Darmstädter Tagblatt 1950


Darmstädter Tagblatt

Darmstädter Tagblatt CHEFREDAKTEUR: ERICH DOMBROWSKI. Verlag: Darmstädter Tagblatt b. C. Wittich, Dar ms tad t. Rheinstraße 23. Telefon 3925. Erscheint täglich außer Sonntag 207. Jahrgang / Nr. 130 Tieueffe Tia^ri^fen Donnerstag, 30. November 1950 Redaktion: Darmstädter Tagblatt L. C. Wittich, Darmstadt, Rhetnstraße23,Tel.39 25. Bezugspreis: 2,90 DM monatlich zuzüglich 0,40 DM Trägerlohn. Anzeigenpreise: Preisliste Nr. 3 v. L 7. 1950. Preis 15 Pfennig *

Kein Rücktrittsplan Adenauers

Die weltpolitische Lage überschattet alle Entschlüsse

Drahtbericht unseres Korrespondenten

Da. Bonn, 29. November. Aus der Umgebung des Bundeskanzlers wurden umlaufende Gerüchte dementiert, Adenauer spiele aus Protest gegen die unzulängliche Revision des Besatzungsstatuts mit dem Gedanken des Rücktritts, um eine Auflösung des Bundestages zu erwirken.

Es ist eine bekannte Tatsache, daß das revidierte Besatzungsstatut den deutschen Wünschen nicht genügt und daß auch die Bundesregierung mit der Revision nicht zufrieden ist. Es wird jedoch erklärt, daß angesichts der neuen Koreakrise von derartigen Ueberlegungen keine Rede sein könne. Im Falle eines amerikanischen Sieges in Korea wäre es sehr wahrscheinlich gewesen, daß die Bundesregierung jetzt auf den Tisch geschlagen hätte, um eine weitgehende Revision zu erreichen. Jetzt aber müsse auf die ernsten Schwierigkeiten, in denen sich die Amerikaner befänden, Rücksicht genommen werden.

Mit besonderem Nachdruck wurde darauf hingewiesen, daß sowohl der Beschluß der Christlich-Sozialen Union, als auch die Bekanntgabe des Kanzlervorschlages, das Besatzungsstatut durch einen Sicherheitsvertrag zu ersetzen, vor der neuen Koreakrise erfolgt seien. Man ist sich im Bundeskanzleramt darüber klar, daß es in der amerikanischen Oeffentlichkeit einen verheerenden Eindruck machen würde, wenn Deutschland in diesem Augenblick mit Forderungen und Bedingungen hervortreten würde.

Wie von gutunterrichteter Seite verlautet, ist die Erklärung der Bundesregierung über die Anerkennung der deutschen Auslandsschulden nahezu fertiggestellt. Voraussichtlich wird deutscherseits zum Ausdruck gebracht werden, daß die Bundesrepublik die Auslandsschulden des früheren Deutschen Reiches zwar anerkennt, aber für sie nicht in vollem Umfange die Haftung übernimmt. Damit wird der Weg frei für die Inkraftsetzung des revidierten Besatzungsstatuts.

Henss empfing keskar

Bonn, 29. November. (AP.) Die „sehr ernste Weltlage“ ist zwischen Bundespräsident Heuss und dem stellvertretenden indischen Außenminister Keskar am Mittwoch besprochen worden.

Vor allem ist die Lage in Nordindien und Tibet behandelt worden.

Meiter erhöht!

Bonn. 29. November. (AP.)‘ Die Verbraucherpreise haben sich von Mitte Oktober "bis Mitte November auf allen Gebieten der Lebenshaltung, mit Ausnahme der Mietpreise, weiter erhöht.

Insbesondere sind die Preise für Textilien (um 1,4 Prozent) und unter den Nahrungsmitteln die Preise für Obst, Gemüse, Fleisch und Eier (um 0,5 Prozent) gestiegen.

Für Hausrat betrug im gleichen Zeitabschnitt die Preissteigerung 0,7, für Heizung und Beleuchtung 0,4 Prozent.

Abgelehnt

Hamburg, 29. November. (AP.) Ein britisches Gericht hat am Mittwoch einen polnischen Antrag auf Auslieferung von drei angeblichen deutschen Kriegsverbrechern abgelehnt.

Drei-Millionen-Armee

Ein amerikanischer Mobilisierungsplan

Washington, 29. November, (dpa) Das amerikanische Verteidigungsministerium hat ein neues Mobilisierungsprogramm aufgestellt, das eine Verstärkung der USA-Streitkräfte auf drei Millionen Mann innerhalb von sechs bis acht Monaten vorsieht.

Kein Atombombeneinsatz

Washington, 29. November, (dpa) Ein hoher militärischer Sprecher in Washington erklärte am Mittwoch, man denke gar nicht an den Einsatz der Atombombe im Fernen Osten.

Neue Ausbrüche

Catania (Sizilien), 29. November. (AP.) Unter donnerndem Krachen und riesigen Rauchwolken brachen auch am Mittwoch neue Lavamassen aus dem Krater des Aetna aus. Die Ortschaft Renazzo bei Milo ist durch einen neuen Lavastrom bedroht, der sich mit einer Geschwindigkeit von 40 Metern in der Stunde auf die Häuser zubewegt.

SPD: Neuwahlen unerläßlich

Vorbedingung für die deutsche Aufrüstung

Berlin, 29. November, (dpa) In einem Kommunique forderte der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei erneut Neuwahlen zum Bundestag. Die Neuwahlen seien eine unerläßliche Vorbedingung für die Entscheidung in der Frage einer deutschen Remilitarisierung. Die Regierung habe kein Recht, sich dieser politischen Grundforderung zu verschließen.

Der SPD-Vorstand wendet sich „nachdrücklich gegen die dauernden und unerträglichen Einmischungen von westalliierter Seite in die deutsche Innenpolitik. Er tritt entschieden für eine Verminderung der Besatzungskosten und in diesem Zusammenhang für die Abschaffung aller überflüssigen alliierten Kontrollen laut Besatzungssonderrecht ein“.

Nicht abgebrochen

Ronn 29. November, (dpa) Ein Sprecher der Regierung wies Verlautbarungen alliierter Stellen zurück, nach denen die deutsch-alliierten Verhandlungen über die Verwirklichung der Neuyorker Außenministerbeschlüsse abgebrochen wSden seien. Wenn Frankfurter alliierte Stelle? von einem Abbruch oder Aufschub der gemeinsamen Verhandlungen sprächen, so sei dies entweder auf Mißverständnisse oder Unkenntnis der Sachlage zurückzuführen. Die Expertenbesprechungen zwischen der Bundesregierung und der alliierten Kommission würden mit größter Beschleunigung fortgeführt.

3,3 Millionen Tonnen Getreide

Der Einfuhrbedarf der Bundesrepublik

Da. Bonn, 29. November (Eigener Drahtbericht.) Im laufenden Wirtschaftsjahr muß die Bundesrepublik, um ihren Getreidebedarf zu decken, 2,6 Millionen Tonnen Weizen und 700 000 Tonnen Roggen einführen. Aus Marshall-Mitteln stehen Devisen für eine Million Tonnen zur Verfügung. Ueber die Aufbringung der Devisen für die Restmenge besteht noch keine endgültige Klarheit.

Chinesen 60 Kilometer vor Pyöngyang

21 rotchinesische Divisionen kämpfen in Nordkorea

Söul, 29. November. (AP.) In Nordwestkorea ist eine entscheidende Schlacht um das Schicksal der achten amerikanischen Armee entbrannt. In neuen schweren Nachtangriffen haben rotchinesische Streitkräfte die rechte Flanke der UN-Front aufgerissen und zu zwei großen Umfassungsbewegungen angesetzt.

Der eine der beiden Stoßkeile zielt über Kunmori am Chongchon und dem zehn Kilometer südlich gelegenen K a e - ch o n auf die Westküste Koreas und die zweite auf den Raum Sunchon — Songchon, knapp 50 Kilometer nördlich von Pyöngyang.

Die vier Divisionen der achten amerikanischen Armee hatten sich bis zum Nachmittag (Ortszeit) über den Chongchon zurückgezogen. Gleichzeitig werden jedoch im Raum von Kunm o r i, das den Schlüsselpunkt für den Flußübergang darstellt, heftige Kämpfe mit den Chinesen gemeldet. Der Besitz dieser wichtigen Stadt ist umstritten. Die zweite und 25. amerikanische Infanteriedivision sind hier schweren Angriffen der Chinesen ausgesetzt.

. Ueber das weitere Schicksal der 24. Infanteriedivision und der ersten südkoreanischen Division, die der achten Armee angehören, ist noch nichts Näheres bekannt.

Eine der beiden nach Süden führenden Rückzugsstraßen soll bereits von den Chinesen gesperrt sein. Amerikanische Panzerverbände und die britische Brigade sind zur Offenhaltung der Rückzugsstraßen abkommandiert worden.

Bei Kaechon, an der Straße nach Sunchon, konnten türkische Truppen weniger als 70 Kilometer nördlich von Pyöngyang in stundenlangen erbitterten Nahkämpfen die ohne Rücksicht auf Verluste anstürmenden Rotchinesen aufhalten. Beide Seiten erlitten schwere Verluste.

Durch die gewaltig verbreiterte Einbruchsstelle im Raum um To k ch o n stoßen mindestens vier rotchinesische Sturmdivisionen nach Süden in Richtung auf Sunchon und Songchon vor. Sie stehen etwa noch 60 Kilometer nördlich der ehemaligen nordkoreanischen Hauptstadt.

Das 11. südkoreanische Korps, das unter der Wucht der kommunistischen Angriffe zusammengebrochen war, konnte sich noch nicht wieder zur wirksamen Verteidigung gruppieren.

Insgesamt sollen 21 rotchinesische Divisionen in einer Stärke von je 8000 bis 10 000 Mann in die Operationen verwickelt sein.

(Die Wirkung der Korea-Meldungen auf die Börse siehe im Wirtschaftsteil.)


Amerikanische Soldaten, deren Aussehen von den Entbehrungen und Kämpfen der letzten Tage beredtes Zeugnis ablegt, sind für kurze Zeit hinter der Front zur Auffrischung angekommen. Foto: UP
Amerikanische Soldaten, deren Aussehen von den Entbehrungen und Kämpfen der letzten Tage beredtes Zeugnis ablegt, sind für kurze Zeit hinter der Front zur Auffrischung angekommen. Foto: UP

Pleven stellt die Vertrauensfrage

Am Freitag Abstimmung in der Nationalversammlung

Paris, 29. November. (AP.) Das französische Kabinett hat nach der am Dienstagabend erlittenen Abstimmungsniederlage beschlossen, der Nationalversammlung die Vertrauensfrage vorzulegen. Die Abstimmung darüber soll voraussichtlich am kommenden Freitag erfolgen. Nach Ansicht gutunterrichteter Regierungskreise hat das Kabinett Pleven wenig Aussicht, als Sieger hervorzugehen. Die Sozialisten betrachten den Fall des Verteidigungsministers Moch als eine ausgezeichnete Gelegenheit, das Kabinett zu verlassen, da sie die Verantwortung für den Haushalt 1951 und die darin enthaltenen ungeheuren Verteidigungsausgaben nicht übernehmen wollen.

Bei einer Niederlage der Regierung würde in Frankreich zur Zeit starker internationaler Spannungen eine neue Regierungskrise heraufbeschworen.

Die Entscheidung über die Stellung der Vertrauensfrage fiel am Mittwochmorgen in einer Sitzung des französischen Kabinetts.

Krise um Moch

*** Im Einvernehmen mit dem französischen Ministerrat wird Ministerpräsident Pleven im Laufe des Freitagabend im Parlament die Vertrauensfrage stellen.

Die französischen Zeitungen, mit Ausnahme der kommunistischen Blätter, beurteilen die Vorgänge in der Nationalversammlung außerordentlich scharf und sprechen von einem „Dolchstoß“ oder „Tiefschlag“, der gerade in dem Augenblick geführt worden sei, in dem sich die internationale Lage aufs Aeußerste zugespitzt habe. Um was handelte es sich? Am Dienstagnachmittag hatte die Nationalversammlung mit 236 gegen 203 Stimmen einen kommunistischen Antrag angenommen, der verlangte, daß der Verteidigungsminister Moch vor den Staatsgerichtshof gestellt werden solle. Wie man sich vielleicht erinnert, waren durch Indiskretionen der beiden Generale Revers und Mast Verteidigungspläne für Indochina in die Hände der Aufständischen gelangt. Modi wird nun ausgerechnet von den Kommunisten, die den Aufständischen nahestehen, vorgeworfen, er habe die militärische Skandalaffäre verschleiert. In Wirklichkeit wird Moch von den Vertretern des Kominform in Frankreich a.s ihr Feind Nummer 1 angesehen und es ist ihnen sehr daran gelegen, gerade jetzt den Mann auszuschalten, der die undankbare Aufgabe hatte, die Kompromißformel der Nationalversammlung über den deutschen Wehrbeitrag vor den Außenministern Amerikas und Großbritanniens im Zusammenhang mit den Verhandlungen des Atlantikrates zu vertreten. Die Art, in der er das getan hat, hat allerdings auch bei anderen französischen Parteien wenig Anklang gefunden denn ein Abgeordneter der Mitte äußerte sarkastisch: „Jules Moch hat sich in Amerika sehr 'für die Geheimwaffen interessiert. Er kennt sie alle, außer einer: der Diplomatie.“

Pleven hat aus der Abstimmungsniederlage sofort die Folgerungen gezogen und dem Staatspräsidenten seinen Rücktritt eingereicht, der von diesem jedoch nicht angenommen wurde. Daraufhin stellt Pleven die Vertrauensfrage. Sollte er abermals eine Niederlage erleiden, so haben die Kommunisten einen Sieg errungen, denn sie haben dann in Frankreich eine wahrscheinlich wiederum langwierige Regierungskrise in einem Augenblick heraufbeschworen, in dem seine Regierung bei der Lösung entscheidender Fragen vertreten sein müßte.

Weltweite Gefahren

Von J. Schäfer

Das Kriegsglück wendet sich mitunter sehr schnell. Aber was jetzt der koreanische Kriegsschauplatz an Ueberraschungen, Rätseln und gefährlichen Entwicklungsmöglichkeiten bietet, ist bestürzend und alarmierend für die ganze Welt. Als am vergangenen Freitag die Truppen der Vereinten Nationen ihre neue und anfangs erfolgreiche Offensive begannen, bemerkte der Oberbefehlshaber Mac Arthur, der selbst an der Front weilte, er hoffe sein Versprechen halten zu können, wonadi die amerikanischen Truppen Weihnachten zu Hause sein sollten. Als wir diese Worte lasen, erwachte die Erinnerung an ähnliche Aeußerungen im Jahre 1914 und während des zweiten Weltkrieges. Allerdings hat Mac Arthur am Mittwoch in einem Telegramm nach Washington darauf hingewiesen, daß offenbar einigen nebenher gesagten Bemerkungen, die zwischen ihm und seinen Befehlshabern im scherzhaften Ton gewechselt wurden, übertriebene Bedeutung beigemessen worden sei; die offensichtliche sachliche Unmöglichkeit einer Erfüllung der ihm zugeschriebenen Voraussage sollte deren beste Widerlegung sein. Am Dienstag mußte Mac Arthur in einem Sonder-Kommunique an die Vereinten Nationen die vollkommen veränderte und außerordentlich krisenhafte Lage in Korea schildern. Schon nach einer Stunde fügte er den schwerwiegenden Satz hinzu, daß Probleme auftauchten, deren Lösung sich außerhalb der Machtbefugnisse des militärischen Oberkommandos befände, Probleme, die von den Vereinten Nationen und den Kanzleien der Welt gelöst werden müßten.

Gründe der Niederlage

Die Abfassung und Weitergabe dieses Berichtes sind Mac Arthur sicher nicht leicht geworden. Denn er mußte nicht nur eine verhängnisvolle militärische Niederlage schildern, sondern zugleich zugeben, daß in diesem Falle seine Führung versagt hat. Es ist sehr schwer und fast unmöglich, weit aus der Ferne die militärischen und politischen Gründe dafür im einzelnen genau übersehen und würdigen zu wollen. In Korea stoßen zwei Welten aufeinander, deren Träger eine grundverschiedene Mentalität, ein anderes politisches Gesicht und eine voneinander stark abweichende Kampfesweise haben. Die rein militärische Führung hatte auf viele schwierige Fragen der großen Politik Rücksicht zu nehmen. Wir erinnern uns zum Beispiel noch, wie zu Beginn des Krieges die Nachschubzentren und Aufmarschbasen der Nordkoreaner nördlich des 38. Breitengrades nicht bombardiert wurden. Seit geraumer Zeit spielt die mandschurische Grenze eine ähnliche, aber noch viel gefährlichere Rolle. Hinter ihrem Schutze konnten die rotchinesischen Verbände bereitgestellt, Kriegsgerät und Verpflegung angesammelt werden. Hier befanden die Einheiten sich außerhalb jeder Gefahrenzone und strömten dann nach Nordkorea hinein, wobei ihr Vormarsch durch die zugefrorenen Flüsse und Bäche wesentlich erleichtert wurde.

Aber unter Berücksichtigung dieser und andrer Momente, durch die die militärische Führung insbesondere bei dem Einsatz der operativen Luftwaffe behindert wurde, wird man doch den Eindruck nicht los, daß der Nachrichtendienst der Truppen der Vereinten Nationen entweder nicht zur vollen Zufriedenhejt gearbeitet hat oder nicht hinreichend ausgewertet worden ist. Vielleicht trifft auch beides zu. Man wundert sich darüber um so mehr, weil die UNO-Truppen den Luftraum bis zur mandschurischen Grenze unbeschränkt beherrschen.

Operative Ideen

Tatsache ist, daß Mac Arthur und sein Stab überrascht wurden, weil die militärischen Kräfteverhältnisse und die politischen Absichten der anderen Seite nicht zutreffend beurteilt worden sind. Die Situation der UNO-Truppen ist zur Zeit nur noch mit dem. verzweifelten Zustand beim Beginn ihres Eingreifens zu vergleichen. Ja, sie ist fast noch schlimm, er, zumal der moralische Schock jetzt noch hinzukommt. Nach der Vernichtung von so vielen kampferprobten Einheiten und nach dem Verlust von wertvollem Material, dessen Ersatz ebenfalls außerordentlich schwierig ist, bleibt die entscheidende Frage, ob, wie und wo eine neue Widerstandslinie auf gebaut werden kann. Den weitgesteckten Zielen der Rot-Chinesen und Nordkoreaner, die zahlenmäßig überlegen sind, ist militärisch nicht mehr mit kleinen taktischen Mitteln, sondern nur noch mit großen operativen Ideen und deren Verwirklichung zu begegnen.

Bedrohung des Weltfriedens

Daß in den Vereinigten Staaten und in den Kreisen der Vereinten Nationen die gesamte mlitärische und politische Lage sehr ernst angesehen wird, haben die überraschend einberufene Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates in Washington und die heftigen Worte des amerikanischen Delegierten im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gegen die „offene Aggression“ Rot-Chinas in Korea bewiesen. Der Führer der Pekinger Delegation, die zum ersten Male an dieser Sitzung teilnahm, kündigte an, daß er sich nicht an der Aussprache über die Koreafrage beteiligen werde, verteidigte aber das Eingreifen „chinesischer Freiwilliger“ in Korea und sprach dann lange über den „Angriff“ der Vereinigten Staaten auf Formosa. Diese Politik des Schweigens, der Verschleierung und des Abschweifens, mit der ein sehr eindeutiges militärisches Handeln im scharfen Gegensatz steht, hat die Wendung in Korea herbeigeführt, die alle Möglichkeiten in sich birgt. Ob in der wichtigen Sitzung des amerikanischen Sicherheitsrates irgendwelche Beschlüsse gefaßt worden sind, ist bisher nicht bekanntgeworden. JedenfaUs wird das Tempo der Rüstung in den Vereinigten Staaten beschleunigt. Wenn der amerikanische Außenminister Dean Acheson vor dem Außenpolitischen Senatsausschuß am Dienstag in einer eingehenden Uebersicht über die Lage die Möglichkeit für gegeben angesehen hat, daß durch die kommunistische Aktion in Korea sowjetische Pläne in Europa verschleiert werden sollten, dann ist damit eine Aufblendung erfolgt, die die weltweiten Zusammenhänge beleuchtet.

Von der Krise in Korea sind alle berührt. Es geht um die Lokalisierung des Konfliktes und um die Erhaltung des Weltfriedens. Um dieses Ziel zu erreichen, muß vor allem auch diplomatisch sehr behutsam vorgegaKgen werden. Vorschnelle Maßnahmen sind ungeeignet. Besonders ist Einigkeit der Großmächte notwendig, die eine Ausdehnung des Krieges vermeiden wollen. Seine Folgen wären unabsehbar. Vielleicht begreifen jetzt auch einige ehrgeizige Politiker und diejenigen, die Politik machen wollen, ohne dazu berufen zu sein, daß es nicht um Regierungskrisen (wie wieder in Frankreich) oder um einige Mandate geht, sondern um die wichtigste Frage von allen: Um die Bewahrung des Friedens, der allerdings auch verteidigt sein will.

Kriegsgefangene

als Handelsobjekt?

zz. Vor einiger Zeit sind ermutigende Versicherungen abgegeben worden, noch, im Monat November würde die Vollversammlung der Vereinten Nationen sich des Schicksals der deutschen und japanischen Kriegsgefangenen annehmen und mit aller Entschiedenheit auf ihre Freigabe dringen. Der Monat November ist verstrichen und es hat sich noch nichts getan. Im Gegenteil. Der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für gesamtdeutsche Fragen, der sozialdemokratische Abgeordnete Herbert Wehner, hat die Möglichkeit angedeutet, die Behandlung der Kriegsgefangenenfrage durch die Vereinten Nationen könne sehr unbefriedigend ausgehen. Er ist in der Lage, sich ein Urteil darüber zu bilden, denn er hat sich drei Wochen lang in Lake Success als Berichterstatter des Bundestages und der Bundesregierung über dieses Problem aufgehalten.

Wehner ist der Ueberzeugung, von amerikanischer Seite würde die Lösung des Kriegsgefangenen-Problems mit allem Nachdruck verlangt werden. Er glaubt auch bestimmt, die weiblichen Mitglieder der amerikanischen Delegation würden sich für die 80 000 verschleppten deutschen Frauen einsetzen, obgleich diese im Sinne des von Amerika, Australien und England eingebrachten Antrages nicht als Kriegsgefangene gelten.

So weit wäre alles in Ordnung. Aber was jeden Deutschen mit Empörung erfüllen muß: Es liegen Anzeichen vor, daß die Russen die große Zahl der deutschen Gefangenen, die sich noch in ihrer Hand befinden, gegebenenfalls als „Handelsobjekt“ bei neuen Viermächte-Verhandlungen benützen wollen, um Deutschland oder die Westmächte zu Zugeständnissen zu zwingen. Damit nicht genug. Den Russen ist es schon jetzt gelungen, eine Bresche in die einheitliche Front der Vereinten Nationen in der Frage der Kriegsgefangenen zu schlagen. Sie haben kürzlich einhundert holländische Kriegsgefangene entlassen und versprochen, 500 weitere bald folgen zu lassen. In dieser Erwartung hat die holländische Delegation gegen ein gemeinsames Vorgehen gestimmt. Man befürchtet, auch die französische Delegation werde aus ähnlichen Erwägungen sich mit einer nur sie allein interessierenden Teillösung zufriedengeben und auf eine Gesamtlösung des Kriegsgefangenen-Problems verzichten.

Es wäre unseres Erachtens notwendig, daß die deutsche Regierung und die Kriegsgefangenen-Verbände in Deutschland rechtzeitig Einspruch gegen eine solche national-egoistische Behandlung des Problems erheben. Die Zurückhaltung der Kriegsgefangenen, ganz gleich ob es sich um Deutsche, Japaner, Holländer oder Franzosen handelt, spricht den Bestimmungen der Haager Landkriegsordnung und jeder Menschlichkeit hohn. Sie zu befreien ist nicht eine Angelegenheit der einzelnen Länder, die noch Landsleute in russischer Gefangenschaft wissen, sondern eine Ehrensache aller Länder, die sich durch die Annahme der Magna Charta verpflichtet haben, die Freiheit des Menschen zu achten und für sie einzutreten. Wer entbehrte jedoch der Freiheit mehr als die Kriegsgefangenen, denen es fünf Jahre nach Kriegsende noch verwehrt wird, in ihre Heimat zurückzukehren. Das deutsche Volk wendet sich mit ebenso großer Empörung gegen einen russischen Versuch, diese Aermsten der Armen zu Handelsobjekten für politische Zugeständnisse zu machen.

