Darmstädter Tagblatt 1950


Darmstädter Tagblatt

Darmstädter Tagblatt VeNag Da^Js^; ^RIkH doMBROWSKI. Darmstadt Tag^latt L- C. Wittich, Erscheint*# bR?i nsLraße 23• Telefon 3925. trscneint täglich außer Sonntag 207. Jahrgang / Nr, 101 vefftwe Jieuefte Thnfjridjfen Donnerstag, 26. Oktober 1950 Redaktion: Darmstädter Tagblatt L. C. Wittich, Darmstadt, RbeinstraQe23.Tel. 3925. Bezugspreis: 2,90 DM monatlich zuzüglich 0,40 DM Trägerlohn. Anzeigenpreise: Preisliste Nr. 3 v. 1. 7. 1950. Preis 15 Pfennig *

Aufruf des Bundesprüsidenten zum Tag der Kriegsgefangenen

„Die deutschen Menschen können und werden nicht aufhören mit dem Bemühen, über das Schicksal ihrer Brüder und Schwestern Gewißheit zu erhalten, die in die Hand des Kriegsgegners gefallen sind, denen bis heute die Rückkehr verweigert wird und über deren Leben keine Auskunft erteilt wird“, erklärte der Präsident.

Er forderte die Bekanntgabe von Listen aller noch festgehaltenen Deutschen, einschließlich der Frauen, Internierten und der Zivilverschleppten, Herstellung rascher und unbegrenzter Nachrichtenverbindungen dieser Menschen mit der Heimat, Uebermittlung der Namen der im fremden Land Verstorbenen und beschleunigte Rückführung aller Kriegsgefangenen.

Heuss richtete an die Sowjetunion die Frage, was aus den Hunderttausenden

deutscher Kriegsgefangener, die sich noch immer in ihrer Hand befänden, geworden sei.

„Nicht nur das Gefühl sträubt sich dagegen, anzunehmen, sie seien alle gestorben, auch das Wissen lehnt diese grausame Möglichkeit ab. Denn aus den Erfahrungen, die in Westdeutschland selber gemacht wurden, ergibt sich, daß über 60 000 vor einem Jahr noch in brieflicher Verbindung standen. Etwa 20 Prozent derer, die seinerzeit von den deutschen Feldkommandostellen den Angehörigen als .vermißt' gemeldet worden waren, haben sich bei den Entlassungen des ver-

onn, 25. Oktober. (AP.) Zum „Tag der Kriegsgefangenen“ erließ undesprasident Dr. Theodor Heuss einen Aufruf an das deutsche o k, der von allen Sendern des Bundesgebietes verbreitet wurde.

^angenen Jahres aus den östlichen Ländern in der Heimat wieder eingefunden.“ Heuss betonte., daß auch Ungewißheit über das Schicksal der jungen Menschen bestehe, die zum Teil noch als halbe Kinder 1945 als Zivilverschleppte in eine sogenannte Arbeitsdienstverpflichtung nach Polen gebracht wurden.

Scharf verurteilte Heuss die Kriegsverbrecherprozesse des Ostens, die in formalistischer Weise selbst Requisitionen von Heu oder Holz während der Kriegshandlungen als Diebstahl sowjetischen Volkseigentums ahndeten.

Das Kapitel der sogenannten Kriegsverbrecher betreffe nicht nur den Osten, sondern auch einige andere ehemalige Gegner Deutschlands und habe im letzten Krieg sich „zu einer wahren Last für den Ausgleich der seelischen Beziehungen“ gestaltet.

Besprechungen in London

London, 25. Oktober. (AP.) Hohe Vertreter der Westunion-Mächte sind am Mittwoch überraschend in London zu Besprechungen über die geplante Europa-Armee zusammengetreten.

Bonn, 25. Oktober, (dpa) Der Bundestag tritt am Donnerstagvormittag, dem Tag der deutschen Kriegsgefangenen, um 9.30 Uhr zu einer Sondersitzung zusammen. Als einziger Punkt steht auf der Tagesordnung die Entgegennahme einer Erklärung der Bundesregierung.

Dramatische Sozialisternngs-Abstimmnng

Ausführungsgesetz zu Artikel 41 mit 41:41 Stimmen im Hessischen Landtag abgelehnt

Wiesbaden, 25. Oktober. Im Mittelpunkt der vorletzten Plenarsitzung des Hessischen Landtags stand die seit Monaten erwartete dritte Lesung des umstrittenen Gesetzes über die Sozialgemeinschaften. In Ausführung des Sozialisierungsartikels der Hessischen Verfassung sollte das Gesetz die mit Inkrafttreten der Verfassung in Gemeineigentum übergeführten Betriebe als „Sondervermögen des Volkes“ durch Errichtung neuer Rechtsträger regeln.

Nicht nur die überfüllten Zuschauerbänke zeugten von der besonderen Bedeutung der 90. Plenarsitzung. Mit welcher Spannung man gerade der Aussprache dieses Tagesordnungspunktes entgegensah, beweist die Tatsache, daß im Laufe der Vormittagssitzung die Vorsitzenden der drei großen Fraktionen unablässig bemüht waren, zur Abstimmung über das Sozialisierungsgesetz möglichst alle Abgeordneten zusammenzubekommen bzw. sie dann auch zusammenzuhalten.

Als um 16.30 Uhr dann unter einer besonders gespannten Atmosphäre des Hauses Landtagspräsident Witte die Abgeordneten zur Abstimmung über die dritte Lesung des Gesetzentwurfes über die Sozialgemeinschaften rief, waren im Plenum insgesamt 82 Volksvertreter anwesend. Bei Stimmengleichheit wurde die endgültige Verabschiedung des Sozialisierungsgesetzes abgelehnt, wobei es mit 41 Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten gegenüber 41 Stimmen der Christlich-Demokratischen Union und der Freien Demokraten eine ganz klare Trennung zwischen rechts und links gab.

Neben dem wegen Krankheit fehlenden sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Stock und der der gleichen Partei angehörenden Wiesbadener Abgeordneten Frau Voos-Heißmann, waren auch die fünf fehlenden kommunistischen Abgeordneten für die Niederlage der beiden Linksparteien ausschlaggebend Während die Christlich-Demokratische Union vollzählig war, fehlte bei den Freien Demokraten der Bundestags abgeordnete Karl Gaul, Frankfurt

Die über fünf Stunden dauernde und zum Teil mit größter Heftigkeit geführte Aussprache über das Sozialisierungs— gesetz eröffnete der Abgeordnete der z Christlich - Demokratischen Union, Dr. Erich Großkopf, der zunächst Wert auf die Feststellung legte, daß sich seine Partei bei Ablehnung des Gesetzes keineswegs mit der eine Sozialisierung grundsätzlich ablehnenden Haltung der Freien Demokratischen Partei identifiziere. Nach Ansicht der Christlich-Demokratischen Union dürfe das Problem der Neugestaltung der Grundstoffindustrien jedoch keineswegs auf Länderbasis geregelt werden. Ein wirtschaftlicher Länderpartikularismus sei der Tod der Grundstoffindustrie. Nach Auffassung seiner Partei sei in jedem Falle zunächst der Entscheid des Staatsgerichtshofes abzuwarten, der über Gültigkeit, Rechtsnatur und Umfang der unter den Artikel 41 der Hessischen Verfassung fallenden Betriebe zu befinden habe. Weiter sei für die ablehnende Haltung seiner Partei ausschlaggebend, daß man die Frage der Entschädigung zurückgestellt habe.

Mit der Entschädigungsfrage aber sollte vor allem auch Klarheit darüber geschaffen werden, mit welchen Werten der neue Rechtsträger überhaupt seine Eröffnungsbilanz beginnen soll. Die Christlich-Demokratische Union müsse es ablehnen, daß mit den Betrieben der Grundstoffindustrie irgendwelche Experimente gemacht werden. „Wir kennen nur eine deutsche Wirtschaft.“ Schließlich aber sollte man auf diesem Gebiete der Gesetzgebung auch wegen der finanziellen Folgen kurztreten.

Für den hessischen Staat bedeute eine angemessene Regelung der Entschädiguhgsfrage zwei- bis dreihundert Mill. DM. Selbstverständlich stehe die Christlich-Demokratische Union wie 1946 zu einer Neuregelung der Grundstoffindustrien. „Wir haben es uns nicht leicht gemacht, zur Form ,nein‘ zu sagen, wo wir deren Geist bejahen.“

Die Ablehnung der Freien Demokraten

Die ablehnende Haltung der Freien Demokratischen Partei begründeten dann deren Sprecher Goebel, Dr. Hau und Bleek. Da das Sozialisierungsgesetz gegen das Bundesrecht und in der Frage der Entschädigung gegen die Artikel 14 und 15 des Bundesgesetzes verstößt, müssen wir es ablehnen, erklärte der Abgeordnete Goebel. Auch liege die Sozialisierung jn dem allgemeinen Interesse der gesamtdeutschen Bevölkerung und nicht in dem eines einzigen Landes. Schließlich aber vermisse das Sozialisierungsgesetz die Ueberleitung und Entschädigung, die schließlich ein unabtrennbarer Bestandteil eines solchen Gesetzes bildeten.

Hessen „keine Modellschreinerei“

Dr. Hau: „Es gibt doch zu denken, daß die Apostel aus Moskau die einzigen Helfershelfer der Sozialdemokraten sind.“ Die Sozialdemokratische Partei spreche sehr oft davon, daß dieses Gesetz nur Modell-Charakter habe, aber schließlich sei das hessische Parlament „keine Modellschreinerei“. Auch seien in Hessen überhaupt keine Voraussetzungen für etwaige wirtschaftliche Massenzusammenballungen gegeben. „Das Sozialisierungsproblem, das in den vier Jahren nicht gelöst wurde, beweist, daß es keine Lösungsmöglichkeiten für dieses Problem gibt. Es sei doch schließlich ein erschütterndes Ergebnis der ganzen Bemühungen, wenn der Weltöffentlichkeit nur dieser übriggebliebene Torso präsentiert werde und das mit der Kommunistischen Partei als einzigen Geburtshelfer.“

Zu den Sozialdemokraten gewendet rief der Abgeordnete Bleek von der gleichen Partei: „Auf den Krücken der Kommunisten ein solches Gesetz durchzubringen, wird sich später rächen.“

Vorwürfe der Sozialdemokraten

Für die Sozialdemokratie sprachen die Abgeordneten Fischer und Frau Dr. Selbert. Die langen Reden der Freien und Christlichen Demokraten, so sagte die Rednerin, seien doch sicher nicht gehalten worden, um die Sozialdemokraten zu überzeugen, sondern doch wohl vielmehr, um sich vor der Oeffentlichkeit für die ablehnende Haltung zu verteidigen. Fischer erklärte, daß es den Freien Demokraten bei ihrer Ablehnung darauf ankomme, „den sozialen Fortschritt zu verhindern“. Für die Christlich-Demokratische Union sei bezeichnend, daß sie sich 1946 vorbehaltlos hinter das Gesetz gestellt habe, heute aber ihre Bedenken äußere. Es sei inkonsequent, plötzlich zu dem Sozialisierungsgesetz „nein“ zu sagen, nachdem in den Ausschußberatungen alle von der Christlich-Demokratischen Union vorgebrachten sachlichen Anregungen im Gesetzentwurf berücksichtigt wurden.

Protest auf „Verfassungsbruch“

Fischer sagte dann wörtlich: „Wer gegen das Sozialisierungsgesetz stimmt, begeht einen Verfassungsbruch. (Entrüstete Protestrufe von Seiten der Christlich- Demokratischen Union.) Wer 1946 das Volk zur Verfassungsbejahung aufrief und nun gegen das Gesetz stimmt, straft seine Agitation von damals Lügen.“ (Erneute Protestrufe von den Christlichen Demokraten.)

Fischer warnte dann im weiteren Verlauf seiner besonders polemisch gehaltenen Ausführungen vor dem „politisierenden Unternehmertum“, das bereits einen Hitler finanziert habe und in Bonn erneut zutage trete. Mit der Zustimmung zum Gesetz „tun Sie nicht der Sozialdemokratie einen Gefallen, sondern helfen lediglich den arbeitenden Menschen“.

Die Abstimmung

Nach einer Pause von zehn Minuten schritt dann das Plenum unter ungeheuerer Spannung zur Abstimmung. Zunächst wurde über den Antrag der Christlich-Demokratischen Union entschieden, der die Aussetzung der dritten Lesung des Gesetzentwurfes über die Sozialgemeinschaften bis zum Entscheid des Staatsgerichtshofes verlangte. Auch hier sprachen sich 41 Stimmen (CDU und FDP) für den Antrag und 41 Stimmen (SPD und KPD) gegen den Antrag aus. Der Antrag verfiel auf Grund der Geschäftsordnung der Ablehnung. Mit dem gleichen Stimmenverhältnis wurde auch über das Gesetz über die Sozialgemeinschaften entschieden.

Durch die Ablehnung des Sozialisierungsgesetzes wird allerdings nichts an dem augenblicklichen Zustand der mit Inkrafttreten der Verfassung in Gemeineigentum übergeführten und von Treuhändern verwalteten .Betrieben geändert. Das Gesetz wollte lediglich für die Treuhänder neue Rechtsträger schaffen.

Staatsgerichtshof angerufen

Im Rahmen der Aussprache über das Sozialisierungsgesetz wurde auch die Große Anfrage der Freien Demokraten über Differenzen über den Wortlaut des Artikels 41 der Hessischen Verfassung behandelt. In seiner Antwort wies der stellvertretende Ministerpräsident, Dr. Werner Hilpert, darauf hin, daß die Landesregierung selbst den Staatsgerichtshof zur Klarstellung der Zweifelsfrage engerufen habe. In jedem Falle aber seien die Textänderungen vor der Volksabstimmung erfolgt und die vorherige Regierung heiler für sie verantwortlich. Dem Redaktionsausschuß, der sie damals auch nicht bemerkte, habe auch der Landesvorsitzende der Freien Demokraten, Euler, angehört.

Angleichung der Beamtengehälter

Eine von allen vier Fraktionen gemeinsam eingebrachte Gesetzesvorlage über die Angleichung der Beamtengehälter an die derzeitigen Vergütungen der Angestellten wird den Beamtenausschuß des Landtags beschäftigen.

In zweiter Lesung verabschiedete das Plenum gegen die Stimmen der Freien Demokraten den Gesetzentwurf über dfe Freistellung von Betriebsratsmitgliedern für Betriebsratslehrgänge.


Ueber 400 000 West-Berliner hatten sich auf dem großen Platz vor dem Rathaus Schöneberg und in den anliegenden Straßen versammelt und waren Zeuge des Festaktes, mit dem der frühere amerikanische Militärgouverneur General Clay die von Amerika für Berlin gestiftete „Freiheitsglocke“ einweihte. Unser Telephoto zeigt ergriffene Berliner , während des Festaktes
Ueber 400 000 West-Berliner hatten sich auf dem großen Platz vor dem Rathaus Schöneberg und in den anliegenden Straßen versammelt und waren Zeuge des Festaktes, mit dem der frühere amerikanische Militärgouverneur General Clay die von Amerika für Berlin gestiftete „Freiheitsglocke“ einweihte. Unser Telephoto zeigt ergriffene Berliner , während des Festaktes

Rotchinesen an der Korea-Grenze?

Gefangenenaussagen berichten von einem Aufmarsch am Yalu-Fluß

Söul, 25. Oktober. (AP./dpa) Die Truppen der Vereinten Nationen haben am Mittwoch ihren Vormarsch an allen Fronten fortgesetzt. Fünf Panzerkeile stoßen in den schmalen, den Kommunisten noch verbliebenen Gebietsstreifen vor und nähern sich in Eilmärschen der mandschurischen Grenze. Berichte, nach denen die chinesische Grenze von südkoreanischen Truppen schon erreicht worden sein soll, wurden vom Hauptquartier Mac Arthurs als nicht zutreffend bezeichnet.

Bei Gefechten von Einheiten der ersten südkoreanischen Division mit Nordkoreanern vor der Stadt. Unsan fiel den Südkoreanern ein Gefangener in die Hand, der sich als chinesischer kommunistischer Soldat ausgab. Er sagte aus, am ^Donnerstag vergangener Woche hätten 20 000 chinesische Kommunisten den Grenzfluß Jalu überschritten, um auf nordkoreanischem Gebiet. Verteidigungsstellungen zu beziehen. Zwei weitere chinesische Soldaten sind in dem Gefecht mit der ersten südkoreanischen Division gefallen. In Tokio wurde dazu bemerkt, die Berichte vom angeblichen Eindringen kommunistischer chinesischer Verbände in Korea seien mit großer Vorsicht aufzunehmen.

Hinter den alliierten Linien hat die Partisanentätigkeit teilweise wieder ernsten Umfang angenommen. In Südkorea wurde zeitweise an einigen Stellen der Verkehr durch Guerilla-Tätigkeit ldhmgelegt Zwischen Taiku und Taejon unterbrachen die Kommunisten den Eisenbahnverkehr und griffen eine Patrouille an. Bei Wonsan in Nordkorea versuchten rund 2000 Nordkoreaner, sich des Schienenstranges zu bemächtigen.

Lockerung auf Ellis Island

Neuyork, 25. Oktober (AP.) Der deutsche Generalkonsul in den Vereinigten Staaten, Krekeler, hat am Mittwoch bekanntgegeben, daß etwa 100 Deutsche, die nach den Bestimmungen des neuen amerikanischen Sicherheitsgesetzes auf Ellis Island interniert waren, entlassen worden sind.

Doch Tibet?

*** Sind die Bolschewisten im Begriff, in Ostasien nach Korea und Indochina einen dritten Vorstoß zu machen? Man muß es annehmen, wenn man der kommunistischen chinesischen Nachrichten-Agentur „Neues China“ Glauben schenkt. Diese meldet nämlich, Truppen der chinesischen Volksrepublik hätten den Befehl erhalten, die drei Millionen Tibetaner „von der imperialistischen Unterdrükkung zu befreien und die Verteidigung der chinesischen Westgrenze sicherzustel-

len“. Die Agentur fügt hinzu, von dem südwestlichen Büro der Kommunistischen Partei und dem Hauptquartier der zweiten chinesischen Feldarmee sei eine „politische Mobilisations-Anordnung“ herausgegeben worden, in der es heiße, Aufgabe der chinesischen Truppen sei es, die Vereinigung Gesamtchinas zu vollenden und den Imperialismus daran zu hindern, auch nur in einen Zoll des Vaterlandes einzufallen.

Bereits um die Mitte des Monats wurde behauptet, chinesische kommunistische Truppen seien bei Dongma über einen unwirtlichen Gebirgspaß in 4 500 Meter Höhe in Tibet eingedrungen, seien jedoch 80 Kilometer weiter von den Tibetanern zum Stehen gebracht worden. Diese Meldüng wurde sehr bald dementiert. Es wurde gleichzeitig darauf hingewiesen, es sei eine tibetanische Delegation in Neu-Delhi angelangt, die nach Peking unterwegs sei, um mit China zu einer gütlichen Vereinbarung zu gelangen. Diese Delegation hat sich auch jetzt wieder aus Delhi zum Wort gemeldet und erklärt, ihre Abreise nach Peking im gegenwärtigen Augenblick sei gleichbedeutend mit einem Dementi der Invasionsmeldungen.

Tibet liegt sehr weit, man muß also weitere Nachrichten ab warten, um zu wissen, ob China wirklich im Begriffe steht, Tibet zu „befreien“. Soviel ist jedoch sicher, daß der chinesische Außenminister Tschou en Lai noch am 2. Oktober, dem Jahrestag der Errichtung der Volksrepublik China, erklärt hat, seine Regierung betreibe nach wie vor die Befreiung des Volkes, das auf dem „Dach der Welt“ lebt. Man kann auch verstehen, warum China Tibet unter seine Herrschaft bringen will. Das Land hat im Norden und Osten mit China eine gemeinsame Grenze von ungefähr zweitausend Kilometern und grenzt im Süden an Indien und Kaschmir. Mit dieser Feststellung dürfte die politische Bedeutung Tibets für den Bolschewismus genügend umrissen sein.

