Darmstädter Tagblatt 1950


Darmstädter Tagblatt

Darmstädter Tagblatt CHEFREDAKTEUR: ERICH DOMBROWSKI. .Dar“städter Tagblatt L. C. Wittich, ~af ®8 ta dt. Rheinstraße 23. Telefon 3925. Erscheint täglich außer Sonntag 207. Jahrgang / Nr. 93 Tienefte Tia^rt^fen Dienstag, 17. Oktober 1950 Redaktion: Darmstädter Tagblatt L. C. Wittich, Darmstadt. Rheinstraße23,Tel. 3925. Bezugspreis: 2,90 DM monatlich zuzüglich 0,40 DM Trägerlohn. Anzeigenpreise: Preisliste Nr. 3 v. 1. 7. 1950. Preis 15 Pfennig *

Fünftausend allüerte Soldaten kommen monatlich nach Europa

Frankfurt a. M., 16. Oktober, (dpa) Die amerikanischen Truppen in Europa werden nach den in Frankfurt vorliegenden Informationen vorläufig um viertausend bis fünftausend Mann monatlich verstärkt werden.

Neben neuen Kräften wird die Verstärkung auch aus amerikanischen Armeeangehörigen bestehen, die eigentlich nach den Vereinigten Staaten zurückkehren sollten und nun auf Grund der neuen Anordnungen hierbleiben müssen.

Wie ferner aus amerikanischer Quelle bekannt wird, ist daran gedacht, die 82. amerikanische Fallschirmjäger - Division aus North Carolina in das Bundesgebiet zu legen. Die Division umfaßt etwa 18 000 Mann. Sie war eine der Einheiten, die bei der Invasion im Juni 1944 in der Normandie landeten. Ein hoher amerikanischer Offizier sagte dazu am Montag: „Diese Division ist die gefürchtetste der amerikanischen Armee.“ Alle in Deutschland stationierten Soldaten sollen mit den neuesten Waffen ausgerüstet werden, die sich in Korea bewährt haben. Amerikanische Militärsachverständige unterstreichen, es habe sich in allen amerikanischen Kreisen die Auffassung durchgesetzt, Europa müsse an der Elbe und nicht am Rhein verteidigt werden.

Das Hauptquartier der amerikanischen Luftstreitkräfte hat bereits angekündigt, daß mit der Verstärkung der amerikanischen Truppen in Berlin sofort begonnen wird. Das sechste amerikanische Infanterieregiment, das zur Verstärkung der Berliner Garnison wieder aktiv in Dienst gestellt wird, soll vor Jahresende vollständig in Berlin sein;

Sowjetische Truppenmasstierung

An der persisch-türkischen Grenze

Istanbul, 16. Oktober. (AP.) Die Massierung sowjetischer Truppen im Grenzdreieck Sowjetunion — Persien — Türkei melden zuverlässige Quellen in Istanbul. Vier Divisionen sollen allein im Raum von Kars stehen. Leichte Artillerie hat in Eriwan Garnison bezogen.

Das Soll erfüllt

Berlin, 16. Oktober. (AP.) Mehr als 97 Prozent der Wahlberechtigten in der Sowjetzone haben für die Einheitsliste der „Nationalen Front“ gestimmt, gab das Büro des Wahlleiters der Sowjetzonenrepublik am Montag bekannt.

„Sowjsetzonenwahlen ungültig“

Paris, 16. Oktober, (dpa) „Die Sowjetzonenwahlen sind ungültig“, erklärte am Montag ein maßgeblicher Diplomat des französischen Außenministeriums. Die Alliierte Oberkommission habe bereits vor der Wahl den sowjetischen General Tschuikow von dieser Auffassung der Westmächte unterrichtet. Frankreich sehe sich in dieser Haltung durch die Art der Abstimmung am vergangenen Sonntag noch weiter bestärkt.

Widerstandskämpfer

Düsseldorf, 16. Oktober, (dpa) Delegierte europäischer Widerstandsbewegungen verfaßten auf einer Konferenz im Haag ein Manifest, in dem die Kommunisten in der Sowjetzone des Verbrechens gegen den Frieden und gegen die Menschlichkeit angeklagt werden.

Opfer des Glanbens

Vatikanstadt, 16. Oktober. (AP.) Während des zweiten Weltkriegs und in den Kampfhandlungen während der Nachkriegszeit sind nach bisher vorliegenden Zahlen 1 360 katholische Missionare getötet worden. 500 Missionare mußten ihre Tätigkeit wegen ihrer erlittenen Verletzungen aufgeben.

Insgesamt 2300 Missionsgebäude, Kirchen und Kapellen in Missionsländern wurden zerstört, 1530 wurden beschädigt. Der angerichtete Schaden wird auf 40 Millionen Dollar (158 000 000 D-Mark) geschätzt. Die größten Verluste haben die Missionsgesellschaften im Fernen Osten und in Afrika zu verzeichnen.

Erleichterungen für die Wirtschaft?

Ein Plan zur Aufhebung vieler Beschränkungen

Washington, 16. Oktober, (dpa) Die amerikanische Regierung soll nach Mitteilung aus gut unterrichteten Kreisen Washingtons gegenwärtig mit der Ausarbeitung von Plänen beschäftigt sein, die die Aufhebung vieler Beschränkungen für die deutsche Industrie und damit eine Erhöhung der Stahlproduktion vorsehen. Die Pläne gehen auf einen Bericht zurück, den der ehemalige Heeresminister Gray für Präsident Truman ausgearbeitet hat. Der Bericht liegt schon seit einigen Wochen im Weißen Haus vor, wurde bisher aber noch nicht veröffentlicht. Grays Empfehlungen sollen vom amerikanischen Verteidigungsministerium unterstützt werden. Nach Ansicht von Beamten des amerikanischen Verteidigungsministeriums ist für die geplante Aufrüstung Westeuropas sowohl umfassende amerikanische Hilfe als auch ein Beitrag der deutschen Industrie erforderlich.

Gray soll Präsident Truman ferner die Errichtung einer Superverwaltungsbehörde vorgeschlagen haben, die für denMarshall-Plan, das militärische Hilfsprogramm und das Programm für rückständige Gebiete zuständig sein soll. Diese Behörde hätte wahrscheinlich Gelder in Höhe von mindestens zehn Milliarden Dollar zu verwalten.

Köhler zurückgetreten

Bonn, 16. Oktober (dpa) Der bisherige Bundestagspräsident Dr. Erich Köhler ist zurückgetreten. Das Bundestagspräsidium gab den Rücktritt am Montag bekannt. In seinem mit dem 13. Oktober datierten Rücktrittsschreiben gibt Dr. Köhler keine nähere Begründung für seinen Schritt. In Bonner politischen Kreisen wird angenommen, daß er jetzt in den auswärtigen Dienst eintritt.

Nene Generalkonsuln

Bonn, 16. Oktober (dpa) Die Bundesregierung hat Dr. Dankwort zum Generalkonsul in Ottawa (Kanada) und Dr. Holzhausen zum Generalkonsul in Pretoria (Südafrikanische Union) ernannt.

Mahlmann widerlegt Niemöller

Erklärung über den Sinn seines von Niemöller zitierten Briefes

Würzburg, 16. Oktober, (dpa) Der ehemalige Generalleutnant Paul Mahlmann in Würzburg sagte in einem dpa-Interview am Montag, er habe den Brief geschrieben, mit dem Kirchenpräsident Niemöller beweisen will, daß die Remilitari-' sierung im Bundesgebiet bereits angelaufen ist. Es sei ein Privatbrief gewesen, den er an seinen Kriegskameraden, den jetzigen Privatsekretär Niemöllers und früheren General der deutschen Wehrmacht, Dr. Beyer, gerichtet habe.

Mahlmann, der seit dem 1. Oktober im Range eines Majors das „Labor Service Center“ von Unterfranken in Würzburg leitet, will nach seinen Angaben mit diesem Privatbrief die Absicht verfolgt haben, Dr. Beyer für die von ihm geleitete Organisation zu gewinnen.

Mahlmann betonte, daß seine durch eine Indiskretion bekannt gewordenen Sätze, er führe einen Organisationsstab, der deutsche Einheiten für eine europäische Armee aufstelle, lediglich dazu bestimmt waren, seinen Freund Dr. Beyer für den Eintritt in die Labor Service Centers zu bestimmen.

Er erklärte nachdrücklich, keinerlei Anweisungen oder Andeutungen, weder offiziell, noch inoffiziell zu haben, wonach beabsichtigt sei, aus den Labor Service Centers ein deutsches Truppenkontingent zu erstellen.

Mahlmann ließ jedoch durchblicken, daß er im Falle eines entsprechenden Beschlusses auf internationaler Ebene an eine Ausweitung der Labor- Service-Organisation glaube. Es sei die Aufgabe der Labor ’ Service, durch Dienstleistungen die amerikanischen Truppen zu unterstützen. In seinem unterfränkischen Bereich tun etwa 1000 Deutsche Dienst. Die Aufsicht übe nicht die amerikanische Armee aus, an deren Military Post die Labor Service Centers angeschlossen seien.

Mahlmann erklärte, daß die Industriepolizei mit ihrer bisherigen Organisation Zug für Zug in die Labor- Service-Bereiche eingegliedert wird.

Die Mitglieder der Labor- Service-Kompanien sind Angestellte, die schwarzgefärbte amerikanische Uniformen tragen mit roten Dienstabzeichen auf den Schulterklappen. Die einzige Waffenausbildung, die vorgenommen wird, erfolgt am Karabiner. Die Mitglieder sind kaserniert, können jedoch jederzeit in Zivil außerhalb des Dienstes die Kaserne verlassen. Verheiratete, die in der Stadt Würzburg ansässig sind, wohnen bei ihren Familien.


Auf dem Potsdamer Platz in Berlin versammelten sich am Wahlsonntag zahlreiche Bewohner des Ostsektors vor der Leuchtschriftanlage der Freien Berliner Presse. FDJ-Mitglieder versuchten Ost-Propaganda-Material in den Westsektor zu bringen, während von westlicher Seite Flugblätter der Kampfgruppe gegen die Unmenschlichkeit in die S-Bahn-Eingänge im Ostsektor geworfen wurden. Unser Bild zeigt Volkspolizisten, die mit Hunden gegen Anhänger der Kampfgruppe gegen die Unmenschlichkeit vorgehen
Auf dem Potsdamer Platz in Berlin versammelten sich am Wahlsonntag zahlreiche Bewohner des Ostsektors vor der Leuchtschriftanlage der Freien Berliner Presse. FDJ-Mitglieder versuchten Ost-Propaganda-Material in den Westsektor zu bringen, während von westlicher Seite Flugblätter der Kampfgruppe gegen die Unmenschlichkeit in die S-Bahn-Eingänge im Ostsektor geworfen wurden. Unser Bild zeigt Volkspolizisten, die mit Hunden gegen Anhänger der Kampfgruppe gegen die Unmenschlichkeit vorgehen

Nichts bekannt

Washington, 16. Oktober. (AP.) Beamte des State Department haben erklärt, ihnen sei nichts davon bekannt, daß ein deutscher General mit der Aufstellung von Truppenkontingenten für die geplante Westarmee beauftragt worden sein soll.

Wenn eine Beauftragung durch Bundeskanzler Dr. Adenauer erfolgt sein sollte, wäre sie voreilig, da die westlichen Besatzungsmächte bisher noch keine Einigung über einen formellen Einschluß deutscher Einheiten in diese Armee erzielt hätten.

Die Beamten bezogen sich auf eine entsprechende Erklärung des Kirchenpräßidenten D. Niemöller auf dem Evangelischen Landesmännertag in Frankfurt a. M.

Abendland muß rüsten

Eine Erklärung von Bischof D. Wurm

Freiburg, 16. Oktober, (dpa) Altlandesbischof D. Wurm betonte auf einer Kundgebung des Evangelischen Männerwerks in Freiburg die Notwendigkeit für Europa, sich äußerlich gegen den Ansturm aus dem Osten zu rüsten. Wichtiger als die äußere sei aber die innere Rüstung, denn das christliche Abendland sei nicht nur durch einen totalitären Staat aus dem Osten, sondern auch durch Ungläubigkeit und Freigeisterei bedroht. Der Bischof spielte auf die Haltung des Evangelischen Bruderrats an und sagte, es sei beunruhigend, daß unter Gesinnungsgenossen soviel Unklarheit darüber bestehe, was Europa zu tun habe, um den Angreifer aus dem Osten fernzuhalten.

„Wie gehabt“

*** Wohl selten ist ein Wahlergebnis mit geringerer Spannung erwartet worden, als nach den „Wahlen“, die am Sonntag in der Sowjetzone exerziert wurden. Das Ergebnis wurde Pieck mit dem Bemerken zugeleitet, die Wahl sei mit einer noch nie dagewesenen Einmütigkeit und Geschlossenheit vorgenommen worden. Man kann demgegenüber nur sagen, die Wahlen waren „wie gehabt“. Wir kennen totalitäre Wahlergebnisse aus dem tausendjährigen Reich und nachher aus den östlichen Satellitenstaaten. Der Kreml hat sich als guter Schüler von Goebbels erwiesen, er wußte ihn sogar noch zu überflügeln.

Der Innenminister der Sowjetzone, Dr. Steinhoff, versichert, die Wahlen seien „genau nach den gesetzlichen Vorschriften“ verlaufen. Die gesetzlichen Vorschriften und ihre Auslegung waren eben so gehalten, daß niemand ohne Gefahr für Leib und Leben dem Wahllokal fernbleiben oder eine Nein-Stimme abgeben konnte. Eigentlich hätten daher hundert Prozent Ja-Stimmen ermittelt werden müssen. Wenn man zugibt, von 12 139 972 abgegebenen Stimmen hätten 35 544 gegen die Kandidaten der Einheitsliste gestimmt, so erfolgt diese Angabe nur, um den Anschein zu erwecken, als hätte der Wähler doch die Möglichkeit gehabt, frei zu entscheiden.

Die Westmächte haben bereits vor der Wahl dem russischen General Tschuikow mitgeteilt, sie müßten die Terrorwahlen als ungültig ansehen. Diese Erklärung ist wichtig. Sie wird die Machthaber der Sowjetzone jedoch nicht abhalten, nunmehr die „vom Volke gebilligten Maßnahmen“ vorzunehmen, die das Gebiet der Sowjetzone endgültig zu einer „Volksdemokratie“ im bolschewistischen Sinne machen sollen. Man darf auch nicht darüber hinwegsehen, daß die Presse der Sozialistischen Einheitspartei davon spricht, der „Sieg der Demokratie“ in der Sowjetzone werde „weitreichende Folgen für ganz Deutschland“ haben. Es wird zumindestens mit einer verstärkten Tätigkeit der „Nationalen Front“ in der Bundesrepublik zu rechnen sein. Wir werden gut tun, uns rechtzeitig darauf einzustellen.

Sicherheit durch Eidschwur

Von Fritz Walter

Vor fünfundzwanzig Jahren: am 16. Oktober 1925, wurde im Rathaus von Locarno, nach vorausgegangener Konferenz zwischen den Außenministern Deutschlands und Frankreichs, Gustav Stresemann und Aristide Briand, das Schlußprotokoll jenes Abkommens unterzeichnet, das als „Pakt von Locarno“ in die Geschichte eingegangen ist. Während der Unterzeichnung läuteten in Locarno alle Glocken; unter der Menschenmenge vor dem Rathaus herrschte eine feierliche Jubelstimmung. Man empfand und war überzeugt, daß jetzt erst, sechs Jahre nach Versailles, der Friede zustande gekommen sei. Denn in diesem Pakt war vereinbart worden, daß der Krieg als Mittel zum Austrag von Gegensätzen zwischen Deutschland und Frankreich ausgeschlossen sei.

Die Hoffnungen von damals sind tragisch enttäuscht worden. Beide Völker sind, schrecklicher als je in ihrer Geschichte, von einem neuen Unheil betroffen worden. Seither ist die Vorstellung, als ob der Abschluß eines bloßen Staatsvertrages zwischen Deutschland und Frankreich genüge, um künftige Kriege zu vermeiden, hinfällig geworden. In welchem Maße, das wird unausgesetzt ersichtlich: aus den Ergebnissen der Bemühungen um ein vereinigtes Europa, genauer: aus der Zweifelsucht, mit der die Staatsmänner diesem Bemühen gegenüberstehen.

Pressekonferenz in Bern

Die damalige deutsche Abordnung in Locarno war verhältnismäßig klein. Es nahmen an ihr (unter Führung des Reichskanzlers Dr. Hans Luther und des Außenministers Stresemann) nur einige hohe Beamte aus der Reichskanzlei und dem Auswärtigen Amt teil, unter anderen Staatssekretär Dr. Franz Kempner, von den Nationalsozialisten 1945 ermordet, und Dr. Carl von Schubert. An den vier zusammengeschobenen kleinen Tischen im Rathaus von Locarno saß damals als eines der jüngeren Mitglieder der deutschen Abordnung, H. H. Redlhanimer, der heutige Oberbürgermeister von Wiesbaden.

Nach Meldungen aus Bern hat Redlhammer seine Teilnahme an einem Gedenkakt zur Erinnerung an das Ereignis von Locarno dazu benutzt, um die schweizerischen Pressevertreter zu einer Konferenz einzuladen und ihr einen Gedanken vorzutragen, der sich ihm aus einer ganzen Reihe von Ursachen auf gedrängt haben mag: durch seine einstige Mitwirkung an den Protokollen von Locarno und im Banne der Gedanken, die damals geäußert wurden; durch seine eigene Bemühung um die Neugestaltung der deutsch-französischen Beziehungen (in Wiesbaden ist soeben eine mehrwöchige Kultur-Veranstaltung zur Förderung dieser Beziehungen zu Ende gegangen); sodann im Hinblick auf die sichtbaren Erfolge der bisherigen Bürgermeister-Treffen auf dem Boden der Schweiz; schließlich und nicht zuletzt im Hinblick auf Vorgänge, die sich auf den Schuman-Plan beziehen und die ersichtlich machen, welche Schwierigkeiten sich der Bereinigung der Atmosphäre zwischen Deutschland und Frankreich entgegenstellen.

Eidgenossenschaft

Redlhammer erklärte der Pressekonferenz in Bern, er sähe ein vielversprechendes Mittel zur endlichen Befriedigung des französischen Verlangens nach dauerhafter Sicherheit vor deutscher Aggression in der Errichtung einer Eidgenossenschaft, die — unter radikalem Bruch mit den bisherigen und stets gescheiterten Methoden — nicht durch einen Staatsvertrag abgeschlossen werden solle, sondern von Mensch zu Mensch. In beiden Ländern, erklärt er, gebe es Millionen und Millionen von Menschen, die unweigerlich entschlossen seien, niemals im Leben je wieder mit der Waffe gegeneinander zu kämpfen, gleichviel, was auch die Staatsoberhäupter beschlössen. Warum in aller Welt, sagt er, solle es nicht möglich sein, diesen vorhandenen, aber in den internationalen Verhandlungen nicht zur Wirkung gelangenden Willen von Deutschen und Franzosen vor dem Angesicht der Weltöffentlichkeit sichtbar zu machen? Staatsverträge und internationale Pakte, so folgert er, binden die vertragschließenden Mächte nur für ungewisse Fristen, niemals für alle Dauer und im Gewissen. Ein Eid jedoch, geleistet von Mensch zu Mensch, würde von jedem der Verschworenen als eine Gewissenverpflichtung empfunden und behandelt werden. An der Tatsache einer solchen durch Eid erhärteten wechselseitigen Verpflichtung von Deutschen und Franzosen käme keine Regierung vorbei, kein Parlament noch parlamentarische Gruppe, auch keine außenparlamentarische Macht, vorausgesetzt allerdings, daß eine solche Aktion auf beiden Seiten der Grenzen ausreichenden Anklang fände.

Daß sie ihn fände, ist, wie er überzeugt ist, so gut wie gewiß, falls man nur an ihr Zustandekommen einen Bruchteil der Arbeit verwendet, die zum Abschluß von staatsoffiziellen Pakten erforderlich ist.

Von den Möglichkeiten

Einem Vorschlag wie diesen, der eine Fülle von Möglichkeiten in sich birgt, wird nicht mit voreiligen Hymnen gedient.

Zunächst hat es die Beurteilung mit diesen zwei Tatsachen zu tun: Der Vorschlag ist überraschend, weil völlig neuartig, und er ist überzeugend, in einem solchen Maße, daß wir, hätten wir Prädikate auszuteilen, erklären müßten, er entspreche dem „gesunden Menschenverstand“: er sei förmlich dessen logisches Produkt. Zwischen drüben und hüben: wie wenige Franzosen und Deutsche gibt es in der Tat, die einander todesbitter hassen, dermaßen, daß sie einander ums Leben bringen möchten? Zwischen drüben und hüben: Welcherlei lebenswichtige „Interessen“ zwängen den einen von uns, dem anderen geschworener Feind zu sein? Oder wo ist ein Deutscher noch Franzose, der, denkfähig und im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte, ernsthaft darauf rechnen könnte, daß er etwas profitierte, wenn er seinem Nachbarn das und jenes wegnähme?

Kein Zweifel: diese Redlhammer-Idee enthält nicht nur den Kern einer Rebellion: sie ist eine Rebellion an sich, — eine Rebellion gegen die Idee von Pakten, die gebrochen werden können. Sie ist der beschwörende Appell eines Christen a n di e Chris t e n, die einen zu Gott geschworenen Eid für sokrasankt, für das Heiligste und Unverbrüchlichste ihres Lebens halten.

Der Oberbürgermeister von Wiesbaden glaubt also, daß es in Deutschland wie in Frankreich Millionen und Millionen gibt, die, wenn sie einen Eid geleistet haben, mit höchster Treue und mit der ganzen Ehrenhaftigkeit ihres Wesens zu diesem Eidschwur stehen, mag da kommen, was immer will.

Nun wird es sich, nach unserem Dafürhalten, für die beiden Völker des europäischen Westens entscheidend darum handeln, diese Zuversicht nicht zu enttäuschen. Wenn auch der Versuch, eine solche Eidgenossenschaft zwischen den Deutschen und Franzosen herzustellen, scheitern würde — wasda n n ? ~ ,

Welcher Geist bitte?

vW Am vergangenen Montag hat der französische Oberkommissar zur Aufrüstungsfrage erklärt, mit ihm seien sich maßgebende Deutsche darin einig, daß „neue deutsche Streitkräfte auf jeden Fall von einem Geist beseelt sein müßten, der sich von dem der Wehrmacht grundlegend unterscheide und der den alten Typ des Generals nicht kenne“. Wir pflegen sehr genau die Worte von Mr. Francois-Poncet zu hören, aber in diesem Falle sind wir so klug als wie zuvor. Gab es in der Wehrmacht, diesem 15-Millionen-Gebilde aus Heer, Marine und Luftwaffe, Waffen-SS, OT und Volkssturm in allen Formationen und zu allen Zeiten ein und denselben einheitlichen Geist? Und gar ein und denselben Typ von Generalen, — von Dr. Speidel über Rommel bis zu Hemer, alle die gleichen?

Wir wissen nicht, wer die maßgebenden Deutschen sind, bei denen wir uns erkundigen könnten und an welcher Front sie ihre Erfahrungen gesammelt haben. Um aller Himmel willen, Herr Oberkommissar, welcher Geist ist gewünscht? Gilt als vorbildlich der Geist derjenigen, die sich rechtzeitig von der Wehrmacht distanzierten, indem sie bei passender Gelegenheit die Hände hoben, ihre Kameraden im Stich ließen, um nachher in aller Sicherheit zu erklären, sie wären schon immer dagegen gewesen? Ist vielleicht der Geist einer Panzerdivision von 1940 gemeint, der der Gebirgsjäger von Narwik oder der Fallschirmjäger von Cassino? Vielleicht auch der Geist jenes Reiterregimentes, vor dem die Kavallerieschule Saumur in so ritterlicher Form kapitulieren konnte, wie es niemals einer deutschen Truppe vergönnt war? Hält man den Geist der Besatzung der „Schamhorst“, die mit wehender Flagge unterging, für unerwünscht? Damals erwies ihm der britische Admiral alle Ehre. Sind die maßgebenden Herren mit Mr. Francois-Poncet für oder gegen den Geist, der in manchen Etappen herrschte und den man bisher als nicht vorbildlich und nicht symptomatisch für die Wehrmacht hielt, sondern als das genaue Gegenteil davon? Vor allem, ist zur Abwehr des Bolschewismus ein anderer Geist vonnöten als derjenige, der die Wehrmacht befähigte, die Ostfront vier furchtbare Winter lang zu halten?

Welcher von all diesen Geistern, bitte, ist unerwünscht? Wir wüßten es gerne um es die Jungen zu lehren.

Weizsäcker geht nach Lindau

Landsberg, 16. Oktober. (AP.) Der am Montagmorgen entlassene ehemalige Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Freiherr Ernst von Weizsäcker, ist von seiner Gattin Marianne im Gefängnis abgeholt worden. Er sagte zu den wartenden Journalisten und Bildreportern, er wolle nach Hause nach Lindau am Bodensee. Am Friedhof der Feste Landsberg besuchte von Weizsäcker die Gräber einiger wegen Kriegsverbrechen Hingerichteter.

Weder für Dollar noch Rubel

Nürnberg, 16. Okt. (dpa) Der Bund deutscher Kriegsdienstverweigerer kritisierte am Montag die Aeußerung des britischen Oberkommissars Kirkpatrick,daß Deutschland nicht neutral bleiben könne. In einem Schreiben an Kirkpatrick heißt es, solange Deutschland keinen Friedensvertrag habe, in zwei Teile gespalten sei und eine Entscheidung hier für den Westen und dort für den Osten einen Bruderkrieg für fremde Interessen bedeuten würde, gäbe es keinen anderen Weg als den des neutralen Verhaltens. Die Deutschen wollten weder für Dollar noch für Rubel sterben.

1110 000 Besucher haben die Deutsche Industrieausstellung Berlin 1950 besichtigt.

Indochina - ein zweites Korea?

Nationalisten von Kommunisten geführt

Neuyork, 16. Oktober. (AP.) In amerikanischen Regierungskreisen beginnt man, die immer ernster werdende Lage in Indochina mit der gleichen Besorgnis zu betrachten, wie seinerzeit die Vorgänge in Korea.

Außenminister Acheson hat zwar erklärt, die Regierung der Vereinigten Staaten denke nicht daran, Truppen nach Indochina zu schicken, diese diplomatische Formulierung bedeutet jedoch offensichtlich nicht, daß diese Möglichkeit noch nicht in Erwägung gezogen wurde, sondern daß ein derartiger Beschluß bisher noch nicht für notwendig gehalten wurde, '

Wenn die Franzosen und ihre Anhänger in Indochina die Lage nicht meistern können, wird wenig Unterschied zwischen der dortigen Lage und der Lage in Korea bestehen. Die Franzosen erklären, daß ihre 150 000 Mann starke Armee, der auch viele Deutsche angehören, durchaus in der Lage sein würde, die Vietminh-Truppen abzuwehren, wenn sie mehr Artillerie, Flugzeuge, Fahrzeuge und anderes Kriegsgerät erhalten würde.

Zahlreiche Frontberichte zeigen, daß die kommunistisch geführten Vietminh-Guerillas inzwischen zu einer regulären Armee geworden sind. Die Ausbildung und Bewaffnung dieser. Einheiten erfolgte durch chinesische Kommunisten und möglicherweise auch durch sowjetische Spezialisten in rotchinesischen Lagern. Man kann diese Truppen nicht als kommunistisch, sondern nur als kommunistisch geführt bezeichnen, weil ihnen zahlreiche nationalistische Elemente angehören, die praktisch mehr gegen die Franzosen als für den Kommunismus kämpfen wollen.

