Darmstädter Tagblatt 1950


Darmstädter Tagblatt

Darmstädter Tagblatt CHEFREDAKTEUR: ERICH DOMBROWSKI Dar rn stadt ^^S^Jatt L.MC.RWlttl^; K r HR?,e nsLraße M- Telefon 3925. Erscheint täglich außer Sonntag 207. Jahrgang / Nummer 74 Äeuefte Tiatfridifen Montag, 25. September 1950 Redaktion: Darmstädter Tagblatt L. C. Wittich Darmstadt, Rheinstraße 23, Tel. 3925. Bezugspreis: 2,60 DM monatlich zuzüglich 0,40 DM Trägerlohn. Anzeigenpreise: Preisliste Nr. 3 v. I. 7. 1950 Preis 15 Pfennig *

Durchbruch der Amerikaner an der Mittelfront in Korea

Pusan, 24. September. (AP.) Unter den heftigen Schlägen des I. amerikanischen Armeekorps ist die kommunistische Mittelfront im Süden Koreas zusammengebrochen. Die amerikanischen Truppen, die vor einigen Tagen aus dem Raum Waegwan zum Angriff angetreten waren, haben einen Durchbruch von über zwanzig Kilometer Breite und neunzig Kilometer Tiefe erzielt.

Vorausabteilungen der 1. Kavalleriedivision sind am Sonntag aus dem Raum Sangju, das am Samstag genommen worden war, über dreißig Kilometer weit vorgestoßen, haben die Wasserscheide des Tabek-Gebirges überschritten und stehen vor Poun, vierzig Kilometer nordöstlich von Taidschon. Durch die Einbruchsstelle strömen lange Panzer- und Lastwagenkolonnen mit aufgesessener Infanterie. Die geschlagenen Reste des Feindes ziehen sich nach Norden zurück.

Songju genommen

An der linken Flanke der 1. Kavalleriedivision haben Truppen der Vereinten Nationen in der Nacht zum Sonntag südwestlich Waegwan die Stadt Songju eingenommen. Durch einen irrtümlichen Angriff amerikanischer Flugzeuge auf hier vorrückende Einheiten der 27. britischen Brigade kam der Vormarsch an dieser Stelle zeitweise zum Stehen. Die Briten hatten durch den Luftangriff Ausfälle an Toten und Verwundeten.

Einheiten des IX. Armeekorps haben an der Südfront die Stadt Kosong besetzt. Vorhuten der 25. Infanteriedivision sind am Sonntag in Chinju, dem Eckpfeiler der kommunistischen Verteidigungslinien an der Südküste Koreas, eingedrungen. An der Ostküste haben die südkoreanischen Truppen ihren Vormarsch fortgesetzt und den Raum von Yongdpk erreicht.

Einsatz von Fallschirmjägern

An der Invasionsfront vor Söul sind amerikanische Marinetruppen am Sonntag im Süden der Stadt erneut über den Han nach Norden vorgestoßen und haben sich in der Nähe des Gaswerkes der Stadt mit einem Marine-Infanterieregiment vereinigt. In der Stadt toben weiterhin schwere Kämpfe. Amerikanische Fallschirmjäger, die am Sonntag auf dem Flugplatz Kimpo eintrafen, sind gleich in den Kampf geworfen worden.

Der Widerstand des Gegners hat sich sichtlich versteift. Die Nordkoreaner haben 10 000 Mann in den Kampf geworfen. Gegen heftigen Widerstand haben sich Marinetruppen weiter in das Innere der Stadt vorgearbeitet und nähern sich dem Hauptbahnhof von Söul.

Die Angriffsspitzen nähern sich

Sämtliche wichtigen Straßen und Bahnlinien, die aus Söul herausführen, befinden sich jetzt in amerikanischer Hand. Verbände der 7. Infanteriedivision, die nach Süden hin aus dem Inchon-Brükkenkpof ausgebrochen sind, haben südlich von Suwon die Stadt Osan erreicht. Die Angriffsspitzen des X. Korps, die nach Südosten vorstoßen, sind nur noch hundert Kilometer (Luftlinie) von den Vorausabteilungen des I. Armeekorps entfernt, die aus dem Südostraum über Sangju hinaus nach Nordwesten zum Tabek-Gebirge hin vorrücken.

Fortschritte in Neuyork

Die Verteidigungs-Besprechungen beendet

Neuyork, 24. September, (dpa) Die Außenminister und die Verteidigungsminister Frankreichs, Großbritanniens und der Vereinigten Staaten haben am Wochenende ihre Konferenz über die Frage der Aufstellung einer internationalen Streitmacht zur Verteidigung Westeuropas abgeschlossen. Im Mittelpunkt der Besprechungen stand das Problem einer Eingliederung von Truppenkontingenten der deutschen Bundesrepublik.

In einem Kommunique heißt es, in den Bemühungen um eine Einigung über die Möglichkeiten der Schaffung einer internationalen Verteidigungsstreitmacht seien unter den drei Mächten Fortschritte erzielt worden. Der Gedankenaustausch zwischen den sechs Ministern (Acheson, Bevin, Schuman, Marshall, Shinwell und Moch) werde den drei Außenministern bei den in der nächsten Woche wiederbeginnenden Beratungen des Atlantikrates von Nutzen sein.

Paul Hoffman zurückgetreten

Wirtschaftspolitische Differenzen mit seiner Regierung

Washington, 24. September, (dpa). Der Administrator der Marshallhilfeverwaltung, Paul Hoffman, ist zurückgetreten. Sein Nachfolger wird der stellvertretende Administrator William Foster. Hoffman soll beabsichtigen, die Leitung der neuen Ford-Stiftung zu übernehmen, die umfassenden Forschungs- und Lehiaufgaben gewidmet ist. Hoffman will noch verschiedene Fra-

gen regeln, bevor er endgültig aus seinem Amt ausscheidet. Er weigerte sich vor Pressevertretern, die Gründe für seinen Rücktritt anzugeben. An der Eröffnung der Berliner Industriemesse am 1. Oktober wird Hoffman teilnehmen.

Es w>ar bekannt, daß Hoffman seit dem Beginn der Wiederaufrüstung des Westens auf Widerstände stieß. Die Interessen der Verteidigungspolitik mit ihren hohen finanziellen Anforderungen an die Vereinigten Staaten und an die westeuropäischen Staaten begannen sich mit den Planungen des wirtschaftlichen Wiederaufbaus zu überschneiden. Hoitman sah von jeher in der wirtschaftlichen Festigung des Westens den entscheidenden Faktor des kalten Krieges. Daran hielt er auch in den letzten Monaten fest. Er suchte jedoch den wirtschaftlichen Wiederaufbau mit den Interessen der Verteidigung in Einklang zu bringen.

Ein ernsterer Konflikt mit den politischen Stellen schien sich aus der Einstellung Hoffmans zu den Problemen des Ost-West-Handels zu entwickeln. Im Kongreß wurde verlangt, daß alle Empfänger von Marshallplanhilfe verpflichtet würden, keinerlei Kriegsmaterial an die Länder hinter dem Eisernen Vorhang zu liefern. Hoffman trat zwar für eine Einschränkung und für eine Kontrolle des Ost-West-Handels ein, lehnte jedoch starre Maßnahmen ab. Sein Argument war, daß eine Einschränkung des Ost-West-Handels die Anforderungen an die amerikanische Auslandshilfe nur vergrößern werde. Das bedeute vermeidbare Ausgaben. Seine Gegner waren so weit gegangen, daß sie eine Sperre aller Marshallhilfegelder für jeden Staat verlangten, der strategisch wichtige Güter an Ostblockländer liefere.

Schlägereien in Bochum

Zwischenfälle bei einer Rede des Bundespräsidenten

Bochum, 24. September. (AP.) Der Abschlußtag der dreitägigen Jugendkonferenz der Industriegewerkschaft Bergbau im Deutschen Gewerkschaftsbund hat im Zeichen von Zwischenfällen gestanden, die durch organisierte Störtrupps der kommunistischen Freien Deutschen Jugend verursacht worden sind.

Schon bei der Aufstellung der etwa 30 000 Jungbergleute in den Straßen von Bochum kam es zu den ersten Zusammenstößen. Ein starkes Polizeiaufgebot überprüfte dann alle Gruppen des kilometerlangen Zuges und verhaftete nach Mitteilung eines ihrer Offiziere etwa achthundert Personen.

Als dann der Bundespräsident auf dem überfüllten Kundgebungsplatz erschien, wurde er von einer etwa hundert Personen umfassenden Gruppe der Freien Deutschen Jugend mit Püffen und Schmährufen empfangen.

Bundespräsident Heuss konnte sich nur mühsam Gehör verschaffen. Als er in seiner Rede darauf hinwies, daß der Bergarbeiterlohn mit Recht an der Spitze der gesamten Lohnskala stehe, wurde er wiederum unterbrochen. Es wurden kommunistische Kampflieder gesungen, und Rufe wie „Butter statt Kanonen, mehr Lohn statt Divisionen“ wurden laut.

Professor Heuss erklärte, die Störenfriede lieferten den besten Anschauungsunterricht dafür, wohin ein Volk kommen könne, wenn es von einer Handvoll Lausbuben terrorisiert werde. In den Beifall der 30 000 Jungbergleute mischten sich immer mehr Rufe, die verlangten, die Angehörigen der Freien Deutschen Jugend sollten vom Platz gewiesen werden.

Als Professor Heuss sagte, man mache sich in Westdeutschland keine Illusionen über die noch bevorstehenden Schwierigkeiten, vor denen man nicht kapitulieren werde, entstand in der Mitte des Platzes bei der Gruppe der Freien Deutschen Jugend eine Schlägerei. Durch diese Unruhe war der Bundespräsident gezwungen, seine Rede für etwa fünfzehn Minuten zu unterbrechen.

Um den Platz waren mittlerweile mehrere Hundertschaften Polizei aufgestellt worden, die aus Essen. Gelsenkirchen, Dortmund und anderen Städten des Ruhrgebietes nach Bochum gebracht worden waren. Durch die Enge auf dem Platz konnte jedoch die Polizei nicht eingreifen.

Bundespräsident Heuss erklärte zum. Schluß, er sei sicher, daß die kleine Störgruppe nichts mit der Bergarbeiterjugend gemein habe, die genau so wenig wie er durch die Störungen eingeschüchtert werde. Unter dem Jubel der Jungbergleute verabschiedete sich Professor Heuss mit einem „Glückauf“ von der Versammlung.


Lord Henderson, Unterstaatssekretär für Deutschlandfragen im britischen Außenamt, auf dem Wege zu Bundeskanzler Dr. Adenauer, mit dem er eine Unterredung über die Beschlüsse der Außenminister in Neuyork hatte Foto: dpa
Lord Henderson, Unterstaatssekretär für Deutschlandfragen im britischen Außenamt, auf dem Wege zu Bundeskanzler Dr. Adenauer, mit dem er eine Unterredung über die Beschlüsse der Außenminister in Neuyork hatte Foto: dpa

Mäßige Beteiligung

Die Abstimmung im Südwesten

St. Stuttgart, 24. September (Eigener Drahtbericht) Die Bevölkerung der Länder Württemberg-Baden, Südwürttemberg-Hohenzollern und Südbaden ist am Sonntag zur Wahlurne gegangen, um ihre Stimme entweder für die Vereinigung der drei Länder zum Südweststaat oder für die Wiederherstellung der historischen Länder Baden und Württemberg abzugeben. Die Volksbefragung hat lediglich informatorischen Charakter als Grundlage für weitere Verhandlungen. Die Beteiligung war in allen drei Ländern nur mäßig.

Sechzig Mark Tagegeld

für die Straßburger Delegierten

MP. Bonn, 24. September (Eig. Bericht) In der Debatte des Bundestages am Freitag hat die Abgeordnete Reeling (Christlich-Demokratische Union) bekanntgegeben, daß die deutschen Delegierten beim Straßburger Europarat ein Tagegeld von sechzig Mark erhalten hätten, das als Durchschnitt der Tagegelder für deutsche Beamte in Frankreich errechnet worden sei.

Ausschüsse

*** Durch einen Beschluß werden bestehende Verhältnisse noch längst nicht geändert. Zu einem Beschluß sind Erklärungen notwendig, diese müssen in Durchführungsbestimmungen zusammengefaßt werden, und dann erst endlich kann der Beschluß verwirklicht werden. Dieser umständliche Weg muß auch gegangen werden, um die Washingtoner Beschlüsse der drei Außenminister über das neue Verhältnis der Westmächte zur Bundesrepublik zu verwirklichen.

Der Bundeskanzler hat von den Oberkommissaren Erläuterungen erhalten, in welcher Hinsicht das Besatzungsstatut revidiert werden soll. Man darf es bestimmt als einen Fortschritt ansehen, daß die neuen Bestimmungen durch gemeinsame Arbeit in deutsch-alliierten Ausschüssen festgelegt werden sollen. Warum das Besatzungsstatut nicht völlig aufgehoben werden konnte, hat der französische Oberkommissar Frangois-Poncet in einer Pressekonferenz erklärt. Wenn durch die Beendigung des Kriegszustandes mit Deutschland das Besatzungsstatut vollständig wegfiele, wären die Westmächte nicht mehr in der Lage, ihre Truppen in Westdeutschland und in Berlin zu belassen, wo sie von nun ab als Beschützer der Bundesrepublik bleiben.

Wir nehmen gerne zur Kenntnis, daß mit Beendigung des Kriegszustandes Deutschland für die Westmächte „juristisch kein Feindland mehr ist“. Wir nehmen weiter gern zur Kenntnis, daß die alliierten Kontrollen über deutsche interne Wirtschaftsangelegenheiten abgeschafft werden und daß künftig Bundes- und Ländergesetze von den Alliierten nicht mehr geprüft werden. Die weiteren Voraussetzungen für die Beendigung des Kriegszustandes, die Francois-Poncet angekündigt hat, lassen jedoch noch nicht erkennen, daß Deutschland ein völlig gleichberechtigter Partner ist. Auch Adenauers Erwartungen dürften nicht alle erfüllt sein. Eine geringe Hoffnung besteht allerdings, bei den voraussichtlich schwierigen und langwierigen Verhandlungen der Ausschüsse werde noch einiges für die Bundesrepublik herauszuholen sein.

30 000 Mann mobile Polizei

François-Poncet: Kontrollbeschränkungen gegen deutsche Verpflichtungen

R. Bonn, 24. September. (Eigener Drahtbericht.) Die Oberkommissare haben am Samstag dem Bundeskanzler, der von Minister Erhard und Ministerialdirigent Blankenhorn begleitet war, die Erläuterungen zu den Neuyorker Beschlüssen gegeben, die zu ihrem vollen Verständnis notwendig sind.

Die sofort in Kraft tretenden Punkte sind, wie sich aus Erklärungen des französischen Oberkommissars Francois-Poncet vor der Presse ergab, der Vorschlag der Bildung einer 30 000 Mann starken mobilen Länderpolizei zur Verfügung des Bundes, von der 7500 Mann als Alarmbereitschaften unter der direkten Autorität der Bundesregierung stehen sollen, die Aufhebung der Stahlquote bei Exportlieferungen und die Freigabe des Schiffsbaues für Exportzwecke.

Ein zweites Petersberger Abkommen

Diese Regelungen werden in Beratungen deutsch-alliierter Ausschüsse ausgearbeitet werden, die der Bundeskanzler vor Journalisten als schwierig und langwierig ankündigte und die zum Abschluß eines zweiten Petersbergabkommens führen sollen. Gleichzeitig aber wird der Londoner Studienausschuß der Außenministerkonferenz Vorarbeiten für weitere Abänderungen des Besatzungsstatutes leisten, und Frangois-Poncet betonte, daß es sich jetzt um den vorletzten Schritt handle, dem das Endstadium folgen werde. Der Bundesrepublik werde bereits jetzt eine freie Außenpolitik mit gewissen Einschränkungen zugebilligt.

Kein feindliches Land mehr

Frangois-Poncet legte grundsätzlichen Wert auf die Feststellung, daß die Beendigung des Kriegszustandes die Besetzung nicht beende und man auf alliierter Seite nie an eine Abschaffung des Besatzungsstatutes gedacht habe. Die Revision des Besatzungsstatutes sei aber bedeutend schneller vor sich gegangen, als man auf deutscher Seite noch vor einem Jahre erwartet habe. Der Oberkommissar unterstrich aber die grundsätzliche Bedeutung der Beendigung des Kriegszustandes dahin, daß Deutschland jetzt kein feindliches Land mehr sei, nicht ohne hinzuzufügen, er hoffe, daß die Deutschen nicht bis heute gewartet hätten, um zu sehen, daß die Alliierten seit langem schon Deutschland nicht mehr als feindliches Land behandelt hätten.

Ein Generalinspekteur der Polizei

Die vorgeschlagene Regelung der Mobilpolizei, die von Oberkommissar McCloy ausdrücklich als Vorschlag und kein Befehl an die deutsche Seite bezeichnet wurde, kommentierte Francois-Poncet dahin, daß sie alle Vorteile einer Bundespolizei ohne deren Nachteile bringen solle. Die 7500 Mann, die der direkten Autorität der Bundesregierung unterstünden, sollten auch nicht nach Ländern aufgeteilt, sondern an Schwerpunkten stationiert werden. Die Alliierten schlügen die Berufung eines Generalinspekteurs und die Ernennung der hohen Offiziere durch die Bundesregierung vor.

Der französische Oberkommissar hat am Samstag ferner auch die Garantie-Erklärung der Außenministerkonferenz für die Bundesrepublik hervorgehoben und hat dabei offen ausgesprochen, daß auch ein Angriff der Volkspolizei allein als ein direkter Angriff auf die Westmächte angesehen werde, nachdem im Neuyorker Kommunique allgemein von einem Angriff „gleich von welcher Seite“ gesprochen worden war. Die Besatzungsstreitkräfte würden jetzt nicht mehr als reine Besatzungs-, sondern auch als Schutztruppen im Lande stehen, die Verstärkung der Besatzungstruppen solle keine übermäßige finanzielle Bürde für die Bundesrepublik mit sich bringen. Hinsichtlich einer deutschen Beteiligung am Atlantikpaktsystem wies der Oberkommissar auf die vielen Probleme hin, die diese Frage stellen würde.

Stahllieferungen in das Ausland

Die Aufhebung der Stahlquote wird darin bestehen, daß mit Zustimmung der Oberkommission und des alliierten Sicherheitsamtes Stahllieferungen in das Ausland für Zwecke der Verteidigung nicht auf die Stahlquote angerechnet zu werden brauchen. Es handelt sich dabei nach den Ausführungen Francois-Poncets, wie auch bei der Freigabe des Schiffbaues für Exportzwecke, um Uebergangslösungen bis zur Revision des Washingtoner Abkommens über die beschränkten und verbotenen Industrien.

Die deutschen Verpflichtungen

Die Bundesregierung ihrerseits wird die Anerkennung der Vorkriegsschulden und der nach dem Kriege aus wirtschaftlicher Hilfeleistungen entstandenen Verpflichtupgen auszusprechen haben. An diesem Punkte erklärte Oberkommissar McCloy, daß die Verpflichtungen an die Vereinigten Staaten zum zweiten Punkt durch zweiseitige deutsch-amerikanische Vereinbarungen schon geregelt seien.

