Darmstädter Tagblatt 1950


Darmstädter Tagblatt

Darmstädter Tagblatt VeN^Ens^^ ERICH DOMBROWSKI. Dar Tagblatt u c- Wittich, Ersehat nd.t»'Bßh,e nslraße 23' Telefon 3925. Erscheint täglich außer Sonntag 207. Jahrgang / Nr. 99 öefiiföe Wewefte Dienstag, 24. Oktober 1950 Redaktion: Darmstadter Tagblatt L. C. Wittich, Darmstadt, Rheinstraße23,Tel. 3925. Bezugspreis: 2,90 DM monatlich zuzüglich 0,40 DM Trägerlohn. Anzeigenpreise: Preisliste Nr. 3 v. 1. 2. 1950. Preis 15 Pfennig "

Wegfall der Stenervorteile und Subventionen wird erwogen

Drahtberichtunseres Korrespondenten

Da. Bonn, 23. Oktober. Die Wiedererhöhung der Einkommen-’ Steuertarife würde, wie ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Montag erklärte, erst an letzter Stelle vom Bundesfinanzminister in Betracht gezogen werden können.

Unterrichtete Kreise in Bonn führen zu den Aeußerungen, die Bundeswirtschaftsminister Professor Erhard auf dem Parteitag der Christlich - Demokratischen Union über Steuererhöhungen getan hat, aus, daß sich die angedeutete Erhöhung der Einkommensteuer auf einen Abbau der Vergünstigungen beschränken werde, die nach der Währungsreform eingeführt worden sind. Eine Erhöhung der Tarife wird vom Bundesfinanzministerium abgelehnt, weil dann die Soforthilfe beziehungsweise der Lastenausgleich aufgegeben werden müßten.

Noch keine Uebersicht

Bestimmte Anweisungen über die Erschließung neuer Einnahmequellen, die über die bekannten Beschlüsse der Bundesregierung hinausgehen, sind dem Bundesfinanzminister noch nicht erteilt worden, da noch nicht zu übersehen ist, wie hoch die finanziellen Belastungen sind, die dem Bund aus den Sicherheitsaufgaben entstehen werden. Diese Feststellung gilt auch für die Kosten der Besatzungsverstärkung.

Wieweit sich deutsche Erwartungen erfüllen werden, ist noch nicht zu übersehen. Jedenfalls ist der Verzicht auf die Vergünstigungen bei der Einkommensteuer das als erstes zu erwartende neue deutsche Steueropfer. Da nach demGruhd-. gesetz die Einnahmen aus der Einkommensteuer den Ländern zufließen, wird demnächst eine Finanzkonferenz zwischen Bund und Ländern stattfinden um vor allem die Frage zu klären, wie der Bund zur Erfüllung der im Grundgesetz nicht vorgesehenen Sicherheitsaufgaben Mittel aus der Einkommensteuer erhalten und ob die Interessenquote der Länder erhöht* werden kann.

Wegfall der Subvehtionen?

Neberl der Streichung der Einkommensteuervergünstigungen ist der Wegfall der Subventionen geplant, die den Bund im ersten Halbjahr des laufenden Haushaltsjahres 259 Millionen Mark gekostet haben und sich für das zweite Halbjahr auf dreihundert Millionen Mark belaufen. Entweder wird die Voraussetzung für die Streichung der Subventionen dadurch eintreten, daß im. Zuge einer weltpolitischen Entspannung die Weltmarktpreise wieder zu sinken beginnen oder sie wird durch Lohnerhöhungen geschaffen werden müssen. Die Vorläufigkeit der neuen Lohn- und Gehaltsaufbesserungen für öffentliche Bedienstete zeigt, daß die Bundesregierung noch die Hoffnung auf ein Absinken der Weltmarktpreise hat. Wird diese Hoffnung enttäuscht, so ist damit zu rechnen, daß die Lohnerhöhungen beibehalten werden und daß sich die gewerbliche Wirtschaft trotzdem für die Aufrechterhaltung des Preisniveaus entscheidet. Die Beendigung der Subventionen würde dann aber im Zusammenhang mit den Lohnerhöhungen zu einem Absinken der Erträge der Einkommensteuer führen.

Schließlich weist man in Bonn darauf hin, daß die Mittel aus dem endgültigen Lastenausgleich nicht nur für den Wohnungsbau, sondern auch für andere produktive Zwecke bestimmt werden sollen. Es sei damit zu rechnen, daß bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze vor allem solche Arbeitsplätze geschaffen werden müßten, die für den wirtschaftlichen Beitrag der Bundesrepublik zur atlantischen Verteidigung benötigt würden.

Die angekündigte Senkung des deutschen Lebensstandards zugunsten der deutschen Sicherheit wird aber nicht ausschließlich auf steuerlichen Belastungen beruhen. Bundeswirtschaftsminister Professor Erhard erklärte in Goslar, daß in bezug auf einzelne Rohstoffe Verwendungsbeschränkungen oder sogar Verbote notwendig werden könnten. Wie wir aus dem Wirtschaftsministerium hierzu erfahren, ist es das Ziel der Bundesregierung, daß die deutsche Industrie von sich aus solche Maßnahmen trifft und Regierungsverordnungen möglichst überflüssig macht. So hat die Gummiindustrie schon vor einigen Wochen die Herstellung von Gummibällen als Kinderspielzeug wegen der Kautschukknappheit eingestellt. Auch die Verwendung von Kupfer ist bereits eingeschränkt worden. Außer Gummi und Kupfer werden Zinn, Wölf-

ram und reine Wolle als Rohstoff genannt, bei denen zur Zeit ein Mangel besteht und bei deren Verwendung die Industrie eine gewisse Selbstkontrolle ausüben muß. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums betonte aber,, es sei in letzter Zeit wiederholt festzustellen gewesen, daß von Spekulanten mit Mangelgerüchten eine Kaufpsychose geführt werde, um gehortete Bestände leichter absetzen zu können.

Gegen deutsche Aufrüstung

Paris, 23. Oktober. (AP.) Auf der Sitzung des Vollzugsausschusses der Internationalen Sozialistenkonferenz in Paris haben sich Sozialisten aus Frankreich, Westdeutschland und Belgien gegen den Plan einer Wiederaufrüstung Westdeutschlands gewandt.

Lediglich der Vorsitzende der Sozialistischen Partei Hollands. Vorrink, sprach sich für eine Wiederbewaffnung Westdeutschlands aus.

Berliner Arbeiter sollen auswandern

Ein umstrittener Plan der Verwaltung für wirtschaftliche Zusammenarbeit

Washington, 23. Oktober (AP.) Die Verwaltung für wirtschaftliche Zusammenarbeit prüft gegenwärtig Empfehlungen für die Auswanderung von 120 000 West-Berliner Facharbeitern in Länder, die großen Bedarf an Spezialisten haben Der Beauftragte dieser Organisation für deutsche Fragen, Dwyer, erklärte, dieser Vorschlag sei neben 26 weiteren von Weiß gemacht worden, der als persönlicher Vertreter des früheren Leiters der Verwaltung für wirtschaftliche sammenarbeit, Paul Hoffman, nach Berlin gereist war. Der Vorschlag hege jetzt seinem Nachfolger Foster vor. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen wor-

Dwyer erklärte, es müsse schnellstens etwas getan werden, um den Berlinern zu helfen. Weiß empfiehlt, die Arbeiter mit ihren Familien, sowie die Fabrikanlagen mit ihrem gesamten Maschinenpark in Länder zu bringen, in denen Facharbeiter gebraucht werden.

In Kreisen des West-Berliner Magistrats hat der Vorschlag große Ueberraschung ausgelöst. Es wird erklärt, der Plan sei sicherlich in der Absicht entstanden, Berlin zu helfen, er stehe aber im schroffen Gegensatz zu der bisher in Berlin in Uebereinstimmung mit den Alliierten betriebenen Politik, Berlin zu halten, wieder aufzubauen und zum Ausfalltor gegen den Osten zu machen. Berlins Facharbeiter seien der wertvollste Teil der Berliner Wirtschaft. Sie zur Auswanderung zu ermuntern, hieße das Rückgrat des Berliner Widerstandes entscheidend zu schwächen.

Flucht zur mandschurischen Grenze

Widerstand der Kommunisten in Korea ist endgültig zusammengebrochen

Söul, 23. Oktober. (AP./dpa) Der organisierte Widerstand der nordkoreanischen Armee ist endgültig zusammengebrochen. Teile des zerschlagenen nordkoreanischen Heeres versuchen sich durch Flucht zur mandschurischen Grenze ■ d in die unwegsamen Berggebiete im äußersten Norden des Landes dem Zugriff der stürmisch vordringenden südkoreanischen Divisionen zu entziehen. Aus dem Hauptquartier der achten Armee verlautet, daß nicht mehr mit zusammenhängendem Widerstand der Kommunisten gerechnet wird.

60 Kilometer vor der Siandschurei

Panzerspitzen der achten südkoreanischen Division sind am Montag über Huichon nach Norden vorgestoßen und stehen nur noch 60 Kilometer von der mandschurischen Grenze entfernt. In Nordwestkorea haben die südkoreanischen Truppen das letzte natürliche Hindernis, den Chong-Chong-Fluß übe”w,.’nden. Vorausabteilungen sind weiter nach Westen vorgestoßen. An der Ostküste befindet sich die Division Söul nach der Einnahme von Pukchon weiter im Vormarsch nach Norden.

Im Kessel von Sukchon-Sunchon haben amerikanische Fallschirmjäger Ausbruchsversuche des Feindes unter schweren Verlusten für die Kommunisten zurückgewiesen. Nur an einer Stelle ist es jedoch zu größeren Kämpfen gekommen.

Die Gefangenenziffern steigen

Nach einer Mitteilung des Hauptquartiers haben die Truppen der Vereinten Nationen in den letzten 24 Stunden über 26 000 Gefangene eingebracht. Damit erhöht sich die Zahl der seit Kriegsbeginn gefangenen Kommunisten auf über 120 000 Mann. Auch die Beute an Material ist beträchtlich. Nach Schätzungen amerikanischer Abwehroffiziere haben die Nordkoreaner allein auf südkoreanischem Gebiet militärische Ausrüstung eingebüßt, die ausgereicht hätte, um zwölf Infanterie- und zwei Panzerdivisionen auszustatten.

Amerikaner niedergemetzelt

Amerikanische Truppen haben nördlich von Pyöngyang in einem Tunnel die Leichen von 75 amerikanischen Soldaten gefunden, die von den Kommunisten auf einem Gefangenentransport zur mandschurischen Grenze erschossen wurden. Nach Berichten von Ueberlebenden sollen die Nordkoreaner aus diesem Transport etwa 230 bis 240 amerikanische Kriegsgefangene herausgeholt und mit Maschinengewehren niedergemetzelt haben. Die Ueberlebenden, von denen einige schwer verwundet sind, konnten nur dadurch entkommen, daß sie sich totstellten.

Auch die Berichte über die Ermordung von Südkoreanern und Zivilisten häufen sich. Ein amerikanischer Abwehroffizier teilte mit, daß in der an der Ostküste gelegenen Stadt Yonghung die Ueberreste von fünfhundert Südkoreanern gefunden worden seien, die von den Kommunisten bei ihrem Rückzug erschossen wurden.


in Anwesenheit von Bundespräsident Professor Dr. Heuss ist in München der Bundesfinanzhof mit einem Festakt eröffnet worden. Das Bild zeigt: Professor Heuss im Gespräch mit Bundesfinanzminister Schäffer (links) und dem stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Müller (rechts). Foto; dpa
in Anwesenheit von Bundespräsident Professor Dr. Heuss ist in München der Bundesfinanzhof mit einem Festakt eröffnet worden. Das Bild zeigt: Professor Heuss im Gespräch mit Bundesfinanzminister Schäffer (links) und dem stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Müller (rechts). Foto; dpa

Glocke der Freiheit

*** Heute vormittag um elf Uhr wird vom Schöneberger Rathaus in Berlin zum ersten Male die Glocke der Freiheit ihre Stimme erheben. Ihr Klang soll die Menschen in allen geknechteten Ländern erkennen lassen, daß sie ihre Freiheit wieder erringen können, und daß Millionen von Amerikanern sie in ihrem Kampf um die Freiheit unterstützen.

General Lucius D. Clay, der ehemalige Militär-Gouverneur in Deutschland, hat die Mittel für die Freiheitsglocke in Amerika durch einen „Kreuzzug der Freiheit“ gesammelt. Sie wurde in Croyden in England nach dem Vorbild der Liberty-Bell, der amerikanischen Freiheitsglocke, gegossen und trägt wie diese als Inschrift einen Ausspruch des amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln: „Möge diese Welt durch Gott einer Auferstehung der Freiheit entgegensehen.“ Im mechanischen Läutwerk der Glocke im Schöneberger Rathaus wird gleichzeitig eine Freiheitsrolle niedergelegt, in die sich viele Tausende von Amerikanern eintrugen, die sich dadurch verpflichteten, jedem Angriff und jeder Tyrannei Widerstand zu leisten, um die Unantastbarkeit und Würde des Menschen zu wahren.

Es ist nicht ohne Bedeutung, daß die Glocke zum ersten Male am Tage der Vereinten Nationen ertönt. Millionen von Menschen werden sie hören, denn ihr feierliches Einläuten wird von fast allen europäischen Rundfunkstationen und rund zweitausend amerikanischen Sendern übertragen. Noch nie in der Geschichte des Rundfunks ist eine Sendung so weit über die ganze Welt verbreitet worden, wie das erste Geläut der Freiheitsglocke.

In einer Botschaft hat General Glay erklärt. die Glocke sei als Symbol des Kreuzzuges der Freiheit gewählt worden, weil Glocken in aller Welt ein Sammelzeichen für die Menschen seien. Wir wissen, ihr Ton wird nirgendwo mit größerer Andacht und inbrünstigerer Hoffnung gehört werden, als in der Sowjetzone, wo deutsche Menschen einem unerträglichen Druck ausgesetzt sind.

Der Generalstreik in Oesterreich

Von unserem Wiener K-Korrespondenten

Die abgelaufenen Wochen in Österreich standen im Zeichen spannungsgeladener politischer Ereignisse. Schon die letzten Monate sind von der Kommunistischen Partei eifrig dazu benützt worden, durch einen Putsch die Macht in Österreich an sich zu reißen. Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei sah sich durch die Reaktion breitester Bevölkerungsschichten auf die Bekanntgabe des vierten Lohn-Preis-Abkommens in seinen Absichten bestärkt, die österreichische Wirtschaft durch weitere Streiks möglichst zu schädigen und alles zu versuchen, um durch Kundgebungen und Tumulte die sowjetische Besatzungsmacht zum Eingreifen zu bringen. Damit hoffte die Kommunistische Partei, die Macht im Staate auf gewaltsamem Wege zu erlangen — zumindest in Österreich!

Ungesunde Verhältnisse Den Kommunisten kamen bei ihren Bestrebungen Verhältnisse entgegen, wie sie für das politische Leben in Österreich nach 1945 bezeichnend geworden sind. Außerparlamentarische Kräfte, die die eigentlichen Träger der Staatsgewalt hierzulande sind, haben nun zum vierten Male versucht, das Verhältnis zwischen Lohn und Preis von neuem zu regulieren. Man ging dabei nicht sehr geschickt zu Werke, da man es unterließ, rechtzeitig die Bevölkerung in genügendem Maße über die bevorstehenden Tatsachen zu unterrichten und plötzlich vor den vollendeten Lohn-Preispakt stellte. Natürlich muß allmählich die Subventionspolitik ihr Ende finden und auch die österreichische Wirtschaft muß sich bemühen, normale Verhältnisse zu schaffen: seit vielen Jahren verbraucht die österreichische Bevölkerung mehr als die österreichische Wirtschaft erzeugt. Das Plus wurde zuerst durch die UNRRA-Hilfe, dann durch amerikanische Kongreßhilfe und schließlich durch den Marshallplan zur Verfügung gestellt. Die meisten der im Rahmen der Marshallhilfe eingeführten gewaltigen Mengen von Lebensmitteln, landwirtschaftlichen Gütern, Rohstoffen und Maschinen sowie Kohle, Futtermittel und Kunstdünger wurden zu Preisen abgegeben, die, zum jeweils gültigen Dollarkurs umgerechnet, weit unter den Weltmarktpreisen lagen. Das kam einer Stützung aller dieser Preise aus öffentlichen Mitteln gleich und diese Subventionen waren bisher sehr beträchtlich. Sie belaufen sich auf etwa 700 Millionen Schillinge im Jahr. Der größte Teil entfiel auf die Stützung des Brotpreises. Der im Rahmen des Marshallplanes eingeführte Weizen wurde bisher zu einem fiktiven Dollarkurs von 8,80 Schilling abgerechnet, während der kommerzielle Durchschnittskurs 24,30 Schilling beträgt. Diese Stützungen hatten ihren guten Grund. Sie waren ein Mittel, um die Anpassung der österreichischen Wirtschaft an die der übrigen Welt zu erleichtern. Aber sie können auf die Dauer nicht fortgesetzt werden, sie müssen abgebaut werden.

Die Lebenshaltungskosten Die meisten Leidtragenden allerdings sind Arbeiter und Angestellte, die von dem leben müssen, was sie durch ihre Arbeit verdienen. Einige Beispiele für die vielen Mehrkosten, die sie nun zu bestreiten haben: 1 kg Brot 2,40 Schilling, früher 1,80; 1 Semmel 27 Groschen, statt 17 Groschen; 1 kg Mehl, Type 710, 2,98 statt 1,82 Schilling; Zucker 1 kg 5,50 statt 4,10 Schilling; Kohle je 100 kg 47,74 statt 38,81 Schilling; Strom'je Kilowattstunde —,91 statt —,73 Schilling; Straßenbahn ein Fahrschein 1,— statt —,BO Schilling. Wenn die Lohn- und Gehaltsempfänger auch durch gewisse Lohnerhöhungen (Gehälter bis zu 1000 Schilling monatlich um 100, über 1000 Schilling um lO’/o der Lohnsumme erhöht, entschädigt wurden, so ist dabei zu bedenken, daß sie durch diese Lohnerhöhungen aber automatisch in eine höhere Steuergruppe fallen, so daß in der Lohntüte aber nur um 60,— bis 70,— Schilling mehr liegen, die in keinem Fall ausreichen, die erhöhten Lebenshaltungskosten zu bestreiten.

Kommunisten mit Außenhilfe Als der vierte Lohn-Preis-Pakt die Reihe der Experimente von oben abschloß, mit denen man versuchte, haargeau jenes Maß an Belastung auszumitteln, die das Volk eben gerade noch erträgt, war die Antwort darauf im ganzen Lande ein Nein! Diese Ablehnung nun machten sich die Kommunisten zunutze und den Generalstreik proklamieren, um in Österreich zur Macht zu gelangen. Nun bewies aber in wahrhaft schweren Tagen das österreichische Volk in seiner überwiegenden Mehrheit eine vorbildliche Staatsauffassung. Es demonstrierte eindrucksvoll gegen die Kommunistische Partei, in dem es ihre Generalstreiks- und Bürgerkriegsparole nicht beachtete.

In vielen Fällen, besonders in der von Russen besetzten Ostzone Österreichs (Wien, Niederösterreich und Burgenland) bewahrten die Arbeiter eine geradezu heroische Haltung. Bauern und Arbeiter schützten ihre Betriebe und Höfe gegen gewalttätige Terroristen, die meistens aus den von Russen geleiteten USIA-Betrieben eingesetzt wurden, um der Streikparole mit Gewalt Nachdruck zu verleihen. Vereinzelt kam es dabei zu blutigen Zusammenstößen, die Schwer- und Leichtverletzte zur Folge hatten. (115 Polizei- und 21 Gendarmeriebeamte wurden lebensgefährlich verletzt.) Sowjetische Bezirkskommandanten verhinderten das rechtzeitige Eingreifen von Polizei und Gendarmerie.

Bei der Parlamentsdebatte, die gleichzeitig die Herbstsession des österreichischen Nationalrates eröffnete, berichteten der Bundeskanzler und der Innenminister unter dem einmütigen Beifall der österreichischen Parteien über den abgewehrten Versuch der gewaltsamen Einführung einer Volksdemokratie in Österreich und von den Abwehrmaßnahmen der Regierung in diesen kritischen Tagen.