Auch die Rückkehr Bao Dais nach Indochina, wo er beim Aufbau der indonesischen /Streitkräfte helfen soll, wird keine Erleichterung bringen, da Bao Dai kein großer Organisator ist und bei seinem Volke wegen seiner engen Beziehungen zu den Franzosen keine große Beliebtheit genießt.

Die französischen Truppen haben nun die Grenzgarnison Macham aufgegeben und sich auf das 14 Kilometer südöstlich gelegene Dongdang zurückgezogen. Dongdang ist die letzte französische Stellung auf dem Wege nach der 21 Kilometer südöstlich gelegenen bedeutenden Grenzfestung Langson. Langson liegt an der Haupteinfallstraße von China find ist der einzige französische Luftstützpunkt an der nordindochinesischen Grenze.

Verständigung erste Voraussetzung

Ein Festakt zum 25-Jahr-Tag des Paktes von Locarno

Locarno, 16. Oktober, (dpa) „Der Geist von Locarno lebt“, erklärte der ehemalige französische Ministerpräsident Paul Boncour bei den Feierlichkeiten, die am Sonntag und Montag zur Erinnerung an den vor 25 Jahren zwischen Deutschland, Frankreich, Belgien, Großbritannien und Italien abgeschlossenen Locarno-Pakt stattfanden. Zahlreiche Persönlichkeiten aus ganz Europa hatten sich eingefunden. Unter den Gästen aus Deutschland befanden sich der frühere Reichskanzler Dr. Luther, der Wiesbadener Oberbürgermeister Dr. Redlhammer, seinerzeit stellvertretender Generalsekretär der deutschen Delegation, der einstige Privatsekretär Stresemanns, Konsul Bernhard, und der ehemalige Botschafter von Dirksen.

Paul Boncour sagte in seiner Rede, die Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich, sei die erste Voraussetzung für die Einigung Europas. Die Erwartungen, die die Welt vor 25 Jahren auf die Verträge von Locarno setzte, seien nicht in Erfüllung gegangen, aber der Straßburger Europarat beginne dort, wo Locarno aufgehört habe. Deshalb könne man sagen, daß der Geist von Locarno lebe.

Auf die Festversammlung und die anwesenden Journalisten machte es einen tiefen Eindruck, als nach der Rede Paul Boncours Reichskanzler a. D. Dr. Luther auf den Franzosen zuging und ihm herzlich dankend fest die Hand drückte. Dr. Luther ist der einzige Ueberlebende der europäischen Staatsmänner, die vor einem Vierteljahrhundert die Verträge unterschrieben haben. „Wir haben gehofft und gestrebt“, betonte der greise deutsche Politiker, „das meiste ist anders gekommen, aber die neue Generation wird wieder hoffen und streben, daß der Geist von Locarno sich erneuere, weiterlebe und wirke.“

Nehru lehnt ab

Neu-Delhi, 16. Oktober, (dpa) Der indische Ministerpräsident Nehru lehnte auf einer Pressekonferenz den amerikanischen Vorschlag ab, daß alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen Verbände für eine gemeinsame Streitmacht bereithalten sollten. Nehru sagte, es sehe so aus, als sollten die Vereinten Nationen in eine größere Ausgabe des Atlantikpaktes umgewandelt werden.

Der Eisenbahnverkehr im südaustralischen Staat Victoria wurde durch den Streik von 3500 Eisenbahnern stillgelegt.

Wettrennen auf Pyöngyang

In mehreren Angriffskeilen gegen die Hauptstadt Nordkoreas

Tokio, 16. Oktober (AP. dpa) Ein Wettrennen nach Pyöngyang, der Hauptstadt der kommunistischen Volksrepublik Nordkorea, hat begonnen: amerikanische und südkoreanische Einheiten sind auf 55 Kilometer an Pyöngyang herangerückt. Einheiten der ersten amerikanischen Kavalleriedivision sind nach der Einnahme von Namchongkom gegen erbitterten feindlichen Widerstand weiter vorgedrungen und haben Sunmak, 73 Kilometer vor Pyöngyang, genommen. Mit Hilfe britischer Truppen wurde das Gebiet um Kumchon von Feindresten gesäubert.

Zur gleichen Zeit ist die nördlich davon stehende erste südkoreanische Division in Suan, 65 Kilometer von der nordkoreanischen Hauptstadt entfernt, eingerückt.

Von der Ostküste her ist die südkoreanische Division „Soeul“ 10 Kilometer über Yonghung hinaus vorgestoßen. Andere Verbände der Streitkräfte der Vereinten Nationen rücken zwischen diesen drei größten Angriffskeilen auf die nordkoreanische Hauptstadt vor.

Wie das Hauptquartier Mac Arthurs bekanntgab, haben auch Einheiten der 24. amerikanischen Division wieder in die Kämpfe eingegriffen. Sie sind von Soeul aus 80 Kilometer nordwestlich vorgestoßen und haben Yonan an der Westküste genommen.

Der alliierte Lufteinsatz wird in unverminderter Stärke fortgeführt. Britische Jäger vom Typ „Firefly“ und „Seafury“ bombardierten die Hafenanlagen von Vhinnampo mit gutem Erfolg. Britische Trägerflugzeuge vernichteten vor der Westküste in der Nähe der Insel Cho zwei mit Minen beladene Motor-Dschunken.

Der amerikanische Verbindungsoffizier bei den südkoreanischen Truppen gab bekannt, daß die Kommunisten nach ihrem Rückzug aus Wonsan 800 südkoreanische Gefangene ermordet haben. 100 amerikanische Gefangene sollen nach der Mandschurei gebracht worden sein, wie ein Augenzeuge des Massakers berichtete.

„Niemand weiß, was morgen ist“

Schlange-Schöningen warnt vor Illusionen

Da. Bonn, 16. Oktober. „Ich glaube, daß wir zur Zeit vor der Fräge stehen, ob wir zur europäischen Sicherheit als gleichberechtigter Teil Westeuropas unseren Beitrag liefern sollen“, erklärte der deutsche Generalkonsul in London, Reichsminister a. D. Dr. Schlange-Schöningen, nach einem längeren Gespräch, das er Montagmittag mit Bundeskanzler Dr. Adenauer geführt und in dessen Mittelpunkt die Unterrichtung des Kanzlers über die englische Einstellung zur deutschen Teilnahme gestanden hatte. Ferner hat Generalkonsul Dr. Schlange-Schöningen den Kanzler eingehend über die Arbeiten und Organisation des deutschen Generalkonsulates unterrichtet. *

Dr. Schlange-Schöningen, der während seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter als Repräsentant einer gewissen Opposition innerhalb der Fraktion der Christlich-Demokratischen Union gegen den Adenauer-Kurs galt, betonte unserem Korrespondenten gegenüber, daß er in der Sicherheitsfrage voll und ganz hinter dem Kanzler stehe und er Auffassungen, wie sie von Dr. Heinemann vertreten werden, ablehnen müsse. Man finde es im Ausland als besonders bitter, daß in der Sicherheitsdiskussion wieder einmal Deutsche gegen Deutsche kämpfen würden. Die Bundesregierung werde in dem Augenblick von Deutschen bekämpft, wo über die Art des deutschen Beitrages verhandelt werde. Dadurch werde nur Wasser auf die Mühlen der Gegner Deutschlands geliefert.

Weiter betonte der Generalkonsul, daß auch Deutschlands bisherige Gegner die Situation verstehen müßten und den Kanzler nicht etwa in eine Lage versetzen dürften, wie die Lage eines Stresemanns, der schließlich von seinen inneren Gegnern überrannt werden konnte, weil auf dem deutschen Aktivkonto zu wenig und zu langsam hinzugefügt worden sei.

Dringend warnte Dr. Schlange-Schöningen vor Sicherheitsillusionen, die schon jetzt wieder, nachdem sich die Dinge in Korea zum Guten entwickelt hätten, in Deutschland und in Europa um sich greifen würden. Niemand könne wissen, was morgen sein werde und Deutschland befände sich auch heute noch in der größten Gefahr.

Ueber die Entwicklung der deutschenglischen Beziehungen äußerte sich der Generalkonsul außerordentlich zufrieden. Er habe nicht das Leiseste von einem Kriegshaß mehr verspürt. Auch England habe große Schwierigkeiten wirtschaftlicher und politischer Art, jedoch sei er überzeugt, daß diese Schwierigkeiten, soweit sie Deutschland angingen, Schritt für Schritt in vernünftigen Verhandlungen überwunden werden könnten und werden müßten. In dieser Hinsicht sei auch jenseits des Kanals der beste Wille zur Zusammenarbeit vorhanden.

Stimmen der Anderen

Die Entlassung Weizsäckers

Zu der von den Schweizer Blättern stark hervorgehobenen Entlassung des früheren Staatssekretärs von Weizsäcker erklärt die Züricher „T a t“:

„Damit wird ein Urteil wenigstens auf dem Begnadigungsweg korrigiert, das mehr als jedes andere dazu beigetragen hat, die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse zu diskreditieren — nicht nur in den Augen vieler des Nationalsozialismus durchaus unverdächtiger Deutscher, sondern auch des neutralen Auslandes. Daneben wird man allerdings in dieser Maßnahme wohl auch einen Versuch sehen müssen, das deutsche Volk und nicht zuletzt auch die konservativen früheren Militärkreise vom guten Willen der Amerikaner zu überzeugen und so gewisse Widerstände zu überwinden, die sich gerade in diesen Kreisen gegen eine eventuelle militärische Zusammenarbeit mit dem Westen ergeben. Die Verurteilung Weizsäckers ist, neben der Mansteins, seit Beginn der Wiederaufrüstungsdebatte immer wieder von deutscher Seite als ein Stein des Anstoßes bezeichnet worden.“

Die „Wahlen“

Mit beißender Ironie verzeichnen die Schweizer Zeitungen die ersten aus der Sowjetzone gemeldeten „hundertprozentigen“ Wahlergebnisse. Die „Ne u e Z ü r - cherZeitung“ schreibt:

„Die Sozialistische Einheitspartei hat mit frechem Zynismus beschlossen, ihr Betrugsmanöver als Volksrummel aufzuziehen, womit sie zur Verletzung der demokratischen Freiheit gewissermaßen noch die Verhöhnung der gedemütigten Bevölkerung fügt.“

Der sozialistische „P o p u 1 a i r e“ schreibt in seinem Leitartikel:

„Die Wahlen in der Sowjetzone, durch monatelange Säuberungen und eine lärmende Propaganda vorbereitet, haben sich unter wirkungsvoller Bewachung abgespielt. Es besteht kein Zweifel, daß bei den Wahlen, die von der Sowjetzonenpresse als Volksfest hingestellt wurden, hundert Prozent erreicht werden,“ ,

Die britische Zeitung „O bs er v er“ bezeichilft die Einheitslistenwahl in der Sowjetzone am Sonntag als einen neuen und brutalen Schlag gegen Deutschlands Einheit. Das Blatt schreibt:

„Die 1933 von Hitler erfundenen Einheitslistenwahlen sind in den totalitären Staaten so üblich geworden, daß deren Völker sich über diese Beleidigung des menschlichen Verstandes und der Menschenwürde nicht mehr erregen, sondern nur noch gelangweilt sind. Seit 1945 hat jedes Land hinter dem Eisernen Vorhang die Farce durchgemacht, und es erscheint jetzt nicht außergewöhnlich, daß die sowjetische Besatzungszone Deutschlands das gleiche tut. Es besteht allerdings der Unterschied, daß die Sowjetzone ein Teil Deutschlands und die Deutschlandfrage heute die explosivste der Welt ist. Deutschland schwingt sich schnell wieder zu einer Macht mit eigenem Gedankengut und eigener Politik empor, und die Einheit des Landes ist natürlicherweise sein erstes Ziel.“

Hölle wo ist Dein Sieg ?

ROMAN VON RACHEL FIELD

Erstabdrnck Alle Rechte beim Wolfgang-Krüger-Verlag. Hamburg

39)

„Sie haben mir nicht gesagt, ob Sie bleiben werden, aber, nicht wahr. Sie werden bleiben? Sie werden mich und meine Kinder nicht unserer einzigen Zufluchtstätte berauben wollen?“

„Sie machen es mir sehr schwer, nein zu sagen“, erwiderte sie. „Aber es gibt nun einmal Dinge in dieser Welt, gegen die anzukämpfen zwecklos ist, und eines davon ist die Eifersucht einer Frau. Gott weiß, daß ich nichts getan habe, um sie zu verdienen, es sei denn, daß ich bestrebt war, die Zuneigung der Kinder und Ihre — Ihr Vertrauen zu gewinnen. Das allein scheint in den Augen Ihrer Frau bereits unverzeihliche Sünde zu sein, und sie wird mir niemals vergeben. Wenn ich bleibe, dann nur, weil Sie mich darum bitten “

„Ja, ich bitte Sie darum. Sie haben viele gute Eigenschaften, Mademoiselle Deluzy, aber keine die ich mehr bewundere als Ihren Mut angesichts einer schwierigen Situation.“

„Mut ist auch notwendig, wenn man ganz auf sich angewiesen ist. Es lehrt einen auch, vernünftig zu handeln. Ich bemühe mich eben jetzt, vernünftig zu handeln, und Sie versuchen, es mir schwer zu machen.“

Er merkte, daß sie nachgiebiger wurde, und bedrängte sie mit ihren eigenen Worten. „Also lassen Sie uns vernünftig sein. Sie haben nur einen Grund, gehen zu wollen, und ich habe zehn Gründe, warum ich Sie hier halten möchte.“ l

„Zehn?“

„Ja, neun junge Praslins und einen Vater. Soll ich sie Ihnen an meinen Fingern auf zählen?“

Er lächelte und sie lächelte zurück, doch ihre Stimmen blieben ernst.

„Nein, Monsieur, die Mühe können Sie sich sparen.“ Dann fuhr sie mit einem plötzlichen Entschluß fort: „Sie haben mich gebeten, und das ist für mich Grund genug. Hätten Sie irgendwie versucht, mich zu bestechen oder mit mir zu handeln, dann hätte ich nicht gegen mein besseres Wissen nachgegeben.“

„Mit Menschen, denen man einmal sein Herz geöffnet hat, treibt man keinen Handel,“ sagte er, und sie konnte hören, wie bewegt er war. „Und, vergessen Sie nicht: geliebt zu sein ist kostbarer als alles, was man sich erhandeln kann. Gute Nacht, Mademoiselle Deluzy.“

Er wartete ihre Antwort nicht ab, sondern wandte sich, um zu seinen Töchtern ins Nebenzimmer zu gehen. Auf der Schwelle blieb er einen Augenblick stehen und schob seine verletzte Hand ungeschickt wieder in seinen Rock. Die Bewegung griff Henriette ans Herz.

ZWÖLFTES KAPITEL

Nach außen hin hatte sich nichts geändert. Die langen sonnigen Sommertage machten dem Herbst Platz. Der Unterricht wickelte sich mit der Regelmäßigkeit einer Uhr ab. Der Herzog fuhr dann und wann nach Paris und kehrte wieder, gepflegt im Aussehen, höflich im Wesen wie immer und, wie immer, aufmerksam und liebevoll seinen Kindern gegenüber und zuvorkommend zu deren Erzieherin. Die Herzogin hielt sich dem Schul- und Kinderzimmer fern und machte nur mehr selten einen jener erschreckenden Versuche, ihre Liebe ihren Kindern aufzuzwingen. Sie zog sich mehr und mehr in sich selbst zurück, und ihr Gesicht nahm mit der Zeit den leidenden Ausdruck einer Märtyrerin an, den Henriette zwar aufreizend fand, aber wenigstens leichter zu ertragen als ihre früheren hemmungslosen Ausbrüche.

Doch Henriette spürte, daß mit ihr selbst eine Veränderung vorgegangen war. Ein Abschnitt ihres Lebens lag hinter ihr, das war so gewiß, als hätte sie für immer die unscheinbare beengende Verpuppung der Jugend gesprengt.

Im Jahre 1844 hätte eine Frau ihrer Erziehung und ihres Charakters niemals ein Interesse an einem verheirateten Mann eingestanden, viel weniger hätte sie es gewagt, auch nur die Möglichkeit einer solchen Liebe zuzugeben. Henriette gab sie auch jetzt nicht zu.

„Das kann doch nicht Liebe sein,“ haderte sie zuweilen mit sich selbst, und dann glaubte sie auch, was sie sagte.

Wie kam sie überhaupt darauf, über die Liebe nachzudenken? In jener gequälten, schmerzlichen Unterhaltung, zu der sie immer wieder zurückkehrte, konnte sie ganz gewißlich keine Anspielung des Herzogs darauf entdecken, die nicht bitter gewesen war; bis auf die letzte. „Geliebt zu sein,“ hatte er gesagt, „ist kostbarer als alles, was man sich erhandeln kann.“ Und das mochte so viel oder auch nur so wenig bedeuten. Wahrscheinlich, entschied sie, hatte er dabei an die Kinder und deren Zuneigung gedacht. Nur eines wagte sie sich zuzugestehen an sie hatte er sich um Hilfe gewandt, und sie würde ihn niemals im Stich lassen.

Nur wenn die Herzogin und sie einander begegneten, spürte sie ihre neugewonnene Selbstsicherheit. Es machte ihr nichts mehr aus, ob sie Billigung oder Mißbilligung fand; Anklagen und Verdächtigungen mochten ihr jetzt an den Kopf geworfen werden, sie ließen sie unberührt. Ihre Gleichgültigkeit wirkte wie ein Stachel auf das korsische Temperament, aber seit der Nacht des Selbstmordversuches der Herzogin vermochte Henriette weder Zorn noch Mitleid für diese Frau aufzubringen, deren schrankenloses Sichbloßstellen ohne Stolz und Würde sie abstieß. Dann stand Henriette wohl vor ihrer Herrin da, während ein Strom von Zornesworten und Vorwürfen und jammervollen Seufzern über sie hereinbrach — allem Anschein nach ehrerbietig zuhörend, aber innerlich kalt vor lauter Verachtung. Die schwerlidrigen dunklen Augen mochten blitzen, die weißen, mit Juwelen überladenen Hände noch so verzweifelt ringen — Henriette empfand diesem Schauspiel gegenüber nichts.

Sie war daher ganz unvorbereitet, als der Donnerkeil sie traf.

Sie waren dieses Jahr sehr lange in Melun geblieben und kehrten erst in den Winterferien nach Paris zurück. Nach einem kurzen Abstecher nach Cannes stieß die Herzogin wieder zu ihrer Familie, gut erholt und merklich besserer Laune als in den letzten Monaten. Das Weihnachtsfest verlief harmonisch und brachte allen, Mademoiselle nicht ausgenommen, reiche Geschenke. Die Herzogin war nahezu freundlich gewesen, und im Hause herrschte, wenigstens in dieser Zeit, Frieden, und die Kinder blühten förmlich auf. Ihr Großvater, der alte Marschall Sebastiani, befand sich auf Reisen in Spanien, und Henriette hoffte, er würde noch einen Monat fortbleiben, da er ganz entschieden einen störenden Einfluß auf die Hausbewohner ausübte.

Henriette trug jetzt noch größere Verantwortung, da Celeste, Amelie und Marie ihre Schulzeit im Kloster beendet hatten und nun ebenfalls ihrer Obhut unterstanden. Diese drei würden ihrem Herzen niemals so nahestehen wie die anderen, mit denen sie zusammen war, seit sie ihre Stellung antrat. Es waren hübsche, aufgeweckte Mädchen, besaßen aber nicht eine so ausgesprochene Persönlichkeit wie Isabella und Louise und auch die bezaubernde Berthe. Albert Remey unterrichtete weiterhin alle Mädchen in Literatur, Grammatik und Aufsatz, während Henriette die Geschichts-, Zeichen- und Handarbeitsstunden gab und das Klavierüben beaufsichtigte. Auch chaperonnierte sie die Mädchen auf ihren Spaziergängen, Ausfahrten und Besuchen und Vergnügungen, soweit diese für sorgsam behütete jeunes filles als passend befunden worden waren. Außerdem leitete sie Raynalds Erziehung. Er war mit seinen sieben Jahren ungewöhnlich altklug und benötigte, obwohl sich sein Gesundheitszustand erheblich gebessert hatte, nach wie vor besonderer Pflege. Nur Maderno'seile Deluzy konnte sein Interesse wachhalten und ihn beschäftigen, ohne ihn zu überanstrengen, und deshalb blieb er auch ihr bevorzugter und schwierigster Zögling.

(Fortsetzung folgt.)

Der Landtag im Endspurt

Eine Fülle von Gesetzen muß verabschiedet werden

Wiesbaden, 13. Oktober, (dpa) Mit einer Fülle von Ausschußsitzungen tritt das hessische Parlament in den letzten vier Wochen seiner Legislaturperiode in den Endspurt ein. Dabei sollen vor allem das in letzter Zeit auch innerhalb der Regierungskoalition offensichtlich umstrittene Gesetz über die Sozialgemeinschaften und die neue hessische Gemeindeordnung erledigt werden.

Die ursprünglich am 18. Oktober vorgesehene 90. Vollversammlung des Landtags wurde nach einem Uebereinkommen der führenden Vertreter, der Koalitionsparteien auf den 25. Oktober verschoben, um so den verschiedenen Landtagsausschüssen Gelegenheit zu geben, in der kommenden Woche gewissermaßen „in Permanenz“ zu tagen. Der kommunalpolitische Ausschuß des Landtags, der in zwei Sitzungen in dieser Woche nur die ersten 20 Paragraphen der hessischen Gemeindeordnung durchberaten hat, soll dann in mindestens vier Sitzungen die noch restlichen 140 Paragraphen erledigen. Der Rechtsausschuß wird verschiedenen Gesetzen, davunter dem Emeritierungsgesetz, dem Fischereigesetz und voraussichtlich auch dem Gesetz über die Gewährung von Urlaub für Betriebsratsmitglieder zur Teilnahme an Betriebsratslehrgängen den „letzten Schliff“ geben müssen.

Der 90. Vollversammlung wird aber aller Voraussicht nach Anfang November noch eine Plenarsitzung des Landtags folgen. In dieser Sitzung wird wahrscheinlich Landtagspräsident Witte einen umfassenden Schlußbericht über die vierjährige Arbeit des Landtags geben, während die verschiedenen Landtagsausschüsse voraussichtlich ebenfalls noch einmal in aller Oeffentlichkeit einen Rückblick auf die von ihnen geleistete Arbeit halten werden. Nach dieser Schlußsitzung des Landtags werden nach übereinstimmender Ansicht politischer Beobachter'viele der hessischen Landtagsabgeordneten ihre in den Privatschränken in den Fraktionsbüros untergebrachten Sachen einpacken, weil allgemein damit gerechnet wird, daß nicht nur die Verringerung der Zahl der Abgeordneten des neuen Landtags auf 80 wesentliche personelle Veränderungen in der Zusammensetzung des neuen Landtags mit sich bringt.

Gunadengesuche für Falkenhausen

Brüssel, 16. Oktober, (dpa) Der Vorsitzende des Militärgerichts, das gegen den ehemaligen deutschen General von Falkenhausen und seine drei Mitangeklagten verhandelt, gab am Montag bekannt, daß Hunderte von Belgiern Gnadengesuche für clen eh"m-'iHen > ’utvhei Couvorneur von Belgien und Nordfrankreich eingereicht haben.

Zentrum gegen Remilitaristerung

Soest, 16 Oktober, (dpa) Die Zentrumsvorsitzende Frau Wessel erklärte in Soest, das Zentrum sei in der heutigen Situation eindeutig gegen eine Remilitarisierung. Zur Sicherung der inneren Ordnung gegen die Feinde der Demokratie sei eine handlungsfähige, gutorganisierte und zuverlässige Polizei notwendig. Zum Schutze der Bundesrepublik vor feinem etwaigen Uebergriff der Volkspolizei oder Sowjetrußlands selbst habe Deutschland die Besatzungstruppen und das Sicherheitsversprechen der Alliierten.

Mit der Wache geflüchtet

Berlin, 16. Oktober. (AP.) Der Gutsinspektor des Berliner Stadtgutes Karolinenhöhe, Miersch, ist aus dem Gefängnis in Fehrbellin bei Berlin nach West-Berlin geflüchtet. Der ihn bewachende Volkspolizist flüchtete mit ihm nach Berlin. ,

Miersch war vor etwa zehn Wochen von der Volkspolizei verhaftet worden, als das West-Berliner Stadtgut Karolinenhöhe, von dem ein Teil in der Ostzone liegt, von der Volkspolizei überfallen und besetzt wurde.

Die Stärke der Gewerkschaften

Frankfurt a. M„ 16. Oktober. (AP.) Rund 5 222 000 Arbeitnehmer in der Bundesrepublik sind gewerkschaftlich organisiert.

Die Zahl der gewerkschaftlich organisierten Lohn- Und Gehaltsempfänger in der Bundesrepublik beträgt demnach 41 Prozent aller Arbeitnehmer und liegt „weit höher“ als zur Z^it der Weimarer Republik.

Adenauer reist nach Berlin

Berlin, 15. Oktober (dpa) Bundeskanzler Dr. Adenauer wird am 24. Oktober nach Berlin reisen und an der Einweihung der Freiheitsglocke im Schöneberger Rathaus durch General Clay teilnehmen.

Kpionage-Fieber

London, 16. Oktober. (AP.) Im kommunistischen China sind seit Januar 1949 über 28 000 Personen wegen angeblicher Spionage für die Vereinigten Staaten und die nationalchinesische Regierung verhaftet worden.

Das Staatssicherheitsgesetz

Neuyork, 16. Oktober. (AP.) Die beiden großen amerikanischen Gewerkschaften haben eine Revision des Staatssicherheitsgesetzes gefordert, unter dem allen angehörigen oder-früheren Mitgliedern totalitärer Organisationen die Einreise nach den Vereinigten Staaten untersagt wird.

Versorgungsgesetz ab 1. Oktober

Kriegsopferausschuß schlägt Verbesserungen vor

Drahtbericht unseres Korrespondenten

Hi. Bonn, 16. Oktober. In einer verhältnismäßig kurzen Frist hat der Bundestagsausschuß für Kriegsopfer das erste große Sozialgesetz der Bundesregierung nach eingehenden Beratungen für die zweite und dritte Lesung vorbereitet. In parlamentarischen Kreisen rechnet man damit, daß das Bundesversorgungsgesetz noch im Laufe dieses Monats verabschiedet werden soll. Der Ausschuß schlägt dem Plenum vor, das Gesetz mit Wirkung vom 1. Oktober in Kraft treten zu lassen. Die Zweiteilung der Bezüge in Grundrenten und Ausgleichsrenten wurde vom Ausschuß aufrechterhalten. Die Renten der Beschädigten mit einer Erwerbsminderung um dreißig bis vierzig Prozent wurden um 5,— Mark monatlich erhöht. Der Pflegezulageparagraph wird insofern erweitert, als erwerbsunfähigen Hirnverletzten eine Pflegezulage von mindestens fünfzig Mark monatlich zu gewähren ist. Der Kriegsopferausschuß fand ferner eine neue Bestimmung des Begriffes „Sonstiges Einkommen“, wozu alle Einkünfte in Geld und Geldwert ohne Rücksicht auf ihre Quellen gelten. Besteht das sonstige Einkommen in Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit, so bleiben von diesen sechzig Mark monatlich und von dem darüber hinausgehenden Betrag drei Zehntel außer Ansatz (bisher ein Viertel). Die Hinterbliebenenrenten bleiben unverändert.

Eine bedeutsame Verbesserung stellt die Bestimmung dar, wonach Schwerbeschädigte auch für Gesundheitsstörungen, die nicht Folge einer Schädigung sind, in den Genuß der Heilbehandlung kommen. Angehörige Schwerbeschädigter, die mit diesen in häuslicher Gemeinschaft leben und von ihnen überwiegend unterhalten werden, sollen auf Ausschußbeschluß ambulante ärztliche und zahnärztliche Behandlung, Arznei- und Verbandsmittel, sowie Krankenhausbehandlung erhalten. Diese Vorschriften gelten nicht, wenn die Krankenbehandlung anderweitig sichergestellt ist.

