Revision der Verteidigungslinie?
Ablehnung eines dentschen Wehrbeitrags könnte schwere Folgen haben
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Da Bonn, 26. November. Die Ablehnung eines deutschen Verteidigungsbeitrags durch den Bundestag würde, wie aus Kreisen der amerikanischen Oberkommission verlautet, zur Folge haben, daß die amerikanischen Truppen im Bundesgebiet nicht verstärkt und die strategischen Pläne für die Verteidigung Westeuropas „überprüft“ werden würden.
Von maßgebender amerikanischer Seite wird erklärt, der amerikanische Generalstab habe noch im Mai dieses Jahres die Möglichkeit erwogen, die Pyrenäen zur Hauptverteidigungslinie zu machen. Inzwischen habe man sich für die Elbelinie entschieden, und die amerikanische Oeffentlichkeit sei schon mehr und mehr für die Auffassung gewonnen, daß Europa im Falle eines sowjetischen Angriffs an der Weichsel verteidigt werden müsse.
Voraussichtlich wird der Bundestag kurz vor Beginn der Weihnachtsferien oder unmittelbar im Anschluß an sie auf die bis dahin zu erwartende offizielle Anfrage der Atlantikpaktstaaten mit einem grundsätzlichen Ja oder Nein zu erwidern haben. Bonner Regierungskreise geben der Hoffnung Ausdruck, daß bis dahin, nachdem die gegenwärtig herrschende Wahlkampfatmosphäre abgekühlt ist, eine Verständigung mit der Sozialdemokratischen Partei erzielt werden kann.
Zwischen der deutschen Entscheidung und der Aufstellung deutscher Truppenkontingente wird ein wahrscheinlicher längerer Zeitraum liegen, in dem in Verhandlungen zwischen der Bundesregierung und den Atlantikpakt-Staaten die Grundlagen für eine europäische Armee und die Aufstellung der deutschen Truppenkontingente vereinbart werden müssen. Es werde zunächst versucht werden, eine Europa-Armee mit Einschluß von Großbritannien zu schaffen. Falls Großbritannien nicht mitmachen wolle, solle eine kontinentale Armee mit Assoziierung der Engländer geschaffen werden. Nationale Armeen würden auf dem Kontingent nur noch für eine Uebergangszeit bestehen bleiben.
Amerikanische Sprecher bezeichnen es als eine Aufgabe des Bundestags, alte Nationalsozialisten und Militaristen aus den deutschen Truppenkontingenten herauszuhalten.
Sie betonen nachdrücklich, daß die deutschen Offiziere und Soldaten, mit Ausnahme einiger Verbrecher, ehrlich und tapfer gekämpft hätten und daß eine Diskriminierung der deutschen Soldaten nicht beabsichtigt sei.
Für den Fall, daß der Bundestag den deutschen Beitrag verweigern würde, sei vorgesehen, daß Deutschland besetzt bleiben würde, die für Deutschland vorgesehenen Truppenverstärkungen aber in Frankreich. Belgien. Oesterreich oder sonstwo in Europa stationiert würden.
Amerikaner: Nichts bekaunt
Frankfurt/Main, 26. November, (dpa) Im amerikanischen Oberkommissariat ist, wie zuständige Kreise mitteilten, nichts davon bekannt, daß die Vereinigten Staaten ihre für die Bundesrepublik vorgesehenen Truppenverstärkungen in anderen europäischen Ländern stationieren werden, falls der Bundestag einen deutschen Verteidigungsbeitrag ablehnt.
Schacht abgesoffen
Sontra, 26. November. (AP.) Der Reichenberg-Schacht der Kupfer-Schieferbergbau A. G. in Sontra, Kreis Rotenburg, ist durch plötzlichen Wassereinbruch vollständig abgesoffen.
Rund 60 Bergarbeiter, die sich zu dem Zeitpunkt unter Tage befanden, konnten sich noch rechtzeitig retten. Das Wasser ist noch ständig im Steigen. Die Arbeit mußte vollkommen eingestellt werden. Der 300 Mann starken Belegschaft des Schachtes ist vorsorglich gekündigt worden. Ein Teil soll jedoch im Nachbarschacht beschäftigt werden.
Gibraltar
Die Engländer sollen es räumen
Madrid, 26. November, (dpa) Der Madrider Rundfunk erklärte, Großbritannien müsse Gibraltar aufgeben, wenn es Spanien als einen Freund ansehen wolle. Gibraltar sei spanisches Gebiet.
Bayern wählte seinen Landtag
Starke Wahlbeteiligung bei ruhigem Verlauf
München, 26. November, (dpa) Zum zweitenmal nach dem Kriege wählte Bayern am Sonntag einen neuen Landtag. Vierzehn Parteien und Wählergruppen bewerben sich bei bei rund sechs Millionen Wahlberechtigten um die 204 Abgeordnetensitze.
Die Beteiligung war bis Sonntag mittag sehr rege. Allgemein wird mit einem hohen Prozentsatz der Stimmenabgaben gerechnet, der den bei den Bundestagswahlen erreichen oder sogar überschreiten dürfte. Damals hatten in ganz Bayern 81 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
Um die Mittagszeit wurde aus den meisten Wahllokalen eine Beteiligung von 25 bis 35 Prozent gemeldet. Bei einigen lag sie sogar bei 40 oder 50 Prozent. Der Wahlverlauf war bis mittags sehr ruhig. Nirgends wurden Zwischenfälle gemeldet. Auch die Wahlpropaganda der einzelnen Parteien war sehr gering.
In den vergangenen vier Jahren ergab sich für die Parteien in Bayern folgender Prozentsatz:
Als neue Parteien stellen sich zur Wahl: Der „Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten“ in Verbindung mit der „Deutschen Gemeinschaft“ (Haußleiter), die „Bayerische Heimat- und Königspartei“, der- „Wahlblock der Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen und Entrechteten“, der „Deutsche Block“, die „Vereinigung wirtschaftlich und politisch Entrechteter“, der „Kampfblock der Heimatvertriebenen“ und die „Unpolitische bäuerliche Notgemeinschaft“.
Im bisherigen Landtag hatte die CSU 100 der insgesamt 180 Sitze inne, die SPD 54 und die FDP 10 Sitze. Die ehemals 13 Abgeordneten der WAV schlossen sich in der Freien Fraktionsgemeinschaft (12 Sitze) zusammen oder blieben als Fraktionslose im Landtag.
| 1946 | 1949 |
| (Landtag) | (Bundestag) |
| Christlich-Soziale | |
| 52,3% | 29,2 ’/o |
| Sozialdemokraten | |
| 28,6% | 22,8 % |
| Bayernpartei | |
| — | 20,9 ’/» |
| Freie Demokraten | |
| 5,6 ’/• | 14,4 % |
| WAV (Loritz) | |
| 7,4 •/. | 8,5 % |
| Kommunisten | |
| 6,1 ’/o | 4,1 % |
Ausländische Instrukteure fürDeutsche?
„Baseler Nachrichten“ sprechen von dieser Absicht des Bundeskanzlers
Basel, 26. November, (dpa) Bundeskanzler Dr. Adenauer soll in einem zwanglosen Gespräch mit Auslands journalisten die Möglichkeit erwähnt haben, ausländische Offiziere als Instrukteure bei der Aufstellung deutscher Truppenkontingente einzuschalten.
Wie der Deutschland-Korrespondent der „Basler Nachrichten“ meldet, hat der Bundeskanzler in diesem Gespräch angeregt, ein hoher Schweizer Offizier sollte um Mitwirkung gebeten werden, damit möglichst viel vom Geist der schweizerisehen Armee übertragen werde. Der Bundeskanzler erhoffe sich aus einer solchen Gemeinschaft der Offiziere und Instrukteure aus allen Ländern das Heranwachsen eines „Korpsgeistes“ im wahren europäischen Sinne.
Adenauer habe weiter betont, daß die finanzielle Belastung durch die Aufstellung deutscher Truppenkontingente eine Nachprüfung der deutschen Gesamtlage durch neutrale Sachverständige not-W'endig mache.
Dr. Adenauer habe erklärt: „Wie im deutschen Regierungslager volles Verständnis für den westlichen Standpunkt besteht, daß Deutschland zur Mitwirkung an der westlichen Sicherheit bereit sein müßte, ohne eine lange Rechnung zu präsentieren, so sollte auch auf der Gegenseite verstanden werden, daß nach Bonner Auffassung schon im Januar getan werden könnte, was die Neuyorker Außenministerkonferenz erst für den Monat April in Aussicht stellte.“
Junge Deutsche aus allen Teilen der Bundesrepublik traten am Freitag die Fahrt nach Straßburg an, um vor dem Gebäude des Europarates an einer Großkundgebung teilzu - nehmen, in der gegen den schleppenden Verlauf der Verhandlungen der Beratenden Versammlung protestiert wurde. — Unser Bild, das an der deutsch-französischen Grenze aufgenommen wurde, zeigt, wie die deutschen Abordnungen von französischen Freunden empfangen werden. (Bild: UP)
Frreigelassen
Berlin, 24. November, (dpa) Die sowjetischen Militärbehörden haben den britischen Fliegerleutnant Driver und den britischen Soldaten Bennett freigelassen. Die Sowjets hatten ursprünglich verlangt, daß Driver gegen einen in das britische Besatzungsgebiet geflohenen Leutnant der Sowjetarmee ausgetauscht werde.
Der Aetna in Flammen
Fünf gewaltige Lavaströme wälzen sich zu Tal
Catania (Sizilien), 26. November. (AP.) Ein neuer gewaltiger Ausbruch des Aetna in Ostsizilien hat sich in den späten Abendstunden des Samstag ereignet. Die Bewohner der 32 km entfernten Stadt Catania wurden durch einen plötzlich aus dem Berggipfel aufschießenden Flammenschein aufgestört, der in ganz Ostsizilien den Abendhimmel feurig erleuchtete. Heftige Erdstöße begleiteten den Ausbruch, und vulkanische Flugasche ging auf die Umgebung nieder. Ueber dem Berg stand eine riesige, pilzförmige Rauchwolke. Die Tätigkeit des Vulkans dauerte am Sonntagmorgen noch immer an.
Fünf gewaltige Ströme flüssiger Lava haben sich aus einem neugebildeten Krater am Nordosthang des 3280 m hohen Berges etwa 100 m unterhalb des Gipfels bereits über 3 km talabwärts ergossen und bewegen sich in Richtung auf die 16 km entfernten Städte Giarre und Riposto. Die nächstgelegenen Ortschaften sind von dem Lavastrom noch etwa 6 bis 7 km entfernt. Die Bewohner flüchteten in Panik, obwohl keines der hochgelegenen Dörfer von der Lavaflut direkt bedroht scheint. Selbst in den Küstenorten rüsten sich die Bewohner für alle Fälle zum Aufbruch. Bisher sind jedoch noch keine Menschenleben zu beklagen.
Der dritte Trumpf?
*** In Bayern sind am Sonntag rund sechs Millionen Wähler an die Urne gerufen worden. Es handelt sich auch in Bayern um Landtagswahlen. Ebenso wie in Hessen und Württemberg-Baden ist jedoch in Bayern die Frage der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik mehr in den Vordergrund gerückt worden, als es ihr bei einer Entscheidung zukommt, der eigentlich Landesinteressen zugrunde liegen sollen. Der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei, Dr. Kurt Schumacher, hat auf einer Wahlversammlung in Coburg geäußert, die Landtagswahlen in Württemberg-Baden und Hessen seien die ersten Trümpfe der Sozialdemokratie gewesen. Der dritte Trumpf werde bei den bayrischen Wahlen ausgespielt. Dieser Ausspruch umreißt klar und deutlich die Bedeutung der Landtagswahl in Bayern.
Wahlergebnisse, die sichere Schlüsse zulassen, werden noch kaum vorliegen, wenn die Zeitung nachts fertiggestellt werden muß. In Bayern müssen die Stimmen von dreizehn Parteien ausgezählt werden. Die neuen Abgeordneten werden nach einem gemischten Wahlsystem je etwa zur Hälfte direkt mit Mehrheit in den Stimmkreisen gewählt, der Rest in einer Kombination zwischen Verhältnis- und Mehrheitswahlrecht aus Wahlkreislisten. Der Wähler muß zu diesem Zweck zwei Stimmzettel ausfüllen. Dies alles erschwert eine rasche Zählung.
Es wäre sehr gewagt, mit der Sicherheit Dr. Schumachers eine Voraussage zu machen. Man weiß nicht, welchen Anhang die neuen Parteien finden werden, besonders jene partikularistischen, wie die Bayrische Heimat- und Königspartei. Soviel jedoch dürfte sicher sein: das Ergebnis in Bayern wird in Bonn und in allen Hauptstädten der Welt größte Beachtung finden. Schumacher hat bereits angekündigt, wenn die Sozialdemokratie auch in Bayern siege, so werde sie ihre Forderung auf Neuwahlen zum Bundestag sofort wieder aufgreifen. Bei den Westmächten würde man aus einem neuen Sieg der Sozialdemokratie vermutlich den Schluß ziehen,,Schumachers nur verklausuliertes „Ja“ zu einer Beteiligung Deutschlands an der Verteidigung Europas biete nicht die Möglichkeit, eine geschlossene Abwehrfront im Osten der Bundesrepublik zu errichten. Man werde daher auf den früheren Plan einer Verteidigung am Rhein zurückgreifen müssen.
„Euroapa ist die letzte Chance“
Die Jugend Europas antwortete Spaak mit eisigem Schweigen
Von einem jungen Teilnehmer der Aktion in Straßburg geben wir den folgenden Bericht wieder Er zeigt die Stimmung der Jugend, an der man nicht achtlos vorübergehen kann.
Ha. Straßburg, 26. November. Die Tagungsperiode 1950 der beratenden Versammlung des Europa-Rates in Straßburg ist zu Ende gegangen. „Die Versammlung ist nicht über den Rahmen eines Debattierklubs hinausgekommen!“ Das schrieb die „Neue Zürcher Zeitung“. Leider entspricht diese Feststellung den Tatsachen. Die Minister hielten unzählige Reden, Ausschüsse wurden gegründet, Empfehlungen den Regierungen überwiesen, Entschließungen gefaßt und wieder Reden gehalten. Viele wichtige Reden waren darunter, ohne Frage. So etwa die des französischen Außenministers Schuman über die Europa-Armee — aber es waren eben nur Reden. Es wurden neue und bedeutungsvolle politische Aussichten eröffnet — aber es waren eben nur Aussichten. Der Egoismus und das konservative Beharrungsvermögen der Nationalregierungen hat der Europa-Rat nicht erschüttern können.
„Stürmt die Bastille Nationalstaat!“ und „L’Europe est presence! Europa ist Gegenwart!“ Mit diesen Transparenten und mit diesem Ruf demonstrierten am vergangenen Freitagabend 3000 junge Europäer kurz vor dem Ende der Sitzungsperiode vor dem „Europa-Haus“ in Straßburg. (Ueber die Fahrt nach Straßburg berichteten wir in unserer Samstag-Sonntag-Ausgabe.)
Der Palast des Europa-Rates war von einer dichten Postenkette französischer Gendarmerie abgesperrt, hundert Kriminalbeamte in Zivil waren eingesetzt worden, um zusammen mit der Polizei etwaige „Gewalttätigkeiten“ — einen Sturm der Jugend auf das Europa-Haus — zu verhindern. Diese Vorsichtsmaßnahmen waren überflüssig. Die 3000 jungen Europäer, die nach Straßburg gekommen waren, sind keine Radauhelden oder Landsknechte! Sie wollten keine Türen aufbrechen und keine Fensterscheiben einwerfen — diese frische Jugend, die einmal die Alten, die jetzt noch Reden halten, ablösen, ja, vielleicht sogar Europa verteidigen muß, wollte dem Europa-Rat klarmachen, daß Taten erfolgen müssen, wenn die Völker Europas nicht ihre letzte Chance, in Freiheit zu leben, verpassen wollen. Sie wollte nach so vielen Reden selbst Taten zeigen und Taten fordern. Eine Delegation der von Marcel Mille und Michel Mouskhely nach Straßburg gerufenen 3000 jungen Europäer hatte daher am Freitagvormittag dem Präsidenten der beratenden Versammlung des Europa-Rates, Paul Henry Spaak, eine Entschließung übergeben, in der die beratende Versammlung aufgefordert wurde, für das nächste Frühjahr in allen freien Ländern Europas die Abhaltung von Wahlen für ein verfassunggebendes europäisches Parlament zu beschließen.
Paul Henry Spaak und das hohe Gremium gingen über diese Entschließung zur Tagesordnung über. Immerhin konnte es sich Spaak trotzdem nicht versagen, über die vor dem Europa-Haus demonstrierenden 3000 jungen Europäer seine Beredsamkeit ergehen zu lassen, mit der er unlängst erst in seinem Heimatland die Straße gegen einen ordentlichen Beschluß des belgischen Parlaments aufgerufen hatte. Spaak wußte nichts Neues zu sagen, was Europa anbetrifft: warten und an den Fortschritt glauben. Zu der Jugend gewandt, besaß er die Kühnheit, zu behaupten, diese 3000 Jungen und Mädchen könnten sich überhaupt nicht als Abgesandte der europäischen Jugend bezeichnen, dazu sei ihre Zahl zu gering.
Aber abgesehen davon: Am vergangenen 6. August, als dreihundert junge Europäer die Grenzsch. „nken bei St. Germannshof niedergerissen hatten, erklärte Spaak diesen Jungen: „Ihr müßt dreitausend sein, dann werden wir euren Ruf hören!“ Herr Spaak scheint in der Zwischenzeit schwerhörig geworden zu sein. Hoffentlich ist Herr Spaak nicht taub, wenn einmal 30 000 junge Europäer gegen seine Obstruktionstaktik demonstrieren werden!
Nach zwanzig Minuten Rhetorik wußte Spaak der Jugend nichts mehr zu sagen, und das war gut so. Er erließ so den Jungen die Anstrengung, ihn immer wieder niederzuschreien. Kein Wort hatte Spaak für die Forderung nach Wahlen in ganz Europa für ein verfassunggebendes europäisches Parlament. Die Jugend sollte erst einmal vor ihren Nationalparlamenten demonstrieren, sagte er. Nun, besteht denn nicht die beratende Versammlung des Europa-Rates aus Abgeordneten eben dieser National-Parlamente? Es widerspricht der vernünftigen Oekonomie der Kräfte, von einer Tür zur anderen zu laufen, wenn man die Einwohner in einem Haus antreffen kann.
Herr Spaak erntete eisiges Schweigen. Kein Beifall und kein Zuruf. Herr Spaak zog sich während dieses Schweigens in den Europa-Palast zurück.
Ein Sprecher der 3000 jungen Europäer präsentierte ihm die Gegenrechnung. Er sagte, was wenige Zeilen höher in diesem Artikel ausgeführt wurde. Beim Schein lodernder Fackeln schwur dann die Jugend, unermüdlich all ihre Kräfte und all ihren Mut für die Gründung eines einigen und freien Europas einzusetzen. Diese Jugend wird ihren Schwur halten! Eine Demonstration und eine Aktion wird der anderen folgen, und bei jedem Mal werden es mehr junge Europäer sein — bis ihre Zahl Legion ist. Denn diese Jugend will in einem besseren Europa leben, als es ihnen die Alten hinterlassen haben.
MeCloy in Hamburg
Hamburg, 25. November. (AP.) Oberkommissar McCloy hat der Hansestadt Hamburg einen ersten Besuch abgestattet und in einer Rede vor Gewerkschaftlern erklärt, daß in der Frage einer deutschen Beteiligung an der westeuropäischen Verteidigung keine Zeit mehr für Ausflüchte und Unentschlossenheit sei.
Bei seiner Ankunft von Kiel, wo er am Vortag vor Studenten gesprochen hatte, wurde McCloy vor dem Hamburger Rathaus von einer großen Menschenmenge stürmisch begrüßt.
McCloy hatte eine etwa einstündige Besprechung mit den Spitzenfunktionären der Hamburger Gewerkschaften, bei der die Gewerkschaftsvertreter die Aufhebung der Beschränkungen im deutschen Schiffsbau forderten und für den Wiederaufbau der wichtigsten Hafenanlagen und für den sozialen Wohnungsbau amerikanische Gelder erbaten. McCloy versicherte, daß er sich für die Förderung des deutschen Schiffsbaus einsetzen werde.
Zwangsfeiertag ?
Die Stromversorgung ist gefährdet
Wiesbaden, 26. November. (Eigener Bericht.) Das Hessische Kabinett befaßte sich am Samstag mit der gegenwärtigen Kohlenlage in Hessen. Nach einem Bericht des
Wirtschaftsministers Albert Wagner wird in dieser Woche in Bonn eine Entscheidung darüber erwartet, ob die Oberkommission einer Beschränkung des deutschen Kohlenexportes zustimmt oder aber ob die Bundesregierung vorsorglich Einschränkungsmaßnahmen für das gesamte Bundesgebiet trifft.
Für die hessische Industrie muß dann mit einer 20- bis 25prozentigen Kürzung ihres Strombedarfs gerechnet werden. Die hessische Wirtschaftsverwaltung will notfalls diese Stromkürzung durch einen „Zwangsfeiertag“ in der Woche auffangen.
Wie hierzu ergänzend von zuständigen Beamten des hessischen Wirtschaftsministeriums noch zu erfahren war, vertritt man dort die Auffassung, daß die derzeitige Kohlennotlage in erster Linie Schwierigkeiten auf dem Gebiete der Stromversorgung mit sich bringen wird. Man ist in Kreisen der hessischen Wirtschaftsverwaltung auf Grund zuverlässiger Informationen der Auffassung, daß die hessische Industrie durch den augenblicklichen Kohlenmangel deshalb nicht so sehr betroffen wird, da sie ihre Werke frühzeitig mit den notwendigen Kohlenvorräten eingedeckt hat.
Nach einem Beschluß des Kabinetts, der allerdings nur rein formale Bedeutung hat, wird sich die Landesregierung der Klage des Landesanwalts beim Staatsgerichtshof zur Klärung der Frage, ob der Artikel 41 geltendes Recht ist oder nicht, anschließen.
Berasträßer „Uaddermilch“
Heppenheim, 26. November, (dpa) Die Bevölkerung von Heppenheim, Bensheim, Auerbach und Zwingenberg taufte am Samstagabend in geheimer Wahl den neuen Bergsträßer Wein auf den Namen „Vaddermilch“. An der Abstimmung, die der Weinbauverein Bergstraße vorbereitet hatte, konnten sich alle Gäste in den Weinlokalen beteiligen. Der Andrang zu den Wahlurnen war so stark, daß die Stimmzettel nicht ausreichten.
Die 2778 abgegebenen gültigen Stimmen verteilten sich auf 15 Namensvorschläge. 391 Wähler stimmten für „Vaddermilch“, 364 für ..Zeitvertreiber“ und 339 für „Dunnerkeil“.
Sicherheitsvertrag nicht aktuell
Entscheidung darüber steht bei der Außenministerkonferenz
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Da Bonn, -26. November. Die Bekanntgabe der Vorschläge Bundeskanzler Dr. Adenauers, wonach das Besatzungsstatut durch einen Sicherheitsvertrag ersetzt werden soll, hat in alliierten Kreisen sichtlich verstimmt.
Am ablehnendsten äußerte sich der französische Oberkommissar Francois-Poncet, der erklärte, daß der Abschluß eines Sicherheitsvertrags vom Kanzler bereits vor der Neuyorker Außenministerkonferenz vorgeschlagen, von den Außenministern aber abgelehnt worden sei. Beamte der amerikanischen Oberkommission wiesen darauf hin, daß die Entscheidung über die Vorschläge des Kanzlers nicht von den Oberkommissaren, sondern nur von einer neuen Außenministerkonferenz getroffen werden könne. In britischen Kreisen glaubt man, daß die Position des Kanzlers erheblich geschwächt sei und daß er seine Vorschläge zur Stärkung seiner Position habe publizieren müssen, obgleich er dafür einen denkbar ungeeigneten Zeitpunkt gewählt habe; denn jetzt gehe es nur um die Revision des Besatzungsstatuts.
In Bonner politischen Kreisen stellt man trotzdem fest, daß das revidierte Besatzungsstatut durch die politische Entwicklung schon vor seiner Verkündung überholt worden ist.
Durch Gegenangriffe zum Stehen gebracht
Die amerikanische Offensive in Nordwestkorea / Rotchinesischer Durchbruch am Chongchon
Söul, 26. November. (AP./dpa) Chinesische kommunistische Truppen haben am Sonntag die seit drei Tagen in Nordwestkorea rollende Offensive der achten amerikanischen Armee zum Stehen gebracht.
Der Angriff der Kommunisten begann am Sonntag in den ersten Morgenstunden und wurde den ganzen Tag über in voller Stärke fortgesetzt. Die Angreifer durchbrachen die amerikanischen Linien, überschritten den zugefrorenen Chongchonfluß und schnitten Einheiten der zweiten US-Division ab.
Andere kommunistische Einheiten eroberten die Stadt Tokchong. Die in Reserve gehaltene erste US-Kavalleriedivision ist in den Kampf geworfen worden, um den kommunistischen Durchbruch abzufangen.
Auf der linken Flanke der Offensivfront setzten die UN-Truppen dagegen ihren Vormarsch fort.
Die 24. US-Division ist auf der zur Grenze führenden Straße nach Sinuiju über Chongju, das am Samstag besetzt wurde, hinaus weiter nach Westen vorgestoßen. Beiderseits der Rollbahn ist eine 3000 Mann starke kommunistische Kampfgruppe in Stellung gegangen.
An der rechten Flanke der 24. Division ist die erste südkoreanische Division, die am Samstag durch hartnäckige Gegenangriffe einige Kilometer zurückgezwungen wurde, bis zum Stadtrand des wichtigen Verkehrsknotenpunktes Taechon vorgestoßen.
Es wurde festgestellt, daß die Rotchinesen bei ihren Angriffen amerikanisches Kriegsmaterial, darunter Maschinenpistolen und „Bazookas“ benutzen. Augenscheinlich stammen diese Waffen aus den Lieferungen, die Tschiang Kai-scheck im chinesischen Bürgerkrieg erhielt.
In Nordostkorea haben die amerikanischen Marinetruppen nach einigen Tagen der Kampfruhe den Vormarsch wieder aufgenommen und die Ortschaft Yudam am Nordw’estufer des Changjin-Stausees besetzt. Weiter östlich hat sich das 35. Regiment der siebenten amerikanischen Infanteriedivision der mandschurischen Grenze bis auf wenige Kilometer genähert. Die ersten Einheiten der Division hatten den Ya 1 u bei Hyes an j i bereits vor einigen Tagen erreicht, die Stadt besetzt und in Ausbreitung des den mittel- und ostkoreanischen Raum spaltenden Panzerkeils ihre Front an der mandschurischen Grenze auf 16 Kilometer ausgeweitet.