Wichtige Erkenntnisse Die hinter uns liegenden Wochen des kommunistischen Versuches der Einführung einer Volksdemokratie in Österreich brachten nicht nur manchen aufregenden Augenblick, sondern in letzter Folgerung auch entscheidende Erkenntnisse:

Einmal, daß die österreichische Bevölkerung zur kampflosen Kapitulation vor der Gewalt durchaus nicht geneigt und zu wirkungsvollem Widerstand befähigt ist. Vor allem die als weinselig und gemütlich geschilderten Wiener haben ihre Krallen gezeigt und damit bewiesen, daß sie nicht gewillt sind, sich der Diktatur einer Minderheit zu beugen. Die andere Erkenntnis aus diesen Tagen ist zweifellos beruhigend und muß unbedingt gewürdigt und verbreitet werden: daß sich nämlich die Absicht der Sowjetunion gezeigt hat, angesichts der gegebenen Lage keine entscheidenden Schritte zu unternehmen. Denn trotz des einen sowjetischen Panzers auf den Eisenbahnschienen, trotz der Befehle der sowjetischen Bezirkskommandanturen entschloß sich die Sowjetunion nicht zu einem entscheidenden Bruch des Kontrollabkommens der vier Besatzungsmächte von 1946. Österreich aber muß gewappnet sein, um durch Mut und Aufmerksamkeit auch in Zukunft jeder Gewalt und jeder Verführung die Stirn bieten zu können.

Doch Marktwirtschaft

F. C. Auch die Wirtschaft der Bundesrepublik sieht sich Mangelerscheinungen gegenüber. Der Auftrieb der Konjunktur stößt auf eine Knappheit an Rohstoffen und industriellen Kapazitäten. Die Erzeugungsmöglichkeiten, vor allem an Kohle und Energie, an Eisen und Stahl, an Halberzeugungen und Blechen müssen dringend erweitert werden. Investitionen in einem Ausmaß von zwei Milliarden sind nach Schätzungen der Industrie vordringlich.

Professor Erhard sieht sich hier schwierigen Fragen gegenüber. Der Schlüssel zu ihrer Lösung liegt nicht allein in seinen Händen. Rohstoffe bleiben international knapp. Ein System der Verwendungsverbote und Verwendungsbeschränkungen für eine Reihe wichtiger Rohstoffe, das die Vereinigten Staaten in den jüngsten Tagen weiter ausgebaut haben, soll nach amerikanischen Absichten auch auf Westeuropa übertragen werden. Westdeutschland ist aber in der Rohstoffversorgung weitestgehend auf internationale Lieferungen angewiesen. Werden sich die Leiter der deutschen Wirtschaftspolitik deshalb auf die Dauer einer Rohstoffbewirtschaftung entziehen können?

Professor Erhard hat auf der Tagung der Christlich-Demokratischen Union in Goslar auf diese Fragen eine Antwort gegeben. Die Marktwirtschaft, das war der Kern seiner Ausführungen, soll grundsätzlich beibehalten werden. Gewisse Industrien werden aber als deutscher Beitrag zur Verteidigung Westeuropas verstärkt ausgebaut werden müssen. Rohstoffzuweisungen zugunsten solcher Industrien liegen, nach den Erklärungen des Bundeswirtschaftsministers, im Bereich des Möglichen.

Muß deshalb aber die deutsche Wirtschaft in das Korsett der Zwangswirtschaft gezwängt werden? Müssen wir die Flaschenhälse, die sich in einigen wichtigen Bereichen der Wirtschaft zeigen, durch künstlich geschaffene Kredite schließlich sogar durch die Zwangsbewirtschaftung ausweiten? Der Bundesminister hat diese Fragen in Goslar verneint. Die Aufwendungen zur Verteidigung Westeuropas erfordern zweifellos auch öffentliche Mittel. Professor Erhard will sie durch neue Steuern beschaffen. Das sind harte Tatsachen. Man könnte sie durch freiwilliges Sparen in Bundesanleihen wenigstens zum Teil umgehen. Aber auch ein solcher Ausweg enthebt nicht der Verpflichtung, den zivilen Verbrauch zugunsten gewisser öffentlicher Verpflichtungen einzuschränken. Auch Erhard gibt sich mit dieser Schlußfolgerung nicht zufrieden. Wir werden, das ist auch seine Zielsetzung, die Leistung steigern müssen, um solche Einschränkungen zu überwinden. Dabei werden die Alliierten wirksam helfen können. Sie werden die Produktionsverbote auf künstliche Rohstoffe abbauen müssen, die heute noch die deutsche Wirtschaft belasten.

Der Bonner Bestedinngsskandal [II] Das Vögelchen und ein Mann mittlerer Größe Profile, wie ich sie sah

Noch einmal: Aumer

Man hat ihn in die Enge getrieben. Er hat den Namen eines Geldgebers preisgegeben. Eines, sage ich. Ein Mann der Erdölindustrie, Theodor Telle, Mitglied des Grubenvorstandes der Gewerkschaft Elverath bei Hannover. Dreimal hat Aumer von Telle Geld bekommen („Für die Fraktion“), insgesamt 21 500 DM, Ende 1949 und 1950. — Abg. Aumer (Bäyernpartei) in der 47. Sitzung des Bundestages vom 16. März 1950 bei der ersten Beratung des Gesetzentwurfes zur Neuordnung der Treibstoffpreise (nach dem Stenogramm): „Meine Damen und Herren! In der Zwischenzeit haben sich verschiedene Parlamentsausschüsse, insonderheit der von Niedersachsen, mit den Ausgleichszahlungen in dieser Frage befaßt . . . Ich erkenne durchaus an. daß der Herr Bundesfinanzminister auf Grund der vielen Anforderungen, die an ihn dauernd gestellt werden, mit der Aufbringung der Haushaltmittel in eine schwierige Lage gekommen ist und deshalb daran denkt, hier könnte für seinen Säckel eine wichtige Einnahmequelle erschlossen werden ... Die deutsche Erdölgewinnung ist genau wie das Kraftverkehrsgewerbe in ihrer Liquidität auf das äußerste angespannt. Es muß deshalb für diese Ausgleichszahlungen eine Lösung gefunden werden. Meine politischen Freunde und ich . . .“ Das ist das, was man in Bonn Aumers „Benzinrede“ nennt. Sage einer, das an Aumer gegebene Geld, die Rede und die spätere Abstimmung stünden in einem Zusammenhang!

Heinrichsbauer

Er muß Waffenstudent gewesen sein, auf der linken Seite hat er eine Tiefquart. Es scheint, den Freuden des Lebens ist er nicht abhold. Kurz und dicklich, ein Pykniker, kurzes, gescheiteltes Haar, Brille Auch er ein Geldgeber. Aber was für Geld? Eigenes? Wohl kaum. Er nennt sich Syndikus. Tut zunächst etwas von oben herab. Aber Dr. Arndt nimmt ihn in die Zange. Wird etwas kleinlauter. Der Ausschuß entbindet ihn, mit Mehrheitsbeschluß, von der Antwort auf die Frage, von wem er, Heinrichsbauer. das Geld hat. Herr Heinrichsbauer ist anzuschauen wie ein Kaktus.

Cärilia

Ein Maderl wie ein Trank voll süßer Labe, schimmernd wie ein Vögelchen, mit einem kurzen, vorwitzigen Stubsnäschen, und es hört auf den wunderschönen Namen Cäcilia Hiergeist. Cäcilia ist die Sekretärin der Bonner Bayernpartei-Fraktion. Ach ja, Cäcilia — caecitas - - die Blindheit. Nichts davon! Sie ist so selbstsicher wie die ganze Bayernpartei zusammengenommen. Sie habe noch den Stenogrammblock, bitteschön, Herr Vorsitzender! Hier ist das Stenogramm des „Gedächtnisprotokolls“ von Dr. Baumgartner. Sie habe es bis heute eingeschlossen gehabt, so wichtig sei ihr das gewesen, damals, im März. Wie das, fragt man sie, der Stenogrammblock enthalte nur das eine Diktat? Und sie habe ihn seitdem eingeschlossen gehabt? Sie schwört. Nach bestem Wissen und Gewissen usw. Es war wert, phonographisch aufgenommen zu werden. Der Stenogrammblock wird als Beweismaterial eingezogen. Das Vögelchen verläßt den Verhandlungsraum, begleitet mit allen guten Wünschen und mit aller Sympathie.

Loritz

Er läßt sich Zeit, läßt den Ausschuß warten. Dann tritt er auf. Die Szene ist aschgrau bis amüsant. Er verbeugt sich nach allen Seiten, linkisch, verstört und, wie immer, als ob ihn einer verfolge. Der Vorsitzende bittet ihn, vor dem Mikrophon Platz zu nehmen. Er mustert die Ausschußmitglieder, seine Kollegen. Das schmale, kalkweise Gesicht geht in die Runde. Auch zu den Pressebänken. Er zieht das Tischmikrophon zu sich heran, er weiß, was er ihm schuldig ist. „Herr Kollege Loritz!“ sagt der Vorsitzende. Dann erzählt Loritz das mit dem Unbekannten, „einem Herrn mittlerer Größe in dunklem Anzug“, der vor der Abstimmung über die Frage Bonn-Frankfurt im Bundestagsrestaurant bei Herrn Ministerialdirektor Blankenhorn, Adenauers rechter Hand, am Tisch gesessen habe. Dann habe der Unbekannte ihn, Loritz, draußen im Vorraum angesprochen. was es koste, wenn die Fraktion der Wirtschaft!. Aufbau-Verein, für Bonn stimme.“ Wenn ich Ihnen eine runterhaue, dann wissen Sie, was es kostet", hat Loritz reagiert. Will er reagiert haben. Alle im Verhandlungsraum beschleicht ein ungutes Gefühl, wohl kaum einer glaubt ihm. Er hat die triftigsten Gründe, für die in Aussicht stehenden bayerischen Landtagswahlen einen Wahlschlager zu haben. Seht her, Leute, so war der Loritz! — Dann wird die Fahne ■des Eides hochgezogen. Herr Loritz schwört, „so war ihm Gott helfe!“ Wenn er das beeidet, dann muß es wohl stimmen. Wo ist der Mann mittlerer Größe mit dunklem Anzug?

Schröder

Abg. Dr. Gerhard Schröder ( Christlich-Demokratische Union), eine der profiliertesten Figuren im Untersuchungsausschuß, Jahrgang 1910, Rechtsanwalt mit geschliffener Rede, ist einer, der vieles wissen will von denen, die vernommen werden. Er sagt es, außerhalb der Sitzung, freimütig, besorgt: Nach dem Strafgesetzbuch kann ein Beamter bestochen werden. Schmieren von Abgeordneten ist kein strafrechtlich zu erfassendes Delikt. Denn Abgeordnete sind keine Beamte. Das Strafgesetzbuch kennt keine Abgeordneten-Delikte. Aber wir werden dafür sorgen, daß sich dieses Parlament selbst reinigt, notfalls in einem revolutionären Akt. Abgeordnete, die sich für irgendeine Sache bestechen oder schmieren lassen, sind der Tod des Parlaments. Darum werden wir eine Möglichkeit finden, uns ihrer zu entledigen.

Einigung über dentsche Rüstung

Französisches Kabinett behandelt die deutsche Wiederbewaffnung

Paris, 23. Oktober. (AP./dpa) Das französische Kabinett hat sich in seiner zweistündigen Sitzung am Montag über die Frage der deutschen Wiederbewaffnung geeinigt.

In einem offiziellen Kommunique heißt es: „Der Ministerrat hat den Text der Erklärung, die Ministerpräsident Pleven am Dienstag der Nationalversammlung vorlegen wird, einstimmig gebilligt.“ Die Regierung hat die Ernennung eines europäischen Verteidigungsministers vorgeschlagen. Dieser Vorschlag ist ein Teil der „euopäischen Lösung“ der deutschen Wiederaufrüstungsfrage.

Aus gut unterrichteter Quelle verlautete am Montag, daß der französische Verteidigungsminister Moch bei den Ende Oktober in Washington stattfindenden Verhandlungen der Atlantikpaktmächte einen französischen Plan vorlegen wird, der eine Beteiligung der Bundesrepublik an der Verteidigung Europas unter gewissen Bedingungen vorsehen werde.

Informationsminister Gazier erklärte, die Regierungserklärung umfasse fünfundvierzig Seiten.

Beendigung des Kriegszustandes

Erste Gespräche auf dem Petersberg

Bonn, 23. Oktober, (dpa) Die ersten deutsch-alliierten Gespräche über die Beendigung des Kriegszustandes fanden am Montagnachmittag auf dem Petersberg bei Bonn statt. Es geht dabei in erster Linie darum, aus der deutschen Gesetzgebung alle Paragraphen, die auf den Kriegszustand hinweisen oder abgestellt waren, zu entfernen.

Die sterbende Sowsjetzone

Die „Wahlen“ brachten es an den Tag

Berlin, 23. Oktober. Im Mai 1949, bei der Wahl zum Volkskongreß, hatte die Sowjetaone 12 586 000 wahlberechtigte Bewohner. Am 15. Oktober 1950 waren es nur noch 12 332 000.

Die Sowjetzone weist somit, wie der Sozialdemokratische Pressedienst feststellt, in knapp 17 Monaten einen Rückgang der wahlberechtigten Bevölkerung um 254 000 aus. Es handelt sich hier um amtliche Zahlen. In diesem Rückgang spiegelt sich die volle Tragödie wider, der die Bewohner dieses Gebietes gegenüberstehen. Bei normaler Entwicklung hätte die Zahl der Wahlberechtigten steigen müssen. Allein der Zuwachs an Neuwählern bei Beibehaltung des gleichen Wahlalters ist erfahrungsgemäß größer als der Abgang durch Todesfälle. Die ganze Tragik des Rückganges wird aber erst klar, wenn alle Nebenumstände berücksichtigt werden. Wohl ist in diesen eineinhalb Jahren eine wahre Menschenflut aus der Ostzone in die Deutsche Bundesrepublik abgeflossen. Trotzdem aber bleibt bestehen, daß in der Sowjetzone in den genannten siebzehn Monaten einige hunderttausend Menschen einfach verlorengegangen sind, die entweder in den Konzentrationslagern und Gefängnissen umgekommen sind, nach der Sowjetunion deportiert wurden oder an Tuberkulose und Hungerödeme starben. Vor allem die Tuberkulose grassiert in der Sowjetzone und fordert täglich Opfer.

Erhard: Gigene Opfer

Goslar, 23. Oktober, (dpa) Bundeswirtschaftsminister Prof. Erhard bekannte sich in Goslar zur Verpflichtung Deutschlands, durch eigene wirtschaftliche Opfer für die gemeinsame Verteidigung der westlichen Welt beizutragen. Steigende Aufwendungen durch eine höhere Belastung des deutschen Volkes müßten über die Finanzpolitik aufgebracht werden. Keine Steuern und keine Verkürzung der Kaufkraft könnten auch nur annähernd so schädlich sein wie eine neue Inflation und damit zugleich eine neue Zwangswirtschaft. Schließlich bekräftigte Erhard noch einmal seine Entschlossenheit, an der sozialen Marktwirtschaft festzuhalten.

Gewerkschaften protestieren

Düsseldorf, 23. Oktober. (AP.) Zu der Ankündigung des Bundeswirtschaftsministers Professor Ludwig Erhard, die Einkommensteuern in Westdeutschland zur Finanzierung des deutschen Beitrages für die europäische Verteidigung zu erhöhen, erklärte der erste Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Dr. Böckler, die Lasten zur Verteidigungsstärkung dürften nicht allein von den arbeitenden Schichten getragen werden. Die Bundesregierung solle zunächst andere Finanzquellen ausschöpfen. Es sei ein offenes Geheimnis, daß es weiten Kreisen der Industrie und des Handels seit der Währungsreform wieder ermöglicht wurde, große Geldreserven zu bilden.

Die deutsche Ozean-Linie hat ihren re¬ gelmäßigen Schiffsdienst zwischen Deutschland und Kuba und dem Golf von Mexiko aufgenommen.

Stimmen der Anderen

Von Ludwig zu Adenaner

Der „New York Times“ entnehmen wir: „Ein Blick In den Geschichtsatlas setzt das Geschehen in Deutschland in ein neues Licht, Die Karte zeigt nämlich, daß Ludwig der Deutsche im Jahre 843 durch den Vertrag von Verdun den deutschen Staat fast genau in denselben Grenzen errichtet hat, wie sie heute die deutsche Bundesrepublik besitzt. — Allerdings ohne die Gebiete westlich des Rheins und mit einem Teil dessen, was heute Oesterreich ist.

Dies zeigt, daß die Ergebnisse der elfhundertjährigen deutschen Ausdehnung nach dem Osten weggewischt worden sind. Die Regierung Dr. Adenauers wird für eine lange Zeit damit zufrieden sein müssen, dasselbe Gebiet zu beherrschen, das Ludwig der Deutsche von der großen Erbschaft seines Großvaters, Karl dem Großen, übernommen hat.“

Keine Uebereilung

Der „Sozialdemokratische Pressedienst“ warnt vor einer nervösen und gefühlsbetonten Betrachtungsweise verwickelter Zusammenhänge der internationalen Entwicklung und schreibt:

„Vor allem sind die Vorschläge abzuwarten, die als Ergebnis der Verhandlungen innerhalb der atlantischen Organisation vermutlich Deutschland gemacht werden. Jede Uebereilung auf deutscher Seite wäre vom Uebel, weil vollkommene Klarheit über das, was die westlichen Alliierten in dieser deutschen Lebensfrage zu tun bereit und fähig sind, die unerläßliche Voraussetzung für jede deutsche Festlegung zu sein hat. Eg wäre vor allem psychologisch schädlich, wollten sich die Deutschen irgendwie aufdrängen. Allzu leicht könnte eine solche Haltung als das Wiederaufflammen eines militaristischen Geistes mißdeutet werden, von dem das deutsche Volk, wie sich täglich neu zeigt, frei ist.

Das Jonglieren mit Divisionen, mit Positionen aus Militär-Etats und mit Produktionsziffern aus der Rüstungsindustrie ist, soweit es den deutschen Gesprächspartner betrifft, ein müßiges und gefährliches Spiel. Das alte Wort, wenn du den Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor, darf für Deutschland für absehbare Zeit nicht gelten, zumindest nicht aus eigenem Entschluß. Es wird sich später erweisen, ob die Alliierten ein entsprechendes Verlangen stellen, im krassen Gegensatz zu ihrer jahrelangen These nach dem Ende des Krieges, und ob sie bereit sind, dafür eine vollgültige deutsche Gleichberechtigung in Form einer aufrichtigen Schicksalsgemeinschaft zu gewähren. Es ist eine spätere Sorge, zu überlegen, wie man darauf vernünftigerweise zu reagieren haben wird. Eine deutsche Initiative in dieser Frage aber erscheint zur Zeit in jeder Hinsicht unzweckmäßig.“

Auch ein jüdischer Protest

Paris, 23. Oktober. (AP.) Der jüdische Weltkongreß ist schärfstens gegen eine Wiederbewaffnung Deutschlands, wie der Präsident des Generalrates des Kongresses, Kubowitzki, erklärte. Es bestehe noch eine große Kluft zwischen den Deutschen und den Juden.

Hölle wo ist Dein Sieg ?

ROMAN VON RACHEL FIELD

Erstabdruds Alle Rechte beim Wolfgang-Krflger-Verlag. Hamburg

45) Er war seiner Geburt, seiner Erziehung und Neigung nach der konservativ eingestellte Aristokrat, während sie sich freimütig als Republikanerin bekannte. Und darüber hinaus gehörte sie einer Minorität an, die sich schwer einordnen läßt. In allen ihren Reaktionen war sie eine ausgesprochene Individualistin. Wie ein Vollblutpferd rebellierte sie gegen alles, was die persönliche Freiheit einschränkte. Häufig mußte er sich damit begnügen, auf ihre Argumente mit einem Lächeln oder einem Achselzucken zu antworten, da dies seine einzigen Waffen gegen ihre funkelnde Beredsamkeit und ihre bildhafte Sprache waren. Dennoch gab er ihr keinen Fuß breit nach und verteidigte sich ebenso hartnäckig wie gutmütig.

„Nun, Sie werden sehen", sagte sie dann wohl zu ihm, nachdem sie sich über ein Thema erhitzt hatten, bei dem der König und der Adel eine Hauptrolle spielten, „eines Tages werden Sie es erleben. daß eine royalistische Regierung zu weit gehen kann. Immer höhere Steuern zu erheben und die öffentliche Meinung mit Verboten und Gefängnisstrafen zum Schweigen zu bringen, hat eine schwache Partei noch niemals gestärkt, ob es sich nun um den König oder um eine bürgerliche Partei handelt.“ „Oho! Hochverrat im eigenen Hause,

Mademoiselle Deluzy!“ Er lachte sie aus. „Eigentlich müßte ich das wohl der Polizei melden, aber ich stelle fest, daß Sie nichts dagegen haben, die Vorteile dieser Regierungsform zu genießen, die Sie so hitzig bekämpfen. Sie wollen doch nicht ernstlich die Bonapartes wieder auf dem Thron sehen?“ Sie schüttelte ihren Kopf.

