Darmstädter Tagblatt 1950


Darmstädter Tagblatt

Darmstädter Tagblatt Er.cbelnt uÄ”.'«8 Tele,on 39”• 1 ’a Bl■ c b süßer Sonntag 207. Jahrgang / Nr. 81 TUueffe JiadjridHen Dienstag, 3. Oktober 1950 Redaktion: Darmstadter Tagblatt U C Winter. Darmstadt. Rheinstraße 23. Tel 3925 Bezugspreis. 2,90 DM monatlich zuzüglich 0,40 DM Trägerlohn. Anzeigenpreise: Preisliste Nr 3 v. 1 7. 1950. Preis 15 Pfennig *

Moskau bestreitet abermals Zurückhaltung von Gefangenen

Moskau, 2. Oktober, (dpa) Die Sowjetregierung hat am Montag die Protestnoten der drei Westmächte vom 14. Juli wegen der Rückführung der deutschen Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion zurückgewiesen.

Die Beantwortung der Dreimächtehoten erfolgte mündlich bei der britischen, amerikanischen und französischen Botschaft in Moskau.

In den vom 30. September datierten Antwortnoten werden die drei Mächte auf ein Kommunique der sowjetamtlichen TASS-Agentur vom 5. Mai verwiesen, in dem der Abschluß der Rückführung der deutschen Kriegsgefangenen und die Zahl derjenigen Deutschen, die sich angeblich noch in sowjetischen Händen befinden, bekanntgegeben worden waren. Das Verharren der drei Mächte auf der Frage der deutschen Kriegsgefangenen, heißt es in der sowjetischen Antwort, könne nur als Ausdruck ihres Wunsches angesehen werden, diese Angelegenheit zu Propagandazwecken zu benutzen.

In ihren Protestnoten hatten die drei Westmächte der Sowjetregierung vor geworfen, deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion zurückzubehalten und sich damit „der Mißachtung der Menschenrechte“ schuldig zu machen. Die Westmächte hatten die Bildung einer internationalen Untersuchungskommission gefordert und die Sowjetregierung ersucht, volle Angaben über alle Deutschen zu machen, die sich noch in der Sowjetunion befinden.

In den Dreimächte-Protestnoten hatte es ferner geheißen, die TASS-Erklärung sei in der ganzen zivilisierten Welt „mit Empörung und ernster Besorgnis“ aufgenommen Worden. Ferner wurde die Sowjetregierung aufgefordert, genaue Mitteilungen über die wegen Kriegsverbrechen verurteilten und noch unter Anklage zu stellenden Gefangenen sowie über diejenigen Gefangenen zu machen, die in der Sowjetunion gestorben sind.

Nener Schritt Washingtons

Washington, 2. Oktober. (AP.) Die Vereinigten Staaten wollen bei den Vereinten Nationen die Einsetzung einer Kommission beantragen, die sich mit der Frage der noch in der Sowjetunion zurückgehaltenen deutschen und sonstigen Kriegsgefangenen befassen soll, da das sowjetische Außenministerium in einer Erklärung behauptet hatte, die Westmächte rollten die Kriegsgefangenenfrage lediglich zu Propagandazwecken auf.

Die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Australien erwarteten die Einsetzung eine? Kommission der Vereinten Nationen mit dem Ziel der baldigen Repatriierung der noch in der Sowjetunion lebenden Kriegsgefangenen, sagte McDermott.

Sowjetische Treibminen

Washington, 2. Oktober. (AP.) Der Stabschef der amerikanischen Marine, Admiral Forrest Sherman, hat am Montag bekanntgegeben, amerikanische Schiffe hätten vor der koreanischen Küste zahlreiche Treibminen sowjetischer Herkunft gefunden, die erst kürzlich verlegt worden sein müßten.

Hoffnung für Spätheimkehrer

Offenbach am Main, 2. Oktober. (AP.) Die Bundesbahn hat angeordnet, daß 3000 heimatvertriebene Spätheimkehrer beschleunigt eingestellt werden. Bei den Ein- Stellungen sollen die heimatvertriebenen Eisenbahner aus den Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie und dem Sudetenland

besonders berücksichtigt werden. Bisher haben nach Mitteilung der Deutschen Bundesbahn 64 000 Heimatvertriebene Anstellung bei der Bahn gefunden.

Marshall grüßt Berlin

Berlin, 2. Oktober. (AP.) Der amerikanische Verteidigungsminister George C. Marshall hat in einem Telegramm an den Berliner Magistrat bedauert, daß es ihm nicht möglich war, zur Eröffnung der Deutschen Industrieausstellung nach Berlin zu kommen. In einem Ereignis wie dieser Ausstellung komme, so betont er, die Initiative derjenigen zum Ausdruck, deren Ziel Sicherheit und Stabilität ist.

Wyschinski fordert Feuereinstellung

Der Kreml gegen eine Vereinigung von Korea

Lake Success, 2. Oktober. (AP.) uer sowjetische Außenminister Andre Wyschinski hat am Montagabend dem Politischen Ausschuß der Vollversammlung der Vereinten Nationen einen sieben Punkte umfassenden Friedensplan f Korea vorgelegt.

In dem Vorschlag wird die sofortige Feuereinstellung und die Zuruckziehung der Truppen der Vereinten Nationen aus Korea gefordert. Wyschinski hatte vor dem politischen Ausschuß der Vollversammlung der Vereinten Nationen die von acht Nationen eingebrachte Resolution zur Vereinigung Koreas abgelehnt und .sie als einen Akt „direkter Aggression gegen die koreanische Bevölkerung bezeichnet.

Diese Resolution, so sagte er, sei dazu bestimmt, der ungesetzlieben amenkan -

Wyschinski gab bekannt aan -e ov wjetunion einen eigenen Vorschlag zur Lösung der Koreafrage unterbreiten werde

uer Vorschlag der acht Nationen sient BSSSSes kratische Regierung .^“ g^Xungs-T.andes zu treffen.

Der sowjetische Außenminister wiederholte die alten sowjetischen Behauptungen, Südkorea habe den Krieg begonnen, nachdem es seit langer Zeit eine Aggression vorbereitet habe. In dem „faschistischen“ Südkorea, das auch noch von den USA unterstützt worden sei, hätte der „Terror“ der Polizei im vergangenen Mai wirklich freie Wahlen verhindert. Im übrigen handele es sich um einen Bürgerkrieg, in den sich das Ausland nicht einmischen dürfe.

Der amerikanische Delegierte bei den Vereinten Nationen, Warren Austin, bezeichnete am Ende der Sitzung die sowjetischen Beschuldigungen lediglich als „eine Wiederholung der alten Lüge“. Austin sagte, die Beschuldigungen würden auf die Beschlüsse der Vereinten Nationen keinen Einfluß ausüben können.

Der amerikanische Delegierte Benjamin Cohen erklärte, die täglich länger werdenden Listen der politischen Prozesse in diesen Ländern seien ein Beweis für die moralische Korruption, die nur um politischer Ziele willen unter der Polizei und der Justiz herrsche. Man dürfe nie vergessen, daß Terror in einem Land in der Vergangenheit zu Aggressionen und Krieg mit dem Ausland geführt habe.

Cohen betonte, daß sich Bulgarien, Ungarn und Rumänien geweigert hätten, ihre Handlungen vor einem internationalen Gremium zu verteidigen und nach dem vorliegenden Material beurteilen zu lassen. Dies bedeute, daß sie ein unparteiisches Urteil scheuten.

Schneller Vormarsch der Südkoreaner

McArthur lehnt jede Stellungnahme zum Grenzübertritt ab

Tokio, 2. Oktober. (AP./dpa/BBC.) Auf ihrem Vormarsch in Nordkorea hat die dritte südkoreanische Division nach Berichten eines Korrespondenten der Associated Press, der sich selbst bei den vorrückenden südkoreanischen Verbänden befindet, am Montag den Raum von Kansong, 54 Kilometer nördlich des 38. Breitengrades erreicht.

Die gesamte dritte Division und zwei Regimenter der Division „Söul“ befinden sich jetzt auf nordkoreanischem Gebiet. Während die Einheiten der dritten Division nach der Einnahme von Yangyang in schnellem Vormarsch weiter auf der der Küstenstraße nach Norden, in Richtung auf Wonsan stoßen, bogen die Truppen der „Söul“-Division von Yangyang aus nach Westen ins Landesinnere ab.

Kein nennenswerter Widerstand „

Wonsan, das während der Kämpfe um Südkorea wiederholt von amerikanischen Superfestungen schwer bombardiert wurde, ist ein wichtiger Straßen- und Schienen-Verkehrsknotenpunkt etwa 125 Kilometer nördlich des 38. Breitengrades.

Mit den südkoreanischen Truppen sind zwei amerikanische Verbindungsoffiziere in nordkoreanisches Gebiet vorgerückt. Der Widerstand des Feindes an beiden Abschnitten ist schwach.

Einheiten der sechsten südkoreanischen Division haben im Mittelabschnitt den 38. Breitengrad überschritten und stehen jetzt unmittelbar südlich des Schlüsselpunktes Tschuntschon, etwa zwanzig Kilometer von der Grenze entfernt.

Chenchon genommen

Der feindliche Brückenkopf in Südwestkorea ist weiter zusammengeschrumpft. Die Säuberungsaktionen nehmen hier ihren Fortgang. Von Söul aus fächerförmig nach Norden, Westen und Südwesten vorstoßende amerikanische Verbände haben weitere kommunistische Truppenteile eingeschlossen. Chenchon, 90 Kilometer südöstlich von Söul wurde genommen. Damit sind auch die letzten Fluchtmöglichkeiten der noch in Südkorea operierenden Feindverbände zunichte gemacht.

An der Westküste nähern sich Einheiten der amerikanischen Marine-Infanterie dem 38. Breitengrad. Der Befehlshaber dieser Truppen erklärte, er habe keinen Befehl zur Überschreitung der Grenzlinie erhalten.

Bomben auf Nordkorea

Die alliierten Luftstreitkräfte haben am Montag nordkoreanisches Gebiet in 225 Einsätzen angegriffen. Feindliche Truppenkonzentrationen, Verkehrs- und Nachschubwege wurden bombardiert.

Zur Unterstützung der Streitkräfte der Vereinten Nationen in Korea ist ein australisches Bataillon eingetroffen, das im Raume von Yongju zu Säuberungsaktionen eingesetzt wird.


Auf der Howaldt-Werft in Kiel werde jetzt die letzten Arbeiten an einem 20000- Tonnen-Walfang-Mutterschiff vorgenommen. Das Schiff hat deutsche Besatzung, wird aber Ende Oktober unter der Flagge von Panama in die Antarktis auslaufen Foto: United Press
Auf der Howaldt-Werft in Kiel werde jetzt die letzten Arbeiten an einem 20000- Tonnen-Walfang-Mutterschiff vorgenommen. Das Schiff hat deutsche Besatzung, wird aber Ende Oktober unter der Flagge von Panama in die Antarktis auslaufen Foto: United Press

Totgeschwiegen

*** Die Russen haben die Stirn, die Protestnoten der drei Westmächte zurückzuweisen, in denen diese die Entlassung der noch zurückgehaltenen deutschen Kriegsgefangenen verlangt haben. Sie berufen sich dabei wiederum auf die TASS-Meldung vom 5. Mai dieses Jahres, in der erklärt wurde, alle deutschen Kriegsgefangenen seien zurückgekehrt mit Ausnahme von einer kleinen Gruppe von verurteilten „Kriegsverbrechern“ oder solchen, deren Kriegsverbrechen noch untersucht würden. Alle übrigen werden totgeschwiegen. Um den Eindruck von Gewissenhaftigkeit zu erwecken, geben die Russen an, außerdem hätten ganze vierzehn deutsche Kriegsgefangene wegen Krankheit bisher noch nicht entlassen werden können. Angesichts der vielen Tausende, die noch, vielleicht als „freiwillige Zivilarbeiter“ getarnt, in russischer Gefangenschaft schmachten, bedeutet diese Behauptung einen Hohn auf jede Menschlichkeit.

Der Heimkehrerverband Bremen hat vor einigen Tagen vorgeschlagen, es solle eine Delegation nach Moskau entsandt werden, um dort eine Liste mit den Namen der nachweislich noch in der Sowjetunion lebenden Kriegsgefangenen zu überreichen und gleichzeitig um deren Rückkehr zu bitten. Bei der Haltung der Russen ist eine solche Delegation zwecklos.

Der Verband hat jedoch weiterhin vorgeschlagen, an dem Tage, an dem in der Vollversammlung der Vereinten Nationen über die Kriegsgefangenen gesprochen wird, die Weltöffentlichkeit auf die deutsche Empörung über ihre Zurückhaltung hinzuweisen, Kundgebungen zu veranstalten, die Kirchenglocken zu läuten, Verkehr und Arbeit zu unterbrechen. Die Vorschläge sind von der Bundesregierung gebilligt worden. Wir hoffen, dieser deutsche Protest wird rechtzeitig vorbereitet, denn vzenn sich dem Appell die ganze Weltöffentlichkeit anschließt, kann er auch von den Russen nicht überhört werden. Es ist vielleicht die letzte Möglichkeit, die Totgeschwiegenen dem Leben und der Heimat wiederzugewinnen.

Die neue Phase in Korea

Von J. Schäfer

Als am 25. Juni nordkoreanische Truppen die Grenze zwischen Nord- und Südkorea, den 38. Breitengrad, überschritten, hielt die Welt gewissermaßen für einen Augenblick den Atem an. Am meisten interessierte die Frage, ob sich an diesem lokalen Konflikt ein allgemeiner Krieg entzünden könnte. Die Nordkoreaner und ihre Hintermänner waren wohl von der Voraussetzung ausgegangen, daß sie auf Grund ihrer guten militärischen Vorbereitungen die überraschten und schlecht ausgerüsteten südkoreanischen Truppen in einem Blitzkrieg überrennen und die Welt vor vollendete Tatsachen stellen könnten. Durch das schnelle Eingreifen der Amerikaner und des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen sahen sie sich in dieser Hoffnung getäuscht, obwohl sie zunächst große militärische Erfolge erzielen konnten.

Innerhalb von drei Monaten ist das Schicksal vollkommen gewendet worden. McArthur opferte Raum gegen Zeit. Seine Truppen leisteten trotz ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit einen hartnäckigen, hinhaltenden Widerstand, wobei zugleich die schwere Aufgabe zu erfüllen war, die südkoreanischen Streitkräfte zu reorganisieren und ihnen vor allem den „Panzerschreck“ zu nehmen. Die kühne und in ihren Einzelheiten glänzend vorbereitete Landungsoperation und die Zerschneidung des gesamten südkoreanischen Kamnffeldes hat in wenigen Tagen die Niederlage der nordkoreanischen Truppen südlich des 38. Breitengrades besiegelt. Korea und die Welt stehen vor einer neuen entscheidenden Phase.

Nicht platonisch

Das Rätselraten während der letzten Tage über die Frage, was nun in Korea werden soll, ist durch die Aufforderung McArthurs an die nordkoreanischen Truppen, die Waffen niederzulegen, zu einem gewissen Abschluß gekommen. Denn es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß hinter den Worten McArthurs der Wille zur Tat steht, falls Nordkorea nicht kapitulieren will. Abgesehen davon, daß einige südkoreanische Einheiten bereits den 38. Breitengrad überschritten haben und die Luftangriffe auf nordkoreanisches Gebiet fortgesetzt werden, nehmen die Truppen der Vereinten Nationen eine Umgruppierung vor, deren taktisches und strategisches Ziel eindeutig ist.

Die vorherrschende Meinung geht dahin, daß McArthur berechtigt ist, die Grenze zwischen Nord- und Südkorea zu überschreiten, weil er den Auftrag hat, den Frieden in Korea wieder herzustellen. Diese Aufgabe ist jedoch nicht zu lösen, wenn die Nordkoreaner und die Streitkräfte der Vereinten Nationen gewissermaßen Gewehr bei Fuß an dem 38. Breitengrad verhalten wollten. Ferner geht es darum, ein freies, unabhängiges und vereintes Korea zu schaffen. Diese Auffassung wird sowohl in dem amerikanischen Sechs-Punkte-Programm als auch in dejn von Großbritannien und einigen anderen Ländern befürworteten Befriedungsplan vertreten. Nach d’esem Vorschlag sollen alle geeigneten Maßnahmen ergriffen werden, um stabile Verhältnisse in ganz Korea zu sichern. Einer starken Kommission der Vereinten Nationen müßte die Überwachung der notwendigen Schritte obliegen. Auf den wirtschaftlichen Wiederaufbau Koreas, das besonders in seinem südlichen Teil du^ch den Krieg außergewöhnlich schwer gelitten hat, wird ganz besonderer Wert gelegt. Der amerikanische Präsident Truman selbst hat dieser Tage noch erklärt, daß es das Ziel der Vereinigten Staaten in Korea gewesen sei, die Unabhängigkeit des Landes wieder herzustellen und den Koreanern die Möglichkeit zu geben, ein geeintes Volk zu werden. Dieses Problem ist aber nur zu lösen, wenn Nordkorea kapituliert oder zur Kapitulation gezwungen wird.

Sowjet-Union zurückhaltend Eine entscheidende Frage bleibt, wie sich Moskau verhalten wird. Da es sich bisher nicht offen auf die Seite der Nordkoreaner gestellt hat, besteht für die Sowjet-Union die Möglichkeit, sich aus dem koreanischen Abenteuer zurückzuziehen, ohne ganz das Gesicht zu verlieren, was bei den asiatischen Völkern von besonderer Bedeutung ist. Die in den letzten Tagen vom Kreml angewandte Taktik läßt auf diese Absicht schließen. In der Bemerkung des stellvertretenden sowjetischen Außenministers Malik, er befürworte eine Zusammenkunft zwischen den führenden Politikern der Vereinigten Staaten und der Sowjet-Union, wollten manche eine vorsichtige Andeutung für eine derartige Wendung in der Moskauer Politik sehen. Maßgebende amerikanische Politiker jedoch charakterisierten diese Bemerkung überwiegend als Bluff und als Propaganda.

Eine ebenso unterschiedliche Beurteilung erfuhr der „andeutungsweise“ geäußerte Wunsch Wyschinskis, in eine private Besprechung mit Außenminister Acheson zu kommen. Etwas bedenklich klang die dieser Tage von der Associated Press aus Moskau verbreitete Meldung, wonach man in dortigen diplomatischen Kreisen der Ansicht sei, die sowjetische Regierung würde einen Entschluß der amerikanischen oder alliierten Truppen, den 38. Breitengrad zu überschreiten, als ernst ansehen. Denn Moskau hätte möglicherweise definitive Vorschläge für die Wiedervereinigung Koreas zu machen, etwa die Abhaltung allgemeiner Wahlen, wenn die Frage in der Vollversammlung der Vereinten Nationen zur Sprache kommen sollte.

Gre i f t Rot-C h i n a ein?

Eine etwas aggressivere Sprache führt in den letzten Tagen wieder Rot-China. Der Außenminister erklärte u. a., China werde nicht abseits stehen, falls die „Imperialisten“ die Gebiete seiner Nachbarstaaten überfallen sollten. Diese Auslassung wird von der indischen Regierung, die wieder mehr die Rolle eines Vermittlers spielt, ziemlich beachtet. In Amerika jedoch mißt man der Erklärung des chinesischen Außenministers keine allzu große Bedeutung zu. Man ist der Auffassung, daß die chinesische Regierung zu sehr mit dem Wiederaufbau des Landes beschäftigt ist und sich infolgedessen nicht in ein „Abenteuer“ in Korea einlassen werde. Außerdem betont man, daß Rot - China sich durch einen solchen Schritt die Aussichten für die Aufnahme in die Vereinten Nationen, worauf es so großen Wert legt, zerstören würde.

Vor der neuen Phase in Korea steht also wieder eine ganze Reihe ungelöster Probleme, die nicht nur von lokaler, sondern weit darüber hinaus von weltpolitischer Tragweite sind. Es bedarf eines sehr geschickten Vorgehens der Vereinten Nationen, um eine Ausweitung des bisher lokalisierten Konfliktes zu vermeiden.

Grfolge in Indochina

Saigon, 2. Oktober, (dpa) Die „militärische Hauptstadt“ der Vietminh-Aufständischen in Indochina, Thain Guyen, ist, wie die französische Armee am Montag bekanntgab, von einer „fliegenden Kolonne“ genommen worden, die von Hanoi aus vorgerückt war.

O, du mein Oesterreich!

-y- Im weitgespannten, ziemlich gegensätzlich gewordenen Interessenfeld der großen Vier gab es seit 1945 immer noch ein Fleckchen, das auf dem Globus zwar nur schlecht zu finden, aber doch vorhanden war, und das für alle Partner so etwas wie politisches Niemandsland, ein „Rührmichnichtan“ gewesen war: Oesterreich.

Auch das scheint nun, wenn nicht gerade über Nacht, so doch im Laufe einer Woche anders geworden zu sein. Aus den tagelangen kommunistischen Revolten in allen vier Zonen Oesterreichs haben die westlichen Drei der vier mehr oder minder feindlichen Brüder erstaunlich schnell — wohl hellhörig geworden durch voraufgegangene Beispiele — die Lehre gezogen. Im alliierten Rat für Oesterreich beschuldigten die Vertreter der Westmächte den Repräsentanten Moskaus, die österreichische Regierung bei der Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung behindert und den kommunistischen Demonstranten Hilfe gewährt zu haben. General Geoffrey, der Oberkommissar Amerikas in Oesterreich, erklärte, ihm lägen unbestreitbare Zeugnis dafür vor, daß die sowjetischen Besatzungsbehörden in voller Absicht und in aller Offenheit eine aufrührerische Minderheit ermutigt hätten, Demonstrationen durchzuführen und Gewaltakte zu begehen. Das stelle einen Bruch des Viermächte-Abkommens dar. Der französische und der britische Kollege schlossen sich ihrem Kameraden an.

Der sowjetrussische Vertreter im Rat der Vier, General Tsinjew, wies natürlich die Beschuldigungen zurück und meinte, die Entrüstung der österreichischen Arbeiter sei auf die Verschlechterung der Lebenshaltung zurückzuführen, die sich für sie aus der Aufbürdung des Marshallplanes ergeben habe.

Hier irrt Herr Tsinjew, zumindest zu 75 Prozent. Der Marshallplan gilt nur für Gebiete, die in der Einflußsphäre der Westmächte liegen. Weder auf der Sowjetzone Deutschlands, noch der Oesterreich lastet der „Fluch“ des Marshallplans. Um so bemerkenswerter ist es, daß gerade in diesen beiden Zonen nicht nur die Arbeiterschaft, sondern die gesamte betroffene Bevölkerung mehr als froh wäre, auch dieses „Fluches“ teilhaft zu werden, denn es ist immer noch besser, den Magen mit realen, gut verdaulichen, wertvollen Lebensmitteln zu füllen, als mit den häufig doch sehr ungenießbaren ideologischen Substanzen Moskauer Prägung. In Wirklichkeit war das kommandierte „Kochen der Volksseele“ in Oesterreich doch wohl nichts anderes als das, was zum vergangenen Wochenende auch in der Bundesrepublik geplant war: eine kommunistische Störaktion, um die Welt im allgemeinen und die genannten Gebiete im besonderen von der Tatsache abzulenken, daß Moskau zur Zeit in einem anderen Teil der Welt, in Korea, eine Schlappe erleidet, mit der es nicht gerechnet hat.