Freie deutsche Außenpolitik

Die Bundesregierung wird, wie Francois-Poncet weiterhin hervorhob, jetzt eine völlig freie Außenpolitik führen dürfen, mit der Ausnahme allerdings eines Mißbilligungsrechts der Oberkommission bei Staaten der kommunistischen Einflußsphäre. Ebenso bleibt die Beschränkungsmaßnahme, daß die Bundesrepublik in Paris, London und Washington keine diplomatischen Vertretungen unterhalten darf, da ihr Verkehr mit den Besatzungsmächten nach wie vor über die Oberkommission gehen wird. Dagegen können die Generalkonsulate in diesen drei Städten einen diplomatischen Status erhalten, und die bis jetzt bei der Oberkommission beglaubigten ausländischen Missionen in der Bundesrepublik werden sich fortan bei der Bundesregierung akkreditieren lassen.

Die Gegenleistung: Weniger Kontrollen

Die Aufhebung der alliierten Kontrolle über interne wirtschaftliche Angelegenheiten bezieht sich auf den Paragraphen zwei des Besatzungsstatuts. Bei Außenhandel und Devisenwesen wollen sich die Oberkommissare die Ueberwachung gewisser Teile vorbehalten. Die Bundesrepublik soll sich verpflichten, die Bestimmungen des GATT-Abkommens über Zollsenkung und Liberalisierung einzuhalten, und aus den Erklärungen ging hervor, daß ihr Beitritt zu diesem Abkommen und zum Internationalen Währungfonds die Gegenleistung für die Erleichterung der Wirtschaftskontrolle werden soll.

Kein Einspruch gegen deutsche Gesetze

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, daß die Oberkommission auf die Einspruchsfrist von drei Wochen gegen Gesetze des Bundes und der Länder verzichten will, so daß diese Gesetze sofort nach ihrer Verabschiedung in Kraft treten können. Allerdings behält sich die Oberkommission vor, deutsche Gesetze für ungültig zu erklären, die gegen die alliierte Gerichtsbarkeit verstoßen oder eine Gefahr für die Sicherheit der Besatzungsmächte und die Erreichung der Besatzungsziele darstellen würden.

Verbot?

zz. Bei einer Versammlung der Bergarbeiterjugend in Bochum ist der Bundespräsident Heuss durch kommunistische Störenfriede mehrfach in seiner Rede unterbrochen worden. Angehörige der Freien Deutschen Jugend sangen kommunistische Kampflieder und forderten in Sprechchören „Butter statt Kanonen, mehr Lohn statt Divisionen“. Der Bundespräsident ließ sich durch die Störenfriede nicht aus der Ruhe bringen. Er erklärte, sie lieferten den besten Anschauungsunterricht dafür, wohin ein Volk kommen könne, wenn es von einer Handvoll Lausbuben terrorisiert werde.

Der Bochumer Zwischenfall wird voraussichtlich die Stimmen derer wieder vermehren, die ein Verbot der Kommunistischen Partei und ihrer Nebenorganisationen verlangen. Ihnen kann man entgegenhalten, was der amerikanische Präsident Truman sagte, als das Repräsentantenhaus sein Veto überstimmt hatte. Sein Veto war gegen die von beiden Häusern des Kongresses verabschiedete Vorlage zur Bekämpfung umstürzlerischer Elemente eingelegt worden. Die Gesetzesvorlage sah die Zwangsregistrierung aller Kommunisten bei hohen Strafen vor und soll der Regierung im Kriegsfall die Möglichkeit geben, umstürzlerische Elemente in Lagern unterzubringen.

Präsident Truman vertrat dagegen die Ansicht, das Gesetz würde denjenigen Vorschub leisten, die uns vernichten wollen. Die amerikanische Regierung würde gezwungen sein, die „Gedankenkontrolle“ einzuführen und den Regierungsstellen weitreichende Befugnisse zu geben, alle Staatsbürger in dem Recht der freien Meinungsäußerung zu behindern.

In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert, daß auch der zweite Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei, Erich Ollenhauer, erklärt hat, die Sozialdemokraten würden sich jedem Versuch, die Kommunistische Partei in Westdeutschland zu verbieten, widersetzen. Solange die Kommunistische Partei die normalen Funktionen einer politischen Partei in Westdeutschland ausübe, sei sie besser zu kontrollieren, als wenn sie in die Illegalität gezwungen werde.

Das schließt allerdings nicht aus, daß alles getan werden muß, um jeden kommunistischen Versuch zu bekämpfen, die Ziele der Sozialistischen Einheitspartei in Westdeutschland durchzusetzen.

Die Abstimmung über den Südweststaat

St. Stuttgart, 24. September (Eigener Drahtbericht). Die Volksbefragung in den Ländern Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern und Süd-Baden über den Südweststaat ist am Sonntagabend ohne ernsthafte Zwischenfälle abgeschlossen worden. Bei Redaktionsschluß lagen folgende Ergebnisse vor:

Württemberg-Baden

Bei einer Wahlbeteiligung von 43,7 Prozent entschieden sich für den Südweststaat 88,12 Prozent aller abgegebenen Stimmen, 11,88 Prozent für die alten Länder. (26 von 35 Wahlkreisen.)

In Nord-Baden beteiligten sich 45 Prozent der Wahlberechtigten an der Abstimmung, davon stimmten 56 Prozent für den Südweststaat.

Württemberg-Hohenzollern (Endergebnis) Bei einer Wahlbeteiligung von 48,7 Prozent haben sich 92,5 Prozent aller abgegebenen Stimmen für den Südweststaat entschieden, 7,4 Prozent für die alten Länder.

Südbaden

Bei einer Wahlbeteiligung von 60 Prozent haben 40 Prozent für den Südweststaat ihre Stimmen abgegeben. Für die alten Länder 60 Prozent. (17 von 18 Wahlkreisen.)

Produktive Hilfe statt Almosen

Die Tagung des Ständigen Ausschusses für Selbsthilfe

F. A. Z. Frankfurt, 24. September. Die Arbeitstagung des Ständigen Ausschusses für Selbsthilfe ist mit einer öffentlichen Kundgebung in der Paulskirche abgeschlossen worden, bei der auch der Bundespräsident sprach und zum Thema Wesentliches beitrug. Heuss sagte, Selbsthilfe meine nicht allein das Ich, sondern wende sich an die Gruppe; sie sei ein Appell, nicht auf den Almosengeber zu warten und sich nicht im „Rechtskrakeel“ zu verzehren, sondern dem Nachbarn brüderlich die Hand zu geben zu gemeinsamem Handanlegen.

Der Minister für die Angelegenheiten der Vertriebenen Lukaschek sagte, die Vertriebenen dürften auf keinen Fall nur Qbjekt der Wohlfahrt sein. Die Unterstützung für sie müsse vor allem darin bestehen, daß ihnen bei der Gründung einer neuen Existenz geholfen werde.

Der Vorsitzende des Ständigen Ausschusses für Selbsthilfe, Professor Weißer, sagte, die von den Selbsthilfe-Vereinen geschaffenen Werte betrügen viele Milliarden. Die Mittel, aus denen die Ansprüche derer erfüllt werden sollten, die ihre Existenz verloren haben, wären am besten angewandt, wenn man sie als „produktive Hilfe“ ausgebe und die Selbsthilfe dadurch stütze.

In der der Kundgebung vorangehenden Arbeitstagung (über deren Beginn bereits berichtet worden ist) sagte Dr. Nimptsch vom Wirtschaftswissenschaftlichen Institut der Gewerkschaften (Köln), es sei bisher zu wenig beachtet worden, daß die Vertriebenen nicht nur eine Belastung seien; sie hätten auch einen nicht hoch genug einzuschätzenden Anteil an der Ueberwindung der ersten Not, da das durch den Krieg gefährlich verminderte Arbeitspotential durch sie wieder aufgefüllt worden sei. Eine wesentliche Aufgabe der Selbsthilfebewegung liege darin, alles zu mobilisieren, was die Vertriebenen an Kenntnissen, Erfahrungen und Initiative mitgebracht hätten. Der Leiter der Soziographischen Gesellschaft (Frankfurt), Dr. Neundörfer, sah das eigentliche soziale Problem darin, daß die Gruppe der „Rentnenaus öffentlichen Mitteln“ im Bundesgebiet auf ein Viertel der Bevölkerung angewachsen sei und daß die Rentnermentalität immer stärker werde. Aufgabe der Selbsthilfe könne es sein, die noch vorhandenen Arbeitskräfte der Rentner aktivieren zu helfen, damit die Rentner durch zusätzlichen Verdienst ihren Lebensstandard erhöhen und so auch zur Vermehrung des Sozialproduktes beitragen könnten.

Professor Rittershausen (Mannheim) schlug in seinem Anträge über „ Finanzierung der Selbsthilfe zur Eingliederung der Vertriebenen“ vor, beim Lastenausgleich durch einen direkten Kontakt zwischen Belastetem und Empfangendem über den Naturalausgleich der Gefahr zu begegnen, die die doppelte Belastung durch Steuer und Lastenausgleich mit sich bringe.

Der Landrat des Kreises Schlüchtern, Jensen, berichtete über den Schlüchternplan als Beispiel für eine Zusammenarbeit zwischen Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Staatsverwaltung. Er teilte mit, welche Erfolge bisher erzielt sind. Er wies auch auf die Fehler hin, die in Zukunft vermieden werden müßten; vor allem müsse die Verwaltung vereinfacht werden, damit die Kreditanträge schneller erledigt und die Gewährung von doppelten Krediten vermieden werden könnten.

Gewerkschaft und Sozialuersicherung

Eine Abstimmung des Kreisausschusses Darmstadt

Darmstadt, 24. September. (Eig. Bericht.) Der Deutsche Gewerkschaftsbund, Kreisausschuß Darmstadt teilt mit, daß zu der Gesetzesvorlage der Bundesregierung über die Selbstverwaltung in der Sozialversicherung, die eine Beteiligung der Versicherten nur mit 50 Prozent vorsieht, in der Zeit vom»4. bis 9. September eine Befragung unter den Versicherten stattfand. In dem Schreiben der Gewerkschaft heißt es:

„Es wurden in dem Organisationsgebiet des Kreisausschusses Darmstadt 350 Groß-, Mittel- und Kleinbetriebe mit insgesamt 70 000 Arbeitnehmern befragt, wobei 62 400 Personen, das sind 89,2 Prozent, ihre Meinung durch Abgabe des Befragungszettels zum Ausdruck gebracht haben. 98,92 Prozent der Befragten stimmten für den Kompromißvorschlag der Gewerkschaften, die Gesetzesvorlage dahingehend abzuändern, daß die Selbstverwaltungsorgane in der Sozialversicherung zu zwei Dritteln mit Arbeitnehmern und zu einem Drittel mit Arbeitgebern besetzt werden sollen. Nur 0,24 Prozent stimmten der Gesetzesvorlage zu. Damit ist bewiesen, daß die Versicherten der Auffassung sind, daß die Sozialversicherung eine Versicherung der Versicherten für die Versicherten sein soll.“

„Totensonntag kein Wahlsonntag'

Christliche Demokraten für Vorverlegung der Landtagswahlen in Hessen

Wiesbaden, 24. September. (Eig. Ber.) Wie ein Sprecher der Landtagsfraktion der Christlich-Demokratischen Union erklärt, wendet sich die CDU gegen den von Regierungsvertretern genannten Termin für die Landtagswahlen. Der 26. November sollte nach Auffassung der CDU als Gedenktag der Toten in keinem Fall mit einem Wahltag verbunden werden. Der Hinweis, daß Bayern am 26. November wählt, kann für Hessen nicht gelten, da für die katholischen Bevölkerungsteile der Totensonntag nicht die Bedeutung wie für die evangelischen Landesteile hat.

Die CDU bezeichnet den 19. November als letztmöglichen Wahltermin, wobei die Tatsache, daß dieser Wahltag mit den Landtagswahlen in Württemberg-Baden zusammenfällt, als weniger wichtig angesehen wird. Man bedauert die Terminschwierigkeiten, weist aber darauf hin, daß bereits im Frühjahr dem Entwurf für das Landtagsgesetz in Hessen beide Regierungsparteien zugestimmt haben. Die Verzögerung der Verabschiedung des Landtagswahlgesetzes durch den Landtag ist nach Ansicht der CDU nur durch die von verschiedenen Seiten gewünschten Abänderungen entstanden.

Inzwischen sind im Innenministerium die ersten Vorbereitungen für die Landtagsneuwahl abgeschlossen. Das Ministerium gibt wieder einen Leitfaden mit Hinweisen für die Wählergruppen und Gemeinden heraus. Das Landeswahlbüro hat ein Formular entworfen, das den Parteien und Wählergruppen, die bisher noch nicht im Landtag vertreten sind, die Beibringung der erforderlichen Unterschriftenzahl erleichtern soll.

Die ersten Schneefälle dieses Jahres sind vom Feldberg, der höchsten Erhebung des Schwarzwaldes, und vom Brocken gemeldet worden, nachdem der erste Schnee auf der Zugspitze bereits vor einigen Tagen gefallen ist. ,

Wille zum Vereinten Europa

Brentano gegen eine deutsche Nationalarmee

Heppenheim, 24. September, (dpa) Der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Bundestagsfraktion, Dr. Heinrich von Brentano, versicherte am Samstag erneut, daß in Straßburg von allen Abgeordneten der ernste Wille auf dem Weg zu einem geeinten Europa bestätigt wurde. Brentano, der in seinem Wahlkreis Heppenheim über die Arbeit der deutschen Delegation im Europarat sprach, war überzeugt, daß die nächsten Straßburg-Beratungen, die am 17. November beginnen sollen, zu neuen sichtbaren und positiven Ergebnissen führen werden. Allein die Tatsache, daß mit Vertretern von 15 europäischen Staaten im Europarat das Heimatvertriebenen-Problem erörtert wurde, rechtfertige die deutsche Teilnahme in Straßburg. Zum Sicherheitsproblem sagte v. Brentano: „Wir wollen das scheußliche Wort Remilitarisierung vermeiden. Niemand wird heute, vielleicht von Narren abgesehen, mit einer Remilitarisierung sympathisieren und spielen, am wenigsten die Deutsche Bundesrepublik und die Christlich-Demokratische Union.“ Mancher in Deutschland, der besser über diese Dinge schweige, beteilige sich in höchst unpassender Weise an dieser Diskussion. „Ich glaube, daß wir die besten und sichersten Friedensgarantien schaffen, wenn die ganze Welt und alle europäischen Völker in unmißverständlicher Deutlichkeit zum Ausdruck bringen, daß ihnen jeder Gedanke einer Aggression zuwider ist, daß sie aber entschlossen sind, ihre Freiheit gegen jeden neuen totalitären Terror zu verteidigen."

Ueber allen Fragen stehe aber das große Problem, wie das deutsche Innere gestaltet werden müsse. Eine deutsche Nationalarmee solle nicht aufgestellt werden, sondern eine gemeinsame europäische Armee mit gleichen Rechten und Pflichten.

Die Besatzungsmächte müßten daran denken, daß es sich mit dem politischen Stolz des deutschen Volkes nicht vertrage, wenn es nach wie vor unter dem von den Siegern eindeutig auferlegten Besatzungsstatut lebe. „Nach Aufhebung des Besatzungsstatuts wollen wir auch das französische Bedürfnis nach Sicherheit in Rechnung stellen.“

Die Kinderlähmung

Rückgang der Erkrankungen

Wiesbaden 24. September. (LH) In Hessen sind von Ende April bis Mitte September 1950 insgesamt 322 Personen an epidemischer Kinderlähmung erkrankt. Im gleichen Zeitraum waren 27 Todesfälle zu verzeichnen. Auf den Regierungsbezirk Wiesbaden entfallen 164 Erkrankungen mit zehn Todesfällen, hiervon in Wiesbaden 83 Erkrankungen und sieben Todesfälle. Auf den Regierungsbezirk Darmstadt entfallen 124 Erkrankungen mit 12 Todesfällen. Vor allem sind die Kreise Bergstraße und Friedberg sowie Offenbach - Stadt betroffen.

Die Welle der Erkrankungen scheint abzuflauen. Während in der letzten vollen Augustwoche im Bundesgebiet noch 232 Neuerkrankungen festgestellt wurden, waren in den ersten beiden September¬ ‘wochen nur noch 200 bzw. 165 neue Fälle zu verzeichnen.

Stimmen der Anderen

„Verwirrte Denkweise“

Die britische Wochenzeitschrift „Economist“ erklärte am Sonntag, es lägen ominöse „Anzeichen dafür vor, daß sich die protestantische Kirche in Deutschland nicht als ein treuer Verbündeter des Westens erweisen könnte“.

„In dem sowjetdeutschen Staat (Sowjetzonenrepublik) können sich die Kommunisten auf zunehmende Unterstützung protestantischer Pfarrer und sogar einiger Bischöfe für ihre .Nationale Front* und ihre Friedenskampagne berufen. Der Berliner Bischof Dibelius hat zwar in einem Hirtenbrief tapfer gegen die Nationale Front Stellung genommen und das Verbrechen begangen, die Vereinigten Staaten zu besuchen. In der Zwischenzeit ist aber ein beträchtlicher Teil der protestantischen Geistlichkeit offenbar zu der Auffassung gelangt, daß Bischof Dibelius in seiner Haltung gegenüber dem Staat zu weit gegangen ist.“

„Eco-nomist“ verweist darauf, daß kürzlich auf einer protestantischen Konferenz in Düsseldorf eine Entschließung gefaßt worden sei, nach der Deutsche niemals gegen Deutsche kämpfen werden. Einer der führenden Konferenzteilnehmer habe außerdem verurteilt, daß sich die katholischen Bischöfe für eine deutsche Unterstützung der westlichen Verteidigung ausgesprochen haben.

„Seit den Tagen Luthers ist gelehrt worden, sich dem Staat, welcher Art er auch sei, in allen, außer Glaubensfragen, zu unterwerfen. Die protestantische Geistlichkeit neigt zu einer starren nationalistischen Haltung, wie es sich durch ihre weitgehende Unterstützung des nationalsozialistischen Staates gezeigt hat. Gegenwärtig bietet ein anderer Faktor die Wahrscheinlichkeit, daß die Protestanten der scheinheiligen Propaganda der Sowjetzone über die deutsche Einheit zum Opfer fallen. Die protestantische Kirche ist in Ostdeutschland am stärksten. Es ist noch nicht lange her, daß Pastor Niemöller selbst erklärt hat, die Bibel biete keine Grundlage zur Verurteilung des Bolschewismus, und die Deutschen würden, ein. unter dem Kommunismus geeintes Land einem auf ewig geteilten Land vorziehen. Auf einer derartig verwirrten Denkweise blüht der Weizen der Sowjets.“

Ein Kompromiß?

