Vor einem neuen Abschnitt der alliierten Besatzungspolitik
Frankfurt/Main, 9. Oktober, (dpa, AP.) Hohe Beamte der westlichen Besatzungsmächte kündigten am Montag in Frankfurt den Beginn eines neuen Abschnittes der alliierten Besatzungspolitik in Deutschland an.
Der amerikanische Oberkommissar John McCloy teilte mit, daß im Zusammenhang mit der bevorstehenden Verstärkung der alliierten Truppen in der Bundesrepublik die Zonengrenzen zwischen den drei westlichen Besatzungsgebieten endgültig fortfallen werden. McCloy betonte, daß die alliierten Truppen den militärischen Bedürfnissen entsprechend an der Ostgrenze der Bundesrepublik stationiert würden. Demnach könnten französische Truppen an der russischen Zonengrenze kaserniert werden. Auch ein gegenseitiger Austausch britischer und amerikanischer Truppen innerhalb der Besatzungszonen sei möglich.
Aufgaben wie in Korea
McCloy wies daraufhin, daß die Alliierten in Deutschland dieselben Aufgaben haben wie die Truppen der Vereinten Nationen in Korea, nämlich den Frieden zu sichern. Um sich gegen den Osten zu schützen, müsse die Bundesrepublik außer den wirtschaftlichen auch noch moralische Fortschritte machen.
Frangois-Poncet hob hervor, daß die Sowjetunion nach wie vor versuchen wird, die Bundesrepublik „unter die sowjetische Version der Einheit zu zwingen und so einen neuen Satelliten Moskaus zu schaffen.“ Das Problem, welche Rolle deutsche Kontingente in einer europäischen Armee spielen sollten, bedürfe noch ernster Ueberlegung. Neue deutsche Streitkräfte müßten auf jeden Fall von einem neuen Geist beseelt sein, der sich von dem der Wehrmacht völlig unterscheide. Frangois-Poncet warnte vor allzu aktiven antikommunistischen Jugendorganisationen. Auch die SA sei durch den „Kampf gegen die Roten“ volkstümlich geworden.
Frangois-Poncet * bedauerte, daß die Bundesregierung keine größere moralische Autorität besitze. Er meinte, daß auch die Alliierten alles tun sollten, um sie darin zu stärken.
Abbau der Kontrollen
Einzelheiten des „neuen Abschnitts der Besetzung“ gab der stellvertretende amerikanische Oberkommissar George P. Hays bekannt. Danach soll die Bundesregierung den Alliierten gewisse Sicherheiten geben, nach deren Vorliegen die Besatzungsmächte die bisher ausgeübten Kontrollen Zug um Zug aufgeben oder weitgehend einschränken werden.
Die 21 tägige Einspruchsfrist der Oberkommission gegen deutsche Gesetze wird auf gehoben. Unter bestimmten Voraussetzungen können jedoch die Alliierten auch künftig noch ein deutsches Gesetz annullieren. Im Verfassungsrecht geben die Alliierten ihre Vorbehaltsrechte auf, sobald eine deutsche Gerichtsbehörde in der Lage ist, die bürgerlichen Rechte des einzelnen zu wahren.
Kriegsgefangenen-Gedenktag
Bonn, 9. Oktober, (dpa) Der 26. Oktober wird nach einer Mitteilung des Bundes- Vertriebenenministeriums im gesamten Bundesgebiet als Gedenktag für alle noch in Kriegsgefangenschaft festgehaltenen Deutschen begangen werden. Er soll der Höhepunkt einer Gedenkwoche für die Kriegsgefangenen vom 22. bis 29. Oktober sein.
In Protestkundgebungen soll auf die völkerrechtswidrige Zurückbehaltung von Tausenden von Kriegsgefangenen hingewiesen werden. In den Kirchen beider Konfessionen werden, wie schon in vergangenen Jahren, Gedenkgottesdienste gehalten.
Mac Arthur: Zum letzten Mal!
Der General fordert sofortige Waffenniederlegung von den Koreanern
Tokio, 9. Oktober. (AP./BBC./dpa) Stärkere Verbände der ersten amerikanischen Kavalleriedivision traten am Montagfrüh zum Angriff über den 38. Breitengrad nördlich und nordwestlich Kaisong an. Das fünfte und achte Regiment der Division stießen im Morgengrauen aus ihren Bereitstellungen auf der Rollbahn Söul— Pyönyang nach Norden vor und eroberten Sangnjon, ein etwa zwölf Kilometer nördlich der Grenze liegendes, größeres Dorf. Nach anfänglich unbedeutender Gegenwehr der Nordkoreaner stießen die vordringenden Einheiten auf heftigen Widerstand und auf Gegenstöße der Kommunisten, die von Artillerie- und Granatwerferfeuer unterstützt wurden. Die Kommunisten haben sich unweit der Grenze in festen Stellungen eingegraben und verteidigen sich erbittert. Nähere Berichte über die Stärke der dort konzentrierten nordkoreanischen Truppen liegen ipdoch noch nicht vor.
Mit den amerikanischen Verbänden haben auch britische und australische Einheiten den 38. Breitengrad überschritten. Verbände der dritten südkoreanischen Division sind nach Berichten amerikamscher Flugzeugführer sm Montagmittag in die nordkoreanische Hafenstadt Wonsan eingedrungen. Andere Einheiten dieser Division haben 55 Kilometer südöstlich der Stadt im Innern des Landes die Ortschaft Hoeyang genommen und stoßen weiter noch nach Westen vor. Die Nordkoreaner setzen sich entlang der Ostkuste naDerNObeerbeafehlshaber der Streitkräfte in Korea, General Mac Arthur, hat in der letzten Nacht die Nordkoreaner in einem Ultimatum erneut zur Kapitulation au - Befördert In dem Aufruf, der von japanischen und südkoreanischen Sendern in koreanischer Sprache verbreitet wurde, erklärte der General, falls die Kommunisten nicht sofort die Waffen niederlegten, werde er unverzüglich weitere militärische Maßnahmen ergreifen, um die Beschlüsse der Vereinten Nationen über Korea zu erzwingen.
Zur Unterstützung der alliierten Operationen im Westen und Osten Nordkoreas führte die amerikanische Luftwaffe am Montag schwere Angriffe auf strategische Anlagen der Kommunisten. Superfestungen bombardierten vor allem Brücken und für den Nachschub wichtige Bahnanlagen.
„Belagerungszustand“ in der Ostzone
Der Wahlterror der Kommunisten verstärkt sich
Berlin. 9. Oktober. (AP.) Die Volkspolizei hat am Montag in der Sowjetzone praktisch einen . .Belagerungszustand“ verhängt, um die Gegenpropaganda gegen die Wahlen in der Deutschen Demokratischen Republik am kommenden Sonntag zu unterbinden.
Es wird berichtet, daß die Regierungsdruckerei« in Leipzig von Polizeiabteilungen besetzt wurde, um vorzeitiges Bekanntwerden des Inhalts der Stimmscheine zu verhindern. Ebenso würden die Telefongespräche der Druckerei durch das staatliche Sicherheitsministerium überwacht.
Zur Zeit ist ein Riesenfeldzug im Gange, um alle Angestellten und Arbeiter der sogenannten „volkseigenen Betriebe“ und die Mitglieder der öffentlichen Organisationen zu zwingen, vor der Wahl die Erklärung zu unterzeichnen, daß sie ihre Stimme der „Nationalen Front“ geben werden. Unbeschriebene Wahlzettel sollen als „Ja-Stimmen“ gezählt werden. Wähler, die ihren Stimmschein mit einem „Nein“ versehen, sollen von den kommunistischen Wahlhelfern auf einer schwarzen Liste vermerkt werden. Die Regierung hat den Gegnern der „Nationalen Front“ hohe Gefängnisstrafen wegen Kriegstreiberei und Sabotage angedroht, falls sie gefaßt werden.
Nach einer Meldung des West-Berliner „Montags-Echo“ wurde in der Nacht zum Sonntag die gesamte Volkspolizei Thüringens in Alarmstufe I versetzt. Man sei sich jedoch noch nicht klar, wie man den ständig anwachsenden Abwehraktionen der Bevölkerung gegen den Wahlterror begegnen könne. In Gera, Gotha. Weimar, Jena und Erfurt und in anderen Städten sollen viele Plakate geklebt und Flugblätter verteilt worden sein, die dazu auffordern, der Wahl am 15. Oktober fernzubleiben. Bei zahlreichen Zusammenstößen zwischen der Bevölkerung und der Volkspolizei seien die Volkspolizisten wiederholt tätlich angegriffen worden. Der thüringische Oberstaatsanwalt Rodewald (Sozialistische Einheitspartei) habe die „renitente Haltung“ der Bevölkerung als eine „Pest“ bezeichnet, die sich über das ganze Land ausbreite.
In Anwesenheit von Bundespräsident Professor Heuss ist in Karlsruhe im ehemaligen Großherzoglichen Palais der neue Bundesgerichtshof eingeweiht worden. Das Bild zeigt den Sitz des Bundesgerichtshofes am Tage der Einweihung. dpa-Bild
Minister Heinemann zurückgetreten
Unstimmigkeiten mit dem Bundeskanzler über die Aufrüstung
Bonn, 9. Oktober (dpa). Bundesinnenminister Dr. Gustav Heinemann hat Bundeskanzler Dr. Adenauer seinen Rücktritt angeboten. Dr. Adenauer hat das Rücktrittsgesuch angenommen und wird — wie es das Grundgesetz vorschreibt — Bundespräsident Professor Dr. Heuss Vorschlägen, Dr. Heinemann zu entlassen.
Dr, Heinemann erläuterte, daß der Hauptgrund für seinen Rücktritt Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und dem Bundeskanzler über die Teilnahme der Bundesrepublik an der westeuropäischen Verteidigung sind. „Im Gegensatz zum Bundeskanzler", sagte Dr. Heinemann, „stehe ich auf dem Standpunkt, daß wir weder eine Beteiligung anbieten, noch darum nachsuchen sollen.“ Eine deutsche Teilnahme an der militärischen Verteidigung Westeuropas müsse nach seiner Ansicht von den konkreten Umständen abhängig gemacht werden, die von den Westmächten angeboten würden.
Zwischen Dr. Adenauer und Dr. Heinemann hat am Montag eine einstündige Aussprache stattgefunden, in der Heinemann dem Bundeskanzler ein elf Seiten langes Schreiben mit den Gründen für seinen Rücktritt vorlegte. Daraufhin hat Dr, Adenauer dem Bundesinnenminister gesagt, daß Bundespräsident Professor Dr, Heuss vorschlagen will, dem Rücktrittsgesuch Dr. Heinemanns zuzustimmen.
Dr. Heinemann wird seine Geschäfte so lange führen, bis der Bundespräsident d:e von ihm erbetene Entlassung ausgesprochen hat. An der Kabinettssitzung am Dienstag will Dr. Heinemann noch teilnehmen. Es wird angenommen, daß auf dieser Sitzung noch einmal die Meinungsverschiedenheiten zwischen Adenauer und Heinemann zur Sprache kom¬ men.
„Früher als vorgesehen“
*** „Es geht sehr schnell“, ist dieser Tage in unserem Blatte in einem Leitartikel festgestellt worden. Nicht unserer schönen Augen willen, sondern angesichts der gegenwärtigen internationalen Lage haben sich die drei Westmächte entschlossen, Deutschland ein größeres Maß von Freiheit und Unabhängigkeit einzuräumen. Dies geschieht nach den Worten des französischen Oberkommissars Francois-Poncet „früher als ursprünglich vorgesehen“.
Die Ausführungen, die in Frankfurt von hohen Beamten der westlichen Besatzungsmächte gemacht worden sind, waren äußerst aufschlußreich. Die 175 sowjetischen Divisionen, die hinter dem Eisernen Vorhang stehen, ändern zwangsläufig die Einstellung, die man bisher Deutschland gegenüber hatte. Die Westmächte sind auch heute noch der Meinung, sie gingen ein Risiko ein, wenn sie Deutschland zu viele Freiheiten gäben. Sie sehen aber ein, das Risiko könne noch größer sein, wenn sie Deutschland weiterhin fest an der Kandare hielten und weiterhin nur als Feindstaat betrachteten. Abermals wird der Beginn eines neuen Abschnittes der alliierten Besatzungspolitik angekündigt, bei der die bisher ausgeübten Kontrollen Zug um Zug aufgegeben oder weitgehend eingeschränkt werden sollen. Deutschland soll möglichst bald ein gleichberechtigter europäischer Partner werden. Allerdings erwartet man, daß es vorher eine Reihe von Verpflichtungen eingeht, die nicht leichtzunehmen sind. Dazu gehören auch die Opfer, die wir als Entgelt für unseren Schutz bringen sollen: höhere Aufwendungen für verstärkte alliierte Truppenkontingente und neue Wohnungsbeschlagnahmungen für verschleppte Personen, die Kasernen räumen müssen, in denen sie bisher untergebracht waren.
Es ist klar, wer eine höhere Versicherung haben will, muß auch eine höhere Prämie zahlen. Aber im Falle Deutschlands liegen die Dinge doch nicht so einfach. Wir können kaum mehr belastet werden, als wir es schon sind. Und der Schutz, der uns geboten werden soll — ganz gleich ob wir selbst militärische Kontingente dazu bereitstellen oder nicht —, kommt ja nicht Deutschland allein zugute, sondern ganz Europa, ja allen freien Nationen der Welt.
Die geschichtliche Wahrheit
Von Paul SetheDer amerikanische Landeskommissar für Bayern hat in seiner letzten Rede wieder die eindrucksvolle Unbefangenheit bewiesen, die ihn immer auszeichnet. Er hat das deutsche Volk aufgefordert, sich sein Geschichtsbild nicht so verzerren zu lassen, wie es in den letzten Jahren vielfach geschehen ist. Mister Shuster ist gleichzeitig Politiker und Gelehrter, und in beiden Eigenschaften muß er mehr als einmal den Kopf geschüttelt haben, wenn er sah, auf wie billige Weise in den letzten Jahren höchst vielschichtige Vorgänge auf eine einfache Formel gebracht worden sind. Auch für die Figur Bismarcks, deren Schatten immer noch so viel Deutsche verstört, hat er nach dem Vorgang seines deutschen Amtsgenossen Franz Schnabel eine abgewogenere und gerechtere Beurteilung empfohlen, als sie in einem Teil der deutschen Oeffentlichkeit üblich war.
Weisheit, die fehlt
Wer seinem Rate folgt, der wird bald aufhören, die letzten zweihundert Jahre einfach aus unserem Geschichtsbewußtsein zu streichen, wie man uns das nach 1945 so oft empfohlen hat. Wohl, da sind die zwölf Jahre seit 1933, da sind die Namen Auschwitz und Belsen, dunkle Flecken, denen wir nicht ausweichen dürfen mit Anklagen gegen andere und die verbleichen zu lassen wieder Generationen in nationaler Ehrenhaftigkeit leben müssen. Aber vor 1933 — da sind wohl Fehler und Irrtümer, da sind auch unerfreulichere Dinge: im ganzen brauchen wir nicht zu erröten, und es gibt Ereignisse und Persönlichkeiten genug, die uns froh machen dürfen.
Und wenn wir uns der gewaltigen Persönlichkeit des Reichsgründers zuwenden, die in den Augen vieler immer noch als „erratischer Block“ auf unserem Wege liegt, so werden wir freilich nicht mehr in die Art von politischer Heiligsprechung einstimmen, die unsere Väter im Zeitalter des Nationalliberalismus und Freikonservatismus ausgesprochen haben. Seine Vorliebe dafür, unbequem geistigen Strömungen mit Gewaltsamkeit zu begegnen, ist uns heute ebenso unangenehm wie seine Weigerung, gewisse Grundsätze der privaten Moral voll in den staatlichen Bereich hinüberzunehmen. Aber er bleibt doch auch wieder der Mann, der nach der Einigung Kleindeutschlands seinem Lande und Europa den Frieden sicherte und der mehr als einmal den Weltkrieg in Lagen zu vereiteln wußte, die verzweifelter waren als die im Juli 1914. Die Wahrheit ist, daß wir nicht zu viel, sondern zu wenig Bismarcks gehabt haben in Europa. Wenn in Versailles und später auch nur ein Hauch Bismarcksdier Mäßigung im Siege gewaltet hätte, sähe die Welt heute friedevoller, schöner und reicher aus, als sie es leider tut. Daß Clemenceau und Lloyd George Stümper waren, wenn man ihr Handeln mit der Weisheit und dem Vorausblick Bismarcks vergleicht, sollte heute nicht mehr bestritten werden.
Selbstüberwindung möglich
Es ist wahr, man mutet manchem Deutschen einiges zu, wenn man von ihm erwartet, er solle Bismarck und seine Zeit unbefangener betrachten als bisher. Bismarck hat große und wertvolle Teile unseres Vollces bitter gekränkt. Heute leben die Snkel der von ihm Beleidigten und Verfolgten und weigern sidr zu vergessen, was ihren Vorfahren geschehen ist. Aber
das ist nun schon zwei Generationen her, in der Erinnerung müßten eigentlich die Kämpfe verblassen gegenüber dem Anblick seiner großen Staatskunst. Und allmählich, so möchte man meinen, könnte man sich doch daran gewöhnen, in dem Kanzler nicht nur den Begründer des Verfassungskonflikts, des Kulturkampfes und des Sozialistengesetzes zu swhen, sondern vor allem den Mann, der sich in schlaflosen Nächten verzehrte in Sorge um die Zukunft des Reiches, seiner Bürger und ihrer Kinder. Der selbstsichere Stolz unseres westlichen Nachbarn hat sich selten schöner gezeigt als in der Inschrift, die eine republikanische Regierung in das Schloß von Versailles meißeln ließ: „A toutes les gloires de la Frances-Allem Ruhme Frankreichs.“ Die Staatsmänner, die das beschlossen, hätten jeden erdolcht, der die Monarchie wieder herzustellen versucht hätte. Aber sie begriffen in ihrem Blut, daß die Zeit des Vierten Heinrichs und des Vierzehnten Ludwigs mit zu ihrem Leben und ihrem Dasein gehörte, und sie bekannten sich auf eine höchst ehrenvolle Weise zu ihr. Sollte uns ähnliches unmöglich sein?
Weltgeschichtlicher Irrtum
Nur wenn wir selber ganz frei und selbstsicher- an die Betrachtung unserer Vergangenheit gehen, können wir erwarten, daß vom Auslande dasselbe geschehe. Niemand hat mehr beigetragen zur Zerstörung der Legende, daß Deutschland im Juli 1914 nach Weltherrschaft gestrebt habe, als die angelsächsischen Forscher. Heute sind sie verstummt, sei es, daß sie Hitlers Politik zu schwer getroffen hat, sei es, daß sie nicht mehr gegen den Strom zu schwimmen wagen. Aber einmal werden sie wieder sprechen, und wir sollten ihnen dabei helfen, anstatt sie zu hindern. Denn die Unbefangenheit vor der Vergangenheit würde nicht nur ein einheitliches Geschichtsbild der Nation schaffen und die Wunden der Spaltung schließen. Sie würde auch wirksam sein im Verhältnis der Staaten. Wenn wir an das große Volk jenseits des Ozeans denken, so spüren wir wohl eine gewisse Annäherung in den letzten Jahren. Aber sie beruht ganz auf persönlichen Bekanntschaften und auf der kühlen realpolitischen Einsicht von der Notwendigkeit des Zusammenstehens gegen die östliche Bedrohung. Im Hintergrund bleibt dennoch die Ueberzeugung, daß wir in Jahrhunderten ein überfallüsternes und angriffsbereites Volk gewesen seien. Ehe dieser verhängnisvolle Irrtum nicht ausgeräumt ist, wird es keine echte Freundschaft geben.
Die letzten Jahre haben auf die eindringlichste Weise bewiesen, daß mit der Wiederherstellung der geschichtlichen Wahrheit zugleich auch den Siegern ein Dienst erwiesen wurde. Als die Westmächte in Jalta und in Potsdam halfen, die staatliche Macht Mitteleuropas vollständig und im Kern zu zerstören, begingen sie einen weltpolitischen Fehler ersten Ranges. Heute bemühen sie sich verzweifelt um die Beseitigung der katastrophalen Folgen. Aber verführt zu ihrem Mißgriff wurden sie durch einen weltgeschichtlichen Irrtum: daß die Ahnherren Hitlers in Deutschland bereits im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert am Werke gewesen seien; darum müsse man dieses Volk für immer am Boden halten. Wer kann ahnen, wieviel Fehler noch aus diesem Irrtum begangen werden? Es wird hohe Zeit, daß an seine Stelle die Wahrheit trete.
So soll's nicht sein!
H. A. Fast allwöchentlich treffen nun schon seit einem halben Jahr in Rheinhessen die Transporte mit den Heimatvertriebenen ein, die das Land Rheinland-Pfalz im Rahmen des Flüchtlings-Zonenausgleichs aufzunehmen hat. Der Empfang dieser vom Schicksal so hart betroffenen Menschen vollzieht sich immer in gleicher Weise: herzliche Worte des Landrats, des Gemeindeoberhauptes, der Parteienvertreter, der Geistlichen, allseitiges Versprechen, daß Hilfe nach bestem Wollen zuteil werden wird — ebenso gut gemeinte, wie unverbindliche Floskeln, die leider in den meisten Fällen Theorie bleiben.
Denn wie die Praxis bisweilen aussieht, zeigt das Beispiel einer kleinen rheinhessischen Gemeinde, die eine Kindergärtnerin-Steile zu besetzen hatte. Unter den entsprechenden Bewerberinnen befand sich auch ein sauberes Mädchen aus einer fünfköpfigen Flüchtlingsfamilie, die erst seit wenigen Wochen nach Rheinhessen kam und bislang nur von der Unterstützung lebte, da der Ernährer als gelernter Kaufmann bisher keine Möglichkeit hatte, in einer ausgesprochenen Landgemeinde in seinem alten Beruf unterzukommen. Ausschlaggebend aber war, daß dieses Mädel gelernte Kindergärtnerin ist, und hätte es nicht deshalb schon nahegelegen, ihm die Leitung des Kindergartens zu übertragen? Es wäre nicht nur eine Hilfe für die Familie gewesen, sondern auch eine Geste gegenüber allen Flüchtlingen, denen man damit hätte beweisen können, daß man nach bestem Willen bestrebt ist, sie in den Arbeitsprozeß einzuschalten, wo nur die geringste Möglichkeit besteht. Was aber tat der Gemeinderat? Er setzte die Parteibrille auf und wählte die Kandidatin einer Fraktion: zweifellos auch ein tüchtiges, rechtschaffenes Mädchen, das aber dank der Lage seiner Eltern durchaus keine Sorge um Lohn und Brot haben muß, und das vor allem niemals irgendeine Ausbildung als Kindergärtnerin gehabt hat.
Theorie und Praxis: auf der einen Seite herzlich formulierte Versprechungen den Neubürgern gegenüber, und auf der anderen kurzsichtige Parteipolitik, d;e niemandem nützt und nur zur verständlichen Verbitterung der Vertriebenen führt. Dieser Vorfall, den wir freilich nicht zur Allgemeingültigke't erheben wollen, ist ein ausgesprochenes Schulbeispiel für Flüchtlings- und auch Gemeindepolitik, wie sie nicht betrieben werden soll, wenn wir die neuen Bürger unserer Heimat nicht radika’en Elementen in die Arme treiben wollen. Und das gerade ist es. was man doch besonders in der gegenwärtigen Situation in unserer jungen Demokratie vermeiden sollte.
Dr. Schumachers Bedingung
Opposition gegen den Polizei-Entwurf
Da. Bonn, 9. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) Eine nachhaltige Störung des Verhältnisses zwischen Bundesregierung ur^l Opposition kündigte der sozialdemokratische Parteivorsitzende Dr. Kurt Schumacher für den Fall an, daß die Regierung den Versuch mache, den Bundestag von der Entscheidung über die Bereitschaftspolizei auszuschalten. Diese Haltung läßt erwarten, daß die Länderkabinefte, in denen die Sozialdemokratie die Führung hat, dem Entwurf nicht zustimmen werden. Aber selbst wenn alle Länder zustimmen, ist die Sozialdemokratische Partei entschlossen, das Polizeiproblem vor den Bundestag zu bringen.
Der Uranbergbau im Ostharz Ist nach zuverlässigen Anzeichen und Bekundigungen von Grenzgängern fast völlig stillgelegt.
Baldiges Kriegsende in Korea?
Mit einem schnellen Zusammenbruch der kommunistischen Streitkräfte wird gerechnet
Koreafront, 9. Oktober, (dpa) Die kurz bevorstehende Eroberung des wichtigen Hafens Wonsan an der nordkoreanischen Ostküste und der gleichzeitige Vorstoß von Streitkräften der Vereinten Nationen über den Westabschnitt des 38. Breitengrades hat nach Ansicht von amerikanischen Generalstäblern eine für die Nordkoreaner so aussichtslose Lage geschaffen, daß man mit einer baldigen Beendigung des Koreakrieges rechnen zu können glaubt.
Militärische Beobachter sagten am Montag die wahrscheinliche Einstellung der Kampfhandlungen noch im Oktober oder Anfang November voraus. Sie gründen ihre Annahme auf folgende Ueberlegungen: Pyöngyang, die Hauptstadt und das Nervenzentrum Nordkoreas ist jetzt durch Bodentruppen der Vereinten Nationen von zwei Seiten, aus Süden und Osten her, stark bedroht. Die Streitkräfte des Westens haben über ganz Korea eine unangefochtene Luftherrschaft, während ihre & Flotte alle koreanischen Gewässer beherrscht. Flotte und Luftstreitkräfte sind jederzeit aktionsbereit, um mit noch größerer Kraft zuzuschlagen, falls sich der nordkoreanische Widerstand versteifen sollte und durch die Bodentruppen nicht schnell genug gebrochen werden kann.
