Bundesregierung appelliert an die Bewohner der Ostzone
Bonn, 12. Oktober, (dpa) Drei Tage vor den Wahlen in der Sowjetzonen-Republik betonten die Bundesregierung und der Bundestagsausschuß für gesamtdeutsche Fragen in einem Appell an die Bevölkerung der Sowjetzone noch einmal, daß sie die Wahlen vom 15. Oktober für null und nichtig erklären.
Alle rechtlichen und politischen Schlußfolgerungen, die die kommunistischen Machthaber aus dem schon vorher festgelegten Ergebnis der Scheinwahlen zögen, würden nicht anerkannt. Bundesregierung und Bundestagsausschuß versichern, daß die Bundesrepublik und die ganze freie Welt niemals nachlassen werden, bis das ganze deutsche Volk frei in allgemeiner, gleicher, geheimer und direkter Wahl in allen Besatzungsgebieten Abgeordnete für ein gesamtdeutsches Parlament wählen kann und ganz Deutschland wieder vereinigt wird. „Seid gewiß, daß dieser Tag näher ist, als eure kommunistischen Machthaber es wahrhaben wollen.“
Die Bundesregierung sagt in ihrem Appell, daß die Bewohner der Sowjetzone unter dem Druck des Terrors nur versuchen können, ihre Ablehnung durch Fernbleiben von der Wahl, durch ein „Nein“ auf dem Stimmzettel oder durch Ungültigmachen des Stimmzettels zu äußern. Diese Gegenstimmen könnten von den kommunistischen Machthabern nicht aus der Welt geschafft werden. Sie würden den Zwingherren erneut beweisen, wie sehr ihre Herrschaft von der Bevölkerung der Sowjetzone abgelehnt wird.
Vor die Vereinten Nationen
Der Bundestagsausschuß für gesamtdeutsche Fragen erinnert daran, daß das mit erpreßten Unterschriften erzielte Abstimmungsergebnis den kommunistischen Gewalthabern als Vorwand für die völlige Knebelung der Bevölkerung der Sowjetzone und für Gewalttaten der kommunistischen „Nationalen Front“ im übrigen Deutschland dienen soll. „Dieses Betrugsmanöver ist vor aller Welt bloßgestellt. Die kommunistischen Erpresser und Betrüger werden eines Tages zur Rechenschaft gezogen werden. Der Deutsche Bundestag und die Regierung der Bundesrepublik Deutschland werden der Organisation der Vereinten Nationen das Beweismaterial über den verbrecherischen Mißbrauch unterbreiten.“
Die Bevölkerung der Sowjetzone wird aufgerufen, sich nicht zu Unbesonnenheiten provozieren zu lassen. „Die ganze Welt kennt eure Not und eure aufrechte Gesinnung. Ihr braucht sie nicht zu beweisen, indem ihr bei der Abstimmung Gefahren eingeht, deren politische Erfolge in keinem Verhältnis zum Risiko stehen.“
Dr. Ghlers vorgeschlagen
zum Bundestagspräsidenten
Bonn, 12. Oktober, (dpa) Die Bundestagsfraktion der Christlichen Demokraten beschloß mit Mehrheit, Dr. Hermann Ehlers für das Amt des Bundestagspräsidenten vorzuschlagen.
Die Verhandlungen der Beamten
über Teuerungszulagen
Köln, 12. Oktober, (dpa) Die Besprechungen des Deutschen Beamtenbundes mit der Bundesregierung über eine Teuerungszulage sollen Anfang nächster Woche abgeschlossen werden. Der Beamtenbund hat seine Landesverbände aufgefordert, mit den Länderregierungen in gleicher Weise zu verhandeln.
Der Beamtenbund begründet seine Forderung damit, daß die Beamtengehälter seit 1927 fast unverändert geblieben seien, während die Lebenshaltungskosten seitdem um mehr als fünfzig Prozent gestiegen seien.
Wasserstraßenstreik beendet
Bonn, 12. Oktober, (dpa) Die Bundesregierung einerseits und die Gewerkschaft Oeffentliche Dienste, Transport und Verkehr und die deutsche Angestelltengewerkschaft andererseits schlossen am Donnerstag einen Tarifvertrag, der eine befristete Zulage von monatlich 20 Mark für die Angestellten und stündlich neun Pfennig für die Arbeiter vorsieht. Damit ist der Streik der Arbeiter und Angestellten bei der Wasserstraßenverwaltung beendet. Sie werden Freitag früh ihre Arbeit wieder aufnehmen.
Polizeiinteressen beim Bund?
Bonn, 12. Oktober, (dpa) Im Zusammenhang mit der Ernennung des Leiters für innere Sicherheit im Bundesinnenministerium, Ministerialdirektor Hans Egidi, als deutsches Mitglied im gemischten deutschalliierten Sicherheitsausschuß weisen Bonner Regierungsstellen am Donnerstag darauf hin, daß die Polizeiinteressen bei der alliierten Oberkommission trotz der Zuständigkeit der Länder für Polizeifragen durch den Bund vertreten werden.
Entscheidung schon Ende November?
Deutschlands Beteiligung an der Verteidigung des Westens
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Da. Bonn, 12. Oktober. Die grundsätzliche Entscheidung für die militärische Beteiligung Deutschlands an der Verteidigung des Westens wird nach Auffassung gut unterrichteter Bonner Stellen Ende Oktober, spätestens Anfang November im Atlantikrat fallen. Sie dürfte, wie politische Kreise in Bonn erklären, vor allem deshalb beschleunigt werden, weil sie eines der wichtigsten Argumente ist, mit denen Acheson und Marshall im amerikanischen Repräsentantenhaus weitere Rüstungskredite verlangen werden.
Schon jetzt wollen die Amerikaner für diese grundsätzliche Entscheidung außer der Zustimmung der übrigen Atlantikpaktstaaten auch die der Bundesrepublik erhalten. Der Bundeskanzler hat in seiner Rundfunkansprache betont, daß eine solche Zustimmung nicht allein von der Bundesregierung, sondern auch vom Bundestag gegeben werden muß.
In parlamentarischen Kreisen Bonns wird nur eine knappe Bundestagsmehrheit für eine grundsätzliche Zustimmung zu der Frage der militärischen Beteiligung Deutschlands erwartet. Dabei wird betont, daß sich Dr. Schumacher im Gegensatz zu Dr. Heinemann bereits für eine deutsche Beteiligung ausgesprochen habe, sobald die Besatzungstruppen in einem derartigen Umfange verstärkt seien, daß der Beitrag mit Aussicht auf Erfolg geleistet werden könne.
Die Verstärkung der Besatzungstruppen laufe aber erst an und der Bundestag werde infolge inneramerikanischer Ueberlegungen vor die Notwendigkeit gestellt sein, schon vor dem Abschluß der alliierten Truppenverstärkungen zur Frage der deutschen Beteiligung Stellung zu nehmen. Unter diesen Umständen halte man es für sehr wahrscheinlich, daß die Sozialdemokratie mit nein stimmen werde.
Kirenen heulten in West-Berlin
Protestkundgebung gegen die östliche Willkür
Berlin, 12. Oktober, (dpa) Ganz West-Berlin demonstrierte am Donnerstagmittag für die Freiheit und gegen die Willkür im sowjetischen Besatzungsgebiet. Von allen Fabrikgebäuden West-Berlins heulten um zwölf Uhr die Sirenen, die Verkehrsampeln wurden auf Gelb geschaltet, der Verkehr in allen Straßen ruhte und in den Büros und Fabriken legten die Menschen die Arbeit zwei Minuten nieder.
Gleichzeitig unterbrach das Berliner Stadtparlament seine Sitzung und forderte noch einmal freie Wahlen in ganz Berlin und freie Wahlen in ganz Deutschland. Dabei stützte sich Berlins rechtmäßige parlamentarische Vertretung im Schöneberger Rathaus auf das Ergebnis der Volksbefragung über freie Wahlen, zu der West-Berlin die wahlberechtigten Einwohner Ost-Berlins aufgerufen hatte.
390 000 von rund 800 000 Wahlberechtigten Ost-Berlinern haben sich für die freien Wahlen in ganz Berlin ausgesprochen, teilte Oberbürgermeister Ernst Reuter den Stadtverordeten mit. Sie haben, wie es ihnen vorgeschlagen war, die Stammabschnitte ihrer September- Lebensmittelkarten als Zeichen ihrer Zustimmung an das Schöneberger Rathaus geschickt. Außerdem gingen noch rund 50 000 Lebensmittelkarten von Einwohnern aus der Sowjetzone ein, die zu der Volksbefragung nicht aufgerufen waren.
Oberbürgermeister Reuter versicherte, daß Berlin aus dieser Abstimmung eine Lehre ziehen werde. Das Ergebnis der Volksbefragung werde der „anderen Seite“ die Sprache verschlagen.
Dr. Suhr folgerte aus dem Ergebnis der Volksbefragung, daß das gewählte Berliner Stadtparlament auch das Recht habe, für das sowjetische Besatzungsgebiet zu sprechen. Sollten die Machthaber dort, sagte er, das Verlangen der Ost-Berliner nach freien Wahlen mißachten, dann würden die West-Berliner Parteien Kandidaten aus dem Osten auf ihre Wahllisten zum 3. Dezember setzen.
Vizekanzler Franz Blücher und Bundesfinanzminister Fritz Schäffer wohnten der Sitzung des Berliner Stadtparlaments bei.
Das größte Flugboot der britischen Luftstreitkräfte, die Sunderland „C“, wurde mit der Aufgabe betraut, zusammen mit anderen Flugzeugen der UN-Streitkräfte die koreanische Küste am Gelben Meer zu kontrollieren. Das Bild zeigt die Sunderland beim Start in den koreanischen Gewässern. Foto: dpa
Schnelle „Ginigung“ mit Tibet?
Kalimpong (Indien), 12. Oktober, (dpa) Eine dreiköpfige tibetanische Mission wird in nächster Zeit nach Peking reisen, um mit der chinesischen Regierung über die Zukunft Tibets zu verhandeln. Aus gut unterrichteter Quelle verlautet, daß man mit der schnellen Unterzeichnung eines Abkommens zwischen der Volksrepublik China und Tibet rechnet. Ein chinesischer Diplomat wird wahrscheinlich bald die Vertretung der Volksrepublik in der tibetanischen Hauptstadt Lhasa übernehmen.
Washington einverstanden
Die Fünf-Mächte-Besprechungen
Lake Success, 12. Oktober, (dpa/AP.) Die Vereinigten Staaten haben sich im Prinzip mit einem sowjetischen Vorschlag einverstanden erklärt, der Fünf- Mächte-Besprechungen zur Erhaltung des Friedens und eine Beschleunigung der Arbeit des Sicherheitsrates zur Aufstellung einer internationalen Polizeitruppe vorsieht.
Visa-Ausgabe gesperrt
Washington, 12. Oktober. (AP.) Die Konsulate der Vereinigten Staaten in aller Welt sind am Mittwoch telegraphisch angewiesen worden, vorläufig keine Einreisevisa für die Vereinigten Staaten an Ausländer auszugeben.
Die Sprache verschlagen
*** Als Gegenprobe auf das bereits festliegende Ergebnis der Terrorwahlen, die am kommenden Sonntag in der Sowjetzone stattflnden, war die Bevölkerung des Sowjetsektors von Berlin zu einer Volksabstimmung aufgerufen worden. Ungeachtet aller Bemühungen der Ostzonen-Funktionäre haben mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten von Ost-Berlin sich gegen den kommunistischen Terror und für freie, demokratische Wahlen in ganz Berlin ausgesprochen. Die Ost-Berliner haben die mit dem Einsenden ihrer Stammabschnitte verbundenen wirtschaftlichen und politischen Gefahren geringer eingeschätzt als die Notwendigkeit einer W illenskundgebung.
Das überwältigende Ergebnis hat, wie Oberbürgermeister Reuter erklären konnte, der anderen Seite die Sprache verschlagen und den Bewohnern der Sowjetzone neuen Mut und neue Hoffnung gegeben. Die West-Berliner wollen in ihren Bemühungen nicht nachlassen, bis alle Sektoren der Stadt sich im Rathaus wieder einheitlich zusammenflnden können. Solange dies noch nicht der Fall ist, werden die West-Berliner Parteien Kandidaten aus dem Ostsektor aufstellen und ihnen im neuen Abgeordnetenhaus einen Ehrenplatz zuweisen. So wird die Gemeinsamkeit der vier Sektoren und der einmütige Wille ihrer Bevölkerung am besten dokumentiert sein.
Es ist sehr bedauerlich, daß es in dem Augenblick so wichtiger Entscheidungen in Berlin und in der Sowjetzone auch den Bewohnern der Bundesrepublik aus einem anderen Grunde die Sprache verschlägt. Vorgestern hat nämlich der Bundeskanzler nachdrücklich erklärt, es bestünden keine Abmachungen mit den Westmächten über eine deutsche Remilitarisierung. Gestern versicherte der aus dem Kabinett ausgeschiedene Innenminister Dr. Heinemann, es sei doch der Fall, daß Dr. Adenauer den Oberkommissaren die Beteiligung Westdeutschlands an einer europäischen Armee durch die Gestellung von Truppeneinheiten angeboten habe. Hier steht Aussage gegen Aussage. Es wird dringend notwendig sein, das besagte Memorandum zu veröffentlichen, dessen genauen Inhalt, nach den Aeußerungen Heinemanns, bisher nur der Bundeskanzler und die Westmächte kennen. Vertrauen ist ein zu wertvolles Kapital, als daß es durch zweideutige Angaben vergeudet werden dürfte.
Kommunalverband - aufgeschoben
Von Fritz WalterWie den Lesern des „Darmstädter Tagblatts“ durch den Bericht in der gestrigen Ausgabe bekaijntgeworden ist, haben die Vertreter des Stadt- und Landkreises des Regierungsbezirks Darmstadt sich bei den entscheidenden Beratungen am Mittwoch nicht einigen können. Die oberhessischen Kreise sind zwar nicht grundsätzlich gegen die Errichtung eines Kommunalverbandes für den Regierungsbezirk Wiesbaden, aber sie scheinen durch die Beflissenheit, mit der die Angelegenheit aus der Mitte der südhessischen Kreise betrieben wurde, irgendwie argwöhnisch und stutzig geworden zu sein. Sie sind für ein langsameres Tempo und wollen zunächst einmal das gesamte Für und Wider eingehend überdacht und klargestellt haben.
Die südhessischen Kreise, dadurch in die Defensive gedrängt, äußern soziale Bedenken und wollen die Sache weiterstudieren. Sie halten zwar an ihrer Idee fest, können aber vorläufig nicht durchdringen und erkennen diesen Sachverhalt an. Ergebnis: Ej bleibt also einstweilen alles beim alten.
„Zwar — aber...“
Die Frage: „Kommunalverband oder nicht?“ hat bisher keine große Aufregung oder Anteilnahme hervorgerufen, zum mindesten nicht beim „Mann auf der Straße“, also beim Durchschnitt der Bürgerschaft. Das ist auch berechtigt; denn es ist nicht erforderlich, daß man sich deswegen erhitzt oder sich miteinander verfeindet.
Es sind Gründe vorhanden, die für die Errichtung eines solchen Verbandes sprechen und stichhaltig sind — es sind andere Gründe vorhanden, die dafür zu sprechen scheinen, die aber bei sachlicher Nachprüfung zerbröckeln, und es gibt schließlich 'auch Gründe, die dagegen sprechen. Diese Dreifaltigkeit ist keine Dreieinigkeit. Man kann den oberhessischen Kreisen nicht unrecht geben, wenn sie dafür sind, daß das ganze Projekt bedachtsam und gewissermaßen durchgerechnet wird.
Soweit es im (notgedrungen äußerst beengten) Raum eines Zeitungsartikels geschehen kann, deshalb einige gedrängte Hinweise. Sicherlich und unbestritten: Der Kommunalverband Wiesbaden arbeitet ausgezeichnet, so ziemlich auf allen Sektoren, nicht zuletzt auf dem Gebiete der öffentlichen Fürsorge. Er gilt auf manchen Gebieten als vorbildlich und wird auch in Fachkreisen demgemäß eingeschätzt. Aber das ist zunächst nicht die bloße Folge seines Vorhandenseins. Beide nassauischen Kommunalverbände, Wiesbaden sowenig wie Kassel, sind „Exportartikel“; was sie für ihre Bereiche leisten, das läßt sich nicht durch eine äußerlich gleichartige Gründung anderswohin übertragen.
Ein Hinweis: Manches, was in den beiden nassauischen Bezirks- oder Kommunalverbänden sich heute noch unverhältnismäßig stattlich und vortrefflich ausnimmt: Gebäude, Anstalten, Einrichtungen — geht man ihm auf den Grund, dann stammt es aus der Zeit her, als Bismarck, ebenso wohlweislich wie schlau, den Staatsschatz der Nassauer beließ, wo er war. Die Kommunalverbände der nassauischen Lande waren gewissenhafte Verwalter gewesen und hatten mit den Einkünften aus diesem Schatz bedachtsam gewirtschaftet, indem sie an die Ärmsten der Armen dachten.
Ebenso war es in den ganzen Jahrzehnten seit 1867.
Nur jedoch...
Um auch für Südhessen-Starkenburg Anstalten und Einrichtungen zur Verfügung zu stellen, ähnlich stattlich und situiert wie im Nassauischen, müßte Minister Hilpert Millionen zur Verfügung stellen, die er nicht besitzt und die Gesamthessen nicht aufbringen kann.
Nassau-Hessen ist in mancher oder vielleicht vieler Hinsicht zu beneiden. Aber um es ihm in Südhessen gleichzutun, ist die bloße Errichtung eines Kommunalverbandes kein ausreichendes Mittel.
Einerseits — andererseits
Es stimmt natürlich, wenn die Verfechter der Kommunalverbands-Idee darauf hinweisen, daß im Kommunalverband Wiesbaden ein — vom Standpunkt der Selbstverwaltung abgesehen — schöneres, wirksameres und betriebsameres Leben herrscht. Und das liegt tatsächlich daran, daß hier die kommunale Selbstverwaltung sich bestmöglich auswirken kann. Aber es stimmt natürlich nicht und in keiner Weise, daß infolge des bloßen Vorhandenseins dieses Kommunalverbandes der Regierungsbezirk Wiesbaden gegenüber dem hessischen Süden namhaft im Vorteil sei und — was bei den Diskussionen, in denen gewöhnlich die ahnungsosen Laien den wenigen Fachleuten gegenübersitzen, ins Treffen geführt wird — der Verband „Wiesbaden“ aus staatlichen Mitteln weit höhere Zuwendungen erhalte, weil er „nun einmal an der Quelle sitze“.
Wahr ist etwas ganz anderes: Wahr ist, das im Bezirk des Kommunalverbandes die Aufwendungen für die Kommunalarbeit auf der höheren Stufe (Anstalten, Wasser- und Straßenbau und dergleichen) letztiglich aus derselben Quelle fließen wie im Südhessischen — nur, daß sie hier über staatliche, dort über kommunale Organisationen verausgabt werden.
Immerhin, damit haben die Südhessen völlig recht, paßt das System „Wiesbaden“ wesentlich und grundsätzlich besser in unsere demokratische Zeit
Mit der personellen Frage, mit der Frage also, wer an der Spitze dieses Kommunalverbandes für Südhessen stehen soll, welcher Landeshauptmann, welches Gremium von Landesräten und Landesverwaltungsräten, und welcher Partei sie entnommen werden sollen, wer hier obsiegen soll: die SPD oder die CDU, diese Nebensächlichkeit hat mit der eigentlichen und wesentlichen Frage, um die es sich hier handelt, absolut nichts zu tun. Weder im Interesse des Staates und des Hessenlandes, vor allem aber nicht im Interesse der Demokratie, dem der denkbar miserabelste Dienst erwiesen würde, wollte man diese Frage von diesem Froschteich aus beurteilen.
Es will uns scheinen, als sei die Konferenz in Darmstadt, die über die Frage: „Kommunalverband — oder nicht?“ zu entscheiden hatte, nur deshalb mißglückt, weil sie sechs Wochen vor den hessischen Wahlen stattgefunden hat.
„Habe ich unrecht geredet, so beweise es. Habe ich aber recht geredet, warum schlägst du mich?“
Südweststaatkonferenz
Wildbad, 12. Oktober. (AP.) Die Regierungschefs der drei südwestdeutschen Länder sind am Donnerstagnachmittag zu einer Konferenz über die Südweststaatfrage zusammengetreten.
Noch kein Schlußstrich?
Da. Es bedeutet keine Herabsetzung des neuen Bundesinnenministers, dessen charakterliche und fachliche Eignung unbestritten ist, wenn man sich gegen den Einwand sträubt, der gegen einen zwar jungen, aber aussichtsreichen Bewerber gemacht worden ist. Zur gleichen Zeit nämlich, wo sich der Bundestag entschließt, das leidige Kapitel der Entnazifizierung einheitlich und endgültig zum Abschluß zu bringen, weil es eben nicht angeht, die Aufspaltung des deutschen Volkes weiterhin aufrechtzuerhalten, wird ein Politiker nur deshalb noch als ungeeignet für einen Ministerposten betrachtet, weil er mit 26 Jahren in die NSDAP eingetreten war. Man betrachtet es nicht als ausreichende Rehabilitierung, daß dieser 37er Parteigenosse im Jahre 1941 den wirklich seltenen Mut aufbrachte, den Eintritt in die NSDAP durch offiziellen Austritt wettzumachen.
Ernsthaft wird von niemand bestritten, daß ein solcher Politiker ein nicht gerade gewöhnliches Format bewiesen hat und daß die Schlußabrechnung über seine Vergangenheit mit einem erheblichen Ueberschuß für ihn endet. Aber die Sorge, was politische Gegner sagen könnten und welchen Strick sie der Regierung aus einer solchen Ernennung drehen würden, hat davon abgehalten, das Ergebnis der Schlußabrechnung bei der Ministerauslese anzuerkennen. Das ist ein Vorgang, der in der deutschen Oeffentlichkeit nicht unbeachtet bleiben kann. Er beruht auf Vorurteilen und Furchtsamkeit, und er läßt die Ernsthaftigkeit, mit der man in Bonn jetzt einen Schlußstrich unter die Vergangenheit ziehen will, in recht erhebliche Zweifel geraten. Man sollte dem Volk den inneren Frieden nicht nur versprechen, sondern auch den Mut haben, ihn zu verwirklichen, wo immer es einwandfrei erwiesen ist, daß es sich um die Ausschaltung weder eines Aktivisten noch etwa eines Kriminellen handeln würde.
Wenig Hoffnung für Nordkorea
Neuyork, 12. Oktober, (dpa) Oberst Alfred Katzin, der als persönlicher Vertreter des Generalsekretärs der Vereinten Nationen Trygve Lie mehrere Monate in Korea war, erklärte in Neuyork, die Nordkoreaner seien nur noch zu geringem Widerstand fähig, falls sie nicht noch unerwartet Unterstützung bekommen sollten. Es sei möglich, daß einige nordkoreanische Verbände in die Mandschurei fliehen könnten. Mit größerer Partisanentätigkeit sei nicht zu rechnen.
Zurücknahme der Front
Die Franzosen in Indochina
Saigon, 12. Oktober. (AP.) Vorgeschobene Abteilungen der französischen Kolonialarmee in Indochina haben am Donnerstag die erst vor kurzem eroberte Stadt Thai-Nguyen kampflos aufgegeben und ziehen sich auf vorbereitete Verteidigungsstellungen 25 km südlich der Stadt zurück.
Noch am Mittwoch war aus Saigon berichtet worden, daß Thai-Nguyen, das nach 12tägiger Offensive von den Franzosen genommen worden war, zum Hauptstützpunkt der französischen Verteidigung vor dem Delta des Roten Flusses ausgebaut werden sollte. Die in französischer Hand verbliebenen Forts an der chinesischen Grenze stehen jetzt praktisch auf verlorenem Posten. Die an der Zahl überlegenen und gut ausgerüsteten Vietminh haben die Initiative und können jederzeit gegen ein beliebiges Ziel losschlagen.
Der Generalrat der internationalen Flüchtlingsorganisation (IRO) hat beschlossen, die Tätigkeit der Organisation um weitere fünfzehn Monate zu verlängern.
Die Zahl der deutschen Arbeiter in Frankreich ist von mehr als Hunderttausend auf 55 000 abgesunken.
Heinemann bleibt bei seinen Behauptungen
Der ehemalige Innenminister über die Gründe seines Rücktritts
Bonn, 12. Oktober. (AP.) Der zurückgetretene Bundesinnenminister Dr. Dr. Gustav Heinemann hat dem Nachrichtendienst „Dimitag“ am Donnerstag in einem Interview die Gründe seines Rücktritts bekanntgegeben.
Selbstverständlich sei die Frage der „Wiederaufrüstung“, wenn man die Teilnahme Deutschlands an einer europäischen Verteidigungsarmee so nennen wolle, das A und O der Differenzen zwischen ihm und dem Bundeskanzler gewesen, aber nicht die Tatsache als solche, sondern der Weg, der hierzu eingeschlagen worden sei.
Auf die Frage, welchen Weg Heinemann für falsch gehalten habe, antwortete dieser: „Es ist der Bundeskanzler gewesen, der von sich aus in einem Memorandum am 29. August dieses Jahres an die Oberkommissionen die Beteiligung Westdeutschlands an einer europäischen Armee durch Gestellung von Truppeneinheiten angeboten hat. (Der Bundeskanzler bestreitet das. Die Red.) Er hat diesen Schritt getan ohne das Volk, ohne das Parlament und ohne sein Kabinett zu fragen. Bis heute ist selbst dem Kabinett der Inhalt des Memorandums nur bruchstückweise mitgeteilt worden, den genauen Inhalt kennen nur der Bundeskanzler und die Westmächte. Das ist der Grund, weshalb ich mich gegen den Bundeskanzler gestellt habe und weshalb ich unmittelbar im Zusammenhang damit mein Rücktrittsgesuch einreichte.“
Die fehlende Geschäftsordnung
„Glauben Sie nicht, Herr Minister, daß der Bundeskanzler sein politisches Handeln auf die ihm durch das Grundgesetz fallenden Rechte stützen kann?“
„Selbstverständlich bestimmt nach Artikel 65 des Grundgesetzes der Bundeskanzler die Richtlinien der Politik. Er leitet auch die Geschäfte der Bundesregierung, jedoch im Rahmen einer von der gesamten Bundesregierung beschlossenen und vom Bundespräsidenten genehmigten Geschäftsordnung. Aber diese Geschäftsordnung besteht noch nicht, und meine Pflicht und Aufgabe als Bundesinnenminister war es, sie zu entwerfen, das ist geschehen. Den fertigen Entwurf habe ich vor langen Monaten bereits dem Kabinett zur Verabschiedung vofgelegt, noch heute ist er trotz mehrfacher Erinnerung nicht beraten worden und schlummert im Schreibtisch des Bundeskanzlers.
