Deutsche Verteidigungskosten betragen zehn Milliarden Mark
Frankfurt, 2. November, (dpa) Die Bundesrepublik soll für die Verteidigung Europas mehr Mittel als bisher aufbringen. Dies erklärte ein Sprecher des amerikanischen Oberkommissariats am Donnerstag in Frankfurt.
Er wies darauf hin, daß der Bundesrepublik selbstverständlich nicht mehr zugemutet werden soll, als sie tragen kann, und daß die Alliierten auch soviel wie möglich einsparen wollten. Das Problem der Besatzungskosten soll in deutsch-alliierten Gesprächen erörtert werden.
Jedem Volk, auch dem deutschen, müsse bei einem Angriff auf sein Land die Möglichkeit gegeben werden, die Heimat zu verteidigen. Wer das nicht tun wolle, dürfe auch nicht erwarten, daß andere es für ihn tun. Die Bundesrepublik müsse damit rechnen, daß sie acht bis zehn Prozent ihres Sozialprodukts von etwa hundert Milliarden Mark für Verteidigungszwecke aufbringen müsse. Gegenwärtig seien die Besatzungskosten in Deutschland mit nicht ganz fünf Prozent des Sozialprodukts erheblich niedriger als die Verteidigungsausgaben in den zwölf Mitgliedsstaaten des Atlantikpakts.
Die Alliierten seien sich darüber klar, daß die von Deutschland aufzubringenden Mittel nicht allein durch Steuern gedeckt werden könnten. Daher müßten aus deutschen Quellen Anleihen bereitgestellt werden. Auch das deutsche Sozialprodukt könne etwas erhöht werden. Der Sprecher wies auf die der Bundesrepublik zugestandene höhere Stahlproduktion hin und teilte mit, daß in absehbarer Zeit auch mehrere gegenwärtig noch bestehende Industriekontrollen fortfallen sollten. Die Steuern in Deutschland seien nach amerikanischer Ansicht nicht zu hoch.
<Bei einem etwaigen Verteidigungsbeitritt der Bundesrepublik sollten die deutschen Truppen genau so wie alle anderen Soldaten behandelt werden. Einen neuen deutschen Generalstab und eine neue deutsche Armee werde es nicht geben. Die nationalen Armeen sollten nach amerikanischer Ansicht dadurch fortfallen, daß sich alle westeuropäischen Länder in einem westeuropäischen Verteidigungsorgan zusammenfinden. Die Bundesrepublik müsse dabei als wirklicher Partner anerkannnt werden.
Zum Schluß wies der amerikanische Sprecher darauf hin, daß die Bundesrepublik nun auch damit beginnen müsse, ihre Auslandsschulden zu bezahlen. Dann könnten auch die deutschen Auslandsguthaben in irgendeiner Form berücksichtigt werden. In den Vereinigten Staaten könnten sie zum Beispiel dafür verwendet werden, private deutsche Kriegsschulden an Amerikaner zu begleichen.
Truppenverstärkungen
Französische Einheiten für Deutschland
Bz. Frankfurt, 2. November. (Eigener Bericht.) In den jüngsten Tagen sind französische Truppenverstärkungen in Deutschland eingetroffen. So wurde ein Bataillon nach Ulm gelegt, wo bereits eine amerikanische Einheit in der gleichen Gegend stationiert ist. Ulm befindet sich an der Südwestecke der französischen Besatzungszone und damit in nicht allzugroßer Entfernung vom Eisernen Vorhang. Auch in der Gegend von Mainz und Bingen sind die ersten Verstärkungen einquartiert worden. Nach Pariser Blättermeldungen handelt es sich um Spahi-Einheiten aus Nordafrika.
Im übrigen wird in Frankfurt noch bekannt, daß die Vorbereitungen zur Errichtung eines gemeinsamen alliierten Oberkommandos mit großer Beschleunigung getroffen werden.
Rehabilitierung gefordert
Antrag eines britischen Abgeordneten
London, 2. November, (dpa) Der britische Labour-Abgeordnete Paget forderte im Unterhaus die Rehabilitierung der ehemaligen deutschen Wehrmacht. Deutsche Soldaten, die wegen Kriegsverbrechen verurteilt worden sind, sollten freigelassen werden. Um die richtigen Deutschen in die westliche Verteidigungsstreitmacht zu bekommen, müsse man zunächst aufhören, die Armee, in der sie gedient hätten, als verbrecherisch zu behandeln.
Frankreich besteht auf Pleven-Plan
Eine Pressekonferenz des Verteidigungsministers Moch in Washington
Washington, 2. November, (dpa) Frankreich beharrt unter allen Umständen auf den Grundzügen des Pleven-Planes. Dies war der Grundton der Ausführungen, die der französische Verteidigungsminister Moch in Washington auf einer Pressekonferenz machte. Er sagte, die französische Regierung werde unter keiner Bedingung den Einbau deutscher Divisionen, eines deutschen Verteidigungsministeriums und eines deutschen Generalstabs in das Gerüst der europäischen Verteidigung dulden.
Das Aeußerste, was Frankreich hinzunehmen bereit sei, wären deutsche Einheiten in Bataillonsstärke, etwa zwischen 800 1200 Mann und auch das erst, nachdem die Bundesrepublik den Schuman-Plan unterzeichnet habe und nachdem ein europäisches Verteidigungsministerium eingerichtet sei. Der Minister sprach dabei von den Erfahrungen Frankreichs in den letzten 75 Jahren. Er äußerte die Ansicht, daß der deutsche Nationalismus noch bestehe. Nähme man deutsche Divisionen in die westeuropäische Armee auf, so sagte Moch, dann wurde man heimliche Verbindungen nicht verhindern könnens die zur Bildung einer neuen deutschen Armee führen konnten Deutschland könnte so wiederum Unabhängigkeit erhalten und Rachegelüste nähren.
Moch erklärte, alle Franzosen seien dafür, Europa so weit östlich wie möglich zu verteidigen, so daß auch die Sicherheit Dänemarks und Norwegens, nicht aber nur die Belgiens, Hollands und Luxemburgs gewährleistet werden könne. (Dabei zählte Moch die Bundesrepublik nicht namentlich auf.) Moch sagte, die Franzosen seien bereit, den Deutschen gleiche Verhandlungschancen zu bieten.
Indien verwahrt sich
Neu Delhi, 2. November, (dpa) Die indische Regierung hat in einer Note an das kommunistische China Behauptungen Pekings kategorisch zurückgewiesen, in denen erklärt worden war, die jüngste indische Note zur Tibetfrage sei auf ausländische chinafeindliche - Beeinflussung zurückzuführen. Die letzten Entwicklungen in Tibet, heißt es in der indischen Note, hätten die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Indien und China und den Frieden der ganzen Welt beeinträchtigt.
Shaw gestorben
Der große Dichter friedlich entschlafen
Ayot St. Lawrence, 2. November (AP.) Der irische Dichter George Bernard Shaw ist am Donnerstagmorgen im Alter von 94 Jahren gestorben.
Die Feuerbestattung ist am kommenden Montag. Die Asche wird mit der seiner im Jähere 1943 verstorbenen Frau Charlotte vermischt werden.
Kurze Zeit nach seinem Tode hing ein Diener an der Pforte des Hauses einen kleinen Zettel auf, der von Shaws Schreibblock abgerissen war. Handgeschrieben stand auf der kleinen Note: „Mr. Bernard Shaw ist heute morgen eine Minute vor fünf friedlich entschlafen ...“
Gleich nach der Bekanntmachung vom Tode Bernard Shaws, die in Neüyork kurz nach Mitternacht erfolgte, erloschen auf dem Broadway alle Lichter. Die größte „Theaterstraße“ der Welt verdunkelte sich zum Andenken an den großen Dichter.
Tiefe Cinbrüche der Nordkoreaner
Weitere Verschärfung der Lage im Nordwesten des Landes
Söul, 2. November. (AP./dpa) Die heftige Gegenoffensive der kommunistischen Streitkräfte hat an der Nordwestfront Koreas eine ernste Lage für die Truppen der Vereinten Nationen geschaffen. Nordkoreanische Verbände hatten am Donnerstag die südkoreanischen Stellungen südöstlich von Unsan überrannt und sind dreißig Kilometer nach Südosten vorgestoßen. Die pausenlosen Angriffe der Kommunisten zwangen die Truppen der Vereinten Nationen, die Front zurückzunehmen.
Die im Raum von Unsan eingesetzten amerikanischen Einheiten haben sich bis 15 Kilometer südlich der Stadt zurückgezogen und versuchen eine neue Verteidigungslinie zu errichten, die von Chongju über Taechon bis Kujangdong verlaufen soll. Vorausabteilungen der 24. amerikanischen Division, die bereits bis Charyongwan kurz vor der mandschurischen Grenze vorgedrungen waren, haben sich an der Westküste etwa siebzig Kilometer zurückgezogen.
Die kommunistischen Truppen, denen starke chinesische Einheiten zugeteilt worden sind, versuchen von Unsan aus, zur Mündung des Chongchon-Flusses durchzustoßen, um damit den westlich des Flusses stehenden Streitkräften der Vereinten Nationen den Rückzug abzuschneiden. Die Nordkoreaner setzten hier neues Kriegsmaterial und zum erstenmal seit Beginn des Koreakrieges auch Raketenwerfer ein. Seit längerer Pause ist auch wieder verstärkte nordkoreanische Lufttätigkeit zu verzeichnen.
Nach Aussagen eines chinesischen Gefangenen befanden sich bei der ersten Angriffswelle allein 3000 Rotchinesen. Die chinesischen Truppen sind auf das modernste ausgerüstet. Sie verfügen über Schnellfeuergewehre, neueste Maschinenpistolen und Panzerfäuste.
Nach dem Kommunique des amerikanischen Hauptquartiers haben die nordkoreanischen Angriffsverbände in der Nacht zum Donnerstag tiefe Einbrüche in die Stellungen der Vereinten Nationen erzielt. Mehrere südkoreanische und amerikanische Einheiten wurden eingeschlossen. Ein Teil von ihnen hat sich inzwischen freikämpfen können.
Der Stabschef der südkoreanischen Streitkräfte, General Tschung H - kwon erklärte, der Einsatz starker chinesischer Streitkräfte könne zur Folge haben, daß der Korea-Krieg noch ein Jahr oder sogar noch länger dauere. Ein Sprecher des ersten amerikanischen Korps bezeichnete die Lage als „zu vage und verworren“, um gegenwärtig genau sagen zu können, wieweit bestimmte Einheiten der Vereinten Nationen zurückgehen mußten.
Shaw in seinen letzten Jahren
Aus der Mandschurei
Tokio, 2. November, (dpa) Amerikanische Aufklärungsflieger meldeten am Donnerstag, daß chinesische Truppen von der Mandschurei aus nach Süden marschierten. Wie ein Sprecher des 1- amerikanischen Korps mitteilte, wurden die chinesischen kommunistischen Verbände auf der Straße gesehen, die von Chosan an der mandschurisch-nordkoreanischen Grenze nach Süden führt
China soll beteiligt werden
Die Kraftwerke am Jalu
Söul, 2. November, (dpa) Der südkoreanische Handels- und Industrieminister Kim Hun kündigte am Mittwoch an, seine Regierung sei bereit, mit den chinesischen Kommunisten über eine Teilung der am Jalu-Fluß gelegenen wichtigen Suiho-Wasserkraftwerke zu verhandeln, um Blutvergießen an der koreanisch-mandschurischen Grenze zu verhindern. Die Suiho-Kraftwerke sind gegenwärtig eines der Hauptziele der Truppen der Vereinten Nationen. Die Nordkoreaner haben zu ihrer Verteidigung Elite-Einheiten zusammengezogen.
Das Attentat
*** Es ist nicht das erste Mal, daß Nationalisten ein Attentat verübt haben. Der Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten Truman war aber wohl eines der unsinnigsten Unterfangen. Nicht allein deshalb, weil diejenigen, die in den Wohnsitz des Präsidenten eindringen wollten, sich von vorneherein sagen mußten, sie hätten keinerlei Chancen, ihre mörderische Absicht auszuführen. Nein, weil auch der Tod des Präsidenten in keinem Falle den politischen Bestrebungen der Revolverhelden einen Erfolg hätte bringen können.
Es gibt wohl in den Vereinigten Staaten keine Menschengruppe, der daran gelegen wäre, den Präsidenten Truman gewaltsam zu beseitigen. Selbst die Kommunisten haben sofort versichert, eine solche Absicht läge ihnen fern. Der Ursprung des Attentates liegt außerhalb der Vereinigten Staaten, nämlich auf der kleinen Antillen-Insel Puerto Rico, die 1493 von Columbus entdeckt wurde und 1898 nach dem spanisch-amerikanischen Krieg als Territorium zu den Vereinigten Staaten kam. Die Einwohner besitzen das Bürgerrecht der Vereinigten Staaten und eine beschränkte Selbstverwaltung. An der Spitze der Verwaltung steht ein vom Präsidenten der Vereinigten Staaten ernannter Gouverneur.
Vor wenigen Tagen ist auf der Insel Puerto Rico eine nationalistische Revolte ausgebrochen, die das Ziel hatte, der amerikanischen Herrschaft ein Ende zu bereiten. Konnte diese Revolte, die inzwischen niedergeschlagen worden ist, zu einem Erfolge gelangen, wenn der amerikanische Präsident ermordet worden wäre? Man muß das entschieden verneinen. Er wäre Wahnideen politischer Phantasten zum Opfer gefallen. Um so erfreulicher ist es, daß dieser Anschlag, über den jeder gesittete Mensch mit der amerikanischen Nation Entsetzen empfindet, rechtzeitig vereitelt werden konnte.
Machtgewinn ohne Risiko
Von Reinhold ZenzVon allen westlichen Politikern und Strategen wird immer wieder betont, Rußland werde nur dann von weiteren Eroberungsabsichten ablassen, wenn man in der Lage sei, ihm genügend starke militärische Kräfte entgegenzustellen, die das Risiko seines Angriffs zu groß machen. Tatsächlich hat Rußland sein Vorfeld stets nur an den Stellen des geringsten Widerstandes vorgeschoben. Sobald ihm ernsthafter Widerstand entgegengesetzt wurde, zog es sich wieder zurück. Aber schon Lenin hat in seinen Schriften betont, der Kommunismus müsse auf seinem Vormarsch auch Rückschläge hinnehmen, und auch er vermied es, einen Zeitpunkt für die Welteroberung anzugeben. Immerhin hat Rußland sich bereits vom Pazifik bis zur Elbe ausgedehnt. Es beherrscht oder kontrolliert die größte zentrale Landmasse der Welt, und, politisch gesehen, gibt es keine getrennten Erdteile Europa und Asien mehr. Lag die Grenze Asiens früher am Ural, so ist sie heute bis zur Elbe vorgeschoben.
Die bolschewistische Taktik Vor wenigen Tagen hat der Bundeskanzler darauf hingewiesen, Rußland habe seit 1945 sich selbst ein Gebiet von ungefähr 680 000 Quadratkilometern einverleibt und weitere zwölf Millionen Quadratkilometer mittelbar unter seine Herrschaft gebracht. Das Deutsche Reich umfaßte im Jahre 1936 eine Fläche von 470 000 Quadratkilometern. Ein Vergleich wird nachdenklich machen.
Fast all seine Erwerbungen hat Rußland ohne jegliches Risiko gemacht. Bei seiner Methode brauchte es nichts zu riskieren. Es setzte seine fünften Kolonnen an, es unterstützte in einem Lande, das es sich botmäßig machen wollte, willfährige Anhänger und ermöglichte es ihnen, die Regierungsgewalt im Interesse der bolschewistischen Machtausdehnung an sich zu reißen. Am liebsten wäre es den Russen, wenn sich der Westen mit ihnen an einen Tisch setzte und die Welt endgültig zwischen Ost und West aufteilte, wie Großmächte früher ihre Interessensphären abzugrenzen pflegten. Auch bei einer solchen Aufteilung würde Rußland sehen, daß es auf seine Kosten käme.
Aber es würde auch ein solches Abkommen nur als eine Zwischenlösung betrachten, mit der es Zeit gewinnen könnte, sich auf die Welteroberung vorzubereiten, die sein letztes Ziel bleibt. Daß es sich noch nicht stark genug fühlt, die Führung der Welt zu übernehmen, hat sich erwiesen, als es die Nordkoreaner nach ihrer militärischen Niederlage preisgab. Es zeigt sich ebenfalls bei den wiederholten Versuchen Wyschinskis, den Aufmarsch der Atlantikmächte zu einer gemeinsamen Verteidigung durch Friedensbeteuerungen aufzuhalten.
Unruheherd Ostasien
Während Wyschinski von der Möglichkeit eines friedlichen Nebeneinanderlebens der beiden wirtschaftlich und politisch so grundverschiedenen Systeme der Demokratie und des totalitären Staates spricht, während er eine Herabsetzung der Rüstung um ein Drittel fordert, verfolgt der Bolschewismus in Ostasien unentwegt seine Taktik des risikolosen Gewinnes weiter. Ostasien ist dafür zur Zeit das dankbarste Feld. Nirgendwo sonst in der Welt kann es die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit den bestehenden Verhältnissen besser für seine Zwecke ausnutzen. Ueberall gibt es schroffe wirtschaftliche, religiöse oder nationale Gegensätze. Es kann hier nur auf einige der wichtigsten Brennpunkte hingewiesen werden.
Den Einmarsch rotchinesischer Truppen in Tibet konnte der Kreml gutheißen, weil er wußte, die Tibetaner selbst würden schon behilflich sein, dem Dalai-Lama
die Macht zu entreißen. Zwischen diesem geistlich-weltlichen Oberhaupt und dem Pantschen-Lama (oder Taschi-Lama), der zwar über keine weltliche Macht verfügt, dem Dalai-Lama aber auf geistlichem Gebiete gleichgestellt ist, bestehen nämlich seit langem die größten Gegensätze. Als im Jahre 1937 der Pantschen-Lama in China, wohin er sich in Sicherheit gebracht hatte, starb, wurde auch seine Wiedergeburt in der chinesischen Provinz Sinkiang verkündet. Der Dalai-Lama erkannte sie nicht an Er verweigerte dem neuen Pantschen-Lama die Einreise nach Tibet. Nun ist es dieser bolschewistisch beeinflußte Pantschen-Lama, der sich vom Kloster Kumbum aus mit seinen Anhängern im Gefolge rotchinesischer Truppen nach Tibet begeben hat. Er besitzt auch dort zahlreiche Anhänger, und es ist kaum anzunehmen, daß die tibetanischen Regierungstruppen ernstlich einen „lebenden Buddha“ bekämpfen würden, selbst wenn sie einige Zweifel an seiner Rechtmäßigkeit haben.
Indochina und Korea
1 11 U U V 11 i u a u 11 VI Xi V * X, C* In Indochina sind es die Nationalisten, deren sich der Kreml für seine Zwecke bedient. Wie in allen Kolonialgebieten wollen die Eingeborenen einer fremden Herrschaft nicht mehr unterstehen und verlangen ihre Selbständigkeit. Vor längerer Zeit hätte man vielleicht noch mit Ho-tschi-minh zu einer Verständigung gelangen können. Die Einsetzung des früheren Königs Bao Dai als Stabschef von Vietnam sowie von Königen in Laos und Kambodscha war vielleicht nicht das richtige Mittel, um den Unabhängigkeitsbestrebungen in Indochina Rechnung zu tragen. Es ist auch noch die Frage, ob man wirklich einen Gewinn davon hat, wenn man jetzt diesen drei Herrschern gestatten will, indochinesische Eingeborenen-Armeen in einer Gesamtstärke von 150 000 Mann aufzustellen. Sie werden nur dann richtige Verbündete sein, wenn unter ihnen genügend bekannt wird, welches Terror-Regiment die Kommunisten in den eroberten Gebieten errichtet haben. Nur dadurch können die bisher noch neutralen Eingeborenen veranlaßt werden, an der Seite der Franzosen zur Selbstverteidigung zu schreiten.
Die bolschewistische Propaganda ist jedoch geschickt genug, wahrheitsgemäße Berichte als Greuelmärchen hinzustellen. Dadurch gelang es ihr, die tatsächlichen Verhältnisse in Nordkorea zu verschleiern und dem Bolschewismus schon vor dem Einfall unter den Eingeborenen Südkoreas zahlreiche Anhänger zu gewinnen. Denn die bolschewistische Propaganda konnte auf eine Neuerung in Nordkorea hinweisen, die den Südkoreanern unter Syngman Rhee versagt blieb, aber für die landarmen Bauern das allerwichtigste war: die Neuregelung des Landbesitzes. Diese auch in Südkorea vorzunehmen, wird das wichtigste Erfordernis für die Vereinten Nationen sein, sobald es ihnen gelungen ist, die letzten nordkoreanischen Streitkräfte sowie rotchinesische Hilfstrunpen niederzuschlagen und nach demokratischen Wahlen die beiden getrennten Korea wieder zu einer Einheit zu machen.
Die Rolle Indiens Der Bolschewismus hat in Ostasien Rückschläge erlitten, aber auch Erfolge erzielt. Im Kreml wird man sich fragen müssen, ob sich diese Erfolge auszahlen. Die Folge des Einfalls in Südkorea war der feste Zusammenschluß der Vereinten Nationen zur Abwehr des Angreifers. Der scheinbar risikolose Einmarsch in Tibet kann noch schwererwiegende Folgen zeitigen
Bisher hatte sich der indische Premierminister Pandit Nehru bemüht, eine vermittelnde Stellung zwischen Ost und West einzunehmen, was selbst von Stalin insofern anerkannt wurde, als er befahl, die Propaganda gegen den neuen indischen Staat einzustellen. Nehru zeigte das Bestreben, Indien zu einer dritten, vermittelnden Kraft zwischen zwei Welten zu machen. Er hielt freundschaftliche Beziehungen zu Peking aufrecht und unterstützte bei den Vereinten Nationen entschieden den Wunsch Rotchinas, den Ratssitz zu erhalten, den bisher immer noch die Nationalchinesen inne haben.
Durch den Einmarsch in Tibet wird Rotchina aber ein unmittelbarer Nachbar Indiens, das zur Zeit, ähnlich wie Jugoslawien, von einer Hungersnot bedroht wird und darauf bedacht sein muß, jede Wühlarbeit unter der Bevölkerung zu verhindern. Die Beziehungen Nehrus zu Peking schienen eine Gewähr gegen die Arbeit einer fünften, bolschewistischen Kolonne in Indien zu bieten. Daß die Bolschewisten ohne Rücksicht auf die indischen Vermittlungsbemühungen einen Vormarsch angetreten haben, der an die Grenzen von Indien und Nepal führt, muß den indischen Premierminister aufs äußerste bedenklich machen. Indien kann Tibet keine Waffenhilfe leisten, es ist von Lhasa auch nur diplomatische Hilfestellung erbeten worden. Nehru hat sie dem Nachbarn nicht verweigert. Wird er aber, nun da er sein eigenes Land bedroht sieht, weiterhin für die Zulassung des kommunistischen Chinas zu den Vereinten Nationen eintreten können? Es wird ihm kaum möglich sein, denn jetzt wird Pandit Nehru sogar damit zu rechnen haben, daß er in einer vielleicht nicht allzu fernen Zeit die Vereinten Nationen gegen bolschewistische Aufständische in Indien wird zu Hilfe rufen müssen.
Der Vormarsch in Tibet
Hongkong, 2. November. (AP.) Die chinesischen kommunistischen Truppen haben nach einer Meldung des Senders Peking die tibetanische Stadt Changtu am 29. Oktober besetzt. Changtu liegt etwa 575 Kilometer nordöstlich der tibetanischen Hauptstadt Lhasa und etwa 160 Kilometer weit im Landesinnern. Bei der Schlacht um Changtu wurden nach der Rundfunkmeldung 4000 tibetanische Soldaten „liquidiert“.
Der Kommandeur des 9. tibetanischen Regiments soll, wie der Pekinger Rundfunk meldet, seine Truppen nach der westchinesischen Provinz Sikang geführt haben, um sich dem chinesisch-kommunistischen Einmarsch in Tibet anzuschließen.
Das weltliche Oberhaupt der rund drei Millionen Tibetaner, der Dalai-Lama, wird die tibetanische Hauptstadt Lhasa nicht verlassen, solange noch Verhandlungen mit der chinesischen Volksrepublik geführt werden.
Ein Täuschungsversuch
Attlee gegen kommunistische Manöver
London, 2. November. (BBC) Der britische Premierminister Attlee bezeichnete die von den Kommunisten aufgezogene Friedenskampagne und den sogenannten Friedenskongreß, der in diesem Monat in Sheffield stattfinden soll, als einen Versuch, ehrlich denkende Menschen zu täuschen. Über den bevorstehenden Sheffielder Friedenskongreß sagte Attlee, mehr als neun Zehntel der Einberufer seien als Kommunisten oder ihre Parteigänger bekannt. Sie verfolgten das Ziel, die Rüstungsbemühungen der Demokratien zu vereiteln und redeten den Arbeitern der totalitären Staaten ein, sie müßten mehr Waffen erzeugen. Ein anderes Ziel bestünde darin, die jungen Männer Amerikas, Großbritanniens, Belgiens und Jugoslawiens dazu zu verleiten, sich der Militärpflicht zu entziehen. Das Kominform höre auch nicht gerne vom Krieg mit Atomwaffen, aber nur weil es sich sage, daß die Länder, in denen der Kommunismus jetzt an der Macht sei, noch nicht so stark seien, wie die anderen.