Eine weitere Abänderung bedeutet die Empfehlung, daß eine Operation ohne Zustimmung des Beschädigten nicht vorgenommen werden darf. Neu eingeführt soll Paragraph 26 a werden, wodurch die Gewährung einer Erziehungsbeihilfe sicherzustellen ist, damit den unterhaltsberechtigten Kindern der Beschädigten und den versorgungsberechtigten Waisen eine den Fähigkeiten entsprechende Schul- und Berufsausbildung ermöglicht wird. Die Beschaffung von Arbeitsplätzen für Beschädigte und Hinterbliebene, sowie der Arbeitsschutz s^Jlen durch ein besonderes Gesetz geregelt werden. Die Bestimmungen über die Kapitalabfindung bleiben im wesentlichen unverändert.

Wirtschaftsblatt

Mehr Schweine

V. G. Die Ergebnisse der letzten Schweinezählung am 3. September liegen für das gesamte Bundesgebiet vor. D:e Preisbewegung der letzten Monate ließ das Schweinefleisch wieder als eine besonders begehrte Marktware erscheinen, für die erhebliche Preissteigerungen in Kauf genommen wurden. Insofern konnte auch die Statistik interessant werden. Was sagte sie?

Der Vorkriegsstand ist bei der Gesamtzahl der Schweine noch nicht wieder erreicht. Vor einem Jahr wurden 9,1 Millionen, jetzt wieder 11,1 Millionen Schweine oder rund 86 Prozent der Vorkriegszahlen gezählt. Die Zahl der Schlacht- und Mastschweine liegt bei 76 Prozent von 1938. Das ist erklärlich. Der Aufbau der Bestände beginnt nämlich zunächst bei den Sauen, die m;t 117 Prozent der trächtigen Tiere von 1938 bereits einen bedenklich hohen Stand erreicht haben. In den nächsten Monaten ist mit Ferkelergebnissen zu rechnen, die weit über denen der Vorkriegszeit liegen. Schon in den vergangenen Monaten machten deshalb die Ferkel preise die allgemeine Aufwärtsbewegung auf den Schweinemärkten nicht mit. Ein Zeichen, das den Fachmann alarmiert!

Nach dem jetzigen Stand ist mit Sicherheit damit zu rechnen, daß im Dezember der Schweinebestend die Vorkriegszahlen etwa wieder erreicht haben wird. Im Verlauf des Wirtschaftsjahres wird die Zahl der zur Schlachtung verfügbaren Tiere wesentlich ansteigen. Der Angebotsdruck wird also ständig zunehmen. Der Marktbeobachtung kommt in Zukunft für die Landwirtschaft besondere Bedeutung zu. Sie kann den aus den zwanziger Jahren berüchtigten „Schweinezyklus“ durch rechtzeitige Hinweise weitgehend verhindern. Erzeuger und Verbraucher sind über große Preisschwankungen nicht erbaut. In diesem Sinn verdient das neueste Zahlenmaterial über die Entwicklung der Schweinebestände besondere Beachtung.

Der Verbraucher darf auf eine stetige Entwicklung der Preise mit Tendenz nach unten hoffen. Der Erzeuger tut gut daran, nicht mehr Sauen und Ferkel zu halten, als es seinen Futterverhältnissen entsprechend wirtschaftlich erscheint. Die Preise vom August jedenfalls gehören der Vergangenheit an.

Kohlenknappheit bemerkbar

Hi. Nachdem in einem Hausbrand-Jahresplan 1950 51 des Bundeswirtschaftsministeriums insgesamt zwanzig Millionen Tonnen feste Brennstoffe für den Hausbrand sichergestellt werden sollen, so daß an jeden Haushalt vierzehn bis fünfzehn Zentner Hausbrand abgegeben werden können, beabsichtigen einzelne Länder nunmehr, infolge überhöhter Abrufe an Hausbrand, Platzhandelskontingente einzuführen. Trotzdem konnten nach den bisherigen Meldungen die Anforderungen der Hausbrand- und Kleinverbraucher bis jetzt voll erfüllt werden.

Jedoch machen sich in einzelnen Ländern der Bundesrepublik bei Gas- und Elektrizitätswerken gewisse Versorgungsschwierigkeiten bemerkbar. Bei einigen Gaswerken sind infolge des schleppenden Kohleneinganges im September bereits V ersorgungsschwier igkeiten eingetreten. Da die Vorräte aus finanziellen Gründen im allgemeinen knapp gehalten werden, sind die Werke auf flüssige Kohleneingänge angewiesen^ Aus der Industrie der Steine und Erden werden zum Teil Schwierigkeiten in der Kohleversorgung gemeldet.

Das Bundesverkehrsministerium betonte unserem Korrespondenten gegenüber, daß die Versorgungsschwierigkeiten mit Kohle keineswegs auf eine angespannte Transportlage zurückzuführen seien. Allein die Bundesbahn befördere täglich zwischen 260 000 und 290 000 Tonnen Kohle von der Ruhr ins Bundesgebiet. *Die Binnenschiffahrt habe sogar noch Kahnraum für Kohletransporte zur Verfügung, der nicht ausgenutzt sei.

Kein Inventurverkauf

Hi. Eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelstags bei seinen Mitgliedskammern hat ergeben, daß ein wirtschaftliches Bedürfnis für einen einmaligen vom Bundesrat angeregten Inventurausverkauf des Einzelhandels im Januar 1951, der als erweiterter Winterschlußverkauf für alle etwa in Frage kommenden Zweige gedacht war, nicht gegeben ist. Der Markenverband e. V, hat sich ebenfalls in ablehnendem Sinne geäußert.

Einfuhrstopp für Aepfel abgelehnt

Hi. Der deutsche Früchtegroßhandel hat sich gegen den Plan ausgesprochen, den Einfuhrstopp für Aepfel über den 31. Oktober hinaus zu verlängern. In diesem Falle würden Preissteigerungen eintreten, die nicht erwünscht seien. Der Früchtegroßhandel lehnt gleichzeitig in den Landwirtschaftsministerien gehegte Versorgungspläne für Obst, Gemüse und Südfrüchte ab.

Verhandlungen über einen Handelsver¬ trag mit Norwegen haben in Frankfurt begonnen. Norwegen soll hauptsächlich Fische und Fischkonserven, Eier, Fischleder und andere Agrarprodukte gegen Kraftfahrzeuge, Maschinen und Pharmazeutika aus der Bundesrepublik liefern.

Eine Bundes-Obstausstellung wurde als letzte Sonderveranstaltung der deutschen Gartenschau 1950 in Stuttgart eröffnet.

Die Zuteilung von jährlich 500 dkr an Reisende in die Bundesrepublik soll wegen der stark verschlechterten dänischen Devisensituation wieder reduziert werden.

Einen Auftrag zur Lieferung von hundert Lokomotiven hat Indonesien an die Friedrich Krupp Lokomotivenfabrik in Essen vergeben. Bestellungen an Eisenbahnwaggons sind an Holland gefallen.

Die Einrichtung eines Postantwortdienstes gab der Chef der ECA-Sondermission für Westdeutschland, Dr. Robert M. Hanes, bekannt. Der Postantwortdienst wird Betriebsleitern, Gewerkschaftsfunktionären und anderen Persönlichkeiten offenstehen, die an der Produktivität der Marshallplanländer interessiert sind.

Bz. Hessen-Nassauische Gas-AG., Frank¬ furt-Höchst. Die Gesellschaft, die ihr Grundkapital von 6,0 Mill. RM. auf 6,0 Mill. DM umstellte, konnte für das Geschäftsjahr vom 21. 6. 1948 bis 31. 12. 1948 bei 1,475 Mill. DM Rohüberschuß 0,170 Abschreibungen und Wertberichtigungen und 0,020 Zuweisung zur gesetzlichen Rücklage einen Gewinn von 0,255 Mill. DM erwirtschaften. Der H. V. werden vier Prozent Dividende vorgeschlagen. Vom Grundkapital befinden sich 52 Prozent bei Thüringer Gasgesellschaft AG., 31 Prozent im Besitz der Stadt Frankfurt, der Rest beim Bezirksverband Wiesbaden. Die Stadt Frankfurt hat den Konzessionsvertrag zum 1. August 1952 gekündigt. Die Stadt hat das Recht, zu diesem Zeitpunkt die Anlagen der Hessen-Nassauischen Gas AG. unter Fortbestand der Gesellschaft zu übernehmen.

Börsen und Märkte

bz Das Geschäft zu Wochenbeginn an der Frankfurter Börse wickelte sich in engem Rahmen ab. Die Kursgestaltung war nicht ganz einheitlich. Stark stieg d^e Maschinenfabrik Hartmannn in Offenbach.

Freie Devisenkurse

Bz. Im freien Devisenverkehr in Frankfurt wurden am 16. Oktober 1950 bewertet der USA-Dollar mit 5,15—5,25 DM, das englische Pfund mit 12,50 bis 13.50 DM, der Schweizer Franken mit 1,15 bis 1,25 DM, der Hollandgulden mit 1,125—1,25 DM, die dänische Krone mit 0,48 bis 0,52 DM, die schwedische Krone mit 0,72 bis 0,78 DM und der österreichische Schilling mit 0,14 bis 0,16 DM.

In den Berliner Wechselstuben wurden für eine DM-West 5 Ostmark gezahlt und für 5 Ostmark eine DM-West geboten.

75 000 Wagen im Jahr

Die Opel-Werke in Rüsselsheim stellen das Aktienkapital 1:1 um

Bz. Die Adam Opel AG., Rüsselsheim a. M., seit September 1949 wieder ganz in den Besitz der General Motors zurückgegeben, kann trotz großer Kriegs- und Demontageverluste ihr Aktienkapital von 80 Millionen Reichsmark 1:1 umstellen und den Wiederaufbau in beschleunigtem Tempo vorantreiben. In der Reichsmarkschlußbilanz sind u. a. rund 155,0 Millionen R-Mark Kriegsschäden ausgewiesen, die in der D- Mark-Eröffnungsbilanz zum 21. Juni 1948 und dem ersten D-Mark-Jahresabschluß für die Zeit vom 21. Juni 1948 bis 31. Dezember 1949 nur noch mit einem Erinnerungswert von wenigen D-Mark erscheinen. Neben den großen Kriegszerstörungen in Rüsselsheim (weit über 50 Prozent) stehen die Verluste des Werkes Brandenburg (Lastwagenfabrikation), der Maschinengießerei Becker & Co AG. in Leipzig, der Filialen Breslau, Magdeburg und Wien. Aus dem Zusammenbruch von 1945 konnte sich das Unternehmen rasch gut erholen. So stieg die Monatsfertigung von Fahrzeugen von 720 Stück im Juni 1948 auf zur Zeit monatlich nahezu 7 000 Einheiten. Die augenblickliche Tagesleistung von 300 Wagon streift bereits die Grenze der Leistungsfähigkeit des Rüsselsheimer Werkes. Die Vorkriegsleistung von 430 Einheiten im Tag allein in Rüsselsheim bleibt aber noch ein Ziel der großen Ausbaupläne. Der flotte und gewinnbringende Absatz aller Wagengattungen im In- und Auslande ermöglichte bis zum 31. Dezember 1949 einen Sacheinlagenzugang von 30,8 Millionen D-Mark (ungerechnet der Wiederaufbauleistungen in der Reichsmarkzeit). Seit Beginn des Jahres 1950 konnten aus dem Gewinn des ersten D-Mark-Abschhisses weitere 32.0 Millionen D-Mark bereitgestellt werden. Für den zukünftigen Ausbau sind noch 72,0 Millionen Mark vorgesehen. Insgesamt werden die Bauten des laufenden und des 'nächsten Jahres 104,0 Millionen D-Mark beanspruchen. Mit der Investierung dieser gewaltigen Summe soll dann das Rüsselsheimer Werk im Jahre 1952 wieder- eine Vorkriegskapazität von neunzig Prozent erreichen. Gleich sprunghaft entwickelte sich die Belegschaftsziffer. Ende 1947 zählte man 8 187 Köpfe, gegenwärtig (Ende September 1950) rund 20 000 Arbeiter und Angestellte.

Der erste D-Mark-Abschluß nebst der Erfolgsrechnung zum 31. Dezember 1949 zeigt das günstige Finanzergebnis, das die Voraussetzungen für den großzügigen Wiederaufbau brachte. Es wird ein Rohüberschuß von rund 200 Millionen D-Mark in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Auf der Gegenseite erscheinen Aufwendungen u. a. für Löhne und Sozialausgaben in Höhe von 71,5 Millionen DM (13,4 Millionen RM) von 38,2 (3,67) für Abschreibungen auf Anlagen uhd von 55,42 (nur 0,84) für Steuern. Es verbleibt ein Reingewinn von 30,38 Millionen D-Mark (5,09 Millionen RM), der nicht als Dividende verwandt wird, sondern ganz dem Wiederaufbau auf dem Wege über die Selbstfinanzierung zufließt.

Die erste D-Markbilanz umfaßt das Werk Rüsselsheim und die Verkaufsfilialen Aachen, Berlin und Düsseldorf. Der Nettobuchwert des Sachanlagevermögens hat sich in der Berichtszeit vom 21. Juni 1948 bis zum 31. Dezember 1949 (alles in Millionen D-Mark) von 71,2 auf 61,6 vermindert Hierbei beziffern sich die Abschreibungen auf 38,2. Weiter werden u. a. ausgewiesen: Umlaufsvermögen mit 120,34 Millionen DM (41,5), darunter 67,50 Bankguthaben (4,83), 26.19 (21,52) Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, 7,56 (6,69) Halbfabrikate, 12,05 (6,99) Fer’tigfabrikate. Die Passiva zeigen neben dem AK. von 80,0, unv. 8,0 gesetzliche Rücklage, unv. 7,59 freie Rücklagen, 24,95 (3.63) Rückstellungen für ungewisse Schulden und 23,79 (8,88) Verbindlichkeiten,

Die Produktion des laufenden Jahres dürfte sich auf 73 000 bis 75 000 Lkw. und Pkw. stellen. Dieses beste Nachkriegsergebnis bleibt aber immer noch erheblich hinter der Jahresproduktion von 1938 mit. insgesamt 118 783 Fahrzeugen zurück.

Nahezu 40 Prozent der Erzeugung werden vorwiegend in Belgien und Holland sowie in Südamerika abgesetzt. Im laufenden Jahre rechnet man mit einem Auslandsverkauf von 30 000 Autos.

Der derzeitigen Verwaltung gehören an als Aufsichtsratsmitglieder: Elis S. Höglund (Vors.), Warren T. Lutz (stellv. Vors.), Paul R. Buergin, Ronald K. Evans, Edward C. Riley, Robert N. Stevens, Carl H. Kindl und Charles G. Stradella. Mit Wirkung ab 1. November 1948 wurden zu Vorstandsmitgliedern bestellt: Edward W. Zdunek (Vors.), Eskild Bondesen, John J, Wallbillich.

Franlkfurter Eslektenbörse Kursblait des D.T.

nz = nezanit h — Briefkurse T •• faxe alle übrigen sind Geldkurse (Sämtliche Kurse ohne Bewähr)

13. 10. 16. 10. Pfandbr. u. Korn.-Obi. 4% Dt Rtb. 34 A . . 7.37
7,37
4% Pr Lpf.Anst Pf 7,5bz 7,5bz
4% do. Kumm Obi. 7,25bz
4% Hess Ldbk.Pt. . 7,75 4% Kass Ldkt Pf . 7,75 7,25bz 7,75bz
7,75
4% Nass. Ldbk.P .. 7,75bz 7.75 4% do. Kom Obi. .. 7,75
7
4% Rhein Giro Pf.. 8.25 8,25
4% Khemprv PI .. 8,25 8,25
Dekosama f 17.75bz 17.75bz 4%Bayr Hvp. Pf 7,62
7.62 4% Flm HVP Bk Pf 7,75bz
7,75bz
4% Ffm Hvp Obi • 7,37bz 7.37bz
4% Pfälz Hvp Pf 7,75 7.75bz
4% Rh Hvp.Bk Pf 7,75bZ 7.75bz 4%Westd Bod Cr 7,75bz
7.75bz Industrie-Anleihen
4% AEG 42 6,75
6.75
2%Aschaffbg Zell 6 6 4% Augsb Nürnb 6.87
6.87 4% BMW 42 ... 7bz
7 4% Daimler 42 •. • 8,5 4% Degussa 43 ■ ■ —
B,sbz
8,87bz 4%% Ess Stk. 41. 6,75
6,75
13. 10. 16. 10.
M'/2°/oGesenb.Benz 7,62 7,62
4%üelsenk Bgwk. 7,62 7,62bz
4% Harpener 42 . ■ 7,25 7,25
4'^% Hartm & Br 7,75 7,75
5% Klöckner 39 .. 7,62 7,62bz
5% Metallges 39 . 8,5 8.5
5% Kh Braunk 40 8,62
4% Schluchsee 43 8,12 8,12bz
4'A% Union Rhbr . 8,75 8.75
4% Ver Dt Met 42 7,5 7.5
Industrie-Aktien
Accumulatoren.... 102bz 102bz
Ada-Ada 5chub....53
AdlerWetke 44,87bz 45bzB
Allg Bauges Lenz 29,5bz 29bz
AEG 28,87bz 28.62bz
Andreae Noris ....180 180
Aschaffbg Akt Br 50 50
Ascha ffb L’untpap -G -G
Aschaffbg. z .list. . .67 68bz
Augsh Nürnbg ...— 91 B
Bad Maschinen 97 97
Bautnw Erlangen 130 130
Bayr Motorenwk. .35,5bz 34,25bz
13. 10. 16. 10.
Bemberg, J. P 79'
Berget, Tiefbau ...30 30
Bin. Kraft u. Licht.2l 21bz
Brauh. Nürnberg . 51 51
Brown Boveri H4bz ——
Buderus Eisenw. ..81bz 80bz
Burbach Kali 66 66bz
Chem Albert 68,5bz 68
Conti Gummi 118,5 118,5
Daimlet Mot. Wk..59,25bz 58,25bz
Demag, Duisburg .83 83
Dessauer Gas 20 19,75bz
Deutsche Erdöl ...57,25bz 56.5bz
Deutsche Stefnzeugi39,s 139.5
Degussa 78bz 78bz
Dt Linoleum Wk. -121 121
Dt. Tafelglas 100 100
Didierwk Wiesb. .918 90 B
Dierig, ehr 78,62
Eichbg Wörger Br 51 51
Eisenb Verkehrsm 67,5 67,5
El Licht u Kraft 3!bz 3 Ibz
Enzinget Union 65,5 65
Eßlinget MaschmenlO4,s 104
Ettlinger SpinnereilßO 160
13. 10. 16. 10.
Faber & Schleicher— —
Fahr, Gebr 52 53
Feinmech. jetter . 93 92 Feldmühle 78bz 77,5bz Felten & Quill. ...70,62bz 70,75
Ffm Masch P &W 90 90
Goldschmidt, Th. ..65 Gritzner-Kayser... 95 Grün & Bilfinger ..45 65
-G(T100) 47bz
Hafenmühle Ffm. .-G Hanau Hofbr Hausss
Hanfwk Füssen ..128
Harpener Bergbau.76bz Harpener Bonds . 18,25bz Hartmann & Braun- Heidelberg. Zementll3bz
Henninger-Bräu ..83
Hess.-Nassau Gas .85 Hoesch Eisen 65bz Holzmann, Ph 29bz Hotel AG 45 -G
55
128 76,75b2 48,5 B
112,5bz 83 85
63bz 28bz
45
funghans. Gebr. ..63 63
Kabelwerke Rheydts 9 Kali Chemi 92.5 Karstadt. Rud. ...77bz 59 92,5 76
13. 10. 16. 10.
Kaufh. Hansa, Ffm.Bo 80
KL.Schzi &Beckerso 80
Klöcknerwetke. . 67 66,25 b;
Knurr, Heilbronn .72 71,5bz
Konserven Braun ,
Kupferberg Sekt 46,5
Lahmeyer & Co. ..86bz 86
Lanz, Hch. 55bz 55bz
Lindes Eismasch. 87bz 87bz
Mainkraftwerke.. .88 88
Mainzer Akt.-Br. ~57,5bz 57,5
Mannesm.Röhr StAsB,sbz 58,5bZ
Mannesm.Röhr VA —
Mascb Hartm Offb 74 80bz
Metallgesellschaft 66bz 66bz
Moenus MaschinenaS 46
Neckar-Wk Eßling 107.5 107,5
Nordd. Lederwerke>s,2sbz 25,25
NSU 127 127
Odenw Hartstefn.. 80 80
Pfalz Müblenwk 86 88
Rhein Braunkohle 97 96bz
Rhein Elektrizität 96bz 96,5 b:
Rhein Stahlwk 56,5bz 54bz
Rh. West! Elektr.. 77 77
Roeder, Gebt 93 94
13. 10. 16. 10.
SalamanderSchuh..76bz Salzdetfurth Kali .64,5bz
Salzwk Heilbronn. 105
Sarotti AO G Schöfferh BrauereisBbz Schramm Lacklabr.lo3 Schriftg Stempel . 100
Seiiindustrie W01ff94,5 Siem S Halske StAis,2sbz Siem. & Halske VA44bz
Stollwerck. Gebt.. .80
Südd. Zucker AG...103,5 77.75bz 63,5bz
106 -G 58bz
103 100 96bz
46,25bz 44,25bz
80
103
Veith Gummiwerkel2o Ver.Dt.Met. Werke 65
Ver Dt Ölfabriken74,s
Ver Stahlwerke . ,53.5bz Voigt & Haeffner..l23 Voltohm Seil 35 120 65 -G 54bz
123 35
Wayß & Freytag .116
Westdt Kaufhof ..80,5bz Wintershall 49 116bz 80,25 49bz
Zellstoff Waldhof . 44,12bz 46bz Banken Bayr Hyp.Wchs Bk 31,5
Berl.Handels-Ges.. Isbz 31,5 14,87bz
13. 10. 16. 10.
Commerzbank ....22,75 22,75 B
Deutsche Bank ...,23bz Dt.Eff u Wchs.-8k.25
Dresdner Bank ...23bz 24bz
25 23bz
Frankfurter Bank . 26
Ffm. Hypoth.-Bk .25,25 26 25,25
Pfälz Hypotti.-8k..22,75 22,75
Rhein.Hvpoth.-Bk.. 25,25 25,25bz
Verkehr
AG für Verkehr ..358
Hapag 268
Norddt Lloyd 21,5bz Südd Eisenb Ges..6o 34bz 22 B
60
Versicherungen
Allianz Leben ....428 411. u Stuttg Ver. .61 60bZ
ünnotierte Werte
Beck & Henkel ....38 38
Chemiefas tnh ...53.75 Chemiefas Na .. 47,5 Chem. Brockhues .70 52.5
48 70
13. 10. 16. 10.
Dt Waffen 29,58 27,5
Dingler Zweibr. ...92 92
Diskusw 123 123
DvckethoffZement. 120 120
Eisenh Köln 44,75 44,5bZ
Fordwetke. Köln . .92 90
Outehoffnungsh ...67,5bz 67,5 b.
Hutschenreuther .. 70 70
Kahla Porzell 31 31
Kammg Kaisers!...94 94
Rh Strohzellsioff. 115 115
Rosenthal Porzell 81 86
Schwab Zellstoff .. 128 128
süddt Zellwolle...106 106
rhüt Zellw inh ..13 58 12,5 B
Thür Zellw NA ... 10.75bz 1 Ibz
Torpedo Werke ...163 163
Wörttemb Metall 60 60
Zelßtkon 35 36bZ
Zellst Waldhof VA. 41 43,5bz

Feuilleton

Einheit von Leben und Denken

ERNST BARTHEL ZU SEINEM 60. GEBURTSTAG

Als ich vor 25 Jahren wahrend meiner Studentenzeit in Bonn die Bekanntschaft Barthels machte, geschah es nach einem Vortrag, den er in der von ihm gegründeten Gesellschaft für Lebensphilosophie gehalten hatte. Ich entsinne mich nicht mehr, worüber er an jenem Abend sprach; ich weiß nur, daß ich von der schlichten, aber tiefdringenden Art sehr beeindruckt wurde, mit der er sein Thema behandelte. Was mir aber besonders auffällig erschien, war, daß Barthel sich nicht damit begnügte, die Dinge nur zu diskutieren was wäre dem Menschen leichter, als viele Worte zu machen! —, sondern daß er Auffassungen vertrat, die sowohl mit den unbewußten Ueberzeugungen des gesunden Menschenverstandes wie mit den berechtigten Forderungen des wissenschaftlichen Denkens übereinstimmten.

Solche Menschen, in denen in der eben bezeichneten Weise die beiden wichtigsten Elemente des Lebens, nämlich Verstand und Vernunft, harmonieren, nennt man Philosophen. Sie haben immer wieder den großen Auftrag zu erfüllen, über die Einheit von Leben und Denken zu wachen und sie wiederherzustellen, sollte sie der Menschheit in den Zeiten einer allzu stürmischen Entwicklung verlorengegangen sein. In einer solchen Epoche stehen wir heute. Sie ist in ihren vielen einzelnen Aeußerungen auf den Gebieten der Praxis, des Glaubens iind des Wissens so unübersichtlich geworden, daß es auch unter den führenden Persönlichkeiten kaum noch jemand gibt, der sich den klaren Blick für den Sinn des Ganzen bewahrt hätte, der von sehr vielen ja auch geleugnet wird; ich erinnere etwa an die Existentialisten, die ihre ganze Weisheit darin erblicken, den Stimmungen der Zeit Ausdruck zu geben, statt ihr ein neues Ideal zu geben, das die Kraft besäße, ihr voranzuleuchten auf dem Wege in eine menschenwürdige Zukunft.

Entscheidende Impulse dieser Art enthält die Philosophie Barthels in reichem Maße, weil sie ihre Erkenntnisse unmittelbar der Wirklichkeit entnimmt. Er betont dem Materialismus gegenüber, daß Natur und Leben den geistvollen Gesetzen des Weltenschöpfers gehorchen, und daß wir kein Recht haben, diese ideellen Grundlagen unserer Existenz durch eine Denkweise, die sich meist unbewußt an der Praxis orientiert, zu verfälschen.,Wo dies der Fall ist, beginnt der Kampf der Wahrheit gegen den Irrtum, der in steigendem Maße aus der Kultur ausgeschaltet werden muß, soll sie als Ganzes wieder genesen.

Was aber ist Wahrheit? Hängt doch von der Beantwortung dieser Pilatusfrage unser Schicksal selber ah. Wir würden unsere besten Lebenskräfte lähmen, wollten wir einen Zweifel an der positiven Stellungnahme zu dieser Frage äußern, Die Wahrheit ist ein Schatz, der noch vielfach ungehoben in den Dingen selber ruht. Sie wartet darauf, von den Berufenen unter den Menschen entdeckt zu werden. Und wer den Kontakt mit der Wahrheit, die jenseits aller Modeströmungen liegt, einmal vollzogen hat, wird sein ferneres Leben der Aufgabe widmen, in der Hoffnung, daß die Menschen den Wert einer solchen selbstlosen Arbeit doch einmal erkennen werden, um sie dann vor den mannigfachen Gefährdungen durch das Schicksal sicherzustellen, das uns heute noch so rätselhaft erscheint. Von diesem heroischen Optimismus wird das Lebenswerk Barthels getragen, das in einem wahrhaft universalen Ausmaß eine neue Fundierung der geistigen Anliegen des Menschen versucht. Denn es läßt sich nicht leugnen, daß wir nur deshalb den Zusarpmenbruch der Kultur erlebten, weil es den nunmehr hinter uns liegenden Jahrhunderten nicht gelang, die Einheit von Erleben und Forschen zu wahren. Daß Wissenschaft und Weltanschauung zusammengehören, wird niemand mehr in Abrede stellen wollen. Die Grundlagen dieser Zusammenarbeit werden in einigen Punkten allerdings andere sein als diejenigen, an die wir heute noch gemeinhin' glauben. Aber unsere Zeit wäre keine Zeit des Umbruchs, wenn sie sich nur im technischen Fortschritt erschöpfte.

