Absolute SPD-Mehrheit
47 von 80 Siken im heshschen Landtag - stimmenzuwadjs ber FDP
J. Sch. Wiesbaden, 19. November. Die gestrigen Landtagswahlen in Hessen, die ebenso wie in Württemberg-Baden ruhig verliefen sind gekennzeichnet durch den Sieg der SPD, durch erhebliche Gewinne der FDP, die ebenso wie bei der Bundestagswahl die zweite Stelle hält, durch Verluste der CDU und durch bedeutende Einbußen der KPD.
In der überwiegenden Mehrzahl der 48 Wahlkreise in Hessen hat die SPD die meisten Stimmen auf sich vereinigen können und damit im direkten Wahlgang ihre Kandidaten durchgebracht. Die FDP siegte in acht, die CDU in vier Wahl-
kreisen. Hervorzuheben ist die Tatsache, daß Finanzminister Dr. Hilpert (CDU) mit nur 38 Stimmen in dem Wahlkreis Hünfeld gegenüber dem FDP-Kandidaten und Kultusminister Stein (CDU) in dem Wahlkreis Groß-Gerau gegenüber dem SPD-Kandidaten unterlagen.
Die SPD, die bisher in der hessischen Koalition das Uebergewicht hatte, stellte im Wahlkampf vor allem auch die Frage der Remilitarisierung in den Vordergrund. Insofern ist ihr Erfolg auch von allgemeiner Bedeutung für die Bundespolitik. Ebenso wird das Mißverhältnis zwischen Löhnen und Preisen manche Wähler veranlaßt haben, für die SPD zu stimmen. Die CDU, als die zweite Koalitionspartei, hat im Wahlkampf und bei der Wahl unter der Bundespolitik nicht wenig zu leiden gehabt. Die FDP gewann nicht zuletzt als bisherige hessische Oppositionspartei und unter anderem auch deswegen, weil infolge ihres Wahlbündnisses ein großer Teil des Bundes der Heimatvertriebenen und Entrechteten wohl für sie gestimmt haben dürfte.
Die drei SPD-Minister (Ministerpräsident Stock, Innenminister Zinnkann und Wirtschaftsminister Wagner) sind alle in direkter Wahl wiedergewählt worden. In Frankfurt wurde Oberbürgermeister Kolb (SPD) mit großer Mehrheit neu und Oberbürgermeister Metzger (SPD) in Darmstadt abermals gewählt. Stadrat Buch (SPD) unterlag in Wiesbaden gegenüber Lied (FDP); auch der zweite Wiesbadener Wahlkreis brachte den FDP-Kandidaten (Schröder) durch, während die östlichen Vororte und Dotzheim mit großer Mehrheit den SPD-Kandidaten (Furtwängler) wählten. Im Rheingau und Untertaunuskreis siegte der FDP-Kandiat (Hasselbach).
Mandatsverteilung
Die 80 Sitze des neuen Hessischen Landtags sollen folgendermaßen verteilt werden: SPD 47, FDP 21 und CDU 12 Sitze. Es sind also pur drei Parteien in dem neuen Landtag vertreten, während der alte Landtag 38 SPD-, 28 CDU-, 14 FDP- und 10 KPD-Abgeordnete zählte. Danach ist also die SPD in der Lage, allein die Regierung zu bilden. Danach ist also die SPD in der Lage, allein die Regierung zu bilden.
...und Württemberg-Baden
SPD die stärkste Partei
Stuttgart, 20. November. (AP.) Das Landeswahlamt von Württemberg-Baden gibt uns das folgende vorläufige Endergebnis der Landtagswahlen bekannt: CDU 379 181 gleich 26,33 Prozent SPD 475 872 gleich 33,05 Prozent DVP 303 313 gleich 21,06 Prozent KPD 70 207 gleich 4,88 Prozent DG-BHE 211 599 gleich 14,69 Prozent. Von den 2 565 071 Wahlberechtigten des Landes haben 1 476 000 gleich 57,1 Prozent ihre Stimmen abgegeben, davon waren 36 210 gleich 2,4 Prozent ungültig.
In ihren Wahlkreisen wiedergewählt wurden Ministerpräsident Reinhold Maier (DVP) in Waiblingen und Innenminister Fritz Ulrich 8 (SPD) in Heilbronn.
Politische Beobachter geben ihrer Meinung dahingehend Ausdruck, daß die SPD in Württemberg-Baden als die stärkste Partei aus den Wahlen hervorgegangen ist. Die KPD werde aller Voraussicht nach nicht die erforderlichen fünf Prozent der Stimmen erhalten, die für ein Landtagsmandat notwendig sind. Im alten Landtag hatte die KPD 10 Sitze. (Ergebnisse der Wahlkreise auf Seite 2)
Notruf der Zuckerindustrie
Kohlenmangel gefährdet Zuckererzeugung
Hannover, 19. November, (dpa) Der Verein der Zuckerindustrie in Hannover hat als Wirtschaftsverband der gesamten Zuckerindustrie des Bundesgebietes einen „letzten Notruf'“ an die Bundesregierung gerichtet. Darin wird darauf hingewiesen, daß bei fast allen Zuckerfabriken die Kohlenvorräte nur noch für wenige Tage ausreichen. Jede Verzögerung der Brennstoffbelieferüng stelle die Zuckerversorgung der Bevölkerung in Frage.
Bundespräsident Professor Heuss nahm am Sonntag in der Frankfurter Dreikönigskirche an einem Festgottesdienst zur Hundertjahrfeier der Inneren Mission teil.
Peking zeigt kalte Schulter
Vier-Punkte-Forderung für Chinas Rückzug aus Korea
London, 19. November. (AP.) Zu den kürzlich von offizieller amerikanischer Seite abgegebenen Versicherungen, daß die USA keinerlei feindliche Absichten gegen China hegten, nahm Radio Peking in einer Sendung Stellung.
Die Erklärungen der amerikanischen Staatsmänner wurden ins Lächerliche gezogen. „Schon wieder mal gibt Truman Zusicherungen ab, und Acheson beschwört China, doch ja nicht die .friedlichen Absichten' Amerikas mißzuverstehen“, hieß es an einer Stelle.
Acheson könne versichert sein, daß es bezüglich der Absichten Amerikas, das sich den Weg mit Gewalt bis an. und über die Grenze chinesischen Gebietes erzwungen habe, sich Formosa aneignete und nun Chinas Nachbar, Vietnam, bedrohe, keinerlei Mißverständnisse mehr geben könne.
Gleichzeitig erklärt Radio Peking, amerikanische Flugzeuge hätten zwischen dem 10 und 14. November 28mal die chinesische Grenze überflogen und neunmal Bomben geworfen und Bordwaffenfeuer eröffnet. Dabei seien sechs Chinesen verwundet und über 160 Hauser zerstört worden.
Als Bedingungen für den Rückzug Chinas aus der koreanischen Krise wurden von der Sowjetdelegation nahestehender Seite folgende vier Punkte genannt: 1. Schaffung einer Pufferzone südlich der
koreanisch - mandschurischen Grenze, die von den jetzigen nordkoreanischen Behörden verwaltet werden müßte. 2. Zurückziehung der siebenten ameri-
kanischen Flotte aus den Gewässern von Formosa. 3. Widerruf der Anerkennung des
Tschiang-Kai-scheck-Regimes auf Formosa durch die Vereinigten Staaten. 4. Eine eindeutige Erklärung der USA,
daß sie die Regierung Tschiang Kaischeks nicht weiterhin unterstützen werden.
Für diese vertraulich weitergegebenen Bedingungen konnte noch keine Bestätigung von kommunistischer chinesischer Seite eingeholt werden, da die nach Lake Success eingeladene Pekinger Delegation erst in einigen Tagen eintrifft. Es steht deshalb nicht fest, ob es sich wirklich um Bedingungen der Pekinger Regierung handelt oder um Vorschläge, die auf sowjetischer Seite als mögliche VerhaMlungsgrundlage angesehen werden. Die gleiche Quelle teilte mit, von zuverlässiger Seite sei bekannt geworden, die USA seien bereit, eine etwa fünfzig Kilometer tiefe Pufferzone zu bilden, die unter die Verwaltung einer UNO-Kommission gestellt werden soll.
Sowjet- „Friedensplan“ abgelehnt
Vereinte Nationen erklären Angriff als schwerstes Verbrechen
Flushing, 19. November. (AP.) Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat mit der Annahme der von den Vereinigten Staaten unterstützten Entschließung, in der der Angriff als schwerstes Verbrechen gegen die Sicherheit der Welt angesehen und verurteilt wird, den sowjetischen „Friedensplan“, der auf dem Stockholmer Friedensappell basierte und der die Aechtung der Atombombe forderte, abgelehnt.
Damit ist praktisch das große sowjetische Programm für diese Tagung der Vereinten Nationen zu Fall gebracht worden. Die Sowjets haben aber eine andere Version ihres Programms in Zusatz- und Abänderungsanträgen zu dem 20-Jahre-Programm Lies für den Frieden vor die Vollversammlung gebracht. Lie soll es abgelehnt haben, sowjetische Punkte in sein Programm aufzunehmen, als er es Stalin in Moskau während seiner Besuchsreise durch die Hauptstädte der großen Vier im Frühjahr zeigte. Von maßgeblicher Seite wird das als einer der Gründe für die sowjetische Opposition gegenüber einer Verlängerung der Amtszeit Lies als Generalsekretär angeführt.
Schweden, Kanada, Jugoslawien, Chile, Kolumbien, Haiti, der Libanon und Pakistan haben inzwischen eine Entschließung eingebracht, die eine Förderung von Lies Friedensprogramm durch Studium von Seiten der UN-Organe mit Fortschrittsberichten an die Vollversammlung im nächsten Frühjahr fordert..
Der italienische Außenminister Graf Sforza (links) im Gespräch mit dem deutschen Vertreter Dr. von Brentano (rechts) in einer Pause während der ersten Plenarsitzung des Europa-Kates United Press-Acme Foto
Hilfe für Jugoslamien
Truman fordert sofortige Unterstützung
Washington, 19. November (dpa). Präsident Truman hat eine sofortige Unterstützung Jugoslawiens gefordert. In einem Schreiben an den Kongreß betont Truman, Jugoslawien habe nach der Sowjetunion die größte Militärmacht Europas. Diese sei ein bedeutender Faktor in der westeuropäischen Verteidigung gegen eine etwaige sowjetische Aggression. Wenn Jugoslawien nicht mehr Lebensmittel erhalte, könnte das Tito-Regime zusammenbrechen. Die Westmächte könnten dadurch einen potentiellen Verbündeten in einem etwaigen Kriege mit der Sowjetunion verlieren.
Tibet Sondersitzung?
Neuyork, 19. November, (dpa) Die mittelamerikanische Republik El Salvador forderte, die Vollversammlung der Vereinten Nationen solle in einer Sondersitzung die Invasion „ausländischer Streitkräfte“ in Tibet verurteilen. Indien wird die tibetanische Beschwerde gegen die rotchinesische Aggression beim Sicherheitsrat unterstützen, hat am Freitag der indische Transportminister Ayyangar erklärt.
700 Millionen weniger
Bonn, 19. November, (dpa) Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Dr. Hermes, hat in einem Schreiben an den Bundesernährungsminister auf das unausgeglichene Lohn-Preis-Gefüge hingewiesen. Die Gesamtausgaben der Landwirtschaft seien um 6 Prozent gestiegen. Wenn man dabei die gegenwärtigen Erzeugerpreise berücksichtige, ergäben sich für die Landwirtschaft Mindereinnahmen von 700 Millionen Mark.
Balkan der Welt?
•♦* Der zweite Teil der diesjährigen Arbeitstagung der Beratenden Versammlung des Europarates steht nicht mehr unter dem günstigen Stern, unter dem der erste Teil stand. Die Begeisterung ist verflogen, denn es hat sich herausgestellt, daß selbst im Augenblick der größten Gefahr die Widerstände gegen ein vereintes Europa größer sind, als man ursprünglich angenommen hatte. Der italienische Graf Sforza hat in seiner Eröffnungsrede darauf hingewiesen, die Vereinigten Staaten seien es satt, Europa als den Balkan der Welt zu betrachten, das heißt, als das Gebiet, in dem jeder Weltkrieg beginne. Deshalb hätten sie zum Zusammenschluß aufgefordert und er selbst müsse der Versammlung noch einmal verdeutlichen, wenn einer untergehe, gingen alle zusammen unter. In diesem Zusammenhang bezeichnete er den Ärmelkanal als einen geographischen Irrtum, der die Gefahren für England lediglich verdecke.
Diese Darlegungen verdeutlichen die schwierige Lage des Europarates. England kann sich noch nicht entschließen, sich bedingungslos für den europäischen Gedanken einzusetzen, weil es Rücksichten auf das Commonwealth zu nehmen hat und die übrigen Staaten zögern, sich ohne Großbritannien zusammenzufinden. Der englische Labour-Delegierte Mitchison bemerkte zwar humorvoll, man möge den britischen Löwen nicht dauernd am Schwanz zerren, wenn man ihn richtig behandle, sei er ein gutmütiges Tier, aber soviel ist sicher, daß England sich nicht endgültig festlegen will.
Aus diesem Grunde besteht Großbritannien auch auf dem Grundsatz der Einstimmigkeit im Ministerausschuß, die in Empfehlungen der Beratenden Ver- Sammlungen bekämpft wird. England möchte auf keinen Fall sich gezwungen sehen, einen Beschluß auszuführen, den es nicht ausdrücklich gebilligt hat. Es besteht auch weiterhin noch die Kluft zwischen der Beratenden Versammlung und dem Minister-Ausschuß. Die Versammlung hatte der europäischen Charta der Menschenrechte drei Klauseln hinzugefügt, die das Recht auf freie Wahlen, auf Eigentum und das Recht der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder vorsahen. Der Minister-Ausschuß in Rom unterzeichnete die Charta ohne diese Klauseln, was der französische Delegierte Henri Teitgen einen Skandal genannt hat. Bei einer dritten strittigen Frage geht es darum, ob der von der Beratenden Versammlung angenommene Vorschlag Winston Churchills zur Schaffung einer europäischen Armee durch den Pleven-Plan ersetzt werden soll, dessen vorgesehene Streitkräfte von einem Teil der Delegierten als „Söldnerarmee“ bezeichnet werden.
Die Meinungsverschiedenheiten sind so erheblich, daß Graf Sforza die Einsetzung von Studienkommissionen vorgeschlagen hat, die sich mit den Hindernissen befassen sollen, die der Einheit Europas noch im Wege stehen. Mit aller Deutlichkeit sagte er, ein dritter Weltkrieg sei wahrscheinlich, wenn es nicht gelänge, eine Einigung herbeizuführen und wenn die einzelnen Staaten nicht bereit seien, einen Teil ihrer nationalen Souveränität an eine höhere Körperschaft abzugeben.
Der Abschluß der diesjährigen Sitzung des Europarates ist für Freitag der nächsten Woche vorgesehen. Ob es bis dahin gelingen wird, die europäischen Staaten unter einen Hut zu bringen, und damit die Gefahr auszuschalten, daß Europa nochmals der Balkan der Welt werde, erscheint sehr fraglich.
Kleineuropäische Lösung
Die Meinung der Bonner Regierungsparteien zur Europafrage
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Bonn, 19. November. Die Abgeordneten der drei Bonner Regierungsparteien, die der deutschen Delegation für die zur Zeit in Straßburg tagende Beratende Versammlung des Europarates angehören, haben, wie wir von gutunterrichteter Seite erfahren, bereits vor ihrer Abreise nach Straßburg im Einvernehmen mit der Bundesregierung beschlossen, in Straßburg für eine „kleineuropäische Lösung“ einzutreten.
Nach dem deutschen Plan soll die Beratende Versammlung eine Föderation wenigstens der Staaten billigen, die sich auch dann schon jetzt zusammenschließen wollen, wenn andere Staaten dem Europäischen Bund vorläufig fernbleiben. Es wird dabei vorausgesetzt, daß außer Großbritannien auch die skandinavischen Staaten die Mitgliedschaft in einem Europäischen Bund ablehnen, während die Zustimmung Frankreichs, Italiens und der Benelux-Staaten erwartet werden könnte.
In Bonner Regierungskreisen war man von der Tatsache peinlich berührt, daß die deutsche Oeffentlichkeit von dem Versuch einer „kleineuropäischen Lösung“ durch den Protestschritt des französischen Sozialisten Guy Mollet die erste Kenntnis erhalten hat. Die Absicht, den Europäischen Bund mit „Klein-Europa“ zu beginnen, ist dadurch zunächst in ein völlig negatives Licht geraten. Vor den Befürwortern dieser Idee ist bereits die sozialistische Opposition zu Wort gekommen.
Politische Kreise Bonns geben der Befürchtung Ausdruck, daß sich aus der Krise, die sich durch den Protestschritt Guy Mollets für den Europarat ergibt, eine europäische Krise entwickelt, die angesichts der Europa bedrohenden Gefahr von ungeheurer Tragik sein würde. Westeuropa drohe in ein nichtsozialistisches und ein sozialistisches Europa aufgespalten zu werden, wobei die Kluft quer durch die einzelnen Staaten, insbesondere durch Deutschland und Frankreich gehen würde. Das Nein der Sozialisten in Frankreich würde dadurch unmittelbar zur Auswirkung kommen, daß die Sozialistische Partei Regierungspartei ist und Ministerpräsident Pleven ohne ihre Stimmen keine Mehrheit besitzt.
Weiter wird in Bonn darauf hingewiesen, daß die französischen Sozialisten und die deutschen Sozialdemokraten, wenn sie der Auffassung seien, ein vereintes Europa müsse sozialistisch sein oder werde überhaupt nicht bestehen, von einer ganz anderen Voraussetzung ausgehen würden als die britische Arbeiterpartei.
dl 8 UIC unuauiu xxx r--- So habe der britische Labourabgeordnete Clement Davies im Unterhaus ausdrücklich betont, daß England deshalb unmöglich einen ausschließlich europäischen Standpunkt einnehmen könne, weil es seine Stellung nicht nur als das Zentrum des Sterling-Gebietes, sondern auch als führender Partner im Commonwealth mitberücksichtigen müsse. Selbst der konservative Abgeordnete Sir David Maxwell Fyfe habe vor „unnützen Versuchen einer schnellen Föderation“ ge¬ warnt.
Bonner Regierungskreise betonen, daß der Europäische Bund, wenn er zunächst als „kleine Lösung“ zustande komme, selbstverständlich auf das engste mit Großbritannien und den skandinavischen Staaten zusammenarbeiten müsse und daß hier ein Weggefunden sei, wie einerseits Großbritannien seine besondere Position wahren könne, andererseits aber eine europäische Lösung trotzdem beschleunigt werde.
Sehr viel ernster wird die Opposition der deutschen Sozialdemokraten und der französischen Sozialisten betrachtet. Man verweist darauf, daß Ramadier von einem „Europa des Vatikans“ gesprochen hat, und daß sich der ehemalige Ministerpräsident Bidault angesichts der Haltung der Sozialisten in der französischen Nationalversammlung veranlaßt sah zu betonen, daß es sich nicht darum handeln dürfe, ein sozialistisches oder ein christlich-demokratisches Europa zu schaffen, sondern daß die Notwendigkeit der Stunde gebiete, dieses Europa überhaupt zu bilden.
Aehnliche sehr gefährliche Fronten des Mißtrauens drohen sich auch in Deutschland zu bilden. Eine Erscheinung dieser Art, die in Bonn mit großer Sorge erfüllt, ist die Uebereinstimmung, in der sich Dr. Schumacher und D. Niemöller gegenwärtig befinden. Diese in Deutschland spürbare Spannung kann sich zu einer europäischen Spannung entwickeln, wenn die Gefahr aus dem Osten nicht doch noch eine europäische Einigung bewirkt.
Mit oder ohne England
Straßburg, 19. November. (AP.) Der Ausschuß für allgemeine Angelegenheiten der Beratenden Versammlung des Europarates stimmte am Sonntag mit elf zu zehn zugunsten einer sofortigen Föderation Europas — mit oder ohne England.
Kampf den Grenzen
Eine Jugend-Großkundgebung
München, 19. November (AP.). Bundesfinanzminister Dr. Schäffer, der stellvertretende französische Oberkommissar Berard und der amerikanische Landeskommissar in Bayern, Prof. Shuster, sprachen sich auf einer großen Jugendkundgebung am Sonntag in München für die Beseitigung der Landesgrenzen in Europa und die Schaffung eines europäischen Jugendpasses aus.
An der vom bayrischen Landesjugendring veranstalteten Kundgebung nahmen etwa 10 000 Jugenddelegierte aus Bayern und Vertreter aus zwölf europäischen Nationen teil.
Dehler gegen Bayernparter
Nürnberg, 19. November, (dpa) Bundesjustizminister Dr. Dehler erklärte in Nürnberg, wenn jemals die Bayernpartei in Bayern die herrschende Macht werden sollte, dann schaffe er ein selbständiges Franken, und wenn er dabei zugrunde gehen sollte.
Postenwechsel im Kanzleramt
Bonn, 19. November, (dpa) Der persönliche Referent des Bundeskanzlers, Ministerialrat Ernst Wirmer, wird in Kürze als engster Mitarbeiter des Be-' auftragten für die mit der Vermehrung der alliierten Besatzungstruppen zusammenhängenden Fragen, Theodor Blank, im Bundeskanzleramt tätig sein.
Bundesgesundheitoministerium
Forderungen der Kassenärzte
Bad Dürkheim, 19. November, (dpa) Die Kassenärzte setzen sich für die Bildung eines Bundesgesundheitsministeriums ein. damit die Interessen der Aerzteschaft bei der Bundesregierung besser als bisher wahrgenommen werden können, erklärte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Landesstellen der kassenärztlichen Vereinigung des Bundesgebietes. Dr. Sievers (Hannover) am Sonntag in Bad Dürkheim auf einer Herbsttagung der Aerztekammer Pfalz.
Das Zulassungsverfahren für Kassenärzte im Bundesgebiet müsse vereinheitlicht werden und die Leistungen der Aerzte durch die Krankenkassen sollten nicht mehr pauschal, sondern nach ieder einzelnen Leistung bezahlt werden. Diese Gesichtspunkte sollten in den gegenwärtig vorliegenden Referentenentwurf über ein neues Bundeskassenarzt-Gesetz eingearbeitet werden.
Foster-Attentat vereitelt
Saigon, 19. November. (AP.) Nach kurzem Feuergefecht überwältigte eine französische Militärstreife am Sonntag zwölf kommunistische Guerillas, die sich in einer Vorstadt Saisons in Flußbooten in der Nähe der Straße versteckt gehalten hatten, auf der der ERP-Administrator William C. Foster und leitende Beamte seines Stabes zu einem Besuch der Stadt fahren wollten. Kurz vor dem geplanten Besuch hatte Foster jedoch seine Pläne geändert und sich nach Bienhoa, 35 Kilometer nordöstlich Saigon, begeben.
Rasender tötet fünf Menschen
Malaga (New Jersey). 19. November, (dpa) Die Einwohner der kleinen amerikanischen Ortschaft Piney Hollow im Staate New Jersey waren einer Panik nahe, als der 26jährige ehemalige Soldat Ernest Ingenito in einem Anfall geistiger Umnachtung mit einer Maschinenpistole wild um sich schoß. Fünf Personen wurden getötet und mindestens sechs verletzt. Unter den Toten sind die Schwiegereltern des Täters und sein Onkel.
Auftrag für Königskrönung
Hamburg, 19. November, (dpa) Mehrere deutsche Samt- und Plüschwebereien des Rheinlands haben den Auftrag erhalten, für eine afrikanische Königskrönung die gesamte Stoffausstattung zu liefern. König Adeles 11. von Nigeria, dessen Krönung in wenigen Wochen gefeiert werden soll, hat für sich und seinen Hofstaat große Mengen Kunstseidenplüsch mit lebhaften Mustern bestellt. Beim Krönungsfest sollen alle Teilnehmer weite Plüschgewänder tragen.
pandauer Kirchenkonferenzein Kompromiß
Aeußerste Zurückhaltung im Fall Niemöller
Berlin, 19. November. (AP.) Das Ergebnis der in Berlin-Spandau zusammengetretenen Kirchenkonferenz der deutschen evangelischen Kirchen und einer Sitzung des Rates der EKD ist ein Kompromiß.
Kirchliche Kreise sind der Ansicht, daß die Form der Entschließung „trotz aller Bedenken“ beider Gremien „die in der augenblicklichen politischen Situation einzig mögliche“ ist.