Die Attentäter kamen aus Porto Rico
Beginn der Untersuchung über den Mordanschlag auf den amerikanischen Präsidenten
Washington, 2. November. (AP./dpa) In Washington wurde gestern mit der Voruntersuchung des mißglückten Attentats gegen Präsident Truman begonnen. Nach einer Mitteilung der Geheimpolizei wurden die beiden Attentäter als Mitglieder der revolutionären Nationalistenpartei von Porto Rico identifiziert. Der überlebende Attentäter Collazo hat nach längerem Verhör gestanden, mit seinem Komplizen Torresola nach Washington gekommen zu sein, um den Präsidenten zu ermorden.
Truman hielt gerade sein übliches Mittagsschläfchen, als sich der Vorfall ereignete. Ein Polizeiposten im Blair House sah Truman ans Fenster treten und rief ihm zu, er solle sich sofort zurückziehen. Kaum eine Stunde nach dem mißglückten Attentatsversuch fuhr der Präsident dann zur Enthüllung eines Denkmals für Feldmarschall Sir John Dill. Der Präsident war ruhig und gefaßt und erwähnte in seiner Ansprache mit keinem Wort das Attentat. Am Donnerstag machte der Präsident wie immer seinen Morgenspaziergang.
Ein „dritter Mann“
Den Plan für das Attentat auf den amerikanischen Präsidenten soll bereits vor zehn Tagen in Neuyork ausgearbeitet worden sein. Zur Zeit sucht die Geheimpolizei fieberhaft nach einem „dritten Mann“, der an dem Anschlag beteiligt gewesen sein soll. Kurz nach dem Schußwechsel vor dem Blair House sei er jedoch davongeeilt, ohne gefaßt werden zu können.
Der eine der beiden Attentäter, der schwerverletzte Collazo, wurde inzwischen unter Mordanklage gestellt. Insgesamt wurden bisher acht Personen, darunter auch die Frau Collazos, im Zusammenhang mit dem Anschlag in Haft genommen.
Kommunistisch verseucht
Die portoricanischen Nationalisten, aus deren Kreis der Mordanschlag unternommen wurde, stellen eine kleine, aber sehr radikale Gruppe auf der Insel Porto Rico dar, und sind mit kommunistischem Gedankengut verseucht. Die Insel hat eine sehr dichte Bevölkerung, ohne die Möglichkeit, sie ausreichend zu ernähren.
Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen
Sofort nach dem Attentatsversuch wurden die Sicherheitsmaßnahmen und der Polizeischutz um den Wohnsitz des Präsidenten und um das Weiße Haus verstärkt. Ein Teil der belebten Pennsylvania Avenue, dem Schauplatz des Attentatsversuchs, wurde durch Seile abgesperrt.
Gewöhnlich wird Präsident Truman von 25 Geheimpolizisten umgeben. 100 uniformierte Polizeibeamte sind außerdem in „Blair House“ und im „Weißen Haus“ stationiert. Auf seinem täglichen Morgenspaziergang begleiten den Präsidenten mehrere „detectives“, denen ein bewaffnetes Polizeiauto folgt.
Ein „Lotsen-Zug“
Noch schärfere Sicherheitsmaßnahmen werden auf Reisen eingehalten. Vor dem mit Polizisten besetzten Zug fährt ein „Lotsen-Zug“, der die Strecke klärt. Sämtliche Brücken, Bahnübergänge und Bahnhöfe, die der Sonderzug passiert, werden besonders bewacht.
Wenn Truman in einem Hotel absteigt, überprüft der Geheimdienst sämtliche Eingänge des Hauses, Fahrstühle, Feuerleitern und die Dächer der anliegenden Häuser. Während der Hotelmahlzeiten ist der Präsident ständig von drei Geheimpolizisten umgeben, ein weiterer hält sich nur in der Küche auf. Auch das Hotelpersonal und sämtliche Gäste werden sorgfältig überwacht.
Jedes für einen Empfang vorgesehene Gebäude wird vorher durch einen Architekten einer genauen Untersuchung unterzogen, wobei auch ein Blick unter das Rednerpult nicht vergessen wird.
Kugelsicheres Auto
Der Wagen des Präsidenten ist kugelsicher gebaut, ihm folgen bei jeder Ausfahrt schwerbewaffnete Polizeiautos. Hunderte von Geheimpolizisten mischen sich unter die Straßenpassanten.
Der letzte aufsehenerregende Mordanschlag auf einen amerikanischen Präsidenten wurde im Jahre 1933 auf Trumans Vorgänger Roosevelt verübt, der aber da-* bei unverletzt blieb. Die Kugel des Attentäters tötete damals den Bürgermeister von Chikago, Anton Oermak. Drei amerikanische Präsidenten sind in der Vergangenheit durch Mörderhand ums Leben gekomen: Abraham Lincoln, James Garfield und William Mclnley.
Sowsetzone verhaftet, Großbauern“
Sie werden als Saboteure der Kartoffelablieferung bezeichnet
Berlin, 2. November. (AP) Aus der sowjetischen Zone wird in zunehmendem Maße von Verhaftungen sogenannter „Großbauern“ berichtet, die von den kommunistischen Behörden wegen angeblicher „säumiger Kartoffälablieferung“ unter Anklage gestellt und verurteilt werden.
Meldungen über derartige Verhaftungen, kamen in den letzten Tagen vor allem aus Brandenburg, Mecklenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt. In Mecklenburg sollen allein 18 Bauern wegen angeblicher unzureichender Kartoffelablieferung als „Saboteure“ zu insgesamt über 110 Jahren Zuchthaus oder Gefängnis verurteilt worden sein. Auch in Thüringen und Sachsen-Anhalt wurden je 50 Bauern aus den gleichen Gründen vor Gericht gestellt.
In diesem Zusammenhang wird gemeldet, daß viele Landräte in der Ostzone warnend auf die bereits bis zur Empörung gereizte Stimmung der Landbevölkerung hingewiesen haben. So wurde festgestellt, daß die Bauern aus dem Kreis FrankfurVOder ihre Kartoffeln rechtzeitig und in den geforderten Mengen abgeliefert hätten. Auf dem Bahnhof Frankfurt/Oder aber seien diese ursprünglich für Berlin bestimmten Kartoffeln in Waggons eingeladen worden, auf deren Frachtbriefen Ungarn als Bestimmungsland angegeben war.
Auslieferung verweigert
Stuttgart, 2. November. (AP.) Der württemberg-badische Justizminister Dr. Beyerle hat am Donnerstag vor dem Landtag die Weigerung seines Ministeriums erklärt, drei deutsche Staatsangehörige zum Zweck der Auslieferung an Frankreich zu verhaften.
Der Minister betonte, der Artikel des deutschen Grundgesetzes untersage die Auslieferung deutscher Staatsangehöriger an das Ausland. Nach der deutschen Rechtsauffassung könne niemand verhaftet werden, ohne die Gründe dafür zu erfahren. Landeskommissar General Gross betonte, daß Befehle der Besatzungsmacht über dem Grundgesetz stehen.
Campos in Polizeigewahrsam
Er wird durch einen bei den Attentätern gefundenen Brief belastet
San Juan. 2. November, (dpa) Pedro Albizu Campos, der Führer der portouicanischen Nationalisten, die auf der den Vereinigten Staaten unterstehenden Insel vor einigen Tagen eine Revolte anzettelten. hat sich am Donnerstag der Polizei gestellt. Sein Haus in der Hauptstadt San Juan war seit. Mittwoch abend von einem dichten Polizeikordon umgeben, der sein Entweichen unmöglich machte. Campos ergab sich jedoch erst, als die Polizisten, die ihn mehrfach aufgefordert hatten herauszukommen, mit Gewehrfeuer und Tränengasbomben gegen seine Wohnung vorgingen.
Die porto-ricanischen Behörden gaben bekannt, daß inzwischen auch mehrere führende Kommunisten der Insel verhaftet wurden, unter ihnen der Vorsitzende der Kommunistischen Partei auf Porto Rico, Cäsar Iglesias. Insgesamt wurden bisher 1130 nationalistische und kommunistische Führer festgenommen. Die Regierung hat bisher nicht bekanntgegeben, ob und inwieweit auch Kommunisten aktiv an der Revolte beteiligt waren oder als Hintermänner angesehen werden können.
In der Rocktasche eines der portoricanischen Attentäter, der am Mittwoch bei dem mißglückten Anschlag auf Präsident Truman in Washington schwer verwundet worden war. wurde ein Brief gefunden, der den Nationalistenführer Campos stark belastet. Der Brief, über dessen Inhalt nichts mitgeteilt wurde, war an den Bruder von Campos gerichtet, der die Aufstandsbewegung in einem anderen Teil Porto Ricos leitet.
Die nationalistische Opposition auf Porto Rico will die völlige Unabhängigkeit der Insel von jeder ausländischen und amerikanischen Beeinflussung durchsetzen. Porto Rico untersteht den Vereinigten Staaten und ist im Washingtoner Repräsentantenhaus durch einen nichtstimmberechtigten Delegierten vertreten.
Der Aufstand der Nationalisten, der am Wochenanfang begann, ist zum großen Teil niedergeschlagen worden. Nur noch an vereinzelten Stellen verursachen nationalistische Trupps Unruhen.
Glückmünsche für Truman
Washington, 2. November (AP.) König Georg VI. von England hat dem amerikanischen Präsidenten seine Glückwünsche zum Mißlingen des Attentats in einem Telegramm übermittelt. Weitere Glückwünsche sind von Königin Juliane der Niederlande, dem britischen Ministerpräsidenten Attlee, von Mitgliedern des italienischen Kabinetts, dem Präsidenten von Isreal, Weizmann, dem französischen Regierungschef, Pleven, Ministerpräsident Auriol und zahlreichen anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Washington eingegangen.
Auch die kommunistische Partei Amerikas äußerte in einer Erklärung zum Attentat ihre „tiefe Erschütterung“ über den Mordversuch. In der kommunistischen Erklärung heißt es: „das kann nur eine Handlung von Terroristen sein, eine Version 1950 des Reichstagsbrandes und van der Lübbes“.
Heuss gratuliert
Bonn, 2. November, (dpa) Bundespräsident Prof. Heuss hat dem Präsidenten der Vereinigten Staaten seine herzlichen Glückwünsche zum glücklichen Ausgang des Attentatsversuchs übermittelt.
Stimmen der Anderen
Törichter Konfesstonalismus
Die Wochenschrift „ChristundWel t“, die das Einigende zwischen den beiden christlichen Bekenntnissen ebenso offen betont wie das Trennende, schreibt den Allzuvielen im Lande, die sich als „christlich“ vorkommen, ins Stammbuch:
„Nur zu oft hört man, wenn ein öffentlicher Posten zu besetzen und ein Vorschlag erfolgt ist, den katholischen Einwand, der Mann sei Protestant, oder den evangelischen Einwand, der Mann sei Katholik. So weit, so gut, — bedauerlicherweise bleibt es jedoch nicht bei dieser praktisch zunächst belanglosen Feststellung, sondern es wird daraus der törichte Schluß gezogen, daß der Kandidat „nicht in Frage kommt“. Das Widersinnige, ja Groteske eines solchen Vorgehens wird erst deutlich, wenn man weiß, daß weder Protestanten noch Katholiken den Finger rühren, wenn sie selbst keinen Bewerber anzubieten haben und ein religiös farbloser Anwärter vorgeschlagen worden ist. Und der Höhepunkte des Widersinns und das Groteske wird erreicht, wenn — und das ereignet sich täglich im Kleinen wie im Großen — die Evangelischen und die Katholischen lieber einen Nichtchristen auf den Sessel hinter einem Amtsschreibtisch setzen, ja sich eher brüderlich auf einen solchen Kandidaten einigen, als einen „konfessionellen Rivalen“ zum Zuge kommen zu lassen. An dieser Stelle schlägt der gesunde Unterschied zwischen den Bekenntnissen in törichten Konfessionalismus um. Einem Protestanten, der eher einen Hindu gelten läßt als einen Katholiken, und einem Katholiken, der sich einem Konfutsianer stärker verbunden fühlt als einem Evangelischen, nur um sich von dem „Andersgläubigen“ innerhalb desselben Glaubens abzusetzen, bescheinigen wir mit allem Freimut, daß er weder das Christentum noch die Aufgabe des Christen In unserer Zeit begriffen hat . . .“
Die Atomforscher
Das Verschwinden des Atomforschers Bruno Pontecorvo gibt verschiedenen britischen Zeitungen Anlaß, eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen und des Geheimschutzes in Großbritannien zu fordern. „Yorkshire Post“ schreibt: „Die öffentliche Meinung in Großbritannien ist in den letzten Jahren mehrfach durch das Versagen unseres Sicherheitssystems beim Schutz gegen kommunistische Spionagetätigkeit erschüttert worden. Ein Mensch kann ein erstklassiger Physiiker sein und sich doch als ganz gewöhnlicher Sterblicher erweisen, wenn es um politische oder moralische Fragen geht. Eine Gefahrenquelle ist der halbreligiöse Charakter des Kommunismus. Wer sich zu diesem Glauben bekennt, kann zu der Auffassung kommen, seine Treue zur Weltrevolution komme vor jeden Patriotismus. Ein ausländischer Flüchtling ist diesen Gefahren vielleicht besonders zugänglich. Deshalb wäre es wohl sicherer, sich bei Aufgaben, die Verteidigungsgeheimnisse berühren, auf britische Wissenschaftler zu verlassen.“
„News Chronicle“ meint:
„Bei unserer Auswahl für die Besetzung von Schlüsselstellungen in der Atomforschung scheint etwas grundsätzlich falsch zu sein. Noch schlechter ist offenbar das Ueberprüfungssystem. Nach geheimnisvollen Wanderungen durch halb Europa ist Professor Pontecorvo von der Bildfläche verschwunden. Dadurch hat sich unser Sicherheitssystem bemerkenswert lächerlich gemacht. Es wäre tatsächlich zum Lachen, wenn die Sache nicht so gefährlich wäre. Die Oeffentlichketit erwartet jetzt Taten und keine „Verschwindehricks' mehr.“
Nene Richtlinien
Washington, 2. November, (dpa) Das amerikanische Außenministerium arbeitet gegenwärtig für die Auslandsvertretungen der Vereinigten Staaten neue Richtlinien über die Erteilung von Einreisevisen nach den Vereinigten Staaten aus.
Hölle wo ist Dein Sieg?
ROMAN VON RACHEL FIELDErstabdruck. Alle Rechte beim Wolfgang-Krüger-Verlag, Hamburg.
54) Aber Henriette konnte sich nicht rühren; sie brachte nicht einmal die Kraft auf, ihren Platz am Klavier zu verlassen. Die Noten tanzten ihr vor den Augen; sie vermochte kaum ihre Aufmerksamkeit dem Wortstrom zuzuwenden, der wie aus der Ferne zu ihr drang. Sie wußte nur, daß es sich um sie handelte. Immer wieder hörte sie ihren Namen gleich einem Refrain aus dem wilden Sturzbach verblendeten Hasses an ihre Ohren klingen.
„Nein, Theo, nein! Du kannst mich nicht zum Schweigen bringen. Ich habe schon allzulange geschwiegen. Die Kinder sollen es ruhig wissen, wie du ihre Mutter quälst, wie du und diese Frau sie gegen mich aufgewiegelt habt. Eines Tages, wenn ihre eigenen Herzen an gleichgültiger Grausamkeit zerbrechen, werden sie mich verstehen, aber dann ist es zu spät — —“
„Fanny, in Gottes Namen, ich bitte dich “
„Du tust gut daran, ihn anzurufen, denn er kennt mein Leid und meine Tränen und meine Gebete. Ja, Gott weiß, was ich erdulden mußte, seit du Mademoiselle Deluzy ins Haus gebracht hast. Als hätte ich nicht schon Schmach zur Genüge erlitten, bevor sie kam. Und jetzt macht man sich lustig über mich oder man bemitleidet mich, wohin ich auch komme. Ich kann es den Menschen von den Augen ablesen, auch ohne daß sie
mach mit Worten noch weiter demütigen. Und diese Person sitzt auf meinem Platz an meinem Tisch, während ich in meinem eigenen Hause gezwungen bin. meine Mahlzeiten wie eine Aussätzige allein einzunehmen. Ihr alle seid ihr hörig geworden. In allem heißt es Mademoiselle hier und Mademoiselle da — sie ist genau so voller Ränke wie die Schlange im Paradies “
Ihre Stimme überschlug sich, und eine Sekunde lang herrschte Totenstille im Zimmer, bis Raynald das entsetzte Schweigen mit gellendem Schreien unterbrach, das Henriette wieder zur Besinnung brachte.
„Nein“, schrie der kleine Junge, und sie fühlte, wie er am ganzen Körper bebte, „nein, Mademoiselle ist keine Schlange. Sie ist lieb und freundlich, und ich liebe sie, ich liebe sie, und dich hasse ich!“
„Seht!“ Henriette legte ihm die Hand auf den Mund und versuchte, das wilde Schluchzen, das ihn befiel, zu beschwichtigen. „Sei ruhig, Raynald, ich bitte dich, Liebling!“
„Aber — sie hat so häßliche Sachen von Ihnen gesagt, und sie — sie hat kein Recht —“
„Da, seht ihr, sogar Raynald, mein Baby, nimmt ihre Partei. Sie hat euch alle verhext, und ich könnte ebensogut schon gestorben sein. Dann wäre ich euch wenigstens nicht mehr im Wege!“ „Fanny, nimm doch endlich Vernunft an!“
Der Herzog strich ihr besänftigend über den Arm; aber diese Berührung schien sie nur noch mehr zu erregen. Ihre Wut hatte sich seit Tagen angesammelt, und jetzt konnte nichts mehr ihren elementaren Ausbruch zurückdämmen, nicht einmal der Anblick ihrer Kinder, die mit vor Furcht geweiteten Augen vor ihr zurückwichen. Der Herzog hielt ihren Arm umklammert. Henriette ahnte, wie gereizt er war, als sie sah, wie seine Finger sich tief in das weiche Fleisch eingruben. Wie fest er zupackte! In seinem Zorn mußte er furchtbar sein! Sein Gesicht hatte sich so verändert, daß es auch ihr Angst einflößte. Vor wenigen Minuten noch war er ein anderer Mensch gewesen; all seine Liebenswürdigkeit und Güte war verschwunden, und an ihrer Statt gewahrte sie nur mehr unerbittliche Härte, fast Haß!
„Mein Gott!“ dachte Henriette, „wenn sie ihn jetzt zum äußersten treibt! Ich muß etwas tun. Ich darf hier nicht sitzen bleiben und das geschehen lassen.“ D’e Herzogin sprach wieder; bald klang ihre Stimme vorwurfsvoll klagend, bald schrill vor Wut. Henriette unterschied schon nicht mehr, was sie sagte. Mit einem Ruck riß sie sich hoch und ging, Raynald fest an der Hand, auf die beiden zu.
„Herzogin. Herzog!“ Der klare, ruhige Ton ihrer Stimme brachte den hysterischen Wortschwall der Herzogin für eine kurze Weile zum Schweigen. Sie blickte Henriette aus Augen an, so gläsern wie die eines tollwütigen Tieres. „Wenn Sie gestatten, werde ich d’e Kinder jetzt auf ihre Zimmer bringen.“
„Sparen Sie sich die Mühe, Mademoiselle!“ Diese Worte der Herzogin fielen wie ein Peitschenhieb auf sie nieder. „Meinetwegen werden Sie sich nicht mehr bemühen müssen. Gehen Sie nur zum Klavier zurück. Spielen Sie nur ruhig weiter. Tanzt doch, ihr anderen. An eure Mutter braucht ihr nicht mehr zu denken. Laß mich los, Theo, laß mich!" Sie schüttelte seine Hand ab, und ehe er sie daran hindern konnte, eilte sie auf die Terrasse und die Treppe zum Strand hinunter. So blitzschnell hatte sich alles abgespielt, daß fast eine volle Minute verstrich, bevor jemand etwas sagte oder tat. Und doch konnte niemand, der die Verzweiflung in ihrer Stimme gehört hatte, sich darüber im unklaren sein, was die Unglückliche zu tun beabsichtigte.
„Papa, Papa!“ Louise hatte sich zuerst gefaßt. „Laß sie nicht gehen!“
Sie wäre ihrem Vater durch die offene Glastür gefolgt, aber er schob sie beiseite und rannte seiner Frau nach.
Henriette hörte sich wie im Traum den weinenden Raynald beruhigen und die Schwestern aufmuntern. Aber während sie ihnen half, die verstreuten Notenhefte wieder in das Schränkchen zu legen und die Stühle im Salon zurechtzurücken, lauschte sie unablässig auf jedes Geräusch vom Strand und von der Promenade. Jeden Augenblick erwartete sie warnende Rufe von unten zu hören oder die schweren Tritte von Männern, die einen leblosen, triefenden Körper zwischen sich trugen. Doch eine halbe Stunde verging und alles blieb still Nur die Brandung rauschte leise gegen den festen Sand. Raynalds Tränen waren schon wieder versiegt, aber alle Kinder gingen bedrückt und schweigsam einher und wagten sich nur noch flüsternd zu unterhalten. Der Junge heftete sich ihr an d;e Fersen, wie er es vor Jahren schon getan. Er schluchzte nur mehr leise vor sich hin, aber er war kaum zu bewegen, seine Schätze vom Strand auf dem Fensterbrett zum Trocknen auszubreiten.
Eine weitere halbe Stunde verging, bevor ihr Schritte und Stimmen aus dem Nebenzimmer sagten, daß das Unheil noch einmal abgewendet worden war. Zu ihrer Erleichterung hörte sie die Herzogin mit ihrer Jungfer sprechen.
Henriette sah den Herzog nicht vor dem Abendbrot wieder. Er erschien erst, als die Suppe bereits aufgetragen wurde. Wie stets, hatte er sich zum Essen umgezogen, und nur ein müder Zug um Augen und Mund deutete auf den Vorfall des Nachmittags hin. Aus seinem Verhalten und den kurzen Antworten auf die Fragen seiner Töchter ging jedenfalls klar hervor, daß die Herzogin wieder wohlauf war und daß er dieses Thema nicht weiter zu erörtern wünschte.
Aber für Raynald waren die Aufregungen des Nachmittags zuviel gewesen. Mitten während der Mahlzeit wurde er plötzlich kreideweiß, rutschte von seinem Stuhl und verließ mit einer hastig gestammelten Entschuldigung das Zimmer. Henriette folgte ihm und fand ihn in seinem Zimmer gegen einen Anfall von Uebelkeit ankämpfend. Sie half ihm beim Auskleiden und saß dann noch solange an seinem Bett, bis er endlich erschöpft einschlief und sie wieder zu den anderen zurückkehren konnte.
Der Herzog saß mit Celeste am Schachbrett, bat aber Louise, - seinen Platz einzunehmen. als Henriette eintrat. Er ging auf den kleinen Balkon hinaus, der zum Kinderzimmer gehörte und zu dem die anderen Räume keinen Zugang hatten. Dort konnte man unbelauscht reden, und deshalb folgte ihm Henriette.
„Monsieur“, sprach sie ihn durch d’e Dunkelheit an, „ich muß wissen, wie es ihr geht. Sie hat sich doch nichts angetan?“ (Fortsetzung folgt )
Deutsch-französisches Gespräch?
Thema: Der deutsche Beitrag zur Verteidigung
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Da. Bonn, 2. November. In Bonner Regierungskreisen rechnet man mit einem direkten deutsch-französischen Gespräch über den deutschen Beitrag zur europäischen Verteidigung. Es wird auf Meldungen aus Paris hingewiesen, wonach die französische Regierung die Absicht haben soll, in unmittelbaren Kontakt mit der Bundesregierung einzutreten. In Kreisen der Bundesregierung besteht die Ueberzeugung, daß in deutsch-französischen Gesprächen eine prinzipielle Uebereinstimmung erzielt werden würde. Man ist sich aber auch darüber klar, daß solche Gespräche gewisse Meinungsverschiedenheiten bezüglich des Tempos und der Methode deutlich machen würden.
Als wichtiger Unterschied zwischen der deutschen und der französischen Auffassung wird in Bonner Regierungskreisen
betont, daß einige französische Parlamentarier die Hoffnung hätten, durch eine diplomatisch-politische Aktion einen Ausgleich mit der Sowjetunion erzielen zu können. Die Bundesregierung sei, so wird in Bonn versichert, fest entschlossen, das Primat der politischen Ueberlegungen gegenüber den militärischen zu wahren. Man glaube aber, daß eine diplomatische Aktion erst erfolgreich sein könne, wenn ihr der Aufbau einer wirksamen Verteidigung des Westens vorangegangen sei. Die Bundesregierung würde die Beteiligung deutscher Truppen bei dieser Verteidigung nicht erwägen, wenn es nicht offenkundig wäre, daß es viele der Atlantikpaktstaaten als unbillig empfinden würden, die Bundesrepublik verteidigen zu sollen, ohne daß die Deutschen selbst einen Beitrag für die Verteidigung leisten würden.
Kohle wird nicht rationiert
Bundeskohlenkommissar soll nach dem Rechten sehen
Bonn, 2. November, (dpa) Nach zuverlässigen Informationen aus Kreisen der Bundesregierung ist nicht daran gedacht, die Kohle im kommenden Winter zu rationieren. Die Hausbrandversorgung soll unter allen Umständen ohne Rationierung gesichert werden. Es wird lediglich eine Kontingentierung für die großen Verbrauchergruppen erwogen. Außerdem soll versucht werden, die Versorgungslücke durch erhöhte Förderleistungen — notfalls durch Sonderschichten — zu schließen. Die Bundesregierung will in Kürze einen Bundeskohlenkommissar einsetzen, der für die Steuerung des Kohleverbrauchs im Bundesgebiet verantwortlich sein soll.