Es wird angenommen, daß die Hauptmasse der noch intakt gebliebenen nordkoreanischen Verbände zur Abwehr des am Montag eingeleiteten Hauptangriffs im Westabschnitt des 38. Breitengrades eingesetzt wird. Damit, so glaubt man, sei die linke Flanke der Nordkoreaner mehr oder weniger offen und biete eine günstige Angriffsfläche für die Südkoreaner, die jetzt von Wonsan nach Westen einschwenken könnten. Mit der Eroberung von Wonsan sei gleichzeitig die Hauptnachschublinie für Pyöngyang abgeschnitten. Diese Nachschublinie läuft von Sibirien aus an der nordkoreanischen Ostküste entlang und biegt bei Wonsan nach Westen ein.
Die Stärke der nordkoreanischen Truppen wird jetzt nur noch auf vierzigtausend Mann geschätzt. Im Juni betrug sie angeblich rund zweihunderttausend Mann. Nach Ansicht von westlichen Militärkreisen verfügen die Nordkoreaner auch nur noch über geringe Lebensmittelvorräte und Ausrüstung, während ihre Nachschublinien durch pausenlose Luftangriffe fast völlig unterbrochen sind. Man sehe daher kaum noch eine Möglichkeit, wie die Nordkoreaner noch einmal eine feste Verteidigungsfront aufbauen können.
Bau einer Tibet-straße
Vor einer rotchinesischen „Befreiung“
London, 9. Oktober. (AP.) Rotchinesische Truppen sind jetzt beim Bau einer Straße von der nordwestchinesischen Provinz Chinghai nach Tibet eingesetzt, meldet die sowjetische Nachrichtenagentur TASS. In dem Bericht werden die schwierigen Arbeitsbedingungen der Männer der „Volksbefreiungsarmee“ geschildert, die die Straße bauen. Nach der Meldung zieht sich die Straße oftmals über Höhen von mehr als 4 500 Meter hin.
Hohe Vertreter der rotchinesischen Regierung haben in letzter Zeit mehrere Male die bevorstehende „Befreiung“ Tibets durch die „Volksarmee“ angedeutet.
Verstaatlichte Stahlindustrie in Englard
London, 9. Oktober (AP.) Die britische Regierung hat am Montagabend bekanntgegeben, daß sie am 15. Februar 1951 d;e Eisen- und Stahlindustrie des Landes übernehmen wird.
Zur Sicherung des Weltfriedens
Die amerikanischen Vorschläge zur Stärkung der Vollversammlung
Lake Success, 9. Oktober (AP.) Die Vereinigten Staaten haben die Vereinten Nationen am Montag aufgefordert, die Vollversammlung so weit zu stärken, daß sie zu jeder Zeit in der Lage ist, bewaffnete Auseinandersetzungen im Keime zu ersticken, so daß keine größeren Konflikte daraus entstehen können. Der Plan Sieht vor: Bei einer Lähmung des Sicherheitsrates durch das Veto einer Macht soll die Vollversammlung in die Lage versetzt werden, innerhalb von 24 Stunden zu einer Sondersitzung zusapamenzutreten. Weiter soll eine „Friedenspatrouille", zu der neun bis 14 Nationen Streitkräfte zur Verfügung stellen sollen, an allen Gefahrenstellen eingesetzt werden.
Und schließlich soll ein Ausschuß, der sich aus 10 bis 14 Nationen zusammensetzt, bis zum kommenden September darüber Material sammeln und Bericht erstatten, auf welche Hilfsmittel — einschließlich Truppen — die Vereinten Nationen für die Fälle rechnen können, wo eine Wiederherstellung des Friedens notwendig ist.
Der amerikanische Delegierte John Foster Dulles erklärte, die Vereinigten Staaten glaubten nicht, daß ein allgemeiner Weltkrieg drohe. Es müsse jedoch dafür gesorgt werden, daß die Furcht, die alle Menschen ergriffen habe, aus der Welt verschwinde. Die Kriegsfurcht könne leicht die Gefahr eines Krieges heraufbeschwören.
Dulles wies darauf hin, daß nur eine Reihe von Zufällen den schnellen Gegenschlag in Korea ermöglicht habe. Dies seien, erstens der sowjetische Boykott des Sicherheitsrates gewesen, der ein Veto unmöglich gemacht habe und zweitens die Anwesenheit amerikanischer Truppen in der Nähe des überfallenen Landes, nämlich in Japan.
Wenn die Sowjetunion tatsächlich, wie sie behaupte, Furcht vor einer „amerikanischen Aggression“ habe, dann könne sie den Vorschlag nur unterstützen, der ihr dann alle Sicherheit geben und ihre Befürchtungen zerstreuen würde.
Dulles erklärte abschließend: „Wir stehen vor der Tür des Friedens. Wir halten den Schlüssel in unseren Händen. Laßt uns die Tür aufschließen und eintreten.“
Verfahren gegen Polizisten
Hannover, 9. Oktober. (AP.) Der Polizeidirektor von Hannover, Karl Brunke, hat in einem Antwortschreiben auf den Protest des niedersächsischen Journalistenverbandes das Verhalten eines Polizeikommandos gegen Journalisten bei einer Demonstration der Freien Deutschen Jugend aufs schärfste kritisiert.
Bei der Demonstration am 1. Oktober hatte das Polizeikommando einige Journalisten tätlich angegriffen, ihre Photoapparate beschlagnahmt und sie trotz Vorzeigen ihres Ausweises verhaftet und abtransportiert. Die betroffenen Journalisten und der niedersächsische Journalistenverband hatten beim hannoverschen Polizeidirektor Beschwerde eingelegt.
Dieser teilte in seiner Antwort mit, daß er gegen den Kommandoführer ein Disziplinarverfahren und gegen die beteiligten Beamten ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt eingeleitet habe.
Vorsorglich ansgeschlossen
Bochum, 9. Oktober. (AP.^ Die Landesgruppe Nordrhein-Westfalen der Deutschen Reichspartei (DRP) hat alle Mitglieder, die als Beamte im öffentlichen Dienst stehen, aus der Partei ausgeschlossen.
Wer wird Außenminister?
Die Freien Demokraten gegen eine Personalunion
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Da. Bonn, 9. Oktober. Die Frage, wer der erste Außenminister der Bundesrepublik werden wii;d, wird in Bonner politischen Kreisen bereits lebhaft erörtert. Bundeskanler Dr. Adenauer scheint jedoch größten Wert darauf zu legen, daß die Frage der diplomatischen Vertretungen möglichst gleichzeitig mit der Errichtung des Auswärtigen Amtes in befriedigender Weise gelöst wird. Sowohl der Bundeskanzler als auch der Vorsitzende der Sozialdemokratie, Dr. Kurt Schumacher, haben ihrer lebhaften Enttäuschung darüber Ausdruck gegeben, daß Deutschland in den drei wichtigsten Hauptstädten vorläufig nur durch Generalkonsuln vertreten sein soll.
In Kreisen der Freien Demokraten zeigt sich eine starke Opposition gegen den Gedanken, das künftige Auswärtige Amt mit in der Hand des Bundeskanzlers zu vereinigen. Man weist nicht nur darauf hin, daß eine solche Personalunion d!e Koalitionsgrundlage verändern und die Anteile der einzelnen Parteien an der Regierung verschieben würde, sondern hebt vor allem sachliche Gesichtspunkte hervor, weswegen eine solche Aufgabenhäufung vermieden werden müsse. Es wird daran erinnert, daß sich die Freie' Demokratische Partei schon im April gegen „sprunghafte Improvisationen“ gewendet und den Ausbau eines leistungsfähigen Außendienstes für notwendig erklärt hat.
Es sei schwer auszudenken, heißt es in einem Artikel des Pressedienstes der Freien Demokraten, wie die Verwirklichung dieser Forderungen vonstatten gehen solle, wenn nicht ein Minister an die Spitze des Auswärtigen Dienstes treten würde. Jede Lösung, die ein so entscheidendes Ressort seiner eigenen ministeriellen Leitung und Verantwortlichkeit beraube, trage den Charakter einer Halbheit.
In Ergänzung dieser Aeußerung erklärt man in parlamentarischen Kreisen Bonns, daß die Freien Demokraten als ersten Außenminister ihren Parteivorsitzenden, Vizekanzler Blücher, vorschlagen werden. Die Kandidatur Blüchers findet aber bei maßgebenden Abgeordneten der Christlichen Demokraten keine Unterstützung. Diese betonen, daß das Außenministerium für den Anfang in die Hand des Bundeskanzlers gehöre. Es werde auch weiterhin die besondere Aufgabe des Bundeskanzlers sein, die Verhandlungen mit den Oberkommissaren zu führen. Aus diesem Grund werde sich vorläufig die Besetzung des Außenministeriums mit einem eigenen Minister erübrigen. Dagegen sei es unbedingt notwendig, für das Auswärtige Amt umgehend den Staatssekretär zu finden, um dessen Ernennung der Bundestag bereits im April dieses Jahres den Bundeskanzler ersucht habe.
Stimmen der Anderen
„Frau komm“
Im „Sozialdemokratischen Pressedienst“ lesen wir:
„Die beiden Kammern des sowjetzonalen Volkstages haben — selbstverständlich einstimmig — den Regierungsentwurf über ein neues „Mutter- und Kinderschutzgesetz“ verabschiedet, das von dem Ministerpräsidenten Otto Grotewohl als der „krönende Abschluß fortschrittlicher Gesetzgebung“ bezeichnet wurde. „Fortschrittlich“ bedeutet im östlichen Sprachgebrauch „Planerfüllung“. Dazu aber braucht man vor allem Mehschen, besser gesagt: Arbeitssklaven. Gerade am „Rohstoff Mensch“ mangelt es aber schon jetzt in der Sowjetzone. Diese Lücke zu schließen, ist Sinn und Ziel des neuen Gesetzes. „In einer Bevölkerung, die sicher ist, daß sie den Plan erfüllt, muß es der Stolz der Mütter sein, mehr als zwei Kinder zu haben", begründete Grotewohl den Entwurf vor den Volksräten. Er sprach auch von der Notwendigkeit, „unsere Bevölkerung quantitativ zu steigern“.
Grotewohl hatte aber in seiner Begründung unterlassen, das bei solchen Anlässen übliche Dankeslied auf die Sowjetsoldaten zu singen. Er wird gewußt haben, weshalb.
Aber Elli Schmidt, die Vorsitzende des „Demokratischen Frauenbundes“, hat das offenbar vermißt. So rief sie den Abgeordneten zu, daß „der Dank aller deutschen Frauen den Sowjetsoldaten gehört, die uns so selbstlos geholfen haben. Die ruhmreiche sowjetische Armee hat als erste die Frauenbelange in Deutschland erkannt...“ „Spontan brauste Beifall auf.“ (Vergl. Bericht Leipziger Rundfunk.) Als er sich gelegt hatte, lief über die Köpfe der erlauchten Versammlung ein Zwischenruf zum Rednerpult, unhörbar und unüberhörbar zu gleicher Zeit: „Frau, komm!“ ...
Die soziale Hypothek
Der Deutsche Union-Dienst schreibt:
„Wer kein soziales Empfinden hat, dem muß es beigebracht werden! Diesen Standpunkt hat die Bundesregierung in ihrer letzten Sitzung gegenüber den ungerechtfertigten Preissteigerungen eingenommen. Die freie Marktwirtschaft, welcher die Parteien der heutigen Regierungskoalition schon in der Zeit des Frankfurter Wirtschaftsrates unter Führung Prof. Erhards Bahn gebrochen haben, hat sich im allgemeinen bewährt. Es gibt allerdings gewisse Elemente, die geflissentlich zu vergessen scheinen, daß diese Marktwirtschaft mit der untilgbaren Hypothek .sozial' belastet ist.
Die Unruhe, die in der Weltwirtschaft mit dem Ausbruch des Korea-Krieges entstanden ist, hat auf den Weltmärkten zu Preissteigerungen geführt, von deren Auswirkungen naturgemäß auch die deutsche Wirtschaft nicht verschont bleiben konnte. Wenn man jedoch feststellen muß, daß in gewissen Sparten der Wirtschaft zwar die Preishausse mitgemacht wurde, ohne daß man aber auch bei fallenden Weltmarktpreisen die selbstverständlichen Konsequenzen zog, dann verträgt sich ein solches Verhalten in gar keinem Falle mit dem Begriff des sogenannten .bürgerlichen Gewinns'. Hier geht es vielmehr um Erscheinungen, die den Vorwurf versuchter Ausbeutung in vollem Umfang verdienen.“
Als Konsul nach Sydney
Bonn, 9. Oktober, (dpa) Bundestag^präsident Dr. Erich Köhler wird, wie der Informationsdienst der Christlich-Demokratischen Union mitteilt, aller Voraussicht nach im Anschluß an seinen Genesungsurlaub ein überseeisches Konsulat übernehmen.
Wie in Bonn bekannt wird, ist für Dr. Köhler das deutsche Generalkonsulat in Sydney (Australien) in Aussicht genommen. Der erkrankte Bundestagspräsident hält sich gegenwärtig zur Erholung in Lugano auf. Ein Nachfolger in seinem Amt ist bisher noch nicht benannt worden.
Hölle wo ist Dein Sieg?
ROMAN VON RACHEL FIELDErstabdruci Alle Rechte beim Wolfgang-Krüger-Verlas. Hamburg
33) Wenn ich mein Leben lang arbeiten muß, will ich das gern tun, aber ganz sicher nicht für Abfälle und abgelegte Kleider und das Gehalt eines Küchenmädchens.“
„Hört, hört!“ krächzte Madame, „hab’ ich's doch immer gesagt, daß Sie eine ganz tüchtige Portion Ehrgeiz besitzen. Aber vergessen Sie nicht, daß keiner von uns sein Federbett mit in den Himmel nehmen kann.“
„Nein, wir können es aber genießen, bevor es so weit ist. Hier, Madame, ich habe Ihnen zum neuen Jahr eine kleine Ueberraschung mitgebracht.“
Die Taschentücher wurden überreicht und die Früchte und Süßigkeiten unter bewundernden und staunenden Ausrufen ausgepackt.
„Apfelsinen, Henriette! Und Treibhaustrauben — so groß wie Pflaumen! Und kandierte Maronen und hier das Rumgebäck für unseren Kaffee!“
Henriette nahm an dieser Freude um sie herum nur mit halber Aufmerksamkeit teil, Ihr eigenes Glück schien sich tief in ihrem Innern verborgen zu haben. Heimlich und atemberaubend brachte es sie zum Erglühen, und der gewürzte Wein, den Albert und Marie unter Madames Anleitung zubereitet hatten, trug das Seine noch dazu bei. Sie tranken ihn vor dem Kamin und stießen mit ihren Tassen auf ihr gegenseitiges Wohl an.
„Auf Ihre Gesundheit, Madame! Und viele Studenten für alle Ihre Zimmer!“ „Marie und Albert“ — es war unmöglich, diesen beiden, die wie ein Mensch dachten, sprachen und handelten, getrennt zuzuprosten. „Auf Ihr Wohl! Henriette! Und viel Glück!“
Sie stand mit ihrer Tasse in der Hand, während die anderen tranken, und der flackernde Feuerschein zeichnete die Umrisse der vertrauten Gesichter nach. Der Schnee wehte weiß gegen die dunklen Fensterscheiben, in denen sich die brennenden Kerzen mit ihren orangenen Flämmchen spiegelten. Auf dem gedeckten Tisch erhob sich die Fruchtpyramide, und das Silberpapier, in dem die Pralinen eingewickelt waren, funkelte.
„Wollen wir nicht noch einen Toast ausbringen?“ hörte sie sich selbst ruhig sagen. „Wir haben uns gegenseitig zugetrunken, aber da ist noch jemand, auf dessen Wohl ich euch bitten möchte, mit mir anzustoßen.“ Die Gesichter um sie blickten sie neugierig an, wie sie nun eilig weitersprach. Sie hatte die Bitte nicht vergessen, die vorhin auf den beschneiten Stufen geäußert worden war. „Sie, Albert, und ich, wir verdanken dem Herzog von Praslin unsere Arbeit; ich meine deshalb, wir sollten auf sein und seines Hauses Wohl trinken, bevor die Flasche geleert ist.“
„Selbstverständlich, Henriette!“ Albert erhob seine Tasse. „Er hat sich als unser Brotherr sehr großzügig gezeigt. Möge es ihm nie an Gesundheit und Reichtum fehlen, und auf daß wir dem Schulzimmer nicht mißfallen.“
Henriette hatte eigentlich selbst den Spruch anbringen wollen, und sie hätte Glück statt Reichtum gesagt. Aber gleichviel, ihr Versprechen war gehalten, obwohl er es sicher nicht so wörtlich gemeint hatte. Als sie dem Abwesenden bis auf den letzten Tropfen Bescheid getan hatten, gab Madame Le Maire wie gewöhnlich ihre Meinung von sich.
„Ich finde es ja sehr merkwürdig, daß ihr dem Herzog zutrinkt und nicht auch der Herzogin.“ Henriette war dankbar, daß Albert Remey ausnahmsweise ihr die Antwort abnahm.
„Ihnen mag das merkwürdig vorkommen, Madame Le Maire, aber Henriette und ich wissen beide, wem wir dienen. Ich wünsche der Herzogin gewiß nichts Böses, verstehen Sie. Aber wenn unser täglich Brot von ihr abhängen würde, müßten wir wahrscheinlich bei den Spatzen im Luxembourg um ein paar Krumen betteln gehen.“
„Trotzdem, er muß schon ein sehr bemerkenswerter Mensch sein, um diese Verehrung in euch zu erwecken." Madame Le Maire ließ nicht locker. „Ich wußte gar nicht, daß ihr auf so vertrautem Fuße mit ihm steht.“
„Vertraut kann ich wohl schwerlich sagen“, meinte Remey, „wenn Henriette auch mehr mit ihm zu tun hat. Er spricht selten mit mir. falls es sich nicht um die Kinder handelt. Ich würde sagen, eine ziemlich kalte Natur, finden Sie nicht auch, Henriette?“
„Verschlossen kommt der Wahrheit vielleicht näher." Sie sprach leichthin und vermied es, die alte Frau anzusehen. „Aber er kann auch kalt sein, ja, ja."
Madame Le Maire war nicht vom Thema abzubringen, obwohl Albert und Marie in die Küche gingen, um das Essen anzurichten.
„Gut aussehen soll er auch, habe ich gehört“, bemerkte sie. „So, so, kalt, sagt ihr beiden. Wenn ihr euch nur nicht durch Aeußerlichkeiten täuschen laßt. Selbst im kältesten Kiesel springen Funken.“
Henriette war froh, als sie zu der dampfenden Schüssel mit einer Bouillabaisse gebeten wurden, deren köstlicher Duft das Zimmer erfüllte. Jetzt wurde Marie, hochrot von der Hitze des Herdes und ihrer hausfraulichen Arbeit, der Mittelpunkt der kleinen Gesellschaft. S:e strahlte über alles, was gesagt wurde: und ihr kleines, unscheinbares Gesichtchen leuchtete in begeisterter Gastlichkeit, als sie sah, wie es allen schmeckte.
„Ihr macht mich noch eitel“, sagte sie ganz verlegen. „Es hätte natürlich besser geschmeckt, wenn ich Hummer statt Krabben hätte nehmen können, und ich fürchte, ich habe etwas zu viel Safran drangetan.“
Die Bratente, die zum Bersten mit Aepfeln gefüllt war, das Gemüse und der Kaffee — alles wurde nacheinander gepriesen, während die vier Kerzen, vor jedem Platz eine, mit ihrem klaren Licht die Gesichter beschienen und der Schnee draußen sich leise auf das Fensterbrett senkte. Sie blieben lange am Tisch sitzen, aßen die Früchte und die Süßigkeiten, knackten Walnüsse und sprachen mal von der Welt im allgemeinen und mal von sich selbst im besonderen.
Auf Maries Drängen teilte Albert mit, daß er aufgefordert worden sei, ein Essay über die griechischen Philosophen zu einem Sammelbande beizusteuern. Das Honorar sei zwar nur klein, aber es würde bei Ablieferung des Manuskripts ausgezahlt, und wenn er bis tief in die Nacht arbeitete, würde er bis Ostern fertigwerden, und dann hoffe er, daß er und Marie sich eine kurze Reise an die bretonische Küste oder sogar nach England leisten könnten. Er habe schon immer einige Quellen im Britischen Museum einsehen wollen.
Man kam auf Bücher zu sprechen. Marie riß ihre sanften Augen weit auf vor Erstaunen, als sie hörte, daß Henriette das letzte Buch der berüchtigten George Sand gelesen haben wollte.
„,Ein Winter auf Majorka* Das handelte doch von ihrem Verhältnis mit dem beliebten Komponisten Chopin. War es tatsächlich so unanständig, wie man überall behauptete?“
..Nein, nicht besonders, Marie. Gewagt könnte man es schon nennen, aber teilweise hat es mich sogar gelangweilt.“
Dann erzählte sie ihnen von einem anderen Buch, das sie gelesen hatte — eine wirklich bemerkenswerte Geschichte, die ihr in irgendeiner Zeitschrift aufgefallen war. Eine Uebersetzung, glaubte sie, aus der Feder eines unbekannten amerikanischen Schriftstellers, dessen Namen sie bereits vergessen habe. ,Der Mord in der Rue Morgue' hieß d:e Geschichte, und sie habe beinahe darüber hinweggelesen, weil sie alle Berichte über Morde und Gewalttaten verabscheute. Aber diese Erzählung mache eben eine Ausnahme — wirklich ungewöhnlich gut — und habe sie bis in den, Morgen hinein wachgehalten.
”Wirklich. Albert“, riet sie ihm, „Sie sollten sie auch lesen. Die Art, wie da die Verbrechen entdeckt und Schlußfolgerungen gezogen werden, würde sogar Ihren klassisch gebildeten Verstand in Spannung versetzen.“
(Fortsetzung folgt.)
Höhere Besatzungskosten zu erwarten
Die Oberkommission legt der Bundesregierung einen Nachtragshaushalt vor
ve^tändk^^^dpa) Die Finanzsachverständigen der Oberkommissiort bereizuV^^31118 >einen Nachtragshaushalt zum Besatzungskostenbudget der Ober-Eab^^lTh017’ daS bisher bereits Ausvorsieht H V°° 4,048 Milliarden Mark
a an?'urter sPrecher erklärte, beruhen die Mehranforderungen auf einer Reihe von notwendigen zusätzlichen Ausgaben. In erster Linie seien dies die Aufwendungen, die für verstärkte Truppenkontingente notwendig sind. Dazu kämen zusätzliche Ausgaben zum Unterhalt der heimatlosen Ausländer, da hierfür im ursprünglichen Haushalt Aufwendungen nur bis zum 30. Juni vorgesehen waren. Diese Kosten würden entfallen, sobald ein entsprechendes Bundesgesetz in Kraft tritt, wonach die Bundesregierung die Verpflichtungen gegenüber den heimatlosen Ausländern übernimmt.
Nach alliierter Auffassung ist eine Herabsetzung der Besatzungskosten um eine bis zwei Milliarden Mark, wie es von deutscher Seite angedeutet wurde, nicht möglich. Der Sprecher wies entschieden die Behauptung zurück, daß die Alliierten einen ungerechtfertigten Luxus trieben und betonte, daß der Lebensstandard der alliierten Truppen auch in ihren Heimatländern sehr hoch sei und durchaus dem der Besatzungstruppen in Deutschland entspreche.
Das vorgesehene Ende des Kriegszustandes mit Deutschland werde die Bundesregierung in stärkerem Maße bei der Aufstellung des Besatzungsbudgets beteiligen. Schließlich sollten die Besatzungskosten durch direkte Beratungen auf einem „Vertragswege“ festgelegt werden und nicht mehr, wie bisher, durch eine einseitige Auflage seitens der alliierten Oberkommission.
Acheson drängt
Washington, 9. Oktober. (NWDR.) Der amerikanische Außenminister Acheson forderte die Atlantikpaktmächte erneut auf, ihre Verteidigungsprogramme beschleunigt durchzuführen. Acheson sagte, nur ein starkes militärisches Bündnis der Atlantikpaktstaaten könne dem Streben der Sowjetunion nach Weltherrschaft Einhalt gebieten.
Der Außenminister bezeichnete die Vermeidung eines Krieges als durchaus möglich. Forderungen gewisser Kreise nach einem Präventivkrieg nannte Acheson ein „lächerliches Geschwätz“, das bei seiner Verwirklichung unübersehbare Folgen für die ganze Welt haben würde.
Erste Aussprache mit Tito
Belgrad, 9. Oktober, (dpa) Zum ersten Male empfing Marschall Tito ein Mitglied der italienischen Regierung. Der jugoslawische Staatschef hatte in Agram eine längere Unterredung mit dem italienischen Außenhandelsminister Matteo Lombardo, der auf Einladung der jugoslawischen Regierung zur Besichtigung der Agramer Messe nach Jugoslawien gekommen war.
Argentinischer Düsensäger
London. 9. Oktober. (AP.) Der deutsche Flugzeugkonstrukteur Kurt Tank hat für die argentinische Luftwaffe einen Düsenjäger mit einer Spitzengeschwindigkeit von über 1000 Kilometer je Stunde entwikkelt. berichtet die diesjährige Ausgabe von „Jane's all the World's Aircraft“.