Die „Neue Zürcher Zeitung“ meldet, bei den Neuyorker Gesprächen der Verteidigungsminister deute alles darauf hin, daß eine von General Marshall in der Frage der Wiederbewaffnung Deutschlands vorgeschlagene Kompromißformel die Zustimmung Frankreichs finden werde.

„Dieser Kompromiß dürfte darin bestehen, daß die Vereinigten Staaten die Priorität Frankreichs und der übrigen westeuropäischen Länder von der deutschen Bundesrepublik in bezug auf die Waffenlieferungen anerkennen und sich überdies bereit erklären, ihre Truppenbestände in Europa so rasch wie möglich zu verstärken und außerdem im jetzigen Zeitpunkt auf eine formale Festlegung des Grundsatzes einer künftigen Heranziehung deutscher Kontingente in dieser Koalitionsarmee zu verzichten. Frankreich und Großbritannien würden dafür ihrerseits dem sofortigen Beginn der organisatorischen Vorbereitungen zustimmen, die in der Bundesrepublik hinsichtlich der Aushebung gewisser Mannschaftsbestände, des Aufbaues gewisser Kader usw. getroffen werden müssen.“

Hölle wo ist Dein Sieg ?

ROMAN VON RACHEL FIELD

Erstabdruck Alle Rechte beim Wolfgang-Krüger-Verlag. Hamburg

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Raynald, der jetzt schon jeden Nachmittag aufstehen und herumspielen durfte, war zuerst sehr betrübt darüber, daß er nicht gleich mit nach Melun fahren konnte. Aber sein Vater und Henriette verstanden es, das Kind von seinem Kummer abzulenken. Henriette erklärte ihm, daß er ja den Besuch im Marionettentheater verpassen würde, wenn er heute schon nach Melun führe; und sein Vater konnte ihm die beruhigende Versicherung geben, der neue Ententeich in Melun wäre frühestens in einer Woche fertig. Als besonderen Abschiedstrost nahm er ihn dann auf seinen Schultern mit hinauf in sein Studierzimmer.

In einer halben Stunde schicke ich ihn wieder herunter“, versprach ör. „Er kann oben in meinem großen Lesesaal sitzen und sich damit vergnügen, zuzusehen, wie die Koffer gepackt und zugeschnallt werden und wir dann in die Kutsche einsteigen.“

Wahrend Henriette auf die Rückkehr des Kindes wartete, lauschte sie auf das eilige Getriebe im Hause, das der Abreise voranging. Es war ihr eine Erleichterung, um die Verabschiedung von der Mutter herumgekommen zu sein, und im Stillen hoffte sie nur, daß ihr kleiner Zögling sie mit Haltung hatte über sich ergehen lassen. Als der Junge von dem Diener wiedergebracht wurde, glänzten seine Augen vor Wichtigkeit, und voller Eifer machte er sich sogleich daran, mit

einer Schere an einem Stück Papier herumzuschneiden.

„Papa hat sie mir gegeben,“ erläuterte er. „Sie sind aber nicht so scharf wie Ihre, Mademoiselle, und ich werde Ihnen jetzt was schönes ausschneiden.“

„Ein Geschenk für mich? Das ist ja wunderbar! Da bin ich mal neugierig, ob ich raten kann, was es werden soll.“ Er hielt seine Arbeit in die Höhe, um sie raten zu lassen.

„Wahrhaftig, ich glaube, das wird ein Herz. Hab' ich recht?“

Er nickte stolz und schnippelte weiter „Wie bist du gerade auf ein Herz gekommen?“ erkundigte sie sich und sah, daß seine weiche Stirn sich krauste, während er sich damit abmühte, sein Werk zu vollenden.

„Weil es am leichtesten ist und man es nicht so merkt, wenn man zuviel wegschneidet,“ antwortete er ernsthaft.

„Kindermund —“ dachte sie. „Er weiß nicht, wie recht er hat: niemand merkt es, wenn er zuviel von einem Herzen wegschneidet . .

Endlich war das Papierherz fertig und wurde von der Empfängerin — und dem Geber nicht minder — gebührend bewundert. Als Henriette jedoch das zerknitterte und ziemlich schief geratene Kunstwerk glattstrich, lag zu ihrem Erstaunen wieder ein Stück von dem bekannten blauen Briefpapier vor ihr. Noch mehr überraschte es sie, beim Umwenden zu bemerken, daß die Rückseite beschrieben war. Die Worte sprangen ihr förmlich in die Augen und berührten sie um so schmerzlicher, als die unbewußten Finger eines Kindes sie auseinandergerissen hatten. Diese armen, gequälten Schriftzeichen schienen zu leben — unmöglich, sie nicht zu lesen, und undenkbar, das Gelesene zu vergessen!

„Mein Liebl, — nur eine Wand trenn — ber eine Welt — a zwischen liegt — ich habe geweint — nicht schlafen — ach, hätte ich — her gewußt — was wir uns dama — gemeins — wie kann ich —“

Mit zitternden Händen kniffte sie das Herz zusammen und verwahrte es in ihrem Nähkasten

„Raynald,“ wandte sie sich wieder an den Knaben. Sie hob ihn auf ihren Schoß und fragte leichthin: „Du hast doch nicht etwa in Mamas Schreibtisch herumgestöbert, um das Papier für mein Geschenk zu finden?“

„Oh nein, Mademoiselle. Papa sagte mir, ich darf mir aus seinem Papierkorb aussuchen, was ich will, und das hier war so hübsch blau.“

SIEBENTES KAPITEL,,

_ „Mademoiselle Henriette ist wiederda!“ rief der alte Pierre unter freudigem Nicken und Schmunzeln aus, als er die Insassin der glänzenden Equipage erkannte, die vor Madame Le Maires Haus anhielt. „Zu Fuß ist sie weggegangen, und in einer Herrschaftskutsche kommt sie wieder, genau wie im Märchen."

„Danke, Pierre. Ja, mir geht's gut, und ich bin sehr glücklich. Der Herzog und die Herzogin sind aufs Land gefahren, und ich mache jeden schönen Nachmittag mit dem jungen Herrn Raynald eine Spazierfahrt, weil ihm das verordnet worden ist. Madame ist von mir durch einen Booten aufgefordert worden, uns heute zu begleiten. Sagen Sie ihr doch bitte, daß wir warten.“

Als Pierre mit ihrem Auftrag davongeschlurft war, lehnte Henriette sich zurück und betrachtete nachdenklich das ihr so wohlvertraute, verwahrloste Straßenbild. Der helle Sonnenschein ließ die Häuser noch schäbiger aussehen, als sie sie in Erinnerung hatte. Hier fehlte ein Fensterladen, dort hing eine Markise schief herunter; verwelkte Blumen standen vergessen in ihren Kästen, und das Wasser aus den undichten Regenrinnen hatte die Mauern verfärbt.

„Wie konnte sie hier jemals auch nur eine einzige Stunde froh und zuversichtlich sein?“ sagte sie sich, als sie, emporblickend, des winzigen Giebelfensters vom .Nadelöhr' gewahr wurde, aus dem sie so oft über die Stadt geschaut hatte. Ja, da war es; es stand offen, und ein Stück der zerrissenen Gardine flatterte im Wind wie ein Signal aus der Vergangenheit.

Madame Le Maire erschien denn auch endlich in ihrem besten Schwarzseidenen, ihren Hut fest an den langen Nadeln verankert, die eingesunkenen Wangen mit zwei kreisrunden Rougeflecken verschönt. Der Diener hielt den Schlag auf — mit unbewegtem Gesicht, aber in seiner ganzen Haltung beredte Verachtung. Die Pferde zogen an, und vor den bewunderten Augen des alten Pierre und all der an die Fensterscheiben gedrückten, erstaunten Gesichter, ratterte das Gefährt über das Kopfsteinpflaster davon.

„Ach ja!“ atmete Madame Le Maire auf, als der Wagen in breitere und gepflegtere Straßenzüge einbog. „Das war einmal eine angenehme Ueberraschung, meine liebe Mademoiselle Desportes o Pardon, ich vergaß ganz, daß sie ja diesen anderen komischen Namen bevorzugen, der mir mal nun nicht über die Lippen will. Ich dachte schon, sie hätten uns und die Rue du Harlay ganz vergessen.“

Henriette hatte viele Erklärungen für ihr langes Schweigen, wenn sie sich auch mit Rücksicht auf den Jungen zwischen ihnen nicht so frei äußern konnte. Vielleicht hätte sie besser daran getan, ihrer alten Zufluchtsstätte fernzubleiben; aber sie hatte der Versuchung nicht widerstehen können, diesen Besuch zu machen, so lange noch der herzogliche Wagen und die livrierten Diener zu ihrer Verfügung standen und bevor ihr neues Straßenkleid die erste Frische verloren hatte.

Mehr als eine Woche hatte sie nun bereits dem Praslinschen Haushalt vorgestanden. Mochten die Dienstboten auch hinter ihrem Rücken unzufriedene Gesichter schneiden und sich untereinander über sie beklagen — offen sich zu empören, wagten sie nicht. Der Herzog hatte ausdrücklich angeordnet, daß Mademoiselle Deluzys Wünschen und Befehlen in allem Folge zu leisten sei.

Mit der Abreise der Herzogin hörte auch für Henriette der sprichwörtlich gewordene. Schuh auf zu drücken. Nun konnte sie sich frei bewegen, ohne immer das Gefühl haben zu müssen, diese leidenschaftlich gequälte Menschenseele in ihrer Nähe zu wisen.

Sicherlich würde es jetzt ganz anders werden, wenn sie sich demnächst in der Ruhe des Landlebens wieder begegneten und alle Kinder gesund und fröhlich ihre Sommerferien durchtollten.

„Auf Wiedersehen, Madame Le Maire,“ sagte sie eine Stunde später, als sie wieder in der Rue du Harlay angelangt waren. „Es freute mich sehr, daß Sie uns begleiten konnten. Ich erwarte jetzt täglich die Aufforderung, nach Melun zu kommen."

(Fortsetzung folgt.)

Darmstadt und Umgebung

Herbstmesse - keine abstrakte Kunst

Stadtrat Dr. Holtzmann eröffnete die Darmstädter Messe

Die Herbstmesse begann — wie hätte es auch anders sein können? — mit einer saftigen Regendusche. Die Budenbesitzer und Schausteller flüchteten unter ihre Zeltplanen und achteten besorgt darauf, daß ihnen der Wind nicht die noch nicht ganz fertigen Baulichkeiten davontrug. Aber dann kam die Sonne hervor, und mit nur geringer Verspätung konnte im Festzelt die feierliche Eröffnung steigen.

Am Morgen hatte die amtliche Kommission alle Buden, Fahr-, Vergnügungs- und Genußmittelunternehmen auf die Einhaltung der baupolizeilichen, marktpolizeilichen und hygienischen Bestimmungen überprüft, und nach den zufriedenen Gesichtern von Marktmeister Lauter, Medizinalrat Dr. Ho 11 u b vom Gesundheitsamt und den übrigen Herren der Kommission mußte alles in bester Ordnung gewesen sein. Inzwischen waren die Vertreter der Stadtverwaltung, an ihrer Spitze Stadtrat Dr. Holtzmann, eingetroffen, und der Vorstand des ambulanten Gewerbes, Herr Loeb, begann mit einer kurzen Ansprache die Eröffnungsfeier. Er hoffte nach einem enttäuschenden Geschäftsjahr für einen guten Abschluß der Saison, hoffte auf gutes Wetter und gefüllte Kassen, die die meisten seiner Kollegen kurz vor dem Einmarsch ins Winterquartier noch bitter nötig hätten.

Dann begrüßte Dr. Holtzmann die anwesenden Budenbesitzer und Schausteller im Namen des Oberbürgermeisters, des Magistrates und der Stadtverwaltung und wünschte ihnen, daß es ihnen ginge, wie dem Bauern, der noch im Herbst die Scheunen voll bekomme. Nach vielen Veranstaltungen des Sommers in Darmstadt mit moderner Musik und abstrakter Malerei sei für diejenigen, die sich dort nicht so richtig wohlgefühlt hätten, die Meß’ noch mal ein richtiger festlicher Abschluß des Sommers, und fern vom Abstrakten könne jeder sagen: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.“

Nach einem kurzen Rundgang auf dem Meßplatz — wobei Riesenrad, Autoscooter, Geisterbahn, Achterbahn und eine für Darmstadt seltene Moskitobahn auffielen — und nach einem Besuch des geschmackvoll und gemütlich eingerichteten Wohnwagens eines alten erfahrenen Schaustellers drehten die Vertreter der Stadt und der Presse auf dem Riesenrad und der Moskitobahn einige Eröffnungsrunden, während sich langsam vor den verschiedenen Buden und Fahrgeschäften das erste Leben zu regen begann. -ae-

Der Hygiene-Lichthof Darmstadt

Das erste deutsche Gesundheitserziehungszentrum

In den Ausstellungsräumen auf der Mathildenhöhe fand am Sonntagmorgen anläßlich der Eröffnung des ersten deutschen Gesundheitserziehungszentrums mit der Ausstellung „Gesundes Leben“ im Hygiene-Lichthof in der Neckarstraße eine Feierstunde statt.

Die Ausstellung steht unter dem Protektorat von Ministerpräsident Stock und wurde vom Regierungspräsidium Darmstadt mit Unterstützung der Amerikaner und der Wiesbadener Regierung geschaffen.

Nach dem Willkommensgruß an die Ggste erklärte Regierungspräsident Arnoul, daß Darmstadt bestrebt sei, auch auf dem Gebiet des Gesundheitswesens Schrittmacher zu sein. Innenminister Zinnkann brachte den Dank an die Amerikaner für ihre finanzielle Hilfe zum Ausdruck und wandte sich persönlich an Dr. Benning, der in freundlichen Worten erwiderte.

In ausführlichen Darlegungen gab Ministerialrat Behring an Hand von interessanten Zahlenbeispielen einen Überblick über die Krankheitsentwicklung der letzten Jahrhunderte, über die Fortschritte auf dem Gebiet der Gesundheitspflege und Hygiene, den Rückgang der Säuglingssterblichkeit und der seuchenartigen Krankheiten. Allein bei den Krebskrankheiten, deren Ursache wissenschaftlich noch nicht geklärt sei, nähme die Sterblichkeit zu.

Ministerialrat Viehweg, Wiesbaden, wies auf die Bedeutung der Gesundheit für das menschliche Leben hin. Für die Stadtverwaltung sprach Stadtrat Schrauth, für die Landräte Landrat Wink, für die Ärztekammer Präsident Dr. Hausmann, für die A. O. K. Direktor Heil und für die Gewerkschaft Oeffentliche Dienste Herr Radtke, Frankfurt a. M.

Prof. Reinhold, der Rektor Prof. Mehmel von der TH vertrat, wies darauf hin, daß der Frage der Abwässer und Kläranlagen eine größere Bedeutung beigemessen werden müßte. Als letzter Redner sprach der Initiator der Ausstellung, Dezernent für das Gesundheitswesen in Darmstadt, Ministerialdirektor Dr. med. Freund. Die Gesundheitserziehung, der sich in Deutschland Schule, Eltern, Lehrer und Kinder in größerem Ausmaß als bisher annehmen müßten, sei eine wichtige Voraussetzung zu einem gesunden Leben der Menschen.

Die musikalische Umrahmung der Feier, der eine gemeinsame Besichtigung der Ausstellung folgte, lag in Händen des Hornquartetts. t-s

Amerikanischer Pkw.

überschlug sich bei Kilometer 512

In den Vormittagsstunden des gestrigen Sonntags verunglückte der Pkw eines höheren amerikanischen Offiziers in der Gräfenhäuser Kurve bei Kilometer 512. Der Wagen überschlug sich mehrere Male und wurde völlig zertrümmert. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon. Sg.

Elternversammlung

der Bessunger Knabenschule

In Anwesenheit von Oberbürgermeister Metzger fand am Freitagabend in der Turnhalle der Bessunger Knabenschule eine Elternversammlung statt, Ueber den Verlauf der lebhaften Versammlung werden wir morgen ausführlich berichten.

Kraftfahrer haben Angst

vor Verkehrskontrollen

Die seit Samstagnachmittag einsetzende Kontrolle aller Kraftfahrzeuge durch die Verkehrspolizei hatte bereits ihre ersten Auswirkungen. Der Verkehr auf der Autobahn war im Laufe des gesamten Sonntags auffallend gering. Anscheinend scheuten die Sonntagskraftfahrer die angekündigten Verkehrskontrollen. Die von der Autobahnpolizei auf Herzen und Nieren überprüften Kraftwagen wurden zu 60 Prozent beanstandet. 1

Unfälle in der Stadt

In der Nacht vom Samstag zum Sonntag ereigneten sich in der Stadt zwei Verkehrsunfälle, bei denen es Sachschaden gab, jedoch keine Personen verletzt wurden. Gegen 22 Uhr fuhren sich ein Dreiradlieferwagen und ein amerikanischer Zivil-Jeep, die beide auf der Eschollbrücker Straße in Richtung Innenstadt fuhren, beim Ueberholen durch den Jeep in die Flanke.

Kurz vor Mitternacht rannte ein amerikanischer Personenkraftwagen bei seiner Fahrt in der Neckarstraße in Richtung Rheinstraße gegen eine der Verkehrsleuchtsäulen und rannte diese um.

Darmstädter juristische Gesellschaft

Am 44. Vortragsabend sprach Herr Professor Dr. Dillard von der Universität Virginia (USA) über „Die rechtlichen Grundlagen der amerikanischen Außenpolitik“, insbesondere im Hinblick auf den derzeitigen Korea-Konflikt.

Der Vortragende stellte die grundsätzliche Frage, ob das Vorgehen des amerikanischen Präsidenten, also ohne Befragung des Kongresses, mit Billigung der Vereinten Nationen amerikanische Streitkräfte in Südkorea zum Einsatz zu bringen, im Rahmen der verfassungsmäßigen Befugnisse des amerikanischen Präsidenten geschah und ob diese Maßnahmen als ein grundsätzlicher Wandel der amerikanischen Außenpolitik anzusehen seien.

Bei der Frage nach der verfassungsmä- Bigen Zulässigkeit dieses Handelns ist davon auszugehen, daß grundsätzlich dem Kongreß das Recht vorbehalten ist, den Krieg zu erklären. Andererseits ist der Präsident Oberbefehlshaber aller Streitkräfte der USA. Diese Stellung gab ihm nach der überwiegenden Auffassung das Recht, in diesem Umfange von sich aus zu handeln, wenn eine solche Polizeiaktion mit Billigung der Vereinten Nationen notwendig war, ohne daß eine Kriegserklärung erfolgte. Die verfassungsmäßigen Rechte des Präsidenten erfahren aber ihre notwendige und erhebliche Einschränkung dadurch, daß die Bewilligung von Mitteln für solche Unternehmen dem Kongreß vorbehalten bleibt. Es ist ähnlich wie auf dem Gebiet internationaler Vertragsschlüsse. Auch sie sind grundsätzlich dem Kongreß Vorbehalten. Wohl aber können die Präsidenten sogenannte Exekutiv-Vereinbarungen abschließen, wie das die Pacht- und Leihverträge im Krieg oder das Abkommen von Jalta waren. Eine weitere scharfe Kontrolle erfahren die Machtbefugnisse des Präsidenten durch die öffentliche Meinung, die eine wirksame Realität darstellt. Sie beeinflußt bereits die Vorbereitung solcher Entschlüsse in den maßgeblichen amerikanischen Staatsstellen und sie wird wirksam in der Kritik, die bei Durchführung solcher Maßnahmen geübt wird.

