar wird Rennfahrer Wilhelm Herz aus Lampertheim über seine Erlebnisse auf den^ Rennbahnen Deutschlands sprechen.

Am Abschlußabend, am 14. März, wird der Direktor des Frankfurter Zoos, Dr. Grzimek, in einem Lichtbildervortrag der Eberstädter Jugend über Erlebnisse mit Tieren berichten.

Kabeldieb an der Autobahn

In den Abendstunden des vergangenen Mittwoch wurde an der Autobahn, Gemarkung Viernheim, festgestellt, daß an der noch nicht fertig gestellten Straßenzuführung nach Frankenthal, Kabeldiebe am Werk waren. Bei dei' sofort aufgenommenen Verfolgung durch die Polizei konnten die Täter zwar in der Dunkelheit entkommen, mußten aber ein mit Reisig überdecktes Motorrad und einen mit Kabeln gefüllten Rucksack zurücklassen.

Aehnliche Diebstähle sind in letzter Zeit des öfteren in der Gegend von Gernsheim, vorgekommen. Sg.

Landschulheinm Dorndiel

soll wieder instandgesetzt werden Der „Verein der Freunde des Ludwig-Geoi?gs-Gymnasiums“, der kürzlich seine Vortragstätigkeit wieder aufgenommen hat, trat am Mittwoch zu seiner Hauptversammlung zusammen. Der 1. Vorsitzende, Rechtsanwalt Löhl ei n , bat, wegen Arbeitsüberlastung von seiner Wiederwahl abzusehen

Das Schullandheim des - Georgs-Gymnasiums in Dorndiel, das zur Zeit als Wohnraum dient, konnte leider noch nicht für seinen eigentlichen Zweck freigemacht werden. Die Bemühungen des Vereins lassen jedoch erwarten, daß in absehbarer Zeit das Gymnasium wieder über sein Landheim verfügen kann. Um Mittel für die nötigen Instandsetzungsarbeiten zu sichern — im Aufenthaltsraum hatte ein Mieter eine Sau gemästet — wurde beschlossen, demnächst die Freunde des Gymnasiums und die Eltern der Schüler zu einer Spende aufzurufen. Der Verein zählt gegenwärtig etwa 350 Mitglieder, hd

Anf Anhänger aufgefahren

Den Verletzungen erlegen

Auf der Autobahn, in der Nähe von Lorsch, rannte am Mittwochmorgen um 6 Uhr der aus Richtung Darmstadt kommende Otto Wilhelm Vogt (Griesheim), mit seinem Motorrad gegen einen an der Fahrbahn abgestellten Anhänger eines Lastzuges. Die Verletzungen waren so schwer, daß Vogt am Nachmittag in einem Krankenhaus starb. Die Polizei veranlaßte das Abschleppen des Anhängers und des zerstörten Motorrades.


Zwei Lastzüge durch Schleudern verunglückt Gestern morgen geriet auf der regennassen Straße zwischen Darmstadt und Eberstadt in der Nähe der Haltestelle Waldfrieden in der Eberstädter Villenkolonie ein in Richtung Eberstadt fahrender Lastzug beim Ausweichen vor einem entgegenkommenden Lastzug ins Schleudern. Dabei streifte der zweite Anhänger den Motorwagen des ent< gegenkommenden Lastzuges so stark, daß dieser in den Straßengraben gedrückt wurde, wobei beide Anhänger auf den Schienen umkippten. Auch der erste Lastzug geriet in den Straßengraben und stürzte um. Durch die auf den Schienen umherliegenden Baumaterialien war der Straßenbahnverkehr für zwei Stunden unterbrochen. Personen kamen nicht zu Schaden. hm.
Zwei Lastzüge durch Schleudern verunglückt Gestern morgen geriet auf der regennassen Straße zwischen Darmstadt und Eberstadt in der Nähe der Haltestelle Waldfrieden in der Eberstädter Villenkolonie ein in Richtung Eberstadt fahrender Lastzug beim Ausweichen vor einem entgegenkommenden Lastzug ins Schleudern. Dabei streifte der zweite Anhänger den Motorwagen des ent< gegenkommenden Lastzuges so stark, daß dieser in den Straßengraben gedrückt wurde, wobei beide Anhänger auf den Schienen umkippten. Auch der erste Lastzug geriet in den Straßengraben und stürzte um. Durch die auf den Schienen umherliegenden Baumaterialien war der Straßenbahnverkehr für zwei Stunden unterbrochen. Personen kamen nicht zu Schaden. hm.

„Baldigst unter einem Dach“

Eine abgebrochene Aussprache über den Sitz der Kirchenleitung

Die Frankfurter Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau hat sich an zwei Tagen in nicht zu Ende geführten Aussprachen auch mit der Frage des Sitzes der Kirchenleitung befaßt. Dabei drückte Kirchenpräsident Niemöller den Wunsch aus, daß die drei Verwaltungsstellen baldigst unter ein Dach nach Darmstadt kämen. Ein-Antrag des Synodalen Pfarrer Knell hatte den Termin des 1. Januar 1951 genannt, den auch der Kirchenpräsident befürwortete. Ein Beschluß konnte nicht gefaßt werden, da in der Mitternachtsstunde des Mittwoch nicht mehr die für eine Abstimmung ausreichende Zahl von Synodalen anwesend war. Oberregierungsrat Kehr schlug jedoch vor, die Kirchenleitung möge von sich aus durch einen Verwaltungsakt den Termin — etwa im Frühjahr — bestimmen.

Zu Beginn der Synode hatte Oberbürgermeister Metzger zur Geschäftsordnung beantragt, die Vorlage „Bericht des Finanzausschusses über den Sitz der Kirchenleitung“ von der Tagesordnung abzusetzen, da die Angelegenheit bereits durch einen früheren Beschluß entschieden sei. Die Aussprache darüber wurde mit Zustimmung des Antragstellers auf den Abend verlegt, mußte jedoch der vorgerückten Zeit wegen abgebrochen werden. Auch am Mittwoch ist der Antrag Metzger nicht erledigt worden, so däß er der nächsten Synode erneut vorliegen dürfte. Man erfuhr jedoch, daß neben Frankfurt (Tausch der Paulskirche gegen das Dominikanerkloster) auch Wiesbaden ein Angebot machte. Es will das „Kavalierhaus“ ausbauen lassen, und für eine Miete zur Verfügung stellen, in der eine sich auf 50 Jahre erstreckende Amortisation enthalten sein soll. Wie wir hören, müßte ein jährlicher Mietpreis von 30 000 Mark angesetzt werden, so daß das Kavalierhaus nach einer Gesamtleistung von 1,5 Millionen Mark in weiter Zukunft einmal kircheneigener Besitz würde. Demgegenüber stehen in Darmstadt ausreichende Räume zur Verfügung. Wollte man sie später auf 90 Räume erweitern, so könnte das mit einem schätzungsweisen Aufwand von 330 000 Mark geschehen. Dazu wurde noch betont, daß die finanzielle Lage der Kirchengemeinden und ihre dringlichen Bauaufgaben es nicht rechtfertigten, daß Neubauten aus den laufenden Steuermitteln bestritten würden. P. D.

Kurze Meldungen aus der Stadt

Die Schilfnutzung am Woog sowie am Steinbrückerteich wird demnächst vergeben. Angebote sind bis zum 10. Dezember 1950 schriftlich bei der Verwaltung der öffentlichen Einrichtungen und Wirtschaftsförderung, Lagerhausstr. 9, Zimmer 44, einzureichen.

Aus Anlaß des Umzuges verschiedener Dienststellen des Regierungspräsidiums in das Kollegiengebäude am Luisenplatz in der Woche vom 4. bis 9. Dezember, fallen die Sprechstunden in diesem Zeitraum bei dieser Behörde aus. *

Die Eleonorenschule Darmstadt lädt ein zu den „Bremer Stadtmusikant e n“, einer lustigen Kantate für Soli, Chor und Orchester von Franziskus Nagler, am Samstag 20 Uhr in der Stadthalle.

Die Hauptversammlung des Deutschen Jugendherbergswerks, Landesverband Hessen, am Sonntag, dem 3. Dezember in der Stadthalle, beginnt mit Rücksicht auf die Gottesdienste erst um 11 Uhr. *

Der Bund für Vogelschutz veranstaltet am Montag, dem 4. Dezember, um 18 Uhr, einen Liditbilder-Vortrag mit Vogelstimmen-Schallplatten von Dr. Steinbacher, Frankfurt. Der Vortrag findet diesmal nicht im Stadthaus, sondern in der Eleonorenschule, Lagerhausstraße 7, Saal 27, statt. *

Die Weihnachtsfeier der Kriegsbeschä¬ digten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner der Ortsgruppe Eberstadt findet am 16. Dezember, im Gasthaus „Zur Eisenbahn“ statt. *

Der Gemeindesaal der Stadtkirchen¬ gemeinde wird nach seiner Wiederherstellung am ersten Adventssonntag um 15 Uhr in der Kiesstraße 15 mit einer Feier eingeweiht werden.

Die Stelle eines Studentenpfarrers in Darmstadt wird in Zukunft hauptamtlich besetzt werden können. Das scheiterte bisher an den Wohnverhältnissen. In dem Nachtragsetat der Synode wurde ein Betrag eingesetzt, der die Aufnahme eines Dariehns zur Wohnungsbeschaffung ermöglicht.