Warnliste

Frankfurt a. M„ 2. Oktober. (AP.) Ein „Aktionskomitee gegen die Fünfte Kolonne“ mit Hauptsitz Frankfurt hat eine erste „Warnliste“ mit den Namen von 84 Personen in der Bundesrepublik veröffentlicht, die sich in kommunistischen Tarnorganisationen betätigen.

Das Aktionskomitee will mit dieser Liste, die laufend ergänzt werden soll, „all denen die Arbeit erleichtern, die bereit sind, die Bundesrepublik gegen die Wühlarbeit des sowjetischen Imperialismus zu schützen“.

Fritz von Twardowsky

Bonn, 2. Oktober, (dpa) Der frühere Botschaftsrat Dr. Fritz von Twardowski wird in der zweiten Oktoberhälfte sein Amt als Leiter der Auslandspressestelle im Bundespresseamt in Bonn antreten.

Weitgehende Verständigung erzielt

Bund und Länder nähern sich in der Polizeifrage

Drahtbericht unseres Korrespondenten

Da. Bonn, 2. Oktober. Ueber den Schutz der inneren Sicherheit der Bundesrepublik ist, wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, zwischen Bund und Ländern eine bereits sehr weitgehende Verständigung erzielt worden. Voraussichtlich werden Ende dieser Woche Vereinbarungen über die 30 000 Mann starke Bereitschaftspolizei und die Reorganisation der Länderpolizei abgeschlossen. Die Finanzierung der Bereitschaftspolizei wird am Donnerstag von den Finanzministern der Länder beraten werden und gilt als das schwierigste der noch schwebenden Probleme.

Vier Punkte

Die wesentlichen Punkte der grundsätzlichen Verständigung sind: 1. Die Bereitschaftspolizei ist, wie auch

das Polizeimemorandum der Außenminister der drei Westmächte klargestellt hat, eine Polizei der Länder und keine Bundespolizei.

2. Die Befugnisse des Bundes gegenüber der Bereitschaftspolizei beruhen auf Artikel 91 des Grundgesetzes, wonach die Bundesregierung bei drohender Gefahr Polizeikräfte der Länder ihren Weisungen unterstellen kann.

3. Zur Ausübung seiner Rechte aus Artikel 91 des Grundgesetzes muß der Bund schon vor dem Fall einer drohenden Gefahr Einflußmöglichkeiten auf die Polizei haben, die ihm ohne Aenderung des Grundgesetzes eingeräumt werden können.

4. Die Bereitschaftspolizei wird reinen Polizei- und keinerlei militärischen Charakter haben. Auf Grund der Verhandlungen wurden drei Fachausschüsse gebildet.

Ueberraschende Einigung

Die bange und zugleich auch ärgerliche Frage, ob sich Bund und Länder über die Polizei verständigen können, scheint sich ganz plötzliich und dazu noch überraschend glatt erledigt zu haben. Die Notwendigkeit einer schlagkräftigen, gegebenenfalls zentral geleiteten Polizei dürfte unter den augenblicklichen Ver-

hältnissen auch sehr extremen Föderalisten einleuchten und andererseits müssen die Zentralisten sich sagen, daß die Aufstellung der Bereitschaftspolizei nicht so lange hinausgeschoben werden känn, wie das der Fall sein müßte, wollte man sich zunächst mit einer Aenderung des Grundgesetzes befassen.

Daß im Bundeskanzleramt sehr viel Neigung bestanden hat, die Polizei zentraler zu gestalten, läßt sich nicht bestreiten. Aber es darf nicht übersehen werden, daß die Neuyorker Entscheidungen auch die Bereitschaftspolizei ausdrücklich auf Länderbasis gestellt haben. Selbst wenn es dem Kanzler gelungen wäre, sich mit den Ländern über eine Umgehung des Grundgesetzes einig zu werden, wäre er noch nicht am Ziel gewesen, da dann voraussichtlich die Oberkommissare Einspruch erhoben hätten.

Polizei keine Wehrmacht

Das Eingehen des Kanzlers auf die Länderwünsche dürfte vor allem für die sozialdemokratischen Polizeiexperten eine Ueberraschung gewesen sein. Natürlich hat die SPD ihre eigenen Polizeipläne, und diese sind zentralistischer Natur. Aber man wird sich erinnern, daß die Forderung Dr. Schumachers nach einer Aenderung des Grundgesetzes wegen der Polizei keine absolute Forderung gewesen ist.

Seinen Sicherheitsberater, den früheren General der Panzertruppen Graf Schwerin, ließ Bundeskanzler Dr. Adenauer auf der Polizeikonferenz nicht in Erscheinung treten. Bei der Polizeikonferenz hat Bundeskanzler Dr. Adenauer von vornherein sehr sorgfältig betont, daß Polizei etwas ganz anderes sein soll als Wehrmacht und daß er auch die 30 000 Mann Bereitschaftspolizei nicht als den Stamm einer späteren Wehrmacht betrachtet. Die Probleme der deutschen Sicherheit haben sich inzwischen eben geändert. Die Bundesrepublik hat in Neuyork eine totale Sicherheitsgarantie erhalten, die Verstärkung der Besatzungstruppen ist fest zugesagt. Bei dieser neuen Situation erübrigte es sich, einen früheren Panzergeneral zur Erörterung von Polizeifragen hinzuzuziehen.

Nordkoreanische Greueltaten in Söul

Von O. H. P. King, Korrespondenten der Assotated Press

Söul, 2. Oktober. (AP.) Die Auffindung von Massengräbern bei Söul läßt Befürchtungen aufkommen, daß die Nordkoreaner vor ihrem Abzug allein in einem Bezirk der Stadt rund 2000 Menschen getötet haben. ,

Ich habe selbst die Leichen von 27 Männern und Frauen in Gräben gesehen, die südkoreanische Soldaten 'in den ersten Tagen aufgeworfen hatten. Den Toten waren die Hände auf den Rücken gebunden.

In der gleichen Gegend sollen noch mehr als 100 weitere Leichen aufgefunden worden sein. Nach den Berichten von Einwohnern sollen in einem Bezirk 2000 Menschen in das rote Polizeihauptquartier gebracht worden sein. Kurz vor der Wiedereroberung von Söul durch die Truppen der Vereinten Nationen seien die Verhafteten aus dem Gefängnis herausgebracht worden. Seitdem ist keiner von ihnen mehr lebend gesehen worden. Sie wurden entweder getötet oder nach dem Norden verschleppt.

Die Verhafteten waren Angehörige von Personen, die von der kommunistischen Polizei gesucht wurden, Mitglieder der südkoreanischen Polizei oder Jugendliche, die versuchten, der Einberufung in die nordkoreanische Armee zu entgehen. Ein Mann erzählte, er habe die Leiche seiner Frau unter den Toten erkannt. Der Frau, die ein Kind erwartete, waren eine Brust und ein Ohr abgeschnitten worden. Der Mann hatte sich verborgen, um nicht eingezogen zu werden. Aus diesem Grunde Wurde wahrscheinlich seine Frau verhaftet und umgebracht. Ich selbst sah die Leiche einer Frau, die anscheinend mit Seitengewehren erstochen worden war.

Nur in Peking

Neu-Delhi, 2. Oktober. (AP.) Die tibetanische Delegation, die sich zur Zeit zum Abschluß eines chinesisch-tibetanischen Schlichtungsvertrages in der indischen Hauptstadt aufhält, hat am Montag bekanntgegeben, daß die chinesische Regierung es ablehnt, einen Pakt mit Tibet durch ihren Botschafter in Neu-Delhi unterzeichnen zu lassen.

Der Chef der tibetanischen Delegation, Finanzminister Tsepon Shakabpa, erklärte, er sei davon in Kenntnis gesetzt worden, daß die Vorbesprechungen zwar in Neu-Delhi abgeschlossen werden könnten, ein endgültiger Vertragsabschluß jedoch erst dann zustande komme, wenn sich die tibetanische Delegation nach Peking begebe. Der chinesische Botschafter, Yuan Chung-hsien hat eine Reihe von Fragen, die ihm von der Delegation vorgelegt wurden, darunter die, was mit dem oft gebrauchten Ausdruck der „Befreiung Tibets“ gemeint sei, nach Peking weitergeleitet.

Erhöhung der Aungestellten-Gehälter

Forderung des Deutschen Gewerkschaftsbundes

Düsseldorf, 2. Oktober, (dpa) Der An¬ gestelltenausschuß des Deutschen Gewerkschaftsbundes forderte eine Erhöhung der Angestelltengehälter, die den gegenwärtigen Preisverhältnissen entsprechen müsse.

Der Ausschuß wandte sich entschieden gegen den von der Bundesregierung ausgearbeiteten Entwurf eines Betriebsverfassungsgesetzes zur Neuordnung der Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Der Regierungsentwurf wurde als Diskussionsgrundlage abgelehnt, weil er nach Ansicht des Gewerkschaftsbundes eine Spaltung zwischen Gewerkschaften und Betriebsbelegschaften zur Folge haben würde.

Außerdem nahm der Ausschuß zu der bevorstehenden Gesetzgebung über die Selbstverwaltung der Sozialversicherung Stellung. Er forderte, daß die Vertreter für die Rentenversicherungen ebenso wie bei den Ersatzkassen nur von den Versicherten gestellt werden dürfen. Die im Regierungsentwurf vorgesehene Bildung eines Direktoriums bei den Versicherungsträgern neben dem Vorstand und der Vertreterversammlung wurde „aus sachlichen und wirtschaftlichen Gründen“ abgelehnt.

Jetzt Sabotage-Akte

D. Bonn, 2. Oktober. (Eig. Drahtbericht.) „Wir begrüßen, daß es dem endlich energischen Eingreifen der Polizei gelungen ist, kommunistische Störungsversuche im Keim zu ersticken“, erklärte Staatssekretär Thedieck, der den noch in Berlin weilenden Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, Jakob Kaiser, vertritt. Thedieck warnte aber davor, den am Sonntag errungenen Erfolg zu überschätzen. Man könne noch nicht beurteilen, ob man absolut Herr der Lage sei. Da den Kommunisten die Ausübung offenen Terrors nicht gelingen kann, rechnet man in Bonn damit, daß sie mehr und mehr zu Sabotageakten übergehen, um auf diese Weise Unruhe zu stiften.

In Anbetracht des Erfolges, den die polizeilichen Sicherheitsmaßnahmen am Sonntag gehabt haben, erscheint es zur Zeit nicht möglich, von einer „drohenden Gefahr“ zu sprechen, wie sie der Artikel 91 des Grundgesetzes für eine Unterstellung der Länderpolizei unter die Weisungen des Bundes voraussetzt. Würde die Bundesregierung schon jetzt wegen „drohender Gefahr“ nach Artikel 91 die Polizei ihren Weisungen unterstellen, so würde der Bundesrat zweifellos von seinem Recht Gebrauch machen, eine solche Verfügung der Bundesregierung aufzuheben.

Zu der Meldung, daß der Kanzler bereits am Donnerstag mit den Oberkommissaren die Polizeifrage besprechen werde, erfahren wir aus dem Bundeskanzleramt, daß damit nicht zu rechnen sei.

364 Volkspolizisten sind seit dem 1. Juni nach West-Berlin geflüchtet.

Stimmen der Anderen

Versuch gescheitert

Die „New York Times“ schreibt am Montag in einem Kommentar zu den kommunistischen Demonstrationen in der Bundesrepublik:

. „Der erste sowjetische Versuch, die Möglichkeit zu erforschen, Westdeutschland mit Hilfe einer Invasion kommunistischer Marionetten aus der Sowjetzone in ein europäisches Korea zu verwandeln, hat mit einem Fiasko geendet.

Nach Informationen, die deutschen und alliierten Stellen vorliegen, sollten etwa 30 000 geschulte Agitatoren und Demonstranten nach Westdeutschland eingeschmuggelt werden, die Befehl hatten, die Masse der deutschen Bevölkerung zum Widerstand gegen die Bonner Regierung und gegen die alliierten Besat^ungsbehörden aufzuwiegeln.

Der Hauptgrund für das kommunistische Fiasko liegt in der Tatsache, daß Westdeutschland aus diesem Anlaß praktisch seine gesamte Polizei in Stärke von 100 000 Mann mobilisiert hatte, während die alliierten Truppen in Alarmbereitschaft standen, um die deutsche Polizei zu unterstützen.

Die feste Haltung der westdeutschen Bevölkerung, die wie das übrige Europa aus den Siegen der Vereinten Nationen in Korea neue Hoffnung und Vertrauen geschöpft hat und jetzt stärker als je Entschlossen ist, der kommunistischen Aggression Widerstand zu leisten, hat jedoch mindestens im gleichen Maße dazu beigetragen. Die Erklärung des Präsidenten Truman, in der er Berlin weitere Unterstützung und Hilfe versprochen hat, dürfte die deutsche Haltung weiter stärken.

Es wäre jedoch falsch, die Bedeutung dieses kommunistischen Schrittes zu unterschätzen, er war nur der erste Versuch, die kommunistische Infiltrierungtaktik und die Stärke der Bonner Regierung zu erproben. Weitere und ernstere Kraftproben werden zwangsläufig folgen. Der Westen täte gut daran, sich darauf vorzubereiten, bevor er in einen neuen und weit gefährlicheren Korea-Konflikt verstrickt wird.“

Ein König ohne Würde

Wir lesen im „Sozialdemokrati¬ schen Pressedienst“: „In einer Zeit, da Könige auf dem Aussterbe-Etat stehen, sind die wenigen noch regierenden gekrönten Häupter stärker als je dem Interesse der Öffentlichkeit ausgesetzt. Um so größer ist aber auch die Verpflichtung, jenen Schritt zu scheuen, der unvermittelt von der Erhabenheit zur Lächerlichkeit führt. Zu denen, die sich dieses kleinen Schrittes nicht bewußt sind, gehört König Faruk von Aegypten. Hatten schon die laufenden Meldungen der letzten zwei Jahre über das Leben und Treiben am Hofe Faruks in Kairo das Vertrauen in die Ernsthaftigkeit dieses Mannes auf dem Throne der Pharaonen erschüttert, so hat Faruk auf seiner jetzigen Riviera-Reise nichts unterlassen, was angetan schien, ihm den letzten Rest einer königlichen Würde zu nehmen. Der Mann, der nach Geburt und Tradition berufen schien, Führer der islamitischen Welt zu werden, setzt in seiner hemmungslosen Vergnügungssucht nicht nur das Ansehen seines eigenen Thrones, sondern auch das der gesamten monarchistischen Institution aufs Spiel.

Ein König ist — es tut wohl, sich dessen von Zeit zu Zeit zu erinnern — auch nur ein Mensch. Aber ein König ist nie Privatmann; wenn er es dennoch sein will, tut er gut daran, die Oeffentlichkeit zu scheuen. Bei Faruk ist das genaue Gegenteil der Fall. Er kann nicht genug Pressephotographen finden, die ihn mit den neuesten Modeschönheiten der Riviera abkonterfeien, bis ins letzte Detail läßt er den Harem schildern, den er sich aus Kairo mitgebracht hat, und während der Fellache am Nil in sozialen Zuständen wie vor tausend Jahren lebt, wirft er den Croupiers der Riviera in einer Nacht Zehntausende von seinen Untertanen schwer erarbeiteten Dollars auf den Spieltisch. Ueber Geschmack läßt sich streiten, über König Faruk nicht mehr.“

Hölle wo ist Dein Sieg ?

ROMAN VON RACHEL FIELD

Erstabdruck Alle Rechte beim Wolfgang KrCger-Verlag. Hamburg

27} „Isabella, Louise!“ Sie klopfte an die Tür zu dem Zimmer, in dem die beiden Mädchen in ihren duftigen weißen Mousselinkleidern und breiten Schärpen aus rosa und hellblauem Atlas warteten. .Es ist Zeit zum Hinuntergehen. Steht mal auf und laßt sehen, ob ihr schön genug seid, um euren Knix zu machen!“

Gewandt zog sie hier eine Schleife fest, strich dort das dunkle Haar glatt. „So, das sieht schon besser aus, Isabella, vergiß nicht, dich gerad zu halten. Und du, Louise, halte dich nicht so steif, als ob du ein Lineal verschluckt hättest. Hier ist euer Korb mit den Blumensprüchen.“

„Und was machen wir, wenn wir nicht ausreichen, Mademoiselle?“

„Wirklich, Isabella, dann ist immer

noch Zeit, es sich zu überlegen!“ Sie lächelt dem lang aufgeschossenen Mädchen ermunternd zu.

„Aber ich finde es viel besser, wenn man vorher weiß, was geschehen wird“, beharrte Isabella, „und ich wünschte, Papa wäre hier anstatt Weit weg in Paris. Ich finde, er hätte wirklich kommen können, finden Sie nicht auch, Mademoiselle?“

Henriette wich einer Antwort aus, Indem sie die Mädchen auf den Gang hinaustrieb und mit ihnen die breite Treppe hinunterging. Hunderte von Kerzen brannten, ihren Schein in Spiegeln und poliertem Marmor vervielfachend. Das Stimmengewirr erhob sich von den langen Tischen in der Halle und vermengte sich mit den schluchzenden Tönen der Musik, die die dunkelhäutigen Spieler ihren Instrumenten entlockten. Sie gingen dicht an den Zigeunern vorbei, voran die beiden aufgeregten Schwestern, ihre Körbe ängstlich festhaltend, dahinter die Erzieherin, ihr Gesicht so glatt und angespannt wie das hocherhobene Tamburin, das die rhythmische Verwirrung ihres Herzens widerhallte.

Neuntes Kapitel

Im Park des Schlosses Vaux-Praslin bildeten die herabfallenden Buchenblätter eine Überschwemmung von rauschendem Gold, durch die die Kinderfüße hindurchwateten. Die Eichen kleideten sich in ein dunkles Rostbraun, und der Boden unter den Kastanien war dicht mit den kleinen grünen Stachelkugeln bedeckt. Ueber Mittag schmolz die kräftige Oktobersonne die Eiskruste auf den Pfützen der holperigen Landstraßen, aber jede Nacht breitete der Frost eine neue Schicht über alles und färbte die weiten Rasenflächen und Terrassen weiß. Wie früh Henriette auch mit ihren Zöglingen nach dem Unterricht und dem Mittagessen zum Spaziergang aufbrechen mochte, die Dunkelheit überraschte sie immer schon auf dem Heimweg.

Die Tage waren seit der Rückkehr von Korsika glatt und reibungslos verlaufen. Sie waren sofort nach Melun gereist, wo die drei anderen Töchter schon einen Monat ihrer Klosterferien verbracht hatten. Später begleiteten diese ihre Eltern zu einem Konzert in Südfrankreich, dessen Bäder der Arzt empfohlen hatte. Ob die Kur der Herzogin nun genützt hatte oder nicht — jedenfalls war durch ihre Abwesenheit die ständige Spannung aus der Atmosphäre des Schul- und Kinderzimmers gewichen. Der Unterricht wurde nicht länger durch die ablenkenden Besuche der Mutter unterbrochen, und damit fiel auch das unvermeidliche Nachspiel gekränkter Mutterliebe fort, jedesmal, wenn die Kinder sich ihren allzu stürmischen Liebkosungen entzogen oder für die Berge von Spielzeug und Süßigkeiten ungenügendes Interesse bezeigten. Es war sehr viel einfacher, stellte Henriette fest, die pflichtschuldigen kleinen Briefchen an ,Chere Maman' anzuregen, als die Kinder dazu zu bringen, sich in ihrer Gegenwart nicht zu abweisend zu gebärden.

So floß die Zeit ruhig dahin, und nur die immer früher hereinbrechende Dunkelheit unterschied den einen Tag von dem darauffolgenden. Die leuchtende Buntheit des Oktobers wandelte sich kaum merklich in das sanfte Grau des Novembers.

„Heute abend ist Allerheiligen!“ rief Louise aus, als sie eines Tages zu ihrem Spaziergang aufbrachen. „Wir müssen uns beeilen, damit wir nach Hause kommen, solange es noch hell ist. Ich würde nicht gerne einem Gespenst begegnen; würden Sie, Mademoiselle?“

„Ich weiß nicht recht, Louise. Vermutlich gibt es ebenso viele gute Gespenster wie böse — aber heute nachmittag Werder wir bestimmt keins treffen“, fügte sie schnell hinzu, da sie fühlte, wie Raynalds Finger ihre eigenen umklammerten.

Diesen Nachmittag in den Wäldern von Melun sollte sie niemals vergessen. Berthe und Raynald spielten ausgelassen in dem kniehohen Laub Verstecken und buddelten sich gegenseitig darin ein. Sie füllten sich die Taschen rfiit Kastanien und achteten in ihrem Eifer, an den seidigbraunen Kern zu gelangen, nicht der grausam bewehrten Schale. Und wie süß schmeckte dann der milchige Kem, in den sie ihre Zähne vergruben! Und ■wie wütend schnalzten und hüpften die Eichhörnchen über ihnen in den Zweigen!

Sie machen diesmal einen großen Umweg, um sich die alte Mühle anzusehen, deren moosbewachsenes Rad sich unter dem Druck der nachdrängenden Wasser drehte, drehte . . . Ueber die Brustwehr gelehnt, fühlten sie sich vom Zuschauen allmählich schwindlig werden, und in ihren Ohren dröhnte das Rauschen und Lärmen. Der Müller und seine behäbige Frau begrüßten sie freundlich lächelnd.

„Mademoiselle Isabella ist schon ein richtiges Fräulein geworden. Ihre Mutter sah auch nicht viel älter aus, als sie hier als Braut ihren Einzug hielt. Und Mademoiselle Louise — was für herrlich gesunde Farben! Wie reife Pfirsiche in der Sonne! Nein, und wie groß die beiden Kleinen geworden sind seit dem vergangenen Jahr! Die Berthe ist aber mal eine richtige Praslin, genau so blond wie der Herzog. Ja, wahrhaftig, ganz die Tochter ihres Vaters. Und auch der junge Herr ist kein Bebe mehr, aber seine Augen sind immer noch zu groß für sein Gesicht!“

Solch überschwengliche Begeisterung mochte ja ein wenig zu weit gehen, aber Henriette fand, daß gelegentliche Besuche bei den liebenswürdigen Pächtern den Kindern nichts schaden könnten. Es fiel ihr heute nicht leicht, sie wieder zur Heimkehr anzytreiben. Der Müller riet ihnen, den kürzeren Weg durch den Wald zu nehmen, anstatt an den Wiesen und dem Obstgarten entlang zu gehen, und zeigte ihnen selbst, wo der Pfad seinen Anfang nahm. Henriette hatte jedoch nicht damit gerechnet, so bald schon das Tageslicht entbehren zu müssen. Die Sonne sank schnell hinter den Baumwipfeln, und die hereinbrechenden Schatten tauchten alles um sie herum in ungewisse Dämmerung.

„Wir müssen uns beeilen, wenn wir nicht den Weg verlieren wollen“, sägte Henriette zu ihrer kle’nen Schar. „Nimm mich bei der Hand, Raynald, und paß auf, wo du hintrittst, damit du nicht über die Wurzeln stolperst.“

„Es wird aber ordentlich dunkel, Mademoiselle“, klagte Louise. „Ich wünschte, wir hätten einen von den Hunden mitgenommen.“

Henriette wünschte dasselbe, aber sie trieb die Kinder mit ermunternden Worten weiter und bemühte sich im übrigen, den schmalen Durchgang zwischen den aufragenden Stämmen nicht aus den Augen zu verlieren. Sich in Wäldern zu verirren, in denen das wechselnde Sonnenlicht auf dem moosigen Boden seine Kringel malte, war wohl romantisch, aber in dichtbestandenen, finsteren Wäldern war das eine ganz andere Sache.