Die Heimat vergißt sie nicht

Von Reinhold Zenz

Heute mittag um zwölf Uhr werden sämtliche Kirchenglocken im Bundesgebiet zehn Minuten lang zum Gedenken der Kriegsgefangenen läuten, während in den Straßen Verkehrsstille herrscht. Spätheimkehrer, die Zeugen der Not jener waren, die noch in Sowjetrußland zurückgehalten werden, haben in ihren Versammlungen, in Berichten an die zuständigen Stellen der Bundesregierung die Bitte gerichtet, einen Gedenktag für die . Gefangenen festzulegen. Nicht als ob die Heimat sie vergessen hätte, sondern um vor der ganzen Welt Zeugnis dafür abzulegen, daß wir nicht Ruhe geben, bis die letzten Männer und Frauen, die in russischer Knechtschaft schmachten, in die Heimat zurückgekehrt sind.

Vor den Vereinten Nationen Der Schmerz des deutschen Volkes, der sich an diesem Gedenktag kundtut, soll vor allen Dingen den Vertretern der Vereinten Nationen bewußt werden, die sich in allernächster Zeit mit dem Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion befassen und die damit zum ersten Male überhaupt ein deutsches Problem behandeln. Der Beschluß, dies zu tun, ist am 20. September vom Lenkungsausschuß der Vollversammlung mit zwölf Stimmen gegen die beiden Stimmen Rußlands und der Tschechoslowakei gefaßt worden. Den Antrag hatten die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Australien eingebracht. In der Entschließung hieß es, Bemühungen, die Sowjetunion dazu zu bewegen, in die Ernennung einer international humanitären Körperschaft einzuwilligen zur Prüfung, wieweit die Kriegsgefangenen heimgeführt seien, hätten zu keinem Erfolg geführt. Die Regierungen hofften, die Versammlung werde Mittel finden, um die Rückführung „aller jetzt lebenden“ deutschen und japanischen Kriegsgefangenen zu erreichen. Der russische Chefdelegierte, Jakob Malik, hatte dazu erklärt, die Kriegsgefangenenfrage sei „nicht existent“, denn alle Kriegsgefangenen seien zprückgekehrt.

Daß dies nicht der Fall ist, beweist ein Memorandum der Bundesregierung, das der Vollversammlung zugeleitet worden ist. Es enthält die Zahl der deutschen Kriegsgefangenen, die zu irgendeiner Zeit von Sowjetrußland aus mit ihrer Heimat in Verbindung gestanden haben und noch immer zurückgehalten werden. Die genaue Zahl wird erst durch die Bundestagsabgeordneten Dr. Gerstenmaier und Wehner auf der nächsten Vollversammlung der Vereinten Nationen bekanntgegeben werden. Obwohl Pfarrer Mertens, der zuständige Sachbearbeiter der Bundesregierung, annimmt, eine Million Deutscher sei in sowjetischer Kriegsgefangenschaft an Hunger, Entkräftung und Seuchen gestorben (amerikanische Schätzungen sprechen von 1,5 Millionen), dürfte jetzt schon feststehen, daß die Zahl der Zurückgehaltenen ein Vielfaches der dreizehntausend Mann beträgt, die wegen angeblicher Kriegsverbrechen in Haft gehalten werden.

Der Anwalt der Gefangenen Die Vereinten Nationen wollen nicht, wie die Russen behaupten, die Frage der Kriegsgefangenen propagandistisch auswerten. Es geht ihnen um eine sachliche Aufklärung- Dies beweist die Berufung von zwei deutschen Bundestagsabgeordneten nach Lake Success, die als Sachverständige in dieser Frage gelten.

Der Anwalt der Kriegsgefangenen wird eine Negerin sein. Frau Edith Sampson,

die als Juristin und soziale Vorkämpferin in Amerika einen guten Namen hat. Sie gehört dieses Jahr zum ersten Male der amerikanischen Delegation bei den Vereinten Nationen an. Frau Edith Sampson will, wie sie betont hat, in eines der dunkelsten Kapitel der Nachkriegsgeschichte etwas Klarheit bringen. Sie sagt, sie gebe sich keinen Illusionen hin und wisse genau, es werde schwer sein, viel zu erreichen, aber sie sei doch der Meinung, ihr Vorstoß werde nicht ganz vergeblich sein. „Die ganze Welt, einschließlich der Sowjetunion, soll wissen, daß die deutschen Kriegsgefangenen in Rußland nicht vergessen und aufgegeben sind, sondern daß wir, die amerikanische Regierung, uns für sie einsetzen. Wenn es uns gelingt, die große Staatengemeinschaft der Vereinten Nationen und die öffentliche Meinung der Welt zu mobilisieren, dann wird dieser moralische Druck den Kreml nicht gänzlich gleichgültig lassen. Und auch die deutsche Oeffentlichkeit wird erkennen, daß sie in dieser erschütternden Frage nicht allein und verlassen dasteht, sondern daß die amerikanische Regierung sich ihrer anzunehmen gedenkt “

Diese warmherzigen Worte einer Frau geben uns die Gewähr dafür, die Frage der deutschen Kriegsgefangenen wird von den Vereinten Nationen nicht so obenhin behandelt und dann zu den Akten gelegt werden. Besonders die Amerikaner haben ja heute ein Interesse daran, daß die Regeln der Haager und der Genfer Abmachungen über die Behandlung der Kriegsgefangenen gewahrt werden und daß Ueberprüfungen durch das internationale Rote Kreuz gestattet werden. In Korea sind nicht wenige Amerikaner in Kriegsgefangenschaft geraten und gehen, soweit sie nicht ermordet wurden, einem sehr ungewissen Schicksal entgegen.

Nordkoreaner für Deutsche Vor einiger Zeit ist die Frage aufgetaucht, ob man die Amerikaner nicht veranlassen könne, ihre nordkoreanischen Gefangenen nur dann freizugeben, wenn gleichzeitig die zurückgehaltenen deutschen Kriegsgefangenen in die Heimat entlassen würden. Dieser Gedanke ist auf den ersten Eindruck bestechend. Die Zahl der nordkoreanischen Gefangene^ wird zur Zeit auf etwa 110 000 geschätzt. Bis zur endgültigen Besetzung Nordkoreas dürfte sie sich vielleicht auf 150 000 erhöhen. Wenn man aber bedenkt, wie skrupellos der Kreml Nordkorea abgeschrieben hat, als der Angriffskrieg über den 38. Breitengrad hinweg eine völlige Niederlage der nordkoreanischen Streitkräfte nach sich zog, wird man diese Hoffnung fallen lassen müssen. Was gelten dem Russen hunderttausend Nordkoreaner?

Die Deutschen und Japaner, die sich noch in ihrer Hand befinden® sind ihnen weit wertvoller, denn viele von ihnen müssen, wie inzwischen festgestellt worden ist, als Speziatinstrukteure in der russischen Armee tätig sein. Andere, es wird hier die Zahl von über 75 000 genannt, sind als „Fremdarbeiter“ eingebürgert worden, weil man ihre Fachkenntnisse benötigt.

Ein deutscher Student, der mit einer Hochschul-Gruppe der Freien Deutschen Jugend einer Einladung zu einem dreiwöchigen Besuch in die Ostzone gefolgt war, berichtet darüber in der „Neuen Zeitung“ in einem Briefe an die Redaktion. Er schreibt, als er während einer Diskussion den Leipziger Philosophie-Professor Bloch gefragt habe, Wie sich die immer wieder gepriesene große Freundschaft der Sowjetunion mit der Zurückhaltung der Kriegsgefangenen vereinbaren lasse, sei ihm von dem Professor wütend entgegnet worden: „Und wenn es drei Millionen sind, es muß für sie eine Ehre sein, das von ihnen zerstörte Land wieder aufzubauen.“ Wenn ein „deutscher“ Professor an einer Hochschule der Sowjetzone diese Auffassung vertritt, dann kann man sich nicht darüber wundern, wenn die Russen erst recht dieser Meinung sind.

Wie soll Klarheit über das Schicksal der vermißten deutschen Kriegsgefangenen geschaffen, wie soll die Rückkehr der noch Lebenden erreicht werden? Die Vereinten Nationen werden zweifellos eine eingehende Untersuchung der Kriegsgefangenenfrage verlangen. Wird Rußland diesmal mehr Entgegenkommen zeigen als der Forderung der Westmächte gegenüber? Wir hoffen es, aber wir sind nicht frei von bedrückenden Zweifeln. Selbst wenn der Kreml in eine Untersuchung einwilligte, die Russen sind Meister in Verschleppungs-Methoden und haben, gerade was die Kriegsgefangenen anbetrifft, schon mehrfach ihr Wort nicht gehalten.

Dennoch dürfen wir nicht ablassen, das Gewissen der Welt wachzuhalten, und dürfen nicht ruhen, bis endlich über den Verbleib unserer Kriegsgefangenen Klarheit geschaffen ist, bis die letzten in die Heimat zurückgekehrt sind, die sie nicht vergißt.

Banernschläne

O Der sprichwörtlichen Bauernschlauheit, einerlei ob ihre Träger auf dem Dorfe oder in der Stadt wohnen, kann auch die raffinierteste politische Propaganda nichts oder nur wenig anhaben. Diese Männer machen sich auf alles, was ihnen gesagt wird, ihren eigenen Vers; sie lassen sich nicht für dumm verkaufen und wissen, daß zweimal zwei immer vier bleibt, auch wenn Propheten auf treten, die eine andere Auffassung verkünden. Falls Reden, Lachen oder sogar Lächeln gefährlich sind, weil daraus die Opposition deutlich werden kann, gehen sie mit ruhiger Miene ihres Weges und verraten nichts von ihrer wahren Gesinnung.

Wenn aber einer dieser Männer in seiner politischen Schulung bereits solche Fortschritte gemacht hat, daß er in einem schwierigen Augenblick so „einfältig wie eine Taube und so klug wie eine Schlange“ zur Täuschung der Funktionäre und zur Freude der Leidensgenossen reden kann, dann hat er schon einen hohen Grad der politischen Reife erlangt. In einer Bauernversammlung in Sachsen drohte dieser Tage nach einem Bericht des West-Berliner „Telegraf“ ein Referent der Sozialistischen Einheitspartei, daß jeder, der sein Ablieferungs-Soll nicht erfülle, als „Saboteur“ nach Sibirien verschickt werde. Darauf erklärte ein Bauer, er kenne S'bir’en von vielen Filmen her und wisse, daß dort das Paradies auf Erden sei. Für Saboteure sei das keine Strafe; er schlage daher vor, die Saboteure nach Westdeutschland zu schicken und sie dort verhungern zu lassen.

Klug, nicht wahr? Da die Versammlung mit einer begeisterten Zustimmungserklärung der Bauern geendet haben soll, muß man annehmen, daß alle den Vorschlag begriffen hatten. Ob dies auch für den Referenten zutrifft, entzieht sich unserer Kenntnis

Oft-Berliner Sirenenklänge

Berlin, 25. Oktober. (AP.) Auf einer Kundgebung der „Nationalen Front“ in Ost-Berlin erklärte der Staatssekretär im sowjetzonalen Außenministerium, Ackermann, die Regierung der Sowjetzone sei jederzeit zu Beratungen über die Bildung eines gesamtdeutschen konstituierenden Rates bereit.

Acheson macht Moskaun Gegenvorschläge

Der amerikanische Außenminister fordert von Rußland Beweise des guten Willens

Washington, 25. Oktober. (BBC/HR) Der amerikanische Außenminister Acheson forderte auf seiner Pressekonferenz die Sowjetunion auf, folgende Maßnahmen in Deutschland zu treffen, um ihre Aufrichtigkeit zu beweisen: die ostdeutsche Armee aufzulösen, die Beschränkungen für den innerdeutschen Handel abzuschaffen und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Deutschland zu ermöglichen. Acheson nahm zu den Prager Vorschlägen für die Zukunft Deutschlands Stellung, die nach der Zusammenkunft Molotows mit den Außenministern des Sowjetblocks in der vorigen Woche veröffentlicht wurden.

Acheson sagte, die Zeit sei lange vorüber, da die Welt sich von allgemeinen Phrasen der Sowjetunion über die deutsche Einheit in Frieden und die Abrüstung erschüttern lasse. Der Westen werde stets greifbare Beweise dafür begrüßen, daß sich die Absichten der Sowjetunion geändert hätten. Die Prager Vorschläge gäben keinen Beweis dafür. Zu dem kommunistischen Vorschlag, einen gesamtdeutschen Rat zu errichten, in dem Ost- und Westdeutschland gleichmäßig vertreten sein sollten, erklärte Acheson, der Gedanke, daß 18 Millionen unterdrückte Deutsche im Osten die gleiche Vertretung erhalten sollten wie die 47 Millionen freien Deutschen im Westen, verletze die elementarsten Regeln der Demokratie. Die USA hätten der Sowjetunion wiederholt einen Plan für freie Wahlen in ganz Deutschland unter Kontrolle der Alliierten vorgeschlagen. Nur auf diese Weise könne eine deutsche Regierung geschaffen werden, die die Mehrheit vertrete. Acheson sagte, es könne keinen Friedensvertrag mit ganz Deutschland geben, bevor es keine deutsche Regierung gebe, mit der man einen Friede^svertrag schließen könne. Acheson nahm sodann zu dem kommunistischen Vorschlag Stellung, die Westmächte sollten eine Erklärung veröffentlichen, daß sie keine Wiederaufrüstung Deutschlands zulassen würden.

Acheson erklärte, Westdeutschland sei heute völlig entwaffnet, weil die Westmächte ihren Teil des Potsdamer Abkommens erfüllt hätten. Acheson erklärte wörtlich: „Wir wünschen, daß solchen Drohungen ein Ende gesetzt wird, wie sie der Kommunist Ulbricht am 3. August ausstieß, als er erklärte, die Regierung der deutschen Bundesrepublik werde das gleiche Schicksal ereilen, wie die Republik Korea. Wir wollen endlich Taten sehen. Wir wünschen die Auflösung der bedrohlichen ostdeutschen Armee“.

Die Vereinigten Staaten werden auch weiterhin alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Entlassung dieser Kriegsgefangenen zu erreichen.“ Acheson begrüßte sodann die Initiative der französischen Regierung zur Aufstellung einer europäisehen Armee. Dieser Vorschlag verdiene eine eingehende Prüfung. Er bedeute eine weitere Annäherung an * das Ziel, die europäischen Nationen innerhalb der nordatlantischen Gemeinschaft näher zusammenzuschließen.

Der französische Plan mache es notwendiger denn je, den Schumanplan zu verwirklichen. In diesem Zusammenhang wies Acheson nachdrücklichst darauf hin, daß das Wiederaufrüstungsprogramm unter keinen Umständen den Schumanplan ersetzen solle. Die amerikanische Regierung hoffe vielmehr, daß der Plan zur Vereinigung der europäischen Kohle- und Stahlindustrie bald verwirklicht werde.

Spaltung in Oesterreich?

Der Polizeikrieg führt zu einschneidenden Konsequenzen

Wien, 25. Oktober. (AP.) Der drohende Schatten einer Spaltung hängt über Oesterreich. Der Wiener „Polizeikrieg“ hat Formen angenommen, die stark an die Vorgänge erinnern, die 1948 zur Ost-West-Spaltung in Berlin geführt haben.

Die kommunistischen Blätter des Landes sprachen diese Drohung am Mittwoch unmißverständlich aus. Die „Volksstimme“ behauptete, die Westalliierten seien „auf amerikanischen Befehl“ dabei, eine „gegen das österreichische Volk gerichtete Polizeitruppe aufzubauen“. Wenn der „Befehl“ zu weit gehe, würde nicht nur die Sicherheit Oesterreichs, sondern auch seine Einheit bedroht werden.

Die von der österreichischen Regierung suspendierten Polizeichefs im sowjetischen Sektor Wiens hatten am Mittwochmorgen ihre Büros noch nicht verlassen. Sie arbeiteten entgegen den Regierungsanordnungen mit sowjetischer Einwilligung und Unterstützung weiter. Die Untergebenen der betreffenden Polizeioffiziere erhielten den Befehl, nur den Anordnungen dieser Offiziere Folge zu leisten. Nach Berichten aus dem Polizeipräsidium haben sich jedoch einige Polizisten in den betreffenden fünf Bezirken geweigert, Anordnungen der kommunistischen Chefs entgegenzunehmen.

Der Wiener „Abend“, ebenfalls kommunistisch, forderte, den Ablösupgsbefehl der Regierung zurückzuziehen. „Wenn Oesterreich ein legaler Staat bleiben will, müssen die Entlassungen zurückgenommen werden“, schreibt das Blatt.

In der Zwischenzeit sind dem neuen amerikanischen Oberkommissar für Oesterreich, Donnelly, ausführliche Berichte über die Situation zugegangen. Es wird erwartet, daß er dazu auf seiner ersten Pressekonferenz Stellung nehmen wird.

Polnische Kirchenangriffe

Warschau, 25. Oktober, (dpa) Das der polnischen Regierung unterstehende Amt für die religiösen Bekenntnisse hat den katholischen Kirchenbehörden in Polen vorgeworfen, antipolnischen Elementen und den Kräften der Aggression und der Kriegshetze in die Hände zu spielen. Die polnische Regierung beabsichtige nicht, den gegenwärtigen Zustand länger zu dulden.

Malik einverstanden

Neuyork, 25. Oktober, (dpa) Der sowjetische Delegierte bei den Vereinten Nationen, Malik, erklärte in Neuyork, er sei mit dem Vorschlag Trumans einverstanden, den Atomenergie-Ausschuß der Vereinten Nationen und den Ausschuß für herkömmliche Rüstungen zusammenzulegen, damit ein Abrüstungsprogramm aufgestellt werden kann.

Anstrengungen in engem Rahmen

Bonner Meinung zur Grenze der Sicherheitsverpflichtungen

Bonn, 25. Oktober, (dpa) Die amerikanischen Finanzmaßnahmen für den Ausbau der Sicherheit werden von Kreisen der Bundesregierung mit großem Interesse verfolgt. Bundesfinanzminister Schaeffer hat sich vom amerikanischen Finanzberater der Oberkommission eingehend unterrichten lassen. Danach sollen Steuererhöhungen die Einnahmen des laufenden Steuerjahres in den Vereinigten Staaten um etwa 4,5 Milliarden Dollar auf 42 Milliarden Dollar erhöhen.

In Kreisen der Bundesregierung wird bemerkt, daß die Bundesrepublik sich nicht den zu erwartenden Verpflichtungen entziehen wolle, die aus einem Beitrag zur Sicherung der westlichen Welt entstehen. Es müsse aber darauf hingewiesen werden, daß diesen zusätzlichen Leistungen ein enger Rahmen gezogen ist. Nichts würde die Gegner der Demokratie stärker begünstigen und damit die Sicherheit mehr in Frage stellen als soziale Unzufriedenheit. Die zusätzlichen Verpflichtungen der Bundesrepublik würden deshalb weitgehend durch erhebliche Einsparungen gedeckt werden müssen, die im Zusammenhang mit der Umwandlung der Besatzungsmacht in eine Schutzmacht möglich seien.

Soweit es der enge Rahmen zulasse, werde auch die Bundesregierung eigene Anstrengungen, die über die bisherige Besatzungslast hinausgehen, für die gemeinsame Sicherheit des Westens unternehmen.

Amerikanische Wirtschaftssachverständige in Frankfurt erwarten, daß sich in absehbarer Zeit auch die Bundesrepublik an die internationalen Abmachungen über die Produktionsbestimmungen für kriegswichtige Materialien anpasse. Das solle keinesfalls eine Abkehr von der Politik der freien Marktwirtschaft bedeuten.

Neue Polizeibesprechungen

Bonn, 25. Oktober, (dpa) Eine entscheidende Konferenz über die künftige Länderschutzpolizei wird für Freitag erwartet. Aus Kreisen der Bundesregierung verlautet, daß die Länderchefs und die Länderinnenminister mit dem Bundeskanzler, dem Bundesinnenminister und dem Bundesfinanzminister zusammenkommen werden. Es geht dabei um den Einfluß des Bundes auf die Schutzpolizei und deren zahlenmäßige Stärke überhaupt.

Kein positiver Beitrag

Die Meinung Schumachers

Bonn, 25. Oktober, (dpa) Der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei, Dr. Schumacher, erklärte, die französischen Vorschläge über die Einbeziehung deutscher Einheiten in eine europäische Armee seien durchaus negativ. Sie bedeuteten keinen Beitrag zum europäischen Gedanken und damit auch keinen Beitrag zur europäischen Verteidigung.