Pfarrpersonalien. Im Gebiet der Verwaltungsstelle Darmstadt der evg. Kirche in Hessen und Nassau wurden ernannt: Pfarrer Helmuth B a u ß zum Pfarrer an der neugegründeten Lukasgemeinde in Offenbach und Pfarter Wilhelm Schatz, Hemmerich, zum zweiten Pfarrer in Grünberg. Zum Dekan in Offenbach wurde Pfarrer Friedrich Eckert gewählt.

Einen Fußgänger überfuhr am Mittwochabend auf der Autobahn in der Nähe des Flughafens Rhein-Main ein in Richtung Frankfurt fahrender Personenkraftwagen. Dem unerlaubt die Fahrbahn überquerenden Fußgänger versuchte der Fahrer des Pkw. auszuweichen, faßte ihn jedoch mit dem Kotflügel. Der Fußgänger, Philipp Daum aus Mörfelden, wurde bei dem Anprall gegen die Windschutzscheibe des Kraftwagens schwer verletzt und mußte in ein Krankenhaus eingeliefert werden. *

Je ein lichterglänzender Weihnachts¬ baum steht seit gestern auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof und auf dem Marktplatz.

Wie wird das Wetter?

Wechselhaft und mild

Vorhersage: Am Freitag stark bewölkt und strichweise Regenfälle. Tagestemperaturen nahe 10 Grad, nachts Temperaturen wenig über 0 Grad. Zeitweise stark auffrischende Südwestwinde. Weitere Aussichten: Einzelne Schauer, kälter.



Wolin gehen wir heũte?

Landestheater, Orangerie: 19.00 „Der Flüchtling“.

Lichtspieltheater: Union: „Hochzeitsnacht im Paradies"; Thalia: „Epilog“; Belida: „California“; Palast: „Leichte Kavallerie“; Hansa: „Untergang von Pompeji“.

Amerikahaus: 19.30 Farblichtbildervortrag: „Im südwestlichen Europa. Eine Spanienreise. Bergingenieur Kurt Herdemerten. — 15—16 Uhr Musikprogramm Igor Strawinsky. — 14.30 Filmprogramm für Jugendliche, 17 Uhr für Erwachsene.

Volkshochschule: 19.30 In der Techn. Hochschule. Prof. Dr. Carl Hentze „Allgem. Einführung in die Geschichte der chinesischen Kunst".

Technische Hochschule: 11.00 Uhr Jahresfeier der Techn. Hochschule zu Darmstadt in der Stadthalle. — 16.00 Uhr Tagung der Vereinigung von Freunden der Techn. Hochschule im großen Hörsaal des - Zintl-Inst. der T. H.

Hygiene-Lichthof, Neckarstr. 3a: 10 bis 18 Uhr Ausstellung „Gesundes Leben“. Stadthalle: 20 Uhr: Es tanzt Ilse Meudt-' n e r.

Wir gratǔlieren

83. Geburtstag: Frau Katharine Heise geb. Müller.

78. Geburtstag: Herr L. W. Heger, Sozialrentner, Darmstadt-Arheilgen (Forsthaus Kalkofen).

STARKENBURG

Erduntersuchungen fortgesetzt

Bürstadt. Die Erdölfirmen Elverath, Hannover, die seit August in der Gegend von Leeheim Erduntersuchungen nach Erdölvorkommen anstellte, hat in der vergangenen Woche ihre Messungen nach Bürstadt verlegt. Über die Erfolge der bisherigen Arbeiten konnte noch keine Feststellung getroffen werden, da diese zuerst wissenschaftlich ausgenutzt werden sollen. +

Gewerbeball in Pfungstadt

Pfungstadt. Am 2. Dezember wird der Ortsgewerbeverein einen Gewerbeball unter Mitwirkung von Künstlern des Landestheaters Darmstadt und des Humoristen „Mickedormel“ (Hans Herter) veranstalten. Mit dieser Veranstaltung soll eine jahrelange Tradition wieder aufgenommen werden, die in früheren Zeiten das einzige gesellschaftliche Ereignis für Handwerk und Gewerbe in der Gemeinde war.

Weihnachtswerbeaktion beginnt

Groß-Gerau. Am 3. Dezember beginnt die vom Verkehrs- und Gewerbeverein veranstaltete großangelegte Weihnachtswerbung, mit der eine Tombola verbunden ist. Diese bietet Aussicht auf viele wertvolle Gewinne, die in den Schaufenstem des Kaufhauses Lahr demnächst ausgestellt werden. Kr.

Einnahme-Ausfälle zwingen zu größerer Sparsamkeit

Verabschiedung des Haushaltsplanes 1950 für den Landkreis Erbach

ch In öffentlicher Beratung verabschiedete der Kreistag des Landkreises Erbach am Donnerstagnachmittag im Sitzungssaal des Landratsamtes den Haushaltsplan für das laufende Rechnungsjahr, der seit August im Entwurf fertiggestellt und vom Kreisausschuß in vier Sitzungen bereits eingehend vorberaten war.

Bei dem Namensaufruf der Abgeordneten gab Landrat Neff die zwischenzeitlich erfolgte Bildung einer neuen Fraktion, der „Unabhängigen Arbeitsgemeinschaft“ bekannt, deren Vorsitzender H. G. Gr i x in einer kurzen Erklärung die Bereitschaft zu loyaler Zusammenarbeit und als Aufgabe die Intensivierung der Arbeit des Kreistages im Interesse der gesamten Bevölkerung betonte.

Nach einstimmiger Genehmigung der Rechnungsabschlüsse für 1948 und 1949 wurde der Haushaltsplan für das laufende Rechnungsjahr beraten. Er schließt im ordentlichen Teil mit 2 673 879,05 DM und im außerordentlichen Teil mit 176 000 DM ab. Obwohl die Aufstellung des Etats unter dem Gesichtspunkt äußerster Spairamkeit enfoCgtn, war durch die eingetretenen Einnahmeausfälle des Kreises nur durch Erhöhung der Kreisumlage der Ausgleich möglich. Die Erhöhung wird aber nicht generell durchgeführt, so daß der seitherige Hebesatz von 27,5 Prozent im Prinzip beibehalten bleibt, in Anwendung der Ausführungsbestimmung zu Paragraph 10 des Gesetzes zur Regelung des Finanzausgleichs vom 27. Juni 50 soll von den Gemeinden, bei denen einzelne Realsteuerhebesätze weniger als 75 Prozent des Kreisdurchschnitts betragen, eine Sonderumlage in Höhe der Hälfte des Unterschieds erhoben werden.

Außerdem sollen die selbständigen Gemarkungen mit 75 Prozent der Hebesätze des Durchschnitts ihrer Nachbargemeinden zur Kreisumlage herangezogen werden. Kreisverwaltung und Kreisausschuß glauben, auf diese Weise die unumgängliche Mehrbelastung gerecht verteilen zu können.

Die Schlüsselzuweisungen des Staates an den Kreis haben sich um 107 000 DM gesenkt. Nach gesetzlichen Vorschriften mußten erstmals Mittel für eine Schulbaurücklage in Höhe von 20 000 DM eingesetzt werden, die den Gemeinden als Zuschüsse für Volksschul-Neu- und Umbauten zugute kommen sollen. Zuzüglich der Erhöhung der Kreisbeträge für die Berufsschulen und Straßenunterhaltung ergaben sich Mehrbelastungen von 265 000 DM. Durch kleinere staatliche Zuschüsse für das Gesundheitswesen und die Kreisstraßenverwaltung sowie durch Einsparungen bei anderen Positionen konnte dieser Umlagebedarf auf 170 850 DM gesenkt werden.

Im außerordentlichen Haushaltsplan sind Notstandsarbeiten in Höhe von 125 000 DM vorgesehen, die aus Darlehnsmitteln finanziert werden müssen. Es handelt sich hierbei um die Instandsetzungskosten der Straßen Steinbach —S tein bu c h und die Ortsdurchfahrt Seckmauern. Außerdem sind Mittel für den Ankauf des als Kreiskrankenhaus eingerichteten ehemaligen RAD-Maidenheimes in Kirschbrombach in Höhe von 41 000 DM sowie die erste Rate zum Ankauf des Landratsamtsgebäudes in Höhe von 10 000 DM vorgesehen. Das Vermögen des Landkreises Erbach beträgt nach dem Stande vom 1. 4. 1950 insgesamt 426 455.85 DM. Der Haushaltsplan wurde ohne Debatten einstimmig angenommen. Die CDU-Fraktion schlug aber vor. künftig die Haushaltspläne frühzeitig zu beraten. Diesmal sei das Rechnungsjahr bereits zu zwei Drittel abgelaufen.

Die Haushaltssatzung sieht die Erhebung einer Kreisumlage von insgesamt 1 000 886 DM von den Gemeinden und selbständigen Gemarkungen vor. Die Kreishundesteuer wurde auf 12 DM je Hund festgesetzt. Der Höchstbetrag der Kassenkredite. die im laufenden Rechnungsjahr zur Aufrechterhaltung des Betriebs der Kreiskommunalkasse in Anspruch genommen werden dürfen, wurde auf 100 000 DM festgesetzt.

