Ein dringender Hilferuf Tibets ging an die Vereinten Nationen
Neu-Delhi, 29. Oktober. (dpa/AP.) Die tibetanische Regierung hat Indien um Hilfe gegen den Einmarsch chinesisch-kommunistischer Streitkräfte in Tibet ersucht. Die tibetanische Regierung bat ferner darum, den chinesischen Angriff als dringliche Angelegenheit vor den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu bringen.
Das tibetanische Ansuchen wird gegenwärtig von der indischen Regierung geprüft. Gutunterrichtete Kreise wollen jedoch erfahren haben, daß Indien wahrscheinlich keine entscheidenden Schritte unternimmt, bevor die Regierung der chinesischen Volksrepublik auf die indische Note geantwortet hat. In der Note hat Indien seine Besorgnis über den gemeldeten Einmarsch kommunistischer chinesischer Verbände in Tibet zum Ausdruck gebracht.
Der indische Botschafter in Peking hat von der rotchinesischen Regierung offiziell die Bestätigung erhalten, daß der Befehl zum Einmarsch in Tibet gegeben worden sei.
Aus gutunterrichteten Kreisen des indischen Außenministeriums verlautet, Indien habe die rotchinesische Regierung wissen lassen, daß die Invasion Tibets die indischen Bemühungen, eine Aufnahme Rotchinas in den Sicherheitsrat zu erreichen, erheblich erschwert habe.
Zusammen mit Berichten, daß Indien den tibetanischen Flüchtlingen, einschließlich dem Dalai Lama, Asyl gewähren werde, wird ferner bekannt, daß die Aussicht, chinesische Truppen an der Nordgrenze Indiens stehen zu haben, in Neu-Delhi erhebliches Unbehagen hervorgerufen hat. Die indische Stellungnahme zu den militärischen Aktionen Rotchinas wird, wie in Peking verlautet, gegenwärtig von höchsten Regierungsstellen geprüft. Eine baldige Antwort auf die indische Note hält man für äußerst unwahrscheinlich.
Großangriff auf Lao-Kay
Saigon, 29. Oktober. (AP.) Starke Viethminh-Truppen sind zum Angriff auf Lao- Kay, das letzte Bollwerk der französischen Armee in Nordwestindochina, angetreten. Sie sind an mehreren Stellen südlich der Stadt über den Roten Fluß vorgestoßen und haben Lao-Kay von Süden her umfaßt.
Zu schweren Kämpfen kam es bei Fort Hennequin, einem Außenwerk der Festung, das von den französischen Truppen aufgegeben werden mußte.
Aus Lao-Kay ist die gesamte Zivilbevölkerung evakuiert worden.
Nicht „auf die Dauer“
Lyon, 29. Oktober, (dpa) Der französische Ministerpräsident Pleven erklärte am Sonntag in Lyon, der französische Vorschlag. auf Schaffung einer europäischen Armee sei weder ein Versuch, die gemeinsamen Anstrengungen zu verlangsamen, noch ein Mittel, das deutsche Volk auf die Dauer zu diskriminieren.
3 Tote, 10 Schwerverletzte
Fußballmannschaft verunglückte
Mainz, 29. Oktober. Ein schweres Lastwagenunglück ereignete sich am Sonntagnachmittag kurz vor Nieder-Olm. Eine Fußballmannschaft aus Essenheim befand sich mit ihren Begleitern nach einem Spiel in Zornheim auf der Heimfahrt. Kurz vor Nieder-Olm stürzte der Lastwagen auf der stark abschüssigen Straße in einer scharfen Kurve eine etwa acht Meter hohe Böschung hinunter. Der Wagen landete in einem neben dem Bahnkörper liegenden Graben. Drei Spieler der Essenheimer Fußballmannschaft wurden bei dem Unglück getötet, das außerdem zehn Schwerverletzte forderte. Der Lastwagen, an dem die Bremsen versagt haben sollen, wurde völlig zerstört. St.
Schwerin seiner Aufgabe entbunden
Der Bundeskanzler spricht von Auftragsüberschreitung
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Bonn, 29. Oktober. Der militärische Berater des Bundeskanzlers, Graf Schwerin, ist vom Bundeskanzler Dr. Adenauer von seinem Auftrag entbunden worden.
Die Stellung des Grafen war schon seit einigen Wochen erschüttert. Es war nicht erst die Fühlungnahme mit einigen Journalisten, die ihn in einen Konflikt brachte. Vorher bereits hatten sich recht erhebliche Schwierigkeiten dadurch ergeben, daß Schwerin, ohne dabei ein persönliches Verschulden zu haben, unliebsames Aufsehen in der Oeffentlichkeit hervor gerufen hatte. Seine Beziehungen zu den „Windhunden“, wie sich die Angehörigen der von ihm im Krieg geführten Panzerdivision bereits im Afrikafeldzug genannt hatten, sowie auch zum Bund der versorgungsberechtigten ehemaligen Wehrmachtsangehörigen hatten allerhand Staub aufgewirbelt, zumal nachdem der Versorgungsbund in die Rekrutierung eines „Schutz- und Begleitkommandos“ eingeschaltet worden war.
In parlamentarischen Kreisen war Schwerin von Anfang an recht unterschiedlich beurteilt worden. Es war sein Verdienst, daß er mit den Sozialdemokraten Kontakt fand. Dafür war dann aber weiter rechts, wo immerhin die parlamentarische Unterstützung der Bundesregierung liegt, einiges Mißtrauen
gegen den Grafen wach geworden. Es darf nicht verkannt werden, daß jede Auswahl eines Generals einen Griff ins Wespennest bedeutet, da man immer jemand nehmen wird, der einen Teil der anderen Generäle gegen sich hat. Nicht umsonst heißt es in Bonn, daß der Bundeskanzler als Nachfolger für Schwerin gewiß keinen ehemaligen General ernennen wird. Man spricht davon, daß der Abgeordnete Blank von der Christlich-Demokratischen Union sein Nachfolger wird.
Was nun den abschließenden Mißakkord betrifft, so lag der Fehler, den er bei einem Zusammentreffen mit Journalisten machte, darin, daß er immerhin gegen ein Verbot des Bundeskanzlers verstieß und sich vielleicht nicht klar genug darüber war, wie leicht für bare Münze genommen werde, was nur seine Pläne und Vorstellungen über künftige Möglichkeiten waren.
Von sich aus hat Graf Schwerin gewiß nie die Absicht gehabt, politisch eine Rolle zu spielen und mehr als ein militärischer Sachverständiger zu sein. Aber er hat sich dann doch etwas über die ihm vom Kanzler gezogene Grenze hinausbewegt, nicht mit machtpolitischen Ansprüchen, sondern weil er es sachlich für angezeigt hielt. Doch selbst dann wird der Kanzler ehemaligen Militärs keine Bewegungsfreiheit gestatten.
König Gustaf von Schweden gestorben
Der 68jährige Kronprinz besteigt als Gustaf VI. den Thron
Stockholm, 29. Oktober. (AP) König Gustaf V. von Schweden ist am Sonntagmorgen im Alter von 92 Jahren nach 43jähriger Herrschaft gestorben. Er war der älteste regierende Monarch Europas.
Gustaf VI. von Schweden besteigt im hohen Alter von fast 68 Jahren den Thron. Bereits zu Lebzeiten seines Vaters hatte er reichlich Gelegenheit, sich auf seine künftigen Aufgaben vorzubreiten und am politischen Leben Schwedens aktiv teilzunehmen.
Am 8. Dezember 1907 bestieg Gustaf den Thron. Seine einfache und bescheidene Lebensweise und seine Regierungskunst trugen ihm eine beispiellose Beliebtheit beim schwedischen Volk ein. Die Sozialdemokraten, die die meisten der unter ihm gebildeten Regierungen stellten, verzichteten stillschweigend auf die Durchführung der in ihrem Parteiprogramm vorgesehenen Umwandlung Schwedens in eine Republik. Der König selbst unterstützte die Bestrebungen nach
Ihm ist es auch zum größten Teil zu verdanken, daß Schweden sich aus beiden Weltkriegen heraushalten konnte.
König Gustaf war noch bis ins hohe Alter ungemein rüstig. Noch am letzten Freitag nahm er an der wöchentlichen Sitzung des schwedischen Kabinetts teil. Im vergangenen Frühjahr unternahm er gegen den Rat seines Arztes seine jährliche Erholungsreise an die Riviera, wo er noch vor wenigen Jahren als „Mr. G.“ eine bekannte Erscheinung auf den Tennisplätzen war. Neben der Jagd war der Tennissport seine liebste Erholung.
Bundespräsident Prof. Heuss hat dem schwedischen Thronfolger Gustaf Adolf in einem Telegramm seine aufrichtigste Anteilnahme an dem Tode des schwedischen Königs ausgesprochen. Bundeskanzler Dr. Adenauer hat seine herzliche Anteilnahme dem schwedischen Ministerpräsidenten und dem schwedischen Außenminister in Telegrammen übermittelt.
Diese verwahrlosten weinenden koreanischen Kinder wurden im Straßengraben neben der Leiche ihrer vor Ermattung und Hunger gestorbenen Mutter aufgefunden. Von mitleidigen britischen Soldaten werden sie versorgt und in Sicherheit gebracht. dpa-Bild
einem allgemeinen, gleichen Wahlrecht, nach einer parlamentarischen Kontrolle der Außenpolitik, dem Frauenwahlrecht und nach einem großzügigen Sozialprogramm.
Unterkeinen Umstäünden
*** Der Verteidigungsrat der Nordatlantikpakt-Mächte wird sich erst am Dienstag mit der Beteiligung Deutschlands befassen. Der amerikanische Verteidigungsminister, General Marshall, hat aber bereits am Samstag auf der ersten Sitzung gefordert, der Westen müsse Streitkräfte aufstellen, die jeden Angriff abschlagen könnten, die Aufrüstung müsse sogar weit schneller vorangetrieben werden, als bisher. Im Augenblick seien die Verteidigungskräfte des Westens noch zu schwach, es müsse daher alles getan werden, um diese Lage so schnell wie möglich zu beseitigen. Was als Hindernis entgegensteht, sind die französischen Vorbehalte gegen Deutschland, die auf einem tiefen Mißtrauen beruhen.
Es war daher durchaus zweckmäßig, daß der Bundeskanzler vor der entscheidenden Sitzung der Verteidigungsminister über die Beteiligung Deutschlands gesprochen hat. Er lehnte vor allen Dingen das Wort Remilitarisierung ab, das zum Beispiel in Frankreich eine ganz falsche Vorstellung von dem erwecke, worum es sich eigentlich handle. Es gehe um nichts anderes, meinte der Kanzler, als daß wir aus dieser ganzen entsetzlichen Zeit, in der wir zwischen Krieg und zwischen Frieden schweben, zu einem sicheren Frieden ohne Krieg kommen. Das sei nur zu erreichen, wenn der Westen so stark werde, daß ein von Rußland erhoffter Gewinn in keinem Verhältnis zu einem Risiko stehe. Wenn die Vereinigten Staaten nach reiflicher Prüfung zu dem Ergebnis gekommen seien, es sei notwendig, deutsche Kräfte bei der Verteidigung mit einzusetzen, so müßten sie ihre guten Gründe dafür haben.
Der Kanzler lehnte eine deutsche Beteiligung nicht ab, er betonte jedoch, ein deutsches Kontingent werde etwas ganz anderes sein müssen, als eine wieder restaurierte Armee von früher und zwar nicht nur äußerlich, sondern auch dem Geiste nach. Andererseits werde die Bundesrepublik ein Kontingent nur stellen bei vollständiger Gleichberechtigung mit allen anderen Kontingenten. Das sei eine Bedingung, von der wir niemals und unter keinen Umständen abgehen könnten.
Diese Beteuerung des Kanzlers wird in Deutschland mit großer Genugtuung aufgenommen werden, denn bisher ist von den Westmächten keine allzu große Rücksicht auf die seelische Verfassung der Deutschen genommen worden, die demilitarisiert und diffamiert worden sind und die sich plötzlich wieder innerlich umstellen sollen.
Bund und Länder sind sich einig
Die Frage der Bereitschaftspolizei zufriedenstellend gelöst
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Da. Bonn, 29. Oktober. Die Vereinbarung, die zwischen der Bundesregierung und den Länderchefs mit Ausnahme des niedersächsischen Ministerpräsidenten Kopf über die Bereitschaftspolizei zustande gekommen ist, wird voraussichtlich, wie wir aus Bonner Regierungskreisen erfahren, wirksam werden. Die Bundesländer sind nicht gewillt, einem einzigen Land in der Polizeifrage eine Art Vetorecht zuzubilligen, .vielmehr haben die Länderchefs auch in anderen Angelegenheiten der Bereitschaftspolizei bereits entschieden, daß der Bundesinnenminister nur an die Zustimmung der Mehrheit der Bundesländer gebunden sein soll.
Im einzelnen wurde bekannt, daß der Bund ein ständiges „Wachregiment“ von 1800 Mann erhalten wird, das dem Führungsstab im Bundesinnenministerium unterstehen wird. Dieses Wachregiment wird drei Abteilungen zu 600 Mann umfassen. Zu einer dieser Abteilungen wird das 150 Mann starke „Schutz- und Begleitkommando“ gehören, das den persönlichen Schutz der Mitglieder der Bundesregierung sowie die Sicherung der Bonner Parlaments- und Regierungsgebäude übernimmt.
Für die Einstellung in die Bereitschaftspolizei ist ein Alter von 19 bis 22 Jahren
vereinbart worden. Bei der ersten Einstellung wird aber die Hälfte der Anwärter bis zu 35 Jahre alt sein dürfen. Der Bund wird keine eigene Polizeischule haben, sondern die Ausbildung ganz den Ländern überlassen.
Ein letztes Wort in der Frage der Bereitschaftspolizei wird der Bundestag sprechen, der noch von sich aus beschließen kann, daß an die Stelle der Vereinbarung zwischen Bund und Ländern ein verfassungsänderndes Gesetz treten soll.
Etzel greift Schäffer an
Aschaffenburg, 29. Oktober, (dpa) Der stellvertretende Landesvorsitzende der Bayernpartei, Bundestagsabgeordneter Dr. Etzel, beschuldigte Bundesfinanzminister Schaeffer auf einer Wahlkundgebung in Aschaffenburg, er habe versucht, die Bayernpartei zu sprengen. Schaeffer habe zweifellos Geld gegeben, auch im Fall Bonn — Frankfurt. Wenn Schaeffer vor dem „Spiegel-Ausschuß“ erklärt habe, er habe Donhauser helfen wollen, so sei das unwahr, denn Donhauser habe keine Wahlschulden gehabt, sondern vor den Wahlen 80 000 Mark gesammelt, die nicht über die Kassen- und Rechnungsstellen der Bayernpartei gelaufen seien.
Nicht auf Besatzungskosten!
Dr. Schumacher auf einer sozialdemokratischen Kundgebung in Frankfurt
Frankfurt/Main, 29. Oktober, (dpa) Der sozialdemokratische Vorsitzende Dr. Kurt Schumacher sagte am Sonntag auf einer Wahlkundgebung in Frankfurt, die Kosten für ein Verstärken der alliierten Truppen im Bundesgebiet müßten als internationale Verteidigungskosten und nicht als Besatzungskosten gesehen und gehandhabt werden. Die Bundesrepublik habe durch die Sorge um Vertriebene, Kriegskrüppel und zerstörte Wohnungen und damit um das soziale Fundament von vornherein schon eine große finanzielle Verteidigungsleistung übernommen.
Neue Steuern, wie sie von Sprechern der Bundesregierung angekündigt worden seien, zerstörten dieses Fundament, das allein zu verteidigen sich lohne.
Schumacher forderte Klarheit über alle Schritte der Bundesregierung in der Remilitarisierungsfrage. Er wiederholte sein Verlangen nach Neuwahlen zum Bundestag. Ein deutscher militärischer Beitrag setze voraus, daß das soziale Fundament gesichert und die alliierten Truppen auf deutschem Boden so verstärkt werden, daß ihre Operationen im Ernstfall nicht einem hinhaltenden Widerstand gleichkommen. Deutschland dürfe nicht das Schicksal einer zweimal verbrannten Erde erleiden.
Die Pariser Verhandlungen über den Schumanplan sind nach Ansicht Dr. Schumachers in ein gefährliches Stadium getreten. Die Sozialdemokratie werde Verhandlungsergebnisse, die deutsche Reparationsleistungen an westliche Länder unter der Hand ermöglichen und die das Ruhrstatut und die Ruhrbehörde bestehen lassen, nicht annehmen.
Der Entwurf zum Lastenausgleich sei der Versuch, jede Neuverteilung von Vermögen und Einkommen zu umgehen und die Kriegsfolgen auch künftig allein von den „kleinen Leuten“ tragen zu lassen. Die Bundesregierung hoffe auf den „indirekten Rüstungsboom“ und glaube, mit ihm das notwendige zweite Arbeitsbeschaffungsprogramm fallenlassen zu können. Ueberall zeige sich die Tendenz, nur das Eigentum zu verteidigen.
Wyschinskis Vorschläge
Neuyork, 29. Oktober. (BBC) Im Politischen Ausschuß der Vereinten Nationen sprach der sowjetische Außenminister Wyschinski ausführlich über die sowjetischen Vorschläge, die sich mit der Abrüstung, dem Verbot der Atombombe und einem Friedenspakt zwischen den Großmächten beschäftigen. Er sagte, wenn die anderen Großmächte sich mit der Verringerung ihrer Streitkräfte um ein Drittel einverstanden erklärten, würde die Sowjetunion eingehende genaue Angaben über die Stärke ihrer Streitkräfte machen. Den von der Mehrheit der Vereinten Nationen gebilligten Plan für eine internationale Kontrolle der Atomenergie lehnte Wyschinski abermals ab. Die Sowjetunion sei jedoch bereit, dem Verbot der Atombombe und der Kontrolle der Atomenergie anderer Formen zuzustimmen.
Scharfe rotchinesische Beschwerde
Neuyork, 29. Oktober. (AP.) Der kommunistische Außenminister Chinas, Tschou En-Lai, hat die Vereinigten Staaten bei der Vereinten Nationen telegrafisch beschuldigt, „ihre verbrecherischen Aktionen jetzt auch auf die chinesische Küste auszudehnen“.
Die Blechmarke
vw. Die Absicht der Bundesregierung, die Benutzung der Autobahnen gebührenpflichtig zu machen, ist nicht sehr originell. Nach älteren Keilinschriften läßt sich vermuten, daß schon zu babylonischer Zeit auf der 3400 km langen Straße von Susa nach Sardes ein Wegzoll erhoben wurde, doch im Zeichen moderner Aufgeschlossenheit ist unter den persischen Herrschern davon nicht mehr die Rede. Auch die Straßen der alten Römer — 80 000 km, die sich nach ihrer soliden Bauweise zu den Autobahnen verhalten wie diese zu den russischen Rollbahnen unglückseligen Angedenkens — standen jedem Bewohner des Imperiums zur freien Verfügung.
Die Oekonomie der Bundesregierung findet aber an den im Mittelalter herrschenden Bräuchen eine Stütze. Von Schilda nach Krähwinkel führende Landstraßen konnten nicht ohne Tribut befahren werden. Aehnlich den motorisierten Polizeistreifen, die künftig auf der Autobahn darauf achten werden, daß jeder Wagen die bundesamtliche Blechmarke führt, lagerten dort reisige Landsknechte am Wege, um sich auf den dahinziehenden Kaufmann zu stürzen, der — damals war man formvoller — nicht eine Blechmarke, sondern Schutz- und Geleitbrief, mit Band und Siegel, und schwer bezahlt, vorzuweisen hatte. Immerhin wurden die „Chausseegelder“ in Preußen endgültig im Jahre 1875 abgeschafft.
So ist der Gedanke der Bundesregierung leider eine etwas verstaubte „Neuerung“ •— es fragt sich nun, ob er doch praktisch ist. Vor allem, muß man da sagen, werden die Ausländer entzückt sein, die Westdeutschland besuchen oder durchfahren und eigentlich ihre Devisen nicht dazu zu verwenden gedenken, den Etats-Nöten der Bundesregierung abzuhelfen. Hier beginne der Balkan, werden sie meinen, denn nur dort war es bisher üblich, den Fremden bei jeder Gelegenheit zu schröpfen. Deutsche, die auf eine dauernde Benutzung der Autobahnen angewiesen sind, vornehmlich also die großen Geschäftsleute, werden ingrimmig die Gebühr zu den übrigen Spesen nehmen. Es bleibt sich gleich, ob man so oder unmittelbar Steuern bezahlt. Die Fernlastfahrer, die ohnehin die starken Steigungen der Autobahnen scheuen, und die große Masse der Gelegenheitsbenutzer, werden sich aber auf die Landstraßen besinnen. Kleine Städte und Dörfer können infolgedessen eine ungeahnte Verkehrssteigerung erleben, Stockungen, Unfälle, nächtlichen Lärm wird man in Kauf zu nehmen haben.