Sechs Sowjetarmeen in Ostdeutfchland

Westalliierte bezeichnen die Lage ernster denn je

Berlin, 29. November. (AP.) Sechs sowjetische Armeen stehen zur Zeit in Ostdeutschland in Winterquartieren. Nach Ansicht alliierter Abwehrbeamter sind diese Truppen stark genug, um im Falle eines Krieges den größten Teil Westeuropas in einem einzigen Ansturm zu überrennen und zu besetzen.

Diese Gefahr eines Blitzfeldzuges von der Elbe bis zu den Pyrenäen wird in alliierten Kreisen allgemein als Rußlands Trumpfkarte in der sich ausweitenden Weltkrise angesehen. Europäische Beobachter befürchten, daß diese russische Dampfwalze dann zum Rollen gebracht wird, wenn die Vereinigten Staaten in einem eventuellen Krieg gegen Rotchina zur Atomkriegführung übergehen sollten.

Außerdem ist man der Meinung, daß eine russische Invasion mit einiger Sicherheit ausgelöst würde, wenn die Vereinigten Staaten Rußland selbst ein Atombomben-Ultimatum stellen würden, um den Krieg in Asien einzudämmen.

Militärische Sachverständige stimmen in der Auffassung überein, daß Westeuropa heute praktisch genau so s c h u t z¬ -1o s ist wie zu Beginn des Koreakonfliktes im Juni dieses Jahres.

Nach zuverlässigen Schätzungen bestehen die sechs sowjetischen Armeen in Ostdeutschland aus 33 Divisionen, von denen wenigstens zehn Panzerdivisionen sind. Ihre Tanks, der Josef Stalin 111, ist allen Panzern des Westens überlegen.

Zwei Sowjetarmeen sind etwa in der Entfernung eines Tagesmarsches von der Zonengrenze entfernt stationiert, während der Rest in etwa 80 bis 200 Kilometer Entfernung von der westdeutschen Zonengrenze steht.

Zu ihrer Unterstützung stehen russische Düsenjäger und einige Bombergeschwader in Bereitschaft, deren Kampfkraft als ausreichend angesehen wird, um in den ersten Stunden des Kampfes ernsthaften Anspruch auf die Luftüberlegenheit zu erheben.

Die sechs sowjetischen Armeen haben einige anstrengende Manöver hinter sich und haben mittlerweile ihre Winterquartiere bezogen. In ihren Uebungen und Manövern wurde besonderer Wert auf die

Ausbildung im Brückenbau und schnellem Ueberschreiten von Flüssen gelegt. Nach alliierten Abwehrberichten, haben die russischen Militäringenieure und Pioniere bei der Ueberwindung von Flußhindernissen große Umsichtigkeit und Schnelligkeit bewiesen. Die russischen Panzer und ihre Besatzungen befinden sich nach den gleichen Berichten in gutem Zustand und sind hervorragend ausgebildet.

Höhere westalliierte Offiziere stimmen in der Auffassung überein, daß die Aussichten für die Erhaltung des Friedens in Europa zur Zeit zweifelhafter denn je erscheinen.

Weihnachtsfahrkarten

Frankfurt,'M.. 29. November, (dpa) Die Bundesbahn gibt zum Weihnachtsfest neben den allgemein üblichen Sonntagsrückfahrkarten bei Reisen über siebzig Kilometer auch Festtagsrückfahrkarten aus. Sie haben folgende Geltungsdauer: Zur Hinfahrt vom 20. Dezember bis 1. Januar. 24 Uhr; zur Rückfahrt vom 24. Dezember bis 8. Januar. 24 Uhr.

Wahlterror

Berlin, 29. November. (AP.) Um den in West-Berlin wohnenden Eisenbahnern die Möglichkeit zur Ausübung ihres Wahlrechts zu nehmen, hat die ostzonale „Reichsbahndirektion“ Berlin für den 3. Dezember „freiwillige Aufbauschichten“ angeordnet.

Gewerkschasften schaffen Lösungen

Dr. Böckler fordert Neuordnung der deutschen Wirtschaft

Hannover, 29. November, (dpa) Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Dr. Böckler, kündigte in der Generalversammlung der Industrie-Gewerkschaft Bergbau an. daß die Gewerkschaften in der nächsten Zeit weniger mit Lohnforderungen als mit der Neuordnung der gesamten deutschen Wirtschaft beschäftigt sein würden.

Die Gewerkschaften dächten nicht daran, sich von den Arbeitgebern mit Surrogaten abspeisen zu lassen. Der Widerstand gegen die gewerkschaftlichen Forderungen auf Mitbestimmung und damit Neuordnung der Wirtschaft lasse erkennen, daß die Gewerkschaften gezwungen sein würden, die Lösungen ihrer Probleme künftig nicht mehr zu suchen, sondern zu schaffen.

Der erste Vorsitzende der 1.-G. Bergbau, Schmidt, wies darauf hin, daß die Steigerung der Kohlenförderung ihre natürliche Grenze in der physischen und psychischen Leistung der Bergarbeiter und in der technischen Ausrüstung der Gruben habe. Die Kapazität des Bergbaues könne auf die Dauer nur erweitert werden, wenn genügend Investitionskapital zu tragbaren Bedingungen gestellt werde.

Aemter niedergelegt

Frankfurt/Main, 29. November. (AP.) Del' Präses der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau und Vorsitzende der gegenwärtig in Frankfurt tagenden Synode, Dr. Wilhelmi, legte am Mittwochnachmittag seine beiden Aemter nieder, nachdem ihm in einer heftigen Debatte vorgeworfen worden war, daf) er parteiisch für den Kirchenpräsidenten Niemöller Stellung genommen habe.

„Anmaßend und aggressiv“

Die Rede des chinesischen Chefdelegierten allgemein verurteilt

Lake Success, 29. November. (AP.) Der Chefdelegierte der chinesischen Delegation, Wu, beschuldigte im Sicherheitsrat die Amerikaner des Angriffs auf China, Korea, Vietnam, die Philippinen, Japan und andere Staaten.

Er forderte den Sicherheitsrat auf, die Handlungen der Vereinigten Staaten zu verurteilen und strenge Sanktionen gegen die Regierung in Washington zu ergreifen.

Die kommunistische Regierung in Peking habe „Freiwilligen“ die Erlaubnis zur Beteiligung an den Kämpfen in Korea gegeben, weil sich „die Kriegsflammen ihren Grenzen genähert“ hätten.

Der rotchinesische Delegierte forderte den Sicherheitsrat auf, die Zurückziehung aller Streitkräfte der Vereinten Nationen aus Korea und der amerikanischen „Streitkräfte“ aus Formosa anzuordnen.

General Wu hat mit seiner ersten Rede im Sicherheitsrat bei der Mehrheit der Ratsmitglieder einen schlechten Eindruck hinterlassen. Sie hielten die Erklärungen Wus für „anmaßend und aggressiv“. Wus Rede war nach Ansicht dieser Kreise schärfer und kompromißloser als alle sowjetischen Erklärungen, die man bisher in der UN hörte.

Bevin hofft auf friedliche Beilegung

Außenpolitische Aussprache im Unterhaus

London. 29. November. (AP.) Großbritannien hoffe immer noch, daß die Drohung eines dritten Weltkrieges wegen Korea auf „politischer Linie“ abgewendet werden könne, erklärte der britische Außenminister Bevin am Mittwoch.

Bevin sagte zu Beginn der außenpolitischen Debatte vor dem Unterhaus, er sei überzeugt, eine Lösung der gegenwärtigen Krise könne gefunden werden, wenn das kommunistische China einen Weltkrieg vermeiden wolle.

Bevin stellte fest, daß er in den letzten 24 Stunden in enger Fühlung mit der Regierung der Vereinigten Staaten gestanden habe. Diese habe ihm erneut versichert. daß sie in Korea dieselben Zwecke verfolge wie Großbritannien, „nämlich, einer Aggression Widerstand zu leisten, die Feindseligkeiten zu lokalisieren und das Koreaproblem auf eine Grundlage zu bringen, die den Ansichten der Vereinten Nationen entspricht.“

Zuvor hatte er unterstrichen, daß die Labour-Regierung zu einer Viererkonferenz mit der Sowjetunion über das Deutschlandproblem bereit sei, wenn Aussicht bestehe, daß dadurch die gegenwärtigen Spannungen beseitigt werden könnten.

„Der Tlou aller Geschenke“

Ein Lampenschirm aus Menschenhaut für „Villa Koch“

Augsburg, 29. November. (AP.) Ein bayerischer Senator und ein Mainzer Oberregierungsrat haben am Mittwoch in der Schwurgerichtsverhandlung gegen die „Kommandeuse von Buchenwald“, Ilse Koch, als Zeugen ihre Häftlingszeit geschildert.

Senator Ackermann aus München, der im Kz Buchenwald als Arztschreiber beschäftigt war. berichtete, daß er Protokolle anfertigen mußte; aus ihnen durften aber die durch Gewaltanwendung hervorgerufenen Todesursachen der Häftlinge nicht hervorgehen.

Er beschrieb eine Lampe, die als Geburtstagsgeschenk für den Kommandanten Koch angefertigt wurde. Der Schirm der Lampe bestand aus zusammengesetzten farbig tätowierten Menschenhautstücken und der Lampenfuß aus dem skelettierten Fuß eines Häftlings, an dessen kleiner Zehe der Schaltknopf der Lampe angebracht war.

Ackermann sagte, er sei beauftragt worden, diese Lampe in die Villa Koch schicken zu lassen und diese Lampe sei „der Clou aller Geschenke“ gewesen.

Der Mainzer Oberregierungsrat K n i e - perle, der politischer Häftling in Buchenwald war, bekundete, daß er selber gesehen habe, wie die Angeklagte mit einem seine Kolonne begleitenden SS-Mann gesprochen habe, und dabei auf einen Häftling gezeigt hätte, der daraufhin von dem Wachmann schwer mißhandelt worden sei.

Stimmen der Anderen

Niemöller

Zu der Aeußerung des Kirchenpräsidenten Martin Niemöller vor der Frankfurter Synode, er könne sich genau so gut eine Gemeinde im Osten suchen, erklärt der Pressedienst der Christlich-Demokratischen Union (CDU):

„Es wäre sehr heilsam für das gesamte öffentliche Leben in Deutschland und auch für Martin Niemöller selbst, wenn er diese Konsequenz ziehen würde.“

Er sollte die öffentlichen Dinge in der sowjetisch besetzten Zone dort „genau so eifrig unter die Lupe nehmen und mit der gleichen Unbekümmertheit beurteilen, wie er das hier im Westen tut“.

„Sehr schnell wird ihm dann der Unterschied zwischen dem östlichen und dem westlichen Freiheitsbegriff aufgehen, und die Erkenntnis, daß man die Freiheit nicht dort verteidigen kann, wo sie bereits mit Knüppeln erschlagen wurde.

Martin Niemöller als Pfarrer einer Gemeinde im Osten, das wäre ein Anschauungsunterricht, des Erlebens wert. Im Grunde allerdings möchten wir ihn selbst Herrn Niemöller erspart sehen. Der Ausgang würde schlimmer sein, als er es bereits einmal erlebte.“

„Folgen unberechenbar“

Die britische Presse unterstreicht den Ernst der militärischen Lage in Korea, hält je'och im allgemeinen eine friedliche Lösung immer noch für möglich.

„Manchester Guardian“ (liberal) schreibt:

„Die Folgen sind unberechenbar. Mac-Arthurs Offensive war ein Fehler, der Unheil gebracht hat. Innerhalb oder vielleicht besser außerhalb des Sicherheitsrates und des politischen Ausschusses der UN-Vollversammlung sollten sich Großbritannien und die Amerikaner schnell um eine Verständigung mit den Chinesen bemühen. Wenn keine Lösung gefunden Wird, werden die UN — wie Mac Arthur es genannt hat — die schlimmsten Folgen eines neuen Krieges erwägen müssen. Vergeltung gegen die Mandschurei wäre ein letzter und verzweifelter Ausweg.“

„News C h r o n i c 1 e“ (liberal) meint; „Die chinesischen Kommunisten haben eine Kriegshandlung gegen die UN begangen. Das kennzeichnet den Ernst der Lage. Dennoch bekunden die kommunistischen Parteien der ganzen Welt nach wie vor ihren aufrichtigen Wunsch nach Frieden. Soweit geht der Zynismus der sowjetischen Propaganda.“

Der sozialistische Pariser „P op u - 1 a i re“ betont, daß die chinesischen Kommunisten auf Grund der Meinungsverschiedenheiten zwischen London und Washington eine starke diplomatische Stellung haben.

„Welch prächtige Gelegenheit für die tüchtigen Chinesen, einen gegen den anderen auszuspielen“, erklärt das Blatt. „Für die Westmächte ergibt sich jetzt die unumgängliche Notwendigkeit, zu einer schnellen Einigung über die Fernostpolitik und mehrere andere Fragen zu kommen.“

Die schwedische Zeitung „Stockhol msTid ni n gen“ erklärt, die Gefahr eines dritten Weltkrieges sei nie so groß gewesen wie jetzt. „Die demokratischen Führer müssen einen kühlen Kopf bewahren. Mac Arthur hat bereits bewiesen, daß er den nicht hat.“

Hölle wo ist Dein Sieg ?

ROMAN VON RACHEL FIELD

Ersubdruck. Alle Rechte beim Wolfgang-Krüser-Verlag, Hamburg.

76)

Sie mußte die raffinierteste Verführerin sein, von der man je gehört hatte; und doch — wie konnte das bei einer Erzieherin von mehr als dreißig Jahren möglich sein, die nicht einmal schön war’ wie die Zeitungen schrieben. Aber solche Dinge waren eben unerklärlich. Der Herzog hatte sie mit mehreren seiner Kinder noch wenige Stunden vor dem Mord besucht. Soviel und noch mehr hatte sie in einem geheimen Verhör zugegeben. Die Polizei hatte sie in Gewahrsam genommen und ihre Sachen beschlagnahmt. Es war gut, daß .das sofort geschehen war; denn bei der allgemeinen Empörung über sie konnte man nie wissen, was dei' Pöbel sonst mit ihr angestellt hätte.

Bereits am Freitag, dem 20. August, wies ein Leitartikel in der Times auf die Tragweite dieses Falles hin:

„Die Pariser Zeitungen vom Mittwoch, die wie gewöhnlich per Expreß bei uns eintrafen, enthalten keine politischen Neuigkeiten von irgendwelcher Bedeutung.“ „Selbst wenn es anders gewesen wäre“, erklärt unser Berichterstatter, „ist die Oeffentlichkeit so schmerzlich von dem Mord an der Herzogin von Praslin bewegt, daß höchstens eine Revolution ihre Aufmerksamkeit abzulenken imstande wäre."

Am Samstag, dem 21. August, brachten die Zeitungen die Mitteilung, daß der Herzog von Praslin am Abend vorher unter strengster Bewachung unauffällig von seinem Wohnsitz ins Luxembourggefängnis übergeführt worden sei. Dort habe ihn, hieß es weiter, eine geheimnisvolle Krankheit befallen, die für genügend ernst erachtet worden war. um die Hinzuziehung seines langjährigen Arztes und den Aufschub seines Verhörs durch den Präsidenten der Pairskammer angezeigt erscheinen zu lassen. Etwas später am Tage begannen beunruhigende Gerüchte über das Befinden des Häftlings umzulaufen, denen zufolge es sehr kritisch mit ihm stehe. Mittlerweile war die Pairskammer zusammengetreten, um über die Anklageschrift zu beraten.

Keiner von all denen, die über die Ereignisse jener Woche Berichte abzufassen hatten, konnte auch nur von Stunde zu Stunde voraussagen, welche Entwicklung der Fall Praslin nehmen würde. Eine noch so wohl verbürgte Nachricht war häufig schon überholt, bevor sie noch in Satz gehen konnte. Die konservativsten Zeitungen lasen sich wie die billigsten Revolverblätter, und selbst die hervorragendsten Gestalten der literarischen Welt verließen ihren Schreibtisch, um sich bei der ersten öffentlichen Vernehmung auf den Bänken im Gerichtssaal zu drängen und nachher ihre Eindrücke über die Hauptpersonen der Mordsache Praslin niederzuschredben. Victor Hugo, der in den „Choses Vues“ einen täglichen Bericht schrieb, notierte am Sonntag, dem 22. August:

„Gegenwärtig ist in Mademoiselle Deluzys Zimmer im Hause der Madame Le Maire, Rue du Harley, die Melone, der Blumenstrauß und der Obstkorb im Fenster zu sehen, die der Herzog ihr vom Lande am Abend vor dem Mord mitbrachte. — Der Herzog ist schwer krank; man behauptet, es sei eine Vergiftung.“

Nach einer ausführlichen Darstellung ihrer Tätigkeit im Hause Praslin und Auszügen aus ihrem ersten Verhör fuhr er fort:

„Mademoiselle Deluzy befindet sich nach wie vor in der Conciergerie. Jeden Tag macht sie einen zweistündigen Spaziergang im Gefängnishof. Manchmal trägt sie ein baumwollenes, manchmal ein gestreiftes Seidenkleid. Sie scheint sich bewußt zu sein, daß viele Augen sie von den Fenstern beobachten. Diejenigen, die sie gesehen haben, erzählen von ihrer tragischen Pose.“

Ein anderer Berichterstatter brachte in der „Gazette des Tribunaux“ genauere Einzelheiten über ihre Erscheinung auf diesen Spaziergängen:

„Die Beschreibung von Mademoiselle Deluzy in der — entspricht nicht ganz den Tatsachen. Sie ist einfach gekleidet, ermangelt dabei jedoch nicht einer gewissen Anmut und vornehmen Haltung. Ihre Figur besitzt nicht mehr die Schlankheit der ersten Jugend, aber ihre Augen, die jetzt von tiefen Ringen umschattet sind, sprechen deutlich von ihrer Intelligenz. Ihr Gesicht ist blaß und verrät Müdigkeit; ihr kastanienbraunes Haar ist geschmackvoll frisiert. Gestern trug sie ein Baumwollkleid, einen schwarzen Schal und einen Strohhut mit. lila Band. Sie ging langsam, die Arme über die Brust gekreuzt und den Kopf gesenkt."

So vergingen Henriette die Tage ohne Unterbrechung, während Schock auf Schock im Gefolge der Unglückslawine sie traf. Sie wurde zum zweitenmal verhört, diesmal von dem Präsidenten Pasquier. Hierüber berichtet Victor Hugo, indem er einen seiner Kollegen zitiert:

„Sie werden gleich Mademoiselle Deluzy zu sehen bekommen. Sie ist eine ungewöhnliche Frau. Ihre Briefe sind wahre Meisterwerke von Witz und Stil. Im Verhör hält sie sich großartig. Wenn Sie sie gehört hätten, wären Sie überrascht gewesen. Niemand könnte anmutiger und gleichzeitig gelassener und klüger' sein. Falls sie eines Tages anfangen sollte zu schreiben, bei Gott, dann werden wir ihr den Montyon-Preis zusprechen. Uebrigens ist sie auch eigensinnig und herrisch, alles in allem eine Frau, die ebenso durchtrieben wie reizend ist.“

Henriette war dieser zweiten Prüfung besser gewachsen, wenngleich die Schlaflosigkeit, an der sie litt, und die lange Wartezeit nicht spurlos an ihr vorübergegangen waren. Sie bedurfte nicht der Bestätigung durch einen Spiegel, daß ihre Jugend sie für immer verlassen hatte. Sie besaß nicht mehr die Hoffnung, die ihren Schritt und ihr Herz beschwingt hatte, aber sie begegnete den Fragen mit derselben Furchtlosigkeit wie zuvor. Ihre Antworten kamen Schlag auf Schlag, jedes Wort so treffsicher und wohlüberlegt wie die des Fragenden. Stundenlang währte dieses Wortgefecht.

„Sie haben sich also nicht so sehr darum bemüht, wie Sie es hätten tun sollen, die Kinder ihrer Mutter näherzubringen?“

„Anfangs versuchte ich es wohl, aber es erwies sich als nutzlos; und obwohl die Herzogin nicht in allem mit der Auffassung ihres Mannes von der richtigen Erziehung ihrer Kinder übereinstimmte, schien sie doch bereit zu sein, ihm darin freie Hand zu lassen. Sie gab mir niemals Anweisungen über ihre Pflege und Ernährung, höchstens gelegentlich in Kleiderfragen, und sie sprach nur selten mit ihnen. Wenn ich mit ihr allein war, was nicht häufig vorkam, redete sie mit mir über Dinge, die mit den Kindern nichts zu tun hatten. In ihrer Gegenwart wurden die Kinder unruhig und waren daher lieber mit mir allein, und das kränkte ihre Mutter natürlich.“

„Machten Sie es sich niemals klar“, drang Monsieur Pasquier weiter in sie, „daß eine solche Entfremdung von ihren Kindern für eine Mutter schmerzlich sein muß daß es auch zu Spannungen zwischen Ihr und ihrem Mann führen mußte?“

im Gegenteil. Monsieur. Ich bin ehrlich davon überzeugt, daß die Herzogm_weit mehr an ihren Mann und an ihre Gefühle für ihn als an ihre Kinder dachte, die sie stets aus dem Zimmer schickte sobald ihr Mann eintrat — nur, um ihn für sich allein zu haben. Sie versuchte beständig, seine Aufmerksamkeit ^enT Duldern ab- und auf sich zu lenken. Ich habe es erlebt, daß sie p' .ötzic aus dem Zimmer ging, nur weil der Herzog mit seinen Kindern spielte oder zärtlich zu ihnen war. Bei allen solchen Anzeichen der Liebe zwischen dem Vater und seinen Kindern konnte sie ihre Eifersucnt und ihre Gereiztheit nicht verbergen. Die Kinder merkten dies natürlich und verdoppelten mit der gedankenlosen osheit ihres Alters ihre Zärtlichkeitsbezeugungen für ihren Vater. Ich cah wieviel Schaden dieser ständige Kampf anrichtete, aber es lag nicht immer in meiner Macht, seine schädliche Auswirkung zu verhindern.

(Fortsetzung folgt)

Dir Lage in Korea

Von C. Yakes McDaniel, Korrespondent der Associated Press

Washington, 29. November. (AP.) Maßgebende Kreise des US-Verteidigungsministenums waren am Mittwoch der Ansicht, daß General Mac Arthur genügend Luftunterstützung, Panzer und rtillerie zur Verfügung hat, um eine unmittelbare Katastrophe in Korea zu verhindern.

Sie rechnen damit, daß die amerikamsche iruppenführung ihre Divisionen östlich und nordöstlich Pyöngyang in einer neuen Verteidigungslinie zusammenfassen kann, solange diese Materialüberlegenheit noch besteht. Der rotchinesische Einbruch in die Front basiere auf der rein zahlenmäßigen Stärke der kommunistischen Verbände und sei anscheinend nicht auf verstärkten Einsatz von Artillerie und Panzereinheiten zurückzuführen.

Voraussetzung für eine auf die Dauer wirksame Verteidigung sei allerdings — neben der in Washington immer noch vorherrschenden Annahme, die Sowjetunion steuere auch jetzt noch nicht auf einen dritten Weltkrieg zu —, daß die Vereinten Nationen nicht nur uneingeschränkte Luftoperationen über der mandschurischen Grenze zulassen, sondern auch bereit sind, die UN-Truppen in Korea zu verstärken.

Man denkt dabei zunächst an das vor einigen Monaten abgelehnte Angebot Tschiang Kai-scheks, 30 000 Mann nationalchinesische Truppen nach Korea zu entsenden. Abgesehen von der kanadischen Brigade von 8000 Mann, die sich noch in Amerika zur Ausbildung befindet, wäre dies tatsächlich die einzige zur Zeit greifbare Reserve, die den Vereinten Nationen zur Verfügung stände.

Der seinerzeit für die Ablehnung bestimmende Grund — man wollte Rotchina keinen direkten Anlaß zur offenen Intervention geben —, ist nach Ansicht der militärischen Stellen und auch nach Meinung verschiedener Mitglieder des Kongresses durch die jüngsten Ereignisse in Korea offensichtlich entfallen.

