Der Bundesgerichtshof wurde in Karlsruhe feierlich eröffnet
Karlsruhe, 8. Oktober, (dpa) In einem Festakt wurde am Sonntagvormittag in Karlsruhe der Bundesgerichtshof in Anwesenheit des Bundespräsidenten Professor Heuss eröffnet.
Zur Feier waren Bundesjustizminister Dr. Dehler, Bundesratspräsident Ministerpräsident Ehard, die Regierungschefs von Württemberg-Baden, Südbaden und Württemberg-Hohenzollem, Dr. Reinhold Maier, Leo Wohleb und Dr. Gebhard Müller, und Vertreter des Bundestages, des Klerus beider Konfessionen, der Länderparlamente der deutschen Gerichte und Universitäten erschienen.
Für unabhängige Richter
Der Bundespräsident wies in seiner Ansprache darauf hin, daß mit dem Bundesgerichtshof eine Lücke in der zerrissenen deutschen Rechtskontinuität geschlossen worden sei. Die deutsche Rechtsprechung, die jetzt wieder eine Spitze habe, müsse zwei Voraussetzungen erfüllen: einmal dürfe die Unabhängigkeit der deutschen Richter nicht durch die Exekutive der Besatzungsmächte beeinträchtigt werden, und zweitens sei eine klare Trennung des Rechtsgedankens von parteipolitischer Abhängigkeit notwendig. Das Rechtsdenken müsse wieder „zur nüchternen Redlichkeit zurückgeführt werden“.
Auch politische Straftaten
Anschließend eröffnete Bundesjustizminister Dr. Dehler den Bundesgerichtshof mit den Worten: „Möge der Bundesgerichtshof dem Frieden des deutschen Volkes dienen. Möge er wirken im Frieden des deutschen Volkes.“ Die vornehmste und verantwortungsvollste Aufgabe dieses Gerichts werde es sein, die Einheit des Rechts herzustellen, die Gesetze im Einklang mit der Idee ’aüszülege^ und das Gesetzesrecht in schöpferischer Gestaltung behutsam und mit Verständnis für die wirtschaftlichen und sozialen Belange unserer Zeit fortzuentwickeln.
Der Justizminister wies dem Gericht auch die Aufgabe zu, schwere politische Straftaten zu ahnden. Kein Staat, der seine Feinde dulde, könne bestehen. In diesem Staat jedoch hätten die Feinde die höchste Garantie dafür, vor gerechten Richtern zu stehen. Obwohl auch das Bundesverfassungsgericht seine besondere Bedeutung haben werde, bleibe doch der Bundesgerichtshof im Bewußtsein des Volkes das oberste Bundesgericht. Hier finde der Bürger den Schutz seines Gutes, seiner Familie, seiner Ehre und seiner Freiheit.
Vereidigung Weinkauffs . £
Von den deutschen Richtern forderte Dr, Dehler, sich der Sprache des Volkes zu bedienen. Nur dann werde das Recht verstanden. „Ich will Richter, die nur Gott fürchten und sonst nichts auf dieser Erde. Der neue Präsident des Bundesgerichtshofes, Hermann Weinkauff, sei für diese Stelle geeignet, weil er die beste Tradition des früheren Reichsgerichts verkörpere. Dr. Dehler forderte dann den Präsidenten auf, als Vorbild der deutschen Richter und stellvertretend für die deutschen Richter den Eid abzulegen.
„Ein glücklicher Entschluß“ c+^*C dafür.
Einen großen Teil des Verdienstes aaiur, daß der Bundesgerichtshof eröffnet werden kann, sprach Dr. Dehler dem früheren Obersten Gerichtshof der britischen Zone zu, der das Erbe des ehemaligen Reichsgerichts drei Jahre lang gewahrt habe. J2er Bundesjustizminister erinnerte bei dieser Gelegenheit daran, daß 40 Reichsgerichtsräte von den bolschewistischen Machthabern verschleppt worden seien. Ein einziger von ihnen sei zurückgekehrt.
Generalstreik in Finnland
am 22. Oktober
Helsinki, 8. Oktober, (dpa) Der finnische Gewerkschaftsbund hat für den 22. Oktober den Generalstreik ausgerufen. In einer Verlautbarung des Gewerkschaftsbundes heißt es, der Generalstreik sei das einzige Mittel der Arbeiterschaft, ihre Lohnforderungen durchzusetzen. Die Haltung der Regierung und der Arbeitgeber habe bis jetzt keine Möglichkeiten zur Lösung des bereits seit längerer Zeit bestehenden Arbeitskonflikts geboten. Rund hunderttausend finnische Arbeiter befinden sich bereits seit Anfang oder Mitte September im Streik.
Handagranaten erplodierten
in einer kommunistischen Versammlung
Auch (Südfrankreich), 8. Oktober, (dpa) Bei einer Versammlung der Kommunistischen Partei in Südfrankreich, auf der der Fraktionsvorsitzende der Kommunisten in der Nationalversammlung, Jacques Duclos, eine Rede hielt, wurden am Sonntag zwei Handgranaten unter die etwa achthundert Personen zählende Zuhörerschaft geworfen. Es gab zehn Leichtverletzte.
Formosa auf der Tagesordnung
Vollversammlung ermächtigt zum Einmarsch in Nordkorea
Neuyork, 8. Oktober, (dpa) Die Vollversammlung der Vereinten Nationen nahm am Sonnabend mit 47 gegen fünf Stimmen bei acht Enthaltungen den Achtmächteplan für die Zukunft Koreas an. Sie ermächtigte damit den Oberkommandierenden General Mac Arthur, die Überschreitung des 38. Breitengrades zur Verfolgung der nordkoreanischen Streitkräfte zu befehlen. Gegen diesen Antrag stimmten nur die Sowjetunion und die anderen Ostblockstaaten, während sich Indien, Ägypten, Saudi - Arabien, der Jemen, Jugoslawien, Indonesien und Libanon der Stimme enthielten. .
Ein sowjetischer Antrag auf Zurückziehung aller ausländischen Truppen aus Korea und anschließende Abhaltung freier Wahlen wurde daraufhin Punkt für Punkt mit 48 gegen fünf Stimmen bei sieben Enhaltungen abgelehnt.
In der Debatte hatte der sowjetiscne Delegierte Malik den Achtmachteplan als „völlig unannehmbar“ bezeichne , we die völlige Besetzung Koreas vorsehe und nicht die friedliche Regelung des Korea konfliktes fordere. Der fische Del^ Sir Benegal Rau begründete seine Stimm enthaltung mit der Feststellung, sein Land stehe demgTeü des Planes, der zumindest indirekt die Besetzung Nordkoreas durch die Streitkräfte der^oreinten Nationen vorsehe, mit größtem Mißbehagen gegenüber. Vorher hatten sich die Ukraine gegen und Griechenland für den Achtmächte-Antrag ausgesprochen.
Gegen heftigen Widerstand Nationalchinas und des Sowjetblocks hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen mit 42 gegen sieben Stimmen bei acht Enthaltungen die Formosa-Frage auf ihre Tagesordnung gesetzt. Ferner wurden sowjetische Beschwerden über die behauptete Verletzung chinesischen Luftraums und die angebliche Beschießung eines Handelsschiffes der Volksrepublik China in die Tagesordnung aufgenommen. Mit diesen beiden Punkten wird sich zunächst der zweite politische Ausschuß zu beschäftigen haben.
Wer wird Lies Nachfolger?
Neuyork, 8. Oktober, (dpa) Der Sicherheitsrat wird am Montag zusammentreten, um ip privaten Besprechungen über einen Nachfolger für den Generalsekretär Trygve Lie zu beraten. Lies Amtszeit läuft im kommenden Februar ab. Der bisherige Generalsekretär der Vereinten Nationen lehnt eine Wiederwahl ab.
Recht auf Rückkehr unabdingbar
Lukaschek an die Vertriebenen aus dem Oder-Neiße .Gebiet
Berlin, 8. Oktober, (dpa) Vor rund fünfzehntausend Heimatvertriebenen aus dem Gebiet jenseits der - Neiße-Linie erklärte Bundesflüchtlingsminister Dr. Hans Lukaschek am Sonntag in der Berliner Waldbühne: „Die Heimatvertriebenen werden das Recht auf Rückkehr in ihre Heimat niemals aufgeben.“ Der deutsche Osten sei siebenhundert Jahre lang ein Schutzwall und Vorkämpfer des Christentums und der europäischen Kultur überhaupt gewesen.
Die Verlautbarung der Neuvorker Außenministerkonferenz beweise, daß die Welt heute das Unrecht einsehe, das den Deutschen aus dem Osten zu gefügt wurde. Die Bundesregierung werde ihr möglichstes tun, um die Notlage der Vertriebenen zu erleichtern. Die Vertriebenen in Berlin würden denen im Bundesgebiet gleichgestellt.
Der Berliner Oberbürgermeister Professor Ernst Reuter forderte, Berlin noch enger an das Bundesgebiet anzuschließen und es de jure zwölftes Land der Bundesrepublik werden zu lassen. Nur so könne auch das Los der Heimatvertriebenen erleichtert werden. Den großen Besucherzustrom aus dem sowjetischen Besatzungsgebiet zur Berliner Industrieausstellung bezeichnete Reuter als eine große Niederlage des Ostens. Auch der Vorsitzende des Zentralverbandes der vertriebenen Deutschen. Bundestagsabgeordneter Dr. Linus Kather, unterstrich, daß die Heimatvertriebenen niemals auf das Recht verzichten würden, in ihre Heimat zurückzukehren.
Deutsche Kinder kehren heim. Etwa 150 deutsche Kinder aus Jugoslawien sind in München eingetroffen. Der größte Teil davon spricht nur gebrochen deutsch. In Jugoslawien lebten sie teilweise in Lagern oder auf dem Lande. Einige können im Elternhaus aufgenommen werden, die anderen werden in Waisenhäusern Unterkunft finden.
„Denutschlands Mitte!“
Berlin, 8. Oktober. (HR) Vor mehr als zweitausend Sudetendeutschen aus Berlin und dem russischen Besatzungsgebiet erklärte Bundesverkehrsminister Seebohm, daß die Sowjetzone nicht Deutschlands Osten, sondern Deutschlands Mitte sei.
Baldiges Ende der Pein
Berlin, 8. Oktober, (dpa) Der Berliner Oberbürgermeister Ernst Reuter forderte am Sonntag in einer Rundfunkansprache die Bevölkerung im sowjetischen Besatzungsgebiet auf, an ein baldiges Ende ihrer gegenwärtig bedrückten Lage zu glauben. „Das Ende euerer Pein wird kommen“, betonte er, „weil wir für euch arbeit n.“
Reuter sprach die Sowietzonenbevolkerung als „seine Landsleute in Mitteldeutschland“ an und sagte, er wähle absichtlich den Ausdruck Mitteldeutschland, da Ostdeutschland jenseits der Oder-Neiße-Linie liege.
Ueber sechshundert leitende Funktio¬ näre der Sozialistischen Einheitspartei sind bei der neuen großen „Säuberungsaktion“ seit dem dritten Parteitag im August aus der Partei ausgeschlossen oder zum Rücktritt gezwungen worden.
Die italienische Polizei hat in den Fiat-Werken bei Turin ein neues geheimes Waffenlager entdeckt.
Fairneß
♦ ♦ * Es bleibe noch viel zu tun, um der sowjetischen Angriffsdrohung begegnen zu können, und wir hätten nicht allzuviel Zeit, hat der amerikanische Außenminister Acheson am Sonntag in einer Rede erklärt. Gleichzeitig forderte er die Atlantikpakt-Partner erneut auf, ihre Verteidigungsprogramme beschleunigt zu verwirklichen. Zu der gesamteuropäischen Verteidigung soll auch Deutschland seinen Beitrag leisten und über die Art dieses Beitrags wird noch gestritten. Der französische Oberkommissar Francois-Poncet versicherte am Sonntag in Bremen nochmals, die Teilnahme Deutschlands an der gemeinsamen Verteidigung Europas könne erst in Erwägung gezogen werden, wenn die anderen westeuropäischen Staaten vollkommen verteidigungsbereit seien. Das ist die bekannte Meinungsverschiedenheit zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten.
Uns Deutschen fällt es nicht leicht, uns wieder mit dem Gedanken vertraut zu machen, daß wir Militärdienste leisten sollen. Allzuschnell wird von uns ein Wandel der inneren Einstellung verlangt. Vor sechs Jahren betonte der damalige amerikanische Präsident Roosevelt: „Die Deutschen werden sich ihren Rückweg in die Bruderschaft der friedliebenden und gesetzestreuen Nationen erst verdienen müssen und wir werden bestimmt dafür sorgen, daß sie auf diesem steilen Weg kein Gewehr mitzuschleppen haben. Die Last des Gewehrs werden wir ihnen abnehmen — hoffentlich für immer.“
Roosevelt hat sich, wie in manchen anderen Dingen, auch in diesem Punkte geirrt. Gerade die Vereinigten Staaten sind es, die von Deutschland auch einen militärischen Beistand erwarten. Allerdings hat es nach einer Rede, die der amerikanische Oberkommissar McCloy am Sonntagabend in Frankfurt hielt, nicht mehr den Anschein, als sollten wir ungefragt zum Militärdienst kommandiert werden. McCloy äußerte, jeder deutsche Beitrag müsse auf der Grundlage der Fairneß und im Rahmen einer einheitlichen europäischen Verteidigung geleistet werden. Die westlichen Alliierten seien sich der Tatsache durchaus bewußt, daß ein deutscher Beitrag nur dann wünschenswert sei, wenn das Volk, die Volksvertretung und die Regierung der Bundesrepublik ihn wünschten und aktiv unterstützten.
Das heißt also, die Deutschen werden selbst ein Wörtchen mitzureden haben. Diese Fairneß bedeutet zwar eine Selbstverständlichkeit, aber nach manchen gegenteiligen Erfahrungen ist es doch anerkennenswert, daß man die Notwendigkeit einsieht, mit den Deutschen selbst zu sprechen. Sie werden mit sich reden lassen, wenn man sie überzeugen kann, ihr Beitrag sei erforderlich und er werde auf der Grundlage einer wirklichen Fairneß abgesprochen.
Gegen die kommunistische Drohung
McCloy: Nur ein starker Westen kann den Krieg verhindern
Frankfurt am Main, 8. Oktober, (dpa) Der amerikanische Oberkommissar John J, „McCloy umriß am Sonntagabend in eider über alle deutschen Sender verbreiteten Ansprache noch einmal die wichtigsten Punkte der Neuyorker Außenministerbeschlüsse und die künftigen Pläne Amerikas in Deutschland. Als die bedeutendsten Fortschritte nannte er die erhebliche Erweiterung der Autorität, die Stärkung der Sicherheit der Bundesrepublik und die erhöhte Sicherheit Europas. McCloy betonte noch einmal, daß die Alliierten jeden Angriff auf die Bundesrepublik oder auf Berlin — von welcher Seite er auch kommen möge — als einen Angriff gegen sich selbst betrachten.
Das gemeinsame Ziel der Neuyorker Beschlüsse sei, Deutschland zu helfen, ein aktiver Partner in der demokratischen Gemeinschaft zu werden und mit allen freiheitliebenden Völkern freundschaftlich zusammenzuarbeiten. Hierzu müsse auch die deutsche Jugend beitragen, die nach seiner Ueberzeugung vertrauensvoll in die Zukunft blicke.
Beendigung des Kriegszustandes
McCloy unterstrich, daß die westlichen Alliierten die Bundesregierung als die einzige legitime deutsche Regierung anerkannt haben. Um die Beziehungen zur Bundesrepublik auf eine formelle Basis zu stellen, würden die Alliierten den juristisch noch bestehenden Kriegszustand beenden. Außerdem seien der Bundesrepublik ein eigenes Außenministerium und volle diplomatische Vertretungen in den meisten freien Ländern zugesprochen worden.
Die Beschlüsse über die Stärkung der Sicherheit der Bundesrepublik richteten sich gegen die Drohungen der Komm misten. Aus diesem Grund sei die Bundesregierung auch zum Aufbau einer modernen motorisierten Polizeitruppe ermächtigt worden, die jedem inneren Umsturzversuch wirksam begegnen kann.
Die Verstärkung der alliierten Besatzungstruppen in der Bundesrepublik solle jeden Angriff auf die Bundesrepublik oder auf Berlin zurückweisen. „Diese Worte sind klar, eindeutig und bedeutungsvoll“, sagte McCloy. Kein Land, keine Regierung und keine Gruppe sollte diese Bedeutung unterschätzen.
Keine nationale deutsche Armee T 5 A 1 - — — 2 A - - — — a a '
Jeder deutsche Beitrag zur Verteidigung Europas müsse auf der Grundlage der Fairness und innerhalb einer einheitlichen europäischen Verteidigung geleistet werden, fuhr McCloy fort. Das heiße, daß keine nationale deutsche Armee gestattet wird. Außerdem sei ein solcher Beitrag nur dann möglich, wenn das Volk, die Volksvertretung und die Bundesregierung ihn wünschen und aktiv unterstützen. Das Wiedererwachen eines Militarismus in Deutschland könne offensichtlich kein vernünftiger Mensch wünschen. Von gewisser Seite sei die Parole lanciert worden, die Alliierten wünschten, in einem Zeitpunkt der Gefahr die deutsche militärische Hilfe zu erkaufen. „Mit größtem Ernst möchte ich das deutsche Volk davor warnen, auf solche Unterstellungen hereinzufallen.“ Die Vereinigten Staaten und ihre Alliierten würden niemals darz.; denken, um die deutsche Unterstützung zu schachern. „Weder kaufen wir uns Alliierte, noch zwingen wir jemand, unser Verbündeter zu sein.“
Nach einem Rückblick auf die letzten fünf Jahre stellte McCloy fest, daß Deutschland „geradezu phänomenale Fortschritte“ gemacht habe. Ohne die Hilfe der Westmächte sei diese Erholung nicht möglich gewesen. „Wir trachten lediglich danach, jene abzuschrecken, die in die Versuchung geraten könnten, Wehrlose anzugreifen“, sagte McCloy. „Wir glauben nicht, daß der Krieg unvermeidlich ist. Im Gegenteil: Wir sind fest davon überzeugt, daß ein starker Westen den Krieg verhindern kann.“
Appell an die Jugend
Freiheit und Frieden könnten jedoch auch für Deutschland nur durch große Anstrengungen und Opfer erreicht werden. Eine europäische Gemeinschaft mit Deutschland als Partner werde der beste Garant des Friedens und der Sicherheit sein. Die Notwendigkeit eines vereinigten Europas sei durch die Drohung aus dem Osten besonders eindringlich vor Augen geführt worden.
McCloy rief dann der deutschen Jugend zu, bei allen diesen Aufgaben tatkräftig mitzuhelfen. Er habe oft Behauptungen über eine angebliche verzweifelte Stimmung und einen Nihilismus der deutschen Jugend gehört. Auf Grund seiner eigenen Beobachtungen glaube er jedoch, daß die Jugend Deutschlands realistisch und energisch ist und vertrauensvoll in die Zukunft blickt. Europa müsse noch viele Erinnerungen überwinden und viele Wunden müßten noch heilen. „Aber wir nähern uns einer Gemeinschaft der Interessen, die auf Stärke und demokratischen Idealen aufgebaut ist. In dieser Richtung liegt die größte Hoffnung für die Zukunft — für die Zukunft Deutschlands, Europas und der ganzen Welt.“
Der „undankbare“ Franco
Washington, 8. Oktober. (AP.) Das amerikanische Außenministerium hat weitere Dokumente des ehemaligen Auswärtigen Amtes veröffentlicht, aus denen hervorgeht, daß Hitler zur Unterstüzung General Francos während des spanischen Bürgerkrieges etwa eine halbe Millarde Reichsmark ausgegeben hat.