Unter Betonung des festen Willens aller Kirchen der EKD, die Einheit der evangelischen Kirche in Deutschland unter allen Umständen zu erhalten, mit dem gleichzeitigen Zugeständnis „der starken Spannungen“ innerhalb der Kirche, läßt die Kirche ihren Vertretern weiterhin Raum, . nach eigenem Gutdünken“ zu den politischen Tagesfragen Stellung zu nehmen.
Gleichzeitig richtet sie die Mahnung „an alle, die inr Osten oder Westen“ die Verantwortung tragen, in der „Frage der Aufrüstung“ mit letztem Gewissensernst zu handeln und zu entscheiden. Ebenso wird der feste Wille der evangelischen Kirche, der Erhaltung des Friedens zu dienen, betont. Auch diese Feststellung richtet sich an den „Osten und Westen“.
Bei der Entscheidung der Kirchen zum „Fall Niemöller“, die auch in kirchlichen Kreisen als „Kriterium“ der Haltung der Kirche zu den von Niemöller angeschnittenen Fragen überhaupt angesehen wurde, ist mit äußerster Zurückhaltung vorgegangen worden.
Hier wurde sowohl die Kirchenkonferenz als auch der Rat der EKD entscheidend von der Stellungnahme der Bruderräte der „Bekennenden Kirche“ beeinflußt. Die Bruderräte der Sowjetzone hatten der Konferenz eine Entschließung übermittelt, in der sie zwar Kritik an der Haltung Niemöllers übten, jedoch die „Freiheit der persönlichen Meinungsäußerung“ unangetastet sehen wollten. Aehnliche Beschlüsse waren auch von der Bekennenden Kirche Westdeutschlands gefaßt worden.
Das geistliche Ansehen Niemöllers, das aus der Zeit seines Kampfes gegen Hitler herrührt, war stärker als alle Bedenken gegen seine Aeußerungen der Nachkriegszeit. Es werde an Niemöller selbst liegen, ob sein „Fall damit zu den Akten gelegt“ werden könne, erklärten West-Berliner kirchliche Kreise.
Die Aufforderung des Rates der EKD an alle Amtsträger der Kirche, in ihren politischen Aeußerungen „um ihres Dienstes willen am Evangelium“, möglichste Zurückhaltung zu üben, gelte ganz besonders für die Person Niemöllers, wurde betont.
Erleichterte Auslandsreisen
Baden-Baden, 19. November, (dpa) Vom Januar an ist mit neuen Erleichterungen für den Reiseverkehr ins Ausland, insbesondere in die Marshallplan-Länder zu rechnen. Dei’ Geschäftsführer des Deutschen Reisebüros (DER), F. B. Kaeppler, Frankfurt, teilte dazu am Donnerstag in Baden-Baden auf der Vollversammlung des DER mit, daß Sonderfahrten nach der Schweiz, Oesterreich, Italien und später auch nach Frankreich vorgesehen seien.
Im Inland sollen in diesem Winter 136 Sonderzüge für 75 000—80 000 Fahrgäste organisiert werden'. Für den kommenden Sommer seien 232 Sonderzüge in die Alpen, den Schwarzwald, an den Bodensee und den Rhein geplant.
Vormarsch zur Grenze
Kommunistische Partisanen besetzen Etappenstadt Chunchon
Söul, 19. November. (AP/dpa) Verbände der siebenten amerikanischen Infanteriedivision haben am Sonntagmorgen die Stadt Kapsan in einem Ueberraschungsangriff besetzt und sind über die Stadt hinaus weiter vorgestoßen. Nach den letzten Berichten stehen die amerikanischen Verbände nur noch 21 Kilometer vor der mandschurischen Grenze.
Im Mittelabschnitt und an der Nordwestfront werden die Kampfhandlungen durch das einbrechende Winterwetter stärk behindert. Rund 100 000 Kommunisten, darunter auch 28 000 Chinesen, haben sich hier in das Bergland zwischen Taechon und Tokchon zurückgezogen und in feste Bergstellungen eingegraben.
Das Verhalten der chinesischen Verbände läßt noch immer keine Rückschlüsse auf die Absichten der kommunistischen Führung zu. Amerikanische Abwehroffiziere erklärten, sie wüßten nicht, warum die chinesischen Truppen in Nordkorea einge- drungen sind. Sobald es zum Kampf komme, liefen sie auseinander.
Um die 80 Kilometer nordöstlich von Söul gelegene Stadt Chunchon, die am Sonnabend überraschend von nordkoreanischen Partisanen besetzt wurde, wird heftig gekämpft. Auch bei Kapjong an der Bahnlinie zwischen Söul und Schuntschon sind Partisaneneinheiten in Stärke von mehreren hundert Mann festgestellt worden. Die Operationen der Partisanen zielen darauf ab, einen Keil zwischen die amerikanische achte Armee im Westabschnitt und das amerikanische zehnte Korps im Ostabschnitt- der Nordkoreafront zu treiben.
600000 „£mnnUioe“
Peking, 19. November, (dpa) Der Pekinger Rundfunk meldete, 600 000 chinesische „Freiwillige“ würden zum Dienst im mandschurischen Grenzgebiet eingestellt. Die südkoreanischen Truppen hätten chinesisches Gebiet beschossen. Damit „enthüllten sie ihre Absicht, in China einzufallen“, fügte der Pekinger Sender hinzu.
„Um unsere eigene Freiheit“
Bundesminister Kaiser sprach vor der Arbeiterschaft in Essen
Essen, 19. November. (AP.) Der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, Kaiser, forderte am Sonntag die deutsche Bevölkerung auf, sich an der Verteidigung der freien Welt zu beteiligen. Kaiser, der auf dem Kongreß der christlich-demokratischen Arbeiterschaft sprach, sagte: „Wir können schließlich nicht verlangen, aaß Amerikaner und Westeuropäer allein verteidigungsbereit in unserem Lande stehen. Es geht um unsere eigene Freiheit, um unser eigenes Leben und um unser eigenes Land.“ Die Bundesrepublik habe nicht die Möglichkeit, sich . us einem Ost-West-Konflik’t herauszuhalten, denn die Sowjets kennen „keine Neutralität“.
Kaiser erklärte dann, die Kriegsverbrecherprozesse sollten sofort eingestellt und die gefällten Urteile überprüft werden.
Die Voraussetzung für eine Beteiligung der Bundesrepublik an der europäischen Verteidigung sei die volle militärische Gleichberechtigung.
Kaiser forderte eine engere Zusammenarbeit zwischen CDU und SPD. Die Bundesrepublik müsse „staatspolitisch und sozial ein stabiles Bollwerk gegen den Kommunismus werden.“ Die Sorge vor der kommunistischen Ueberflutung werde Europa schneller weiterbringen als alle Konferenzen und Begegnungen.
Stimmen der Anderen
Großzügige Konzeption
Unter dieser Ueberschrift schreibt die „NeueZeitun g“:
Der Bericht des früheren amerikanischen Heeresministers Gordon Gray, der nach eingehendem Studium der weltwirtschaftlichen Verhältnisse Vorschläge für die künftige Außenhandelspolitik der Vereinigten Staaten unterbreitet, ist für die weitere wirtschaftliche Entwicklung Europas von großer Tragweite. Unter dem Aspekt der gemeinsamen Verteidigungsbestrebungen gewinnt der Gray-Vorschlag, die Marshallhilfe noch drei bis vier Jahre fortzusetzen, besondere Bedeutung. Mit der Beibehaltung der wirtschaftlichen Hilfeleistung will man zumindest einen großen Teil der Einschränkungen in der Lebenshaltung, die durch erhöhte Verteidigungsausgaben unausbleiblich sind, wettmachen.
Gray hat auch auf die notwendige Kürzung der Verforauchsgütererzeugung in den USA hingewiesen. Da ein Teil der amerikanischen Produktionskapazität für die Verteidigungsaufgaben unerläßlich istN ist es notwendig, daß die auf dem Verbrauchsgütersektor klaffende Lücke durch den Import von Konsum gütern aus Europa geschlossen wird. Die Senkung der Einfuhrzölle ist gerade jetzt akut, damit der inneramerikanische Markt auch ausreichend mit Gütern versorgt werden kann.
Interessant ist der Vorschlag, für die Verteilung knapper Rohstoffe eine internationale Kontrolle einzuführen. Eine solche Regelung erwartet man schon längere Zeit. Dabei sei aber gleichzeitig vermerkt, daß diese Kontrolle nur so lange beibehalten werden wird, als es unbedingt erforderlich erscheint. Eine Rückkehr in das unselige Zeitalter der vollendeten Planwirtschaft ist keineswegs beabsichtigt.
Schäffer für Jugendpaß
München, 19. November (dpa). 10 000 Jugendliche, unter ihnen Delegierte aus vielen europäischen Nationen, spendeten Bundesfinanzminister Fritz Schäffer am Sonntag in München Beifall, als er vorschlug, der europäischen Jugend durch einen besonderen Jugendpaß einen freien Grenzübertritt zu ermöglichen.
In wenigen Zeilen
Mehrere tausend Chinesen sollen in ehemalig sudetendeutschen Wohngebieten in der Tschechoslowakei angesiedelt worden sein.
Thomas Mann hat kategorisch abgestritten, daß er zu dem „zweiten Weltfriedenskongreß“ in Warschau irgendwelche Beziehungen unterhalte.
Der Telefonstreik in USA ist am Sonntag durch Vermittler der Bundesregierung bei gelegt worden.
Ein 25 000-Tonnen-Passagierschiff lief am Sonntag in Triest vom Stapel.
Wahlfreier Deutschunterricht wird in den Volksschulen des Elsaß empfohlen. Clemens v. Brentano wird als Generalkonsul am 1. Dezember seine Tätigkeit in Rom aufnehmen.
Eine Schule zur Ausbildung junger Aerzte für den öffentlichen Gesundheitsdienst soll in Frankfurt eingerichtet werden.
Die Zahl der „Volksstaatsanwälte“ in der Sowjetzone hat sich im letzten Quartal von 162 auf 191 erhöht.
Das Bundesoberseeamt soll in Hamburg errichtet werden.
Die Felduniform der amerikanischen Soldaten soll künftig von dunkler olivgrüner' Farbe sein, da diese einen besseren Tarnschutz bietet.
Ergebnisse der 48 Wahlkreise und ihre gewählten Abgeordneten
Es bedeuten: a) Ergebnisse der ersten Landtagswahl vom 1. 12. 1946, b) Ergebnisse der Bundestagswahl vom 14. 8. 1949, c) das Ergebnis der gestrigen Landtagswahl (in Fettsatz).
| Wahlkreis SPD | CDU | FDP | KPD | Unab- | |
| hängige | gewählter | Kandidat | 1 Hofgeismar a) 18 618 | ||
| 5 919 | 6 332 | 2 796 | |||
| u.Kass.-Ld. b) 16 741 | 6 015 | 15 313 | 3 197 | 5 415 | |
| Nord c) 19 667 | 3 583 | 17 614 | 1 872 | Weidemann,SPD | |
| 2 Wolfhagen a) 22 236 | 6 872 | 5 125 | 3 729 | ||
| u.Kass.-Ld. b) 20 745 | 5 910 | 14 116 | 3 932 | 4 521 | |
| Süd c) 24156 | 4142 | 14 715 | 2 429 | Köcher, SPD | 3 Waldeck a) 10 358 |
| 6 346 | 9 361 | 1 437 | |||
| b) 9 968 | 6 022 | 16 591 | 1 425 | 8 940 | |
| c) 12175 | 3 985 | 19 413 | 776 | Saure, FDP | 4 Kass.-Stadt a) 13 119 |
| 5 438 | 8 477 | 2 365 | |||
| (Wilh.-H. b) 13 347 | 5 595 | 21 712 | 2 790 | — | |
| Nordw.Süd)c) 17 879 | 4111 | 21 357 | 1691 | Catta, FDP | |
| sKass.-Stadt a) 17 604 | 4 130 | 4 142 | 3 865 | ||
| (Innenstadt b) 18 245 | 4 219 | 12 750 | 4 330 | — | |
| . u. Ost) c) 25 125 | 1 496 | 12 745 | 2 529 | Wittrock, SPD | |
| 6 Melsungen a) 23 125 | 8 345 | 7 742 | 3 337 | ||
| und b) 20 255 | 6 893 | 15 876 | 3 429 | 10 898 | |
| Witzenhaus, c) 25 545 | 4136 | 20 134 | 1 888 | Brübach, SPD | |
| 7 Eschwegeu. a) 20 798 | 5 872 | 9 871 | 2 340 | ||
| Rotenburg- b) 20 391 | 5 085 | 18 273 | 2 685 | 10 070 | |
| Ost c) 25 079 | 3 871 | 19 078 | 1 436 | Höhne, SPD | |
| 8 Hersfeld u. a) 20 048 | 5 670 | 10 839 | 1 647 | ||
| Rotenburg- b) 21 925 | 4 938 | 17 458 | 1 669 | 7 693 | |
| West c) 25 916 | 3 940 | 16 474 | 1 007 | Göbel, SPD | |
| 9 Fritzlar- a) 15 713 | 7 936 | 6 399 | 1 819 | ||
| Homburg b) 15 998 | 6 051 | 14 240 | 1 821 | 7 009 | |
| c) 19 240 | 3 778 | 16 636 | 1 001 | Völker, SPD | 10 Franken- a) 15 468 |
| 12 222 | 8 876 | 1 611 | |||
| berg und b) 12 735 | 7 298 | 20 701 | 1 542 | 11 017 | |
| Ziegenhain c) 15 941 | 6 249 | 23 901 | 729 | Kohl, FDP | 11 Biedenkopf a) 13 278 |
| 6 978 | 5 749 | 1 831 | |||
| u. Marburg-b) 11431 | 6015 | 15 160 | 1 590 | 7 258 | |
| Land-West c) 13 285 | 5 481 | 11 464 | 753 | 1839 | Schneider, SPD |
| 12 Marburg- a) 10 894 | 9 313 | 9 257 | 1 837 | ||
| Stadt und b) 11 520 | 10 534 | 16 197 | 1 620 | 5 310 | |
| Land-Ost c) 13 887 | 9 011 | 13 824 | 922 | Gaßmann, SPD | |
| 13 Schlüchtern a) 10 763 | 18 869 | 2 535 | 1 633 | ||
| und Fulda- b) 9 785 | 18011 | 6 564 | 1 195 | 6 882 | |
| Land-Süd c) 12 015 | 14 733 | 8 338 | 759 | Jansen, CDU | |
| 14Fulda-Stadt a) 7 732 | 27 473 | 4 298 | 1 420 | ||
| und Fulda- b) 8 849 | 28 921 | 7 384 | 1 181 | 7 173 | |
| Land-Nord c) 10 463 | 24154 | 9 025 | 539 | 1219 | Dr. Raabe, CDU |
| 15 Hünfeld a) 8 690 | 17 008 | 3 538 | 1 012 | ||
| und b) 7 244 | 13 719 | 11 509 | 787 | 8 358 | |
| Lauterbach c) 8 778 | 13 156 | 13 194 | 412 | Geißler, FDP | |
| 16 Dillkreis a) 12 073 | 9 871 | 5 033 | 1 794 | ||
| b) 8 098 | 7 364 | 9 999 | 1 768 | 6 947 | |
| c) 11907 | 4 504 | 10 194 | 900 | Schneider, SPD |
| Wahlkreis SPD | CDU | FDP | KPD | Unab- | |
| hängige | , gewählter | Kandidat | 17 Wetzlar- a) 16 137 | ||
| 7 378 | 5 658 | 3 098 | |||
| Nord b) 14 870 | 6 033 | 11 871 | 2 597 | 7 193 | |
| c) 19 303 | 4 284 | 11 136 | 1336 | Bodenbender, SPD | 18 Oberlahn- a) 14 252 |
| 10 093 | 5 763 | 2 322 | |||
| kreis und b) 12 351 | 7 898 | 12 425 | 1 953 | 9 847 | |
| Wetzlar-S. c) 16 610 | 5 640 | 14 644 | 1141 | Wagner, SPD | 19 Gieß.-Stadt a) 18 229 |
| 9 092 | 6 451 | 3 495 | |||
| u. Gießen- b) 15 843 | 5 908 | 19 316 | 3 286 | 7 694 | |
| Land-West c) 19 919 | 5 874 | 17 718 | 2 103 | Gumbel, SPD | 20 Alsfeld u. a) 16 764 |
| 9 814 | 6 379 | 1 822 | |||
| Gießen- b) 11 062 | 4 537 | 22 183 | 1 509 | 13 835 | |
| Land-Ost c) 14 846 | 4 600 | 23 647 | 1134 | Stein, FDP | 21 Limburg a) 8 650 |
| 19 492 | 2 419 | 1 246 | |||
| b) 10 458 | 21 308 | 6 392 | 1 101 | 3 867 | |
| C) 11017 | 16 205 | 7 049 | 558 | Jäger, CDU | 22 Usingen u. a) 15 028 |
| 9 684 | 5 248 | 2 702 | |||
| Friedberg- b) 14 350 | 7 027 | 10 969 | 1 908 | 5 589 | |
| West c) 16 925 | 5 210 | 10 250 | 1 335 | Zinnkann, SPD | 23 Friedberg- a) 14 089 |
| 9 501 | 4 495 | 4 746 | |||
| Ost b) 14 816 | 7 946 | 10 472 | 2 836 | 5 551 | |
| c) 18 227 | 5 935 | 10 472 | 2189 | Lux, SPD | 24 Rheingauk. a) 13 556 |
| 17 159 | 4 304 | 2 318 | |||
| u. Unter- b) 13 896 | 17 502 | 15 009 | 1 689 | 9 426 | |
| taunuskrs. c) 15 498 | 13 762 | 16 052 | 897 | Hasselbach, FDP | 25 Wb.-Ramb. a) 7 514 |
| 8 221 | 6 186 | 2 400 | |||
| Sonnenbg., b) 9 248 | 9 597 | 16 469 | 1 631 | 2 088 | |
| Altstadt-O. c) 10 226 | 6 932 | 14 597 | 958 | Schröder, FDP | 26 Wbn.-Alt- a) 8 657 |
| 7 481 | 4 932 | 2 802 | |||
| stadt-West b) 10 119 | 8 176 | 14 453 | 2 078 | 1 883 | |
| c) 11386 | 5 537 | 11 648 | 1 161 | Lied, FDP | 27 Wbn.-Ka- a) 12 304 |
| 8 448 | 3 251 | 4 512 | |||
| stel, Dotzh., b) 14 190 | 9 406 | 11 459 | 3 486 | 2 049 | |
| Bierst. usw. c) 15 877 | 6 513 | 9 258 | 2124 | Furtwängler, SPD | 28 Main- a) 15 379 |
| 17 939 | 4 829 | 3 499 | |||
| taunus- b) 16 903 | 17 701 | 12 029 | 3 018 | —i | |
| kreis c) 18 445 | 14 217 | 9 224 | 1460 | Weiß, SPD | 29 Ober- a) 12 530 |
| 11 286 | 6 539 | 2 990 | |||
| taunus- b) 13 295 | 11 664 | 11 823 | 2 272 | 2 155 | |
| kreis c) 15 238 | 8 618 | 11135 | 1355 | Meißner, SPD | 30 Frankf./M. a) 12 370 |
| 7 946 | 6 482 | 4 499 | |||
| Innenstadt b) 13 704 | 7 685 | 9 627 | 3 149 | 2 856 | |
| c) 14 873 | 5 208 | 9 230 | 1 741 | Wöll, SPD | 31 Frankf./M. a) 13 496 |
| 9 222 | 6101 | 4 787 | |||
| Nordend b) 15 057 | 8 552 | 9 548 | 3 228 | 2 050 | |
| c) 16 683 | 6 023 | 7 914 | 1 644 | Gärtner, SPD | |
| 32 Frankf./M. a) 13 576 | 9 797 | 7 345 | 3 816 | ||
| südlich desb) 15 170 | 8 453 | 11 434 | 2 938 | 2 011 | |
| Mains c) 17 673 | 5 488 | 10 809 | 1561 | Kriegseis, SPD |
| Wahlkreis SPD | CDU | FDP | KPD | Unab- | ||||
| hängige | gewählter | Kandidat | ||||||
| 33 Frankf./M. a) 14 264 | Nordost b) 16 161 | 8 544 | 7 916 | 4 891 | 9 469 | 4 554 | 3 368 | 2 001 |
| c) 18 575 | 5 230 | 8 216 | 1 847 | Rotter, SPD | ||||
| 34 Frankf./M. a) 17 270 | Nordwest b) 18 549 | 11 288 | 8 708 | 8 633 | ||||
| 10 916 | 6 190 | 3 702 | 3 161 | |||||
| c) 21 418 | 5 630 | 10 146 | 2 169 | Etz, SPD | ||||
| 35 Frankf./M. a) 14 481 | westliche b) 14 985 | 10 516 | 11 159 | 3 758 | 6418 | 5 198 | 3 865 | 1 443 |
| Vororte c) 17 743 | 7 222 | 5 316 | 2 089 | Dr. Kolb, SPD | ||||
| 36 Landkreis a) 15 772 | Hanau b) 16 017 | 9 192 | 8 540 | 2 445 | 5 750 | 8 863 | 7 837 | 4 500 |
| c) 19 556 | 5 436 | 6 998 | 5 265 | Fischer jr., SPD | ||||
| 37 Landkreis a) 10 883 | Gein- b) 11 143 | 11 096 | ||||||
| 11 762 | 4 280 | 7 986 | 3 008 | 2 523 | 8 076 | |||
| hausen c) 13 652 | 11 767 | 7 786 | 1 700 | Rupp, SPD | ||||
| 38 Landkreis a) 15 318 | Büdingen b) 10 974 | 6 156 | 2 986 | 6 185 | ||||
| 14 082 | 3 291 | 2 057 | 10 087 | |||||
| c) 13 790 | 5 093 | 12 208 | 1 328 | 1250 | Zinnkann, SPD | |||
| 39 Offenbach- a) 15 972 | Stadt b) 16 313 | 9 549 | 8 529 | 4 412 | 9 139 | 6 975 | 4 151 | 7 856 |
| C) 20 733 | 6 978 | 9 369 | 3 209 | Appelmann, SPD | ||||
| 40Hanau-St. a) 14 877 | u. Offenb.- b) 16 473 | 15 725 | 17 571 | 3 018 | 6 991 | 6 061 | 5 883 | 3 753 |
| Land-Ost c) 21 008 | 13 360 | 6 821 | 3 846 | Dey, SPD | ||||
| 41 O’bach-L.- a) 18 012 | Westu.Gr.- b) 20 025 | 9 387 | 7 740 | 3 110 | 9 690 | 8 199 | 6 596 | 2 201 |
| Gerau-N. c) 22282 | 5 265 | 8 224 | 4 407 | Arnoul, SPD | ||||
| 42 Gr.-Gerau a) 16 726 | Rest b) 20 611 | 11 536 | ||||||
| 10 000 | 2 453 | |||||||
| 12 490 | 6 207 | |||||||
| 5 503 | ||||||||
| c) 23 182 | 6 618 | 10 894 | 3 690 | Sudheimer.SPD | ||||
| 43 Darmst.- a) 15 521 | Stadt b) 14 988 | 7 541 | 5 700 | 5 058 | ||||
| 19 247 | 5 388 | 4 032 | 2 053 | |||||
| c) 20 507 | 4 185 | 14 969 | 2135 | Metzger, SPD | ||||
| 44 Darmst.- a) 16 555 | Land b) 16 126 | 6 958 | 4 914 | 2 776 | ||||
| 13 701 | 6 206 | |||||||
| 5 670 | 3 141 | |||||||
| c) 19 629 | 2 984 | 12 242 | (3 580) | Stock, SPD | ||||
| 45 Dieburg a) 13 982 | b) 14 592 | 13 196 | ||||||
| 12 780 | 2 404 | 8 409 | 4 964 | |||||
| 4 502 | 4 969 | |||||||
| c) 16 003 | 9 959 | 10163 | 3 460 | Ritzel, SPD | ||||
| 46 Erbach a) 14 180 | b) 13 607 | 7 602 | ||||||
| 5 594 | 1 759 | |||||||
| 6 999 | 2 714 | 2 250 | 3 386 | |||||
| c) 15 293 | 3 863 | 7 865 | 1 460 | Ackermann, SPD | ||||
| 47 Krs. Berg- a) 10 268 | Straße b) 11 161 | 15 539 | 16 290 | 1 246 | 7 854 | 4 220 | 3 983 | 2 688 |
| Westteil c) 11486 | 12 215 | 6 145 | 2 327 | Dr. Wagner, CDU | ||||
| 48 Krs. Berg- a) 10 302 | straße b) 9 708 | 13 518 | 12 265 | 1 823 | ||||
| 8 618 | 4 027 | 2 977 | 5 279 | |||||
| Ostteil c) 11803 | 9 602 | 7 960 | 2 094 | Schmitt, SPD |
Darmstadt und Umgebung
Lustlos!