Meihnachtsbotschaft"

„falsch ausgelegt“

Washington, 29. November, (dpa) General Mac Arthur hat in einem Telegramm aus Tokio erklärt, seine Feststellung „die UNO-Soldaten werden bis Weihnachten zu Hause sein“ sei falsch ausgelegt worden. „Offenbar ist einigen nebenher gesagten Bemerkungen, die zwischen mir und meinen Befehlshabern in scherzhaftem Ton gewechselt wurden, übertriebene Bedeutung beigemessen worden. Die offensichtliche sachliche Unmöglichkeit einer Erfüllung der mir zugeschriebenen Voraussagen sollte deren beste Widerlegung sein.“

Scharfe Angriffe Dr. Schumachers

Der sozialdemokratische Vorsitzende in Berlin

Berlin, 29. November, (dpa) In der bisher größten Berliner Wahlkundgebung mit etwa elftausend Teilnehmern warf der sozialdemokratische Vorsitzende Dr. Kurt Schumacher der Bundesregierung vor, daß ihr bisher jede Initiative zur Eingliederung Berlins als zwölftes Land in die Bundsrepublik gefehlt habe. Die Christlich-Demokratische Union befinde sich in einer Krise und die Freie Demokratische Partei kranke an der Kreuzung zwischen der Deutschnationalen Partei Hugenberg und Wirtschaftspartei Drewitz. Bei den letzten Wahlen sei die ganze Regierungseinheit ins Rutschen gekommen. Das Ziel der klerikalen CDU, beide Konfessionen zu einigen, werde durch die Praxis widerlegt. Der Block der Heimatvertriebenen (BHE) wird nach Ansicht Schumachers nur eine flüchtige Erscheinung in der deutschen Politik sein. Wenn die führenden Kreise der Deutschen Partei und des BHE ihre goldenen NSDAP-Parteiabzeichen zusammenwerfen würden, dann hätte Berlin eine Deckung für eine Goldwährung. Der Kommunismus sei nur auf der Grundlage der .sozialistischen Demokratie zu überwinden.

Den Bundeswirtschaftsminister machte der SPD-Vorsitzende verantwortlich für das Chaos der deutschen Industrie. „Das System“ dieser sogenannten sozialen Marktwirtschaft stehe jetzt vor dem Zusammenbruch. Wenn Bundeswirtschaftsminister Erhard kürzlich erklärte, das deutsche Volk sei stolz auf seine Leistung, so will ich ihm sagen: Das deutsche Volk ist stolz auf seine eigene Leistung, aber nicht auf seine Bundesregierung.

Dr. Schumacher unterstrich erneut den Standpunkt der SPD zur Remilitarisierung, der auf der Grundlage beruhe: Gleiches Opfer, gleiches Risiko und gleiche Chance, Nicht Versprechungen, sondern nur Tatsachen könnten die SPD von der Notwendigkeit eines deutschen Beitrages zum westeuropäischen Verteidigungssystem überzeugen.

Dr. Schumacher betonte zum erstenmal in der Öffentlichkeit, der Bundeskanzler habe ihm in mehreren Besprechungen über die Verteidigungsfrage erklärt, daß er „den Kern meiner Bedingungen für richtig hält.“

Besonders scharf wandte sich der SPD-Vorsitzende gegen die Erklärung des Bundeskanzlers, die SPD und ihr Vorsitzender bedienten sich Goebbelsscher Propaganda - Methoden. Demgegenüber müsse gesagt werden, daß Dr. Adenauer und Goebbels „schließlich aus der gleichen klerikalen und geistigen Atmosphäre stammen“. Offenbar übersehe Dr. Adenauer auch, wie wohl es ihm in den zwölf Jahren der Hitlerzeit gegangen sei. „Und wie ich mein eigenes, selbstgewähltes Schicksal auf mich genommen habe.“ Er könne dem Bundeskanzler daher nur den Rat geben: „Mehr Scham, Herr Bundeskanzler.“

Ein Beispiel der Versöhung

Französischer Bürgermeister schreibt an eine deutsche Mutter

Zweibrücken, 29. November, (dpa) Der Bürgermeister des französischen Dorfes Taconville im Departement Meurthe et Moselle hat an das Bürgermeisteramt in Zweibrücken einen Brief gerichtet, der einer dort lebenden Mutter Auskunft über die letzte Ruhestätte ihres Sohnes gibt.

Der Bürgermeister, der im Jahr 1944 Zeuge der Bestattung gefallener deutscher Soldaten in Taconville war, unter denen sich auch Unteroffizier Erich Ruf aus Zweibrücken befand, schreibt:

„Der Krieg ist eine unmenschliche Sache, die nur Trauer und Elend hervorruft. So Gott will, mögen sich unsere beiden großen Völker zur Freundschaft und Verbrüderung zusammenfinden. Dies ist der Wunsch vieler Franzosen. Ich habe die feste Hoffnung, daß die Männer, die das Schicksal unserer Völker in Händen haben erreichen werden, daß sie ihren Egoismus und. Groll vergessen, um einen dauerhaften Frieden und eine ehrliche Freundschaft zwischen unseren Ländern herbeizuführen.“

Auskunft über Fremdenlegionäre

Saarbrücken, 29. November, (dpa) Die saarländische Vereinigung ehemaliger Fremdenlegionäre teilt mit, daß sie m der Lage sei, schnell und zuverlässig Auskünfte über Einsatzort und Gesund-CSustand von Fremdenlegionaren Jnd vermuten Angehörigen der französischen Fremdenlegion zu vermitteln. Die Vereinigung sei auch bereit, Anfraün aus dem Bundesgebiet weiterzufeiten. Den Anfragen müssen allerdings ^zuletzt bekannte Anschrift der Legionäre beigefügt werden. Die Anschrift lautet: Vereinigung ehemaliger Legionäre im Saarland, Geschäftsstelle Saarbrücken, Saarbrücken 3, Viktoriastr. 26 a.

Dir „Ienaer Glaswerke“

kommen nach Mainz

Na. Mainz, 29. November. (Eigene Meldung.) Die „Jenaer Glaswerke Schott und Genossen“, die ursprünglich ihren Sitz in Jena hatten und zur Zeit in Landshut (Bayern) arbeiten, beabsichtigen, Anfang des kommenden Jahres ihren Sitz nach Mainz zu verlegen.

Erster Landtag am 7, Dezember

Eröffnung durch Alterspräsident Lux

Wiesbaden, 29. November. (Eigener Bericht.) In seiner Eigenschaft als geschäftsführender Präsident des hessischen Parlaments hat Otto Witte den am 19. November gewählten zweiten Hessischen Landtag für den 7. Dezember um 11 Uhr zu seiner ersten Plenarsitzung eingeladen.

Nach der von dem Büro des Hessischen Landtags am Mittwoch veröffentlichten Tagesordnung wird die Sitzung durch den Alterspräsidenten, den 72jährigen Abgeordneten Anton Lux (SPD), eröffnet werden. Weiterhin steht die Wahl des Präsidenten sowie die Beschlußfassung über die Einrichtung der Arbeitsausschüsse des Landtags und die Wahl von drei Mitgliedern für das Wahlprüfungsgericht auf der Tagesordnung.

Der Landtag wird dann eine Erklärung des Ministerpräsidenten Stock entgegennehmen, in der dieser auf Grund des Artikels 130 der Hessischen Verfassung den offiziellen Rücktritt seines Kabinetts bekanntgeben wird.

In wenigen Zeilen

Die amerikanische Regierung hat ein 125- Milliarden - Dollar - Programm zur Entwicklung der Wasserstoffbombe und ™Erhöhung der Atombombenproduktion aufgestellt.

-Zwischen Griechenland und Jugoslawien sind die vollen diplomatischen Beziehungen aufgenommen worden.

Die Jewish Times“, die einzige in jiddischer Sprache erscheinende Tageszeitung Englands, stellte ihr Erscheinen ein.

'■ Als Frau verkleidet ging ein junger Mann aus der Sowjetzone auf die Arbeitssuche weil er hoffte, als Dienstmädchen am leichtesten unterkommen zu können. Die Heilsarmee, die in der Bundesrepublik als Religionsgemeinschaft und neuerdings in West-Berlin als Körperschaft des öffentlichen Rechtes anerkannt ist, ist im sowjetisch besetzten Gebiet Deutschlands verboten.

Die „Deutsche Aktion“ hat gefordert, die Frage der Vereinigung Deutschlands vor die Vereinten Nationen und den Sicherheitsrat zu bringen.

Der Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Stein, forderte erneut die Eingemeindung der gegenwärtig zu Hessen gehörenden rechtsrheinischen Mainzer Vororte Kastel, Kostheim, Gustavsburg, Bischofsheim und Ginsheim.

Wirtschaftsteil

Kleiner Nahrungsraum

vwd. Nach den Ergebnissen der Volkszählung steht in der Bundesrepublik für 100 Menschen nur noch ein Nahrungsraum von rund 28,4 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche zur Verfügung (auf 100 ha kommen 352 Menschen). 1939 entfielen im Altreich auf 100 ha landwirtschaftliche Nutzfläche 243 Menschen.

Damit hat die Bundesrepublik nach Belgien mit 20 ha und Holland mit 24 ha auf je 100 Einwohner den proportional kleinsten Ernährungsraum in Westeuropa.

Strom und Gas teurer

VWD Verordnungen über die Erhöhung der Strom- und Gaspreise werden gegenwärtig im Bundeswirtschaftsministerium ausgearbeitet. Mit den neuen Verordnungen wird sich zunächst der interministerielle Preisrat zu befassen haben, anschließend muß das Kabinett und dann der Bundesrat dazu Stellung nehmen.

Neue Maßnahmen gegen Preistreiberei

Besprechungen über Aktivierung der Preisüberwachung

Hi. Die staatlichen Preisbildungs- und Preisüberwachungsstellen der Länder sind in eine schwierige Lage geraten. Aus dieser Lage könnten sie nur mit Hilfe neuer gesetzlicher Maßnahmen gegen die Preistreiberei herauskommen. Dies gab Veranlassung zu Besprechungen zwischen dem Bundeswirtschafts- und dem Bundesfinanzministerium über eine Neufassung der Preistreibereibestimmungen im Wirtschaftsstrafrecht, an denen auch Vertreter der Preisprüfungsstellen teilnahmen.

Welches sind die wichtigsten Gründe für diese Schwierigkeiten der Preisüberwachung? Das Nebeneinanderbestehen von gebundenen Preisen für Milch, Butter, Zucker und Konsumbrot und ungebundenen Preisen für andere Grundnahrungsmittel und sonstige Konsumgüter führt zu Spannungen psychologischer Art. Weiterhin wird der Paragraph 9 des Wirtschaftsstrafrechts (Preiswucher) den Gegebenheiten und Notwendigkeiten einer ausreichenden Preisüberwachung nicht gerecht. Die Begriffe „lebenswichtiger Bedarf“, „unangemessenes Entgelt“ usw. stellen Verwaltungen und Gerichte vor unlösbare Aufgaben. Nicht zuletzt sind die Preis- und Ueberwachungsstellen nicht in der Lage, aus dem mehrfach von Monat zu Monat wechselnden Anweisungen die erforderlichen Folgerungen zu ziehen.

Man kam zu der Ueberzeugung, daß grundsätzlich nur zwei Möglichkeiten bestehen, um Abhilfe zu schaffen: Entweder verzichtet man auf das staatliche System der Preisbildung und Preisüberwachung zu Gunsten der Marktautomatik, oder man weist den Preisbildungs- und Ueberwachungsstellen ein sinnvoll abgegrenztes Aufgabengebiet mit den erforderlichen gesetzlichen Möglichkeiten zu.

1,3 Milliarden DM Schäden

A. Z. Trotz der gestiegenen Einnahmen seit der Koreakrise wird das Gesamtdefizit der Bundesbahn für 1950 400 Millionen DM betragen. Dies erklärte der Generaldirektor der Deutschen Bundesbahn, Dr. Helberg, vor dem Bundesverband der deutschen Industrie. Der Substanzverlust, der sich aus nicht ausgeführten Erneuerungsarbeiten an Bahnanlagen ergibt, wird auf über 180 Millionen DM im Jahr geschätzt. Dieser Verlust müsse durch die geplante Tariferhöhung abgefangen werden.

Die Kriegsschäden an baulichen Anlagen belaufen sich noch auf rund 92 Millionen DM, an Fahrzeugen auf rund 368 Millionen DM. Die Kriegsfolgeschäden an Bahnanlagen werden mit 1269 Millionen DM und an Fahrzeugen mit 807 Millionen DM angegeben. Im Jahre 1950 hat die Bundesbahn an die Wirtschaft Aufträge im Werte von 1,1 Milliarden DM erteilt.

Außerdem wandte sich Dr. Helberg gegen das Projekt des - Main-Donau-Kanales.

Rund 85 000 Tonnen Oelfrüchte wurden in diesem Jahr im Bundesgebiet geerntet. (Vorjahr 155 000 Tonnen.)

Leistungsfähigkeit nicht überlasten

Der Zentralverband der Haus- und Grundbesitzer zum Lastenausgleich

WT „Ueberspannter Lastenausgleich vernichtet — gerechter Lastenausgleich baut auf!“, erklärte der Präsident des Zentralverbandes der Haus- und Grundbesitzer e. V., Oberbürgermeister a. D. Dr. Johannes Handschumacher, auf der Großkundgebung des Zentralverbandes in Düsseldorf.

Nach wie vor fühle man sieh der gebenden wie der nehmenden Seite verpflichtet und dadurch vor wirklichkeitsfremdem Radikalismus bewahrt. Die Not der Ruineneigentümer sei dem Los der Vertriebenen vergleichbar. Die Belastung des unversehrten Haus- und Grundbesitzes müsse seiner Leistungsfähigkeit entsprechen. Der Zentralverband habe Vorbereitungen getroffen, um den vertriebenen Hausbesitzern Betreuung und Hilfe angedeihen zu lassen.

Mit der Lastenausgleichsabgabe sei der Sachwerterhaltung Rechnung zu tragen, andere Eingriffe dürften aber nicht mit dem gleichen Argument begründet werden. Den Entwurf des Bundesfinanzministers sehe man wenigstens als geeignete Verhandlungsgrundlage an.

Die minderbemittelte Bevölkerung sei bisher zumeist vom privaten Bauherrn versorgt worden und in den Altwohnungen würden auch die niedrigsten Mieten gezahlt, legte Verbandsdirektor Hartmann dar. Der aus öffentlichen Mitteln geförderte gemeinnützige Wohnungsbau sei kein sozialer Wohnungsbau, da der „fünfte Stand“ von ihm keinen Gebrauch machen könne. Die Genossenschaftsanteile von 600 DM und oft auch Baukostenzuschüsse seien zu hoch. Der private Wohnungsbau stehe weitaus an der Spitze und habe sich damit als Avantgarde des Wohnungsbaues erwiesen.

Bewirtschaftung gewisser Rohstoffe erwogen

Ein klares Wirtschafts- und Finanzprogramm soll ausgearbeitet werden

Hi. Wie unserem Bonner Vertreter aus Teilnehmerkreisen berichtet wird, hatten sich Wirtschaftsfachleute der Bundestagsfraktionen der Regierungskoalition, sowie der Bundeswirtschaftsminister, der ERP-Minister und in Vertretung des Bundesfinanzministers, Staatssekretär Hartmann, in Niederpreisig zu einer mehrtägigen Besprechung zusammengefunden. Man sei darangegangen, durch diesen Kreis ein klares Wirtschafts- und Finanzprogramm aüsarbeiten zu lassen. Die Besprechungen führten zu der Erkenntnis, daß die bevorstehende Koordinierung der Rohstoffversorgung der ERP-Länder zu gemeinsamen Bewirtschaftungsmaßnahmen bei Nichteisenmetallen und gewissen Holzsorten und zu einem Zuteilungssystem für Baumwolle, Zellstoff und Kohle führen dürfte. Eine Entscheidung über die Lenkungsmaßnahmen dürfte bereits in den nächsten zwei Wochen fallen.

Wie in Bonn weiter verlautet, soll ab 1. Dezember 1950 vorbehaltlich der Zustimmung des Rates der OEEC mit den Verhandlungsverfahren über eine vom Generalsekretariat der OEEC aufgestellten „T iste Commune“ begonnen werden, wodurch eine Konsolidierung der bisherigen Liberalisierungsmaßnahmen herbeigeführt werden soll.

Außerdem sprachen sich die Wirtschaftsexperten dafür aus, daß das Geld- und Kreditwesen dem Wirtschaftsminister unterstellt wird.

Preissteigerungen registriert

vwd. Die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels legt ein Adreßbuch an, in das solche Firmen eingetragen werden, die glauben, mit den Preisen heraufgehen zu müssen. Bei der gegenwärtigen Wirtschaftsentwicklung, so erklärt der Hauptgeschäftsführer der Hauptgemeinschaft, Syndikus Franz Effer, Köln, würden sich im Frühjahr die Preiserhöhungen für einzelne Warengebiete kaum vermeiden lassen.

Bei der dann entstehenden Streitfrage, wo die Ursachen für diese Preissteigerungen zu suchen seien, wolle der Einzelhandel sich nicht wieder beschimpfen lassen. Man werde das Adreßbuch der Oeffentlichkeit vorlegen. Zuvor wolle man jedoch mit der Industrie darüber beraten, wieweit die unvermeidlichen Verteuerungen von Grundstoffen auf die großen Partner umgeschlagen werden könnten, um den Verbraucher vor Preissteigerungen zu bewahren.

Für Erhöhung des Kohlenpreises

Da. Gegen die Stimmen der sozialdemokratischen Vertreter hat sich der wirtschaftspolitische Ausschuß des Bundestages für eine Erhöhung des Kohlenpreises um im Durchschnitt 4,50 Mark pro Tonne ausgesprochen. Der Kokspreis würde sich nach dem Ausschuß-Beschluß von 42 auf 48 Mark pro Tonne erhöhen, während die Tonne Stahl um 26,50 Mark teurer werden soll. Hausbrand würde sich um etwa 1,50 Mark verteuern. Der Kabinettsbeschluß, den Braunkohlenpreis nicht zu erhöhen, ist aufrechterhalten worden.

Die Oberkommission schreitet ein

AP. Die Arbeitsgruppe für Entkartellisierung und Entflechtung bei der Oberkommission hat die Deutsche Vereinigte Schuhmaschinen GmbH. (D.V.S.G.) aufgefordert. bestimmte Geschäftspraktiken, die im Widerspruch zu den Dekartellisierungsbestimmungen stehen, sofort einzustellen.

In einer Mitteilung der Oberkommission heißt es, die Firma, ein Zweigunternehmen der amerikanischen United Shoe Machinery Corporation, habe deutschen Schuhfabrikanten auf Grund von Verträgen mit einer Anzahl einschränkender Klauseln Maschinen zur Schuhfabrikatibb mietweise überlassen. Diese Klauseln haben nach Ansicht der alliierten Arbeitsgruppe die Absicht gehabt, Schuhfabrikanten daran zu hindern, Maschinen der D.V.S.G. und anderer Fabriken gemeinsam zu benutzen. Außerdem sei eine Lösung des Mietvertrages mit der D.V.S.G. nicht möglich gewesen, ohne damit auch der anderen Verträge, die mit der D.V.S.G. geschlossen wurden, verlustig zu gehen.

Die Ablieferung ging zurück

vwd. Die Brotgetreideablieferungen erreichten im Oktober 240 000 t (110 000 t Roggen und 129 000 t Weizen). Insgesamt sind bis Ende Oktober rund eine Million t Brotgetreide gegenüber 1 370 000 t in der entsprechenden Vorjahreszeit von der Landwirtschaft auf den Markt gebracht worden.

w Vereinigte Kugellagerfabriken AG. in Schweinfurt. Die Gesellschaft beantragt Umstellung des Aktienkapitals im Verhältnis 1:1 auf DM.

Reaktion der Börsen auf Korea

Bz. Die Ausdehnung der Koreakrise durch das Eingreifen Rotchinas und der Kurssturz an der Neuyorker Börse, führten zu einer verschärften Abwärtsbewegung an allen Märkten in Frankfurt. Degussa ging um 4 Prozent auf 66 zurück. Bei anderen Chemiewerten waren die Einbußen nicht ganz so groß. Metallgesellschaft war verhältnismäßig widerstandsfähig. Hier verlautet gerüchtweise, daß die Verwaltung eine Kapitalzusammenlegung im Verhältnis 10:8 erwäge. Bei Elektropapieren waren die Einbußen ebenfalls ansehnlich. Bei Bergbauaktien gab es durchschnittlich Verluste von 2 bis 2,5 Punkte. Besonders scharfe Verluste hatten noch Lanz-Mannheim 46 (— 5), BMW 29 (— 2,75) sowie Lindes Eis 92,5 (— 2,5).

Trostlose Londoner Börse

AP. Die Londoner Börse bot am Mittwoch ein trostloses Bild: Nirgends war ein Pluszeichen an den Anzeigetafeln. Die Entwicklung der Lage in Korea und die Reaktion der Welt erschütterten den Markt in seinen Grundfesten. Es war der schlimmste Tag seit dem „Schwarzen Montag“ im Juni, als der Krieg in Korea ausbrach.

Staatsanleihen fielen um einunddreiviertel Punkte pro pari-Stück. Nur die kriegswichtigen Rohstoffwerte zogen unter Führung der Gummipreise beträchtlich an. Gummi erhöhte sich um sieben Pence pro Pfund, eine außergewöhnlich hohe Preissteigerung für einen Tag. Gegen Mittag notierte Gummi mit fünf Schilling ein Penny pro Pfund (Pfund-Sterling — DM 11,76).

Sprunghafter Preisanstieg

AP. Als Folge des Rückschlags in Korea zogen die Preise für Malaya-Zinn und K a u ts c h uk scharf an. Zinn stieg gegenüber der Vortagsschlußnotiz sprunghaft um 40,125 Straits Dollars auf 542,25 Dollars pro Piikul, Kautschuk um 23 Cents auf 1,09 Dollar pro Pfund.

Freie Devisenkurse

Bz. Am 29. November 1950 hörte man an der Frankfurter Börse folgende freie Devisenkurse: Für den USA-Dollar 5,10 bis 5,40 DM, für das englische Pfund Sterling 12,50 bis 13,50 DM, für den Hollandgulden 1,15 bis 1,22 DM, für den Schweizerfranken 1,15 bis 1,22 DM, für die dänische Krone 0,48 bis 0,52 DM, für die schwedische Krone 0,75 bis 0,80 DM und für den österreichischen Schilling 0,14 bis 0,16 DM.

In den Berliner Wechselstuben wurden für 1 DM-West 5,30 bis 5,50 Ostmark gezahlt bzw. für 5 Ostmark 1 DM-West geboten.

Hapag stellt 1:1 um

w. Große Ueberraschung hat es hervorgerufen, daß die H ap a g ihrer Hauptversammlung am 29. Dezember die Umstellung des 46,3 Mill. RM betragenden Aktienkapitals im Verhältnis 1:1 vorschlägt. Es ist allgemein bekannt, welche ungewöhnlichen Substanzverluste die Reedereien erlitten haben, Verluste, die normalerweise eine Umstellung 1:1 als unwahrscheinlich erscheinen lassen würden.

Bz Ada-Ada-Schuh-AG., Frankfurt a. M.- Höchst. Die HV. genehmigte die DM-Eröffnungsbilanz mit einer Kapitalzusammenlegung 10:6 von 1,836 Mill. RM auf 1,102 Mill. DM, daneben Erhöhung um 0,734 Mill. DM ab 1. Juli 1950. Gutgeheißen wurde der am 13. Mai 1950 zustande gekommene Vergleich, wonach die Rückerstattungsberechtigten eine Nachzahlung von 1,132 Mill. DM erhalten. Die Ada-Ada trägt die Kosten des Rückerstattungsverfahrens. DieGesellschaf t wurde aus der Vermögenskontrolle entlassen.

w Hessen-Nassauische Gas-AG. Gegen die Beschlüsse der HV. vom 20. Oktober haben die Aktionäre, die Stadt Frankfurt a. M., vertreten durch ihren Magistrat, und die Main-Gaswerke AG. in Frankfurt, vertreten durch ihren Vorstand, teilweise Anfechtungsklage erhoben. Der Termin zur mündlichen Verhandlung ist auf 19. Dezember festgesetzt worden.

ID. Niederrheinische Papier- und Pappenfabrik AG, Neuß. Die HV beschloß, das AK 1:1 auf 2,08 Mill. DM umzustellen, für das 2. Halbjahr 1948 eine Dividende von 3 v. H. und für das Geschäftsjahr 1949 von 6 v. H. zu verteilen.

Bz Bei der Kraftwerk Altwürttemberg AG., Beihingen a. N., nahm die HV. den Reichsmark-Halbjahresabschluß zum 20. Juni 1948 zur Kenntnis. Die DM-Eröffnungsbilanz ist in Bearbeitung. Soweit sich indessen voraussehen lasse, wird das Umstellungsverhältnis (wahrscheinlich 1:1) ein günstiges sein.