Das faschistische Italien ließ sich den spanischen Bürgerkrieg sogar 14 Milliarden Lire, 1000 Flugzeuge und 600 Tote kosten.
Die deutschen Ausgaben wurden vor allem zur Ausrüstung und Unterhaltung der „Legion Kondor“ ausgegeben, die aus Teilen der ehemaligen Wehrmacht zusammengesetzt war. Wie aus den Dokumenten hervorgeht, versuchten Hitler und Göring nach dem Ende des Bürgerkrieges vergeblich, als Entschädigung für die deutsche Hilfeleistung die Kontrolle über die spanischen Kupfer- und Erzbergwerke zu erhalten. Hitler hat darauf Franco der „Undankbarkeit“» beschuldigt.
Das Ei des Iohannes
-y- „Ei und Ei ist nicht das gleiche. Eier, die irgendwo in der Welt und unter Verhältnissen entstanden sind, die manchmal in Beziehung auf Hygiene sehr oft jeder Beschreibung spotten, können mit Eiern, im Saarland erzeugt, nicht in Wettbewerb treten.“ Dies behauptete unlängst allen Ernstes die „Saarländische Volkszeitung“, das Sprachrohr des Ministerpräsidenten des Saargebiets, Joh. Hoffmann. Die Urteile der Gerichte des .Saargebiefs ergehen nicht mehr „Im Namen des Volkes“, nein, sie werden gemäß neuester Anweisung des .Tustizministers des Saarlands, Dr. Heinz Braun, nur noch gefällt „Im Namen des saarländischen Volkes“. Die Zeitung „Volksstimme“ schließlich kritisiert, daß der bereits im Jahre 1907 aus Mosaiksteinchen kunstvoll hergestellte, über dem Eingang des Rathauses von Dillingen an der Saar angebrachte Preußen-Adler dort immer noch zu sehen wäre.
Das alles zu einer Zeit, da sich die Nachkommen des Preußenadlers und der nicht minder bekannte gallische Hahn strebend bemühen, über Eigenheiten und Eigentümlichkeiten hinweg das gemeinsame Nest zu finden. Zu einem Zeitpunkt ferner, da schon ein anderes Land Europas, Österreich, ein volles Jahr vorher nach langen amtlichen Erwägungen zu der leidvollen Feststellung gelangte, daß auch in Österreich — trotz allem — nur deutsch gesprochen werde, wenn man es auch gerne „österreichisch“ genannt hätte. Und das schließlich noch zu einer Zeit, die gerade im Saargebiet schon so europäisch wurde, daß namhafte Teile seiner Schwerindustrie im Zeichen des größeren Vaterlands Europa seinem westlichen Nachbarn Frankreich übertragen wurden. Gebe ein gütiges Geschick, daß die Zeit nicht mehr fern, zu der Gerichte an der Saar ihre Urteile sprechen „Im Namen Europas, Nebenstelle Saargebiet“.
Vor einer Labour-Niederlage?
London, 8. Oktober. (HR) Winston Chur
chill veröffentlichte am Sonntag im Mitteilungsblatt der Konservativen Partei eine Botschaft, in der er der Labourpartei für d’’e nächsten allgemeinen Wahlen eine Niederlage voraussagt.
Die Fronut der Freiheit
Antikommunistische Kundgebung auf dem Frankfurter Römerberg
Frankfurt, 8. Oktober (LH) Auf dem Frankfurter Römerberg fand am Samstagabend eine Kundgebung gegen den Kommunismus statt, zu der der Bund Deutscher Jug’ndbund, der Ring Politische Jugend Hessen, auf gerufen hatten. Unter dem Beifall der Anwesenden verlas Wolfgang Mischnick, Jugendsekretär der Freien Demokraten, eine Entschließung, in der die Bundesregierung aufgefordert wird, kommunistische Agenten und Saboteure aus der Bundesrepublik auszuweisen und alle wegen Verbrechens an der Menschlichkeit schuldig gewordene Kommunisten des Westen und des Ostens zu bestrafen. Die Bundesregierung wird außerdem gebeten, die Deutschen hinter dem Eisernen Vorhang mehr als bisher ge;stig und materiell zu unterstützen. Protestiert wird gegen die Wahlen in der Sowjetzone am 15. Oktober, die nur unter dem Schutz der sowjetschen Panzer und den Folterkammern der NKWD (Geheime Staatspolizei) stattfinden könnten. „Laßt uns gegen die Zersetzung des Weltbolschew'smus eine Deutsche Front der Freiheit errichten. Laßt uns die Feigen verachten, die sich rückversichern wollen.“
Sprengstoff aus der Ostzone
Wiesbaden, 8. Okt. (Eig. Bericht) Angehörige der KPD versuchten, eine Grube des staatlichen Bergbauwerkes in Sontra, Kreis Hünfeld, mit aus der Sowjetzone herübergeschmuggel em Sprengstoff zu zerstören. Innenminister Zinnkann hat ein Polizeikommando damit beauftragt, entsprechende Untersuchungen einzuleiten.
Diesen Sabotageversuch erwähnte der Landtagsabgeordjnfete Heinrich Fischer im Kreise von SPD-Funktionären, als er, im Gegensatz zu dem Bezirksvorstandsmit^lied Max Lippmann, für eine wesentliche Verstärkung der Polizeiorgane eintrat. Der ehemalige Landesvorsitzende der SPD in Sachsen, Arthur Arzt, zollte dem Innenminister für seine Polizeipolitik hohes Lob, wobei ihn die Mehrzahl der anwesenden Funktionäre unterstützte.
Lippmann hat einen Antrag gestellt, Minister Albert Wagner aus der Partei auszuschließen. Der Landtagsabgeordnete Fischer teilte dazu mit, daß Wagner aus dem kürzlichen Prozeß gegen seinen Namensvetter „völlig rehabilitiert“ hervorgegangen sei.
General Ganeval in Koblenz
Koblenz, 8. Oktober, (dpa) General Ganeval, der französische Vertreter im alliierten militärischen Sicherheitsamt, traf am Freitagabend auf dem Koblenzer Flugplatz Niedermendig ein und fuhr von dort nach Schloß Bassenheim, seinem zukünftigen Wohnsitz.
Nun auch Amerikaner in Nordkorea
Südkoreaner kämpfen schon in Wonsan
Tokio, 8. Oktober. (AP./dpa) Patrouillen der ersten amerikanischen Infanterie-Division haben in Anlehnung an die Ermächtigung des Sicherheitsrates am Sonntagvormittag den 38. Breitengrad nordwestlich von Kaesong überschritten und sind, ohne auf Widerstand zu treffen, auf nordkoreanisches Gebiet vorgestoßen. Wie aus dem Hauptquartier der ach'en amerikanischen Armee verlautet, werden den Patrouillen bald stärkere amerikanische Verbände folgen. Damit haben zum ersten Male, seit Ausbruch des koreanischen Krieges amerikanische Truppen die Demarkationslinie über-
schritten. Gleichzeitig mit dem amerikanischen Vorgehen ist die achte südkoreanische Division enTang der Hauptstraße, die von Uijongbu nach Norden führt, über den 38. Breitengrad nach Nordkorea vor-
gedrungen. Die Division stieß auf einen erbittert kämpfenden Gegner, der zunächst ein weiteres Vorgehen vereiteln konnte.
Vorausabteilungen der dritten südkoreanischen Division haben am Sonntagabend die nur dünn besetzten äußeren Verteidigungslinien südlich Wonsan an der Ostküste durchbrochen und einen Höhenzug südlich des Mandai-Flusses erreicht. Sie stehen damit etwa fünfzehn Kilometer vor der Hafenstadt Wonsan. Der stärkere Widerstand der Kommunisten in diesem Abschnitt hat den glänzenden Vormarsch der südkoreanischen Division, die seit 'dem 20. September fast fünfhundert Kilometer zurückgelegt hat, verlangsamt.
Nach einer Meldung des kommunistischen Senders Pyöngyang sind am Donnerstag drei motorisierte Bataillone der Streitkräfte der Vereinten Nationen bei Changjon, etwa achtzig Kilometer nördlich des 38. Breitengrades an der Ostküste gelandet. Tags zuvor sei ein ers er Landungsversuch abgeschlagen worden. Die nordkoreanischen Truppen hätten die Invasionsverbände inzwischen nach Süden zurückgedrängt und ihnen schwere Verluste zugefügt.
Südkoreaner in Wonsan
Tokio, 8. Oktober, (dpa) Südkoreanische Truppen sind nach letzten Frontberichten am Sonntag in Wonsan, dem bedeutendsten Hafen an der Ostküste Nordkoreas, eingedrungen.
Wahlbündnisse
Wiesbaden, 8. Oktober. (Eigener Bericht). Nachdem bereits Ende vergangener Woche Einzelheiten eines Wahlbündnisses zwischen der Freien Demokratischen Partei Hessens und dem Anfang August in Hessen gegründeten „Bund der Heimatvertriebene und Entrechteten“ bekanntwurden, wird auch die „Deutsche Reichspartei“ (DRP)' voraussichtlich zu einem Wahlbündnis mit den Freien Demokraten kommen. Am Sonntag, dem 15. Oktober, ist in Marburg eine hessische Landesdelegierten-Tagung der Deutschen Reichspartei, auf der dieses Wahlbündnis endgültig gebilligt werden soll.
Nach einer dpa-Meldung führten auch die Restgruppen der Nationaldemokratischen Partei in den letzten Tagen mit der Deutschen Reichspartei informatorische Besprechungen über eine Eingliederung. Aus Kreisen der Freien Demokraten verlautet, daß auf der Landesergänzungsliste dieser Partei bei den Candtagswahlen sieben Kandidaten des Bundes der Heimatvertriebenen und Entrechteten an aussichtsreichen Stellen erscheinen werden. So soll an vierter Stelle der Liste der Vorsitzende des Bundes der Fliegergeschädigten, Professor Dr. Wilhelm Ziegler, Gelnhausen, stehen, an fünfter Stelle Dr. Czermak, Büdingen, Vorstandsmitglied der Unabhängigen Deutschen Gemeinschaft (UDG). Hessen.
Im Durchgangslager Friedland bei Göttingen trafen in den letzten drei Tagen 700 Umsiedler aus den deutschen Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie ein. Wilhelm Pieck, der Staatspräsident der Sowjetzonenrepublik, verlieh die Nationalpreise der Sowjetzonenrepublik. Unter anderem an Johannes R. Becher, Professor Hanns Eisler, Arnold Zweig, den 79 jährigen Schauspieler Eduard von Winterstein.
Die deutsche Gleichberechtigung
Forderungen Dr. Schumachers auf Großkundgebung in Hannover
Dortrnund, 8. Oktober. (AP.) Der Erste Vorsitzende der Sozialdemokraten, Dr. Schumacher, äußerste am Sonntag auf einer Großkundgebung vor rund 50 000 Personen, Bedenken gegen die Ernennung von drei alliierten Generalen in den deutsch-alliierten Sicherheitsausschuß.
„Wir sind nicht bereit, unsere Zustimmung zur Politik einer getarnten Remilitarisierung in Westdeutschland zu geben“, sagte Dr. Schumacher. „Die Vorkommnisse von heute machen es uns unmöglich, zu dem Projekt einer Militarisierung ja zu sagen. Auch dann nicht, wenn die Alliierten mit einer starken Verteidigungsmacht an der Elbe stehen. Das Schicksal Deutschlands ist ein anderes als das der angelsächsischen Länder.“ Infolge seiner besonderen Lage werde das Schicksal Deutschland im Kriegsfall vom Ausgang der ersten Schlacht bestimmt. „Das deutsche Vaterland soll nicht dazu dienen, für andere Vaterländer geopfert zu werden.“ Nur unter der Bedingung der gleichen Rechte, des gleichen Risikos und der gleichen Chancen für Deutschland würde die Sozialdemokratie einer deutschen Beteiligung an der europäischen Verteidigung zustimmen.
Gebetstag für den Frieden
London, 8. Oktober, (dpa) Der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Dr. Geoffrey Fisher, der anglikanische Erzbischof von York, Dr. Cyril Garbett, und der Moderator des Rates der evangelischen Freikirchen, Dr. a. D. Harcus, riefen die Bevölkerung auf, am 29. Oktober, dem „UNO-Sonntag“, einen Gebetstag für den Frieden zu begehen. In dem Aufruf heißt es „Die Furcht vor einem Kriege lastet auf der Welt. Auch die Sorglosen und die Gleichgültigen sollten sich im Gebet zu Gott wenden, daß der Menschheit ein neuer Krieg erspart bleiben möge.“
Nonstopflug Nenyork—Rom
Rom, 8. Oktober (dpa) Ein italienisches Verkehrsflugzeug vom amerikanischen Baumuster DC 6 landete am Samstagabend in Rom, nachdem es die Flugstrecke von Neuyork über Gander (Neufundland) und Shannon (Irland) ohne Zwischenlandung in fünfzehn Stunden vier Minuten zurückgelegt hatte. An Bord der Maschine waren sechs Besatzungsangehörige und sieben Fluggäste. Bisher war noch kein Flugzeug ohne Zwischenlandung von Neuyork nach Rom geflogen.
„Das dumme Wort vom Erbfeind“
Francois-Poncet: Aufrüstung Deutschlands noch nicht akut
Bremen, 8. Oktober (dpa) Der französische Oberkommissar Fran?ois-Poncet sagte am Sonntag in Bremen auf einer Schiffahrtstagung, daß Deutschlands Teilnahme an der gemeinsamen Verteidigung Westeuropas erst in Erwägung gezogen werden könne, wenn die anderen westeuropäischen Staaten vollkommen verteidigungsbereit seien. In der Zwischenzeit müßten die Alliierten für Deutschlands äußere Sicherheit sorgen.
FranQois-Poncet versicherte, daß der Schumanplan auf keinen Fall eine Kartellbildung zum Ziele habe. Er wolle vielmehr ein wirtschaftliches Gleichgewicht herstellen, das der persönlichen Initiative und dem gesunden Wettbewerb freien Spielraum und freie Entwicklungsmöglichkeit gewähren soll. Gegenwärtig werde nach einem Kompromiß gesucht, die Kohlenpreise der beteiligten Länder einander anzugleichen. Sie seien in Deutschland etwas niedriger als in Frankreich und lägen erheblich unter den belgischen. Der Europarat besitze noch keine Autorität, verbindliche Gesetze zu beschließen. Man dürfe hoffen, daß sich für Spanien bald die Möglichkeit ergeben wird, in die Vereinten Nationen und auch in den Straßburger Europarat aufgenommen zu werden.
Die Deutschen sollten alles das in tiefster Versenkung verschwinden lassen, was Frankreich als den Erbfeind Deutschlands hinstellen möchte, hatte der französische Oberkommissar am Samstag bei Eröffnung des deutsch-französischen Kulturzentrums betont; „nichts ist unbegründeter, moralisch anfechtbarer und politisch fruchtloser als dieses dumme Schlagwort vom Erbfeind.“ Das Kulturzentrum Bremen solle eine Brücke zum französischen Kulturschaffen darstellen.
Hölle wo ist Dein Sieg !
ROMAN VON RACHEL FIELDErstabdruch Alle Rechte beim Wolfgang Krüger-Verlag, Hamburg
32)
„Ja“, dachte sie, „er hat recht. Das Haus ist nicht sein Eigentum, so wie -das Schloß. Er brauchte ihr Geld, und sie wollten seinen Titel. Er war jung, und es muß eine glänzende Partie für ihn gewesen sein. Aber wer in dieser Welt um Geld heiratet, muß später doch dafür bezahlen.“
„Schauen Sie“, sagte sie. „Dort zwischen den Bäumen sieht es wie im Märchenland aus.“
Sie fuhren gerade an dem fast menschenleeren Luxembourg-Garten vorüber. Um die hohen Laternenpfähle tanzten die Flocken wie ein glitzernder Mückenschwarm; aber außerhalb des Lichtkegels waren geheimnisvolle weiße Aeste und frostbedeckte Baumstämme nur halb sichtbar.
„Warum lächelten Sie eben?" fragte er sie. „Sie werden mich doch gewiß an Ihrem Spaß teilhaben lassen können?“
„Sie werden mich töricht finden, fürchte ich“, meinte sie und wandte ihm impulsiv ihr Gesicht zu. „Seit wir jetzt unterwegs sind, habe ich mir den Kopf über etwas zerbrochen; ich wußte selbst nicht, was — Sie und ich im Wagen hier und der fallende Schnee um uns herum — ich wußte nicht, woran mich das erinnern konnte. Und dann fiel es mir plötzlich ein. In meiner Kindheit sah ich auf einem Schreibtisch einen Briefbeschwe-
rer, eine kleine Glaskugel mit Figuren und einer Schneelandschaft drinnen.“ „Ich weiß.“ Sein Gesicht überzog sich mit einem jungenhaften Lächeln. „Meine Mutter hatte auch so ein Ding: wenn man es schüttelt, braust plötzlich von irgendwoher ein Schneesturm durch die Kugel.“
„Ja“, pflichtete sie ihm leise lachend bei. „Gerade so ein Ding, meinte ich. Irgendwie kommt .mir das jetzt auch nicht wie ein richtiger Schneesturm vor. Mir ist so, als ob Sie und ich und ganz Paris in einer kleinen Kugel eingeschlossen wären und die Flocken wie Eissterne um uns kreisten."
„Hier“, sagte sie nun, als sie die Straße erkannte, „das ist die Ecke. Die Remeys wohnen im Hinterhof. Die Pferde werden niemals auf dem engen Raum wenden können, setzen Sie mich also bitte hier ab "
Er ließ es sich nicht nehmen, sie selbst zur Tür zu begleiten, den Fruchtkorb über den Arm gehängt. Die rostige Glocke erscholl in dem dunklen Hausflur, aber sie mußten einige Minuten warten, bevor die Tür geöffnet wurde. Während sie dort zusammen auf den schneebedeckten Stufen standen, dankte sie ihm noch einmal. Dann wagte sie es, zögernd, ihn zu fragen, ob er nicht mit hinaufkommen wollte.
»Die Remeys würden sich So geehrt fühlen“, fügte sie hinzu. „Sie haben ihn durch Ihre Großzügigkeit schon so glücklich gemacht.“
Aber er schüttelte den Kopf.
„Nein“, sagte er, „ich muß noch etwas erledigen, bevor ich heimkehre. Grüßen Sie bitte von mir und trinken Sie auf meine Gesundheit, wenn Sie nachher einen Neujahrstoast ausbringen.“ Er wies auf den Flaschenhals, der aus dem Korb hervorlugte, und blickte sie belustigt an.
„Ich werde daran denken. Monsieur. Frohes neues Jahr!"