Sie kennen mich zur Genüge als einen Mann, dem jede autoritäre Regung zuwider ist, und deshalb gerade kann ich sie auch nicht billigen in einer Frage, die für das deutsche Volk von so ungeheurer Tragweite ist, wie die der „Wiederaufrüstung“, selbst wenn es sich nur um wenige Divisionen und nur um eine freiwillige Teilnahme daran handelt.“
Das Angebot deutscher Kontingente
„Glauben Sie denn, Herr Minister, Beweise zu haben, daß tatsächlich die Beteiligung deutscher Kontingente an einer europäischen Streitmacht vom Bundeskanzler den Westmächten angeboten worden ist?“
„Bitte, lesen Sie genau den Wortlaut der in Neuyork nach Abschluß der Außenministerkonferenz am 19. September veröffentlichten Verlautbarung, in der es heißt, daß deutsche Stimmen die Beteiligung befürwortet hätten. Erinnern Sie sich des Interviews des Bundeskanzlers, das dieser der „New York Times“ am 18. August gab, worin er sich für die Schaffung einer westdeutschen Verteidigungsgruppe ausspricht, und beachten Sie, was der französische Oberkommissar Francois-Poncet erst vor kurzem öffentlich sagte, daß namentlich die Bundesregierung zu einer Einbeziehung deutscher Truppenkontingente in die westeuropäische Armee im Prinzip schon ihre Zustimmung gegeben, daß sie aber noch Schwierigkeiten habe, dies der breitesten deutschen Oeffentlichkeit verständlich zu machen.“
Dr. Heinemann verwahrte sich zum Schluß entschieden dagegen, daß seine Haltung irgendwie mit der Person Pastor Niemöllers in Verbindung gebracht wird.
Stimmen „unterderhand“ für Bonn
Weitere Vernehmungen vor dem Untersuchungsausschuß
Bonn, 12. Oktober. (AP.) Der Vorsitzende der Bayernpartei, Josef Baumgartner, erklärte am Donnerstag vor dem Untersuchungsausschuß in Bonn, er habe dem Bundeskanzler niemals angeboten, bei der Hauptstadtwahl einige Stimmen „unterderhand“ für Bonn zu besorgen. „Ich wäre nicht mehr Dr, Baumgartner, wäre ich nur einmal für Bonn eingetreten“, sagte der Bayernpartei-Vorsitzende.
Seine Erkärung steht jedoch im Widerspruch zu übereinstimmenden Aussagen Donhausers und des Fraktionsvorsitzenden Seelos, hach denen Baumgartner dem Kanzler das erwähnte Angebot kurz vor der Hauptstadtabstimmung gemacht habe.
Baumgartner erklärte weiter, daß er auf die Aeußerung von Finanzminister Schäffer in dessen Rede vom 12. Februar, die Hälfte der Bayemparteifraktion habe für Bonn gestimmt, schriftlich eine ehrenwörtliche Erklärung aller Mitglieder seiner Fraktion über ihre Stimmenabgabe in der Hauptstadtwahl verlangt habe. Damit habe er Schäffer der Unwahrheit überführen wollen. Von 17 Abgeordneten hätten jedoch neun diese Erklärung nicht abgegeben, da „Donhauser sie aufhetzte, um die Fraktion zu sprengen“.
Der Abgeordnete Conrad Fink, Bayernpartei, sagte als Zeuge aus, Donhauser habe ihn „kurz vor der Hauptstadtwahl“ gefragt, ob er wisse, „daß es Geld, 1000 Mark, gibt, wenn man für Bonn stimmt“. Er habe das nicht als Angebot, sondern als „Mitteilung“ aufgefaßt.
„Ich sagte Donhauser, daß ich meine Stimme nicht für einen noch so hohen Preis verkaufe“, erklärte Fink. Auf die Frage, woher das Geld komme, habe Donhauser geantwortet, es komme „über Schäffer“.
Der Ausschuß wird über eine Zeugenvernehmung des Bundeskanzlers, die von einem Ausschußmiglied vogeschlagen wurde, beraten.
„Nach wie vor dafür“
Amerika zur deutschen Wehr-Beteiligung
Washington, 12. Oktober. (BBC.) Der amerikanische Außenminister Acheson erklärte auf einer Pressekonferenz in Beantwortung von Fragen über die Verteidigung des Westens, die Regierung der Vereinigten Staaten sei nach wie vor dafür, daß Truppeneinheiten der Deutschen Bundesrepublik in eine gemeinsame Streitmacht der Signatarmächte des Nordatlantischen Vertrages eingegliedert werden. Acheson sagte, diese Frage werde Ende dieses Monats von den Verteidigungsministern der am Nordatlantischen Vertrag beteiligten Staaten erneut erörtert werden. Inzwischen werde die Regierung der Vereinigten Staaten mit den Vorbereitungsarbeiten für ihren eigenen Beitrag zur Aufstellung einer solchen Streitmacht fortfahren.
Aufbau einer starken Polizei
Besorgnisse über das Jugendproblem — Das Beamtengesetz
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Da. Bonn, 12. Oktober. Bundesinnenminister Dr. Lehr erklärte nach einer längeren Aussprache mit Dr. Adenauer, daß er alle aufbauwilligen Kräfte heranziehen wolle, da gerade das Innenministerium lebenswichtige Aufgaben zu erfüllen habe.
Als Polizeiminister habe er die Aufgabe, für die Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit zu sorgen, was etwas schwieriger geworden sei als zur Zeit des preußischen Landesrechtes. Im Hinblick auf den augenblicklichen Krisenzustand müsse seine erste Sorge dem Aufbau und Ausbau der Polizei gelten. Er werde beim Einsatz der Polizei nicht
immer Sympathien auslösen, aber es sei nun einmal nicht anders, al sdaß jeder Polizeieinsatz zu bestimmten Zwecken an bestimmten Stellen unsympathisch empfunden werde.
Dr. Lehr erinnerte daran, daß er zu den Vätern des Grundgesetzes gehöre. Er werde als Verfassungsminister alles tun, um dieses Werk zu schützen. Im Hinblick auf die Jugendprobleme sei er als Innenminister auch ein „Wohlfahrtsminister“. Er habe schon als Abgeordneter mit Besorgnis gesehen, daß mehr als 150 000 Jugendliche heimat- und hoffnungslos durchs Land zögen, glaube aber, daß es angesichts des Bedarfs an Arbeitskräften nicht schwer sei, diese Jugendlichen in Arbeit zu bringen. Als vierte, besondere Aufgabe nannte Dr. Lehr die Neuordnung des Beamtenrechts, das endgültig bis Ende des Jahres erlassen werden müsse, und die schnellste Verabschiedung des Gesetzes nach Artikel 131.
Heuss zum Kolumbus -Tag
Hamburg, 12. Oktober, (dpa) Bundespräsident Professor Theodor Heuss erinnerte am Donnerstag, dem Ibero-Amerika-Tag, in einer Rundfunkansprache an die vielfachen seit langem bestehenden Beziehungen Deutschlands mit den lateinamerikanischen Staaten. Er sprach die Hoffnung aus, daß diese bewährten Verbindungen jetzt erneut zustande kommen.
Die deutschen und die südamerikanischen Volkswirtschaften könnten sich sehr gut ergänzen. Deutsche Auswanderer sollten aber bedenken, daß sie Bürger eines fremden Landes würden und daß sie und ihre Kinder in dessen Tradition hineinwachsen. Wer als Gast in Südamerika sei, müsse den Takt aufbringen, sich nicht in die inneren politischen Machtauseinandersetzungen einzumischen. Das seien sie dem Land und auch der Heimat schuldig.
Dr. Adenauer in Goslar
Goslar, 12. Oktober, (dpa) Bundeskanzler Dr. Adenauer wird den Bundesparteitag der Christlich-Demokratischen Union in Goslar am 20. Oktober mit einer programmatischen Rede über Deutschlands Stellung und Aufgabe in der Welt eröffnen.
Stimmen ber Ankeren
Politik oder nicht?
In der „Z e i t“, Nummer 41 vom 12. Oktober, fragt Richard Tüngel, ob eine „deutsche Politik“ möglich sei in Anbetracht unseres ersten deutschen Anliegens, der Wiedervereinigung mit dem Osten. Einige seiner Kernsätze:
„Einen Bürgerkrieg kann man gewinnen oder verlieren. Man kann sich aber nicht auf den Standpunkt stellen, daß man ihn nicht zur Kenntnis nimmt, wenn er einem angeboten wird. ,Nie darf es geschehen, daß Deutsche auf Deutsche schießen1, proklamieren die deutschen Bruderschaften, die militärischen wie die evangelischen. Daß, ganz gleich, was kommt, die Gewaltherrscher der deutschen Sowjetzone jeden Tag bereit sind, auf Deutsche zu schießen, ist dem Eigendünkel der Bruderschaftsführer offenbar entgangen.“
„Nicht die geringste Möglichkeit zeichnet sich ab, daß irgend jemand unter den westlichen Politikern unser erstes deutsches Anliegen, die Wiedervereinigung der Sowjetzone mit der Bundesrepublik, ernsthaft zu seinem eigenen Anliegen machen wi11... Wenn wir... darauf eingehen, dann soll man uns nicht tadeln, wenn wir bei der Verteidigung Europas militärisch und politisch gleichberechtigt sein und nicht als ein entmachtetes Land mit einer Fremdenlegion beteiligt sein wollen. Das sind gewiß keine Bedingungen, die wir stellen, dies ist eine Selbstverständlichkeit. Wenn man der Meinung ist, daß man sie uns nicht gewähren kann, wollen wir getrost so lange warten, bis diese Meinung sich ändert.“
Heinemanns Rücktritt
„Heinemann sprach nicht für alle“, erklärt „Christ und Weit“, Nummer 41 vom 12. Oktober. In besonderer Aufmachung und mit Nachdruck wird erklärt:
„Weil Heinemann den Anschauungen, die in den Briefen Niemöllers zum Ausdruck kamen, entweder viel zu sehr verbunden ist oder sich nicht glaubhaft von ihnen abzusetzen vermochte, mußte der schwelende Konflikt zu einem raschen Ende kommen. Wir bedauern diesen Ausgang aufrichtig — Wir meinen, daß man die Folgen nicht überschätzen darf. Keinesfalls darf man darin einen Rückzug des Protestantismus sehen ... Die politische Haltung der Gruppen um Niemöller scheint auf einer Passivität zu beruhen, die in ihren krassesten Fällen vom Fatalismus bis ziim Defaitismus reicht... Die Tatsache, daß auch der künftige Bundesinnenminister Protestant sein wird, ist nicht einmal so wichtig wie die Tatsache, daß die tatbereite Mitwirkung der evangelischen Christen am Aufbau und an der Sicherung des Staates vom Wechsel im Innenministerium unberührt bleibt.
Evangelischer Landesmännertag
Frankfurt, 12. Oktober. Auf dem Evangelischen Landesmännertag in Frankfurt werden am Sonntag in einer großen Kundgebung um 14.30 Uhr auf dem Messegelände Bischof D. Dr. Dibelius, Berlin, Dr. Dr. Heinemann, Kirchenpräsident D. Niemöller und der Beauftragte des Lutherischen Weltbundes, Professor Dr. Bodensieck, sprechen.
Hölle wo ist Dein Sieg?
ROMAN VON RACHEL FIELDErstabdruck Alle Rechte beim Wolfgang-Krüger-Verlag. Hamburg
36) Wie Schmetterlinge sahen sie aus, mußte sie denken, in ihren duftigen gepunkteten Musselingewändern und den rosa, blauen und braunen Schärpen, und Raynald stolzierte in Nankinghosen und einer Jacke mit roter Litze einher.
„Wie schön ihr ausseht!" rief sie. „Aber nehmt euch mit euren Röcken in acht, wenn ihr ein- und aussteigt. Besonders du, Louise, denk daran, die Falten immer hübsch glatt zu streichen, bevor du dich hinsetzt. Steh doch still, Berthe, damit ich dir die Schleife binden kann. So, meine Lieben —“ sagte sie mit freundlich energischer Stimme, als sie mit der kleinen Schar um sich zur Tür ging, „und vergeßt nicht, daß ihr euch ohne Widerworte dorthin in die Wagen zu setzen habt, wie eure Mutter es bestimmt.“
„Ja, Mademoiselle“, ertönte es gehorsam im Chor. Aber Raynald ließ ihre Hand nicht los, als sie die Treppe hinuntergingen. Henriette seufzte und hoffte nur, daß sie alle das Versprechen halten würden.
Die Wagen warteten schon, Pferde und Zaumzeug zur Feier des Tages mit Blumen und Blättergirlanden geschmückt, die in der Hitze bereits zu welken begannen. Schon jetzt um elf Uhr war es unerträglich heiß. Henriette öffnete ihren kleinen Sonnenschirm und ver-
suchte, Raynald vor den Strahlen der Sonne zu schützen. Sie fürchtete, daß ihm die lange Fahrt in Staub und Sonnenglast und das Gedränge der Menschenmassen zwischen den Zelten nicht gut bekommen würde. Sie mußten eine ganze Weile warten, bis die Herzogin, stattlich und prächtig in lila Seide gekleidet, endlich erschien. Henriette beneidete sie nicht um ihren riesigen Reifrock, der sie in modischer Weite umwogte. Ueberdies war die Herzogin so stark geschnürt, daß sie sich nur mit Mühe bewegen konnte. Ihr sonst so blasses Gesicht glühte, und auf ihrer Stirn und ihrer Oberlippe zeigten sich schon Schweißtropfen.
„Oh, Mademoiselle!“ Die Herzogin blieb bei dem offenen Landauer stehen und verzog ärgerlich ihr Gesicht. „Ich wußte nicht, daß Sie die Absicht hatten, uns zu begleiten. Es war Ihnen vielleicht nicht bekannt, daß dies ein kirchliches Fest ist?“
Henriette entnahm dem Ton, in dem dies gesagt wurde, daß sie einem schwierigen Tag entgegenging. Sie mußte also jetzt doppelt achtgeben, um nichts zu tun, was die Herzogin herausfordem konnte, obgleich sie die Bemerkung vor den Ohren der Kinder und der Kutscher als besonders kränkend empfand.
„Verzeihen Sie, Madame“, sagte sie ruhig. „Ich habe es so verstanden, daß ich mit den beiden Kleinen in dem einen Wagen fahren sollte, aber selbstverständlich liegt es nicht in meiner Absicht, mich bei dem Gottesdienst aufzudrängen. Wenn Sie es wünschen, werde ich gerne bei den Pferden warten, bis es Zeit zur Rückkehr ist.“
„Das kommt ja nicht in Frage“, fauchte die Herzogin, während sie sich in den Wagen helfen ließ. „Da ich doch niemals um meine Meinung gefragt werde, können Sie meinetwegen ruhig einsteigen.“ Sie deutete auf den anderen Wagen und bestimmte dann, wie die Kinder sich zu verteilen hatten. „Raynald!“ rief sie ihn, „für dich ist hier gegenüber noch Platz; nur sieh zu, daß du nicht deine Schuhe an mir abwischst. Berthe, Louise. Isabella und Marie, ihr fahrt im anderen Wagen.“
Raynald klammerte sich fest an Henriettes Hand, und seine Mutter wiederholte ihre Aufforderung in einem schärferen Ton, indem sie auf den schmalen Sitz hinter dem Kutschbock wies.
„Madame“, — Henriette trat rasch hinzu — „wenn Sie mir erlauben wollen, etwas zu sagen: das Rückwärtsfahren bekommt Raynald nicht. Sie wissen, was für einen empfindlichen Magen er hat, und bei der Hitze — vielleicht könnte Berthe oder eins der anderen Mädels statt dessen mit Ihnen fahren.“
„Unsinn, Mademoiselle, Unsinn! Ich weiß schon, was für meine Kinder gut ist. Jean, heben Sie Monsieur Raynald hinein, und dann bitte keine Verzögerung und Widerrede mehr!“
Dazu ließ sich nichts mehr sagen. Henriette mußte zusehen, wie der sich sträubende Knabe hochgehoben wurde, und vernahm noch seinen Protest, als der Landauer jetzt ihnen voraus d’e lange Anfahrt entlangrollte. Das war kein guter Beginn für das Fest des Dorfheiligen! Die Fahrt, die sie sonst mit ihren herrlichen Ausblicken auf Fluß und Wald, Gehöfte und reifende Kornfelder zu entzücken pflegte, kam ihr an diesem Morgen endlos vor. Als sie schließlich bei der kleinen Kirche hielten, schickte sie ihre Zöglinge zu den anderen und suchte sich selbst ein schattiges Fleckchen unter einem Baum an der Friedhofsmauer. Erschöpft ließ sie sich auf eine Steinbank sinken, froh, allein zu sein und sich an Geist und Körper abkühlen zu können.
Sie knüpfte ihre Hutbänder auf und lehnte sich zurück und schloß die Augen vor dem gleißenden Sonnenlicht. Aber fast augenblicklich öffnete sie sie wieder, von dem Laut herbeieilender Schritte aufgeschreckt.
Der Herzog kam aus der Kirche auf sie zugelaufen mit Raynald in seinen Armen. Ein Blick auf die regungslose Gestalt des Knaben sagte ihr, was geschehen war. Sie sprang auf und eilte ihm entgegen.
„Legen Sie ihn ins Gras auf den Rükken, Monsieur. Ich weiß, was zu tun ist. Komm, Liebling, Mademoiselle wird dir helfen. Gleich wird es dir wieder besser gehen.“
„Ich sah, wie er dort drinnen bleicher und bleicher wurde“, hörte sie den Herzog sagen, während sie dem Kind die Jacke aufknöpfte und ihm bei seinem Brechanfall den Kopf stützte. „Es blieb mir Aichts anderes übrig, als schleunigst mit ihm herauszustürzen. Was ist denn nur seit dem Frühstück mit ihm geschehen? Da war er doch noch ganz munter.“
„Ich habe das schon befürchtet“, erwiderte sie. „Die Fahrt war sehr heiß und staubig, und Rückwärtsfahren bekommt ihm immer schlecht. So, Monsieur, wenn Sie mir jetzt Ihr Taschentuch leihen wollen, werden wir ihm gleich etwas Erleichterung verschaffen. Glücklicherweise habe ich etwas Kölnisch Wasser bei mir.“
„Aber es hätte doch nicht zugelassen werden dürfen, daß er rückwärts fuhr. War denn woanders kein Platz für ihn?“
„In unserem Wagen, ja, aber die Herzogin wollte ihn bei sich haben. Ich versuchte, ihr zu sagen, daß es schädlich für ihn sei. Natürlich hat auch die ganze Aufregung der Vorfreude heute ihr Teil dazu beigetragen. Nun, Raynald, riecht das nicht gut? Nein, bleib schön still mit deinem Kopf auf meinem Schoß liegen.“
Der Herzog sagte nichts mehr und wandte sich mit schnellen Schritten dem Wirtshaus zu, wo die Wagen warteten. Henriette blieb bei dem Kind und hoffte, die Messe würde nicht vor der Rückkehr des Vaters zu Ende sein. Endlich rollte der Wagen heran, und Raynald wurde hineingehoben. Er lehnte sich kraftlos gegen sie, zu schwach, um gegen dieses vorzeitige Verlassen des Festes etwas einwenden zu können.
„So, jetzt werde ich schon allein fertigwerden, Monsieur“, sagte Henriette zum Herzog, der noch zögernd stehenblieb. „Es ist ja nicht notwendig, deswegen den anderen den Tag zu verderben.“
„Nun ja“ — er rührte sich noch immer nicht von der Stelle und trommelte nervös mit den Fingern auf dem Wagenschlag —, „so wird es wohl am besten sein. Meine Frau und ich haben es immer als unsere Pflicht angesehen, uns auf diesem Fest zu zeigen, und ich möchte nicht, daß die Bauern auf den Gedanken kommen, etwas sei nicht in Ordnung.“
Er wies den Kutscher an, zurückzukehren und sah dann dem davonrollenden Wagen nach.
(Fortsetzung folgt.)
Fünfzehn Kilometer vor Pyöngyang
Südkoreaner haben kommunistische Stellungen überrannt
Tokio, 12. Oktober. (AP./dpa) Südkoreanische Verbände haben im Mittelabschnitt der Koreafront am Donnerstag die kommunistischen Verteidigungsstellungen zerschlagen und die Städte Pjonggang und Chorwon besetzt. Damit ist das Dreieck Kumwha - Pjonggang - Chorwon, das von den Kommunisten stark ausgebaut war, fest in der Hand der Südkoreaner. Nach anfänglich fanatischer Verteidigung läßt jetzt der Widerstand der Kommunisten an allen Fronten stark nach. Rund achttausend Nordkoreaner ziehen sich nach Nordwesten zurück.
Panzerspitzen der amerikanischen Truppen drangen am Donnerstag an der Straße nach der nordkoreanischen Hauptstadt Pyöngyang bis in die unmittelbare Nähe von Kumchon vor. Kumchon bildet einen Schlüsselpunkt der dortigen kommunistischen Verteidigungslinien. Die amerikanischen Vorausabteilungen befinden sich jetzt nur noch fünfzehn Kilometer von der nordkoreanischen Hauptstadt entfernt.
An der Nordost-Front rücken die Südkoreaner von Wonsan aus weiter nach Norden und Westen vor. In den Bergen westlich der Stadt sind heftige Kämpfe im Gange. Der Flugplatz Wonsan ist bereits wieder in Betrieb gesetzt und wird von amerikanischen Jagdbombern benutzt.
Flotteneinheiten der Vereinten Nationen haben die nordkoreanische Küste bei Chongjin, einem Straßen- und Bahnknotenpunkt rund 55 Kilometer von der chinesischen und etwa achtzig Kilometer von der sowjejtischen Grenze entfernt, unter Feuer genommen. An der Beschie- Bung nahm auch das größte Schlachtschiff der Welt, die „Missouri“, mit ihren Vierzig-Zentimeter-Drillingstürmen teil.
Die Zukunft Nordkoreas
Lake Success, 12. Oktober. (AP.) Die siebenköpfige Koreakommission der Vereinten Nationen hat am Donnerstag in einer Geheimsitzung einstimmig beschlossen, daß die Autorität der koreanischen Republik auf Südkorea beschränkt bleiben soll. Es wird empfohlen, daß General Mac Arthur in Nordkorea eine Zivilverwaltung einrichtet .
England stimmt für Peking
Neuyork, 12. Oktober, (dpa) Großbritannien kündigte am Donnerstag in Neuyork im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen an, es werde für d’ie Ersetzung des nationalchinesisehen Vertreters durch einen Delegierten der kommunistischen Pekinger Regierung stimmen.
Berechtigtes Mißtrauen
Lake Success, 12. Oktober. (AP.) Der Westen verlange von der Sowjetunion eine glaubhafte Versicherung, daß sie jetzt wirklich die Absicht habe, ihre Meinungsverschiedenheiten mit den anderen Großmächten beizulegen, erklärte der britische Delegierte Younger am Donnerstag im politischen Ausschuß der Vollversammlung der Vereinten Nationen.
Younger antwortete im Namen der Westmächte auf den sowjetischen „Friedensplan“ zur Abhaltung von Fünfmächte-Besprechungen und der beschleunigten Aufstellung einer internationalen Polizei.
Nochmals Sozialisterungs-Debatte
Eine Kampfabstimmung wird am 25. Oktober im Landtag erwartet
Wiesbaden, 12. Oktober. (Eigener Bericht.) Die Kabinettsmitglieder und die Vertreter der beiden hessischen Regierungsparteien, die in interfraktionellen Besprechungen am Mittwoch die letzten gesetzgeberischen Arbeiten dieses Landtags behandelten, kamen überein, die für den 18. Oktober vorgesehene Plenarsitzung auf den 25. Oktober zu verlegen.
Zwischen der Landesregierung und den beiden Fraktionen der Sozialdemokraten und Christlich-Demokratischen Union ist ein Uebereinkommen getroffen worden, daß nur noch in ganz besonderen Fällen im Plenum Gesetze oder Anträge eingebracht werden sollen. Während man sich in den Koalitionsbesprechungen darüber einigte, den Entwurf eines Schulverwaltungsgesetzes wohl weiterhin zu beraten, aber in dieser Sitzungsperiode des Landtags nicht mehr zu verabschieden, gingen die Meinungen über das seit längerer Zeit umstrittene Sozialisierungsgesetz immer noch auseinander.
Der wirtschaftspolitische Ausschuß des Landtags hat am Donnerstag seine Beratungen über das Sozialisierungsgesetz abgeschlossen und kam nach einer Erklärung des Auschußvorsitzenden Fischer mit Stimmenmehrheit überein, in der nächsten Plenarsitzung die Gesetzesvorlage endgültig zu verabschieden. Bei diesem Beschluß, der in Abwesenheit der Freien Demokraten gefaßt wurde, enthielten sich die Vertreter der Christlich-Demokratischen Union der Stimme. Auf Anregung der Christlich-Demokratischen Union war vorher im Ausschuß beschlossen worden, daß die Stadt- und Landkreise ihre Vertreter nicht wie vorgesehen in den Verwaltungsrat der Sozialgemeinschaften beziehungsweise Sozialgewerkschaften entsenden, sondern daß die Verbraucherschaft durch Abgeordnete der kommunalen Spitzenorganisationen in den Landesgemeinschaften vertreten sein soll.
Aus parlamentarischen Kreisen verlautete am Donnerstag, daß in der nächsten Plenarsitzung, am 25. Oktober, über das Sozialisierungsgesetz eine Kampfabstimmung stattfinden wird, da man in diesem Falle damit rechnen müsse, daß nicht nur die Freien Demokraten, sondern auch die Vertreter der Christlich-Demokratischen Union gegen das Gesetz stimmen werden. Die Christlich-Demokratische Union will jedoch mit der Ablehnung des Sozialisierungsgesetzes keineswegs auch den Sozialisierungsartikel 41 der Hessischen Verfassung verneinen, sondern lediglich zum Ausdruck bringen, daß sie den gegebenen Zeitpunkt für die Inkrafttretung dieses Gesetzes für nicht angebracht hält.