Im weiteren Verlauf der mehrstündigen Sitzung wurde der Soforthilfeausschuß neu gewählt sowie die Vertrauenspersonen zur Bildung der Ausschüsse für die Wahl der Schöffen und Geschworenen bei den Amtsgerichten in Beerfelden, Hirschhorn. Höchst. Michelstadt und Reichelsheim. Die entsprechenden Vorschläge der Fraktionen wurden einstimmig angenommen.

Der Kreistag beschloß weiter, die Straße von Finkenbach bis zur Gabelung vom Forsthaus „Saubuche“ als Landstraße 11. Ordnung in die Kreisverwaltung zu übernehmen. Das restliche Straßenstück bis Raubach wurde bis zur endgültigen Regelung der Eingliederung der selbständigen Gemarkungen zurückgestellt. Einzelne Einsprüche gegen die Bauleitpläne der Gemeinden Bad König. Beerfelden. Höchst und Nieder-Kainsbach wurden vom Kreistag einstimmig abgelehnt mit der Begründung, daß Einzelinteressen hinter dem Gemeinwohl zurückzutreten haben.

Anschließend wurden 7 verschiedene Anträge der „Unabhängigen Arbeitsgemeinschaft“. der CDU und der KPD behandelt, die bis auf 2. bei denen die Zuständigkeit des Kreises nicht bejaht werden konnte, einstimmige Annahme fanden.

Sigualschau im Kreis Dieburg

Ordnungsgemäße Beschilderung Gesetz zur Wahrung der Verkehrssicherheit

RG — Die Behörden und Organisationen, die in irgendeiner Form mit dem Straßenverkehr in Berührung sind, finden sich von Zeit zu Zeit zu ausgedehnten Fahrten in den Kreisen zusammen, um Signalschau zu halten. So waren im Kreis Dieburg Vertreter des Landratsamts, der Gendarmerie, des Straßenbauamts, der Bundesbahn und des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs zwei volle Tage • unterwegs, um wieder einmal nach dem Rechten zu sehen.

Witterungseinflüsse, Unachtsamkeit, Baum-, Strauch- und Pflanzenwuchs, Firmenreklame und vieles andere sind die Ursache dafür, daß die Straßenbeschilderung nicht mehr den Erfordernissen entspricht oder auf Grund des in der letzten Zeit stark angewachsenen Kraftfahrzeugbetriebs ergänzt werden muß. So ergab sich auch auf mehreren Straßen im Kreis Dieburg die Notwendigkeit, mit Grundstückseigentümern in Verbindung zu treten, damit sie die Sicht sperrende Bäume stärker ausputzen bzw. entfernen, Sträucher lichten oder auf ihren besonders an Straßenkreuzungen liegenden Aeckern nur noch niedrige Getreidearten anbauen. Dort wo abgebrochene oder umgefahrene Warnschilder und Wegweiser wieder errichtet, andere frisch gestrichen oder neue aufgestellt werden müssen, wird den betreffenden Gemeinden die entsprechende Anregung gegeben.

Besondere Aufmerksamkeit widmete die Kommission der als besonders unfallreich bekannten Kreuzung der Bundesstraße 26 Darmstadt - Aschaffenburg mit der Bundesstraße 45 Frankfurt - Eberbach zwischen Dieburg und Groß-Umstadt. Die Anbringung von Stoppschildern in verkehrsgerechter Entfernung und weißer Querstriche, an denen die Fahrzeuge zu halten haben, wurde festgelegt, die Reklameschilder einiger Firmen, die die Sicht auf die zu überquerende Straße verhinderten, wurden entfernt.

An verschiedenen Stellen — so auch an der bekannten Nordkurve in Richtung Altheim — wurde die Aufstellung von Wegweisern angeordnet. Darüber hinaus ergab sich innerhalb der Orte oder an Abzweigungen von Landstraßen erster Ordnung die Notwendigkeit, die Straßenschilder auf eine solche Höhe zu bringen, daß sie vor allem in der Dunkelheit in den Lichtkegel der Scheinwerfer fallen und damit auch in der Nacht ihren Zweck erfüllen. In ähnlicher Weise wie bei den Straßenkreuzungen ergab sich auch manche Notwendigkeit zur Verbesserung oder Neugestaltung der Verkehrszeichen an Eisenbahnübergängen.

Porbereitungen zum MNeihnachtofeot


Schon seit Ende Oktober herrscht in den Glasbläsereien Hochbetrieb, denn Hunderttausende der hauchdünnen Christbaumkugeln müssen rechtzeitig fertiggestellt sein. Der Rohstoff sind meterlange Glasröhren. Ein geübter Glasbläser — meist sind es Fachleute aus der Ostzone, die sich im Bundesgebiet seßhaft gemacht haben — kann stündlich etwa 36 Kugeln herstellen, die anschließend versilbert und mit farbigem Speziallack überzogen werden. Foto: Scheffler
Schon seit Ende Oktober herrscht in den Glasbläsereien Hochbetrieb, denn Hunderttausende der hauchdünnen Christbaumkugeln müssen rechtzeitig fertiggestellt sein. Der Rohstoff sind meterlange Glasröhren. Ein geübter Glasbläser — meist sind es Fachleute aus der Ostzone, die sich im Bundesgebiet seßhaft gemacht haben — kann stündlich etwa 36 Kugeln herstellen, die anschließend versilbert und mit farbigem Speziallack überzogen werden. Foto: Scheffler

Ahtuelles æwischen gesteru und seute

Ausbrecher gesucht

Darmstadt. (+) — Wie wir bereits gestern mitteilten, ist den beiden jugendlichen Strafgefangenen Günter Remus und Konrad Schneider die Flucht aus der Strafanstalt Rockenberg bei Butzbach gelungen. Da die beiden Gewaltverbrecher bis letzt noch nicht wieder dingfest gemacht werden konnten, bittet die Landeskriminalpolizei die Bevölkerung um Mithilfe.

Es werden drei Möglichkeiten des Fluchtweges vermutet: Entweder halten sich die beiden Jugendlichen, die den dem Aufsichtsbeamten entrissenen amerikanischen Karabiner wahrscheinlich noch besitzen, in den Waldgebieten des Vogelsberges auf und versuchen in die Ostzone zu flüchten oder sie versuchen, sich in die Nähe von Heidelberg—Mannheim durchzuschlagen. wo Remus schon früher einmal einen Unterschlupf gefunden hatte. Es muß damit gerechnet werden, daß die beiden Entflohenen sich gewaltsam in den Besitz eiinas Kraftwagens setzen.

Die Strafgefangenen trugen bei ihrer Flucht braune Hosen, grüne Hemden und Strickjacken, jedoch keine Jacken.

Das gibt's nicht nur in Texas

Haßloch. (Kb) — Beim Verladen von Schlachtvieh an einer Metzgerei schien eine Kuh von ihrem Schicksal zu ahnen und suchte mit lebhaften Sprüngen das Weite. Drei Metzgerburschen und zahlreiche Einwohner nahmen mit Seilen und Knüppeln die Verfolgung — bis zum Eintreten der Dunkelheit allerdings ohne Erfolg — auf. Man traute seinen Augen nicht, als am anderen Morgen das widerspenstige Tier seelenruhig an der Kirchenmauer stand und sich ohne weiteren Zwischenfall einfangen ließ.

„Störrische Böcke“ lammfromm

Reichelsheim, (ch) — Die verdorbenen, bösartigen Pferde, die Inspektor Hans Frank in den 55 Jahren seiner Tätigkeit zu brauchbaren, gehorsamen Tieren umerzogen hat, sind nicht mehr zu zählen, er ist in Kreisen der Pferdezüchter der anerkannte Fachmann auf diesem Gebiet. In Reichelsheim wird er am Montag, 4. Dezember, um 10 Uhr, im Gasthaus „Zum Adler“ einen Vortrag mit praktischen Vorführungen seiner Behandlungsmethoden bösartiger Pferde halten. Bauern, die verdorbene Pferde besitzen, können sie zu den Vorführungen mitbringen.

So ein Früchtchen!

Bensheim (H. B.) - Im Sommer dieses Jahres wurde einem Metzgermeister in der Neckarstraße ein Geldbetrag von 40 DM aus der Ladenkasse gestohlen. Dieser Tage, nun konnte der Täter, ein 13jähriger Schüler, der das entwendete Geld mit seinen Spielgefährten verjubelt hatte, von der Kriminalpolizei ermittelt werden. Da sich der jugendliche Langfinger schon mehrfach auf ähnliche Weise betätigt hat, wird das Jugendamt Fürsorgemaßnahmen erlassen.

Vorsicht vor „Meier“!

Bensheim (H. B.) - Ein gewisser Werner Meier tritt als Inseraten-Werber für den internationalen „Automobilführer“ auf, nimmt in Hotels und bei anderen Firmen Bestellungen auf Insörate entgegen und kassiert hierfür Geldbeträge ein. Da die Inseratenwerbung für den „Automobilführer“ breits am 15. Juli 1950 abgeschlossen wurde, ist die Weiterführung diesei' Tätigkeit mit betrügerischen Absichten verbunden.