Bz. Württembergjsche Cattunmanufactur Heidenheim. Die Gesellschaft, die ihr Grundkapital von 4,50 Mill RM auf 6,75 Mill. DM erhöhte, erzielte im ersten DM-Jahresabschlußjahr vom 21. 6. 1948 bis 30. 6. 1948 7,60 (alles in Mill. DM) Rohüberschuß, ao. und sonstige Erträge von zusammen 0,190. Abzüglich der Aufwendungen von 7,141 verbleibt zur Verfügung der auf 8. 12. anberaumten H V. ein Ueberschuß mit 0,606. Der Verwaltungsvorschlag lautet 5 Prozent Dividende an die Aktionäre, 0,180 Gatifikationen an die Belegschaft und 0,039 Vortrag auf neue Rechnung.

Film und Funk

Künstler - Kenner - Könner

Helmut Käutner, der Regisseur des Films „Epilog“

Es gibt auf dem Gebiet des Kunstschaffens Namen, die nicht nur zum Begriff schlechthin, sondern zum Inbegriff eines Stils, einer künstlerischen Phase geworden sind.

Zu ihnen gehört Helmut Käutner. Ihn beruflich zu kategorisieren, dürfte auf Schwierigkeiten stoßen. Er ist Schauspieler, Bühnenregisseur, Bühnenbildner, Kabarettist, Textdichter, Rundfunkautor, Drehbuchverfasser und Filmregisseur. Nicht in chronologischen Etappen des Werdegangs kam sein vielgestaltiges* Künstlertum zum Durchbruch und zur Reife. Es vereinigt sich in einer Persönlichkeit. Wenn auch das Schwergewicht sich abwechselnd mehr oder minder stark nach der textlich formulierenden, bildhaft erfassenden, darstellerischen, architek-

tonisch gestaltenden oder regieführenden Seite hin verlagern mag, so verschmelzen die einzelnen Komponenten letzthin doch zu einer in sich geschlossenen, eigenwilligen Begabung.

Käutner ist Avantgardist und hat als solcher seit jeher mutig Neuland erschlossen. Er hat die Fachwelt aufhorchen lassen, das Publikum vor Ueberraschungen gestellt, den Zorn der Widersacher heraufbeschworen.

Er eroberte sich Bühne, Kabarett und Rundfunk. Er rückte in der Rubrik deutscher Filmregisseure von internationalem Ruf allmählich in die vorderste Reihe. Seine Erfolge erkämpfte er auf allen Schauplätzen der Kunst, ohne Konzessionen an die breite Masse und ohne Rücksicht auf diktatorische Gepflogenheiten. Ein Goebbels konnte den satirisch parodierenden Initiator der „Vier Nachrichter“ zum Schweigen verurteilen, der frisch zupackenden Hand des Filmregisseurs Helmut Käutner, der 1938 die erfolgreiche Komödie „Kitty und die Weltkonferenz“ inszenierte, gebot er keinen Halt.

Es war nicht Vorwurf, sondern Bewunderung, wenn man Käutner den Mut zum Experiment nachsagte. Ob er wie in „Anuschka“ die erste Liebe eines unerfahrenen Mädchens in subtiler Gestaltung beleuchtet, mit seiner „Romanze in Moll“ in die atmosphärische Verdichtung französischer Meisterwerke vorstößt, in der „Großen Freiheit Nr. 7“ die Romantik des Hafenviertels mit farbiger Realität verquickt — er wahrt mit einem eminent filmischen Gefühl für neuartige Ueberblendung, geschliffene Dialogführung und eigenwillige Kameraeinstellung „seine“ Note.

Als Käutner 1945 in Hamburg den Plan zu einem neuen Film faßte, erklärte man ihn für —, verrückt. Hier bewies er sich als der Meister des spontanen Einfalls, der fast aus dem Nichts heraus sich allen Widerständen zum Trotz mit dem Filhi „In jenen Tagen“ als erster in Deutschland die Leinwand wiedereroberte. Dann reihte sich Erfolg an Erfolg.

Es gelang Käutner, den Beweis zu erbringen, daß man der mit Recht kritisierten Film-Nachkriegskonfektion, trotz begrenzter Mittel, die Maßarbeit eines Meisters entgegenstellen kann.

Phyllis Calvert erklärte, sie werde keine langfristigen Filmverträge mehr abschließen, damit sie in Zukunft ihre Filmrollen selbst aussuchen könne


HOCHZEITSNACHT IM PARADIES Wie man sieht: Endlich geschafft! Das überglückliche Paar Pieter van Goes rind Clarissa hat sich endlich gefunden. Nach der gleichnamigen Operette von Heinz Hentschke entstand dieser Metegr-Film im ' Herzog-Filmverleih. Drehbuch: Ernst Marischka; Regie: Geza von Bolvary; Musik: Friedrich Schröer; in den Hauptrolleln: Johannes Heesters und Claude Farell. (Im Union.) Foto: MeteorlHerzog-Film
HOCHZEITSNACHT IM PARADIES Wie man sieht: Endlich geschafft! Das überglückliche Paar Pieter van Goes rind Clarissa hat sich endlich gefunden. Nach der gleichnamigen Operette von Heinz Hentschke entstand dieser Metegr-Film im ' Herzog-Filmverleih. Drehbuch: Ernst Marischka; Regie: Geza von Bolvary; Musik: Friedrich Schröer; in den Hauptrolleln: Johannes Heesters und Claude Farell. (Im Union.) Foto: MeteorlHerzog-Film

EPILOG Ein Großfilm der CCC-Produktion mit einer ganzen Reihe bekannter Künstler. Regisseur: Helmut Käutner. In einem dramatischen Bericht enthüllt sich das Geheimnis der Yacht „Orplid“, die am 19. August 1949 Hamburg verließ und seitdem spurlos verschwunden ist. Ein Reporter rekonstruiert die Vorgänge auf dem Schiff in der Nacht des Untergangs. Ein spannender Film mit einem außergewöhnlichen Thema (Im Thalia.) Foto: Afa
EPILOG Ein Großfilm der CCC-Produktion mit einer ganzen Reihe bekannter Künstler. Regisseur: Helmut Käutner. In einem dramatischen Bericht enthüllt sich das Geheimnis der Yacht „Orplid“, die am 19. August 1949 Hamburg verließ und seitdem spurlos verschwunden ist. Ein Reporter rekonstruiert die Vorgänge auf dem Schiff in der Nacht des Untergangs. Ein spannender Film mit einem außergewöhnlichen Thema (Im Thalia.) Foto: Afa

DER UNTERGANG VON POMPEJI Um seinen hartherzigen Gläubigern zu entgehen, hat sich Marcus, der Schmied, einer Fechterschule für Gladiatoren verdungen. Hier endlich scheint ihm das Glück hold — da entreißt ihm ein tückischer Zufall Frau und Kind. In der Katastrophe des Vesuvausbruchs des Jahres 79 n. Chr. findet die Handlung ihr^n dramatischen Höhepunkt. In der Hauptrolle: Preston Foster. (Im Hansa.) Foto: RKO.
DER UNTERGANG VON POMPEJI Um seinen hartherzigen Gläubigern zu entgehen, hat sich Marcus, der Schmied, einer Fechterschule für Gladiatoren verdungen. Hier endlich scheint ihm das Glück hold — da entreißt ihm ein tückischer Zufall Frau und Kind. In der Katastrophe des Vesuvausbruchs des Jahres 79 n. Chr. findet die Handlung ihr^n dramatischen Höhepunkt. In der Hauptrolle: Preston Foster. (Im Hansa.) Foto: RKO.

Anny Ondra filmt wieder

Anny Ondra, dei’ Liebling des deutschen Vorkriegsfilms, die Gattin von Max Schmeling, wurde von der Real-Film für eine Hauptrolle des Lustspiels „Schön muß man sein“ gewonnen. Sie wird unter der Regie von Akos von. Ratony Ende November mit den Aufnahmen beginnen. Dann werden die Nerztiere und die Hühner auf der Schmeling-Ondra-Farm eine Zeitlang ohne die Hausfrau auskommen müssen. Ob das „come back“ gelingen wird? Maxe hat es nicht mehr geschafft.

Der Stromboli wieder in Tätigkeit

Der Stromboli, Mittelpunkt des RKO-Films gleichen Titels, ist wieder in Tätigkeit und hat die Bewohner der Insel zu schleuniger Flucht veranlaßt. Bei den Dreharbeiten im vergangenen Jahr wurde Rosselini und sein Darstellerstab ebenfalls von einem plötzlichen Ausbruch des Vulkans überrascht. Aber die Kamera wich auch angesichts der tödlichen Gefahr nicht von ihrem Standort und so gelangen einmalige Aufnahmen, die zu den eindrucksvollsten Episoden des ganzen Films gehören.

Die schöne Hexe

Eleanor Parker, die Partnerin Humphrey Bogarts in dem Film „Des Teufels Pilot“ und preisgekrönte Schauspielerin der Biennale, ist zweifellos eine der schönsten Erscheinungen Hollywoods, Als Kind war sie jedoch so häßlich, daß ihr bei Schüleraufführungen immer die Rolle einer Hexe oder einer alten Frau übertragen wurde.

Filmfeindliches Borstenvieh

Die Kunst der nahrhaften Borstentiere besteht darin, „geschmackvollst“ zu sterben. Weitere Bezirke der Kunst sind ihnen wesensfremd. Das konnte die Aufnahmeleitung im Hamburger - Film-Studio bei einer ungarischen Revueeinstellung zu einem neuen Revuefilm feststellen. Verzweifelt weigerten sich die Vierbeiner, durch ihre Anwesenheit das „Puszta-Bild“ stilvoll zu beleben.

Xavier Cugat und der Rumba

Es begann damit, daß ein Zwölfjähriger mit der Geige durch Spanien reiste und mit seinem Spiel sich und seinen Eltern den Lebensunterhalt verdiente. Jahrzehnte später spricht die ganze Welt von seiner Musik.

Xavier Cugat war es, der den Rumba aus seinem südamerikanischen Ursprungsland nach den Vereinigten Staaten und von dort aus in alle Winkel der Erde getragen hat. Sein größter Förderer war — Enrico Caruso, den er auf einer Italienreise kennenlernte, der ihn groß herausbrachte und ihn — das Zeichnen lehrte. Was ein Musiker damit soll? Nun, Cugat hat sich lange Zeit damit über Wasser gehalten, als er unbekannt und ohne Chance zum zweiten Male in Amerika an Land ging.

Lange aber läßt sich ein Musikgenie nicht eindämmen. Cugat begann Filmmusik zu schreiben und hatte damit bald die größten Erfolge. Inzwischen hat er elf Jahre lang seine „band“ im „Waldorf- Astoria“ geleitet, wo man ihn, als er kam, am liebsten vor die Tür gesetzt hätte, weil er noch unbekannt war. Zahllose Tourneen hat er hinter sich, darunter auch eine mit Rita Cansino, alias Rita Hayworth, alias Frau Welles, alias Frau Khan, mit ihr und einer winzigen Kapelle.

Seine Musik kennt heute jeder. Seit er vor vielen Jahren einen bekannten Geschäftsmann und dessen Frau dazu brachte,auf der ach so feudalen Tanzfläche des „Waldorf-Astoria“ einen Rumba zu tanzen, ist eine wahre Rumba-Epidemie ausgebrochen.

Auch im Film haben Xavier Cugat und der Rumba bald Fuß gefaßt. Das deutsche Publikum kennt ihn aus einer ganzen Anzahl von Musikfilmen (in Darmstadt zuletzt in „Badende Venus“) und wird demnächst in den Farbfilmen „Auf einer Insel mit Dir“ und „Liebe an Bord“ zu sehen sein. Der Rumba-König hat sich auf den Weg gemacht, auch das deutsche Publikum für sich zu gewinnen. MGM


CALIFORNIA In Californien ist der Teufel los: erst zankte man sich, ob das Land Kaiserreich oder den Vereinigten Staaten angeschlossen werden sollte. Dann kam der Goldrausch dazu, und alles strömt nach Pharao-City, wo sich auch das Schicksal zweier Menschen entscheidet, das auch für ihr Land von Bedeutung ist. Ein Farbfilm der Paramount. (Im Belida.) Foto: Paramount.
CALIFORNIA In Californien ist der Teufel los: erst zankte man sich, ob das Land Kaiserreich oder den Vereinigten Staaten angeschlossen werden sollte. Dann kam der Goldrausch dazu, und alles strömt nach Pharao-City, wo sich auch das Schicksal zweier Menschen entscheidet, das auch für ihr Land von Bedeutung ist. Ein Farbfilm der Paramount. (Im Belida.) Foto: Paramount.

LEICHTE KAVALLERIE Ein älterer Film, der sich sicher wieder manchen Freund erwerben wird. Diese kleine Tänzerin ist Marika Rökk. Und der Herr Dompteur ist Fritz Kampers, der vor kurzem für immer von der Leinwand Abschied nahm. Es ist ein Film aus der großen und der kleinen Welt, von Manegenzauber und feudalen Festen, ein Film mit Witz, Charme und auch Ernst. (Palast.)
LEICHTE KAVALLERIE Ein älterer Film, der sich sicher wieder manchen Freund erwerben wird. Diese kleine Tänzerin ist Marika Rökk. Und der Herr Dompteur ist Fritz Kampers, der vor kurzem für immer von der Leinwand Abschied nahm. Es ist ein Film aus der großen und der kleinen Welt, von Manegenzauber und feudalen Festen, ein Film mit Witz, Charme und auch Ernst. (Palast.)

Sollen wir fernsehen?

(Aus einer Rede von Prof. Dr. Dovifat, Vorsitzender des Verwaltungsrates des NWDR)

„Also“, sagen die Kritiker, „kommt nun auch das Fernsehen. Nicht nur, daß der Rundfunkkasten von früh 5 Uhr bis nachts um 1 Uhr sein pausenloses Programm schmettert, jetzt wollt ihr also den Menschen die Ereignisse, natürlich die erregendsten und sensationellsten, noch leibhaftig in ihre Wohnküchen senden. Soll denn kein Mensch mehr nachdenken, kein Mensch mehr zu sich selber finden, ein gutes Gespräch führen, ein wertvolles Buch lesen?“

Sie kennen die teils höchst amüsanten, teils erschreckenden Berichte aus Amerika. In USA krempelt die Anziehungskraft des Fernsehens, der „Television“, das Familienleben um, schafft nicht nur eine Konjunktur für Hausjoppen und Filzpantoffeln, sondern legt, wie es heißt, die Geselligkeit lahm und leert, wenn ein besonders beliebter Komiker auftritt oder ein Kriminalfilm läuft, die Straßen und Gassen.

Diese Argumente sollten den Verantwortlichen für ein deutsches Fernsehen zu denken geben. Alle, die aus persönlicher oder fachlicher Berufung kulturelle Verantwortung tragen, sollten beteiligt oder gewonnen werden; auch Schulen, Universitäten, Kirchen und die großen Berufsverbände.

Das Fernsehen ist eine gesamtdeutsche Angelegenheit.

Die hohen Kosten eines guten Fernsehprogramms bedingen über den deutschen Fernsehfunk hinaus einen europäischen Austausch der Sendungen. Es wird also nicht allein der deutsche, es wird der europäische Fernsehfunk kommen. Die deutsche Entwicklung geht von anderen Voraussetzungen aus als die amerikanische. Der kommende deutsche Fernsehrundfunk wird nicht auf wirtschaftlicher, sondern auf gemeinnütziger Grundlage erarbeitet. Er wird nicht von Reklamesendungen leben. Die das Fernsehen startenden Unternehmen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts: die deutschen Rundfunksender.

Das deutsche Fernsehen muß beweisen, daß Zugkraft nicht Plattheit bedeutet, daß auch das erregendste Zeitgeschehen Deutung und Darbietung in Wort und Bild finden kann. Fraglos besteht die Gefahr, daß das Fernsehen zu einem neuen Mittel der Vermassung wird. Aber wenn man diese Gefahr kennt, sollte man sie dann nicht überwinden können?

Welche Bilder, die z. B. durch mehrere Fernsehkameras aus verschiedenen Sichten von einem aktuellen Ereignis aufgenopimen werden, sollen auf den Sender kommen? Die sympathischen, oder gerade die unsympathischen?, die gewinnenden oder die abstoßenden? Eine ganz neue Form der Ereignisübermittlung muß erarbeitet werden.

Gewiß wird zu Anfang, genau so wie in den Anlaufzeiten des Rundfunks, viel von der Begeisterung und der Anteilnahme des Hörers abhängen. Fernsehen wird aber nicht vom Basteler vorwärtsgetrieben. Es muß also von der Industrie erwartet werden, daß es ihr Hand in Hand mit der Entwicklung eines volkstümlichen Programmes bald gelingt, Geräte zu schaffen, die auch für die schmalen Lohntüten erschwinglich sind. Inzwischen aber sollten Mittel und Wege gefunden werden (z. B. Fernsehstuben), die das Fernsehen breitesten Kreisen zugänglich machen.

Der Hörer ist im Fernsehfunk nicht mehr ein Hörer, sondern ein „Seher“. Die Sprache gibt hier weise Fingerzeige. Soll also der hohe Klang dieses Wortes hier den ernsten Sinn, die Aufgabe festhalten, in die der Hörer hineinwächst: Ein Seher oder doch zumindest ein Schauender, ein Zuschauender zu sein, aus der Stille seiner Behausung in die Welt, die der Fernsehrundfunk vor ihm ausbreitet.

Wie werden Rundfunksendungen übertragen?

„Hier ist Radio Frankfurt, angeschlossen der Bayerische Rundfunk, Radio Stuttgart und Rias Berlin“, hören wir mehr als einmal im Lautsprecher. Haben Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, wie es diesen Sendern möglich ist, ein gemeinsames Programm von einem Sender aus zu übernehmen? Das ist nicht selten der Fall. Denken Sie nur an die Uebertragung eines großen Fußballspiels oder der Salzburger Festspiele, an denen die ganze Welt teilnehmen möchte.

Man hat einmal gesagt, die Eisenbahn könne eher ohne Schienen als ohne Drahtverbindung fahren. So ähnlich liegen auch die Verhältnisse beim Rundfunk. Ein Kabelnetz, das die deutsche Post zur Verfügung stellt, verbindet die Sender untereinander. Die besten Kabeladern müssen es sein, um eine einwandfreie Wiedergabe besonders der hohen und tiefen Töne zu gewährleisten. Für diese Zwecke sind nur die mittleren Adern eines Kabels geeignet. Eine solche Kabelverbindung ist aber auch für Uebertragungen zum Beispiel vom Sportplatz zum Funkhaus notwendig, um den Hörer unmittelbar Zeuge des Geschehens werden zu lassen.

Außer dieser Art der Uebertragung gibt es bekanntlich noch die Ringsendung. Sie steht besonders an den Feiertagen hoch im Kurs. Denken Sie nur an die Ringsendungen der Funkkinder zu Weihnachten, die weit über Deutschland hinausgriffen. Bei diesen Ringsendungen nehmen alle angeschlossenen Sender teil an der Gestaltung des Programmes, während bei Uebertragungen nur einem Sender diese Aufgabe zufällt.

Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit der Uebernahme von Sendungen. So wird zum Beispiel die Stimme Amerikas auf drahtlosem Wege von Neuyork nach Stuttgart gesendet und dort an die angeschlossenen Sender über Kabel weitervermittelt. Diese Art nennt man Ballempfang, weil die Wellen gewissermaßen wie Bälle zugespielt werden. In ähnlicher Weise verfährt man auch bei der Uebertragung von UKW-Sendungen, da die Reichweite der einzelnen UKW-Sender nur etwa 80 Kilometer im Umkreis beträgt. Hier werden die Wellen gleich Bällen von Station zu Station weitergegeben.

Die Verantwortung für das einwandfreie Gelingen der Uebertragungen liegt in den Händen der Technik. Techniker haben das Schicksal, nur dann aufzufallen, wenn etwas nicht klappt. Auf einer Schaltstelle laufen viele Kabel zusammen und verzweigen sich an den Verteilern. Sie müssen fortlaufend überwacht werden, um immer betriebssicher zu sein. Die Techniker des Rundfunks und der Post erfüllen diese Aufgabe in einer meisterhaften Zusammenarbeit. Die laufende Ueberprüfung erfolgt durch Messungen. Man stellt fest, ob die Summe aller Widerstände, auch Dämpfung genannt, das normale Maß nicht übersteigt. Eintretende Störungen bringen Leben in die etwas geruhsame Tätigkeit des Meßingenieurs. Er muß sofort in der Lage sein, Ersatzverbindungen zu schaffen, um die Zeit des Ausfalls auf ein Mindestmaß zu begrenzen.

Wußten Sie schon?

.•. daß man in den Anfängen des Rundfunks in Deutschland allgemein glaubte, durch Rundfunkwellen könne die Spanische Grippe verbreitet werden? Man hielt also Rundfunkwellen für Bazillenträger.

•.. daß erst durch den Einsatz der Kurzwellen im Jahre 1930 ein Rundfunkempfang auf größere Entfernungen möglich wurde, so daß man die ganze Welt überbrücken konnte?

... daß Rundfunkwellen, je kürzer sie sind, immer mehr die Eigenschaften des Lichtes annehmen und sich gradlinig fortpflanzen? Uebrigens ein Grund mit, warum der UKW-Empfang nur auf so geringe Entfernungen möglich ist, da die Krümmung der Erde eine weitere Verbreitung der Ultrakurzwelle an ihrer Oberfläche verhindert.

Am Mikrofon:

Hans-Otto Grünefeld

Quizmaster und Sendeleiter

Sie kennen ihn nicht? Bestimmt aber doch seine Stimme! Oder haben Sie noch niemals die Quizsendung London —Frankfurt gehört? Richtig, man hatte sie während der Sommermonate unterbrochen, nachdem sie seit Frühjahr 48 im ganzen 50mal gelaufen war. Hans-Otto Grünefeld, der deutsche „Quizmaster“, vertrat die Ansicht, man solle es damit bewenden lassen, da auch er das „They never come back“ der Sportler anerkennt. Denn Boxer sind ja bekanntlich der Meinung, daß man, einmal vom Ring abgetreten, niemals mehr von neuem beginnen sollte. Und die Tatsachen geben ihnen recht. Nicht immer, denn beim Quiz war es zur Ueberraschung aller wesentlich anders. Der Erfolg der ersten Sendung nach der Sommerpause war gewaltig. Zwar hatte man einige Aenderungen vorgenommen, die Fragen etwas erleichtert, um einem größeren Hörerkreis Gelegenheit zum Mitraten zu geben, und auch in der deutschen Besetzung war eine neue weibliche Stimme zu hören. Dem Londoner Team mit Barbara, Christopher und Klaus steht nun das Frankfurter mit Hans-Otto, Peter und Leoni Grimm gegenüber,

Diese 6 Menschen machen sich also mit Fragen gegenseitig das Leben sauer. Niemand der anderen Gruppe kennt die Fragen des Gegners vorher, auch nicht das Wissensgebiet, so daß die Teams ausschließlich auf ihr Wissen angewiesen sind. Als Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptung führt Grünefeld die Natürlichkeit und Echtheit der Sendungen an, die man zweifelsohne am Lautsprecher spürt. Auch wirklich erstklassigen Schauspielern würde es wohl kaum gelingen, eine gestellte Szene so meisterhaft vorzutäuschen.


HANS-OTTO GRÜNEFELD mit dem Bild seiner Quiz-Partnerin Barbara vom BBC London
HANS-OTTO GRÜNEFELD mit dem Bild seiner Quiz-Partnerin Barbara vom BBC London

Darmstadt und Umgebung

Das Darmstädter Heinerfest rückt näher

Wer schreibt das „Heiner-Lied“?

Der große Ausschuß zur Vorbereitung des Darmstadter Heimatfestes, kurz gesagt: des Heinerfestes, das vom 30. Juni bis 2. Juli 1951 steigen soll, trat zu seiner zweiten Sitzung zusammen. Vertreter der Stadt, der Behörden und des Verkehrsvereins, der Gesang- und Sportvereine, der Wirte und AnU^eien> des Einzelhandels. des Vereins „Alt-Darmstadt“, der Darmstädter Spiel¬ »ememschaft und der Darmstädter Karnevalsvereine hatten sich zusammengefunden um die eingesandten Vorschläge zu prüfen, eigene Anregungen zu geben und alles dem einen, großen Nenner unterzuordnen: Das Hemerfest für die Darmstädter von den Dannstädtern. Die Herren Peter Hanauer und Meisel leiteten die Sitzung und glätteten die Wogen der oft übereinander stürzenden Vorschläge.

Noch gute Vorschläge gesucht!