Engler aus der Haft entlassen
Frankfurt, 12. Oktober, (dpa) Der frühere Ministerialrat im hessischen Ministerium für Arbeit, Landwirtschaft und Wirtschaft, Dr. Herbert Engler, der am 2. Oktober auf Grund eines Haftbefehls der Frankfurter Oberstaatsanwaltschaft vorläufig festgenommen worden war, ist am Donnerstag nach fünfstündiger Verhandlung im Haftprüfungstermin auf freien Fuß gesetzt worden. Engler war beschuldigt worden, mehrere Personen zu falschen Angaben in dem ge'®n ihn laufenden Ermittlungsverfahren veranlaßt zu haben. Auf Grund der Verhandlungen im Haftprüfungstermin ließ der Staatsanwalt diesen Anklagepunkt fallen.
„Keine Fremdenlegionäre für Europa“
Der neue Innenminister über die künftige militärische Zusammenarbeit
Da. Bonn, 12. Oktober. Der neue Bundesinnenminister Dr. Lehr bekannte sich vor Pressevertretern erneut zu seiner Straßburger Rede über die Beteiligung Deutschlands art einer europäischen Armee. „Es wäre traurig“, sagte Dr. Lehr, „wenn Mütter wieder um ihre Söhne weinen müßten.“ Er hob dann besonders hervor, daß die Gleichberechtigung die erste Voraussetzung sowohl für wirtschaftliche wie für militärische Zusammenarbeit sei. „Wir sind nicht geeignet“, sagte Dr. Lehr, „ein Volk von Söldnern oder Fremdenlegionären zu werden“.
Weiter betonte der neue Bundesinnenminister, daß der Beste nur in Frieden leben könne, wenn er gute Nachbarn habe, und Deutschland habe einige Nachbarn, die es mit ihm nicht gut meinten. In solcher Lage sei Vorbeugen besser, als nachher in die Apotheke zu gehen.
Politische Kreise Bonns weisen nach diesen Erklärungen darauf hin. daß sie die im Ausland und namentlich in Frankreich vertretene Meinung widerlegen, als wenn jedenfalls der evangelische Volksteil die Auffassungen Dr. Heinemanns teilen müsse. Die deutsche Bevölkerung, so wird unterstrichen, sei bereit, für Freiheit und Frieden — nach den Worten McCloys—große Anstrengungen und Opfer aufzuwenden, wenn sie sicher sei, daß dies volle Freiheit und ungeteilten Frieden auch in ihrer Heimat bedeute. Man verwahrt sich damit gleichzeitig gegen gewisse Aeußerungen von französischer Seite, als wenn eine eventuelle Zusicherung des Bundeskanzlers von der deutschen öffentlichen Meinung nicht getragen werde.
Die Besatzungskosten
Frankfurt, 12. Oktober, (dpa) Für ihre Besatzungstruppen in Deutschland haben die Vereinigten Staaten nach einer Mitteilung des stellvertretenden amerikanischen Oberkommissars Buttenwieser seit 1945 etwa acht Milliarden Dollar ausgegeben. Die Bundesrepublik habe seit 1945 etwa fünf Milliarden Dollar an Kosten für alle drei Besatzungsmächte aufgebracht. Der stellvertretende amerikanische Oberkommissar versicherte, auch künftig würden die Besatzungskosten so niedrig wie möglich gehalten werden.
Die Not der Junglehrer
Eine Tagung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Dr. Bz. Frankfurt a. M., 12. Oktober. (Eigener Bericht.) Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft veranstaltete eine Arbeitstagung von Junglehrern aus ganz Hessen auf dem Heiligenberg bei Darmstadt. Im Mittelpunkt der Tagung standen die Ausführungen bedeutender Sozialpädagogen, wie Professor A. Siemens, Hamburg, und Ministerialdirektor Viehweg, Wiesbaden. „Die vollkommen umgestürzte soziale Ordnung unserer Tage erfordert neue Wege der Erziehung“, dies war das Ergebnis tiefer Referate und harter Diskussionen. Es kam immer wieder zum Ausdruck, daß der Junglehrer mit seinem natürlichen, idealistischen Schwung die innere Erneuerung der Schule verwirklichen will. Einer fruchtbaren Erziehungsarbeit treten jedoch gewichtige materielle Schwierigkeiten entgegen.
„Die verantwortlichen Stellen vermochten es nicht, das Existenzminimum des Junglehrers sicherzustellen“, brachte die Tagung geschlossen zum Ausdruck. Ein älterer Junglehrer in den dreißiger Jahren mit Familie könne unmöglich mit einem Gehalt von 180 DM auskommen. Ein hart um diese Existenz ringender Lehrer habe in seiner eigenen Hoffnungslosigkeit nicht die Kraft, hoffnungsfreudige und zukunftsstarke Kinder zu erziehen. Ebenso seien ihm die kulturellen Güter nicht zugängig, die ja gerade er den Kindern vermitteln solle. Die Tagung richtete an alle Eltern, Elternbeiräte, Schulbehörden, Parteien, Gewerkschaften und Abgeordnete des Landtages die Bitte, sich für eine grundlegende Aenderung dieses Uebelstandes einzusetzen.
Die Steuern
Berlin, 12. Oktober, (dpa) Bundesfinanzminister Fritz Schäffer warnte am Donnerstag auf der Berliner Pressekonferenz vor der Annahme, daß bei Senkung der Tabak- und Kaffeesteuern auch sofort der Verbrauch entsprechend steigen werde. Der Minister wies Berichte, in denen Pläne des Bundesfinanzministeriums über die Erhöhung von Steuern und den Wegfall steuerlicher Vergünstigungen wiedergegeben werden, als verfrüht zurück.
Zusätzlich verlautet aus Regierungskreisen, die Möglichkeit, bestehende Vergünstigungen aufzuheben oder zusätzliche Steuerlasten einzuführen, sei eng begrenzt.
Die Bundesregierung verkenne in keiner Weise, daß die Sicherheit der westlichen Welt auch einen erheblichen finanziellen Beitrag der deutschen' Bundesrepublik erfordere.
Wirtschaftsblatt
Uhrenmesse ein Erfolg
Bz. Auf der Uhrenfachmesse in Frankfurt fanden sich vornehmlich Kunden aus dem Inland ein. Aber auch das Ausland wie die Schweiz, Schweden, Australien, war vertreten. Das Geschäft verlief ruhiger aber gut. Es fanden sich viele Fachleute, Meister und Lehrlinge aus dem Uhrmacherstand ein, deren Hauptinteresse sich auf die Werkzeuge und Maschinen für die Uhrenherstellung richtete. Gerade in dieser Richtung brachte die Messe viele Verbesserungen. Eine sehr interessante Neuerung bringt Eterna Matic, Präzisions-Uhrenfabrik, Grenchen, Schweiz. Zum ersten Male in der Geschichte der Uhrenindustrie finden wir in ihren Armbanduhren ein Kugellager. Sie enthalten fünf mikroskopisch kleine Kugeln mit einem Durchmesser von nur 65 Hundertstel Millimeter. Das Kugellager trägt die Schwingmasse, welche als Rotor volle 360 Grad frei schwingt und die Zugfeder aufzieht. Die Pufferfeder und Sperrhebelfedern, die manchen Uhrmachern schon viel Verdruß bereitet haben, fallen weg und die Schwingmasse bewegt sich geräuschlos und erschütterungsfrei. Die Uhrenfabrik C. Schuler KG., Schwenningen, entwickelte den sogenannten Sambawecker mit einem großen Sekundenzeiger aus der Mitte. Auch an den Stil-Nipp und Reiseweckern sind zahlreiche Verbesserungen erreicht worden. Besonders gefragt waren die Wecker mit Musik, die zu einem Preis von 38 DM erhältlich sind. Alle Verkäufer bestätigen, daß diese Messe in jeder Hinsicht der vorjährigen weit überlegen ist.
Aenderungen der Umsatzsteuer
Der Verbraucher zahlt als letzter Abnehmer
Ho. Fast unbemerkt von der Oeffentlichkeit wurde ein Umsatzsteuer-Aenderungsgesetz erlassen. Für die Umsatzsteuer hätte man eine ähnliche Form der Steuersenkung wie bei der Einkommensteuer erwartet, war doch die Umsatzsteuer ebenfalls durch den Kontrollrat wesentlich, und zwar von 2 auf 3 Prozent, also um 50 Prozent erhöht worden. Seit dem Jahre 1932 hatte durch Zeiten der Krise und durch Zeiten der Hochkonjunktur hindurch ein Steuersatz von 2 Prozent stets als ausreichend hoch gegolten.
Im Bundestag wurde der Antrag auf Herabsetzung der erhöhten Umsatzsteuer für Jahresumsätze von über 1 Million, der sogenannten Warenhaussteuer, abgelehnt. Nur für Schülerinternate und Privatschulen bringt das Umsatzsteuer- Aenderungsgesetz eine steuerliche Erleichterung oder Steuerbefreiung. Zur Diskussion steht gegenwärtig nur noch die Steuerbefreiung der gemeinnützigen Wohlfahrtsverbände.
Der Steuerfiskus stellt sich einer Senkung der Umsatzsteuer selbstverständlich entgegen, bringt doch diese Steuer dem Bund jährlich annähernd 5 Milliarden DM. Ein Zurückschrauben der 50prozentigen Umsatzsteuererhöhung des Kontrollrats würde für den Bund rund 1,5 Milliarden DM Ausfall an Haushaltseinnahmen bedeuten. Um so mehr ruft die Masse der Verbraucher nach einer Aufhebung der Kontrollrats-Steuererhöhungen. Weil die Umsatzsteuer Unkostenfaktor ist und im Preis auf den Abnehmer abgewälzt wird, belastet sie als den letzten Abnehmer den Verbraucher. Dieser also ist der Betroffene.
Aber auch der gewerbliche Unternehmer ist an einem niederen Umsatzsteuersatz interessiert, soweit er Anlagegüter beschaffen muß. Trotzdem erscheinen die Aussichten für eine allgemeine Umsatzsteuersenkung gering. Im Gegenteil wird die Frage einer Umsatzsteuererhöhung immer wieder erörtert.
In der geplanten Aufwandsteuer, die zur normalen umsatzsteuerlichen Belastung weitere 7 Prozent Umsatzsteuer als Luxussteuer hinzu erheben will, verwirklicht sich bereits eine Umsatzsteuererhöhung. Die Sprecher aller Parteien im Bundestag haben sich zunächst gegen den Steuerentwurf in der von der Bundesregierung vorgelegten Fassung gewandt.
Daß die Steuergesetzgebung in einer Zeit laufender Preiserhöhungen diese Entwicklung durch allzu hohe Verbrauchssteuern forciert, ist nicht gerechtfertigt. Verbrauchssteuern bedeuten auch keine allgemeine und gleichmäßige Erfassung der Steuerpflichtigen. Sie laufen im Gegenteil den sozialen Rücksichten zuwider. Hat es nicht den Anschein als ob die Steuergesetzgebung auch hier die Tendenz hat, den Weg des geringsten Widerstandes zu wählen und die Steuern dort zu holen, wo dies am leichtesten möglich ist?
40 Mill, für Rohstoffe
vwd. Die infolge der internationalen Verknappung an Metallen zur Zeit un zureichende Metallversorgung in der Bundesrepublik soll jetzt durch kurzfristige Einfuhr von metallischen Rohstoffen bzw. Vor- und Abfallstoffen ergänzt werden. Die Bundesregierung hat in Zusammenarbeit mit der westdeutschen Metallwirtschaft Maßnahmen eingeleitet, die eine beschleunigte und vermehrte Einfuhr sicherstellen sollen. Für die Einfuhr von Rohstoffen für die Metall Wirtschaft des Bundesgebietes stehen für die letzten vier Monate des Kalenderjahres 40 bis 42 Millionen Dollar zur Verfügung.
Zu wenig Kohle für das Inland
NWDR Das Bundeswirtschaftsministerium hat einen Jahresplan zur Sicherung der Hausbrandversorgung ausgearbeitet. Er legt die für die Hausbrandversorgung bestimmten Kohlenmengen quotenmäßig auf die Länder fest. Im Bundeswirtschaftsministerium wird die Ansicht vertreten, daß der Lieferrückstand von etwa 700 000 Tonnen Hausbrandkohle kaum nachgeholt werden kann. Sollte die endgültige Entscheidung der Ruhrbehörde ein^ Kohlenausfuhr von 7 Millionen Tonnen’ für das vierte Quartal 1950 festlegen, so dürfte für den Inlandsverbrauch die Vorjahresmenge von 20,6 Millionen Tonnen nicht zur Verfügung stehen. Von deutscher Seite war vorgeschlagen worden, die Exportquote auf 5,5 Millionen festzusetzen. Die alliierte Ruhrbehörde hat dies bisher abgelehnt.
Jüdische Industriebank in Konkurs
Bz. Nach der Einreichung des Status und der Prüfung der Aktiva ist Antrag auf Konkurseröffnung bei der Jüdischen Industrie- und Handelsbank, früher Jüdische Wiedergutmachungsbank, gestellt worden.
Vorrang für Lebcnsmittelimport
Bundesminister Niklas vertritt die Auffassung, daß in dem Bevorratungsprogramm der Bundesregierung die Lebensmittelimporte mit Vorrang behandelt werden müßten. Diese Ansicht wurde von dem Ausschuß geteilt. Die vom Bundesernährungsministerium für notwendig erachteten Subventionen wurden auf insgesamt 497 Mill. DM beziffert. Der Vertreter des Fleischerhandwerks wies die gegen das Fleischerhandwerk erhobenen Vorwürfe zurück. Der Ausschuß war jedoch nicht bereit, die Erklärung zu diskutieren.
Zur Förderung des internationalen Reiseverkehrs haben sich das „Deutsche Reisebüro“ (DER), das „- Lloyd-Reisebüro“ und das „Amtliche Bayerische Reisebüro“ (ABR) zu einer Arbeitsgemeinschaft „Touropa-Joint Travel Service“ zusammengeschlossen.
Mit rund 212 000 Kraftwagen und Stra¬ ßenzugmaschinen stellte die Automobilindustrie des Bundesgebietes in den ersten neun Monaten dieses Jahres fast 100 Prozent mehr Fahrzeuge her als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Die vorgeschriebenen Verbraucher¬ höchstpreise sollen mit Rücksicht auf die Stockung in der Belieferung des Handels mit Kohlen und Braunkohlenbriketts in Rheinland-Pfalz genau überprüft werden.
Börsen und Märkte
Bz. An den Wertpapiermärkten in Frankfurt bewegte sich die Umsatztätigkeit in engem Rahmen. Neben mäßigen Abbröckelungen von 1 bis 1,5 Punkten gab es auch Kursbesserungen in gleichem Ausmaße. Chemische Andreae 180 (pl. 5), Uhrem-Junghans 65 (pl. 1,5), Lanz-Mannheim konnten weiter auf 53 (pl. 3,25) anziehen bei nur teilweiser Befriedigung der Nachfrage.
Freie Devisenkurse
Bz. Frei bewertet wurden am 12. Oktober 1930 der USA-Dollar mit 5,15—5,25 DM. das englische Pfund mit 12,50 bis 13,50 DM, der Schweizer Franken mit 1,15 bis 1,25 DM, der holländische Gulden mit 1,15 bis 1.25 DM, die dänische Krone mit 0,48 bis 0.52 DM sowie die schwedische Krone mit 0,72 bis 0,78 DM.
In den Berliner Wechselstuben wurden für eine DM-West 5 Ostmark gezahlt und für 5 Ostmark eine DM-West geboten.
Frankfurter Effektenbörse I Kursblatt des D.T.
bz - bezahlt, B «• Briefkurse, T — Taxe, alle Übrigen sind Geldkurse (Sämtliche Kurse ohne Gewähr)
| 11. 10. | 12. 10. | Pfandbr. u. Kom.-Obl. | 4% Dt. Rtb. 34 A.. 7,37 |
| 7,37 | 4% Pr. Lpf.Anst.Pf. 7,5bz | ||
| 7,5bz | 4% do. Komm. Obi. 7,25 | ||
| 7,25 | 4^Hess.Ldbk.Pf. • 7,75 | ||
| 7,5bz | 4% Kass. Ldkr.Pf. • 7,75 | ||
| 7,75 | 4% Nass. Ldbk.P... 7,75bz | ||
| 7,75 | 4% do. K0m.0b1... 7,75 | ||
| 7,75 | 4°/o Rhein. Giro-Pf.. 8,25 | ||
| 8,25 | 4% Rheinprv.Pf.... 8,25 | ||
| 8,25 | Dekosama 1 17,5 | ||
| 17,5bz | 4% Bayr. Hyp. Pf.. 7,62bz | ||
| 7,62 | 4%Ffm.Hyp.Bk.Pf. 7,75 | ||
| 7,75bz | 4%Ffm.Hyp.Obl. .. 7,5 | ||
| 7,37bz | 4% Pfalz Hyp.Pf. 7,75 | ||
| 7,75 | 4% Rh-Hvp Bk Pf. • 7,87bz | ||
| 7,75bz | 4% Westd. Bod. Cr. 7,75 | ||
| 7,75bz | Industrie-Anleihen | ||
| 4% AEG. 42 6,75 | |||
| 6,75 | 2% Aschaffbg. Zell. 6 | ||
| 6 | 4% Augsb.-Niirnb . 6,87 | ||
| 6.87 | 4% BMW 42 7 | ||
| 7bz | 4% Daimler 42 ... 8,5 | ||
| 8,5 | 4% Degussa 43 ... 8,75bz | ||
| — | 4,4% Ess. Stk. 41. 6,75 | ||
| 6,75bz |
| 11. 10. | 12. 10. | |||||||
| 4'/2% Gesenb.Benz. 7,62 | ||||||||
| 4% Gelsenk. Bgwk. 7,62 | 4% Harpener 42 .. 7,25 | 4%% Hartm. & Br. 7,75 | 5% Klöckner 39 .. 7,62 | 5% Metallges. 39 . 8,5 | 5% Rb. Braunk. 40 8,75bz | 4% Schluchsee 43 . 7,5bz | ||
| 4%% Union Rhbr. . 8,75 | 4% Ver. Dt. Met. 42 8,12 | 7,62 | 7.62 | 7.25 | 7,75 | 7,62 | 8,5 | 8,62 |
| 7,5 | 8,75 b; | 8,12 | ||||||
| Industrie-Aktien | ||||||||
| Accumulatoren.. • Q | Ada-Ada-5chuh....53 | |||||||
| Adler-Werke 45 B | Adt, Gebt — | Allg. Bauges. Lenz.29,5 | AEG 29bz | |||||
| Andreae-Noris ....175 | Aschaöbg. Akt.-Br. 50 | Aschaffb. Buntpap. —G | ||||||
| Aschaffbg. Zellst.. .64bz | Augsb.-Nürnbg. ...91bz | —G | 53 | |||||
| 45 B | 29,5bz | |||||||
| 28,5bz | ||||||||
| 180 | 50 | |||||||
| —G | 65 | |||||||
| Bad. Maschinen ...96 | Baumw. Erlangen .130 | Bayr. Motorenwk. .35,5bz | 97 | |||||
| 130 |
| 11. 10. | 12. 10. |
| Bemberg, J. P — | 79bz |
| Berger, Tiefbau ...31,5bz | 30bz |
| Bin. Kraft u. Licht.22bz | 21.5bz |
| Brauh. Nürnberg ..51 | 51 |
| Brown Boveri 114 | 113bz |
| Buderus Eisenw. ..BObz | 81bz |
| Burbach Kali 65,75 | 66 |
| Chern. Albert 67 | 67 |
| Conti Gummi 120bz | 119,5 B |
| Daimler Mot. Wk..59,25bz 60bz | |
| Demag, Duisburg .85bz | 83bz |
| Dessauer Gas 20bz | 20bz |
| Deutsche Erdöl ... 58bz | 58bz |
| Deutsche Steinzeug 139.5 | 139,5 |
| Degussa 78bz | 78bz |
| Dt Linoleum-Wh. .122 | 121bz |
| Dt Tafelglas 100 | 100 |
| Didierwk. Wiesb. .92 | —— |
| Dierig, Chr 78 | 78 |
| Eichbg.-Werger-Br. 51bz | 51 |
| Eisenb Verkehrsm 67.5 | 67,5bz |
| El Licht u. Kraft 31,25 | 31,25 |
| Enzinger Union ...65 | 65,5bZ |
| Eßlinger Maschinen! 03 | 104 |
| Ettlinger Spinnereii6o | 160 |
| 11. 10. | 12. 10. | ||||
| Faber & Schleicher- | Fahr, Gebr 50 | ||||
| Feinmech. fetter g | |||||
| Feldmühle 77,5bz | Felten & Guill. ..-69bz | ||||
| Ffm. Masch. P &W.90 | 51 | 92 | |||
| 78 | |||||
| 70bz | 90 | ||||
| Goldschmidt, Th. ..64 | Gritzner-Kayser...9s | Grün & Bilfinger | 65 | 95 | |
| 44bz | |||||
| Hafenmühle Ffm. .—G | Hanau Hofbr.-Hausss | ||||
| Hanfwk. Füssen ..128 | |||||
| Harpener Bergbau.77bz | Harpener Bonds . 49.75 B | Hartmann & Braun- | |||
| Heidelberg. Zementll3,sbz | Henninger-Bräu ...83 | ||||
| Hess.-Nassau Gas .85 | Hoesch Eisen 65bz | Holzmann, Ph 29bz | Hotel AG 45 | —G | 55 |
| 128 | 76bz | 48.5 | 113bz | ||
| 83 | |||||
| 85 | |||||
| 65bz | 29bz | 45 | |||
| lunghans, Gebr ..63,5bz | 65bz | ||||
| Kabelwerke Rheydts 9 | Kali Chemi 92,5bi | Karstadt, Rud. ...78bz | 59 | 92,5 | 77bZ |
| 11. 10. | 12. 10. | |||
| Kaufh. Hansa, Ffm.Bo 80 | KL, Schzi & BeckerBo 80 | |||
| Klöcknetwetke.. 66,5 67bz | Knorr. Heilbronn 71,5 72bz | |||
| Konserven Braun .— — | ||||
| Kupferberg Sekt ..46,5 46 | Lahmever & Co. ..87 87bz | Lanz, Heb 48,75bz 52 rat | Lindes Eismasch. 88 88bz | |
| Mainkraltwerke... 88 88 | Mainzer Akt.-Br. ..59 58,5bz | Mannesm.Röhr.StA6o 60.75 b; | Mannesm.Röhr. VABobz — | Masch.Hartm. Offb. 74 74 |
| Metallßesellschaft 65.87bz 66bz | Moenus Maschinen4s 45 | Neckar-Wk. Eßling. 107,5 | ||
| Nordd. Lederwerke2B,sbz | NSU 127 | 107,5 | 127 | |
| Odenw.Hartsteln.. 80 | 80 | |||
| Pfalz. Mflhlenwk. . 86 | 86 | |||
| Rhein.Braunkohle. 97 97bz | ||||
| Rhein. Elektrizität. 96 95bz | ||||
| Rhein. Stahlwk. .. 55,25bz55 | Rh.-Westf. Elektr..76,sbz 76,5 | Roeder, Gebt 92 92 |
| 11. 10. | 12. 10. |
| Salamander Schuh 75,5bz | 75.5bz |
| Salzdetfurth Kali . 64,5bz | 64.5 |
| Salzwk Heilbronn. 105 | 106 |
| Sarotti AG —G | —G |
| Schöfferh. Brattereis6.s | 56,5 |
| Schramm Lackfabr. 102 | 103 |
| Schriftg. Stempel . 100 | 100 |
| Seilindustrie Wolff 92 | —GT 93 |
| Siem & Halske StAl6bz | 45,75bz |
| Siem. & Halske VA4s,sbz | 44,5bz |
| Stollwerck,Gebt...7Bbz | 78 |
| Südd. Zucker AG... 104,5 | — |
| Veith Gummiwerkei2o | 120 |
| Ver.Dt.Met.-Werke 65 | 65 |
| Ver. Dt. 01fabriken74 | 74 |
| Ver Stahlwerke .54bz | 54 |
| Voigt & Haeffner.. 123 | 123 |
| Voltohm Seil 35 | 35 |
| Wayß & Freytag .116 | 116 |
| Westdt. Kaufhof .. 80 | 80 |
| Wintershall 49.5bz | 49.75 |
| Zellstoff Waldhof .43.5bz | 44.37 |
| Banken | |
| Bayr.Hyp.Wchs.Bk.3l,s | 31,5 |
| Berl.Handels-Ges. .14,75 B | 15bz |
| 11. 10. | 12. 10. | ||||
| Commerzbank ....22,75 | 22,75 | ||||
| Deutsche Bank ....23,5 | Dt.Eff. u.Wchs.-8k,25 | ||||
| Dresdner Bank ...23bz | 23bz | 25 | |||
| 23bz | |||||
| Frankfurter Bank . 26 | |||||
| Ffm. Hypoth Bk .25,25 | 26bz | 25,25 | |||
| Pfalz Hypoth.-Bk.. 22,75 | 22,75 | ||||
| Rhein.Hypoth.-Bk.. 25.25 | 25.25 | ||||
| Verkehr | AG. für Verkehr ..368 | ||||
| Hapag 27 B | |||||
| Norddt. Lloyd 22 | Südd Eisenb -Ges.. 60 | 36 B | 27 B | 22 B | 60 |
| Versicherungen | |||||
| Allianz Leben ....428 | All. u. Stuttg. Ver. .61 | 42 B | 61 | ||
| Unnotierte Werte | |||||
| Beck & Henkel ....38 | 38 | ||||
| Chemiefas. Inh. ...53 | Chemiefas. Na. ...47,5 | Chem. Brockhues .70 | 53 | 47,5 | 70 |
| 11. 10. | 12. 10. |
| Dt. Waffen 30 B | 29,5 B |
| Dingler Zweibr. ...94 | 92bz |
| Diskusw 123 | 123 |
| DyckerhoffZement. 120 | 120 |
| Eisenh. Köln 45bz | 44,5bz |
| Fordwerke Köln ..93 | 93 B |
| Gutehoffnungsb ... 68.5bz | 68bz |
| Hutschenreuther .. 70 | 70 |
| Kahla Porzell 27 | 29 |
| Kammg Kaisersl...94 | 94 |
| Rh. Strohzellstoff. 113 | 115 |
| Rosenthal-Porzell 81 bz | 81 |
| Schwäb.Zellstoff .. 128 | 128 |
| Süddt Zellwolle. .196 | 106 |
| Thür Zellw Inh .. 13,5 b | 13,5 B |
| Thür Zellw NA ... 10.5 | 10.5bz |
| Torpedo-Werke ...163 | 163 |
| Württemb. Metall. 628 | 60 |
| Zeiß Ikon 36 | 35,5bz |
| Zellst. Waldhof VA. 40 | 41 |
| ... |
Feuilleton
Forschung, Lehre, Leben
HAUPTVERSAMMLUNG DER MAX-PLANCK-GESELLSCHAFT
11. Was Theodor Heuss mit der ihm angeborenen Bedachtsamkeit und Liebenswürdigkeit angedeutet hatte: die Gefahren der Wissenschaft, vor allem der Naturwissenschaften, für den Menschen und seine Seele, das entwickelte dann Professor Freiherr von Weizsäcker, und vielleicht hatten diese die Tiefen des Themas auslotenden Darlegungen gerade dadurch besonderes Gewicht, daß sie aus dem Munde eines führenden Naturwissenschaftlers kamen.
