Die Westmäüchte mißtrauen russischem Deutschland-Vorschlag
Washington, 5. November (dpa/AP.) Der sowjetische Vorschlag, eine neue Deutschland-Konferenz des Außenministerrates abzuhalten, wurde in den Regierungshauptstädten der Westmächte mit großer Skepsis aufgenommen. Aus dem amerikanischen Außenministerium verlautet, daß die Vereinigten Staaten den russischen Vorschlag ablehnen werden.
Die ablehnende Haltung Amerikas gründet sich vor allem darauf, daß die Sowjets als Verhandlungsgrundlage die Vorschläge der Prager Ostblockkonferenz empfehlen, die seinerzeit von den Vereinigten Staaten als „ausschließlich sowjetisch inspiriertes Propagandamanöver“ bezeichnet wurden. Auch in London wird darauf hingewiesen, daß die Beschlüsse der Prager Konferenz nicht anders als heuchlerisch seien. Das englische Kabinett wird heute zusammentreten, um die sowjetischen Vorschläge eingehend zu prüfen. Das französische Außenministerium hat in gleicher Weise den sowjetischen Vorschlag sehr reserviert entgegengenommen. Ein Sprecher des Quai d’Orsay erklärte: „Frankreich ist immer bereit, über Möglichkeiten zur Lösung internationaler Probleme mit der Sowjetunion zu beraten. Aber zwischen Einladungen zu Konferenzen und ernsthaften Absichten, den Frieden zu fördern, besteht ein Unterschied!“ In der Pariser Oeffentlichkeit herrscht zu den Moskauer Vorschlägen eine von Mißtrauen erfüllte Bereitschaft. Allgemein ist man dort der Ansicht, daß man nichts unversucht lassen soll. Die Regierungen der Westmächte wollen eine gemeinsame Erklärung zu dem russischen Vorschlag abgeben.
In dem sowjetischen Vorschlag zur Außenministerkonferenz ist im einzelnen vorgesehen: Schaffung eines geeinten Deutschlands unter einer gemeinsamen Regierung. Dazu soll ein gesamtdeutscher konstituierender Rat gebildet werden, der zu gleichen Teilen aus Vertretern der Bundesrepublik und der sowjetzonalen Republik beschickt werden soll. Abschluß eines Friedensvertrages mit Deutschland. Zurückziehung aller Besätzungstruppen. Unbedingte Achtung des Potsdamer Abkommens aus dem Jahr 1945.
Die Westmächte erklären dazu, diese Vorschläge seien nur eine Fortsetzung der bisherigen lügenhaften sowjetischen Propagandamanöver. Als Motiv wird angesehen, daß durch die Sowjetunion Frankreich bei seiner bevorstehenden Entscheidung für die Form einer deutschen Wehrbeteiligung beeinflußt und verwirrt werden soll. Die Sowjetunion sei offensichtlich bestrebt, den Zustand der Ungewißheit in dieser Frage zu verlängern, um selbst weiter ungestört aufrüsten zu können. Außerdem käme eine paritätische Besetzung eines zu konstituierenden deutschen Rates auf keinen Fall in Frage, da die Bundesrepublik fünfzig Millionen, die russische Zone jedoch nur 18 Millionen Einwohner zähle.
„Nicht diskutabel“
Bonn, 5. November. (AP.) Der Vorschlag der Sowjetunion zur Bildung einer gesamtdeutschen Verfassung und Wiedervereinigung Deutschlands wurde in Bonner Regierungskreisen mit äußerster Zurückhaltung beurteilt.
Der Bundesminister für gesamtdeutsche Angelegenheiten, Jakob Kaiser, erklärte zu dem Moskauer Vorschlag;
„Wir Deutsche begrüßen zwar jeden Schritt, der ehrlich die Einheit Deutschlands auf der Basis der Freiheit anstrebt, aber selbst die Gutgläubigsten sind längst zu Skeptikern geworden, wenn es um neue Moskauer Vorschläge um die Einheit geht.
Vermisßtes Flugzeng gefunden
Wiesbaden, 5. November. (AP.) Das Wrack der seit Freitag verschwundenen „Constellation“ ist 200 Meter unterhalb des Mont-Blanc-Gipfels gesichtet worden, geht aus einer Meldung des Hauptquartiers der amerikanischen Luftstreitkräfte in Wiesbaden hervor. In der Maschine befanden sich eine achtköpfige Besatzung und 40 laskarische Seeleute einer indischen Reederei, die in London ein für Indien bestimmtes Schiff übernehmen sollten.
„Wir sind bedroht!“
Die Rotchinesen fordern direkte Unterstützung der Nordkoreaner
Peking, 5. November, (dpa) Die bolschewistischen Parteien und Organisationen der Chinesischen Volksrepublik haben in einer gemeinsamen Erklärung die Unterstützung der Nordkoreaner und den Widerstand des chinesischen Volkes gegen die „amerikanische Aggression“ gefordert.
In der Erklärung heißt es; „Die aggressiven Handlungen der von Amerika geführten Imperialisten bedrohen die Sicherheit Chinas ernstlich. Die aggressiven Zielsetzungen der Imperialisten kennen keine Grenzen. Die Amerikaner wollen Korea annektieren, in China emfallen, über Asien herrschen und die ganze Welt erobern.
Die amerikanischen Fliegerverbande in Korea hätten „Chinesen abgeschlachtet und chinesisches Eigentum mit Bomben zerstört“ Die amerikanische Marine habe chinesische Handelsschiffe auf hoher See angegriffen und die Schiffahrtsrechte Chinas verletzt. Mit der Überschreitung des 38. Breitengrades in Korea hätten die Amerikaner die nordöstliche Gienze Chinas „direkt bedroht“.
Das chinesische Volk habe daher nicht nur die moralische Pflicht, den Krieg des koreanischen Volkes gegen die Amerikaner zu unterstützen. Diese Unterstützung liege vielmehr im direkten Interesse des chinesischen Volkes. Sie sei von der Notwendigkeit zur Selbstverteidigung bestimmt. „Wir müssen das koreanische Volk unterstützen, um unser Vaterland zu verteidigen.“
Weiterer Rückzug
Die Lage in Indochina
Saigon, 5. November. (AP.) Unter dem Druck neuer kommunistischer Angriffe haben sich die französischen Streitkräfte in Indochina am Wochenende nordöstlich und südwestlich von Hanoi weiter zurückgezogen. Die Stadt Hoabinh, 50 km südwestlich von Hanoi, und drei Befestigungen im Raum des letzten Grenzforts Dinhlap, östlich von Hanoi, sind von den Franzosen geräumt worden.
Amboina erobert
Jakarta, 5. November. (AP.) Die Hauptstadt der aufständischen Südmolukken-Republik, Amboina, ist von indonesischen Truppen eingenommen worden.
Jedes Verhandeln zwecklos
Adenauer zum sowjetischen Vorschlag und Pleven-Plan
Stuttgart, 5. November, (dpa) Bundeskanzler -Dr. Adenauer setzte sich am Wochenende in zwei Reden mit der Einstellung Frankreichs zur Bundesrepublik Deutschland und einer möglichen deutschen Beteiligung an einer europäischen Verteddigungsarmee auseinander.
Der Bundeskanzler kritisierte, daß der französische Pleven-Plan über die europäische Verteidigung von der Annahme des Schuman-Planes über die Industrie-Union abhängig gemacht werde. Adenauer wiederholte seinen an Frankreich gerichteten Appell, mehr Vertrauen zu Deutschland zu haben.
Adenauer warnte davor, die Gefahr aus dem Osten zu unterschätzen. Rußland habe viele Staaten ihrer Freiheit beraubt. In der Sowjetzone stünden 35 gut ausgerüstete sowjetische Divisionen. Die Sowjetzonen-Polizeiarmee zähle 70 000 Mann. Bis 1952 solle sie auf 300 000 Mann gebracht werden.
Jede Verhandlung mit Moskau sei zwecklos, wenn die Partner nicht genau so stark seien wie Sowjetrußland selbst. Der neue Vorschlag Moskaus zu einer Viermächte-Konferenz über Deutschland sei nur ein Schachzug im kalten Krieg. „Wir müssen entschlossen sein, wenn wir dazu in die Lage versetzt werden, unsere Freiheit zu verteidigen.“ Der Kanzler wiederholte, daß weder er, noch die Bundesregierung jemals ein Angebot für eine deutsche Teilnahme an der Verteitigung Europas unterbreitet hätten. Er habe vielmehr auf eine Anfrage der Neuyorker Außenminästerkonferenz erklärt, nur der Bundestag könne darüber entscheiden.
„Wir dürfen uns nicht anbieten und wir bieten uns nicht an. Aber wir dürfen auch nicht durch alle möglichen Reden verhindern, daß wir gefragt werden." Das Wort Remilitarisierung sei verbrecherisch. Hier gehe es um etwas völlig anderes, nämlich darum, ob man den Frieden gegenüber Sowjetrußland wahren wolle oder nicht. Die Bundesregierung werde niemals die Hand dazu geben, einen Deutschen zu opfern, um damit den westlichen Alliierten den Rückzug zu erleichtern. Wenn aber der Westen im Bundesgebiet viele Divisionen aufbaue, dann sei es mit einem hinhaltenden Rückzug vorbei. Dr. Adenauer gab in diesem Zusammenhang bekannt, daß der gegen die Remilitarisierung gerichtete Brief Niemöllers an ihn in Hunderttausenden Exemplaren in der Sowjetunion verbreitet worden sei, um zu beweisen, daß die Bundesrepublik den Frieden störe.
Der Bundeskanzler war in seiner Rede mehrfach durch kommunistische Demonstranten, die sich unter den rund 2000 Zuhörern verteilt hatten, unterbrochen worden. Er verließ das Rednerpult für etwa zehn Minuten. Während dieser Zeit entfernte die Polizei die Zwischenrufer. Plakate der kommunistischen Jugend mit der Aufschrift „Für Adenauer sterben? Ohne uns!“ wurden von der Polizei entfernt. Der Kanzler wandte sich nach der Unterbrechung außerordentlich scharf gegen das Verhalten der Polizei im Saal. „Ich bin äußerst erstaunt, daß die Polizei nicht früher eingegriffen hat.“ Er kündigte an, daß er sich wegen dieses Zwischenfalles mit der württemberg-badischen Regierung ins Benehmen setzen werde. „Mit dem Pack muß Schluß gemacht werden. Ich verlange von der Polizei, daß sie für Ordnung sorgt. Dafür ist sie da, sonst hat sie keine Existenzberechtigung“, sagte der Kanzler sichtlich erregt.
Die Oberpostdirektionen in der Sowjetzone sind angewiesen worden, die Briefe aller Einwohner zu zensieren, die als politisch unzuverlässig gelten.
Durch den Einsatz großer Massen chinesischer Truppen hat sich der kommunistische Widerstand in Nordkorea versteift und zu schweren Kämpfen geführt. Unser Bild zeigt amerikanische Marinetruppen, die versuchen, sich durch eine brennende Ortschaft zu den eingeschlossenen Einheiten durchzukämpfen
Adler und Taube
♦** Unter dem Zeichen der Friedenstaube ist im Berliner Ostsektor der erste „Kongreß der Kämpfer für den Frieden“ eröffnet worden, der für sich das „volle Recht“ in Anspruch nimmt, für das ganze deutsche Volk zu sprechen. In ihrem Begrüßungsartikel schreibt die sowjetische „Tägliche Rundschau“, nur wenn der' Kriegsadler, das Symbol der imperialistischen Raubgier, für immer aus Deutschland verbannt werde und wenn über allen deutschen Landen die Friedenstaube aufsteige, sei Leben und Zukunft des deutschen Volkes gesichert.
Die Russen zeigen zur Zeit dem Westen gegenüber eine auffällige Neigung, sich der Friedenstaube, ja sogar des Oelzweiges zu bedienen. Sie haben in einer Note eine Konferenz des Rates der Außenminister der vier Großmächte vorgeschlagen, die auf Grund der Prager Beschlüsse vom 21. Oktober über eine Lösungdes Deutschland-Problems im bolschewistischen Sinne beraten soll. Handelt es sich wirklich um einen Oelzweig oder nur um ein Propaganda-Manöver? In Washington und in London scheint man sich darüber einig, die russische Anregung bedeute nur einen propagandistischen Gegenzug gegen die westeuropäischen Verteidigungspläne. Der französische Außenminister Schuman hat jedoch darauf hingewiesen, ähnliche Vorschläge der Russen hätten im Jahre 1949 zur Beendigung der Berliner Blockade geführt. Die Ergebnisse der damaligen Konferenz seien „nicht völlig negativ“ gewesen, denn nach vier Wochen habe man eine Einigung erzielt.
Es wäre daher wohl nicht am Platze, die russische Note rundweg abzulehnen, zumal da man damit den Bolschewisten die Möglichkeit gäbe, zu behaupten, die „imperialistischen Mächte“ wollten unter allen Umständen den Krieg. Man wird aber von den Russen Beweise ihres guten Willens fordern müssen. Diese können nur darin bestehen, daß Rußland sich mit der Wiedervereinigung Deutschlands auf der Grundlage freier demokratischer Wahlen einverstanden erklärt.
Eine Verständigung mit den Russen, die nach den bisherigen Erfahrungen wahrscheinlich nur vorübergehend sein würde, darf nicht auf Kosten der Bundesrepublik vorgenommen werden. Der Bundeskanzler hat in Stuttgart deutlich erklärt, um des Friedens willen sei Deutschland bereit, seine Freiheit zu verteidigen. Den neuen Vorschlag Moskaus zu einer Vier-Mächte-Konferenz über Deutschland betrachte er nur als einen Schachzug im kalten Krieg, denn jede Verhandlung mit Moskau sei zwecklos, wenn die Partner nicht genau so stark seien wie Sowjetrußland selbst.
Es ist eine seltsame Welt, in der die einfachsten Symbole vertauscht werden. Der russische Kriegsadler tarnt sich als Friedenstaube. Die westliche Friedenstaube muß darauf bedacht sein, sich mit allen Machtmitteln gegen ihn zu verteidigen. Die Vorgänge in Korea und China zeigen die „friedlichen Absichten“ Moskaus im richtigen Licht. Dort erkennen wir die wirklichen Zeichen Rußlands: Hammer und Sichel. Aber nicht als friedliche Werkzeuge, sondern als Mittel der Machterweiterung.
„Keine Zeit mehr für Streitigkeiten“
Eine amerikanische Warnung
Frankfurt, 5. November. Die amerikanische „Neue Zeitung“ veröffentlicht einen Beitrag von offizieller Seite, in dem Deutschlands Rolle im Zusammenhang mit der europäischen Sicherheit dargestellt wird. Darin wird betont, nach amerikanischer Auffassung sei keihe Zeit mehr vorhanden für kleinliche Streitigkeiten oder das Aushandeln von Bedingungen als Preis für eine deutsche Mitwirkung an der Erhaltung des Friedens.
Die Vereinigten Staaten seien davon überzeugt, daß die kommunistische Aggression eine unablässige Gefahr für die Welt bedeute. Korea habe das enthüllt. Die Vereinigten Staaten allein könnten aber nicht die nötigen Verteidigungskräfte stellen. Der Umfang ihres Beitrages werde wesentlich von den Leistungen der anderen Nationen in Europa abhängen. Zu ihnen gehört auch Deutschland. In den Vereinigten Staaten sei man überzeugt, das deutsche Volk hege nicht ernstlich den Wunsch, ohne eigene Teilnahme nur von anderen verteidigt zu werden.
Nach amerikanischer Auffassung sei das aus freien und demokratischen Wahlen hervorgegangene deutsche Parlament in Bonn durch die Verfassung und das Volk ermächtigt, ebenso wie alle anderen wichtigen Fragen die Frage eines deutschen Verteidigungsbedtrages zu behandeln.
Das amerikanische Volk denke realistisch und werde keine Anstrengungen für eine gemeinsame Verteidigung unternehmen. wenn seine Partner die Freiheit nicht hoch genug einschätzten, um alle ihre Kräfte einzuspannen. „Offensichtlich werden die Vereinigten Staaten nur dann in Deutschland starke Kräfte einsetzen, wenn die Deutschen selbst an "4er Verteidigung ihres Landes teilnehmen.
Die amerikanische Regierung sei bei all ihren Maßnahmen von der öffentlichen Meinung Amerikas abhängig: Verschiedene deutsche Aeußerungen der letzten Zeit hätten in Amerika verstimmt. Das deutsche Volk solle deshalb solche Meinungen beobachten. „Die Entschlossenheit der Amerikaner zur Verteidigung der Freiheit“, so schließt die offizielle Verlautbarung, „wird nicht erschüttert werden. Wenn aber die Völker und Regierungen Europas amerikanische Hilfe wünschen, dann müssen sie den Tatsachen ins Auge sehen.“
Isolierung aufgehoben
Lake Success, 5. November. (AP.) Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat die von ihr 1946 empfohlene diplomatische Isolierung Franco-Spaniens aufgehoben und die Zulassung Spaniens zu den Sonderorganisationen der Vereinten Nationen zugestimmt. Der Eintritt in die Vereinten Nationen selbst ist Spanien jedoch weiterhin verwehrt.
Britenkonsul ausgewiesen
London, 5. November. (AP.) Der britische Vizekonsul in der mandschurischen Stadt Mukden, Stevenson, ist „wegen Vergehens gegen die Regierungsverordnungen“ aus Rotchina ausgewiesen worden.
Püuder:,So geht es nicht weiter“
Kritik am Ministerausschuß des Europarates
Rom, 5. November, (dpa) „Rom war ein Schritt weiter auf dem Wege der Erkenntnis, daß es so nicht weitergeht“, erklärte der deutsche Delegierte beim ständigen Ausschuß des Europarates, Dr. Pünder, am Sonntagmorgen auf einer Pressekonferenz für die deutschen Journalisten in Rom. An der Pressekonferenz nahmen auch die anderen deutschen Mitglieder der Europaratdelegation, Staatssekretär Professor Dr. Walter Hallstein, Dr. Heinrich v. Brentano und Legationsrat Dr. Ernstgünter Mohr teil.
Dr. Pünder erklärte, er stehe grundsätzlich dem Europarat nicht pessimistisch gegenüber. Er fügte jedoch hinzu: „Entweder kommen wir zur Exekutive oder wir können mit Europa einpacken.“ Der Jugend müsse ein wirkliches Ideal geboten werden, und wenn die Verantwortlichen aus der jüngsten politischen Entwicklung nicht die notwendigen Konsequenzen zögen, dann wäre das Ende des Europagedankens erreicht. Dr. Pünder kündigte an, er werde ,;nach Hause gehen“, wenn der Ministerausschuß und andere Leute „weiterhin über Notenwechsel und Formalitäten stolpern“. Er sei ein „europäischer Revolutionär“ und habe unter den Mitgliedern des Europarates viel geistige Verwandtschaft gefunden. Rom habe jedenfalls erneut gezeigt, daß sich die Dinge sehr bald ändern müßten. Viele würden nicht mehr lange gewillt sein, „ihren guten Namen herzugeben“. Er betonte, daß in Deutschland grundsätzlich Übereinstimmung in der Frage der europäischen Einheit herrsche.
Neuner Vorsitzender
Frankfurt, 5. November, (dpa) Eine außerordentliche Delegiertenversammlung der Europa-Union, Landesverband Hessen, wählte Hugo Wendt von Radowitz einstimmig zum Vorsitzenden der Europa-Union in Hessen.
„Eine tiefe Ironie“
Mainz, 5. November. (AP.) Auf dem Landesjugendtag in Mainz, erklärte der französische Sozialistenführer Salomon Grumbach, es sei tragisch, daß die Frage der deutschen Remilitarisierung zu einer Zeit gestellt werde, da die Demokratie in Deutschland noch so jung sei. Frankreich würde wahrscheinlich eine ganz andere Haltung zu diesem Problem einnehmen, wenn es 25 und nicht fünf Jahre nach dem letzten Kriege auf käme, denn dann wäre eine junge demokratische Generation in Deutschland herangewachsen.
Grumbach sagte, es liege eine tiefe Ironie in der Tatsache, daß einige Amerikaner und Engländer nach dem letzten Krieg erklärt hätten, „Ihr Deutschen seid nur gute Menschen, wenn Ihr nie mehr Waffen in die Hand nehmt“, und heute betonten, „Ihr Deutschen seid nur gute Demokraten, wenn Ihr wieder Waffen tragt“.
Ist es soweit?
zz. Die illustrierte Zeitschrift „Revue“ hat in ihrer letzten Nummer eine bemerkenswerte Veröffentlichung gebracht. Sie gibt die Faksimiles eines Schriftstückes wieder, mit dem sich zur Zeit die bayerische Landespolizei beschäftigt. Es handelt sich um Listen, die unter dem Briefkopf „Antifa-Nationalfront“ für rund hundert Firmen und Persönlichkeiten des Landkreises Miltenberg festlegen, was im Falle einer kommunistischen „Machtergreifung“ mit ihnen geschehen soll. Während die meisten Firmen mit dem Vermerk „V.E.8.“ (Volkseigenei’ Betrieb) versehen sind, finden sich hinter den Personennamen vielfach die Stichworte „liquidieren“ oder „KZ“. Zum Schluß der Liste heißt es: „Bäckereien, Lebensmittelhandlungen, Metzgereien werden besonders erfaßt und werden dementsprechend in die Konsumgenossenschaft eingeteilt. Kleinbetriebe und Handwerker werden der Industrie- und Handelskammer zugeteilt. Flüchtlingsbetriebe unterliegen einem besonderen Gesetz. Flüchtlinge von der Sowjetzone werden in Lager eingewiesen zur Prüfung ihrer Personalien.“
Die Listen gelangten nach Angaben der „Revue“ auf folgende Weise in die Öffentlichkeit. Sie waren in einem verschlossenen Briefumschlag enthalten, der durch einen bis heute unbekannten Boten dem in Klein-Heubach wohnenden Funktionär der Kommunistischen Partei namens Dunkel zugestellt werden sollte. Da der Kurier den Namen anscheinend jedoch nicht schriftlich vorliegen hatte, verwechselte er ihn mit dem Namen des Klein-Heubacher Geschäftsmannes Kinkel und gab den Brief dort ab.
Ist es wirklich schon so weit, daß die Kommunisten bis Ins einzelne gehende Listen aufstellen, was bei dem angestrebten Umsturz in der Bundesrepublik mit Firmen und Einzelpersonen geschehen soll? Es wurde schon oft behauptet, es existierten von kommunistischer Seite her „Schwarze Listen“. Ein tatsächlicher Beweis dafür konnte noch nicht erbracht werden. Man darf daher gespannt sein, wie die bayrische Landespolizei das mysteriöse Schriftstück beurteilen wird. Der Miltenberger kommunistische Funktionär Dunkel bestreitet jeden Zusammenhang mit ihm und behauptet, mit der sogenannten „Schwarzen Liste“ habe weder seine; Partei noch er selbst das geringste zu tun. Es handle sich offensichtlich um einen raffinierten Schachzug der Sozialdemokratischen Partei und der Christlich-Sozialen Union gegen die Kommunistische Partei.
Wir müssen uns eines eigenen Urteils enthalten, bis die polizeilichen Feststellungen abgeschlossen sind. Wir halten es jedoch für unsere publizistische Pflicht, unsere Leser auf diesen Vorfall aufmerksam zu machen, damit sie die zuständigen Behörden in Kenntnis setzen, falls aucfe' ihnen ähnliche mysteriöse Listen zu Gesicht kommen.
„Hessen die neue Heimat“
Wiesbaden, 5. November, (dpa) Zum Abschluß der Legislaturperiode des Hessischen Landtags hat die hessische Landesregierung jetzt eine 16seitige reichbebilderte Aufklärungsbroschüre in einer Auflage von 100 000 Exemplaren herstellen lassen, in der ein Ueberblick über den Einfluß der Flüchtlinge auf das hessische Wirtschaftsleben gegeben wird. Unter dem Motto „Hessen — die neue Heimat“ wird festgestellt, die hessische Regierung habe es sich seit der Ankunft der ersten Flüchtlingstransporte angelegen sein lassen, das Los der Heimatlosen nach Möglichkeit zu bessern. Wenn die Hilfsmöglichkeiten vor der Währungsreform auch relativ gering gewesen seien, so übersteige das, was danach durch die Initiative der Flüchtlinge und mit ideeller und finanzieller Unterstützung des Staates, der öffentlichen Kreise und der Gemeinden geleistet worden sei, alle Vorstellungen, die man sich vor Jahren gemacht habe.
75 000 Rotchinesen kämpfen in Korea
Kommunistische Offensive dauert an / Truppen MacArthurs in heftigen Abwehrkämpfen
Söul, 5. November. (AP.) Frische rotchinesische Elitetruppen sind am Sonntagmorgen in die britischen Stellungen vor Anju eingedrungen und stehen nach den letzen Meldungen nur noch fünf Kilometer vor dem einzigen Übergang über den Chongchon, der den nördlich des Flusses stehenden Truppen der Vereinten Nationen als Rückzugsweg dienen könnte.