„Natürlich liebe ich den Luxus ebensosehr wie Sie, aber das tun ja auch die Menschen, die auf dem linken Ufer wohnen und in den Hafenvierteln von Le Havre und Marseille und auch die kleinen peschäftsleute, die vor dem Anblick eines- Gendarmen und des Eintreibers mit seiner Liste neuer Steuern zittern. Nein, ich bin keine Banapartistin. Wir können nicht wieder mit Kriegen anfangen, die Frankreich bis auf den letzten Blutsstropfen aussaugen. Sogar die Engländer sind ja fortschrittlicher als wir. Sie setzten zwar eine junge Königin auf ihren Thron, aber nicht ohne sich zu vergewissern, daß ihre Minister das entscheidende Wort zu sprechen haben.“

„Vergessen Sie nicht, daß das Oberhaus immer noch allmächtig ist!“ „Und vergessen Sie nicht das Unterhaus, Monsieur. Und vergessen Sie vor allem nicht die Republikaner auf der anderen Seite des Atlantik. Nach allem, was ich von ihnen gelesen habe, scheint es mir, daß in Amerika wenigstens der Versuch gemacht wird, das Ideal zu verwirklichen, für das wir einmal tapfer genug waren, zu kämpfen — und leider auch dumm genug, um es wieder fahren zu lassen.“

„Ach, diese Republikaner in Amerika! Die zählen nicht — ein neues, unzivilisiertes Land von Wilden oder bestenfalls ein Schmelztiegel, in den alles, was Europa nicht mehr brauchen kann, geworfen wird. Die können Sie doch unmöglich ernst nehmen.“,,

„Aber sie nehmen sich selber ernst, und das kann mit der Zeit dahin führen, daß die Welt ein neues Gesicht erhält.“

„Nun, mich interessieren sie nicht Zeugungen, und doch versuchen Sie weiter.“ Er machte ein gelangweiltes Gesicht und schnippte mit seinen Fingern, als wollte er damit Amerika und Republikaner und allen solchen Unfug abtun. „Sie vertreten Ihren Standpunkt mit größter Gewandtheit, Mademoiselle, und ich muß Sie dafür bewundern, was mich eigentlich selbst überrascht, da ich seit jeher Frauen verabscheut habe, die «wie Männer reden.“

„Aber rede ich denn wie ein Mann, Monsieur?“ forderte sie ihn heraus. „Nein, das tun Sie allerdings nicht“, gab er zu. „Das ist ja gerade das Seltsame. Sie sind so inkonsequent wie nur irgendeine Frau, und das wissen Sie auch, Sie haben so viele schöne Uebernicht, danach zu leben. Warum fahren Sie nicht nach Amerika, können Sie mir das sagen?“

„Vielleicht tue ich's noch eines Tages", entgegnete sie. „Wenn Ihr Louis Philippe nicht länger an der Macht ist und Sie es sich nicht länger leisten können, eine Erzieherin zu halten. Natürlich —“, der Schalk wich aus ihrem Gesicht, „ natürlieh scherze ich nur, Monsieur. Ich liebe Frankreich, ich könnte nur hier leben, und hier will ich auch sterben; ich glaube nur — —“

„Daß der König und sein Adel eine Räuberbande sind und ihre Tage gezählt — habe ich's getroffen?“

„Nein, aber ich bin überzeugt, daß früher oder später ein Wechsel eintreten muß.“

„Daß wir also eine Schar von Neros sind, die die Leute schlagen, während um uns alles brennt“, versuchte er, sie zu stellen.

„In gewisser Hinsicht, ja. Nur brennt es noch nicht, und vielleicht werden Sie und ich es nicht mehr erleben, wenn die Funken anfangen zu sprühen; aber Ihre Söhne vielleicht.“

„Sie glauben doch nicht etwa an eine Revolution? Diese blutige Menschenschlächterei dürften wir wohl überwunden haben.“

„Ich hoffe das auch. Es braucht ja auch nicht so zu kommen; ich spüre nur, daß in Paris irgend etwas in der Luft liegt, wenn ich umhergehe und höre, was d>e Menschen auf den Straßen miteinander sprechen. Da sind doch unlängst diese Anschläge auf das Leben des Königs gewesen. Das sind alles Anzeichen, daß wir im Umbruch der Zeit leben, Monsieur, und wir müssen uns ihr anpassen, wenn wir weiter in ihr leben wollen.“

„Gut, dann darf ich auf Sie zählen, es mir rechtzeitig zu sagen, wann das alles eintrifft. Es wird mir eine große Beruhigung sein, wenn ich meinen Sitz in der Pairskammer einnehme, zu wissen, daß Mademoiselle Deluzy mich vor der Sturmflut warnen wird.“

„Werden Sie wirklich in d?e Pairskammer gewählt werden? Natürlich habe ich schon davon reden gehört, aber ich wußte nicht, daß dieses Gerücht den Tatsachen entspricht.“

„Ja“, sagte er in einem Anflug von Stolz in der Stimme, „es entspricht den Tatsachen. Jetzt, da mein Vater tot ist und sich überhaupt die Reihen der älteren Pairs zu lichten beginnen, ist es unausbleiblich, daß wir jüngeren Mitglieder des Adels unseren Teil an der Verantwortung übernehmen. Vielleicht haben Sie nicht geglaubt, daß es mir mit der Verantwortung ernst ist.“ Er stand aaf und blickte mit einem belustigenden Ausdruck auf sie hinunter. „Und jetzt werden Sie sich wohl von mir abwenden, weil ich nun auch bald zu der Regierung gehören werde, die Sie so verabscheuen?“

Sie schüttelte den Kopf, als sie seines Lächelns und seiner fragend gehobenen Brauen gewahr wurde. Seine Worte drangen zu ihr aus der Ferne, weil es ihr plötzlich schwer fiel, sich auf das, was er sagte, zu konzentrieren; so stark empfand sie seine körperliche Nähe, als er da groß und blond vor ihr stand und einen leichten Geruch nach Zigarrenrauch, Leder und Rasierwasser ausströmte. Ihre Gespräche kamen fast immer auf diese Art zu einem Ende, weil dieser Geruch, der so typisch für ihn war, ihr stets die Gedanken verschlug.

Die Vorbereitungen für die Ferien auf Korsika waren getroffen, und der alte Marschall hatte wieder ein Schiff gemietet, das sie alle von Marseille herüberbringen sollte. Die beiden älteren Knaben blieben in MFelun zurück, und auch der Herzog wollte wieder dorthin zurückkehren, nachdem er die anderen sicher zum Schiff geleitet hatte. Henriette war froh, daß die lange Re’se unter seinem Schutz verlaufen würde. (Fortsetzung folgt.)

Angriffsplan gegen die Gewerkschaften

Ein Weißbuch des Gewerkschaftsbundes über kommunistische Zersetzungsversuche

Düsseldorf, 23. Oktober, (dpa) In einem W*enthüllt der Deutsche Gewerkuild RpS an, Hand von Dokumenten und Berichten den Versuch der KommulnSder^R1 ?artel’ d>e Gewerkschaften in der Bundesrepublik unter ihren Einnuß zu bekommen. Der Gewerkschaftsbund bezeichnet das Weißbuch als den „Start zu einer groß angelegten Aufklarungswelle der Gewerkschaften“.

Das Weißbuch enthält unter anderem ein Rundschreiben des kommunistischen Parteivorstandes, nach dem möglichst viele gewerkschaftliche Funktionen und Positionen durch Kommunisten besetzt werden sollen, „damit wir die Gewerkschaften in unserem fortschrittlichen Sinne entwickeln können“. Auf Beschluß des Vorstandes sollen sich möglichst viele kommunistische Funktionäre in den Industriegewerkschaften organisieren lassen und dort mit Unterstützung der kommunistischen Gewerkschaftsmitglieder für Funktionärsposten kandidieren. Der kommunistische Freie Deutsche Gewerkschaftsbund der Sowjetzonen-Republik habe im Juli dieses Jahres zwei leitende Funktionäre, Ferdinand Geißler und Max Besenreuther, nach Offenbach geschickt, um mit dem Vorstand der Kommunisten die „nächsten Schritte für eine bolschewistische Infiltration der Gewerkschaften zu besprechen“.

Von der Kommission Metall der Kommunistischen Partei liegt eine Aufforderung an kommunistische Gewerkschaftler vor, ''möglichst viele Mitglieder in Büros und solche Stellungen zu bringen, die ihnen Nachtarbeit ermöglichen (Pförtner, Heizer) und dadurch Zugang zu den Büros nach Dienstschluß verschaffen.

Auch auf Streiks versuchen die Kommunisten nach dem Weißbuch Einfluß zu gewinnen. In einem Brief an den Landesvorstand der Kommunisten Nordrhein-Westfalens wird über Lohnforderungen bei der Firma Garbe, Lahmeyer & Co. in Aachen berichtet, es heißt darin: „Es kann zum Streik kommen. Wir erwarten Bescheid zum 7. September.“ Ferner veröffentlicht der Deutsche Gewerkschaftsbund einen Brief der Sowjetzonen-Industriegewerkschaft Bergbau an den Parteivorstand in Düsseldorf. Darin heißt es: „Feste Verbindungsmänner der IG-Bergbau der Deutschen Demokratischen Republik im Ruhrgebiet sind Genosse Zabel (Dortmund) und Genosse Ernst Schmidt (Essen).“ Besonders aktiv ist der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund mit Einladungen an Gewerkschaftler aus dem Bundesgebiet, denen nach dem Beweismaterial des Deutschen Gewerkschaftsbundes bei Paßschwierigkeiten empfohlen wird, über die grüne Grenze zu gehen. Die Reisekosten trägt der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund, der auch die Volkspolizei verständigt hat, damit „in einem solchen Falle keine Schwierigkeiten entstehen“.

Die Kandidatur des Ministers Wagner

„Ausschluß aus der Sozialdemokratischen Partei bisher nicht bekannt“

Wiesbaden, 23. Oktober. (Eigener Bericht.) Auf Grund von Pressemeldungen über den Ausschluß des Ministers Wagner aus der Sozialdemokratischen Partei erklärte am Montag Minister Wagner, daß ihm eine offizielle Mitteilung noch nicht bekannt sei. Ihm sei weder mitgeteilt worden, daß er bei den bevorstehenden Landtagswahlen nicht mehr kandidieren solle, noch habe man ihn in Kenntnis gesetzt, daß er von der Sozialdemokratischen Partei ausgeschlossen worden sei. Mit 27:22 Stimmen war Minister Wagner zum Kandidaten des Wahlkreises 18 gewählt worden. Der Bezirksvorstand Hessen-Süd der Sozialdemokratischen Partei hatte diese Wahl allerdings nicht anerkannt, weil ein Teil der Delegierten „nicht ordnungsgemäß“ in die Delegiertenversammlung entsandt worden war“. Der angebliche Ausschluß Minister Wagners aus der Sozialdemokratischen Partei wurde weder aus Kreisen der Sozialdemokratischen Partei noch aus sozialdemokratischen, parlamentarischen Kreisen bestätigt. Es wurde hierzu erklärt, daß sich der Parteivorstand lediglich mit Stimmenmehrheit für die Anwendung des sogenannten Notstandsartikels 29 der Parteisatzungen im Falle Wagner ausgesprochen habe. Danach kann der Vorstand von sich aus bei entsprechendem Tatbestand ein Mitglied ausschließen. In keinem Falle aber sei der Ausschluß Minister Wagners in der Parteivorstandssitzung am vergangenen Donnerstag beschlossen worden. Mitglieder des Kreisverbandes Oberlahn, von dem Wagner als Landtagskandidat aufgestellt worden war, haben sich hinter ihren Kandidaten gestellt, ebenfalls weitere maßgebende hessische Parteifunktionäre. Wie verlautet, soll sich nun der Parteivorstand in Hannover mit der Angelegenheit befassen. Angeblich soll Knothe selbst nach Hannover gefahren sein, um den Ausschluß Wagners zu betreiben.

Klibansky entlassen

A. Frankfurt, 23. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) Der Frankfurter Rechtsanwalt Josef Klibansky, der im Zusammenhang mit den Vorgängen bei der jüdischen Industrie und Handelsbank Frankfurt verhaftet worden war, ist am Montag auf Beschluß des Strafsenats des Frankfurter Oberlandesgerichts auf freien Fuß gesetzt worden. Der Haftbefehl gegen Klibansky wurde ohne Stellung einer Kaution aufgehoben. Die Begründung für die Haftentlassung war bis zum Redaktionsschluß noch nicht bekannt.

Die Holzbrücke über den Rhein zwischen Straßburg und Kehl soll bis zum Bau einer endgültigen festen Brücke durch eine neue Behelfsbrücke ersetzt werden. *

100 Millionen für Wohnungen

Die Auszahlung der Landesbaudarlehen für sozialen Wohnungsbau

Wiesbaden, 23. Oktober. (Eig. Bericht.)

In Anwesenheit von Vertretern der einzelnen Spitzenverbände tagte am Montag der Wiederaufbau-Ausschuß des Hessischen Landtags, um die Auszahlung der Landesbaudarlehen für den sozialen Wohnungsbau zu erörtern. Direktor Dr. Bach, der gleichzeitig Mitglied des Bewilligungsausschusses ist, erklärte hierbei, daß von den 87,5 Millionen DM bereitgestellten Förderungsmitteln für den sozialen Wohnungsbau bereits 80 Millionen DM fest bewilligt seien. Von diesem Betrag werden 25 351 Wohnungen erstellt werden, die zu 49,4 Prozent den Heimatvertriebenen, zu 26,5 Prozent den sonstigen Sachgeschädigten und zu 24,1 Prozent den Altbürgern zugute kämen.

Von den vom „Bund für den sozialen Wohnungsbau in Hessen“ bereitstehenden 31,5 Millionen DM sind nach der Erklärung des Finanzministers Dr. Hilpert bis jetzt 18,4 Millionen DM überwiesen worden. Davon kamen durch die Landesbank 13,5 Millionen DM bereits zur Auszahlung, während die restlichen 4,9 Millionen DM nach Erledigung der Rechjsformalitäten bei den Kreditanträgen den Antragstellern selbstverständlich sofort zur Verfügung stehen werden.

Finanzminister Dr. Hilpert und Innenminister Zinnkann wandten sich mit aller Schärfe gegen die u. a. vom Bundestagsabgeordneten Euler (Freie Demokraten) erhobene Beschuldigung, wonach Hessen die für den sozialen Wohnungsbau bestimmten Bundesmittel „zweckfremd“ verwende und somit aus finanziellen Interessen die Auszahlung der Förderungsmittel verzögere. Beide Minister betonten nach der amtlichen Verlautbarung des Ausschußvorsitzenden Bodenbender mit Nachdruck, daß die Bundesmittel für den Wohnungsbau zweckgebunden seien und allein schon aus diesem Grunde eine andere Verwendung nicht finden könnten.

Imwbibkrt in

Wiesbaden, 23. Oktober. (Eig. Bericht). Als Spitzenkandidat der Christlich-Demokratischen Union wurde Kultusminister Dr. Stein für den Wahlkreis Groß-Gerau aufgestellt. Der bisherige Fraktionsführer der Christlich - Demokratischen Union im Hessischen Landtag, Abgeordneter Georg Stieler, hat auf seine Kandidatur für die kommenden Landtagswahlen verzichtet. Mit Rücksicht auf seine Gesundheit will er sich künftig ganz seiner Aufgabe als Landrät im Kreise Fulda widmen. Mit seiner reichen parlamentarischen Erfahrung wird er der Christlich-Demokratiscnen Union weiterhin zur Verfügung stehen.

Anfechtungsklage gegen das hessische Wahlgesetz hat der zweite Vorsitzende des „Block der vaterländischen Einigung“, Johannes Rehbein, Wiesbaden, am Montag beim Staatsgerichtshof erhoben.

Waren das Besatungskosten?

Eine Anfrage der christlich-demokratischen Bundestagsfraktion

Bonn, 23. Oktober, (dpa) Die christlichdemokratische Bundestagsfraktion hat die Bundesregierung um Auskunft über die Besatzungskosten ersucht. Sie will wissen, ob es zutrifft, daß 39 000 Hausangestellte, 66 000 Kraftfahrer, 39 000 Arbeitskräfte in Gaststätten, 144 000 technische Arbeitskräfte, 98 000 Bürokräfte und 48 000 sonstige Beschäftigte aus den Besatzungskosten bezahlt worden sind. Ferner fragt die Fraktion, ob Pressemeldungen über Einzelangaben aus Abrechnungen des Jahres 1949 den Tatsachen entsprechen. Danach sollen ausgegeben worden sein: für eine Sitzgarnitur (vier Sessel und ein Sofa) 8880 Mark, einen Einzelteppich 16 200 Mark, 33 andere Teppiche 192 625 Mark, eine Möbelgarnitur 64 000 Mark, eine versilberte Besteckausstattung 15 323 Mark, zwei Eß-Service 2735 Mark, ein Eßzimmer 12 884 Mark, sechs silberne Zigarettenetuis 288 Mark, für Kochtöpfe 2477 Mark, für Bademäntel 738 Mark und für Villendekoration 15 351 Mark.

Für „unbekannte“ Zwecke

Die Bundesregierung wird außerdem gefragt, ob es zutrifft, „daß für unbekannte Zwecke in diesem Haushaltsjahr Frankreich 162 Millionen Mark, England 26 Millionen Mark und Amerika nichts erhalten haben“, ob die Pressemeldungen über Ausgaben für heimatlose Ausländer in Nordrhein-Westfalen im Jahre 1949 richtig sind und ob es stimmt, daß vom 1. Oktober 1949 bis 30. Juni dieses Jahres als Besatzungskosten folgende Gegenstände gekauft worden sind: für über acht Millionen Mark Teppiche und Gardinen, für etwa 8,5 Millionen Mark Kühlschränke, für 31,5 Million Mark Möbel, im amerikanischen Besatzungsgebiet für 53 000 Mark und im britischen Besatzungsgebiet für 1,197 Millionen Mark Frauenkleidung, für 4,2 Millionen Mark Glühlampen und für 3,5 Millionen Mark Holzverpackung.

Mehr für echte Sicherheit

Die Fraktion fragt die Bundesregierung, was sie zu tun gedenke, „um zu erreichen, daß die aufgewendeten Besatzungskosten in der Zukunft für echte Sicherheitszwecke verwendet werden“, und ob sie bereit sei, bei der Oberkommission vorzuschlagen, die bisherige Verwendung der Besatzungskostenmittel durch eine gemischte deutsch-alliierte Kommission nachprüfen zu lassen. Außerdem soll die Bundesregierung erklären, in welchem Umfange sie eine von den Alliierten angekündigte Erhöhung der Besatzungskosten für möglich halte und aus welchen Einnahmen sie diese Mehrausgaben zu decken gedenkt.

Die Hausbrandversorgung

Bonn, 23. Oktober, (dpa) Die sozialdemokratische Fraktion des Bundestages fragt die Bundesregierung in einer Interpellation, was sie getan hat oder zu tun beabsichtigt, um für den Hausbrand rechtzeitig ausreichende Kohlenmengen zu tragbaren Preisen zur Verfügung zu stellen. Die Partei erklärt, es habe sich auf dein Kohlenmarkt in letzter Zeit eine bedrohliche Situation entwickelt. Die Hausbrandversorgung, vor allem der minderbemittelten Bevölkerung, sei ernstlich gefährdet.

Wirtschaftsblatt

Devisensparer

We. Die Kunststofftagung 1950 in München bot außer einer Fülle von Fachreferaten über den neuesten Stand der Kunststofforschung einen ausgezeichneten Ueberblick über den derzeitigen Stand fieser Industrie, die nach steilem Produktionsanstieg (von 20 000 t 1936 auf fast 250 000 t 1945) durch umfangreiche Demontagen und Herstellungsverbote fast zum Erliegen gekommen war. Die Schwierigkeiten sind auch jetzt noch keineswegs überall beseitigt. Die erfreulich hohe Kapazitätsausnutzung in einigen Zweigen macht die Demontageschäden um so spürbarer, als Kapital für Neuinvestierungen fehlt. Dazu kommen Rohstoffsorgen, vor allem bei den klassischen Kunststoffen, den Phenoplasten. Eine ungesunde Preispolitik in den letzten Monaten hat den Kunststoffmarkt In Unordnung gebracht. So stieg der Phenolpreis seit Jahresbeginn um 100 %, auf anderen Gebieten traten Preiserhöhungen bis 250 °/o ein.

Westdeutschland steht in der Gesamtproduktion wieder an dritter Stelle hinter den Vereinigten Staaten und Großbritannien. 1950 wird man voraussichtlich auf einen Ausstoß von weit über 70 000 Tonnen kommen. Die deutschen Erzeugnisse konnten inzwischen auch qualitativ wieder auf Vorkriegshöhe gebracht werden.