„Ich rieche ein Feuer“, Berthe blieb stehen, schnupperte und deutete dann auf einen schwachen, flackernden Schein. „Da drüben ist es.“

Sie stapften weiter, und es dauerte nicht lange, da standen sie auf einer Lichtung vor einer kleinen Hütte.

(Fortsetzung folgt.)

Bonn gegen die Preistreiber

Das Kabinett wird sich mit den Löhnen und Preisen befassen

n 2‘ Oktober (Eigener Draht¬ bericht.) Bonner Regierungskreise rufen oas als Wuchergesetz bekannte Gesetz gegen Preistreiberei in Erinnerung, das wiescharfer gehandhabt werden müsse, um ungerechtfertigte Handelsgewinne zu unterbinden. Die strafrechtliche Verfolgyng ^er Preistreiberei wird eine der Maßnahmen sein, die das Kabinett am Mittwochnachmittag bei der Beratung der Lohn- und Preispolitik erörtern wird

Au» Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums wird zu der bevorstehenden Kabmettssitzung, die voraussichtlich auch eine Antwort auf die Düsseldorfer Gewerkschaftskundgebung sein wird, erklärt, daß die Auffassung des Bundeswirtschaftsministers festliege und bekannt sei. Man habe den Wunsch an den Bundesarbeitsminister herangetragen, auch seinen Einfluß dahin geltend zu machen, daß keine Lohnerhöhungen stattfänden, damit die Lohn-Preis-Spirale nicht in Bewegung gerate.

Bei den Häuteauktionen habe das Wirtschaftsministerium bereits gezeigt, wie vorgegangen werden müsse. Es seien mehrere Verfahren wegen Preistreiberei eingeleitet worden. Außerdem sei durch rasche Einfuhrsteigerung ein Druck auf die Lederpreise ausgeübt worden. Man ist im Bundeswirtschaftsministerium der Ueberzeugung, daß die Grundsätze der Erhardschen Lohn-Preispolitik die volle Zustimmung des Bundeskanzlers haben. Vorschläge des Bundesfinanzministeriums werden vor allem eine sparsame Geldpolitik und die Finanzierung der Rohstoff- und Nahrungsmitteleinfuhren betreffen, die von Staats wegen getätigt werden sollen. Neben dem Ziel einer Anreicherung der Vorräte stehe dabei die Absicht, konjunkturelle Spannungen durch stoßweise Marktbelieferung auszugleichen, um unverantwortlichen Spekulanten das Handwerk zu legen.

In Bonner Regierungskreisen wird betont, daß die Maßnahmen, wie sie das Kabinett voraussichtlich am Mittwoch beschließen werde, keinerlei planwirtschaftlichen Charakter hätten und das System der Marktwirtschaft nicht stören würden.

Hessens Defizit bleibt

Vor Verabschiedung des Haushaltsplans 1950/51

Wiesbaden, 2. Oktober. (LH.) Der Haushaltsausschuß des Hessischen Landtags hat am Montag die Vorarbeiten für den in der Mittwochsitzung des Landtags zur Verabschiedung vorgesehenen Staatshaushaltsplanes für das Rechnungsjahr 1950/51 abgeschlossen.

Wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wurde, hat der Ausschuß keine Möglichkeit gesehen, das durch die Annahme verschiedener Abänderungsanträge gegenüber der ursprünglichen Vorlage von 44 auf über 46 Millionen DM angewachsene Defizit verändern zu können. Die von sozialdemokratischer Seite angeregte Erhöhung der Einnahmen durch einen verstärkten Holzeinschlag ist von der Mehrheit des Ausschusses nicht aufgenommen worden.

Wie wenig die Legislative in der Lage äst, auf die Gestaltung der Staatsfinanzen im Hinblick auf die Verringerung des Defizits einen Einfluß auszuüben, geht nach Ansicht parlamentarischer Kreise daraus hervor, daß die Masse der Ausgaben durch unabwendbare Verpflichtungen gebunden ist.

Dr. Erich Großkopf (CDU) wies darauf hin, daß über 90 Prozent des Aufkommens an Körperschafts- und Einkommensteuer für Gehälter und Pensionen an öffentliche Bedienstete aufgewendet werden müsse. Andererseits fließe das gesamte Aufkommen an Lohnsteuer als sogenannte „Interessenquote“ und für den Bundesfinanzausgleich in die Kassen des Bundes.

Schwierige Gemeinde-Ordnung

Landtagsausschuß hörte Spitzenverbände

Wiesbaden, 2. Oktober. (LH) Der Kommunalpolitische Ausschuß des Hessischen Landtags hat am Montag Vertreter des Hessischen Gemeindetages sowie des Landkreistages empfangen und deren Stellungnahme zur neuen Hessischen Gemeinde-Ordnung entgegengenommen. Die Beratung der Gemeinde-Ordnung, die dem Ausschuß zur Vorbereitung der zweiten Lesung vorliegt, soll nach Anhören von Vertretern des Hessischen Städtetages in der nächsten Woche fortgesetzt werden.

„Vorrang des Staates“

Forderung der sozialdemokratischen Lehrer

Kassel, 2. Oktober. (LH) Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer des Bundesgebietes wandte sich am Montag in einem Abschlußkommunique ihrer Hauptausschußsitzung in Kassel nachdrücklich gegen die restlose Kommunalisierung der Schule und ihre Aufsplitterung nach Konfessionen und Weltanschauungen. Der Hauptausschuß forderte eine stärkere kulturpolitische Aktivität der SPD zur Erstrebung der Vorrangstellung des Staates in der öffentlichen Erziehung.

Engler vorläufig festgenommen

Frankfurt/Main, 2. Oktober (dpa) Der frühere Ministerialrat im hessischen Ministerium für Arbeit, Landwirtschaft und Wirtschaft, Herbert Engler, ist, wie die Frankfurter Oberstaatsanwaltschaft am Montag mitteilte, vorläufig festgenommen worden, weil er mehrere Personen veranlaßt haben soll, in dem gegen ihn laufenden Ermittlungsverfahren falsche Angaben zu machen. Ein Haftbefehl soll noch erlassen werden.

Engler war im Juni aus dem hessischen Staatsdienst mit der Begründung entlassen worden, falsche Angaben über seinen beruflichen und politischen Werdegang gemacht zu haben. Außerdem wurde ihm das Recht aberkannt, den Doktortitel zu führen, da er ein entsprechendes Diplom nicht vorlegen konnte. Engler wurde bekannt als Schlichter in Arbeitsstreitigkeiten und Schöpfer des hessischen Betriebsrätegesetzes, das er ausführlich kommentiert hat.

Die Angst der eigentliche Feind

Bekenntniskirche gegen Remilitarisierung

Darmstadt, 2. Oktober, (dpa) Der Bruderrat' der Evangelischen Bekennenden Kirche in Deutschland sprach sich in Darmstadt gegen eine Remilitarisierung Deutschlands aus. Er lehnte die Aufstellung deutscher Verbände in einer westeuropäischen Armee ebenso ab wie den Auf* bau einer neuen deutschen Wehrmacht. Wenn die sozialen Aufgaben erfüllt werden, lasse sich ein Krieg viel eher vermeiden als durch Rüstung. Lastenausgleich, Beseitigung der Arbeitslosigkeit und Mitbestimmung der Arbeitenden könnten die notwendige Festigkeit gegenüber dem Kommunismus gewinnen lassen, der die Freiheit für eine angebliche soziale Gerechtigkeit verkaufe.

In der Entschließung heißt es: „Der eigentliche Feind ist die Angst. Sie verführt, auf den vermeintlichen Feind zu blicken mit der Frage, wie wir uns vor ihm schützen gönnen. So verschwenden wir die Reste unserer Kraft in Rustungsaufgaben, die uns doch keine Sicherheit schaffen.“

Für den Befähigungsnachweis

Erhard vor Berliner Handwerkern

Berlin, 2. Oktober. (AP.) Bundeswiltschaftsminister Ludwig Erhard ku^lg^e am Montag auf der Grundungskundgebung der Berliner Handwerkskammer an, daß er sich bei den in Kürze bevorstehenden Besprechungen bei der alll®rJe” Oberkommission für die Beibehaltung des Befähigungsnachweises und die Tradition des deutschen Handwerks einsetzen werde. . . _

Volksbefragung für die Ost-Berliner

Berlin, 2. Oktober, (dpa) Die drei demokratischen Parteien ^"s^pp^ Wahlen in ganz Berlin ist. A s zettel soll der Stammabschnitt der bensmlttdlkarte für Septanb^ dienen der nach der Ausgabe der.Karten für Oktober im Sowjetsektor nicht mch benötigt wird. . ÄaÄ--

Volksbefragung in Ost-Berlin auch für die Einwohner der sowjetischen Besatzungszone von erheblicher Bedeutung sein werde.

Ostzonen-Instiz

Berlin, 2. Oktober, (dpa) Fünfzehn Jahre Zuchthaus und Sühnemaßnahmen auf Lebenszeit (Aberkennung von Bürgerrechten) erhielt Horst Bischoff von der Sowjetzonen-LDP aus Gräfenhainichen wegen „Boykotthetze gegen die Deutsche Demokratische Republik und versuchten Totschlags“.

Wie das Sowjetzonen-Nachrichtenbüro ADN berichtet, soll Bischoff in einem umfassenden Geständnis zugegeben haben, als Agent für den „Kampfbund gegen Unmenschlichkeit“ im Kreis Bitterfeld tätig gewesen zu sein. Als er Mitte September beim Verteilen von Flugblättern von einem Volkspolizisten gestellt wurde, habe er den Wachtmeister mit einem Finnendolch bedroht und sich der Festnahme widersetzt.

Streik im Saargebiet

Saarbrücken, 2. Oktober, (dpa) Die saarländischen Bergarbeiter sind am Montagmorgen nicht zur Arbeit eingefahren. Sie haben damit die Streikparolen des saarländischen Industrieverbandes Bergbau der Einheitsgewerkschaft und der Christlichen Bergarbeitergewerkschaft befolgt, die zu einem vierundzwanzigstündigen Warnstreik aufgerufen hatten, um ihre Lohnforderungen durchzusetzen.

Der Streik verlief ruhig und diszipliniert. Nach Mitteilungen der Einheitsgewerkschaft beteiligten sich die Arbeiter zu 100 Prozent am Streik. In der Industrie folgten 70 Prozent der Streikparole. In der bekannten keramischen Fabrik Villeroy und Boch (Mettlach) wird gearbeitet. nachdem die Betriebsleitung eine Lohnzulage bis 300 Francs gewährt hatte. Am Dienstag erschienen in Saarbrücken keine Zeitungen.

Dettmann verhaftet

Hamburg, 2. Oktober. (AP.) Der kommunistische Fraktionsführer der Hamburger Bürgerschaft, Friedrich Dettmann, ist Montagabend im Hamburger Parteibüro von einem starken Aufgebot der Polizei verhaftet worden. Er wird sich nach Mitteilung der Polizei am Dienstag wegen Vorbereitung und Teilnahme an den Unruhen am Sonntag vor einem Gericht zu verantworten haben.

Wirtschaftsblatt

Entscheidende Wende?

F. C. Die Rentenversicherten der privaten Versicherungs- Unternehmungen schweben bereits monatelang zwischen Hoffnung und Enttäuschung. In diese Stimmungen waren sie durch die widersprechenden Urteile des Obersten Gerichtshofes für die britische Zone in Köln und des Oberlandesgerichtes Frankfurt am Main versetzt worden. Die 47. Durchführungsverordnung zum Umstellungsgesetz hatte zwar mit der Festlegung eines Umstellungsverhältnisses von 10:1 für alle Empfänger von Renten aus privaten Versicherungsansprüchen Klarheit gebracht. Der gerichtlichen Verfolgung der Aufwertungsansprüche schob diese Klarstellung der Alliierten Bankkommission aber einen Riegel vor.

Dennoch hat diese Verordnung die Hoffnungen der privaten Rentenversicherten auf eine gerechte Aufwertung ihrer Ansprüche nicht aus dem Weg geräumt. Sie gab einer höheren Aufwertung, als sie jetzt im Verhältnis 10:1 vorgeschrieben ist, die Bahn der Gesetzesschöpfung durch die zuständigen Instanzen frei. Können nicht die privaten Rentner um so mehr Hoffnung schöpfen, als der dem Bundestagsausschuß für Geld und Kredit vorliegende Antrag auf eine gewisse gestaffelte Aufwertung der Renten aus privaten Versicherungsverträgen in diesen Tagen ohne Widerspruch zur Annahme kam? Dürfen sie nicht bei der im Ausschuß zum Ausdruck gekommenen grundsätzlichen Einstellung der Parteien nunmehr damit rechnen, daß auch das Plenum des Bundestages mindestens die vorgeschlagene begrenzte Aufwertung gutheißt?

Die privaten Rentner haben im Hin und Her der Anträge um die Aufwertung ihrer Renten schon manche Enttäuschung erlebt. Sie werden deshalb auch die neue Lage klar erkennen. Der Ausschuß will bekanntlich nur den Rentenanteil bis zu 70 RM voll und den Unterschiedsbetrag zwischen 70 und 100 RM zu 50 Prozent aufwerten. Ansprüche über 100 RM unterliegen, so steht es in dem Gesetzentwurf, der noch in diesen Tagen dem Gremium vorgelegt werden soll, weiterhin einer Aufwertung im Verhältnis 10:1. Die Privatgesellschaften erklären sich nicht in der Lage, die durch diese begrenzte Aufwertung entstehenden Mittel aufzubringen. Die Höhe der Ausgleichsforderungen, die ihnen die Länder einräumen müßten, schätzt man auf 800 bis 1200 Millionen DM, je nachdem der Kreis der Begünstigten enger oder weiter gezogen wird.

Unter solchen Verhältnissen haben die Finanzminister der Länder einen Betrag von 35 Millionen DM ausgerechnet, den sie zusammen jährlich zur Verzinsung der Ausgleichsforderungen neu aufbringen müßten. Sie erklären sich außerstande, Beträge dieser Größenordnung aufzubringen. Sie drohen mit ihrem Einspruchsrecht im Bundesrat und sind der Hoffnung, daß der Bundestag nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit aufbringen kann, um das zurückverwiesene Gesetz dort endgültig zur Annahme zu bringen.

Werden die Landesfinanzminister hart bleiben? Die von ihnen errechnete Jahresbelastung erscheint viel zu hoch gegriffen. Sie dürfte sich tatsächlich nach Abzug der bisher gewährten öffentlichen Unterstützungen auf 20 bis 25 Millionen DM ermäßigen. Die Konjunktur dürfte darüber hinaus die Einnahmen auch der Länder verbessern. Sollte es da nicht möglich sein, die in Frage stehenden Mittel aufzubringen und der Gerechtigkeit wenigstens in begrenztem Rahmen den Weg zu bahnen?

Politischer Interzonenhandel

-d- Das Interzonenabkommen — auch Frankfurter Abkommen genannt —, das den Handel mit der Ostzone möglich machen soll, ist wieder einmal auf einem toten Punkt angelangt. Nach Aufhebung der Berliner Blockade trat es genau vor einem Jahr in Kraft und sah einen gegenseitigen Warenaustausch Ostmark gegen Westmark 1:1 in Höhe von 300 Millionen Verrechnungseinheiten (praktisch D-Mark) vor. Man erkannte bald, daß der Umfang viel zu eng gezogen war. Die Ostzone hat im August dieses Jahres Aufträge von über 1 Milliarde angeboten. Das Abkommen galt bis 30. Juni, wurde nach vertragslosem Zustand verlängert bis 30. September upd.ist jetzt abgelaufen. Die Lieferungen von Wasser und Energie nach West-Berlin sind inzwischen eingestellt worden. Nur für einzelne Warenpositionen der Liste A kann noch bis zum 15. Oktober abgewickelt werden.

Jetzt machen sich die Kaufleute hüben und drüben Gedanken, wie dringend benötigte Waren jetzt und später ausgetauscht werden können, Der Warenaustausch zwischen Ost und West ist noch die einzig verbindende Brücke über die Grenzen hinweg. Wir treffen nicht die Sowjets, sondern Millionen Deutsche, wenn wir ihnen keine Ware geben. Alle Unterbrechungen fördern nur die Illegalität. Diesem unerwünschten Warenaustausch kann nur begegnet werden, wenn man dem seriösen Handel die Möglichkeit gibt, legal zu bleiben, zu vernünftigen Preisen zu kaufen und schutzbedürftige Industrien durch unnötige Einfuhren zu schützen. Jetzt passiert eigentlich verstärkt das. was verhindert werden soll.

Alle Sparten, die nicht gerade schwe¬ res Sperrgut brauchen und anbieten,• benutzen den Postweg mit 20-Kilo-Paketen über West-Berlin. Es werden zwar Stichproben gemacht, die Hauptmenge erreicht trotz Kontrollmaßnahmen doch den Empfänger. Der Zollgrenzdienst ist besser und fleißiger geworden. Trotzdem kommen genügend schwarze und schwere Güter (Glas jeder Art für Industrie und medizinische Zwecke, Stoffe, Haushaltwaren) über Waldwege nach hier. Es sollen immerhin Güter im Werte von einigen Millionen D-Mark sein. Die Schätzungen über den Umfang des illegalen Handels schwanken zwischen einem Viertel und dem Vierfachen des legalen Handels. Die Differenz dieser Schätzung dürfte in dem fast völligen Mangel an Schätzungsunterlagen begründet liegen und in der Tatsache, daß der Begriff des illegalen Interzonenhandels nicht einheitlich auSgelegt wird.

Zunächst ruhen die Verhandlungen. Der Osten ist uns noch 80 Millionen schuldig. Es ist anzunehmen, daß bald wieder Ausschreibungen im Vorgriff auf ein neues Abkommen erfolgen. Viele Fragen werden noch zu klären sein, wie die ob es vertretbar ist, unter der politischen Konstellation uns von ERP gelieferte Rohstoffe halb oder ganz veredelt, zu dem Austausch heranzuziehen. Bislang hat der Osten fast bei allen Geschäften großen Wert auf die Lieferung von Stahl und Stahlwaren gelegt, also strategische Güter, die Kriegsvorbereitungen dienen können. Aber alle Entscheidungen hängen nicht allein von unseren Ueberlegungen ab. Der Handel geht heute verstärkt unter politischen Gesichtspunkten und der Interzonenhandel ist kaum wie ein anderer Handel politisch, währungspolitisch und konjunkturell überlagert.

Niklas wendet sich gegen zu hohe Kartoffelpreise

Warum erhöhte Verbraucherpreise bei großem Ernteertrag?

(hi). Zu der Forderung des Deutschen Gewerkschaftsbundes, einen für die Landwirtschaft und die Bevölkerung annehmbaren Kartoffelpreis festzusetzen, wird unserem Vertreter vom Bundesernährungsministerium erklärt:

Die Einkellerungsnachfrage nach Winterkartoffeln hat jetzt etwas stärker eingesetzt. Für Einkellerungskartoffeln werden im Kleinhandel 5.75 bis 6,50 Mark je 50 Kilogramm verlangt. Für kleinere Mengen werden im Kleinhandel bis zü 0,75 Mark je fünf Kilogramm verlangt. Dies bedeutet eine Preissteigerung von bis zu fünfzig Pfennig je 50 Kilogramm gegenüber der Vorwoche. Die an den Erzeuger gezahlten Preise liegen je narfi Qualität zwischen 4,20 und 4,70 Mark je 50 Kilogramm und sind gegenüber der vorigen Woche kaum gestiegen.

Der Bundesernährungsminister ist der Auffassung, daß eine solche Preiserhöhung in den Handelsstufen unberechtigt ist. Bis vor kurzem waren die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln unter die Produktionskosten zürückgegangen. Die Kleinhandelspreise sind diesen Preisrückgängen kaum gefolgt, gehen jetzt aber schon wieder kräftig in die Höhe. Diese Ausweitung der Handelsspannen bei den Speisekartoffelpreisen soll auf Veranlassung des Bundesernährungsministers von den Preisbehörden der Länder untersucht werden.

Wie unserem Vertreter dazu vom Bundesverkehrsministerium mitgeteilt wird, ist der Kartoffelversand per Eisenbahn augenblicklich etwa halb so stark wie zur gleichen Zeit des Vorjahres. Es wird jedoch nicht auf Spekulationen der Landwirtschaft geschlossen, vielmehr hindert das schlechte Wetter die Bauern am Kartoffelroden im gleichen Umfange wie im vörigen Jahre.

Bz. Nach den neuesten Feststellungen des Statistischen Landesamtes in Hessen ist im Jahre 1950 mit einer Kartoffelrekordernte zu rechnen. Bereits sind auch die Rodungen der Spätkartoffeln weit fortgeschritten. Aus den amtlichen Ermittlungen ergibt sich nun, daß das Land Hessen mit einem Gesamtertrag vpn 1,95 Millionen Tonnen Kartoffeln rechnen kann. Hiervon entfällt ein Anteil von 1,862 Millionen Tonnen auf Spätkartoffeln.

Auch die übrigen Erzeugergebiete Westdeutschlands können ähnlich günstige Kartoffelergebnisse einbringen. Gegenüber dem Jahr 1949 errechnet sich in Hessen der Mehrertrag von rund 4O’/o.

Für die Einkellerung der Winterkartoffeln sind mithin die Aussichten, vom Verbraucher aus gesehen, recht gut. Die Bauernschaft will angesichts der wesentlich gewachsenen Selbstkosten und der erhöhten Steuerlasten einen Erzeugerpreis von ungefähr 4 DM erreichen. Auf dieser Basis würde sich der Einkellerungspreis für Winterkartoffeln auf ungefähr 5,50 DM je Zentner stellen. Ob sich eine solche Preiskonstellation erreichen läßt, bleibt angesichts des erhöhten Ertrags dahingestellt. An den Hauptverbraucherplätzen des Rhein-Main-Gebietes liefert Bayern gegenwärtig große Mengen Kartoffeln zum Preise von 3,50 DM je Zentner, frei Station Frankfurt.

Wenn nun die landwirtschaftlichen Genossenschaften in Rheinhessen einen Erzeugerpreis bis höchstens 3,40 je Zentner ab Station und vor allem auch je nach Qualität einräumen — Futterkartoffeln liegen im Preise wesentlich niedriger —, so ist diese Ware nur im Ruhrgebiet mit dem entsprechenden Handelsgewinn absetzbar.

Neuerdings mehren sich ebenfalls die Klagen und Reklamationen über Braunfäule als zu erklärliche Folge der allzu reichen Regenfälle. Mithin ist das Risiko des Groß- und Zwischenhandels bei der im allgemeinen recht guten Ware gewachsen.

Kanadas Dollar aufgewertet

Die kanadischen Reserven an Dollar und Gold haben in letzter Zeit einen Höchststand von schätzungsweise 1,789 Milliarden Dollar am 30. September erreicht. Kanada hat von einer Angleichung der Parität des kanadischen Dollar an den USA-Dollar abgesehen, weil nach Ansicht der Regierung diese Wechselkursänderung möglicherweise nicht durch die wirtschaftlichen Gegebenheiten berechtigt ist.