Gleichzeitig drohen die bei Kunmori, südlich des Chongchon, kämpfenden Kommunisten mit einer Schwenkung auf die Küste den Alliierten-Brückenkopf nördlich des Flusses abzuriegeln.
Die Städte Pakchon, Yongbyon und Won-Ni, nördlich und nordwestlich von Anju, sind von rotchinesischen und nordkoreanischen Truppen besetzt worden. Die neuen Stellungen der Truppen der Vereinten Nationen erstrecken sich von Anju südlich an Pakchon vorbei bis nach Chongju.
Nach südkoreanischen Schätzungen haben die Rotchinesen etwa sechs Divisionen in einer Gesamtstärke von 75 000 Mann in Korea stehen. Von amerikanischer Seite waren bisher nur drei Divisionen, Einheiten in Stärke von zwei Divisionen in Nordwest- und eine geschlossene Division in Nordostkorea beobachtet worden.
Die Moral der südkoreanischen Truppen hat nach dem Auftauchen der rotchinesischen Truppen erheblich nachgelassen. Amerikanische Beobachter verglichen die Haltung bereits mit der Depression nach den kommunistischen Vormärschen zu Beginn des Korea-Krieges. Die Rotchinesen verfügen über eine beträchtliche Kampferfahrung und sind ausgezeichnet für den Nahkampf ausgebildet.
In Nordostkorea haben rotchinesische Truppen nördlich von Sudong zwei Bataillone amerikanischer Marineinfanterie abgeschnitten, die am Freitag einen isolierten Vorstoß gegen den riesigen Kraftwerkkomplex im Raum von Changjin unternommen hatten. Ein drittes Marinebataillon wurde bei Majon eingeschlossen.
Die südkoreanische Division „Söul“ hat nach 48stündigen erbitterten Straßenkämpfen die in Flammen stehende Stadt Kilchu genommen.
Marc Arthur: Zu spät!
London, 5. November, (dpa) General Mac Arthur ist über die heftigen Gegenstöße der Nordkoreaner nicht beunruhigt und vertritt die Ansicht, daß die Gelegenheit, den Nordkoreanern wirksam zu Hilfe zu kommen, zu Beginn des Krieges war. Mac Arthur sagte allerdings, die Situation würde „ernst“ werden, wenn eine ausländische Regierung offiziell und mit ihrer gesamten Stärke eingreifen würde. Wenn die neuen Streitkräfte chinesische, von der Pekinger Regierung eingesetzte Truppen seien, dann würde die Lage ein völlig anderes Bild erhalten.
Partisanen in Südkorea
Söul, 5. November, (dpa) Starke kommunistische Partisanengruppen beunruhigen wieder die Bevölkerung Südkoreas. Nach Mitteilung des Direktors der südkoreanischen Polizei Kim Tai-sun beläuft sich ihre Zahl auf 45 000 bis 50 000 Mann. Amerikaner schätzten sogar, daß 80 000 Partisanen aktiv seien.
Stauffenberg schreibt an McCloy
Ein Offener Brief zur Ehrenrettung des deutschen Soldaten
Bonn, 5. November. (AP.) Die „Deutsche Union“ verteilte in Bonn Flugblätter mit dem Text eines Offenen Briefes ihres Vorsitzenden Hans von Stauffenberg an den amerikanischen Oberkommissar McCloy zur Frage der Remilitarisierung.
„Die Voraussetzung“, so heißt es in dem Schreiben, „daß ein ehrenhafter Mann je wieder schweren Herzens zu den Waffen greift, ist, daß man alle gegen ihn und" seinesgleichen in die Welt gestreuten Ehrabschneidungen in ebenso feierlicher Form widerruft, wie man sie in die Welt posaunt hat.“ Stauffenberg fragt in seinem Schreiben: „Sind die Mitglieder einer lizenzierten demokratischen Partei, wie die Kommunistische Partei Deutschlands sie heute noch darstellt, Männer demokratischer Ueberzeugung und jene, die im Krieg gegen den Bolschewismus kämpften, auch heute noch Militaristen? Ich fürchte, in diesem Falle müßte das deutsche Volk von vornherein einen Beitrag zur Verteidigung Westeuropas wegen Aussichtslosigkeit mit Dank ablehnen.“
„So weit rechts wie möglich“
Wahlkandidaten zurückgezogen
Wiesbaden, 5. November. (Eigener Bericht.) — „Alle Kräfte auf dem rechten Flügel müssen eine geschlossene Phalanx bilden“ erklärte der als Spitzenkandidat der „Nationaldemokratischen Reichspartei“ Und „Deutschen Reichspartei“ (NDPR/ DRP) vorgesehene DRP - Landesvorsitzende Karl Schaefer am Samstagabend auf der ersten und — wie er sagte — letzten Wiesbadener Wahlkundgebung seiner Partei.
Schaefer empfahl den Wählern „so weit rechts wie möglich“ zu wählen, damit die schwarz-rote Koalition gebrochen werde. Die NDRP/DRP selbst wird — wie Schaefer mitteilte — auch dort, wo ihre Wahlvorschläge zugelassen wurden, aus Protest gegen das Wahlgesetz ihre Kandidaten zur hessischen Landtagswahl zurückziehen.
Umstrittener Lastenausgleich
Sudetendeutsche mit Regierungsentwurf nicht einverstanden
Wiesbaden, 5. November. (Eigener Bericht.) Der Hauptvorstand der Sudetendeutschen Landsmannschaft hat auf seiner Tagung in Wiesbaden den Kabinettsentwurf zum Lastenausgleich entschieden abgelehnt. Wie Bundesminister Dr. Seebohm auf einer Pressekonferenz mitteilte, will man darauf dringen, daß die Schadensfeststellung den Landsmannschaften und nicht dem „Zentralverband vertriebener Deutscher“ übertragen wird.
Aus Teilnehmerkreisen der Tagung verlautete, daß Seebohm ebenso wie Flüchtlingsminister Lukaschek im Kabinett gegen die Vorlage zum Lastenausgleich gestimmt haben. Seebohm bestätigte auf Befragen, daß seine Ansichten mit denen des Kabinettskollegen Lukaschek weitgehend übereinstimmen.
In einem offiziellen Beschluß heißt es, der Hauptvorstand der Sudetendeutschen Landsmannschaft stelle sich einhellig auf den Boden des Abkommens zwischen dem Sprecher der Landsmannschaft, Dr. Lodgman von Auen, einerseits und dem tschechischen Exil-General Prchala andererseits. „Der Hauptvorstand glaubt verpflichtet zu sein, dem Abkommen im Namen der in der Landsmannschaft vereinigten Landsleute feierlich beitreten zu sollen.“ Das Abkommen vermeide mit Recht die Festlegung der Volksgruppe auf eine bestimmte staatspolitische Formel. Dazu stellte Dr. Lodgman ergänzend fest, die Sudetendeutschen wollten sich nicht aus dem gesamtdeutschen Schicksal lösen.
Seebohm und Lodgman wandten sich scharf gegen den „Zentralverband Vertriebener Deutscher“. Diese Organisation unter dem Bundestagsabgeordneten Dr. Kather (Christlich-Demokratische Union) belebe den Klassenkampfgedanken und sei zu einer einseitig innenpolitischen Orientierung verurteilt.
Nun vor dem ordentlichen Gericht
Nach dem „Spiegel“-Ausschuß kommt das Gerichtsverfahren
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Da. Bonn, 5. November. Auf den Untersuchungsausschuß des Bundestages, der nach einer sitzungsfreien Woche seine Beratungen fortsetzt, wird es zu einem Verfahren vor einem ordentlichen Gericht in der Korruptionsaffäre kommen. Nach dem Abgeordneten der Christlich-Demokratischen Union Dr. Pferdmenges hat auch Bundesfinanzminister Schäffer gegen den Vorsitzenden der Bayern-Partei, Dr. Baumgartner, Strafantrag gestellt. Sofern der Bundestag die Immunität Dr. Baumgartners aufhebt, wird die gesamte
Korruptionsaffäre vor einem ordentlichen Gericht von neuem aufgerollt. Die gegen den „Spiegel“ gestellten Strafanträge dürften inzwischen bedeutungslos geworden sein, da Dr. Baumgartner die Echtheit der Gedächtnisprotokolle anerkannt hat. Hingegen wird ein Verfahren gegen Dr. Baumgartner das zuständige Gericht zu einer eingehenden Beweiserhebung veranlassen.
Die Klage Minister Schäffers stützt sich auf einen ungewöhnlich scharfen Artikel „Verschleierungsmethoden“, den Dr. Baumgartner am 5. November in der „Münchner Allgemeinen“ veröffentlicht hat. Dr. Baumgartner behauptet in diesem Artikel, daß das „scheinheilige Spiel“ des Ministers, nachdem dieser erklärt habe, er ' habe Donhauser aus rein menschlichen Bedenken seine Wahlschulden bezahlen lassen, in das „Gerücht der Teufelei“ gerückt sei. Donhauser habe überhaupt keine Wahlschulden gehabt, sondern persönlich über nahezu so viel Geld verfügt wie die Bayern-Partei insgesamt. Schließlich wirft Dr. Baumgartner dem Untersuchungsausschuß Befangenheit und Subjektivität vor, da den Abgeordneten der Christlich - Demokratischen Union/Christlich-Sozialen Union daran gelegen sei, die wahren Vorgänge zu verschleiern.
Zentrale Nachforschungsstelle
für Fremdenlegionäre
Frankfurt, 5. November. Für Personen, die ihre Angehörigen als Soldaten in der Fremdenlegion vermuten, besteht jetzt die Möglichkeit einer Nachforschung über folgende Stelle: Mr. le Colonel Olie, Commandant du Depot de la Legion Etrangere — Bureau des Effects — Sidi-bel-Abes (Algerie).
Stimmen der Anderen
Rüstungswirrwarr
Heutzutage, in einer Zeit, in der ein so beispielhaft verantwortungsbewußter und ehrenhafter Offizier wie Falkenhausen nach sechsjähriger Haft vor Gericht stehe, eine Wehrmacht aufbauen zu wollen, sei „ein kühnes Unterfangen“, erklärt Marion Gräfin Dönhoff in einem Leitartikel der „Zeit“.
„An was soll man appellieren? An die Ehre des Soldaten etwa, an seine Pflicht, sich einzusetzen? Man kann nirgends anknüpfen ... Es müßte ein Scharnhorst sein, der es vermöchte, aus diesem Trümmerhaufen eine Armee zu bilden, die nicht einem Landsknechtshaufen gleicht . . . Doch fragt man sich, woraus könnte heute überhaupt die Kraft einer Inspiration erwachsen, die jenes „ohne mich“ der deutschen Jugend zu überwinden vermöchte,, so kann man gewiß nicht an ein wie immer geartetes Nationalgefühl appellieren, sondern nur an eines: an die Idee eines neuen Europas. Aber nicht eines Europas, dessen einzelne Partner jeden Tag neue Vorhalte gegen Deutschland erfinden und die nicht wissen, ob sie mehr Angst vor einem „militaristischen“ oder einem „pazifistischen“ Deutschland haben und die dem deutschen Soldaten innerhalb der europäischen Armee bestenfalls ein Himmelfahrtskommando einräumen möchten . . .
Es ist viel über die Remilitarisierung Deutschlands geredet worden, zuviel schon. Wir können dieses Thema einfach nicht mehr hören, solange immer die gleichen Argumente vorgebracht werden, die bald von Hochmut und Angst inspiriert sind, bald von der neidvollen Sorge, es könnte Deutschland vergönnt sein, als die letzten Zivilisten übrig zu bleiben.“
Lutherische Antwort
auf das Mariendogma
München, 5. November, (epd) Der leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, D. Hans Meiser, verlas am Sonntag eine Erklärung der Lutherischen Bischofskonferenz zu dem neuen Mariendogma der katholischen Kirche.
Die Erklärung bezeichnet das neue Dogma als unvereinbar mit der Bibel und den nachbiblischen Lehrzeugnissen der alten christlichen Kirche. Die Christenheit der Welt, so heißt es in der Erklärung, stehe damit zum ersten Male in ihrer Geschichte vor der Tatsache, daß ein Papst aus der ihm 1870 zugesprochenen Unfehlbarkeit heraus einen Glaubenssatz definiere. Der aus allen christlichen Kirchen seinerzeit laut gewordene Widerspruch gegen diese Unfehlbarkeit erhalte durch die Verkündigung des neuen Dogmas eine erschreckend eindrückliche Rechtfertigung, da dieses Dogma die grundsätzliche Loslösung des Papstes vom Gehorsam gegenüber den Aposteln Christi bedeute. In der Erklärung der Lutherischen Bischofskonferenz wird bedauert, daß die verheißungsvollen Bemühungen um eine Annäherung der beiden großen christlichen Konfessionen durch die Verkündigung des neuen Dogmas gestört würden.
Hölle wo ist Dein Sieg ?
ROMAN VON RACHEL FIELDErstabdruck. Alle Rechte beim Wolfgang-Krüger-Verlag, Hamburg.
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„Sie können mir nichts sagen, was ich nicht gchon selber weiß. Aber wenn Sie wüßten, wie meine Tage und Nächte aussehen, dann würden Sie verstehen, was es für mich bedeutet, Sie in meinem Haus zu haben. Hier und da gelingt es einem doch, für einen kurzen Augenblick Vergesen zu finden, glücklich zu sein — deshalb erbitte ich so viel von Ihnen, für meine Kinder und nicht zum wenigsten für mich selbst.“
„Monsieur“, sie wollte ihn nicht merken lassen, wie sehr ihr seine Bitte zu Herzen ging, „ich möchte Ihnen ja helfen, wenn ich es nur könnte, aber ich kann ja nur so wenig tun. Ich habe nur Unstimmigkeit und Unruhe in Ihr Haus gebracht, jedenfalls in den Augen der Welt.“
„Was geht mich die Welt an? Ich hätte nicht geglaubt, Mademoiselle Deluzy, daß Sie mit Ihrem Mut, Ihrer Selbständigkeit sich von Klatsch und verstaubter Gesellschaftsmoral beeinflussen lassen."
„Vielleicht habe ich mich zu unantastbar gefühlt, weil mein Gewissen so rein war. Aber ich sehe allmählich ein, daß man nicht wieder zurück kann, wenn man die engen Grenzen der gesellschaftlichen Konvention durchbrochen hat. Man ist dann schutzlos jeder bösen Zunge ausgeliefert. Ich verdanke meinem Aufenthalt in Ihrem Hause sehr viel, Monsieur; aber ich habe auch viel dadurch eingebüßt."
„Und Sie werden weiter bei uns bleibei, weil Sie tapfer und großherzig sind, nicht wahr?“
Die Unmittelbarkeit dieser ' Frage bewegte sie. Sein beinah kindliches Vertrauen in ihre Anhänglichkeit und Anständigkeit sprachen besser für ihn, als Worte es hätten tun können.
„Ich fahre morgen nach Turin“, versprach sie.
Später am Abend, als sie sich in ihrem Zimmer über ihre Hutschachteln und Koffer beugte, stellte sie sich immer wieder und wieder die Frage, warum sie ihm gegenüber nicht fest geblieben war. Wo blieb ihre vielgerühmte Entschlußkraft, daß sie es nicht fertigbrachte, einen Brief an die Herzogin zu schreiben und um ihre Entlassung zu bitten, bevor sie sich schlafen legte? Was war aus ihrem Stolz geworden? Wann im Laufe dieser letzten fünf Jahre hatte sie diesen ihren kostbaren Schatz verloren?
SIEBZEHNTES KAPITEL
Der Besuch bei Isabella wurde von allen so beglückend empfunden, daß sie den Rest des Sommers über in Turin blieben. Nach jenen Tagen in Dieppe wirkte dieser ungetrübte Ferienaufenthalt in einer neuen Umgebung wie Wein auf Isabellas Geschwister. Alle waren sich darüber einig, daß dieses Zusammensein ganz wie in alten Zeiten war. Isabellas Mann erwies sich als ein reizender Gastgeber, und so oft er eine Geschäftsreise nach Sardinien machen mußte, war.er froh, seine Frau in so guter Gesellschaft zurücklassen zu können. Die beiden älteren Schwestern waren unzertrennlich; und wenn sie irgend etwas vorhatten, an dem die Jüngeren nicht teilnehmen konnten, unternahm Henriette mit Berthe und Raynald lange Fahrten und Ausflüge. Sie war für diese Zerstreuung dankbar; es lenkte sie von den Gedanken ab, die sie sich so schwer aus dem Kopf schlagen konnte. Sie besichtigten die Kathedrale und die Paläste und stöberten, wohin sie auch kamen, nach Spuren der alten römischen Zivilisation.
„Seht ihr“, erklärte Henriette dann, „dies ist der Ueberrest einer alten Mauer. Die Römer bauten sie, lange bevor Christus geboren wurde, und hier sitzen wir jetzt, im Jahre 1846, und ruhen uns auf ihr aus. Es ist doch merkwürdig, zu denken, daß noch etwas von dem steht, was Menschenhand vor mehr als zweitausend Jahre errichtete."
In ihrem Bestreben, den Kindern die Vergangenheit lebendig zu machen, gelang es ihr oft, die Gegenwart und vor allem die Gedanken an die Zukunft zu vergessen. Aber dann konnte es auch wieder vorkommen, daß sie mitten in ihrer Erzählung plötzlich vergaß weiterzusprechen, bis Berthe oder Raynald sie verwundert darauf aufmerksam machten. Das trug sich auch einmal zu, als sie die Steinreliefs in einer Kapelle betrachteten.
„Huh!“ Berthe zeigte auf ein Blättermuster, in dem grob herausgearbeitete, aber unverkennbar^ Mäuse zu sehen waren. „Was haben so scheußliche Tiere wie Mäuse in einer Kirche zu suchen?“
Der Priester, der sie führte, lächelte nachsichtig. -
„Die Mäuse spielen eine Rolle in einer alten Legende aus dem Osten“, erklärte er. „Niemand weiß, wie alt sie ist und auf welche Weise sie in die christliche Religion eingedrungen ist. Die Geschichte handelt von einem Reisenden, der sich in einem fremden Land verirrt hat und am Verdursten ist. Plötzlich entdeckt er nahe an einem Abgrund einen Strauch. Ueber breiten Blättern erhebt sich eine Blume, deren Kelch mit dem herrlichsten Nektar gefüllt ist. Es gelingt dem Reisenden, sich an den Zweigen festzuhalten und die Blüte zu sich heranzuziehen; aber gerade als er seinen Durst löschen will, sieht er, daß eine schwarze und eine weiße Maus an der Wurzel nagen, die sein einziger Halt ist. Langsam fressen sie sich Faser für Faser weiter. Der Reisende weiß, daß er in demselben Augenblick, in dem die beiden Mäuse die Wurzel durchgenagt haben werden, in den Abgrund stürzen wird; aber dennoch setzt er den Kelch an die Lippen und trinkt.“
„Und was geschah dann?“ fragte Raynald mit weit aufgerissenen Augen.
„Nun, mein Sohn, damit hat die Geschichte ein Ende. Man nennt das eine Allegorie, und ich kann dir nur erklären, was sie bedeuten soll. Der Reisende ist ein Symbol für alle Menschen, die je gelebt haben. Die Mäuse bedeuten Tag und Nacht, die langsam an unserer Lebensdauer nagen. Und obwohl der Mensch weiß, daß er einmal sterben muß, strebt er doch nach den Gütern des Lebens und kennt nichts Süßeres, als sie zu erlangen.“
Die Kinder waren nicht beeindruckt. Sie waren schon auf neuen Entdeckungsreisen aus. Doch Henriette verweilte noch vor dem primitiven Steinrelief, und als sie nachher die Kapelle verließen, dankte sie dem Priester für seine Liebenswürdigkeit und warf eine reichlichere Spende als sonst in die Opferbüchse. Sie mußte noch lange an die Legende denken; sie schien eigens für sie aus alten Zeiten und fremden Ländern überliefert worden zu sein.
„Ja“, sagte sie bestätigend zu sich selbst, „ich kenne diesen Strauch am Abgrund, weil ich mich auch an ihn klammere, und auch an meiner Lebenszeit nagen die Mäuse Tag und Nacht. Ich möchte nur wissen, wieviele von uns nach einer Blüte greifen, deren Kelch keinen Nektar enthält.“
Sie grübelte jedoch nicht weiter darüber nach, wie sie all ihren Schwierigkeiten entrinnen könnte. Sie lebte jetzt nur von einem Tag zum anderen, und ihre alte Angst wich wie Nebel, da der Gedanke an die Zukunft sie nicht mehr bedrückte. Sie würde unverzagt nach Paris zurückkehren und dort erst ihre Entscheidungen treffen. Sie wollte sich Frederic Monod anvertrauen und ihn um seinen Rat bitten. Im Herbst würde sie auch leichter eine neue Stellung finden, wenn es sein müßte. Hier in Turin empfand sie die quälende Stimmung, die sie im Hause Praslin immer wieder überkam, nicht so stark.
Diese Hoffnung fand neue Nahrung, als im August ein Brief aus Melun von der Herzogin eintraf. Es war die Antwort auf einen sehr vorsichtig gehaltenen und eigentlich recht nichtssagenden Bericht, den sie der Herzogin über ihre Töchter geschickt hatte.
„Melun, 24. August 1846.
Ich möchte nicht einen Augenblick länger zögern, meine liebe Mademoiselle Deluzy, Ihnen für Ihren freundlichen Brief zu danken, der mir große Freude bereitete. Sie entschuldigen sich, daß er so ausführlich ausgefallen sei; aber weit davon entfernt, mich zu langweilen, hätte ich nur gewünscht, er wäre doppelt so lang gewesen. Ich erhielt ihn gestern abend zusammen mit einem Briefchen von Berthe. (Fortsetzung folgt)
Darmstadt und Umgebung
Von oben gesehen...
HFL Wenn in der ersten Woche des Novembers in Arheilgen die Frauen ihren Kuchen quadratmeterweise über die Straßen tragen, wenn die Versammlungen von Besuchermassen in Höhe von tunt bis sechs Mann besetzt sind und wen man mit niemanden mehr ein vernünftiges Wort reden kann, dann ist die Arheilger „Kerb“ im Anmarsch..
Sie äußert sich in verschiedenen Dingen, etwa darin, daß man in der guten Stube den Teppich aufrollt, der bislang hinter dem Kleiderschrank stand, und die Männer in der nächsten Wirtschaft einen heben gehen, um die Qualität des Angebotenen zu prüfen. Diesmal jedoch war nicht nur der Kuchen und der „Tropfen“ das kräftigste Zugmittel, sondern ohne Zweifel das Fußballspiel der Arheilger gegen die Stuttgarte Kickers. Das mag wohl auch der Grund gewesen sein, daß die sonntäglichen Straßen menschenleer waren, und daß nur hier und dort ein Halbwüchsiger seinen militärischen Aufrüstungsgelüsten mit Knallkorken und Zündplättchenrevolver nachging.
Großer Rummel herrschte auf der Dieburger Straße, bis hinunter zur Kranichsteinerstraße. Schießbuden, Würstchenstände und Verlosungen gaben sich ein Stelldichein, und ein leicMbekleidetes junges Mädchen warb für die „seltsamen Menschen in unserer Zeit“. Neu tür Arheilgen in den letzten Jahre war das Riesenrad, für Leute, die die Grenzen Arheilgens einmal von oben sehen wollten. Nun, das taten denn auch viele.
Die Wirtschaften prangten im Glanze bunter Flitter und Girlanden, und auf den Straßen gingen Männer umher, die mit gewichtigem Gesicht glänzende Musikinstrumente herumschleppten. Es ist ein eigenartig Ding mit der Arheilger Kerb. Sie ist die letzte im weiten Umkreis, und wenn am nächsten Wochenende die „Nachkerb“ gefeiert werden wird, dann ist es auch nicht mehr lange hin, bis man die erste Kerze zum Advent inzünden muß.
In der Stadt notiert
Über das Thema „Ehe und Familie“ wird am Mittwoch, 8. November, im Hotel Knauf, um 20 Uhr, Dr. med Geißler auf Einladung des „Vereins für katholische Kaufleute und Beamte, Constantia“ sprechen. *
Einen Lehrgang für Jagdhornbläser beabcsichtigt der Jagdklub Darmstadt einzurichten, den Herr Ludwig Beckmann, Heidelberger Straße 119, leiten wird. Interessenten, die die deutschen Jagdsignale erlernen wollen, können sich bei der Geschäftsstelle des Jagdklubs, Rheinstraße 63, anmelden. *
Der Odenwaldclub, Ortsgruppe Eber¬ stadt, unternahm am Sonntag trotz regnerischen Wetters eine Wanderung durch den Weinweg, vorbei am Walters-Teich, über Trauthim nach Niderramstadt. +
Der Geflügelzuchtverein Eberstadt hielt am Samstag, dem 4. November, eine Versammlung im Gasthaus „Zur Post“, Pfungstädter Straße, ab, bei der die am Totensonntag in der Turnhalle geplante Ger flügelausstellung und die Landesgeflügelschau, die am 3. und 4. Dezember in Frankfurt stattfindet, auf der Tagesordnung standen. +
Leichter Sachschaden entstand be einem Zusammenstoß eines deutschen Motorradfahrers mit einem amerikanischen Pkw. am Samstagvormittag gegen 10 Uhr an der Kreuzung Heidelberger- und Landskronstraße.