Das Bundeswirtschaftsministerium will für die grobe Kontingentierung der nächsten Monate aus den Verbrauchsziffern der vergangenen Monate und der gleichen Monate des Vorjahres einen gerechten Verteilungsschlüssel gewinnen. Sofern Kürzungen notwendig sind, soll nach diesem Verteilungsschlüssel anteilmäßig auf allen Verbrauchsgebieten gespart werden.
Registrierung wird fortgesetzt
Bonn, 2. November, (dpa) Die im März vorgenommene Registrierung noch nicht zurückgekehrter Kriegsgefangener und Vermißter soll fortgesetzt werden. Wie das Statistische Bundesamt bekanntgab, sollen alle Heimkehrer und alle Veränderungen im Personenkreis der Kriegsgefangenen und Vermißten erfaßt werden. Auch bisher nicht gemeldete Kriegsgefangene und Vermißte sollen bei den zuständigen Gemeindeverwaltungen gemeldet werden.
Polizei gegen 80 Schlangen
München, 2. November, (dpa) Voll Entsetzen beobachteten Passanten in der Münchener Lazarettstraße am Mittwoch in einer Hausruine spielende Kinder, die aus einem Sack bündelweise Schlangen und Eidechsen hervorholten und damit spielten. Ein sofort herbeigerufener Funkstreifenwagen brachte die Kinder in Sicherheit, fing 80 Schlangen — darunter Giftschlangen — und südamerikanische Eidechsen ein und übergab sie dem Münchener Tierpark. Fünf Schlangen entkamen.
Geschwindigkeitsbegrenzung
soll aufgehoben werden
Bonn, 2. November, (dpa) Das Bundesverkehrsministerium will die Geschwindigkeitsbegrenzung für Kraftfahrzeuge auf freier Strecke aufheben. Eine entsprechende Verordnung wird vorbereitet. In geschlossenen Ortschaften bleibt jedoch die Höchstgeschwindigkeit von 40 km in der Stunde bestehen. Vorläufig, so betonte das Verkehrsministerium am Donnerstag, gilt jedoch noch die Vorschrift, daß auf freier Strecke nicht schneller als mit 80 Stundenkilometer gefahren werden darf.
Neuer Tarifvertrag
Dortmund, 2. November. (AP.) Vertreter der Gewerkschaft Oeffentliche Dienste, Transport und Verkehr und der Arbeitgeber in der Kanal- und Weserschiffahrt haben am Donnerstag einen neuen Tarifvertrag für die Binnenschiffahrt geschlossen. Der Vertrag, der rückwirkend vom 1. Oktober an in Kraft tritt, sieht in der Spitze eine monatliche Teuerungszulage von 30 D-Mark vor.
„Stehen Sie auf, Sie Drückeberger“
Der dritte Verhandlungstag im Pleil-Prozeß
Braunschweig, 2. November. (AP.) Am dritten Verhandlungstag gegen den Massenmörder Pleil sagte die Zeugin Susanne Kohl aus Marienborn aus, der Angeklagte habe bei Aufregungen Wutanfälle und auch häufig epileptische Anfälle bekommen. Da habe er Geschirr zerschlagen und sich schreiend in den Scherben gewälzt. . ,
Die Zeugin, bei der Pleil in den Jahren 1944 und 1945 als Kellner tätig war, erklärte. sie habe diese Anfälle zum Teil für unecht gehalten. Einmal sei ein Stabsarzt bei einem solchen Anfall zugegen gewesen, als er den Angeklagten angeschrien habe: „Stehen Sie auf, Sie Drückeberger“, sei Pleil auch sofort aufgesprungen. Der Angeklagte habe viel Kriminalromane gelesen und ihr manchmal Szenen aus diesen Büchern vorgespielt. Im übrigen sei er immer fleißig, sauber und hilfsbereit gewesen.
Die ehemalige Ehefrau des Angeklagten, Frau Margarete Knab, die in der Ostzone lebt, teilte telegraphisch mit daß sie keinen Interzonenpaß erhalten habe. Bei früheren Verhandlungen hatte sie zu Protokoll gegeben, daß ihr während ihrer Eh° nichts Besonderes an ihrem Mann aufgefallen sei. Auch die ehelichen Beziehungen seien völlig normal gewesen. Ihr Mann sei jähzornig gewesen, habe viel getrunken, sei aber gut zu den beiden Kindern gewesen, von denen sie eins mit in die Ehe brachte.
Kriminalmeister Friedrich Puls, der an den Ermittlungen der von Pleil zugegebenen Morde beteiligt war, sagte aus,
Aus den Aussagen weiterer Zeugen, die Pleil vor 1945 kannten, ging hervor, daß niemand etwas von einem besonders starken Triebleben an Pleil gemerkt hatte.
daß bei allen gefundenen Leichen die Kleider in Unordnung gewesen seien, teilweise seien sie ohne Unterwäsche gewesen.
Wirtschaftsblatt
Wirtschaftsdemokratie
bs. Der Mensch wurde durch die starke Industrialisierung in den letzten Jahrzehnten immer mehr zum bloßen Kalkulationsfaktor in vielen Betrieben. Es gilt deshalb heute die Würde des Menschen wiederherzustellen. Diese Forderung zog sich wie ein roter Faden durch die Ausführungen des Bundesarbeitsministers Storch über „Mitbestimmung“ vor der Frankfurter Industrie- und Handelskammer.
Das Gesetz über die Mitbestimmung ist durch wichtige wirtschaftliche Ereignisse etwas in den Hintergrund gedrängt worden. Leider wurde nach dem Scheitern der Hattenheimer Besprechungen das Thema auf die politische Ebene gerückt. In Hattenheim erwies sich aber, daß die beiden Sozialpartner selbst Wege für die Lösung der Mitbestimmungsfrage finden können. Auf dem Gebiet der überbetrieblichen Mitbestimmung zeigte sich dies. Hier wurde eine Einigung erzielt. Diesen Teil — die überbetriebliche Mitbestimmung — tragen die Organisationen der Sozialpartner, die Gewerkschaften und die Unternehmerverbände. Die Einigung auf einen paritätisch besetzten Bundeswirtschaftsrat ist als glücklich anzusehen. Der Zankapfel heute ist nur noch die betriebliche Mitbestimmung. Hier darf nicht dem einzelnen Unternehmer der Block der Gewerkschaften gegenüberstehen. Der Betriebsinhaber soll auch nur einzelne — seine Arbeiter — als Partner sehen.
Auch in dieser Frage bahnte sich in Hattenheim eine Einigung an. Politische Kreise aber, die den Klassenkampf auf ihre Fahnen geschrieben haben, torpedierten diese Verhandlungen. Die Sozialpartner müssen deshalb erneut zusammengeführt werden, und man kann als sicher annehmen, daß dann auch in dieser Frage eine Lösung gefunden wird. Es muß heute eine Wirtschaftsdemokratie geschaffen werden, eine Wirtschaftsform, die weder nach liberal-kapitalistischen noch nach kollektivistisch-kommunistischen Grundsätzen aufgebaut ist. Bundesarbeitsminister Storch ging in seinem Vortrag auch eingehend auf die Frage des Sozialrechtes ein. Für die Sicherung der Existenz ihrer Mitarbeiter ist die Wirtschaft voll verantwortlich. Der Arbeiter darf nicht in den Wechselfällen des Lebens dem Staat zur Last fallen. Allerdings muß der Staat dann auch einsehen, daß das Sozialrecht vor dem Steuerrecht steht. Die Finanzminister müssen einen solchen Steuerausfall tragen. Und sie können ihn auch tragen, wenn die öffentliche Verwaltung sich der Armut des Landes anpaßt. Diesen Ansichten des Bundesinnenministers kann man nur beipflichten.
Produktionsindex stark gestiegen
Engpässe bei der Energie- und Rohstoffversorgung
AP. Die industrielle Produktion in der Bundesrepublik ist im September auf 120,7 Prozent des Produktionsindexes von 1936 gestiegen, gibt das Bundeswirtschaftsministerium in seinem Monatsbericht über die Wirtschaftslage der Bundesrepublik bekannt. An der Steigerung waren in erster Linie die Investitionsgüter- und die Verbrauchsgüterindustrie mit 10 und 8,8 Prozent beteiligt. Bergbau und Kohleförderung verzeichneten dagegen nur geringe Fortschritte. Einige Unternehmen, besonders in der chemischen Industrie, haben bereits die Grenze ihrer Produktionskapazität erreicht.
Unter den Grundstoffindustrien, die insgesamt eine Produktionssteigerung um 5,5 Prozent aufweisen, hat die Eisen- und Stahlindustrie mit einer Produktionssteigerung von 5,7 Prozent im September die bisherige jährliche Erzeugungsgrenze von 11,1 Millionen Tonnen um 100 000 Tonnen überschritten.
Für die Energie- und Rohmaterialversorgung der Bundesrepublik zeichnen sich nach Auffassung des Wirtschaftsministeriums Engpässe für die nächste Zeit ab. Im Kohlensektor sind an die Stelle des kürzlich noch vorhandenen Überangebots „vielfach wieder Mangelerscheinungen“ getreten. Die im Sommer aufgelaufenen Haldenbestände von 1,89 Millionen Tonnen waren bis Ende September auf 403 000 Tonnen gesunken. Nach „wahrscheinlich völliger Räumung im Oktober“ wird die Nachfrage lediglich aus der laufenden Produktion gedeckt werden müssen.
Die Treibstoffversorgung hat sich bei Dieselöl gebessert, während die Kontingente bei Vergasertreibstoff nach wie vor „beengend“ sind.
Die Beschaffung von Import-Rohstoffen für die deutsche Industrie, wie Kautschuk, Wolle, Baumwolle, Grundchemikalien, öle und Fette, auf den internationalen Märkten ist „vor allem durch die strategische Vorratspolitik der USA schwieriger geworden“, stellt der Bericht fest.
Besondere Schwierigkeiten bereitet die Beschaffung von nichteisenhaltigen Metallen. Hiervon werden besonders die Elektrotechnik, die Radioindustrie und Feinmechanik, wie auch die Uhren-, Eisen-, Stahl- und die Blechwarenindustrie betroffen. Lieferwünsche konnten daher im September nicht im vollen Umfang gedeckt werden. Auch die Bevorratung mit Naturkautschuk wird als „unzureichend“ empfunden. Im Papiersektor macht sich eine fühlbare Verknappung von Zellstoff bemerkbar.
Die starken Eindeckungsverkäufe von Industrie und Handel haben „mit der Beruhigung der politischen Lage etwas nachgelassen“. Im Lebensmittelhandel hat sich die Lage im September „wieder völlig normalisiert“. Speiseöl, Pflanzenfette und Zucker sind in ausreichender Menge auf dem Markt.
Im deutschen Außenhandel hat sich im September die aufsteigende Entwicklung nicht fortgesetzt, während die Einfuhr nach einem vorübergehenden Rückgang im August wieder anstieg. Das Außenhandelsdefizit hat sich von 27,7 Millionen Dollar (116 340 000 D-Mark) im August auf 73,4 Millionen Dollar (308 280 000 D-Mark) im September erhöht. Insgesamt wurde im September für 239,1 Millionen Dollar (1 004 220 000 D-Mark) importiert, während der Wert der Ausfuhr nur 165,7 Millionen Dollar (695 940 000 D-Mark) betrug.
440 Mill. Dollar stehen aus
(ld) „Auf längere Sicht gesehen ist die finanzielle Lage der Bundesrepublik ausgezeichnet“, sagte Vizekanzler Dr. Blücher in einer vom Berner „Bund“ veröffentlichten Unterredung. Blücher führt zur Begründung an, daß die westdeutsche Bundesrepublik Exportförderungen von insgesamt 440 Mill. Dollar hat. Bei einem schnellen Eingang dieser Gelder wäre der gegenwärtige Engpaß bald überwunden. „Die starke Passivität unserer Zahlungsbilanz sei deshalb nur ein vorübergehender Zustand.“
Baukostenzuschuß und Steuer
Einzelunternehmungen und Personengesellschaften beabsichtigen häufig, Wohnungsbauzuschüsse gemäß § 7c des Einkommensteuergesetzes insbesondere an Wohnungsbauunternehmen zu geben, an denen sie als Gesellschafter beteiligt sind. Soweit es sich um Zuschüsse handelt, dürfte eine Steuerpflicht zu verneinen sein. Wie der Deutsche Industrie- und Handelstag in einer Eingabe an den Bundesfinanzminister feststellt, wäre erforderlich, klarzulegen, daß die Gewährung unverzinslicher Darlehen nicht als kapitalverkehrssteuerpflichtige Darlehen im Sinne des § 3 des Kapitalverkehrssteuergesetzes anzusehen sind.
Höhere Kohlenförderung
(AP.) Die Steinkohlenförderung ist im Oktober auf 9,49 Tonnen (9,22 Tonnen im September) gestiegen. Die arbeitstägliche Fördermenge erhöhte sich von 354 500 Tonnen auf 365 000 Tonnen. Die Produktion von Zechenkoks ging auf täglich 71 000 Tonnen gegenüber 74100 Tonnen im Vormonat zurück. Die Monatsförderung an Braunkohle stieg auf 6,4 Millionen (5,95 Millionen).
Die Neuzulassung der IG-Farben-Aktien an den westdeutschen Börsen, wie sie die Vorstände der westdeutschen Börsen in einer Eingabe an den Bundesrat wünschen, findet in der Schweizer Presse Zustimmung.
Wirtschaftlich vernünftige Entflechtung
21 Stahlgesellschaften vorgeschlagen / Ein neues Memorandum
(Da) Im Anschluß an eine Sondersitzung des Kabinetts wurde am Donnerstag in Bonn amtlich bekanntgegeben, daß Bundeskanzler Dr. Adenauer der allierten Oberkommission die deutschen Auffassungen zu den Problemen der Entflechtung in einem Memorandum unterbreiten wird. Über den vom Bundeswirtschaftsministerium ausgearbeiteten Entwurf ist im Kabinett volle Uebereinstimmung erzielt worden.
Bonner politische Kreise heben hervor, daß der Inhalt des Memorandums auch von der Deutschen Kohlenbergbauleitung, den Stahltreuhändern und dem Deutschen Gewerkschaftsbund vertreten wird. Es geht bei der Entflechtung um die Existenz- und die Wettbewerbsfähigkeit sowohl des Kohlenbergbaues als auch der Eisen- und Stahlindustrie. Zur Lösung dieses Problems, die eine übermäßige Konzentration von wirtschaftlicher Macht verhindern soll, ohne daß dabei die Wirtschaftlichkeit der deutschen Montanindustrie gefährdet wird, haben sich die Deutsche Kohlenbergbauleitung, die Stahltreuhänder und die Gewerkschaften einmütig zusammengefunden.
Die Entflechtung gehört nach den Neuyorker Beschlüssen zu den Gebieten, aut denen sich die Oberkommissare die Entscheidung vorbehalten haben. Die Bundesregierung wird die deutschen Vorschläge in dem Memorandum zusammenfassen.
Von gutunterrichteter Seite erfahren wir, daß vorgeschlagen werden soll, Kohlengruben, die sich nicht rentieren, mit ertragreichen Gruben zu einer Gesellschaft zusammenfassen. Angesichts des großen deutschen Kohlenbedarfs ist es notwendig, auch die Förderung auf unrentablen Zechen aufrechtzuerhalten, was aber nur möglich ist, wenn diese Zechen durch Vereinigung mit einer sich gut rentierenden Zeche eine Stütze erhalten.
Weiter sehen die deutschen Vorschläge vor, daß solche Hüttenwerke, die auf der Kohle sitzen, mit ihren Kohlengruben verbunden bleiben. Die Zahl der neuen deutschen Stahlunternehmen soll zwanzig oder einundzwanzig betragen. Für siebzehn dieser Gesellschaften liegen bereits Pläne vor, die von allen beteiligten deutschen Stellen gebilligt worden sind.» Die neuen Gesellschaften sollen mit den zur Zeit von den Stahltreuhändern geleiteten Gesellschaften nicht identisch sein.
Keine Ausführungen wird das deutsche Memorandum zur Frage der Eigentumsrechte in den Grundstoffindustrien enthalten. Die Entscheidung über die Eigentumsfrage wird zu gegebener Zeit im Bundestag fallen. In den Verhandlungen mit der alliierten Oberkommission spielt die Eigentumsfrage keine Rolle, da die deutsche Zuständigkeit hierfür von den Westalliierten anerkannt worden ist.
Der Deutsche Bauernverband hat die Einstellung von Strafverfolgungen gegen Bauern gefordert, die bei Schweine- und Getreideverkäufen die Preisvorschriften überschritten haben.
Die Mercedes-Benz-Werke konnten ihre Erzeugung an Personenwagen im Oktober auf 3310 (Sept. 3110) steigern, an Lastkraftwagen auf 738 (635).
Opel-Rüsselsheim stellte im Oktober 7815 Personen-, Liefer- und Lastwagen her.
NSU stellte im Oktober ebensoviel Motorräder her als im September (7190 Motorräder und Motorfahrzeuge).
Börsenberichte
Bz. Die Frankfurter Börse lag auf die außenpolitischen Ereignisse hin allgemein etwas zurückhaltender. Nach den Erstnotierungen zeigte sich verschiedentlich kleine Abgabeneigung, so daß die Kursgestaltung nicht einheitlich war. Zunächst bevorzugte man wiederum Bankaktien, die Steigerungen bis Prozent aufwiesen, jedoch überwogen auch hier im späteren Verlauf kleine Abstriche. Lediglich Berliner Handelsgesellschaft 18,50 (-Fl), Commerzbank 26,50 (+’/<) und Deutsche Bank 27 (+0,5), aber Dresdner Bank 253/b (—0,12). Eine Sonderbewegung hatten lediglich Ma. schinenf. Hartmann, Offenbach, mit 90 (+5). Bei Bauwerten überwogen die Abstriche — ausgenommen Didierwerke 85,25 (-J-0,25). Zu erwähnen sind Kupferberg 48 (—1) und im Freiverkehr Gutehoffnungshütte 66,50 (+0,12).
Freie Devisenkurse
Bz. Am 2. November 1950 hörte man in Frankfurt folgende freie Devisenkurse: für den US-Dollar 5,15 bis 5,25 DM, für das engl. Pfund Sterling 12,50 bis 13.50 DM. für den holl. Gulden 1,125 bis 1,25 DM, für den Schweizer Franken 1,15 bis 1,25 DM, für die dänische Krone 0,48 bis 0,52 DM, für die schwedische Krone 0,72 bis 0,78 DM und für den österreichischen Schilling 0,14 bis 0,16 DM.
In den Berliner Wechselstuben sind für eine DM-West 5 bis 5,20 Ostmark gezahlt und für 5 Ostmark eine DM-West geboten worden.
Frankfurter Effektenbörse / Kursblatt des D.T.
6z - bezahlt, B - Brielkurse, T - Taxe, alle übrigen sind Geldkurs« (Sämtliche Kurse ohne Gewähr)
| 1.11. | 2. 11. | Pfandbr. u. Kom.-Obl. | 4% Dt. Rtb. 34 A.. 6,75 |
| 7,25 | 4°/“pr ipf.Anst.Pt. 7,5bz | ||
| 7,5 | 4% do Komm. Obi. 7,12bz | ||
| 4% Hess Ldbk Pf. 7,15bz | |||
| 7.12 | |||
| 7,75bz | 4% Kass Ldkt Pf. . 7,/sbz | 4°^ Nass. LdbkP... 7,75bz | |
| 7.75 | |||
| 7,75bz | 4% do. K0m.0b1... 7,75 | ||
| 7, / 5 | 4% Rhein. Giro-Pf.. 8,25 | 4%Rheinprv PL-.- 8,25bz | Dekosama I 17,izoz |
| ö,25 | |||
| 8,25 | |||
| 17,12bz | 4%Bayr.Hyp.Pf. - 7,5 | 4% Ff« Hvp Bk Pt 7,75bz | |
| 4% Ffm Hvp Obi. .. 7,37bz | |||
| 7,5 | |||
| 7.75bz | 7,37bz | 4% Pfälz Hyp Pf. • • 7,75 | |
| 1,7 sbz | 4%Rh.Hyp.Bk Pf. . 7,87 | ||
| 7,87bz | 4% Westd. Bod. Cr 7.5 | ||
| 7,5 | Industrie-Anleihen | ||
| 4% AEG 42 ...... 6.75 | |||
| 6,75 | 2% Aschaffbg. Zell 6 | ||
| 6 | 4% Au»sb Nürnb 5,75 | ||
| 6,75 | 4% BMW 42 6,62bz | ||
| ö,62 | 4% Daimler 42 ... 8,5 | ||
| 8,5 | 4% Degussa 43 ... B,sbz | ||
| 8,5 | 4'A% Ess. Stk. 41. — | ||
| 7,25 |
| 1.11. | 2. 11. | |||||||
| 4'/2% Gesenb.Benz. 7,75 | ||||||||
| 4% Geisenls. Bgwk. 7 | 4% Harpener 42 .. 7,25bz | 4%%Hartm & Br. 7,75 | •>% Klöckner 39 .. 7,37bz | |||||
| 5% Metallges. 39 . 8.25 | 5% Rh. Braunk 40 8.25 | 4% Schluchsee 43 7 | ||||||
| 4'A% Union Rhbr. . 8 | 4%Ver. Dt. Met.42 7,75 | 7,75 | 7,12 | 7,25 | 7,75 | 7,37 | 8,25 | 8.25 |
| 7 | ||||||||
| Bbz | 7.75 | |||||||
| Industrie-Aktien | ||||||||
| Accumulatoren- ■. 97 | Ada Ada Schuh.... 50 | |||||||
| Adler Werke 42,5bz | 97bz | 50 | 42 | |||||
| ÄÜg. Bauges. Lenz. 30 | 30 | |||||||
| 27,87 b: | ||||||||
| Andreae-Noris ....180 | Aschaffbg. Akt. Br. 50 | Ascha ffb Buntpap. —G | ||||||
| Aschaffbg Zellst. ..77bz | Augsb Niirnhg ■ 89 | 180 | 50 | |||||
| 76,5bz | 87bz | |||||||
| Bad. Maschinen ...98 | Baumw. Erlangen .130 | Bayr. Motorenwk. .35,75bz | 100 | 130 | 35,5 B |
| 1.11. | 2. 11. |
| Bemberg, J. P 79 B | 78,5bz |
| Berger, Tiefbau ...31 | 30bz |
| Bin. Kraft u. Licht. 23,75bz | 24 B |
| Brauh. Nürnberg .. 51 | 51 |
| Brown Boveri — | — |
| Buderus Eisenw. .. 76,5 | 76.5 |
| Burbach Kali .... 64 | 65 |
| Chern. Albert 67 | 67 |
| Conti Gummi 113bz | 113,5 |
| Daimler Mot. Wk. 60bz | 60bz |
| Demag, Duisburg 83,5bz | 83,5bz |
| Dessauer Gas 20.5 | 20.5 |
| Deutsche Erdöl ... 56,5 | 56.25 |
| Deutsche Steinzeug 139,5 | 139,5 |
| Degussa 77,5bz | 78bz |
| Dt. Linoleum Wk. .119 | 119 |
| Dt. Tafelglas 118 | 118 |
| Didierwk. Wiesb. .85 | 85,25 b |
| Dierig. Chr 84 | 84 |
| Elchbg Werger Br 50 B | 50 B |
| Etsenb Verkehrsm 68 B | 68 B |
| EL Licht u Kraft 39 | 30bzB |
| Enzlnger Union ...65 | 65 |
| EBlinget Maschinen 103 | 103 |
| Ettlinger Spinnerei 160 | 160 |
| 1.11. | 2. 11. | ||||
| Faber & Schleicher — | |||||
| Fahr, Gebt — | Feinmech. [etter.. 87 | ||||
| Feldmühle 80bz | Felten & Guill 69,5bz | ||||
| Ffm Masch P SW 88 | 87 | ||||
| 79bz | 69bz | 88 | |||
| Goldschmidt, Tb. 62bz | Gritzner-Kayser... 100 | Grün & Bilfinger ..50,25bz | 63 | ||
| lOObz | 50,25 | ||||
| Hatenmühle Ftm. .—G —G | Hanau Hofbr.-Haus 55 55 | ||||
| Hanfwlr. Füssen .128 128 | |||||
| Harpenei Bergbau 76 75 | Harpener Bonds 47bz 45,5bz | Hartmann S Braun— — | |||
| Heidelberg. Zementllo,62bz 109bz | Henninger-Bräu... 83 83 | ||||
| Hess.-Nassau Gas .85 85bz | Hoesch Eisen 64bz 63.25 b: | Holzmann, Ph 3Obz 29bz | Hotel AG 45 45 | lunghans. Gebt . 63 | 63 |
| Kabelwerke Rheydt 59 | Kali Cheml 93 | ||||
| Karstadt. Rud. ... 77 | 59 | ||||
| 93,5bz | 77 |
| 1.11. | 2. 11. |
| Kaufh. Hansa, Fftn. 80 | 80 |
| Kl., Schzl & Becker 80 | 80 |
| Klöcknerwerke . 68.75 | 68,5bz |
| Knorr. Heilbronn 71bz | 70,5bz |
| Konserven Braun . — | 49.75 |
| Kupferberg Seiet . 49bz | 48 |
| l.ahmeyer & Co. .. 86 | 86 |
| l.anz, Heb 63bz | 60,25bz |
| Lindes Eismasch. . 90bz | 90,5 |
| Mainkraftwerke... 88 | 88 |
| Mainzer Akt. Br. .. 57 | 57 |
| Mannesin Röhr 5tA59.5 | 58bz |
| Mannesm Roht VA 79 | 79 |
| Masch Hartm Offb 85 | 90bz |
| Metallgesellschaft 65,25bz | 65bz |
| Moenus Maschinen 45 | 45,5bz |
| Neckar Wk Eßling 109 | 107.5 |
| Nordd. Lederwerke 25 | 25 |
| NSU 132 | 132 |
| Odenw Hartstein.. 80 | 80 |
| Pfalz Miihlenwk 90 | —0 |
| Rhein Braunkohle 96bz | 96bz |
| Rhein Elektrizität 96.5bz | 95.5bz |
| Rhein. Stahlwk. .. 55,5 | 54bz |
| Rh.-westf. Elektr., 74,5bz | 75,5bz |
| Roeder, Gebt 100 | 100 |
| 1.11. | 2. 11. | |
| Salamander Schuh | Salzdetfurth Kali . 62,5bz | 63,25bz |
| Salzwk Heilbronn. 106,5 | 106,5 | |
| Sarotti AO 94 | 94 | |
| Scböfferh Brauereis4bz | 54.25bz | |
| Schramm Lackfabr 103 | 103 | |
| Schritts Stempel . 100 | 100 | |
| Seilindustrie Wolff—B | —B | |
| Siem & Halske StA 46bz | 46bz | |
| Siem. & Halske VA44bz | 44bz | |
| Stollwerck, Gebt... 81 | 81 | |
| Südd. Zucker AG... 105 | 104bz | |
| Veith Gummiwerke 126 | 126 | |
| Ver Dt Met Werke 64.75bz | 64.5 | |
| Ver Dt Olfahr ken G | Q | |
| Ver Stahlwerke 5" fl2bz | 51* | |
| Voigt & Haeffner.. 123 | 123 | |
| Voltohm Seil 35 | 35 | |
| Wavß & Freytag . 116 | 116 | |
| Westdt. Kaufhof .. 78bz | 78 | |
| Wintershall 49 | 49 | |
| Zellstoff Waldhof . 51bz | 52bz | |
| Banken | ||
| Bayr.Hyp.Wchs.ßk. 31.5 | 34 | |
| Berl.HandelsGes.. 17,5bz | 18.5bz |
| 1.11. | 2. 11. | ||||
| Commerzbank ....25,75bz | 26,5bz | ||||
| Deutsche Bank .... 26,5bz | Dt.Eff. u Wehs. 8k.25 | ||||
| Dresdner Bank .. 25,5bz | 27bz | 25 | |||
| 25,37 b; | |||||
| Frankfurter Hank 26 | |||||
| Ffm Hvpoth Bk . — | 26 | ||||
| Pfalz Hypoth. Rk.. 22,75 | 22,75 | ||||
| Rhein.Hypoth.-Bk.. 25 | 25 | ||||
| Verkehr | |||||
| AQ. für Verkehr ..34 | |||||
| Hapag 24,5 | |||||
| Norddt Lloyd 20,5 | Siidd Eisenb Ges. 60 B | 34 | 24,5 | 20,5 | |
| 60 | |||||
| Versicherungen | |||||
| Allianz Leben ....39 | All. u. Stuttg. Ver. 65bz | 39 | 65 | ||
| ünnotierte Werte | |||||
| Beck i Henkel ... 38 | 38 | ||||
| Chemiefas. Inh. ...59bz | Chemiefas. Na. ...55,5 | Chem. Brockhues .70 | 58bz | 55 | 70 |
| 1.11. | 2. 11. |
| Dt. Waffen 27bz | 28 |
| Dingler Zweibr. ...92 | 92 |
| Diskusw 123 | 123 |
| DvckerboffZemenf. 120 | 120 |
| Elsenh Köln 45.5bz | 45.75bZ |
| Fotdweike Köln . 88bz | 89bZ |
| Gutehoffnungsh .. 66.37bz | 66,5bZ |
| Hutschenreuther.. 70 | 70 |
| Kahla Porzell 30 | 30 |
| Katnmg.Kalsersl... 94 | 94 |
| Rh. Strohzellstoß .115 | 115 |
| Rosenthal Porzell 85 | 85 |
| Schwab Zellstoff . 133 | 133 |
| Süddt Zellwolle.. ns | 116 |
| Thür Zellw Inh .. 15 | 15 |
| Thür. Zellw NA ... 12,62bz | 12,25 |
| Torpedo-Werlte ... 163 | 163 |
| Württemb. Metall. 59 | 60 |
| Zeiß Ikon 35 | 35 |
| Zellst Waldhof VA 45 | 45 |
Fraulichkeiten
Kinderaugen
„Wo gehen wir denn hin?“ erkundigte sich Ulrike — meine kleine Nichte — auf der Treppe, während ihre kleine Hand nach meiner suchte.