Erkennt man das Endziel an, so müssen auch die richtigen Wege dahin als notwendig anerkannt werden. Darin sind sich beide Parteien der Vereinigten Staaten im Grunde genommen einig. Die Meinungsverschiedenheiten untereinander betreffen nur das Wie. Hätte Amerika in Korea nicht eingegriffen, so ist nicht abzusehen, ob dies nicht zu einem Präventivkrieg von der anderen Seite geführt hätte. Das Vorgehen des Präsidenten ist also nach jeder Richtung gerechtfertigt und es bedeutet auch keine grundsätzliche Wendung in der amerikanischen Politik, die nach dem zweiten Weltkrieg bewußt die Abkehr vom Isolationismus und den Einsatz für den Frieden und die Freiheit in der Welt zum Angelpunkt ihres Handelns gemacht hat.

Im Anschluß an den Vortrag ergab sich eine interessante Diskussion über Einzelfragen.

Dem Vortrag wohnte auch als herzlich begrüßter Gast Mr. Goetcheus, der Chef der hiesigen amerikanischen Verwaltung bei.

Wer, zum Kuckuck, war Bernhard Shaw?

„HELDEN“-PREMIERE DES LANDESTHEATER

„Ich kann nur hoffen, daß der ,Shawinismus' in fremden Händen so weit gefördert wird, daß kommende Generationen sagen werden: Wir sind mit ihrer Doktrin einverstanden, aber, wer, zum Kuckuck, war eigentlich Bernard Shaw?“

G.B.S. schrieb jene Zeilen am Tage seines 94. Geburtstages an den Vorsitzenden der neugegründeten amerikanischen Shaw-Gesellschaft. Die letzte Frage spielt im Augenblick für uns allerdings noch keine Rolle, solange Shaw lebt und seine exzentrischen Aeußerungen immer wieder durch die Presse gehen. Im Mittelpunkt des Interesses steht nach wie vor sein Werk. Mit geschickter Steuerung in der „Helden“-Inszenierung führte Friedrich Brandenburg den Zuschauer in eine der „Doktrinen“ Shaws ein. Die Regie bevorzugte im Stück die Ausarbeitung der Fabel und war darauf bedacht, die Tendenz mehr durch Jovialität als durch Satire zum Erfolg zu bringen. Das ist ihr nachdrücklichst gelungen. Auf diese Weise nimmt zwar die Komödie schwankhafte Züge an, verliert aber nichts an Eingängigkeit. Natürlich könnte man mit der Delikatesse eines Kamrnerspiels noch manche Feinheit aufdecken, es fragt sich aber, ob nicht die hiesige „lukullische Aufführung (Brecht!) in unserer kritischen Situation des erneuten Militarismus größere Wirkung erzielt! Das Publikum war überzeugt davon und quittierte die Sentenzen mit verständnisvollem Lachen. tm» i'/Tnr-q bh>b nwht verborgen. Fr»«- rich Brandenburg hatte eine ausgezeichnete Ensemble-Leistung zustande gebracht, dirigierte die Darsteller natürlich oder hyperbolisch durch den Raum und gab ihnen das überzeugte Gefühl der Sicherheit für ihre Rede, Geste und Bewegung. Unterstützt wurde er durch die treffenden Bühnenbilder von Elli Büttner, die ohne Podeste und Treppen ein bulgarisches Schlafgemach, einen veritablen Vorgarten und eine prachtvolle „Bibliothek“ geschaffen hatte. Alles in einfacher Realität, aber illusionssicher und in einheitlicher Grundausrichtung. In schönster Harmonie zum Bild wurden die Kostüme entworfen.

Rosemarie Kilian war die kapriziöse Tochter Raina mit all den Reizen einer gesellschaftlich anerzogenen Ueberspanntheit und eines unnatürlichen Gehabens, die sich später ohne Bruch der Glaubhaftigkeit zu den Realitäten des Lebens bekehren ließ. Ihr gegenüber standen die beiden „Helden“, Verlobter und Vater. Walter Kohls, mit dem Gebaren eines Operettenprinzen, bewegte sich als Saranoff im hohen Pathos eines hohlen Idealismus mit sichtlich theatralischem Vergnügen. Carl Zollern faßte die Rolle desPettkoff sehr gemütlich auf. Ein Großgrundbesitzer von Beruf, aus Liebhaberei auch einmal Major der Etappe mit großsprecherichen Allüren, letzten Endes aber doch noch unsicher auf den Brettern. Ihm zur Seite führte Ellen Krug (Katharina) das Kommando im Hause. Mit beherzter Resolutheit behauptet sie sich in der aufkommenden Zivilisierung der Gesellschaft und verrät jenen fraulichen Instinkt, der sich mit Herz und Verstand in jeder Lage zurechtzufinden weiß. Eine lebensvolle Charakterdarstellung. Großartig auch Ilse Bartram, wie sie der Dienerin Louka die Züge eines aufständischen Geistes gegen ihre soziale Stellung gibt, während im Grunde genommen doch ihre Wüdkatzenborstigkeit nur dem tiefen Gefühl einer erwachten Liebe entspringt. Die hervorragende Wandlungsfähigkeit von Herbert Wien bestätigt sich hier in der Profilierung des Dieners Nicola aufs neue. In Kürze hat er sich mit an die Spitze unseres Ensembles gespielt und selbst in der kleinsten Rolle scheint die geistige Durchdringung seines Rollenstudiums durch. Helmut Nissel trat kurz als schneidiger russischer Offizier auf. Shaws Ironie spiegelte sich in der einprägsamen Gestalt des Bluntschli von Willy Leyrer wider. Ein vitaler „freier Bürger“, nicht ohne Selbstherrlichkeit, aber mit Gemüt und Humor für alle Wechselfälle des Lebens ausgestattet, die durch Erfahrung und Vernünftigkeit gemeistert werden. So beherrschte er in ausgefeilter Schauspielkunst in selbstloser Einordnung doch die Geschicke aller. Das Publikum nahm diese beschwingte Neuinszenierung sehr beifallsfreudig auf und man kann diesem Stück noch zahlreiche und erfolgreiche Wiederholungen voraussagen. G. L

Neue Gesichter in„Maske in Blau“

Nachdem sich die Werbung auswärtiger Theaterbesucher so erfolgreich erwiesen hat, wurde für diesen Teil der Abonnenten noch einmal die Operette „Maske in Blau“ in den Spielplan aufgenommen.

Die Aufführung selbst erhielt insoweit eine besondere Note, als einige neu engagierte Kräfte und Gäste sich erstmals dem Publikum in Darmstadt vorstellten.

Bleibt es immer schwierig, einen neu hinzugekommenen Darsteller in einem bereits eingespielten Stück und einem eingearbeiteten Ensemble zu beurteilen, so entfallen bei Dita Dreesen alle Erwägungen und Zweifel. Sie ist eine Diva von Format, sieht bezaubernd aus, verfügt über ein ausgezeichnetes Stimmenmaterial und spielt mit Eleganz und Charme. Joachim Röck er hatte es weit schwerer, seinen Vorgänger „Seppi“ — Neutze zu ersetzen. Das wechselreiche Spiel des Buffos verlangt genaueste Verständigung, um zur freien Entfaltung kommen zu können. Hier merkte maaber noch den „Neuling“ innerhalb der Routine seiner Mitchargen, so daß eine Urteilsbildung verfrüht wäre. Arnold Kempkens schwang als Gast den Taktstock. Er hielt auf gedämpfte Orchesterklänge und bemühte sich um straffere Intensivierung des Rhythmus. Da er aber die Vorarbeiten nicht selbst geleitet hat, läßt sich ein Bild über seine persönlichen Fähigkeiten nicht gewinnen.

Die Aufführung nahm von Akt zu Akt an Lebend'gkeit und sprühender Ausgelassenheit zu. Ingeburg Niederberger tanzte selbst den .„Walzer in Blau“ in schwingenden Farbenrhythmen. Joachim Leipziger fügte sich als neues Mitglied der Tanzgruppe gut ein. Franz Köth. Ruth Wilke sangen und mimten, daß es eine Lust war. und Herbert Wien überschlug sich in neuen witzigen Pointen. Auch alle übrigen Darsteller trugen mit viel Laune zum Erfolg bei und warben so auf die beste Art für ihr neues, beifallsfreudiges Publikum. G. I.

Dezent - großzügig - elegant

Modenschau im Café Schwarz

Eine reiche Auswahl besten Anschauungsmaterials für die Kleidung der Frau vom Morgenrock bis zum Abendkleid zeigte die mehrfach wiederholte Modeschau der Darmstädter Firma W. und P. im Cafe Schwarz, von der wir bereits kurz berichteten.

Conferencier Peter Frankenfeld, der nicht mit allzu neuen Einfällen brillierte, jedoch einen gemütlichen Plauderton fand, hatte es nicht leicht, die zahlreich er-

schienene Damenwelt zu laut geäußertem Beifall aufzulockern. Aber an den aufmerksamen, bewundernden Blicken, die den vier mit Anmut sich tragenden Mannequins folgten, waren reges Interesse und großes Gefallen abzulesen. Als besonders angenehm wurde wohl empfunden, daß unter den Vorführenden auch eine Vollschlanke sich befand und zeigte, welche Mäntel, Kostüme, Kleider für diese Figur den Charakter unaufdringlicher Eleganz und feiner Wirkung haben.

Der Zweifarbzusammenklang herrschte in der Gesamtkombination wohltuend vor. Bewundernswert, wie die Hüte der Firma Grete Welter, Kirchgasse, die ohne Kenntnis der Vorführungsmodelle geschickt worden waren, mit den Mänteln, Kostümen und Kleidern harmonierten, wie auch die Handtaschen der Firma Schnellbacher und Handschuhe (und Wäsche) der Firma Rieske stets den Eindruck vervollkommneten. Die Frisuren waren vom Salon Steinmetz gelegt. Auch hier fügte sich die schlichte, elegante Linienführung des gewellten Haares dem Gesamtbilde ein. Fröhlich belebend erschien oft die Schleiergarnitur der Hüte oder die Verwendung launig gebogener Federn.

Überraschter Zuruf wurde stets laut, wenn das Mannequin den Mantel ablegte, um ihn zu wenden und als Regenmantel wieder überzustreifen. Die Verwandlungsmäntel sind praktisch und dafür, daß in der Auswirkung 2 Mäntel in einem Preise erworben werden, nicht zu teuer. Trotz bester Verarbeitung scheinen jedoch beim linkseitigen Tragen Unebenheit und Gehemmtheit im Fallen des Stoffes nicht ganz vermeidbar. Die wieder aufgegriffene „modische Neuheit“ des nach abwärts versetzten Gürtels bei verschiedenen Mänteln gefiel nicht sehr. Zumeist sind ja „modische Neuheiten“ Variationen längst dagewesener Vorbilder. Aber auf die Feinheit der Variation, die Eleganz der Verwendung kommt es an.

Diese war voll geglückt bei der Verarbeitung des Pelzwerks, Silber- und Blaufuchs, Zobelfeh, Persianer, an den aparten Mänteln.

Die Röcke der Kostüme werden wieder kürzer getragen, als man es im Frühjahre sah. Auch ist es hier vielfach wieder der Schlitz statt der vorn eingelegten Falte, der die Gehfreiheit gibt.

Besonderen Beifall fanden die Modelle „Hohe Schule“ und „Bummel auf der Kö“, wie auch die Veränderlichkeit der Abendkleider mit Bolero und abnehmbaren, als Cape zu tragenden Überrock sehr bewundert wurden.

Die Berliner Firma Strohbach war mit einigen eindrucksvollen Modellen vertreten, deren echte Eleganz ebenfalls in der dezenten Linienführung lag.

Immer wieder wurde die Frage nach den Preisen laut, und es gab Erstaunen über die erschwingliche Höhe, in der sich die meisten Modelle hielten.

Insgesamt bewies sich wieder einmal, daß gutes Material in geschmackvoller Verarbeitung mit harmonierendem und belebendem Attribut der Frau in der Kleidung die unnachahmliche Linie und die persönliche Note geben, die ihr Wunschbild sind. Di


Dieser Wintermantel betont die neue Linie mit der tief angesetzten Rückenschließe. Foto: Hilde Roth
Dieser Wintermantel betont die neue Linie mit der tief angesetzten Rückenschließe. Foto: Hilde Roth

Straßenreinigung

bei Trümmergrundstücken

Der Stadtverordnetensitzung des nächsten Donnerstag (15 Uhr im Büchnersaal) liegt eine bisher 33 Punkte umfassende Tagesordnung vor. Wieder handelt es sich um den Erwerb von Grundstücken, die für die Altstadtsanierung benötigt werden und um die Ueberlassung städtischen Geländes an Baulustige.

Während diesen Vorlagen die Ausschüsse bereits zugestimmt haben, dürften die „Fluchtlinien" schon eher eine Aussprache entfesseln

Die Straßenreinigungsgebühren bei den zerstörten und teilzerstörten Anwesen betrifft ein Antrag der FDP. Der Magistrat hat dazu eine Regelung vorgeschlagen, die sich im großen und ganzen nach Anregungen richtet, wie sie ihm vom Haus- und Grundbesitzerverein zugegangen sind. Danach sind bei Grundbesitz, der nach der Zerstörung veräußert wurde, die Gebühren voll zu erheben. Soweit Eigentümer zerstörter Häuser aus öffentlichen Kassen unterstützt werden, sollen sie von den Gebühren befreit sein. Bei vollzerstörten Häusern werden die Gebühren auf 20 °/o, höchstens jedoch auf 1,50 DM je Ziel oder 6 DM im Rechnungsjahr herabgesetzt. Bei teilzerstörten und teilweise wieder aufgebauten, ebenso bei zerstörten und heute wieder benutztem Grundbesitz sei zu überprüfen, inwieweit die Gebühr aus Billigkeitsgründen herabgesetzt werden müsse. Grundsätzlich gebe der Zerstörungsgrad den Maßstab. In allen Fälsen sei möglich, daß von diesen Richtlinien aus Billigkeitsgründen abgewichen werden kann.

In der Stadt notiert

Die Gesellschaft für Deutsche Sprache eröffnet am Dienstag, dem 26. September, um 19.30 Uhr, im Raum 168 der Technischen Hochschule ihr Herbstprogramm mit einem Vortrag von Dr. Dr. Ernst-Günther Geyl über „Sprache, Volkstum und Humanität". Mitglieder haben freien Eintritt. DT

Die „Badenia“-Bausparkasse veranstaltet für ihre Bausparer, Bauinteressenten und Wohnungssuchenden heute, am Montag, den 25. September, um 20 Uhr, in der Gaststätte Ripper, Erbacher Straße, einen Vortragsabend. Es sprechen die Herren von Düngen und Koch über „Bauerfahrungen 1950“.

Eine Geistliche Abendmusik mit Werken von Hans Friedrich Micheelsen wird am morgigen Dienstag, den 26. September, der Darmstädter Singkreis im Paulussaal um 19.30 Uhr, veranstalten, bei der der Komponist selbst mitwirken wird.

Das Sportfest des Ludwigs-Realgym¬ nasiums wird heute vormittag im Hochschulstadion abgehalten. Auf das wohlgelungene Schulfest am vergangenen Samstag berichten wir in der Dienstag-Ausgabe.

Seine Lohntüte mit 60 DM verlor ein in Eberstadt beschäftigter Arbeiter auf dem Heimweg nach Pfungstadt. t—s

WIE-WIRD-DAS-WETTER

Regnerisch und kühl

Vorhersage: Am Montag, von kurzen Besserungen abgesehen, noch überwiegend stark bewölkt und zeitweise Regen, kühl. Lebhafte Winde aus West-südwest.

Weitere Aussichten: Zeitweise aufheiternd, aber noch unbeständig und vor allem nachts sehr kühl.



Wohin gehen wir heunte?

Lichtspieltheater: Union: „In den Klauen des Borgia“; Thalia: „Der Weg ins .Freie“; Belida: „Der dritte Mann“; Palast: „Die Hölle von Oklahoma“; Hansa: „Königsliebe“.

Wir gratulieren

86. Geburtstag: Frau Johanette Holler, Darmstadt-Arheilgen, Bornstraße 61. 83. Geburtstag: Herr Wilhelm Kern 111, Darmstadt-Eberstadt, Ludwigstraße 9.

STARKENBURG

Vom Steinblock erschlagen

Am Freitagnachmittag ereignete sich in einem nordöstlich Kirschhausen gelegenen Waldsteinbruch ein Unglücksfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Durch Versagen der Handseilwinde sackte ein rund 15 Zentner schwerer Steinblock in das Bruchloch ab und traf den darunter arbeitenden Inhaber des Steinbruchs, Wilhelmi Nenne aus Heppenheim. Der Verunglückte erlag kurz darauf den Verletzungen —r

Die Lenkung versagte

Durch ein Versagen der Lenkung kam es auf der Straße zwischen Ober-Ramstadt und Hahn am Sonntagnachmittag zu einem ziemlich außergewöhnlichen Verkehrsunfall. Ein mit seinem Personenwagen und Anhänger auf der Fahrt nach Kirchbrombach befindlicher Bäckermeister aus Eber-Stadt fuhr etwa ein Kilometer vom „Rondell“ entfernt auf glatter Straße plötzlich gegen einen Baum. Der Wagen wurde schwer beschädigt, die begleitende Frau des Kraftwagenbesitzers erlitt Schnittwunden im Gesicht und mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. Der Bäckermeister erklärte, daß die Lenkung plötzlich versagte und der Wagen unaufhaltbar auf den Baum zurollte. Der Fahrer und ein im Wagen mitfahrendes Kind kamen mit dem Schrecken davon. xpo

Zu Tode gestürzt

Die enge Kurve der Waldmichelbacher Ludwigstraße forderte gestern erneut ein Opfer. Gegen 10.30 Uhr fuhr der 23jährige Hermann Jöst aus Unterschön matten waag in mäßiger Geschwindigkeit mit seinem Motorrad in die Biegung, in der plötzlich ein Omnibus aus Urberach, der vom Parkplatz rollte, auftauchte. Der Motorradfahrer bremste, kam infolge der regen- nassen Straße zu Fall und schleuderte mit der Maschine vor die Räder des sofort haltenden Fahrzeuges, wo er bewußtlos liegen blieb. Der kurz darauf cintreffende Arzt konnte nur noch den inzwischen eingetretenen Tod feststellen, der vermutlich durch den Bruch dreier Rippen und dadurch erfolgter Beschädigung des Herzens eingetreten ist. —r—

Verhängnisvolle Straßenglätte

Kurz vor dem Bahnhof Leeh ei m - Wolfskehlen fuhr ein amerikanischer Pkw. infolge der Straßenglätte beim Ueberholen eines anderen Fahrzeugs gegen einen Baum. Der Pkw. wurde schwer beschädigt, während der Fahrer des Wagens nur leichte Verletzungen davontrug.