Der neue Jäger wird von einem britischen Rolls-Royce-Düsenmotor vom Typ „Nene“ angetrieben und weist eine Steiggeschwindigkeit von über 1600 Metern in der Minute auf. Als größte Flughöhe wird die 14 000-Meter-Grenze angegeben.
Tank war vor dem Zusammenbruch in Deutschland Chef der technischen Abteilung der Focke-Wulf-Flugzeugwerke. Es gelang dem jetzt 53jährigen. 1947 nach Argentinien auszuwandern. Dort arbeitet er mit anderen deutschen Flugzeugsachverständigen für die argentinische Luftfahrt.
Zwischen Spanien und Jordanien wurde am Sonnabend in Amman ein Freundschaftsvertrag unterzeichnet.
Keine Marshallgelder für die Rüstung
Die wirtschaftliche Fortentwicklung Europas eine „Machtdemonstration“
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Da. Bonn, 9. Oktober. Nach seiner Rückkehr von der Pariser Tagung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa (OEEC) erklärte gestern Vizekanzler Blücher in Bonn, daß in Paris keine Rede davon gewesen sei, Marshallplangelder für Rüstungszwecke zu verwenden. Man sei sich in Paris darüber einig gewesen, daß die wirtschaftliche Fortentwicklung Europas genau so wichtig sei wie das, was man „Machtdemonstration“ nenne.
Die wachsende Aufmerksamkeit des Rates war auf die Deckung des westeuropäischen Rohstoffbedarfes gerichtet. Alle Vorschläge seien von der Sorge beherrscht gewesen, daß die wichtigen Rohstoffmärkte von einer Nachfrage verwirrt werden könnten, die aus Angst über den Bedarf hinausgehe.
Blücher betonte, daß die Organisation nicht etwa in der Art des Schuman-Planes eine überstaatliche Behörde schaffen werde. Ihr Wesen sei, daß sich die einzelnen Regierungen auf bestimmte Maßnahmen verpflichten würden. Blücher bezeichnete diesen Weg als den „Weg der Zukunft“. Die Regierungen würden, wie der Vizekanzler weiter mitteilte, innerhalb ihrer Länder die verknappten Rohstoffe nach dem Prioritätssystem verwenden.
Die deutschen Aussichten bei der Rohstoffverteilung beurteilte Blücher zuversichtlich.
Bezüglich der unausgenützten Arbeitskraftkapazitäten hat der Vizekanzler vorgeschlagen, durch europäische Freizügigkeit hier einen entscheidenden Fortschritt herbeizuführen.
Weiter hat die Bundesregierung die 75prozentige Liberalisierung ab 1. Februar 1951 vorgeschlagen. Bei Beginn der Verknappung habe sich eine neue Form von Diskriminierung ergeben, die Diskriminierung der Ausfuhr gegenüber der Ein-
fuhr. Einfuhr und Ausfuhr müßten aber, so betonte Blücher, gleichmäßig behandelt werden.
Für den deutschen Osten
.Herford, 9. Oktober, (dpa) Der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche bei der Bundesregierung, Superintendent Hermann Kunst, hat den Welt¬ - kirchenrat in Genf gebeten, sich bei den Regierungen der Westmächte für die Regelung der gesamtdeutschen Frage einzusetzen. „Wir können den deutschen Osten nicht abschreiben“, sagte Kunst in Herford nach seiner Rückkehr aus der Schweiz.
Beim Rückzug eingeschlossen
Harte Abwehrkämpfe in Indochina
Saigon, 9. Oktober (AP) Die abziebende französische Garnison von Caobang wurde zusammen mit Einsatztruppen aus Thatkhe von einer starken und gut ausgebildeten Vietminhtruppe emgeschlossen. Nur die Spitzen der Truppe konnten sich in Thatkhe selbst in Sicherheit bringen. Unter den eingeschlossenen Truppen befinden sich nach Aussage eines französischen Sprechers einige der besten Einheiten der *ran” zösischen Armee, Fremdenlegionäre und Marokkaner, die nur Meter für Meter weichen und bei schweren eigenen Verlusten dem Gegner blutige oPfes. a;‘ fordern. Das zahlenmäßige Verhältnis zu den kommunistischen Truppen wird als eins zu zehn beschrieben. Der Sprecher betont, daß d:e V’efminh-Truppen durch das rauhe Gelände und die Nähe der chinesischen Grenze im Vorteil seien.
Letztere Andeutung wird dahin ausgelegt, daß die Kommunisten keinerlei Schwierigkeiten haben, auf rotchinesisches Gebiet überzu treten und sich dort neu auszurüsten.
Einen schweren Schlag gegen die Stadt Haiphong, der besonders die Zivilbevölkerung trifft, führten kommunistische Vietminh-Tihippen am Donnerstag voriger Woche durch Sprengung der Hauptwasserleitung.
Die zweitgrößte Hafenstr dt Indochinas in der Nähe der chinesischen Grenze zählt 140 000 Einwohner. Da das Grundwasser unter der Stadt nicht zu gebrauchen ist, ist das Bohren neuer Brunnen zwecklos. Mehrere Schiffe konnten wegen Trinkwassermangels nicht auslaufen. Die Industrie liegt völlig still. Für die Krankenhäuser und den eigenen Bedarf bringen französische Lastwagen das Wasser von einer 24 km entfernten Wasserstelle heran.
Wirtschaftskrieg zwischenden Sektoren
Die West-Berliner kaufen im Ostsektor
Drahtbericht unseres Korrespondent en
a ©.''Oktober'.l^P Berliner gistrat macht in diesen Tagen den Versuch, dem ostsektoralen Dumping, namentlich in Lebensmitteln, durch Kontrollmaßnahmen zu begegnen, nachdem jeglicher Appell an die .Selbstdisziplin West-Berliner Konsumenten wirkungslos geblieben ist. ' Der Wertunterschied der Währungen, gegenwärtig rund 5:1, bewirkt, daß z. B. Kartoffeln im Osten ein Fünftel, Brot wenig mehr als ein Viertel, Spirituosen kaum die Hälfte der umgerechneten Westmarkpreise kosten, wenn der West-Berliner sie im Osten ersteht. Auch Butter, Fleisch und Wurstwaren lohnen reichlich eine Fahrt in den Ostsektor. Die Zahl der von dort nach dem Westen eingeführten Brote ist nach Schätzung der Bäckerinnung von anfänglich 100 000 täglich auf das Doppelte gestiegen. Vielfach haben sich in West-Berlin Hausgemeinschaften gebildet, deren Mitglieder umschichtig den Kollek-
tiveinkauf in den verkehrsgünstig gelegenen HO-Läden übernehmen, in denen seit Wochen die Käufer Schlange stehen.
Nun will man dem Gröbsten Einhalt gebieten durch polizeiliche Kontrollen von Traglasten, Koffern, Rucksäcken usw. in den Verkehrsmitteln und an den Sektorengrenzen und gegen Wiederverkäufer mit Entziehung der Gewerbeerlaubnis vorgehen. Die West-Berliner Bäcker und Brotfabriken wollen ihre Erzeugnisse mit der deutlichen Prägung „West“ versehen. Daneben wird der Aufklärungsfeldzug in der Presse und durch Plakate fortgesetzt. Städtische Angestellte und Arbeiter sollen bei erwiesenen Ost-Einkäufen diszipliniert werden.
Gleichwohl bleibt ein großer Teil des Dumpingproblems unerfaßbar: die Inanspruchnahme ostsektoraler Friseure und anderer Handwerker, die Einzelkäufe von Textilien, Strümpfen vor allem, neuerdings auch von Schuhen und anderen Lederwaren, von Fahrrädern und Schreibmaschinen. Es handelt sich bei den preisgünstigen Waren, vornehmlich bei Schuhen, zum Teil nicht um ostzonale Produktion, sondern um Importe, in erster Linie aus der Tschechoslowakei. Deren starkes Angebot in Berlin, bei Fortbestand der chronologischen Mangellage an all diesen Konsumgütern in der Ostzone selbst, läßt erkennen, daß es sich dabei mindestens um ein Finanzmanöver der Ostregierung handelt.
Forderungen der Heimkehrer
München, 9. Oktober. (NWDR.) Die Zahlung von mindestens einer Mark für jeden Tag der Kriegsgefangenschaft wurde auf der ersten Bundestagung des Bundesverbandes der ehemaligen Kriegsgefangenen und vermißten Angehörigen in München gefordert. In einem Zehnpunkteprogramm verlangen die Heimkehrer ferner, daß sie beim Lastenausgleich als Geschädigte anerkannt werden. Sie befürworteten eine Revision des Heimkehrergesetzes zu ihren Gunsten und ein Verbot des Doppelverdienertums, soweit die standesgemäße Unterhalt durch einen Ehepartner sichergestellt ist.
Wirtschaftsblatt
Die Notstandsbeihilfe
Dr. St. Unter Notstandsbeihilfen versteht man Unterstützungen in Notfällen, die Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern gewähren. Die steuerrechtliche Behandlung dieser Notstandsbeihilfe ist weiten Kreisen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer unklar. Aus dieser Unklarheit entstehen leicht steuerliche Nachteile für die Arbeitnehmer.
Werden diese Notstandsbeihilfen aus öffentlichen Kassen in besonderen Notfällen gezahlt, so gehören sie nicht zum Arbeitslohn und sind steuerfrei. Bei Notstandsbeihilfen. die von privaten Arbeitgebern an einzelne Arbeitnehmer gezahlt werden, sind verschiedene Möglichkeiten gegeben.
Handelt es sich um Notstandsbeihilfen, die von einer, vom Arbeitgeber unabhängigen. aber mit dessen Mitteln ausgestatteten Unterstützungskasse gezahlt werden, so sind diese Zahlungen lohnsteuerfrei. Die Lohnsteuerfreiheit findet ihre Grenze aber in dem einzelnen Notstandstatbestand. Darüber hinausgehende Zuwendungen sind lohnsteuerpflichtig. Stellt der Arbeitgeber dem Betriebsrat laufend Beträge oder einen von ihm gespeisten Fonds zu dem Zwecke zur Verfügung. daß nach freiem Ermessen ohne maßgebenden Einfluß des Arbeitgebers Unterstützungen in Notfällen an Arbeitnehmer gezahlt werden, so sind diese Leistungen, wie die Notstandsbeihilfen aus Unterstützungskassen. steuerfr°i.
Der Arbeitgeber kann auch selbst Notstandsunterstützungen zahlen. Er kann hierbei nicht einen allgemeinen Notstand bei seinen Arbeitnehmern abstellen und Notstandsunterstützungen an alle seine Arbeitnehmer oder einzelne von ihnen zahlen. Das wäre Mißbrauch und käme einer getarnten Lohnerhöhung gleich. Daher muß der Arbeitgeber in jedem einzelnen Notstandsunterstützungsfalle auch den Betriebsrat anhören An die Zustimmung des Betriebsrats ist der Arbeitgeber aber nicht gebunden. Die Mitwirkung des Betriebsrates ist nur eine beratende.
Die stärkste Schranke bei Gewährung einer lohnsteuerfreien Notstandsunterstützung liegt darin, daß für jeden Arbeitnehmer im Kalenderjahr nur bis zu dem Betrag von 100 — DM dieser Notstandsunterstützungen lohnsteuerfrei sind. Soweit die Zuwendungen diese Kalenderjahresgrenze von 100,— DM übersteigen. sind sie mit dem übersteigenden Betrag/lohnsteuerpflichtig.
Kältewissenschaftler werden geehrt
Bundesbahn schafft wirtschaftlichen und verderbnissichernden Kühlverkehr
Vertreter aus Dänemark. Frankreich, Holland, Italien. Jugoslawien, Norwegen. Österreich, Schweden und der Schweiz nehmen an der vom 9. bis 11. Oktober in Wiesbaden tagenden Hauptversammlung des Deutschen Kältetechnischen Vereins teil. Bei der Begrüßung der Ehrengäste wurden von Professor Dr.-Ing, Plank (Karlsruhe) besonders Professor Watzinger (Trondheim) und Dr. Feniger. (Paris) willkommen geheißen.
Die Linde-Denkmünze, die der Kältetechnische Verein im vorigen Jahr zur Erinnerung an den Begründer der deutschen Kältetechnik. Carl von Linde, und zur Auszeichnung verdienter Wissenschaftler der Kältetechnik gestiftet hat, wurde am Dienstagvormittag an Dr.-Ing. Edmund Altenkirch (Berlin) Zum ersten Mal verliehen. Zum Ehrenmitglied des Vereins wurde Dr.-Ing. Richard Linde (München) ernannt. Außerdem verlieh ihm die Technische Hochschule Karlsruhe die Würde eines Dr.-Ing. ehrenhalber. Für die Lösung der auf der Kältetagung in Cuxhaven 1949 gestellten Preisaufgabe verteilte der Verein drei Preise, dessen erster in Höhe von 1000 DM an Dipl.- Ing. Heinrich Novak (Nürnberg) fiel.
Die beiden Haupt vorträge des ersten Tages hielten Prof. Watzinger und Oberingenieur Flemming (München). Professor Watzinger berichtete über die Feuchtigkeitswanderung in isolierten Kühlraumwänden, wobei er sich auf bisher unveröffentlichte Versuche stützte, die von 1944 bis 1950 in Prüffeldern eines Versuchskühlraumes im Wärmekraftiaboratorium der Technischen Hochschule Trondheim (Norwegen) durchgeführt wurden Oberingenieur Flemming sprach über Rationalisierungsmaßnahmen im Kühlverkehr, der in organisatorischer und technischer Gestaltung heute noch nicht den hohen Stand aufweise, den wir in bezug auf die Entwicklung der Kältetechnik, wie der «des Verkehrswesens, gewohnt sind. Durch geeignete Rationalisierungsmaßnahmen ließe sich die Verderbsicherheit der Waren und der Kühlaufwand verbessern. Wagengestellung und Beeisung der Beladung müßten organisatorisch an einer Stelle zusammengefaßt werden. Die Wichtigkeit einer Reorganisation des deutschen Kühlverkehrs sei von den einschlägigen Kreisen erkannt worden und die Bundesbahn habe in der Transthermos G. m. b. H. nunmehr eine Organisation zur Abwicklung eines verderbnissicheren und wirtschaftlichen Kühlverkehrs geschaffen.
Montanwerte schwächer
Bz. Die Börse war auf bemerkenswerte Anlagekäufe deä Publikums in Spezialpapieren und süddeutschen Werten widerstandsfähig. Dafür wurden Montanwerte wegen der Dekartellisierungsforderung der Besatzungsmächte weiter abgegeben oder getauscht. Gute Hoffnungshütte 68,50 (— 1,25), Stahlverein 54 (— 0,5). Für Brauereiaktien, Kali- und Chemiewerte erhielt sich weiterhin Interesse.
Freie Devisenkurse
Bz. Frei bewertet wurden am 9. Oktober 1950 der USA-Dollar mit 5.15 bis 5-55 DM, das englische Pfund mit 12 bis 13 DM, der Schweizer Franken mit 1,15 bis 1,25 DM, der holländische Gulden mit 1.15 bis L 25 DM, die dänische Krone mit 0.48 bis 052 DM, d'e schwedische Krone mit 0,72 bis 0.78 DM. In den Berliner Wechselstuben wurden für eine DM-West 5 Ostmark gezahlt bzw. für 5 Ostmark eine DM-West geboten.
Einfuhrverfahren wird umgestellt
(vwd) Die Bank deutscher Länder hat die Außenhandelsbanken davon in Kenntnis gesetzt, daß mit dem 14. Oktober alle im Rahmen der Liberalisierung der deutschen Einfuhr erteilten Importlizenzen verfallen, soweit die Einfuhren nicht bis dahin getätigt und zahlungsmäßig abgewickelt sind. In der Woche vom 9. bis 14. Oktober werden neue Einfuhrgenehmigungen im Rahmen der Liberalisierung nicht erteilt. Diese Maßnahme wird von der Bank deutscher Länder mit einer Umstellung des Kontensystems und des Einfuhrverfahrens begründet.
Mehr Kredite
Bz. Der Status der Landeszentralbank von Hessen vom 30. 9. 1950 weist gegenüber 31. 8. 1950 69.2 Mill. DM Zunahme der gewährten Kredite aus. Die insges. herausgegebenen Kredite betrugen 377,5 Mill. DM. Die Giroeinlagen haben sich gegenüber dem Vormonat um 13,2 Mill. DM erhöht. Die Guthaben der Kreditinstitute sind uip 2,1 Mill. DM, die Guthaben der Dienststellen der Besatzungsmächte um 19,2 Mill. DM, die der inländischen Einleger um 3,5 Mill. DM gestiegen. Dagegen gingen Guthaben der öffentlichen Verwaltungen um 4.— Mill. DM, die der ausländischen Einleger um 5,6 Mill. DM und die unterwegs befindlichen Giroüberweisungen um 2,— Mill. DM zurück. Die Kreditinanspruchnahme bei der Bank deutscher Länder durch Lombard erhöhte sich von 123,— auf 132,9 Mill. DM.
Die Karstadt-AG. erzielte 1949 einen Gesamtgewinn von 0,5 Millionen DM, der vorgetragen wird. Von einer Dividendenzahlung für 1949 wird abgesehen. Der Verlust der letzten Ostwerte verursachte eine Abschreibung von rund sechs Millionen DM. — Die Erhöhung der Umsätze ist mengenmäßig und trotz der gesunkenen Preise auch wertmäßig um rund 40 Prozent gestiegen. Die schwankende und stark rückläufige Preisentwicklung hat bei der Firma große Preisabschriften notwendig gemacht.
Frankfurter Effektenbörse / Kursblatt des D. T.
bz - bezahlt, 8 - Briefkurse T - Taxe, alle Übrigen sind Geldkurse rSämlliche Kurse ohne Gewähr)
| 6. 10. | 9. 10. | Pfandbr. u. Kom.-Obl. | 4% Dt. Rtb. 34 A.. 7,37 | |||
| 4%Pr. Lpf.Anst.Pf. 7.37bz | 4% do. Komm. Obi. 7 | |||||
| 4% Hess.Ldbk.Pf. . 7,75bz | ||||||
| 4% Kass Ldkr.Pf.. 7,75bz | 4% Nass. Ldbk.P... 7,75 | 4% do. Korn Obi. .. 7,75 | ||||
| 4% Rhein Giro-Pf.. 8,25 | 4% Rheinprv Pf.... 8.25 | Dekosama I 17.75bz | 4% Bayr. Hvp. Pf. . 7,75bz | 4% Ffm Hyp.Bk Pf. 7.75bz | ||
| 4% Ffm Hyp.Obl. .. 7.5bz | 4% Pfälz.Hyp. Pf. •• 7.75bz | |||||
| 4% Rh.Hvp.Bk Pf. .’7,B7bz | 4% Westd Bod. Cr. 7.75 | |||||
| 7,37bz | 7,37 | |||||
| 7 | ||||||
| 7.75bz | 7.75bz | 7.75 | 7.5 | |||
| 8.25 | 8.25 | |||||
| 17.75bz | 7.75 | |||||
| 7.75bz | 7.5bz | 7,75bZ | 7.87bz | 7,75bZ | Industrie-Anleihen | 4% AEG 42 6.75 |
| 2% Aschaffbg Zell 6 | 4% Augsb Nürnb 6.87 | 4% BMW 42 7 | 4% Daimler 42 ... 8.5 | 4% Degussa 43 . • ■ 8.75 | 4'/2% Ess. Stk. 41. 6.75 | |
| 6.75 | ||||||
| 6bz | 6.87 | |||||
| 7bz | B.sbz | 8.75 | 6.75 |
| 6. 10. | 9. 10. |
| 4'/2% Gesenb.Benz. 7,62 | 7.62 |
| 4% Gelsenk Bgwk 7,62 | 7,62 |
| Harpener 42 .. 7,25 | 7,25 |
| ^%%Hartm & Br. 7,75 | 7.75 |
| 5% Klöckner 39 .. 7,62 | 7,62 |
| 5% Metallges. 39 . 8 | 8.5 |
| 5% Rh. Braunk 40 8,75 | 8.75 |
| 4% Schluchsee 43 . 7.5 | 7.5 |
| 4'A% Union Rhbr . 8.75 | 8,75 |
| 4% Ver. Dl Met. 42 8.12 | 8,12bz |
| Industrie-Aktien | |
| Accumulatoren... ,90bz | —G |
| Ada-Ada-Schuh....— | 53bz |
| Adler-Werke 45 B | 45 B |
| Alle. Bauges. Lenz.— | 28,5bz |
| »er. 27.75bz 28bz | |
| Andreae-Noris ....175 | 175 |
| Aschaffbg Akt. Br 50 | 50 |
| Aschaftb Buntpap 15 | —0 |
| Aschaffbg Zellst. ..51bz | 61bz |
| Augsb.-Nürnbg. ...91 B | 91bz |
| Bad Maschinen ...95 | 96 |
| Bauniw Erlangen .127 | 129 |
| Bayr. Motorenwk. .37 B | 34,5bZ |
| 6. 10. | 9. 10 | |||
| Bemberg, J. P 79,75bz | ||||
| Berger, Tiefbau ... 27 | Bin. Kraft u. Licht 21,5bz | |||
| Brauh. Nürnberg . 50 | Brown Boveri 116bz | |||
| Buderus Eisenw. ..79bz | Burbach Kali — | 21.5bz | 51 | |
| 115bz | 81bz | 66bz | ||
| Chern. Albert 65,5bz | Conti Gummi 119bz | 66bz | ||
| 119 | ||||
| Daimler Mot. Wk.. 54.25bz 55bz | ||||
| Demag, Duisburg . 83,5bz 84,5bz | ||||
| Dessauer Gas 20,5 20,25 | Deutsche Erdöl ...58bz 58 B | |||
| Deutsche Steinzeug 138 — | Degussa 77bz 78.75bz | Dt. Linoleum Wk .(26 122 | Dt. Tafelglas ....99 99 | |
| Didierwk. Wiesb. . —B 90bz | Dierig. Chr 78 79.5 B | |||
| Eichbg Werger Rr 50 | Eisenb Verkehr ’ 56 | El. Licht u K.aft 31 | ||
| Enzinger Union 65 | Eßlinget Maschinen 103 | Ettlinger Spinnerei 155 | 50 | 67 |
| 31 bz | 65 | |||
| 103 | 155 |
| 6. 10. | 9. 10. |
| Faber & Schleicher — | — |
| Fahr, Gebr 46 | 50bz |
| Feinmech letter .. 86 | 85bz |
| Feldmühle 77 | — |
| Felten & Guill ...70bz | 7ibz |
| Ffm Masch P &W 9Ö | 90 |
| Goldschmidt, Th. .. 60 | 60 |
| Gritzner-Kayser... 95 | 95 |
| Grün & Bilfinger ..47 B | — |
| Hafenmühle Ffm. . — G | —G |
| Hanau Hurbi Haus 55 | 55 |
| Hanfwk Füssen . 126 | 128 |
| Harpener Bergbau 78bz | 78 B |
| Harpener Bonds .. 49.5bz | 49.62bz |
| Hartmann & Braun — | — |
| Heidelberg. Zement 113,37 | 113,5bz |
| Henninger Bräu .83 | 83 |
| Hess Nassau Gas . 85 | 85 |
| Hoesch Eisen 65,5bz | 65.5bZ |
| Holzmann. Ph ....— | 27.5bz |
| Hotel AG 45 | 45 |
| Junghans, Gebr. ..64bz | 63 |
| Kabelwerke Rheydt 60 | 60 |
| Pali Chemi 91,5bz | 91.5 |
| "'adt. Rud. ... 75 | 75 |
| 6. 10. | 9. 10. |
| Kauth. Hansa, Ffm. — | 80 |
| Kl., Schzl. & Becker 80 | 80 |
| Klöcknerwerke . — | 67bz |
| Knorr. Heilbronn 71,5bz | 71bz |
| Konserven Braun . — | — |
| Kupferberg Sekt .. 46.5bz | 46,5bZ |
| Lahmever & Co .. 86 | 87 |
| Lanz, Hch 45,5bz | 46,5bz |
| Lindes Eismasch. . 86bz | 88,5bz |
| Mainkraftwerke... 88 | 88 |
| Mainzer Akt -Br .. 58 | 59bz |
| Mannesm Röhr StA62bz | 61bz |
| Mannesm Röhr VA 80 | 80 |
| Masch.Hartm Offb 76bz | 75 |
| Metallgesellschaft 65bz | 66bz |
| Moenus Maschinen 46 | 45 |
| Neckar Wk Eßlfng 107 | 107.5 |
| Nordd Lederwerke 25bz B | — |
| NSU 127 | 127 |
| Odenw Hartstein.. 80 | 80 |
| Pfalz Müblenwk . 86 | 86 |
| Rhein Braunkohle 95.5 | 955bZ |
| Rhein Elektrizität 95bz | 96bz |
| Rhein Stahlwk .. 58bz | 57 |
| Rh.Westt Elektr.. 77bz | 77,5bz |
| Roeder, Gebt 90 | 90 |
| 6. 10. | 9. 10. | |
| Salamander Schuh.. 76 | 76.5bz8 | |
| Salzdetfurth Kali . 66.5bz | 65 | |
| Salzwk Heilbronn. 105 | 105 | |
| Sarotti AG 85 | —G | |
| Schöfferh. Brauereis6bz | 55bz | |
| Schramm Lackfabr 102 | 102 | |
| Schriltg Stempel . 100 | 100 | |
| Seilindustrie Wolff9O | —G | |
| Siem & Halske StA 45.75bz 46,75bz | Siem. & Halske VA45,25 | 45,5 |
| Stollwerck. Gebt... 78 | 78 | |
| Südd. Zucker AG... 105 | 105 | |
| Veith Gummiwerke]2o | 120 | |
| Ver.Dt Met Werke 66 | 66 | |
| Ver Dt Olfabriken72 | 73 | |
| Ver Stahlwerke ..54.5bz | 54bz | |
| Voigt & Haeffner..l23 | 123 | |
| Voltohm Seil 35 | 35 | |
| Wayß & Freytag .116 | 116 | |
| Westdt Kaufhof .. 80 | 80 | |
| Wintershall 49.5bz | 49.5 | |
| Zellstoff Waldhof . 45bz | 45,5bz | |
| Banken | ||
| Bayr.Hyp.Wchs 8k.31,5 | 31.5 | |
| Berl.Handels-Ges.. Isbz | IStz |
| 6. 10. | 9. 10. | ||
| Commerzbank ....23.25bz 22.75bz | Deutsche Bank .... 23.62bz 23.5bz | Dt.Eff. u Wchs.-Bk.’s | 25 |
| Dresdner Bank ...23 | 22,5bz | ||
| Frankfurter Bank .26 | 26bz | ||
| Ffm. Hvpoth Bk . 25,25 | 25.25 | ||
| Pfalz Hypoth -8k..22,75 | 22.75 | ||
| Rhein.Hvpoth.-Bk..— | 25,25bz | ||
| Verkehr | AG. für Verkehr ..37bz | 36.5 | |
| Hapag 27 | 27 | ||
| Norddt Lloyd 23 B | 23 B | ||
| Siidd Eisenb Ges..6o | 60 | ||
| Versicherungen | Allianz Leben ....428 | 42 B | |
| All. u. Stuttg Ver. .61 | 61bz | ||
| Unnotierte Werte | |||
| Beck & Henkel ....38 | 38 | ||
| Chemiefas Inh. ...52.5 | 53bz | ||
| Chemiefas Na. ...47hz | 47 | ||
| Chem. Brockhues .70 | 70 |
| 6. 10. | 9. 10. | ||
| Dt. Waffen 29bz | Dingler Zweibr ...92 | ||
| Diskusw 123 | DvckerhoffZement. 120 | 30bz | |
| 94bz | |||
| 123 | 120 | ||
| Eisenh. Köln 45bz | 44,75bz | ||
| Fordwerke Köln ..93,5bz | 93.5 | ||
| Gutehoffnungsh ... 69,75bz 68.5bz | Hutschenreuther ..64 | 64 | |
| Kahla Porzell ....27 | Kammg Kaisers!...9o | 27 | 90 |
| Rh Strohzellstoff 110 | |||
| Rosenthal-Porzell 77 | 110 | 80 | |
| Schwab Zellstoff .. 128 | Süddt Ze11w011e...104 | 128 | 105 |
| Thür Zeilw Inh... i2bz | |||
| Thür Zeilw NA ... lo | Torpedo-Werke ...163 | 13bz | |
| 10.5bz | |||
| 163 | |||
| Württemb Metall 63bz | Zeiß Ikon 35 | 63 | |
| 36bz | |||
| Zellst Waldhot VA.4O | 40 |
Feuilleton
Und die Bavaria lächelt...