Ein Kellerbrand entstand am Sonntag gegen 13.15 Uhr im Gebäude Luisenplatz 4 (Stadt-Cafe). Der wahrscheinlich durch Schweißarbeiten entstandene Brand verursachte einigen Sachschaden. Gebäudeschaden ist nicht entstanden.
„Schüsseltreiben“ statt Treibjagden
Hubertusfeier des ,Jagdklubs Darmstadt
Alljährlich findet zum Anfang der Jagd die traditionelle Hubertusfeier statt. Der Darmstädter Jagdklub hatte diesmal seine Mitglieder und Gäste im Restaurant Ripper zusammengerufen, um im Kreise der Familien einige gemütliche Stunden in Erinnerung früherer Zeiten zu verleben.
Der Chor der Gesangsabteilung der TSG 46 eröffnete die Feier mit einigen Liedern. Rechtsanwalt Dr. Dahlem, der Präsident des Jagdklubs Darmstadt, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste, unter ihnen besonders Landrat Wink mit Gemahlin, der ebenfalls dem Jagdklub angehört. Auch aus der Ostzone war ein Vertreter der Jägerschaft erschienen. Dr. Dahlem bat die Presse, darauf hinzuweisen, daß die deutsche Jagd heute sehr im argen liege. Der Mangel an geeigneten Schußwaffen, wie die zunehmenden Wildschäden seien nicht dazu angetan, der Jägerschaft neue und jüngere Liebhaber zu gewinnen. Besonders die Jugend halte sich sehr zurück. Es gelte, alles zu unternehmen, um die brachliegende deutsche Jagd wieder zu den Höhen zu führen, die sie ehemals innegehabt habe. Das Waidwerk, als eine männliche und schöne Aufgabe, müsse wieder zu Ehren kommen.
In einer Entschließung an die Bundesregierung, die hessischen Abgeordneten, an 'die Jagdbehörden und Jagdorganisationen wird gefordert, daß die Entrechtung der deutschen Jägerschaft beseitigt, daß endlich »ein einheitliches Bundesjagd-
gesetz erlassen und das fünfte und sechste Jagdgesetz der Besatzungsmacht zugunsten der deutschen Jäger abgeändert wird. Ebenfalls müsse die Einführung einer deutschen Waffenverordnung erfolgen. Die augenblickliche Situation liege so, daß die Jagdpächter lediglich die Pachtsumme und die Wildschäden zu zahlen hätten, jedoch nicht im Besitz der erforderlichen Jagdwaffen seien, um eine waidgerechte Jagd ausüben zu können.
Das anschließende „Schüsseltreiben“, mit Jägersuppe, Jägerrippchen und Jägerkäse, mußte die ausgefallenen herbstlichen Treibjagden ersetzen. Zwischendurch tanzte man zu den Klängen der Vier-Mann-Kapelle oder erfreute sich an den Gesangseinlagen von Frau T. Meinecke-Bischoff und Herrn W. Schub er t. In der Tombola gab es Jagdsocken, Burnus, Plexiglaskäseglokken und Jagdmesser zu gewinnen. Die loseverkaufenden Damen hatten einen reißenden Absatz. Trotzdem das gesellige Beisammensein lange währte, wird mancher nach dem „Halali“ bedauert haben, daß bis zur nächsten Hubertusfeier noch ein ganzes Jahr dazwischen liegt, hfl
Reformationsfeier
des Evangelischen Bundes
Die Feierstunde anläßlich des Reformationsfestes am Abend! des 31. Oktober im Evangelischen Gemeindehaus, Liebfrauenstraße 6, leiteten Posaunenklänge und Liedgesang ein. Nach Begrüßungsworten und Eingangsgebet des Vorsitzenden der Evangelischen Bundesgruppe Darmstadt, Pfarrer Stühlinger, hielt Pfarrer Dr. Uhrig, Eschollbrücken, den angekündigten Vortrag über: „Maria oder Christus? — ein Wort zu dem neuen Mariendogma der katholischen Kirche“, der aus guter Sachkenntnis heraus die Entwicklung der Mariologie seitens der Päpste, Jesuiten und katholischer Theologen seit mehr als 100 Jahren deutlich machte, die schließlich zur Verkündigung des Dogmas von der leibhaftigen Hinynelfahrt der Maria führte. Die tiefgründigen Ausführungen des Redners ließen keinen Zweifel an der durch die Reformation bedingten bibelbegründeten Haltung der evangelischen Christenheit, die Christus "als ihren alleinigen Mittler und Erlöser anerkennt und verehrt und die unbiblische Dcgmatisierung der Himmelfahrt Mariens ablehnen muß.
Pfarrer Widmann, der zweite Vorsitzende der Bundesgruppe Darmstadt, dankte dem Redner für seinen sachlichen Vortrag und unterstrich in kurzen Zügen noch einmal die evangelische Haltung. Mit dem Lied „Ein’ feste Burg“ und Abendsegen schloß die Feierstunde.
Die „Nachbarschaft Bessungen“ veranstaltet ihren nächsten Nachbarschaftsabend am 7. November, 20 Uhr, im Nachbarschaftsheim im Prinz-Emil-Garten. Es soll ein Nachbarschaftsausschuß gewählt und über Bessunger Fragen gesprochen werden.
Wird die „feunerfeste Keramik“ streiken?
Tagung der Gewerkschaft Chemie, Papier und Keramik
Die Industriegewerkschaft Chemie, Papier, Keramik, Filialverwaltung Darmstadt, veranstaltete in Arheilgen im Gasthaus „Zum goldenen Löwen“ eine Mitgliederversammlung. Die beginnende Arheilger „Kerb" warf ihre Schatten voraus. Die Versammlung war äußerst schlecht besucht, was besonders im Hinblick auf die wichtigen Ausführungen der Referenten bedauerlich erschien.
Kollegin Erle berichtete über den Verbandstag in München und über die Kreisdelegiertentagung in Fulda. Der Münchener Verbandstag sei von vielen ausländischen Delegierten besucht worden, die die Devise auf stellten: „Die den Krieg nicht wollen, sollten sich enger zusammenschließen.“
Ein weiterer wichtiger Punkt der Münchener Tagung sei die Frage der Mitbestimmung gewesen, die den Mensch in den Mittelpunkt allen Geschehens rücken solle. Nur eine große Gewerkschaft sei in der Lage, das Mitbestimmungsrecht, als das bedeutendste Gegenwartsproblem, in die Tat umzusetzen. Arbeit und Kapital trage die Wirtschaft, und daher müßten beide Partner als gleichwertig mit der gleichen Verantwortlichkeit anerkannt werden. Der politischen Mitbestimmung habe die wirtschaftliche Mitbestimmung zu folgen. Ab 1. Januar 1951 sollet eine Krankenunterstützung durch die Gewerkschaften eingeführt werden. Die Durchführung der Arbeitslosenunterstützung durch die Gewerkschaften könne zur Zeit nicht erfolgen, wenn man nicht die Kassen der Gewerkschaft in unverantwortlicher Weise schwächen wolle.
Die an die Münchener Tagung anschließende Kreisdelegiertentagung in Fulda habe ganz unter dem Eindruck der Münchener Referate gestanden und lediglich informatorischen Zwecken gedient. Die Anwesenden hätten insbesondere darüber Beschwerde geführt, daß von den rund 700 Gewerkschaftsmitgliedern nur sehr wenige erschienen seien. Man müsse der Interesselosigkeit begegnen.
Herr Kaiser sprach dann über den lohnpolitischen Beitrag, den die Gewerkschaft im Bezirk Darmstadt in den letzten Jahren geleistet habe. Seit der Währungsreform seien drei Lohnaufbesserungen durchgedrückt worden, die insgesamt für die Männer einen Mehrverdienst von 769,— D-Mark und für die Frauen von 594,— D-Mark erbracht hätten. Man könne daher nicht sagen, daß die Gewerkschaften nicht alles getan hätten, um die sozialen Bedingungen zu verbessern. Inzwischen seien alle Tarife, außer für Glas und feuerfeste Keramik, unter Dach und Fach gebracht worden. Die Tarifverhandlungen für die feuerfeste Keramikindustrie gestalteten sich sehr schwierig, und es sei zu erwarten, daß in dieser Sparte ein Streik erfolgen werde. -rst
Inbilänm des Alpenvereins - Zweigverein Darmstadt
80 Jahre erfolgreiche Tätigkeit
In den Räumen des Ausstellungsgebäudes auf der Künstler-Kolonie fanden sich gestern die Mitglieder des Alpenvereins, Zweig Darmstadt, zusammen, um das Jubiläum ihres 80jährigen Bestehens zu feiern. Gleichzeitig beging man nachträglich das 60jährige Bestehen der Darmstädter Hütte im Moostal (Ferwall) bei St. Anton in Arlberg, die am 12. August 1889 eingeweiht wurde.
Der Vorsitzende des Vereins, Stadtrat Dr. Holtzmann, gab einen Rückblick auf die acht Jahrzehnte lange erfolgreiche Vereinstätigkeit. Am 27. April 1870 im Restaurant Fink in der Elisabethenstraße gegründet, sei der Zweig Darmstadt die 12. Sektion, die beim Zusammenschluß zum Deutsch-Oesterreichischen Aipenverein im Jahre 1873 mit zu den Gründervereinigungen dieser Organisation zählte. Jahre des Auf und Ab, der Erfolge und Rückschläge ließen niemals den Sinn vergessen, den der Alpenverein schon mit seinem Namen ausdrücke: die Liebe zur Heimat und den Bergen, die Verbindung mit der Natur . . .
Große Lücken habe der erste Weltkrieg gerissen, und auch der zweite habe über 50 Tote von dem Verein gefordert. Im ehrenden Gedenken an diese Opfer und in Wahrung der Tradition aber gehe der Blick in die Zukunft. Trotz großer ideeller und materieller Schwierigkeiten sei der Verein seiner Aufgabe treu geblieben und halte daran fest, Bindeglied zu sein über die deutsche Grenze hinaus zum österreichischen Schwesterverein.
Stadtrat Dr. Holtzmann kam anschließend auf die Gründe zu sprechen, die 1884 die Spaltung des Vereins verursachten und zür Bildung der Schwestersektion Starkenburg führten. Im Interesse einer ersprießlichen Arbeit und zur Erreichung der gemeinsamen Ziele appellierte er an beide Sektionen, die Wiedervereinigung anzustreben, da die alten Differenezn längst vergessen seien. Es gebe heute nichts mehr, was die beiden Sektionen trennen könne, wohl aber viel, was sie vereine.
Zum Abschluß seiner launigen, aber auch besinnlichen Ansprache verlas der Vorsitzende die telegraphischen Grüße der Sektionen Wetzlar, Höchst, Marburg, Kassel und Stuttgart des Deutschen Alpenvereins und die des 1. Vorsitzenden des vor kurzem in Würzburg wiedergegründeten Deutschen Alpenvereins.
Oberbürgermeister Metzger überbrachte die Grüße der Stadt Darmstadt. „Wir Deutsche können nicht leben ohne die Natur“, war der Kernsatz seiner kurzen Rede. Hierin liege die große Bedeutung der Wandervereine, und in diesem Sinne be-
grüße er die Arbeit des Alpenvereins. Für die Sektion Starkenburg sprach Dr. Müller die Grüße und Glückwünsche aus und betonte die enge Verbindung beider Schwestersektionen in ihrer Arbeit und ihren Zielen. In edlem Wettstreit würden von beiden Sektionen die Aufgaben des Deutschen Alpenvereins erfüllt. Als Jubiläumsgabe ■ überreichte Dr. Müller ein Bild der Hütte der Sektion Starkenburg im Stubai (Tirol) bei Fulpmes. Die Grüße der Sektion Frankfurt überbrachte Herr Peters, die der Sektion Wiesbaden Dr. Heinig. Für den Odenwaldklub sprach Herr Birk, für den Vogelsberger Höhenclub Herr Erb. Beide Gratulanten betonten die engen Freundschaftsbeziehungen zum Alpenverein, dessen Ziele und Grundsätze auch die ihren seien.
Die offizielle Feier wurde von einem Quartett eingeleitet und abgeschlossen. Frau Aga Zeh-Landzettel sang Lieder von Hugo Wolff, eines der jüngsten Mitglieder sprach einen netten Prolog. Ein Zithertrio spielte „Heimatliche Klänge“ aus den Bergen, und eine Schuhplattlergruppe aus Frankfurt brachte bayerische Volkstänze. hn.
Arbeitslosenzahl sinkt weiter
Die Arbeitslosigkeit im Arbeitsamtsbezirk Darmstadt hat auch im Monat Oktober 1950 weiter abgenommen. Der Rückgang war mit 949 Personen etwas schwächer als im Vormonat (1298). Die Gesamtzahl im Arbeitsamtsbezirk Darmstadt betrug demnach Ende Oktober 9002 Arbeitslose und hat damit den Stand vom gleichen Monat des Vorjahres um 1081 unterschritten.
Die Entlastung ergab sich fast ausschließlich bei den Männern, bei denen die Arbeitslosenzahl um 807 abnahm, während bei den Frauen ein Rückgang von nur 142 zu verzeichnen war. Besonders aufnahmefähig waren die Berufe der Metallerzeuger, der Textilhersteller und -Verarbeiter und der Holzindustrie. Die günstigste Entwicklung zeigte sich im Stadt- und Landkreis Darmstadt (— 477), es folgen die Landkreise Erbach und Dieburg mit 229 bzw. 172. .
Die Zahl der Unterstützungsempfänger ist im Monat Oktober gleichfalls gesunken. Bei den Männern betrug die Abnahme 747, bei den Frauen 291, bei einer Gesamtzahl von 8018 Unterstützungsempfängern. xp
Wie wird das Wetter?
Unbeständig
Vorhersage: Am Montag noch vorherrschend bedeckt, einzelne Niederschläge, Temperaturen wenig geändert, nördliche Winde. Weitere Aussichten: Am Dienstag Bewölkungsauflokkerung und leichte Nachtfröste möglich.
Wohin gehen wir heũte?
Landestheater: Orangerie: 19.00 Uhr „Don Carlos“, ein dramatisches Gedicht von Friedrich Schiller. Ende gegen 22.30 Uhr. Lichtspieltheater: Union: „Du bist Musik für mich“; Thalia: Badende Venus“; Belida: „Abenteuer in der Südsee“; Palast: „Der Wahnsinn des Dr. Clive“; Hansa: „Heimweh“. Hygiene-Lichthof, Neckarstraße 3: 10 bis 18 Uhr Ausstellung: Gesundes Leben. Stadthalle: 19.30 Uhr: 2. Sinfoniekonzert; Ende gegen 21.30 Uhr. Volkshochschule Darmstadt: 19.30 Uhr Techn. Hochschule. Raum 167: Marie Frölich: Englische Landschaftsmalerei mit Lichtbildern. Arheilgen; Kirchweihe.
Wir gratũlieren
Silberne Hochzeit: Heinrich Danz und Ehefrau Rosel, Darmstadt, Martinstraße1 24. 88. Geburtstag: Herr Ernst Wegener, Darmstadt-Arheilgen, Darmstädter Str. 71a. 72. Geburtstag: Herr Jakob Weber, Darmstadt, Rößlerstraße 85 11.
Alexander Posch
ZUR GEDÄCHTNISAUSSTELLUNG IM LANDESMUSEUM
In einem gewissen Sinne verkörperte Alexander Posch den Urdarmstädter. Auf einer breiten, gesunden Ebene baute sich sein Leben auf. Eine feine Kultur gab innerlich und äußerlich Posch die Kraft seiner Selbstbehauptung und sicherte ihm ein ehrendes Andenken als echte Persönlichkeit. Sein Leben war nicht leicht und all die Schwankungen zwischen Schmerz und Freude zeichnete seimographartig der durchnervte Fluß seiner künstlerischen Handschrift auf.
Am 21 Juni 1890 wurde Alexander Posch in Schönberg bei Bensheim geboren. Seine Jugendjahre verbrachte er in Darmstadt. Nach der Schulzeit kam die Lehre als Glasmaler. In Prof. Adolf Beyer fand Posch seinen ersten richtigen Lehrer. Zeit und die Umgebung waren angetan, dem jungen, durstig trinkenden Künstler das Herz und die Augen zu öffnen für die Wahrnehmungen der sinnlichen Existenz der Dinge. Der Impressionismus war modern, die Farbe begann den Ton abzulösen. Die Maler flohen aus den dunklen Ateliers in die offene Landschaft. So vollzog sieh der Wechsel zwischen gesättigten Brauntönen und dem irisierenden Licht in der Natur. Auf keines von beiden verzichtend ging der junge Posch, ernsthaft ringend seinen Weg weiter. Den Ausschlag dazu gab die Münchener Schule, an der Posch studierte. Der Kreis der Tonmaler um W. Leibi übte in diesen Jahren einen gewaltigen Einfluß auf die jungen Künstler aus. Diese Voraussetzungen bestimmten fortan Poschs Weg.
Die Gedächtnisausstellungen unserer Zeit haben alle die tragischen Vorzeichen des Fragmentarischen. Auch diese Ausstellung vermittelt nur einen Bruchteil dessen, was man als Lebenswerk Poschs bezeichnen kann. Doch wird der Eindruck offensichtlich, welche Spannungen zwischen Plainair und Innenraum hier liegt das Charakteristikum dieser Bildschau Poschs Weg bestimmen. Die Figur im Raum ist ein immerwiederkehrendes Thema (hierzu gehört auch das Porträt). Eingeschlossen in die vier Wände, stechen die Details innerhalb der modellierten Köpfe dem Betrachter scharf entgegen. Das Gesetz dieser Malerei ist im Psychologischen zu sehen. Auge, Nase, Mund und das Suchen nach dem Ausdruck dieser Bestandteile des Gesichts gehören zu seinem Weltbild, daher die Lebensfreude, sein Geselligsein, seine unmittelbare Verbindung zum Menschen. Alles, was um den Kopf im Bild gedeiht, ist Füllkörper, große, breite Farbflächen, kultiviert und geschmackvoll mit dem Spachtel hingesetzt, eine andere Art. Das Stilleben zeigt ähnliche Voraussetzungen. Posch malte auch hier das Gesicht der Erscheinung. Nur dichter, zusammengefaßter. Wie kleine, gebrannte Glasscheiben leuchten aus den Stilleben die roten, grünen, blauen und gelben Farben in wohlgegliederter Ordnung des Bildganzen. Besonders schön das Stilleben mit dem blauen Krug.
In den letzten Jahren bahnte sich etwas Neues an; man spürte die Wirkungen Cezannes und der großen Franzosen unmittelbarer. Architektur und Raumerkenntnis traten an Stelle des Abtastens. Die Kinderbildnisse seines Sohnes Claudius, das schöne Porträt seiner Frau, sein letztes Werk „Alexandraweg 1950“ zeigen deutlich an, wie Posch ohne seine inneren Grenzen zu sprengen immer wieder bemüht war, weiter zu suchen. Darmstadt verlor mit Alexander Posch einen hervorragenden Künstler, der vorbildlich war in Sauberkeit und Haltung, sich selbst und den Mitmenschen gegenüber.
Die Ausstellung im Landesmuseum wurde mit einer Gedenkrede von Dr. Rudolf Perard eingeleitet. Sie ist bis zum 25. November geöffnet. E. R.
Chormusik des 16. und 17. Jahrhunderts
DIE SINGGEMEINDE OBERHAUSEN/RHLD. IN DARMSTADT
In der 3. kirchenmusikalischen Feierstunde der Pauluskirche war die Singgemeinde Oberhausen unter Kirchenmusikdirektor Karl Hr. Schweinsberg zu Gast. Man lernte einen Kammerchor von Format kennen, der alle madrigalistischen Eigenschaften besitzt, die das Musiziergut der großen Epochen der Chormusik des *l6. und 17. Jahrhunderts erfordert. Ein herber, heller Sopran und leicht zurückhaltender Alt, beide im Timbre der jungen Stimmen dem Knabengesang ähnlich, vermischt sich mit wohlabgerundeten Tenören und fundierten Bässen. Das Ganze kultiviert sich in einer Klangästhetik, die dynamisch das Piano als oratorischen integer valor annimmt.
Innerhalb dieses Wertmaßes blieben aber die Abstufungen doch zu wenig stark ausgeprägt, um den jeweiligen Kompositionsstil zu präzisieren. Mag das Kyrie von Michael Praetorius noch mit einer gewissen Vertretbarkeit von jeder Klangarchitektonik abstrahiert werden, bei Scheins Motetten ist das stilistisch kaum möglich. Die Chromatik gleichzeitig mit einem Crescendo zu versehen, ist für jene Zeit wohl nicht am Platze. Auch Giovanni Gabrielis doppelchörige Motette „O Domine“ ist durch überfeinerte Disziplin nicht mehr authentisch geblieben. Hugo Distlers bekannter „Totentanz“, ein Meisterwerk moderner, geistlicher Chorkomposition für vierstimmigen Chor und Sprecher, unterschied sich in der Wiedergabe kaum von den Werken der alten Musiker. Die- harten Holzschnittkonturen dieser Sätze ließen das kontrastierende Profil vermissen. Das betrübte bei der sonst ausgezeichneten musikalischen Leistung dieses Chores. Die Sprecherin (Hedwig Kraft) wird von der theatralischen Deklamation abgehen müssen.
Liesel Jäger spielte kleine Orgelwerke, aus dem Frühbarock von Chr. Erbach und aus der Gegenwart von Wolfgang Fortner, schön und mit durchsichtiger Disposition. Die Oberhausener Singgemeinde wird man trotz der gewichtigen Einschränkungen wegen ihrer seltenen Klangkultur nicht so schnell in Darmstadt vergessen. G. I.
Liederabend Nell Tangemann
Der Liederabend der amerikanischen Sängerin Nell Tangemann hätte eine größere Zuhörerschaft verdient, als sie im Amerikahaus zugegen war. Miss Tangemann besitzt einen schönen, biegsamen Mezzosopran von weitem Umfang und warmem Timbre und beherrscht einen großen Bereich der Schattierung im Klangwert und Stärkegrad. Sie singt tonrein, mit leichtem Legato in den kecken Liedern von Chanler, mit lyrischer Kantilene in Berlioz’ und Gustav Mahlers Gesängen, mit bei canto die Barock-Kantate von Bassani, dramatisch akzentuiert „Die Verdammung des Faust“ von Berlioz und trifft auch den modernen Sprechgesang bei Allanbrook ausgezeichnt. Ihr stilistisches Feingefühl für das umfangreiche Programm wird durch ihre Sprachgewandtheit gefördert, die sie in italienisch, französisch, deutsch und englisch gleich anmutig einzusetzen weiß. Zu einer besonderen musikalischen Gabe wurden Mahlers 4 Lieder erhoben.
Der junge amerikanische Pianist Noel Lee fiel schon während der Begleitung durch sein ausdrucksichers und reifes Spiel auf. In einer Sonate (1947) von Paul des Marais (geb. 1921), die zwar von der motorischen Rhythmik Stravinskys lebt, sonst aber recht persönliche Wege geht, zeigte er sich auch als ein Solist von hohen Graden. G. I.
Handharmonika-Konzert
Vielleicht mag mancher skeptisch gegenüber einer chörigen Zusammenfassung von Handharmonikaspielern sein, und gewiß sind diesem Instrument Grenzen gesetzt aber im Rahmen einer volkstümlichen und geselligen Spielmusik lassen sich doch manche Möglichkeiten erfüllen. Der Handharmonika - Spielring, Darmstadt, konnte daher bei seinem 3. Konzert in der Stadthalle auf eine reiche Besucherzahl sehen, die begeistert den Darbietungen folgte. Sepp Feimer, der musikalische Leiter, hatte im 1. Teil Originalmusiken für Akkordeon von Mahr, Haag und Würthner ausgewählt, von denen die „Heitere Suite“ von Würthne'r wohl am besten war. An der Ausführung beteiligten sich selbständig und in Gemeinschaft auch der 1. Handharmonika-Club und die Gesangsabteilung Blau-Weiß aus Worms. Durch den Männerchor, der über schöne Stimmen verfügt, und den guten Akkordeon-Solisten Gerd Wissenbach, wurde das Programm sehr zu seinem Vorteil aufgelockert. Der 2. Teil blieb dann Bearbeitungen und mehr der Unterhaltung vorbehalten. Es wurde im allgemeinen leicht, flüssig und mit Präzision musiziert, so daß Spieler und Hörer ihre helle Freude hatten. r.
STARKENBURG
Wildwest in Kelsterbach
In Kelsterbach kam es zwischen amerikanischen Soldaten und Zivilisten zu Streitigkeiten, in deren Verlauf ein Einwohner schwer mißhandelt wurde und blutüberströmt auf der Straße liegen blieb. Von den gleichen Ruhestörern wurden mehrere Ruhebänke der Mainanlage ins Wasser geworfen. Die Namen der Beteiligten konnten von der Militärpolizei ermittelt werden Kb.