Die Pferde gingen durch

Bauschheim (Kb) - Dem Landwirt Kroecker gingen beim Jauchefahren in der Hauptstraße plötzlich die Pferde durch. Der Landwirt stürzte durch das plötzliche Anziehen der Tiere vom Fahrzeug und wurde einige Meter mitgeschleift. Er erlitt neben einem Bluterguß weitere Verletzungen. Beim Einbringen der wildgewordenen Tiere wurde der Vater des Landwirts ebenfalls verletzt.

Vahrer unter Alkoholgenuß

Gernsheim (Kb) - Ein Dreirad-Lieferwagen kam auf der Bundesstraße 44 in der Nähe von Gernsheim von der Fahrbahn ab und fuhr mit voller Wucht gegen das Einfahrtstor der chemischen Fabrik van Baerle & Co. Der Fahrer, welcher unter Alkoholeinfluß stand, wurde vorläufig festgenommen.

Den ersten Preis-Skat für das Winterhalbjahr veranstaltete dieser Tage Caf6 Späth in Groß-Bieberau. GD

Hilfe in Sorge und Not

Erbach, (ch) In mehreren Heimkehrerversammlungen will der Verband der Heimkehrer e. V., Kreisverband Erbach, am kommenden Sonntag alle ehemaligen Kriegsgefangenen über seine Ziele unterrichten. Seine Hauptaufgabe sieht er in der Pflege und Vertretung der rechtlichen, wirtschaftlichen, sozialen, geistigen und gesellschaftlichen Interessen all derer, die einmal hinter Stacheldraht sitzen und Frondienst leisten mußten. Trotz Heimkehrergesetz und zahlreichen Erlassen sind viele Heimkehrer noch immer ohne Arbeit, kämpfen um eine, manchmal sogar um ihre eigene frühere Wohnung usw. In Bad-König findet die erste Versammlung um 10 Uhr im Cafe Laub statt, um 14 Uhr folgt die zweite in Kirch-Brombach in der Wirtschaft Engel. In beiden Versammlungen wird Lehrer Rettig, Kirch-Brombach sprechen. Um 14 Uhr findet in Beerfelden, im Gasthaus W. Neuer, eine dritte Versammlung mit Lehrer Walther, Michelstadt, statt.

Was aǔch interessiert:

Der zweite Lehrgang der Waldfacharbeiterschule in Lampertheim beginnt am Montag. Vom Forstamt Darmsadt-Ebrrstadt wurden drei Lehrlinge verpflichtet. nk

Eine Volksmusikschule für Nauheim (Kreis Groß-Gerau) plant der dort ansässige Musiklehrer Riedl. In ihr soll auch den Minderbemittelten die Möglichkeit musikalischer Bildung gegeben werden.

Die Straßenbeleuchtung von Rothenberg wurde dieser Tage durch die Gemeindeverwaltung wieder in Betrieb gesetzt, wofür besonders die Berufstätigen, die morgens zum Omnibus müssen, dankbar sind. -ch

Einen hochherzigen Vorschlag, der auch vom Gemeinderat angenommen wurde, hatte kürzlich Bürgermeister Galle (Unterschönmattenwag) gemacht. Bisher war ein Schulsaal von der Gemeindeverwaltung mit Beschlag belegt worden. Der Bürgermeister stellt nun seinerseits in seinem neben dem Schulhaus gelegenen Wohnhaus zwei Zimmer zur Verfügung, die unverzüglich instand gesetzt und als Büroräume benutzt werden sollen, damit wieder für 4 Doppelklassen 4 Schulsäle zur Verfügung stehen. -r

Die Chorvereinigung Michelstadt gibt am 9. Dezember in „Schmerkers Garten“ ein volkstümliches Chorkonzert ausschließlich mit Volksliedern, an dem die Männer-, Frauen- und gemischten Chöre unter Leitung von Emil Nowak teilnehmen. -ch

Eine Opernklasse der Landesmusik¬ schule Darmstadt bringt am 10. Dezember in der Beerfelder Turnhalle die Operette „Die Frau ohne Kuß“ von Walter Kollo zur Aufführung. -ch

Güttersbachs Einwohnerschaft ist für Samstag von Bürgermeister Joh. Hch. Helm zu einer öffentlichen Bürgerversammlung eingeiaden, bei der die Instandsetzung des Beerfelder Wegs und allgemeine Ortsbildverschönerungen besprochen werden sollen. -ch

Die Landwirtschaftskammer Hessen führt am 7. Dezember in Reichelsheim eine Gülletagung durch, bei der Oberregierungsrat Nauwerck, Freiburg, über „Güllewirtschaft im Gebirge“ und Regierungsoberbaurat Krause vom Wasserwirtschaftsamt Darmstadt über Wasserrechtsfragen sprechen werden, -ch

lieber fünfzig neue Bücher wurden für die städtische Bücherei Babenhausen durch die Stadtverwaltung angeschafft. NB.

Philatelistennachwuechs stellt aus.

Groß-Gerau, (eng) In der Briefmarkenausstellung, die am Sonntag im Realgymnasium von 9.30 Uhr an geöffnet sein wird, wollen auch etwa 20 Jugendliche ihre 'Sammlungen zeigen, die meist um bestimmte Motive gruppiert sind. Diese Schülersammlungen werden von erfahrenen Sammlern beurteilt. Eine Reihe Preise (Philatelistenwerkzeuge und Marken) stehen zur Verfügung.

Zellstoffindustrie Hauptbedarfsträger für Holz

Ein Gespräch mit Forstmeister Kratz vom Forstamt Hepenheim

evh - Infolge des während der letzten Kriegs-.und Nachkriegsjahre betriebenen Mehrholzeinschlags sind die Forstämter angewiesen, ihr Hauptaugenmerk auf die Aufforstung zu richten. Wie Forstmeister Kratz uns erklärte, wurde mehr als das Dreifache wie in Vorkriegszeiten geschlagen.

Infolge der steigenden Kohlenverknappung ist außer Nutzholz auch Brennholz wieder besonders stark angezogen. Jedoch sind seitens der Forstaufsichtsbehörde die Hiebsätze bereits so festgelegt, daß der Holzbestand möglichst geschont wird, um wieder allmählich dem Normalstand angepaßt zu werden.

Handelt es sich zum Beispiel um Nutzholz für soziale Bauten, wie für Krankenhäuser, Schulen usw., so wird in der Regel die Genehmigung von einer gestellten Neupflanzungsfrist abhängig gemacht. In der Planwaldwirtschaft berücksichtigt ist ebenfalls der Schutzgebietsplan, mit Rücksicht auf die Erhaltung des Wildgeheges. Sie sieht aber auch die Erhaltung und Vermehrung großer Laubwaldstrecken, den bedeutungsvollen Faktor für eine klimatische Gleichgewiditsspanne, vor.

Um Einschläge und Aufforstungen planvoll leiten und vornehmen zu können, dient diesem Projekt der Zehnjahres - Waldwirtschafts- und Jahresnutzungsplan. Insofern es sich um Gemeindewald handelt, kommt der Gemeinde hierbei der Nutzungswert, zum Beispiel durch Holzverkauf, besonders zugute. Unter anderm teilt Forstmeister Kratz die Meinung weiter Volkskreise, wonach gegenwärtig das Brennholz erheblich billiger als Kohle ist, nur lediglich infolge der Nebenkosten (Anfuhr und Spalten) verteuert wird. Als einen der Hauptbedarfsträger für Nutzholz bezeichnet der Forstmeister die Zellstoffindustrie.

In allem Planen wird wieder von dem forstamtlichen Grundsatz ausgegangen, daß der Wald nicht nur erhalten, sondern unbedingt der ganz besonderen Pflege und Erweiterung bedarf. Nicht zuletzt deswegen, daß er auch den Menschen eine Stätte der Erholung sein kann.

Gründung der „Sowag“

Heppenheim, (erh) — In dem Bestreben, einander zu helfen, gründeten Heimatvertriebene die Ein- und Verkaufsgenossenschaft „Sowag“ und eröffneten in der Schunkengasse ein Ladengeschäft. Außer Lebensmitteln sollen alle zum täglichen Bedarf erforderlichen Wirtschaftswaren und Gebrauchsartikel geführt werden. Obwohl der weitere Ausbau der Organisation noch eine gewisse Zeit beanspruchen wird, bietet die „Sowag“ bereits jetzt schon eine vielseitige und gediegene Auswahl. Sie will den Heimatvertriebenen und Minderbemittelten die verbilligte Anschaffung preiswerter Waren zu günstigen Bedingungen ermöglichen.

Jugendheim auf der Tromm

Fürth. (—r) — Der Ortsverband der Heimatvertriebenen hat mit den Vorarbeiten begonnen, um das von der Vertriebenenjugend vorgeschlagene Jugendheim auf der Tromm zu verwirklichen. Von der Gemeindeverwaltung wurden Baugrund sowie größere Mengen Bauholz zur Verfügung gestellt- Mit den eigentlichen Bauarbeiten soll spätestens im März 1951 begonnen werden. Das Heim wird der heimatvertriebenen Jugend, vor allem des Kreises Bergstraße, zur Verfügung stehen, soll später aber den Charakter einer Jugendherberge erhalten.