Auf den Exportmärkten haben die deutschen Erzeugnisse weitgehend alte Positionen zurückgewonnen und die günstige Entwicklung hält an. Allerdings haben Umschichtungen in der Rangliste der Absatzländer stattgefunden.

Mit Nachdruck wurde auf der Tagung die Errichtung eines zentralen Forschungsinstitutes der Kunststoffindustrie gefordert. Nur bei Förderung der Forschungstätigkeit könne Westdeutschland damit rechnen, auch weiterhin in der Spitzengruppe zu bleiben.

Möglichkeiten für die Ausfuhr

Was die Amerikaner von uns kaufen wollen

w Von de: t beratenden Ausschuß der Marshallplanverwaltung bei der National Retail Dry Goods Associations (Nationale Einzelhandel-Vereinigung) ist jetzt eine Uebersicht über die Verbrauchsgütereinfuhr in den USA aufgestellt worden, unter besonderer Berücksichtigung der Möglichkeiten für die Marshallplanländer, die USA zu beliefern. Dabei werden 14 Hauptgruppen von Waren genannt, für die gute Absatzchancen in den USA bestehen. Dies sind: Decken, Knabenkleidung, Porzellan- und Glaäwaren, Dekorations- und Vorhangstoffe, Fußbodenbelag, Mädchenbekleidung, Hausrat, Kinderkleidung, Herrenbekleidung einschl. Anzugstoffe; Gebrauchsartikel für Herren einschl. Hemdenstoffe und Schuhwerk, Meterware und Leinen, kleine Lederartikel, Modeartikelund Gebrauchsgegenstände für Damen einschließlich Halsbinden, Tücher, Taschentücher, Handschuhe, Handtaschen und Damenunterwäsche. Diese Gruppen stellen Waren dar, die in wesentlichem Umfang in den USA importiert und verkauft Werden können. Darüber hinaus ist es keineswegs beabsichtigt, den Import auszuschließen von Lebensmitteln, Weinen, Spielzeug und den vielen Luxusartikeln, die im einzelnen nicht aufgeführt sind, für die jedoch laufend Nachfrage besteht. In der Begründung für diese beratende Broschüre wird ausgeführt, daß die Erkenntnis „ zunimmt, wonach Amerika, wenn es den Außenhandel durchweg auf eine höhere Ebene haben will, seinerseits in Uebersee kaufen muß, um dort auch in Zukunft verkaufen zu können.

Prüfung der Außenhandelsbanken

(vwd) Im Zusammenhang mit den jüngsten Beschlüssen des Zentralbankrates über die Einführung des neuen Importverfahrens beabsichtigt die BdL eine Ueberprüfung der Außenhandelsbanken. Insbesondere sollen Beamte der BdL bei der Revision feststellen, ob die Außenhandelsbanken die ihnen zur Durchführung von Ein- und Ausfuhrgeschäften übertragenen Aufgaben und Pflichten gewissenhaft erfüllt haben. Zweck dieser Maßnahme ist offenbar, die Außenhandelsbanken zu einer schärferen, volkswirtschaftlich notwendigen Abgrenzung ihrer hoheitlichen Befugnisse gegenüber den rein bankgeschäftlichen Erwägungen anzuhalten und festzustellen, inwieweit der in letzter Zeit vielfach erhobene Vorwurf einer Kapitalflucht berechtigt ist und ob diese durch eine allzu großzügige Praxis der Außenhandelsbanken gefördert wurde. Kartelle bei Exportbetrieben dpa Der von den alliierten Sachverständigen in der letzten Woche grundsätzlich gebilligte deutsche Kartellgesetzentwurf soll durch das Verbot aller produktionshemmenden Kartelle und durch Kontrolle der marktbeherrschenden Großunternehmen den Wettbewerb und damit die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft sichern. Das Gesetz, das alle wettbewerbseinschränkenden Abmachungen oder Beschlüsse von Wirtschaftsverbänden für unwirksam erklärt, sieht Ausnahmen nur in ganz beschränkten Fällen vor. Zuständig für solche Ausnahmen sind, wenn sie in ihrer Bedeutung nicht über die Landesgrenzen hinausgehen, die Landeswirtschaftsministerien. Wettbewerbsbeschränkungen können von den Aufsichtsbehörden dann zugelassen werden, wenn dadurch die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der beteiligten Unternehmen erhöht wird. Exportfirmen können sich zu Kartellen zusammenschließen, wenn dies notwendig erscheint.

Gegen Überpreise

Der Bundesverband der deutschen Industrie und die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels haben den Austausch von Material vereinbart, das Anlaß zu berechtigten Vorwürfen gegen die Preisgestaltung einzelner Unternehmer bietet. Die Berufsvertretungen von Industrie- und Einzelhandel werden energische Schritte gegen solche Betriebe unternehmen, die -das Ansehen der Wirtschaft durch egoistisches Verhalten in der gegenwärtigen Lage herabsetzen.

Stahlindustrie braucht 2,5 Milliarden

Der Investitionsbedarf der westdeutschen Eisen- und Stahlindustrie belaufe sich nach vorsichtigen Schätzungen in den nächsten fünf Jahren auf zwei bis zweieinhalb Milliarden DM, damit die Kriegsschäden beseitigt und die Betriebe modernisiert und rationalisiert werden können, erklärte der Stahltreuhänder Dr. Heinrich Deist.

Montage auch in Irland

(vwd) In Kürze wird das Volkswagenwerk die Montage von Volkswagen in einem eigenem Werk in Irland aufnehmen. Das Volkswagenwerk besitzt bereits je ein Montagewerk in Brasilien und in Argentinien.

Die belgische Einfuhr von Diamanten erreichte im September einen Wert von 2 419 122 Pfund Sterling, der Wert der Ausfuhr 2 123 345 Pfund Sterling. •

Der internationale Weizenrat wird am 24. Oktober in Genf zu seiner vierten Sitzung zusammentreten, um sich mit einer Neuverteilung der Quoten der Weizenausfuhrländer zu befassen.

Börsenberichte

Bz. Die Börse eröffnete die neue Woche in starker Zurückhaituns und bei weiteren Kursabbröckelungen. Man rechnet bei der bevorstehenden Sitzung des Zentralbankrates zur Wochenmitte mit einer drastischen Diskontsteigerung bis schätzungsweise 2 Prozent.

Freie Devisenkurse

Bz. Folgende frei Devisenkurse wurden am 23. Oktober in Frankfurt genannt: der US-Dollar 5.15—5,25 DM, das engl. Pfund Sterling 12,50—13.50 DM, der Schweizer Franken 1,15—1,25 DM. der holl. Gulden 1.15—1,25 DM, die dänische Krone 0,48—0.52, die schwedische Krone 0,72—0.78 DM, der österreichische Schilling 0,14—0,16 DM. In den Berliner Wechselstuben sind für eine DM-West 5 Ostmark gezahlt und für 5 Ostmark eine DM-West geboten worden.

Frankfurter Eftektenborse / Kursblatt des D. T.

bz =• bezahlt B = Briefkurse T — Taxe, alle übrigen sind Geldkurse (Sämtliche Kurse ohne Gewähr)

20. 10. 23. 10.
Pfandbr. u. Kom.-Obl. 4% Dt. Rtb. 34 A.. 7,37bz
4% Pr. Lpf.Ansf.Pt 7,5bz 4% do. Komm. Obi. 7,25
4% Hess Ldbk PL . 7,75bz 4% Kass Ldkr PL . 7,75bz 4% Nass. Ldbk P... 7,75bz 4% do. Kom.Obl. .. 7,75bz
4% Rhein Giro-Pf.. 8,25 4% Rheinprv Pf ... 8,25 Dekosama 1 17’Z? 4%BayrHvp.pt. 7,62 4% Ffm Hvp.Bk.Pt 7,75
4%Ffm Hyp Obi. .. 7,37bz 4% Pfalz Hvp Pf. 7,75 4% Rh.Hvp Bk PL . 7,75bZ 4% Westd Bod Cr 7,62 7,25 7.5
7,25 i,7sbz
7,75bz 7,75bZ 7,75 8,25 8,25
17,25bz 7,62bz 7,75bz
7,37bz 7,75bz 7,75bz 7.5 Industrie-Anleihen
4% AEG 42 6,75
2% Aschaffbg Zell. 6 4% Augsb Nürnb. . 6.87 4% BMW 42 ....7 4% Daimler 42 ... 8,5 4% Degussa 43 ... 8.75 B 4%% Ess. Stk. 41. 6,75 6,75 6 * 6,87
7bZ 8,5 8,75 6,75
20. 10. 23. 10
4'/2% Gesenb.Benz. 7,37 7,37
4% Gelsenk. Bgwk. 7,37 4% Harpener 42 .. 7,25 7,37 7,25
41/2%Hartm & Br. 7,75 7,75
5% Klöckner 39 .. 7,62 7,62
5% Metallges. 39 . 8,5 8,5
5% Rh. Braunk. 40 8,37 8,37
4% Schluchsee 43 . 7 7
416% Union Rhbr. . B,sbz 8.5
4% Ver. Dt Met. 42 8,12 8,12bz
Industrie-Aktien
Accumulatoren.... 98,25bz 98 B
Ada-Ada-Schub.... — ——
Adler-Werke 43 43bz
Adt, Gebt —
Allg. Bauges. Lenz. 28 27,5bz AEG 26,5bz 26,5bz
Andreae-Noris .... 180 180
Aschaffbg. Akt.-Br. —G
Ascbaffb Buntpap. —G
Aschaffbg. Zellst... 68 68,5bz
Augsb.-Niirnbg. ...86bz 84bz
Bad Maschinen ... 98 98
Baumw. Erlangen . 130 130
Bayr. Motorenwk.. 34,5bz 34 B
20. 10.
Bemberg, J. P. .... 79
Berger, Tiefbau ... 30,5 Bin. Kraft u. Licht. 20bz
Brauh. Nürnberg .. 51 Brown Boveri —
Buderus Eisenw. .. 77bz Burbach Kali 65,75 B 23. 10.
79
29,5bZ 20
51
113,5bz 76,5bz 65,75 B
Chern. Albert 67 67
Conti Gummi 117bz 116 B
Daimler Mot. Wk.. 57bz 56bz
Demag, Duisburg . 84bz 83bz
Dessauer Gas 19,75bz 19,25bz
Deutsche Erdöl ... 56,5bz 55,25bz
Deutsche Steinzeug 139,5 139,5
Degussa 76,5bz 75,5bz
Dt. Linoleum Wk. . 121 1208
Dt. Tafelglas ....110 110
Didierwk Wlesb. .—B — B (TB2)
Dierig. Cbr. ......77,25bz 78bz
Eichbg. Werger-Br. 51bz 51 B
Eisenb Verkehrsm. 69bz 69 B
El Licht u Kraft . 31 31
Enzinger Union ... 65 64,5bz
Eßlinger Maschinen 103bz 103
Ettlinger Spinnerei 160 160
20. 10.
Faber & Schleicher- Fahr, Gebt 58bz
Feinmech fetter ..91
Feldmühle 77 Felten & Guill. ... 69bz
Ffm. Masch P &W. 88bz 23. 10.
90
77bz 69,25bz 88
Goldschmidt, Th. .. 64bz Gritzner-Kayser...— Grün & Bilfinger ..48,5bz 64bz
—G 48,5
Hafenmühle Ffm. .—G Hanau Hofbr.-Haus 55
Hanfwk Füssen .128
Harpener Bergbau. 75,5bz Harpener Bonds .. 46 Hartmann & Braun —
Heidelberg. Zement—G Henninger-Bräu ..85
Hess -Nassau Gas .85 Hoesch Eisen 61,25bz Holzmann, Ph 29,87bz Hotel AG 45 —G 55
128 75 45,5
HObz 83bz 85 62bz
29,75bz
funghans. Gebr. ..62,5 62bz
Kabelwerke Rhevdts9 Kali Chemi 92,5
Karstadt, Rud. ... 78bz 59
92.5bz 78bz
20. 10. . 23. 10
Kaufh. Hansa, Ffm. 80 Kl., Schzi & Beckerso
Klöcknerwerke.... 67,25bz Knorr, Heilbronn .71 Konserven Braun .—
Kupierberg Sekt . .46bz Lahmever & Co. .. 86bz Lanz, Heb 54bz Lindes Eismasch. .88 80
80 65,75 b;
71
—G 84bz 54bz 86,5bz
Mainkrattwerke...SB Mainzer Akt -Bt ..57
Mannesm Röhr StAs7,sbz Mannesm Röhr VA —
Masch Hartm Offh 80
Metallgesellschaft 63bz Moenus Maschinen 45 88 57
55,5bz 80
62bZ 45
Neckar-Wk Eßling. 107,5 107,5
Nordd. Lederwerke2s,s 25bz NSU 127 127 Odenw Hartstein.. 80 80
Pfälz Mühlenwk. .90 90
Rhein.Braunkohle 95 B
Rhein Elektrizität 96
Rhein Stahlwk ..52,5bz Rh West! Elektr.. 74 Roeder, Gebt 96 95 B
94,5bz 52,25bz 74 96
20. 10 . 23. 10
Salamander Schuh Salzdetfurth Kali . 62bz 60,5
Salzwk Heilbronn. 106 106
Sarotti AG —G — -G (T 90)
Schöfferh. Brauereis6 56
Schramm Lackfabr 103 103
Schrift? Stempel . 100 100
Seilindustrie Wolff9s 95
Siem & Halske StA 44,25bz 44,5bz Siem & Halske VA43.25 43
Stollwerck. Gebt... 80 80
Südd Zucker AG... 103 101
Veith Gummiwerkel2o 120
Ver.Dt Met. Werke6s
Ver Dt. Ölfabriken—G 64bz
Ver Stahlwerke ..52,25bz 51bZ
Voigt & Haeffner.,l23 123
Voitohm Seil 35 35
Wayfl & Freytag .116 116
Westdt Kaufhof .. 80 79
Wintershall 48,5bz
Zellstoff Waldhof .44,5bz 43,75bz
Banken
Bayr.Hvp Wehs Bk. 31,5 31,5
Berl.Handels-Ges.. 14,5 14
20. 10. 23. 10
Commerzbank ....22,75bz 22
Deutsche Bank .... 23,25bz Dt.Eff u Wehs.-Bk. 25
Dresdner Bank ... 23,25bz 23,25 b
25bz
23,5bz
Frankfurter Bank . 26
Ffm Hypoth Bk .25,5 26
26,25bz
Pfälz Hvpoth.-Bk.. 22,75 22,75
Rhein.Hvpoth.-Bk.. 25,25bz 25bz
Verkehr AO. für Verkehr ..33,5bz
Hapag 268
Norddt. Lloyd 21 Südd Eisenb -Ges..6o 33,5bz 26 B
20bz 60
Versicherungen
Allianz Leben ....— All u. Stuttg Ver.. 62 42bz I
62bz
Unnotierte Werte
Beck & Henkel ....38 38
Chemtefas Inh. ... 52,25bz Chemiefas Na. ...49 Chem. Btockhues .70 50
48bz 70
20 10, . 23. 10.
Dt. Waffen 26 Dingler Zweibr. ...92
Dtskusw 123 DvckerhoffZement. 120 26.5
92bz
123
HBbz
Eisenti. Köln 45bz 44,5bZ
Fordwetke Köln ..89 89
Gutehoffnungsh ... 65,5bz 64,5bZ
Hutscbenreuthet ..70 70
Kahla Porzell 31 Kammg Kaisers!...94 31 94
Rh Strohzellsioff 115
Rosenthal Porzell 85 115 84
Schwab Zellstuft.. 128 Süddt Zellwolle... 111 128bZ 111
Thür Zellw Inh. ..11,5
Thür Zellw NA ... 11,5 Torpedo Werke ... 163 13bz 11,25
163
Württemb Metall 59
Zeiß Ikon 33 59 33
Zellst Waldhof VA. 43,5 43,5

Feuilleton

So nicht, Mr. Orson Welles!

In Nachtbars lernt man .nicht die Deutschen kennen / Ein Australier antwortet Orson Welles

Als Quintessenz seines Deutschlandaufenthaltes veröffentlichte Orson Welles kürzlich im Pariser „France Dimanche" einen „Reisebericht“, dessen über sechs Spalten gehende dreizeilige Monstre-Ußberschrift fesstellt: „Ich habe einem Deutschen einen Zahn herausgeschlagen, weil er mit ,Heil Hitler' grüßte.“ Unter anderem meint Orson Welles, die Deutschen hätten als Musiker, Mystiker und Militaristen die Welt in Staunen gesetzt, sie seien physisch stark und könnten leicht heulen. Sie säßen ebenso gern unter dem Weihnachtsbaum wie sie ihr Blut vergössen. „Sagen wir es nur ganz offen, wir haben von ihnen mehr als genug, und sie scheinen auch von sich selber genug zu haben.“ Diese Beobachtungen, die der „Dritte Mann“ nach eigenen Angaben bei wüsten Szenen in Nachtbars und anderen Vergnügungsstätten sammelte, wo er seine Kenntnisse aus offensichtlich versoffenen Gehirnen geschöpft haben muß, und die selbst bei den in Deutschland stationierten Amerikanern Kopfschütteln und Ablehnung hervorriefen (man ist sich darüber klar, daß derartige Aeußerungen gerade in Frankreich im Augenblick nicht opportun sind), nahm ein junger Australier zum Anlaß, seinerseits die Erfahrungen zu schildern, die er auf seiner Fahrt quer durch Europa mit den Deutschen machte.

Als ich den kürzlich von Mr. Orson Welles veröffentlichten Artikel las, in dem er seine Eindrücke über Deutschland wiedergibt, war ich bestürzt darüber, daß ein so bekannter Mann die Kühnheit besaß, anzunehmen, er habe genügend von dem deutschen Volk gesehen,, um einen Zeitungsartikel darüber zu schreiben, obwohl vollkommen klar ersichtlich ist, daß er nur wenig oder gar nichts von dem Volke gesehen und seine Eindrücke in der Hauptsache in Nachtklubs gewonnen hat. Als ob man das französische Volk nach dem Pariser Nachtleben beurteilen könnte! Während ich seinen Artikel las, drängte sich mir immer stärker der Wunsch auf, mein möglichstes zu tun, um dieses Unrecht wiedergutzumachen.

Seit fünf Monaten „hitch-hike“ ich durch England, Schottland, Norwegen, Schweden, Dänemark, Holland und Deutschland und kam auf meinem Wege von der dänischen Grenze nach der Schweiz, Oesterreich, Italien und Frankreich auch durch Darmstadt. Ich habe durch meine Reise einen guten Querschnitt durch die Bevölkerung Westdeutschlands erhalten und glaube, besser als Mr. Orson Welles in der Lage zu sein, ein Urteil abgeben zu können, insbesondere da sein Weg als der einer gefeierten Persönlichkeit im wesentlichen in jeder Hinsicht durch eine herzliche Aufnahme geebnet worden ist, während ich, so gut ich eben konnte, aus eigener Kraft durchkommen mußte.

Da ich keinen einzigen Menschen hier kannte, kam ich mit ziemlich skeptischen Erwartungen nach Deutschland, was meine Aufnahme und mein Weiterkommen betraf. mußte jedoch feststellen, daß meine Befürchtungen durchaus unbegründet waren, denn überall finde ich irgend jemanden, der mir freundlich und höflich entgegenkommt. Ich diente im Kriege in der RAAF (Königlich Australische Luftwaffe), kämpfte also gegen Deutschland. Hier in Deutschland nun habe ich mit vielen ehemaligen Kriegsgefangenen gesprochen, die in englischer, amerikanischer oder russischer Gefangenschaft waren. Ich habe die sechs Kriegsjahre und die Nachkriegszeit mit vielen deutschen Intellektuellen diskutiert, und dies ist das Ergebnis:

Nichts will das deutsche Volk weniger als einen neuen Krieg. Sein größter Wunsch ist ein Zusammenschluß mit den anderen europäischen Ländern. Man kann den Einwand erheben, daß dies der reine Verteidigungstrieb gegen die östliche Gefahr sei, aber obgleich dieser Gedanke eine nicht unwesentliche Rolle dabei spielt, bin ich überzeugt, daß allein der Wunsch nach einer europäischen Einheit dabei überwiegt. Das deutsche Volk wurde zwar von der Nazipropaganda getäuscht, doch ich bin überzeugt davon, daß es jetzt alles in einem anderen Licht sieht, und wenn die Weltgeschichte nochmals geschrieben werden könnte, so würde eine Reihe von Jahren daraus gestrichen werden. Aber wie überall, so gibt es auch hier Ausnahmen, wie ein kleiner Zwischenfall zeigt: Als ich ein Auto bestieg, das mich auf meinem Reiseweg ein Stück weiterbringen sollte, fragte ich den Fahrer, ob er Englisch spreche. Die Antwort kam in einwandfreiem Englisch und klang sehr schroff: „Nein, ich war deutscher Offizier!“ Ein paar Augenblicke war ich wie vor den Kopf geschlagen, aber allmählich beruhigte er sich, und wir trennten uns am Ende der Fahrt als gute Freunde mit einem kräftigen Händedruck. Dies ist nur ein einzelner Zwischenfall.