In der Klinik nicht eingetrofsfen
Seit 20. Oktober wird der 45jährige Flüchtling Johann Wagner, wohnhaft in Waldwimmersbach bei Neckarsteinach, vermißt. Er ist bekleidet mit einer dunkelgrünen Hose, graugestreiftem Rock, schwarzen Schnürschuhen und schwarzem Samthut, ist 1,56 m groß und schwerhörig. Am Tage seines Verschwindens sollte er wegen Magengeschwüren in eine Klinik in Heidelberg eingeliefert werden. Nachforschungen bei Verwandten verliefen bis jetzt erfolglos. WL
Sprung ins Krankenhaus
Auf der Straße Wolfskehlen — Leeheim sprang der 10jährige Manfred Gabriel von einem Fuhrwerk herunter und lief direkt in einen aus Richtung Wolfskehlen kommenden Personenwagen. Mit einem Unterschenkelbruch und schweren Prellungen mußte der Junge in ein Krankenhaus eingelifert werden. Kb.
Im Nebel aufgefahren
Ein Langholzgespann aus Unter-Schönmatte mw a g , das wegen einer Panne in der Kurve Ober-Schönmattenwags liegenblieb und trotz einbrechender Dunkelheit und starkem Nebel nur sehr unzureichend gesichert war, wurde dem Ludwigsdorfer Arbeiter K. Knapp zum Verhängnis. Er fuhr in erheblicher Geschwindigkeit auf den Anhänger auf und mußte mit schwerer Gehirnerschütterung, Kopfplatzwunde und etlichen Hautabschürfungen nach Heidelberg in? Krankenhaus gebracht werden. (-r)
Ueberholen mit Hindernissen
Bei dem Versuch, zwei nebeneinander fahrende Radfahrer auf der Straße B a - benhausen-Schaafheimzu überholen, wobei einer der beiden infolge des starken Windes auf der Fahrbahn zu weit nach links geriet, fuhr der Lkw. eines Fuhrunternehmers aus Alzey zwei Straßenbäume an. Der Wagen erlitt beträchtlichen Sachschaden. (NB)
Im Doppelsalto vor den Baum
Ein mit hoher Geschwindigkeit auf der Bundesstraße 26 von Dieburg kommender Personenwagen, versuchte kurz vor der Einfahrt nach Sickenhbfen einen Lastkraftwagen zu überholen, mußte jedoch wegen eines entgegenkommenden Schleppers so stark bremsen, daß er sich zweimal überschlug und gegen einen Baum fuhr. Der Wagen wurde stark beschädigt, die Fahrerin kam mit einigen Hautabschürfungen davon. (NB)
16 Pärchen überrascht
VD-Mädchen flogen aus der Koje
Groß-Razzia im Odenwald / Zwei Gastwirte vorläufig festgenommen Durchschnittlich 15 DM pro Bett
Gemeinsam mit amerikanischer Militärpolizei unternahmen in der Nacht vom Samstag auf Sonntag mehrere Beamte der Kriminalpolizei-Inspektion Darmstadt eine Großrazzia im Odenwald.
Die blitzartige Aktion richtete sich gegen sogenannte „Kuppelei-Lokale“, Gasthäuser, in denen amerikanische Soldaten mit deutschen Mädchen gegen ein entsprechendes Entgelt übernachten können. Im Laufe der ausgedehnten Razzia wurden in einem Gasthaus in Lichtenberg drei und in einer Pension in Nonrod sogar 13 Pärchen überrascht. Die Kriminalbeamten nahmen die Besitzer der beiden Lokale wegen Verdacht der gewerbsmäßigen Kuppelei vorläufig fest. Sie werden im Laufe des heutigen Tages dem Untersuchungsrichter beim Amtsgericht Darmstadt vorgeführt, der über die Frage der Erlassung des Haftbefehls entscheiden wird.
Man stellte bisher fest, daß z. B. der Besitzer des Lokals in Nonrod durchschnittlich pro Bett 15,— DM abnahm.
Die 16 aufgestöberten Mädchen der Soldaten, die zum großen Teil aus der näheren Umgebung von Darmstadt und aus Frankfurt stammen, werden der Hautklinik i n Eberstadt zur Untersuchung zugewiesen. Sie dürfte in einigen Fällen eine zwangsweise Behandlung anordnen. wst
Weihnachtliche Lichter über Dieburgs Straßen
Die ganze Innenstadt wird zum „Weihnachtsmarkt“
Der Erfolg des vorjährigen Dieburger Weihnachtsmarktes im Fechenbachschen Schloß ließ den Heimat- und Verkehrsverein zusammen mit der Geschäftswelt zu dem Entschluß kommen, diese im Jahre 1949 wiederaufgenommene alte Gepflogenheit weiterzufiihren.
Da in der Zwischenzeit die Ausstellungsräume jedoch anderweitig belegt wurden und nicht mehr zur- Verfügung stehen, mußte eine andere Lösung gefunden werden.
In mehrfachen Besprechungen während der vergangenen Wochen war daher die Frage nach der Neugestaltung des Weihnachtsmarktes zu lösen. Der Gedanke, ihn in diesem Jahre in zwei Sälen oder in den Räumen der Knabenschule zu veranstalten, läßt sich aus verschiedenen Gründen nicht durchführen: in der entscheidenden Sitzung am Freitag wurde deshalb beschlossen, die geschäftsstarke Innenstadt zu einem Weihnachtsmarkt auszugestalten.
Den von auswärts kommenden Besucher empfängt in den Hauptstraßen ein Meer von Lichtketten und Girlanden, die quer über den Fahrdamm gezogen werden. Die Geschäftsräume selbst werden entsprechend dekorativ ausgestaltet, und schließlich soll besonderer Schmuck der Hausfronten zum Kauf einladen.
Bei dieser Festlegung wurden die außerhalb der Hauptgeschäftsstraßen liegenden Geschäftsleute nicht übergangen; sie sollen in den Weihnachtsmarkt dadurch einbezogen werden, daß ein Saal zu Ausstellungszwecken gemietet wird, in dem ihnen Gelegenheit zur Werbung gegeben ist. In der Versammlung, die von Lehrer Karst als dem Vorsitzenden des Heimat- und Verkehrsvereins geleitet wurde, und in der Adalbert Adelberger und Kiarl Klein im einzelnen Auskunft und Aufklärung gaben, wurde zu dem zurückhaltenden Standpunkt des Gemeinderates in dieser Angelegenheit kritisch
Stellung genommen; die Dieburger Geschäftswelt ist jedoch voller Zuversicht hinsichtlich des Erfolges des diesjährigen Weihnachtsmarktes auch in der neuen Form, zumal durch weitgehende Vorwerbung und verschiedene Vergünstigungen für den auswärtigen Käufer in weitgehendem Maß dem Leitwort Rechnung getragen werden soll: „In Dieburg bekommt der Kunde alles.“ RG
Unser Geburtstagskinder
82. Geburtstag: Herr Heinrich Hornung, Caritasheim Braunshardt. 80. Geburtstag: Frau Eva Wagner geb. Laber, Groß-Bieberau, Flurbachstraße 29. 71. Geburtstag: Herr Georg Wiemer 1., Groß-Bieberau, Flurbachstraße 7. 71. Geburtstag: Frau Elise Spatz geb. Vierheller, Groß-Bieberau, Ringstraße 11.
Abgeordneten und Parteien zu Dank verpflichtet
Kreistreffen der Kriegsbeschädigten in Groß-Gerau
Das Kreistreffen des Verbandes der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner in Groß-Gerau begann am Morgen des Sonntags mit einer Totenehrung, der auch Bürgermeister Dr. Lüdecke beiwohnte.
Kreisvorsitzender * Spitzner vom VDK legte nach ernsten Worten des Gedenkens an die Toten beider Kriege am Ehrenmal einen Kranz nieder, während die Kapelle der Groß-Gerauer Feuerwehr das Lied vom guten Kameraden spielte.
Der Nachmittag stand im Zeichen der Großkundgebung in der Turnhalle, nachdem vorher Fragen der Organisation, des Bauwesens und der Sozialpolitik in einer Arbeitstagung behandelt worden waren.
Das Hauptreferat hielt an Stelle der verhinderten Frau Dr. Propst der Geschäftsführer des Landesverbandes, Studtrucker. Vor seinen Ausführungen begrüßte Kreisvorsitzender Spitzn« die anwesenden Ehrengäste, unter denen sich Landrat Harth, Bürgermeister Dr. Lüdecke, Regierungsrat Höhne vom Landesarbeitsamt sowie Vertreter der politischen Parteien befanden.
Studtrucker referierte über die Entwicklung der Kriegsopferversorgung und wies auf die Arbeit des VDK hin, der es zu verdanken sei, daß es heute ein Bundesversorgungsgesetz gäbe. Seinen Ausführungen über das neue Gesetz stellte Studtrucker die Danksage der Kriegsopfer gegenüber den Abgeordneten und den Vertretern der politischen Parteien voraus, die sich um das Zustandekommen des Gesetzes verdient gemacht hatten. Neben einer Erhöhung der Grundrente der 40 Prozent Erwerbsbehinderten auf 20 DM, sieht das neue Gesetz eine bedeutende Erhöhung der Pflegezulage vor. Gegenüber einem Mindestsatz von 25 DM und einem Höchstsatz von 100 DM früher, bewegen sich die Beträge der Pflegezulage nach dem neuen Bundesversorgungsgesetz zwischen 100—125 DM.
Der Geschäftsführer des Landesverbandes schloß seine Ausführungen mit der entschiedenen Ablehnung einer Wiederbewaffnung Deutschlands. kr.—
Versorgungsgesetz
mit Verbesserungen
„Das Bundesversorgungsgesetz hat für Witwen, Körperbeschädigte und Eltern merkliche Vorteile gebracht“, erklärte der Vorsitzende des Kreises Dieburg im Verband der Körperbeschädigten und Hinterbliebenen, Coy, in seinem Vortrag im „Weißen Roß“ in Dieburg nach seiner Rückkehr aus Bonn.
Er erläuterte an Hand zahlreicher Beispiele die wichtigsten Paragraphen dieses Gesetzes. Grundrente, Ausgleichsrente, Kinderzulage, soziale Betreuung (Krankenhaus) und Kleiderzulage (Schwerbeschädigte) waren die Hauptpunkte, über deren Anwendung er Aufklärung gab. Es sei allerdings zu bedenken, daß bis zur Auszahlung der neuen Bezüge noch mehrere Monate vergehen könnten, müßten doch die dazu notwendigen Gelder in irgendeiner Form, z. B. durch neue Steuern, zusätzlich aufgebracht werden. Das neue Gesetz weise noch einige Lücken auf (Versorgung der Witwen unter 40 Jahren, Bezüge der Leichtbeschädigten), die der Verband weiterhin bemüht sei, zu schließen. Generell strebe man die Errichtung von Versorgungsämtern an. RG
Silberstreifen am Jägerhimmel
Hubertisfeier der Kreisjägerschaft Dieburg
Die Jägerschaft des Kreises Dieburg hielt am Samstagabend im Saalbau „Ludwigshalle“ ihre diesjährige Hubertusfeier ab. Wenn auch die ungünstige Witterung die Mitglieder des oberen Gersprenztales vom Besuch abhielt, so waren die Waidmänner doch in großer Zahl erschienen, um einen Abend in Geselligkeit zu verbringen.
Kreisjägermeister Dr. Binz hielt nach der Begrüßung durch die Jugendhörnergruppe Dieburg die Eröffnungsansprache, in der er das deutsche Waidwerk als „das Stiefkind der Bundesregierung“ bezeichnete. Schon das Jahr 1949 sei das Jahr der Enttäuschungen gewesen — 1950 aber das Jahr der Verbitterung. Die Ablehnung des neuen Jagdgesetzes, gegen das in der vergangenen Woche Protest erhoben wurde, solle aber nicht davon abhalten, auch einmal im fröhlichen Kreis zusammenzukommen. Die Freigabe von 50 000 Flinten und 25 000 Büchsen, von denen 4183 bzw. 2143 auf Hessen und davon wieder 100 bzw. 60 auf den Kreis Dieburg entfallen, sei immerhin ein Silberstreifen am Jägerhimmel.
Dr. Kindinger, Groß-Bieberau, sprach über den Sinn der Hubertusfeiern, den hohen Idealismus und die Naturliebe, von denen der deutsche Jäger getragen sei. Ihnen gebühre zum großen Teil der Dank, wenn Wald und Wild erhalten geblieben seien. In den Zeiten des geistigen und moralischen Niederganges hätten sich heute im Naturschutzring zusammengeschlossene Organisationen gebildet, die diese edlen Ziele verfolgten.
Nach einer Würdigung des Dichters Hermann Löns und des großen Naturfreundes Friedrich von G ag e r n schloß Dr. Kindinger mit den Worten „Möge sich der Hubertustag 1951 aus dankbarem Herzen fröhlicher gestalten“. Abschließend blies die Hörnergruppe den Jägermarsch, der zum geselligen Teil überleitete. RG
Halali im Kreis Erbach trotz allem
Im festlich mit Jagdtrophäen und Tannengrün geschmückten Saal der idyllischen Waidgaststätte „Vier Stöck“ an der Nibelungenstraße hielt der Verein der Jäger des Kreises Erbach am Samstagabend seine traditionelle Hubertusfeier ab, an der weit über 200 Personen teilnahmen.
Jagdhörnerklang leitete die Feier ein, zu der Kreisjägermeister Dr. Völker, Michelstadt, in Vertretung des erkrankten 1. Vorsitzenden Joh. Geist, Michelstadt, die zahlreichen Gäste begrüßte, unter denen sich Regierungsjägermeister Dörr, Darmstadt, als Vertreter des Landesjagdverbandes, die Grafen Alfred und Eugen zu Erbach-Fürstenau und der amerikanische Resident-Offlcer Mr. Ouverson und Frau befanden. Dr. Völker betonte, daß zwar die gegenwärtige Lage der deutschen Jäger kein Anlaß zu fröhlichen Festen sei, daß aber dessen ungeachtet die Hubertusfeier durchgeführt werde, um das jagdkameradschaftliche Verhältnis der im Kreise Erbach wirkenden Jäger zu fördern und zu stärken.
Regierungsjägermeister Dörr behan¬ delte die jagdlichen Verhältnisse der Gegenwart ausführlich und sprach die Hoffnung aus, durch weitere Verhandlungen dem deutschen Jäger wieder zu seinem Recht verhelfen zu können. Auch die Zuteilung von Jagdwaffen dürfte nach seiner Meinung in Kürze ihre Ge-
nehmigung finden. Dem offiziellen Teil schloß sich ein gemeinsames Wildessen an. Im weiteren Verlauf des Abends vergnügten sich die Nimrode des Odenwaldes mit fröhlicher Unterhaltung, Tanz und dem Ausschießen einer Ehrenscheibe — mit Luftgewehren! Jungjäger Hafner, Stockheim, konnte sie erringen.
Bis in die frühen Morgenstunden weilten die Teilnehmer an der Hubertusfeier auf den „Vier Stock“ — der beste Beweis für ein wohlgelungenes Fest. -ch
Die Julischka hat Temperament im Blut
Bunter Abend der „Sängerlust“ Pfungstadt im „Rheinischen Hof“ Unter dem Motto „Melodie und Rhythmus“ bot der Gesangverein „Sängerlust“, Pfungstadt, am Samstag einen abwechslungsreichen und unterhaltenden Abend im „Rheinischen Hof“.
„Froh und heiter“ war, — und nannte sich der Tanz, mit dem die schon bekannte Mädchengruppe den Abend eröffnete. Das Männerquartett schloß sich mit dem Aeppelweinlied der Aufforderung an. Somit hatte es Herr Frankenberger, der „Spielleiter“ und Ansager des Abends, nicht schwer, auch beim Publikum die nötige Stimmung zu schaffen Auffallend out Willi Geisel mit seinem Akkordeon-Solo. Eine gute Stimme ließ Hans Sattler in seinem Weinlied hören.
Nach der Pause, die Willi Geisel mit seiner Stimungskapelle ausfüllte, kam der schwungvolle Teil. Das Männerquartett unter Leitung von Herrn Zimmermacher sen. zog „In die blühende Welt“ und die Tanzgruppe amüsierte sich und die Anwesenden mit einem Schuhplattler. „Frühling in Wien“ sang Herr Riebel und die Tänzerinnen in duftigen Gewändern ließen diese Behauptung glaubhaft erscheinen. Nach der Dorfmusik, die Herr Opper mit den Damen tanzte, lud man nach Ungarn ein. Hedi Kirsch erzählte von der „Julischka“ und echt wirkende Ungarinnen zeigten mit viel Paprika, wie man dort tanzt. Nicht zu vergessen hierbei (und auch bei anderen Tänzen) die Leistungen der kleinen Roswitha Kanzler, die es bestimmt noch zur Meisterschaft bringen wird.
Zum Abschluß fanden sich alle Mitwirkenden noch einmal mit dem Lied „Zum Abschied reich ich dir die Hände“ auf der Bühne ein. Scg.
Dekanatssingen in Goddelau
Zu einem Dekanatstreffen fanden sich die Kirchenchöre aus Mörfelden, Walldorf, Dornheim, Geinsheim, Goddelau, Biebesheim, Crumstadt und Stockstadt anläßlich des Reformationsfestes in der evangelischen Kirche in Goddelau zusammen. Neben Einzeldarbietungen der verschiedenen Kirchenchöre beeindruckten die von Massenchören gesungenen Kirchenlieder „Wach auf meines Herzens Schöne“ und „Lob getrost mit Singen“. Den Festgottesdienst, den Dekan Fritsch hielt, umrahmten Posaunenchöre aus Mörfelden. Die Festpredigt hielt Pfarrer Preß, Darmstadt. Kr.-
Amerika-Haus Heppenheim
Im Amerikahaus Heppenheim werden in der Woche vom 5. bis 11. November, außer den Lese- und Malstunden für Kinder und dem englischen Unterricht, am Dienstag, dem 7. November, in der Jugendstunde von 17.45 bis 18.45 Uhr Schweizer Farblichtbilder mit Film und anschließend bis 19.45 Uhr der Film „Droben in Nordost“ (Schottland) und die Wochenschau gezeigt.
Ein interessanter Vortrag in englischer Sprache von Resident Officer Mr. Goodnight über: „A Talk on Texas - by a Texan“ findet am Donnerstag, dem 9. November, von 20 bis 22 Uhr statt. erh.
Auch Groß-Geraus Jäger feierten
In der vollbesetzten, mit dem Hubertuskreuz geschmückten Turnhalle in Groß-Gerau, feierte am Samstag die Jägerschaft des Kreises ihr traditionelles Hubertusfest.
Jagdhörner begrüßten nach altem Waidmannsbrauch die Festgäste. Mit herzlichen Worten sprach Kreisvorsitzender Bernhard den Willkommensgruß und eröffnete die in jeder Beziehung als wohlgelungen zu bezeichnende Veranstaltung. Kreisjägermeister Hotz sprach dann über das Thema: „Was können wir zur Hebung unserer Jagd tun?“ In seinen Ausführungen gab er einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Jagd bis in unsere Tage und wies auf die Gefahr hin, die durch den willkürlichen Eingriff des Menschen nicht nur der Natur, sondern auch dem Wildbestand drohe. Insbesondere machte Hotz die Technik für diese besorgniserregende Entwicklung verantwortlich.
Nach diesen ernsten Worten leitete ein frisch gesungenes Jägerlied zum gemütlichen Teil über. Der Beifall wollte nicht enden, als die Spielschar des TV 1846 das satirische Zeitstück „Die Ochsenjagd im Gerer Wald“ zur Aufführung brachte.
Tanz und verschiedene lustige Einlagen beschlossen ein Fest, das noch lange allen Teilnehmern in Erinnerung bleiben wird.
Zwei Monate für Entführer
Wegen Entführung und Übertretung der Kennkartenverordnung hatte sich vor dem Strafrichter des Amtsgerichts Reinheim der 22jährige Pf., der bei einem Landwirt in Habitzheim beschäftigt war und mit der 15jährigen L. B. ein intimes Verhältnis unterhielt, zu verantworten.
Pf. reiste auf Drängen der 15jährigen am 24. September mit dieser von Habitzheim nach der Ostzone zu seinen Eltern. Am 25. September wurden die beiden jedoch schon südlich von Aschaffenburg aufgegriffen. Der Entführer wurde in die Haftanstalt Dieburg, die B. in das Monikaheim Frankfurt verbracht.
Auf Grund der verworrenen Verhältnisse des Mädchens und deren sittlicher und sexueller Verworfenheit erkannte das Gericht auf zwei Monate Gefängnis wegen Entführung und 6 Tagen Haft wegen Übertretung der Kennkartenverordnung an. Da der Angeklagte Pf. voll geständig war, wurden ihm Haftstrafe und drei Wochen der Gefängnisstrafe als durch die Untersuchungshaft verbüßt anerkannt. Le.
Verdienter hessischer Pädagoge
Der aus Offenthai gebürtige Offenbacher Stadtschulrat Wilhelm Seibert starb im Alter von 74 Jahren. Seibert, der zu den bekanntesten und verdientesten Pädagogen des Hessenlandes gehörte, wirkte seit 1906 als Lehrer und Rektor in Offenbach, wo er die Knabenfortbildungsschule zur Berufsschule umbildete. Als Nachfolger von Stadtschulrat Maurer 1937 als Logenbruder und Meister vom Stuhl zwangsweise in den Ruhestand versetzt, konnte er erst 1945 seine Tätigkeit in der Leitung des Offenbacher Schulwesens wieder aufnehmen. -se.
Die evangel. Kirchengemeinde Beerfelden will ab sofort wieder Männerabende einführen. Heute abend, 20 Uhr, wird auf dem ersten Männerabend im Konfirmandensaal das Thema „Die Wiederaufrüstung im Lichte dei; Bibel“ erörtert.
Der Verkehrs- und Verschönerungs¬ verein Erbach veranstaltet am Dienstag, um 20.15 Uhr, im „Hirsch“ einen Werbe- und Aufklärungsabend mit anschließender Hauptversammlung, wobei der Vorstand des Vereins neu gewählt werden soll.
Ein Brand in der Ziegelfabrik Gerns¬ heim konnte am Sonntag gegen 12 Uhr innerhalb einer knappen halben Stunde von der Feuerwehr der Stadt gelöscht werden, so daß kein nennenswerter Schaden entstand.
Meldungen aus den Landkreisen
DARMSTADT-LAND
Pfungstadt. Heute findet eine Gemeinderatssitzung statt, auf deren Tagesordnung folgende Punkte stehen: Verpflichtung von zwei neuen Gemeinderatsmitgliedern, Anträge der SPD-Fraktion über Brennholzversorgung, Gewährung von Winterbeihilfen und die Herstellung der Fußsteige in der unteren Eberstädter Straße. }er
DIEBURG
Dieburg. Das „Dreieck“ veranstaltet am Dienstag um 20 Uhr im Saal des Gasthauses ..Zur Traube“ seinen nächsten Kulturabend. Eine Schülergruppe des Realgymnasiums bringt die lustige Komödie „Peter Sqenz“ von A. Gryphius zur Aufführung. RG
Groß-Bieberau. Der Touristenverein ..Die Naturfreunde“ lädt für Montag um 20 Uhr in die Turnhalle zu einem Lichtbildervortrag über „Finnland, das Land der tausend Seen“ ein. Es spricht der Schriftsteller Wilhelm Braun aus Auerbach. Für die Schulen findet nachmittags um 12.30 Uhr der gleiche Vortrag statt. gd Hergershausen. Am Dienstag findet um 20 Uhr im Rathaussaal eine Versammlung der Ortsgruppe des VdK statt. Ein Vertreter der Bezirksgeschaftsstelle spricht über das neue Bundesversorgungsgesetz. NB
Schaafheim. Der Landes jugend verein aer Gemeinde plant für seine Mitglieder die Gründung einer Reitergruppe, nachdem die Gemeinde ihre Bereitschaft erklärt hatte, das für die Reitbahn erforderliche Gelände zur Verfügung zu stel¬ -I€- . io.