„Wie weit wird es noch mit uns kommen?“ Diese bange Frage war das Motto, das, leicht verhüllt, über Weizsäckers Vortrag stand. Die naturwissenschaftliche Theorie freilich hat große Gewinne aufzuweisen. Alles, was unter den Begriffen Chemie und Physik zusammengefaßt werden kann, findet seine grundlegende Einheit heute in der Wissenschaft vom Atom und seinem Kern. Praktisch stehen gerade in der Auswertung und Verwendung der Kernphysik Entwicklungen der Technik bevor, die alles bisherige in den Schatten stellen dürften. Daneben aber sagt Weizsäcker aus dem Bereich der Biologie, aus der Arbeit der Züchter Umwandlungen des Weltbildes voraus, und nicht minder bedeutsame aus den neuesten Erkenntnissen über die Tiefen der menschlichen Seele, aus der Psychoanalyse und aus einer ihrer gefährlichsten Folgerungen, aus der Beherrschung der Mittel zur seelischen Beeinflussung, aus der Propaganda.
Aus den Dimensionen des Groben und Greifbaren sind die Wissenschaft und die Technik in die des Verborgenen und Subtilen vorgestoßen. Der reinen, zweckfreien Forschung sind gerade die grundsätzlichen neuen Wege zu danken. Man braucht bloß zu erinnern an die nur der Erkenntnis dienenden Experimente Faradays, Maxwells und Heinrich Hertz, aus denen sich die Funkentelegraphie, das Radio, Radar und Fernsehen entwickelten und nicht nur auf dem Gebiet des tief in alle soziologischen Beziehungen einschneidenden Nachrichtenwesens die Welt verändert haben. Förderung der freien Forschung ist also heute die beste Kapitalinvestierung auf lange Sicht. Aber die ständig sich steigernde Beschleunigung des Fortschritts der Naturwissenschaft und der Technik hat dem Wissenschaftler heute auch schon die praktische Mitwirkung in der technischen Wirtschaft erschlossen. Dennoch ist jede Begrenzung auf ein vorgefaßtes Ziel für die Forschung schädlich. Nur der Ueberblick über den ganzen Horizont gibt freie Ausschau.
Dient so die Forschung der theoretischen Erkenntnis und der praktischen Weiterentwicklung, so sind ihre moralischen Erfolge nicht minder bedeutsam. Wissenschaftliche Arbeit ohne tiefsten Respekt vor der Wahrheit ist unmöglich, und er dringt in immer weitere Bereiche ein. Nicht minder erzieht die Forschung dazu, unentschiedene Fragen offen zu halten. So weit reicht heute die Bewertung des Wissenschaftlichen, daß sich sogar Scharlatane gezwungen sehen, sich wissenschaftlich zu geben. Der echte Wissenschaftler aber opfert seinem Forschungs- und Wissensdrang vielfach die sichere Aussicht auf materiellen Gewinn und verzichtet auf persönliche Ueberzeugungen im Interesse der Wahrheit. Nächst der christlichen Liebe zum Nächsten, sagt Weizsäcker, war diese wissenschaftliche Objektivität die beste Voraussetzung zur Wiederanknüpfung der durch den Krieg zerstörten internationalen Beziehungen.
Und doch steht dieser positiven Seite der Bilanz eine negative allzu deutlich gegenüber. Zwar wird es nicht möglich sein — wie sensationslustige Zeitschriften und Zeitungen gerne vorgeben — die Welt in die Luft zu sprengen, aber der Krieg, der immer noch das Moment des Ritterlichen besaß, ist zu einem Krieg der Fabriken und Maschinen geworden. Die Wissenschaft hat den Krieg entmenschlicht und darüber hinaus vieles zum Werkzeug des bewußten Handelns gemacht, was früher von selbst, naturhaft, also auch mit allen Hemmungen des menschlichen Gefühls, gebraucht wurde.
Aber der Fortschritt der Wissenschaft hat selbst dazu geführt, daß ohne jede bewußte Absicht gleichsam automatisch die Verantwortung des Menschen bedrohlich gesteigert wurde. Ja sogar, was zunächst eine Wohltat und ein Segen war, ist verhängnisvoll geworden. Wenn z. B. Medizin und Hygiene die Zahl der Menschen, die gleichzeitig auf dem Erd-
ball leben, vermehrt hat, so droht dieser nicht mehr auszureichen. Der Gedanke der Geburtenkontrolle wird unausbleiblich. Dieser Eingriff aber in das Leben selbst, wenn er vom Staat geübt, angewandt, erzwungen wird — wer will behaupten, ob diese Verantwortung überhaupt noch von Menschen getragen werden kann?
Selbst ein Instrument, das anfangs so zauberhaft und spielerisch anmutete wie das Radio, hat seine Gefahren gezeigt, die viel zu wenig gewürdigt werden. Genau besehen birgt es größere Gefahren als die Atombombe, denn es wird zum Hilfsmittel der Propaganda, die wieder ihre modernen Methoden aus den wissenschaftlichen Forschungen der Psychologen, der Psychoanalytiker, der Soziologen gewonnen hat. Nicht nur, daß über den Lautsprecher immer wieder und wieder die Menschen akustisch erfaßt und beeinflußt werden können, nein, der Mensch, der es sich angewöhnt hat, seine Anregung und seine Reize, seine Entspannung und seine „Sensationen“ immer nur von außen zu erhalten, diesem Menschen geht die Kraft der inneren eigenen Anregung zwangsläufig und, ohne daß er es merkt, verloren. Der Lärm erstickt die Stimme der Stille, aus der frühere Generationen ihre besten und stärksten Kräfte geschöpft haben, und macht den Radio-Menschen doppelt anfällig und willfährig für die Mittel der modernen Propaganda Aber auch sich selbst gefährdet die Wissenschaft durch ihren eigenen Fortschritt. Kein Genie kann heute die Gesamtheit alles Wissens umfassen, wie das noch für einen Leibniz z. B. möglich war. Die Spezialisierung gefährdet auch die Fruchtbarkeit der Forschung, die am größten ist, wenn sie umfassenden Ueberblick hat. Beweis dafür ist die Anregung, die sich aus dem Studium von Grenzgebieten ergibt. Die Universalität des Menschen aber, sagt Weizsäcker, kann gerettet werden durch den lebendigen Zusammenhang der Forscher untereinander. So liegt auch hier wieder das Heilmittel im Menschen selbst.
Was ist zu tun? Es gibt kein Normalrezept. Verzicht auf Forschung und Wissenschaft bedeutet Tod für alle jene, die von den Früchten der Wissenschaft überhaupt noch am Leben gehalten werden, denen sie Brot und Arbeit erst ermöglicht. Wilde Steigerung würde die Verantwortung nur noch vergrößern, die den Menschen heute schon aufgebürdet ist. Und so kommt Weizsäcker zu dem Schluß, daß die Lösung in der menschlichen Seele liege. Nicht einfach in der Rückkehr zu bloßen Symbolen sondern zu echter Religiosität. Hier liegt die Erziehung zu echter Verantwortlichkeit als die erste und vordringliche Aufgabe. „Die Wissenschaft ist nur ein Teil der Bewegung zu den Sachen selbst, mit der die Neuzeit begann. Wir haben diesen Weg auch im Menschlichen und Religiösen zu Ende zu gehen.“ Dr. Nacken
Professor Karl Beines
Kurz bevor er nach Darmstadt in ein Altersheim übersiedeln wollte, starb vor wenigen Tagen in Bad Wörishofen Professor Karl Beines, der hervorragende Gesangslehrer und Chormeister, der früher auch eine Zeitlang mit dem Darmstädter Hoftheater verbunden war. Er begann vor sechs Jahrzehnten als Chordifektor in Baden-Baden, leitete später in Freiburg den dortigen Oratorien-Verein, wo er bis zum Beginn des ersten Weltkrieges sich durch unvergeßliche Konzerte mit großen Chören einen Namen machte. Aus seiner Gesangsschule sind erste Kräfte deutscher und internationaler Opernbühnen hervorgegangen, darunter Kammersänger ■Richard Tauber, der fast alljährlich in den Theaterferien wieder bei seinem Meister zum, Weiterstudium einkehrte. In den letzten Jahren hatte der greise Musikpädagoge an seinem Wohnsitz in Bad Wörishofen einen Schülerkreis in Ausbildung. -se.
Beginn der Konzertsaison
ERSTES SYMPHONIE-KONZERT DES LANDESTHEATER-ORCHESTERS
Mit zwei großen konzertanten Werken wurde die Reihe der Symphonie-Konzerte des Landestheater-Orchesters unter Richard Kotz begonnen: mit Mozarts „Sinfonie concertante in Es“ (K. V. Anh. 1., 9) und Hindemiths „Pilharmonischem Konzert“. Brahms gewichtiges Alters- und Meisterwerk, die IV. Symphonie, beschloß den Abend.
Ein offensichtlicher Irrtum ist im Programmheft zu berichtigen.. Bei Mozart handelt es sich nicht, wie bereits die ersten Takte und der Schlußsatz verraten, um ein „Konzertantes Quartett für Oboe, Klarinette, Horn und Fagott“, sondern um die bekannte Pariser „Sinfonie concertante“. Sie ist einmalig in ihrer Art. Im Gesamtaufbau ist Händels Vorbild der concerti grossi nicht zu verkennen. Die ersten Takte des Tutti, die breite Darlegung der Themen lassen ganz deutlich Mannheimer Stileinflüsse offenbar werden die Mozart gerade vor Paris (1778) an Ort und Stelle studiert hatte. Französische Stilkriterien treten im letzten Satz eklatant zutage, in dem jeder Variation am Schluß nach Art der Veaudevilles ein „Tutti-Refrain“ angehängt ist. Bemerkenswert auch die Behandlung des Orchesters in diesem Satz, das in der Pizzicatobegleitung die Kompositionsweise der Opera comique (Gretry, Piccini) aufnimmt. Mozart hatte diese Sinfonie für einige Mannheimer Freunde und Solisten, die damals gerade in Paris waren, geschrieben. Durch Intrige wurde dieses Werk jedoch nicht auf geführt. Im Konzertsaal hört man es sehr selten. Um so schöner die Geste von Richard Kotz, auch den Orchestermitgliedern einmal eine solistische Aufgabe zukommen zu lassen. F. Fortmann (Oboe), M. Mayer (Klarinette), R. Klamand (Horn) und M. Reuß waren das vorzügliche Soloquartett, dem das Tutti-Orchester als fein abgetönter Klangkörper gegenüberstand. Innig und melodiös war der 2. Satz gelungen.
Die Orchestervariationen hat Hindemith 1932 der Berliner Philharmonie und Wilhelm Furtwängler als Geburtstagsgabe dargebracht. Ein Werk, das technisch auf die solistischen Qualitäten des berühmten Orchesters abgestellt ist und das in der Kompositionsweise die Variation als höchste Kunstform wählt, in der sich die künstlerische Kraft eines Komponisten am mannigfachsten aussprechen und den besten Beweis für die musikalische Potenz erbringen kann. Beim Hörer setzt das Werk allerdings stärkste geistige Inanspruchnahme voraus. Orchester und Dirigent vollbrachten hier eine beachtliche Leistung.
Die IV. Symphonie von Brahms erklang in all ihrer klassischen Wucht und Fülle. Vielleicht wäre mit größerer dynamischer Abstufung eine stärkere Steigerungsmöglichkeit und innere Spannung im Hinblick auf die geistigen und formalen Kulminationspunkte zu erzielen gewesen. So wurden die Quadern der Architektur doch etwas zu eruptiv nebeneinander gesetzt (besonders im letzten Satz). Dafür traten die Kraft des Themas und der Wille zu dessen vielseitiger Deutung im ganzen Werk mit Vehemenz hervor und hinterließen einen elementar fundierten, musikalischen Gesamteindruck Brahmsscher Symphonik.
Richard Kotz konnte für die ausgezeichnete Programmauswahl und die eindrucksvolle Interpretation der Werke sehr herzlichen Beifall entgegennehmen, der im gleichen Maße auch den Solisten und dem Orchester galt. G. J.
Ein Meister auf der Orgel
Prof. Walcha spielte Bach
Wenn Prof. Helmut Walcha als Interpret Bachscher Orgelwerke angekündigt wird, dann füllt sich auch das größte Gotteshaus mit einer andächtig lauschenden Gemeinde. Die 2. Bach-Feierstunde in der Pauluskirche machte darin keine Ausnahme. So oft man Professor Walcha auch hört, immer wieder wird man von der tiefen Durchdringung seines Bach-Spiels fasziniert. Mit letzter geistiger Versenkung werden durch klare und wohlabgestimmte Registrierung die symbolischen und religiösen Tiefen der Kunst Bachs aufgedeckt. Selbst in den mehr konzertanten Werken wie dem Präludium und Fuge in h, der Fuge in g, der Toccata und Fuge in F, der Triosonate Nr. 5 oder der großen Fantasie und Fuge in g bleibt die Weihe einer kultischen Musik in ihrer übergeordneten religiösen Allgemeingültigkeit bis zum letzten Takt erhalten. Allerdings steht die Frage offen, ob nicht ein Zuviel solcher Werke in einer Feierstunde den Eindruck mindert und über das Aufnahmevermögen der Zuhörer geht. Die innere Erschütterung wird zu groß, wenn nicht der Gemeindechoral als inbrünstiger Ausgleich des Mitgestaltens 'einbezogen wird.
Die Pauluskirchenorgel war unter diesen Meisterhänden nicht wiederzuerkennen. Es ist möglich, daß bei den unterschiedlichen akustischen Verhältnissen der Kirche unter der rechten Empore der beste Platz gewesen ist. G. I.
Tagung der deutschen Akademie
für Sprache und Dichtung in Darmstadt eröffnet
Gestern abend begann auf der Mathildenhöhe die erste Tagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Oberbürgermeister Metzger eröffnete sie und hieß die Teilnehmer in Darmstadt herzlich willkommen. Nach ihm ergriff der erste Vorsitzende der Akademie., Dr. Rudolf Pech el, das Wort und dankte der Stadt, daß sie es ermöglicht habe, der Akademie einen festen Sitz zu geben. Im Anschluß daran sprach Frank Thieß zum 60. Geburtstag von Kasimir Edschmid.
Bundespräsident Heuss übersandte anläßlich der Tagung der Akademie für Sprache und Dichtung folgendes Telegramm: „Gute Grüße und den aufrichtigen Wunsch, die Akademie für Sprache und Dichtung möge helfen, unsere Sprache von dem Wort Schwulst zu reinigen, den sie noch aus der Zeit mit sich tragt, da jede einfache Aussage Propaganda war. Die Säuberung der Sprache ist auch Säuberung des Volksgefühls. Theodor Heuss.“
Wir werden morgen in einem größeren Artikel ruf die Eröffnung der Tagung eingehen.
Von der Leinwand
UNION „Der Mann, der sich selber sucht“, ist Wolf Albach-Retty, ein ebenso charmanter wie frecher Dieb aus Liebe. Die Dame, der ihr Schmuck gestohlen wird, ist Vera Molnar, die etwas verwöhnte, sehr selbständige, sehr reizende Tochter des Millionärs Miller alias Hans Leibelt, der in Vaterrollen schon längst Routine hat. Ein Hochstapler von Format, der zusammen mit dem eigentlichen Dieb den Dieb suchen geht, um seinerseits die Juwelen klauen zu können, ist Karl Schönböck, Bonvivant mit diabolischen Ambitionen. Gesucht werden alle, Dieb, Hochstapler, Tochter und Juwelen, von dem Privatdetektiv Paul Kemp, dem leicht vertrottelten Wachhund eines Riviera-Luxushotels. Eine prächtige Rolle ist der Samba-Heini Rudolf Plattes, Ganove bester Pägung aus St. Pauli. Ferner liefen: Hubert von Meyerinck, Rita Paul, Bobby Todd, Petra Trautmann.
Eine Kriminalkomödie, leichte Kost zur frohen Unterhaltung. Ein Film mit einer leichten, flüssigen Regie, mit hübschen Ideen, netten Gags, einer schmissigen Musik (Michael Jary) und einem spritzigen Dialog. Man freut sich an der kurzweiligen Handlung, wippt im Rhythmus der Melodien mit den Beinen und ist im übrigen der Meinung: Solche Filme können öfter kommen. hn
Der in Nierstein lebende Maler Walter Hergenhahn stellt bis Ende Oktober im oberen Stockwerk des „Hauses am Dom“ in Mainz, graphische Arbeiten, Holzschnitte und Tuschezeichnungen aus. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 12 und 14.30 bis 17 Uhr geöffnet. Wir werden die Arbeiten in einer ausführlichen Besprechung würdigen.
Botanische Sehenswürdigkeiten in Jugenheim
Das Erbe des Kunstmalers Dr. Roland Anheißer
Als der Kunstmaler und Botaniker Dr. Roland Anheißer am 16. März 1949 in seinem wiederauf gebauten Haus in Jugenheim, das ein Opfer der Bomben geworden war, seine Augen für immer schloß, hinterließ er außer einer unglaublich hohen Zahl wertvoller Gemälde, Aquarelle und Radierungen einen vorbildlichen botanischen Garten größeren Umfanges. Aus dem In- und Ausland kamen in den vergangenen Jahrzehnten namhafte Botaniker, um Anheißers mit übergroßer Liebe gepflegtes Paradies zu besichtigen.
Bevor der am 18. Dezember 1877 als Sohn eines Großkaufmanns in Düsseldorf geborene Roland Anheißer sich ganz der Kunst zuwandte, absolvierte er sein Studium als Botaniker. Was ist wohl auch inniger miteinander verbunden, als die Kunst und die Natur?
Umstanden und überragt von Bäumen, das Treppenhaus geschmückt mit Gemälden und Radierungen, finden wir das Anheißersche Haus in der Lindenstraße. Am Eingangstor weist das blanke Schild wie in den Tagen, als der Verewigte seine Blumen noch pflegte, auf die Kunstausstellung hin, und in der alten Zypresse vorm Haus rauscht leise der Wind die Melodie vom Werden und Vergehen.
Lediglich durch die Initiative der Tochter, Frau v. Hase-Koehler (Verlag Breitkopf & Härtel-v. Hase-Koehler), kam der Wiederaufbau des Hauses zustande. Ungezählt sind die Stunden Schipparbeit und die Karren Sand, die sie fuhr.
Obwohl dem Garten seit der Ausbombung die nötige Pflege nicht mehr zugewandt werden konnte, finden wir in ihm noch heute die seltensten Blumen und Pflanzen der Berge und die gesamte Blumen-Flora der engeren Heimat. Romantik erfüllt den herrlichen Besitz. Der Besucher fühlt sich inmitten des Grüns, in das sich die Herbstfarben mischen, in eine andere, idealere Welt versetzt, er spürt noch den Hauch des Künstlers, der mit sanfter Hand, und unendlicher Geduld oft die kleinsten Pflänzchen kultivierte.
Muse und Besinnlichkeit ziehen ein in das Herz, wenn man der treuen Hüterin des wertvollen Erbes, Frau Anheißer, gegenüber sitzt und die vielen Werke des Malers betrachtet. Wir sehen: Flandern und Brabant, das malerische Rheinland, Burgen und Kirchen, Köln, alte Bauten von Frankfurt am Main und der Bergstraße. Von ganz besonderer Art sind die Schweizer Architekturskizzen. Dr. Anheißer hat die Schönheiten einer geruhsamen Zeit festgehalten.
Ebenso lebendig wie Bauten und landschaftliche Idylle malte er Blumen und
Pflanzen. Er illustrierte große botanische Werke und gab außerdem über zehn Bücher heraus, von denen sein umfangreiches Standardwerk: „Das mittelalterliche Wohnhaus in deutschstämmigen Ländern“ mit 450 Zeichnungen hervortritt. Die kunstvollen Bauwerke sprechen in der Sprache ihrer Zeit zu uns. Viele von ihnen sind längst abgerissen, andere durch die Bomben vernichtet oder uns mit dem Osten verloren gegangen. Um so mehr wird es der Nachwelt bewußt werden, was Dr. Anheißer ihr hinterließ. Schon zu Lebzeiten begründeten seine Werke seinen internationalen Ruf. Nicht nur Privatpersonen interessieren sich für Anheißers Hinterlassenschaft, sondern auch verschiedene Stadtverwaltungen und nicht zuletzt die Schweiz. erh
Roland Anheißer: v Mein Haus in Jugenheim
Die Frau unserer Träume
VON ANDRE MURATNanette kam die Straße entlang. Sie ging schwebend, sie tänzelte fast. Der weite bunte Rock wehte zärtlich im Wind. Ihre schulterfreie Bluse war blütenweiß und eingesäumt von Spitzen, ganz duftigen, schneeigen Spitzen, die wie Schaum die Haut umspielten, ihre leuchtende, warme Haut, diese herrliche Lebendigkeit von Haut.
George saß im Vorgarten eines Cafes und sah sie nur ganz kurz. So lange wie ein Mädchen braucht, um zwanzig Schritt zurückzulegen, wenn sie forsch und fröhlich geht. Ihre dunklen Haare fielen seidenweich in den Nacken, ihr Mund leuchtete kirschfarben und ein Blick streifte George im Vorübergehen, ein Blick aus jadegrünen Augen.
Dann war sie vorbei, und George blieb fast erschlagen sitzen. Er stand nicht auf, er ging ihr nicht nach, er konnte es gar nicht, denn Silvy saß neben ihm. Silvy hatte nichts bemerkt. Sie löffelte ihr Eis und sagte nur verwundert: „Was ist, George? Du sprichst gar nicht.“
„Nichts, nichts, Liebling“, murmelte George und sein Blick blieb abwesend, träumerisch, und sein Herz war unruhig. Übrigens war dies ungefähr jener Augenblick, als Jules das Cafe betrat und einen Platz suchte. Jules sah gut aus und er wählte mit Bedacht. Er sah Silvy und wählte einen Tisch nicht weit ab.
Silvy sah wundervoll aus. Sie war sehr blond, und wenn sie sich bewegte, glühte ihr Haar messingfarben in der Sonne auf. Ihr Profil war sehr zart, ihre Haut rein und weiß. Jules sah die prachtvolle Linie ihres Halses. Sie saß sehr aufrecht und hielt die gepflegte, schmale Hand leicht auf dem Tisch.
Jules fühlte, daß sich sein Herz bewegte. Er geriet in Aufregung und Spannung. Er nahm sich sehr zusammen, aber Silvys Bild blieb vor seinen Augen, so als stürze die ganze Umgebung in nebelhafte Unschärfe und verdichte sich zu den betörenden Linien jener unbekannten, goldhaarigen Frau, von der er nur drei Meter entfernt saß.
Er seufzte etwas, doch nicht zu laut, denn Nicolette saß neben ihm. Sie betrachtete die Speisekarte und sagte: „Gefällt es dir hier nicht, Jules? Du bist plötzlich so stumm.“ „Doch, doch“, beeilte sich
Der Herr dieser Welt ist der Teufel, und unser Leben hat seinen Inhalt durch den Kampf gegen den Teufel, den jeder an seiner Stelle, auf die ihn Gott gestellt, hat, führen muß. Paul Ernst
Jules zu versichern und sein Blick wurde abwesend und träumerisch. In diesem Augenblick sah Robert hoch und sah Nicolette. Fast war es, als stocke sein Herzschlag. Was für eine prachtvolle Frau! Nicolettes Haare leuchteten kastanienrot, ihr Gesicht besaß die Farbe matter, kostbarer Perlen. Ihre Lider schlugen sanft wie die Flügel von Schmetterlingen. Ihr Kleid ließ die Arme frei bis zum Ansatz der Schultern. Ihr Ausschnitt verschob sich, als sie sich vornüber beugte
und ihre Haut hatte einen hellen, samtenen Schimmer.
Robert atmete tief auf, und er rührte unruhig in seiner Kaffeetasse. „Du bist so unruhig“, sagte Nina, die neben ihm saß. „Nein, nein“, sagte Robert und lächelte schwach. In diesem Augenblick — ach, ich spare mir das. Sie wissen sicher, was ich sagen will, denn auch Nina war eine wundervolle Frau.
Dies alles habe ich bemerkt. In einem Vorgarten auf dem Boulevard Georgette. Ich saß in einer Ecke und sah es. Ich bin fast sechzig Jahre. Deswegen sah ich es.
Wetterkunde
Die ältere Generation wird sich vielleicht noch an den berühmten Wettermacher Doktor Falb erinnern können, der um die Jahrhundertwende auf dem Gebiete der Meteorologie geradezu eine Diktatur ausübte. Vor seinen „Kritischen Tagen erster Ordnung“ zitterte die damalige Menschheit wie vor einem Jüngsten Gericht. Als er freilich einmal den Weltuntergang voraussagte, der nicht eintraf, erlitt sein Ansehen einen argen Stoß in der großen Welt, das aber schon in einer kleineren ein wenig ramponiert worden war. Und das kam so:
Einmal gebrauchte der berühmte Mann die Wasserkur in einem schlesischen Badeort und unternahm an einem glühend heißen Tage eine Fahrt über Land. Er fuhr an einer Wiese vorbei, wo eine alte Bäuerin das Heu einmachte.
Falb ließ halten und sagte dem Kutscher: „Die Frau ist unklug. Das Heu muß ja noch feucht sein. Vierzehn Tage lang wird es nicht regnen. Sie sollte noch warten.“ Der Rosselenker schüttelte bedächtig den Kopf und sagte: „Herr Doktor, das Weib is nie aso tumm. Die hot a Ziegenbock daheim, wenn der mit’m Hintern an de Wand rempelt, dann regnets ’ n selbichen Tag noch.“
Den großen Meteorologen interessierte nun der Fall dieses Aberglaubens, er stieg aus, trat zu der Frau und ermahnte sie: „Gute Frau, Sie werden wohl schon von mir gehört haben. Ich bin der Doktor Falb. Ich sage Ihnen, es wird jetzt vierzehn Tage nicht regnen. Folgen Sie mir, und lassen Sie das Heu noch trocknen.“
Aber die alte Bäuerin wehrte ab: „Se können sein, wer Se wollen, und Se können sagen, was Se wollen, mei Ziegebock hat heute mit’m Hintern an der Wand gerempelt, und da regnet’s heute noch, das sag’ ich Ihnen!“
Falb hielt den Fall für hoffnungslos und stieg wieder ein. Nach einer halben Stunde Fahrt krochen Wolken auf. Dann umzog sich der Himmel, der erste Donner grollte fern und immer näher, die ersten Blitze zuckten, und dann strömte ein wilder Gewitterregen nieder auf Gerechte und Sünder, über Einfältige und Weise.