Oberflächliches über die Münchener und ihr Oktoberfest
Wenn man in Stuttgart, Mannheim oder Frankfurt in ein Lokal gerät, das sich Brau-Stüberl nennt, so kann man gewiß sein, daß die Preise so hoch sind wie der Name schlicht bayrisch. Ein Bräu mag immerhin allerorten ein Bräu sein, das Stüberl aber, das muß man bezahlen.
In München ist das anders. Ob Stube oder Stüberl, das Menü ist überwältigend. Zwar die Kartoffeln gehören dort nach wie vor in den Keilei- und werden nur sparsam „zwecks Beilage“ heraufgeholt, aber die Fleischportionen übertreffen das westdeutsche Normalmaß bei weitem. Wenn man also in einem Bräu sitzt oder in einem Stüberl, ein Maß Märzenbier vor sich und eine Schweinekotelette auf dem Teller, die den Rand auf beiden Seiten überragt, kann man am ehesten hoffen, hinter das Besondere der bayrischen Volksseele zu kommen, denn solches wird hier tagtäglich in zahllosen Auflagen verzehrt. Wir meinen davon zu platzen, und nach drei Tagen können wir keine Bratwurst und kein Ripperl mehr sehen. Stattdessen sehnen wir uns nach Pellkartoffeln und Quark.
Der Bayer hat für eine derart zimperliche Konstitution nichts übrig. Seine kräftige Natur verlangt nach etwas Herzhaftem, das auf der Zunge beißt und den Magen mit einer soliden Grundlage erfüllt. Er schlägt sich den Bauch nicht voll mit süßen Schleckereien — süß ist überhaupt kein Wort, das in das bayrische Vokabilarum paßt —, sondern sorgt dafür, daß sein hitziges Blut nicht durch „weiberlichen Firlefanz“ verdünnt wird. Die Frauen, nicht minder kräftig von Fleisch und Bier ernährt (Bier ist im Bundestag immerhin als Volksnahrungsmittel anerkannt), haben ebenso muskulöse Zungen wie ihre Männer. Ueberhaupt scheint die ätherische Mode hier noch keine Schule gemacht zu haben, woselbst nach wie vor das Runde, Mollige, Deftige triumphiert.
Sitzt man etwa in einem der riesenhaften Bierzelte auf dem Oktoberfest —,auf der Wies’n sagen die Bayern kurz und bündig —, darf man wohl überzeugt sein, daß Stil, Mode und Lebensgefühl hier vor 140 Jahren, als nämlich die Münchner zum ersten Male ihr Oktoberfest feierten, auch nicht viel anders waren als heute. In der Mitte, auf einem erhöhten Podest, sitzt die „Musi“ und bläst und pfeift und trompt, daß der Adlerflaum auf den grünen Hüten im Luftzug zittert. Voll ists im riesigen Geviert, zum Brechen voll, aber die Tifeche, an denen die Tausende sitzen, sind ebenso stabil gebaut wie die Madln, die die Maßkrüge gleich zwölfstückweise mit ihren stämmigen Armen vor die nicht minder stattliche Brust pressen. Es wird gesungen und geschunkelt, die ~Brotzeit“, die sich ein jeder in einem Netz selbst mitbringt, verzehrt, während der Qualm immer dichter wird und die Batterien der Krüge schließlich die ganze Tischplatte einnehmen. Da ist den Bayern nicht beizukommen. Sie trinken ihre fünf, sechs, sieben Liter, ohne daß sie den Weg im Lichterdschungel der Wies’n verlieren.
In diesem Jahr war es ein besonders feuchtes Oktoberfest. Nicht nur, daß es häufig regnete, es waren bis zum letzten Sonntag auch schon eine Million Liter Bier ausgeschenkt worden. Der Regen von außen und das Bier von innen sorgten dafür, daß die Sterne vom Himmel fielen und sich buntfarbig im Schlamm der Wies’n spiegelten und siehlten. Sie glitzerten auf den Riesenrädern und Achterbahnen die Nacht hinauf und hinunter, während unabsehbar die Menge schiebender, geschobener, schwankender, jubelnder Menschen in vorbildlichem Rechtsverkehr an den türkischen Honig-, Brathändln-, Schweinswürst- und Schießbuden vorbei sich die Wies’nstraßen auf- und abbewegten.
Bis die Uhr elfe schlägt... Das ist das Besondere am Oktoberfest, daß es nie und nimmermehr in ein ausschweifendes in seiner Endlosigkeit demoralisierendes Großstadtvergnügen ausarten kann, weil tatsächlich nach 22,30 Uhr auf der. Wies’n nichts mehr ausgeschenkt wird. Wie die fröhlichen Kinder zieht die riesenhafte Gesellschaft torkelnd und singend heim und legt sich fein solid und bürgerlich vor Mitternacht ins Bett.
So triumphiert auf jeden Fall das Bajuvarische, und ein jeder — blieb er noch so gern ein wenig länger — muß es anerkennen. München ist Bayern wie Paris Frankreich ist. Im Dirndl und grünen Hut laufen die Einheimischen in ihrer großen, volkreichen Stadt umher, als sei es ein abgelegenes Dorf. Sie scheren sich in nichts um das Fremde. In München kann ein jeder leben wie er will und auf seine eigene; wo nicht verrückte Weise selig werden. Aber ein echter Münchner läßt sich keinesfalls damit imponieren. E r bleibt, was er ist, und denkt im übrigen — solange er nicht gestört oder herausgefordert wird —: Seids so närrisch wie ihr wollt.
Die hundertjährige, riesengroße Dame Bavaria lächelt weise ... G. K.
Helmut Walcha
Am Mittwoch, dem 11. Oktober, gibt Helmut Walcha um 19.30 Uhr in der Pauluskirche ein Orgelkonzert mit Werken von Bach. Auf dem Programm stehen unter anderem Präludium und Fuge h-moll, Fuge g-moll, Toccata und Fuge F-dur, die Triosonate Nr. 5 C-dur und die Fantasie und Fuge g-moll.
Helmut Walcha gehört zu jenen Künstlern der jungen Musikergeneration, die, wenn sie Werke von großen Meistern wiedergeben, nicht sich selbst vor oder gar über das Werk stellen, sondern deren höchstes Ziel eine werk- und wesensgerechte Interpretation ist und die damit nur Dienende im höchsten Sinne werden wollen. Wer Walchas Weg, vor allem in den Frankfurter Jahren miterlebt hat, weiß, wie dieser Meister der Imrovisation, wenn er fremde Werke spielt, alles Eigene zurücktreten läßt und mit solch unbeschreiblicher Klarheit die ohne Noten gespielten Werke wiedergibt, daß der Hörer das Notenbild fast vor Augen hat. Sein Ruf geht deshalb auch weit über Frankfurt hinaus. So hat er in diesem Jahre beim Göttinger Bachfest 1950 den größten Teil der Orgelparts getragen und die Besprechungen werden nicht müde, ihn als den Mann zu bezeichnen, der „als Wiederentdecker des unverfälschten Bach, als Schrittmacher einer Stilerneuerung in der Wiedergabe Bachscher Musik“ die Göttinger Tage mit am stärksten bestimmt hat. -n
Fünfzig Jahre Observatorium Zugspitze
Am 29. und 30. September wurde in Anwesenheit von Vertretern der Staatsregierungen, der Oberkommission, der Behörden, der meteorologischen Wissenschaft und des Alpenvereins das fünfzigjährige Bestehen des Zugspitz-Observatoriums feierlich begangen.
Auf dem höchst gelegenen Berg Deutschlands, der Zugspitze in den nördlichen Kalkalpen (2964 m), wurde am 19. Juli 1900 ein Observatorium (damals „Meteorologische Hochstation“ genannt) eröffnet. Zwei Jahre vorher war das „Münchener Haus“ eingeweiht worden und im gleichen Jahr, nämlich 1898, hatte die Königlich Bayerische Regierung die Errichtung der Meteorologischen Hochstation genehmigt. Der Gedanke der Errichtung einer solchen Station, lebhaft befürwortet von den Altmeistern der Meteorologie v. Bezold und v. Hann, stammte von dem Direktor der Meteorologischen Zentralanstalt, Dr, Fritz Erk, München.
Der Bau des zirka 9 m hohen Turmes, der auf dem Fels der Zugspitze ruht, kostete damals 20 000 Goldmark. Einen
namhaften Betrag hiervon übernahm der Alpenverein, der sich des ganzen Projektes von Anfang an wärmstens angenommen hatte.
Der Bau stellt technisch für die damalige Zeit eine Leistung ersten Ranges dar, da die Anforderungen an Stabilität und luftelektrische Sicherheit bei der reinen Gipfellage enorm sind. Alle Schwierigkeiten wurden in Kauf genommen, da man sich von dem Observatorium eine Fülle neuer meteorologischer und klimatologischer Erkenntnisse versprach. In der Tat ermöglichte es nicht nur den Einblick in das Klima des Hochgebirges, sondern gab auch die Möglichkeit, Rückschlüsse auf die Verhältnisse der freien Atmosphäre zu ziehen. Durch die einwandfreie Gipfellage des Observatoriums konnten fundamentale Erkenntnisse der theoretischen Meteorologie mit Hilfe der Beobachtungen gewonnen werden. Grundsätzlich wurden als Beobachter nur ausgebildete Meteorologen eingesetzt. — Seit Beginn der Einrichtung wurden auf der Zugspitze täglich drei Klimabeobachtungen angestellt und ab 1912, mit der Entwicklung der Luftfahrt, erfolgte die Einbeziehung des Observatoriums in den synoptischen Beobachtungsdienst. Seit 1938 werden Tag und Nacht meteorologische Beobachtungen angestellt. Die meteorologischen Messungen und Beobachtungen dieser repräsentativen Station in den Nordalpen in der Höhe der Firnregion sind für den praktischen Wetterdienst von ausschlaggebender Bedeutung und von größter Wichtigkeit für den internationalen Luftverkehr, insbesondere für die Ueberfliegung der Alpen. Tagsüber werden vom Observatorium stündliche Meldungen abgegeben, die der Sicherheit des Flugverkehrs über die Alpen dienen.
In den verflossenen 50 Jahren wurden im Observatorium nur wissenschaftlich vor - und ausgebildete Kräfte eingesetzt, die sich freiwillig zur Verfügung stellten. Neben den reinen Beobachtungsaufgaben und Messungen ist das Observatorium auch eine Forschungsstätte der Wissenschaft. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen wurden angestellt, die das Gebiet der allgemeinen und speziellen Meteorologie, der Thermodynamik, der Klimatologie, der Wolkenphysik, der Luftelektrizität, der Trubulenz usw. umfassen. Es gibt zur Zeit a*if der Welt nur sehr wenige Observatorien in der gleichen Höhe der Zugspitze, die auf eine fünfzigjährige Beobachtungs- und Meßreihe zurückblicken können. Bergobservatorien sollen die Wetterelemente und deren Aenderungen fortlaufend beobachten und registrieren und außerdem visuelle Beobachtungen liefern. Hierin liegt der Vorteil der Bergobservatorien gegenüber den Radiosondeaufstiegen, die lediglich die freie Atmosphäre abtasten und die Meßergebnisse als Stichproben in gewissen Zeitabständen durch einen Sender funken.
Vor der Errichtung der Bergbahn trug die Tätigkeit der Zugspitzbeobachter ausgesprochen den Charakter einer Expeditionsarbeit. Der Beobachter war im Winter, wenn die Bewirtschaftung des Münchener Hauses aufhörte, ganz auf sich allein angewiesen. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit mußte er alle häusliche Arbeit verrichten. Seit Errichtung der Zugspitzbahn versehen abwechselnd zwei Meteorologen den Dienst. Ihre Verpflegung und die Haushaltsführung hat aufgehört, ein Problem zu sein.
Mit der Schaffung des Reichswetterdienstes durch die Verordnung vom 6. April 1934 ging das Observatorium aus der bayerischen Verwaltung in die Reichsverwaltung über und wurde nach dem 88. Mai 1945 durch den deutschen Wetterdienst in der US-Zone übernommen. Der deutsche Wetterdienst in der US-Zone ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die auf Grund eines Staatsvertrags zwischen den Ländern Bayern, Hessen, Württemberg-Baden und Bremen am 12. Dezember 1946 im Land Bayern konstituiert wurde. Der Sitz des Zentralamtes befindet sicli in Bad Kissingen.
Nikolai Hartmann
Im Alter von 68 Jahren ist Nikolai Hartmann, einer der führenden deutschen Philosophen der Gegenwart, der zuletzt an der Universität Göttingen tätig war, als Professor in den Ruhestand getreten.
Es mag an der besonderen Struktur dieses Teiles der Ostseeküste liegen, daß die Balten der Wissenschaft und den Künsten bedeutende Köpfe gaben. Wer das konzentrinerte Gesicht des am 20. Juli 1882 in Riga geborenen Prof. Hartmanns sah, mußte erstaunt sein über jene Geschlossenheit von Habitus und Ausdruck, die nicht die ausgesprochene Regel hervorragender und bekannter Männer . ist. Ihn zu profilieren hieße die ganze Skala der philosophischen Möglichkeiten und Gegebenheiten verstehend zu besprechen und die verschiedenartigen Punkte seines Erkennens aufzuzeichnen.
Den rationalistischen Subjektivismus der „Marburger Schule“ verließ er und kam zu der Meinung, Denken und Sein sei nicht dasselbe (die These der „Marburger Schule“), sondern Erkennen sei vielmehr ein Erfassen eines „an sich Seienden“, das vor und unabhängig von aller Erkenntnis vorhanden sein müsse und über das Bewußtsein hinaus zu den Erscheinungen des "Wirklichen weise. Er plädierte also dafür, daß es sich in der Philosophie um die Erforschung der Erscheinungswelt handele, die sich in den verschiedenen Seinsschichten zeige, von denen jede höhere Schicht mit der unteren verwurzelt oder verbunden sei, ohne damit völlig determiniert zu sein.
Nikolai Hartmann gab den Menschen unserer Generation seine „Grundformen des Seins“: Begriffswerte, die ohne spekulative Kasuistik Ruhepunkte schafften. Er sagte: Existenz, Leben. Bewußtsein» Geist usw. bleiben ewig rätselhaft unerkennbar, irrational. Er verstand es klarzumachen, daß sich nur vom „Problemdenken“ her ein Weg zum Kernsystem finden läßt, das heißt also zur Theorie emer philosophischen Gesamtvorstellung, Ontologie. Daß die Welt nur eine Welt sei berechtige niemanden dazu, ihr nun eine „Gesamtidee“ also d e Form eines Gottes zud’ktieren zu wollen. Das Ende der begrifflich bewiesenen Parabel: alle spekulativen Annahmen dieser gesamten Weltidee sind, da ebensowenig beweisbar wie widerlegbar, nicht zu diskutierende Wertbegriffe.
Der Mystik oder dem Pantheismus als geglaubtem oder gehofftem Thron der Erkenntnis konnte Hartmann entgegenhalten, daß die „Werte“ nicht ohne das Zutun der Menschen determinierend in der Welt wirken; woraus dessen Macht über die Dinge entspringt, in die Natur einzugreifen und sie nach seinem Willen abzuändern.
Die im Jahre 1926 entstandene „Ethik“ — er greift hier auf Aristoteles zurück — wünscht eine materielle Wertethik, die den Sinn und Inhalt des Guten vermitteln und im Leben zur Erscheinung zu bringen hat. Sg
Das Staatstheater In Wiesbaden kündigt im Spielplan für das neueröffnete Kleine Haus zwei neue Ballette an: den „Sommertag“ von Werner Egk und den „Jack Pudding" von Hans Werner Henze.
DT Film-Forum
Einst Spielte er im Kino Geige
Schnell mal zurückschalten mit den Gedanken; Es gab ja mal eine Stummfilmzeit, in der kein gesungenes Wort, kein Ruf, kein Dialog, kein Sterbens- und Lebenslaut, kein Klang eines gigantisch besetzten Orchesters von der Leinwand herab ins Publikum tönte — der Film war damals stumm. (Schwer, sich das heute noch richtig vorzustellen!) Damals wurde noch kein Ton mitfotograflert, und die ganze abendfüllende Filmvorführung wäre geisterhaft tonlos gewesen, wenn nicht...
... wenn nicht junge, begabte, aufstrebende und begeisterte Musikanten sich in diese Leere eingeschaltet hätten, um sie mit Klavier, Geige, bei feierlichen und traurigen Anlässen wie Hochzeit und Begräbnis auch noch mit Harmonium zu überbrücken und zu übertönen. Die Jüngeren unter uns können sich kaum noch daran erinnern, die Älteren schmunzeln bei dem Gedanken, denn was mußte man damals zuweilen „hören“, wenn man im Kino saß! Aber es gab damals auch sehr gute Kinomusiker, die emsig, voll Begeisterung und mit viel Können in die Tasten griffen, fiedelten, harmonisierten... und einer von ihnen war Arno A s s - mann’ Damals, als er im halbdunklen Orchesterraum vor der flimmernden Leinwand saß und seine Opernouvertüren und Schlagerlieder fiedelte, faßte er schon den Entschluß, Schauspieler zu werden.
1908 ist’er geboren, in der Stummfllmzeit begeisterte er sich für Film und Schauspielkunst, am Stadttheater in Frankfurt an der Oder nahm er seinen ersten Schauspielunterricht, das Geld hierfür hat er sich selbst verdient. Der bekannte Opernregisseur O. Stahl nahm ihn in seine Schule und gab ihm, nachdem er sich gesanglich genügend ausgebildet hatte, kleinere Rollen. Die vorhandene natürliche Begabung und der unermüdliche Fleiß ließen Arno Assmann schnell bühnenreif werden. Die Vielseitigkeit seiner Begabung stellte sich schnell heraus. An einem Tag erheiterte er sein Publikum als Operettenbuffo, am anderen als jugendlicher Komiker, um schließlich am dritten Tag als Charakterdarsteller zu überzeugen und zu erschüttern. Gerade, daß er so vielseitig ist, kennzeichnet ihn und ist sein großer Vorzug.
Görlitz, Lübeck, Wiesbaden, Düsseldorf sind Stationen seiner Entwicklung. Bald stand er in der ersten Reihe des deutschen Theaternachwuchses. Dann ging er nach Hamburg, und gab dort als Buffo am Floratheater sein Debüt. Als Mackie Messer am Hamburger Schauspielhaus zog er die Aufmerksamkeit der Fachkreise auf sich, man übertrug ihm die künstlerische Leitung des Floratheaters. Von dort holte ihn Ida Ehre an die Hamburger Kammersniele, und hier entfaltete er sein großes Können mit der Inszenierung des Lustspiels „Meine Nichte Susanne“. Hörspiele und Operettensendungen im Nordwestdeutschen Rundfunk ließen seine Stimme über den Äther erklingen und vielen Zuhörern bekannt und vertraut werden.
Dann kam der Film, selbstverständlich, denn solche Begabung kann er sich nicht entgehen lassen. „Der Apfel ist ab“tsah ihn unter der Regie Helmut Käutners als Luzifer, in dem Kortner-Film „Der Ruf“ hatte er ebenfalls eine dankbare Rolle, „Die Freunde meiner Frau“ und der Film „Hafenmelodie“ setzten die Serie seiner Erfolge fort, und schließlich stellte ihn der Zarah-Leander-Film „Gabriela“ heraus. So hat sich für ihn, einen Mann mit Energie und Humor, erfüllt, was er einst träumte, als er im „Kintopp“ musizierte... damals hörten Hunderte seine Geige; heute hören und sehen ihn Millionen ...
ARNO ASSMANN
(Foto: Real / Allianz-Film)
Konzert im Nachbarschaftsheim
Am Sonntagabend veranstaltete das Nachbarschaftsheim im Prinz - Emils-Garten ein Konzert, in dem Opernsänger Otto Bley Arien deutscher, französischer und italienischer Opernkomponisten zu Gehör brachte.
Otto Bley zählt zu dem Nachwuchs. In der Technik des Gesanges ist er sicher, wenn ihm auch noch zu sehr das Sclfulmäßige anhaftet. Die Stimmittel sind noch beschränkt, in den Mittellagen zu forciert, während die oberen Lagen einen guten Ansatz zeigen. Ein leichter Schleier über der Stimme, der sich besonders im lyrischen Gesang bemerkbar macht, läßt sich gewiß durch einen erfahrenen Lehrer beheben. Puccini, Weber, Verdi und Wagner kamen in bunter Folge zur Darbietung. Dabei zeigte sich, daß die Stärke Bleys sicherlich im dramatischen Fach liegt, was sich sehr deutlich in der Gralserzählung des „Lohengrin“ bemerkbar machte. Die beste Leistung war die Arie des Bajazzo, die als Zugabe nach Beendigung des Konzertes gebracht wurde.
Die Begleitung von Dr. Erich Boye konnte nicht immer den Anforderungen gerecht werden. Dem Nachbarschaftsheim ist zu danken, daß es durch derartige Konzerte das Publikum, das sich vornehmlich aus Menschen zusammensetzt, die sonst nicht in den Konzertsaal gehen, zu einem gewissen Konzertverständnis erziehen hilft. Es wäre aber zu wünschen, daß es sich bei Auswahl der Solisten mehr an berufene Fachleute hält, um der Gefahr zu entgehen, daß die meist kritiklosen Zuhörer eine nur bedingt genügende Konzertform akzeptieren. hfl.
Von der Leinwand
PALAST: „Die seidene Schlinge“. In diesem Omniumfilm ist alles 'beieinander: Nachtlokal und Falschmünzerei, Luxus und Elend. Schmuggel und Schwarzmarkt. Mord und schöne Frauen, Zeitungsbetrieb und Sportschule, Polizei und Verbrecherjagd. Die Typen sind eindeutig gewählt, unschwer beim ersten Auftreten zu erraten: die junge, leidenschaftliche Reporterin, die das dunkle Verbrechen aus Menschenliebe aufdecken will und sich gern dabei in Gefahr begibt, der flotte Geschäftsführer unsauberer Machenschaften, der noch mit einem Lachen seine paar Jahre erwartet, der nette Sportredakteur mit der zu ihm stehenden Mannschaft der Sportschule, der Verbrecherkönig, der alle Fäden in der Hand hält und zuletzt mit derselben seidenen Schlinge — einem Nylonstrumpf — erwürgt wird, mit der sein bezahlter Mörder die anderen Opfer umbrachte. In der üblichen Tumultszene bei der Verbrecherjagd tragen diesmal die Fußballtrikots der Sportler die „eigene Note“. Es kriegen sich, die sich haben sollen: Mörder und Tod. Verbrecher und Strafe, Sportredakteur und Reporterin. Das Ganze ist nicht ohne Spannung, nicht schlecht gespielt, zum Teil recht wirkungsvoll photographiert. Das Grauen wird mit Witz und Schnodderigkeit aufgewogen — Scotland-Yard-Akten dick aufgetragen und durcheinandergewirbelt. rks
Doppelausstellung im Landes-Museum
Am Sonntagmorgen wurde im Landesmuseum eine Doppel ausstellung eröffnet, die dem Gedächtnis der Malerin Elisabeth Freund - Fischer und des Malers Anton Hartmann gewidmet ist. Direktor Dr. Wiese wies bei dieser Gelegenheit auf die Bedeutung und Tradition des Hessischen Kunstvereins hin und sprach den Wunsch aus, in Darmstadt bald wieder ein Gebäude wie die Kunsthalle am Rheintor erstellt zu sehen.