Echte, weltumspannende Philosophie im Sinne Barthels, der übrigens in Goethe einen nahen Gesinnungsverwandten besitzt, ist dazu berufen, den Menschen die Augen für die Möglichkeiten auch des Fortschritts in der Erkenntnis der Wahrheit zu öffnen, die allein uns die Freiheit geben kann, die wir erstreben. Dr. H. Scharschuch

Die Csardasfürstin - gut gelaunt

NEUINSZENIERUNG VON KALMANS WELTERFOLG

In dem Augenblick, wo in Essen das Publikum zwischen der durch Fritz Fischer regielich atomisierten „Csärdäsfürstin“ und der leicht neuzeitlich auffrisierten „Gräfin Mariza“ des Stadttheaters in tosender Zustimmung oder schockiertem Beifall hin- und herschwankt, im Grunde genommen sich aber insgesamt über beide Aufführungsarten rheinisch ausgelassen amüsiert, erscheint auf unserer Bühne die „Csärdäsfürstin“ im historischen Gewände Emmerich Kalmans. Es wird nicht mit anzüglichen Bonmots geschlossen, es glitzern keine Kaskaden parodistischer Witzeleien, das Auge wird nicht von bunten Revueeinlagen und Schaunummern geblendet — und doch bleibt die Wirkung auch im antiquierten Gewände einer bereits historisch gewordenen Zeit reizvoll und originell. Denn die Handlung und vor allem die Musik tragen sich noch immer selbst. Sie erscheinen nicht mehr zeitnah, aber doch wie ein sentimentales Märchen, das noch lebendig ist. als ein leichtes Spiel mit Musik, Tanz und Wort von damals.

Auf diesem Nenner führt Curt Haug die Regie über den guten alten Text, über den getreuen Ablauf der Szenen. Nur kurz werden die Gesangsnummern mit Tanz-Ritornellen ornamentiert (einige Male etwas unmotiviert). Des Regisseurs einzige Sorge bleibt die Währung eines einheitlichen Stils. Im übrigen vertraut auf die Musik, eine lebendige Darstellung und das ausgezeichnete Sänger-Ensemble und erntet dafür im Zeichen Kalmans und anni 1915 rauschenden Applaus.

Kaum bemerkt wird, daß die Csärdäsfürstin und das Korps ihrer Verehrer moderne Toiletten und Fräcke elegant zu tragen wissen und das Ballett gleichfalls die adretten Schneiderwerkstätten des hiesigen Landestheaters von heute konsultiert. Zur Ueberbrückung dieser kleinen Täuschung hat Wolfram Münz durch sein Bühnenbild prachtvoll beigetragen. Im Hintergrund bei schräger Perspektive eine Andeutung auf Plüsch und vergnügungssüchtige Großpapas, an den Seiten und vorn schon recht stilisierte Gegenwartsdraperie.

Und als Resultat des Ganzen: der langersehnte weite Bühnenraum mit der Illusion zur Tiefe.

Und die Musik spielte unter dem 4. Gastdirigenten (Hans Mikorey) mit Schmiß und Elegie, träumerisch und neckisch, mit viel Liebesglut oder Liebesleid, aber stets dezent, rhythmisch sicher und mit Brio, je nachdem es die Situation verlangte. Sollte man tatsächlich endlich einen Kapellmeister gefunden haben? Für die Operette mit Opernverpflichtung oder einen 1. Kapellmeister mit Operettenverpflichtung? Der „eiserne Vorhang“ ist ein Spinngewebe gegenüber dieser Rätselwand.

Ingeburg Niederberger erdachte die zahlreichen Tanzeinlagen. Sie sollte nicht immer so ernst sein oder alles so ernst nehmen. Es war alles gut geplant und schloß sich der Konzeption der Regie bestens an. Aber ihr allein wäre hier die Möglichkeit zur Parodie gegeben gewesen und diese wurde nicht recht beachtet. Aus dem großen Beifall wäre dann ein stürmischer geworden.

Alle Darsteller waren großartig. Durch die Sänger wurde das Stück fast zur komischen Oper erhöht. Dita Dreesen Csärdäsfürstin) und Franz Köth (Edwin) korrespondieren im Gesanglichen vorzüglich. Frau Dreesen sieht blendend aus und besitzt allen Charme und das notwendige Temperament der Diva. Die selbstbewußte Haltung des Tenor-Gentleman wird Franz Köth sich wohl bald erarbeiten. Er braucht sich nur ein Beispiel an Otto Boettcher (Feri) zu nehmen, der selbst beim kleinsten Auftritt die Bühne wirklich „füllt“ und beherrscht. Ruth Wilke (Stasi) und ihr neuer Partner Joachim Röc k e r ergänzen sich ebenfalls glänzend. Es gab stets Sonderbeifall. Sehr sympatisch wirkt die dezente Zurückhaltung Röckers und das Fehlen der abgedroschenen Buffo-Allüren. Stimmlich ist er nicht sehr stark veranlagt. Rolf Meybom spielt zuverlässig und gut (wie stets) den Rohnsdorff. Kurt Rackeimann und Martha Kuhn-Liebel als altes Fürstenpaar haben die Lacher immer auf ihrer Seite. Dieter Roskosch geigt wie alle Zigeunerprimas ein wenig zu tief und schafft so echtes Milieu. Eugen Vogt als Notar und Karl Wiest als Miksa vervollständigen in netter Charakterisierung das Ensemble.

Es gab viele Wiederholungen innerhalb der Szenen und Akte, die Stimmung wurde auch durch Althergebrachtes immer gehobener, die Sänger und Darsteller kamen in schönste Geberlaune und mußten sich am Schluß mit den verantwortlichen Leitern viele Male vor dem

Vorhang zeigen.

G. I.

Erfüllte und enttäuschte Erwartungen

KRITISCHES ZUM LITERATURGESPRÄCH DER AKADEMIE MIT DEN DARMSTÄDTERN

„Wirkungen der Literatur“ — mit dieser Kennzeichnung wai’ ein mächtiges, ein unerschöpfliches Thema angeschlagen, das die leiseste Regung sprachschöpferischen Menschengeistes ebenso einbegreift wie vielfältigste Verschiebungen innerhalb der Kulturkreise, die innere Beseelung und Gestaltung des Menschenbildes ebenso wie weltgeschichtlich sichtbare Völkerbewegungen.

In diesem ungeheuren „raumzeitlichen“ und „zeiträumlichen“ Gefilde eine Diskussionsbasis zu finden, auf der die Gesprächspartner sich auch nur in der Handhabung der Terminologie verstehen würden, mußte von vornherein fraglich erscheinen. Das Unternehmen war Experiment, war Wagnis, dem man als, wenn auch stummer, so doch von Herzen begierig lauschender Teilnehmer gewisse Erwartungen entg'egenbrachte.

Aus der planetaren Fülle, die sich unter dem Thema „Wirkungen der Literatur“ ins Blickfeld drängt, erwählten die Referenten jeweils einige Momente, die in ihrem Tiefgange nun auch durchzuführen, ihnen schon die Kürze der Redezeit verwehrte. Doch war dabei auch nur hier und da ein Hauch von dem Leben entscheidenden Ernste zu spüren, der den mit dem Thema beschworenen Fragen gerade für unsere westliche Kultur eigen ist, der Frage um Sein oder Nichtsein, nach Positivum und Negativum und der ewigen Zwiegesichtigkeit allen menschlichen Schöpfertums.

Oder sollte die gutmütig humorvoll abschließende W’endung R. A. Schröders, daß man ja mit einer „würdigen Akademie mehr oder weniger bejahrter Herren“ zu diskutieren gekommen sei, wirklich die Ebene anzeigen, auf die man sich von vornherein hätte einstellen sollen? Wem daran gelegen war, solch große Herren als .Produzenten geistigen Gutes so „menschlich“ mit den „Verbrauchern“ sprechen zu hören, wurde gewiß nicht enttäuscht.

Daß die Hörerschaft durchweg den ersten Abend unbefriedigt verlassen hatte, tat der intensive Beifall kund zu den Worten dessen, der den Mut hatte, dies von sich selber offen zu bekennen.

Es dürfte aber einem Gremium von Dichtern und Schriftstellern, die sich in vielen Büchern qualifizierten und den Namen einer Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung für sich wählten, nicht unterlaufen, eine Hörerschaft, die freiwillig gekommen ist, innig aufgeschlossen, etwas vom Herzton des Dichterischen zu vernehmen, unbefriedigt zu entlassen, um erst bei der zweiten Begegnung das Gespräch in richtigere Bahnen zu lenken.

War auch in der zweiten Diskussion tieferes Eingehenwollen auf die wirklichen Probleme zu spüren, so muß doch festgehalten werden, was zu befürchten war, daß bei dem weitgesteckten Thema die Aussprache die eigentliche Mitte floh und sich im Dornengestrüpp der Außenbezirke von Mißverständnissen und ungenauen Formulierungen verfing.

Es ist unbestreitbar, daß die Referenten an beiden Abenden viel Tiefgründiges, Schönes, Bestärkendes und Weitsichtiges gesagt haben und es ein Genuß war, den verschiedenen Ausführungen in solch edler Formung unserer Muttersprache zu folgen. „Eingeweihte“ wissen, daß es über die Grundzüge dichterischen Schaffens und Bewirkens wohl nichts Neues zu sagen gibt und erfreuten sich an mancher Neuformung längst vertrauten, aus früherer Zeit überlieferten Gedankengutes.

Die Vielschichtigkeit und Farbigkeit des Gebietes, überschrieben „Wirkungen der Literatur“, aufleuchten zu sehen, Nachzu-Denkendes und zu-Lesendes mit sich nehmen zu können, um es im eigenen Dasein wirksam zu machen, dies dürften die „Ergebnisse“ des Gesprächs sein, die zu ergreifen in die freie Entscheidung jedes einzelnen Teilnehmers gestellt war.

Dr. Dierks.

Alfred Polgar

Am 17. Oktober wird der Wiener Feuilletonist Alfred Polgar 75 Jahre. Was er sah und erlebte, hat er „an den Rand geschrieben“.

Es ist einer von uns, der Gegenwarts-Klassiker des Feuilletons. Und was für einer! Ein wirklicher Plauderer. Ein Künstler des Nebenbei-gesagten. Einer, der eine erstaunliche Intimität zu den gewagten Dingen der Wirklichkeit hat und sie entfacht. Niemals laut brüllend, immer leise. Er rührt die kleinen Geschehnisse des Alltags gleichsam nur an und erhebt sie ins Märchenhafte. Er fürchtet sich vor gar nichts. Nicht ein bißchen. Aber vor dem Lärm, ja, da hat er Angst. Aeußerstes Mißtrauen hegt er gegen die Dichter, die der Krieg zum Dichten „anregt“. Polgar fragte: „Ist geistiger, literarischer Profit vom Kriege, gefühlzinsend in Poesie angelegt, weniger schmählich als materieller?“ Und er antwortete: „Er ist hundertmal schmählicher.“ Vor dem Tode, so sagte er einmal, habe er die geringste Angst. Die „allergrößte Angst“ habe er vor der Angst ... Deshalb ist es auch verständlich, wenn einem seiner Bücher als Motto voraufsteht: „Es dauert lange, bis mad reif zur Lebensfreude. Etwa bis zu jenem Tag, an dem die Todesangst beginnt.“

Alfred Polgar, ist Wiener. Er war auch längere Zeit in Berlin vor 1933 tätig. Seine Theaterkritiken, seine Feuilletons sind berühmt geworden und die Zeitungsleser kauften sich oft seiner kleinen Kostbarkeiten wegen, in Worte gefaßt, das Abendblatt vom Händler. Gibt es das heute noch? Unter den Feuilletonisten, von denen viele den Federkiel kauen und die Feder heftig, aber nutzlos strapazieren, war er einer, der um das Geheimnis des Leisen, des Gütigen, des Menschlichen wußte.

Ob ein Zahnarzt, Friseurgehilfe, Landwirt, Dienstmann, ein Theaterabend oder Zoobesuch, immer blieb Polgar stehen und verweilte. Horchte in die Tiefe und schrieb uns ein paar Zeilen auf, die das Entscheidende festhalten wie diese über die „soziale Unordnung“: „Was wünschen Sie zum Abendbrot?" fragte der Gefängnisdirektor den armen Sünder, der morgen früh am Galgen sterben sollte. „Sie dürfen essen und trinken, was und wieviel Sie wollen.“ — „Schade!“ sagte der Delinquent, „Schade!! Wenn Sie mich das drei Monate früher gefragt hätten, wäre der ganze Raubmord nicht passiert.“

Heinz Grothe.

Max-Planck-Medaille. Professor Peter J. W. Debye (USA) ist vom Verband der Deutschen Physikalischen Gesellschaften mit der diesjährigen Max-Planck-Medaille ausgezeichnet worden. Die Medaille wird alljährlich für Arbeiten auf dem Gebiete der Quanten-Theorie verliehen. Zu den bisherigen Trägern der Max-Planck-Medaille gehören unter anderem die Professoren Albert Einstein und Otto Hahn. Professor Debye erhielt 1936 den Nobelnreis für Chemie.

DT Film-Forum

Von der Hundefarm zum Film !

Blond, herb und kühl — diesen Eindruck, hat jeder, der Cornell Borchers, die junge, aus Ostpreußen stammende Schauspielerin kennen lernt, die in so verblüffend kurzer Zeit eine Sensationelle Karriere machte. Wo kommt sie eigentlich her? Mit einer — Hundefarm fing ihre Laufbahn an! —

Sie wollte .unter allen Umständen zur Bühne und zum Film, hatte aber nicht das Geld für den Unterricht; was also tun? Hin und her hat sie das überlegt, dann fand sie den Weg, das Geld zu bekommen, das sie so dringend brauchte: Ihre niedliche kleine Pudelhündin bekam zuweilen reizende Junge, die wurden verkauft: Da war das Geld zum Unterricht da! So originell fing es einmal an. Heute ist sie nun, innerhalb nur eines Jahres, ein Star geworden und steht vor der ewigen Frage aller Schauspieler, die hier bei uns sensationell hervortreten: Gehe ich nach USA. oder bleibe ich hier? (So geht’s, wenn einer in Europa Star wird!)

Was man von' ihr hört, klingt wie ein Märchen — nein, ist ein Märchen, denn solche Karriere ist weiß Gott selten! Artur Maria Rabenalt hat sie eines Tages entdeckt, in seinem Film Martina stand sie zum erstenmal vor der Kamera, und hier auch schon nicht etwa in einer kleinen und unscheinbaren Rolle! Da kamen die Amerikaner nach Berlin, sahen sie und verpflichteten sie für den Film über Berlin „Die geviertelte Stadt“. Hierbei gefiel sie den Amerikanern so gut, daß sie eine Option auf sie erwarben, d. h. sich das Vorrecht auf einen Vertrag mit ihr sicherten. Glück über Glück, in so kurzer Zeit so viel Erfolg zu haben! Aber nicht nur der ferne große Erdteil lockte, sie mußte gleich noch in deutschen Filmen mitwirken, und in „Absender unbekannt“ konnte sie eine junge Lehrerin spielen, die im Kampf mit überalterten Kollegen steht und in diesem Kampf das Herz auf dem rechten Fleck hat. Es war eine Hauptrolle, und sie konnte in ihr zeigen, was sie kann! Doch auch dieser schöne neue Erfolg genügte ihr nicht: Kurz entschlossen heiratete sie gleich noch, um das Maß ihres Glückes voll zu machen, und so sehen wir sie nun im hellen Lichte der Oeffentlichkeit vor uns: Jung, schön, gescheit, erfolgreich, unkompliziert, glücklich, umworben, ein Star — und dabei ein ganz natürlicher und einfacher Mensch. Alle ihre Erfolge sind übersonnt von dem schönen Bewußtsein, daß sie einem jungen, ernsthaft strebenden Menschen zufielen, der sie sich durch Fleiß und künstlerisches Verantwortungsgefühl ehrlich verdient hat. Wer würde ihr Erfolge solcher Art nicht herzlich gönnen?

Verheiratet ist sie übrigens mit einem Engländer, Bruce Cunningahm, der als Schriftsteller und Filmautor in Berlin lebt. Als die Amerikaner ihr ein Angebot machten, nach Hollywood zu gehen, hat sie lange überlegt, ob sie dieser Verlockung folgen sollte oder nicht... es war immerhin ein Vertrag, der sich sehen lassen konnte, auf glatte sieben Jahre lautend! Als sie immer noch zögerte, bot man ihrem Mann literarische Mitarbeit in Hollywood an ... und doch konnte sie sich nicht etwa gleich entschließen. Was hielt sie hier fest? Ahnt sie, daß sie noch bedeutend wachsen wird und später viel bessere Bedingungen erzielen wird? Oder will sie sich den unbedingt sicheren Aufstieg im Heimatboden nicht nehmen lassen? Wie dem auch sei — die Tatsache, daß sie, nachdem sie kaum die ersten Schritte in die Oeffentlichkeit getan hatte, schon vor der Frage „Hollywood oder Hierbleiben?“ stand, zeigt uns wieder einmal, wie klein, wie arm, wie bescheiden alles wurde, was in Europa filmt und voranstrebt. Wir sind fast zu arm, als daß wir uns noch gute Schauspieler leisten könnten , . .


CORNELL BORCHERS
CORNELL BORCHERS

(Foto: Junge Film-Union/Foto-Weset)
(Foto: Junge Film-Union/Foto-Weset)

Ein hessischer Bibliothekar

ZUM 60. GEBURTSTAG VON PROF. DR. EPPELSHEIMER

Dr. Hans Eppelsheimer, Direktor der Stadt- und Universitätsbibliothek, der Deutschen Bibliothek, der medizinischen Hauptbibliothek der Städtischen Krankenanstalten und der Stadtbücherei Frankfurts, Professor an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, begeht heute seinen 60. Geburtstag. Von seinen engeren Freunden, von denen die Bücher schreiben, Bücher verlegen und Bücher hüten, werden ihm Glückwunschadressen, in pergamentener Kasette gesammelt, überreicht. Auch aus Darmstadt, das ihm zu vielfachen Dank verpflichtet ist, erreichen ihn dabei Glückwünsche.

Als nach mühseligen Vorarbeiten in diesem Frühjahr unsere Landes- und Hochschulbibliothek wieder Verwaltungs- und Ausleiheräume erhalten hatte, würdigte beim „Richtfest“ Bibliotheksdirektor Dr. Rasp die wissenschaftliche Arbeit seines Vorgängers. Er erinnerte daran, wie im Herbst 1932 Dr. Eppelsheimer nach dem Schloßumbau den schönen Lesesaal und die neuen Bibliothekseinrichtungen eröffnete, eine Gabe, die dem Hessischen Volksstaat und seinem dafnaligen Staatspräsidenten Dr. h. c. Adelung zur Ehre gereichte. Ein Bücherschatz von 760 000 Bänden — nebeneinander gereiht 25 000 Meter — war in 990 Schubläden auf 1,5 Millionen Karteikarten katalogisiert worden.

Alle Anerkennung für den Fachmann hinderte jedoch damals die neuen Machthaber nicht, ihn aus politischen Gründen seines Amtes zu entheben. Schon die Berufung nach Darmstadt, die 1929 erfolgte, stieß auf Widerstände. Das erste Kesseltreiben ging an seiner eigenen Lächerlichkeit zugrunde. Insofern allerdings empfanden die Widersacher richtig, als Eppelsheimers politische und kulturelle Haltung im Gegensatz zu der ihren stand. Der Gelehrte, der in strenger Wissenschaftlichkeit das „Handbuch der Weltliteratur“ erarbeitete und der sich schon in jungen Jahren als Petrarca-Forscher wissenschaftlichen Ruf verschafft hatte, stand immer zugleich in den Strömungen seiner Zeit. Als Vortragender, als gewandter und geistreicher Diskutierer, trug er hervorragend dazu bei, das geistige Leben der Stadt anzuregen. So hat Darmstadt ihn in Erinnerung und weiß dabei, daß er seiner einstigen Wirkungsstätte auch zugetan blieb, als ihn 1946 die Berufung nach Frankfurt vor umfassen-

dere Aufgaben stellte.

pd

Das Stuttgarter Kammerorchester

Die musikalischen Ueberraschungen die das Amerikahaus in letzter Zeit bietet, steigern sich von Mal zu Mal. Man braucht nicht zu wissen, daß die Stuttgarter heute das beste kammermusikalische Ensemble in Deutschland darstellen ihr Spiel liefert stets aufs neue den Beweis. Was sie aber vor allen ähnlichen Vereinigungen so auszeichnet, ist ihr umfassendes Programm.

Pergolesis f-moll-Conoertino, das im Gegensatz zu seiner „Serva padrona“ noch so stark dem Pathos der Florentiner verhaftet bleibt, wird mit blühender Klanglichkeit gespielt. Die eigenartige Sitzordnung der drei Concertino-Gruppen in Bachs 3. Brandenburgischem Konzert, in dem jedes Instrument solistisch besetzt wird, in der aber die einzelnen Instrumentengattungen, wie 1. Violine usw., nebeneinander plaziert sind, verdeckt den Concerto- grosso-Charakter und hebt eine konzertierende Spaltklangphysiognomie hervor, die ganz neue Eindruckswerte vermittelt. Vorbildlich dis Stilqualität, di® in dieser Bachinterpretation zutage Tritt. Nicht „objektiv“ stilranzig, aber auch nicht mit falschem romantischen Pathos nach sogenannter Musikalität suchend, wird unter Be onung der thematischen, harmonischen und rhythmischen Eigengesetzhchkeit jener Zeit spannungsreiche Musik gemacht. Ganz anders hört man Barbers „Adagio für Streichorchester“, das im Brahms'schen Neoklassizismus nach Uebergängen zur Gegenwart fahndet. Ausdrucksgeladen ersteht Honeggers „Sinfonie für Streichorchester“ (1941). Aufgebaut auf einer motorischen Thematik, die durch Motive kleinster Tonschritte und rhythmischer Akzentuierung geprägt ist, erhebt sich darüber das filigrane Stimmgewebe einer expressiven und eindeutig formulierten Musiksprache, deren ethische Willenskundgebung selbst den hymnischen Cantus firmus im Schlußsatz unverkennbar wäre.

Von den vielen Zuhörern im Amerikanaus wurde dieses Gastspiel der Stuttgarter unter ihrem Leiter Karl Münchinger durchaus als das bisher musikalischste Ereignis zu Beginn der Wintersaison

im Beifall bewertet.

G. I.

Darmstadt und Umgebung

„Darmstadt ist keine tote Stadt“

Richtfest in der Schulstraße

Gestern nachmittag versammelten sich in der Schulstraße die Bauherren, die Handwerker und die Vertreter der Stadt, um das R^tfest der wiederaufgebauten Sudseite dieser Straße zu feiern. Unter den vielen Gästen waren Oberbürgermeister Metzger, Stadtrat Feick, Regierungsbaumeister Lau c k e und Oberbaudirektor Prof. Grund. Herr Röder vom Sozialwerk begrüßte die Erschienenen und wies darauf hin, daß es zwar nicht ungewöhnlich sei, sich zu einem Richtfest zusammenzufinden, daß es aber neu wäre, in Darmstadt gleich den Wiederaufbau einer ganzen Straßenseite feierlich zu bgehen. Ohne obrigkeitlichen Befehl wären die Anlieger der Südseite der Schulstraße übereingekommen, ihre Kräfte gemeinsam in den Dienst der Sache zu stellen, die in Zukunft richtungsweisend für den Wiederaufbau in Darmstadt sein könne. Besonderen Dank gebühre Oberbürgermeister Metzger, Herrn Stadtrat Feick, den Architekten Kappler und Letsche und dem Oberbaudirektor. Maurerpolier H. Petri verlas von der Höhe des Baugerüstes einen humoristischen Vers zur Straßenerrichtung und leerte sein Weinglas auf das Wohl der Bauherren. Zimmerpolier Zimmermann sprach den Richtspruch und warf dann sein „Glas“ in Gestalt einer soliden Bierflasche gegen die Hausmauer.

Oberbürgermeister Metzger ergriff dann das Wort. Durch Verhandlungen mit Vertretern des Sozialwerkes sei er zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Gemeinschaftsaufbau die rationellste Methode sei. Er habe daher dem Sozialwerk bedeutet, daß der Wiederaufbau der Schulstraße ohne städtische Hilfe erfolgen solle, um den Bauherren das Gefühl der Privatinitiative zu belassen. In der Gemeinschaft ruhe’Stärke. Der Wiederaufbau der Schulstraße solle ein Beispiel geben, in Zukunft weitere Straßenzüge in Gemeinschaftsarbeit aufzurichten. In Kürze würde mit dem Wiederaufbau der Elisabethenstraße in gleicher Weise begonnen. Es sei ein erfreuliches Zeichen, daß auswärtige Besucher mit Neid auf die Fortschritte in unserer Stadt blickten. Darmstadt wäre keine tote Stadt und wenn alle Kräfte sinnvoll eingespannt würden, könnte das Tempo des Wiederaufbaues noch gesteigert werden.

Der inoffizielle Teil des Richtfestes war nach dem „Heilig Kreuz“ verlegt worden, wo sich die Handwerker mit ihren Bauherren zu einigen gemütlichen Stunden bei gutem Essen und einem tüchtigen Schluck zusammenfanden. HFL.

Kirchtann-Hiedlung Cberstadt

Vor einigen Tagen konnte das Richtfest des vierten Wohnblocks in der Eberstädter Kirchtann-Siedlung gefeiert werden. Mit großer Zähigkeit wächst diese Siedlung Eberstadts im Rahmen eines sozialen Wohnungsbauprogrammes unter der Leitung von Bauführer Ludwig Reiß. Amtmann Däch er t von der Eberstädter Ortsverwaltung erschien selbst bei den Zimmerleuten, Maurern und Dachdeckern der Baufirma Zickler, des Dachdeckergeschäftes Becker und des Zimmergeschäftes Kern, um mit ihnen das Richtfest zu feiern.

Falsche Anschuldigung

kann peinlich werden

Vor der Kleinen Strafkammer beim Landgericht Darmstadt mußte sich dieser Tage der 51jährige Verwaltungsangestellte Karl R. aus Darmstadt verantworten. Er wurde angeklagt, den Kassenleiter i. R. und derzeitigen Bezirksvorsitzenden der Gewerkschaft Druck und Papier, Gottfried 8., bei einer Behörde wider besseres Wissen einer strafbaren Handlung in der Absicht verdächtigt zu haben, behördliche Maßnahmen gegen diesen herbeizuführen.

Vor Gericht bekundeten Zeugen, daß B. überall einen guten Ruf genieße. In einer früheren Verhandlung hatte R. eine Geldstrafe von 500 DM erhalten. In der jetzigen zweiten Instanz beantragte der Staatsanwalt eine Geldstrafe in Höhe eines Monatsgehaltes von R. Das Gericht kam zu einer Verurteilung wegen wissentlich falscher Anschuldigung und hielt diesmal eine Geldstrafe von 70 DM für ausreichend. wst.