Mit allem Vorbedacht sind neue Reibungsmöglichkeiten im Zusammenleben der Bevölkerung geschaffen. Folgerichtig wäre nun auch gleich gesetzlich zu bestimmen, daß in unserer freiheitlichen Demokratie von gewissen Entfernungen an die Autobahn benutzt werden muß, eine nette neue Verordnung, deren Befolgung selbstverständlich durch Kontrollen an den Landstraßen zu sichern wäre. Mit Fahrtenbüchern und Stempeln, einem Dutzend Durchführungsbestimmungen — welch köstliche Vorstellung für den verantwortungsbewußten Bürokraten!
Verwirklicht der Bundestag die sinnvolle Absicht der Regierung, so gewinnt man den Vorteil, daß eine Menge Menschen mit Herstellung der Blechmarken, ihrer Ausgabe, der Kontrolle und dem Eintreiben der Strafmandate beschäftigt werden können. Mehr allerdings nicht.
Autofahren war ein Privileg der reichen Leute, als die Herren, die auf diese Steueridee verfielen, noch in kraftstrotzender Jugend standen. Das ist lange her. Heute ist das Auto oft der wertvollste Besitz des kleinen Mannes, des Handwerkers, des Angestellten, des Monteurs, des Arztes, des Reise-Vertreters. Seine Verwendung irgendwie einzuschränken oder zu belasten, bedeutet, den Rückschritt zu betreiben. Die Rechnungsabschlüsse der großen Automobilwerke zeigen in den darin ausgewiesenen Steuer-Aufwendungen eindeutig, wie sehr der Autokäufer bereits den Staatsfinanzen Tribut gezahlt hat.
Hat MacArthur zu früh dementiert?
Berichte über den Einsatz rotchinesischer Verbände in Korea häufen sich
Söul, 29. Oktober. (AP.) Starke amerikanische Infanterieverbände sind an der Nordostküste Koreas gelandet, um den letzten verzweifelten Widerstand der Kommunisten vor der mandschurischen Grenze zu brechen. In den frühen Morgenstunden des Sonntag gingen Verbände der 7. amerikanischen Infanteriedivision und andere Einheiten in Stärke von 27 000 Mann in einer großangelegten amphibischen Operation bei Iwon, 110 km nordöstlich des Industriezentrums Hamhung, an Land, ohne auf wesentlichen Feindwiderstand zu treffen. Die Operation stellt die zweite Landung an der koreanischen Ostküste innerhalb von vier Tagen dar. Am Donnerstag waren bei Wonsan 50 000 Mann gelandet worden.
Die an der Ostküste vorrückenden südkoreanischen Verbände haben inzwischen ihren Vormarsch fortgesetzt. Eine ins Landesinnere vorstoßende Panzerspitze steht vor Pungsan, 50 km von der mandschurischen Grenze entfernt. Weiter westlich kam es im Gebiet von Majon zu schweren Kämpfen. Die dritte südkoreanische Division wehrte Angriffe der Kommunisten erfolgreich ab.
Chinesisch-koreanische Verbände
Am Mittelabschnitt der Front toben an der Rollbahn Unsan—Chosan, die zum Yalu führt, weiterhin schwere Kämpfe. Vier südkoreanische Divisionen, die erste, sechste, siebente und achte, stehen hier in hartnäckigen Angriffs- und Abwehrgefechten gegen gemischt chinesisch-koreanische Verbände. Nach anfänglichen Geländeverlusten konnten die republikanischen Truppen ihren Vormarsch an einigen Stellen fortsetzen. Teile der Grenzstraße befinden sich wieder in ihrer Hand. Ueber geschlossen auftretende rotchinesische Verbände liegen jedoch keine weiteren Berichte vor.
An der koreanischen Westfront trugen amerikanische und britische Truppen am Sonntag den Angriff weiter vor. Die 24. Infanteriedivison hat Taechon genommen und befindet sich im zügigen Vormarsch zur Grenze. Vorausabteilungen der Division haben einen Punkt 60 km östlich der Yalu-Mündung erreicht. Die britische Brigade ist über Kasan nach Nordwesten vorgestoßen und hat verbissenen feindlichen Widerstand gebrochen.
Kojo zurückerobert
Einheiten der ersten amerikanischen Marine-Division haben hinter der Front am Sonntag die Stadt Kojo an der koreanischen Ostküste, rund 50 km südlich von Wonsan, zurückerobert. Kojo war vor einiger Zeit von kommunistischen Partisanen besetzt worden. Marine-Verbände hatten nach der Landung bei Wonsan am Donnerstag die Stadt besetzt, waren aber wieder von überlegenen Guerilla-Kräften verdrängt worden. Im Raum von Kojo stehen über 4000 organisierte Partisanen.
Chinesische „turmeinheiten“?
Kujang, 29. Oktober. (AP.) Nach Aussagen eines von den Truppen der Vereinten Nation gefangenen chinesischen Soldaten haben „Sturmeinheiten“ der rotchinesischen Armee vor dreizehn Tagen die nordkoreanische Grenze überschritten und den Befehl erhalten, die sükoreanische Armee aufzuhalten.
Der Gefangene, dessen Name mit Li Tsu angegeben wird, sagte aus, daß seine Einheit, der 56. „Sonderverband“ der roten Arme Chinas, aus 1000 Mann bestehe und nur über drei Geschütze verfüge. Panzer seien der Truppe nicht beigegeben.
Marc Arthur: Keine Beweise
Tokio, 29. Oktober, (dpa) Ein Sprecher des Hauptquartiers General Mac Arthurs erklärte am Sonntag in Tokio, es lägen keine Beweise dafür vor, daß von Seiten der chinesischen Volksrepublik eine offene militärische Einmischung in den Korea-Krieg erfolgt ist.
Volksmiliz
Peking, 29. Oktober, (dpa) In der Volksrepublik China wird gegenwärtig eine Volksmiliz aufgestellt, deren Stärke bereits 5 500 000 Mann betragen soll.
Volle Gleichberechtigung gefordert
Der Kanzler sprach vor in- und ausländischen Journalisten
Bonn, 29. Oktober. (AP.) Bundeskanzler Adenauer versicherte am Wochenende in einer Versammlung deutscher und amerikanischer Pressevertreter, die Bundesregierung werde nur dann ein Kontingent zu einer geplanten europäischen Verteidigung stellen, wenn die Deutschen vollständige Gleichberechtigung erhielten. Unter keinen Umständen würde man „eine restaurierte Armee von früher“ aufstellen.
Der Bundeskanzler nahm ferner zur deutsch-französischen Verständigung Stellung und bedauerte, daß man den Schumanplan mit einer deutschen Beteiligung an der europäischen Verteidigung koppele. Zu den französischen Plänen über eine deutsche Eingliederung in die europäische Verteidigung wollte der Bundeskanzler sich nicht näher äußern, ehe der französische Außenminister Schuman seine angekündigte Erklärung abgegeben habe.
Europäische Mission
Einweihung des „Rheinsenders“
Wolfsheim, 29. Oktober. (Eigener Bericht.) Die stärkste Stimme des Südwestfunks, der mit 70 Kilowatt arbeitende „Rheinsender“ bei Wolfsheim zwischen Mainz und Bad Kreuznach, der schon seit einiger Zeit sendet, wurde am Samstag mit einer Feierstunde offiziell eingeweiht. Zahlreiche Vertreter des öffentlichen und kulturellen Lebens konnte Intendant Bischoff begrüßen, unter ihnen den französischen Oberkommissar Francois-Poncet, Ministerpräsident Altmeier, den Bischof von Mainz, Dr. Stohr, aus deren Reden hervorging, wie sehr dieser Sender über seine landschaftliche Gebundenheit an die Länder Rheinland-Pfalz, Baden und Württemberg-Hohenzollern auch in besonderem Maße der europäischen Idee dienen soll. Als äußeres Zeichen dieser Aufgabenstellung wehte bei dem Festakt neben den Farben des Bundes und der Länder auch die grüne Flagge des werdenden Europa.
Heuss fordert Untersuchung
Bonn, 29. Oktober. (AP.) Bundespräsident Heuss hat den Bundesinnenminister aufgefordert, zu untersuchen, ob tatsächlich eine mißbräuchliche Verwendung der Volkszählungsangaben erfolgt sei.
Der Bundespräsident hat Maßnahmen gegen die Verantwortlichen gefordert. Pressemeldungen zufolge sollen die Fragebogen verschiedentlich von Finanzämtern ausgewertet worden sein.
In Frankenthal wurde ein Ortsverband des Bundes Bayern und Pfalz gegründet.
„Politik masvoll betreiben“
Hilpert auf dem Landesparteitag der Christlich-Demokratischen Union
Marburg, 29. Oktober. (Eigener Bericht.) „Die Politik der Mitte muß maßvoll und zuchtvoll sein“, erklärte der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Union, Finanzminister Dr. Hilpert, vor 300 Delegierten auf dem Landesparteitag in Marburg, der unter dem Thema: „Fünf Jahre hessische Christlich-Demokratische Union“ den Wahlkampf eröffnete.
Es sei nicht Aufgabe der Union, sagte Hilpert, hundertprozentige Standespolitik zu betreiben, sondern eine Politik größtmöglicher Gerechtigkeit und relativ kleiner Unzufriedenheit aller Berufsstände. Die Christlich-Demokratische Union lebt aus ihrer christlichen Substanz. Die Trümmerbeseitigung im Seelischen und im Materiellen sei die einzige Möglichkeit, um die großen materiellen Schwierigkeiten zu meistern.
Der stellvertretende Vorsitzende der Landtagsfraktion, Dr. Erich Großkopf, forderte eine klare Trennung der Kompetenzen zwischen Bund und Ländern. Doppelgleisigkeit in der Gesetzgebung muß vermieden werden. Dr. Großkopf forderte vom Bundesrat, so schnell wie möglich festzustellen, inwieweit der Bund von der konkurrierenden Gesetzgebung Gebrauch mache.
Abgeordneter Dr. K a n k a begründete die bisherige Koalition in Hessen und wies darauf hin, daß es 1946, als die Besatzungsmacht den Kommunisten noch freundlich gegenüberstand, Hauptaufgabe der Christlich-Demokratischen Union war, einen Zusammenschluß von Sozialdemokraten und Kommunisten zu verhindern.
Die gültige Fassung des Betriebsrätegesetzes und die Stellungnahmen zur Sozialisierung und Entnazifizierung bezeichnete Dr. Kanka als wesentliche Erfolge der Christlich-Demokratischen Union während der Legislaturperiode. Oft sei aber auch „die Schublade das beste Gesetzgebungsmittel“ gewesen.
Zu Beginn des Landesparteitages, an dem zur Begrüßung auch der Marburger Oberbürgermeister Bleek (Freie Demokraten) erschienen war, ehrten die Delegierten in Ergriffenheit den tödlich verunglückten Abgeordneten und Alterspräsidenten des Landtags, Jakob Husch.
Die Remilitarisierung ist keine Frage der öffentlichen Diskussion, solange nicht klare Voraussetzungen durch die Bundesregierung und die Besatzungsmacht geschaffen worden sind, erklärte Dr. Hilpert. Zu bedauern sei, daß die unklaren Diskussionen über Militarisierungs- und Polizeifragen leider noch durch konfessionelle Probleme überschattet werden.
Dr. Hilpert forderte eine positive Agrarpolitik. Die Liberalisierung sei zwar nach Auffassung Hilperts im Prinzip richtig, im Tempo aber gefährlich. Die Landwirtschaft sei durch die fehlenden Schutzzölle leider hart getroffen.
Wagners eindentige Mehrheit
Wiesbaden. 29. Oktober. (Eigener Bericht.) In geheimer Abstimmung wurde am Sonntag bei einer Delegiertenversammlung der Sozialdemokratischen Partei in Weilburg die Nominierung des hessischen Aribeitsministers Wagner anerkannt. Bei vier Neinstimmen und 36 Stimmen für den Minister bleibt Wagner somit als Kandidat für den Wahlkreis 18, Oberlahnkreis, bestehen.
Stimmen der Anderen
Atlantische Verteidigung
Zu der Konferenz des Atlantischen Verteidigungs-Ausschusses in Washington schreibt die „Times“:
„Der Eckstein des Plans (zur Schaffung einer Streitmacht in Westeuropa) ist das amerikanische Angebot, die in Europa stationierten amerikanischen Streitkräfte erheblich zu verstärken. Das ist aber tatsächlich abhängig von der Zustimmung der anderen Mächte, deutsche Kontingente in die internationale Streitmacht einzubeziehen. Beträchtliche Truppenmengen für die Verteidigung Europas in Friedenszeiten zur Verfügung zu stellen, ist für die Vereinigten Staaten ein revolutionärer Vorschlag. Ehe die entsprechende Gesetzesvorlage dem Kongreß unterbreitet wird, will die amerikanische Regierung zeigen, daß keine zur Verfügung stehende europäische Hilfsquelle unausgeschöpft gelassen wird.“
Nach einem Hinweis auf die Sicherheitsgarantie der drei Westmächte für die Bundesrepublik und das französische „Dilemma“ in der Frage der Aufrüstung Deutschlands fährt das Blatt fort:
„Die deutschen Kontingente können größenmäßig beschränkt werden, und diese Kontingente würden in jedem Fall in die unter einem einzigen Oberkommando stehende atlantische Streitmacht eingegliedert werden. Es wäre von Frankreich gänzlich unangebracht, eine Entscheidung über die Aufrüstung Deutschlands in der Hoffnung aufzuhalten, daß Großbritannien und die Staaten des (europäischen) Kontinents sich damit einverstanden erklären würden, ihre militärischen Einrichtungen und — stillschweigend einbegriffen — ihre Rüstungsindustrie einer europäischen politischen Kontrolle zu unterstellen.“
Der „Daily Telegraph" schreibt: „Vom militärischen Gesichtspunkt aus wäre es das Beste, die Neuaufstellung einer gewissen Anzahl deutscher Divisionen zu gestatten, die zusammengenommen einen der Grundbestandteile einer europäischen Armee bilden würden. Europa kann aber nicht so obenhin das Gespenst des deutschen Militarismus bannen. Wie schöne Worte Dr.
Adenauer auch jetzt aussprechen mag, sind einmal die Aufstellung deutscher Divisionen und damit unvermeidlich die Schaffung eines deutschen Generalstabes erlaubt, würde die Kontrolle den Händen der Sieger entgleiten. Der gesunde Menschenverstand fordert ebenso wie die französischen Befürchtungen, daß kein deutscher Verband aufgestellt werden sollte, der nicht Bestandteil eines größeren alliierten Verbandes ist, und daß keine vollständige Kriegswaffe von Deutschland erzeugt wird.“
Die Basler „Nationalzeitung“ meint zu der Haltung Deutschlands:
„Die Meinungen des Mannes auf der Straße lassen sich in zwei Hauptströmungen registrieren: Wir wollen nichts mehr wissen von Militär, Uniform und Wehrmacht, und: Laßt uns in Ruhe mit eurer Wiederaufrüstung, das ist nicht unsere Sache, darum habt ihr als Sieger und Okkupanten euch zu kümmern.
Jedenfalls haben wir für die nächsten Wochen mit starken Spannungen in Westdeutschland sowie zwischen Amerika und Frankreich zu rechnen, Spannungen, die sich Moskau und seine fünfte Kolonne zunutze machen werden.“
Hölle wo ist Dein Sieg ?
ROMAN VON RACHEL FIELDErstabdruck Alle Rechte beim Woltgang-Krüger-Verlag, Hamburg
50)
FÜNFZEHNTES KAPITEL
Ein neues Jahr hatte wieder begonnen, das Jahr 1846, und die Zeitungen prophezeiten höhere Steuern, weitere Röcke und bevorstehende Bündnisse mit anderen Nationen. Drüben auf der anderen Seite des Kanals, in dem England unter dem Ministerium Sir Robert Peels, schlugen die Wellen der Erregung hoch über die Aufhebung des Getreidegesetzes, und schon hob das Gespenst des Hungers sein drohendes Haupt über Irland. In einem freudlosen Londoner Hinterzimmer eingesperrt, bangte eine gelähmte Dichterin, Elisabeth Barret, den Besuchen eines gewissen Robert Browning entgegen, mit dem sie, bevor das Jahr herum war, nach Italien fliehen sollte.
Im Gefängnis zu Ham ward Louis Napoleon reichliche Muße gegeben, dem vergangenen Glanz seines Onkels nachzusinnen und sich Gedanken über die Zukunft zu machen, während er auf seine Freilasung wartete. Er mußte sich bereit halten, sich unverzüglich an die Spitze seiner Anhänger zu stellen, sobald diese den Augenblick für gekommen hielten, den Schlag gegen das Haus Orleans zu führen.
In seinem Palast konferierte der müde, alternde König von Frankreich mit seinen Ministern und seinen Pairs. Er vermißte neuerdings den herzlichen Ton in den Hochrufen, die sein Ersehei-
nen in der Oeffentlichkeit begrüßten, aber dafür spielte die Kapelle um so lauter, um den wenigen Stimmen Nachdruck zu verleihen. Sie sprachen jetzt von ihm als Louis Philippe, und kaum einer erinnerte sich noch seines Spitznamens „der Bürgerkönig“. Aber solche Kleinigkeiten scherten ihn jetzt nicht länger. Es bedurfte seiner ganzen Kraft, um nur die Bewegungen auszuführen, die man von ihm erwartete. Wenigstens hatte Frankreich seinen Frieden, und seine Beziehungen zu England und der jungen Victoria mit ihrem deutschen Prinzgemahl waren außerordentlich freundschaftlich. Was im übrigen den Staat anging, so überließ er das Guizot, seinem Außenminister.
In ihrem Zimmer des herzoglichen Schlosses in Melun erwartete Henriette, die nur noch selten daran dachte, daß der Buchstabe „D“ auf ihren Bürsten und auf ihrer Schreibmappe jemals den Namen Desportes bezeichnet hatte, das neue Jahr allein. Seit ihrer Rückkehr von Korsika war Henriette nur ganz selten in Paris gewesen. Der alte Marschall hatte sein Wort wahr gemacht, und die Scheinversöhnung hatte stattgefunden. Der Herzog und die Herzogin besuchten zusammen Empfänge und Abendgesellschaften und waren häufig auf Ausfahrten und im Theater zu sehen. Der ganze Haushalt, vom Pferdeburschen und Küchenmädchen bis zum Kammerdiener des Herzogs und der undurchdringlichen Marguerite, wußte, daß es nur eine Formalität war; aber jedenfalls wurde den skandalsüchtigen Blättern keine weitere Gelegenheit für irgendwelchen Klatsch gegeben.
Der Marschall wohnte jetzt in der R.ue du Faubourg Saint Honore, und zwei seiner Brüder waren mit ihren großen Familien in die Nähe übersiedelt. Henriette konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, daß der Herzog gleichsam eingekreist werden sollte und daß er das Gefühl haben mußte, buchstäblich in der Verwandtschaft seiner Frau zu ersticken. Sie vermutete, daß jeder Schritt von 'ihm überwacht wurde und daß sein Schwiegervater das angekündigte Ultimatum gestellt hatte. Gewiß war, daß er bedrückt und nachdenklich erschien, so oft sie ihn zu Gesicht bekam. Er äußerte sich jedoch bei den seltenen Gelegenheiten, bei denen sie ihn allein sprechen konnte, nie darüber. Sie wußte, er fürchtete, seine Selbstbeherrschung zu verlieren, wenn er seiner Verzweiflung ihr gegenüber Luft machen würde. Die Schlinge, von der er geredet hatte, hatte sich fester zugezogen, und es blieb ihm in seiner Demütigung nichts anderes übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen und wenigstens den Anschein einer glücklichen Ehe zu wahren.
Isabella hatte im Oktober geheiratet. Es waren Tage der Festesfreude und des Glücks gewesen, und die Mitglieder der Häuser Praslin und Sebastiani vergaßen ihre verschiedenen Kümmernisse in überströmender Herzlichkeit und über den Segenswünschen für das junge Paar.
Das Schloß war mit Verwandten jeden Alters überfüllt; und Henriette wurde nicht nur die ganze junge Schar, sondern auch die Leitung des Haushalts anvertraut. Sie mußte für Aushilfspersonal aus dem Dorf sorgen und darauf achten, daß jede Einzelheit dieses großen Festes wie am Schnürchen lief. Ihrem Organisationstalent war noch niemals eine so große Aufgabe gestellt worden, und sie hatte sie glänzend gelöst. Sogar die Herzogin hatte sich anerkennend geäußert, und die Dankbarkeit des Herzogs war rührend gewesen.