Der Ausländer wird in Deutschland nicht den Eindruck gewinnen, daß die Deutschen ihres Lebens sehr froh seien, vielmehr erscheinen sie etwas einsam und abseits stehend, und in der Tat haben sie auch wenig Veranlassung, fröhlich und unbeschwert zu sein. Aber die Verhältnisse bessern sich ständig, und ich hoffe, daß sie in nicht allzu ferner Zeit ihre Unbeschwertheit wiedergewonnen haben werden. Etwas fiel mir besonders auf, worauf die Deutschen wirklich stolz sein können: dieses nette kleine Auto, der Volkswagen, der überall Absatz finden sollte. Ebenso konnte ich feststellen, daß die deutsche Polizei so entgegenkommend und höflich ist, wie es sich ein Ausländer nur wünschen kann.

Während ich dies hier schreibe, wohne ich bei einer Familie des Mittelstandes in Darmstadt, und in keinem anderen Volke könnte ich freundlicher und herzlicher aufgenommen worden sein. Ich fühle mich ganz wie zu Hause hier und weiß, daß ich ein • paar wirklich feste Freunde gefunden habe.

Ueber die Einstellung der ehemals besetzten Länder kann ich nicht viel sagen, außer daß es ihnen nicht leicht fällt, ihre Beziehungen zu Deutschland wiederzufinden. Es fällt ihnen schwer, einzusehen, daß der Deutsche von 1950 nicht der des Nazi-Deutschlands von 1939 ist. Wenn sie nur einmal mit offenen Augen durch Deutschland reisen würden, müßten ihre Zweifel schwinden. Die Zeit wird die Wunden heilen, und wenn nicht in allernächster Zeit, so wird doch die heranwachsende Generation der westlichen Länder einmal wieder freundliche Beziehungen untereinander pflegen.

Wenn ich nach Australien zurückkomme, wird man von mir erwarten, daß ich auf zahlreichen Versammlungen über meine Reise spreche, und meine Erfahrungen über Deutschland werden sehr günstig sein. Ich denke, das australische Volk wird erfreut sein, von diesem neuen Deutschland zu hören.

Maxwell S. Williams, Melbourne/Australien

Klavierabend mit Lyvia Rev

Die ungarische Pianistin Lyvia Rev, Solistin des Snfonieorchesters von Radio Budapest, der Bukarester Philharmoniker und des Lamoureux-Sinfonieorchesters von Radio Paris, spielt am Donnerstag, dem 26. Oktober, um 20 Uhr in der Stadthalle. Auf dem Programm stehen das Orgelpräludium und Fuge von Joh. Seb. Bach, die Sonate C-dur Nr. 2 von Mozart, die Sonate Es-dur von Beethoven, die Ballade g-moll, Etüden und Preludes von Chopin, Estampes von Debussy und die Toccata von Ravel.

Lyvia Rev war eine der größten Entdeckungen der Pariser Saison. Geboren in Budapest gewann sie schon im Alter von neun Jahren den Preis für „Enfants Prodiges“ und gab mit zwölf Jahren ihr erstes Orchesterkonzert. In Budapest erhielt sie den ersten Preis des Landeskonservatoriums. Lyvia Rev studierte bei Margit Varro, Chikago, dann bei Robert Teichmüller, Leipzig, Leo Weiner, Budapest, und Paul Weingarten, Wien. Foto: Studio Marcel.



Festkonzert des Volkschores

Zu seinem 75jährigen Jubiläum hatte der Volkschor Darmstadt unter der Leitung von Professor Dr. Noack ein sehr schönes Programm einstudiert. Telemanns. „Tageszeiten“, die soviel Haydnsche Stil- und Klangwenduhgen der „Jahreszeiten“ vorwegnehmen, sind seit langem eine wertvolle Wiederentdeckung für die Konzerte der Musikfreunde und Collegia musica. Welda wirkungsvolle Gesellschaftsmusik liegt hier vor! Welches Niveau in der musikalischen „Unterhaltung“ spiegelt „Der zufriedengestellte Aeolus“ von Johann Seb. Bada wider! Nur selten trifft man in den Konzertprogrammen auf dieses Stück und nahm es daher hier als sinnige Jubiläumsgabe dankbar an. Zu demselben Genre gehört auch die Suite für Orchester in d-moll mit den Flötensoli (H.-Th. Woernle). In all diesen Werken wird wirkliche Festmusik angestimmt, die für eine festliche Gelegenheit geschrieben wurde, die in ihrer Art keinen Anspruch auf schwieriges „Einhören“ erhebt, die aber doch bis in die letzte Note höchste Vollkommenheit verrät.

Die technischen Anforderungen einer Wiedergabe sind allerdings erheblich. Um so größer ist daher die Leistung des Volkschores zu bewerten, der seine Jubelfeier mit einem sehr schönen Erfolg krönte. In den „Tageszeiten“ wie im „Aeolus“ wurde klangrein und sicher mit Wärme und Ausdruck gesungen. Einheitlich und harmonisch fügten sich die Chorsätze in das Klangganze der Kantaten ein. Für die Soli waren Ursula Schwegler-Heiß (Sopran), Anita Trautvetter (Alt) und Friedrich Härtel, Leipzig (Baß), verpflichtet. Elisabeth Stumpf sang für den verhinderten Tenor Franz Köth die Soli im Sopran. Die Stimme der beiden Sopranistinnen ist schlank und nicht sehr weitragend, aber leicht und wohlklingend im Timbre. Artikulation und Deklamation zeigten Schwächen, auch bei der Altistin Anita Trautvetter, die im übrigen über ein schönes voluminöses Organ verfügt. Große gesangliche Technik herrscht bei dem Bassisten Friedrich Härtel vor, durch die er alle Schwierigkeiten in der Höhe geschickt kaschiert. Seine Mittellage ist sonor und volltönend, sein Vortrag pointiert und souverain, ein wenig zur Romantik neigend. Allerdings* verhinderte seine Selbstsicherheit die kleinen Erschütterungen in der Aeolus-Arie „Zurücke“ nicht.

Das Orchester, das sich aus Studenten der Technischen Hochschule, der Landesmusikschule und einigen weiteren Verstärkungen zusammensetzte, hatte eine schwierige Aufgabe übernommen, der es nicht immer gewachsen war. Die Begleitung von Rezitätiven und Arien des Barock ist eben nicht einfach. Professor Dr. Noack hielt in stilvoller Prägnanz alle Komponenten zusammen und blieb der sichere musikalische Mentor für die große Schar der Mitwirkenden.

Bachs h-moll-Suite wurde von Professor Dr. Marguerre geleitet. Seine Interpretation geht von der reinen Freude am Musizieren aus. Der Charakter dieser Musik ist daher als solcher durchaus getroffen, Stilistik (Differenzierung der Tanzcharaktere) und technische Wiedergabe hielten jedoch nicht immer mit dem Wollen Schritt.

Viele Freunde des Vereins hatten sich in der Stadthalle eingefunden. Ein blumenreicher und geschmackvoller Bühnenrahmen bekundete die Jubiläumsfeier, die auch musikalisch Festesglanz ausstrahlte. G. I.

Das Adolf-Busch-Quartett wird, wie die Darmstädter Musikzentrale mitteilt, im Januar kommenden Jahres im Rahmen der Abonnementskonzerte der Musikzentrale in Darmstadt gastieren.

Neuerwerbungen der Stadtbücherei

W 30 Schuecking, L. L.: Essays über Shakespeare, Pepys. Rossetti, Shaw und andere. G 8 Kaehler, H.: Pergamon. 8 Karsten. R.: Das altperuanische Inkareich und seine Kultur. 15 Dibold, H.: Arzt in Stalingrad. 20 Aubry, O.: Das zweite Kaiserreich. 20 Churchill, W.: Der zweite Weltkrieg. Bd. 1: Der Stu^n zieht auf. 20 Trevelyan, G. M.: Ku’ur- und Sozialgeschichte Englands. 30 Wittlin, A. St.: Isabella. Begründerin der Weltmacht Spanien. 30 Zweig, St.: Maria Stuart. 30 Aubry. O.: Sankt Helena; Bd. 1: Die Gefangenschaft Napoleons; Bd. 2: Der Tod des Kaisers. 30 Goerlitz, W.: Stein. Staatsmann u. Reformator. Km Gesek, L.: Gestalter der Filmkunst. Von Asta Nielsen bis Walt Disney. Knudsen, H.: Goethes Welt des Theaters. Ein Viertel) ahrhundert Weimarer Bühnenleitung. Ku Scheffler, K.: Venezianische Malerei. L Diesel, E.: Jahrhundertwende; gesehen im Schicksal meines Vaters. • Goldoni, C.: Mein Theater — mein Leben. Li 5 Matthiessen, F. O.: Amerikanische Renaissance. 5 Setschkareff. V.: Geschichte der russischen Literatur im Ueberblick. 5 Stammler, H.: Amerikanische Literaturgesdrehte im Ueberblick. Mit einem Literaturverzeichnis. 30 Hering, G. F.: Porträts und Deutungen. Von Herder zu Hofmannsthai. 30 Rilke. R. M.: Briefe an seinen Verleger 1906—1926. Bd. 1 und Bd. 2. 30 Rolland. R.: Aus meinem Leben, Erinnerungen an Kindheit und Jugend.

30 Boehm, H.: Walther von der Vogelweide; Minne. Reich. Gott. N 12 Lorenz, Fr.: Die Entdeckung des Lebens. Der Roman der biologischen Forschung. 12 Thesing, K.: Wunder der Fortpflanzung. Eine Einführung in das Wesen des Lebens. Phil Huebscher, A.: Philosophen der Gegenwart. Kurth, W.: Intelligenz u. Charakter. Von Theorie u. Praxis der Persönlichkeitserfassung. Pr 5 Nebelthau, O.: Vom heiteren Kochen. Rezept- u. Lesebuch f. d. gepflegte Küche. 10 Diem. L.: Juchhei — die Kleinsten turnen. 10 Steinauer. L.: Der weiße Berg. Meine Erlebnisse am Montblanc. Re 5 Heckel, R.: Hie gut Württemberg. 5 Job. J.: Italienische Städte. 5 Weichmann, H.: Alltag in USA 10 Heimat Schlesien. 15 Boßhard, W.; Kühles Grasland Mongolei. Zauber und Schönheit der Steppe. Rei Brautlacht, C.: Das Leben ruft dich. Eine Lebenskunde für junge Mädchen. St 5 Steltzer, Th.; Von deutscher Politik Dokumente. Aufsätze u. Vorträge. 5 White. Th. H.: Donner aus China' Te Heiß. L.: Hirth. Vater. Hellmuth. Wolf. Nesper. E.: Die Hauptsache: Eine gute Rundfunkantenne. Herrmann. J.: De elektrische Fernmeldetechnik. Linse, H.: Elektrotechnik für alle. Eine volkstümliche Darstellung u. Wissen v. d. Elektrizität. Walz. H.: Strom und Spannung. Wi Spann, O.: Die Haupttheorien der Volkswirtschaftslehre auf lehrgeschichtl. Grundlage.

DT Film-Forum

Ein waochechter, Inoulaner“

Auf welcher Insel er geboren ist oder lebt? Tja, die liegt nicht in der Südsee und Palmen wachsen auf ihr auch nicht... sie liegt noch nicht .einmal im Meer, sondern mitten im Land drin, und Insel ist dieser Ort auch nur deshalb geworden, weil er von dem Wahnsinn einer modernen Politik so gründlich von allen Zufuhren abgeschnitten wurde, daß man nur noch auf dem Luftwege hingelangen konnte. Ich meine also Berlin, wie Sie wohl gemerkt haben werden, und Paul Westermeyer ist ein Berliner, der sich im grimmigen Berliner Humor nunmehr „Insulaner“ nennt.

Er ist waschechter Berliner, von Kindesbeinen an im Heimatboden verwurzelt und der schönen Spreestadt treu geblieben durch dick und dünn. Das geht so weit, daß er sogar einem Berliner Theater treu blieb: Dem Berliner Metropol-Theater! Ganz kurze Zeit hat er, bevor er hier landete, an dieser und jener Bühne mitgemimt dann holte ihn sich der Direktor Hentschke vom Metropol und da blieb Paule. So nennen ihn nämlich seine geliebten Berliner. Bei so viel Bodenständigkeit die man gerade von dem Einwohner einer wirklichen Weltstadt gar nicht erwarten sollte, ist eigentlich nicht viel Abwechselndes aus dem Lebenslauf zu erzählen? Wie man es nimmt! Daß er zahllosen Berlinern und ebenso zahllosen Berlin-Besuchern mit seiner trocken-kessen Berliner Mundart schon erheiternde Stunden in Hülle und Fülle beschert hat, versteht sich, denn er hat, als sein Stern aufging, bald genug das komische Fach gewählt, und in diesem machte er das Rennen. Daß er daneben, vor allem davor noch einiges andere trieb, das ist ebenso verständlich und sei der Ordnung halber registriert Es' fehlt seinem Leben allerdings manch dramatisch-bewegter Akzent, den man im Leben anderer Bühnengrößen so leicht findet; aber da kann er weiß Gott nichts für, es ging bei ihm eben alles so leicht und glatt. Daß er, Sohn eines Berliner Beamten, zur Bühne wollte, stand für ihn schon in ganz jungen Jahren fest. Deklamieren und sich verkleiden war von klein auf seine Leidenschaft. Die Eltern wollten eigentlich aus ihm einen Postbeamten machen, aber als er gut berlinisch „nee“ sagte und seine Bühnenwünsche anmeldete, da zeigte sich, daß Papa Westermeyer mehr als vernünftig war, denn er ließ dem Sohn seinen Willen, und so hat denn Paule die Schauspielschule des damaligen Königl. Schauspielhauses absolviert und anschließend an diesen Unterricht als jugendlicher Held am Stadttheater Stralsund mit 130 Mark Gage begonnen. Ueber Bautzen, Plauen, Bremen, Magdeburg kam er dann zu Direktor Jean Kren ans Berliner Thalia-Theater und von dort holte ihn sich also Hentschke ans Metropol, wo es Paul Westermeyer und seinen Zuschauern so gefiel, daß er einfach dablieb, bis die Bomben dem ^heaterbetrieb ein Ende bereiteten. Es gibt so — fast kleinstädtisch treue — Anhänglichkeiten selbst in Berlin. Derjenige würde sich gründlich irren, der da meinte, Berlin und seine Bühnen würden nur von weltweit wandernden Stars bevölkert! Es gibt auch Westermeyers, die bodenständig sind und bleiben!

Ueberhaupt liebt er die Landschaft um Berlin über alles. Draußen, am Wasser eines märkischen Sees, hat er ein Häuschen, wenn er dahin mit seinem Rad fahren und dann im Kahn sitzend angeln kann — ja, dann hat er alles, was er braucht. Das Auto überläßt er seiner Frau, er zieht das Fahrrad als echter Berliner Junge noch vor, und Schwimmen, ganz solide und ordentlich, blieb sein Lieblingssport


PAUL WESTERMEYER
PAUL WESTERMEYER

(Foto: Privat)
(Foto: Privat)

„Es kommt ein Tag"

FILMURAUFFÜHRUNG IN HANNOVER

Der mit Spannung erwartete Film „Es kommt ein Tag“ wurde in den Weltspielen zu Hannover uraufgeführt. Er ist von der gleichen „Filmaufbau GmbH. Göttingen“ hergestellt worden, die seinerzeit den erfolgreichsten deutschen Nachkriegsfilm „Nachtwache“ gedreht hatte. Das Motiv ist der Romanze „Korporal Mombour“ von Ernst Penzoldt entnommen, der mit einer Reihe von Hauptdarstellern, darunter Dieter Borsche, dem Kaplan der „Nachtwache“, Maria Schell und Lil Dagover, der Uraufführung beiwohnte.

Die Handlung des Films führt in den Deutsch-Französische Krieg von 1870/71, in dem ein deutscher, aber einer französischen Hugenottenfamilie entstammender Koporal in einem französischen Städtchen ins Quartier zu einer Familie gleichen Namens kommt, deren Stamm einmal der gleichen Wurzel entsprossen ist. Eine feingesponnene Liebesgeschichte führt den Koporal und die junge Madeleine Mombour zusammen. Es ist Krieg, aber die Liebe zwischen den Menschen ist stärker als die Feindschaft zwischen den Völkern. Als tragischer Konflikt ergibt sich dann, daß der deutsche Korporal Mombour in den voraufgegangenen Kriegshandlungen den einzigen Bruder der Madeleine, den französischen Leutnant Gaston Mombour, erschossen hat. Korporal Mombour stirbt in den Armen Madeleines in der französischen Uniform Gatons, die er angezogen hat, um auf Bitten Madeleines der sterbenden Mutter Vorzutäuschen, Gaston sei zurückgekehrt. Als er dann bei einem französischen Gegenangriff seinen Kameraden zur Hilfe eilen will, erreicht ihn die Kugel eines deutschen Soldaten.

Diese behutsame, novellistische Handlung hat der Regisseur Rudolf Jugert zu einem immens dichten und bewegenden Film verarbeitet. Es ist ein bis in seine letzten Winkel hinein sauberer und klarer Film, dem ein volles Ja auch von kirchlicher Seite gelten darf. Dieses volle Ja gerade zu einem Film, der nichts mit einem unmittelbaren religiösen Untergrund wie etwa die „Nachtwache“ zu tun hat, mag erneut unterstreichen, daß die hier und da geäußerte Meinung, die Kirche wolle nur religiöse Filme, irrig ist. j. b.

Notizen

Naturforscher und Aerzte. Die Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte hat am Sonntag in Anwesenheit des Bundespräsidenten Professor Heuss in München ihre 96. Versammlung eröffnet, die vom 22. bis 25. Oktober stattfindet. In einer mit lebhaftem Beifall aufgenomenen Rede erklärte Bundespräsident Heuss, da die Spezialisierung der Fragestellung das unabwendbare Schicksal der Wissenschaft sei, erfülle eine solche Versammlung eine entscheidende Aufgabe. Hier herrsche der Geist des Gebens und Nehmens von Wissenschaft zu Wissenschaft und von Mensch zu Mensch. Die Gesellschaft wurde 1822 als erste naturwissenschaftliche Vereinigung gegründet und zählte Paul Ehrlich, Robert Koch, Alexander von Humboldt und Helmholtz zu ihren Mitgliedern. Die letzte der sonst in jedem zweiten Jahr abgehaltenen Tagungen fand 1938 in Stuttgart statt.

Sowjetischer Farbfilm in München aufge¬ führt. Der mit dem Stalin-Preis ausgezeichnete Farbfilm der sowjetischen MOS-Filmproduktion „Das Lied von Sibirien“ wurde in deutscher Fassung in München für das Bundesgebiet erstaufgeführt. Der Film, der farblich an die Tradition der „Steinernen Blume“ anknüpft, schildert den Weg eines im Kriege verletzten russischen Musikers, der sich mit einem großen Oratorium „Lied von Sibirien“ zu seiner Heimat bekennt Der Film wurde im Schnitt weitgehend „entpolitisiert“. Er lebt jetzt in erster Linie von den eindrucksvollen Originalfarbaufnahmen aus Sibirien.

Werner Egk, der Direktor der Berliner Hochschule für Musik, der Generaldirektor der Gema, Erich Schulze und die Rechtsanwälte Dr. Philipp Moehrin,g und Hans Aldenhoff sind auf dem Kongreß der „Confederation Internationale des Societes d’Atuors et Compositeurs“ (internationale Vereinigung der Autoren- und Kcmpomstenverbände) in Madrid als erste deutsche Vertreter nach dem Kriege in Aemter der Confederation gewählt worden.

Dogmenverkündigung vom Rundfunk übertragen. Zum ersten Male in der Geschichte der Kirche werden am 1. November ade Katholiken der Welt die Proklamation eines Dogmas mitanhören können. Die Zeremonie der Verkündigung des Dogmas von der leiblichen Himmelfahrt Mariens wird durch Rundfunk übertragen. Eine Messe zu Ehren der Himmelfahrt Mariens darf auf Anordnung des Papstes in allen römischkatholischen Kirchen und Kapellen der Welt an Stelle der üblichen Messen zu Allerheiligen gelesen werden.

