Lenkt Rußland ein? Malik schlägt ein Treffen zwischen den führenden Politikern Amerikas und Rußlands vor
Ueberraschende Erklärung
Neuy or k, 25. September. (AP.) Der stellvertretende sowjetische Außenminister Jakob Malik hat am Montag in Neuyork erklärt, er befürworte eine Zusammenkunft zwischen den führenden Politikern der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion, auf der sie die bestehenden Differenzen beilegen und den Frieden herstollen könnten.
Ein Sprecher Maliks sagte, der stellvertretende sowjetische Außenminister habe die Erklärung vor einer Delegation des Friedenskomitees von Maryland abgegeben. Um die Delegation in seinem Büro in der Park-Avenue begrüßen zu können, hatte Malik die Vollversammlung der Vereinten Nationen in Flushing Meadows verlassen.
Truman - Stalin
Neuyork, 25. September. (AP.) Die Möglichkeit eines Zusammentreffens zwischen Stalin und Truman ist seit einigen Monaten nicht mehr ventiliert worden. Präsident Truman hatte seinerzeit erklärt, er würde sich freuen, Stalin begrüßen zu dürfen, wenn er nach Washington komme.
Polen droht England
London, 25. September. (AP.) Polen will die britische Weigerung, bereits bestellte Werkzeugmaschinen und bestelltes Rüstungsmaterial zu liefern, mit Gegenmaßnahmen beantworten.
Südfront in voller Auflösung
Vor der Einkesselung von drei nordkoreanischen Divisionen
Pusan, 25. September. (dpa/AP.) Die nordkoreanischen Fronten am Brückenkopf Pusan sind zusammengebrochen. Korrespondenten berichten, daß die nordkoreanische Armee sich in einem Zustand der Massenflucht befinde.
Die Vorausabteilungen der 1. amerikanischen Kavalleriedivision sind am Montag in Chongju eingedrungen und stehen damit nur noch 65 Kilometer von den aus dem Landungskopf von Inchon über Osan nach Süden vorstoßenden Verbänden des X. Armeekorps entfernt. Der überraschend schnelle Vorstoß der amerikanischen Verbände droht etwa drei nordkoreanische Divisionen abzuschneiden. Korrespondenten von Reuter berichten, daß die von Süden und Nordwesten vorstoßenden Angriffsspitzen der Vereinten Nationen sich schon auf vierzig Kilometer genähert hätten.
Unzusammenhängender Widerstand
Die alliierten Truppen schlagen meist so schnell zu, daß die Nordkoreaner bei ihrem Rückzug keine Zeit mehr haben, neue Verteidigungslinien auszubauen. Die nordkoreanische Front hat sich daher vollkommen aufgelöst. Es wird nur noch unzusammenhängender Widerstand geleistet.
Seit dem Beginn der Offensive im Süden vor zehn Tagen sind die Streitkräfte der Vereinten Nationen rund hundert Kilometer vorgestoßen. Der größte Bodengewinn wurde in den letzten drei Tagen erzielt.
Einbruch in das Herz von Söul
Währenddessen toben in der brennenden südkoreanischen Hauptstadt Söul die bisher härtesten Kämpfe des koreanischen Krieges. Amerikanische Marine-Infanterie hat am Montag den Han an ein,er weiteren Stelle mit Amphibienfahrzeugen überschritten und steht im Südosten der Stadt. Gleichzeitig setzten die amerikanischen und südkoreanischen Marinetruppen ihren Angriff auf die Stadtmitte aus Nordwesten fort. Sie haben dabei am Montag das Rathaus der Hauptstadt erreicht. Der Einbruch in das Herz der Staat gelang, nachdem amerikanische Panzer in den Straßen mehrere Sandsackbarrikaden zusammengeschossen haben. Trotz stärkster Unterstützung durch Artillerie, Bazookas und Luftwaffe gelang es den amerikanischen Soldaten nur langsam vorzurücken. Nordkoreanische Scharfschützen verteidigen jeden Zoll Boden. Straße um Straße, Haus um Haus mußten mühsam und unter Verlusten erkämpft werden.
Yongdock zurückerobert
Im Norden der Ostfront ist am Montag von südkoreanischen Truppen die Staat Yongdock zurückerobe. worden. Nach der Einnahme der Stadt stießen die Sudkoreaner noch drei Kilometer weit an der Küstenstraße nach Norden vor Es fielen ihnen dabei große Vorräte an militärischer Ausrüstung der Nordkoreaner in die Hände.
Am Südabschnitt des Brückenkopfes von Pusan ist die Stadt Schinju, der Eckpfeiler der gesamten nordkoreanischen Südfront, genommen worden. Die Nordkoreaner, di- hier den Amerikaner heftigsten Widerstand geleistet hatten, strömten nach schweren Kämpfen in kopfloser Flucht nach Osten.
Die Luftstreitkräfte der Vereinten Nationen unterstützen Tag und Nacht die vorgehenden Truppen. Am Sonntag wurde von amerikanischen und australischen Flugzeugen ein Rekord von. 728 Einsätzen geflogen.
Der Papst mahnt die Priester
Er spricht von den Gefahren des Kommunismus und des Kapitalismus
Rom, 25. September. (dpa/AP.) In ein« am Montag veröffentlichten Botsch „Menti nostrae“ (In unserem Geiste) weist Papst Pius XII. auf die Bedrohung der Kirche in der heutigen Zeit unddie Voraussetzungen und ^^uptgrundsa e für die Arbeit der Bischöfe und Priester im Dienst der Kirche hin. Einige Pmester hätten sich als schwach erwiesen vor der Schändlichkeit des Kommun?smUS\p^ gerade denen den Glauben nehme, denen er materielle Vorteile verspreche Der Apos olische Stuhl habe in me _ Sebr ftstücken den zu beschreitenden Weg voi^ezeichnet, von dem keiner a W^lS‘ dürfe, wenn er sich keiner Vernachlässigung seiner Pflicht schuldig machen wolle.
Mit einem Hinweis auf die sollen Probleme, denen sich der Priester g g
übersehe, wendet sich Pius XII. dann gegen die „vernichtenden Folgen“ des Kapitalismus. Auch vor diesem System dürfe sich kein Priester fürchten oder unsicher werden. Die Kirche habe nicht nur den Mißbrauch des Kapitals und Eigentumsrechtes aufgezeichnet, sondern wiederholt darauf hingewiesen, daß Kapital und Eigentum nur zur Produktion zugunsten der gesamten Gesellschaft und zur Unterstützung und Verteidigung der menschlichen Freiheit und Würde verwendet werden sollten.
Dem neuen kanadischen Militärattachee in Warschau, Oberst Philipps, ist von der polnischen Regierung die Einreise verweigert worden.
Wer wird Leiter der Polizei?
Strittige Polizeifragen zwischen Bund und Ländern
Drahtbericht unseres Korrespondenten
R. Bonn, 25. September. (Eigener Drahtbericht.) Die Hoffnungen Dr. Adenauers und des Bundesratspräsidenten, des Ministerpräsidenten Ehard, daß sich ohne Schwierigkeiten eine rasche Uebereinstimmung zwischen Bund und Ländern in der Frage der Bereitschaftspolizei erzielen lassen werde, scheinen noch nicht gerechtfertigt zu sein. Die Vorgänge bei dem ersten Lehrkursus für höhere Funktionäre der zukünftigen Bereitschafts-
Polizei in Traunstein können diese Skepsis nur bekräftigen.
Die vom Sozialdemokratischen Pressedienst gegebene Darstellung, daß die Vertreter sich in Traunstein ausdrücklich gegen die vom Bund vorgenommene Berufung ehemaliger Wehrmachtofflziere, die nichts mit der Polizei zu tun gehabt hätten, gewandt haben, wird vom Bundesinnenministerium dahin berichtigt, daß diese ehemaligen Wehrmachtoffiziere früher Polizeioffiziere gewesen seien.
Zu der Bemerkung von sozialdemokratischer Seite, daß der Bundeskanzler anscheinend schon seinen Blomberg in dem Generalobersten von Zangen gefunden habe, wird vom Innenministerium erklärt, daß von Zangen lediglich als Sachverständiger vom Bund in Anspruch genommen worden sei und keineswegs etwa an seine Ernennung zum Generalinspekteur gedacht werde. Immerhin zeigen diese Vorfälle, daß bei der Einigung über die Bereitschaftspolizei die personellen Fragen eine sehr wichtige Rolle spielen werden.
Mehr Zucker im Oktober
Bonn, 25. September, (dpa) Das Bundesernährungsministerium weist erneut darauf hin, daß im Oktober etwa doppelt so viel Zucker bereitgestellt werde wie in früheren Monaten. Der Zuckerengpaß werde Ende September endgültig überwunden werden.
Vertagt
*** Die Besprechungen der Verteidigungsminister mit den Außenministern der drei Westmächte sind beendet. Über das Ergebnis hüllt man sich vorläufig in Stillschweigen. Der französische Verteidigungsminister Jules Moch hat bei seiner Rückkehr nach Paris erklärt, es sei „ein gewisser Fortschritt“ zu verzeichnen. Das heißt die französische Auffassung sei berücksichtigt worden, daß die aktive Beteiligung der Bundesrepublik an der Verteidigung Europas zurückgestellt werden soll, bis die Streitkräfte der anderen Staaten genügend verstärkt seien. Nach der Berechnung von Sachverständigen wird dies erst in etwa zwei Jahren der Fall sein. So lange zu warten, entspricht jedoch nicht den Absichten des amerikanischen Außenministers Acheson. Er wünschte, daß sofort neben der Bundespolizei auch militärische deutsche Streitkräfte im Rahmen einer europäischen Verteidigungsarmee aufgestellt würden.
Damit die Bundesrepublik wenigstens in der Lage ist, mit den Oberkommissaren Besprechungen zu führen und die erforderlichen Vorbereitungen zu treffen — denn die Aufstellung militärischer Kontingente aus dem Nichts heraus wird ebenfalls geraume Zeit in Anspruch nehmen —, hat aber Acheson, wie ein amerikanischer Korrespondent meldet, die Formel durchgedrückt, die deutschen Streitkräfte sollten aufgestellt werden, „sobald es tunlich erscheine“.
Diese Einigung auf eine anpassungsfähige Formel ermöglicht es dem amerikanischen Außenminister, unvorhergesehenen Ereignissen der Weltpolitik Rechnung zu tragen. Wenn man sich also „einig geworden ist, sich später zu einigen“, so hat man sich wenigstens nicht auf einen weit hinausgeschobenen Termin festgelegt. Auf der nächsten Konferenz des Atlantischen Rates, die heute stattfindet, können schon wieder wichtige Gründe vorgebracht werden, die eine baldige aktive Beteiligung Deutschlands „tunlich“ erscheinen lassen.
Mehr als ein militärischer Erfolg
Von J. SchäferDer Angriff isit immer noch die beste Verteidigung. Dieser alte Erfahrungsgrundsatz hat auch in Korea wieder seine Bestätigung gefunden. Allerdings bedurfte es auf der Seite der Amerikaner einer überlegenen Führung auf dem Kampffeld, einer ausgezeichneten Organisation bei der Heranschaffung von Truppen und Material und einer zähen Verteidigung aller Streitkräfte, um aus der zeitweise fast hoffnungslos anmutenden Defensive zur Offensive übergehen zu können.
Anfang September, als die Nordkoreaner zum Großangriff gegen die Streitkräfte der Vereinten Nationen antraten und im ersten Anrennen nicht weniger als 17 Brückenköpfe über den Naktong-Fluß. das letzte größere natürliche Hindernis vor der Haienstadt Pusan, erzwangen. gerieten die alliierten Truppen in eine besonders gefährliche Lage. Im Gegensatz zu früher nahm jedoch General Mac Arthur die Einheiten der 8. Armee nicht systematisch zur Verkürzung der Front zurück. Es wurde nur Boden aufgegeben, wenn der Gegner ihn unter schweren Einbußen abtrotzte. Schon nach wenigen Tagen zeigte sich, daß die Nordkoreaner die schon für August angekündigte Entscheidung nicht mehr herbeiführen konnten, so sehr sie auch dauernd den Schwerpunkt ihrer Angiffe wechselten. um die Truppen der Vereinten Nationen zu zermürben, zu zerschlagen und ins Meer zu werfen. Ihre Vorstöße hatten infolge der großen Verluste nicht mehr den Schwung der vorhergegangenen Wochen und der Widerstand der anderen Seite war infolge der inzwischen eingetroffenen Verstärkungen erheblich zäher geworden. Als die Amerikaner sogar zu erfolgreichen Gegenangriffen übergingen, zeichnete sich der Umschwung an der Naktong-Front und im Brückenkopf von Pusan bereits ab.
Das große strategische Ziel
Diese sich zunächst nur leicht andeutende taktische Wendung stand im Zusammenhang mit der Ausführung eines großen strategischen Planes, der von Mac Arthur gefaßt und in allen Einzelheiten gut vorbereitet worden war. Wenn man den Verlauf des koreanischen Ringens und die Lage des gesamten Kriegsschauplatzes überschaute, mußte sich der Gedanke aufdrängen, ob nicht durch eine Großlandung im Rücken der Nordkoreaner eine vollkommene Wendung herbeigeführt werden könnte. Eine solche Operation durfte natürlich nicht mit unzulänglichen Kräften begonnen werden. Viele bezweifelten, ob es nach den bisherigen Erfahrungen im Korea-Feldzug den Vereinten Nationen und vor allein Amerika gelingen würde, genügend Truppen und Material heranzuschaffen, um ein solches Unternehmen mit Aussicht auf Erfolg zu beginnen. Diejenigen, die so dachten, ließen sich wohl auch von der Tatsache etwas irreleiten, daß die militärische Führung Nachrichten über Truppen- und Materialverschiebungen mit Absicht ziemlich spärlich in die Welt hinausgehen ließ und Mac Arthur andererseits immer wieder in seinen Berichten nach Washington und an die Vereinten Nationen dringend um Verstärkung bat.
Während dieser Zeit und während der schweren Kämpfe liefen die Vorbereitungen für die große Umfassungsoperation. Sie blieben zwar nicht geheim, aber die vier Landungen am 15. September überraschten doch durch iljren frühen Zeitpunkt, ihre Gründlichkeit und ihre Anfangserfolge. Der Schwerpunkt der unter der persönlichen Leitung von Mac Arthur stehenden amphibischen Kampfhandlungen bei Inchon. dem Hafen der südkoreanischen Hauptstadt, ließ sofort die Kühnheit des ganzen Unternehmens erkennen. Die militärische Führung verfolgte das Ziel, von Norden und Süden gleichzeitig vorzustoßen, eine Vereinigung der Angriffskeile zu erreichen und damit die gesamte Front der Nordkoreaner über den Haufen zu werfen und zu vernichten. Die Eroberung der Hauptstadt Söul dauert infolge des starken Widerstandes der Nordkoreaner vielleicht länger, als in der Gesamtplanung vorgesehen ist. Es sind Ueberlegungen angestellt worden, ob'die Stadt, die Verkehrs- und Nachschubschleuse für den Süden, einem Bombenhagel aus der Luft ausgesetzt und dann genommen, oder ob sie zur Schonung ohne schwere Luftbombardements erobert werden sollte. Man hat den zweiten Weg gewählt; aber infolge der hartiläckigen Verteidigung der Nordköreaner wird um jede Straße und in einzelnen Bezirken um jedes Haus gekämpft und auch die Luftwaffe herangezogen, so daß die Zerstörung doch erhebliche Ausmaße annimmt.
Wettlauf der Angriffsspitzen
Ein Teil des bei Söul kämpfenden X. Korps ist nach Süden vorgestoßen und strebt die Vereinigung mit den aus Südosten vordringenden Truppen an. Die Südfront der Nordkoreaner wurde an mehreren Stellen gesprengt und in dem mittleren Abschnitt durchstoßen. Ein Teil der hier kämpfenden 1. amerikanischen Kavallerie - Division ist nach Süden eingeschwenkt, um die iin Raume von Kumchon zäh kämpfenden Verteidiger im Rücken zu fassen, während ein anderer Stoßkeil auf dem Weg nach Nordwesten ist. um sich mit den von Söul aus vorrückenden Verbänden zu vereinigen. Noch etwa 50 Kilomter trennen die beiden Spitzen voneinander. Man weiß, wie Erfolge eine Truppe beflügeln, das Letzte aus ihr herausholen, besonders wenn zwei Angriffsspitzen wie in dem vorliegenden Falle das große Ziel vor sich sehen, daß ihre Vereinigung das Gros der nordkoreanischen Truppen von ihren rückwärtigen Verbindungen abschneidet, es der Führung beraubt und vernichtet.
Politische Auswirkungen
Wenn auch die Kämpfe noch überall in ihrer ganzen Härte im Gange sind, so kann doch bald die Frage akut werden, was am 38. Breitengrad, der Grenze zwischen Nord- und Südkorea, geschehen soll. Werden die Streitkräfte der Vereinten Nationen hier haltmachen oder weitermarschieren? Die Ansichten aierüber gehen sehr weit auseinander. Präsident Truman hat vor kurzem die Auffassung vertreten, daß die Vereinten Nationen diese schwierige Frage, die nicht nur von militärischer, sondern auch in hohem Maße von politischer Bedeutung ist, entscheiden müssen.
Die Wende in dem Korea-Feldzug, herbeigeführt durch die Truppen der Vereinten Nationen und insbesondere durch die Amerikas, hat sich politisch-psychologisch in der ganzen Welt ausgewirkt. Die Angreifer sind zurückgeschlagen ' worden und werden aller Voraussicht nach eine vollständige Niederlage erleiden. Hierdurch ist die Organisation der Vereinten Nationen im Ansehen der Welt gestiegen, Amerika hat erneut bewiesen, zu welcher Leistung es imstande ist und Mac-Arthur konnte seinen Ruf als erfahrener Stratege mehren. Man darf auch sagen, daß die Erfolge in Korea der Deutschland durch die Westmächte gewährten Sicherheitsgarantie ein größeres Schwergewicht verliehen haben. Allerdings will niemand in Westdeutschland nach koreanischem Muster verteidigt oder befreit werden. Daher sind die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
Zensuren
-y- Schüler haben zu allen Zeiten vor schlechten Zensuren gebangt. Es gibt wohl kein Land, in dem nicht quartalsweise Kinderherzen über Zeugnisse klopften.
Die Schüler des Berliner Sowjetsektors haben alle Ursache, künftig noch schwärzer in die Zukunft zu sehen. Soeben erließ das Ost-Berliner Stadtschulamt einen Ukas, wonach bei jedem Schüler, der im Pflichtfach Russisch die Note „Ungenügend“ bekommt, eine genaue Nachprüfung der Gründe dieser schlechten Leistung vorgenommen wird. Sollte sich herausstellen, daß der Schüler „aus offenem oder verstecktem Widerstand gegen die russische Sprache“ diese Zensur erhielt, kann er nicht versetzt werden, heißt es in der amtlichen Verlautbarung.
Zensuren sind so eine Sache. Jeder hat dies schon am eigenen Leib erfahren. Die Berliner vor allem. Wir erinnern uns, daß so, wie die Deutschen Russisch lernen sollen, die Soldaten der russischen Besatzungsarmee ebenfalls schon vor Jahren Weisung bekamen, Deutsch zu lernen, um der Bevölkerung „näher zu kommen“. Und die Iwans kamen ihr nahe. Zu nahe! Sie begnügten sich dabei allerdings mit einem mehr als bescheidenen Wortschatz, in dem Worte wie „Komm, Frau!“ und „Uri, Uri!“ (Uhr, Uhr) mit die wesentlichste Rolle spielten. Viel mehr hörten die Berliner nicht von ihnen, und das war ihnen mehr als genug.
Uns aber will es dünken, daß die Kinder jener Eltern, denen diese Worte heute, nach mehr als fünf Jahren, noch immer in den Ohren gellen, keine allzu große Bereitwilligkeit zeigen dürften, aus herzlicher Liebe die russische Sprache zu erlernen. Die Sprache soll eine Brücke sein, Brücke der Verständigung zwischen den Völkern. Dort aber, wo die Worte einer Sprache in Erinnerung sind als Ausdruck brutaler Gewalt, scheinen uns selbst obrigkeitliche Verordnungen nicht eindrucksvoll genug, um eine durch schwerste Erlebnisse erzeugte Abneigung in ihr Gegenteil zu verkehren.
Entwertete Europa
Ha. Die unbekleidete Europa auf dem Stier ist in den Landtag von Rheinland-Pfalz eingeritten. Man darf annehmen, daß dieser Zwischenfall für die mit verantwortungsvoller Arbeit überlasteten Parlamentarier Anlaß zu einem Schmunzelh war.
Europa wurde von einem Abgeordneten der Christlich-Demokratischen Union. Dr. Wuermeling, zur Sprache gebracht. Er wies in einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung von Rheinland-Pfalz darauf hin, daß bei den Postämtern im Kreis Neuwied eine Anordnung der Landeszentral-Bank verbreitet werde, nach der Fünfmarkscheine, auf denen die Europa übermalt worden ist, nur mit Abschlag von einer Mark in Zahlung genommen werden dürften. In der benachbarten Regierungshauptstadt Bonn dagegen besitze die bemalte Banknote ihren vollen Nennwert.
Europa, als Kontinent Gegenstand vieler und schwerwiegender Debatten, wird nun auch als Geliebte des Zeus von allerhöchster Stelle genauen Nachforschungen und Ermittlungen unterzogen werden.
Dr. Wuermeling fragt die Landesregierung, ob sie eine Maßnahme billige, die gegen Staatsbürger gerichtet sei, die an der unbekleideten Frauengestalt Anstoß genommen und dies „durch Uebermalen an entsprechender Stelle“ zum Ausdruck gebracht hätten. Wie steht es um die Moral der Landeszentral-Bank? Das ist die Frage. Hat sie doch die vom. Schamgefühl vieler Staatsbürger in Mitleidenschaft gezogene Europa um eine Mark im Kurs herabgesetzt.
Was wird wohl die schöne Europa, im Olymp bei den unsterblichen Göttern thronend, zu ihrer Entwertung sagen?
Zweidentiges Ergebnis der Volksbefragung
Zufriedenheit in Stuttgart und Freiburg / Die Frage, Südweststaat oder die alten Länder, weiter offen
Drahtbericht unseres Korrespondenten
St. Stuttgart, 25. September. Die informatorische Volksbefragung, die am Sonntag in den drei Ländern Württemberg-Baden, Südwürttemberg-Hohenzollern und Südbaden die Grenzregelung in Südwestdeutschland behandelte, hat zu keinem eindeutigen Ergebnis geführt. Von den 4 130 000 Wahlberechtigten in allen drei Ländern gaben 2 177 000, das sind 54,3 Prozent, ihre Stimme ab. Insgesamt entschieden sich für den Zusammenschluß der Länder zum Südweststaat 70,95 Prozent aller zur Urne gegangenen Wähler.
Während sich in Süd- und Nordwürttemberg zusammen die überwältigende Mehrheit der Wähler mit 93,5 Prozent und 92,5 Prozent einheitlich zur Bildung des Südweststaates bekannte, wies die Stimmenverteilung in den beiden getrennten Teilen Badens entscheidende Unterschiede auf. Im Land Südbaden, dessen Regierung Mittelpunkt der sogenannten altbadischen Bestrebungen ist, lehnten sechzig Prozent der Wähler den Südweststaat ab. In Nordbaden dagegen, das heute als Landesteil Württemberg-Baden
angehört, stimmten 57 Prozent der Wähler für den Südweststaat. Insgesamt hat die badische Bevölkerung mit 55 Prozent aller Stimmen die Vereinigung der Länder abgelehnt. Die Abstimmungsbeteiligung betrug in Gesamtbaden 62,8 Prozent, in Württemberg 45,8 Prozent.
Das Abstimmungsergebniis wird, wie bereits jetzt verlautet, für die kommenden Verhandlungen große Schwierigkeiten bieten, da die Stimmen wegen der Gefahr der Ueberstimmung eines Landes sowohl in den gegenwärtigen drei Ländern, als auch in den beiden historischen Ländern bewertet werden müssen. Nachdem sich in zwei Ländern eine Mehrheit für den Zusammenschluß der Länder zum Südweststaat und in einem Land eine Mehrheit für die Wiederherstellung der alten Länder ergeben hat, erscheint es zweifelhaft, ob die Regierungen in Tübingen, Freiburg und Stuttgart innerhalb der von ihnen selbst festgelegten Frist von zwei Monaten ein endgültiges Uebdreinkommen in der Grenzfrage erzielen können.
Württembergern zusammengerechnet und „in einen Topf geworfen“ werden.
Gesamtergebnis: Im Lande Baden, wie es früher war, will man nicht in ein Staatsgefüge eingegliedert sein, das maßgeblich württembergisch beherrscht und dessen Hauptstadt Stuttgart wäre. Man hat zwar gehört, daß gewichtige Gründe für eine solche Vereinigung sprächen; aber man mag über diese Gründe nichts hören. „Südweststaat“ und alles, was für seine Befürwortung ins Treffen geführt wird, ist für die Alt-Badener, genauer: für die alten Badener, ein leerer Begriff. Sie haben als ihren einzigen Lebensinhalt ihr Heimatgefühl. Sie sind, verglichen mit anderen Landesteilen, arm, vorwiegend zufolge ihres Erbrechtes, das sie dem „Code Napoleon“ zu verdanken haben. Aber wie überall in den deutschen Landen, so ist es auch in Baden und zumal da: Je karger das Leben, desto inbrünstiger die Heimatliebe.
Diese elementarste aller Tatsachen ist bei den weisheitsvollen, betriebsam energischen und staatspolitisch höchst nützlichen Bemühungen der beiderseitigen Staatschefs und ihrer Stäbe vielleicht nicht genügend in Rechnung gestellt worden. Das Abstimmungsergebnis vom Sonntag macht ersichtlich, daß die Staatsmänner und Politiker töricht handeln, wenn sie das Heimatbewußtsein der Menschen, über die sie regieren, außer acht lassen, zugunsten irgendwelcher staatspolitischen Kalküle.
Nordwärts von Baden-Württemberg, insbesondere in Rheinhessen und Hessen, wird man sich das merken müssen.