Die an der Ostküste entlangstoßenden Verbände der süd koreanischen „Söul“- Division haben den Hafen Cho n g j i n , eine der größten Städte Nordkoreas, und den Flughafen der Stadt kampflos besetzt.
Vorausabteilungen sind 15 Kilometer weit über die Stadt hinaus nach Osten vorgestoßen und haben einen Punkt 80 Kilometer westlich der sibirischen Grenze der Sowjetunion erreicht.
Zurückerobert
Saigon, 25. November. (AP.) Französische Truppen haben das Fort Tanmai, 32 Kilometer westlich von Moncay, zurückerobert. Tanmai war vor zwei Tagen von den Ho-Tschi-Minh-Truppen genommen worden. Französische Flugzeuge verfolgten die fliehenden Aufständischen und fügten ihnen schwere Verluste zu.
Keine Norleistungen angeboten
Der Kanzler erläutert sein Sicherheitsmemorandum
Bonn, 26. November. (AP.) Bundeskanzler Dr. Adenauer übergab der Presse mehrere Erklärungen, die seinen zur Veröffentlichung freigegebenen Auszug aus dem Sicherheitsschrift-Memorandum erläutern und ergänzen sollen.
Der Kanzler betonte mit Nachdruck, daß er oder die Bundesregierung zu keinem Zeitpunkt irgendeiner der alliierten Regierungen deutsche Vorleistungen für die Verteidigung Europas angeboten habe. Er erklärte weiter, daß er die Aufstellung eines deutschen Verteidigungskontingentes nur von der gesamten Regierung und dem Bundestag entschieden sehen wolle. Wie Dr. Adenauer ausführte, hat er bereits am 17. September 1950 dem Ministerialdirektor Dr. Blanke nho r n, den Leiter der Verbindungsstelle der alliierten Oberkommission, damit beauftragt, der alliierten Oberkommission zu erklären, daß die alliierten Außenminister die Frage eines deutschen Verteidigungsbeitrages zum Gegenstand einer formellen Anfrage an die Bundesregierung machen könnten. Erst damit würde die Möglichkeit gegeben sein, daß die verschiedenen zuständigen deutschen Organe, insbesondere der Bundestag, die Angelegenheit erörtern und eine Entscheidung fällen könnten. Abschließend erklärte der Bundeskanzler, daß eine erhebliche Verstärkung der westlichen Besatzungstruppen in Deutschland unerläßlich sei. Nur unter dem Schutz einer ausreichenden Zahl gut ausgerüsteter alliierter Divisionen könnten die gegenwärtig in Westeuropa anlaufenden Verteidigungsmaßnahmen ungestört erfolgen.
Sturmkatastrophe in Amerika
Hundert Personen sind ihr bereits zum Opfer gefallen
Neuyork, 26. November. (AP.) Das Wochenende hat im gesamten Nordostteil der Vereinigten Staaten die schwersten Unwetterkatastrophen seit Menschengedehken gebracht.
Orkanartige Stürme, die in der ganzen Länge der Küste von Virginia bis in die Neu-England-Staaten Verwüstungen anrichteten, Flutwellen von mehreren Kilometern Ausdehnung und schwere Schneestürme im Innern des Landes forderten nach den letzten Meldungen bisher 99 Todesopfer und verursachten Schäden, die in die vielen Millionen gehen.
An der Ostküste tobten von Samstagmittag bis gegen Mitternacht Orkanböen mit Stundengeschwindigkeiten bis zu 170 Kilometer. In Neuyork stehen in ganzen Stadtteilen die Untergrundbahnhöfe unter Wasser. Die Stürme u i Flutwellen haben die Stromversorgung teilweise ausgeschaltet. Im Stadtgebiet von Neuyork und in der Umgebung sind eine halbe Million Wohnungen ohne Licht und Heizung bei einem gleichzeitigen Temperaturrückgang um 14 Grad Celsius.
Schwerste Schneestürme legten ganze Industriegebiete lahm. In Pennsylvanien und Ohio lag nach wenigen Stunden eine Schneedecke von 65 bis 80 Zentimeter Stärke. In Westvirginia wurde stellenweise sogar 125 Zentimeter Schneefall verzeichnet.
Konsumbrot ist preisgehunden!
Minister Wagner zur erneuten Erhöhung der Mehl- und Brotpreise in Hessen
Wiesbaden, 26. November. (Eigener Bericht.) Die erneute Verteuerung von Brot und Kleinbackwaren veranlaßt den Minister für Arbeit, Landwirtschaft und Wirtschaft, Albert Wagner, mit Nachdruck festzustellen, daß sich seit Freigabe der Mehl- und Brotpreise im Juli die Preise für Brot und Kleinbackwaren zweimal erhöht haben. Die erste Preissteigerung erfolgte infolge eines teilweisen Fortfalls der Subventionen und der hierdurch hervorgerufenen Verteuerung der Mehlpreise. Die zweite, jetzt eingetretene Preissteigerung ist zunächst eine Folge der mit dem Fortschredten der Jahreszeit sich erhöhenden Mehlpreise, die früher durch Subventionen ausgeglichen wurden. Andererseits aber machen sich auch die inzwischen notwendig gewordenen Lohnerhöhungen bemerkbar.
Die Länder der Bundesrepublik, so sagt Minister Wagner weiter, haben keine rechtliche Handhabe, Maßnahmen zur Zurückführung der hohen Preise oder zum Abfangen der Kostenverteuerungen zu ergreifen. Die Länder können lediglich für ein Konsumbrot, für das verbilligtes Mehl bereitgestellt wird, entsprechend der von der Bundesregierung aufgestellten Richtlinien Höchstpreise festsetzen.
Danach wurde der Preis für Roggenmischbrot aus 80prozentigem Roggenmehl der Type R 1150 und 20prozentigem Weizenmehl der Type 1200 mit 49 Pfennig je Kilo und für ein Dreipfundbrot mit 74 Pfennig ausdrücklich festgesetzt. Preisüberschreitungen bei dieser Brotsorte sind unzulässig und werden auf Grund der Vorschriften des Wirtschaftsstrafrechtes geahndet.
Der Minister fordert die Bevölkerung auf, mangelndes Angebot an Konsumbrot oder überhöhte Preise für diese Brotsorte unbedingt den zuständigen Preisbehörden zu melden.
Urabstimmung bei „Metall“
Essen, 26. November, (dpa) Die von der Industriegewerkschaft „Metall“ einberufene Vertreterkonferenz der Betriebsräte aller stahl- und eisenerzeugenden Werke im Bundesgebiet beschloß einstimmig, die Belegschaften der eisen- und stahlerzeugenden Industrie in der Bundesrepublik zu einer Urabstimmung am 29. und 30. November aufzurufen.
Waffen für gefährdete Berufe
Mainz, 26. November, (dpa) Ausnahmen vom Verbot des Waffen tragens können für besonders gefährdete Berufsgruppen zum Schutze des ihnen anvertrauten Gutes und ihrer Gesundheit gestattet werden, gab die Industrie- und Handelskammer Rheinhessen nach einer Auskunft aus dem Bundeskanzleramt bekannt. Anforderungen von Ausnahmegenehmigungen sind an den Ministerpräsidenten des Landes zu richten, der sich wegen der Bedingungen über Ausgabe und Kontrolle der Waffen mit dem Landeskommissar in Verbindung setzen muß.
Stimmen der Anderen
Kritik an Mar Arthur
Die liberale Zeitung „News Chronie le“ kritisiert General Mac Arthur wegen seiner Aeußerung, der Koreakrieg werde Weihnachten zu Ende sein.
„Auch der letzte von uns wird alle Hoffnungen darauf setzen, daß er recht hat. Wenn die Götter ganz unvorhergesehen geneigt sind, kann es der Fall sein. Das ändert jedoch nichts daran, daß seine Aeußerung einen bevorzugten Platz unter den Dummheiten der Geschichte einnimmt. Möglicherweise wird der General seinen Truppen eine ernste Enttäuschung bereiten. Heikle Verhandlungen über Korea sind vielleicht jetzt im Gange oder stehen bevor. Die Position der Vereinten Nationen wird nicht dadurch gestärkt, daß der Feind weiß, daß ihre Truppen damit rechnen, in vier Wochen zu Hause zu sein.“
Auch die Reaktion der französischen Presse auf das Einleiten einer neuen Offensive in Korea durch General Mac-Arthur ist ungünstig. Das Blatt „L’Aube“:
„Mac Arthurs Entscheidung ist überraschend. Sie erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem eine chinesische Abordnung in Lake Success eintrifft, Bevin eine Botschaft an Mao Tse-tung übermittelt und der Westen entschlossen ist, von weitgespannten militärischen Operationen zunächst einmal abzusehen, um den Diplomaten freie Hand zu lassen. Dieser Krieg zwischen Militärs und Diplomaten scheint etwas unerwünscht zu sein. Es ist nicht ausgeschlossen, daß General Mac Arthur die Initiative zu der Offensive ergriff, ohne das amerikanische Außenministenium zuvor zu Rate zu ziehen. Wenn dem so ist, muß er den Wunsch gehabt haben, die Vereinten Nationen vor eine vollzogene Tatsache zu stellen. Diplomatische Kreise in Washington und London sind — vorsichtig gesprochen — durch das Handeln Mac-Arthurs überrascht worden.“
Vertrauen Für Euler
Landesparteitag der FDP in Gießen
Gießen, 26. November. (Eigener Bericht.) In der Landesversammlung der Freien Demokratischen Partei wurde nach dem Referat des Landesvorsitzenden August Martin Euler in eingehender Aussprache die durch die Landtagswahl geschaffene Lage überprüft. Die Delegierten der FDP stellen einmütig fest, daß das Wahlergebnis in erster Linie auf die Wahlenthaltung von einem Drittel der Wählerschaft zurückzuführen ist. Den Grund sehen die Delegierten vor allem in der Unzulänglichkeit der Bundespolitik.
In einer Resolution wurde die Bundestagsfraktion der FDP aufgefordert, in Bonn eine klare und konsequente Führung der Bundespolitik durchzüsetzen.
Der Landesparteitag der FDP schloß mit einer einstimmigen Vertrauenskundgebung für den Vorsitzenden des Landesverbandes, August Martin Euler.
Hölle wo ist Dein Sieg ?
ROMAN VON RACHEL FIELDErstabdruck. Alle Rechte beim Wolfgang-Krßger-Verlag, Hamburg.
73)
Sie durfte auch nicht einen Augenblick ihre Gedanken verlieren. Ganz gleich, wie sehr die Fliegen auch sie umsummen, wie sehr ihr Kopf und ihre Augen sie auch von der Anstrengung, dem Verhör genau zu folgen, schmerzen mochten, ihre Aufmerksamkeit durfte nicht nachlassen. So sehr sie ihre Sprache auch liebte und wie gern sie sich ihrer bediente, jetzt befand sie sich in ihrer Gewalt. Die Worte flogen hin und her wie Webschiffchen, die ein unsichtbares Muster woben. Wenn man doch nur dieses Muster erkennen könnte, das hier in dem heißen Raum entstand, während die Minuten Stunde um Stunde zusammentick ten.
Kaltblütig wie ein Chirurg am Operationstisch sondierten die Fragen des Untersuchungsrichters das Leben in der Rue du Faubourg Saint Honore, in Melun und in Olmeto bis aufs Mark. Das scharfe Messer seiner Ironie legte kunstgerecht das Gewebe bloß, das Motiv und Ursache umwuchs. Einmal mußte sie sich doch durch eine unvorsichtige Bemerkung fangen lassen. Aber ihre Klinge war nicht minder scharf als die des Fragenden — sie sprach die Wahrheit; sie hatte nichts vor ihm zu verbergen.
Endlich schob Monsieur Broussais die Papiere vor sich mit einer ungeduldigen Bewegung beiseite. Es war offenbar, daß ihn dieses fortwährende Gerede von den Kindern und dem gespannten Verhältnis zwischen ihnen und ihrer Mutter ermüdete. Da war dieses unaussprechlich brutale Verbrechen, das sowohl in gesellschaftlicher wie in politischer Hinsicht von größerer Bedeutung war als irgendeiner seiner früheren Fälle; und hier saß nun dieses selbstbewußte hübsche Frauenzimmer vor ihm und war nicht dazu zu bewegen, das Spiel nach seinen Regeln zu spielen. Sie wagte es. ihn durch Antworten zu verblüffen, die so geschliffen und präzise waren wie seine Fragen, Antworten, in denen er auch nicht die Spur eines Geständnisses wahrnehmen konnte, das er ihr ohne große Mühe zu entlocken gehofft hatte.
„Ich muß doch bitten, Mademoiselle“, sagte er brüsk, „wir müssen bei der Sache bleiben. Wir sind nicht hier, um Verdächtigungen nachzugehen, die nur Sie und die verstorbene Herzogin betreffen, auch nicht den Eifersüchteleien, die schließlich zu Ihrer Entlassung führten, oder diesem Empfehlungsschreiben, das Sie als so wichtig hinstellen wollen. Was uns hier interessiert, dreht sich um das größte Uebel, von dem ein Haus betroffen werden kann — um den Unfrieden zwischen Mann und Frau. Sie wurden vom Herzog gegen seine Frau in Schutz genommen. Können Sie das bestreiten?"
„Nein, bei gewissen Anlässen war das wohl der Fall. Aber wie konnte ich wissen. wie weit das ging und wie sehr es sich zwischen den beiden zugespitzt hatte? Was Ihren besonderen Verdacht anbelangt, Monsieur, so kann ich nur wiederholen, daß mir der Herzog nie etwas anderes als Freundschaft und Achtung bewiesen hat. Ich muß nachdrücklichst noch einmal erklären — da Sie es ja so deutlich hören wollen —: ich bin nie seine Geliebte gewesen.“
Die Aufrichtigkeit ihrer Beteuerung war unverkennbar. Aber Monsieur Broussais gab sich noch nicht zufrieden.
„Und doch haben Sie in der kurzen Zeit Ihrer Entlassung“, drängte er weiter, „verschiedene Briefe abgeschickt, die, wie Sie selbst zugeben, besser ungeschrieben geblieben wären; und Sie erlaubten dem Herzog, Sie zu besuchen, und zwar wenigstens dreimal. Außerdem behaupten Sie. die Absicht gehabt zu haben, gestern die Herzogin wegen dieses Empfehlungsbriefes aufzusuchen, und gestern erlitt sie ihren schrecklichen Tod. Wie erklären Sie sich dieses merkwürdige Zusammentreffen?“
„Das kann ich nicht erklären, Ihnen nicht und mir nicht. Ich kann nur noch einmal sagen, was ich schon gesagt habe daß zwischen dem Herzog und mir nie etwas Unrechtes gewesen ist und daß wir auch niemals etwas Unrechtes planten.“
Sie hielt einen Augenblick inne, um sich zur Beantwortung einer Frage zu sammeln, die ihr noch gar nicht gestellt worden war.
„Ich versichere Ihnen, daß ich in erster Linie immer an die Kinder dachte. Wenn die Herzogin eines natürlichen Todes gestorben wäre und der Herzog mich gebeten hätte, seine Frau zu werden würde ich im Interesse der Kinder niemals in eine solche Mesalliance eingewilligt haben. Und hätte der Herzog mich geliebt, dann weiß ich nicht — dann hätte ich ihm wohl mein Leben und meinen Ruf geopfert. Aber davon war nie die Rede, und ich habe nie versucht, zwischen ihm und seiner Frau Unfrieden zu stiften. Ich hätte ihr auch nicht ein Härchen krümmen mögen. Ich spreche die Wahrheit, Monsieur, und Sie müssen mir glauben. Können Sie das einer Stimme nicht anhören?“
Ihre Fähigkeit, einer Frage vorzugreifen und ihre Antworten zu einer entlastenden Aussage zu machen, verlieh ihr eine gewisse Ueberlegenheit. Ihre Zuhörer konnten sich ihrer Beredsamkeit und ihrem bescheidenen und doch sicheren Auftreten nicht verschließen. Selbst Monsieur Broussais staunte. Noch niemals hatte er eine solche Zeugin verhört. Er durfte sich jedoch in seinem Amt nicht von dieser Bewunderung beeinflussen lassen. Das Verhör war noch keineswegs beendet. Wieder holte er ein paar Schriftstücke hrvor, die sie identifizieren mußte.
„Erkennen Sie die Handschrift dieser Briefe als Ihre eigene?“ fragte er.
„Ja, Monsieur. Ich schrieb sie vor etwa einem Monat an die zweitälteste Tochter.“
„Einer von ihnen enthält einen unvollendeten Satz dessen Bedeutung nicht ganz klar ist: .Du schreibst gar nicht von deinem Vater. Ich hoffe, daß es ihm gut geht und daß er weiterhin den Mut nicht sinken läßt. Ich glaube, ich wäre weniger unglücklich, wenn ich sicher sein könnte, mein Leiden ' Würden Sie bitte den Satz zu Ende führen?“
Henriettes Herz drohte auszusetzen. Das war dieser Brief, den abgeschickt zu haben sie ständig bereut hatte. Sie hatte ihn an Louise geschrieben an einem Tag an dem sie es nicht länger in der Rue du Harlay auszuhalten glaubte. Losgelöst von dem anderen Text und laut vorgelesen nahm der Satz allerdings eine Bedeutung an, die sie ihm nicht hatte geben wollen.
„Ich muß wohl beabsichtigt haben — .bliebe ihm erspart' oder vielleicht auch — ,bliebe euch allen erspart* zu schreiben“, erwiderte sie. „Ich weiß nicht mehr, warum ich abbrach, vermutlich deshalb, weil ich es nicht für richtig hielt, dem jungen Mädchen von ihrem Vater zu schreiben.“
Monsieur Broussais nickte, als er die Briefe wieder in Empfang nahm. „Da taten Sie ganz recht“, bemerkte er trocken, „denn Sie wollten da einem Gefühl Ausdruck geben, über das man einem jungen Mädchen besser keine Mitteilung macht."
Henriette wollte empört aufbegehren, aber nun war das Verhör beendet. Für diesmal hatten Monsieur Broussais und seine Beisitzer keine Fragen mehr zu stellen. Der Gerichtssekretär begann schon die Notizen, die er von den Fragen und ihren Antworten gemacht hatte, zu einem Bericht zusammenzufassen.
„Gott allein weiß“, dachte sie, als sie an seinem Tisch vorbei aus dem Zimmer ging, „wer alles diese Worte noch lesen wird, die ich nun nie mehr ungesagt machen kann.“
Draußen auf dem Gang verließ sie der Mut völlig, der ihr über diese Prüfung hinweggeholfen hatte. Sie fühlte sich so elend und erschöpft, so kraftlos und verbraucht wie eine ganz alte Frau. Sie war froh, sich auf den Arm des Gendarmen stützen zu können, der sie zu ihrer Zelle zurückführte.
Es war ihr unmöglich, das Essen, das man ihr brachte, anzurühren, und sie schüttelte den Kopf, als man ihr die Erlaubnis gab. eine halbe Stunde lang im Gefängnishof spazierenzugehen.
(Fortsetzung folgt)
Darmstadt und Umgebung
Der stille Sounntag
Nebel und Regen der letzten Woche waren gewichen und wir hatten noch einmal einen der so seltenen, klaren Spätherbsttage. So war das Totenfest äußerlich frei von dem Bedrückenden, das auf dem Ausklang des Jahres lastet.
Vom frühen Morgen bis in die tiefe Dämmerung hinein ein ständiges Kommen und Gehen zu den Gräbern, die in den letzten Tagen gerichtet und mit den Blumen des Herbstes geschmückt worden waren. Vor den Portalen der großen Friedhöfe sammelten sich große Autoparks. Die Heag hatte in den Viertelstundenverkehr der Linie 9 noch Sonderfahrten eingesetzt, so daß alle fünf Minuten ein Wagen fuhr. Dazu der Strom der Fußgänger.
Wie in jedem Jahr wurden morgens an den Eingangstoren kleine, zur Besinnung rufende Blätter ausgeteilt, ist doch am Totensonntag das Herz der Menschen aufgeschlossener denn sonst für die Botschaft des Trostes. Von ihr kündeten auch die Ansprachen.
In Eberstadt wurde auf dem Ehrenfriedhof an ihren Gräbern der 142 Soldaten verschiedener Nationen gedacht, die im dortigen Reservelazarett verstarben. Vor den schlichten Holzkreuzen und den beiden Opferschalen sprach Oberbürgermeister Metzger von der Verpflichtung, angesichts der Toten unser Leben so zu gestalten, daß es vor der Ewigkeit bestehen kann. Nach den fürbittenden Gebeten des katholischen Ortspfarrers Mohr folgte die Ansprache des evangelischen Pfarrers Weißgärber. An den Chorgesängen beteiligten sich alle Eberstadter Gesangvereine. Der gemeinsam gesungene Choral ~O Haupt voll Blut und Wunden“ beschloß die eindrucksvolle Andachtsstunde.
Anerkennung der „ortsühblichen Miete“
Vergütung für von der Besatzung beschlagnahmte Grundstücke
Die am 21. März 1950 dem amerikanischen Hauptquartier vorgelegten Richtlinien über die Bemessung von Vergütungen für beschlagnahmte Grundstücke haben nunmehr nach monatelangen Bemühungen des hessischen Finanzministers die Billigung des amerikanischen Oberkommissars und des amerikanischen Hauptquartiers gefunden. Dieser jetzt erst eingetroffenen schriftlichen Genehmigung sind zahlreiche Besprechungen des Finanzministeriums mit den Dienststellen der Besatzungsmacht vorausgegangen. Gegenstand dieser Verhandlungen war die Anerkennung der vom Finanzministerium verlangten „ortsüblichen Miete“ an Stelle der bisherigen, auf der Grundlage der Einheitswerte von der Besatzungsmacht gezahlten Mietvergütung.
Die Besatzungsmacht hat sich grundsätzlich bereit erklärt, dem Eigentümer des beschlagnahmten Objekts — gleichgültig, ob es sich um ein Einfamilienhaus, Mietwohnungen, Mietgrundstücke oder gewerbliche Betriebe handelt — eine Vergütung zu zahlen, so, als ob der Berechtigte das beschlagnahmte Objekt an einen Deutschen vermietet oder verpachtet hätte. Die Erhebungen über die „ortsübliche Miete“ (Stoppmiete) sind, soweit es sich um Einfamilienhäuser und Mietgrundstücke handelt, unter Mitwirkung der Preisbehörde zum größten Teil abgeschlossen, so daß die Anträge auf Neufestsetzung der Miete im Einzelfall durch die Besatzungskostenämter in Kürze den zuständigen amerikanischen Dienststellen zur endgültigen Genehmigung und Ausstellung der erforderlichen Zahlungsanweisungen vorgelegt werden können. Für die übrigen beschlagnahmten Grundstücke und Betriebe werden die notwendigen Ermittlungen beschleunigt durchgeführt.
Die Anspruchsberechtigten werden zur gegebenen Zeit durch die Besatzungskostenämter über die Höhe der ihnen zustehenden Mietvergütungen unterrichtet werden. Um die in Gang befindlichen Arbeiten beschleunigt durchführen zu können, wird gebeten, von Anfragen und persönlichen Vorsprachen bei den Besatzungskostenämtern abzusehen und deren Benachrichtigung abzuwarten.
Tödlicher Unfall am Ostbahnhof
Ein tragischer Unfall ereignete sich am Sonntagmorgen auf dem Gelände des Ostbahnhofs. Der 64jährige Magazinverwalter Heinrich Wucherpfennig aus Groß-Zimmern befand sich auf der'Fahrt von seinem Wohnort nach Darmstadt, als der Zug am Ostbahnhof kurze Zeit hielt. Er war anscheinend eingeschlafen, denn als er nach einer Weile das Abteil verließ, lief er in schläfrigem Zustand über die Geleisanlagen, wurde von einem entgegenkommenden Zug erfaßt, und von dem Scheibengestänge am Kopf getroffen. Er war sofort tot. -st
Schmere passıvc Bestechung
Je einen Monat Gefängnis erhielten zwei Männer aus Seligenstadt im Landkreise Offenbach. Bis vor einigen Monaten waren sie dort noch Gemeindebedienstete. Der eine Gemeindesekretär, der andere Polizeiverwaltungsassistent. Jetzt sind sie es nicht mehr, weil sie im Herbst vergangenen Jahres — entgegen ihren Dienstvorschriften — einer illegal aus der Ostzone gekommenen Frau die erforderlichen Anmeldeformulare und eine Kennkarte ausgestellt hatten und dafür später ein Geschenkpäckchen mit Strümpfen und Schuhen entgegennahmen. Deshalb standen sie jetzt auch vor der zweiten Darmstädter Strafkammer.
Diese stellte fest, daß die beiden pflichtwidrig und nicht den vorgeschriebenen Weg gehend gehandelt hätten. Ein verwerfliches Motiv konnte man den Zweien — wie der Richter betonte — nicht unterstellen. Vielmehr, so sagte er, hätten sie sich aus dem Mitgefühl, der Geflüchteten Frau und ihren Kindern zu einer Niederlassung im Westen zu verhelfen, zu diesem Hinwegsetzen über die Dienstregeln verleiten lassen. Juristisch müsse das Verhalten der Beschuldigten mißbilligt werden. Es sei eine schwere passive Bestechung mit mildernden Umständen, wst
Der Stadtkirchenturm
muß ein Schutzgerüst erhalten
Vor Eintritt der Frostperiode und vor allem bis zum Eintritt der Schneefälle und der Schneeschmelze soll der Stadtkirchenturm gesichert werden, daß jegliche Gefahr für seine Umgebung gebannt wird.
Diese Forderung stellten die für die Sicherheitsmaßnahmen verantwortlichen Bau-Aufsichtsbehörden. Die beschleunigte Aufstellung eines Schutzgerüstes mit starker und in den Einzelheiten genau festgelegter Bohlenbelegung ist in die Wege geleitet. Nach dieser notwendig gewordenen Vorsorge dürften im Frühjahr die weiteren Arbeiten einsetzen.
Inzwischen ist auch im Innern des Turmes ein Gerüst aufgestellt worden, das die ständige Untersuchung der Turmschäden ermöglicht. pd
Schiedsrichtervereinigung frierte
ihr 30jähriges Jubiläum
Im Gasthaus „Zur Rose“ in Eberstadt feierten am Samstagabend 48 Schiedsrichter von 28 Vereinen des Kreises Darmstadt mit Wein. Tanz und humoristischen Darbietungen das 30jahrige Bestehen der Schiedsrichtervereinigung. Anwesend waren auch Bezirksfußballwart L e i ß 1 e r, Pfungstadt, und Kreisfußballwart Morgental, Bickenbach. Die Leitung des Festes hatte Kreisschiedsrichterobmann H ä r t e 1 übernommen der drei Gründern der Vereinigung, Valentin Döring, Darmstadt, Eberhart Jakob, Pfungstadt und August Bauschmann, Langen, Ehrennadeln für ihre 30jährige Tätigkeit in der Vereinigung und fünf Mitgliedern für 25jährige Zugehörigkeit überreichte, t-s
Triumph der guten Laune
Oder „Wo bleibt der Donner?“
Die Nachtvorstellung im Thalia-Theater brachte bei fast ausverkauftem Haus im wahrsten Sinne gute Laune und ein ausgesuchtes Programm auf dem Gebiete der Kleinkunst.