Mit dem Präludium und Fuge c-moll aus dem „Wohltemperierten Klavier I“ sowie der Partita B-dur vgn J. S. Bach umrahmte Karl-Heinz Klein die Feierstunde, zu der Dr. Max Herchenroeder die Würdigungsrede hielt.
Die Ausstellung ist bis Ende Oktober täglich von 10—16 Uhr geöffnet. Eine eingehende Besprechung veröffentlichte das Darmstädter Tagblatt bereits am vergangenen Samstag. es
Notizen
Generalintendant Franz Everth (früher Intendant in Darmstadt), der seit einigen Jahren als Intendant und Schauspieldirektor an den Städtischen Bühnen Freiburg wirkt, wird dort als erste Inszenierungen der neuen Spielzeit Ibsens „Nora oder ein Puppenheim“ und Bernhard Shaws „Man kann nie wissen“ in eigener Regie betreuen, (se)
Das neue Ballett von Wolfgang Fortner „Die weiße Rose“, dessen szenische Uraufführung in Berlin stattfinden wird, ist in dieser Spielzeit auch in Hamburg und Dresden, hier zusammen mit Werner Egks „Joan von Zarissa“, zur Aufführung vorgesehen.
Die Stockholmer Oper plant die Aufführung des Balletts „Abraxas“ von Werner Egk, dessen „Französische Suite" in Stockholm ebenfalls zu hören sein wird.
Bühnenwerke zweier deutscher Komponisten der Gegenwart werden in der kommenden Saison am Teatro Colon in Buenos Aires aufgeführt werden: Orffs szenische Kantate „Carmina burana“ und Werner Egks Ballett „Joan von Zarissa“.
Darmstadt und Umgebung
Mit dumpfem Schlag schlug's Mitternacht
dr.r erste Uhr erfunden wurde, und imLT ^feLmag wissen> wann das geschah, leben die Menschen unter einem ständigen u° eine Uhr ist das ewige Sinnbild der Mahnung. Sie erinnert uns, daß wir morgens um 7 Uhr aufstehen und eine Stunde spater im Büro sein müssen, und nur die mittägliche Essenspause versöhnt für eine Weile mit dieser teuflischen Erfindung.
Früher war das mit der Zeit viel einfacher. Man sagte: „Wir treffen uns im Herbst wieder“, und die Sache klappte. Da gab es noch keine Normaluhr, noch keine welken Rosensträuße und ausgerauchte Zigarettenstummel. Schon Karl May führte bei den Indianern die Pünktlichkeit ein. „Wenn die Sonne drei Finger breit über dem Horizont steht, wird mein weißer Bruder am Pfahl der Schmerzen gegrillt. Hougwh!“ Wenn dann die Sonne dreieinhalb Finger breit war, kam die Rettung, so auf Seite 567 etwa. Aber heute ist es einfach nicht mehr zum Aushalten. Unser ganzes Leben befinden wir uns auf der Jagd nach der Zeit. Zeit hat einfach niemand mehr, und wenn, dann ist es ein höchst verdächtiges Individuum. Wir sind nur noch Sklaven der Zeit.
Also laßt uns über Uhren reden, nur ein paar Worte, denn Zeit ist Geld. Da baut jemand ein Haus, ein Prachthaus, dessen Anblick beim Beschauer einen Sturm der Begeisterung auslöst. „Finanzamt“ steht über dem Portal, aber ich habe den Architekten im Verdacht, daß das Hochstapelei ist. Das tut er nur, damit niemand fragt, woher das Geld zum Bauen kommt. Am Sonntag kam ich an dem Bau vorbei, freute mich über das Aussehen und wurde stutzig. Da hatte doch jemand eine Turmuhr auf dem Dachfirst angebracht. Wuchtiger Sockel mit breitem Zifferblatt. Na, dachte ich, jetzt schlägts zwölf. Brüder, jetzt sind wir hin. Das ist die ewigkreisende Steueruhr, das Menetekel der Angst und des Dalles. Aber am Montag war sie weg, die Uhr. Ich stieg beschwingten Schrittes die Stufen ins Dach hinauf, um dem Architekten den Dank des Steuerzahlers auszusprechen. „Was“, sagte er, „weg?“ Die kommt wieder. Drei Meter hoch und zwei breit. Das war nur ein Versuch. Aber der Sockel war zu schwer.“ Hol’s dieser und jener, dachte ich, das sollten sie sich eigentlich als Warnung dienen lassen. Was zu schwer ist, stürzt ein. Aber eine Uhr muß hin, damit wir endlich merken, was die Stunde geschlagen hat. Und wenn nun nachts die Zeiger sich vereinen, dann braucht niemand mehr vor Geistern Angst zu haben. Die sind unmodern geworden, die wurden abgelöst von Menschen wie du und ich, nur daß sie eine unstillbare Gier nach unseren Geschäftsbüchern haben, daß sie uns einmal zeigen wollen, was die Uhr geschlagen hat. (Wenn Sie jetzt sagen, daß ich das Finanzamt meine, dann muß ich feststellen, daß Sie das zuerst gesagt haben!) hfl.
Durch Darmstadts Siedlungen
In Zusammenarbeit mit dem Hausfrauenverband Darmstadt, dem Hausfrauenbund und dem Akademikerinnenbund veranstaltet der Verkehrs- und Verschönerungsverein Darmstadt am Dienstag, dem 10. Oktober, eine große Besichtigungsfahrt durch die Darmstädter Siedlungen.
Die Fahrt wird unter Führung der Stadtbauverwaltung — eventuell von Oberbaudirektor Professor Grund persönlich — stattfinden. Sie soll den Darmstädter Bürgern die Gestaltung und den Ausbau der neuen Siedlungen, die in den letzten Jahren um die Mittelstadt entstanden sind, vor Augen führen und damit die großen Leistungen auf diesem Gebiete zeigen.
Folgende Siedlungen werden bei dieser Fahrt besucht: die ungarndeutsche Siedlung St. Stephan, die Postsiedlung in der unteren Rheinstraße, Heimstättensiedlung, Donausiedlung, Postsiedlung am Südbahnhof, Handwerkersiedlung Klappacher Straße, Bauverein für Arbeiterwohnungen am Donnersberg- und Rhön-* ring, Beamtensiedlung am Donnersbergring, Handwerkersiedlung Hindenburgstraße.
Die Fahrt beginnt um 14 Uhr ab Heaghaus, der Fahrpreis beträgt 1,40 DM.
Mehr Verkehrsunfälle im September
Aus dem Bericht des Polizeipräsidiums
■Während sich im August im Stadtgebiet Darmstadt insgesamt 68 polizeilich gemeldete Verkehrsunfälle ereigneten, stieg ihre Zahl im September auf insgesamt 84 an. Besonders stark stieg die Zahl von Verkehrsunfällen mit amerikanischen Kraftfahrzeugen — von 8 auf 25 — an. Zwei Personen verstarben im September an den Folgen von Verkehrsunfällen, 54 weitere wurden verletzt. Der geschätzte Sachschaden belief sich im September auf etwa 42 000 DM, während er für August mit etwa 25 300 DM veranschlagt wurde. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Motorrädern — anscheinend durch zunehmende Straßenglätte bei feuchtem Herbstwetter — stieg von 19 auf 28 im September.
In der Verkehrsüberwachungswoche vom 23. bis 30. September wurden in Darmstadt insgesamt 6780 Fahrzeuge
überprüft, wobei 718 Mängelberichte vorgelegt und 174 Strafanzeigen erstattet wurden. Von diesen Strafanzeigen entfallen etwa 40 Proz. auf Nichtbeachtung der Vorfahrt und 30 Proz. auf unzulässiges Überholen.
Insgesamt wurde das Überfallkommando im September in 124 Fällen — gegen 89 im Vormonat — alarmiert.
Durch die Kriminalpolizei wurden 208 Fälle von Verbrechen und Vergehen aufgeklärt, 327 wurden im Monat September bekannt. Im Werte von etwa 2100 DM stellte die Polizei unrechtmäßiges Gut sicher.
Meldefrist verlängert
Bei -der Durchführung der Erfassung eines Teiles des Personenkreises gemäß Art. 131 GG ist durch den Mangel an Melde- und Personalbogen eine erhebliche Verzögerung eingetreten. Deshalb wird die Meldefrist um eine Woche, also bis einschl. zum 14. Oktober 1950, verlängert. Meldeformulare sind nunmehr wieder bei den zuständigen Polizeirevieren erhältlich.
Das Beste in der Welt
Feierstunde in der Freireligiösen Landesgemeinde Darmstadt
Im vollbesetzten festlichen Saale des Heaghauses hielt am Sonntag die Freireligiöse Landesgemeinde, Kreisgemeinde Darmstadt, eine eindrucksvolle Feierstunde ab. zu der als Sprecher Pfarrer Max Gehrmann von der Freireligiösen Gemeinde Offenbach gewonnen worden war.
Die Feierstunde stand unter den Leitworten: Das Beste in der Welt. Es bedarf keiner Begründung, daß mit diesen Leitworten nicht materieller Besitz und Genuß oder Triumph der Macht gemeint ist, worin sich tatsächlich die Sehnsucht mancher Menschen erschöpft. Worauf hier hingezielt wird, sagt Tolstoi: „Die Liebe, das Streben der Menschen nach Vereinigung und ihr sich daraus ergebendes Verhalten untereinander stellt das höchste und einzige Gesetz des Lebens dar.“ B.
Doppelunterstützung eingesteckt
Wegen Betrugs erkannte das Bezirksschöffengericht Darmstadt gegen einen 45jährigen Mann aus Darmstadt auf insgesamt drei Monate Gefängnis. Der Angeschuldigte hatte, obgleich er wußte, daß ein Doppelbezug von Unterstützungen strafbar ist, ein ganzes Jahr lang Krankenunterstützung Und Arbeitslosenunterstützung abgeholt. wst.
„Die Nachprüfung der strittigen Vaterschaft mit Hilfe ärztlicher Untersuchungsmethoden“ ist das Thema eines Vortrages von Prof. Dr. Ferdinand Wiethold, Direktor des Instituts für gerichtliche Medizin und Kriminalistik der Universität Frankfurt, den dieser im Rahmen der Volkshochschule heute, am Dienstagabend, um 19.30 Uhr im Raum 167 der Technischen Hochschule halten wird.
Erntedankfest der Darmstädter Bauern
Der Hessische Bauernverband, Ortsverein Darmstadt, hielt am Samstagabend in dem geschmackvoll mit Birken- und Tannengrün und zwei buntbebänderten Ährenkränzen geschmückten Saal des „Heilig Kreuz“ sein diesjähriges Erntedankfest ab. Es war das erste offizielle seit 17 Jahren, da der Vorläufer des Vereins, der Ökonomenverband, 1933 auch ein Opfer der „Gleichschaltung“ wurde. In seinen Begrüßungäworten erklärte der erste Vorsitzende des Ortsvereins, Herr Seibel, daß man an einem solchen Festtag nach einer reichen Ernte nicht nur dem Schöpfer danken solle, sondern die Bauern sollten sich bei einer solchen Veranstaltung auch kennenlernen, ihre Erfahrungen austauschen und nicht zuletzt von der harten Arbeit entspannen. Unter den Ehrengästen war auch der 1. Vorsitzende des Kreisverbandes, Herr Benz, Arheilgen, erschienen, -r-r _ J.
Umrahmt war das Fest von dem Chor des Gesangvereins „Liederkranz“ unter Leitung seines Dirigenten Metzner, der die Feier mit dem Chorlied „Sanktus“ von Franz Schubert eröffnete. Begeistert wurden auch die als Zwischeneinlagen gebrachten Darbietungen des. Quartetts des Gesangvereins „Liederkranz“ — Einstudierung Vizedirigent Guckert —, die lustigen Soli des Herrn Dittmar, von Herrn Guckert am Flügel sicher begleitet, und die Volkstänze des Volkstanzkreises Darmstadt aufgenommen. Unter den schmissigen Klängen der Kapelle Paul B äni sc h wurde noch lange das Tanzbein geschwungen und noch manches Glas geleert. -th-
Veranstaltungskalender für Darmstadt
Der Winter mit einer Fülle .von Ver¬ " anstaltungen steht bevor. Oft ist es jedoch nicht möglich, interessierte Besucher für eine wichtige Veranstaltung zu gewinnen, da gerade an diesem Tage eine oder — was auch schon vorgekommen ist — mehrere Veranstaltungen von besonderer Bedeutung angesetzt sind. Um in Zukunft Ueberschneidungen möglichst zu vermeiden, hat es das Presse-, Werbe- und Verkehrsamt der Stadt Darmstadt, Lagerhausstraße 9, Telefon 941/330. übernommen, einen zentralen Veranstaltungskalender zu führen, in den alle Veranstaltungen von behördlicher und privater Seite aufgenommen werden. Dieser Veranstaltungskalender wird in Kürze laufend monatlich gedruckt, und sämtliche gemeldeten Veranstaltungen werden darin kostenlos aufgenommen. Besonders wichtig erscheint es jedoch, schon bei der Planung einer Veranstaltung beim Presse-, Werbe- und Verkehrsamt telefonisch oder schriftlich anzufragen, ob der vorgesehene Tag noch unbelegt ist und den Termin entsprechend vornotieren zu lassen. Nur so ist es möglich, bei mehreren Veranstaltungen an einem Tage unter Umständen die Termine noch rechtzeitig zu verlegen. Es wäre wünschenswert, wenn recht häufig von dieser neuen Einrichtung im Interesse aller Gebrauch gemacht würde.
Aus Indochina, wo er in der französischen Fremdenlegion dient, schickte der frühere *Eberstädter Einwohner Karl Schäfer herzliche Grüße an die evangelische Jugendgemeinde.
Das Forum Darmstadt diskutiert:
Lage der Besatzungsgeschädigten
Seit fünf Jahren sind einzelne Bezirke der Stadt Darmstadt beschlagnahmt, um den Wohnraum für die Familien der Angehörigen der Besatzungsmacht zu sichern. Jene Wohnviertel sind vorwiegend Hausbesitz, der als Ein- oder Zweifamilienhäuser unter teilweise großen persönlichen Verzichten der Besitzer errichtet worden war. Heute sehen sich diese Menschen ebenso wie die Ausgebombten und Flüchtlinge der Ungewißheit gegenüber, ob und wann sie wieder einmal in den Besitz und Genuß ihres Eigentums kommen werden. Ihre Sorgen und Nöte sind genau so brennend wie die der anderen Bevölkerungsgruppen. Das Forum Darmstadt gibt ihnen Gelegenheit, sie der Oeffentlichkeit zu unterbreiten. Vertreter der Besatzungsmacht sind eingeladen, Kenntnis und gegebenenfalls Stellung dazu zu nehmen.
Eine Aenderung für die Darmstädter Wohnverhältnisse könnte eintreten, wenn das Wohnbauprogramm der Besatzungsmacht in irgendeiner Form in die Tat umgesetzt würde. Von diesem Vorhaben soll die Bürgerschaft unterrichtet werden. Es dürfte bei allen Einwohnern der Stadt Interesse finden. . Der Ausspracheabend wird am kommenden Donnerstag um 20 Uhr in der Technischen Hochschule durchgefuhrt. -ma-
Weil er durch verschleierte Buchungen einen Betrag von über 5000 DM an sich brachte und verbrauchte. verurteilte gestern die Erste Strafkammer des Landgerichts Darmstadt einen 58 jahrigen Buchhalter aus Darmstadt wegen Betrugs zu einer Gefängnisstrafe von Jehn Monaten. Der Verurteilte war Angestelher der GEG in Rüdesheim und seither Unbestraft. Das Geld um das er die Genossenschaft betrog, hatte er sich bei einer Filiale in Landau geholt.
Zentrum der Nächstenliebe in Eberstadt
Die Marienschwestern bauen ein Mutterhaus
Nahe der Haltestelle Waldfrieden in der Villenkolonie wird seit Monaten an dem Mutterhaus der 1947 in Darmstadt gegründeten Oekumenischen Marienschwesternschaft gebaut.
Unsere t-s-Berichterstatterin besuchte die Marienschwestern, die ihr über die Ziele der Schwesternschaft und das Mutterhaus erzählten:
„Etwa 45 Schwestern aus allen Teilen Deutschlands, die dem neuen Oekumenischen Orden beigetreten sind, werden nach Fertigstellung des Mutterhauses von dem zur Zeit von ihnen bewohnten räumlich beengtem Hause im Hölderlinweg in Darmstadt nach Eberstadt übersiedeln. Die Marienschwestern haben es sich zur Aufgabe gesetzt, ihrem Herrn Jesus an Kranken, Elenden in Gemeinden, Haushalten und Anstalten zu dienen. Außerdem suchen sie in ihrem eigenen Verlag durch Verfassung von Schriften und in ihrer Werkstatt durch Anfertigung von christlichen Plastiken, Kunstschriftblättem usw. einen missionarischen Dienst auszuüben.
Der Plan für das Mutterhaus sieht vier Wohnflügel, die einen Innenhof umschließen, und an der einen Seite den Anbau einer Kapelle vor. Die Fortschritte am Bau, an dem täglich 15—25 Schwestern und einige Brüder der Bruderschaft vom Kreuz unter Anleitung
von zwei gelernten, bezahlten Maurern arbeiten, seien“, so sagt Frau Oberin Schlink, „auf reine Wunder Gottes zurückzuführen. Wenn man sich den Werdegang des Mutterhauses vergegenwärtigt, muß man die Ueberzeugung gewinnen, daß die Hilfsbereitschaft unter den Menschen nicht ausgestorben ist. So steht jetzt das Kellergeschoß, in den nächsten Wochen wird das erste und einzige Stockwerk' mit Bimshohlblockste'nen, die schon bereitliegen, aufgebaut. Im November soll das Dach, das schon in Auftrag gegeben ist, aufgesetzt werden. Alle Baumaterialien oder Geldmittel dafür wurden den Marienschwestern geschenkt. Viele Kräfte stellen sich freiwillig in den Dienst der Sache.
Mit 250 000 DM sind die Kosten für Mutterhaus und Kapelle veranschlagt. Allein im Glauben an Gottes Hilfe und ohne Geldmittel wurde das Bauvorhaben begonnen, und so wird es auch wohl zu Ende geführt.“
MIt der Kamera eingefangen
Man ist so alt, wie man sich fühlt, und wer schon im August dem Sommer nachtrauert, vergißt oder übersieht die wunderschönen Tage im Oktober. — Auf dieses Bild trifft das bekannte Sprichwort, der Herbst habe auch noch warme Tage, insofern doppelt zu, als die hübsche junge Dame nicht nur tatsächlich in der Sonne steht, sondern auch ansonsten den nicht an Quartals-Wechsel gebundenen Frühling darstellt. Den „Salut gen Himmel“ gibt ihr freundliches Lächeln den letzten Sonnenstrahlen. Sg. Foto: Hemme
Die Stimme ihres Herrn
Gut gelungene Hundeschau in Eberstadt
Mit einer gutgelungenen Werbeschau trat gestern nachmittag der Eberstädter Dressurverein für Gebrauchshunde im Schulhof zum ersten Male an die Oeffentlichkeit, um Zeugnis von seiner bisherigen Arbeit abzulegen. Der Beifall des sehr zahlreich erschienenen Publikums belohnte die Leistungen, die weit über dem Durchschnitt lagen. Die treuen Vierbeiner bewiesen Unterordnung, *Mut und Draufgängertum und folgten „Herrchen“ auf jedes Wort und Zeichen.
„Wir wollen durch unsere Arbeit beweisen, daß der Hund für uns kein Spielzeug, sondern ein wertvoller Helfer, ein treuer Wächter von Haus und Hof, ein Beschützer seines Herrn und ein Freund der Familie ist“, erklärte Vorsitzender Nold in seinen Begrüßungsworten. Kreisvorsitzender Hahn überbrachte die Grüße des Landesverbandes und sprach abschließend seine Anerkennung für die gezeigten Leistungen aus.
Gehorsamsübungen füllten den ersten Teil des Programms aus. Starken Beifall erhielt die Schäferhündin „Freya“ (Besitzer Herr Fischer). Sie sprang durch einen Reifen von nui’ 30 cm Durchmesser, durch zwei brennende Ringe, über sieben Fahrräder, kletterte über eine 2,20 Meter hohe Bretterwand und eine Stehleiter.
In. der Dressurprüfung nach Klasse II erwies sich die ausgezeichnet geschulte Schäferhündin „Cita vom Kiesbuckel“ (Besitzer Herr Nold) als ein kluges und folgsames Tier". Der zweite Teil zeigte den sogenannten Schutzdienst. Hier bewiesen vor allem wieder Freya und Cita, sowie die Boxerhündin Anja (Besitzer Herr Dornbach) und der Dobermannrüde Claus von Biedensand (Besitzer Herr Veith), daß sie treue Beschützer ihrer Herren sind, wenn diese von „Verbrechern“ überfallen werden. Die abschließend vorgeführte „^Jannarbeit“ der Schäferhündin Cita, das Stellen eines Verbrechers, bewies noch einmal die große Dressurkunst Nolds sowie die Qualität dieses Tieres. wst.
In der Stadt notiert
Bei der Schlägerei in der Gaststätte „Concordia“-Saal am Samstagabend, über die wir in unserer gestrigen Ausgabe in einer kurzen Notiz berichteten, waren, wie uns der Vorsitzende der TSG 46 mitteilte, keine Angehörigen dieses Vereins beteiligt. Es handelte sich lediglich um einige fremde Ruhestörer, die sich im Vorraum zum eigentlichen Saal ungebührlich benahmen.
Unter Alkoholeinfluß stand ein Pkw.- Fahrer, der am Montagmorgen die Autobahn zwischen Darmstadt und Frankfurt in Richtung Frankfurt befuhr. In der Gemarkung Erzhausen geriet er von der Fahrbahn, fuhr etwa 70 Meter auf dem mittleren Grünstreifen entlang und überschlug sich mit seinem Wagen. Der schwerbeschädigte Wagen wurde sichergestellt, der schwerverletzte Insasse in das Eberstädter Krankenhaus eingeliefert. Eine Blutprobeentnahme zur Feststellung des Alkoholeinflusses wurde vorgenommen.
Der rechte Vorderradreifen platzte am Sonntagnachmittag einem auf der Autobahn in Richtung Darmstadt fahrenden Schweizer Fernlastzug. Der Lastzug kam von der Fahrbahn ab und geriet durch den starken Zug nach rechts und den Druck des schweren Fahrzeuges auf die Böschung, wo er etwa 38 Meter entlangfuhr. Da der Lastzug 9 Tonnen Messing geladen hatte, war es keinem Abschleppfahrzeug möglich, ihn auf die Fahrbahn zurückzuziehen, so daß ein Lastzug zur Übernahme der Ladung aus der Schweiz angefordert werden mußte.
Neue Anträge auf Fernsprechanschlüsse können ab sofort bei der Post gestellt werden, da bis zum Juni 1951, wie uns die Fernmeldeabteilung des Postamtes Darmstadt mitteilte, mit der Fertigstellung des für Darmstadt vorgesehenen Wählamtanschlusses zu rechnen ist.
Eine Versammlung der Flüchtlinge und Geschädigten der Ostzone findet am Mittwoch, dem 11. Oktober, um 19.30 Uhr, in einem Raum der Fachschule für Wirtschaft und Verwaltung in der Stiftstraße statt.
WIE-WIRD-DAS-WETTER
Veränderlich
Vorhersage: Am Dienstag stark bewölkt, zeitweise Regen, Temperaturen wenig geändert, auffrischende südwestliche Winde.
Weitere Aussichten: Wech¬ selhaft.
Wohin gehen wir heũte?
Landestheater: Stadthalle, 19.30 Jlhr, 1. Sinfoniekonzert; Ende gegen 21.30 Uhr. Lichtspieltheater: Union: „Staatsgeheimnis“; Thalia: „Schwarzwaldmädel“; Belida: „7 Jahre Pech"; Palast: „Die seidene Schlinge“; Hansa: „Sommernächte“.
Hygiene-Lichthof, Neckarstraße 3: 10—18 Uhr, Ausstellung: Gesundes Leben“.
Landesmuseum: 16—16 Uhr, Gedächtnisausstellung (Elisabeth Freund-Fischer und Anton Hartmann).
Amerikahaus: 17.50 Uhr, Lichtbildervortrag: „Stand der Schweißtechnik in USA“ (v. Dr. Ing. Kauhausen. Düsseldorf). — 20.00 Uhr, Lichtbildervortrag: „London heute“ (v. Wolfgang Mayrhofer, Fulda).
Techn. Hochschule: Raum 167, 19.30 Uhr: „Die Nachprüfung der strittigen Vaterschaft mit Hilfe ärztlicher Untersuchungsmethoden“ v. Prof. Dr. Ferd. Wiethold, Universität Frankfurt am Main.