„Es ist wirklich nichts Besonderes“, wehrte sie sein überschwengliches Lob am Tage nach der Hochzeit ab. „Ich habe nun einmal einen so stark ausgeprägten Ordnungssinn. Es tut mir richtig weh, Unordnung auf einem Tisch oder auch in einer Schublade zu sehen, und in den Dingen des Lebens empfinde ich sie als noch schmerzlicher und unnützer.“ „Ja“, erwiderte er, „Sie haben geradezu eine Leidenschaft für Ordnung. Sie haben sie nicht nur in meinen Haushalt gebracht, sondern auch in das Chaos meines Lebens. Zui schade, daß man Ihnen nicht das ganze Land übergeben kann.“ Er lächelte und warf ihr einen seiner unverhüllt bewundernden Blicke zu. „Ich kann Sie förmlich vor mir sehen, wie Sie mit Ihrem Ausdruck fröhlicher Entschiedenheit daran gehen, die Staatsgeschäfte schön säuberlich zu ordnen und in ganz Paris ein Großreinemachen zu veranstalten, als wäre die Stadt ein umgeworfener Papierkorb.“
„Sie machen sich über mich lustig“, protestierte sie. „In Wirklichkeit bin ich gar keine gute Hausfrau. Ich kann wohl anderen sagen, was sie tun sollen, aber wenn ich selbst einen Herd anzünden und einen Laib Brot backen müßte — nun, ich fürchte, wir würden dann alle verhungern.“
Und doch war sie stolz auf sein Lob.
Nun saß sie also am Neujahrsabend allein in ihrem Zimmer und versuchte, in einem kostbar gebundenen Buch über die landschaftlichen Schönheiten Amerikas zu lesen, das die Herzogin ihr als Friedensgabe zu Weihnachten geschickt hatte. Sie blätterte die Seiten müßig um und war bemüht, nicht an Paris zu denken, wo in dieser Stunde wieder alle Glocken läuteten, die Lichter brannten und auf den Boulevards die Feiernden sich drängten.
Schließlich erhob sie sich und ging an ihren Schreibtisch. Sie konnte nicht schlafen, und da sie sich nach Paris sehnte, wollte sie ihren Kummer damit beschwichtigen, daß sie ihren wenigen Freunden dort schrieb, die vielleicht gerade eben jetzt von ihr sprachen — den liebenswerten Remeys und der bärbeißigen Madame Le Maire, und noch einigen anderen, dessen Anteilnahme ihr seit einiger Zeit so viel bedeutete. Sie hatte Pastor Frederic Monod in der protestantischen Kirche in Paris kennengelernt, die sie so oft besuchte, wie es ihr möglich war. Bei verschiedenen Gelegenheiten hatte dieser glänzende Essayist und Theologe, dieser Mann, dessen Beredsamkeit und Glaubenskraft ebenso überzeugten wie die nüchterne Logik seines Verstandes, von der Kanzel herunter zu einer Gemeinde gepredigt, die er mit seinem Wort sogleich in Bann schlug. Nach einer dieser Predigten fühlte Henriette sich dazu getrieben, ihm zu schreiben. Sie fand, eine seiner Thesen könnte erweitert und von zwei Seiten interpretiert werden; sie hatte unpersönlich geschrieben und wagte kaum auf eine Antwort zu hoffen. Aber ihr kluges Verständnis für sein Thema beeindruckte den Pastor; seine Antwort war in herzlichem Ton gehalten, und sie verabredeten sich für einen ihrer freien Nachmittage.
(Fortsetzung folgt)
STARKENBURG
Wieder Ladenschluß um 19 Uhr
Nachdem in den Gemeinden des Kreises Erbach mit weniger als 3000 Einwohnern während der Erntezeit bis einschließlich 30. September die Verkaufszeit der Ladengeschäfte bis 21 Uhr verlängert war, wurde nach dem 1. Oktober der Ladenschluß im gesamten Kreisgebiet wieder einheitlich auf 19 Uhr festgesetzt. Dessen ungeachtet lassen manche Geschäftsleute noch immer ihre Läden bis 21 Uhr zum Verkauf geöffnet. Landrat Neff hat angeordnet, daß alle Uebertretungen zur Anzeige gebracht werden. -ch
Unter dem Verdacht, unzüchtige Handlungen an 9- bis 10jährigen Mädchen vorgenommen zu haben, wurde von den Beamten der Gendarmeriestation Seeheim am 26. Oktober der Musiker A. M. aus Seeheim festgenommen. M. wurde dem Amtsgericht Bensheim vorgeführt, wo Haftbefehl erlassen wurde. Ermittlungen sind noch im Gange. DT
Auf einem Vortragsabend des Gewerbevereins von Erbach sprechen am Mittwoch um 20.15 Uhr im Cafe G 1 en z , Erbach, der Syndikus der Industrie- und Handelskammer Darmstadt, Dr. Hüfner, Bücherrevisor Vetter, Ober-Ramstadt, sowie Direktor Kromer von der Kreissparkasse. -ch
Auch in Roßdorf wurde dieser Tage ein Ballon eines in Holland gestarteten Wettfliegens gefunden. Ihm war eine Postkarte mit dreisprachigem Text angehängt. Eine Antwortkarte von Roßdörfer Schulkindern ist bereits unterwegs. sl
Mr. Conduras, der Resident Officer des Kreises Dieburg, weilte kürzlich als Gast bei der evangelischen Kirchengemeinde All hei m. Ein Gemeindeabend, der sich hauptsächlich mit der Jugendarbeit befaßte, brachte den zahlreichen Zuhörern Lieder des Kirchenchores, Volkstänze und filmische Darbietungen, se
In einen einwandfreien Zustand ver¬ setzt wurden jetzt die in der sogenannten Gässel-Schule von Groß-Gerau seit langem bemängelten Toiletteanlagen. Gemeinderat und Frauenarbeitsring hatten in ihren Sitzungen auf die Dringlichkeit der Renovierung verwiesen. eng
Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt des Ortsvereins Heppenheim, einschließlich der angeschlossenen Jugendgruppen, unternehmen am Samstag, dem 4. November, eine Wanderung nach Sonderbach. erh
Einen Kürbis von 89,5 Pfund züchtete der Maurer August Lutz aus H ainst a d t im Odenwald.
Roeßdorfs Rathaus im nenen Gewand
Feierlicher Festakt zur Uebernahme in seine alte Bestimmung
Mit einem einleitenden viertelstündigen Glockenläuten der evangelischen Kirche wurde am Freitagabend in feierlichem Festakt eines der ältesten Bauwerke Roßdorfs, das aus dem Jahre 1575 stammende und unter Denkmalschutz stehende Rathaus wieder seiner alten Bestimmung übergeben. Als Ehrengäste waren Landrat Wink, Resident Officer Mr. Goetcheus und Inspektor Geyer als Vertreter des Staatsbauamtes Darmstadt erschienen.
d Das mit den Bundesfarben beflaggte 9<md in hellem Lichterglanz erstrahlende ytfistandgesetzte Rathaus konnte kaum all ; ’ne Roßdörfer Bürger fassen, die den Zierlichkeiten und der anschließenden sjfentlichen Gemeindesitzung beiwohnscp. Bürgermeister Roßmann gab in dener Eröffnungsansprache einen Ein-Arck in die mühevolle Arbeit, jenes alte ^auwerk wieder in einen würdigen Zustand zu versetzen. In einem Rückblick über die Entwicklungsgeschichte des Rathauses verlas er einige Aufzeichnungen aus der alten Ortschronik, die in dem „Salbuch“, das im Jahre 1762 von Pfar.rer Stockhausen begonnen und von Hofrat Wagner fortgesetzt wurde, niedergeschrieben sind.
1934 wurde das Rathaus letztmalig mit. einem neuen Außenverputz versehen. Vielerlei Zwecken hat es schon gedient, so als Freibank, zu Holzversteigerungen, Verpachtung von Grundstücken, als Fortbildungsschule, zur Ausgabe von Lebensmittelkarten im ersten Weltkrieg, zu standesamtlichen Trauungen und vor allem zu öffentlichen Gemeinderatsitzungen. Im zweiten Weltkrieg wurden Gefangene und später Evakuierte darin untergebracht.
Die bis zum Jahre 1910 geschriebene Ortschronik, so betonte der Bürgermeister in seinen weiteren Ausführungen, sei leider aus unerklärlichen Gründen nicht fortgesetzt worden und enthalte über das Rathaus nur spärliche Aufzeichnungen. Erst im Jahre 1944 seien neue Versuche gemacht worden, die Ortschronik fortzusetzen. Alt-Rektor Rückert hätte sich nunmehr bereit erklärt, sich dieser Aufgabe zu widmen. In seinen Schlußworten erklärte Roßmann, daß in Zukunft die Gemeinderatsitzungen wieder an dieser ehrwürdigen Stätte stattfinden werden.
Landrat Wink dankte dem Bürgermeister dafür, dieses alte Gebäude durch unermüdliche Arbeit erhalten zu haben und forderte alle Bürger auf, an den Ge-
schehnissen in der Gemeinde teilzunehmen und eine Brücke zu schlagen von Mensch zu Mensch, um so weiterhin in der Zukunft bestehen zu können.
Mr. Goetcheus brachte in seinen Ausführungen zum Ausdruck, daß er sich außerordentlich geehrt fühle, an diesem historischen Augenblick teilnehmen zu können und er betonte, daß die Gemeinde stolz sein könne auf dieses bald 400 Jahre alte Gebäude und wünschte ihr zum Schluß alles Gute für die Zukunft.
825 Sänger in Worfelden
Freundschaftssingen beim Männergesangverein „Frohsinn“
Zu einem Freundschaftssingen anläßlich seines 70jährigen Bestehens hatte gestern der Männergesangverein „Frosinn“ Worfeld eingeladen. Es bekundet sowohl das freundschaftliche Verhältnis dieses Vereins zu seinen Nachbarvereinen als auch die Begeisterung zum deutschen Lied, daß nicht weniger als dreizehn Chöre mit insgesamt 825 Sängern der Einladung gefolgt waren. So wurde diese Veranstaltung über ihren ursprünglichen Sinn hinaus ein Bekenntnis zur lebendigen Tradition der Gesangvereine unserer engeren Heimat.
Nach dem Begrüßungschor „Hoch empor“, gesungen vom Jubiläumsverein, begrüßte der Vorsitzende. Georg Engel, die Gäste und Zuhörer, die in so großer Zahl erschienen waren, daß der Saal längst nicht für alle reichte und die Veranstaltung in Nebenräumen mit Lautsorechern übertragen werden mußte. Der Männergesangverein „Frohsinn“ habe sich in den 70 Jahren seines Bestehens einen Namen gemacht durch die liebevolle und konsequente Pflege des Liedes. Immer wieder habe es Männer in der Gemeinde gegeben, deren Idealismus und uneigennütziges Wirken dem Verein neue Impulse gaben. Ein Beweis mehr für die gute Arbeit des Vereins sei die Tatsache, daß dreizehn Vereine aus der näheren und weiteren Umgebung es als einet selbstverständliche Ehrenpflicht betrachtet hätten, an diesem Tag gemeinsam mit dem Gastgeber Zeugnis abzulegen von der Arbeit ihrer Chöre.
In schneller Folge wickelte sich nun das weitere Programm ab. Nacheinander standen die Gesangvereine Wolfskehlen 1878, SKG Mörfelden, Chorgemeinschaft Dornheim, Sängerbund „Germania“ Griesheim, „Liederkranz“ Groß-Gerau, SKG Klein-Gerau, SKG Nauheim, SKG Bauschheim, ..Liederkranz“ Berkach, „Teutonia“ Wallerstädten, „Frohsinn“ Braunshardt, SKG Büttelborn und die Sängervereinigung 1858 Weiterstadt auf der Bühne. Jeder Chor sang 2 Lieder. Interessant war die verschiedenartige Interpretation von „Droben im Oberland ...“, das von 3 Vereinen gesungen wurde. Erfreulich die Tatsache, daß die meisten Chöre Nachwuchs aus den jüngeren Jahrgängen gewinnen konnten; die oft gefürchtete und prophezeite Ueberalterung der Gesangvereine ist hier überwunden, ein Zeichen dafür, daß in jedem dieser Chöre ein lebendiger, gesunder Geist waltet. Die Chöre fanden zum größten Teil die Anerkennung eines — und das sei lobend hervorgehoben — objektiv kritischen Publikums. Die über 100 Sänger zählenden Chöre paßten sich ebenso geschickt den gegebenen Raumverhältnissen an wie die kleineren. Audi in der Liedauswahl war es den meisten Chorleitern gelungen, ein der Größe des Klangkörpers wie auch dem vorhandenen Stimmenmaterial angeglidienes Repertoire zu bringen. Es war eine Freude zu hören, welch qualitativ guten Leistungsstand die Gesangvereine im Ried erreicht haben. DT
„Mit uns zieht die nene Zeit“
Abschluß der Jugendwoche in Pfungstadt
Mit einem bunten Abend in Anwesenheit des Referenten für Jugendfragen beim Resident-Officer, Andrees, und unter Beteiligung der einzelnen Gruppen und ihrer Delegierten, ging die Jugendwoche des Kreisjugendausschusses Darmstadt, in Pfungstadt am Samstag zu Ende.
Leider war die Begrüßung der ersten Vorsitzenden des Ortsjugendausschusses,
Frau Hechler, infolge der wahrscheinlich wichtigeren und spannenderen Unterhaltungen einzelner Jugendlicher' bereits in. den mittleren Reihen nicht mehr zu verstehen.
Schöne Akkordeon-Soli einer noch sehr jungen angehenden Könnerin und gemeinsamer Gesang alter Fahrtenlieder: „Wilde Gesellen vom Sturmwind durchweht“ und „Wenn die bunten Fahnen wehen“ ließen den Gedanken zur Gemeinschaft wieder glaubhaft erscheinen.
Nach einem Film — der die Schönheiten und Besonderheiten der Isarlandschaft von der Quelle bis zur Mündung zeigte — sah man gute gymnastische Hebungen der weiblichen Turnergruppe.
„Freie Bahn der Jugend“, ein Film, den nicht nur unbedingt junge Menschen sehen sollten, gab ein anschauliches Bild von der Wichtigkeit gemeinschaftlichen Zusammenhaltes in Theorie und Praxis.
Die daraus resultierenden positiven Ergebnisse schienen nicht nur Film sondern glaubhafte Wirklichkeit.
Der Delegierte der Naturfreunde im Ortsjugendausschuß, Engelhardt, beendete den offiziellen Teil des Abends und man saß noch lange bei Akkordeon- und Klampfenspiel, alten und neuen Fahrtenliedern, Unterhaltung und Tanz zusammen. Scg
500 Jahre Kleestüdter Kirche
Schön zwanzig Generationen fanden dort Stärkung und Trost
Gestern beging die evangelische Gemeinde Kleestadt die 500-Jahr-Feier ihres Gotteshauses. Der Festgottesdienst am Vormittag, am Nachmittag die Gemeindeversammlung in der Kirche und die im Saal des Gasthauses Martin Selzer durchgeführte Gemeindeversammlung am Abend standen unter dem Motto: „Herr, ich habe lieb die Stätte Deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnet“.
Den Hauptgottesdienst am Vormittag des gestrigen Tages hielt Pfarrer W i c k in der altehrwürdigen Kirche. Propst Rau verwies in seiner Predigt besonders auf den kulturellen Wert der Kirche Kleestadts. Zur feierlichen Gestaltung des Festgottesdientses wirkten ein Posaunenchor der Gemeinden Langstadt-Kleestadt und der hiesige Männergesangverein mit.
Am Nachmittag fand in der vollbesetzten Kirche eine Gemeindeversammlung statt, in deren Verlauf Landrat R i t z e r t und in Vertretung des Dekans Pfarrer Hartmann aus Groß-Umstadt Grußworte überbrachten. Auch der Bürgermeister der Gemeinde, Georg Brehm, entbot die Glückwünsche der Gemeinde und dankte vor allem dem Kirchenvorstand — besonders Pfarrer Wick, die der Kirche ihr neues Geläute durch unermüdlichen Sammeleifer gegeben hätten. Im Namen des Kirchenvorstandes von Dieburg sprach Lehrer Kissel. Pfarrer Veiler, der ehemalige Gemeindepfarrer, der trotz
hohen Alters noch heute teilweise sein Amt versieht, verwies auf die große Geschlechterfolge, die in diesem Hause bereits Trost und Stärkung empfangen habe.
Nach gemeinsamen Gebeten betrat Pfarrer K 1 und t, Sickenhofen, die Kanzel, um über das Thema: „Jesus oder Maria?“ ein eindrucksvolles Referat zu halten in dem er ausführte, daß sich die evangelische Kirche mit der neuen Glorifizierung Marias, die durch das Dogma am kommenden Dienstag verkündet würde, in keinem Falle einverstanden erklären könne. Mit Martin Luthers Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ und dem Segen des Pfarrers endete eine nicht alltägliche Kirchenfeier.
Am Abend fand im Saal des Gasthauses Selzer eine Gemeindeversammlung statt, bei der Filme über Gebiete kirchlichen Lebens gezeigt wurden. Sämtliche Kollekten finden für den Glockenfond ihre Verwendung. prs.
Unsere Geburtstagskinder
Goldene Hochzeit: Herr Franz Schrödel und Frau Therese geb. Lei, Jugenheim, Altersheim „Kühler Grund“.
80. Geburtstag. Frau Ida Lindeholz Wwe., Zwingenberg, Orbishöhe.
70. Geburtstag: Frau Barbara Heb, Lorsch, Heppenheimer Straße 48.
„Er gefällt uns doch, - der Bürgermeister“
Einwohnerversammlung in Zwingenberg / Bürgermeister Kiel sprach über sein Arbeitsprogramm
Auf einer sehr gut besuchten Einwohnerversammlung im „Adlersaai“ in Zwingenberg sprach am Freitagabend Bürgermeister Kiel zu der Bürgerschaft und entwickelte seine Pläne zur Lösung der brennendsten Probleme innerhalb der Gemeinde.
Zu Beginn seiner Ausführungen stellte der Redner die Worte aus Goethes Faust: „Er gefällt mir nicht, der neue Bürgermeister . . .“ und wies darauf hin, daß er keinesfalls vorhabe, die Steuern und Abgaben zu erhöhen. Das Rathaus sei ein Glaskasten, in den jeder Bürger hineinsehen könne und solle, um sich von der dort geleisteten Arbeit zu überzeugen.
Der Etat, so führte Bürgermeister Kiel aus, sei ausgeglichen. Das wohl dringlichste Problem sei die Wohnungsnot, die man schon Wohnungselend nennen könne, und er habe sich vorgenommen, alles zu tun, um zur Linderung beizutragen. Vor allem aber hoffe man, im nächsten Jahre einige Neubauten erstellen zu können, ein besonderer Dank galt der gemeinnützigen Baugesellschaft Selbsthilfe.
Eine Erweiterung des Schulhauses sei dringend notwendig. Bis jetzt habe er an den Zwingenberger Kindern nur seine größte Freude gehabt. Aus diesem Grunde rief er auch die Bürger zur Mithilfe an der Gründung eines Volksbildungsvereins und einer Laienspielgruppe auf, um der Jugend während der langen Winterabende eine geeignete Beschäftigungsmöglichkeit zu geben und sie vor den Gefahren der Straße zu bewahren. In seinem weiteren Programm seien, so führte der Redner aus, selbstverständlich die Straßenausbesserung, Kanalisation, Kanalstatut, Müllabfuhr, Müllstatut, die Friedhofsordnung und der Ortsbebauungsplan vorgesehen. Als größtes Schmerzenskind bezeichnete der Bürgermeister den finanzschwachen Verkehrsverein, dessen Aufgabe es sei, Zwingenberg bei seiner überaus günstigen und landschaftlich schönen Lage wieder zu einem Luftkurort von Rang und Namen zu machen. Zum Schluß sprach der Redner noch einmal den Wunsch aus, nicht nur als Bürgermeister, sondern voi' allem als Mitbürger angesehen zu werden, dessen erste Aufgabe es sei, ein Diener seiner Mitmenschen zu sein. Die Ausführungen des Bürgermeisters wurden mit begeistertem Beifall aufgenommen, und da sich in der anschließend vorgesehenen Diskussion niemand zu Wort meldete, schloß Bürgermeister Kiel mit herzlichen Dankesworten für das somit bewiesene Vertrauen die Versammlung. HB
Nieder - Ramstadt. Am kommenden Dienstag findet eine Bürgerversammlung statt, auf der der Gemeinderat allen Fragen der Bürger Redd Und Antwort stehen wird. Fl.