„Tendenz lustlos“ stellten die Wahlhelfer in den Mittagsstunden fest, als sie sich einen ungefähren Ueberblick über die Beteiligung verschafften. Bis dahin hatten in der Stadt nur 18,5 Prozent der Männer und etwa 15 Prozent der Frauen den Weg zum Wahllokal gefunden. Um 3 Uhr war der Prozentsatz auf 40, um 5 Uhr auf 60 gestiegen. Viel höher kam er dann nicht mehr.
Im Darmstädter Kreisgebiet schien die Beteiligung noch geringer, vor allem aber recht unterschiedlich. Während "Wixhausen gegen 5 Uhr 65, Gräfenhausen 80 und Weiterstadt 75 Prozent schätzten, blieb man in anderen Orten bedeutend darunter, so daß eine Stunde vor Wahlschluß eine Durchschnittsbeteiligung von 60 Prozent angenommen wurde. Das anfangs noch freundliche Wetter war in den späten Nachmittagsstunden in Re^en umgeschlagen. Das hielt gewiß viele Wähler und vor allem Wählerinnen ab. Hinzu kam in Darmstadt noch, daß das Fußballspiel manche, vor allem jüngere Wähler am Wahllokal vorbei zum Sportplatz führte.
Die Lautsprecherwagen hatten in den Vormittagstunden noch einmal die Säumigen ermuntert. Diese Geräuschkulisse war aber auch das einzige, was die Stadt am Wahltag beunruhigte, der sonst — nach den bis zur Stunde vorliegenden Berichten — nicht nur bei uns, sondern auch in der Umgebung ruhig und ohne Zwischenfälle verlaufen ist. Denn das Hissen einer Sowjetfahne in Balkhausen wird man nicht als Wahlzwischenfall bezeichnen können. Das gab es dort schon einmal — bei der Bundestagswahl.
Das Wahlergebnis für Darmstadt-Stadt lag bereits um 21.15 Uhr vor und brachte eine starke Mehrheit der SPD, die in ihrer Wahlpropaganda die Wahl als Persönlichkeitswahl gekennzeichnet hatte. So darf der Erfolg des Oberbürgermeisters als ein Vertrauensbeweis für ihn gewertet werden, der ihm auch aus Kreisen zufloß. die man nicht alle als Anhänger seiner Partei betrachten muß. Die geringe Wahlbeteiligung von 63,4 Prozent (gegenüber 77 Prozent bei den beiden letzten Wahlen) hat sich aller Wahrscheinlichkeit nach zu ungunsten der Freien Demokratischen Partei ausgewirkt. Wie weit der Rückgang der Stimmen der CDU und der KPD den sozialdemokratischen Bewerbern zugute gekommen ist. könnte erst ein Vergleich der Ergebnisse in den einzelnen Stimmbezirken deutlich machen. Das Wahlergebnis im Bezirk St. Stephan zeigt, daß Oberbürgermeister Metzger die überwiegende Mehrheit der dortigen Neubürgerstimmen erhielt. In dieser katholischen Siedlung verteilen sich die Stimmen wie folgt:
SPD 214, CDU 64. FDP 61. KPD 2.
Festakt der katholischen Studentengemeinde
Anläßlich des Gründungstages der katholischen, deutschen Studenten-Vereinigung und gleichzeitig des Gründungsgedankens der Katholischen Studentengemeinschaft Darmstadt fand in der Technischen Hochschule am Sonntagvormittag ein Festakt statt.
Der 1. Vorsitzende cand. arch. K r e kler begrüßte Professoren, Akademiker der Stadt, Vertreter der /^achbarhochschulen, Studentenpfarrer Dr. Degen und den Vertreter der evangelischen Studenten. Das. Anliegen der KSG (in der alle katholischen Korporationen und Gruppen zusammengeschlossen sind) sei, alle Kräfte zur Uebebwindung der geistigen und sittlichen Krisis einzusetzen zu einer Gesundung unseres Volkes aus
christlichem Geiste. Nicht in Publikationen, sondern im Handeln solle ein verantwortungsbewußtes Akademikertum, sich auf die päpstlichen Sozial-Encyklien stützend, seine Einstellung beweisen.
In seiner Festrede zu dem Thema: .Philosophie und Naturwissenschaften in der Geisteslage der Gegenwart“ zeigte Prof. Dr. R ü f n e r (Bamberg) die Wandlung auf, die sich im wissenschaftlichen Denken im Laufe der letzten Jahrhunderte vollzogen hat. Während das Weltbild Newtons von der Vorstellung ausgegangen sei, daß die Welt seit ihrer Schöpfung ihren eigenen Gesetzen überlassen sei und in jeder Hinsicht berechnet werden könne, bestehe heute die Auffassung, daß die Welt eine fortwährende Neuschöpfung sei, die nicht bis ins Kleinste hinein berechnet werden I^önne. Die Neuzeit sehe im Menschen den Sinngestalter, der über dem erfaßbaren Bereich der exakten Berechnung noch das Walten eines Höheren in der Natur anerkenne.
Am Nachmittag traf sich die katholische Studentengemeinschaft zu einem Tanztee auf dem Heilig-Kreuz. t-s
Professor Dr. Eppelsheimer, der Verfasser des „Handbuches der Weltliteratur“, Direktor der Stadt- und Universitätsbibliothek in Frankfurt am Main, spricht heute ,Montag, um 19.30 Uhr, im Saal 167 der Technischen Hochschule über „Dokumentation — universale Organisation der geistigen Arbeit.“ *
Eine Wanderung und Kletterpartie nach dem Borstein unternahmen die Naturfreunde, Ortsgruppe Eberstadt, am Sonntag. . t-s
Eine Nikolauswanderung unternimmt der Wander-Club „Falke 1916“ am Sonntag, dem 3. Dezember.
Einbruch am Eichmäldchen
Am Freitagnachmittag wurde in einem alleinstehenden einstöckigen Haus „Am Eichwäldchen“ in Eberstadt auf dem Weg zur Marienhöhe eingebrochen, während die Bewohner an einer Beerdigung teilnahmen. Die Diebe hatten es namentlich auf Kleidungsgegenstände abgesehen, von denen sie die besten aussuchten. Gestohlen wurden: ein blauer Herrenanzug mit dunklen Streifen und zweireihigen Knöpfen, ein grauer, zweiteiliger Herrenanzug,’ ein zweiteiliger Smoking, ein grauer Herrenpullover, ein paar Lederpantoffeln, zwei bis drei Garnituren Damenwäsche und eine Stahlkassette mit folgendem Inhalt: Familienpapiere, Dokumente und Photos der Familie Gerhard Hickler, sowie etwas Schmuck, darunter ein goldener Ring mit kleinem ägyptischem Käfer.
Die Kriminalpolizei bittet um sofortige Benachrichtigung beim Angebot obiger Sachen. t-s
Der Verband der Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen und Sozialrentner, Ortsgruppe Eberstadt, trifft sich am Montag, dem 20. November, im Gasthaus „Zur Eisenbahn“, Pfungstädter Straße. Kreisverbandsmitglied Habbel hält ein Referat über das neue Versorgungs^esetz.
Schwimmabende für Körperbehinderte
im Hallenschwimmbad
Heute abend wird im Hallenschwimmbad zwischen 19 und 20 Uhr das zweite Uebungsschwimmen für Körperbehinderte stattfinden. Diese regelmäßigen Uebungsstunden werden mit dazu beitragen, das Selbstvertrauen der Kriegsbeschädigten zu heben und die seelischen Schäden des Krieges zu heilen.
Der Uebungsleiter dieser kostenlosen Schwimmstunden bat um folgende Hinweise:
1. Ohrenkranke sichern das gefährdete Ohr mit einem Wattebausch, der mit zäher Vaseline gefettet ist. Es empfiehlt sich, einige Pfropfen, die nicht zu klein sein dürfen, im Vorrat herzustellen und in einem Blechbüchschen mitzubringen.
2. Herzbeschädigte müssen vor der Teilnahme ihren Arzt befragen.
3. Ueber Stumpfbehandlung bei Amputierten erfolgen Hinweise in der Schwimmhalle.
4. Die Blinden werden gebeten, eine möglichst schwimmkiandige Begleitperson mitzubringen.
Heute abend soll das Training im Wandball-Spiel beginnen, an dem auch die Schwimmanfänger teilnehmen.
Schönheiten des Hochgebirges
Der Alpenlichtbildner und Bergführer Ernst Baumann, Bad Reichenhall, hielt am Donnerstagabend für den Deutschen Alpenverein, Sektion Darmstadt, im Zintl-Hörsaal der Technischen Hochschule, einen Lichtbildervortrag über „Die Schönheiten des Hochgebirges“. Ernst Baumann fand einen überfüllten Saal vor. Mit wunderbaren Buntaufnahmen führte er die Zuhörer in die alpine Welt im Geviert der Jahreszeiten. Kirschblüten am Fuß des Watzmanns, Wolken und Nebelwände, steile Grate der großen Bergkomplexe, gleißender Schnee und stille Dorfkirchen zeigten die Vielfalt dieser Landschaft. Der Redner verstand es geradezu meisterhaft, die einzelnen Bilder in launiger Vortragsfolge miteinander zu verbinden. Ernst Baumann gehört zu der alten Gilde der Bergführer und Gebirgskenner. Zwischen Innsbruck, Reichenhell und den. Schweizer Alpen kennt er alle Bergführer, die je einen Namen hatten, und so konnte man viele bekannte Gesichter auf der Leinwand sehen.
Dr. Müller, der zweite Vorsitzende der Darmstädter Sektion, dankte dem Vortragenden für diesen schönen und auf hohem Niveau der Erzählerkunst stehenden Abend. ng.
Geht Prof. Schöpf nach München?
Professor Dr.-Ing. Clemens Schöpf, seit 1929 Direktor des Instituts für organische Chemie der Technischen Hochschule Darmstadt, hat einen ehrenvollen Ruf als Direktor des Chemischen Universitätslaboratoriums in München auf die Professur erhalten, die in der Vergangenheit J. v. Liebig. A. v. Baeyer, R. Willstätter und H. Wieland innehatten.
Prof. Schöpf, der auch die „Chemischen Berichte“ herausgibt, ist bereits seit längerer Zeit korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und Mitglied der Akademie der Naturforscher in Halle; er ist ferner Inhaber der E.-Fischer-Denkmünze der Gesellschaft deutscher Chemiker.
Prof. Schöpf hat den Ruf nach München noch nicht angenommen. Die T.H. Darmstadt hofft,den Gelehrten,der schon mehrere Berufungen an andere Universitäten und technisch Hochschulen sowie in die Industrie abgelehnt hat, auch diesmal Darmstadt erhalten zu können, indem ausreichende Forschunigsmöglichkeiten geschaffen werden.
Tiere ohne Zoo und Gitter
Filmvortrag in der Volkshochschule
Wunderbare Buntfi Inne über die Tiere der Vereinigten Staaten wurden am Mittwochabend in der Volkshochschule gezeigt. Infolge der jahrhundertelangen, unzweckmäßigen Abholzung des Baumbestandes und der damit verbundenen Vernichtung der Tierwelt, ist man in Amerika dazu übergegangen, riesige, unter Naturschutz stehende „Nationalparks“ anzulegen. Jeder kann dort hineinfahren, alles bewundern und anfassen, ja sogar sein Wochenende darin verbringen.
Von den 30 Nationalparks zeigten die Filme hauptsächlich das bekannte und fruchtbare, in Californien liegende Yosemite-Tal. In diesem überaus reizvollen Gebiet mit seinen bis 670 m hohen regenbogenfarbenen Wasserfällen und seinen riesengroßen Felsen, kann man vereinzelt noch die uralten Mammutbäume — von denen es in ganz Californien nur noch 500 gibt —, neben den seltensten Blumenarten und vielen Tieren bewundern.
In diesen unendlich weiten Naturschutzgebieten können die Tiere ohne Angst vor dem Jäger leben. Große Büffelherden, Wölfe, Hirscharten, Hasen, Bären, die verschdedensten Enten- und Hühnerarten, kann man, ohne vor einem Gitter stehen zu müssen, in der ihnen von der Natur vorgeschriebenen Umgebung beobachten.
Der Wunsch, bei uns gleiche Parks zu haben, scheitert an dem überfüllten und zu stark industrialisierten Europa. Scg.
Der Generalpräses des KKV. des Vereins katholischer Kaufleute und Beamte, H. Grünewald, wird heute, Montag abend, um 20 Uhr, im Hotel Knauf zu den Mitgliedern und Freunden des Vereins sprechen. *
Die Sauna in der Grafenstraße ist am Buß- und Bettag, am Mittwoch, dem 22. November, geschlossen. Aus diesem Grunde ist heute, Montag, die Sauna nur für Damen geöffnet.
Eröffnungsfeier im Park-Hotel
In einer festlich gestalteten Zusammenkunft prominenter Vertreter der Stadt, der Aachener und Münchener Versicherungs-AG., des Regierungspräsidenten, des Gaststättenverbandes und der Handwerkskammer wurde am Sonntag der zweite Bauabschnitt des Parkhotels Aachener Hof (Darmstadt) eröffnet. Professor Grund übergab nach seiner Begrüßungsansprache, in der er kurz auf die Baugeschichte des Parkhotels einging und allen Mitarbeitern an diesem Bau, nicht zuletzt den Darmstädter Handwerkern, seinen Dank aussprach, den Schlüssel an Herrn Direktor L ü r s e n aus Aachen. Dankend und das mit diesem Bau Geleistete anerkennend, antwortete er, wie auch Oberbürgermeister Metzger mit herzlich beglückwünschenden Worten von der Bedeutung sprach, die das Hotel mit seinen repräsentativen Räumen für Konferenzen und den komfortablen Gastzimmern für die Stadt Darmstadt habe. ■— Die Räumlichkeiten (über die wir bereits in unserer Samstagsausgabe berichteten), zeigten, ausgestattet mit Tischen und Gestühl, Teppichen und Vorhängen und dem erlesenen, mit dem Raum harmonierenden Blumenschmuck, nun erst vollkommen ihre dezente Eleganz und die eigene Note, die von jeder der kostbaren und wohldurchdachten Einzelheiten mitbestimmt wird. — Eine original-ungarische Kapelle spielte ihre Weisen, in der Empfangshalle klang sacht das lebendige Wasser des Brunnens, den Schüler der Kunstschule entwarfen. — Frau M e r z , in deren Händen die Führung des Hauses liegt, sprach ihren Dank aus und die Zuversicht, zum Wohle ihrer Gäste und zum Ruhme der Stadt Darmstadt ihr Werk fortsetzen zu können. — Unser Bild zeigt in der MiUtte Frau Merz, links Oberbürgermeister Metzger, rechts Professor Grund. — Ueber die Modenschau, die anläßlich der Eröffnung am Sonntagnachmittag und -abend stattfand, berichten wir in unserer nächsten Ausgabe. (DT) Foto: Hilde Roth
Wie wird das Wetter?
Weiterhin unbeständig
Vorhersage: Am Montag vorherrschend stark bewölkt und einzelne schauerartige Regenfälle. Höchsttemperaturen 8 bis 10 Grad, mäßige südwestliche Winde.
Weitere Aussichten: Wechselhaft, ziemlich mild.
Wohin gehen wir heũte?
Stadthalle: 20.00 „Der Glasschränk" von Heinrich R ü t h 1 e i n
Lichtspieltheater: Union: „Peter Voß der Millionendieb“; Thalia; „Der Postmeister“; Beli d a : ■ „Unter schwarzer Flagge“; Palast: „Sturm über Asien“; Hansa : „Schuß durchs Fenster“
Amerikahaus: 19.30 Uhr Violinkonzert ("Denes Zsigmondy, Ungarn); 15.00—17.00 Uhr Musikprogramm; 14.30 und 17.00 Uhr Filmprogramm
Volkshochsdiule: 19.30 Techn. Hochschule Raum 167 Prof. Dr. H. W. Eppelsheimer, Dokumentation (universale Organisation der geistigen Arbeit).
Hygiene-Lichthof, Neckarstraße 3a: 10—18 Uhr Ausstellung Gesundes Leben“.
Landesmuseum: 10—18 Uhr Gedächtnisausstellung Alexander Posch.
wir gratũlieren
81. Geburtstag: Frau Luise Weyrauch, Darmstadt, Darmstraße 9/11.
Feuilleton
Arzt, Psychologe, Mystiker
EIN VORTRAG ÜBER DEN INTERNISTEN DR. CARL HAPPICH
Im Rahmen der Vortragsreihe der Volkshochschule „Darmstadt in Literatur und Kunst“ sprach Dr. Wolfgang Kretschmer von der Universitätsklinik Tübingen über das Thema „Dr. Carl Happich, ein Mensch unserer Zeit“.
Er entwickelte vor der großen Hörerschaft, von der die meisten noch unmittelbar persönliche Erinnerungen an Dr. Happich bewahren, das Lebensbild dieses Mannes, der die Kenntnisse der Theologie und Medizin als Grundlage verband zu ärztlichem und religionspsychologischem Wirken, um dem modernen Menschen Heilung zu bringen von allen Leiden seelischer und körperlicher Art, die er der Verflachung und Zerspelltheit seines Innenlebens verdankt. Dabei schloß sich Dr. Happich keiner der psychotherapeutischen Schulen an, sondern suchte einen eigenen Weg, der ihn zurückführte zu den indischen Weisheiten und ihn besonders im Buddhismus des nördlichen Indiens wertvolle Einsichten Anden ließ. Meditierend arbeitete er an sich selbst, so daß aus eigener Erfahrung Kranken und Gesunden zur stufenweise fortschreitenden Meditation raten konnte, die ihnen die Geheimnisse der Welt und Seele erschließen und ihnen die verborgenen Quellen ihres Denkens, ihrer Wünsche und Strebungen zugänglich machen sollten, damit sie auf diese Weise zu einer Gesundung und Vertiefung ihres geistigen Seins gelangen könnten.
Dr. Happich selbst verband durch die Erfahrung der Meditation natürliche und geoffenbarte Weisheit, die Einsamkeit des echten Mystikers mit der Gemeinsamkeit Gleichgerichteter in der Evangelischen Michaelisbruderschaft, das Wirken in der Welt mit der Hingabe an Gott, die Festigkeit des Charakters mit unermüdlichem Streben nach Universalität.
Der Vortrag gab wie eine Zeichnung Konturen und Linien, weniger rückte er die lebendige Persönlichkeit farbig ins unmittelbar Gegenwärtige. Doch lag in der durchdachten, klaren Formulierung die Würdigung eines bedeutenden Menschen. D-s
Heinz Janßen als Tannhäuser
Für keinen ausübenden Künstler dürfte die Wiederkehr auf die Bühne so schwer sein wie für den Sänger. Die vielen Imponderabilien, die auf den „Brettern“ gewöhnlich mitspielen, sind selten zu überwinden. Um so mehr sollte man also die Leistung anerkennen, die Heinz Janßen bei der Uebemahme der gerade nicht leichten Rolle des Tannhäuser vollbringt. Was ihm in der Zwangspause der letzten Jahre an Technik verloren gegangen ist. ersetzt er durch Natur und Kraft. Das scheint ihm nicht zu schaden, denn er hält durch. Und die Berufsruhe wird stimmlich in der neuerlichen Berufung ihre Wirkung nicht verfehlen. Die Sicherheit dürfte sich wieder einstellen, und wenn die Atemtechnik korrigiert wird, sollte auch ein gleichmäßig tragender Ton, eine Kantilene wiederkommen. Mut und Energie, Arbeit und Mühe gehören allerdings dazu, den Erfolg jetzt festzuhalten, der unbestritten als Tannhäuser erobert worden ist. Es war eine gute Leistung. Für die schauspielerische Darstellung als zerrüttetes Seelenbündel ist ja wohl die Regie verantwortlich. Psychologisch wäre eine standhaftere Figur dem Come back dienlicher gewesen. Bescheiden fügte sich der Sänger beim Applaus dem Ensemble ein. Ein menschlich sehr sympathischer Zug. G. I.
„Emilia Galotti“ in Dieburg
Das Wormser Stadttheater brachte in Dieburg Lessings „Emilia Galotti“ in einer gepflegten und eindringlichen Aufführung. Spielleiter H. Artmann verstand es, Kraft und Glanz dieses Dramas aufzuspüren und für den Zuschauer bloßzulegen, in Kammerspielweise Lichter aufzusetzen und das edle Pathos der Virginia-Tragik voll strömen zu lassen. Von Hildegard Krost als Emilia ging sanftes Glühen und aufstrahlendes Leuchten aus, dem H. Wildermann als Prinz die gefahrbringende Leidenschaftlichkeit entgegensetzte. K. Schacht fügte als Marinelli gewissenlose Dienstfertigkeit und überlistende Verschlagenheit hinzu. E. Ronnecker als Angelo zeichnete in dieses Gemälde die tiefsten Schatten unheimlichen, hintergründigen Verbrechertums. V. V.
Liederabend William Wahlert
Das Programm des Bassisten aus den USA ist amerikanisch bunt. Es soll, wie dort üblich, den versierten und vielseitigen Sänger proklamieren. So reicht es also vom Belcanto des Barock (auch die Nuove musiche um 1600 hat man stilistisch „hinauf“-frisiert und bearbeitet) bis zur Gegenwart. Alle Stile werden beherrscht, der Text in fünf Sprachen gesungen. Mussorgsky liegt dem Sänger am besten. „La Danse Macabre“ von Saint-Saens ist kaum jemals so eindrucksvoll zu hören. Die Negro-Spirituals erklingen in urwüchsiger Vollendung. Die Stimme von William Wahlert ist ein schwerer Baß, „schwarz“ nennt sie der Fachausdruck, aber nach unten ist sie nicht abgrundtief. Dahin hat sie Grenzen, auch nach der Höhe. Die Darstellung ist italienisch lebendig, und daher gewinnt sich der Sänger im epischen oder balladenhaften Lied rauschenden Applaus, erreicht höchste künstlerische Intention.
Ein sehr junger Begleiter am Flügel, Dietrich Erbelding, überrascht durch technisches und stilistisches Selbstbewußtsein und frische Musikalität. G. I.
„Pamilie Hannemann“
Das Lustspiel „Familie Hannemann“, das die katholische Laienspielschar Frankfurt im Concordia-Saal zur Aufführung brachte, war von einem so köstlichen Humor getragen, daß die Zuschauer, die dicht gedrängt saßen, bis zur wohlgefälligen Auflösung der Verwicklungen aus der Spannung und dem Lachen nicht herauskamen. Wie im vorigen Jahr mit „Extemporale“ fanden die Laienspieler auch diesmal ein dankbares Publikum. t-s
Das Schneiderhan-Quartett
Veranstaltung der Darmstädter Musikzentrale
Am Mittwoch, dem 22. November, abends 20 Uhr, wird das Schneiderhan-Quartett in der Stadthalle die Streichquartette op. 18/2, op. 135 und op. 59/3 von Ludwig van Beethoven spielen. Das vor 12 Jahren gegründete Quartett steht unter der Führung von Wolfgang Schneiderhan, dem ersten Konzertmeister der Wiener Philharmoniker. Die übrigen Mitglieder, sämtlich Professoren der Wiener Staatsakademie, sind ebenfalls in Wien beheimatet, so daß das Ensemble in Veranlagung und Kunstauffassung als wienerisch bezeichnet werden kann. Unter dem Einfluß des Wiener Meisters der Kammermusik, Arnold Rose, ausgebildet, hat sich das Quartett die Pflege der klassischen Kamermusik ohne Vernachlässigung des zeitgenössischen Schaffens zum Ziel gesetzt. Sehr bald nach der Gründung begann die Auslandstätigkeit, die zwar durch den Krieg etwas eingeschränkt wurde, heute aber wieder ständig zunimmt. Die Festspiele in Salzburg und Luzern, Reisen nach Deutschland, der Schweiz, Schweden, Spanien, Portugal, der Tschechoslowakei waren das Tätigkeitsgebiet der letzten Jahre.
Kulturfilm-Veranstaltungen in Darmstadt
Das Kulturfilmprogramm für die Woche vom 20. bis 25. November sieht für Darmstadt folgende Veranstaltungen vor: Montag, 20. 11., 16.00 Uhr, Frauenbund der kath. Liebfrauengemeinde.