ERBACH
Neustadt. Dieser Tage eröffnete in der Gemeinde eine Apotheke. Dadurch bleibt den Bewohnern der umliegenden Ortschaften der weite Weg nach Höchst erspart. hm
BERGSTRASSE
Bensheim. Der Schlachtviehmittelmarkt findet nach wie vor montags statt. Der Städtische Schlachthof steht für Hausschlachtungen am Montag, Mittwoch und Donnerstag von 8 bis 13 Uhr zur Verfügung. HB
DER SPORT
Die Sensation vom Neckarstadion: Vfß-SV9B 1:1(0:0)
Die Darmstädter wieder auf dem Vormarsch / Prachtvolle Abwehrleistungen der Lilienträger Herwig bringt SV 98 in der 49. Minute durch 25-m-Bombe in Führung / 3 Minuten später Ausgleich durch Schlienz / Reeg als Schmid-Ersatz / Müller ein großartiger Torhüter / Schlienz bezeichnete den Darmstädter Punktgewinn als verdient / Faires Spiel beider Mannschaften
Ho™ dem wundervollen Neckarstadion, kommenden Länderspiels Deutschland—Schweiz, erlebten 8000 Zusdiauer den ersten Punktverlust des Deutschen Meisters in dieser Saison auf eigenem Boden. Wohl schien es, daß die erstklassig kombinierende Stürmerreihe des v “ der ersten Viertelstunde den Neunng überrennen würde, aber Müller im Tor übertraf in dieser Periode sich selbst, und die gesamte Deckung, insbesondere Schmidtmer, Herder und Mühlbach, lief immer mehr zu einer Form auf, die selbst die einseitigsten Lokalpatrioten zur Anerkennung zwang. Gewiß hatten die Lilienträger diesmal auch etwas Glück, aber das ändert nichts an der Tatsache, daß die 98er auf Grund ihrer bisher besten Mannschaftsleistung diesen einen Punktgewinn verdient haben. Wenn der Hessentoto die Darmstädter nicht schon vorzeitig abgesöhrieben hätte, hätte er heute mit dem Neuling eine noch höhere Quote erzielen können.
Vfß Stutgart: Schmid; Retter, Steimle; Schlienz, Otterbach. Barufka; Läpple, Kronenbitter, Wehrle, Baitinger, Blessing. SV 98 Darmstadt: Müller; Mühlbach, Abt; Herder, Schmidtmer. Leichtlein; Reeg, Thalheimer, Bohmann, Barth. Herwig. Schiedsrichter: Horn. München. Zuschauer: 8000.
Als nach der Halbzeit beim Stand von 0:0 der Berichterstatter den 1. Vorsitzenden des SV 98, Dr. Grünewald, vor der Mannschaftskabine begegnete, da strahlte dieser über das ganze Gesicht, und auch in der Kabine war
alles voller Zuversicht. Sie hatten auch allen Grund zur Freude, denn bravouröse Abwehrleistungeri zeigten die Männer um Schmidtmer, der einmal mehr Turm der Schlacht war. Nach einigem Abtasten in den ersten Minuten wirbelte der Stuttgarter Meistersturm mit ungeheurer Vehemenz die Liliendeckung durcheinander, und in dieser Periode war es besonders die kaltblütige Zerstörerarbeit von Schmidtmer, der — von Mühlbach und Herder glänzend assistiert —torreife Situationen entschlossen bereinigte.
Torwart Müller als letiter Retter
Trotzdem konnten auch sie nicht verhindern, daß der durch die Vornahme des Publikumslieblings Schlienz erheblich verstärkte Vfß-Angriff mehrmals durchbrach, und der quicklebendige Mittelstürmer Wehrle aus nächster Entfernung dreimal aufs Tor kanonierte. Doch der Torschrei erstarb den Zuschauern auf den Lippen, denn Müller hatte sich jedesmal tollkühn in die Schußbahn geworfen und in prachtvollen Abwehrparaden die in dieser Periode so naheliegenden Tore des Meisters vereitelt.
SV 98 kommt auf
Es spricht für die Lilien, daß trotz dieser Feldüberlegenheit ihr eigener Sturm oft gefährliche Vorstöße startete. Doch die gegen Eintracht Frankfurt so großartige rechte Flanke Thalheimer-Reeg kommt gegen die eisenharten und keineswegs zimperlichen Barufka-Steimle nicht auf. Auch das stetige Pendeln des auch diesmal sich prächtig einsetzenden Böhmann verfehlt bei den ausgekochten Vfß-Abwehr-Routiniers seine Wirkung. Der leichtfüßige und sonst so gefährliche Reeg hat es gegen den blonden Abwehrhünen Steimle sehr schwer. In der 40. Minute setzt der diesmal in blendender Verfassung spielende Thalheimer in schnellem Spurt einem Ball nach und hebt ihn über den herausgelaufenen Torwart Schmid gegen die Latte.
Herwigs Führungstreffer nach der Pause
Mit neuem Elan und voller Zuversicht beginnen die Lilien die zweite Halbzeit. Immer mehr versteift sich die Abwehr. Schmidtmer, taktisch klug beraten, folgt dem an die Flügel rochierenden Wehrle nicht und verharrt in seiner „Letzenmann-Position“. Dadurch konnte er heikle Situationen entschlossen bereinigen. Prachtvolle Duelle liefern sich Mühlbach—Blessing und Herder—Baitinger. Immer mehr kommt der großartig einschlagende Verteidiger Mühlbach gegen den trickreichen und wieselflinken Linksaußen auf, und auch Herder konnte noch selten so gut gefallen. Die Defensive der Darmstädter birgt zugleich auch den Keim zu blitzartigen Gegenstößen, die in der 49. Minute sogar zum Führungstor führen. Herwig nimmt einen Steilpaß von hinten auf. Seine Vorlage prallt am Verteidiger Retter ab in den freien Raum. Mit einem ungeheuren Antritt erspurtet Herwig vor Retter den Ball und kanoniert aus 25 m Entfernung über den überraschten Torhüter Schmid zum 1:0 für den Neuling ein.
Gcneralansturm des Deutschen Meisters
Dieser Führungstreffer der Darmstädter war das Signal für den Deutschen Meister. Immer wieder kurbeln Barufka und Schlienz ihren Angriff an, und besonders der schwarzhaarige Schlienz begeistert durch herrliche Hakentricks. Er ist es auch, der in der 52. Minute nach einer turbulenten Torraum-Szene aus dem Hinterhalt heraus mit einem unheimlich scharfen Schuß den erstklassigen Müller schlagen und damit das 1:1 erzielen kann.
Thalheimer rauft sich die Haare
Immer mehr drängt der Deutsche Meister. Aber gerade in dieser Periode sind es Bohmann und Thalheifher, die mit letztem Einsatz die großartige Abwehr durch Einzelvorstöße entlasten. Fast hätte ein solcher blitzschneller Gegenvorstoß in der 67. Minute zu einem 2. Tor geführt, als Thalheimer auf Herwigs Flanke über den am Boden liegenden Schmid aufs leere Tor schießt, aber — man höre und staune — der Darmstädter Reeg vor der Torlinie ganz entgeistert den Torschuß abwehrt. Die letzten Minuten sehen verzweifelte Angriffe des Deutschen Meisters, die aber Schmidtmer, Herder und Co. kaltblütig abwehrten.
Beide Mannschaften in der Kritik
SV 98 vollbrachte diesmal eine fast einmalige Mannschaftsleistung. Ein jeder Spieler gab im letzten Einsatz sein Bestes. Wenn man trotzdem Müller, Schmidtmer, Herder, Mühlbach und Thalheimer hervorhebt, dann soll dies keineswegs eine Schmälerung der Leistung der anderen Spieler sein. In dieser Form sind die Lilienträger in Zukunft überall stark zu beachten.
Der Deutsche Meister hatte in den ersten Minuten eine starke Drangperiode, die bei etwas mehr Schußglück zu einem Torvorsprung hätte führen können. In dem weiteren Spielverlauf waren die Kombinationen lange nicht mehr so zwingend. Schmid mußte den Weitschuß von Herwig unbedingt halten. Eine prachtvolle Abwehrleistung vollbrachte der linke Verteidiger Steimle, der Reeg nie zum Zuge kommen ließ. Auch Barufka konnte als Ankurbier sehr gut gefallen, und in der Stürmerreihe war es besonders Schlienz, der seine Nebenspieler immer in Szene zu setzen verstand. Schiedsrichter Horn, München, hatte bei dem fairen Spiel beider Mannschaften ein leichtes Amt.
Stimmen nach dem Spiel
Ueberglücklich leuchteten die Gesichter der Darmstädter Spieler dem Berichterstatter entgegen, als er nach dem triumphalen 1:1- Erfolg ihre Kabine betrat. Die elf „Heinerbuben“ konnten es noch gar nicht fassen, daß sie dem Deutschen Meister auf dessen eigenem Platz ein 1:1 abgetrotzt hatten. Leichtlein war noch ganz mit Blut verschmiert, aber er lächelte. Mitten in seiner Schar saß strahlend der neue Trainer Bohuslaw Snopek, der frühere Sportclub-Kladno-Spieler. Er war von seiner Mannschaft begeistert und äußerte: „Wohl waren wir diesmal technisch noch unterlegen, aber kämpferisch und taktisch erstklassig. Der Schachzug, Herwig nach der Pause als noch unverbrauchteren Stürmer auf Halblinks zu stellen, hatte prompt den Führungstreffer zur Folge. Ich verspreche Ihnen, daß in Zukunft die Mannschaft noch bessere Leistungen zeigen wird“.
Enttäuschte Gesichter gab es in der Kabine des Deutschen Meisters. Der auch figürlich große Trainer Wurzer sagte zum Spielverlauf: „Wir müßten unbedingt in der ersten Drangperiode zwei Tore schießen. Schmidt hatte den Ball vollkommen falsch berechnet. Am besten gefielen mir die Darmstädter Spieler Schmidtmer, Müller, Herder und Thalheimer, dessen raumgreifendes Spiel sehr an den Augsburger Platzer erinnert.“
Auch Robert Schlienz, der erstklassige Techniker und Torschütze seiner Elf, sprach sich lobend über das faire Verhalten der Darmstädter Spieler aus. Er sagte: „In der ersten Viertelstunde mußte das Spiel 3:0 für uns stehen. Es war nicht mehr Schußpech, sondern Schußunvermögen einzelner Stürmer. Darmstadt hat den einen Punkt auf Grund seiner prachtvollen Abwehrleistung verdient.“ -ei-
Der richtige Tip
Rheinland-Pfalz: 1,1, 2,0, 2,2, 1,1, 1,1, 2,1,1,1. Hessen: 0,1, 2,1, 1,2, 2,1, 2,1, 2,0, 1, 2. W.-Baden: 1,0, 2, 2,1,1,1, 2,1, 2, 2,2,1,1. Bayern: 2,0, 1,1, 2,1, 1,1, 1,2, 1,2, 1, 2. West: 2,2, 2,2, 2,1, 2,2, 2,1, 1,1, 1, 1. Nordblock: 1,1,1,1,1,1,1, 2,0,1, 2,1,1, 2.
Erste Liga Süd
VfL Neckarau—München 1860 (Sa.) 4:1 1. FC Nürnberg—Vfß Mannheim 4:1 Vfß Stuttgart—Darmstadt 98 1:1 Eintr. Frankfurt—Vfß Mühlburg 2:2 SV Waldhof—Spvgg Fürth 2:1 FC Singen 04—BC Augsburg 2:1 Kickers Offenbach—FSV Frankfurt 3:4 Bayern München—Schweinfurt 05 0:2 Schwab. Augsburg—SSV Reutlingen 1:2
Der derzeitige Tabellenzweite der schwedischen Reichsliga Raa (Hälsingborg) ist am 18. November bei Werder Bremen und am 22. November bei Tennis-Borussia, Berlin, zu Gast.
| Tabelle | ||||||
| 1 FC Nürnberg | 12 | 7 | 2 | 3 | 28:10 | |
| 16:8 | Spvgg Fürth | 12 | 8 | 0 | 4 | 29114 |
| 16:8 | FSV Frankfurt | 12 | 7 | 2 | 3 | 25:18 |
| 16:8 | FC Schweinfurt 05 | 11 | 7 | 1 | 3 | 21:13 |
| 15:7 | Vfß Mühlburg | 12 | 7 | 1 | 4 | 38:18 |
| 15:9 | Eintr. Frankfurt | 12 | 5 | 5 | 2 | 21:17 |
| 15:9 | Vfß Stuttgart | 12 | 6 | 2 | 4 | 28:17 |
| 14:10 | VfR Mannheim | 12 | 7 | 0 | 5 | 34:23 |
| 14:10 | Schwaben Augsburg | 12 | 5 | 3 | 4 | 21:22 |
| 13:11 | 1860 München | 11 | 5 | 1 | 5 | 22:23 |
| 11:11 | Kickers Offenbach | 12 | 5 | 1 | 6 | 24:23 |
| 11:13 | Bayern München | 11 | 4 | 2 | 5 | 22:21 |
| 10:12 | FC Singen 04 | 11 | 4 | 2 | 5 | 19:35 |
| 10:12 | Darmstadt 98 | 12 | 3 | 3 | 6 | 17:31 |
| 9:15 | SV Waldhof | 12 | 3 | 2 | 7 | 18:24 |
| 8:16 | VfL Neckarau | 12 | 3 | 1 | 8 | 17:32 |
| 7:17 | SSV Reutlingen | 12 | 3 | 1 | 8 | 16:44 |
| 7:17 | BC Augsburg | 12 | 1 | 3 | 8 | 10:25 |
| 5:19 |
SG Arheilgen daheim 0:3 (O:1) geschlagen
Die Stuttgarter Kickers gewannen durch ihre bessere Taktik
Die erste Halbzeit stand fast vollkommen im Zeichen der Platzbesitzer, aber im Arheilger Sturm war niemand, der kurz entschlossen und herzhaft semeßen konnte. Die einzelnen Durchbrüche dei Gäste waren immer gefährlich, emma weil Becker ungenau deckte und so Schuhmacher freie Bahn ließ, andernmal, weil eben die Stuttgarter besser schossen. Die Verteidigung wa hart, schlagsicher und fackelte nicht lange mit dem Äbspiel. So sah. man ein Drangen der SGA, ohne daß man dabei das Gefühl der absoluten Gefährlichkeit hatte. Kaut als Mittelstürmer stand auf falschem Posten und fügte sich nicht in die Sturmreihe ein. Becker, der wiederholt den Ball absichtlich mit der Hand spielte, war erstaunt, als er nach seinem Vergehen feststellte, daß er im Strafraum war. In der 40. Minute konnte Seibel diesen 11-Meter zwar noch erreichen, aber über seine Hände hinweg rollte der Ball ins Tor. Damit hatten die Platzbesitzer ihren Knacks weg. Bis dahin hatten die Stuttgarter wenig Meisterliches gezeigt und die Reisegesellschaft bangte um ihren Sieg. ,
Nach Halbzeit wandelte sich das Blatt. Die Kickers griffen immer mehr Seibels Gehäuse an, ohne eine stärkere Überlegenheit herauszuarbeiten. Man merkte jetzt an ihrem Spiel die alte Oberligaschule Schnell wurde abgespielt und in Stellung gelaufen und die Einheimischen mußten ein gehöriges Laufpensum heruntermachen. Kaum hat Traser einen Strafstoß von Wendler danebengekopft, als beim Gegenangriff der Ball hoch von links zu dem freistehenden Schuhmacher kam Seinen Schuß aus kurzer Entfernung klatscht Seibel ab, gegen den Nachschuß war er machtlos. Damit hatten die Stuttgarter ihren Vorsprung ausgebaut und lagen auf der Siegesstraße. Marko streikt und räsoniert und kommt gerade noch am Platzverweis vorbei. Das Flachspiel weicht der Hochkickerei und Stuttgart braucht um seinen Endsieg nicht mehr zu bangen. Kronenbitter holt sich in der 87. Minute aus einem Gedränge an der Außenlinie (!) den Ball, läßt alles stehen und knallt mit solcher Wucht aufs Tor, daß Seibel den Ball noch berühren, aber nicht halten kann. Damit ist das Spiel endgültig für Stuttgart entschieden.
Arheilgen spielte in der ersten Halbzeit einen guten Fußball, der alle Möglichkeiten offen ließ. Doch als die Kickers ihre Register zogen, deckten sie die Schwächen ihres Gegners auf. Sie liegen vor allem in der mangelhaften Geschlossenheit und Einsatzfreudigkeit mancher Spieler, die lieber mit ihren Kameraden und unberechtigterweise auch mit dem Schiedsrichter räsonierten, statt den Ball zu spielen und zu kämpfen. Hewe.
Wiesbaden landete höchsten Sieg
Schi. In der zweiten Liga Süd wurde am ersten Novembersonntag die Phalanx der Bayernvereine von den Stuttgarter Kickers gesprengt. Während sich die Stuttgarter Kikkers auch am Arheilger Mühlchen kein X für ein U vormachen ließen und die brave Arheilger Elf mit 3:0 klar niederhielten, leistete sich der seitherige Tabellenführer Bayern Hof den schlechten Scherz, bei dem unterschätzten ASV Durlach mit 3:1 zu verlieren. Diese Niederlage des Favoriten und der gleichzeitige 8:2-Heimsieg des SV Wiesbaden über das „Rote Licht“ Tübingen bedeuten ein kleines Pflästerchen auf die 4:1-Wunde der Kurstädter, die ihnen am Vorsamstag in Durlach geschlagen wurde. In Stuttgart freute man sich auch über den Seitensprung von Jahn Regensburg, das zu Hause gegen die wiedererstarkte Aschaffenburger Viktoria nur zu einem 1:1 kam. Die „Bobbele“ aus Freiburg sorgten für eine Ueberraschung, denn sie spielten bei Union Bückingen viel besser, als ihr Ruf besagt und siegten 2:0. Die anderen Spiele endeten erwartungsgemäß. So bezwang der 1. FC Bamberg die gutspielende Elf von Wacker München 2:1. Der VfL Konstanz setzte seine wenig stolze Tradition fort, zu Hause zu verlieren — diesesmal entführte der ASV Cham mit einem 3:0 die Punkte vom Bodensee in die bayerische Heimat. Gut herausgemacht hat sich Hessen Kassel, das die Ulmer Hürde mit einem unerwartet deutlichen 4:1 glatt übersprang. In der „Zweiten“ sieht es ganz danach aus, als sollte es genau so spannend wie in der ,Ersten“ werden, denn nur fünf Punkte trennen den Ersten vom Siebten.
Zweite Liga Süd
ASV Durlach—Bayern Hof 3:1 1. FC Bamberg—Wacker München 2:1 VfL Konstanz—ASV Cham 0:3 SV Wiesbaden—SV Tübingen 8:2 Jahn Regensburg—Vikt. Aschaffenburg 1:1 TSV Straubing—l. FC Pforzheim 2:0 Union Böckingen—FC Freiburg 0:2 SG Arheilgen—Stuttgarter Kickers 0:3 Ulm 46—Hessen Kassel 1:4
Mit drei Fußballmannschaften tritt Jugoslawien am Jahresende in Deutschland auf. Roter Stern Belgrad spielt am 31. Dezember gegen Werder Bremen und am 1. Januar 1951 gegen St. Pauli. Hajduk Split ist am 26. Dezember bei der TuS Neuendorf und am 1. Januar 1951 bei den Emscher Husaren. Der Belgrader SK spielt am 25. Dezember beim BC Augsburg und am 26. Dezember bei 1860 München.
| Tabelle | ||||||
| Kickers Stuttgart | 12 | 9 | 2 | 1 | 33:16 | 20:4 |
| Bayern Hof | 12 | 8 | 2 | 2 | 23:10 | 18:6 |
| ASV Cham | 12 | 7 | 4 | 1 | 25:12 | 18:6 |
| Jahn Regensburg | 12 | 8 | 2 | 2 | 29:14 | 18:6 |
| Hessen Kassel | 12 | 6 | 4 | 2 | 36:21 | 16:8 |
| 1. FC Bamberg | 12 | 6 | 4 | 2 | 19:12 | 16:8 |
| Vikt. Aschaffenburg 12 | 6 | 3 | 3 | 32:19 | 15:9 | |
| Wacker München | 12 | 6 | 1 | 5 | 28:21 | 13:11 |
| 1. FC Pforzheim | 12 | 5 | 3 | 4 | 28:23 | 13:11 |
| ASV Durlach | 12 | 4 | 2 | 6 | 24:26 | 10:14 |
| TSV Straubing | 12 | 4 | 2 | 6 | 26:28 | 10:14 |
| Union Böckingen | 12 | 4 | 2 | 6 | 18:22 | 10:14 |
| Ulm 46 | 12 | 4 | 2 | 6 | 14:25 | 10:14 |
| VfL Konstanz | 12 | 4 | 1 | 7 | 13:25 | 9:15 |
| FC Freiburg | 12 | 3 | 2 | 7 | 17:38 | 8:16 |
| SV Wiesbaden | 12 | 3 | 1 | 8 | 25:24 | 7:17 |
| SG Arheilgen | 12 | 2 | 1 | 9 | 13:37 | 5:19 |
| SV Tübingen | 12 | 0 | 0 | 12 | 10:49 | 0:24 |
Tag der Neulinge im Süden
Der 1. FC Nürnberg löst die Fürther Kleeblätter ab.
Schi. Vor den beiden großen Repräsentationsspielen gegen den Westen und Südwesten gab es in der ersten Liga Süd noch einmal einen Großkampftag erster Ordnung. Es hagelte wieder Ueberraschungen, die dieses Mal jedoch in erster Linie darauf zurückzuführen waren, daß die schlechten Bodenverhältnisse insbesondere die ein flaches Kombinationsspiel pflegenden Teams stark benachteiligten. „Kick and rush“, diese Spielweise triumphierte auf den Schlammfeldern der süddeutschen Sportplätze. Die Spvgg Fürth vermochte die Tabellenführung nicht zu halten, denn Waldhofs Leichtgewichte fanden sich mit den Platzverhältnissen besser ab und bezwangen die „Kleeblätter“ in einem flotten Spiel 2:1. Diese Niederlage und der imponierende 4:1-Erfolg des Nürnberger „Clubs“ über den VfR Mannheim bewirkte einen Wechsel in der Tabellenführung, die nunmehr der siebenfache deutsche Meister aus Nürnberg auf Grund seines besseren Torverhältnisses übernahm.
Allerdings müssen sich die beiden bayerischen Klubs die Tabellenführung mit dem FSV Frankfurt teilen, der das Kunststück fertigbrachte, auf dem gefürchteten Bieberer Berg in Offenbach in einem torreichen 4:3 die Offenbacher Kickers aus dem Sattel zu heben und das Punktepaar nach Bornheim zu entführen. Zwölftausend Besucher erlebten einen dramatischen Kampf, der bis zum Abpfiff fesselnd verlief. Beim Stande von 3:4 stürmten die Offenbacher mit allen Männern, aber der FSV Überstand mit Glück und Geschick diese Drangperiode der „Kickers“, die sich bei ihrem Torwart dafür bedanken konnten, daß es nicht gar 3:5 ausging, da dieser einen Elfmeter hielt.
Die Frankfurter „Eintracht“ hatte weniger Glück. Nicht genug damit, daß es gegen den Vfß Mühlburg nur zu einem 2:2 reichte, wurde Kudras in der ersten Halbzeit vom Platz gestellt. Die Karlsruher spielten technisch und taktisch großartig und hatten in Buhtz und Gärtner ihre Besten, während die „Eintracht“ zusammenhanglos wirkte. Der Ausgleich der Platzherren resultierte aus einem von Schieth verwandelten Elfmeter.
Der VfL Neckarau bewies erneut, daß an der Altriper Fähre die Punkte hoch hängen; vor dreitausend Zuschauern siegte der „Neuling“ gegen 1860 München 4:1 (2:1). Die zwei Mannschaften aus der französischen Zone sorgten traditionsgemäß für eine Hebung der Totoquoten. Der FC Singen 04 schlug in einem kampfbetonten Spiel den BC Augsburg 2:1 (1:0), und der SSV Reutlingen zeigte in der Fuggerstadt, was in ihm steckt, und bezwang die „Schwaben“ mit dem gleichen Ergebnis. Schweinfurt 05, für viele Experten der Geheimtip der Meisterschaft, untermauerte seinen Führungsanspruch mit einem feinen 2:0-Sieg bei den Münchener „Bayern“. Die Grün-Weißen sind, nach Verlustpunkten gerechnet, jetzt am günstigten placiert.
Fortuna fällt weiter zurück
F.S. Düsseldorf. In der ersten Liga West ging es im großen und ganzen normal zu, durchweg siegten die Favoriten, so daß das führende Zweigespann Schalke und 1. FC Köln nach wie vor die Tabelle anführt. Nur Erkenschwick fiel durch seine 2:1-Niederlage bei Preußen Münster vom dritten auf den fünften Tabellenplatz zurück. Das interessanteste Spiel sahen die Düsseldorfer. 16 000 feuerten ihre „Fortuna“ im Spiel gegen den 1. FC Köln stürmisch an, aber „Fortuna“ ließ dieses Mal die erstmals wieder mit dem Altinternationalen Janes spielende „Fortuna“ völlig im Stich. Die Platzherren enttäuschten insbesondere in den grsten 45 Minuten, in der 40. Minute erzielte der Kölner Halblinke Schäfer das „Goldene Tor“. Nach einer tüchtigen „Kopfwäsche“ in der Pause kam eine umgestellte Düsseldorfer Elf auf den Platz, die überraschend gut zusammenspielte, aber trotz drückender Ueberlegenheit nicht zum Ausgleich und womöglich gar zum Siegestreffer kam. Schalke 04 wäre ums Haar in Oberhausen gestrauchelt, es reichte mit Ach und Krach zu einem knappen l:0-Sieg, so daß jetzt das am 19. November stattfindende Zusammentreffen Schalke — Köln zu einem Großkampftag erster Ordnung wird. Borussia Dortmund hat das Rennen noch nicht aufgegeben; der vierfache westdeutsche Meister empfahl sich mit einem 2:1 beim Rheydter SV. Etwas unerwartet unterlag der Duisburger SV zu Hause gegen Katernberg 1:3, während die Essener Rot-Weißen mit Borussia M.-Gladbach wenig Federlesens machten und die Schwarz-Weißen mit 6:1 gehörig zerzausten. Alemannia Aachen mußte am Tivoli hart kämpfen, um den STV Horst Emscher recht glücklich 1:0 zu schlagen. Preußen Dellbrück hielt seinen Mittelplatz mit einem verdienten 3:2 gegen Hamborn 07.