Mitwirkende beim Mänunertag

Der Evangelische Männertag für Hessen und Nassau hatte an 15 000 Besucher zusammengeführt. Die Teilnehmer aus unserem Bezirk waren zum größten Teil in Omnibussen oder mit dem gut besetzten Sonderzug nach Frankfurt gefahren. Auch unter den Mitwirkenden ist Darmstadt und seine Umgebung hervorragend vertreten gewesen. In der Morgenfeier des Frankfurter Rundfunks sang der Männerchor des Gesangvereins „Germania“, Darmstadt-Eberstadt, unter Leitung seines Dirigenten Gottfried Geiß. Er dirigierte auch die Chorgemeinschaft Weiterstadt, die bei der Sondertagung für die Arbeiter in der überfüllten Paulskirche mitwirkte. Der Instrumentalkreis der Evangel. Jugendgemeinde Darmstadt unter Heiner Lautenschläger hatte sich für die Kundgebung der jungen Generation zur Verfügung gestellt. DT

Der Volkswagen wird billiger

Das Volkswagenwerk senkt die Preise und erhöht die Löhne

Das Volkswagenwerk GmbH, hat den Inlandspreis des Volks wagens herabgesetzt. Das Standard-Modell kostet ab 15. Oktober nur noch 4400.- statt bisher 4800- DM. Der Preis für das Exportmodell ermäßigt sich mit dem gleichen Tag von 5450.- auf 5150.- DM. Gleichzeitig erhöht die Werksleitung die . Löhne und Tarifgehälter um 10 bis 15 Prozent. Der Zeitlohn für die Arbeiter steigt ab 21. Oktober generell um 10 Pfennig und individuell um 5 Pfennig. Die Akkordlöhne erhalten ab 1. November je nach Tarifgruppe 10 bis 15 Pfennig pro Stunde mehr, während die Tarifgehälter um 10 bis 15 Prozent auf gebessert werden.

Das war auf eine kurze Formel gebracht, der Inhalt einer Erklärung von Generaldirektor Dr.-Ing. Heinz Nordhoff. In einer Zeit steigender Materialkosten und erhöhter Löhne ermäßigt das führende deutsche Werk der Automobilindustrie der Bundesrepublik die Inlandsverkaufspreise für den Personenwagen. Die Leitung der Volkswagenwerke hatte sich für die Bekanntgabe und Erläuterung dieser sicherlich aufsehenerregenden Preisherabsetzung ein besonderes Gremium geschaffen. Sie hatte die Presse und den Rundfunk der Bundesrepublik und von Berlin zu einer Besichtigung nach Wolfsburg eingeladen.

Eine interessante Preissenkung

Die Erscheinung, daß ein nach den Darlegungen der Generaldirektion übermäßig mit Aufträgen versorgtes Werk der Automobilindustrie, trotz erhöhter Löhne und stark angestiegener Rohstoffkosten die Inlandspreise senkt, ist nicht nur privatwirtschaftlich gesehen interessant. Sie geht auch nicht nur die deutsche Automobilindustrie an. Diese mit einer Lohnerhöhung kombinierte Preissenkung berührt die gesamte deutsche Wirtschaft. Sie ist beispielhaft. Sie liefert damit einen Beitrag zu der zur Zeit hochaktuellen Frage der Preisberechnung bei angestiegenen Lohn- und Rohstoff kosten.

Wie kann die Leitung des Volkswagenwerkes unter den skizzierten Verhältnissen eine Preisherabsetzung für den vielbegehrten Personenwagen im Inlandsgeschäft auf sich nehmen? Der Volkswagen wendet sich mit der ihm gestellten Aufgabe, vier Personen mit möglichst geringen Aufwand an Gewicht, Brennstoff und Unterhaltskosten schnell und bequem zu befördern, an eine weite Käuferschicht des Inlands und des Auslandes. In dieser Aufgabe hat die Werksleitung, wie Generaldirektor Dr. Nordhoff betonte, gerade auch das sogenannte Exportmodell einbezogen, das nicht nur an Fahrleistungen und Güte höchste Anforderungen stellt, sondern gleichzeitig Geschmack und Fahrbequemlichkeit betont. Rund 70 Prozent aller Bestellungen betreffen heute die teuerere Luxusausführung. Zur Zeit fällt also der Anschaffungspreis noch nicht so sehr beim Kauf ins Gewicht. Aus der Marktlage wären daher sogar alle Möglichkeiten für anziehende Preise gegeben.

Gefährdung der Automobilherstellung?

Generaldirektor Dr. Nordhoff rückte gerade diese These in den Vordergrund. Er verband sie mit einer anderen ebenso ins Gewicht fallenden Betrachtung. Wichtige Grundstoffpreise haben heftige Preissprünge hinter sich. Kautschuk stieg nach den Darlegungen von Dr. Nordhoff von 1,80 DM pro Kilo im März auf 5,11 DM Anfang Oktober, Aliuminium von 0,84 DM auf 2 DM und Wolle von 12 DM auf 18,50 DM. Zugleich ist die Versorgung mit bestimmten Materialien, insbesonders mit hochwertigen Tiefziehblechen schwierig geworden. Generaldirektor Nordhoff sieht in dieser durch die Demontage modernster Feinblechwalzstraßen herbeigeführten Lage sogar eine akute Gefährdung der Automobilherstellung. Das Werk wird deshalb zunächst knapp die heütige Erzeugung halten können. Auch aus solchen Gründen besteht keine Möglichkeit, etwa durch Preissenkung den Absatz auszudehnen.

Müßte nicht aber auch der Preisermäßigung die angekündigte Lohn- und Gehaltserhöhungen der jüngsten Zeit im Wege stehen? Im Volkswagenwerk hatte sich seit dem 1. Oktober 1948 der Durchschnittstundenlohn bereits um 35 Prozent erhöht. Das Werk hat weiterhin in den ersten 9 Monaten dieses Jahres für freiwillige soziale Leistungen, sowie Lebens- und Altersversicherung der Belegschaft mehr als 4 Millionen aufgewandt. Trotzdem hat sich die Werksleitung entschlossen, die Löhne und Gehälter weiterhin zu erhöhen. Die Arbeiter des heute mit einer Belegschaft von 14 000 Menschen arbeitenden Werkes gehören damit nach den Ausführungen des Generaldirektors zu den bestbezahltesten des Bundesgebietes.

Großer Exportanteil

Trotzdem hat sich die Werksleitung zur Preisherabsetzung entschlossen. Sie hat es getan, obwohl sich auch die Nachfrage des Auslandes nach Volkswagen derart gesteigert hat, daß das Werk heute mehr als ein Drittel seiner Erzeugung, etwa 125 Wagen pro Tag, exportiert. Zwei Voraussetzungen waren in der Hauptsache gegeben. Das Werk hat erfolgreich rationalisiert. Das Verhältnis der produktiven zu den unproduktiven Kräften konnte nach den Darstellungen von Dr. Nordhoff um etwa 20 Prozent verbessert werden. Gleichzeitig wird es möglich werden, die Folgen des Krieges, die 110 000 Quadratmeter von insgesamt 265 000 Quadratmeter bebauter Fläche des Werkes völlig vernichteten und 70 000 Quadratmeter unbenutzbar machten, bis zum Ende des Jahres völlig zu überwinden. Auch die erhöhte Stückzahl hat kostensenkend gewirkt. Alle diese Maßnahmen und Entwicklungen werden im Zusammenhang mit der Betonung des Leistungsprinzips in der Entlohnung dazu beitragen, den Volkswagen in bewährter Qualität noch billiger als bisher zu liefern.

Schutzhundprüfung in Darmstadt

Die Besitzer deutscher Schäferhunde hielten am gestrigen Sonntag auf dem Platz am Haardtring ihre Schutzhundprüfung I ab. Nachdem schon die Fahrtenarbeit der vier Hündinnen und zwei Rüden gute Ergebnisse gezeigt hatte, war Herr Schindel (Groß-Gerau) auch mit den Leistungen in den einzelnen Disziolinen und dem Gesamtergebnis zufXden Die Prüfung umfaßte Nasenarbeit, Unterordnung, Mutprobe, Wesen, Schärfe und Arbeitsfreudigkeit des Schäferhundes. Die Durchschnittsleistung sei gut gewesen, sagte der Prüfer bei einem gemütlichen Beisammensein am Schluß der Veranstaltung. Wenn auch in dieser oder jener Hinsicht Mängel vorhanden seien so solle man nie vergessen, daß das Wichtigste das Wesen des Tieres sei. Der 1. Vorsitzende, Herr Achen, bat um weitere intensive Mitarbeit der•9° Mitglieder innerhalb der Darmstadter Ortsgruppe und dankte den erschienenen Züchtern für ihre Mühe und Arbeit. Sg.

„Wir gehören ins Ordensland“

Feierstunde der Ost- und Westpreußen

Der Leiter des Darmstädter Ortsvereins der Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen, Herr K r o 1 z i k , begrüßte anläßlich einer Feierstunde für die Heimatvertriebenen die Erschienenen in der vollbesetzten Aula der Technischen Hochschule.

Landgerichtsrat Dr. Derbe, der Leiter des Landesverbandes, hieß besonders die Mitglieder des Deutsch-Ordenskonventes Darmstadt willkom.men, als geistige Nachfahren jener alten Ordensritter, die den berühmten Weg - Vengdig-Marienburg/Westpr. gegangen waren und die zusammen mit Bürgern und Bauern den christlich-abendländischen Kulturkreis in das Land jenseits der Weichsel einst brachten.

Im anschließenden Lichtbildervortrag zeigte Herr Dr. Derbe die Schönheit und Weite jener Landschaft, die tutzigen Burgen und historischen Stätten des verlorenen Landes: Das überaus reiche Bildmaterial führte auch in die Marienburg mit ihrem herrlichen Rempter. Hier und in Königsberg wurden zeitweise die Edelleute ganz Europas zu Rittern geschlagen. Man sah die alte Stadt Danzig mit ihren Patrizierhäusern, dem Artushof, dem Zeughaus und dem Krantor. Diese Stadt erfolgreichen Kaufmannsgeistes ist heute fast dem Erdboden gleichgemacht, und nur der steinerne Turm neben dem berühmten Krantor blieb stehen. Aufnahmen vom eleganten Zoppot, das im In- und Ausland bekannteste Ostseebad in seinem ehemaligen Glanz, wechselte mit Bildern, die die Schwermut des Kurischen Haffs und die schmucken Städte im Innern des Landes zeigten.

Der in diesem Jahre in Marburg und Lübeck gegründete Kulturkreis der Ost- und Westpreußen wolle die Erinnerung und den Glauben an die alte Heimat bewahren und wenn sie, die Aelteren, die Heimat vielleicht nicht wiedersähen, so möchten doch die Wellen der Ostsee eines Tages die Kinder wieder begrüßen.

Der Chor der Jugendgruppe beschloß mit dem Lied „Es dunkelt schon in der Heide“ die Feierstunde. Sg

Jugend-Rot-Kreuz-Gruppe

ehrte das Alter

Mit einer gelungenen Veranstaltung bereitete am Sonntag die JRK-Gruppe „Helfende Hände“ anläßlich ihres zweijährigen Bestehens im Nachbarschaftsheim einem Kreis von etwa hundert Menschen — hauptsächlich alten Flüchtlingen über 70 Jahren aus der Buchenland- und Donausiedlung — einen abwechslungsreichen Nachmittag. Das vielseitige Programm hatte die JRK-Gruppe, die besonders in den gesanglichen Darbietungen große Fortschritte gemacht hatte, ausgestaltet. Der Feier wohnten auch der Justitiar des Bezirksverbandes des Roten Kreuzes, Dr. Schenck, der Sachbearbeiter des Bezirksverbandes, Herr Pechold t, und Vertreter der Kreisverbände bei. Nach einer Aufführung wurden die Alten als Ueberraschung mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Dankbaren Herzens dafür, daß sie für ein paar Stunden der Eintönigkeit des täglichen, sorgeneffüllten Lebens entrissen wurden und in der Hoffnung, bald einmal wiederkommen zu können, schieden die alten Mütterchen mit ihren Männern.

Die JRK-Gruppe beschloß, auch im nächsten Jahr die Feier des Gründungstages ihrer Gruppe unter das Motto „Jugend ehrt das Alter“ zu stellen, t-s

Körperkultur und Lebensfreude

Gute Laune durch Gymnastik

Am Luisenplatz 4 hat u. a. auch Hanna Seyferth Raum gefunden, um die Gymnastikstunden, die sie bisher in einem Souterrainraum des elterlichen Hauses in der Fichtestraße gab, in größerem Rahmen fortzusetzen.

Hanna Seyferth unterhält die einzige Gymnastikschule in Darmstadt und leitet Kurse für Kinder und Jugend, jüngere und ältere Damen und selbst eine Herrengruppe. Sie arbeitet nach dem System, das Frau Dr. med. MenSendieck aufgebaut hat. Stärkung aller • Muskelgruppen, Hebung der körperlichen Widerstandskraft, gute Haltung und beherrschte, anmutige Bewegung werden damit erreicht. Darüber hinaus wird das Gefühl für Rhythmus und Musikalität gepflegt. Hanna Seyferth ist glücklich, daß sie jetzt wieder den Flügel aufstellen konnte, um einen Teil der Übungen musikalisch anzuleiten.

Zur Eröffnung am letzten Samstag zeigte Hanna Seyferth ihre Arbeit mit Kindern und jungen Mädchen, die ihre gymnastischen Übungen mit rechter Hingabe ausführten.

Zum Übungsraum gehört übrigens ein kleineres Umkleidezimmer, in das hinter einem Vorhang zwei Duschanlagen eingebaut sind, so daß für die Körperkultur vom Duschen bis zur vollendeten Tanzübung alle Vorbedingungen gegeben sind. Di

Willy Reichert kommt

Der bekannte schwäbische Humorist wird im Thalia-Theater gastieren

Am kommenden Donnerstag, dem 19. Oktober, ab 20.30 Uhr, wird einer der populärsten Humoristen Deutschlands, der schwäbische Meister des Humors, Willy Reichert, mit seinen Künstlern einen heiteren Abend in Darmstadt gestalten. Dieser sympathische Künstler, dessen überaus geistreiche und witzige Glossierungen und Zwiegespräche seinem Partner Oscar Heiler — beide als Herr Häberle und Herr Pfleiderer — in ganz Deutschland bekannt und für alle Rundfunkhörer zu einem Begriff geworden sind, wird auch in Darmstadt viele begeisterte Freunde im Thalia-Theater vor sich sehen.

Neben Oscar Heiler wirken noch Elisabeth Amann, die orientalischen Tänzerinnen Yori Tong und Desuta, die Akkordeonisten Macdy & Gabor und am Flügel Helmuth Struckmann mit. Die Ansage liegt in Willy Reicherts Händen. DT

Vor dem Richter

Ein 62jähriger Metzger aus Offenbach wurde gestern von der Strafkammer 1 beim Landgericht Darmstadt wegen Sittlichkeitsverbrechens zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte sich mehrmals an zwei kleinen Mädchen in schmutziger Weise vergriffen.

Ein 39jähriger Friseur aus Offenbach erhielt von der gleichen Kammer vier Monate Gefängnis. Er hatte — allerdings vergeblich — versucht, sein 15 jähriges Lehrmädchen unsittlich zu belästigen. Das Gericht verurteilte ihn wegen versuchter Unzucht mit einer Abhängigen.

Ein 28jähriger Bäcker aus Darmstadt hatte am 4. Juni einen Jungen angesprochen, der sich an einem Automaten zu schaffen machte. Er notierte sich dessen Namen, ließ sich die Kennkarte zeigen, fordert ihn auf, mit ihm zu kommen und verhielt sich derart, daß der Jugendliche annahm es sei ein Kripobeamter. Der Angeklagte führte ihn jedoch in die Trümmer der Altstadt und nahm dort eine „Leibesvisitation“ vor. Das Gericht erkannte auf ein Jahr Gefängnis, wst.

Ein zweites Darmstädter Forum?

„Nachbarschaft“ als lebendiger Begriff.

Wie aus Verlautbarungen des Nachbarschaftsheimes und mehrerer Träger des Nachbarschaftsgedankens in Darmstadt hervorgeht, wurden, beginnend mit Mittwoch, den 18. Oktober, 20 Uhr, öffentliche Nachbarschaftsabehde geplant. In ihnen sollen die Bürger eines Stadtviertels — man schlägt vor, etwa je 500 Familien zu einer „Nachbarschaft“ zusammenzufassen — über die Dinge ihres unmittelbaren Lebenskreises diskutieren und deren Lösung anstreben. Dadurch soll eine Aktivierung des sozialen und politischen Lebens — vom einzelnen Staatsbürger ausgehend — herbeigeführt werden.

Als Themen des ersten Nachbarschaftsabends wurden gewählt: „Der Prinz-Emils-Garten als Erholungsstätte der Nachbarschaft“. „Freimachen von Schulräumen der Knabenschule Bessungen“. „Beleuchtung in der Heidelberger Straße“.

Mit dieser Themenstellung hat die neue Nachbarschaft für ihren Bessunger Bezirk — sie will sich auf Bessungen vorläufig konzentrieren — eine Aufgabe übernommen, die sich bisher schon das Forum Darmstadt gestellt hatte.

kurze Meldungen aus der Stadt

Die Bremsten versagten gestern mittag auf dem Bahnhofsplatz bei einem amerikanischen Personenwagen, der auf einen vor ihm fahrenden deutschen Personenwagen auffuhr. Es entstand Sachschaden. —st—

Ein Personenwagen streifte gestern nachmittag auf der Darmstädter Straße beim Ueberholen einen vor ihm fahrenden Lieferwagen, ah dem Sachschaden entstand. -st-

Infolge der Straßenglätte durch Regen kam gestern nachmittag auf der Rheinstraße ein Motorradfahren zu Fall, der in den Straßenbahnschienen ausrutschte. Der Kradfahrer wurde verletzt, an dem Motorrad entstand leichter Sachschaden.

Angefahren und umgeworfen wurde ein Radfahrer gestern nachmittag in Eberstadt von einem Personenwagen, der aus der Marktstraße in die Oberstraße einbog. Der Radfahrer wurde leicht verletzt. Es entstand geringer Sachschaden.

In dem dichten Nebel rammte gestern morgen auf der Autobahn bei Gernsheim ein Lastzug aus dem Rheinland einen dort parkenden Lastzug, trotzdem dessen Fahrer hinter seinem letzten Anhänger eine Sturmlaterne auf die Straße gestellt hatte. Der Anhänger wurde durch den Anprall die 1.5 Meter hohe Böschung hinabgestoßen. Es entstand lediglich Sachschaden.

Ein Verkehrspolizist steht seit vergangenen Donnerstag in den Hauptverkehrsstunden versuchsweise am Luisenplatz, um den Verkehr auf der Kreuzung Wilhelminen- und Rheinstraße zu regeln. Damit hat eine Anregung, die in einem unserer Leserbriefe ihren Niederschlag fand, ihre Verwirklichung gefunden.

Durch die Ritzen des Bauzaunes um den Marktbrunnen konnten wir beobachten, daß die Instandsetzungsarbeiten rüstig vorwärtsgehen. Der Obelisk wurde vor wenigen Tagen, nach Erneuerung der Wasserleitung in der Brunnensäule, wieder aufgesetzt und das Gerüst um ihn abgebaut. Augenblicklich wird das Brunnenbecken mit einer Spezialbetonschicht ausgestrichen und verfugt.

Mit einem Jugendabend erfreuten am Sonntagabend im Gemeindehaus, Liebfrauenstraße. die Jugendgruppen der Martinsgemeinde die ‘Elternschaft. Nach kurzen einleitenden Worten von Pfarrer Widmann über den Sinn und Zweck der Jugendarbeit folgte ein ausgesuchtes Programm, das eine dankbare Zuhörerschaft fand. Mit anerkennenden Worten über die geleistete Arbeit dankte Pfarrer Köhler den Mitwirkenden und schloß den gutgelungenen Abend. Die Eltern gingen in dem Bewußtsein nach Hause, die Jugend in guter Obhut zu wissen. Ad.

Der Obst- und Gartenbauverein Darm¬ stadt-Eberstadt veranstaltet am 21. Oktober, um 20 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses einen Lichtbildervortrag über das Thema „Die heimische Vogelwelt und ihr Schutz“.

Die Städtische Wirtschaftsoberschule und Handelsschule Darmstadt gab dieser Tage ihr Programm der winterlichen Abendkurse für Stenografie, Maschinenschreiben und Bürokunde heraus. Die Unterrichtsstunden beginnen abends um 18.30. 19.15 bzw. 20 Uhr. Die Teilnehmergebühr für einen Kursus beträgt 65 DM.

Otto Boettcher, Operettenspielleiter am Landestheater Darmstadt, hat ein Bühnenstudio eröffnet; Es gibt Unterricht in Solo- und Ensemblegestaltung bis zur Bühnenreife.

Die Turn- und Sportgemeinde Eber¬ stadt unternahm am Sonntag eine Wanderung mit Besichtigung des Darmstädter Wasserwerkes im Eschollbrücker Wald.

In der Stadthalle wird heute abend, um 20 Uhr, Oberbürgermeister Metzger über seine Amenika-Reise berichten.

Architekt Krüger erbaute und richtete die drei neuen Ladengeschäfte im Hause Pankratiusstraße 2 ein, von denen wir am vergangenen Samstag berichteten.

Die Firma Bundschu eröffnete dieser Tage in der Rheinstraße 23 ein Geschäft für Uhren, Schmuck und Geschenkartikel.

Eine neue Praxis eröffnete Herr Dentist O. Franke gestern in seinem teilweise in Selbsthilfe errichteten neuen Heim. -th-

Anläßlich des Bekenntnistages der ka¬ tholischen Jugend am 29. Oktober, findet am Mittwoch, dem 25. Oktober, um 20 Uhr, in der St.-Fidelis-Kirche Darmstadt, Feldbergstraße, ein Vortrag von Herrn Prof. Schüler, Dozent am Pädagogischen Institut Jugenheim, statt. t—s

WIE-WIRD-DAS WETTER

Neblig, trübe

Vorhersage: Am Dienstag vorwiegend neblig, trübe, nur gelegentlich Auflockerung der Bewölkung. Zeitweise leichter Regen. Höchsttemperatur 15 Grad, schwach windig.

Weitere Aussichten: Fortdauer der herbstlichen Witterung.



Wohin gehen wir heǔte !

Landestheater: Orangerie: 19.30 Uhr, „Die Csardasfürstin“, Operette von Emmerich Kaiman; Ende gegen 22.15 Uhr. Lichtspieltheater: Union: „Maskerade“; Thalia: „Traumulus“; Belida: „Der dritte Mann“; Palast: „Es geht um 50 000 Dollar“; Hansa: „Der Pfarrer von Kirchfeld“.

Hygiene-Lichthof, Neckarstraße 3: 10—18 Uhr, Ausstellung: „Gesundes Leben“. Amerikahaus: 19.30 Uhr, Vortrag: „Berufswahl und Arbeitsmöglichkeit — Hier und in Amerika“ (v. Elisabeth Ullstein, USA). Landesmuseum: 10-t-16 Uhr, „Gedächtnisausstellung — Elisabeth Freund-Fischer und Anton Hartmann“.

Techn. Hochschule: Raum 167, 19.30 Uhr, „Die Bestimmung des Menschen in der Welt“ v. Dr. Adolf Zeddies, Dipl. -Psychologe.

Wir gratǔlieren

Silberne Hochzeit: Herr Ernst Keßler und Frau Klara geb. Lautenschläger, Darmstadt, Schloßgartenplatz 8.

STARKENBURG

Feinschmecker

kam durchs Oberfenster

In das Lebensmittelgeschäft Kaufmann, Ober-Mossau, stieg ein unbekannter Dieb durch das Oberlichtfenster ein, stahl aus der Ladenkasse 15 DM Wechselgeld, einige Stück Butter, Schokolade, Tabak und Bohnenkaffee. Einen Kleiderschrank im anschließenden Zimmer hatte er ebenfalls durchsucht, jedoch einen herausgenommenen Anzug liegen lassen. ch

Verkehrsunfälle

in Bensheim

Am Samstagabend rutschte ein Motorradfahrer in der Wormser Straße aus und fuhr gegen eine Radfahrerin. Der Motorradfahrer wurde mit schweren Verletzungen ihs Bensheimer Hospital eingeliefert. während die Radfahrerin mit leichten Verletzungen davonkam.

Als ein zweispänniges Kuhfuhrwerk in Bensheim aus einer Hofreite auf eine Hauptverkehrsstraße herausfuhr, streifte ein vorbeifahrender Pkw. die eine Kuh und riß ihr ein Horn ab. Es entstand geringer Sachschaden. (Hört, hört.) HB

Kein Getreide verbrannt

Zum Großbrand in der Malzfabrik Gernsheim erfahren wir noch nachträglich von Direktor Roechling, daß 25 bis 33 Proz. der gesamten Fabrikanlagen vernichtet wurden. Entgegen der Meinung, daß Getreide verbrannt sei, steht nunmehr fest, daß lediglich dieses Getreide durch Wassereinwirkung stark beschädigt wurde. Dafür verbrannten Malzbestände, die mengenmäßig noch nicht angegeben werden können. Man glaubt das Werk wieder in Betrieb nehmen zu können, jedoch wird bis dahin noch einige Zeit mit Aufräumungsarbeiten vergehen. Die Brandursache ist noch nicht genau bekanntgeworden. Das Gernsheimer Malzwerk gilt mit seinen rheinhessischen Schwesterbetrieben als das größte in Hessen. kr-

Vom Bulldogg überfahren

In der Brunnenstraße in Erbach stieß der Motorradfahrer Hans Walther aus Haisterbach mit einem vorüberfahrenden Bulldog mit Anhänger zusammen. Er stürzte so unglücklich, daß ihm das Hinterrad der Zugmaschine über den Leib ging. Schwer verletzt kam er in das Kreiskrankenhaus Erbach. -ch.

Sittlichkeitsdelikt im Wartesaal

Nachdem vor längerer Zeit bereits ein ähnlicher Fall am Bahnhof Fürth protokolliert werden mußte, trieb nun, wie die Kreis-Gendarmerie aus ermittlungstechnischen Gründen erst jetzt bekanntgibt, am 5. Oktober ein 25 bis 30 Jahre alter Bursche auch im Wartesaal des Bahnhofs Birkenau sein Unwesen. Er hat dort in der Zeit von 13.30 bis 13.45 Uhr an zwei achtjährigen Mädchen unsittliche Handlungen vorgenommen und verließ nach der Tat zusammen mit einem anderen Unbekannten das Gelände. Er soll etwa 170 cm groß sein, spricht angeblich hochdeutsch, trug einen braunen Anzug, an einer Hand einen Ring mit großem rotem Stein und führte eine hellgelbe Aktentasche mit sich, (-r)

Das Fuhrwerk war schuld

Auf der Bundesstraße 45 zwischen Michelstadt und Zell stürzte ein Motorradfahrer aus Frankfurt einen 3,5 Meter tiefen Abhang hinab, als er vor einem Pferdefuhrwerk, das plötzlich aus einem Feldweg auf die Hauptstraße einbog, zu weit nach links ausgewichen war. -ch.

Kurve geschnitten

Auf der Nibelungenstraße, in einer unübersichtlichen Kurve unterhalb der Wirtschaft „Zur Spreng“, stießen zwei entgegenkommende Lkws zusammen, weil der Fahrer des aus Spachbrücken stammenden Wagens die Kurve geschnitten hatte. An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden in Höhe von etwa 2000 DM. -ch.

Finanzkräftige AOK Dieburg

Auch Groß-Umstadt soll ein Darlehen für das Stadtkrankenhaus erhalten

Die Fertigstellung des Stadtkrankenhauses Groß-Umstadt macht der Stadtverwaltung einige Sorgen. Es ist ihr bis jetzt noch nicht gelungen, die zum Bau erforderlichen Mittel restlos aufzubringen.

Nachdem die Stadt seit Baubeginn verschiedene Male tief in ihre eigene Kasse gegriffen hatte und auch ihre Bürger samt denen der umliegenden Gemeinden ihren guten Willen, zu helfen, bewiesen, mußten weitere Geldquellen in Form von Darlehen erschlossen werden.