In der Londoner City wird die Einführung des freien Devisenhandels in Kanada als eines der bedeutendsten Ereignisse der Nachkriegsjahre bewertet, das voraussichtlich weltweite Auswirkungen haben werde. Kanada steht unter den Handelsländern der Welt an dritter Stelle.

Mit Wirkung vom 1. Oktober dieses Jahres hat die kanadische Regierung die bei der Abwertung des kanadischen Dollar im vergangenen Jahre eingeführte Streichung der Subventionierung von in Kanada gefördertem Gold von 3.50 kanadischen Dollar je Feinunze wieder aufgehoben. Man nimmt an, daß der endgültige Kurs zwischen 91 USA-Cents und einem USA-Dollar liegen wird. In Washington und in anderen Finanzkreisen ist man weitgehend der Ansicht, daß Australien dem Schritt Kanadas folgen wird.

Der kanadische Dollar wurde am Montag zum ersten Male seit elf Jahren zum freien Kurs gehandelt. Der Eröffnungskurs in London war 2,88—2,93 kanadische Dollar statt bisher 3,08 kanadische Dollar zum Pfund Sterling.

Handelsabkommen mit der Schweiz

vwd In Bern wurden die Ergebnisse der Frankfurter Verhandlungen zwischen dem Bundeswirtschaftsministerium und einer Schweizer Delegation in einem neuen deutsch-schweizerischen Warenabkommen paraphiert. Diese Vereinbarungen, die rückwirkend mit dem 1. September in Kraft treten „sollen, basieren auf der beiderseitigen 60prozentigen Liberalisierung. Die Kontingente für die nicht der Liberalisierung unterliegenden Erzeugnisse belaufen sich für die Einfuhr in die BundesrepubVk auf rund 288 Millionen DM und füb die Ausfuhr nach der Schweiz auf rund 291 Millionen sfrs.

Chemikalien für Mexiko

vwd Nach dem nun unterzeichneten Zahlungsabkommen zwischen der Deutschen Bundesrepublik und Mexiko dürfen Geschäfte außer in US-Dollar auch in einer anderen Währung abgeschlossen werden.

In einer Liste sind die mexikanischen Waren aufgeführt, an denen die Bundesregierung ein besonderes Interesse hat. Mit Wertkontingenten in Höhe von 61,9 Millionen Dollar, darunter: Oelsaaten einschließlich Kopra für Ernährungszwecke 15 (in Millionen Dollar), Lein- und andere Saaten für industrielle Zwecke fünf, Rohrzucker zwei. Rohkaffee 5,5, Rinderhäute, Reptilhäute 1,8, Rohbaumwolle 12. H/r . -1 • i • 1 i M 1: au

Mexiko interessiert sich hauptsächlich für Maschinen, industrielle Einrichtungen, Eisenbahnanlagen und andere Investitionsgüter, chemische Erzeugnisse aller Art.

Börsen und Warenmärkte

Frankfurter Börse belebt

Bz. Das Wertpapiergeschäft war allgemein angeregt. Viel beachtet wurde die völlige Aufhebung des Dividendenstopps (seither Höchstdividende 6 Prozent), der noch aus der Kriegszeit Geltung hatte. Es liegt auch bereits ein Beschluß der Hauptversammlung der Maschinenfabrik Turner AG., Frankfurt, vor, die die Ausschüttung von 9 Prozent Dividende für 1949 genehmigt hat.

Umsatzmäßig wurden eine Reihe von Spezialwerten bevorzugt. So sprangen Stolberger Zink auf 87 (+ 6), D. Stempel AG. und Feldmühle auf 134 bzw. 79. d. h. je + 4, Verein Deutscher Oelfabriken 68 (+ 3). Montanwerte stellten sich ein bis zwei Punkte, Maschinenaktien bis eineinhalb, Elektropapiere bis 1,25 Punkte höher. Dagegen gaben Chemiewerte überwiegend etwas nach. An den Rentenmärkten hat sich die Nachfrage ebenfalls etwas belebt.

Freie Devisenkurse

Bz. Frei bewertet wurden am 2. Oktober 1950 der US-Dollar mit 5,15 bis 5,55 das englische Pfund mit 12—13 Mark, der Schweizer Franken mit 1,15 bis 1,25, der holländische Gulden mit 1,15 bis 1,25, die diin sche Krone mit 0.50 bis 0,54 und die schwedische Krone mit 0,73 bis 0,78.

Feuilleton

Der Marburger Schloßkongreß

Ein Nachwort

Es war das erste Mal, daß ein deutscher Orientalistentag nicht für sich allein tagte, sondern diesmal zusammen mit den Religionswissenschartlern über die neuesten Forschungsergebnisse berichtete. Es liegt' in der Natur der Sache, daß Berichte über islamische Religion, Philosophie und Dichtung wegen ihres weit umspannenden Interessengebietes gerade auf dem Schloßkon^reß besondere Aufmerksamkeit erregten, zumal ja auch manche Vortragsthemen aus diesem Gebiete immer allgemein interessieren. Es wäre aber Unrecht, über diesen Schloßkongreß zu berichten, ohne dabei der „Deutschen Morgenländischen Gesellschaft“ zu gedenken, denn diese, feierte gerade während des Schloßkongresses ihr lOOjähriges Jubiläum, was bei der Generalversammlung der „D.M.G.“ zu ganz besonderem Ausdruck kam. Der 1. Vorsitzende der „D.M.G.“, Herr Geheimrat Prof. Dr. Dr. Littmann, gab bei der Generalversammlung dieser Tatsache in innerlich sehr bewegten und bewegenden Worten Ausdruck. Wohl keine wissenschaftliche Gesellschaft Europas hat bisher nicht nur in Europa, sondern auch im Ausland ein solch hohes Ansehen genossen, wie gerade die , D.M.G.“, und ganz besonders sind es die Träger der heutigen indischen Kultur, welche in dankbarster Anerkennung der „D.M.G.“ zu ihrem Jubiläum gedacht haben, Die deutschen Indologen standen bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges seit über 100 Jahren an der Spitze der Forschung des indischen A’tertums, des indischen Mittelalters und der ind'schen Neuzeit. Das weiß man auch heutzutage noch in den dafür maßgebenden Kreisen in Indien sehr genau und man vergißt dort keine Gelegenheit, um der dankbaren Anerkennung für deutsche Indologische Forschung in Vergangenheit und Gegenwart durch Wort und Tat Ausdruck zu geben. Dementsprechend waren auch die Referate und Vortrige in der indischen Sektion der „D.M.G.“ von besonders hohem geis'.igem Niveau. Was deutsche Indologen in der Vergangenheit für Indiens Kultur, Phi’osonhie und Religion geleis+et haben. we:ß jeder, d^r sich auch nur am Rande mit diesen Dmgen beschäftigt. Besondere Aufmerksamkeit erregte ein etwas allgemein gehaltener Vortrag des Herrn Universitäts-Professors Dr. Lommel über „Die indische Frau“. Auch ein Vortrag über die Frage, welche ind sche Sprache in Zukunft von der indischen Regierung als Amts- und allgemeine Landessprache anerkannt wird, wurde lebhaft diskutiert.

Bemerkenswert war es außerdem, daß in der indischen Sektion auch ein Vortrag über altindische Medizin an Hand der klassischen medizinischen Sanskritliteratur gehalten wurde, in welchem die einzigartige grundsätzliche altindische Ideologie herausgestellt wurde. Es ist interessant, daß in der Gegenwart die indischen Aerzte, die zum großen Teil auch in Europa ausgebildet sind, doch immer wieder betonen, daß ihre indische Medizin ohne die altindische Medizin nicht gedacht werden könne. In der ganzen Geschichte der Medizin ergibt sich kein ähnliches Beispiel für eine so einzigartige Stellung, welche die altindische Medizin heute noch auch bei modern denkenden indischen Aerzten spielt.

Wenn eine so alte und in der ganzen Welt hoch angesehene wissenschaftliche Gesellschaft, wie es die „D.M.G.“ ist, ihr lOOjähriges Jubiläum feiert, so wäre es ja auch Pflicht der heutigen Kulturträger in Deutschland, Zumindestens davon Notiz zu nehmen. W.

Der Film und die Filmklubs

VON DR. JOHANNES ECKARDT

Präsident der deutschen Filmklubs

Die deutschen Filmklubs sehen eine ihrer wesentlichen Aufgaben darin, das Wesen des Films als eigengesetzlicher Kunst zu ergründen. Die Vorführung ausgewählter Filme fördert diese Ziele. Die Aussprachen zwingen zur klaren Formulierung. Sie reifen aus dem Erlebnis des geschauten Bildes. Es ist eine völlige Verkennung dieser sehr ernsten Bestrebungen und der sehr mühevollen Arbeit, wenn man meint, lediglich der Intellekt setze sich in den Filmklubs mit all diesen Problemen des Films auseinander. Das wäre eine unmögliche und sogar törichte Handhabung. Und wer die Auseinandersetzungen der Filmklubs mit Filmen so einschätzt, der hat sie selbst nicht miterlebt oder aber sie gar nicht verstanden.

In diesen Aussprachen spielt auch das deutsche Filmschaffen eine große Rolle. Die Filmklubs wissen, daß auch echte Filmkunst national bedingt ist. Je stärker sie aus der nationalen Substanz wächst, desto charakteristischer wird sie sich zum eigentlichen deutschen Film formen und damit wesentlich für jene Kunstwerke des Films sein die internationale Bedeutung haben. Das Ringen um den deutschen Film dieser schöpferischen Substanz läßt sich in der Geschichte des deutschen Films verfolgen. Die Filmklubs setzen daher in ihre Programme auch jene deutschen Filme älterer Produktion — sogar aus der Stummfilmzeit —, die diese deutsche Wesenheit im Stil, in der Dar- Stellung und in der Bildgestaltung erkennen lassen. Filme wie der „Blaue Engel“, „Das Kabinett des Dr. Caligari“ z. B. gehören in diese Programmfolgen.

Wir wissen, trotz der vielen Bildwerke, die in dieser Hinsicht keine Ansprüche stellen, daß deutsches Filmschaffen auch heute um diese Eigenart sich müht. Diesen deutschen Filmen das Verständnis zu erschließen, ihr Wesen zu ergründen, ist seit je ein Ziel der deutschen Filmklubs. Daher haben sie sich mit Filmen wie „Nachtwache“ und „Liebe 47“ auseinandergesetzt, um nur zwei Beispiele herauszugreifen. Die Diskussion wertvoller Filme ausländischer Produktion fördert diese Ziele: Sie gibt Möglichkeiten des Vergleichs, die fruchtbar sind.

Auch diese Arbeit der deutschen Filmklubs ist für das deutsche Filmschaffen von Bedeutung. Wer sie aus der bloßen merkantilen Perspektive sehen will, übersieht sie; ihn mag sie sogar ärgern. Wer aber an den Film als Kunst glaubt und aus tieferer Einsicht als dies bloße Besucherstatistiken geben können, sich um seinen erfolgreichen Einsatz bemüht, der weiß, daß diese Arbeit jener deutschen Filmkunst hilft, die sich in die Werke internationaler Werte eingliedert, und wird, wie viele Einsichtige, die Entwicklung der deutschen Filmklubs in diesem Sinne freudig bejahen.

Klavierabend

der katholischen Kirchenchöre

In St. Elisabeth vereinten sich Darmstadts katholische Kirchenchöre in einer musikalischen Andachtsstunde. Ueberraschend gut bei allen Vereinen ist der Chorklang, der durch einwandfreie Artikulation und reines stimmiges Singen erzielt wird. Die seelische Bereitschaft und Aufgeschlossenheit der Sänger erzeugt hier jene weihevolle Atmosphäre, die das Lied allein zum Lobe Gottes erschallen läßt. Der liturgischen Gebundenheit entsprechen am besten die Sätze der alten Meister Aichinger, Vulpius, Gesius, Bach und Palestrina; aber auch die Klassik und Neuzeit liefert mit Haydn, Bruckner und Haller Werke, die den strengen gottesdienstlichen Rahmen nicht sprengen. Nicht immer ganz sicher ist bei einzelnen Chören die stilistische Wiedergabe der Vergangenheit. Schlichtheit und Einfachheit, ohne jede dynamische Verzerrung aber im festen Rhythmus. sind grundsätzlich und mehr zu beachten. Wieder fiel der Chor von St. Elisabeth durch die Fülle seines Stimmenmaterials, die klare Intonation und die absolute Sicherheit seines Musizierens auf. Diese Voraussetzungen für größere Aufgaben sollte man unbedingt ausnutzen. g. j.

Notizen

Oper eines Offenbachers

zur Uraufführung angenommen,

Intendant Paul Rose hat die Oper von Erich Riede, Kapellmeister in Berlin, des gebürtigen Offenbachers, „König Lustik“ zur Uraufführung am- Staatstheater Kassel erworben. Das Werk, dessen Libretto von Reinhold Scharnke stammt, soll in der zweiten Hälfte dieser Spielzeit in Szene gehen. Von Erich Riede, der in der letzten Spielzeit Kapellmeister am Mannheimer Nationaltheater war, wurde bereits seine Oper „Riccio“ erfolgreich aufgeführt. (se)

Eine Stalin-Biographie unter dem Titel „Ein Mensch sieht Stalin“ von Achmed Amba ist im Rowohlt-Verlag (Hamburg) erschienen. Amba ist der frühere Führer der Leibwache Stalins.

Der Hessische Rundfunk wird vom 23. bis 30. Juni 1951 in Frankfurt das 25. Musikfest der „Internationalen Gesellschaft für neue Musik“ durchführen. Damit findet diese alljährlich wiederholte Veranstaltung zum ersten Male seit 1927 wieder in Deutschland statt. Das Programm der einzelnen Konzerte wird von einer internationalen Jury festgelegt. Einsendungen deutscher Komponisten und Verleger sind bis zum 1. Dezember an die Abteilung „Kammermusik“ des Hessischen Rundfunks zu richten. Es können Werke aller Art mit Ausnahme der Oper eingereicht werden.

Der Umsatz der Frankfurter Buchmesse, die vom 20. bis 26. September stattfand, soll nach bisherigen Schätzungen über 2,5 Millionen DM betragen. In der Buchmesse des vergangenen Jahres waren Verkaufsabschlüsse über 2,5 Millionen DM erzielt worden. Eine Reihe von Verlegern erklärte bereits am ersten Tag der Messe, daß sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahr verdoppelt habe. Das Interesse der rund 15 000 Besucher galt im wesentlichen der schönen Literatur und dem Kinder- und Jugendbuch. Verlage dieser Richtungen erzielten daher auch die größten Umsätze.

DT Film-Forum

Darsteller vermenschlichter Bösewichter!

Nicht viele können sich heute noch an die Zeit erinnern, in der Paul Dahlke als Charakterschauspieler der Bühne und des Films das Fundament legte, auf dem er heute so sicher steht. Deshalb mag es einmal besonders interessant sein, von seinem Lebensweg, der ihn aus der Pommerschen Lehrerswohnung zur heutigen Berühmtheit emportrug, zu sprechen, : ; ; i :

Er wollte ursprünglich — Bergmann werden, ausgerechnet Bergmann, und keineswegs zur Bühne gehen. Er betrieb diese seine Absicht auch höchst konsequent und zielbewußt, arbeitete praktisch unter Tage, studierte, und alles sah so aus, als solle aus ihm in der vorgeschriebenen Zeit ein tüchtiger und zuverlässiger Bergbeamter werden. Und dann — ja, wer kann sagen, warum, wieso? — dann sattelte er eines Tages um. Fuhr nach Berlin, studierte dort Theaterwissenschaften, Germanistik und Philosophie und ließ sich von einem Freund überreden, die Max-Reinhard-Schule zu besuchen. Und damit „war es also geschehen“,' nur, daß er, bevor er auf die Bretter und vor die Kamera trat, ein gründliches, fundiertes Wissen erwarb: eine Laufbahn also, die einmal umgekehrt verlief als so manche andere, die hauptsächlich von dem brennenden Wunsch, zur Bühne zu kommen, gekennzeichnet sind. Als er dann auf der Bühne stand, brachte er zu seiner großen Begabung auch das Wissen um dramaturgische, theaterwissenschaftliche und überhaupt geistige Dinge mit.

Im Jahre 1928 stand er zum ersten Male auf der Bühne, es war in Berlin, und man gab „G’schichten aus dem Wiener Wald“. So fing es an... und bald kam er mit den Koryphäen des deutschen Bühnenlebens, mit Saitenberg, Hilpert, Falckenberg usw. zusammen. Speziell die Berührung mit Hilpert war für ihn von großer Bedeutung, denn dieser vertraute ihm jede nur mögliche Rolle an, und entwickelte damit Paul Dahlkes schauspielerische Vielseitigkeit. Wie immer und überall im Leben, so gilt ja auch hier: Je vielseitiger die Anforderungen sind, die an einen werdenden Könner gestellt werden, je öfter er sich innerlich wandeln muß, um in neue Aufgaben hineinzu wachsen, um so großartiger bricht das wirkliche Talent schließlich durch, gereift durch die Vielfalt der inzwischen erfolgreich bewältigten Aufgaben!

Groß ist die Zahl der Filme, in denen er mitgewirkt hat, und es ist kein Wunder, daß der Film sich diese große Begabung frühzeitig sicherte. Wir alle haben ihn gesehen, in vielen Rollen, und oftmals waren es sogenannte schlechte Rollen, Bösewichter, unsympathische Kerle, dunkle Existenzen, untergründige Naturen, denen keine freudige Zustimmung entgegenschlägt, verhockte Spießer, um deren Gestalt etwas vjie muffige Luft weht... insgesamt also wohl große Rollen, aber nicht die dankbaren Rollen, in denen der Edelmut und die herrliche Güte schillernd erstrahlen können. Er aber brachte es noch immer fertig, diese wenig erfreulichen Burschen so tief menschlich zu erspüren, daß selbst die Darstellung der größten Schurken nicht etwa abstieß, sondern Verständnis erweckte. Und dies — das Umgehen einer primitiven - Weiß-Malerei, das Vermenschlichen und Verständlichmachen selbst extremster Unerquicklichkeiten — dies ist wohl der stärkste Beweis für die ungewöhnliche schauspielerische Begabung Paul Dahlkes.

Auch er ist nacn aem ivrieg auiui uie schwere Uebergangszeit gegangen, die allen seinen Kollegen so große Opfer abverlangte. Aber als der deutsche Film wiederkam, da kam auch Paul Dahlke wieder, denn er gehört nun einmal zu den großen Könnern des deutschen Films, auf denen unsere Hoffnungen für eine neue Blütezeit beruhen.


PAUL DAHLKE
PAUL DAHLKE

(Foto: Merkur/Eichberg/Herzog-Film)
(Foto: Merkur/Eichberg/Herzog-Film)

Ferne von hier

Ferne von hier in den Gärten glühn letzte Astern rot, leuchten die Sonnenblumen goldener nah am Tod.

Ferne von hier harret Liebe geliebtester Wiederkehr, ehe die Winde streifen Gärten und Wälder leer. Margarete Dierks.

Ferne von hier stehen Wiesen herbstzeitlosen-betaut. Ueber sich lichtenden Wipfeln blasser der Himmel blaut.



Konzert- und Opern-Abend

der Landesmusikschule

Die Landesmusikschule hatte ihre Fachschüler zu einer größeren Aufgabe zusammengefaßt, das Schulorchester verstärkt und die Madrigalvereinigung unter Professor Dr. Noack hirizugezogen. Das Resultat dieser Gemeinschaftsarbeit (Prof. Dr. Noack) war eine gute Aufführung von Wilhelm Petersens Kantate „Von edler Art“ für Kammerchor und Orchester und die reizende Darstellung eines Frühwerkes von Marschner, die komische Oner „Der Holzdieb“, mit dem Text des Freischütz-Dichters Friedrich Kind.

Petersen verwendet in den 15 Chorsätzen seiner Kantate alte Texte und Melodien und faßt sie in starker Anlehnung an die Satztechnik vom Senfl-Lied bis zum Bach-Choral in einen gediegenen neobarocken tlarmonierahmen. Die Instrumente umspielen in eigener Linienführung die Chorstimmen. In ihrer Art exemplifizieren diese Chorstücke beste Literatur zur Chor- und Stilerziehung. Für die Geschlossenheit des Werkes wäre es aber besser, wenn einige Nummern gestrichen würden, da manche Sätze sich zu oft im musikalischen Habitus wiederholen. Prof. Noack brachte die Kantate mit der Madrigalvereinigung zur schönsten Wiedergabe.

Eine überaus gelungene Aufführung fand Marschners komische Oper „Der Holzdieb". Mit leichter und kündiget Hand leitete Generalmusikdirektor Fritz Mechlenburg den musikalischen Teil, musizierte elastisch nach den Stileigenheiten und gab den jungen Darstellern die sichere dirigentische Stütze. ERi Büttner hatte ein amüsantes, buntes Bühnenbild aufgestellt.

Eine Ueberraschung war die schöne, volle Altstimme v^n Hannelore Ludwig in der Partie der Barbara. Kurt Bauschs Organ ist nicht seriös genug für einen Baß, sicher aber für das Baßbuffo-Fach geeignet. In der Rolle des Lorenz bewegte sich der junge Sänger jedoch sehr gewandt. Elly Geyer (Suschen) und Oscar Hom (Felix) singen gut und spielen schon mit einiger Routine. Auch Horst Braun erweckt als Barthel ■ viel Freude. Stimmlich bleibt noch unklar, ob er zu hohem Bariton oder zum Tenorbuffo tendiert. Die Einstudierung des Spiels hatte Heinrich Kuhn, der seine jungen Eleven der Opernschule zu viele Gestikulationen und unnatürliche Bewegungen machen ließ. Diese Affektiertheit sollte man schleunigst ad acta legen. Die Fröhlichkeit auf der Bühne war sonst sehr erfreulich. Es gab in der recht gut besetzten Stadthalle viel Beifall, und man war von den gebotenen Leistungen sehr angetan. G.I.

Musikalische Vesper

Seif einem Jahr veranstaltet die evangelische Paulmgemeinde in der Pauluskiche vier: ein tägliche musikalische Vespern, de je.veils samstags abend durchgeführt werden. Dabei kommen meistens kirchenmusikalische Werke zur Aufführung, die sonst seifen zu Gehör gebracht werden. Der Organist Friedrich Eidenmüller spielte das Andante aus dem Violinkonzert a-moll von Joh. Seb. Bach. Solist war Konzertmeister Paul Schnurrbusch, der mit sicherem Bogeisfäch die Schwierigkeiten des Werkes meisterte, mit einem tiefen Empfinden für das Wesen Bachscher Murik. Frau Aga Zeh-Landzetfel brachte für die Alf-Arien für Orgel u d Vio iie eine angenehme, runde S i nme mit, die ihren stärksten Eindruck in den unteren Lagen hat. Der Einsatz war sicher, die Tempi gemessen und die Afemtechnik verriet eine gute Schule. „Wir rufen Dich...“ und „Hochgelobter Gottessohn ...“ sind zwei Werke Bach’s, die seine Stärke der liturgischen Musik beweisen, voll innerer Dynamik und re'igiösem Ausdrucksvermögen. Eine Orgelpartifa über den Choral „Christ, der Du bist der helle Tag“ in den fünf Variationen beschloß die ’ musikalische Vesper. Fr. Eidenmüller ist als bewährter Meister seines Inst umenfes bekannt. Die Orgel besitzt einen angenehmen vollen Klang, und wenn auch erst ein Teil der vorgesehenen Regi ter vorhanden ist, so könr.en dweh variable Schaltungen Wirkung gen erzielt werden, die weif über den Rahmen des für ki chenmu ikallsche Zwecke Erforderlichen hinaus gehen.