„Und ein frohes neues Jahr auch Ihnen, Mademoiselle Deluzy! Wir sehen uns erst 1843 wieder.“
Sie spürte kaum, wie ihre Füße die hohe, kahle Treppe emporeilten. So beladen mit Geschenken, wie sie war — nicht einmal brauchte sie auf einem Absatz etwas zu verschnaufen. Wie in Trance oetrat sie die ärmliche Diele, erhitzt und beschwingt zugleich. Wie aus der Ferne war sie sich der herzlichen Begrüßung des Hausherrn bewußt, als sie ihm Korb und Pakete übergab, und des sanften schwesterlichen Kusses der jungen Frau auf ihrer Wange und des bissig-freundlichen Willkommens von Madame Le Maire, die, vor dem Kamin sitzend, ihre durchnäßten Röcke trocknete. „Himmel, sehen Sie blühend aus!“ rief die alte Frau nach eingehender Musterung. „Das sieht ja ein Blinder, daß Sie nicht zu Fuß gekommen sind, sonst wären Ihre Röcke noch beschmutzter als meine.“
„Nein, ich bin hergefahren worden“, gab Henriette zu, aber sie verbreitete sich nicht weiter über diese simple Tatsache und wechselte schnell das Thema „Oeffnen Sie diese Schachtel lieber gleich, Marie. Wahrscheinlich sind die Plätzchen schon zerbrochen und die Bonbons ganz verklebt. Gehen Sie vorsichtig mit der Flasche um, Albert. Es ist zwar kein Champagner, aber trotzdem —“
„Eine Flasche ist heutzutage immerhin eine Flasche“, bemerkte Madame Le Maire und rückte mit ihrem Kleid näher an das Feuer. „Henriette sieht heute abend wirklich blühend aus“, bestätigte Marie. „Wüßte ich es nicht besser, wurde ich meinen, Sie hätten etwas Rouge aufgelegt, meine Liebe, und auch Ihre Augen glänzen so. Sieht sie nicht wie ein Gemälde aus, Albert, mit den Flocken in Ihrem Haar?“
„Ja, ja, das tut sie“, stimmte Albert pflichtschuldigst bei und blickte seinen Gast aus seinen kurzsichtigen Gelehrtenaugen forschend aIF „Das kalte Wetter scheint Ihnen gut zu bekommen, Henriette.“
„Kaltes Wetter — ach Unsinn!" schnob Madame. „Der Luxus bekommt ihr gut. Eine Katze fühlt sich immer da zu Hause, wo man ihr die Pfoten mit Butter beschmiert!“
„Pfui, Madame, Sie müssen Henriette nicht so necken“, verteidigte Marie ihre Freundin. „Sie wissen genau, wie schwer sie arbeiten muß und wie gut sie zu uns allen ist.“
Aber Henriette lachte nur über die Sticheleien der alten Frau. In der Stimmung, in der sie sich jetzt befand, hätte nichts sie beleidigen können, und eigentlich machte ihr der Scherz Spaß, obwohl er auf ihre Kosten ging.
„Gewiß“, gab sie zu. während sie Mantel und Pelzmütze ablegte, „ich gehöre nicht zu denen, die ein weiches Kissen und ein Schüsselchen mit Sahne verachten, wenn es Ihnen geboten wird. Ich bin nicht so selbstlos .wie Sie, Marie, und auch kein Gelehrter wie Albert, der die Welt über seinen Büchern vergessen kann."
(Fortsetzung folgt.)
Stimmen der Anderen
Die dentsche Aufrüstung
Die Frage der Aufrüstung der Bundesrepublik wurde am Wochenende von der französischen Presse erneut aufgegriffen. Allgemein wird eine Versteifung sowohl der französischen wie auch der amerikanischen Haltung verzeichnet.
Der konservative „Figaro“ gibt Gerüchte wieder, wonach das Auseinanderklaffen zwischen dem amerikanischen und dem französischen Standpunkt „fatal“ sein soll und weist auf die Notwendigkeit baldiger Entscheidungen hin, da die französische Antwort bis zum 28. Oktober in Neuyork vorliegen, müsse. „Die französische Regierung empfindet es als besonders unangenehm, daß die Vereinigten Staaten nicht unsere Entscheidung abgewartet haben, um, wie es nun bereits geschieht, die deutsche Polizei ihrer Zone mit Feldartiilerie auszustatten. Ist das nicht ein Beweis dafür, daß die Aufrüstung bereits im Gange ist?“
Die unabhängige Linkszeitung „Combat“ hebt die Schwierigkeiten hervor, die Moch und Petsche in Neuyork zu überwinden haben werden. Sie wollen eine europäische Streitmacht vorschlagen, bei der die finanziellen Lasten gerecht verteilt sind und die militärische Rolle genau definiert ist.
„Ohne grundsätzlich skeptisch sein zu wollen, kann man nicht umhin, auf die zahlreichen Hindernisse hinzuweisen, die zu bewältigen sind, mit Großbritanniens Abneigung gegen einen wirtschaftlichen europäischen Zusammenschluß angefangen."
Ueber Bonn heißt es im Combat weiter: „Und was soll man über die wahren Gründe denken, die Westdeutschland langsam zu der Haltung führen, den Schuman-Plan zu seinen Gunsten auszulegen oder ihn abzulehnen, wenn nicht seine .Ansprüche' erfüllt werden? Wird dieses Feilschen nicht durch die seit einigen Wochen von den Vereinigten Staaten gewährte finanzielle und technische Hilfe erst ermöglicht? Zeigt diese Stärkung der deutschen Position nicht den Wunsch Washingtons an, nicht von seiner ursprünglichen Absicht abzugehen, Deutschland sofort zu bewaffnen?“
„Franc-T i r e u r “, linkssozialistisch, schreibt: „Das deutsche Problem ist unlösbar, solange Washington von deutschen Divisionen, das heißt -von einer deutsche^ Armee, spricht.“ Die kommunistische „Humanite“ erklärt:
„Die Franzosen werden nicht für Großdeutschland Krieg führen. Sie wissen, es gibt auch noch eine andere Lösung des deutschen Problems. Diese liegt im Geiste der Potsdamer Beschlüsse, der deutschen Demokratie Vertrauen zu schenken, einem Deutschland, das seine Fehler anerkannt hat und sie gutmacht."
Privatmann Niemüller
Wiesbaden, 8. Oktober, (dpa) Kirchenpräsident D. Niemöller erklärte Samstag einem dpa-Vertreter, daß er sein Protestschreiben gegen die Haltung Dr. Adenauers zur Remilitariserung an den Bundeskanzler als Privatmann geschrieben und an Dr. Adenauer persönlich gerichtet habe.
Niemöller sprach sein Bedauern darüber aus, daß Bundeskanzler Dr. Adenauer, den offenen Brief der Bruderschaften der Bekennenden Kirche und seinen Privatbrief nur durch seine persönlichen Referenten habe beantworten lassen. Außerdem habe er das Gefühl, daß man sich in Bonn „an den in beiden Briefen erwähnten Beweisen für die angelaufene Remilitarisierung vorbeidrücken“ wolle.
„Unverantwortlich“
Evangelisches Echo auf den Niemöller-Brief
Bonn, 8. Oktober, (epd) Mit sehr entschiedenen Worten wandten sich die evangelischen Abgeordneten Direktor Kunze und Dr. Gerstenmaier der Christlich-Demokratischen Union im Bundestag gegen den „Offenen Brief des Bruderrates der Bekennenden Kirche“ und ein Begleitschreiben des Kirchenpräsidenten Niemöller an den Bundeskanzler, in dem eine Volksbefragung oder eine Neuwahl zur Entscheidung über die Frage der Wiederaufrüstung gefordert wird. 'Beide Abgeordneten erklärten, daß nach dem einwandfreien Ergebnis der letzten Aeußerungen McCloys die Bundesregierung von sich aus wohl ihre Bereitschaft zur Beteiligung an der Verteidigung Europas, nicht aber eine deutsche Wiederaufrüstung angeboten habe; bis jetzt sei von keiner fremden Regierung eine Remilitarisierung Deutschlands gefordert worden.
Es sei unverantwortlich, im gegenwärtigen Schwebezustand das deutsche Volk so zu beunruhigen, wie es durch den Niemöller-Brief geschehe. Dr. Adenauer habe nicht im mindesten die Absicht, Volk und Volksvertreter vor- vollendete Tatsachen zu stellen.
Der „Nene“ heißt „Soforthelfer“
NeustadtAVeinstraße. 8. Oktober, (dpa) Die deutsche Weinkönigin Elisabeth I. taufte den neuen Wein des Jahrgangs 1950 auf den Namen „Soforthelfer“. Dieser Name war unter mehreren tausend Einsendungen aus ganz Deutschland beim Deutschen Weinlesefest in Neustadt /Weinstraße ausgewählt worden. 1949 hieß der „Neue“ „Bundesbruder“, 1948 „- Mark-Hupfer“ und 1947 „Knochenrappler“.
STARKENBURG
Wer hatte recht?
Verhandlung voller Widersprüche
Zwei Tage verhandelte die Erste Strafkammer des Landgerichts Darmstadt in emem Fall, den die Staatsanwaltschaft als Notzucht angeklagt hatte. Verantworten mußte sich ein 35jähriger kaufmännischer Angestellter aus Bauschheim. Er sollte nach Angaben einer Zeugin am 12. August diese in einem Waldstück beim Pilzesammeln überfallen und an ihr eine Notzuchtshandlung verursacht haben. Der Angeklagte dagegen sprach von einer Verabredung und einer Flasche Wein, die getrunken worden sei. Andere Zeugen schilderten die betreffende Zeugin als eine Frau, die gern „die Männer verrückt mache, sich dann aber zurückziehe“. Festgestellt wurde ferner, daß die Zeugin erst zwei Tage nach dem Vorfall Anzeige erstattete.
Der Vorsitzende des Gerichts wies darauf hin, daß in der Verhandlung Widersprüche aufgetaucht seien und verkündete schließlich folgendes Urteil: Zwei Monate Gefängnis wegen tätlicher Beleidigung. wst.
Fünftes Autounglück
an derselben Stelle
Vor einigen Tagen berichteten wir von einem Unglück in der Kurve der Bundesstraße 26 Darmstadt—Aschaffenburg zwischen der großen Bahnunterführung Babenhausen und dem Tschechenlager. Dort ereignete sich nun am Sonnabend gegen 7.15 Uhr der fünfte Auto-Unfall, der drei Verletzte und einen schwer beschädigten Wagen forderte.
Eine von Aschaffenburg kommende Limousine fuhr in hoher Geschwindigkeit über die Kurve hinaus und kam mit den Vorderrädern auf den Rasen. Damit der Fahrer nicht die zwei Meter hohe Böschung hinunterfuhr, riß er geistesgegenwärtig das Steuer nach links, kam dabei aber ins Schleudern und fuhr auf der linken Straßenseite gegen einen Baum. Der Wagen wurde am Vorderteil schwer beschädigt und mußte von einem amerikanischen Spezial-Fahrzeug abgeschleppt werden. Die amerikanischen Soldaten, die im Wagen saßen, wurden verletzt, und mußten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. N. B.
Ein zweiter Täter?
Einbrecher in Niedernhausen wird von der Kripo gesucht
In der Nacht vom Freitag zum Samstag versuchte in Niedernhausen ein junger Mann einen Einbruchsdiebstahl zu begehen, wurde aber von dem Hausbewohner gestört und anschließend verfolgt, wobei der Täter bei Reinheim sein Fahrrad mit einem Karton liegen ließ und in Richtung Otzberg davonlief.
Beschreibung: Alter etwa 25 Jahre, Größe etwa 1,75 m, Gestalt schlank, Haare blond, Augen graublau, bekleidet mit einer grau gestreiften langen Hose und einer grünen Windbluse. Im Karton befanden sich Bekleidungsstücke. An einer langen Hose waren dunkle Flecken — vermutlich Blut — feststellbar. Ebenfalls dürfte ein Schal, an dem sich Blutspuren befanden, ausgewaschen worden sein. Es wird vermutet, daß es sich um den Täter handelt, der in Ober-Kainsbach im 1. Oktober den Regierungsbaurat a. D. Storck in seinem Keller niederschlug.
Zwischen den im Karton befindlichen Kleidungsstücken wurde ein Lohnstreifen vom September 1950 mit der Quittung eines Heinz Willer gefunden. Die Kriminalpolizei bittet um Mitteilung, wer Heinz Willer ist und wo er im September 1950 gearbeitet hat. Sachdienliche Mitteilungen an die Kriminalpolizeiinspektion Darmstadt, Holzhofallee 25. DT
Die eigenen Kinder Brandstifter
Überauer Schadenfeuer aufgeklärt
Die Ermittlungen der Kripo und Gendarmerie zur Brandursache bei dem am Freitag in dem Anwesen des Oelhändlers Will in Überau ausgebrochenen Schadenfeuer hat ergeben, daß dieses durch die beiden 7- und 9jährigen Söhne entstanden ist. Die Minderjährigen gaben zu, daß sie eine Schachtel mit Streichhölzern gefunden hätten, sie unter dem Chaiselongue versteckten. Später haben sie diese wieder hervorgeholt, stiegen damit auf den Strohstock, entzündeten eines der Hölzer und hielten es unter das Stroh. Als dieses Feuer fing, sahen sie eine Weile zu und liefen schließlich davon. (le.)
Fremder Einfluß bedroht dentsche Kultur
Abschluß der Dieburger musischen Woche in der Ludwigshalle / Ansprache von Kultusminister Dr. Stein
Zum Abschluß der Dieburger musischen Woche fand am Sonntagnachmittag eine Feierstunde in der Ludwigshalle statt. Auftakt bildete der Choral „Ich will den Namen loben ..ausgeführt vom Schülerchor unter Begleitung des Lehrerorchesters. Dem „Jahresgebet“ folgte ein weiteres Chorlied, das zur Begrüßungsansprache von Kreisschulrat Schmidt überleitete.
Der Redner erklärte, daß es sich in dieser Woche gezeigt habe, daß das musische Element nach der Religion die stärkste Kraft ist, die den Menschen zu einer Persönlichkeit erwachsen läßt — die ihn hinführt zu einer Gemeinschaft aller Herzen.
Nach einem Erwachsenenchor sprach Kultusminister Dr. Stein über Jugend- und Volkstumspflege. Die Verschiedenartigkeit der Wortbegriffe und die Aenderung der kontinentalen Verhältnisse in Europa haben nicht unwesentlich dazu beigetragen, aus dem Mißverhältnis zwischen Theorie und Praxis Spannungen entstehen zu lassen, die sich in den letzten 25 Jahren verstärkt haben. Der Gedanke der Schaffung der Vereinigten Staaten von Europa stünde in vielen Fällen der Unsicherheit der Menschen gegenüber, die ihr Volksbrauchtum und ihre nationalen Eigenarten bedroht sehen. Nur wer ein guter Deutscher sei, könne auch ein guter Europäer werden. Die Pflege der natürlichen Bindungen und der deutschen Volkseigenart seien für die Bildung einer überstaatlichen Einstellung des Bürgers wichtige Voraussetzungen. ... _ TVrinicfpr
Bei den Flüchtlingen, führte Minister Dr Stein aus, habe die Pflege des Volkstums eine tiefe Bedeutung, da ihr Daseinsbewußtsein nur noch von der•Erinnerung an vergangene Zeiten durchdrungen sei. Die Sorge um die geistigen Guter
unseres Volkes wären nicht unberechtigt. Immer mehr mache sich fremder Einfluß auf kulturellem Gebiet bemerkbar. An Hand einiger Beispiele begründete der Redner seine Ausführungen und stellte fest, daß wir an den Grenzen des Erträglichen angelangt seien. Niemals hätte der seelische Pöbel aufkommen können, wenn nicht bedingungslose Aestheten der Masse einzureden versuchten, daß der Geist der Zeit gut sei. Der einzige Weg, der eine Besserung des Zustandes verhieße, wäre die musische Erziehung der Jugend. Ihr eine sichere Zukunft zu geben, sei das Ziel jeglicher Arbeit. Wenn es gelingen würde, die Freizeit der Jugend mit inneren Werten zu füllen, mit den hohen Gütern der Sittlichkeit und Humanität, dann könnte die Jugend zu bewußten Trägern des nationalen Schicksals werden.
Chöre und Laienspiele gaben anschließend einen Einblick in die Arbeit der musischen Woche, und das überfüllte Haus zollte den Darbietungen der Jugendlichen wie der Rede des Kultusministers begeisterten Beifall. -st.
Was aŭch interessiert
Eingebrochen wurde in der Samstag in Büttelborn bei Batker_ meister Wilhelm Görlich, Weiter städter Straße 3 Unter anderem erbeu-Se der Täter 240 DM. Verschiedene Anzeichen weisen bereits auf den v mutlichen Täter hin.
Anerkennenswert und zu empfehlen ist das an der Volksschule in Ein hausen eingeführte Schulsparen. el
lieber das Thema: „Die Stellung Deutschlands zum gesamtdeutschen blem“ diskutieren voraussichtlich am kommenden Samstagabend um 20 Uhr der Vorsflzende der CDU/CSU-Fraktion Dr Heinrich von Brentano und der Bundestagsabgeordnete Heinn^R i t^ e 1 'SPD) öffentlich im „Bensheimer Ho , Bensheim. „ . _ „
Auf Veranlassung der „Jungen Union“ ries Kreises Bergstraße stellte die CDU Fraktion beim Kreistag den Antrag, bei dÄ November stattfindenden Wahlen Sm Hessischen Landtag der Bevoikedes Kreises Bergstrane aui Xm gesonderten Zettel die Frage: Sd Sie für die Vereinigten Staaten von Europa?“ vorzulegen.
von Zur Rattenbekämpfung fordert das Gewerbeamt des Landkreises Groß-Gerau die Bürgermeister auf, rechtzeitig die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten und dem Landratsamt hierüber Bericht zu erstatten. c°
Seifenkisten mit 60 Sachen
Erstes Odenwälder Seifenkistenrennen in Michelstadt ein voller Erfolg
Die Michelstadter Kerb hat durch den Vorschlag des Verkehrsvereins, ein Seifenkistenrennen für die Jugend am Kerbesonntag durchzuführen, einen neuen, belebenden Inhalt bekommen.
Nahezu 5000 Menschen, alte und junge, säumten gestern nachmittag die ideale Rennstrecke an der Waldstraße. Der Initiator der Veranstaltung und 1. Vorsitzende des Verkehrsvereins Miche’lstadt, Bundestagsabgeordneter Heinrich Ritzel, drückte in seinen Begrüßungsworten die Hoffnung aus, daß dieser hoffnungsvolle erste Versuch die Grundlage für ein alljährlich durchzuführendes Volksfest werden möge. Michelstadt, im Zentrum des Odenwaldes, wolle damit ein Fest der Freude stiften.
41 Fahrzeuge am Start
Auf der 350 m langen Asphaltbahn, die mit einem Maximalgefälle von 11 Proz. nicht nur hohe Geschwindigkeiten ermöglicht, sondern mit zwei leichten Kurven auch große Anforderungen an die Fahr-
kunst der kleinen Rennkanonen stellt, wurden sämtliche am Rennen teilnehmenden Fahrzeuge zunächst einzeln vorgeführt. Von den 60 gemeldeten waren nur 41 am Start erschienen. Offenbar ist einigen Konstrukteuren doch in letzter Minute das Zutrauen in ihre Vehikel geschwunden. Da nämlich nicht die Vorschriften der Internationalen Seifenkistenrennen angewendet wurden, konnte alles teilnehmen, was rollte und lenkbar ist.
Dementsprechend bekamen die Zu-
schauer die verdrehtesten Gebilde zu sehen, angefangen vom Pappkarton auf Rädern über waschechte Seifenkisten, Badewannen, phantasievolle Dreiradgebilde, bis zu vorschriftsmäßig nach den internationalen Regeln gebauten schnittigen Kisten. Gar manchmal mußten die Zuschauermauern zu beiden Seiten der Bahn schreiend zurückweichen, wenn die Gefährte in verwegenen Kurven über die Bahn schlängelten. Erfreulicherweise gab es keine ernsthaften Unfälle. Einige Stürze, Achsenbrüche und Karambolagen erhöhten nur den Reiz des Ringens.