Auch im Norden aufregend
—ng. Hamburg. In der ersten Liga Nord hat der FC St. Pauli die große Chance, die Tabellenführung zu übernehmen, versäumt, denn die Spitzenreiter VfL Osnabrück und Göttingen 05 büßten unerwartet kostbare Punkte ein. So ließ sich der Tabellenführer, VfL Osnabrück, engegen allen Prophezeiungen in Altona 3:1 schlagen, und Göttingen 05, das zum dritten Male hintereinander zu Hause spielen durfte, kam gegen Eintracht Osnabrück nur zu einem mageren 1:1, so daß Osnabrück die einzige norddeutsche Mannschaft ohne Sieg bleibt, während diejenigen Experlen recht behielten, die in Göttingen nach wie vor einen krassen „Außenseiter“ sehen. Holstein Kiel, das zu Hause noch keinen Punkt verlor, machte auch dem FC St. Pauli einen dicken Strich durch die Rechnung. Vor 14 000 Zuschauern siegten die blau-weiß-roten „Störche“ verdientermaßen 3:2 (1:0). Leider benahmen sich die Spieler nicht so, wie sich das gehört. Hempel (St. Pauli) und Wagner (Kiel) mußten vom Platz gestellt werden — beide Spieler hatten so nebenbei ein kleines Boxmatsch ausgetragen, das zunächst zum Platzverweis von Hempel führte — Wagner folgte wenig später nach. St. Pauli war technisch besser, aber im Sturm zu drucklos. Mannschaftlich spielte Kiel die bessere Rolle. Der HSV setzte sich beim „Schlußlicht“ Itzehoe nach müdem Spiel 4:1 durch. Eimsbüttel, vorläufig noch „As Nr. 1“ der Hamburger Klubs, bezwang Bremerhaven 2:1 und bleibt dadurch in der Spitzengruppe. Concordia Hamburg schlug Hannover 96 1:0, während der Vfß Oldenburg erwartungsgemäß über den Bremer SV 3:1 siegreich blieb. Zwei gleichwertige Mannschaften waren Arminia Hannover und die Braunschweiger Eintracht; die Platzherren kamen zu einem etwas glücklichen 3:2- Erfolg.
Nur noch 1. FOK und Wormatia
f.kr. Die heutige Gesamtlage der Oberliga Südwest hat sich aus zwei Spieltagen entwickelt. Bereits am Mittwoch gewann der 1. FC Kaiserslautern in Bad Kreuznach gegen die dortige Eintracht mit 4:2, und in einem zweiten Treffen am gleichen Tag wurde TuS Neuendorf in Trier von der Eintracht mit 2:1 abgefertigt. Diese Schlappe hat Neuendorf schon acht Verlustpunkte eingebracht, die kaum aufgeholt werden können. Am Sonntag hat es nun auch den FK Pirmasens erwischt. Der mit Lipponer als Mittelläufer (und dadurch wesentlich verstärkt!) spielende Phönix Ludwigshafen schlug die Westpfälzer mit 2:1, so daß das Minus-Punktekonto von Pirmasens sich auch bereits auf sechs erhöht hat. Gegenüber dem mit 3:0 über die Spvgg Andernach siegreichen 1. FC Kaiserslautern (ein Verlustpunkt) und Wormatia Worms (drei Verlustpunkte), die selbst den VfR Kaiserslautern mit 4:2 abfertigte, liegen die beiden Verfolger stark abgeschlagen. In Mainz kommt „05“ auf keinen grünen Zweig. Am Sonntag verlor die Mainzer Elf auf eigenem Platz gegen den kampfkräftigen ASV Landau mit 1:3, obwohl beim Stande von 1:2 der Mainzer Sieg eher möglich war als der Erfolg der Gäste. Auch die beiden Neulinge Tura Ludwigshafen und Eintracht Kreuznach verloren ihre Spiele. Die Tura in Trier mit 1:4 und Eintracht Kreuznach beim VfR Engers mit 1:3. So hat sich am Tabellenende nichts geändert.
TuS Neuendorf empfing im Saarland-Pokal den Vfß Neunkirchen und gewann nach spielerisch besseren Leistungen mit 4:2 (2:1) über den ohne Welsch und den Mittelläufer Kohrs spielenden Saarverein.
Fritz Walter verletzt?
Im Treffen 1. FC Kaiserslautern —Andernach verließ beim Stande von 3:0 Fritz .Walter des Spielfeld. Walter war bereits mit bandagiertem Knie angetreten, Es handelte sich dabei um eine Schwellung des Knies. Wie wir erfahren, erfolgte sein Ausscheiden nicht wegen einer neuen Verletzung, sondern nur aus dem Grund, sich für die kommenden Repräsentativspiele zu schonen.
Brasilianer können auch anders 4:0 gegen den HSV
Hamburg, (sid) Nach ihrem knappen 4:3- Erfolg bei München 1860 erteilten die Fußballkünstler von Belo Horizonte amSamstagnachmittag dem HSV vor 18 000 Zuschauern eine 4:0- (3:0-) Lektion, die das objektive Hamburger Publikum ungeachtet der Niederlage ihres HSV begeistert mitgehen ließ. Im Gegensatz zu München spielten die Brasilianer trotz der kalten Witterung und des regenfeuchten Bodens diesmal ihr ganzes Können aus. Ihr ungeheures Tempo, ihre vollendete Balltechnik, die den Grundstein für traumhaft sichere Kombinationen legte, das zentimetergenaue Passen in den freien Raum und dazu die Schußfreudigkeit aller Stürmer veranlaßten die Hamburger Fachleute zu der einstimmigen Kritik, daß Belo Horizonte von allen ausländischen Mannschaften, die nach dem Krieg an der Wasserkante gastierten, das weitaus beste Team gewesen sei.
Athletico Mineiro geschlagen
Bremen. (AP.) Werder Bremen schlug am Sonntag vor 35 000 Zuschauern im ausverkauften Bremer Weserstadion die Elf des mehrmaligen brasilianischen Fußballmeisters Athletico Mineiro Bello Horizonte glatt mit 3:1 (1:0) Toren.
Oesterreich gewann 5:1
Vor 50 000 Zuschauern schlug die österreichische Fußballnationalelf Dänemark in Wien 5:1 (4:1). Schon in den ersten fünf Minuten brachte Oesterreichs rechter Flügelmann Melchior die Gastgeber in Führung. In der 15. Spielminute glich Jensen aus 15 Meter Entfernung aus. Oesterreich^ Mittelstürmer Wagner erhöhte in der 18. Minute auf 2:1 und in der 20. Minute auf 3:1. Zwei Minuten vor der Pause schoß er das vierte Tor für die Gastgeber. Der dänische Torhüter Elting erlitt in der ersten Spielhälfte eine leichte Knieverletzung und mußte gegen den Ersatzspieler Jürgensen ausgetauscht werden. In der zweiten Halbzeit hatten die Gäste ihre Verteidigung umbesetzt und verhinderten damit eine höhere Niederlage. *
Das am Sonntag in Belgrad ausgetragene Fußball-Länderspiel zwischen Jugoslawien und Norwegen endete mit einem klaren 4:0- (3:0-)Sieg der Jugoslawen. Nur in der zweiten Halbzeit kamen die Norweger besser auf, konnten aber die starke Verteidigung der Gastgeber nicht überwinden.
Schweden überraschend schnell Gegen deutsche Handball-Studenten 10:6
Upsala, (sid) Das offizielle Hallenhandball-Länderspiel der Studentenmannschaften von Schweden und Deutschland endete in Upsala vor 1500 Zuschauern mit einem 10:6- (5:3-) Erfolg der Nordländer. Die deutsche Vertretung bot eine unerwartet große* kämpferische Leistung, sie gefiel vor allem in der Abwehr, wo Torwart Stoffel (Bayer Leverkusen) einen vorzüglichen Tag hatte. Üeberrascht wurden die Deutschen durch das überaus schnelle Spiel der Gastgeber, die damit eine ganz neue Situation schufen.
Die Bezirksklasse am Sonntag
Gruppe 1: Schützenfest in Lorsch / Eberstadts 1. Sieg / Was ist mit Bobstadt? / Gruppe 2: Uberach rückt zur Spitze
Wixhausen schlägt Ober-Roden
Roßdorf—Ober-Ramstadt 1:5 (1:1) Eberstadt—Heppenheim 2:1 (0:1) abgebr. Bürstadt—Bensheim 3:0 (3:0) Biblis—Bobstadt 5:1 (3:0) 4 Lorsch—Groß-Rohrheim 9:0 (4:0) Vikt. Urberach—Pfungstadt 4:0 (4:0) Langen—Hofheim 1:2 (0:1) Groß-Gerau spielfrei.
Roßdorf—Oberranistadt 1:5 (1:1)
Das Lokalderby der beiden alten Rivalen nahm seinen erwarteten Verlauf. Schnelle und gefährliche Durchbrüche auf beiden Seiten zu Beginn des Spieles führten in der 4. Minute zum ersten und einzigsten Tor für den Platzbesitzer. In der 8. Minute kam bereits der Ausgleich. Roßdorf, das zeitweise seinem Gegner spielerisch überlegen war. konnte das Ergebnis bis zur Pause nicht verbessern und wurde in der zweiten Halbzeit in die eigene Spielhälfte zurückgedrängt. Durch mehrere grobe Fehler der Hintermannschaft mußte es noch vier weitere Tore hinnehmen. Die Torschützen für Roßdorf: Mittelstürmer Babel, für Oberramstadt: Schuchmann (1), Ackermann (2) und Reinig (2). -sl-
Eberstadt—Heppenheim 2:1 (0:1) abgebr.
In Eberstadt sahen die Zuschauer ein schnelles Spiel, das die neu formierte Elf der Einheimischen überlegen du^chführte. Trotzdem ging Heppenheim durch Kopfball in Führung. Mit diesem Resultat ging es die Pause. Nach Wiederbeginn wurde das Spiel von den Eberstädter Außenläufern Brand und Dieter angekurbelt, so daß das fällige Ausgleichstor nicht ausbleiben konnte. Einen durch den rechten Verteid'ger Heppenheims verursachten Foulelfmeter verwandelte Brand zum 2:1 für Eberstadt. Die Heppenheimer Zuschauer erlaubten sich Zurufe und nahmen eine drohende Haltung ein. Als der Spieler Groh von Heppenheim zehn Minuten vor Spielschluß wegen Tätlichkeiten gegen den Schiedsrichter des Feldes verwiesen wurde, drangen sie auf das Spielfeld und schlugen auf den Schiedsrichter ein, der gerade noch Zeit fand, das Spiel abzupfeifen.
Bürstadt—Bensheim 3:0 (3:0)
Das Spiel in Bürstadt stand im pichen zweier verschiedener Halbzeiten. Bürstadt erspielte sich gleich zu Beginn eine klare Ueberlegenheit. Bereits in der 1. Minute schloß Schmidt einen Alleingang mit dem ersten Treffer ab. Mitte der ersten Halbzeit erzielte Kilian Nummer 2 im Anschluß an einen indirekten Strafstoß, den Schmidt geschickt in den freien Raum gegeben hatte. Kurz vor dem Wechsel stellte dann wiederum Schmidt, von Schrenzer gut bedient, den Endstand her. Nach der Pause wurde Schmidt verletzt, und da auch Kleber nur als Statist mitwirkte, gelang es den eifrigen Gästen, das Spiel offen zu gestalten. Die jungen Bensheimer Stürmer wußten gut zu gefallen, scheiterten jedoch an der stabilen Deckung der Einheimischen. Ka.
Biblis—Bobstadt 5:1 (3:0)
Überraschenderweise konnte Biblis im Ried-Derby den alten Rivalen Bobstadt klar distanzieren. Allerdings trat Bobstadt ersatzgeschwächt an und mußte unter anderem auch auf seinen Torjäger Cornelius verzichten. So fanden sich die Gäste überhaupt nicht zurecht und lieferten ihr bisher schlechtestes Spiel in dieser Saison. Heimberger, Müller und wieder Heimberger schossen die drei Tore der ersten Halbzeit. Nach dem Wechsel war Biblis klar überlegen und Müller und Heimberger waren noch je einmal erfolgreich. Das vermeidbare Ehrentor Bobstadts erzielte Kiefer. Ka.
Olympia Lorsch—Groß-Rohrheim 9:0 (4:0)
Der Tabellenletzte Groß-Rohrheim hatte in Lorsch erwartungsgemäß nicht viel zu bestel- und die Männer um den- Altinternationalen Gärtner machten das überaus faire Treffen zu einer einseitigen Angelegenheit. In der 11. Minute eröffnete Brunnengräber auf eine Flanke von Gärtner den Torreigen. Bis zur Halbzeit hatten Gärtner, Herd und Koch auf 4:0 erhöht. Nach dem Wechsel wurde die Überlegenheit der Lorscher immer drückender, so daß noch weitere fünf Tore durch Gärtner (2), Leibold, Saffoth und Herd fielen. Die Gäste wehrten sich tapfer, die wenigen Angriffe ihres Sturmes konnten jedoch keine Entlastung für die stark beschäftigte Hintermannschaft bringen. Hu
Viktoria Urberach—Pfungstadt 4:0 (4:0)
In der 6. Spielminute eröffnete Rechtsaußen Jäger den Torreigen. Schwartzkopf nutzte kurze Zeit später eine schöne Vorlage zum 2:0, und bereits bis zur 15. Minute hatte Eder durch einen flachen Weitschuß das 3:0 hergestellt. Rink traf unhaltbar kurz vor Seitenwechsel ins Torkreuz. Nur wenige Gegenangriffe sorgten für eine vorübergehende Atempause bei den Gästen. Etwas anders sah es in der zweiten Hälfte aus. Jetzt hatte auch Pfungstadt etwas mehr vom Spiel. Die überragenden Kräfte bei den Platzherren waren Rink, Jost und der Nachwuchs-Tormann. Ernstlich verletzt mußte Torhüter Steinmetz, Pfungstadt, 25 Minuten vor Spielschluß das Feld verlassen. -gi-
VfR Langen—Hofheim 1:2 (0:1)
Hofheim überzeugte in Langen und brachte dem VfR durch sein entschlossenes Spiel die erste Heimniederlage bei. Der Kampf, der temperementvoll, aber in fairem Rahmen durchgeführt wurde, sah in der ersten Halbzeit ein verteiltes Spiel. Hofheim ging nach 30 Minuten durch seinen Rechtsaußen Bär in Führung. Nach der Pause war Langen überlegen, und in der 53. Minute schoß Szegfü auf Vorlage von Leier den Ausgleich. Die gelegentlichen Hofheimer Durchbrüche verhalfen wiederum dem Rechtsaußen Bär nach 65 Minuten Spielzeit das 2:1 zu erzielen. Der Sieg der Gäste war schmeichelhaft.
Walldorf—Mörfelden 2:0 (1:0)
Das mit Spannung erwartete Lokaltreffen der beiden Nachbar-Vereine endete mit einem klaren Erfolg des Gastgebers. Wohl war Mörfeldens Sturm in guter Verfassung, vermochte aber nicht die schlagsichere Walldorfer Hintermannschaft mit ihrem ausgezeichneten Schlußmann zu überwinden. Die Fünferreihe des Platzvereins zeigte sich auch diesmal wieder ziemlich schußfreudig und konnte nach einer halben Stunde das erste Tor und kurz vor Ende des Spieles das zweite erzielen. Torschützen waren Becker und Müller. -Ir-
TSG Wixhausen—Ober-Roden 2:1 (0:0)
Einen verdienten 2:1-Sieg errangen die Wixhäuser gegen Ober-Roden. Die erste Halbzeit stand fast ganz im Zeichen der Einheimischen, auch nach der Pause war eine leichte Feldüberlegenheit von Wixhausen nicht zu verkennen. In dieser Periode fiel das erste Tor durch Knöß. Etwa 10 Minuten später konnte Benz auf 2:0 erhöhen. Mit ungeheurem Elan stürmten nun die Gäste gegen das Tor der Einheimischen. Bel einem Gedränge vor dem Tor der Platzherren fiel ein Eigentor: 2:1. K. S.
Dieburg—Egelsbach 7:3 (4:1)
Dieburg zeigte das weitaus bessere Spiel. Die durch Anthes in der 10. Minute erzielte Führung wurde durch Josef Beck ausgeglichen. Dann fielen für Dieburg die weiteren Tore durch Stumpf und Schmitt. Nach dem Wechsel erhöhten Hornung, Klein und Stumpf für die Gastgeber auf 7:1. Nach einem Durchbruch kam Egelsbach bei diesem Stand zum zweiten Treffer. Einige Minuten vor Schluß ließ der sonst einwandfreie Tormann der Gastgeber einen haltbaren Fernschuß zum 7:3 passieren. RG
Bischofsheim—Eppertshausen 4:1 (1:1)
Der Tabellenführer mußte sich ziemlich anstrengen, um gegen die eifrige Elf aus Eppertshausen zu gewinnen. Der Gegner war in seiner Hintermannschaft sehr schlagkräftig und besaß außerdem in seinem Torhüter einen sicheren und gewandten Schlußmann. Nach dem Wechsel machte sich aber die größere Erfahrung der Bischofsheimer bemerkbar, die kurz hintereinander zwei Tore und gegen Ende des Spieles einen weiteren Treffer erzielen konnten. Torschützen für Bischofsheim: Haub (2), Becker und Dorr (je 1), -lr-
Erbach—KSV Urberach 1:3 (1:1)
Mittelstürmer Krauß setzte in der 20. Minute einen Fernschuß aufs Erbacher Tor, der dem Torsteher Wißler aus der Hand rutschte und zum 1:0 für die Gäste ins Netz rollte. Als der linke Gäste-Verteidiger in der 38. Minute einen Ball fehlerhaft abgeschlagen hatte, fiel der Ausgleich durch Mittelstürmer Riefling. In der 2. Hälfte erzielten die Gäste nach einer Drangperiode die 2:1-Führung. Als Gotter (Erbach) vom Platz gestellt wurde, nahm das Treffen an Härte zu. In der 80. Minute war es abermals Krauß, der zum 3:1 für die Gäste einschoß, -pp-
Michelstadt—Trebur 2:0 (2:0)
Vom Anpfiff weg hielten die Einheimischen, die erstmals wieder auf Abert im Sturm zurückgreifen konnten, das Heft in der Hand. Durch die Zurücknahme von Erl in die Läuferreihe, in der vor allem auch Klein gefiel, erhielt der Sturm laufend brauchbare Vorlagen. Die Gäste hatten ihre Stärke in der Vertei-Minuten später köpfte Schellbacher einen präzis herren aus einem Selbsttor des Verteidigers Jäger in der 17. Minute resultierte. Bereits zwei Minuten später köpfte Schelbacher einen präzis geschossenen Eckball von Flechsenhaar zum 2:0 ein. Nach Wiederanpfiff begann der VfL mit einer Drangperiode, jedoch befreite sich Trebur und ging selbst zur Offensive über, ohne den verdienten Ehrentreffer erzielen zu können. -pp.
| Lorsch | ||||||
| 8 | 8 | 0 | 0 | 36:5 | 16:0 | Bürstadt |
| 9 | 6 | 1 | 2 | 21:10 | 13:5 | Ober-Ramstadt • |
| 9 | 6 | 0 | 3 | 28:19 | 12:6 | Vikt. Urberach |
| 8 | 5 | 1 | 2 | 20:11 | 11:5 | Bobstadt |
| 10 | 5 | 1 | 4 | 29:18 | 11:9 | Hofhe im |
| 9 | 4 | 1 | 4 | 11:10 | 9:9 | Groß-Gerau |
| 8 | 4 | 0 | 4 | 24:18 | 8:8 | Heppenheim |
| 8 | 4 | 0 | 4 | 16:15 | 8:8 | Biblis |
| 10 | 3 | 2 | 5 | 25:34 | 8:12 | Roßdorf |
| 10 | 4 | 0 | 6 | 25:41 | 8:12 | VfR Langen |
| 7 | 3 | 1 | 3 | 16:15 | 7:7 | Pfungstadt |
| 9 | 3 | 1 | 5 | 14:25 | 7:11 | Eberstadt |
| 9 | 1 | 4 | 4 | 14:18 | 6:12 | Bensheim |
| 9 | 3 | 0 | 6 | 11:26 | 6:12 | Groß-Rohrheim |
| 9 | 0 | 2 | 7 | 4:31 | 2:16 |
| Walldorf—Mörfelden | |
| 2:0 (1:0) | Wixhausen—Oberroden |
| 2:1 (0:0) | Dieburg—Egelsbach |
| 7:3 (4:1) | Bischofsheim—Eppertshausen |
| 4:1 (1:1) | Messel—Münster |
| 2:2 (0:2) | Erbach—KSV Urberach |
| 1:3 (1:1) | Michelstadt—Trebur |
| 2:0 (2:0) | Nauheim spielfrei |
| Bischofsheim | 9 | 7 | 1 | 1 | 30:13 | |
| 15:3 | Dieburg | 9 | 5 | 2 | 2 | 35:17 |
| 12:6 | Walldorf | 9 | 6 | 0 | 3 | 14:8 |
| 12:6 | KSV Urberach | 7 | 4 | 2 | 1 | 16:8 |
| 10:4 | Oberroden | 9 | 4 | 2 | 3 | 21:16 |
| 10:8 | Münster | 10 | 3 | 4 | 3 | 19:19 |
| 10:10 | Mörfelden | ? | 3 | 3 | 2 | 17:15 |
| 9:7 | Wixhausen | 9 | 4 | 1 | 4 | 14:12 |
| 9:9 | Erbach | 8 | 4 | 0 | 4 | 21:27 |
| 8:8 | Nauheim | 9 | 2 | 4 | 3 | 16:19 |
| 8:10 | Messel | 8 | 2 | 3 | 3 | 17:19 |
| 7:9 | Michelstadt | 9 | 3 | 1 | 5 | 16:29 |
| 7:11 | Egelsbach | 10 | 2 | 3 | 5 | 25 SS |
| 7:13 | Fnpertshausen | 9 | 0 | 5 | 4 | 12:22 |
| 5:13 | Trebur | 9 | 1 | 1 | 7 | 6:26 |
| 3:15 |
Fußball-Kreisklassen
A-Klasse Darmstadt
TuS Griesheim — Seeheim 0:1 Weiterstadt — Nieder-Ramstadt 2:1 Bickenbach — SSG Langen 7:1 Alsbach — Hähnlein 0:3 Erzhausen — Hahn 3:1 Gräfenhausen — TSG 46 Darmstadt 1:1
B-Klasse Darmstadt
Union Darmstadt — Brandau 3:0 Rohrbach — Traisa 4:1 Ober-Beerbach —SC Griesheim 0:14 Jugenheim — VJR Langen (Soma) 3:0 Eschollbrücken — SV 98 (II) 3:1
A-Klasse Dieburg
Groß-Umstadt — Ueberau 5:2 Spackbrücken — Nieder-Roden 0:6 Klein-Zimmern Kleestadt 3:1 Lengfeld Mosbach 1:1 Götzenhain Ober-Roden 2:1 Reinheim Groß-Zimmern 4:0 Dreieichenhain Offenthai 2:1 abgebr.
B-Klasse Dieburg
Wersau — Niedernhausen 0:4 Brensbach — Ober/Ndr.-Klingen 5:1
A-Klasse Erbach
Erbach (Soma) — Steinbach 1:2 Neustadt — Beerfelden 5:2 Hainstadt — Bad König 2:7 Günterfürst — Sandbach Rimhorn — Lützel-Wiebelsbach 0:0 Würzburg — Höchst 3:1 abgebr.