„Ich will mir eure Stadt betrachten.“ Das Kind krauste die Stirn ein wenig: „Was willst du dir denn alles anschauen?“ „Das weiß ich selbst noch nicht, aber es gibt doch sicher sehenswerte Dinge in eurer Stadt?“
„Ja, die gibt es sicher“, meinte sie altklug und sprang die letzten vier Stufen mit einem Satz hinunter.
Dann wandte sie sich zu mir um, legte die Hände auf dem Rücken zusammen und fragte wichtig: „Soll ich dir unsere Stadt zeigen?“ Sie mußte wohl mein Lächeln bemerkt haben, denn sie ereiferte sich: „Meinst du, ich kenne mich nicht aus? Ich weiß ganz genau, wo der Bäcker ist und der Metzger! Und alles andere auch!“ Triumphierend gab sie mit dem letzten Wort ihren höchsten Trumpf preis. „Kommst du?“ fragte sie ungeduldig.
„Ja, ja, ich komme ja schon“, versickerte ich, „wohin willst du mich denn führen?“ „Darf ich dir wirklich alles ganz alleine zeigen?“ Als ich zustimmend mit dem Kopf nickte, ergriff sie mich freudestrahlend an der Hand und ehe ich noch etwas zu sagen vermochte, zog sie mich hinter sich her: „Weißt du, zuerst zeige ich dir den Bärep, der sitzt ganz alleine in seinem Schlafzimmer, und dann gehen wir zu dem Puppenladen, und dann gehen wir zu dem Geschäft von Mösers, und dann gehen wir zu der Frau mit dem schönen Mantel, und dann gehen wir . .
Ich rfrschrak ein wenig und wollte nach der Uhr sehen. Aber ich unterließ es dann, nicht nur, weil mich Ulrike an diesem Arm führte.
Bald blieben wir vor einem Möbelgeschäft stehen. Hinter der großen Scheibe der Auslage war ein komplettes Schlafzimmer ausgestellt, und auf dem Fußende eines der beiden Betten hockte einsam ein großer, gelber Teddybär.
„Siehst du, das ist er,“ machte mich meine Nichte mit ihm bekannt, „er wohnt nämlich hier, und er tut mir immer so leid, weil alle Leute in sein Schlafzimmer hineinsehen können“.
'„Aber Ulrike“, sagte ich obenhin, „der wohnt doch nicht da. Er ist doch nur ein Dekorationsstück!“ Im selben Augenblick noch bereute ich meine Worte. Aus großen Augen traf mich ein Blick, in dem sich Frage und Trauer die Waage hielten. Unbeholfen, in dem Bestreben meinen Fehler wieder gut zu machen, sagte ich schnell: „Vielleicht hast du doch recht, ja natürlich hast du recht, ganz sicher wohnt er da. Der arme Kerl, wahrscheinlich macht er nur deshalb so ein mürrisches Gesicht, weil alle Leute in seine Wohnung starren.“
„Komm, dann wollen wir ihn wenigstens nicht länger stören.“ Behutsam, nach einem abbittenden und abschiednehmenden Blick zog mich Ulrike weiter. Ebenso schnell, wie ihre Kinderwelt zusammengefallen war, ebenso schnell war sie wieder aufgebaut.
Es gab ja noch so vieles zu sehen. Die Schaufenster eines Spielwarenladens, die Auslagen eines Konditors, die Bücher in dem Geschäft von Mösers und die Gläser voller bunter Farben in der Drogerie.
Wieder blieben wir stehen. Ulrike ging ein paar Schritte zurück, und zeigte dann nach oben: „Siehst du, das ist die Frau mit dem schönen Kleid“, flüsterte sie. Ueber dem Torbogen eines alten Hauses stand in einer Nische eine Statuette der Maria. Die ganze Gestalt war in einen lichtblauen Mantel gehüllt, der über und über mit blaßgoldenen Sternen bedeckt war und in weichen Falten bis zu den Füßen reichte.
Die Vorübergehenden blieben stehen, blickten mit uns flüchtig nach oben, um dann achselzuckend weiterzugehen. Wohl die wenigsten von ihnen, die täglich hier vorübergingen, hatten schon einmal mit Bewußtsein dieses, an sich ganz unscheinbare, bescheidene Kunstwerk eines alten Holzschnitzers erlebt.
Nach diesem Aufenthalt ging es zunächst zu den Papageien einer Tierhandlung, zu den langen Wurstketten eines Metzgers und der farbenreichen Dekoration eines großen Warenhauses.
Ich blieb still und ließ mich führen, einem Prinzen im Märchen gleich, dem sich — von einer guten Fee geleitet — der Garten der Wunder erschließt. Fester umspannte meine Hand die Finger des Kindes, das in seiner Seligkeit unablässig plauderte und erklärte. Schließlich kamen wir an den Marktplatz.
„Komm, jetzt zeige ich dir mein Krokodil.“ Mit diesen Worten ließ Ulrike meine Hand fahren und lief dem Brunnen zu, der den Mittelpunkt des Marktes bildete.
Langsam folgte ich.
Aus einem achteckigen Brunnentrog stieg eine Säule empor, auf deren oberen Platte ein Löwe saß. Auf halber Höhe fanden sich vier Drachenköpfe, und jeder spie in seiner Himmelsrichtung aus einem weit aufgerissenem Rachen einen Wasserstrahl, der sich glucksend in das halbgefüllte Bassin ergoß.
„Siehst du! Das ist meines!“ Stolz deutete das Kind auf einen der Drachenköpfe. „Und das gehört Hedwig, und das gehört Rosa, und das ist Herberts Krokodil.“ Nach einer kleinen Pause erklärte sie noch: „Herbert ist nämlich Rosas Bruder.“
Lächelnd über ihren Eifer fragte ich: „Und wem gehört der Löwe?“ „Der? Der gehört eigentlich niemand. Erst hat er ja Marion gehört, aber die ist ja schon lange mit ihren Eltern fortgezogen.“
„So, so, die ist fortgezogen“, wiederholte ich mechanisch und war mit einem Mal schüchtern wie vor zwanzig Jahren. Da schlug das Kind die letzte Brücke, indem es — wenn auch ein bißchen ungläubig — fragte: „Möchtest du ihn vielleicht haben?“
„Ach ja, wenn er noch frei ist, würde ich mich sehr darüber freuen“, sagte ich leise.
Prüfend sahen mich die grauen Augen an.
„Gut, du sollst ihn haben“, entschied sie nach kurzem Zögern, „ich werde es morgen früh gleich den anderen sagen“.
Wir sahen uns an, und beide waren wir Kinder, denen die ganze Welt gehörte. J. I.
Moni.gue de la Bruchollerie
Die junge französische Künstlerin gehört zu den ersten Auslandsgästen, die Deutschland nach dem Kriege besuchten. 1946 tauchte erstmals ihr Name am Württembergischen Staatstheater in Stuttgart auf. Brechend volle Häuser und Gastspiel-Wiederholungen erzwang ihr wundervolles Spiel. Der künstlerische Aufstieg erfolgte meteorhaft, denn bis vor wenigen Jahren war Monique de la Bruchollerie auch in den außerdeutschen Ländern noch nicht bekannt.
Die Künstlerin stammt aus der Normandie. Sie hat in ihrer Jugend ein ernstes Studium als Philologin, als Kunsthistorikerin betrieben — und daneben Klavier gespielt. Allerdings gewann sie bereits mit 13 Jahren im letzten internationalen Wettbewerb in Wien den ersten Preis. Der greise Emil von Sauer riet ihr danach unablässig und überzeugend, sich ganz der Musik zu widmen. Mit Zähigkeit ging Monique de la Bruchollerie ihrer neuen Berufung nach. Ihr Ziel war, nicht eher vor die Oeffentlichkeit zu treten, bis eine wirkliche Meisterschaft erreicht sei.
In einer waldreichen Gegend Frankreichs liegt ihr Heim, und zwei Kinder warten auf ihre Mutter. In manchen Monaten des letzten Konzertwinters gab sie innerhalb 30 Tagen 28 Konzerte. Eine ungeheure Leistung von ihr, der kleinen und bescheidenen Pianistin, die so sehr mit Temperament geladen ist und faszinierend auf das Publikum wirkt, daß eine Kritik nach ihrem Spiel die Ueberschrift vom „Entfesselten Klavier" wählte. G. I.
Als Solistin für das zweite Sinfoniekonzert des Landestheater-Orchesters, das am Montag, dem 6. November, um 19.30 Uhr in der Stadthalle stattfindet, wurde die französische Pianistin Monique de la Bruchollerie verpflichtet, die das Klavierkonzert in b-moll von Tschaikowsky spielen wird.
Eine Frau am Dirigentenpult
Im Rahmen der „Woche der Frau“ im Amerikahaus sprach die berühmte Dirigentin Antonia Brico zu einem kleinen, sehr interessierten Hörerkreis. „Eine Frau am Dirigentenpult“ lautete das Thema, unter dem Mrs. Brico von den Vorurteilen und Schwierigkeiten auf ihrem Wege als Musikstudierende, -ausübende und als Dirigentin berichtete und das sie ausweitete zu einem tief menschlichen Bekenntnis zu Kunst und Künstlerschaft. Mehrfach sprach sie von dem großen Dank, den sie für Deutschland und seine Meister, Bach, Beethoven, Mozart, Wagner, empfinde, hat sie doch auch in 6jähriger Schülerschaft bei Dr. Karl Muck in Hamburg und Bayreuth Entscheidendes für ihren Weg als Dirigentin empfangen.
Gegenüber der Begeisterung, die bedeutenden Interpreten der Meisterwerke zuteil wird, betonte sie, wieviel mehr Bewunderung und Begeisterung den Tonschöpfern selbst gebühre, die solche Werke vollbrachten. Zu letzter Werktreue in der Aufführung könne allein persönliche Einfühlung in den schöpferischen Menschen führen, und nichts sei darum für einen ausführenden Musiker so bedeutsam wie der Umgang mit einem großen Komponisten. In diesem Zusammenhänge ging Mrs Brico auf den finnischen Komponisten Jean Sibelius ein, dessen 5. Sinfonie sie heute mit dem Symphonieorchester des Hessischen Rundfunks aufführen wird. D-s
Tagesprogramm der Jugendwoche
Die Veranstaltungsfolge innerhalb der Jugendwoche des Kreisjugendausschusses Darmstadt bringt heute
in Gräfenhausen um 20 Uhr im Gasthaus „Zur Krone“ einen Filmabend;
in Bickenbach um 16 Uhr im Gasthaus „Zum Hirsch“ Veranstaltung der Königsteiner Puppenspieler für Kinder, um 20 Uhr im Gasthaus „Zum Hirsch“ Veranstaltung der Königsteiner Puppenspieler für Erwachsene. DT
„Mutter, hast du Zeit?“
Wie oft hast du von deinen Kindern schon diese Frage gehört. So lange sie gestellt wird, ist es noch Zeit. Aber wenn du sie immer wieder mit „nein“ beantwortest, verstummt sie allmählich und die Kinder gehen ihre eigenen Wege.
„Aber ich verbrauche ja all meine Zeit, den ganzen Tag für sie, für die Familie. Für wen denn putze, wasche, koche ich als für sie, für wen verdiene ich und jage mich ab?“ wendest du ein. Aber es handelt sich bei der Frage „hast du Zeit?“ nicht um solches Tun und Sorgen.
Hast du Zeit, wenn dir die Kinder etwas erzählen wollen, wenn sie deinen Rat in einer Sache brauchen, die ihnen wichtig ist, so unbedeutend sie auch dir erscheint? Hast du Zeit, dich um ihre Interessen zu kümmern, mit ihnen zu plaudern, zu lachen, zu singen, Bilder zu besehen, einen Weg nach draußen zu machen?
Denke bei aller Zeiteinteilung nur ein wenig auch an diese Dinge. Die in diesem Sinne mit deinem Kind verbrachte Zeit bringt dir selbst Kraft und Frohsinn. Den jungen Seelchen aber bedeutet es unersetzliche Beglückung und Schutz in mancherlei Gefährdung, die heutige Lebensbedingungen an die Kinder herantragen. Di
Mitbürgerschaft der Frau
„Man denkt, arbeitet und sorgt für die Seinen, und einmahlich engt sich der Blick ein, geht nicht mehr über die eigene Türschwelle hinaus. Man neigt dazu, zu vergessen, daß man nicht nur Pflichten gegenüber der Familie hat. Man verliert das Gefühl dafür, daß kein Mensch nur sich selber leben kann und darf, daß jeder ein Bürger ist, ein Mitbürger, Glied einer Gemeinschaft, die nur gedeiht. wenn der einzelne sich ihren Problemen nicht verschließt und ihre Lasten tragen hilft.“
Mit diesen Worten machte Mrs. Patricia van Delden in ihrem Vortrag ..Von der Mitbürgerschaft der Frau“ im Amerikahaus innerhalb der ..Woche der Frau“ auf die Gefahren aufmerksam, die für das Ganze in der Beschränkung des Blicks nur auf die eigene Familie und den eigenen Haushalt liegt.
Mrs. van Delden. die oberste Leiterin der Amerikahäuser in der amerikanischbesetzten Zone Deutschlands ist, zog in ihren Ausführungen Vergleiche zwischen amerikanischer und deutscher Auffassung und Entwicklung und suchte, aus Leben und Bestrebungen amerikanischer Frauenorganisationen Anregungen für die Gestaltung und Betätigung solcher Frauenorganisationen in Deutschland zu geben.
Dem Vortrag schloß sich eine sehr lebhafte Diskussion an, die jedoch viele ins Gespräch geworfene Probleme ungelöst lassend, einerseits mit der offenen Frage endete: wie können die Frauen zur Mitverantwortung, Mitarbeit in gesundem politischem Sinne und damit zu echter Mitbürgerschaft gewonnen werden?, und andererseits mit der Mahnung, Geduld zu haben in einer Entwicklung,’ die unendlich langsam fortschreitet, da sie einer jahrhundertealten Erziehungs-, Haushalts- und Familientradition zuwiderläuft und nur schwer gefördert von Nimmer-Entmutigten, vorfankommen kann. Di
Guten Appetit!
Ueberbackene Käseplatte. 300 g altbackenes Weißbrot oder Brötchen und 200 g Schnittkäse in Scheibchen schneiden, abwechselnd lagenweiSe auf eine flache, feuerfeste Platte schichten, V« Liter Milch mit einem Ei und etwas Salz verquirlen, über diese Speise füllen, diese mit Butterflöckchen belegen, mit Reibekäse bestreuen und in heißem Backofen ungefähr Va Sunde backen.
Kaffeereispudding
100 g Reis mit 100 g Milch und 100 g starkem Kaffee nicht ganz weich quellen lassen. Wenn der Reis erkaltet ist, einen Eßlöffel Butter mit 125 g Zucker, drei bis vier Eidottern, einem Eßlöffel ’ Mehl und etwas Backpulver verrühren und nebst dem festen Schnee des Eiweiß zu dem Reis geben, in eine gut gefettete und mit Semmelbröseln ausgestreute Puddingform bringen und im Wasserbad eine Stunde kochen, dazu eine Vanillesoße reichen. ‘
DT Film-Forum
Ein Mann mit hoõchot eigenem Willen
Es gibt — zweifellos — Darsteller, die glücklich sind, wenn sie auf der Bühne, umbrandet vom Beifall, stehen können, die begeistert sind, wenn sie vor der Kamera stehen und dann zu Millionen Menschen von der Leinwand herab sprechen ... und denen es mehr oder weniger gleich ist, was für Rollen sie bekommen. Da ist das Theaterblut so übermächtig, daß sie jede Rolle hernehmen und in sich einsaugen, um sie dann herauszustellen: Theater von reinstem Wasser. Es gibt aber auch andere Darsteller, die der Verwirklichung eines ganz bestimmten und ausgeprägten Typs nachstreben, die „ihre“ Rolle haben wollen, und zu diesen gehört Hans Söhnker.
Am Anfang war alles bei ihm ganz unkompliziert. Er wollte Schauspieler werden, und seine Eltern hatten nichts dagegen. Sie unterstützten seine dahin zielenden Pläne und Absichten sogar! Am Theater seiner Heimatstadt Kiel begann er dann seinen Weg mit ersten zaghaften Schritten, in Frankfurt am Main, Danzig und Baden-Baden, Chemnitz und Bremen setzte er ihn fort und kam somit nach Berlin. Berlin bedeutete: Film. Und also begann es — 1934 — mit dem Film „Zarewitsch“. Alles schien sich großartig geordnet zu haben ... eine Reihe weiterer Filme folgte auch noch, aber dann kam es zu einem Konflikt von grundsätzlicher Bedeutung: Er war, ohne dies zu wollen, zum Liebhaber und’Herzensbrecher geworden, aber da er trotz aller Heiterkeit und Liebenswürdigkeit ein sehr ernsthafter Mensch ist, genügte ihm dies nicht, und als man ihn endgültig auf diese Sparte festlegen wollte, sagte er nein und lehnte eine Zeitlang alle Filmangebote ab. Das war so grundsätzlich, daß er sogar das Land verließ und nach England ging, wo er in London bei Warner Brothers zwei Filme drehte. Zwei Jahre blieb er der Heimat fern, bis ihm endlich 1937 im deutschen Film eine Rolle geboten wurde, die ihm zusagte.
Damit begann nun eine Reihe bester deutscher Filme, in denen er sich so ganz entfalten konnte, wie er es sich immer erträumt hatte. Charakterstoffe, Stoffe, die ein Höchstmaß an Einfühlungsvermögen, den Einsatz einer vollkommenen inneren Anteilnahme, eine reife, sichere Festigkeit des eigenen Wesens erfordern — solche Stoffe hatten ihn immer gelockt, und sie konnte er nun ausgestalten. An ihnen wuchs er zu dem großen Menschendarsteller herauf, als den wir ihn kennen und — lieben.
Und aus welchen Filmen kennen wir ihn? Einige wollen wir nennen, um die hohen Genüsse, die er uns bereitet hat, ins Gedächtnis zurückzurufen. „Film ohne Titel“, „Hallo, Fräulein!“, „Geliebter Lügner“, „Nur eine Nacht“ (mit Marianne Hoppe), „Ist Peter Rabanser der Täter?“, „Shiva und die Galgenblume“ (mit Hans Albers)... und damals, es ist schon lange her: „Auf Wiedersehen Franziska“ (mit Marianne Hoppe). Doch wir wollen auch eine lustige Episode aus seinem Schaffen nicht vergessen. ... es war bei den Aufnahmen zu „Nur eine Nacht“! Da mußten die beiden Hauptdarsteller bei einem Wurstmann Würstchen essen ... bei den Proben genügte das Markieren, bei den Aufnahmen mußte aber gegessen werden, und so aßen die Beiden ... und da die gesamten Aufnahmen hintereinander gemacht wurden, mußten die Beiden pausenlos Würstchen essen. Hans Söhnker hat es in dieser Nacht in St. Pauli auf nicht weniger als ... 27 Paar Würstchen gebracht! Auch das gehört zur Schauspielerlaufbahn hinzu; es ist nicht alles tiefgründige Psychologie, nicht alles tödlicher Ernst.. ..es gibt da auch erheiternde Intermezzi genug ...
HANS SÖHNKER
(Foto: Junge Film-Union Foto Wesel)
Verdis „Requiem“ in Aschaffenburg
In Aschaffenburg fand eine Aufführung des „Requiem“ von Verdi statt.
Die anläßlich des Todes des von Verdi hochgeschätzten italienischen Dichters Manzoni im Jahre 1874 komponierte Totenmesse — der letzte Teil „Libera me“ stammt allerdings schon aus früherer Zeit — ist in ihrer südlichen Leidenschaftlichkeit und doch zugleich gebändigten edlen musikalischen Formung ein überwältigender Ausdruck der zwar undogmatischen, aber tiefen Religiosität des Meisters.
Der Aschaffenburger Oratorienchor unter der Leitung von Franz Büchinger hat mit der Darbietung des „Requiem“ eine achtunggebietende Leistung vollbracht, die kaum einen Wunsch offen ließ.
Der Dirigent hielt sich von der Versuchung fern, das Werk opernhaft aufzuführen, vermied jede falsche Geste und war Solisten, Chor und Orchester ein sorgsam abwägender, sicherer und zugleich mitreißender Führer. Der sehr sorgfältig vorbereitete Chor sang in seinen Stimmgruppen gut ausgewogen auch im Fortissimo noch schön und mit vorzüglicher Aussprache.
Das Philharmonische Orchester Würzburg, verstärkt durch einige Mitglieder des Aschaffenburger Sinfonieorchesters, spielte gepflegt und präzise.
Als Solisten stand ein ausgezeichnetes Quartett zur Verfügung: die Konzertsängerinnen Hilde Thomaß-Staubitzer, München, deren kultivierter Sopran besonders im „Libera me“ zur Geltung kam und Hanne Münch, München, mit sehr schönem, klarem Mezzosopran, die die gerade dieser Stimme von Verdi im „Requiem“ zugedachte bedeutsame Aufgabe mustergültig meisterte, Richard Brünner, Regensburg, mit weichem, aber doch kraftvollem Tenor und Kammersänger Georg Hann, München, der mit vollendeter Meisterschaft und aus der Fülle seines großartigen Stimmaterials die Baßpartie sang.
Die in sich geschlossene Aufführung hinterließ bei den Zuhörern in der vollbesetzten Herz-Jesu-Kirche einen großen Eindruck. C. S.