„International“ im nächsten Jahr
Nichts konnte aber auch die große Anteilnahme der Erwachsenen mehr beweisen als die Spendefreudigkeit dei' Michelstädter Geschäftswelt. Schon lange vor dem Rennen waren Preise in großer Zahl gestiftet worden und während der einzelnen Läufe wurden immer noch neue Spenden bekanntgegeben. Bürgermeister Wöbet konnte am Schluß des für Michelstadts Sportgeschichte historischen Tages den Dank der Stadt an den Verkehrsverein, den Rennleiter Helmut Hoffmann sowie alle Starter und Zielrichter, die Absperrmannschaften und das Rote Kreuz, die Geschäftswelt und vor allen Dingen an die kleinen Rennteilnehmer aussprechen.
Die eigentliche Preisverteilung findet heute nachmittag um 17 Uhr in „Schmerkers Garten“ statt. Inzwischen bekamen die Teilnehmer einen Trostpreis und fuhren anschließend geschlossen die Rennstrecke ab. »
Die Stadt Michelstadt beabsichtigt, auf Grund des außerordentlichen Erfolges zu Pfingsten nächsten Jahres ein großes Seifenkistenrennen nach internationalen Bestimmungen für den gesamten Kreis Erbach durchzuführen. Der Verkehrsverein Michelstadt nimmt bereits hierfür Meldungen entgegen.
Die Ergebnisse:
Die ersten beiden Plätze in den einzelnen Klassen belegten:
Rollschuhe! Margret Bruns 13,2 Sekunden, Helga Rauch 15 Sekunden.
Roller: Helga Schelinsky 12,8 Sekunden, Christa Bruns 12,9 Sek. Seifen k ist en I: Gernot Fuh r i g 32,8 Sek, Peter Groß 33,8 Sek.
Seifenkisten II: Albert Beller 31,4 Sek, Roland Machatsch 32,5 Sek.
Seifenkisten Ilb: Helmut Heft 31,8 Sek, Karl Mohr 33,0 Sek.
Seifenkisten III: Bernd Nicklas 42,2 Sek., Werner Schmucker 48,3 Sek.
Normalklasse: Gerd Ensinger 29,8 Sek., Eberhard Meyer 30,6 Sek. Sonderklasse: Walter Ihrig,
Schönnen, 28 Sek., Ganss, Michelstadt, 28 Sek. (Schnellste Zeit des Tages!) Klaus Schützenmeister 29,1 Sek.
Sonderbau: Willi Ihrig 28,2 Sek. -ch.
Die „Fliegende Waschbütte“ rast über die Strecke (links), verliert ein Rad und schleudert (Mitte), während der „Braune Bomber“ ungehindert das Ziel passiert DT-Fotos: Schröder
Interessiert schaut Mäxchen zu, wie die Größeren ihre Kisten startklar machen DT-Foto: Schröder
Bundestagsabgeordneter Heinrich Ritzel, Vorsitzender des Michelstädter Verkehrsvereins, wohnte dem Rennen am Ziel bei DT-Foto: Schröder
Astor schlug alle Favoriten
Achtzig Schäferhunde stellten sich in Biblis den Richtern
Aus der Gesamtwertung können wegen Platzmangels nur die jeweils drei besten Tiere jeder Klasse aufgeführt werden. Für die Rüden sind dies:
Offene Leistungsklasse:
V 1 — Astor vom Haus Brückmann, Bes. Alois Heiser, Bürstadt; V 2 — Alf vom Haus Brückmann, Bes. Hans B a i e r 1 e, Bürstadt; V 3 — Congo vom Pinzenberg, Bes. H. Molk, Ludwigshafen.
Junghundeklasse:
VI — Cralo vom Aegidiendamm, Bes. Philipp Z e h f u ß, Einhausen; V 2 — Bill vom Haus Brückmann, Besitzer Willi Schleier, Biblis; Sg 3 — Billo vom Haus Brückmann, Besitzer Hrch. Neff, Biblis.
Jugendklasse:
Sgl — Übert vom Piastendamm, Bes. W. Volz, Nauheim; Sg2 — Haschiko vom Rosenbusch, Bes. O. Held, Mühlheim a. Main; Sg3 — Arno von der Pfaffenaue, Bes. Johann Bauer, Biblis. Für die Hündinnen erfolgte die Bewertung in den gleichen Klassen. Die Plätze wurden belegt wie folgt:
Offene Leistungsklasse:
VI — Bertel von der Konradswiese, Bes. Rudolph Zimmermann, Wiesbaden-Dotzheim; V 2 — Cora von der Kreidacher Höhe. Bes. Georg Brückmann, Bürstadt; Sg 3 — Britta von der Lore, Bes. Adam Reis, Biblis.
Junghündinnen:
Sgl — Aggi vom Nibelungengold, Bes. Jakob Leibfritz, Einhausen; Sg2 — Billa von Riedrode. Bes. Erwin Held, Bürstadt; Sg3 — Britta von Riedrode, Bes. Fritz Hoffmann, Lampertheim.
Sgl — Arga vom Aegidiendamm, Bes. Peter Schmitt, Lorsch; Sg 2 — Amsel von der Pfaffenaue, Bes. Martin Gölz, Biblis: Sg 3 — Asta vom Hans Heinold, Bes. Johann Kolb, Lampertheim.
In der Altersklasse waren nur zwei Tiere angetreten. Im ganzen gesehen, war die Bibliser Schau auch nach dem Urteil der Preisrichter mit selten gutem Hundematerial beschickt. Da die Gemeinde Biblis einen Preis für das beste Tier des Tages gestiftet hatte, traten die ersten Sieger jeder Klasse abschließend nochmals zu einem Wettbewerb zusammen, in dem Astorvom Haus Brückmann allen Favoriten klar überlegen war. bb.
Astor vom Hause Brückmann (Foto: pdr)
Wir wollen am Tisch sitzen
Großkundgebung des Kreisverbandes Bergstraße, des Verbandes der Kriegs- und Zivilbeschädigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen in Hofheim
Im Rahmen einer Kreiskonferenz veranstaltete am Sonntagnachmittag der VDK für das Land Hessen in Hofheim (Ried) im Bereich des Kreises Bergstraße eine Großkundgebung, der eine Schulungstagung für die Funktionäre vorausgegangen war.
Im vollbesetzten Saal der Gaststätte „Schwarzer Adler“ konnte Vorsitzender Seeger neben dem Hauptreferenten des Tages, dem Geschäftsführer des VDK-Landesverbandes Studkrucker, und unter den zahlreichen Ehrengästen den Bundestagsabgeordneten Euler von der FDP, den CDU-Landtagsabgeordneten Guenderoth, Ramm von der SPD sowie Vertreter der benachbarten VDK - Ortsgruppen des Bezirksausschusses Darmstadt, die Bürgermeister von Hofheim und Bensheim und die Geistlichkeit beider Konfessionen begrüßen. Nach der einleitenden Ansprache ergriff Landesgeschäftsführer Studkrucker das, Wort und schilderte den schwierigen Weg der Versorgungsgesetzgebung im Nachkriegs-Deutschland, wobei er betonte, daß neben den Besatzungsmächten auch maßgebliche Vertreter der deutschen politischen Parteien sowie der Länderregierungen Schuld an der schwierigen und langwierigen Entwicklung der Kriegsopferversorgung getragen hätten.
Im Anschluß an die Ausführungen Studkruckers sprach der FDP-Bundestagsabgeordnete Euler. Die FDP, so sagte er, sei bestrebt, eine ausreichende Kriegsopferversorgung so schnell wie möglich herbeizuführen. Euler sagte; daß auch er zu den 177 Abgeordneten gehört habe, die gegen den Entwurf des jetzigen Versorgungsgesetzes gestimmt hätten. Die Gründe dafür seien gewesen, daß der Bund zu dieser Zeit noch Kostgänger der Länder gewesen sei und über keine eigene Einnahmen verfügen konnte. D'e Länder-Minister der SPD und CDU hätten damals ultimativ erklärt, daß sie keinen Pfennig über die 80 Millionen zur Verfügung stellen könnten, da sonst der Bundestag sein Veto einlegen würde. Um trotzdem eine Verbesserung der bisherigen Lage zu erreichen, hätte man dem damaligen Entwurf nicht zugestimmt. Als nächster sprach CDU-Landtagsabgeordneter Guenderoth.
Im Anschluß an dessen Ausführungen hatten die anwesenden Kriegsbeschädigten Gelegenheit, sich mit ihren Fragen und Sorgen an den Vertreter des Landesverbandes zu wenden. Kr.
Modeschau in Pfungstadt
In den von der Gärtnerei Vogler prächtig geschmückten Sälen der Gaststätte Specht zeigten Modehaus Christof und Modesalon Kraft eine schöne Auswahl ihrer Herbst- und Wintermodelle, deren Qualität und Ausführung viel Beifall fanden. Schmuck von Firma Welz, Pelze der Firma Kaltwasser, Ledertaschen von Julius Helene und das Schuhwerk von Böttiger harmonierten aufs beste mit den Mänteln, Kostümen und Kleidern. Die Frisuren der Mannequins waren von Salon Kanzler gelegt. Humorvolle Plauderei verband die einzelnen Nummern; dazwischen zeigte das Meistertanzpaar B ä u 1 k e, Darmstadt, seine Kunst. An das Programm anschließend spielte Adam Weingärtner mit seinen Solisten zum Gesellschaftstanz auf. }er
Obst- und Gemüseschau
in Pfungstadt
Die Obst- und Gemüseschau des Gartenbauvereins fand einen starken Zuspruch. Alle Sorten der in Pfungstadt angebauten Aepfel und Birnen lagen in Tellern sortiert zur Schau. Sammlungen von Konserven in Gläisern gaben ein Bild hausfraulicher Arbeit und Frischhaltung für die obstarme Zeit. Auch die selbsthergestellten Fruchtsäfte fanden allseitiges Interesse. Das gezeigte Gemüse war von erstklassiger Qualität und in Größe und Güte wohl kaum zu übertreffen. Die von verschiedenen Mitgliedern ausgestellten Herbstblumen und Dahlien erregten das Entzücken aller Blumenfreunde. Die wohlgelungene Schau war durch den ersten Vorsitzenden Fr. Lang aufgebaut worden. ‘ . ler
DER SPORT
In Zahlen gemeldet
Rheinland-Pfalz 1. Liga FK Pirmasens—Wormatia Worms 3:3 Mainz 05—VfL Neustadt 3:3 Eintracht Trier—Phön. Ludwigshafen 3:1 Spvgg Andernach—Eintracht Kreuznach 3:0 Tura Ludwigshafen—FV Engers 1:2 1. FC Kaiserslautern—ASV Landau 6:1
Süd 1. Liga VfR Mannheim—VfL Neckarau 4:1 FC Singen—Darmstadt 98 4:1 BC Augsburg—Vfß Mühlburg 0:3 1860 München—Spvgg Fürth 4:2 SV Waldhof—FSV Frankfurt 0:1 Eintr. Frankfurt—FC Schweinfurt 1:1 Vfß Stuttgart—Schwaben Augsburg 6:1 1. FC Nürnberg—Bayern München 3:1 SSV Reutlingen—Kickers Offenbach 3:2
Süd 2. Liga Jahn Regensburg — Hessen Kassel 3:2 SV Tübingen — Kickers' Stuttgart 0:4 SV Wiesbaden — FC Freiburg 5:1 Vikt. Aschaffenburg — 1. FC Pforzheim 4:3 TSV Straubing — ASV Cham 1:1 Union Bückingen — Wacker München 1:1 Arheilgen — Bayern Hof 2:0 Ulm 46 — 1. FC Bamberg 1:1 ASV Durlach — VfL Konstanz 1:1
West 1. Liga Duisburger SV—Alemannia Aachen 1:2 Rheydter SV—Hamborn 07 1:1 Rot-Weiß Oberh.—Bor. M.-Gladbach 0:3 Schalke 04—SpVgg Erkenschwick 0:3 1. FC Köln—Preußen Dellbrück 1:0 Spfd Katernberg—Rot-Weiß Essen 2:3 Bor. Dortmund—Preußen Münster 2:1 Fortuna Düsseldorf—Horst-Emscher 2:0
Nord 1. Liga Hannover 96—Hamburger SV 2:4 Werder Bremen—Fp St. Pauli 0:0 Eintr. Braunschweig—Bremer SV 2:3 SV Itzehoe—Arm. Hannover 0:3 Vfß Oldenburg—Göttingen 05 1:2 Cone. Hamburg—Altona 93 2:2 Holstein Kiel—VfL Osnabrück 1:0 Eintr. Osnabrück—Eimsbüttel 1:1
Bethery siegte ungefährdet München, (sid) Ohne den Dortmunder Erich Bautz, der anderweitig verpflichtet wurde, war das 100-km-Steherrennen auf der Münchener Amorbahn um den Großen Herbstpreis von München vor nur 2500 Zuschauern eine klare Angelegenheit für den Franzosen Bpthery, der den für Bautz in letzter Sekunde verpflichteten Holländer de Best und den Nürnberger Kitt-Steiner sicher distanzierte. Ergebnis-Großer Steherpreis von München über 100 km: 1. Böthery (Frankreich) 1:23:12.6 Stunden. 2. de Best (Holland) 660 m, 3. Kittsteiner (Nürnberg) 880 m, 4. Ludwig Höhmann (München) 1300 m, 5. Besson (Schweiz) 3780 m.
Im Stundenfahren hinter Motoren Im Antwerpener Sportpalast hatte Erich Bautz am Samstagabend einen schönen Erfolg erzielt. Fr wurde mit 35 Metern Abstand und einer Fahrleistung von 65,745 Kilometern Zweiter hinter dem Belgier Adolphe Verschueren.
| 1. FC Kaiserslautern | ||||||
| 6 | 6 | 0 | 0 | 21:2 | 12:0 | Wormatia Worms |
| 7 | 5 | 1 | 1 | 29:10 | 11:3 | FK Pirmasens |
| 6 | 4 | 2 | 0 | 17:5 | 10:2 | Phön. Ludwigshafen |
| 7 | 3 | 2 | 2 | 27:14 | 8:6 | Eintracht Trier |
| 6 | 3 | 0 | 3 | 11:8 | 6:6 | VfR Kaiserslautern |
| 6 | 2 | 2 | 2 | 6:12 | 6:6 | FV Engers |
| 7 | 3 | 0 | 4 | 10:17 | 6:8 | VfL Neustadt |
| 7 | 2 | 2 | 3 | 9:17 | 6:8 | Spvgg Andernach |
| 7 | 2 | 1 | 4 | 13:18 | 5:9 | ASV Landau |
| 7 | 2 | 1 | 4 | 7:26 | 5:9 | FSV Mainz 05 |
| 6 | 1 | 2 | 3 | 8:13 | 4:8 | TuS* Neuendorf |
| 4 | 1 | 1 | 2 | 10:14 | 3:5 | Eintracht Kreuznach |
| 4 | 1 | 0 | 3 | 4:8 | 2:6 | Tura Ludwigshafen |
| ß | 1 | 0 | 5 | 9:17 | 2:10 |
| FSV Frankfurt | ||||||
| 8 | 6 | 1 | 1 | 18:7 | 13:3 | 1. FC Nürnberg |
| 8 | 5 | 1 | 2 | 19:5 | 11:5 ' | Vfß Stuttgart |
| 8 | 5 | 1 | 2 | 21:11 | 11:5 | Vfß Mühlburg |
| 8 | 5 | 0 | 3 | 25:11 | 10:6 | Spvgg Fürth |
| 8 | 5 | 0- | 3 | 17:9 | 10:6 | VfR Mannheim |
| 8 | 5 | 0 | 3 | 27:14 | 10:6 | Bayern München |
| 7 | 4 | 1 | 2 | 17:11 | 9:5 | FC Schweinfurt |
| 7 | 4 | 1 | 2 | 11:9 | 9:5 | Kickers Offenbach |
| 8 | 4 | 1 | 3 | 16:10 | 9:7 | Eintr. Frankfurt |
| 8 | 3 | 3 | 2 | 13:11 | 9:7 | FC Singen 04 |
| 7 | 3 | 1 | 3 | 11:19 | 7:7 | Schwab. Augsburg |
| 8 | 2 | 3 | 3 | 13:17 | 7:9 | 1860 München |
| 7 | 3 | 0 | 4 | 10:13 | 6:8 | Darmstadt 98 |
| 8 | 2 | 1 | 8 | 12:22 | 5:11 | BC Augsburg |
| 8 | 1 | 3 | 4 | 6:13 | 5:11 | SV Waldhof |
| 8 | 1 | 2 | 5 | 7:15 | 4:12 | VfL Neckarau |
| 8 | 1 | 1 | 6 | 9:25 | 3:13 | SSV Reutlingen |
| 8 | 1 | 0 | 7 | 6:36 | 2:14 |
| Jahn Regensburg | ||||||
| 8 | 7 | 0 | 1 | 23: 9 | 14: 2 | Bayern Hof |
| 8 | 6 | 1 | 1 | 15: 6 | 13: 3 | Kickers Stuttgart |
| 8 | 5 | 2 | 1 | 25:14 | 12: 4 | ASV Cham |
| 8 | 3 | 4 | 1 | 13:10 | 10: 6 | Wacker München |
| 8 | 4 | 1 | 3 | 24:16 | 9: 7 | Vikt. Aschaffenburg |
| 8 | 4 | 1 | 3 | 21:15 | 9: 7 | Union Böckingen |
| 8 | 4 | 1 | 3 | 15:15 | 9: 7 | Hessen Kassel |
| 8 | 3 | 3 | 2 | 19:15 | 9: 7 | FC Bamberg |
| 8 | 3 | 3 | 2 | 10:11 | 9: 7 | VfL Konstanz |
| 8 | 4 | 1 | 3 | 13:14 | 9: 7 | FC Pforzheim |
| 8 | 3 | 2 | 3 | 22:18 | 8: 8 | Ulm 46 |
| 8 | 3 | 2 | 3 | 10:15 | 8: 8 | TSV Straubing |
| 8 | 2 | 2 | 4 | 19:20 | 6:20 | SV Wiesbaden |
| 8 | 2 | 1 | 5 | 15:15 | 5:11 | ASV Durlach |
| 8 | 2 | 1. | 5 | 16:18 | 5:11 | SG Arheilgen |
| 8 | 2 | 1 | 5 | 11:23 | 5:11. | FC Freiburg |
| 8 | 1 | 2 | 5 | 13:26 | 4:12 | SV Tübingen |
| 8 | 0 | 0 | 8 | 5:29 | 0:16 |
| Fortuna Düsseldorf | ||||||
| 7 | 5 | 2 | 0 | 11:2 | 12:2 | 1. FC Köln |
| 7 | 6 | 0 | 1 | 15:3 | 12:2 | Schalke 04 |
| 7 | 5 | 1 | 1 | 20:5 | 11:3 | Borussia Dortmund |
| 7 | 5 | 1 | 1 | 17:9 | 11:3 | Rot-Weiß Essen |
| 7 | 4 | 0 | 3 | 18:11 | 8:6 | SpVgg Erkenschwick |
| 7 | 3 | 2 | 2 | 7:5 | 8:6 | Preußen Münster |
| 7 | 4 | 0 | 3 | 8:6 | 8:6 | Preußen Dellbrück |
| 7 | 3 | 1 | 3 | 9:7 | 7:7 | Rheydter SV |
| 7 | 3 | 1 | 3 | 11:15 | 7:7 | Horst Emscher |
| 7 | 2 | 2 | 3 | 12:11 | 6:8 | Alemannia Aachen |
| 6 | 2 | 1 | 3 | 6:12 | 5:7 | Hamborn 07 |
| 7 | 2 | 1 | 4 | 9:15 | 5:9 | Rot-Weiß Oberh. |
| 6 | 1 | 1 | 4 | 5:13 | 3:9 | Spfr Katernberg |
| 6 | 1 | 1 | 5 | 10:19 | 3:11 | Bor. M.-Gladbach |
| 7 | 1 | 0 | 6 | 7:25 | 2:12 | Duisburger SV |
| 7 | 1 | 0 | 6 | 3:10 | 2:12 |
| Hamburger SV | ||||||
| 7 | 5 | 2 | 0 | 30:10 | 12:2 | FC St. Paull |
| 7 | 4 | 3 | 0 | 21:8 | 11:3 | •"Üttingen 05 |
| 8 | 5 | 1 | 2 | 28:17 | 11:5 | TSV Eimsbüttel |
| 7 | 4 | 2 | 1 | 16:9 | 10:4 | VfL Osnabrück |
| 7 | 3 | 3 | 1 | 18:11 | 9:5 | Bremer SV |
| 7 | 4 | 1 | 2 | 15:13 | 9:5 | Werder Bremen |
| 8 | 3 | 3 | 2 | 19:13 | 9:7 | Arminia Hannover |
| 7 | 4 | 0 | 3 | 15:8 | 8:6 | Eintr. Braunschweig |
| 7 | 3 | 2 | 2 | 17:12 | 8:6 | Holstein Kiel |
| 7 | 4 | 0 | 3 | 11:12 | 8:6 | Bremerhaven 93 |
| 7 | 3 | 2 | 2 | 15:16 | 8:6 | Vfß Oldenburg |
| 7 | 1 | 3 | 3 | 9:12 | 5:9 | Concordia Hamburg |
| 7 | 1 | 2 | 4 | 10:23 | 4:10 | Hannover 96 |
| 6 | 1 | 1 | 4 | 10:14 | 3:9 | Altona 93 |
| 7 | 1 | 1 | 5 | 11:30 | 3:11 | Eintracht Osnabrück |
| 6 | 0 | 2 | 4 | 7:15 | 2:10 | SV Itzehoe |
| 8 | 0 | 0 | 8 | 6:35 | 0:16 |
Weltrekord auf der Mailänder Rekordbahn
Filiput lief 440-yards Hürden in 51,9 sek. — Die Deutschen hielten sich hervorragend
M. Mailand. (Eigener Bericht.) Das erste Zusammentreffen deutscher und italienischer Leichtathleten seit Kriegsende führte in der alten ruhmreichen Mailänder Arena vor zirka zehntausend Zuschauern einige der besten deutschen Läufer und die beiden besten deutschen Hammerwerfer gegen die italienische Spitzenklasse. Auf der 500-m-Bahn wurden großartige Zeiten gelaufen. Die Gedanken der deutschen Leichtathleten weilten bei Rudolf Harbig, der hier am 15. Juli 1939 seinen großartigen 800-m-Weltrekord im Kampf gegen Lanzi lief. Begonnen wurden die Wettbewerbe mit dem Hammerwerfen. Dem Italiener Taddia glückte im ersten Versuch mit 59,17 m gleich ein Wurf, den außer dem Ungarn Nemeth, der mit 59,88 m den Weltrekord halt, noch kein Werfer erreicht hat. Auch Storch (Fulda) war hervorragend in Form. Er belegte mit 58,40 Meter den zweiten Platz. Wolf war etwas „schwächer“, aber 55,90 m genügten ihm glatt zum dritten Platz vor dem Italiener Tavernari. Gleich der erste Lauf des Tages war auch der erfolgreichste. Der Italiener Filiput, Europameister über 400 m Hürden, unternahm den Versuch, den 440- Yard-Hürden-Weltrekord zu brechen. Auf der Außenbahn laufend, hatte er sich in der Hauptsache mit dem Deutschen Meister Ulzheimer und dem Oesterreicher Fritz auseinanderzusetzen. Vom Start weg vergrößerte der Italiener ständig seinen Vorsprung und hinter seinem Rücken tobte ein Kampf um den zweiten Platz zwischen Missoni, Ulzheimer und Fritz. Auf der Zielgeraden lag Ulzheimer noch vorn, er strauchelte aber an der letzten Hürde und mußte den zweiten Platz Missoni um Brustbreite überlassen. Filiput gewann in Weltrekordzeit von 51,9 Sekunden vor Missoni (53,8 Sek.) und Ulzheimer (53,9 Sek.), Filiput stellte zugleich über 400 m Hürden den Europarekord mit 51 Sek. auf. Auf der etwas schweren Weitsprunganlage holte sich der Münchner Luther trotz Muskelzerrung den Weitsprungsieg mit 7,06 m vor dem italienischen Meister Ardizzone, der genau 7,00 m erreichte. Einen dramatischen Kampf gab ^s über 200 m. Der italienische Meister Leccesi und der Deutsche Zandt wechselten in der Führung. Zandt kam knapp hinter Leccesi, der auf der Außenbahn lief, in die Zielgerade. Im Endspurt konnte Zandt den Italiener nicht mehr erreichen, der in 21,8 Sek. siegte. Zandt wurde Zweiter mit 21,9 Sek. vor Sobrero in 22,0 Sek. Fischer (Krefeld), der in diesem Jahre zum erstenmal die 200-m-Strecke lief, belegte in 22,6 Sek. den 5. Platz.