Ein Volk antwortet
Wr,. Der kritische Tag, dem man weithin, auch außerhalb der deutschen Grenzen, mit Spannung entgegengesehen hatte, ist vorüber. Die erste Volksbefragung, die der Neugliederung der Deutschen Bundesrepublik den Weg ebnen sollte, ist erfolgt.
Aber das Ergebnis ist weder eindeutig noch absolut. Keiner von den beiden Streitern kann sich in Wirklichkeit als Sieger betrachten. Jedoch: Jeder von den beiden betrachtet sich als solcher und ist, wie aus ihren offiziellen Erklärungen zu folgern ist, unweigerlich entschlossen, daraus die Konsequenzen zu ziehen. Wohleb, der Staatspräsident von Baden, weist triumphierend darauf hin, daß „der Angriff Württembergs auf Badens Einheit abgeschlagen würden ist“; in Südbaden haben sich beinahe zwei Drittel der Wähler für die Wiederherstellung der alten Länder Württemberg und Baden ausgesprochen, — nur ein gutes Drittel war für den Südweststaat. Gebhard Müller hingegen, Staatspräsident von Württemberg-Hohenzollern, triumphiert seinerseits:’ „Im Gesamtgebiet waren fast 70 Prozent für den Südweststaat.“
Diese Art, eine Mehrheit herauszurechnen, sei, wie die höchstamtlichen Verfechter des reinen demokratischen Prinzips erklären, nicht zulässig. Man dürfe die Unterschiede nicht verwischen: Die Wähler in dem Gesamtgebiet der „durch Besatzungsdiktat getrennten badischen Landesteile“ dürften nicht mit den
Paris befürchtet deutsche Verstimmung
Die Haltung der französischen Minister in der deutschen Sicherheitsfrage
Drahtbericht unseres Korrespondenten
P. M. Paris, 25. Sept. Der kurze Aufschub einer Entscheidung in der Bewaffnungsfrage Deutschlands, den die französischen Minister in Neuyork offenbar erreicht haben, erweckt in Paris keinerlei Illusionen. Nur von den Sozialisten wird dieses Provisorium als Teilerfolg gewertet, wobei sie die unnachgiebige Haltung ihres Parteikollegen noch hervorheben. Es wird gesagt, er habe dabei die Auffassung der französischen Regierung vertreten, die glaube, daß eine Ueberstürzung in der Bewaffnungsfrage Moskau die letzte Chance zu einem Einlenken nähme.
Im übrigen soll Moch von General Marshall eine Reihe von Garantien bezüglich der deutschen Bewaffnung gefordert haben, vor allem die, daß die zukünftigen deutschen Streitkräfte nicht der Bundesregierung, sondern dem alliierten Oberkommando einer zu bildenden Westarmee unterstehen sollten.
Aber auch ohne diese Behauptung ist man sich in Paris vollkommen im klaren, daß es Frankreich gar nicht mehr um den Grundsatz einer deutschen Bewaffnung geht, sondern nur noch um die Forderung, daß die Divisionen Frankreichs mit Hilfe Amerikas vorher ausgerüstet werden sollen, Niemand ist sicher, ob diese Forderung ganz anerkannt worden ist um so weniger als das Kommunique über die letzten Neuyorker Verhandlungen nichts über diesen Punkt aussagt. Es geht, wie „Le Monde“ sich ausdrückt, darum, die Frage von der politischen Ebene auf die technische zu verlegen. Das äußerste Entgegenkommen von Amerika könnte darin bestehen, daß Frankreich nicht zu einer Öffentlichen Anerkennung des Grundsatzes einer deutschen Aufrüstung gezwungen würde unter der Voraussetzung, daß die alliierte Oberkommission mit der Bundesregierung Vorbesprechungen über die praktische Seite einer Bewaffnung führen könnte.
In verantwortlichen Pariser Kreisen beginnt man, sich Gedanken darüber zu machen, daß die französische Haltung in Neuyork in der deutschen Oeffentlichkeit eine sehr nachteilige Wirkung hinterlassen haben könnte. Man fragt sich, ob die Verstimmung sich nicht auch auf die bisher optimistische deutsche Einstelllung zum Schuman-Plan auswirke.
Die Kandidatenliste ist,bereinigt“
Fünf Minister der Sowjetzone fehlen / Die Säuberung geht weiter
Drahtbericht unseres Korrespondenten
er. Berlin, 25. September. Die Entfernung mißliebiger Elemente in der Sozialistischen Einheitspartei und in der gesamten Verwaltung der sowjetischen Zone geht weiter. Gliederungen der Partei sind aufgefordert worden, erhöhte Wachsamkeit gegenüber den parteifeindlichen Kräften zu üben. Dieser Aufforderung ist auch der Wahlausschuß
nachgekommen, der jetzt die vierhundert Kandidaten der Nationalen Front bestätigt und ihre Namen veröffentlicht hat. Dabei fällt auf. daß in der Liste fünf Minister, nämlich Steinhoff, Selbmann, Fechner, Kastner und Reingruber fehlen. Auch die Staatssekretäre Leuschner, Peschke und Schröder sind nicht als Kandidaten aufgestellt worden. Ferner fehlen der Chef des Informationsamtes Eisler und der Pressechef Norden, die 'bisher Mitglieder der Volkskammer waren. Wohl aber wurde auf besonderen Wunsch des sowjetischen Botschafters Semjonow die sechzigjährige Witwe Ernst Thälmanns, die bisher nur repräsentative Aufgaben übernahm, nunmehr als Kandidatin aufgestellt.
Aus Kreisen der sowjetischen Zone wird ferner mitgeteilt, daß gegen diejenigen, die durch mangelnde Linientreue das Mißfallen der Führung der Sozialistischen Einheitspartei erregt hätten, weiter alle Register der Diffamierung gezogen würden. Leute wie Kreikemeier, Lex Ende oder Leo Bauer würden jetzt als Hauptschuldige, als bewußte Verbrecher oder als langjährige Agenten an den Pranger gestellt. Es werde versichert, daß sie ihrer verdienten Strafe nicht entgehen würden.
Der Minister für Handel und Versorgung in Sachsen-Anhalt, Kamps, der vor kurzem von Grotewohl der Sabotage der Lebensmittelversorgung beschuldigt, unter Hausarrest gestellt und von der Kandidatenliste gestrichen wurde, hat jetzt sein Amt als Landesvorsitzender der Liberal-Demokratischen Partei niedergelegt.
Drei Funktionäre der Christlich-Demokratischen Union sind auf der Insel Usedom verhaftet worden.
Stimmen der Anderen
„Eine einfache Tatsache“
Der Fernostkorrespondent der amerikanischen Zeitschriften „Time“ und „Life“ schreibt in einem Bericht unter der Überschrift „Kanonen genügen nicht“ im „Life“:
„Unsere Führer müssen eine ganz einfache Tatsache begreifen: der Krieg gegen die Kommunisten Asiens kann durch militärische Mittel allein nicht gewonnen werden. Wenn wir den Versuch machen, ihn zu gewinnen, wie wir es jetzt in Korea tun, dann heißt das nicht nur, den endgültigen Fehlschlag heraufzubeschwören, sondern auch unseren Männern auf dem Schlachtfeld Taten und Haltungen von der äußersten Brutalität aufzuzwingen. Damit sind nicht die üblichen unvermeidbaren Barbareien des Kampffeldes gemeint, sondern die Barbarei im einzelnen, das Auslöschen von Dörfern, in denen sich der Feind möglicherweise Versteckt, das Erschießen und Bombardieren von Flüchtlingen, unter denen sich möglicherweise Nordkoreaner in der anonymen, weißen Kleidung der koreanischen Landbevölkerung befinden, oder die möglicherweise einen feindlichen Angriff auf unsere Positionen schirmen, oder die möglicherweise in ihrem Gepäck, in ihren Hosen oder unter ihren Hemden auseinandergenommene Gewehre, Munitions- oder Funkapparateteile mit sich führen.“
Oberflächlich
Walter Lippmann kritisiert in der „New York Herald Tribune“ die Art, wie die Amerikaner in die Neuyorker Konferenz gegangen sind und schreibt:
„Bei der Konferenz im Waldorf-Astoria hat man den Eindruck von Hast und Oberflächlichkeit, so, als ob die amerikanischen Vorschläge reichlich plötzlich und ohne genügende Erkundigungen und Rücksprachen in Deutschland und Frankreich improvisiert worden wären. Denn doch nur versehentlich können wir uns in eine Lage gebracht haben, eifriger zu scheinen als die Deutschen selbst, — von den Franzosen ganz zu schweigen — die Deutschen wieder in die Uniform zu stecken.
Zweifellos wäre eine überlegte und wohlvorbereitete Betrachtung nicht von dem Gedanken ausgegangen, wie schön es doch wäre, zwanzig tüchtige, treue deutsche Divisionen zu haben; sie wäre davon ausgegangen, wie die Deutschen für eine französisch-deutsche Partnerschaft gewonnen werden könnten. Aber so wie die Sache im Waldorf-Astoria angefaßt worden ist — wenigstens so weit sie die Weltöffentlichkeit apgeht — scheinen wir zuerst nur von dem Wunsche beseelt gewesen zu sein, deutsche Truppen zu rekrutieren, und ein ganzes Stück dahinter, so weit dahinter, daß überhaupt nichts davon zu sehen ist, erst von dem Gedanken einer Versöhnung Frankreichs und Deutschlands, die das Anliegen des Schuman-Plans bildet, und ohne die niemals eine vereinigte Verteidigung Europas denkbar ist.“
Falkenhausen vor Gericht
Brüssel, 25. September. (AP.) Der Prozeß gegen den ehemaligen deutschen Militärbefehlshaber in Belgien und Nordfrankreich, General Ernst von Falkenhausen, hat am Montag begonnen. Der Verteidiger Botson machte geltend, daß Falkenhausen immer noch Kriegsgefangener sei und deshalb nur von einem Militärgerichtshof, der sich aus Offizieren seines Ranges zusammensetze, abgeurteilt werden könne.
Das Gericht vertagte sich auf Dienstag um Richter Marechal Gelegenheit zu geben, die Stellungnahmen zu prüfen. Falkenhausen wird zur Last gelegt, für die Hinrichtung von 240 Geiseln verantwortlich zu sein, außerdem ist er angeklagt, durch die Deportätion von Juden und die ungesetzmäßige Verhaftung von Geiseln in Belgien und deren Festsetzung in Deutschland die ^aager Konventionen verletzt zu haben.
Hölle wo ist Dein Sieg ?
ROMAN VON RACHEL FIELDErstabdruds Alle Rechte beim Wolfgang-Krüger-Verlag. Hamburg
21)
Während Madame sich hinaushelfen ließ, blieb ein schmächtiger junger Mensch, der einen Stapel Bücher unter dem Arm trug, stehen, um die vornehme Kutsche — diesen ungewöhnlichen Anblick — ausgiebig zu bewundern. Henriette lächelte. als sie ihn erkannte, und hielt ihm die Hand hin.
„Monsieur Remey, haben Sie mich schon vergessen?“
Es machte ihr Spaß, das ungläubige Erstaunen zu sehen, mit dem er seine Begrüßung her vor stotterte:
„Mademoiselle Henriette, ich habe Sie kaum wiedererkannt. Nein — nicht nur deswegen“ — er wies mit der Hand auf den Lakai und die Pferde —, „es liegt an Ihnen selbst. Man braucht Sie wohl nicht zu fragen, wie es Ihnen jetzt geht?“ „Und ich hoffe, es geht Ihnen ebenfalls gut?“
„Ich gehe immer noch zu Fuß, wie Sie sehen.“ Etwas trübselig blickte er auf seine abgetragenen Schuhe hinunter und bemühte sich, die ausgefransten Manschetten, die aus seinen Aermeln hervorsahen, zu verbergen. „Aber ich bin sehr glücklich. Hat Madame Ihnen schon erzählt? Meine Arbeit hat einen Verleger gefunden, und Marie und ich sind jetzt verlobt.“ Seine Augen nahmen einen träumerischen Glanz an, als er den Namen seiner Geliebten aussprach. „Im August wollen wir heiraten.“
„Wie zwei törichte Spatzen,“ platzte Madame Le Maire heraus und ergriff den dargebotenen Arm des jungen Mannes.
„Raum ist in der kleinsten Hütte — das kennen wir, und ich weiß auch, später klingt das meistens ganz anders.“
„Ich erinnere mich an Marie, ein hübsches Mädchen,“ meinte Henriette zu ihm, „und ich wünsche euch beiden alles Gute. Werden Sie in Paris wohnen bleiben?“
„Aber ja, wo denn sonst?“ Zwischen die Brauen des jungen Mannes grub sich eine tiefe Sorgenfalte ein. Nicht einmal sein Glück konnte den bekümmerten Ausdruck, der selten aus seinem ernsten Gesicht wich, ganz auslöschen. „Ich muß meine Studien fortsetzen, wenn ich es jemals zu einem Lehrstuhl bringen will. Und bis dahin gebe ich Stunden, wenn ich einen Schüler finden kann. Es stimmt ja, Marie bringt keine Mitgift in die Ehe, aber sie kocht eine großartige Suppe."
„Ohne Knochen, ohne Mohrrüben und ohne Zwiebeln, nicht wahr?“ neckte Madame Le Maire. „Wenn sie es wirklich fertigbringt, aus Liebe und einem Topf voll heißen Wassers eine nahrhafte Brühe zu kochen, dann kann sie weiß Gott hexen.“
„Mademoiselle, ich bitte nicht gern um eine Gefälligkeit, aber —“
Monsieur Remey machte noch keine Anstalten, sich zu verabschieden, obwohl der Kutscher nicht zu verheimlichen suchte, daß er ebenso ungeduldig war wie seine Pferde. „Jetzt, wo es Ihnen so gut geht und Sie sich in diesen vornehmen und einflußreichen Kreisen bewegen, würden Sie da vielleicht so liebenswürdig sein und an uns denken? Wenn Sie vielleicht einmal von einem Schüler hören und mich dann als Lehrer vorschlagen könnten, das wäre —“
Die Pferde ließen sich nicht länger halten, seine letzten Worte gingen in dem Hufgetrappel und in dem Rattern der Räder unter. Die zögernd vorgebrachte Bitte war Henriette jedoch nicht entgangen. Sie wandte sich zurück und nickte und winkte ihm einen ermutigenden Abschiedsgruß zu.
„Warum trug der Mann so schwere Bücher, Mademoiselle?“ hörte sie Raynald fragen. „Und wie kommt es, daß er so komische Sachen anhat?“
„Er ist ein Student“, erwiderte sie halb abwesend, „und Studenten sind zu sehr damit beschäftigt, ganze Stöße von Büchern zu lesen, um darauf zu achten, was sie anziehen oder was sie essen.“
„Ich will nie ein Student werden. Darf ich heute zum Abendessen Kuchen haben?“
Die Spazierfahrt und das Wiedersehen mit ihren beiden alten Bekannten hob Henriettes Stimmung nicht so. wie sie es sich erhofft hatte. Es war ja alles ganz schön und gut, auch einmal die Wohltäterin spielen zu können, aber nachdem der erste Reiz vregangen war, fühlte sie sich wieder einsam und unbefriedigt. Raynald lag in seinem Bett; ihre Tagesarbeit war getan, und jetzt dehnte sich der Abend öde vor ihr aus wie der Korridor und die leeren Zimmer. Allein in diesem schlußartigen Hause kam sie sich wie ein getrocknetes Samenkörnchen in einer Kürbisflasche vor.
Sie legte ihre Schreibmappe unter die Lampe auf den Tisch im Schulzimmer und tauchte ihre Feder energisch in die Tinte, in der besten Absicht, den bereits begonnenen Brief an Nina Hislop zu beenden; aber ihre Gedanken weigerten sich, Sätze zu formen. Die Tinte an der Feder trocknete ein, während sie aus dem Lampenlicht durch das offene Fenster in den im Abenddunkel liegenden Garten hinaussah. Da unten blühte der späte Flieder, dessen Blüten einen Duft verströmten, dem sie sich heute nicht gewachsen fühlte.
„Du Närrin!“ Sie riß sich zusammen und setzte erneut zum Schreiben an. „Was willst du denn noch mehr?“
Und doch wußte sie, wie sie jetzt dasaß und sich in leicht lehrhaften, wohlüberlegten Schilderungen einer Ausfahrt in den Bois und eines Nachmittags im Louvre erging, ihrer ehemaligen Schülerin zu Nutz und Frommen — sie wußte in ihrem Herzen, daß es nicht ihre Bestimmung sein konnte, an einem solchen Maiabend allein zu sein. Was nützte es ihr, zu wissen, daß der Flieder blühte und daß die Menschen überall Arm in Arm zu zweit wandelten?
Der Brief war fertig. Sie klappte die Schreibmappe zu und sah nach der Uhr auf dem Sims. Zehn Minuten vor neun — in Paris hatte der Abend kaum begonnen; für sie aber war er schon so gut wie zu Ende. Dieser Fluch der Einsamkeit — womit hatte sie ihn nur verdient?
Zwischen den Schulbüchern auf den Borden befand sich auch ein schmaler, grüner Band englischer Gedichte, den sie aufs Geratewohl herausgriff. Müßig schlug sie die Seiten um. ohne sich der einfachen Reime recht bewußt zu werden. Nette, gefällige Verse waren es größtenteils, lieblich geschwungene Girlanden von klingenden Worten: Liebe und Triebe, Herz und Schmerz, Blütenpracht und Sommernacht. Plötzlich sprangen ihr andere Worte entgegen, die nicht mehr sanft und wohlerzogen an das leise Klappern der Tassen und Löffel eines ehrbaren Kaffeekränzchen erinnerten, Worte, die sie herauszufordern schienen:
Woran soll ich deinen Liebsten kennen unter vielen anderen? An seinem Muschelhut und Stab und den Pilgerschuhen.
Frau, gestorben ist dein Liebster, tot und längst dahin; sein Haupt bedeckt das Gras, ein Stein bedeckt die Füße.
Sie las nicht weiter; aber das Herz klopfte ihr merkwürdig heftig, als sie nun das Buch wieder an seinen Platz stellte, und sie verspürte ein Frösteln. Sie wußte nicht, warum diese Verse sie so seltsam anrührten.
Frau, gestorben ist dein Liebster, tot und längst dahin . . .
Doch eines Tages würde sie erfahren, aus welchem Grunde sie ihr so nahegingen; noch warfen sie nur einen flüchtigen Schatten, dessen Umriß und Gestalt sie nicht einmal ahnen konnte.
Mit ihrem kleinen Achselzucken schüttelte sie diese schwermütige Stimmung von sich ab und ging an das Klavier, das seit der Abreise der alteren Mädchen unbenutzt geblieben war. Ihre Finger glitten über die Tasten, wie sie sich an den Walzer zu erinnern suchte, den sie vor Jahren mit so großer Mühe auswendig gelernt hatte. Beim Spielen fielen ihr die Läufe wieder ein, wenn sie auch den Baß nur noch unsicher beherrschte.
(Fortsetzung folgt.)
Nur Taktik?
vo? der letz£ 1 ■ der sich vor allem einsetzte + engllschen Wahl dafür Friedens’ der Erhaltung des kommen ®tal?n ln ein Gespräch zu F?ST e^örSf WUrde auch die ? VT™ um dSse Fr °nnen'..?ann wurde es still nSen %nfnge' wahrend die internatioschHeßlirb Paf™ngen zunahmen und auf Korea die Spal-Äterte m 2Wei Lager verti®fte und
tisdhT Auße^m6^ stellvertretende sowjekunft ^tS ^ter eine Zusammenkunft zwischen Truman und Stalin befürwortet, so ist man nach den bisheriden Erfahrungen geneigt, darin irgendein taktisches Manöver zu sehen. Als Malik vor kurzem den Vorsitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen übernahm, glaubten auch manche darin vielleicht eine Wendung in der sowjetischen Politik sehen zu können. Sie wurden enttäuscht; denn die sowjetische Obstruktionspolitik lebte erneut auf.
Die bejahenden Antworten auf die Malik vorgelegten Fragen stellen nichts Außergewöhnliches dar. Bemerkenswert scheint aber die Fragestellerin zu sein: eine Delegation des „ Maryland-Friedenskomitees“, das im Frühjahr die Stockholmer Friedenspetition verbreitete und Unterschriften sammelte. Dieser Umstand rät zu Vorsicht gegenüber der Meldung aus Neuyork. Sollte aber mehr dahinterstecken, würde die Welt angenehm überrascht sein.
„Wir würden unsere Pflicht verletzen“
Bevin vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen
Flushing Meadows, 25. September (AP.) Der britische Außenminister Bevin hat sich in seiner Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen am Montag iur den Plan des amerikanischen Außenministers Acheson für die Stärkung der Vereinten Nationen gegen die Aggression ausgesprochen.
Er forderte die Herstellung der Einheit Koreas. Bevin ging dann auf die Frage der Veitretung Chinas ein. „Ich möchte von vornherein klarstellen, daß wir nicht beabsichtigen, unsere seit langem bestehende Freundschaft mit China zu brechen. Ich kann dem chinesischen Volk versichern, daß wir uns auf den Tag freuen, an dem es wieder den ihm als Großmacht zukommenden Platz einnimmt.“
Zur Formosa-Frage sagte Bevin, dieses Problem könne ebenso gelöst werden wie das Korea-Problem gelöst werden müsse. Dabei könnten die Vereinten Nationen der Welt beweisen, daß sie durchaus dazu imstande seien.
Der Beschluß des Sicherheitsrates, der Aggression in Korea schnell zu begegnen, habe genau dem entsprochen, was Millionen Menschen in aller Welt im stillen erwarteten.
Während sich die Aufmerksamkeit der Welt Asien zuwende, existierten jedoch „andere beträchtliche Gefahrenquellen in Europa“. „Wir stehen jetzt vor .der Tatsache eines geteilten Deutschlands, auf das wir mit Bangen schauen. Wir fürchten, daß es der Schauplatz eines weiteren Aktes der Aggression werden kann, wie sie in Korea stattgefunden hat. Wir würden unsere Pflicht gegenüber der Welt nicht erfüllt haben, wenn wir nicht unsere Streitkräfte vereinigt und unsere militärische Stärke ausgebaut hätten, um der Drohung aus dem Osten zu begegnen.
Wenn eine Aggression stattfindet, kann sie nicht auf Deutschland beschränkt werden. Wir sind um ein geeintes Deutschland unter ordentlichen demokratischen Bedingungen bemüht, dessen Schaffung diese ständige Bedrohung des europäischen Friedens beseitigen würde. Und wir sind bereit, unsere ganze Energie zur Schaffung gesunder wirtschaftlicher Bedingungen in diesem Lande einzusetzen.“
Zu dem sowjetischen Vorschlag, alle Großmächte sollten ihre Rüstungen um ein Drittel verringern, sagte der britische Außenminister, die sowjetische Armee sei größer als alle Armeen Europas zusammen.
Diese Tatsache lasse die sowjetischen Friedenskampagnen als Versuche erscheinen, das Opfer vor dem Angriff zu schwächen.
Kasernen sollen gerüumt werden
Sorge um Unterbringung von 500 DPs und 300 Vertriebenen
Wiesbaden, 25. September. (Eig. Bericht.) Offiziere der amerikanischen Armee haben die Hanauer Stadtverwaltung wissen lassen, daß diese mit einer baldigen völligen Räumung der etwa 4000 Personen fassenden Hanauer Kasernen rechnen müsse. Die Hanauer Kasernen dienen gegenwärtig 565 von der IRO betreuten ehemaligen DPs sowie 26 Umsiedlern und 82 Einheimischen als Unterkünfte. Die amerikanische Armee hatte im Juli dieses Jahres durch die amerikanische Oberkommission der hessischen Regierung mitgeteilt, daß die Kasernen bis zum 31. März 1951 deutschen Stellen zur Verfügung stehen. Ueber die weitere Verwendung nach diesem Termin werde dann noch entschieden 'werden.
Wie der Beauftragte für das Flüchtlingswesen in Hessen, Ministerialdirektor Dr. Nahm, mitteilte, wurden am Montag in Wiesbaden Besprechungen mit den Vertretern der drei Regierungspräsidenten und der Stadtverwaltung Hanau geführt, um die nötigen Vorkehrungen für eine Räumung zu erörtern. Da über die Hälfte der in den Kasernen untergebrachten Personen in Hanau arbeiten, sei es unmöglich, sie nach irgendeinem änderen Ort in Hessen zu bringen. Vorgeschlagen wurde, in Hanau Baracken aufzustellen. Hier sei aber die Finanzierung dieses Projektes die größte Schwierigkeit, erklärte Dr. Nahm. Eine finanzielle Unterstützung von der IRO sei noch fraglich, ■da er schon die IRO um Unterstützung beim Ausbau der Nervenheilanstalt in Goddelau bei Darmstadt gebeten habe, in der 60 geisteskranke Kinder verschleppter Ausländer untergebracht seien. In Kürze müsse diese Anstalt noch einen großen Teil der geisteskranken Kinder aufnehmen, die aus -der Tschechoslowakei ausgewiesen werden.
Wie Dr. Nahm mitteilte, handelt es sich hierbei um etwa 400 Kinder, die in Hessen untergebracht werden müßten und von denen die Tschechen behaupten, es seien deutsche Kinder oder solche, die von Deutschen während des Krieges nach der Tschechoslowakei gebracht worden wären.
Abschließend erklärte Dr. Nahm, daß Landeskommissar Dr. Newman Ministerpräsident Stock in einem Brief mitgeteilt habe, daß er darauf bestehe, daß die ehemaligen DPs in Hanau bis Weihnachten in Privatunterkünften untergebracht werden müßten. Gegen diese Bevorzugung der DPs werde er sich wehren, solange es noch deutsche Flüchtlinge gebe, die seit Jahren auf Privatquartiere warten. Wenn der Landeskommissar absolut darauf bestehen würde, werde er sein Amt zur Verfügung stellen und zurücktreten.
Gleichstellung aller Flüchtlinge
Eine Tagung des Königsteiner Kreises
Draht bericht unseres Korrespondenten
F. A. Z. Königstein, 25. September. Der „Königsteiner Kreis“, die Vereinigung der Juristen und Beamten aus der sowjetischen Besatzungszone, hat in Anwesenheit des Bundesministers Lukaschek in Königstein (Taunus) seine dritte Tagung abgehalten. Die Vereinigung, die etwa fünfhundert Mitglieder umfaßt, erstrebt die Wiederherstellung der deutschen Einheit, insbesondere die Wiederherstellung der deutschen Rechtseinheit auf rechtsstaatlicher Grundlage. Ferner bemüht sie sich um die sozialen Belange der Flüchtlinge aus der Sowjetzone. Etwa je ein Drittel der geflüchteten 25 000 Beamten und öffentlichen Bediensteten sind in ihrem alten Beruf wieder tätig, berufsfremd beschäftigt oder arbeitslos.