Hans Günther Zebel aus Hamburg konferierte durch die 2 Stunden mit viel Geschick über die Klippen der Politik. Es gelang ihm meisterhaft. Barnabas von Geczy, begleitet von W. Höhner am Flügel, begeisterte wieder mit seinen Variationen über seinen
Pustafox. Die bekannten Kinderlieder von Marita Gründgens und Lale Andersens „Laternenlied“ erfreuten auch diesmal wieder die aufmerksamen Zuhörer. Kurt Engel bearbeitete schwitzend mit seinem Vibraphon Schumanns Träumerei bis zum letzten Schlager.
Den Höhepunkt dürfte Heinz Erhard mit seinen eigenen Gedichten geboten haben, wobei seine neuesten Schöpfungen stürmische Begeisterung fanden, wie der Applaus und die zahlreichen Vorhänge bewiesen. Mit seinem trockenen und schlagfertigen Humor gehört er zweifellos zu unseren größten Humoristen. Unser Bildreporter „blitzte“ ihn, worauf die schlagfertige Antwort kam: „Wo bleibt der Donner?“ Im ganzen gesehen eine hervorragende Leistung, wie es das applausfreudige Publikum bewies. Hm.
„Noch en Jedicht“ So sieht der Dichter Heinz Ehrhard aus. Foto: Hemme
Gedankenanustausch über die Grenzen hinweg
Ausländer sprachen in Darmstadt
Am Freitag und Samstag sprachen Angehörige verschiedener europäischer Nationen in Darmstadt: Walter Büsch, Schweiz, mit dem Thema: „Ein freies Wort an die freie junge Welt“, Kjell D. M o est u e , Norwegen, richtete an dem von der Adalbert-Stifter-Gruppe sehr schön gestalteten Abend im Nachbarschaftsheim das Wort an die Versammelten, und in sich ergänzenden Ausführungen sprachen, ebenfalls am Samstag im Nachbarschaftsheim, Douglas Steere USA und AndreTrocme, Frankreich, über „Gedankenwege zur Versöhnung“.
Walter Büsch berichtete über Jugendorganisationen in der Schweiz, über die Jugendparlamente, die seit 1945 in den größeren Städten der Schweiz eingerichtet wurden, die Zusammenarbeit der kaufmännischen Jugend in beruflicher und kultureller Hinsicht und das Jugendherbergswesen. Die praktischen Beispiele interessierten die Hörerschaft außerordentlich zur möglichen Durchführbarkeit in Westdeutschland. Die Diskussion zeigte, wie, aufgeschlossen für Anregungen Schüler und Lehrerschaft hier sind und wie weit sie selbst schon die Wege beschritten haben, in den Schul- und Jugendgemeinschaften die demokratischen Spielregeln zu verarbeiten und anzuwenden.
Kjell D. Moestue verwies zunächst auf die Beziehungen, die gerade Darmstadt zu Norwegen habe durch die vielen norwegischen Studenten an seiner T.H. Er sprach über den Eindruck, den Deutschland auf Nichtdeutsche mache. Man sei verwundert über den Luxus, der von beamteten „Oberen“, auch in Bonn, vielfach betrieben werde und könne damit die deutsche Klage über Not und Armut nicht recht in Einklang bringen (auf diese Zwiegesichtigkeit war auch Walter Büsch eingegangen). Er wies das Wort „Remilitarisierung“ als falsch zurück. Es sei etwas anderes, wenn man die Deutschen riefe zu ihrem Beitrag neben dem der anderen Nationen für die europäische Freiheit. Aufs schärfste bezeichnete er die Flüchtlingsfrage als rein deutsche Frage, was ihm den Protest junger, heimatvertriebener Menschen einbrachte. Kjell de Moestue betonte die Untrennbarkeit der Begriffe Abendland und Christentum und forderte, für sie einzutreten.
Diese Forderung wurde deutlicher noch, ganz auf das persönliche Leben angewandt, erhoben von den beiden Rednern Douglas Steere und Andre Trocme. An ihre Ausführungen schloß sich eine lange Diskussion über christliche Ethik, das Verhältnis zu Gott und dem Wirken und Leben in der Welt.
Wir meinen dazu:
Im ganzen ist der Gedankenaustausch über die Grenzen hinweg durch solche Vorträge zu begrüßen, wie auch die Beispiele, die wechselseitig gegeben werden, anregend wirken und ein gegenseitiges Bestätigen in guten Gedanken, im Verständigungswillen erfreulich sind und aktivieren. Manchmal freilich hat man den Eindruck, als machten es sich die Redner von außerhalb ein bißchen leicht und hätten sich zuvor nicht ernst genug bemüht, die deutschen Verhältnisse, die aus vielschichtiger, komplizierter Vergangenheit erwuchsen, kennenzulernen. Eine Aussprache gibt zu langen Erläuterungen nicht Zeit, und so geht es oberflächlich dahin mit dem Luxus und der Armut der Deutschen, ihren Flüchtlingsfragen und den Wahlverhältnissen, mit der Angst vor der Atombombe und der Frage, ob der Christ in ihrem Gefahrenbereich bleiben und aushalten soll. Zeit ist ernsthaften Menschen kostbar, und es ist schade, wenn Ernst-gewolltes ins themaferne, unsachliche und oberflächliche Gerede treibt.
Ueber den wohlgelungenen Abend der Adalbert-Stifter-Gruppe berichten wir am Freitag auf der Jugendseite „Frisches Leben“. D-s
Professor Dr Wilhelm Paupel
Der bekannte Chemiker wurde 86 Jahre alt
Am gestrigen Sonntag feierte Prof. Dr. Wilhelm Vaubel seinen 86. Geburtstag. Ein Jubelfest dieses, trotz seines hohen Alters so überaus aktiven und geistig jugendfrischen Mannes ist für uns Darmstädter um so bemerkenswerter, als der in Fachkreisen weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannte Chemiker seinen bedeutenden Ruf in unserer Stadt errang. In Darmstadt wurde er nicht nur geboren, sondern hier lebte er auch nach seinen Lehr- und Wanderjahren seit 1896 und war lange Jahre vor dem ersten Weltkrieg Stadtverordneter.
Sein Lebenswerk begann er mit der Gründung einer Privatschule zur Ausbildung chemotechnischer Assistenten wenige Jahre nach der Jahrhundertwende. Sie war eine der ältesten ihrer Art und zog durch ihre internationale Bedeutung Schüler aus allen möglichen Ländern an. Diese heute noch unter seiner Leitung stehende Schule ist mit einem öffentlichen Untersuchungslaboratorium verbunden, in dem Prof. Vaubel als vereidigter Handelschemiker rechtsverbindlich anerkannte chemische Untersuchungen und Analysen vornimmt. In dieser Entwicklung planmäßiger Analysen wurde Prof. Vaubel durch die damit zusammenhängende publizistische Tätigkeit in Fachkreisen weithin bekannt. Mehrere hundert Abhandlungen sind aus seiner Feder hervorgegangen und erregten Aufsehen. Einen bedeutenden Ruf errang er sich um die Jahrhundertwende auch durch seine Erkenntnisse in der Stereochemie, die man als Betrachtung der Atomeigenschaften, vom chemischen Standpunkt aus, bezeichnen kann. Seine praktischen chemischen Fähigkeiten zeigten sich in von ihm entwickelten Schädlingsbekämpfungsmitteln.
Die Ausbombung seiner Privatschule im Jahre 1944 konnte den damals 80 Jahre alten Herrn nicht brechen. In unermüdlichem Schaffensdrang richtete er in den Trümmern seines Hauses in der Heinrich-Straße wieder sein Versuchslaboratorium und seine Schule ein und liegt seit mehreren Jahren mit dem Stadtbauamt in Fehde, um den Wiederaufbau dieser Hausruine endlich zu ermöglichen und sein Lebenswerk fortzusetzen, solange ihm dazu die Möglichkeit gegeben ist. agt.
Karl Masmann
feierte sein 25jähriges Arbeitsjubiläum
Am vergangenen Samstag veranstaltete der Inhaber der vor kurzem in der Schulstraße wiedereröffneten Firma C. J. Wenz, Herr Heydt, eine kleine Betriebsfeier zur Würdigung des 25jährigen Arbeitsjubiläums seines Betriebsangehörigen, Eisenwarenkaufmann Karl Masmann.
Vor 25 Jahren war der damals 15jährige Junge als kaufmännischer Lehrling in das Geschäft eingetreten und bildete sich dort, in treuer ununterbrochener Verbindung mit der Firma, zum Fachmann als Eisenwarenhändler aus. Herr Heydt konnte dem heute 40jährigen Jubilar eine ehrende Urkunde von der Industrie- und Handelskammer und von der Vereinigung des Einzelhandels, Darmstadt, überreichen.
„Mensch und Raum“
Darmstädter Gespräch und Ausstellung 1951 in Vorbereitung
Eine große Ausstellung bedeutsamer Leistungen und Tendenzen der Architektur in Deutschland während der letzten fünfzig Jahre, wird die Stadt Darmstadt vom 4. August bis 16. September 1951 auf der Mathildenhöhe veranstalten. Ihr Thema „M e n s c h und Raum“ ist zugleich das Thema des Darmstädter Gesprächs 1951. Die Veranstaltungen finden im Gedenken an die Ausstellung der Darmstädter Künstlerkolonie vom Jahre 1901 statt, die für die Entwicklung der gesamten modernen Kunst wesentlich war.
Aus diesen, vom Städt. Presse-, Werbe- und Verkehrsamt gemachten Mitteilungen geht hervor, daß die ursprünglich geplante Jubiläumsausstellung unter neue Gesichtspunkte gestellt werden soll, die sich nicht auf eine Rückschau beschränken. Auch sie wird gegeben werden, und zwar damit, daß die architektonische Entwicklung des letzten Halbjahrhunderts an hervorragenden Beispielen veranschaulicht wird. Ebenso aber ist, wie wir erfahren, beabsichtigt, an Entwürfen und Modellen die großen städtischen Planungen für die nächsten Jahre zu zeigen und das gegenwärtige künstlerische und kunsthandwerkliche Schaffen der Gegenwart zu veranschaulichen. Pd
2 Wohnblocks für die Besatzung
Mit dem baldigen Beginn des Baues von Wohnungen für Besatzungsangehörge ist zu rechnen. Auf dem dafür in Aussicht genommenen Gelände am Westabhang der Ludwigshöhe werden vorerst zwei Wohnblocks errichtet. Die architektonische Planung liegt bei Hochschulprofessor Neuffert. *
Ruinen weichen neuen Häuseru
Zwei weitere Geschäftseröffnungen in der Ernst-Ludwig-Straße
„Die Truhe“
Neben dem Reformhaus Schlösser in der Ernst - Ludwig - Straße wird ab heute das hübsch geschnitzte Firmenschild der „Truhe“ zum Kauf einladen. Es ist Elsbeth Göttmann gelungen, das 1945 in der Kasinostraße von ihr gegründete Geschäft in die größeren, hellen Räume zu verlegen.
Das gut dekorierte Schaufenster mit dem Kamin und der buntbemalten Bauerntruhe unterstreicht so recht den Stil, der diesem Laden die besondere Note gibt. Eichene Schränke und Glasvitrinen bergen die kleinen und großen Gegenstände, die in einer Wohnung dasjenige ausmachen, was man mit dem Begriff Wohnkultur bezeichnet. Die Beleuchtung durch die schönen, altdeutschen Schenkenlampen wird dabei an den Abenden den Raum erhellen und die aparte Schönheit des kunstgewerblichen Schmuckes unterstreichen. Tisch und Sessel laden zum längeren Betrachten ein.
Die Abteilung mit den chinesischen und japanischen Porzellanen, marokkanischen Taschen, Beuteln und Briefmappen, Gläsern, Schalen und vielen anderen kleinen Geschenkartikeln werden ihre besonderen Liebhaber finden. Daneben die reizenden, handgewebten Röcke, Pullover, Blusen und Sportkleider.
Zu der vorweihnachtlichen Stimmung in den Schaufenstern der Geschäftsstraßen zeigt die „Truhe“ Kostbarkeiten des Geschmackes.
Sog.
Reformhaus Schlösser
Das seit langen Jahren in Darmstadt bekannte Reformhaus Schlösser kann heute sein neues Geschäft in der Ernst-Ludwig-Straße eröffnen. Nachdem die Firma 1944 in der Wilhelminenstraße ausgebombt wurde, begann Herr Schlösser erneut in der Frankfurter Straße 2. Die bisherigen Räume werden weiterhin als Filiale bestehen bleiben.
Herr Schlösser — bereits seit 25 Jahren im Reformdienst tätig — betonte, daß er mit seinem Geschäft in erster Linie der Volksgesundheit dienen wolle. Er führe deshalb in der Hauptsache entsprechende Präparate, darunter besonders Spezialitäten für Zuckerkranke. Aber auch Körperpfiegeartikel, Säuglings- und Kinderpflegemittel sind zu haben. Die natürlichen Fruchtsäfte und Teesorten für Gesunde und Kranke sind weitgehendst bekannt.
Das neue Geschäft mit seinem großen Schaufenster und der großzügigen Beleuchtungsanlage ist nach den modernsten Voraussetzungen eingerichtet. Schränke und Regale sind vollkommen verglast, so daß eine einwandfreie, hygienische Aufbewahrung der Ware gewährleistet ist.
„Herbstfahrt durch die Provence“
Vortragsabend im Odenwaldklub
Zum ersten Vortragsabend dieses Winters hatte der Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmstadt, seine Mitglieder und Freunde am vergangenen Freitagabend eingeladen. Der vollbesetzte Hörsaal der T. H. bewies das allgemeine Interesse. Beider Begrüßung gab in Vertretung des 1. Vorsitzenden Rektor Salomon bekannt, daß auch in diesem Winter wieder in jedem Monat ein Vortragsabend des OWK stattfinden solle.
Dr. Wolff erzählte an Hand zahlreicher Lichtbilder von seiner Reise, die ihn vom 20. September bis zum 2. Oktober durch den Süden Frankreichs geführt hatte. Sie begann mit der Fahrt von, Genf nach Lyon, der zweitgrößten Stadt Frankreichs. Der Charakter dieses uralten griechischen und römischen Siedlungsgebietes zeigte sich vor allem in den Aufnahmen aus den Städten Avignon und Nimes. Heber die große Hafenstadt Marseille ging die Fahrt nach Nizza und Monte Carlo, der weltberühmten Riviera. Durch die Gebirgspässe der westlichen Alpen endete auf dem Wege Grenoble— Genf diese Omnibusreise, die in der Wiedergabe von Dr. Wolff allen Zuhörern zum eigenen Erlebnis wurde.
Zum Schluß überreichte er mit launigen Worten von einem anschließenden Aufenthalt im bayerischen Allgäu eine Kuhglocke, die Dr. Wolff von dort der Darmstädter Ortsgruppe des OWK mitgebracht hatte. Vortrag und Geschenk fanden reichen Beifall. agt
In der Stadt notiert
Die Arbeiterwohlfahrt Eberstadt veranstaltet am 30. November, um 20 Uhr, im Rathaussaal, einen Vortragsabend, an dem ein Referat über pädagogische Erziehungsfragen gehalten wird. *
Zu Regierungsräten ernannt wurden Regierungsamtmann Bat k e von der Präsidfialabteilung und Regierungsassessor von Uff e I vom Justiziat des Regierungspräsidenten sowie der Leiter des Schiedsamts für die Zulassung der Aerzte, Zahnärzte und Dentisten, Brücke 1. *
Ein Filmabend der Gewerkschafts¬ jugend findet Montag, den 27. November, 20 Uhr, im Amerikahaus statt.
Als Vertreter des Regierungspräsiden¬ ten im interministeriellen Ausschuß für diie Zuteilung der Landesbaudarlehen wurde Regierungsdirektor Ahl beordert, an Stelle von Baurat Dr. Gaßner, der einen Ruf auf den planmäßigen, außerordentlichen Lehrstuhl für Bautechnik an der Universität Bonn erhielt. *
Der Uebergang in die höhere Verwal¬ tungslaufbahn soll besonders befähigten mittleren Beamten durch den Besuch der Verwaltungshochschule Speyer ermöglicht werden. Als erste Teilnehmer unseres Gebietes erhielten dazu einen mehrsemestrigen Urlaub die Reg.-Inspektoren Späth und Fiedler von der Präsidialabteilung beim Regierungspräsidenten und Oberinspektor Kratz vom Verwaltungsgericht Darmstadt. *
Das Arbeitsgericht Darmstadt befindet sich in der Neckarstraße 3a (ehern. Gewerbemuseum) und ist unter Telefon-Nummer 741, Nebenstelle 269, zu erreichen. Die Sprechstunden sind täglich, außer samstags, von 8 bis 13 Uhr. *
Ueber das Thema „Brennende Ehe¬ fragen“ spricht Privatdozent Dr. med. Gottlieb Dienstag, den 28. November, 20 Uhr, im Gemeindehaus St. Ludwig, Wilhelminenplatz 9. Der Vortrag findet auf Einladung der Kolpingsfamilie im Kreis „Junge Familie“ statt.
Das Deutsche Jugendherbergswerk, Landesverband Hessen, hält Sonntag, den 3. Dezember, ab 10.30 Uhr seine 3. Hauptversammlung in Darmstadt ab. Auf der Tagesordnung stehen neben der Erstattung des Geschäftsberichtes und des Kassenberichtes für 1949 die Wahlen zum Vorstand und Hauptausschuß sowie die Genehmigung des neuen Haushalts- und Arbeitsplanes.
Die nächste Ortsausschußsitzung des DGB Eberstadt wurde auf Freitag, den 8. Dezember, im Gasthaus „Zur Rose“, 20 Uhr, festgelegt.
Eichaufsichtsamt jetzt in Darmstadt Das hessische Kabinett hat der Verlegung des Eichaufsichtsamtes von Frankfurt nach Darmstadt zugestimmt.
Wie wird das Wetter?
Weiterhin leichter Nachtfrost
Vorhersage: Am Montag stark dunstig, aber im ganzen trockenes Wetter. Nachts leichter Frost, Tagestemperaturen nur wenig über 0 Grad. Schwache Winde.
Weitere Aussichten: Noch keine durchgreifende Änderung.
Wohin gehen wir heǔte?
Stadthalle: 19.30 Uhr „3. Sinfonie-Konzert“, Ende 21.30 Uhr.
Lichtspieltheater: Union: „Föhn an der Nordwand“; Thalia: „Die blaue Lagune“; Belida: „Stürmische Höhen“; Palast: „Die Treppe“; Hansa: „Ihr letzter Tanz“.
Amerikahaus: 15.00—17.00 Uhr Musikprogramm, Stephen Foster; 14.30 Uhr Filmprogramm für Jugendliche, 17.00 Uhr für Erwachsene. ► DGB, Kreisausschuß Darmstadt: 20.00 Uhr
Amerikahaus (früher „Zur Krone“) Filmabend der Gewerkschaftsjugend.
Hygiene-Lichthof, Neckarstraße 3a: 10 bis 18 Uhr Ausstellung „Gesundes Leben“.
STARKENBURG
„Christkindlmarkt“ für große und kleine Leute
Michelstadt. Etwas frühzeitig zwar, aber für sehnsüchtige Kinderherzen keineswegs zu früh, wurde am Samstagnachmittag in „Schmerkers Garten“ die reich beschickte Weihnachtsverkaufs-Ausstellung Michelstadter Geschäftsleute feierlich eröffnet, die dieser Tage erstmalig wieder veranstaltet wurde. Technischer Leiter war Herr Baumann vom Messe- und Ausstellungsbüro Aschaffenburg, das zur selben Zeit gleichartige Weihnachtsmessen in Homburg und Oberursel durchführt. Der in solchen Dingen Erfahrene hat ein äußerst effektvolles Gesamtbild der Ausstellung zuwege gebracht. Im Namen der Stadtverwaltung sprach ihm der 1. Beigeordnete Neff Dank und" Anerkennung aus. Den schönsten Dank fanden aber Initiatoren und Aussteller bei dem ersten Rundgang durch die Stände in den Voller Weihnachtsseligkeit leuchtenden Augen der großen und kleinen Kinder. -ch
Kreisdelegiertenkonferenz des VDK
Jugenheim. Der Kreisverband des Verbandes der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner führte kürzlich eine außerordentliche Delegiertenkonferenz durch, an der zirka fünfzig Vertreter des Kreisverbandes teilnahmen.
Zum Kreisverbandsvorsitzenden wählten die Versammelten einstimmig Karl Meckes, der dieses Amt seither schon kommissarisch ausgeübt hatte. Zu Beisitzern wurden die Herren Conrad und Schlüter gewählt. Kamerad Glaser konnte wieder in sein Amt als Kassierer eingesetzt werden.
Kreisvorsitzender Meckes gab im Verlauf der Tagung einen Bericht über die Sitzung des Bundestages am 19. Oktober in Bonn, in der das Bundesversorgungsgesetz verabschiedet wurde. In einer öffentlichen Kundgebung der Ortsgruppen des VdK von Jugenheim, Alsbach, Bickenbach 'und Seeheim ging Kreisverbandsvorsitzender Meckes im vollbesetzten Saal des Gasthauses „Zur Sonne“ ausführlich auf das neue Bundesversorgungsgesetz und seine Auswirkungen ein.
Bezirkssekretär Pritsch richtete im Schlußwort an alle noch Abseitsstehenden die Mahnung, dem Verband beizutreten, t-s
57 Schüler im Winterhalbjahr
Groß-Gerau. Das Winterhalbjahr 1950/51 der Landwirtschaftsschule, dessen Beginn wegen der noch nicht beendeten Zuckerrübenernte verschoben worden war, hat nun mit 25 Jungen in der Oberklasse und mit 32 neu aufgenommenen Jungen in der Unterklasse begonnen. Ursprünglich war geplant, den Beginn mit dem Einzug in das neu erbaute Schulgebäude zusammenzulegen. Aber die Frostperiode im Oktober und Schwierigkeiten bei Baustoffllieferanten durchkreuzten diese Absicht. Deshalb mußte die Jungen-Abteilung behelfsmäßig in der Gaststätte Schmoll unterrichtet werden, zumal inzwischen die Räume der alten Landwirtschaftsschule in der Steinstraße von der weiblichen Abteilung der Berufsschule belegt worden waren. Für die Landwirtschaftsschüler wird das Provisorium bald überwunden sein. Der Direktor der Landwirtschaftsschule, Landwirtschaftsrat Petri, hofft, daß die Jungen in dieser Woche noch in die neue Schule übersiedeln können.
Die weibliche Abteilung, die in diesem Winter mit 18 Mädchen besetzt ist, wird weiter in Goddelau bleiben. Ihre Verlegung in die neue Schule ist erst zum Beginn des Winterhalbjahrs 1951/52 vorgesehen. eng
Magistratsverfassung für Gernsheim
Dramatische Sitzung des Gemeinderates / Schicksal der Ziegelfabrik noch nicht entschieden
Mit 12 gegen 6 Stimmen nahmen die pemeinderäte der Stadt Gernsheim in ihrer Sitzung am Freitagabend einen Antrag der CDU an, wonach der Gemeinde mit Wirkung vom 1. Januar 1951 eine Magistratsverfassung gegeben werden soll. (Wir berichteten darüber bereits in unserer Samstag-Ausgabe.)
Bevor es zur Abstimmung und Annahme dieses Antrages kam, lieferten sich die einzelnen Fraktionen scharfe Rededuelle, wobei von selten der CDU mit Macht auf eine Abstimmung gedrängt wurde. Vor zwei Jahren hatte die CDU den gleichen Antrag, der damals vop, der „Unabhängigen Wähle^gruppe“ eingebracht worden war, entschieden abgelehnt. Rektor Schmitt (CDU) drückte sein Bedauern aus, daß man nicht bereits damals der Magistratsverfassung zugestimmt habe. Er erklärte, daß die CDU-Fraktion dem damaligen Antrag nicht zugestimmt habe, um Bürgermeister Adler einen Beweis des Vertrauens entgegenzubringen. Heute sei jedoch der günstige Augenblick gekommen, eine solche Institution zu bilden, damit ein künftiger Bürgermeister wisse, woran er wäre.“
Als der Fraktionsführei' der CDU in einem anderen Zusammenhang ausführte, daß er undemokratisch sei, wenn die Geschicke der Stadt in einer Hand lägen, kam von der SPD die Entgegnung, daß man erstaunt sei, wenn man dies erst heute bemerke. Die SPD lehnte die Magistratsverfassung mit der Begründung, man möge doch vorher die Verabschiedung der hessischen Gemeindeordnung durch den neuen Landtag abwarten, ab. Dem mit den Geschäften des Bürgermeisters beauftragten Beigeordneten Schneidler, der im Laufe der Diskussion seine eigene Meinung zu dem Antrag der CDU aussprechen wollte, wurde vom Fraktionsführer der CDU das Wort abgeschnitten.
Nach der geheimen Abstimmung über den Antrag, die zu dessen Annahme führte, wurde eine Kommission vorgeschlagen, um eine entsprechende Hauptsatzung auszuarbeiten. Diese soll in nächster Zeit dem Gemeinderat vorgelegt werden. Dem Gremium gehören Rektor Schmitt und Ruß (CDU), Dre i ß (SPD) und Schäfer als Vertreter der Unabhängigen an.
Anschließend wurde das Schicksal der Gernsheimer Ziegelfabrik erörtert.’ Die CDU vertrat die Auffassung, daß nach den Schilderungen zuständiger Leute, eine Weiterführung dieses Unternehmens untragbar sei; die SPD setzte sich dagegen für die Erhaltung der Fabrik ein, die Unabhängigen waren geteilter Meinung. Es wurde beschlossen, in der nächsten Gemeinderatssitzung entsprechend ausgearbeitetes und aufschlußreiches Material vorzulegen, um an Hand dieser Aufstellung eine Entscheidung treffen zu können. kr.-
Erwachsenenbildung
nun auch in Schaafheim
Schaafheim. Am Freitagabend trafen sich an der Schaafheimer Erwachsenenbildung Interessierte auf Einladung des Bürgermeisters in der Bürgermeisterei. Auf Grund der Gegebenheiten wurde es als zweckmäßig angesehen, sich für den Anfang mit den sich aus der örtlichen Gemeinschaft bietenden Möglichkeiten zu begnügen. In der laufenden Woche liegt während der Dienststunden auf der Bürgermeisterei eine Liste aus, in die sich ein jeder an einem oder mehreren der folgenden "Kurse eintragen kann: Deutsch, Englisch, Stenografie und technisches Zeichnen.