Neuer Giraudoux
Giraudoux ist der große Gegendramatiker Sartres. Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg brachte jetzt noch die Komödie ..Intermezzo“ als erste Aufführung für Deutschland
Das Oszillieren zwischen Realem und Irrealem, das schon „Undine“ und in gewissem Grade auch der „Irren von Chaillot“ eigentümliche Reize gab, ist hier als Spiel der Gedanken und Atmosphäre um die Menschen am stärksten eingeprägt. Wir leben — und wir sollen uns weder dessen schämen noch über unsere Träume lächeln — in einer Zwischenwelt, einem „Intermezzo“, einer Welt, die unser Bestes ist und sein kann. Giraudoux ist hier der beglükkende Optimist, der nichts mit den düsteren Analysen Sartres zu tun hat. Ein kristallklares Werk und doch schwierig, in der Erlesenheit des Dialogs und den lächelnd hintergründigen Reflexen, die es spielen läßt. Die Inszenierung von Karl Heinz Stroux. ein wenig mehr ins Deutsche transponiert, war hervorragend. MBS
Gedächtnisausstellung Alex. Posch
Der Neue Hessische Kunstverein veranstaltet gemeinsam mit dem Hessischen Landesmuseum im Landesmuseum in der Zeit vom 5. bis 25. November eine Gedächtnisausstellung mit Werken des verstorbenen Darmstädter Malers Alexander Posch. In einer kleinen Feierstunde am Sonntag, dem 5. November, 11 Uhr, im Landesmuseum, wird Dr. Rudolf Perard das Lebenswerk Alexander Poschs würdigen. Ein Streichquartett spielt Werke von Beethoven und Haydn.
„Troubadour“ in Vorbereitung
Das Landestheater bereitet zur Zeit eine Neuinszenierung der Oper „Der Troubadour“ von Giuseppe Verdi vor. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß diese Oper am 2. Dezember 1855 zum ersten Male in Darmstadt auf die Bühne kam und seitdem 221 Aufführungen erlebte. In der diesjährigen Neuinszenierung wird „Der Troubadour“ unter der musikalischen Leitung von Richard Kotz stehen. Curt Haug führt Regie, Paul Pilowski (als Gast) entwirft die Bühnenbilder, Paul Cadow studiert die Chöre ein.
Gieseking in Darmstadt
Am Dienstag, dem 7. November, gastiert um 20 Uhr der Meisterpianist Prof. Walter Gieseking in der Stadthalle. Gieseking spielt die Englische Suite d-moll von Joh. Seb. Bach, die Sonate E-dur op. 109 von Beethoven, die Kre’sleriana von Schumann, von Claude Debussy „Die Pagoden“, „Abend in Granada“, „Glocken im Wald“ und „Fische von Gold."
Darmstadt und Umgebung
Der Stein der Weisen
Ka. Die Alten waren ständig auf der Suche nach ihm. Aber er lag immer gerade da, wo sie nicht vorbeikamen, und deshalb erdachten sie ein philosophisches System nach dem anderen, erdichteten immer tiefere menschliche Weisheiten, schufen, schufteten und wuchteten Steine um Steine des Anstoßes aufeinander, um vielleicht einmal des einen, besonderen teilhaftig zu werden.
Heute ist das anders. Der Stern der Weisen ist keine Rarität mehr. Die Leute suchen ihn auch nicht länger. Er liegt auf der Straße. Jeder hat ihn oder glaubt wenigstens ihn zu haben. Man muß nur in Versammlungen gehen, Tagungen besuchen, Vereinssitzungen beiwohnen, um sich davon zu überzeugen. Dabei ist es ganz einerlei, ob es sich um Politik, Ziegenzucht, Erziehungswissenschaft, Literatur oder Apfelbäume handelt, ob die Wirkungen der Kunst, der Maikäferplage oder des reichlichen Alkoholgenusses erörtert werden. Es geht hier schon lange nicht mehr um das „was“. Wie aber geht es seit langem schon um das „wie“!
Man hält wahrhaftig nicht für möglich, mit welcher Emphase ein jeder sein Steinchen der Weisen rühmt. Welch ein Ernst! Welch eine Wichtigkeit! Welch eine Ueberzeugungskraft! Worum auch immer es sich handeln mag, es wird darum geeifert, und noch die bemoosteste Binsenweisheit erhält das glühende Signum einer weltanschaulichen Offenbarung.
Wir können ein Lied davon singen, wie, verliebt und verklärt, ein jeder sich in seinem mit Inbrunst aufpolierten Stein der Weisen spiegelt. Ganze Wolkenkratzer könnte man aus solchen Steinen errichten mit Hunderten und Tausenden von Fenstern, auf denen Hunderte und Tausende ihre einmaligen Lehren mit tierischem Ernst verkünden. Dabei ist der einzelne so erfüllt von seiner eigenen Mission, daß er nicht einmal von dem Schreier von nebenan gestört wird
Man sollte nur nicht von einem zum andern gehen müssen. Das ist manchmal schlimm, und man kommt auf den ganz und gar verwerflichen Gedanken, daß man gar nichts mehr ernst nimmt. Es ist eine Frage der Selbsterhaltung. Schließlich ist es nämlich auch für einen Berichterstatter kein schöner Tod, wenn er — ehe er Zeit dazu findet, seine eigene Wichtigkeit zu entdecken — von der Wichtigkeit der tausend humorlosen Vorstandsredner erdrosselt wird.
Kreiswahlausschuß tagt
Erste öffentliche Sitzung für die Landtagswahl
Am Samstag, dem 4. November 1950, vormittags 8 Uhr tritt der Kreiswahlausschuß für die Landtagswahl zu seiner ersten öffentlichen Sitzung im Stadthaus, Lagerhausstr. 1. Sitzungssaal 201 (1. Stock), zusammen.
Auf der Tagesordnung steht: 1. Verpflichtung der Beisitzer, der stellvertretenden Beisitzer und des Schriftführers. 2. Prüfung und Feststellung der eingereichten Kreiswahlvorschläge.
...zählt heitere und träbe Stunden
Auf den neuen schwarzen Zifferblättern mit den goldenen römischen Zahlen an den vier Seiten des Kirchturms auf dem Kirchberg können die Eberstädter wieder in den nächsten Tagen feststellen, was die Uhr geschlagen hat. Wie wir schon berichteten, erfolgte die Montage der Zifferblättern am vergangenen Dienstag.
Ueber das Alter und den Erbauer der Uhr bestehen noch verschiedene Auffassungen, da die Kirchenbücher keine klaren Angaben enthalten. Teilweise ist man der Ansicht, daß das Uhrwerk um 1700 von dem Schmied Geibel gebaut wurde, während der Uhrmachermeister Meit z 1 e r durch Vergleich von Zeichnungen und Photographien andere Uhrwerke alter Uhrmacher glaubt, daß die Eberstadter Kirchenuhr von einem Uhrmacher aus Neuwied stammen soll.
Gerade vor einem Jahr wurden die neuen Glocken der evangelischen Kirche von Eberstadt eingeholt. In der nächsten Woche wird nun auch das Schlagwerk der Kirchenuhr. das seit der Ablieferung der alten Glocken im Jahre 1941 aussetzte. wieder in Ordung gebracht, t-s
Darmstädter Tagblatt am Ionntag
Sie lesen in der nächsten Ausgabe der Allgemeinen Zeitung am Sonntag“ unter ndprpm:
AUS DEM INHALT:
Befestigte Dörfer im Schatten von Worms S 2 Frauen im Sturm der Zeiten ■ 3 Wunderland Indonesien ö. 4 Unser Riesengebirge -5 Die Beitreibung von Geldforderungen S. Blick in die Welt 8
Original=österreich in Westdeutschland
Kilometer 512 fordert zwei Todesopfer
Gestern nachmittag ereignete sich bei Kilometer 512, auf der Autobahn zwischen Frankfurt und Darmstadt ein schwerer Verkehrsunfall, dem bis jetzt zwei Menschenleben zum Opfer gefallen sind.
Ein aus Richtung Darmstadt kommender Personenkraftwagen mit zwei Männern und einer Frau als Insassen geriet an der Absperrung der östlichen Fahrbahn beim Ueberwechseln auf die andere Fahrbahn anscheinend ins Schleudern und raste mit voller Geschwindigkeit in einen entgegenkommenden Opel Olympia, der aus dem Rheinland kam. Sämtliche Insassen der beiden Fahrzeuge wurden schwer verletzt abtransportiert. Inzwischen erlagen zwei Personen, ein Mann und eine Frau aus Mannheim, ihren Verletzungen. Die beiden anderen Männer befinden sich in Lebensgefahr und waren bisher noch nicht vernehmungsfähig, so daß die Polizei die Namen der Toten und Schwerverletzten nicht ermitteln konnte. agt
Als Preise gab es Bücher
Preisverteilung im Hygiene-Lichthof
Schüler und Schülerinnen konnten am Donnerstagnachmittag im Hygiene-Lichthof von Regierungspräsident Arn ou 1 die Preise — gute und schön ausgestattete Jugendbücher — empfangen, die sie durch die Arbeiten für das Preisausschreiben „Schule und Hygiene“ für sich selbst oder ihre Klassen verdient hatten. Mit Schwung und viel guten Einfällen war die Jugend an die Gestaltung des Themas herangegangen. In Gemeinschaftsarbeit waren bunte Plakatfolgen
gefertigt worden, die in Bild und Wort zur Sauberkeit mahnten, abschreckende Gegenbeispiele zeigten und manch launigen Vers „zu Nutz und Frommen der Hygiene“ verkündeten. Sehr fein ausgeführte Scherenschnitte hatte die Quarta 2 des Rüsselsheimer Realgymnasiums zu 3 Schwarz-Weiß-Plakaten zusammengestellt. Die Klasse 7 der Bessunger Mädchenschule hatte sich mit Geschick und Laune der Wurmplage angenommen und außerdem ein Gedicht verfaßt über die Mißstände? die „Frau Hygiene“ in der Schule abzustellen kommt. Auch die Klasse 6 der Volksschule Trebur und die Quinta 3 des Realgymnasiums Rüsselsheim legten mit ihren Arbeiten Ehre ein, und glückstrahlend empfingen Reiner Müller aus der Klasse IVa des Realgymnasiums Heppenheim, G. Feldmann von der Wilhelm-Mittelschule in Offenbach und Rolf Illert vom Alten Realgymnasium Darmstadt ihre Preise für ihre eindrucksvollen Plakate.
In Anwesenheit von Min.-Dir. Dr. Freund, Fräulein Dr. Stein, Obermedizinalrat Dr. Pullmann. Reg.-Dir.
Fri e d ri c h, Medizinalrat Dr. Kali es, D. Martin und Landrat Wink sprach Regierungspräsident Arnoul den Schülerinnen und Schülern den Dank der Staatsregierung für ihre Anteilnahme und Leistung aus. Dabei betonte er, daß es schwer gewesen sei, aus der Fülle der eingegangenen Arbeiten einzelne nur mit Preisen zu bedenken, während doch alle von Eifer und Können zeugten.
Nach der Preisverteilung ging es zur Vespertafel, und bevor die Mädchen und Buben die Heimfahrt antraten, führte Min.-Dir. Freund seine Gäste durch die Hygiene-Ausstellung. Di
Regierungspräsident A r n o u 1 mit den Preisträgern
Darmstadt im Hessischen Rundfunk
Aufmerksamen Rundfunkhörern ist es in der letzten Zeit aufgefallen, daß Darmstadt immer wieder im Zeitfunk des Frankfurter Senders Erwähnung fand. Aber nicht nur im Zeitfunk war es dem Verkehrsverein Darmstadt gelungen, die Aufmerksamkeit der Sendeleitung auf Darmstadt zu lenken, auch eine ganze Anzahl von Kurzreportagen wurden, größtenteils unter Betreuung durch den Verkehrsverein, aufgenommen und gesendet.
So kam der Deutsch - O rd ens - K onv e n t Darmstadt als Traditionsträger des Deutsch-Ritter-Ordens der Marienburg bei Danzig zu Worte.
Die Vorbereitungen der Woche für neue Musik fand in einem Wechselgespräch zwischen dem Aufnahmeleiter und Dr. Steinecke und Dr. Ilgner vom Kranichsteiner Musikinstitut und dem Komponisten Edgar Varese, Neuyork, Beachtung.
Einen Einblick in das Aufgabengebiet des Sozialwissenschaftlichen Institutes gab ein Gespräch mit Dr. Schachtschabei und Dr. G r i g s b y , USA.
Die Sudetendeutschen Klöppel-Knüpferinnen wurden bei ihrer Arbeit in Ober-Ramstadt, die Darmstädter Glashütte Mittinge r & Co. bei der Herstellung von Antik-Glas vom Rundfunk besucht.
Das Fernmelde technische Zentralamt war Anlaß einer Reportage, wie die Hygieneausstellung im Lichthof, Neckarstraße 3, bei der eine Führung amerikanischer Sanitätssoldaten durch den Leiter der Ausstellung, Ministerialdirektor Dr. Freund, eingeblendet wurde.
Unter Führung von Stadtrat Dr. Holtzmann und Betriebsleiter Nolte besuchte der Rundfunk das Hallenschwimmbad, wobei der Aufnahmestab seine Arbeit mit Dampf- und Schwimmbädern beendete.
Außer diesen Reportagen sendet der Hessische Rundfunk laufend Theater- und Sportberichte aus Darmstadt.
Auf Veranlassung des Gebietsausschusses des Verkehrsvereins sind Sendungen über die Grube Messel, die Fremdenverkehrsbestrebungen in Ober- und Unter-Mossau im Gespräch mit Pfarrer Moeseritz, die 300 jährige Kunsttöpferei in Erbach und andere Odenwälder Spezialhandwerke geplant.
25 Jahre Evang. Posaunenchor
Herbstvertreterversammlung in Darmstadt
Am 12. November hält das Posaunenwerk der Evangelischen Kirche in Starkenburg im Gemeindesaal der Pauluskirche zu Darmstadt seine Herbstvertreterversammlung, auf der neben Erstattung des Jahresberichts das Bezirksfest und der Posaunentag 1951 festgesetzt werden sollen. Wahrscheinlich wird die Gemeinde Reichelsheim dafür in Aussicht genommen.
Anfang 1951 sollen wieder einige Freizeiten gehalten werden, eine Anfängerfreizeit in Schloß Wolfsgarten bei Egelsbach und eine Bläser- und Chorieiterfreizeit vom 8. bis 14. Januar in Frankfurt.
Stadtplan von Cbexrstadt
neu herausgekommen
Dieser Tage erschien im Verlag B ö r - s i g, Darmstadt, ein neuer Stadtplan von Eberstadt, der als wertvolle Ergänzung zu dem im gleichen Verlag erschienenen Stadtplan von Darmstadt gelten kann. Das Fehlen eines Eberstädter Stadtplanes war seither oftmals unangenehm spürbar. Diese Lücke ist jetzt ausgefüllt.
Der Verkaufspreis beträgt 1,— DM. agt
Wieder Lesesaal in der Landesbibliothek
In Anwesenheit von Oberbürgermeister Metzger, Bürgermeister Schröder und einem größeren Kreis geladener Gäste eröffnete der Direktor der Landes- und Hochschulbibliothek Dr. Rasp gestern im Schloß den neu eingerichteten Lesesaal der Bibliothek. Dieser Raum, der bisher der Bibliotheksverwaltung zur Verfügung stand, kann in seinen Regalen 315 Zeitschriften aufnehmen. Zur Zeit sind 227 ausgelegt, von denen 161 für die wissenschaftliche Arbeit der Technischen Hochschule bestimmt sind. Eine ständige Verbesserung und Ergänzung dieses Materials wird im Rahmen des zur Verfügung stehenden Etats durchgeführt werden. Außerdem stehen in dem neuen Lesesaal Nachschlagwerke der Bibliographie, Enzyklopädie, Biographie usw. zur Verfügung. An zwanzig kleinen Tischen mit je zwei Arbeitsplätzen, die zu drei großen Tafeln zusammengestellt sind, ist die Möglichkeit gegeben, in Ruhe das ausgelegte Material einzusehen.
Die Verwaltung der Bibliothek befindet sich nun im Zwischengeschoß, dessen Räume im Verlauf des Sommers fertiggestellt wurden. Nachdem nun auch die Decke des ersten und die des zweiten Stockwerkes eingezogen wurden und ein Fahrstuhl seiner Vollendung entgegengeht. kann damit gerechnet werden, daß in absehbarer Zeit das Magazin der Bibliothek mit 250 000 Bänden in die Obergeschosse einziehen kann.
Im Anschluß an die offizielle Eröffnung sprach Dr. Rasp in einem längeren Vortrag über seine Eindrücke, die er während seines dreimonatigen Aufenthalts in den Vereinigten Staaten über das dortige Bibliothekswesen sammelte. Das Referat, das besonders durch die ständige Gegenüberstellung der deutschen und amerikanischen Bibliotheksverhältnisse interessante Perspektiven eröffnete, fand die gesammelte und dank¬ bare Aufmerksamkeit der Gäste. DT
Eine Ecke des neueröffneten Lesesaales der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Foto: Hilde Roth
Paketfallenschwindler verhaftet
Wer wurde geschädigt?
Vor einigen Tagen wurde in Mannheim der 35jährige in Oranienburg geborene Kurt Tied k e, der sich auch als Kurt Heinrich Fritz Reinhard Eugen Lange (geboren 4. April 1914 in Lodz) ausgab, festgenommen. Seit mehreren Monaten bereiste dieser Paketfallenschwindler das Bundesgebiet und sprach in mehreren westdeutschen Städten bei Personen vor.
Angeblich hielt er sich auch eine Zeit lang in Darmstadt und Umgebung auf.
Tiedke' begab sich nur zu Personen, von denen er vorher festgestellt hatte, daß sie Verwandte oder Bekannte in der Ostzone besitzen. Dort kündigte er dann ein Paket aus der Ostzone an und schwindelte den Betreffenden vor, es seien beschädigte Pakete bei der Spedition eingegangen. Da auf diesen jedoch die Anschrift unleserlich sei, benötige er die genaue Anschrift zwecks Auslieferung durch den Spediteur. Er stellte daraufhin Lieferschein und Quittung mit Ostmark-Beträgen aus, die er allerdings als bereits bezahlt schilderte.
Hierdurch erlangte der Schwindler das Vertrauen und brachte das Gespräch auf Damenstrümpfe, die er aus der Ostzone mitgebracht haben wollte. Er nahm Bestellungen und Vorauszahlungen für Strümpfe entgegen. Sie sollten mit dem angekündigten Paket geliefert werden, was aber nicht erfolgte.
Personen, die durch Tiedke geschädigt wurden, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei-Inspektion Darmstadt, Holzhofallee 25, zu melden. wst
Kurze Meldungen aus der Stadt
Das Rote Kreuz sucht die Angehörigen des Thomas, Ob.-Gefr., ca. 28 bis 30 Jahre alt, 1944 in Rumänien, früher wohnhaft in der Gegend von Darmstadt, Besitzer eines Weingutes. Gleichfalls werden die Angehörigen von Richard Wohlleben, früher wohnhaft in Darmstadt, bei Stalingrad vermißt, gesucht. Der Bezirksverband Darmstadt, Wilhelmstraße 36, bittet um sachdienliche Mitteilungen.
Die Redaktion des Darmstädter „Schul¬ kurier“ teilt uns mit, daß am Mittwoch, dem 8. November, um 17.45 Uhr, im Amenikahaus im Rahmen einer Jugendfilmstunde die Filme „Musik in Amerika“, „Mammutbäume“ und der Farbfilm „Die Geschichte vom Mais“ gezeigt werden.
Eine Hubertusfeier veranstaltet der Jagdklub Darmstadt am Samstag, dem 4. November, um 19 Uhr, in der Gaststätte Ripper, Erbacher Straße. Nach einer feierlichen Kundgebung zur augenblicklichen Lage des deutschen Waidwerks wird der gesellige Teil der Veranstaltung einen drohen Ausklang bringen.
Einen Jungjägerkursus zur Heranbildung waidgerechter junger Jäger wird in diesem Winter der Jagdklub Darmstadt veranstalten. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle des Jagdklubs, Rheinstr. 63, entgegen.
Ein Semesteranfangs-Gottesdienst für die Studenten der Technischen Hochschule wird am Mittwoch, dem 8. November, um 19.30 Uhr, in der Stadtkirche gehalten werden. Die Predigt wird Studentenpfarrer Friedel halten.
In den Block „B“ des ehemaligen Inter¬ niertenlagers ziehen am Freitag, dem 3. November, das Flüchtlingsdezernat, die Wiedergutmachungs- und Hauptbetreuungsstelle und die Landeskulturstelle des Regierungspräsidiums um. *
Das Fachgeschäft Max Reinhold, Futterstoffe, Kurzwaren und Schneidereibedarf, bezog vor wenigen Tagen seine neuen Geschäftsräume in der Ernst-Ludwigstraße 15, Ecke Schuchardstraße. Bereits am 1. April dieses Jahres konnte die Firma ihr 50jähriges Bestehen feiern. *
Die Industriegewerkschaft Chemie, Panier. Keramik. Filialvcrwalttmg Darm¬ stadt-F.berstadt. veranstaltet am Freitag, dem 10. November, um 20.15 Uhr im Lokal „Zur Rose“ eine Mitgliederversammlung. Der Geschäftsführer der Verwaltungsstelle Darmstadt. Herr Sievers, gibt einen Bericht über den Verbandstag in München und den Bezirksverbandstag in Fulda. Außerdem behandelt er anschließend gewerkschaftliche Tagesfragen. *
Die Interessengemeinschaft der Be¬ satzungsgeschädigten veranstaltet am Sonntag, dem 5. November, nachmittags 15 Uhr, im Büchnersaal, Bessunger Straße 125, eine Mitgliederversammlung, zu der Vertreter von Stadt und Staat eingeladen wurden. *
Die Notgemeinschaft Heimatvertriebe¬ ner Ost- und Westpreußen hält am Sonntag, dem 5. November um 15 Uhr im „Heilig-Kreuz“ ihre Mitgliederversammlung ab. Es werden Herr Krolzyk, Herr Schröter und Frau Rhode sprechen. Um das Zusammengehörigkeitsgefühl der Ostdeutschen mit der einheimischen Bevölkerung zu festigen, findet anschließend ein gemütliches Beisammensein statt. *
Wie wird das Wetter?
Unfreundlich, mild
Vorhersage: Am Freitag vorwiegend stark bewölkt und zeitweise noch Regen. Rückgang der Nebelbildung. Tageshöchsttemperatur 10 —ll°, nachts frostfrei. Gelegentlich auffrischende Winde aus Südwest bis Nordwest.»
Weitere Aussichten: Am Samstag noch leicht unbeständig.
Wohin gehen wit heũte?
Landestheater: Orangerie: 20 Uhr, „Helden“, Komödie v. B. Shaw; Ende gegeij 22.15 Uhr. Lichtspieltheater: Union: „Du bist Musik für mich“; Thalia: „Die badende Venus“; Belida: „Abenteuer in der Südsee“ u. Nachtvorst.: „Alarmstufe HI“; Palast: „Der Wahnsinn des Dr. Clive“; Hansa: „Heimweh“ u. Nachtvorst.: „Der große Bluff“. Amerikahaus: 19.30 Uhr: Diskussionsabend über: „Aktuelle psychologische Fragen“ v. Dr. Adolf Zeddies. Amerikahaus: 19.30 Uhr: Liederabend d. amerikan. Mezzo-Sopranistin Nell Tangerman (Am Flügel: Noel Lee, USA). Hygiene-Lichthof, Neckarstraße 3: 10 bis 18 Uhr, Ausstellung: „Gesundes Leben“,
STARKENBURG
„Schlagt die Brücke“
Wenn auf dem Eröffnungsabend einer Jugendwerbewoche das Hauptreferat dem Gedanken des Brückenschlagens gewidmet ist, so stellt das zweifellos ein begrüßenswertes Thema dar. Die Brücke ist das Symbol der Völkerverständigung, sie spannt sich in weitem Bogen vom Hier zum Dort, sie soll die Existenz des Einzelindividuums mit der Kraft einer allesumfassenden Gemeinschaftlichkeit verketten.
Die gegensätzlichen politischen Strömungen zwischen West und Ost sind zur Genüge bekann. Sie schienen aber einem Schulrat noch nicht bekannt genug. Er hielt es für notwendig, bei der Eröffnung einer Jugendwerbewoche noch einmal besonders darauf hinzuweisen.
Dieser Hinweis auf die Ungewißheit der Zukunft erscheint jedoch als kein besonders wirksames Werbeargument, um die abseits stehende Jugend „die Hände aus den Taschen nehmen zu lassen“. Daß der Osten eine andere Welt ist, die mit den gleichen Worten einem anderen Inhalt Ausdruck verleiht, kann als Argument anerkannt werden, aber nicht, daß die Ausführungen sich sehr bedenklich denen der in letzer Zeit auch im Westen auftretenden Friedensagitatoren ähnelten.
„Nicht der Kapitalist ist für den Krieg verantwortlich, sondern auch der einzelne als Teil des Staates.“ Diese Jugend, die es nun gilt aus ihrer Lethargie herauszuführen, ist mit gutem Recht mißtrauisch.