Dienstag, 21. 11., 17.30 Uhr, „Darmstädter Schülerzeitung“, Amerikahaus.
Donnerstag, 23. 11., 17.30 Uhr, D.A.G. Darmstadt, Nachbarschaftsheim.
Freitag, 24. 11., 19.30 Uhr, V.H.S. Darmstadt, Techn. Hochschule; 20.15, Alice-Hospital, Darmstadt.
Landestheater Darmstadt: Die erste Wiederholung des Volksstückes „Der Glasschrank“ von Heinrich Rüthlein, dargestellt von der hessischen Spielgemeinschaft, in der Inszenierung von Eugen Vogt, findet am Montag, dem 20. November, abends 20 Uhr, in der Stadthalle statt. *
Das Landestheater hat das Märchenspiel „Tischlein deck dich!“ von Eugen Gürster und Hannes Steinbach zur Aufführung für die Weihnachstzeit angenommen. Wie wir vor einiger Zeit in einem Interview berichteten, war Eugen Gürster unter Ebert und Hartung als Dramaturg am Landestheater tätig. Er ist heute Professor am New-London-College, Connecticut/ USA.
Mord ohne Sühne
Noch einmal füllte sich am Samstag Darmstadts Schwurgerichtssäal mit weit über einhundert Menschen, als der das Tagesgespräch bildende Mordprozeß Heil-Rückert mit der Urteilsverkündung seinen Höhepunkt fand. Noch einmal blitzten die Lampen der Pressefotografen auf, als das Stimmengewirr verstummte, die Geschworenen nach einwöchiger Sitzung zum letzten Male heraustraten und Landgerichtsdirektor Hahn um 12 Uhr die Urteilssprüche verlas. „Die Angeklagten Rückert und Heil werden mangels Beweises freigesprochen, die Kosten fallen der Staatskasse zur Last“, lauteten seine inhaltsschweren Worte, denen sich starke Mißfallensäußerungen und lautes Protestgemurmel aus dem überfüllten Zuhörerraum anschlossen» Stumm und ohne besondere Regung nahmen die beiden Angeklagten ihre Freisprüche entgegen. Der 42jährige Rückert faßte es als eine Art Selbstverständlichkeit auf, die 34jährige Heil — bleich und verschlossen — saß während der ganzen dreiviertelstündigen Urteilsbegründung mit gesenktem Blick auf der Anklagebank. Die Haftbefehle wurden aufgehoben.
Geheimnis der Schwarzbach — ein unentwirrbares Rätsel / Schwurgericht erzielt keine Klärung / Lücken in der Kette des Beweismaterials / Doppelter Freispruch unter Zuhörerprotest / Beide Angeklagten auf freien Fuß«gesetzt Was stand in dem in letzter Minute vor Schluß der Urteilsverkündung eingegangenen Brief?
Kurz bevor der Vorsitzende am Samstag seine Ausführungen beendete, geschah noch etwas Merkwürdiges — so, als sollte sich doch noch in letzter Minute eine Ueberraschung ergeben: Ein Justizwachtmeister überreichte dem Gericht einen Brief, der in dieser Sache noch ein&egangen war. Der Richter unterbrach kurz seine Ausführungen, nahm das Schreiben zur Kenntnis und beendete auffallend rasch seine Begründung. Der Brief, über dessen Inhalt nichts zu erfahren war. wurde sofort der Staatsanwaltschaft übergeben. Keinem im Saal gab das Urteil eine Befriedigung. Jeder hatte das Gefühl, daß die Angelegenheit mit diesem Urteil nicht ihren Abschluß gefunden hat. In dem Dunkel des fast unentwirrbar erscheinenden Mordfalles ist immer noch die Frage: „Wer hat Helene Rückert umgebracht?“, unbeantwortet.
Bezugnehmend auf die Mißfallensäußerungen erklärte Landgerichtsdirektor H a h n in seiner Begründung, es sei verständlich, daß sich viele bereits ein anderes Urteil gebildet hätten. Zwischen diesen Personen und den Gerichtsmitgliedern bestehe aber der Unterschied, daß bei ihnen ein falsches Urteil ohne Konsequenzen bleibe, während ein Irrtum und ein Fehlurteil der Gerichtsmitglieder die schwerwiegensten Folgen habe.
Verdachtsmomente gegen Frau Heil
Der Vorsitzende hob hervor, daß im Laufe der Verhandlung gegen die beiden unter Anklage gestellten Personen Frau Heil immer mehr in den Mittelpunkt des Prozesses gerückt sei. Daß sich der Verdacht sofort gegen sie und Rückert gerichtet habe, sei richtig gewesen. Beide hätten in ehebrecherischer Weise seit drei Jahren in einem sexuellen Verhältnis zueinander gestanden, wobei Frau Heil nebenher auch noch zu anderen Männern Beziehungen gepflegt habe. Während Rückert konstant bestritten habe, seien bei ihr ihre wechselnden Angaben auffallend. besonders bezüglich ihres Aufenthaltes am Tatabend. Das Gericht hielt die Alibi-Angaben Rückerts für richtig, jene der Frau Heil hingegen unglaubwürdig. Es bleibe offen — so unterstrich der Rich¬ ter — wo sie sonntags zwischen 19 und 20.30 bzw. zwischen 22 und 23 Uhr gewesen ist. Das angebliche Rendevouz mit dem großen Unbekannten in der Waschküche sei eine „faule Ausrede“.
Zum zweiten Falle sei ihre Aeußerung gegenüber ihrem Ehemanne am folgenden Tage merkwürdig gewesen:
„Sage nichts, daß ich gestern zwischen 19 und 21 Uhr weg war.“ Es sei eigenartig, daß sie solches geäußert habe, obwohl überhaupt noch nichts vom Tode der Frau Rückert bekannt war und man sie noch suchte.
Drittens stehe fest, daß Frau Heil früher einmal Helene Rückert in die Anstalt bestellt habe, um mit ihr angeblich bis Mitternicht zu spionieren, ob Rückert ein Verhältnis mit einer Pflegerin unterhalte. Es liege also der Gedanke nahe, daß sie auch diesmal Frau Rückert bestellt halbe. Auffällig erscheine viertens, daß sie
auf Befragen des Sohnes Rückerts am Montagmorgen und lange danach noch verschwieg, daß sie mit Frau Rückert noch einmal sonntags zwischen 19 und 20 Uhr zusammentraf und diese an die Fahrradhalle verwies, „wo sie ihren Mann beim Verlassen seiner Arbeitsstätte in der Anstalt beobachten könne“.
Geständnisse „objektiv falsch“
Die früheren Geständnisse von Frau Heil bezeichnete der Richter als objektiv falsch. Diese hätten an Bedeutung verloren, da sie einen entscheidenden Widerspruch enthielten. Wo der Tatort und wann die Tatzeit sei, habe das Gericht nicht ermitteln können. Es 'bestehe die Möglichkeit, daß die Angeklagte montags die Leiche an den Fundort geschafft habe.
Die Frage, ob sie montags noch oder wieder zu Hause war, als ihr Ehemann gegen 22.30 Uhr heimkehrte, habe man nicht ermitteln können. Hier klaffe eine entscheidende Lücke in der Indizienkette und es hätten sich keinerlei Anhaltspunkte für eine Schließung derselben ergeben.
Bezüglich der anonymen Briefe hielt das Gericht die Angeklagte einwandfrei als Verfasserin überführt, nachdem ein Kriminalsachverständiger ein Schriftgutachten erstattet hat.
Auch das Tatmotiv ist unklar
Der Richter kam sodann auf das mögliche Tatmotiv zu sprechen und führte zwei Möglichkeiten an: Erstens könne die Angeklagte von Frau Rückert den letzten anonymen Brief zurückverlangt und sie im Streit erwürgt haben. Zum anderen sei denkbar, daß sie die Ehe Rückert auseinanderbringen und den widerstrebenden Rückert für sich retten wollte, zumal sie ihren Liebhaber Nr. 1, den Vater ihres Kindes, verloren hatte. Die anonymen Briefe sollten der Aufhetzung dienen. Unterstelle man der Angeklagten einmal eine Beteiligung an der Tat, so stehe immer noch nicht fest, ob sie Täterin, Mittäterin, Gehilfin, Begünstigerin oder nur Zuschauerin war.
Keine Klärung der Täterschaft
Auch der Angeklagte Rückert könne nicht ausreichend überführt werden, erklärte der Richter in seinen weiteren Ausführungen. Es sei nicht ausgeschlossen — wenn auch ziemlich unwahrscheinlich —, daß er bei einer halben Stunde Fahrzeit auf dem Heimweg von der Anstalt den Mord begangen habe. Nur ein guter Bekannter könne so überraschend nahe an Frau Rückert herangekommen sein. Zu zwei ganz verschiedenen Zeiten hätten zudem zwei Zeugen Schreie gehört. Keinerlei Ermittlungen seien auch nach dem Mann mit dem Stutzer angestellt worden, den bekanntlich ein Zeuge die Schwarzbach kurz vor 21 Uhr hinauffahren sah.
Nicht zuletzt könne mit hundertprozentiger Sicherheit ausgeschlossen werden, daß sich vielleicht der entflohene schwachsinnige Anstaltspatient noch in der Gegend, herumgetrieben und die Tat ausgeführt habe.
Landgerichtsdirektor H a h n bei einer seiner Fragen an Frau Heil beim Lokaltermin (oben links). — Rückert zeigt durch eih Fenster des Kesselhauses seine Arbeitsstelle. Links neben ihm Landgerichtsdirektor Hahn, rechts Rückerts Verteidiger Dr Feigl (oben Mitte). — In diesem Hause, unter dem Dach, wohnte die Familie Heil (oben rechts). — Rückert zeigt dem Vorsitzenden des Schwurgerichts die Wohnung der Familie Heil (Mitte links). — Unentwegt fließen die Wasser der Schwarzbach, ohne das Geheimnis um den Mord preiszugeben (Mitte, Mitte). — Vor der Waschküche des Philipps-Hospitals. Hinter Frau Heil ihr Verteidiger Rechtsanwalt Gotzmann, neben ihm Kriminalrat Weidmann (Mitte rechts) — Lokaltermin am Fundort der Leiche (unten links). — Der Zeuge Krumb erklärt, wie er die Leiche vorfand (unten rechts).
Die letzten Minuten
Die Heil kommt: Wenn nicht Murmeln der Zuschauer ihren Eintritt verkündet hätte, wäre sie beinahe unbemerkt mit den Wachtmeistern hereingekommen. Die Unterhaltung mit ihren Begleitern ist überbrückendes Abdrehen auf offener Szene vor dem feindlichen Publikum. Das ist a priori gekonnt, das ist Trieb; das Dorf Crumstadt gab ihr keine Möglichkeit zur dramatischen Publikation.
Rückert: Wenn er ab und zu die Nase zieht, verschiebt sich der untere Teil dieses Gesichtserkers in Querlage, eingerahmt von diagonalen und senkrechten Vollfalten. Wie Hans Albers in „F. P. 1 antwortet nicht“, als er sagt: „Das Leben hat mit mir Schindluder getrieben.“
Landgerichtsdirektor Hahn: Der Respekt ist vorhanden, aber die Ehrlichkeit rangiert davor: Altruistische Augen, bewußte Ethik sicherlich schon vom Studium her, Persona grata der Unbestechlichkeit. Nicht ein Funken dozierende Pathetik. Der Oberstaatsanwalt: Eleganz in der Aeußerlichkeit und Formulierung. Der das Recht fordernde, kühle Kopf im Interesse des Staates. Er sitzt in der neutralen Luft der Pflicht und der hinter ihm stehenden „Raison“.
Rechtsanwalt Gotzmann, der Verteidiger der Frau Heil: Er hat die Sonorität der kräftigen Männer; nichts Hastiges. Hinter der Brille sitzen scharfe Augen, die auch das kleinste Moment berücksichtigen.
Rechtsanwalt Dr. Feigl, der Verteidiger Rückerts: Ein eleganter, scharf profilierter Mann mit fast albanisch-griechischem Typus. Er hat die Sympathie des Erfolgreichen. Jugend und beschwingendes Florett in der Eristik hatte den Freispruch in der Tasche.
Die Geschworenen: Mit silbergrauem Haar der eine Mann und alle von der Bedächtigkeit, die das Amt verlangt. Die Damen: Von Einwirkungen des Leides nicht freie Gesichter, nachdenklich oder forschend blickend. Nach Schluß der Verhandlung:
Bei der Heil steht niemand, nur ihre kleine Mutter. Ich frage sie: „Sie gehen jetzt nach Hause, Frau Heil?“ „Ja, sicher“, sagt sie, mit derselben monotonen Stimme und den noch nicht gelockerten Augen.
A R®chtsan^a’t G o t z m a n n , Verteidiger der Elisabeth Heil. - Staatsanwalt Dr. K a n t. - Eine peinliche Frage an Frau Heil vor dem Richtertisch» ,zur Aufklärung der anonymen Bnefe. - Mitte: Vor der Geländeskizze des Mordfalles. - Unten von links nach rechts: Kriminalrat Wes? d Srem Beri^ ST' *7/ U der Verteidiger Rückerts. - Der Brief, der in letzter Minute das Gericht erreichte, undvon dem wirin un serem Bericht ausführlich schreiben, wandert von Hand zu Hand. — Blick in die Verhandlung in Goddelau. Bildreportage: Schnöder
STARKENBURG
Pfarrer Dr. Meisingers letzter Weg
Unter Anteilnahme der gesamten Bevölkerung wurde am vergangenen Samstag der langjährige Seelsorger der Gemeinde Reinheim, Pfarrer Dr. Meisinger, zur letzten Ruhe gebettet. Im Gotteshaus saßen und standen die Menschen dichtgedrängt zum Abschiedsgottesdienst. Seinem Vermächtnis nach wurde von einer Grabrede Abstand genommen.
Nach dem Gottesdienst begleitete ihn eine schier unübersehbare Menschenmenge hinauf zum Friedhof.
Neben seiner eigentlichen seelsorgerischen Tätigkeit, die er mit der ganzen inneren Kraft und Wahrhaftigkeit eines berufenen Menschen und aufrechten Charakters erfüllte, widmete sich Dr. Meisinger der Heimatkunde. Die Erforschung des Rodensteins und seiner Geschlechter war sein Spezialgebiet.
Von all seinem Schaffen, seiner Beliebtheit, seiner Treue zur Heimat zeugten viele letzte Grußworte am Grabe. Mit Pfarrer i. R. Dr. Meisinger hat die evangelische Kirchengemeinde einen wahren Seelsorger und Menschenfreund verloren. -eb-
Ordentliche Hauptversammlung
des Reinheimer Odenwaldklubs
1 Der Odenwaldklub hält am kommenden Samstag im Gasthaus „Zum Schwanen“ seine diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab. Ihr obliegt unter anderem die Rechnungsprüfung für das vergangene Jahr, die Verabschiedung des neuen Wanderplanes und die Neuwahl des Vorstandes für die nächsten drei Jahre.
Gegen Schlenderpreise und Gewerbefreiheit
Tagung des Landesinnungsverbandes der Tischler in Groß-Gerau
Die Obermeister des Landesinnungsverbandes für das Tischlerhandwerk in Hessen trafen sich am Samstag in Groß-Gerau, um den Bericht über den deutschen Tischlertag 1950 in Kassel, den Geschäftsführer Se 11 ha s t gab, entgegenzunehmen und die verschiedenen Berichte der Beratungsausschüsse zu prüfen.
Nach einer Begrüßungsansprache, die Landesinnungsmeister W. Kegel hielt, begannen die Beratungen über die verschiedenen Punkte der Tagesordnung, in deren Mittelpunkt ein Referat über den gegenwärtigen Stand der Lohn- und Tarifverhandlungen von Landesgeschäftsführer Seilhast stand. Ueber Berufsausbildung sprach der stellvertretende Landesinnungsmeister H ö 1 c h e aus Frankfurt. Besonders scharf sprachen sich die Teilnehmer der Tagung gegen die Schleuderangebote bei der Vergebung öffentlich ausgeschriebener Arbeiten aus. Nicht das billigste, sondern das preiswürdigste Angebot müsse berücksichtigt werden. Besonders die Architekten sollten erzieherisch auf das Handwerk einwirken, damit nicht zu geringen Preisen minderwertiges Material verarbeitet würde.
Die gute Zusammenarbeit der Innungen mit den Berufsschulen und deren Lehrkräften wurde aus Kreisen der Tagungsteilnehmer betont. Allseitige Unterstützung fand die Forderung nach Auf-
hebung der Gewerbefreiheit. Auch wurde der Hoffnung Ausdruck geben, im kommenden Handwerksgesetz wieder eine Bestimmung aufzunehmen, die es dem Handwerker zur Pflicht mache, einer Innung beizutreten. Bürgermeister Dr. Lüdecke, der als Ehrengast erschienen war, empfahl den versammelten Obermeistern Sorge dafür zu tragen, daß sie in ihren Gemeinden auch als Obermeister respektiert würden, um bei Vergebungen öffentlich ausgeschriebener Arbeiten vonden jeweiligen Bürgermeistern zu Rate gezogen zu werden. Um den gestellten Forderungen Gehör zu verschaffen, riet er der Versammlung; ihre Mitglieder in die Gemeinderäte und den Landtag zu entsenden. Im weiteren Verlauf der Aussprache, die durch eine Besichtigung des Heimatmuseums „Gerauer Land“ unterbrochen wurde, besprach man die Einrichtung eines Kranzspendenrings und einer Sterbegeldkasse. kr.-
„Eintracht“ streitet um die Fahne
„Konkordia“ Ober-Ramstadt verklagte „Sängervereinigung 1871“
Nach den Vereinszusammenlegungen in den Jahren 1933 und 1945 ergaben sich später bei Neugründungen immer wieder Streitfragen über die Frage der Rechtsnachfolge. Dies zeigte sich nun auch inOber-Ramstadt.
Auf freiwilliger Basis fanden sich 1933 drei Gesangvereine zusammen, — Sängerlust 1871, Doppelquartett Concordia und Harmonie — um einen großen Chor zu bilden, der den Namen seines Dirigenten Samper trug. Mit der Verschmelzung wurde auch das Vermögen der 3 Chöre vereinigt. Der „Samperscher Männerchor“ setzte sich aus über 100 Mitgliedern der „Sängerlust“, etwa 80 Mitgliedern des ..Doppelquartetts Concordia“ und ca. 20 Sängern aus der „Harmonie“ zusammen und bestand bis 1945. Kurz nach dem Zusammenbruch bildete sich hier eine Sport- und Kulturgemeinschaft, die auch eine Gesangsabteilung umfaßte.
Nachdem der Vorsitzende des ehemaligen „Doppelquartett Concordia“ und spätere Ehrenvorsitzende des „Samperschen Männerchors“ Adam Herdt sich in einer 1945 einberufenen Mitgliederversammlung des SMC. dafür aussprach, den Verein im Interesse der Chorstärke der Gesangsabfeilung der SKG zu überführen, wurde der Beschluß durch die Versammlung bestätigt und Mitglieder sowie Vereinsvermögen gingen in die SKG über. Damit diese bei Wertungssingen oder anderen Anlässen eine Tradition repräsentiere, legte sich die Gesangsabteilung der SKG die Bezeichnung „Sängervereinigung 1871 in der SKG“ zu.
Nun wurde in diesem aJhre ein neuer Gesangverein „Konkordia“ in der Gemeinde gegründet und Adam Herdt zum 1. Vorsitzenden gewählt mit der Aufgabe, die alte Tradition des „Doppelquartett Concordia“ fortzusetzen. Sehr bald vertrat man den Standpunkt, Rechts-
nachfolgerin des Vereins zu sein, und so verklagten kürzlich die „Konkordianer“, um wieder zu Teilen des damaligen Vereinsvermögens zu kommen, die „Sängervereinigung 1817 in der SKG“ auf Herausgabe von Notenmaterial, einer Vereinsfahne und eines Flügels. 3 Termine wurden deshalb am Landgericht Darmstadt angesetzt. In Sängerkreisen der ganzen Umgebung war man auf den Ausgang gespannt.
Unterlagen ergaben, daß der Flügel aus Mitteln des „Samp. Männerchors“ bezahlt wurde. Die anderen Gegenstände seien s. Z. vom „Samperschen Männerchor“ übernommen worden, dieses Vermögen nun 1945 wieder durch die SKG. Im letzten Termin zog „Konkordia“ die Klage zurück. Zu einem Vergleich war es nicht gekommen. Damit entfallen die entstandenen Kosten auf die 27 Mitglieder der „Konkordia“ und die „Sängervereinigung 1871 in der SKG“ ist als Rechtsnachfolgerin anerkannt. ** -D-
Tagungen der Lehrerschaft des Kreises Erbach
In der vergangenen Woche fanden in Erbach, Beerfelden, Reichelsheim und Höchst unter Vorsitz von Schulrat Schw am b Zusammenkünfte der Schulleiter des Kreises Erbach statt. Zu Beginn wurden mehrere Unterrichtsfilme vorgeführt, um den Lehrkräften die Auswertung für die Schule zu erleichtern. Allerdings wurde sogleich bemängelt, daß die Filme meist in keiner Beziehung zum Unterrichtsstoff stünden.
Lehrer J a r s c h sprach dann über den Wiederaufbau der Wanderbücherei, deren Bücherzahl leider noch nicht den Stand der Vorkriegszeit erreicht habe. Die Bücherkisten befänden sich bereits in mehreren Gemeinden und sollten regelmäßig ausgetauscht werden. Mit der Verwaltung werde jeweils die örtliche Schulleitung betraut.
Im Anschluß daran wurde über die Schulspeisung, die Kriegsgräberfürsorge und das Volksschulabschlußjahr diskutiert. -hm-
Bauernversammlung in Biblis
Im „Rheinischen Hof“ fand in der vergangenen Woche eine gutbesuchte Bauernversammlung statt, in welcher über das Thema „Anbauplanung 1951, künstliche Düngerverwendung und Bodenuntersuchung“ gesprochen wurde. Die beiden Redner vom Landwirtschaftsamt Heppenheim Hölzel und Direktor Seibel sprachen über die Verwendung von künstlichem Dünger und die sehr wichtige Bodenuntersuchung. An die Vorträge schloß sich eine lebhafte Diskussion an.
Unsere Geburtstagskinder
80. Geburtstag: Frau Elisabeth Lang, Bensheim, Marktplatz 2. 80. Geburtstag: Frau Margarete G rohrock, Bensheim-Zell, Hauptstraße 155.
Aktuelles zwischeun gestern und sieute
Raubach streikte zur Wahl
Von den 71 Wahlberechtigten der 105 Einwohner zählenden Gemeinde Raubach im Südwestzipfel des Kreises Erbach ging kein einziger zur hessischen Landtagswahl. Damit protestierten die Raubacher gegen die Aufteilung der Gemarkung Falkengesässer Forst, die Raubach für sich beansprucht. Die Gemarkung war an drei Gemeinden aufgeteilt worden, (dpa)
Kleiner ,Bauernkrieg“
am Bahnhof Leeheim / Wolfskehlen Beim Verladen von Zuckerrüben am Bahnhof Leeheim /Wolfskehle n kam es am Freitag zwischen Leeheimer und Wolfskehler Bauern wegen eines geringfügigen Wortwechsels zu einer schweren Schlägerei, bei dem einem Leeheimer Bauern die rechte Gesichtshälfte aufgeschlagen wurde, so daß eine klaffende Wunde entstand. Ein Tagelöhner konnte erst nach längerem Bemühen den kleinen Bürgerkrieg unter Zuhilfenahme einer Mistgabel beenden. Ein Leeheimer wie auch ein Wolfskehler Bauer mußten sich in ärztliche Behandlung begeben. -od-
Vom Güterzug erfaßt und 150 Meter mitgeschleift
Am Samstagabend fuhr der Süßwaren-Großhändler A. B. aus Michelstadt mit seinem Pkw aus Richtung Zell kommend, an dem Bahnübergang am Schanzenbuckel, Bundesstraße 45, auf den Bahnkörper und stand mit seinem Fahrzeug zwischen den Schienen. B. will angeblich von einem anderen Fahrzeug geblendet worden sein, so daß er von der Fahrbahn abkam und auf den Schienenstrang gelangte Er versuchte durch Rückwärtsfahren aus dem Schienenstrang zu kommen Dies war jedoch nicht mehr möglich, da sich die Hinderräder des Pkw an den Rüllenschienen ca. 6 m vor dem Ueber-Mn? aefangen hatten.