Stimmen der Anderen

Frankreichs Rüstungsplan

Ein großer Teil der Schweizer Presse zweifelt an der schnellen Durchführbarkeit des Pariser Projektes. Die Züricher „Tat“ schreibt:

„Schon In den gegenwärtig sichtbaren Umrissen des Planes sind mehrere wunde Punkte ersichtlich, unter anderem die Annahme, daß Westdeutschland einfach Truppeneinheiten zu stellen hätte, von deren Organisation und Führung es ausgeschlossen bliebe. Eine solche Annahme mag für französische Abgeordnete beruhigend sein und es der Regierung erleichtern, heil durch eine lebensgefährliche Parlamentsdebatte zu kommen, aber sehr realistisch ist sie nicht. Es scheint sich hier vorerst eher um einen Kompromiß auf der Ebene der französischen Nationalpolitik als um eine internationale Lösung zu handeln. Aber daß die einzige für Frankreich annehmbare Lösung in der Richtung dieser Föderativorganisattonsformen liegt, wird das wichtigste Ergebnis sein in der von Aengsten, Ressentiments und beleidigtem Nationalstolz getrübten französischen Diskussion über die künftige Rolle Deutschlands in der westlichen Verteidigung. In London bat man die französischen Vorschläge mit rein platonischem Interess'e zur Kenntnis genommen. Ein Militärexperte nannte sie eine geniale diplomatische Formel zur Verhinderung prompter Maßnahmen für die effektive europäische Verteidigung.“

Der Berner „Bund“ meint: „Man muß feststellen, daß diese neuen französischen Pläne zuerst einmal im Verzicht auf die noch bis November letzten Jahres vertretene Ansicht bestehen, daß eine deutsche Wiederaufrüstung niemals in Betracht kommen dürfe. Sie stellen aber auch eine Aufgabe der noch letzte Woche vom Sprecher des Quai d'Orsay vertretenen Ansicht dar, daß eine Aufstellung deutscher Divisionen erst dann in Frage kommen könnte, wenn die atlantische Streitmacht bereits gebildet und vor allem Frankreich wieder aufgerüstet sei. Allerdings kann man bezweifeln, ob die Amerikaner die französischen Vorschläge annehmen würden. Washington hat es mit der Aufstellung deutscher Divisionen sehr eilig und Frankreichs Vorschlag kann, wenn überhaupt, keinesfalls von heute auf morgen verwirklicht werden Es fehlen dazu die wichtigsten Grundbedingungen, das heißt, es besteht noch keine europäische Autorität.“

Muong Khuong geräumt

Saigon, 25. Oktober, (dpa) Die französischen Streitkräfte in Indochina haben den Grenzposten Muong Khuong geräumt, teilte ein französischer Sprecher am Mittwoch in Saigon mit. Muong Khuong liegt im Nordwesten von Laos und ist etwa 150 Kilometer von der thailändischen Grenze entfernt.

In wenigen Zeilen

Dr. Rosenblüth teilte mit. er wäre nicht in der Lage, eine neue israelitische Regierung zu bilden.

Die Kommunisten In den Vereinigten Staaten haben es abgelehnt, sich innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen 30 Tage registrieren zu lassen.

Agenten von Scotland Yard durchsuchten die Wohnung des verschwundenen Atomforschers Pontecorvo in der Nähe von Oxford in England.

Der Münchener Polizeipräsident Pitzer, der unlängst in einen großen Goldschieberprozeß verwickelt war, wurde pensioniert.

Der deutsche Industrie- und Handels¬ tag forderte die beschleunigte Bildung eines Verwaltungsrates für die Bundespost.

Bundeskanzler Dr. Adenauer wird noch vor Jahresende zu einem offiziellen Besuch nach Rom fahren.

Die Oberkommission ist mit der Errichtung deutscher Reisebüros in sechs westeuropäischen Ländern einverstanden.

Im Bundesarbeitsministerium wurde ein deutsch-schweizerisches Sozialversicherungsabkommen unterzeichnet.

Die Flugabwehr der britischen Rheinarmee soll verstärkt werden.

Für die neuen Aufrüstungsmaßnahmen wird Holland einen zusätzlichen Betrag von 150 Millionen Gulden ausgeben.

Bei einem Strebenbruch auf der Schachtanlage „Minister Stein“ in Dortmund kamen drei Bergleute ums Leben.

Die kurzfristige Verschuldung der Bundesregierung beträgt 1,4 Milliarde.! Mark.

Hölle wo ist Dein Sieg ?

ROMAN VON RACHEL FIELD

Erstabdruck Alle Rechte beim Wolfgang-Krüger-Verlag, Hamburg

47) Henriette nahm auf dem rückwärtigen Sitz Platz, Isabella neben sich und Louise gegenüber, und sah auf und reichte die Hand zum Abschied. Aber der Herzog beugte sich nicht zu ihnen herunter, um Lebewohl zu sagen und um noch Ratschläge für den letzten Teil ihrer Reise zu geben, sondern sprang selbst in das Boot und setzte sich auf den leeren Vordersitz, während die Matrosen sich in die Riemen legten. „Oh, Papa!“ riefen seine Töchter wie aus einem Munde, mit vor Ueberraschung und Freude hellen Stimmen. „Du wirst uns doch begleiten, anstatt wieder nach Paris zurückzukehren? Wie schön, und wie Großvater sich wundern wird! Wann hast du dich anders besonnen?“

„Eben jetzt erst.“ Henriette vernahm seine Stin^pe, obwohl sie sein Gesicht nicht mehr sehen konnte, da die Dunkelheit alles umfangen hielt. „Oder — um genauer zu sagen — vor einer Minute!“ Er lachte plötzlich auf wie ein Junge, der seinem Lehrer weggelaufen ist.

„Wenn das Heck irgend etwas dagegen einzuwenden haben sollte“, rief er — und aus seinen Worten klang eine Herausforderung, die Henriette nur auf sich beziehen konnte — „dann möchte ich das gleich wissen; denn noch habe ich die Möglichkeit zurückzuschwimmen.“

Aber das einzige Geräusch, das ihm antwortete, war das Quietschen und

Knarren der Ruder. Das Heck hatte keine Einwände zu machen.

VIERZEHNTES KAPITEL

Wie der Herzog seinem Schwiegervater seine Anwesenheit und das Wegbleiben seiner Frau erklärte, erfuhr Henriette nie. Der alte Herr ließ sich auch ihr gegenüber nie darüber aus; jedenfalls schien das Einvernehmen zwischen ihm und seinem Schwiegersohn besser als sonst zu sein, wenn sie auch nach wie vor recht förmlich miteinander umgingen. Während der einen Woche seines Aufenthaltes in Olmeto fand Henriette wenig Gelegenheit, mit dem Herzog allein zu sprechen. Da das Wetter ungewöhnlich schön war, verbrachte man den Tag meist im Freien mit Segeltouren und Picknicks in den Bergen, an denen die Kinder ihren besonderen Spaß hatten. Am Nachmittag seiner Abreise jedoch blieb Henriette allein mit ihm zu Hause, während der Marschall seinen Enkelkindern seine Weinterrassen zeigte, die sein ganzer Stolz waren.

Sie saßen in einer kleinen Laube, vor sich das tiefe Blau des Mittelmeers, und den seltsam geformten Schatten, den die Feigenblätter im starken Sonnenlicht warfen, auf ihren Gesichtern.

„Wie blau das Meer ist!“ sagte sie, wie es jeden Tag wohl an die zwanzigmal von allen gesagt wurde. „Von hier aus gesehen, erscheint es gar nicht so flach, eher wie ein Vorhang, der zwischen uns “

„Zwischen uns und was hängt?“ griff der Herzog, der seine Augen in dem flimmernden Licht halb geschlossen hielt, ihre Worte auf.

„Ich weiß nicht, Monsieur“, antwortet« sie. „Aber morgen werden Sie abreisen, und dann wird es Ihnen ganz flach und verändert vorkommen.“

„Flach, ja.“ Er sprach abwesend und wandte seine Augen vom Meer ab, um sie anzusehen. „Das ist mein Leben oft, und daß ich so viel mein Eigen nennen darf, ändert daran nichts. Kennen Sie dieses Gefühl?“

„Nein, Monsieur!“ Die Locken flogen ihr ums Gesicht, als sie ihren Kopf schüttelte. „Das Leben verwirrt mich wohl häufig, aber als flach habe ich es nie empfunden. Ich habe immer das Gefühl, daß die Zukunft noch etwas für mich bereithält, das mich jederzeit überraschen kann.“

„Ach, Mademoiselle Deluzy“, sagte er still. „Ihr Lebensmut ist ansteckend. Wenn ich mit Ihnen zusammen bin, kehrt auch meine Freude am Leben zurück. Ich beneide Sie um diese Gabe. Möge sie Ihnen niemals verlorengehen.“

Sie wußte, es blieb ihr nicht erspart, ihm von weniger angenehmen Dingen zu sprechen. Wenn sie jetzt nicht die Gelegenheit wahrnahm, würde sich ihr bis morgen vielleicht keine mehr bieten.

„Monsieur, es tut mir leid, daß ich Ihnen Ihre Ferienstimmung zerstören muß“, begann sie. Er blickte sie fragend an, und sie fuhr zögernd fort: „Es war so schön, daß wir Sie hier haben durften, und ich habe versucht, nicht an — an die Rechenschaft zu denken, die Sie und auch ich Ihrer Frau ablegen müssen. Ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, daß Sie — daß wir es teuer bezahlen müssen, daß Sie uns hierher begleiteten und sie zurückließen.“

„Ich muß die Rechnung immer begleichen.“ Er sprach gelassen, aber zwischen seine Brauen trat eine Falte. „Meistens muß ich das am teuersten bezahlen, was ich niemals bekommen habe. Ich bin hier diese paar Tage glücklich gewesen, so daß ich mir auf dieser Rechnung wenigstens etwas gutschreiben kann.“ „Aber, Monsieur, es war ja auch Wahnsinn von Ihnen, hierherzukommen. Das sagten mir schon die Blicke der Dienstboten auf der Fahrt hierher, und wenn wir zurückkehren, werden ihre Zungen noch deutlicher sprechen.“

„Und Sie machen sich etwas daraus, was Dienstboten sprechen?“

„Nein“, antwortete sie. „Das macht mir nichts aus. Aber damit hört es ja nicht auf. Früher habe ich immer geglaubt, daß es gleichgültig wäre, was die Leute über einen denken und reden, solange man ein reines Gewissen hat; aber nun bin ich dessen nicht mehr so sicher. Und nach der Skandalnotiz in der Zeitung letzten Winter — Monsieur, Sie müssen doch wissen, was von uns behauptet wird?“

„Ja.“ Er strich sich mit der Hand müde über die Augen. „Ja, ich weiß. Aber solche häßlichen Worte können uns nichts anhaben, wenn wir nur wissen, daß sie nicht wahr sind. Und überdies“ — fuhr er in einem gleichgültigen Tone fort — „dieses Hintertreppenblatt lebt ja nur von Lügen. Das weiß jeder. Es ist sogar berüchtigt für seine hinterhältige Agitation gegen den Adel. Ich möchte fast glauben —“ er lächelte verbissen, „daß einige von Ihren Republikanern dahinterstecken.“

„Das mag sein, aber lassen wir die Republikaner aus dem Spiel; Klatsch bleibt Klatsch, und ist einmal der Stein ins Rollen gebracht, ist das Ende nicht abzusehen. Er rollt und rollt weiter und reißt immer mehr Geröll mit sich, und schließlich steht es nicht mehr in unserer Macht, ihn-aufzuhalten.“

Die Stimmen der Kinder klangen jetzt näher. Bald würde die ganze Schar wieder da sein und in ihre Laube einbrechen. „Hören Sie mich an“, sagte er. „Es hat schon mehr als einen Sturm gegeben, und wir haben sie doch alle überstanden, nicht wahr? Nun gut, wir werden auch diesen überstehen, wenn er über uns hereinbricht. Ich fahre morgen nach Paris, und Sie wissen, was das heißt — Verdächtigungen, Vorwürfe und Eifersuchtsszenen. In den fünf Jahren, die Sie bei uns sind, haben Sie ja das alles zur Genüge kennengelemt. Und diese Briefe! Mein Gott, jedesmal, wenn ich nach Hause komme, finde ich einen auf meinem Schreibtisch oder unter meiner Tür. Manchmal sind sie noch naß von ihren Tränenströmen, und manchmal s\e wie die wirren Ausbrüche einer Wahnsinnigen. Aber ganz einerlei, welches von. beiden — sie sind alle gleich: fordernd, fordernd, was ich nicht länger zu geben vermag. Wenn ich eines Tages meinen Verstand verlieren sollte und man mich in die Zwangsjacke steckt, dann wissen Sie, daß das Wortgekritzel auf blauem Papier mich zum Äußersten getrieben hat.“

Er war aufgestanden, und sein Atem kam in schnellen, mühseligen Stößen zwischen seinen Worten. Sonst war er immer so zurückhaltend und beherrscht m allem, was er sagte, daß sie sich vor der Veränderung, die über ihn gekommen war, fast fürchtete. Bevor sie sich zu einer Erwiderung sammeln konnte eilte er mit großen Schritten hinaus in den Sonnenschein, um die Zurückkehrenden zu begrüßen. (Fortsetzung folgt.)

Kampf um Wagner

Wiesbaden, 25. Oktober. (Eigener Bericht.) Am Mittwochnachmittag wurde im hessischen Parlamentsgebäude bekannt, der Vorsitzende des Südhessischen Bezirksvorstandes der SPD, Willi Knothe, habe Ministerpräsident Christian Stock, Landtagspräsident Witte und die sozialdemokratische Landtagsfraktion „unter Einschreiben“ wissen lassen, daß der Minister für Arbeit, Landwirtschaft und Wirtschaft, Albert Wagner, aus der Partei ausgeschlossen worden sei.

Wie wir hierzu ergänzend hören konnten, wird der gesamte Fraktionsvorstand, der auch von dem nordhessischen Bezirksvorstand der Sozialdemokratischen Partei unterstützt wird, im Laufe des Donnerstags bei dem 1. Parteivorsitzenden, Dr. Schumacher, und dessen Stellvertreter, Erich Ollenhauer, in Bonn vorstellig werden und schärfsten Protest gegen diesen Beschluß erheben.

Minister Wagner war bis zum Mittwoch offiziell von dem Beschluß des Bezirksvorstandes nicht unterrichtet.

Niemller reist nach England

Eine Erklärung des Landesbischofs Meiser

epd. Wiesbaden, 25. Oktober. Die „Bewegung für Welt-Evangelisation" hat den hessischen Kirchenpräsidenten D. Niemöller eingeladen, in der Zeit vom 11. bis 21. November in Wales an mehreren Zusammenkünften teilzunehmen. Ferner hat die bekannte englische Methodistenschule „Cliff-College“ bei Sheffield D. Niemöller eingeladen, auf einem großen Pfingsttreffen im nächsten Jahr zu sprechen.

Die Evangelische Landeskirche in Bayern ist von den Erklärungen Niemöllers zur politischen Lage abgerückt. In einer Verlautbarung, die von Landesbischof Meiser unterzeichnet ist, heißt es, die Aeußerungen Pastor Niemöllers seien nicht im Auftrag und im Sinne der Evangelischen Kirche geschehen. Die Kirche könne den Christen weder die Entscheidung in politischen Fragen nehmen, noch dürfe sie im Namen des Evangeliums politische Entscheidungen aufzwingen.

Die Synode der Evangelischen Landeskirche in Hannover beschloß am Dienstag, einen Ausschuß einzusetzen, der die Erklärungen Pastor Niemöllers prüfen soll.

Ministerpräsident Stock, dessen Gesundheitszustand sich in den letzten Tagen wieder verschlechtert hat, wird voraussichtlich bei den in Kürze beginnenden Wahlversammlungen seines Wahlkreises durch Staatssekretär Bach vertreten werden.

Tarifgehälter der Verlagsangestellten werden mit Wirkung vom 1. November in der Gehaltsgruppe A um acht Prozent und in den Gehaltsgruppen B bis D um sieben Prozent erhöht.

Schäffer sagte in Bonn aus

Die „Wahlschulden“ Donhausers nach der Hauptstadtwahl

Bonn, 25. Oktober. (AP.) Bundesfinanzminister Fritz Schäffer erklärte am Mittwoch vor dem Bonner Untersuchungsausschuß, daß er nach der Hauptstadtwahl zugestimmt hätte, dem damaligen Abgeordneten der Bayernpartei, Anton Donhauser, „Wahlschulden“ zu zahlen.

Er habe es als „menschlich selbstverständlich“ betrachtet, erklärte Schaffer, Donhauser etwas aus dem Rest eines Wahlfonds zu geben, der durch eine „allgemeine Sammlung unter Wirtschaftsverbänden“ aufgebracht worden sei, da Donhausers eigene Partei nicht für ihn aufgekommen sei. Schäffer fugte hmzu, er habe zwar angenommen daß Donhauser für Bonn gestimmt habe, hatte aber auch im gegenteiligen Fall nicht anders gehandelt.

Das Geld sei für bedeutende Parteien ausgegeben worden, die eine bestimmte Einstellung zum Staat und zur Wntschaftsform gehabt hätten.

Zuvor hatte der Vorsitzende der Bayempartei, Abgeordneter Dr. Josef Baumgartner, ausgesagt, daß die* Industrie im August dieses Jahres für nichtmarxistische Parteien Gelder in Aussicht gestellt hätte. Der Bayernpartei hätte man zur Bedingung gemacht, mit den Christlich-Sozialen für die bayerischen Landtagswahlen eine Wahlgemeinschaft einzugehen und an bestimmten Orten nicht zu kandidieren. Außerdem hätte die Bayernpartei ihren Mißtrauensantrag gegen Bundesfinanzminister Schäffer zurückziehen sollen. Baumgartner betonte, er habe dieses Ansinnen abgelehnt. Schäffer erklärte hierzu, er habe von derartigen Plänen nichts gewußt.

Der Untersuchungsausschuß, dessen Protokolle nach zehn Sitzungen auf über 1000 Seiten angewachsen sind, hofft, in dieser Woche die Zeugenverhöre zu einem vorläufigen Abschluß zu bringen. In der nächsten Woche werde der Ausschuß nicht öffentlich tagen, sondern das vorliegende Material auswerten.

Wirtschaftsblatt

überwachte Forschung

Der Kreis der Menschen in Westdeutschland, der heute noch direkt oder indirekt unter alliierter Kontrolle arbeitet, ist in den Jahren nach dem Kriege immer kleiner geworden. Diese Erleichterung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß in Zentralinstanzen des wirtschaftlichen Lebens beste Kräfte die alliierte Aufsicht noch immer stark zu spüren bekommen. Kontrolle bedeutet immer eine Fessel für die Betroffenen, Freiheit aber einen Impuls für wirtschaftlichen und kulturellen Fortschritt. In der Vorstellungswelt des westlichen Menschen war die Grundlage allen Fortschritts, die wissenschaftliche Forschung, mit der Idee der Freiheit stets unlösbar verknüpft. In der deutschen Diktaturperiode stand die Forschung im Dienste der Politik. Richtung und Ziele waren ihr vorgeschrieben. Heute arbeitet die deutsche wirtschaftliche Forschung unter dem Verdikt „Verbot, Meldepflicht, Berichtspflicht“.

Das gilt zum mindesten für die Forschungsarbeit auf dem Gebiete der Chemie. Es stellt sich die Frage nach den Gründen, die für die Fortdauer der alliierten Kontrolle in der chemischen Forschung sprechen Politische Argumente haben kaum Gewicht. Solange die Besatzungsmächte im Lande stehen, dürfte es unmöglich sein, eine Kriegsindustrie aufzubauen. Außerdem erübrigt sich bei der bestehenden Produktionskontrolle die Aufsicht über die Forschung. Ist es also der Selbsterhaltungstrieb einer einmal eingerichteten Bürokratie, die übernommene Aufgabe unbegrenzt fortzuführen? Oder gibt es ein anderes Interesse, das die Fortdauer der Kontrolle zweckmäßig erscheinen läßt?

Das alliierte Gesetz unterscheidet die drei genannten Kontrollstufen: Verbot, Genehmigungspflicht, Berichtspflicht. Die erste Kontrolle bezieht sich auf Forschung für ausgesprochene militärische Zwecke. Dagegen hat niemand etwas einzuwenden. Es ist auch verständlich, daß manche Forschung, die am Rande des Militärischen liegt, einer Genehmigung bedarf. Hier kommt es allerdings sehr darauf an, daß man präzise, aber doch nicht zu kleinliche Normen aufstellt. Die paradoxe Tatsache, daß zum Beispiel ein Arzneimittel gegen Heuschnupfen genehmigungspflichtig* ist, beweist, wie schwer es ist, Kriegs- und Friedensforschung auseinanderzuhalten.