Für alle Freunde der Kirchenmusik seien die vierzehntäglichen Vespern in der Pauluskirche wärmstens empfohlen. Sie stellen keines der üblichen Konzerte dar, sie sind lediglich Zeichen und Ausdruck eines reinen religiösen Empfindens, das in Bach seine vollkommenste -i¬ --kalische Interpretation gefunden hat. hfl.

Dekanatssingen

in der Christengemeinschaft

Der Stuttgarter Pianist Karl Robert Wilhelm hatte leider im letzten Augenblick absagen müssen. Dafür spielte Matthäus Reisch Bachs „Italienisches Konzert“, Beethoven op. 78 und 90, die a-moll-Sonate von Mozart und die „Images“ von Debussy. An der Kürze der Vorbereitungszeit bemessen, kamen die Werke erstaunlich gut zum Vortrag. Gerade in solchen Fällen entscheidet schließlich immer die geistige Potenz des Interpreten, der den Inhalt über die Technik zu stellen versteht. Die kleine Gemeinde im Herdweghaus dankte dafür mit herzlichem Beifall. G. I.

Neue Kräfte am Landestheater


CURT HAUG Oberspielleifer der Oper, hat bereits über 30 Inszenierungen aller Arten der großen Oper bis zum Singspiel geschaffen sowie einige Schauspie'insze ueiu'gen. Er ist Süddeutscher und war als erster Opemregisseur in Leipzig, als Gastregisseur in Halle (Saa'e) und als Oberspielleifer der Oper in Göttingen tätig.
CURT HAUG Oberspielleifer der Oper, hat bereits über 30 Inszenierungen aller Arten der großen Oper bis zum Singspiel geschaffen sowie einige Schauspie'insze ueiu'gen. Er ist Süddeutscher und war als erster Opemregisseur in Leipzig, als Gastregisseur in Halle (Saa'e) und als Oberspielleifer der Oper in Göttingen tätig.

Darmstadt und Umgebung

Verkehrsverbesserungen?

sclin* JaVn^t^“^™5^ Straße zwi~ w ® ^ahnstraße und -Wingerts¬ -s^2?^ die Männer. Unkraut Schienen in n ’^der Grünstreifen an den flüchte £ ?rd™ng §ebracht, so daß der chtige Betrachter sich über die Ver- ^rU^ge? freut, die anscheinend von e ner ruhugen Stadtverwaltung vorgezusieht, dann zeigt sich der Haken! Der c^hJn Schienenseite entlang laufende SehLf ’ der blsher keinen Schaden an-Wir? zu§eschüttet, die schon vorhandenen oder neu gesetzten Randsteine werden etwa einen Meter auf die Fahra n versetzt, so daß diese um soviel schmaler wird. Warum wohl? Es wird doch nicht etwa neben den Schienen ein Radfahrweg eingerichtet, damit die Radfahrer den Wartenden an den Haltestellen das Leben leichter machen?

Wir verstehen nicht, daß man die Nieaer-Ramstädter Straße mit dem Verkehr und den vielen Gefahrenmöglichkeiten um fast einen Meter verkleinert. Es heißt zwar, die wenigen Bäume, die links (in Richtung Böllenfalltor), welche von den Bomben verschont sind, sollen auch noch fallen, aber bis das geschieht, kann sich gerade an ihnen noch manches Unglück ereignen. Ob auf der linken Seite (Richtung Böllenfalltor) nun die Straße verbreitert wird? Oder ob auf dieser Seite der sagenhafte, uns seit etwa 15 Jahren versprochene Radfahrweg von dem Tierbrunnen bis zum Böllenfalltor eingerichtet wird? Wer weiß es.

Wir wissen nur, daß — manchmal — einfache Projekte in der Darmstädter Luft sehr lange zum Ausreifen brauchen. Später soll die „Verbesserung“ auch vom Heinrich-Wingerts-Weg bis zum Böllenfalltor fortgesetzt werden. Was man allerdings bis jetzt sieht, hat bei allen Verkehrsteilnehmern noch das berühmte Schütteln des Kopfes zur Folge. H. W. W.

„Schont die Gesundheit des Lehrers!“

Kürzlich mußte ich mich belehren lassen, daß Fledermäuse harmlose und nützliche Tiere sind, die man nach Möglichkeit am Leben lassen soll. Man merkt überhaupt, daß man manches nicht weiß, wenn man die Ausstellung im Hygienelichthof in der Neckarstraße besichtigt hat. Dann ist man auf dem besten Wege zu verhungern, da einem plötzlich alles mit Bakterien getränkt und mit Fliegenschmutz behaftet vorkommt.

Das ist gut so, denn nur der Ekel vor diesen Dingen kann bewirken, daß man sich in acht nimmt und nicht so leichtsinnig mit seiner Gesundheit umgeht. In der Hauptsache sind es Bildtafeln, die darauf hinweisen, wie man was zu machen hat, und was für den Menschen am zuträglichsten ist. Die Gesundheit kann nur über die Reinlichkeit erhalten bleiben. Wichtig ist, daß die Haut ihre richtige Pflege erhält, daß man sich möglichst einmal in der Woche badet, und wenn es nur in einer kleinen Zink- oder Holzwanne ist. Schmutzige Haut fördert Hautkrankheiten wie Furunkulose und Krätze. Hüte soll man nicht nach der Mode, sondern nach ihrer Zweckmäßigkeit tragen. Auch die Gefahren schlechter oder unvollkommener Zahnpflege sind realistisch an Hand riesiger Zähne dargestellt, die aus dem Alluvium zu stammen scheinen, als es noch Mammute und Säbeltiger gab. Für die Kleidung wird im Sommer die helle Farbe vorgeschlagen, im Winter dagegen dunkle, da diese mehr Wärme aufnehmen. Ueberhaupt sollte man viel mehr Leibesübungen treiben,

und wenn nur ein paar Kniebeugen täglich, das erhält jung und gesund und erhöht die Spannkraft.

Ein großer Raum in der Ausstellung ist auch den Schülerarbeiteri gewidmet, die sich mit dem Thema der Hygiene beschäftigen. Plakate und Zeichnungen deuten auf die verschiedenen Gefahren hin, und selbst ein Philantrop hat ein Plakat ausgehängt, das unter einem abgekämpften älteren Herrn, der lethargisch auf seinem Sessel hängt, die aufschlußreiche Unterschrift trägt: „Schont die Gesundheit des Lehrers.“ ,

An anderen Tischen kann man Einblick in die Gesundheitserziehung anderer Länder nehmen, und man sieht, daß dieses wichtige Aufklärungsgebiet nicht nur der Jugend vorbehalten bleibt. Mikroskope und Präparate führen in das Gebiet der kleinsten Lebewesen, die tagaus tagein im Generalangriff auf unser Leben begriffen sind. Ein Spulwurm ist in Alkohol konserviert, und der Rinderbandwurm neben ihm macht ein elegisches Gesicht.

Besondere Beachtung verdienen die Hinweise auf die Gefahren der Wurmplage. An Hand von Statistiken und anderem Anschauungsmaterial wird gezeigt, wie man Gemüse und andere Lebensmittel behandeln soll, und wie weit sich diese gefährliche Seuche bereits ausgebreitet hat. Erschreckend ist auch die Fruchtbarkeit der Fliege. Wir alle haben eine gewisse Vorliebe für die berühmte „Brotfliege“, die wohl in jeder Wohnung mit viel Schonung und Liebe über den Winter gebracht wird. Wenn man aber hört, daß dieses behütete Exemplar in sechs Monaten 619796943180420030000 Nachkommen zur Welt bringt, so kann einem doch gelindes Grauen packen. Es ist also anzuraten, besagte Winterfliege schnellstens umzubringen, was in den meisten Fällen nicht schwer fällt, denn sie pflegt in der Hauptsache zu schlafen.

Auch der Staub in der Luft ist nicht zu verachten. Auf dem Meer enthält ein Kubikzentimeter Luft null Staubteilchen. Im Hochgebirge sind es erst 200. Aber die Vergnügungsstätten haben schon 450 000 Staubteilchen, und die Bahnhöfe scheinen mit 9 000 000 den Vogel abzuschießen. Kampf dem Staub und Kampf dem Ungeziefer ist die Parole, und wer sich die ungeheueren Modelle der Läuse und Mücken, der Silberfischchen und Krätzmilben angesehen hat, der kann eigentlich nichts Eiligeres tun, als dem Schmutz in seiner Gesamtheit den erbittertsten Krieg anzusagen.

Schont daher die Fledermäuse, denn sie vertilgen in ungeheuerer Zahl Fliegen und anderes unnützes Ungeziefer, pflegt euren Körper, nicht etwa mit Alkohol und übermäßigem Essen, sondern durch eine naturgemäße und gesunde Lebensweise, und wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt, dem Schmutz und dem Ungeziefer zu Leibe zu rücken, dann wird es bald angenehmer auf der Welt zu leben sein. Krankheit und Tod lauern in jeder Fliege, in jeder Bakterie und in jedem Wurmei. Seid daher auf der Hut, denn sie alle sind darauf aus, euer Leben um Monate und Jahre zu verkürzen. hfl

Der TusS fehlt Geld

Sportlehrfilme über Weitsprung und Kugelstoßen, gezeigt von der Stadt- und Kreisfilmstelle Darmstadt, bildeten den Höhepunkt der gut besuchten Mitgliederversammlung der Griesheimer TuS am Samstagabend im Bürgerhof. Leider kam der erwartete Hein-ten-Hoff-Film nicht zur Vorführung.

Im zweiten Teil des Abends kam die Vereinslage zur Sprache. Wie alle Vereine hat die TuS mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Platzmiete, Restaurierung der Umkleideräume, F^irtkosten und dergleichen vergrößerten das Defizit der Vereinskasse immer mehr. Der 1. Vorsitzende, Engel, trug verschiedene Vorschläge des Vorstandes vor, die diesem Notstand abhelfen sollen. Spenden und eine Streichholzaktion sind geplant, Mitgliederwerbung verbunden mit einem Elternabend der Kinder, Box- und Turnveranstaltungen sollen hierzu beitragen. Die gegenwärtige Lage der TuS bildet ein deutliches Exempel für die allgemeine Situation der Land-Amateursportvereine, deren Fortbestand ohne gemeindliche Unterstützung gefährdet scheint. Gemütliches Beisammensein mit Tanz beschlossen den Abend. ms.

Hausfrauen-Quiz und Freilose

Der Hausfrauenbund Darmstadt veranstaltet am Mittwoch, dem 4. Oktober, im Concordia-Saal einen großen Hausfrauen-Nachmittag und Familien-Abend mit einem bunten Programm, bei dem es interessant und fröhlich zugehen wird. Michael Arco hat die Ansage der geplanten Modeschau von der Firma Westdeutsche Kaufhof AG., Darmstadt übernommen. Maßgebliche Industriefirmen werden allerlei Neuheiten auf hauswiitschaftlichem Gebiete zeigen und Rezepte, Muster und allerlei Kostproben sind ebenso kostenlos zu haben wie ein Los, das in Verbindung mit einem Hausfrauen-Quiz ausgespielt wird.

Die guten Muttis brauchen zu dieser Veranstaltung am Nachmittag oder Aben ihre Familien nicht zu verlassen, Hau herr und heranwachsende Kinder sind herzlich mit ihnen eingeladen, um e mal in anderem Rahmen vom Haushalt zu hören, von den Möglichkeiten spar samen Wirtschaftens, der Erleichterung in der nie endenden Hausarbeit und mancherlei praktischen Neuerungen. Das Pro eramm- verspricht anregende Stunden, Ls denen gewiß mancher ins Praktische umsetzen laßt zum Wob von Familie und Hauswirtschaft.

Zuviel Schulraum in Darmstadt?

Nun sind es gerade zwei Monate her, daß das Amerikahaus in die Krone übersiedelte. Um für die Stadt Schulräume freizumachen, hieß es — heißt es noch heute. Vor ein paar Tagen kam eine Kommission und stellte fest, daß sich die sanitären Anlagen in einem unmöglichen Zustand befänden. Nun wird wohl ein Auftrag vergeben, Voranschläge werden ausgewertet und schließlich wird gebaut. Hoffentlich demnächst!

Im ersten Stock der Diestcrwegschule ist — in ebensoviel Klassenräumen, wie sie im Parterre leerstehen — die amerikanische Schule untergebracht. Sie umfaßt 160 Schüler. Für diese reichen die beiden auf dem Flur liegenden Klosetts aus. Seit drei Jahren behilft man sich ohne Not damit. Die Darmstädter Schulen sind überbelegt. Wahrscheinlich ist das keine Zeitungsente. In der Diesterwegschule steht ein ganzes Stockwerk leer. Im April nächsten Jahres wird die amerikanische Schule in die Bessunger Mädchenschule übersiedeln, die — zur Hälfte von amerikanischen Mitteln — bis dahin wieder aufgebaut sein soll. Dann stehen in der Diesterwegschule womöglich zwei Stockwerke leer. Vörausgesetzt, daß bis dahin nicht die sanitären Anlagen in Ordnung gebracht sein werden.

Es soll übrigens eine Aufbauschule, die ja auch früher in Darmstadt existiert hat, in der Diesterwegschule untergebracht werden, genau gesagt, im Parterre der Diesterwegschule. Die beiden oberen Stockwerke werden nach wie vor für städtische Büros notwendig sein — sehr notwendig. kä.

Stener- und Wirtschaftskalender

Ausschneiden!

10. Oktober: Beförderungssteuer im Personenverkehr, Einreichung der Nachweisung und Entrichtung der Steuer für die monatlichen Zahler.

10. Oktober: Beförderungssteuer im Personenverkehr, Einreichung der Nachweisung und Entrichtung der Steuer für die Vierteljahreszahler.

Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß bei verspäteter Abgabe und Zahlung mit Festsetzung von Zuschlägen (bis zu 10"/ o) durch die Veranlagungsstelle und von Säumniszuschlägen durch die Finanzkasse zu rechnen ist. (Die Säumniszuschläge richten sich nach der Länge des Rückstandes.)

10. Oktober: Umsatzsteuer für die monatlichen Zahler, Einreichung der Voranmeldung und Entrichtung der Steuer.

10. Oktober: Umsatzsteuer für die Vierteljahreszahler, Einreichung der Voranmeldung und Entrichtung der Steuer.

10. Oktober: Hundesteuer. Entrichtung der Hundesteuer, 2. Rate an die Stadtkasse Darmstadt.

10. Oktober: Getränkesteuer. Erklärung und Entrichtung an die Gemeinde.

10. Oktober: Versicherungssteuer. Zahlung nach dem Prämien -Soll- Betrag, Leistung der monatlichen Abschlagszahlung.

10 Oktober: Lohnsteuer. Entrichtung der Steuer für die Monatszahler und Anmeldung.

10. Oktober: Lohnsteuer. Entrichtung der Steuer für die Vierteljahreszahler und Anmeldung.

10. Oktober: Kirchenlohnsteuer. Entrichtung der Steuer für die Monatszahler und Anmeldung.

10. Oktober: Kirchenlohnsteuer. Entrichtung der Steuer für die Vierteljahreszahler und Anmeldung.

10. Oktober: Notopferßerlin. Entrichtung der Abgabe für die Lohnsteuermonatszahler und Anmeldung.

10. Oktober: Notopferßerlin. Entrichtung der Abgabe für die Lohnsteuer-Vierteljahreszaihler und Anmeldung.

15. Oktober: Börsenumsatzsteuer. Im Abrechnungsverfahren für die Monatszahler Einreichnung der Nachweisung und Entrichtung der Steuer.

15. Oktober: Börsenumsatzsteuer. Im Abrechnungsverfahren für die Vierteljahreszaihler Einreichung der Nachweisung und Entrichtung der Steuer.

Aufbewahren! 15. Oktober: Grundsteuer. Entrichtung der Monatsrate an die Gemeinde. H. W. W.

Jugendfunktionärtagung

der Gewerkschaft Chemie in Eberstadt

Die In^istriegewerkschaft Chemie, Verwaltung^telle Darmstadt, führte am Wochenende eine Jugendfunktionärtagung im Riedbergheim, Eberstadt, durch. Nach einer Besichtigungsfahrt zur Grube Messel und nach Ablauf eines Filmprogramms referierte am Samstagabend Herr Mo r - ros o w über die Presse und die Wirtschaftsverhältnisse in der UdSSR. Von den Vorträgen am Sonntag löste das Referat des Jugendsekretärs Scheugenpflug mit dem Thema „Remilitarisierung, ja oder nein“ eine sehr bewegte Debatte aus.

34. Stiftungsfest

des Wanderclubs „Falke"

Am Sonntagabend bewies der Wanderclub „Falke“ anläßlich der Durchführung des 34jährigen Stiftungsfestes auf dem Heiligen Kreuz, daß er einen bunten Abend ebenso flüssig und interessant ablaufen lassen kann, wie er in der Lage ist, schöne und lehrreiche Wanderungen in der näheren und engeren Heimat durchzuführen. Herr Stö se 1 hatte die Festleitung und sagte das Programm an. Die Darbietungen — mögen sie deklamatorischer oder humorvoller Art gewesen sein — waren vielfältig und erstaunlich hoch im Niveau. Nachdem die Begrüßung durch Herrn Landzettel, dem 1. Vorsitzenden, erfolgt war und Herr Professor Waig an d als Ehrenmitglied der Vereinigung gesprochen hatte, konnte man zwi Stunden lang Herrn Gut käse, Herrn Göbel, (E. L.), das Paar S t r o mberg-Feig, Herrn Herwig, Herrn Hinz und das Mandolinen-Orchester bewundern. Einer müßte noch genannt werden: Herr K. H. Göbel.

Richtfest der Bessunger Turnhalle

Die Interessengemeinschaft „Aufbau Bessunger Turnhalle“ durchbrach die Tradition: sie feierte ihr Richtfest mit ihren Frauen. „Alkohol und junge Weiber sind die besten Zeitvertreiber“ konnte man auf einer Wand des Wirtschaftsgebäudes lesen. Narrhallesen und Sänger sagten zu ihrer besseren Hälfte „Na denn prost“ und damit gings los . . .

Nachdem das erste Glas Bier getrunken war, bot der Sprecher der TGB 1865, Rektor Sal o m o n , den ca. 200 Lappings den Willkommensgruß. Erschienen waren auch Vertreter der Stadtverwaltung und des Bauamtes, der Bauleute und Abgesandte von Turnvereinen von Eberstadt und Eschollbrücken.

Rektor Salomon sprach von der guten Zusammenarbeit der drei Vereine, dankte allen, die beim Aufbau der Turnhalle mitgeholfen haben, und auch dem Magistrat der Stadt für seine finanzielle Hilfe. Namentlich erwähnte er Bauunternehmer Volk, Steinmetz Dieter und Schreinermeister Müller, der das Aufbauwerk begonnen und mit Zähigkeit durchgeführt hatte. Bauamtmann Franke verlas umgearbeitete Knüttelverse zu einem Richtfest, die einst der verstorbene Bürgermeister Lerch geschrieben hatte und denen der Wiederaufbau als das Plus der Pleite bezeichnet worden war. Herr M i nk 1 e r vom Carnevalverein lobte in Reimen die Tüchtigkeit der Weibsleute, die beim Aufbau ihre Kräfte unter Beweis gestellt hatten. Herr Kämmer, ebenfalls Carnevalist, glossierte in humoristischer Weise die Schwierigkeit des Aufbaus der Turnhalle. ts.

Ueber seine Amerika-Reise

berichtete Oberbürgermeister Metzger

In einer SPD-Versammlung im Gasthaus „Zur Harmonie“ in Eberstadt schilderte am Freitagabend Oberbürgermeister Metzger seine Eindrücke in Amerika. Gespannt lauschten dann d;e Anwesenden den interessanten Ausführungen unseres 08, die er wieder einmal in den bei den Darmstädtern so beliebten Plauderton kleidete. Den größ'en Eindruck habe ihm gemacht, daß die Amerikaner trotz der vielen Blutströme, d:e in ihnen fließen, ein einheitliches Volk in allen Lebensformen geworden seien. Wenn er einen Artikel über die Amerikaner hätte schreiben sollen, dann hätte er ihm die Ueberschrift „Take it easy“ gegeben. Dieser Grundsatz wirke sich im ganzen Leben der Amerikaner aus.

Anschließend an seinen interessanten, mit Beifall aufgenommenen Vortrag beantwortete Oberbürgermeister Metzger noch eine große Anzahl von Fragen, die aus allen Lebensgebieten an ihn gerichtet wurden. t-s


Oberbürgermeister Metzger bei seiner Ansprache anläßlich der Eröffnung des Hallenschwimmbades. In den Händen hält er den „Schlüssel“ — eine Badehose—, die ihm vorher Direktor Strahringer von der Heag überreicht hatte. Foto: Hemme
Oberbürgermeister Metzger bei seiner Ansprache anläßlich der Eröffnung des Hallenschwimmbades. In den Händen hält er den „Schlüssel“ — eine Badehose—, die ihm vorher Direktor Strahringer von der Heag überreicht hatte. Foto: Hemme

Die Landwirtschaftliche Berufsschule

Darmstadt veranstaltete mit ihren Oberkursen einen Lehrausflug, der zunächst zum Kohlbacher Hof des bekannten Kartoffelzüchters Böhm und nach dem von Dr. Cronau geleiteten Versuchsgut der „Wolf“-Gerätefabrik „Falkenhof“ bei Bensheim führte. Anschließend folgte eine Führung durch den Betrieb der Heinrich-Lanz-AG. in Mannheim. Den Abschluß bildete die Besichtigung eines mustergültigen Weingutes in Rheinhessen mit zugehöriger Weinprobe.

Jubiläumsfahrt in's Blaue

Der „Hessische Autobus-Verkehr“ hatte eingeladen

Anläßlich des 25jährigen Jubiläums des „Hessischen Autobus - Verkehrs“ Darmstadt, hatte der Leiter des Unternehmens, Flerr Mendel, Vertreter von Dienststellen, Behörden und der Presse zu einer Fahrt in den Rheingau eingeladen. Daß keiner der Teilnehmer wußte welches das Ziel des neuen, eleganten Reisewagens war, gab der Fahrt den besonderen Reiz: Superlative der Bequemlichkeit einschließlich Radio-Uebertragung. So war man ohne Langweile in Mainz angekommen, und nach einer Rundfahrt durch die Stadt erschien das kleine Stück bis Wiesbaden noch kürzer. Die beinahe unzerstörte Stadt wirkte wöhltuend für das Auge. Die Backstein-Gotik der Kirche mit dem Laubwald im Hintergrund, viele Halbsäulen und barocke Schnörkel an den um die Jahrhundertwende gebauten Häusern. lAn dem wunderschön gelegenen Golfplatz vorbei ging die Fahrt weiter über Schlangenbad und durch das Mikrophon wurden die Gäste auf die Besonderheiten der wirklich herrlichen Landschaft hingewiesen. Von Martinsthai über Kiedrich ging es zum Kloster Eberbach. In Hattenheim waren die Tische schon gedeckt. Die Speisekarte hatte Hochzeitsreisen-Reichhaltigkeit.