Zunächst, was nicht gemacht wird: Es gibt keinen Festzug, schon um den Gedanken „Um das Schloß herum“, das ja mit den umhegenden vielen Plätzen den Mittelpunkt bilden soll, nicht zu verwässern Gleichfalls soll von den nächtlichen Kanufahrten mit Lampions auf dem Woog abgesehen werden, weil der Woog zu weit am Rande der Stadt liegt. Peter Hanauer stellte fest, daß in seiner großen Mappe sehr viele Vorschläge enthalten sind, aber leider noch nicht genug brauchbare. Also, liebe Mitbürger, strengt eure Phantasie an!

Von den allgemein interessierenden Vorschlägen seien die hauptsächlichsten erwähnt, die auch verwirklicht werden.sollen: Die Stadt wird in den Bundes-, Landes- und besonders in den Stadtfarben geflaggt werden. Die hervorragenden Bauwerke werden abends illuminiert. Lautsprecher werden das Leben und Treiben, wie auch die Hauptveranstaltungen, in entferntere Stadtteile übertragen, alte Darmstädter Originale werden in Lebensgröße — in Nachbildungen — an den Straßenecken prangen. Ein Schaufensterwettbewerb wird ebenso durchgeführt, wie ein Blumenwettbewerb für Fenster. Gärten und Vorgärten. Darmstädter Künstler werden ihre Kunstwerke ausstellen und verkaufen. Festschrift Festpöstkarte und Festplakette sind selbstverständlich. Weiter ist an eine Tombola gedacht, die mit hessen-darmstädter Erzeugnissen beschickt werden und deren Reinertrag ausschließlich mildtätigen Zwekken zugute kommen soll. Schließlich sollen Wagenfahrten, Stadtführungen und Kleintierausstellungen stattfinden, und ob der berühmte „Ochse am Spieß“ auch einmal in Darmstadt gebraten und gegessen wird, hängt von den zuständigen Stellen, den Darmstädter Metzgern, ab.

Das vorläufige Festprogramm

Der Samstag beginnt mit Platzkonzerten. Vormittags wird das Heinerfest von der Rathausterrasse aus eröffnet. Dann beginnt der Betrieb auf den Festplätzen rund um das Schloß herum. Für den Nachmittag sind Sportveranstaltungen geplant Vielleicht läßt sich ein Stadt-Staffellauf der Darmstädter Schulen ermöglichen. Im Schloßhof werden Szenen aus dem „Datterich“ gespielt und Gedichte in Darmstädter Mundart werden vorgetragen. Abends wird der Festtrubel sich in die Bier-, Wein- und Kaffeezelte verziehen.

Am Sonntag nach den Frühgottesdiensten finden Frühkonzerte statt. Die Unentwegten werden sich beim Frühschoppen überall treffen und vielleicht werden die Darmstädter Geschäfte für einige Stunden für den Verkauf offen halten. Volkslieder. Volkstänze und Laienspiele werden ihre Zuschauer ebenso finden, wie weitere Szenen aus dem „Datterich“. gestaltet von der Darmstädter Spielgemeinschaft. Die über 65 Jahre alten, aus Darmstadt evakuierten Mitbürger werden aus ihren jetzigen Wohnorten abgeholt und in Darmstadt festlich bewirtet. Schließlich soll der Darmstadt-Film wiederholt gezeigt werden und im Woog werden Schwimmvorführungen mit heiteren Einlagen Sportler und Nichtsportler ergötzen. Eine Serenade mit Massenchor wird den Sonntag beschließen

Der dritte und letzte Tag, der Montag, ist den Darmstädter Kindern gewidmet. Am Vormittag finden allerlei lustige Spiele auf dem Marienplatz statt, am Nachmittag Vorführungen und Puppenspiele im Schloß. Die besten, in den Wochen vorher von Kindern über Darmstadt geschriebenen Aufsätze werden hierbei prämiiert, der beste Aufsatz in der Festschrift abgel druckt! Auch ein Ballonwettbewerb soll steigen. Und zum Schluß? Ein großer Sommernachtsball auf allen Festplätzen. Das Wetter will sein Bestes tun. und nun geht die weitere Arbeit der Vorbereitungen an die Ausschüsse. Unterausschüsse. Sonderausschüsse.

Dieses ganze Fest soll ein Lied untermalen, ein „Heinerlied“. das über dieses Fest hinaus den Darmstädtern zum Begriff werden soll. Ein Darmstädter soll es dichten, ein Darmstädter komponieren. Das ist die einzige Bedingung. Und natürlich soll es allen Darmstädtern gefallen . . H. W. W.

Eifersuchtestragödie: 2 Tote

Messerstecherei um eine Frau

Gestern morgen fand gegen 9.30 Uhr in einem Hinterhaus der Dieburger Straße 18 im 1. Stock eine erregte Auseinandersetzung zwischen dem 27 jährigen Werner Grün au» Roßdorf und dem 25jährigen Erich G i c k , im Hause wohnend, statt. Bei der aus Eifersucht entstrndenen Auseinandersetzung über die in Scheidung lebende Frau Gick griffen beide zum Messer und versetzten sich mehrere Stiche. Die Streitenden wurden durch den Stiefvater des Gick mehrmals getrennt. Dieser konnte aber die beiderseitige Stecherei nicht unterbinden. Gick brach schwerverletzt und blutüberströmt in der im 1. Stock gelegenen Wohnung seiner Eltern zusammen, während Grün nach der in der Mansarde gelegenen Wohnung des schwerverletzten Gick lief und vom Küchenfenster aus in den Hof sprang. Er war sofort tot.

Der schwerverletzte Gick wurde in bcdenkHchem Zustande in das nahegelegene Alicehospital gebracht, wo er kurz darauf seinen Verletzungen erlag. Hm.

Schwerer Einbruch

in einem Tabakwarengeschäft

Ein schwerer Einbruch wurde in der Nacht zum Mittwoch von unbekannten Tätern in einem Tabakwarengeschäft in der Liebfrauenstraße verübt, gibt die Städtische Kriminalpolizei bekannt. Dabei entwendeten die Diebe acht Päckchen Feinschnittabak. zwei bis drei Pakete Stumnen der Marke ..Landfried“, mehrere Kisten Zigarren mit je 50 oder 100 Stück Inhalt sowie einige Tausend Zigaretten der verschiedensten Sorten. wst

Er muß wieder abreißen

Das Verwaltungsgericht Darmstadt beschäftigte sich gestern mit einer Anfechtungsklage des Dachdeckermeisters Philipp Ackermann gegen die Stadt Darmstadt. Diese hatte vor einiger Zeit verfügt, daß der Kläger wieder ein Baustück einreißen müsse, weil das Bauvorhaben zunächst ohne und dann nicht gemäß der Genehmigung ausgeführt worden sei. Daraufhin klagte der Grundstücksbesitzer. Das Verwaltungsgericht erklärte iedoch die Anordnung des Magistrats für rechtmäßig und wies die Anfechtungsklage Ackermanns. ab. Der Kläffer habe — so hieß es in der Begründung — in einem erheblichen Fall gegen die gesetzmäßigen Bauvorschriften verstoßen. wst

Ein US-Truck und eine Straßenbahn der Linie 5 stießen gestern morgen um 11.00 Uhr in der LandgrafrGeorg-Straße in Höhe des Fiedlerweges beim Ueberholen durch den Lastwagen zusammen. Personen kamen nicht zu Schaden, der Sachschaden beläuft sich auf etwa 300 Mark. Hm-

Auf einen anhaltenden Lastzug fuhr gestern mittag an der Kreuzung Rhein- und Hindenburgstraße ein in gleicher Richtung fahrender Lastzug aus Offenbach. Der Fahrer des ersten Lastzuges, aus Michelstadt kommend, erklärte, daß er durch einen ihn behindernden Kraftwagen zum plötzlichen Abbremsen gezwungen worden sei. Der Kühler des auffahrenden Lastwagens wurde eingedrückt.

Offener Sonntag

Am Sonntag, dem 3. Dezember 1950, am 1. Advent, sind die Einzelhandelsgeschäfte in Darmstadt von 14 bis 18 Uhr, in den Landkreisen je nach den örtlichen Bedürfnissen von 14 bzw. 13 bis 18 Uhr geöffnet. Am Samstag, dem 2. Dezember 1950 verkaufen die Darmstädter Einzelhandelsgeschäfte bis 18 Uhr.

Briefkastenleerung in Darmstadt

Seit dem 15. November 1950 werden versuchtsweise die Briefkasten im Stadtgebiet an Werktagen fünfmal und an Sonntagen zweimal geleert. Entsprechend dem Abgang der Postzüge sind die Leerungszeiten festgelegt auf 6.30 bis 8.30, 9.00 bis 11.00, 13.00 bis 15.00 im nördlichen Stadtteil; 15.00 bis 17.00 im südlichen Stadtteil; 17.30 bis 19.30 und 20.00 bis 21.00. Bei der letzten Leerung handelt es sich um eine Teilleerung.

An Sonn- und Feiertagen finden die Leerungen statt von 8.30 bis 11.00 (Teilleerung), von 12.00 bis 14.00 (Südbezirk) und von 14.00 bis 16.00 (Nordbezirk).

Ein sozialer Versuch

Der Arbeiter gewinnbeteiligt

Der Verein der Förderer der Werkgemeinschaft Künstlerkolonie Darmstadt e. V. veranstaltet gemeinsam mit der Technischen Hochschule Darmstadt am 7 Dezember 1950, abends 20 Uhr, in der Stadthalle in Darmstadt einen Vortragsabend, auf dem der Direktor der Kupferhütte Duisburg, Herr Dr. Dr. Kuß, über das Thema „Der Arbeiter als Partner“ sprechen wird.

Ein weiteres Mitglied des Direktoriums und der Vorsitzende des Betriebsrats der Kupferhütte werden anwesend sein, um bei der Aussprache auftauchende Fragen zu beantworten.

Die Form, in der die Betriebsgemeinschaft der Kupferhütte Duisburg die Mitverantwortung und Beteiligung aller Werksangehörigen gelöst hat, fand weit über unsere Grenzen hinaus stärkstes Interesse und ist als bemerkenswerter Beitrag zur Lösung der brennenden sozialen Probleme unserer Zeit zu werten.

Die Premiere der bereits angekündigten Erstaufführung der Komödie „Romulus der Große“ von Friedrich Dürrenmatt durch das Landestheater Darmstadt findet am Sonntag, dem 3. Dezember, 20.00 Uhr in der Orangerie statt. Mit der Inszenierung des Werkes stellt sich Oberspielleiter Walter Grüntzig dem Publikum vor. Das Bühnenbild entwarf Wolfram Münz. Die Titelpartie spielt Kurt Rackeimann. Neben ihm wirkt das gesamte Schauspielpersonal des Landestheaters mit.

Vorkrereitungen zur Hundeaustellung

Interessengemeinschaft Kynologischer Organisationen tagte

Die Interessengemeinschaft Kynologischer Organisationen des Stadt- und Landkreises Darmstadt hielt im Hotel Knauf eine Mitgliederversammlung ab. Der erste Vorsitzende, Herr Grön ig , Pfungstadt, konnte als Gast Herrn Dr. Dahlem, den Präsidenten des Jagdklubs Darmstadt, begrüßen. Herr Hofmann berichtete über die erfolgten Vorsprachen bei der Regierung wegen der Zwingersteuer, nach der jeder zweite Hund, den der Züchter über neun Monate behält, steuerpflichtig ist. Man werde sich an die Landesregierung nach Wiesbaden wenden müssen, was aber wenig Erfolg verspräche, da immer noch das alte Hundesteuergesetz in Kraft sei. Darmstadt besitze zur Zeit ohne Eberstadt 1888 angemeldete Hunde, woraus sich ersehen lasse, daß das Hundesteueraufkommen einen beachtlichen Teil des Stadtetats ausmache. Herr Grönig stellte dazu fest, daß eine Neufassung der Zwingersteuer unumgänglich notwendig sei.

Nach der Bekanntgabe der Verhandlungen über einen geeigneten Ausstellungsraum für die zum 13. Mai 1951 ang^setzte große Darmstädter Hundeausstellung wurde mitgeteilt, daß die Ausstellung im Städtischen Schlachthof stattfinden werde. Seit 16 Jahren habe keine derartige Ausstellung in Darmstadt stattgefunden. Direktor Dr. Seidel vom Schlachthof, dem zweiten Vorsitzenden des Vereins für Hundefreunde, gebühre für seine Unterstützung der Dank aller Hundefreunde. Der Nachmittag der Ausstellung soll einer großen Leistungsvorführung vorbehalten bleiben. Die Ausstellungshalen sollen vorher desinfiziert werden. Auch sei Gelegenheit gegeben, den Hunden durch einen Tierarzt eine Schutzimpfung geben zu lassen, die eine dreiwöchige Immunität gewährleiste. Zur Ausstellung wird mit sechs- bis siebenhundert Rassehunden gerechnet. Oberbürgermeister Metzger hat die Schirmherrschaft über die Darmstädter Hundeausstellung übernommen, während Herr Grönig mit der Ausstellungsleitung betraut wurde. -st

Lise Meudtner tanzt

Freitag, den 1. Dezember, 20 Uhr, gastiert in der Stadthalle die Tänzerin Ilse Meudtner. Ihr Programm beginnt mit drei Tänzen, die kurz und klar die drei Formen des spanischen Tanzes sind: Sequedrilla. Fandango und Lagarterana.

Auf einer völlig neuen Ebene erscheint Ilse Meudtner in ihrer neuen Tanzschöpfung im Geiste Goyas: „Der Traum der Vernunft gebiert Ungeheuer“. Die Suite, bestehend aus zehn Tänzen, stellt den Höhepunkt ihres bisherigen Schaffens dar.

Im zweiten Teil ihres Programmes, den heiteren Pantominen. fügen sich einige neue Schöpfungen ein: „Der Liebesbrief“, „Wen die Muse küßt“ und außerdem finden wir die altvertrauten Schöpfungen, wie „Die fromme Helene“ und „Ein Männlein steht im Walde“.

Breunende Chefragen

Ein ernster Vortrag

In einer Veranstaltung der Kolpingsfamilie im Kreis „Junge Familie“ im Gemeindehaus St. Ludwig behandelte Privatdozent Dr. med. Gottlieb das heikle Problem der Geburtenregelung mit seiner Problematik. Der Redner bezeichnete die in Anbetracht der wirtschaftlichen Not hauptsächlich von Amerika erhobene politische Forderung, durch Staatsmaßnahmen eine Geburtenbeschränkung herbeizuführen, als eine traurige Auswirkung des Ungeistes unserer Zeit. Er betonte, daß er alle Methoden einer Beeinflussung der menschlichen Zeugung als Arzt vom hygienischen Standpunkt aus in ihrer Unnatürlichkeit ablehnen müsse, denn jeder gegen die Natur gerichtete Eingriff würde sich schädigend auswirken. Der Redner deutete dann noch den in den letzten Jahren von Frauenärzten und Universitätsprofessoren ernsthafter Beobachtung unterstellten Weg an, der .unter Berücksichtigung bestimmter Gesetzmäßigkeiten eine annähernde Sicherheit einer Empfängnisverhütung gewährleiste, ohne gegen die Naturgesetze zu verstoßen. Die sittliche Erlaubtheit dieses Weges müßte wohl abgewogen werden. Was die Kirche fordere, sei nichts anderes als die Uebereinstimmung unseres Lebens mit den Naturgesetzen. t—s

Verejüngungskur an Straßenbahnwagen

HEAG baute 15 Wagen aus dem Jahre 1912 um

Die HEAG konnte gestern eine Jubiläumsfahrt mit dem letzten, umgebauten Triebwagen starten. Direktor Strahringer richtete in der Betriebswerkstätte am Böllenfalltor vor Beginn der ersten Ausfahrt des festlich geschmückten Wagens einige Worte an die Angehörigen des Betriebes. Er gab einen Abriß über die zu bewältigenden Hindernisse und Schwierigkeiten bei neuer Planung und Arbeit nach dem Kriege. Es seien zwai' nur insgesamt 14 Wagen durch Kriegseinwirkungen ausgefallen, darüber hinaus sei abei' bei Kriegsende, bedingt durch Mangel an Material und Arbeitskräften, ein hoher Prozentsatz der Wagen betriebsunfähig geworden. Besondere Schwierigkeiten traten auf der Jugenheimer Strecke auf, die eine von den übrigen Linien abweichende Voltzahl hatte. Es standen hierfür noch nicht einmal soviel Wagen zur Verfügung, um einen Halbstunden-Verkehr aufrecht zu erhalten. Hinzu kam, daß durch die Zerstörung der Spezialfirmen motortechnische Neuerungen nicht durchgeführt werden konnten. In dieser Notlage wurde der Entschluß gefaßt, die Strecke Moesbergstraße — Jugenheim auf dieselbe Voltzahl wie im Stadtnetz umzustellen. Ab 1. 4. 50 wurde der Verkehr viertelstündlich eingeführt, jedoch konnten die Wagen mit dem alten Spannungsverhältnis nur mit verringerter Geschwindigkeit und als Einsatzwagen verwendet werden.

So begann die Werkstätte der HEAG die 15 alten Triebwagen umzubauen und konnte mit der Fertigstellung des Wagens Nr. 38 diese große Arbeit, verbunden mit verschiedenen technischen Neuerungen, abschließen. Direktor Strahringer dankte zum Schluß seiner Ausführungen allen an der Arbeit Beteiligten und gab seiner Freude Ausdruck, daß es der HEAG gelungen sei, alte Fahrzeuge wieder so herzurichten, daß sie sich heute noch in der Stadt sehen lassen könnten. Betriebsleiter, Dipl.-Ing. Bauer sprach ebenfalls seinen Dank aus und fügte den Wunsch hinzu, daß die Wagen noch lange fahren und der Bevölkerung dienen mögen.

Der Vertreter des Regierungspräsidiums — als Aufsichtsbehörde der HEAG —, nahm Veranlassung, auf Leistung und Verdienste des Unternehmens hinzuweisen.

Zu berechtigt stolzer Fahrt fuhr der girlandengeschmückte Triebwagen mit Direktor Strähringer und den Vertretern des Betriebes, des Reg.-Präsidiums und der Presse durch die Stadt. Scg.



Kurze Meldungen aus der Stadt

Das Landestheater weist darauf hin, daß die Studio-Aufführung „Der Flüchtling“ am Freitag, dem 1. Dezember, bereits um 19 Uhr beginnt.

Die Volkshochschule teilt mit, daß der für heute abend angesetzte Vortrag von Professor K. J. Obenauer über Matthias Claudius auf Januar verschoben werden muß.

Die Notgemeinschaft heimatvertriebe¬ ner Ost- und Westpreußen hält am Sonnabend, dem 2. Dezember um 18 Uhr in der Gaststätte Baltes, Liebfrauenstraße 37 ihre Mitgliederversammlung ab, zu der auch die Landsleute aus Pommern und dem Warthegau eingeladen sind. Auf der Tagesordnung steht untei' anderem die Vorbereitung einer Weihnachtsfeier durch die Jugendgruppe am 10. Dezember.

Beim nächsten Schwimmabend für Körperbeschädigte am folgenden Montag im Hallenschwimmbad, wird ein Wasserballspiel Darmstadt gegen Auswärtige ausgetragen.

Die Gewerkschaftsjugend des DGB, Kreisausschuß Darmstadt, hielt am 27. November 1950 einen Filmabend vor etwa 300 Jugendlichen im Amerikahaus ab. Mit dieser kulturellen Veranstaltung, bei der Otto Knoth kurz sprach, hat die Winterarbeit ihren Anfang genommen. Weitere Veranstaltungen dieser Art sind vorgesehen und werden durch besondere Veröffentlichung den jugendlichen Gewerkschaftsmitgliedern bekanntgegeben.

Der Geflügelzuchtverein Griesheim führt am 16. und 17. Dezember im Saal „Zum grünen Laub“, die diesjährige Kreisgeflügelschau durch. Eine grolle Anzahl Anmeldungen ist bereits eingegangen und man rechnet damit, daß etwa 1000 Tiere gezeigt werden können. Sg.

Eine Nikolauswanderung, bei welcher die Angehörigen und ganz besonders die Kinder der Chubangehörigen eingeladen sind, veranstaltet am Sonntag, dem 3. Dezember, der Wanderclub „Falke 1916“ Darmstadt. Treffpunkt um 14 Uhr auf der Brücke Ecke Dieburger Straße und Spessartring. In nächster Umgebung der Fasanerie wird der Nikolaus die Kinder treffen. Bei schlechter Witterung versammeln sich die Clubmitglieder und ihre Angehörigen im „Heilig-Kreuz“. *

Einen Elternabend veranstaltet die Volksschule von Eberstadt am 7. Dezember, 20 Uhr, in der Turnhalle. Außer dem Vortrag von Chören und der Aufführung von Volkstänzen spielen die Schüler der Oberklasse ein Darmstädter Heimatstück um den jungen Liebig, t-s

Das Singspiel „Liebe macht so jung“ führt der Gesangverein „Frohsinn“ Eberstadt am Samstag, dem 2. uhd am Sonntag, dem 3. Dezember, 20.15 Uhr, in der Turnhalle auf. Die Musikbegleitung des Stückes wurde von Wilhelm Pfeifer einstudiert. t-s

In der evgl. Martinsgemeinde herrscht große Besorgnis darüber,- daß die BesetAmg der zweiten Pfarrstelle des Westbezirks (Michaelsgemeinde) sich immer wieder verzögert. Für Freitag, den 6. Dez., 20 Uhr, ist deswegen eine Versammlung in das Gemeindehaus, Liebfrauenstraße, einberufen worden, in der die Gemeinde ihrem Protest gegen die sich hinschleppende Behandlung Ausdruck geben will. pd

Zundiagsabgeordnete Ruth Horn nahm von ihren Schülerinnen Abschied

Die Schülerinnen der Klasse 7 B der Volksschule Eberstadt nahmen am Mittwoch Abschied von ihrer Lehrerin, Frau Ruth Horn, die als Abgeordnete in den neuen hessischen Landtag gewählt wurde und dadurch den Schuldienst vorübergehend verläßt. Die Schülerinnen überreichten zum Abschied ihrer Lehrerin einen Blumenkorb und eine Obstschale. Bei Kaffee und Kuchen wunden einige gemütliche Stunden verbracht.

Mit herzlichen Dankesworten verabschiedete sich Frau Horn von ihren Schülerinnen. nk.

Yon der Steckndel bix zum Brokat

Firma Marx Lang eröffnet wieder auf der Rheinstraße

Am 1. Dezember eröffnet eine alte Darmstädter Firma ihre neuen Verkaufsräume in der Rheinstraße — die Textilgroßhandliung Marx Lang. Seit mehr als dreißig Jahren besorgt sie einen treuen Kundenkreis, und vom Jahre 1932 an gilt sie als führende Sortiment-Großhandlung in unserer Gegend. Der letzte Krieg hatte das Geschäft völlig vernichtet, und als Behelf mußte zuerst in Lengfeld und dann im Richard-Wagner-Weg in Darmstadt Unterkunft gefunden werden. Dem schweren Bombenangriff im Jahre 1944 fiel die gesamte Familie des Geschäftsinhabers zum Opfer. Es war ein bitterer Verlust, aber er hat den Mut des Inhabers nicht brechen können, der nach Ueberwindung mancherlei Schwierigkeiten nun den Einzug in die neuen, großen Räume erleben kann.

Auf unzähligen Regalen lagern die Waren, Stecknadeln, Knöpfe, Sockenhalter und Stoffballen. Es gibt wohl keinen Artikel, der in der Schneiderei gebraucht wird, der hier nicht zu finden wäre. Hunderte von Gegenständen sind es, die nach einem genauen Plan geordnet sind, damit man sie bei Bedarf sogleich zur Hand hat. Die Firma beliefert ausschließlich den Großhandel, wie kleine und große Geschäfts- und Warenhäuser, und ihr Name ist weit über die Grenzen unserer Stadt hinweg bekannt geworden. Ganz Hessen, einschließlich Starkenburg und Rheinhessen wird beliefert, Baden, Rheinland-Pfalz und der Spessart. Vor allem hat sie in Darmstadt einen treuen Abnehmerkreis. Vor dem Krieg kamen noch die Gebiete der jetzigen Ostzone hinzu, und man darf ruhig sagen, daß die Firma Marx Lang eines der größten Geschäfte dieser Art überhaupt ist. Mit seinen zweiundziwanzig Angestellten- bietet es allen Kunden Gewähr für eine schnelle und einwandfreie Bedienung.