Die Berichtspflicht erstreckt sich aui die große Gruppe der weder ausgesprochen kriegswichtigen noch auch nur kriegsverdächtigen Forschung. Detaillierte Angaben über die Durchführung der einzelnen Versuche sind erforderlich. Warum gibt man nicht den deutschen Forschern dieselben Befugnisse, wie man sie dem deutschen Patentamt gegeben hat? Es ist nämlich in das Ermessen des Patentamtes gestellt, die Entscheidung zu treffen, ob eine Patentanmeldung in die Gruppe der genehmigungspflichtigen Forschung fällt und dementsprechend dem alliierten Sicherheitsamt vorzulegen ist oder nicht. Man sollte es auch der Forschung überlassen, sich über die mögliche Kriegswichtigkeit ihrer Arbeiten selbst ein Urteil zu bilden. Auf der Basis des Vertrauens sollte der deutschen Forschung im Interesse der gemeinsamen.Ziele im westlichen Kulturkreis freie Bahn gegeben werden.

Kartoffelpresse haben sich eingespielt

Am Schweinemarkt kündigen sich bei starkem Auftrieb niedrigere Preise an

Der freien Marktwirtschaft entsprechend haben Verbraucher und Erzeuger bei der Kartoffeleinkellerung zunächst ihre Kräfte gemessen. Der Käufer hielt etwas zurück, um in Anbetracht der guten Ernte eine niedrigere Preisbildung abzuwarten. Der Erzeuger erhoffte mit Beginn der kalten Witterung ein leichtes Anziehen der Preise. Nunmehr ergibt sich folgendes Bild.

Der Erzeuger auf dem Lande erhält etwa 3 bis 3,20 DM je 50 kg ab Hof oder Station. — Der Landhahdel und die Genossenschaften liefern frei Stadt etwa zum Preise von 3,50 bis 3,60 DM. — Der Großhandel liefert an die Ladengeschäfte zu 4,20 bis 4,30 DM. Der Kleinverkaufspreis beträgt etwa 5 Pfennig, bei 10 Pfund 4,5 Pfennig je Pfund. Handel und Erzeuger in Stadtnahe liefern frei Keller zu etwa 4,50 DM je 50 kg, bei besonders beliebten Sorten und bei bester Sortierung auch zu 4,70 bis 4,80 DM. — Diese Preise dürften in der nächsten Zeit keine wesentliche Veränderung erfahren. Der letzte Markt in Wiesbaden ließ bei einem stark erhöhten Auftrieb von 886 Schweinen — gegen 626 bei dem Vormarkt — und bei einer Zufuhr von 9,8 Tonnen Schweinefleisch aus Dänemark und Jugoslawien (voriger Markt 1100 Kg) einen erheblichen Rückgang der Schweinepreise erwarten. Da aber auch gleichzeitig offenbar infolge der industriellen günstigen Konjunktur eine erhöhte Nachfrage nach Schweinefleisch bestand, gingen die Preise in der als Durchschnitt zu wertenden B-Klasse von 142 bis 146 DM je 50 kg Lebendgewicht auf 138 bis 143 DM zurück. — Die Rinderpreise änderten sich nur unwesentlich. An Schweinen und Rinder verblieb ein geringer Ueberbestand. Ein Vergleich mit dem Markt vom 19. September in Wiesbaden ergibt, daß bei einem damals noch etwas niedrigeren Auftrieb von 793 Schweinen (gestern 886) und bei einer Anfuhr von 8,6 Tonnen Schweinefleisch der Preis in der B-Klasse 1,30 bis 1,40 DM je 0,5 kg betrug. Die heute größere Nachfrage scheint daher allein durch die bessere Beschäftigungslage (Erhöhung der Kaufkraft) bedingt zu sein. Auf dem Markt in Frankfurt war der Auftrieb von Schweinen von 3100 Stück in der Vorwoche auf 3900 Stück gestiegen. Die Preise in der höchsten Klasse stellten sich auf 1,30 bis 1,40 DM je 0,5 kg Lebendgewicht. Der Rückgang der Preise war hier wesentlich stärker als auf dem Markt in Wiesbaden. r

b. Die Industriekreditbank AG., Düssel-

dorf, legt ihrer Hauptversammlung am 7. November den Geschäftsbericht für die Zeit vom 1. April 1949 bis zum 31. März 1950 vor. Die Bank wurde am 29. März 1949 mit einem Grundkapital von 12 Mill. DM. das von 2760 Einzelzeichnern aus dem ganzen Bundesgebiet aufgebracht wurde, gegründet. Das Aufgabengebiet der Bank umfaßt die Gewährung von Krediten zur Förderung des Wiederaufbaus und der Ertragsfähigkeit der gewerblichen Wirtschaft. Wie der Geschäftsbericht zeigt, hat die Bank diese Aufgabe weitgehend erfüllt. Es wurden bis zum 30. September dieses Jahres 191,055 Mill. DM an langfristigen Krediten in 1504 Fällen gewährt und weitere 234,990 Mill. DM mittel- und langfristige Kredite in 1847 Fällen bewilligt. Die Laufzeit der mittel- bzw. langfristigen Kredite liegt in der Regel zwischen 5 bis 10 Jahren, wobei meist 1 bis 2 Freijahre gewährt werden. Neben den Zuweisungen aus dem Marshallplan erhielt die Bank aus dem Arbeitsbeschaffungsprogramm 50 Mill..DM zur Gewährung von Einzelkrediten bß 100 000 DM. Eine im September 49 aufgelegte 50-Mill.-DM-Anleihe erbrachte bis März 50 lediglich 1,665 Mill. DM. Die Bank unterhält Außenabteilungen in Frankfurt a. M., Hamburg, München, Karlsruhe und Bad Kreuznach.

In den fahlen über das erste Geschäftsjahr kommt der Aufbau der Industriekreditbank zum Ausdruck. Abschreibungen konnten nur beschränkt vorgenommen werden.

Textilverband berät Lohntarife

Der sozialpolitische Ausschuß der Landesvereinigung Hessen der deutschen Textilindustrie wird am Freitag in Bad Hersfeld über die von der Gewerkschaft Textil und Bekleidung geforderten Lohnerhöhungen beraten. Der Verband will zu einer endgültigen Beschlußfassung kommen. Die Gewerkschaft forderte eine Lohnerhöhung von 11 Prozent für alle Arbeitnehmer einschließlich der Akkordarbeiter.

20 Prozent Gehaltserhöhung

Tarifverhandlungen mit dem Verband der öffentlich rechtlichen Kreditanstalten konnten jetzt zum Abschluß gebracht werden. Rückwirkend werden die Gehaltssätze und allgemeinen Vorschriften des Tarifvertrages für das private Bankgewerbe jetzt auch auf die öffentlichrechtlichen Kreditanstalten angewandt. Das bedeutet für alle Beschäftigten der öffentlich rechtlichen Kreditanstalten eine Erhöhung der Tarifbezüge um durchschnittlich 20 Prozent.

Butter soll teurer werden

Hi. Der Saisonabschlag vom Butterpreis soll nach Meinung des Ernährungsausschusses des Bundestages fallen, womit der gesetzliche Festpreis von 5,20 DM je Kilogramm ab Molkerei, anstatt augenblicklich 4,80 DM wiederhergestellt würde.

Ruhrhütten haben 1 Mill, t Aufträge

(vwd) Die hohen Auftragsziffern, die die Eisen- und Stahlindustrie in den letzten Monaten zu verzeichnen hatte, werden nach Ansicht gut unterrichteter Kreise der Ruhrindustrie voraussichtlich auch im Oktober erreicht werden. Vom 1. bis 20. Oktober buchten die Ruhrhüttenwerke Auftragseingänge über 975 000 t, Walzwerkserzeugnisse mit einem Exportanteil von rund 105 000 Tonnen sowie über rund 270 000 Tonnen Halbzeug mit einem Exportanteil von 2000 Tonnen.

Bz Henningerbräu A. G. , Frankfurt a. M.

In der von 33 Aktionären besuchten HV. waren 3,618 Mill. RM (75 Prozent) Stamm-AK. angemeldet. Einstimmig genehmigt wurden Umstellung 1:1 und die DMEB (4,816 Mill. DM Grundkapital) sowie der verlängerte erste DM-Jahresabschluß (vom 21. 6. 1948 bis 31. 8. 1949). Aus 0,178 Mill. DM Ueberschuß gelangen auf 4,80 Mill. DM St. AK. 3 Prozent Dividende, auf die 0,016 Mill. DM Vorzugsaktien SW Prozent, weitere 5% Prozent Nachzahlung für die Zeit vom 1. 9. 1947 bis 20. 6. 1948 zur Ausschüttung.

Börsen und Märkte

Bz. Im allgemeinen war die Haltung an der Frankfurter Börse freundlicher. Eine Sonderbewegung hatten Heidelberger Berg- und Straßenbahn mit 95 (pl. 10). Hier wurden die günstigen DM-Abschlüsse mit je 6 Prozent Dividende auf Sta. und Vorz. A. K. befriedigend aufgenommen. Von Chemiewerten Metallges. 63,50, VDM 65,50 (je pl. 1,5). Auch einzelne Maschinenwerte stellten eich l/s bis 1 Prozent höher.

Freie Devisenkurse

Bz. Folgende freie Devisenkurse wurden am 25. Oktober 1950 in Frankfurt genannt; für den USA-Dollar 5,15 bis 5,25 DM, für das englische Pfund Sterling 12,50 bis 13,50 DM, für den Hollandgulden 1,15 bis 1,25 DM, für den Schweizer Franken 1,15 bis 1,25 DM, für die dänische Krone 0,48 bis 0,52 DM, für die schwedische Krone 0,72 bis 0,78 DM und für den österreichischen Schilling 0,14 bis 0,16 DM.

In den Berliner Wechselstuben sind für 1 DM-West 5 Ostmark gezahlt bzw. für 5 Ostmark 1 DM-West geboten worden.

Schlachtviehmarkt Darmstadt

Marktbericht vom 24. 10. 1950

Auftrieb: 106 Großvieh (41 Ochsen, 27 Kühe, 38 Färsen), 69 Kälber, 587 Schweine, 46 Hämmel. — Marktverlauf: Großv:eh und Schweine ruhig, Kälber flott, Hämmel rege. Ueberstand 5 Großvieh und 52 Schweine. — Fleischmarkt: 5 t Inlandfleisch und 7.2 t Importe (2,5 t dänisches Rindfleisch und 4,7 t franz. Schweine). — Preise: In Dpf. je 500 g Lebendgewicht: Ochsen aa 80—85. a 75—83. Kühe aa 70—80, a 58—64, b 54—62. Kühe c 45—57, Färsen aa 83—88, a 75—83. b 70—75. Kälber a 120— 130, b 118—125, c 95—105, d 60—95. Schweine Durchschnittspreis 140, a, bl, b 2 Fetischweine über Notiz 139—141. c 136—140, d 134—140, Hämmel a 55—60, b 45—52, Qualität: Großvieh mittel bis gut, Kälber mittel. Schweine und Hämmel gut.

Schau über den Zaun, Bauer!

Lehren aus einer Reise deutscher Bauern durch Amerika

Dank des Austauschprogrammes konnten westdeutsche Bauern auf einer zweimonatigen Amerikareise Erfahrungen über die amerikanische Landwirtschaft sammeln und Vergleiche anstellen, die der Bereicherung des bäuerlichen Panoramas dienen. Einen aufschlußreichen Bericht gab u. a. der Präsident des Hessischen Bauernverbandes Kurt Wittmer-Eigenbrodt, der an dieser Reise teilgenommen hat.

Deutsche Vielfalt nicht immer gut

Der weite Raum, auf dem die USA-Landwirtschaft sich entwickelt hat, ist freilich in Deutschland nicht vorhanden. Unsere Landwirtschaft ist historisch vorbelastet (Erbrecht, Code Napoleon). Das deutsche System der Erbteilung zerschlug den deutschen landwirtschaftlichen Besitz in unzählige kleine Eigentümer, die mit dem boshaften Wort von der Handtuchstreifen-Wirtschaft trefflich charakterisiert sind, die aber eine entschlossene Mechanisierung und Technisierung nicht zulassen. Wie Präsident Wittmer-Eigenbrodt ausführte, ist eine starke organisatorische Bindung auf freiwilliger Grundlage eine besondere Stärke der amerikanischen Landwirtschaft und in weit größerem Ausmaße durchgeführt als bei uns. Man sollte daraus lernen, Bei uns betrachten die Bauern die Genossenschaften als nicht elastisch genug und bevorzugen zum Teil private Unternehmungen. Noch immer ist es schwierig, in Deutschland bäuerliche Genossenschaften unter einen Hut zu bringen, gibt es doch kleinere Ortschaften, in denen drei Genossenschaften nebeneinander bestehen (Wein-Absatz-Genossenschaften); Andererseits aber ist die Weiträumigkeit der Spezialanbaugebiete in Amerika (Baumwolle, Obst-, Getreide-, Viehwirtschaft sind jeweils für riesige Landschaften typisch) die Voraussetzung für eine bessere Ausnutzung der Standorte.

Gute Schulen erhöhen berufliche Leistung

Dem amerikanischen landwirtschaftlichen Schulwesen widmete Präsident Wittmer-Eigenbrodt einen wesentlichen Teil seiner Ausführungen. In Deutschland, wo eine deutliche Bevorzugung des theoretischen Wissens festzustellen ist, besitzt man Landwirtschaftsschulen. In den USA aber werden die Kinder schon im siebten und achten Schuljahr auf ihre besonderen Anlagen für das spätere Berufsleben geprüft und in dem entsprechenden Beruf speziell ausgebildet. Dadurch erübrigt sich eine weitere Landwirtschaftsschulausbildung.

Da in Westdeutschland eine intensive Landwirtschaft betrieben wird, ist die vorwiegend extensive amerikanische Landwirtschaft, die riesige Flächen zur Verfügung hat, welche sich naturgemäß leichter für die motorisierte Bearbeitung eignen, nicht unbedingt als Vorbild anzusprechen, sondern für unsere Verhältnisse ist das dänische Vorbild wesentlicher. Im dänischen Schulwesen, das den Volksschüler auf eine bäuerliche Zukunft vorbereitet, ist der Erfolg der dänischen Landwirtschaft begründet.

Flurbereinigung Aufgabe Nr. 1

Eine übertriebene Ironie bezeichnete einmal das Pferd in der amerikanischen Landwirtschaft als Verkehrshindernis. Tatsächlich ist seine Nützlichkeit hinter seinem Liebhaberwert zurückgetreten. In der Mechanisierung der US-Landwirtschaft spielt es eine geringe Rolle. Dank der Mechanisierung liegen die Löhne der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte in Amerika um ein Vielfaches höher als bei uns. Die Löhne in der US-Landwirtschaft sind weitgehend den Industrielöhnen angepaßt. In Deutschland wäre eine durchgreifende Flurbereinigung erste

Voraussetzung für eine wirksame Mechanisierung. Auch ein Ausgleich zwischen landwirtschaftlichen und industriellen Produktionspreisen wäre notwendig (Paritäts-Preissystem).

Bis 1952 wettbewerbsfähig sein

Von der Petroleumlampe bis zum elektrischen Licht, von der Pumpe bis zur Ortswasserleitung war gewiß ein weiter Weg, der zurückgelegt wurde. Heute ist ^s an der Zeit, wiederum neue Wege zu beschreiten, um unserer Landwirtschaft die notwendige Rentabilität und Sicherheit der Existenz bei geringerer körperlicher Arbeit zu verschaffen. Im Jahre 1952 läuft der Marshallplan ab und angesichts dieser Tatsache ist zu bedenken, daß noch manche organisatorische Arbeit geleistet werden muß, damit bis dahin die deutsche Landwirtschaft innerhalb der europäischen wettbewerbsfähig ist und bestehen kann.

Es gilt die Lehren der Umwelt zu begreifen. Studienreisen sind eine gute Gelegenheit, um sowohl dem amerikanischen Volk über die Not des deutschen Volkes, des Volkes ohne Raum, Aufschluß zu geben, wie selbst unvoreingenommen und wißbegierig bei den anderen zu lernen.

Die Einfuhr der USA aus 17 ERP-Staaten einschließlich der Türkei stieg von 91,2 Millionen Dollar im Juli auf 110,3 Millionen Dollar im August. Die Ausfuhr der USA nach diesen Staaten stieg in der Berichtszeit von 167,6 Millionen Dollar auf 173,5 Millionen Dollar.

Die Welterzeugung an reinem Zinn be¬ trug im August 14 700 Tonnen (Juli 13 500). Die Erzeugung von Zinn-Konzentraten stieg von 13 600 Tonnen im Juli auf 14 300 Tonnen im August.

Chefredakteur: Erich Dombrowski

Verantwortliche Redakteure: Heinz G. Roth, Werner E. Schröder, Hans Weber, Dr. Horst Reuther, sämtlich in Darmstadt. Wiesbadener Redaktion: Dr. Joh. Schäfer, Fritz Walter. Frankfurter Redaktion: Dr. Aloys Bflz. Mainzer Redaktion: Dr. Reinhold Zenz, Dr. Fritz Claus, Max Geisenheyner.

Verlag: Darmstädter Tagblatt, Zeitungsverlag und Druckerei, Darmstadt, Rheinstraße 23, Telefon 39 25.

Druck: Mainzer Verlagsanstalt und Druckerei Will und Ruthe Kommanditgesellschaft.

Anzeigenpreise: Preisliste Nr. 3 vom 1. 7. 1950. Bezugspreis- 2,90 DM monatlich, zuzüglich -,40 DM Trägerlohn. Bei Lieferungsbehinderungen infolge höherer Gewalt, Streik usw besteht kein Anspruch auf Rückerstattung bzw. Ermäßigung des Bezugspreises. D

Neue Filme in Darmstadt

Lebende Schatten entstehen

Besuch bei Lotte Reiniger, der Erfinderin des Silhouettenfilms

Vitajität, Humor, praktisches Denken, Lebensbejahung und eine erfrischende Offenheit in Wesen und Wort — das sind in kurzer Zusammenfassung die so sympathischen Grundzüge Lotte Reinigers, der Erfinderin des Silhouettenfilms.

„Schon in der Schule begann ich Schattenbilder zu kleinen Spielen und Theatern zu schneiden“, erzählt Frau Reiniger, während sie winzige schwarze Papierflguren zu einem Ballett zusammensetzt. „Zum Silhouettenfilm kam ich dann später über mein ursprüngliches Fadi. Ich bin nämlich Schauspielerin, habe nodi unter Max Reinhardt volontiert und bekam 1915 Verbindung zu Paul Wegener, der meine Begabung für Silhouettenschneiden entdeckte und förderte. Dann ging es eigentlich sehr schnell. Dr. Hans Cürlis arbeitete mit mir zusammen die Technik des Silhouettenfilms durch. Wir drehten ein paar kleine Filme und schließlich den abendfüllenden ,Die Abenteuer des Prinzen Achmed“, der mich mit einem Schlage bekannt machte. Besonderen Erfolg hatte ich mit ihm in Paris, wo seine Aufführung im Jahre 1926 beinahe pompös vor sich ging. Es hat dort sehr gewirkt, daß aus dem Nachkriegsdeutschand eine solche künstlerische Neuheit kam.“

Es ist recht schwierig, einen Schattenfllm herzustellen. Tausend bis ins kleinste durchgearbeitete Handgriffe sind erforderlich; jede Stellung einer Figur bedarf des Zusammenspiels von Phantasie, Begabung, Treffsicherheit in der Darstellung des Charakteristischen, Sinn für die Bewegung jeder einzelnen Gestalt und nicht zuletzt der künstlerischen Hand, die diese Phantasiegebilde aus dem Papier herauszaubert und ihnen Leben gibt. Bei Lotte Reiniger kommt außerdem noch die bühnenbildnerische Fähigkeit hinzu, da sie auch die Dekorationen selbst mit der Hand schneidet.

Märchen-, Kurz- und Trickfilme sind die Gebiete, auf denen die Meisterin der Schatten mit ihren Silhouetten arbeitet. „Aschenbrödel“, „Der gestiefelte Kater“, „Der fliegende Koffer“, „Die Geschichten des Doktors Doolittle“, „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“, ,Galathee“, aber auch Szenen zu Mozarts „Kleiner Nachtmusik“, zu Donizettis „Liebestrank“ und viele andere Gestalten und Szenen entsprangen ihrer Zauberschere.