Kampf um den Sitzplatz

Bürstadt, (bb.) Da die Zustände in den Arbeiterzügen des Südriedes nach und von dem badischen Industriezentrum Mannheim sich kaum gebessert haben, hat der* Bürstädter Bürgermeister J. Held in einem Schreiben an das Eisenbahnbetriebsamt HI Darmstadt erneut auf die diesbezüglichen Mängel hingewiesen. Es sei der Arbeiterschaft als Hauptfaktor der deutschen Wirtschaft absolut unwürdig, sich jeden Morgen und Abend von neuem um einen Sitz- oder Stehplatz „balgen“ zu müssen, ganz abgesehen davon, daß mit der gültigen Fahrkarte jeder Arbeiter Anspruch auf einen Sitzplatz habe. Bis heute sei die Bahn dieser Tatsache jedoch noch keineswegs gerecht geworden.

In der Eingabe, welche auch den Parteifraktionen des hessischen Landtages und dem Landrat des Kreises Bergstraße zugestellt wurde, wird deshalb der Vorschlag gemacht, entweder den Zugverkehr zu verstärken, oder neue Omnibuslinien auf der Strecke Mannheim —Lampertheim—Bürstadt—Biblis einzurichten.

Unsere Geburtstagskinder

80. Geburtstag: Herr Pfarrer Peter Schweickert, Jugenheim, Darmstädter' Straße 8.

76. Geburtstag: Herr Peter Ost, Zwingenberg, Obertor 10.

73. Geburtstag: Frau Minna Veigel, Zwingenberg, Wiesenstraße 18.

Wirtschaftsvereinigung plädiert für Bensheim

Die Debatte um die Kreisstadt hält an / Kundenkreditgesellschaft gegründet

e’ner Mitgliederversammlung, an der auch Gäste und als Vertreter der Stadtverwaltung Beigeordneter Seidel sowie die Vertreter der Presse teilnahmen, hatte die Bensheimer Wirtschaftsvereinigung am Mittwochabend im Kleinen Saal des „Deutschen Hauses“ eingeladen.

Fabrikant Schachner eröffnete die Sitzung und dankte dem Leiter der diesjährigen Werbe- und Verkaufsmesse, Fabrikant Flach, der in aufopfernder Arbeit für das Gelingen und den reibungslosen Ablauf der Messe gesorgt hat. Kaufmann Weidauer sprach über das finanzielle Ergebnis dei' Messe, das trotz des ungünstigen Wetters befriedigend sei es sei in den drei letzten Jahren die erfolgreichste Messe gewesen —, allerdings könne er noch keine endgültigen Zahlen nennen, da die Geschäfte immer noch nicht restlos abgewickelt seien.

Zu Punkt 2 der Tagesordnung betreffs Maßnahmen zur Förderung des Weihnachtsgeschäftes ergriff Kaufmann Emig das Wort. Am 3., 10. und 17. Dezember werden in Bensheim alle Geschäfte von 13 bis 18 Uhr geöffnet sein. Er betonte, daß die Bedeutung einer Stadt durch die Zahl der Käufer gewinne. Ab 1. Advent sollen an allen Sonntagen, an den Weihnachtsfeiertagen sowie an den drei Hauptgeschäftstagen in der Woche alle Schaufenster und Häuserfronten ähnlich wie beim Winzerfest festlich beleuchtet werden. Es sei weiterhin der Wirtschaftsvereinigung gelungen, zu erreichen, daß künftig ambulante Händler mit Schuh-, Textil- und sonstigen nicht in den Rahmen eines Wochenmarktes gehörenden Waren nicht mehr dort geduldet werden.

Direktor Mattern von der Berufsschule schlug vor, die Weihnachtsferien bei der Berufsschule mit Rücksicht auf das Weihnachtsgeschäft vorzuverlegen und erklärte sich bereit, einen entsprechenden Antrag an die zuständige Stelle zu richten. Man einigte sich auf die Zeit vom 12. Dezember bis 2. Januar, wobei die zusätzlichen Ferientage an den Osterferien abgezogen werden sollen. Zu Punkt 4: Benennung von Arbeitgeberbeisitzern für die Kammern des Oberversicherungsamtes in Darmstadt erklärte Dr. Kilian, es sei notwendig, zu den bisherigen Beisitzern noch zwei weitere hinzuzuwählen, da künftig auch in Bensheim Sprechstunden abgehalten werden sollen. Man entschied sich für die Herren Oestreicher und Ing. Heiß.

Zur Frage des Sitzes des Landratsamtes Bergstraße erklärte Dr. Kilian, die Wirtschaftsvereinigung fühle sich ebenfalls verpflichtet, zu dieser Frage Stellung zu nehmen, da sie ja die Interessen der Bensheimer Geschäftswelt zu vertreten habe. Es sei daher ein Schreiben an den Innenminister' und Wirtschaftsminister gerichtet worden, in dem darauf hingewiesen wurde, daß Bensheim unzweifelhaft die größte Stadt des Kreises sei. daß laut Statistik nur ein Siebentel der Gemeinden des Kreises mit insgesamt 27 000 Einwohnern mit Heppenheim direkt verbunden sei, während ein Drittel der Gemeinden des Kreises mit insgesamt 72 000 Einwohnern im Blickfeld Bensheims liege. Man könne den Bewohnern des Riedes auf die Dauer nicht zumuten, daß sie wegen jeder Angelegenheit beim Landratsamt eine Fahrt mit Umsteigen über Bensheim unternehmen müßten, während es für die Bewohner des Ueberwaldes nur wenig ausmache, eine Station weiterzufahren. Die Zusammenlegung der beiden Kreise Heppenheim und Bensheim sei seinerzeit unter einem nicht allzu sachlichen Gesichtspunkt vorgenommen worden, und es sei Aufgabe der heutigen Zeit, Entscheidungen eines überwundenen Regierungssystems ebenfalls zu überwinden. Der Innenminister habe auf dieses Schreiben mitgeteilt, daß er den Regierungspräsidenten in Darmstadt um einen eingehenden Bericht gebeten habe.

Im Punkt „Verschiedenes“ wurde die Gründung einer Kundenkreditgesellschaft in Bensheim bekanntgegeben., ferner soll beantragt werden, daß dei' Jahrmarkt wieder wie früher in die obere Hauptstraße verlegt wird. Zum Abschluß sprach Dr. Kilian noch zu dem Thema: „Lastenausgleich“.

1. Dorsfjugendabend

Waldmichelbach, (-r) — Als erster Ort des Landkreises Bergstraße wird die Jugend der Gemeinde am 15. Dezember im Hotel „Zum Odenwald“ einen Dorfjugendabend starten. Kreisjugendpfleger D i x - k e s will dabei einleitend auf den eigentlichen Sinn dieser Veranstaltung eingehen, ehe Bürgermeister Bachmann den Abend mit einem Kurzvortrag über das im Entstehen begriffene Sport- und Ktdturheim der Gemeinde bereichern wird. Nach einer Diskussion über die noch offenen Probleme zu diesem Punkt wird ein Quiz-Wettbewerb auf gezogen, dessen Gewinner mit Buchpreisen bedacht werden sollen. Als Diskussionsleiter wurde Hans Reinhard gewählt, während für das Quiz Günther Schaab und Werner Lämmer zuständig sind.

Ein ansehnlicher Grundstock

Stadtbücherei verfügt über 1500 Bände

Bensheim (HB) - Die inzwischen abgeschlossene Büchersammlung für die Gründung einer Stadtbücherei ist, wie das Ergebnis zeigt, überaus erfolgreich gewesen. Die von uns vor einiger Zeit gemeldete Zahl von 400 gespendeten Büchern hat sich inzwischen auf 500 erhöht, so daß nun zusammen mit früheren Spenden und den Neuanschaffungen ein Grundbestand von 1500 Büchern vorhanden ist. Nachdem nun die Bände sortiert, eingeordnet und für die Ausleihe hergerichtet wurden, will man an die Aufstellung eines Katalogs gehen, um jedem Leser einen guten Ueberblick über den Buchbestand zu gewähren und ihm gleichzeitig ein Hilfsmittel bei der Auswahl der Bücher in die Hand zu geben. Leider kann die Bücherei aus unvorhergesehenen Gründen noch nicht wie beabsichtigt Anfang Dezember, sondern erst im Januar 1951 eröffnet werden.

Große Weihnachtsschau

Pfungstadt. (Scg)) — Am 2. und 3. Dezember findet in der „Union-Gaststätte“, Waldstraße, eine große Weihnachtsschau unter dem Motto: „Gemütlichkeit im Heim“ statt. Die beteiligten Geschäfte werden bemüht sein, alles das zu zeigen, was auch heute unter schwierigen, wirtschaftlichen Umständen zur Wohnkultur möglich und in der Anschaffung erforderlich ist. Gezeigt werden u. a. Möbel. Radiogeräte, Dekorationsstoffe, Porzellane, Elektro-Geräte, Schmuck, Silbersachen, Kunststickereien und Küchenwaagen.