Bensheim. Bei dem Gemeindeabend am Dienstag um 20 Uhr im „Bensheimer Hof“ soll nicht nur des Reformationstages gedacht werden, sondern auch durch die Jugend der Gemeinde ein kleineres Laienspiel und Volkstänze aufgeführt werden.
Walldorf. In seiner letzten Sitzung befaßte sich der Gemeinderat mit der Wahl eines Rektors für die hiesige Volksschule. In geheimer Zettelwahl erhielt Lehrer Stia s n y die meisten Stimmen. KB
Wallerstädten. Der Gemeinderat wird sich in seiner nächsten Sitzung mit der Besetzung einer Hauptlehrerstelle beschäftigen. _au_
Bürstadt. — Am 29. Oktober begipg der aus der Gemeinde gebürtige Geistliche Rat Georg Heinrich Keilmann, einer der ältesten Geistlichen der Diösese Mainz, der zuletzt über 3 Jahrzehnte als Pfarrer in Zellhausen tätig war seinen 87. Geburtstag. ’.se
„Don Carlos“ in Neuinszenierung
Dank Schillers hinreißendem Propagandaaufsatz mit seiner Sittlichkeit plakatierenden Überschrift von der „Schaubühne als moralischer Anstalt“ und der Tendenz von Freiheit, Ideal und kosmopolitischer Freundschaft ist sein „Don Carlos“ im Augenblick wieder als Musterdrama für die Gegenwart auf vielen westdeutschen Bühnen aktuell geworden. Wie man einst 1934 aus der näheren und weiteren Umgebung in das Berliner Staatstheater fuhr, um bei den Worten Posas „Geben Sie Gedankenfreiheit“ in spontanen Beifall auszubrechen — was der Aufführung bald ein Verbot einbrachte — so wird heute im Hinblick auf ähnliche Verhältnisse in nächster Nähe der Versuch zur Rettung einer Aktualität unternommen, der allerdings über die damalige Spontaneität zu einer wirklichen geistigen Orientierung in der Gegenwart führen soll.
Die Regie (Dr. Siegmund Skraup) beließ daher im dramaturgischen Strich nur soviel vom Familiendrama und der Staatsaffaire, als es zum Handlungsgeschehen notwendig war und versuchte im übrigen eine Kommunizierung der Idee von Freiheit und Menschenrecht mit der Jetztzeit. In eine plastische Verdichtung wurde der Dialog gehüllt, die Kunst gegliederter und geformter Sätze, des ineinandergewobenen Gesprächs, der schwingenden Stille betont und alles durch die Beleuchtung (Franz Leminger) in eine düstere Grundstimmung eingefärbt. Im wirkungsvoll erdachten, stilisierten Bühnenbild (Paul Pilowski als Gast und Nr. 3 seines Metiers am Landestheater!), das den Raum in zwei Spielhälften teilte, die abwechselnd ausgeleuchtet den reibungslosen Ablauf der Handlung garantierten, bewegten sich El Grecos Gesichte einer hohlwangigen Frömmigkeit, über denen das Kreuz der Inquisition schwebte. Als Lichtgestalt der Idee ragte die Figur Posas heraus, vom Weiß der Königin sekundiert. Das zeitlose, aber immer gegenwärtige Leben, weg von allem Nebensächlichen, Äußerlichen, von der Spekulation und kurzsichtigen Szenenmache, das Streben auf weite geistige Sicht war von der Regie nicht einheitlich durchgeformt worden. Die Einführung der Gestapo-Mönche, die öftere, teils unhistorische Begleitung der Rollenträger durch lebende Kulissen und der karikierende Auftritt des Großinquisitors schossen mit üblem Nachgeschmack übers Ziel. Es wäre eine naive Einschätzung des Publikums, ihm mit Kinoreklame Manifeste projizieren zu wollen. Wii- Deutsche sind heute in solchen Dingen zu feinhörig und zu skeptisch, können jeder faustdicken Illustration entraten und reagieren bereits auf Andeutungen. Es hätte also die Auflösung der iambischen Blankverse in eine naturalistische Realisierung genügt. (Das meinte sogar Alba, als er an einer Stelle von „Prosa“ anstatt von „Posa“ sprach.)
Die Mißachtung des Schauspiels im Publikum hängt nicht zuletzt von Besetzungsfragen ab. Nach Schiller wollen die Augen sehen und die Ohren hören, was das Herz glauben soll. In diesem Punkte zerfiel die Aufführung.
Der Posa von Walter Kohls brachte jene überragende Evolution der Überzeugung zustande, wie man sie von ihm wohl nicht zu erhoffen gewagt hätte. Es war die große künstlerische Leistung einer sich steigernden inneren Gesinnung. Mit der Revolution des Gefühls stattete Johannes Kraus den Don Carlos in jugendlichem Eifer oft erregt, aber doch glaubwürdig und mitreißend aus. Der Philipp Martin Lübberts ist als aufbegehrender einsamer Herrscher zu senil, um als letzter verhärteter Träger einer Weltanschauung noch Glauben zu ernten. Der Idee des Menschendramas Philipp und der Infantentragödie Carlos — nicht als Generationsproblem, sondern als geistig weltanschauliches, das von dem Idealisten Posa aktiv beleuchtet wird — bleibt er in seinen Alterserscheinungen oft recht fern. Hoheit und Würde vereinigt die Königin der Rosemarie Kilian. Die Eboli von Ilse Bartram erreichte im Spiel und Ausdruck nicht die verführerische Schönheit einer jungen Hofdame, die später auch der Intrige gewachsen sein muß. Aus den Randfiguren ragten Ellen Krug (Monrecat) in ihrer imponierenden Haltung und Curt Westermann (Prior) durch seine hochkultivierte Sprache hervor. Martha Kuhn-Liebel, Eugen Vogt und die Kinder Inge Volz und Volker v. Altrock schlossen das Ensemble.
Durch Fehlbesetzungen wurde einigen Schauspielern ein sehr schlechter Dienst erwiesen. Willy Ley rer kam mit den wenigen Sätzen des Grafen Lerma nicht zum Zuge, Carl Zollern hatte man wohlweislich fast allen Text des Alba zusammengestrichen. Trotzdem fühlte er sich im Harnisch äußerst unwohl und panzerte sich mit Resignation und Ergebenheit in die aufoktroyierte Rolle. Bei Franz Schneider (Großinquisitor) störte der starke Dialekt. Dem Domingo (Herbert Walter) fehlte es an allen Qualitäten, die diese eiskalte Figur erfordert.
Die erste Vorstellung war fast ausverkauft. Die düstere und wieder so zeitnahe Atmosphäre von Schillers dramatischem Gedicht verfehlte ihre Wirkung auf das Theaterpublikum nicht, das erst nach kurzem Schweigen den Beifall aufnahm. G. I.
Woche der Frau
In der Zeit vom 30. Oktober bis 3. November findet im Amerikahaus eine„Woche der Frau“ statt. Es werden vier Ausstellungen (geöffnet von 10—19.30, Samstag bis 17.30) gezeigt: Die neuzeitliche praktische Haushaltsführung; Modisches und andere Dinge, die jede Frau erfreuen; Modeschöpfungen aus USA (Fotoausstellung) und sechs amerikanischen Frauen.
Am Montag spricht die bekannte amerikanische Dirigentin Antonia Brico über ihre Laufbahn, „Eine Frau am Dirigentenpult“. Am Dienstag wird Patricia van Delden über das Thema „Von der Mitbürgerschaft der Frau“ sprechen. An ihre Ausführungen soll sich eine Diskussion anschließen. Der Donnerstagnachmittag bringt eine Vorführung modernster elektrischer Geräte. Am Mittwoch und Freitag finden Musikabende statt, ein Violinkonzert mit Annemarie Jochum und ein Liederabend der amerikanischen Mezzosopranistin Nell Tangermann.
Von der Leinwand
HANSA. Matrose wider Willen. Der nach einem Buch von Gardar Sahlberg und Gustav Edgren gedrehte Streifen bringt etwas Auflockerung in die dichte Folge der ausländischen Indianer- und Kriminal-Stücke und zeigt, wie sich die Skandinavier etwa eine Film-Komödie vorstellen. Die Schweden bringen von Hause aus einen gut pointierten trocknen Humor mit, der an sich nur den Dialog zum eruptiven Lachen braucht. Deswegen ist die ausgesprochen starke Mimik des Hauptdarstellers sicherlich Konzession an den beabsichtigten Export. Dieser Ake Söderblom als Baron Konrad Crusenhjelm in der Hauptrolle ist der schwedische Paul Kemp in seiner Hilflosigkeit und dem „Hans im Glück“-Endeffekt. Er gibt seinem kindisch-dekadenten Baron, immer blödelnd, die unbedingt glaubhafte Impotenz des „letzten Sprosses“, der aber auch noch in betrunkenem Dadaismus die „Flotte seiner Majestät“ als höchsten Wertbegriff preist. Und dahin kommt er, — wie der Titel sagt: wider Willen, — nämlich auf das Kriegsschiff „Fylgia“. Die Schweden können schon filmen, zumal es der Regie bei dem Drehbuch-Kontrast zwischen Korsika und dem weißen Stockholm nicht schwer fällt, auch bildnerische Prämissen zu bringen. ng.
Notizen
Asiatische Kulturgeschichte
Generalkonsul a. D. Karl August Balser wurde ein Lehrauftrag für asiatische Kulturgeschichte an der Technischen Hochschule Darmstadt erteilt.
Zu dieser Vorlesung, die jeweils am Donnerstag in der Zeit von 16.15—17.45 Uhr stattfindet und am 9. November beginnt, ist die Oeffentlichkeit eingeladen'.
Auf Anregung von Intendant Dr. Skraup hat Felix Dürrenmatt den vierten Akt seiner Komödie „Romulus der Große“ umgeschrieben. Diese Komödie des jungen Schweizer Dramatikers wird in der neuen Fassung im November am Landestheater Darmstadt in der Inszenierung des neu verpflichteten Oberspielleiters des Schauspiels, Walter Grüntzig, zur ersten Aufführung kommen.
Der amerikanische Jazz-Sänger AI Jolson, der in San Franzisko gestorben ist, hat vier Millionen Dollar hinterlassen. Diese Summe soll nach Auszahlung besonderer Zuwendungen für bedürftige Studenten zu gleichen Teilen protestantischen, katholischen und jüdischen Wohltätigkeitsorganisationen zur Verfügung gestellt werden.
DER SPORT
Auf einen Blidk
Fußball-Ergebnisse und -Tabellen
Erste Liga Süd
München 1860 —FC Singen 04 (Sa) 3:3 Vfß Mühlbar? — SV Waldhof 4:1 FSv Frankfurt — 1. FC Nürnberg 1:1 VfR Mannheim — Vfß Stuttgart 2:1 Darmstadt 98 —Eintracht Frankfurt 1:1 Spygg Fürth — VfL Neckarau 3:1 SSV Reutlingen — BC Augsburg 4:2 Schweinfurt 05 — Kickers Offenbach 4:0 Schwaben Augsb. — Bayern München 3:1
Zweite Liga Süd
ASV Durlach —Sv Wiesbaden 4:1 Hessen Kassel — SG Arbeiten 5:0 Stuttg. Kickers — Union Bückingen 1:0 FC Freiburg —TSV Straubing 0:1 1. FC Pforzheim — Jahn Regensburg 2:2 Vikt. Aschaffenburg —Sv Tübingen 7:1 ASV Cham —Ulm 46 3:0 Wacker München — VfL Konstanz 1:0 Bayern Hof — 1. FC Bamberg 0:0
Erste Liga West
Sdhalke 04 — Duisburger SV 3:0 1. FC Köln — Rheydter SV 4:0 Spfrd Katernbg. — Rot-Weiß Oberh. 0:1 Bor. Dortmund — Fortuna Düsseldorf 4:1 Alem. Aachen — Rot-Weiß Essen 3:2 Hamborn 07 — Preußen Münster 1:1 Bor. M.-Gladbach — Horst Emscher 3:1 Spygg Erkenschwick — Preuß. Dellbr. 1:0
Erste Liga Nord
Eintracht Osnabrück — VfL Osnabr. 2:5 Hamburger SV — St. Pauli 0:3 Bremer SV — SV Itzehoe 3:4 Hannöver 96 — Arminia Hannover 2:2 Eintr. Braunschweig — Eimsbüttel 3:0 Bremerhaven 93 — Altona 93 2:1 Vfß Oldenburg — Holstein Kiel 3:2
Oberliga Südwest
VfL Neustadt—Phönix Ludwigshafen 2:2 Tura Ludwigshafen—Mainz 05 3:1 Wormatia Worms—Eintr. Kreuznach 1:0 Eintracht Trier—1. FC Kaiserslautern 1:4 FK Pirmasens—FV Engers 2:0 ASV Landau—TuS Neuendorf 1:3
Stadtiiga Berlin
Berlin SV 92 — Blau-Weiß 0:0 Hertha-BSC —Westend 1:1 Spandauer SV — Wacker 04 2:0 Tasmania 1900 — Vfß Britz 2:3 Tennis-Borussia — Alemannia 3:2 Viktoria 89 — Minerva 93 2:2
Als Spielbeginn des Ländertreffens Deutschland-Schweiz am 22. November wurde die Uhrzeit 14.30 festgesetzt. Die Schweizer Fußballer kommen am Tage vorher mit dem Flugzeug nach Stuttgart, während Sepp Herberger seine Schützlinge am Montag In der Nähe Stuttgarts versammelt.
Den verwaisten Posten des FIFA-Geschäftsführers soll nach dem Rücktritt von Dr. Ivo Schricker der Italiener Dr. Ottorino Barassi übernehmen.
| Spvgg Fürth | ||||||
| 11 | 8 | 0 | 3 | 28:12 | 16:6 | 1 FC Nürnberg |
| 11 | 6 | 2 | 3 | 24:9 | 14:8 | Vfß Mühlburg |
| 11 | 7 | 0 | 4 | 36:16 | 14:8 | VfR Mannheim |
| 11 | 7 | 0 | 4 | 33:19 | 14:8 | FSV Frankfurt |
| 11 | 6 | 2 | 3 | 21:15 | 14:8 | Eintr. Frankfurt |
| 11 | 5 | 4 | 2 | 19:15 | 14:8 | FC Schweinfurt 05 |
| 10 | 6 | 1 | 3 | 19:13 | 13:7 | Vfß Stuttgart |
| 11 | 6 | 1 | 4 | 27:16 | 13:9 | Schwaben Augsburg |
| 11 | 5 | 3 | 3 | 20:20 | 13:9 | 1860 München |
| 10 | 5 | 1 | 4 | 21:19 | 11:9 | Kickers Offenbach |
| 11 | 5 | 1 | 5 | 21:19 | 11:11 | Bayern München |
| 10 | 4 | 2 | 4 | 22:19 | 10:10 | FC Singen 04 |
| 10 | 3 | 2 | 5 | 17:34 | 8:12 | Darmstadt 98 |
| 11 | 3 | 2 | 6 | 16:30 | 8:14 | SV Waldhof |
| 11 | 2 | 2 | 7 | 16:23 | 6:16 | BC Augsburg |
| 11 | 1 | 3 | 7 | 9:23 | 5:17 | VfL Neckarau |
| 11 | 2 | 1 | 8 | 13:31 | 5:17 | SSV Reutlingen |
| 11 | 2 | 1 | 8 | 14:43 | 5:17 |
| Bayern Hof | ||||||
| 11 | 8 | 2 | 1 | 22:7 | 18:4 | Kickers Stuttgart. |
| 11 | 8 | 2 | 1 | 30:16 | 18:4 | Jahn Regensburg |
| 11 | 8 | 1 | 2 | 28:13 | 17:5 | ASV Cham |
| 11 | 6 | 4 | 1 | 22:12 | 16:6 | Vikt. Aschaffenburg |
| 11 | 6 | 2 | 3 | 31:18 | 14:8 | FC Bamberg |
| 11 | 5 | 4 | 2 | 18:11 | 14:8 | Hessen Kassel |
| 11 | 5 | 4 | 2 | 32:20 | 14:8 | Wacker München |
| 11 | 6 | 1 | 4 | 27:19 | 13:9 | 1. FC Pforzheim |
| 11 | 5 | 3 | 3 | 28:21 | 13:9 | Union Bückingen |
| 11 | 4 | 2 | 5 | 18:20 | 10:12 | Ulm 46 |
| 11 | 4 | 2 | 5 | 13:21 | 10:12 | VfL Konstanz |
| 11 | 4 | 1 | 6 | 13:22 | 9:13 | ASV Durlach |
| 11 | 3 | 2 | 6 | 21:25 | 8:14 | TSV Straubing |
| 11 | 3 | 2 | 6 | 24:28 | 8:14 | FC Freiburg |
| 11 | 2 | 2 | 7 | 15:30 | 6:16 | SV Wiesbaden |
| 11 | 2 | 1 | 8 | 17:22 | 5:17 | SC Arheilgen |
| 11 | 2 | 1 | 8 | 13:34 | 5:17 | SV Tübingen |
| 11 | 0 | 0 | 11 | 8:41 | 0:22 |
| Schalke 04 | ||||||
| 10 | 7 | 2 | 1 | 27:8 | 16:4 | 1. FC Köln |
| 10 | 7 | 0 | 3 | 22:8 | 14:6 | SpvggErkenschw. 10 |
| 5 | 4 | 1 | 8:4 | 14:6 | Preußen Münster | |
| 10 | 6 | 1 | 3 | 14:7 | 13:7 | Fortuna Düsseld. |
| 10 | 5 | 3 | 2 | 17:12 | 13:7 | Rot-Weiß Essen |
| 10 | 6 | 0 | 4 | 25:16 | 12:8 | Bor. Dortmund |
| 10 | 4 | 3 | 3 | 18:13 | 11:9 | Rheydter SV |
| 10 | 4 | 2 | 4 | 16:23 | 10:10 | Alem. Aachen |
| 9 | 3 | 3 | 3 | 15:20 | 9:9 | Preuß. Deilbrück |
| 10 | 3 | 3 | 4 | 13:12 | 9:11 | Horst Emscher |
| 10 | 2 | 4 | 4 | 14:15 | 8:12 | Hamborn 07 |
| 10 | 3 | 2 | 5 | 12:19 | 8:12 | Rot-Weiß Oberh. |
| 9 | 2 | 3 | 4 | 10:17 | 7:11 | Bor. M.-Gladbach |
| 10 | 3 | 1 | 6 | 12:26 | 7:13 | Duisburger SV |
| 10 | 2 | 0 | 8 | 6:16 | 4:16 | Spfrd. Katernb. |
| 10 | 1 | 1 | 8 | 12:25 | 3:17 |
| VfL Osnabrück | ||||||
| 10 | 6 | 3 | 1 | 27:14 | 15:5 | Göttingen 05 |
| 10 | 7 | 1 | 2 | 34:19 | 15:5 | St. Pauli |
| 10 | 5 | 4 | 1 | 27:12 | 14:6 | Bremerhaven 93 |
| 10 | ’6 | 2 | 2 | 21:18 | 14:6 | Werder Bremen |
| 10 | 5 | 3 | 2 | 24:14 | 13:7 | Eimsbüttel |
| 9 | 5 | 2 | 2 | 17:12 | 12:6 | Hamburger SV |
| 10 | 5 | 2 | 3 | 30:15 | 12:3 | Holstein Kiel |
| 9 | 5 | 0 | 4 | 15:16 | 10:8 | Eintr. Braunschw. 10 |
| 4 | 2 | 4 | 23:18 | 10:10 | Vfß Oldenburg | |
| 10 | 3 | 4 | 3 | 10:20 | 10:10 | Arm. Hannover |
| 9 | 4 | 1 | 4 | 17:12 | 9:9 | Bremer SV |
| 10 | 4 | 1 | 5 | 21:24 | 9:11 | Hannover 96 |
| 9 | 1 | 4 | 4 | 16:20 | 6:12 | Altöna 93 |
| 10 | 1 | 3 | 6 | 15:35 | 5:15 | Eintr. Osnabrück |
| 9 | 0 | 4 | 5 | 13:24 | 4:14 | Cone. Hamburg |
| 9 | 1 | 2 | 6 | 11:27 | 4:14 | SV Itzehoe |
| 10 | 1 | 0 | 9 | 11:40 | 2:18 |
| 1. FC Kaiserslautern | ||||||
| 9 | 8 | 1 | 0 | 31:4 | 17:1 | Wormatia XVorms |
| 10 | 8 | 1 | 1 | 35:12 | 17:3 | FK Pirmasens |
| 9 | 6 | 2 | 1 | 23:11 | 14:4 | Phönix Ludwigshaf. |
| 10 | 4 | 3 | 3 | 33:21 | 11:9 | VfL Neustadt |
| 10 | 4 | 3 | 3 | 19:22 | 11:9 | VfR Kaiserslautern |
| 8 | 3 | 3 | 2 | 11:15 | 9:7 | Eintracht Trier |
| 9 | 4 | 1 | 4 | 14:13 | 9:9 | TuS Neuendorf |
| 7 | 3 | 2 | 2 | 15:16 | 8:6 | ASV Landau |
| 10 | 3 | 1 | 6 | 13:36 | 7:13 | FV Engers |
| 10 | 3 | 0 | 7 | 12:23 | 6:14 | Spvgg. Andernach |
| 9 | 2 | 1 | 6 | 16:24 | 5:13 | Eintracht Kreuznach |
| 7 | 1 | 2 | 4 | 7:12 | 4:10 | Tura Ludwigshafen |
| 9 | 2 | 0 | 7 | 14:23 | 4:14 | FSV Mainz 05 |
| 9 | 1 | 2 | 6 | 9:20 | 4:14 |
SV 98 hätte für großartiges Spiel Sieg verdient
SV 98—Eintracht Frankfurt 1:1 (1:0)— Die Lilien besser denn je, aber ohne Glück — Sehr schmeichelhaftes Unentschieden für die Gäste — Der Torschütze Bohmann wieder in ausgezeichneter Form — Müller ein guter Er satz für Ruhl
Die Darmstädter Lilienelf hat gestern gegen die Frankfurter Eintracht ihr unbedingt bestes Oberligaspiel geliefert. Das Unentschieden dieses Treffens entspricht nicht der Leistung der Mannschaften. Die Hellblauen hätten beide Punkte buchen müssen, wenn nicht wirklich ausgesprochenes Pech vor dem Frankfurter Tor u. die Gewandtheit Hengis dagegengestanden hätten. Unsere Meinung vom Waldhöfer Spiel hat sich jedenfalls voll bestätigt: Die Darmstädter sind wohl wert, in Süddeutschlands bester Fußballklasse zu spielen.