Von ihrer Tätigkeit in den vergangenen Jahren erzählt Lotte Reiniger: „Von 1936 an war ich aus Deutschland fort. Erst ging ich nach London, von wo ich oft Abstecher nach Paris machte, da mein Mann (der Filmregisseur Koch) dort arbeitete, Im Sommer 1939 ging er mit Jean Renoir nach Rom, und ich folgte ihm bei Kriegsausbruch dorthin. London hat mich durch die Möglichkeit neuer Experimente mit Farbfilmen sehr bereichert, vor allem auch durch das lebhafte Interesse des Publikums für meine Arbeit. 1944 kam ich dann wieder nach Berlin zurück. Ich bin sehr froh, daß mein Atelier hier erhalten geblieben ist. Wenn auch viele Stoffe und Apparate noch in Rom liegen, so kann ich doch Weiterarbeiten.

Meine Filme stelle ich nie fabrikmäßig her, sondern arbeite jedesmal individuell. Vom Stummfllm ging es zum Tonfilm, und jeftzt müßte man farbig filmen, zwischendurch kam das Notprodukt des Schwarz-Weiß-Films, der seine besonderen Werte und Gesetze hat“

„Es entbrennen in der Oeffentlichkeit immer wieder Kämpfe um die Märchen von Andersen, der Gebrüder Grimm, um Wilhelm Busch usw. Man versucht aus ihnen sadistische Taten herzuleiten. Was sagen Sie als Expertin auf diesem Gebiet dazu?“

„Märchen sind Volksromane und bergen psychoanalytische Erkenntnisse, die absolut nicht immer für Kinder bestimmt waren. Die Magie in der Kunst ist die Dämonenbeschwörung. Man soll die Wahrheit einmal aussprechen, wie sie ist. Dadurch entledigt man auch die Kinder am besten der Angst. Der Sinn der Märchen ist der Sieg des Guten über das Böse.“


SPIEL MIT DEM TODE Ein Kriminalfilm mit Ray Milland, Charles Laughton, Rita Johnson und Maureen O’Sullivan in den Hauptrollen. Ein Unschuldiger wird wegen eines Mordes von einer ganzen Meute von Detektiven gejagt, die er selbst auf sich gehetzt hat. Ein echter Kriminalfilm mit Spannung und Dramatik. (Im Belida.) Foto: Paramount
SPIEL MIT DEM TODE Ein Kriminalfilm mit Ray Milland, Charles Laughton, Rita Johnson und Maureen O’Sullivan in den Hauptrollen. Ein Unschuldiger wird wegen eines Mordes von einer ganzen Meute von Detektiven gejagt, die er selbst auf sich gehetzt hat. Ein echter Kriminalfilm mit Spannung und Dramatik. (Im Belida.) Foto: Paramount

Prügelei unter Damen erwünscht

Der Regisseur Basil Dearden baute sich im Studio einen Hochsitz, mit Decken und Kissen verkleidet. Mit dieser im Filmstudio seltenen Maßnahme hatte es seine besondere Bewandtnis. Es waren Schutzvorrichtungen, die für den Austrag einer Rauferei zwischen zwei Damen notwendig wurden, damit der Regisseur diesen Vorgang von sicherer Warte aus lenken konnte.

Damen prügeln sich für gewöhnlich nicht. Auch wenn ihnen danach zumute ist. Denn wenn sie diesem Bedürfnis nachgehen, sind sie keine Damen mehr. Und Filmstars legen Wert darauf, Damen zu sein. Trotzdem werden ihnen Prügelszenen manchmal von Autoren und mitleidslosen Regisseuren zudiktiert. So war es in „Männer, Mädchen, Diamanten“, als sich die zarte Honor Blackman mit der robusteren Diana Dors um einen Goldgräber in die Haare geraten mußte. Diana lag nach Beendigung des Films, völlig erschöpft, einige Wochen im Krankenhaus. Und so sollte es auch jetzt wieder werden für eine Szene des neuen Films „Pool of London“. Joan Dowling sah gefaßt dem Kampf entgegen. Sie hat einige Prügelerfahrung bereits aus anderen Filmen. Die blonde Moira Lister bat nur besorgt: „Mach’s nicht so schlimm, Joan“.

Maskenbildner und Gardeobieren stellten sich mit Heftpflaster und Jod bereit sowie mit Nadeln und Garnrollen. Die Bühnenarbeiter rieben sich die Hände und hätten sich gern am Kampf beteiligt. Basil Dearden gab das Zeichen, und dann jagten die beiden Damen, die „zärtlichen Schwestern“, die sich um ein gemaustes Kleid und einige Tropfen Parfum rauften, durchs Atelier. „Bück dich“, schrie Joan, und über Moiras Kopf hinweg flog ein Schuh. Bald kam der zweite hinterher und traf Moira am Ohr, das rot anschwoll. „Nicht weinen“, rief Dearden, als Moira die Tränen in die Augen schossen, und der Maskenbildner zog sich schleunigst wieder auf einen sicheren Platz zurück. Dann hatte Joan drenbuchgemäß die Moira eingeholt. Bewundernd sahen die Zuschauer, wie beide ihre Mittel beherrschten. Sie knufften, bissen und kratzten. Als Joan triumphierend Moira zu sehr an den Haaren riß, brach der Regisseur ab. „Großartig“, rief er vom Hochsitz herunter. Moira rieb sich das Ohr und Joan sich die Kehrseite, auf der sie dann drei Tage nicht sitzen konnte.


MATROSE WIDER WILLEN Dem Baron Crusenhjelm wird am Abend vor seiner Hochzeit aus Versehen ein Golfschläger an den Kopf gedonnert, und der Aermste verliert das Gedächtnis. Gleich darauf kracht es noch einmal, und als der Baron wieder zu sich kommt, befindet er sich als Matrose auf einem Kriegsschiff. Was er alles erlebt, bevor er • — abermals durch einen Golf Schläger — sein Gedächtms wiederfindet, das wird mit viel Humor in diesem schwedischen Film erzählt. (Im Hansa)
MATROSE WIDER WILLEN Dem Baron Crusenhjelm wird am Abend vor seiner Hochzeit aus Versehen ein Golfschläger an den Kopf gedonnert, und der Aermste verliert das Gedächtnis. Gleich darauf kracht es noch einmal, und als der Baron wieder zu sich kommt, befindet er sich als Matrose auf einem Kriegsschiff. Was er alles erlebt, bevor er • — abermals durch einen Golf Schläger — sein Gedächtms wiederfindet, das wird mit viel Humor in diesem schwedischen Film erzählt. (Im Hansa)

Für die Nachwelt

In einer bronzenen Gruft im Staate Kansas in den Vereinigten Staaten wurden neben Photographien bedeutender Männer der Gegenwart auch die mit Autogrammen versehenen Bilder der Filmstars Jane Wyman, Kirk Douglas, Dennis Morgan, Cary Cooper, Ruth Roman und Virginia Mayo eingemauert.

Michael Jary

Der Mann der tausend Noten

Was ist dieser Michael Jary für ein Mensch? Fast endlos lang ist die Liste der Filme, für die er die Musik schrieb. Ueberall summt man: „Wenn der Herrgott will“ oder „Die kleine Insel im blauen Meer“. Im Realfilmstudio treffen wir Jary selbst — massiv, und breitschultrig, beinahe mehr einem Sportsmann als einem Komponisten ähnlich. Ob er das 55 Mann starke Orchester leitet oder im Tonraum die Bänder abhört, stets weiß er genau, was er will. Er weiß auch, was ein Schlager werden soll und kann.

„Wie mir meine Melodien einfallen?“ fragt er verwundert auf unsere Fragen und gerät beinahe ein bißchen in Verlegenheit, so selbstverständlich erscheint ihm das. „Ein Drehbuch regt mich an, ein guter Text oder ein Star eines Filmes oder auch das Erlebnis einer Landschaft, einer Großstadtstraße. Und“, fügt er hinzu, „besonders am Morgen, wenn ich in guter Laune bin, kommen mir die Melodien. Das geht oft so schnell, daß ich selbst überrascht bin.“

Er erzählt Beispiele. Bei „Des Lebens Ueberfluß“ war es der Anblick des halbzerstörten Hauses, der ihn zu der „Insel im blauen Meer“ anregte — die kleine Wohnung unter dem blauen Himmel sollte die Insel sein. Für „Gabriela“ erwartete man eigentlich ein Weihnachtslied von ihm. „Aber“, sagt er lächelnd, „schließlich konnte ich ja .Stille Nacht' nicht noch einmal komponieren. So schrieb ich ein Wiegenlied — für große und kleine Kinder. .Wenn der Hergott will.. .* heißt es.“

Als Jary bei den Vorbereitungen des Films „Der Gezeichnete“ in den Hamburger Hafen kam, reizte es ihn, dafür ein richtiges Matrosenlied zu schreiben. „Denn jetzt merkte ich, daß mein Lied .Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern* gar nicht so echt war. Mit meinem neuen Lied .Warum zählen die Matrosen nachts die Sterne* glaube ich, es besser getroffen zu haben.“

Ueberlegt man sich das Geheimnis von Jarys Erfolgen, dann bleibt eine Erkenntnis: hier ist ein Mann, dem seine Popularität nicht einen Augenblick die Besessenheit für seine musikalische Aufgabe genommen hat, der mit künstlerischer Leidenschaft sich dem Film und seiner Musik verschrieben hat, immer bemüht, neue und reizvolle Lösungen zu finden.

Akos von Ratony, dessen Film „Mädchen mit Beziehungen“ in Berlin und im Rheinland mit großem Erfolg anhef, wurde von der Real-Film für die Regie eines weiteren Lustspielfilms gewonnen, mit dessen Dreharbeiten in Kürze begonnen werden soll.

Fünfzigtausend Haare für eine Filmperücke

40 Mädchen brauchen Mozartzöpfe / Filmschwein auf Rotlauf geschminkt

„Eine haarige Angelegenheit“, meinte Chefmaskenbildner Herbert Grieser, als er sein Arbeitsprogramm für den Revuefilm „Die Dritte von rechts“ bekam: Dann warf er mit dem Bleistift schnelle Berechnungen auf ein Blatt Papier, bei denen dem Chronisten der Atem stockte: „86 Lockenteile (Römerlocken) für 48 Girlkostüme macht 36 Meter Haartresse, 12 langhaarige hellblonde Perücken macht 26 Meter Haartresse, 14 Katzenperücken macht 16 Meter schwarze Haartresse, 12 moderne Hochfrisuren gleich 24 Meter Haartresse, 24 Hawaiperücken macht 40 Meter Kunsthaartresse,

dazu 9 Vollbärte, diverse Schnurrbärte, na, insgesamt wird’s wohl die 150 Meter vollmachten! Da wird es in der Maskenbildnerei allerlei zu tun geben.“ 150 Meter Tresse mit unzähligen Einzelhaaren, der Chronist staunt erschüttert und fragt mit Recht, wo denn nur um alles in der Welt all dies haarige Material herkommen kann. „Spanien und die Türkei sind heute wieder unsere Hauptlieferanten“, kommt die Antwort.

„Ein guter Haararbeiter muß man also zunächst sein, wenn man es als Maskenbildner zu etwas bringen will“, erzählt Herbert Grieser weiter. „Dazu muß man schon einiges hinter sich bringen. Historische Kenntnisse von großem Umfang gehören neben der manuellen Fertigkeit dazu. Man muß wissen, wie die Frisuren der Rokokozeit, im Barock, Biedermeier, zu Zeiten Alexanders des Großen und zur Zeit der Entdeckung Amerikas ausgesehen haben, um seine Arbeit stilecht ausführen zu können. Auch die Kostüme jener Zeit muß man kennen, außerdem natürlich Schniinken, Kosmetik, Massage und noch manche andere Dinge, von denen sich der Laie kaum eine Vorstellung machen kann, dann erst kann die Arbeit Josgehen und die ist wahrlich nicht einfach. Zwischen 40 000 und 50 000 Einzelhaare braucht man für eine einzige Perücke, und jedes Haar muß mit einer Nadel in den feinmaschigen Tüllgrund eingeführt und verknotet werden. Dazu braucht man allein 2 volle Arbeitstage, wenn man ein schneller Arbeiter ist.“

Wie mag ihm zumute gewesen sein, als er in „Zukunft aus zweiter Hand“ täglich 140 Schnurrbärte kleben mußte? Oder bei „Absender unbekannt“, gleichfalls einem Real-Film, der in der Zeit um 1900 spielt? Hier galt es eine Mädchenklasse mit 40 originalgetreuen Mozartzöpfen auszustatten! Aber das ist noch keineswegs besonders originell zu nennen. Herbert Grieser erzählt mit Schmunzeln von einem Film, in dem er eine ausgewachsene Sau zu schminken hatte. Carl Raddatz spielte einen Landarzt, der zu einer Sau gerufen wurde, die an Rotlauf erkrankt war. Nun, das vollfette Requisit war vorhanden, aber natürlich ohne eine Spur von Rotlauf, sondern kerngesund. Also mußte die Maskenbildnerei die Krankheitssymptome herzaubern. Ein Tierarzt wurde nach den Erscheinungsformen der Krankheit befragt, der grunzende „Star bekam eine Beruhigungsspritze und dann stieg Grieser mit seinem Schminkkasten in den Koben. Als die Einstellung geschossen wurde, konnte keiner der Bauern den umgeschminkten Rotlauf von einem echten unterscheiden An diese kleine Szene denkt Herbert Grieser noch heute mit Vergnügen zu¬ rück.


FLICKA Dieser Farbfilm bringt die Geschichte eines edlen Pferdes und eines Jungen, die in guten und schlechten Tagen treu zusammenhalten. Der junge Sohn eines Pferdezüchters erhält die Stute Flicka zum Geschenk, und beide werden schnell gute Kameraden. Bei dem Versuch, einen Stacheldraht zu überspringen, verletzt sich das Pferd schwer und wird nur durch die aufopfernde Pflege des Jungen, der dabei selbst schwer erkrankt, gerettet. (Im Palast) Foto- Centfox
FLICKA Dieser Farbfilm bringt die Geschichte eines edlen Pferdes und eines Jungen, die in guten und schlechten Tagen treu zusammenhalten. Der junge Sohn eines Pferdezüchters erhält die Stute Flicka zum Geschenk, und beide werden schnell gute Kameraden. Bei dem Versuch, einen Stacheldraht zu überspringen, verletzt sich das Pferd schwer und wird nur durch die aufopfernde Pflege des Jungen, der dabei selbst schwer erkrankt, gerettet. (Im Palast) Foto- Centfox

DIE ERBIN Reich und doch unglücklich lebt Catherine Sloper (Olivia de Havilland) mit ihrem Vater zusammen. Niemand kümmert sich um sie, bis Morris Townsend in ihr Leben tritt undq um sie wirbt. Sie glaubt sich geliebt und ist zum ersten Male wirklich glücklich. Bak~ aber muß sie erkennen, daß es Townsend nur um ihre Mitgift und ihr späteres Erbs "t ging. Als sich ihr der Mann nach Jahren erneut naht, weist sie, die ihn noch immer lieb(v ihn ab, weil sie um die wahren Beweggründe seiner Werbung weiß. Ein preisgekröntem und mit drei Oskars ausgezeichneter Film der Paramount. (Im Thalia.) lOU Foto: Paramount .
DIE ERBIN Reich und doch unglücklich lebt Catherine Sloper (Olivia de Havilland) mit ihrem Vater zusammen. Niemand kümmert sich um sie, bis Morris Townsend in ihr Leben tritt undq um sie wirbt. Sie glaubt sich geliebt und ist zum ersten Male wirklich glücklich. Bak~ aber muß sie erkennen, daß es Townsend nur um ihre Mitgift und ihr späteres Erbs "t ging. Als sich ihr der Mann nach Jahren erneut naht, weist sie, die ihn noch immer lieb(v ihn ab, weil sie um die wahren Beweggründe seiner Werbung weiß. Ein preisgekröntem und mit drei Oskars ausgezeichneter Film der Paramount. (Im Thalia.) lOU Foto: Paramount .

Lachende Leinwand

Zu Regisseur Helmut Weiß kam ein ebenso unbeliebter wie unbegabter Chargenschauspieler, den man als Ersatz hatte nehmen müssen und meldete sich mit einem ärztlichen Attest krank:

„Hier haben Sie es schwarz auf weiß daß ich nicht spielen kann!“

„Das weiß ich schon“, gab Weiß zur Antwort, „was ich wünsche, ist eine Bestätigung, daß Sie krank sind.“

Paul Kemp, ein wenig nervös und aufgeregt, fuhr mit der Eisenbahn nach München Sem Gegenüber, ein herkulisch gebauter Mann, hatte eine Unzahl Koffer bei sich und verstaute sie hauptsächlich ber Kemps Sitz. Paul schaute bedenklich zu und meinte dann zaghaft:

„Ich fürchte, Ihre Koffer werden mir auf den Kopf fallen!“

„O, das macht nichts", meinte der freundliche Mitreisende. „Es ist nichts Zerbrechliches drin!“

Notizen vom Film

Angelika Hauff hat nach Beendigung ihrer in Eugen Yorks „Totschläger“ (Arbeitstitel) Deutschland für einige Zeit verlassen. Sie flog nach Südamerika und nahm in Rio an der Uraufführung ihres Amazonas-Filmes teil.

Evelyn Kunnecke wird demnächst nicht nur über den Rundfunk und auf Schallplatten zu hören sein. In dem Revuefilm „Die dritte von rechts“ der Gyula-Trebitsch- Real-Produktuon wird sie selbst vor der Kamera stehen.

”Pie Schatzinsel“, ein RKO-Farbfilm, den Walt Disney mit lebenden Darstellern nach Stevensons berühmter Novelle schuf, wurde mit dem „Blauen Band“, das Neuyorks Box-Office allmonatlich dem besten Film ver¬ leiiht, ausgezeichnet.

STARKENBURG

„Allerheiligen“ in Starkenburg

Wir veröffentlichen auf Grund verschiedener Leseranfragen jene Gemeinden unseres Verbreitungsgebietes, in denen „Allerheiligen“ gesetzlicher Feiertag ist:

Kreis Darmstadt: Herchenrode. Kreis Bergstraße: Aschbach, Biblis, Bobstadt, Brombach, Bürstadt, Einhausen, Erbach, Fahrenbach, Fehlheim, Fürth, Gadern, Gorxheim, Hambach (Unter- und Ober-), Hartenrod, Heppenheim (Stadt), Hirschhorn-Neck. (Stadt), Igelsbach, Kallstadt, Kocherbach, Kolmbach, Kröckelbach, Krumbach, Löhrbach, Lörzenbach, Lorsch, Lützelbach, Mackenheim, Mörlenbach, Niederliebersbach, Ober - Absteinach, Ober-Laudenbach, Ober-Liebersbach, Ober-Scharbach, Sonderbach, Steinbach, Trösel, Unter-Absteinach, Unter - Flockenbach, Unter-Schönmattenwag, Viernheim. Vök* kelsbach, Wald-Erlenbach, Wattenheim, Weiher, Weschnitz.

Kreis Dieburg: Dieburg (Stadt), Dorndiel, Eppertshausen, Klein-Zimmern, Messenhausen, Mosbach, Münster, Nieder-Roden, Ober-Roden, Radheim, Urberach. Kreis Erbach: Hesselbach, Kailbach jenseits, Seckmauern.

Kreis Groß-Gerau: Astheim, Gernsheim (Stadt), Haßloch, Klein-Rohrheim.

Verfahren eingestellt

Wegen Verjährung stellte gestern die Erste Strafkammer des Landgerichts Darmstadt das Verfahren gegen den wegen gefährlicher Körperverletzung im Amt angeklagten Friedrich Otto K. aus Herzhausen ein. K., ehemals Leiter des Polizei ""^ängnisses Mainz und Gestapobeamter hatte im Januar 1945 drei Häftlinge in einer Zelle des Amtsgerichtsgefängnisses in Bensheim schwer mißhandelt. Bereits damals war sogar von der Gestapo ein Verfahren gegen ihn eingeleitet, jedoch wegen der sich überstürzenden Kriegsereignisse nicht mehr durchgeführt worden.

Im Juli dieses Jahres war K. von einer Darmstädter Strafkammer zu einer Strafe von viereinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Die darin enthaltene Strafe von dreieinhalb Jahren Zuchthaus wegen seiner Beteiligung an dem berüchtigten Erschießungskommando auf dem Kirchberg bei Bensheim (Beihilfe zum Mord) fällt nicht unter den Einstellungsbeschluß. Er bezieht sich nur auf den Vorgang im Bensheimer Gefängnis, wst.