Geister im 40 0f m-La u f Kaum weniger spannend war der 400- Meter-Lauf. Geister, Haas und der Italiener Siddi, der frischgebackene Weltrekordmann Filiput sowie der italienische Meister Porto und Paterlini standen am Start. Zunächst ging der Italiener Siddi in Führung. In der Zielgeraden kam jedoch Geister an ihn heran, ebenso der auf Außenbahn laufende Nürnberger Haas. Auf den letzten zwanzig Metern zogen Geister und Haas an ihm vorbei • und Geister holte sich in 47,4 Sek., die für ihn persönlich Bestzeit bedeuteten, einen von der kleinen deutschen Kolonie viel umjubelten Sieg vor Haas mit 47,5 Sek. und Siddi, der um Handbreite mit derselben Zeit zurückblieb, Vierter wurde Filiput der trotz seines kurz vorher gelaufenen Hürdenrennens noch in der ausgezeichneten Zeit von 48,2 Sek. einkam. Wie gut Ulzheimer kämpfen kann, sah man beim 800-m-Lauf. Vom Start weg führend, gewann er mit fünf Meter Vorsprung in der hervorragenden Zeit von 1:51,9 Min. Das große Vorbild Harbig mag ihn zu dieser Glanzleistung angespornt haben. Zweiter wurde der italienische Meister Fracassi, der 1:53,0 Min. benötigte, vor dem Italiener Fiori in 1:54,2 Min. Den Beschluß der Kämpfe bildete die 4xloo-m-Staffel, die Deutschland in der Besetzung Fischer, Geister, Zandt, Haas in 41,6 Sek. um Brustbreite vor Italien das dieselbe Zeit erzielte, gewinnen konnte.
Schade auch 10000 m-Weltklasse
Mit 30:10,6 Minuten blieb er nur vier Sekunden über Syrings Rekord
Der deutsche 5000-m-Meister Herbert Schade (Barmer TV 46) bewies in seinem ersten „ernsten“ 10 000-m-Lauf vor 4000 Zuschauern im Wuppertaler Stadion, daß er auch über die längere Zeit der beiden olympischen Langstrecken zur ersten Weltklasse zu rechnen ist. Im Kampf mit 10 000- m-Meister Hermann Eberlein (München 1800) und Waldlaufmeister Otto Eitel (TSV Eßlingen) erreichte der Lambert-Schützling die großartige Zeit von 30:10,6 Min., die nur um vier Sekunden über Max Syrings international wertvollem deutschen Rekord liegt. Während der 41jährlge Otto Eitel zehn Runden vor Schluß aus dem Rennen ausschiied, als er Schade und Eberlein nicht mehr folgen konnte, später aber Herbert Schade noch einmal mehrere Runden führte, fiel Eberlein sechs Runden vor dem Ziel plötzlich zurück, erreichte jedoch mit 30:41,8 Min. eine persönliche Bestzeit, die um 13,2 Sek. unter dem bisherigen Nachkriegsrekord von Otto Eitel liegt. Der Wind im Stadionkessel Im weiteren Verlauf dieses Rekordversuches machte der Wind unseren drei besten Langstrecklern zeitweilig sehr zu schaffen, da er sich in der zweiten Kurve der Radrennbahn fing und so die Läufer oftmals mehr als 100 m hemmte. Bei 3000 m in 8:53,0 Min. war die von Schades Betreuer Arthur Lambert aufgestellte Marschtabelle schon nicht mehr eingehalten worden. Als dann bei 5000 m in der gewiß großartigen Zwischenzeit von 1:54,0 Min. Arthur Lambert den drei Läufern unter den Scheinwerfern auf der Aschenbahn zurief „Minus sieben“, da wurde klar, daß der Sieger dieses herausragenden 10 000-m-Laufes der diesjährigen Saison wohl eine international prächtige Zelt laufen würde, Max Syrings Rekord jedoch nicht ganz erreichen könnte. Kameradschaftlich führt Eitel Otto Eitel, der schon zu Beginn einige Runden geführt hatte, konnte nach 6000 m dem Tempo plötzlich nicht- mehr folgen. Kurz darauf hatte er sich jedoch wieder erholt und führte so Schade, der bei 7400 m auch Eberlein abgeschüttelt hatte, über die letzten 2500 m. Es nutzte dem deutschen 2000-m- und 5000-m-Rekordmann nichts, daß er wohl noch stark genug war, um die wenigen Sekunden gegenüber Syrings Zwischenzeiten aufzuholen. Der Oberkörper Schades schaukelte immer stärker hin und her. Hierin lag nicht zuletzt die Tempoverschlechterung auf den zweiten 5000 m begründet. Dennoch als Schade seinen ersten 10 000-m-Lauf beendet hatte, zeigten die Uhren mit 30:10,6 Min. eine Zeit, wie sie noch nie ein Debütant über 10 000 m erreicht hat. Weitere Ergebnisse: Männer: 400 m: Hosbach (VfL Hagen) 49,9; 1000 m: Emde (SSV Wuppertal) 2:34,8; Frauen: 100 m: Sander-Domagalla (Dinslaken 09) 12,3; Hochsprung: Beickelmarm (Opladen) 1,56.
Offenbach leistete sich einen bösen Schnitzer
Tabellenführer im Süden bleibt der FSV Frankfurt / Auch Darmstadt unterlag in Singen
Gewiß, Offenbach spielte den technisch reiferen Fußball, aber das genügt bei der Härte der Punktekämpfe nun einmal nicht, zu dem spielerischen Können muß sich der entsprechende kämpferische Einsatz gesellen — und in dieser Hinsicht hatte Reutlingen den „Kickers“ einiges voraus. Ein stattliches Kontingent Frankfurter Schlachtenbummler fuhr rheinaufwärts in die Fußballhochburg Mannheim, wo sie inmitten von 16 000 Mannheimer Zuschauern (stimmlich) eine recht beachtliche Rolle spielten. Leider war dieser Kampf überaus hart und der vorzügliche Mittelstürmer des SV Waldhof, Hölzer, wurde kurz vor dem Seitenwechsel so böse angeschlagen, daß er herausgetragen werden mußte und nicht wiederkommen konnte. Insbesondere haderte das Waldhöfer Publikum mit dem Bornheimer Rechtsaußen Dziwoki, der sich allerdings auch allerlei . erlaubte. So mußte auch der Waldhof-Stopper Siegel nach einem Foul dieses Mannes vorübergehend ausscheiden. Das „goldene“ Tor erzielte Hermann auf Vorlage von Dziwoki. Hermann nahm den Ball kaltblütig auf und traf an dem herausgelaufenen Skudlarek vorbei ins Schwarze. Radok im Tor der Frankfurter verhinderte den möglichen Ausgleich mit phantastischen Paraden. Einen schwarzen Tag hatten die beiden Augsburger Vereine erwischt. Der BCA verlor zu Hause gegen die sehr gepflegt spielenden Mühlburger 0:3 und die „Schwaben“ gingen beim Deutschen Meister Vfß Stuttgart gar 1:6 ein. Die Fürther „Kleeblätter“ ließen sich in München bei den „60er“ 4:2 schlagen, nachdem sie beim Wechsel noch 2:1 vorne lagen. Die Freunde des „Clubs“ können wieder einmal lacnen, in einem hinreißenden Spiel schlug der 1. FCN die Münchener Bayern mit 3:1. Der Frankfurter „Eintracht“ hatte man gegen Schweinfurt mehr als ein mageres 1:1 zugetraut. Der FC Singen knickte die Darmstädter „Lilien“ mit einem 4:1 und der VfR Mannheim hatte trotz des überraschenden Führungstreffers der „Lokalkonkurrenz“ aus Neckarau keine Mühe, den „alten“ Neuling mit 4:1 zu bezwingen.
-ng. Frankfurt. (Eigener Bericht.) In der 1. Liga Süd leisteten sich ausgerechnet die Offenbacher Kickers den üblen Scherz, dem Tabellenletzten SSV Reutlingen zu den ersten Punkten zu verhelfen. Es scheint in der Tat so zu sein, daß den Lederstädtern die Luft in der französischen Zone nicht bekommt, anders kann man sich ihre 2:3-Niederlage in Reutlingen nicht erklären.
während die Stuttgarter Kickers ihre Anwartschaft auf einen der vorderen Plätze mit ihrem glatten 4:0 beim Tabellenletzten SV Tübingen untermauerten.
Hof strauchelte in Arheilgen
-tz. Das markanteste Ergebnis der zweiten süddeutschen Liga ist zweifellos die 2:0-Niederlage, die sich der seither ungeschlagene Tabellenführer Bayern Hof in Arheilgen holte. Die Bayern mußten sich davon überzeugen, daß am Arheilger Mühlchen die Punkte sehr hoch hängen. Guter Laune war man am Sonntagabend in Regensburg, denn infolge der Niederlage des Konkurrenten aus Hof hat die Jahnelf mit ihrem 3:2-Erfolg über Hessen Kassel, das sich hartnäckig wehrte, jetzt die Tabellenführung übernommen. Der SV Wiesbaden bezwang den FC Freiburg in einem schönen Spiel 5:1 und bewies damit, daß er den schlechten Tabellenplatz nicht verdient hat. In der Kurstadt hofft man. daß die Pechsträhne der technisch guten Elf des SV Wiesbaden damit endgültig abgerissen ist. Nicht weniger als vier Spiele endeten 1:1: Straubing—Cham.. Böckingen—Wacker München, Ulm—Bamberg und Durlach —Konstanz. Viktoria Aschaffenburg hatte Mühe, den 1. FC Pforzheim mit 4:3 zu besiegen,
Alles spielte für den Meister
f. kr. Mainz. Der gestrige Sonntag stand in der Oberliga Südwest (die sich als einzige noch Oberliga nennt, da sie eine Liga II nicht kennt) ganz im Zeichen des 1. FC Kaiserslautern. Nicht nur, daß der Meister daheim den ASV Landau sicher mit 6:1 bezwang — es spielte sozusagen alles für die Lauterer. In Pirmasens trennten sich der einheimische alte EK Pirmasens und Wormatia Worms mit 3:3, was Kaiserslauterns Vorsprung wieder um einen Punkt vergrößerte. Dazu verlor auch mit Phönix Ludwigshafen ein weiterer Widersacher beide Punkte. Der Wormatia-Bezwinger Eintracht Trier warf auch Phönix mit 3:1 aus dem Rennen. Ludwigshafen ist damit schon bedenklich zurückgefallen. Die anderen drei Ergebnisse sind ziemlich normal zu werten. Daß Mainz "oo sich gegen den VfL Neustadt mit 3:3 so wehe tun würde, wurde aber nicht ganz erwartet. Eintracht Kreuznach dagegen verlor erwartungsgemäß mit 0:3 in Andernach und bei Tura Ludwigshafen zeigte Engers mit einem 2:1-Sieg, daß eine in zweijähriger Oberligapraxis errungene Erfahrung doch etwas für sich hat. Im Rahmen der Saarlandpokalspiele schlug TuS Neuendorf in Saarbrükken den 1. FC Saarbrücken mit 3:1. Dagegen ver.or der VfR Kaiserslautern ein Freundschaftsspiel gegen Vfß Neunkirchen mit 1:3.
Schalke tanzte aus der Reihe
Sch. Gelsenkirchen (Eig. Bericht). In der Westdeutschen 1. Liga gab es zwei überraschende Ergebnisse: ' mit 0:3 unterlag Schalke 04 zu Hause gegen Erkenschwick und mit dem gleichen Resultat bezwang das „Schlußlicht“ Borussia München-Gladbach in Oberhausen die „Rot-Weißen“. Da der 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf sich, wenn auch knapp, durchsetzten, waren nur die Schalker Königsblauen die Leidtragenden, mit ihrer ersten Niederlage dieser Saison büßten sie zugleich die Tabellenführung ein. 35 000 Zuschauer verließen enttäuscht die Gelsenkirchener Kampfbahn. Schalke „kreiselte" nach altbewährtem Muster, Das sah zwar schön aus, war aber wieder einmal durchaus unproduktiv. Dazu kam, daß die beiden Schalker Außenläufer Dargaschewski und Zwickhöfer einen rabenschwarzen Tag hatten. Auf der anderen Seite spielten die Rot-Schwarzen aus Erkenschwick wie die Teufel, sie kämpften bis zum Umfallen und schon lange Zeit, bevor der Schiedsrichter das Spiel abpfiff, waren die Zuschauer mit fliegenden Fahnen in das Lager der tüchtigen Gäste übergegangen. Genau so aber staunten die Fußballfreunde über das 3:0 des Liga-Benjamins aus M.- Gladbach bei Rot-Weiß Oberhausen. Auch hier war der größere Eifer ausschlaggebend. Der 1. FC Köln mußte hart kämpfen, um die Dellbrücker Preußen schließlich mit 1:0 zu schlagen. Die Namensvettern der Dellbrükker gaben beim vierfachen westdeutschen Meister Borussia Dortmund eine recht gute Vorstellung, das 2:1 für den Meister spiegelt .den Kampf verlauf wider. Alemannia Aachen bewies in Duisburg mit seinem 2:1-Sieg, daß es auch auswärts Punkte zu holen vermag. Die Essener Rot-Weißen siegten mich Ach und Krach bei den Katernberger Sportfreunden 3:2. Fortuna Düsseldorf bleibt mit seinem 2:0 über die Horst-Emscher „Husaren“ neben dem 1. FC Köln das rheinische „As“. Der Rheydter SV und Hamborn 07 trennten sich nach verbissenem Kampf 1:1
HSV doch der Stärkste
F. S. Hannover. (Eigener Bericht) Im Süden und im Westen gab es am Sonntag Ueberraschungen, da wollte der Norden auch nicht zurückstehen. Der VfL Osnabrück holte sich bei Holstein Kiel mit 0:1 die erste Niederlage dieser Saison. Vor 20 000 Besuchern kämpften die Kieler Blau-Weiß-Roten bis zum Umfallen, so daß ihr knapper Erfolg durchaus als verdient angesprochen werden darf. Werder Bremen knöpfte St. Pauli in' einem 0:0 einen kostbaren Punkt ab. Das Spiel wurde von den beiderseitigen Abwehrreihen beherrscht. Eimsbüttel mußte seinen dritten Platz an Göttingen abtreten, da es bei der Osnabrücker „Eintracht“ nur zu einem 1:1 kam. Lachender Vierter war dieses Mal der Hamburger SV., der sich bei Hannover 96 4:2 durchsetzte. Allerdings sah es zeitweilig böse für den dreizehnmaligen norddeutschen Meister aus. Zwanzigtausend Besucher hatten in der ersten halben Stunde ihre Freude an dem feinen Zusammenspiel des HSV, der durch Treffen von Woitkowiak in diesem Zeitpunkt 2:0 vorne lag. Als jedoch Hannover kurz vor dem Wechsel den Anschlußtreffer erzielte und nach dem Wiederanpfiff gar ausglich, verwandelte sich die Radrennbahn am Pferdeturm, wo die „Ö6er“ zu Hause sind, in einen Hexenkessel. Nun zeigten die HSV-Spieler, daß sie gute Nerven haben. Spundflasche brachte seine Elf wieder 3:2 nach vorne und Woltkvwlak'erzielte wenige Minuten später das 4:2. Die Braunschweiger Eintracht unterlag etwas unerwartet gegen den Bremer SV 2:3. Der Tabellenletzte SV Itzehoe überließ Armma Hannover mit einer 03-Niederlage Sieg und Punkte, während Göttingen durch sein 2:1 in Oldenburg auf den dritten Tabellenplatz vorstieß. Concordia Hamburg mußte sich gegen Altona 93 mit einem mageren 2:2 zufrieden geben. Telegramme Vor 65 800 Zuschauern schlug die österreichische Fußball-Nationalmannschaft die jugoslawische Auswahlelf überlegen mit 7:2 Toren. Bei Halbzeit stand der Kampf 3:1 für Oesterreich. ♦ Spartak Moskau, der mehrfache sowjetische Fußballmeister besiegte in Oslo „Sagene" Oslo mit 7:1 (2:0) Toren. * Englands 4:1 (1:0) gegen Irland in Belfast kam erst in der 85. Minute durch Tore von Billy Wright und Baily zustande. Bis dahin hatte die junge irische Mannschaft das Tempo Überraschend gut durchgestanden.