Darmstadt ast nacht tot, wie böse Zungen immer behaupten. Nimmt man nur dieses eine Beispiel ungebrochenen Schaffenswilllens, so muß man den Hut ziehen vor Menschen, die aus den Trümmern ihres Lebens und ihrer Existenz Neues und Großes aufzubauen vermögen. -st.

Juweliergeschäft Stork

Juweliergeschäft Stork in neuen Räumen

Das im Jahre 1888 in der Schulstraße gegründete Geschäft des Juweliers Stork, im Jahre 1944 ausgebombt und nach dem Kriege in der Hügelstraße notdürftig untergebracht, erhält im Hause Schulstraße ll1/« neue Räume und ein neues Gesicht. Herr Aickelin, der Schwiegersohn des Gründers und jetzige Inhaber, ist bestrebt, den guten Ruf der Firma durch sorgfältige und qualitative Auswahl der Waren zu fördern. Ein geräumiger Verkaufsraum und große Schaufenster geben die Möglichkeit, die vielfachen Gold- und Silberwaren dem Publikum zu zeigen. Im Laden mit der gediegenen Einrichtung präsentiert sich Tafelsilber neben Bestecken, Uhren und Schmuckstücken aller Art.

Herr Aickelin erzählte uns, daß vor genau 62 Jahren, also im Jahre der Geschäftsgründung, Herr Storck seine erste Geschäftsanzeige im „Darmstädter Tagblatt“ veröffentlicht habe. Scg.

Wie wird das Wetter?

Unbeständig

Vorhersage: Am Donnerstag zeitweise Bewölkungsauflockerung, meist niederschlagsfrei. Temperaturennur wenig über plus 5 Grad ansteigend. Abflauende Winde um Nordwest.

Weitere Aussichten: Wechselhaft mit zeitweiligen Niederschlägen.



Wohin gehen wir heǔte?

Landestheater, Orangerie: 19.30 „Don Carlos“.

Stadthalle: 19.30 Uhr „Liebe in der Lerchengasse“.

Lichtspieltheater: Union: „Hochzeitsnacht im Paradies“; Thalia: „Duell mit dem Tod“; Belida: „Gasparone“; Palast: „Sheriff und Sträfling“; Hansa: „Liebespremiere“.

Amerikahaus: Musikprogramm 15—16 Uhr Schubert: Symphonie Nr. 4, c-moll; 16—17 Uhr AFN Symphony Orchestra; 14.30 Uhr Filmprogramm für Jugendliche, 17.00 Uhr für Erwachsene.

Hygiene - Lichthof, Neckarstraße 3a: 10—18 Uhr Ausstellung „Gesundes Leben“.

Verein kath. Kaufleute und Beamte „Con¬ stantia“: 20.00 Uhr Hotel Knauf. Es spricht Pater Ansgar Schröder.

Wir gratǔlieren

90. Geburtstag: Herr Julius Koller, Rechnungsdirektor i. R., Darmstadt, Heidenreichstraße.

STARKENBURG

Sieh da, die Jugend ...

Was eine zielstrebige Jugendarbeitsgemeinschaft zu erreichen vermag, zeigt eich gegenwärtig in Lorsch. Dort hat eich unter dem vorläufigen Vorsitz des Kreisjugendpflegers H. Dickes eine Gemeinschaft gebildet, die in Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden, also dem Bürgermeister, seinen Gemeinderäten, der Kirche usw. bestimmte Ziele verfolgt.

Sie will keine Berge versetzen. „Peu ä peu“, wie man früher zu sagen pflegte, will sie sich selbst zu Wort melden, will sozusagen ihr Gewicht zur Geltung bringen. Ein Einbruch in die Phalanx der Aelteren, ist ihr bereits gelungen: Der Haushaltsplan der Gemeinde enthält erstmals in diesem Rechnungsjahr einen bemerkenswerten Betrag für freie, öffentliche Jugendpflege. In der Gemeinschaft versammeln sich katholische und evangelische Jugend. Jugend-Rot-Kreuz, Turner, Radfahrverein, Schule, Gewerkschaftsjugend, Harmonika-Klub u. a. m.

Die Ziele sind ebenfalls durchaus realer Natur: Durch gemeinsamen Antrag an den Gemeinderat soll beispielsweise erreicht werden, daß Lorsch die Möglichkeiten eines Schwimmbades prüft, in Angriff nimmt und verwirklicht. Derzeit leistet man die entsprechenden Vorarbeiten. Man diskutiert, man hört Vorschläge der verschiedensten Gruppen und Sachkenner, man rechnet.

Weiterhin werden jetzt regelmäßig sogenannte „Bildungsabende“ durchgeführt, zunächst für Stenographie- und Schreibmaschine. In Einzelvorträgen, die durch Filmvorführungen illustriert werden, kommen darüber hinaus vielerlei Wissens- und Bildungsgebiete' zur Geltung. Ausgesprochenen Kultur-Filmvorführungen werden die im Januar beginnenden Sonntagsmatineen mit anschließender Diskussion gewidmet sein. Man sieht, es tut sich was... -r

Todesopfer einer Schwarzfahrt

Alkohol-Teufel führte das Lenkrad

In der Nacht zum Samstag wurde, wie wir bereits berichteten, der 18 Jahre alte Schlosser Georg Wilhelm Kreher aus Münster auf dem Nachhauseweg von Dieburg von einem Kraftwagen angefahren und schwer verletzt, Kreher ist im Laufe des Dienstag seinen Verletzungen erlegen.

Die noch in der Unfallnacht von der Dieburger Polizei, der MP und später der amerikanischen Kriminalpolizei durchgeführten Ermittlungen haben inzwischen so gute Fortschritte gemacht, daß die nach dem Vorfall geflüchteten Insassen des Fahrzeuges — eines amerikanischen auf der Muna bei Münster stationierten Jeeps — festgestellt werden konnten. Neben den rein technischen Untersuchungen hat die Aussage eines gewissen H. wesentlich zur Aufklärung des Falles beigetragen. Nach seiner Schilderung spielte sich der Unfall wie folgt ab: Kreher und er standen gegen 21 Uhr an der geschlossenen Bahnschranke des Uebergangs nach Münster. Neben ihnen hielten ein Lieferwagen und ein Jeep. Nach Freigabe der Straße hatte der Jeep jedoch noch einigen Aufenthalt, weil der Motor nicht ar.sprang. Unterwegs blieb Kreher etwas zurück, um, wie H. annahm, auszutretan. Etwa auf halber Strecke fuhr der Jeep in Schleifenfahrt an H. vorbei. Kurz vor Münster wurde H. von einem ihn überholenden Radfahrer darauf aufmerksam gemacht, daß ein Mann überfahren worden sei. Es war Kreher.

Ueber den Verbleib des Jeep konnte inzwischen festgestellt werden, daß das Fahrzeug gegen 20 Uhr zwischen zwei Munabaracken abgestellt worden war. Von dort fuhren drei Polen, ohne dazu berechtigt zu sein, zunächst nach Münster und dann nach Dieburg. Zwischen 20.30 und 21 Uhr wurde dieser Wagen mehrfach beobachtet, wie er im Zickzack durch die Straßen fuhr. Auf der Rückfahrt nach Münster ist es dann zu dem Unfall gekommen. Das Fahrzeug wies Beschädigungen auf, unter anderem war die Windschutzscheibe zerbrochen. Die als Fahrer und Insassen ermittelten Polen erklärten dazu, daß die Scheibe beim Anstoßen an eine Bank entzwei gegangen sei. Nach Lage der Dinge trifft diese Behauptung nicht zu. Der Fahrer des Jeep kommt als der einzig für den Unfall Verantwortliche in Frage. RG.

Ein Mann namens „Fitzel"

Altheim. Wegen Landstreicherei und Bettelns wurde jetzt ein Mann festgenommen, der angab, Fitzel zu heißen. Da er keinerlei Ausweispapiere bei sich hatte, wird vermutet, daß er auf einen -falschen Namen reist, weil er strafbare Handlungen begangen hat. F. hält sich seit 1948 vagabundierend in Westdeutschland auf. Rb.

Appell an die Eltern

Altheim. Schulleiter Menges hatte die Elternschaft von Schülern der hiesigen Volksschule zur Besprechung aktueller Schulfragen in den Rathaussaal einberufen. Lehrer der einzelnen Klassen gaben kurze Rechenschaftsberichte aus ihren Arbeitsgebieten und richteten an die Eltern den Appell zu aktiver Mithilfe auf dem schwierigen Erziehungsgebiet in der Gegenwart. Durch Schaffung eines vierten Schulsaales wird nach Weihnachten die Unregelmäßigkeit im Stundenplan behoben sein. se.

„Marina Greburt gehen die Aale Furt“

Abschluß der diesjährigen Fangperiode im Gernsheimer Rheinhafen

Eine alte Fischerregel sagt, daß um die Zeit des Festes „Mariä Geburt“ im letzten Drittel des Monats Oktober die hohe Zeit des Aalfangs ihr Ende findet und sich höchstens bis in die ersten Novembertage hineinzieht. Während dieser Zeit liegen die „Schokker“ im Hafen, um überholt zu werden.

Da liegen der „Jupp“, der „Hans“, die „Aida“ und die anderen. In den Netzen, die zwischen den Masten zum Trocknen hängen, verfängt sich der Herbststurm. Wie unruhige Wesen, die es mit Macht nach draußen zieht, zerren die Boote an den Halteseilen und schaukeln mißmutig, ihre hölzernen Leiber ächzend aneinander reibend. Einige Fischer, die wir bei unserem Besuch im Gernsheimer Rheinhafen auf ihren Booten sprachen, erzählten uns, daß es in diesem Jahre mit dem Aalfang sehr mäßig war. Die Hauptursache dafür sei der niedrige Wasserstand im Sommer gewesen. Erst zu Beginn des Herbstes, als die Wanderaale ins Meer hinauszogen, wären noch einige gute Fänge gemacht worden. Barben, Bresem und Rotaugen habe es auch sehr wenig gegeben und die vielen Gräten, die es bei deren Zubereitung zu entfernen gelte, hätten viele Hausfrauen veranlaßt, Seefische zu kaufen. Ungeachtet dessen bereiten die Adlers, Kissels und Badesbachs, alles alte Gernsheimer Fischerfamilien ihre Schokker für das nächste Fangjahr vor, um die Ernte des Rheinstromes wieder — wie Jahr für Jahr — einzubringen.

In den Wintermonaten bis März fahren die Fischer mit ihren Booten in den Fluß hinaus, um mit dem „Gzagan“ (Zugnetz) Backfische zu fangen. Es gibt für die Männer auf den Schokkern immer was zu tun, nie reißt die Arbeit ab und unermüdlich werden Netze und Reußen geflickt, damit kein Aal und kein Barben durch die Maschen geht. Ein besonders unangenehmer Gast ist die „Wollhandkrabbe“, die in letzter Zeit im Rhein häufig auftritt. Mit ihren vielen Füßen verstrickt sie sich in den Netzen und nicht selten zerreißt das Gewebe, wenn der Fischer sie daraus entfernen will. kr.-

Schwerer Raubüberfall

Täter durch Notwehrpistole verletzt

Darmstadt. Ein bisher unbekannter Täter verübte vorgestern abend in Frankfurt einen schweren Raubüberfall auf einen Uhrmachermeister in dessen Geschäftslokal. Er versetzte dem Uhrmacher mehrere Hammerschläge auf den Kopf. Der Verletzte verteidigte sich jedoch energisch und schoß dem Eindringling mit einer sogenannten Notwehrpistole ins Gesicht. Da die Patronen dieser Pistole eine besondere Flüssigkeit enthalten, dürfte der Täter Verletzungen im Gesicht erlitten haben.

Er ist etwa 1,68 m groß, schlank, blond und schmal. In welchem Krankenhaus oder bei welchem Arzt wurde in den letzten beiden Tagen ein Mann wegen einer Gesichtsverletzung behandelt? Jede Polizeistation nimmt sachdienliche Mitteilungen entgegen. wst

Verbesserte Wasserversorgung

Bensheim. Dieser Tage trat der Beirat der Stadtwerke und Wirtschaftsbetriebe zu einer Sitzung im Rathaus zusammen. Zu Beginn gab Bürgermeister Treffert bekannt, daß die amerikanischen Dienststellen verlangen, daß in Auerbach das Wasser weiterhin gechlort wird; es sollen deshalb besondere Chlorierungsapparate beschafft und eingebaut werden. Die Berichte über die Pflichtprüfung des verlängerten Geschäftsjahres vom 21. 6. 48 bis 31. 12. 49 wurden eingehend besprochen. Von dem Gewinn der Wirtschaftsbetriebe soll ein Betrag von 12 000 DM an die Stadt abgeführt, der Rest als Rücklage angelegt werden.

Ueber die Verbesserung der Wasserversorgung in Auerbach, wo neuerdings eine neue Motorpumpe aufgestellt wurde, berichtete Stadtbaumeister Griesinger. Nach Beendigung der Quellarbeiten sollen in Schönberg ebenso wie' in Zell Wasserzähler eingebaut werden. Ueber den Fortgang der Rodungen sowie über die Neuanpflanzungen von Weinbergen berichtete Güterverwalter Heist. Der Beirat gab einstimmig seine Zustimmung, daß Sylvaner und Moselrieslinge in Anbau kommen. Der 1. Vorsitzende gab bekannt, daß die vom Stadtrat zur Ueberprüfung der Wirtschaftlichkeit der Wirtschaftsbetriebe eingesetzte Kommission in den nächsten Tagen zusammentritt. HB.

75jähriges Jubiläum

der Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft

Pfungstadt. Am Samstag feierte die Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft im „Rheinischen Hof“ ihr 75jähriges Jubiläum. Nachdem Direktor Jäger die Anwesenden begrüßt hatte, gab er einen Ueberblick über die Geschichte der Genossenschaft. Sein besonderer Gruß galt dem ältesten Einwohner der Stadt, Herrn Ludwig Seeger, der ab 1886 der Genossenschaft vorstand und viel zu ihrem Aufstieg beigetragen hat. Dr. Weidmann. Frankfurt, überbrachte die Grüße des Genossensohafts-Verbandes und hob in seiner Ansprache besonders die Erfolge der Genossenschaft, die auf dem Gebiete des Spargelanbaues erzielt wurden, hervor. Bürgermeister Jäger überbrachte die Glückwünsche der Stadt und gab die Versicherung ab, daß für landwirtschaftliche Belange seitens der Gemeinde immer ein offenes Ohr vorhanden sei. Bei fröhlichem Tanz und bunten Einlagen saßen die Mitglieder noch nach Stunden beisammen. ler

Ordnung im Regierungslager

Im Zusammenhang mit den Vorfällen im Regierungslager Babenhausen, bei denen es bekanntlich zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen den dort untergebrachten Ausländern kam, fand am Dienstag bei der Lagerverwaltung eine abschließende Besprechung statt. An ihr nahmen als Beauftragter des Landeskommissars für Hessen der Resident Offlcer Darmstadt, Mister Gotcheus, und Vertreter des Regierungspräsidiums Darmstadt teil. Die auf Grund der Vorkommnisse von den hiesigen Behörden ergriffenen Maßnahmen, die derartige Zwischenfälle für die Zukunft verhindern sollen — unter anderem die Einrichtung eines ständigen Gendarmerie-Wachtkommandos — wurde von der amerikanischen Zivilverwaltung gutgeheißen. R. G.

Babenhausen. Der Turnverein 1891 hält am Sonntag um 15 Uhr, im Hotel „Zum Löwen“ eine Nikolausfeier für die Kinderabteilungen ab. NB

Landgerichtsdirektor Forch:

„Anrüchig aber undurchdringbar"

Acht Freisprüche im Bestechungsprozeß vor der Ersten Strafkammer

Acht Freisprüche! So lautete gestern abend das Ergebnis des wochcnlangen Monstre-Prozesses der Ersten Darmstädter Strafkammer gegen einen Offenbacher Lederwarenfabrikanten, dessen Mitarbeiter, einen Gendarmeriehauptkommissar und fünf frühere, zum Teil leitende Angehörige des Landeswirtschaftsamtes Hessen.

Es konnten — nach den Worten des Vorsitzenden -— keine ausreichenden Be¬ weise zur Ueberführung der acht, wegen passiver, bzw. aktiver Bestechung angeklagten Personen erbracht werden. Die Freisprüche lagen deshalb auf der Hand und der Staat muß die Kosten des Ver¬ fahrens bezahlen.

Bekanntlich hatte der Staatsanwalt dem Hauptangeklagten, dem Lederwarenfabrikanten Paul A. aus Offenbach vorgeworfen, durch Hingabe von Lederwaren die einzelnen Beamten bestochen und dadurch die Freigabe eines Lederlagers erreicht zu haben, das 1947 von der Polizei bei einem Landwirt in Dudenhofen beschlagnahmt worden war.

„Leider steht am Ende vieler Verfahren, die eine unendlich mühselige und umsichtige Aufklärungsarbeit und eine eingehende Hauptverhandlung erforderten, oft ein Urteil, das zweifellos materiell falsch ist, aber auf Grund ungenügenden Beweismaterials nicht anders ausfallen kann“, erklärte Landgerichtsdirektor Forch. Zweifelsfrei sei — so betonte er — die Angelegenheit anrüchig gewesen. Die Sache „rieche“ und es bestehe die Wahrscheinlichkeit, daß Dinge gegen das Gesetz geschehen seien. Dem Gericht sei es aber unmöglich gewesen, die Angelegenheit zu durchdringen, und nach Jahren ausreichende Beweise zu erbringen, zumal Belege, die eine Ueberführung möglich gemacht hätten, nicht mehr zu beschaffen waren. Bezüglich der Lederhingabe an die einzelnen Beamten könne man nicht nachweisen, ob das Entgegennehmen zu billigen oder zu mißbilligen sei.

Auf jeden Fall sei dem Staatsanwalt der Wind aus den Segeln dadurch genommen worden, daß Sachverständige in der Verhandlung eine seinerzeitige 50 prozentige Freiquote bei Lederwaren als feststehend hervotgehoben hätten. Entgegen ausdrücklichen Gesetzen sei damals von oben her stillschweigend diese Freiquote gestattet worden. Subjektiv könne man die Angeklagten nicht fassen, da diese Handhabung von oben durchgeführt wurde. wst

Dekanatssynode tagt erstmals

Groß-Umstadt. Landgerichtspräsident Dr. Türe hat als Vorsitzender die Synode des evangelischen Dekanats auf den 7. Dezember mittags in das evangelische Gemeindestift Groß-Umstadt einberufen. Auf der Tagesordnung stehen die Wahlen des neuen Dekans und seines Stellvertreters, ferner die Jahresberichte des Synodalvorstandes, des Dekanatsjugendpfarrers Wolf, Oberklingen, des Dekanatsrechners sowie die Genehmigung des Haushaltsplanes für 1950 und weitere Umlagebeschlüsse. Es handelt sich um die erste Geschäftssitzung seit der Neuerrichtung des Dekanats. -se.

Lehrlingsbedarf nicht in allen Berufen gedeckt

Obermeister und Innungsvorstände der Handwerkskammer in Reinheim

Die Obermeister und Vorstände der Handwerksinnungen der Kreise Dieburg und Erbach hielten kürzlich in Reinheim eine Versammlung ab, die von der Handwerkskammer einberufen war. Dabei wurde eingehend die Lage im Handwerk besprochen unter besonderer Beachtung der Faktoren, die auf die verschiedenen Aufgaben der Handwerksorganisation und auf die Handwerkswirtschaft einwirken.

Die steuerliche Situation fand von dem Aspekt der Beteiligung der Steuerpflichtigen an der Verwaltung aus besondere Beleuchtung, ebenso wie die Aufgaben, die künftig in der Sozialversicherung anfallen. Besondere Beachtung und Besprechung fand die Einstellung von Lehrlingen zum 1. April 1951, zu der dei- Berufsberater des Arbeitsamtes Ausführungen machte und feststellte, daß wahrscheinlich der Lehrlingsbedarf nicht in allen Berufen gedeckt werden könne. Die sorgsame und fristgerechte Durchführung der Gesellenprüfungen wurde . als erhöhter Aufmerksamkeit würdig betont. *

Das im Bundestag vorliegende Gesetz für eine Handwerksordnung wurde durch Baumeister- Gisbert, Präsident der Handwerkskammer Darmstadt, in großen Zügen erläutert. Die versammelten Obermeister und Innungsvorstände drückten ihre Befriedigung über die Tätigkeit der Kammer und des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks aus und wiesen darauf hin, daß das Ueberhandnehmen der Regiebetriebe und der Schwarzarbeit im Interesse einer gesunden Wirtschaft unbedingt zurückgedämmt werden müsse.

Es war erfreulich festzustellen, daß alle Handwerksmeister sich der Verantwortung, die wirtschaftlich und soziologisch auf ihrem Berufsstand lastet, voll bewußt waren und auch bereit sind, sie gerne zu übernehmen, wenn die Schwere der Aufgaben von den zuständigen Stellen nach gegebener Möglichkeit erleichtert wird.

50 Jahre Pferdemarkt

Beerfelden. Das goldene Jubiläum des Pferdemarktes im kommenden Jahr war Gegenstand der Aussprache des öffentlichen Bürgerforums im „Schü zenhof“. In Anbetracht der Bedeutung dieses Volksfestes für die ganze Oberzent hätte man mehr Anteilnahme der Ein-

wohncrschaft. erwarten können. Immerhin regten die Referate der Bürgermeister Sie fer t, Airlenbach, und Ackermann, Beerfelden, zu einer recht ersprießlichen Aussprache über die Ausgestaltung des Festes an.

Es wurde vorgeschlagen, den Markt zur größten Viehauktion des Odenwalds« auszubauen. Bürgermeister Ackermann möchte die Jubiläumsfeier gerne auf acht Tage ausdehnen mit großem Bauernrennen und Dressur- und Leistungsprüfungen am Sonntag, dem eigentlichen Pferdemarkt und der Viehauktion am Montag und weiteren Sonderveranstaltungen, Kinderfest usw. im. Laufe der Woche. Auch der Bruder des Bürgermeisters, Landtagsabgeordneter Georg Ackermann, unterstützte diese Pläne im Interesse der Hebung des Fremdenverkehrs.

Die nächste Versammlung des Forums am 8. Januar wird sich speziell mit Fremdenverkehrsfragen beschäftigen, -ch

Gemeinderatstag im Landratsamt

Erbach. Die öffentliche Beratung des Gemeinderats, bei der u. a. die Wahl des ersten Beigeordneten erfolgen soll, findet heute abend um 20 Uhr im Sitzungssaal des Landratsamtes statt, weil der Rathaussaal noch durch die Kunstausstellung des „LIMES“ belegt ist. Die Tagesordnung enthält eine Reihe für die Bevölkerung wichtiger Punkte. -ch

Verfassungsfeier in Erbach

Erbach. Die Kreisverwaltung lädt die Bediensteten sämtlicher Behörden sowie die gesamte Bevölkerung zu einer Gedenkstunde anläßlich des Hessischen Verfassungstages am Freitag, 1. Dezember, um 11 Uhr in die Erbacher Festhalle ein. -ch

Wir singen die Weihnacht ein

Erbach. Die kleinen Freunde der Amerikanischen Lesehalle Erbach spielen und singen am Sonntag um, 20 Uhr die Weihnacht ein und bitten alle Eltern, Verwandten und großen Freunde zur Teilnahme. Nur für Kinder findet die Aufführung bereits am Samstag, pünktlich um 15 Uhr statt. -ch

Sängertreffen mehrerer Chöre

Aschbach. Gesangverein „Harmonie“ hat für den kommenden Sonntag ein Sängertreffen ausgeschrieben, das im Zeichen neuer und alter Chöre stehen soll. Da bereits Zusagen aus Unter-Schönmatten wag, Affolterbach, Waldmichelbach, Si e - tv 4?ru nn ’. Kocherbach und W a h len vorliegen, darf manche Ueberraschung erwartet werden. -r

Unsere Guburtstagskinder

71 Geburtstag: Herr Matth. Daab, Gememderechner i. R., Groß-Bieberau.

Aktuelles zwischen gestern und heute

Häftlinge ausgebrochen

Einer entwendete einen Karabiner

Darmstadt. Wie die Kriminalpolizei mitteilt, sind am 28. November gegen 22.30 Uhr der 19jährige Günther Remus (geboren in Berlin) und der 18 jährige Kurt Konrad Schneider (geboren in Marburg) aus der Strafanstalt Rok - kenberg bei Butzbach in Oberhessen ausgebrochen.

Dabei schlug Remus den Aufsichtsbeamten nieder und entriß ihm den Karabiner sowie fünf Schuß Munition. Die Polizei weist darauf hin. daß Remus wahrscheinlich nicht vor Gewalttätigkeiten zurückschrecken wird.