Der berühmte Mann saß still, etwas bedrückt im Wagen. Der Kutscher drehte sich ein paarmal lächelnd nach ihm um, und endlich sagte er: „Mir scheint. Herr Doktor, dem Weibe ihr Ziegebock is gescheiter im Hintern als Sie im Koppe.“ Robert Hohlbaum
Darmstadt und Umgebung
Jugendarbeit auf breiter Lasis
Ein vielseitiges und interessantes Winterprogramm
Wie uns der Leiter des Stadtjugendausschusses Darmstadt, Herr Pscolla, mitteilt, soll die Jugendarbeit im kommenden Winter in einem größeren Rahmen durchgeführt werden, um ihr einen neuen Aufschwung zu geben. Durch die Veranstaltungen soll jeder Jugendliche angesprochen werden und sich Gebiete auswählen können, die ihm besondere Freude machen. In das Winterprogramm sind auch wie im letzten Jahr die Jugendlichen der Vororte Eberstadt und Arheilgen eingeschlossen. Für die Veranstaltungen sind das Amerikahaus, das Nachbarschaftsheim und auch das Fichtehaus vorgesehen.
Einmal im Monat gestaltet jeweils eine andere Jugendgruppe einen Abend in eigener Regie. Ferner wurden Referenten gewonnen, die in Vorträgen, die im November beginnen sollen, zur Jugend sprechen werden. Zu diesen Veranstaltungen werden auch die Eltern und Freunde eingeladen. Auch die Ausgestaltung von Elternabenden wird der Initiative der Jugendlichen überlassen bleiben. Außerdem treffen sich jeden Monat einmal die Jugendlichen, die am Zeltlagerleben besonders interessiert sind, schon im Zeltlager waren und im nächsten Sommer wieder hinwollen. Mit Filmen von Zeltlagern, Einstudieren von Liedern und Spielen bereiten sie sich auf das Zeltlager vor. Anregungen erhalten die Jugendgruppenleiter wieder in Arbeitsgemeinschaften, für die das Henri-Dunant-Heim in Brandau vorgesehen ist. Die Arbeitsgemeinschaft für Singen und Spiel wurde bereits auf den 11. und 12. November festgelegt und wird unter Leitung des in der Jugendarbeit erfahrenen Berthold Bührer (Amorbach) steheh. Zwei Filme: „- Symphonie-Orchester“ und „Freie Bahn der Jugend“ wurden für diese Arbeitsgemeinschaft ausgesucht. Die zweite Arbeitsgemeinschaft über Laienspiel, die am 16. und 17. Dezember stattfindet, leitet der in Darmstadt bekannte und beliebte Reg.- Oberinspektor Carlo Schneider. Zwei weitere Arbeitsgemeinschaften werden dem Volkstanz und der Werkarbeit gewidmet sein. Ein Sonntag wird ausschließlich der Diskussionstechnik Vorbehalten bleiben, die in alle Arbeitsgemeinschaften mit eingebaut werden soll.
Der Stadtjugendausschuß wird auch Verbindung mit dem Theater, GYA und dem Nachbarschaftsheim aufnehmen, um zu erfahren, welche Veranstaltungen sie im kommenden Winter der Jugend bieten wollen. Im Frühjahr ist eine Ausstellung im Amerikahaus geplant, die von der Winterarbeit der Jugend Zeugnis ablegen soll. Während der Faschingszeit werden eigene Jugendfeste vorbereitet, die die Jugendlichen von öffentlichen Vergnügungen femhalten sollen. Die einzelnen Veranstaltungen werden noch bekanntgegeben. t-s
Mitternächtliche Sitzung mit höflichen Männern
Kellner tagten in der Gaststätte Fink
Um die Mitternachtstunde des Mittwoch versammelte sich die Ortsgruppe Darmstadt des Bundes der Hotel-, Restaurant- und Cafeangestellten in der Gaststätte Fink in der Gardistenstraße, um ihre monatliche Tagung abzuhalten. Unter anderem befaßte man sich mit dem 50jährigen Stiftungsfest, das am 15. November im Concordia-Saal stattfinden soll.
Was uns sofort auffiel, war die erstaunliche Höflichkeit, mit der unsere Fragen beantwortet wurden. Vom Kellnerberuf weiß der Durchschnittsmensch nur wenig. Wir hören, daß die Nachwuchsfrage im Kellnerberuf in Darmstadt völlig ungeklärt ist. Der Beruf läuft Gefahr, auszusterben. Die Gaststätten scheuen zumeist die hohen Be lastungen durch die Lehrlingsausbildung, die drei Jahre dauert. Außerdem fehlte es bisher am nötigen Wohnraum, da ia der Lehrling im Haus unter gebracht werden muß. Es ist eine lange Dienstzeit. die der Kellner jeden Tag abzulaufen hat. Vierzehn bis sechzehn Stunden sind es meistens, denn wenn er weniger arbeitet, sind auch die Einnahmen geringer. Das Grundgehalt nach dem Dienstvertrag beläuft sich auf 180 DM monatlich, von dem noch die Soziallasten abzuziehen sind. Er muß von den Trinkgeldern leben und den üblichen zehn Prozent...
Prellt ein Gast den Kellner um die Zeche, oder vergißt er seine Zigaretten zu bezahlen, was überaus häufig ist und selbst bei den vornehmsten Menschen versehentlich geschieht, dann ist nicht der Lokalbesitzer der Geschädigte, sondern der Kellner, der den Fehlbetrag aus seiner Tasche drauflegen muß. Kellner sein, ist ein weltweiter Beruf. In früheren Zeiten war es üblich, daß ein gut ausgebildeter Kellner mindestens in England gearbeitet haben mußte. In
der Darmstädter Ortsgruppe ist ein Ungar Mitglied, der mehrere Sprachen spricht, das Abitur hat, was in Ungarn fast selbstverständlich für diesen Beruf ist, und mit dem man sich über den Sartreschen Existentialismus ebenso gut unterhalten kann, wie über die Hegelsche Monadenlehre. Er hat den früheren englischen Thronfolger bedient, Gelehrte und Fürsten aus aller Welt. Verständlich, daß dieser Umgang einen gesellschaftlichen Schliff gibt, der normalerweise nicht vorhanden ist.
Was die alten Darmstädter angeht, so kommen sie unter den kritischen Augen der Kellner sehr gut weg. Einer der Kellner arbeitet bereits über zwanzig Jahre in Darmstadt, und er ist hier geblieben, weil die echten Darmstädter ein „ruhiges, solides und angenehmes Völkchen“ sind. Die, die heute noch in der Umgebung der Stadt als Ausgebombte leben, würden sich immer wieder freuen, wenn sie bei ihrem Besuch in Darmstadt alte Gesichter träfen, die ihnen aus der guten Zeit noch in Erinnerung geblieben sind. Natürlich gibt es auch Ausnahmen im Kellnerberuf, er ist durch die Besatzungsmacht und die jugendlichen Neulinge im Beruf in Verruf gekommen.
Ein echter Kellner jedoch, der seinen Beruf ernst nimmt, der wirklich nur das Wohl seines Gastes im Auge hat — und deren gibt es eine große Menge — versteht es, den Aufenthalt eines Gastes in seinem Lokal zu einer angenehmen Erinnerung werden zu lassen. -st
Vor dem Richter
Mit acht Monaten Gefängnis setzte die Erste Darmstädter Strafkammer den Gaunereien des vorbestraften, 29 jährigen Hilfsarbeiters Paul G. aus Darmstadt einen Riegel vor. Er hatte in einem Falle von einer Hausangestellten 15 DM erhalten, ohne dafür den geforderten Kaffee und Kakao zu liefern. Diese Ware blieb er auch einem Manne in Arheilgen schuldig, der ihm für diese Lieferung Damenstrümpfe gegeben hatte. Nach Verbüßung der Haft — so ordnete das Gericht ferner an — wird der 29 jährige in eine Heil- und Pflegeanstalt eingewiesen. Ein Psychiater hatte ihn dementsprechend geschildert. wst.
Wegen fortgesetzter Urkundenfälschung
und versuchten Betrugs bestrafte das Schnellgericht Darmstadt einen 20 jährigen Mann aus Darmstadt mit drei Monaten Gefängnis. Er hatte Bestellscheine einer Zeitschriftenversandfirma selbst unterschrieben und damit Abonnements fingiert. Dabei handelte es sich um „Bestellungen“, die er für andere Zeitschriftenwerber sammelte. Er selbst war wegen schlechter Arbeit als Zeitschriftenwerber entlassen worden.
Ausbildungscrfolge
des Hessischen Diakonievereins
An den städtischen Krankenanstalten Darmstadts haben von 22 Lernschwestern des Hessischen Diakonievereins Darmstadt, Freiligrathstraße 8, nach zweijähriger Lehrzeit vier das Examen für Krankenpflege mit „sehr gut“ und achtzehn mit „gut“ bestanden. Acht Lernschwestern des Verbandes legten ihre Krankenpflegeprüfung im Stadtkrankenhaus in Hanau ab.
Das Seminar für soziale Berufsarbeit des Hessischen Diakonievereins, dessen Aufgabe es ist, junge Frauen und Männer nach entsprechender Vorbildung innerhalb von zwei Jahren für die Arbeit in der Gesundheits-, Jugend- oder Wirtschaftsfürsorge auszubilden, hat jetzt die Teilnehmer des Unterkursus nach einem halben Jahr theoretischer Ausbildung in das sogenannte Schulpraktikum hinausgeschickt. Dabei soll sich jede Schülerin und jeder Schüler über die Befähigung in der praktischen Arbeit klar werden. Der Oberkursus wird am 12. Oktober seine Arbeit im Seminar beginnen. Neue Kurse beginnen im Frühjahr 1951.
Nur in der Gemeinschaft liegt Stärke
Darmstädter Geschäfte bauten gemeinsam die Schulstraße auf
Die Schulstraße war früher eine Hauptgeschäftsstraße, und wenn der „olle Bismarck“ auch dem Südende den Rücken dreht, so nimmt er sicherlich nicht weniger Anteil an den Fortschritten der Bauarbeiten. Der Kraftfahrer dagegen ärgert sich, denn die Straße ist seit Wochen gesperrt. Wo sonst kühne Fahrer durch sie zum Böllenfalltor brausten, stehen heute Betonmischer und Lastwagen, die unermüdlich Steine und andere Gegenstände abladen.
Der konzentrische Angriff der Architekten und des Maurergefolges galt in erster Linie der Westseite der Straße, wenn auch auf der anderen Seite das neue Haus von L. B. Müller mit guten Aussichten auf Sieg mit in der vordersten Reihe des Rennens liegt. Man muß sich wundern, mit welcher Schnelligkeit hier Haus auf Haus aus dem Boden wächst. Wo vor wenigen Wochen noch die Trümmer unangenehm an vergangene Jahre erinnerten, heben sich die Gebäude nun bis zum Dachfirst in den Himmel. Hier und dort haben die Bauhandwerker schon den Richtbaum aufgepflanzt, vielleicht noch etwas früh, denn das offizielle Richtfest findet erst am Montag, dem 16. Oktober, nachmittags, statt.
Mit der neuerstandenen Schulstraße wird sich das Geschäftszentrum ein ganzes Stück nach Westen verschieben und so im Bogen Anschluß an die Läden an der Stadtkirche finden. Kommt man vom „Bismarck“ in die Schulstraße hinein, dann beginnt gleich zur rechten Hand die Reihe der stattlichen Neubau-
ten. Sieben Häuser sind es, in verschiedenen Größen, die in kürzester Zeit eine ganze Reihe altbekannter Darmstädter Geschäfte aufnehmen werden. Da ist das Gebäude, dessen Bauherren die Firmen Hoffmeister und Daudt sind. Die Färberei und chemische Reinigungsanstalt Mack, Inhaber Hoffmeister, und der Juwelier Storck bekommen darin neue und große Ladenräume. Dazu kommt noch die Lotterieeinnahme K ü 1 p und die Buchhandlung Schroth. In das Haus der Firma Elektro-Keil zieht auch das Polstermöbel- und Innendekorationsgeschäft Mangold. Die Firma Artm e i e r als Bekleidungsgeschäft hat bereits seit einiger Zeit ihren Verkauf in den großen Ladenräumen aufnehmen können. Das Küchengerätegeschäft Wenz, das daneben auch eine Eisenhandlung betreibt, erhält das Porzellangeschäft Noack zum Nachbarn, und als Hausnummer eins etabliert sich die Hessische Textil-Gesellschaft Müller & Spilger direkt am Ludwigsplatz. Die Ostseite kommt bei der Bauerei bisher etwas kurz. Abgesehen von dem schönen Gebäude der Firma L. B. Müller hat sich auf dieser Seite noch wenig geregt, aber nach „halboffizieller“ Quelle soll im nächsten Jahr auch an die Errichtung dieser Häuser gegangen werden.
Von L. B. Müller an werden sich die Straße hinab bis zum Ludwigsplatz Arkaden erstrecken, die aber nur so aussehen, als wären es welche, da man sie „Vitrinenhöfe“ genannt hat.
Was den Anliegern auf der Ostseite einige Sorgen macht, ist die Standhaftigkeit der Stadtkirche. In einem der großen Bogenfenster des Turmes hat sich ein mächtiger Stein gelöst, und soviel man von unten erkennen kann, sieht er nicht so aus, als wolle er noch lange dort oben verbleiben. Man muß zugeben, daß in der Schulstraße durch die gemeinsame Bauaktion
der Darmstädter Geschäftswelt ein Beispiel gegeben wurde, das' zur Nachahmung empfohlen werden kann. Die Schulstraße steht wieder. Es wird nicht lange dauern, bis auch die Nachbarseite dem Elan der Baupioniere folgen dürfte. HFL
Einfahrt Kasinostraße
wird breiter
Gestern morgen begannen Arbeiter des Städtischen Tiefbauamtes den vor kurzem angelegten Parkplatz vor dem Parkhotel aufzureißen und mit der Schnur die verbreiterte Einfahrt zur Kasinostraße anzudeuten. Mit dieser Arbeit, die nun zügig in der nächsten Zeit durchgeführt werden soll, will man die schwierige Straßenkreuzung Rheinstraße, Neckar- und Kasinostraße einer besseren verkehrstechnischen Lösung zuführen. Ein Parkplatz ist auf einem Grundstück der gegenüberliegenden Seite der Kasinostraße geplant. DT
Segelflug in aller Welt
Wolf Hirth erhofft Aufhebung des Segelflugverbots
In einem SVzstündigen mit Humor gewürzten Vortrag über das Thema „Segelflug in aller Welt“ hielt am Montagabend der Altmeister des deutschen Segelflugs und Präsident des Aero-Clubs Wolf Hirth im voll besetzten Hörsaal des Zintlinstitutes seine Zuhörer in Spannung. In persönlichen Erlebnissen schilderte der Redner, wie sich der Segelflug von Deutschland aus die Herzen der sportbegeisterten Menschen vieler Länder der Welt erobert hat.
Zu Beginn der Veranstaltung der Segelfluggruppe Darmstadt begrüßte Herr Lay ri t z außer dem Redner noch Direktor Dr. Schwarz, der Oberbürgermeister Metzger vertrat, und Hanna Reitsch.
Wolf Hirth betonte, vor den kritischen Segelfliegern Darmstadts, dem Schwerpunkt der Segelfliegerei der ganzen Welt, nicht ohne Beklemmung sprechen zu können. Seine Lichtbilder zeigten Ausschnitte aus den Anfängen der Segelfliegerei nach dem ersten Weltkrieg, Starts der Hängegleiter in der Rhön und andere erste vorsintflutliche Flugzeuge, u. a. auch die Darmstädter Typen „Edith“ und „Geheimrat“. Zum Schluß seines aufschlußreichen und interessanten Vortrages betonte der Redner, daß der Aufbau der Organisation der Segelflieger sich noch vervollständigen müßte, wenn er sie auch von allem Bürokratismus fernhalten würde. Er hoffe, daß man nicht mehr lange mit fadenscheinigen Begründungen den friedlichen Zweck des Segelfliegens abstreiten, sondern auf demokratischem Wege die Aufhebung des Segelflugverbotes erreichen werde. Er rufe deshalb den Kameraden zu: „Auf Wiedersehen unter dem freien deutschen Himmel“. t-s
Wir sind wieder einen Schritt weiter...
Erweiterung bei Henschel & Ropertz
Erfreulich, wenn ein Geschäftsmann sagen kann: „Wir sind wieder einen Schritt weiter gekommen . . .“ Das klingt so befreit, so bescheiden und schlicht, daß man die Sorgen und Nöte vergißt, die sich hinter diesen einfachen Worten verbergen. Wir erinnern uns noch gut: Fassaden, nichts davor und nichts dahinter außer einigen Tonnen Schutt, verbogenen, ausgeglühten Eisenträgern, morschen Zwischendecken . . . Trümmer, wie wir sie überall sahen, Trümmer, die hier die Seele belasteten, dort zum Wiederaufbau anspornten. Und aus diesen Trümmern erhob sich auch wieder „Henschel & Roppertz“. Schritt für Schritt . . .
Am morgigen Samstag — nach nahezu zwei sorgenvollen Wiederaufbaujahren — wird auch die zweite Etage für den Publikumsverkehr freigegeben. Der neue Fahrstuhl brachte uns nach oben. Verkäuferinnen füllten gerade die hellen, freundlichen Regale, die auf der Stirnseite teils mit Vorhängen, teils mit Glas abgeschirmt sind und Steppdecken, Koltern oder Berufskleidung bergen. Auf hölzernen Sockeln liegen Teppiche aller Art. Nach der Marktplatzseite zu befinden sich die Abteilungen für Gardinen, Herren-, Burschen- und Knabenkonfektionswaren. Es braucht eine ganze Weile, bis man alles bewundert und angestaunt hat, was in diesem großen, modern und übersichtlich ausgestalteten Verkaufsraum, der wie wir hörten eine Fläche von 1200 Quadratmeter haben soll —, zur Entlastung des Parterre-Geschosses angeboten wird. H. G. R.
Die 50iäbrigen Fberstädter feiern ihren Geburtstag gemeinsam am Samstag, dem 14. Oktober, abends 20 Uhr, im Gasthaus „Zur Eisenbahn“. t-s
Unfall auf der Autobahn
Bei Kilometer 503,5 ereignete sich gestern nachmittag auf der Autobahn ein Verkehrsunfall. Drei Motorradfahrer fuhren in Richtung Darmstadt. Als der letzte, der mit einem Beiwagen fuhr, den vor ihm fahrenden Motorradfahrer überholte, wollte auch dieser semen Vordermann überholen, ohne sich umzusehen oder ein Zeichen zu geben. Er w”"de von dem Beiwagen erfaßt, vom Rad Geschleudert und erlitt Verletzungen. DT
Vier Eberstädter Geschäfte hielten am vergangenen Samstag ihren Einzug in ihre in Gemeinschaftsarbeit in der Darmstädter Straße in Eberstadt errichteten Geschäftsbauten. Die Besitzer der Geschäfte Radio -Wilms. Glaserei Grimm, Buchhandlung und Leihbücherei Kammler und Juwelier Peters hatten sich vor einem Vierteljahr zum Aufbau zusammengeschlossen.
Ein Fortbildungskursus für Dentisten¬ assistenten wird zur Zeit in der Mornewegschule abgehalten. Die Vorlesungen finden alle vier Wochen statt. Der zweite Kursus beginnt am Samstag, dem 14. Oktober 1950, unter Leitung des Berufsbildungsreferenten des Dentistenverbandes, Dentist Lauck, Studienrat Dr. Diehl und Dentist Fischer.
Verkehrsunfälle häufig durch Kinder
Auf dem Lande läßt die Verkehrsdisziplin der Kinder viel zu wünschen übrig
Ein dreieinhalb jähriger Junge lief in Langen-Brombach in ein Motorrad; der Junge und die Soziusfahrerin wurden verletzt.
Ein Siebenjähriger lief in Spachbrükken in ein Motorrad. Mit schweren Kopfverletzungen wurde er ins Krankenhaus eingeliefert, wo er am gleichen Tage starb.
Ein siebenjähriger Schüler lief in Unter-Sensbach im Odenwald in ein Motorrad. Der Junge wurde ein Stück mitgeschleift und mußte mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.
Eine zehnjährige Radfahrerin stieß in Groß-Zimmern gegen einen Kraftwagen. Sie erlitt eine Gehirnerschütterung.
Dieser kleine Auszug aus der Unfallstatistik der letzten Zeit zeigt, daß die Verkehrsdisziplin der Kinder sehr viel zu wünschen übrig läßt, trotzdem in den letzten Jahren regelmäßig in den Schulen, in den Zeitungen und durch die Verkehrspolizeibehörden aufklärend auf die Gefahren des Straßenverkehrs hingewiesen wurde. Vor allem in den Landstädten und in den Dörfern trifft man oft spielende Kinder auf den Durchgangs- und Hauptverkehrsstraßen an.
Vielleicht wird die regelmäßige Verkehrserziehungsstunde, die demnächst in allen Schulen abgehalten wird, die Kinder allmählich zu größerer Vorsicht mahnen. Darüber hinaus müssen aber die Eltern ihre Aufsichtspflicht erfüllen, ihre Kinder schon von frühester Jugend an auf die Gefahren des Straßenverkehrs hinweisen und zur Verkehrsdisziplin erziehen.
In der Stadt notiert
Ein Motorradfahrer geriet gestern in der Frankfurter Straße kurz nach der Emilstraße mit den Rädern auf die noch nassen Schienen. Er rutschte aus, stürzte und zog sich leichte Verletzungen zu.
Das diesjährige Abturnen der Turngesellschaft 07 Eberstadt fand dieser Tage auf dem Schloßnlatz in der Pfungstädter Straße statt. Anschließend trafen sich die Mitglieder im Gasthaus „Zum Bismarck“ für einige Plauderstunden b’s über Mitternacht. t-s
Bäckermeister Georg Herrmann konnte vor wenigen Tagen an der Straßenfront des Mathildenplatzes seinen modern eingerichteten Bäckerladen wieder beziehen, der seit 1947 als Notladen im Hintergrund des Grundstückes bestanden hatte. Damit ist am Mathildenplatz wieder „Weck, Worscht und Wei', in aaner Reih'“.
Im Haus der Jugend, Fichtestraße, wird die Kinderspielgruppe am Samstag, dem 14. Oktober, um 16.00 Uhr, das Märchen „Pechvogel und Glückskind“ aufführen.
Von 60 Bewerbungen für die ausgeschriebene leitende Stellung der Werkkunscschule wurden etwa 15 bis 20 Prozent in die engere Wahl genommen und einem Fachkreis zur Entscheidung vorgelegt.
Die Stadtverwaltung der Stadt Darm¬ stadt beabsichtigt, den Weißen Turm, der sich in staatlicher Verwaltung befindet, für Unterkunfts- und Ausstellungszwecke freizubekommen.
Das Kriegerdenkmal auf dem Arheilger Friedhof wird zur Zeit renoviert.
Der Herbstball der Freiwilligen Feuerwehr Eberstadt wurde auf den 11. No¬ vember festgelegt. t-s
Eine Vereinsvertretertagung des Be¬ zirksfußball-Verbandes findet in Eberstadt am Samstag, dem 21. Oktober, 15.00 Uhr, im Gasthaus „Zur Harmonie“, Pfungstädter Straße, statt. t-s
Die Geburtstagsfeier der 40jährigen Eberstädter wurde auf Samstag, 21. Oktober, um 20.00 Uhr, im Gasthaus „Zur Eisenbahn“ festgelegt. t-s
Der Eberstädter Gesangverein „Froh¬ sinn“ veranstaltet am 15. Oktober, 20 Uhr, ein Konzert in der Turnhalle t-s
Die Herbstübung der Eberstädter Frei¬ willigen Feuerwehr findet am Sonntag, dem 15. Oktober, 14 Uhr, auf dem Sportplatz in der Pfungstädter Straße statt. Am Abend treffen sich die Feuerwehrleute im Gasthaus „Zur Eisenbahn“ mit ihren Frauen zum Ball. t-s
Die Ortsgruppe Griesheim der Kriegs¬ beschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner hält bis Mitte November keine Sprechstunden ab, um rückständige Arbeiten erledigen zu können. In dringenden Fällen gibt die Bezirksgeschäftsstelle in Darmstadt, Steubenplatz, Auskunft. (oa)
Ein Konzert in Eberstadt bereitet für den 15. Oktober die evangelische Jugendgemeinde im Gemeindehaus vor. Es wurden bedeutende Werke zum Vortrag ausgewählt. t-s
Der bekannte Dialekthumorist Wolf Schmidt wurde von der Gastspieldirektion A. Fink im Rahmen eines bunten Programms zum ersten Weihnachtsfeiertag in die Stadthalle verpflichtet. W. Schmidt ist auch in Darmstadt durch sein kürzliches Auftreten in „1000 Worte Hessisch“ persönlich bekanntgeworden.
WIE-WIRD-DAS-WETTER
Frühnebel
Vorhersage: Am Freitag nach örtlichem Frühnebel heiter und trocken, Mittagstemperatur 15 bis 17 Grad, nachts sehr frisch, schwach windig.
Weitere Aussichten: Zunehmender Morgennebel, sonst wenig Aenderung.
Wolin gehen wit heũte?
Landestheater: Orangerie: 19.30 Uhr. „Die Csardasfürstin“, Operette v Emme^ rieh Kalman. Ende gegen 22.15 Uhr.
Lichtspieltheater: Union: „Der Mann, der sich selber sucht“: Thalia: „Arabische Nächte“; Belida: „Vogelfrei“; Palast: „Dämon Geld“; Hansa: „Sturm über Arizona“.
Hygiene-Lichthof, Neckarstraße 3: 10 bis 18 Uhr, Ausstellung: „Gesundes Leben“.
Landesmuseum: 10 bis 16 Uhr. „Gedächtnisausstellung“ (Elisabeth Freund-Fischer und Anton Hartmann).