Wertvolle Kulturarbeit

Asbach (G) - Anläßlich eines Kulturabends führte die Laienspielgruppe des „Kulturringes der Jugend“ des Kreises Dieburg ein Spiel von A. J. Lippi „Die getreue Magd“ unter Leitung von Lehrer W. Leonhard auf. Eingeleitet wurde der Abend mit der Vorführung einiger Kurzfilme, die das Resident Office Dieburg freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte. Ein überfüllter Saal und reicher Beifall belohnte die Mitwirkenden für ihre Arbeit und zeigte, daß auch in den kleinsten Gemeinden unter tatkräftiger Führung wertvolle Kulturarbeit geleistet wird.

Geslügelzuchtverein stellte aus

Trebur. Im Saalbau „Eigenheim“ veranstaltete der Geflügelzuchtverein eine Ausstellung, die, mit 124 Nummern Geflügel und 36 Nummern Kaninchen beschickt, bei der Bevölkerung großen Anklang fand.

Landesverbandsehrenpreise entfielen auf: Jakob Röder für Italiener (gestreift). Landesverbandszuschlagspreis erhielt Herbert Hoffmann für Italiener (gestreift).

Kreisverbandszuschlagspreise erhielten für Rhodeländer (Hennen), P. Gleichmann, für schwarze Italiener (Hennen) Albert Gröhl.

Gemeindezuschlagspreise errangen: Fr. Els enh eimer, Wyandottes schwarz (Hennen) und Gleichmann für Leghorn (weiß) und Zwerg - Wyandottes (schwarz). Außerdem wurden für Kaninchen insgesamt 5 Ehrenpreise verteilt, darunter an Möbus, Melchior, Schindel und Bauer. Kr.

Fortbildung des Arbeiters nötig

Wallerstädten, (eng) — Wenn der Arbeiter sein Mitbestimmungsrecht wirkungsvoll wahrnehmen wolle, müsse er auch an sich selbst arbeiten und sich fortbilden, erklärte Kreisgewerkschaftssekretär Strehler, Rüsselsheim« am Mittwochabend in Wallerstädten anläßlich einer Veranstaltung des Ortsgewerkschaftskartells, die die Einleitung zur winterlichen Bildungsarbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes bildete. Im Mittelpunkt des Abends stand die Vorführung einiger Filme durch das Resident Office Groß-Gerau, die einen Querschnitt durch die Entwicklungsstadien der Technik von den Anfängen bis zur Gegenwart zu geben versuchten. In einer Diskussion bildete die Frage der Verantwortung des arbeitenden Menschen gegenüber der weiteren Entwicklung der Technik den Kernpunkt. Wie Lehrer We i ß am Schluß bekanntgab, ist in Wallerstädten die Veranstaltung von Bildungsabenden der Gewerkschaften in regelmäßiger Folge geplant.

Schleppender Ferkelmarkt

Groß-Gerau, (eng) Auf dem Markt waren am Mittwoch 329 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten 4 Wochen alte Ferkel 30 bis 35 DM, 5 Wochen alte 40 bis 45 DM und 6 Wochen alte 50 bis 55 DM. Für Läufer wurden je nach Gewicht 85 bis 125 DM bezahlt. Der Geschäftsgang war schleppend, es blieb Ueberstand. Der nächste Ferkelmarkt findet am Mittwoch, dem 13. Dezember, auf dem Marktplatz Groß-Gerau statt.

Meldungen aus den Landlccisen

DARMSTADT-LAND

Roßdorf. Eine Wiederholung des Sudetendeutschen Theaterstücks „Die Annen r u h“, aufgeführt von der Spielschar der Heimatvertriebenen, erfolgt am Samstagabend, 20 Uhr, im Saale des Gasthauses „Germania“. sl

Hahn. Zu einem Familienabend lädt für Samstagabend die Kirchengemeinde ein. Wegen des reichhaltigen Programmes pünktlich um 20.15 Uhr Beginn. Pfarrer Klöß, Gernsheim, hält einen Lichtbildervortrag über „Das schöne Spanien“. Der Ertrag des Abends ist für die Orgelschulden bestimmt.

DIEBURG

Dieburg. (RG) — Der Verboast-Kreisverband hält seine diesmalige Monatsversammlung am 2. Dezember, 17 Uhr, in der „Ludwigshalle“ ab. Es spricht der Vorsitzende des Landesverbandes Hessen, Landgerichtsrat Dr. Derbe über den „Kampf des Verboast um soziale Gerechtigkeit“

Reinheim. An einem landwirtschaftlichen Lagerschuppen in der Groß-Bieberau er-Straße wurden von unbekannten Tätern 26 Meter Dachrinne abmontYrt und zum Teil gestohlen. RG

Grim-Zimmern. Einem ortsansässigen Schuhmacher wurden aus dem Küchenschrank 200 DM gestohlen. Etwa um die gleiche Zeit kamen einer Frau aus ihrem im Flur hängenden Mantel 47 DM abhanden. RG

Bebenhausen. Im Saale des Gasthauses „Adler“ verlebten die Ruhegehaltsempfänger und Rentner des Sozialwerkes der Deutschen Bundesbahn einige frohe Stunden. Zum Tanz spielte Kapelle W. Vock auf. NB

ERBACH

Erbach, (ch) — Mehrere junge Erbacher und Michelstädter, die in der vergangenen Woche an der Kundgebung der europäischen Jugend in Straßburg teilgenommen haben, berichten heute abend um 20.15 Uhr in der Amerikanischen Lesehalle über ihre Erlebnisse und zeigen selbstaufgenommene Lichtbilder.

Haingrund. Die Arbeiten an der Wasserleitung sind durch noch von auswärts hinzugezogene Arbeitskräfte so weit fortgeschritten, daß die Straße jetzt wieder für den Durchgangsverkehr freigegeben werden konnte. BM

Hüttenfeld, (bb) — Am Dienstag hielt Bürgermeister Günderoth. Lampertheim, zum ersten Male eine Sprechstunde in. der Filialgemeinde ab, die gut besucht war. U. a. wurde die Verlängerung der Pachtzeit für Gelände der Gemeinde beantragt, welches sich zum Spargelanbau eignet.

BERGSTRASSE

Heppenheim, (erh) — Aus Anlaß der Wiederkehr des Verfassungstages findet am 1. Dezember, vormittags 11 Uhr, in der Stadthalle eine Gedenkfeier statt. Sie wird vom Landrat des Kreises Bergstraße durchgeführt. Die Beamten und Angestellten werden geschlossen daran teilnehmen.

GROSS-GERAU

Dornheim. Die Landstraße 11. Ordung 157 Dornheim — Leeheim wird wegen Straßenbauarbeiten für den Durchgangsverkehr aller Art gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Wolfskehlen. Mehrlänge 3 Kilometer. -th-

Nauheim. Der Kreisausschuß des Landkreises Groß-Gerau hat nach erfolgter Ortsbesichtigung dem Antrag der Gemeinde vom 17. März 1950 zugestimmt und die Hintergasse für den Durchgangsverkehr für Kraftfahrzeuge über 2,5 t und Kraftfahrzeuge aller Art mit Anhänger im Interesse eines reibungslosen Verkehrs gesperrt. -th-

Der SPORT

Letzter Kampftag der Ringer-Oberliga

Die Meistermannschaft von Eckenheim in Groß-Zimmern / Tabellenzweiter Dettingen in Hösbach

Nachdem am vergangenen Wochenende bereits die Entscheidungen gefallen sind — Eckenheim hat wiederum die Meisterschaft an sich gerissen und Darmstadt 98 vermochte sich nicht vom Tabellenende zu lösen —, sind die letzten Kämpfe nicht mehr so mit Spannung geladen wie die bisherigen. Der neue und alte Meister tritt mit seiner Mannschaft in Groß-Zimmern an. Die Vorwärts-Leute haben bei ihrem vorletzten Kampf in Darmstadt gezeigt, daß ihr Tabellenplatz ihrer wirklichen Stärke nicht entspricht. Obwohl die Gäste die größere Chancen besitzen, liegt ein Teilerfolg der Gastgeber greifbar nahe. Voraussetzung dafür ist selbstverständlich, daß die Groß-Zimmerner Staffel komplett antritt. In Hanau ist die Mannschaft von ASV 86 Frankfurt zu Gast. Beide Mannschaften gelten mit zu den kampfkräftigsten Mannschaften der hessischen Oberliga. Die Gastgeber könnten sich auf Grund des eigenen Mattenvorteils durchsetzen, doch liegt ein Unentschieden näher, da die Eiche-Mannschaft immer noch nicht in stärkster Besetzung antreten kann. Der Neuling Dettingen, der in diesem Jahr überraschend auf den 2. Tabellenplatz kam, kann in Hösbach nichts verlieren. Sein 2. Platz ist ihm sicher und auch eine Niederlage würde daran nichts ändern. Die Hösbacher Mannschaft, die bereits im Vorkampf ein Remis erzielen konnte, sollte sich vor eigenem Publikum erfolgreich durchsetzen. Damit wäre den Gastgebern der 3. Tabellenplatz sicher. Der SV Darmstadt 98 hat in der höchsten Kampfklasse bereits am vergangenen Samstag seinen letzten Kampf bestritten und ist kampffrei.