Neben dieser reinen Berufsfortbildung sind Reiseberichte mit Lichtbildern, Sozialreferate, Buchabende und Musikabende vorgesehen. Die Druchführung ist in enger Zusammenarbeit zwischen Kräften aus dem örtlichen Lehrkörper und geeigneten Ortsbürgem gedacht. Die vorläufige Leitung wurde Lehrer Morhardt übertragen. io.
H 18 stellte aus
Bürstadt. Mit fast 250 Tieren war eine Schau des Kaninchenzuchtvereines am Wochenende im Saale Waidenberger beschickt. Von den etwa 30 ausstellenden Züchtern konnten 20 mit bereits am Samstag prämiierten Spdtzentieren aufwarten. Als Preisrichter fungierten Karl Enders (Bürstadt) und Fritz Schmitting (Viernheim). Viele Interessierte fand vor allem auch die Produktenschau, in der die vorbildliche Verarbeitung von Fleisch, Fell und Wolle der Kaninchen gezeigt wurde. bb.
„Heiß oder kalt“
Bürstadt. Zur Durchführung seines Weihnachtshilfs-Programmes veranstaltete die Ortsgruppe des VdK unter der Leitung von H. Matern (Worms) am Samstag einen bunten Abend, der mit seinem bunten Frage- und Antwortspiel viele schöne Gewinne brachte. Die vier Bürstädter Guitarristen sorgten für den musikalischen Rahmen. bb. 1547 DM erbrachte eine von der evangelischen Kirchengemeinde Königstädten durchgeführte Haussammlung für neue Glocken. In der heiligen Christnacht wird die Glocke, die dem Gedenken der Toten gewidmet ist, zum ersten Male läuten. ” Kb
Kreisliedertag
Groß-Gerau. Am 3. Dezember veranstaltet der Kreis Groß-Gerau des Allgemeinen Deutschen Sängerbundes in der Stadthalle zu Rüsselsheim einen Liedertag für Frauen und gemischte Chöre mit anschließendem Wertungssingen. Professor Noack (Darmstadt) konnte als Beratungsrichter für diese Veranstaltung gewonnen werden. Kb.
Unsere Geburtstagskinder
91. Geburtstag: Frau Elisabeth Arndt, Mörfelden, Schulgasse 18.
87. Geburtstag: Frau Margarete Shweinhardt, Raunheim, Bahnhofstraße 68.
87. Geburtstag: Frau Katharina Rothermel, Biebesheim, Bahnhofstraße 26.
83. Geburtstag: Frau Katharina Best, Trebur, Friedrich-Ebert-Straße 10.
81. Geburtstag: Herr Richard Schumann, Obering. a. D., Roßdorf.
79. Geburtstag: Frau Katharina Ruhland, Groß-Gerau, Mainzer Straße 11.
79. Geburtstag: Herr Heinrich Ade, Altrentner, Pfungstadt, Siedlung am Mühlberg 16.
77. Geburtstag: Herr Johann Preiß, Wolfskehlen, Martinstraße 13.
77. Geburtstag: Frau Katharina Revi o 1, Walldorf, Ludwigstraße 45.
75. Geburtstag: Frau Baibette Hech¬ ler, Wwe. geb. Meckelein, Pfungstadt, Seeheimer Straße 60.
74. Geburtstag: Frau Katharina Gengnagel, Crumstadt, Walter-Rathenau-Straße 16.
73. Geburtstag: Herr Andreas Gulda n, Goddelau, - Ebert-Straße 15.
72. Geburtstag: Herr Georg Heyl, Regierungs- und Vermessungsrat, z. Z. Stuttgart-S., Sonnebergstraße 33.
72. Geburtstag: Frau Thusnelda Rog h e, Trebur, Hohenau.
71. Geburtstag: Herr Hans Bru c h - ner, Goddelau, Hauptstraße 22.
71. Geburtstag: Herr Philipp Schramm, Klein-Gerau, Mainzer Straße 23.
70. Geburtstag: Frau Mina Merker, Wwe. geb. Höhn, Pfungstadt, WTaldstraße 112.
Entartete Unholde vor dem Richter
Scharfe Bestrafung zum Schutze der Öffentlichkeit
Die Hauptverhandlungen des Bezirksschöffengerichts Michelstadt am vergangenen Freitag unter Vorsitz von Amtsgerichtsrat L o e s c h waren für alle Beteiligten eine Gedulds- und Nervenprobe: Zwei Fälle widerwärtiger Entartung, wie sie in der jüngsten Zeit zu einer ernsten Gefahr wird, standen zur Verhandlung.
Der erste Angeklagte, ein ausgezehrtes Nerven wrack von 45 Jahren, stand vor 3 Monaten schon einmal vor dem Michelstädter Richtertisch. Der Verlauf der damaligen Verhandlung gab Veranlassung, den Mann in der Landes-Heil- und Pflege, anstalt Goddelau auf seine geistige Zurechnungsfähigkeit untersuchen zu lassen. Medizinalrat Dr. Reimh er r, Darmstadt, der ihn drei Wochen lang beobachtete, erklärte als Sachverständiger, daß der Angeklagte zwar unter erheblichen inneren Spannungen leidet, für seine Tat aber durchaus verantwortlich ist.
Prototyp des Exhibitionisten
Der Mann hatte als Jahrmarkthändler während des letzten Erbacher Wiesenmarktes am 31. Juli in unsittlicher Weise öffentliches Aergernis gegenüber einer jungen Frau aus Midhelstadt erregt. Mit kraftlos weinerlicher Stimme, unstetem, verschwommenem Blick, ist der Mann geradezu der Prototyp des Exhibitionisten. Sein starrköpfiges, aber feiges Leugnen ist ebenfalls charakteristisch; er wagte es jedoch nicht, die klaren und bestimmten Aussagen der Zeugin zu widerlegen.
Der Staatsanwalt forderte die ganze Strenge des Gesetzes gegen den Angeklagten, der bereits in den Jahren 1929 und 1934 dreimal einschlägig vorbestraft ist und beantragte 9 Monate Gefängnis ohne Anrechnung der Untersuchungshaft. Das Gericht erkannte auf 7 Monate Gefängnis und rechnete, weil er sich in letzter Minute doch noch zu einem Geständnis bequemte, 3 Monate der verbüßten Untersuchungshaft an.
Frech und verkommen
Bei dem zweiten Angeklagten handelte es sich um einen 26 Jahre alten rüpelhaften Ausbund aus Erbach, der am 5. Oktober im „Drachenfeld“ mehrere auf einem Kartoffelacker arbeitende Frauen und Kinder unsittlich belästigte. Sein herausforderndes, freches Benehmen vor Gericht, sein hemmungsloses Aufbrausen, seine schlacksige Fahrigkeit und sein stures Leugnen der Tat gegenüber drei beeideten Zeugenaussagen waren typische Zeichen pathologischer Belastung. Der Sachverständige, Kreisarzt Dr. Rinte 1e n, schlug deshalb unter Berufung auf § 81 die Einweisung des Angeklagten in die Landes-Heil- und Pflegeanstalt Goddelau zur Beobachtung auf seinen Geisteszustand vor. Unter Aufrechterhaltung des Haftbefehls beschloß das Gericht in diesem Sinne. -ch
Was aǔch interessiert:
Ueber alle Sender des Südwestfunks wird am Donnerstag, dem 30. November, die durch verschiedene Konzerte bekannte Geigerin Elfriede Früh aus Bensheim-Auerbach in der Sendung „Nachwuchs stellt sich vor“ Werke von Mozart, Kreisler und Chausson spielen. Die Sendung beginnt um 15.15 Uhr. HB
Auch in Zwingenberg ist dieser Tage eine Kuh aus einer amerikanischen Viehspende eingetroffen. Allerdings hatte diese ihre Reise nicht, wie wir kürzlich von einer Spende nach Biblis berichten konnten, „per Luftpost“, sondern auf dem Wasserwege gemacht. Bürgermeister Kiel hat das Tier einer Flüchtlingsfamilie übergeben mit der Maßgabe, das erste Kalb an die Gemeinde zurückzugeben, damit dieses eine weitere Flüchtlingsfamilie beglücke. HB
Eingeschlagen und ausgeplündert wurde in einer der letzten Nächte ein Zigarettenautomat am Bahnhof Nauheim. Der Dieb konnte unerkannt entkommen. Kb
Beim Holzschneiden kam ein junger Mann aus Wald-Amorbach mit der Hand in die Kreissäge und zog sich schwere Verletzungen zu. hm
Beim Ueberqueren des Bahnübergangs Süd in Gernsheim stürzte dieser Tage ein Motorradfahrer, obwohl er im Schrittempo gefahren war, so unglücklich, daß die Soziusfahrerin mit schweren Kopfverletzungen in bedenklichem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Kb
Obligatorische Müllabfuhr in Groß-Gerau
Aber noch keine Einigung über die Form der Ausführung / 5000 DM Weihnachtsbeihilfe vom Finanzausschuß der Kreisstadt bereitgestellt
Die Gemeinderäte der Kreisstadt Groß-Gerau billigten in ihrer Sitzung am Freitagabend den von der Verwaltung vorgelegten und verbesserten Entwurf einer Verordnung, die die Müllabfuhr in der Kreisstadt zur Pflicht macht. Gleichzeitig wurde eine Polizeiverordnung über die Rattenbekämpfung einstimmig angenommen.
Ungeklärt dagegen blieb die Frage, wen man mit der Müllabfuhr beauftragen soll. Die CDU setzte sich aus diesem Grunde für eine öffentliche Ausschreibung ein, der allseits zugestimmt wurde. Ueber die Anschaffung eines Transportfahrzeuges konnte ebenfalls keine Einigung erzielt werden. Bürgermeister Dr. Lüdecke setzte die Gemeinderäte von verschiedenen Angeboten einheimischer Firmen in Kenntnis. Der Fraktionsführer der FDP, Faulstroh, hielt es für angebrachter, statt eines Kippers einen wenig gebrauchten 3 -Tonnen-Lkw. zu erwerben. Innerhalb der Gemeindevertreter kam man zu der allgemeinen Einsicht, daß ein Fahrzeug notwendig sei; der gesamte Fragenkomplex wurde dem Finanzausschuß überwiesen.
Hinsichtlich der Wasserversorgung führte der Bürgermeister aus, daß er unter den gegenwärtigen Umständen keine Verantwortung für die einwandfreie Versorgung der Stadt Groß-Gerau im kommenden Winter übernehmen könne.
Vom Finanzausschuß wurde eine Summe von 5000 DM als Weihnachtsbeihilfe für minderbemittelte Familien bereitgestellt, damit erledigte sich ein Antrag der KPD, der sich mit einer Beihilfe befaßte. Man hofft in diesem Zusammenhang noch weitere Mittel von staatlichen Stellen zu erhalten.
Dr. Lüdecke sprach sodann den Mitgliedern des Wohnungsausschusses seinen Dank für die geleistete Arbeit aus und richtete an die Industrie die Bitte, durch Schaffung von Arbeiterwohnungen zur Behebung der Wohnungsnot beizutragen. Im Anschluß an den öffentlichen Teil der Sitzung, bei deren Abschluß noch der Ankauf des Filmes „Gerauer Woche 1927“ und die Zuwendung einer einmaligen Garantiesumme von 350 DM an das Kreistheater Frankfurt besprochen wurde, befaßten sich die Gemeinderäte mit nicht öffentlich behandelten! Punkten der Tagesordnung. kr.
Eine ausgedehnte Bestechungs-Affäre ?
Umfangreiches Strafverfahren vor seinem Abschluß
Am Mittwoch wird die Strafkammer 1 beim Landgericht Darmstadt unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor F o r c h die Urteile in einem Strafprozeß fällen, der mit kleinen Unterbrechungen bereits seit dem 13. November vor dieser Kammer abrollt.
Die Verhandlung dreht sich — laut Anklage — um eine Bestechungsaffäre aus den Nachkriegsjahren, in denen noch alles bewirtschaftet war. In das von der Staatsanwaltschaft Darmstadt eingeleitete Verfahren sind ein Offenbacher Lederwarenfabrikant, dessen Vertreter, der ehemalige Leiter des Gendarmeriekreiskommissariats Offenbach und fünf frühere, zum Teil leitende Angehörige des Landeswirtschaftsamtes Hessen aus Frankfurt,Wiesbaden, Langen und Düsseldorf verwickelt.
Im Jahre 1947 hatte der Hauptangeklagte, der 43jährige Lederwarenfabrikant Paul A. aus Offenbach, eine große Menge Leder bei einem Bauern im Landkreis Offenbach gelagert. Dieses Leder, aus dem man mehrere tausend Paar Schuhe hätte anfertigen können, sowie mehrere tausend Meter Futterseide wurden eines Tages von der Polizei entdeckt und beschlagnahmt. Nun setzte die Entwicklung ein, welche die verschiedenen Personen auf die Anklagebank brachte. Der Fabrikant und sein Vertreter belieferten — der Anklage zufolge — die einzelnen Instanzen mit damals noch schwer erhältlichen Lederwaren, um so die beschlagnahmte Ware wieder freizubekommen.
Auf schuldig wegen aktiver bzw. passiver Bestechung plädierend, beantragte der Staatsanwalt für den Lederwarenfabrikanten ein Jahr und zwei Monate, für den damaligen Leiter der Beschwerdestelle beim LWA — der die Freigabe des beschlagnahmten Leders durch einen Brief an den Landrat veranlaßt habe, ohne die Stellungnahme des Fachreferates einzuholen — und den Gendarmeriehauptkommissar, der die Beschlagnahme-Akten in pflichtwidrigem Ermessen aus dem Umlauf gezogen und sie nicht der Staatsanwaltschaft zugeleitet habe, je zehn Monate Gefängnis. Vier Angeklagte dürften nach Auffassung des Anklagevertreters unter das Bundes-Amnestiegesetz fallen.
Das Verfahren gegen den ehemaligen Leiter der Landesprüfstelle St. aus Düsseldorf wird voraussichtlich abgetrennt, wst.
Ueber Hessenplan und Lastenausgleich
sprach dieser Tage Kreisvorsitzender Gold zu den Schaafheimer Neubürgern im Frankfurter Hof. Eine besondere Unterhaltung stellte die Vorführung einiger deutschsprachiger Tonfilmstreifen durch Vorführer Appel vom Resident Office Dieburg dar. io
Aktuelles zwischen gestern und heute
Vom Jeep überrannt
Dieburg. Auf der Bundesstraße 45 ereignete sich zwischen Dieburg und Münster in der Nacht zum Samstag ein folgenschwerer Verkehrsunfall. Ein Lkw.-Fahrer aus Ludwigs haf e n war mit seinem Lastzug nach Oberroden unterwegs. Zwischen Dieburg und Münster fand er am Wegrand liegend einen jungen Mann bewußtlos auf. Er stellte bei der ersten Untersuchung fest, daß der Verunglückte von einem kurz zuvor vorübergekommenen Kraftfahrzeug überrannt worden sein mußte. Es ergab sich, daß es sich bei dem Verunglückten, der schwere innere Verletzungen davongetragen hat, um. den 18 Jahre alten Schlosser Georg Wilhelm Kreher aus Münster handelt. Er war nach den inzwischen gemachten polizeilichen Feststellungen vermutlich von einem mit drei Personen besetzten Jeep beim Ueberholen angefahren worden. In Zusammenarbeit mit der MP wurde im Laufe des Samstagvormittag ein Jeep ermittelt, der Unfallspuren aufwies. Bis jetzt ist es allerdings noch nicht gelungen, den Fahrer bzw. die Insassen des Wagens zu ermitteln. rg.
140000 DM Sachschaden
Nauheim. Bei dem Großbrand, der die Spielwaren- und Instrumentenfabrik der Firma Blohberger & Jörka zum Opfer fiel, wurden auch noch zwei andere Flüchtlingsbetriebe der gleichen Branche in Mitleidenschaft gezogen und die Wohnungseinrichtungen zweier Arbeiterfamilien vernichtet, die in dem zerstörten Holzbau untergebracht waren. Der Gesamtschaden wird amtlich auf 31300 DM Gebäudeschaden und 110 000 DM Inventarschaden geschätzt. Die Verluste verteilen sich wie folgt: Blohberger & Jörka 120 000 DM, Köstler & Co. und Joh. Leicht j e 6000 DM, die Flüchtlingsfamilie Albert 4000 DM und Richter 5000 DM. Die Firma Joh. Leicht und der Arbeiter Richter waren nicht versichert. eng.
Schlingenleger gefaßt
Birkenau. In einem Jagdrevier der Gemeinde konnte jetzt endlich dem Treiben eines Schlingenstellers, der es vor allem auf Rot- und Niederwild abgesehen hatte, ein Ende gemacht werden. Dank der Aufmerksamkeit eines jungen Waldgängers postierten sich Pächter, Jäger und Gendarmerie abwechselnd an einem bereits in einer Schlinge befindlichen, verendeten Reh, so daß nach dreitägiger Wache der Wilderer in dem Augenblick, als er den Fang holen wollte, gestellt und festgenommen werden konnte. Die Polizei nahm sich seiner an. _r
Jugendlicher Wüstling
Seckmauern. Ein in seiner sittlichen Verworfenheit geradezu unglaublicher Vorfall ereignete sich, als ein vier Jahre altes Mädchen sich auf einem Besuch bei einer benachbarten Familie einen Apfel erbat. Der 15 Jahre alte Sohn lockte das Kind mit der Aufforderung, sich selbst einen Apfel auszusuchen, in seine im Obergeschoß gelegene Schlafkammer, wo tatsächlich Aepfel aufbewahrt wurden. In der Kammer verging sich der Bursche dann in unsittlicher Weise an dem Kind, das später den Vorgang in allen Einzelheiten schilderte. Der Junge leugnet das Verbrechen. Er will mit dem Kind lediglich gespielt haben. Der Fall wird zur Zeit eingehend untersucht. -ch-
Unfreiwillige Artistik
Heppenheim. Kurz vor dem Ortseingang kam ein junger Motorradfahrer aus Weiher derart scharf in eine Windbö, daß er mitsamt der Maschine von der Straßendecke gehoben wurde und beide zusammen etliche Horizontalumdrehungen machten, ehe ein Straßengraben das Intermezzo unterbrach. Etliche Hautabschürfungen und Prellungen waren die Folge.
Juxplatz und neue Straße
Bensheim-Auerbach. Vom Stadtbauamt wurde ein Plan ausgearbeitet, in dem außer der Anlage eines öffentlichen Platzes in der Mittleren Schloßstraße die Durchführung der - Wagner-Straße sowie die Neuanlage einer Verbindungsstraße von der Parkstraße zur Grafenstraße vorgesehen sind. Durch diesen Plan werden zahlreiche neue Bauplätze entstehen. Außerdem wird die Stadtverwaltung gleichzeitig dem dringenden Wunsche nach einem öffentlichen Platz, der auch als Juxplatz und Kinderspielplatz benutzt werden soll, gerecht. HB
Groß-Amstadte Waldsportplatz wird ausgebaut
Der Stadtrat genehmigt eine Sammlung des Stadtjugendrings für notleidende Einwohner
.Der Groß-Umstädter Stadtrat beschäftigte sich in seiner Freitagsitzung mit einem Antrag der vor einigen Jahren aus dem Osten nach Groß-Umstadt ver- ^abnk fur Glaskronleuchter Palme und Walter auf Ueberlassung von Quadratmeter Gelände am Seegrabenweg, auf dem das Unternehmen eine neue Werkshalle errichten will.
Da sich die Firma seit ihrer Ansiedlung gewissermaßen Heimatrecht erworben hat und vor allem durch den guten Ruf ihrer Fabrikate auch den Namen Groß-Umstadts weithin bekanntmachte, wurde das Ersuchen genehmigt. Die Stadt sicherte sich das Vorkaufsrecht auf die Dauer von zehn Jahren.
Der Antrag des Stadtjugendringes auf Ausbau des Waldsportplatzes, wurde angenommen. Zur baldigen Verwirklichung des Projektes, das mit möglichst geringem Aufwand an finanziellen Barmitteln ausgeführt werden soll, erwartet der Stadtrat von den interessierten Vereinen, daß sie den Ausbau des Platzes in weitestgehendem Maße in Selbsthilfe durchführen. Die Stadt ist bereit, nach den vorhandenen Möglichkeiten an der Fertigstellung des Sportplatzes mitzuhelfen. Sie stellt unter anderem die für die Erdbewegung notwendigen Feldbahngleise und Loren zur Verfügung. Die endgültige Festlegung der Größe des Sportfeldes wurde zwar einem späteren Termin Vorbehalten, doch sollen bereits in den nächsten Tagen bei einer Besichtigung an Ort und Stelle die ersten Abmessungen vorgenommen werden. Ein weiterer Gedanke des Stadtjugendringes, zur Unterstützung notleidender Einwohner der Stadt anläßlich des bevorstehenden Weihnachtsfestes eine Sammlung zu veranstalten, kann nach Vorliegen der ministeriellen Genehmigung verwirklicht werden.
Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde ein Antrag der SPD-Fraktion auf Instandsetzung von sechs Ortsstraßen einstimmig angenommen: der dazu notwendige Schotter wird im eigenen Steinbruch beschafft. Der schon mehrfach behandelte Antrag eines Privatmannes auf Abtretung des seitherig in städtischer Regie durchgeführten Insertions- und Reklamewesens wurde nach mehrfacher Beratung vorläufig abgelehnt.
Die für die Reparatur eines Kessels in der Volksschule entstandenen Kosten von rund 430 D-Mark wurden nachträglich genehmigt. Weiter erging an den Stadtrat der Auftrag, bis zum 30. November ds. Js. die neu zu ernennenden Schöffen und Geschworenen namhaft zu machen. Ein zum Verkauf stehendes städtisches Grundstück soll sowohl in Groß-Umstadt als auch in Semd ausgeschrieben werden. Mit der Planung und Ausschreibung der Kanalisation des Kappesgärtenwegs wurde Architekt Bickelhaupt beauftragt. Um die Ausführung der Arbeiten möglichst zu beschleunigen, hat sich ein Anlieger bereit erklärt, die Kosten varlagsweise aufzubringen. RG.
Waldarbeiternachwuchs ohne Ausbildungssorgen
Bei Lampertheim wurde die 2. Hessische Forstlehrwerkstätte eröffnet
Am Ende des ersten Lehrganges, an dem 28 Waldarbeiter aus dem Regierungsbezirk Darmstadt teiinahmen, stand am Freitag die offizielle Uebergabe der neuen Forstlehrwerkstätte, die unmittelbar an der Autobahn, in der Höhe der Lampertheimer Filialgemeinde Hüttenfeld, gelegen ist. An der Feier nahmen Vertreter der Regierungsbehörden sowie die leitenden Forstbeamten Hessens teil.
Nach Ansprachen von Landforstmeister Rosenstock. Darmstadt. Oberregierungsrat Reul in g. Darmstadt, (als Vertreter des Regierungspräsidenten), Bürgermeister Günderoth. Forstmeister Vetter. Lampertheim, und anderer Persönlichkeiten, übergab Oberlandforstmeister Weisgerber, Wiesbaden, die neue Schule ihrer Bestimmung. Anschließend machten die zirka 50 anwesenden Gäste gemeinsam einen Rundgang durch die Flachbauten, welche bei einer Gesamtlänge von zirka 120 Metern nach modernsten Gesichtspunkten eingerichtet sind.
Am Rande der großen südhessischen Wälder wurde bereits im Frühjahr 1948 mit dem Bau des Projektes begonnen. Besonders schwierig gestaltete sich der erste Bauabschnitt vor der Währungsreform, und Oberförster Jost als Lehret der Schule berichtete, daß Sandsteinblöcke ays den Trümmern des Mannheimer Schlosses zum Bau des Fundamentes verwendet wurden. Das langgestreckte Gebäude macht schon von außen einen tadellosen Eindruck, und man ist erst recht angenehm überrascht, wenn man sein Inneres zu Gesicht bekommt.
Während die eine Hälfte ausschließlich zu Unterrichtszwecken bestimmt ist, und neben einem 22 Meter langen und 8 Meter breiten Saal eine kombinierte Tischler" und Wagnerwerkstatt sowie den Geräteraum enthält, besteht der zweite Teil aus der Küche, dem Gemeinschafts(Eß)raum und den Unterkünften für Schüler und Lehrer, zu denen auch ein blitzsauberer, vorbildlicher Waschraum gehört.
Die Kurse werden sowohl für angehende. hauptberufliche Waldarbeiter (Lehrlinge und Gehilfen), als auch für Saisonarbeiter unentgeltlich abgehalten und dauern in der Regel 14 Tage. Die gesamte Schule ist dem Forstamt Lampertheim unterstellt, während Revierförster Heinrich Jost vom Forstamt Wildbahn zusammen mit Haumeister M. Sch u - ster den Unterricht erteilt. Die Ausbildung besteht sowohl in theoretischem Unterricht, für welchen Anschauungsmaterial. Karten und ein Projektionsapparat zur Verfügung stehen, wie auch in der praktischen Arbeit, die nicht nur die Tätigkeit im Forst, sondern vor allem auch die Instandhaltung und sachgemäße Pflege des gesamten Arbeitsgerätes umfaßt. Außerdem werden auch Lehrgänge für Revierförster und Instruktionstagungen für Forstmeister in der neuen Lehrwerkstätte abgehalten. bb.
Zum Abschluß des Bach-Jahres
Bensheim. Am ersten Advent veranstalten der ev. Kirchenchor und der Gesangverein „Liederkranz“ zum Abschluß dep Bachjahres eine gemeinsame Feier in der ev. Kirche, in deren Mittelpunkt eni Vortrag von Dr. Schilling-Trygop h or u s und die Aufführung der Kantate Nr. 79 „Gott, der Herr ist Sonn’ und Schild“ stehen. Die Gesamtleitung hat der Dirigent des „Liederkranz“ Rudolf Hagen, Heppenheim. Als Solisten wirken mit: Gustl Kling (Sopran), Anneliese Jat sc h (Alt), Kurt Bausch (Baß), Darmstadt, Karl-Heinz Klein (Orgel und Cembalo). Das Kammerorchester Bergstraße wird ein Konzert für 2 Violinen und Streichorchester zu Gehör bringen. HB
„Die Krisis des heutigen Denkens“
Bensheim. Ueber das Thema: „Die Krisis des heutigen Denkens“ spricht am kommenden Freitag Prof. Dr. Schüler, Darmstadt, in der Volkshochschule. Prof. Schüler ist gegenwärtig am pädagogischen Institut in Jugenheim tätig und ist durch seine glänzende Rednergabe und sein tiefes philosophisches Wissen weit über Darmstadt und die Bergstraße hinaus bekannt. HB
Innerbetriebliche Kartoffel-Verwertung
Kartoffelzüchter Böhm sprach zu Bauern und Landwirtschaftsschülern
Der „Verein ehemaliger Landwirtschaftsschüler Michelstadt“ hatte interessierte Bauern, Lehrer und Schüler der Höheren Landbauschule sowie der Landwirtschaftsschule Michelstadt zu einem bemerkenswerten Vortrag eingeladen. Ueber das Thema „Der Kartoffelbau“ sprach der seit Jahrzehnten im In- und Ausland bekannte und anerkannte Kartoffelzüchter Heinrich Böhm, Kohlbacher Hof.