Sauberer und anständiger Karneval

tungweisende Rede des ersten Vorsitzenden der „Interessengemeinschaft Westdeutscher Karnevalsvereine e. V.“, Karl Mörlé (Mainz), in Speyer

Am vergangenen Sonntag fand in Speyer eine große Delegiertentagung der „Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Karnevalsvereine“ statt, bei der 74 karnevalistische Korporationen, unter anderem von Nürnberg, Stuttgart, Heidelberg, Worms, Darmstadt, Mainz, Mannheim, Frankfurt, Bad Kreuznach, Alzey und , Idar-Oberstein vertreten waren.

sich/orsitzende des Arbeitsausschusses, pes.- le, Mainz, erstattete den Tätig-Nictricht, der in anschaulicher Weise T Ziele der Arbeitsgemeinschaft auf¬ ^eigte. Der Bericht der beiden Kassenprü¬ ' u.cDr. Hackert, Ingelheim, und Dr. letsch, Darmstadt, ergab einwandie Kassenführung. Anschließend wurde m Gesamtarbeitsausschuß einstimmig Entlastung erteilt. Danach erfolgte auf Vorschlag des bisherigen Arbeitsausschusses die Umwandlung der Arbeitsgemeinschaft in die „Interessengemeinschaft Südwestdeutscher Karnevalsvereine e. V.“ mit dem Sitz in Mainz. In der anschließenden Vorstandswahl wurde Karl Moe r 16 , Mainz (MCV), einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt. Dem Vorstand gehören weiterhin an: F 1 ei sc h - mann,. Speyer (2. Vorsitzender), Stein, Frankfurt (Schatzmeister), Hassemer, Gau-Algesheim (Schriftführer). Hierzu treten als Beisitzer die von den regionalen Verbänden der Interessengemeinschaft bereits gewählten Herren Dr. Quetsch, Darmstadt, Zimmer, Bad Kreuznach, Wö 11 me r , Mannheim, und Becker, Alzey. Als Justitiar gehört wie bisher Dr. Hackert, Ingelheim, dem Vorstand an.

Die Interessengemeinschaft erhebt aus wirtschaftlichen Gründen Anspruch darauf, nicht durch überhöhte Belastungen verschiedenartigster Natur in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit, mit der ihre Mitglieder im Laufe der Saison einen Umsatz von etwa 1 Million DM erzielen, gehemmt zu werden. Man brachte zum Ausdruck, daß nur auf diese Weise das alte, in den Fastnachtsgebräuchen und -traditionen verankerte Volkstum gewahrt werden kann. Ein bezahltes Humoristentum wird schärfstens abgelehnt. Sämtliche in der Interessengemeinschaft vertretenen Vereine legen besonderen Wert auf die Feststellung, daß nur solche Vereine der Interessengemeinschaaft angehören können, deren Mitglieder sich ehrenamtlich in den Dienst der Sache stellen. Zum anderen ist man bestrebt, Auswüchse irgendwelcher Art nachdrücklichst zu bekämpfen und die karnevalistischen Veranstaltungen, die sich lediglich vom 11. November bis zum Aschermittwoch erstrecken sollen, in saub e r er und anständiger Form durchzuführen.

Als Vertreter der Behörden und des Speyerer Verkehrsvereins hatte Präsident Langlotz die zahlreich erschienenen Delegierten begrüßt.

Mit der ausgezeichnet, organisierten Veranstaltung, während der unter jubelndem Beifall auch Seppel Glückert, Mainz, sprach, war eine Ausstellung karnevalistischer Gebrauchsgegenstände verbunden. KM

Lieder- und Arienabend

der TSG Wixhausen

Tm vollbesetzten „Kronensaal“ wartete die Gesangsabteilung der Sport- und Kulturgemeinde Wixhausen mit einem Lieder- und Arienabend auf, der, wie Spartenleiter Stein in seiner Begrüßungsansprache hervorhob, der Einwohnerschaft der Gemeinde einen Abend guter Musik vermitteln sollte. Dieses Ziel darf man als vollkommen erreicht ansehen, denn die Leistungen des 100 Mann starken Chors unter der Leitung seines Dirigenten, M. Frank, Urberach, wie auch jene der Solisten (Lotte Leist-Veite, Sopran, Luise Müller-Bekker, Alt, und Christian Schmidt (Tenor) überraschten allgemein. Arien und Duette aus Rigoletto, Carmen, Martha, Aida und Butterfly wechselten mit Chören, wie z. B. Webers „Wanderers Nachtgebet“, dem „Ritornell“ von Schumann und dem Matrosenchor aus dem „Fliegenden Holländer“. Die Darbietungen der Solisten begleitete Dirigent Frank am Flügel mit großem Anpassungsvermögen. L. K.

Froher Tanz unterm Erntekranz

Festliche Stunden am Wochenende in Schaafheim

Im Geleit erleuchteter, ausgehöhlter Kürbisse und Dickwurze sowie zahlreicher bunter Lampions wurde am Samstagabend in Schaafheim der Erntekranz zum Marktplatz getragen und aufgerichtet. Traulicher Fackelschein und Gesangsvorträge der Schul- und Landjugend unter Leitung von Frau Lehrerin Pf annk u c h verschönten diesen vorfestlichen Akt.

Nach dem Wecken durch den Posaunenchor am Sonntagmorgen würdigte Pfarrer Kloß im Festgottesdienst die Bedeutung des Tages. Im nachmittäglichen Erntedankfestzug wurde auf zahlreichen sinnvoll und mit viel Mühe geschmückten und ausgestatteten Wagen ein Abriß der Arbeit des Landmannes von der Frühjahrsbestellung bis zur Ernte gegeben. Ein besonders anziehendes Bild bot die Spinnstube zur Veranschaulichung der Wintertätigkeit auf dem Lande. Zu den Klängen der Aschaffenburger Trachtenkapelle zog der Zug zum Marktplatz, wo unter dem Erntekranz Eduard Roth als Vorsitzender des Bauernvereines die Festteilnehmer begrüßte.

Nach einem Gedichtvortrag von Edmund Roth wandte sich Diplomlandwirt Schlau in Vertretung für den verhinderten Leiter der Landvolkhochschule Neustadt an die Schaafheimer. In seinen Worten hob er besonders die Arbeit und das Streben der Schaafheimer Landjugend und des Kulturringes hervor, die beispielgebend für den ganzen Kreis Dieburg seien. Landrat Ritzert sprach seine große Freude über die schöne Gestaltung des Festes aus und wies darauf hin, daß Altbürger und Neubürger sich in noch engerer Gemeinschaft zusammenfinden müßten als bisher und hier vor allem die Jugend wegbereitend sein könne.

Eduard Roth dankte abschließend den

Rednern , und leitete zum frohen Teil über. Frau Lehrerin Pfannkuch und Herr Lehrer Roloff, die sich beide um die Betreuung der Schaafheimer Jugend große Verdienste erworben haben, eröffneten eine Polonäse für alle. Inmitten der Festwagen und Zuschauer boten die zu den Klängen der Trachtenkapelle unter dem Erntekranz sich drehenden Paare ein buntes, lebensfrohes Bild. Die Jugendgruppe der Heimatvertriebenen bereicherte mit Volkstanzdarbietungen das Fest, das seinen abendlichen Ausklang bei Tanz und Spiel im Saal des Frankfurter Hof fand. ' 10.

Bunter Abend in Auerbach

Der Auerbacher Männergesangverein „Liedertafel“ hatte am Samstagabend zu einem Bunten Abend im Saale des Gasthauses „Kühler Grund“ eingeladen. Außer dem Verein selbst und einigen Solisten erntete vor allem das Reichenbacher Männer-Doppelquartett immer wieder begeisterten Beifall. Als Ansager verstand es Karl Sauer (Reichenbach) die Hörer durch geschickte und humoristische Conference von einer Nummer zur anderen zu begleiten und vor allem stets für gute Stimmung zu sorgen. Der reiche Beifall des vollbesetzten Hauses galt nicht nur den jeweils Auftretenden, er war auch gleichzeitig ein Dank an den Auerbacher Verein, der diesen Abend mit viel Liebe vorbereitet hatte. HB.

Dringende Finanzhilfe erforderlich

Generalversammlung der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Gernsheim

Die Mitglieder der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Gernsheim versammelten sich am Samstag zu ihrer diesjährigen Generalversammlung.

Bevor man auf die Tagesordnung einging, wurde über einen Antrag abgestimnat, der sich für eine Neuwahl von Aufsichtsrat und Vorstand einsetzte. Der Antrag wurde gegen 2 Stimmen abgelehnt.

Geschäftsführer Heil verlas dann den Prüfungsbericht und den RM-Schlußbericht; beide wurden von der Versammlung gebilligt. Ebenfalls angenommen wurde die DM-Eröffnungsbilanz. Nachdem die Genossenschaft dem Vorstand Entlastung erteilt hatte, sprach Ing. Diehl als Mitglied des Aufsichtsrates über die finanzielle Lage der Genossenschaft. Er beklagte sich insbesondere über die Beschaffungsschwierigkeiten von Geldern der öffentlichen Hand. Nach seinen Ausführungen sei eine Finanzhilfe dringend erforderlich, um die 10 Doppelhäuser des gegenwärtigen Bauabschnittes, die im Rohbau fast fertig seien, noch in diesem Jahr unter Dach und Fach zu bringen.

Seit Kriegsende erstellte die Gernsheimer Baugenossenschaft sechs Zwei-Familien-Häuser, fünf davon konnten mit Hilfe eines Zuschusses von 34 000 DM gebaut werden, die das Landesarbeitsamt

gewährte. Die Genossenschaft will sich mit einem Entschluß an den Gemeinderat wenden, worin eine entsprechende Berücksichtigung hinsichtlich der Gewährung finanzieller Hilfe gefordert wird.

Bachkantate in Schönberg

Am Sonntagnachmittag wiederholten die vereinigten Chöre und das Kammerorchester Bergstraße ihr Bachkonzert und die Aufführung der Kantate Nr. 115 „Mache dich, mein Geist, bereit“ in der evangelischen Kirche in Bensheim-Schönberg. Wieder waren zahlreiche Zuhörer erschienen, doch erreichte diese Wiederholung nicht das Niveau des ersten Abends. Artur Naussauer eröffnete die Feierstunde mit einem Orgelwerk, las vor dem Brandenburgischen Konzert Nr. 4 Worte zum Bachjahr, Erläuterungen zur Kantate und würdigte Bachs Leben und Schaffen. Als Solisten hörte man wieder: Felicitas Deubel (Sopran), Käthe Kickhefel (Alt), Horst - Heinrich Braun (Tenor) und Rolf Mey bo m (Baß). Die Leitung der Kantate hatte diesesmal Artur Nassauer übernommen. HB

aus den Landlueisen

DARMSTADT-LAND

Roßdorf. Die unter der Leitung von Kapellmeister Hans Kullmann stehenden Chöre (Männergesangverein Harmonie Biebesheim, Sängerbund Eintracht Messel und Männerchor SKC Roßdorf) haben es sich zur Aufgabe gemacht, in den genannten Orten Lieder-Abende durchzuführen, Der erste findet am 18. November im Saale „Zur Sonne“ in Roßdorf statt, der zweite am 2. Dezember in Messel.

DIEBURG

Groß-Bieberau. Eine öffentliche Elternversammlung der Volksschule findet am Mittwoch um 20.30 Uhr in der Turnhalle statt. Der Vorsitzende des Elternbeirates gibt einen Rechenschaftsbericht, anschließend wird die Beibehaltung der Schulspeisung und die Lernmittelfreiheit im Jahre 1950/51 diskutiert. GD.

Spachbrücken. Am Mjittwoch hält die Ortsgruppe des VdK in der Gaststätte „Grüner Baum“ um 20 Uhr eine Versammlung ab. Ein Vertreter der Bezirksgeschäftsstelle Darmstadt spricht über „Neue Rentenzahlungen“.

Schaafheim. Nachdem dip Neubürgersiedlung nun auch außen verputzt wurde, heben sich 6 schmucke Doppelhäuschen von dem dunklen Grund des dicht dahinterliegenden Waldes ab. io.

ERBACH

Sandbach. Nachdem die Innenarbeiten beendet sind, erhält nun das Rathaus einen neuen Verputz. Die Schrein erarbeiten wurden an die Arbeitsgemeinschaft Pilger, Kull und Ruhland vergeben. hm

BERGSTRASSE

Lorsch. Durch einen frei herumlaufenden Hund kam dieser Tage ein Motorradfahrer auf der Straße Bürstadt— Lorsch zum Sturz und zog sich erhebliche Verletzungen zu, el

GROSS-GERAU

Groß-Gerau. Unter Mitwirkung der Musikkapelle Otto Getrost sowie der Feuerwehrkapelle veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr im „Weißen Roß“ einen Kameradschaftsabend, der den Abschluß der Feuerwoche bildete. eng Nauheim. Bei der am Sonntag stattgefundenen Konferenz der Sozialdemokratischen Partei des Kreises wurde Bürgermeister Sudheimer als Kandidat für die Landtagswahl nominiert. -au-

Der SPORT

Fußball in den Heimatkreisen

Kreisklasse Darmstadt

Mit sehr gemischten Gefühlen empfing Bickenbach seinen Gegner Gräfenhausen, denn wiederum mußten die Einheimischen, mit Ersatz antreten. Trotzdem gelang es ihnen die etwas zu hart spielenden Grafenhäuser 2:1 zu schlagen und somit den Nimbus der Unbesiegbarkeit dem Gegner zu nehmen. Veith und Peter Gg. schossen schon bis zum Seitenwechsel beide Tore, ■he Conrad den Anschlußtreffer erzielen onnte. Zu einem weiteren Erfolg kam JSG 46 Darmstadt in Langen, wo die bSG klar und deutlich 0:3 (0:1) besiegt wurde. Hähnlein empfing schon am Morgen seinen Gegner Seeheim und verlor etwas unglücklich mit 1:3 Toren. Der Ersatzmann Birkenauer brachte Seehe:m bis zur Pause 0.1 in Führung, doch nach Wiederanpfiff schoß Gussmann den Ausgleich. Nun bekam aber Seeheim die Oberhand und konnte durch Tore von Pullmann und Birkenauer den Sieg sichern. Weiterstadt besiegte auch diesmal seinen Gast Erzhausen ziemlich sicher mit 6:0. Schuchmann schoß allein 4 Tore. Der wohlverdiente Gegentreffer blieb aus. Einen beachtlichen Erfolg spielte sich TuS Griesheim gegen Alsbach. Wenn auch die Gäste 1:2 führten so konnten sie doch noch den Ausgleich zum z.z schießen. Vogt und Feuerbach schossen für Griesheim die Tore, während für Alsbach Dentler und Spengler erfolgreich waren. Nieder-Ramstadt konnte im Spiel gegen Hahn seine Zuschauer wieder zufriedensteilen und siegte verdient mit 4:1. Bis zum Wechsel schoß Poschmann allein 3 ior®> und dann war es Mager, der das; 1 erzielte. Schließlich gelang es Biermann, zum Gegentor einzusenden. rr„-nn

In der B-Klasse besiegte Union Darmstadt in einem schönen Spiel die boma des VfR Langen mit 4:1 und bewies wiederum seine Spielstarke. Jugenheim Jar wieder gut aufgelegt und besie«te .randau hoch mit 7:0. Emmerich (4^. Fay, .einzelmann und Kaiser schossen - ore. Auch Eschollbrücken bewies wieder .eine gute Form und schickte Traisa mit 9:0 nach Hause. Hier waren es ’ Essinger. Flösser und Bickler. die d Sieg sicherstellten. Im Lokalderby Ober-Beerbach kamen die Gaste aus Nie der-Beerbach zu einem etwas Jpucklichen 01-Sieg Es war ein schönes und schnelles Spiel, bei dem auf beiden Seiten vie eGelegenheiten ausgelassen pelan« es Spieß, den sonst guten Tormann mit einem nicht allzu strammen Ball zu bezwingen. SV 98 II Darmstadt konnte Rohrbach mit 8:2 nach Hause sch.cke .

Kreisklasse Dieburg

In der A-Klasse hat Nieder-Roden sein bisher prächtiges Torverhältnis diesmal zwar nur“ um zwei Treffer erhöhen können sie haben aber zum siebten Sieg in sieben-Spielen ausgereicht und der Radgauer SG 14 0 Punkte gebracht. Lengfeld, der Gastgeber hatte einen besonders guten Mann zwischen den Pfosten Daß seine Niederlage erträglich (0:2) ausgefallen ist. spricht für dfe Zukunft der Otzberger. Ueberau dagegen hatte seine liebe Not, doppelt zu punkten, denn sein 2:1-Sieg zu Hause gegen

den Tabellenletzten Kleestadt bedeutet: hier schwache Partie — dort zäher und eifriger Gegner. Götzenhain mußte erfahren, daß ein Spiel 90 Minuten dauert, daß man selbst bei einer 3:0-Führung bis vor Schluß wachsam bleiben muß. Groß-Zimmern holte bei seinem klaren Rückstand in den letzten zehn Minuten zwei Tore auf. In Mosbach fehlte der Pfeifenmann, in dem ausgetragenen Freundschaftsspiel unterlag Reinheim 2:0; ein Punktspiel wäre natürlich unter anderen Voraussetzungen abgerollt. Groß-Umstadt hat seinen Spachbrücker Gast, der nur eine Halbzeit lang einigermaßen mithielt (Pausenstand 1:0), nicht zu Torehren kommen lassen und ihn mit 4:0 klar distanziert. Wolf (2), Braun und Heisig (je 1) waren die Torschützen. In Klein-Zimmern sorgten Schenk und Sauerwein für zwei Treffer, denen die TG Ober-Roden zwar nur einen entgegenstellte, doch gibt dieses Ergebnis die Leistung der Gäste nicht voll wieder. Das Spiel im Offenbacher Zipfel — Dreieichenhain gegen Offenthai — wurde um zwei Wochen verlegt.

In der B-Klasse, Gruppe 1, hat Georgenhausen seinen ersten Platz nicht behaupten können. Seine Niederlage in Fränkisch-Crumbach spricht, wenn sie auch nur knapp 1:([ ausfiel, für die Heimkehr der Odenvzälder. Nun liegt Groß-Bieberau in Führung, das seinen 4:0-Sieg zu Hause allerdings über einen nicht allzu schweren Partner (Niedernhausen) errang. Stark beim Aufschließen ist der SV 49 Hering, der die immerhin beachtliche Elf aus Wersau nur zweimal zum Torschuß kommen ließ (5:2). — In der Gruppe 2 hat Münster die Tabellenführung verloren. Die Schaafheimer „Viktoria“ machte ihrem Namen alle Ehre. Ihre Feldüberlegenheit kam mit dem 3:0 klar zum Ausdruck; ein Kopfballtor Hübners vor der Pause und zwei Zähler von Sauerwein und Kneisel brachten den Platzwechsel in der Skala zugunsten der Gastgeber. Heubach hat auch in seinem letzten Heimspiel, das die Vorrunde abschloß, nicht mehr als einen Punkt erreichen können. Es lag zunächst 0:1 gegen Wiebelsbach im Rückstand. Außer einem Schurig-Tor bedurfte es noch eines Elfmeters, den Petry verwandelte, um zum 2:2 zu kommen. RG

Kreisklasse Groß-Gerau

In der Fußball-A-Klasse des Kreises Groß-Gerau konnte Gernsheim durch einen mehr glücklichen als verdienten 3:2-Sieg über Dornheim seine Tabellenspitze weiter ausbauen. Auch Ginsheim behauptet nach dem Unentschieden seinen zweiten Tabellenplatz weiterhin. — Im übrigen spielten; Walldorf—Biebesheim 2:1, Klein-Gerau— Wolfskehlen 2:0. Gustavsburg—Raunheim 2:2. Büttelborn—Astheim 2:0 und Ginsheim—Stockstadt 2:2.

Walldorf konnte seine Ueberlegenheit nicht ganz in Toren auswerten. Ein Flachschuß des Linksaußen Augustin brachte Walldorf in der 30. Minute die 1 ^-Führung ein. Gleich nach Wiederanpfiff konnte Biebesheim ausgleichen, mußte aber kurz vor Schluß durch Jourdan noch ein Tor hinnehmen. Der Tabellenletzte verlor gegen den Ersten etwas unglücklich 2:3. Fünf Minuten vor Schluß stand noch die Partie 2:1 für Dornheim, bis Gernsheim im Endspurt nicht nur ausgleichen, sondern sogar das Siegestor schießen konnte. — Obwohl Wolfskehlen in Klein-Gerau jederzeit überlegen war, konnte es trotz vieler Torchancen zu keinem zählbaren Erfolg kommen. Ein Durchbruch von Schamber brachte Klein-Gerau die l:0 -Halbzeitführung. Zwei Minuten nach der Pause war es Laun, der einen 30-Meter-Strafstoß verwandelte. — Zu einer dem Spielverlauf gerechten Punkteteilung kam es in Gustavsburg. Trotzdem konnten beide Mannschaften nicht ihren Tabellenplatz verbessern. — Wie erwartet, konnte Büttelborn zu Hause gegen Astheim verdient mit 2:0 die Oberhand behalten. Beide Tore fielen in der ersten Halbzeit, deren Vollstrecker Gg. Kraus und Garschow (Handelfmeter) waren. — In Ginsheim sah man zwei gleichwertige Mannschaften, die sich ein technisch schönes und jederzeit faires Spiel lieferten. Bis zur Halbzeit lag Stockstadt durch petri 1:0 in Front. Mitte der zweiten Halbzeit glich Ginsheim aus und errang sogar durch einen verwandelten Handelfmeter die Führung. Wenige Minuten vor Schluß glich Graulich durch einen Prachtschuß aus.