Eintracht Frankfurt: Henig; Kaster. Zanger; Kudraß, Giller, Bechtold; Reichert, Schieth, Kraus 11, Pfaff, Kraus I.
Darmstadt 98: Müller; Mühlbach, Abt; Leichtlein, Schmidtmer, Herder; Reeg, Thalheimer, Bohmann, Barth, Herwig. Zuschauer: 9000.
Schiedsrichter: Strobel. Schwabach. Vom Anstoß der Eintracht weg läuft über 10 Minuten ein ruhiges Spiel, das auf der einen Seite Darmstadts kommende Leistung andeutet, auf der anderen den linken Frankfurter Flügel als den gefährlichsten Sturm-, teil des Gegners erkennen läßt. Den ersten schößen Schuß des Treffens setzt Bohmann gegen das Frankfurther Tor, aber Schieth(l) köpft den Ball dem Hüter in die Hände.
Barths Strafstoß für die Gastgeber kommt vor das Frankfurter Tor, der im Mitteltempo Hegende Ball wird von Henig vor dem hochspringenden, gut gedeckten Reeg abgefangen, der auch Herwigs Schuß aufnimmt, so daß ihn Bohmann, in fast körperlicher Berührung mit Frankfurts Torsteher, nicht mehr eindrücken kann. Das gute Zusammenspiel der Darmstädter Fünferreihe schält sich immer mehr heraus; eine Vorgabe Herders an Reeg endet als scharfer Schuß am Pfosten. Beim Gegenbesuch springt ein Frankfurter Schuß Von Müllers Fäusten zum Boden, der Darmstädter greift den Ball, gibt ihn nach vorn, wo es für die Lilien zu einem Strafstoß kommt. Reeg schießt, der Ball klatscht an einem Frankfurter ab, den Nachschuß nimmt Henig auf. Die Darmstädter können sich dann in der Frankfurter Hälfte festsetzen.
Eine Reeg-Flanke nimmt Thalheimer zum Torschuß auf, der aber von Zanger von der Torlinie weggeschossen wird. Bohmann verpaßt eine überraschend gebotene Schußgelegenheit in Tornähe, der scharf am Boden gehaltene Ball geht am Pfosten vorbei. Wenig später hebt Reeg eine Flanke, die er von Halbrechts abschießt, ein wenig zu hoch, so daß das Leder über die Querlatte streicht.
Dann will Pfaff im Alleingang das Blatt wenden, aber sein langgezogener Ball geht über Müllers Gehäuse; Kudraß’ Versuch gleicher Art wird von Mühlbach gestoppt.
Zängers Strafstoß war den Weitsprunganlauf nicht wert, denn der Ball geht hoch in den ersten Stock. Die 38. Spielminute bringt das Führungstor für Darmstadt. Bohmann nimmt einen Kopfball von Reeg auf, löst sich von seinem Bewacher, macht einige Kurzschritte gegen das Frankfurter Tor und schießt nach einer überlegten Körperwendung an Henig vorbei unhaltbar ein. Dann muß er nach einem Gegenschlag Gillers für einige Zeit ausscheiden. Das Spiel wird turbulenter. Reichert kommt zu einem scharfen Schuß, aber Müller faustet den Ball aus dem Strafraum hinaus. Ums Haar wäre es fünf Minuten vor der Pause noch zum Ausgleich gekommen: Herder ist einen Augenblick lang unaufmerksam — Kraus I kann den ihm nach vorne gespielten Ball aufnehmen und nach zwei Schritten placiert aufs Darmstädter Tor schießen, Müller aber faustet ab, Reicherts kurzer Nachschuß springt von der Pfostenkante ans Außennetz. Vor dem Eintrachttor kommen die Verteidigung und Henig nicht zur Ruhe.
Der Darmstädter Sturm, bei dem sich Böh-
mann wieder eingefunden hat, äst erfreulich eifrig beim Schießen; doch das ist Pech: Herder donnert an den linken Pfostenfuß, Thalheimer trifft das Holz in halber Höhe, Reeg schießt Thalheimers Abgabe ins Aus. Giller sitzt hinterm Tor mit einer Beinverletzung. Halbzeit.
Fünf Minuten nach dem Wiederanstoß kann Thalheimer eine Gelegenheit nicht verwerten, sein Schuß spritzt gegen die Querlatte. Für die weiteren Minuten sind die Frankfurter so stark in ihrer Hälfte beschäftigt, daß die Vorgaben an die (nur noch) drei Mann im Sturm von der Darmstädter Verteidigung leicht abgefangen werden können. Der in der Pause vorgenommene Platzwechsel Giller-Pfaff und Kraus I jetzt halblinks — eine Folge von Gillers Verletzung — ist nur an den R .ückennummern zu erkennen. Zwanzig Minuten lang dauert der Feldvorteil der Gastgeber, bis ein von Reichert getretener Eckball von dem langen Kraus II aufs Tor gelenkt wird, aber er endet hinter der Spielfeldgrenze.
Gefährlich wird dann ein Alleingang von Kraus I. Schmidtmer läuft neben ihm her. ohne den Ball erreichen zu können, Müller startet zwar einen Moment zu spät, aber doch noch früh genug, um den Ball vom Fuß des Frankfurters weghehmen zu können.
Eine Viertelstunde vor Schluß zuckt der Ball vor der Eintracht-Torlinie hin und her, springt an den Pfosten, Kaster rettet auf der Linie. In einem an und für sich unbedenklichen Spielmoment erwischt Sdiieth
zwischen Mittelkreis und Strafraum den Ball in so günstiger Schußposition, daß er das Leder — überraschend für alle — zum Ausgleich unterbringen kann (75. Minute). Kurz nach dem Wiederanspiel begeht Giller an Reeg einen Verstoß, den Strobel (angesichts des an sich begeisternden Spieläblaufs und der fairen Haltung beider Mannschaften etwas zu hart) mit Feldverweis ahndet. Bis zum Schluß muß das Darmstädter Schlußdreieck zwar vor Kraus 11, Reichert und Schieth noch sehr wachsam sein. Es bleibt beim 1:1.
Das war gestern eine Darmstädter Elf, an der man dn allen Reihen seine helle Freude haben konnte. Müller wurde zwar auf eine nicht allzu harte Probe gestellt, aber er zog sich immerhin gut aus der Affäre, wenngleich er in Zukunft besser täte, sich mehr aufs Ballfangen umzustellen. Fausten ist
immer des meist folgenden Nachschusses wegen eine kitzliche Sache. Mühlbach und Abt haben sich keine Schnitzer zuschulden kommen lassen. Herder und Leichtlein haben das Spiel ebenso geschickt aufgebaut, wie Schmidtmer in leichter Zurückgezogenheit für Ruhe im Strafraum sorgte. Und die Fünferreihe, sie war prächtig in Form und Fahrt. Mit viel gegenseitigem Verständnis und ohne Eigensinn: das ist der rechte Weg, um vorwärtszukommen. Da wird sich gar bald auch Barth besser einspielen. Bohmann war in besonders guter Laune, Jedenfalls wäre der Gewinn beider Punkte keine Schmeichelei gewesen.
Von der Eintracht hatte man eine stärkere Gesamtleistung erwrtet. Das beste Prädikat gebührt diesmal Henig, ohne den . . . ? Von den Trägern der großen Namen konnte man nicht allzuviel sehen. Nach den beiden vergangenen Spielen blieb gestern eine kleine Enttäuschung bei ihren zahlreich mit nach Darmstadt gekommenen Anhängern nicht aus. R. G.
Der Darmstädter Sturm setzte Henig mächtig unter Druck. Hier boxt der Frankfurter Torhüter, unterstützt von Zänger und Pfaff, den Ball vor Thalheimer ins Feld zurück. Foto-Hemme.
Die Darmstädter hatten wieder Grund zum Jubeln. Ihre 98er spielten gegen die Eintracht prächtig auf. Foto-Hemme.
Der richtige Tip
Rheinland-Pfalz: 0,1, 1,1, 1,1, 2,1, 2, 1 Hessen: 0,0, 1,1, 0,1, 0,1, 1, 1 Nord: 2,0, 2,1, 1,1, 0,1, 0,1, 1 Württemberg-Baden: 1,0, 0,1, 1,2, 1,1, 1,1, 0, 1
Bayern: 0,1, 1,1, 1,1, 0,2, 1,1, 0, 1 Westdeutschland: 1,1, 1,1, 0,2, 0,1, 0, ausgef. 1,1, 1
Kupfer und Streitle nicht dabei
Frankfurt, (sid). Einen Zweifrontenkampf im Fußball bestreitet der Süden am 12. November. Er hat aus der bereits getroffenen Auswahl zwei Mannschaften nominiert.
In Frankfurt spielen gegen Westdeutschland: Höger (Fürth); Piccard (Offenbach), Knoll (Fürth); Dannemeyer, Gärtner (beide Mühlburg), Barufka (Stuttgart); Kaufhold (Offenbach), Merlock (Nürnberg), Schade (Fürth), Buhtz (Mühlburg), Blessing (Stuttgart).
Anderl Kupfer (Schweinfurt) und Jacki Streitle (München) konnten nicht berücksichtigt werden, weil ihre Vereine rückständige Meisterschaftsspiele auszutragen haben. Die Besetzung ist außerordentlich stark. Man darf besonders gespannt sein, Welche Rolle die Angriffsreihe spielt, die in Morlock und Buhtz hervorragende Dirigenten aufweist.
Das Spiel gegen Südwest in Ludwigshafen bestreiten: Fischer (Nürnberg); Retter (Stuttgart), Plawky (Fürth); Baumann (Nürnberg), Trenkel (Mühlburg), Göttinger (Fürth); Läpple (Stuttgart), Schieth (Frankfurt), Lehmann (Mühlburg), Langlotz, de la Vigne (beide Mannheim).
Auch hier ist eine sehr geschickte Auswahl getroffen worden. Ob allerdings Baumann als Außenläufer eine besondere Rolle gegen einen so wendigen Mann wie Blankenberger spielen kann, muß abgewartet werden. Auch diese Angriffsreihe weist Stürmer auf, die in ihren Vereinen bisher hervorragend abgeschnitten haben. Man denke an die Formverbesserung von Schieth.
Ungarn bezwang Osterreich 4:3
Budapest. (AP.) Ungarn hat seinen am Sonntag in Budapest ausgetragenen Fußball-Länderkampf gegen Oesterreich nur knapp mit 4:3 gewonnen. Die Entscheidung fiel in der letzten Spielminute durch ein Tor des besten ungarischen Stürmers Puskas. Beide Mannschaften böten ein ausgezeichnetes Spiel. Bei den Oesterreichern taten sich besonders Mittelstürmer Wagner, der zweimal ins Schwarze traf, und der Rechtsaußen Melchior, der ein Tor schoß, hervor. Das Spiel wurde von dem englischen Schiedsrichter Arthur Bluthe gut geleitet.
Das am gleichen Tage in Wien durchgeführte Städtespiel Wien—Budapest endete 3:0 (1:0) für die Wiener.
Fürther „Kleeblätter“ behalten Tabellenführung
Die Spitzengruppe der Ersten Liga Süd umfaßt nicht weniger als zehn Mannschaften
Schi. Nichts spricht deutlicher für die Ausgeglichenheit in der 1. Liga Süd als die Tatsache, daß es durchaus „englisch“ zugeht, denn die Spitzengruppe umfaßt gegenwärtig zehn Mannschaften. Ein Blick auf die Tabelle zeigt, daß der Süden zur Zeit die interessanteste Meisterschaftssaison der Nachkriegszeit erlebt. Am letzten Oktobersonntag trat ausnahmsweise in der Führung kein Wechsel ein. Die Spvgg. Fürth mußte allerdings hart kämpfen, um den VfL Neckarau mit 3:1 niederzuhalten.
Am Bornheimer Hang in Frankfurt erlebten 15 000 Zuschauer einen harten Kampf zwischen dem FSV Frankfurt und dem siebenfachen deutschen Altmiester 1. FC Nürnberg, der erstmals wieder mit Stopper Kennemann antrat. In der 7. Minute gelang Dziwoki der vielbejubelte Führungstreffer. Fischer im Nürnberger Tor verhinderte mit prächtigen Paraden weitere Treffer. Nach dem Wechsel drängten die Bayern; in der 57. Minute ergab ein Eigentor der Bornheimer den zwar gslücklichen, aber verdienten Ausgleich. Morlock war der „Tausendsassa“ beim „Club“, er spielte das Spiel seines Lebens.
Der Vfß Stuttgart hat nach dem Krieg noch nie bei den Mannheimer Rasenspielern gewonnen, auch diesmal ging es mit 1:2 schief. München 1860 und der „Totoschreck“ FC Singen 04 trennten sich 3:3. Achttausend Besucher haderten mit den „60ern“, die nach einer halben Stunde mit 0:3 auf der Verliererstraße lagen. Erst nach einer Stunde fiel der mühsam erkämpfte 3:3-Ausgleich durch einen von Sommer verwandelten, sehr umstrittenen Elfmeter. Der Vfß Mühlburg fertigte den ersatzgeschwächten SV Waldhof klar mit 4:1 al^ Der SSV Reutlingen bewies erneut, daß er im Kommen ist, die Elf aus der französischen Zone bezwang den BC Augsburg verdient mit 4:2. Der FC Schweinfurt machte mit den im Sturm schwachen Offenbacher Kickers wenig Federlesens und siegte glatt 4:0. Die Augsburger Schwaben sorgten mit einem verdienten 3:1-Erfolg über die Münchener Bayern dafür, daß die Fuggerstadt nicht ganz leer ausging.
Fortuna Düsseldorf fällt zurüũek
F. S. Aachen. In der 1. Liga West ist die vor vierzehn Tagen noch ungeschlagene Düsseldorfer „Fortuna“ von allen gutön Geistern verlassen, denn die Mannschaft hat das Pech, dn den entscheidenden Spielen der ersten Serie auf einen so guten Mann wie Paul Janes verzichten zu müssen. Der vierfache westdeutsche Meister Borussia Dortmund, der nach dem Kriege gegen Fortuna Düsseldorf alle Spiele gewonnen hatte, setzte diese Tradition mit einem 4:1 fort, das dem Altmeister neue Hoffnung gibt, Fortuna dagegen vom zweiten auf den fünften Tabellenplatz zurückwarf. Schalke 0:4 hatte erwartungsgemäß wenig Mühe, den Duisburger SV mit 3:0 klar zu distanzieren. Auch der 1. FC Köln wahrte seine Chancen mit einem deutlichen 4:0 ber den Rheydter SV. Die Spvg. Erkenschwick siegte dank ihrer guten Abwehr gegen Preußen Dellbrück 1:0. Die Rot-Schwarzen haben sich durch diesen knappen Erfolg den dritten Tabellenplatz erkämpft. Am Tivoli in Aachen ging es heiß her. Während früher die Aachener Abwehr mit dem „eisernen“ Münzenberg die Stärke der Elf war, ist jetzt der trickreiche und entschlossene Sturm das Paradestück der Mannschaft.
Gegen den böigen Wind spielend, lag Alemannia gegen R.-W. Essen allerdings beim Wechsel mit 0:2 im Hintertreffen, aber dann wurde es dramatisch. Treffer auf Treffer wurde aufgeholt und als Alemannia gar 3:2 in Führung ging, war auf dem Tivoli die Hölle los. Dem Spielverlauf nach war das 3:2 recht glücklich, denn die Essener Rot-Weißen spielten den technisch besseren Fußball, aber auch hier entschied der unermüdliche Eifer zugunsten der Platzherren. Hamborn und Preußen Münster trennten sich erwartungsgemäß 1:1. In Katernberg waren die Rot-Weißen aus Oberhausen glücklicher und entführten mit einem 1:0 die Punkte. Horst Emscher mit seinem schwachen Angriff unterlag beim Neuling Borussia M. -Gladbach 1:3.
Der Schlager des Nordens
St. Pauli schlägt HSV 3:0 !
-ng. Hamburg. Kurz vor seiner Amerikareise hatte der HSV dem FC St. Pauli mit 6:0 das Nachsehen gegeben. Dieses Mal kehrte der FC St. Pauli den Spieß um und bezwang den HSV mit 3:0, wobei eine höhere Trefferquote durchaus möglich gewesen wäre, denn sage und schreibe vier Treffer St. Paulis wurden von dem guten Schiedsrichter Buhrmeister wegen Abseits aberkannt. 25 000 Zuschauer erlebten ein flottes Spiel, in dem St. Pauli dank der ausgezeichneten Aufbauarbeit seiner beiden Außenläufer Appel und Gebhard fast durchweg dominierte. Beim HSV machten sich in der Abwehr Schwächen bemerkbar, die von den entschlossenen St.-Pauli-Stürmern und hier vor allem von dem zweifacher! Torschützen Sump immer wieder ausgenutzt wurden.
Im Osnabrücker Lokalderbv setzte sich der VfL Osnabrück auf Grund seiner reiferen Spielweise gegen die ..Eintracht“ mit 5:2 durch. Eine dicke Ueberraschung gab es in Bremen, wo der hochfavorisierte Sv ausgerechnet dem seither nunktlosen Schlußlicht SV Itzehoe mit einer 3:4-Niederiage das erste Punktenaar verschaffte Das Hannoversche ..Derbv“ endete erwartungsgemäß mit einem 2:2. Die Braunschweiger „Eintracht“ tat Göttingen und dem VfL Osnabrück den Gefallen, den seither nach Verlüstpunkteh gerechnet am besten placierten Hamburger Klub Eimsbüttel mit 3:0 abzufertigen. Bremerhaven 93 gewann erst nach Kampf gegen Altona 93 2:1 und der Vfß Oldenburg schaffte sich mit seinem 3:2 über Holstein Kiel etwas Luft.