Mordprozeß Rückert-Heil

Wie wir gestern erfuhren, beginnt am 13. November vor dem Schwurgericht in Darmstadt der Mordprozeß gegen den Spengler Karl Rückert aus Stockstadt und die Ehefrau Elisabeth Heil aus Goddelau. Beide wurden bekanntlich des gemeinschaftlichen Mordes verdächtigt und beschuldigt, im März dieses Jahres die Ehefrau Helene Rückert erdrosselt und in die Schwarzbach zwischen Goddelau und Stockstadt geworfen zu haben, wo man damals die Leiche mit Strangulationsmerkmalen aufgefunden hat.

Die Verhandlung in dieser Mordsache, die im Ried großes Aufsehen erregte, wird voraussichtlich vier Tage dauern. Ortsbesichtigung und ein Lokaltermin in Goddelau sind vorgesehen. wst.

Traisa arbeitete mit Ueberschuß

Am Dienstag fand in Traisa unter dem Vorsitz von Bürgermeister Rindfrey eine öffentliche Gemeinderatssitzung statt, bei der der Jahresabschluß vorgelegt wurde. Kassenverwalter Walter gab Bericht über das Rechnungsjahr 1949/50. Die Einnahmen stellen sich insgesamt auf 101951 DM, die Ausgaben auf insgesamt 94 902 DM. Nachdem sämtliche Außenstände eingegangen sind, hat sich ein

Ueberschuß von 7049 DM ergeben. Der Bürgermeister wurde entlastet.

Für Straßenbauzwecke ist ein Kredit über 18000 DM auf genommen worden. Eine rege Diskussion entspann sich darüber, ob es vordringlicher sei, die Goethestraße auszubauen oder die Ludwigstraße zu erneuern. Beide Arbeiten sollen ausgeschrieben und über sie erst nach Eingang der Angebote entschieden werden. Die Kanalisation der - Walter-Straße wird nur für ortsansässige Unternehmer ausgeschrieben. Mn

Rimbachs Wasser keimfrei

Nachdem der Befund des Untersuchungsamtes für Infektionskrankheiten in Darmstadt eingegangen ist und feststeht, daß das Wasser des am Steinigen Weg in Rimbach gefaßten neuen Brunnens keimfrei ist, wird unverzüglich mit den Bauarbeiten entlang der Fahrenbacher Straße begonnen. Der Bau des großen Hochbehälters am Holzberg muß jedoch bis zum kommenden Frühjahr zurückgestellt werden. Die Kanalisationsarbeiten entlang der Synagoge und am Albersbacher Weg sollen im Rahmen der vorhandenen Mittel ebenfalls noch vor Einbruch des Winters erledigt werden. (-r)

Reiner Tisch bei den Fliegergeschädigten

Kreisdelegiertentagung und Generalversammlung in Bensheim

Zu einer Kreisdelegiertentagung und anschließender Generalversammlung bei der allerdings die Presse nicht zugelassen war, hatte am vergangenen Sonntag der Bund der Fliegergeschädigten in Bensheim eingeladen.

Wie aus den uns zugesandten Unterlagen hervorgeht, war an beiden Tagungen der erste Landesvorsitzende, Prof. Dr. Ziegler, anwesend, der in seiner Rede unter anderem auch zu seiner Kandidatur auf der Liste der FDP für die kommenden Landtagswahlen Stellung nahm. Es. sei sein Bestreben, so versicherte Prof. Ziegler, weitgehendst für eine ernstgemeinte und fühlbare Hilfe für die Flieger- und Währungsgeschädigten zu wirken.

In der Generalversammlung, die der seitherige zweite Vorsitzende Eble leitete, erstattete Dr. Kaul einen Geschäftsbericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Hierbei kam er auch auf die Vorgänge, die zur Amtsenthebung des seitherigen 1. Vorsitzenden Bote geführt haben, zu sprechen. Er wies darauf hin, daß diese Maßnahmen gegen Bote im Interesse der Mitglieder und des Ansehens des Bundes der Fliegergeschädigten ergriffen werden mußten. Zum neuen Vorstand wurden Herr Eble als erster Vorsitzender, Dr. Kaul als zweiter Vorsitzender, Herr Nürnberger als Geschäftsführer und Herr Beckert als Kassierer gewählt.

Auch in der vorangegangenen Kreis-

delegiertentagung wurden die Maßnahmen gegen den bisherigen ersten Kreisvorsitzenden Bote allgemein gebilligt. Der neue Kreisvorstand setzt sich wie folgt zusammen: R. Ma y erster Vorsitzender, Dr. Kaul zweiter Vorsitzender, Fritz Gassen Rechner, Fr. Lahres, J. Kleber und K. Gorr als Beisitzer. HB

Kirchenmusikalische Feierstunde

Zum Gedenken Johann Sebastian Bachs findet am kommenden Sonntag um 17.30 Uhr in der evangelischen Kirche in Bensheim eine kirchenmusikalische Feierstunde statt. Es wirken mit: Die Chöre der Goetheschule und Realgymnasialen Aufbauschule Bensheim, der Instrumentalkreis sowie die Solisten Lotte Bopp (Alt), Elfriede Früh (Violine) und Evamaria Lettermann (Orgel). Die Gesamtleitung hat Musiklehrer Fritz Früh. Den Mittelpunkt der Feierstunde bildet ein Vortrag über das Thema: „Bach als Christ“, den der bekannte Bachforscher und Mitarbeiter Albert Schweitzers Professor Dr. Carl An ton (Weinheim) hält. HB

Jugendpflege als Ferienbeschäftigung

Marburger Werkstudenten erwarben sich Freunde im Kreis Erbach

Zwei Namen sind den Jungen und Mädchen in den Dörfern und Städten des Kreises Erbach in den letzten zehn Wochen zum Begriff geworden: Fräulein Giselhaid Bauch und Herr Friedrich Karl Staedter, jene zwei Philologiestudenten der Universität Marburg, die im Amt des Jugendpflegers für den Kreis Erbach während der Semesterferien als Werkstudenten eine ebenso interessante wie verantwortungsvolle Arbeit geleistet haben.

Diese beiden jungen Menschen haben sich im Odenwald zahlreiche Freundinnen und Freunde unter der Dorfjugend erworben, so Viel Zurückhaltung und manchmal sogar Mißtrauen man ihnen auch zu Beginn ihrer Tätigkeit entgegenbrachte. Weniger die jungen als die alten Odenwälder wollten es nicht verstehen, daß da jemand nur zu dem Zweck in den Kreis Erbach kommt, um der Dorfjugend gerade in den abgelegensten Gemeinden am praktischen Beispiel zu zeigen, wie sie ihrer Freizeit durch lustige und lehrreiche Spiele einen neuen, wertvollen Inhalt geben kann. Da mußte doch irgendein Interesse, eine Absicht dahinterstecken?

Die einen vermuteten eine verkappte Wahlpropaganda einer politischen Partei, die anderen einen Versuch der Besatzungsmacht zur „Amerikanisierung“ der Jugend, zumal die Studenten fast immer mit Kraftwagen der amerikanischen Zivilverwaltung auf die Dörfer gefahren kamen Wenn aber dann der erste Dorfiugendabend oder das erste Jugendforum begonnen hatte, erkannte man bald, daß diese Vermutung

ganz falsch waren. Wie kamen nun aber die beiden Studenten dazu, sich so angelegentlich mit der Odenwaldiugend zu beschäftigen?

Zu Ende des Sommersemesters konnten sich an allen Hochschulen und Universitäten in der amerikanischen Zone Studentinnen und Studenten vornehmlich der geisteswissenschaftlichen Fakultäten melden, die während der Semesterferien als Helfer der erst im Aufbau befindlichen Jugendpflege in hessischen Landkreisen gegen ein Werk-Jtudentenentgelt eingesetzt werden wollten Einerseits konnten sie sich dabei für ihre späteren Berufe als Pädagogen oder Pfarrer wertvolle praktische Erfahrungen in der Menschenbehandlung aneignen, zum anderen in den drei Monaten ein Stückchen Geld für ihre weiteren Studienkosten verdienen.

Leicht war das nicht, denn von dem Entgelt, das sie erhalten, mußten sie ihren gesamten Lebensunterhalt bestreiten. Da andere Organisationen im Kreis, die wohl die Möglichkeit gehabt hätten, den beiden iun. gen Menschen bei ihrer verantwortungsvollen Arbeit für die Odenwaldiugend etwas behilflich zu sein, es aber unterließen, ihnen die Sorge um ihre persönliche Existenz ein wenig zu erleichtern, hatte sich anerkennenswerterweise der Resident-Officer Mr. Ouverson ihrer aus freien Stücken angenommen. Nur so kam es, daß die beiden in amerikanischen Wagen und nicht mit Omnibussen. Bahn oder gar zu Fuß in den Dörfern ankamen.

Alle dieienigen. die in den zehn Wochen einen Dorfjugendabend mit Frl. Bauch und Herrn Staedter erleben konnten, waren jedenfalls so begeistert, daß sie freudig die neuen Gedanken zur sinnvollen Freizeitgestaltung aufgriffen und weiterentwickelten. Uüberall, wo aufgeschlossene Lehrer

oder andere Erwachsene sich etwas der Sache annahmen, wird nach dem einmal gegebenen Beispiel mit mehr oder weniger Phantasie weitergemacht. Von den 15 öffentlichen Dorfiugendabenden, die von den Beiden gestaltet wurden, haben die in den Gemeinden Hummetroth, Bullau. Güttersbach, Rohrbach, Lützel-Wiebelsbach und anderen die besten Erfolge gehabt; dort ist man gleich auf die Anregungen eingegangen.

Zu schnell ist nur die Zeit vergangen, von vielen Dörfern lagen für die beiden Studenten noch Einladungen vor. Bei ihrem Abschied gaben sie das Versprechen, im nächsten Jahr während der Semesterferien wieder in den Kreis Erbach zu kommen. -ch

Kandidaten der FDP

Im Wahlkreis 42 (Groß-Gerau) kandidiert für die FDP Dr. Wilhelm Seipel, Leeheim. Sein Stellvertreter ist Karl Spitzner. Für den Wahlkreis 48 (Bergstraße West) kandidiert der Kaufmann Bruno Kalusche, Bürstadt. An zweiter Stelle steht der Kaufmann Henry Roos aus Heppenheim. DT.

Unsere Geburtstagskinder

Diamantene Hochzeit: Herr Gustav Jech ow, Oberpostsekretär i. R., und Frau Elisabeth geb. Aßmuth, Niederramstadt, Altersheim „Haus Abendfrieden“. 80. Gebtlrtstag: Frl. Auguste Jaenecke, Fränkisch-Grumbach, Erbacher Straße 51 (früher Frankfurt/M.). 78. Geburtstag: Frau Emma Krämer, Leeheim, Hauptstraße 62. 77. Geburtstag: Frau Elisabeth Edler, Trebur, Groß-Gerauer Straße 17, und Herr Christian Tron I, Walldorf, Langstraße. 74. Geburtstag: Elise Ruhland, Nauheim, Bahnhofstraße 34. 72. Geburtstag: Frau Anna M ä h n Ww., Astheim, Backhausallee 11, und Herr Heinrich Schulz, Worfelden, Wilhelm-Leuschner-Straße. 70. Geburtstag: Frau Maria Laux, Bischofsheim, Gartenstraße lO'/i», und Herr Georg Lipp, Königstädten. 45jähriges Arbeitsjubiläum: Herr Johann Ritter, Groß-Gerau, Gernsheimer Straße 22, als Leitungsaufseher beim Tgr legrafenamt, Störungsdienst.

Leichtathletik-Bestenliste des Bezirkes Darmstadt

Gute Fortschritte bei den Männern / Wo bleiben die Frauen

ck.- Die Wettkampfzeit der Leichtathleten ist vorüber und die Rennschuhe werden für einige Monate an den Nagel gehängt. Hart war der Kampf im Sommer, zumal die Fußballer ihre Kameraden von der Aschenbahn beinahe völlig in den Hintergrund treten lassen. Trotzdem wachsen so in aller Stille die Könner heran, wie wir durch einen Blick in die neue Rangliste der zehn besten Leichtathleten innerhalb Starkenburgs feststellen können.

So hat sich der 21jährige Walter Müller (SV 98) in den Kurzstrecken mit beachtlichen Zeiten an die Spitze gesetzt und mit seinem ersten 400-Meter-Lauf gleich den 2. Platz hinter seinem Stallgefährten Perchner eingenommen. Der Fußballer Reeg vom SV 98 hat auch auf der Aschenbahn gezeigt, daß er sehr schnell ist. Hermann Koop. 20 Jahre, „jung“, führt die 800-Meter-Läufer an, dürfte — wenn sich sein Schritt noch verbessert — endlich eine Hoffnung für die Zeiten südlich der Zweiminutengrenze sein. Auch Schott aus Erbach, der jetzt erst aus der Jugend gekommen ist. wäre der Mann dafür. Bei den längeren Mittelstrecken sind es Philipp Gerhard von TV 46 Groß-Gerau, Günter Bommarius. Georg Wannemacher und Ernst Deußer (alle von SV 98). die mit geringen Unterschieden dicht zusammen vorne liegen. Auf der kurzen Hürdenstrecke hat sich Walter Thomas von der TSG 46 Darmstadt (23 Jahre) weiter verbessert und ist mit seiner in Wetzlar erzielten Zeit der einzige Darmstädter Leichtathlet, der an den Süddeutschen (Nürnberg) und PeuJ" sehen Meisterschaften (Stuttgart) teilne - men durfte. Die Staffeln, Sprung- und Wurfübungen haben mit einer einzigen Ausnahme die Darmstädter Lilien nen. Die 4mal-100-Meter-Staffel der 98er lief bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften seine gute Zeit gegen KT„rn Krefeld, SC Charlottenburg, 1. FC Nurnberg und FSV Frankfurt und landete damals auf dem 3. Platz. Wolf Reinhardt der Sohn der früheren suddeutschen We t sprungmeisterin, hat von seinen Eltern eine ordentliche Portion Soortlerblut d führt zusammen mit Herbert ’ Richard Jöst-Trösel (19 Jahre) und Heiner Maurer (alle SV 98) die Spnngerhnge an, wobei die 13,07 Meter im Dreisprung in Hessen ziemlich weit vorne zu finden sein werden In Ernst Gescheidle. der bei internen Wettkämpfen schon über 53 Me.er icinen Bezirk seit Krichels Zelten X«« einen tlichtl.en Gernsheimer Jakob Schmitt und dem 46 er A’ex Wolf gute Verfolger hat. Wenn Helmut Knapp' der seine 35 M^r Hammer Jahr einen weiteren 40-Meter-Mnnn aufweisen. Oder vielleicht ist es Gunter Zänker von der TSG 46? erfreulich

Bei den Frauen sieh es ment teilgenommen haben. Da die 46 Darmstadt, die dre roai tue S ist Marianne Schultze und ^^h Engelhaft,’ die Uebungsleitrnn der des SV 98ehe k Rosenhagen m^rbaS die "zusammen mU Margot « TSG 46. d!e beeten Hochsnnnpehomas T- Staffel haben sich die Frauen von der Woogswiese vor den Lan-

gener SSG-Frauen geholt. Die anderen Namen, die man noch liest, sind die treuen Seelen, die nun schon iahrelang der Leichtathletik treu geblieben sind und sich auch durch schlechtere Leistungen nicht davon abhalten lassen, ihren Sport zu treiben.

Männer: 1o o m 1. 11,3 Müller, Walter SV 98 Da." 2. 11,4 Perchner, Günter SV 98 Da. 3. 11,6 Rupp, Helmut TV 83 Lampertheim 4. 11,7 Jöst, Richard TG Jahn, Trösel 5. 11,8 Weller, Wilhelm KSG Erbach 6. 11,9 Trumpfheller, L. KSG Erbach 7. 12,0 Armbrüster, Alb. TV 46 Gr.-Gerau 8. 12,0 Utsch, Ernst SV 98 Da. 9. 12,2 Bechthold, Hans KSG Erbach 10. 12,2 Roth, Erwin TSG 46 Da. 11. 12,2 Henge, Heinz SV 98 Da. 12. 12,2 Geyer, Jupp TV 46 Groß-Gerau 11,5 Reeg (Berufsspieler) SV 98 Da. 20 0 m 1. 23,8 Müler, Walter SV 98 Da. 2. 24,4 Weller, Wilhelm KSG Erbach 3. 24,7 Wolf, Alex TSG 46 Da. 4. 24,8 Gerhard, Philipp TV 46 Gr.-Gerau 5. 24,8 Trumpfheller, Ludwig KSG Erbach 6. 24,9 Thomas, Walter TSG 46 Da. 7. 24,9 Utsch, Ernst SV 98 Da. 8. 25,0 Bechthold, Hans KSG Erbach 9. 25,0 Hörr, Walter TSG 46 Da. 10 25,1 Huck, Hans SSG Langen 11. 25,3 Volk, Karl KSG Eibach 12. 25,8 Zöller, Hermann SG Arhellgen 13. 26,2 Fröhlich, Karl-Hz. SV 98 Da. 14. 27,3 Wilhelm, Karl SV 98 Da. 40 0 m 1. 51,1 Perchner Günter SV 98 Da. 2. 51,8 Müller, Walter SV 98 Da. 3. 54,5 Reeg (Berufsspieler) SV 98 Da. 4. 55,1 Ristok, Wolfgartg TV Heppenheim 5. 55,3 Gerhard, Philipp TV 46 Gr.-Gerau 6 55,7 Pfeifer, E. TSG Hambach 7. 56,0 Fröhlich, Karl-Hz. SV 98 Da. 8. 56.3 Huck, Hans SSG Langen 9 56,7 Schott, Hans-Otto KSG Erbach 10. 56,8 Voigt, Karl TV 46 Gr.-Gerau 11. 56,9 Utsch, Ernst SV 98 Da. 12 60,2 Schmitt, Helmut KSG Erbach • 80 0 m 1. 2:01,2 Koop, Hermann SV 98 Da. 2. 2:03,5 Schott, Hans-Otto KSG Erbach 3. 2:03,8 Gerhard, Philipp TV 46 Gr.-Gerau 4. 2:04,5 Perchner, Günter SV 98 Da. 5 2:06,3 Herschel, Viernheim 6 2:08,0 Bommarius, Günter SV 98 Da. 7. 2:08,6 Wilhelm, Karl SV 98 Da. 8 2:11,2 Jany, Rudolf SSG Langen 9. 2:12,4 Fröhlich, Karl-Hz. SV 98 Da. 10. 2:18,4 Worret, Rolf TSG 46 Da. 100 0 m 1. 2:45,8 Bommarius, Günter SV 98 Da. 2. 2:46,2 Gerhard, Philipp TV 46 Gr.-Gerau 150 0 m 1. 4:11,0 Gerhard, Philipp TV 46 Gr.-Gerau 2. 4:11,2 Wannemacher, Georg SV 98 Da. 3. 4:18,0 Koop, Hermann SV 98 Da. 4 4:25,6 Holschuh, Werner KSG Erbach 5. 4:25,8 Fröhlich, Karl-Hz. SV 98 Da. 6. 4:26,6 Lorenz, Herbert TG 62 Rüss. 7. 4:27,2 Deußer, Ernst SV 98 Da. 8. 4:28,6 Reitzenstein, A. KSG Erbach 9. 4:28,8 Wilhelm, Karl SV 98 Da. 10. 4:32,0 Hill, Waldemar SV 98