Er wird wie folgt beschrieben: 1,73 m groß, schlank, blond, ovales Gesicht. Er hat Leberflecken im Gesicht und Narben am linken Knie. Schneider, der zweite entwichene Häftling ist 1,68 m groß, schlank, blond, hat blaue Augen und ein lückenhaftes Gebiß. Beide tragen Anstaltkleidung. d. h. braune Hosen und Jacken. Sachdienliche Mitteilungen nimmt jede Polizeidienststelle entgegen, wst

Motorisierter Unhold

Groß-Bieberau. Ein Motorradfahrer versuchte am Mittwoch gegen 15.30 Uhr ein von Reinheim nach Groß-Bieberau gehendes 13jähriges Mädchen zu zwingen, mit ihm zu fahren. Als es sich weigerte, setzte er es einfach auf den Sozius. Während der Fahrt sprach er auf das Mädchen ein und versuchte handgreiflich zu werden. Darauf bekam das Mädchen Angst und sprang vom fahrenden Motorrad, wobei es sich verletzte. Ein nachkommender Autofahrer brachte es zum nächsten Arzt. GD

Die Gendarmerie bittet den Autofahrer, der das 13jährige Mädchen von der Unfallstelle nach Groß-Bieberau brachte, zwecks Feststellung näherer Einzelheiten um Meldung. Das Mädchen erklärte, daß es sich bei dem Motorrad wahrscheinlich um ein DKW-Motorrad mit Windschutzscheibe handelte.

Den Verletzungen erlegen

Rüsselsheim. Der Motorradfahrer Oskar Schneekenburger aus Heidelberg ist im Krankenhaus Rüsselsheim den Verletzungen erlegen, die er nach einem Zusammenstoß mit zwei Bauschheimer Radlerinnen auf der Bundesstraße 26 in der Nähe von Nauheim davongetragen hatte. eng.

Zu spät abgesprungen

Nauheim. Am Dienstagabend kam ein Mainzer Personenkraftwagen auf der Bundesstraße 26 in der Nähe von Nauheim ins Schleudern und fuhr gegen eine eiserne Reklamesäule. Die neben dem Lenker sitzende Mitfahrerin, die noch vor dem Anprall aus dem Fahrzeug springen wollte, wurde dabei aber zwischen dem Auto und der Säule eingeklemmt. Ihr wurde der linke Fuß in Knöchelhöhe abgetrennt. Außerdem erlitt sie einige Fingerbrüche. Die Verletzte mußte nach Anlegung von Notverbänden in das St.-Vinzenz-Hospital in Mainz gebracht werden. Das Auto wurde schwer beschädigt. eng

Zimmerbrand im Neubau

Groß-Gerau. Am Montag gegen 15 Uhr brach im Neubau des Hut- und Pelzgeschäftes Georg Berning, Darmstädter Straße 17, ein Brand aus. Die alarmierte Feuerwehr brauchte nicht mehr einzugreifen, da von anwesenden Handwerkern und Hausbewohnern das Feuer bereits gelöscht war. Ein Klebemittel, das zur Verlegung eines Korkfußbodens verwendet wurde, hatte Feuer gefangen. Der Behälter des Klebemittels war nitrit mit der Aufschrift „feuergefährlich“ versehen. Es entstand Sachschaden. th

Bericht über Wahlvorkommnisse

Waldmichelbach. Am kommenden Montag findet um 20 Uhr im Rathaus eine öffentliche Gemeinderatssitzung statt, in deren Verlauf Bürgermeister Bachmann und die Gemeinderäte über die Vorkommnisse in der Gemeindeverwaltung während der Woche nach der Landtagswahl unterrichten wird. Darüber hinaus stehen insgesamt 15 Punkte auf der Tagesordnung. -r

Doppelquartett zu Gast

Bensheim-Auerbach. Das bekannte Reichenbacher Doppelquartett veranstaltet am Samstag, um 20 Uhr, unter der Leitung von Lehrer H. Hechler im Saale Daum einen bunten Liederabend. Es gelangen Volkslieder, Walzer von Strauß und Lehar sowie Schlagermelodien zum Vortrag. Adam Rettig (Violine) und Lehrer Ebling (Klavier) lockern das Programm durch solistische Einlagen auf. HB

Rhodeländer an der Spitze

Birkenau. Der Geflügel- und Kaninchenzuchtverein veranstaltete eine erste Ausstellung, die sich eines guten Besuchs erfreute. Für Hühner wurden ein Landesverbandsehrenpreis, ein Kreisverbandspreis, 17 Ehrenpreise und zahlreiche weitere Auszeichnungen verliehen.

Am besten schnitten die Rhodeländer (diese Rasse war ohnedies am stärksten vertreten) von Adam Kad e 1 und die schweren Rheinländer von A. Otterb a c h ab. -r

Julius-Scriba-Hütte wird wieder errichtet

Reinheim. Die in den Kriegs- und Nachkriegsjahren vollständig vom Erdboden. verschwundene „- Scriba-Hütte“ des Reinheimer Odenwaldklubs auf der Ernst-Ludwigs-Höhe wird nun am kommenden Wochenende wieder' erstellt werden. Die ursprüngliche Form bleibt nach einem Plan von Klubmitglied Stühlinger voll gewahrt.

Zimmermeister Pfaff hat das Holz soweit gerichtet, daß die Einzelteile nur noch hinaufgefahren und erstellt werden müssen. Die Hütte wird auf einem Trokkenfundament stehen, hat einen weiten Rundblick auf den vorderen Odenwald, und bietet einen guten Schutz gegen Regen und Schnee. Das Dach der Hütte hat Dachdeckermeister Held zur Verfügung gestellt, das nötige Gebälk und die Verschalung stifteten die beiden Holzfirmen Burger und Heinrich 801 l gemeinschaftlich. Das Rundholz schlugen die Klubmitglieder selbst im Wald ein. Alle Arbeit wurde ehrenamtlich geleistet. Es bleibt nur zu hoffen, daß die neue Hütte nicht das gleiche Schicksal erleidet, wie ihre Vorgängerin. eb.

Nikolaus kommt zum OWK

Reinheim. Seinen Nikolausabend für Erwachsene hält der Odenwaldklub am 9. Dezember, um 20 Uhr, im Gasthaus „Zum Schwanen“ ab. Außerdem ist eine Christbaumversteigerung geplant, wie sie im vorigen Jahre viel Anklang gefunden hatte.

Zur Jugend wird St. Nikolaus am Sonntag, dem 10. Dezember, nachmittags um 16 Uhr kommen. Zu beiden Veranstaltungen müssen sich die Teilnehmer bis Mittwoch, dem 6. Dezember im Gasthaus „Zum Schwanen“ oder bei Hugo Gerhardt in der Kirchstraße angemeldet haben, wo auch alles Nähere zu erfahren

Rentenauszahlungen der AOK

Jugenheim. Die Renten der Invaliden- und Angestelltenversicherung sowie die KB-Renten werden für Jugenheim und Balkhausen auf der Zahlstelle der AOK in Jugenheim, Alte Bergstraße (neben Bäckerei Wenner) am 1. Dezember von 830 bis 12.00 Uhi' ausgezahlt. Zahltag für Seeheim: 1. Dezember von 14.00 bis 16.30 Uhr im Rathaus; für Alsbach: 2. Dezember von 9.00 bis 11.00 Uhr im Rathaus; für Bickenbach: 1. Dezember vormittags im Rathaus. In H ahnlein erfolgt die Auszahlung am 2. Dezember von 10.00 bis 12.00 Uhr auf dem Rathaus. hl.

8200 Zentner Obst abgeliefert

Seeheim. Die Markthalle hat in dieser Saison insgesamt 8200 Zentner Obst und Gemüse an die Zwingenberger Obst- und Gemüsezentrale zur Ablieferung gebracht. Den Hauptanteil hieran hat das Obst mit 7600 Zentner. Der Gesamtumsatz betrug 180 000 Mark. hl.

Das hohe Lied der Mutterliebe

Roßdorf. Am 2. Adventssonntag, um 20 Uhr, führt die Spielgruppe des Gesangvereins „Konkordia“ unter Leitung von Rektor Hackemer, im Saale des Gasthauses „Darmstädter Hof“ das Volksstück „Heimgefunden“ von Ludwig Anzengruber auf. Der Verfasser, der mit diesem Stück vor Jahren den Grillparzer-Preis errang, schildert mit seinen urwüchsigen, volkstümlichen Gestalten in stimmungsvoll, dramatisch bewegter Weise das hohe Lied von unvergänglicher, treuer Mutterliebe. Die dem Dichter eigene Darstellungsweise erhebt dieses Stück weit über den Durchschnitt anderer Werke dieser Art. si.

Saunabad für Groß-Gerau

Groß-Gerau. Heute wird das von Ingenieur Osterberg erstellte Sauna-Bad in Anwesenheit von Vertretern der Stadtverwaltung feierlich eröffnet werden. Das Bad wird täglich ab 10 Uhr (für Männer dienstags, donnerstags und samstags, mittwochs' und freitags für Frauen) geöffnet sein. kr.

Ständiges Sekretariat des Kandtagsabgeordneten

Dr. Hans Wagner eingerichtet

Heppenheim. Der im Wahlkreis 47 gewählte Landtagsabgeordnete Dr. Hans Wagner hat in der Friedrichstraße 1 (Tel. 354) ein ständiges Sekretariat eingerichtet. Dienststunden sind täglich von 9 bis 12 Uhr. Ferner beabsichtigt der Abgeordnete in den Bezirken des Kreises Bergstraße regelmäßige Sprechstunden abzuhalten. — Wie der Kreisverband Bergstraße der CDU mitteilt, wurde der Landesverband Hessen aufgefordert, nicht in Koalitionsverhandlungen zur Regierungsbildung mit der SPD einzutreten. HB

Keiner darf abseits stehen

Unter-Ostern. Die Erkenntnis der Notwendigkeit, daß alle Kriegsopfer in ihrem Existenzkampf zusammenstehen müssen, hat auch die Körperbeschädigten des Ostertales veranlaßt, sich in einer selbständigen Ortsgruppe dem Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands anzuschließen.

Am kommenden Samstag, abends 20.30 Uhr, findet im Gasthaus „Zum Odenwald“ in Untdr-Ostern die Gründungsversammlung statt. Alle Kriegshinterbliebenen, Sozialrentner, Arbeitsopfer, Witwen und Waisen der Orte Ober- und Unter-Ostern, Erzbach und Rohrbach sind zu dieser Versammlung eingeladen. Der Kreisvorstand des VdK, Herr Groll, Erbach, hat sein Erscheinen ebenfalls zugesagt. Das neue Bundesversorgungsgesetz wird dabei ebenfalls zur Sprache kommen. ptoo

Was aǔch interessiert:

Der Einsturz des Deckengewölbes in Roßdorf, von dem wir in unserer Samstagausgabe berichteten, war besonders auf den schlechten Zustand der Decke zurückzuführen. sl.

Die Glocken von Groß-Zimmern werden am Samstag, um 19.30 Uhr, im Hessischen Rundfunk durch die „Rundschau aus dem Hessenland“ den Sonntag einläuten. oa.

Sein erstes Ständchen brachte dieser Tage völlig überraschend der kürzlich neugegründete Spielmannszug des Turnvereins 1891 Babenhausen dem Vorstand, der gerade eine Sitzung durchführte. NB

Eine Tuberkuloseboratung findet am 5. Dezember im Kreisgesundheitsamt E rb a c h statt. -ch

Chorvereinigung „Liedertafel“ Erbach veranstaltet am Sonntag in der Festhalle ein Volkstümliches Chorkonzert unter Leitung von Musikdirektor Bernd Zeh, Darmstadt. -ch

Gefährlichen Unfug leisteten sich dieser Tage in Lorsch einige Jugendliche, die in der Hirschstraße Drähte in Fußhöhe spannten, und sich über die stolpernden Fußgänger belustigten. Ein Radfahrer stürzte dabei so unglücklich, daß er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. el.

Bei „Luftgewehrübungen" verletzte ein junger Mann aus Lorsch in der Schillerstraße einen Nachbar schwer. el.

Von der Leiter stürzte kürzlich eine Frau aus Wixhausen und brach sich einen Fuß. Sie mußte in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Ik.

Laufend fehlte Geld aus der Ladenkasse eines Friseurs in Groß-Bieberau. Dieser Tage überraschte er zwei kleine Jungen bei der Tat. GD

Durch den Nebel in der Sicht behindert fuhr dieser Tage ein Wahlener Kraftfahrer mit. seinem DKW auf die auf der Kreidacher Höhe neu errichtete Straßeninsel, auf der noch eine Reihe Granitsteine gestapelt waren. Der Fahrer zog sich eine Gehirnerschütterung zu; sein Fahrzeug mußte abgeschleppt werdon -r

Im Gemeindehaus von Wixhausen wer¬ den zur Zeit größere Reparaturen im Keller und Erdgeschoß ausgeführt. Ik.

Die VdK-Ortsgruppe Beerfelden veranstaltet am Samstag einen großen Bunten Abend in der Turnhalle, dessen Erlös für die Weihnachtsbescherung der Kriegsversehrten, Witwen und Waisen bestimmt ist. -ch

Meldungen aus den Landkreisen

DARMSTADT-LAND

Pfungstadt. Der vom Kulturkartell vor kurzem vorgesehene Filmvortrag „Das ist Südamerika“ wurde auf Donnerstag, den 7. Dezember, verschoben.

Wixhausen. Am Donnerstag, von 10 bis 12 Uhr, werden etwaige Einwendungen gegen die Ergebnisse der Grundstücksschätzung im Umlegungsverfahren auf dem Rathaus entgegengenommen. Wünsche für die Bildung der Abfindungsgrundstücke sind am Freitag, von 10—12 Uhr, vorzubringen. Später eingehende Wünsche können keine Berücksichtigung finden. lk

Wixhausen. Die Arbeiter-Wohlfahrt hält regelmäßig jeden Donnerstagabend im unteren Schulsaal der „Neuen Schule“ ihre Arbeitsstunden ab. Gäste sind willkommen. lk

Roßdorf. Am Freitagvormittag besuchen die Roßdörfer Schulkinder das vom Hessischen Landestheater aufgeführte Märchenspiel „Tischlein deck di.ch — Esel streck dich — Knüppel aus dem Sack“. sl

Rohrbach. Während die Toten der Gemeinde seither immer nach Unter-Ostern auf den Friedhof gebracht werden mußten, hat Rohrbach sich nunmehr eine eigene Ruhestätte für die Toten angelegt. In einer schlichten Feierstunde wurde der Platz jetzt seinem Zweck übergeben. ptoo

DIEBURG

Dieburg. Eine Frankfurter Textilfirma hat gegen den Reisevertreter Eugen Lehr aus Speyei’ Anzeige wegen Unterschlagung erstattet, weil L. auf Grund einer ihm übergebenen Musterkollektion bei Privaten Bestellungen übernahm, jedoch seit zwei Monaten nicht mehr abgerechnet hat. RG-

Münster. In der letzten Gemeindevertretersitzung wurden die Beisitzer für das Schöffengericht gewählt. Es sind dies: E. Frühwein, A. Griesmann, A. Heckwolf, K. Kaiser, F. Ullmann, A. Beck, G. Hartmann, J. Frühwein, T. Faust, J. Frank, Th. Geist, G. Geist, J. Huther, J. Braun, Jak. Haus, L. Roßkopf, A. Rohmann, J. Kunze, J. Mathi, P. Lehr, J. Kreher, A. Kreher, J. A. Schneider und L. Her d. gi

Sickenhofen. Bei Georg Kreher, 1. Vorsitzender des Gefiügelzuchtvereins, fand dieser Tage eine Züchterversammlung statt. Kreisvorsitzender Stork (Babenhausen) sprach seine Anerkennung aus für den erst seit zwei Jahren bestehenden Verein. In dieser Zeit wurde eine Brutmaschine angeschafft. In Kürze soll mit dem Bau eines Kükenaufzuchthauses in Selbsthilfe begonnen werden. nbs.

Niedernhausen. Am Samstag veranstaltet der 1. FC einen Bunten Abend im Meenzer Eck. si

ERBACH

Lützel-Wiebelsbach. Der durch Wildschweine entstandene Schaden des letzten Jahres beträgt über 3000 Mark. Da die Gemarkung von großen Waldungen umgeben ist, können die Schwarzkittel ungestört ihr Unwesen treiben. -hm-

Rai-Breitenbach. In der letzten Gemeinderatssitzung wurden folgende Ortseinwohner zu Schöffen und Geschworenen vorgeschlagen: Leonhard Marquart, Adam Tilly, Georg Saul, Johann Miltenberger und Michael Holler. -hm-

Bad König. Die Turn- und Sportgemeinde beabsichtigt, zur Finanzierung ihrer neuen Turnhalle den Winter über Theaterabende zu veranstalten. An Weihnachten wird der Verein wieder wie alle Jahre einen Familienabend abhalten, hm

BERGSTRASSE

Bensheim. Die Stadtverwaltung veranstaltet anläßlich der Wiederkehr des Tages der Verfassung am Freitag um 14.30 Uhr, eine Feiei’ in der Turnhalle des Gymnasiums, zu der auch die Bevölkerung eingeladen ist. HB

Heppenheim. Am 1. Advent führt die Musikschule Werner-Römer in der Stadthalle ein vorweihnachtliches Musizieren mit Werken von Bach, Mozart, Beethoven, Schubert. Weber, Liszt u. a. durch. Chöre unter Leitung von Rudolf Hagen werden zur weiteren Ausgestaltung des abendlichen Konzerts beitragen.

Gras-Ellenbach. — Der von einem Wahlener Baumeister angefertigte Bauplan zur Friedhofshalle, die schon seit längerem im Vordergrund der Neubaubetrachtungen des Gemeinderates steht, wurde jetzt genehmigt, so daß mit der Ausführung voraussichtlich noch in diesem Jahre begonnen werden kann. -r.

GROSS-GERAU

Berkach. Der Gesangverein „Liederkranz“ veranstaltete im vollbesetzten Saalbau „Zum Löwen“ einen gutgelungenen Liederabend. Zahlreiche Mitglieder des Vereins wurden anläßlich dieser Veranstaltung für langjährige Mitgliedschaft besonders geehrt. Kb.

Wallerstädten. Der Ortsverband der Kriegsbeschädigten veranstaltete im Saalbau „Zum Römer“ einen gutbesuchten Theaterabend. Der Reinerlös kommt Kriegswaisenkindern am Weihnachtsfest zugute. Kb.

Crumstadt. Unter Mitwirkung des allseits bekannten Zithervirtuosen Georg Knoerzer hatte der Mandolinen-Club zu einem Konzertabend eingeladen. Die gutbesuchte Veranstaltung übertraf alle Erwartungen und es ist beabsichtigt, in Kürze wieder vor die Oeffentlichkeit zu treten. Kb.

I Bestattungen am Donnerstag, 30. 11. 1950 E Beerdigung: Bessunger Friedhof: i 14.30 Uhrhahn, Elisabeth, Jahnstr. 63, 66 J. I

Kurz vor den Herbstmeisterschaften

Hochburg-Derby Nürnberg-Fürth / FC Köln erwartet Borussia Dortmund / Positionskämpfe im Norden

Der erste Adventssonntag leitet in allen Ligen die Endphase der Kämpfe um die sogenannte „Herbstmeisterschaft“ ein. Erst nach zwei oder drei Spieltagen wird man klar sehen können, bis auf Südwest, wo an der dominierenden Stellung des FC Kaiserslautern nichts zu ändern ist. Das Spiel des Südens ist die altbewährte Begegnung in der fränkischen Doppelstadt Nürnberg-Fürth zwischen dem Club und dem „Kleeblatt“. Im Westen zieht die Begegnung des 1. FC Köln mit Borussia Dortmund aller Augen auf sich. Der Norden verzeichnet dagegen lediglich Positionskämpfe. Im Südwesten hat Worms seinen großen Tag mit dem Treffen Wormatia gegen den 1. FC Kaiserslautern.

VfR Mannheim — Schwaben Augsburg 1. FC Nürnberg — Spvgg. Fürth ‘ München 1860 — Vfß Stuttgart Vfß Mühlburg — Offenbacher Kickers FSV Frankfurt — Schweinfurt 05 SV 98 Darmstadt — Bayern München BC Augsburg — Eintracht Frankfurt Singen 04 —SV Waldhof VfL Neckarau — SSV Reutlingen

In Nürnberg steigt zum 161. Male das Hochburg-Derby zwischen dem 1. FC Nürnberg und der Spvgg. Fürth. Der Kampf erscheint in seinem Ausgang in diesem Jahre ganz offen. Während Vergleichsmöglichkeiten für das „Kleeblatt“ vom letzten Sonntag fehlen, weil das Spiel in Stuttgart ausfiel, haben die Nürnberger gezeigt, daß sie nicht ohne Schwächen in der Verteidigung sind, sonst hätten die Mühlburger nicht noch in den letzten Minuten den 4:2-Vorsprung der Weinroten aufholen können.

Bei den Treffen Vfß Mühlburg gegen Kickers Offenbach und FSV Frankfurt gegen Schweinfurt 05 geht es um die Tabellengestaltung an der Spitze hinter den führenden Nürnberg-Fürther Vereinen. In beiden Fällen spricht lediglich der Platzvorteil -zugunsten des FSV Frankfurt und des Vfß Mühlburg.

Der VfR Mannheim muß sich auch zu Hause vor Schwaben Augsburg in acht nehmen. Denn wer in Schweinfurt 2:1 gewinnen kann, ist auch in Mannheim noch nicht von vornherein geschlagen.

Wenn München 1860 90 Minuten lang so gut spielt wie am Vorsonntag in Frankfurt die halbe Zeit gegen den FSV, dann wird der Vfß Stuttgart nichts zu lachen haben, auch wenn er den Titel des Deutschen Meisters trägt. Ob es Bayern München gelingen wird, dem

ersten Sieg nach sieben Wochen in Darmstadt den zweiten folgen zu lassen, ist sehr die Frage. Zu Hause sind die „Lilien“ auch für Spitzenvereine nur mit äußerster Anstrengung zu nehmen, wie die knappe Niederlage gegen Nürnberg beweist.

Eintracht Frankfurt, schwer unter Aufstellungsschwierigkeiten leidend, hat auch beim Tabellenletzten BC Augsburg noch nicht gewonnen. Ob Waldhofs Neuerwerbung Eckert sich weiter bewähren wird, wird das Spiel in Singen zeigen. Trotz des Formanstieges der Reutlinger werden diese in Neckarau wenig zu bestellen haben.

Kölner Ziegenbock will meckern 1. FC Köln — Borussia Dortmund Schalke 04 — Katernberg Rheydt — Fortuna Düsseldorf

Duisburger SV — Rot-Weiß Oberhausen Preußen Münster — Preußen Dellbrück Rot-Weiß Essen — Horst-Emscher Alemannia Aachen — München-Gladbach Erkenschwick — Hamborn 07

Der 1. FC Köln ist in der letzten Zeit so stark in seiner Form zurückgegangen, daß er sich am Vorsonntag sogar vom Tabellenvorletzten Katernberg auf eigenem Platz 3:4 schlagen ließ. Das schließt aber nicht aus, daß er sich gerade gegen den westdeutschen Altmeister Borussia Dortmund mit seinen guten Kräften wie Schäfer und Röhrig zusammenreißt und mit -einem Sieg über die Dortmunder „Kanarienvögel“ für eine neue Ueberraschung sorgt.

Schalke 04 wird Katernberg lehren, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Fortuna Düsseldorf müßte beim Neuling Rheydt wieder einmal zu beiden Punkten kommen. Rot-Weiß Oberhausen muß sich auch beim Tabellenletzten Duisburger SV in acht nehmen, während die Preußen aus Münster zu Hause die Preußen aus Dellbrück niederhalten werden. Rot-Weiß Essen wird sein Mütchen (die 0:3-Niederlage gegen Münster dürfte den Essener Vorstädtern schwer im Magen liegen) an Horst Emscher kühlen.

Auf dem Aachener Tivoli hat München-Gladbach gar keine Aussichten, während die Frage nach dem Ausgang des Spiels Erkenschwick gegen Hamborn 07 kaum zu beantworten ist.