Im Zuge dieser Geldbeschaffungsmaßnahmen wurde auch die Allgemeine Ortskrankenkasse Dieburg um eine finanzielle Beihilfe angegangen, die dazu grundsätzlich bereit ist. Sie will einen Betrag von 55 000 DM zur Verfügung stellen, macht aber neben der allgemein üblichen Tilgung und Amortisation zur Bedingung, daß für die Dauer von 10 Jahren — nach dieser Zeit soll das Darlehen zurückgezahlt sein — 60 Prozent der belegbaren Betten für die AOK freigehalten bzw. von ihr belegt werden.

Der Finanzausschuß der Groß-Umstädter Gemeindevertretung hatte in seiner letzten Sitzung zu diesem Problem Stellung zu nehmen. Nach eingehender Beratung des gesamten Fragenkomplexes kam er zu dem Entschluß, den Gemeindevertretern vorzuschlagen, ein Darlehen von der Allgemeinen Ortskrankenkasse nur dann anzunehmen, wenn die AOK sich damit einverstanden erklärt, daß fünfzig Prozent der Betten für Krankenkassenmitglieder zur Verfügung stehen. Auf diese Weise würden weitere 50 Prozent der Betten für Privatpatienten bzw. Privatversicherte frei sein, die in der Regel höhere Pflegekosten bezahlen. als sie von den Pflichtkrankenkassen im günstigsten Falle gezahlt werden können. Der Finanzausschuß war der Meinung, daß diese Regelung zur Herstellung der Rentabilität des Stadtkrankenhauses unbedingt erforderlich ist.

Die Gemeindevertreter Groß-Umstadts haben in ihrer heutigen Sitzung zu dieser Frage das letzte Wort. Neben dem Darlehen für die Krankenhauserweiterung werden feie u. a. noch über Kanalisation, die Erhaltung von Mittelwald und Waldsportplatz. die Erhebung der Gewerbesteuer und über die Straßenbreite des Seegrabenweges zu beraten haben. Auch die Verwendung des Gartens am Pfälzer Schloß steht wieder auf der Tagesordnung. eha

Glockenweihe in Kleestadt

In mühsamer Arbeit wurden im Laufe der letzten Woche die beiden neuen Glocken nach Reparatur der Lager im Glockenstuhl aufgehängt. Pfarrer Wick (Langstadt) weihte sie am vergangenen Sonntag nach einem feierlichen Gottesdienst. Die größte der beiden wurde den Opfern des zweiten Weltkrieges gewidmet. -th-

90 arbeitsreiche Jahre

In Nieder-Modau feiert heute Herr Georg Philipp Kraft seinen 90. Geburtstag. Als 6. Kind unter 8 Geschwistern, die alle das 80. Lebensjahr überschritten, wurde er in Ernsthofen geboren. In jungen Jahren arbeitete Vater Kraft bei Merck, wohin er jeden Tag zu Fuß ging. Zusammen mit seiner Frau gründete er später in Nieder-Modau ein Milchgeschäft, von dem aus er seine Kunden bis nach Darmstadt tagtäglich besuchte.

Heute noch geistig und körperlich rüstig, betätigte sich der Jubilar bis nach dem Kriege immer noch auf dem Felde und verrichtete alle vorkommenden Arbeiten. Vom Apfelwein und der Zeitung trennt er sich trotz seines hohen Alters keineswegs, denn die Politik ist nun einmal sein Steckenpferd. Auch spielt er gerne einen zünftigen Skat, und — was bei seiner. „Personalbeschreibung“ noch interessant sein dürfte — er ist wahrscheinlich der älteste Imker des vorderen Odenwald es. 1945 feierte er bereits die diamantene Hochzeit. An seinem Ehrentag wird er 3 Kinder, 7 Enkelkinder und ein Urenkelchen zur Gratulation begrüßen können.

Uebrigens hofft Vater Kraft das 100. Lebensjahr noch genau so frisch und ungebrochen erleben zu können. Wozu wir ihm alles Gute wünschen!



Kreisschulräte in Erbach

Die neue Jugendherberge als Tagungsort

Am Montag fand in Erbach eine Arbeitstagung sämtlicher Kreisschulräte des Regierungsbezirks Darmstadt unter Vorsitz von Ministerialdirektor Friedrich als Leiter der Abteilung für Schulwesen beim Regierungspräsidenten statt.

Als Gäste nahmen Mr. McCoy von der Abteilung Erziehungswesen des Amerikanischen Landeskommissars für Hessen, Regierungsdirektor Dr. Tank, Wiesbaden, Regierungsoberschulrat Henrich und Regierungsschulräte Plewe und Göbel von Darmstadt teil.

Bürgermeister Volk (Erbach) und Regierungsrat Zörgiebel begrüßten die Tagungsteilnehmer. Der Vertreter des Landrates gab den Schulräten einen Einblick in die schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse des Kreises Erbach als altem Notstandsgebiet. Die Notlage in Industrie und Landwirtschaft zwinge zur Umstellung auf neue Erwerbszweige, die in erster Linie im Fremdenverkehr zu suchen sind.

Deshalb komme der Werbung für den Odenwald als Reise- und Ferienland besondere Bedeutung zu, wofür er die Unterstützung der Schulen in heimatkundlichem Unterricht erbat. Die Kreisver-

waltung Erbach fordere mit Nachdruck das Volks- und Berufsschulwesen aus der Erkenntnis heraus, daß gründliche Menschenbildung gerade für ein Notstandsgebiet von besonderer Wichtigkeit ist, wenn das Wirtschaftsleben eine Zukunft haben soll.

Die Tagung selbst brachte angeregte Aussprachen über praktische Fragen der Schularbeit. Musikberater Stürmer hielt u. a. einen Vortrag über Chorleiter-Ausbildung in Kreisen der Lehrer. Nach gemeinsamem Mittagstisch aus der vorzüglichen Küche der Jugendherberge fanden am Nachmittag Besichtigungen der staatlichen Fachschule für Elfenbeinschnitzerei, der Gräflichen Sammlungen im Erbacher Schloß sowie des Tiefdruckbetriebes der „HABRA-Werke“ statt. Allgemeinen Beifall fand bei sämtlichen Teilnehmern die neue Erbacher Jugendherberge, die sich damit erneut als ebenso behagliche wie zweckmäßige Tagungsstätte bewährte. -ch.

Was aǔch interessiert:

Endgültig scheiterten die Fusionsver¬ handlungen der drei Waldmichelbacher Gesangvereine „Sängerbund“, „Union“ und dem Gesangverein der Sport- und Kulturgemeinde, die auf die Initiative von Dr. Mainzer eingeleitet worden waren, da die einzelnen Sänger ihr vereinsinternes Eigenleben nicht aufgeben wollen. -r

Die Sudetendeutsche Landsmannschaft, Ortsgruppe Höchst, die erst vor acht Tagen gegründet wurde, hielt im Saale „Zur Burg Breuberg“ am Sonntag ihre traditionelle Kaiserkirchweih bei Musik und Gesangsvorträgen ab. Le

Für 25jährige treue Dienstleistung wur¬ den Brandmeister Gustav Schlottog und Löschmeister Hermann B a b i s t am vergangenen Sonntag bei einer Veranstaltung der Freiwilligen Feuerwehr von Groß-Gerau ausgezeichnet. cg

Ein nicht alltägliches Bild bietet sich dem aufmerksamen Beobachter in der Langgasse von Habitzheim. Vor ein altes, bewohntes Bauernhaus wurde in 1 bis 2 Meter Entfernung eine neue Hausfassade hochgemauert, die Dachsparren verlängert und das Dach mit Ziegeln abgedeckt. Von fern gesehen ist hier ein neues Wohnhaus mit schöner großer Toreinfahrtentstanden. Sieht man aber durch die noch unverglasten Fensteröffnungen, so erblickt man das völlig eingemauerte alte Bauernhaus. Jg.

Ueber die Gegenfahrbahn der Auto¬ bahn wollte in der Nähe von Walldorf ein aus Oberhessen herkommender Lastzug gestern mittag in einen Nebenweg einfahren. Als der Fahrer des Lastzuges im Begriffe war, über den betonierten Mittelstreifen trotz der Verbotsschilder nach links einzubiegen, wurde er von einem nachfolgenden belgischen Pkw. gerammt. Es entstand erheblicher Sachschaden.

Kulturfilmprogramm

für den Stadt- und Landkreis Darmstadt

Dieses Programm wird in erster Lime vor Schulen, Jugendgruppen und anderen interessierten Organisationen kostenlos und gebührenfrei vorgeführt. Zur Vorführung gelangen belehrende und aufklärende Filme, jedoch keine Spielfilme.

Dienstag, 17.: Darmstadt, Walderholungsheim Bessunger Forsthaus, 10 Uhr. Miltenberg, Segelfliegergruppe Darmstadt, 19 Uhr. Arheilgen, Ortsjugendausschuß, Ave-Maria-Schule, 20 Uhr. Ober-Ramstadt, Ortsjugendausschuß, G. Y. A.-Heim, 20.30 Uhr.

Mittwoch, 18.: Nieder-Beerbach, Haus Burgwald, 10 Uhr. Jugenheim: Altersheim Kühler Grund, 14 Uhr. Darmstadt, Firma E. Merck, Gewerkschaft Chemie, 17 Uhr. Darmstadt, Volkshochschule, Aula der T. H., 19.30 Uhr. Darmstadt, Paulus-Gemeinde, Gemeindesaal, 20.15 Uhr. Donnerstag, 19.: Ober-Modau: Filmabend, 20 Uhr. Darmstadt: Deutsche Angestellten-Gewerkschaft, Nachbarschaftsheim. 20 Uhr.

Freitag, 20.: Nieder-Beerbach, Kinderheim Waldmühle, 10 Uhr. Ober-Ramstadt, G. Y. A. - Kindergruppe, G. Y. A. - Heim, 15 Uhr. Eschollbrücken, Elternabend, 20.30 Uhr.

Wohnungsausschuß ohne Gewerkschaft

Gemeinderatssitzung in Ober-Ramstadt

Zu Beginn wurde der neue Gemeindevertreter Karl Axt (KPD), der an die Stelle der ausgeschiedenen Vertreterin Frau Bergner trat, in sein Amt eingeführt.

Im Jahre 1938 erwarb die Gemeinde aus jüdischem Besitz 2 Aecker und eine Wiese und schloß hierüber reguläre Kaufverträge ab. Die Treuhandstelle für jüdischen Besitz trat nun an die Gemeinde heran, die seiner Zeit erworbenen Grundstücke nochmals in DM zu zahlen, wobei der in RM gezahlte Betrag nur 1:10 angerechnet werden soll. Diesem Vorschlag stimmte man zu. — Die in diesem Jahr durchzuführende Rattenbekämpfungsaktion will die Gemeinde auf Vorschlag der Finanzkommission direkt einer Firma übertragen, die die Arbeiten auf eigenes Risiko ausführt.

Nach 2V2 Jahren stellte jetzt erst die Heag bei einer Kontrolle fest, daß sich ihre Ableserin seit Januar 1948 beim Ablesen des Zählers für die Straßenbeleuchtung jeden Monat um eine Kommastelle irrte. Später fiel es dann dem Kassenverwalter auf, daß die Stromrechnungen für die Straßenbeleuchtung wesentlich geringer waren als zuvor. Der Bürgermeister verwahrte sich zunächst gegen die volle Nachzahlung, worauf die Heag für die Zeit vom X-Tage an einen Betrag von 2795 DM verlangte. Da der Strom tatsächlich verbraucht wurde und der Anspruch auf Zahlung besteht, genehmigten die Gemeindevertreter nach längerer Aussprache einstimmig die überplanmäßige Ausgabe.

Der neu gebildete Wohnungsausschuß setzt sich wie folgt zusammen: Peter Krämer, Hans Preißler, Marie Schönbein, Karl Axt, Gg. Mink, Hch. Heisel und Er. Alex. v. Majewski. In dieser Zusammensetzung sind Interessenvertreter der Grundstücksbesitzer, Mieter, des Bauwesens, der Frauen, der Allgemeinheit, der polit. Verfolgten und der Neubürger vorhanden. Gewerkschaft und die Snätheimkehrer hatten niemanden nominiert.

Bürgermeister Frankenberger gab außerdem bekannt, daß in der Gemeinde zur Zeit 301 Wohnungssuchende sind. Diese Zahl untergliedert sich wieder in 122 vordringliche Fälle, bei denen noch 75 Fälle mit 2 und mehr Personen in nur einem Raum sind. Einem Baugesuch konnte nicht entsprochen werden, weil die Baulandumlegung hinter der Alicenstraße zunächst noch vom Kreisausschuß behandelt werden muß. -D-

Familienabend in Gernsheim

Am Samstag veranstaltete die evangelische Gemeinde Gernsheim einen Familienabend, dessen Erlös für die Anschaffung einer neuen Orgel verwendet werden soll. Pfarrer Klöß begrüßte die versammelten Gäste und Mitglieder der Kirchengemeinde. Ein ansprechendes Programm brachte mehrere unterhaltsame Musikstücke, Chorgesänge, das von der Kelsterbacher Laienspielschar aufgeführte Zeitstück „Kolonne Tobias“ und als besonders ansprechenden Vortrag eine von dem Schauspieler Kurt Westermann, Landestheater Darmstadt, meisterhaft gesprochene Rezitation des Schiller-Werkes „Lied von der Glocke“. In der Pause konnte sich die Tombola regen Zuspruches erfreuen, kr-

Junges Blut mit Anmut und Können

Tanzabend des Ballettstudios Leonor in der Heppenheimer Stadthalle

Der vom Ballettstudio Leonor In der bis auf den letzten Platz gefüllten Heppenheimer Stadthalle veranstaltete Tanzabend übertraf alle Erwartungen. Es ist schwer zu sagen, ob man die exakte Arbeit Frau Leonors, mit der sie ihre Laienschülerinnen der Kunst zuführt oder die jugendlichen Tänzerinnen, von denen die jüngsten zirka fünf Jahre alt sind, am meisten bewundern soll.

Obwohl die Kleinsten erst seit 6 Monaten üben, tanzten sie so anmutig, daß sie sich die Herzen der Gäste im Sturm eroberten. Gleich bei dem ersten Tanz, einer Sonate von Mozart, trat u. a. die prächtige Wirkung der einheitlichen Kostüme in Erscheinung. Dem entzückenden ländlichen Reigen von Lortzing folgte ein russischer Mädchentanz, der nach immer wieder einsetzendem Beifall wiederholt werden mußte.

Echt kindlich und schelmisch wirkten die „Schulmädchengeschichten“, die, wie auch „Harlekin und Puppe“ eine Komposition Walter Schultzes, des Vaters der „bezaubernden Leonor“ (wie Stimmen aus dem Publikum urteilten) sind. Außer im Tanz liegt besonders bei den kleinen Schulmädchen die Stärke in der Mimik. Als unvergleichlich kann man die „Tarantella“ von Moszkowski, die „Technische Studie“, die „Studie des Ausdrucks“ und den „Ballettwalzer“ von Fr. Chopin bezeichnen. Phantastisch wirkten Tanz, Kostüme und Beleuchtung harmonisch zusammen als gereifte Kunst.

Mit der Mazurka von Pogorelow „Das Fest“ verabschiedeten sich die kleinen Tänzerinnen. Verschiedene von ihnen sind „für das Ballett geboren“. Für sie ist die jetzige Arbeit bereits die Einführung in einen Beruf, der den ganzen Menschen erfordert. Trotz des überreichen Beifalls machte Sieglinde Leonor ihren Schülerinnen mit pädagogischem Geschick klar, daß sie keine „Bühnenäffchen“ sind, sondern daß sie nur durch unermüdliche Arbeit ihr Ziel erreichen und nach vielen Jahren In ein wirklich leistungsfähiges Ballett eingereiht werden können.

Frau Monika Schonder-Lochn e r begleitete meisterhaft auf dem Flügel und gab der Veranstaltung durch sorgfältig ausgewählte Klaviersonaten ein festliches Gepräge. erh.



Katastrophale Berufsschul-Zustände

Ueberbelegte Klassen / Erhebliche Mißstände bei den sanitären Anlagen „Schlechte und kulturlose Räume“

In der zweiten Sitzung des Groß-Gerauer Frauenarbeitsringes schilderte Gewerbelehrerin Nafe die untragbaren Zustände in der weiblichen Berufsschule.

In einem Raum, der höchstens für 18 Schülerinnen ausreicht, müssen derzeit 30 unterrichtet werden. Die Räume seien außerdem sehr dunkel, und die Wände dermaßen lautdurchläßig, daß hierdurch ständig der Unterricht gestört würde. Die Klosettanlage, die man den Schülerinnen zumute, sei unerhört. Sie hätte noch nie, so sagte Gewerbeoberlehrerin Nafe, in derartig schlechten und kulturlosen Räumen unterrichtet.

Bürgermeister Dr. Lüdecke Stellte hierzu fest, daß die Landwirtschaftsschule in der Steinstraße', in der die weibliche Berufsschule untergebracht ist, Eigentum der Stadt sei. Er erkenne diese Beanstandungen an, wisse jedoch keinen Rat, wo man die weibliche Berufsschule anderweitig unterbringen könne. Herr Müller von der Berufsschule betonte, daß diese Notlage hauptsächlich entstanden sei. weil man die Berufsschule aus der Schillerschule verdrängt habe; weiterhin schilderte er die großen Schwierigkeiten, mit denen die Berufsschule infolge ihrer mangelhaften Unterbringung zu kämpfen hat. Man machte den Vorschlag, mit den gegenwärtig erreichbaren Geldern zumindest an den ersten Bauabschnitt für eine neue Berufsschule heranzugehen.

Zu Beginn der Sitzung hatte Schwester Lotte Bär von ihrem Aufenthalt im Haus Schwalbach und der netten Art des Umganges, der dort gepflogen wird, um damit Anregungen zur Erwachsenenbildung zu geben, berichtet. Bei der Vorstandswahl wurde Schwester Bär mit 15 der 29 abgegebenen Stimmen zur ersten Vorsitzenden gewählt. Von 30 abgegebenen Stimmen entfielen 18 auf Frau Lämmermann als 2. Vorsitzende. Lilo Wernersbach wurde Schriftführerin.

In der vorausgegangenen Sitzung hatte man vorgeschlagen, eine Haushaltshilfe anzustellen, die dann einspringen könne, wenn eine Mutter durch Krankheit außer Stand gesetzt würde, ihre Familie zu versorgen. Man hatte nun die einzelnen Wohlfahrts verbände gebeten, sich auf eine monatliche geldliche Zuwendung zur Bezahlung dieser Haushaltshilfe festzulegen. Diese lehnten aber durchweg mit dem Hinwe's auf ihre geringen Mittel ab; außerdem sei eine ähnliche Einrichtung bei einigen Verbänden bereits vorhanden. Die Damen Jung, Kehl, Vollhardt und Horn wurden deshalb in einen Ausschuß gewählt, der Frauen suchen soll, die eventuell bereit sind, unentgeltlich in den oben erwähnten Notfällen einzuspringen. Bei der Polizei sollen derartige Fälle jeweils gemeldet werden.

Abschließend entschloß man sich noch, an den Gemeinderat die Bitte zu richten, Vertreterinnen des Frauenarbeitsringes hinzuzuziehen, wenn man sich in Sitzungen mit Fragen beschäftigt, die mit dem Leben der Frauen in Verbindung stehen. Die nächste Sitzung soll am 21. November stattfinden. (cg)

„Sängerlust“ Dieburg gibt in der „Ludwisgshalle“ einen Liederabend

Der Gesangverein „Sängerlust" Dieburg veranstaltet am 5. November in der „Ludwigshalle“ ein Konzert unter der Stabführung seines Chormeisters, Walter Holzapfel, Mainz-Kostheim. Chormeister Holzapfel hat im Jahre 1949 den Verein übernommen und mit dem Chor bereits gute Erfolge errungen. Sowohl bei dem Kreiswertungssingen 1949 als auch 1950 wurde mit den jeweils vorgetragenen Chören die Note „Hervorragend“ erreicht. So steht zu erwarten, daß bei dem kommenden Konzert nur gute Leistungen geboten werden. Neben den ewig gültigen Werken alter Meister werden auch zahlreiche Werke lebender Komponiten zu Gehör gebracht. Daneben wird die Dieburger Stadtkapelle die Veranstaltung mit gutgewählten Orchestervorträgen umrahmen. (rfd)

Starkes Anwachsen der Bevölkerung

Den Ergebnissen der Volkszählung entsprechend ist die Bevölkerungszahbdes Kreises Groß-Gerau von 113 206 im Jahre 1946 nun auf 122 942 angestiegen. Hiervon sind 59 856 männlichen und 63 086 weiblichen Geschlechts.

Die Kreisstadt selbst zählt gegenwärtig 9 204 Einwohner und hat somit 906 Bewohner mehr als im Vorjahr. Der größte Ort des Kreisgebietes ist Rüsselsheim mit 19 773 Einwohnern. (cg)

Vom „Alten Weg“ zur Erbacher Hauptstraße

Vorarbeiten zur neuen Ortsdurchfahrt beginnen schon im Oktober

Am vergangenen Mittwoch hatte Re-MHraUrKS^aUrao Fab 1 a n mit seinem uer sa 11 i S vom Hessischen btraßenbauamt Bensheim eine Baustellenbegehung mit den an der Arbeitsvergebung interessierten Bauunternehmern durchgefuhrt, wobei an Ort und Stelle die einzelnen Positionen der Vorarbeiten, die noch im Laufe des Oktobers in Angriff genommen werden sollen, erläutert wurden.

Bei einer Gesamtlänge von 800 Metern wird der Alte Weg auf eine Breite von 10 Metern gebracht, wovon 7 Meter auf den mit Kleinpflaster zu deckenden Fahrdamm und je 1,50 Meter auf die beiderseitigen Bürgersteige entfallen. Von der Straßenecke Neckar- und Jahnstraße ab wird die künftige Hauptstraße in ziemlich gerader Linie bis zum Landratsamt geführt. Ein auf der Sportparkseite freiwerdender Straßenstreifen soll auf der ganzen Länge des Seedamms als Parkplatz verwendet werden.

Die Einfahrt der Martin-Luther-Straße am Neubau Kohlmann wird breit und übersichtlich. Schon von der Allee her kann man die ganze Straße überblicken. Im Anschluß an die Elfenbeinschnitzerei Mayer & Sohn wird der Rain einbezogen und durch eine Stützmauer ersetzt. Fast sämtliche Vorgärten müssen im weiteren Verlauf der Straße beseitigt werden, so daß die meisten Häuser unmittelbar an die Straße zu stehen kommen. Außerdem werden mehrere Garagen, Scheunen und

zur Ve wurden beim Hessischen Straßenbauamt Bensheim die Angebote np ’n * ^er Abbruch-, Erd- und Maurerarbeiten zur Vorbereitung der der R.s, Abfahrt Erbachs im Zuge der Bundesstraße 45 geöffnet. Dies war ak S Ausbaus der Martin-Luther-Straße, die zur Zeit noch treffender Kreissteg beim Volksmund bekannt ist, zur neuen, breiten Hauptstraße der

ein Wohnhaus abgebrochen, da sie in den Fluchtlinien liegen. Während ein Teil der Baulichkeiten auf Kosten der Besitzer abgerissen werden, finanziert der Staat alle übrigen Arbeiten, soweit in diesem Rechnungsjahr noch Gelder verfügbar sind. Der eigentliche Straßenbau wird erst im nächsten Frühjahr begonnen.

In der Zwischenzeit muß die Stadt Erbach auf ihre Kosten den Einbau der Kanalisation vornehmen. Für dieses, als Notstandsarbeit durchzuführende Projekt, sind mindestens 30 000 bis 40 000 DM erforderlich. Ursprünglich war auch die gleichzeitige Erneuerung der Wasserleitung auf der ganzen Straßenlänge vorgesehen.

So wird also schon in wenigen Tagen, solange noch frostfreies Wetter herrscht, der Alte Weg in Erbach sein bisher gewohntes und bei allen Verkehrsteilnehmern „berüchtigtes“ Bild wandeln. Im nächsten Jahr wird er dann die neue Hauptstraße der Kreisstadt bilden, -ch

Bunter Abend der Kleingärtner

Der Kleingärtnerverein e. V. Auerbach veranstaltete am Samstagabend im Saale Daum in Bensheim-Auerbach einen Bunten Abend mit anschließendem Tanz, Eine auswärtige Künstlergruppe bestritt ein vielseitiges Programm, das reichen Beifall fand. Die Ansage hatte der Conferencier Gutk äs e übernommen. Ferner traten das Humoristenehepaar Merker, der Musikclown Peri, die drei Mew a s und die bekannte Sopranistin Elly Geyer auf, die durch einige Gesangseinlagen das Programm auf das angenehmste auflockerte. (HB)

„Der Mann mit dem Zylinder“

Wormser Theatererfolg in Dieburg

Nach der Freilicht-Aufführung der „Donna Diana“ im Fechenbach-Park setzte das Stadttheater Worms seine Spielzeitbesuche 1950/51 in Dieburg mit der'musikalischen Komödie „Der Mann mit dem Zylinder“ von Just Scheu und Ernst Nebhut fort. TV<-» XXTnn z' + rvAlr 4- e'o xrr\ll XX7r\T^ 11 PYI

Das Werkchen steckt so voll wohltuender Bissigkeiten und Esprit, daß es immer ein fröhliches Erlebnis sein wird. Das galante nächtliche Abenteuer Louis Napoleons (Hans Joachim Saager) drei Tage vor seiner Wahl zum Kaiser im Hause seines Todfeindes, des Revolutionärs Bou-Bou (Josef V a n d e g e n) und dessen gleichzeitiger Hündchendiebstahl aus dem Zimmer der Napoleonsbraut Eugenie (Elga Fornoff) bringen soviel Mißverständnisse. Bosheiten und Sedtenhiebe auf Monarchie, Republik und Demokratie, daß man manch köstliches und treffendes Wort in seinen Wortschatz aufnehmen möchte, zumal auch der Polizeichef Cicero (Otto Fehrmann) und Bous-Bous „Frau“ Jolie (Charlotte Mohr) in Sprache und Spiel die Komödie zur letzten Wirkung führten. RG

„Glück am Rhein“

Operettenabend des Volkschors Pfungstadt

Die Aufführung der Operette „Glück am Rhein“, des 2. Teils der im Vorjahr aufgeführten Operette „Winzerliesel“ war für den Volkschor ein voller Erfolg. Die vorzügliche Theatergruppe des Vereins bot in Spiel und Gesang eine außergewöhnliche Leistung. Ausgezeichnet klangen die Chöre, die von Chormeister Herbert einstudiert waren. Das Orchester des Musikvereins unter der Stabführung des Vereinsdirigenten begleitete Solos, Duefte und Chöre auf dezente Art und trug zum Gelingen des Abends zu gutem Teil bei. ler

Frankfurter Studio in Dieburg

Frohe Stunden um „Glückliche Tage“

Auf Einladung der Amerikanischen Lesehalle machten sechs Frankfurter Nachwuchsschauspieler die Dieburger Theaterfreunde mit der »Eigenart des Zimmertheaters bekannt. Sie vermittelten den überaus (und damit erfreulich) zahlreich erschienenen Besuchern Andre Pugets Komödie „Die glücklichen Tage“, ein heiteres Spiel um drei Basen und zwei Vettern — Jugend an der Grenze des Erwachsenseins,, über deren noch unbeschwerter Ausgelassenheit schon erste ernste Liebe und Eifersucht liegen. Michael Engelhardt (Spielleitung) und Jo Besier (Raumgestaltung) haben Ingeborg Stauden, Rolf Hesse (die Geschwister Pernette und Olivier Laprade) Ruth-Senta Wagner, Monika Barth, Georg Wendel (die Geschwister Gassin) und Wolfgang Bieger (der „happy-end“-Flieger Michel Bouilhart) zu einer glückhaften Wiedergabe Pugets geführt, die ihre Hörer nicht nur mit ihrer Arbeit im Studio, sondern auch mit der Besonderheit gerade des Zimmertheaters — im Nahspiel ohne Dekoration und Rollenhilfe — vertraut machten. So freundlich und liebenswert, daß der starke Beifall am Schluß die Bitte einschloß, uns bald wieder zu besuchen und uns noch öfter gutes Theater zu bringen. RG

Bach-Kantate in Auerbach

Am Sonntagnachmittag trat das neugegründete Kammerorchester Bergstraße zum zweiten Male mit einem sehr anspruchsvollen Programm in der evangelischen Kirche in Auerbach an die Öffentlichkeit.