Ein aus Dieburg kommendes Auto versuchte gestern ein vor ihm fahrendes Fahrzeug zu überholen, kam dabei ins Schleudern und raste mit voller Wucht gegen einen Baum. Von den Insassen mußten zwei Personen in das Krankenhaus gebracht werden. Der Fahrer kam mit leichteren Verletzungen davon. hm

Was geht hier vor?

Kreisvorsitzender des Bundes der Fliegergeschädigten seines Amtes enthoben

Auf Veranlassung des Vorstandes des Bundes der Fliegergeschädigten Bensheim fand am Freitag, dem 15. September, eine Vorstandssitzung statt, in der der bisherige 1. Vorsitzende, Herr Bote, aus Gesundheitsrücksichten den Vorsitz der Ortsgruppe und des Kreisverbandes nieder gelegt hat. In einer weiteren Vorstandssitzung am 21. September wurde auf einstimmigen Beschluß des Vorstands die Rücktrittserklärung des Herrn Bote als gegenstandslos betrachtet.

Es wurde für erforderlich gehalten, ihn seiner Funktion als Vorsitzender der Ortsgruppe ausdrücklich zu entheben. Mit der einstweiligen Führung der Geschäfte des 1. Vorsitzenden wurde der bisherige 2. Vorsitzende. Herr Eble, beauftragt. Sprechtage finden vorerst nicht statt. In einer demnächst durchzuführenden Generalversammlung wird der Vorstand einen Rechenschaftsbericht vorlegen.

Wie verlautbart, sollen finanzielle Unstimmigkeiten zu der Amtsenthebung Botes geführt haben. (HB)

Groß-Bieberaus Strom zu teuer

Wann kommt die Umstellung auf Wechselstrom? Lebhafte Diskussion im Groß-Bieberer Forum

Zu einem (zweiten) Ausspracheabend über die Stromversorgung Groß-Bieberaus, die augenblicklich mehr denn je die Gemüter in der Gemeinde erregt, hatte das öffentliche Forum am vergangenen Samstag in das Gasthaus „Zum Odenwald eingeladen.

Trotz anderweitiger Veranstaltungen war ein recht guter Besuch zu verzeichnen (der einem benachbarten Forum immer noch fehlt!).Vorsitzender Weicker konnte neben Bürgermeister Böhm sowie den Vertretern des Elektrizitätswerks Hartmann in Groß-Bieberau und der HAEG Darmstadt auch Herrn Pfleger von der amerikanischen Zivilverwaltung Dieburg begrüßen.

In seinem ausführlichen Referat wies Oberbaurat Berg als Vertreter des Elektrizitätswerks Hartmann vor allem auf die entstehenden Kosten beim Umbau von Motoren u. a. auf Wechsel- bzw Drehstrom hin. Das Elektrizitätswerk Groß-Bieberau sei jedoch durchaus in der Lage, auch Drehstrom zu liefern. Für die Stromschwankungen, die vor allem Gewerbebetriebe zum Anschluß an die HEAG bewogen hätten, machte er inzwischen behobene Kriegseinwirkungen verantwortlich.

Herr Weic ke r gab anschließend einen Preisvergleich zwischen den Tarifen des Elektrizitätswerks Hartmann und der HEAG Darmstadt bekannt, aus dem hervorging, daß ein Anschluß an das Netz der HEAG eine bis zu 20prozentige Ersparnis an Stromtarifen bedeute. Damit traf er, wie die lebhafte Reaktion unter den Teilnehmern bewies, augenscheinlich den Kem der Sache: Der Tarif des Elektrizitätswerks Hartmann ist im Vergleich zu den HEAG-Tarifen zu hoch.

Wie die HEAG durch ihren Vertreter erklärte, ist sie bereit, nach Rücksprache und entsprechendem Vertrag mit dem Elektrizitätswerk Hartmann eine Umstellung des Ortsnetzes unentgeltlich vorzunehmen. Die Entscheidung darüber liege letzten Endes bei der Gemeinde.

Bürgermeister Böhm wies darauf hin, nur ein gleicher Strompreis garantiere gleiche Leistung des Gewerbes gegenüber anderen Orten. Eindringlich forderte er baldigste Verhandlungen der beiden Stromlieferanten. Dieser Antrag wurde durch Abstimmung einstimmig im Sinne des Antragstellers entschieden.

Inwiefern nunmehr eine Umstellung oder Angleichung der Tarife stattfindet, werden HEAG und Elektrizitätswerk Hartmann am Verhandlungstisch zu entscheiden haben. Um eine Umstellung auf Wechsel- beziehungsweise Drehstrom aber wird man auch in Groß-Bieberau kaum herumkommen.

Herr Simon vom Bund für Erwachsenenbildung, Kreis Dieburg, gab anschließend einen kurzen Ueberblick über das reiche Veranstaltungsprogramm für den Winter. Dabei erwähnte er besonders das Entgegenkommen von Bürgermeister Böhm in bezug auf die Raumfrage, die für Groß-Bieberau durch Zurverfügungstellung eines Schulsaales gelöst erscheine. Somit wird Groß-Bieberau vielleicht im Rahmen des „Bundes für Erwachsenenbildung“ zu einer Volkshochschule kommen.

Die Vor.Stands wähl des Forums, die durch den Rücktritt des seitherigen ersten Vorsitzenden Weicker notwendig wurde, verschob man auf die nächste Veranstaltung. (eb)

Was aũch interessiert:

Wegen Beleidigung in unserem Artikel „Strafantrag gegen Bürgermeister Adler gestellt“ wurde in Gernsheim ein Rechtsanwalt von dem Einwohner Georg Lautenschläger, Römerstraße 33, beauftragt, gegen den verantwortlichen Redakteur Strafantrag zu stellen. prs.

Einen neuen Bürgermeister wählten die Gemeinderäte in Nieder-Modau. Unter drei Kandidaten fiel die Wahl auf Altbürgermeister Nickolaus, der vor dem kürzlich verstorbenen Bürgermeister Weber bereits schon einmal im Amt war. km

Gegen einen parkenden Lastwagen prallte ein radfahrender Schuljunge in Unter-Flockenbach, als er seine Aufmerksamkeit von der Straße abwandte. Er erlitt Knochenverletzungen im Gesicht und einen Bluterguß,

über 7 Zentner soll ein Schwein gewogen haben, das kürzlich von einem Groß - Bieberauer Metzger geschlachtet wurde, ehe es seinen letzten Gang antrat. Da es aber einen Weg von 4 Kilometern, zu dem es 8 Stunden brauchte, laufen mußte, wird es wohl einige Pfund abgenommen haben.

Die letzte Pfarrer-Dekanatsversamm¬ lung vor der Teilung des Dekanats Groß-Umtadt hat Dekan Reichert auf .den S?ntemh<'r. na^h Reinheim einberufen.

Vom I z-t.rza.gen r-f St wurde in Pfungstadt em auf der Straße ohne Aufsicht spielendes Kind. Das Hinterrad des Wagens ging über seine eine Hand. Im Krankenhaus mußten Daumen rind Zeigefinger amputiert werden.

Gemilderte Strafen im „Kristallnacht“- Prozeß

Die Dritte Strafkammer des Landgerichts Darmstadt führte am Freitagabend unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Hahn den Strafprozeß gegen den 67jährigen. ehemaligen SA-Hauptsturmführer Joh. Aug. Freund und den 51 Jahre alten Ludwig Vo n - derheidt aus Groß-Umstadt zu Ende. Wie wir bereits kurz berichtet hatten, wurden beide Personen angeklagt, sich aktiv an der Zerstörung lüdischen Eigentums und an der Mißhandlung israelitischer Bürger in der sogenannten „Kristallnacht“ des 10. November 1938 in Groß-Umstadt beteiligt zu haben.

Die Urteile erster Instanz hatte das Oberlandes bericht in Darmstadt auf Grund der Revision beider Angeklagten aufgehoben. Nach nochmals zweitägiger Verhandlung milderte die Dritte Darmstädter Strafkammer die im ersten Prozeß gefällten Strafen und erkannte wesen schweren Landfriedensbruchs gegen Freund auf ein Jahr, gesen ■vrrn^-’-h'’’H+ neun Monat e Gefängnis. Das Gericht verneinte diesmal eine Verurteilung wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung und bezeichnete zwei Anklagezeugen als nicht glaubwürdig. Freund wurden acht Monate, Vonderheidt sechs Monate einer früher erlittenen Internierungshaft auf die Strafe angerechnet.

Um die neue Gemeindeordnung

Der Kreisverband Darmstadt des Hessischen Gemeindetages hielt am Samstag in Darmstadt unter dem Vorsitz seines Obmanns, Bürgermeister Müller, Griesheim, eine kommunalpolitische Tagung ab, an der zahlreiche Bürgermeister und Mitglieder der Gemeinderäte teilnahmen.

Einziger Punkt der Tagesordnung war die Stellungnahme zum Entwurf der neuen hessischen Gemeindeordnung, über die der Geschäftsführer des Hessischen Gemeindetages, Muntzke, ausführlich referierte. Seine Ausführungen bildeten die Grundlage einer lebhaften Aussprache, an der sich auch Landrat Wink beteiligte’ Besonders ausführlich war der Meinungsaustausch über die Beibehaltung der gegenwärtigen Bürgermeisterverfassung bzw. die Einführung der in Zukunft ebenfalls für Landgemeinden zulässigen Magistratsverfassung. Es wurde allgemein begrüßt, daß die Entscheidung darüber einzig und allein Sache der Gemeinde ist. Der Landkreistag verwahrte sich gleichzeitig entschieden gegen alle Bestrebungen der Städte zum Nachteil der Landkreise und Landgemeinden. oa

50 Jahre Obst- und Gartenbau

Goldene Jubiläen der Vereine in Roßdorf und Pfungstadt

Reichhaltiger Grünschmuck und Blumen zierten am Samstagabend den Saal und die Bühne des Gasthauses „Darmstädter Hof“, in dem Obst- und Gartenbauverein Roßdorf sein 50jähriges Jubiläum mit einem Festkommers beging. Zahlreiche Ehrengäste, darunter der 1. Vorsitzende des Obstkreisverbandes, Landrat Wink, Dr. Kaiser, vom Pflanzenschutzamt Frankfurt am Main, Heimatdichter Georg Löffler und die alte Generation des Jubiläumsvereins waren erschienen.

Nach einem Eröffnungsmarsch des Handharmonikaklubs und der Begrüßungsansprache des 1. Vorsitzenden, Lehrer Rapp, hielt Herr Kaffenberger als Imkerfachmann einen umfassenden Vortrag über die Bedeutung der Bienen im Obst- und Samenbau und gab an Hand eines Lichtbildervortrags weitere Erläuterungen zu diesem Thema.

Im Mittelpunkt des Abends stand das Referat von Dr. Kaiser, Frankfurt-Main, der über das Thema: „Obstbaumpflege und Schädlingsbekämpfung“ sprach und dabei durch hervorragende Lichtbilder seine Ausführungen veranschaulichte. Der Sprecher, der die Grüße des Landesverbandes überbrachte, betonte, daß die praktischen Erfahrungen der Baumpflege und des Schnittes, die in der Schweiz zum Erfolg geführt haben, keineswegs auf deutsche Verhältnisse übertragen werden können, da hier die Erfahrungen der eigenen Fachschulen ausschlaggebend seien. Eine wirksame Schädlingsbekämpfung sei unbedingte Notwendigkeit. Gerade die diesjährige Obsternte zeige im Befallsgebiet Südhessen—Baden, daß ein großer Prozentsatz des Obstes nicht von erster Qualität sei und daß sich dies besonders in vieler Hinsicht für den Obstbau bemerkbar mache.

Landrat Wink, der die Grüße des Kreisverbandes überbrachte, verlieh in der anschließenden Mitgliederehrung den alten Veteranen Konrad Kaffenberger und Johann Reinhold, die bei der Gründung des Vereins tatkräftig mitgeholfen haben, für ihre 50jährige Treue Urkunden und Geschenke. Ebenso erhielten alle Mitglieder Urkunden, die dem Verein 40, 35 und 25 Jahre angehörten. Der Landrat unterstrich die Bedeutung eines gepflegten Obstbaues für den Wohlstand der Bevölkerung und für ein allgemein wirtschaftliches Gedeihen.

Im weiteren Verlauf des Abends gab Heimatdichter Georg Löffler aus eigenen Werken eine Probe und würdigte vor allem die Verdienste des Ehrenmitglieds Rektor Trautmanns. Dieser gedachte in seinen Dankesworten der verstorbenen Mitglieder Heinrich Keil und Altbürgermeister Lorenz.

Am Sonntag wurde in einer örtlichen Obstsortenschau die Bedeutung des Vereins gerechtfertigt. Nicht allein Obst, sondern auch Kürbisse und Quiten, darunter einige Prachtexemplare, waren zu sehen. Auch hervorragende Obstbaumsetzlinge zweier Roßdörfer Gärtner wurden gezeigt. Daneben standen noch die verschiedensten Blumensorten, Gartengeräte und Hilfsmittel sowie Mittel zur Schädlingsbekämpfung zur Schau. (sl)

Auch Pfungstadt feierte

Am Samstagabend feierte der Obst- und Gartenbauverein Pfungstadt in den festlich geschmückten Räumen der Gaststätte Specht sein 50jähriges Jubiläum. Nach kurzen Worten der Begrüßung gab der Vereinsvorsitzende, Herr Friedrich Lang, einen Rückblück auf die Vereinsgeschichte. Wenn heute Pfungstadt eines der größten Spargelanbaugebiete Hessens ist, so liegen die Zellen dieser so wichtigen Einnahmequelle im Verein, der durch Theorie und Praxis den Anbau förderte. Auch er war es, der in der Gemeinde den Obst- und Spargelabsatz regelte und aus kleinsten Anfängen aufbaute.

Herr Kreisamtmann Dietrich, der in Vertretung des Herrn Landrats erschienen war, wies in eindrucksvollen Worten auf die Wichtigkeit des Obst- und Gemüsebaus hin und umriß klar die Notwendigkeit der Sortenauswahl und der Qualitätserzeugung, um der Auslandskorrespondenz standhalten zu können.

Bürgermeister Jäger überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde und erkannte in herzlichen Worten die Leigen des Vereins an. der innerhalb der Stadt seit seinem Bestehen befruchtend und erfolgreich gearbeitet hat.

Anschließend nahm Herr Peter im Auftrag des Kreisverbandes die Ehrung der Jubilare vor. Dem einzigen noch lebenden Gründer, Herrn Ludwig Seeger, sowie sieben Mitgliedern, die seit vierzig und fünfzig Jahren selbstlos gearbeitet haben, überreichte er Ehrenurkunde und goldene Nadel des Verbandes. Acht Mitglieder wurden für 25 jährige und 30jährige Tätigkeit mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Besonders herzliche Worte fand Herr Peter für den Vereinsvorsitzenden Lang, der seit 1929 die Geschicke des Vereins leitet und in uneigennütziger Arbeit den Verein auf die heutige Höhe führte. ler

Tauziehen um Nieder-Ramstadts Siedlungsplan

Pläne und Angebote sollen durch erweiterte Baukommission geprüft werden

Der Gemeinderat Nieder-Ramstadt befaßte sich in seiner letzten Sitzung mit dem Antrag der SPD-Fraktion, den früheren Beschluß zum Bau eines Wohnblocks aus dem anläßlich der 750-Jahr-Feier erhaltenen Baudarlehen von 30 000 DM aufzuheben und nach Prüfung der vorliegenden Pläne neu zu beschließen.

Bürgermeister Keil verlas zu Beginn zwei Schreiben der Vereinigung der Heimatvertriebenen und des Ortsgewerbevereins, die sich ebenfalls auf das Bauvorhaben bezogen, wobei sich besonders der Ortsgewerbeverein für das ansässige Handwerk einsetzte.

Gemeinderatsmitglied Flechsenh a r begründete die Anregung der SPD an Hand eines Finanzierungsplans und unter Berücksichtigung der derzeitigen Zinssätze mit dem Hinweis, daß bei Erstellung eines Wohnblocks die Gesteh- und Mietkosten weit höher lägen als die in Vorschlag gebrachten Selbsthilfebauten durch die Baugenossenschaft. Hinzu komme, daß der Eigensiedler mehr zur Erhaltung seiner eigenen Wohnung unternehmen würde, als es die Gemeinde in gemeindeeigenen Häusern tun könne.

Zu diesen Ausführungen entgegnete Gemeinderatsmitglied Scheerer, daß er an höherer Stelle gegenteilige Auskünfte eingeholt habe, und daß er nach wie vor für den Bau eines Wohnblocks eintrete, der 6 Wohnungen mit 2 Zimmer und Küche bei ca. 35,— DM Miete enthalte. Im übrigen sei auch der Wohnblock ein sichtbares Zeichen der zur 750- Jahr-Feier erhaltenen Spende.

Bürgermeister Keil berichtete von seinem Besuch in Wiesbaden und betonte, daß ihm keinerlei Vorschriften bezüglich der Verwendung der 30 000,— DM gemacht wurden, außer daß die Wohnungen für Ausgebombte, Flüchtlinge und rassisch Verfolgte bestimmt seien. Er machte den Vorschlag, erst alle Pläne und Angebote durch eine erweiterte Baukommission prüfen zu lassen und dann zu entscheiden. Der Gemeinderat nahm diesen Vorschlag einstimmig an und stellte auch den Antrag der Baugenossenschaft „Wildnis“ auf Ueberlassung des restlichen alten Sportplatzgeländes noch zurück. (hep)

Mossauner Gemeindetag

Die evangelische Kirchengemeinde Mossau, die mit Ober- und Untermossau das sprichwörtlich längste Dorf des Odenwaldes bildet, hatte am Sonntag zu einem „Mossauer Gemeindetag“ eingeladen. Es handelte sich, obwohl der Initiator Pfarrer Moeserith war und ein Festgottesdienst in der Ober-Mossauer Kirche voranging, um eine überwiegend weltliche Veranstaltung von hoher örtlicher Bedeutung, die eher den Charakter eines Oeffentlichen Forums hatte.

Gemessen an der Wichtigkeit der behandelten Themen hätten die Männer und Frauen Ober- und Untermossaus etwas zahlreicher versammelt sein dürfen, zumal die Bürgermeister beider Gemeinden und sogar Gäste aus Steinbuch, Hüttenthai und anderen Nachbarorten gekommen waren.

Regierungsrat Zörgiebel vom Landratsamt Erbach sprach über die „Fortschrittsmöglichkeiten eines Odenwalddorfes“, die anschließend Pfarrer Moeserith für die speziellen Mossauer Verhältnisse ergänzte. Kreislandwirt P rili p p, Bürgermeister Friedrich und mehrere Einwohner beteiligten sich lebhaft an der anschließenden Aussprache. (Einige Einzelheiten von grundsätzlicher Bedeutung behandeln wir noch in einem ausführlichen Bericht. Die Red.) Ein Tonfilm über den Segen konsequenter Genossenschaftsarbeit beschloß die Versammlung. -ch.