Im Mittelpunkt der Tagung standen zwei Referate. Professor Dr. Arved Blomey, Würzburg (früher Jena), referierte über „die Entwicklung des Zivilrechts in der sowjetischen Besatzungszone . Der Vortragende bewies an zahlreichen Beispielen, daß das Recht der sowjetischen Zone sich vom deutschen Recht immer mehr entfernt und dem Privatrecht der Sowjetunion nähert.
Professor Dr. Werner Weber, Göttingen (früher Leipzig), versuchte in seinem Referat „Probleme einer gesamtdeutschen Verfassungsgesetzgebung unter besonderer Berücksichtigung des Bonner Grundgesetzes und der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik die Möglichkeiten zu einer gesamtdeutschen Verfassung aufzuzeigen. Er kam zu aem Ergebnis, daß es trotz gewisser Uebereinstimmungen im Wortlaut wegen des Antagonismus beider Systeme möglich sei beide Verfassungen zu koordinieren oder zu verschmelzen. Im Falle der Wiedervereinigung Deutschlands müsse daher eine Nationalversammlung eine völlig neue Verfassung ausarbeiten, die im Hinblick auf die Entwicklung in der sowjetischen Zone möglicherweise eine föderale Abflachung und statt der Betonung der bürgerlichen Sicherheit eine größere soziale Verpflichtung enthalten würde.
In der Diskussion forderte Ministerialrat a. D. Unger, gegen die Schuldigen an Verbrechen in der Sowjetzone, wie beispielsweise gegen die Beteiligten an den Waldheimer Prozessen, in der Bundesrepublik Simultanprozesse nach dem Vorbild des Londoner Reichstagsbrandprozesses zu führen. Der Vorstand des Königsberger Kreises sagte zu, diese Anregung aufzugreifen.
Als Ergebnis der Tagung wurde in einer Entschließung die Gleichstellung der Flüchtlinge aus der Sowjetzone mit den Heimatvertriebenen gefordert, ferner wurde die Strenge des Notaufnahmegesetzes getadelt. Berlin und die Bundesrepublik sollten ihre Flüchtlingsprobleme einander angleichen.
Mit „West-Berlin“ kennzeichnen
F. A. Z. Berlin, 25. September. Um eine unverzögerte Ankunft der Sendungen aus den Westzonen an die West-Berliner Empfänger zu ermöglichen, ist es dringend erwünscht, daß die in Westdeutschland aufgelieferten und nach West-Berlin gerichteten Sendungen im Kopf in augenfälliger Weise die Angabe „West-Berlin“ tragen.
Wirtschaftsblatt
Privatrenten 1:1?
Be. Der Bundestagsausschuß für Geld und Kredit hat sich erneut mit der Frage der Umstellung der privaten Rentenversicherungen beschäftigt. Zur Beratung lag der Antrag der Freien Demokraten vor, der vorsieht, für die ersten siebzig Mark monatlicher Rente eine Umstellung von 1:1, für den Rentenbetrag von 70 bis 100 Mark von 2:1 und für den 100 Mark übersteigenden Rentenbetrag von 10:1.
Der deutsche Gesetzgeber hätte die Möglichkeit gehabt, diese gestaffelte Umstellung als Übergangslösung zu beschließen und der deutschen Rechtsprechung die endgültige Klärung der Frage zu überlassen, ob die Renten nach der Währungsgesetzgebung 1:1 oder, nach Auffassung der Bundesregierung 10:1 umzustellen sind.
Der Finanzausschuß des Bundesrates hat sich jedoch unter dem Einfluß des Bundesfinanzministers Schäffer an die Alliierte Bankkommission gewandt, um eine neue Interpretation der in Frage stehenden Bestimmungen der Währungsgesetzgebung zu erreichen. Daraufhin ist die 47. Durchführungsverordnung der Alliierten Bankkommission erlassen worden, die klarstellt, daß die privaten Rentenversicherungen 10:1 umgestellt sind. Dabei ist die Alliierte Bankkommission dem Verlangen des Bundestagsausschusses für Geld und Kredit gefolgt und hat der deutschen Gesetzgebung für die Zukunft freie Hand gelassen, auf der Rechtsgrundlage 10:1 eine beliebige Aufbesserung der Rentenversicherungen zu beschließen. •
Der Bundestagsausschuß für Geld und Kredit hat jetzt die oben skizzierte Staffelung beschlossen, so daß es nunmehr Aufgabe des Bundestags ist, diese Forderungen auch gegenüber den Widerständen der Bundesregierung zu überwinden. Der Bundestagsausschuß hat aber erfreulicherweise durch eine Anpassung der'Formulierung des Gesetzantrages an den Wortlaut der 47. Durchführungsverordnung den auf gesetzlicher oder arbeitsrechtlicher Grundlage auf gebauten obligatorischen Pensionsversicherungen ausdrücklich den Weg weiterer gerichtlicher Klärung offen gehalten. Sie soll die Frage klären, ob unter Paragraph 13 in Verbindung mit Paragraph 18 des Umstellungsgesetzes (Altenteile, Renten, Pensionen und andere wiederkehrende Leistungen) oder unter Paragraph 23 UG (Sozialversicherung) fallen und damit automatisch 1:1 umzustellen sind.
Verstimmung an der Ruhr
Die alliierten Liquidationsbefehle erscheinen unverständlich
hd. Düsseldorf. Der Befehl der Oberkommission, die Liquidation der sechs größten westdeutschen Stahlkonzerne einzuleiten, ist im Ruhrgebiet mit Ueberraschung aufgenommen worden. Offizielle Stellungnahmen werden zwar abgelehnt und auch die Wirtschaftsvereinigung Eisen- und Stahlindustrie in Düsseldorf rückt von Kommentaren ab, die als ihre angebliche Meinung zu diesem Fragenkomplex veröffentlicht worden sind. In Gesprächen mit Vertretern der Ruhrindustrie kann man jedoch feststellen, daß die Liquidation nicht als ein geeignetes Mittel betrachtet wird, die Neuerung der Schwerindustrie voranzutreiben. Besonderes Befremden hat die Tatsache ausgelöst, daß die Durchführungsverordnungen zum Gesetz 27 zu einem Zeitpunkt erlassen worden sind, zu dem gerade die Neuyorker Außenministerkonferenz Erleichterungen für die westdeutsche Industrie in Erwägung gezogen hat.
Die angeordneten Liquidationen stehen in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit der Neuordnung der Stahlindustrie, die jetzt spruchreif geworden sein soll. Bekanntlich sind sowohl die Zechenanlagen, als auch die Stahlwerke der Konzerne bereits seit geraumer Zeit aus dem Konzernzusammenhang herausgelöst und besonderen Treuhandstellen, der Deutschen Kohlenbergbau-Leitung und der Stahltreuhändervereinigung unterstellt. Die Rumpfkonzerne umfassen im wesentlichen die Betriebe der Weiterverarbeitung. Sie waren jedoch auch in dieser Form noch lebensfähig. Dies geht daraus hervor, daß sowohl die Vereinigten Stahlwerke, als auch Klöckner, Mannesmann und Hösch auf ihren Hauptversammlungen mehr oder weniger deutlich erklärt haben, die Grundkapitalien ihrer Unternehmen seien trotz Zechenbeschlagnahmungen und Stahlwerkentflechtung durch die vorhandenen Aktiven voll gedeckt.
Die Liquidation der Konzerne war zwar in dem alliierten Gesetz 75 und später im Gesetz 27 vorgesehen.' Vielfach ging jedoch im Industrierevier die Auffassung dahin, die Besatzungsmächte würden sich stillschweigend mit dem Fortbestand der ihrer „Giftzähne“, den Kohlenzechen und Stahlwerken, beraubten Konzerne einverstanden erklären. Diese Auffassung hatte dadurch an Wahrscheinlichkeit gewonnen, daß zum Beispiel die Vereinigten Stahlwerke erklärt hatten, sie würden freiwillig an einer vernünftigen Entflechtung mitarbeiten. Weshalb der „good will“ der alten Konzerne im Rahmen der Neuordnung einer so starken Belastungsprobe unterworfen werden mußte, wie sie der Liquidationsbefehl darstellt, ist nicht ersichtlich.
Die Vereinigte Stahlkontrollgruppe hat für heute seit langer Zeit zum ersten Male wieder eine Pressekonferenz einberufen. Man hält es in Düsseldorf für möglich, daß auf dieser Konferenz die neuen Kerngesellschaften der Eisen- und Stahlindustrie bekanntgegeben werden. Damit wäre die lange hinausgezögerte Neuordnung endlich ein Stück weitergekommen.
Facharbeiter fehlen
AZ Trotz Arbeitslosigkeit macht sich auf dem hessischen Arbeitsmarkt ein zunehmender Mangel an Facharbeitern bemerkbar. In Auswirkung des allgemeinen wirtschaftlichen Auftriebs und besonders in Folge der ständig zunehmenden Bautätigkeit waren die hessischen Arbeitsämter im vergangenen Monat nicht in der Lage, den gesteigerten Bedarf an Fachkräften voll zu decken.
Der Mangel macht sich besonders bei Maurern, Stukkateuren und Dachdeckern bis zu den Fachkräften in der baustoffbeschaffenden Industrie bemerkbar.
Gesucht sind ferner Dreher, Fräser und Feinmechaniker, Weber und Näherinnen für die Textil- und Pelzindustrie und Facharbeiter für die lederverarbeitende Industrie. Die hessischen Arbeitsämter haben im August über 28 000 Arbeiter, davon ein Drittel Frauen, vermittelt. Trotzdem blieben noch über 10 000 offene Stellen, für die meistens Facharbeiter verlangt werden, unbesetzt. Der Mangel an Facharbeitern macht sich am stärksten im Raum Gießen, Wetzlar und Kassel sowie in dem industriellen Rhein - Main - Gebiet bemerkbar.
Die deutsche Torquay-Delegation
Bonn, 25. 9. (hi.) Die deutsche Delegation für die am 28. September 1950 in Torquay beginnende internationale Zollkonferenz wird voraussichtlich am Dienstag oder Mittwoch abreisen. Sie besteht aus Ministerialdirektor Freiherr von Maltzan als Delegationsführer, Geheimrat Hagemann, unter dessen Vorsitz die deutsche Zolltarifkommission den neuen Wertzolltarif ausgearbeitet hat, und Dr. Eichhorn. Falls es notwendig wird, werden außerdem die Länderreferenten herangezogen werden.
Privates Bausparen anhaltend gut
F.A.Z. Der erwartungsgemäß eingetretene Rückgang der Kapitalansammlungstätigkeit im Juli und August hat sich nicht auf den Bereich der privaten Bau-Sparkassen erstreckt. Die Neuabschlüsse erreichten 205 Millionen DM Vertragssummen (gegen 168 Millionen DM in den Vergleichsmonaten des vorigen Quartals), die Spargeldeingänge erreichten 36,3 Millionen DM (gegen 28,4 Millionen DM im vorigen Quartal). Damit haben die privaten Bausparkassen eine seit der Währungsumstellung stetig anhaltende Steigerung ihrer Geschäftsergebnisse zu verzeichnen. Zum 31. 8. 1950 betrug der Spareinlagenstand 220 Millionen DM. Zum gleichen Stichtag haben die privaten Bausparkassen für den Wohnungsbau 260 Millionen DM bereitgestellt.
Kurz gemeldet
Schweden hat die deutsche Mark als direktes Zahlungsmittel anerkannt. Danach können im Handel mit Schweden außer in Schweden-Kronen jetzt auch Geschäfte in D-Mark abgeschlossen werden.
Der Verkauf von Wertpapieren gegen D-Mark ist ab sofort auch Ausländern genehmigt. Die Zahlung erfolgt auf ein Sperrkonto des Veräußerers.
Der Verrechnungskurs des österrei¬ chischen Schillings ist auf 24,30 Schilling für einen Dollar und auf 68,04 Schilling für ein Pfund Sterling festgesetzt worden. Dieser Verrechnungskurs wurde allerdings bisher noch nicht amtlich bestätigt.
Vertreter der deutschen Foto- und Kino-Industrie wiesen in einer Besprechung mit dem Bundeswirtschaftsminister darauf hin, daß sie an einem wechselseitigen Warenaustausch mit der Sowjetzone weiterhin interessiert seien.
Australische Wolle ist, nachdem sie zu Beginn der Auktion am Montag im Preis etwas gesunken war, erneut auf einen Preis von 184 pence pro Pfund gestiegen.
Die Olex Deutsche Benzin- und Petro¬ leum-Gesellschaft änderte ihren Namen in BP Benzin- und Petroleum-Gesellschaft m. b. H.
Synthetischer Treibstoff soll nach einer Ankündigung amerikanischer Wirtschaftssachverständiger der Oberkommission in der Bundesrepublik bald wieder hergestellt werden dür" n. Nach einer Meldung aus dem Ruhrgebiet würde damit das gegenwärtig heikelste Problem gelöst. Es könnten dann die riesigen, schwer absetzbaren Mengen Teeröl des Ruhrbergbaues abgesetzt werden.
Für Fertigwaren hat Portugal seine Einfuhrzölle um durchschnittlich 50 Prozent erhöht. Für Autos beträgt die Erhöhung zum Beispiel 55 Prozent.
Grundsteuergesetz soll geändert werden
11. Vor einiger Zeit hat der Bundesrat der Bundesregierung den Entwurf eines Gesetzes zur Abänderung des Grundsteuergesetzes sowie Vorschläge zur Änderung der Grundsteuerdurchführungsverordnung zugeleitet. Der Zentralverband der Haus- und Grundbesitzer hat daher gegenüber dem Bundesfinanzministerium seine Bedenken zum Ausdruck gebracht.
Der Verband der Haus- und Grundbesitzer weist darauf hin, daß die Mieten des Neuhausbesitzes seinerzeit unter Zugrundelegung der tatsächlichen Gestehungs- und Bewirtschaftungskosten überprüft und in der Regel noch durch Zinssenkung öffentlicher Wohnungsbaudarlehen herabgesetzt worden seien. Die Hausbesitzer seien durch die Notverordnung von 1931 zum Teil notleidend geworden. Dieser Sachlage habe man im Jahre 1938 durch Festsetzung niedrigerer Grundsteuermeßzahlen, durch Freistellung des Neuhausbesitzes von einem Viertel der Grundsteuer und durch Gewährund individueller Bililgkeitsmaßnahmen Rechnung getragen. Diese Vergünstigungen sollten bis zu einer neuen Hauptfeststellung der Einheitswerte (die bisher noch nicht erfolgt ist) gelten. Ihre vorzeitige Aufhebung wie sie jetzt geplant sei, werde den Protest der betroffenen Neuhausbesitzer _ hervor rufen, zumal seinerzeit die öffentliche Hand zu solchen Neubauten geraten habe.
Auch die vorgesehene Begrenzung des Grundsteuererlasses für total zerstörte Gebäude auf Ende 1952 sei untragbar, weil bis dahin unmöglich die Enttrümmerung und der Wiederaufbau aller Ruinengrundstücke finanziert und durchgeführt werden könne.
Die vorgesehene Berechnung der Steuer für teilzerstörte Grundstücke auf der Basis der fortgeschriebenen Einheitswerte führe zu einer ungerechtfertigten, einseitigen Steuererhöhung. Die fortgeschriebenen Einheitswerte berücksichsichten nur den Grad der Zerstörung des Gebäudes, nicht aber die direkte und indirekte Verminderung des Grund und Bodens. Infolgedessen ergäben sich gegenüber dem jetzigen Zustand erheblich höhere Grundsteuerbelastungen, die sich um so mehr auswirken, je größer der Grad der Kriegszerstörung und der Anteil des Grund und Bodens am Einheitswert sei. Die Hausbesitzer fordern daher die Gewährung des bisherigen Grundsteuererlasses auch nach Durchführung der Wertfortschreibungen.
Keine Lederknappheit
Ga. Angesichts der steigenden Ledererzeugung wird uns aus Kreisen der Lederindustrie versichert, daß keine Knappheit in Leder zu befürchten ist und die Schuhindustrie mit den gängigen Arten versorgt werden kann. Meinungskäufe, die teilweise das Dreifache der üblichen Anforderungen erreichten, seien allerdings nicht vollauf befriedigt worden. Die Lederindustrie hat sich energisch gegen die Vorwürfe verwahrt, in den letzten Monaten weniger Leder abgeliefert zu haben. Die Ablieferungen an Oberleder erreichten beispielsweise im August 19,12 Millionen Quadratfuß gegen 12,27 im Mai und an Unterleder 3,57 Millionen kg gegen ,2,30.
Keine höheren Butterpreise
Bonn, 25. 9. (zr.) Eine Erklärung des Bundesernährungsministers am Sonntag, es werde von der weiteren Entwicklung des Marktes abhängen, wann wieder zu normalen Butterabgabepreisen übergegangen werden könne, ist vielfach so ausgelegt worden, als würde der Saisonabschlag für Butter wegfallen. Vom Bundesernährungsministerium wird dazu erklärt, daß der Agrarmarkt im Augenblick für eine solche Entscheidung noch nicht reif sei.
Sperrguthaben für Reisekosten
F. A. Z. Wie die Bank deutscher Länder mitteilt, erhalten ausländische juristische Personen, ausländische Gesellschaften des Handelsrechts und sonstige ausländische Firmen das Recht, ihre gesperrten Guthaben bei Geldinstituten im Bundesgebiet genehmigungsfrei zur Bezahlung der Kosten ’ von geschäftlichen Reisen ihrer Angestellten im Bundesgebiet oder in West-Berlin zu verwenden. Es können für diesen Zweck bis zu 75 DM täglich für jeden Reisenden abgehoben werden.
Züricher Noten-Freiverkehr
| 22. 9. | |||
| Franken | 25. 9. | ||
| Franken | 25. 9. | in DM | |
| New York (Dollar) | 4,34 | 4,34 | 5,38 |
| London (Pfund) | 10 8? | 10 82 | 13,42 |
| Paris (100 fr ) | 1 14 | 1 41 | |
| Brüssel (100 bfr) | 8.62 | 8,62 | 10,69 |
| Amsterdam (100 hfl) | 102,75 | 102,50 | 127,10 |
| Stockholm (100 skr) | 67,50 | 67,75 | 84,01 |
| Mailand (100 Lire) | 0,65 | 0,64 | 0,79 |
| Prag (100 csk) | 1 02 | 1 02 | 1 26 |
| Wien (100 Schill.) | 13,90 | 13^50 | 16,74 |
| Deutsche Mark (100 DM)... | 84,— | 80.75 | — |
Berliner DM-Wechselkuks
F. A. Z. In den Berliner Wechselstuben wurden am 25. 9. 50 für eine DM-West 4,90 Ostmark gezahlt und für 5,10 Ostmark eine DM-West geboten.
Deutsche NE-Metallpreise
Notierung für Kupfer (25. u. 26. 9.) 239,50 DM, für Zinn (25. 9.) 989,— DM.
Feuilleton
Die Philosophie am Scheideweg
VORSCHAU AUF DEN 3. DEUTSCHEN PHILOSOPHENKONGRESS IN BREMEN (1. BIS 6. OKTOBER)
Viele Menschen haben einen Horror vor der Philosophie, vor jener „angeblichen Wissenschaft“, die mit vielen Worten immer wieder die uralten Probleme aufgreift und doch damit nicht zu Ende kommt: die Fragen von der Willensfreiheit und von der Ordnung in der Welt und ob die Geschichte einen Sinn habe und ob wir uns selbst erkennen können und ob es einen Gott gibt. Mancher hat es aufgegeben, sich weiter um Philosophie zu kümmern, skeptisch wiederholt er das ironische Wort Heinrich Heines: „Philosophie ist der Mißbrauch einer eigens dazu erfundenen Terminologie“.
Viele andere, und das dürfte eine noch größere Anzahl sein als die Enttäuschten, die zu Verächtern der Philosophie wurden, haben eine heimliche Liebe zu ihr. Irpmer wieder versuchen sie es, einen Zugang zu gewinnen. Und es ist geradezu trostreich für sie, bei einem neueren italienischen Philosophen eine tiefgründige Erörterung zu finden, in der es heißt, daß alle Menschen, der eine mehr, der andere weniger, Philosophen seien. „Und wenn der Mensch der Praxis oder der Dichter oder der reine Wissenschaftler sich dem Philosophen entgegensetzt, ihn von sich unterscheidet und ihn schon mit dieser Unterscheidung seineip Urteil unterwirft, dann fängt er bereits zu philosophieren an. Darum heißt die Philosophie leugnen, sich philosophisch betätigen, auch ohne es zu wissen. Also: Philosophen sind alle, jeder nach seiner Weise und nach dem Maß seiner Kräfte.“
Das macht Mut. Aber nun will man es sich andererseits auch zu leicht machen. Denn man hat gegen die offizielle, die sog. „Schulphilosophie“ allerhand auf dem Herzen. Schopenhauer, Nietzsche und manche Außenseiter, die es nicht zum Philosophieprofessor bringen konnten oder wollten, haben gelitten unter der oft starren, festgefahrenen akademischen Philosophie. Sie wurden ungerecht, gewiß, denn es gibt sehr aufgeschlossene und lebensnahe „akademische“ Philosophen. Aber sie haben doch ausgesprochen, was sehr viele vom Volke bewegt: so kann es nicht weitergehen. Die Philosophie ist allzuoft eine Geheimwissenschaft geworden, die hinter verschlossenen Türen die verzwicktesten Probleme behandelt, mit unverständlichen, pft verklausulierten Worten eine Begriffsakrobatik aufführt und dem Leben selbst nicht mehr dienlich ist.
Für alle die gibt es eine freudige und hoffnungsvolleNachricht:diePhilosophen haben selbst eingesehen,daß sie zu lebensfremd geworden sind.Sie stiegen herunter vom Thron ihrer alleinseligmachenden Geheimwissenschaft. Schon die Vorträge und Diskussionen des 2. Deutschen Philosophenkongresses, der 1948 in Mainz stattfand, haben eine Bresche geschlagen. Da finden sich Themen wie die über die Weltbedeutung des Menschen oder über die richterliche Gewalt oder über die Erscheinungsweise des Witzes oder über Macht und Recht.
In Bremen aber soll etwas entscheidend Neues geschehen: man wird Aussprachekreisfe, „Symposien“, bilden, die sich um ein Grundproblem bemühen, um seine richtige Stellung, seine Klärung, um die Möglichkeiten seiner „Lösung“. Symposion bedeutet Gastmahlen, und Plato, von dem der Begriff stammt, hat geglaubt, die Wahrheit erschließe sich nicht oder nur ganz selten dem einsamen Denker „am Schreibtisch“, sondern sie müsse im gemeinsamen Gespräch wahrheitsuchender Menschen erkämpft werden. Er hat darum den Teilnehmern am Gastmahl, insbesondere seinem Lehrer Sokrates, seine Gedanken in den Mund gelegt, und er kam dabei oft zu blitzenden Wortgefechten, die aber immer auf einen inneren Sinn hinzielten. Der Bremer Kongreß wird nun freilich nicht im buchstäblichen Sinn eine Reihe von Gastmählern veranstalten, aber in seinen Arbeitskreisen hofft man, die Fragen, die uns „auf den Nägeln brennen“, in gemeinsamer Arbeit zu fördern.
Schon bei den meisten der 8 Grundthemen, denen in zwei gleichzeitig laufenden Reihen— diese Symposien gelten, werden viele aufhorchen. Was werden diese deutschen Philosophen, zu denen eine Anzahl ausländischer Gäste kommt, in Bremen unter der Leitung des Münchener Juristen Erich Kaufmann: also keines „zünftigen“ Fachphilosophen, über das heute so aktuelle Problem „Macht und Recht“ zu sagen wissen? Ist nicht fast unsere tägliche Zeitung voll von Material zu diesem Problem und werden uns die Philosophen zur Klärung verhelfen in dem Sinne, daß Macht nur dann gerechtfertigt ist, wenn sie unabdingbar auf dem Recht beruht? Und wird das Symposion über „Situation und Entscheidung“ unter Leitung des bekannten Professors Theodor Litt uns unsere „Situation“ tiefer deuten, als wir es im Alltag tun können, und uns die geistigen Grundlagen zu unseren „Entscheidungen“ für das Gute und gegen das Böse liefern? Adolf Grimme, ebenfalls allen Deutschen bekannt, wird das Symposion über „Fragen des historischen Materialismus“ leiten, und da wird man hoffentlich Entscheidendes zur „Philosophie des Sozialismus“, die oft in unfruchtbarem Gezänk über „Marxismus“ u. a. zu versanden droht, erfahren. Andere Symposien gelten den Fragen von „Sprache und Dichtung“ oder dem „Umweltproblem“ oder „Fragen der Naturwissenschaft“, wobei die letzteren beiden von den Biologen Max Hartmann und dem Philosophen Nicolai Hartmann geleitet werden, deren Namen ebenfalls guten Klang in der Welt haben.
Steht die Philosophie an einem Wendepunkt von der Lebensfremdheit zur Lebensnähe? Deutschland, bis an den Rand gefüllt mit aufwühlenden „Problemen“, horcht mit Erwartung nach Bremen hin und hofft auf klärende Worte und Gedanken, hofft aber auch auf eine neue fruchtbare Arbeitsmethode, die dann für andere Berufskreise, etwa Politiker, zur Förderung der Wahrheit und der Lebensnähe vorbildlich werden kann. Dr. Hans Hartmann.
„ORPHEE“ VON COTEAU (FRANKREICH) ERHIELT DEN PREIS DER „FIPRESCI“ (FRANKREICH) BEI DER BIENNALE 1950 IN VENEDIG Foto: Saur, Baden-Baden
Neue Kräfte am Landestheater
ROSEMARIE KILIAN spielt in Shaws „Helden“ mit gutem Erfolg die Tochter Raina. In „Don Carlos“ übernimmt sie die Rolle der Elisabeth. Sie hat am Stuttgarter Neuen Theater bei Fred Schröer gearbeitet und gastierte während der letzten Spielzeit in Millers „Alle meine Söhne“.