Trier für 1. FCK keine Hürde
f. kr. Mainz. — Der vergangene Sonntag hat in der Südwest Oberliga keine eigentlichen Ueberraschungen gebracht, wenn man von dem knappen l:0-Sieg von Wormatia Worms über Eintracht Kreuznach absieht. Der Neuling findet dabei sogar eine bemerkenswert gute Kritik. Der Meister 1. FC Kaiserslautern lieferte in Trier eine überzeugende Partie; von einer „Klippe“ für die Pfälzer, die souverän 4:1 gewannen, war nichts zu spüren. Bemerkenswert ist, daß sich TuS Neuendorf wieder gefangen hat. Mit 3:1 sicherten sich die Koblenzer in Landau den Sieg. Auch Pirmasens hält weiter mit im Rennen, wie sein 2:0 über die sich gut schlagende Mannschaft aus Engers zeigt. Dagegen muß Phönix Ludwigshafen als bereits abgeschlagen angesehen werden. Die Ludwigshafener verloren in Neustadt gegen den VfL mit 2:2 einen Punkt. Mainz 05 geht weiter den Krebsgang. Die Mannschaft zeigte in Ludwigshafen gegen Tura wohl ein technisch gutes Spiel, verlor aber doch mit 1:3 gegen den kämpferisch stärkeren Gegner. Im Gesamtbild der Tabelle spiegelt sich eine aus 1. FC Kaiserslautern, Wormatia Worms und Pirmasens bestehende Spitzengruppe, zu der vielleicht Neuendorf noch aufschließen kann, während am Tabellenende Kreuznach, Tura Ludwigshafen und Mainz 05 mit gleichen Punktzahlen Vereint liegen.
Arheilgen bleibt auf dem vorletzten Platz
Hessen Kassel schlägt SG Arheilgen 5:0 (1:0)
Die Kasseler waren technisch besser und überspielten die Gäste mit fließenden Kombinationen. In der ersten Halbzeit hielten die Vorstädter diesen wirbelnden Angriffen der Kasseler noch stand, doch als in der Mitte der zweiten Halbzeit der Gastgeber auf volle Touren ging, blieb auch die Verteidigung nicht mehr fest. Besonders die beiden Außen- und der schnelle Mittelstürmer wurden immer wieder gefährlich.
Arheilgen spielte zu umständlich, hielt den Ball zu lange und der Sturm hatte keine Durchschlagskraft. In der 5. Minute wehrte Seibel einen Scharfschuß hervorragend ab und dann muß sich sein Gegenüber Zimmer strecken, um einen scharfen Schuß von Dilfer zu meistern. In der 22. Minute tritt Mahr über den Ball, der Rechtsaußen bleibt im Besitz des Leders, flankt vor das Tor und die linke Seite drückt zum 1:0 für Kassel ein.
In der 58. Minute läuft eineblitzschnelle Kombination von der Mitte aus über fünf, sechs Mann und landet zum 2:0 im Arheilger Tor. In der 65. Minute schießt Lieber einen Strafstoß vorbei. Eine Minute später wird ein Einwurf glänzend nach der Mitte verlängert und von dort zum 3:0 für Kassel verwandelt. Eine Viertelstunde vor Schluß verursacht Marko einen überflüssigen Handstrafstoß, der zum 4:0 für die Gastgeber führt. Eine Minute später entsteht vor dem Arheilger Tor ein Gedränge, aus dem der Ball zum 5.0 ins Tor rollt. Seibel hält nochmals zwei gefährliche Flachschüsse gut. Zwischendurch schießt Wendler aus guter Position knapp darüber.
Das an sich offene und nur durch die wuchtigen Angriffe von Hessen-Kassel überlegen geführte Spiel hätte mit 2 oder 3 Toren weniger ein normales Ergebnis gezeigt.
Schiedsrichter Port (Nürnberg) leitete gut. Eckenverhältnis: 4:0 für Kassel. Zuschauer: 4000. Hewe.
Bayern büßen Punkte ein
Schi. In der 2. Liga Süd halten nur noch die Stuttgarter Kickers mit dem spielstarken bayerischen Trio Hof, Regensburg und Cham Schritt, allerdings waren am letzten Oktobersonntag die Schwaben glücklicher als die bayerische Konkurrenz, von der sich nur Cham mit einem 3:0 über Ulm 46 ungerupft durchzusetzen vermochte. Die schwerste Aufgabe fiel Jahn Regensburg zu. das im Brötzinger Tal gegen den 1. FC Pforzheim 2:2 spielte und damit einen ungemein wertvollen Punkt rettete. Enttäuschte Gesichter gab es in Hof, wo die „Bayern“ gegen den 1. FC Bamberg über ein torloses Unentschieden nicht hinauskamen. Die Stuttgarter Kickers wären ums Haar aus der Reihe getanzt, ihr 1:0 gegen Union Böckingen wurde recht glücklich erkämpft. Die „Seehasen“ aus Konstanz zeigten sich bei Wacker München von ihrer besten Seite, das 1:0 für die Wackerelf spricht erneut für die Tatsache daß die Mannschaft vom Bodensee auswärts besser als zu Hause spielt. Mit einem 7:l-„Scheiber.schie_ Ben“ empfahl sich Viktoria Aschaffenburg, der SV Tübingen hatte dem reiferen Können der Lehnereif nur einen lobenswerten Eifer entgegenzusetzen. Hessen Kassel erfreute seinen Anhans? mit einem deutlichen 5:0 über die SG Arheilgen. Der FC Freiburg kämpfte gegen den TSV Straubing unglücklich und uhterlag 0:1. Bereits am Samstag schlug der ASV Durlach den SV Wiesbaden unerwartet klar 4:1. obwohl die Kurstädter nicht ohne Hoffnungen nach Durlach gefahren waren.
Hohe Torquoten in der Bezirksklasse
Gruppe 1: Tabellenführer Lorsch immer noch ungeschlagen Bobstadt strauchelte in Heppenheim Hofheim siegt 4:0 in Rosidorf / Gruppe 2: Walldorf auf dem 2 Plat~ /Mörfelden rutschte weiter ab / Dieburgs hoher Sieg in Erbach
Hofheini—Roßdorf 4:0 (1:0) Groß-Gerau—Eberstadt 2:1 (1:0) Biblis—Bürstadt 1:3 (1:1) Heppenheim—Bobstadt 3:2 (3:1) Pfungstadt—Lorsch 1:6 (0:4) Bensheim—Urberach 1:2 (0:2) Groß-Rohrheim—Ober-Ramsladt 0:6 (0:2) Langen spielfrei
Hofheim gegen Roßdorf 4:0 (1:0)
Zwei wichtige Punkte sicherte sich Hofheim mit einem verdienten Sieg über Roßdorf. Eigentlich hatte man in Hofheim von den Gästen mehr erwartet, denn es war herzlich wenig, was die Roßdörfer zeigten Hofheim befand sich in guter Form und der Sturm zeigte eine seltene Schußlaune. Allerdings war man in der ersten Halbzeit noch nicht so sehr von einem Hofheimer Sieg überzeugt, denn dem Sturm gelang es nicht, außer einem von Bär erzielten Treffer, bis zur Pause zu Erfolgen zu kommen. Als kurz vor dem Wechsel der Hofheimer Mittelläufer Lameli wegen Tätlichheit vom Platz gestellt wurde, sah es sogar trübe aus.
Aber in der zweiten Halbzeit hatten sich die Hofheimer mit nur 10 Mann sehr gut gefunden. Die Kombinationen liefen bestechend schön und auch am beherzten Torschuß fehlte es nicht. Eberts schoß in der 53. Minute den zweiten Treffer, Bär vergrößerte den Torvorsprung in der 68. Minute auf 3:0 und das vierte Tor schoß Seid in der 74. Minute.
Groß-Gerau—Eberstadt 2:1 (1:0)
Die Begegnung in Groß-Gerau war ziemlich harmlos und zeigte keinerlei spielerische Höhe. Fast ebenso schwach wie die gegnerische Fünferreihe war auch der Sturm der Gastgeber, in der der Rechtsaußen nach einer Viertelstunde s chon verletzt wurde und nur noch als Statist mitwirken konnte. Kurz vor der Halbzeit fiel der erste Treffer für Groß-Gerau durch Schad. Ein Kopfballtor von Schmidt im Anschluß an einen Eckball ergab in der 68. Minute den zweiten Erfolg der Einheimischen. Der verdiente Ehreritreffer der Gäste fiel kurz vor Schluß durch deren Mittelstürmer. lr
Biblis—Bürstadt 113 (1:1)
Am Bibliser Abschlagbach gab es ein schönes und spannendes Spiel, in dem sich zwei durchaus gleichwertige Mannschaften gegenüberstanden. Die kleinen Vorteile der Gäste, die sie durch ihr besseres technisches Können erzielten, machten die Bibliser durch ihren größeren Einsatz wieder wett. Schremfer schoß in der 11. Minute für Bürstadt die Führung. Kurz vor dem Wechsel drehte dann Biblis auf und Heimberg erzielte den Ausgleich. Trotz des ausgeglichenen Spielverlaufs erzielte Kleber durch prächtigen Kopfstoß im Anschluß an eine Ecke in der 57. Minute erneut die Führung für Bürstadt. Den Endstand stellte Kilian in der 74. Minute mit einem etwas fraglichen (Abseits-?) Tor her.
Heppenheim—Bobstadt 3:2 (3:1)
Die Gastgeber legten gleich in den ersten Minuten ein mächtiges Tempo vor und spielten sich eine Ueberlegenheit heraus, die dann auch zu Toren führte. Weber schoß den ersten Treffer für die Gastgeber. Wenig später erzielte der torhungrige Groh, der sich immer wieder in Szene zu setzen verstand, das 2:0 für Heppenheim. Dann konnte sich Cornelius seinen Bewachern entziehen und auf 2:1 verkürzen, doch stellte Groh noch vor dem Wechsel wieder die alte Tor-Differenz her.
Nach der Pause konnten die Gäste das Spiel offener gestalten und starteten zahlreiche gefährliche Angriffe, aber der Heppenheimer Torsteher, der in dieser Spielphase sogar einen Elfmeter hielt, war nicht so leicht zu schlagen. 10 Minuten vor Schluß konnte Bobstadt noch auf 3:2 ver-
Pfungstadt — Lorsch 1:6 (0:4)
Am Anfang hatten die Gäste alle Mühe, ihre Ueberlegenheit gegenüber dem Eifer der Pfungstädter zu wahren, und konnten nur einen Handelfmeter verwandeln. E^st als bald darauf der Pfundstädter Mittelläufer und Linksaußen, 2 der fähigsten Spieler, wegen Verletzungen ausscheiden mußten, scheiterten naturgemäß alle Bemühungen des Sturmes, sich gegen die starke Deckung Lörschs durchzusetzen. Die überbeschäftigte einheimische Verteidigung war nicht wendig genug, die zahlreichen Angriffe abzufaugen, so daß der Lorscher Sieg von vornherein nur eine zahlenmäßige Angelegenheit war. Erst gegen Ende der 2. Halbzeit konnte der Pfungstädter Sturm nach vielen vergeblichen Versuchen sein Ehrentor erzielen. Den Gästen gelangen im Vergleich zur 1. Halbzeit nur noch 2 Treffer. Md
Bensheim—Urberach 1:2 (0:2)
Die Gäste hatten sich in Bensheim viel vor- ’ genommen und konnten in der ersten Halbzeit eine leichte Ueberlegenheit erzielen. Ihre schnellen Stürmer nutzten geschickt die Schwächen der Bensheimer Verteidigung aus und erzielten bis zur Pause durch ihren Halblinken und ihren Mittelstürmer eine 2:0- Führung. , , . . ,
Nach dem Wechsel änderte sich das Bild völlig. Bensheim startete schnelle und gefährliche Angriffe und kam zu einer zeitweise drückender Ueberlegenheit. Groß konnte schließlich auch auf 2:1 verkürzen. Trot’ zahlreicher Chancen und pausenloser Angriffe gelang es aber den Bensheimern nicht den verdienten Ausgleich zu erzielen, da Urberach vielbeinig und geschickt verteidigte.
Groß-Rohrheim—Ober-Ramstadt 0:6 (0:2)
Daß die Gäste in Rohrheim einen solchen Kantersieg landen könnten, hatte man nicht erwartet Außer dem wie immer schwachen Sturm der selbst die dicksten Chancen nicht verwerten konnte, kam auch die sonst so sichere Hintermannschaft der Rohrheimer öfters ins Schwimmen. Die Gäste zeigten vor allem in der zweiten Halbzeit ein sehr schönes Zusamenspiel, hätten aber einem stärkeren Sturm auch einige Tore hinnehmen müssen Den ersten Treffer erzielte Ackermann in der 31. Minute durch Verwandeln eines Strafstoßes. Becht stellte in der 42. Minute den Halbzeitstand her.
Nach dem Wechsel bekam das Spiel etwas mehr Farbe. Rohrheim startete einige gefährliche Angriffe, konnte aber keinen Chancen verwerten. In der 55. Minute konnte Mittelstürmer Schuchmann im Alleingang dag dritte Tor erzielen. Becht schoß in der 62. Minute Nr. 4 und Kern konnte noch zweimal erfolgreich sein. Der behäbige Schiedsrichter Behri (Büttelborn) leitete das sehr faire Treffen sehr unsicher.
Egelsbach—Mörfelden 2:2 (2:2) Ober-Roden—Münster 3:2 (1:1) Bischofsheim—Michelstadt 8:2 (2:0) Urberach—Trebur 4:2 (1:2) Erbach—Dieburg 2:9 (1:2) Eppertshausen—Wixhausen 0:0 Walldorf Nauheim 4:1 (4:1) Messel spielfrei.
Egelsbach—Mörfelden 2:2 (2:2)
Die Nachbarvereine lieferten sich einen harten Kampf. Nach wechselvollem Spiel trennte man sich mit einem gerechten Unentschieden. Vor der Pause gingen die favorisierten Mörfelder durch einen Strafstoß und Handelfmeter mit 2:0 in Führung. Doch Anthes und Haller schafften bis zur Pause das 2:2. Nach dem Wechsel kam es zu recht unliebsamen Szenen. Der Egelsbacher Müller wurde wegen Tätlichkeit vom Platz gestellt. Trotz beiderseitigen Anstrengungen gelang keine Verbesserung des Resultates.
Germania Oberroden—SV Münster 3:2 (1:1)
Vor nahezu 2000 Zuschauern hatte das Lokalderby im Rodgau einen großen Rahmen. Der knappe 3:2-Erfolg der Platzherren gibt Zeugnis von dem zähen Ringen um Sieg und Punkte. Im Sturm der Gastgeber machte sich der Ausfall von Spielmacher Keck nachteilig bemerkbar. Vom Anstoß weg hatten die Gersprenz-Leute ein leichtes Plus und konnten auch nach 8 Spielminuten durch Mittelstürmer Kreher ih Führung gehen. Einen schönen Kombinationszug ausnutzend erzielte Willi Gotta in der 25. Minute durch einen Weitschuß den Ausgleich. Obwohl die Einheimischen jetzt das Heft in die Hand nahmen, brachte Kreher 5 Minuten nach Seitenwechsel seine Mannschaft erneut in Front. Ein angezweifeltes Selbsttor brachte wenige Minuten später den 2:2-Ausgleich. Keller, der mit Kronenberger der beste Spieler der Platzherren war, erzielte einige Minuten vor dem Schlußpfiff mit einem 40 m-Weitschuß das 3:2. Die Gäste hatten in Kreher und ihrem Torhüter die besten Stützen, -gi-
Bischofsheim—Michelstadt 8:2 (2:0)
Der Tabellenführer war fast eine ganze Klasse besser als sein Gegner und unterstrich durch seinen hohen Sieg seine Stellung. Bis zur Halbzeit lag er bereits durch zwei Tore von E. Becker 2:0 in Führung. Thalheimer (3), Dorr, Haub und Becker waren Bischofsheims Torschützen in der torreichen zweiten Hälfte. Für den Gast war zweimal sein flinker Rechtsaußen beim Stande von 6:0 und kurz vor Schluß des Spieles erfolgreich.
KSV Urberach—Trebur 4:2 (1:2)
In Urberach sah es die ersten 45 Minuten nicht mehr nach dem Sieg der Gastgeber aus. Ueberraschenderweise zeigten die Mannen aus Trebur ein flüssiges und flottes Spiel. Durch eine leichte Ueberlegenheit im Mittelfeld konnte Schmalz nach 20 Minuten einen unhaltbaren Schuß zum 1:0 ins Schiwarze senden. Postwendend glich jedoch der Gastgeber-Mittelstürmer Bildhäuser aus. Mit viel Elan schuf sich Trebur immer wieder neue Tor-Chancen. Fünf Minuten vor Seitenwechsel gelang es Rill, seine Mannschaft 2:1 in Führung zu bringen.
Nach der Pause diktierten die Gastgeber das Spielgeschehen. Einen Foul-Elfmeter verwandelte Kraus sicher zum 2:2 und 10 Minuten später hieß es durch Gruber 3:2 für Urberach. Hermann stellte 5 Minuten vor Schluß mit einem Prachttor das 4:2 -Endergebnis her. In der Abwehr zeigte der Gästetorhüter ein großes Können. -gi-
Erbach — Dieburg 2:9 (1:2)
Die Begegnung Erbach — Dieburg, die auf dem Trainingsplatz, einem für diese Zwecke ungünstigen Schlackenboden ausgetragen wurde, lag bereits in der Mitte der ersten Halbzeit eindeutig im Zeichen der Gäste. Die Platzherren begannen zwar recht verheißungsvoll und kamen auch bereits in der 15. Minute durch ein Selbsttor von Dieburg mit 1:0 in Führung. Dieser Anfangserfolg der Platzherren gab aber den Hassianern mächtigen Auftrieb. Nach ununterbrochenen Angriffen folgte in der 33. Minute der Ausgleich und noch vor der Pause erhöhten die Gäste durch ihren Mittelstürmer auf 2:1. Nach dem Wechsel hatten die Platzherren nichts mehr zu bestellen, die Tore fielen wie reife Früchte. Lediglich in der 79. Minute konnte Erbach durch Gotter den zweiten Gegentreffer erzielen.
SV Eppertshausen — Wixhausen 0:0
In Eppertshausen scheint der Teufel seine Hand im Spiel zu haben. Wiederum gab es an der Messeler Straße eine Punkteteilung. Eine ausgeglichene und harte erste Halbzeit stellte an beide Mannschaften große Anforderungen. Nach dem Seitenwechsel nahmen die Vorstädter das Spielgeschehen an sich. Immer wieder trugen sie ihre Angriffe nach vorne, aber die stabile Abwehrmauer der Einheimischen machte sie zunichte. Auch die Tonstädter setzten alles daran, beide Punkte auf ihr Konto zu buchen. Mit viel Einsatz versuchte man auf beiden Seiten die Entscheidung zu erzwingen. Durch ein Foul eines Platzherren-Stürmers mußte Torsteher Büttner 10 Minuten vor Schluß verletzt ausscheiden. -gi-
Walldorf—Nauheim 4:1 (4:1)
Wegen der Walldorfer Kirchweihe fand das Spiel in Walldorf und bereits am Vormittag statt. Es war eine ziemlich einseitige Sache für den Gastgeber, dessen Sturm im Vergleich zu den vergangenen Spielen nicht wieder zu eifcennen war. Das gleich zu Anfang erzielte Führungstor von Mittelstürmer Jordan konnte Nauheim durch Steinmann ausgleichen. Drei weitere Treffer für den Platzbesitzer durch Armbruster, Zwilling und Becker gaben bereits bis zur Halbzeit den Endstand. Nach dem Wechsel hatte
| Lorsch | |||||
| 7 | 7 | 0 | 0 | 27:5 | 14:0 |
| Bürstadt | |||||
| 8 | 5 | 1 | 2 | 18:10 | 11:5 |
| Bobstadt | |||||
| 9 | 5 | 1 | 3 | 28:13 | 11:7 |
| Obet-Ramstadt | |||||
| 8 | 5 | 0 | 3 | 23:18 | 10:6 |
| Vikt. Urberach | |||||
| 7 | 4 | 1 | 2 | 16:11 | 9:5 |
| Heppenheim | |||||
| 7 | 4 | 0 | 8 | 15:13 | 8:6 |
| Groß-Gerau | |||||
| 8 | 4 | 0 | 4 | 24:18 | 8:8 |
| Roßdorf | |||||
| 9 | 4 | 0 | 5 | 24:36 | 8:10 |
| VfR Langen | |||||
| 6 | 3 | 1 | 2 | 15:13 | 7:5 |
| Hofheim | |||||
| 8 | 3 | 1 | 4 | 9:9 | 7:9 |
| Pfungstadt | |||||
| 8 | 3 | 1 | 4 | 14:21 | 7:9 |
| Bensheim | |||||
| 8 | 3 | 0 | 5 | 11:23 | 6:10 |
| Biblis | |||||
| 9 | o | 2 | 5 | 20:33 | 6:12 |
| Eberstadt | |||||
| 8 | Ö | 4 | 4 | 12:17 | 4:12 |
| Groß-Rohrheim | |||||
| 8 | 0 | 2 | 6 | 4:22 | 2:14 |
| Bischofsheim | 8 | 6 | 1 | 1 | 26:12 | |
| 13:3 | Walldorf | 8 | 5 | 0 | 3 | 12:8 |
| 10:6 | Ober-Roden | 8 | 4 | 2 | 2 | 20:14 |
| 10:6 | Dieburg | 8 | 4 | 2 | 2 | 28:20 |
| 10:6 | Mörfelden | 7 | 3' | 3 | 1 | 17:13 |
| 9:5 | Münster | 9 | 3 | 3 | 3 | 17:17 |
| 9:9 | KSV Urberach | 6 | 3 | 2 | 1 | 13:7 |
| 8:4 | Erbach | 7 | 4 | 0 | 3 | 20:24 |
| 8:6 | Nauheim | 9 | 2 | 4 | 3 | 16:19 |
| 8:10 | Wixhausen | 8 | 3 | 1 | 4 | 12:11 |
| 7:9 | Egelsbach | 9 | 2 | 3 | 4 | 22:22 |
| 7:11 | Messel | 7 | 2 | 2 | 3 | 15:17 |
| 6:8 | Eppertshausen | 8 | 0 | 5 | 3 | 11:18 |
| 5:11 | Michelstadt | 8 | 2 | 1 | 5 | 14:29 |
| 5:11 | Trebur | 8 | 1 | 1 | 6 | 6:24 |
| 3:13 |
Auch Darmstadts Ringer ohne Siege
SV 98 und Arheilgen verlieren, die 1910 holten sich wenigstens einen Punkt
Das Wochenende brachte für Darmstadts Ringer entscheidende Ergebnisse. So unterlag in der obersten Spieiklasse die Mannschaft des SV Darmstadt 98 gegen den ASV 86 Frankfurt und steht nach dieser erneuten Niederlage aussichtslos am Tabellenende.