Landesliga sucht ihren Meister Die Anwärter: Darmstadt 1910 SKG

Ober-Ramsiadt und SKG Sprendlingen Bis zum letzten Kampftag hält die Spannung in der hessischen Landesliga der Ringer an. Nach den bisherigen Kämpfen kann man sagen, daß die an der Spitze stehenden Mannschaften ziemlich gleichwertig sind. Selten ist ein Meisterschaftsprogramm derart spannend verlaufen wie in diesem Jahr.

Relativ am günstigsten stent <ne Mannschaft von Darmstadt 1910. die bisher mit einem Punktvorsprung die Tabelle anführt. In Ober-Ramstadt empfängt die SKG den Tabellenführer. Es wird einen erbitterten und harten Kampf geben, beide Mannschaften werden ihre Chancen wahrnehmen wollen Die Gastgeber, die bereits in Darmstadt ein Unentschieden erzielten, werden auf eigener Matte und vor eigenem Publikum kämpfend den Darmstädtern harte Gegenwehr leisten. Ein Unentschieden würde den Gästen aber bereits langen. Beide Mannschaften stehen sich in stärkster Aufstellung gegenüber. Es ist zu hoffen. daß vom Verband ein geeigneter Kamnfrichter abgestellt wird.

'Der dritte Anwärter, die SKG Sprendlingen fährt nach ihrem klaren Sieg über die SG ’ Arheilgen nach Kostheim. Die Gastgeber sind auf eigener Matte in dieser Verbands runde noch ungeschlagen und werden alles versuchen, den guten Mittelplatz zu halten.

Die SG Arheilgen wird in ihrem letzten Kampf ihr Punktkonto gegen die bisher ohne Punktgewinn verbliebene Mannschaft von Wiesbaden verbessern können. Wenn Spatz mit von der Partie ist, sollte es einen klaren Sieg geben.

Es ist möglich, daß bei Punktgleichheit ein Stichkampf ausgetragen werden muß. Der Meister der Gruppe 1 trifft dann auf den Meister der Gruppe 2. der bereits mit der Mannschaft von Goldbach feststeht. Der Sieger dieser Begegnung — es wird ein Vor- und ein Rückkampf ausgetragen — steigt in die hessische Oberliga auf. -eri-

Die Meisterschaftskämpfe der Ringer-Kreisliga, Gruppe 1, gehen langsam ihrem Ende entgegen. Bereits an diesem Wochenende bestreiten die Mannschaften von Groß-Zimmern und Münster ihren vorletzten Kampf. Die Staffel von Roßdorf allerdings hat gegen Wersau und Schaafheim noch je einen Kampf nachzuholen.

Die Begegnungen: Schaafheim — Wersau und Groß-Zimmern II — Münster. Der Tabellenzweite geht einen schweren Gang. Die Wersauer kommen zwar als Favorit nach Schaafheim, doch der Punktgewinn ist noch nicht sicher. Schaafheim war beim Vorkampf knapp unterlegen und könnte ein Unentschieden erzielen. — Ebenfalls schwer haben es die Vertreter von Münster. Die Reserve von Groß-Zimmern ist noch immer ungeschlagen und sollte auch dieses Treffen für sich entscheiden können.

Die Gruppe 2 kommt mit den Kämpfen, durch die Nachmeldung von Fürth, erst am 7. Januar zum Abschluß. Lediglich die Spitzenmannschaften Nieder-Ramstadt und Bensheim bestreiten ihren vorletzten Kampf.

Es treffen sich: Rimbach — Nieder-Ramstadt, Pfungstadt — Ober-Ramstadt und Fürth gegen Bensheim. Obwohl die Rimbacher den Mattenvorteil für sich haben, werden sie gegen Nieder-Ramstadt um eine Niederlage nicht herumkommen. — Zu einem hatten Kampf kommt es in Pfungstadt. Bei dem Vorkampf teilten sich die Mannschaften in die Punkte. Auf eigener Matte allerdings sollten die Gastgeber zu Sieg und Punkten kommen. — Immer noch sind die Fürther nicht besonders sattelfest. Auch gegen den Tabellenzweiten werden sie die Rolle des Punktlieferanten übernehmen müssen. ES

Freundschaftskampf Neu-Isenburs —SV 98

Am Samstagabend kommt es in Neu-Isenburg zu einem interessanten Freundschafts-Vergleichskampf. Die Gastgeber, die in der LandesMga bei den Verbandskämpfen den 4. Tabellenplatz eingenommen haben, empfangen die Lilienträger, die heuer noch in der Oberliga ihren Mann standen. Dabei wird es zu interessanten Begegnungen wie Schnappauf (Neu-Isenburg) — Scheidler (98) und Malsy (Isenburg) — Gerhardt (98) kommen. Eine Voraussage ist schwer zu machen. Treten die Gäste komplett an, so sollten sie diesen Kampf zu ihren Gunsten entscheiden können. Die LiMenträger werden voraussichtlich einige ihrer Nachwuchskräfte einsetzen.

Handhall-Verbandsliga

Die ersten Spiele der Rückrunde

SV 98 in Gelnhausen, TuS Griesheim in Offenbach

Bis auf ein rückständiges Spiel in Herrnsheim, das am 26. Dezember nachgeholt wird, haben die 98er die Vorrunde am vergangenen Sonntag beendet. Sie starten bereits am kommenden Wochenende in die Rückrunde und fahren nach Gelnhausen.

Nach einigen sehr guten Spielen konnte die Darmstädter Mannschaft am letzten Sonntag gegen Wormatia Worms nicht ganz überzeugen. Es lag wohl in der Hauptsache .an mangelndem Verständnis untereinander. Bei ihrer bevorstehenden Begegnung in Gelnhausen müssen die Lilienträger gewaltig auf der Hut sein, um keine unangenehme Ueberraschung zu erleben. Bereits in der Vorrunde hatten die 98er damals größte Mühe, nach einer Pausenführung der zähen und ehrgeizigen Gäste schließlich doch noch zu gewinnen. Auf dem immer nassen Lehmplatz in Gelnhausen ist es für jede auswärtige Mannschaft schwer, Punkte zu holen, und erst am vorletzten Sonntag mußte Mombach eine klare 7:0 -Niederlage einstecken. Vor allem ist es der gefürchtete Strafwurfspezialist Lorenz, der für seine Mannschaft Sonntag für Sonntag sehr erfolgreich ist. Es gilt also besonders für die Hintermannschaft der 98er, auf schnellste Aufstellung der Abwehrmauer zu achten. Die Mannschaft des SV 98 wird in derselben Besetzung wie am vergangenen Sonntag antreüen; Lehning — Spieker, Glock — Emig, Peters, Fischer — Schäfer, Lutz, Reinhardt, Dr. Barth, Wenz.

Abfahrt der ersten Reservemannschaft: 10 Uhr ab Marstall.

Weiter spielen am Sonntag in der Verbandsliga Gruppe Süd: Wormatia Worms — SG Kempten Kickers Offenbach — TuS Griesheim Eintracht Mombach — Dietzenbach

In Worms stehen sich die beiden Abstiegskandidaten Wormall a und Kempten gegenüber, wobei die Platzherren, die das derzeitige Schlußlicht der Verbandsliga bilden, nach ausgeglichenem Kampf über Kempten siegreich bleiben dürften. Sie würden sich damit die ersten Punkte holen, zumal sie in ihrem Torhüter Keimig einen hervorragenden Mann besitzen. — In Offenbach werden sich die Kickers nach ihrer etwas überraschend klaren Niederlage gegen Dietzenbach an den „Rothemden“ schadlos halten wollen. Ob das so ohne weiteres möglich ist, kann nicht gesagt werden, denn die Griesheimer geben sich immer erst nach Kampf geschlagen. Man wird in Darmstadt das Ergebnis dieses Spiels mit besonderem Interesse erwarten, da der seither ungeschlagenie Tabellenz'weite am Sonntag darauf in Darmstadt gegen den SV 98 anzutreten hat. Sollte das Spiel auf dem Offenbacher Nebenplatz (SandplatzX ausgetragen werden, dann haben die Griesheimer immerhin einige Chancen. — Der Hessenmeister, die SG Dietzenbach, muß nach Mombac h. Dieser Mainzer Vorort ist ein heißes Pflaster, das haben schon alle Mannschaften, die dort antraten, erfahren müssen. Allerdings ist

Mombach im Augenblick durch die Herausstellung und Sperrung von drei ihrer besten Spieler sehr stark gehandicapt. Es müßte also schon sonderbar zugehen, wenn Dietzenibach auf dem tiefen Geläufe des Mombacher Sandplatzes straucheln würde. Ailes in allem dürfte eine Aenderung in der Tabelle am kommenden Sonntag nicht zu erwarten sein. -r.

Gruppenliga 4

Die Handball-Vorrunde ist, bis auf einige noch ausstehende Spiele abgeschlossen. Durch den Ausfall der Begegnungen am Totensonntag besteht immer noch keine Klarheit über die Besetzung des zweiten bis fünften Tabellenplatzes. Der kommende Spielsonntag, der bereits den Beginn der Rückrunde bringt, wird auch darin einige Klarheit schaffen. Folgende Begegnungen finden statt: VfL Herrnsheim — TSG 46 Darmstadt; SV Kostheim — Concordia Gernsheim; SKG Bauschheim — TuS Wörrstadt; SG Bretzenheim gegen TSV Braunshardt.