Die Parole, daß von der Entwicklung der Jugend die Zukunft des Staates oder des Kontinents abhängt, hat man auch im vergangenen „tausendjährigen Rbich“ oftmals zu hören bekommen. Es ist nicht damit getan, die Schalmei der Zukunft zu blasen und darauf hinzuweisen, daß der Mensch nicht vom Affen abstammt, und ergo mit einer höheren Verantwortlichkeit begabt sein sollte, die ihm seinen Platz in der Gemeinschaft der Völker anweist, eine Jugendwerbewoche ist nicht die Gelegenheit, programmatische Reden über die Ost-West-Verbindungen zu halten, und, von Thema zu Thema springend, der ohnedies sehr gering vertretenen Jugend den Blick für ihre eigentliche, unmittelbare Arbeit zu trüben. Wesentlicher erscheinen dagegen die Punkte, die der Redner im Vorübergehen streifte: die Brücke zwischen Elternhaus und Schule zu schlagen, die Verbindung zwischen der Jugend und dem Alter herzustellen, die Einzelverantwortung des Jugendlichen zu stärken und der Persönlichkeit der Jugend einen Inhalt zu geben, der nicht in der Dogmatik politischer Spannungen liegen kann, sondern einzig und alleine in der bereitwilligen Aufopferung des einzelnen für die Gemeinschaft.
Gegenteilige Auffassungen der Experten
Tragischer Tod in drei Versionen
Pflegerin des Philipps-Hospitals Goddelau von der Anklage fahrlässiger Tötung freigesprochen
Um einen tragischen Todesfall, der sich am 3. Februar in der Heil- und Pflegeanstalt Goddelau ereignete, kreiste gestern eine Hauptverhandlung der Ersten Darmstädter Strafkammer.
Um einen tragischen Todesfall, der sich am 3. Februar in der Heil- und Pflegeanstalt Goddelau ereignete, kreiste gestern eine Hauptverhandlung der Ersten Darmstädter Strafkammer.
Angeklagt wegen fahrlässiger Tötung war eine 23 Jahre alte Pflegerin der Anstalt, die damals 42 epileptische Patienten zu betreuen hatte. An dem betreffenden Tage war die Angeklagte durch verschiedene Umstände etwas abgelenkt und übersah, daß die Badezimmertür offenstand. Eine junge Epileptikerin rannte in einem Anfall hinein, sprang in die Badewanne, in der 20 cm hoch das Wasser stand. Mit dem Kopfe im Wasser liegend fand man sie auf. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Die junge Pflegerin, durch den Unglücksfall völlig zerknirscht, lebte seitdem unter einem furchtbaren seelischen Druck. Pflichtgemäß mußte die Staatsanwaltschaft den Fall aufgreifen, ihn aufzuklären und den Schuldigen zu finden versuchen.
Leider erbrachte die gestrige Verhandlung keine restlose Klärung. Landgerichtsdirektor Forch sprach von drei möglichen Versionen des Unfalles: Die Verunglückte konnte sich zum ersten bei einem Anfall im Badezimmer erbrochen haben, wodurch Speiseteile in die Luftröhre bzw. Lunge gerieten, was einen Erstickungstod zur Folge hatte. Zum anderen konnte das Schlucken von Wasser das verhängnisvolle Erbrechen hervorgerufen haben und letztlich konnten bei dem Versuch, nachher der Verunglückten durch künstliche Atmung zu helfen, die Speiseteile in die Lunge gekommen sein. Der Befund sprach klar weder für die eine noch die andere Möglichkeit. Das Gericht schloß sich der Auffassung von Direktor Dr. Kinsberger an, daß ein Epileptiker durch Erbrechen ersticken kann. Professor Müller hatte diese Möglichkeit abgelehnt.
Da die Kammer ferner der Meinung war, daß der Angeklagten subjektiv kein Verschulden nachzuweisen ist, daß vielmehr
eine Verkettung unglücklicher Umstände vorliegt und die 23jährige eine gutwillige, anständige und pflichttreue Frau ist, deren geistiges Volumen allerdings mäßig sei, erkannte sie auf Freispruch mangels Beweises. . wst.
Gestohlene Genüsse
Bei einem Einbruch in Eppertshausen, Gasthaus Karl Gruber, entwendeten Diebe Tabakwaren, Spirituosen und Eßwaren. Als Täter vermutet man ein „Pärchen“, das sich am Nachmittag längere Zeit im Gastraum aufgehalten hatte. Die polizeilichen Ermittlungen nach den vermutlichen Tätern verliefen bisher ergebnislos. -gi-
Ahtuelles æwischen gesteru und sieute
Vereitelter Freitod
Das vierzehnjährige Mädchen einer in Mückenloch bei Neckarsteinach wohnenden Flüchtlingsfamilie stürzte sich am letzten Montag in selbstmörderischer Absicht oberhalb von Neckarsteinach in den Neckar. Durch die Hilferufe von Kindern aufmerksam gemacht, eilte eine sich auf dem Weg nach Neckarsteinach befindende Frau herbei und konnte die Ertrinkende beim Wiederauftauchen in letzter Minute« noch retten. Wie inzwischen ermittelt wurde, haben die Eltern das Mädchen in unmenschlicher Weise, u. a. mit einem Schürhaken, geschlagen, weil es nicht mehr auf seinen seitherigen Arbeitsplatz zurückkehren wollte. WL
Vom üherholenden Lkw erfaßt
Auf der Bundesstraße 26 in der Nähe von Hof Schönau kam ein Lastkraftwagen einer Mainzer Weingroßhandlung beim Ueberholen von der Fahrbahn ab und erfaßte einen Radfahrer aus Bischofsheim. Der Radfahrer wurde zu Boden geschleudert und erlitt erhebliche Verletzungen, die eine sofortige Ueberführung in ein Krankenhaus notwendig machten. Das Rad wurde völlig zertrümmert. Kb.
Nebelstreifen verursachte Unfall
In der Nacht zum Donnerstag kam der Personenwagen des Leiters der Viehverwertungsstelle Michelstadt, Leonhard Pfeifer, auf der Bundesstraße 45 in einer Rechtskurve zwischen Ebersberg und der Marbach von der Fahrbahn ab und stieß gegen zwei Bäume des linken Straßenrandes. Dem Fahrer war durch eine Nebelwand plötzlich die Sieht genommen worden. Die drei Insassen des Wagens erlitten Prellungen, Platzwunden und leichte Gehirnerschütterungen. Das Fahrzeug wurde schwer beschädigt.
Zwischen zwei Güterwagen geriet dieser Tage ein Arbeiter aus Lorsch in der Zellstoff-Fabrik Wald ho f. Er erlitt so schwere Verletzungen, daß seine sofortige Ueberführung in das Städtische Krankenhaus notwendig wurde. bl.
Toleranz und Achtung im Vordergrund des Lebens
Kultusminister Dr. Stein bei der Kreislehrertagung in Groß-Gerau
Die Lehrerschaft des Kreises Groß-Gerau versammelte sich gestern zu einer Konferenz in der Kreisstadt. Unter den Ehrengästen, die Kreisschulrat Schwedes begrüßte, befanden sich der hessische Kultusminister, Dr. Stein, der Direktor des Landesschulbeirates Haupt, Kreisamtmann Seipp als Vertreter des Landrats, Kreisresident Officer Mr. Mulveh ill und Bürgermeister Dr. Lüdecke. Vor den einzelnen Referaten bot eine Klasse des letzten Schuljahres der Volksschule Gustavsburg den Anwesenden ein mit herzlichem Beifall aufgenommenes Blockflöten-Konzert.
Bürgermeister Lüdecke erklärte eingangs, daß sich die Kreisstadt anschicke, eine Gemeinde der Schulen zu werden. Allerdings bedürfe es zur Erreichung dieses Zieles der Hilfe des Kultusministeriums. Kreisamtmann Seipp wies auf die Unterstützung des Schulwesens im Kreisgebiet in Form eines Kredites von 1 Million DM hin, der zum Aufbau von Schulen verwendet werden soll.
Kultusminister Dr. Stein leitete seine Ausführungen mit der Forderung einer Zurückbesinnung auf das Menschliche ein. Die früher vorherrschende Anschauung, daß die Schule nur Wissen und Gehorsam zu vermitteln und zu bewerten habe, müsse dahin umgewandelt werden, daß die Jugend auf die zukünftige Gestaltung des deutschen Lebens und der Menschheit vorbereitet und ihr in Begegnung mit den sittlichen Gütern der abendländischen Kultur die Ehrfurcht vor der Freiheit sowie eine wahre Humanität anerzogen werden soll.
Als höchste Aufgabe der Schule bezeichnete Dr. Stein in seinen weiteren Ausführungen die Erziehung der Jugend zu mündigen Menschen. Der Minister wandte sich dann der künftigen Gestaltung des Geschichts-Unterrichts, der politischen Erziehung und der Bedeutung der Religion in der Schule zu. Ohne sich von der Geschichte anderer Völker loszulösen, sei der Mensch in der Wandlung
der Zeiten zu betrachten, wobei Toleranz und Achtung vor dem Wert und dem Sinn des Menschenlebens im Vordergrund stehen müsse. Die Jugend zum Handeln in der Gemeinschaft zu befähigen, sei das Ziel des politischen Unterrichts, der Religionsunterricht solle dem jungen Menschen helfen, mit den Problemen seiner Entwicklungskrise fertigzuwerden.
Als Eigenschaften eines guten Lehrers nannte der Minister drei Vorbedingungen: das Vertrauen seiner Schüler zu genießen, seine Arbeit mit Freude zu verrichten und die Freiheit, sich ein unabhängiges Urteil bilden zu können. „Ein Staat, in dem die Lehrer gerecht sind, ist ein glücklicher Staat“, sagte Dr. Stein. Nicht zu unterschätzen sei die Arbeit des Lehrers auf dem Lande, und irrig sei die Ansicht, an einen solchen Lehrer geringere Ansprüche zu stellen. Hingegen sei der beste Lehrer gerade gut genug, um die erzieherischen Aufgaben auf dem Lande zu lösen.
Die körperliche Züchtigung lehnte der Minister mit der Begründung ab, daß dadurch die Würde des Lehrers und des Schülers in Gefahr gerate. Er schloß seine Ausführungen mit der Forderung, den Lehrerberuf als eine Berufung in der Verantwortung vor Gott, den Menschen und dem deutschen Volke zu betrachten. Die Tagung wurde nach einer Mittagspause mit einem Referat von Kreisschulrat Schwedes fortgesetzt. Kr.
Jagd durch stille Gassen
Eine Einwohnerin aus Nauheim, die am Abend in einem Geschäft Einkäufe tätigte und hierbei einen 50-Markschein wechselte, wurde von einem jungen Mann beobachtet, der kurz nach ihr gleichfalls den Laden verließ. Wohl in der Absicht, der Frau das Geld abzunehmen, nahm er die Verfolgung durch die unbelebten Ortsstraßen auf.. Erst als nach mehrmaligen Hilferufen ein Passant auf die Situation aufmerksam wurde, ließ der unliebsame Verfolger von seinem Opfer ab und verschwand. Kb.
Was aũch interessiect:
„Anständige Diebe“ entwendeten bei einem Landwirt der Gemeinde Einhausen mehrere Dosen Wurst und Fleisch, ließen jedoch eine Abfindungssumme von 5 DM zurück. el.
Einen Siebenschläfer fanden dieser Tage Waldarbeiter in der Nähe von Mitterhausen, als sie einem Hang Steine zur Ausbesserung des Weges entnahmen. ske
Eine große Weihnachtsverkaufsausstel¬ lung haben die Michelstadter Einzelhandelsgeschäfte als „ Christkindl-Markt“ im Saal von „Schmerkers Garten" für die Zeit vom 25. bis 27. November vorgesehen. -ch
Eingeklemmt zwischen zwei Eisenstäbe eines Kellerfensters rief dieser Tage ein 5 jähriges Mädchen aus Lorsch um Hilfe. Es mußte von einem Schlosser aus seiner unbequemen Lage befreit werden.
Das Tschechenlager in Babenhausen soll bis zum 1. Dezember von den über 600 Nationaltschechen geräumt werden. Ueber die neue Unterbringung konnte das Bezirksflüchtlingsamt, dem das Lager untersteht, noch keine Mitteilung machen.
Von einem Herzschlag plötzlich aus dem Leben gerissen wurde am Dienstagnachmittag der Einwohner Traisas H. Kleber, als er auf dem Nachhauseweg von Nieder-Ram stadt kommend durch die sog. „Hohl“ ging. no
In einer FDP-Versammlung in Heppenheim sprachen Bundestagsabgeordneter Dr. Hammer und Bruno Kalusche. erh
„Das Maß ist voll“
Notschrei des Erbacher Gewerbevereins über die Steuerlasten
Der Gewerbeverein der Kreisstadt hatte am Mittwochabend sämtliche Geschäftsleute, Handwerker und Gewerbetreibende jeder Art zu einer Versammlung in den Saal des Cafe Glenz eingeladen. Es sprachen der Syndikus der Industrie- und Handelskammer Darmstadt, Dr. Hüfner, über die gegenwärtige Wirtschaftslage, und die damit verbundenen Probleme, sowie der vereidigte Bücherrevisor Vetter aus Ober-Ramstadt über das gegenwärtige Labyrinth der Steuergesetzgebung. Hinter den Ausführungen beider Redner standen die Schatten zweier Schreckgespenster, die für die zahlreich versammelten Geschäftsleute alles andere denn ein Trost sein konnten, nämlich bei dem Referat von Dr. Hülfner die Wahrscheinlichkeit der Wiedereinführung einer Zwangsbewirtschaftung und bei dem von Herrn Vetter die bereits für 1951 angekündigte weitere Verschlechterung der Einkommensteuergesetze.
Der 1. Vorsitzende des Erbacher Gewerbevereins, Kaufmann Johann Stette r, zog das Fazit aus diesen beiden Vorträgen und sprach allen Anwesenden aus dem Herzen, als er kategorisch erklärte „Das Maß ist voll!“, denn die gegenwärtigen Belastungen des Gewerbes gingen bereits teilweise über die Grenzen des Tragbaren hinaus. Er kritisierte scharf die Steuergesetzgebung der Bundesregierung, die es einem steuerehrliehen Geschäftsmann unmöglich mache, seine Steuererklärungen ohne Inanspruchnahme eines gut beschlagenen Steuerberaters auszuarbeiten. Dadurch müsse automatisch das kapitalschwächere Kleingewerbe, das sich solche Sonderausgaben nicht leisten könne, die Hauptlast tragen. An zahlreichen Beispielen wies er die wirtschaftliche Benachteiligung des Gewerbes gegenüber der Industrie oder auch der Beamtenschaft nach.
Kreishandwerksmeister Pfaff ergänzte diese Ausführungen für alle Handwerksberufe. Der Handwerker bekomme heute die Lust und Liebe zu seinem Berufe „weggesteuert“. Wenn der Staat, der erst einmal selbst ein Beispiel an Sparsamkeit geben sollte, weitere Steuererhöhungen verlange, bleibe dem Handwerk und Gewerbe nur der Weg der Selbsthilfe durch Steuerstreik.
Im weiteren Verlauf der lebhaft geführten Aussprache ergriff auch Bürgermeister Volk das Wort und wies darauf hin, daß auch die heimische Industrie große Risiken zu tragen habe. Sein Eintreten für die Maßnahmen der Bundesregierung löste scharfen Protest der Versammelten aus. Auch die in Darmstadt entdeckte Existenz von „Steuerspionen“ in Betrieben fand entschiedene Ablehnung.
Zum Schluß der Versammlung gab Direktor Kromer von der Kreissparkasse Erbach Erläuterungen zu der von seinem Bankinstitut neu eingeführten Kaufkredithilfe als notwendige Maßnahme zur Kaufkraftbelebung. -ch
Verpflichtung zum Fortschritt
Die Landwirtschaftsschule Michelstadt eröffnete am Donnerstagvormittag mit einer kleinen Feier den Unterricht für das Winterhalbjahr.
Neben Kreislandwirt Pril i p p und Kreischulrat S chwamb war die Lehrerschaft der Landwirtschafts- und der Kreisbei-ufsschule zugegen. Der Direktor des Instituts, Landwirtschaftsrat Dr. Barth, ging in seiner Ansprache von den inneren und äußeren Spannungen der Gegenwart aus, die der deutschen Landwirtschaft große und ernste Aufgaben stellen. Nach wie vor könne dem deutschen Volk von außen her der Brotkorb höher gehängt werden, da wir noch immer auf 40 Prozent Einfuhr angewiesen sind. Zur Erfüllung der großen Verantwortung, die diese Situation der Landwirtschaft auferlege, wolle die Schule das geistige Rüstzeug vermitteln. Gerade im Odenwald werde nach dem Sprichwort „Jung gewohnt, alt getan“ vielfach noch gedankenlos gearbeitet. Unsere Lage verpflichtet uns aber zu fortschrittlichen Arbeitsmethoden.
„Durch den Dukaten werd' ich verraten“
GEDANKEN ZUM HUBERTUSTAG
Von Dr. Ludwig RothEs ist ein weiter Weg, der von der germanischen Jagdgöttin bis zum heiligen Hubertus führt. Die Griechen hatten ihre „Artemis“, die Römer ihre „Diana“. Der römische Schriftsteller Arrian, der in der Mitte des zweiten Jahrhunderts nach Christi Geburt starb, erzählt, daß die keltischen Jäger bereits ihre geselligen Vereine hatten, die unter dem Schutz einer weiblichen Gottheit standen, die er mit dem Namen „Artemis“ bezeichnet.
Etwa 400 Jahre nach Arrian berichtet der Bischof Gregor von Tours über eine Kloster-Gründung durch einen Diaconus Vulfelaich, die sich im Jahre 585 zugetragen hatte. Vulfelaich hatte bei Trier ein Bild der Diana gefunden, „welches das abergläubische Volk abgöttisch verehrte“.
Er ließ das Steinbild, von dem er berichtet, daß es „gewaltig gewesen sei“, mit Stricken umstürzen und mit eisernen Hämmern zu Staub zermalmen. Aus der Erzählung geht weiter hervor, daß die Trierer „Diana“ beim Wein und in schwelgischen Gelagen mit Liedern verherrlicht wurde. Aus diesem Bericht können wir folgern, daß die Jagdfeste, von denen Arrian erzählt, anscheinend auch im 6. Jahrhundert noch üblich waren, und daß die germanischen Jäger der Trierer Gegend bei dem Fest besondere Lieder gesungen haben.
Wie die bei diesem Fest verehrte Göttin der Jagd mit ihrem deutschen Namen geheißen hat, wissen wir nicht, da Arrian, griechisch schreibend, sie „Artemis“, Gregor aber, lateinisch schreibend, sie
„Diana“ genannt hat. Stephan Behten berichtet im Jahre 1842: „In jenen Gebieten hatte Diana eine Bildsäule, welche der Bischof Ulphila soll haben wegnehmen und an ihrer Stelle eine Kapelle erbauen lassen, zu Ehren des heiligen Martin, welche den Grund zu einer Benediktiner-Abtei legte; in späterer Zeit noch, so berichteten Chronisten, soll in der Umgegend von Luxemburg diese Bildsäule der Diana sich befunden haben. Offensichtlich ist hier der „Diaconus Vulfelaich“ mit dem „Bischof Ulflla“ verwechselt. Die Martinus-Kapelle soll an de r Stelle gestanden haben, wo sich früher die Bildsäule der Diana erhob.
Die Beziehungen Sankt Martins zur Jagd als Jagdheiliger beruhen auf altem Götterglauben, da er in der christlichen Zeit viele Züge des alten Sturm-Gottes Wodan, des „Wilden Jägers“ angenommen hat. Aus den alten Opferschmausen zu Wodans Ehren haben sich die „Martins-Gans“ und der „Martins-Wein“ noch erhalten.
Zur Zeit Karls des Großen war der heilige Martin Jagdschutz-Patron. Den Beweis dafür bildete die geschichtliche Tatsache, daß Karl der Große bei seinen Jagden neben einer Reliquie des heiligen Dionysius auch die Chor-Kappe Sankt Martins bei sich führte.
Wie lange flankt Martin bei uns als Jagdheiliger galt, entzieht sich unserer Kenntnis. Als Schutzpatron der Jagd und der Jägerei erscheint nach ihm der heilige Eustachius, dessen Legende bezüglich seiner Bekehrung derjenigen Sanct Huberti ähnelt. Eustachius hieß als Heide Placidus und war zur Zeit des römischen Kaisers Hadrian ein berühmter Feldherr. Auf einer Jagd verfolgte er einen ganz kapitalen Hirsch, plötzlich wandte sich der Hirsch gegen ihn, und zeigte zwischen dem mächtigen Geweih ein strahlendes Kruzifix. Deutlich vernahm er aus dem Munde des Heilandes die Worte: „Placidus jagst du auf mich? Ich bin Christus, und habe schon lange nach dir gejagt. Geh zum Bischof der Christen und laß dich taufen.“ Also geschah es.
Kaiser Hadrian aber ließ, ergrimmt über den Abfall seines tapferen Feldherrn vom Heidenglauben, im Jahre 118 den frommen Eustachius nebst Frau und zwei Söhnen in der qualvollsten Weise den schrecklichsten Märtyrertod im Leibe eines glühend gemachten ehernen Stieres sterben.
Bekannt ist Albrecht Dürers herrlicher Kupferstich vom Jahre 1504: Der Heilige, im Gewand eines Jägers, ist aus dem Sattel gesprungen, und kniet neben seinem Pferde; im Vordergrund befindet sich die Meute, im Hintergrund eine hochragende, zinnengeschmückte Burg. In der Mitte des Bildes steht der Hirsch mit dem Kruzifix zwischen dem mächtigen Geweih.
Etwa gegen Ende des sechzehnten Jahrhunderts scheint Hubertus dann den Eustachius verdrängt zu haben; damals taufte man den „ Eustachius“ auf dem prächtigen Dürerschen Kupferstich in „Hubertus“ um, obgleich Albrecht Dürer nach den älteren Quellen in seinem niederländischen Tagebuch vom Jahre 1520 ihr ausdrücklich als „Sanct Eustachius“ bezeichnet hat.
Die Legende des heiligen Hubertus ist bekannt; sie ist aus den Ardennen zu uns gekommen. Der französische König Ludwig der Heilige (gestorben 1270) war der erste Fürst, der am Gedächtnistage des heiligen Hubertus eine große Feier veranstaltete. Während in Frankreich Sankt Hubertus immer mehr als allgemeiner Jagdschutzpatron in Geltung kam, war das in Deutschland noch nicht der Fall.
Der Stern des heiligen Eustachius als des älteren Jagdpatrons hat noch neben dem des jüngeren Hubertus bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts hinein hell geleuchtet.
Wir wissen, daß der bayerische Kurfürst Karl Albrecht (1726 bis 1745), als der spätere deutsche Kaiser Karl VII bekannt, bei seinen Jagdzügen eine „Feldkapelle“ mit sich führte, auf deren Altar die Bilder von Eustächius und Hubertus nebeneinander angebracht waren. Während seines Aufenthaltes in Frankfurt erlegte er im Reichsforst „Drei-Eich“ einen kapitalen Hirschen. Ein Denkstein auf der „Kaiser-Platte“ erinnert noch heute daran.
In Frankreich wurde die Tradition aufrecht erhalten durch den königlichen Hof und die Feierlichkeiten, die alljährlich am Hubertus-Tag — am 3. November — abgehalten wurden und in einer Verherrlichung des Jagdschutzpatrons und Heiligen ausklangen; nach Beendigung der Feierlichkeiten wurde die Hirschjagd geschlossen: Die waidgerechten Jäger wurden in einer Bruderschaft, einem Orden: dem Hubertus-Orden, zusammengeschlossen.
In Deutschland ließ der pfälzische Kurfürft Johann Wilhelm (gest. 1716) den alten Ritter-Orden Sanct Hubertus am 29. September (Michaelis) 1708 wieder aufleben. Sanct Hubertus ist vor allem der Schutz-Heilige der Hirsch-Jagd gewesen. Die Parforce-Jagd kam erst zu Ende des 17. Jahrhunderts von Frankreich nach Deutschland.
Landgraf Ludwig von Hessen brachte in den Jahren 1712, 1713 und 1714 nicht weniger als 124 Hirsche zum „Halali“. Landgraf Ludwig VIII erlegte im Jahre 1747 einen kapitalen Hirsch von 22 Enden und 480 Pfund Gewicht, dessen Geweih 24 Pfund wog. Im gleichen Jahre schoß er einen Zwanzig-Ender von 500 Pfund Gewicht, dessen Geweih 16 Pfund wog, endlich zwei Hirsche von zwanzig Enden je gegen 450 Pfund schwer.
Im Jahre 1748 soll Landgraf Ludwig VIII. im ganzen 80 Hirsche erlegt haben; wie die Jagd-Chronisten berichten, ließ der Landgraf „Hirsch-Dukaten“ schlagen mit der Umschrift: „Durch den Dukaten werd ich verraten.“ Vermutlich wurden die Jäger, die den Hirsch „bestätigt“ hatten, mit diesem „ Hirsch-Dukaten“ belohnt. Andere Schriftsteller berichten von der Prägung eines „ Sau-Dukaten“ mit der gleichen Inschrift aus Anlaß der Erlegung uriger Keiler bei Kranichstein.
Was man auch über die Jagdlust vergangener Zeiten klügeln und einwenden will, unsere Vorfahren haben alle gern die Jagd ausgeubt — gleich welchen Standes sie waren —, weil sie „zur Hurtigkeit und Gesundheit des Leibs, auch zur Verstandes-Geschwindigkeit hochdienlich und nützlich“ sei und vor Weichlichkeit und vor Wollust bewahre, denn „die Jagd geburet den Mannen, der Dantz den Weibern“.
Weidmanns-Heil!
60 Neubauten in einem Jahr
Bürgerversammlung in Münster / Bürgermeister Ries gibt Rückblick auf das Rechnungsjahr
st eT d'.e ,e^z^e.B“rgerversammlung am Allerheiligentag in Mü n - Gäste könnt ^rm^Ster R,es in den »Hessischen Hof“ einberufen hatte. Als ÄX’ÄX' 0- amerikanischen
Ries steUte in seinem Ueberblick besondes den sozialen Wohnungsbau in den Vordergrund. Von insgesamt 80 zur Verfügung gestellten Bauplatzen im Gebiet der Sandstraße wurden bisher 60 verbaut. Weitere 40 Plätze will die Gemeinde nach den Vermessungsarbeiten im kommenden Frühjahr an Baulustige verteilen Von 40 Anträgen für Landesbaudarlenen ist ein größerer Teil bereits bewilligt. Um die endgültige Wohnungsnot zu beseitigen, richtete der Bürgermeister erneut mahnende Worte an die Hausbesitzer.