St. Pauli im Vormarsch

VfL Osnabrück — Arminia Hannover Göttingen 05 — Altona 93 St. Pauli — Eintracht Braunschweig Bremer SV — Eimsbüttel Hannover 96 — Holstein Kiel Bremerhaven 93 — Vfß Oldenburg

Im Norden ist Werder Bremen, die Mannschaft, die zur Zeit nach Verlustpunkten gerechnet, am günstigsten im Rennen liegt, spielfrei. Der Tabellenführer Osnabrück und Göttingen 05 werden zu Hause mit Arminia Hannover und Altona 93 fertig werden, ebenso wie St. Pauli am Hamburger Millerntor mit Braunschweig. Der Bremer SV, der am Vorsonntag den sensationellen 4:0-Sieg über Hannover 96 in der Leinestadt feierte, wird es diesmal mit Eimsbüttel nicht leicht haben. Vielleicht gelingt Holstein Kiel, nachdem es zuletzt auf eigenem Platz einen Punkt verlor, jetzt daas Kunststück, im Gegenzug den ersten Auswärtspunkt bei Hannover 96 zu entführen. Bremerhaven 93 müßte an der Wesermündung verhältnismäßig leicht mit dem Vfß Oldenburg fertig werden.

Worms hat seinen großen Tag

Wormatia Worms — 1. FC Kaiserslautern Neuendorf — Mainz 05 Andernach — Tura Ludwigshafen VfR Kaiserslautern —FK Pirmasens

Das Wormser Stadion wird ausverkauft sein, wenn die Platzherren und der 1. FC Kaiserslautern auf den Rasen laufen. Wormatia ist nicht mehr die starke Mannschaft des Vorjahres, wird aber gerade gegen die Betzenberger alle Kräfte anspannen, um zum Erfolg zu kommen. Ob Fritz Walter wieder mitmacht, ist noch fraglich. Wir hoffen, daß er seine Verletzung erst gründlich auskuriert. Mainz 05 hat in Neuendorf in seiner augenblicklichen miserablen Verfassung keine Gewinnmöglichkeit. Ueber die beiden anderen Spiele (Andernach gegen Tura Ludwigshafen und VfR Kaiserslautern gegen FK Pirmasens) ist eine halbwegs sichere Vorschau kaum zu treffen.

Bayern München in Darmstadt

Die Aufstellung von Bayern München für das Spiel gegen SV 98 Darmstadt am kommenden Sonntag: Schmalz!; Köthle, Bauer; Mayer Th., Streitle, Oßwald (früher Kickers Stuttgart); Hädelt, Witt, Seemann, Siedl, Resch.

Bayern München war 1931/32 deutscher Meister, süddeutscher Meister im Jahre 1925/26 und 1927/28, bayrischer Meister von 1909 bis 1911 und 1925/26.

Turnerschaft Oberroden wirbt

Die Turnerschaft Ober-Roden veranstaltet am Samstag in der Turnhalle einen Sport- und Werbeabend. Zu einem damit verbundenen Gerätewettkampf trugen sich TG Jügesheim und TG Nieder-Baden in die Startliste ein. Aufführungen der Tanzgruppen umrahmen die Wettkämpfe. -gi-

Turnwettkampf

SG Arheilgen—TuS Weinheim

Am Samstag, dem 2. Dezember 1950, 20 Uhr, stehen sich im Vereinshaus der SG Arheilgen, Frankfurter Straße, die ersten Riegen von Arheilgen und der Turn- und Sportgemeinde Weinheim in einem Kunstturnwettkampf gegenüber. Geturnt werden: Barren, Pferd, Bodenübung und Reck..

Die Arheilger Turner, die schon öfters bei Mannschaftswettkämpfen ihr Können bewiesen haben, gelten als die derzeitig stärkste Mannschaft in unserem Kreisgebiet. Ob es ihnen gelingen wird, gegen Weinheim zu einem Sieg zu kommen, wird in erster Linie von der Tagesform eines jeden Turners abhängig sein. In der Weinheimer Riege stehen ebenfalls sehr gute Spitzenturner. Nachätehend geben wir die Mannschaftsaufstellungen bekannt:

Arheilgen: Rudi Gärtner, Alfred Helfmann, Walter Arendt, Heinrich Anthes, Jakob Germann, Fritz Banyay; Ersatz: Jakob Steppner.

Weinheim: Hans Gleißner, Willi Dieth, Otto Eschwey, Emil Würzburger, Walter Randoll, Hans Fischer; Ersatz: Herbert Schuhmacher.

Der Wettkampf wird von Oberturnwart Heß und 4 Kampfrichtern geleitet.

Turnerinnen-Gerätewettkampf in Weiterstadt

Die Sportgemeinde e.V. Weiterstadt veranstaltet am kommenden Samstag, 2. Dezember, abends 8 Uhr, bei Gastwirt Schöneberger einen Gerätewettkampf der Turnerinnen zwischen der SKV Büttelborn, TV Worfelden, TV Büttelborn und TG Weiterstadt. Als Kampfrichter fungieren Kreismännerturnwart Wilhelm Kunz, Darmstadt, und Turnfreund Bormet, Grafenhausen. Mit spannenden Gerätekämpfen dürfte zu rechnen sein, da fast alle Vereine sich ziemlich gleichwertig sind.

g ivum wui «uii ix*. In den einzelnen Pausen wird die Turnriege der aktiven Turner des SKV Büttelborn ihre Turnkunst beweisen.

Clubmeisterschaften des FC Darmstadt

Frau Haun Siegerin bei den Damen / Melcher bester Säbelfechter

Der zweite Abend der Klubmeisterschaften brachte die Florettkämpfe der Damen und die Säbelkämpfe der Herren.

Nach Auslosung der Startnummern wurde mit den Kämpfen der Damen begonnen. Schon bald wurde es klar, daß die Entscheidung zwischen Frau Haun und Frl. Niebel fallen mußte. Als Herr Weicker, der als Obmann fungierte, das Gefecht freigab, entwickelte sich eines der schönsten Treffen. Frl. Niebel, die in letzter Zeit stark nach vorn gekommen ist, gab der routinierten Frau Haun nicht viel nach. Keine der Fechterinnen konnte im Laufe des Gefechtes einen wesentlichen Vorsprung herausholen. Erst mit dem letzten Treffer fiel die Entscheidung zugunsten von Frau Haun. Frl. Niebel zögerte einen Moment mit ihrem Angriff, und schon hatte Frau Haun die Situation erfaßt und in das Tempo gehend Frl. Niebel getroffen. 4:3 für Frau Haun und damit die Klubmeisterschaft.

Unter der einwandfreien Leitung von Herrn Steffan wurden dann die Säbelkämpfe abgewickelt. Da das Stärkeverhältnis bei internen Meisterschaften bekannt ist, wußte man schon im voraus, daß die Entscheidung zwischen Melcher, Weicker und Haun fallen würde. Zwischen diesen drei Fechtern kam es dann auch zu den erwarteten interessanten und schönen Kämpfen. Angriffe in zweiter Absicht, blitzschnelle Armvorhiebe wechselten mit sauberen Paraden, Riposten (Nachhiebe) und Konterriposten. Melcher erfocht sich Siege über Weicker und Haun, während Weicker wiederum Haun distanzieren konnte. Die Fechter Schreher, Sack und Storck konnten in die Endkämpfe nicht eingreifen, zeigten aber auf ihrem Leistungsniveau guten Sport.

Endstand: 1. und Klubmeister 1950: K. H. Melcher 5 Siege. 11 erhaltene Treffer; 2. Willi Weicker 4 Siege. 8 erhaltene Treffer; 3. Rolf Haun 3 Siege, 13 erhaltene Treffer; 4. Schreher, 5. Sack und 6. Storck.

Am Donnerstag, dem 30. November, 20 Uhr, werden auf dem „Heilig Kreuz“ die Florettkämpfe der Nachwuchsfechter ausgetragen. -icke-

Amtliche Bekanntmachungen Schlachthof (Freibank) Freitag von 7.30—12.00 Uhr Nr. 1350—1500 und Nr. 1—350. Samstag kein Verkauf. 3 VN 13/50. Beschluß: Die Firma Hessenkauf Aktiengesellschaft, Lebensmittel-Großhandlung in Darmstadt, Magdalenenstraße 25, hat am 27. November 1950 beantragt, über ihr Vermögen das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses zu eröffnen. Zum vorläufigen Vergleichsverwalter wird Wirtschaftsrechtsberater Dr. Hans Schäfer in Darmstadt, Landwehrstraße 12, Telefon 3646, bestellt. Gegen die Vergleichsschuldnerin wird mit Wirkung vom 28. November 1950, 12 Uhr, ein allgemeines Veräußerungsverbot erlassen. Den Drittschuldnern wird verboten, ohne Zustimmung des vorläufigen Verwalters an die Vergieichsschuldnerin zu leisten. Verfügungen und Leistungen mit Zustimmung des Verwalters sind unbeschränkt wirksam. Darmstadt den 28. November 1950. Amtsgericht Abt. 3. Betr.: Monatskarten der Straßenbahn, Autobus- und Obuslinien der HEAG. Wir biiten unsere Fahrgäste, ihre Monatskarten für das Jahr 1951 im HEAG-Haus, Schalter 1, oder bei den Verkaufsstellen neu zu beantragen. Der Antragsvordruck ist auch dort erhältlich. Dem Antrag ist ein Lichtbild beizufügen. Das bisher benutzte ‘Lichtbild kann weiterverwendet werden. Die Ausgabe der neuen Monatskarten beginnt dann am 27. Dezember 1950. Wir bitten unsere Fahrgäste, die Monatskarten schon ab 27. Dezember abzuholen, damit am Monatsende keine Stockungen entstehen. Hessische Elektrizitäts-AG. Darmstadt. Zwangsversteigerung Am 1. 12- 1950 werde ich öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern: Um 10 Uhr in Darmstadt, Pfandk., Amtsger. Seiten-Eingang: 1 Exzenterpresse 1 Kugeldrehapparat, 1 Registrierkasse (Krupp), 1 Ankleideschrank, 1 Waschtoilette, 2 Radio, 3 Polstersessel, 1 Hobelbank. Um 12 Uhr in Arheilgen: 1 Berkelwaage, 1 Autoanhänger ohne Bereifung, 1 Schreibtisch, 4 Dampfdruckkessel 500 und 300 Ltr., 1 Kassenschrank, 1 Sekretär. Bieter 12 Uhr am Rathaus. Um 14 Uhr in Erzhausen: 1 Radio. Bieter 14 Uhr am Bahnhof. Illas, Obergerichtsvollzieher Darmstadt.

DIE FUNDGRUBE

Ankäufe • Kupfer - Messing ® Blei - Akkublei • Zinn - Zink ■ alte Badeöfen und -wannen • Zinn-Deckel - Zinn-Geschirr kauft HILSENBECK - DARMSTADT Steubenplatz 17 Alte Autobatterien, alte Badeöfen und Wannen kauft höchstzahlend: Hilsenbeck, Darmstadt,Steubenpl.l7 Wir kaufen für unser Schmeliwerk Kupfer, Messing, Zink u. a. Altmetalle zu allerhöchsten Tagespreisen ALLG. ROHSTOFFVERWERTUNGS-GMBH DARMSTADT Bleichstraße 34

Kaufe alte Badeöfen, Badewann. Akku-Blei Frickel Adelungstr. 16 Postkarte genügt. Kaufe Kupfer Messing Zink, Blei für Metallgießerei zu Höchstpreisen sowie Alteisen. Wird a. abgeholt. Preisliste im Geschäft. Frickel, Adelungstraße 16. Kupfer, Mes¬ sing, Blei, Zink, Aliu u. Eisen kaufen wir zu höchsten Preisen. Heckhaus Landwehrstr. 8 Metalle,Eisen kauft zu höchsten Tagespreisen Fuchs u. Herzog, Darmstadt Karlstraße 72.

KLEINANZEIGEN In der „FUNDGRUBE" haben immer Erfolg!

Haarschäden ? Unsere Mitarbeiter sind am Freitag, dem 1. Dezember 1950, in Darmstadt Eingehende mikroskopische Untersuchung und Beratung Wir helfen bei: Haarausfall - Wachstumsstörungen - beginnender Kahlköpfigkeit - Schuppen - Kopfjucken - überfettem, sprödem, gespaltenem oder dauerwellkrankem Haar Sorechstunden nur Freitag, 1. Dezember 1950, von 9.00 bis 20.00 Uhr durchgehend im Hotel Welnmlchel - Mathildenplatz 4 . Telefon 3719 HAARBIOLOGISCHES INSTITUT - FRANKFURT AM MAIN 4

^"""verkäufe Projektor 8 mm, komplett, preisw. abzugeben. Zu erfr. bei Armbrust Elisabethenstr. (Palaisgarten). Gasherd 3flamm. mit Backofen, in gutem Zustand, bill. abzugb. Mollerstraße 39 I. 1 Fuchspelz 2 Kaffeeservice, 1 Wasch- und Wringmaschine, gr. Zinkwanne, Fleischbräter, 2 Damenmäntel u. verseh, zu verk. Viktoriastr. 98 11. r. Jede junge Dame wünscht sich ..ihre“ Nähmaschine Die bewährten Marken - Nähmaschinen sind preiswert. Ein Fünftel Anzahlung. Dietrich Kapellplatz. Kinder- Zweirad (neu), zurückgesetzt abzuigeben. Carl Lorsch, Darmstadt, Pankratiusstraße 2*/«. 2 Bettstellen m. Sprungrahmen, Bücherregale D.-Klepper¬ cape alles neuw., preisw. zu verkaufen. Anzusehen: 13-15 Uhr. Jung, Friedr.- Ebert-Platz 16.

Guterhalt. Herren¬ fahrrad 35,- DM zu verkf. Alicenstraße 30 Nähmaschin.- Reparaturen DIETRICH Kapellplatz Dreiräder u. Puppen¬ wagen 18, 24, 29, 36, 45 Dietrich, Kapellplatz Fahrrad- Bereifungen stets frisch Fahrrad-Hahn Schloßgartenplatz l^etgesuche Suche per sofort oder später leeres oder möbl. Zimmer Kann auch 2 -Zimmerwohnung m. Bad und Küche gegen Baukostenzuschuß sein. Bin Geschäftsmann, Mitte 50er. Angebote unter DT 1833 an die Geschäftsstelle. | Kapitalmarkt" Baugeld-, Hypotheken-, Betriebs¬ kapital- und DaHehen¬ suchendc wenden sich an Werner Heinrigs Darmstadt, Hohler Weg 22. Wochentags von 14—17.30 Uhr, außer samstags. Verloren Goldener Armreif mit kl. Brillanten, im Steinbergviertel, verloren. Gegen Belohnung abzugeben. Ohlystraße 69 11. P^Automarkt Krad- Anhänger (abschließbar) dringend zu kaufen gesucht. Angeb. unt. DT 1840 an die Geschäftsstelle.

Auto- Avemarie Fahrschule alle Klassen eigene Fahrzeuge. Artilleriestraße 15. Tel. 894. Auto- Avemarie An. und Verkauf Verschrottung Verkauf von Ersatzteilen u. gebr. Reifen Artilleriestraße 15 Telefon 894 Fahrschule GROH Ausbildung in allen Klassen. Darmstadt Groß-Gerauer Weg 7 und Reinstraße 46. Ruf 416 Verschiedenes Im Textil- Bazar am Meßplatz kaufen Sie amerik. Kleider, Blusen. Röcke, Schuhe und vieles andere, neuwertig, billig. An- u. Verkauf - Georg-Straße 64. Diapositive für Kinoreklame, wirkungsvoll und billigst bei Bernius Darmstadt, Kranichsteiner Straße 59 ’/w. Damen¬ blusen Herren¬ hemden bei SPORT - REITZ, Grafenstraße 22. Jam. Rum- Verschnitt 38 Vol. %, ’/io Ltr. -,90 DM. Ferrer, Mühlstr. 19 Kleinanzeigen bringen Erfolg.

Büro- schreib- maschine verkauft äußerst preiswert Hellmut Bartsch An- u. Verkäufe aller Art Elisabethen- Ecke Neckarstraße. Das Haus der Gelegenheiten. Kugellager Soiralbohrer - Gewindebohrer. Südwestdeutsche Handelsgesellschaft KG Landwehrstraße 29. Telefon 3619.

Annoncen- HECHT vermittelt Anzeigen zu Originalpreisen für alle Zeitungen Darmstadt Kirdistraße 17 Telefon 25 33 Concordia- Gaststätto Adelungstraße 33. empfiehlt seine Dreiswertp Küdiä u. Saal für alle Veranstaltungen. Ruf 3763 Samstag ab 20 Uhr und Sonntag ab 16 Uhr öffentl. Tanz.

Wäsche Schüler Niederramstädter Str. 13 Seit 36 Jahren nur beste Qualität in Herren-, Damen-, Kinder-, Tisch- und Bettwäsche zu niedrigen Preisen Meine geringen Unkosten Ihr Vorteil OwV 7 '»Md® Jct?t nicht müöe roeröenf JeCjtz zur Zeit her fallenben Glätter, mit öer ncruenCtählenben, blut¬ erncucrnbcn unt) hraftfpenöenöen Doppclhcrz=Herbfthur beginnen! Nur in Äpothehen u. Drogerien Wir leisten was Katalog über 500 Werkzeuge gratis. Westfalia-Werkzeugco., Hagen 131 i. W.

/ / ../ / im Hause Nitzsche / V //r am Ludwigsplaiz Fachgeschäft für Herrenhüte und Mützen Immer bemüht das Beste zu bieten

ENGROS —■xX| DETAIL & Schulden EX Anläßlich unserer Erweiterung am Markt (kein langes Warten mehr, mehr Verkaufskräfte) bieten wir in beiden Geschäften als Besonderes an: Hammelfleisch zum Kochen und Braten ... 500 g 1,20 Hammelnierenbraten und-Kotelett .... 500 g 1,40 Hammelkeule und Rollbraten ohne Knochen 500 g 1,70 Rindfleisch zum Kochen und Braten .... 500 g 1,45 Rindfleisch ohne Knochen 500 g 1,80 la Ochsenfleisch 500 g 1,80 Blut- u. Leberwurst mit Speckwürfelzusatz 500 g nur 1,— la Fleischwurst 125 g 0,50 la Hausmacher Blut- und Leberwurst . . . 125 g 0,55 la geräucherter Schinkenspeck 125 g 0,80 Frische Knochen 500 g 0,25 Heiße Fleischwurst — Belegte Brötchen RHEINSTR. 14 und LUDWIGSSTR. 3 FÜR DARMSTADT Geschäftsstelle des „DARMSTÄDTER TAGBLATT“ DARMSTADT RHEINSTRASSE 23 im alten Tagblatt-Haus Ich bestelle hiermit ab 1. Dezember das sechs¬ mal wöchentlich erscheinende „Darmstädter Tagblatt“ zum Bezugspreis von DM 2.90 pro Monat zuzüglich 40 Pfg. Trägerlohn. Vor- und Nachname: —— —•— — Beruf: Ort: .... Z ..... Straße:

® Unser Brauerei-Ausschank Zum Goldenen Anker in der Großen Ochsengasse wieder eröffnet Gut bürgerliche Küche. Brauerei Val. Wagner DARMSTADT

i k g Ächtung, Kindet, .Ächtung.! ft Am Samstag, dem 2. Dezember 1950, beginnt unser DT-Weihnachtsmärchen | „Wurzelwilos Weihnaditsgang" | in Versen und Bildern mit täglichen Fortsetzungen | 8

W Juwelier Stonk ((( il) das altbewährte Fachgeschäft für Schmuck, Uhren, Tafelgeräte Trauringe, Qualifätsbesiecke in Massiv-Silber und 90-g-Versilberung, Patenlöffel am 2.12.1950 - - . . - wieder . . Scnulstrane 11$

MARX LANG Dezember wieder am alten plad UAAW Rheinstrasse 28 , ön Marx Lang Textil-Sortimentsgrosshandlung eröffnet am Freitag, den 1. Dezember, am alten Platze Rheinstraße 28 seine neu aufgebauten Geschäftsräume 1 Baudekoration M^cns Hufgaxd ‘Karl Schmidt bau- und mobelschreinerei Inh.: Ernst Fieber Feldkahl b. Aschaffenburg Darmstadt, Heinheimerskabe 27-Telefon 3584 Ausführung aller Schreinerarbeiten - Spezialität: Fenster Die Dachdeckerarbeiten führte aus KOl€©Y Otta Hering, Odw.,Fernruf Amt Grob Umstadt 279 DACHDECKERMEISTER liefeH 'Rolläden in -Holz und Stabt Stockstadt am Rhein - Telefon Goddelau 166 "Klappläden Ultd Stablrollgitter ESJHSEHffi ZIMMERARBEITEN Heinrich Bassenauer V ZIMMERGESCHÄFT . TREPPENBAU g Griesheim bei Darmstadt, Frankfurter Strabe 46 Plaffen-Beläge Elektrische Anlagen lüfuite aus.: ff führte aus ,— =\\ mal 1 = Karl Lotter ii, OFEN und PLATTEN Karlstr. 59-Tel. 24 44 Darmsfadf, Friedrichstraße 15 • Telefon 844 *•“= iMtw^cand! Daanstadt SÄt

Gritzner-Nähmaschinen preisgünstig und zu günstigen Zahlungsbedingungen lieferbar LUDWIG FISCHER jr. Elisabethenstraße 30 Wir bieten was Katalog über 500 Werkzeuge- gratis. I Westfalia-Werkzeugco., Hagen 131 i. W. 9 Sch a II platten • von Radio-Lorz Ernst-Ludwigs-Strafje 19 KINDERPLATTEN EINGETROFFEN!

8 2lÖvent unö 'Htfolaus Adventkerzen la Fabrikat von 10 Pf an Adventkerzenhalter von 8 Pf an Bänder in allen Breiten, 5 Mtr. von 20 Pf an Kerzensterne für den Tisch von 5 Pf an Nikolause, auch mit Wagen zum Füllen Nikolausstiefel von 35 Pf an Nikolausmasken, Bärte von 60 Pf an Weihnachtspapiere, 5 verschiedene, 45 Pf "''«d Glimmerkrepp mit Zweigen und Zapfen iWi Weihnachtsteller von 15 Pf an » Tannenbäumchen und Zweige in großer Auswahl Gold- und Silberkordel, 10 Mtr. von 20 Pf an Keinerlei Aufschlag durch frühzeitige große Einkäufe! Rhbinstraße 12’/2, I. Stock

Orangeriehaus: Heute 19.30 Uhr (Miete X/3) DON CARLOS Stadthalle: Heute 20.00 Uhr (Mieten C 5 und TC/4) Liebe in der Lerchengasse I Unsere Geschenkbüchlein | für den Weihnachtstisch! y E. E. Niebergall „Der Datterlch" | W mit Scherenschnitten von Traudel Hofmann W 2,— DM V $ J * ' y Hch. Rüthleirk,,Wachstubengeschichten" m mit farbigen Zeichnungen von Hartmuth Pfeil w ? 6,— DM $ W f | $ > Mickedormel „Sache zum Lache" ? * Gedichtcher in hess. Mundart mit Zeichnungen von Starkow T y M Ä 3,50 DM | Zu haben in allen Buchhandlungen V und auch durch die Tagbiatt-Trägerinnen V $ J L C. WITTICH VERLAG J $ Darmstadt w $ ö V

NS CMI

UNION Ruf 3373 IHALIA Ruf 3390 BELIDA Ruf 395 PALAST Ruf 22 40 HANSA Ruf 3179

Der neue deutsche Operettenfilm Hochzeitsnacht im Paradies mit Johannes Heesters, Claude Farell, Gretl Schörg u. v. a. - Ein Film, der alle begeistert! - Ein Triumph des deutschen Films! Anf.: 13.45 - 16.00 - 18.15 • 20.30 Uhr Vorverkauf ab 11.00 Uhr

Der große Erfolg von Venedigl Helmut Käutners EPILOG (Das Geheimnis der Orplid) mit den erlesensten Namen des deutschen Films: F. Kortner, Irene v. Meyendorff, C. Raddatz, Bettina Moissi, P. Hörbiger, Hilde Hildebrand, P. van Eyck, Jeanette Schultze, A. Paulsen, H. Leibelt, A. Assmann u. a. Anf.: 14.00 - 16.00 - 18.15 - 20.30 Uhr Vorverkauf ab 11.00 Uhr Jugendliche unter 16 J. nicht zugelassen! Letzter Tag! GASPARONE mit Marika Rökk und Johannes Heesters Anf.: 14.00 • 16.00 - 18.15 - 20.30 Uhr Letzter Tag! Ken Meynard in Sheriff und Sträfling Ein mitreißender Cowboyfilm von der Unendlichkeit des Wilden Westens Anf.: 13.45 - 16.00 - 18.15 - 20.30 Uhr Letzter Tag! LIEBESPREMIERE mit Hans Söhnker, Margot Hielscher, Kirsten Heiberg u. a. Anf.: 14.00 . 16.00 - 18.15 - 20.30 Uhr