Und der dieses Wunder an Gastfreundschaft vollbracht hatte, stand nun in der Mitte des Raumes, weißhaarig und kräftig, begrüßte seine Gäste und gab einen Abriß der Entwicklung des Unternehmens. Der erste Linien-Verkehr nach dem Kriege begann auf der Strecke Darmstadt — Jugenheim (später von der HEAG übernommen) und im Jahre 1949 wurde die Linie Darmstadt — Onpenheim —Bad Kreuznach eröffnet. 1926 beförderte das Unternehmen 109 500 Personen, und 25 Jahre später benutzten 438 525 Personen seine Wagen.

Es dankten alle für die Einladung: Herr Oberregierungsrat Ciersdorf, Wiesbaden, die Herren der Ministerien und Verkehrsdienststellen. Der Landrat ließ seine Glückwünsche sagen, die HEAG, und die Vertreter der verschiedensten Fachgruppen fanden Worte der Anerkennung für die Leistung des Jubilars und wünschten ihm weiteren Erfolg. Man saß noch lange, der Termin der Rückfahrt verzögerte sich, und so kam eine vergnügte Gesellschaft erst spät wieder auf dem Luisenplatz an. Sg.

Die Berufskrankenkasse der Behörden- und Büroangestellten (Ersatzkasse Hamburg) hat ihren Namen geändert. Sie heißt fortan: „Hamburg-Münchener Ersatzkasse“. Der Sitz der Kasse bleibt auch weiterhin in Hamburg. Mit der neuen Namensgebung sind irgendwelche Aenderungen am Aufgabengebiet dieser Ersatzkasse nicht verbunden. Das Geschäftsgebiet der Hamburg-Münchener Ersatzkasse erstreckt sich über die ganze Deutsche Bundesrepublik. Auch in unserer Stadt ist diese Kasse vertreten. Die Anschrift lautet: Darmstadt, Schloßgartenstr. 53.

In der Stadt notiert

Die Bezirksgeschäftsstelle des Verban¬ des der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner, Darmstadt, Steubenplatz 12, hat ab 1. Oktober Sprechstunde montags, mittwochs und freitags von 8 bis 12 Uhr. Hirn- und Kopfverletzte haben dienstags und freitags von 14 bis 17 Uhr, der Vertrauensmann für Wohnungsbau und Siedlungswesen mittwochs von 9 bis 12 Uhr Sprechstunde.

Die Evangelische Stadtmission veranstaltet im Nachklang zur Zeltmission von Donnerstag, den 5. Oktober, bis Samstag, den 7. Oktober, im Johanniskirchensaal, Kahlertstraße 24, um 20 Uhr Vortragsabende. Zeltleiter Didschun wird zu dem Thema „Ein wiederentdeckter Weg zum lebendigen Christsein“ sprechen. Am Freitag und Samstag, um 15.30 Uhr, wird dieser Vortrag auch im Saal, Mühlstraße 24, wiederholt.

Die Vereinigung der Flüchtlinge und Geschädigten aus der Sowjetzone, Ortsgruppe Eberstadt, hat am Mittwoch, den 4. Oktober um 17 Uhr im Gasthaus „Zum Löwen“, Wilhelm-Leuschner-Straße, eine Zusammenkunft.

Das „Marienbad" im Groß-Gerauer Weg hat zu seinen Wannenbädern seit einigen Tagen eine Sauna und eine moderne Fußpflegeeinrichtung in Betrieb genommen.

Ihr 25jähriges Geschäftsjubiläum feierte die Drogerie Bernhard in Arheilgen. In der Dieburger Straße 8 begründete Herr Ernst Bernhard mit seinem Schwager Otto Walter 1925 das Geschäft, das er bis zum heutigen Tage, nach dem Umzug in die Darmstädter Straße 15 im Jahre 1939, noch führt.

Eine moderne Kraftfahrzeugwaschanlage nahm die Gasolin-Tankstelle in der Landgraf-Georg-Straße vor wenigen Tagen in Betrieb.

Zu einem Zusammenstoß zwischen einem aus der Landgraf-Philipp-Anlage kommenden Lastkraftwagen und einem die Bleichstraße befahrenden Kleinkrad kam es gestern nachmittag gegen 17 Uhr. Der Kradfahrer stürzte auf der Kreuzung und verletzte sich erheblich.

Von einem entgegenkommenden Kraft¬ wagen geblendet verlor der Fahrer eines auf der Autobahn in Richtung Mannheim fahrenden Lastzuges in der Gemarkung Eschollbrücken die Richtung und fuhr die zwei Meter hohe Böschung hinab. Es entstand Sachschaden an dem Fahrzeug.

Der rechte Vorderradreifen platzte, als der Fahrer eines Lastzuges auf der Autobahn bei Hüttenfeld am Sonntagabend fuhr. Durch den starken Zug nach rechts geriet das Fahrzeug von der Fahrbahn und rollte teilweise die Böschung hinab, wobei Böschung und Fahrzeug beschädigt wurden.

Mit einem Reh stieß ein PKW, der am Sonntagabend auf der Autobahn in Richtung Mannheim fuhr, zusammen. An dem Kraftwagen entstand Sachschaden.

WiE-WIRD-DAS WETTER

Keine Aenderung

Vorhersage: Heute, Dienstag, wechselnde, vorwiegend starke Bewölkung, weitere schauerartige Regenfälle, bei lebhaften südwestlichen bis westlichen Winden kühl. Weitere Aussichten: Keine Änderung des Witterungscharakters.



Wohin gehen wir heute?

Landestheater: Orangerie, 20.00 Uhr, „Helden“. Schauspiel von B. Shaw, Ende gegen 22.00 Uhr.

Lichtspieltheater: Union: „Wenn eine Frau liebt“; Thalia: „Schwarzwaldmädel“; Belida : „Im Tempel der Venus“; Palast: „1-2-3 Corona“; Hansa: „Das große Spiel“.

Amerikahaus (Krone): 19.30 Uhr, Lichtbildervortrag: „Die Azteken und verwandte Völker“ von Karl Volp.

Hygiene-Lichthof: Neckarstraße 3: 10 bis 18 Uhr, Ausstellung:- „Gesundes Leben“.

Technische Hochschule: Raum 167,19.30 Uhr, Vortrag von Dr. A. Zeddies über: „Die Psychologie der Geschlechter“.

Wir gratulieren

78. Geburtstag: Herrn Friedel Eckart, Darmstadt, Barkhausstraße 12.

STARKENBURG

Ungetrener Obmann

Ein 25 Jahre alter Landarbeiter, der auf den vertrauenerweckenden Namen Obmann hört, hatte bei einem Gest- und Landwit in Nieder-Kinzig Arbeit gefunden, aber schon nach drei Wochen eine krumme Sache gemacht. Vor dem Cafe Orth in Etzengesäß stahl er ein Fahrrad, das er am nächsten lag wieder beschädigt in einem dortigen Hof abstellte. Seinem Arbeitgeber stahl er aus der Vorratskammer drei Pfund Blutwurst und fünf Pfund Schinken und schließlich abermals ein Fahrrad, das einem Nachbar gehörte. Als er mit Fahrzeug und Marschverpflegung bei seinem Vater in Erfelden ankam, zweifelte dieser mit Recht an den Erzählungen seines Sohnes, nahm ihm das Fahrrad ab und verständigte die Verwandten in Nieder-Kinzig. Sein hoffnungsvoller Sohn dankte ihm diese Erziehungsmaßnahme schlecht.. Unter Mitnahme von 110 DM verschwand er auch in Erfelden wieder.

Es handelt sich um ein Früchtchen, das schon einiges ausgefressen hat. Neben eineinhalb Jahren Gefängnis befand es sich auch bereits in der -Heil- und Pflegeanstalt Goddelau. Die Staatsanwaltschaft fahndet nach dem Burschen und erwirkte Haftbefehl gegen ihn. -ch.

Seltsamer Bausparer

Ein 39 Jahre alter Heimatvertriebener aus dem Sudetenland, der als Arbeiter in den Veith-Gummiwerken in Sandbach beschäftigt war, hatte einem Kollegen aus Neustadt ein Fahrrad gestohlen. Als er der Tat überführt wurde, führte der Mann zu seiner Ent chu'digung an, er baue sich zur Zeit ein Haus ii: d müsse sein Geld da'ür sparen. Da ihm sein eige es Fahrrad auch gestohlen wo den sei, habe er sich aul diese Wei e hellen wollen. Er brauche das Rad, um von seinem Wohno t Mümling- Gnimbadi zur Arbeitsstelle zu fahren. Jetzt braucht er es nicht mehr, denn durch seinen Diebstahl mußte er fristlos entlassen werden. Außerdem muß er sein seltsames „Sparsystem“ vor dem Richter verantworten. -eh.

„Am Rande“ anfgeklärt

Gelegentlich einer Belehrung über Verhalfen im Straßenverkehr, die ein Gendarmedebeamter in der Schule So M ü m 1 i n g - G r u m b a c h hielt u d dabei „am Rande“ besonders die Mädchen auf die Gefaluea durch Sitt ichkeitsverb echer hiiwie;, me deten eine 12- und eine 7 Jah e alte Schülerin, daß ein 68 Jahre alter Mann aus dem Orte im Ga tenhaus sei es Anwe ens unzüchti”‘e Ha d ungen an ihnen begangen habe. Die Nachprü Ung des Falles bestä igte seine Richtigkeit. Das Amt ge icht Höchst erließ Haftbe'ehl gegen den Mann, der angibt, sich an nichts mehr erinnern zu können, da er an jenem Tage betrunken gewesen sei. -ch.

Entwurzelter „Iunker“

Das Bezirksschöffengericht Michelstadt hatte sich unter Vorsitz von Amtsgerichtsrat Dr. L o e s c h mit einem 38 Jahre alten Kaufmann aus Reinheim zu beschäftigen, der zweifellos einmal über gute kaufmännische Fähigkeiten verfügte; er hatte bei der Zentralgenossenschaft gelernt und war lange Jahre bei der BHG beschäftigt. Als völlig gescheiterte Existenz trat er fatalistisch und hoffnungslos vor die Schranken des Gerichts. Nach ' dem Besuch einer „Ordensburg der NSDAP“ war er als „großer Mann“ wieder in den Odenwald gekommen und heiratete in Erbach. Langsam, aber sicher glitt er bei Gelegenheitsgeschäften mehr und mehr abwärts, die Ehe zerbrach und als völlig entwurzelter Mensch trieb er sich einige Monate lang umher. Bei alten Bekannten machte er eine große Zahl kleiner Kleckerschulden, bis er Anfang August verhaftet wurde. Wegen Betrugs in 12 Fällen und Unterschlagung in einem Falle wurde er unter Anrechnung der Untersuchungshaft zu insgesamt fünf Monaten Gefängnis und den Verfahrenskosten verurteilt. -ch

Helfe -diene -liebe!

Eröffnung des „Henri-Dunant-Heimes“ in Brandau

Am Sonntagnachmittag wurde das Brandauer Haus, das bislang dem Roten Kreuz als Genesungsheim für Versehrte und Heimkehrer diente, an das Jugend-Rot-Kreuz übergeben. Mit den Uebergabefeierlichkeiten war die Taufe des Hauses auf den Namen des Gründers des Roten Kreuzes, Henri Dunant, verbunden.

Der Begründer des Roten Kreuzes, Henri Dunant, wurde 1828 in Genf geboren; er erhielt 1901 den Nobelpreis und starb 1910 in Weiden. So segensreich sein Lebenswerk wurde, so ungeheuer schwer war sein Kampf um dieses Ziel, Im Auftrag Napeoleons leitete er 1859 Straßenbauarbeiten in Nordafrika. Unzuffiedehheit der Arbeiter und viele andere Mängel veranlaßten ihn, sich persönlich auf den Weg nach Oberital'en zu machen, um beim Kaiser selbst Fürsprache zu halten. Sein Gefährt ger et mitten in das Getümmel der Schlacht von Solferino. die mit einem Sieg der Franzosen über die Oesterreicher endete. Die Qual der verwundeten und kranken Soldaten, die ohne Hilfe und Pflege in den Straßen der Stadt lagen, das strenge Verbot, selbst dem kampfunfähigen Feind zu helfen, ließen ihn zugreifen, wo immer es vonnöten war. Seit dieser Stunde widmete sich Dunant sein ganzes Leben lang der Barmherzigkeit. Diese selbstgestellte Aufgabe, deren Vollendung er n:cht mehr erleben dürfte, verschlang seme ganze innere Kraft. Heute gehören viele Nationen in aller Welt der Genfer Konvention an und ungezählte Tausende und Millionen wurden Henri Dunants Jünger.

Die Heim-Uebergabe

Die im Tagesraum des Heimes stattgefundene Feier wurde vom Gräfenhäuser Schulorches'er musikalisch umrahmt. Unter den Gästen befanden sich u. a. der Präsident des Roten Kreuzes Hessen, Dr. Blaum, Regierungsdirektor K u n z in Vertretung des Reglerungspräs'denten. Resident Officer Mr. Goe t - c h e u s und Landrat Wink.

Nach dem Prolog gab Ober-Reg.-Rat Härting, erster Vorsitzender des Bezirksverbandes Darmstadt im RK Hessen, einen RückbFck auf die seitherige Verwendung des Heimes, das im Laufe der letzten Jahre der Erholung vieler Menschen gedient hat. Mit Beendigung der Eröffnungsfeierlichkeiten im Gemeinschaftsraum begaben sich die Gäste vor das Haus, um der Taufe des Heimes beizuwohnen. Unter den Klängen des Liedes „Brüder, reicht die Hand zum Bunde“ wurde die Heimaufschrift enthüllt und Vertreter der benachbarten Bezirksverbände und verwandten Vereinigungen überbrachten Grüße.

Nach dem Kaffee wurden den Gästen Rot-Kreuz-Ballone und Flugkarten überreicht. die mit der Aufschrift: „ Henri-Dunant-Heim — eröffnet am 1. Oktober 1950“ versehen waren und bei herrlichem Wetter ihre Reise antraten. Man hatte wirklich an alles gedapht, denn auch' eine kleine Ausstellung von Zeichnungen und Bastelarbeiten war im Erdgeschoß untergebracht. Den Tag beschlossen sodann Spiele und gemeinsame Lieder im Tagesraum. prs

Hoffnungsvolle Zeichen

Juge-d Ausstellung in Groß-Gerau

Als Abschluß der Groß-Gerauer Juge d voche wurde am Samstag. Sonntag ur.d Montag im Turnsaal und Aula des Groß-Cerauer Realgymna iums eine Ausstellung unter dem Motto „Das Werken des jungen Menschen“ gezeigt. In dem Tu nsaal wo die Jüngere i ihre Arbeiten ausgestellt hat.en, fiel besonders eine große elektrische Eienbahnanlage auf, die von dem 7. Schuljahr der Büttelborner Vo’ksschule im PhysikunteL-richt gebastelt wo den war. Auch in Handarbeiten, Zeichnungen und Klebearbcitcn zeigte sich manche hoffnungsvolle Anlage zu späte em Können.

In der Äu’a waren sodann Arbeiten zu sehen, die schon durchaus auf dea Stu en des Künste i chen angelangt waten. Besonders Karl Frey verriet m°t einem Entwurf zu einer Konze thallet, sowie mit einem' Selbstbi d iis e ne ausgesprochene Begabung. Mehrere handwe.kiirhe Arbei.ei offenba ten das Können ihrer ju e d ichen Schöpfer. Neben ande.en Arbeiten verdienen die von Annematie Wagner u d Waltraud Müller eine lobe. de Erwähnung. (<g)

Persönlichkeiten durch musische Erziehung

Eröffnung der Arbeitswoche in Dieburg

In die Lehrgangsfolge des ersten Vormittags der musischen Arbeitswoche in Dieburg war die offizielle Eröffnung eingeschlossen. Mehrstimmige Chöre und der Vortrag eines langsamen Satzes von Händel für Klavier und Flöte leiteten über zu den Worten Friedrich Ludwig Jahns, die die Leiterin der Woche, Frau Hella Pfannkuch, Schaafheim, las.

Die musische Woche in Dieburg, so führte dann Kreisschulrat Schmidt in seiner Eröffnungsansprache aus, werde nicht veranstaltet, damit sich ein eng begrenzter Kreis von Menschen in eine romantische Sphäre zurückziehen könne, sondern aus der Erkenntnis heraus, daß aus der musischen Erziehung starke ethische und gemeinschaftlich-bindende Kräfte erwachsen, die gerade heute zur Wirkung kommen müßten. Schule und Jugenderziehung hätten die Aufgabe, in einer Zeit der Verflachung, der Preisgabe innerer Werte und des Auseinanderstrebens zur wahren Gemeinschaft zurückzuführen. Er begrüßte besonders, daß die Beziehungen (der Leiterin zu der württembergischen Landesschule in Ruit und die Fürsprache Ministerialrats Hassinger die Mitwirkung namhafter schwäbischer Persönlichkeiten auf den zu behandelnden Gebieten ermöglicht habe: Direktor Er 11 e s für Chorgesang, des Fachberaters für Laienspiel Clauß und des Volkstanzleiters Kurt Wager. Sein Dank galt auch Rektor Schmitt vom Bischöflichen Konvikt, der das Haus für die Tage der Jugendarbeit zur Verfügung gestellt habe.

In Zeiten der Herabwürdigung der Einzelpersönlichkeit und der Vermassung, fuhr Schulrat Schmidt weiter fort, seien wesentliche Aufgaben zu erfüllen. Wenn ein Volk nicht der kulturellen Katastrophe zusteuern wolle, sei es notwendig, Menschen zu erziehen, die sich ihres inneren Wertes bewußt seien, denn sonst sei es nicht fähig, eine Gemeinschaft und damit eine Demokratie zu bilden. Neben der Religion als dem stärksten Pfeiler menschlichen Wertes stehe die musische Erziehung, denn s i e führe zum Ausgleich, zur Versöhnung, der Ueberwindung der äußeren Schwierigkeiten. Die Jugend von heute spüre bereits, daß ihr nur Schaum und Rauch geboten werde, sie möchte aber ein edles Ziel haben, das sie ganz erfüllt, das in ihr wahre Begeisterung erweckt. Musische Erziehung schaffe Persönlichkeiten, die wissen, was sie wollen, die nach Herzensgemeinschaft streben. Es bahne sich etwas Neues an, dessen Herolde die Teilnehmer dieser Arbeitswoche werden müßten. Der Kanon „Ans Werk, ans Werk mit neuem Mut“ schloß die Eröffnungsstunde ab.

Heute stehen die Arbeitsgemeinschaft „Grundsätzliches zum Laienspi®l (9 Uhr) und ein Erzählabend (Märchen, Schwänke, Sagen, Stegreifspiel) um 20 Uhr; am Mittwoch Volkskunde und Volkstumsarbeit in ihrer Bedeutung für Erzieher und Jugendführer (9 Uhr), Kinderspiel und Kindertanz (14 Uhr) und Gesellige Tanz-Scharaden (20 Uhr) im Mittelpunkt der Tagesprogramme. RG

Deutsche Universitäten sind rückständig

,Junglehrerfreizeit im Pädagogischen Institut auf dem Heiligenberg

i Etwa fünfzig Junglehrer und -lehrerinnen hatten sich auf dem Heiligenberg bei Jugenheim eingefunden, um während einer Woche in Vorträgen und Diskussionen eine Fortbildung für die Dauer ihrer Freizeit zu erreichen.

Aus dem ganzen Lande Hessen hatten jeweils die Kreisverbände der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft einen Junglehrer namhaft gemacht, der als Vertreter an der Problemstellung standesrechtlicher Fragen, wie an den D ;skussionen um die Nöte und Sorgen des beruflichen und privaten Lebens der Junglehrer teilnehmen sollte. Gegenstand der Referate bilden soziologische Themen, das Schulverwaltungsrecht und gewerkschaftliche Fragen.

Herr Faust, als Junglehrervertreter des Landesverbandes, eröffnete de Tagung und übereab das Wort an den Schriftleiter der Allgemeinen Deutschen Lehrerzeitung, Herrn Dr. B u n g a r d t. Zum Gegenstand des soziologischen Arbeitsthemas stellte der Redner fest, daß in Deutschland die Soziologie als Wissenschaft immer noch an zweiter und dritter Stelle rangiere und von nieml"dem richtig ernst genommen würde. Die deutschen Universitäten seien heute in vielen Dingen sehr rückständig. Vor etwa fünfzig Jahren wären sie d;e Avantgardisten einer neuen Idee gewesen. während jetzt eine Bildunasebte herangezogen werde und darüber die wichtigste . pädagogische Aufgabe, die Hebung des allgemeinen Bildungsniveaus, vergessen würde.

Dr. Bungardt behandelte auch die Stellung des Lehrers innerhalb der Gesellschaft, und stellte die Frage, ob der Lehrer nur als Funktionär zu bezeichnen sei, oder ob er einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten habe. Der Nachmittag des ersten Tages blieb Diskussionen Vorbehalten. Gleichfalls wurde eine Einteilung der Arbeitsgruppen in ihre Arbeit - gebiete vorgenommen. Abends fand ein Musikabend des Pädagogischen Instituts satt.

Der heutige Tag bleibt für die Diskussionen innerhalb der Arbeitsgruppen reserviert, während morgen eine abschließende Zusammenfassung der Diskussionsergebpisse vorgesehen ist. zu der Ministerialdirektor Viehweg Stellung nehmen wird. Am Nachmittag wird die Stellung des Junglehrers in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft behandelt. Am Donnerstag erfolgt eine ganztägige Fahrt der Tagungsteilnehmer durch den Odenwald. Zu den Grundfragen des Schulrechtes spricht am Freitag ein Vertreter der Rechtsabteilung des Kultusministeriums. Schulrat Plewe wird am Nachmittag über die Gegenwartsprobleme der Schulpolitik referieren. Am Samstag, dem letzten Tag der Tagung, stehen die Wege und Ziele der Lehrerfortbildung in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zur Debatte. -st

Haftbefehl gegen Jakobsen

Gegen Marion Jakobsen aus Frankfurt ist nun ein Haftbefehl erlassen worden. Der zur Zeit Flüchtige steht in dem dringenden Verdacht, an dem von uns gemeldeten schweren Einbruch in Groß-Gerau beteiligt gewesen zu sein. Die Einbrechergruppe hatte seinen Wagen (Polizeiliche Kennummer H 41 3335) für die An- und Abfahrt benutzt. Jakobsen gilt nach Mitteilung der Kriminalpolizei als Haupt einer größeren Einbrechergruppe, die interzonal und international arbeitet. Wo er auftaucht, ist er festzunehmen.