Eine lebhafte Aussprache entwickelte sich über die Neuanlegung des Gemeindeplatzes zwischen Liebfrauenstraße und Bahnhofsplatz. Verschiedene Redner fanden es unbegreiflich, daß man den „freien Platz neber der Schule“ nicht dazu genommen habe. Schon wegen des Verkehrs und der größeren Fläche sprachen sich Gemeindräte und Bausachverständige für die Neuanlage am Bahnhof aus.
Ein weiterer wichtiger Punkt der Aussprache stellte der Straßenbau dar. Für Neuinstandsetzungen in der Friedrich-Ebert-Straße und einer weiteren Ortsstraße wurden bisher 27 000 DM aufgebracht. Sollten die beantragten Mittel eintreffen, so werden noch in diesem Rechnungsjahr Walterstraße, Schillerstraße, Goethestraße und Schießgartenstraße renoviert.
Längere Debatten wurden über die Aufforstung und Entschädigung des beschlagnahmten Muna-Waldes geführt. Trotz aller erdenklicher Mühe des Bürgermeisters und seiner Mitarbeiter wurde bis heute noch nicht ein Pfennig Pacht oder Entschädigung gezahlt. Die amerikanischen Dienststellen vertreten den Standpunkt, daß das gesamte Muna-Gelände seinerzeit enteignet wurde. Viele Verhandlungen wurden darüber geführt bis jetzt endlich eine Klarstellung erreicht wurde. Wie der Bürgermeister erklärte, soll die Gemeinde pro Jahr 17 000 D-Mark Pachtzins erhalten, den man vornehmlich für den Straßenbau verwenden will. Mit 250 Hektar wurde die
Hälfte des Gemeindewaldes beschlagnahmt. Annähernd 80 Hektar sind durch Bombentrichter zerstört.
Im weiteren Verlauf der Diskussion referierte der Geschäftsführer der Volksbank Münster über den Spartag 1950. Auch wurde mitgeteilt, daß durch den im letzten Jahr gegründeten Bausparverein an Baulustige 500 bis 1000 DM zur Auszahlung kamen.
Abschließend dankte Herr Pfleger für den harmonischen Verlauf der Versammlung und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß eine so rege Diskussion zustande kam. -gj-
Unsere Geburtstagskinder
72. Geburtstag Herr Philipp Hof 1., Drehermeister, Groß-Bieberau, Flurbachstraße 4.
Nur vier Unftälle n der 2. Oktoberhälfte
Nachdem auf die ersten 14 Tage des Monats Oktober im Landkreis Erbach täglich ein schwerer Unfall kam, darunter drei mit Todesopfern, war zu befürchten, daß dieser Monat den höchsten Stand der Unfallziffer bringen werde. Erfreulicherweise wurden dem GKK Erbach in der 2. Monatshälfte aber nur vier Unfälle gemeldet, so daß sich die Gesamtzahl von 18 durchaus im Monatsdurchschnitt dieses Jahres bewegt. -ch
72jähriger Messerheld
Zwischen der Familie des 72 Jahre alten Schneider Peter B. in Groß-Gumpen und der des 22 Jahre alten Sattlers HansK. aus Ober-Klein-Gumpen herrschte seit dem Sommer bittere Fehde. Der Grund liegt in einer angeblichen Grenzsteinverrückung, die der Bruder Wilhelm des K. gelegentlich einer Geländevermessung durch das Katasteramt Michelstadt zum Nachteil des alten Schneiders begangen haben soll.
Der alte Mann verfolgte die beiden Brüder mit der Drohung, ihnen „die Hälse abschneiden“ zu wollen. Mehrfach kam es zu Zusammenstößen, die ihren Höhepunkt erreichten, als der 22 Jahre alte Sattler mit seinem Kuhfuhrwerk aufs Feld fuhr und am Hause des alten Widersachers vorüberkam. Der alte Mann hielt den Wagen an und stieg mit den Worten „Hoscht Du Dein Dodeschei gemacht!?“ auf, um den jungen Mann mit einem feststehenden Messer zu bedrohen. Der wehrte den nach seinem Hals geführten Stich ab, wurde dabei aber am linken Oberarm verletzt.
Er überwältigte den Alten und entwaffnete ihn. Anschließend übergab er ihn einer vorüberkommenden motorisierten Polizeistreife, die den betagten Messerhelden auf die Gendarmeriestation Reichelsheim brachte.
Er wird sich vor dem Richter wegen schwerer Körperverletzung verantworten müssen. -eh
Bestohlener stahl selbst
Zu drei Monaten Gefängnis verurteilte Darmstadts Kleine Strafkammer den 20 Jahre alten Wagner Philipp Sch. aus Hüttenfeld wegen Diebstahls eines Fahrrads, das Sch., kurz vorher selbst bestohlen, sich kurzerhand angeeignet hatte.
Per Rad war man zusammen an einem Sonntag im Mai dieses Jahres zur Kirchweih nach Kocherbach gefahren. Der 20jährige vergnügte sich nach Henzenslust und genehmigte sich einen guten Tropfen über das erträgliche Maß. Als er sich auf den Heimweg machen wollte, hatte er nicht nur einen süßen Schwips, sondern auch kein Fahrrad mehr. Es war spurlos verschwunden. Philipp war zunächst wütend und überlegte sich in seinem angeheiterten Zustand, wie er wohl nach Hause komme. Dann setzte er sich einfach auf ein anderes, in der Nähe stehendes Rad, und fuhr heim. wst.
Gemeinsamer Jugendring für Erbach und Michelstadt im Werden
Auf einer Vorbesprechung zur Bildung eines gemeinsamen Jugendringes für die Städte Erbach und Michelstadt am Mittwochabend in der Erbacher Jugendherberge unter Leitung des neuen Kreisjugendpflegers Hans Meyer wählten die Vertreter der verschiedenen Jugendorganisationen den Primaner Ernst Schmerker, Michelstadt, zum Leiter des nächsten Ausspracheabends, der am Mittwoch um 19.30 Uhr wiederum in der Jugendherberge stattfinden soll.
Bei dieser Gelegenheit sollen Vertreter sämtlicher Jugendverbände beider Städte wie DRK-Jugend, Sportjugend, evangelische und katholische Jugendbünde, BEJ, „Rote Falken“ und Gewerkschaftsjugend Kurzreferate halten. Nach der Aussprache erfolgt dann die Wahl des Vorstandes für den Jugendring. -ch
Wieder Pfadsfinder in Michelstadt
Ehemalige Angehörige des im Jahre 1933 aufgelösten Pfadfinderhorstes Michelstadt hatten sich im „Altdeutschen Hof“ versammelt, um über die Wiederbelebung der Pfadfinderbewegung in Michelstadt zu beraten. Es wurde beschlossen, im Januar 1951 einen großen Werbeabend durchzuführen. • -ch
Neuzeitliche Güllewirtschaft
Ueber dieses Thema wird Oberlandwirtschaftsrat Nauwerck vom Badischen Landwirtschaftsministerium am 7. November in Reichelsheim vor der Lehrerschaft der Landwirtschaftsschulen, Bauern und sonstigen Interessenten des Odenwaldes einen Vortrag halten. -ch
Landwirtschaftliche Maschinen im Probegelände
Im Auftrage der Landwirtschaftskammer Frankfurt fand gestern im Rebmuttergarten Heppenheim im Beisein maßgebender Persönlichkeiten aus Hessen, Rheinhessen und Baden eine Vorführung der modernsten motorisierten Bodenbearbeitungsmaschinen, besonders der Firmen Schilling, Algria, Gutbrod und Koch statt. Herr W attendorf begrüßte u. a. Landwirtschaftsrat Gräber, den Leiter der Maschinen-Abteilung Ulmicher, Präsident Wetzel und Direktor Ing. F 1 eh r.
Aus der nahen und weiten Umgebung waren Weinbauern und landwirtschaftliche Schüler gekommen, um sich von der Leistungsfähigkeit der verschiedensten Geräte zu überzeugen. Zu diesem Zweck war absichtlich der Rebmuttergarten infolge seiner Steigung bis zu 33 Prozent als Probegelände ausgewählt. Im Anschluß an die Vorführungen tauschten die Weinbauern ihre Erfahrungen aus, wobei auch die Aelteren wertvolle Anregungen gaben, erh.
Mit Musik durch Heppenheim
6 landeseigene Feuerlöschgeräte samt dazugehörigem Schlauchmaterial trafen von Ulm kommend in Heppenheim ein. Eines davon wurde von der Gemeinde Heppenheim übernommen und von Bürgermeister Holzamer der Feuerwehr-Mannschaft übergeben. Sie zog mit dem neuen Gerät, begleitet von Klängen der Feuerwehr-Kapelle, durch die Stadt.
„Melodie und Rythmus“ in Pfungstadt
Unter dem Motto „Melodie und Rhythmus“ wird der Pfungstädter Gesangverein „Sängerlust“ morgen einen bunten Abend im „Rheinischen Hof“ starten. Die in Pfungstadt schon bekannte und _ beliebte Mädchentanzgruppe wird ihr von Tanzlehrer Pfeiffer, Eberstadt, einstudiertes Können erneut unter Beweis stellen. Die Gestaltung des Abends liegt in Händen von Herrn Frankenberger. Scg
Meldungen aus den Landlueisen
DARMSTA LAND
Pfungstadt. Der Ortsjugendausschuß veranstaltet heute in der Handwerkerschule seinen vierten Vortragsabend mit dem Thema: „Der Automotor und die Verkehrsvorschriften.“ Scg
Roßdorf. Die diesjährige Weihnachtsfeier des Männerchors der SKG findet am 25. Dezember im Saale des Gasthauses „Zur Sonne“ statt.
Gadernheim. In der Volksschule fand kürzlich eine Elternversammlung statt bei der über die Beschaffung neuer Tische und Stühle für die Schulkinder beraten wurde. Zur Finanzierung soll eine Sammlung veranstaltet werden. uka.
DIEBURG
Lengfeld. Heute Abend findet im Gasthaus „Zur schönen Aussicht“ eine Wählerversammlung der SPD statt. Es spricht Bundestagsabgeordneter Ritzel über die kommende Landtagswahl und aktuelle Tagesfragen. ML
Groß-Zimmern. Am Samstag veranstaltet der Fußballverein einen Familienabend mit Musik und verschiedenen Theateraufführungen. gi
Eppertshausen. Am Mittwoch war die Gemeinde von Dieburg aus nicht zu erreichen. Ermittlungen ergaben, daß etwa 100 Meter Telefonkabel an der Münsterer Hege gestohlen waren. Heja
ERBACH
Höchst. Am kommenden Sonntag findet um 20 Uhr im Saale „Zur Burg Breuberg“ ein Konzert des Herbertschen Männerchores „Eintracht“ statt, an dem sich der Männerchor, ein gemischter Chor und ein Frauenchor des Vereins beteiligen werden. Le.
Lützel-Wiebelsbach. Die regelmäßige chemische Analyse des Gemeindetrinkwassers durch das Wasserwirtschaftsamt Darmstadt hat zu Beanstandungen geführt. Die Bürgermeisterei macht deshalb darauf aufmerksam, das Trinkwasser nur in abgekochtem Zustand zu genießen, -ch
BERGSTRASSE
Lorsch. Ein Handharmonika-Konzert veranstaltet der neu gegründete Handharmonika-Club „Laurissa“ am Sonntag im Gasthaus „Zum goldenen Stern“, bl. Unter-Schönmattenwag. Am Samstag veranstaltet der Männergesangverein „Sängerlust“ als Abschluß seines 75 jährigen Jubiläumsjahres einen Liederabend, zu dem die Nachbarvereine vor Ober-Schönmattenwag, Langenthal, Aschbach, Affolterbach, Raubach und „Union“ aus Waldmichelbach ihr Erscheinen zugesagt haben. -r
GROSS-GERAU
Groß-Gerau. Der Verein der Schlesier des Kreises trifft sich am Sonntag, um 15 Uhr, in der Gastwirtschaft Schmoll zu einem Heimnachmittag unter dem Motto: „Vun der Hemte“. Mit der Veranstaltung ist eine Mitgliederversammlung verbunden. eng.
Büttelborn. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde findet am Samstag, um 10.30 Uhr, am Reglerhaus in der Weiterstädter Straße die Inbetriebnahme des neuverlegten Gasrohrnetzes statt, prs.
Der SPORT
Erstarkte „Lilien“- Handballer empfangen VfR Wiesbaden
Vorentscheidung in der Gruppenliga 4; Herrnsheim—Rüsselsheim
Nach ihrem überraschend hohen Kantersieg am vergangenen Sonntag in Kempten stellen sich die wieder recht gut in Form gekommenen 98er Handballer ihren spärlich gewordenen Freunden im Darmstädter Hochschulstadion vor.
Die Hauptsorge des Spielausschusses besteht nach wie vor darin, die Torhüterfrage in irgendeiner Form zu lösen. Nachdem in den letzten Spielen Göbel schwächer geworden ist, will man es dieses Mal wieder mit Heiner Lehniing versuchen. Rupp kann leider nicht mehr als Torhüter spielen, und bei hartem Training müßte eigentlich Lehning die beste Lösung sein. Für ihn wird der Läufer Emig als Linksaußen eingesetzt, den Spieker ersetzen soll.
Ueber den Gast VfR Wiesbaden wäre zu sagen, daß er im Augenblick noch an der vierten Tabellenstelle steht und sich bisher ausgezeichnet geschlagen hat. In der vergangenen Saison hatten bekanntlich die 98er größte Mühe, die Wiesbadener seinerzeit auf der Rennbahn mit 8:5 zu schlagen. Vor einer sehr gut deckenden Hintermannschaft steht ein wendiger und schneller Sturm, der in dem Rechtsaußen seine Hauptstütze hat. Nachdem die Lilienträger sich mit ihrem Spiel am Vorsonntag um zwei Tabellenplätze verbessert haben, würden sie nach einem Sieg über Wiesbaden auf den vierten Platz vorrücken.
Im Vorspiel stehen sich um 13.45 Uhr die beiderseitigen Reserven gegenüber.
Die Mannschaftsaufstellung der 98er: Lehning; Mark, Glock; Spieker, Peters, Fischer; Schäfer, Lutz, Reinhardt-, Dr. Barth, Emig. Ferner spielen in der Handball-Verbandsliga Gruppe Süd: Herrnsheim — Mombach, Wormatia Worms —TuS Griesheim, SG Nied ge^en Kickers Offenbach, SG Dietzenbach gegen SV Gelnhausen. Kempten spielfrei.
Das wichtigste Spiel des Sonntags dürfte wohl in Nied steigen, wo die Offenbacher Kickers auf Herz und Nieren geprüft werden. Die Kickers sind noch ohne jeden Verlustpunkt, während Nied deren drei aufzuweisen hat. Bei einer Niederlage von Nied ist der dritte Tabellenplatz gefährdet. Ein Unentschieden liegt im Bereich der Möglichkeiten. Mombach dürfte als die stärkste Vertretung Rheinhessens in Herrnsheim knapp Sieger bleiben, während die wieder erstarkte TuS Griesheim die beiden Punkte in Worms erobern dürfte. Allerdings werden sich die „Zwiebelsitädter" in erster Linie mit dem Olympia-Torhüter Heiner Keimig auseinanderzusetzen haben, der sich zur Zeit wieder in großer Form befindet. In Dietzenbach wird für Gelnhausen kaum etwas zu holen sein, und die Gastgeber werden die Tabellenspitze halten können.
Gruppenliga 4
Nach dem letzten Spielsonntag führt Rüsselsheim ohne Verlustpunkte die Tabelle an, geil6,"? von Braunshardt und der TSG 4G Darmstadt verlustpunktmäßig steht außerdem der vfT Herrnsheim mit nur zwei Verlustpunkten noch günstig. Nach einer starken Mittelgruppe zieren Bretzenheim und Wörrstadt das Ta-Hpilenende. — Der kommende Sonntag wird voraussichtlich keine großen Verschiebungen in der Tabelle bringen. Die spielfreie Darm-Städter Mannschaft wird auf Grund des Minuspunktverhältnisses in die Mittelgruppe abrücken. . ~ .
r^Die Sniele am kommenden Sonntag: Cone. Gernsheim - SSC Alzey; TSV Braunshardt - SG Wörrstadt; VfL Herrnsheim TG Rüsselsheim; TSV Pfungstadt SKG Bauschheim und SG Bretzenheim SV Kostheim.
In Gernsheim stehen sich zwei fast gleichwertige Mannschaften gegenüber, wobei der Platzvorteil für die Einheimischen spricht. — Braunshardt steht gegen Wörrstadt vor keiner allzuschweren Aufgabe und dürfte sein Punktkonto leicht verbessern können. — in Herrnsheim steigt der interessanteste Kampf des Sonntags, wo zwei der stärksten Mannschaften der Gruppe die Klingen kreuzen. Der Sieger dieses Spieles dürfte als Meisterschaftskandidat zu werten sein. — Pfungstadt hat seine Spielstärke am letzten Sonntag in Darmstadt bewiesen, aber auch Bauschheim unterstrich seinen Formanstieg durch einen klaren Sieg. Vor heimischem Publikum sollte sich aber der Platzbesitzer die Punkte nicht nehmen lassen. — Das Schlußlicht der Tabelle, Bretzenheim, wird um eine Niederlage gegen Kostheim nicht herumkommen. -th-
Handball in den Bezirksklassen
Die Bezirksklasse Odenwald hat folgende Begegnungen auf ihrem Spielplan: Reichelsheim — Fränkisch-Crumbach; Mörfelden — Urberach; Langen — Eppertshausen; Seeheim — Groß-Bieberau; Kirch-Brombach ist spielfrei.
Der Tabellenführer Fränkisch-Crumbach muß am kommenden Sonntag zu einem alten Widersacher. Dieses traditionelle Derby der beiden Nachbarorte läßt trotz momentan sehr verschiedener Tabellenposition keine feste Voraussage zu, denn schon immer war Reichelsheim zu Hause ein schwerer Gegner für Fränkisch-Crumbach. Der Tabellenerste wird gut daran tun, den Tabellenletzten nicht zu unterschätzen. — Das wichtigste Treffen findet in Mörfelden statt, wo es darum geht, den unmittelbaren Anschluß an den Tabellenführer zu wahren. Die Begegnung dieser beiden gleichwertigen Mannschaften ist durchaus offen, doch könnte vielleicht der Platzvorteil entscheiden. — Langen empfängt zu Hause den Neuling Eppertshausen und sollte nach seiner ausgezeichneten Leistung am letzten Sonntag zu einem Sieg kommen. — Die Begegnung in Seeheim sieht zwei gleichwertige Mannschaften als Gegner. Die Gäste aus dem Odenwald zeigten sich im letzten Spiel sehr verbessert und werden dem Neuling auch auf dessen Platz eine ausgeglichene Partie liefern.
In der Bezirksklasse Ried spielen: Erfelden — Heppenheim a. d. W.; Wies-Oppenheim — Bürstadt; Pfeddersheim — Offstein.
In Erfelden hat der Gast aus Heppenheim keinerlei Gewinnaussichten und muß um ein günstiges Torergebnis bemüht sein. — Bürstadt muß nach Wies-Oppenheim und sollte ::u einem wenn auch vielleicht knappen Sieg kommen. — Ein spannendes Treffen gibt es in Pfeddersheim, wo zwei gleichwertige Mannschaften der Mittelgruppe den Anschluß an die Spitze erstreben. -ei-
In der Handball-Kreis klasse Erbach werden am Sonntag folgende Spiele ausgetragen: Momart Pfaffen-Beerfurth, Nieder-Kinzig Beerfelden, Erbach Bad König, im Mittelpunkt dieser Runde steht das Spiel Erbach Bad König. Die Platzherren, die über ein ausgeglicheneres Mannschaftsgebilde verfügen, werden alles aus sich herausholen, um auch weiterhin als aussichtsreichster Meisterschaftskandidat bestehen zu können. Nieder-Kinzig hat in dem seitherigen Verlauf der Verbandsrunde nur wenig gezeigt und wird auch gegen Beerfelden um eine Niederelage nur schwer herumkommen. Der aufwärtsstrebenden Momarter Elf sind vor einheimischem Publikum gegen Pfaffen-Beerfurth die größeren Chancen zuzugestehen. -ppi-
In der Handball-Kreisklasse Bergstraße treffen am kommenden Sonntag aufeinander: Heppenheim — Mumbach; Einhausen — Lorsch; Siedelsbrunn — Kirschhausen; Bonsweiher — Zwingenberg; Zell — Krumbach; Kreidach — Erbach.
In Heppenheim dürfte es eine harte Auseinandersetzung geben; die Platzherren sollten am Ende vorne liegen. — Einhausen und Lorsch kennen sich zu gut, als daß der sonntäglichen Auseinandersetzung der Charakter des Lokalderbys genommen werden könnte; Voraussage kaum möglich. — Siedelsbrunn im neugestärkten Selbstbewußtsein dürfte für die sieggewohnten Kirschhauser eine schwere Hürde werden, die allerdings genommen werden könnte. — Bonsweiher sollte nach anfänglichen Schwierigkeiten auch über Zwingenberg klar zum Siege kommen, während Krumbach in Zell durchaus Siegmöglichkeiten anmelden darf. — In Kreidach dürften an diesem Sonntag zwei weitere Pluspunkte gutgeschrieben werden können, da Erbach einem Sieg kaum im Wege stehen sollte.
LU VV OICUCII OUUIU. In der Kreisklasse Dieburg finden am kommenden Sonntag folgende Spiele statt: Gruppe I: TV Reinheim — Babenhausen (10 Uhr), Langstadt/Schlierbach l — Langstadt 11, Semd — Klein-Umstadt; Gruppe II: Nieder-Klingen — Groß-Umstadt. In Reinheim könnten die Platzherren bei einem Punktgewinn Anschluß an die Mittelgruppe der Tabelle erreichen. — Keine Mühe wird der TVS Langstadt/Schlierbach I mit seiner 11. Mannschaft haben. Semd ist in dem Spiel gegen Klein-Umstadt haushoher Favorit. — Im einzigen Spiel der Gruppe II empfängt der SV Nieder-Klingen den TV Groß-Umstadt. Groß-Umstadt, das am vergangenen Sonntag gut zu gefallen wußte, fährt nicht ohne Chancen zu den bereits dreimal spielfreien Nieder-Klingern. -ff-
Favoritenstürze bei den Ringern?
Der Schlager der Landesliga: 1910—KSV Neu-Isenburg
Selten ist bei einem Meisterschaftewettbewerb der Ringer die TabeUenführung so umstritten gewesen, wie in diesem Jahr.
Dues gilt für die Ober- wie auch für die Lanidesliga. Insgesamt sind noch 5 Kampftage zur Ermittlung der jeweiligen Meister nötig. , Es hat den Anschein, daß aber erst der Schlußkampf die Entscheidung bringen wird.
In der Oberliga teffen sich am Wochenende: ASV Frankfurt 86 — SG Eckenheim, Germania Dettingen — Darmstadt 98, Germania Hösbach — Vorwäts Groß-Zimmern. Eiche Hanau ist kampffrei.
Das Frankfurter Lokallderby ist in diesem Jahr eine offene Begegnung. Die Gastgeber, die in den letzten Kämpfen eine erhebliche Formverbessepung erkennen ließen, gehen in diesen Kampf nicht aussichtslos. Lachender Dritter wäre der Neuling Dettingen, der auf eigener Matte die wohl dem Abstieg verfallene Mannschaft des SV Darmstadt 98 empfängt. Obwohl die Lilienträger den Vorkampf nur knapp und unglücklich verloren, muß den Gastgebern für den Rückkampf ein deutliches Plus zugesprochen werden, zumal die 'Darmstädter wiederum nicht komplett fahren können. Ein Punktgewinn würde für die Gäste die letzte Hoffnung sein. In Hösbach, wo bekanntlich die Trauben sehr hoch hängen, wird es die Mannschaft von Groß-Zimmern schwer haben, zu Punkten zu gelangen.
Die Landesliga weist folgende Begegnungen auf: Darmstadt 1910 — KSV Neu-Isenburg, Athletia Wiesbaden — SKG Sprendlingen, SKG Ober-Ramstadt — Kostheüm. SG Arheilgen ist kampffrei.
In der Landesliga ist die Begegnung zwischen dem derzeitigen 'Tabellenführer 1910 Darmstadt und dem KSV Neu-Isenburg für die Meisterschaft von größter Wichtigkeit. Bekanntlich waren es die Gäste, die den Darmstädtern in ihren bisherigen Meisterschaftskämpfen die einzige Niederlage beibrachten. Die Gästestaffel, die u. a. mit dem deutschen Ex-Meister Euler ausgezeichnet besetzt ist, hat — ebenso wie die Darmstädter — berechtigte Aussichten auf den Titelgewinn. Dabei wind der deutsche Jugendmeister K. D'itter versuchen, auf eigener Matte seine bisher einzige Niederlage gegen Euler wettzumachen. In Wiesbaden dürften die Gastgeber, die bisher noch ohne Punktgewinn geblieben sind, auch gegen Sprendlingen nichts ausrichten. Die Gäste werden hier als klare Sieger erwartet. In Ober-Ramstadt geht es um den Anschluß für die Tabellenspitze. Beide Mannschaften haben sich ausgezeichnet geschlagen. Die Gastgeber, die auf eigener Matte bisher noch ohne Niederlage sind und mächtig im Kommen sind, werden versuchen, die knappe Niederlage des Vorkampfes auszubügeln, was ihnen auch gelingen sollte.