Seine aus reicher praktischer' Erfahrung und planmäßiger Forschungsarbeit schöpfenden Ausführungen gliederten sich in zwei Hauptabschnitte: die Erhaltungszucht und die Kartoffelverwertung. Besonders im zweiten Teil gab er eine Fülle wertvoller Anregungen für die nutzbringende innerbetriebliche Kartoffelverwertung in reichen Erntejahren wie beispielsweise dem letzten. Nächdrücklichst trat er für die Silierung der Kartoffel in jedem Hof ein.
In einer lebhaften Aussprache wurden zahlreiche Fragen, wie Saatkartoffelschnitt, die Gefahr von Herzlähmungen bei Fütterung von grünen Kartoffeln durch die Solanin - Anreicherung, die Übertragungsgefahr von Viren durch Kellerläuse u. a. besprochen.
Bauer Weyrich schlug für das kommende Jahr eine Besichtigung des Kohlbacher Hofes vor. Im Zusammenhang damit gab Schriftführer Schoefer einen Überblick über das Winterprogramm. Im Dezember wird der Leiter der Landvolk-Hochschule Neustadt bei Marburg, Dipl.- Landwirt Huhn, über „Landjugendarbeit“ in Stockheim sprechen. Am 12. Dezember veranstaltet die Hauswirtschaftliche Abteilung unter Leitung von Frl. Gärtner eine Tagung und Ausstellung im Speisesaal der Höheren Landbauschule Michelstadt über „Bauernmöbel und Raumgestaltung“, wobei Direktor Gle n z und Fachlehrer A r n old von der Staatlichen Fachschule Erbach Vorträge halten. Im Januar ist ein weiteres hauswirtschaftliches Thema vorgesehen, über das Regierungsrätin Blaschke referieren wird. Das traditionelle Wintervergnügen findet am 20. Januar in Stockheim statt. Dort wird auch im Februar die Jahreshauptversammlung des Vereins durchgeführt, mit der eine Forsttagung verbunden ist, wozu Landesforstmeister Dr. Da n n e k - ke r und der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes für Südwürttemberg und Baden, Strobel, gewonnen wurden. -ch.
Gute Geschäftslage der Bezugs-.und Absatzgenossenschaft
Hetzbach. Die 52. Generalversammlung der Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft e. G. m. b. H., unter Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden Jakob Willenbücher, vermittelte einen Ueberblick über die günstige Geschäftsentwicklung seit der Währungsreform. In Abänderung der Statuten wurden die Geschäftsanteile auf 30 DM festgesetzt, die in drei Jahresraten bezahlt werden können. Mit Rücksicht auf die veränderten Wirtschaftsverhältnisse wurde die Aktivkreditgrenze für Genossen auf 1500 DM, der Gesamtbetrag der Passivkreditgrenze auf 35 000 DM festgesetzt.
Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder Wilhelm O 11, Adam Gerbig und Jakob Siefert wurden wiedergewählt. Der Austritt aus der Zentralgenossenschaft Frankfurt wurde beschlossen. -ch.
53 Bauplätze konnte die Gemeinde Groß-Bieberau im Rahmen des Wohnungs-Notbau-Programms bis jetzt in dem Baugelände nördlich der Römerstraße vergeben. GD
Meldungen aus den Landkreisen
DARMSTADT-LAND
Rohrbach. Die SKG 48 plant zum 1. Weihnachtsfeiertag die Aufführung der Schauspiele „Heimweh“ (Einakter) und „Schäfer Hannpaiter“ (Odenwälder Volksstück in drei Akten von dem bekannten Heimatdichter G. Löffler, Roßdorf). AHT
Messel. In der letzten Gemeinderatssitzung konnten 12 Schöffen und Geschworene namhaft gemacht werden. Der Lageplan zur neuen Leichenwagenhalle und die Errichtung zweier neuer Straßenlampen sowie die sofortige Erweiterung der Kanalisation in der Siedlung wurden genehmigt. es.
DIEBURG
Dieburg. Auf Einladung des „Dreiecks“ hält am Mittwoch, um 20.30 Uhr, im „Traubesaal“, Dr. Ilgner einen Vortrag über „Zeitströmungen in der Musik“, an den sich eine Diskussion anschließt. Eingestreute Musikbeispiele sollen das Verständnis des Themas fördern. RG.
Groß-Bieberau. Das Evangelische Männerwerk hält in der Zeit vom 26. bis 29. November jeweils um 20 Uhr im Gemeindesaal Vorträge ab. Der Redner ist Kaufmann Neff aus Unter-Mossau. Für die Frauen finden nachmittags um 16 Uhr ebenfalls Vorträge statt. GD.
Münster. Der Arbeitergesangverein „Eintracht“ beschloß, vorläufig nur mit dem Männerchor aufzutreten. Die Vorbereitungen für das im kommenden Jahr stattfindende 50jährige Jubiläum wurden bereits begonnen. -gi-
Eppertshausen. Am letzten Adventsonntag und ersten Weihnachtstag wird die bekannte Laienspielschar des Turnvereins ein Schauspiel in fünf Aufzügen „Der rote Wolf“ zur Aufführung bringen.
Zeilhard. Die Kreuzungen der Ortsstraßen sind seit einiger Zeit wieder mit Straßenlampen versehen. Die Ein- und Ausschaltung derselben wird z. Z. von der Ortspolizeibehörde vorgenommen, da die selbsttätige Schaltuhr in Reparatur ist. wd
Groß-Umstadt. Löschmeister Georg H. Weber wurde für 25jährige Mitgliedschaft zur Freiwilligen Feuerwehr ausgezeichnet. —gi—
ERBACH
Erzbach. - Als neu zu berufende Schöffen und Geschworene ab 1. April 1951 wurden vom Gemeinderat folgende Personen in Vorschlag gebracht: Pet. Hartmann 1., Peter Lannert, Johann Peter Pfeiffer, Adam Krichbaum und Georg Keil. Die Liste der Vorgeschlagenen liegt diese Woche auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. ptoo.
Hainstadt. In seiner letzten Sitzung schlug der Gemeinderat als Schöffen und Geschworene Karl Spatz, Philipp Seiber t, Josef Fuchs, Ludwig Flath, August Marquart und Ludwig Old vor. —hm—
Ober-Ostern. — Die Spielschar des Gesangvereins „Sängerlust“ beabsichtigt, auch diesen Winter wieder mit Theateraufführungen an die Oeffentlichkeit zu treten.
Unter-Ostern. - Die Spielschar des Gesangvereins „Liederkranz“ wird auch diesen Winter wieder mit Theateraufführungen an die Oeffentlichkeit treten. Mit den Proben für das Stück in Odenwälder Mundart „Sie will kaan Schuster“ ist bereits begonnen worden. ptoo.
Rai-Breitenbacb. - Durch einen Kreisbeauftragten wurde der Wildschaden innerhalb der Gemarkung auf 8000 bis 9000 Mark geschätzt. -hm-
Wald-Amorbach. - Von der evangelischen Jugend wurde eine Sammlung landwirtschaftlicher Erzeugnisse für das Kinderheim in Rimhorn durchgeführt, -hm-
Sandbach. Im neuen Rathaus sind zur Zeit Schreinerarbeiten im Gange. Man hofft, daß das Gebäude bis Ende Dezember bezugsfertig ist. —hm— Bad-König. In Weyprechtstraße und Oskar-Zimmer-Straße werden z. Z. umfangreiche Kanalisationsarbeiten durchgeführt. Damit sind nun sämtliche Straßen an das Kanalhetz angeschlossen. —hm—
BERGSTRASSE
Bensheim. Die Vorschlaglisten für die Wahl der am 1. 4. 1951 zu berufenden Schöffen und Geschworenen liegt von heute bis einschließlich Samstag während der Dienststunden im Rathaus, Zimmer 4, offen. Einsprüche können nur gemäß § 32 oder § 33 bis 34 des Gerichtsverfassungsgesetzes erhoben werden. HB
Heppenheim. Der Sprechtag des Kreisschulamtes am Donnerstag, dem 30. November, fällt aus.
Neckarsteinach. Für die Ortsdurchfahrt ist bei allen Kraftfahrzeugen die Höchstgeschwindigkeit auf 15 km/St. festgesetzt worden. W. 1,.
Hirschhorn. Für den südlichen Teil Kreises Bergstraße hält die Handwerkskammer Darmstadt am Dienstag im Gasthaus zum „Ochsen“ einen Sprechtag ab. W. L.
Ober-Abtsteinach. — Nachdem die Straßenbauarbeiten im Gorxheimer- und Steinachtale soweit abgeschlossen sind, daß der Durchgangsverkehr wieder gestattet werden konnte, verkehrt ab sofort wieder zweimal täglich (sonntags dreimal) der planmäßige Postomnibus Heidelberg—Waldmichelbach. -r.
Affolterbach. Der Gemeinderat beschloß, eine neue Fahne anzuschaffen, die in den Farben schwarz-rot-gold, mit dem Gemeindewappen versehen, bei offiziellen Anlässen gehißt werden soll. — Als Geschworene und Schöffen wurden vorgeschlagen Leonh. Schwöbel, Adam Gast, Johann Keil, Leonh. Trautmann, Georg Maurer, Adam Köllmer und Leonh. Steinmann. -r-
GROSS-GERAU
Groß-Gerau. In einer Mitgliederversammlung des Ortsvereins der Industriegewerkschaft Druck und Papier wurde die Neuwahl des Vorstandes vorgenommen, dem Kollege Schmidt auch weiterhin als Vorsitzender vorstehen wird. Ueber die letzten Tarifverhandlungen referierte Kollege Jakobi. *
Büttelborn. In der Gemarkung ist dieses Jahr durch die günstige Witterung eine ausgezeichnete Weißkraut- und Zwiebelernte zu verzeichnen. Die landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft zahlte in den vergangenen Wochen den Erzeugern für 50 kg Weißkraut 1,40 DM und für die gleiche Menge Zwiebeln 5,60 DM. nk.
Nauheim. Nach einem Antrag der SPD-Gemeindefraktion wird allen Minderbemittelten und Notleidenden eine einmalige Winterbeihilfe ausgezahlt. Hierzu findet ein Betrag von 2000,— DM aus dem laufenden Etat Verwendung. Kb.
Dornheim. Der Gemeinderat befaßte sich in einer Sitzung mit den Raumverhältnissen in der hiesigen Volksschule. Man war einstimmig der Auffassung, entweder das jetzige Schulhaus zu erweitern, oder einen Neubau zu erstellen. In der nächsten Sitzung soll diese dringende Angelegenheit eingehend besprochen werden. Kb.
Worfelden. Die Gemeindeverwaltung wird mit der Südhessischen Gas- und Wasser AG., Darmstadt, Verbindung aufnehmen, um entsprechende Unterlagen und Angebote über einen geplanten Zweckverband für die Gas- und Wasserversorgung der Gemeinde zu erhalten.
Gernsheim. Unter Vorsitz von Peter Adler beriet der Aufsichtsrat der gemeinnützigen Baugenossenschaft kürzlich den Prüfungsbericht der Aufsichtsbehörde. Gleichzeitig wurde das Bauprogramm der Genossenschaft für das Jahr 1951 beraten, kr.
Feuilleton
Der Musikverein Darmstadt in der Wintersaison
Jede Stadt die auf ihr Kulturleben und ihre Musikpflege hält, nennt einen Chor ihr eigen, der sich den Aufführungen größerer Chorwerke widmet. Mag er nun Städtischer Chor. Oratorienchor oder, wie im Falle Darmstadt, Musikverein heißen, seine repräsentative Stellung steht außer Zweifel, denn er hat als Pendant zu den instrumentalen Konzerten zu wirken. Die alleinige Bestallung der Instrumentalmusik im Symphoniekonzert wäre mehr als einseitig, wenn sich nicht die Aufführung größerer Chorwerke hinzugesellen würde. Als allgemeiner und wirklich zeitgemäßer Brauch hat sich dabei die Verbindung zwischen einem solchen Chor und dem bodenständigen Orchester als äußerst fruchtbringend und leistungssteigernd erwiesen. In zunehmendem Maße ist durch diese Interessengemeinschaft auch die musikalische Gegenwartsliteratur herausgehoben und gefördert worden.
Das Vorhandensein eines traditionellen Chores verpflichtet. Nicht nur die Träger der Musikpraxis, auch jeder musikliebende Bürger hat dabei seinen Beitra" zu leisten. Die Verantwortung für einen solchen Chor lastet auf den Schultern aller, auf den Kulturträgern, dem Vorstand, dem Dirigenten und allen jenen die imstande sind, sich chorisch zu betätigen, nicht zuletzt auch auf der Jugend. .
Ueber die Entwicklung des Musikvereins Darmstadt brauchen an dieser Stelle nicht viel Worte gemacht zu werden Unter der Leitung von Richard Kotz wurde eine Reihe sehr schöner Aufführungen herausgebracht, die künstlerische Qualität hat sich wesentlich verbessert, die Mitgliederzahl ist gestiegen — und doch fehlt es noch an Männerstimmen. Hier wäre also dringend Unterstützung nötig, mag sie von Studenten der T.H., der Landesmusikschule oder aus Kreisen musizierender Bürger kommen. Die Einstudierung des vorgesehenen Programmes wird sicher das allgemeine Interesse finden. Am 4. Dezember wird bereits Händels großartiges Oratorium „Judas Maccabäus“ aufgeführt. Ende Januar folgt Verdis „Requiem“, dem sich bis Ostern eine Wiederaufnahme von Beethovens IX. Symphonie und Bachs „Matthäus-Passion“ anschließen. Es ist daher nur zu wünschen, daß sich die Anteilnahme der Bevölkerung nicht nur im zahlreichen Besuch der Konzerte sondern auch in der tätigen Mitarbeit, im Mitsingen, ausdrückt. G. I.
Ein neuer Film
PALAST. „Die Treppe“. Ein Film, der Beachtung verdient. Einmal, weil er über dem Durchschnitt der üblichen deutschen Nachkriegsfilme steht, herausragend in technischer wie in darstellerischer Hinsicht. Zum anderen, weil er eine Zeitsituation aufgreift und in einer unerhörten Verdichtung wiedergibt. Die Treppe eines Mietshauses steht im Mittelpunkt des Geschehens. Diese Treppe auf und ab vollzieht sich das Auf und Ab der Schicksale der Hausbewohner. Es sind typisierte Gestalten, von denen einige herausgegriffen sind, die zur Handlung führen. Der Regisseur (Alfred Braun) verschweigt nichts, geht aber andererseits mit seiner Realistik ins Extrem und zeichnet schwarz — weiß, wobei die hellen Farben stark in den Hintergrund treten. So liegt gerade in der Stärke des Films, in seiner Realistik, auch seine Schwäche: er hinterläßt bei aller Beeindruckung ein deprimierendes Gefühl. Es gibt keine Pausen des Aufatmens, der Befreiung vom Druck dieser unheimlichen Treppe, denn die wenigen Augenblicke, in der die Kamera ins helle Licht des Tages findet, sind für die Handlung belanglos. Alles steht (auch optisch) im Dämmer eines unausgesprochenen Elends. In der Konsequenz jedoch, mit der diese Milieumalerei durchgeführt ist, liegt eine drangvolle Atmosphäre, die gefangen nimmt.
Mehrere neue Filmgesichter führten sich mit Erfolg ein. Klar und echt in seinem Zwiespalt zwischen Gut und Böse Herbert Staß, der Einbrecher mit dem großen Sehnen nach Licht, das er nicht findet, so daß er in der Trostlosigkeit endet. Fein spielt Liane Croon die Rolle des liebenden, sich mit der Leidenschaft der Jugend vergebens gegen das Elend auflehnenden Mädchens. Hilde Sessak und Ralph Lothar sind die einseitig angelegten Typen der Demimonde und des Verbrechens. Nikolia Kolin sehen wir einmal mehr als gutherzigen, überall liebevoll helfenden „Opa“, ein bewußt gesetzter Lichtblick im Dunkel der Treppe. In weiteren Rollen: Paul Westermeier (verlottert, tierisch triebhaft), Joachim Teege und Renate Teiche.
Wie gesagt: der Film ist stark, stark in seiner die Hinterhöfe des Lebens zeigenden Tendenz. Wenn er dabei in mancher Beziehung über das Ziel hinausschoß, so bleibt doch der Eindruck nachhaltig, und man verläßt nachdenklich das Palast-Theater. hn
Elly Ney und Ludwig Hoelscher
Zwei so anerkannte Künstler haben sich wie schon früher zu kammermusikalischem Musizieren zusammengetan und widmen ihre Konzerte dem Schaffen Beethovens. Die Cellosonaten op. 69 und 102/2, seine Mozart-Variationen, „Bei Männern...“ und die „Appassionata“ wurden von den vielen Besuchern in der Stadthalle dankbar entgegengenommeni. Elly Neys Interpretationsweise ist sehr breit und lehrhaft geworden und der Cellist ordnete sich dem Sentiment der berühmten Pianistin mit viel gutem Willen unter'. Trotzdem, ihre große Verehrerschar jubelte ihr wie stets zu und Ludwig Hoelscher geriet bei ausgezeichnetem Spiel eigentlich unverdienterweise etwas ins Hintertreffen.
Ein Nachwort: Elly Ney spielte als Zugabe „Die Wut um den verlorenen Groschen“ und ließ nach kurzer Ansprache Sammelbüchsen für den Neuaufbau des zerstörten Bonner Beethovenhauses im Publikum herumgehen. Diese Stätte wurde einst mit auf ihre Veranlassung hin gebaut, sie setzte sich in Konzerten und finanziell dafür ein. 1928 wurde Elly Ney Ehrenbürgerin Bonns. Die dortigen Beethoven-Festspiele hat sie mit ins Leben gerufen. Heute: Elly Ney darf trotz Einladung der Bonner Kunstfreunde und des dortigen Orchesters nicht mehr in dieser Stadt konzertieren. Nazi-Kollaborateurin, sagt der Bonner Magistrat. Er verbittet sich auch ihre private Sammelaktion. Welche Tragik um eine große Interpretin, die ihr ganzes Leben hindurch für Beethoven wirkte. Verdirbt die Politik auch die Kunst? G. I.
Der homerische Mensch
Der „Verein der Freunde des Ludwig-Georgs-Gymnasiums“ hatte am Freitag zu einem ersten Vortrag im Winterhalbjahr 1950/51 in die Aula der Technischen Hochschule eingeladen. Den an 150 Anwesenden bot Prof. Dr. Karl Reinhardt (Frankfurt) seine „Schau des homerischen Menschen“:
In heutiger Zeit, in der der „Begriff des Menschen“ fraglich geworden ist, besitzt das Thema eine gewisse Aktualität. Leicht ist es, das Negative aufzuzeigen: daß der homerische Mensch in seinen Entschlüssen nicht frei ist, daß er von den Göttern, die über ihn bestimmen und verhandeln, geleitet wird, daß sie ihn in den Tod führen können und ihn im Tode, im Gegensatz zur christlichen Glaubensauffassung, allein lassen. Das Positive zu zeigen, fällt wesentlich schwerer. Es gibt keinen eigentlich homerischen Menschen, sondern nur den Menschen der Odyssee und den der Ilias. In der Odyssee ist der Mensch den Göttern angenehm oder nicht.
Während wir in der Odyssee stets dem Helden beistimmen können, sind in der Ilias die größten Helden auch die fragwürdigsten. Unsere Anteilnahme wechselt zwischen Trojanern und Griechen, zwischen Hektor und Achill. Der größte Held Achill ist auch den größten Schwankungen ausgesetzt. In seiner Rache an dem toten Hektor unerträglich, ist er doch nur ein Durchgang zu jenem Achill, der mit Priamos weinend im Zelt sitzt. Aus dem unhumanen Menschen erwächst das Wunder des humanen, aus dem Finsteren das Licht, nie umgekehrt. Dieser Begriff des Menschen in der Ilias dürfte uns Heutigen nicht ferner liegen als der in dei’ Odyssee. hd
DER SPORT
Zahlen und Tabellen Fußball
Erste Liga Süd
Vfß Stuttgart—Spvgg Fürth ausgef. SSV Reutlingen—Schweinfurt 05 1:1 Kickers Offenbach—Darmstadt 98 4:0 SV Waldhof—BC Augsburg 5:1 Schwaben Augsburg—FSV Frankfurt 2:2 FC Singen 04—VfL Neckarau ausgef. 1. FC Nürnberg—Vfß Mühlburg 4:4 Eintr. Frankfurt—lß6o München 3:2 Bayern München—Vfß Mannheim 1:0
Zweite Liga Süd
1. FC Bamberg—Hessen Kassel 3:0 VfL Konstanz—Kickers Stuttgart ausgef. 1. FC Freiburg—Ulm 46 2:2 SG Arheilgen—l. FC Pforzheim 2:1 Union Bückingen—Vikt. Aschaffenburg 0:1 TSV Straubing—SV Wiesbaden 2:3 Jahn Regensburg—SV Tübingen 2:0 Bayern Hof—ASV Cham 0:1
Erste Liga West
Rot-Weiß Oberhausen—Fortuna Düsseld. 2:1 Duisburger SV—Rhedyter SV 0:0 1. FC Köln—Sportfreunde Katernberg 3:4 Borussia Dortmund—Schalke 04 3:0 Rot-Weiß Essen—Preußen Münster 0:3 Horst Emscher—Preußen Dellbrück 4:1 Hamborn 07—Borussia M.-Gladbach 3:0 Spvgg. Erkenschwick—Alemannia Aachen 2:1
Erste Liga Nord
Hamburger SV—VfL Osnabrück 3:3 Altona 93—Eimsbüttel 0:0 SV Itzehoe—Cone. Hamburg 2:2 Werder Bremen—Göttingen 05 6:1 Hannover 96—Bremer SV 0:4 Holstein Kiel—Arminia Hannover 1:1
Oberliga Südwest
Mainz 05—1. FC Kaiserslautern 1:7 (1:3) Eintr. Kreuznach—FK Pirmasens 1:3 (0:1) Wormatia Worms—VfL Neustadt 6:1 (2:0) TuS Neuendorf—Vfß Kaiserslautern 5:1 (3:1) FV Engers—Phönix Ludwigshafen 2:3 (1:1) Tura Ludwigshafen—ASV Landau 2:1 (0:0)
| Tabelle | 1. FC Nürnberg | |||||
| 14 | 8 | 3 | 3 | 35:16 | 19:9 | Spvgg Fürth |
| 13 | 9 | 0 | 4 | 36:14 | 18:8 | Vfß Mühlburg |
| 14 | 8 | 2 | 4 | 43:22 | 18:10 | FC Schweinfurt 05 |
| 14 | 8 | 2 | 4 | 26:16 | 18:10 | FSV Frankfurt |
| 14 | 7 | 4 | 3 | 27:20 | 18:10 | Eintr. Frankfurt |
| 14 | 6 | 5 | 3 | 24:26 | 17:11 | Schwaben Augsburg |
| 14 | 6 | 4 | 4 | 24:24 | 16:12 | VfR Mannheim |
| 14 | 7 | 1 | 6 | 35:25 | 15:13 | 1860 München |
| 14 | 7 | 1 | 6 | 30:28 | 15:13 | Vfß Stuttgart |
| 13 | 6 | 2 | 5 | 28:18 | 14:12 | Kickers Offenbach |
| 14 | 6 | 2 | 6 | 29:24 | 14:14 | Bayern München |
| 14 | 5 | 3 | 6 | 25:24 | 13:15 | FC Singen 04 |
| 13 | 4 | 2 | 7 | 19:39 | 10:16 | SV Waldhof |
| 14 | 4 | 2 | 8 | 23:28 | 10:18 | SSV Reutlingen |
| 14 | 4 | 2 | 8 | 18:45 | 10:18 | Darmstadt 98 |
| 14 | 3 | 3 | 8 | 19:38 | 9:19 | VfL Neckarau |
| 13 | 3 | 1 | 9 | 19:40 | 7:19 | BC Augsburg |
| 14 | 2 | 3 | 9 | 19:32 | 7:21 |
| Tabelle | ASV Cham | |||||
| 14 | 9 | 4 | 1 | 29:12 | 22:6 | Jahn Regensburg |
| 14 | 10 | 2 | 2 | 33:15 | 22:6 | Kickers Stuttgart |
| 13 | 9 | 3 | 1 | 36:19 | 21:5 | Bayern Hof |
| 14 | 8 | 2 | 4 | 23:13 | 18:10 | Hessen Kassel |
| 14 | 7 | 4 | 3 | 40:24 | 18:10 | 1. FC Bamberg |
| 14 | 7 | 4 | 3 | 23:15 | 18:10 | Vikt. Aschaffenburg |
| 14 | 7 | 3 | 4 | 34:22 | 17:11 | Wacker München |
| 14 | 7 | 1 | 6 | 32:26 | 15:13 | ASV Durlach |
| 14 | 6 | 2 | 6 | 32:28 | 14:14 | 1. FC Pforzheim |
| 14 | 5 | 3 | 6 | 30:27 | 13:15 | TSV Straubing |
| 14 | 5 | 2 | 7 | 31:32 | 12:16 | Union Bückingen |
| 14 | 5 | 2 | 7 | 20:24 | 12:16 | Ulm 46 |
| 14 | 4 | 4 | 6 | 19:30 | 12:16 | FC Freiburg |
| 14 | 4 | 3 | 7 | 25:33 | 11:17 | VfL Konstanz |
| 13 | 4 | 1 | 8 | 13:29 | 9:17 | SV Wiesbaden |
| 14 | 4 | 1 | 9 | 29:28 | 9:19 | SG Arheilgen |
| 15 | 3 | 1 | 11 | 18:49 | 7:23 | SV Tübingen |
| 15 | 1 | 0 | 14 | 15:56 | 2:28 |
| Tabelle | Borussia Dortmund | |||||
| 14 | 8 | 5 | 1 | 32:17 | 21:7 | Schalke 04 |
| 13 | 9 | 2 | 2 | 31:13 | 20:6 | Preußen Münster |
| 13 | 9 | 1 | 3 | 21:9 | 19:7 | Kot-Weiß Essen |
| 14 | 8 | 1 | 5 | 35:23 | 17:11 | -E FC Köln |
| 13 | 8 | 0 | 5 | 28:15 | 16:10 | Fortuna Düsseldorf |
| 13 | 6 | 3 | 4 | 22:15 | 15:11 | Spvgg.Erkenschwick |
| 14 | 5 | 5 | 4 | 14:12 | 15:13 | Alemannia Aachen |
| 12 | 5 | 3 | 4 | 21:22 | 13:11 | Rheydter SV |
| 13 | 5 | 3 | 5 | 19:25 | 13:13 | Preußen Dellbrück |
| 14 | 4 | 4 | 6 | 22:24 | 12:16 | Hamborn 07 |
| 14 | 5 | 2 | 7 | 19:26 | 12:16 | Horst Emscher |
| 14 | 3 | 4 | 7 | 19:21 | 10:18 | Rot-W. Oberhausen |
| 12 | 3 | 3 | 6 | 12:21 | 9:15 | Sportfr. Katernberg |
| 13 | 3 | 2 | 8 | 21:31 | 8:18 | Bor. M.-Gladbach |
| 14 | 3 | 2 | 9 | 18:44 | 8:20 | Duisburger SV |
| 14 | 2 | 2 | 10 | 7:23 | 6:22 |
| Tabelle | VfL Osnabrück | |||||
| 14 | 8 | 4 | 2 | 39:22 | 20:8 | Göttingen 05 |
| 13 | 8 | 2 | 3 | 37:28 | 18:8 | Hamburger SV |
| 14 | 7 | 4 | 3 | 41:22 | 18:10 | Werder Bremen |
| 12 | 7 | 3 | 2 | 37:17 | 17:7 | St. Pauli |
| 13 | 6 | 5 | 2 | 32:17 | 17:9 | Eimsbüttel |
| 13 | 6 | 5 | 2 | 19:13 | 17:9 | Holstein Kiel |
| 13 | 7 | 2 | 4 | 21:20 | 16:10 | Bremerhaven 93 |
| 13 | 6 | 2 | 5 | 23:26 | 14:12 | Bremer SV |
| 14 | 6 | 2 | 6 | 30:29 | 14:14 | Eintr. Braunschweig |
| 13 | 5 | 3 | 5 | 32:25 | 13:13 | Arm. Hannover |
| 13 | 5 | 2 | 6 | 23:20 | 12:14 | Vfß Oldenburg |
| 14 | 4 | 4 | 6 | 26:30 | 12:16 | Altona 93 |
| 14 | 3 | 4 | 7 | 23:44 | 10:18 | Cone. Hamburg |
| 12 | 2 | 4 | 6 | 14:28 | 8:16 | Hannover 96 |
| 13 | 2 | 4 | 7 | 21:32 | 8:18 | Eintr. Osnabrück |
| 12 | 1 | 5 | 6 | 20:29 | 7:17 | SV Itzehoe |
| 14 | 1 | 1 | 12 | 18:55 | 3:25 |
| Tabelle | 1. FC Kaiserslautern | |||||
| 12 | 11 | 1 | 0 | 45:7 | 23:1 | Wormatia Worms |
| 12 | 10 | . 1 | 1 | 45:15 | 21:3 | Eintracht Trier |
| 13 | 8 | 1 | 4 | 26:16 | 17:9 | FK Pirmasens |
| 11 | 7 | 2 | 2 | 27:14 | 16:6 | Phönix Ludwigsh. |
| 12 | 6 | 3 | 3 | 38:24 | 15:9 | TuS Neuendorf |
| 10 | 5 | 2 | 3 | 23:19 | 12:8 | VfL Neustadt |
| 13 | 4 | 4 | 5 | 20:39 | 12:14 | VfR Kaiserslautern |
| 12 | 3 | 4 | 5 | 15:27 | 10:14 | FV Engers |
| 13 | 5 | 0 | 8 | 20:28 | 10:16 | ASV Landau |
| 13 | 4 | 1 | 8 | 18:42 | 9:17 | Spvgg Andernach |
| 12 | 3 | 1 | 8 | 19:30 | 7:17 | Eintracht Kreuznach |
| 11 | 2 | 2 | 7 | 12:22 | 6:16 | Tura Ludwigshafen |
| 12 | 3 | 0 | 9 | 17:30 | 6:18 | FSV Mainz 05 |
| 12 | 1 | 2 | 9 | 11:33 | 4:20 |
Der richtige Tip
Rheinland-Pfalz: 0,1, 0,0, 1,2, 1,0, 0, 1. Hessen: 0,0, 1,0, ausgef., ausgef., 0,0, 1,1, 2,1, 1, ausgef.