Der fahrplanmäßige Güterzug, der 17.52 Uhr von Michelstadt abgeht, war gegen 17 57 Uhr am Uebergang angelangt, konnte jedoch nicht mehr zum Stehen gebracht werden obwohl der diensthabende Bahnwärter dem Güterzug entgegengelaufen war und ihm Warnsignale gegeben hatte. Der kurz vor dem Uebergang stehende Pkw wurde vom Zuge erfaßt, 150 m mitgeschleift und hierbei total zertrümmert.
B. konnte von einem zufällig anwesenden jungen Mann aus Neustadt aus dem Fahrzeug gezogen werden, so daß es keine Verletzten gab. Da der Pkw unter der Lokomotive lag, mußte der Güterzug zurückgestzt werden, damit der zertrümmerte Pkw vom Schienenstrang geschafft werden konnte.
In Gemeinschaft mit der Bahnpolizei wurde der Unfall von der Gendarmerie Michelstadt aufgenommen und der Fahrer durch das Ueberfallkommando zum Arzt gebracht, wo eine Blutentnahme zur Alkoholbestimmung vorgenommen wurde. DT.
Umgekippt liegen geblieben
In den Abendstunden des Freitag ereignete sich auf der Straße W o l»f s kehle n—Gries hei m , etwa 200 Meter vor dem Ortseingang Wolfskehlens, ein schwerer Verkehrsunfall.
Ein aus Richtung Griesheim kommender Lkw. bemerkte erst in letzter Sekunde ein vor ihm fahrendes Bauernfuhrwerk. Um einem Zusammenstoß zu entgehen, riß der Fahrer das Steuer nach links, kam aber zu gleicher Zeit mit einem ihm entgegenkommenden Lkw. mit Anhänger in Kollission, dessen Fahrer gleichfalls versucht hatte, auszuweichen. Der Anhänger des Lkw. geriet bei dem Zusammenprall ins Schleudern und kippte das Zugfahrzeug um, das mit den Rädern nach oben liegen blieb. Dem anderen Lkw. wurde die gesamte Frontanlage des Holzvergasers weggerissen. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Schuldfrage ist noch ungeklärt. -th-
15jähriger beging Selbstmord
Auf der Strecke Heidelberg—Darmstadt, unweit des Bahnhofs Wieblingen, wurde in den späten Abendstunden des vergangenen Donnerstags die gräßlich verstümmelte Leiche eines jungen Mannes gefunden.
Der Tote wurde von der Kriminalpolizei als der 15jährige Sohn eines Wieblinger Bauern identifiziert. Der Junge, der seit längerer Zeit krank war, hatte sich in selbstmörderischer Absicht von zu Hause entfernt und vor einen fahrenden Zug geworfen. W. L.
Ins Motorrad gelaufen
Zu einem Motorradunfall kam es kürzlich auf der Bobstädter Straße am Ortseingang von Biblis. Ein 7jähriges Kind, das plötzlich über die Straße sprang, lief einem Motorradfahrer aus Heppenheim in die Fahrbahn, der sein Fahrzeug nicht mehr zum Halten bringen konnte und das Kind überfuhr, das einen schweren Oberschenkelbruch davon trug. Es mußte sofort ins Lampertheimer Krankenhaus eingeliefert werden. mw
Plötzlich fehlte die Hausecke
Ein amerikanischer Sattelschlepper mit Anhänger kam in der Rheinstraße Groß-Rohrheims am vergangenen Wochenende ins Rutschen und fuhr gegen das Gehöft des Friedrich Baumann. Der Anprall riß die rechte vordere Hausecke und das Hoftor weg. Während der Fahrer mit geringfügigen Prellungen davonkam, war sein Wagen stark beschädigt. Auch an dem Baumannschen Gehöft ist erheblicher Sachschaden entstanden, hh.
Ein übler „Vertreter“
Vor dem Bezirksschöffengericht in Michelstadt hatte sich am Wochenende der 27jährige Textilvertreter Stephan H., ein Heimatvertriebener aus dei’ CSR, der in Michelstadt verheiratet ist, wegen einer Reihe von Betrügereien, Urkundenfälschungen und Unterschlagungen, zu verantworten. Er handelte nicht nur mit Textilien, auch Eis am Stiel, Schuhe per Nachnahme und Motorrad-Decken waren Objekte seiner „Geschäftstüchtigkeit“.
Nach dem X-Tage geriet er auf die schiefe Ebene. Zunächst mit kleineren Betrügereien, dann mit immer handfesteren Delikten. Er wurde aus der Strafhaft in Darmstadt vorgeführt, wo er zur Zeit 8 Monate Gefängnis wegen Verstrickungsbruchs und Betrugs verbüßt. Da einige der jetzt zur Verhandlung stehende Delikte in den gleichen Zeitraum fallen, erhöhte das Gericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsrat Loesch die Strafe auf 9 Monate Gefängnis.
Für die restlichen Fälle wurde eine weitere Gesamtstrafe von 10 Monaten Gefängnis verhängt, auf die aber die gesamte Untersuchungshaft und die bisher verbüßte Strafhaft angerechnet werden.
Ninzelergebnisse
der Landtagswahl
aus Städten und größeren Gemeinden Starkenburgs a: Landtagswahl 1946 b: Bundestagswahl 1949 c: Landtagswahl 1950
| Wahlkreis | SPD | CDU | FDP | KPD | ungültig | Gewählter | |
| Kandidat | |||||||
| Wahlkreis 42 | * | ||||||
| Groß-Gerau | a) | — | — | — | — | — | Bürgermeister |
| b) | — | • | |||||
| — | — | — | Sudhe i m e r | ||||
| c) | 23 182 | 6 618 | 19 894 | 3 690 | 3 796 | Biebesheim | SPD |
| Groß-Gerau Stadt | a) | 1 397 | 1 145 | 362 | 518 | 304 | |
| b) | 1 441 | 669 | 1 870 | 538 | 399 | ||
| c) | 1 619 | 464 | 1 322 | 384 | 197 | ||
| Rüsselsheim | a) | 3 637 | 2 292 | , 436 | 1 650 | 813 | |
| b) | 4 268 | 2 125 | 1 864 | 1 429 | 1 166 | ||
| c) | 4 881 | 1 387 | 1 768 | 1 158 | 985 | ||
| Gernsheim | a) | 1 004 | 1 040 | 99 | 276 | 176 | |
| b) | 904 | 1 368 | 502 | 269 | 244 | ||
| c) | 1 075 | 927 | 309 | 120 | 138 |
| Wahlkreis 43 | |||||||
| Darmstadt-Stadt | a) | b) | c) | 15 521 | 14 988 | ||
| 20 507 | 7 541 | 5 700 | |||||
| 4 185 | 5 058 | ||||||
| 19 247 | |||||||
| 14 969 | 5 388 | 4 032 | |||||
| 2 135 | 3 598 | 2 709 | |||||
| 1 838 | Ober- | ||||||
| bürgermeister | Metzger | SPD | |||||
| Wahlkreis 44 | |||||||
| Darmstadt-Land | a) | 16 555 | 6 958 | 2 776 | 6 206 | 4 574 | Min.-Präsident |
| b) | 16 126 | 4 914 | 13 701 | 5 670 | 4 204 | Chr. Stock | |
| c) | 19 629 | 2 984 | 12 242 | 3 580 | 3 523 | SPD | |
| Griesheim | a) | 2 086 | 571 | 202 | 842 | 746 | |
| b) | 1 965 | 305 | 1 235 | 668 | 730 | ||
| c) | 2 232 | 214 | 974 | 576 | — | ||
| Jugenheim | a) | 474 | 363 | 247 | 184 | 119 | |
| b) | 495 | 301 | 683 | 155 | 127 | ||
| c) | 577 | 257 | 775 | 92 | — | ||
| Nieder-Ramstadt | a) | 873 | 603 | 188 | 128 | 216 | |
| b) | 936 | 466 | 963 | 87 | 191 ■ | ||
| c) | 1 051 | 274 | 1 072 | 32 | — | ||
| Ober-Ramstadt | a) | 1 708 | 498 | 299 | 667 | 466 | |
| b) | 1 290 | 254 | 1 325 | 814 | 405 | ||
| c) | 1 780 | 147 | 1 243 | 439 | 391 | ||
| Pfungstadt | a) | 2 192 | 704 | ' 391 | 1 056 | 779 | |
| b) | 2 217 | 592 | 1 725 | 996 | 571 | ||
| c) | 2 436 | 301 | 1 626 | 699 | 468 | ||
| Seeheim | a) | 643 | ’ 481 | , 176 | 330 | 147 * | |
| b) | 693 | . 323 | 751 | 259 | 166 | ||
| c) | 677 | 224 | 638 | 187 | — |
| Wahlkreis 45 | |||||||
| Dieburg | a) | 13 982 | 13 196 | 2 404 | 4 964 | 3 597 | Bundestags- |
| b) | 14 592 | 12 780 | 8 409 | 4 502 | 4 126 | abgeordneter | |
| c) | 16 003 | 9 959 | 10 163 | 3 460 | 3 647 | Heinrich Ritzel | SPD |
| Dieburg-Stadt | a) | 1 010 | 1 750 | 224 | 511 | 419 | |
| b) | |||||||
| c) | 1 012 | ||||||
| 1 088 | 1 905 | ||||||
| 1 587 | 801' | ||||||
| 1 071 | 425 | ||||||
| 367 | 513 ' | ||||||
| Groß-Umstadt | a) | 955 | 649 | 348 | 357 | 268 | |
| b) | 1 021 | 529’ | 762 | 177 | 258 | ||
| c) | 1 013 | 583 | 918 | 141 | 243 | ||
| Groß-Zimmern | a) | 724 | 947 | 111 | 976 | 366 | |
| b) | 698 | 965 | 334 | 1 030 | 419 | ||
| c) | 846 | 768 | 594 | 954 | 416 | ||
| Reinheim | a) | 719 | 325 | 155 | 295 | 128 | |
| b) | 794 | 183 | 853 | 266 | 85 | ||
| c) | 1 013 | 178 | 600 | 214 | 116 | T |
| Wahlkreis 46 | ||||||
| Erbach | a) 14 180 | b) 13 607 | 7 602 | 5 594 | ||
| 3 863 | 1 759 | 6 999 | ||||
| 7 865 | 2 714 | 2 250 | ||||
| 1 460 | 2 377 | 2 370 | ||||
| 1527 | Georg | |||||
| Ackermann | Beerfelden | SPD | ||||
| c) | 15 293 | |||||
| Erbach-Stadt | a) | 1 001 | 831 | 268 | 256 | 249 |
| b) | 1 043 | 568 | 901 | 240 | 279 | |
| c) | 1188 | 387 | 995 | 143 | 257 | |
| Michelstadt | a) | 1 278 | 601 | 214 | 243 | 253 |
| b) | 1 475 | 382 | 652 | 203 | 258 | |
| c) | 1 527 | 287 | 854 | 121 | 222 | |
| Höchst | a) | 910 | 356 | 127 | 124 | 211 |
| b) | 790 | 256 | 487 | 115 | 146 | |
| c) | 959 | 176 | 597 | 99 | 80 | |
| Bad-König | a) | 618 | 410 | 165 | 144 | 108 |
| b) | 488 | 243 | 478 | 106 | 165 | |
| c) | 678 | 152 | 405 | 46 | 88 | |
| Beerfelden | a) | 856 | 323 | 132 | 106 | 148 |
| b) | 814 | 179 | 480 | 62 | 134 | |
| c) | 988 | 71 | 526 | 32 | 98 |
| Wahlkreis 47 | ||||||||
| Bergstraße-West | a) | |||||||
| b) | c) | 11 486 | 12 215 | 6 145 | 2 327 | 2 208 | Dr. Hans Wagnei | CDU |
| Heppenheim | a) | 1 433 | 2 335 | 394 | 460 | 340 | ||
| b) | 1 548 | 2 784 | 1 535 | 421 | 420 | |||
| c) | 1 561 | 2 202 | 1 134 | 229 | 330 | |||
| Lampertheim | a) | 1 363 | 2 711 | 289 | 1 221 | 321 | ||
| b) | 1 398 | 2 147 | 1 838 | 1 225 | 420 | |||
| c) | 1 429 | 1 398 | 1 580 | 688 | 185 | |||
| Viernheim | a) | 1 798 | 2 857 | 101 | 856 | 200 | ||
| b) | 2 746 | 3411 | 327 | 917 | 321 | |||
| 0 | 2 349 | 2 312 | 268 | 454 | 141 |
| Wahlkreis 48 | |||||||||
| Bergstraße-Ost | a) | b) | |||||||
| c) | 11 803 | 9 662 | 7 960 | 2 094 | 1 706 | Bürgermeister | Schmitt | Rimbach | SPD |
| Bensheim | a) | 2 842 | 3 787 | 751 | 1 211 | 751 | |||
| b) | 2 795 | 3 246 | 3 038 | 785 | 824 | ||||
| c) | 3 205 | 2 900 | 2 838 | 500 | 701 | ||||
| Hirschhorn | a) | 263 | 695 | 54 | 28 | 29 | |||
| b) | 365 | 829 | 184 | 45 | 49 | ||||
| c) | 380 | 564 | 146 | 31 | ' 13 | ||||
| Lindenfels | a) | 359 | 303 | 137 | 47 | 54 | |||
| b) | 248 | 239 | 391 | 80 | 64 | ||||
| c) | 315 | 177 | 408 | 50 | 44 |
DER SPORT
Zahlen und Tabellen
Erste Liga Süd
VfR Mannheim—Kickers Offenbach 1:1 Darmstadt 98—1. FC Nürnberg 2:3 Vfß Mühlburg—Vfß Stuttgart 1:0 Spvgg Fürth—Eintracht Frankfurt 7:0 1860 München—SV Waldhof 3:0 BC Augsburg—VfL Neckarau 8:2 FC Singen 04—SSV Reutlingen 0:1 FSV Frankfurt—Bayern München 0:0 FC Schweinfurt—Schwaben Augsburg 1:2
Zweite Liga Süd
Wacker München—Bayern Hof 2:0 SV Tübingen—ASV Durlach 0:3 SV Wiesbaden—Jahn Regensburg 1:2 Vikt. Aschaffenburg—TSV Straubing 1:3 FC Pforzheim—Union Böckingen 1:2 FC Freiburg—SG Arheilgen 6:1 Hessen Kassel—VfL Konstanz 4:0 Stuttgarter Kickers—Ulm 46 3:3
Erste Liga West
Fortuna Düsseldorf—Duisburger SV 4:0 Rheydter SV—Rot-Weiß Oberhausen 2:0 Schalke 04—1. FC Köln 3:2 Sportfr. Katernberg—Borussia Dortmund 2:2 Preußen Dellbrück—Rot-Weiß Essen 2:3 Preußen Münster—Horst-Emscher 2:1 Alemannia Aachen—Hamborn 07 4:0 Borussia M.-Gladb.—Spvgg. Erkenschw. 2:1
Erste Liga Nord
Eimsbüttel—Concordia Hamburg 0:0 Bremer SV—Holstein Kiel 1:1 Arminia Hannover—Göttingen 05 1:2 Eintracht Braunschweig—Hannover 96 5:2 VfL Osnabrück—Bremerhaven 93 5:1 Hamburger SV—Eintracht Osnabrück 2:0 Vfß Oldenburg—Altona 93 1:3 Tabelle
Oberliga Südwest
VfL Neustadt—Eintracht Kreuznach 0:1 FV Engers—Vfß Kaiserslautern 3:1 Eintracht Trier—Spvgg. Andernach 3:0 Tus Neuendorf—Tura Ludwigshafen 2:0
Brasilianer schlugen FC Saarbrücken
Die brasilianische Meister-Elf Bello Horizonte trat in Saarbrücken in stärkster Aufstellung an und bot den 12 000 Zuschauern groaßrtige technische Leistungen. Nach ausgeglichener Spielhälfte hatte Saarbrückens Mittelstürmer Binkert eine gute Chance, seine Elf in Führung zu bringen. Sein Kopfball strich jedoch knapp am Pfosten vorbei. In den letzten 15 Minuten drehten die Brasilianer noch einmal mächtig auf und kamen durch ihren Linksaußen und Halblinken zu ywei Toren.
Im Eishockey-Punktspiel besiegte der VfL Bad Nauheim in Krefeld den KEV vor 3000 Zuschauern mit 8:3 (4:0, 0:1, 4:2). Der EV Füssen schlug am Sonntag im Eishockey-Freundschaftsspiel die Grashoppers Zürich mit 11:7 (2:2, 7:1, 2:4), nachdem die Deutschen bereits am Vortage mit 12:5 siegreich geblieben waren.
| Tabelle | 1. FC Nürnberg | |||||
| 13 | 8 | 2 | 3 | 31:12 | 18:8 | Spvgg Fürth |
| 13 | 9 | 0 | 4 | 36:14 | 18:8 | Vfß Mühlburg |
| 13 | 8 | 1 | 4 | 39:18 | 17:9 | FC Schweinfurt 05 |
| 13 | 8 | 1 | 4 | 25:15 | 17:9 | FSV Frankfurt |
| 13 | 7 | 3 | 3 | 25:18 | 17:9 | VfR Mannheim |
| 13 | 7 | 1 | 5 | 35:24 | 15:11 | 1860 München |
| 13 | 7 | 1 | 5 | 28:25 | 15:11 | Eintr. Frankfurt |
| 13 | 5 | 5 | 3 | 21:24 | 15:11 | Schaben Augsburg |
| 13 | 6 | 3 | 4 | 23:23 | 15:11 | Vfß Stuttgart |
| 13 | 6 | 2 | 5 | 28:18 | 14:12 | Kickers Offenbach |
| 13 | 5 | 2 | 6 | 25:24 | 12:14 | Bayern München |
| 13 | 4 | 3 | 6 | 24:24 | 11:15 | FC Singen 04 |
| 13 | 4 | 2 | 7 | 19:39 | 10:16 | Darmstadt 98 |
| 13 | 3 | 3 | 7 | 19:34 | 9:17 | ’SSV Reutlingen |
| 13 | 4 | 1 | 8 | 17:44 | 9:17 | SV Waldhof |
| 13 | 3 | 2 | 8 | 18:27 | 8:18 | VfL Neckarau |
| 13 | 3 | 1 | 9 | 19:40 | 7:19 | BC Augsburg |
| 13 | 2 | 3 | 8 | 18:27 | 7:19 |
| Tabelle | Kickers Stuttgart | |||||
| 13 | 9 | 3 | 1 | 36:19 | 21:5 | ASV Cham |
| 13 | 8 | 4 | 1 | 28:12 | 20:6 | Jahn Regensburg |
| 13 | 9 | 2 | 2 | 31:15 | 20:6 | Bayern Hof |
| 13 | 8 | 2 | 3 | 23:12 | 18:8 | Hessen Kassel |
| 13 | 7 | 4 | 2 | 40:21 | 18:8 | 1. FC Bamberg |
| 13 | 6 | 4 | 3 | 20:15 | 16:10 | Vikt. Aschaffenburg |
| 13 | 6 | 3 | 4 | 33:22 | 15:11 | ■Wacker-München |
| 14 | 7 | 1 | 6 | 32:26 | 15:13 | ASV Durlach |
| 14 | 6 | 2 | 6 | 32:28 | 14:14 | 1. FC Pforzheim |
| 13 | 5 | 3 | 5 | 29:25 | 13:13 | TSV Straubing |
| 13 | 5 | 2 | 6 | 29:29 | 12:14 | Union Bückingen |
| 13 | 5 | 2 | 6 | 20:23 | 12:14 | Ulm 46 |
| 13 | 4 | 3 | 6 | 17:28 | 11:15 | FC Freiburg |
| 13 | 4 | 2 | 7 | 23:31 | 10:16 | VfL Konstanz |
| 13 | 4 | 1 | 8 | 13:29 | 9:17 | SV Wiesbaden |
| 13 | 3 | 1 | 9 | 26:26 | 7:19 | SG Arheilgen |
| 14 | 2 | 1 | 11 | 16:46 | 5:23 | SV Tübingen |
| 14 | 1 | 0 | 13 | 15:54 | 2:26 |
| Tabelle | Schalke 04 | |||||
| 12 | 9 | 2 | 1 | 31:10 | 20:4 | Borussia Dortmund |
| 13 | 7 | 5 | 1 | 29:17 | 19:7 | Preußen Münster' |
| 12 | 8 | 1 | 3 | 18:9 | 17:7 | Rot-Weiß Essen |
| 13 | 8 | 1 | 4 | 35:20 | 17:9 | 1. FC Köln |
| 12 | 8 | 0 | 4 | 25:11 | 16.8 | Fortuna Düsseldorf |
| 12 | 6 | 3 | 3 | 21:13 | 15:9 | Alemannia Aachen |
| 11 | 5 | 3 | 3 | 20:20 | 13:9 | Spvgg. Erkenschwick |
| 13 | 4 | 5 | 4 | 12:11 | 13:13 | Rheydter SV |
| 12 | 5 | 2 | 5' | 19:25 | 12:12 | Preußen Dellbrück |
| 13 | 4 | 4 | 5 | 21:20 | 12:14 | Hamborn 07 |
| 13 | 4 | 2 | 7 | 16:26 | 10:16 | Horst-Emscher |
| 13 | 2 | 4 | 7 | 15:20 | 8:18 | Borussia M.-Gladb. |
| 13 | 3 | 2 | 8 | 18:41 | 8:18 | Rot-Weiß Oberhaus. |
| 11 | 2 | 3 | 6 | 10:20 | 7:15 | Sportfr. Katernberg |
| 12 | 2 | 2 | 8 | 17:28 | 6:18 | Duisburger SV |
| 13 | 2 | 1 | 10 | 7:23 | 5:21 |
| VfL Osnabrück | ||||||
| 13 | 8 | 3 | 2 | 36:19 | 19:7 | Göttingen 05 |
| 12 | 8 | 2 | 2 | 36:22 | 18:6 | Hamburger SV |
| 13 | 7 | 3 | 3 | 38:19 | 17:9 | Eimsbüttel |
| 12 | 6 | 4 | 2 | 19:13 | 16:8 | Werder Bremen |
| 11 | 6 | 3 | 2 | 31:16 | 15:7 | St. Pauli |
| 12 | 5 | 5 | 2 | 29:15 | 15:9 | Holstein Kiel |
| 12 | 7 | 1 | 4 | 20:19 | 15:9 | Bremerhaven 93 |
| 13 | 6 | 2 | 5 | 23:26 | 14:12 | Eintr. Braunschweig |
| 13 | 5 | 3 | 5 | 32:25 | 13:13 | Vfß Oldenburg |
| 13 | 4 | 4 | 5 | 24:27 | 12:14 | Bremer SV |
| 13 | 5 | 2 | 6 | 26:29 | 12:14 | Arminia Hannover |
| 12 | 5 | 1 | 6 | 22:19 | 11:13 | Altona 93 |
| 13 | 3 | 3 | 7 | 23:44 | 9:17 | Hannover 96 |
| 12 | 2 | 4 | 6 | 21:28 | 8:16 | Concordia Hamburg |
| 11 | 2 | 3 | 6 | 12:27 | 7:15 | Eintracht Osnabrück |
| 11 | 0 | 5 | 6 | 14:27 | 5:17 | SV Itzehoe |
| 12 | 1 | 0 | 11 | 14:47 | 2:22 |
| Tabelle | 1. FC Kaiserslautern | |||||
| 11 | 10 | 1 | 0 | 38:6 | 21:1 | Wormatia Worms |
| 11 | 9 | 1 | 1 | 39:14 | 19:3 | Eintracht Trier |
| 13 | 8 | 1 | 4 | 26:16 | 17:9 | FK Pirmasens |
| 10 | 6 | 2 | 2 | 24:13 | 14:6 | Phon. Ludwigshafen |
| 11 | 5 | 3 | 3 | 35:22 | 13:9 | VfL Neustadt |
| 12 | 4 | 4 | 4 | 19:33 | 12:12 | Tus Neuendorf |
| 9 | 4 | 2 | 3 | 18:18 | 10:8 | VfR Kaiserslautern |
| 11 | 3 | 4 | 4 | 14:22 | 10:12 | FV Engers |
| 12 | 5 | 0 | 7 | 18:25 | 10:14 | ASV Landau |
| 12 | 4 | 1 | 7 | 17:40 | 9:15 | Spvgg. Andernach |
| 12 | 3 | 1 | 8 | 19:30 | 7:17 | Eintr. Kreuznach |
| 10 | 2 | 2 | 6 | 11:19 | 6:14 | Tura Ludwigshafen |
| 11 | 2 | 0 | 9 | 15:29 | 41:8 | FSV Mainz 05 |
| 11 | 1 | 2 | 8 | 10:26 | 4:18 |
SV98 schenkte 1. FCN 2 Punkte
Die Darmstädter nach 2:1-Führung von technisch besserem Gegner 2:3 geschlagen / Müller und Mühlbach verhalfen dem Club zu zwei vermeidbaren Treffern / Läufer Leichtlein schießt Darmstadts Tore / Die Lilienträger bleiben trotz Niederlage auf Stammplatz 14 / 16 000 Zuschauer
Im ausverkauften Hochschulstadion konnten die Lilien gegen den siebenfachen Deutschen Meister nicht an ihre erstklassige Stuttgarter Form anknüpfen. Wohl waren auch diesmal Einsatz und Kampfeifer vorhanden, aber man vermißte nach der 2:1-Führung die in diesem Augenblick einzige taktisch richtige Einstellung, die Halbstürmer zurückzuziehen und aus einer verstärkten Deckung heraus durch schnelle Vorstöße das gegnerische Tor zu bedrohen. Das Offensivspiel der 98er in der letzten Viertelstunde gab dem Nürnberger Sturm die Chancen zum Sieg.