In der B-Klasse spielten: Geinsheim-Goddelau 1:0. Königstädten—Opel Rüsselsheim Tb 1:4, SSV Raunheim—Worfelden 7:1 und Erfelden—TSV Rüsselshe;m 0:4. Da der Tabellenführer Wallerstädten am Sonntag spielfrei war, konnten sich die Verfolger Geinsheim und TSV Rüsselsheim durch ihre errungenen Siege an die Spitze setzen. — Geinsheim hat'e es zu Hause gegen Goddelau nicht leicht, um zu Sieg und Punkten zu kommen, das auch das knappe Resultat besagt. Erst.in der 76. Minute erzielte Weddler den Siegestreffer. — Die Opel Ib kam in Königstädten zu einem sicheren 4:1-Erfolg. Auch der SSV Raunheim siegte zu Hause über Worfelden unerwartet hoch mit 7:1 Toren. Ebenso sicher spielte sich der TV Rüsselsheim am Altrhein ein 4:0 heraus. —°d—

Kreisklasse Erbach

In der Fußball-A-Klasse Erbach unterlag Günterfürst in Beerfelden etwas unerwartet mit 1:3. Die übrigen Ergebnisse waren vorauszusehen, wenn man auch Steinbach in Bad König, wo es mit 0:5 Toren unterlag, eine bessere Leistung zugetraut hatte. Höchst ging in Lützel-Wiebelsbach in der 31. Minute durch Waldhaus (Freistoß) in Führung. Kurz vor der Pause kam Lützel-Wiebelsbach durch Häger zum Ausgleich. In der 75. Minute stellten die Gäste durch Allmann das 2:1-Endresultat sicher. Steinbach, das programmäßig vor einheimischem Publikum gegen Bad König antreten sollte, mußte wegen dem Spielabbruch gegen Höchst ein Auswärtsspiel austragen. Die Platzherren gestalteten die Partie eindeutig überlegen und lagen bis zur Pause bereits 4:0 in Führung. Obwohl Steinbach in der zweiten Hälfte wiederhlt schöne Ansätze zeigte, traf Bad König noch einmal ins Schwarze.

Sandbach ging vor einheimischem Publikum gegen Hainstadt bereits in der 2. Minute durch Ludwig Hilbert 1:0 in Front. Erst als Old und Mark in regelmäßigen Abständen auf 3:0 erhöht hatten, glückte Hainstadt durch Hartmann der erste Gegentreffer. Werner Hilbert und Böhm erhöhten noch vor der Pause auf 5:1. Nach dem 6:1 durch Werner Hilbert konnten die Gäste durch Hartmann, Deutsch und Babylon auf 6:4 verbessern. Böhm traf für Sandbach noch einmal ins Schwarze. Unsere Voraussage hat sich in der Begegnung Beerfelden—Günterfürst nicht bestätigt. Die kampffreudige Gästeelf, die vor allem durch ihren Spieleifer zu gefallen wußte, mußte sich mit einer 3:1-Niederlage geschlagen geben. Nach der l:0-Führun.g von Günterfürst in der 10. Minute fiel der Ausgleich durch einen 20-m-Fernschuß des Halbrechten Gottfried Schmitt. Durch einen Handelfmeter in der 42. Minute, den Hans Müller präzise einzuschießen verstand, sowie ein Kopfballtor von Holzschuh erhöhten die Platzherren auf 3:1. Schiedsrichter Dörfel (Groß-Umstadt) konnte nicht immer überzeugen. Beide Parteien waren mit seinen Entscheidungen unzufrieden. -ppi. In der B-Klasse Gruppe Unt erzen t gab es in den 3 Spielen hohe Ergebnisse. Vielbrunn gewann auf eigenem Platz gegen Wald-Amorbach 5:0, während Haingrund und Kirch-Brombach von ihren Gästen Fürstengrund (1:5) und Mümling-Grumbach (0:6) glatt geschlagen wurden.

In der Gruppe Oberzent erzielte Steinbuch einen glücklichen 2:1-Erfolg über Schöllenbach.

Hetzbach, noch immer ohne eigene Sportanlage, mußte sein Heimspiel in Beerfelden austragen und verlor 5:0. Mongin, Ulbrich, J. und H. Schmitt (2) waren Torschützen. Nach einem l:O-Halbzeitstand durch W. Siefert kam Sensbach in Gammelsbach durch einen Foulelfmeter zum 1:1 - Ausgleich.

Kreisklasse Bergstraße

Lindenfels—Waldmichelbach 1:2 (abgebroch.) Lampertheim—Mörlenbach 0:4 Auerbach—Affolterbach 1:2 Fehlheim—Reichenbach 1:1 Weiher—Einhausen 1:2 Aschbach—FC Fürth 3:2

Zu sehr bedauerlichen Erscheinungen kam es in Lindenfels, wo übermütige Kerweburschen das Spiel gegen Waldmichelbach offenbar zu Kraftproben ausnutzen wollten und eine Schlägerei inszenierten, deren Opfer der Unparteiische, Eschborn (Zwingenberg), sowie etliche Gäste wurden. Bedauerlich deshalb, weil noch nicht ausgemacht war, ob dis 2:1-Führung der Gäste die restlichen 20 Spielminuten überdauert hätte, wenn auch den Treffern Salewskis und Ph. Lammers nur ein Eigentor zur Verkürzung verhalf. — Tabellenführer Reichenbach tat sich beim Riedmeister Fehlheim erneut recht schwer. Die Lautertaler konnten dort noch nie gewinnen und mußten sich auch diesmal gegen die verstärkte Hintermannschaft der Platzherren trotz überlegen geführten Spiels mit einem 1:1 bescheiden. Kindinger (R) und Lambert (F) sorgten für die Treffer. — In Lampertheim kam es zu einem zahlenmäßig überraschend hohen Mörlenbacher Sieg, für dessen Zustandekommen vor allem die geschlossene Leistung der Gäste sorgte. Seiler (2), Heckmann und Egner besorgten die Zähler. — In Auerbach wickelte sich ein ausgeglichenes Spiel ab, das beiden Mannschaften die Siegmöglichkeit offenließ. Wenn Affolterbach am Ende durch Bickel und Schork zwei Treffer hatte, Auerbach aber nur ein Tor durch Weyrich erzielen konnte, so lag das vor allem am Schußpech der Bergsträßer. — Die bisher sieglosen Einhausener kamen inWeiher zum ersten Punktepaar, da die Platzherren es einmal mehr nicht verstanden, geboiene Torchancen umzumünzen. — Auf dem Aschbacher Berg versuchte Fürth mit hohen Flugbällen gegen Aschbachs flaches Kombinationsspiel zum Sieg zu kommen. Nach der Herausstellung des besten Fürther Deckungsspielers Germann kam jedoch der Gastgeber zu Sieg und Punkten.

Pressestimmen

zum Spiel SV Waldhof—SV 98 Darmstadt

„M annheimer Morgen“: ,;N icht wie ,zarte Lilien“, sondern wie Rüpel... benahmen sich die Darmstädter... Watdhof gewann durchaus verdient, wenn es auch gegen eine komplette Darmstädter Elf sehr schwer gewesen wäre ... Herder benahm sich mehrere Male tüchtig daneben, auch Mühlbach ging mit Fanz nicht eben ,fein“ um ~.“

„Die neue Z eitun g“, Frankfurt: die 98er derartig aus der Rolle fielen... So hatte sich in Waldhof schon lange keine Mannschaft mehr aufgeführt... Darmstadt, eine außerordentlich schnelle Mannschaft mit einem gefährlichen Sturm...“

„T ag e b l a 11“, Heidelberg: „ ... Das war den Waldhofanhängern nun doch noch nicht passiert, daß sie auf eigenem Platz von den Gästen überstimmt wurden ... Leider trug ein spielentscheidendes^ Fehlurteil von Stadelmeier keineswegs zur Beruhigung der Gemüter bei. Schnepp hatte nach dem Ball getreten, obwohl Torhüter Rul\l ihn einwandfrei und sicher in Händen hielt. ... vorausgehende Tätlichkeit Schnepps nicht beachtet, der ebenfalls vom Platz hätte gestellt werden müssen. .. .Herwig der beste Mann der Hessen...“

„Sportberich t“, Stuttgart: Ruhl bekam Feldverweis, als er gegen Schnepp tätlich wurde, obwohl das Spiel wegen unfairen Angriffs auf den Torwart abgepfiffen und Freistoß für Darmstadt verhängt war ... Das spielerische Können des SV 98 Darmstadt leuchtete nämlich häufig genug so eindrucksvoll auf, der Drei- oder Vier-Männer-Sturm ritt im Blitztempo so überaus gefährliche Attacken, daß es besser gewesen wäre, man wäre weniger gereizt ins Spiel gegangen, das vorher keinesVoegs verloren war.

Die Toto-Quoten

Hessen: 1. Rang (10 richtige Tips) 4 Gewinner je 3486,— DM; 2. Rang 113 Gewinner je 123,— DM; 3. Rang 1177 Gewinner je 11,70 DM; Zusatzwette 13 Gewinner je 466,50 DM.

Rheinland Pfalz. 1. Rang: 77 Gewinner je 1294,50 DM; 2. Rang: 1763 Gewinner je 56,50 DM; 3. Rang: 15 335 Gewinner je 6,50 DM. Kleintip: 55 Gewinner je 505,20 D-Mark.

Württemberg-Baden: 1. Rang (12 richtige Tips) 16 Gewinner je 5717,— DM; 2. Rang 368 Gewinner je 248,— DM; 3. Rang 4114 Gewinner je 22,— DM; Zusatzwette 2725 Gewinner je 24,60 DM.

Bayern-Toto: 1. Rang: 40 Gewinner je 3238 DM; 2. Rang: 760 Gewinner je 170,40 D-Mark. 3. Rang: 8987 Gewinner je 14,40 D-Mark. — Neunertip: 1. Rang: 51. Gewinner mit je 688,10 DM; 2. Rang: 1415 Gewinner mit je 24,80 DM.

■ Nordblock-Toto: 1, Rang: 53 Gewinner je 6438 DM; 2. Rang 1001 Gewinner mit je 340,50 DM; 3. Rang: 10 060 Gewinner mit ie 33.90 DM.

Die Positionskämpfe im Handball

Bezirksklasse Ried

Crumstadt—Wies-Oppenheim 12:3 Pfiff ligheim—Bürstadt 4:6 Mörstadt—Offstein 7:17 Westhofen—Erfelden ausgefallen

In Crumstadt konnte sich der Tabellenführer erst in der 2. Halbzeit erfolgreich durchsetzen und das klare Torergebnis erzielen. Die Gäste zeigten sich sehr verbessert. Zwei gleichwertige Mannschaften sah man in Pfiffligheim, wo Bürstadt einen knappen und etwas glücklichen Sieg erringen konnte. In Mörstadt enttäuschten die Gastgeber ihre Anhänger sehr und verloren überraschend hoch. Das Spiel Westhofen-Erfelden wurde auf einen späteren Termin verlegt. -ei-

Handball: Kreisklasse Erbach

Der Tabellenführer Michelstadt ließ in Momart durch mangelhaftes Zuspiel in den Stürmerreihen sowie durch verschiedene Deckungsfehler der Hintermannschaft seinen ersten Punkt. Nach einem 2:1-Halbzeitstand nahmen die Gäste das Spielgeschehen zwar in die Hand, konnten jedoch nicht verhindern, daß Momart kurz vor Abpfiff auf 6:6 herankam. Für Momart waren Rebscher und Löw, für Michelstadt Gröner und Paul erfolgreich.

Böllstein war in der Partie gegen Beerfelden von Anfang an im Vorteil. Nach einem 5:3-Pausenstand erhöhten Krämer, Rudolf, Kredel I und Kredel II auf 13:4. Schiedsrichter Massek (Michelstadt) leitete einwandfrei. Zu einer flotten Partie gestaltete sich die Begegnung Pfaffen-Beerfurth—Zell. Die Platzherren hielten durchweg das Heft in der Hand und konnten bis zur Pause eine 6:3- Führung sicherstellen. Nach dem Wechsel holte Zell etwas auf, ohne jedoch das 10:6- Endergebnis ernstlich gefährden zu können.

Kreisklasse Dieburg

Am letzten Sonntag fanden in den beiden Gruppen der Kreisklasse zusammen nur drei Begegnungen statt. Im wichtigsten Spiel der zweiten Gruppe behielt der TV Groß-Zimmern gegen den SV Reinheim mit 13:10 (9:2) die Oberhand und konnte somit das Rennen um den Titel des Herbstmeisters noch einmal offen gestalten. Mohr, Burger, Fornoff, Schreiber, Daum und Danieder warfen die Tore des Siegers, für die Gäste waren Pfuhl und Knecht erfolgreich. Recht gut zog sich der KSV Habitzheim mit drei Mann Ersatz in Ober-Roden aus der Affäre. Er verlor unter diesen Bedingungen mit 8:2. Durch einen 8:5-Sieg in Semd erkämpfte sich Langstadt-Schlierbach den Herbstmeistertitel der Gruppe I und ist die einzige Mannschaft in den beiden Gruppen ohne Punktverlust, -ff-

Kreisklasse Bergstraße

Heppenheim—Zell 13:6 Krumbach—Kirschhausen 9:14 Bonsweiher—Mumbach 9:6 Siedelsbrunn—Lorsch 6:6 Kreidach—Einhausen 8:12 Zwingenberg—Auerbach ausgefallen TV Hemsbach—Nieder-Liebersbach 10:6 TSV Viernheim—VfR Mannheim 7:9 TSV Birkenau—TSV Rintheim 8:10 In Heppenheim wollte es anfangs gar nicht so recht klappen, so daß die . Zeller immer wieder gefährlich mitmischen konnten. Der Halbzeitstand von 5:4 sagt mehr darüber. Tabellenzweiter Kirschhausen wußte sich dank seiner reiferen Spielweise auch gegen das tapfer wehrende Krumbach durchzusetzen, zumal die Platzherren doch recht langsam und zögernd wirkten. Mader im Tor der Mannschaft Bonsweihers trug wohl mit das meiste Verdienst am Siege, der der Elf wohl das bisher fehlende Selbstvertrauen wiedergeben dürfte.

w i euer gvucn uumv. In Siedelsbrunn trennte man sich für die Platzherren recht glücklich unentschieden 6:6. Immerhin wußten die Lorscher Gäste während der ersten 30 Minuten klar das Feld zu beherrschen (2:4 Halbzeitstand). Na_h Wiederbeginn schienen die Rollen vertauscht. Die junge Kreidacher Elf mußte sich von Einhausen doch deutlicher als erwartet schlagen lassen. Immerhin setzten die Odenwälder, nachdem sie den Anfangsrespekt abgelegt hatten, Einhausen kräftig zu, so daß diese letztlich um ihres zu Beginn vorgelegten Vorsprungs recht froh waren.

Nieder-Liebersbach mußte sich in Hemsbach klar distanzieren lassen. Die Läuferreihe der Hessen war dem Angriff der Badenser nur bedingt gewachsen, wußte sich nicht aus der Arbeitsüberlastung zu retten und konnte so dem eigenen Sturm nur wenig Unterstützung angedeihen lassen.

Altmeister VfR Mannheim hatte in Viernheim erhebliche Mühe, die hessischen Turnsportler knapp, aber verdient zu besiegen. Der unbändige Eifer der Platzherren kompensierte die größere Routine der Gäste nahezu restlos, so daß diese nur dank ihrer besseren Strafwurfspezialisten zum Siege kamen. Birkenau scheint in diesem Jahre nicht recht in Tritt kommen zu wollen. Nun mußte es in der badischen Verbandsliga auf eigenem Platze sogar gegen Rintheim kapitulieren.

Sport in Kürze

Erbach. Die in der 4. schwedischen Klasse spielende Mannschaft des SV Allmänna Idrottssälskap Västervik gastierte am Sonntag in Erbach und wurde von den Einheimischen mit 3:2 geschlagen.

Jugenheim. Der Fußballklub 1949 befaßte sich in seiner letzten Versammlung mit wichtigen Fragen des Sportplatzes und einer Uebungsstätte für den Winter. Der Vorsitzende Dr. Becker wird zum einjährigen Bestehen des Fußballklubs Mitte November eine kleine Feier veranstalten. Der Klub umfaßt zur Zeit etwa 100 Mitglieder. bl.

Jugenheim. Zu dem am 22. November vorgesehenen Kreisturntag werden sich vormittags im „Deutschen Haus“ 60 bis 10 Vertreter des Kreises Darmstadt treffen. Nachmittags ist in der Turnhalle ein Kunstturnen bekannter Turner und Turnerinnen des Kreises vorgesehen. hl.

Dieburg. Der Kreis-Sporttag der Volksschulen des Kreises Dieburg ist auf den 2. November um 9.30 Uhr auf dem Sportplatz in Münster festgelegt. Es erfolgen Vorführungen der Schulen Münster und Dieburg sowie Wettkampf'-piele von Fußschlagball- und Grenzballmannschaften.

Unser Tip

für den Hessen-Toto

SV Darmstadt 98—Eintracht Frankfurt 0 (2) FSV Frankfurt—l. FC Nürnberg 1 (0) Schwaben Augsburg—Bayern München 1 (1) SSV Reutlingen—BC Augsburg 0 (2) 1. FC Pforzheim—Jahn Regensburg 1 (1) Alemannia Aachen—Rot-Weiß Essen 1 (1) Hamborn 07—Preußen Münster 0 (1) Schweinfurt 05—-Kickers Offenbach 1 (0) VfR Mannheim—Vfß Stuttgart 0 (1) Eintracht Braunschweig—Eimsbüttel 0 (1) HSV Hamburg—FC St. Pauli 1 (1) Vfß Mühlburg—Waldhof Mannheim 1 (1) Spvgg Fürth—VfL Neckarau 1 (1) KSV Hessen Kassel—SG Arheilgen 1 (1)

DT Heute hat Gott der Herr seinen treuen Diener, meinen geliebten Mann, unseren gütigen Vater, Schwiegervater und Großvater, meinen lieben Bruder Albrecht Thaer Pfarrer i. R. von seinem Leiden erlöst. Er ging, bis zuletzt unermüdlich im Dienste seines Herrn tätig, in die Ewigkeit ein. „Der Diener geht, aber der Herr bleibt.“ Das ist unser Trost in unserem tiefen Leid. Marie Thaer geb. Weicker Albrecht G. Thaer | Else Thaer geb. Hofmann mit Kindern Albrecht, Bertram und Cornelia Prof. Dr. Clemens Thaer und Familie i Groß-Umstadt, den 22. Oktober 1950 I Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 25. Oktober 1950, um 13.30 Uhr in Groß-Umstadt statt.

Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen Georg Beyer 111. Maurermeister i. R. danken wir herzlichst. Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Dietrich für seine trostreichen Worte am Grabe sowie allen, die ihm die letzte Ehre erwiesen haben. Familie Adam Beyer V. Nieder-Modau, den 18. Oktober 1950.