Anton Kippenberg
Anton Kippenberg, der Inhaber und Leiter des Insel-Verlags, ist am 21. September in der Schweiz, wo er von langer Krankheit Erholung suchte, im 77. Lebensjahr gestorben.
Wie fast alle großen Verleger hat Anton Kippenberg den Buchhandel von Grund auf kennengelernt. In Bremen, wo er am 22. Mai 1874 als Sohn des bekannten Schulmannes August Kippenberg geboren wurde, trat er als Lehrling in eine Buchhandlung ein. Nadi einer anderthalbjährigen Gehilfenzeit in einer Lausanner Firma kam er in einen großen wissenschaftlichen Verlag in Leipzig, wo er zum Prokuristen aufstieg. Gleichzeitig studierte er und promovierte im Jahre 1901 bei Albert Köster zum Doktor. Vier Jahre später übernahm er gemeinsam mit Carl Ernst Poeschel den Insel-Verlag, den er dann seit dem Jahre 1906 allein leitete. Dem aus der Zeitschrift „Die Insel“ hervorgegangenen und damals noch in kleinsten Anfängen stehenden Verlag gab Anton Kippenberg alsbald das besondere Gepräge, indem er vorbildliche Klassiker-Ausgaben schuf und sich zum Wegbereiter für das wohlfeile, schöne Buch machte.
Dabei kam es ihm darauf an, gerade auch das billige Buch in jener buchgewerblich vollendeten Form zu verbreiten, um die der Insel-Verlag in engstem Zusammenwirken mit Buchkünstlern und Druckern immer bemüht war. Eine Krönung fand dieser Teil seiner Arbeit in der Insel-Bücherei, die er im Jahre 1912 schuf und deren Bände in mehr als dreißig Millionen das Zeichen des Inselschiffs in alle Welt getragen haben.
Unter den fast zweihundert Nummern der „Bibliographie Kippenberg“ findet man seit dem Jahre 1916 Uebersetzungen aus dem Flämischen; in Flandern lernte er während des ersten Weltkrieges die flämischen Dichter kennen; er übersetzte neben manchem anderen Werk „Das Jesuskind in Flandern“ von Felix Timmermans, die Erzählung „Der Arbeiter“ von Stijn Streuvels und machte in der Folgezeit den Insel-Verlag zum Mittler flämischer Dichtung in Europa.
Ein Name aber waltet in jener Bibliographie vor und steht beherrschend über dem ganzen Lebenswerk Anton Kippenbergs: Goethe. Seit dem Jahre 1893, da der junge Buchhändler in Lausanne die eben erschienene Faust-Uebersetzung von .Francois Sabatier erwarb, ist in stetem Wachstum entstanden, was als „Sammlung Kippenberg“ das größte private, in manchen Abteilungen überhaupt größte Goethe-Museum darstellt. Es zeigt in Handschriften, Büchern, Bildern und Büsten nicht nur Goethes Welt, sondern Goethe und sein Jahrhundert, und in dieser umfassenden Zielsetzung liegt die hohe schöpferische Leistung des Sammlers, dem es nicht allein auf Raritäten ankam, sondern auf die organische Vereinigung der Lebenszeugnisse einer Welt, deren Zentralsonne Goethe ist.
„Wohlwollendste Kräfte“: er hat ihren Widerhall bis zuletzt bei den Schweizer Freunden gespürt, bei denen er in den letzten Lebensjahren besondere Liebe und Verehrung genoß, wenn er bei ihnen ausruhte. Denn der Lebensabend Anton Kippenbergs war durch schwere Verluste getrübt: im Kriege wurden sowohl das Verlagshaus in Leipzig wie auch das eigene Haus Anton Kippenbergs vernichtet.
Sein oft geäußerter Wunsch, mit seiner Person ganz hinter dem Werk, seiner geliebten „Insel“, zurückzutreten, hat dazu geführt, daß er seine Ideale der verlegerischen Arbeit allen seinen Mitarbeitern immer wieder mitteilte, und so wird der Insel-Verlag, der mit dem Namen Anton Kippenbergs verbunden bleibt, in seinem Geiste weitergeführt werden. Dr. Mi.
„Unbekanntes Afrika“
Weiterhin unbekannt
Am Samstag soll laut Programm Karl Oelbermann im Darmstädter Amerikahaus über seine abenteuerliche Autofahrt quer durch das unbekannte Afrika gesprochen haben. Der Vortragende, der, wie wir erfuhren, dieses Jahr von Johannesburg bis Bonn fuhr, benutzte für seine Reise einen Jeep, der auf dem Hof des Amerikahauses ausgestellt war. Verständlich, daß ein derartiger Vortrag einen großen Zuhörerkreis fand, daß mehr Menschen zu dem Filmr und Lichtbildervortrag kamen, als Plätze vorhanden waren. Auf dem Hof standen die Zuhörer herum, die keinen Eintritt mehr gefunden hatten, und selbst die breite Treppe, die vom Hof zum ersten Stock in den Vortragssaal führte, war besetzt. Es muß zweifellos ein interessanter Vortrag gewesen sein, aber leider blieb Afrika auch weiterhin für den Rezensenten unbekannt, da es ihm nicht gelang, die heiligen Hallen des Auditoriums zu betreten.
Schon manche weltpolitische Entscheidung ist an der Sturheit des Portiers ge¬ ''et. Wo ein Türsteher sich auf gebaut fiat, kann man getrost alle Hoffnungen fallen lassen. Wir baten höflich um Einlaß. Der Portier starrte in die Luft, mit eisigem Gesicht und rührte sich nicht. Der Rezensent drehte sich um und schritt entsagungsvoll die Stufen hinab. Auf halber Höhe der Treppe bekam der Portier einen Anfall von Energie, rannte dem Zeitungsmann nach mit dem Ruf: „Sie kommen auch hintenrum nicht rein“. Stellte sich zwischen afrikanischen Jeep und Mauer und verwehrte dem Zeitungsmann den Eintritt, worauf dieser kehrtmachte, sich auf sein Motorrad schwang und davonfuhr. Zuvor allerdings nahm er von der Programmleiterin des Amerikahauses zur Kenntnis, daß diese mit dem Vorfall nichts zu tun habe. Das Amerikahaus gibt zu, daß hier eine Entgleisung vorgelegen hat, daß es sich von dem Verhalten seines Angestellten distanziert.
Der Vorfall wäre nicht weiter bemerkenswert, wenn nicht in letzter Zeit öfters Beanstandungen notwendig gewesen wären. Der status quo der verspäteten Veranstaltungen, zu denen man erfahrungsgemäß immer erst eine halbe Stunde später zu kommen braucht, Ausstellungen, die diesen Namen nicht verdienen, das alles trägt nicht eben dazu bei, das Vertrauen in die Arbeitsweise des Darmstädter Amerikahauses zu stärken. Es wäre empfehlenswert, wenn derartige Vorkommnisse, wie das samstägliche Verhalten des Türschließers, baldigst abgestellt würden, schon mit Rücksicht auf die Besucher, denen im Amerikahaus letzten Endes das Verständnis für die amerikanische Lebensweise vermittelt werden soll. hfl
Ein Stück Theatergeschichte
Das Haus in der Kirchenallee in Hamburg, das in diesen Tagen sein fünfzigjähriges Bestehen feiert, ist trotz gefährdeter Lage am Hauptbahnhof von den Bomben des Krieges verschont geblieben. Das wirkt — man betonte es in den Festansprachen — wie ein gutes Symbol für eine neue Entwicklung.
Man sagt, die große Hansestadt sei mehr kommerziell als musisch gerichtet. Doch braucht man nur auf das Deutsche Schauspielhaus zu weisen, wenn man Gegenargumente sucht. Seit Baron Bergers Zeiten, dem Gründer und Erwecker jener künstlerischen Sphäre, hat es, ungeachtet einiger Krisen, immer eine Rolle im deutschen Theaterleben gespielt. Noch heute pflegen die Theaterleute in Wien zu fragen: „Was macht Hamburg?“ Denn es hat, zuweilen mehr in Gegensätzen und gerade dadurch anregend, sogar eine gewisse „Achse Hamburg-Wien“ gegeben. Zum Jubiläum war diesmal Liselotte Schreiner vom Wiener Burgtheater gekommen und zu Zeiten der Ellmenreich, der Dore, der Direktoren Eger und Röbbeling hat es manchen Künstleraustausch mit Wien gegeben.
Mit Goethes „Iphigenie“ wahrte man eine Tradition (Aufführung vor 50 Jahren), suchte sie aber mit neuem Geist zu erfüllen. Man erlebte äußerst sorgfältige Regiearbeit unter Lothar Müthel, das Bemühen, dem Wortkunstwerk Goethes eine neue, menschlich erfüllte, nicht stilisierte Athmosphäre zu geben. Aber man spürte fast zu stark diese Arbeit. Das Ergebnis war, teils in der Besetzung, teils im Zusammenklang des Ganzen, nicht immer ganz überzeugend.
Die eigentlichen Jubiläumswerke werden im kommenden Monat mit Zuckmayers „Gesang im Feuerofen“ als Uraufführung in der erweiterten neuen Fassung und Lorcas „Bluthochzeit“ folgen. M. B. S.
Sommers Abschied
VON SIEGFRIED VON VEGESACK
Der Tag ist heiß und drückend. Die Sonne brennt wie im Hochsommer. Blauer Dunst liegt auf den Bergen und Wäldern. Nur ganz leise zittert in der Luft das Summen einer fernen Dreschmaschine.
Plötzlich, ich zucke zusammen — was ist das?
Ein heller pfeifender Ton schwirrt hoch in der Luft, halb Klage, halb jauchzender Jubelruf, als wenn ein Herz in unsäglichem Weh, in unbeschreiblicher Lust zerspringen wollte.
Ich schaue zum offenen Fenster hinaus über den grünen Hügel, um den im weiten Umkreis die herbe Landschaft gelagert ist: endlose Wälder und Berge bis nach Böhmen und Oesterreich hinein.
Ich kann nichts entdecken. Und wieder schwirrt der gellende Jubelschrei hoch in den Lüften, diesmal lauter und näher. Und da löst es sich wie ein Mückenschwarm vom Blau des Himmels, wirft sich jäh im Bogen um den Ahorn und die breiten Linden, läßt sich nieder, bricht auf, schwirrt, jauchzt und schießt mit ohrenbetäubenden Schrei, der wie das Pfeifen einer durch die Luft sausenden Peitsche klingt, im wilden Zickzaekflug rasend um unseren Turm.
Und nun erkenne ich sie: es sind Schwalben, Scharen, Heere von Schwalben, wie ich sie noch nie gesehen habe. Und immer neue Züge treffen ein, begrüßen sich, ordnen sich und schließen sich kreischend dem ungeheuren Schwarm an, der gellend und rauschend immer wieder um den Turm rast.
Da plötzlich löst sich eine kleine Schar von der großen Masse, ein schriller durchklipgender Pfiff zuckt durch die Luft, und der ganze Schwarm schließt sich wehklagend, hell jauchzend dem Vortrupp an, der schnurgerade dem Hollerberg zustrebt und immer weiter zieht, über die Rusel, die Donau, die Alpen — nach Süden ...
Noch sehe ich den Mückenschwarm, noch klingt ein helles Pfeifen in der Luft — dann wird es still. Totenstill. Und diese Totenstille ist so groß, so unheimlich leer, als wäre mit den Schwalben der ganze Sommer, alles Leben davongeflogen.
Noch brennt die Sonne heiß und drückend. Blauer Dunst liegt auf den Bergen und Wäldern. Nur ganz leise zittert in der Luft das Summen einer fernen Dreschmaschine.
Aber in der Nacht kam stöhnend der Nordwind aus Böhmen und brachte Kälte, Wolken und Regenschauer.
Werner Finck
NEBEN DER „MAUSEFALLE“
In Frankfurt a. M. war beim Gastspiel die „Mausefalle“ weggeblieben. Einer Autopanne wegen. So mußte Finck selber zwei Stunden plappern. Das kann er vortrefflich. Einige Frankfurter Sollen gemurrt haben. Sie dachten, die „Mausefalle“ sei so etwas Ähnliches wie das Kollektiv-Kabarett der „Amnestierten“. Das ist sie keinesfalls. Der Abend im Mainzer Pulverturm stellte das durchaus klar. Wer an die prächtigen Kieler Frechdachse zurückdachte, für den schrumpften die Finck-Mäuse zu recht durchschnittlichen Nagetieren zusammen. Einer ist dabei, der kann etwas Besonderes: Wolfgang Müller, aber sein Element ist das Variete. Stimmen-Imitatoren sind da schon immer beliebte artistische Nummern gewesen. Aber was hat das mit einem Kabarett zu tun? Der kleine satirische Einschlag genügt nicht. Den haben auch die Musik-Clowns. Er macht Zarah Leander ebenso blendend nach wie Theo Lingen, imitiert amerikanische Jazz-Musik mit den Lippen quäkend,„trompetend, bibbernd, trägt einen knallenden Applaus davon; mit Recht. Der Altmeister Werner Finck deklamiert, stottert, feixt zwei Leitartikel herunter. Im voraus und nach der Pause, wo es besonders nötig war. Er paßt nicht in die Falle und die Falle paßt nicht zu ihm, er steht neben ihr als lange, graue, kahlköpfige Ratte mit Schopf, blitzschnell und gefräßig zuschnappend, wenn ein Witz in der Luft gewittert wird, der noch nicht gemacht ist. Er grient wie’n Primeltopp (wie die Berliner sagen), unterhält sich eigentlich mit sich selbst und guckt dabei in den Spiegel. Sein Spiegel ist das Publikum, das ihn daraus mit einigen hundert leicht verwandelten Finck-Köpfen gleichfalls angrient, und so zu stets heftigeren Eulenspiegeleien treibt. Wie wäre es mit einem Kabarett der „Nicht Betroffenen“, um den „Amnestierten“ zu begegnen? Die „Mausefalle“ riecht manchmal arg nach Klein-Pyritz an der Knatter. M. G.
Notizen
Max Ophüls, der Regisseur des auf der Biennale ausgezeichneten Films „Der Reigen“ (La Ronde) nach Arthur Schnitzlers gleichnamigen Werk, hat sich bereit erklärt, in München die deutsche Bearbeitung zu übernehmen. Er will den Film nicht synchronisieren — eine reine Synchronisation schließt auch die Entscheidung der Wiesbadener Selbstkontrolle aus —, sondern nur den „Deus ex machina im Frack“, Adolf Wohlbrück, seine Rolle deutsch sprechen lassen. Im übrigen hofft Ophüls, mit wenigen erklärenden Untertiteln die Handlung verständlich machen zu können, ohne den französischen Charme des Filmes dabei zu zerstören. Er äußerte sich im übrigen sehr anerkennend über die „Kluge Entscheidung“ der westdeutschen Selbstkontrolle, die sich damit großzügiger erwiesen habe, als ähnliche Stellen in Italien und England.
Ein Denkmal Johann Wolfgang von Goethes ist jetzt im Highland-Park von Rochester, der drittgrößten Stadt des Staates Neuyork, enthüllt worden. Es ist aus vielen kleinen Spenden von Rochester Bürgern deutscher Abkunft errichtet worden.
Die Außenaufnahmen für den Allotria- Film „Sieben Siegel“, der das Schicksal eines verarmten Adelsgeschlechtes behandelt, sollen in der kommenden Woche im württembergischen Jagsttal beginnen. Die Hauptrollen spielen Camilla Horn, Paul Henckels, Paul Westermeier, Gustav Waldau und Lisi Karlstadt.
Die Religionsgemeinschaft „Zeugen Je¬ hovas“ veranstaltet in der Berliner Waldbühne ihre diesjährige Bezirkstagung. In Anbetracht des Verbots und der Verfolgung der Zeugen Jehovas in der Sowjetzonenrepublik wird der Veranstaltung besondere Bedeutung beigemessen.
„Bibliographisches Institut für Zeit¬ schriften.“ Im Keller des Gemeindehauses der evangelischen Matthäus-Kirche in Berlin-Steglitz, Schloßstraße 44, ist ein Bibliographisches Institut für Zeitschriften in Deutschland entstanden, das bisher auf etwa fünftausend Karteiblättern über tausend Aufsätze und Artikel von mehr als fünfhundert in Deutschland erscheinenden Zeitschriften. Wochenzeitungen und Illustrierten enthält. Der Leiter des Institutes. Paul Schaelow, will neben der Erfassung aller neuerscheinenden Publikationen sein Archiv rückwärts bis zum Jahre 1945 erweitern, so daß eine zusammenhängende statistische Erfassung aller Zeitschriftenveröffentlichungen nach der Kapitulation zur Verfügung stehen würde. Gleichzeitig sollen auch die technischen und kulturellen Beiträgfe der Tageszeitungen sowie die in Deutschland erscheinenden ausländischen Zeitschriften erfaßt werden. Man will gegen relativ billige Gebühren Jahresabonnements für Wirtschaft. Industrie. Verlage und Universitäten einrichten.
Der Deutsche Bund für freies Christen¬ tum. der die freie wissenschaftliche Forschung und deren bestimmenden Einfluß auf die christliche Verkündigung und den Religionsunterricht vertritt, hält unter dem Vorsitz von Pfarrer Erich Meyer vom 2. bis 5. Oktober in Frankfurt in den Räumen des Vereinshauses Westend seinen 2. Kongreß ab. Um der offenen Aussprache mit anderen theologischen Richtungen Raum zu geben, ■wurde der Erlanger Theologe Professor Althaus um ein Gastreferat über „Uroffenbarung und biblische Offenbarung“ geb-ten. Außerdem sprechen Professor Balla (Marburg) über „Die Bedeutung der prophetischen Verkündigung für die Gegenwart“ Rektor Meyer - Spelbrink Nettelstent) über Schule. Kirche und Religionsunterricht“ und Pfarrer Erwin Groß (Hamburg) über „Das Ende des Evangeliums in der absoluten Kirche“.
Rie Stuttgarter Staatsoper wurde eingeladen. mit ihrer Aufführung der Richard Straußschen ..Salome“ an zwei Abenden in Marseille zu gastieren. E. H.
Darmstadt und Umgebung
So ist's richtig
Es wird seit einigen Tagen viel über den Sinn und Zweck der Verkehrsüberwachungswoche geschrieben, und das ist sicherlich gut so. Die allgemeine Verkehrsziplin ist unter aller Kanonen, darüber gibt es kein weiteres Wort zu verlieren. Wer eine 98er fährt, trainiert auf der Rheinstraße für den Nürburgring, und schwere Maschinen sieht man schon gar nicht mehr, so schnell fahren sie. Ich Vorschlägen, daß in Zukunft jedem Kraftfahrer von Staats wegen ein Verkehrsbeamter mitgegeben wird, von wegen der Sicherheit, denn denen geschieht niemals etwas.
A propo niemals: da standen gestern auf dem Marktplatz ein Volkswagen mit mit einem Lautsprecher, aus dem flotte Musik erklang. Eine Art Kundendienst für den Verkehrsteilnehmer, dem mit Flötentönen und höflichen Ermahnungen auf die Sprünge geholfen werden soll. Um die Kaufhalle herum kam eine fahrbare Kreissäge, die, wie bei Kreissägen üblich, sich schneckengleich um die Kurve sägte. Von der Gegenseite kam ein kleiner Polizeibereitschaftswagen Zwischensatz: Müsik aus dem Polizeiwagen an der Marktecke. Ermahnung. „Der Herr dort mit dem blauen Hut geht falsch über die Straße!“ — der, nichts Böses ahnend, zur Einfahrt der Polizeiwache im Schloß einbiegen will. Kurz darauf: Krach! Peng! Zwischenruf von drüben an der Ecke: „So ist’s richtig!“ (Der Mann mit dem blauen Hut, nämlich.)
Kreissäge und Polizei sind sich in die Zinken gekommen. Bis zum Eintreffen des Unfallkommandos großes Palaver der Zuschauer, die das Für und Wider der Schuld mit Sachkenntnis gegeneinander abwägen, etwas einseitig, was die Polizei betrifft. Gottlob wird ein Schuldiger gefunden. Die Bremse von Kollege Kreissäge ist nicht richtig in Schuß. Wenn man die Handbremse mit anzieht, dann steht die Karre. Die Beamten bekommen wieder dienstliche Gesichter, und der Fall ist für sie erledigt. Nur Pech, daß einer von ihnen mit einer Silberschnur am Hut resigniert feststellt: „Rein fahrtechnisch hatte der Beamte eine schwache Position.“ Nichts für ungut, aber uns schien das auch so. Nekrolog: Musik von drüben. Tusch ... -st
Neuer Wohnraum für Darmstadt
Generalversammlung der Gemeinnützigen Eisenbahnerbaugenossenschaft
In der ordentlichen Generalversammlung der Eisenbahner-Baugenossenschaft am 23. September 1950 im Speisesaal des Lok-Werkes sprach nach Begrüßung von Amtmann Selzer, Bundesbahndirektion Frankfurt a. M.. und Wohnungsfürsorgerin Falk das Vorstandsmitglied Engel über die Ziele und Absichten der Baugenossenschaft. Nachdem Amtmann Selzer die besonderen Verdienste des Geschäftsführers der Genosssenschaft, Böhm, herausgestellt hatte, ergriff dieser das Wort zu einem umfassenden Geschäftsbericht. Der Vorschlag des Aufsichtsrates, zum erstenmal seit 10 Jahren, eine dreiprozentige Dividende auszuschütten, wurde gutgeheißen und einer zehnprozentigen Rücklage zugestimmt. Nach der Neuwahl von einigen neuen und der Wiederwahl von zwei alten Aufsichtsratsmitgliedern sprach Geschäftsführer Böhm über das Thema „Einfluß der Wohnung auf das Schicksal des Menschen“.
Nach der Versammlung hatte unser th-Mitarbeiter Gelegenheit, sich mit dem Geschäftsführer der Eisenbahner-Baugenossenschaft über die gegenwärtigen Bauvorhaben zu unterhalten. Zur Zeit liegt der Schwerpunkt der Bautätigkeit auf dem Gelände zwischen der Bismarck-, Weiterstädter- und Lagerhausstraße. Der Neubau an der Bismarckstraße mit 19 Wohnungen und 3 Läden ist. bereits mit einem Kostenaufwand von 270 000 DM unter Dach und Fach gebracht worden. Daneben wurde ein Wohnblock in der Lagerhausstraße mit 17 Wohnungen in Auftrag gegeben. Mit dem Bau des 3. Wohnblocks in der Weiterstädter Straße, der 24 Wohnungen enthalten soll, kann trotz Klärung der Finanzierungsfrage noch nicht begonnen werden, da es den städtischen Behörden bis jetzt noch nicht möglich war, dem in Behelfsräumen untergebrachten Glasermeister Creter eine neue Wohn- und Arbeitsmöglichkeit zuzuweisen. th
An der Stadt notiert
Seinen 75. Geburtstag feiert heute der langjährige Vorstand des früheren Feldbereinigungsamtes Darmstadt, Vermessungsrat i. R. Friedrich Hoffmann. Unter seiner Leitung wurden schon vor dem ersten Weltkrieg die Feldbereindguingen in Habitzheim, Lengfeld und Nierstein durchgeführt. Seine Arbeit als Pionier des Feldberetnigungswesens wurde vielen seiner Beamten und Angestellten zum Vorbild. DT.
Zum nächstjährigen Eberstädter Hei¬ matfest, das anläßlich des 75jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Eberstadt gefeiert werden soll, werden in einer ersten Sitzung des vorbereitenden Ausschusses am 8. Oktober die Vorbereitungen begonnen. DT.
Zur Vermeidung der engen Straßen¬ durchfahrt durch Eberstadt wurde im Zuge der Wilhelm-Leuschner-Straße eine Umgehungsstraße geplant. Die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt kommen nunmehr zur Ausschreibung. DT.
Ein Verkehrsunfall in Arheilgen ereignete sich am gestrigen Tage, als an der Endhaltestelle der Straßenbahn ein Kind, das einen Handwagen schob, plötzlich die Gehrichtung wechselte und dabei von einem Kleinkraftrad angefahren wurde. Es entstand Sachschaden. -st.
Von der Fahrbahn irrte ein in Richtung Darmstadt auf der Autobahn bei Fehlheim in der Nacht vom Samstag zum Sonntag fahrender Lastzug ab und fuhr die Böschung hinunter. Der Fahrer gab an, von anderen Fahrzeugen geblendet worden zu sein und die Sicht verloren zu haben. Der Anhänger des Lastzuges kippte um. Es entstand Sachschaden. DT
Eine Einführung in die Oper „Fra Dia¬ volo“ mit musikalischen Erläuterungen und solistischen Darbietungen gibt im Rahmen der Volkshochschule Musikpädagoge A. W. P a et s am Mittwoch, dem 27. September, um 20 Uhr, im Raum 202 der Technischen Hochschule. DT
Über „Grundzüge des Lastenausglei¬ ches“ spricht in einer Versammlung der Flieger- und Währungsgeschädigten, Kreis Verband Darmstadt, am Donnerstag, dem 28. September um 19.30 Uhr in der Aula der T. H. Oberbürgermeister a. D. Dr. Blaum. DT
Einen Wohnblock für sechs Familien begann vor wenigen Tagen in der Damaschkestraße in Eberstadt die Baufirma Franz Keimig, Nieder-Ramstadt, im Auftrag der Hefefabrik Pleser, Eberstadt, für Werksangehörige. Entwurf und Bauleitung liegt in Händen des Architekten Dipl.-Ing. F. Schmitt. nk.
Treuhänderschaft der Heimkehrer
lud rückgekehrte Kriegsgefangene ein
Zu einem Treffen zurückgekehrter Kriegsgefangener hatte die „Treuhänderschaft der Heimkehrer“ am vergangenen Sonntag im Ausschank der Brauerei Fay, aufgerufen. Herr Fr eit ag, der Interessenvertreter der Treuhänderschaft Darmstadt, begrüßte die Anwesenden und bat Herrn Götz (AOK) mit seinen Ausführungen zu dem Thema der Versdcherungsfrage der Heimkehrer, zu beginnen. Die ausführlichen Erklärungen des Herrn Götz klärten alle Fragen in jeglicher Situation, die die Heimkehrer, im Zusammenhang mit der AOK betreffe, und wies in sachlicher Form auf den grundsätzlichen Fehler im Gesetz hin: daß nämlich seit Inkrafttreten des Gesetzes zur AOK-Betreuung nur zwei Heimkehrer davon Gebrauch machen könnten, da es nur auf die zutreffe, die nach dem März dieses Jahres zurückgekehrt seien. Die weiteren Ausführungen der anderen Herren standen unter dem Motto der scheinbar böswilligen Nutzlosigkeit von derartig aufgestellten Gesetzen. Mit einer Diskussion und der Bekanntmachung weiterer Versammlungen wurde die aufschlußreiche Tagung beendet. Sg.