Schwer gezeichnet - aber nicht k. o.
Jones Punktsieger über Seelisch
Hamburg. (AZ.) Einen glanzvollen Verlauf nahmen die Hamburger Berufsboxkämpfe bei „Planten und Bioomen“, die bei den 8000 Zuschauern einen großen Eindruck hinterließen. Schwach war nur die Organisation. Die Ringplätze wurden gestürmt. Bis die Ordnung wiederhergestellt war. hatte sich der Beginn um eine Stunde verzögert. Der Schwergewichtskampf zwischen Heinz Seelisch (88,5 Kilo) und „Tiger“ Jones (94) stand im Mittelpunkt der Veranstaltung und brachte dem USA-Neger einen Punktsieg. Der Kieler zeigte wenig Respekt vor seinem Gegner. Er verstand es. den Kopfhaken von Jones geschickt auszuweichen, mußte aber doch in der dritten Runde zwei schwere Linke nehmen. Von der vierten Runde an war Seelisch im Gesicht gezeichnet, versuchte jedoch immer wieder den Kampf offen zu halten. Jones diktierte schließlich doch das Geschehen im Ring, so daß der Kieler über kritische Situationen nur durch Klammern und Halten hinwegkam. Als Seelisch in der sechsten Runde nach einer schweren Linken in der Mitte des Ringes auf die Knie sank, hatte Ringrichter Thomser (Hamburg) Tiefschlag gesehen und führte den Kieler in seine Ecke. Die siebte Runde brachte einen erneuten Niederschlag, aber Seelisch kam bei „8“ wieder hoch. In der sehr kritischen Schlußrunde war der Kieler nicht mehr als ein lebender Sandsack. Er torkelte durch den Ring, mußte noch zweimal herunter, bis ibn der Gong erlöste. Ganz ausgezeichnete Kämpfe, die die Zuschauer bis zur letzten Runde in Spannung hielten, gab es im Rahmenprogramm. Glänzende Form zeigte hier ~Kuddl“ Schmidt, der dem Franzosen Lucien Caboche nicht nur in der Schnelligkeit überlegen war. sondern ihm auch mit seiner Linken so schwer zu schaffen machte, daß nach zwei blitzschnell abgeschossenen Doubletten zum Kopf schon in der zweiten Runde das bittere ..Aus“ für den • Franzosen kam. Im zweiten Halbschwergewichtskampf des Tages trennten sich Schirrmann (Hamburg) und Teichmann (Berlin) nach prachtvollem Fight über sechs Runden unentschieden. Der zweite Schwergewichtskampf brachte dem Hamburger Günther Nürnberg gegen seinen Landsmann Warmbrunn einen Punktsieg, während im Leichtgewicht schließlich Otto Domke (Hamburg) gegen den 25jährigen USA-Neger Ray Lewis aus Hawaii ein bemerkenswertes Remis erzwang.
Hessen-Answahl eine Runde weiter
Rheinland-Pfalz unterlag im Silberschild 2:4 (0:2)
K. Frankfurt. (Eigener Bericht.) Vor 1500 Zuschauern lieferten sich die beiden Silberschildmannschaften von Hessen und Rheinland-Pfalz auf dem Platz des SC Frankfurt 1880 an der Adickes-Allee in Frankfurt einen packenden Kampf, den die Hessen verdient mit 4:2 gewannen. Noch ehe sich die Rheinländer mit dem Rasenplatz abgefunden hatten, führten die Hessen bereits mit 2-0 Toren. Nach fünfzehn Minuten nahm Vogel eine Vorlage auf, gab zu Steffen, der unhaltbar einschoß. Kurz darauf führte eine schöne Einzelleistung von Scheffler zum Halbzeitergebnis. Nach der Pause war es derselbe Spieler, der durch einen unhaltbaren Schuß das 3:0 erzielte. Erst nachdem der Linksaußen das vierte Tor für die Hessen erziehe, kamen die Linksrheiner stärker auf und konnten in einem imponierenden Endspurt das Ergebnis auf 2:4 verbessern. Die Elf des Siegers wirkte in sich ge- schlossener und hatte keinen Ausfall. Sehr sicher spielte die Verteidigung Wagner-Deubel. Die treibenden Kräfte im Sturm waren vor allem Scheffler, Vogel und Kunz. Die mit unermüdlichem Eifer spielende hessische Läuferreihe gab mit den Ausschlag für den Sieg. Bgi den Linksrheinern konnte Deforth im Tor an den Toren nichts ändern. Gute Leistungen boten noch Hoffmann, Schönung, Kittstein und Fink.
In Kiel besiegte die Hamburger Mannschaft den Verband Schleswig-Holstein überlegen mit 6:1 (3:0) Toren. In Villingen kamen die Bayern zu einem hohen Erfolg über die südbadische Vertre¬ tung, die mit 7:1 (2:1) geschlagen wurde. In Heidelberg kam die favorisierte Vertretung von Baden zu einem klaren 3:0-Erfolg über Württemberg. Die Württemberger hatten es lediglich Ihrer sicheren Hintermannschaft zu verdanken, daß der Sieg der Badener nicht noch eindeutiger ausfiel.
Nach 140 Sekunden k. o.
Blitzsieg von Peter Müller
Berlin. (AP.) Die Saisonabschlußveranstaltung der Berufsboxer in der Berliner Waldbühne ging am Sonntag in Anwesenheit von etwa 10 000 Besuchern vor sich. Im Hauptkampf kam der Deutsche Mittelgewichtsmeister ipeter Müller (Köln) zu einem überraschend schnellen Erfolg über den Amerikaner Stonewall Jackson. Schon nach 140 Sekunden war Jackson geschlagen. Beide begannen in einem furiosen Tempo. Es gab herrliche kämpferische Auseinandersetzungen. Eine hart geschlagene Rechte des Kölners warf Jackson zu Boden. Der Amerikaner sprang sofort wieder auf vermochte sich aber gegen die konzentrierte Schlagkraft Deutschen Meisters nicht zu behaupten. Mit einem weiteren rechten Kinnhaken wurde Jackson durch die Seile geworfen. Sein Betreuer Gene Jones half ihm wieder zur Ringmitte. Jackson war aber so sch-. er angeschlagen, daß er nicht mehr voll verteMi gvngsfähig war und nach einem weiteren rechten Kinnhaken ausgezählt wurde.
SV 98 verliert in Singen 4:1 (2:0)
Darmstadts Sturm noch immer ohne Zusammenhang / Willimowski schoß 2 Tore / Der Sieg der Gastgeber verdient, aber zu hoch
Das Singener Spiel hat trotz der Niederlage einmal mehr gezeigt, daß die Liliene’ne Elf zur Verfügung haben, die unter anderen Voraussetzungen schon erheblich weiter sein könnte. Es hat bei allem Schmerz über den Verlust beider Punkte aber doch das Posivitum gebracht, daß sich des neuen Trainers Aufgabenfeld immer deutlicher umreißen leißt. Lasten wir also noch nicht alle Hoffnung fahren, bauen wir auf den klaren Blick der Verantwortlichen, auf die Einsicht der Spieler, dann wird sich doch noch manches wenden.
FC Singen: Gade; Paprian, Homburger; G^ämle, Zanin, Boden; Schroff, Schultz, Willimowski, Dr. Joadiimski, Sternberg. SV Darmstadt 98: Ruhl; Müller, Abt; Barth, Herder, Leichtlein; Reeg, Michel, Thalheimer, Mühlbach, Bohmann.
Zuschauer: 7000. Schiedsrichter: Strobel, Schwabach. Der Anstoß der Singener bringt Brandsekunden vor dem Darmstädter Tor, aber Ruhl macht dem Gedränge ein Ende. Beim Gegenbesuch der Darmstädter wird Thalheimer von Zanin regelgerecht gehindert, weshalb sein Schuß am Singener Tor vorbeigeht. Ein schön gehobener Freistoß nahe der Strafraumgrenze endet in der Mitte der Querlatte in Gacks Händen. In der 13. Minute gibt Willimowski bei einem durchdacht verlaufenen Angriff den Ball an Schroff, dessen flacher Scharfschuß Ruhl noch zu Boden fausten kann, Willimowskis Nachschuß fängt Müller auf der Torlinie ab. Dieser Minutenbesuch ist eine kurze aber äußerst gefahrvolle Unterbrechung der bis dahin festzustellenden leichten Feldüberlegenheit der „Lilien“. Aber knapp zwei Minuten später treibt Schroff den Ball an der Linie vor, flankt halblinks voraus zu Willimowski, der den Ball flach ins Netz jagt. 1:0 für Singen. In der nächsten Minute schon stürmt Dr. Joachimski allein aufs Darmstädter Tor zu. doch Ruhl drängt ihn ab. Von da an heizt die Singener Fünferreihe den Deckungsleuten der Gäste durch pausenlose Angriffe rrtit präziser Ballabgabe gehörig ein. Auf der Gegenseite streift ein gepfefferter Böhmannschuß hart über die Latte. Vorübergehend gibt es Luft und damit etwas Beruhigung in der Darmstädter Spielhälfte. Aber zehn Minuten vor der P.ause nimmt Dr. Joach;mski eine Vorgabe Schroffs am 11-Meter-Punkt auf und pfeffert unhaltbar zum 2:0 ins Netz. Von da an beruhigt sich das gelegentlich hitzige und temperamentvolle Spiel bis zur Pause.
Recht ruhig beginnt die zweite Halbzeit. In der Kabine waren vor allem die Singener von den Touren heruntergekommen. So läuft das Spiel sehr gemäßigt über 28 Minuten, einmal nur unterbrochen durch einen weitab ins Auge gehenden Drehschuß von Schroff und einen Strafstoß Reegs, der ebenfalls am Ziel vorbeigeht. Da schließt Thalheimer einen rechts vorgetragenen Angriff, den die Singener hinteren Reihen nicht gebührend würdigten, in der 74. Minute mit dem Anschlußtor ab. Drei Minuten später aber muß Darmstadt einen Deckungsfehler mit dem dritten Tor bezahlen. Dr. Joachimski-Willimowski-Schultz-Tornetz, das ist der Weg des Leders, und schon eine Minute danach fabriziert Willimowski ein klassisches Tor aus dem Stand. In den letzten Minuten taudien die Darmstädter noch einmal vor dem Singener Tor auf, Michels Schuß wird aber nur zu einer Ecke. Aus ist das Spiel, dessen Resultat den „Lilien“ unrecht tut. Im Darmstädter Tor hat sich Ruhl in manch schwieriger Situation so gut geführt, daß man ihm auch nicht eines Tores wegen einen Vorwurf machen möchte. Müller und Abt wurden bei dem vielfachen wirbelnden
Singener Triangelspiel in Tornähe außerordentlich hart in Anspruch genommen. Sie hielten ihren Bereich mit Vorfeld auftragsgemäß sauber. Gleich schwer hatte es auch die Läuferreihe, in der Herder sein Gegenüber Willimowski erst nach der Pause so aufmerksam beschattete, wie er es vorteilhafter schon von Anfang an getan hätte. Leichtlein wartete wieder mit einigen Fehlschlägen auf, die hie und da Gefahr brachten. Der Sturm, wieder einmal anders gemixt, fand in Technik und Einzelspiel durchaus die Anerkennung auch der sehr begeisterungsfähigen Singener Zuschauer. Nur am Druck und damit am Tordrang fehlt es noch immer. Ein Grund dafür ist der Mangel an zusammenhängenden Aktionen, am Spiel von Mann zu Mann. Bei richtiger Taktik wäre mit dem Stande von 2:1, der die Singener erheblich aus dem Konzept brachte, eine Wendung zum Besseren, ja sogar zum Sieg durchaus möglich gewesen. Da hätte man allerdings hinten dichter machen und die nur noch mit drei Mann stürmenden Singener abriegeln müssen.
Bei den Gastgebern waren Willimowski und Schroff immer gut für ein Tor, wenn sie in raschem Zusammenspiel vor das Darmstädter Gehäuse kamen. Zanin war nicht in der erwarteten Form, dafür Homburger um so besser. RG
Arheilgen schlägt Tabellenführer 2:0
Seibel und Mahr bei Arheilgen, Wohlrab bei Bayern Hof die Besten / Die Vorstädter gewannen verdient / Bayern Hof erlitt erste Niederlage und wird von Jahn Regensburg in der Tabellenführung abgelost
Etwa 2500 Zuschäuer umsäumten das Feld, als beide Mannschaften, lebhaft begrüßt, auf den Rasen sprangen. Arheilgen ist sofort im Bilde und greift unentwegt an. Bereits in der 5. Minute gibt Barnewald zu Lieber, der direkt einen Roller in die au-Berte Ecke setzt. Felleiter wirft sich zu spat und unter seinem Körper hindurch rollt der Ball über die Linie. Mit dieser Rückendeckung und mit einer klug aufgebauten
Verteidigung lassen die Mühlchesleute d:e Hofer anrennen. Die Gäste sind technisch fein belesen, ihr zu enges Kombinationsspiel wird immer wieder durch die Laufer der Einheimischen zerrissen und was chese nicht schaffen, besorgen Mahr und‘Becker in Seelenruhe. Ueberragend steht Wohlrab in der Mitte und dirigiert seinen Sturm meisterhaft. Der beste Stürmer, Rauh, ist .bei ^Becker in guten Händen, doch immer dÄ - ä verzögert so daß ein Gegner dazwischen¬ «^mf^ kann In der 39. Minute hält Seibel springen Meisterschaft und Ä » schießt Dilfer eine Bombe über das Tor. Die erste Hälfte gehörte zu •zwei Dritteln den Hofern. Es ist ein gutes ZelgnTs ür die einheimische Verteidigung werden die Seiten mit 1.0 gewechselt.
In der zweiten Halbzeit erreichte das Spiel seinen Höhepunkt. Kaum hatte Felleiter einen.harten Schuß Liebers gehalten, als auch schon Seibel wieder in Aktion treten mußte. Die Mühlchesleute gestalteten das Spiel offen und die letzte Viertelstunde gehörte ihnen eindeutig. Jetzt wuchs auch. Wendler über sich hinaus und auch Marko, der in der ersten Halbzeit mit Luftschwierigkeiten zu kämpfen hatte, deckte jetzt besser und trieb den Sturm nach vorn. Barnewald humpelte auf Rechtsaußen herum, ohne nochmals zu einem brauchbaren Spiel zu kommen. Zöller war sehr schwach und vergab inanche gute Sache. In der 75. Minute stoßen Felleiter und Lieber zusammen, beide kommen zu Fall und Felleiter bleibt liegen. Der Schiedsrichter läßt jedoch weiterspielen und nach kurzem Hin und Her schießt Zöller das 2:0. O. Gräber, Weinheim, der übrigens gut leitete, erklärte nach dem Spiel, daß Felleiter liegen blieb, um ihn zum Unterbrechen des Spieles zu veranlassen. Er habe genau gesehen, daß sich der Torwächter nicht verletzt habe. Die Entscheidung Gräbers wurde sofort dadurch bestätigt, daß der hinausgetragene Felleiter nach 3 Minuten wlöderkam und sich nichts anmerken ließ. In der 80. Minute ist Seibel beim Hochgehen geschlagen, doch Traser rettet durch Rückzieher auf der Torlinie. In der 85. Minute streift ein Bombenschuß Kirchhoffs die äußere Pfostenkante. Nach zwei weiteren Angriffen der Einheimischen pfeift Gräber ein großes Spiel ab.
Arheilgen hat seinen Sieg in erster Linie der standfesten Verteidigung zu verdanken. Mahr war der Turm, in der Schlacht. Becker, wie Immer sicher im Abschlag. Marko kommt wieder, man muß ihm Zelt lassen. Wendler arbeitete für zwei, ebenso Traser, der sich selbst übertraf. Dilfer war nicht ganz auf der Höhe, sein sicherer Schuß hat nachgelassen. Müller zeigte manchmal sein altes Können und bringt immer wieder Ruhe in den Angriff. Lieber, der die erste Halbzeit zu wenig beschäftigt wurde, strotzte wieder vor Tatendrang, Zöller fiel neben ihm erheblich ab. Auch Barnewald hatte Mühe mitzuhalten.
Die Bayern spielten zeitweise einen bestechenden Fußball, ihre Tabellenführung ist verständlich. Ihnen fehlte heute das Glück, mit denen Regensburg am Mühlchen gewann. Wenn diese starke Verteidigung zwei Tore zulassen mußte, spricht dies für den Einsatz und das Können der Vorstädter.
Hof: Felleiter; Schaller, Müller; Achhammer, Wohlrab, Lang; Rauh, Handrick, Wellhöfer, Kirchhoff, Pickel.
Arheilgen: Seibel; Marko, Becker; Wendler, Mahr, Traser; Dilfer, Barnewald, Müller, Zöller. Lieber. Hewe.
Seibel im Arheilger Tor trug mit seinen schönen Paraden wesentlich zum 2:0-Sieg seiner Elf gegen den Tabellenführer Bayern Hof bei. Foto: Hemme
Segelflug in aller Welt
Heute abend, 8.00 Uhr, hält Im großen HBrsaal des Zintel-Instituts der Technischen Hochschule Darmstadt der allseits bekannte Präsident des neuen Deutschen Aero-Clubs einen Film- und Lichtbildervortrag „Segelflug in aller Welt“, in dem er die völkerverbindende Idee des Segelflugsportes zeigt.
In einer Zeit, in der soviel von Krieg, Aufrüstung und ähnlichen Fragen gesprochen ward, wollen die Segelflieger immer wieder darauf hinweisen, daß sie in ihrem Segelflugsport nur einen Sport sehen und sich mit allen Mitteln gegen einen Mißbrauch ihrer friedlichen Idee wehren.
Wenn auch der Segelflug heute noch nicht erlaubt ist, so bereiten sich die Anhänger dieses Sportes doch auf den bald erwarteten Tag der Freigabe vor und betätigen sich einstweilen im Flugmodellbau. In Darmstadt wird seit einigen' Tagen in der neuen Flugmodellbauwerkstatt im GYA-Haus, Fichtestraße, montags und donnerstags von 19.00 bis 22.00 Uhr und samstags von 13.00 bis 19.00 Uhr schon fest gebastelt.