In der Landesliga konnte der Tabellenführer Darmstadt 1910 auf der gefürchteten Matte in Kostheim wenigstens einen Teilerfolg buchen. Kostheim blieb nach diesem Unentschieden auf eigener Matte weiterhin ohne Niederlage. In einem Lokalkampf standen sich in Arheilgen die Mannschaften der SG und der SKG Ober-Ramstadt gegenüber. Die Gäste überraschten wiederum durch ihre gute Mannschaftsleistung und siegten 5:3.
Die letzten Niederlagen der Lilienträger mögen dazu beigetragen haben, daß nur wenig Zuschauer erschienen waren, die den für die Gastgeber entscheidenden Kampf gegen Frankfurt sehen wollten. Mit einer neu formierten Mannschaft stellten sich die 98er zu diesem Kampf, ersatzgeschwächt hatten sie von vorneherein nur eine Außenseiterchance. Getrübt waren die Kämpfe jedoch durch die schwache Leistung des Kampfrichters Lepper, Kostheim, der krasse Fehlentscheidungen gab und sich später in Konzessionen einließ. Die Gäste, die komplett erschienen waren, haben den Sieg zweifellos durch ihre bessere Mannschaftsleistung verdient, die Quote des Sieges ist allerdings zu ijoch ausgefallen.
In den beiden ersten Begegnungen gingen die Gäste bereits in Führung. Im Fliegengewicht gab es einen schönen und lebhaften Kampf zweier gleichstarker Ringer. Ueberraschend gut hielt sich Arancio (98) gegen Falk (86). In der 11. Minute besiegelte ein doppelter Hammerlock das Schicksal des Darmstädters. Die ersten Tumultszenen wurden laut, als im Schwergewicht Cezanne (86 Frankfurt) über Scheidler (98) zum Punktsieger erklärt wurde. Diese Wertung kann als ungerecht für die Darmstädter empfunden werden. Beide Ringer erzielten in den ersten Minuten und auch in der Bodenlage keine Wertung. Lediglich Scheidler (98) bekam ein Merkmal. Obwohl Scheidler (98) in den letzten 3 Minuten seinen Gegner klar beherrschte und im Angriff lag, ging der Punkt nach Frankfurt. Den schönsten Kampf, der auch den ersten Punkt für die Gastgeber brachte, war im Bantamgewicht zu sehen.
Hier stand Schnauber (98) gegen Trotzki (86). Beide Ringer zeigten im Stand und in der Bodenlage ausgezeichnete Leistungen. Der Punktsieg des Darmstädters war knapp und glücklich. Im Halbschwergewicht hatten die Darmstädter erstmals Stein aufgestellt, der gegen Höfle (86) bereits in der 1. Minute durch Hammerlock verlor. Heckhaus (98) blieb es im Federgewicht über Schmitt (86) vorbehalten, den letzten Punkt für die Gastgeber zu erringen. In der 8. Minute
konnte er durch einen Rückreißer siegreich bleiben. In den restlichen Begegnungen gab es nur noch Gästesiege. Im Leichtgewicht hielt sich Mischky gut. Sein Gegner Dix (86) war öfter in Bedrängnis. In der 6. Minute erklärte der Kampfrichter den Gästeringer als Sieger, obwohl Mischky gar nicht auf den Schultern gelegen hatte. Henze (86) hatte gegen den jugendlichen Waldhaus (98) keine Mühe, um in der 4. Minute durch Eindrücken der Brücke siegreich zu bleiben. Im Weltergewicht hatte Darmstadt Uebergewicht mit auf die Waage gebracht, aber auch den Freundschaftskampf in der 1. Minute durch Hüftschwung verloren.
Nach dieser erneuten Niederlage dürften sich die Lilienträger in der hessischen Ringer-Oberliga nicht mehr halten können.
ASV Kostheim—Darmstadt 1910 4:4
Den einzigen Darmsädter Teilerfolg konnten die 1910 er in Kostheim erringen, obwohl Ditter, K., im Bantamgewicht fehlte. Der knappe Sieg des Vorkampfes konnte also nicht wiederholt werden. Die Härte der Kämpfe ist dadurch gekennzeichnet, daß vier Kämpfe über die volle Distanz gingen.
Im Fliegengewicht konnten die Gastgeber durch Hübner, der über Gehron 1910 Punktsieger wurde, in Führung gehen. Den knappen Vorsprung konnte Anspach für Kostheim ausdehnen, indem er für seine im Vorkampf erlittene Niederlage Revanche nahm und über Veith jun. im Schwergewicht in der 7. Minute durch Aufreißer gewann. Der für K. Ditter im Bantamgewicht kämpfende Siegrist machte seine Sache gut und konnte überlegen den ersten Punktsieg erringen. Der Senior der Gäste, Veith sen., war es, der durch seinen Punktsieg im Halbschwergewicht den Gleichstand wieder herstellen konnte. Erstmals gingen die Gäste durch H. Ditter in Führung. Auch hier konnte der sonst sieggewohnte Darmstädter keinen Schultersieg erringen und mußte sich mit einem Punktsieg zufrieden geben. Schäfer/1910 blieb auch in diesem Auswärtskampf ohne Punktgewinn. Nach der 8. Minuten verlor er durch Nackenhebel.
Die restlichen zwei Begegnungen mußten die Entscheidung bringen. Im Leichtgewicht gingen die Gäste nochmals durch den talentierten Winkel/1910, der in den bisherigen Kämpfen noch ohne Niederlage ist, in Führung. Er benötigte nur 5 Minuten, um seinen Gegner durch Armzug entscheidend zu besiegen. Die letzten Hoffnungen der zahlreichen Darmstädter Schlachtenbummler waren auf Trüber im Weltergewicht gesetzt. Eine Unachtsamkeit des Darmstädters brachten den Gastgebern den Sieg und den Gesamtteilerfolg. Durch einen Untergriff in der 2. Minute war der fair verlaufene Kampf entschieden. Kampfrichter Aßmuß /Biebrich war ein guter Leiter.
SG Arheilgen—SKG Ober-Ramstadt 3:5
In der Schulturnhalle zu Arheilgen ging es am Samstagabend lebhaft her. Die Gäste aus Ober-Ramstadt hatten neben ihrer bewährten Staffel auch eine Reihe Zuschauer mitgebracht, die lebhaft den Sieg ihrer Mannschaft feiern konnten. Ihr Sieg war knapp, aber verdient. Damit bewiesen die Ober-Ramstädter, daß sie nicht nur auf eigener Matte gefährlich sind, und der vorwöchige Teilerfolg in Darmstadt keine Ueberraschung war.
In den einzelnen Kämpfen gab es nur einen Punktsieg. Die beiden ersten Begegnungen brachten zwei Arheilger Erfolge. Freudenbergen zeigte eine sehr gute Leistung und besiegte Fr. Katzenmeier in der 3. Minute durch Nackenhebel. Im Schwergewicht war es Spatz, der wieder einen glatten Sieg landen konnte. Ueber den starken Frankenberger gewann er in der 6. Minute durch seitlichen Ausheber.
Zwei glatte Siege gab es für die Gäste im Bantam- pnd im Halbschwergewicht. Nostadt/0.-Rst. siegte über Elbert /Arheilgen nach der 2. Minute durch Schulterdrehgriff und Schaller/Ober-Ramstadt über Werkmann/Arheilgen in der 3. Minute durch Hüftzug. Letztmals gingen die Gastgeber durch Kuchar in Führung. Der Arheilger Federgewichtler, der schöne Anlagen hat, besiegte Katzenmeier/0.-Rst. in der 6. Minute durch Ausheber. Im Mittelgewicht war Weber/Arheilgen seinem Gegner Becker klar unterlegen und mußte sich in der 2. Minute bereits durch Hammerlock besiegen lassen. Im Leichtgewicht sah man einen ausgeglichenen Kampf des wieder genesenen Häuser/SG Arheilgen gegen Führer/0.-Rst. Beide Ringer standen sich in nichts nach. Ein Nackenhebel in der zehnten Minute besiegelte das Schicksal des Arheilgers. Im Weltergewicht erfüllte Arnold/Arheilgen die in ihn gesetzten Hoffnungen nicht. Ein knapper Punktsieg von Böttcher/0.-Rst. brachte die Gastgeber um den Teilerfolg. Nach die-
Fußball-Kreisklassen
Kreisklasse Darmstadt A-Klasse
Hahn — TuS Griesheim 7:1 Seeheim — Alsbach 2:3 Grafenhausen — Weiterstadt 4:1 TSG 46 Darmstadt — Bickenbach 0:0 Hähnl_ein — Nieder-Ramstadt 2:2 Erzhausen — Langen i;i
B-Klasse
Union Darmstadt — 93 Darmstadt (Soma) Traisa — Ober-Beerbach 7:1 Brandau — Nieder-Beerbach 3:1 Rohrbach — Jugenheim 2:5 Griesheim spielfrei
Kreisklasse Groß-Gerau A-Klasse
Stockstadt — Dornheim 2:1 Walldorf — Wolfskehlen 4:2 Gernsheim — Raunheim 07 3:1 Astheim — Klein-Gerau 3:2 Hinsheim — Gustavsburg 2:1 Biebesheim — Büttelborn 2:0
B-Klasse
Wallerstädten — Geinsheim 3:1 TSV Rüsselsheim — Worfelden 6:1 Godelau — Königstädten 4:2 Bischofsheim Ib — Erfelden ausgef. SSV Raunheim — Leeheim 2:2
Kreisklasse Dieburg A-Klasse
Reinheim — Ueberau 2:2 Offenthai — Lengfeld 4:0 Nieder-Roden — Groß-Zimmern 2:0 Dreieichenhain — Götzenhain 2:3 Mosbach — Klein-Zimrnern 4:4 Groß-Umstadt und Ober-Roden spielfrei
B-Klasse Gruppe 1
Brensbach — Hering 1:2 Wersau — Fr.-Crumbach 1:1 Georgenhausen — Groß-Bieberau Irl Ober/Nieder-Klingen — Niedernhausen 0:1 Hassia Dieburg II spielfrei Kreisklasse Erbach A-Klasse Günterfürst — Steinbach 5:5 Lützel-Wiebelsb. — KSG Erbach (Soma) 3:3 Würzburg — Rimhorn 0:8 Bad König — Neustadt 4:1 Hainstadt — Höchst 1:6 Sandbach — Beerfelden 1:0 Gruppe Oberzent Beerfelden (Soma) — Finkenbach 4:1 Rothenburg — Hetzbach 1:2 Gruppe Unterzent Fürstengrund — Mümling-Grumbach 1:6 TSV Höchst (Soma) — VfL Höchst 9:1 Kreisklasse Bergstraße A-Klasse Rechenbach — Aschbach ausgef. Affolterbach — Weiher 1:1 Waldmichelbach — Lampertheim 9:0 Mörlenbach — Lindenfels 7:1 Einhausen — FC Fürth 4:3 Fehlheim — Auerbach 1:1 B-Klasse Gruppe Ried Gadernheim — Riedrode 1:5 Hambach — Schönberg s;i Zwingenberg — RW Heppenheim 12:0 Hüttenfeld und Elmshausen spielfrei Gruppe Odenwald Mitlechtern — Wahlen i;3 SV Fürth — Unter-Absteinach 3:3 Unter-Schönmattenwag — Hammelbach 7:2 Ober-Absteinach — Reichelsheim 11 :o Rimbach und Zotzenbach spielfrei
SV 98 er schossen zwanzig Handhball-Tore
SG Kempten mit 20:8 überfahren
Verbandsliga Gruppe Süd SG Kempten — Darmstadt 98 8:20 (4:11) Eintracht Mombach — TSV Nied 5:5 (4: 2) Worm. Worms—SG Dietzenbach 1:10 (1: 4) VfR Wiesbaden —SV Gelnhausen 9:8 (3: 4) TSG Griesheim—TSV Herrnsh. 13:6 (8: 2)
-r. Am gestrigen Sonntag erzielten die „98er“ erstmals wieder einen klaren Sieg. Auf dem überaus schwierigen Gelände der SG Kempten wurden die Gastgeber in überlegener Weise ausgespielt. Es sah zwar in den ersten Minuten nicht nach einem so klaren Siege aus, denn Kempten ging 1:0 in Führung. Als Dr. Barth kurz darauf völlig freistehend verschoß, dehnte Kempten die Führung auf 2:0 aus und die Darmstädter Schlachtenbummler sahen für ihre Elf schwarz. Dr. Barth und Schäfer glichen jedoch aus, aber wiederum ging Kempten durch seinen Halbrechten 3:2 in Führung, die abermals durch Dr.
Barth ausgeglichen wurde. Schäfer, Lehning, Dr. Barth und wieder Schäfer verschafften Darmstadt einen 7:3-Vorsprung und das Darmstädter Spiel begann zu laufen. Der Halbrechte Lutz schied vorübergehend verletzt aus und so konnte sem Kampf haben sich die Gäste in die Spitzengruppe vorgeschoben und dürften noch ein Wort bei der Vergebung der Kempten auf 7:4 herankommen. Dr. Barth, Lutz und Reinhardt (2) sorgten aber für den beruhigenden ll:4-Halbzeitvorsprung. Kurz nach der Pause versuchten die Rheinhessen mit allen Mitteln den Spielstand zu verbessern. Sie griffen dabei auch wiederholt zu unsauberen Mitteln, aber der souverän leitende Wiesbadener Schiedsrichter Müller unterband aufkommende Härten sofort durch einen Dreizehnmeter für die „98er“, den Schäfer sicher zum 12:4 verwandelte. Nachdem Lutz seine Elf auf 13:4 nach vorne gebracht hatte, holte der Kemptener Rechtsaußen auf 13:5 auf. Darmstadt spielte jedoch recht zügig weiter. Der ungewohnt tiefe Sand zwang zum sofortigen Abspiel
Lutz (2), Lehning und noch einmal Lutz (2) sorgten für einen klaren 17:5-Vorsprung, den Kempten erst in der 55. Minute durch seinen Halbrechten etwas verbessern konnte. Nachdem Lehning auf 19:6 erhöht hatte, kamen die Platzherren durch zwei schwache Abwehren des Darmstädter Hüters Göbel auf 19:8 heran, während die Gäste durch Schäfer in der vorletzten Minute das vielumjubelte zwanzigste Tor erzielten.
Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die Darmstädter Mannschaft sich in Kempten in ausgezeichneter Form vorstellte und beim Anhalten dieser Leistung noch ein ernstes Wort bei der Vergebung des Titels mitreden wird. Schwächer wie gewohnt war Torhüter Göbel, dem anscheinend die allzu kühle Witterung zusetzte.
Das Spiel der Reserven endete mit einem klaren 12:l-Sieg der Darmstädter. Die ersten Auswärtspunkte holte folgende Darmstädter Elf: Göbel Mark Glock, Fischer, Peters, Emig, Schäfer’ Lutz, Reinhardt, Dr. Barth und Lehning
TuS Griesheim—TSV Herrnsheim 13:6 (8:2) Der Sportplatz am Felsenkeller war am Sonntagnachmittag Schauplatz eines spannenden und interessanten Spieles. Die Einheimischen scheinen ihre Formkrise überwunden zu haben und zeigten ein technisch ausgezeichnetes Spiel. Herrnsheim dagegen konzentrierte seine Angriffe zu sehr auf die Mitte, so daß dde Abwehr der Gastgeber vor keiner allzu schwören Aufgabe stand.,— Die Rheinhessen zogen von Anfang an mächtig los und erzielten auch den Führungstreffer. Dann aber begann der Griesheimer Kombinationswirbel, der in kurzer Zeit eine 5:1- Führung einbrachte. Mit dem 2. Gegentreffer war das Pulver des Gastes für die erste Halbzeit verschossen. Beim Stande von 8:2 wurden die Selten gewechselt. Die zweite Halbzeit brachte bei ausgeglichenem Feldspiel schnelle und zügige Angriffe auf beiden Seiten, wobei die schußkräftigere einheimische Fünferreihe die entscheidenden Treffer anbringen konnte. Beim Schlußpfiff des ausgezeichnet leitenden Schiedsrichterobmanns Schauermann hatten die Zwiebelstädter 13 Treffer markiert, denen der rheinhessische Vertreter nur 6 entgegenzusetzen vermochte. Weingärtner war der beste Spieler der TuS und mit 6 Toren gleichzeitig auch erfolgreichster Torschütze. Lösch erzielte 3, Martin 2, Höhl und Becker je 1 Tor. Die beiden Torsteher erhielten oftmals Sonderapplaus für- glanzvolle Paraden. Zoller im einheimischen Tor war maßgebend am Erfolg seiner Mannschaft beteiligt. Reserven: 6:9. -th-
| SG Dietzenbach | 7 | 98:34 | 14:0 |
| Kickers Offenbach | 7 | 93:58 | 14:0 |
| TSV Nied | 6 | 46:38 | 9:3 |
| VfR Wiesbaden | 7 | 62:53 | 8:6 |
| 98 Darmstadt | 5 | 72:69 | 6:4 |
| SV Gelnhausen | 7 | 65:59 | 6:8 |
| TSV Griesheim | 7 | 60:70 | 6:8 |
| Eintracht Mombach | 5 | 44:49 | 5:5 |
| SG Kempten | 7 | 42:89 | 2:10 |
| Wormatia Worms | 6 | 29:56 | 0:12 |
| TSV Herrnsheim | 6 | 37:73 | 0:12 |
Handball-Gruppenliza IV
TSC Alzey—TSV Braunshardt 6:14 SKG Bauschheim—VfL Herrnsheim 10:3 TuS Wörrstadt—TG Rüsselsheim 3:23 TSG Darmstadt—TSV Pfungstadt 6:10 SG Bretzenheim—Cone.Gernsheim 4:9
Bezirksklasse Odenwald
Fränkisch-Crumbach — Mörfelden 11:9 (6:4) Urberach — Langen 6:6 (3:5) Groß-Bieberau — Eppertshausen 5:3 Kirch-Brombach — Reichelsheim 15:10 (8:4)
Kreisklasse Erbach
Michelstadt — Pfaffen-Beerfurth 12:7 Beerfelden — Erbach 3:14 Zell — Niederkinzig 44:4
Kreisklasse Dieburg
Gruppe 1: Schaafheim—Klein-Umstadt 19: 3 Gruppe 2: . x Turnerschaft Oberroden—Brensbach 14: 9 Habitzheim—Münster 7; 1 Groß-Umstadt—SV 45 Reinheim 8: 4 Jugend: Groß-Umstadt—Fr. Crumbach 4; 7
Kreisklassc Bergstraße
Krumbach—Heppenheim 6:13 Kirchhausen—Kreidach 21: 5 Erbach—Siedelsbrunn 0:13 Zell—Bonsweiher 5: 8 Lorsch—Zwingenberg H: 4 Auerbach—Einhausen 6: 7
Tischtennis
Überraschende Niederlage der Lilienträger
SV 98—SC Weiß-Blau Frankfurt 7:9
Am Sonntagmorgen trafen sich in der Eleonorenschule zum fälligen Verbandsspiel in der hessischen Tischtennis-Landesliga die beiden in der unteren Tabellenhälfte stehenden Mannschaften des SV 98 und von Weiß-Blau Frankfurt. Trotz spielerischer Ueberlegenheit gelang es den Gastgebern nicht, zum Erfolg zu kommen. Mit der knappsten aller Niederlagen gingen wiederum die Punkte an die Gäste. Man fragt sich, wie es möglich ist, da die Lilienträger, die von jeher eine bedeutende Rolle im hessischen Tischtennissport gespielt haben, auch in diesem Jahr noch nicht die alte Spielstärke erreicht haben. Bei der Ausgeglichenheit der Mannschaft sei gesagt, daß viele gute Spieler noch lange keine Mannschaftsspieler sind. Gerade im Tischtennissport ist eine große Erfahrung nötig und es kommt darauf an, wie man sich auf den Gegner einstellen kann und ob er seine Schwächen entdeckt. Trotz dieser Niederlage ist Besorgnis um Erhalt in der obersten Klasse nicht gegeben.