Anlieger der Heinrichstraße
prozessieren mit der Stadt
Eine Gruppe der Grundstücksbesitzer an der Nordseite der Heinrichstraße zwischen Wilhelminenstraße und Nieder-Ramstädter Straße hat unter Leitung eines Anliegers bei dem Verwaltungsgericht Klage gegen die geplante Verbreiterung der Heinrichstraße erhoben unter Anfechtung von deren Rechtsgültigkeit. Die bereits bombengeschadigten Anlieger sind der Ansicht, daß sie durch die geplante Verbreiterung zusätzlich untragbar schwer geschädigt werden, daß man ihre Einsprüche trotz Versprechens nicht zur Kenntnis nahm, daß die Verbreiterungsplanung nicht gesetzmäßig durchgeführt wurde und im übrigen die der Stadt entstehenden Unkosten nicht den behaupteten Vorteil einer derartigen Verbreiterung aufwiegen. Die Verhandlung findet am 3 Oktober vor dem Verwaltungsgericht statt. DT
Mitgliederversammlung
der Naturfreunde
In einer Mitgliederversammlung der Naturfreunde Ortsgruppe Darmstadt in der T. H. berichtete am Freitagabend der erste Vorsitzende Neubauer, daß Verhandlungen über das Heim auf dem Rimdidim im Rahmen der Wiedergutmachung im Gange seien. _ .
Wie der Landesvorsitzende Buckpesch auf einer Sitzung des Landesvorstandes auf dem Rimdidim berichtet habe, war das internationale Treffen der Naturfreunde auf dem Hohen Meißner erfolo¬ - _ . , ...x.
Wegen der zu hohen Kosten hätte die Landesleitung die Exemplarziffer der Naturfreundezeitschrift „Lug ins Lan von 6000 auf 5000 herabgesetzt Die Landeskonferenz würde im Mai 1951 in w ~ lar stattfinden. Gleichzeitig wäre eine große Photoausstellung vorgesehen. Der Kulturreferent der Landesleitung wurde demnächst Tagungen abha'lten. um den Vorsitzenden der Ortsgruppen ^eue Anregungen für die Gestaltung d P penabende zu geben.
Die Mitgliederversammlung bescmou, eine Kindergruppe ins Leben zu Dem mit der Ortsgruppe verwachsenen Ehepaar Höfer wurde zur goldenen Hochzeit einem anderen Ehepaar zur silbernen’ Hochzeit gratuliert.
Vor dem Forum:
Jugend in Gefahr
Ein erschütterndes Bild jugendlicher Verwahrlosung zeigen die stetig anwachsenden Zahlen der bei den Jugendgerichten und Fürsorgeerziehungsbehörden anhängig werdenden strafbaren Handlungen Jugendlicher. Vor einem Jahr hat sich das Darmstädter Forum mit dieser Angelegenheit befaßt und versucht, in einer öffentlichen Aussprache die Ursachen dieser sittlichen und moralischen Verwahrlosung zu ergründen. Es ist inzwischen auch manches getan worden, um diesen Uebelständen abzuhelfen. Es muß jedoch noch sehr viel mehr getan werden, um unsere gefährdete Jugend vor den sie umlauernden Gefahren zu bewahren. Dazu gehören u. a. die Aufklärung der Jugend durch Eltern, Erzieher und Kirchenbehörden, Schaffung von Kindergärten und anderes mehr. Es ist richtig, daß eine der Hauptursachen in den unzulänglichen Wohnverhältnissen und der überaus, schlechten sozialen Struktur eines großen Teiles des Deutschen Volkes zu suchen ist. Um so mehr muß alles Erdenkliche getan werden, um unsere Jugend von der Straße fern zu halten und sie wieder gesunden zu lassen.
Ueber dieses Thema wird am Donnerstag, den 28. September, 20 Uhr, in der Technischen Hochschule, Saal 163, diskutiert werden. Eltern, Erzieher und alle in Frage kommenden Behörden werden hierzu eingeladen. -Ma-
Jeep fuhr auf Langholzfuhrwerk
Gestern mittag fuhr ein aus Richtung Mannheim kommender Jeep auf der Autobahn in der Gegend von Lorsch auf einen in gleicher Richtung fahrenden Langholzlastzug auf. Das linke Hinterrad des Langholzwagens wurde abgerissen. Der Jeep überschlug sich mehrmals und blieb mit abgerissenen rechten Rädern etwa 15 Meter vor dem Lastzug liegen. Der Fahrer des Personenwagens, ein farbiger amerikanischer Soldat, wurde schwer verletzt. Die Holzladung wurde durch den Zusammenstoß vom Fahrzeug gerissen. DT
Die Post zahlt ihre Renten für Monat Oktober 1950 am Freitag, dem 29. September, von 8 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr; am Samstag, dem 30. September, von 7 bis 13 Uhr.
Recht muß Recht bleiben
Allgemeiner Deutscher Beamtenschutzbund und Vertriebene Beamte Ost erheben Forderungen
In zwei Versammlungen, die am Samstagnachmittag stattfanden, stellten Beamte aus dem Bundesgebiet und vertriebene Beamte aus dem Osten klar heraus, daß sie ein unabdingbares Recht auf die Erfüllung ihrer Forderungen hätten.
In der Aula der TH
eröffnete am letzten Samstag der Darmstädter Vorsitzende des „Allgemeinen Deutschen Beamtenschutzbundes“, Amtmann Stiepel, die Versammlung und gab einen kurzen Abriß über den jetzigen Stand der Verhandlungen über die Forderungen verdrängter und entnazifizierter Beamter an den Staat. Nach ihm ergriff Dr. Krummacher das Wort. Darmstadt sei ihm nicht fremd, sagte der Redner, habe er doch längere Zeit hier im Lager zugebracht. Er erinnerte an den damaligen Besuch und Vortrag des Ministers Dr. Stein, der gesagt habe: „Ihr alle kommt wieder an eure Plätze, denn wir brauchen euch ja dringend“, und an die bis jetzt noch nicht erfolgte Wahrmachung dieses Versprechens.
Starke Erregung entstand in dem Raum, als Dr. Krummacher die Affäre der jüdischen Handelsbank erwähnte. Korruptionen und nicht nötige Ausgaben müßten immer höher werden, da man das Wort „Genossen“ von genießen her ableite, sagte Dr. Krummacher unter dem XGelächter der Versammlungsteilnehmer.
Der Redner stellte die Treue und Zuverlässigkeit der alten Beamten in den Vordergrund. „Recht muß immer Recht bleiben“, schloß Dr. Krummacher seine Rede „und Deutschland soll wieder das heilige Land der Treue sein“.
Im „Hotel Knauf“
fand eine ausgesprochen informatorischen Charakter tragende Zusammenkunft der maßgebenden Vertreter der Kreisverbände von Verbaost, Darmstadt, Dieburg und Bensheim statt.
Nachdem der Vorsitzende der Darmstädter Organisation, die Vertreter der Kreise, sowie die Presse begrüßt hatte, und auf die Wichtigkeit der Behandlung und des Zeitpunktes des gesamten Fragenkomplexes der vertriebenen Beamten hingewiesen hatte, erteilte er dem Referenten der Tagung, Herrn Landgerichtsrat Dr. Perbe das Wort.
Als Leitmotiv stellte der Redner einen Brief vom April des Jahres 1908 des damaligen Ministers Freiherrn vom Stein in den Vordergrund, in welchem dieser schrieb: „Alle Gehälter sind um die Hälfte reduziert, auch die der regierenden Minister.“ Dr. Perbe, der früher in Danzig amtierte, gab zunächst einen Bericht über den augenblicklichen Stand der Verhandlungen des Landesverbandes mit den einschlägigen ministeriellen Vertretern. Trotz der Bestimmung des Grundgesetzes wolle man jetzt mit dem § 77 des Artikels 131 die Rechtsverweigerung verewigen. (Der § 77 soll die Möglichkeit, daß die vertriebenen Beamten ihre sachlich und sittlich berechtigten Ansprüche auf dem Klagewege erreichen, ausschalten.) Diese Verordnuhg stelle einen ungeheuren Rechtsbruch dar, der für alle Zeiten die vertriebenen Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes zu Staatsbürgern niederen Rechtes abstempeln würde.
Nach der eindringlichen, jedes Moment klar herausstellenden Rede schloß sich eine Besprechung der einzelnen Teilnehmer an, in der alle die heimatvertriebenen Beamten klarstellende Antworten erhalten konnten.
Die anwesenden Herren beschlossen einstimmig, Protest gegen die menschenunwürdige Behandlung der im Verbaost zusammengefaßten Beamten einzulegen. — Die Formulierung des Protestes fordert alle diejenigen, welche die Grundsätze eines sozialen Rechtstaates ernst nehmen auf, den Regierungsentwurf abzulehnen, und die vom Bundestag bereits im vorigen Jahre einstimmig beschlossene Gleichberechtigung der Vertriebenen und Entrechteten endlich durchzuführen. Sg.
Darmstädter Teckel erfolgreich
Die Gruppe Darmstadt des Deutschen Teckelklubs hielt ihre diesjährige Spurlautprüfung im Jagdrevier Seeheim-Bickenbach ab. Von acht gemeldeten Hunden haben fünf die Prüfung mit Erfolg bestanden. Die Hunde haben <furch diese Jagdgebrauchsprüfung das Leistungszeichen „Spurlaut“ erworben.
Es haben bestanden: 1. Bessy vom Kugelberg Nr. 488 485 L, Bes. Horstmaler, Darmstadt-Eberstadt, 11. Preis - 88 Punkte. 2. Anuschka v. d. Wasserschaft Nr. 497 460 L, Bes. Werner Thiemann. Darmstadt, 11. Preis - 75 Punkte. 3. Quiry v. d. Schellenburg Nr. 492 060 R, Bes. Rudolf Heindl, Darmstadt, 11. Preis - 72 Punkte. 4. Strolch (Kratz) Nr. 493 288 R, Bes. Rev.-Förster Gottlieb Friedrich, Oberfinkenbach, HI. Preis - 64 Punkte. 5. Wicht vom Heubachtal Nr. 492 176 R, Bes. Hans Herrmann, Mannheim (Führer: Werner Thiemann, Darmstadt), 111. Preis - 56 Punkte.
Zu dieser Prüfung wurden wertvolle Ehrenpreise von nachfolgenden Darmstädter Firmen gestiftet, denen auch an dieser Stelle herzlichst gedankt wird:
E. Stegmüller, Westdeutsche Kaufhof AG, Roman Sobeck, Ernst Olitzsch, Konditorei Baur, Heag, Robert Hübner, Frankenstein-Apotheke, Farben-Krauth, Karl Klöppinger, Darmstädter Tagblatt.
Für alle Tecke.lfreu.nde weisen wir darauf hin, daß am 8. Oktober dieses Jahres eine Zuchtschau in Offenbach am Main gemeinsam von den Gruppen Darmstadt, Offenbach und Langenselbold abgehaiten wird und am 12. November dieses Jahres in Darmstadt eine Schweißprüfung stattfindet. Meldescheine sind bei der Geschäftsstelle Darmstadt, Sandbergstraße 9 erhältlich.
Stehaufmännchen
auf der Autobahn
Ein seltsamer Unfall ereignete sich in der Nacht vom Sonntag zum Montag auf der Autobahn bei Gräfenhausen. Beim Ueberholen eines Lastzuges geriet ein Personenwagen ins Schleudern und stürzte seitlich um. Der auf der Seite liegende Pkw rutschte durch seine Geschwindigkeit auf der Fahrbahn 39 Meter weiter und stieß gegen die Innenseite eines Brückenpfeilers. Durch diesen Anprall fiel der Wagen wieder auf die Räder. Die rechte Seite des Fahrzeuges wurde schwer beschädigt, die beiden Insassen aus Hannover kamen mit leichten Verletzungen davon. DT
Oberbürgermeister Metzger spricht am Freitag, dem 29. September, abends 20.15 Uhr im Gasthaus „Zur Harmonie“ in der Pfungstädter Straße in Eberstadt über das Thema „Was können wir von den Amerikanern lernen?“ DT
Das „Sporer-Thor“
Von den einstmaligen Toren in Darmstadt haben sich bis auf unsere Zeit die Namen nur zum Teil erhalten, wie z. B. Rheintor, Jägertor und Maintor. Die Tore slbst sind alle durch die räumliche Ausdehnung der Stadt seit Anfang des 19. Jahrhunderts verschwunden.
Die Tore lagen naturgemäß an den Hauptzufahrtsstraßen, die aus vier Himmelsrichtungen in die Stadt mündeten. Die damalige Frankfurter Straße führte über Weiterstadt, Arheilgen, neben dem Herrngarten her, die „Große Arheilger Straße“ schneidend, nach der dem Ballonplatz vorgelagerten „Vorstadt“, die durch das „Sporer-Thor“ abgeschlossen war. Das Tor stand am Eingang zum Herrngarten, „Bosket“ genannt, wo sich jetzt das ältere Gebäude der Hochschule befindet, die Magdalenenstraße abschließend. Der Bau wurde unter dem Landgrafen Ludvig V. (1596—1626) errichtet und führte ursprünglich den Namen „Äußeres Arheilgerthor“. Die Umbenennung in „Sporer-Thor“ muß schon ziemlich früh erfolgt sein, denn der Name erscheint bereits im Jahre 1649 in verschiedenen Akten. Die eigenartige Bezeichnung ist darauf zurüfkzuführen, daß in dem Tor der „Hofsporer“ wohnte, also ein Mann, der Sporen anfertigte. Der Name hat sich auch später erhalten, als die Wohnräume den sogenannten „Gnadensöldnern“, verdienten Krigs-Invaliden, zugewiesen wurden.
Die Stadttore wurden nur zu bestimmten Zeiten offen gehalten. Schon im Jahre 1668 hatte Landgraf Ludwig V. die Torsperre für Sonn- und Festtage eingeführt, die fm Jahre 1680 etwas gemildert wurde insofern, als früh morgens die Tore kurze Zeit offenzuhalten waren, um das Weidevieh hinauszulassen, und außer diesem Geistliche und Aerzte, die dienstlich außerhalb der Stadt zu tun hatten. Andere Personen brauchten zum Verlassen der Stadt einen Passierschein. Ständige Erlaubnisscheine hatten nur die „ordinari Postknechte“ und der „Einspännige“, der viermal in der Woche nach Frankfurt geschickt wurde.
Zu der Sonntagssperre kam im Jahre 1766 die Nachtsperre hinzu. Damals durften nur das Neue Tor (am Luisen-Platz) und das Jägertor (an der Dieburger Straße) nachts passiert werden. Alle übrigen Tore, auch das Sporer-Tor, blieben verschlossen, und zwar in der ersten Hälfte des Januars' ab halb fünf Uhr, in der zweiten Hälfte ab 5 Uhr; von Mitte Mai bis Ende Juli ab 9 Uhr. Eine Viertelstunde vor Schluß hatte der Torwächter das Glöckchen auf dem Dach zu läuten.
Das Ein- und Auslassen kostete für jeden Fußgänger 2 kr., ein Stück Rindvieh 3 kr-, ein Schwein 1 kr., ein Kalb, Hammel oder Schaf 2 kr. Befreit von der Abgabe waren Militär, Geistliche, Aeuzte, Hebammen, Wachhiften, Forstbeamte, Feld schützen, Feuerläufer und dergleichen.
Um gewissen Leuten die Lust zu nehmen, die Sperre zu umgehen, war bestimmt, daß jeder dieser Uebeltäter mit so viel Gulden bestraft wurde, als er Pfennige hatte sparen wollen. Diese Nachtsperre hat übrigens, allerdings mit einigen Erleichterungen bis etwa 1820 bestanden.
Das Sporer-Tor wurde im Jahre 1810 abgetragen. H. K.
Die Hessische Landesmusikschule. Darmstadt, veranstaltet zum Semesterende im Saal der Christengemeinde. Flerdweg 31, am Donnerstag, dem 28. September, zwei Aufführungen. Nachmittage um 17 Uhi- spielen Liebhaber-Klassen unr1 einige Ausbildungsschüler, abends, um 19 Uhr, folgt pin reiches, wechselvolles Programm von Ausbildungsschülern.
WIE-WIRD-DAS- WETTER
Unfreundlich und kühl
Vorhersage: Am Dienstag stark wechselnde Bewölkung und einzelne Schauer; sehr kühl, westliche bis nordwestliche Winde.
Weitere Aussichten: Allmähliche Wetterbesserung.
Wohin gehen wir heute?
Lichtspieltheater: Union: „In den Klauen des Borgia“; Thalia: „Der Weg ins Freie“; Belida: „Der dritte . Mann“; Palast: „Die Hölle von Oklahoma“; Hansa: „Schwarze Narziß“.
Technische Hochschule: Raum 163, 19.30 Uhr: Vortrag: „Das gefährliche Alter der Frau“ von Prof. Dr. H. Naujoks, Frankfurt/Main.
Technische Hochschule: Raum 167, 19.30 Uhr: Vortrag: „Sprache, Volkstum und Humanität von Dr. Günther Geyl, Darmstadt.
Paulussaal: 19.30 Uhr: Darmstädter Singkreis: „Geistliche Abendmusik“, Eintritt frei.
Hygiene-Lichthof, Neckarstraße 3: 10—18 Uhr, Ausstellung: „Gesundes Leben“.
Wir gratulieren
Silberhochzeit: Herrn Ludvig Mischlich und Frau Marie geb. Rühl, Darmstadt, Darmstraße 49.
75. Geburtstag: Herrn Vermessungsrat i. R. Friedrich Hofmann, Darmstadt.
Der Sport
Fußballpunkte rollen in Europa
Die Auslandsschau des Sports
schi. Die englischen Berufsspieler atmen auf — nachdem sie im letzten Monat mindestens neunmal die Fußballschuhe anziehen mußten (abgesehen vom aufreibenden Training), werden jetzt nur noch am Wochenende Meisterschaftsspiele ausgetragen. In den beiden obersten Spielklassen, der 1. und 2. Division, gibt es nach den Punktekämpfen vom letzten Samstag nur noch zwei ungeschlagene Mannschaften; im „Oberhaus“ ist dies Newcastle United und im „Unterhaus“ die Trautmann-Elf von Mandiester City. Im St.-James-Park erlebten 65 000 Besucher (Tagesrekord!) einen 2:1-Sieg des Tabellenführers Newcastle über Arsenal. Stopper Compton (Arsenal) spielte dieses Mal schwadi. Rechtsaußen Walker und Mittelstürmer Milburn stellten mit zwei prächtigen Treffern den verdienten 2:1- Sieg sicher. Den zweiten Tabellenplatz sicherte sich Manchester United mit einem harterkämpften 2:1-Erfolg bei Middlesbrough. Meister Portsmouth ist im Kommen, das beweist der feine 5:1- Auswärtssieg gegen Everton. Die „Wölfe“ gingen bei Charlton 2:3 ein. Weitere Ergebnisse: Blackpool—Aston Villa 1:1, Bolton—Derby 3:0, Fulham—Liverpool 2:1, Huddersfield—Sheffield Wednesday 3:4, Stoke—Chelsea 2:1, Tottenham —Sunderland 1:1, WB. Albio—Burnley 2:1. Newcastle führt jetzt mit 15:5 Punkten vor Manchester Vnited (14:6), Arsenal und Middlesbrough (je 13:7), Wolverhampton, Liverpool, Charlton (je 11:7), Blackpool und Huddersfield (je 11:9) Punkten. In der zweiten Division gab es ums Haar eine dicke Überraschung, denn der Tabellenführer Manchester City mußte sich zu Hause im Spiel gegen den Tabellenletzten Luton Town mit einem mageren 1:1 zufrieden geben. Manchester City liegt mit 15 Punkten vor Coventry und Blackburn (je 14 P.) an der Tabellenspitze.
Drei Länderspiele
Im 53. Fußballänderspiel zwischen Norwegen und Schweden, vor 38 000 Zuschauern im Osloer Ullefal-Stadion, spielte die Norweger-Elf geschlossener, aber die Schweden hatten im rechten Verteidiger Stydevold und ihrem Stopper Svensson zwei Abwehrspieler, die den norwegischen Angriff völlig kaltstellten. Nachdem torlos die Seiten gewechselt worden waren, legten die Schweden einen famosen Zwischenspurt ein, der ihnen durch den ausgezeichneten rechten Flügel Jönsson und Palmer innerhalb von dreißig Minuten eine 3:0-Führung verschaffte. Ein Elfmeter ergab den einzigen Gegentreffer der Norweger.
In Helsinki besiegte die schwedische B-Mannschaft die finnische Nationalelf knapp 0:1.
Ein Dutzend Tore brummte die ungarische Fußballelf in Budapest ihren Gästen aus Albanien auf. Das 12:0 (5:0) spricht Bände über den Klassenunterschied.
Racing verliert Punkte
In Frankreich mußte sich der Spitzenreiter Racing Paris im Wochentagsspiel bei Lille mit einem 1:1 zufrieden geben. Drei Tage später reichte es im Lokalderby gegen Red Star abermals nur zu einem 1:1, so daß der Racing-Club jetzt nur noch gemeinsam mit Stade Rennes und Straßburg (je 10:2 Punkte) die Tabelle anführt. In überraschend guter Form befindet sich Straßburg, das zunächst den FC Toulouse mit 6:1 geradezu deklassierte und dann in Le Havre zu einem harterkämpften 1:0 kam. Lille (8:4 P.) siegte bei Toulouse 2:0 und liegt auf dem vierten Platz.
In der Schweizer Fußballmeisterschaft spielte Servette Genf im wichtigen Kampf gegen den FC Basel nur 1:1, während die „Konkurrenz“ doppelte Punktgewinne hatte. So schlug Chaux de Fonds Locarno 4:2 und der FC Biel Lausanne Sports 3:1. Servette führt jetzt gemeinsam mit Biel und Chaux de Fonds (je 5:1) vor dem FC Basel (4:2) Punkte. *
In Italien erfreute der führende FC Mailand seine Freunde mit einem deutlichen 9:2-Erfolg über Novarra. Bologna gewann 2:0 gegen den FC Neapel und in Palermo waren die Zuschauer froh, als der Schiedsrichter das Spiel gegen Udinese (1:0) abpfiff, denn der Neuling überraschte. Juventus Turin setzte sich bei Lucchese 1:0 durch. FC Mailand, Bologna und Palermo (je 6:0) und Juventus Turin (5:1) Punkte liegen zur Zeit vorne.
Die Herzen der Wiener gehören ihrer „Austria“. Nach der letzten 7:5 -Niederlage gegen „Rapid“ haderte man zwar mit den „Violetten“, immerhin war es ein schönes Spiel und zwölf Tore sieht man nicht an jedem Sonntag. Beim Treffen Austria—Sportclub fielen acht Treffer, die „Austria“ siegte 5:3 und führt jetzt mit 10:2 Punkten vor „Rapid“ (9:1). „Rapid fertigte „Sturm“ Graz 12:1 ab. Die „Vienna“ (9:3 P.) schickte „Elektra“ 7:2 geschlagen nach Hause.
„Rote Armee“ russischer Meister
Der „Zentralklub der Roten Armee“ spielte gegen Spartak Tiflis Zwar nur 2:2, doch reichte der eine Punkt schon jetzt — es sind noch zwei Runden auszutragen — für die Sicherung des Titels. ♦
In Polen führt der mehrfache und auch letztjährige Meister „Gwardja“ Krakau (das ist die frühere traditionsreiche Elf von „Wisla“ Krakau) mit 29:9 Punkten vor „Ruch“ Chorzow (24:14) und „Kolejarz“ Posen (22:16) Punkten.
Wies'n-Spritzer von der Isar
Darmstädter bummelten über die Theresienwiese
Sprechende Zeitungen müßte man drucken können, und dazu noch in Mundart. Ansonsten ist das Oktoberfest nicht echt einzufangen. (Zum Beispiel: „Göh’ loass’ di hoamgeing. Klözensepp“ ... zu deutsch: Lassen Sie sich mit einer Violine nach Hause begleiten, Sie getrockneter Birnenjosef!“) Schweiz-weiß steht’s auf dem Papier — aber weiß (und zu Füßen der Bavaria) -blau waren viele Jsarstädter und Gäste von weither. Dieweil’s am Samstag und Sonntag zum ersten Male nicht regnete beim Fest.
Auf der Wies’n: Buden und Stände ohne Zahl. Um a Fuffzgerl oder a Markl (und noch viel mehr) gab’s an Kaas, a Herzeri fürs Herzeri, Zuckerln zum Naschen — das Marsmädchen mit Zwei-Meter-Hals, aber auch eine lebende Jungfrau überhaupt ohne Kopf, Samba-Riesenzwillinge (je 350 Pfund) zu sehen.
Attraktionen, Sensationen, Bumerangbahn, Tobogga, Achter, Abus, Schottenring, Geisterbahn, Riesenrotor, „flying cars“ — alles war da und (weiß der Daus) was noch! Und a Moass hat’s gee’m zu 1,60. Viel bestaunt der „Löwenbräu“ brüllende Löwenbräu - Löwe. Die aufgeblasene Riesenmaass hoch überm Platz: HB mit Wasserstoff gefüllt. Zehntausende bunter Glühlampen am Abend. Märchenhaft. Der stärkste Eindruck für den Fremden.