Wir gratũlieren
75. Geburtstag: Herr Johannes Poth, Händler, Darmstadt, Liebigstraße 23.
40,jähriges Jubiläum: Herr Oberfeuerwehrmann Johann Trumpfheller, Darmstadt, Traubenweg 162, bei Firma E. Merk, Darmstadt
STARKENBURG
Noch einmal Glück gehabt
In Groß-Gerau wurde am Freitagabend an der Einmündungsstelle der Walther-Rathenau-Straße in die Mainzer Straße Frau Regina Schulmeyer von einem schweren Personenwagen, der aus Richtung Mainz kam, angefahren und am Kopf verletzt. (cg)
Es war kein Anfänger
Hohe Strafen im Abtreibungsprozeß
Vor dem Landgericht Darmstadt wurde dieser Tage gegen den 51jährigen Weißbinder und Maurer Friedrich K. aus Offenbach und dessen 32jährige Ehefrau verhandelt. Die Staatsanwaltschaft legte K. zur Last, in nicht weniger als 46 Fällen Abtreibungen vorgenommen, in sieben Fällen Ratschläge erteilt und in vier Fällen entsprechende. Instrumente geliefert zu haben. Die Ehefrau wurde der Beihilfe angeklagt.
Seit 1946 hatte der Angeschuldigte an Frauen und Mädchen Eingriffe vorgenommen. Die meisten von ihnen erwarteten Kinder von amerikanischen Besatzungssoldaten. Keiner seiner Eingriffe hatte gesundheitsschädigende Nachwirkungen zur Folge. Durch eine anonyme Anzeige wurde die Polizei auf ihn aufmerksam gemacht.
In der Verhandlung gab K. an, sich schon in jungen Jahren mit diesen Dingen befaßt zu haben. Er habe, so erklärte er, den bedrängten Frauen und Mädchen nur helfen wollen. Die Entlohnungen, die er jeweils für die Eingriffe entgegennahm, waren verhältnismäßig gering.
Das Gericht hielt 25 vollendete Abtreibungen für erwiesen und verurteilte K. wegen Verstoßes gegen den § 218 zu der hohen Gefängnisstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Für zwei Jahre wurden ihm außerdem die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt. Die mitangeklagte Ehefrau erhielt wegen eines Abtreibungsfalles und Beihilfe in mehreren Fällen ein Jahr und zwei Monate Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte zuvor eine hohe Zuchthaus« strafe beantragt. wst.
Schulspeisung noch ungeklärt
In einer Besprechung zwischen Lehrerschaft und Elternbeirat gab in Trebur Schulleiter Süßmuth einen Bericht über die Schulspeisung. In einer demnächst stattfindenden Elternversammlung soll die Entscheidung durch die Eltern gefällt werden, ob diese weiterhin beibehalten werden soll. Seitens der Lehrerschaft wurden bereits Vorbereitungen zu einer Weihnachtsfeier der Volksschule getroffen. Der Elternbeirat will an die Gemeinde bezüglich einer finanziellen Unterstützung für diese Veranstaltung herantreten. Da in der Schule für sportliche Zwecke im Winter kein geeigneter Raum zur Verfügung steht, will man die Sporthalle oder das Eigenheim mieten. Kb.
Hilfe für Bedürftige
Der Verband der Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen und Sozialrentner, Ortsgruppe Groß-Gerau, veranstaltete am Samstagabend im Groß-Gerauer Adlersaal einen musikalischen Abend, dessen Reinerlös Bedürftigen zufließen wird. Vorsitzender Wilhelm Riebel begrüßte die zahlreichen Gäste. Die Gesangvereine Lmderkranz und Eintracht, der Handharmonikaspielring sowie die Hauskapelle des Turnvereins brachten ein abwechslungsreiches musikalisches Programm zu Gehör. (cg)
„Niemandsland“ verschwindet
Die Straßenbauverwaltung des Landes Bayern hat einer Eingabe des Bundestagsabgeordneten Heinrich Ritzel stattgegeben und die Instandsetzung des wegen seines schlechten Zustandes berüchtigten Teils der Nibelungenstraße von der hessisch-bayerischen Landesgrenze bis zum Ortseingang von Boxbrunn beschlossen. Die Arbeiten sollen schon in Kürze beginnen. -ch
Was aũch interessiert:
Das Wintersemester des PI in J u g e n - heim beginnt am 16. Oktober und endet am 15. März. Die Vorlesungen dauern vom 2. November bis Ende Februar. Von Ende Oktober bis Mitte Dezember d. J. und von Mitte Januar 1951 bis Mitte Februar nehmen je 60 Studenten an den Lehramtslehrgängen teil. hl
„Der Lamaismus“ ist das Thema eines Lichtbildervortrags, der zur Eröffnung des Wintersemesters der Volkshochschule Bensheim am Mittwoch, dem 20. Oktober, um 20 Uhr, von Generalkonsul a. D. Balser gehalten wird. HB
Daß es noch ehrliche Menschen gibt, bewies kürzlich ein junger Mann aus Pfungstadt. Vor dem Schalter der Volksbank fand er zu seinen Füßen eine Brieftasche mit einem ansehnlichen Geldbetrag. Ohne ein Wort zu sagen, lieferte er dieselbe auf dem Fundbüro ab, wo sie der Verlierer hocherfreut in Empfang nehmen konnte. ler
Zu wenig Interessenten fanden sich bisher in Groß-Gerau für die Vorstellungen des Darmstädter Landestheaters. Daher können keine Gastspiele in der Gemeinde selbst durchgeführt werden. Vorläufig werden deshalb Omnibusfahrten in das Landestheater unternommen. cg
„Les jours heureux“ (Die glücklichen. Tage) von Andre Puget werden durch das Gastspielstudio Frankfurt am Donnerstag um 20.15 Uhr in der Amerikanischen Lesehalle Dieburg (Knabenschule, Marienstraße) zur Aufführung gebracht. rfd
Seine erste Schnitzeljagd unternahm der Reit- u, Fahrveren „Vorderer Odenwald“, Babenhausen, am vergangenen Sonntag nach Richen. NB
Gegen einen Telegraphenmast wurde kürzlich ein Lastkraftwagen mit großer Gewalt geschleudert, als er versuchte, aus der Rheinstraße in die Lindenstraße, Stockstadt, einzubiegen. Der Mast wurde glatt abrasiert. Die Insassen des Wagens kamen mit dem Schrecken davon. kr
300 Kilometer betrug die Flugstrecke, die der Siegerballon bei dem am 15. Juli durchgeführten Ballonwettfliegen des Jugend-Rot-Kreuzes, Pfungstadt zurücklegte. Jedem der beteiligten Kinder konnte jetzt ein kleines Geschenk ausgehändigt worden. Die Sieger wurden mit einem Ferienaufenthalt im Zeltlager, mit Musikinstrumenten und Spielen ausgezeichnet. . ler
Unter dem Motto „Frieden—Freiheit— Recht“ hielt die Babenhäuser Ortsgruppe der SPD kürzlich im Adlersaal e:ne öffentliche Versammlung ab. Bundestagsabgeordneter Heinrich Ritzel snrach über aktuelle Probleme wie: Koreakrieg, Bestechungsaffäre, Remilitarisierung, Europarat und Diäten der Bundestagsabgeordneten. NB
Gesangverein „Eintracht“ 1878 Ba¬ benhausen führte am Sonntag einen Liedertag im großen Saal des „Deutschen Hofes“ durch. Aus der näheren Umgebung waren eine Reihe namhafter Vereine gekommen, die allesamt bei dem Freundschaftssingen ihr Bestes gaben. Der Vorsitzende des gastgebenden Vereins, Rupp, hielt vor 1000 Besuchern die Begrüßungsansprache. NB
Blühende Veilchen im Oktober — eine Seltenheit für diese Jahreszeit — sind in einen Garten in Schaafheim zu besichtigen.
Große Probleme im Schatten des Gxistenzkampfes
Beendigung der Junglehrertagung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft auf dem Heiligenberg
Wenn es zumeist das Ergebnis von Tagungen und mehr noch von Diskussionen ist, daß man vom Hundertsten ins Tausendste kommt, so war die am Samstag abgelaufene Junglehrertagung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft eine löbliche Ausnahme. Obwohl von einer rein wissenschaftlichen Fragestellung ausgegangen wurde, führte dieser Exkurs ins Grundsätzliche nicht zu theoretischen Maximen, sondern zu praktischen Schlüssen.
Tagungsthema war: — allgemein — Die Stellung des Lehrers in der Gesellschaft. Die Alternative wurde vertreten einerseits von Ministerialdirektor Viehweg, Wiesbaden, mit seinem Buch „Die Schule als Funktion der Gesellschaft“ und andrerseits von Frau Prof. Siemsen, Universität Hamburg, mit dem ihren „Über die gesellschaftliche Grundlage der Erziehung“. Es ging um die Frage, ob der Lehrer in der Lage sei, die Schwankungen in der Gesellschaft zu beeinflussen oder ob er mehr von ihnen beeinflußt würde.
Unter der Diskussionsleitung von Herrn Dr. Bungardt und der starken Beteiligung von etwa 50 jungen Praktikern, entwickelten die beiden Partner ihre Themen und riefen erfreulicherweise eine lebhafte Kritik hervor. In flüssigen Auseinandersetzungen wurde schließlich herausgearbeitet, daß die Fragestellung überhaupt nicht aufrechterhalten werden könne, da ihr keinerlei echte Alternative zugrunde läge.
Gestaltend und erleidend, formend und geformt, stünde der Lehrer in dem fortwährend in Wandlung begriffenen Phänomen Gesellschaft wie jeder andere auch. Er prägt sie in dem Maße, in dem er seine Persönlichkeit einsetzt und wird von ihr geprägt, wie er ihren überpersönlichen Schwankungen unterlegen ist. Eine solche nicht zu unterschätzende Schwankung ist die materielle Schwierigkeit, die der Lehrer und besonders der Junglehrer für seine Person zu überwinden hat, ehe er überhaupt in seiner Eigenschaft als Erzie-
her in Erscheinung treten kann. Das ist wahrhaftig ein trostloses Ergebnis; nach Abitur und 6 Semestern pädagogischem Studium tritt der heutige Volksschullehrer mit beinahe 25 Jahren bei einem Anfangsgehalt von rund 180,— DM (ein solcher Verdienst liegt noch unter dem eines Hilfsarbeiters) in den Schuldienst.
Ganz besonders benachteiligt ist aber heute die große Zahl der „älteren Junglehrer“. Der weitaus größte Teil von ihnen ist bereits über 30 Jahre, teilweise sogar über 40 Jahre alt. Fast alle sind verheiratet und haben Kinder. Auch diese Lehrer erhalten trotz ihres Alters, trotz jahrelangen Kriegseinsatzes, trotz umfangreicher für die Schule wertvoller Ausbildung in anderen Berufen ebenfalls nur das Anfangsgehalt. Das kann nicht ohne Folgen bleiben. Ein derart hart um die Existenz ringender Lehrer hat in seiner eigenen Hoffnungslosigkeit kaum noch die Kraft, hoffnungsfreudige und zukunftsstarke Kinder zu erziehen. Völlig verschlossen aber ist der Zugang zu den kulturellen .Gütern, die er doch vermitteln soll. Er ist einfach nicht dazu in der Lage, sich wissenschaftliche Bücher oder Zeitschriften zu kaufen, weil er kein Geld dazu hat. Das sollte zu denken
geben! Der Abschlußbericht der Tagung schloß mit dem Aufruf: „Elternbeiräte, Schulbehörden, Parteien, Gewerkschaften und Abgeordneten des Landtages, ihr kennt jetzt die Tatsachen. Soll das so bleiben? Abgeordnete des Landtages,, ihr kennt führen — es geht auch um die Kinder“. ka.
Schramm stolperte die Leiter hinab
Vom Wohnungsamtsleiter zum Angestellten / Gut besuchte Bürgerversammlung in Bürstadt
Etwa 300 Personen hatten sich am Freitagabend in Bürstadt zusammengefunden, um in einer teilweise recht lebhaften Bürgerversammlung kommunalpolitische Probleme zu besprechen.
Die Diskussion begann mit1 dem Thema „Wohnungsbehörde“ und befaßte sich vornehmlich mit dem inzwischen abgedankten Wohnungsamtsleiter Schramm, an dessen Stelle Heinrich Bechtloff eingesetzt wurde. Die Versammlungsleitung wandte sich scharf gegen eine Politik der vertauschten Stühle und forderte. daß Schramm, der sich als Leiter des Amtes unfähig erwies, nicht weiter als Angestellter in diesem Amt tätig sein solle.
Um wieder einigermaßen geordnete Verhältnisse im Bürstädter Wohnungswesen herzustellen, wurden die -Fraktionen der einzelnen Parteien beauftragt, an den Bürgermeister wegen Bildung einer neuen Wohnungskommission heranzutreten und zu fragen, wie er. bzw. der neue Wohnungsbeauftragte mit dieser zusammenzuarbeiten gedenke. Schramm wurde übrigens, wie wir erfuhren, nur vom Leiter zum Angestellten „degradiert“. Sein ehemaliger Untergebener zeichnet jetzt verantwortlich.
Gemeinderat Ofenloch sprach die Behauptung aus, daß auch Bürstadt wie andere Gemeinden schon in der RM-Zeit Gelegenheit zum sozialen Wohnungsbau hatte. Die diesbezügliche Initiative hierzu fehlte allerdings. Franz Ruh forderte an-
schließend gleiches Recht für Alt- und Neubaubesitzer bei der Wohnraumerfassung und Verteilung. Wassergeld, Müllabfuhrkpsten und Kanalgebühren waren weitere Diskussionsthemen. In diesem Zusammenhang scheint erwähnenswert. daß die Bürstädter Arbeiterschaft für das Wasser den drei- bis vierfachen Prei^ pro Kubikmeter bezahlen muß. wie die Einwohner in Lampertheim und Worms, obwohl das Wasser vom gleichen Werk kommt.
Gegen Ende der Versammlung wurde der Kirchenchor ..Cäcilia“ Bürstadt öffentlich aufgefordert, eine Untersuchung über einen verleumderischen Brief mit dem Bogen und Stempel dieses Vereins anzustellen, der mit dem Namen des ersten Vorsitzenden, Ruh, gezeichnet ist, aber nicht von diesem unterschrieben wurde. bb.
Szenenbild aus „Mene Tekel“
dargestellt vom Spielkreis des evangelischen n|emeindedienstes Württemberg „Der Ruf“ in der Stadthalle zu Erbach am Samstag den 7. Oktober 1950.
„Mene Tekel“ ist eine Episode aus dem Leben eines Gottesleugners, der als Schauspieler die Rolle „Belsazars“, des gottlosen Königs zu spielen hat. Durch eine Explosionskatastrophe, bei der des Schauspielers Frau mit den Kindern von einem Unbekannten gerettet wird, erkennt er die ordnende Hand und segnende Liebe Gottes.
Die jungen Mitglieder des Spielkreises gestalten überzeugend Menschen unserer Tage, deren Glaube an die versöhnende Kraft Gottes durch die gewaltigen Ereignisse des Krieges und der Nachkriegszeit entweder erschüttert oder neu geweckt und gestärkt wurde. We
DT-Foto: Schröder
Neue Glocken für Kleestadt
Zu einem Festtag für die Gemeinde gestaltete sich der Einzug der beiden neuen Glocken. In einem Festzug wurden sie zum Rathaus überführt, wo Pfarrer Wick die Festansprache hielt. Anschließend sprach Bürgermeister Brehm über den Abgang der alten sowie über den feierlichen Einzug der neuen Glocken. Er gedachte hierbei auch der Opfer des letzten Weltkrieges und des Naziregimes. Sodann setzte sich der Festzug durch die Ortsstraßen in Bewegung. In einem Festgottesdienst am kommenden Sonntag werden die beiden neuen Glocken durch Propst Rauh eingeweiht. -th-
Er tankte „schwarz“
Dieser Tage stürmte in Gernsheim ein aufgeregter Mann zur Polizei und meldete, daß an einer Tankstelle ein Tankwagen gerade „schwarz“ Benzin tankte. Die Polizei begab sich sofort an den Tatort. Beim Nähertreten wurde den Beamten jedoch ohne Schwierigkeiten klar, daß der Stoff, den man da gerade in den neuen gemeindeeigenen Tankwagen füllte, nicht Benzin sein konnte. Der Duft bewies unmißverständlich, daß es Jauche war, die da aus der entsprechenden Grube gezapft wurde. wst
Großkundgebung im kleinen Kreise
Bundestagsabgeordneter Euler (FDP) in Bensheim
Leider waren zu dieser Versammlung nicht ailzuviele Besucher erschienen, was jedoch auch wieder den Vorteil hatte, daß in kleinem Kreise Kontakt zwischen Redner und Zuhörerschaft meist schneller hergestellt und eine intensivere Behandlung einzelner Fragen in der folgenden Diskussion möglich ist.
Euler äußerte sich zunächst zu den gegenwärtigen politischen Ereignissen und der Korea-Frage und gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß nur ein geeinter, wohl gerüsteter Westen unter Einbeziehung Westdeutschlands den Osten von weiteren Aggressionen abhalten können. Der Osten müsse so weit gebracht werden, daß er es für Selbstmord erachte, einen Konflikt mit dem Westen heräüfzubeschwören und zur friedlichen Aufgabe solcher Gebiete bereit sei, die ihm niemals gehörten.
In weiten Kreisen in Deutschland, so erklärte Euler, herrsche noch eine Abneigung geeen den Gedanken, an der Seite der Soldaten kämpfen zu sollen, deren Staatsmänner noch vor wenigen Jahren Deutschland die Schmach antaten, Kriegsverbrecherprozesse führen zu müssen. Eine starke, auf Bundesbasis aufgebaute Polizeimacht sei notwendig, um zu verhindern, daß der Kommunismus den friedlichen Aufbau einer freien, rechtsgerichteten Demokratie durch Terrorakte, Sabotagen u. dgl. zu stören versuche. Im weiteren Verlauf seiner Rede verurteilte Euler mit scharfen Worten die Personalpolitik der SPD, die Beamte nicht auf Grund ihrer Fähigkeiten, sondern nur auf Grund ihrer Zugehörigkeit zur Partei in öffentliche Aemter eingesetzt habe. Es müsse endlich wieder ein Austausch vorgenommgn werden. An die leitenden Stellen sollten vor allem wieder diejenigen treten, die schon einmal bewiesen hätten, daß sie imstande seien, solche Aemter zu bekleiden.
Ebenso scharf wandte sich der Redner gegen die Sozialisierung von Betrieben, die meist nicht im Interesse der Arbeiterschaft vorgenommen würde. Hierzu
führte er als Beispiel die Firma Buderus an. Schließlich kam Euler noch auf den Artikel 131, die Kriegsopferversorgung, Entnazifizierung und den Lastenausgleich zu sprechen. An die Rede schloß sich eine ausgedehnte, intensive Diskussion an, in der auch Vertreter der Heimatvertriebenen, der Fliegergeschädigten und Heimkehrer zu Wort kamen. (HB)
Zulagen und Bürgschaften
Gemeinderatssitzung in Raunheim
Der Raunheimer Gemeinderat verabschiedete in seiner letzten Sitzung den Waldwirtschaftsplan für das Jahr 1950/51, der in Einnahmen mit 18 372 DM und in Ausgaben mit 13 415 DM abschließt. Die Gemeinde, die über stattliche Waldungen verfügt, wird in diesem Jahr 650 Festmeter Brennholz schlagen zu lassen. Trotz dieser geringen Einschlagsmenge wird kein Brennholzmangel entstehen, da aus Staatswaldungen zu jeder Zeit Brennholz zur Verfügung steht. Einem Antrag des Betriebsrates der Gemeindeverwaltung auf Bewilligung einer Teuerungszulage wurde stattgegeben. Angestellte bis zu einem Bruttogehalt von 300 DM sollen eine einmalige Zulage von 50 DM, solche mit höherem Einkommen eine von 35 DM erhalten. Diese Gelder werden dem laufenden Haushaltsjahr entnommen.
Sämtliceh elf Hühner eines Schaafheim er s wurden dieser Tage vom Fuchs gerissen. Es handelte sich um Zuchtvieh, das bei der letzten Geflügelschau mit dem Prädikat „Sehr gut“ ausgezeichnet wurde. io
Neune Ausgangspunkte in der Malerei
Kunstmaler Schlotter sprach vor der „Universitas“ Groß-Gerau
Am Freitagabend sprach in Groß-Gerau der Darmstädter Kunstmaler Schlotter zu den Mitgliedern der „Universitas“ über moderne Malerei.
Zu Beginn seiner Ausführungen wies der Maler darauf hin, daß im Vergleich mit früheren Epochen das künstlerische Schaffen unserer Zeit sich vielfach aus ganz neuen Gesichtspunkten heraus entwickele. Einst sei man von der Sinnli^hkeit ausgegangen, während jetzt das Empfindungsvermögen, dessen wesentliche Faktoren, Geist und Gefühl, Ausgangspunkte der Kunst geworden seien.
Wer etwas Schönes von einem Bild verlange, so führte der Referent aus, könne mit der modernen Malerei wohl kaum einen Kontakt finden. Diese kranke sehr stark unter jenen, die nur um der Mode willen und aus einer gewissen Effekthascherei heraus Bilder malen. So sei auch die Ausstellung auf der Darmstädter Mathildenhöhe, abgesehen von wenigen sehr guten Bildern, eine große Tragik gewesen.
In der regen Diskussion erwiderte Schlotter, die Abstraktion sei eine bedeutsame Frucht am Baume der Kunst
und "keineswegs das Ziel der modernen Malerei, sondern lediglich der Weg zu einem neuen künstlerischen Weltbild. Im übrigen seien die Vorzeichen zu einer großen künstlerischen Tat immer subjektive.
Ein junger Architekt stellte hierbei fest, daß das. Abendland seiner Ansicht nach mit seinen Ideen am Ende sei. Dies empfinde er immer wieder bei der Architektur, in der eben nichts. Neues mehr zu schöpfen sei.
Die Ausführungen Schlotters erregten großes Interesse, das wohl hauptsächlich durch den Eindruck der Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit des als empfunden Geschilderten verursacht wurde. (cg)
Lenzewski-Quartett in Bensheim
Ein Kammermusikabend der Goethe-Gesellschaft
Am Sonntagnachmittag brachte das Lenzewski-Quartett in der renovierten Turnhalle des Bensheimer Gymnasiums die Streichquartette a-moll, op. 51, Nr. 2, von Brahms und fis-moll, op. 121, von Reger sowie Smetanas musikalische Selbstbiographie „Aus meinem Leben“ zu Gehör. Diese Kammermusikvereinigung zeichnet sich besonders durch ein exaktes, wohl aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel, einen vom herbsten Forte bis zur feinsten piano-cantilene weichen, lebendigen und modulationsfähigen Ton sowie durch ein gutes Einfühlungsvermögen in sämtliche Werke aus. Man kann daher nur schwer sagen, was wohl am besten dargeboten wurde, da sich die Künstler in jeder Atmosphäre sicher bewegten und durch eine bis in feinste Feinheiten ausgefeilte Wiedergabe überzeugten und begeisterten. Ein Jammer war es freilich, daß die Besucher nur so spärlich erschienen waren. Eine solche Passivität des Bensheimer Publikums könnte auf die Dauer den Fortbestand der Goethegesellschaft gefährden, einer Einrichtung, wie sie an der ganzen Bergstraße nur in Bensheim zu finden ist. Der Beifall der wenigen Zuhörer war jedoch um so begeisterter. (HB)
Verdi-Abend in Grbach
Die Amerikanische Lesehalle Erbach veranstaltet am Dienstag, 10. Okt., um 20.15 Uhr einen Verdi-Abend mit Kräften der Metropolitan-Opera Neuyork — von Schallplatten. Frau M. Brieger vom USIC Darmstadt spricht einführende und verbindende Worte. -ch
Unsere Geburtstagskinder
Silberne Hochzeit: Herrn Philipp Körner und Ehefrau Dorothea geb. Schüßler, Reinheim/0., Unter den Linden.
90. Geburtstag: Frau Margarete Horn geb. Schwarz, Heppenheim/8., Rheinstraße 12.
80. Geburtstag: Frau Martha Link, Bensheim-Auerbach, Burgstr. 12.
75. Geburtstag: Herrn Johann Blankenbach, Stellwerksmeister i. R., Zwingenberg a. d. 8., Annastraße 7.
Bessere Aunsstattung der Schule
Gemeinderatssitzung in Wallerstädten
In der Sitzung der Wallerstädtener Gemeindevertreter gab der Sachbearbeiter für Kanalangelegenheiten, Müller, vom Wasserwirtschaftsamt Groß-Gerau, einen Bericht über Möglichkeiten der Kanalisation in den Gemeinden. Die Gemeinde beabsichtigt, etwa 400 Meter Kanal zu legen, wozu ca. 1800 DM erforderlich sind. Das Wasserwirtschaftsamt wurde beauftragt, für dieses Projekt die entsprechenden Lageskizzen fertigzustellen. Ein weiterer Punkt der Tagesordnung galt der Anschaffung von Einrichtungsgegenständen für die Volksschule. Auf Vorschlag des Lehrerkollegiums werden fahrbare Kleiderständer gekauft, für die jedes Schulkind einen Kleiderbügel erhalten soll. Außerdem werden neue Vorhänge bestellt, so daß die Schule ein gepflegteres Aussehen bekommen wird. An Gesamtaufwendungen für die Schulhaus-Einrichtungen wurden 780 DM einstimmig genehmigt.