Bestattungen am Dienstag, dem 24. Oktober 1950 Beerdigungen: Alter Friedhof: 14.30 Uhr: Heil, Luise, Bismarckstraße 31 15.00 Uhr: Speyer, Hellmut, 22 Jahre, Ludwigshöhstraße 45 Arheilger Friedhof: 15.00 Uhr: Fleck, Heinrich, 54 Jahre, Wilh.-Leuschner-Straße 26 Waldfriedhof: 13.45 Uhr: Schwöbel, Philipp, 51 Jahre, Rhönring 129

Die Fundgrube

lor^N^TE^ENj Für Anwalts- und Notariatskanzlei intelliq. Junge als Lehrling gesucht. Ang. u. DT 856 a. d. Darmstädter Tagblatt Unabh. Frau oder junges Mädchen täglich 2—3 Stunden gesucht. Blumen¬ geschäft Horn, Mühl- Straße 74 | ANKÄUFE | Kaufe Altmetalle und Eisen für Metall¬ gießerei zu Höchstpreisen. Frickel, Adelungstr. 16

Metalle,Eisen kauft zu höchsten Tagespreisen Fuchs u. Herzog, Darmstadt Karlsteraße 72. |^^/ERKÄUFt^J Eine größere Partie Türen Fenster, Öfen und leere Kisten ab¬ zugeben. Erich Leon¬ hardt, Pharm. Gro߬ handlung, Darmstadt, Holzhofallee. Gasherd umzugsh. für 60 DM zu verkaufen. Zu er¬ frag. in d. Geschäfts¬ stelle Verkaufe fas,t neue weißemaillierte Badewanne Kohlenbadeofen und kombin. Elektroherd, 3 Kochplatten mit Backofen u. Kohlen¬ wagen. Frankfurter Straße 88, 11.

v^-Geige mit Kasten u. Bogen, 6 Stck. Eisenträger, 3,80 1., 6/12 h., zu verkaufen. Helfmannstr. 22 p. Guterhaltener Tempo- Dreirad- Lieferwagen sofort abzugeb. Off. unter DT 1014 an Darmst. Tagblatt. JjMIETGESIJCH^I Möbl.Zimmer zum 1. November ge¬ sucht. Angebote unt. DT 1011 an Darmst. Tagblatt. Einzelner Herr (Ge¬ schäftsmann) sucht sof. in ruhiger Lage möbl.Zimmer für einige Monate, auch Eberstadt, Ju¬ genheim oder See¬ heim. Angeb. unter DT 1013 a. d. Darm¬ städter Tagblatt

• KUPFER * MESSING« Biel — Akku-Blel — Zinn — Zink kaufen wir laufd. für unser Metallwerk. Preisliste in unseren Geschäftsräumen. Ing. Wilh. Hilsenbeck, Darmstadt Bleichstraße 46

i Achenbach - Garagen ) Schuppen, Hallen, ) Fahrradatänder ( Hl] lYlyll feuersicher und ) 4 | IAIAII zerlegbar, aus \ Fewaiu verz. Stahlblech / Gebr. Achenbach, GmbH. ) (21b) Weidenau Sieg, Postfach 143 )

Mehrere möbl.Zimmer für Monteure der Fa. Heinrich Koppers auf dem Gaswerk Darm. Stadt dringend ges. Berufstätige Dame sucht freundl. möbt. Zimmer. Angeb. unt. DT 1015 a. d. Darm¬ städter Tagblatt

Vitalisieren Sie Ihre Haut mit Kampfer und Hamamelis I Diese klassisdien Grundstoffe sind in S 1 Ml-Special enthalten, dem ganz milden Gesiditswasser von Weltruf. Kampfer belebt und strafft, er schließe die Poren gegen die Einwirkungen der Außen-’ weit. Hamamelis sänftigt und heilt, das Beste gegen Unreinheiten und für empfindliche Haut. Erst diese glückliche Verbindung ge- /y währt die vollkommene Pflege für IHRE Haut! Das Hautpflegemittel im „tieferen" Sinne Sp^CIQl SIM 1 - Erzeugnisse haben Weltrufi mitKaHipfßr und Hamameiis

I BETEILIGUNGEN I U.GELDVERKEHR| Wer sucht Betriebs¬ kapital Hypotheken und Baugelder? Werner Heinrigs Darmstadt Hohlerweg 22 Wochentags von 16 bis 19 Uhr; außer sonntags

Wer sucht besonders gute Kapital¬ anlage? 3—6 Proz. Wochen¬ zinsen. Zuschr. unt. DT 1010 a. d. Darm¬ städter Tagblatt JempeehluncenJ überziehen von Stoff- Knöpfen u. Schnallen gut - schnell . billig Gut sortiertes Kurz¬ warenlager. Wolle - Stoffe - Wäsche Textilhaus H. Wiemer Alte Nieder Straße 3 (Ab Nov. Bessunger Straße 41)

Amtliche Bekanntmachungen Am Mittwoch, dem 25. Oktober 1950, vormittags 10.00 Uhr, wird zwangsweise gegen sofortige Barzahlung meistbietend in Darm¬ stadt-Eberstadt versteigert: 1 Schnellwaage „Garant“, 10 kg, 1 Kalksteinstatue, 1 email¬ lierter Kohlenofen, Deckenbürsten und verschiedene Farben. Zusammenkunft der Bieter ist Darmstadt-Eberstadt, Kirchstraße (Ecke Oberstraße). Neubert, Gerichtsvollzieher (b) Antrag auf Genehmigung der Chern. Fabrik Dr. Walter Thiele, Darmstadt-Eberstadt Die Chemische Fabrik Dr. Walter Thiele, Darmstadt-Eberstadt, Flur 4, Flurstück IZ’/ro, hat Antrag auf Genehmigung nach §§ 16 ff. GO. gestellt. Wir fordern hiermit auf, etwaige Ein¬ wendungen gegen diesen Antrag mit Begründung binnen 14 Tagen bei dem Amt für öffentliche Ordnung, Lagerhausstraße 1, Zimmer 404 b, schriftlich vorzubringen, woselbst auch die Be¬ schreibungen, Zeichnungen und Pläne in der angegebenen Zeit zur Einsicht ausliegen. Nach Ablauf dieser Frist können Einwendungen nicht mehr angebracht werden. Darmstadt, den 21. Oktober 1950 Stadt Darmstadt — Amt für öffentliche Ordnung Bekanntmachung Betr.: Dienstjubiläum der Feuerwehrmänner. Den Feuerwehrmännern der Freiwilligen Feuerwehr Bobstadt Ehrenkommandant Franz Stumpf 11. und Zeugmeister Johann Wilhelm 111. habe ich für ihre treuen und aufopfernden Dienste anläßlich 40jäh¬ riger Dienstzeit in der Freiwilligen Feuerwehr meine Anerkennung und Glückwünsche ausgesprochen. Heppenheim, den 18. Oktober 1950 Der Landrat des Landkreises Bergstraße: D engler Dienst nachrichten Georg Helfrich, Fürth i. Odw., Hauptstraße 31, und Ludwig Berg, Fürth i. Odw., Fahrenbacher Straße 6, wurden am 19. 10. 1950 als Rohrmeistcr der Gemeinde Fürth verpflichtet. Amtsgericht Darmstadt Für Angaben in ( ) keine Gewähr Neueintragungen: HRA 955: 12. 10. 1950: Wilhelm Zimmermann, Darmstadt (Koh¬ lenhandlung, Fuhrbetrieb, Reinheimer Straße 31). Inh.: Wilhelm Zimmermann, Kohlenhändler, Darmstadt. Magdalena Zimmermann geb. Hamm in Darmstadt ist Einzelprokuristin. HRA 956: 12. 10. 1950: Johannes Feigk, Darmstadt (Milch- und Molkereiprodukte, Bessunger Straße 99). Inhaber: Johannes Feigk, Kaufmann, Darmstadt. HRA 957: 12. 10. 1950: Gebrüder Müller, Darmstadt (Lebensmit¬ tel-, Obst-, Gemüse-, Südfrüchte- und Eiergroßhandlung, Holzhof¬ allee 25). Offene Handelsgesellschaft seit 17. 10. 1945. Gesell¬ schafter sind die Kaufleute Willi und Walter Müller, beide In Darmstadt.

Veränderungen: HRA 212: 11. 10. 1950: Karl Arnold und Sohn „Klavier-Arnold" gegr. 1830, Darmstadt (Mühlstraße 12). Das Geschäft ist auf Gertha Arnold geb. Egle in Darmstadt übergegangen. Die Pro¬ kuren Gertha Arnold geb. Egle und Horst Arnold sind erloschen. HRA 610: 12. 10. 1950: Eisenbahn-Hoch- und Tiefbau Fritz Mannel, Darmstadt (Alicenstraße 17). Das Geschäft ist auf Hilde Mannel geb. Schmidt in Darmstadt übergegangen. Horst Mannel und Hansgünter Mannel, beide in Darmstadt, sind zu Einzel¬ prokuristen bestellt. Löschung: derlassung ist von Darmstadt nach Bickenbach a. d. B. verlegt. HRA 368: 12. 10. 1950: Franziska Dinsenbacher. Der Ort der Nie- AMTSGERICHT DARMSTADT Für Angaben in () keine Gewähr Neueintragungen HRB 170. 5. Oktober 1950. Firma Magdeburger Allgemeine Lebens- und Rentenversicherungs-Aktiengesellschaft, Sitz Darm¬ stadt, Hauptniederlassung in Frankfurt/M. (Geschäftslokal: Darm¬ stadt, Rheinstraße 14). Gegenstand des Unternehmens ist der unmittelbare und mittelbare Betrieb der Lebens- und Renten¬ versicherung in allen ihren Arten. Die Gesellschaft ist berechtigt, sich an anderen Lebensversicherungsunternehmen und solchen Unternehmen zu beteiligen, deren Geschäftsbetrieb mit dem¬ jenigen der Gesellschaft in wirtschaftlichem Zusammenhang steht. Grundkapital: 3 000 000,— Reichsmark. Rechtsform: Aktiengesell¬ schaft. Die Satzung ist am 11. Dezember 1923 festgestellt und am 23. Juni und 4. Oktober 1938 geändert und neugefaßt. Durch Beschluß der Hauptversammlung vom 6. September 1946 ist der Sitz der Gesellschaft von Magdeburg nach Frankfurt/M. verlegt und die Satzung in § 1 (Sitz der Gesellschaft), § 3 (Bekannt¬ machungen) und § 20 (Tagungsort der Hauptversammlung) ge¬ ändert. Die Gesellschaft wird, falls der Vorstand aus mehreren Personen besteht, durch zwei Vorstandsmitglieder oder durch ein Vorstandsmitglied in Gemeinschaft mit einem Prokuristen gesetz¬ lich vertreten. Die Vertretung durch ein Vorstandsmitglied ist zulässig, wenn es vom Aufsichtsrat zur alleinigen Vertretung ermächtigt ist. Vorstand: Direktor Dr. Eugen Mittermüller, Wies¬ baden, Direktor Dr. Karl Rudolph, Dieburg, Direktor Dr. Claus Fischer, Salzgitter, Gesamtprokuristen sind: Friedrich Schneider, Dieburg, Dr. Ludwig Bentfeldt, Dieburg, und Walter Schrader, Dieburg. Jeder von ihnen vertritt die Gesellschaft in Gemeinschaft mit einem Vorstandsmitglied oder einem anderen Prokuristen. Als nicht eingetragen wird veröffentlicht: Das Grundkapital der Gesellschaft ist eingeteilt in 3 000 auf den Namen lautenden Aktien zu je 1 000,— Reichsmark. Bekanntmachungen der Ge¬ sellschaft erfolgen durch die Frankfurter Neue Presse und die Frankfurter Rundschau; die Veröffentlichung in einem dieser Zeitungsorgane ist ausreichend. > HRB 171. 7. Oktober 1950. Firma Gemeinnützige Wohnbau Gesell¬ schaft mit beschränkter Haftung. Sitz: Darmstadt. (Geschäftslokal: Darmstadt, Luisenstraße 12.) Gegenstand des Unternehmens ist die Errichtung und Bewirtschaftung von Kleinwohnungen im eige¬ nen Namen; ebenso Betreuung von Kleinwohnungen. Die Gesell¬ schaft darf nur die durch § 6 Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz und den dazu ergangenen Durchführungsvorschriften bezeichneten Geschäfte betreiben. Stammkapital: 50 000,— DM. Rechtsform: Gesellschaft r tt beschränkter Haftung. Der Gesellschaftsvertrag I ist am 10. März/2. Oktober 1950 festgestellt. Die Gesellschaft hat einen oder mehrere Geschäftsführer. Sind mehrere Geschäfts-

führet bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäfts¬ führer gemeinschaftlich oder durch einen Geschäftsführer in Ge¬ meinschaft mit einem Prokuristen vertreten. Geschäftsführer sind: Direktor Fritz Dreiheller. Kaufmann Hanns Jäger und Dipl.-Ing. Hanns Adrian, sämtlich in Darmstadt. Als nicht eingetragen wird veröffentlicht: Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen unter der Firma in der Zeitschrift „Gemeinnütziges Wohnungswesen“. HRB 172. 10. Oktober 1950. Firma VIBROLITH BETONSTEINWERK Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Sitz: Darmstadt. (Ge¬ schäftslokal: Darmstadt, Holzhofallee 25—27). Gegenstand des Unternehmens: Fertigung, Vertrieb und Verkauf von Baumateria¬ lien aller Art. Stammkapital: 32 600,— DM. Rechtsform: Gesell¬ schaft mit beschränkter Haftung. Der Gesellschaftsveftrag ist am 3. November 1948 festgestellt und am 12. Januar 1950 geändert worden. Die Gesellschaft hat einen oder mehrere Geschäftsführer. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, wird die Gesellschaft je¬ weils durch zwei Geschäftsführer vertreten. Im Falle der Auf¬ lösung der Gesellschaft erfolgt die Abwicklung nur durch einen Geschäftsführer, es sei denn, daß die Gesellschafterversammlung etwas anderes beschließt. Geschäftsführer sind: Kaufmann Franz Neumann, Frankfurt/Main, und Bauingenieur Karl Schrod, Ober¬ roden. Als nicht eingetragen wird bekanntgemacht: Veröffent¬ lichungen der Gesellschaft erfolgen im „Darmstädter Echo“. HRB 173. 12. Oktober 1950. Firma Auto- und Speditionshofgeselt¬ schaft mit beschränkter Haftung. Sitz: Griesheim bei Darmstadt. (Geschäftslokal: Darmstadt, Groß-Gerauer Landstraße.) Gegen¬ stand des Unternehmens ist der Betrieb einer Raststätte mit Übernachtungsmöglichkeit, einer Tankstelle, der Spedition und des Speditionsumschlages und aller damit zusammenhängenden Geschäfte. Stammkapital: 30 000,— DM. Rechtsform: Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Gesellschaftsvertrag ist am 11. 8. 1950 festgestellt. Zur Vertretung der Gesellschaft sind jeweils zwei Geschäftsführer gemeinschaftlich berechtigt. Geschäftsführer sind: Heinrich von der Au sen., Spediteur in Darmstadt, Herbert Schrader, Spediteur in Darmstadt, Fritz Hochschild, Kaufmann in Pfungstadt bei Darmstadt. Als nicht eingetragen wird veröffent¬ licht: Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen im Bundes¬ anzeiger.

Veränderungen HRB 53. 10. Oktober 1950. Firma Herdfabrik und Emaillierwerk Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Sitz: Darmstadt. Laut An¬ ordnung des Landesamtes für Vermögenskontrolle und Wieder¬ gutmachung in Hessen vom 30. 9. 1950 ist der Treuhänder, Mini¬ sterialdirigent a. D. Rudolf Lissigkeit in Bensheim a. d. B. auf Grund des § 15 des Treuhändergesetzes vom 5. Juli 1950 ermäch¬ tigt, an Stelle des seitherigen alleinvertretungsberechtigten Ge¬ schäftsführers, Kaufmann Albert Konzeimann in Darmstadt, zu handeln. Bis zum Widerruf dieser Ermächtigung ruhen die Befug¬ nisse des Geschäftsführers Kaufmann Albert Konzeimann in Darmstadt.

HRB 59. 17. August 1950. Firma Hessische Bank Filiale Darm¬ stadt in Darmstadt, Zweigniederlassung der Deutschen Bank in Berlin. Dr. Karl Ernst Sippell und Professor Dr. Heinrich Hunke, beide früher In Berlin-Dahlem, sind nicht mehr Vorstandsmitglie¬ der. Die Eintragung is* im Handelsregister des Gerichts der Haupt¬ niederlassung Berlin-Charlottenburg erfolgt und unter der Nummer 76 im Verordnungsblatt von Groß-Berlin Teil II vom 27. 8. 1950 bekanntgemacht.

Seiavia CAFE UND KONDITOREI Ab 20 Uhr täglich Konzert LUISENSTRASSE 10 am Luisenplatz

Spict-^abinc i)arm»tadt WEINHAUS OASE Landwehrstraße 21 täglich ab 20 Uhr bis 3 Uhr Eintritt frei

STADTHALLE Bk Nur 2 Tage! Dienstag, 24. Oktober, und K» Mittwoch, 25. Oktober, 20.30 O |l Heute Premiere! EH Die lustige große Hl Wien er Revu e Alles fürs Herz! in 30 herrlichen Bildern QH I 50 Mitwirkende aus 10 Nationen Kjöj | Grandiose Ausstattung I Etwa 300 Kostüme! Egg Großes Ballett Hervorragende Solisten |S§| Unwiderstehliche Komik Eine Kaps ■ Joham - Produktion E Seit 10 Jahren in allen Haupt- I fS] Städten Westeuropas triumphale »SS Oi Erfolge! Karten von 1,50 bis 4,50 DM BSßr p bei Hugo de Waal, beim Stadt- y I hauspförtner und an der I I Abendkasse I

Warta|

Concordia- Gaststätte Adelungstraße 33. empfiehlt seine preis¬ wertp Küche u. Saal für alle Veranstal¬ tungen. Ruf 3763 Samstag ab 20 Uhr und Sonntag ab 16 Uhr öffentl. Tanz. Badeanstalt im Haupt¬ bahnhof Beachten Sie bitte den Volksbadetag mittwochs. Preis¬ ermäßigung f. jeder¬ mann. „Im Spiegel“ Ellen Pfister, Bes¬ sunger Str. Nr. 59, praktische u. form¬ schöne Mako-Unter¬ wäsche für Damen. Fahrräder */, Anzahlung. 5,- DM wöchentlich. Gutting, Schuchardstr. „Im Spiegel“ Ellen Pfister, Bes¬ sunger Str. Nr. 59. Elegante Herbst- u. Winterkleider, Kamm¬ garnjersy (Angora¬ wolle). Näh¬ maschinen Vs Anzahlung. 12 Monatsraten. GUtting, Schuchardstr. Erstklassige Bälle Sport-Reitz, Grafen¬ straße 22. Dreiräder, Puppen- u. Kinderwagen auffallend schön, praktisch und preis¬ wert! Ganz große Auswahl im groß. Fachgeschäft Dietrich, Kapellplatz. Bundschu silb. Bestecke, Ta¬ felsilber aller Art, Reparaturen im neu eröffneten Fachge¬ schäft Rheinstr. 23, im Tagblatthaus. Annoncen- Hecht vermittelt Anzeigen zu Originalpreisen für alle Zeitungen. Darmstadt, Kirch¬ straße 17, Tel. 2533.

Geschäftseröffnung Mit dem heutigen Tage eröffne ich in Darmst a-dt ein Spenglerei- u. Insfallationsgeschöff Alle Arbeiten und Lieferungen werden fachgemäß, prompt und preiswert ausgeführt WILLY OTT Spengler und Installationsmeister Büro: Franklurter Straße 88, 2. Stock, Telefon 23 07

ORANGERIEHAUS Heute, 19.30 Uhr (Miete A 3 und TA/2) Die Csardasfürstin

INGRID BERGMAN I Kg E «1 M in dem historischen Farb-Großfllm U II I V II Johanna von Orleans Ein Meisterwerk der Darstellung, Regie na und Farbe. Der Welterfolg und das filmische Ereignis! Wegen der Länge des Filmes veränderte —f33 73 Anfangszeiten: 14.15, 17.15, 20.15 Uhr. Vorverkauf täglich ab 11.00 Uhr. TU AI I A Das Meisterwerk französischer Filmkunst! I nALI A Eine Heilige e unter Sünderinnen mit Suzanne Cloutier, Suzy Prim, Paule Andral und vielen anderen Anfang: 14.00 - 16.00 - 18.15 - 20.30 Ruf 33 90 Vorverkauf ab 11.00 Uhr SCI IHA Paula Wessely - Willi Forst ■ Gustaf DCLIUA Gründgens in • So endete eine Liebe Eine Spitzenleistung der deutschen Filmkunst Ruf 3 95 Anfang: 14.00, 16.00, 18.15, 20.30 Uhr. BA! ACT verlängert der starken Nachfrage wegen FALAJI bis Donnerstag den besten Wildwestfilm des Jahres _ Das gibt es nur in Texas © I Ein Großfilm besonderer Art mit atem¬ beraubender Spannung bis zum Scffluß. Das Publikum ist begeistert und amüsiert sich köstlich. — Sichern Sie sich einen Platz durch Vorbestellung oder Im Vor¬ verkauf täglich ab 13.30 Uhr. Ruf 22 40 Anfang: 13.45, 16.00, 18.15, 20.30 Uhr. ANKER Dienstag bis Donnerstag, 20.00 Uhr Roman eines Spielers Jugenheim SCALA Dienstag bis Donnerstag Immer nur Du! ™ JOHANNES HEESTERS Eberstadt Anfang: 20.15 Uhr