Mangelndes Interesse der Erwachsenen

Eröffnung der Groß-Gerauer Jugendwoche

Musikalische Darbietungen leiteten am Samstagabend im Groß-Gerauer Rathaus die Eröffnungsfeierlichkeiten der Groß-Gerauer Jugendwoche ein. Georg Sturmows k i, der Vorsitzende des Stadtjugendringes, begrüßte in seiner Ansprache Resident Officer Mr. Mul v e - h i 11, Kreisschulrat Schwede s, Direktor Barth vom Realgymnasium, den katholischen Pfarrer sowie die Vertreter des Gemeinderats und der Lehrerkollegien. Er bedauerte, daß verhältnismäßig wenig Erwachsene durch ihre Anwesenheit Interesse an der Jugendarbeit bekunden würden. Er hoffe jedoch, daß die Jugend, die jetzt heranwachse, später einmal der Jugend gegenüber eine andere Haltung einnehme.

Bürgermeister Dr. Lüdecke gab einen kurzen Ueberblick über das Werden der Jugendbewegung in Deutschland und kündigte an, daß eine Bundes-Arbeitsgemeinschaft „Jugendaufbauwerk“ im Entstehen sei. Diese Organisation soll den Jugendgruppen durchaus ihre volle Selbständigkeit lassen und sich besonders der heimat-, arbeits- und berufslosen Jugend widmen. Der Bürgermeister betonte, daß er an diesem Abend nicht nur mehr Erwachsene, sondern auch mehr Jugendliche erwartet hätte. Die Gemeinde sei die der Jugend nächste und am besten zu begreifende Gemeinschaftsform. Deshalb habe er in letzter Zeit wiederholt versucht, durch praktische Anschauung und durch Vorträge den einzelnen Schulklassen das Wirken einer Gemeindeverwaltung nahezubringen. Mit einem Schülerchor der Volksschule klang die Eröffnung aus. cg

„Heimatblick am Heidenacker“

Einweihung des Naturfreundehauses Ober-Ramstadt

Obwohl den Naturfreunden Ober-Ramstadts kein sonniges Wetter beschieden war, konnte der Begrüßungsabend am Samstag doch vor 500 Personen im „Schützenhof“ gehalten werden. Die Besucher spendeten für das großartige Programm viel Beifall. Am Sonntag ließen sich die zahlreichen Abordnungen, die aus dem Gebiet von Rhein, Main und Neckar gekommen waren, nicht abhalten, zum „Heidenacker“ oberhalb Ober-Ramstadts zu wandern. Von einer Waldecke herunter grüßten schon von ferne die Fahnen an der Eingangspforte. Kurz nach llUhr betrat der Vorsitzende der Ober-Ramstädter Naturfreunde, Keller, den geschmückten Balkon und eröffnete mit kurzen Worten die Weihefeier. Stiller wurde es, als die Sängervereinigung 1871 (in der SKG) unter Leitung von Studienrat Born den Chor „Morgen im Walde“ vortrug. Als erster Redner überbrachte Bürgermeister Frankenberger die Wünsche der Einwohnerschaft und anschließend Kreisjugendpfleger Liebig die des Kreisjugendausschusses.

Walter Buckpech von der Landesleitung der Naturfreunde hielt die Weiherede und gab dem Hause den Namen „Heimatblick am Heidenacker“. Eine wohlgelungene Morgenfeier boten die Naturfreundegruppen aus Eberstadt, Frankfurt, Mainz und Offenbach. Sodann wurde die Hütte freigegeben. Damit haben nicht nur die Naturfreunde eine neue Unterkunft, sondern das Heim wird im Laufe der Jahre manchen Wanderer aufnehmen, der den Wanderweg von der Nordsee zum Bodensee benutzt. -D-

Michaelismarkt in Reichelsheim

Am ersten Markttag in Reichelsheim mußte infolge der schlechten Witterung das vorgesehene Reit- und Fahrturnier de - Reitervereine von Fränkisch-Crumbach, Reichelsheim. Erzbach und Gumpen ausfallen. Trotzdem hatten sich zahlreiche Besucher aus dem Gersprenztal eingefunden. Großes Interesse fand die Lehrschau der landwirtschaftlichen Schule in den Räumen" des alten Rathauses. Verschiedene Obst-Anbausorten des Gersprenztales wurden in sortiertem und unsortiertem Zustand gezeigt. Wertvolle Hinweise in bezug auf die Geflügelhaltung wurden gegeben. In Verbindung mit der Firma Kälte-Industrie Bensheim zeigte die Schule außerdem einen kombinierten Arbeitstisch mit vollautomatischer Kühlung.

Die Werbe- und Verkaufsmesse des einheimischen Handwerks und Gewerbes war nicht so gut beschickt als im Vorjahre. Mit modernen landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen waren die Firmen Gg. Bickelhaupt und Jak. Treusch vertreten. Das Zementgeschäft Peter Trautmann brachte eine große Auswahl Natur- und Kunststeine sowie Platten. Besondere Beachtung fand eine Rekonstruktion des alten Rathauses in Form eines Modells im Maßstab 1:10, hergestellt von Bau-Ing. Phil. Dinge Id ey. Schindelmeister Friedr. Kochhafen zeigte ein geschindeltes Miniatur-Wohnhaus. Weitere Qualitätserzeugnisse boten das Orthopädie- und Schuhgeschäft Wilh. Deyuis und das Sattler- und Polstergeschäft Adam Fröhlich. Am heutigen Markttag findet die Bezirkstierschau auf dem Sportplatz statt. Der Auftrieb beginnt um 8 Uhr vormittags tr—

Tagungen im PI

In der Zeit vom 26. bis 30. September findet im Pädagogischen Institut auf dem Heiligenberg (Jugenheim) eine vom Arbeitsamt Darmstadt veranlaßte Abituriententagung statt. Die Leitung hat Frau Dr. Karbe vom Arbeitsamt Darmstadt, Abteilung Berufsberatung. Y?™ .bis Oktober veranstaltet die Pädagogische Arbeitsstelle Wiesbaden unter Leitung von Prof. Georg Götsch eine Arbeitswoche für Bewegungserziehung. Die Junglehrergewerkschaft findet sich vom 2. bis 7. Oktober fn e’ner Fortbildungswoche, deren Leitung Lehrer Faust hat, zusammen, und vom 20. bis 22. Oktober ist eine Musiktagung, die von Dr. Teuscher vom Pädagogischen Institut geleitet wird. hl

Feude, Wein und - Götz von berlichingen eroberten Goß -Umstadt

Eröffnung der „Umstädter Woche 1950“ — Pferde- und Zuchtviehmarkt— Beginn der 8 tägigen Gewerbemesse und des 4. Odenwälder Winzerfestes — Weinprobe in der Säulenhalle des Rathauses — Modenschau — ERP-Ausstellung — Tagung der Karnevalisten Starkenburgs — Festspiel am Dieburger Tor — Festzug und Volksfest

~ Groß-Umstadt wehen seit Samstag die Fahnen. Die Häuser sind mit Grün geschmückt, auf dem Marktplatz steht aas riesige Zelt des Weindorfes und in den Straßen haben sich all die Leute breit gemacht, die bei einem Volksfest von den Ausmaßen der „Umstädter Woche“ Geld verdienen „wollen“. Auf jedem Platz, in jeder verfügbaren Ecke stehen die Karussells, die Schaubuden und all die Händler, die zu einem Markt gehören. Dazu Menschen in einer nicht mehr zu übersehenden Menge aus der näheren und weiteren Umgebung, denen auch der zeitweilige. Regen nichts ausmacht.

Pferde- und Zuchtviehmarkt

Nachdem in den frühen Morgenstunden des Samstags Musikkapellen zum Wekken geblasen hatten, strömten von allen Seiten die Bauern mit ihren Pferden, Kühen, Rindern und Ziegen zur „Ellssers Wiese“, auf der in geschickter Ausnutzung des Raumes die Vorführung und Prämiierung des aufgetriebenen Viehs erfolgte.

Tierzuchtdirektor Dr. Seeger dankte bei der Bekanntgabe der Prämiierungsergebnisse, die in den Mittagsstunden auf der Treppe der Gastwirtschaft Georg Leonhard Eidmann erfolgte, neben der Stadt Groß-Umstadt vor allem den Züchtern für ihre aufopfernde Arbeit auf dem Gebiete der Rindviehzucht. Daneben galt sein Dank besonders der Molkerei Babenhausen, die einen Sonderpreis von 100 DM gestiftet hatte, der an die zum erstenmal in Groß-Umstadt vertretenen Züchter aus Langstadt fiel. Die „Silberne Plakette“ des Landesverbandes der Rinderzüchter erhielt der Züchter Beckenhau p t aus Klein-Umstadt für seine hervorragende „Kleine Sammlung“. Die „Silberne Medaille“ des Landesverbandes bekam der Züchter Hillerich II aus Groß-Umstadt, der ebenfalls eine gute „Kleine Sammlung“ vorgeführt hatte.

Bei den aufgetriebenen Ziegen gab es im Gegensatz zum Rindvieh nur wenig erste Preise. Dr. Seeger ermahnte die Züchter zur größeren Sorgfalt in der Zucht, damit im nächsten Jahr bessere Tiere aufgetrieben würden. Die Gesamtergebnisse bringen wir in unserer morgigen Ausgabe.

Von den in Groß-Umstadt teilweise mit gutem Material vertretenen Pferdezüchtern konnten sich vor allen anderen Heil, Habitzheim und Heyl, Gundernhausen in die Liste der Sieger eintragen.

Herr Nahm, Heubach, hob bei der Verkündung der Prämienergebnisse hervor, daß bei der ganzen züchterischen Arbeit noch mehr als bisher Wert auf die Zucht ganzer Familien gelegt werden müßte.

Die großen Ausstellungen

Während die bäuerliche Bevölkerung ihr Hauptaugenmerk auf den Pferde- und Zuchtviehmarkt richtete, hatten sich Groß-Umstadts Gewerbetreibende einmal auf die Werbe- und Verkaufsmesse, zum anderen aber auch auf die große ERP-Sonderschau konzentriert, die beide in einer kurzen Feierstunde in dem wirklieh ausgezeichnet aufgebauten und ausgestätteten Zelt der ERP-Schau eröffnet wurden.

Nachdem Bürgermeister Hartmann die Ehrengäste, unter denen sich der Bundestagsabgeordnete H. Ritzel und Regierungsdirektor Kuhn, die ebenfalls zu den Teilnehmern der Eröffnungsfeier sprachen, begrüßt hatte, ergriff der Präsident der Handwerkskammer Hessen, Gie s - ber t, das Wort. Er sprach sich erneut gegen eine uneingeschränkte Gewerbefreiheit aus und betonte, daß man nicht einfach amerikanische Verhältnisse auf Deutschland übertragen könne. Präsident Gisbert verlangte von den Besatzungsmächten, daß sie in weit größerem Umfange als seither die Verwaltung der deutschen Angelegenheiten in deutsche Hände legen sollten, die mit den Deutschland bedrückenden Schwierigkeiten schon allein fertig werden würden.

Während der Feierstunde erschien als Vertreter der Besatzungsmacht noch der Resident-Officer von Dieburg Mr. Co n - dur a s. Der Einzelhandel war durch seinen Syndikus Dr. Hummel vertreten. Vom Landratsamt Dieburg war kein Vertreter erschienen.

Ein Gang durch die Gewerbemesse zeigte die Vielfalt des gewerblichen Lebens der Stadt Groß-Umstadt. Auffallend war die Menge der ausgestellten Möbel. Es würde im Rahmen dieses Berichtes zu weit führen, alle ausstellenden Firmen und die von ihnen gezeigten Waren einzeln aufzuführen. Es seien an dieser Stelle nur die unserem Berichterstatter besonders attraktiv erscheinenden Stände auf geführt: Einmal hatte die Heag in dem schönen Raum des „Pfälzer Schlosses“ eine glückliche Lösung für ihren Stand gefunden, zum anderen war es das Modell der Brennerbrauerei, das einen besonderen Anziehungspunkt für die Ausstellungsbesucher war. Gut wirkte auch der Stand von „Frigidaire“, der mit seinen glas-, nickel- und emailleglänzenden Kühlanlagen einen guten Eindruck machte.

Vom ausstellungstechnischen Standpunkt gesehen muß die ERP -Au s - Stellung als vorzüglich bezeichnet werden. Unter Berücksichtigung der Umstände, daß es sich hier um eine Wanderausstellung handelt, kann festgestellt werden, daß durch graphische Mittel eine überzeugende Information über die Wirkungsweise des Marshall-Planes gegeben wird, die man sehr geschickt durch eine den Kreislauf der ERP-Gelder zeigende leuchtende Rückwand vertieft. Das Modehaus Trippel hatte im Rahmen der „Umstädter Woche“ eine „Modeschau“ veranstaltet, die, obwohl sie im wesentlichen von Laien gestaltet wurde, großen Anklang fand. Lutz S p e e 1 stellte nett und ansprechend die Modelle vor.

Weinprobe und Volksfest

Eine „Umstädter Woche“ ohne Wein ist kaum denkbar, mit Wein, der unter großen Mühen hier gebaut wird und den man eigentlich nur bei den Kennern draußen in der Welt kennt und — schätzt. Dem Kennen- und Schätzenlernen sollen die Weinproben dienen, deren 6. am Samstagnachmittag in der Säulenhalle des Rathauses stattfand. Bürgermeister Hartmann wies auf den besonderen Zweck der Proben und des Winzerfestes hin. Nach ihm übernahm Gartenbau - Oberinspektor Heese vom Lehr- und Versuchsgut die Vorstellung der 33 zur Probe gebrachten Sorten, unter denen sich manch ein Tropfen befand,« der Zunge und Herz des Kenners erfreute. Besonderen Beifal fanden ein 43er Steingrück, Wachstum Georg Leonhard Eidmann, und ein 48er mittlerer Steingrück, Wachstum Lehr- und Versuchsgut. Für die Teilnehmer der Weinprobe wurde offenbar, daß die in Groß-Umstadt wach senden Weine es wirklich verdienen, mehr als seither bekannt zu werden.

Inzwischen hatte auch das große Fest im Festzelt begonnen, in dem eine Bauernkapelle die unübersehbaren Menschenmassen in Schwung brachte. Über den großen Empfangsabend der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Karnevalsvereine berichten wir an anderer Stelle.

Im Mittelpunkt der Sonntagsveranstaltungen, die mit dem großen Wecken, einem Frühschoppen und der Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Karnevalsvereine eingeleitet wurden, stand das Festspiel um den „Ritter Göttz von Berlichingen“, das von Studienrat Fink, Groß-Umstadt verfaßt und von Schülern des Realgymnasiums gespielt wurde. Die stilechten Kostüme hatte das Stadttheater Heidelberg zur Verfügung gestellt.

In wirklich ansprechender Form zeigten die Darsteller die Einnahme der Stadt durch den Berlichinger, den sich die Bürger Groß-Umstadts durch die Überreichung eines Ehrentrunkes und anderer Ehrengaben geneigt machten. Hervorzuheben die ausgezeichnete technische Durchführung des Spiels, das über ein bewegliches Mikrophon und die Laut- Sprecheranlage für jeden Zuschauer hörbar wurde.

Der Festzug, der in einer ganzen Reihe von Gruppen neben dem „Ritter Götz von Berlichingen und seinem Troß“, Bilder , aus dem Leben der Weinbauern zeigte, wurde von den die Straßen eng umsäumenden Besuchern mit großem Beifall aufgenommen. Am Sonntagabend tanzte ganz Groß-Umstadt wieder im großen Festzelt und in all den großen und kleinen Gasthäusern der Stadt herrschte ein buntes Leben und Treiben, das bis in die frühen Morgenstunden des Montags andauerte. We


Ritter Götz v. Berlichingen beim Einzug in die Stadt
Ritter Götz v. Berlichingen beim Einzug in die Stadt

Ausschnitt aus der^Bildwand „Die Jugend Europas“.
Ausschnitt aus der^Bildwand „Die Jugend Europas“.

Mit einem Pokal Umstädter Weins, kredenzt von einer der Schönsten, wird Ritter Götz ausgezeichnet.
Mit einem Pokal Umstädter Weins, kredenzt von einer der Schönsten, wird Ritter Götz ausgezeichnet.

Nũr schärfste Maßstäbe gewährleisten den Ecfolg

Haupttagung des Bezirks Starkenburg der Arbeitsgemeinschaft südwestdeutscher Karnevalvereine in Groß-Umstadt

Eröffnet wurde die Tagung von dem bisherigen geschäftsführenden Vertreter des Bezirks, Schnitzspan, Gräfenhausen, der die zahlreich erschienenen Vereine — es gehören insgesamt 40 dem Bezirk Starkenburg an — begrüßte. Auch die Vertreter außerhalb des Bezirks gelegener Vereine waren anwesend. In seinen einleitenden Ausführungen ging der Redner auf das Ziel der Arbeitsgemeinschaft ein, die es sich zur Aufgabe gestellt hat, vornehmlich bei Behörden und gegenüber der GEMA den Standpunkt der Vereine nachdrücklich zu vertreten und durch den Zusammenschluß größere kulturelle Leistungen der Mitgliedvereine mittels Ideen- und Erfahrungsaustausch zu gewährleisten.

Bürgermeister Hartmann begrüßte im Anschluß die Gäste im Namen der Stadt und sprach die Hoffnung aus, daß sich alle in deren Mauern wohl fühlen mögen. Der geschäftsführende Vorsitzende der „Narrhalla“ Groß-Umstadt, F ü ß 1 e r, schloß sich diesen Wünschen an

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Mo er le, gab sodann einen umfassenden Einblick in Ursprung und Wesen des Karnevals, wobei er gleichzeitig auf die Tradition rheinischen karnevalistischen Treibens hinwies. Wie bereits am Vorabend stellte er die Meinung heraus, daß die karnevalistische Zeit als eine Periode mit Seltenheitswert zu betrachten sei. Dies bedeute, daß grundsätzlich außerhalb dieser Zeit keinerlei Veranstaltungen dieser oder ähnlicher Art stattfinden sollten. Mit dem 11. 11. gehe für die Narrhallesen eine Tür auf. durch die sie mit Macht und Freude eintreten würden, um sie aber am Aschermittwoch wieder laut und vernehmlich zu schließen und damit den Schlußpunkt unter ihr närrisches Treiben zu setzen. Diese aber solle endgültig sein, bis ein neuer 11. 11. heraufziehe.

In seinen weiteren Ausführungen wies Moerle darauf hin, daß am 22. Oktober in Speyer eine Vollversammlung stattfinden solle, bei der die Absicht bestehe, aus der Arbeitsgemeinschaft eine Interessengemeinschaft e. V. zu bilden. Hinsichtlich der noch derzeit bestehenden Schwierigkeiten, die gegenüber den einzelnen Vereinen aufträten, erklärte er, daß die Behörden im allgemeinen in jeder Weise in der Mehrzahl unterstützend wirkten. Auf die GEMA bezugnehmend — über die auch in der Diskussion mancherlei Beschwerden vorgebracht wurden — stellte er fest, daß man hofft, in Kürze ein allgemeines Abkommen treffen zu können, das der zu bildenden Interessengemeinschaft Vorbehalten sei.