Auf daß ich den Sport nicht vergeß’: Beim Spiel an der Grünwalderstraße war auch ein vielbeschäftigter 98er. Ihn traf ein „Löwen“-Vorstand. Den begleitet ein jovialer Herr in graumeliertem G’wand. „Darf ich Eahna unsern Herrn Prösidönt’n vorstöjn? ... Herr Heppenheimer, Geschäftsführer der Darmstädter.“ Drauf Theo Heppenheimer: „Sehr angenehm — gut, daß ich Sie treffe, wo kannn ich unser Geld bekommen?“ „Bei mir leider nicht, ich bin nämlich der Minister-Präsident von Bayern“ ... RG
Wettkämpfe in Jugenheim
Die am Sonntag von der Sport- und Kulturgemeinde veranstalteten Wettkämpfe brachten beachtenswerte Ergebnisse. Im Dreikampf (Weitsprung, 100-Meter-Lauf und Kugelstoßen) der Männer bis 35 Jahren siegte Eduard Franz mit 56,6 P., der Männer von 36 bis 45 Jahren siegte Wenzel Richter mit 62 Punkten und im Dreikampf der Männer über 45 Jahren siegte Ludwig Schüler mit 45 Punkten.
Im 100-Meter-Lauf der Männer bis 35 Jahre siegte Eduard Franz mit 12,2 Sek., Karl Heinz Stein im Kugelstoßen mit 9,20 Meter und Eduard Franz im Weitsprung mit 5,60 Meter.
Das Kugelstoßen der Männer im Alter von 36—45 Jahren gewann Heinrich Fuchs mit 8,20 Meter, und im Weitsprung siegte Heinrich Fuchs mit 5,05 Meter.
Im Dreikampf der Jugend wurde Wulf Lebrecht mit 60 Punkten Sieger. Bei dem Dreikampf (Weitsprung, 75-Meter-Lauf und Medizinball) der Turnerinnen über 18 Jahre siegte Irmgard Vollmar mit 65 Punkten. Den Dreikampf der Turner jugendlichen gewann Friederun Lebrecht mit 68,5 Punkten. Peter Wenner gewann mit 64 Punkten den Dreikampf der Schüler bis 12 Jahre, während Herbert Leichtweis mit 69,5 Punkten den Sieger der Schüler von 12 bis 14 Jahren stellte. Im Wettkampf der Schülerinnen bis 12 Jahre machte Rosemarie Kämmerer mit 66 Punkten das Rennen, während Katharina Dietz mit 59 P. bei den Schülerinnen im Alter von 12 bis 14 Jahren siegte.
Im Tischtennis der Männer siegte Karl Heinz Stein, im Doppelspiel Karl Heinz Stein und Walter Roth. Im Spiel der weiblichen Jugend gewann Helga Czibulinsky, und Sieger im Doppelspiel wurden Marlene Schüler und Helga Czibulinsky. Im Tischtennis der männlichen Jugend stellte Kurt Glaser den Sieger, während im Doppelspiel Osthof und Mertens den Sieg verbuchen konnten.
Die Schachabteilung konnte im Spiel gegen Bickenbach mit 7:1 siegen. hl.
Handhall
Handball in der Bezirksklasse Odenwald
Fränkisch-Crumbach Urberach 4:6 (1:2) Seeheim Eopertshausen 5:6 (3:3) Kirch-Brombach Langen 7:7 (3:5). Rei-'m— Groß-Biebcrau. ausgefallen Fränkisch-Crumbach enttäuschte seine Anhänger sehr. Der in den letzten Spielen erfolgreiche Sturm war nicht wiederzuerkennen. Schlechtes Zuspiel machte manchen gut angelegten Angriff zunichte. Dafür sind auch die schlechten Platzverhältnisse keine Entschuldigung. Hinzu kam noch die mangelhafte Abwshrleistung des Torwarts. Trotz dieser Heim-Niederlage braucht die Mannschaft nicht den Mut zu verlieren. Urberach überraschte durch eine gute Gesamtleistung und wird auch für die kommenden Spiele ein sehr zu beachtender Gegner sein. Das Spiel der Reserven endete 5:2 fürFränkisch-Crumbach.
In Seeheim sah man zuerst die Einheimischen in Front; doch konnte Eppertshausen bis zur Pause egalisieren. Beim Stande von 4:3 für Seeheim fiel durch 13-Meter-Ball gegen Seeheim der Ausgleich. Eppertshausen nutzte anschließend die entstandene Unsicherheit der Seeheimer Hintermannschaft entscheidend aus. — Das Spiel der Reserven endete 4:2 für Seeheim.
In Kirch-Brombach gab es ein ausgeglichenes Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften. Wohl führte Langen bis kurz vor Spielende noch mit 7:4 Toren, aber die eifrigen Gastgeber konnten in einem starken Endspurt ausgleichen ünd damit den ersten Pluspunkt erringen. Die Reserven spielten 7:2 für Kirch-Brombach.
Die Begegnung Reichelsheim — Groß-Bieberau wurde auf einen späteren Termin verlegt.
Radsport
Ludwig-Fleischhacker-Gedächtnis-Rennen
Um den Ludwig-- Wander-Polcal, der von der Witwe, unseres gefallenen Clubkameraden zur Verfügung gestellt wurde, maßen die Rennfahrer des DRC auf der Strecke Darmstadt —Windmühle (Pallaswiesenstraße) über Gräfenhausen usw. bis zum Forsthaus Gehspitze (Frankfurt a. M.) ihre Kräfte. Die Strecke war zweimal (— 100 Kilometer) zu durchfahren.
Klaus Kanold holt sich die Trophäe in 2:56:05, 2. Hans Lücker in 2:58:28, 3. Heinz Baumann in 3:02:58, 4. Horst Muhl in 3:16:15.
Die übrigen Fahrer schieden teils durch Stürze, teils durch Defekte aus. Spengler zog sich hierbei eine Gehirnerschütterung zu.
Rei der Jugend, die nur eine Strecke von 50 Kilometer hinter sich zu bringen hatte, wurden die Plätze wie folgt belegt: 1. Trumpfheller 1:40:10, 2. Schwarz 1:40:12, 3. Riedlinger 1:40:15.
Pressestimmen
zum Spiel TSV 1860 München—SV 98 Darmstadt
„Süddeutsche Zeitung“, München: „... Boshafte Leute behaupteten, sie wären sogar mit Siegesaussichten gekommen. Noch boshaftere aber meinten, einige ihrer Schlachtenbummler seien erst gar nicht in den „Sechzger“, sondern gleich auf die Wies’n gegangen. Dort sollten sie im Augustiner die Boxe des Keglervereins ,Die Harmlosen' bezogen und kräftig gesungen haben: .Drei Lilien, drei Lilien, die pflanzt’ ich auf ein Oberllga-Grab‘. Die Münchener dagegen sollen nach ihrem Sieg zu Ehrenmitgliedern der Kgl. priviligierten Schützengesellschaft ernannt worden sein. Aber wie gesagt: Das sind nur Behauptungen böser Zungen ... Nun, harmlos waren die Darmstädter nicht. Vor allen hatten sie einen neuen Torwart mitgebracht. Seinen Namen wird man sich in Zukunft merken müssen: Ruhl. Was dieser schlanke Unbekannte zunichte machte, war einfach fabelhaft Der Torhüter verhinderte allein eine Katastrophe .. *
„Münchner Merkur“: Darmstadt 98 gehört zu den 1. Liga-Mannschaften mit Kreisklassenformat, eine Ausnahme bildet der zum ersten Male eingesetzte Torhüter Ruhl. ... Ein Spitzenteam müßte diesen hessischen Neuling in der Verfassung, wie er sich gestern präsentierte, glatt zweistellig nach Hause schicken ... An spielerische Intelligenz mangelte es der Darmstädter Stürmerreihe fast völlig • • *
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“: „Die Darmstädter erwiesen sich als eine der schwächsten Mannschaften, die bisher im Grünwalder Stadion gesehen wurden ..“ *
„Frankfurter Rundschau“: „Bei Darmstadt war Torwart Ruhl der beste Mann. Auch Verteidiger Abt und Mittelläufer Schmidtmer spielten eine gute Partie .. *
„Frankfurter Neue Fresse“: .Im Darmstädter Tor spielte diesmal ein junger Mann namens Ruhl, den man als „Ersatz“ angekündigt hatte, der aber heute wohl das Spiel seines Lebens lieferte ...“ «
„Die Neue Zeitung“, München: „Darmstadt schlug sich in München bemerkenswert tapfer. Vor allem der als „Ersatz“ spielende Ruhl verhinderte Münchner Erfolge...“ *
„Sportbericht“, Stuttgart: „Die Darmstädter Lilien sind bei ihrem Münchner Gastspiel so ziemlich alles schuldig geblieben, was man von einer Oberligamannschaft eigentlich hätter verlangen müssen. ... Vor allem die Ballbeherrschung war äußerst mangelhaft..
Der letzte Septembersonntag in den Kreisklassen
Ausgeglichenheit im Kreis Darmstadt
Bickenbach führt in der A-Klasse
Bickenbach hat nun durch den hohen Sieg über TuS Griesheim die Tabellenführung übernommen. Es war ein etwas einseitiges Spiel, bei dem der Gast in der meisten Zeit in seiner eigenen Hälfte mit allen Beinen nur verteidigte. Bis zur Halbzeit lagen die Platzherren schon 4:1 in Führung und auch nach dem Wechsel waren sie noch dreimal erfolgreich. Das Ehrentor der Gäste konnte Gerhard erzielen, während für Bickenbach Rebenich, Veith und Aßmus die Torschützen waren.
Einen lobenswerten Erfolg brachte SSG Langen gegen Weiterstadt fertig. Der Gast, als starker Favorit bekannt, mußte sich mit einem 1:1 begnügen und kam auf den zweiten Tabellenplatz. Leider hat sich nun zum zweitenmal der Torhüter von Langen bei einem Angriff auf das Tor einen doppelten Schädelbruch zugezogen. Herold brachte seinen Verein SSG vor der Halbzeit in Führung, aber Weiterstadt sorgte sofort für den Ausgleich. Nach der Pause ließen beide massiven Hintermannschaften keinen zählbaren Erfolg mehr zu.
Gräfenhausen bewies auch in seinem zweiten Spiel schönes Können und bezwang seinen Gegner Hahn, der sich viel vorgenommen hatte, knapp mit 3:2. Erst in den letzten Minuten fiel der langersehnte Siegestreffer, Schmidt, Langendorf und Seiler teilten sich die Torausbeute.
Die stark aufgekommene'Elf aus Nieder-Ramstadt fertigte in einem schönen und vor allem schnellen Spiel seinen Gast Seehelm deutlich mit 4:0 ab. Zwar war der Gast bis zur Pause ein ebenbürtiger Gegner, konnte aber dem Druck der Platzherren nach dem Wechsel nicht me^r standhalten. Poschmann, der von Sonntag zu Sonntag mehr in Form gelangt, schoß allein'3 Tore. Schweitzer besorgte das vierte Tor mit wunderbarem Flachschuß.
Eine Ueberraschung wurde aus Hähnlein gemeldet, denn hier mußten sich die stark favorisierten Hähnleiner gegen die junge Elf der TSG 46 ein 3:3 gefallen lassen. Für die Platzherren waren Flauaus W. und Gußmann P. erfolgreich.
Eine zweite Niederlage mußte Alsbach in Erzhausen hinnehmen. Bis zur Pause hieß es schon 1:0. Auch nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste nicht ins Spiel und mußten sich einen weiteren Treffer •gefallen lassen. Erzhausen hat damit seine ersten Punkte errungen.
B-Klasse
Auch in der B-Klasse kristallisiert sich allmählich eine Spitzengruppe heraus. Ueberraschend konnten die Griesheimer die SV 98er klar und deutlich mit 4:0 abfertigen. Wittmann, Grimm und Feuerbach waren die Torschützen.
Rohrbach brachte es auch diesmal nicht fertig, zum Sieg zu kommen. Brandau, das immer noch mit Ersatz spielen muß, gewann knapp aber verdient mit 3:2. In Ober-Beerbach war ein reines Schützenfest, denn Jugenheim schoß 16 Tore. Ein Handballergebnis, bei dem alle sechs Minuten ein Tor fiel.
Eschollbrücken gewann mit viel Glück gegen die verbesserte Elf der Union 2:1. Schon nach den ersten 45 Minuten war das Schicksal der Darmstädter besiegelt. Plösser und Steuerwald sorgten für den Sieg. Traisa kam auch diesmal wieder zu einem Punkt. Die Soma vom VfR Langen war ein tapferer Gegner und errang ein Unentschieden. Falter und Trautwein waren für Traisa erfolgreich.
Nur zwei Heimsiege im Kreis-Groß-Gerau
Am Sonntag standen alle Vereine im Kampf um die Punkte, wobei es nicht ohne Ueberraschung abging. Im Mittelpunkt der Groß-Gerauer Fußball-A-Klasse stand das Derby zwischen Büttelborn und dem Tabellenzweiten Gernsheim. Bereits in der vierten Minute ging Gernsheim durch Mittelstürmer Sannert in Führung. Man sah zwei nahezu gleichwertige Mannschaften, wobei Gernsheim lediglich durch schnelles und sauberes Zuspiel Vorteile hatte, die ihm auch das 1:0 einbrachten. Durch diesen doppelten Punktgewinn konnte Gernsheim die Tabellenführung übernehmen.
Wolfskei^len kam in Ginsheim nicht um eine Niederlage herum und fiel dadurch auf den vierten Tabellenplatz zurück. Ginsheim durch den Platzvorteil wesentlich begünstigt, konnte durch Feldl und Fieser einen 2:0-Sieg herausarbeiten. In Torhüter Unger hatte Wolfskehlen seinen besten Mann. Bis zur Pause konnte Stockstadt gegen Astheim durch Kowalski eine LO-Fübrung herausarbeiten, die zehn Minuten n?^-> r^m Wechsel Graulich auf 2:0 erhöhte. Wen’-e Minuten später erzielte Astheim den verdienten Anschlußtreffer und hatte sogar den Ausgleich in der Hand, als Astheims Mittelstürmer ein Elfmeter verschoß.
Die Tabellenletzten Dornheim und Biebesheim teilten die Punkte. Nach torloser 1. Halbzeit ging Dornheim gleich nach Wiederbeginn der 2. Halbzeit durch Krumb in Führung. Doch die Biebesheimer ließen sich keinesfalls entmutigen und glichen nicht nur aus, sondern erzielten sogar fünf Minuten später den Führungstreffer. Kurz vor Schluß konnte Scala durch einen Prachtschuß ausgleichen.
Durch zwei herrliche Strafstoßtore von J. Jourdan stellte Walldorf in Raunheim Sieg und Punkte sicher.
Wesentlich schwerer hatte es Klein-Gerau in Gustavsburg, wo es durch seine eiserne Energie aus einem 2:0-Rückstand einen 3:2- Sieg herausarbeitete. Durch eine Umstellung in der zweiten Halbzeit kam Klein-Gerau besser auf und konnte durch den errungenen Sieg zwei wertvolle Punkte mit nach Hause nehmen. Für Klein-Gerau waren Reibstein, Schamber und Laun erfolgreich.
B-Klasse: Wallerstädten hatte zu Hause gegen die Neulinge aus Erfelden wenig Mühe, um zu einem sicheren 4:0-Erfolg zu kommen. Obwohl Erfelden zum Schluß mit allen Mannen stürmte, blieb ihnen das Ehrentor versagt.
Geinsheim scheint immer noch nicht richtig Tritt gefaßt zu haben. Es kam vor eigenem Publikum gegen den TSV Rüsselsheim nicht über ein 1:1 hinaus.
Die Ib-Mannschaften von Bischofsheim und Opel Rüsselsheim konnten ihre Siegeszüge in Goddelau (1:4) und in Leeheim (2:4) weiter fortsetzen.
Königstädten konnte vor heimischem. Publikum nicht gefallen und mußte sich gegen SSV Rauheim 0:1 geschlagen geben, -od-
Lengfeld siegte 6:1
Reinheim überraschend geschlagen
Die TG Ober-Roden hatte in Ueberau einen so starken Gegner, daß ihr zu Hause noch nicht einmal der Ehrentreffer gelang. Der Gast, der in der Halbzeit 0:1 führte, kam schließlich zu einem klaren 3:0-Sieg Das höchste Ergebnis des Tages brachte Langfeld zustande. Unter der Leitung von Schiedsrichter Fink, Michelstadt, führten die Einheimischen bei der Pause bereits 4:0; sie konnten das Ergebnis schließlich durch Tore von Kreschtenko (2) und Schnellbächer, Klotz, Friedrich und Gärtner (je 1) auf 6:1 stellen. Götzenhain dagegen hatte sich hinter Nieder-Roden versehen, das sich in einem Spiel mit acht Toren schließlich einen 5:3-Sieg holte. Der Gast holte sich durch Weyland die Führung, doch konnte Müller für Götzenhäin ausgleichen. Nieder-Roden hatte seine beiden nächsten Treffer bereits erzielt, alg Schäfer kurz vor Seitenwechsel auf 2:3 stellte. Nach der Pause setzte der gleiche Spieler dem vierten Gästetor einen Treffer entgegen, aber kurz vor Spielende kann Neckermann in dem ausgeglichenen Spiel, das allerdings unter glattem Boden litt, noch einmal für Götzenhain einsenden. Die Ueberraschung lieferte diesüjal Dreieichenhain. Es hatte zwar den IPlatz vorteil, aber Reinheim gilt als der stärkste Verein seiner Klasse. Die Rodgauer haben zwar nur ein Tor das einzige des Tages überhaupt erzielt, aber es pachte n zwei äußerst wertvolle Punkte. Dreieichenhains Nachbar Offenthai ließ die Gelegenheit des Punktgewinns zu Hause gegen Groß-Zimmern nicht entgehen. Nach dem 1:1 in der Halbzeit, in der Köppe den Groß-Zimmerner Vorsprung ausgleichen konnte, sorgten Rath und Werner für den 3:1-Sieg.
In der B-Klasse konnte Schaafheim seinen Gast Groß-Umstadt mit einem hohen Til-Ergebnis geschlagen nach Hause schicken. Beim Halbzeitstand von 3:0 hatten Haag (2) und Hüber (1) die Tore für die Einheimischen vorgelegt. Nach dem Wechsel kam Groß-Umstadt zu seinem Ehrentor, aber Kreh (2), Kneisel und Höreth (je 1) stellten den hohen Sieg sicher. Das Treffen Brensbach gegen Niedernhausen blieb bis zur Halbzeit torlos, aber in der TO. Minute gelang es Pössinger dann doch, für den Gast das einzige Tor des Tages zu beobachten. RG
Kreisklasse Erbach
Torloser Kampf um die Tabellenspitze
Bei schlechten Platzverhältnissen kam es in Höchst zu einer Begegnung, die erst in der zweiten Halbzeit ihre Höhepunkte hatte. Torlos ging es in die Pause. Nach dem Wechsel wurde Höchst überlegen und erzielte durch Waldhaus (2) und Urban 4 Tore, denen Bad König erst kurz vor Schluß durch Hofmann den Ehrentreffer entgegensetzte.
Neustadt und Sandbach lieferten sich ein schwaches torloses Spiel, bei dem Neustadt besonders in der zweiten Hälfte leicht überlegen war. Sandbachs Torhüter Seeger hielt jedoch ausgezeichnet.
Die verbesserten Rimhomer kamen über Hainstadt auf eigenem Platz zu einem verdienten 5:2-Sieg, der in erster Linie wieder dem guten Stürmerspiel von Schimpf zu verdanken ist. Allein drei Tore gingen auf sein Konto. Im übrigen waren Schneider und Vetter für Rimhorn, Hartmann und Wolk für Hainstadt erfolgreich. Auf beiden Seiten gab es je einen Treffer durch Hand-Elfmeter.
In diesem Spiel ging es zeitweise über die Maßen hart zu. Würzberg versuchte durch Härte und körperlichen Einsatz das bessere spielerische Können der Gäste wett zu machen. Es kam dabei zum Platzverweis des Würzberger Spielführers. Würzberg war in der ersten Halbzeit durch Trumpfneller in Führung gegangen, Holzschuh schoß nach der Pause den Ausgleich für Beerfelden.
Die Erbacher Sondermannschaft war ihren Gästen aus Günterfürst weit überiegen und siegte mit 6:2. Zwar führten die Platzherren bis zur Pause erst 3:2 wobei Hegemann bei Erbach für ein Selbsttor sorgte, drehten jedoch nach dem Wechsel mächtig auf und siegten durch Tore von Bretsch, Zyrotek, Heine, Holzhütter und Gotter 11. verdient.
In Lützel-Wiebelsbach gingen die Gäste •durch einen Hand-Elfmeter, den Ihrig verwandelte, in Führung. In der 32. Minute erzielte Hans Orth für die technisch besseren Platzherren den Ausgleich. Bis 15 Minuten vor Schluß erhöhten Georg Olt (.3) Eckert und Hans Orth auf 7:1. Bei diesem Stand schied ein Verteidiger -W<e¬ ™achs V€r,letzt aus- Gegen die nun mit 10 Mann spielenden Platzherren holten die Steinbacher Gäste noch zwei Tore auf. -di
Einhausen am Tabellenende
Reichenbach führt im Kreis Bergstraße
Zwei unerwartete Ergebnisse zeitigte der letzte Sonntag: Einmal die überraschende 2:4- Niederlage Einhausens auf eigenem Gelände aas sich dem Riedmeister Fehlheim nach hartenl’, ausgeglichenem Kampf beugen mußte und letzlich an seinem mangelnden Stehvermögen scheiterte.
Die zweite Überraschung bereitete Mörlenbach den favorisierten Reichenbachern, indem es mit Dietrich einen jungen, talentierten Torhüter zwischen die Pfosten stellte und so die wunde Stelle der Elf heilte. Ein Treffer Schmittingers würde von Fink für Reichenbach egalisiert.
Ein weiteres Unentschieden gab es in Weiher, wo die Platzherren den zu Spielbeginn durch A. Weber erzielten Fürther Führungstreffer trotz streckenweiser Überlegenheit erst in der Schlußminute durch H. Schmitt aufholen konnten.
Auerbach wehrte sich vergebens gegen seine 2 ^-Niederlage. Waldmichelbach hatte, bereits bis zum Seitenwechsel 3 Tore vorgelegt.
Affolterbach ließ sich zu Hause auch durch eine nach 25 Minuten erzielte 2:0-Führung Lampertheims nicht aus der Ruhe bringen sondern erzwang bis zur Pause den Gleichstand und lief später, als die Gäste dem Temno zum Onf°r fielen, zu bemerkenswerter Form nuf. dr-.h ,md H_,r_ m-nn mit 4:2 zahlenmäßigen Ausdruck fanaen.
B-Klasse Odenwald
h ZWeite Spielsonntag der B-Klasse brachte, insgesamt gesehen, die erwarteten Jrg^P,lss,e’ wenn auch die Deutlichkeit, mit der Mitlechtern in Ober-Abtsteinach 5:1 unterag, etwas überraschte. Die Platzherren hatten diesmal die rechte Schußlaune, mußten sich vor Halbzeit zwar mit nur einem Treffer begnügen, steuerten dafür aber nach Sei-V~r^l den Ball Netz. Schmidt die ’ ?eindte’ und Wetzel sorgten für gegensS. RaUCh daS Ehrent°l' ent“
besser hielt sich in Unter-Abtsteinach besser als erwartet und konnte dieses erste h,^SPIeU-rOt,Z der 1 ^-Niederlage als Er-Kohl^P^Oeh?16 Mannschaft hat gelernt. H. V^’^ch’ager, Pfitzer und L. Kohl sorgten für die Fünf, Unger buchte die Eins.
m?rh?b/Ch ^att? Sich in der ersten Hälfte mächtig zu strecken, um - Schönmatten-Zink ertuu Tor zu £estatten, das Zink erzielte. Nach Seitenwechsel waren die veGünthert (2), Haag und Weigold erzielten die Tore für Rimbadi.
Spitzenreiter und Meisterschaftsfavorit Wahlen ließ sich auch vom SV Fürth (4-2) nicht bremsen, wenngleich die Platzherren vielbeimg und zah verteidigten. So blieb es bei jeweils zwei Toren pro Durchgang, dem Furth je eines durch Fath entgegensetzte Maisack und Otto schossen Wahlens’Doublet-Wahlen, Ober-Abtsteinach und Unter-Abtsteinach fuhren mit je 4:0 Punkten nun die Tabelle an. ni
STARKENBURG
Schulspeisung und Züchtigung
Am Freitagabend fand in der Groß-Gei auer Schillerschule eine Sitzung des Elternbeirates der Volksschule statt. Hierbei dieskutierte man die Themen „Schulspeisung und Züchtigungsrecht der Leh¬ -1 eit.’ Kreisschulrat Schwedes erwähnte, er habe die Verabreichung von Milch und Kakao auf Grund einer Anweisung des Ministeriums in der Volksschule sowie in dem Realgymnasium verbieten lassen. Zudem würde die Verabreichung dieser Getränke das Fortbestehen der Schulspeisung gefährden. Die Eltern waren hiermit nicht einverstanden; ein Mitglied des Beirats erklärte, daß er beim Ministerium auf eine diesbezügliche Anfrage die Antwort erhalten habe, die Milchspeisung könnte von der Schulleitung auf eigene Verantwortung weitergeführt werden. Man forderte den Schulrat auf, sich für die Wiedereinführung des Milch- und Kakao-Getränkes einzusetzen. Schulrat Schwedes sprach sich bei dieser Gelegenheit gegen eine Wiedereinführung des Züchtigungsrechts für Lehrer aus. Die Eltern waren der Ansicht, daß der ministerielle Erlaß, der den Lehrern das Züchtigungsrecht nimmt, die Erziehung der Kinder ernstlich gefährde. cg •
„Die Abrxeise“ zum Abschluß
Trotz aller Wetterbefürchtungen konnte am Sonntag auf der Gartenterrasse des Velteschen Hauses in Trautheim die einaktige Oper Eugen d’Alberts „Die Abreise“ gespielt werden, mit der für diesen Sommer die Freilichtaufführungen im Garten ihren Abschluß fanden. Wie die bisherigen Spiele verriet auch die Wahl dieser Oper ein sicheres Gefühl für die Möglichkeiten einer solchen Bühne, die wie stets mit wenig Requisiten geschmackvoll ausgestaltet war. Lotte Leist-Veite als Luise war der beherrschende Mittelpunkt des gut gelungenen Zusammenspiels. Ihr Sopran zeichnete sich besonders in den Höhenlagen durch strahlenden Glanz aus. Christian Schmidt als Trott und Karl Pfeiffer als Gilfen sangen ihre Partien mit glücklicher Einfühlung. Maria Lutz hatte die Begleitung am Flügel übernommen und trug das Spiel sicher auch über einige Klippen hinweg. Der Zuschauerkreis dankte den Künstlern mit herzlichem Applaus. — Für den Winter sind kleine Konzerte in den Räumen des Hauses Veite geplant. -di-
Tagungen bei der „Umstädter Woche“
Ihm Rahmen der Groß-Umstädter Woche findet am Montag, dem 25. September,' in der Säulenhalle des Groß-Umstädter Rathauses eine Tagung der Ortsgewerbevereine des Regierungsbezirkes Darmstadt statt, auf der der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, Dr. Hüfner, über das Thema „Aktuelle Fragen der Wirtschaftspolitik“ sprechen wird. Präsident Gisbert von der Handwerkskammer wird einen Vortrag über die „Bedeutung und Aufgaben der Ortsgewerbevereine und ihre Zusammenarbeit mit den Berufsorganisationen“ halten. Am Dienstag, dem 26. September, werden auf dem Schulhof durch die Landwirtschaftskammer landwirtschaftliche Geräte vorgeführt. Am Sonntag, dem 1. 10., dem letzten Tag der Groß-Umstädter Woche, findet um 9 Uhr in der Säulenhalle eine Kreisdelegiertentagung der Arbeiterwohlfahrt statt. st
Heinrich Helm wurde Bürgermeister
Nachdem Dr. Haller zum Leidwesen aller Güttersbacher sein Amt als Bürgermeister niedergelegt hat, um wieder die Leitung seines Betriebs in Worms zu übernehmen, wurde in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung Johann Heinrich Helm einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt. Dr. Haller wird sich im Rahmen einer Bürgerversammlung am heutigen Samstagabend von der Güttersbacher Einwohnerschaft verabschieden. Gleichzeitig kommen weitere Hausratsbeihilfen zur Verteilung. —ch
Knochenfunde in Bensheim
Bei Bauarbeiten auf dem Grundstück des Gastwirtes Stock in der Bahnhofstraße wurden Teile von Skeletten, die in der Erde ein<gegraben waren, gefunden. Man vermutet, daß sich an dieser Stelle früher einmal ein Museum oder dergleichen befand. (HB)
Lernbecher-Prozeß vertagt
Die vierte Sitzungsperiode des Darmstädter Schwurgerichts in diesem Jahr wurde gestern morgen mit der Hauptverhandlung gegen den wegen versuchten Totschlags und Einbruchsdiebstahls angeklagten 49jährigen Steinmetz August Lernbecher aus Bensheim eröffnet.