Amerikahaus: 19.30 Uhr, Vortragsabend: „Englische und amerikanische Lvrik aus zwei Jahrhunderten“ v. Charl. Christann. Wiesbaden.
Techn. Hochschule.- Raum 167. 19.30 Uhr: Schauspieler Herbert Wien, Hess Landestheater: „Psalmen und Sprüche“ (altes und neues Testament).
STARKENBURG
Mißbrauch des Rot-Kreuz-Zeichens
wird strafrechtlich geahndet
Die Allgemeine Ortskrankenkasse Dieburg hatte nach Inbetriebnahme von zwei Krankenkraftwagen an diesen das Rote Kreuz auf grauem Grund geführt. Trotz mehrerer Eingaben des .Roten Kreuzes Hessen sowie Auflage des Reg. Präsidenten in Darmstadt weigerte sich die AOK Dieburg, das Rote Kreuz von ihren Krankenwagen zu entfernen. Der Herr Reg.- Präsident in Darmstadt sah sich daher veranlaßt, Ende vorigen Jahres unter Hinweis auf das Reichsgesetz vom 22. März 1902 (RGBI. S. 125) Strafantrag gegen die verantwortlichen Organe der AOK Dieburg zu stellen. Das Amtsgericht Dieburg hat daraufhin den Leiter der AOK Dieburg wegen Mißbrauchs des Zeichens des Roten Kreuzes zu einer Geldstrafe verurteilt.
In diesem Zusammenhang sei erneut darauf hingewiesen, daß zum Führen des Rot-Kreuz-Zeichens nur die vom Internationalen Roten Kreuz anerkannte nationale Rot-Kreuz-Gesellschaft, in Deutschland also das Deutsche Rote Kreuz, berechtigt ist. RKH
Fred Elke festgenommen
Wie wir gestern erfuhren, ist der flüchtige Strafgefangene Fred Elke auf Grund von Radiomeldungen und Pressenotizen in einem Ort in der Ostzone festgenommen worden. Der 32jährige, gegen den eine umfangreiche Fahndungsaktion eingeleitet worden war, steht bekanntlich neben dem gesuchten Heinz Willer in dem Verdacht, den Ueberfall auf den Re- gierungsbaurat a. D. Karl Storck am 1. Oktober in Ober-Kainsbach ausgeführt zu haben. Elke war am 29. September als Häftling der Dieburger Haftanstalt bei Außenarbeiten in der Nähe von Nieder-Klingen geflohen. Die Kriminalpolizei wurde von der Polizei in der Ostzone über die Verhaftung Elkes unterrichtet. Weitere Ermittlungsschritte sind eingcleitet. wst.
Er stahl drei Arbeitshosen
In einer der letzten Nächte drang ein inzwischen ermittelter, aber flüchtig gegangener Dieb in die Büroräume des Erlenbacher Syenitwerkes ein. Vermutlich suchte er die am Vortage dort deponierten Lohngelder. Da er zwar mit den Oertlichkeiten vertraut war, aber die Aufbewahrungsstelle des Geldes nicht finden konnte, verschwand er unter Mitnahme von drei Arbeitshosen. (-r)
Ladenkasse ausgeräubert
Während der Lebensmittelhändler Heinrich Germann, Steinbuch, am Mittwoch gegen 20 Uhr mit seiner Familie beim Abendessen saß, stahl ein unbekannter Dieb den gesamten Inhalt der Ladenkasse in Höhe von etwa 120,- DM. Die Ladentür war verschlossen gewesen; der Dieb gelangte durch die unverschlossene Haustür und den Flur in den Laden. Als der Lebensmittelhändler durch ein Geräusch alarmiert in den Laden kam, war der Dieb bereits unerkannt entkommen.
Ausgerutscht und gestürzt
Am Mittwoch rutschte ein Motorradfahrer, der die Nibelungenstraße in Bensheim in östlicher Richtung befuhr, auf der nassen Straße mit der Maschine aus. Fahrer und Beifahrer stürzten zu Boden. Während der Fahrer mit schweren Verletzungen in das Bensheimer Hospital eingeliefert werden mußte, kam der Beifahrer mit nur leichten Verletzungen davon. HB
Alsbacher Spritzenhaus wird eingeweiht
Gemeinderat übernimmt Bürgschaft für Winkelbach-Unterhaltung Nachtübung der Feuerwehr
Der Gemeinderat Alsbach nahm in seiner letzten Sitzung Stellung zu dem Antrag des Wasserverbandes zur Unterhaltung (Reinigung usw.) des Winkelbachs. Die Gemeinde, die mit 7,5 Prozent an der Unterhaltung des Baches beteiligt ist, übernahm die Bürgschaft für den auf sie entfallenden Beitrag. — Dem Antrag des Landesverkehrsverbandes Hessen um Bewilligung eines jährlichen Beitrages wurde stattgegeben.
Brandbekämpfung erfordert eine vorzügliche Organisation und einen hohen Ausbildungsstand der Feuerwehr. Beides ist aber erst wirksam durch die'Schnelligkeit, mit der die Abwehr eines Feuers vorgenommen wird. Dieses unter Beweis zu stellen, war der Zweck der am Montagabend, 22 Uhr, vorgenommenen Nachtübung. Kaum war die Sirene verklungen, als auch schon die Feuerwehr an die „Brandstelle“, die Christian-Stock-Schule, heranrückte und das Feuer von allen Seiten bekämpfte. Da der Druck des Wassers aus dem Leitungsnetz nicht ausreichte, wurde auch noch die Jugenheimer Feuerwehr mit der Motorspritze herangeholt. Nach erfolgter Bekämpfung konnten die Wehren wieder abziehen. Alles in allem zeigte die Uebung, wie schnell die Alsbacher Feuerwehr im Ernstfall arbeitet.
Das seitherige Gerätehaus der Feuerwehr, das von höheren Stellen als ungenügend bezeichnet wurde, ist jetzt neuzeitlich umgebaut und erhielt einen Schlauchturm. Im Beisein von Landrat Wink, Kreisbrandinspektor P f a f f u. a. findet am Sonntagnachmittag, 14 Uhr, die Einweihung statt, an der sich die Ortsvereine und benachbarte Wehren beteiligen. Abends ist im Gasthaus „Zur Sonne“ Ball, bei dem die Kapelle Dingeldein aufspielen wird. hl.
53 000 Schwimmbad-Besucher
Rückblick auf die Bensheimer Badesaison
Obwohl der diesjährige Sommer eigentlich oft recht sparsam mit schönen Sonnentagen gewesen ist, konnten im Bensheimer städtischen Schwimmbad 53 000 Besucher, davon 21 000 Erwachsene, gezählt werden. Vor Beginn der Badesaison wurden einige kleine Verbesserungen vorgenommen. Für das kommende Jahr sind weitere in Aussicht genommen, doch hängt die Durchführung dieser Pläne in erster Linie von der Höhe der verfügbaren finanziellen Mittel ab. Die Eintrittspreise hatten sich in der vergangenen Saison nicht erhöht, es wurden jedoch im Gegensatz zu früheren Jahren keine Dauer- sondern nur Dutzend- und Zweidutzendkarten ausgegeben, da mit den Dauerausweisen vielfach Betrug getrieben worden war. Daß die Eintrittspreise gegenüber anderen Bädern in der Umgebung zum Teil etwas höher waren, lag wohl daran, daß durch die ständige Klärung und Reinigung des Wassers nach dem Petuniaverfahren größere Unkosten entstehen. (HB)
meldungen aus den Landkreisen
DARMSTADT-LAND
Alertshofen-Hoxhohl. — Die für kommenden Sonntag in der Gaststätte Riehl, Hoxhohl, vorgesehene Versammlung des Verbandes der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner muß wegen Verhinderung der beiden Referenten ausfallen.
Ober-Ramstadt. Als Abschluß des Sommerdienstplanes führt am Samstag die Freiwillige Feuerwehr eine Uebung durch. -D-
Roßdorf. In einer Mitgliederversammlung der SPD spricht am Samstag um 20 Uhr, im Saale des Gasthauses „Germania“, Dr. Beyer, Darmstadt, über „Politische Probleme der Gegenwart und Zukunft“. sl
DIEBURG
Groß-Zimmern. Der Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner veranstaltet am Samstag im Saalbau „Zur Linde“ ein Oktoberfest. Wertvolle Gegenstände kommen zur Verlosung. Eine Kapelle spielt zum Tanz auf. NB
Groß-Bieberau. Am vergangenen Sonntag wurde den Ortsbrandmeistern und Bürgermeistern des Landkreises Dieburg durch die Feuerwehrmänner Peter und Kälberer von der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr das neue landeseigene Tanklöschverfahren, welches der Gemeinde zugesprochen ist, vorgeführt. GD.
ERBACH
Michelstadt. Im Rahmen der Feuerschutzwoche wird am Sonntag um 9 Uhr bei der Firma Rexroth-Lynen eine große Schauübung der Feuerwehren von Erbach, Michelstadt, Steinbach und Stockheim durchgeführt. Auch das Tanklöschfahrzeug kommt zum Einsatz. hm
Unter-Ostern. — Dem langjährigen Rechner der Vichversicherung Ostertal, Georg Thierolf, wurde aus Anlaß seines 75jährigen Geburtstages vom Gesangverein „Liederkranz“ ein Ständchen gebracht. ptoo
Rai-Breitenbach. — Die neugegründete Freiwillige Feuerwehr veranstaltete am Sonntag einen Ball, mit dessen Erlös eine neue Motorspritze angeschafft werden soll. hm
BERGSTRASSE
Bensheim-Auerbach. Seit gestern wird im südlichen Teile Auerbachs mit der Reinigung und dem Ausbrennen der Schornsteine begonnen. Für Brennmaterial haben die Hausbesitzer zu sorgen. HB
Heppenheim. Paul G e h e e b, der namhafte Gründer der Odenwaldschule, der er von 1910 bis 1934 als Leiter vorstand, beging am 10. Oktober in der Schweiz seinen 80. Geburtstag. Er ist jetzt Leiter der „6cole d’humanitö“ in Goldern-Hasleberg im Berner Oberland, die durch ihren Gründer Geheeb ebenfalls Weltruf erlangt hat. se
Lorsch. An der Straßengabelung Lorsch —Bensheim—Heppenheim kam es zu einem Unfall, als ein Pkw-Fahrer von Weinheim kommend in die Bensheimer Kurve einbog. Der Wagen kam ins Schleudern und fuhr gegen einen Baum. Zwar trug der Fahrer nur leichtere Verletzungen davon, doch der Sachschaden an dem Wagen ist beträchtlich. el
GROSS-GERAU
Groß-Gerau. Am Sonntag, dem 15. Oktober, findet um 14.30 Uhr im Gasthaus Fähndrich, Mönchbruch, für Vogelschutz-Ortsvertrauensleute des Landkreises Groß-Gerau eine Führung durch die Vogelschutzgehölze und Nestersammlung statt. —th—
Groß-Gerau. Kürzlich trafen sich im „Weißen Roß“ die 50jährigen zu einem gemütlichen Beisammensein. g Stockstadt. Die Interessengemeinschaft der Heimatvertriebenen veranstaltet am Sonntag einen Tanzabend. kr
Was aũch interessiert:
Durch den „Offenen Brief“ des Fo¬ rums an die Bundesbahn hinsichtlich der Schaafheimer Verkehrsschwierigkeiten aufmerksam gemacht, trat Herr Wolf, Darmstadt-Eberstadt, mit dem Vorschlag an die Gemeinde heran, eine Autobusverbindung Schaafheim —Darmstadt einzurichten. Im Laufe des kommenden Jahres ist auch die Errichtung einer direkten Autobusverbindung Schaafheim—Frankfurt durch einen einheimischen Unternehmer geplant. io
Der Verein der Flüchtlinge und Geschädigten der Ostzone hält am kommenden Samstag um 19.30 Uhr im Hotel „Zur Eisenbahn“ in Bensheim eine Versammlung ab.
Aus Anlaß der diesjährigen Feuer¬ schutzwoche hält die Groß-Gerauer Feuerwehr am Sonntag um 14 Uhr eine Uebung ab, an welche sich eine Kundgebung auf dem Marktplatz anschließt. Kreisbrandinspektor Schrötwieser, Rüsselsheim, wird eine Ansprache halten, cg.
Lichterloh und unter großer Rauchent¬ wicklung brannte dieser Tage ein mächtiger Strohhaufen, den der Grassamensammler Sch. aus Ober-Roden aufgestapelt hatte, und den von Kindern „in kleinen Mengen“ verbrennen lassen wollte, ab. Der Feuerwehr gelang es erst nach einstündigem Einsatz, das Feuer zu löschen. RG.
Die Neuweihe der Gedenktafel des am 13. November 1927 bei Kim b a c h tödlich verunglückten Gewerkschaftssekretärs Zang, die 1933 zerstört wurde, haben am vergangenen Sonntag Vertreter der Verwaltungsstellen Darmstadt und Aschaffenburg der Gewerkschaft „Bau, Steine, Erden“ und der SPD vorgenommen. Hi.
Die diesjährigen Vereinseinzelmeister¬ schaften im 100-m-Lauf, Weitsprung, Hochsprung und Kugelstoßen für Frauen und Männer trägt die Turnabteilung der Kultur- und Sportvereinigung Reichelsheim am kommenden Sonntag aus. Abends findet im „Hirschen“ ein Elternabend statt, bei dem auch ein Bühnenspiel der Schule zur Aufführung kommt. tm.
Ein Liederabend des Gesangvereins „Liederkranz“ von Wembach-Hahn und von Rohrbach, der noch außenstehende alte Sänger und die Jugend für das deutsche Lied begeistern soll, findet um 20.00 Uhr bei dem Gastwirt Zimmermann in Wembach statt. Außer zahlreichen Vereinen hat auch der Handharmomkaspielring von Ober-Ramstadt sein Erscheinen zugesagt, prs
Zum Tag des Pferdes, der am Sonntag im gesamten Bundesgebiet durch die Reitervereine durchgeführt wird, veranstaltet der Reit- und Fahrverein „Vorder Odenwald“, Babenhausen, auf seinem Reitplatz ab 14.00 Uhr schulmäßige Ausbildung der Neulinge. NB
D-Züge für den Odenwald
Vorschläge des Erbacher Verkehrsvereins zur Hebung des Fremdenverkehrs
Die Bedeutung des Fremdenverkehrs als wesentlicher Faktor des Wirtschaftslebens im Odenwald wurde am Mittwochabend in einer Vorstandssitzung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Erbach im Gasthaus „Zum Hirsch“ erneut unterstrichen.
Graf Alexander zur Erbach-Erbach, als erster Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins, berichtete von der Tagung des Landesfremdenverkehrsverbandes in Groß-Gerau, auf der unter anderem die Herausgabe eines Gesamtwerbeprospektes für das Gebiet Odenwald, Neckartal und Bergstraße beschlossen wurde. Der Erbacher Verkehrs- und Verschönerungsverein will sich daran beteiligen, hält aber die Herausgabe eines eigenen Prospektes, eventuell zusammen mit Michelstadt, für unerläßlich.
Im weiteren Verlauf der Versammlung kamen eine Reihe Vorschläge zur Fremdenverkehrsförderung zur Sprache, die zum Teil bereits in Diskussionsabenden des öffentlichen Forums Erbach erörtert wurden. Das Vorstandsmitglied Bruno Kraft bezeichnete erneut als A und O der Verkehrsförderung die Mithilfe der gesamten Bevölkerung durch Zuvorkommenheit und Gastfreundschaft, durch Bereitstellung von Betten für den Fremdenverkehr, durch Reinhaltung der Straßen und vor allen Dingen der Mümling, wie überhaupt durch Pflege des Ortsbildes. Weiter regte Kraft an, bei der Bundes-
bahndirektion Frankfurt die Einlegung von mindestens einem D-Zug-Paar auf der Odenwaldstrecke zu beantragen. Durch die bereits mehrfach von der Bundespost geforderte Omnibus-Linie von Erbach— Michelstadt nach Amorbach—Miltenberg soll die Querverbindung durch den Odenwald von der Bergstraße bis nach Würzburg hergestellt werden. Die Einrichtung dieser Linie wird eine wesentliche Verkehrsbelebung mit sich bringen.
Der ebenfalls schon im Forum erörterte Vorschlag zur Ausbildung höherer Schüler mit Fremdsprach-Kenntnissen als ortskundige Fremdenführer stieß zunächst auf geteilte Meinungen, wurde aber schließlich doch als wichtige Förderung des Fremdenverkehrs anerkannt.
In Anbetracht der Wichtigkeit dieser Fragen für das gesamte Wirtschaftsleben der Kreisstadt wird der Erbacher Verkehrs- und Verschönerungsverein am 7. November im Gasthaus „Zum Hirsch“ eine öffentlicheVerSammlung durchführen, wobei die Aufgaben der Bevölkerung zur Hebung des Fremdenverkehrs eingehend erörtert werden sollen. —ch
Stattliche Ginnahmen im Waldwirtschaftsplan
Erhöhung der Forstarbeiter-Stundenlöhne in Kelsterbach / Volksbildungswerk erhält nur 500 DM
Mit den Stimmen aller Fraktionen genehmigte der Kelsterbacher Gemeinderat in seiner letzten Sitzung den neuen Waldwirtschaftsplan, der in Einnahmen mit 91 220 DM und in Ausgaben mit 25 820 DM abschließt. Ebenso wurde einem Vorschlag zugestimmt, der die Erhöhung der Stundenlöhne für Forstarbeiter auf 1,22 DM vorsieht. Bürgermeister Scherer gab den Gemeindevertretern den Prüfungsbericht des Landratsamtes zur Regelung der Wasserversorgung bekannt, der einstimmig als in Ordnung befunden wurde.
Einem Antrag des Volksbildungswerkes auf Gewährung eines einmaligen Zuschusses in Höhe von 2000 DM konnte nicht entsprochen werden, da hierfür augenblicklich keine Mittel zur Verfügung stehen. Man war jedoch bereit, vorerst einen Betrag von 500 DM zu gewähren.
Die Hofreite „Zur Schwedenschanze“ von Karl Zimmer soll zum Preise von 25 000 DM von der Gemeinde angekauft werden, was von allen Fraktionen gebilligt wurde.
Eine längere Debatte entstand über die Frage, ob gemeindeeigenes Baugelände auch an ortsfremde Bauinteressenten abgegeben werden dürfe. Da keine Einigung zu erzielen war, soll in der nächsten Sitzung eine grundsätzliche Regelung getroffen werden. KB
Aufforstungen im Roßdorfer Gemeindewald
Kahlflächen verschwinden / Säuberung der Kulturen
In diesen Tagen haben die Aufforstungsarbeiten im Roßdörfer Gemeindewald begonnen. Ungefähr 21 ha Kahlflächen sind zu roden und neu zu bepflanzen. Die Rodungsarbeiten werden zum größten Teil im Rahmen des Notstandsprogramms durchgeführt. Aus der werteschaffenden Arbeitslosenfürsorge wurde hierzu ein Zuschuß von 7200 DM gewährt.
Die männlichen Arbeitskräfte sind augenblicklich dabei, den vor etlichen Jahren abgeholzten, vom Borkenkäfer befallenen „Margarethenberg“, der eine 7 Hektar große Kahlfläche umfaßt, für die Neubepflanzung vorzubereiten. Dabei werden etwa 40 Zentimeter breite Streifen in 1,20 Meter Abstand von der in den letzten 5 Jahren gebildeten Rasenschicht befreit und die tieferliegende, mineralhaltige Erde, die den Jungpflanzen als Muttererde dient, nach oben befördert.
Die durchschnittlichen Tagesleistungen der Arbeiter liegen bei 100 bis 130 Meter Rodestreifen. Weibliche Arbeitskräfte sind zudem mit dem Schneiden von Gras in Kiefern- und Fichtenbeständen, sowie in den aufzuforstenden Flächen beschäftigt, wobei die Säuberung der vorjährigen und kommenden Kulturen zur Durchführung kommt.
Im Rahmen dieser Aufforstungsarbeiten ist die Anpflanzung von ca. 14 ha Kiefern, 1,5 ha Lärchen, 1,4 ha Fichten, 2 ha deutsche Eichen, 0,9 ha Buchen, 0,3 ha Douglasien und 0,2 ha Roteichen vorgesehen. Das hierzu erforderliche Pflanzenmaterial stammt größtenteils aus eigener Zucht, während der Rest durch
Ankauf erworben wurde. Nach Vollendung dieser Arbeiten werden die Kulturrückstände im Roßdörfer Gemeindewald restlos aufgeholt sein. (sl)
Telefonkabel sollen in die Erde
Die derzeit als Oberleitung verlegten Telefonkabel von Waldmichelbach nach Siedelsbrunn und Oberschönmattenwag sollen in Kürze durch Erdleitungen ersetzt werden, damit die seitherigen unangenehmen Störungen vermieden werden können.
Herbstarbeit der Stenografen
in Ober-Ramstadt
Wie alljährlich erfährt der Unterrichtsbetrieb des Stenografenvereins im Herbst neuen Aufschwung. Der neue Anfängerlehrgang ist mit 40 Teilnehmern belegt und wird regelmäßig dienstags und freitags, von 20 bis 21.15 Uhr, im Neuen Schulhaus durchgeführt. Aber auch die aktiven Mitglieder sind eifrig bei der Arbeit, um sich für das Vereinswettschreiben am 4. November d. J. in der neuen Schule vorzubereiten. Schließlich soll es auch an der Geselligkeit nicht fehlen; dafür soll bei dem Herbstspaziergang am kommenden Sonntag gesorgt werden. Bereits um 8.15 Uhr wird Ecke Baustraße —Frankenhäuser Weg abgewandert. Als Ziel wird Neutsch (Odenw.) angenommen. -D-
Wegen Streik verschoben
Wie der Hessische Minister für Arbeit, Landwirtschaft und Wirtschaft mitteilt, muß die für Sonntag in Gernsheim vorgesehene Inbetriebnahme der neuen Rhein-Motorfähre wegen des Streiks der Wasserstraßenverwaltung auf Sonntag, den 29. Oktober, verschoben werden. DT
Wer kennt Heinz Willer?
Unser Bild zeigt den am 1. 1. 1926 in Danzig geborenen Gelegenheitsarbeiter Heinz Willer. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl vom Amtsgericht Fürth i. O. vor. Wie wir bereits in unserer Montagsausgabe berichteten, wird Willer wegen mehrfachen Einbruchsdiebstahls gesucht. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei sind in vollem Gange. Wer kennt den auf dem Lichtbild Dargestellten? Wo hält er sich auf? Mitteilungen, die auf Wunsch jederzeit vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei - Inspektion Darmstadt, Holzhofallee 25. wst.
Traisa will Grenze an der Landstraße
Gemeinderat beriet Bebauungsplan / Grenzgang am 29. Oktober
Am Mittwoch diskutierte der Gemeinderat in einer Sitzung über verschiedene, stark interessierende Fragen.
Die Tagesordnung sah zunächst die Abstimmung über die Anstellung des Lehrers Diefenbach an der Volksschule vor. Sie wurde bei zwei Stimmenthaltungen bestätigt. In der Debatte kam man noch einmal auf den Grund des Traisaer Schulstreiks zu sprechen, und der Gemeinderat beauftragte den Bürgermeister, sich beim Regierungspräsidenten zu erkundigen, wie weit es mit der Strafverfolgung der durch polizeiliche Ermittlungen festgestellten Personen gekommen sei, die den Schulstreik seinerzeit veranlaßt hatten. In Verbindung mit den Schulfragen wurde auch der Plan besprochen, der eine Verlegung der Aufbauschule vorsieht.
Als zweiten Punkt der Tagesordnung wurde über den Generalbauplan diskutiert, der vom Gemeinderat durchgearbeitet werden muß, um ihn dann vom Staatsbauamt festsetzen zu lassen. Dabei erörterte man lebhaft die Frage einer neuen Grenze zwischen den Gemeinden Traisa und Nieder-Ramstadt. Als Trennungslinie soll, wenn der Plan genehmigt wird, die Odenwald-Chaussee gelten. Teilbaupläne sehen in Traisa die Weiterführung einiger Straßen und die Bebauung des Geländes an der Fortsetzung der Hügelstraße und am Sportplatz.
Als weitere Anliegen der Gemeinde wurde über die Bepflanzung der Liegewiese im Schwimmbad, über die Verpachtung von Äckern und Wiesen und über Anträge auf Erlaß von Steuern und Müllabfuhrgebühren gesprochen.
Abschließend wurde die alljährliche Grenzgang auf den 29. Oktober festgesetzt. Bürgermeister Rindfrey wies auf den alten Brauch solcher Gemarkungsgänge hin, auf das Schöne und Interessante, was es dabei jetzt im Herbst zu sehen gibt, und forderte auch die Bürgerschaft auf, daran teilzunehmen, weil sie auf solchem Gange viel von ihrer Heimat kennenlernen kann. Mn
12 000 DM „eingefroren“
In der Gemeinderatsitzung Wal d - michelbachs wurde erneut sehr nachhaltig über die Verbesserung der Wohnungssituation beraten, nachdem zuvor Gemeinderat Wolf über seine Teilnahme an einem Lehrgang des „Freiherrvon-Stein-Instituts“ in Lindenfels Bericht erstattet hatte und daraufhin beschlossen worden war. noch in diesem Jahre Gemeinderat Schwebel (SPD), Beigeordneten Lipp (CDU) und den Bürgermeister nach dort zu entsenden. Die Vergütung wurde pro Lehrgang und Person auf 35 DM festgesetzt.
Der Wohnungsbaufonds muß gegenwärtig auf rund 12 000 DM Leihkapital verzichten, die von den Bauherren nicht zurückgezahlt werden können. Um solche Unzuträglichkeiten für die Zukunft zu vermeiden, wurde beschlossen, einen Wohnungsbauverein zu gründen. Ihm sollen die von der Gemeinde abgeschlossenen Bausparverträge sowie weiteres Kapital zur Verfügung stehen. Wohnungssuchende. Geschäftsleute — vor allem Bauhandwerker — und die Gemeinde selbst sollen laufend oder einmalig bestimmte Beiträge einzahlen, die mit 3 Prozent verzinst werden. Der Verein wird in Kürze im Rahmen einer besonderen Versammlung seine Konstituierung vollziehen. (-r.)