A-Klasse Groß-Gerau
Walldorf — Büttelborn 0:5 Dornheim — Gustavsburg 1:3 Wolfskehlen — Astheim 1:2 Klein-Gerau — Biebesheim 1:3 Raunheim 07 — Ginsheim 1:1 Stockstadt — Gernsheim 2:0
B-Klasse Groß-Gerau
Königstätten — Wallerstädten 2:6 Goddelau — Opel Rüsselsheim Ib ausgef. Erfelden — SSV Raunheim 1:2 TSV Rüsselsheim — Bischofsheim Ib 5:0 Worfelden — Leeheim 4:2
A-Klasse Bergstraße
Reichenbach — Affolterbach 1:2 Aschbach — Einhausen 7:0 EC Fürth — Waldmichelbach 2:1 Weiher — Mörlenbach 6:0 Lampertheim — Fehlheim 5:1 Auerbach — Lindenfels 12:2
Gruppe Ried
Riedrode — Hüttelfeld 2:1 SV Bensheim — Elmshausen 4:3 Gadernheim — Nordheim 4:5 Zwingenberg — Hambach 1:3
Gruppe Odenwald
Wahlen — Rimbach 5:4 ■Unter-Schönmattenweg—Ober-Absteinach 1:1 Hammelbach — Mitlechtern 2:1 Zotzenbach — SV Fürth 3:5
Das erste Sechs - Tage-Rennen rollt
Kamber/Berger führen nach zwei Nächten in München
Als am Freitagabend 22 Uhr Willy Fritsch in der Münchener Ausstellungshalle I an der Theresienhöhe die Startflagge zum vierten 145 Stundenrennen in der bayerischen Metropole senkte, da begann die internationale Sechstagesaison 1950/51. Auf der ausgezeichneten, 166,666 m langen Bahn, die gegenüber dem Vorjahre in den Kurven besser ausgebaut wurde, gab es gleich in der ersten Nacht bis fünf Uhr prächtige Jagden. Hier zeichneten sich besonders die Belgier van den Meerschaut/Dekuysscher, die Ex-Breslauer Mirke/Preiskeit, die Franzosen Seres/Le Nizerhy und Boeyen/L. Hörmann aus. Diese vier Paare lagen dann nach Abschluß der ersten Nacht nach 301,362 km in einer Runde zusammen in der Spitze. In der Nacht zum Sonntag wurden von 23 Uhr ab mit kurzen Verschnaufpausen ununterbrochen Jagden gefahren. Lediglich die Prämienspurts und die Spurts um die Punkte um zwei und vier Uhr morgens ließen das Feld geschlossen kämpfen. Nach Mitternacht kam es auch zum ersten schweren Sturz im Rennen, der Schweizer Schaer ritt in der Kurve den neben ihm fahrenden Umbenhauer zu Boden. Schaer, der sich den Lenker in die Rippen rannte, konnte vom Bahnarzt behandelt werden, während Umbenhauer wegen innerer Verletzungen zu einer klinischen Untersuchung weggebracht wurde.
Nach den wilden Jagden in der Nacht zum Sonntag legte sich das Feld am Sonntagnachmittag sichtlich Schonung auf. Nach der 17.00-Uhr-Wertung am Sonntagnachmittag waren nach 43 Fahrstunden insgesamt 962,835 km zurückgelegt. Stand des Rennens: 1. Kamber/Berger, 56 Punkte; 2. van der Meerschaut'Dekusscher, 54 Punkte; 3. Boeyen/L. Hörmann, 44 Punkte; 4. Seres/Le Nizerhy, 44 Punkte; 5. Van EsVMiddelkamp, 19 Punkte; 6. eine Runde zurück: Bethery/Hoffmann, 87 Punkte; 7. Mirke/Preiskeit, 71 Punkte; 8. Ehmer/Kohlbeck, 32 Punkte; 9. zwei Runden zurück: Strom/Arnold, 111 Pkt.; 10. Schorn/H. Hörmann, 66 Punkte.
Die ärztliche Untersuchung des am Sonntagfrüh schwer gestürzten Nürnbergers Umbenhauer hat einen Bruch des Kreuzbeines ergeben, so daß „Umbes“ mit einem längeren Krankenhausaufenthalt rechnen muß und in dieser Saison wohl kaum noch einmal an den Start gehen dürfte. Sein Partner Mlady fährt neutralisiert das Rennen weiter und wird wahrscheinlich mit Rühl zu einer neuen Mannschaft zusammengestellt. Rühls Partner Steinhilb leidet an einer schmerzhaften Knieverletzung.
Zahlreiche Stürze in Münster
Bei dem Eröffnungsbahnrennen in der Halle Münsterland in Münster gab es zahlreiche Stürze. Das von Kilian/Roth gewonnene 100-km-Mannschaftsrennen der Berufsfahrer mußte sogar wegen eines Massensturzes für zehn Minuten neutralisiert werden. Schon beim Training stürzten Kaune und Saager. Während Kaune nicht starten konnte, gab Saager später nach 20 km auf. Ebenso wurden v. Beeck und Bintner durch Sturzverletzungen ausgeschaltet. Nach 85 km setzten sich Kilian/Roth unwiderstehlich an die Spitze. Bei dem Massensturz platzte Othdurft ein Hinterreifen. Der Fahrer prallte gegen die Brüstung und verwickelte auch Pankoke, Roth und Lakemann in den Sturz.
Das Ergebnis des 100- km-Mannschaftsrennens: 1. Kilian'Roth, 12 Punkte, 2:17,00 Stunden; 2. eine Runde zurück: Lakemann/Vooren (20); 3. zwei Runden zurück: Deckers'Bolten (18); 4. Bakker/v. Beeck (7); 5. fünf Runden zurück: Müller /Zawadski (11).
Gebrüder Pensel (Kulmbach) und Kaiser-Madella (Konstanz) werden Deutschland beim Radball-Dreiländerkampf Schweiz —Deutschland—Frankreich in Zürich vertreten.
» Vom 1. Oktober 1950 an ist das Tragen des neuen großen Tiefschutzes in jedem Berufsboxkampf Pflicht, wie der Sportausschuß des BDB nochmals bekanntgibt. A
Das Protektorat über die 7. Internationale Wintersportwoche in Garmisch-Partenkirchen. die vom 13. bis 21. Januar 1951 abgewickelt wird, übernahm Bundespräsident Professor H^uss.
* Hamburg wird die nächste Begegnung zwischen den Auswahlmannschaften von Nord, und Süddeutschland im März oder April 1951 zu sehen bekommen.
Altmeister-Schwimmwettkämpfe in Mannheim
Neptun-Karlsruhe siegte vor Nickar Heidelberg und DSW 12
In Anlehnung an das im Sommer dieses Jahres in Heppenheim stattgefundene Treffen der Traditionsmannschaften von „Nickar“ Heidelberg und DSW 12 Darmstadt, bei dem bereits der Wunsch laut wurde, derartige Feste öfter zu arrangieren, hatte der Verein für volkstümlichen Wassersport Mannheim die Initiative zu einem A. H.-Klubkampf auf breiterer Grundlage ergriffen.
Vor zahlreichen Zuschauern stellten sich am vergangenen Samstag in Mannheim die „Alten Herren“ von „Neptun“ Karlsruhe, „Nickar“ Heidelberg, DSW 12 Darmstadt und dem Veranstalter dem Starter und bewiesen durch spannende Kämpfe, daß auch sie noch zu ansprechenden Leistungen befähigt sind. Besonders die Karlsruher hatten eine schlagkräftige Mannschaft zur Stelle, die sich allen anderen überlegen zeigte. Von den vier ausgetragenen Staffeln konnten sie drei gewinnen und damit Sieger des Klubvierkampfes werden. An zweiter Stelle folgte „Nickar“ Heidelberg vor dem DSW 12, während sich der Gastgeber mit dem letzten Platz begnügen mußte.
Umrahmt wurden diese Altmeisterkämpfe durch Einzel- und Staffelkämpfe der Jugend und der Versehrten.
Im Wasserball fertigte die A.H. des badischen Meisters seinen Karlsruher Gegner hoch mit 8:2 Toren ab, während anschlig.- Bend in einem harten Spiel der VfvW Mannheim, begünstigt durch eine schwache Schiedsrichterleistung, 3:2 über Darmstadt Sieger blieb.
Ergebnisse: Kraulstaffel 10X50m: 1. Neptun Karlsruhe (5.31,2), 2. Nikar Heidelberg, 3. DSW 12 Darmstadt (5.44), 4. VfvW Mannheim.
Lagenstaffel 9X50 m: 1. Neptun Karlsruhe (5.21,3)), 2. Nikar Heidelberg, 3. VfvW Mannheim, 4. DSW 12 Darmstadt (5.44,5).
Rückenstaffel 4X50 m: 1. Neptun Karlsruhe (2.36,9), 2. DSW 12 Darmstadt (2.44,4), 3. Vfv.W Mannheim, 4. Nikar Heidelberg.
Bruststaffel 10X50 m: 1. Nikar Heidelberg (6.50,5), 2. Neptun Karlsruhe, 3. VfvW Mannheim, 4. DSW 12 Darmstadt (7.34).
Gesamtergebnis: 1. Neptun Karlsruhe 47 Punkte, 2. Nikar Heidelberg 32 Punkte, 3. DSW 12 Darmstadt 19 Punkte, 4. VfvW Mannheim 18 Punkte. -er.
98 er-Ringer nicht oberligareif
Germania Dettingen — SV 98 Darmstadt 8:0
Die Lilienträger mögen sich inzwischen mit dem nicht mehr vermeidlichen Abstieg aus der hessischen Ringer-Oberliga abgefunden haben. Mit einer Mannschaft, in der nicht weniger als fünf etatsmäßige Ringer fehlten, fuhren sie am Samstagabend zu dem Neuling Dettingen. Es war klar, daß diese bunt zusammengewürfelte Mannschaft, in der Scheidler, Schnauber, Gerhardt, Ebert und Arancio fehlten, in Dettingen nichts ausrichten konnte. So kamen die Darmstädter auch um eine klare Niederlage nicht herum, obwohl sie teilweise tapfere Gegenwehr leisteten.
Es war insbesondere Heckhaus 98, der auf offener Szene öfter Beifall erhielt und nur knapp nach Punkten unterlag. Der Senior der Mannschaft, Borowski, gab im Bantamgewicht sein Bestes und verlor ebenfalls knapp nach Punkten. In den weiteren Reihen der Lilienträger standen meistens Leute, die erst einige aktive Kämpfe hinter sich hatten und noch nicht hart genug sind. Pattenschneider und Stein müßten im Halbschwer- und Schwergewicht bereits in der 1. Minute die Ueberlegenheit ihrer Gegner anerkennen, Mischky und Waldhaus hielten sich etwas länger. Schwesinger (98) verlor in der 3. Minute durch Eindrücken der Brücke. Der Sieg der Gastgeber, die in allen Reihen gleich stark besetzt waren, war verdient. Eine kampfstarke Gästemannschaft hätte das Ergebnis lediglich erträglicher gestalten können. -eri-
Die 1910 er behaupten Tabellenspitze KSV Neu-Isenburs 5:3 geschlagen
In dem für beide Mannschaften wichtigen Kampf konnten am Samstagabend in der gutbesuchten Diesterwegschule die Darmstädter ihre knappe Vorkampfniederlage wettmachen. Die Gastgeber hatten ihre stärkste Mannschaft zur Stelle. Bei den Gästen vermißte man den deutschen Ex-Meister Euler, der wegen einer Tätlichkeit gesperrt ist. Einwandfrei leitete Kampfrichter Kaffenberger (Nieder-Ramstadt) die fairen Kämpfe. Im ersten Kampf des Abends zeigte sich Geron (1910) von seiner besten Seite. Ein überraschend angesetzter doppelter Armhebel in der 6. Minute, brachte Geron den verdienten Sieg über seinen Gegner Fuchs. Annähernd vier Zentner standen sich im Schwergewichtskampf mit Veith jun. und Schnappauf (Neu-Isenburg) gegenüber. Der etwas behäbige Schnappauf bewies in diesem Kampf seine Gefährlichkeit und siegte schließlich nach der 6. Minute durch Rückreißer. Im Bantamgewicht war es Ditter, K., (1910), der wiederum die Führung für die Darmstädter sicherte. Er behrrschte seinen Gegner Tischer klar und konnte bereits in der 1. Minute durch Hüftschwung siegreich bleiben. Im Halbschwergewicht konnten die Gäste das Ergebnis egalisieren. Malsy erwies sich in der Bodenrunde als der Stärkere und siegte in der 9. Minute durch einen doppelten Armzug. Den technisch schönsten Kampf sah man im Federgewicht, wo Ditter, H., auf Roth (Neu-Isenburg) traf. Ein Hüftzug in der 1. Minute besiegelte das Schicksal des Gästeringers. Der Mittelgewichtskampf verlief farblos., In der. 13. Minute nutzte Schäfer (1910) einen Angriff geschickt aus und siegte durch Schulterschwung. Im Leichtgewicht gab es den erwarteten Sieg des Darmstädter Winkel über Fickenscheer (Neu-Isenburg). Damit war der Gesamtsieg der Gastgeber sichergestellt. Winkel lieferte wiederum einen prächtigen Kampf, gegen seinen Armhebel in der 5. Minute war kein Kraut gewachsen. Der letzte Kampf des Abends brachte nochmals einen Gästesieg. Trüber (1910) verstand es nicht, im Stand seinen Gegner zu fassen. In der Bodenlage hatte er Pech, daß er zuerst nach unten mußte. Ein Rückreißer in der 6. Minute kostete den dritten Punkt für die Darmstädter. Der Sieg der Gastgeber war verdient. -eri-
In Zahlen gemeldet
Erste Liga West
Duisburger SV—Spfrd. Katernberg 1:3 Rheydter SV—Borussia Dortmund 1:2 Rot-Weiß Oberhausen—Schalke 04 0:1 Fortuna Düsseldorf—l. FC Köln 0:1 Rot-Weiß Essen—Bor. M.-Gladbach 6:1 Preußen Münster—Spvgg Erkenschwick 2:1 Alem. Aachen—Horst Einscher 1:0 Preußen Dellbrück—Homborn 07 3:2
Erste Liga Nord
Cone. Hamburg — Hannover 96 1:0 Altona 93 — VfL Osnabrück 3:1 Vfß Oldenburg — Bremer SV 3:1 Holstein Kiel — FC St. Pauli 3:2 Arm. Hannover — Eintr. Braunschweig 3:2 Göttingen 05 — Eir.tr. Osnabrück 1:1 SV Itzehoe — Hamburger SV 1:4 Eimsbüttel — Bremerhaven 93 2:1
Oberliga Südwest
Mainz 05 — ASV Landau 1:3 Phönix Ludwigsh. —FK Pirmasens 2:1 Wormatia Worms —VfR K'lautern 4:2 1. FC K'lautern — Spvgg Andernach 3:0 Eintr. Trier — Tura Ludwigshafen 4:1 FV Engers — Eintracht Kreuznach 3:1
Landesliga Hessen
VfL Biedenkopf — Hermannia Kassel 1:2 Hess. Lichtenau — Rot-Weiß Frankfurt 6:1 VfL Kassel — Germania Bieber 3:1 Spvgg Bad Homburg — Griesheim 02 6:3 Opel Rüsselsheim — Union Niederrad 0:1 FC Rödelheim—Vfß Friedberg 2:1 Borussia Fulda — Hessen Hersfeld 3:1 SC 03 Kassel — Olympia Lampertheim 1:2 VfL Marburg — Spvgg Kassel 0:2 Hanau 93 — Eintracht Wetzlar 3:0
England 1. Division
Aston Villa—Middlesbrough 0:1 Blackpool FC—Everton 4:0 Bolton Wanderers—Stoke City 1:1 Charlton Athletic—Chelsea 1:2 Derby County—Huddersfield Town 3:0 Fulham United—West Bromwich Albion 0:1 Liverpool—Newcastle United 2:4 Manchester United—Burnley 1:1 Sunderland—Sheffield Wednesday 5:1 Tottenham Hotspur—Portsmouth FC 5:1 Wolverhampton Wanderers—Arsenal 0:1
| Tabelle | ||||||
| Schalke 04 | 11 | 8 | 2 | 1 | 28:8 | 18:4 |
| 1. FC Köln | 11 | 8 | 0 | 3 | 23:8 | 16:6 |
| Preußen Münster, | 11 | 7 | 1 | 3 | 16:8 | 15:7 |
| Rot-Weiß Essen | 11 | 7 | 0 | 4 | 31:17 | 14:8 |
| Spvgg Erkenschwick | 11 | 5 | 4 | 2 | 9:6 | 19:8 |
| Borussia Dortmund | 11 | 5 | 3 | 3 | 20:14 | 13:9 |
| Fortuna Düsseldorf | 11 | 5 | 3 | 3 | 17:13 | 13:9 |
| Alem. Aachen | 10 | 4 | 3 | 3 | 16:20 | 11:9 |
| Preußen Dellbrück | 11 | 4 | 3 | 4 | 16:14 | 11:11 |
| Rheydter SV , | 11 | 4 | 2 | 5 | 17:25 | 10:12 |
| Horst Emscher | 11 | 2 | 4 | 5 | 14:16 | 8:14 |
| Hamborn 07 | 11 | 3 | 2 | 6 | 14:22 | 8:14 |
| R-W Oberhausen | 10 | 2 | 3 | 5 | 10:18 | 7:13 |
| Bor. M.-Gladbach | 11 | 3 | 1 | 7 | 13:32 | 7:15 |
| Spfrd. Katernberg | 11 | 2 | 1 | 8 | 15:26 | 5:17 |
| Duisfourger SV | 11 | 2 | 0 | 9 | 7:19 | 4:18 |
| Tabelle | |||||
| Göttingen 05 11 | 7 | 2 | 2 | 35:20 | 16:6 |
| VfL Osnabrück 11 | 6 | 3 | 2 | 23:17 | 15:7 |
| Eimsbüttel 10 | 6 | 2 | 2 | 19:13 | 14:6 |
| Hamburger SV 11 | 6 | 2 | 3 | 34:17 | 14:3 |
| St. Pauli 11 | 5 | 4 | 2 | 29:15 | 14:8 |
| Bremerhaven 93 11 | 6 | 2 | 3 | 23:19 | 14:8 |
| Werder Bremen 10 | 5 | 3 | 2 | 24:14 | 13:7 |
| Holstein Kiel 10 | 6 | 0 | 4 | 18:18 | 12:8 |
| Vfß Oldenburg 11 | 4 | 4 | 3 | 22:21 | 12:10 |
| Arm. Hannover 10 | 5 | 1 | 4 | 20:14 | 11:9 |
| Eintr.Braunschw.il | 4 | 2 | 5 | 25:21 | 10:12 |
| Bremer SV 11 | 4 | 1 | 6 | 22:27 | 9:13 |
| Altona 93 11 | 2 | 3 | 6 | 18:36 | 7:15 |
| Hannover 96 10 | 1 | 4 | 5 | 16:21 | 6:14 |
| Cone. Hamburg 10 | 2 | 2 | 6 | 12:27 | 6:14 |
| Ein tr.Osnabrück 10 | 0 | 5 | 5 | 14:25 | 5:15 |
| SV Itzehoe 11 | 1 | 0 | 10 | 12:44 | 2:20 |
| Tabelle | ||||||
| 1. FC Kaiserslautern | 11 | 10 | 1 | 0 | 38:6 | 21:1 |
| Wormatia Worms | 11 | 9 | 1 | 1 | 39:14 | 19:3 |
| FK Pirmasens | 10 | 6 | 2 | 2 | 24:13 | 14:6 |
| Phönix Ludwigsh. | 11 | 5 | 3 | 3 | 35:22 | 13:9 |
| Eintracht Trier | 11 | 6 | 1 | 4 | 20:15 | 13:9 |
| VfL Neustadt | 10 | 4 | 3 | 3 | 19:22 | 11:9 |
| VfR Kaiserslautern | 9 | 3 | 3 | 3 | 13:19 | 9:9 |
| ASV Landau | 11 | 4 | 1 | 6 | 16:37 | 9:13 |
| TuS Neuendorf | 8 | 3 | 2 | 3 | 16:18 | 8:8 |
| FV Engers | 11 | 4 | 0 | 7 | 15:24 | 8:14 |
| Spvgg Andernach | 10 | 2 | 1 | 7 | 16:27 | 5:15 |
| Eintracht Kreuznach | 9 | 1 | 2 | 6 | 10:19 | 4:14 |
| Tura Ludwigshafen | 10 | 2 | 0 | 8 | 15:27 | 4:16 |
| FSV Mainz 05 | 10 | 1 | 2 | 7 | 10:23 | 4:16 |
| 1 | fabelle | |
| SC 03 Kassel | Olympia Lampert | 10 8 1 1 22:9 17:3 |
| heim | 11 7 3 1 17:7 17:5 | |
| Borussia Fulda | 10 7 1 2 29:10 15:5 | |
| Hanau 93 | 9 6 2 1 24:13 14:4 | |
| Hermann. Kassel | 10 6 1 3 14:8 13:7 | |
| Homburg 05 | 10 6 0 4 32:18 12:8 | |
| VfL Marburg | 11 6 0 5 21:19 12:10 | |
| FC Rödelheim | 11 6 0 5 22:20 12:10 | |
| Union Niederrad | 10 4 3 3 12:12 11:9 | |
| Griesheim 02 | 11 5 1 5 17:19 11:11 | |
| Germania Bieber | 10 5 0 5 11:18 10:10 | |
| Rot-Weiß Frankf. | 11 5 0 6 22:23 10:12 | |
| Eintracht Wetzlar | 10 3 3 4 14:17 9:11 | |
| Opel Rüsselsh. | 11 3 3 5 22:25 9:13 | |
| VfL Kassel | 11 4 1 6 14:21 9:13 | |
| VfL Biedenkopf | 10 3 1 6 17:24 7:13 | |
| Spielver. Kassel | 11 3 1 7 15:20 7:15 | |
| Hessen Kersfeld | 11 2 2 7 10:20 6:16 | |
| Hess.-Lichtenau | 11 2 1 8 15:41 5:17 | |
| Vfß Friedberg | 11 1 2 8 14:20 4:18 |
Niederlagen der Lilienträger im Tischtennis
Damen: SV 98—Eintracht Frankfurt 3:9, Herren: TTC Biblis—SV 98 11:5
Der SV 98 hatte am Wochenende in der Tischtennislandesliga keine Punkte erzielen können. So mußten in Darmstadt die Lilienträgerinnen erstmals eine Niederlage gegen den mehrfachen hessischen Mannschaftsmeister Eintracht Frankfurt hinnehmen. Die Gäste, die zweifellos zur Zeit die beste Mannschaft besitzen, sind in allen Teilen gleich gut besetzt, ihr Sieg war auch verdient. Trotzdem entwickelten sich spannende und ausgeglichene Kämpfe, die bei etwas mehr Glück für Darmstadt einen anderen Ausgang gebracht hätten. An den beiden ersten Brettern spielend war es Fräulein Holzapfel, die gegen die hessische Ranglistenspielerin Blumenstein einen glatten 2:0-Sieg errang. Glänzend war Frau Römer (98) aufgelegt, die über Lissy Fey knapp 2:1 siegte und gegen Fräulein Häneli mit dem gleichen Ergebnis verlor. Fräulein Guyot (98) und Frau Nangot kamen nicht zum Zug und verloren knapp. Die Ueberraschung war der feine Sieg von Fräulein Pommer (98) über Fräulein Enck. Bei den Doppelspielen zeigte sich erneut die Ueberlegenheit der Frankfurterinnen, die zahlenmäßig einen klaren Erfolg herausspielten.
In Biblis konnten die Gastgeber seit langer Zeit wieder einen Sieg erzielen. Der Gegner SV 98 leistete wohl hartnäckigen Widerstand, konnte jedoch den Sieg der Gastgeber nicht verhindern. Der erstmals in der Bibliser Mannschaft spielende Müller siegte überraschend über Lutz (98), der an diesem Tage etwas schwach wirkte. Haller (98) sowie Kappes und Wittmann buchten die Punkte für Darmstadt. Für die Gastgeber siegten Gotha und Nock über Hartmann und Hardt. Die Doppelspiele erbrachten eine deutliche Ueberlegenheit der Gastgeber. Ku.
Männer-Kreisklasse I
| Spiele gew. verl. | . Sätze | Pkt. | |||
| TSV Nied.-Ramstadt I | 7 | 7 | 46-17 | 14- 0 | |
| SKG Bickenbach I | 6 | 6 | 43-11 | 12- 0 | |
| SG Wixhausen II | 8 | 6 | 2 | 38-34 | 12- 4 |
| TSG 46 Darmstadt I | 7 | 5 | 2 | 35-28 | 10- 4 |
| SSG Langen I | 7 | 4 | 3 | 36-27 | 8- 6 |
| SV 98 Darmstadt 111 | 6 | 3 | 3 | 31-23 | 6- 6 |
| SKG Ernsthofen I | 8 | 3 | 5 | 40-32 | 6-10 |
| TGB 65 Darmstadt I | 8 | 3 | 5 | 31-41 | 6-10 |
| SG Egelsbach I | 8 | 3 | 5 | 29-43 | 6-10 |
| TSV Nd.-Ramstadt II | 7 | 2 | 5 | 19-44 | 4-10 |
| SKG Eberstadt II | 8 | 2 | 6 | 27-45 | 4-12 |
| SV Erzhausen I | 8 . | 1 | 7 | 21-51 | 2-14 |
Die Handballer des SV9B in Hochform
VfR Wiesbaden mit 20:5 (7:3) überrannt / Dr. Barth schoß 7 Tore
Jammerschade, daß zu diesem Spiel nur so wenige Zuschauer kamen. Der Spielve'rnid?t so einseitig wie es das Ergebnis zum Ausdruck bringt. Vor allem in der ersten Hälfte hielten die Gäste tapfer
Aber dann kam eine zweite Hälfte^ an die man sich noch lange erinnern wird. Mit einem Elan ohnegleichen und mit einem Tempo wurden die Kurstädter dann ausgespielt, daß Tore zwangsläufig fallen mußten. Als es dann gegen das 20. Tor ging, wurde die Anfeuerung immer stärker und ln °er vorletzten Minute wurde es geschafft. Das will immerhin gegen den ge-Tabellenvierten etwas heißen. Der sv 98 wird nun diesen Platz einnehmen und wir hoffen, daß die Mannschaft noch weiter kommt. Lehning im Tor machte seine Sache für das erste Ma Iganz ausgezeichnet. Die Hintermannschaft in ihrer Gesamtheit deckte sauber ab und ließ die schnellen Gäste kaum einmal richtig zur Entfaltung kommen. Der Sturm hat wieder die Form gefunden, die sich auch in den 40 Toren der zwei letzten Spiele ausdrückt.