SV 98 Darmstadt: Müller; Mühlbach, Abt; Herder, Schmidtmer, Leiichtlein; Reeg, Thalheimer, Bohmann, Barth, Herwig.
1. FC Nürnberg: Fischer; Mirsberger, Uebelein; Bergner, Sippel, Baumann; Herbolzheimer, Morlock, Brenzke, Winterstein, Ucko.
Schiedsrichter: Schmetzer (Mannheim). Zuschauer: 16 000.
Werden die 98er die ersten Minuten ohne Gegentore überstehen? Oder wird der berühmte Blitzstart der Nürnberger, der die Deutsche Meisterschaft 1948 entschied und vor kurzem noch VfR Mannheim und Schweinfurt überrumpelte, auch gegen die Lilien entscheidend sein? Diese Fragen stellten sich die Fußballfreunde kurz vor dem Spiel.
Nürnberger Blitzstart ergibt 0:1
Schon in den ersten Minuten kam die Antwort. Der wieselflinke Rechtsaußen Herbolzheimer schoß aufs Tor. Torwart Müller konnte den Ball nicht an sich ziehen und der hinzuspurtende Linksaußen Ucko schießt aus kürzester Entfernung zur Nürnberger Führung ein. Die 98er forcieren ihre Angriffe. Schon jetzt erkennt man die großartige Tagesform des linken Läufers Leichtlein, der augenscheinlich die taktische Aufgabe hat, Max Morlock, den Initiator des Nürnberg,'/’ Angriffsspiels und Anwärter auf den halbrechten Posten der Stuttgarter Nationalmannschaft, scharf zu markieren, um so den Nürnberger Angriffsschwung zu bremsen.
Leichtlein erzielt das 1:1
Man muß es diesem ehrgeizigen Spieler bescheinigen, daß er diese Aufgabe glänzend löste, wenn auch Morlock (wenigstens in der ersten Halbzeit) im Hinblick auf Stuttgart sich vielleicht etwas reserviert verhielt. Trotz dieser Bewachungsaufgabe fand Leichtlein immer noch Zeit, den eigenen Angriff anzukurbeln. Als in der siebten Minute Reeg einen Eckball sehr gefährlich vor das Nürnberger Tor hebt und der beste Club-Abwehrspieler Baumann den B.all nicht weit genug aus der Gefahrenzone bringt, da ist es Leichtlein, der den Ball durch prachtvollen Direktschuß ins Tor schmettert. Dieser Ausgleichstreffer gibt den 98ern gewaltigen Auftrieb.
Baumann überragt alle
Der diesmal weit besser als in Stuttgart zur Geltung kommende rechte Flügel Thalheimer-Reeg beschwört immer wieder höchste Gefahr im Nürnberger Strafraum herauf. Der linke Verteidiger Uebelein ist zu lang-
sam, um den schnellen Darmstädter Rechtsaußen wirkungsvoll bremsen zu können. Aber immer wieder ist es Baumann, der seinem Verteidiger aushilft und an Präzision des Zuspiels auch in bedrängter Lage Erstaunliches leistete. Ihm ist es zu verdanken, daß die schwache Form von Uebelein und Stopper Sippel, der mehr als einmal von Bohmann ausgespielt wurde, keine Tore zur Folge hatte.
Fischer verschuldet das 2:1
Auch nach der Pause waren die „Lilien“ ein durchaus gleichwertiger Gegner. Ja sie
gingen sogar in der 52. Minute in Führung. Reeg gab dem nach vorne stürmenden Leichtlein eine Vorlage, die dieser mit einem flachen Schuß zur vielumjubelten 2:1-Führung verwandelte, Fischer mußte diesen keineswegs placiert geschossenen Ball unbedingt halten.
Nun machten die Lilienträger ihren entscheidenden Fehler. Anstatt 20 Minuten vor Schluß durch Zurücknehmen ihrer Halbstürmer die Deckung zu verstärken, spielte das Angriffs-Quintett auch weiterhin offensiv.
Starker Club-Endspurt entscheidet
Erst durch diese vollkommen verfehlte Taktik gab man den „Rotjacken“ die große Chance, innerhalb von 10 Minuten die beiden entscheidenden Tore zu erzielen. Wie die Nürnberger die entstandene Verwirrung in der Liliendeckung ausnutzten, das war gekonnt und meisterhaft. In diesen letzten Minuten demonstrierte der Club mit einem intelligenten und schönen Kombinationsspiel sein wahres Können. So fiel in der 70. Minute das schönste Tor des Tages. Ein Zusammenspiel zwischen Ucko und Winterstein schloß der letztere aus hallblinker Position mit einem prachtvollen und für Müller unhaltbaren Volley-Schuß ab. Morlock setzte sich plötzlich voll ein und dribbelte in der 79. Minute unaufhaltsam vor, setzte uneigennützig Herbolsheimer in Szene, dessen Flanke der Pechvogel Mühlbach nicht rechtzeitig abwehren «kann, so daß Ucko zum entscheidenden 3. Tor einschießen konnte. Fast wäre in der 83. Minute dem glänzend disponierten Leichtlein der hat-trick und Ausgleich gelungen, als er wieder auf eine Flanke von Reeg haarscharf neben das Tor schoß.
Die zwei Teams in der Kritik
Die Liliendeckung konnte diesmal nicht so gut gefallen wie in Stuttgart; Müller war nicht schuldlos am ersten Tor, zeigte aber sonst eine vielversprechende Abwehrleistung. Von den Verteidigern konnte (abgesehen vom 3. Tor) Mühlbach durch sein forsches Spiel besser gefallen. In der Läuferreihe überragte diesmal Leichtlein. Schmidtmer war sehr sicher und Herder im Zerstören gut, aber im Abspiel ungenau. Im Sturm gefiel besonders die rechte Seite, wo Reeg in seltener Spiellaune war.
Die Nürnberger Deckung hatte in Baumann ihren überragenden Abwehrspieler. Auch Bergner konnte noch gefallen. Fischer im Tor war bis auf das 2. Tor immer im Bilde. Im Sturm überraschte der äußerst schnelle und robuste zweifache Torschütze Ucko und der technisch famose Winterstein. Morlock zeigte erst in der 2. Halbzeit, was er kann. Dagegen war der Ex-Fürther Brenzke eine kleine Enttäuschung. Schiedsrichter Schmetzer zeigte eine eind r ucks voUe S chi eds r i cht erl eis tun g, wa r imme r auf Ballhöhe und hatte vor allem die Ruhe weg.
„Pausieren ist Gift“ Betrübte Gesichter sah man in der Darmstädter Kabine nach 'dem Spiel. Wer hätte gedacht, daß nach einer 2:1-Führung noch beide Punkte verloren gehen? Mißmutig sagte Trainer Snopek: „Durch die Pause am letzten Sonntag ging die Stuttgarter Form verloren. Es fehlte der Elan und vor allem das gute Aufbauspiel aus der Abwehr heraus. Wir mußten unbedingt das 2:1 halten.“
In der Nürnberger Kabine war man glücklich, die Darmstädter Klippe erfolgreich umschifft zu haben. So meinte der bekannte Trainer „Bumbas“ Schmidt: „Wir sind heilfroh, daß wir gegen diie erstklassig besetzte Darmsädter Mannschaft zwei wertvolle Punkte errungen haben. Die nach uns in Darmstadt spielenden Gegner werden es sehr schwer haben. Torhüter Fischer war bei dem 2. Tor etwas ausgerutscht und konnte so den Schuß von Leichtlein nicht mehr fassen. Die Darmstädter Mannschaft spielte sehr fair.“
Der SV-Läufer Rudi Lc«"chtlein war in prächtiger Schußlaune. Er zeichnete für die beiden Tore der Lilienträger verantwortlich. Szene aus dem Spiel SV 98—1. FCN 2:3
Arheilgen völlig außer Tritt
Die Vorstädter auch in Freiburg 6:1 (3:1) besiegt
Auf regennassem Boden war Freiburg technisch besser und schneller und spielte seine Bälle sofort ab. Auffallend war das gute Freilaufen und der kurzentschlossene Schuß. Arheilgen spielte viel zu umständlich und ohne Zusammenhang. Mahr stand auf verlorenem Posten. Wendler wurde in der zweiten Halbzeit verletzt und ging als Statist auf Rechtsaußen. Mittelläufer Zöller war noch weitaus der beste Mann der Gäste. Seibel mußte zwei Tore halten, bei denen er zu unentschlossen im Herausgehen war, Becker als linker Verteidiger deckte schlecht, wurde meist überlaufen und spielte dann foul. Die linke Seite war am schwächsten, hier vor allem Traser.
In der 5. Minute wurde ein Abseitstor für Freiburg nicht anerkannt. Kurz darauf schoß Lieber einen Strafstoß an die Mauer. Dann läuft Mahr nach Rechtsaußen, flankt zur Mitte und Traser lenkt ein. Doch in der 28. Minute wird ein halbhoher Ball von Freiburgs Halblinken direkt aus der Luft zum Ausgleich in die Ecke gesetzt. Nachdem Lieber knapp vorbeigeschossen hat, zeigt sich wiederholt die Unentschlossenheit von Seibel. In der 32. Minute läuft der Mittelstürmer der Gastgeber allein durch, Seibel ist zu spät gestartet und an ihm vorbei rollt der Ball ins Tor zum 2:1 für die Freiburger. 8 Minuten später macht Seibel erneut einen Fehler und das Spiel steht 3:1.
Nach der Pause hält der Arheilger Torwart in der 50. Minute eine Bombe aus 5 Meter Entfernung, im Gegenzug schießt Wendler knapp vorbei. Jetzt kamen die Gäste etwas auf, das Spiel wurde ausgeglichener, äber der Sturm blieb hilflos.
In der 75. Minute kommt der Ball von rechts durch, Zöller verfehlt, Seibel hält, verliert den Ball wieder und der Mittelstürmer schießt ein, 4:1. Ein ausgezeichneter Drehschuß von Freiburg geht knapp an Seibels Tor vorbei. Kurz darauf geht der Rechtsaußen mit einer langen Vorlage davon, gibt vor das Tor, wo der Mittelstürmer aus 1 Meter Entfernung zum 5:1 verwandelt. Lieber schießt einen wuchtigen Freistoß, der Torwächter kann den Ball nicht festhalten, der aber nur an den Pfosten springt. Im direkten Gegenstoß geht der Mittelstürmer allein los und schießt zum 6:1 ein.
Arheilgen spielte vor 3000 Zuschauern mit: Seibel; Marko, Becker; Wendler, Zöller, Müller; Dilfer, Potrafke, Mahr, Traser, lieber.
Punkteinbußen der Spitzenreiter
Schi. In der 2. Liga Süd gab es einige dicke Ueberraschungen. Bereits am Samstag waren mit Wacker München und Hof zwei Bayernklubs unter sich. Die Wacker-Elf stellte sich wieder einmal in feiner Form vor und bezwang Hof verdient mit 2:0, nachdem es beim Wechsel noch 0:0 gestanden hatte. Der Tabellenführer Kickers Stuttgart konnte im Spiel gegen Ulm 46 von Glück sagen, daß es noch zu einem 3:3 reichte, denn die Ulmer „Spatzen“ pfiffen den Platzherren ein kräftiges Lied vor und führten bei der Pause sogar mit 3:1. Im Degerloch war man heilfroh, daß es bis zum Abpiff noch ein 3:3 gab, das allerdings dem Spielverlauf entsprach. Enttäuscht war man auch an der Schönbuschallee in Aschaffenburg, wo der TSV Straubing unbeschwert aufspielte und die einheimische Viktoria mit 3:1 (2:1) bezwang, so daß die Lehnereif ins Mittelfeld abglitt. Genau so betrübte Gesichter gab es bei Pforzheim, denn niemand hatte angenommen, daß der FC Pforzheim gegen Union Böckingen 1:2 eingehen werde. In Wiesbaden haderte man mit Schiedsrichter Penig (Mannheim) und dem einheimischen Torwart Stierstorfer; der 2:1-Sieg der Regensburger Jahn-Elf über die Kurstädter war recht glücklich. Der Unparteiische übersah ein einwandfreies Foul der Bayernabwehr an dem Wiesbadener Stürmer Klimmeck. Der ASV Durlach bewies seine aufsteigende Form mit einem klaren 3:0-Erfolg beim Tabellenletzten SV Tübingen, während der FC Freiburg die SG Arheilgen überzeugend 6:1 und Hessen Kassel den VfL Konstanz nicht minder klar 4:0 abfertigten.
Im Süden wieder Nürnberg und Fürth
Schweinfurt 05 ließ sich auf eigenem Platz von Schwaben Augsburg schlage n und von der Spitze verdrängen
Schi. Es' hagelte Wieder einmal Ueberraschungen in der 1. Liga Süd. Das „Schweinfurter Grün“ erwies sich als wenig wetterfest, denn die Elf von Ander Kupfer unterlag zu Hause gegen die Augsburger „Schwaben“ 1:2, so daß die Schweinfurter vom ers+~n c ’ de* ”■ orten Tabellenplatz abrutschten. Eine weitere Ueberraschung gab es im Ronhof, wo sich 15 000 Zuschauer über die gute Leistung der Spvgg Fürth freuten, die der Frankfurter „Eintracht“ mit 7:0 das Nachsehen gab. Schon beim Wechsel lag die Elf vom Main durch Tore von Schade (2), Hofmann, Nöth und Wloka (Selbsttor) mit 0:5 hoffnungslos im Hintertreffen. Nach der Pause sorgten Nöth und Bauer für das 7:0.
Zu einem glücklichen 1:0 über den Vfß Stuttgart reichte es dem Vfß Mühlburg. Das „Goldene Tor“ erzielte Grobs in der 27. Minute. Der deutsche Meister spielte in der zweiten Halbzeit groß auf, er hatte aber wenig Glück. Zweimal verhinderte die Latte sichere Tore. Schiedsrichter Siebert (Kassel) aberkannte außerdem jeder Mannschafft ein Abseitstor. Magere Leistungen gab es auf dem Platz an den Brauereien in Mannheim, wo sich der VfR Mannheim und die Offenbacher Kickers 1:1 trennten. Vielleicht war der Regen daran schuld, daß beide Mannschaften geradezu lustlos spielten. De la Vigne erzielte für die Rasenspieler das 1:0, in der 60. Minute glich Baas für die Lederstädter aus. Bester Mannschaftsteil der Offenbacher war die Abwehr mit Torwart Ricker und den Verteidigern Keller und Kemmerer.
Der SV Waldhof unterlag bei den „60ern“ in München nach torlosem Seitenwechsel noch 0:3. Der SSV Reutlingen erkämpfte sich am Hohentwiel gegen Singen 04 einen etwas glücklichen l:0-Sieg. Hubrich schoß in der 71. Minute des von siebentausend Zuschauern besuchten Kampfes zweier „alter Bekannter“ den entscheidenden Treffer. Am Bornheimer Hang mußte sich der FSV Frankfurt trotz klarer Ueberlegenheit in der zwe!<— Hälfte im Kampf gegen die Münchener „Bayern“ mit einem torlosen Unentschieden zufrieden geben. Die Bayern spielten von Beginn an devensiv und hatten ihren Linksaußen Seemann zur Verstärkung der Abwehr zurückgezogen. Der Nationalmannschaftskandidat Hermann wurde von dem rechten Bayern-Läufer Thomas Mayer unentwegt „beschattet“. Jaekel Streitle hatte seine Abwehr ausgezeichnet formiert und trug mit seiner Ruhe und Uebersicht wesentlich zum unerwarteten Punktgewinn bei.
Programmgemäß im Norden
Formtief des HSV noch nicht behoben -ng. Hamburg. Der Tabellenführer der 1. Liga Nord, VL Osnabrück, gewarnt durch die 1:6-Niederlage des Vorjahres, spielte gegen Bremerhaven 93 dieses Mal von Beginn an mit dem erforderlichen Ernst. Die 18 000 Besucher freuten sich besonders über die guten Leistungen des von „Lokomotive“ Stendal gekommenen Mittelstürmers Alpert, der auch für die beiden ersten Tore sorgte. Der klare 5:1-Sieg des VfL Osnabrück entsprach den gezeigten Leistungen. Die „lästige Konkurrenz“ aus Göttingen tat Osnabrück nicht den Gefallen, bei Arminia Hannover auch nur einen Punkt einzubüßen. Allerdings mußte der 2:1-Sieg von Göttingen 05 hart erkämpft werden.
Im Hamburger Lokalderby zwischen Eimsbüttel und Concordia ärgerten sich 4000 Zuschauer über die beiderseits sehr schwachen Stürmerreihen. Obwohl Eimsbüttel technisch reifer spielte und insbesondere in den ersten 45 Minuten klare Torchancen ausließ, endete
das Spiel torlos, denn auch der energische Endspurt der Concordia zeitigte keinen Erfolg. Holstein Kiel bewies mit seinem 1:1 beim Bremer SV, daß es auch auswärts Punkte holen kann. Der Hamburger SV hat sein Formtief noch nicht überwunden; beim 2:0 gegen Eintracht Osnabrück spielte der Meister viel zu engmaschig und taktisch unklug, so daß die vielbeinige Abwehr der Gäste immer wieder dazwischenfahren konnte. Das zweite HSV-Tor entsprang einem zweifelhaften Elfmeter, den Klette in der 76. Minute verwandelt. Die Braunschweiger Eintracht sicherte sich mit einem klaren 5:2-Erfolg über Hannover 96 einen guten Mittelplatz. In Oldenburg gab es für die Platzherren eine große Enttäuschung, denn Altona 93 siegte völlig verdient mit 3:1.
Der richtige Tip
Rheinland-Pfalz: 1,1, 1,2, 2,1, 2,1, 1, 0. Hessen: 2,2, 0,1, 0,2, 0,2, 1, 0. Bayern: 0,2, 1,1, 2,0, 2,2, 0,2, 1, 2. Bayern (int. Zehn): 2,1; 0 2,0, ausgefallen, 2,2, 1,1, 1. Württemberg-Baden: 0,2, 1,2, 1,2, 2,0, 1,2, 2, 1. West: 1,2, 1,0, 1,1, 1,1, 2,1, 1,1, ausgefallen, 0. Nordblock: 0,0, 2,1, 1,2, 1,1, 1,2, 1,0, 0, 1.
Schalke mit drei Punkten Vorsprung
Borussia Dortmund enttäuschte in Katernberg
F. S. Gelsenkirchen. Dreißigtausend erlebten in der Gelsenkirchener Glückauf-Kampfbahn zwischen dem Tabellenführer Schalke 04 und dem 1. FC Köln einen großartigen Kampf, den die Königsblauen viel sicherer gewannen als das knappe 3:2 besagt. Bis zur 65. Minute lag Schalke dürch Treffer von Sandmann, Eppenhoff und Kleina bereits mit 3:2 vorne. Nach dem zweiten Treffer geriet die Abwehr der Rheinländer völlig ins Schwimmen. Nach verschiedentlichen Umstellungen holte der 1. FC Köln durch Alexius in der 78. Minute ein Tor auf. Fast mit dem Abpfiff entschied der Unparteiische Faist (Duisburg) wegen eines angeblichen Fouls eines Schalker Abwehrspielers auf Elfmeter, den Nußbaum zum 3:2 verwandelte. Der Schlußpfiff ging in dem Proteststurm der Dreißigtausend unter, die mit dieser Entscheidung des Schiedsrichters gar nicht einverstanden waren. Den Talisman der Kölner, ein hinter dem Tor angeseilter Ziegenbock, ließ die Niederlage seiner Elf ziemlich kalt, die durch die Niederlage vom dritten auf den fünften Tabellenplatz abgegerutscht ist.
Borussia Dortmund mußte sich beim Tabellenvorletzten, Sportfr. Katernberg, mit einem 2:2 begnügen, hält aber dennoch den zweiten Platz. Preußen Münster kam mit Ach und Krach gegen Horst-Emscher zu einem 2:1. Langsam, aber sicher schafft sich Alemannia Aachen nach vorne; das 4:0 gegen Hamborn 07 spricht für die Güte der Aachener. Rot-Weiß Essen wahrte seine Chance auf einen der vorderen Plätze mit einem 3:2 bei Preußen Dellbrück. Fortuna Düsseldorf fertigte das „Schlußlicht“ Duisburger SV mit 4:0 sicher ab und der Rheydter SV schlug in einem leistungsschwachen Spiel die Oberhausener Rot-Weißen mit 2:0.
Ein Angriff des linken Darmstädter Flügels Barth-Herwigh, der von dem kleinen Bergner gestoppt wurde. Szene aus dem Spiel SV 98 — 1. FCN 2:3 Foto: Hemme
Mit Fritz und Othmar Walter
Frankfurt, (dpa) Der Bundestrainer des Deutschen Fußballbundes, Sepp Herberger, gab am Sonntag die Aufstellung des deutschen Nationalteams bekannt, das am Buß- und Bettag im Stuttgarter Nekkarstadion gegen die Schweiz antritt. Es spielen:
Tor: Turek; Verteidiger: Burdenski, Streitle; Läufer: A. Kupfer, Baumann oder Matzkowski, Barufka; Stürmer: Klodt, Balogh, Othmar Walter, Fritz Walter, Hermann.
Bezirksklasse ohne Ueberraschungen
Ueberlegene Siege der Spitzenreiter Lorsch und Bischofsheim
Bezirksklasse Gruppe 1
Langen—Bürstadt Hofhcim-PfungMadt ™ K Vikt rthei^Heppenh™ 0:3 H Urberach-Bobstadt 6 1 21
VfR Langen—Vfß Bürstadt 2:0 (1:0)
Die Langener Mannschaft war gegen Bürstadt in einer überragenden Form und siegte verdient mit 2:0 Toren. Die Gäste waren aem Platzverein in technischer Hinsicht weit überlegen, hatten jedoch nicht die Stürmerkraft, sich gegen die blendende Abwehr der Langener Hintermannschaft durchzusetzen. Eine überlegene erste Halbzeit für Langen schaffte in der 40. Minute durch Szegfü auf Flankenstoß des Linksaußen Werner Jakob das 1:0. Die verteilte zweite Hälfte brachte beide Tore öfter in Gefahr, und E. Werner gelang es in der 83. Minute durch einen prächtigen Schuß, das 2:0 zu erzielen. Mei.
Hofheim—Pfungstadt 2:0 (1:0)
Mit viel Glück konnten die Gastgeber dieses Spiel gewinnen. Pfungstadt stellte zweifellos die bessere, schnellere und gefährlichere Mannschaft. Daß Hofheim diese zwei Punkte für sich buchen konnte, ist lediglich der großartigen Abwehrleistung von Klingler zu verdanken, der über sich selbst hinauswuchs und mit beispiellosem Einsatz immer wieder im Torraum klärte. Hofheim hatte das Glück, bereits in der 8. Minute durch Dietz in Führung gehen zu können. Dann aber drückte Pfungstadt ständig auf Ausgleich und stürmte mit der ganzen Mannschaft, aber Hofheim hatte Glück und konnte sein Tor sauber halten. Nach dem Wechsel wurden die Gäste noch überlegener, aber sie hatten unheimliches Schuß.pech. Als in der 82. Minute ein strammer Schuß von Nold an einem Gästever leidiger ins eigene Netz abprallte, war das Schicksal der Pfungstädter besiegelt, die trotz ihres großen Eifers und ihres besseren Spieles unverdient verloren.