300 0 m 1. 9:29,2 Deußer, Ernst SV 98 Da. 2. 9,29,6 Wannemacher, Georg SV 98 Da. 3. 9:33,8 Reitzenstein, A. KSG Erbach 4. 10:02,8 Hill, Waldemar SV 98 Da. 110 Hürden 1. 15,9 Thomas, Walter TSG 46 Da. 2. 19,1 Utsch, Ernst SV 98 Da. 3. 19,2 Geiger, Fritz TG 65 Da.-Bess. 4. 19,6 Armbrüster, Albert TV 46 Gr.-Gerau 4XIOO m 1. 44,1 SV 1898 Darmstadt 2. 46,3 TV 1846 Groß-Gerau 3. 46,5 KSG Erbach 4. 46,5 SV 1898 Darmstadt II 5. 46,8 TV Heppenheim 6. 47,0 TSG 46 und TG 75 Darmstadt (’ 7. 47,0 TV Lampertheim 8. 47,6 KSG Groß-Gerau 9. 47,8 TSG 1846 Darmstadt 10. 48,9 TG 1875 Darmstadt 11. 49,0 TV 1846 Groß-Gerau II 12. 49,0 TV 1898 Darmstadt Junioren 13. 49,0 TSV Pfungstadt 3XIOOO m 1. 8:20,0 SV 98 Darmstadt 2. 8:21,6 TV 46 Groß-Gerau 3. 8:41,2 KSG Eibach 4. 9:05,0 KSG Erbach Junioren Olympische Staffel 1. 3:46,7 SV 98 Darmstadt 2. 3:54,0 TV 46 Groß-Gerau 3. 4:05,7 SV 98 Darmstadt II Weitsprung 1. 6,44 Reinhardt, Wolf SV 98 Da. 2. 6,27 Jöst, Richard, Trösel 3. 6,23 Pfeffer, Herbert SV 98 Da. 4. 6.21 Müllmerstadt, Fr. SV 98 Da. 5. 6,18 Rupp, H., Lampertheim 6. 5,91 Wolf, Alex TSG 46 Da. 7. 5,82 Perchner, Günter SV 98 Da. 8. 5,81 Niedermeyer, Georg, Pfungstadt 9. 5,75 utsch, Ernst SV 98 Da. 10. 5,71 Schad, Georg TV 46 Groß-Gerau Hochsprung 1. 1,75 Pfeffer, Herbert SV 98 Da. 2 1,75 Maurer, Heiner SV 98 Da. 3. 1,75 Reinhardt, Wolf SV 98 Da. 4. 1,71 Jöst, Richard, Trösel 5. 1,65 Niedermeyer, Georg, Pfungstadt 6. 1,63 Utsch, Ernst SV 98 Da. 7. 1,61 Knapp, Georg, Crumbach 8. 1,60 Poser, Roland, Groß-Zimmern 9. 1,60 Heß, Kurt, Münster 10. 1,60 Kointza, Josef TSG 46 Da. Stabhochsprung 1. 3,20 Ackermann, Karl SV 98 Da. 2. 3,00 Hennig, Karl SV 98 Da. 3. 2,86 Klotz, Willi, Lampertheim 4. 2,70 Schneider, Philipp TG 75 Da. 5. 2,46 Dorn, TV Heppenheim Dreisprung 1. 13,07 Pfeffer, Herbert SV 98 Da. 2. 12,80 Reinhardt, Wolf SV 98 Da. 3. 11,64 Wunderle, Heinrich, Gernsheim 4. 11,52 Utsch, Ernst SV 98 5. 11.52 Armbrüster, Albert TV 46 Gr.-Gerau 6. 10,56 Schad, Georg TV 46 Gr.-Gerau 7. 10,40 Schmitt, Jakob, Gernsheim 8. 10,08 Schäfer, Walter, Gernsheim 9. 9,60 Helf rieh, Jakob, Gernsheim Kugelstoßen 1. 11,97 Hoppe, Hans SV 98 Da. 2. 11,80 Adelberger, Herbert SV 98 Da. 3. 11,39 Müller, TC Biblis 4. 11,12 Puepke, SV 98 Da. 5. 11,10 Fiedler, Willi SV 98 Da. 6. 10,78 Bischoff, Groß-Gerau 7. 10,74 Hördt, Volker, Bensheim 8. 10,72 Winter, Hans TV 46 Groß-Gerau 9. 10,71 Lenk, Sepp, Mörlenbach 10. 10,64 Heim, Werner KSG Erbach

Diskuswerfen 1. 34,32 Puepke, SV 98 Da. 2. 33,90 Adelberger, Herbert SV 98 Da. 3. 33,21 Aßmann, Horst SV 98 Da. 4. 32,44 Winter, Hans TV 46 Groß-Gerau 5. 30,84 Fiedler, Willi SV 98 Da. 6. 30,27 Hoppe, Hans SV 98 Da. 7. 29,33 Bischoff, TV 46 Groß-Gerau 8. 29,36 Wolf, Alex TV 46 Da. 9. 27,76 Wunderle, Heinrich, Gernsheim 10. 27,60 Kichler, Walter SV 98 Da. Speerwerfen 1. 50,00 Gescheidle, Ernst KSG Groß-Gerau 2. 49,10 Schmitt, Jakob, Gernsheim 3. 49,00 Wolf, Alex TSG 46 Da. 4. 47,22 Müller, TC Biblis 5. 46,10 Winter, Hans TV 46 Groß-Gerau 6. 45,00 Hoppe, Hans SV 98 Da. 7. 41,50 Roth, Erwin TSG 46 Da. 8. 41,19 Seibert, TSV Pfungstadt 9. 40,82 Hill, Waldemar SV 93 Da. 10. 40,52 Bischoff, TV 46 Groß-Gerau 11. 40,00 Kointza, Jupp (Josef) TSG 46 Da. Hammerwerfen 1. 35,40 Knapp, Helmut SV 98 Da. 2. 29,03 Zänker, Günter TSG 46 Da. 3. 27,20 Kalter, Hans, Gernsheim 4. 26,92 Hoppe, Hans SV 98 Da. 5. 26,52 Schmitt, Jakob, Gernsheim 6. 25,52 Winter, Hans TV 46 Groß-Gerau 7. 20,62 Bischoff, TV 46 Groß-Gerau Frauen 10 0m 1. 14,1 Meinhardt, Gisela TSG 46 Da. 2. 14,6 Rosenhagen, Frauge KSG Erbach 3. 14,6 Achatz, Heia SV 98 Da. 4. 15,3 Jäckel, Ria SSG Langen 20 0 m

1. 28,4 Meinhardt, Gisela TSG 46 Da. 110 m Hürden 1. 15,9 Meinhardt, Gisela TSG 46 Da. 4XIOO hi 1. 56,6 TSG 46 Darmstadt 2. 57,0 SSG Langen 3. 60,0 SV 98 Darmstadt 4. 60,8 SSG Langen II 5. 61,3 Turngesellschaft 1875 Darmstadt 6. 68,8 TG 1875 Darmstadt II Hochsprung 1. 1,30 Rosenhagen, Frauke KSG Erbach 2. 1,30 Thomas, Margot TSG 46 Da. 3. 1,20 Jäckel, Ria SSG Langen Kugelstoßen 1. 9,35 Schultze, Marianne SV 98 Da. 2. 8,91 Rohrer, Edith TSG 46 Da. 3. 8,83 Rosenhagen, Frauke KSG Erbach 4. 8,25 Wiedner, Gertrud TSG 46 Da. 5. 8,10 Wendel, Liesel KSG Erbach 6. 7,86 Geiger, Lina SV 98 Da. Speerwerfen 1. 28,56 Engelhardt, Ruth SV 98 Da. 2. 25,69 Rosenhagen, Frauke KSG Erbach 3. 23,27 Meinhardt, Gisela TSG 46 Da. 4. 22,02 Petry, Anita SV 98 Da. 5. 21,69 Geiger, Lina SV 98 Da. 6. 20,64 Wiedner, Gertrud TSG 46 Da. 7. 20,59 Sippel, Johanna TV 46 Groß-Gerau 8. 19,07 Wenzel,Ruth TSG 46 Da. Diskuswerfen 1. "34,39 Schultze, Marianne SV 98 Da. 2. 28,35 Engelhardt, Ruth SV 98 Da. 3. 25,07 Wiedner, Gertrud TSG 46 Da. 4. 24,47 Wendel, Liesel KSG Erbach 5. 24,16 Rohrer, Edith TSG 46 Da. 6. 22,62 Petry, Anita SV 98 Da. 7. 19,92 Geiger, Lina SV 98 Da.

Turnwerbeabend in Weiterstadt

Die Sportgemeinde eV. Weiterstadt veranstaltet am kommenden Samstag, dem 28. d. M.. 20.00 Uhr, im Gasthaus „Darmstädter Hof" unter Mitwirkung der Kreisriege einen Turnwerbeabend. Der Abend ■wird durch den neuerstandenen Spielmannszug eröffnet. Weiterhin wird durch den Bezirksvorsitzenden Schulmeyer an einige verdiente Mitglieder der Große Ehrenbrief des Landessportbundes überreicht.

Neben dem Geräteturnen der Turner, Turnerinnen. Schüler und Schülerinnen des Vereins sowie Reigen, Freiübungen, sportlich-humoristischen Darbietungen wird besonders die Kreisriege, unter denen auch der beinamputierte Steppner mitwirkt, ihre Wirkung nicht verfehlen. Wie im letzten Jahr, so wird auch diesmal der Turnabend ein voller Erfolg in turnerischer Hinsicht werden, so daß sich der Besuch der Veranstaltung lohnt- Karten werden im Vorverkauf durch die Mitglieder vertrieben.

Am letzten Samstagabend weilten die Turnerinnen bei dem Turnverein in Büttelborn zu einem Vergleichswettkampf. Hieran beteiligten sich die Turnerinnen der SKG Büttelborn, Tv Büttelborn, Tv Worfelden und SG Weiterstadt. Wenn auch die Weiterstädter auf zwei gute Turnerinnen verzichten mußten, so konnten sie doch den zweiten Preis mit 212.1 Punkten erringen. Der Rückkampf wird unter gleichen Bedingungen am 25. November 1950 in Weiterstadt ausgetragen. —He—

TSG 46 Turnabteilung. Uebungsstunden der Turner finden am Freitag um 70 00 Uhr und das Schülerturnen am Freitag um 18.00 Uhr in der Goetheschule statt.

Snortkreis Darmstadt. Am Montag, dem 30. Oktober, 19.30 Uhr. findet im Vereinshaus der Sportgemeinschaft Arhe'lgen eine Kreisvorstandssitzung mit allen Kreisfachwarten statt. Tagesordnung: -Turn- und Sportfest 1951. Die Kresfachwarte werden um vollzähliges Erscheinen gebeten-, da es sich um die Mitwirkung der einzelnen Fachgruppen handelt. Die Auslagen werden vergütet.

Am Sonnabend, dem 4. November, findet im Hotel Hufnagel ein 1. Schauturnen der Männer-, Frauen-, Jugend- und Schülerriegen des Turnvereins 1893 Seeheim statt. An weiteren Winterveranstaltungen sind eine „Kinderweihnachtsfeier“ und ein „Bunter Abend“ vorgesehen.

Ein Gerätevergleichsk?mpf zwischen den Turnvereinen Bensheim, Lampertheim und Lorsch wird am Samstag in der Lorscher Turnhalle ausgetragen. Da verschiedene Turner der Kreisriege mitwirken, ist mit guten Leistungen zu rechnen. (bl)

Einen Jugend - Gerätevergleichskapipf zwischen Lampertheim—Lorsch konnten die Lorscher Jungen für sich entscheiden. Die besten Einzelturner der Lorscher waren in der Jugendklasse A Hans Helmut Werner mit 97,5 Punkten und in der Klasse B Hans Spahl mit 87 Punkten. . (bl)

Länderspiel über alle Sender

Die Programm-Direktoren der Rundfunksender des Bundesgebietes beschlossen auf einer Sitzung in Frankfurt am Main, daß der Süddeutsche Rundfunk am 22 November in der Zeit von 15.15 bis 16 15 Uhr eine Reportage vom Fußball-Länderspiel Deutschland gegen die Schweiz aus dem Stuttgarter Neckarstadion senden wird Reporter sind Herbert Zimmermann (NWDR Hamburg) und Rainer Günzler (Süddeutscher Rundfunk Stuttgart). Die Sendung wird von allen übrieen Sendern im Bundesgebiet und von RIAS Berlin übernommen.

Schreibt an Fritz Knippelius

Empörung der Vernunft

Unter dieser Ueberschrift wird in Nr. 97 des „DT“ der Versuch unternommen, eine Resolution zu kommentieren, die von der Dekanatssynode Groß-Umstadt auf ihrer Tagung vom 19. Oktober zwar angenommen. wegen der zu geringen Mehrheit aber Xvieder zurückgezogen worden sei (siehe Bericht „Worte, die Niemöller nicht erreichten“ in der gleichen Nr. des „DT“). Zu dieser Resolution, die nun gewollt oder ungewollt in die Oeffentfichkeit gekommen ist, wäre sicher mancherlei zu sagen. So scheint mir die Berufung auf „vielfache Pressenotizen“, wodurch man Kenntnis von der Rede und dem Brief des Kirchenpräsidenten Niemöller in der Frage der Wiederaufrüstung erhalten haben will, einer Synode nicht würdig zu sein. Besonders dann nicht, wenn die Mitglieder einer Synode, ganz gleich ob Pfarrer oder Laien, die Möglichkeit hatten, durch persönliche Teilnahme an den Veranstaltungen, bei denen in den letzten Wochen der Kirchenpräsident seine Stellung dargetan hat, sich ihre Meinung zu bilden. Wer heute aus dem Raum der Kirche ein Wort zu den uns alle bewegenden Fragen sagen zu müssen glaubt, muß sich der Verantwortung bewußt sein, die er damit seinem Nächsten gegenüber hat. Das gilt in gleicher Weise für den Kirchenpräsidenten. wie für die Mitglieder einer Synode, wie für jeden einzelnen schlechthin. Darum geht es auch nicht an, daß man die Verlautbarung der Dekanatssynode Groß-Umstadt als „Empörung der Vernunft“ kommentiert und damit zugleich alle anderen Stimmen gewissermaßen in das Gebiet der Unvernunft verweist. Mit einer solchen Haltung würden wir’uns der Toleranz begeben, die ein Merkmal der Demokratie ist. Was der Kirchenpräsident in der letzten Zeit gesagt und geschrieben hat. ist nur eine von vielen Stimmen, die erklungen sind. Daß auch nogh andere Worte gesagt und gehört werden, ist allgemein bekannt. Was an dem Kommentar zur Resolution äußerst bedenklich stimmen muß, ist der Satz, der die Meinung des Artikelschreibers über die Aufgabe der Kirghe in politischen Dingen wie folgt umschreibt: „Man möchte annehmen, daß es für die Sache der Kirche besser sei. sich einzig und allein ^uf den eigenen Sektor zu beschränken und die Finger aus der Politik und der Einflußnahme auf die öffentliche Meinung zu lassen.“ i . 1-4. j: ^l.. : —

Man ist versucht, diesen Satz etwa in einer Verlautbarung aus der Zeit des Dritten Reiches zu suchen. Das damals herrschende System vertrat doch aus seiner Totalität heraus die Meinung, daß es einzige Aufgabe der Kirche sei. ihre Gläubigen in ihrem eigenen Bereich auf das Jenseits vorzubereiten, daß sie sich aber jeder Stellungnahme und Einflußnahme auf die in der Welt zu treffenden Entscheidungen zu enthalten habe. Das System, das diese Auffassung lehrte, ist zusammengebrochen in einem furchtbaren Gericht, das Gott über unser Volk kommen Heß Uebriggeblieben zu sein scheint aber die von ihm vertretene Meinung über Aufgabe und Auftrag der Kirche. Wer heute wieder die gleiche Auffassung vertritt, beweist damit, daß er aus der Geschichte der jüngsten Vergangenheit nicht nur nichts gelernt hat, sondern daß er auch nichts weiß von dem Auftrag einer christlichen Kirche in der Welt.

Der Artikelschreiber meint, die Kirche müsse sich auf den eigenen Sektor beschränken. Was versteht er unter dem eigenen Sektor? Gehört dazu die Schule? Oder ist er der Meinung, daß wiederum eine Generation mit einem Schulunterricht ohne jegliche Beziehung auf das Christentum heranwachsen müsse? Gehört zum eigentlichen Sektor der Kirche die Ausübung der den Christen gebotenen Liebestätigkeit? Oder ist man der Meinung, daß dies eine rein politische dem Staat und seinen Organen vorbehaltene Angelegenheit sei? Gehört dazu die Einflußnahme auf die Sozial-Ethik? Oder glaubt man. daß man sich auf diesem Gebiet auf eine geistig überwundene materialistische Auffassung wieder zurückziehen müsse? Gehört zu dem eigenen Sektor der Kirche, daß sie immer wieder laut und vernehmlich darauf hinweist, daß Gott, der Herr unseres Lebens, auch der Herr der Völker ist? Ober will man wieder von neuem Götzen wie Blut und Boden, Volk und Nation auf den Thron heben?

Es gibt keinen Bereich des irdischen Lebens, in den hinein die Kirche nicht ständig ihr mahnendes, warnendes Wort zu rufen hat Die Kirche ist mit ihrer Botschaft nicht nur für den Einzelmenschen, sondern für Volk und Staat, ja für die ganze Menschheit schlechthin das lebendige Gewissen. Darum kann und darf heute weder die Kirche noch der einzelne Christ schweigen zu den uns bewegenden entscheidenden Fragen. Muß sich nicht eigentlich die Vernunft gegen eine Meinung empören, die den Dienst der Kirche bei der Gestaltung des öffentlichen Lebens nicht anerkennen will? Man lese etwa das Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und spüre daran, wie hier aus der letzten Verantwortung des an Gott gebundenen christlichen Gewissens heraus zu einer Lebensfrage des deutschen Volkes Stellung genommen wird. Es mag wohl für den einen oder anderen verwirrend sein, daß die Stimmen aus dem Raum der evangelischen Kirche nicht einheitlich sind. Vielleicht können diese Stimmen aber deswegen nicht einheitlich sein, weil hier jeder einzelne in die letzte Verantwortung vor Gott gerufen wird und aus dieser letzten Verantwortung heraus sich entscheiden muß.

Der Artikelschreiber hat die Resolution der Dekanatssynode Groß-Umstadt als eine Zurechtweisung des Kirchenpräsidenten aufgefaßt und glaubt sich zu einer Zurechtweisung der Kirche berufen. Wer es unternimmt, eine Kirche zurechtweisen zu wollen, muß zunächst einmal wissen, was Kirche ist. Weiß er das nicht, begibt er sich in die Gefahr, oberflächlich zu werden und mit seiner Verlautbarung nicht ernst genommen zu werden. Dafür sind aber die Probleme, die in den letzten Tagen und Wochen im Raum der evangelischen Kirche und weit darüber hinaus als schicksalhafte Fragen des deutschen Volkes erörtert werden, zu ernst, als daß sie mit Oberflächlichkeit und in einer an die Schlagworte einer vergangenen politischen Epoche erinnernden Art behandelt werden Georg Brust, Darmstadt

Der Ruf des Friedens und die Frau

Als ganz junge Lehrerin war ich 6 Jahre an der Schule zu Griesheim b. D. tätig. Befreundet mit Elisabeth Langgässer teilten wir gemeinsam die schwere Zeit nach dem ersten Weltkriege. Wir sahen in die unglücklichen Familien, deren Väter oder Söhne gefallen waren, wir hatten in der Schule die Kinder, die vaterlos oft schwer erziehbar, nervös, verängstigt und entkräftet waren, oft hungrig im Lande nach Lebensmitteln umherzogen. Wir konnten in der' Ferne unsere Vaterstadt sehen, aber zu unsern Müttern, die beide auch Witwen waren, konnten wir oft wochen- und monatelang nicht gelangen. Wenn unsere Sehnsucht gar zu groß war, mußten wir jungen Mädchen auf nächtlichen Schleichwegen voll Angst und Grauen den Weg nach Hause probieren. Sollten wir da den Krieg und alles, was damit zusammenhing, nicht verabscheuen?! Später, nach meiner Verheiratung, half ich meinem Mann in der Krankenpflege und bildete mich weiter in der Psychologie aus. An den Anstalten und Sanatorien, in denen ich mich oft an der Arbeit beteiligte, sah ich wieder die Folgen des Krieges: Verkrüppelte Kinder, Himverletzte,Trinker, Morphinisten und sehr viel Tabiker und Syphilitiker, meist Späterscheinungen des Krieges. Wer immer Menschen pflegt, körperlich und seelisch, manchmal in wochen- oder monatelanger Arbeit, kann der etwas anderes tun als dafür zu sorgen, daß keine neuen Wunden mehr geschlagen werden? Gibt es nicht schon genug Krankheit, Not und Tod ohne Krieg?!

Und doch waren unsre Kräfte zu schwach, um das Unglück des 2. Weltkrieges aufzuhalten gegen eine Welt voll Ünverstand. Es wäre uns eine Kleinigkeit gewesen, 1939, als wir in der Schweiz waren, zu emigrieren. Aber ich konnte mich nicht von meiner Heimat trennen, was uns teuer zu Stehen kam. Und doch hatten wir die innere Genugtuung, daß wir in den folgenden Jahren noch vielen unglücklichen und verfolgten Menschen bestehen konnten.