Dank dem großen Entgegenkommen der Stadt Darmstadt und ihres Oberbürgermeisters Metzger wird in Kürze eine weitere größere Werkstatt in zentraler Lage in Betrieb genommen werden können.
Bezirksklassen-Tabellen gerieten auseinander
Weiterhin einzige Mannschaft ohne Punktverlust: Lorsch
Pfungstadt—Groß-Gerau 2:4 (0:3) Hofheim—-Groß-Rohrheim 2:1 (2:0) Roßdorf—Heppenheim 2:1 (2:1) Urberach—Lorsch 0:2 (0:1) Langen—Bensheim 4:1 (2:0) Bürstadt—Bobstadt 2:2 (1:1) Ober-Ramstadt—Biblis' 5:0 (3:0)
Pfungstadt — Groß-Gerau 2:4 (0:3)
Die erste Halbzeit stand völlig im Zeichen der Gäste, deren gewandter Sturm so oft die Pfungstädter Verteidigung überlief, daß seine Überlegenheit sich unbedingt in einigen sauberen Toren ausdrücken mußte. Die beiden starken Verteidiger und der Mittelläufer der Gäste setzten den unsicheren Pfungstädter Sturm matt, bei dessen Aktionen ein sauberes Zuspiel fehlte. So war das Halbzeitergebnis von 0:3 nicht weiter verwunderlich.
Bald nach Beginn der 2. Spielhälfte konnte Groß-Gerau noch einen Strafstoß zu einem prachtvollen Tor verwandeln. Ein blitzschneller Kopfball des Pfungstädter Rechtsaußen schaffte das 1. Gegentor. Der nun aufkommende Eifer der Einheimischen machte die Gäste sehr bald unsicher, doch konnten die Pfungstädter nicht mehr zum Ausgleich kommen. Md.
Hofheim — Groß-Rohrheim 2:1 (2:0)
Grpß-Rohrheim, das sich zur Zeit in einer Mannschaftskrise befindet, trat in Hofheim mit 5 Mann Ersatz und wenig Hoffnung an. Um so überraschender ist der knappe Sieg der Gäste, die mit Rohrheims geschickter Betonverteidigung ihre liebe Not hatten. Das Spiel selbst hatte wenig Niveau und war stellenweise nur ein planloses Gekicke. Nach ausgeglichenem Beginn schied Rohrheims Verteidiger Olf für längere Zeit aus und Hofheim bekam mächtigen Auftrieb. Dietz konnte in der 19.* Minute den ersten Treffer für die Gastgeber erzielen. Dann wurde das Spiel wieder ausgeglichen, bis Nold in der 37. Minute im Anschluß an einen Strafstoß aus klarer Abseitsstellung das 2. Tor schoß. Der heftig reklamierende Verteidiger Olf wurde vom Platz verwiesen.
Mit 10 Mann verteidigte Rohrheim die ganze 2. Hälfte dieses Ergebnis gegen die pausenlos anstürmenden Hofheimer, die aber mit ihrem schwachem Sturm wenig Entschlußkraft und Schußvermögen zeigten. Lohrheims 3-Männer-Sturm brachte nur wenig Entlastung. Trotzdem konnte Friedrich in der 78. Minute aus 30 Meter den Anschlußtreffer buchen, als der unsichere Torhüter den Ball hinter der Linie fallen ließ. k-
Roßdorf—Heppenheim 2:1 (2:1)
In einem schnellen und wechselvollen Spiel konnte das ersatzgeschwächte Roßdorf mit 2:1 Toren siegreich bleiben. Bereits in der dritten Minute ging der Roßdorfer Rechtsaußen Moten durch einen schönen Flachschuß mit 1:0 in Führung, jedoch konnte Heppenheim in der 12. Minute nach vorausgegangener Ecke durch Kopfball den Ausgleich erzielen, an dem die etwas unsichere Hintermannschaft des Gastgebers nicht ganz schuldlos war. In der 37. Minute erzielte der Roßdorfer Mittelstürmer Marouardt nach einem Eckball bereits das Endergebnis.
Im Verlaufe der ersten Halbzeit hatten beide Mannschaften gleich gute Chancen, ohne sie jedoch verwerten zu können. Nach der Pause begann das Spiel mit schnellen Roßdorfer Angriffen, doch d:e Heppenheimer Hintermannschaft, konnte durch gute Zusammenarbeit weitere Treffer verhindern. In den letzten zehn Minuten wurde Roßdorf völlig eingeschnürt und konnte nur mit Mühe seinen Sieg verteidigen. Das Spiel, das in dieser Zeit an Härte zunahm, wurde durch den hervorragenden Schiedsrichter gut über die Zeit gebracht.
Viktoria Urberach — Lorsch 0:2 (0:1)
Viktoria Urberach unterlag auf eigenem Rasen gegen Lorsch mit 0:2 Toren. Der entecheidende Treffer fiel bereits nach fünf Minuten Spielzeit. Brunnengraeber hatte es verstanden, einen prächtigen Weitschuß unter die Latte zu setzen. Beide Teams kämpften mit großem Elan. Mit 0:1 wurden die Seiten gewechselt.
Nach der Pause erspielten sich die Rodgauer eine Fülle bester Chancen. Allerdings gelang es nicht, eine einzige davon auszuwerten. Obwohl Lorsch nur in der Defensive spielte, konnte der neue Mittelstürmer Diehl fünf Minuten vor Spielschluß den siegbringenden Treffer anbringen. Endspurt und Bombardierung des Gästetores änderten nichts mehr an dem verdienten Punktgewinn des Tabellenführers. -gi-
VfR Langen — Bensheim 4:1 (2:0)
Die Langener waren so gut in Fahrt, daß die Gäste wenig ernten konnten. Schon vor dem Wechsel kamen die Gastgeber in der lö. und 38. Minute durch Wiegand und Weger zu einer 2:0-Führung.
In der zweiten Hälfte waren Werner und Schäfer bis »um 4:0 erfolgreich., während die Gäste erst kurz vor Schluß durch Büttner zum Ehrentor kamen. Der Sieg der Langener war nie gefährdet und infolge ihrer sehr guten Gesamtleistung jederzeit verdient. -mei¬
Bürstadt—Bobstadt 2:2 (1:1)
Das Lokalderby des Rieds auf dem Bürstädter Waldsportplatz hatte 1500 Zuschauer angelockt, die begeistert dem schönen und spannenden Spiel folgten. Das Unentschieden dürfte als gerecht angesehen werden, wenn auch Bürstadt zeitweise etwas mehr vom Spiel hatte. Bobstadt ging überraschend zu Beginn des Spiels in Führung, die Kilian kurz vor dem Wechsel ausgleichen konnte. Nach der Pause drehte Bürstadt mehr auf und wieder war es Kilian, der die Führung erzielen konnte. Fast sah es so aus, alg sollte es bei diesem Ergebnis bleiben, obwohl Bobstadt mit schnellen Vorstößen das Unentschieden zu erzielen suchte. Cornelius gelang zwei Minuten vor Schluß der Ausgleich, als er einen schön hereingegebenen Eckball durch Kopfstoß verwandelte. Beide Mannschaften zeigte nur wenig Schwächen und waren in allen Mannschaftsteilen gut besetzt.
Oberramstadt—Biblis 5:0 (3:0)
Das Ergebnis hätte leicht noch höher ausfallen können, wenn der einheimische Sturm oft nicht zu überhastet gewesen wäre. Die Platzherren kamen gleich gut ins Spiel und drängten den Gästen ihre diesmal zeitweise hohe Spielweise auf. wodurch laufend gefährliche Situationen vor dem Bibliser Gehäuse entstanden. Die beiden Gästeverteidiger konnten- zunächst 10 Minuten lang ihr Tor reinhalten. Becht brach den Bann und schoß den Führungstreffer für Oberramstadt, dem wenige Minuten später der zweite durch Reinig folgte. Die Ried-Elf war sichtlich deprimiert und versuchte, das Ergebnis zu verbessern, wobei aber ihr Sturm auf eine gut arbeitende Hintermannschaft stieß. Ein Foul-Elfmeter ergab durch Kern das- 3:0.
Nach der Pause setzten sich die Platzherren weiter durch, und von den Läufern gut unterstützt, wurden dem Sturm die schönsten Bälle serviert. Kern erzielte den vierten und Becht durch Alleingang den fünften Treffer. -D-
| Lorsch | 5 | 5 0 | 0 19:3 10:0 |
| VfR Langen | 4 | 3 1 | 0 13:7 7:1 |
| Bürstadt | 5 | ‘3 1 | 1 13:7 7:3 |
| Bobstadt | 6 | 3 1 | 2 19:7 7:5 |
| Ober-Ramstadt | 5 | 3 0 | 2 14:13 6:4 |
| Roßdorf | 6 | 3 0 | 3 19:21 6:6 |
| Biblis | 6 | 2 1 | 3 14:22 5:7 |
| Hofheim | 6 | 2 1 | 3 4:7 5:7 |
| Vikt. Urberach | 4 | 2 0 | 2 10:9 4:4 |
| Heppenheim | 4 | 2 0 | 2 8:9 4:4 |
| Groß-Gerau | 5 | 2 0 | 3 11:12 4:6 |
| Bensheim | 5 | 2 0 | 3 6:12 4:6 |
| Pfungstadt | 5 | 1 1 | 3 7:13 3:9 |
| Messel | 4 | 1 0 | 3 12:16 2:6 |
| Groß-Rohrheim | 5 | 0 1 | 4 3:12 1:9 |
Bischofsheim führt in Gruppe 2
Walldorf und Gber-Roden geschlagen
Wixhausen—Walldorf 1:0 (1:0) Mörfelden—Eppertshausen 3:2 (2:2) Ober-Roden—Bischofsheim 0:1 (0:1) Trebur^—Nauheim 0:0 (0:0) Messel—Urberach 0:0 (0:0) Münster-Dieburg 2:2 (0:2) Egelsbach—Michelstadt 2:2 (2:1)
Wixhausen — Walldorf 1:0 (1:0)
In einem durchweg von Wixhausen überlegen geführten Spiel konnten die Platzherren Sieg und Punkte für sich verbuchen. Das entscheidende Tor fiel in der 27. Minute durch Hörn. Die Gastgeber befanden sich in ausgezeichneter Verfassung. Nur der guten Leistung des Walldorfer Schlußtrios ist es zu verdanken, daß die Niederlage nicht höher ausfied. Unter der sehr guten Leistung des Schiedsrichters Baumgartner (Butzbach) wurde das Spiel von beiden Seiten fair durchgeführt. Reserven: 1:3.
Mörfelden — Eppertshausen 3:2 (2:2)
In einem schönen und fairen Spiel wurde Mörfelden glücklicher Sieger. Auf beiden Seiten wurde bis zum letzten Einsatz gekämpft. Eppertshausen konnte bereits in der 13. Minute durch Herbig in Führung gehen. Mörfelden glich 10 Minuten später durch Noth aus. Die abermalige Führung von Eppertshausen durch Lippert in der 30. Minute wurde wiederum postwendend von Noth egalisiert.
Der Siegestreffer der Einheimischen fiel acht Minuten vor Schluß durch Zwilling.
Germania Oberroden —Bischofsheim 0:1 (0:1)
Eine äußerst harte Partie lieferten sich Germania Oberroden und Bischpfsheim an der Frankfurter Straße. Beide Punkte durch den LO-Sieg in die Mainzer Vorstadt zu tragen, gelaftg der Gästen bereits in der fünften Minute durch Dürr. Nach anfänglich ausgeglichenem Spiel bestimmten die Gastgeber 75 Minuten lang das Spielgeschehen. Bischofsheim verstand es jedoch, seine große Chance zu nutzen und stellte sich nur auf Verteidigung ein. Trotz der immer wieder vorgetragenen pausenlosen Angriffe der Germanen wollte nichts mehr gelingen. Die Gäste-Elf hatte in ihrem überragenden Schlußmann eine große Stütze, zu der sich noch ein schneller Sturm mit vielen Einfällen gesellte. Trotz der ausgezeichneten Taktik der Spielmacher Keck und Moeller konnten die Gastgeber den zweiten Punktverlust in dieser Saison nicht vermeiden. -gi¬
Trebur — Nauheim 0:0 (0:0)
Die beiden Mannschaften lieferten sich ein schönes und ausgeglichenes Spiel, das in der Hauptsache im Zeichen der beiden Hintermannschaften stand. Die erste Halbzeit ging klar an Trebur, jedoch konnte der Sturm die zahlreichen guten Gelegenheiten nicht auszunützen. Auch die zweite Spielhälfte, in der die Treburer Hintermannschaft besonders gut arbeitete, brachte auf beiden Seiten keinen Erfolg, so daß das Spiel von dem gut leitenden Schiedsrichter torlos über die Zeit gebracht wurde.
Urberach—Messel 0:0
Die beiden Mannschaften lieferten sich ein ziemlich ausgeglichenes Spiel. Lediglich in der zweiten Halbzeit hatte Urberach mehr vom Spiel. Die zahlreichen Vorstöße scheiterten jedoch immer wieder an dem Torhüter von Messel, der sich als der beste Mann auf dem Platze erwies. Zwei von Messel geschossene Tore wurden von dem Schiedsrichter nicht anerkannt, so daß das Spiel ohne Treffer über die 90 Minuten ging. Die schwachen Leitungen des Wiesbadener Schiedsrichters fanden nicht immer das Einverständnis der Spieler und Zuschauer.
SV Münster —Hassia Dieburg 2:2 (0:2)
Vor etwa 1000 begeistert mitgehenden Zuschauern aus beiden Lagern lieferten sich die Mannschaften einen fairen Kampf. Die in den ersten Spielminuten vom Platzbesitzer vorgetragenen Angriffe fanden in dem sehr guten Dieburger Torhüter Schrammel immer wieder das letzte Hindernis. Allmählich finden sich die Gäste, die in Kuhn ihren Spielmacher haben. Die 30. Minute sieht sie durch Verwandeln eines Eckballes 1:0 erfolgreich. Wieder ist es Schrammel, der den Ausgleich verhindert. Vier Minuten vor Halbzeit erreichen die Gäste sogar durch Alleingang von Klein die 2:0-Führung. t>ie zweite Hälfte beginnt mit einem Furioso sondergleichen. Heckwolf erzielt nach zwei Minuten den Anschlußtreffer, drei Minuten später fällt der Ausgleich. Leider häufen sich jetzt einige Fehlentscheidungen des Schiedsrichters. Torhüter Schrammel rettet wiederum durch blendende Robinsonaden die Führung. Die Zuschauer spenden lebhaften Beifall für die ausgezeichneten Leistungen. Erst gegen Spielschluß werden die Gäste wieder gefährlich. Doch auch Münster läßt keinen Treffer mehr zu. -reh¬
Engelsbach — Michelstadt 2:2 (2:1)
Die Gäste lieferten Engelsbach ein durchaus ebenbürtiges Spiel, wobei sie das Spielgeschehen zeitweise überlegen gestalten konnten. Bereits in der 2. Minute hatte Schaefer zum 1:0 für die Gäste eingeschossen. Der Ausgleich fiel in der 11. Minute im Anschluß an einen Strafstoß durch Daustmann. Obwohl Michelstadt auch weiterhin die Oberhand behielt, kam Engelsbach in der 36. Minute durch einen Handelfmeter, den Antes unhaltbar einschoß, zur 2:1 -Führung. Nach der Pause hatten die Gäste die größeren Chancen, kam jedoch lediglich zum 2:2-Ausgleich, den in der 54. Minute wiederum Schaefer einschoß. Schiedsrichter Rath (Flörsheim) leitete, von einem etwas zu harten Handelfmeter für Egelsbach abgesehen, einwandfrei.
| Bischofsheim | 5 | 4 | 0 | 1 13:8 | 8:2 |
| Mörfelden | 5 | 3 | 1 | 1 13:9 | 7;3 |
| Dieburg | 6 | 3 | 1 | 2 18:11 | 7:5 |
| Egelsbach | 6 | 3 | 1 | 2 18:12 | 7:5 |
| Nauheim | 6 | 2 | 3 | 1 10:9 | 7:5 |
| Walldorf | 5 | 3 | 0 | 2 6:4 | 6:4 |
| KSV Urberach | 5 | 2 | 2 | 1 10:6 | 6:4 |
| Ober-Roden | 5 | 3 | 0 | 2 14:9 | 6:4 |
| Erbach | 5 | 3 | 0 | 2 16:14 | 6:4 |
| Münster | 6 | 2 | 2 | 2 8:8 | 6:6 |
| Michelstadt | 6 | 2 | 1 | 3 11:19 | 5:7 |
| Wixhausen | 5 | 2 | 0 | 3 8:8 | 4:6 |
| Messel | 5 | 1 | 1 | 3 12:16 | 3:7 |
| Eppertshausen | 6 | 0 | 3 | 3 10:17 | 3:9 |
| Trebur | 6 | 0 | 1 | 5 2:19 | 1:11 |
Der richtige Tip
Hessen: 1,2, 0,1, 2,1, 1,2, 1,0, 1,0, 0, 1 Bayern: 1,1, 0,2, 2,0, 1,2, 0,0, 0,0, 1, 0 Württemberg.-Baden: 1,2, 1,1, 2,1, 0,1, 1,0, L 1,0, 2 Rheinland-Pfalz: 1,2, 1,2, 1,0, 1,0, 0,1,1, 2,1 Nordblock: 2,0, 2,2, 1,0, 1,2, 1,1, 2,2, 2, 0 Westdeutschland: 1, 2,1, 2,2, 2,1, 0,0, ausgef., 0,1, 0, 0
Germania Babenhausen—Rosenhöhe Offenbach 1:2 (1:1)
Babenhausen war zunächst überlegen, kam aber nur zu Lattenschüssen. Offenbach schoß überraschend den Führungstreffer, den Babenhausen in der ersten Halbzeit wieder ausgleichen konnte. Nach der Pause bekam der Favorit Offenbach Oberwasser und siegte verdient mit 2:1. N. B.