Württemberg-Baden: ausgef., 0,1, 1, nicht gewertet, 0,1, 0,1, 1,2, nicht gewertet, ausgef., 1.
Bayern: (Zwölfer-Wette): ausgef., 1,0, 0,1, 0, ausgef., 0,1, 1,2, 1,1, 2.
Bayern: (intern. Zehn): 2,1, 0,1, 0,2, ausgef., 0,2, ausgef., 0, 2.
West: 1,2, 1,1, 0,1, 0, ausgef., 2,0, 1, 1,2, 0.
Nordblock: 0,1, 2,0, 0,0, 1,2, 1,2, 0,1, 1, 1.
Offenbach überspielte den SV 98 mit 4:0
Kickers-Sturm auf nassem Rasen in begeisternder Form / 98er Kampfkraft durch ausgefeilte Technik mattgesetzt Maier (2), Kaufhold und Baas (Elfmeter) die Torschützen / Schmidtmer bester Mann auf dem Platz / Erster Abstiegsalarm in Darmstadt
Dr. R. Die Darmstädter haben wenig Erfolg bei ihren Spielen am Main. Am Bornheimer Hang waren sie schon nach 30 Minuten 4:0 geschlagen, noch ehe sie richtig Fuß gefaßt hatten, und am Samstag wurden sie auf dem Bieberer Berg mit dem gleichen Ergebnis von einer in strahlender Form spielenden Elf überlegen ausgespielt. Der Sieg der Offenbacher, die mit dem glitschigen Boden und dem nassen, schweren Ball weit besser fertig wurden als die 98er, war auch in dieser Höhe vollauf verdient. Bei der drückenden Ueberlegenheit der Gastgeber in den ersten 45 Minuten hätte das Schlußergebnis sogar schon zur Pause dem Spielverlauf entsprochen.
Kickers Offenbach: Ricker; Keller, Kemmerer; Magel, Picard, Keim; Kaufhold, Maier, Schreiner, Baas, Weber. S V Darms t ad t 9 8 : Müller; Mühlbach, Abt; Herder, Schmidtmer, Leichtlein; Reeg, Thalheimer, Bohmann, Barth, Herwig. Schiedsrichter: Wenzauer (Augsburg).
Zuschauer: 8000. Die Rothemden vom Bieberer Berg wirbeln vom Anpfiff weg in brillanter Laune los. Wundervoll flach läuft der Ball von Mann zu Mann, aus jedem Winkel werden die Bälle „getötet“ und dem freilaufenden Mitspieler zugeschoben. Aber den ersten Torschuß gibt doch Herwig ab, der jedoch Scharfschützenkunst vermissen läßt. Dann schlängelt sich Thalheimer auf der rechten Seite durch, seine halbhohe Flanke holt Ricker mit gewaltigem Satz aus der Luft. Der Offenbacher wird hiernach eine halbe Stunde lang nicht mehr behelligt, denn jetzt spielt der Kickerssturm auf.
Magel-Keim beherrschen das Mittelfeld
Das vorzügliche Außenläuferpaar Magel-Keim bringt die blaublusige Flut zum Stehen und reißt durch weites Aufrücken die gegnerische Deckung auf. Die erste heikle Situation entsteht, als Linksaußen Weber sich mit schnellem Antritt von Mühlbach lösen kann und seine auf Eckfahnenhöhe abgegebene Flanke auf dem Kopf des sieben Meter vor dem Tor stehenden Maier landet. Aber Müller bekommt den unplacierten Ball auf den Bauch gesetzt. Nun folgt Kombinationskette auf Kombinationskette, eine schöner als die andere. Es brennt lichterloh am Darmstädter Tor. Nicht nur die Offenbacher Stürmer, auch die Läufer versuchen sich im Toreschießen. Magel knallt über die Latte, Maier befördert einen Abpraller mit Riesenanlauf neben den Kasten. Einen gefährlichen Schuß des gleichen Stürmers kann Müller robinsonierend aus dem Toreck schlagen, ebenso einen Kopfball von Schreiner. Die Ueberlegenheit der Offenbacher nimmt groteske Formen an, immer wieder werden die Darmstädter durch perfekt placiertes Zuspiel ausmanövriert.
Sonderbeifall für Schmidtmer
Mit Glück und Geschick halten die „Blauen“ dicht. Leichlein glänzt zweimal mit Rückzieher. Schmidtmer liefert eine großartige Partie, wie ein Gummiball taucht er überall auf. Sonderapplaus holt er sich, als er nacheinander sechs (!) Schüsse mit dem Kopf abwehrt. Picard will es wissen, er jagt Bohmann im Mittelfeld den Ball ab, stößt bis kurz vor Müllers Tor durch, wo er erst in letzter Sekunde vom Ball getrennt werden kann. Baas verschießt in aussichtsreicher Position, Picards Kanonenschuß prallt von der Latte zurück, einen Freistoß von Maier zieht Kaufhold mit raffiniertem Fersentrick vors Tor, aber niemand verwandelt. Turbulente, unbeschreibliche Szenen spielen sich vor dem Gästetor ab, ohne daß die Offenbacher den Weg ins Toi- finden, so daß ihre Anhänger schon ungeduldig werden und bissig von den Rängen herabwitzeln. Die Darmstädter Stürmer sind nicht in der Lage, den Ball zu halten, wodurch die hinteren Mannschaftsteile überlastet werden. Mitunter stehen nur noch zwei Lilienträger auf der Mittellinie, alles andere hilft hinten mit aus.
Das längst fällige erste Tor
In der 32. Minute ist es dann passiert. Herder macht außerhalb des Strafraums Hand. Den Freistoß gibt Keim geschickt zum freistehenden Maier, dessen hoch ins Ede gezirkelten Ball Müller nur noch berühren kann. 1:0 für Offenbach. Die Kickers drängen weiter. Picard peitscht einen 30- Meter-Freistoß knapp am Pfosten vorbei, auch die Schüsse von Kaufhold und Schreiner verfehlen das Ziel. Erst in den letzten Minuten vor der Halbzeit machen sich die 98er etwas Luft. Thalheimer beschäftigt den frierenden Ricker mit einem Fernschuß und versiebt kurz darauf eine Prachtgelegenheit, als ihm Bohmann das Leder schußgerecht in die Gasse legt. Ehe sich der Halbrechte zum Einschuß entschließt, ist er vom Ball getrennt.
Konterschlag blieb aus
Nach der Pause kommen die „Lilien“ aufgemöbelt aus der Kabine und gestalten das Spiel leicht überlegen. Die starke Darmstädter Kolonie auf der Gegengeraden erhält endlich etwas Gelegenheit zu brausenden Anfeuerungsrufen. Das Spiel bekommt Rasse, wird noch schneller, noch mitreißender. Sollte eine zum Greifen nahe Sensation Tatsache werden? Die Gäste stürmen mit sieben Mann. Aber auch die Offenbacher sind noch da. Müller wirft sich bei einer gewagten Rückgabe unter Beifall tollkühn auf Gegner und Ball. Als Mühlbach zu weit aufrückt, wirbelt der freistehende Weber allein auf und davon. Seinen satten Schuß aus vollem Lauf hält Ruhls „Ersatzmann“ mit Bravour. Dann kommt der Augenblick, der himmelhohes Hoffen in tiefste Depression stürzt.
Drei Tore in 15 Minuten
Mühlbach verfehlt in der 64. Minute an der Außenlinie einen Ball, mit dem sich Weber bis an die Torlinie vorwuchtet. Sein flacher Flankenschlag rutscht bis zu dem unbewachten Kaufhold durch, der das Leder ohne Zögern flach ins Netz haut. Müllers Parade ist vergeblich, es steht 2:0. Die Lilienträger lassen sich jedoch nicht entmutigen und holen unverwirrt und mit Verbissenheit zu Gegenangriffen aus. Vorn läuft sich das Quintett aber immer wieder fest, da die Offenbacher Deckung den Stürmern keinen Zentimeter Boden läßt. Die Gastgeber bekommen erneut Oberwasser, wie Slalomläufer winden sie sich um die rutschenden Gegner. Schreiner kanoniert aufs Tor, Müller pariert. Leichtlein verfehlt den Ball, wodurch wieder Weber profitiert, der frei durchlaufen kann. Mühlbach greift zum letzten Mittel und läßt ihn stolpern. Den mit Recht verhängten Elfmeter verwandelt Baas so scharf und placiert, daß der in die richtige Ecke fliegende Müller danebengreift. Der Anstoß bleibt in den Beinen der Offenbacher hängen, die eine Ecke erzielen. Baas tritt, und Maier verlängert den Ball im Sprung mit dem Kopf ins lange Ecke. Ein herrliches Tor, brausender Beifall, und 4:0 für die „Anderen“.
Thalheimer frei vor Ricker
Noch einmal kommen die Darmstädter auf, Herwig verschießt. Thalheimer erhält drei Minuten vor Spielschluß die Chance, wenigstens noch ein einsames und spätes Tor zu schießen. Ganz allein darf er mit dem Ball auf das Offenbacher Tor laufen, Ricker stürmt ihm entgegen und lenkt zur Ecke. Im Gegenzug ist Nr. 5 fällig, als Kaufhold in temperamentvollem Solo durchstößt und Schreiner den Ball auf den Kopf setzt, aber der Darmstädter Torwart erwischt das Leder. Sein Gegenüber muß noch einen Böhmannschuß halten und sich dem durchgebrochenen Leichtlein vor die Füße werr fen. Dann pfeift Schiedsrichter Wenzauer ab. Er traf oft recht unverständliche Entscheidungen, die ihm das einheimische Publikum übelnehmen mußte.
Offenbach wird wiederkommen
Der Sieg der Offenbacher ist vollauf verdient. Die Mannschaft war in glänzender Spiellaune und verdient ein Gesamtlob. In den hinteren Reihen überragten die beiden Außenläufer Magel und Keim durch ihr großartiges Positions- und Aufbauspiel. Vorn waren die schnittigen Außenstürmer Weber und Kaufhold am gefährlichsten, ohne daß der flüssig kombinierende Innensturm abfiel.
Den „Lilien“ fehlt ausgereifte Technik
Die Darmstädter hielten sich tapfer, sie wurden von einem in mitreißender Form spielenden Gegner niedergerannt. Torwart Müller hielt ausgezeichnet, keines der vier Tore war haltbar. Die herausragendste Erscheinung auf dem Felde war aber Mittelläufer Schmidtmer, der sich nicht nur als guter „Polizist“, besser „ Mittelstürmer-Arretierer“ zeigte, sondern auch überall aushalf, wo seine Nebenspieler bereite überlaufen waren. Auch Leichtlein gefiel in der überlasteten Deckungsreihe, während sich Abt und Herder auf dem nassen Boden schwer taten. Bei Mühlbach wechselte Licht mit Schatten. Im Sturm wußte Bohmann sich als einziger gut in Szene zu setzen und mit dem Ball etwas anzufangen. Alle anderen Stürmer wirkten diesmal blaß, es fehlte ihnen das technische Rüstzeug, um eine so unerbittliche Deckung durchstoßen zu können.
Die Mannschaft kämpfte gegen einen in Ueberform spielenden Gegner mit höchstem Einsatz und konnte den Offenbacher Zuschauern trotz der glatten Niederlage gefallen.
Eine der turbulenten Szenen der ersten Halbzeit vor dem Tor der Darmstädter aus dem Spiel Kickers Offenbach—SV 98 4:0. (Foto: Hemme)
SG Arheilgen schlägt Pforzheim 2:1 (2:1)
Umstellung — Ein gelunges Experiment / Arheilgen mußte nach Torchancen höher gewinnen / Kaut führte Sturm gut und schoß ein Tor
Man war noch beim gegenseitigen Abtasten, als der rechte Läufer der Gäste einen hohen Ball vors Tor gab. Seibel faßte schlecht zu und aus dem Knäuel von 4 oder 5 Spielern rollte der Ball langsam über die Linie. Mit dieser etwas billigen Führung drängt Pforzheim stark. Seibel hält einen ganz gefährlichen Flachschuß meisterhaft. Langsam machen sich die Einheimischen Luft. In der 16. Minute gibt es einen Flankenwechsel links-rechts-links und halb über den Kopf zieht Lieber den Ball in das äußerste obere Eck. Damit war der Gleichstand wieder hergestellt und die Mühlchesleute gewannen an Selbstvertrauen. Als 10 Minuten später Müller einen Strafstoß von halbrechts nach halblinks zieht, taucht der schwarze Wuschelkopf von Kaut auf und der Ball sitzt knapp neben der Stange im Tor. Damit war bereits das Endresultat hergestellt. In der zweiten Halbzeit kommen die Arheilger mächtig auf. Angriff auf Angriff rollt aufs Pforzheimer Tor, doch der krönende Torschuß bleibt aus. Kaut und Becker spielen sich durch und Becker knallt aus spitzem Winkel ein. Nach Rückfrage bei dem unsicheren Linienrichter annulliert der Schiedsrichter den Treffer wegen Abseits. Tolle Sachen spielen sich vor dem Pforzheimer Tor ab, doch was nicht durch Zögern im Schuß verloren geht, saust knapp daneben oder wird eine Beute des guten Torwächters. Die Tore hängen geradezu in der Luft, aber immer wieder taucht ein Kopf oder Bein der zahlreichen Verteidigung auf, an dem der Ball abprallt. Kaut schießt aus sehr guter Position zweimal darüber und Lieber hat etwas zu weit nach links visiert. Pforzheim hat nachgelassen, die Einheimischen beherrschen bis zum Schluß das Feld, ohne jedoch das Ergebnis erhöhen zu können.
Pforzheim stellte eine technisch gut eingespielte Mannschaft, die in ihrem Mittelläufer ihre Stütze hatte. Die Bälle wurden schnell abgespielt und aus der schlagsicheren Verteidigung heraus wurde immer wieder das Tempo verschärft. Im Kopfspiel waren die Gäste den Einheimischen überlegen, spielten aber zu oft klein-klein, was der neuen Arheilger Verteidigung Wasser auf die Mühle war. Die Leitung der SGA hatte ein Experiment gewagt und die ganze Mannschaft umgestellt. Verteidiger spielten mit vollem Erfolg Wendler und Zöller. Im Sturm standen neu Kaut und Becker, während Marko pausierte. Den klug spielenden Müller hatte man wieder als Außenläufer gestellt. Potrafke baute als linker Halbspieler klug auf. Kaut ist noch etwas langsam, seine Ballverteilung jedoch war musterhaft. Becker sorgte für den nötigen Druck, nur Dilfer auf dem rechten Flügel hatte einen schwachen Tag erwischt. Lieber kann sich sein eigensinniges Platzverlassen nicht abgewöhnen und wäre sicher noch erfolgreicher gewesen, wenn er als Linksaußen die Verteidigung auseinandergezogen hätte. Im ganzen betrachtet spielte Arheilgen so gut, wie schon lange nicht mehr. Bleibt die Mannschaft in dieser Aufstellung und spielt sich besser ein, dann wird die Rückrunde noch manche Ueberraschung bringen. Schiedsrichter war Meißner, Fürth, der, im ganzen betrachtet, eine gute Figur abgab.
Die Mannschaft stand: Seibel; Wendler, Zöller; Müller, Mahr, Traser; Dilfer, Becker, Kaut, Potrafke und Lieber. Hewe.
Basketball Landesliga
Roßdorf behauptet Tabellenführung
Ein äußerst knapper Sieg von 27:26 gegen den TSV 1875 Bonames sicherte der SKG Roßdorf weiterhin die Tabellenführung in der Basketball-Landesliga Hessen, Gruppe Süd. Allerdings mußten die Roßdorfer diesmal sehr um ihren Enderfolg bangen, denn die spielerische Leistung des Tabellenersten war nicht überzeugend.
Roßdorf erspielte sich zunächst eine 7:0- Führung, konnte aber nicht verhindern, daß die Gastgeber mit zunehmender Spielzeit besser wurden und auf 5:7 verkürzten. Das Treffen verlief dann sehr ausgeglichen und mit 12:10 für Roßdorf wurden die Seiten gewechselt.
Auch in der 2. Halbzeit verstanden es die Roßdorfer nicht, ihre ständig knappe Führung auszubauen, denn die Mannschaft des TSV 1875 Bonames wirkte erstaunlich frisch und blieb den Gästen auf den Fersen. Kurz vor Spielende gel^pg Bonames sogar der Gleichstand, doch Roßdorf konnte schließlich einen knappen Erfolg behaupten. Am Samstag errang der TV Heppenheim einen hohen 91:27-Sieg gegen den TV Offenbach. Die Offenbacher hielten sich bei Halbzeit mit 13:33 noch recht gut, verloren aber später durch häufig auftretende Mängel in der Abwehr noch sehr klar.
Bei den Frauen kam es zu der erwartet spannenden Auseinandersetzung zwischen dem TV Heppenheim und der Homburger TG. Dabei spielten die Homburgerinnen nicht die unterlegene Rolle, die man vielleicht aus dem 23:33-Ergebnis zu ersehen glaubt. Die Homburger Gäste waren vielmehr über große Strecken des Spiels die etwas bessere Mannschaft. Nach Wiederbeginn gingen sie sogar mit 10 Punkten in Führung. Aber eine große Energieleistung der Einheimischen brachte den Gleichstand zuwege. Mit Unterstützung ihres stimmgewaltigen Publikums diktierten die Heppenheimer Mädel in den Schlußminuten das Spiel und gewannen schließlich 33:23, ein Ergebnis, das dem Spielverlauf nicht ganz gerecht wird. -er-
TEC auch gegen Oberliga siegreich
dr. Die Hockeyspiele des Sonntags standen bei gutem Wetter aur einem beachtlichen Niveau. Morgens verloren die TEC-Schüler (6:0) ihre Punkte an den THC Hanau, ehe die Mädchen die ihren ebenfalls — mit einer 2:1 -Niederlage — den Hanauerinnen ließen. Mit dem Juniorenspiel war der erste Darmstädter Sieg fällig. Mit 3:0 erkämpften sie 2 Punkte und zeigten, daß der Darmstädter Hockey-Nachwuchs zu den besten in Hessen zählt. — Ab Mittag spielten die Senioren. Die 11. Herren trennten sich von Weiß-Blau Aschaffenburg 1:1, dann betraten die 1. Mannschaften der beiden Clubs das Feld. Weiß-Blau die Gäste aus Aschaffenburg, die in der ersten hessischen Spielklasse im Mittelfeld liegen, Rot-Schwarz die Darmstädter, die in der Klasse II verlustpunktfrei die Tabelle anführen und sich auch berechtigte Hoffnungen auf einen Aufstieg machen. Vom Bully weg ergriffen die TECler die Initiative, wobei besonders die linke Sturmseite mit Wolf-Rieß eine gute Tagesform erkennen ließ. Die Aschaffenburger hatten in den ersten Minuten nicht viel zu bestellen, sie hatten Glück, daß der Blitzstart der Gastgeber ohne Erfolg blieb. Aber es sollte nicht lange so bleiben. Nach 15 Minuten brachte Rieß den TEC 1:0 in Führung. Die Aschaffenburger kamen noch einige Male gefährlich durch, aber die Hintermannschaft des TEC, in der besonders K. Pabst als Mittelläufer eine bestechende Partie lieferte, war allen Angriffen der Stürmer aus dem Oberhaus gewachsen. — Nach dem Wechsel flaute das Tempo nicht ab, im Gegenteil, die Gäste forcierten es noch. Eine Umstellung in der Pause beim TEC erwies sich als wenig glücklich. Nach einer Drangperiode der Weiß-Blauen, die ihnen aber nur einige Strafecken einbrachte, zog der TEC wieder los. Ein-zweimal schien die Vereitelung eines Tores im Aschaffenburger Strafraum nicht mehr möglich zu sein, aber das richtige Loch fand die Kugel nur noch einmal, als Wolf nach einem Alleingang mit einem Prachtschuß ins lange Eck den ausgezeichneten Gästehüter zum 2. Male schlagen konnte. Mit diesem 2:0-Erfolg unterstrich der TEC seinen Drang nach „oben“, denn die Gäste, die minutenlang ausgezeichnet kombinierend gegen das Darmstädter Tor stürmten, haben schon manche Erfolge in der obersten Spielklasse erzielt. Das Resultat war einwandfrei. Im letzten Spiel standen sich die Damenmannschaften des TEC und Weiß-Blau in einem Punktekampf gegenüber. Die Darmstädter Damen bewiesen, daß der Erfolg in Mainz nicht von ungefähr kam. Sie schlugen die Gäste durch Tore von Frl. Horn (2) und Frl. Kleiß (1) verdient 3:0. Das Ergebnis stand bereits zur Pause fest., ‘
Im Süden immer noch „alles drin“
Der 1. FC Nürnberg spielte gegen den Vfß Mühlburg nur 4:4
Schi. Die ausgeglichene Spielstärke in der 1. Liga Süd erhellt klar aus der Tatsache, daß der Punkte-Abstand zwischen dem Ersten und dem Zwölften nur sechs Zähler beträgt. Der Tabellenführer, 1. FC Nürnberg, spielte gegen die tüchtige Mühlburger Elf nur 4:4, so daß die Spvgg Fürth jetzt, nach Verlustpunkten gerechnet, günstiger im Rennen liegt.