Dem Angeklagten wird zunächst vorgeworfen, mehrere Einbruchsdiebstähle und andere Delikte in Bensheim begangen zu haben. Beim achten Diebstahlsversuch am 5. März 1949 wurde er von einer Polizeistreife überrascht. Trotz mehrmaligen Anrufs flüchtete der Angeklagte. Daraufhin gaben die Beamten einige Warnschüsse ab. Nach kurzer Verfolgung — so berichten die Polizeibeamten — sei Lernbecher plötzlich stehen geblieben. Sie hätten dann ein Mündungsfeuer aufblitzen sehen und daraus geschlossen, daß sich der Flüchtende zur Wehr setzt. Die Polizeibeamten antworteten daraufhin mit gezielten Feuer. Lernbecher erhielt dabei einen Lungendurchschuß und brach zusammen. Die Beamten sorgten für eine sofortige Einlieferung des Getroffenen in ein Krankenhaus. Kaum eingeliefert, floh Lernbecher. Er begab sich nach Holland. Vor einigen Monaten kehrte er freiwillig zurück und stellte sich der Polizei.
Der Angeklagte gab gestern zu, eine Pistole besessen, jedoch nicht geschossen zu haben. Demgegenüber steht neben der Aussage der beiden Beamten die Feststellung des Sachverständigen, daß in der fraglichen Zeit aus der damals sichergestellten Pistole ein Schuß abgegeben worden ist.
Da noch weitere Zeugen geladen werden müssen, vertagte das Schwurgericht gestern abend den Termin auf nächste Woche. wst.
Was aũch interessiert:
Unter dem Namen Henri Dunant wird das Brandauer Haus am 1. Oktober vom IRK-Bezirksverband Darmstadt der Jugend übergeben. Bisher diente es als Genesungsheim für Versehrte und Heimkehrer. prs'
Der Sippentag der Siefert, über den wir bereits früher berichteten, findet am 8. Oktober in Beerfelden statt. prs.
Eine Hubertusjagd führt am 4. November der Reit- und Fahrverein „Vorderer Odenwald“ in Babenhausen durch. Am Abend findet im Hotel „Zum Löwen eine Hubertusfeier statt.
Einem Herzschlag erlag am Freitagabend Rektor Heinrich Klein, Babenhausen, auf dem Weg zu seiner Wohnung. Rektor Klein war langjähriger Dirigent des Kirchenchores und Ehrendirigent beim Volkschor Sängerbund 184 Ü
Wiederholten Eingaben der Crumstädter Gemeindeverwaltung, die Ausbesserung der Hauptstraße der Gemeinde finanziell zu unterstützen, soll stattge geben worden sein.
Nur einen politisch Verfolgten weist die Statistik der Gemeinde C r u m s t a d t auf. Die Gemeinde ist damit eine der Ortschaf-Eid“ eine so geringe Zahl von politisch Verfolgten aufweisen kann.
rrnßp Aufregung verursachte am Sonntag ein SchwJn. das durch die Straßen Bockstadt raste. Das Tier hatte seine Umfriedung durchbrochen und ruinm Weg ins Freie durch einen suchte . * ben am Altrhein. Es war sSwSg die Zugehörigkeit des unter¬ «lustigen Schweines zu ermitteln, da es bisSzur Unkenntlichkeit mit Schlamm bedeckt war.
vjnrrh Unvorsichtigkeit entstand in und Kleiderschrank« zum Opfer fiel.
Sonnenschein am Michaelimarkt
Zuchtviehprämiierung und Vorführung landwirtschaftlicher Geräte
Die Wettergötter hatten ein Einsehen, und nach dem verregneten Sonntag schien die Sonne am Montag, dem Höhepunkt des Reichelsheimer Michaelismarkts, mit strahlender Unschuld vom Himmel herab.
Als im Jahre 1751 die große Ueberschwemmungfskatastrophe eintrat, gelobte die Bevölkerung den Machaelistag festlich zu feiern, und aus dieser jahrhundertealten Tradition entwickelte sich aus einem ehemaligen Handelsmarkt der Reichesheimer Michaelismarkt. In den letzten Jahrzehnten schlief der Marktbetrieb etwas ein, und erst im vergangenen Jahr wurde zum erstenmal wieder* der überlieferte Michaelismarkt begangen. In der Hauptsache soll er zur Förderung der Tierzucht beitragen, der auch am Montag der ganze
Vormittag gewidmet war. Aus allen Gegenden hatten die Landwirte ihr Vieh aufgetrieben, um es auf dem Sportplatz den kritischen Augen der Preisrichter vorzuführen. Die Gesamtleitung der Veranstaltung hatte das Qarmstädter Tierzuchtamt. Am Eingang zum Sportplatz grunzten in Weidenkörben kleine Ferkel, die von den Schweinehändlern zum Verkauf angeboten wurden. Die Blaskapelle hatte unter den Kronen der Bäume auf einem Podium Platz genommen und ihre Musik erklang durch große Lautsprecher, die an allen Ecken des Sportplatzes aufgestellt waren. Hunderte von Kühen standen nebeneinander an den Drähten improvisierter Zäune, Ziegen meckerten und Männer standen in großer Zahl herum, die fachgemäße Gespräche über Kartoffelanbau und Viehzucht hielten.
An allen Ecken tagten die Preisrichterkollegien, die die nicht sehr einfache Aufgabe hatten, aus der Unzahl der zur Schau gestellten Tiere die besten herauszusuchen und zu prämiieren. Die Leistungen waren in einzelnen Klassen überraschend, so daß in manchen Wertungsgruppen rwei erste Preisträger ermittelt werden mußten. Was die Veranstaltung von anderen dieser Art angenehm unterschied, war das Fehlen jeglichen Jahrmarktsbetniebs. Die ganze Atmosphäre atmete unverfälschte bäuerliche Tradition, und die Ruhe und Sachlichkeit gab dem Reichelsheimer Michaelismarkt sein eigentliches Gesicht.
Nach der Prämiierung zogen Bürgermeister Nicklas mit den Ehrengästen, unter ihnen Landrat Neff und Regierungsrat Zörgiebel mit den Preisträgern unter Marschmusik ins Gasthaus „Zum Adler“, wo nach dem Mittagessen die Auszahlung der Prämiengelder erfolgte. Anschließend fand an der Straße nach Fränkisch-Crumbach eine Vorführung der neuesten Kartoffelvorratsrodern für Pferde und Traktoren statt, die einen großen Interessenkreis fand.
Am heutigen Tag erfolgt um 14 Uhr die Ziehung der Reichelsheimer Marktlotterie, die unter Aufsicht der Ortspolizeibehörde erfolgt.
Die Ergebnisse der Viehprämiierung: Abteilung 1 Bullen über drei Jahre: Gemeinde Eberbach 1. Preis; Bullen unter drei Jahre: Phil. Pfeiffer 111. (Bierbach), 1. Preis; Leistungskühe über 10 Jahre: 1. Preis Phil. Pfeiffer 111. (Bierbach), 2. Preis Fr. Jost (Gumpen), 3. Preis Fr. Jost (Gumpen); Kühe fünf bis 10 Jahre: 1. Preis Phil. Pfeiffer 111. (Bierbach), 2. Preis H. Böhm (Kohlbacherhof). 3. Preis Phil. Pfeiffer 111. (Bierbach); Kühe bis fünf Jahre: 1. Preis H. Böhm (Kohlbacherhof), 2. Preis dergl., 3. Preis Fr. Neurotz (Unter-Ostern); Rinder: Drei 1. Preise an H. Böhm (Kohlbacherhof), Fr. Jost (Gumpen), Phil. Pfeiffer 111. (Bierbach); Kuhfamilien: Drei 1 Preise an Phil. Pfeiffer 111. (Bierbach), H. Böhm (Kohlbacherhof), Fr. Jost (Gumpen). Klein e Ein zelzüchters am m¬ -1 ungen: Zwei 1. Preise an Gg. Pfeifer (Eberbach) und Fr. Jost (Gumpen). Groß e Sammlungen: Zwei 1. Preise an Phil. Pfeiffer (Bierbach) und an die Ortsfachgruppe Gumpen. Rotv i e h (Bullen über drei Jahre) Spitze: Gemeinde Ober-Ostern, zwei 1. Preise an Ph. Arras ( Ober-Ostern und Joh. Wilh. Arras (Rohrbach). Pferde: Einjährige S tu t f ohl e n : 1. Preis P. Eidenmüller (Groß-Gumpen), 2. Preis G. Eidenmüller (Ober-Ostern), 3. Preis G. Baltz (Groß-Gumpen). Zweijährige Stutfohlen: 1. Preis A. Löw (Kilsbach), 2. Preis Fr. Neuroth (Unter-Ostern), 3. Preis Fr. Wiilh. Dingeldein (Reichelsheim). Stuten mit Fohlen: 1. Preis P. Hofmann (Klein-Gumpen). Einjährige Stutfohlen (Kaltblut): 1. Preis Wilh. Roder (Eberbach). Stuten mit Fohlen: 1. Preis Nik. Knöll (Winterkasten). -st.
Protest
gegen städtische Ansprüche
Der Landkreistag Darmstadt stellte mit Befremden neue Versuche der Stadtkreise fest, sich auf Kosten der Landkreise zu bereichern. Ein bezeichnendes Beispiel habe in dieser Beziehung der Frankfurter Oberbürgermeister mit seiner Forderung nach den restlichen Baudarlehen gegeben. Wenn die Landkreise nicht alle Gelder angefordert hätten, so wurde betont, sei dies nur aus der Tatsache zu verstehen, daß die Landkreise kaum die Möglichkeit hätten, die erforderlichen Hypotheken zu bekommen. Auch verwahrte man sich dagegen. daß die Stadtkreise den Landkreisen die Arbeitskräfte wegnähmen, während die Landkreise immer mehr zu Armenhäusern würden und dadurch hohe soziale Lasten zu tragen hätten. (oa)
Grundstein zum Erfolg und Wegweiser in das reifere Leben
Hundertjahrfeier des Realgymnasiums Langen
Wie viele höhere Schulen auf dem Lande, so entstand auch die Langener Lehranstalt aus privater Entschlußkraft. Das hat seinen Grund darin, daß die Leistungen in der Volksschule zu Beginn und in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts auch in Langen sehr schlecht waren. Die Mädchen erhielten überhaupt keinen Rechenunterricht, und die Knaben beherrschten kaum die Grundrechnungsarten. Sachunterricht wurde nicht erteilt. War es da verwunderlich, daß sich bessergestellte Eltern nach einem Privatlehrer umsahen?
Die Vorgängerin des heutigen Realgymnasiums war jedoch die im Jahre 1845 von Pfarrer Knodt in Egelsbach und Pfarrassistent Walther in Langen gegründete Privatschule. Diese führte in steter Entwicklung zur Höheren Bürgerschule, Realschule, Oberschule — zum Realgymnasium, zur Vollanstalt.
Wenn jetzt, im Herbst des Jahres 1950, die Jahrhundertfeier begangen wurde, so deshalb, weil im Herbst des Jahres 1850 eine ordnungsgemäße Schulgesellschaft (Kuratorium) diese Schule übernahm und sie unterhielt.
Die akademische Feier
Am Samstagmorgen wurden die Feierlichkeiten durch eine Gedenkfeier auf dem Friedhof eingeleitet, der sich um 10.00 Uhr im Saale des evangelischen Gemeindehauses eine Feierstunde anschloß. Umrahmt wurde die Feier durch das Streichorchester der „Freunde der Anstalt“ und dem Schülerchor, beide unter der Leitung von Musiklehrer Schmitt.
Der Leiter der Anstalt, Direktor Dr. Flöring, begrüßte die Gäste und gab in einer knappen Zusammenfassung einen Rückblick auf die Entwicklung der Anstalt. Den Festvortrag hielt Professor Dr. Karl Müller, Darmstadt, der im wesentlichen auf die Problematik der Höheren Schule in der Formulierung: „Was bedeutet für uns die Welt der Antike, was hat sie bedeutet und was wird sie in Zukunft bedeuten?“ einging. Der Redner vertrat den Standpunkt daß die Höhere Schule zu allen Zeiten auf dem Wege der „Imitatio“, der „Nachahmung der Alten“ zu ihrer wahren Bedeutung gelangt sei. Dies sei bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts die einzige denkbare Auffassung gewesen. Von da an hätten sich neben dem Gymnasium mit humanistischer Bildung das Realgymnasium und die Realschule ihre Gleichberechtigung erkämpft. Homer und Plato, Cicero und Virgil, bis zu dem Zeitpunkt die Bildungsmittel schlechthin, erlangten eine zweitrangige Bedeutung. Seit dieser Zeit gäbe es verständlicherweise das Streben nach einer Schulreform, das jeweils zu den Krisenzeiten besonders stark hervortrat.
Diesem eindrucksvollen Referat schlossen sich mehrere Redner an, die die Glückwünsche der Behörden überbrachten; u. a. wurde ein Handschreiben des hessischen Kultusministers Dr. Stein verlesen. Der Bürgermeister der Stadt Langen überreichte eine Glückwunschadresse der Stadtverwaltung. Im Namen der Volksschul-Gruppe sprach Rektor Mann, als Vertreter des Hessischen Philologenverbandes Studienrat Leyerzapf.
Die Ausstellung
Gegen Mittag wurde in der Turnhalle des Langener Realgymnasiums eine Ausstellung von Schülerarbeiten und Neuanschaffungen, die durch „die Elternhilfe" finanziert wurde, eröffnet. Man hatte Wert darauf gelegt, aus allen Fächern, die eine sichtbare Darstellung ermöglichen, einige in der Schule gefertigte Arbeiten zu zeigen, bei denen man nicht, wie sonst üblich, von der Gegenüberstellung der Leistungen einzelner Klassen ausging, sondern versuchte, an Hand der gestellten Aufgabe^, ihrer Durchführung und Lösung, den Ausbildungsgang der Schüler sichtbar werden zu lassen. Ein Versuch, dessen Erfolg seine Berechtigung erwies.
Die Schüleraufführung
Am Nachmittag wurde im evangelischen Gemeindehaus Grillparzers dramatisches Märchen „Der Traum ein Leben“ zur Aufführung gebracht. Unter der künstlerischen Beratung von Frau S. M. de B o n h e y o hatten Schüler und Schülerinnen der Oberstufe dieses nicht leicht darzustellende Stück einstudiert. Es war erfreulich zu sehen, wieviel Mühe man sich gegeben hatte, nicht nur sprachlich und schauspielerisch, sondern auch mit Kostümen, Requisiten und Bühnenbild. Besonders hervorzuheben sind die Leistungen einer Mirza, Gülnare und eines gut erfaßten „alten Weibes“, eines Rustan, Massud und eines Königs von Samarkand. Hervorragend Zanga, der Sklave, dem die Rolle auf den Leib geschrieben schien.
Den Abend beschloß ein geselliges Beisammensein der ehemaligen Schulkameraden.
Zum Sonntagnachmittag war der Saal des evangelischen Gemeindehauses erneut bis auf den letzten Platz gefüllt. Einleitend wurde die Glückwunschkantate für Soli, Chor und Orchester Johann Sebastian Bachs — in einer neuen Textfassung — von einem Schüler der Anstalt umgeschrieben—• zu Gehör gebracht. Dies mag vielleicht gewagt erscheinen, die Art der Durchführung jedoch fand vollsten Anklang — und dies mit vollem Recht.
Das Orchester der „Freunde der Anstalt“ und der Oherchor der Schule umrahmten die Vorträge zweier Solisten. Die Sopranstimme sang der Quintaner Gerhard Meier, ein zwölfjähriger Junge, stimmlich einwandfrei. Als Baß hatte sich Hermann Diersch in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt.
Hindemiths Schuloper „W i r bauen eine Stadt“ bildete den Abschluß der Nachmittagsveranstaltung. Die Fröhlichkeit und Begeisterung, mit der die kleinen Sextaner und Quintaner „ihre Oper“ zu Gehör brachten, wirkte auf jeden der Anwesenden ansteckend.
Unter der Anleitung von Studienrätin Dora F eil eh ner hatte man Hindemiths Oper mit Vor- und Zwischenspielen versehen und so das Ganze noch lebendiger gestaltet. Mit einer nur Kindern eigenen Unbefangenheit verkörperten sie den Bürgermeister, Baurat, Lehrer, Verkehrsschutzmann und die Bürger und Bürgerinnen der neuen Stadt, „in der die Erwachsenen nichts zu sagen haben“.
Ein Spiel voller Tanz und Gesang, voller Trubel und Leben, getragen von heller Freude, dennoch sinnvoll gezügelt und gelenkt, mit einem Wort: eine Leistung, auf die die Kleinen stolz sein dürfen.
Festball und Schulsportfest
Der Abend fand die ehemaligen Schüler und Schülerinnen, diesmal leider aus Platzmangel jahrgangsweise in einzelne Lokale verteilt, zur Wiedersehensfeier vereint^ Aus allen Gegenden Deutschlands hatten sie sich eingefunden, um an diesem Feste teilzunehmen. Die älteste Schülerin war weit über die 80 hinaus.
Am Montag versammelte sich die Schuljugend zu frohem Spiel und Sport, zu lustigen Wettkämpfen auf dem Sportplatz. • Damit fand ein Fest seinen Ausklang, das viel Mühe gekostet, aber weit mehr Freude in jedem zurückgelassen haben dürfte. Ein Fest, an das alte und junge Schüler noch lange zurückdenken werden. —bst
Wer soll in den Gemeinden entscheiden?
Zur Sitzung des Kreisverbandes Darmstadt des Hessischen Landgemeindetages
Im alten Hessen-Darmstadt bewährte sich bis auf den heutigen Tag in den Landgemeinden die sog. Bürgermeisterverfassung. Nach der neuen Gemeindeordnung (die augenblicklich im Entwurf vorliegt und zu der am Wochenende in Darmstadt die Gemeinden des Landkreises Stellung nahmen) ist es den hessischen Gemeinden gestattet, unter Umständen die sog. „unechte Magistratsverfassung“ einzuführen. Es werden sich also in absehbarer Zeit alle Gemeinden mit diesen Problemen zu befassen haben.
Bei der Aussprache in Darmstadt stellte es sich heraus, daß die Vertreter der kleineren Orte wenig Neigung hatten, von der Bürgermeisterverfassung abzugehen, da der Bürgermeister in diesen Gemeinden in allen Fragen eingeweiht ist und infolgedessen am besten und sichersten entscheiden kann. Gegen die Bürgermeisterverfassung, besonders in größeren Gemeinden, spricht die Ueberlegung, daß man nach demokratischer Auffassung von der Ein- Mann-Verantwortung loskommen und die Verantwortung und Entscheidung auf ein Gremium von mehreren Personen verteilen müsse. Das setzt aber voraus, daß die Gemeindevertreter entsprechend ausgebildet und geschult sind. In dieser Hinsicht würde die Existenzberechtigung des Freiherrvom-Stdin-Instituts in Lindenfels wesentlich untermauert.
Einen Hinterungsgrund gegen die Einführung der Magistratsverfassung sahen die Bürgermeister des Landkreises verschiedentlich in den noch unbekannten finanziellen Auswirkungen. Jedenfalls war man allgemein der Auffassung, daß auch der ehrenamtliche Bürgermeister ein ausreichendes Gehalt zu beziehen habe. Mit der Festsetzung des Gehalts des Bürgermeisters, des Kassenverwalters und anderer Gemeindebeamten durch den Gemeinderat war man auf keinen Fall einverstanden. Die Gehälter müßten von oben herab festgelegt werden.
Grundsätzlich stimmte man der Auffassung des Hessischen Gemeiridetags zu, daß sich in den kleineren Gemeinden (ob die Grenze bei 3000 oder 5000 Einwohnern liegt, steht noch dahin) die Beibehaltung der seitherigen Bürgermeisterverfassung empfehle. Nur in größeren Gemeinden wurde die Einführung der Magistratsverfassung für vorteilhafter und vom demokratischen Standpunkt aus für richtiger gehalten. Grundsätzlich war man auch der Auffassung, daß die Gemeindereform unbedingt kommen müsse, um endlich eine zeitgemäße Gemeindeordnung zu erhalten. Begrüßt wurde auch, daß Pflichtaufgaben den Gemeinden nur durch Gesetz auferlegt werden können. Gemeindesatzungen sind der Aufsichtsbehörde vorzulegen. Erhebt diese keine Einwendung, treten die Satzungen in Kraft. Sie dürfen selbstverständlich nicht gegen geltendes Recht verstoßen.
Teure Heimat
Tagung der Erzieherschaft des Kreises Dieburg in Groß-Umstadt
Im Rahmen der Groß-Umstädter Festwoche hielt die Lehrerschaft des Kreises Dieburg in Verbindung mit dem Hessischen Heimatbund am Montag im „Weißen Roß“ eine Tagung ab. Eingeleitet durch Gemischte Chöre der Lehrerschaft und Schüler unter Begleitung des Lehrerorchesters wurde eine großes Programm abgewickelt, das Kreisschulrat Schmidt unter das Motto stellte: „Heimatkunde ist die Aeolsharfe der Bildung und Erziehung".
Kreisschulrat Schmidt konnte eine große Zahl von hohen Behördenvertretern begrüßen, die Bürgermeister Hartmann auch namens der Stadt willkommen hieß. Der 1. Redner, Studienrat Dr. Diel, Dieburg, behandelte die neuen Methoden heimatkundlicher Forschung in ihrer Anwendung auf das Kreisgebiet. Ausgehend von den Leitideen der Pädagogen alter und neuer Zeit richtete er nach einem eingehenden Ueberblick über den derzeitigen Forschungsstand Worte der Ermunterung an die Lehrerschaft des Kreises, doch in der Pflege des Heimatgedankens nicht zu erlahmen. Er würdigte die lebhafte Forschungstätigkeit der Universitäts-Institute verschiedener Richtungen. Von den größeren Arbeiten erwarte er besonders die im Auftrag des Kreisamtes durchgeführte Kreisbeschreibung und die neuen soziologischen Forschungswege. Eine Reihe von Karten und Diagrammen, meist der Kreisbeschreibung von L. Häfner entnommen, erläuterten das Gesagte. Dann ergriff Landrat Ritzert das Wort, unterstrich die Heimatverbundenheit der sogenannten Pendler sowie die Berechnungen der staatlichen Stellen bei der Erfassung und Planung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreises. Nach einer Pause schilderte Dir. Dr. Diehl aus Langstadt vom Soziologischen her die Grube Messel. An Hand von Originalfundstücken und Abbildungen entwarf er ein lebendiges Bild der Flora und Fauna dieses eozänen Binnensees. Der Nestor der hessischen Heimatforscher, Oberschulrat i. R. Bechtoldsheimer, sprach über die Arbeit des Hessischen Heimatbundes, zu der er die Lehrerschaft aufrief. Auch Ministerial-Direktor Friedrich bekundete in einer Ansprache der Lehrerschaft des Kreises und dem Heimatbund sein warmes Interesse.
Schulrat Schmidt konnte die wohlgelungene Veranstaltung dankerfüllt schließen, nicht ohne auf die reichen Möglichkeiten der Anregung für Geist und Körper hinzuweisen, die Groß-Umstadt in diesen Tagen in so reicher und einzigartiger Fülle bot. _vv
110 Jahre „MGV Germania“
Pfingsten 1951 begeht der MGV „Germania 1841“ Crumstadt die Feier seines 110 jährigen Bestehens. Das 100 jährige Bestehen konnte 1941 infolge des Krieges nicht gefeiert werden. Mit der nächstjährigen Feier wird ein großer Gesangswettstreit verbunden, für welchen schon jetzt außer Klassenpreisen, Ehrenpreisen usw. von höchsten Stellen in Aussicht stehen, ,
Auftakt im Autospringer-Prozeß
Zehn Angeklagte vor dem Richter — Der Staatsanwalt hat das Wort
Eine große Menschenmenge drängte sich gestern morgen in Darmstadts Landgerichtssaal 205. Unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Forch begann hier der seit Wochen mit Spannung erwartete große Autospringerprozeß. Die mehrere Tage andauernde Verhandlung befaßt sich mit einer der raffiniertesten Autospringerbanden der Nachkriegszeit, die von 1948 bis 1950 auf den Straßen und Autobahnstrecken von Südhessen ihr gefürchtetes Unwesen trieb.