Im Mittelpunkt der Vortragsfolge, die nur Werke von Bach enthielt, stand die Kantate Nr. 115 „Mache dich mein Geist bereit“, die von dem Schönberger Chor „Fidelio“ gemeinsam mit dem Auerbacher Kirchenchor und dem Kammerorchester Bergstraße aufgeführt wurde. Felicitas Deubel (Sopran) sang u. a. ein Duett mit obligater Geige und Klavier gemeinsam mit Käthe Kickhef e 1, die über eine schöne und volle Altstimme verfügt. Felicitas Deubel hat in der Zwischenzeit ganz merklich an Stimmvolumen gewonnen und trug in der Kantate ihr Sopransolo mit sehr viel Kultur vor. Horst-Heinrich Braun sang das Tenor - Rezitativ, Rolf Mey b o m das Rezitativ für Baß, Chor und Orchester standen unter der Leitung von Ludwig Seitz, der wieder einmal durch diese Aufführung sein großes Verständnis für Bachs Musik bewies. Zu Beginn brachte das Kammerorchester Bergstraße unter der Leitung von Adam Rettig noch einmal das Brandenburgische Konzert Nr. 4 zu Gehör, den Abschluß bildete Luthers gewaltiger, von Bach für Chor und Orchester gesetzter Choral „Ein’ feste Burg ist unser Gott“. Das Konzert wird am kommenden Sonntag, um 15 Uhr, in der evangelischen Kirche in Bensheim-Schönberg wiederholt.

Unsere Geburtstagskinder

90. Geburtstag: Herr Georg Philipp Kraft, Nieder-Modau, - Ebert-Straße 28. 87. Geburtstag. Frau Elisabeth Herdt, Groß-Gerau. Schulstraße 7. 85. Geburtstag. Frau Maria Rotärmel, Biebesheim. Falltorstraße 39. 77. Geburtstag. Frau Susanna Däubner, Leeheim, Schulstraße 24 und Adam Becker 11.. Klein-Gerau. Schulstraße 1. 76. Geburtstag. Frau Katharina Kramer* Crumstadt. Friedrich-Ebert-Straße 22; Heinrich Schulz. Groß-Gerau, Friedrichstraße 14; Frau Elisabeth Scherer, Nauheim, Hintergasse 27 und Karl Wiegenhaupt, Nauheim, Bahnhofstraße 74. 71. Geburtstag. Philipp Veih, Groß-Gerau. Weingartenstraße 1. 70. Geburtstag. Frau Elisabeth Hamm, Nauheim. Mühlstraße 2. 70. Geburtstag: Fräulein Elisabeth 113 01111, Nauheim b. Gr.-Gerau, Mühl¬ straße 2 (früher Darmstadt, Elisabethen¬ straße 43).

Meldungen aus den Landkreisen

DARMSTADT-LAND

Ober-Ramstadt. In der Woche vom 16. bis 21. dieses Monats kann der Haushaltsplan für 1950 von der Bevölkerung im Zimmer 20 des Neuen Rathauses eingesehen werden: die Haushaltssatzung ist am Aushängebrett im Eingang befestigt. Pfungstadt. Bei den Preisflügen der Jungtauben 1950 errangen 10 Züchter des Pfungstädter Brieftaubenvereins ,, Luft-Post“ beachtliche Erfolge. ler

DIEBURG

Lichtenberg. Ein mit Angehörigen der Besatzungstruppe besetzter Pkw. wurde bei der Fahrt nach Groß-Bieberau im Lichtenberger Wald aus der Kurve getragen. Der Wagen rannte gegen einen Baum. Es entstand Personen- und Sachschaden. RG

Klein-Umstadt. Beim Dekanatsmissions. fest gab der neugegründete evangelische Kirchenchor seit Debüt. Der Chor unter Leitung von Chormeister Fr. Burkhardt (Richen) umfaßt bereits 35 Sänger. se

Altheim. Die Gemeinde hat das „Gast-? haus zur Eisenbahn“, das seither der Micheisbräu AG.-Babenhausen gehörte, käuflich erworben. Es ist beabsichtigt, das Dachgeschoß des Hauses, das schon seit mehreren Jahren ausschließlich Wohnzwecken dient, zu einer weiteren Wohnung auszubauen. Pe

ERBACH

Erbach. — Die 2. Rassegeflügelschau des Odenwaldes, die in diesem Jahr vom hiesigen Geflügelzuchtverein durchgeführt werden soll, findet in der Zeit vom 8. bis 10. Dezember in der hiesigen Festhalle statt. -ch

Wald-Amorbach. Die Winterschafweide wurde in der Zeit vom 15. Oktober bis 15. Februar nächsten Jahres an Schafhalter Beyer verpachtet, — Die Mitglieder der Spar- und Dahrlehnskasse wählten Johann Schwinn wieder zum Kassenrechner. hm

Airlenbach. — In zwei Jahresbauabschnitten hat die Gemeinde den Neubau des Schulhauses fertigstellen können. Ende Oktober wird das Gebäude eingeweiht und am 1. November sollen die neuen Räume bezogen werden. Die Bausumme, die 80 000 DM betrug, wurde zum größten Teil durch Holzeinschläge der Gemeinde aufgebracht. -ch

BERGSTRASSE

Bensheim. — Am Sonntag, dem 22. Oktober, findet um 16 Uhr im Gasthof „Zum Rosengarten“ (Zehnbauer) die Generalversammlung der Ortsgruppe der Fliegergeschädigten statt. prs

Seeheim. — Die Vorstandsmitglieder der evangelischen Frauenhilfe kommen am Mittwoch um 20.30 Uhr im Gemeindehaus zusammen, um das Programm der Winterarbeit festzulegen. erh

Lampertheim. — Unter starker Anteilnahme der Bevölkerung wurde am vergangenen Freitag Gemeinderat Martin Jakob Kärcher 2., Direktor der Lampertheimer Vereinsbank, zu Grabe getragen. bb

Bürstadt. — Die Waldvögel- und Exotenschau der vereinigten Kanarienzüchter und Vogelfreunde war ein voller Erfolg. Die Ausstellung wurde am Sonntag von Besuchern aus dem gesamten Riedgebiet, aus Nordbaden und von der Bergstraße besichtigt. bb

GROSS-GERAU

Groß-Gerau. - Der Bund der Heimkehrer hat sich dem Verband der Kriegsbeschädigten angeschlossen. In einem Aufruf bittet der Bund alle Ortsverbände und Mitglieder im Kreisgebiet, sich den VdK-Verbänden einzugliedern. Kb

Trebur. Bei der letzten Aussprache zwischen Lehrerschaft und Elternbeirat wurde besonders bemängelt, daß sich der fortwährende Lehrerwechsel sehr zum Nachteile der Kinder auswirke. Die Elternschaft will Schritte unternehmen, damit ortsansässige Lehrer zum Schulunterricht herangezogen werden. —au—

Kelsterbach. Durch Landrat Hardt wurde Adam Drei 1 i c h als Feldgeschworener für die Gemeinde verpflichtet. cg

Goddelau. Nach Bekanntgabe der Steuerbehörde sollen sich alle Arbeitnehmer, die nach dem 10. Oktober ihren Arbeitsplatz wechselten, unter Angabe ihrer neuen Beschäftigung zum Zwecke des Gewerbesteuerausgleichs melden, kr

Alle Kreisklassen-Spitzenreiter siegten Nur noch Grafenhausen und Nieder-Roden ohne Punktverlust

Kreisklasse Darmstadt Überraschungen am laufenden Band

Bickenbach ging auf dem kleinen Hahner Platz mit wehenden Fahnen unter. Hahn führte durch einen von Biermann scharf geschossenen, direkten Freistoß 1:0, aber Schneider konnte ausgleichen. Die Gäste hatten zwar mehr vom Spiel, gingen auch durch Peter in Führung, aber Hahn schoß noch vor der Pause zwei Tore und bezwang nach dem Wechsel den nicht gut aufgelegten Torhüter Leuthner nochmals.

Zu einer weiteren Ueberraschung kam es in Nieder-Ramstadt, wo es die SSG Langen fertigbrachte, einen wertvollen Punkt mit nach Hause zu nehmen. Bertz konnte seine Mannschaft 1:0 in Führung bringen, aber Langen glich bald darauf aus. Die zweite Halbzeit verlief torlos.

Mit der Niederlage von Bickenbach hat sich nun Weiterstadt durch den eindeutigen Sieg über TuS Griesheim allein an die Spitze gesetzt und dürfte auch nicht so schnell gefährdet werden. Der Sieg der Gäste war niemals ungewiß,'doch konnte man bei der TuS eine Formverbesserung verspüren.

TSG 46 lieferte in Seeheim ein schönes und schnelles Spiel, das sie verdient gewannen. Die Platzelf hielt bis zur Pause guten Widerstand und konnte sogar durch Beilstein 1:0 in Führung gehen, ehe Darmstadt ausgleichen konnte. Nach dem Wechsel setzten sich die Gäste mit ihrer reiferen Spielweise besser durch und erzielten ein weiteres Tor.

Hähnlein lieferte genau wie Erzhausen eine schwache Partie. Wenn auch Hähnlein durch Tore von Götz und Gußmann 2:0 führen konnte und das Spielgeschehen der ersten Halbzeit diktierte, mußte es sich nach der Pause sehr anstrengen, um nicht noch das Nachsehen zu haben. Bei etwas mehr Zuspiel der Erzhäuser Stürmer und entschlossenem Schießen wäre es bestimmt ins Auge gegangen. Unter vielen verpaßten Gelegenheiten gelang es Köhler, den wohlverdienten Anschlußtreffer zu schießen.

Das noch ungeschlagene Grafenhausen konnte sich die sich tapfer wehrenden Alsbacher vom Halse halten. Schmidt K. brachte die Gäste in Führung, doch Wenz besorgte den Ausgleich. Durch Schäfer ging Alsbach erneut in Führung. Eine Bteilvorlage an Bauer brachte den Ausgleich. Nach dem Wechsel kamen die Gräfenhäuser zu zwei weiteren Erfolgen durch Bauer und Langendorf. Grafenhausen marschiert nun als einzige Elf ohne PunktveHust an zweiter Stelle der Tabelle.

B-Klasse

Auch diesmal ohne Gegentor errang SC Griesheim in Traisa einen nie gefährdeten 6:0-Sieg. Die Platzherren konnten bis zur Pause einigermaßen standhalten, mußten aber nach dem Wechsel noch 4 Tore hinnehmen. Den ersten Sieg errang Rohrbach gegen Ober-Beerbach. Bayer H. und Krischbaum schossen die Tore.

Brandau verlor auf eigenem Platz gegen bäum schossen die Tore. -nd- Allerdings ist sein (nur) 2:0-Sieg daheim gegen Niedernhausen nicht überwältigend ausgefallen. Hassia II Dieburg ist nach zwei hohen Siegen auf eigenem Platz diesmal gegen Groß-Bieberau mit 0:5 wider Erwarten stark eingebrochen. Brensbach (3:1 gegen Ober/Nieder-Klingen) und Hering (4:2 gegen Fränkisch-Crumbach) haben ihre ersten „Triumphe“ gefeiert. In der Gruppe 2, wo der Spitzenreiter FrSpVg Münster freien Tag hatte, haben die Klein-Umstädter Schaafheim eine harte Nuß zu knacken gegeben. Sie lagen zunächst 1:0 in Vorteil, aber ihr Gast konnte nach dem Wechsel durch Elfmeter zunächst aufholen und mit Hübners Treffer noch knapp siegen. Hergenshausen bestätigte seine derzeitige Form wieder: 4:0 lautete das Endergebnis nach dem Heimspiel gegen Heubach. Raibach erlebte das gleiche Schicksal wie Groß-Umstadt; 1:0 lag es durch Heid in Pausenführung, aber Wiebelsbach war dann doppelt so oft erfolgreich und holte m't 1:2 beide Punkte fort. RG

Weiterstadt 6 5 1 0 23:6
11:1 Grafenhausen 5 5 0 0 16:7
10:0 TSG 46 Darinstadt 6 4 1 1 24:9
9:3 Bickenbach 6 4 1 1 18:9
9:3 Nieder-Ramstadt 6 3 2 1 14:6
8:4 Hahn 6 3 0 3 12:21
6:6 SSG Langen 6 1 3 2 14:13
5:7 Erzhauisen 6 2 0 4 11:15
4:8 Hähnlein 5 1 1 3 10:15
3:7 Alsbach 6 1 1 4 15:14
3:9 Seeheim 6 1 0 5 10:20
2:10 TuS Griiesheim 6 0 0 6 3:31
0:12

Kreisklasse Berastraße Aschbach verliert ersten Punkt

Nicht weniger als drei Unentschieden bei insgesamt fünf Spielen weist die Ergebnisliste des Sonntags auf: Mörlenbach konnte gegen Aschbach zwar überlegen spielen, mußte aber einen Punkt ziehen lassen, da die Gäste gradliniger wirkten und entschlossener verteidigten.

Waldmichelbach hatte Mühe, mit dem Neuling Weiher fertig zu werden, obwohl es eine Stunde lang überlegen Spiel und Gegner beherrschte. . nor- + TTnp.nfcjnV»Pah CS IIYI xLIGu,

Das dritte unemscnieaen gao es uu wo sich die Tabellenschlußlichter trafen. Einhausen wirkte verspielter, Auerbach stärker als früher.

In Reichenbach schien sich fast eine Sensation anzubahnen, als Lampertheim überleben spielte und bei der Pause mit 2:1 führte. Nach dem Wechsel drehten die Gastgeber allerdings auf und spielten die Riedleute an die Wand. Der FC Fürth war dem Riedmeister Fehlheim auch diesmal über und schickte ihn mit Treffern von Weber und Zeiß 2:0 geschlagen nach Hause.

Die drei Treffen der B-Klasse Gruppe Odenwald veränderten das Gesicht der Tabelle nicht wesentlich. Rimbach schickte den Zweiten Ober-Abtstelnach klar 3:0 geschlagen nach Hause. Keßler, Urban und Zaag schossen die Tore. In Hammelbach feierte man über Unter-

Abtsteinach seit rund 15 Monaten den ersten Sieg (2:1), der durchaus berechtigt war.

Neuling Zotzenbach lieferte gegen Reichelsheim eine durchweg dominierende Partie, scheiterte aber an der Schußunsicherheit seines Sturmes.

In der Gruppe Ried lieferte sich Hambach und Riedrode einen harten Strauß, der trotz des deutlich scheinenden 5:2-Sieges der Platzherren bis zum Ende interessant war.

Zwingenberg hatte gegen den Tabellenletzten Mühe, mit 3:1 zum Erfolg zu kommen. Eine zähe Auseinandersetzung lieferten sich Schönberg und Elmshausen. Das Unentschieden schmeichelt den Platzherren etwas. (ni)

Reichenbach 5 1 — 28: 9 11:1
Aschbach 5 4 1 — 14: 6 9:1
FC Fürth 6 3 2 1 13: 7 8:4
Fehlheim 6 3 3 16:17 6:6
■Lampertheim 6 3 3 14:15 6:6
Waldmichelbach 6 2 1 3 12:15 5:7
Affolterbach 5 2 3 12:13 ■4:6
Mörlenbach 5 1 2 2 13:15 4:4
Weiher 5 1 2 2 10:13 4:6
Lindenfels 4 1 1 2 8:14 3:5
Auerbach 5 1 1 3 8:14 3:7
Einhausen 5 1 4 6:16 1:9

Kreisklasse Dieburg

Den besten Sturm hat Nieder-Roden

In der Fußball-A-Klasse des Kreises Dieburg haben die Nieder-Röder Jäger und Schultheiß mit je zwei Toren, die sie zu Hause gegen Groß-Umstadt - einen nicht allzu schweren Partner - für ihre SG erzielten, den Rodgauern wieder zwex Punkte seholt die ihr Konto nun auf 12:0 Punkte und ihr Torverhältnis auf 42:7 (!) stellten Damit ist die SG Nieder-Roden die einzige MannUaft ihrer Klasse ohne Gegenpunkte, denn Ueberau, das in Offenthai ein wei sd'wereres Spiel hatte, hat zwar gleichfalls noch kein Spiel verloren, aber den ersten Punkt. Reinheim konnte wenn auch ■ ui .„hcdinet erwartet, den bisher punktgleichen Nachbarn Lengfeld sicher 4:2- ab-Ichültlhi Groß-Zimmerns S^urm schoß in seinem 7 Spiel allein mehr Tore, als in den S tL^rwnpn sechs Begegnungen zusammen Er erhöhte nämlich zu Hause ge«n Kiein-Zimmern seinen Torstand von 3-5 auf 7'5 Kleestadt kam zu Hause auch «»»nrlieTG Ober-Roden nicht zum PunktfSn* Se£ 1:0 bei <*r PauSe resultierte aus einem Elfmeter, dem der Gast nach dem Wechsel zwei Feldtore entgegensetzte. Mosbach wurde diesmal zum Außenseiter, und zwar sehr deutlich: es überrannte in seinem ersten „Spiel mit Sieg" die SKG Dreieichenhain 7:2.

In der B-Klasse Gruppe 1 hat Georgenhausen die lediglich durch Spielpause verlorene Tabellenführung wiedergeholt.

Nieder-Roden 6 6 0 0 42:7
12:0 Ueberau 6 5 1 0 21:6
11:1 Offen thal 7 4 2 1 18:17
10:4 Reinheim 7 4 1 2 23:11
9:5 Götzenhain 6 4 0 2 29:11
8:4 Lengfeld 6 3 1 2 14:10
7:5 Groß-Zimmern 7 2 2 3 7:5
6:8 Groß-Umstadt 6 2 1 3 5:12
5:7 TG Ober-Roden 6 2 0 4 6:19
4:8 Dreieichenhain 7 2 0 5 7:19
4:10 Mosbach 5 1 1 3 12:14
3:7 Klein-Zimmern 6 1 1 4 7:33
3:9 Spachbrücken 5 1 0 4 6:21
2:8 Kleestadt 6 0 2 4 5:17
2:10

Kreisklasse Erbach Neustadt auf dem zweiten Platz.

Die Fußball-A-Klasse Erbach wartete auch am 6. Spielsonntag mit unerwarteten Ergebnissen auf. Hainstadt unterlag vor einheimischem Publikum gegen Neustadt mit 0:9, Würzberg verlor gegen Steinbach überraschend hoch mit 1:6, Bad König mußte sich gegen den Tabellenersten Sandbach mit einer 1:4-Niederlage abfinden. Während Lützel-Wiebelsbach gegen Beerfelden zu einem respektablen 2:1-Achtungserfolg kam, begnügte sich die Erbacher Sondermannschaft in Sandbach gegen Höchst mit einem 1:1, Rimhorn in Günterfürst mit einem 0:0 -Endergebnis.

Wegen dem Bezirksklassensniel der ersten Garnitur von Erbach gegen Wixhausen (2:1) fand die Begegnung Erbach (Soma) gegen Höchst in Sandbach statt. Nach dem Führungstreffer der Kreisstädter konnte Gautz in der 17. Minute gleichziehen. Trotz zahlreicher Angriffe von beiden Seiten wurde das Spiel ohne weitere Torerfolge über die Zeit gebracht.

Fußball-B-Klasse, Gruppe Oberzent: Schöllenbach, das seinen Platzvorteil geschickt auszunutzen verstand, siegte über Finkenbach verdient mit 3:1. Da der Neuliftg Hetzbach keine eigene Sportanlage besitzt, trug er sein Heimspiel in Gammelsbach aus. Nachdem Hetzbach die LO-Führung von Gammelsbach ausgeglichen hatte, ging es mit einem weiteren Treffer 2:1 in Führung. Kurz vor Abpfiff konnten die Platzherren die 2:2- Punkteteilung sicherstellen. S^einbuch hatte in Beerfelden nur wenig zu bestellen und konnte den 11 Treffern der Platzherren nur ein Tor entgegenstellen.

B-Klasse, Gruppe Unterzent:

Wald-Amorbach spielte vor einheimischem Publikum gegen Fürstengrund überlegen und hatte bereits in der 20. Minute den 1:0- Pausenstand sichergestellt. Als die Platzherren auf 2:0 erhöht hatten, kam Weichei in der 60. Minute zum einzigen Gegentreffer für Fürstengrund. Wald-Amorbach war in der 70. Minute noch einmal erfolgreich. Die Sondermannschaft des TSV Höchst war in Haingrund jederzeit überlegen. Das 8:1-Endresul~ tat stellten für Höchst Knierim (4), Hallstein (2), Hoffahrt und Schmitt, für Haingrund der Halbrechte sicher. Während man Kirch-Brombach, das gegen den VfL Höchst mit 3:0 unterlag, eine bessere Leistung zugetraut hatte, mußte Vielbrunn mit einer 3:1 -Niederlage in Mümling-Grumbach die bessere Spielweise der Platzherren anerkennen. -ppi-

Sandbach 6 4 2 0 18:6 10:2
Neustadt 5 3 1 1 20:8 7:3
Rimhorn 2 3 1 14:13 7:5
Lützel-Wiebelsbach 5 2 2 1 15:13 6:4
Steinbach 5 2 2 1 13:11 5:5
Höchst 4 2 0 2 6:5 4:4
Beerfelden 4 1 2 1 9:9 4-4
Günterfürst 4 1 1 2 5:8 3:5
Hainstadt 5 1 1 3 10:22 3:7
Würzberg 6 1 1 4 10:24 3:9
Bad König 4 1 0 3 11:12 2:6
a. K. Erbach (Soma) 6 3 1 2 23:13 7:5

Kreisklasse Groß-Gerau

Gernsheim und Ginsheim im toten Rennen

In der Fußball-A-Klasse des Kreises Groß-Gerau konnten sich die Tabellenführer Gernsheim und Ginsheim durch klare Siege durchsetzen. Wolfskehlen konnte durch einen 4:1-Sieg über Stockstadt auf den dritten Platz vorrücken. Das starke Mittelfeld bilden Astheim, Büttelborn, Stockstadt und Klein-Gerau. Die übrigen Vereine werden versuchen müssen, den Anschluß nicht zu verpassen.

Dornheim ließ sich zu Hause von den weitaus spielstarkeren Astheimern 1:2 schlagen. Obwohl Dornheim in den letzten 20 Minuten die Partie zeitweise überlegen gestaltete, konnte es nur noch einen Gegentreffer durch Bremssteller entgegensetzen. Vor heimischem Publikum gefiel Raunheim 07 weit weniger als am letzten Sonntag und kam gegen Büttelborn nicht um eine Niederlage herum.

Die Partie in Biebesheim gestaltete der Tabellenzweite Ginsheim für sich überlegen. Gustavsburg konnte zu Hause endlich mal wieder gefallen. In einem harten, aber jederzeit fairen Spiel siegte es..ßber Walldorf mit 2:0 Toren. Durch diesen Sieg gelang es Gustavsburg, vom Tabellenende wegzukommen. Wolfkehlen, dessen schnelles und flottes Spiel zu gefallen wußte, ging bereits nach zehn Minuten durch Gebhardt in Führung. Nach der Pause war es der junge Hch. Ewald, der durch zwei Prachttore Sieg und Punkte sicherstellte. In einem jederzeit fairen Spiel gewann Gernsheim über Klein-Gerau sicher und wohlverdient 4:0.

In der B-Klasse fertigte Wallerstädten die Gäste aus Worfelden mit 8:0 Toren ab und konnte somit wieder die Tabellenführung übernehmen. Geinsheim blieb über den SSV Raunheim mit 4:1 erfolgreich. Auch Goddelau kaum in Rüsselsheim bei dem TSV nicht um eine Niederlage herum. Die Begegnung Bischofsheim Ib gegen Königstädten fiel aus.

Leeheim war spielfrei. In der B-Klasse führen Wallerstädten und Geinsheim mit je 8:3, gefolgt von TSV Rüsselsheim mit 7:1 Punkten. -od-

Gernsheim 6 5 10 15:3 11:1
Gjnsheim 6 6 10 15:4 11:1
Wolfskehlen 64 0 2 14:7 8:4
Astheim 6 4 12 13:7 7:5
Stockstadt 6 3 12 15:11 7:5
Büttelborn 6 3 12 11:9 7:5
Klein-Gerau 6 3 12 12:11 7:5
Walldorf 6 2 13 7:7 5:7
Raunheim 6 114 9:16 3:9
Biebesheim 6 114 13:21 3:9
Gustavsburg 6 10 5 5:19 2:10
Dornheim 6 0 15 4:18 1:11

Darmstadt 1910 Halbzeitmeister der Ringer

Ueberraschende Punkteteilung in Darmstadt

Der letzte Kampf der Vorrunde brachte im Meisterschaftskampf der hessischen Landesliga Gruppe 1 zwischen dem Tabellenführer Darmstadt 1910 und der SKG Ober-Ramstadt eine kleine Ueberraschung. Erstmals mußten dabei die Darmstädter auf eigener Matte einen Punktverlust einstecken und kamen nur zum 4:4- Teilerfolg.

Etwa 500 Zuschauer waren Zeugen schöner und technischer Kämpfe, die unter der ausgezeichneten Leitung von Kampfrichter Kaffenberger, Nieder-Ramstadt, durchgeführt wurden. Die Gäste entpuppten sich als eine starke und ausgeglichene Mannschaft, in deren Reihen Katzenmeier Fr., Böttcher und Frankenberger herausragten. Bei den Gastgebern gefielen besonders die beiden Ditter und Winkel. Nach den gezeigten Leistungen entspricht das Unentschieden durchaus dem Kampfverlauf.

Die Gäste gingen bereits iijn ersten Kampf in Führung. Fr. Katzenmeier konnte schon in der 14. Sekunde durch eine Schleuder über Danz (1910) im Fliegengewicht siegreich bleiben. Einen ausgeglichenen Kampf gab es im Schwergewicht. Fünf Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit konnte Frankenberger die Gäste mit 2:0 durch einen Doppelnelson in Führung bringen. Im Bantamgewicht gab es durch K. Ditter (1910) ebenfalls einen Blitzsieg. Ein Aufreißer nach der 1. Minute beendete die Begegnung zugunsten des Darmstädters. Nachdem im Halbschwergewicht Veith sen. in der 4. Min. durch Selbstwurf verlor, schien der Kampf für die Gäste gelaufen zu sein. Die beiden folgenden Begegnungen brachten jedoch Erfolge der Darmstädter. Der talentierte Winkel konnte im Leichtgewicht durch Abfangen eines Hammerlocks in der 10. Man. das Ergebnis verbessern. Im Mittelgewicht lieferte Schäfer (1910) einen schönen Kampf und siegte durch einen Aufreißer in der 3. Min. über Becker. Im Federgewicht gab es einen Schultersieg von H. Ditter in der 4. Min. durch Hüftschwung. Der letzte Kampf des Abends brachte den Gästen den verdienten Teilerfolg. Im Weltergewicht hatte der Darmstädter Trüber den technisch versierteren Böttscher gegen sich und verlor nach tapferer Gegenwehr in der 8. Min. durch Aufreißer.