Meineid aus Liche

kostete ein Jahr Gefängnis

„Der Eid ist ein Mittel für das Gericht, um die Wahrheit zu finden“, erklärte gestern Landgerichtsdirektor Hahn in einer Schwurgerichtsverhandlung gegen die 27- jährige, wegen Meineids angeklagte Hildegard D. aus Neu-Isenburg. In einer Ehescheidungssache hatte sie im Februar vergangenen Jahres einen Meineid „aus Liebe zu einem Mann“ geleistet. Entgegen den Tatsachen gab sie seinerzeit vor Gericht an, keine Beziehungen zu einem Apotheker, einem verheirateten Mann, unterhalten zu haben. Sie wollte damals den von ihr Geliebten schützen. Dieser benahm sich gestern als Zeuge keineswegs als Kavalier. Fr belastete die Angeklagte in unschöner Weise. „Die Angeklagte hätte seinerzeit wissen müssen, was ein Eid bedeutet“, sagte der Richter und verkündete als Urteil der Geschworenen ein Jahr Gefängnis.

Sittlichkeitsuerbredjer abgeurteilt

Zu einem Jahr Gefängnis wegen Unzucht mit einem Mädchen unter 14 Jahren verurteilte gestern die Erste Strafkammer des Landgerichts Darmstadt den 69jährigen Rentner Friedrich D. aus Bensheim. Der Angeschuldigte hatte sich fortgesetzt mit einem kleinen Mädchen in unsittlicher Weise beschäftigt, wst

Nene Wohnstätten des Friedens

Richtfest für 28 Zwei-Familien-Häuser in Goddelau

Zum feierlichen Richtfest für 28 Häuser, die die Baugenossenschaft „Ried“ im Rahmen ihres Siedlungsprogramms im Kreise Groß-Gerau erstellen konnte, fanden sich am Sonntagvormittag zahlreiche Alt- und Neubürger in der neu angelegten Goethestraße in Goddelau ein.

Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich Oberregierungsbaurat Köth, Landrat Harth und als Vertreter des Staatsbauamtes Groß-Gerau Baurat Giesen sowie Amtmann Seipp.

In seiner Festansprache bezeichnete Amtmann Seipp die neuen Häuser als Wohnstätten des Friedens und wies darauf hin. daß im Baujahr 1950 über 400 Heimstätten im Gebiete des Kreises, Groß-Gerau fertiggestellt werden konnten, von denen 250 an Neubürger übergeben werden sollen. Größer als alle Schwierigkeiten sei der Wille der Menschen gewesen, sie zu meistern, sagte der junge Biebesheimer Bürgermeister S u d - h e i m er, der gleichzeitig als Geschäftsführer der Baugenossenschaft „Ried“ das Wort ergriff.

Im Anschluß an die Feier trafen sich die Festgäste in einei' Gaststätte am Bahnhof. Dort ergriff ’ Bürgermeister Hartung das Wort und unterstrich in seinen Ausführungen den Arbeitseinsatz aller Männer, Frauen und Kinder, die bei Tag und Nacht an der Vollendung des Gemeinschaftswerkes mitgewirkt hatten. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß noch vor Einbruch der Frostperiode alle begonnenen Bauten bezugsfertig würden.

Als Vertreter der Staatsregierung überbrachte Oberregierungsbaurat Köth die Grüße des hessischen Innenministers Landrat Harth wies in seinen viel beachteten Ausführungen auf die Wichtigkeit des sozialen Wohnungsbaues hin. Bürgermeister Dr. Lüdecke versprach den Geist und die Leistungen der gemeinnützigen Baugenossenschaft „Ried“ auf dem demnächst stattfindenden Genossenschaftstag in Bad Wildungen besonders zu erwähnen. Kv.—

„Keinen Pfennig für Aufrüstung“

Niemöller beim Dekanatsmännertag in Beerfelden

Die geräumige Kirche Beerfeldens war am Sonntagvormittag Ziel starker Abordnungen aus allen Kirchspielen des Dekanats Erbach, dessen Evangelisches Männerwerk unter der Losung „Rettet den Menschen!“ einen großen und bedeutsamen Dekanats-Männertag veranstaltete.

Nicht nur die Tatsache, daß Kirchenpräsident D. Martin Niemöller an dieser Tagung teilnahm, mehr noch seine ernsten und mutigen Worte an die Mächtigen dieser Zeit stellten — wie auch die übrigen Vorträge — eine aufrüttelnde Mahnung in letzter Stunde dar, die die weit über tausend Köpfe zählende Gemeinde zutiefst erschütterte. „Rettet den Menschen!“ war hier mehr als eine Devise. es war und ist der Verzweiflungsschrei einer geplagten Menschheit.

Zur Männerkundgebung konnte der gastgebende Gemeindepfarrer Neff auch den Patron des Kirchspiels, Graf Alfred zu Erbach-Fürstenau begrüßen. Bürgermeister Ackermann hatte ein Grußwort übersandt. Stadtpfarrer Hahn. Erbach, sprach einleitend für den ebenfalls verhinderten Dekan Römheld.

„Rettet des Menschen Freiheit! hieß die erste Mahnung, über die Pfarrer Zeiß, Nieder-Eschbach, sprach. Er betonte. daß der Christenmensch nie bei denen stehen kann, die Unrecht tun, höchstens bei jenen, die Unrecht erleiden. Durch die Botschaft, des Kreuzes würden Menschen an jedem Tag frei.

„Rettet des Menschen Heimat!“ war die nicht minder eindringliche Mahnung von Pfarrer Neff. Beerfelden. Er unterstrich die ewige Sehnsucht des Menschen nach der Heimat, im Kriege, in der Gefangenschaft, in zerbombten Städten Der Mahnruf „Rettet des Menschen Glauben!“, den Pfarrer Wolf, Rodenbach, verkündete, faßte die Erkenntnisse der beiden vorangegangenen Vorträge zusammen.

Unvergeßlich wird allen Teilnehmern an dem auf die Männerkundgebung folgenden Festgottesdienst die Predigt des Kirchenpräsidenten D. Martin Niemöller bleiben. Mit unbestechlicher Klarheit durchleuchtete er die Lügen des Zeitgeschehens. Jeder Sextaner wisse, daß es für Deutschland nur drei Möglichkeiten gebe; entweder, daß die Amerikaner über uns hinweg gen Osten rollen. Dann müßten wir amerikanisches Kriegsmaterial herstellen und russische Atombomben in Kauf nehmen, oder aber, daß die Russen über uns hinweggehen, dann haben wir für die Russen zu arbeiten und bekommen die amerikanischen Atombomben. Die dritte Möglichkeit sei, daß keiner rollt und Deutschland direkt zum Schauplatz der Vernichtung werde. Deshalb sei jeder, der in Deutschland aufrüste. ein Verbrecher. •

Man frage heute, was können wir tun für die Erhaltung des Friedens, der Freiheit und der Heimat, deren wir uns heute noch erfreuen? Vielleicht komme es schon bald darauf an. es zu wissen, wenn die Generale von einst uns wiederum als Soldaten fordern. Pastor Niemöller gab den Rat: „Wir sollten unsere Hände bis an die Ellbogen in die Taschen stecken und sie auslachen. Das ist das einzigste, was wir tun können. Es gibt ja keine Volksabstimmung in dieser Demokratie!“

Die Bevölkerung solle die Regierungen in Bonn und Wiesbaden mit der Forderung überschwemmen: „Keinen Pfennig für die Aufrüstungen!“ Geld sei wohl da — zur Aufstellung von Polizeitruppen, nicht aber zur Linderung der Not der Aermsten. Die Regierungen müßten aufgefordert werden, besser hauszuhalten mit den vom Volk aufgebrachten Steuergeldern.

Die christliche Kirche erhebe vernehmlich den Ruf. der als brennende Sehnsucht in aller Herzen lebe: „Rettet den Menschen!“ -ch


Bauersfrauen auf dem Weg zum Lorscher Tor. Eine Szene aus dem Festzug anläßlich des Heppenheimer Bauerntages. DT-Foto: Schröder
Bauersfrauen auf dem Weg zum Lorscher Tor. Eine Szene aus dem Festzug anläßlich des Heppenheimer Bauerntages. DT-Foto: Schröder

Was aǔch interessiert:

Die Festlegung der Vergnügungssteuer

sieht in der Gemeinde Birkenau, vor, daß künftig jeder örtliche Verein jährlich zwei kulturelle Veranstaltungen mit Tanz durchführen kann, ohne hierfür Vergnügungssteuer entrichten zu müssen.

Wegen Instandsetzung des Bahnübergangs am Groß-Gerauer Bahnhof ist die Frankfurter Straße für den Durchgangsverkehr in der Zeit vom 2. bis 12. Oktober gesperrt. Gleichzeitig wird der Grabendurchlaß vom Silchergraben in der Frankfurter Straße neu hergestellt, so daß der lokale Verkehr vom Hause Meinhardt bis Höllwiesenweg unterbrochen werden mußte.

Für ein schöneres Stadtbild setzte sich der Gewerbeverein bei der Stadtverwaltung Gernsheim ein. Es sei an der Zeit, endlich eine konzessionierte Müllabfuhr ins Leben zu rufen, Beete, Straßen und Hausfronten in Ordnung zu bringen und der Rheinallee ein freundlicheres Aussehen zu geben.

Efiie Sudetendeutsche Sing- und Spiel¬ gruppe haben die Heimatvertriebenen Gernsheims kürzlich ins Leben gerufen. Proben finden Freitags im Zeichensaal des Realgymnasiums statt.

Durch Erhängen machte am Samstag in Kolmbach eine heimatvertrieberie Frau aus dem Sudetenlande ihrem Leben ein Ende. Ueber die Gründe Zu diesem Schritt konnte bisher nichts in Erfahrung gebracht werden.

Eine Arbeitstagung der Heimatvertrie¬ benen des Kreisverbandes Dieburg findet am kommenden Sonntag im „Weißen Roß“ Dieburg statt, bei der Chefredakteur Hans J. Reinowski und Geschäftsführer des gesamtstaatlichen Jugendaufbauwerkes Dr. Lenhartz sprechen werden.

Tierkadaver werden, wie bisher üblich, durch eine Beauftragten abgeholt, aber in Zukunft der Abdeckerei in Darmstadt zugeführt, da die Kreisabdeckerei Dieburg mit Wirkung vom 30. September geschlossen wurde. Das seitherige Abdeckereigebäude soll industriellen Zwecken zugeführt werden.

Der Männer-Gesang-Verein „Blüte“, Affolterbach, hatte am vergangenen Wochenende die Gesangvereine der engeren Umgebung zu einem Sängerfest in den Saalbau „Zur Krone“ eingeladen.

Die katholische Pfarrei Hammelbach feierte am Sonntag ein Kirchenfest aus Anlaß ihres 25jährigen Bestehens.

Das öffentliche Forum Reichelsheim wurde kürzlich gegründet und ein aus 12 Mitgliedern bestehender Vorstand unter Vorsitz von Peter Spalt gewählt. Mitte Oktober soll die erste öffentliche Versammlung durchgeführt werden, ch

Oeffentliche Foren werden z. Z. in Beerfelden, Rothenberg und Vielbrunn ins Leben gerufen. Die ersten Ausspracheabende sollen in absehbarer Zeit durchgeführt werden. ch

...und „Gabi“ küßte Onkel Waldeck

Herbstmodenschau in Bensheim / Vom Morgenrock zum Abendkleid

U einer Herbstmodeschau hatten einige führende Bensheimer Firmen am vergangenen Freitag in den Saal des Kolpingshauses eingeladen. Ob es nun an en nicht gerade niedrigen Preisen oder an einer gewissen Interesselosigkeit des ensheimer Publikums gelegen haben mag, sei dahingesellt. Jedenfalls hätte der Besuch besser sein dürfen.

Die Bühne war von Möbelhaus Beck un umenhaus Kindler geschmackvo ausgestattet, Radio Bauert hatte einige sehr schöne und preiswerte Radio¬ ^„und einen Musikschrank hineingestellt, und am Klavier fantasierte einfallsreich und am laufenden Band Gustl Kaufmann. Die technische Leitung der Veranstaltung hatte Gerti Fuchs übernommen. Elegant konferierte der beliebte Modeschau-Conferencicer Carl-Hanns W a 1 d e c k und wußte in rosigsten Farben die Vorzüge der jeweils gezeigten Mäntel, Kleider, Hüte, Taschen, Schuhe usw. zu schildern, die von den Mannequins mit Charme und Geschmack vorgeführt wurden. Um auch den Wünschen älterer, vollschlanker Damen gerecht zu werden, hatte die Truppe „Mutti“ mitgebracht, die mit viel Vornehmheit auch für die nicht mehr ganz junge Frau passende, elegante Kleidung vorführte.

Kaufhaus Krämer, Hutsalon Stein, Schuhhaus Stegmüller, Sporthaus Klingler (Lederwaren) und Goldschmied Heißer hatten denn aych in der Tat das Schönste Und Preiswerteste vom Morgenrock und Nachthemd über den Skianzug bis zum Abendkleid ausgesucht, für die jeweils passenden und modernen Haarfarben und Frisuren hatte der Frisiersalon Heckmann gesorgt. Van Bosch gab den Mannequins Fotoapparate in allen Preislagen und Güten mit. Besonders reizend waren die Kinder, die natürlich ihre Kleider selbst vorführten. Die kleine, selbständige „Gabi“, die immer vor ihrem Abgang schnell dem „Onkel Waldeck“ noch einen Kuß gab, erntete viel Beifall.

Auch die Herrenkleidung wurde nicht vergessen, ein junger Bensheimer zeigte sie mit viel Würde und todernstem Gesicht. Einige gesangliche Einlagen bot Margret Riemenschneider vom Stadttheater Greifswald, die jedoch mehr einen gemischten Eindruck hinterließen. Als Ganzes bot die sehr umfangreiche Modeschau einen Ueberblick über das, was die entsprechenden Firmen augenblicklich dem Käufer mit mehr oder weniger großem Geldbeutel zu bieten haben. (HB.)

60 000 Mark fehlen

Auch Lampertheim hat seine Sorgen

Zu Beginn der letzten Lampertheimer Gemeinderatssitzung am vergangenen Freitag ehrten die Gemeindevertreter ihren kürzlich verstorbenen Kollegen Jakob Heiselbetz durch ein kurzes, stilles Gedenken.

Wie der Bürgermeister mitteilte, stehen noch etwa 60 000 DM an zu zahlenden Gewerbesteuern aus, die sich durch ihr Fehlen unangenehm im Gemeindeetat bemerkbar machen. Die säumigen Zahlen sollen, wenn nötig, mit scharfen Maßnahmen an ihre Pflichten erinnert werden. Eine anhaltende Diskussion wurde um die Wiedergutmachungsansprüche der Erben einer ehemaligen Lampertheimer Zigarrenfabrik geführt. Mit dem Elektrizitätswerk Rheinhessen soll an Stelle des alten, mit dem Jahresende ablausenden Vertrags ein neuer Stromlieferungsvertrag abgeschlossen werden, durch den die Gemeinde ihr Stromnetz aus finanziellen Gründen in eigener Regie übernehmen will. Das Gelände für den im Jahre 1951 geplanten Schulhausneubau konnte durch einen Tausch mit der katholischen Kirchengemeinde in der Jakobstraße beschafft werden. bb.

Verhängnisvoller „Gegenbeweis“

Vor dem Bezirksschöffengericht in Michelstadt stand ein 21 jähriger Mann aus Reh b a ch, der als Posthilfsschaffner beim Postamt Michelstadt beschäftigt wär. Trotz seiner Jugend hatte er, weil er nach der Aussage seines Postamtsleiters der beste und gewissenhafteste Beamte seines Jahrgangs war, zeitweilig die Vertretung des Postamtsvorstehers von Kirch-Brombach erhalten. In dieser Zeit nahm er ein außer Verkehr gesetztes Postsparbuch an sich und machte darin Einzahlungsquittungen für insgesamt 914,70 DM. Später hob er auf dieses Sparbuch unter dem Namen des früheren Inhabers 100 DM beim Postamt Erbach ab. Wegen Urkundenbeseitigung, Falschbeurkundungen im Amt und Unterschlagung verurteilte ihn das Gericht zu acht Monaten Gefängnis und den Kosten des Verfahrens. -ch

Dreißig Jahre im Polizeidienst


POLIZEIOBERMEISTER SCHAFFNER der am 6. Dezember 1918 in Groß-Gerau seinen Dienst als Polizeidiener antrat, nahm am 1. Oktober Abschied von seinem Amt. Es gibt wohl kaum einen echten Groß-Gerauer, dem er nicht bekannt ist. Foto: Suchy
POLIZEIOBERMEISTER SCHAFFNER der am 6. Dezember 1918 in Groß-Gerau seinen Dienst als Polizeidiener antrat, nahm am 1. Oktober Abschied von seinem Amt. Es gibt wohl kaum einen echten Groß-Gerauer, dem er nicht bekannt ist. Foto: Suchy

Jung-Geflügelschan in Lorsch

Mit gutem Zuchtmaterial wartete am Sonntag der Gefliigelzuchtverein Lorsch bei seiner diesjährigen Junggefliigelschau auf. Preisrichter war Karl Weber, Weinheim. Einige der prämiierten Tiere sollen in Hannover bei der großen Junggeflügelschau ausgestellt werden. Nachstehende Züchter schnitten hierbei besonders gut ab: Hühner: Leghorn, weiß: Sehr gut 1: Valentin Wiegand und Andreas Wagner; Italiener, rebhuhnfarbig: Sehr gut 1: Balthasar Dietsch und Johannes Wüst I.; Italiener, schwarz: 2 Ehrenpreise: Peter W a h 1 i g , Sehr gut 1: Bernhard Enders, Andreas Wagner und Peter W ah 1 i g ; Rhodeländer: Ehrenpreise: Nikolaus Wölfelschneider und Franz Daniel, Sehr gut 1: Daniel Rummel 111., Franz Daniel und Nik. Wölfeischneider; Wyandotten, schwarz: 2 Ehrenpreise: Adam Wachtel, 2 Sehr gut 1: Adam Wach-

tel; Wyandotten, gold: 'Ehrenpreis Und Sehr gut 1: Andreas Wüst; Minorka: Ehrenpreis und Sehr gut 1: Jakob Neumann; Rheinländer, schwarz: Sehr gut 1: Heinrich Dietsch; Barnevelder: Ehrenpreis und Sehr gut 1; Johann Eberle; Kreienköppe, gold: Ehrenpreis und Sehr gut 1: Philipp Volk; Reichshühner: Ehrenperis und Sehr gut 1: Friedrich Brand. Hähne: Leghorn, weiß: Ehrenpreis und Sehr gut 1: Andreas Wagner; Brackei, silber: Ehrenpreis: Josef Bierbaum; Italiener, rebhuhnfarbig. Sehr gut 1: Johann Wüst; Italiener, schwarz: Sehr gut 1: Bernhard Enders.

„Drang zur „Dame“

Schwindelei von Hotel zu Hotel

in einem Schnellverfahren hatte sich gestern die 29jährige Hildegard A. aus Jugenheim wegen Unterschlagung sowie Einmiete- und Kreditbetrugs zu verantworten.

Bei einer Wirtin hatte sie sich 200 DM geliehen. Als Grund gab sie an, sie benötige das Geld, um ihre Möbelstücke weiter abzahlen zu können. Natürlich versprach sie sofortige Rückzahlung. Hildegard wollte jedoch nur einmal „große Dame spielen“ und kaufte sich für das Geld Kleider. Auf die Frage des Richters meinte sie: „Die Männer beachten ja nur gut angezogene Frauen, und ich wollte mich auch einmal bewundern lassen“.

Nun, Jugenheim war Hildegard anscheinend zu klein. Sie mietete sich ein Zimmer im „Parkhotel“, Darmstadt. Da sie die Zimmermiete jedoch nicht entrichten konnte, gab sie ihre Kleider als Pfand. Großartig stieg sie dann im Hotel „Traube“ ab. Auch hier sowie später im Arheiliger „Löwen“ blieb sie die Miete schuldig. Ihre letzte Station war die Haftanstalt. Auf die Frage des Richters, warum sie Immer in den besten und teuersten Hotels abgestiegen sei, meinte Hildegard: „Ich wollte keine kleinen Gasthäuser belästigen“. Der Schnellrichter quittierte ihre Sünden mit einer Gefängnisstrafe von iünf Monaten. wst.

Wer kennt den Täter?

Zu dem bereits gemeldeten Ueberfall auf Regierungsrat a. D. Karl Storck in Ober-Kalusbach teilt uns die Kriminalpolizei ergänzend mit, daß bei dem stattgefundenen Kampf zwischen dem Ueberfallenen und dem Täter ein beige-grauer Hornknopf mit weißgrauem Garn von dem Mantel des Unbekannten abgerissen wurde. Außerdem deuten Blutspuren darauf hin, daß auch der Täter eine Verletzung erlitten haben muß. Wo hat ein Verdächtiger in letzter Zeit zwecks Uebernachtung vorgesprochen? wst « Der im Autospringer-Prozeß von Landgerichtsdirektor Forch besonders lobend erwähnte Gendarmeriemeister, dem die Verhaftung des Haupttäters Dietrich gelang, heißt nicht, wie wir berichtet hatten, Axel, sondern Axer. DT

Unsere Geburtstagskinder

80. Geburtstag: Herr Adam Bormuth, Lautern.

M Nach einem Leben voller Arbeit und Pflichterfüllung ging ■ heute nach langer, schwerer, mit Geduld ertragener Krankheit B mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater ■ und Großvater I Wilhelm Dieb Fabrikant im Alter von 70-Jahren von uns. Die trauernden Hinterbliebenen: Elli Dietz geb. Lehmann Dr. Hans Dietz und Frau Änne Dr. Karl Geldmacher und Frau Erna geb. Dietz und Kinder । Pfungstadt, den 1. Oktober 1950 B Eberstädter Straße 92 Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 4. Oktober 1950, um H 15.30 Uhr vom Portale des Friedhofes Pfungstadt aus statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. 1

Danksagung Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heim- | ! gang unseres lieben Entschlafenen Heinrich Konrad Illert | sagen auf diesem Wege herzlichen Dank. Elisabeth Illert geb. Hornung Familie Dr. Georg Spalt Spachbrücken, den 30. September 1950

|TBestattungen am Dienstag, dem 3. Oktober 1950 H Alter Friedhof: 10.30 Uhr: Sonnthai, Johann, 64 Jahre, Sandbergstraße 52 Bcssunger Friedhof 15.00 Uhr: Dillmann, Marie, 81 Jahre, Sandbergstraße 28

Der Sport

Die Kreisklassen berichten

Kreisklasse Darmstadt

Spitze blieb unverändert

Der erste Sonntag des Oktober brachte bei teilweise starkem Wind besonders für viele Platzvereine gewisse Ueberraschungen. In Seeheim gab es ein schnelles Spiel, bei dem ganz besonders der Gast aus Grafenhausen in der ersten Hälfte etwas mehr vom Spiel hatte und 2:0 in Führung ging. Nach dem Wechsel kamen die Gastgeber auf und hätten den Ausgleich erzielen können, wenn der von Beistein getretene Elfmeter nicht gehalten worden wäre.

Auch diesmal reichte es in Hähnlein den Gastgebern nicht, den einsatzfreudigen Gegner aus Weiterstadt zu besiegen oder wenigstens ein Unentschieden zu schaffen. Der Gast konnte bis zur Pause 1:2 in Führung gehen. Nach dem Seitenwechsel mußte siah Hähnlein noch zweimal geschlagen bekennen, während es selbst nur noch einmal ins „Schwarze“ traf. Für Hähnlein schossen P. Gußmann und Flauaus beide Tore. Der unermüdliche Bilska hatte diesmal das Pech, seiner eigenen Elf zu zwei Selbsttoren zu verhelfen. Die restlichen beiden Tore wurden vom Linksaußen und vom Mittelstürmer getreten.