Mit aller Schärfe brachte er den Standpunkt der Arbeitsgemeinschaft zur Kenntnis, daß bei allen karnevalistischen Veranstaltungen die Programmgestaltung aus den Vereinen heraus zu erfolgen habe. Man lehne es grundsätzlich ab, bezahlte Kräfte auf die Bühne zu stellen. Jeder Verein, der hinsichtlich dieser Angelegenheit anders denke, sei abzulehnen, da er sein ' Bedeutung und Aufgabe nicht erkenne.

Im Anschluß daran wurde der Vertrete des Bezirks Starkenburg gewählt. M Stimmenmehrheit fiel die Wahl auf Dr. Quetsch von der „Narhalla“ Darmstadt, der vorher bereits zur Bedingung gemacht hatte, daß der seitherige geschäftsführende Vertreter, S c h n i t z s p a n, Gräfen hausen, als sein Stellvertreter eingesetzt würde. Auch diese Nominierung wurde anerkannt. Dem offiziellen Teil der Tagung schloß sich noch eine rege Aussprache an. -öde¬

Seppl Glückert in der Umstädter Bütt

Glanzvoller Empfangsabend südwestdeutscher Karnevalvereine in Groß-Umstadt

Wohl niemand hätte angenommen, daß dieser Abend — wie selbst ausgekochteste rheinische Narrhallesen unumwunden zugaben — so erfolg- und ereignisreich werden würde. Gewiß sah das Programm eine Reihe von Darbietungen vor, deren ausrichtende Vereine bereits mehr oder weniger bekannt waren. Daß aber zu 99 Prozent eine Folge über die Bühne ging, die sich in ihrer Geschlossenheit und in ihrem echten Humor durch glanzvolle Lichter auszeichnete, konnte nun doch niemand voraussehen.

Nach der Begrüßung durch den Präsidenten der Groß-Umstädter „Narrhalla“ zog ein, man kann ruhig sagen, brillantes Feuerwerk spritziger Einfälle und köstlichsten Humors an den Ohren (und auch än den Augen — ja, ja, die Umstädter Mädercher!) vorüber, daß die Zwerchfelle stärkste Beanspruchung erfuhren und die Hände ohne Unterlaß beifallspendenderweise in Bewegung waren.

Protokoller Lehr von der Groß-Umstädter „Narrhalla“ machte den Auftakt: Sicher in der Art — in der politischen Glossierung vielleicht nur den Rand streifend und den Kern und Sinn verfehlend, aber doch so, daß man das Licht nicht unter den Scheffel zu stellen brauchte. Knusprige Backfische präsentierte die Tanzschule A 1 is c h-E hrli c h e r Groß-Umstadt — frisch gefangen und leicht zubereitet. Mister Börner (aus Langen) kommentierte alles, was er für wichtig hielt (A propos: Adam und Eva waren die ersten Russen — meinte er — sie hatten nichts anzuziehen und lebten doch im Paradiese!). Die „Heefeklösen'1 aus Darmstadt erzählte aus ihrem Putzfrauenleben im Bundestag und im allgemeinen, die Weiterstädter „Spargelfinken“ sangen sich in die Herzen der Zuhörer hinein und der Präsident der „Narrhalla“ Frankfurt plauderte Familiengeheimnisse aus, die keiner wissen wollte. Als Einlage tanzte das Paar Alisch-Ehrlicher keß und sicher. Die Erbacher warteten mit einer Sambaparodie auf, die, ob ihrer Eigenart, zu stürmischen Beifallsszenen führte.

Einen besonderen Erfolg konnten die beiden „Import-Nigger“ Bum b e s und Bobbes vom Dieburger Karnevalverein verzeichnen, die sich im wesentlichen über „Germany“ und im besonderen über die „Fräuleins“ unterunterhielten. Haremsdamen und Eunuchen brachten die Beerfeldener auf die Bretter und zwischendurch pries der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, M o e r I e, den Umstädter Wein, von dem man bisher im „goldenen Meenz“ nichts gewußt habe, den man aber nunmehr zu schätzen wisse.

Höhepunkt des Abends dürfte aber der Augenblick gewesen sein, da Seppel G Ücker t („Ich habe Minister und Regierungen überdauert“) die Bütt bestieg. Was er zu sagen hatte, wai- schlichtweg das Hohelied der Liebe zur Heimat, w i e er es sagte, war klassisch im Ausdruck und wohin er seine Worte richtete fand er nicht nur den Beifall, sondern die innere Überzeugung, daß er einer der wenigen ist, die verblieben sind, uns köstlichen Humor, gepaart mit ernster Besinnlichkeit zu vermitteln.

Was danach kam, war wie die kalte Dusche auf ein heißes Bad: Rundherausgesagt — das Auftreten des Dieburger Carnevalklubs war so niederschmetternd, daß es als Wohltat empfunden wurde, deren Vertreter von dannen ziehen zu sehen. Weniger deprimierend, aber immerhin auf nahezu gleicher Ebene lag der Präsident der Offenbacher „Seppelchen“, der es vorzog, rechtzeitig zu verschwinden, ehe die leeren Weinflaschen enttäuschter Gäste die Plätze wechselten. Vorsichtig geworden, ließ der Urberacher Präsident seine Witze nur auf Anforderung vom Stapel. Wiesbadens V.-Präsident pries in Glückertscher Art die Lorelei und auch Hartmann von Petersberg, weiland Groß-Umstadts Bürgermeister, scheute sich nicht, einige wohlplacierte Worte an die frohgestimmte Gästeschar zu richten.

Zu einem hinreißenden Schluß (hinreißend deshalb, weil es einige vor Begeisterung von den Stühlen hochriß), gestaltete sich das Auftreten von Heinz Engelmann und Ursula Paul, die ein Potpourri ä la Berlin produzierten, das sich sehen und hören lassen konnte.

Rauschender Beifall, begeisterte Menschen — ein Abend des Frohsinnns mit nur wenig Wermut. Die „Blue Ski e s“ umrahmten schräg und halbschräg, die Umstädter ließen es sich etwas kosten mit Wein (für die Herren) und Schokolade (für die Damen) und die Gäste gingen zufrieden. Wenn sie gingen. Darüber aber schweigt des Berichters Höflichkeit . . . öde


Groß-Umstadts Bürger mit dem Stadtschlüssel in Erwartung Berlichingens
Groß-Umstadts Bürger mit dem Stadtschlüssel in Erwartung Berlichingens

Interessiert schauen auch diese beiden den Richtern der Zuchtviehschau zu.
Interessiert schauen auch diese beiden den Richtern der Zuchtviehschau zu.

Kreislauf der ERP-Gelder, dargestellt auf der leuchtenden Rückwand der ERP - Ausstellung. DT-Fotos (6) Schröder
Kreislauf der ERP-Gelder, dargestellt auf der leuchtenden Rückwand der ERP - Ausstellung. DT-Fotos (6) Schröder

Der Sport

Harmloser98er-Sturm kein Cöwenbezwinger

Darmstadt mit 1:3 (1:1) geschlagen / Ruhl-Paraden verhindern höhere Niederlage / Thalheimer schoß Führungs- und Ehrentor / 21:3-Eckenrekord für 1860

Das erste Spiel der 98er in Bayerns Haupt- und Oktoberfest-Stadt hat deutlich gezeigt, wo der Hebel anzusetzen ist, wenn die „Lilien" zu einer befriedigenden Leistung und damit auf einen Tabellenplatz kommen wollen, der ihrem durchaus noch entwicklungsfähigen Spielvermögen entspricht.

1 860 Mü nch en : Strauß; Pledl, Sommer II; Seemann, Müller, Schmidhuber; Mondschein, Sommer I, Thanner, Lauxmann, Fottner.

SV 98 Darmstadt: Ruhl; Leichtlein, Abt; Barth, Schmidtmer, Herder; Becker 11, Muehlbach, Thalheimer, Boehmann, Herwig.

Schiedsrichter: Hirsch, Stuttgart.

Zuschauer: 10 000.

Ein Spiel mit 24 Eckbällen

Der Anstoß brachte die Münchener vors Darmstädter Tor, aber zweimal trifft Lauxmann mit schönen Schüssen neben die Pfosten. Die 9. Minute bringt den ersten Durchbruch der Hessen auf dem rechten Flügel. Becker führt den Ball am Fuß, lenkt ihn zu Mühlbach, sein Schuß knallt vom Pfosten zurück, aber Thalheimer steht günstig und schießt ein. Beim Ablauf der ersten Viertelstunde macht sich eine leichte Feldüberlegenheit der Gastgeber bemerkbar, deren Folgen aber Ruhl vereitelt. Selbst vier aufeinanderfolgende Ecken bringen den 60ern nichts ein. Oft geht es wirklich haarscharf am Darmstädter Tor zu, aber Ruhl verdient sich mit seinen mutvollen und geschickten Paraden offenen und starken Applaus. Lauxmann und Thanner, die nicht locker lassen und stets stark nach vorne drängen, kommen nicht zum Einschuß. In der 43. Minute schlägt Leichtlein einen Ball ungenau ab, Schmidtmer hinter ihm beachtet nicht das starke Effet, das der Ball hat, Lauxmann hat jedoch genauer berechnet, nimmt das Leder auf und legt es dem gut auf Lücke gelaufenen Mondschein vor, der ausgleichen kann.

Fünf Minuten nach dem Wechsel kommt Seemann, der in der 40. Minute verletzt ausgeschieden war, mit stark bandagiertem Knie wieder, wechselt auf Rechtsaußen und Fottner übernimmt die Sturmmitte. Damit gibt es merklich mehr Schwung in der Münchener Fünferreihe und eine sehr, sehr bange halbe Stunde für die Lilien. Sie haben schwere Mühe, das Unentschieden zu halten. Dabei ist ihnen, vor allem Torwart Ruhl, der sich bei dieser Bedrängnis seiner Aufgabe glänzend gewachsen zeigte, behilflich.

In der 66. Minute haben sich an seiner Torlinie so viel Spieler geballt, daß er bei seinem Sprung nach dem hoch hereinkommenden und an der Querlatte vorbeistreichenden Eckball allzu stark behindert ist und Thanner das 2:1 erzielen kann. Eine Viertelstunde später führt Fottner den Ball eine weite Strecke über das Feld, ohne angegriffen zu werden. Thanner steht schußgünstig: 3:1. Die letzten 10 Minuten haben dann weder an} Feldspiel noch am Torergebnis etwas geändert. Nur vereinzelt und durchaus harmlos sind die Besuche der Bohmann, Thalheimer und Herwig vor dem Münchener Tor.

Unbestritten und wahrhaft allseits anerkannt wurde die Leistung des Oberliga-Neulings Ruhl im Darmstädter Tor. Sein treffendes Stellungsspiel, seine Hechtsprünge, als auch seine Boden-Paraden mitten hinein ins Kampfgetümmel haben ihm das Prädikat des besten Spielers auf dem Platz an der Grünwalder Straße eingebracht. Der Verteidigung, erfahrungsgemäß links stärker als rechts, darf man für die letzten 20 Minuten leichte Ermüdungserscheinungen gutschreiben. Die Läuferreihe war bei den drei Standard-Spielern gut aufgehoben. Nur hätten wir uns Herder weniger grob gewünscht (das Pfeif-Konzert beim Pausengang zur Kabine kommt auf sein Konto). Der Sturm war diesmal nicht zum besten aufgelegt. Fast möchte man von einer Unlust sprechen. Denn sonderlich dicht vermochte die gegnerische Verteidigung nicht einmal zu halten. Herwig wechselte bei allem anerkennenswerten Einsatz zu oft und zu lange nach innen, so daß das spielerische Plus der linken Angriffsseite gegenüber dem rechten Flügel wieder verloren ging. Boehmann indisponiert. Thalheimer stet: Sieger im Zweikampf mit Mittelläufer Müller.

Die Münchener waren mit ihrer Elf keineswegs zufrieden. Sie pfiffen ihr manches Mißbehagen deutlich ins Ohr. Schon in den ersten Spielminuten zeigte sich: Schußpech (oder — Unvermögen?) und Ruhl im Darmstädter Tor waren die beiden kritischen „Punkte“, die die Münchener während der ganzen 90 Minuten nur ausnahmsweise oder gar zufällig überwinden konnten. Unsicher Strauß im Tor. Verteidigung und Läuferreihe nicht überragend. Im Sturm sorgten lediglich Lauxmann und Thanner (später Fottner) oft und anhaltend für allerhand Dampf vor dem Darmstädter Tor. Aber das Eckball-Verhältnis von 21:3 sagt auch sein Teil.

Schiedsrichter Hirsch war durchaus nicht immer „comme il faut“.

Trainer Snopek, mit dem wir unmittelbar nach dem Spiel sprachen, kann sich naturgemäß ein bindendes Urteil noch nicht bilden. Selbstverständlich hat ihm Ruhl gefallen. Auch für die Verteidigung fand er noch ein freundliches Wort. Aber Mißbehagen bereitet ihm die Fünferreihe: „Wenn ich sehe, daß die Hintermannschaft lange und arg in Bedrängnis ist, dann springe ich ihr bei“, meinte er „und verdrießen darf ich mir das Spiel auf keinen Fall lassen. Das ist noch zuviel Landesliga.“ ' r. q


Der Löwe sah verächtlich drein, Als Heiner kam mit seinem Schein.
Der Löwe sah verächtlich drein, Als Heiner kam mit seinem Schein.

Trotz Mut, trotz Eifer und Intrigen, Der Löwe war nicht kleinzukriegen.
Trotz Mut, trotz Eifer und Intrigen, Der Löwe war nicht kleinzukriegen.

Am Böllenfalltor ist das neue 98er-Stadion im Entstehen, das 30 000 Zuschauern Platz bieten soll.
Am Böllenfalltor ist das neue 98er-Stadion im Entstehen, das 30 000 Zuschauern Platz bieten soll.

Arheilgens Verteidigung warzu schwach

SG Arheilgen—VfL Konstanz 2:3

Es war ein wenig begeisterndes Spiel, das da am Mühlchen abrollte bei dem der Gastverein durch taktisch richtige Maßnahmen, zwei goldene Punkte nach Konstanz entführte. Die Arheilger erzwangen schon von Anfang an eine klare Ueberlegenheit, ohne sonderlich gefährlich zu werden, während die Gäste mit ihrem Dreimännersturm immer wieder brenzliche Sachen herausarbeiteten. So schoß bereits in der 7. Minute der Rechtsaußen Treutner kurz entschlossen eine Bombe auf Seibels Heiligtum, die dieser nur mit viel Glück meistern konnte. Die Konstanzer spielten schneller und trieben teilweise eine vorbildliche fliegende Kombination, die aber in des Gastgebers Hälfte erlosch, oder in einem Weitschuß endete. Die Arheilger fanden sich schlecht, es wurde wieder zu hoch gespielt und zu wenig Wert auf genauen Langpaß gelegt. Als Lieber in der 30'. Minute knapp vorbeigeschossen hatte, lief Vögele durch und schoß in der 37. Minute an dem zu spät gestarteten Seibel vorbei zum Halbzeitergebnis von 0.1 ein. Die Konstanzer hatten gemerkt, daß hier auch mit Wasser gekocht wird und gingen nun mit aller Macht daran, ihren Vorsprung auszubauen. Bereits in der 48. Minute vergrößerten sie nach guter Kombination auf 0:2. In der 51. Minute rangen drei Einheimische fast auf der Linie stehend mit dem Ball, brachten ihn aber keine 50 cm weiter, bis ein Konstanzer dazwischen fuhr und klärte. In der 55. Minute machten sich die Gäste wieder einmal frei und ehe die unsichere Verteidigung im Bilde war, hieß es schon 0:3. Die Einheimischen drängten und drängten, aber hinten stand eine eisenharte Verteidigung, die dazwischen fuhr, daß es eine Freude war. Als in der 70.’ Minute Lieber einen Eckball ins Tor schoß, kämpften die Arheilger so, wie sie in der ersten Halbzeit spielen mußten. In der 75. Minute standen diesmal vier Mann mit dem Ball vor der Torlinie, ohne daß einer das Tor fertig brachte. Eine gute Kombination schloß Becker mit hartem Schuß ab, der in der 81. Minute das 2:3 ergab.

Die Konstanzer spielten einen schnellen, fließenden Fußball, waren einsatzbereiter und hielten hinten dicht. Mit wuchtigen rasanten Vorstößen des Dreimännersturmes bedrohten sie immer wieder das Arheilger Gehäuse und hatten mit dieser Taktik auch Erfolg. Sehr gut war Prade im Tor, der manche kitzlige Situation in letzter Minute abstoppte. Ausgezeichnet der rechte Verteidiger Treutle und der linke Läufer Binder, der Spielmacher, der seinen Sturm richtig einzusetzeh verstand. Gefährlich war Vögele in der Mitte, der den Gegner auf sich zog und blitzschnell abspielte. Gut war auch der Linksaußen Reichle, der Potrafke manches Rätsel zu lösen aufgab.

Die Einheimischen spielten die ganze Zeit drückend überlegen, das ist eine Feststellung, die nichts nützt, wenn man nicht versteht, den Gegner herauszulocken und zu schießen. Seibel war heute besser, dafür hatte Kaut immer noch nicht Tritt gefaßt und brachte die Bälle nicht fort. Ueberhaupt spielten die Mühlchesleute zu umständlich. 10:4 Eckbälle mag den Grad der Ueberlegenheit bescheinigen. Beide Außen klebten nicht an den Außenlinien und erleichterten dadurch die Abwehr. Schwach im gazen war die Verteidigung, die bei größerer Aufmerksamkeit zwei Tore verhüten mußte. Alles in allem spielte die Mannschaft weif unter der Form des letzten Sonntags, so daß die Niederlage in Ordnung gehen dürfte. Schiedsrichter war Strobel, Schwabach, der aufmerksam und sicher leitete.

Arheilgen: Seibel; Potraf ke, Wenschel; Zöller, Kaut, Traser; Dilfer, Müller, Becker, Lieber, Kirchrath.

Konstanz: Prade; Treutle, Zuch; Klöckler, Reiser, Binder; Treutner, Wiggenhäuser, Vögele, Hannich, Reichle. Zuschauer: 2500. -Hewe-

Zuxemburg beendet den Boykott

Düsselodrf. (sid) Wie aus Luxemburg verlautet, hat der luxemburgische Sportkongreß die Wiederaufnahme sportlicher Beziehungen mit Deutschland offiziell beschlossen. Schon in den letzten Wcchen hatten verschiedene luxemburgische Vereine Verbindung, vor allem auch zum deutschen Fußball, aufgenommen.