Da die Gemeinde über sehr wenig Wald verfügt, konnte der Waldwirtschaftsplan 1951 in Einnahmen und Ausgaben mit 3000 DM abgeschlossen werden. Die Einnahmen sind durch das Schlagen von 50 Raummeter Holz gesichert. In den Ausgaben sind die Kosten zur Anlegung einer Pappelallee mit 280 Bäumen enthalten. Der Plan wurde ohne jede Debatte gutgeheißen. Für die Winter-Hausbrandversorgung wird die waldarme Gemeinde größere Mengen von bessergestellten Nachbargemeinden (Trebur, Groß-Gerau, Nauheim) kaufen müssen. KB.
Sudheimer Kandidat der SPD
G ,^ntag™rSen fand in Gro'ßlung der SPD Kreisdelegiertenversamrn- , l. s ^ud heim er, Bie-Landtap’^ s, für die kommende ausersehen; Guido Kieß-UnJL Vorsitzender der SPD-Betriebsfpn?Pct^r Firma One!, wurde zu sei-X?foSf"11V^treter ffewäMt- Als Delegierte für die -Delegiertenkon'e¬ ^’e 21’ nktober in Gießen stattfinden soll, wählte man Kreisvor¬ ^?s.sot’ Bürgermeister e *’ • j xOfsbeim- und Beigeordneten Sc.nmidt„ Rüsselsheim. Regierungspräsident Arnoul hielt ein politisches Referat über das neue Wahlgesetz und die Tätigkeit der SPD-Fraktion im Landtag. ( g)
Gegen Wiederaunfrüstung
Diskussionsabend in Höchst
Am Freitagabend wurde im Saale des Hotels „Zur Post“ der erste diesjährige Diskussionsabend des Höchster Forums abgehalten. Unter den Gästen befand sich der Leiter der amerikanischen Zivilverwaltung in Erbach, Mr. Ouverson. Zu dem Thema: „Deutschland innerhalb der Europaunion und Wiederaufrüstung“ nahmen die Referenten Dipl.-Ing. Molter, Reinheim (FDP), Landtagsabgeordneter Ackermann, Beerfelden (SPD), Kreisgeschäftsstellenleiter der CDU F a Bbauer, Lützel-Wiebelsbach, und für die KPD Herr Jakobiack, Zell, Stellung. In der anschließenden heftigen Diskussion sprachen sich die Teilnehmer für die Europa-Union, jedoch gegen eine Wiederaufrüstung Deutschlands aus. (Le)
Griesheimer Sänger feierten
MGV „Germania“ ehrte seinen Chormeister
Das 30jährige Jubiläum des Chormeisters Etzold und sein Ausscheiden aus dem Verein bildeten den Anlaß zum festlichen Beisammensein des MGV „Germania“, Griesheim, am Sonntagabend im Gasthaus „Zum grünen Baum“.
Der Vorstand würdigte in herzlichen Worten die Verdienste des Jubilars, dessen chorerzieherischer Arbeit das Niveau und die Leistungen des Vereins zu verdanken sind. Auch nach der Fusion der Vereine „Germania“ und „Sängerbund“ verstand er, diese zu einer Einheit zu formen. In Anerkennung seiner Verdienste verlieh ihm der Vorstand ein Ehrendiplom und ernannte ihn zum Ehrenchormeister des Vereins. Herr Kall, der nun an seine Stelle tritt, versprach, mit Unterstützung der Mitglieder den Verein in seinem Sinne weiterzuführen.
Musikalische Chor- und Solodarbietungen gaben dem Abend einen festlichen Rahmen und boten einen Querschnitt durch die Vielseitigkeit und Leistungen des Chores. ms
Meldungen aus den Landkreisen
DARMSTADT-LAND
Jugenheim. - Die örtliche Bau- und Siedlungsgenossenschaft hat im letzten halben Jahr eine rege Bautätigkeit entwickelt. In drei Wochen wird ein Haus mit zwei Wohnungen, im Dezember zwei Doppelhäuser mit je sechs Wohnungen bezugsfertig. Weitere drei Bauvorhaben mit sieben Wohnungen will die Genossenschaft in den nächsten Monaten im Rohbau erstellen. hl.
Messel. - Die Fünfzigjährigen hielten seit ihrer Schulentlassung ihre erste Wiedersehensfeier ab. — Der hiesige Finanzausschuß setzte den Verkaufspreis für Bauholz neu fest und beriet sich über die Errichtung einer neuen Leichenwagenhalle. es
Wixhausen. - Kürzlich hielt die hiesige „Gemeinnützige Baugenossenschaft“ eine Versammlung ab, bei der der Prüfungsbericht vorgelegt und genehmigt wurde. Durch einen Zwischenkredit ist es möglich, die ersten vier Häuser noch in diesem Jahre bezugsfertig zu erstellen. KG
Wixhausen. - Im Saale „Zur Traube“ fanden sich kürzlich die 60jährigen der Gemeinde zur gemeinsamen Geburtstagsfeier zusammen. Manche Erinnerung aus den Tagen der Kindheit wurde lebendig. Man beschloß die Verbindung nicht wieder abreißen zu lassen. KG
Allertshofen-Hoxhohl. - Eine Versammlung des Verbandes der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner findet am kommenden Sonntag um 16 Uhr in der Gaststätte Riehl (Hoxhohl) statt. Vom Kreisverband Darmstadt sprechen Pritsch und Meckes über: „Das neue Bundesversorgungsgesetz und Fürsorgefragen“.
DIEBURG
Dieburg. — Die hiesige Kunstvereinigung „Das Dreieck“ hat am 25. Oktober die Aufführung der Bauernkomödie „Peter Quenz“ von Gryphius durch Schüler des Ralgymnasiums und am 7. November einen Mozart-Beethoven-Abend vorgesehen. rfd
Dieburg. — Das Viadukt an der Bundesbahnstrecke Dieburg — Darmstadt (Birnbäumchesschneise) ist wegen Umbauarbeiten bis Mitte November für jeglichen Durchgangsverkehr gesperrt, rfd
Klein-Umstadt. — Am Sontagnachmittag wurde das Dekanats-Missionsfest der Basler Mission abgehalten. Nach der Festpredigt von Pfarrer 111 man n , früher in Kamerun, gab China-Missionar Engel den Missionsbericht. wu
Babenhausen. — In einer öffentlichen Versammlung im Saal „Zum Adler“ sprach Bundestagsabgeordneter Heinrich Ritzel zum Thema: „Die Sozialdemokratie im Bundestag“. wu Babenhausen. Kürzlich fand die ordentliche Generalversammlung der Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft in der Gastwirtschaft „Micheisbräu“ statt. Die über 200 Mitglieder zählende Genossenschaft zeigt unter der Leitung von W. Eckert eine stete Aufwärtsentwicklung. NB
Spachbrücken. Der Waldwirtschaftsplan 1950 wurde in der Gemeinderatssitzung genehmigt. Für Aufforstung ist ein Betrag von 12 668 DM und für sonstige Waldarbeiten 4100 DM vorgesehen. — Eine Straße wird zur Zeit in der Siedlung angelegt. Die Kosten werden voraussichtlich 4000 DM betragen. We.
Eppertshausen. — Am kommenden Sonntag treffen sich die Kirchenchöre des Dekanats Dieburg. Mit Vorträgen von 10 Kirchenchören während des feierlichen Hochamts wird der Tag eingeleitet. Der Nachmittag soll in geselligem Beisammensein verbracht werden. wu
Eppertshausen. — Am vergangenen Freitag wurden den Feldbesitzern die Geschoßgüterauszüge im Zuge der Feldbereinigung zugestellt. Beschwerden müssen bis zum 24. Oktober eingegangen sein. wu
Heubach. — Nachdem die Arbeiten an der Kreisstraße nach Groß-Umstadt in vollem Gange sind, wird auch der Höchster Weg teilweise neu gestückt und mit einer Teerdecke versehen. wu
Steinau. Am 17. Oktober beginnt unter Leitung des Melklehrers Satzinger ein Lehrgang für Melker und Melkerinnen. Man rechnet mit einer guten Beteiligung. oa
AJtheim. — In der letzten Sitzung stimmten die Gemeindevertreter dem Antrag einer Lehrerin zu, der neuen Schulbücherei 100 DM beizusteuern. — Für laufende Sauberhaltung der Dorfstraßen will sich der Gemeinderat besonders einsetzen. gi
ERBACH
Bad König. Die Damenschneiderinnung des Kreises Erbach beschloß auf einer Versammlung in Anwesenheit der Landesinnungsobermeisterin, Frau Jan ß, Frankfurt/Main, die große Herbstmodellschau des Landesinnungsverbandes am 11. Oktober in Frankfurt zu besuchen, -ch
Bad König. Die vor einigen Wochen aufgetretene Hühnerpest ist nach Mitteilung des Landratsamtes Erbach mit Wirkung vom 2 Oktober als erloschen zu betrachten. Die angeordneten Schutzmaßnahmen wurden aufgehoben.' pi.
Neustadt. — In einer Bürgerversammlung, die in Kürze einberufen wird, soll die Bürgerschaft Neustadts zur Aufforstung des Gemeindewaldes Stellung nehmen. -hm- Reichelsheim. Heute Abend um 20 Uhr findet in der Bürgermeisterei eine öffentliche Gemeinderatssitzung statt.
Breitenbrunn. — Das von Lehrer Reichel verfaßte Märchenbuch „Eine wundersame Reise“ wird demnächst im Büschner-Verlag, München, erscheinen. -hm-
Sandbach. — Den Wanderpreis für den besten Leistungsrüden des Landes Hessen errang Züchter Stöckert bei der Ausscheidungsprüfung in Großen-Buseck. -hm¬
BERGSTRASSE
Lorsch. Besuchern des ehemaligen Klosters oder der Gemeinde empfiehlt sich die Besichtigung des Heimatmuseums, das im großen historisch ausgemalten Rathaussaale eingerichtet wurde. el
Lorsch. Die Gesellschaft „Frohsinn“ und der Sportclub „Olympia“ beabsichtigen am 11. November abends zur Einleitung des Faschings eine entsprechende „Sitzung“ abzuhalten. (el)
Einhausen. Zur Verschönerung der Gemeinde wurde der Ausbau mehrerer Ortsstraßen in Angriff genommen. el
Reichenbach. Der Waldwirtschaftsplan der Gemeinde sieht für 1950/51 Ausgaben in Hohe von 4300 DM vor, denen voraussichtlich 12500 DM Einnahmen gegenüberstehen. — Insgesamt sollen im kommenden Winterhalbjahr 360 fm Brennholz geschlagen werden. (-r)
Krumbach. - Die zugunsten des Neubaues einer katholischen Kirche für die Gemeinden Krumbach, Kröckelbach und Brombach hier durchgeführte erste Sammlung erbrachte 700 DM; in Fürth wurden für den gleichen Zweck 104 DM gestiftet.
C-rJ! ■ Nieder-Liebersbach. - Die Teilkanalisation in der Hauptstraße ist jetzt abgeschlossen. In Kürze wird mit der Renovierung der Straße nach Birkenau begonnen. (-r)
Wahlen. Bei einer Elternversammlung der Volksschul-Oberstufe sprach Lehrer Hofer über Aufgabe und Erfolg der Schülerwanderungen und stellte ihre Bedeutung für den Unterricht heraus. Lieer- und Gedichtvorträge sowie zwei interessante Schulfilme vervollständigten das Programm. (-r)
GROSS-GERAU
Groß-Gerau. Nach einer Mitteilung des Wasserstraßenamtes wird die Rheinfähre bei Gernsheim im Winterhalbjahr an Werktagen von 6 bis 20.30 Uhr und an Sonn- und Feiertagen in der Zeit von 7 bis 21.30 Uhr verkehren. kr.
Groß-Gerau. - Der hiesige Frauenarbeitsring hält am kommenden Donnerstag seine nächste Sitzung ab, zu der Vertreterinnen der einzelnen Organisationen erscheinen werden. Kb
Groß-Gerau. In einer Delegiertenversammlung des FDP - Kreisverbandes wurde über den Kandidaten für die kommende Landtagswahl beraten. Eine Wahlversammlung soll in nächster Zeit stattfinden. cg.
Büttfeiborn. Die Erdarbeiten für das Ortsgasnetz gehen rüstig voran. Es ist damit zu rechnen, daß noch in diesem Jahr die hiesige Bevölkerung mit Gas beliefert werden kann. -au-
Nauheim. Die diesjährige Weißkrauternte ist im vollen Gange. Der „Stoga“ Großmarkt Nauheim verlädt täglich 7—9 Waggons Weißkraut. —au— Nauheim. Die kath. Gemeinde, die z. Z.
noch im evang. Gotteshaus ihre Gottesdienste abhält, plant den Bau einer eigenen Kirche. Ein entsprechender Bauplatz wurde bereits zur Verfügung gestellt, -au Nauheim. In den Wintermonaten will
der Ortsjugendring mit einer Veranstaltung vor die Oeffentlichkeit treten. Eine Laienspielgruppe soll ins Leben gerufen werden. -au-
Nauheim. - Der neugegründete Ortsjugendring unter dem Vorsitz von Jungblut plant in Kürze einen großen bunten Abend, wozu alle örtlichen Vereine ihre
Teilnahme zugesagt haben. Kb Trebur. - Im Gasthaus „Zum Erker“ trafen sich die Fünfzigjährigen zur gemeinsamen Geburtstagsfeier. Jedem Teilnehmer wurde eine Festschrift überreicht. Kb
Trebur. Die 50jährigen haben gemeinsam ihren Geburtstag gefeiert. Eine Musikkapelle sorgte bis in die frühen Morgenstunden für Unterhaltung. —au—
Stockstadt. Am Freitag findet in der Gemeinde eine Bürgerversammlung statt, in welcher der Bürgermeister Fragen der Einwohnerschaft beantworten wird. kr.
Ostheim. - Die Laienspielschar der katholischen Jugend unter Leitung von Lehrer Mindnich brachte in Trebur das Lustspiel „Oh, diese Männer“ zur Aufführung, das allgemeinen Beifall fand. Kb
Kelsterbach. Das Volksbildungswerk hat für das Winterhalbjahr seine Pforten wieder geöffnet. Das erweiterte Programm sieht u. a. Kurse, Lehrgänge, Vorträge und künstlerische Veranstaltungen vor. —au—
Raunheim. Der Männergesangverein „Germania“ konnte anläßlich der 50- Jahr-Feier in Gustavsburg beim dortigen Gastverein mit seinen 55 aktiven Sängern
einen beachtlichen Erfolg erzielen. —au— Raunheim. - Die Ortsgruppe der Kriegsbeschädigten hielt im überfüllten Saalbau „Zum Löwen“ einen großen bunten Abend unter Mitwirkung der Ortsvereine ab. Bei Musik, Gesang und humoristischen Darbietungen verbrachte man einige nette Stunden. Kb
Königstätten. Eine Abordnung unter Bürgermeister Schäfer will beim hessischen Staatsministerium Einspruch gegen die geplante Flüchtlingssiedlung im Raume von Mönchbruch erheben. Die Begründung liegt in verkehrstechnischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Das Gebiet ist Eigentum des hessischen Staates. -au-
Der SPORT
Fußball in den Kreisklassen
Kreisklasse Erbach:
Nur Sandbach gewann auswärts
In der Fußball-A-Klasse Eßbach wartete am 5 .Spielsonntag nur Würzburg, das sich von Sandbach auf eigenem Platz mit 5:0 überfahren ließ, mit einer Ueberraschung auf. Die anderen Ergebnisse kamen erwartet. wenn man auch Neustadt nicht einen derartig hohen Erfolg über Lützel-Wiebelsbach zugetraut hatte.
Nach einem anfänglich ausgeglichenen Spiel war der Tabellenführer Sandbach bis zur Pause 2:0 in Führung gegangen. Nach dem Wechsel konnten die Gäste, bei denen besonders der Rechtsaußen sowie der Mittelläufer gefielen, durch einen Strafstoß und zwei reguläre Feldtore in nahezu regelmäßigen Abständen auf 5:0 erhöhen.
Beerfelden hatte gegen Hainstadt vom Anpfiff weg das Heft in der Hand. Es spielte überlegen und kam in der 10. und 15. Minute durch Rechtsaußen Benthim zu zwei Treffern. In der 37. Minute glückte Hainstadt der Anschlußtreffer. Ein vom Mittelläufer Hering geschossener 40-m-Fernschuß, der vom (Hainstädter Torhüter falsch berechnet worden war. brachte den 3:1-Pausenstand. Der Gästehaltolinke kam auf 3:2 heran, und als Höß für Beerfelden den alten Torabstand wiederhergestellt hatte, war Hainstadt noch einmal erfolgreich.
Obwohl Bad König in Erbach das Spielgeschehen in der ersten Halbzeit in die Hand genommen hatte, konnte es zu keinem zählbaren Erfolg kommen. Nachdem mit 0:0 die Seiten gewechselt worden waren, kam Erbach, nach Umstellungen im Sturm, durch Zyrotek (2) und Roth (1) dreimal zum Zpg. Während bei Erbach der linke Verteidiger Pilger gefiel, war bei den Gästen Triebs als Mittelläufer der beste.
Durch Tore von Schimpf (Rimhorn) und Linksaußen Körner (Steinbach) stand das Ergebnis in Rimhorn bereits bis zur Pause fest.en Bei beiden Vereinen erwies sich die Verteidigung als derstabilste Mannschaftsteil. Während Steinbach vor allem im Sturm einige Mängel aufzuweisen hatte, lieferte bei Rimhorn Nolte im Tor einen hervorragende Partie.
Lützel-Wiebelsbach spielte in Neustadt unter einem unglücklichen Stern. Schon beim Stand von 0:0 erkannte Schiedsrichter Geist (Dieburg) einen von der Querlatte zurückgeprallten Ball als ein Tor für Neustadt an. Dieser Anfangserfolg der Platzherren deprimierte die Gäste derart, daß sie- in der 35. und 40. Minute drei weitere Tore durch Heusel und Schimpf hinnehmen mußten. Durch ein Selbsttor von Neustadt wurde der 4:1-Halbzeitstand hergestellt. Nach dem Wechsel fand sich LüUel-Wiebelsbach besser und kam bis zur 51. Minute durch Old und Stapp auf 4:3 heran. Zehn Minuten vor Schluß ließ der Lützel-Wiebelsbacher Torhüter einen Weitschuß von Marquardt passieren, und in den Schlußminuten erhöhte Schimpf auf 6:3.
Die Partie Höchst-Günterfürst gestalteten die Einheimischen in der ersten Halbzeit klar überlegen. In der 26. Minute schoß Allmann auf Vorlage von Urban zum einzigen Tor des Tages ein. Während die Platzherren vor allem kombinationsmäßig nicht an ihre früheren Leistungen heranreichten, zeigte Günterfürst einen anerkennenswerten Einsatz. -ppi.
Kreisklasse Darmstadt
Tabellenführer daheim gestoppt
In einem harten, aber sehr schnellen Spie! kennte Bickenbach gegen Nieder - Ramstadt nur ein Unentschieden von 1:1 erzielen. Der Gast stellte eine eifrige Elf, bei der besonders die Hintermannschaft gefiel. Bickenbach ging durch Schneider in Führung und konnte dieses knappe Resultat auch bis über die Halbzeit halten, aber der schußschwache Sturm scheiterte an der Abwehr und brachte es nicht fertig, noch weitere Chancen a-uszunutzen. Poschmann dagegen nützte eine Unentschlossenheit zum Ausgleich aus. Auen diesmal waren die Bickenbacher nicht fähig, einen Elfmeter zu verwandeln.
Weiterstadt, der stärkste Verfolger, sonnte Seeheim eindeutig mit 5:0 schlagen. Der Gas kam wiederum mit einer umgestellten Ui und mußte schon aus diesem Grunde das Spiel an Weiterstadt abtreten. Hch. Schucnmann (2) und Kress (3) schossen die Tore.
Alsbach fuhr nach Langen und konn e von der dortigen SSG einen wichtigen Punkt mit heimnehmen. Es war ein 501"6116®.. bei dem auf beiden Seiten weitere schere Chancen ausgelassen wurden. Für Aisbach schossen Schäfer (1) und Bonin ( ) ■ ’ während Werner (2) und Malchus für Lan gen erfolgreich sein konnten.
Die gut ins Spiel gekommenen Woogsleute empfingen Hahn, das sie in einem einsatzrSichen Spiel klar und deutlich mit 5.1 abfertigen konnten. Schon bis zur Pause mußte sich der Gast mit 3:1 geschlagen geben und brachte auch später nächst Zählbares mehr fertig. Für die TSG 46 waren Kern (2), Schupp (2) und Bauer erfolgreich. Auch diesmal mußte TuS Griesheim beide Punkte an Erzhausen abgeben und verlor 6:0. Der Sieg der Gastgeber, die sich langsam zusammenfinden, war in dieser Höhe gerecht.
Der noch ungeschlagene Verein Gräfenhausen siegte mit 4:1 über die ersatzgeschwächten Hähnleiner. Bei schnellem Spiel und großem Einsatz schossen die Einheimischen schon bis zur Pause durch Schmid (2) und Conrad 3 Tore. Flauaus konnte dem nur eins entgegensetzen. Nach dem Wechsel war Grafenhausen nochmals durch Best erfolgreich.
In der B-Klasse marschiert der SC Griesheim immer noch ungeschlagen an der Spitze. Vorgestern schickten sie ihren Gast aus Darmstadt mit einem etwas zu hohen Resultat von 8:0 nach Hause. Ein Ehrentreffer wäre verdient gewesen. Wettmann, Feuerbach, Grimm und Mönch schossen die Tore. Nieder-Beerbach fuhr nach Langen zur Soma des VFR und mußte sich nach schönem Spiel mit einem 1:3 geschlagen bekennen. Zu einem weiteren hohen Ergebnis kam es in Eschollbrücken, wo Rohrbach mit 0:7 unterlag. Die Riedleute kommen allmählich mehr ins Spiel und werden noch manchem Verein zu schaffen machen. Ober-Beerbach hatte Brandau als Gast und verlor wiederum mit 1:6, wobei sie wenigstens ihr erstes Tor in dieser Runde schossen. Wolf, Bickelhaupt, Trautmann und ein Eigentor verhalfen zum Brandauer Sieg. Jugenheim verlor in Darmstadt gegen die 11. Mannschaft des SV knapp mit 3:4. Erst in den letzten Minuten gelangte der SV zum etwas glücklichen Sieg. Bei Jugenheim ragten der Mittelläufer und Tormann durch gute Leistungen heraus. -nd-
Kreisklasse Groß-Gerau
Spitzenreiter verloren Punkte
Der vergangene Sonntag brachte in der Fußball A-Klasse des Kreises Groß-Gerau für etliche Platzvereine gewisse Ueberraschungen. Es spielten:
Trotz spielerischer Ueberlegenheit gelang es Gernsheim nicht, seinen Siegeszug in Astheim fortzusetzen. Astheim lieferte ein jederzeit offenes Feldspiel. Ein von Astheims Mittelstürmer erzieltes Tor wurde vom Schiedsrichter wegen Abseits nicht gegegeben. Auch in Walldorf kam es zwischen der dortigen KSG und den Ginsheimern zu einer dem Halbzeitverlauf gerechten Punkteteilung. Ginsheim hatte wohl zu Beginn der zweiten Halbzeit Sieg und Punkte in der Hand, als es einen gegen Walldorf verhängten Elfmeter vergab. Beide Mannschaften lieferten sich ein schnelles und faires Spiel. Spielerisch so stark überlegen, wie der Büttelborner Sieg über Dornheim vermuten läßt, waren die Platzbesitzer keineswegs, wenn ihnen auch der erzielte Gewinn beider Punkte rechtmäßig zukommt. Die Torschützen waren Führer (2) und E. Jockel. Wolfskehlen schien gegen Gustavsburg tänzelnd gewinnen zu wollen, hatte aber letztlich doch Mühe, bis Halbzeit wenigstens ein von Gebhardt erzieltes Tor vorzulegen. Gleich nach der Pause konnte Gustavsburg gleichziehen, mußte sich aber dann noch zwei weitere Tore durch den Rechtsaußen Ludwig Ewald und den rechten Läufer Heinrich Ewald gefallen lassen. Einen gegen Gustavsburg verhängten Elfmeter verschoß Gebhardt.
Mit einem 4:0-Heimsieg beendete Raunheim sein Spiel gegen Biebesheim. Raunheim war seinem Gast ein jederzeit überlegener Gegner. Bis zur Pause konnte es durch Mathes und Solm einen 2:0-Vorsprung herausarbeiten. Das dritte und vierte Tor fiel in der letzten Viertelstunde durch Eckert und abermals Mathes. Klein-Gerau kam in Stockstadt zu einem an sich unerwarteten Erfolg. Der Sieg der Gäste war zwar heftig umstritten und lange Zeit gefährdet. Dank des größeren Pechs mußten die Gastgeber doch die so wertvollen Punkte ziehen lassen. Laun und Klink waren für Klein-Gerau die glücklichen Torschützen.
Die Tabelle führt Gernsheim mit 9:1 Punkten und einem besseren Torverhältnis vor Ginsheim mit 9:1 und Stockstadt mit 7:3 Punkten.
In der B - K 1 a s s e spielten: Worfelden—Geinsheim 1:7 (1:4) Goddelau—Erfelden 4:0 (3:0) Wallerstädten—TV Rüsselsheim 1:2 (1:1) Opel Rüsselsheim Ib—Bischofsheim Ib
Geinsheim hatte mit dem Tabellenschlußlicht Worfelden keine sonderliche Mühe, sondern kam zu einem sicheren 7:1-Erfolg.
Das Kerwespiel der Wallerstädter, die als Favorit ins Rennen gingen, endete mit einem überraschenden 2:1-Sieg der Rüsselsheimer.