In Herrnsheim erwartet der dortige VfL bereits am Sonntagvormittag die Mannschaft der TSG 46 Darmstadt. Wenn auch die Platzherren allgemein als Favoriten gelten, so dürften doch die Gäste für eine Ueberraschung gut sein. Der Gastgeber ist bekannt für seine harte Spielweise, die ihm schon manchen Punktgewinn einbrachte. Die Darmstädter sollten sich diese Spielweise nicht aufdrängen lassen, da sie dann eher die Möglichkeit hätten, zu einem Punktgewinn zu kommen. — An der Mainspitze treffen in dem SV Kostheim und der Gernsheimer Corcordia zwei etwa gleichstarke Mannschaften aufeinander. Unter Berücksichtigung des Platzvorteils und des stimmlichen Rückhalts durch das einheimische Publikum sollte den Einheimischen ein doppelter Punktgewinn gelingen. — Die SKG Bauschheim wird es gegen den Tabellenletzten, die TuS Wörrstadt nicht allzu schwer haben. Sieg und Punkte zu erringen, und sich damit einen guten Mittelplatz in der Tabelle zu sichern. — Der SG Bretzenheim wird es wohl auch auf eigenem Platz kaum gelingen, den Braunshardter Gästen den Sieg streitig zu machen, die die Punkte sehr nötig haben, um den Anschluß an die Spitzengruppe zu wahren.

Bezirksklasse Odenwald

Am kommenden Sonntag spielen: Urberach gegen Fränk.-Crumbach: Langen — Kirch-Brombach; Groß-Bieberau — Reichelsheim; Eppertshausen — Seeheim.

Die wichtigste Begegnung findet in Urberach statt, wo der Tabellenführer Fr.-Crumbach nicht nur seine Vorrundenniederlage wettmachen will, sondern auch seine derzeitige erste Tabellenposition gegen den Mitbewerber Urberach verteidigen möchte. — In Langen treffen die beiden Ueberraschungssieger des letzten Sonntags aufeinander. — Groß-Bieberau empfängt zu Hause die ersatzgeschwächte Elf aus Reichelsheim und sollte zu einem klaren Sieg kommen. — Auch Eppertshausen hat gegen die unbeständige Mannschaft von Seeheim die größeren Gewinnaussichten.

Kreisklasse Darmstadt

Mit einem vollen Programm startet die Kreisklasse Darmstadt ihre Rückrunde. In Gruppe I spielen: SV 98 Darmstadt Jun. — Bessungen; Eberstadt — Bickenbach; Hahn — Roßdorf: Nieder-Ramstadt — Arheilgen; Ober-Ramstadt gegen TG 75 Darmstadt.

Die Junioren des SV 98 sowie Eberstadt werden bemüht sein, nicht nur einen Punktgewinn (wie in der Vorrunde) zu buchen. Hahn wird als klarer Sieger erwartet, und auch der ungeschlagene Tabellenführer Arheilgen sollte sich durchsetzen. In Ober-Ramstadt geht es um den Anschluß an die Tabellenspitze, wobei der Platzvorteil entscheidend sein kann.

Die Gruppe II sieht die folgenden Begegnungen vor: Büttelborn — Mörfelden 1b; Egelsbach — VfR Groß-Gerau; TV Groß-Gerau gegen Schneppenhausen; Worfelden — Walldorf. Die ersten drei Spiele sollten die Heimmannschaften als Sieger sehen, während das Treffen in Worfelden durchaus offen ist.

Kreisklasse Dieburg

Am kommenden Sonntag finden in den beiden Gruppen folgende Spiele statt: Gruppe I; TSV Richen — TSV Langstadt Schlierbach II; Germ. Babenhausen — TSV Langstadt I; TV Klein-Umstadt — TV Schaafheim; Gruppe II: SSV Brensbach — TV Groß-Umstadt; TV Groß-Zimmern — SV Nd.-Klipgen; TV Münster — KSV Habitzheim. Freundschaftsspiel: SV 45 Reinheim — TV 07 Heubach.

Die beiden Tabellenführer, Langstadt I und Schaafheim müßten auch auswärts sicher zu den Punkten kommen, und nur Richep hat die Chancen als Platzherr zu gewinnen. In der Gruppe II hat Nieder-Klingen beim Spitzenreiter Groß-Zimmern keine Aussichten. Die Begegnungen in Brensbach, gegen Groß-Umstadt und in Münster, gegen Habitzheim, sind als durchaus offen anzusehen. Eine Sondermannschaft des SV 45 Reinheim erwartet am Sonntag die neuaufgestellte Mannschaft des TV Heubach, bei der u. a. der frühere Auswahlspieler Heckmann mitwirkt. Bereits am Buß- und Bettag trennten sich beide Vereine in Heubach 6:6 unentschieden. ff

Fußhaller der TH siegten in Mainz

Am 29. November begannt die TH Darmstadt in Karlsruhe die Vorrundenspiele im Fuß- und Handball um die Deutsche Hochschulmeisterschaft 1951. Leider litten die Kämpfe unter starkem Regen, der kurz nach Beginn des Handballspiels einsetzte.

Die Deckung der Darmstädter Handballmannschaft fand sich zuerst mit dem schnellen Sturm der TH Karlsruhe nicht zurecht, so daß die Gastgeber bereits nach 10 Minuten mit 5:1 führten. Erst dann wurde das Spiel offen und mit 7:4 wurden die Seiten gewechselt. Die zweite Halbzeit stand infolge der schlechten Platzverhältnisse mehl- im Zeichen kämpferischen Einsatzes. Mit 10:5 fiel der Sieg der TH Karlsruhe etwas zu hoch aus.

Mit einer prächtigen Leistung wartete die durch junge Studenten verstärkte Fußballmannschaft der Darmstädter auf, die schon von Spielbeginn an eindeutig das Feld beherrschte. Kern und Heimbach (35- Meter-Strafstoß) eröffneten den Torreigen. Bis Wechsel bauten die Darmstädter durch Wöber ihren Vorsprung auf 3:0 aus. Die Elf, die kaum einen schwachen Punkt hatte, konnte auch in der zweiten Halbzeit ihre Ueberlegenheit durch 3 weitere Tore von Wöber (2) und Roetzel zum Ausdruck bringen. Beim Stand von 4:0 erzielten die Karlsruher nach einem überraschenden Durchbruch ihr einziges Tor. Mit 6:1 bereiteten somit die Darmstädter Fußballer ihren Anhängern eine freudige Ueberraschung.

Die Hockeymannschaft der TH steht im ersten Vorrundenturnier am kommenden Wochenende der Uni Heidelberg und der TH Karlsruhe gegenüber. Darmstadt hofft in seiner bewährten Aufstellung auf ein gutes Abschneiden.

Turnkreis Darmstadt. Sonntag, den 3. Dezember um 14 Uhr Uebungsstunde der Altersturner in der Turnhalle der Bessungei- Knabenschule, Ludwigshöhstraße. Vorbereitungen zum Alterstreffen sowie Kreis-Turn- und Sportfest.

Bulgarischer Fußballmeister wurde wiederum Dynamo Sofia. Auch auf den nächsten Plätzen folgen Mannschaften aus der Landeshauptstadt.

Unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Anna Riedinger geb. Kretschmar ist am 29. November 1950 im Alter von 84 Jahren sanft entschlafen. Familie Jakob Zickler Darmstadt, Schachtstraße 6 Beerdigung: Samstag, 11.15 Uhr, Waldfriedhof.

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Amtliche Bekanntmachungen Oeffcntliche Erinnerung Es wird hierdurch allgemein an die Bezahlung der folgenden Steuern und Abgaben erinnert: 1. Vierte Rate Einkommensteuer, Kirchen- steuer und Notopfer Berlin für 1950 It. zugesandtem Vorauszahlungsbescheid . fällig am 10.12.1950 2. Vierte Rate Körperschaftssteuer und Not- opfer Berlin fällig am 10.12.1950 3. Umsatzsteuervorauszahlung der Monats- zahler für November 1950 fällig am 10.12.1950 4. Lohnsteuer, Kirche'nlohnsteuer sowie das Notopfer Berlin der Monatszahler für November 1950 fällig am 10.12.1950 5. Beförderungssteuervorauszahlung für Mo- nat November 1950 fällig am 10 .12.1950 Es wird gebeten, die bezeichneten Steuern rechtzeitig zu ent¬ richten. Geht die Zahlung nicht binnen einer Woche nach Eintritt der Fälligkeit bei der Finanzkasse ein, so ist das Finanzamt angesichts der angespannten Finanzlage der öffentlichen Hand genötigt, die fälligen Beträge zwangsweise beizutreiben. Einzah¬ lungspflichtigen, die nicht rechtzeitig bezahlen, entstehen auch insofern Nachteile, als außer den Steuerbeträgen noch Säumnis¬ zuschläge und Vollstreckungsgebühren zu entrichten sind. Darmstadt, den 28. November 1950. Die Finanzämter Darmstadt, Bensheim, Dieburg, Fürth/Odw., Groß-Gerau, Langen und Michelstadt. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihiiiiiii>!iiiiiiii>i«>iii>l |Die Fundgrube | jilllllllll!llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllHIIIIIIIIIIIIIIIIIH’IIIIHIliT

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