Tischtennis-Spitzenreiter unter sich
Positionskämpfe in der höchsten Spitzenklasse
Die Vorrunde der hessischen Tischtennis-Landesliga weist nur noch wenige Spielsonntage auf. Am kommenden Wochenende werden erstmals die noch ohne Spielverlust kämpfenden Mannschaften Niederlagen einstecken müssen. Bei den Herren sind bekanntlich die Mannschaften des Meisters SV Wiesbaden, Eintracht Frankfurt und Flörsheim noch ohne Punktverlust. Mit der Begegnung der Kurstädter gegen die Eintracht wird die erste Vorentscheidung fallen. Flörsheim wird |sich beim Neuling Friedberg, wenn auch knapp, durchsetzen. Klein-Krotzenburg sollte in Höchst siegreich bleiben.
TTC Biblis — Darmstadt 98
Von größter Wichtigkeit ist das Spiel in Biblis. Die Mannschaften werden dabei beide nicht in stärkster Aufstellung antreten können. Die Gastgeber, die in den Nachkriegsjahren einen großen Aufstieg zu verzeichnen haben, konnten in diesem Jahr nicht überzeugen und stehen genau so wie die Gäste in der unteren Tabellenhälfte. Das Spiel, dessen Ausgang offen ist, wird die spielstärkste Mannschaft des Bezirkes Darmstadt ermitteln. Es geht dabei nicht nur um die Punkte, sondern auch um das Prestige. Dabei wird es von ausschlaggebender Bedeutung sein, wie die beiden 98er Hardt und Hartmann gegen Nock und Gotha abschneiden. Die Darmstädter treten dieses
Spiel in folgender Besetzung an: Hardt, Hartmann, Lutz. Haller, Kappes und Wittmann.
Frauen SV 98 — Eintracht Frankfurt
Das Spiel dieser beiden spielstärksten Mannschaften in Hessen hat schon jahrelang das Interesse der Tischtennisfreunde auf sich gezogen. Beide Mannschaften kämpften dabei mit wechselndem Erfolg.
Im Vorjahr siegten die Eintrachtmädels knapp 5:4. Nach dem neuen Spielsystem besitzen die Gastgeber eine Chance, gegen die in diesem Jahr verstärkt antretenden Gäste, die sich unter anderem auf die mehrfache Hessenmeisterin Donath und die hessischen Ranglistenspielerinnen Häneli, Blumenstein und Fey stützen können. Die Lilienträgerinnen, die wissen, daß ein Erfolg die halbe Meisterschaft bedeutet, treten zu diesem Kampf in ihrer bewährten Aufstellung mit Holzapfel, Nungesser, Römer.
Guyot, Nangot und Pommer an. Spielbeginn 10 Uhr in der Eleonorenschule.
In der Bezirksklasse treffen sich am Wochenende: TSV Pfungstadt — TG 1875 Darmstadt. TTC Biebesheim — SKG Jugenheim, Wolfskehlen—TSV Groß-Umstadt, Mörfelden — SKG Ober-Ramstadt, Arheilgen und Bensheim frei.
Die Bezirksklasse Darmstadt, die weiterhin von 1875 Darmstadt angeführt wird, sieht dabei interessante Begegnungen. So empfangen die Pfungstädter nach ihrem überraschenden Sieg über Ober-Ramstadt den Tabellenführer, der sich vorsehen muß, um nicht auch eine Ueberraschung zu erleben. Die SKG Ober-Ramstadt hat am Wochenende in Mörfelden ein weiteres schweres Auswärtsspiel zu bestreiten und wird um einen Punktverlust nicht herumkommen.
In der Kreisklasse spielen: Herren: SSG Langen —SG Egelsbach. TGB 65 Darmstadt — SKG Bickenbach, SKG Ernsthofen — SG Wixhausen 11, SV Erzhausen — SKG Eberstadt, TSv Nieder-Ramstadt — TSG 46 Darmstadt. Frauen: SSG Langen — SKG Eberstadt. TSV Pfungstadt —SG Wixhausen, Bickenbach —SG Egelsbach, SV 98 II —SG Arheilgen. Ku.
Volles Programm in den Fußballkreisen
Kreisklasse Darmstadt
Wenn auch Nieder-Ramstadt am letzten Sonntag in Hähnlein einen wertvollen Punkt lassen mußte, kann es im Spiel gegen Weiterstadt doch wieder seine alte Form erreichen, und wenn auch nicht beide Punkte, so aber wenigstens einen mit nach Hause nehmen. Weiterstadt wird natürlich alles daran setzen, weiter die Spitze zu halten. Auch in Gräfenhausen steigt ein spannendes Spiel, denn dort stellt sich als ernster Verfolger und Anwärter die TSG 46 Darmstadt vor. Der Ausgang dieses Treffens ist völlig offen. Bickenbach empfängt mit dem SSG Langen einen Gegner, der sich nicht so leicht geschlagen bekennen wird. In Alsbach stoßen die Einheimischen auf die etwas aufkommenden Hähnleiner. Hier ist es wirklich schwer, einen sicheren Tip zu geben. Erzhausen empfängt die gut in Fahrt gekommenen Hahner und wird den schnellen und schußfreudigen Gästesturm nicht aufhalten können. Seeheim fährt nach Griesheim und dürfte bei normalen Verhältnissen gegen die TuS endlich wieder einmal zu einem Siege kommen. Es spielen: TuS Griesheim—Seeheim, Weiterstadt— Nieder-Ramstadt, Bickenbach—SSG Langen, Alsbach-Hähnlein, Erzhausen—Hahn, Gräfenhausen— TSG 46 Darmstadt.
In der B-Klasse kommen folgende Paarungen zustande: Union Darmstadt—Brandau, Rohrbach-Traisa, Ob.-Beerbach—SC Griesheim, Jugenheim—Vfß Langen (Soma), Eschollbrücken— SV 98 II Darmstadt (vorm.). Nieder-Beerbach ist spielfrei.
Nach den zuletzt gezeigten Leistungen der Union sollte eigentlich ein Sieg gegen Brandau nicht in Frage stehen, aber auch die odenwälder verstehen zu kämpfen. Die Traisarer, die sich dieses Jahr besser zusammengefunden haben, holen sich in Rohrbach wahrscheinlich wiederum beide Punkte. Den ungeschlagenen Griesheimern wird in Ober-Beerbach der Sieg bestimmt sicher sein. Eschollbrücken als Tabellenzweiter spielt gegen die 11. Mannschaft des SV Darmstadt.
Wir machen alle Vereine darauf aufmerksam, daß der Beginn der Spiele ab sofort auf 14.30 Uhr festgelegt wurde.
Bis 11. November haben alle Vereine die Teilnehmer für die vom 14. bis 16. Dezember unter Leitung des Verbandstrainers Kreß in Nieder-Ramstadt stattfindenden Kreislehrgang namentlich an Herrn Morgenthal zu melden.
Kreisklasse Erbach
In der Fußball-A-Klasse Erbach, in der sich bisher noch immer keine klare Spitzengruppe
herausgebildet hat, läuft am Sonntag wieder ein volles Programm. Es spielen: Erbach (Soma) — Steinbach, Neustadt — Beerfelden, Hainstadt — Bad König, Günterfürst — Sandbach, Rimhorn — Lützel-Wiebelsbach, Höchst gegen Würzburg;
Die Sondermannschaft der KSG Erbach, die vor allem in den letzten Wochen recht ansprechende Leistungen zeigte, erwartet Steinbach, das aus seiner letzten Partie gegen Günterfürst einen Punkt retten konnte. Die Gäste werden es dieses Mal nicht leicht haben. Neustadt wurde am Vorsonntag in Bad König überfahren. Obwohl diese Niederlage als eine Ausnahmeerscheinüng angesehen werden darf, sollten die Gastgeber gegen Beerfelden, dessen knappe HO-Niederlage gegen den Tabellenführer Sandbach aufhorchen ließ, auf der Hut sein. Bad König, durch seinen Erfolg vom vergangenen Sonntag ermutigt, fährt nach Hainstadt. Nach der Papierform müßten die Leute um Triebs und Bertow die Einheimischen klar zu distanzieren wissen. Besonderes Interesse verdient die Begegnung Günterfürst — Sandbach. Der Neuling Günterfürst, einer der kampffreudigsten Vertreter der A-Klasse, hat gegen Sandbach wohl seine gefährlichste Hürde zu nehmen. Rimhorn, das am Vorsonntag in Würzburg acht Tore an sein Banner heftete, empfängt Lützel-Wiebelsbach. Es erscheint zweifelhaft, ob die Gäste auf fremdem Boden über die für einen Sieg erforderliche Stärke verfügen. Mit Waldhaus im Sturm gilt Höchst in seinem Heimspiel gegen Würzburg, das der Technik der Gastgeber nur seinen körperlichen Einsatz und seine Schnelligkeit entgegensetzen kann, als klarer Favorit. ppi
Bereits an diesem Wochenende beendigen die Ringermannschaften der Kreisliga ihre Vorrundenkämpfe. Nach den seitherigen Kämpfen dürfte den ungeschlagenen Mannschaften, Groß-Zimmern II — Gruppe 1 und Nieder-Ramstadt — Gruppe 2, die Vorrundenmeisterschaft nicht mehr zu nehmen sein.
In Gruppe 1 treffen aufeinander: Roßdorf — Münster und Groß-Zimmern II gegen Wersau.
Die Roßdörfer müssen am Samstagabend alles aufbieten, wenn sie gegen ihre Gäste aus Münster gewinnen wollen. Zwar stehen die Münsterer mit null Punkten am Tabellenende, doch sie haben am Vorsonntag beim Tabellenführer in Groß-Zimmern einen großartigen Kampf geliefert und damit gezeigt, daß sie sich noch lange nicht geschlagen geben. Kampfbeginn 20.30 Uhr im Gasthaus „Darmstädter Hof“, Im Lindensaal zu Groß-Zimmern
stehen sich die punktgleichen Spitzenreiter gegenüber. In diesem Treffen werden die Einheimischen ihre hartnäckigen Verfolger endgültig abzuschütteln versuchen, obwohl auch die Gäste eine sehr gute Mannschaft stellen.
In Gruppe! sind folgende Paarungen vorgesehen: Bensheim — Ob.-Ramstadt 11, Pfungstadt— Nieder-Ramstadt und Rimbach gegen Fürth. Die Bensheimer die sich überraschend schnell gefangen haben und jetzt auf dem zweiten Tabellenplatz stehen, wollen an Ober-Ramstadts Reserve keine Punkte abgeben. Es ist mit spannenden Kämpfen zu rechnen. — Am Samstagabend, 20.30 Uhr, erwartet die Staffel von Pfungstadt den Tabellenführer in der Turnhalle zu Pfungstadt. Die Gastgeber wollen dem ungeschlagenen Favoriten in stärkster Aufstellung gegenübertreten, aber auch sie werden einen so schweren Brocken nicht verdauen können. — Der Neuling Fürth steht auch in Rimbach vor einer schweren Aufgabe. Wenn er jedoch nicht hoffnungslos am Tabellenende bleiben will, muß er endlich einmal ans Punktesammeln denken. Vielleicht gelingt ihm ein Unentschieden. E S
Kreisklasse Groß-Gerau
Die beiden unteren Klassen des Kreises Groß-Gerau treten am Sonntag zu ihrem 8. Verbandsspiel an. In der A-Klasse sind die Spitzenreiter Ginsheim und Gernsheim auf auswärtigen Plätzen zu sehen. Es spielen: Walldorf —Büttelborn; Dornheim—Gustavsburg; Wolfskehlen— Astheim; Klein-Gerau—Biebesheim; Raunheim 07—Ginsheim; Stockstadt—Gernsheim.
Nach dem etwas unglücklichen Abschneiden gegen Biebesheim fahren die Büttelborner nach Walldorf. Entscheidend in diesem Treffen wird wohl zweifellos die bessere Tagesform sein. — In Dornheim ist der Platzbesitzer theoretisch gegen Gustavsburg im Vorteil. Doch sind gerade die Gäste für Ueberraschungen bekannt.
In ihrer augenblicklichen Form sind sie durchaus in der Lage, von Dornheim einen Punkt mitzubringen. — Wolfskehlen hat in Astheim keinen allzu schweren Gegner. Seine 4:2 -Niederlage in Walldorf sieht niederschmetternder aus, als sie in Wirklichkeit war, und auf eigenem Platz hat Wolfskehlen schon von Jeher eine sehr gute Partie geliefert. — Klein-Gerau sollte zu Hause gegen Biebesheim zu einem oder beiden Punkten kommen, wenn sein Mittelläufer Mansfeld wieder genesen ist. — Raunheim 07 dürfte wohl vergebens auf einen Erfolg gegen den Tabellenzweiten Ginsheim hoffen. Die Ginsheimer schießen zu hart und zu genau, als daß erwartet werden könnte, sie in Raunheim unterliegen zu sehen. — Das interessanteste Spiel dürfte die Begegnung zwischen Stockstadt und Gernsheim sein. Beide Mannschaften sind schon von jeher als sehr eifrig und kampffreudig bekannt. Gernsheim wird sich mächtig anstrengen müssen, wenn es auch aus diesem Treffen als ungeschlagener Tabellenführer herausgehen will.
in der B-Klasse kommen am Sonntag folgende Paarungen zustande: Königstädten —Wallerstädten; Goddelau—Opel Rüsselsheim Ib; Erfelden—SSV Raunheim; Bischofsheim Ib— TSV Rüsselsheim; Worfelden—Leeheim; Geinsheim ist spielfrei.
Der Tabellenführer Wallerstädten sollte dem derzeitigen Stand entsprechend auch in Königstädten zu einem Sieg gelangen. Ebenfalls dürfte es bei normaler Abwicklung Opel Rüsselsheim Ib nicht schwer fallen, zu einem doppelten Punktgewinn in Goddelau zu kommen. Auch der SSV Raunheim hat keine allzu schwere Aufgabe, Erfelden zu besiegen. Wie dagegen das Rennen in Bischofsheim ausgeht, wo sich der TSV Rüsselsheim vorstellt, bleibt abzuwarten. Worfelden bleibt die Chance offen, zu Hause gegen Leeheim zu einem Erfolg zu kommen. -Od-
Kreisklasse Bergstraße
Auch dieser Sonntag sieht spielplanmäßig alle zwölf Mannschaften im Kampf: Reichenbach — Affolterbach, Aschbach — Einhausen, FC Fürth — Waldmichelbach, Weiher — Mörlenbach, Lampertheim — Fehlheim, Lindenfels — Auerbach.
Hart dürfte es in Reichenbach zugehen, wo sich die wiedererwachten Affolterbacher mit Geschick den Degenstößen Kindingers und Genossen zu entziehen wissen sollten. Trotzdem dürfte es zu einem Platzsiege reichen. Aschbach empfängt Einhausen und sollte sich diese Gelegenheit, die Anwartschaft auf die Spitze zu erhalten, nicht entgehen lassen. Zu einer Auseinandersetzung; mit Derbycharakter kommt es in Fürth, wobei die Chancen durchaus verteilt zu sein scheinen. Ein knapper Gästesieg würde nicht überraschen. Ein ausgesprochener Lokalkampf ist die Begegnung in Weiher, wobei eine Niederlage der Mörlenbacher kaum überraschen würde. Erster und zweiter der vorjährigen Riedmeisterschaft stehen sich in Lampertheim gegenüber; wir tippen auf Grund der jüngsten Ergebnisse hier auf einen Gästesieg. Falls Lindenfels zu Hause antreten kann (was vermutlich erst am Samstagnachmittag in Bensheim entschieden werden dürfte), könnte es zu einem Sieg über Auerbach reichen; ansonsten sind die Bergsträsser als Gewinner zu erwarten. ni
In der B-Klasse Gruppe Ried sind außer in Bensheim, wo gegen Elmshausen alles offen ist, auch diesmal klare Ergebnisse zu erwarten. Es spielen: SV Bensheim Elmshausen, Zwingenberg Hambach, Gadernheim gegen Nordheim, Riedrode — Hüttenfeld, RW Heppenheim und Schönberg sind spielfrei.
In der B-Klasse Gruppe Odenwald sind mit einer Ausnahme (Zotzenbach) angesichts der Ausgeglichenheit der Gegner durchweg knappe Ergebnisse zu erwarten. Es spielen: Wahlen — Rimbach, Unter-Schönmattenwag — Ober-Abtsteinach, Hammelbach — Mitlechtern, Zotzenbach — SV Fürth, Unter-Abtstelnach und Reichselsheim frei.
Boxen am Samstags
ABC Darmstadt gegen TuS Griesheim
Am Samstag, dem 4. November, um 20 Uhr, treffen sich in Griesheim im Festsaal „Zum grünen Laub“ die Boxabteilungen ABC Darmstadt-Eberstadt II und TuS Griesheim. Beide Mannschaften trafen sich schon öfters im Ring, aber es gelang den Griesheimern bisher nie, einen großen Sieg davonzutragen. Die ABCer bringen die größere Erfahrung mit, aber Griesheim wird bemüht sein, im heimischen Ring seinen Mann zu stellen. Man hofft auch Nicolai vom ABC startfrei zu bekommen, womit ein weiterer spannender Kampf zu erwarten wäre.
Ein Besuch wird sich bei den volkstümlichen Preisen lohnen. Die Kämpfe sind so rechtzeitig abgeschlossen, daß noch Straßenbahn-Rückfahrtmöglichkeiten bestehen.
Für ABC Darmstadt-Eberstadt boxen: Drechsler, Weber, Schäfer, Gruber, Hübner, Marquard, Büttner, Dörsam, Kohl oder H. Knies. Für den TuS Griesheim treten Lidtke, Dilling, Hübner, Kissinger, Feldmann I, Ollweiler, Lang, Feldmann II und Schupp in den Ring.
Saalsportfest in Erbach
Ein großes Saalsportfest mit Kunstfahren und Radballturnieren veranstaltet der Radsportclub der KSG Erbach am Samstag. 4. November, um 20 Uhr in der Erbacher Festhalle. Neben den Bezirks- und Gaumeistern 1950 des Vereins nehmen Radballmannschaften von Darmstadt-Eberstadt und Rüsselsheim teil. -ch
Den am Samstag in der Lorscher Turnhalle ausgetragenen Gerätevergleichskampf zwischen den Turnvereinen Bensheim, Lampertheim und Lorsch konnten die Lampertheimer mit 356 Punkten für sich entscheiden. Bensheim erkämpfte sich 345, die Lorscher Riege 333 Punkte. -bl-
Beerdigungen am Freitag, dem 3. November 1950 Alter Friedhof: Loskamp, Thekla, 81 Jahre, Kirch-Brombach » Bessunger Friedhof: Kugel, Friedrich, 73 Jahre, Darmstadt, Wittmannstraße 4 Waldfriedhof: 8.45 Uhr: Stumm, Josef, 46 J., Braunshardt 14.45 Uhr: Wiesenecker, Marie, 66 J., Darmstadt, Rhönring 17 Feuerbestattung: 14.15 Uhr: Ganss, Luise, 72 Jahre, Darmstadt, Viktoriastraße 61
Tennis- und Eisclub Darmstadt Einladung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung am 8. November 1950, 18.30 Uhr, im Cafe Hauptpost (Rheinstraße). Tagesordnung: Beschlußfassung über eine Umlage auf die tennisspielenden Mitglieder zum Bau von zwei Tennisplätzen (§ll der TEC-Satzung), Verschiedenes. Der Vorstand.
Amtliche Bekanntmachungen Bert.: Zweite Offenlage der Fluchlinienpläne nach der förmlichen Feststellung gern. § 8 Abs. 5 Aufbaugesetz. Die durch Magistratsbeschluß vom 18. September 1950 und 11. Oktober 1950 förmlich festgestellten Fluchtlinienpläne für 1.- Entlastungsstraße im Zuge der Wilhelm-Leuschner-Straße in Da.-Eberstadt; 2. Fluchtlinienplan Kirchstraße, Platz hinter der Stadtkirche und Passage von Ludwigsstraße zum Platz; 3. Fluchtlinienplan Bessunger Straße 55, 59, 61; 4. Fluchtlinienplan Rheinstraße — Nordseite zwischen Kasino- und Georgenstraße liegen bei der Stadtbauverwaltung, Abt. Stadtplanung, Darm¬ stadt, Bessunger Straße 125, jederzeit während der Dienststunden zur allgemeinen Einsicht offen. Darmstadt, den 1. November 1950 Stadt Darmstadt - Stadtbauverwaltung
Der Regierungspräsident in Darmstadt hat mit Verfügung vom 20. Oktober 1948 die Schornsteinkehrgebühren wie folgt fest¬ gesetzt: Für die Reinigung von engen, sogenannten russischen Schorn¬ steinen, die 1 Stockwerk durchlaufen 25 Dpf. 2 Stockwerke durchlaufen 30 Dpf. 3 Stockwerke durchlaufen 35 Dpf. 4 Stockwerke durchlaufen 40 Dpf. 5 Stockwerke durchlaufen 45 Dpf. 6 Stockwerke durchlaufen 50 Dpf. usw. für jedes weitere Stockwerk 5 Dpf. Für das Reinigen eines Schornsteinaufsatzes bis zu 2 Meter Höhe .... 12 Dpf. über 2 Meter Höhe ... 20 Dpf. Für das einmalige Reinigen eines engen, russischen, in das Ge¬ bäude eingebauten Zentrajheizungs-, Wäscherei-, Schreinerei-, Metzgerei-, Schmiede-, Hotelküchen-, Gastwirtschaftsschornsteines sowie eines russischen Bäckerei- oder ähnlichen gewerblichen Zwecken dienenden Schornsteins ohne Rücksicht auf die Stock¬ höhe 80 Dpf. Für das Ausbrennen der sogenannten russischen Schornsteine einschließlich der nach § 32 der Schornsteinfegerordnung damit zu verbindenden Fegung sind die doppelten Gebühren zu entrich¬ ten. Für das Stellen' geeigneten Materials für das Ausbrennen der Schornsteine kann der Schornsteinfeger eine Vergütung von 20 Dpf. für den Schornstein verlangen. Bei Berechnung der Fegegebühr wird das Stockwerk, in welchem der Schornstein anfängt, einerlei ob es über oder unter dem natürlichen Erdboden gelegen ist oder ob darin eine Feuerung sich befindet oder nicht, mitgezählt. Beginnt der Schornstein erst in der Decke, so ist der darunterliegende Raum als Stockwerk zu zählen, wenn sich eine Feuerung darin befindet. Bei Küchenschornsteinen wird das Stockwerk, in welchem sich die Küche befindet, als besonderer Stock gerechnet, und es muß da¬ für auch der Rauchfang, soweit es notwendig ist, mitgekehrt werden. Bei stockwerkartiger Einteilung der Gebäude einschlie߬ lich der bewohnten Dachgeschosse berechnet sich die Fege¬ gebühr nach den vorhandenen Stockwerken. Unter dem letzten Stockwerk oder in Gebäuden, in denen eine stockwerkartige Ein¬ teilung nicht vorhanden ist, werden je 2,50 Meter Schornstein¬ höhe bis einschließlich Oberkante des Schornsteins als ein Stock¬ werk berechnet. Hiernach verbleibende restliche Höhen unter 2,50 Meter bleiben unberechnet. Für die Vornahme der Schornsteinreinigung außerhalb der Ge¬ markung des Sitzes des Schornsteinfegermeisters ist ein Zuschlag auf die nach obigen Gebührensätzen zu errechnende Zahlung von 10 Prozent zu leisten.
Bekanntmachung. 1. Durch Beschluß der Generalversammlung vom 31. 1. 1950 ist die Genossenschaft aufgelöst. 2. Der Zimmermeister Wilhelm Haury und der Steuerberater Georg Grund, Darmstadt, sind zu Liquidatoren bestimmt. 3. Die Gläubiger der Genossenschaft werden nach § 82 Gen.- Gesetz aufgefordert, sich bei der Genossenschaft zu melden. Die Meldungen sind an die Genossenschaft zu Händen des Steuerberaters Georg Grund, Darmstadt, Weyprechtstr. 10, zu richten. Sozial-Gewerk der DAF. Handwerk, Handel und Gewerbe e. G. m. b. H. in Liquidation gez. Haury gez. Grund
Oeftentliche Ausschreibung. Die Gemeinde Ttüsa beabsichtigt eine neue Straße, ca 230 m zu erstellen. Angebotsunterlagen ab 4. November auf der Bürger¬ meisterei erhältlich. Der Bürgermeister. In unser Handelsregister HRA Band I Nr. 336 wurde heute ein¬ getragen: Firma Lorenz Dietz, Wirkwaren- und Wäschefabrik in Groß- Zimmern. Inhaber ist Kaufmann Karl Josef Lorenz Dietz zu Groß-Zimmern. Dieburg, den 30. Oktober 1950. Amtsgericht. (f 6897
Der Kaufmann Helmut Schöhl in Nieder-Modau, alleiniger Inhaber der Firma Helmut Schöhl, Stärkefabrikation in Nieder-Modau, hat durch einen am 28. 10. 1950 eingegangenen Antrag die Eröffnung des Vergleichsverfahrens zur Abwendung des Konkurses über sein Vermögen beantragt. Nach § 11 Vergl.O. wird bis zur Entscheidung über die Eröffnung des Verfahrens der Rechtsanwalt Lehr in Ober-Ramstadt zum vorläufigen Verwalter bestellt. Verfügungs¬ beschränkung ist angeordnet. VN 1/50. Reinheim, den 30. Oktober 1950. Amtsgericht. (f 6899
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