Vorgestern begegnete mir eine Mutter, die sagte: Wie dankbar denke ich noch an Herm Doktor zurück, als mein Sohn fiel, wie hat er mich getröstet, als ich sterben wollte und nicht mehr leben konnte! Wieviel Geistlichen beider Konfessionen war er eine Stütze bis hin zu höchsten Kreisen, wieviel verzweifelte Menschen, besonders Katholiken, konnte er bei ihrem Glauben erhalten, wie fiele beschützen, als man zu den Frauen sagte: Im Krieg sterben so viele, da kommt es auf eine Frau auch nicht an! Wie manche Nacht haben wir nicht geschla¬ fe, weil uns dies alles so zu Herzen ging, mehr als die eigenen Nachteile, von denen ich hier gar nicht reden wil). Ohne Ansehen der Partei, Rasse und Religion haben wir unsere Arbeit getan im Dienst wahrer Menschlichkeit, oft ohne Entgelt, selbst bei denen, die uns den Kummer bereitet hatten. „Gott soll es Ihnen lohnen", sagten alle die Menschen beim Abschied, die hernach in den Gaskammern endeten. Gott soll es uns lohnen! Mein geliebter Mann und guter Lebenskamerad wurde von einer Handvoll gewissenloser Menschen in aller Ehrsamkeit langsam seelisch zugrunde gerichtet, ohne daß es ihm, der eine ungeheure psychische Kraft in sich hatte, jetnals jemand anmerkte. Er starb und ließ mich allein!

Aber sein Geist lebt! Nicht in 84 Menschen, sondern in 10 OOOmal soviel Menschen, die alle den Frieden wollen, in Millionen Menschen in allen Ländern, die sich für den Frieden einsetzen. Schon lange, ehe es noch ein Friedenskomitee gab, haben wir mit allen Friedensorganisationen zusammengearbeitet, kirchlicher und weltlicher Art, mit jedem, der „güten Willens“ ist, oft unter großen persönlichen Opfern.

Hätten alle oder wenigstens ein Teil der Menschen stets so gehandelt wie mein Lebensgefährte und ich, so wäre heute noch ■unsere Stadt ganz, Millionen Mütter hätten ihre Kinder noch und ungezählte Kinder wüchsen nicht ohne Väter auf. Würden alle Frauen und Mütter heute so handeln wie ich, sie brauchten nicht eines Tages um ihre Kinder zu schreien oder in Bunkern und Erdlöchern oder noch schlimmer zu enden!

Wie uns die Psychoanalyse lehrt, wie uns die uralte Weisheit des größten aller Psychologen kündet von dem Balkgn im eigenen Auge und dem Splitter im Auge des Bruders, so sollten wir alle UeberhebWchkeit endlich fallenlassen und im Geist wahrer Verständigung die große Angst abbauen, die die Mütter in Ost und West nicht zur Ruhe kommen läßt. Wilhelmine Richtzenhain Darmstadt.

Was aǔch interessiert:

Erhängt aufgefunden wurde im Frankfurter Stadtwald der Kaufmann Willi Metz, Groß-Gerau, Mainzer Straße, eng

Ueber „Recht und Gesetz“ referiert Dr. jur. Lorenz heute abend um 20 Uhr in der amerikanischen Lesehalle Dieburg. Der Redner wird bemüht sein, alle Interessenten in das deutsche und englische Rechtsdenken einzuführen. rfd

Eine Neubürgersiedlung beabsichtigt der Verband der Heimatvertriebenen von Lorsch am Schanzenbuckel, zu erstellen. Mit den Arbeiten soll in Kürze begonnen werden. bl

In Goddelau enfloh unter dem Vorwand, austreten zu müssen, ein amerikanischer Soldat einem Transport verurteilter Militärgefangener. In der freien Gemarkung wurde er durch einen Schuß des Transportbegleitpersonals verletzt und wieder eingefangen. eng

„Der eingebildete Kranke“ wird am 12. November durch die Ortsgruppe Heppenheim des Verbandes der Kriegsbeschädigten in der Stadthalle aufgeführt. — Eine Weihnachtsbescherüng für Kinder und Erwachsene ist vorgesehen. erh

Mitgliederversammlungen der ÖTV (Ge¬ werkschaft öffentliche Dienste, Transport und Verkehr), Kreisverband Groß-Gerau, werden am Montag, dem 30. Oktober, in Rüsselsheim, Groß-Gerau und Goddelau durchgeführt. Es sollen vor allem gewerkschaftliche Tagesfragen behandelt werden. / od

meldungen aus den Landlcaeisen

DARMSTADT-LAND

Alsbach. — Unter der Führung von Bürgermeister Engel unternimmt der Kulturring des Odenwaldklubs am Samstag einen Grenzgang durch die Waldgemarkung der Gemeinde. Treffpunkt: 13 Uhr, Hauptstraße (Brückenweg). hl

Seeheim. — Der im Zusammenhang mit den Vorkommnissen bei der Ausbildungsschuie für Blindenführhunde beurlaubte Kassenverwalter Helmut Hartmann wurde mit Wirkung vom 20. Oktober wieder in sein Amt eingesetzt. Der Angestellte Georg Münk wurde zum stellvertretenden Kassenverwalter ernannt.

DIEBURG

Dieburg. — Die Gemeindemitglieder Hans Schepp und Jakob Fröhner sind dieser Tage aus jugoslawischer Gefangenschaft zurückgekehrt. rfd

Babenhausen. — Die Schüler- und Jungturnerabteilung des TV 1891 führt am Sonntag eine Fuchsjagd durch. Treffpunkt um 13 Uhr an der Turnhalle. NB

Groß-Bieberau. Nach einem Beschluß des Forums haben die Partner E.-Werk Hartmann und HEAG, Darmstadt, die Verhandlungen aufgenommen. Eine Kommission der HEAG hat in den letzten Tagen den Zustand der Innen- und Außenleitungen des Stromnetzes überprüft. Mit einem baldigen Vertragsabschluß ist in Kürze zu rechnen. GD

Groß-Bieberau. — Heute abend um 20 Uhr findet aus Anlaß des Kriegsgefangenengedenktages ein liturgischer Gottesdienst statt. GD

Fränkisch-Crumbach. — Nach Fertigstellung der Kreiszufahrtsstraße vom Bahnhof zur Kirche wurde jetzt die Erbacher Straße vom Pfarrhaus bis Dr. Dauernheim erstmalig mit Teerbelag versehen. Auch der Brunnenweg von der Rodensteiner Straße bis zur Allee wurde neu geteert. rf

ERBACH

Rai-Breitenbach. — Der Gemeinderat genehmigte in seiner letzten Sitzung den Waldwirtschaftsplan für 1951, der an Einnahmen 1700 DM und an Ausgaben 700 DM vorsieht. hm Seckmauern. — Die Verbindungsstraße zwischen Wörth und Neustadt, die durch die Gemeinde führt, ist nach mehrmonatigen Instandsetzungsarbeiten wieder für den Verkehr freigegeben worden, hm

BERGSTRASSE

Bensheim. — Im Saale des Kolpinghauses wiederholen heute abend um 20 Uhr Gymnasium, Realgymnasium und Liebfrauenschule ihr Bach-Konzert, das sie am vergangenen Sonntag aufgeführt haben. HB

Bensheim. Dr. Fritz M o h r y hält am Freitag um 20 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses einen Vortrag über „Die Entwicklung der modernen Gesellschaftsordnung im Hinblick auf das Mitbestimmungsrecht.“ bb

Gras-Ellenbach. Die Ortsgruppe Wahlen des Verbandes der Kriegsbeschädigten hielt am Sonntag eine Mitgliederversammlung ab, in deren Verlauf nach Ausführungen von Bezirkssekretär Ritter (Schönmattenwag) der Beschluß gefaßt wurde, am Weihnachtsfest eine Kinderbescherung durchzuführen. Die Mittel dazu sollen durch ein Wohltätigkeitsfest beschafft werden. (—r)

Lampertheim. Die Festwoche der evangelischen Kirche wurde am vergangenen Sonntag mit einer Predigt des Propstes für Starkenburg. Pfarrer Rau. eröffnet. Die Vorträge an den Wochentagen werden von führenden Persönlichkeiten der evangelischen Kirche Hessens gehalten. bb

Lorsch. — Aus Anlaß der am 4. November stattflndenden Inspektion der Freiwilligen Feuerwehr finden am Freitagabend und Sonntagvormittag Angriffsübungen der Wehr statt. bl

Lorsch. — Am Freitag hält im „Weißen Kreuz“ der Vogelfreunde- und Vogelschutzverein seine Mitgliederversammlung ab.

GROSS-GERAU

Groß-Gerau. Ein beachtlicher Seitenzweig der Holzindustrie ist offenbar der Anbau der schnellwüchsigen Pappel geworden. Wie aus einem Marktbericht des Landwirtschaftsamts hervorgeht, wird der Jahresdurchschnitt eines Hektarertrages der Pappel auf 1000 bis 1200 DM geschätzt, während ein Hektar Weizen nur 800 bis 950 DM erbringe, Trebur. Der Ortsgewerbeverein veranstaltet am 18. November einen großen Werbeabend. Kb Gernsheim. Der ev. Filmdienst wird am 30. Oktober im Saalbau Haas den Curt-Oertel-Film „Es war ein Mensch“ vorführen, um damit der Bevölkerung einen Einblick in die diakonische Arbeit der ev. Kirche zu vermitteln. kr

DT ■müaa™amiis«ab^^ u Bestattungen U am Donnerstag, dem 26. Oktober 1950 | Es Beerdigung: Alter Friedhof: I 14.30 Uhr: Gutekunst, Anna, 56 J., Neue Nie¬ der Straße 8 H Feuerbestattung: Waldfriedhof: m 14.15 Uhr: Zimmer, Hch., 69 J., Seeheim a. d. B.

Amtliche Bekanntmachungen Öffentliche Bekanntmachung Aut Grund des § 31 der Wahlordnung für die Wahlen zum Land¬ tag des Landes Hessen vom 10. Oktober 1950 (Gesetz- und Ver¬ ordnungsblatt S. 189) in Verbindung mit der Verordnung über den Wahltag der Landtagswahl 1950 vom 6. Oktober 1950 (Gesetz- und Verordnungsblatt S. 178) gebe ich hiermit bekannt: Wah’taq Ist den 19. November 1950. Heppenheim, den 23. Oktober 1950. Der Landrat des Landkreises Bergstraße als Kreiswahlleiter der Wahlkreise 47 und 48 Dengler Auf Grund des § 9 des Kreiswahlgesetzes vom 11. Februar 1948 (GVBI. S. 34) hat der Kreisausschuß als Nachfolger für den verstorbenen Kreistagsabgeordneten Jakob Heiselbetz, Lampert¬ heim, den Elektromeister Jakob Schmidt, Lampertheim, Neue Schulstraße 7, bestimmt. Gemäß § 7 des Wahlgesetzes kann jeder Wahlberechtigte binnen zwei Wochen nach der Bekanntmachung bei mir Einspruch gegen die Bestellung einlegen. Der Einspruch ist schriftlich oder münd¬ lich zu Protokoll zu erheben. Heppenheim, den 23. Oktober 1950. Der Landrat des Landkreises Bergstraße

Öffentliche Ausschreibung Die Arbeiten beim Ausbau der Wormser Straße sollen an fach¬ kundige Unternehmer vergeben werden. Angebotsvordrucke sind bei der Stadtverwaltung, Abteilung Tiefbau, Darmstadt, Bes¬ sunger Straße 125, erhältlich. Die Angebote sind spätestens bis zum 1. November 1950, 10 Uhr, in verschlossenem Um¬ schlag mit der Aufschrift: „Straßenbauarbeiten Wormser Straße“ einzureichen. Darmstadt, den 25. Oktober 1950. Stadt Darmstadt, Stadtbauverwaltung.

Beschneiden der Hecken Wir machen auf die Beachtung der Polizeiverordnung betr. das Beschneiden der Hecken vom 14. 2. 1905 aufmerksam, wonach jeder Besitzer, eines Grundstücks gehalten ist, die auf dem Grund¬ stück befindlichen Hecken und Sträuche, soweit sie an öffentliche Fahr- und Fußwege oder Plätze angrenzen, alljährlich, und zwar in der Zeit zwischen dem 1. August des einen und dem 1. März des folgenden Jahres soweit zurückzuschneiden und jederzeit so¬ weit zurückzubinden, daß sie nicht über die Nachbar- und Weg¬ grenze hinausragen. Bei Zuwiderhandlungen kann auf Geldstrafe erkannt werden. Darmstadt, den 21. Oktober 1950 Stadt Darmstadt — Amt für bflentliche Ordnung

Die Herbstprüfungen für Stenotypisten und Ceschäftsstenographen finden am 12. November 1950 statt. Anmeldeformulare sind bei der Industrie- und Handelskammer. Abteilung Berufsausbildung, Darmstadt, Luisenplatz 7, erhältlich. Anmeldeschluß ist der 6. November 1950. Darmstadt, den 25. Oktober 1950. Industrie, und Handelskammer Darmstadt.

Zwangsversteigerung Am 27. Oktober 1750 werden öffentlich meistbietend gegen Bar¬ zahlung versteigert: Um 10.00 Uhr in Darmstadt, Pfandkammer, Amtsgericht, Seiten¬ eingang: 1 Rundfunkapparat, 1 Lesetisch mit Lampe, anschließend im Stadtbezirk: 1 Federrollwagen und 2 cbm Buchenbohlen. Bieter an der Pfandkammer, um 12.00 Uhr in Arheilgen — Bieter am Rathaus: 1 Chromanlage — Behälter und Chrombad, 1 Maschinen¬ schraubstock, 1 Radio, um 13.00 Uhr in Wixhausen — Bieter am Rathaus: 1 Schreibmaschine „Erika" und 1 Sofa. Illas, Obergerichtsvollzieher, Darmstadt, Hobrechtstr. 31

Schlachthof (Freibank) Freitag, 8.00—11.30 Uhr: Nr. 201—600. Samstag,B.o0—11.30 Uhr: Mr. 601—1000. „Im Spiegel“ Ellen Pfister, Bes¬ sunger Str. Nr. 59. Elegante Herbst- u. Winterkleider,Kamm¬ garnjersy (Angora¬ wolle).

Der M.-G.-V. „Liederkranz'* Darmstadt macht am kommenden Sonntag einen Familienspaziergang nach Traisa zu Mitglied Scherer. Treffpunkt 14 Uhr am Böllenfalltor. / Freunde u. Gönner des Vereins willkommen. / Ueberraschungen. Der Vorstand.

DIE FUNDGRUBE

OFFENE STELLEN

Intelligent. Bürobursche mit guten Umgangsformen bis zum Alter von 16 Jahren von hiesigem Bankinstitut gesucht Schriftliche Bewerbungen mit Schul¬ zeugnis und Lichtbild erbeten unter DT 1039 an die Geschäftsstelle.

Junger, tüchtiger I Kaufmann von altem Darmst. . Fachgeschäft (Büro. ! branche) für Büro u. } Verkauf per sofort . gesucht. Ausfuhr!. ‘ Bewerbungen unter ' DT 1037 an d. Darm¬ städter Tagblatt. Suche ab sofort junges Servierfräu¬ lein (möglichst mit eng!. Kenntnissen). „Italia“, Mathilden- Straße 49.

Haushalts¬ hilfe für frauenl. Haush, für sofort gesucht. Angebote u. DT 1026 an das Darmstädter Tagblatt. Zimmergesudia Mehrere möbLZimmer für Monteure der Fa. Heinrich Koppers auf dem Gaswerk Darm. Stadt dringend ges.

2 Studenten suchen 2 Einzel- od. 1 Doppelzimmer. An¬ gebote U DT 1028 an das Darmstädter Tagblatt. Leeres oder möbLZimmer sofort gesucht. An¬ gebote unt. DT 1017 an das Darmstädter Tagblatt . IBETEILIGUNGEN I U.CELDVERKEHR | Suchen Sie Hypotheken Darlehn und Bauqelder? Werner Heinrigs Darmstadt Hohlerweg 22. Wochentags 14-17.30 Uhr außer Samstag. Automarkt Volkswagen ' fast neu. als überz. abzugeb. Kunz K.G., Elisabethenstr. 59.

^^ERKÄUI^j Näh¬ maschinen V» Anzahlung. 12 Monatsraten. Süttlng. Schuchardstr. 2 neue Bettstellen ohne Anstrich, zu verkauf. Angeb, u. DT 1034 an Darm¬ städter Tagblatt. j ANKÄUFE [ ||n|| Likör- und Weinbrand¬ flaschen 0,70 und 0,35 Ltr„ ständig zu kauten gesucht. Hans Möh¬ ler, Weinhandlung, Friedrichstraße 12. Kleinanzeigen bringen Erfolg.

Kaufe Altmetalle und Eisen für Metall¬ gießerei zu Höchstpreisen. Frickel, Adelungstr. 16 Filzstiefel Gr. 41—42 zu kauf, gesucht. Angebote u. DT 1040 an Darm¬ städter Tagblatt Bundschu- Schmuck Uhren Geschenkartikel im neu eröffneten Fachgeschäft Rheinstraße 23 im Tagblatthaus

• KUPFER • MESSING« Biel — Akku-Blel — Zinn — Zink kaufen wir laufd. für unser Metallwerk. Preisliste in unseren Geschäftsräumen. Ing. Wilh. Hllsenbeck, Darmstadt Steubenplatz 17

Fahrräder Anzahlung. 5,- DM wöchentlich. Götting, Schuchardstr. Schon wieder mal ein Protokoll! Liebe Radfahrer, die Polizei läßt nicht mit sich spaßen. Wenn Bremse. Glocke oder Katzenauge nicht in Ordnung sind, des¬ halb geht man eben gleich zu Dietrich. Als gutes Fachgesch für Fahrräder. Näh¬ masch nen und Kin¬ derwagen genießt mit Recht den besten Ruf: Dietrich Kapellplatz.

n^ I s ^JLLwggMSgSO&gSla^^

Fahrrad- Bereifungen stets frisch Fahrrad-Hahn Schloßgartenplatz. Annoncen^- Hecht vermittelt Anzeigen zu Originalpreisen für alle Zeitungen. Darmstadt, Kirch¬ straße 17, Tel, 2533. Schöne Hemden und Blusen Sport-Reltz Grafenstraße 22, Cafe Waldesruh b. Traisa bietet Ihnen Erholung durch einen herrlich. Waldspaziergang. Ge¬ heizte Räume. Spiel¬ äffchen. Concordia- Gaststätte Adelungstraße 33. empfiehlt seine preis¬ wertp Küche u. Saal für alle Veranstal¬ tungen. Ruf 3763 Samstag ab 20 Uhr und Sonntag ab 16 Uhr öffsntl. Tanz.

ORANGERIEHAUS Heute, 20.00 Uhr (Miete C 3 und TC/2) HELDEN

II M I A II INGRID BERGMAN U 11 I 0 11 ,n dem historischen Farb-Großfllm Johanna von Orleans • Ein Meisterwerk der Darstellung, Regie und Farbe. Der Welterfolg und das filmische Ereignis! Wegen der Länge des Filmes veränderte Anfangszeiten: 14.15, 17.15, 20.15 Uhr. Ruf 33 73 Vorverkauf täglich ab 11.00 Uhr. T BJ A I I A Dsr ach,mal preisgekrönte Film I n ÄL I A von William Wyler Die Erbin ^0 mit Olivia de Havilland, Montgomery . Clift und Ralph Richardson Achtung! Veränderte Anfangszeiten: 13.30, 15.45, 18.15, 20.40 Uhr Ruf 33 90 Vorverkauf ab 11.00 Uhr BEUDA Letzter Tagt Paula Wessely • Willi Forst - Gustaf e Gründgens in So endete eine Liebe Ruf 3 95 Anfang: 14.00, 16.00, 18.15, 20.30 Uhr. PALAST Letzter Tagl e Das gibt es nur in Texas Ruf 22 40 Anfan« 13.45, 16.00, 18.15, 20.30 Uhr HANSA ^—^m! ■ Die dusche Sünderin @ Ein Lustspiel mit Josef Eichheim und Joe Stöckel Ruf 31 79 Anfang: 14.00, 16.00, 18.15, 20.30 Uhr