Die ersten Spiele sah zunächst Darmstadt tonangebend. Haller, Kappes und Hardt konnten bei den Einzelspielen die ersten Punkte buchen. Lutz und Hartmann verloren ihr Einzel, ebenso das Doppel Hartmann/Mees. Nachdem das Doppel Kappes/Hardt die Führung ausdehnen konnte, waren es die Gäste, die nun ihre Siege landen konnten. Bei den folgenden Einzelspielen blieben lediglich Mees und Hardt nochmals siegreich. Auch das zweite Doppel Hartmann/Mees ging verloren, so daß der Gesamtsieg der Gäste, obwohl Hardt/Kappes das andere Doppel gewannen, feststand. Ku.
Basketball
Knappe 47:48-Niederlage der Roßdorser
Nachdem jetzt Spiele zwischen deutschen Vereinsmannschaften und amerikanischen Soldatenteams offiziell erlaubt sind und sogar nach Möglichkeit gefördert werden sollen, standen sich am Donnerstagabend in der Quartermaster-School, Darmstadt, die „7811 Co. DSP“ und die SKG Roßdorf gegenüber. Das Spiel wurde beiderseits mit höchstem Einsatz durchgeführt, blieb aber jederzeit in fairem und sportlichem Rahmen. Der ständige Führungswechsel gab dem Treffen eine ganz besondere Spannung, die schließlich ihren Höhepunkt erreichte, als die Amerikaner mit dem Schlußpfiff den Siegeskorb schießen konnten, der das 48:47 bedeutete.
Roßdorf hatte vorher in famosem Stil einen ziemlich klaren Vorsprung der Soldatenmannschaft aufgeholt und führte etwa eine Minute vor Spielschluß 47:44, als die Amerikaner durch zwei erfolgreiche Freiwürfe auf 47:46 herankamen. In den letzten Spielsekunden verstand es die Roßdorfer Mannschaft aber nicht, den Ball und damit den knappen Vorsprung zu halten und mußte sich eine knappe Niederlage gefallen lassen. Das Spiel wurde in vier Abschnitten von je 10 Minuten ausgetragen (amerikanische Regel), die folgende Zwischenergebnisse brachten: I. Viertel - 11:11, 11. Viertel - 28:21, 111. Viertel - 36:36, Endergebnis 43:47.
Die Roßdorfer hatten bei diesem Spiel nicht ihre komplette Aufstellung zur Stelle, lieferten aber dennoch den gut spielenden Amerikanern eine gleichwertige Partie. Alle Spieler waren an den Korberfolgen beteiligt. Es erzielten Clausen 2 Pkte., Buchberger 11 Pkte., Kipp 4 Pkte., Zimmermann 9 Pkte., Zimmer 4 Pkte., Ihrig 6 Pkte. und Müller 11 Pkte.
Kohlbrecher knockte Bentz aus
Bei den Berufsboxkämpfen in der Düsseldorfer Rheinhalle sorgte der Osnabrücker Schwergewichtler Wilson Kohlbrecher für die große Sensation, als er den französischen Ranglisten-Zweiten Emile Bentz (85 kg) bereits in der ersten Runde schwer k. o. schlug. Kohlbrecher (99 kg), in dessen Ecke Max Machon sekundierte, hinterließ einen ausgezeichneten Eindruck. Bevor der pendelnde und in den Hüften ungemein bewegliche Franzose überhaupt eine Einstellung zu dem bärenstarken Osnabrücker fand, mußte er auf eine genaue Rechte Kohlbrechers erstmals bis „7“ zu Boden.
Die Begegnung Peter Müller-Marini hatte sowohl einen enttäuschenden Verlauf als auch ein enttäuschendes Ende, da der Italiener lediglich versuchte, in Doppeldeckung über die Zeit zu kommen. Ringrichter Wagener brach schließlich in der sechsten Runde das einseitige Gefecht wegen allzugroßer Ueberlegenheit Müllers ab.
Gott der Herr nahm heute unsere liebe Mutter, Großmutter, I Urgroßmutter, Schwiegermutter und Tante, Frau Maria Geyer Wwe. geb. Keller nach kurzer Krankheit im 83. Lebensjahr zu sich in die Ewigkeit. In stiller Trauer: Familie Karl Geyer, Stuttgart Familie Fr. Gütting, Darmstadt Familie Ernst Geyer, Nieder-Ramstadt Familie Adam Kaffenberger, Waschenbach Waschenbach, den 28. Oktober 1950. Die Beerdigung findet am 31. Oktober 1950, um 14.30 Uhr statt.
Amtliche Bekanntmachungen Betr.: Lupus-Sprechtag. Wie in früheren Jahren findet ab jetzt wieder regelmäßig vierteljährlich ein Sprechtag für Lupuskranke im Landkreis Erbach statt. Der erste Sprechtag wird am 31. Oktober, nachm. von 14—16 Uhr. im Kreisgesundheitsamt Erbach abgehalten. Die nächsten Sprechtage finden jeweils am dritten Dienstag der Monate Januar, April, Juli und Oktober, von 16—16 Uhr, im hiesigen Kreisgesundheitsamt statt. Die Untersuchung ist kostenlos und erfolgt durch einen Fach¬ arzt der Lupusheilstätte Gießen. Erbach, den 21. Oktober 1950. Kreisgesundheitsamt. Betr..: Haftpflichtversicherung bei ausländischen Versicherungs¬ unternehmungen. Der Herr Bundesminister für Verkehr hat in einem jetzt ver¬ öffentlichten Erlaß vom 29. 8. 1950 darauf hingewicsen, daß nach Artikel I § 3 des Pflichtversicherungsgesetzes die Haft¬ pflichtversicherung nur bei einer in Deutschland rum Geschäfts¬ betrieb befugten Versicherungsunternehmung genommen werden kann. Folgende ausländische Versicherungsunternehmungen sind zum Geschäftsbetrieb in allen Ländern der Bundesrepublik befugt: a) Internationale Unfall- und Schadensversicherungs-Gesell¬ schaft AG.. Wien; b) „Zürich" Allgemeine Unfall- und Haftpflichtversicherungs- AG., Zürich; c) Erste Allgemeine Unfall- und Schadens-Versicherungs¬ gesellschaft, Wien; d) Schweizerische Unfallversicherungs-Gesellschaft in Winter¬ thur. Ich gebe dies hiermit bekannt. Erbach, den 24. Oktober 1950. Oer Landrat. Betr.: Gesetz über die Feiertage; hier: Mariä Himmelfahrt, Reformationsfest und Allerheiligen. Verschiedene Anfragen geben mir Veranlassung darauf hinzu¬ weisen, daß die Festtage Mariä Himmelfahrt und Allerheiligen nur für die Gemeinden Hesselbach, Kailbach jens. und Seck¬ mauern im Landkreis Erbach gesetzliche Feiertage sind. Das Reformationsfest ist in keiner Gemeinde des Kreises Erbach gesetzlicher Feiertag. Erbach, den 25. Oktober 1950. Der Landrat. Evangelische Schiilgottesdienste am Reformationstag Dienstag, 31. Oktober 1950 Gottesdienste um 9 Uhr: Für Schüler und Schülerinnen vom 5. Schuljahr ab: Aus der Bessunger Knabenschule in der Bessunger Kirche. Aus der Bessunger Mädchen- und der Ursulinenschule in der Pauluskirche. Aus der Goetheschule sowie Sexta bis U-Tertia der Höh. Knaben¬ schulen im Gemeindehaus. Kahlertstraße 24. Aus der Heimstättenschule in der Matthäuskirche. Aus der Kyritz- und Schillerschule im Gemeindehaus, Liebfrauen¬ straße 8. Aus der Lessingschule im Paul-Gerhardt-Haus. Gottesdienste um 10.15 Uhr: Für Obertertia bis Oberprima der Höheren Knabenschulen in der Pauluskirche. Für Sexta bis Untertertia der zwei Höheren Mädchenschulen im Gemeindehaus, Kahlertstraße 24. Für Obertertia bis Oberprima der zwei Höheren Mädchenschulen in der Stadtkirche (Chor). Evangelische Gesamtgemeinde Darmstadt Weiss, Pfarrer
Beurkundete Sterbefälle Bei den Darmstädter Standesämtern beurkundete Sterbefälle (In der Zeit vom 1. Oktober bis 21. Oktober 1950) Arnold geb. Fritzel, Sophie Katharine, geb. 14. 9. 1872, Darm¬ stadt, Illigweg 50, gest. 5. 10. 1950. — Becker, Heinrich, geb. 23. 12. 1949, Darmstadt. Voglerweg 15, gest. 16. 10. 1950. — Bert, Georg, geb. 20. 1. 1876, Landwirt .Wallbach, Hauptstr. 50. gest. 12. 10. 1950. — Biedenkapp geb. Staudinger, Elsa Eli¬ sabeth, geb. 8. 8. 1913, Darmstadt, Eschollbrücker Str. 33’/in, gest. 11. 10. 1950. — Conrad, Wilhelm, geb. 16. 6. 1881, Kauf¬ mann, Nieder-Ramstadt, Pfaffenberg 6, gest. 16. 10. 1950. — Daab, Karl Friedrich, geb. 13. 2. 1884, Fabrikant, selbst.. Ober- Ramstadt, Ernst-Ludwig-Str. 1, gest. 4. 10. 1950. — Diehl, Peter, geb. 21. 7. 1893, Techn. Oberinspektor, Babenhausen, Aschaffenburger Str. 2, gest. 18. 10. 1950. — Dieter, Justus, geb. 6. 5. 1871, Arbeiter (Pensionär), Waschenbach, Ortsstr. 49, gest. 12. 10. 1950. — Dietz, Wilhelm, geb. 28. 8. 1880. Fa¬ brikant, Pfungstadt, Eberstädter Straße 92, gest. 1. 10. 1950. — Eifert, Magda Elise Johanna geb. Druskeit. geb. 4. 6. 1892, Darmstadt, Moosbergstraße 62, gest. 5. 10. 1950. — Faber. Elisabeth Margarethe geb. Freudenberger, geb. 5. 5. 1874, Darmstadt, Feldbergstraße 97, gest. 19. 10. 1950. — Faust,
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Frieda geb. Koob. geb. 30. 1. 1879, Darmstadt. Lichtenberg¬ straße 78, gest. 6. 10. 1950. — Glömme, Paul Gottfiied, geb. b. 6. 1881, über-lng., Darmstadt, Ohlystr. 53, gest. 17. 10. 1950. — Grimmer. Johann, geb. 18. 5. 1897, Landwirt (Rentner), Neutsch, Hauptstraße 9, gest. 7. 10. 1950. — Grohmann, The¬ rese geb. Winzel, geb. 14. 9. 1862, Goddelau, Philippshospital, gest. 4. 10. 1950. — Hamm, Adam, geb. 1. 12. 1911, Land¬ wirt, Weiterstadt, Georgenstr. 3, gest. 4. 10. 1950. — Hart¬ mann, Anna, geb. 7. 3. 1875, Darmstadt, Heinheimer Straße 13, gest. 11. 10. 1950. — Havlitschek, Ottilie Maria geb. Kunzfeld, geb. 30. 3. 1888, Pfungstadt, Seilerstraße 8, gest. 10. 10. 1950. — Heil, Mary Elisabeth geb. Lautenberger, geb. 6. 8. 1869, Darmstadt, Bismarckstr. 31, gest. 20. 10. 1950. — Heyl, Luise Clementine Helene geb. Brockmann, geb. 6. 5. 1886, Darmstadt, Hobrechtstr. 47, gest. 15. 10. 1950. — Hoffaliri, »Margaretha geb. Kühn, geb. 3. 10. 1879, Darmstadt, Kasinostr. 13, gest. 20. 10. 195 U. — Holm, Willi, geb. 8. 10. 1920, Lagerarbeiter, Biebesheim, Rathausstr., gest. 4. 10. 1950. — Jahn, Margaretha geb. Mohrens, geb. 24. 5. 1901, Darmstadt, Pallaswiesenstr. 30, gest. 12. 10. 1950. — Karn, Johanna geb. Jourdan, geb. 11. 1. 1866, Darmstadt, Heidelberger Str. 134, gest. 4. 10. 1950. — Kesselberg, Johann, geb- 7. 12. 1862, Rentner, Griesheim, Karl- Liebknecht-Siraße 25, gest. 19. 10. 1950. — Keßler, Elise Ka¬ tharina geb. Reis, geb. 14. 3. 1876, Darmstadt, Niederstr. 27. gest. 12. 10. 1959. — Kilian, Wilhelmine geb. Winter, geb. 1. 3. 1880, Darmstadt. Eckardtstraße 24, gest. 1. 10. 1950. — Klepper, Heinrich, geb. 27. 7. 1904, Schlosser, Da.-Eberstadt, Klingsackerstraße 9, gest. 7. 10. 1950. — Klimza, Anna Maria geb. Wochnikowna, geb. 20. 7. 1906, Dieburg. Frankfurter Str. 18. gest. 17. 10. 1950. — Krebs, Freya geb. Schmidt, geb. 11. 1. 1887, Traisa, Im Rosengarten 4, gest. 2. 10. 1950. — Kredel, Anna Maria Christine geb. Heddeäus. geb. 26. 8. 1875, Heinz Friedrich, geb. 30. 8. 1950, Darmstadt. Kirschenallee 110. Darmstadt, Wittmannstr. 35, gest. 20. 10. 1950. — Lembke, gest. 11. 8. 1950. — Luft, Heinrich, geb. 14. 10. 1887. Lok¬ heizer i. R., Arheilgen, Lindenweg 7, gest. 16. 10. 1950. — Mohrhardt, Günther, geb. 19. 7. 1950, Semd. Gäßchen 57, gest. 11. 10. 1950. — Müller, Karl, geb. 9. 7. 1887. Abteilungsleiter 1. R., Darmstadt, Prinz-Christians-Weg 25, gest. 3. 10. 1950. — Müller, Valentin, geb. 17. 7. J.895, Techn. Bb.-Oberinspektor, Darmstadt, Frankfurter Str. 127, gest. J 9. 10. 1950. — Petry, Katharina geb. Fuchs, geb. 20. 11. 1886, Darmstadt. Kirdi¬ straße 14, gest. 11. 10. 1950. — Polster, Elise geb. Wunsch, geb. 17. 6. 1890, Darmstadt, Robert-Schneider-Straße 38, gest. 10. 10. 1950. — Protz, Anna Katharina geb. Dillenburger, geb. 30. 9. 1870, Darmstadt, Bachgang 1, gest. 18. 10. 1950. — Reimund, Peter, geb. 7. 5. 1943, Darmstadt, Bessunger Str 78, gest. 30. 9. 1950. — Rückert, Georg, geb. 8. 7. 1918, Spengler und Installateur, Gräfenhausen, Wiesenstr. 14, gest. 7. 10. 1950. — Rühl, Georg Friedrich, geb. 10. 7. 1895, Betriebsassistent, Da.-Arheilgen, Frankfurter Str. 53. gest. 5. 10. 1950. — Rup¬ pert, Georg, geb. 18. 10. 1905, Hilfsheizer, Stockstadt. Bahn¬ straße 25, gest. 17. 10. 1950. — Sauer, Heinrich, geb. 21. 1. 1898, Angesteller und Vertreter, Stockstadt/Rh., Bahnstr. 18, gest. 6. 10. 1950. — Schnell. Erika Florentina Katharina geb. Röhrich, geb. 31. 12. 1901, Darmstadt, Eschollbrücker Str. 29, gest. 17. 10. 1950. — Schnorr, Karoline Elisabeth Wilhelmine geb. Morchel, geb. 9. 3. 1885, Darmstadt, Rhönring 44, gest. 18. 10. 1950. — Schwarz, Anna Margarete Lieschen geb. Wen¬ ner, geb. 12. 8. 1870, Groß-Gerau, Darmstädter Str. 42. gest. 12. 10. 1950. — Schydlowski, Jakob, geb. 17. 12. 1882, Arbeiter (Rentner), Darmstadt, Landwehrstr. 47, gest. 2. 10. 1950. — Senfft, Walter, geb. 22. 3. 1899, Bankbeamter, Roßdorf, Am Bessunger Forsthaus, gest. 17. 10. 1950. — Sonnenthai, Joh. Friedrich, geb. 18. 6. 1886, Kassierer, Darmstadt, Sandberg¬ straße 52. gest. 30. 9. 1950. — Stephan, Karl. geb. 27. 2. 1898, Heizungsmonteur, Darmstadt, Heimstätteweg 109, gest. 16. 10. 1950. — Stößel, Ludwig, geb. 1. 11. 1882, Heizer (Inv.), Darm¬ stadt, Taunusring 3, gest. 13. 10. 1950. — Volz >., Heinrich, geb. 8. 11. 1882. Schuhmacher (Rentner). Gräfenhausen. Mühl¬ straße 10, gest. 9. 10. 1950. — Volz, Margarethe Grete geb. Feser, geb. 13. 7. 1893, Messel, Roßdörfer Straße 45, gest. 26. 9. 1950. — Wabrar, Alfred, geb. 17. 8. 1904, Verwaltungs¬ beamter, Leer, Ullrichstr. 33, gest. 28. 9. 1950. — Wanne¬ macher, Heinrich, geb. 14. 1. 1875. Landwirt. Arheilgen, Bach¬ straße 1, gest. 18. 10. 1950, — Weitzdörfer, Ria geb. Lach¬ mann, geb. 25. 8. 1919, Griesheim, Obendörfer Str. 83, gest. 15. 10. 1950. — Welsch, Andreas Matthäus, geb. 24. 5. 1890, Polizeimeister. Darmstadt, Kiesbergerstr. 49, gest. 7. 10. 1950. — Werkmann, Magd. geb. Druskeit, geb. 12. 12. 1874, Darm¬ stadt. Spessartring 13, gest. 28. 9. 1950. — Wildner, Renate, geb. 21. 5. 1947, Pfungstadt, Eberstädter Str. 89, gest. 8. 10. 1950. In auswärtigen Gemeinden verstorbene Darmstädter: Daub, Georg, geb. 8. 7. 1893, Bäckermeister, Darmstadt, Frank¬ furter Str. 19. gest. 24. 9. 1950. — Eidebenz, Elis. geb. Völker, geb. 12. 6. 1889, Darmstadt, Victoriaplatz 8, gest. 22. 8. 1950. — Götz, Kath. Elisab. geb. Grünzfelder, geb. 14. 10. 1880, Da.-Eberstadt, Löfflerweg 21, gest. 27. 9. 1950. — Grün, Anna Katharina Elisabeth geb. Trietsch, geb. 13. 7. 1900, Darmstadt, Bessunger Str. 107, gest. 16. 8. 1950. — Hörr. Valentin, geb. 11. 2. 1874, Polizeihauptwachtm. i. R., Darmstadt, Liebigstr. 4. gest. 11. 9. 1950. — Mackenstein, Maria Anna Hubertine, geb. 25. 5. 1878, Darmstadt, Liebfrauenstraße 27, gest. 4. 8. 1950. — Martens, Franz Ernst Rudolf, geb. 4. 4. 1909, Kellner, Darm¬ stadt, Steinbergweg 39, gest. 26. 8. 1950. — Schnabel, Hans, geb. 15. 2. 1896, Bankbuchhalter, Da.-Eberstadt, Am Eichen 10. gest. 12. 9. 1950. — Schüßler, Anna Marg. geb. Koop, geb. 31. 10. 1884, Darmstadt, Mettegangweg 19, gest. 25. 9. 1950. — Volk, Johann Ludwig, geb. 22, 7. 1862, Magazinarbeiter, Darmstadt, Bessunger Straße 88'/z, gest. 18. 5. 1950.
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