Gültig ab 10. Oktober 1950
Abfahrt und Ankunft der Reisezüge im Darmstädter Hauptbahnhof
Ausschneiden und aufbewahren
| Richtung Heidelberg | Zeit | nach Gleis | 0.31 |
| Weinheim | 12 | ||
| 4.23 | |||
| Mannheim | 12 | ||
| 4.32 | |||
| Seeheim | 12 | ||
| 5.16 | |||
| Mannheim | 12 | ||
| 6.04 | FD | ||
| Heidelberg | 12 | ||
| 6.27 | |||
| Heidelberg-Basel | 11 | ||
| 6.45 | D | ||
| Heidelberg-Lindau | 11 | ||
| 6.55 | |||
| Mannheim-Basel | 11 | ||
| 7.05 | So | ||
| Seeheim | 12 | ||
| 7.17 | |||
| Heidelberg | 12 | ||
| 7.52 | E | ||
| Mannheim | 11 | ||
| 8.16 | Dus | ||
| Heidelberg-Garmisch | 11 | ||
| 8.23 | |||
| nur | für Besatzungsangehörige | Heidelberg | 12 |
| 9.30 | |||
| Bensheim | 12 | ||
| 10.06 | w | ||
| Pfungstadt | 7 | ||
| 10.17 | Dus | ||
| Heidelberg-München | 11 | ||
| 10.23 | |||
| Heidelberg | 12 | ||
| 11.28 | Et | ||
| Heidelberg | 11 | ||
| 12.07 | |||
| Mannheim | 12 | ||
| 12.48 | D | ||
| H.-Karlsruhe-Konstanz | 11 | ||
| 12.54 | Sa | ||
| Weinheim | 7 | ||
| 13.07 | Sa | ||
| Pfungstadt | 1 | ||
| 13.32 | |||
| Heidelberg | 12 | ||
| 14.31 | E | ||
| Heidelberg | 11 | ||
| 14.38 | |||
| Weinheim | 12 | ||
| 15.36 | D | ||
| H.-Ulm-Lindau | 11 | ||
| 15.54 | D | ||
| Heidelberg-Basel | 11 | ||
| 16.02 | |||
| Mannheim | 12 | ||
| 16.41 | E | ||
| H.-Offenburg | 11 | ||
| 16.47 | WaSa | ||
| Weinheim | 7 | ||
| 16.54 | WaSa | ||
| Pfungstadt | 1 | ||
| 17.22 | |||
| Heidelberg | 12 | ||
| 18.12 | E | ||
| Mannheim | 11 | ||
| 18.26 | D | ||
| H.-Stuttgart | 11 | ||
| 18.32 | WaSa | ||
| Mannheim | 12 | ||
| 19.10 | |||
| Heidelberg | 12 | ||
| 19.36 | E | ||
| H.-Stuttgart | 11 | ||
| 19.43 | Tp | ||
| Weinheim | 12 | ||
| 20.23 | |||
| Heidelberg | 12 | ||
| 21.20 | |||
| Weinheim | 12 | ||
| 21.47 | Et | ||
| H.-Stuttgart | 11 | ||
| 22.29 | |||
| Bensheim | 12 | ||
| 22.52 | D | ||
| H.-München | 11 | ||
| 22.58 | D | ||
| Mannheim-Basel | 11 | ||
| 23.33 | D | ||
| H.-München | 11 | ||
| 23.43 | |||
| Weinheim | 12 | ||
| Richtung Frankfurt | Zeit | ||
| nach Gleis | 2.50 | Et | |
| Frankfurt | 6 | ||
| 4.34 | |||
| Frankfurt | 5 | ||
| 5.08 | WaSa | ||
| Is.-Opelwerk | 5 | ||
| 5.20 | W | ||
| Frankfurt | 6 | ||
| 5.53 | D | ||
| Frankfurt | 6 | ||
| 6.17 | W | ||
| Frankfurt | 5 | ||
| 6.31 | |||
| Frankfurt | 5 | ||
| 6.47 | W | ||
| Frankfurt | 6 | ||
| 7.15 | |||
| Frankfurt | 5 | ||
| 7.25 | D | ||
| Frankfurt-Hannover-Hambg. | 6 | ||
| 7.46 | |||
| Frankfurt | 6 | ||
| 8.28 | E | ||
| Frankfurt | 6 | ||
| 8.37 | |||
| Frankfurt | 5 | ||
| 9.07 | Et W | ||
| Frankfurt | 6 | ||
| 9.26 | E | ||
| Frankfurt | 6 | ||
| 9.31 | |||
| Frankfurt | 5 | ||
| 10.16 | D | ||
| Frankfurt-Kassel-Hamburg | 6 | ||
| 11.03 | E | ||
| Frankfurt | 6 | ||
| 11.19 | |||
| Frankfurt | 5 | ||
| 11.53 | Et | ||
| Frankfurt | 6 | ||
| 12.36 | |||
| Frankfurt | 5 | ||
| 12.59 | D | ||
| Frankfurt | 6 | ||
| 13.14 | D | ||
| Frankfurt-Kassel-Hannover | 6 | ||
| 13.20 | Sa | ||
| Frankfurt | 5 | ||
| 13.42 | |||
| Frankfurt | 5 | ||
| 14.22 | Et | ||
| Frankfurt | 6 | ||
| 14.52 | W | ||
| Frankfurt | 5 | ||
| 15.59 | Dus | ||
| Frankfurt | 6 | ||
| 16.15 | D | ||
| Frankfurt | 6 | ||
| 16.20 | |||
| Frankfurt | 5 | ||
| 16.50 | WaSa | ||
| Frankfurt | 5 | ||
| 17.30 | |||
| - Frankfurt | 5 | ||
| 17.42 | E | ||
| Frankfurt | 6 | ||
| 18.10 | Dus | ||
| Frankfurt | 6 | ||
| nur | für Besatzungsangehörige |
| 18.28 W | Frankfurt | ||
| 5 | 18.56 | Frankfurt | |
| 5 | 19.30 D | Frankfurt-Hannover-Hambg. 6 | |
| 19.40 W | Frankfurt | ||
| 5 | 20.21 E | Frankfurt | |
| 6 | 20.36 | Frankfurt | |
| 5 | 21.15 | Frankfurt | |
| 5 | 21.46 Et | Frankfurt | |
| 5 | 22.04 D | Frankfurt-Hann.-Bremerhaven 6 | |
| 22.14 D | Frankfurt-Kassel-Kiel | ||
| 6 | 22.44 | Frankfurt | |
| 5 | 23.18 FD | Frankf.-Hambg.-Kopenhagen 6 | |
| 23.31 | Frankfurt | ||
| 5 | Richtung Wiesbaden—Mainz | ||
| Zeit | nach | ||
| Gleis | 4.35 | Wiesbaden | |
| 8 | 4.43 | Mainz | |
| 7 | 5.19 D | Wiesbaden-Köln | |
| 7 | 5.32 WaSa | Opelwerk | |
| 7 | 6.04 | Mainz | |
| 8 | 6.34 W | Wiebaden | |
| 8 | 7.00 | Wiesbaden | |
| 7 | 7.29 Et | Wiesbaden | |
| 5 | 8.35 | Wiesbaden | |
| 8 | 9.27 Et | Wiesbaden | |
| 7 | 9.37 | Wiesbaden | |
| 8 | 11.08 | Mainz | |
| 8 | 12.30 | Wiesbaden | |
| 7 | 13.02 Sa | Wiesbaden | |
| 8 | 13.19 Et | Wiesbaden | |
| 7 | 13.42 | Mainz | |
| 7 | 14.27 WaSa | Wiesbaden | |
| 7 | 14.54 Et | Mainz | |
| 7 | 15.31 | Wiesbaden | |
| 7 | 16.21 Et | Wiesbaden | |
| 8 | 16.30 WaSa | Wiesbaden | |
| 7 | 16.44 | Wiesbaden | |
| 8 | 17.51 | Mainz | |
| 7 | 18.33 Et | Wiesbaden | |
| 8 | 19.30 | Wiesbaden | |
| 7 | 20.07 WaSa | Wiesbaden | |
| 7 | 20.39 Et | Wiesbaden | |
| 8 | 21.51 | Wiesbaden | |
| 8 | 22.31 Et | Wiesbaden | |
| 6 | 23.20 | Wiesbaden | |
| 8 | Richtung Aschaffenburg | ||
| Zeit | nach | ||
| Gleis | 1.27 | Babenhausen | |
| 9 | 4.02 | Aschaffenburg | |
| 10 | 4.57 W | Dieburg | |
| 10 | 5.31 | Aschaffenburg | |
| 10 | 6.34 | Dieburg | |
| 9 | 6.45 | Aschaffenburg | |
| 10 | 7.11 W | Kranichstein | |
| 6 | 8.10 | Aschaffenburg | |
| 10 | 9.32 W | Aschaffenburg | |
| 10 | 10.35 | Aschaffenburg | |
| 10 | 11.18 W | Kranichstein | |
| 9 | 11.56 Et | Aschaffenburg | |
| 10 | 12.44 | Kranichstein | |
| 10 | (Sa bis Babenhausen) | ||
| 13.27 | Aschaffenburg | ||
| 10 | 14.35 anS | Aschaffenburg-Würzburg- | Nürnberg |
| 1 | 14.45 | Babenhausen | |
| 10 | 15.20 WaSa | Kranichstein | |
| 9 | 16.01 | Aschaffenburg | |
| 10 | 16.16 WaSa | Kranichstein | |
| 10 | 16.30 Et | Aschaffenburg | |
| 10 | 16.55 | Aschaffenburg | |
| 10 | 17.32 | Aschaffenburg | |
| 10 | 18.40 W | Babenhausen | |
| 10 | 19.17 | Aschaffenburg | |
| 10 | 20.34 | Aschaffenburg | |
| 10 | 21.44 | Kranichstein | |
| 9 | 22.27 | Aschaffenburg | |
| 10 | 23.40 | Aschaffenburg | |
| 10 | Richtung Worms | ||
| Zeit | nach | ||
| Gleis | 4.05 | Mannheim (Riedbahn) | |
| 9 | 4.44 | Goddelau-Erfelden | |
| 9 | 6.06 | Worms | |
| 9 | 6.50 | Gernsheim | |
| 9 | 8.13 | Goddelau-Erfelden | |
| 9 |
| 9.33 | Hofheim | 9 | |
| 11.48 | W Goddelau-Erfelden | 9 | |
| 12.47 | Goddelau-Erfelden | 9 | |
| 13.32 | Hofheim | 9 | |
| 16.16 | Biblis | 9 | |
| 16.47 | Worms | 9 | |
| 17.45 | W Hofheim | 8 | |
| 19.03 | Worms | 9 | |
| 20.03 | Hofheim | 9 | |
| 20.50 | Hofheim | 9 | |
| 21.24 | Goddelau-Erfelden | 9 | |
| 23.22 | Biblis | 9 | |
| Richtung Wiebelsbach—Eberbach | |||
| Zeit | nach | Gleis | |
| Richtung Wiebelsbach-Eberbach | 5.33 | Eberbach | 4 |
| 6.49 | Wiebelsbach | 4 | |
| 7.54 | W Wiebelsbach | 4 | |
| 8.34 | Eberbach | 4 | |
| 11.06 | Eberbach | 4 | |
| 13.00 | Sau So Eberbach | So bis Wiebelsbach | 4 |
| 13.47 | Eberbach | 4 | |
| 15.40 | Eberbach | 4 | |
| 16.28 | WaSa Wiebelsbach | 3 | |
| 16.50 | Eberbach (So bis Wh) | 4 | |
| 17.47 | Eberbach | 4 | |
| 19.04 | Höchst (Odw.) | 4 | |
| 19.29 | E Wiebelsbach | 4 | |
| 21.33 | Wiebelsbach | 4 | |
| 23.34 | Wh.-Groß-Umstadt | ||
| Richtung Groß-Zimmern | 4 | ||
| Zeit | nach | Gleis | |
| 4.50 | W Großzimmern | 4 | |
| 6.01 | W Großzimmern | 3 | |
| 7.00 | W Großzimmern-Dieburg | 3 | |
| 10.57 | W Großzimmem | 3 | |
| 12.47 | Sa Großzimmern | 3 | |
| 13.28 | Großzimmern | 3 | |
| 16.58 | WaSa Großzimmem | 3 | |
| 20.44 | Gro Bzimmem | 3 | |
| 22.54 | Großzimmern | 3 |
| Ankunft | |||
| Zeit | Aus Richtung Heidelberg | ||
| ♦ von | Gleis | ||
| 0.42 | Mannheim | 5 | |
| 2.42 | Weinheim | 5 | |
| 2.48 | Et | Mannheim | 6 |
| 4.19 | Weinheim | 5 | |
| 5.03 | Weinheim | 6 | |
| 5.15 | D | München-Hamburg | 6 |
| 5.42 | Bensheim | 5 | |
| 5.49 | D | München-Hamburg | 6 |
| 6.24 | W | Weinheim | 5 |
| 6.36 | W | Mannheim | 6 |
| 0 7.05 | Worms-Bensheim | 6 | |
| 7.10 | E W | Weinheim | 5 |
| 7.21 | D | Basel-Mannheim | 6 |
| 7.42 | Heidelberg | 6 | |
| 8.18 | Heidelberg | 5 | |
| 8.26 | E | Mannheim | 6 |
| 8.41 | W | Pfungstadt | 6 |
| 9.05 EtW | Stuttgart-Hamburg | 6 | |
| 9.17 | Mannheim | 5 | |
| 9.23 | E | Ka rlsruh e - Hamb u ng | 6 |
| 10.12 | D | Stuttgart-Hamburg | 6 |
| 10.52 | Heidelberg | 5 | |
| 11.00 | E | Stuttgart-H amburg | 6 |
| 11 51 | EtW | Speyer-Mannheim | 6 |
| 12.26 | Mannheim | 5 | |
| 12.44 | Sa | Pfungstadt | 1 |
| 12.56 | D | Lindau-U Im-Hamburg | 6 |
| 13.12 | D | Basel-Heidelberg | 6 |
| 14.16 | Heidelberg | 5 | |
| 14.20 | Et | Heidelberg | 6 |
| 14.44 | WaSa | Pfungstadt | 6 |
| 15.45 | Heidelberg | 5 | |
| 15.56 | Dus | Stut bgar t-Hamburg | 6 |
| 16.12 | D | Konstanz-Hamburg | 6 |
| 17.39 | E | Heidelberg | 6 |
| 18.09 | Dus | Garmisch-Hamburg | 6 |
| nur | für Besatzungsangehörige |
| 18.22 WaSa Weinheim | 3 | 5 | ||
| 18.41 | Mannheim | |||
| 19.09 | D | München-Mannheim | 6 | |
| 19.21 | Heidelberg | 5 | ||
| 20.19 | E | Mannheim | 6 | |
| 20.30 | Heidelberg | 5 | ||
| 21.40 Tp | Weinheim | 5 | ||
| 21.45 | Lp | Seeheim | 7 | |
| 22.00 | D | Lindau-Ulm-Hamburg | 6 | |
| 22.10 | D | Basel-Mannheim | 6 | |
| 22.40 | Weinheim | 5 | ||
| 23.16 | FD | B asel-Heidelberg | 6 | |
| Zeit | Aus Richtung Frankfurt | von Gleis | ||
| 0.14 | Frankfurt | 12 | ||
| 4.15 | T | Frankfurt | 11 | |
| 5.08 | W | Frankfurt | 12 | |
| 5.44 | Frankfurt | 12 | ||
| 6.17 | Frankfurt | 12 | ||
| 6.25 | FD | Kopenhagen -Hambg. -Fr ank f. | 11 | |
| 6.41 | D | Bremerhaven-Hannover- | ||
| 6.51 | D | Frankfurt | Kiel-Hannover-Frankfurt | 11 |
| 11 | ||||
| 7.12 | Frankfurt | 12 | ||
| 7.42 | Frankfurt | 12 | ||
| 7.49 | E | Frankfurt | 11 | |
| 8.15 | Dus | Frankfurt | 11 | |
| nur | ||||
| 8.38 WaSa | für Besatzungsangehörige | |||
| Opelwerke-Neu-Isenburg | 12 | |||
| 9.04 | W | Frankfurt | 12 | |
| 10.02 | Frankfurt | 12 | ||
| 10.15 | Dus | Frankfurt | 11 | |
| 10.44 | W | Frankfurt | 12 | |
| 14.21 | Frankfurt | 12 | ||
| 11.42 | Frankfurt | 12 | ||
| 12.26 | W | Frankfurt | 12 | |
| 12.44 | Frankfurt | 11 | ||
| 13.23 | Frankfurt | 12 | ||
| 13.38 | E W | Frankfurt | 11 | |
| 14.04 | Sa | Frankfurt | 12 | |
| 14.24 | Frankfurt | 12 | ||
| 14.29 | E | Frankfurt | 11 | |
| 15.27 | Frankfurt | 12 | ||
| 15.33 | D | Frankfurt | 11 | |
| 15.32 | D | Hannover-Kassel-Frankfurt | 11 | |
| 16.37 | E | Frankfurt | 11 | |
| 17.12 | Frankfurt | 12 | ||
| 17.42 | W | Frankfurt | 12 | |
| 18.04 | WaSa | Frankfurt | 12 | |
| 18.10 | E | Frankfurt | 11 | |
| 18.23 | D | Hamburg-Kassel-Frankfurt | 11 | |
| 18.57 | Frankfurt | 12 | ||
| 19.23 | WaSa | Frankfurt | 12 | |
| 19.33 | E | Frankfurt | 11 | |
| 20.12 | Frankfurt | 12 | ||
| 21.07 | Frankfurt | 12 | ||
| 21.45 | Et | Frankfurt | 11 | |
| 22.12 | Frankfurt | 12 | ||
| 22.48 | D | Hambg.-Hannover-Frankf. | 11 | |
| 23.14 | Frankfurt | 12 | ||
| 23.29 | D | Frankfurt | 11 | |
| Aus Richtung Wiesbaden—Mainz | ||||
| Zeit | von Gleis | |||
| 0.27 | Wiesbaden | 10 | ||
| 5.04 | Wiesbaden | 10 | ||
| 6.30 | Wiesbaden | 10 | ||
| 6.39 Et | Wiesbaden | 12 | ||
| 7.32 | Mainz | 10 | ||
| 9.09 | W | Wiesbaden | 10 | |
| 9.17 Et | Wiesbaden | 11 | ||
| 10:12 | Mainz | 10 | ||
| 11.02 | Wiesbaden | 10 | ||
| 11.50 Et | Wiesbaden | 11 | ||
| 12.51 | Wiesbaden | 10 | ||
| 14.27 | Mainz | 10 | ||
| 15.25 Et | Wiesbaden | 10 | ||
| 15.31 Wiesbaden | ||||
| 16.20 Et Mainz | 10 | |||
| 17.10 | Mainz | 10 | ||
| 18.06 | Eit | Wiesbaden | 10 | |
| 18.24 | WaSa | Opelwerk | 10 | |
| 18.48 | Wiesbaden | 10 | ||
| 19.32 | WaSa | Wiesbaden | 10 | |
| 20.13 | Wiesbaden | 10 |
| 20.10 Et | Wiesbaden | 11 |
| 21.35 | Mainz | 10 |
| 22.21 Et | Wiesbaden | 11 |
| 22.48 D | Köln-Wiesbaden | 10 |
| 23.25 | Wiesbaden | 10 |
| Aus Richtung Aschaffenburg | ||
| Zeit | von 'Gleis | |
| 0.16 | Aschaffeniburg | 7 |
| a.w | Babenhausen | 7 |
| 5.22 w | Babenhausen | 7 |
| 5.45 | Aschaffenburg | 8 |
| 6.24 W | Dieburg | $ |
| 6.39 | Ascha f fenb urg | 7 |
| 7.32 | Dieburg | 7 |
| 7.45 W | Aschaffenburg | 8 |
| 7.52 anS Nümibeng-Aschaftentarg | 1 | |
| 8.07 | Kraniichstein | 7 |
| 9.18 | Aschaffenburg | 8 |
| 12.03 | Asch af f enburg | 7 |
| 12.50 Sa | Kranichstein | 7 |
| 13.28 | Aschaffenburg | 7 |
| 14.32 | Kranichstedn (Sa, v. Bahenh.) | 8 |
| 14.47 Et | Aschaffenburg | 7 |
| 15:11 | Aschaffenburg | 7 |
| 16.26 | Aschaffenburg | 8 |
| 16.40 WaSa Kranichstein | 7 | |
| 17.11 WaSa Kranichstein | 8 | |
| 17.38 | Aschaffenburg | 7 |
| 18.46 | Aschaffenburg | 7 |
| 18.54 Et | Aschaffenburg | 8 |
| 19.56 WaSa Aschaffeniburg | 7 | |
| 20.19 W | Oberr.-Dieburg | 7 |
| 21.00 | Aschaffenburg | 8 |
| 22.01 | Aschaffenburg | 8 |
| 22.21 | Kranichstein | 7 |
| Aus Richtung Worms | ||
| Zeit | von Gleis | |
| 0.10 | Goddelau-Erfelden | 8 |
| 1.23 | Biblis | 8 |
| 5.10 W | Hofheim | 9 |
| 5.55 | Goddelau-Erfelden | 9 |
| 6.16 | Worms | 9 |
| 7.09 | Worms , | 9 |
| 7.24 an | S Pirmasens-Mannheim-Godd. | 1 |
| 8.48 | Gernsheim | 9 |
| 9.35 | Goddelau-Erfelden | 9 |
| 12.42 | Hofheim | 8 |
| 13.53 W | Goddelau-Erfelden | 9 |
| 14.34 | Hofheim | 9 |
| 15.26 | Goddelau-Erfelden | 9 |
| 18.25 W | Biblis | 9 |
| 19.13 | Hofheim | 9 |
| 20.19 W | Hofheim | 9 |
| 21.06 | Worms | 9 |
| 23.13 | Goddelau-Erfelden | 9 |
| Aus Richtg. Wiebelsbach—Eberbach | Zeit | von Gleis |
| 0.19 SO | Eberbach | 4 |
| 4.37 W | Groß-Umstadt-Wiebelsbach | 3 |
| 5.12 | Wiebelsbach | 4 |
| 6.24 | Erbach (Odw.) | 4 |
| 6.42 W | Höchst (Odw.) | 3 |
| 7.24 | Eberbach | 4 |
| 8.31 | Eberbach | 3 |
| 9.21 E | Wiebelsbach | 4 |
| 10.18 | Wiebelsbach | 4 |
| 12.18 | Eberbach | 4 |
| 14.17 | Eberbach ‘ | 4 |
| 16.11 W | Eb erb ach | 4 |
| 17.17 So | Wiebelsbach | 4 |
| 19.50 | Eberbach | 4 |
| 20.31 | Eberbach | 4 |
| 22.16 | Höchst (Odw.) | |
| Aus Richtung Groß-Zimmern | ||
| Zeit | von Gleis | |
| 6.32 W | Großzimmern | 3 |
| 7.23 W | Großzimmern | 3 |
| 10.30 W | Dieburg-Großzimmern | 3 |
| 12.26 | Großzimmern | 3 |
| 15.10 | Großzimmern | 3 |
| 20.22 W | Großzimmem | 3 |
| 21.59 | Großzimmern | 3 |
| 22.43 W | Großzimmem | 3 |
Der SPORT
Von den Handballfeldern
Verbandsliga spielfrei / Auch Gruppenliga IV meldet nur zwei Begegnungen
Gruppenliga 4:
Nachdem die Handballverbandsrunde 6 Sonntage lang auf vollen Touren lief, wird am kommenden Sonntag nur in kleiner Runde weitergespielt. 8 Mannschaften sind spielfrei und werden den wohlverdienten Ruhetag zu nutzen wissen.
Es stehen sich gegenüber: VfL Herrnsheim—SV Kostheim TG Rüsselsheim—SSC Alzey
Kostheim hat einen schweren Gang nach Herrnsheim zu machen. Wenn auch der Platzbesitzer bisher noch ungeschlagen ist, so hat er doch seine Spielstärke erst in zwei Begegnungen beweisen können. Beide Siege waren als glücklich zu bezeichnen. Kostheim hat auch von seiner Spielstärke eingebüßt, dürfte aber trotzdem eine Chance haben bei
den Rheinhessen zu gewinnen. Eindeutiger ist die Begegnung in Rüsselsheim, wo der SSC Alzey bei der dortigen TG antreten muß. Die Gäste werden wohl kaum in die Verlegenheit kommen, die Punkte in die Volkerstadt mitnehmen zu müssen, -th-
Bezirksklasse Odenwald
Es spielen: Groß=Bieberau—Mörfelden, Kirch-Brombach—Fränkisch-Crumbach, Eppertshausen—Seeheim, Langen ist spielfrei.
Am kommenden Sonntag stehen durchweg interessante Begegnungen auf dem Spielplan. Die Mannschaften der Spitzengruppe müssen reisen. Der Tabellenführer Mörfelden hat in Groß-Bieberau einen schweren Stand, wenn auch der Gastgeber momentan eine Krise durchzumachen scheint. In Kirch-Brombach treffen zwei Rivalen aufeinander, die sich aus zahlreichen Spielen sehr gut kennen. Wohl konnten in den bisherigen Punktespielen die Gäste stets gewinnen, trotzdem dürfen sie die eifrige Elf des Gastgebers keineswegs unterschätzen, wenn auch weiterhin der Anschluß an den Tabellenführer gewahrt werden soll. Dies gilt in verstärktem Maß auch für Urberach, das in Eppertshausen gegen den Neuling schon seine beste Spieb form zeigen muß, um als Sieger den Platz zu verlassen. In Reichelsheim hat die Elf aus Seeheim wohl hinsichtlich Spieltechnik Vorteile, aber die Einheimischen sind zu Hause ein starker Gegner und werden bemüht sein, die ersten Pluspunkte zu er¬ ringen.
Bezirksklasse Ried
Es spielen: Bürstadt—Crumstadt, Pfeddersheim — Pfiffligheim, Wies-Oppenheim— Mörstadt, Heppenheim—Westhofen.
In der Klasse Ried ist die Spielstärke der Mannschaften sehr verschieden. So wird auch am kommenden Sonntag der Tabellenführer Crumstadt zu zwei weiteren Punkten kommen, wenn auch diesmal Bürstadt zu Hause einen sehr starken Gegner darstellt. In Pfeddersheim wird sich die Platzelf den Sieg nicht entgehen lassen. Die bisherigen Spiele zeigten, daß Wies-Oppenheim und Heppenheim auch zu Hause nicht stark genug sein dürften, um gegen Mörstadt und Westhofen erfolgreich zu bestehen. -ei-
Kreisklasse Dieburg
Am kommenden Sonntag finden folgende Spiele statt:
Gruppe I: Richen—TV Reinheim, SchaaL heim—Semd, Klein-Umstadt—Langstadt I, Babenhausen—Langstadt 11. Gruppe II: Habitzheim— SV 45 Reinheim, Groß-Umstadt—Gundershausen, Groß-Zimmern— TS Ober-Roden.