Es ist eine Kriminalaffäre von bisher ungewohnten Ausmaßen. Das geht zum Beispiel schon daraus hervor, daß die Anklageschrift 23 Seiten umfaßt und dem Hauptangeklagten allein 44 Autoberaubungen zur Last gelegt werden. Die Darmstädter Kriminalpolizei lieferte ein Meisterstück, als sie in diesem Jahr sowohl die Täter als auch die Hehler hinter Schloß und Riegel bringen und damit dem ganzen Spuk ein Ende bereiten konnte.
Unter starker Polizeibewachung wurden folgende zehn Angeklagte in den Gerichtssaal geführt: Der 25jährige Maurer Emil Dietrich aus Groß-Zimmern, der 24jährige Kraftfahrer Eritz Heß aus Darmstadt, der 23jährige Metzger Wolfgang Roth aus Groß - Zimmern, der 23jährige Kraftfahrer Alfred Karrer aus Griesheim, der 21jährige Maschinenschlosser Karl Allmann aus Spachbrücken, der 41jährige Maschinist Johann Kumpf aus Darmstadt, der 21jährige Feinmechaniker Walter Korndörfer aus Groß-Zimmern, der gestern gerade 18 Jahre alt gewordene berufslose Norbert Schneider aus Darmstadt und der 25jährige Kaufmann Heinrich Haller aus Groß-Zimmern. Ein Teil der Angeklagten ist bereits einschlägig vorbestraft.
Durchweg .sind es junge, gepflegt aussehende und salopp gekleidete Menschen, die in den Strudel der Nachkriegsverhältnisse geraten sind. Einige befand'en sich in einer wirtschaftlich schweren Lage. So erklärte der Angeklagte Karrer, er habe mitgemacht, da er arbeitslos gewesen sei und seiner Familie habe satt zu essen geben wollen. Der größte Teil jedoch wollte einfach mehr Geld besitzen, als man verdiente, um ein anspruchsvolles Leben führen zu können. Gingen die Angeklagten mit einer erstaunlichen Dreistigkeit zu Werk, so gestanden sie jetzt ihre Taten freimütig ein. Das Gericht will aus diesem Grunde auf Zeugen völlig verzichten.
Die präzise ausgearbeitete Anklage erhob Staatsanwalt Dr. Geldmacher. Initiator der Bande war zweifellos Dietrich. Er beging die Autoberaubungen zunächst mit Heß. Später gesellten sich die anderen Komplicen dazu. Mit wechselnder Beteiligung betrieb man zunächst das Autospringen auf der Autobahn Frankfurt—Mannheim und später auf den Landstraßen in der Umgebung von Darmstadt. Das „Springen“, das man zumeist bei Dunkelheit ausführte, entbehrte nicht einer halsbrecherischen Akrobatik. Mit einem Motorrad hängte man sich an die fahrenden Lastzüge an. Im gegebenen Moment stieg der Soziusfahrer auf die Ladefläche über bzw. schleuderte etwas beim Vorbeifahren von der Ladung herunter. Das gestohlene Gut verstaute man entweder auf dem Motorrad oder las es später am Straßenrand auf. Eine ähnliche Methode wandten die Angeklagten später mit einem Lkw an. Auf der Stoßstange oder der Kühlerhaube stehend, schwang sich einer der Beteiligten auf den zu beraubenden Lkw, reichte die Beute an einen Komplicen, der auf der Motorhaube stand und das gestohlene" Gut nach rückwärts auf die eigene Ladefläche warf. Die Diebesbeute reichte vom Kognak über Mehl bis zu Damenstrümpfen. Den Erlös der abgesetzten Beute teilte man sich anschließend.
Fünf Autoberaubungen verübte Dietrich 1950 alleine, indem er sich an einer ansteigenden Straße aufstellte, in die langsam fahrenden Lastzüge kletterte und Ladegut herauswarf, was er später am Straßenrand zusammensuchte.
Außerdem wurde von den einzelnen Beteiligten der Bande aus dem Wald bei Dieburg und Roßdorf rund 40 Kubikmeter geschlagenes Holz gestohlen und abtransportiert, abgestellte Personenwagen aufgebrochen und entführt sowie 800 Ziegelsteine in Darmstadt entwendet. Außerdem geht ein Scheckbetrug auf das Konto eines Angeklagten. Nicht zuletzt soll Dietrich drei seiner Komplicen zu Raub- und Mordüberfällen aufgefordert haben.
So war geplant, von einer Autobahnbrücke schwere Steine auf Autos zu werfen oder Fahrzeuge zu rammen, um dann den verunglückten Fahrer auszurauben. Ferner beabsichtigte Dietrich, einen ihm bekannten Mann, der jede Woche bei einer Darmstädter Bank Lohngelder holt, in einem geliehenen Pkw mitzunehmen. Im Wagen versteckte Komplicen sollten den Mann dann niederschlagen, ausrauben, fesseln und im Steinbrückerteich versenken. Da seine Komplicen jedoch nicht auf "dieses Verlangen eingingen, kamen derartige Ueberfälle nicht zur Ausführung.
Die Vielzahl der begangenen Straftaten erlaubt nicht, auf alle Einzelheiten einzugehen, die in der Verhandlung zur Sprache kamen. Gestern wurde im wesentlichen der Hauptangeklagte Dietrich vernommen. Staatsanwalt Dr. Geldmacher hatte zu Beginn des Prozesses fünf Angeklagte darauf aufmerksam gemacht, daß sie eventuell eine Bestrafung als gefährliche Gewohnheitsverbrecher zu erwarten haben. Der Prozeß wird morgen fortgesetzt, wst.
Geschäftseröffnung in Traisa
In Traisa eröffnet morgen die Eisenhandlung Wilhelm Wacker in der Ludwigstraße ihr neues Ladengeschäft, das nach dem Entwurf und unter der Leitung des Architekten Hans-Heinrich Langer, Nieder-Ramstadt, errichtet wurde. In großen Schaufenstern werden Werkzeuge, Beschläge, Haushaltswaren, Oefen und Eisenwaren aller Art gezeigt. Die hellen, geräumigen Lager- und Arbeitsräume entsprechen der Bedeutung der Firma, die — weit über Traisa hinaus bekannt — zahlreiche Handwerksbetriebe im vorderen Odenwald, im Ried und an der Bergstraße mit Eisenwaren und Baubeschlägen beliefert. prs.
Pferde- und Zuchtviehmarkt in Groß-Umstadt
Die Ergebnisse der Prämiierung am Samstag
Bullen, 3 Jahre undl älter: la: Stationsbulle Klein-Umstadt, Ib: Gemeinde Langstadt, Ila: Gemeinde Groß-Umstadt, Ilb: Stationsbulle Richen.
Bullen unter 3 Jahren: la: Stationsbulle Kleestadt, Ib: Stationsbulle Groß-Umstadt, II: Gemeinde Habitzheim.
Leistungskühe, 10 Jahre und älter: la: Heinrich Ohl, Richen, Ha: Joh: Gg. Eidmann, Groß-Umstadt, Hb: Joh. Gg. Holzapfel, Groß-Umstadt, IIc: Bernhard Hillerich, Groß-Umstadt.
Kühe, s—lo Jahre: la: Wilh. Schuster, Klein-Umstadt, Ib: Richard Seeger, Habitzheim, Ila: Heinrich Selzer, Langstadt, Ilb: Wilh. Schuster, Häuserhof.
Kühe bis 5 Jahre: la: Wilh. Schuster, Häuserhof, Ib: Adam Mauss, Habitzheim, Ha: Gg. Hch. Weber 1., Groß-Umstadt, Ilb: Wilhelm Schuster, Häuserhof, Illa: Georg Jungermann, Klein-Umstadt, IHb: Heinrich Däschner, Groß-Umstadt.
Rinder: la: Karl Büchler, Habitzheim, Ib: Gg. Däschner 11., Groß-Umstadt, Ila: Heinrich Glaser 11., Kleestadt, Hb: Ludwig Gannß, Groß-Umstadt.
Kleine Sammlungen: I: J. A. W. Beckenhaupt,Klein-Umstadt, II: Bernhard Hillerich, Groß-Umstadt. i
Familien:
I: J. A. W. Beckenhaupt,Klein-Umstadt, II: Bernhard Hillerich, Groß-Umstadt.
Ziegen, Sammlungen der Orts vereine: Groß-Umstadt (96,— DM), Richen (95—, DM), Habitzheim (48,— DM), Nieder-Klingen (42,— DM).
Bezirkspferdeschau:
Heyl, Philipp, Gundernhausen, la (15,—); Heyl, Heinz, Habitzheim, Ib (15,—); Heberer, Richen (12,—); Russenschuck, Wilh., Habitzheim (12,—); Michel, Hch., Habitzheim (15,—), Heyl, Heinz, Habitzheim (15,—), Voltz, Gg., Richen (12,—); Schuchmann, Überau (12,—); Weber, Schmalmühle (15,—); Russenschuck, Wilh., Habitzheim (12,—); Heyl, Heinz, Habitzheim (15,—); Russenschuck, Habitzheim (15,—); Heyl, Wilh., Habitzheim (15,—); Eidmann, Gg. Hch., Richen (15,—); Kleberger, Gg., Groß-Umstadt (15,—); Heyl, Philipp, Gundernhausen (12,—); Elßer, Fritz, Groß-Umstadt (10,—); Wolf, Johann, Nieder-Klingen (15,—); Knöll, Otto, Überau (12,—); Grünewald, Gg., Nibder-Klingen (12,—); Heil, Heinz, Habitzheim (15,—); Rapp, Gg., Habitzheim (15,—); Schönberger, Groß-Bieberau (15,—); Schmidt, Gg. 11., Richen (10,—). (Für die Richtigkeit dieser Angaben kann die Redaktion keine Verantwortung übernehmen, da ihr die Unterlagen in ungenügendem Zustand übermittelt wurden.) '
Schwere Verkehrsunfälle
im Zeichen der Verkehrsüberwachungswoche
Die beiden ersten Tage der Verkehrs-Ueberwachungs-Woche brachten in der Nähe von Dieburg zwei folgenschwere Verkehrsunfälle. Der erste hatte zwei Schwerverletzte, der zweite einen Schwer- und zwei Leichtverletzte zur Folge. Der entstandene Schaden beläuft sich auf einige tausend D-Mark.
In dem Dreieck Kreuzung Bundesstraße 26 / Darmstadt—Aschaffenburg mit der Straße 45 / Frankfurt—Stuttgart einerseits und der großen Verbindungskurve zwischen beiden Straßen hatte ein Lastkraftwagen aus Nieder-Ramstadt an der Großtankstelle getankt. Als der Fahrer seinen Weg in Richtung Darmstadt fortsetzen wollte, kam aus entgegengesetzter Richtung ein Aschaffenburger Kaufmann mit seinem Personenkraftwagen und einem Fährgast. Der in flotter Fahrt befindliche Pkw streifte das linke Hinterrad des einbiegenden Lastfahrzeugs mit solcher Wucht, daß die beiden Insassen durch die Windschutzscheibe geschleudert und so schwer verletzt wurden, daß ihre Ueberführung in das Aschaffenburger Krankenhaus notwendig wurde.
Auf der Straße Groß-Umstadt—Dieburg ereignete sich am Sonntagabend der zweite schwere Verkehrsunfall, als ein Kraftfahrer seinen mit vier Personen besetzten Wagen in der gestreckten Kurve vor dem „Richer Kreuz“ an einem Pkw vorbeisteuern wollte. Er wurde dabei so weit nach links getragen, daß er gegen einen Straßenbaum führ und ihn in etwa 2 Metern Höhe glatt abriß. Durch den Unfall erlitt die Frau des Kraftfahrers schwere Kopfverletzungen; sie wurde in das Dieburger Krankenhaus eingeliefert. Der Besitzer des Wagens erlitt einen Fußknöchelbruch, ein Mitfahrer brach das linke Handgelenk. RG
Schülerinnen stellen aus
Am Freitag findet in der Volksschule zu S e e h e i m eine Ausstellung von Handarbeiten der Schülerinnen des Landkreises Darmstadt statt, die sich auf ein- und mehrklassige Schulen erstreckt. Vom einfachen Topflappen bis zum Kleid werden die Kleinsten und und die angehenden Hausfrauen ihr Geschick und Können unter Beweis stellen. Die Schau ist von 14 bis 18 Uhr geöffnet. DT
Bestattungen am Dienstag, dem 26. 9. 1950 | Beerdigungen: Alter Friedhof: 10.00 Uhr Knell, Marie, 75 Jahre, Dieburg 15.00 Uhr Oldigs, Johanna, 74 Jahre, Wilhelminenstr. 4 I Waldfriedhof: 15.15 Uhr Heid, Margarete, Kind, Frankfurter Str. 48 H 16.45 Uhr Kropp, Kathar., 56 J., Weiterstädter Str. 21 I Feuerbestattung: Münzberg. Maria. 51 Jahre, Heppenheim a. d. B.
AMTLICHE BEKANNTMACHUNGEN Betr.: Neueinteilung der Fleischbeschaubezirke Erbach, Michel¬ stadt und Hüttenthai. Die Fleischbeschaubezirke Erbach, Michelstadt und Hüttenthai werden mit Wirkung vom 1. Oktober 1950 neu eingeteilt. 1. Der Bezirk Erbach umfaßt die Gemeinden Erbach mit Roßbach, Elsbach, Günterfürst, Haisterbach, Ebersberg, Schönnen, Lauerbach und Erlenbach. 2. Der Bezirk Michelstadt umfaßt die Gemeinden Michelstadt, Stein¬ bach, Stockheim, Dorf-Erbach, Steinbuch, Rehbach und Weiten-Gesäß. 3. Der Bezirk Hüttenthai umfaßt die Gemeinden Hüttenthai, Ober- Hiltersklingen, Unter-Hiltersklingen, Güttersbach, Unter- Mossau und Ober-Mossau. Im Beschaubezirk Erbach werden die Tierärzte Dr. Stein und Dr. Wolf die Fleischbeschau und Trichinenschau vornehmen. Dr. Wolf wird erstmals im Oktober 1950 die Fleischbeschau und Tri¬ chinenschau in der Stadt Erbach und Roßbach ausüben, während Dr. Stein im gleichen Monat in den Gemeinden Elsbach, Günter¬ fürst, Heisterbach, Ebersberg, Schönnen, Lauerfcach und Erlenbach die Fleischbeschau vornimmt. Die beiden Tierärzte werden dann monatlich abwechselnd in dieser Reihenfolge die Fleischbeschau in den genannten Gemeinden vornehmen. Im Beschaubezirk Michelstadt wird die Fleischbeschau und Tri¬ chinenschau in Michelstadt und Steinbach durch Fleischbeschauer Meyer vorgenommen. In Stockheim, Dorf-Erbach, Steinbuch, Reh¬ bach und Weiten-Gesäß werden Fleischbeschau und Trichinenschau durch Tierarzt Wokral ausgeübt. Für den Beschaubezirk Hüttenthai ist weiterhin Fleichbeschauer Peter Walther, Hüttenthai, zuständig. Erbach t. 0., 13. September 1950 Der Landrat
3 VN 10/50. Vergleichsverfahren, über das Vermögen des Kaufmanns Wilhelm Woll in Pfungstadt und der Firma Importex Import und Export G.m.b.H. in Düsseldorf in ihrer Eigenschaft als Pächtergesellschaft der Firma E. H. Baldner, Eisenhandlung in Pfungstadt, wird heute, am 22. September 1950, 16.00 Uhr, das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses eröffnet, da Schuldnerin zahlungsunfähig ist. Der Diplom-Kaufmann Heinz Kayser in Darmstadt, Lucasweg 11, wird zum Vergleichsverwalter ernannt. Termin zur Verhandlung über den Vergleichsvorschlag wird auf Montag, den 23. Oktober 1950, vormittags 9.00 Uhr, vor dem Amtsgericht in Darmstadt, Mathildenplatz Nr. 12, Zimmer 324, anberaumt. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Forderungen alsbald 2fach anzumelden. Die angeordneten Verfügungsbeschränkungen bleiben bestehen. Antrag und Ermittlungsergebnis können von den Beteiligten auf Zimmer 300 eingesehen werden. Darmstadt, den 22. September 1950 Amtsgericht, Abt. 3
Wilhelm Wacker Eisenwaren - Bau- und Möbelbeschläge, Werkzeuge - Industriebedarfsartikel - Haus- und Küchengeräte eröffnet am 27. September 1950 IN TRAISA, LUDWIGSTRASSE sein modernes Geschäft. - Reichhaltige Auswahl in allen Artikeln. Telefon Darmstadt 26 01
Ausführung der Malerarbeiten PETER LUDWIG u. SOHN ä TRAISA
Elektro-Arbeiten Rodemleh, Elektromeister Traisa, Ludwigstr. 45. Tel. 22 29
feigen jetzt im Tagblatt- Haus Rheinstraße 23 ♦
DIE FUNDGRUBE
OFFENE STELLEN Wir stellen 2 Herren für den Außendienst ein, die zum Leiter groß. Werbeorganisatio:» n ausgebildet werden sollen. Bedingungen: Gute Umgangsformen, bester Leu¬ mund. Energie, unermüdlicher Fleiß, Alter 25 bis 40 Jahre. Wir bieten: Einarbeitung durch erste Fach¬ kräfte, schon nach kürzester Frist Gehalt, Un¬ kostenersatz, Umsatzbeteiligung. Ausführliche schriftliche Bewerbung mit Lichtbild unter DT 737 an das Darmstädter Tagblatt. Darmstadt
Perfekte Repassie¬ rerin evtl, auch Heimar¬ beit, Maschine wird gestellt, Anfängerin z Heben von Lauf¬ maschen und junges Mädchen oder Frau zum Vernähen per sofort bei gutem Lohn gesucht. Ang. unter DT 736 an die Geschäftsstelle.
Hausgehilfin ehrlich, solid und kinderlieb bei gutem Lohn, aus Stadt od. Land, zum 1. Oktob. gesucht Vorzustell, bei Gerlach. Herrn. gartenstraße 33. Darmstädter Apotheke sucht vorexaminierte Mitarbeiter. Angeb. unter DT 734 an Geschäftsstelle.
|stell-gesuche Alter Dek.- Maler firm i. Schrift, Fig., . Blum., Ornament, a. Spielwaren, geht a. aushilfsw. Angebote unter DT 735 an die Geschäftsstelle.
► ~r. , . am Donnerstag den 28. Sept. 1950,19.30 Uhr 4 ► Wir beginnen a r : mit dem ersten VORTRAG ] ► ( Feingebäck ^u Z^ee und O^ein ] 4 ► l wird JtetJ der Gäöte Freude dein. J 4 ► in unserem neuen Vortragsraum LUISENPLATZ 4 4 ► 1 ► Sichern Sie sich rechtzeitig Eintrittskarten. 4 ► Erhältlich in unserem Ausstellungsraum Luisenplatz 4 und bei Pförtner des Gaswerks 4 ► Frankfurter Straße 100 4 I Eintritt frei Kostproben 4 SÜDHESSISCHE GAS UND WASSER AG. DARMSTADT 5 lAAAAAAAAAAAA AAA4 AA AAAAAAAAAAA4AAAAAAAAAAAAAAAAAAkÄAAAAAAAAAAAAAAAAÄAAAAAAA AAAA AA A AAAAAAAA AA A A A
Bereise alle 4 Wochen die Kreise Darmstadt Dieburg u. Gr.-Gerau suche für dieses Ge¬ biet noch einen Ar¬ tikel zum Vertrieb. Angebote u. DT 733 an die Geschäftsst. 1 Herren¬ wintermantel 1 Ueberjacke. 1 P. Henenschuhe, Gr. 44 m. Doppelsohlen, 1 P. Herrenschuhe. 40, braun. 1 P. Damen¬ sichuHe\ 39, braun und 1 Hundehütte, alles gut erhalten, zu verkaufen. Land, wehrstraße 21V«. Schreib- maschine gebraucht, preiswert Luti. Rheinstr. 22. Fast neuer, schwer. Herren¬ wintermantel dkbl., echte Wolle, Gr. 178, zu verkauf. Robert Schneider, Robert-Schneider- Straße 74, Herren¬ fahrrad Herrenwintermantel und Rollschuhe, zu verkauf. Liebfrauen¬ straße 97 part. Eleganter neuer Pelzmantel (Finn. Fohlen), Gr. 44-46, 450 DM zu verkaufen. Off. unt DT 732 an die Ge¬ schäftsstelle.
Damenrad sehr guterhalt., zu verk. Eidenmüller, Frankfurter Str, 26. Hecker 125 ccm. neu, sof. lieferbar. Günstige Zahlungsfcedingung. Eidenmüller, Frank furter Straße 26. | ANKÄUFE | Metalle, Eisen lauft zu höchsten Tagespreisen Fuchs u. Herzog, Darmstadt aKrstraße 72. JempfehlunceiJ Täglich frisch gekelterter süßer Apfelmost. Heinr. Katzenbach jr. Kastanienallee 22 Nöh¬ maschinen V« Anzahlung. 12 Monatsraten. Güttlng, Schuchardstr. Laden¬ einrichtung für Textil-, Kurz¬ u. Modewaren kpl. oder in Einzelteilen zu verkaufen. Max Rheinhold, Darm¬ stadt, Am Ludwigs¬ pl. t. H. Nitzsche. Telefon 3082 Fahrräder altbekannte Marken Torpedo u. Göricke kaufen Sie vorteil¬ haft bei: Fahrrad - Hahn Schiloßgartenplatz
Bund der Flieger- u. Währungsgeschädigien Kreisverband Darmstadt Donnerstag, den 28. September 1950,19.50 Uhr, Aula, Techn. Hochschule Versammlung Redner: Oberbürgermeister a. D. Dr. Blaum über Grundzüge des Lastenausgleichs
Erstklassige Bälle!' Sport-Reltz Grafenstraße 22. Stricke Herrn-StrUmpte u. Windelhöschen. Kranichsteiner Straße 50 11. Hingerichtet sind die Blicke aller auf unser reichhal¬ tiges Lager an Win. tennänteln für Da¬ men u. Herren, so¬ wie Tisch-, Bett- u. Leibwäsche, Fahr¬ rädern Kinderwagen und einer großen Anzahl von Ge¬ brauchsmöbeln. Wo? Darmstädter Möbel- und Kleiderzentrale, Casinostraße 2. Klavier¬ stimmen Wenz, Sandbergstraße 36. Telefon 3367.
E TAUSCH¬ ANZEIGEN | Wohnungs¬ kopftausch (2 Personen). Suche in Darmstadt. Eberstadt 1- bis 2- Zimmerwohng. evtl, mit Bad. Biete schöne 1-Zimmer- Wohnung, renoviert, Vorderhaus in Ber¬ lin (amerik. Sektor) Yorckstr. 75. i. best. Verkehrslage. Anfr. an: Heinr. Schwabe¬ dal. Darmst.-Eber. Stadt, Frankenstei¬ ner Straße 109. | ^^IERMARK^J Pinsel- äffchen 85,-, Angora-Meer¬ schweinchen 4,80, Wellensittiche 6, Vogelbauer ab 10,50 Zierfische. Schild¬ kröten, Hundekuch., alle Zooartiket. Zeidler, Seehelm, Weinbergstraße 20.
Hessische Landesmusikschule Darmstadt Leitung: Professor Dr. Friedrich Noack Semesterbeginn: 12. Oktober 1950 Ausbildung in allen Fächern Neues Seminar für Privatmusiklehrer Neuer Chorleiterkurs, Opernu. Orchesterschule Beschränkte Zahl von Freistellen für Vollausbildung Liebhaber-Ausbildung Neu; Akkordeon- und Mundharmonika- Unterricht von staatl. gepr. Lehrkräften Anmeldung: Täglich im Sekretariat der Schule, Hermannstraße 4
; für alle Verwendungsziiy^ " deutsche feuerloscher-bauanstalt ve.t 1909 WINTRICH & CO.. BEISHEIM (HESSEN)
SPIELPLAN vom 23. bis 30. September 1950: Mi. 27. 9., 20.00 (B/l): Helden Do. 28. 9., 19.30 (Theaterring): Maske In Blau Fr. 29. 9., 19,30 (Prem.-Miete 4): Fra Dlavolo
Die Filmsensation auch (Ur Darmstadt! UNION In den Klauen des Borgia mit Orson Welles, Tyrone Power, Wenda Hendrix u. a. Dieses spannende, historische Filmwerk besitzt das Sieges des Echten und Gro߬ artige» Ruf 33 73 Nur noch wenige Tage! Anfang; 13.45, 16.00, 18.15, 20.30 Uhr Vorverkauf ab 11.00 Uhr TUAIiA DER WEG INS FREIE I HALIA Zarah Leander, Hans Stüwe, Sieg¬ fried Breuer, Albert Florath • Ein Frauenschicksal von bezwingender menschlicher Größe Ruf 33 90 Anfang: 14.00, 16.00, 18.15, 20.40 Uhr Vorverkauf ab 11.00 Uhr BELIDA Die Filmsensation der Welt! DER DRITTE MANN bis einschließlich Donnerstag Ruf 395 Anfang: 13.45, 16.00. 18.15. 20.30 Uhr BAI A € T °es großen Erfolges wegen verlängert ■AILA JI bis Donnerstag g DIE HOLLE VON OKLAHOMA Das Publikum ist begeistert! Ruf 2240 Anlang: 13,45, 16.00, 18.15, 20.30 Uh'r ANKER Dienstag bis Donnerstag, 20.00 Uhr • Anonyme Briefe mit Käthe Haack, .fetra Peters u. a. laiHankalm Eine Schauspielschule kämpft gegen In- Jugenneim famie und Niedertracht SCALA Dienstag bis Donnerstag A WILLIAM BOYD in ™ Todeskarawane Eberstadt Anfang: 20.15 Uhr