Fußball-Kreisklassen
A-Klasse Darmstadt
Weiterstadt—Seeheim 6:0 TSG 46 Darmstadt—Hahn 5:1 Grafenhausen—Hähnlein 4:1
A-Klasse Erbach
Rimhorn—Steinbach 1:1 Würberg—Sandbach 0:5 Neustadt—Lützel Wiebelsbach 6:3 TSV Höchst—Gunterfürst 1:0 Erbach (Soma)—Bad König 3:0 Beerfelden—Hainstadt 4:3
Gruppe Oberzent
Steinbuch—Hetzbach 1:2 Schöllenbach—'Beerfelden (Soma) 3:6 Finkenbach—Sensbachtal 4:2 Gammelsbach—Rothenberg 10:0
Gruppe Unterzent
Fürstengrund—TSV Höchst (Soma) 0:3 Vielbrunn—VfL Höchst 4:0
A-Klasse Dieburg
Dreieichenhain—Nieder-Roden 1:3 Götzenhein—'Reinheim 4:0 Ober-Roden—Groß-Zimmern ' 1:0 SV Groß-Umstadt—'Mosbach 2:1 Klein-Zimmern—Lengfeld 1:1 Spachbrücken—Offenthai 1:4
B-Klasse Gruppe 1
Groß-Bieberau—Hering 7:1 Ober/Nieder-Klingen— Fränkisch-Grumbach 3:0 Brensbach—Wersau 1:5 Hassia II—Niedernhausen 9:1
B-Klasse Gruppe II
Heubach—Münster 1:2 Klein-Umstadt—Raibach 2:1 Groß-Umstadt—'Hergershausen 0:9 Wiebelsbach—Schaafheim 1:7
A-Klasse Groß-Gerau
Büttelborn—Dornheim 3:0 Raunheim—Biebesheim 4:0 Walldorf—Ginsheim ' 0:0 Wolfskehlen—Gustavsburg 3:1 Stockstadt—Klein-Geräu 1:2 Astheim—Gernsheim 00
B-Klasse
Goddelau—Erfelden 4;q
A-Klasse Bergstraße
»CI gw aue Aschbach—Affolterbach 2:1 Lampertheim—FC Fürth 2'l Fehlheim—Waldmichelbach 3-2 Lindenfels—Einhausen 34 Auerbach—-Mörlenbach 4-2 Weiher—Reichenbach 1-4
B-Klasse Odenwald
Wahlen—Reichelsheim 15 ;0 SV Fürth—Hammelbach 32 Unter-Schönmattenwaag —Zotzenbach jo-0 Mitlechtern—Unter-Abtsteinach 5-1
B-Klasse Ried
SV Bensheim—Hambach 0 2 Elmshausen-Riedrode 0:3 Gadernheim—Hüttenfeld 3:6
SV 98 gewinnt Handball-Lokalderby
SV 98—TuS Griesheim 16:13 (7:6) / Die Gäste 45 Minuten nur mit 10 Mann
Das war mal wieder ein echtes Lokalderby, so recht nach dem Geschmack der leider nur sehr spärlich erschienenen Zuschauer. Es gab Tore am laufenden Band und spannende Kampfszenen in Menge. Daß bei dem beiderseitigen Einsatz Härten nicht ausblieben, ist bei der Rivalität der beiden Mannschaften nicht verwunderlich. Aber der vorzügliche Schiedsrichter Nolte auf Frankfurt-Sachsenhausen unterband alles und scheute sich nicht dreimal auf den berühmten 13-m-Punkt zu zeigen, zweimal für 98 und einmal für Griesheim. Allerdings erwies Voit, Griesheim, seiner Mannschaft wiederum einen schlechten Dienst, als er nach einem groben Foul an Peters in der ersten Halbzeit erneut des Feldes verwiesen wurde.
Das Spiel begann mit einem tollen Ueberrasahungswirbel der 98er. Ehe sich der Uhrzeiger einmal gedreht hatte, lagen die Darmstädter 1:0 in Führung und bas zur 14. Min. lautete es bereits 5:0. Main sah schwarz für Griesheim. Aber in der 15. Min. kam die bereits geschilderte Herausstellung von Voit. Mit zehn Mann war Griesheim plötzlich da. In schnellen und steilen Durchbrüchen wurde diie etwas zu sorglose Hintermannschaft der „Dilien“ durchbrochen und auf einmal waren die Gäste bis auf 6:5 herangekommen. Bis zur Halbzeit schafften dann die 98er die Halbzeitführung mit gerade noch einem Tor Differenz. >
Gleich nach der1 Pause kam sogar der Ausgleich. Und nun ging es in munterer Abwechslung immer mit einem bis zwei Toren Unterschied. Erst beim 12:9 kam ein etwas klarer Torvorsprung zustande, als die 98er bis auf 14:9 davonzogen. Aber die zehn Griesheimer ließen nicht locker und zogen sich noch recht achtbar aus der Affäre.
Beim Sieger wirkte doch Peters mit, dessen Verletzung nicht so schlimm war. Aber etwas war mit entscheidend. Und das war die Mitwirkung von Dr. Barth. Mit ihm kam wieder ein Durchreißer in den Sturm, der die ganze Zeit vorher gefehlt hatte. Nur Schäfer kam ihm in Wucht und energischem Spiel gegen des Gegners Tor gleich. Fischer bot wiederum eine ganz ausgezeichnete Partie, ebenso Verteidiger Glock. Bei den Gästen ■übertraf sich Zöller im Tor selbst. Er hielt die unmöglichsten Bälle und erhielt öfter Sonderapplaus.
Wenn die 98er mit dem gleichen Kampfgeist und dem Einsatzwillen weiterhin bei der Sache sind, braucht einem um die Lilienträger «nicht bange zu sein.
In den Vorspielen besiegte die Reserve der 98er die Griesheimer mit 10:7 Toren, während die 98er Frauen-Handbalilmannschaft in ihrem ersten Verbandsspiel durch eine gute zweite Halbzeit ihre Gäste von Arheiilgen mit 10:1 Toren abfertiigen konnte. Die Junioren von 98 Darmstadt unterlagen der 1. Mannschaft von TG 75 mit 13:4 Toren.
Die Torschützen von 98: Schäfer (7), Dr. Barth (3), Lutz (2), Reinhardt (2), Lehrling und Glock je 1. Der Rechtsaußen der 98er Schäfer nimmt in der kommenden Woche an einem Lehrgang der Südd. Auswahl in Ketsch (Baden) teil. -r
Gruppenliga 4
Braunshardt—TSG Darmstadt 8:8 (5:4) SGK Bauschheim—TG Rüsselsheim 4:15 (4:6) Gernsheim—Pfungstadt 8:6 (5:4) TUS Wörrstadt—SG Bretzenheim 8:7
Braunshardt — TSG Darmstadt 8:8 (4:5)
Bei dem mit Spannung erwarteten Großkampf in Braunhardt gegen die Darmstädter TSG 46 am Sonntagnachmittag wurden die Zuschauer nicht enttäuscht, denn was sie sahen, war ein von Anfang an schnelles und aufregendes Spiel, bei dem gegen Ende die Wogen der Erregung immer höher schlugen. Dem nicht immer ganz objektiven Offenbacher Schiedsrichter stellten sich die in den letzten Verbandsspielen bekanntgewordenen und bewährten Mannschaften.
Es schien sich' eine Sensation anzubahnen, als die Gäste bereits nach einer Spielzeit von 10 Minuten mit 0:3 in Führung lagen. Dann erst glückte den Einheimischen der erste Gegentreffer. Postwendend stellten die Woogsleute den alten Abstand wieder her, aber durch zwei Tore gewann Braunshardt den Anschluß. Uebei* einen Zwischenstand von 3:5 ging es mit einem knappen Vorsprung der Gäste mit 4:5 Toren in die Pause. Nach dem Wechsel nahm die Spannung von Minute zu Minute zu. da die Darmstädter immer einen knappen Vorteil zu wahren wußten. Sechs Minuten vor Schluß lagen die Gäste noch mit zwei Toren in Führung, dann gelang es dem wurfgewaltigen Mittelstürmer Volz noch zwei Strafwürfe einzusenden, die den Ausgleich sicher stellten.
Die Bräunshardter Mannschaft fand sich in der ersten Halbzeit nicht ganz zurecht, während die Gäste bei etwas mehr' Glück leicht einen höheren Halbzeitstand hätten herausholen können. Das Unentschieden ist in erster Linie dem Strafstoßspeziahsten Volz zu verdanken, der fünf Freiwürfe verwandeln konnte. Beide Torleute trugen ihren Teil zu dem knappen Ergebnis bei, Haber im Darmstädter Tor konnte sogar zwei 13-Meter-Bälle meistern, während sein Kollege im Gegentor einen 13- Meter-Ball passieren lassen mußte, ein Beweis für die Härte des Spiels. Die Gäste hatten durch ihr technisch und taktisch gutes Spiel immer einen leichten Vorteil, den sie aber nicht ganz ausnutzen konnten. Das Vorspiel der Reserven gewann die TSG 46 sicher mit 11:5 Toren. -th-
Kreis Bergstraße
Heppenheim—Auerbach ‘l4: 3 Z w inge n be rg—Kirschh ausen 6:10 Zell—Lorsch 12:13 Polizei Mannheim—Reisen 5: 9
Kreisklasse Dieburg
Gruppe I TV Reinheim—Semd 7: 8 Babenhausen—Richen 13:10 Langstedt ll—Klein-Umstadt 4: 2 Langstadt I—Schaafheim 8:3 Gruppe II Münster—Groß-Umstadt . 9: 6 Tumerschaft Oberroden—Niederklingen 16:11 Brensbach—Habitzheim 8: 5
Bezirksklasse Odenwald
Urberach—Reichelsheim IQ: 5 Seeheim—Kirch-Brombach 8: 6 Eppelsheim—Mörfelden 2: 4 Langen—Groß-Bieberau 7: 4
Dr. Barth schießt wieder HandbaUtore. Im Kampf gegen den Ortsrivalen TuS Griesheim sendet er soeben Nr. 6 für die 98er ein. Foto: Hemme
| Kempten—Dietzenbach | |||
| 6:15 (3:7) | Worm. Worms—Kick. | Offenb. 7:10 | |
| (3:3) | Nied—Herrnsheim | ||
| 9:3 | (3:1) | 98 Darmstadt—Griesheim | 16:13, (7:6) |
| Offenbacher Kickers | 6 | 80:52 | |
| 12:0 | SG Dietzenbach | 5 | 72:25 |
| 10:0 | TSV Nied | 4 | 34:28 |
| 6:2 | VfR Wiesbaden | 5 | 46:32 |
| 6:4 | TSV Griesheim | 6 | 47:64 |
| 6:6 | Eintracht Mombach | 3 | 31:28 |
| 4:2 | 98 Darmstadt | 4 | 52:61 |
| 4:4 | SV Gelnhausen | 5 | 50:35 |
| 4:6 | SG Kempten | 5 | 27:54 |
| 2:8 | Wormatia Worms | 4 | i 23:39 |
| 0:8 | TSG Herrnsheim | 5 | 31:60 |
| 0:10 |
Europameister bei der TSG
Heute 20 Uhr
Nochmals Kunstlaufprogramm am Woog
Das Europameisterpaar Ria Baran/Paul Falk sowie der Zweite in der Einzelmeisterschaft, Karl Waldeck, sind am Sonntag um 15.30 Uhr auf der Rollschuhbahn am Woog Gäste der TSG Darmstadt. Noch einmal in dieser Saison hat der Verein ein delikates Kunstlaufprogramm zusammengestellt, das durch die drei Meisterläufer seine Anziehungskraft nicht verfehlen wird.
Ria Baran und Paul Falk, diese beiden Namen sind im deutschen Roll- und Eissport ein Begriff geworden. Sie zeigen ihre Meisterkür, die ihnen in London den Europameistertitel einbrachte, außerdem alte und neue Tänze als Paar'oder mit Karl Waldeck zusammen. Er hat, ebenfalls in London, den zweiten Platz in der Herren-Einzelmeisterschaft belegen können.
Nicht zuletzt seien jedoch die TSG-Läufer und -Läuferinnen genannt, die zwar keine Europameister sind, die aber trotzdem oft genug bewiesen haben, was in ihnen steckt. Die Geschwister Reimann, Herta Merker, Helmut Maunz, Günter Jakob und Werner Hoffmann stellen sich ebenfalls im Einzel-, Paar- und Triolauf vor. Alles in allem eine vielversprechende Veranstaltung. Zö
Neue Eindrücke und Anregungen für die Zukunft
Ausklang des Heppenheimer Bauerntages
Bevor die während des Bauerntages in Heppenheim gehißten Flaggen eingezogen und die ambulanten Händler und Aussteller ihre Zelte abbrachen, herrschte zum Wochenende nochmals reges Leben.
Nicht nur die Besucherzahl, sondern auch die Laune und Freude am Feiern stieg an. Aus den Lokalen klangen einladende Weisen und besonders die Jugend tanzte bis in die Nacht. Man pilgerte gruppenweise zum Amtshof zur Weinprobe und dehnte sie bis zur letzten Runde aus. Die in Verbindung mit dem Bauerntag reich beschickte Ausstellung sowie das tausend Personen fassende Tanzzelt mit Tanzdiele waren ebenfalls Anziehungspunkte vieler Besucher. Obwohl sich die Firma Marx und Stephan aus Mannheim die erdenklichste Mühe gab, das Beste zu bieten, bewegte sich während der ganzen Zeit bis zum Abschluß der Veranstaltung der Hauptstrom der Gäste im Stadtinnern und im Weindorf. Letztmalig bot sich am Sonntagabend das idyllische Straßenbild, besonders belebt durch die Verkaufsbuden. Nochmals mischte sich der Geruch frisch gebratener Bratwürste mit dem gebrannter Mandeln, Honigkuchen und heißer Maroni.
Der alljährliche Bauern tag versammelt die Bauern des gesamten Kreises Bergstraße. Nach arbeitsreichen Monaten soll der Schaffende in diesen Stunden der Entspannung durch Meinungsaustausch und fröhliches Beisammensein gleichzeitig neue Eindrücke und Anregungen für weiteres Wirken sammeln. Die Bauern sollen erkennen, daß sie in neuzeitlichen Arbeitsgeräten und Maschinen treue Helfer finden.
In einer stillen Ecke im Weindorf trafen wir einen hochbetagten 90jährigen Bauern aus dem Ried. Als er sein Glas erhob, sagte er erkenntnisreich: „Wo’s sinn mer dumm gewest unn ham nit erkannt unn nit erfunne, daß Maschine fer uns schaffe kenne. Im nächste Läwe goht bei mir al’s ohne Gäul. Fer diesmol iss halt zu spät.“ So wie dieser Alte, so werden vor allen Dingenfdie Jüngeren den wahren Sinn und Zweck des Bauerntages erkannt haben.
18 neue Wohnungen
für Flüchtlinge geplant
Nach längeren Verhandlungen mit der Nassauischen Heimstätte in Verbindung mit der Siedlungs-Baugenossenschaft Bensheim ist jetzt der Plan für den Bau von 18 Wohnungen fertiggestellt, die auschließlich für Flüchtlinge bereitgestellt werden sollen. Die Finanzierung erfolgt mit Landesbaudarlehen, erste Hypothek und Zuschuß seitens der Stadt Bensheim. Die Siedlungsbaugenossenschaft ist beauftragt, die notwendigen vorbereitenden Arbeiten zu leisten und auch die Aufsicht bei der Durchführung zu übernehmen. Man hofft, die Häuser bis zum Frühjahr bezugsfertig herstellen zu können. Meldungen von Flüchtlingen für Zuweisung von Wohnungen sind zwecklos, da dieselben vom Landesflüchtlingsamt nach bestimmten Richtlinien belegt werden sollen.
Der Wohnungsbau bedeutet nicht nur eine Unterstützung der Flüchtlinge, sondern auch des Baugewerbes, da eine Wohnung auf rund 10 000 DM zu stehen kommt, so daß 180 000 DM dOm Baugewerbe zufließen. e (HB)
Gine stolze Bilanz
Baugenossenschaft „Ried“ baute 400 Wohnungen
, In einer Zeit der vielen ungelösten Probleme und Schwierigkeiten verdient ein jedes Positivum genannt zu werden, das auf dem Wege der Normalisierung unseres durch den Krieg durcheinandergeratenen Lebens einen Fortschritt bedeutet, selbst dann, wenn es sich dabei nur um eine provisorische Lösung handeln sollte.
Geschäftsführer Bär von der Baugenossenschaft Ried, die die schwierige Aufgabe des Neubaues von Wohnungen im Kreise Groß-Gerau übernommen hat, nannte uns einige Zahlen, die trotz aller Nüchternheit Zeugnis geben von einem echten Gemeinschaftsgeist, dem die inzwischen erstellten 400 Wohnstätten zu verdanken sind, die im ersten Bauabschnitt unter Dach und Fach gebracht werden konnten.
An Material wurden im Baujahr 1950 angeliefert:
140 Waggon Zement, 141 „ Hohlblocksteine, 55 „ Kalk, 21 „ Bauholz und 5 Waggon Eisen.
An finanzieller Selbsthilfe konnten in der gleichen Zeit 685 000 DM aufgebracht werden. Die manuelle Hilfe wird mit 870 000 DM veranschlagt. Bereits bezogen konnten im Baujahr 1949/50 400 Wohnungen werden. Im laufenden Baujahr ist der Bau von 920 Wohnungen geplant, die bis zum Sommer 1951 bezugsfertig sein sollen. kr.
Kein Tag ohne Niederschläge
im September
Die Wetterstation des Pflanzenschutzamtes Frankfurt in Hammelbach stellt in ihrem Monatsbericht für September fest, daß in diesem Monat kein Tag völlig heiter und ohne Niederschläge verlief. Trotz dieser ausgesprochenen Unfreundlichkeit, die sich in 22 Regentagen, 4 Gewittertagen, ferner Nebel-, Hagel-, Graupel- und Tauniederschlägen dokumentierte, blieb die Gesamtniederschlagsmenge mit 116,5 mm wesentlich hinter derjehigen der Monate August (133,4 mm) und Juli (141,3 mm) zurück. Die höchste Lufttemperatur wurde mit 23,4 Grad Celsius gemessen; drei Tage später mußte bereits die niedrigste Septembertemperatur mit 4,9 Grad registriert werden, -r
Unsere Geburtstagskinder
Goldene Hochzeit: Herr Jakob Hamel und Ehefrau Katharina geb. Weis, Heppenheim a. d. 8., Rheinstraße 12.
78. Geburtstag: Herr Schneidermeister Hermann Zabel, Bickenbach, Wilhelm-Leuschner-Straße.
TODESANZEIGE Nach einem arbeitsreichen Leben verschied heute im 81. Lebensjahr mein lieber Vater, Schwiegervater, unser lieber Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Georg Beyer 111. Maurermeister i. R. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie ADAM BEYER V. Nieder-Modau, den 8. Oktober 1950. Beerdigung: Dienstag, den 10. Oktober 1950, nachmittags !43 Uhr, vom Trauerhause aus.
Es grüßen als Vermählte Dipl.-Ing. Ernst Weidmann Architekt Elfriede Weidmann geb. Schick Darmstadt, Wittmannstr. 8 - Griesheim b. D., Bessunger Str. 50 7. Oktober 1950
Die Fundgrube
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Neueintragung: Für Angaben in ( <) keine Gewähr HRA. 948. 27. September 1950. NOMOCO-Schleifmaschlnenbau, Monnard, Noll u. Co. OHG., Darmstadt (Weiterstädter Straße 70, Fabrikation und Vertrieb von spitzenlosen Schleifmaschinen). Offene Handelsgesellschaft seit dem 1. April 1950. Gesellschafter: Ernst Noll, Kaufmann, Nieder-Ramstadt, Josef Monnard, Kaufmann, Darmstadt-Arheilgen, Dr. Friedrich Stroh, Syndikus, Gießen. Ernst Noll und Josef Monnard sind nur gemeinsam vertretungsberechtigt. Dr. Friedrich Stroh ist von der Vertretung ausgeschlossen. Veränderungen: HRA. 51. 27. September 1950. Buchdruckerei A. Leinberger. Die Niederlassung ist von Ober-Ramstadt nach Darmstadt (Wenkstraße 18) verlegt worden. Die Zweigniederlassung in Darmstadt ist aufgehoben. HRA. 366. 3. Oktober 1950. Hans Balzer u. Co., Darmstadt (Karlstraße 56, Schuhgroßhandel und -fabrikation) Kurt Balzer Kaufmann, Pirmasens, und Willi Lotz, Kaufmann, Darmstadt’, sind als persönlich haftende Gesellschafter eingetreten. Sie sind nur gemeinsam vertretungsberechtigt. HRA. 734. 27. September 1950. Eduard Roether, Buchdruckerei u. Verlag, Darmstadt (Liebigstraße 24). Zwei Kommanditisten o^gen?”;den' Zwei Kommanditisten sind eingetreten. HRA. 848. 26. September 1950. Philipp Jakoby 11. u. Co Kohlen und Baustoffe, Ober-Ramstadt. Der persönlich haftende Gesellschafter Ludwig Jakoby ist aus der Gesellschaft ausgeschieden. Erloschen: HRA. 316. 26. September 1950. Walter Schütze, Lebensrnittel, großhandlung, Darmstadt. Die Firma ist erloschen.
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