Die Tore schossen: Dr. Barth (7), Schäfer (5) Lutz und Reinhardt (je 3), Glock und Fischer (je 1). ■
Audi die Reservemannschaft gewann gegen die bisher ungeschlagenen Wiesbadener mit 10:7 Toren, Die Junioren der 98er besiegten Eberstadt mit 14:6.
Die 1. Mannschaft spielte in folgender Aufstellung: Lehning; Mark, Glock; Spieker, Peters, Fischer; Schäfer, Lutz Reinhardt, Dr. Barth, Emig. r
er-Handballer haben sich wieder gefunden und sind drauf und dran, meict ZUrJ gr°ßen Form aufzulaufen, die ihnen vor zwei Jahren die Hessen-Was man schon von Kempten hörte, wurde am Sonntag Gewißheit. Mit dieser Mannschaft ist wieder zu rechnen.
Weitere Spiele in der Verbandsliga
TSV Herrnsh. — Einfr. Mombach 5:8 (2:5) Wormatia Worms — TSG Gjiesh. 8:10(3:5) TSV Nied — Kidcers Offenbach 6:11 (3:5) SG Dietzenbach —SV Gelnhausen 22:3 (8:2)
Wenn auch schlechte Platz, und Witterungsverhältnisse den gestrigen Spielen ihren Stempel aufdrückten, so überrascht doch die Höhe mancher Ergebnisse, bei denen man fast versucht wäre, von einem Klassenunterschied zu sprechen. Vor allem Dietzenbach veranstaltete gegen die gewiß nicht schlechten Gäste aus 'Gelnhausen ein Schützenfest, wobei zur Entschuldigung der Gelnhausener nur deren Ersatz anerkannt werden kann. Der Angriff des Tabellenführers befand sich in blendender Form. Etwas schwerer hatten es die Offenbacher Kickers bei Nied, denn bei der Pause lagen sie nur knapp in Front, um nach Seitenwechsel alle Register ihres variierenden Stürmerspiels zu ziehen, dem auch der Nieder Schlußmann nicht gewachsen war. Der Vorsatz der beiden Wormser Vertreter, endlich zu einem Punktgewinn zu kommen, hat sich nicht verwirklicht. Dabei hatte es Wormatia in der Hand, den ersten Sieg zu landen, wenn ihr Angriff in der ersten Halbzeit das gleiche Niveau wie nach Seitenwechsel erreicht hätte. Griesheim spielte flüssiger und hatte im Angriff unter dem klugen Dirigenten Weingärtner seine besten Kräfte. In Herrnsheim wurde die Mombacher Eintracht auf eine harte Probe gestellt, denn im Feldspiel durchaus ebenbürtig, versagten die Platzbesitzer im abschließenden Wurf. Mombach spielte außerordentlich klug und kräftesparend und hat diesen an sich knappen Sieg vollauf verdient.
Handballgruppenliga 4
Cone. Gernsheim — TSG Alzey 6:8 TSV Braunshardt — TuS Wörrstadt 11:3 VfL Herrnsheim —TG Rüsselsheim 3:9 TSV Pfungstadt — SKG Bauschheim 9:7 SG Bretzenheim —SV Kostheim 7:6
Braunshardt—Wörrstadt 11:3 (2:2)
Die Rheinhessen stellten in Braunshardt eine eifrige Mannschaft, die sich in der 1. Hälfte durch konsequentes Markieren der Braunshardter Stürmer das Tor einigermaßen sauber halten konnten. Erst in der zweiten Spielhälfte fielen die Gäste ihrem eigenem Tempo zum Opfer und mußten eine eindeutige Niederlage hinnehmen. In den ersten Minuten des Spieles gelang es den Wörrrstädtern, zwei Tore vorzulegen. -Die Blau-Weißen hatten Mühe, den Vorsprung bis zu Pause auszugleichen, da der gute Gästetorwart und die Torpfosten immer wieder Treffer verhinderten. Erst in der zweiten Spielhälfte kam die einheimische Elf in Form und konnte ihren Gegner sicher ausspielen. Volz (7), Schilling (2), Schuchmann und Becker (je 1) zeichneten für die Braunshardter Tore verantwortlich. Vo.
Bezirksklasse Darmstadt-Odenwald
Reichelsheim—Fränkisch-Crumbach 4:10 (2:5) Mörfelden—Urberach 7:4 (4:1) Langen—Eppertshausen 2:11 (1:6) Seeheim—Groß-Biberau 4:7 (3:3)
Kreisklasse Darmstadt: Gruppe I
TG 75 Darmstadt—Ober-Ramstadt 5:8 (3:3) TV Hahn—Jugenheim ausgefallen
Kreisklasse Darmstadt: Gruppe II
Mörfelden Ib—TV Groß-Gerau 2:10 (2:7) Büttelborn—Vfß Groß-Gerau 11:4(4:2) Worfelden—Weiterstadt 13:6 (7:2) Egelbach—Schneppenhausen 10:4
Kreisklasse Dieburg: Gruppe I
Langstadt/Schlierbach I—Langstadt/ Schlierbach II 11:7 TV 88 Reinheim—Babenhausen 5:13 Semd—Klein-Umstadt 8:8
Kreisklasse Dieburg: Gruppe II
Nieder-Klingen—Groß-Umstadt ausgefallen
Kreisklasse Bergstraße
Heppenheim—Mumbach 14:4 Einhausen—Lorsch 9:5 Siedelsbrunn—Kirschhausen 2:15 Bonsweiher—Zwingenberg 14:7 Kreidach—Erbach 14:4 Zell—Krumbach 15:11
Kreisklasse Erbach
Erbach—Bad König 5:9 Momart—Pfaffenberfurth 7:7
| SG Dietzenbach | 8 | 127:37 | |
| 16:0 | Kickers Offenbach | 8 | 104:64 |
| 16:0 | TSV Nied | 7 | 52:49 |
| 9:5 | 98 Darmstadt | 6 | 92:73' |
| 8:4 | TSG Griesheim | 8 | 70:78 |
| 8:8 | VfR Wiesbaden | 8 | 66:73 |
| 8:8 | Eintracht Mombach | 6 | 52:54 |
| 7:5 | SV Geinhausen | 8 | 68:82 |
| 6:10 | SG Kempten | 7 | 42:89 |
| 2:12 | Wormatia Worms | 7 | 37:66 |
| 0:14 | TSV Herrnsheim | 7 | 42:81 |
| 0:14 |
Basketball
Roßdorfs Frauen in Heppenheim siegreich
In Heppenheim gab es bei den Basketball-Verbandsspielen des Sonntags zwei Roßdorfer Siege. Zur großen Ueberraschung fand sich die Roßdorfer Frauenmannschaft in der Heppenheimer Stadthalle sehr gut zurecht und führte bei Halbzeit 5:2. Nach dem Seitenwechsel schien es zunächst, als wollten die Heppenheimerinnen eine Wendung herbei¬ ^ühren, doch eine ausgezeichnete Roßdorfer Mannschaftsleistung stellte zum Schluß einen 18:12-Sieg sicher. An dem schönen Erfolg waren die Roßdorfer Mädel in gleicher Weise beteiligt.
Im Männerspiel hatte Roßdorf nur fünf Spieler zur Stelle, errang aber dennoch einen überzeugenden 82:30-Sieg. Heppenheim schoß zwar das 2:0, doch dann fanden sich die Roßdorfer glänzend zusammen und erspielten Korb auf Korb. Nach der Pause (36:10) wurde das Ergebnis noch ausgebaut. Das Spiel verlief erfreulich fair und anständig.
Den einzigen Heppenheimer Sieg errang ihre Jugendmannschaft mit 28:17 (15:7).
Bereits am Samstag trugen die Mannschaften des BC Frankfurt ihre Spiele aus. Die Männer errangen gegen den TSV 1875 Bonames einen verdienten 36:28 -Erfolg, wogegen sich die Frauenmannschaft in Gießen gegen den MTV mit 12:17 Körben geschlagen geben mußte. -er-
Baskettball-Weltmeisterschaft
Buenos Aires. (AP.) Vor 25 000 Zuschauer gewann Argentinien das Endspiel des internationalen Basketballturnier gegen die Amerikaner und damit den Weltmeistertitel bis 1954. Das Ergebnis war 64:50 (34:24). Nach Abschluß des Turniers weist die Rangliste folgenden Stand auf: 1. Argentinien, 2. Vereinigte Staaten, 3. Chile, 4. Brasilien, 5. Aegypten, 6. Frankreich.
Diesmal ist Dr. Kolb zuversichtlich
„Die Bildung einer Dachorganisation im Dezember möglich“
B. G. Frankfurt. (Eigener Bericht.) Mindestens zum dritten Male ist jetzt ein Termin für die Bildung der neuen Dachorganisation des deutschen Sports und 'der Turner genannt worden. Die für Okto¬ ^ber und November angesetzten Gründungsversammlungen mußten abgesagt werden, weil die beiden größten Fachverbände, der Deutsche Turner-Bund und der Deutsche Fußball-Bund erklärten, die Voraussetzungen für die Schaffung der „Union“ seien noch nicht erfüllt. Noch vor zwei Wochen, beim Bundestag der Fußball-Organisation in Hennef an der Sieg, äußerte sich der Präsident des DFB, Dr. Bauwens, zu diesem Thema mehr als skeptisch. So waren denn auch alle Zweifel angebracht, als am Freitag die Deutsche Presse-Agentur meldete, es solle nun endgültig am 9. und 10. Dezember in Hannover zur Auflösung der provisorischen „Arbeitsgemeinschaft Deutscher Sport“ und zur Proklamation des Dachverbandes kommen.
Inzwischen sind aber anscheinend erfolgreiche Vermittlungen geführt worden, an denen, wie man uns versichert, Prälat Dr. Wolker einen hervorragenden Anteil haben soll. Der Präsident des Deutschen Turner-Bundes, der Frankfurter Oberbürgermeister Dr. Kolb, hat am Sonntagmorgen in Frankfurt mit Vorstandsmitgliedern seiner Organisation weitere Beratungen abgehalten. Bei dieser Gelegenheit sagte er unserem Mitarbeiter, er glaube, daß bis zum 10. Dezember alle •Hindernisse aus dem Weg geräumt sein könnten. Die Turner würden von sich aus alles tun, um die Bildung der Dachorganisation möglich zu machen, nachdem man auf der anderen Seite nun auch ein größeres Verständnis für die Wünsche des Turner-Bundes zeige. Ueber Einzelheiten wollte Dr. Kolb noch nicht sprechen.
Wie wir weiter erfahren, sollen auch die Verhandlungen mit dem Deutschen Fußball-Bund eine günstigere Wendung genommen haben. Der Widerstand des Fußballs richtete sidi, wie man weiß, vor allem gegen die Ansprüche der Landessportbünde.
Keine Toto-Fusion zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz
Der Hauptstellenleiter des Hessen-Totos, Linnenberg, gab bekannt, daß bei Besprechungen mit Direktor Weinand vom Toto Rheinland-Pfalz nicht von einer Zusammenlegung dieser beiden Toto-Gesellschaften die Rede war. Der Gedanke einer Fusion sei nicht in Erwägung gezogen worden und auch nicht beabsichtigt.
Ein repräsentatives Haus in einer repräsentativen Straße
Zur Eröffnung der neuen Geschäftsräume der Firmen Kattler und Philippi
Herr K a 111 er, der Initiator und Bauherr des Gebäude-Komplexes, kann am morgigen Dienstag bei der Einweihung voll Stolz auf ein gelungenes Werk blicken. Schon seit dem Jahre 1856 war an diesem Plätze das Haus für chirurgische Instrumente, bei dessen Besitzer der Vater des heutigen Inhabers als Instrumentenmeister beschäftigt war. Nachdem das Haus Rheinstraße Nr. 3 im Jahre 1903 endgültig in Kattlerschen Besitz übergegangen war — der Betrieb war schon vorher übernommen worden ■—, blieb es bis zur totalen Zerstörung in Familienhänden. Bereits am 1. Oktober 1944 konnte ein behelfsmäßiges Unternehmen in Jugenheim eingerichtet werden, und schon im Juli 1945 entstand ein Neubau im Rückgebäude des jetzigen Haupthauses. Inmitten der Trümmer war damit das erste Geschäftshaus wieder entstanden.
Die Bau-Planung der Stadt hatte für die obere Rheinstraße Arkaden vorgesehen, und so konnte im Herbst eine' architektonische Lösung gefunden werden, die dem repräsentativen Charakter der Straße Rechnung trägt. Man berücksichtigte die Erfahrungen des neuen Baustiles und gab den Säulen einen weiten Abstand, der den freien Blick der Käufer auf die Schaufenster zuläßt. So wurde äußerste Zweckmäßigkeit mit optischer Wirkung verbunden. Die Arkaden erhielten eine Glasdecke, die durch Neon-Licht beleuchtet, mit ihren Lichteffekten den modernen Charakter der Ladenstraße unterstreicht. Auf dem unteren, vorgeschobenen Sockel der Arkaden-Säulen sie sind mit Steinplatten verkleidet werden noch Ausstellungs-Vitrinen ihren Platz erhalten. Die Marmor-Fassaden der großen Schaufenster und Eingangstüren ganz aus Metall, in silbrigem Ton gehalten sind übrigens in
Mit der Fertigstellung des großen Geschäftshauses in der oberen Rheinstraße erhielt dieser so stark besuchte Teil der Darmstädter Innenstadt ein neues und repräsentatives Gesicht.
dieser Art erstmalig in Darmstadt. Sie vervollständigen das äußere Bild von Schönheit und moderner Linienführung.
Ein Blick in die Innenräume: Die gesamte Holzverkleidung ist aus Nußbaum. Dadurch entsteht der nötige Kontrast zu der vielfachen Neon-Beleuchtung, die hier notwendig ist, um die besondere Note der blitzenden Stahlwaren, ärztlichen Instrumente und des Sanitätsbedarfes zu betonen. Während der Verkauf im vorderen großen Ladenraum stattfindet, sind die Kabinen zum Anprobieren und die Büroräume im rückwärtigen Teil des Gebäudes.
haus mit großen Fenstern aus Kathedralglas kommt man in die oberen Stockwerke, die, dem Wohnbedürfnis Rechnung tragend, in Drei- Zimmer-Wohnungen mit Küche und Bad aufgeteilt wurden.
Mit ihrem „Haus für Modell-Bekleidung“ wurde Frau Margarete Philippi neuer Nachbar der Firma Kattier. 1920 kam sie nach Darmstadt und erlitt nach erfolg- und arbeitsreichen Jahren das Schicksal so vieler Bürger unserer Stadt: sie wurde vollständig ausgebombt. Nach relativ kurzer Tätigkeit in Seeheim gelang ein neuer Anfang in der Leuschner-Straße. Frau Philippi gedenkt die Tradition ihrer Firma in der oberen Rheinstraße fortzusetzen: Eleganz soll mit preiswerter Qualität verbunden werden. Die „haute couture“ wird am richtigen Platz vermittelt.
Herr Dipl.-Ingenieur Arwed Hoyer gab dem repräsentativen Haus die Architektur. Es gelang6 ihm, das Größtmöglichste an Zwc rkmäßigkeit und äußerer Wirkung herauszuholen. Die statistischen Berechnungen machte Dipl.-Ingenieur Dieter Ganß; die Firma Adam Storm führte die Hoch-, Tief- und Eisenbetonarbeiten aus, Wilhelm Göller hatte die Ausführung der Zimmerarbeiten, Bernhard Felmer und Hermann Schulz die Bauglaserei, Rabitz- und Stuckarbeiten stammen von L. Bergsträsser, die Zentralheizungen legte die Firma Dipl.-Ing. Hans Schneider, Plattenbeläge J. Kienzle, Fenster und Rolladen lieferte Wilhelm Le h r & Söhne und die kompletten Leuchtröhrenanlagen Eugen Höer ne r. Schaufensteranlagen, Metallbau, Portale und Türen arbeitete die Firma Peter & Schanz, Frankfurt, und D. Bruckmann setzte dem Ganzen die Krone, das Dach, auf. die gesamte Inneneinrichtung führte nach eigenen Entwürfen Gustav Baumann aus. S. G.
Amtliche Bekanntmachungen Zwangsversteigerung 3 K 32/50. Das untenstehend bezeichnete Grundstück, das zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks auf den Namen des Martin Paul in Darmstadt im Grundbuch eingetragen war soll am Freitag, dem 29. Dezember 1950, 9.30 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht im Gerichtsgebäude, Mathildenstraße 12, Zimmer 324, versteigert werden. Die Versteigerung erfolgt im Wege der Zwangsversteigerung. Der Versteigerungsvermerk ist am 1. Juli 1950 in das Grundbuch eingetragen worden. Grundbuch für Darmstadt. Bezirk 6 Band 59, Blatt 2762: 1. Flur 9, Nr. 325/io, Hofreite Nr. 112, Roßdörfer Straße mit Grabgarten, 222 qm, Betrag der Schätzung 10 000 DM. Zulässiges Höchstgebot 14 000 DM. Darmstadt, den 2. November 1950 Amtsgericht Abt. 3
3 VN 12/50. Vergleichsverfahren. Über das Vermögen der Fa. H. u. 3. Weber Nacht. Hans Wiesenäcker, Baudekoration in Darmstadt, Bleichstraße 40, wird heute, am 2. November 1950, 11 Uhr, das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses eröffnet, da Schuldnerin zahlungsunfähig ist. Der Wirtschaftsrechtsberater Dr. Hans Schäfer in Darmstadt, Landwehrstr 12, Tel. 36 64, wird zum Vergleichsverwalter ernannt. Termin zur Verhandlung über den Vergleichsvorschlag wird auf Freitag, den 17. November 1950, vorm. 9 Uhr, vor dem Amtsgericht Darmstadt, Mathildenplatz 12, Zimmer 324, anberaumt. Die Gläubiger werden aufgelordert, ihre Forderungen alsbald anzumelden. Die angeordneten Verfügungsbeschränkungen bleiben bestehen. Antrag und Ermittlungsergebnis können von den Beteiligten auf Zimmer 326 eingesehen werden. Darmstadt, den 2. November 1950 Amtsgericht
AMTSGERICHT DARMSTADT Für Angaben in () keine Gewähr. Neueintragung: & HRB 174. 25. Oktober 1950. Firma: Wasserwerk- und Brunnenbau Gesellschaft mit beschränkter Haftung Zweigniederlassung Darmstadt. Sitz: Darmstadt, Hauptniederlassung in Hannover. (Geschäftslokal: Darmstadt, Landwehrweg 9.) Gegenstand des Unternehmens: Planung und Ausführung von Wassergewinnungs- und Aufbereitungsanlagen, Rohrleitungsbau, Grundwasserabsenkungen, die Lieferung der hierfür benötigten maschinellen Anlagen, Filter, Armaturen und sonstigem Zubehör sowie die Herstellung und Lieferung von Materialien und Ausführung von ^Arbeiten ähnlicher Art. Die Gesellschaft ist befugt, Lizenzen zu erwerben oder zu vergeben, gleiche oder ähnliche Unternehmen zu erwerben oder sich an solchen zu beteiligen. Stammkapital: 40 000,— Reichsmark. Rechtsform: Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Gesellschaftsvertrag ist am 12. Mai 1948 abgeschlossen und am 14. November 1949 hinsichtlich § 1 — Firma und Sitz der Gesellschaft — geändert worden. Bei mehreren Geschäftsführern wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer und einen Prokuristen vertreten. Geschäftsführer sind: Dr. Manfred Lange in Niedeggen-Brück und Oberingenieur Paul Besigk in Achim. Als nichteingetragen wird veröffentlicht: Die Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen in dem jeweils behördlich bestimmten Amtsblatt. Veränderung: HRB 118. 25. Oktober 1950. Firma: Febaute Betonwerk Darmstadt Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Herstellung und Vertrieb von Kunststeinen und Betonfertigteilen. Sitz: Darmstadt. Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 18. 9. 1950 ist die Gesellschaft aufgelöst. Liquidatoren sind die bisherigen Geschäftsführer Ingenieur Fritz Axt und Ober-Ingenieur Josef Röder, beide in Darmstadt. Jeder der Liquidatoren ist alleinvertretungsberechtigt.
Änderung und Auflösung: HRB 51. 31. Oktober 1950. Firma:. Hessische Lcderhandelsgesellschait mit beschränkter Haftung. Sitz: Darmstadt. Durch Beschluß der Gesellschafterversammiung vom 8. September 1950 ist der § 11 des Gesellschaftsvertrages (Dauer der Gesellschaft) aufgehoben; zugleich ist die Gesellschaft zum Tage der Eintragung dieses Beschlusses im Handelsregister aufgelöst. Zum alleinvertretungsberechtigten Liquidator ist der bisherige Geschäftsführer Kaufmann Hans Fischer in Darmstadt bestellt. Naueintragungen: HRA 958. 25. Oktober 1950. Fahrradhaus Fisch, Inhaber 3 ohann Fisch, Darmstadt. (Einzelhandel mit Motor- und Fahrrädern, Nähmaschinen und Kinderwagen sowie Reparaturwerkstätte, Mathildenplatz 1.) Geschäftsiiihabee: Johann Fisch, Mechanikermeister und Kaufmann, Darmstadt. HRA 959. 25. Oktober 1950. Philipp Simon, Darmstadt. (Fuhrunternehmen, Sand- und Kiesvertrieb. Kranichsteiner Straße 41.) Inhaber: Philipp Simon. Fuhrunternehmer, Darmstadt. HRA 960. 25. Oktober 1950. IGNIS KG., Robert u. Co., Darmstadt. (Herstellung und vertrieb von Gebrauchs- und Geschenkartikeln aller Art; Liebfrauenstraße 56.) Kommanditgesellschaft seit dem 1. Juli 1950. Persönlich haftender Gesellschafter: Karl Robert, Kaufmann, Darmstadt. Zwei Kommanditisten sind beteiligt. HRA 961. 25. Oktober 1950. Otto Müller, Darmstadt. (Feinkost und Lebensmittel, Heidelberger Straße 81Vx«.) Inhaber: Otto Müller, Kaufmann, Darmstadt. HRA 962. 30. Oktober 1950, Georg Trietsch, Darmstadt. (Großschlachterei und Fleischagentur; Schlachthof.) Inhaber: Georg Trietsch. Metzgermeister, Darmstadt. HRA 963. 30. Oktober 1950. Gesellschaft für Betriebswirtschaft Dipl.-Kaufmann Adolf Blicker u. Co., Kommanditgesellschaft, Darmstadt. (Holzhofallee 25.) Kommanditgesellschaft seit dem 1. Oktober 1950. Persönlich haftender Gesellschafter: Adolf Blicker, Dipl.-Kaufmann, Darmstadt. Ein Kommanditist ist beteiligt. Maria Blicker geb. Metz. Darmstadt, ist Einzelprokurisin. HRA. 964. 30. Oktober 1950. Thalia-Theater, Inh. Ludwig Fasler, Darmstadt. (Dieburger Straße 26.) Inhaber: Ludwig Fasler. Kaufmann, Darmstadt. Philipp Glock, Darmstadt, ist Einzelprokurist. Veränderungen: HRA 375. 30. Oktober 1950. Heinrich Franz Knecht, Darmstadt. (Rohproduktengroßhandel. Pallaswiesenstr. 154.) Die offene Handelsgesellschaft ist aufgelöst. Heinrich Franz Knecht, Kaufmann, Darmstadt, ist nunmehr Alleininhaber. HRA 474. 25. Oktober 1950. Decora, Kunstanstalt für keramischen Buntdruck, M. Walter Lehming, Darmstadt. (Holzhofallee 38.) Gertrud Lehming geb. Schreiber, Darmstadt, ist Einzelprokuristin. HRA. 698. 30. Oktober 1950. Bernhard Völger, Darmstadt-Arheilgen. (Kohlenhandlung, Dieburger Straße 15.) Offene Handelsgesellschaft seit dem 1. Januar 1950. Gesellschafter: Heinrich Völger, Wilhelm Anthes VI., beide Kaufleute in Darmstadt-Afheilgen. — Erloschen: HRA 802. 30. Oktober 1950. Engelsring, Gesellschaft lohannes u. Co., Traisa bei Darmstadt. Die Firma ist erloschen.
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