Eine weitere, nicht ganz erwartete Leistung brachte Hahn gegen SSG Langen fertig. Hier mußte sich der Gast 2:1 geschlagen geben. Bis zum Seitenwechsel konnte Biermann durch einen strammen Schuß das 1:0 erzielen, und auch nach der Pause mußte der Torsteher noch einmal hinter sich greifen. Malchus war der Ehrentor-Schütze für die SSG.

In Griesheim kam Nieder-Ramstadt zu einem wohlverdienten Sieg. Die Gäste legten ein Höllentempo vor und festigten ihren Sieg schon in den ersten 45 Minuten. Bertsch 2, Schweitzer, Mahr und Poschmann schossen die Tore.

Erzhausen hatte einen rabenschwarzen Tag und verlor gegen TSG 46 etwas hoch mit 8:0. Bis zur Pause hieß es noch 0:0! Erst nach dem Wechsel drehten die Woogsleute mächtig auf und schossen in regelmäßigen Abständen ihre 8 Sachen.

Im Alsbacher Lokalderby kamen die leicht favorisierten Bickenbacher zu einem knappen Sieg. Die Platzelf ging durch einen Schuß von Dentler 1:0 in Führung. Gehrisch erzielte den Ausgleich. Erst wenige Minuten vor Schluß konnte Aßmus das siegbringende Tor erzielen.

In der B-Klasse marschiert durch einen weiteren eindeutigen Sieg über Nieder-Beerbach der SC Griesheim unangefochten an der Spitze der Tabelle. Auch diesmal mußte Nieder-Beerbach entgegen seinem Vorhaben beide Punkte abgeben und schaffte noch nicht einmal den Ehrentreffer. Eschollbrücken kam in Brandau zu einem knappen 1:2-Sieg und festigte damit weiterhin seinen guten Tabellenplatz.

***** uvmvn X audldipia LZ.. Auch Jugenheim war in einem schönen Spiel gegen Traisa jederzeit Herr der Lage und ließ bei fünf erzielten Toren keinen Gegentreffer zu. Union Darmstadt besiegte den Neuling Ober-Beerbach in einem etwas einseitigen Spiel mit 6:0. Allmählich wird es Zeit, daß Ober-Beerbach wenigstens mal ein Tor als Hausnummer erzielt. ’

Die 2. Mannschaft des SV 98 Darmstadt besiegte die Soma des VfR Langen mit einem Handballergebnis von 1:13. Langen kam diesmal nicht ins Spiel, während die 98er mit guten Leistungen aufwarteten.

Tabelle der A- Klasse
Bickenbach 4 4 0 0 15:4 8:0
Weiterstadt 4 3 1 0 13:5 7:1
Nieder-Ramstadt 4 3 0 1 12:4 6:2
Grafenhausen 3 3 0 0 8:4 6:0
TSG 46 Darmstadt 4 2 1 1 14:8 5:3
Hahn 4 2 0 2 7:14 4:4
SSG Langen 4 1 1 2 10:9 3:5
Alsbach 4 1 0 3 10:7 2:6
Seeheim 4 1 0 3 9:13 2:6
Erzhausen 4 1 0 3 4:13 2:6
Hähnlein 3 0 1 2 7:10 1:5
TuS Griesheim 4 0 0 4 2:20 0:8

Kreisklasse Dieburg

Die Favoriten setzten sich durch

In der Fußball-A-Klasse des Kreises Dieburg kam es im großen und ganzen zu der erwarteten Punkteverteilung.

Mit Toren von Daum (2) und Schumann konnte Reinheim im Heimspiel gegen die Fr. SoVg Spachbrücken seinen Tabellenplatz Nr. 3 erfolgreich verteidigen. Die Gäste konnten nach der l:0-Führung der Einheimischen durch einen Treffer von Beck ausgleichen, doch noch vor der Pause stand mit 3:1 das Schlußergebnis bereite fest.

Mat einem Heimsieg in gleicher Höhe beendete Lengfeld sein Spiel gegen SpVg Groß-Umstadt, das beim Seitenwechsel durch Tore von Friedrich (2) und Kretschenko im Rückstand lag. Der Gegentreffer gelang den Umstädtern erst in der zweiten Halbzeit.

Mit einem zweistelligen Sieg sicherte sich die SG Nieder-Roden, die die hohe Toreusbeute von 13:3 allerdings mehr dem unzuverlässigen Gästehüter als einer ausgesprochen schwachen Leistung der Klein-Zimmerner Elf verdankte.

Das erste Punktepaar holte sich Groß-Zimmern. Die erste Hälfte seines sportlich schön durchgeführten Spieles gegen die SKG Dreieichenhain endete torlos. Erst nachdem ein Spieler der Gäste durch Verletzung ausgeschieden war, kam Dreieichenhain zwei Tore in Rückstand, die dann auch zum Endergebnis wurden.

Spielerisch so stark überlegen, wie der Götzenhainer Sieg in Kleestadt (1:5) vermuten läßt, war die Gästeelf keineswegs, wenn ihr auch der erzielte Gewinn beider Punkte durchaus rechtmäßig zukommt. Vor allem ließ der Schiedsrichter manchen Wunsch offen.

In der B-Klasse Dieburg liefen nicht alle Spiele „nach Programm“ ab, denn es gab unerwartete Resultate. So hat sich in Gruppe 1 Georgenhausen mit seinem eindeutigen 5:0-Sieg über seinen Gast Brensbach der Skala nach über Groß-Bieberau geschwungen, denn es markiert bei gleicher Zahl der Plustore zwei Minustore weniger. Niederhausen hat sich in Fränkisch-Crumbach mit dem niedrigsten aller Ergebnisse schlagen lassen, so daß nach dieser seiner ersten Niederlage nur noch zwei Mannschaften ungeschlagen sind. In der Gruppe 2 gings „noch höher“ her, denn die Freie SpVg Münster brachte ein halbes Dutzend Treffer ins Netz seines Gastgebers TV Groß-Umstadt. Sein Punktgewinn stand von vornherein außer Frage, wogegen das Unentschieden Raibachs in Heubach, wo man den Gast nicht ernst genug nahm und ihn von 3:1 auf 3:3 aufholen ließ, ebenso unerwartet kam, wie der doppelte Punktverlust der Hergershäuser zu Hause gegen Klein-Umstadt. RG.

Tabelle der A-Klasse

Unberau 5 5 0 0 20:5
10:0 Nieder-Roden 4 4 0 0 35:6
8:0 Reinheim 5 3 1 1 19:5
7:3 Offenbach 5 3 1 1 12:15
7:3 Lengfeld 4 3 0 1 11:5
6:2 Götzenhain 5 3 0 2 25:11
6:4 Groß-Zimmern 5 1 2 2
3:4 4:6 Dreieichenhain 5 2 0 3
4:9 4:6 Groß-Umstadt 4 1 1 2
3:7 3:5 Spachbrücken 4 1 0 3
5:17 2:6 Klein-Zimmern 4 1 0 3
6:28 2:6 Kleestadt 5 0 2 3
4:15 2:8 Mosbach 3 0 1 2
4:10 1:5 TG Ober-Roden 4 0 0 4
3:18 0:8

Kreisklasse Bergstraße

Fürth spielte nur unentschieden

Das Kerwespiel des FC Fürth, der als Favorit ins Rennen ging, endete mit einer überraschenden Punkteteilung. Schon nach fünf Minuten stand es durch zwei Elfmeter 1:1. Den gerechten 1:2-Halbzeitstand konnten die Platzherren erst kurz vor Spielende egalisieren. Lindenfels verdankt den gewonnenen Punkt vor allem seinem neuen Torwart. Die Zähler markierten für Fürth Ali Weber, für die Gäste Schliemann und Witwer.

Waldmichelbach hatte es gegen Affolterbach schwerer als erwartet, um zu Sieg und Punkten zu kommen. Die Gäste, während der zweiten Hälfte mit zehn Mann spielend — Heckmann wurde bei einem Kopfballduell verletzt —, trumpften noch mächtig auf, hatten aber Pech bei ihren Aktionen. Die Siegestore schossen Hering und W. Lämmer. Fehlheim wunderte sich mächtig ob des Elans, mit dem Weiher wirkte, und mußte sich am Schluß gerecht 3:1 schlagen lassen. Jäger sorgte für den Führungstreffer der Gäste, Lambert erzielte den Ausgleich, Fr. Schmitt und Gerstner-Krastel machten den Schluß.

Vfß Lampertheim, sehr sympath'sch in Spielkultur und Auftreten, mühte sich vergebens, gegen den Meisterschaftsfavoriten Aschbach zu bestehen. Die Gäste waren rascher und einheitlicher und siegten durch zwei Tore Ritters verdient.

Reichenbach hatte mit dem nunmehrigen Tabellenschlußlicht Auerbach trotz der Mitwirkung Johns keine sonderliche Mühe, sondern kam vor allem über Kindinger und Essinger immer wieder aussichtsreich durch. Der 5:1-Sieg geht auch in dieser Höhe in Ordnung.

Tabelle der A-Klasse

In der Gruppe Odenwald brachte der „Sonntag der Lokalspiele‘‘ etliche saftige Ueberraschungen, zu denen allerdings der 4:0-Sieg Rimbachs über Mitlechtern nicht gezählt werden darf. Er war verdient und wurde durch Georg Haag (3) und Keßler markiert.

Wahlen schien gegen Hammelbach tändelnd gewinnen zu wollen, hatte aber letztlich Mühe, bis Halbzeit wenigstens zwei Otto-Tore vorzulegen. Später ließen die Abwehrkräfte der Gäste nach, so daß Satler (2) und Otto noch dreimal erfolgreich sein konnten; Unger besorgte das Ehrentor.

Reichelsheim, mit fünf Mann Ersatz antretend, hielt nur eine Halbzeit lang mit und mußte sich am Ende durch Treffer Gramlichs (2) und Zinks geschlagen bekennen. Bun hatte zweimal für die Platzherren vorgelegt.

Die saftigste Enttäuschung erlebten die Zuschauer im Steinachtal, wo die „Unterer“ sang- und klanglos eingingen, feie hatten in keiner Spielphase eine Einstellung, so daß Heindtel, Wetzel, Eisele und vor allem Kappes schießen konnten, wie ihnen beliebte.

In der B-Klasse Ried legte Riedrode dem Neuling SV Bensheim eine ll:l-Packung hin, wie sie die jungen Gäste nicht verdauen konnten. Sie fielen mit zunehmender Spieldauer dem Tempo zum Opfer, versäumten allerdings von Anfang an sträflichst die Deckung.

Fast ebenso torreich (6:4) ging es in Hambach zu; lediglich die Verteilung der Treffer war hier etwas anders, wenn auch im Endergebnis gerecht. Die beiden Tore, die Nordheim weniger erzielen konnte, machten etwa den Unterschied beider Deckungen aus.

Elmshausen kam in Gadernheim zu einem an sich unerwarteten Erfolg. Der Sieg der Gäste war zwar heftig umstritten und lange Zeit gefährdet. Dank des größeren Pechs mußten die Gastgeber schließlich doch den einen möglichen Punkt ziehen lassen (ni)

Torverhältnis Punkte
Reichenbach 18:5 7:1
Aschbach 10:3 6.0
FC Fürth 10:5 6:2
Lampertheim 9:8 4:4
Affolterbach 11:11 4:4
Fehlheim 13:13 4:4
Wal dmichelbach 8:10 4:4
Weiher 7:7 3:3
Mörlenbach 9:9 3:3
Lindenfels 5:13 1:5
Einhausen 4:12 0:6
Auerbach 3:11 0:6

Totoquoten!

Hessen: 1. Rang (10 richtige Tips) 5 Gewinner mit je 2451 DM; 2. Rang (9 richtige Tips) 153:Gewinner mit je 80 DM; 3. Rang (8 richtige TipS) 1784 Gewinner mit je 6,70 DM; Zusatzwette: (8 richtige Tips) 8 Gewinner mit je 581 DM.

Der Nordtoto fand im ersten Rang fünf Gewinner vor, die 59 720 DM quittieren konnten. Im zweiten Rang stehen 270 Gewinnern 1105,50 DM zur Verfügung, während im dritten Rang an 4704 Tipper 6.3,50 DM ausgezahlt werden.

In der Zwölfer-Wette des Westdeutschen Totos fanden sich im ersten Rang zwei Gewinner, die 49 544,50 DM erhalten. Im zweiten Rang stehen 44 Gewinnern 2252 DM zur Verfügung, im dritten Rang erhalten 523 Gewinner 189 DM. In der Zehnerreihe trafen 31 den ersten Rang und erhalten je 2567 DM. Im zweiten Rang stehen 413 Gewinnern 192,50 DM zur Verfügung, während im dritten Rang an 4416 Gewinner noch 18 DM gezahlt werden.

Rheinland-Pfalz zahlt für den 1. Oktober folgende Quoten: I. Rang: vier Gewinner mit je 22 103,— DMark; 11. Rang: 158 Gewinner mit je 559,50 DMark; 111. Rang: 2078 Gewinner mit je 42,55 DMark

Die bayerischeVroto-Gesellschaft zahlt für den 1. Oktober folgende Gewinnquoten: I. Rang: 128 Gewinner mit je 1038 DMark; 11. Rang: 3020 Gewiner mit j<r 44,00 DMark; 111. Rang: 26 434 Gewinner, mit je 5 DMark. Zusatzwette: L Rang: 976 Gewinner mit je 37 DMark; 11. Rang: 11 476 Gewinner mit je 3,10 DMark.

Beim achten Wettbewerb des Württemberg-Badischen Sporttotos wurde ein Gesamtumsatz von 568 300 DM erzielt. Nur vier Wetter hatten alle Spiele richtig, vorausgesagt. Sie erhalten dafür je 20 110 DM. Im zweiten Rang erhalten 132 Gewinner je 609 DM; der dritte Rang bringt für 1793 Wetter je 44,50 DM. Die Sechser-Zusatzwette bringt weiteren 1308 Gewinnern je 32,50 DM.

Nester gewann in Mainz

Die neue Mannschaft Erich Barth ( Mainzl-Paul Nester (Darmstadt) gewann den großen Herbstpreis von Mainz, ein Zweiermannschaftsrennen nach Sechstageart über 120 Runden, überlegen mit 46 Punkten vor Lösch-Schad 35 Punkte, Scherer-Grunewald 31 Punkte, Sauer-Meng 11 Punkte und Dangel-Bock 9 Punkte.

Pressestimmen

„Mannheimer Morgen“: „. . . Man glaubte zeitweise das Spiel zweier Landesligamannschaften zu sehen: Verheerendes Stürmerspiel und stellenweise planlose Mittelfeldgekicke. Dabei stand das Spiel klar im Zeichen der Darmstädter . . . doch das Siegestor wollte nicht gelingen, obwohl es die ,Lilien“ verdient gehabt hätten ..."

„Sport-Kurier“, Ulm: „. . . Schwache Leistungen . . . Spiel der verpaßten Gelegenheiten ... planloses Spiel, das auffallend hoch und ungenau geführt wurde .. zeitweise waren fast alle Darmstädter Spieler in der gegnerischen Hälfte.“

„Frankfurter Allgemeine Zeitung“: .. Achtzig Prozent des Spieles standen klar im Zeichen der Lilien ... Wiederverwendung von Michel war ein glatter Fehlgriff ... auch Mühlbach spielte unter Form ... Wo war Mittelstürmer Thalheimer? ...“

„Nürnberger Nachrichten“: „... der hilflose Darmstädter Sturm hätte bei einigermaßen geschickter Ausnutzung der ihm in diesem Treffen gebotenen Chancen einen glatten Voll-Erfolg herausschießen können ...“

„Frankfurter Neue Presse“: „. . . bei Darmstadt war Ruhl im Tor wieder ausgezeichnet, ebenso die gesamte Deckung, der Sturm dagegen war bis auf Rechtsaußert Reeg sehr schwach ...“

„Der Neue Sport“, Frankfurt: „Darmstadt spielte am Sieg vorbei ... Es wäre gewagt, nachträglich zu sagen, mit Thalheimer für Mühlbach wäre auch der zweite Punkt in Darmstadt geblieben. Es lag nicht allein an Mühlbach, dessen spielerische Mittel nie groß waren ... Michel hatte sichtlich Konditionsschwierigkeiten ... Reeg war nach Halbzeit ganz der Alte. Dieser gradlinig wirkende und doch sehr überlegt spielende Außen muß entsprechend bedient werden ... Bohmann, mit der talentierteste 98er, ist zur Zeit das größte Rätsel. Er verhämmert kinderleichte Bälle, um Momente später mit famosen Szenen aufzuwarten ...“

„Schwarze Diamanten“ ziehen nicht mehr

Schwergewicht im Berufsboxsport verlagert sich von USA nach Europa

Als Joe Louis im Juni 1937 die Reihe der weißen Boxweltmeister von Dempsey, Tunney, Schmeling, Sharkey, zu Carnera, Baer und Braddock unterbrach, da schien im Berufsboxsport das „schwarze Zeitalter“ gekommen zu sein. Auch in anderen Gewichtsklassen setzten sich Neger durch. Die wilde Schlagkraft und das instinktmäßige Boxen eines Ike Williams und eines Ray Sugar Robinson Sogen die Massen an. Die wenigen noch übriggebl ebenen Weltmeister weißer Hautfarbe wurden fast alle entthront, und erst kürzlich mußte sich der Titelhalter im Federgewicht. Willie Pep, dem „Mann aus dem Urwa’d“. Sandy Saddler, beugen. Im Schwergewicht aber gehört fast die gesamte erste Garnitur der farbigen Rasse an.

Wie kommt es nun. daß der Weltmeisterschaftskampf' zwischen Ezzard Charles und Joe Louis .im Neuyorker Yankee-Stadion nur von 20 000 Zuschauern besucht war? Fachleute sind der Meinung, daß die ständige Überlegenhei der Negerboxer das Publikum in den letzten Jahren ermüdet habe. Die „Schwarzen Diamanten“ ziehen nicht mehr, und sie vermögen die Verlagerung der Schwergewichtes im Profiboxsport von Amerika nach Europa nicht zu verhindern. Es ist deshalb durchaus wahrscheinlich, daß es dem englschen Veranstalter Solomons gelingt, einen .Weltmeisterschaftskampf zwischen Ezzard Charles und Lee Savold (dem Weltmeister englischer Version) im nächsten Sommer in London zustande zu bringen.

Elfmal in Louis' gegnerischer Ecke

Weltmeister Ezzard Charles hatte mit der Verpflichtung von Ray Arcel als Trainer einen glänzenden Griff getan. Arcel gilt als „bester Mann in der Ecke“. Zehnmal betreute er die Gegner von Joe Louis. Er lernte den „braunen Bomber“ aus dem „ff“ kennen, als er Lewis, Baer, Sharkey, Paolino, Braddock von der Ecke aus seine Ratschläge gab. Diesmal profitierte „Ezz“ von Arcels großer Erfahrung. Der Weltmeister griff munter an und ließ sich auch von den Nierenschlägen von Joe Louis nicht beeindrucken. Er wußte, daß mit der Länge des Kampfes seine Chancen stiegen. Beide schlugen eiskalt aufenander los, trommelten mit beiden Fäusten, wirkten schon nach fünf Runden leicht angeschlagen und bluteten aus der Nase. Louis hatte nicht mehr den Punch und die Schnelligkeit von einst. In den Runden 7,8, 9 hatte Louis Vorteile und lag leicht in Führung. Als dem „Bomber“ in der zehnten Runde aber ein Auge aufgeschlagen wurde, kam der jüngere Charles zum Zuge. Er erhielt nach Ablauf von 15 Runden einstimmig einen sicheren Punktsieg. „They never come back“ hatte also auch für Joe Louis, den großen Zauberkünstler im Ring, seine Gültigkeit behalten.

Kapellmeister und Boogie-Woogie-Tänzer

Viermal hat Ezzard Charles nun seinen Titel verteidigt, den er am 29. Juni 1949 durch Punktsieg über Walcott errang: gegen Lesvenich durch K. o. in der siebten Runde. Valentiro k. o. in der achten Runde Beskore „t. k. o.“ in der 14. Runde und Punktsieg Louis. Von insgesamt 74 Profikämpfen verlor Charles nur fünf. 43mal siegte er durch K. o„ und die letzten 20 Treffen endeten alle zu seinen Gunsten. Der schnurrbärtige Weltmeister, der am 20. Juli 1923 in Atlanta geboren ist. stammt wie Joe Louis aus ärmlichen Verhältnissen. Früher verdiente er seine Cents als Laufbursche. Heute ist er Kaffeehausbes tzer und tritt in seinem Lokal als Kapellmeister, Violinkünstler und Boogie-Woogie-Tänzer auf. Sonntags besucht er in Gehrock und steifem Kragen eine kleine Methodistenkirche und sammelt demütig Almosen für die Armen der Stadt.

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Anläßlich der Woche des deutschen Films! El M 1 A N Ein Spitzenfilm der neuen Produktion: U 11 I V il WENN EINE FRAU LIEBT • mit Hilde Krahl, lohannes Heesters, Mathias Wieman u. a. Eine entzückende Ehekomödie votier Charm und Witz Ruf 33 73 Anfang: 13.45, 16.00, 18.15, 20.30 Uhr Vorverkauf ab 11.00 Uhr Zur Woche des deutschen Films | U 1 I I A den ersten neuen deutschen Farbfilm Schwarzwaldmädel mit Paul Hörbiger, Sonja Ziemann, • Rudolf Prack, Lucie Englisch, Hans Richter, Gretl Schörg, Fritz Kampers und Lydia Veicht mit Ihrer Eisrevue. Das große deutsche Filmereignis! Ruf 33 90 Anfang: 14.00, 16.00, 18.15, 20.30 Uhr Vorverkauf ab 11.00 Uhr ßf! I h A Zur Woche des deutschen Films: KH I 0 A Willy Birgel, Olga Tschechowa, Olly Holz- VbtsvH mann, Hermann Speelmans, Hubert v. Meyerink ® Im Tempel der Venus Ein reizvolles Liebesabenteuer an südlichen Gestaden Im Beiprogramm: Ruf 3 95 Katholikentag in Altötting/Passau Anfang: 13.45 - 16.00 - 18.15 -20.30 Uhr RAI ACT Oes nroßcn Erfolges wegen verlängert r Me. Ajl bis einschließlich Donnerstag aflk Der neue deutsche große Zirkusfilm 1-2-3 Corona Ruf 22 40 Anfang: 13.45 -16.00 -18.15 - 20.30 Uhr |i « ao r • zeigt bis Donnerstag den großen Fuß- h A H J A ballfilm Das große Spiel mit Maria Andergast, Rend Deltgen, Gustav Knuth D..* in Anfangszeiten: 14.00 - 16.00 - 18.15 KUT Ji 20.30 Uhr A F 0 Dienstag bis Donnerstag, 20.00 Uhr Illi L K Liebe 47 • Der Spitzenfilm deutscher Filmkunst mit Hilde Krahl, Karl John, Grethe Weiser, Paul Hollmann, Albert Florath und 40 Jugenheim weitere Darsteller SCÄLA Dienstag bis Fre tag • Ausgestoßen mit James Matson — Robert Newton Eberstadt Anfang 20.15 Uhr

Darmstadts Hallensdiwimmbad wieder eröffnet!

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