Groß-Rohrheim—Heppenheim 0:3 (0:1)
In Rohrheim scheint man sich nun endgültig selbst aufgegeben zu haben. Zwar hatte man die stärkste jetzt mögliche Mannschaft aufgestellt, aber selbst diese Elf fand sich nicht und wirkte völlig zerfahren. Dazu spielte man stellenweise völlig lustlos und ohne Einsatz. Das Spiel begann mit schnellen, gefährlichen Vorstößen Rohrheims, denen aber der krönende Torschuß fehlte. In die leichte Ueberlegenheit der Platzbesitzer fiel in der 14. Minute der erste Treffer der Gäste, als der Rohrheimer Torwart einen scharfen Strafstoß Jägers nur wegfausten konnte und der bereitstehende Hund aus nächster Nähe einschoß. Nach der Pause ließ sich Rohrheim längere Zeit einschnüren und in der 59. Minute erzielte Katzenmeier mit scharfem Schuß den zweiten Treffer. Dann stürmte Rohrheim wieder, aber keine Torchance konnte verwertet werden. Zehn Minuten vor Schluß erzielte Hund bei einem schnellen Vorstoß über den stürzenden Tormann den dritten Treffer, ka
Viktoria Urberach — Bobstadt 6:1 (2:1)
Sechs Mann Ersatz waren für den Gast aus Bobstadt' keine einfache Lösung. Sie kämpften deshalb in den ersten 30 Minuten unter einem unglücklichen Stprn, zumal die Platzherren einen guten Fußball spielten. Den Torreigen eröffnete in der 20. Minute Eder mit einem plazierten Strafstoß. Nach einem Foul an Cornelus konnten die Gäste den fälligen Elfmeter zum Ausgleich verwandeln. Obwohl die Riedmänner kurz vor Seitenwechsel mehr vom Spiel hatten, erzielte W. Herd das 2:1-Halbzeit-Ergebnis. Auch nach der Pause boten die Platzherren einen ausgezeichneten Flachpaß und ein gutes Aufbauspiel. Durch Unstimmigkeiten in der Ballrückgabe mußte Bobstadt in der 70. Minute das 3:1 hinnehmen, dem bereits 5 Minuten spifter der vierte Treffer durch Jost folgte. Jetzt spielten die Gäste nur noch defensiv. Rollendes Angriffsspiel brachte für die Platzherren in den letzten Spielphasen eine Fülle von Chancen. Rink erhöhte in der 81. Minute auf 5:1 und Eder stellte fünf Minuten vor Spielschluß das 6:1-Endergebnis her. _gj_
Groß-Gerau—Oberramstadt 3:6 (1:3) Der Gastgeber erfüllte in diesem Spiel bei weitem nicht die in ihn gesetzten Hoffnungen, sondern machte manchmal sogar einen hilflosen Eindruck gegen den schnelleren und technisch besseren Gegner. Als man sich dann Mitte der zweiten Halbzeit besann, war es bereits zu spät. Der Vorsprung der Gäste war zu groß, als daß er in einem Endspurt wettgemacht werden konnte. Oberramstadt war die eifrigere Mannschaft, die verdient gewann. Die Torschützen OR Hartmann (2), Becht, Reinig, Kern und Renner je 1; Groß-Gerau: Siegele (2) und Auer 1. Keim
Olympia Lorsch—SV Biblis 4:0 (0:0)
Im Riedderby auf dem Lorscher Waldsportplatz distanzierte Olympia Lorsch den Bezirksklassen-Neuling Biblis sicher mit 4:0 Toren. In der torlosen ersten Halbzeit gelang es der ausgezeichneten Verteidigung der Gäste, die immer wieder angreifenden Lorscher Stürmer erfolgreich abzuwehren. Auch nach dem Wechsel sah man zunächst das gleiche Bild. Erst als in der 58. Minute Fassoth einen etwas zweifelhaften Elfmeter für Lorsch verwandelte, fand der Lorscher Sturm endlich seine alte Durchschlagskraft wieder. In kurzer Zeit fielen 3 weitere Tore durch Leibold, Fassoth und Gärtner. Die drückende Ueberlegenheit der Olympianer verrät schon das Eckballverhältnis von 14:2 für Lorsch.
Bezirksklasse Gruppe 2
Bischofsheim — Egelsbach 5:1 (5:0) Walldorf — Ober-Roden 2:0 (1:0) Eppertshausen — Trebur 1:2 (1:2) Erbach — Nauheim 1:4 (1:2) Wixhausen — KSV Urberach 3:6 (2:4) Messel — Dieburg abgebr. 4:4
Bischofsheim—Egelsbach 5:1 (5:0) Dem Tabellenersten war nichts mehr von seiner Niederlage in Urberach anzumerken. Seine Mannschaft spielte wieder wie aus einem Guß und überfuhr so die Egelsbacher Gäste, die keineswegs schlecht waren, schon in der ersten Halbzeit mit 5 Toren. Nach der Pause waren beide Mannschaften sichtlich erschöpft; Man-spielte, verhalten, und als einziges Tor fiel in der 60. Minute der Gegentreffer der Gäste, die trotz der hohen Niederlage nicht enttäuschten. Torschützen für Bischofsheim: Herget (2), Ruppert, Dorr und H. Thalheimer. . -Ir-
Rot-Weiß Walldorf—Ober-Roden 2:0 (1:0)
Auch gegen die technisch beschlagene Mannschaft von Ober-Roden konnteh die Rot-Weißen sehr gut gefallen und sich in diesem Treffen zwei wichtige Punkte sichern. Sie waren während des gesamten Spielverlaufs überlegen und hätten bei etwas mehr Schußglück noch mehr Tore erzielen können als die beiden Treffer in der 44. Minute durch den linken Läufer Kunz und in der 85. Minute durch Wirth, zumal dei- Schiedsrichter zwei Handspiele im Ober-Rodener Strafraum übersah. Bei einem Sieg am kommenden Sonntag gegen Bischofsheim wäre Walldorf Tabellenführer. -Ir.
Eppertshausen—Trebur 1:2 (1:2)
Ueberraschenderweise konnten die Gäste doppelt bepackt aus Eppertshausen zurückkehren. Leichte Vorteile im Mittelfeld verhalfen der Gastmannschaft in der 11. Minute zum Führungstreffer, den Rill kunstgerecht in die Maschen setzte. Den Ausgleich erzielte für die Platzherren 10 Minuten später Schrod mit einem scharfen Weitschuß. Außerordentliches Schußpech machte such bei den Auswärtigen nachteilig bemerkbar. Hoch umjubelt wurde von den Gästen in der 27. Minute der zweite Treffer, den H. Jäger schnell und gut placiert eindonnerte.
Erbittert wurde auch in der zweiten Halbzeit gekämpft. Während die Gastmannschaft nur noch auf Verteidigung eingestellt war, versuchten die Platzherren in den letzten Spielminuten mit aller Kraft wenigstens einen Punkt zu retten. Verteidiger Oper hat an dem Punktgewinn der Gäste den größten Anteil. -gi-
Erbach—Nauheim 1:4 (1:2)
In Erbach sah man ein anständiges Treffen, das jedoch an Spannung nicht immer an einen Punktkampf heranreichte. Während Nauheim vor allem durch eine größere Schußfreudigkeit gefiel, machte sich bei den Platzherren das Fehlen des gesperrten Gotter bemerkbar. Schon in der 9. Minute kamen die Gäste durch ihren Rechtsaußen Bitter, dem ehemaligen Ligastürmer von Wormatia Worms, der erstmalig eingesetzt war, zum 1:0. Bei einem ausgeglichenen Verlauf zogen die Platzherren in der 23. Minute durch Elfmeter von Köhler gleich und 12 Minuten später brachte ein Durchbruch von Bitter, Nauheim durch Spengler mit 2:1 in Front. Erst in der 86. Minute vermochte sich Nauheim von der Einschnürung zu befreien und durch Spengler auf 1:3 zu erhöhen. In den letzten Minuten, die vollständig den Gästen gehörten, stellte Bitter den Endstand her.
Wixhausen — KSV Urberach 3:6 (2:4)
In einem schnellen Spiel schlug Urberach Wixhausen verdient 6:3. Bereits in der 2. Minute verwandelte Wixhausen einen Elfmeter zum 1:0 durch Horn. Vier Minuten später glich Urberach aus. Ein 16-Meter Strafstoß brachte den Gästen in der 17. Minute die 2:1-Führung und 9 Minuten später erhöhten sie aus einem Gedränge heraus auf 3:1. In der 37. Minute hieß es bereits 4:1, jedoch konnte Wixhausen kurz darauf nach einem Eckball durch Kopfball von K. Schmitt auf 4:2 verkürzen.
Kurz nach dem Wechsel hieß es 5:2 für Urberach. Dann stellte Wixhausen abermals den alten Abstand durch Läufer Schönfeld in der 71. Minute her (5:3). Kurz vor Schluß kam Urberach durch Foul-Elfmeter zum 6:3. -vo-
MeSsel gegen Dieburg 4:4 abgebrochen
Der Gast nahm dieses Spie] zu leicht und mußte feststellen, daß in Messel die Punkte sehr hoch hängen. Messel ging überraschend durch den Linksaußen Jung in Führung. Das Spiel nahm an Spannung zu und Dieburg glich durch den Halblinken aus. Die Gastgeber schossen durch Laumann und Papenfuß eine 4:1-Führung heraus. Nach dem Wechsel ließ Messel nach und wurde lange Zeit in die eigene Hälfte gedrängt. Dieburg holte durch zwei Feldtore und einen Elfmeter den Ausgleich. 12 Minuten vor Schluß kam es zu dem Spielabbruch, als der rechte Verteidiger von Messel an dem Linkaußen von Dieburg ein Foul beging. Ein Zuschauer von Dieburg drang ins Spielfeld ein und wurde gegen den rechten Verteidiger von Messel tätlich, worauf alle Zuschauer in das Spielfeld eindrangen, so daß dem gut leitenden Schiedsrichter keine andere Wahl blieb, als das Spiel abzupfeifen.
Das Spiel wurde in der obigen Tabelle nicht gewertet. Die Verhandlung über die Schuldfrage soll in acht Tagen stattfinden.
Fußball-Kreisklassen
A-Klasse Darmstadt
Hahn—'Seeheim i;i Bickenbach—Weiterstadt 3:0 Griesheim—Hähnlein 0:10 TSG 46 Darmstadt—Alsbach 4:1 Gräfenhausen—Erzhausen 0:2
B-Klasse Darmstadt
Brandau—Traisa 4:1 Rohrbach—SC Griesheim 0:7 Ober-Beerbach—Vfß Langen 0:1 Jugenheim—Union Darmstadt ausgefallen Nieder-Beerbach—SV 98 II 1:6
A-Klasse Dieburg
Kleestadt—Reinheim 6:0 Groß-Umstadt—Ober-Roden 5:0 Nieder-Roden—Mosbach 7:0 Groß-Zimmern—Spachbrücken 0:0 Dreieichenhain—Lengfeld 0:4 Götzenhain—Offenthai 6:3
B-Klasse Gruppe I
Hering—Niedernhausen 7:0 Hassia II—Georgenhausen ausgefallen Groß-Bieberau—Wersau 4:0 Fr.-Crumbach—Brensbach 0:3
B-Klasse Gruppe II
Wiebelsbach—Münster 1:1 Hergershausen—Schaafheim 0:1 Groß-Umstadt—Klein-Umstadt 2:2
A-Klasse Groß-Gerau
Walldorf—Astheim 2:1 Ginisheim—Dornheim 5:1 Biebesheim—Wolfskehlen 1 ;2 Raunheim 07—Stockstadt 5:1 Büttelborn—Klein-Gerau 4:1 Gustavsburg—Gernsheim 1:5
B-Klasse Groß-Gerau
Worfelden—Bischofsheim Ib ausgef. Königstädten—Gernsheim 1:3 TSV Rüsselsheim—SSV Raunheim 3:2 Erfelden’—Leeheim 3:1 Opel Rüsselsheim Ib—Waller Städten 2:0
A-Kiasse Erbach
Rimhorn—Neustadt 3:2 Lützel-Wiebelsbach—Bad König 1:2 Beerfelden—Steinach 4:2 Hainstadt—Günterfürst 4:4 KSG Erbach (Soma)—Würzburg ausgef.
Gruppe Oberzent
Steinbuch—Sensbachtal ausgef.
Gruppe Unterzent
Vielbrunn—Haiingrunid 1:2 Fürstengrund—Kirch-Brombach 11:0 Höchst (Soma)—Wald-Amorbach 2:1 Mümling-Grumbach—VfL Höchst 15:1
A-Klassc Bergstraße
FC Fürth—Reichenibach 1:0 Lampertheim—Auerbach 5:1 Affolterbach—Mörlenbach 1:1 WaMmichelbach—Einhausen 4:3 Lindenfels—Aschlbach ausgef.
B-Klasse Gruppe Ried
RW Heppenheiim—SV Bensheim 0:1 Gadernheim—Schönberg 1:1
B-Klasse Gruppe Odenwald
Rimbach—Reichelsheim 13:1 Mitlechtern—SV Fürth 2:2 Unter-Schönmattenweg—Wahlen 4:2 Hammelbach—Zotzenbach 5:0
| Lorsch - | Ober-Ramstadt | Bürstadt | Vikt. Urberach | Bobstadt | |||
| Hofheim | Langen | Groß-Gerau | Heppenheim | ||||
| Pfungstadt | Roßdorf | Biblis | Bensheim | Eberstadt | |||
| 10 9 1 o 43: 8 | 11 8 0 3 38:22 | ||||||
| 11 7 1 3 24:14 | |||||||
| 10 6 2 2 27:13 | 12 5 2 5 31:35 | H 5 1 5 15:13 | 9 4 2 3 19:16 | ||||
| 10 5 0 5 29:23 | 10 5 0 5 20:17 | H 4 1 6 18:28 | H 4 1 6 26:42 | 12 3 2 7 26:42 | 10 3 1 6 14:29 | 10 1 4 5 14-5?. | 19: 1 |
| 16: 6 | 15: 7 | ||||||
| 14: 6 | |||||||
| 12:12 | 11:11 | ||||||
| 10: 8 | 10:10 | 10:10 | 9:13 | ||||
| 9:13 | 8:16 | ||||||
| 7:13 | 6:14 | ||||||
| Groß-Rohrheim | |||||||
| 10 | 0 | 2 | 8 | 4:34 | 2:18 |
| Bischofsheim | 11 | 8 | 1 | 2 | 35:17 | |
| 17: 5 | Walldorf | 11 | 8 | 0 | 3 | 19: 8 |
| 16: 6 | KSV Urberach | 9 | 6 | 2 | 1 | 25:11 |
| 14: 4 | Dieburg | 10 | 5 | 3 | 2 | 37:19 |
| 13: 7 | Oberroden | 11 | 5 | 2 | 4 | 28:19 |
| 12:10 | Münster | 11 | 4 | 4 | 3 | 21:19 |
| 12:10 | Mörfelden | 10 | 3 | 4 | 3 | 19:19 |
| 10:10 | Nauheim | 10 | 3 | 4 | 3 | 20:20 |
| 10:10 | Wixhausen | 11 | 4 | 2 | 5 | 10:20 |
| 10:12 | Erbach | 9 | 4 | 0 | 5 | 22:31 |
| 8:10 | Michelstadt | 10 | 3 | 2 | 5 | 18:31 |
| 8:12 | Messel | 9 | 2 | 3 | 4 | 18:26 |
| 7:11 | Egelsbach | 11 | 2 | 3 | 6 | 26:35 |
| 7:15 | Eppertshausen | 10 | 0 | 5 | 5 | 13:24 |
| 5:15 | Trebur | 11 | 2 | 1 | 8 | 8:30 |
| 5:17 |
Basketball
Knapper Sieg der Roßdorfer Frauen
Das Zusammentreffen der beiden noch ungeschlagenen Basketball-Frauenmannschaften der Landesliga Homburger TG und SKG Roßdorf brachte den Roßdorferinnen einen knappen, aber durchaus verdienten Sieg von 15:14 Körben. Anfangs hatten die Mädel der Homburger TG allerdings mehr vom Spiel und stellten mit schönen Korbschüssen das Ergebnis auf 4:0. ehe Roßdorf seinen ersten Punkt erzielte. Auch in den darauffolgenden Spielminuten stand die
Begegnung noch im Zeichen der Gastgeber, doch bis zur Halbzeit hatte sich Roßdorf gefunden und verringerte den mittlerweile herausgeschossenen Vorsprung der Homburger TG auf 6:10. — Nach dem Seitenwechsel lag fast nur noch Roßdorfs Mannschaft im Angriff. Unplazierte Schüsse und auch einiges Pech verhinderten die Führung der Gäste. Wiederholt konnte zwar aer Ausgleich hergestellt werden, jedoch erst zwei Minuten vor Spielschluß brachte ein verwandelter Freiwurf den Roßdorfer Mädels den Sieg. -er-
Kurz - aber interessant
Anläßlich der 50-Jahr-Feier des Deutschen Rugby-Verbandes unterlag eine norddeutsche Auswahl in Hannover gegen die Fünfzehn der britischen Rheinarmee mit 6:14 (0:11) Punkten.
Die Galopprennbahn München—Riem beschloß am Sonnabend ihre Rennzeit. „Savanyu“ (Kotrybuhl) gewann das Hauptereignis, ein Hürdenrennen über 2800 m, vor „Nordpol“ und „Palaswitha“.
Hessen-Boxer schlugen Rheinland
Großer 13:3-Sieg in der Rüsselsheimer Stadthalle
Nur etwa tausend Personen hatten sich am Ringrund der Rüsselsheimer Stadthalle eingefunden, um Zeuge der Begegnung im Länder-Pokalturnier der Amateurboxer zwischen Hessen und Rheinland zu werden. Zu Beginn der Veranstaltung gab der Vorsitzende des DABV, Georg Dietrich, bekannt, daß die Wiederaufnahme der deutschen Amateurboxer in den Welt-Boxverband als gleichberechtigtes Mitglied vollzogen worden sei. Gleichzeitig stehen Deutschlands Boxer vor den ersten Begegnungen in ausländischen Ringen. Die Senioren wurden für Februar nach Irland und die Jugendlichen für den gleichen Monat nach Oesterreich eingeladen.
Beide Staffeln stellten sich Ringrichter Rinselt (Baden) mit geringfügigen Abweichungen im Mannschaftsbild. Der Vorjahrsmeister Frankreiter kämpfte für Rheinland im Fliegengewicht, und Kohr fand im Federgewicht Verwendung.
Im einleitenden Fliegengewichtstreffen siegte Frankreiter (Rheinland) verdient über Struck (Hessen). Biermann (Hessen) untermauerte seinen Punktsieg gegen Burkhardt durch zwei Niederschläge. Im Federgewicht gab es zwischen Altmeister Stasch (Hessen) und Kohr (Rheinland) ein Unentschieden, das den Hessen benachteiligt. Schilling (Hessen) wurde im Leichtgewicht Punktsieger über Meier. Eine gute technische Leistung bot Frank (Hessen) im Weltergewicht mit einem Punktsieg über den schlagstarken Breil (Rheinland). Ein begeisterndes Gefecht lieferte im Mittelgewicht der nach Punkten siegende Fleck (Hessen) gegen den favorisierten Keßler (Rheinland). Der Ringrichter brach das Halbschwergewichtstreffen zwischen Müller (Hessen) und Altmüller (Rheinland) zu Beginn der dritten Runde ab, da Altmüller, vollkommen groggy, den Kampf nicht mehr fortsetzen konnte. — Im Schwergewicht kam Hofmann (Hessen) nach turbulentem Schlagabtausch zum verdienten Punktsieg über Alten (Rheinland). -fm-
Schmeichelhaft für Hucks
Berlin. In der ausverkauften Sporthalle am Funkturm in Berlin kam im Hauptkampf des Abends der Berliner Dieter Hucks gegen den französischen Halbschwergewichtler Jaques Hair Abedian zu einem schmeichelhaften Unentschieden, denn der Franzose beherrschte von der dritten Runde an seinen Gegner klar und erteilte ihm von dieser Phase an geradezu eine boxerische Lektion. Hucks hatte seine große Chance in der zweiten Runde, als er seinen Gegner mit einem linken Schwinger erwischte, so daß dieser bis „neun“ auf die Bretter mußte. Wenig später lief Hucks in einen linken Konterschlag des Franzosen und mußte seinerseits bis „acht“ herunter. Von diesem Zeitpunkt an dominierte der Franzose.
In den Rahmenkämpfen ließ sich der frühere deutsche Mittelgewichtsmeister Fritz Gahrmeister (Berlin) von dem Bremer Jakobsohn klar auspunkten. Herbert Gläser (Gelsenkirchen) mußte sich trotz Ueberlegenheit im Kampf gegen Heinz Gorczyza (Berlin) mit einem Remis zufriedengeben. Im Weltergewicht schlug Gustav Scholz (Berlin) mehrere Male seinen Gegner Heinz Sänger (Celle) nieder, dennoch reichte es nur zu einem Punktsieg für Scholz. Im Schwergewichtskampf bezwang Heinz Titze (Berlin) den Amerikaner Al Hoosman klar nach Punkten, obwohl der Amerikaner körperlich im Vorteil war.
Weltmeister gewannen Radhballpreis
Frankfurt. Der Große Radballpreis stand im Zeichen einer klaren Ueberlegenheit des Schweizer Weltmeisterschaftspaares Breitenmooser/Osterwalder, das mit seinem Kurzpaßspiel und seinem Schußvermögen alle Treffen zweistellig gewann. Die französischen Meister und Zweite der Weltmeisterschaft 1950, Ammand/Ertz ( Straßburg-Cronenburg), wurden mit 11:0, die deutschen Meisterschaftszweiten Schrader/Müller (VC Taube Hannover) mit 13:3 und die Hessenmeister Lucan/Anderlohr (Wanderlust Frankfurt) mit 10:4 geschlagen. Den zweiten Platz in dem gut besetzten Turnier belegten die Hannoveraner Schrader/Müller durch einen 6:4-Sieg über Lucan/Anderlohr und einem 10:3-Erfolg über die Franzosen Ammand/ Ertz. Im Kampf um den dritten Platz schlug die Frankfurter Mannschaft das französische Meisterpaar mit 8:5.
Hölle wo ist Dein Sieg ?
ROMAN VON RACHEL FIELDEistabdruck. Alle Rechte beim Wolfgang-Kriiger-Verlag, Hamburg.
68)
Dann knarrte die Treppe unter seinen Schritten.
„Gute Nacht, Mademoiselle! rieten die jungen Stimmen herauf.
„Gute Nacht!“ rief sie zurück. „Bis morgen um zwei!“
Madame Le Maire sah hoch, als sie wieder eintrat. „Nun?“ fragte sie mit jenem Ansteigen des Tonfalls, dessen Bedeutung Henriette nur zu gut kannte.
„Ich soll morgen um zwei Uhr hinkommen, weiter weiß ich nichts. Aber ich verspreche mir nicht zuviel davon.“
Sie nahm ihre halbfertige Arbeit wieder auf und fädelte einen neuen Faden ein.
„Das ist wirklich einmal ein stattlicher Mann“, bemerkte die alte Frau, nachdem sie eine Zeitlang schweigend genäht hatten. „Kein Wunder, daß die Herzogin ihn sich schon so früh eingefangen hat. Er muß sehr gut ausgesehen haben, als er jung war.“
„Er ist auch heute noch nicht so alt." Henriette versuchte leichthin zu sprechen ohne ihre Arbeit zu unterbrechen. "Zweiundvierzig, das ist noch sehr jung, um Großvater zu werden; aber er wird es bald sein.“
„Großvater oder nicht, er soll sich nur in acht nehmen, wo er hinsteuert.“ Madame biß den Faden mit einem vielsagenden Blick auf Henriette ab und fuhr dann fort: „Die Kinder sind wirklich reizend, und ihr Benehmen macht
Ihnen alle Ehre. Ich beneide Ihre Nachfolgerin nicht nach all dem Getue mit ihrer geliebten Mademoiselle Deluzy.“
Henriette ließ sich nicht in eine weitere Unterhaltung über ihren Besuch ziehen. Als sie mit dem Nähen fertig war, teilte sje die Blumen und Früchte mit Madame und kletterte zum „Nadelöhr“ hinauf. Der Abend hatte sie angegriffen, und doch fühlte sie sich merkwürdig ruhig und gefaßt, als sie die schon hängenden Blumen ins Wasser stellte und den Obstkorb mit der Melone auf das Fensterbrett setzte. Die Morgensonne würde diese in ein, zwei Tagen ausreifen lassen, und dann wollte sie die köstliche Frucht Albert und Marie mitbringen. Sie hatten sie erneut gebeten, doch wenigstens für eine kurze Zeit als Logiergast zu ihnen zu kommen, und Henriette sah voraus, daß die Zeit nicht mehr fern war, in der sie dieser Einladung nur zu gern folgen würde.