Wegen des Spielverbots am Totensonntag mußte die erste Liga Süd ein „englisches“ Wochenende durchführen. Von den fünf Samstagspielen mußte allerdings das interessansteste (Vfß Stuttgart—Spvgg Fürth) wegen Unbespielbarkeit des Stuttgarter Neckarstadions abgeblasen werden. Zwei Stunden vor dem Spiel hatte die „Aufsicht“ den Platz für spielfähig erklärt, aber Schiedsrichter Fink (Frankfurt) sagte nein. Der SSV Reutlingen knöpfte dem FC Schweinfurt in einem 1:1 einen kostbaren Punkt ab. Es hätten deren zwei sein können, aber die Abwehr der Bayern mit dem famosen Torwart Käser und dem nimmermüden Ander Kupfer ließ sich nur einmal schlagen. Das geschah in der 31. Minute durch den Reutlinger Linksaußen Schöller. Zwei Minuten zuvor hatte der Schweinfurter Halbrechte Fischer seine Elf in Führung gebracht. Im Fürther Ronhof, also auf „neutralem“ Gelände, holte der FSV Frankfurt gegen die Augsburger „Schwaben“ in einem 2:2 recht glücklich einen Punkt. Nach zwanzig Minuten sah es böse für die Bornheimer aus. denn der Augsburger „Spielmacher“ Lechner hatte bis dahin den sich brav schlagenden FSV-Ersatzhüter Dehm (Torwart Rado und der Halbrechte Wirth fehlten) zweimal bezwungen. Ein energischer Zwischenspurt der Blau-Schwarzen ergab binnen drei Minuten durch Gonschorek das 2:2. Auf dem Bieberer Berg brauchten sich die Offenbacher Kickers nicht voll auszugeben, um die „Lilien“ aus Darmstadt mit 4:0 (1:0) sicher niederzuhalten. Meier (2), Kaufhold und Baas (Elfmeter) erzielten die Tore. — Während Darmstadt durch seine Niederlage in gefährliche Nähe des „Schlußlichts“ rückte, verschaffte sich der SV Waldhof mit einem 5:1-Erfolg über den BC Augsburg etwas Luft. Mit dem neuen, aus Mundenheim gekommenen Mittelstürmer Eckert war man in Mannheim sehr zufrieden. Platzer sorgte in der 4. Minute für einen I:0-Vorsprung des BCA, aber schon wenig später glich Siffling aus. Herbold. Eckert. Hampel (Eigentor) und noch einmal Siffling waren die Torschützen der glücklichen Waldhöfer. Von den Sonntagsspielen wurde das Spiel Singen—Neckarau wegen der schlechten Platzverhältnisse abgesagt. — Am Bornheimer Hang erlebten 7000 Zuschauer einen knappen 3:2-Erfolg der „Eintracht“ über 1860 München. Der vorteilhaft umgestellte Frankfurter Sturm schlug ein. — Der „Club“ zog im Spiel gegen den Vfß Mühlburg durch zwei Tore von Morlock und Herbolshefmer auf 2:0 davon, aber die Karlsruher Vorstädter holten durch Kunkel und Trenkel (Elfmeter) auf. Nach dem Wechsel ging der „Club“ erneut 4:2 in Führung. Die Abwehr wurde etwas leichtsinnig und binnen zwei Minuten erzielten Kunkel und Buhtz erneut den Ausgleich. — Die Münchener , „Bayern“ kamen gegen den VfR Mannheim zu einem etwas glücklichen l:0-Erfolg.
Auswärtssieg des SV Wiesbaden
Schi. In der zweiten Liga Süd fiel das Spiel der Konstanzer „Seehasen“ gegen den Tabellenführer Kickers Stuttgart buchstäblich ins Wasser, da der Platz völlig unbespielbar war. Die Regensburger Jahnelf nutzte die Chance mit Cham die Führung zu übernehmen, mit einem 2:0-Sieg über den Tabellenletzten SV Tübingen. Die Elf aus der französischen Zone leistete hartnäckigen Widerstand und spielte frisch und unbeschwert, während Regensburg seinen Gegner sichtlich unterschätzt hatte. Im „Bayernderby“ zwischen Hof und Cham wurde verbissen gekämpft. Cham kam zu einem etwas glücklichen l:0-Sieg. Der 1. FC Bamberg zerstörte Hessens Hoffnungen mit einem in der zweiten Halbzeit sichergestellten glatten 3:0-Sieg über die technisch vertierte Elf von Hessen Kassel, der es aber an der nötigen Durchschlagskraft fehlte, um die harten Bayern auf eingenem Platz zu bezwingen. Am „Mühlchen“ in Arheilgen erfreuten die Platzherren ihren Anhang endlich wieder einmal mit einem Sieg. Leidtragender war der 1. FC. Pforzheim, der dem Kampfeseifer von Arheilgen mit 1:2 unterlag. Die Aschaffenburger Viktoria weilte bereits am Samstag in Böckingen, wo die Lehner-Elf zu einem verdienten l:0-Erfolg kam. FC Freiburg und Ulm 46 trennten sich 2:2. Frohe Kunde kam am Sonntagabend für r/e Freunde des SV Wiesbaden, der beim TSV Straubing 3:2 gewann. Ob damit die Pechsträhne der Kurstädter endlich abgerissen ist?
Ski-Saison eröffnet
Garmisch-Partenkirchen. Mit dem FlSoffenen Torlauf auf dem Zugspitzplatt wurde am Sonntag die Skisaison 1950/51 eröffnet. 70 Läufer aus Deutschland, Oesterreich, Italien und den USA gingen über den mit 250 m Höhendifferenz und mit 48 Toren versehenen 1000-m-Kurs. Sieger wurde Christl Pravda (Oesterreich) mit 54,2 Sekunden vor dem Italiener und Vorjahressieger Karl Gartner mit 54,9 Sekunden und dem bayerischen Hias Maer (Schleching) mit 55,4 Sekunden. Bei den Damen siegte erwartungsgemäß Mirl Buchner-Fischer (Garmisch)
Walldorf durch 2:1-Sieg Tabellenführer
Pfungstadt und Langen gaben daheim Punkte ab / Rohrheims erster Sieg
Bezirksklasse, Gruppe I
Pfungstadt—Bensheim 2:3 (0:2) Bürstadt—Urberach 3:2 (1:1) Groß-Rohrheim—Groß-Gerau 2:0 (1:0) Lorsch—Bobstadt 6:1 (3:1) Hofheim—Eberstadt 2:1 (0:1) Langen—Roßdorf q:1 (0:1) Heppenheim—Ober-Ramstadt 2:1 (1:1)
Pfungstadt—Bensheim 2:3 (0:2)
Eine mit mehreren Ersatzspielern notdürftig zusammengestellte Pfungstädter Elf bot ihren enttäuschten Anhängern eines der schlechtesten Spiele der Saison. In der 24. Minute gelang dem gegnerischen Linksaußen den herauslaufenden Torwart zu umgehen und ins leere Tor einzuschießen. Bereits drei Minuten später konnte Bensheim eine weitere Chance für sich nützen. Erst in der 55. Minute gelang dem Pfungstädter Linksaußen ein Gegentor, was dem bisher planlosen Spiel der Gastgeber einigen Auftrieb gab. Bald darauf aber mußte Pfungstadt noch ein weiteres, völlig ungerechtfertigtes Tor einstecken. Daum holte kurz vor Schluß auf 3:2 auf, erst dann besann sich Pfungstadt und versuchte in den Schlußminuten den Ausgleich zu erzielen, was trotz einer Fülle von Chancen ergebnislos verlief. Md
Bürstadt—Urberach 3:2 (1:1)
Urberach gab in Bürstadt eine recht gute Vorstellung, und nur mit viel Glück konnten die Gastgeber das Spiel für sich entscheiden. Obwohl Bürstadt die technisch bessere und routiniertere Mannschaft darstellte, brauchte man gegen die eifrigen Gäste, die mit aller Energie kämpften und über eine recht stabile Hintermannschaft verfügen, alles, um zum Siege zu kommen. Ein durch Bauer verwandelter Foul-Elfmeter ergab den Führungstreffer der Gastgeber. Urberach erzielte durch einen Weitschuß noch vor Seitenwechsel den Ausgleich. In der zweiten Halbzeit schoß Brückmann wiederum die Führung für Bürstadt, die eifrigen Gäste konnten aber durch einen Deckungsfehler Schmitts erneut den Ausgleich herstellen. Erst in der letzten Minute erzielte Brückmann den Siegestreffer. Ka.
Groß-Rohrheim—Groß-Gerau 2:0 (1:0)
Der erste Sieg Rohrheims ist verdient. Man hatte dem Tabellenletzten gegen die spielstarken Gerauer nicht so viel zugetraut. Aber mit dem Anpfiff legten die Gastgeber ein schönes Tempo vor und kämpften mit einem Einsatz, den sie in den bisherigen Spielen immer vermissen ließen. In der 18. Minute schoß Friedrich für Rohrheim den Führungstreffer. Dann ließen die bis dahin überlegenen Gastgeber nach und das Spiel war offen. In der 62. Minute schoß Richtberg aus 30 Metern eine wunderbare Flanke, die der Torwart der Gäste ins Netz rutschen ließ. Dann versuchten die Gerauer, mit allen Mitteln den Anschluß zu erzielen, aber es blieb beim 2:0. Ka.
Olympia Lorsch—Vorwärts Bobstadt 6:1 (3:1)
Höher als erwartet schlug Olympia Lorsch seine Gäste aus Bobstadt mit 6:1. Das Spiel begann mit einer Ueberraschung, als Bobstadt infolge eines Deckungsfehlers der Lorscher Hintermannschaft in der 10. Minute in Führung ging. Bis dahin hatte man ein ausgeglichenes Spiel gesehen. Der Rückstand gab dann jedoch den Lorschern Auftrieb, sie besannen sich auf ihr konsequentes Flachspiel und bereits 7 Minuten später stand es nach Toren von Leibold und Koch 2:1 für die Gastgeber. Dann schoß Fassoth in der 32. Minute nach einem schönen Alleingang zum 3:1 ein.
Nach der Pause war der Lorscher Sturm nicht mehr zu halten. Eine Flanke von Brunnengräber verwandelte Gärtner zum 4. Tor. Zwei Eckbälle des gleichen Spielers konnten Koch und Gärtner verwandeln, hu.
Hofheim—Eberstadt 2:1 (0:1)
Hofheim konnte mit viel Glück einen doppelten Punktgewinn verbuchen. Das Treffen stand im Zeichen zweier grundverschiedener Halbzeiten. Eberstadt begann mit einem Blitzstart und in der 2. Minute hieß es bereits durch Roß 0:1. Die Gastgeber fanden sich überhaupt nicht zurecht und ließen sich völlig in ihrer Hälfte einschnüren. Lediglich ihrer guten Verteidigung verdanken sie es, daß sie bis zum Wechsel nicht weitere Tore hinnehmen mußten. In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild völlig. Hofheim hatte unflgestellt und Eberstadt wurde nunmehr in die eigene Hälfte gedrückt. Die Gastgeber lagen ständig im Angriff. Mittelstürmer Dietz erzielte in der 61. Minute den Ausgleich und den Siegestreffer schoß Rechtsaußen Bär in der 74. Minute aus einem Gedränge heraus. Ka.
VfR Langen—SKG Roßdorf 0:1 (0:1)
Eine Ueberraschung bescherte der VfR Langen den erschienenen 1000 Zuschauern. Man sah nur die einheimische Mannschaft in Front. Glück und eine gute Abwehr verhalfen den Gästen zu einem unverdienten l:0-Erfolg, der in der ersten Halbzeit nach 12 Minuten von Boter erzielt wurde. 13:0 Ecken für Langen zeugen von der Ueberlegenheit, doch die hilflosen Stürmer brachten es nicht fertig, einmal ins Schwarze zu treffen. Roßdorf war in der Abwehr ein hervorragender Partner, zeigte aber als Geschlossenheit keine überzeugende Leistung. Mei.
Heppenheim—Ober-Ramstadt 2:1 (1:1)
Heppenheim hatte durchweg leichte Vorteile in dem schnellen und schönen Spiel und schuf auch die besseren Torgelegenheiten. Der ersatzgeschwächte Sturm konnte sich aber gegen die gute Gästeverteidigung nicht richtig durchsetzen. Zwei todsichere Chancen Heppenheims, bei denen der Torwächter schon geschlagen war, klärte Ober-Ramstadts linker Verteidiger auf der Torlinie. Weber schoß den verdienten Führungstreffer der Kreisstädter, aber noch vor Seitenwechsel konnten die Gäste nach einer verunglückten Ballrückgabe den Ausgleich erzielen. In der zweiten Halbzeit waren die Gastgeber noch stärker überlegen, und wiederum war es Weber, der den zweiten und siegbringenden Treffer schießen konnte. Ka.
Bezirksklasse Gruppe 2
Freundschaftsspiel
Mörfelden—Michelstadt 5:2 (5:1)
Zwei grundverschiedene Halbzeiten gab es in Mörfelden. So überlegen wie der Gastgeber sein Spiel vor der Pause gestalten konnte, so sehr mußte er in der zweiten Halbzeit um seinen Sieg bangen, als der Gast ganz groß aufkam und fortwährend die Mörfelder in ihrer eigenen Hälfte einschnürte. Diese hatten aber das Plus des 5:1- Vorsprunigs, der ihnen dank ihrer sicheren Hintermannschaft einen 5:2-Endsieg einbrachte. lr
KSV Urberach — SV Münster 3:0 (2:0)
1000 Zuschauer bildeten am Eichenhügel in Urberach einen guten Rahmen. In der ersten Spielhälfte zeigten die Einheimischen schöne Kombinationen und ein ideenreiches Stürmerspiel. Die gute Deckungsarbeit der Hintermannschaft und genaue Ballabgaben ließen immer wieder Vorteile aufkommen. Nur großes Schußpech der Gastgeber bewahrte die Elf aus Münster vor einer höheren Niederlage. Das erste Tor erzielte Kraus nach einem schönen Zusammenspiel. Bereits drei Minuten später hieß es durch den gleichen Spieler 2:0. Nach Seitenwechsel erspielten sich auch die Gäste einige Chancen. Einen Strafstoß konnte Kraus zehn Minuten vor Schluß durch Kopfball verwandeln. gi.
Dieburg—Eppertshausen 9:0 (2:0)
Das Dieburger Spiel nahm den erwarteten Ausgang. Die Ueberlegenheit des Gastgebers war in der ersten Halbzeit weit drückender als nach dem Wechsel, wenn auch der Pausenstand von 2:0 einen anderen Schluß zuließe. Die hohe Torausbeute der zweiten Halbzeit ist zum Teil auf die starke Ueberlastung der Eppertshäuser Verteidigung während des ganzen Spiels zurückzuführen. Auf der Siegerseite waren Stumpf (4) J. Beck (2), G. Beck, Kuhn und Schmitt erfolgreich. (RG)
Germania Ober-Roden — Trebur 1:0 (1:0)
U eberraschenderweise zeigte der Tabellenletzte Trebur an der Frankfurter Straße ein gutes Spiel. Erst nach 20 Minuten Spieldauer konnten die Germanen leichte Vorteile im Mittelfeld herausspielen. Kronenberg kurbelte die Angriffe an, doch großes Schußpech im Sturm ließ keine Erfolge zu. Das einzige Tor des Tages erzielte in der 35. Minute Gotta durch einen flachen Schuß. Bis zur Pause zeichnete sich die Gästeverteidigung besonders aus. Erst in der zweiten Hälfte verstanden es die Gastgeber, ihre Angriffe in die gegnerische Hälfte zu tragen, aber Verteidiger Ope und Schmalz machten die vielen Chancen zunichte, gi.
Nauheim—Egelsbach 3:1 (1:0)
Bei dieser Begegnung zeigten beide Mannschaften keine besonderen Leistungen und ließen viele Wünsche offen. Während beim Gastgeber die Hintermannschaft einwandfrei und sicher arbeitete, konnte der Sturm nur wenig gefallen und ließ zahlreiche Chancen aus. Ein Strafstoßtor des Nauheimer Trainers Bitter ergab in der 25. Minute den Halbzeitsterd. Sämtliche restlichen Tore fielen in der Mitte der zweiten Halbzeit binnen fünf Minuten. Zunächst war Bitter noch zweimal erfolgreich, im Anschluß daran schoß Egelsbach den einzigen Gegentreffer. lr.
Walldorf—Bischofsheim 1:0 (0:0)
In einem wirklich spannenden und technisch auf einer beachtlichen Stufe stehendem Spiel bezwangen die Rot-Weißen den seithörigen Tabellenführer Bischofsheim und setzten sich durch diesen Sieg gleichzeitig an seine Stelle. Ohne die Leistung der Gäste zu schmälern kann man sagen, daß der Sieg von Walldorf verdient war, zumal der Gastgeber bereits nach 4 Minuten seinen Halbrechten durch Verletzung verlor. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit übernahm Walldorf nach der Pause die Initiative und bedrängte stark das Tor von Bischofsheim, wobei es in der 69. Minute durch einen unhaltbaren Schuß seines Linksaußen Müller zum einzigen Tor des Tages kam. Ir.
Messel—Wixhausen 4:2 (3:1)
Das Gast mußte einsehen, daß in Messel schwer zu gewinnen ist. In der 14. Minute mußte Seibel das erstemal hinter sich ins Netz greifen. Messel wurde jedoch dann warm und übernahm das Spielgeschehen. Laumann glich in der 23. Minute aus und Messel konnte sogar durch einen Alleingang von Schleimkoffer in Führung gehen. Messel drängte und erzielte noch vor der Pause ein weiteres Tor durch Volk. Nach der Pause verlor das Spiel an Schnelligkeit. Schmitt wurde wegen Schiedsrichterbeleidigung des Feldes verwiesen. Messel konnte durch Laumann noch ein weiteres Tor erzielen, worauf Wixhausen durch den Halbrechten das Endergebnis herstellte. Scho.
Fußball-Kreisklassen
Kreis Darmstadt A-Klasse
Hähnlein—SSG Langen 5:2 Nieder-Ramstadt—Grafenhausen 4:2
Kreis Darmstadt B-Klasse
VfR Langen—Eschollbrücken 1:2 Nieder-Beerbach—Rohrbach 1:2
Freundschaftsspiele
Arheilgen (Soma)—SC Griesheim 1:5 TSG Darmst. 46 Res.—Union Bessungen 1:2 Elmshausen—Jugenheim 3:5
Kreis Dieburg A-Klasse
Götzenhain—Groß-Umstadt 3:0 Mosbach—Groß-Zimmern 6:1 Dreieichenhain—Kleestadt 2:0 Ueberau—Nieder-Roden 1:3 Spachbrücken—Ober-Roden 3:3 Klein-Zimmern—Offenthal 4:4
Kreis Dieburg B-Klasse, Gruppe I
Georgenhausen—Hering 6:0 Brensbach—Groß-Bieberau 0:12 Fränkisch-Grumbach—Hassia II 0:7 Wersau—Nieder/Ober-Klingen 4:0
Gruppe II
Schaafheim—Heubach 0:0 Klein-Umstadt—Fr. Spvgg Münster 2:2 Wiebelsbach—TV Groß-Umstadt 2:2 Raibach—Hergershausen 1:6
Kreis Erbach A-Klasse
Erbach Ib—Würzburg 11:0 TSG Bad König—KSK Beerfelden ausgef. TSV Höchst—FS Rimhorn ausgef. Steinbach—SG Sandbach 1:2
Gruppe Oberzent
Steinbuch—Sensbachtal ausgef.
Gruppe Unterzent
Kirch-Brombach—Soma Höchst ausgef. Vielbrunn—Fürstengrund ausgef. Wald-Amorbach—VfL Höchst ausgef. Mümling-Grumbach—Haingrund ausgef.
Kreis Bergstraße A-Klasse
Aschbach—.Fehlheim 7:1 Weiher—Lampertheim 6:3 Einhausen—Mörlenbach 2:3 Affolterbach—Lindenfels ausgef.
B-Klasse, Gruppe Odenwald
Ober-Abtsteinach—Wahlen 2:5 SV Fürth—Rimbach 2:4 Zotzenbach—Mitlechtern 0:5
B-Klasse Ried
Zwingenberg—Schönberg 5:2
| Lorsch | |||||
| Bürstadt | |||||
| 11 | |||||
| 12 | 10 | 8 | 1 | ||
| 1 | 0 | ||||
| 3 | 49:9 | ||||
| 27:16 | 21:1 | ||||
| 17:7 | |||||
| Ober-Ramstadt | |||||
| 12 | 8 | 0 | 4 | 39:24 | 16:8 |
| Viktoria Urberach | |||||
| Hofheim | Heppenheim | ||||
| 11 | |||||
| 12 | 11 | 6 | |||
| 6 | 6 | 2 | |||
| 1 | |||||
| 0 | 3 | ||||
| 5 | 5 | 29:16 | |||
| 17:14 | 22:18 | 14:8 | |||
| 13:11 | 12:10 | ||||
| Bobstadt | |||||
| 13 | 5 | 2 | 6 | 32:31 | 12:14 |
| Roßdorf | |||||
| 12 | 5 | 1 | 6 | 27:42 | 11:13 |
| Langen | |||||
| 10 | 4 | 2 | 4 | 19:17 | 10:10 |
| Groß-Gerau | |||||
| 11 | 5 | 0 | 6 | 29:25 | 10:12 |
| Bensheim | |||||
| 11 | 4 | 1 | 6 | 17:31 | 9:13 |
| Pfungstadt | |||||
| 12 | 4 | 1 | 7 | 20:31 | 9:15 |
| Biblis | |||||
| 12 | 3 | 2 | 7 | 26:42 | 8:16 |
| Eberstadt | |||||
| 11 | 1 | 1 | 6 | 15:24 | 6:16 |
| Groß-Rohrheim | |||||
| 11 | 1 | 2 | 8 | 6:34 | 4:18 |
| Mörfelden — Michelstadt | |
| 5:2 (5:1) | Urberach — Münster |
| 3:0 (2:0) | Dieburg — Eppertshausen |
| 9:0 (2:0) | Ober-Roden — Trebur |
| 1:0 (1:0) | Nauheim — Egelsbach |
| 3:1 (1:0) | Walldorf — Bischofsheim |
| 1:0 (0:0) | Messel — Wixhausen |
| 4:2 (3:1) |
| Biblis — Gernsheim | |||||||
| 2:6 | (0:5) | Walldorf | 12 | 9 | 0 | 3 | 20:8 |
| 18:6 | Bischofsheim | 12 | 8 | 1 | 3 | 35:18 | |
| 17:7 | KSV Urberach 10 | 7 | 2 | 1 | 28:11 | ||
| 16:4 | Dieburg | 11 | 6 | 3 | 2 | 46:19 | |
| 15:7 | Ober-Roden | 12 | 6 | 2 | 4 | 29:19 | |
| 14:10 | Mörfelden | 11 | 4 | 4 | 3 | 24:20 | |
| 12:10 | Nauheim | 11 | 4 | 4 | 3 | 23:21 | |
| 12:10 | Münster | 12 | 4 | 4 | 4 | 21:22 | |
| 12:12 | Wixhausen | 12 | 4 | 2 | 6 | 21:24 | |
| 10:14 | Messel | 10 | 3 | 3 | 4 | 22:28 | |
| 9:11 | Erbach | 9 | 4 | 0 | 5 | 22:31 | |
| 8:10 | Michelstadt | 11 | 3 | 2 | 6 | 19:36 | |
| 8:14 | Egelsbach | 12 | 2 | 3 | 7 | 27:37 | |
| 7:17 | Eppertshaus. | 11 | 0 | 5 | 6 | 13:33 | |
| 5:17 | Trebur | 12 | 2 | 1 | 9 | 8:31 | |
| 5:19 |
Abschied der 98er aus der Ringer-Oberliga
SV Darmstadt—Vorwärts Groß-Zimmern 2:6
Der vorletzte Kampftag der Ringer brachte bereits die Entscheidung bezüglich des Abstieges. Ueberraschend klar verlor die Staffel des SV 98 ihren letzten Kampf gegen die gut zusammengestellte Gästemannschaft aus Groß-Zimmern. Mit dem gleichen Ergebnis wie im Vorkampf gingen die vielleicht entscheidenden Punkte verloren. Die evtl, zugesprochenen Punkte des Protestes aus dem Hanauer Kampf nützen nichts mehr. Trotzdem ist ein kleiner Funken auf Erhalt der höchsten Klassenzugehörigkeit gegeben, da die Ringer-Oberliga, die bisher nur 7 Vereine erfaßte, auf 10 bis 12 erhöht werden soll.
Im Fliegengewicht gingen die Gäste bereits in Führung. Marx (98) brachte sein Gewicht nicht, und der für ihn eingesprungene Volz (98) verlor bereits nach der 3. Min. gegen Obmann, Groß-Zimmern. Gespannt war man auf den Schwergewichtskampf. Der Gästeringer Pullmann konnte seinen Vorkampfsieg über Scheidler auch in Darmstadt wiederholen. Obwohl Scheider (98) mit einer erzielten Wertung bis in die letzte Minute führte, wurde er eine halbe Minute vor Kampfabschluß durch eine Stützschleuder besiegt. Im Bamtamgewicht vermag Borowski (98) nicht, den Anschluß zu finden, und eine knappe Punktniederlage durch Roth, Groß-Zimmern, brachte die Gäste bereits mit 3:0 in Front. Gerhardt (98) blieb es im Halb- Schwergewicht Vorbehalten, den ersten Punkt für die Gastgeber zu erringen. Ein Armzug am Boden besiegelte in der 7. Minute das Schicksal des für Groß-Zimmern ringenden Haas. Nachdem Heckhaus (98) über Rudolph einen Punktsieg zugesprochen bekam, hofften die 98er wieder. Den folgenden Kampf im Mittelgewicht entschieden jedoch wiederum die Gäste für sich, die damit einen beruhigenden 4:2-Vorsprung erringen konnten. Ebert (98) verlor in der 3. Minute durch Hüftschwung. Den Sieg der Gäste stellte im anschließenden Kampf im Leichtgewicht Wörtche, Groß-Zimmern, sicher, der über Mischky (98) in der 8. Min. durch Ausheber erfolgreich war. Im letzten Kampf des Abends hätte es beinahe eine Ueberraschung gegeben. Waldhaus (98) hatte seinen Gegner bereits auf den Schultern, der Kampfrichter übersah es. In der 6. Min. war es Dittmann, Groß-Zimmern, der durch Eindrücken der Brücke den klaren Endsieg der Gäste verbuchen konnte. Die zahlreichen Zuschauer brauchten trotz der Niederlage ihr Kommen nicht bereuen.
SKG Sprendlingen—SG Arheilgen 6:2
Zum fälligen Verbandskampf in der hessischen Ringer-Landesliga trafen am Sonntag die A.rheilger ersatzgeschwächt auf die komplett antretenden Gastgeber. Erstmals mußten die Damstädter Vorortler eine Niederlage gegen die Sprendlinger Staffel einstecken. In den bisherigen Freundschaftsbegegnungen waren sie immer Sieger geblieben, in der Vorrunde trennte man sich unentschieden. Die Gäste mußten Spatz ersetzen, so daß es mit dem Revanchekampf Heinl-Spatz nichts wurde.