Goddelau war in dem kleinen Lokalderby seinem Nachbarn fast jederzeit überlegen und konnte auch durch einen 4:0-Sieg beide Punkte für sich behalten.
| Astheim—Gernsheim | 0:0 | (0:0) |
| Walldorf—Ginsheim | 0:0 | (0:0) |
| Büttelborn—Dornheim | 3:0 | (2:0) |
| Wolfskehlen—Gustavsburg | 3:1 | (1:0) |
| Raunheim—Biebesheim | 4:0 | (2:0) |
| Stockstadt—Klein-Gerau | 1:2 | (1:1) |
Kreisklasse Bergstraße
Aschbach noch immer ohne Punktverlust
Die lokale Auseinandersetzung Aschbach gegen Affolterbach barg alle Reize solcher Auseinandersetzungen: Spannend bis zum letzten Augenblick. Bickels l:O-Treffer in der 3. Minute egalisierte Weber kurz vor Seitenwechsel, und 30 Sekunden vor dem Ende vollbrächte May den Aschbacher Siegestreffer.
Lindenfels empfing mit Einhausen einen Gegner, den es klar distanzierte. Die Gäste hatten vor allem im zweiten Durchgang keine Reserven. Tore Schliemanns (2) und Lossacks sicherten den Sieg.
Auerbach bereitete den 'favorisierten Mörlenbachern eine herbe Enttäuschung und und legte den Odenwäldern vier Treffer ins Netz (Götz [2], Reeg und Weihrich), denen diese nur durch Schmittinger und Seiler Zähler entgegensetzen konnten.
Fehlheim raffte sich diesmal zu einer Gewaltleistung auf. Den 2:1-Vorsprung der Gäste (W. Lämmer und Scherpf) egalisierten sie nach Seitenwechsel und erzwangen sogar durch Giobusch den Siegestreffer. A. und J. Bickel hatten die ersten einheimischen Tore erzielt.
Weiher schien nach Fr. Schmidts Führungstreffer in der 8. Minute gegen Reichenbach eine Ueberraschung vorbereiten zu wollen. Die Gäste fingen sich jedoch nach einer halben Stunde und konterten zweimal durch Kindinger zurück. Einer eindeutigen Ueberlegenheit der Platzherren, die ohne Torerfolg blieb, setzten Sauer (Elfmeter) und Fink noch zwei Ueberraschungstreffer entgegen.
Lampertheim wartete zu Hause in harter Gangart gegen FC Fürth mit einer bisher an dieser Mannschaft nicht gekannten Zähigkeit auf und konnte den lange Zeit dominierenden Gästen mit 2:1 das Nachsehen geben.
In der B-Klasse Odenwald kanterte Wahlen die ersatzgeschwächten Reichelsheimer mit 15:0 so eindeutig nieder, daß jeder Kommentar sich erübrigt. Sattler und Kilian II (je 4), Otto und Kilian I (je 3) und Oberle reimten die 15 zusammen. Unter-Schönmattenwag verfuhr mit dem Neuling Zozzenbach nicht minder rigoros, sondern setzte, nachdem die Gäste bis Halbzeit (2:0) noch einigermaßen Schritt gehalten hatten, noch acht Treffer von Grämlich, Hornlennert, Falter und Kopf ins Netz.
Hammelbach mußte sich trotz Ueberlegenheit den besseren Schützen des SV Fürth beugen und verlor mit 2:3 unverdient. Malsch, Sath und W. Kilian für den Sieger, Unger für den Unterlegenen besorgten die Tore.
Unter-Abtseinach sach sich in Mitlechtern mit 1:5 noch billig bedient, da die Platzherren einen besonders schußfreudigen Tag erwischt hatten. Wernerus und Treusch (je 2) und Berg erzielten die Treffer; das Ehrentor kam vom Fuße Kochs.
B-Klasse Ried
Sv Bensheim erzwang gegen den weiterhin ungeschlagenen Tabellenführer Hambach ein reines Verteidigungsspiel, dessen 2:0-Ergebnis (Tore Weber und Pfeifer) bereits bei Seitenwechsel feststand. Leichter als erwartet kam Rot-Weiß Heppenheim zu seinem ersten Sieg. Schon vom Anpfiff weg fiel der Führungstreffer, den die dann stärker werdenden Schönberger nicht mehr aufholen konnten, sondern sogar ein zweites Mal zum Mittelanstoß schreiten mußten. — Nordheims l:0-Sieg über Zwingenberg stand über eine Stunde lang auf des Messers Schneide; erst der Schlußpfiff bestätigte, daß das in der 27. Minute erzielte „goldene“ Tor Placeks zum Punktsieg ausreichte. — Recht torreich ging es diesmal wieder in Gadernheim zu, wo Hüttenfeld einen 6:3- Erfolg verbuchen konnte. Ursache dazu war vor allem die deckungssichere einheimische Hintermannschaft, die mit dem Gästesturm nur selten fertig wurde. — Auch Riedrode holte sich mit einem 3:0-Sieg beide Punkte nach Hause, der vor allem der ausgezeichneten Gästeläuferreihe, die in Abwehr und Aufbau Vorzügliches leistete, zuzuschreiben ist.
Toto-Quoten
Hessentoto: 1. Rang 6 Gewinner mit je 2280 DM, 2. Rang 98 Gewinner mit je 139,50 DM, 3. Rang 994 Gewinner mit je 13,60 DM. Zusatzwette: 3 Teilnehmer mit je 1758 DM.
Rheinland-Pfalz: 1. Rang: 38 Gewinner mit 2 460 DM, 2. Rang: 810 Gewinner mit 115,40 DM, 3. Rang: 7 788 Gewinner mit 12,— DM. Im Kleintip gab es 135 Gewinner mit 212,90 DM.
Württemberg-Baden: 1. Rang 5 Gewinner mit je 18 440 DM, 2. Rang 187 Gewinner mit je 500,60 DM, 3. Rang 2399 Gewinner mit je 38,20 DM, Zusatzwette: 819 Gewinner mit je 61,50 DM.
Bayern-Toto: 1. Rang (11 richtige Tips): 48 Gewinner je 2 712 DM; 2. Rang: 580 Gewinner je 224,50 DM; 3. Rang: 5 259 Gewinner je 24,70 DM. Zusatzwette: 1. Rang: 7 Gewinner je 4 878 DM; 2. Rang: i 44 Gewinner je 237,10 DM.
West-Toto:. 1. Rang: 7 Gewinner je 18 398 DM; 2. Rang: an 96 Gewinner je 1341,50 DM; 3. Rang: an 1490 Gewinner je 86 DM, Zehnertipreihe: 1. Rang: 6 Gewinner je 13 032 DM; 2. Rang: 156 Gewinner je 501 DM; 3. Rang: 3479 Gewinner je 2 DM.
Nordblock: 1. Rang: 59 Gewinner je 5 621 DM, 2. Rang: 1 205 Gewinner je 275 DM; 3. Rang: an 12 555 Gewinner je 26,40 DM.
Handball in den Heimatkreisen
Einen überaus glücklichen Sieg erkämpfte sich Semd in Reinheim gegen die geschwächten 88er. Für Reinheim warfen Wolf und Helm die Tore und für Semd war Adam Mattes der erfolgreichste Spieler. Durch seinen 13:10-Sieg gegen Richen überholte Babenhausen in der Tabelle den TV Reinheim. Würth, Kruska, Alex, Burhofer und Koch waren für Babenhausen erfolgreich. Den Titel des Herbstmeisters dürfte Langstadt-Schlierbach I bereits sicher in der Tasche haben, konnte es doch seinen schärfsten Widersacher Schaafheim zu Hause eindeutig besiegen. In der Gruppe II behielt Münster durch einen hart erkämpften 9:6-Erfolg gegen Groß-Umstadt Anschluß an die Spitzengruppe. Die meisten Tore des Tages wurden in Ober-Roden geworfen. Storck (4), Petry (3), Büchler (3) und Heil schossen die Nd-Klingener Tore. Brensbach kam gegen die wiederum enttäuschenden Habitzheimer zu seinem ersten Sieg. Bei Brensbach war K. Hoffmann wieder einmal mehr die treibende Kraft im Sturm.
Gruppe I
Handball-Bezirksklasse Odenwald
Urberach zeigte sich seinem Gegner aus Reichelsheim in der ersten Halbzeit eindeutig überlegen, was auch im Halbzeit-Ergebnis (8:1) klar zum Ausdruck kommt. Nach der Halbzeit konnten die Gäste in einer kurzen Drangperiode wohl aufholen, aber der gut aufgelegte einheimische Sturm verbesserte zum hohen Endergebnis. Das Spiel der Reserven endete 7:3 für Urberach. In Seeh e i m gab es ein kampfbetonteg und hartes Spiel zweier gleichwertiger Gegner. Wohl konnte zu Beginn Schmidt durch zwei verwandelte Strafwürfe Seeheim mit 2:0 in Führung bringen, aber übertriebenes Innenspiel der einheimischen Stürmerreihe erleichterte der Gästedeckung die Abwehrarbeit. In der zweiten Halbzeit nahm das Spiel an Härte zu und es ist zweifellos die Schuld des unentschlossenen Schiedsrichters, daß es beiderseits zu unschönen Szenen kam. Entscheidend für das Endergebnis war die bessere Torhüterleistung von Geibel (Seeheim) Neben ihm gefiel noch der junge Swenda. Die Torschützen für Seeheim: Swenda (3), Schmidt (2), Rühl (2). Roßmann (1); für Kirch-Brombach: Meisinger (3), Rebscher (2) und Kiesser (1). Das Spiel der Reserven endete 11:2 für Kirch-Brombach.
Mörfelden konnte in Eppertshausen zwei wichtige Punkte holen und dadurch weiterhin ungeschlagen bleiben. Dieses Treffen war sehr hart und stand ganz im Zeichen stabiler Hintermannschaften. Leider war auch hier der Schiedsrichter nicht immer den Situationen gewachsen. Wohl hatten die Einheimischen oftmals Pech, zum Beispiel wurde ein 13-Meter-Ball gegen den Pfosten geschossen, aber der Sieg der Gäste war durchaus verdient. Die Reserven spielten 10:3 für Eppertshausen. Auch in Langen konnte Groß-Bieberau nicht Überzeugfen und mußte dem Gastgeber zwei Punkte überlassen. Die Gäste aus dem Odenwald haben viel von ihrer einstigen Gefährlichkeit eingebüßt und wirkten in ihrem Spiel zu schematisch. Die eifrige Langener Mannschaft hatte jederzeit das Spiel in der Hand und gewann verdient.
Im Tabellenstand tritt eine kleine Veränderung ein. In einer zweiten Verhandlung wurde am letzten Samstag das Urteil im Spiel Fränk-Crumbach gegen Urberach aufgehoben. Eine Nachforschung bei der Landespaßstelle hatte ergeben, daß der Spieler Wolfgang Eder aus Urberach, dessen Jugendpaß am 22. 8. eingereicht wurde, ab 11. 9. für die 1. Mannschaft spielberechtigt war. Urberach verliert also wohl die Punkte im Spiel Kirch-Brombach gegen Urberach, behält aber die Punkte aus dem Treffen Fränk.-Crumbach gegen Urberach (4:6). Durch dieses endgültige Urteil führt Mörfelden als einzige noch ungeschlagene Mannschaft
Bezirksklasse Ried
Crumstadt siegte auch gegen Offstein klar, wobei allerdings die acht Gegentore bedenklich stimmen. Durch diesen Sieg blieb Crumstadt auch weiterhin ungeschlagener Tabellenführer. Auch Erfelden konnte einen hohen Sieg buchen, verlor dabei aber einen Spieler durch Platzverweis. Westhofen gelang gegen Bürstadt ein hart umkämpfter Erfolg, wodurch es sich in der Tabelle noch vor Pfeddersheim, das in Mörstadt äußerst knapp unterlag, placieren konnte. Einen in dieser Höhe nicht erwarteten Sieg errang Pfiffligheim zu Hause gegen die hoffnungslos am Tabel’enende stehende Elf aus Heppenheim a. d. W.
Handball-Kreis Bergstraße
Heppenheim — Auerbach 14:3 (6:2); Mumbach—Siedelsbrunn 7:4 (6:2); Zwingenberg— Kirschhausen 6:10 (3:7); Bonsweiher —Krumbach 3:6 (2:4); Zell—Lorsch 12:13 (1:6); Erbach—Einhausen 410 (2:6); Birkenau—TSV Rot 9:16 (4:9); Polizei Mannheim—Reisen 5'9 (4:4); Heddesheim—Nieder-Liebersbach 18:13 (7:9); Westhofen—Bürstadt 7:6 (4:3).
Das mit Spannung erwartete Treffen zwischen Heppenheim und Auerbach verlief einseitiger als angenommen werden konnte. Ursache: die glänzende Form der Kreisstädter, die dem Gegner keinerlei Gewinnchance ließ und dreizehn der vierzehn Treffer aus Feldspielaktionen entwickelte. Kärcher (5), Semler (3), Nack (2), König, Breth, Rhein und Grünhag schossen die Siegestore. In Mumbach ging es sehr hart zu. Die Platzherren entwickelten sich während des ersten Durchganges besser und konnten in dieser Zeit den erforderlichen Vorsprung herausarbeiten, den die Gäste nicht mehr zu egalisieren vermochten. Zwingenbergs junge Elf lieferte dem Gegner aus Kirschhausen ein schnelles, abwechslungsreiches Spiel, konnte aber vom 2:2~Gleichstand ab nicht mehr im Tempo miithalten. Weiter aufgebaut, dürften die Bergsträßer noch manche Zukunftsaussicht haben. Sie bewiesen es nach Seitenwechsel, als sie. nun wieder heftig mitmischend, den drei „Feind“-Toren drei Gegentreffer entgegensetzten.
In Bonsweiher gab es eine Kerwe-Ueberraschüng, denn mit einem Krumbacher Siege hatten die Experten nicht gerechnet. Der Gästesieg, Erfolg größerer Zielstrebigkeit, geht indessen vollkommen in Ordnung. Zell wurde von Lorsch auf eigenem Platz buchstäblich überrumpelt; noch ehe eine Viertelstunde vergangen war, hatten die Gäste vier Zähler vorgeleg.t, reihten zwei weitere an und führten somit bei Halbzeit mit 6:1, Dieser Vorsprung schmolz angesichts den Feldüberlegenheit Zells nach dem Wechsel zusehends zusammen, doch da elf Zeller Zählern in dieseme DUrchgangn auch sechs Lorscher gegenüberstanden, blieb es schließlich doch beim Gästesieg.
Erbach hatte auf eigenem Platz gegen Einhausen nikt viel zu bestellen. Es wehrte sich zwar tapfer, aber die schuß- und trickreicheren Riedleute wußten sich letztlich doch durchzusetzen.
Oberligist TSV Birkenau zog einmal mehr gegen den badischen Meister Rot den Kürzeren. Ueberlegene Schnelligkeit und Kondition gestatteten den Gästen ein durchweg dominierendes Spiel aufzuziehen, dessen Bann beim Stande von 2:3 gebrochen war, zumal Torhüter Bechthold nicht seinen besten Tag hatte, Rots Nationaltorwart Thome hingegen nur selten überwunden werden konnte.
Reisen feierte bei den Mannheimer Polizisten einen weiteren Sieg und entwickelte sich damit zu einer der stärksten Mannschaften des Kreises. Torwart Schäfer und der Innensturm der Odenwälder waren die besten ihrer Elf.
Bis 12:12 war das Treffen zwischen Hed- desheim und Nieder-Liebersbach schön und rasant. Der Gleichstand der Platzherren, durch eine unverständliche Schiedsrichterentscheidung herbeigeführt, nachdem es zuvor einmal 12:8 für die Gäste gestanden hatte, ließ sie zusammenklappen. Bürstadt fühlt sich offenbar in seiner neuen rheinhessischen Umgebung noch nicht ganz wohl, zumal es ihm noch etwas an Kondition undn Härte" mangelt. Obwohl der 3:0- Vorsprung der Platzherren nach Seitenwechsel auf 4:4 aufgeholt werden konnte und sogar eine 5:6-Führung bestand, blieben am Schluß beide Punkte über dem Rhein, -ni-
| Langstadt-Schlierb. I | ||||||
| 4 | 4 | 0 | 0 | 42:17 | 8:0 | Schaafheim |
| 4 | 3 | 0 | 1 | 31:26 | 6:2 | Semd |
| 3 | 2 | 0 | 1 | 28:21 | 4:2 | Babenhausen |
| 4 | 2 | 0 | 2 | 30:36 | 4:4 | TV 88 Reinheim |
| 4 | 1 | 0 | 3 | 43:34 | 2:6 | Richen |
| 5 | 1 | 0 | 4 | 44:48 | 2:8 | Klein-Umstadt |
| 2 | 0 | 0 | 2 | 5:41 | 0:4 | Langstadt-Schlierb. II *) |
| *) außer Konkurrenz | Gruppe II | |||||
| 5 | 1 | 0 | 4 | 29:63 | 2:8 | SV 45 Reinheim |
| 4 | 4 | 0 | 0 | 47:18 | 8:0 | TS Ober-Roden |
| 5 | 4 | 0 | 1 | 58:40 | 8:2 | Groß-Zimmern |
| 5 | 3 | 1 | 1 | 55:32 | 7:3 | Münster |
| 6 | 3 | 1 | 2 | 47:48 | 7:5 | Habitzheim |
| 4 | 1 | 1 | 2 | 36:30 | 3:5 | Groß-Umstadt |
| 4 | 1 | 1 | 2 | 29:38 | 3:5 | Nieder-Klingen |
| 5 | 1 | 1 | 3 | 45:56 | 3:7 | Brensbach |
| 5 | 1 | 1 | 3 | 44’57 | 3:7 | Gundernhausen |
| 4 | 0 | 0 | 4 | 18:60 | -1 | 0:8 |
| ff- |
| Urberach — Reichelsheim | 16:5 (8:1) |
| Seeheim — Kirch-Brombach | 8:6 (4:3) |
| Eppertshausen — Mörfelden | 2:4 (1:3) |
| Langen — Groß-Bieberau | 7:4 (5:3) |
| Mörfelden | 4 | 4 | 0 | 0 | ||
| 26:18 | 8:0 | Fr.-Crumbach | 4 | 3 | 0 | 1 |
| 36:17 | 6:2 | Urberach . | 4 | 3 | 0 | 1 |
| 35:25 | 6:2 | Langen | 5 | 2 | 1 | 2 |
| 28:33 | 5:5 | Ennertshausen | 4 | 2 | 0 | 2 |
| 21:23 | 4:4 | Seeheim | 5 | 2, | 0 | 3 |
| 36:37 | 4:6 | Kirch-Brombach | 5 | 1 | 1 | 3 |
| 32:31 | 3:7 | Groß-Bieberau | 3 | 1 | 0 | 2 |
| 21:28 | 2:4 | Reichelsheim | 4 | 0 | 0 | 4 |
| 20:43 | 0:8 |
| Crumstadt — Offstein | |
| 15:8 | Wies-Oppenheim — Erfelden |
| 3:13 | Westhofen — Bürstadt |
| 7:6 | Mörstadt — Pfeddersheim |
| 5:4 | Pf iffligheim — ‘Heppenheim |
| 22:1 |
| Crumstadt | 5 | 5 | 0 | 0 | |
| 71:20 10:0 | Erfelden | 4 | 3 | 0 | 1 |
| 47:26 6:2 | Westhofen | 4 | 3 | 0 | 1 |
| 47:28 6:2 | Pfeddersheim | 5 | 3 | 0 | 2 |
| 47:25 6:4 | Mörstadt | 5 | 3 | 0 | 2 |
| 36:36 6:4 | Pfiffligheim | 4 | 2 | 0 | 2 |
| 42:40 4:4 | Bürstadt | 3 | 1 | 0 | 2 |
| 18:20 2:4 | Offstein | 4 | 1 | 0 | 3 |
| 31:52 2:6 | Wies-Oppenheim | 4 | 0 | 0 | 4 |
| 17:47 0:8 | Heppenheim | 4 | 0 | 0 | 4 |
| 14:75 0:8 | -ei- |
Pressestimmen
FC 04 Singen—SV 98 Darmstadt
„Die Neue Zeitung“, München: „ . . . Singen den Darmstädtern sowohl an Spielkultur wie auch an Initiative klar überlegen . . Nach Seitenwechsel war Darmstadt wie verwandelt und schnürte Singen gut eine halbe Stunde völlig ein ... zu dieser Zeit stand das Glück ganz auf der Seite der Badener . . .“
„Frankfurter Rundschau“: . Darmstadt ohne Zusammenhang . . . zeichnete sich erneut der Darmstädter Tormann Ruhl durch großartige Paraden aus. Darmstadt hatte zuletzt noch zwei gute Chancen . . . aber beide Male half die Latte den Singenern . . Der Sieg war verdient, aber nicht in dieser Höhe . , .“ i
„Mannheimer Morgen“: ..... Singen beherrschte das Spielgeschehen . . Außer ihrem Eifer und ihrer Einsatzfreudigkeit hatten die Darmstädter wenig entgegenzusetzen . . .“ 4
„Sport-Kurier“ Ulm: Eigentlich hätte das Spiel schon von Beginn an eine andere Wendung nehmen müssen, wenn nicht Thalheimer und Michel in den drei ersten Minuten so hilflos vor dem Leder gestanden und statt ins Tor, neben die Posten geknallt hätten . . . Die Lilien dem Ausgleich weitaus näher, als etwa Singen seinem dritten und vierten Tor... Wie überlegen die Darmstädter die Partie in der zweiten Halbzeit führten, erwiesen ihre sieben Ecken, denen Singen nur zwei entgegenzusetzen vermochte...“
„Sportbericht“, Stuttgart: „ . . . Wohl spielten die Darmstädter nahezu eine halbe Stunde nach dem Wechsel resolut auf Angriff, aber die Stürmer schossen mißerabel. entweder hoch darüber oder weit daneben . . In spieltechnischer Einsicht waren sie ihren Gastgebern ziemlich unterlegen ..." /
„Der neue Sport“, Frankfurt: „. . . Die Darmstädter Lilien mußten es sehr teuer büßen, daß ihr Mittelläufer Herder vom Dribbel fieber befallen wurde . . . Abt und Müller fabrizierten Kisten und Kerzen en gros. Leichtlein und Barth irrten lange Zeit planlos im Gelände umher und wußten nicht, an wen sie sich anlehnen sollten . . Einzig und allein der lange Ruhl knünfte an die große Form an. die ihn in seinem Debüt in München mit einem Schlag populär gemacht hat. Für die vier Treffer zeichnete er nicht verantwortlich. wohl aber für ein halbes Dutzend Paraden, die die 5000 Zuschauer aufstöhnen ließen . . .“
Pressestimmen über das Spiel Arheilgen gegen Hof bringen wjr in unserer nächsten Ausgabe.
DT I Bestattungen am Dienstag, 10. Okt. I 9 Beerdigungen: Alter Friedhof: | 14.30: Welsch, Andreas, 60 J., Kiesbergstr. 49 Bessunger Friedhof: I 15.30: Midinet, Georg, 48 J., Clemensstraße 8 Waldfriedhof: || 14.15: Faust, Frieda, 72 J., Lichtenbergstr. 78 I 14.45: Grimmer, Johann, 53 J., Neutsch/O.
„DT-Schlachtenbummler" Das „Darmstädter Tagblatt“ lost in der Saison 1950/51 für die Dauer der Oberligaspiele jeweils drei sportlich interessierte Leser aus, die auf seine Kosten die Mannschaft des SV 98 Darmstadt bei ihren Auswärtsspielen als Schlachtenbummler begleiten. Jeder, der sich für diese Freifahrten interessiert und die Elf des SV 98 nach auswärts begleiten möchte, schneidet im Sportteil des „Darmstädter Tagblatt“ den dafür bestimmten Schein aus, trägt Name und genaue Anschrift (in Druckschrift schreiben!) darauf ein und klebt ihn auf eine Postkarte, die an die Sportredaktion des „Darmstädter Tagblatt“, Darmstadt, Rheinstraße 23, adressiert u. mit dem Stichwort „DT-Schlachtenbummler“ versehen sein muß. Letzter Einsendetermin ist jeweils der Mittwoch nach der Ver¬ öffentlichung. Am Freitag wird die Verlosung der Teilnehmer von einer pro¬ minenten Persönlichkeit und unter Aufsicht eines Notars vor¬ genommen. Die drei Gewinner werden dann jeweils an den Sonn¬ tagen der Heimspiele im Stadion durch Lautsprecher bekannt¬ gegeben bzw. im Sportteil unserer Montagsausgabe veröffentlicht. Die drei Auserwählten erhalten folgende Gewinne: 1. Gewinn: Sonntagsrückfahrkarte, Tribünenkarte, 5 DM Ver¬ pflegungsgeld. 2. Gewinn: Sonntagsrückfahrkarte, Tribünenkarte. 3. Gewinn: Sonntagsrückfahrkarte. Und nun auf zum nächsten Auswärtsspiel! Sichert Euch die Montagsausgaben des „Darmstädter Tagblatt“! Jeder kann „DT- Schlachtenbummler" werden! Hier abschneiden! Achtung, DT-Schlachtenbummler! | Ausfüllen und auf Postkarte auf geklebt einsenden! H Ich beteilige mich hiermit an der Auslosung der Mannhem „DT-Schlachtenbummler“ welche die Mannschaft des SV 98 Darmstadt zu ihrem näch¬ sten Auswärtsspiel kostenlos begleiten. Zuname: Vorname: Ort: Straße: Nr „
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