In Richen ist die Frage nach dem Sieger ungewiß, die Tagesform wird hier eine entscheidende Rolle spielen. Schaafheim und Semd werden sich einen harten Kampf liefern, da beide den Anschluß an Langstadt/ Schlierbach nicht verlieren wollen. Langstadt I selbst wird sich in KleimUmstadt um eine Verbesserung seines Torverhältnisses bemühen. Nach den beiden letzten schwachen Spielen von Habitzheim in der Gruppe II ist der Tabellenführer Reinheim Favorit. Jedoch sind die Platzherren eine typische Heimmannschaft. Gundershausen wird in Groß-Umstadt um eine neuerliche Niederlage nicht herumkommen. In Groß-Zimmern treffen sich die beiden schärfsten Rivalen des Tabellenführers. Da beide Mannschaften ihre Titelchancen zu wahren haben, ist mit einem energiegeladenen Spiel zu rechnen.
Kreisklasse Erbach
In der Kreisklasse Erbach werden am 6. Spielsonntag folgende Partien ausgetragen: Michelstadt—Zell, Beerfelden—Bad König, Böllstein—Momart.
Der Tabellenerste Michelstadt trifft im Heinrich-Ritzel-Stadion auf die gegenwärtig die Schlußgruppe anführende Zeller Elf. Der Gastgeber wird mit Wassum, Gerbig, Gröner, Allmann und Dr. Schram auch diese Begegnung für sich entscheiden können. Bad König fährt nach Beerfelden, wo ein Gästesieg zu erwarten ist. Offen ist das Spiel Böllstein gegen Momart. Papiermäßig müßten die Platzherren beide Punkte behalten dürfen. -ppi. Begegnung SG Wixhausen—-SV 98 Darmstadt II ihren Schlager. Beide Mannschaften stehen hinter Wiesbaden günstig. Wegen Mannschaftsschwierigkeiten mußte die 1. Mannschaft der SKG Eberstadt zurückgezogen werden. In der Kreisklasse finden folgende Spiele statt:
Herren : SKG Bickenbach—SSG Langen SG Wixhausen II—TSG 4'6 Darmstadt SKG Ernsthofen—SV Erzhausen SG Egelsbach—SKG Eberstadt II SV Darmstadt 98 III—TSV Nd.-Ramstadt Damen: SG Wixhausen—SG Arheilgen SG Egelsbach—SKG Eberstadt SV 98 II—TSV Pfungstadt SKG Bickenbach—SSG Langen Ku.
Volles Programm im Tischtennis
Gastgeber in der obersten Klasse klare Favoriten
In der Landesliga spielen: SV Wiesbaden—l. ABC Wiesbaden SV Darmstadt 98—SG Höchst Concordia Bad Nauheim—Vfß Friedberg Eintracht Frankfurt—Weiß-Blau Frankfurt SV Flörsheim—TG Rüsselsheim Klein-Krotzenburg und Biblis spielfrei
Die Spitzenreiter der hessischen Landesliga werden auch am Sonntag ihre Positionen weiter verbessern können. Ungefährdet, dürfte Wiesbaden, Eintracht Frankfurt und der SV Flörsheim ihre Spiele hinter sich bringen. Bad Nauheim wird den Neuling Vfß Friedberg nicht leicht nehmen. Nachdem Gelnhausen seine Mannschaft aus der Verbandsrunde zurückgezogen hat, ist Biblis am Sonntag spielfrei. Darmstadt 98 empfängt in einem weiteren Heimspiel die SG Höchst, eine Mannschaft, die sich in diesem Jahr wiederum den Aufstieg in die oberste Spielklasse erkämpfte. Die Lilienträger, die nun unbedingt Punkte benötigen, werden sich den Sieg nicht entgehen lassen. Die Aufstellung der Mannschaft wird erst vor Spielbeginn erfolgen, aber auch ohne Zeglys müßte ein klarer Erfolg herausspringen. Die Damen des SV 98 werden ihre günstige Tabellenposition über die Höchster Mannschaft halten können. Ein klarer Sieg dürfte für die Mannschaft Holzapfel, Nungesser, Römer, Guyot, Nangot und Pommer herausspringen.
Die Bezirksklasse Darmstadt zeigt die Neulinge in Front. Am kommenden Sonntag werden die Mannschaften der TG 1875 Darmstadt und Mörfelden reisen müssen. Es spielen im einzelnen:
Grafenhausen—Groß-Umstadt Bensheim—Mörfelden Biebesheim—TG 75 Darmstadt Jugenheim—Wolfskehlen Arheilgen'—Pfungstadt Die Landesliga-Süd hat am Sonntag in der
Sport in Kürze
Das letzte Freundschaftsspiel der Tennis-Junioren des TEC gegen eine Juniorenmannschaft des TEV Kronberg mußte am Dienstag beim Stand von 4:3 für den TEC abgebrochen werden. Wittmann verlor nach einer 5:3-Führung im 3. Satz gegen Wilhelm, dem 4. von Hessen (4:6, 6:5, 5:7). Jayme und Geiß konnten im Einzel siegen, Weinert und Nicklas verloren knapp. Auch die Junioren Jayme und Geiß beendeten ihr Einzel siegreich. -gw-
Am Sonntag, dem 15. Oktober, 9.00 Uhr, findet in der Arheilger Schulturnhalle wieder eine Lehrstunde der Kreisschule der Turnerinnen statt. Je Verein können 2 Turnerinnen teilnehmen. Keulen sind mitzubringen, -f.
Die SG Arheilgen fährt am kommenden Sonntag zu Wacker München. Teilnehmerkarten für Mitfahrer im Omnibus sind ab sofort im Schreibwarengeschäft Gg. Büttner, Dieburger Straße, zum Preise von 12,— DM für Mitglieder und 20,— DM für Nichtmitglieder erhältlich. Abfahrt Samstag, den 14. Oktober, 13.30 Uhr, ab Vereinshaus, Frankfurter Straße.
Der ABC Darmstadt-Eberstadt boxt am Samstag, dem 14. Oktober, im „Schwanen“ gegen die durch Gastboxer verstärkte Staffel von Egelsbach.
Am Sonntag, dem 15. Oktober, spielt die Tischtennismannschaft der TG 75 in Biebesheim am Rhein gegen Biebesheim I. Mannschaft. Abfahrt mit Auto um 8.00 Uhr ab Marienplatz. Für Freunde und Vereinsinteressenten ist noch genügend Platz zur Mitfahrt gegen kleinen Unkostenbeitrag vorhanden.
Die Wanderabteilung der TSG 46 unternimmt am Sonntag, dem 15. Oktober, eine Halbtagswanderung durch den Park nach Messel. Abmarsch 13.00 Uhr, Odenwaldbahnbrücke an der Dieburger Straße. Marschzeit 3 Stunden. Gäste willkommen.
Am Sonntag, dem 15. Oktober, 9 Uhr, findet in Pfungstadt auf den Waldsportplätzen des TSV noch einmal eine Prüfung in den leichtathletischen Hebungen für das Bundes-Sportabzeichen statt. Prüfungsleiter: K. Grünig.
Noch einmal treten am kommenden Wochenende die Rennfahrer des V. C. D. in die Pedale. Diesmal soll in den letzten Läufen auf Bahn und Straße entschieden werden, wer nun Clubmeister 1950 wird. Am Sams-
tag, dem 14. Oktober, um 16 Uhr, werden die letzten Läufe im Bahnfahren auf der Radrennbahn (Heidelberger Straße) ausgetragen. und am Sonntagvormittag, um 9,30 Uhr, der letzte Lauf auf der Straße und zwar das Bergrennen auf den Frankenstein. Start am Forsthaus Eberstadt / Auffahrt zum Frankenstein.
Das gute Abschneiden in Rio, wo die Jugoslawen als Olympia-Zweiter vor allem durch ihre schnelle, flüssige Spielweise gefallen konnten, brachte eine Hochflut internationaler Einladungen. So erhielt allein Jugoslawiens Landesmeister „Roter Stern“ Belgrad Spielangebote aus der Türkei. Frankreich, Chile, Uruguay, Mexiko (12 Spiele]), Columbien, Argentinien und Brasilien.
Dr. Peltzer verunglückt
Dr. Otto Peltzer, der frühere Weltrekordläufer, verunglückte am Donnerstagabend auf der Autobahn zwischen Frankfurt a. M. und Darmstadt bei Grafenhausen mit seinem Motorrad. Er wurde nach dem Sturz mit einer schweren Gehirnerschütterung, Rippenprellungen und einer Kopfverletzung bewußtlos ins Krankenhaus Darmstadt-Eberstadt eingeliefert.
Landesverband Hessen des Deutschen Aero-Clubs gegründet
Am 7. Oktober wurde in Gießen unter Beteiligung von 29 hessischen Vereinen der Landesverband Hessen des Deutschen Aero-Clubs gegründet. Die Segelfluggruppe Darmstadt mit ihren Untergruppen ist darin der weitaus stärkste Verein. Der ehemalige Luftschiffkapitän und Segelflieger Dipl.-Ing. Rothe, der bisher schon die Geschäfte des Landesverbandes vorbereitend führte, wurde Präsident. Dipl.-Ing. Layritz von der Segelfluggruppe Darmstadt, der sich schon 1920 am ersten Segelflugwettbewerb in der Rhön beteiligte, wurde zum Vizepräsidenten gewählt.
Fußball-Kreisklasse am Sonntag
Kreisklasse Darmstadt Spitzenreiter spielen auswärts
In der A-Klasse spielen: Hahn —Bickenbach, Nieder-Ramstadt—SSG Langen, TuS Griesheim—Weiterstadt, Seeheim—TSG 46 Darmstadt, Hähnlein—Erzhausen, Alsbach— Grafenhausen.
Einen schweren Gang hat Bickenbach nach Hahn. Schon von jeher haben sich beide Vereine schöne Spiele geliefert, bei denen erst nach Spielschluß der Unterlegene feststand. Weiterstadt, als derzeitiger Tabellenführer mit den meisten Toren, hat gegen TuS Griesheim selbst auf deren Platz keine allzu große Aufgabe zu lösen, um weiterhin die Spitze halten zu können. Ein weiterer Verfolger der Spitzengruppe ist Nieder-Ramstadt, der zu Hause nicht leicht zu schlagen ist und die SSG Langen besiegen sollte. Ob es Seeheim zu Hause schafft, den schnellen Sturm der TSG 46 aufzuhalten, bleibt abzuwarten. Erzhausen fährt nach Hähnlein, wo sich zwei ziemlich gleichwertige Mannschaften begegnen. Trotzdem dürfte hier der Platzvorteil ausschlaggebend sein. Die noch ungeschorenen Gräfenhäuser haben einen schweren Gang nach Alsbach zu machen. Daß die Platzherren gut auf dem Plan sind, haben ihre beiden letzten Spiele bewiesen.
In der B-Klasse entstehen immer wieder Schwierigkeiten, die wieder zu einer Terminlisten-Aenderung führten. Es spielen: Traisa—SC Griesheim, Rohrbach— Ober-Beerbach, Nieder-Beerbach—Eschollbrücken, Brandau—SV 98 Darmstadt. Spielfrei sind: Union Darmstadt, VFR Langen Soma und Jugendheim.
Kreisklasse Dieburg
Schlager des Sonntags: Offenthai—Ueberau In der A-Klasse dürfte es bei normalem Ablauf der Dinge am kommenden Sonntag den Nieder-Rödern gelingen, die Tabellenspitze, die sie im Augenblick den Punkten nach noch mit Ueberau teilen müssen, zu sichern. Sie haben zu Hause in Groß-Umstadt einen Gegner, der ihnen wohl kaum nur einen Punkt wegnehmen wird. Fraglicher ist demgegenüber der Ausgang des Treffens Offenthai—Ueberau. Der Gastgeber hat nämlich die Möglichkeit und damit erhöhtes Interesse, mit seinem Gast den Platz zu wechseln und sich hinter den Tabellenführer zu setzen. Schwer hat es auch Reinheim, denn die bei ihm gastierenden pluspunktgleichen Lengfelder hoffen, den Nachteil des fremden Geländes mit freundlicher Unterstützung ihrer sicher zahlreich schlachtenbummelnden Landsleute ebenso zu überwinden wie den Gegner selbst. In den drei Treffen aus der unteren Skalahälfte hat Dreieichenhain in Mosbach zwar Aussichten, aber die „Grenzer“ könnten recht gut ihr Konto von 1:7 auf 2:8 Punkte erhöhen. Ueber dem Gastspiel der Klein-Zimmerner in Groß-Zimmern liegt der erhöhte Reiz des Lokalderbys; Kleestadt empfängt mit der TG Ober-Roden eine Mannschaft, die 'ihr an Spielzahl, Tor- und Punktverhältnis nahezu gleichsteht.
Es spielen: Groß-Zimmern— Klein-Zimmern, Nieder-Roden—Groß-Umstadt, Reinheim—Lengfeld, Kleestadt — Ober-Roden, Mosbach — Dreieichenhain, Offenthai — Ueberau. r*g
Es spielen: in Gruppe 1 Hassia II— Groß-Bieberau, Georgenhausen —Niedernhausen, Brensbach—Ober/Nieder-Klingen, Hering—Fränkisch-Crumbach, Wersau spielfrei; in Gruppe 2 Klein-Umstadt —Schaafheim, Raibach—Wiebelsbach, Hergershausen —Heubach, TV Groß-Umstadt und Münster spielfrei. RG
Kreisklasse Erbach
Heimmannschaften vor schweren Aufgaben
In der A-Klasse werden folgende Spiele ausgetragen: Erbach (Soma) — Höchst, Günterfürst — Rimhorn, Bad König — Sandbach, Würzberg — Steinbach, Hainstadt—Neustadt, Lützel-Wiebelsbach —Beerfelden.
Der Höhepunkt dieser Runde ist dieses Mal in der Unterzent zu erwarten, wo sich die beiden Lokalrivalen Hainstadt und Neustadt gegenüberstehen. Die Gäste, die in dieser Saison nicht an ihre Vorjahrsleistungen heranreichen, werden vor allem auf Mittelläufer Hering ein wachsames Auge zu richten haben.
Die Erbacher Sondermannschaft erwartet den TSV Höchst, der gegen Günterfürst am Vorsonntag knapp aber verdient mit 1:0 erfolgreich blieb. Wir rechnen mit einem knappen Sieg der Einheimischen.
Gespannt darf man auf die Begegnung Günterfürst — Rimhorn sein. Die Platzherren, eine ausgesprochene Heimmannschaft, werden versuchen, den Anschluß an das Mittelfeld zu gewinnen.
Der Spitzenreiter Sandbach fährt nach Bad König, das in dem Verlauf der seitherigen Verbandsrunde nur ein Spiel für sich entscheiden konnte. Die Gäste werden vor allem auf eine Verbesserung ihres Torverhältnisses bedacht sein.
Steinbach sollte ursprünglich ein Heimspiel austragen. Da der Fußball-Rechtsausschuß des Sportkreises Erbach den Spielabbruch gegen Höchst (1. Okt.) jedoch mit einer zweiwöchigen Platzsperre gesühnt hat, fährt es nach Würzberg, wo die Platzherren mindestens einen, vielleicht sogar beide Punkte behalten sollten. Lützel-Wiebelsbach erwartet in einer
offenen Partie Beerfelden. —ppi. In der B-Klasse Gruppe Oberz e n t spielen: Sensbachtal — Rothenberg, Schöllenbach — Finkenbach, Hetzbach — Gammelsbach, Beerfelden (Soma) — Steinbuch. Die Begegnungen der Gruppe Unterzent: Wald-Amorbach Fürstengrund, TSV Höchst (Soma) Haingrund, Mümling-Grumbach Vielbrunn, VfL Höchst Kirch-Brombach.
Kreisklasse Groß-Gerau
Biebesheim könnte für Ueberraschung sorgen
In der A-Klasse kommen am Sonntag wieder einige interessante Paarungen zustande. Nach den Ergebnissen vom letzten Sonntag zu urteilen sind bis jetzt noch alle Begegnungen offen. Es spielen: Biebesheim—Gi nshe im, Ge rnsh eim—Klein- Ge rau, Wolfskehlen — Stockstadt, Dornheim — Astheim, Raunheim—Büttelborn, Gustavs bürg— Walldorf.
Während der Tabellenerste zu Hause gegen Klein-Gerau spielt, muß der Tabellenzweite Ginsheim nach Biebesheim. Obwohl Biebesheim in seinen letzten Spielen gerade nicht überzeugen konnte, ist es auf eigenem Platz immer gefährlich.
Wesentlich ausgeglichener wird die Partie am Gernsheimer Kaffeedamm werden, wo sich die in letzter Zeit sehr gut geschlagenen Klein-Gerauer vorstellen. Beide Mannschaften werden natürlich versuchen, das Beste für sich herauszuholen, um nicht evtl, von der Tabellenspitze wegzukommen.
Auch in den Wolfskehler Mauern rüstet man schon eifrig auf den kommenden Sonntag, wo die Stockstädter ihre diesjährige Vorstellung geben. Wenn auch Stockstadt am letzten Sonntag zu Hause gegen Klein-Gerau sehr enttäuschte, so wird doch Wolfskehlens junge Elf alle Register ihres Könnens aufziehen müssen, wenn sie zu einem weiteren Punktgewinn kommen will.
Dornheim muß sich mächtig anstrengen, um gegen den Neuling Astheim bestehen zu können. In den vier absolvierten Spielen hat Dornheim gegenüber Astheim seine Anhänger enttäuscht.
Büttelborn sollte in Raunheim und Wall- dorf in Gustavsburg zu doppeltem Punktgewinn kommen. Die technisch besseren und an Erfahrung reicheren Mannschaften von Büttelborn und Walldorf werden in diesen Spielen tonangebend sein.
In der B-K1 as s e spielen: Bischofsheim Ib—Königstädten, Geinsheim—SSV Raunheim, Wallerstädten—Worfelden, TSV Rüsselsheim — Goddelau, Opel Rüsselsheim Ib—Erfelden, Leeheim spielfrei.
Hier werden wohl ausnahmslos die Platzvereine als Sieger aus den einzelnen Spielen hervorgehen. Trotzdem sei Vorsicht geboten, denn gerade in der B-Klasse sorgt man immer wieder für Ueberraschungen. -od-
Kreisklasse Bergstraße
Aschbach in Mörlenbach in Gefahr
Es spielen in der A-Klasse: Einhausen — Auerbach, Affolterbach — Lindenfels, Mörlenbach — Aschbach, Reichenbach — Lampertheim, FC Fürth — Fehlheim, Waldmichelbach — Weiher.
Die beiden letzten der Tabelle, Einhausen und Auerbach, treffen im Ried aufeinander. Es sollte zu einer zähen Auseinandersetzung kommen, die die Platzherren noch längst nicht gewonnen haben. Auch in Affolterbach dürften die Punkte noch nicht so ohne weiteres zu Hause bleiben, da Lindenfels seine Mannschaft wesentlich stabilisieren konnte. Hart dürfte es in Mörlenbach gegen Aschbach zugehen. Ob die Gast-
Am kommenden Sonntag spielen in der B-Klasse Gruppe Odenwald nur sechs der zehn Mannschaften: SV Hammelbach— SV Unter-Abtsteinach, Blau-Weiß Rimbach—FC Ober-Abtsteinach. TV Zotzenheim — KSG Reichelsheim.
Die B-Klasse Gruppe Ried weist einige sehr interessante Paarungen auf: Hambach—Riedrode, Nordheim—RW Heppenheim, Zwingenberg — Gadernheim. Hüttenfeld —SV Bensheim, Schönberg — Elmshausen.
Bestattungen am Freitag, dem 13. Oktober 1950 BEERDIGUNGEN: Alter Friedhof 11.00: Rothermel, Anna, 73 Jahre, Jugenheim Waldfriedhof 11.15: Polster, Elise, 60 Jahre, Witwe.
Amtliche Bekanntmachungen Versteigerung Samstag, 14. Oktober 1950, 10 Uhr, versteigere ich bestimmt zwangsweise gegen Barzahlung in der Pfandkammer b/ Amts¬ gericht eine Partie Schreinerwerkzeuge. Steinbrecher, Gerichtsvollzieher (b)
Konkursverfahren 3 N 27/50: über das Vermögen der Firma Georg Forst, Pfungstadt, wurde am 10. Oktober 1950, 9 Uhr, Konkurs eröffnet, da diese zahlungsunfähig ist. Konkursverwalter: Rechtsanwalt Dr. Röska. Pfungstadt. Forderungsanmeldungen — möglichst in doppelter Ausfertigung — bis 1. November 1950 beim Amtsgericht. Glau¬ bigerversammlung mit der Tagesordnung der §§ 110, 131, 132, 134 und 137 KO. und Prüfungstermin: 10. November 1950. Offenei Arrest mit Anzeigepflicht bis 1. November 1950 dem Konkurs Verwalter. Darmstadt, den 10. Oktober 1950. Amtsgericht, Abt. 3
Anschlußkonkursverfahren 3 N 28/50: Über das Vermögen des Kaufmanns Hermann Daum in Darmstadt, Barkhausstraße 25, Inhaber der nichteingetragenen Firma „Letex“ Lederwaren und Textilien, ist am 7. Oktober 1950 das Anschlußkonkursverfahren eröffnet und das Vergleichsverfah¬ ren eingestellt worden. Konkursverwalter: Betriebswirt Johs. Karasch in Darmstadt, Rheinstraße 46. Forderungsanmeldungen — möglichst in doppelter Ausfertigung — bis 1. November 1950. Gläubigerversammlung mit der Tagesordnung der §§ 110, 131 und 132 KO und Prüfungstermin: Dienstag, den 7. November 1950, 9 Uhr, Zimmer 324. Offener Arrest mit Anzeigepflicht bis 1. No¬ vember 1950 dem Konkursverwalter, Darmstadt, den 7. Oktober 1950. Amtsgericht. Abt. 3
In der Strafsache gegen den Reisenden Otto Müller, geb. am 17. 12. 1908 in Endbach (Krs. Biedenkopf), wohnhaft in Traisa, Weingartenstraße 5. und andere wegen Wirtschaftsvergehens hat das Amtsgericht in Darmstadt (— 2 Ds 263 a—d/50 —) am 27. September 1950 für Recht erkannt: pp. — Der Angeklagte Otto Müller wird wegen Verstoßes gegen die §§ 18 und 21 Abs. 2 des Wirtschaftsstrafgesetzes vom 26. 7. 1949 in Verbindung mit der Anordnung PR Nr. 80/49 über Preise für Zucker, Zuckerrübenschnitzel und Melasse vom 30. 9. 1949 (MBI. des BfW T II Nr. 1 vom 15. 10. 1949 zu einer Geldstrafe von 250,- (zweihundertfünfzig) Deutsche Mark, im Uneinbring¬ lichkeitsfalle 25 Tagen Gefängnis, verurteilt. Er hat außerdem 26,- DM Wertersatz zu leisten. Der Mehrerlös von 75,25 DM wird zugunsten des Landes Hessen eingezogen. pp. — Das Urteil ist bezüglich des Angeklagten Otto Müller binnen 4 Wochen nach Rechtskraft auf dessen Kosten in den beiden Tageszeitungen „Darmstädter Echo“ sowie „Darmstädter Tagblatt“ öffentlich bekanntzumachen. Darmstadt, den 9. Oktober 1950. Amtsgericht, Abt. 2
Betr.: Genehmigung eines Preisausschreibens Der Hessische Minister der Finanzen in Wiesbaden hat unterm 24. 8. 1950 dem Fliedner-Verein e.V., Butzbach (Hessen), unter Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs die Genehmigung zur Durchführung eines Preisausschreibens unter bestimmten Bedin¬ gungen erteilt. Heppenheim, den 9. Oktober 1950. Der Landrat des Landkreises Bergstraße
Betr.: Veröffentlichung eines Preissilbenrätsels Im Organ des VdK Hessen. Bezugnehmend auf meine Bekanntmachung vom 22. 6. 1950 in Nr. 148 der „Südhessischen Post“ vom 28. 6. 1950, gebe ich zur Kenntnis, daß der Hessische Minister der Finanzen die Frist für die Veröffentlichung des Preissilbenrätsels des Verbandes der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands, Landesverband Hessen, in dem Verbandsorgan „Die Fackel“ bis 15. 10. 1950 verlängert hat. Heppenheim, den 9. Oktober 1950. Der Landrat des Landkreises Bergstraße
Betr.: Genehmigung einer Sammlung in der Zeit vom 10. bis 19. November 1950. Der Hessische Minister des Innern hat mit Erlaß vom 14. 9. 1950 Aktz.: II e — 21 f — 743/30 der Konferenz der Caritasverbände in Hessen auf Grund des Sammlungsgesetzes vom 5. 11. 1934 (RGBI. I S. 1086) und der hierzu ergangenen Durchführungs¬ verordnung vom 14. 12. 1934 (RGBI. I S. 1250) die Genehmigung erteilt, in der Zeit vom 10. bis 19. November 1950 eine Geld¬ sammlung von Haus zu Haus, unter Benutzung von Sammellisten sowie unter Benutzung von Sammelbüchsen auf öffentlichen Straßen und Plätzen durchführen zu lassen. Die Genehmigung gilt für den Bereich des Landes Hessen. Im einzelnen gelten für diese Genehmigung folgende Bedingungen: a) Jeder Sammler ist mit einem entsprechenden Ausweis zu ver¬ sehen. der von der Ortspolizeibehörde auszustellen ist. Die Aus¬ weise sind nach Ablauf der Sammelgenehmigung an die aus¬ stellende Behörde zurückzugeben, b) Die einzelnen Beträge sind in Listen gegen Quittung des Spenders einzutragen. Die Listen müssen numeriert sein und überprüft werden können c) Die Sammler auf öffentlichen Straßen und Plätzen haben sicher ver¬ schließbare Sammelbüchsen, deren Beschaffenheit Veruntreuungen ausschließt, zu verwenden. An jeder Büchse muß der Name des Veranstalters der Sammlung deutlich sichtbar angebracht sein, d) Jugendliche vom 14. bis 18. Lebensjahr dürfen nur bei der Durchführung der Sammlungen auf öffentlichen Straßen und Plätzen und nur bis zum Beginn der Dunkelheit mitwirken. Die Heran¬ ziehung von Kindern unter 14 Jahren ist nicht gestattet. Heppenheim, den 4. Oktober 1950. Der Landrat des Landkreises Bergstraße
Dienstnachrichten Peter Weimar, wohnhaft in Reichenbach, wurde am 3. Oktober 1950 als Rohrmeister der Gemeinde Reichenbach verpflichtet.
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