Die Gästeringer werden noch mancher Mannschaft zu schaffen machen und werden bei bleibenden Leistungen bestimmt in der Spitzengruppe zu finden sein. Trotz dieser Punkteinbuße stehen die Darmstädter weiterhin an der Tabellenspitze und können mit Ruhe der Rückrunde entgegen sehen, -eri-

Athletia Wiesbaden—SG Arheilgen 3:5

Die Arheilger Ringerstaffel gastierte am Samstagabend in Wiesbaden. Auch bei diesem Kampf zeigten sich diie Gäste weit verbessert und kamen zu einem verdienten Sieg, obwohl Fiedler nicht mit von der Partie war. Dafür rang aber seit langer Zeit wieder der genesende Häuser. Die Kämpfe, die in fairem Rahmen du rchg erführt wurden, hatten in Kampfrichter Aßmuß, Mainz-Mombach, einen guten Leiter.

Bereits im ersten Kampf gingen die Arheilger im Fliegengewicht durch Ebert in Führung. Er benötigte nur 12. Sekunden, um durch Halbnelson siegreich zu bleiben. Spatz (Arheilgen) baute die Führung weiter aus, indem er Merke nach einer Minute durch Ueberstürzer besiegte. Die Gebrüder Meerscheidt sind neben Gruber die Stützen der Wiesbadener Mannschaft. Beide waren es auch, die zusammen mit Gruber für die Gastgeber die Punkte erringen konnten. So mußte Freudenberger (Arheilgen), diesmal im Bantamgewicht stehend, bereits nach 40 Sekunden die Ueberlegenheit seines Gegners anerkennen und E. Häuser (Arheilgen) konnte gegen den ehemaligen deutschen Meister Meerscheidt im Federgewicht trotz kräftiger Gegenwehr nichts ausrichten und verlor nach der 5. Min. durch Brustschleuder. Gruber (Wiesbaden) schultere den für Fiedler als Ersatz ringenden Pfaff bereits nach der 1. Min. durch einen Ueberstürzer. Die restlichen Begegnungen gingen an die Gäste. Erbittert war der Kampf im Leichtgewicht, wo Kuchar (Arheilgen) nur einen Punktsieg landen konnte. Im Weltergewicht war es Arnold (Arheilgen), der in der 7. Min. durch Halbnelson siegreich blieb. Im Mittelgewichtskampf kam der stark verbesserte R. Becker (Arheilgen) zu einem klaren Erfolg. Nach der 5. Min. besiegte er seinen Gegner durch einen Drehgriff.

Durch diesen Sieg hat die Arheilger Mannschaft sich in das Mittelfeld vorgeschoben. Wiesbaden ist nach dieser erneuten Niederlage weiterhin ohne Punktgewinn und steht aussichtslos im Rennen.

Der kommende Samstagabend wird mit dem Lokalkampf Darmstadt—Arheilgen einen Höhepunkt der hessischen Ringer-Landesliga bringen. • -eri-

Sport in Kürze

Das Handballtraining des SV 98 findet am Mittwoch 18 Uhr auf dem RSC-Platz am Orpheum statt.

Zum Oberligaspiel SV Waldhof gegen SV Darmstadt 98 läßt die Bundesbahn am Sonntag einen Sonderzug nach Mannheim fahren. Abfahrt gegen 12.30 Uhr ab Hauntbahnhof, Ankunft 13.45 Uhr Bahnhof Waldhof. Der Preis beträgt für Hin. und Rückfahrt 2,20 DM.

Betriebsfußball: Die Mannschaft der Heag kam am Sonntag zu einem weiteren Erfolg; sie schlug die Elf von Donges-Stahlbau überlegen mit 6;0 (3:0).

Am Samstag, dem 21. Oktober 1950. nachmittags 3 Uhr, findet in Darmstadt-Eberstadt, Gasthaus zur Harmonie, Pfungstädter Straße, eine Vereinsvertreter-Tagung statt. Tagesordnung: Auf- und Abstiegsfrage 1950/51.

Die Vereine werden gebeten, in dieser Tagung vertreten zu sein.

gez.: Leißler, Bezirksfußballwart

Der Boxclub „Eiche Lorsch“ gewann gegen den Boxclub Frankenthal 16:2. Die zwei Punkte für Frankenthal errang der Schwergewichtler Trunk, während Arnold. Glück, Geydeck. Lerchel. Rupp und Brunnengräber für Lorsch erfolgreich waren.

Landesliga Hessen

Union Niederrad—SC 03 Kassel 0:2 Olympia Lampertheim—VfL Marburg 3:1 Germania Bieber—FC Rödelheim 1:0 Rot-Weiß Frankfurt—Opel Rüsselsheim 5:3 Griesheim 02—Borussia Fulda 0:0 Hermannia Kassel—Spvgg Homburg 4:1 Hessen Hersfeld—Eintracht Wetzlar 2:2 VfL Kassel—VfL Biedenkopf 2:1 Hessisch-Lichtenau—Hanau 9? 1:3 Vfß Friedberg—SV Kassel 4:0 Tabelle

SC 03 Kassel 7 6 1 0 17:5 13:1
Olympia Lamperth. 8 5 2 1 12:6 12:4
VfL Marburg 8 5 0 3 16:12 10:6
FC Rödelheim 8 5 0 3 20:16 10:6
Borussia Fulda 7 4 1 2 20:7 9:5
Hermannia Kassel 7 4 1 2 9:5 9:5
Griesheim 02 8 4 1 3 10:9 9:7
Hanau 03 6 3 2 1 16:11 8:4
Spvgg Homburg 7 4 0 3 22:12 8:6
Eintracht Wetzlar 7 3 2 2 13:11 8:6
Rot-Weiß Frankfurt 8 4 0 4 17:13 8:8
Ünion Niederrad 7 2 3 2 9:8 7:7
Opel Rüsselsheim 8 2 3 3 18:21 7:9
Germania Bieber 7 3 0 4 7:14 6:8
VfL Biedenkopf 7 2 1 4 11:20 5:9
Spielverein Kassel 8 2 1 5 13:14 5:11
VfL Kassel 8 2 1 5 8:17 5:11
Vfß Friedberg 8 1 2 5 10:13 4:12
Hessen Hersfeld 8 1 2 5 6:16 4:12
Hessisch Lichtenau 8 1 1 6 8:32 3:13

Der Toto zahlte

Hessen-Toto. 1. Rang: ein Gewinner mit 13 142 DM; 2. Rang: 33 Gewinner mit je 398 DM; 3 Rang: 365 Gewinner mit je 35,80 DM. Zusatzwette: zwei Gewinner je 2608 DM.

Rheinland-Pfalz: 1. Rang: 12 Gewinner mit je 8048,50 DM 2. Rang: 316 Gewinner mit je 305,60 DM, 3. Rang; 3771 Gewinner mit je 25,60 DM. Beim Kleintip gab es 11 Gewinner mit je 2436,50 DM.

Westdeutschland: 1. Rang (11 richtig) 13 Gewinner zu je 10 063 DM, 2. Rang (10 richtig) 234 Gewinner zu ie 559 DM. 3. Rang (9 richtig) 2004 Gewinner zu je 65 DM. Zehnertip: 1. Rang: 2 Gewinner zu je 41 339,50 DM, 2. Rang: 91 Gewinner zu ie 908,50 DM, 3. Rang: 992 Gewinner zu ie 83 DM.

Württemberg-Baden. 1. Rang: zehn Gewinner je 9353 DM 2. Rang: 354 Gewinner je 264 DM; 3. Rang: 3812 Gewinner je 24,50 DM. Zusätzwette: 2693 Gewinner je 18,50 DM.

Bayern: 1. Rang: 4 Gewinner mit je 32 475 DM, 2. Rang: 91 Gewinner mit je 1427 DM, 3. Rang: 1810 Gewinner mit ie 71,70 DM. Neunertip: 1. Rang: 117 Gewinner init je 300,50 DM 2. Rang: 5649 Gewinner mit je 6,20 DM

Nordblocktoto: 1. Rang: 10 Gewinner mit je 32 689 DM, 2. Rang: 281 Gewinner mit je 1163 DM. 3. Rang: 3058 Gewinner mit je 106,50 DM

DT-Schlachtenbummler

Bei unserem 5. Wettbewerb „ DT-Schlachtenbummler“ wurden folgende Gewinner ausgelost:

1. Metzler, Adam, Darmstadt, Neckarstraße 3 A;

2. Vierling, Eberhard, Darmstadt, Erbacher Straße 125;

3. Wesch, Wilhelm, Darmstadt, Heimstatterweg 103.

Lohmann Vierter in Paris

Paris, (dpa) Walter Lohmann (Bochum) beteiligte sich am Wochenende als erster deutscher Rennfahrer an einem Steherrennen über 30 und 50 Kilometer auf der Pariser Winterbahn und belegte in der Gesamtwertung hinter Lemoine, Seres (beide Frankreich), Frosio (Italien) mit sieben Punkten den vierten Platz. Er vermochte jedoch Lamboley (Frankreich) mit zehn Punkten auf den fünften Platz zu verweisen.

Bei den ersten Steherrennen auf der neuen Neckarbahn in Stuttgart gewann Metze die ersten beiden Läufe und in der Gesamtwertung mit 74,997 Kilometer vor Ludwig Hörmann, München (73,840 Kilometer) und Steinhilb, Stuttgart (73,550 Kilometer).

Pressestimmen zum Spiel SV 98 VIL Neckarau

„Mannheimer Morgen“: „ ... Prachtvoller Ruhl verhindert Neckarauer Ausgleich ... ihr Glanzstück ist der neue Torwart Ruhl, ihr Sorgenkind die Fünferreihe ... auf beiden Seiten enttäuschten die harmlosen Stürmerreihen. Die Hintermannschaften beider Vereine waren gut...“

„Frankfurter Rundschau“: „ ... Herder trifft der Vorwurf, den gefährlichsten Mann des Gegners nicht aufmerksam genug markiert zu haben ... das Spiel stellte den Mannschaften in technischer Hinsicht kein schlechtes Zeugnis aus ...“

„Der Neue Sport“, Frankfurt: „... In der Fairneß konnten die Alten von den Neulingen lernen ... Herder spazierte mit Ball die Kreuz und die Quer, bis sämtliche Schotten dicht waren... jeder einzelne ein perfekter Fußballer, jeder einzelne aber auch ein perfekter Individualist — das sind die vom Darmstädter Hochschulstadion...“

„Sport Kurier“, Ulm: „...die Darmstädter zeigten kraftvolle Einsätze... Großartige Torwächterleistungen gaben dem Spiel das Gepräge ..

zum Spiel Wacker München—SG Arheilgen „Süddeutsche Zeitung“, München: „...Einen glücklichen Sieg landete der FC Wacker... ein Hauptverdienst an dem knappen Ausgang kommt dem vorzüglichen Torhüter Seibel zugute ... weiter verdient die Verteidigung und der wie ein Schatten Mittelstürmer Schleicher folgende Stopper. Mahr Erwähnung ..

„Münchner Merkur“: „ ... Arheilgen in München ein unbeschriebenes Blatt... Gestern haben wir nun diese Mannschaft kennengelernt und müssen gestehen, daß uns ihre Leistung, vornehmlich die der Abwehr, imponierte... Zudem schien Tormann Seibel, einer der besten der Gäste, den Wacker-Stürmern einigen Respekt eingeflößt zu haben ... kurz vor Schluß des Spieles hatte der Schiedsrichter ein Handspiel gesehen ... die Gäste protestierten umsonst..

„Sportbericht“, Stuttgart: „... Schiedsrichter einen Handelfmeter für Wacker verhängte. Zweifellos war das ein harter Schlag für die Gäste keinesfalls aber eine Entschuldigung für ihr unsportliches Verhalten... dieser unschöne Abschluß warf ein schlechtes Licht auf die Elf von Arheilgen', die sich durch ihr aufopferndes und taktisch kluges Spiel zunächst Anerkennung verdient hatte...“

DT Amtliche Bekanntmachungen Steuer- und Wirtschaftskalender für die Zeit vom 16. bis 31. Oktober 1950 Ausschneiden! Autbewahren! 2<?. Oktober: Beförderungssteuer im Güterfernverkehr. Einreichun« der Nachweisung und Entrichtung der Steuer für die monat¬ lichen Zahler 20. Oktober: Beförderungssteuer im Güterfernverkehr. Einrei¬ chung der Nachweisung und Entrichtung der Steuer für die Vierteljahres-Zahler. 24. Oktober: Ortskrankenkasse: Letzter Tag, an dem der Beitrag für den Vormonat an die Allgemeine Ortskrankenkasse Darm¬ stadt noch ohne Kosten gezahlt werden kann. 31. Oktober: Feuerschutzsteuer: Einreichung der Nachweisung und Entrichtung der Steuer für die monatlichen Zahler. 31. Oktober: Feuerschutzsteuer: Einreichung der Nachweisung und Zahlung für die Vierteljahres-Zahler. 31. Oktober: Ortskrankenkasse: Fälligkeit des Beitrags an die Allgemeine Ortskrankenkasse in Darmstadt für den Monat Oktober 1950. 31. Oktober: Versicherungssteuer: Zahlung nach dem Prämien¬ ist-Betrag, Einreichung der Nachweisung und Entrichtung der Steuer für die monatlichen Zahler. 31. Oktober: Versicherungssteuer: Zahlung nach dem Prämien¬ ist-Betrag. Einreichung der Nachweisung und Entrichtung der Steuer für die Vierteljahres-Zahler. 31. Oktober: Versicherungssteuer: Zahlung nach dem Prämien- Soll- Betrag, Einreichung der Nachweisung und Entrichtung der Abschlußzahlung für das 3. Kalendervierteljahr 1950.

Betr.: Rückgabe freigegebener seither beschlagnahmter Möbel und Einrichtungsgegenstände Die Besatzungsgeschädigten werden hiermit darauf hingewiesen, daß durch die Besatzungsmacht verschiedene Wohnungseinrich¬ tungsgegenstände freigegeben worden sind. Das Besatzungs¬ kostenamt beabsichtigt in etwa 4 Wochen die bis dorthin nicht abgeholten Gegenstände zu versteigern. Eigentümer von Gegenständen, denen durch die Besatzungsmacht Wohnungseinrichtungsgegenstände beschlagnahmt wurden, werden hiermit aufgefordert, die freigegebenen Einrichtungsgegenstände im Lagerraum Rheinstraße 102, Block C, an den Sprechtagen montags, mittwochs und freitags von 8 bis 12 Uhr zu besichtigen bzw. ihr Eigentum in Empfang zu nehmen. Die bis zum 15. 11. 50 nicht abgeholten Gegenstände werden dann öffentlich versteigert. Darmstadt, den 11. Oktober 1950 Besatzungskostenamt Darmstadt Schützt Wasserleitungen und Wassermesser gegen Frost! Die Wasserabnehmer sind nach den Wasserlieferungsbedingungen des Wasserwerks der Südhessischen Gas und Wasser AG. Darm¬ stadt (§ 4 und 5) zu Schutzmaßnahmen verpflichtet. Wir empfehlen daher zur Beachtung: 1. Wasserzuleitungen: Im Keller sind Fenster und Türen dauernd geschlossen zu halten und, wenn dieses ins Freie führen, mit Stroh, Tüchern usw. zu verkleiden. Bei starkem Frost ist es außerdem erforderlich, die Wasser¬ messeranlagen und die Innenleitung mit frostschützendem Isoliermaterial genügend zu versehen. Gegebenenfalls muß eine Erwärmung der betreffenden Räume stattfinden. Zur Nachtzeit empfiehlt sich auch ein Absperren und Entleeren der Wasserleitung an dem nach dem Wassermesser eingebauten Haupthahn, der mit Entleerungshähnchen versehen sein muß. Beim Fehlen eines solchen ist dessen Einbau dringend erforder¬ lich, da ein Abstellen vor dem Wassermesser nur vom Wasser¬ werk selbst oder in dringenden Fällen von einem Privat¬ installateur vorgenommen werden darf. Eingefrorene Wasserleitungen sind sofort von einem zuver¬ lässigen Installateur aufzutauen und die Ursache des Erfrie¬ rens durch besseren Schutz zu beseitigen. Ist ein Wassermesser eingefroren, so benachrichtige man sofort die Südhessische Gas und Wasser AG. Darmstadt (Tel. 982). 2. Wasserableitungen Besondere Aufmerksamkeit ist hier den Klosetts zuzuwenden, da die mit Wasser gefüllten Syphonrohre und Spülkästen leicht einfrieren können. Bei Frostwetter sind daher die Aborträume nach außen möglichst geschlossen zu halten. Die Spülkästen sollen nach jeder Benutzung des Klosetts unter Abstellung des Wasserzulaufs vollständig entleert werden. Häufiges Eingießen warmer Abwässer aus der Haushaltung in die Klosetts verhindert die Eisbildung an den Syphonrohren. Südhessische Gas und Wasser AG. Anmeldung der Vorkonfirmanden In der evangelischen Gesamtgemeinde Darmstadt Für die Konfirmationen des Jahres 1952 soll die Verfügung der Kirchenleitung maßgebend sein, nach der die Entlassung aus der Volksschule und die Feier der Konfirmation wieder zusammen¬ fallen. Deshalb bitten wir, zum Vorkonfirmandenunterricht jetzt diejenigen Kinder aus den Volksschulen anzumelden, die voraus¬ sichtlich 1952 aus der Schule entlassen werden. Außerdem die¬ jenigen Schüler und Schülerinneh der höheren Schulen, die vor dem 1. Oktober 1938 geboren sind. Die Vorkonfirmanden sind bei dem jeweils zuständigen Gemeindepfarrer anzumelden. Mitzu¬ bringen sind: Taufschein oder Familienstammbuch, sehr er¬ yÄn.scht.lst.lie Anwesenheit der Eltern. Die Meldung erfolgt am Mittwoch, 18. Oktober, von 17—1» Uhr, und zwar für die Johannisgemeinde im Gemeindehaus, Kahlertstraße 24 Martinsgemeinde im Martinsstift, Müllerstraße 28 Michaelsgemeinde im Gemeindehaus, Liebfrauenstraße 6 Matthäusgemeinde im Kindergarten der Matthäuskirche Helm¬ stättenweg Paulusgemeinde im Gemeindehaus, Ohlystraße 53 Petrusgemeinde im Kindergarten, Bessunger Str. 80, Hinterbau Stadtkirchengemeinde in der Sakristei der Stadtkirche’ Paul-Gerhardt-Gemeinde !m Paul-Gerhardt-Haus. Damaschkeplatz 2 Weiß, Pfarrer

Wer? Verstopfung, Darmträgheit, unreines Blut, unreine Haut beseitigen und den inneren Menschen gründlich reinigen will, der nehme das Heilwasser. das man sich selbst bereitet aus Dr. Schieffers Stoffwechselsalz Glas 1.40, Doppelpackung 2.20 QM Erh. in Apotheken und Drogerien

| PHOtÖ- HAUSCHILDT |

125 und 250 ccm RATENZAHLUNG Sofort lieferbar! Alexanderstraße 6 ■ Fernsprecher 810

Donnerstag, den 19. 0kt.1950,19.30 Uhr (^-VORTRAG W iederholung Hefeteig aü^ mm Ad J in unserem neuen Verkaufsraum LUISENPLATZ 4 Eintrittskarten In unserem Ausstellungsraum Lulsenplalz 4 und beim Pförtner des Gaswerkes frankfurter Str. 100 erhältl. SÜDHESSISCHE GAS U. WASSER A.-G., DARMSTADT

~ Ist es, wenn Sie sich noch an den riesen- «>■ L haften Gewinnaus- ä Schüttungen der B 18 Millionen DM bei der „Süddeutschen Klassenlotterie“ beteiligen wollen. Neubeginn: Mittwoch, den 18. Oktober Durch Einschaltung der Zwischenklassen wesentlich ver¬ besserter Gewinnplan Alle 14 Tage Ziehung bei nur einmaliger monatl. Erneuerung 90000 Gewinne, darunter Höchstgewinn: */» Million Hauptgewinne: IX3OO 000 DM 5 X 50000 DM IX2OOOOO DM 8 X 30000 DM 6XIOO 000 DM 10 X 25 000 DM Kg] Lospreis ,/s 1/4 1/1 ' 1/1 Los Mi je Klasse DM 3,— 6,— 12,— 24,— ohne Zwischenklasse gSS DM 4,— 8,— 16,— 32,— mit Zwischenklasse bei den Staatlichen Lotterie-Einnahmen in Darmstadt Külp Willenbücher Bessunger Straße 41 „ x „ (ab Nov.: Schulstr. 11) Emst-Ludwigs-Straße 21 Jeder zweite Lot gewinnt i gfljH

Die Fundgrube 1111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111

Zuverl. Frau ad. Mädchen von 10-15 Uhr ges. Angeb. unt. DT 929 an die Geschäftsst. Haushilfe zu älterem Ehepaar Mitte Stadt vormitt. ü. bei ev. Krank¬ heitsfall auch bereit ist einige Nacht¬ stunden auszuhelfen gesucht. Separates Zimmer zum Ruhen vorhanden. Angeb. unter DT 939 an d. Geschäftsstelle. ^mtetge^cheJ Größere Wohnung ca. 5 Zimmer in gut. Gegend in od. Nähe Darmstadt, baldigst gesucht. Aiigeb. u. DT 946 an die Ge¬ schäftsstelle. Eilt! Gesucht möbl. Zim¬ mer, auch in höher. Preislage. Angebote 1 unter DT 954 an die

Wohn¬ baracke zu verkaufen. Anfr. unter DT 955 an die Geschäftsstelle. I GESCHÄFTS- | RÄCME | Lebens- mittel- geschäft oder ähnliches mit Wohnung, evtl. Ge¬ schäftshaus zu kauf, oder zu pachten ges Off. unter DT 940 an die Geschäftsst. Gewerbe¬ raum (Laden), 20-25 qm groß zu miet. ges. Angebote u. DT 947 an die Geschäftsst. Suche Raum z. Unterstellen von Möbeln. Eilzuschrift unter DT 951 an d Geschäftsstelle. Geschäftsstelle. 1

I—1“ ■■ I ANKÄUFE | Metalle, Eisen kauft zu höchsten Tagespreisen. Fuchs u. Herzog, Darmstadt, Karlstraße 72 ^^ERKÄUP^J Einkeller- Kartoffeln liefert frei Haus nach Probe. Müller - Karlshof Telefon 918 Schreib¬ maschine gebraucht, preiswert Luti, Rheinstr. 22. Badeofen zu verkaufen. Darm¬ stadt-Eberstadt, Darmst. Str, 218 II Kreissäge eisernes Gestell mit Motor, preiswert zu verkaufen. Angebote unter DT 952 an die 1 Geschäftsstelle,

Gebrauchte, guterh. Kleider¬ schränke u. viede and. Klein¬ möbel wie Wäsche¬ schränke, Küchen, Tische, Stühle usw. finden Sie zu niedr. Preisen bei Hellmut Bartsch An- und Verkäufe aller Art Elisabethen-, Ecke- Neckarstraße. |VU«SCHIEDENE^ Witwe mit Rente sucht zur gemein«. Haushalt¬ führung ebensolche alleinsteh. Dame m Wohnung. Angeb. u DT 950 an die Ge¬ schäftsstelle. Klavier (Seiler) zu vermiet, monatlich 10 DM Gardistenstr. 7 pt.

|EMPFEHLUNCENI Topf- Pflanzen Schnitt¬ blumen Trauer- Kränze u. sonst Bindereien stets in reicher Aus¬ wahl. Gärtnerei L. Kuhn. Hochstr. 20/ 24. Ruf 2030. Auserlesene Modelle in Dreirräder Puppen- und Kinderwagen finden Sie zu sehr günstig. Preisen im großen Fachgeschäft Dietrich, Kapellplatz Schlafanzüge Hemden und Blusen SPORT-REITZ Grafenstraße 22.

Pelze Umarbeitung Reparaturen Neuanfertigung fachgemäß bei niedrigsten Preisen* Lippke, Arheilger Str. 51 I.

Fahrräder V» Anzahlung. 5,- DM wöchentlich. Güttlng,Schuchardstr.

Eissaion „Venezia" Wiedereröffnung Heute Dienstag, den 17. Oktoberl9so Meinen werfen Gästen zur Kenntnis, dafj ich bei meinem Eissalon „Venezia" den italienischen Expressokaifee und Konditorei führe. Cost. Favretto, Ernst-Ludwigs-Strafje 7

Fahrrad- Beleuchtung Taschenlampen -Bat¬ terien. Fahrrad-Hahn Schloßgartenplatz Nülb maschinell V, Anzahlung. 12 Monatsraten. GUtting, Schuchardstr. Badeanstalt im Haupt¬ bahnhof Beachten Sie bitte den Volksbadetag mittwochs. Preis¬ ermäßigung f. jeder¬ mann. NSU- Motorröder Quick u. Fox kurz¬ fristig lieferbar NSU-Motorrad- Alleinvertretung: Dönges & Wiest oHG. 4 Darmstadt Heinrichstraße 52 |vEßL^^EnjN^| Am 4. Oktober Armbanduhr zwischen Darmstadt und Groß-Gerau ver¬ loren. Abzugeben geg. Belohnung. An. geböte unt. DT 949 an die Geschäftsst.

! Achenbach - Garagen S Schoppen, Kallen, ) Fahrradständer ( P I fIwIX I feuersicher und ) j | AjAI | zerlegbar, aus X verz. Stahlblech / Gebr. Achenbach, GmbH. ) (21b) Weidenau'Sieg, Postfach 143 ) Gummi-Gewebe-Treibriemen Preisliste kostenlos Hubert Lauter, (16) Fulda • KUPFER • MESSING« Biel — Akku-Blel — Zinn — Zink kaufen wir laufd. für unser Metallwerk. Preisliste in unseren Geschäftsräumen. Ing. Wilh. Hllsenbeck, Darmstadt Bleichstraße 46 Wer sucht Geld, Betriebs¬ kapital, Kaufgelder? Anfragen u. DT 759 Darmst. Tagblatt.

ORANGERIE Heute, 19.30 Uhr (Miete W/l) DIE CSARDASFURSTIN

I^^^spiegeT

U H I U H MASKERADE mit Paula Wessely, Adolf Wohlbrück, • Peter Petersen, Hans Moser u.a. Eine Kostbarkeit des deutschen Films — heute wie damals ein Erlebnis! Ruf 33 73 Anfang: 13.45 - 16.00 - 18.15 - 20.30 Vorverkauf ab 11 Uhr IHAIIA traumulus 111 ALI M mit Emil lannings, Hannes Stelzer, Hilde -- Weissner, Herbert Hübner, Hilde v. Stolz ® und Harald Paulsen Das große Vermächtnis eines unvergeßlichen Künstlers! Ruf tlOß Anfang: 14.00 - 16.00 - 18.15 - 20.30 T J 3 9U Vorverkauf ab 11 Uhr RFI Iß A Der Kroßen Nachfrage wegen geben wir L L I V M Ihnen bis einschließlich Donnerstag noch- ©mals Gelegenheit zum Besuch des unver¬ gleichlichen Meisterwerks der dritte mann Ruf 395 Täglich 13.45 - 16.00 - 18.15 - 20.30 Uhr PAI ACT den m'* Tempo, Spannung und ■ HLMJI kräftigem Humor geladenen Kriminalfilm • Es geht um 50 000 Dollar Atemberaubende Jagd auf Bankräuber. Eine Frau ist klüger als Bankräuber und Polizeiaufgebot Ruf 22 40 13 45 . 16 00 _ 18 15 _ 20 30 uhf A M ( A Des 9roßen Erfolges wegen verlängert ISSflJti bis Mittwoch Der Pfarrer von Kirchfeld Nach dem Roman von Ludwig Anzengruber. _ __. __ Ein Film, den Sie sehen müssen! Ruf 31 79 , , Anfang: 14.00 - 16.00 - 18.15 - 20.30 SCALA Dienstag bis Donnerstag • DER GROSSE SCHATTEN mit HEINRICH GEORGE EbOTStadt Anfang 20.15 Uhr