Die Gäste gingen im Fliegengewicht durch Freudenberger, Arheilgen, in Führung, der in der 3. Min. durch einen Hüftschwung über Schlapp, Sprendlingen, siegreich blieb. Die Schwergewichtsbegegnung stand eindeutig im Zeichen von Hein, Sprendlingen, der über Fiedler ebenfalls in der 3. Min. durch Eindrücken der Brücke siegreich blieb. Nachdem Ebert, Arheilgen, im Bantamgewicht einige Wertungen erzielen konnten und etwas im Vorteil lag, überraschte ihn ein Armzug in der 5. Min., so daß die Gastgeber erstmals die Führung an sich reißen konnten. Im Halbschwergewicht hatten die Arheilger erstmals Heuser, E., aufgestellt, der um eine klare Niederlage gegen Specht sen. nicht herumkam. Den schönsten Kampf gab es im Federgewicht, wo Kuchar, Arheilgen, über den in dieser Saison in den Verbandskämpfen sich ausgezeichnet schlagenden Stork nach Punkten die Oberhand behielt. Dieser Punkt sollte auch der letzte für die Gäste sein. Im Mittelgewicht hatte Becker, Arheilgen, Pech. Sein Gegner Schamberg fing ihn bei einer Soublesse ab, so daß der Punkt an die Gastgeber fiel. Die beiden letzten Begegnungen, der I,eicht- und Weltergewichtskampf, brachten den Sprendlingern diesen klaren Sieg. Dabei mag berücksichtigt werden, daß Arnold, Arheilgen, nur knapp nach Punkten unterlag. -eri-
Den letzten Kampf der 98er in der Ringer-Oberliga bestritt Waldhaus (98) gegen Dittmann (Groß - Zimmern). Dittmann siegte in der sechsten Minute durch Eindrücken der Brücke. (Foto: Hemme)
Liliensiege im Tischtennis
SV 98—VfB Friedberg Herren 9:3, Damen 9:2
In der hessischen Tischtennis - Landesliga wurde am Wochenende das Meisterschaftsprogramm fortgesetzt. In ihrem letzten Vorrundenspiel besiegten dabei die Lüienträger den Neuling Vfß Friedberg, der sich bisher überraschend gut gehalten hat und durch verschiedene Siege über favorisierte Mannschaften aufhorchen ließ. In der Aufstellung Hardt, Hartmann, Kappes, Römer, Haller und Lutz waren die Darmstädter ihren Gästen spielerisch klar überlegen. Die ersten Begegnungen verliefen ausgeglichen. Den ersten Punkt erzielte Lutz (98) durch einen klaren Sieg. Haller (98) brachte die Gäste mit seiner Niederlage wieder auf ein Unentschieden. Im folgenden Kampf zeigte Kappes (98), daß er z. Z. in guter Form ist. Ein klarer Sieg erbrachte wiederum einen Vorsprung. Römer (98) mußte eine knappe Niederlage nach ausgeglichenem Kampf einstecken. Durch die folgenden Doppelspiele Hart-Kappes und Hartmann-Römer kamen die Gastgeber zu einem beruhigenden 4:2-Vorsprung, der dann durch Hardt (98) im Einzel weiter ausgebaut wurde. Hartmann (98) verstand es nicht, über Sauer, Friedberg, siegreich zu bleiben und verlor klar nach Punkten. In den folgenden Einzelspielen waren aber die Darmstädter weiter am Zug. Durch Siege von Haller, Lutz, Hartmann und Hardt wurde schließlich ein 9:3 -Erfolg sichergestellt, der die Lilienträger an das Mittelfeld aufrücken ließ.
In ihrem ersten Rückspiel feierten die Lilienträgerinnen einen überlegenen Sieg. Obwohl Frl. Guyot nicht mit von der Partie war, fiel der Sieg auf heimischer Platte klar aus. Das erstmals in der 1. Damenmannschaft spielende Frl. Freudei zeigte sich von ihrer besten Seite. Sie war es, die die 98erinnen in ihrem Einzel in Führung brachte. Frl. Pommer, Nungesser und Holzapfel reihten sich mit eindrucksvollen Siegen an. Lediglich Frau Römer und Frau Nangot verloren überraschend ihre Einzel. Die beiden folgenden Doppelspiele Nangot-Nungesser und Holzapfel-Römer erbrachten einen weiteren Vorsprung. Bei den letzten Einzelspielen dominierten die Gastgeberinnen wiederum eindeutig, so daß der Sieg selbst in dieser Höhe verdient ausfiel. Durch diesen klaren Sieg haben sie ihre Tabellenposition weiterhin festigen können und werden mit Ruhe den kommenden Spielen entgegensehen können. Die 3. Herrenmannschaft besiegte in Egelsbach die dortige 1. Mannschaft der SG mit 7:2.
„Boxer-Dämmerung‘ in USA
Joe Walcott geschlagen
Neuyork (AP.) Vor sechstausend Zuschauern wurde Joe Walcott, der Veteran aus New Jersey, in Neuyork von einem blutjungen Anfänger nach Punkten geschlagen. Sein Gegner war Res Layne, ein 22jähriger Bauernjunge aus Utah, der erst vor achtzehn Monaten seine Boxlaufbahn begann.
In der ersten Runde des - Runden-Kampfes war Layne noch nervös und offensichtlich von dem Ruf „Jersey Joes“ beeindruckt. Schon in der zweiten Runde ging Layne jedoch los und deckte Walcott mit einem Hagel von Körperschlägen ein, wobei seine harte Rechte allgemein Aufsehen erregte.
Kampfrichter Ruby Goldstein sprach Layne sechs und Walcott zwei Runden zu. Zwei Runden waren unentschieden. Walcott war bei weitem nicht mehr in der Form, die er 1947 und 1948 in den Kämpfen gegen Joe Louis gezeigt hatte.
Kilian/Roth siegten in Münster
Das traditionelle Mannschaftsrennen über 1001 Runde (= 153,860 km) in der Münsterlandhalle in Münster gewannen Kilian/Roth (Luxemburg/Schweiz) in 3:21:27 Stunden überlegen mit zwei Runden Vorsprung vor den Holländern Bakker/van Beek (39 Punkte) und Mirke/Preiskeit (München), die bei 24 Punkten drei Runden im Rückstand lagen. Zahlreiche Stürze beeinflußten das schnelle Rennen von Anfang an. Die Holländer Bakker/van Beek, die nach einer halben Stunde das Feld von elf Mannschaften mit Rundenvorsprung anführten,wurden wiederholt von Stürzen heimgesucht, so daß sie an Kampfkraft einbüßten. Die stark fahrenden Kilian/Roth lagen bereits nach einer Stunde an der Spitz und gaben die Führung nicht mehr ab.
Drei Punktespiele gab es in der Eishockey-Oberliga. Preußen Krefeld (8:3 gegen den Krefelder EV), EV Füssen (13:3 gegen EV Bad Tölz) und die Düsseldorfer EG (24:4 gegen den Berliner SC) kamen hierbei zu überlegenen Siegen, die sie an die Spitze in den drei Gruppen West, Süd bzw. Nord bringen.
An den Bob-Weltmeisterschaften in l’Alpe d’Huez werden am 20./21. Januar (Zweier-Bob) bzw. am 27-/28 Januar (Vierer-Bob) neben den Vertretern Deutschlands die schnellsten Schlitten aus zwölf anderen Nationen teilnehmen.
Sensation im Silberschild-Endspiel
Hamburg schlug Vorjahrsmeister Nordrhein/Westfalen mit 3:1
Hamburg. 26. November, (doa) Im Endspiel um den Hockev-Silberschild gewann Hamburg am Sonntag in Hamburg vor 2000 Zuschauern gegen den favorisierten Vorjahressieger Nordrhein-Westfalen verdient mit 3:1 (1:0) Toren. Deutschlands Rekordinternationaler " tti Weiß (40 Länderspiele) feierte dabei seinen 14. Sieg im Kampf um die höchste Trophäe des deutschen Hockeysports.
Die westdeutsche Elf übernahm sofort das Kommando, doch vermochte sich der Angriff gegen die erfahrene Hamburger Deckung mit dem reaktionssicheren Torwart Berodt nicht durchzusetzen. Ende der ersten Hälfte kam Hamburg besser ins Spiel. Eine Minute vor der Pause erzielte Fehling nach einem Fehler des westdeutschen Torwarts Deppe den Führungstreffer. Wer einen Um. schwung erwartete, als der westdeutsche Mittelstürmer Büdinger in der 40 Minute nach der Vorlage Dollheisers ausglich, sah sich getäuscht. Vielmehr blieb der Hamburger Angriff weiter gefährlich. Fehling (44. Minute) und Ruck (54. Minute) stellten nach guter gegenseitiger Vorarbeit den Sieg mit zwei weiteren Treffern sicher.
Hamburgs sichere Deckung gab der Elf einen guten Rückhalt, und der Sturm wußten durch konzentriertens Spiel mit. den sich bietenden Gelegenheiten etwas anzufangen Die westdeutsche Mannschaft verlor mit zunehmender Spielzeit immer mehr an Zusammenhang. Trof • guter Einzelleistungen des Verteidigers Griesel, des MHtelläu. fers Hidding. der aber zuviel Stopper spielte, und Budingers blieb das Spiel nur Stückwerk.
SV 98 besiegt Wormatia 14:3 (6:0)
Der ehemalige Nationaltorhüter Keimig verhindert höhere Niederlage
Die „Lilien“ waren im ganzen Spiel ihrem Gegner in allen Belangen so überlegen, daß eigentlich ein weit höherer Sieg hätte herausspringen müssen. Dinge, die sonst in viel schwereren Spielen gelingen, gingen diesmal öfter daneben. Dazu kam, daß im Tor der Gäste mit dem ehemaligen Olympia-Torhüter Heiner Keimig ein Mann zwischen den Pfosten stand, der noch immer über ausgezeichnetes Können und Stellungsspiel verfügt und den Stürmern der Darmstädter das Leben mehr wie sauer machte. Vor allem in der ersten Hälfte des Spiels zeigte er einige saubere Paraden, und die Torwürfe mußten schon mit aller Präzision kommen, um ihn zu überwinden.
Die Wormaten spielten allerdings betont defensiv und erschwerten den 98er Stürmern ein ums andere Mal das Durchkommen. In der zweiten Hälfte war es besser, die Lilien hatten dazu, das bessere Stehvermögen. Die Wormser griffen immer mehr zu unsauberen Abwehrmitteln, so daß sich der sehr 13-Meter-scheue Schiedsrichter Karn aus Wiesbaden nur einmal und endlich zu einem solchen für die 98er entschied. Er hätte das ruhig vorher schon tun sollen. Sonst war seine Leistung recht ordentlich.
Die Wormser kämpften unentwegt und sahen sich nach erfolgloser erster Halbzeit nachher durch drei Gegentore in ihren Bemühungen belohnt.
Die Darmstädter waren etwas umgestellt, und zwar spielten Lutz und Schäfer wieder. Wenz rückte auf Linksaußen, wo er allerdings recht wenig eingesetzt wurde. Emig kam in die Läuferreihe, Spieker auf den Verteidigerposten und Mark pausierte.
Es spielten: Lehning (sicher); Glock und Spieker (zuverlässig); Emig, Peters, Fischer (schnell und beweglich); Schäfer (gut wie
immer), Lutz (Schußpech), Reinhardt (sicherer Schütze), Dr. Barth (ihm gelang heute nicht alles) und Wenz (zu wenig eingesetzt). Die Torschützen: Schäfer (5), Lutz (3), Reinhardt (3), Dr. Barth (2), Peters (1). In den Vorspielen besiegten die Mädels von 98 ihre Gegnerinnen von Worms nach knapper Pausenführung (2:1) ganz eindeutig mit 10:1 Toren und haben sich auf dem Wege zur Bezirksmeisterschaft einen harten Gegner vom Halse geschafft. Die 98er-Reserve distanzierte die Wormser klar mit 23:6 (Halbzeit 8:0) Toren. -r.
Weitere Spiele der Verbandsliga
TSG Griesh. — Eintr. Mombach 7:5 (3:4) VfR Wiesbaden — TSV Nied 2:3 (2:2) Kick. Offenb. — SG Dietzenb. 9:16 (6:9)
Das erste Zusammentreffen der beiden bisher ungeschlagenen Mannschaften brachte insofern die Vorentscheidung, als sich Dietzenbach auf dem Bieberer Berg den Offenbacher Kickers überlegen zeigte. In einem von fast 5000 Zuschauern besuchten Spiel zeigten beide Mannschaften hervorragende Leistungen. Der Dietzenbacher Angriff zeigte sich als ideenreicher spielend und wurfkräftiger, was schließlich den Ausschlag gab.
Der TSV Nied behauptete seinen dritten Platz durch einen knappen 3:2 -Auswärtserfolg beim VfR Wiesbaden. Auf beiden Seiten waren die Hintermannschaften erstklassig. 98 Darmstadt hatte keine große Mühe, um Wormatia Worms klar zu bezwingen. Die Wormser konnten sich mit ihrem schwachen Angriff gegen die Darmstädter Dekkung nicht durchsetzen. Keimig im Wormser Tor war wieder der Held des Tages. Auf den nächsten Tabellenplatz wanderte Griesheim, das die ersatzgeschwächten Mombacher zu Gast hatte, jedoch erst dann Oberwasser erhielt, als nach Seitenwechsel die jungen Stürmer der Eintracht ihren eigenen Tempo zum Opfer gefallen waren. Trotz mehrfachen Ersatzes lag Mombach stets mit einem Tor in Führung, die sogar auf 5:3 erhöht werden konnte. Gelnhausen, das spielfrei war, hat durch seinen 7:0-Sieg am Buß- und Bettag über Mombach diese Mannschaft jetzt überholt. Das am gleichen Tag ausgefallene Spiel Nied gegen 98 Darmstadt haben wir in der Tabelle nicht gewertet, da die Angelegenheit noch der Klärung bedarf..
Der HC Basel hat die Eishockeyvertretung des VfL Bad Nauheim in Basel mit 7:1 geschlagen. Während des ganzen Spiels regnete es in Strömen. Die Baseler Mannschaft zeigte sich durchweg überlegen und wurde von den Nauheimern niemals ernsthaft bedroht. Die Ergebnisse der einzelnen Drittel lauteten 3:1, 3:0, 1:0.
Keimig ist immer noch ein Klassehüter. Hier ist er allerdings gegen den Schuß von Lutz machtlos. Szene aus dem Handballspiel SV 98—Wormatia Worms. (Foto: Hemme)
| SG Dietzenbach | 10 | 146:49 | 20:0 |
| Kicker® Offenbach | 10 | 123:88 | 18:2 |
| TSV Nied | 9 | 64:53 | 13:5 |
| 98 Darmstadt | 8 | 120:81 | 12:4 |
| TSG Griesheim | 10 | 82:86 | 12:8 |
| VfR Wiesbaden | 10 | 71:86 | 8:12 |
| SV Gelnhausen | 10 | 83:91 | 8:12 |
| Eintracht Mombach | 9 | 62:82 | 7:11 |
| SG Kempten | 8 | 45:94 | 2:14 |
| TSV Herrnsheim | 7 | 42:81 | 0:14 |
| Wormatia Worms | 9 | 42:89 | 0:18 |
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Amtliche Bekanntmachungen Anmeldungen zur Kaufmannsgehilfen-, Facharbeiter-, Gehilfen- und Anlernabschlußprüfung — Frühjahr 1951 Anmeldungen zu den vorgenannten Prüfungen werden in der Zeit vom 1. bis 20. Dezember 1950 bei der Industrie- und Handelskammer, Darmstadt, Abt. Berufsausbildung, Luisenplatz 7, I. Stock, entgegengenommen. Die Anmeldevordrucke werden den Lehrbetrieben für die zur Prüfung heranstehenden Lehrlinge von der Kammer zugesandt. Zur Prüfung werden zugelassen: Lehrlinge, die ihre Lehrzeit bis zum 30. Juni 1951; Anlernlinge, die ihre Anlernzeit bis zum 30. 4. 1951 beendet haben. Industrie- und Handelskammer Darmstadt In der Strafsache gegen Georg Ludwig 11., Nieder-Modau, Friedrich-Ebert-Straße 2, erging am 13. 10. 1950 durch Amtsgerichtsrat Dr. Rothe folgendes Urteil: Der Angeklagte wird wegen fahrlässiger Zuwiderhandlung gegen das Lebensmittelgesetz bei der Spelseeisherstellung an Stelle von 3 Wochen Gefängnis zu 200 DM Geldstrafe verurteilt. Er hat die Kosten des Verfahrens zu tragen. Das Urteil ist rechtskräftig. Veröffentlichung wurde angeordnet Reinheim, den 24. November 1950 Amtsgericht Reinheim Am Dienstag, dem 28. 11. 1950, wird in Darmstadt-Ebers’jdt zwangsweise meistbietend gegen sofortige Barzahlung öffentlich versteigert: Vorm. 10.00 Uhr: 1 Akkordeon mit Koffer Zusammenkunft: Heidelberger Str., Ecke Eschollkopfweg Vorm. 11.00 Uhr: 1 Steinsäge „Riesterer" Zusammenkunft: Seeheimer Str.. Ecke Heidelberger Straße. Neubert, Gerichtsvollzieher (b) Betr.: Ausbruch der Geflügclpest im Hühnerbestand des Wilhelm Arnold in Rimbach, Eckgasse 9. Unter dem Geflügelbestand des Wilhelm Arnold in Rimbach, Eckgasse 9, wurde Geflügelpest amtstierärztlich festgestellt. Der Ortsteil im Bereich der Eckgasse in Rimbach wurde durch den Regierungsveterinärrat für den Landkreis Bergstraße — Dienstbezirk 2 — zum Sperrbezirk erklärt. Heppenheim, den 16. November 1950. Der Landtat des Landkreises Bergstraße Auf Grund des § 4 StrVKO. vom 13. 11. 1937 ist die Geschwindigkeit für Kraftfahrzeuge aller Art innerhalb der Ortsdurchfahrt Neckarsteinach (Bundesstraße 37) auf 15 km/st beschränkt worden. Die aufgestellten Verkehrsschilder sind zu beachten. Heppenheim, den 20. November 1950. Der Landrat des Landkreises Bergstraße, i. A.: Gre i n Dienstnachrichten Herr Nikolaus Friedrich Ul., geb. am 26. 7. 1904, Lindenfels, wurde am 16. 11. 1950 als Rohrmeister der Gemeinde Lindenfels verpflichtet. Beurkundete Sterbefälle Bei den Darmstädter Standesämtern beurkundete Sterbefälle (In der Zeit vom 23. Oktober bis 18. November 1950) Appel. Maria geb. Krapp, geb. 31. 1. 82, Dieburg, Theobaldstraße 25!/u>, gest. 25. 10. 50. — Badenschneider, Philipp, geb. 29. 5. 87, Rentner, Groß-Zimmern, Angelgartenstr. 18, gest. am 31. 10. 50. — Barnewald, Johann Ewald, geb. 19. 9. 70, Landwirt, Dst.-Arheilgen, Große Hundsgasse 3, gest. 13. 11. 50. — Beck, Friedrich, Rudolf Heinz, geb. 26. 7. 21, kaufm. Angestellter, Darmstadt, Im Tiefensee 46, gest. 18 11. 50. — — Beck, Reinhard, geb. 22. 7. 76. Schlosser, Darmstadt, Taunusring 97, gest. 25. 10. 50. — Becker, Emilie Marie Henriette, geb. 7. 3. 91, Handlungsvertreterin, Dst.-Eberstadt, Darmstädter Str. 32, gest. 9. 11. 50. — Benz, Hermann, geb. 20. 9. 13. Kaufmann, Darmstadt, Im Tiefensee 38, gest 25. 10. 50. — Bering, Heinrich, geb. 11. 11. 50, Darmstadt, Seiters-
weg 150, gest. 13. 11. 50. — Bersch, Frieda geb. Müller, geb. 19. 10. 81, Darmstadt, Lauteschlägerstr. 22, gest. 26. 10. 50. — Bickelhaupt, Elisabetha geb. Knöll geb. 27. 2. 07, Brandau, Wilhelm-Leuschner-Straße, gest. 1. 11. 50. — Chmelicek, Ferdinand, geb. 30. 3. 84. Arbeiter, Wembach, Schulstr. 23, gest. 11. 11. 50. — Dieter, Auguste Margarete geb. Höreth, geb. 24. 4. 10. Schaafheim, Freundlichgasse 14, gest. 15. 11. 50. — Dörr, Barbara geb. Hauenstein, geb. 14. 9. 91, Dst.-Eberstadt, Klingsackerstraße 1, gest. 21. 10. 50. Edward, Manfred, geb. 20. 6. 82, Ministerialrat a. D. Jugenheim, Pauerweg 30, gest. 14. 11. 50. — Eisenhauer, Franz Jakob, geb. 20. 5. 80, kaufm. Angestellter, Darmstadt, Hindenburgstraße 47, gest. 4. 11. 50. — Emrich. Enna geb. Klös, geb. 3. 10. 79, Darmstadt, Wenkstr. 44, gest. 2. 11. 50. — Erhard, Rüdiger-Heinz, geb. 10. 6. 49, Dst.-Arheilgen, Weinbergstraße 7, gest. 27. 10. 50. — Fell, Bertha geb. Selzer, geb. 8. 11. 71, Darmstadt, Wormser Str. 32, gest. 10. 11. 50. — Fickert, Marie geb. Merlau, geb. 25. 1. 00, Dst.-Arheilgen, Wilhelm-Leuschner-Str. 40, gest. 11. 11. 50. — Fleck, Heinrich, geb. 13. 3. 96, Waldfacharbeiter, Dst.-Arheilgen, Wilhelm-Leuschner-Str. 26, gest. 21. 10. 50. — Fornoff. Marie Sophie, geb. 2. 8. 04, Dst.-Arheilgen, Parkstr. 20, gest. 24. 10. 50. — Franky, Karl-Heinz Court, geb. 8. 8. 50, Darmstadt, Seitersweg 197, gest. 27. 10. 50. — Fries, Elisabetha, geb. 10. 6. 74, Dst.-Eberstadt, Heidelberger Str. 145, gest. 6. 11. 50. — Ganß, Luise, geb. 6. 1. 78, Darmstadt, Viktoriastraße 61, gest.. 30. 10. 50. — Gerhold, Katharina geb. Keller, geb. 3. 1. 70, Darmstadt, Alicenstr. 43, gest. 16. 11. 50. — Gerlach, Josef, geb. 29. 6. 98, Maurer, Darmstadt. Nehringstraße, gest. 6. 11. 50. — Greß, Katharina geb. Schneider, geb. 31. 12. 93, Darmstadt. Spessartring 16, gest. 9. 11 50 — Griesheimer, Christina geb. Siry, geb. 7. 1. 79, Darmstadt, Barkhausstraße 63, gest. 12. 11. 50. — Gußmann, Johann Philipp, geb. 24. 10. 87. Uhrmachermeister, Darmstadt, Mühlstraße 6, gest. 1. 11. 50. — Gutekunst, Annemarie Magdalena geb. Heist, geb. 2. 11. 94, Schneiderin, Darmstadt, Neue Niederstraße 8, gest. 23. 10. 50. Habich, Carl Eduard, geb. 16. 7. 82, Verw.-Angest. i. R._ Darmstadt, Landskronstraße 19, gest. 26. 10. 50. — Hach, Adam, geb. 7. 10. 02, Dreher, Groß-Bieberau, Beunestraße 12, gest.' 2. 11. 50. —- Halsband. Ernst Werner, geb. 23. 5. 81, Automonteur, Darmstadt, Wenkstraße 45, gest. 29 10. 50 Hecker, Wilhelm Adolf, geb. 6. 6. 70, Ingenieur, Darmstadt, Alexanderstraße 31, gest. 5. 10. 50. — Heindl, Maria geb^ Wurzel, geb. 26. 8. 04, Reinheim, Kirchstr. 51, gest. 30 10 50 — Hofmann, Margarete geb. Blößer, geb. 9. 5. 77, Darmstadt Bessunger Straße 112, gest. 9. 11. 50. — Hornung, Kurt-Jürgen, geb. 22. 1. 47, Schwabenheim, Schulstraße 10, gest 26 10. 50. — laksch. Antonie geb. Ring, geb. 15. 3. 77, Wallerstädten, Dornheimer Weg 9. gest. 2. 10. 50. — laßmann, Pet geb. 28. 12. 79, Rentner, Klein-Bieberau, Ortsstraße 23 gest’ 16. 11. 50. ’ ' Kern, Horst Emil, geb. 22. 10. 50, Darmstadt. Bismarckstr 100 gest. 25. 10. 50. — Kistner, Katharina geb. Grundel' geb’ 18. 2. 85, Heusenstamm. Wilhelmstraße 1, gest. 19 10 50' — Köth, Andreas, geb. 6. 6. 04, Arbeiter. Nieder-Ramstadt Dornwegshöhstraße 5, gest. 25. 10. 50. — Kopp, Dorothea geb. Britsch, geb. 20. 12. 22, Groß-Bieberau, Flurbachstraße 39 gest. 2. 11. 50. — Kozlowski, Friedrich, geb 20 10 50’ Griesheim, Wolfsweg 13, gest. 4. 11. 50. — Kramer Georg’ geb. 11. 1. 81, Beckermeister, Hahn, Hauptstr. 34 gest 16 11. 50. — Kredel, Adam. geb. 6. 4. 69, Rentner, Darmstadt’ Tannenstraße 30, gest. 12. 11. 50. — Kroth, Christina geb' Krall, geb. 8. 6. 78, Darmstadt, Taunusstr. 44, gest 2 11 50 — Krulikiewicz, Gisela Gertrud, geb. 18. 2. 48, ’ Darmstadt' Grafenhauser Str. 200. gest. 24. 10. 50. — Kugel Friedrich’ geb. 10. 10. 78. Kaufmann, Darmstadt. Wittmannstraße 4’ gest. 1. 11. 50. — Kuntscher, Sigrid Hermine, geb 27 4 4s’ Erfelden, Wilhelm-Leuschner-Straße 46, gest. 6. ’n 'so' ’ Landskron, Friedrich, geb. 8. 12. 72. Rentner, Darmstadt gest. 29. 10. 50. — Lang, Katharina, geb. 18. 3. 81 Dst -Eberstadt, Schwanenstr. 52, gest. 30. 10. 50. — Leiß, Anna geb Plößer, geb. 16. 2. 91. Malchen, Hauptstr. 28 gest 27 10 50' — Meinert, Hermann, geb. 6. 11. 79, Pensionär, Kirtorf Pfarrhaus, gest. 4. 11. 50. — Merker, Heinz-Horst Alfred geb 20. 10. 50. Griesheim, Groß-Gerauer Str. 58, gest. 21 10 50' — Müller, Walter, geb. 1. 9. 21. Offenbach-Bürgel, Ernst-Ludwig-Straße 143, gest. 8. 11. 50. — Nicolay. Johann Ludwig, geb. 22. 4. 69, Postass. i. R., Darmstadt, Kiesbergstr. 47 gest. 14. 11. 50.
Stadthalle: 19.30 (Konzertmiete 3) 3. Sinfonie-Konzert DARMSTADTER MUSIKZENTRALE Am Freitag, dem 1. Dez. 1950, 20 Uhr, in der Stadthalle Ilse Meudtner tanzt Karten 2 bis 5 DM + Abonnenten und Schüler erhalten Ermäßigungen
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