Dem Herzog würde es ja doch nicht gelingen, seine Frau zu dem Empfehlungsschreiben zu überreden. Es war dumm gewesen, sich so lange an die Hoffnung zu klammern.
„Ich darf die Hindernisse nicht gleich überspringen wollen“, ermahnte sie sich selbst. „Ich muß behutsam Schritt für Schritt machen, sonst strauchle ich. Und vor allem darf ich nicht zurückblicken!“
Und jetzt wollte sie schlafen, wie sie seit Wochen nicht mehr geschlafen hatte. Schon ging ihr Atem regelmäßiger, und ihr Bewußtsein versank in wohltätige Traumlosigkeit.
Sie rührte sich kaum, so tief und fest schlief sie. Die Morgendämmerung kroch durch die Straßen von Paris, durch die Rue du Harlay. Die Milchwagen ratterten über das holperige Pflaster, und die ersten Straßenhändler ließen schon ihren Ruf ertönen. Und immer noch schlief Henriette, obwohl viele Stockwerke unter ihr der alte Pierre eilig zur Haustür humpelte, um nachzusehen, wer dort so stürmisch läutete.
Schritte polterten die Stufen zum „Nadelöhr“ hinauf, hastige leichte und dahinter schwerere. Jemand klopfte laut an die Zimmertür und rüttelte heftig an der Klinke.
„Henriette, Henriette! Machen Sie auf! Schnell, ich bin’s, Albert!“
„Stehen Sie auf, Mademoiselle, und lassen Sie uns herein, ehe das ganze Haus wach wird.“
Noch halb schlafend stolperte Henriette zur Tür und schob den Riegel zurück. Mit aufgerissenen Augen stand sie in ihrem langen Nachthemd da, mit wirrem Haar und bloßen Füßen. Madame Le Maire war ebenfalls noch nicht angezogen und hatte sich nur ein Tuch übergeworfen, und zum ersten Male sah Henriette den spärlichen grauen Haarknoten ohne den künstlichen schwarzen Aufputz. Dieser Anblick beunruhigte Henriette mehr als das aufgeregte Gebaren von Madame; die alte Frau mußte schon sehr verstört sein, um das vergessen zu haben.
„Schließen Sie die Tür, Albert!" befahl die Alte. „Und kommen Sie herein. Jetzt ist nicht die Zeit, sich um Anstandsregeln zu kümmern.“
„Aber, was ist denn? Was machen Sie denn hier, Albert, in dieser Herrgottsfrühe?.lst Marie —“
„Ich bringe schlechte Nachrichten, Henriette. Sobald ich davon hörte, bin ich hergeeilt. Hier!“ Er zog sie zum Bett und zwang sie, sich zu setzen, vzährend er mit kreidebleichem, zuckendem Gesicht vor ihr stehenblieb. „Sie müssen sich auf etwas sehr Schlimmes gefaßt machen. In der Rue du Faubourg Saint Honore ist ein Mord geschehen —“
„Mord! Hören Sie!“ Madame zitterte am ganzen Leibe wie ein verängstigter Vogel. „Die Herzogin wurde vor zwei Stunden ermordet auf gefunden!“
„Die Herzogin!“ Henriette starrte von einem zum anderen, und obwohl ihre Lippen das Wort aussprachen, zeigten ihre ungläubig staunenden Augen, daß sie den Sinn noch nicht erfaßt hatte. „Aber das ist doch unmöglich. Ich soll doch heute um zwei Uhr zu ihr kommen.“
„Sie ist tot, sage ich Ihnen.“ Die Finger der Alten krallten sich in Henriettes Arm. „Sitzen Sie nicht da, als ob Sie noch schliefen. Ganz Paris wird es in einer Stunde erfahren, und was soll dann aus uns werden?“
„Seien Sie ruhig, Madame. Lassen Sie sie erst mal zur Besinnung kommen. Ich werde ihr sagen, was ich in Erfahrung gebracht habe.“
Albert nahm Henriettes kalte Hände und rieb sie zwischen den seinen, die nur um weniges wärmer waren. Er sprach zu ihr, während Madame unablässig vor sich hinbrabbelte und mit dem Kopf wackelte.
„Ich arbeitete die ganze Nacht an diesem Aufsatz für die Akademie“, berichtete er. „Ich konnte dann nicht mehr einschlafen, und als es hell wurde, ging ich etwas spazieren. Es war so gegen fünf, glaube ich. Ich ging die Rue du Faubourg Saint Honore entlang, und es fiel mir auf, daß auf der Straße ein für diese Stunde ungewöhnliches Treiben herrschte. Leute rannten an mir vorbei, und als ich an der Nummer 55 anlangte, da sah ich, daß sich dort ein Menschenhaufe staute. Da ich dachte, daß die Familie in Melun wäre’ —“
„Gestern abend sind sie wiedergekommen“, flüsterte Henriette.
„Ich konnte mich nicht bis zum Eingang vordrängen. Die Polizei war bereits dort.“ *
„Und gleich wird sie auch hier sein“, jammerte Madame. „Sie werden an meine Haustür klopfen und »Oeffnen Sie im Namen des Gesetzes!“ rufen, nur, weil ich Sie bei mir aufgenommen habe.“
Albert stellte sich zwischen Madame und Henriette und versuchte in seinem Bericht fortzufahren.
„Ich fragte einen Arbeiter, was vorgefallen sei. und er sagte mir, die Herzogin sei ermordet worden. In Stücke gehackt, sagte er. Mein Gott, ich konnte ihm nicht glauben, bis ich sah, wie sie die Vorhänge an den Fenstern ihrer Zimmer zuzogen. Die Zeitungsjungen riefen schon die Neuigkeit aus, ais ich fortging. Ich bin, so schnell ich konnte, hierher geeilt Ich habe es noch nicht einmal Marie erzählt. Ich dachte nur daran. Sie darauf vorzubereiten, ehe Sie die Schreckensnachricht unten auf der Straße ausrufen hörten.“ Henriette brachte kein Wort hervor. Ein dumpfes, lähmendes Gefühl hatte Besitz von' ihr ergriffen, wie sie dort im Nachthemd auf ihrem Bettrand saß und mit leerem Ausdruck vor sich hinstarrte. Madame Le Maires verzweifelte Klagen berührten sie so wenig wie ein Regenschauer vor ihrem Fenster.
(Fortsetzung folgt)
Spitzenreiter ließen sich nicht bluffen
Handball-Verbandsliga Süd ohne Ueberraschungen
SG Kempten—TSG Griesheim 3:5 Eintracht Mombach—9B Darmstadt 5:14 abgebr. SG Dietzenbach—Vfß Wiesbaden 10:3 TSG Nied—Wormatia Worms 9:2 Kickers Offenbach—SV Gelnhausen 10:8 Die Tabelle:
Drei Platzverweise und Spielabbruch
Eintracht Mombach—SV 98 Darmstadt 5:14 (5:1) Wohl jeder der 500 Zuschauer hatte sich von dieser- Handball-Begegnung der Verbandsliga etwas versprochen. Wenn auch gerade kein Sieg der Einheimischen über diesen immer noch großen Gegner zu erwarten war, so traute man den Mombachern doch zu, daß sie ein gutes Spiel und dem Gegner alles abverlangen würden. Das war auch in der ersten Hälfte der Fall. Die zweite ging unter in Ruppigkeiten, die auf beiden Seiten nicht mehr zu überbieten waren. Die Mombacher müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, daß sie sich nicht beherrschten und es nicht verstanden, sich mit Geschick aus der Affäre zu ziehen. Drei Platzverweise, der Spielabbruch kurz vor Ende und ein mit Polizeischutz abgeführter Schiedsrichter waren das wahrhaft traurige Ergebnis. Und das alles nur, weil man glaubte, die unbestrittene Härte der Darmstädter Abwehr demonstrativ beantworten zu müssen. Bleibt zu dem Spielverlauf zu sagen, daß die Mombacher, nachdem sie durch Freber den ersten Treffer erzielten, ständig den Anschluß halten konnten. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit begann sich die Durchschlagskraft der wurfstarken Darmstädter Angriffsreihe, in der Dr. Barth die erste Geige spielte, auszuwirken. Dem weitmaschigen, blitzschnellen Angriffsspiel der Gäste war die Mombacher Verteidigung — obwohl sie ihr Bestes tat — nicht gewachsen.
Gruppenliga 4
TSC Alzey — SV Kostheim 8:15 (4:6) Cone. Gernsheim — TuS Wörrstadt 6:3 (4:1) VfL Herrnsheim—TSV Braunshardt 5:4 (2:0) TSV Pfungstadt — TG Rüsselsheim 3:7 (2:3) TSG Darmstadt — SKG Bauschheim 9:6 (6:4)
TSG 46 — SKG Bauschheim 9:6 (6:4)
Die Gäste brachten eine einsatzfreudige, Elf mit, die noch manche favorisierte Mannschaft zum Stolpern bringen wird. Die Woogsleute hatten infolge des Ausfalls ihres seitherigen Mittelläufers die Mannschaft umgestellt und Witzleb aus dem Sturm zurückgezogen und mit dem Mittelläuferposten betraut. Er löste seine Aufgabe vorbildlich, denn er verlieh dem Sturm den nötigen Druck. Außer dem neueingesetzten Schmitt M. auf dem Rechtsaußenposten spielte die Mannschaft in der altbekannten Aufstellung. Willand (2). Schmitt K. (2) und Fissel sorgten für eine 5:1 -Führung. Dann gelang es den Gästen durch Freiwürfe und plazierte Feldschüsse auf 5:4 heranzukommen. Schmitt K. schuf das Halbzeitergebnis von 6:4 Toren. Nach dem Wechsel war die Partie bei leichtem Vorteil für die Platzherren doch etwas ausgeglichener als in der ersten Halbzeit. Willand erzielte zunächst das 7:4, doch bald konnte die alte Tordifferenz wieder hergestellt werden. Nach schöner Kombination erhöhte Schmitt K. auf 8:5, aber durch Freiwurf holte Bauschheim ein Tor auf, ehe Konrad des Endergebnis von 9:6 Toren sicherstellte. Handball-Bezirksklasse Odenwald
Mörfelden—Seeheim 8:6 (6:3) Eppertshausen—Fränk.-Grumbach 7:7 (3:3) Langen—Reichelsheim 13:5 (5:4)
Kreisklasse Darmstadt
Gruppe I : Bessungen—7s Darmstadt Roßdorf—Ober-Ramstadt 5:20 (1:10) Gruppe II: Schneppenhausen—Büttelborn 3:6 Egelsbach—TV Langen 3:3 (3: 2) Worfelden—Mörfelden 1b 4:8 (2: 3)
-ei- Handball-Kreisklasse Dieburg Gruppe I
Langstadt/Schlierbach I — Richen 10:4 Kl.-Umstadt — Babenhausen (abgebr.) 5:7 Semd—-TV 88 Reinheim 10:3
Gruppe II
Brensbach — Münster 11:11 Habitzheim — Nieder-Klingen 9:5 TS Ober-Roden—SV 45 Reinheim verlegt
| SG Dietzenbach | |||
| 9 | 130:40 | 18:0 | Kickers Offenbach |
| 9 | 114:72 | 18:0 | TSV Nied |
| 8 | 61:51 | 11:5 | 98 Darmstadt |
| 7 | 106:78 | 10:4 | TSG Griesheim |
| 9 | 75:81 | 10:8 | VfR Wiesbaden |
| 9 | 69:83 | 8:10 | Eintracht Mombach |
| 7 | 57:68 | 7:7 | SV Gelnhausen |
| 9 | 76:92 | 6:12 | SG Kempten |
| 8 | 45:94 | 2:14 | TSV Herrnsheim |
| 7 | 42:81 | 0:14 | Wormatia Worms |
| 8 | 39:75 | 0:16 |
Unverdiente Niederlage der 98 er Ringer
Eiche Hanau — SV Darmstadt 98 5:3
In ihrem vorletzten Kampf um die Meisterschaft der hessischen Ringer-Oberliga mußten die Lilienträiger am Samstagabend in Hanau wiederum eine knappe Niederlage hinnehmen. Der Sieg der Gastgeber kommt einzig und allein auf das Konto des Kampfrichters Hahn, Bergen, der die 98er fortlaufend benachteiligte. Trotzdem dürften die Punkte, die vielleicht für den Erhalt der Klasse reichen, den Gästen zugesprochen werden. Die Lilienträger bestritten diese Begegnung unter Protest, da die Gastgeber nicht rechtzeitig die Benachrichtigung an die Darmstädter gaben.
Im ersten Kampf des Abends siegte der für den SV 98 startende Merx im Fliegengewicht klar durch einen Hüftschwung in der 3. Minute. Der Schwengewichtsbegegnung zwischen Hestermann, Hananj, und Scheidler (98) brachte dem Gastgeber einen äußerst umstrittenen Punktsieg. Der Kampfrichter verwarnte Scheidler zweimal, was letzten Endes für den Punktsieg von Hestermann ausschlaggebend war. Im Bantamgewicht war Schnauber (98) nicht mit von der Partie. Für ihn sprang der Senior der Mannschaft Borowski ein und mutße nach tapferer Gegenwehr auf Grand eines Rippenbraches auifgeben. Im Halbschwergewicht konnten die Gäste nochmals den Gleichstand erzielen. Gerhardt (98) zeigte einen technisch schönen Kampf. Der Sieg war nie in Frage gestellt. Eine krasse Fehlentscheidung wurde im Federgewicht ausgesprochen. Heckhaus verlor diesen Kampf. Im Mittelgewicht zeigte Waidhaus (98) gegen Schultheiß (Hanau) gute Leistungen. In der 9. Minute wurde er durch einen Ueberoller besiegt, nachdem zuvor Schultheiß auf dem Rücken lag. Im Weltergewicht stellten die Gastgeber ihren Sieg sicher. Mischky mußte sich durch einen Hüftschwung in der 6. Minute besiegen lassen. Den weiteren Darmstädter Punkt erzielte Ebert (98) über den starken Hanauer Karge. Sein Punktsieg war verdient.
Darmstadt 1910—Wiesbaden 8:0 (kampflos)
Am Samstagabend warteten die zahlreich erschienenen Zuschauer in der Diesterwegschule vergebens auf die Gäste aus Wiesbaden. Die Wesbadener, die sich wahrscheinlich mit ihrem Los des Abstiegs abgefunden haben, rechneten sich auch in Darmstadt gegen den Tabellenführer keine Chance aus. Ihre klare Vorkampfniederlage 1:7 mag dazu beigetragen haben, die Fahrtkosten zu sparen. Dennoch ist dieses Verhalten äußerst unsportlich. Nach diesem kampflosen Punktgewinn führen die Darmstädter nun weiterhin klar die Tabelle an.
SKG 0.-Ramstadt—SKG Sprendlingen 4:4
Die Hoffnungen der Gastgeber, ihre Aussichten für den ersten Tabellenplatz zu verstärken, scheiterten gegen die kampfkräftige Ringerstaffel von Sprendlingen. Nach den ersten Kämpfen konnten die Gäste sogar auf 4:2 davonziehen. Etwa 400 Zuschauer waren erschienen, die technisch hochstehende und faire Kämpfe sahen. Kampfrichter Buchberger, Eckenheim, hatte dabei ein leichtes Amt.
Die Ergebnisse: Fliegengewicht: Katzenmeier (O)—Schlapp (Sp) 1:0; Schwergewicht: Frankenberg (O)—Specht jr. (Sp) 2:0); Bantam: Nostadt (O)—Schäfer (Sp) 2:1; Halbschwer; Schuchmann (O)—Heinll (Sp) 2:2; Leicht: Katzenmeier (O)—Stork (Sp) 2:3; Mittel: Salier (O)—Schamberg (Sp) 2:4; Feder: Führer (O)—Schlapp (Sp) 3:4; Welter: Böttcher (O)—Specht (Sp) 4:4.
SG Arheilgen—KSV Neu-Isenburg 2:6
Ueberraschend mußten die Gastgeber auch im Rückkampf eine Niederlage einstecken. Im Fliegengewicht war es Freudenberger, der die Gastgeber erstmals in Führung brachte, obwohl er nach Punkten verlor. Sein Gegner hatte Uebergewicht. Den zweiten Punkt für die Arheilger holte Becker im Mittelgewicht Die Niederlage von Spatz, Arheilgen, geigen Schnappauf, Isenburg, kann als Ueberraschung angesehen werden. Lebhaften Protest gab es bei der Entscheidung im Weltergewicht, wo Häuser nach Punkten im Kampf verlor. Kampfrichter Pfeiff er-Bürg el konnte nicht immer überzeugen. eri
Unsere liebe Mutter Frau Berta Schlüter geb. Luban ist im 73. Lebensjahr in die Ewigkeit eingegangen. Geschwister Schlüter und Angehörige Darmstadt, den 18. Növember 1950 Kirchweg 45 Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 21. November 1950, um 14.30 Uhr, auf dem alten Friedhof, Nieder-Ramstädter Straße, statt.
Bestattungen am Montag, dem 20. November Beerdigungen; Alter Friedhof: 9.30 Pterrsdorf, Maria. 55 Jahre, Bensheim-Schönberg 11.00 Möllenhoff, Gertrud, 71 J., Nieder-Ramstadt 14.00 Herrmann, Klara, 78 Jahre, Rhönring 13 Waldfriedhol: 11.45 Beck, Heinz, 29 Jahre, Im tiefen See 46 14.15 Sauerbrey, Fritz Franz, 53 Jahre, Hardtring 272 14.45 Trumpfheller, Karoline, 37 Jahre, Schoppallee 80 Feuerbestattung: 14.45 Gerhold. Kath., 80 Jahre, Alicenstraße 43 Darmstadt-Eberstadt: 15.00 Zimmermann, Rosine, 51 J., Seeheim, Friedrich-Ebert-Straße 36
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Die Haushaltssatzung des Landkreises Bergstraße für 1950
Auf Grund der §§ 20 und 44 ff der Kreisordnung für das Land Hessen vom 24. Januar*l946 (GVBI. S. 101) in Verbindung mit § 10 des Gesetzes zur Regelung des Finanzausgleichs vom 27. Juni 1950 (GVBI. S. 119) und den hierzu erlassenen Ausführungs¬ bestimmungen vom 27. Juni 1950 (St. A. S. 335) wird nach Beratung mit den Mitgliedern des Kreisausschusses und auf Grund des Beschlusses des Kreistages des Landkreises Berg¬ straße vom 26. Oktober 1950 für das Rechnungsjahr 1950 fol¬ gende Haushaltssatzung erlassen: § 1 Der dieser Haushaltssatzung beigefügte Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1950 wird im ordentlichen Haushalt a) auf eine Einnahme von 5 965 310,— DM b) auf eine Ausgabe von 5 965 310,— DM festgestellt. Außerordentliche Einnahmen und Ausgaben werden vorerst nicht veranschlagt. § 2 1. Die Kreisumlage wird für das Rechnungsjahr 1950 auf 24 v. H, der Umlagegrundlagen festgesetzt. 2. Der Berechnung der Umlagegrundlagen für das Rechnungs¬ jahr 1950 sind zugrunde zu legen: a) 120 v. H. der Steuermeßbeträge der Grundsteuer von den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben nach dem Stand vom 15. 11. 1949, b) 180 v. H. der Steuermeßbeträge der Grundsteuer von den Grundstücken nach dem Stand vom 15. 11. 1949, c) 225 v. H. der Steuermeßbeträge der Gewerbesteuer vom Ertrag und Kapital. A. Ordentlicher Haushalt Allgemeine Verwaltung Polizei Schulwesen Kultur- und Gemeinschaftspflege Fürsorgewesen und Jugendhilfe Gesundheitswesen, Volks- und Jugendpflege Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen Oeffentliche Einrichtungen und Wirtschaftsförderungen .... Wirtschaftliche Unternehmen Finanz- und Steuerverwaltung Gesamtsumme
Dabei sind zugrunde zu legen die errechneten Meßbeträge nach den tatsächlichen Aufkommen in der Zeit vom 1. 10. 1948 bis 30. 9. 1949. Die Gewerbesteuerausgleichszuschüsse 1949 werden mit 50 v. H. ihres Betrages von den Steuermeßzahlen der Betriebsgemeinde abgesetzt und den Steuermeßzahlen der Wohngemeinde zugezählt. d) 100 v. H. der Bürgersteuerausgleichsbeträge des Rech¬ nungsjahres 1950. e) 50 v. H. der Schlüsselzuweisungen 1950 an die kreis¬ angehörigen Gemeinden. 3. Die Kreisumlage der gemeindefreien Grundstücke wird unter Zugrundelegung von 75. v. H. der von den Finanzämtern fest¬ gestellten Grundsteuermeßbeträge und unter Anwendung der Grundsteuerhebesätze A und B jener Gemeinden, denen der gemeindefreie Grundbesitz verwaltungsmäßig zugeteilt ist, berechnet. Bei der Festsetzung der Umlage für die gemeindefreien Grund¬ stücke werden etwaige auf den gemeindefreien Grundstücken ruhende öffentliche Lasten mit Ausnahme der Wegbaulasten berücksichtigt. § 3 Die Jagd- und Fischereisteuer beträgt für In- und Ausländer 10 v. H. des Jagdwertes. ■ § 4 Der Höchstbetrag der Kassenkredite, die im laufenden Rechnungs. jahr für die Kreiskommunalkasse in Anspruch genommen werden dürfen, wird auf 200 000,— DM festgesetzt. Heppenheim, den 26. Oktober 1950 Der Landrat des Landkreises Bergstraße: Dengler Einnahme Ausgabe Zuschußbedarf 1950 1949 1950 1949 1950 1949 84 017 100 371 452 224 548175 368 207 447 804 8 905 3 260 524 223 370 769 515 318 367 509 5 430 2 780 5 430 2 780 3 221 545 3 814192 3 638 710 4 452 502 417 165 638 310 72600 14320 168 593 127 542 95 993 113 222 225 830 69 465 656 210 211 004 430 380 141539 20 260 15 000 41 452 25 875 21 192 10 875 2 332 153 2 016 545 478 468 294 506 — — 5965 310 6033 153 5965 310 6 033 153 1 853685 1 722 039
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SU weht, daß am Mittwoch, dem 22. November 1950, 23u^ unö 23ettag und somit gesetzlicher Feiertäg ist. An diesem Tag erscheint das nicht Für Mittwoch bestimmte Anzeigen müssen daher bereits morgen, Dienstag, gebracht werden. Ihre Anzeigentexte für die Dienstagausgabe wollen Sie bitte bis spätestens heute, 15 Uhr, auf geben. Anzeigen für die Donnerstagausgabe müssen bis morgen, Dienstag, 18 Uhr, bei uns vorliegen. In dringenden Fällen rufen Sie am Mittwoch, 22. November, unsere Nr. 3115. Sonst ist die Rufnummer der Anzeigen-Abteilung 39 25 Rheinstraße 23
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Bekanntmachungen Die Sperrung der Ortsdurchfahrt Hofheim (Landstraße 11. Ord¬ nung Nr. 61) ist aufgehoben. Heppenheim, den 15. November 1950. Der Landrat des Landkreises Bergstraße Stadthalle: Heute, 20.00 Uhr DER GLASSCHRANK UNION Letzter Tag! Peter Voß der Millionendieb Eine Neuverfilmung mit Victor de Kowa, Else v. Möllendorf, Kurt Seifert u. v. a. Ein Film mit Tempo, Spannung u. Humor Anfang: 13.45, 16.00, 18.15, 20.30 Uhr Di>« So- nur 16 00’ 18 15 und 20.30 Uhr rcuy jj /j Vorverkauf ab 11.00 Uhr 1 |j ■ ■ ■ ■ Letzter Tag! lIIAL I Ä E'n fi'misches Kunstwerk! Der Postmeister A mit Heinrich George, Hilde Krahl u. v. a. w Anfang: 14.00, 16.00, 18.15, 20.30 Uhr Ruf 33 90 Vorverkauf ab 11.00 Uhr BELIDA Letzter Tag! Unter schwarzer Flagge ® (Kapitän Kidd) Ruf 3 95 14, 16, 18.15, 20.30 Uhr PALAST Conrad Veidt in Sturm über Asien Abenteuer in der fremden Welt der gelben Rasse Ruf 22 40 Anf.: 13.45, 16.00, 18.15, 20.30 Uhr HANSA Letzter Tag! Schuß durchs Fenster Der große Kriminalfilm mit Siegfried Breuer Ruf 3179 Anfang: 14.00, 16.00, 18.15, 20.30 Uhr