Griesheims Handballer enttäuschten

TuS Griesheim—SG Nied 5:13 (1:6)

Etwa 250 Zuschauer waren am Sonntagnachmittag am Felsenkeller von den Leistungen der Einheimischen enttäuscht. In der 8. Minute gingen die Gäste durch Feldtor in Führung. 12 Minuten später erhöhten sie durch Freiwurf auf 0:2. Im Gegenzug erzielte Nold den Anschlußtreffer. Jetzt erst fanden sich die Leute vom Main besser zusammen und erzielten in gleichmäßigen Abständen bis zur Pause noch vier weitere Tore, so daß mit 1:6 die Seiten gewechselt wurden. Nach der Halbzeit waren die Gäste noch viermal erfolgreich, ehe Nold der zweite Treffer für die TuS gelang. Zwei Minuten später verringerte Becker die Tordifferenz durch Fernwurf aus etwa 22 Meter. Bis zum Schluß brachten die Gäste noch drei weitere Treffer an, denen Weingärtner nur zwei Tore entgegensetzen konnte. — Endergebnis 5:13.

Die Mannschaft der TuS hatte einen äußerst schwachen Tag. Der Sturm hatte das Spiel zu sehr auf die Mitte zugeschnitten, hielt den Ball zu lange und war äußerst schußsehwach. Abwehr und Schlußmann wirkten unsicher. Man scheint in Griesheim noch nicht erkannt zu haben, daß mit dem Wegfall der Abseitslinie auch Sturm- und Abwehrtechnik umgestellt werden müssen. Auf der Gegenseite waren Mühlbauer und Steigerwald die treibenden Kräfte im Sturm. Die Hintermannschaft arbeitete zuverlässig. Kraus im Gästetor übertraf Zöller im Gegentor bei weitem. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. Im Vorspiel der Reserven gewann Nied mit 9:7 Toren. -th-

Verbandsliga Gruppe Süd

Wormatia Worms—Vfß Wiesbaden 2:8 SG Kempten—SV Gelnhausen 8:14 Offenb. Kickers—Eintr. Mombach 15:10 SG Dietzenbach—TSV Herrnsheim 10:4 TuS Griesheim—SG Nied 5:13

Gruppcnliga 4

SKG Sauschheim—SV Kostheim 611 VfL Herrnsheim—SG Wörrstadt 11:4 TSG 46 Darmstadt—SG Bretzenheim 10'7 Concordia Gernsheim—TG Rüsselsheim 4:9

Handball Kreisklasse Dieburg

Gruppe I

TV 88 Reinheim gegen

Langstadt/Schlierbach II 23’9 Richen—Schaafheim Babenhausen—Semd 7^5

Gruppe II

SV 45 Reinheim—Brensbach 16-7 ' Gundemhausen—Groß-Zimmern B'2o Münster—Nieder-Klingen

Handball Kreis Bergstraße

Heppenheim—Einhausen 15-6 Mumbach—Einhausen 8-7 Kirchhausen—Auerbach 7^ Bensheim—Elmshausen Ig' 6 Zwingenberg—'Zell 5-11 Kreide ch—Siedelsbrunn ig^g

Handball-Bezirksklasse Odenwald

Fränkisch-Crumbach — Urberach 4:6 (1:2) Seeheim — Eppertshausen 5:6 (3:3) Kirch-Brombach — Langen 7:7 Reichelsheim—Groß-Bieberau ausgefallen.

Tabelle
Offerib. Kickers 4 4 0 0
57:39 8:0 SG Dietzenbach 3 3 0 0
42:15 6:0 VFR Wiesbaden 4 3 0 1
40:23 6:2 SG Nied 3 2 0 1
25:25 4:2 TSV Griesheim 4 2 0 2
30:33 4:4 Eintracht Mombach 2 1 0 1
22:22 2:2 SV 98 Darmstadt 3 1 0 2
36:48 2:4 SG Kempten 3 1 0 2
18:34 2:4 SV Gelnhausen 4 1 0 3
37:39 2:6 Wormatia Worms 3 0 0 3
16:29 0:6 TSV Herrnsheim 3 0 0 3
22:38 0:6
Tabelle
TSV Braunshardt 3 3 0 0 44:16 6:0 VfL Herrnsheim 2 2 0 0 25:11 4:0 SKG Bauschheim 4 2 0 2 41:36 4:4 SV Kostheim 4 2 0 2 28:26 4:4 Concordia Gernsheim 42 0 2 25:31 4:4
TSG 46 Darmstadt 4 2 0 2 26:32 4-4 TSV Pfungstadt 2 10 1 19:16 2:2 TG Rüsselsheim 2 10 1 1814 2'2 SC Alzey 00 0 0 0:0 0:0 SG Wörrstadt 2 0 0 2 10:27 o’4
SG Bretzenheim 3 0 0 3 17'44 06

Unser Fußball wieder im Weltverband

Erstes Länderspiel bereits am 22. November in Stuttgart gegen die Schweiz

Brüssel. (FAZ.) Das Exekutivkomitee des Internationalen Fußballverbandes (FIFA) hat am Samstag in Brüssel einstimmig die Wiederaufnahme des Deutschen Fußballbundes (DFB) und Japans in den internationalen Verband beschlossen. Der Vorsitzende des DFB, Peco Bauwens, der in Brüssel anwesend war, gab Pressevertretern gegenüber seiner Freude darüber Ausdruck, daß der DFB wieder in die FIFA aufgenommen worden sei. Schon am 22. November solle in Stuttgart das erste Länderspiel gegen die Schweiz ausgetragen werden. Man wolle nichts überstürzen, vielmehr werde es den anderen Ländern überlassen, Deutschlands Fußball-Nationalmannschaft einzuladen. Bauwens erklärte weiter, Deutschlands Ziel bleibe es, Sport und Politik streng auseinanderzuhalten.

Der Exekutivausschuß der FIFA, bei dessen Beratung mit Ausnahme der ständigen Vertreter Hollands, der USA, Brasiliens und der Sowjetunion alle Komiteemitglicder anwesend waren, beschloß ferner, den der FIFA angehörenden Verbänden die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki zu gestatten und ein„ Stüdienkommission für die Austragung der Fußballweltmeisterschaften 1954 in der Schweiz einzusetzen. Der Ausschuß befaßte sich ferner mit der Nachfolge für Ivo Schricker (Schweiz) für den Posten des Generalsekretärs der FIFA; es liegen, wie bekannt wurde, nur wenige Bewerbungen hierfür vor.

Fußball in Zahlen und Tabellen

Süd 1. Liga

VfL Neckarau—Schweinfurt 05 3:0 FC Singen 04—FSV Frankfurt 0:5 Spvgg Fürth—Vfß Mühlburg 2:1 BC Augsburg—Vfß Mannheim 2:1 1860 München—Darmstadt 98 3:1 Waldhof Mannheim—Schw. Augsburg 3:1 Eintracht Frankfurt—Bayern München 4:1 Vfß Stuttgart—Kickers Offenbach 2:1 SSV Reutlingen—l. FC Nürnberg 0:6

Tabelle

Süd 2. Liga

ASV Durlach—Ulm 1846 4:0 SG Arheilgen—VfL Konstanz 2:3 Union Böckingen—l. FC Bamberg 5:1 TSV Straubing—Bayern Hof 0:1 Jahn Regensburg—Wacker München 3:2 SV Tübingen—ASV Cham 1:4 1. FC Pforzheim—FC Freiburg 4:1 Vikt. Aschaffenburg—Kick. Stuttgart 3:1 SV Wiesbaden—Hessen Kassel 4:1

Tabelle

Nord 1. Liga

FC St. Pauli — Bremer SV 1:1 Werder Bremen — VfL Osnabrück 3:3 Hannover 96 — Eimsbüttel 2:1 Altona 93 — HSV 3:10 Eintr. Braunschweig — SV Itzehoe 7:1 Concordia — Vfß Oldenburg 1:1 Eintr. Osnabrück — Bremerhaven 93 2:2 Göttingen 05 — Holstein Kiel 4:1

Tabelle

West 1. Liga

Schalke 04 — Borussia M.-Gladbaeh 8:0 1. FC Köln — Erkenschwick 3:0 Katernberg — Pr. Dellbrück 0:2 Borussia Dortmund — RW Essen 3:1 Fortuna Düsseldorf — Pr. Münster 1:0 Duisburger SV — Horst Emsclier 0:2 Rheydter SV — Alemannia Aachen 2:0 RW Oberhausen — Hamborn 07 3:1

Tabelle

Rheinland-Pfalz 1. Liga

Mainz 05—Engers 3:0 Spvgg Andernach—FK Pirmasens 0:2 1. FC Kaiserslautern—Phönix L‘hafen 3:0 Tura Ludwigshafen—Eintr. Kreuznach 3:1 TuS Neuendorf—VfL Neustadt 5:0 ASV Landau—VfR Kaiserslautern 1:1 Eintracht Trier—Wormatia Worms 1:0

Stadtliga Berlin

Alemannia 90—Union 06 1:0 Südring—Tennis Borussia 1:5 Spandauer SV—Hertha BSC 1:1 BSV 92—Minerva 93 3:0 Blau-Weiß—Wacker 04 2:0 Vfß Britz—Viktoria 89 1:0 Westend—Tasmania l;0

England 1. Division

Newcastle United—Arsenal 2:1 Stoke City—Chelsea 2:1 Tottenham Hotspurs—Sunderland 1:1 West Bromwich Albion—Burnley 2:1 Blackpool—Aston Villa 1:1 Bolton Wanderers—Derby County 3:0 Charlton Athletic—Wolverh. Wanderers 3:2 Everton—Portsmouth 1:5 Fulham—Liverpool 2:1 Huddersfield Town—Sheffield Wednesd. 3:4 Middlesbrough—Manchester United 1:2

Landesliga Hessen

Spielverein Kassel—Germania Bieber 5:0 Bad Homburg—VfL Kassel 2:0 Opel Rüsselsheim—Hessisch Lichtenau 2:1 FC Rödelheim—VfL Biedenkopf 2:1 Borussia Fulda—Hermannia Kassel 1:0 SC 03 Kassel— Rot-Weiß Frankfurt 2-l Eintracht Wetzlar—SpVgg Griesheim 1:0 VfL Marburg—Union Niederrad 3-1 Olympia Lampertheim—Vfß Friedberg 2-1 Hanau 93—Hessen Hersfeld 4-1

Tabelle

1. FC Nürnberg 6 4 1 1 15:2 9:3
Vfß Stuttgart 6 4 1 1 15:7 9:3
FSV Frankfurt 6 4 1 1 14:7 9:3
Spvgg Fürth 6 4 0 2 12:5 8:4
Bayern München 5 3 1 1 13:8 7:3
Kickers Offenbach 6 3 1 2 12:6 7:5
Eintr. Frankfurt 6 3 1 2 11:9 7:5
FC Schweinfurt 05 5 3 0 2 6:7 6:4
Vfß Mühlburg 6 3 0 3 19:11 6:6
VfR Mannheim 6 3 0 3 19:13 6:6
Schwab. Augsburg 6 2 2 2 11:10 6:6
FC Singen 04 5 2 1 2 7:4 5:5
1860 München 5 2 0 3 6:8 4:6
Waldhof Mannheim 6 1 2 3 6:10 4:8
SV Darmstadt 98 6 2 0 4 10:17 4:8
BC Augsburg 6 1 2 3 5:9 4:8
BC Augsburg 6 1 2 3 5:9 4:8
VfL Neckarau 6 1 1 4 8:18 3:9
SSV Reutlingen 6 0 0 6 3:31 0:12
Bayern Hoi 6 5 1 0 10:3 11:1
Jahn Regensburg 6 5 0 1 16:6 10:2
ASV Cham 6 3 3 0 11:5 9:3
Kickers Stuttgart 6 3 2 1 18:12 8:4
Union Bückingen 6 4 0 2 13:9 8:4
VfL Konstanz 6 4 0 2 12:12 8:4
Hessen Kassel 6 2 3 1 11:11 7:5
1. FC Pforzheim 6 2 2 2 14:13 6:6
Wacker München 6 3 0 3 15:14 6:6
1. FC Bamberg 6 2 2 2 7:10 6:6
TSV Straubing 6 2 1 3 17:11 5:7
Viktoria Aschaffbg. 6 2 1 3 12:10 5:7
TSG Ulm 1846 6 2 1 3 8:14 5:7
ASV Durlach 6 2 0 4 14:12 4:8
FC Freiburg 6 1 2 3 10:16 4:8
SV Wiesbaden 6 1 1 4 8:11 3:9
SG Arheilgen 6 1 1 4 9:21 3:9
SV Tübingen 6 0 0 6 4:19 0:12
HSV 5 4 1 0 25:7 9:1
Göttingen 05 6 4 1 1 23:12 9:3
St. Pauli 5 3 2 0 16:7 8:2
VfL Osnabrück 5 3 2 0 17:9 8:2
Eimsbüttel 5 3 1 1 13:7 7:3
Eintr. Braunschw. 5 3 1 1 14:8 7:3
Werder Bremen 6 3 1 2 18:12 7:5
Bremerhaven 93 6 2 2 2 11:13 6:6
Bremer SV 5 2, 1 2 10:11 5:5
VfL Oldenburg 5 1 3 1 7:8 5:5
Arminia Hannover 5 2 0 3 10:7 4:6
Holstein Kiel 5 2 0 3 8:12 4:6
Hannover 96 5 1 1 3 8:10 3:7
Concordia 5 1 1 3 7:19 3:7
Altona 93 5 1 0 4 9:26 2:8
Eintr. Osnabrück 4 0 1 3 5:9 1:7 )
SV Itzehoe 6 0 0 6 6:30 0:12
1. FC Köln 5 5 0 0 14:2 10:0
Schalke 04 5 4 1 0 18:2 9:1
Fortuna Düsseld. 5 3 2 0 6:2 8:2
Borussia Dortmund 5 4 0 1 15:8 8:2
RW Essen 5 3 0 2 15:7 6:4
Preußen Münster 5 3 0 2 6:4 6:4
Rheydter SV 5 3 0 2 10:13 6:4
Preußen Dellbrück 5 2 1 2 7:6 5:5
Horst Emscher 5 1 2 2 7:8 4:6
Hamborn 07 5 2 0 3 8:11 4:6
Erkenschwick 5 1 2 2 3:5 4:6
RW Oberhausen 4 1 1 2 5:8 3:5
Katemberg 5 1 1 3 7:11 3:7
Alemannia Aachen 4 1 0 3 4:11 2:6
Borussia Gladbach 5 0 0 5 4:24 0:10
Duisburger SV 5 0 0 5 1:8 0:10
Olympia Lampertheim 5 4 1 0 7:2 9:1
Borussia Fulda 4 4 0 0 19:3 8:0
FC Rödelheim 5 4 0 1 16:10 8:2
SC 03 Kassel 4 3 1 0 10:4 7:1
SpVgg Griesheim 5 3 0 2 7:5 6:4
VfL Marburg 5 3 0 2 11:8 6:4
Opel Rüsselsheim 5 2 2 1 11:12 6:4
Eintracht Wetzlar 4 2 1 1 5:4 5:3
Hanau 93 Union Niederrad 3 4 1 1 2 2 0 1 10:7 5:3 4:2 4:4
Bad Homburg 4 2 0 2 11:8 4:4
Hermannia Kassel 4 2 0 2 2:3 4:4
Spielverein Kassel 5 2 0 3 11:7 4:6 4:6
Rot-Weiß Frankfurt 5 2 0 3 7:6
VfL Biedenkopf 4 1 1 2 6:10 3:5
Germania Bieber 4 1 0 3 5:12 2:6
2:8
Vfß Friedberg 5 0 2 3 4:7
Hessen Hersfeld 5 1 o 4 3:12 2:8 1:9 1:9
VfL Kassel Hessisch Lichtenau 5 C 5 C l ]
1 1 . 4 l l 4:14
5:22

Berliner Hockeysteg

i ftuf dem Momsenplatz in Berlin-Charlottenburg gewann die Berliner Hockey-Auswahlmannschaft das Spiel gegen die ^eter V°n Rheinland-Pfalz Knapp mit

Spitzenreiter Nauheim geschlagen

In den Fußball-Bezirksklassen nur noch Lorsch und Ober-Roden ohne Punktverlust

Gruppe I

Wixhausen—Münster . Mörfelden—Trebur H Oberroden—Egelsbach M Messel—Erbach > H Michelbach—Nauheim FpP^tel}ausen—Urberach 2:2 . Walldorf—Dieburg 3^

TSG Wixhausen-SV Münster 1:2 (0:2)

Seüe? S]l^her Nervosität auf beiden eine leleM« ^‘»^mischen zunächst J Überlegenheit heraus, ohne jedoch zu Erfolgen zu kommen. Münster, kam^de tsa^ten Zweck«ußba4l spielte, kam in der 15. Minute durch einen Handt^nöf ln. F“hrung- Breits zehn Minuten spater hieß es 2:0 für die Gäste. Wix¬ ^Q^nte diesen Erfolgen nur einen se'zen kUrZ naCh der entgegen-

Das Spiel wurde auf beiden Seiten mit gr°ßer ^Harte geführt. Kreher, Münster wurde des Feldes verwiesen. Dem Schiedsrichter Avurde sein Amt durch die fast gleichen Dreß der Mannschaften sehr er-Schwert.

Mörfelden—Trebur 4:1 (1:1)

Bei sehr guten Leistungen des Schiedsrichters Schoenig, Heußenstamm, hielt sich das „Derbyspiel“ in Mörfelden jederzeit im Rahmen. Das erste Tor der Gastgeber fiel in der 37. Minute durch Georg Zwilling. Durch ein Prachttor des Treburer Mittelstürmers fiel jedoch bereits vier Minuten später der Ausgleich. In der zweiten Halbzeit konnte Mörfelden in der 52. Minute durch Herzberger, in der 79. Minute durch ein Selbsttor der Treburer und in der 89 Minute wiederum durch Zwilling den 4:1- Sieg sicherstellen.

Germania Oberroden—KSG Engelbach 4:1

(2:1)

Mit 4:1 Toren konnten die Oberrodener Germanen die Gäste aus Engelsbach niederkantern. Kecks Schuß-Sicherheit in den ersten Minuten war ausschlaggebend für den gesamten Spielverlauf. In der 5. und 10. Minute brachte er seine Elf durch Kopfball bzw. 13-Meter-Schuß 2:0 in Führung. Die unsichere Hinterreihe des Gastes war allerdings nicht immer schuldlos. Garsmann konnte 15 Minuten vor Seitenwechsel das einzige Tor für die Gästeelf erzielen. Besonders in der zweiten Hälfte machte sich die Verjüngung der Platzherren vorteilhaft bemerkbar. Nachwuchsmann Ruppel erzielte in der 55. Minute wieder „sein“ Tor. Trotz des weiterhin wundervollen Aufbauspiels wollte der Fünferreihe der Germanen nichts mehr gelingen. „Senior“ Köller schlug dann fünf Minuten vor Schluß mit einem prächtigen „Schuchardt“-Schuß zum viertenmal den Torhüter der Gäste. -gi-

Messel—Erbach 5:1 (3:0)

Erbach ging als Favorit in dieses Spiel, mußte sich aber dem Eifer der Platzherren beugen. Messel kam gleich gut ins Spiel und schoß in der 8. Minute durch Mittelstürmer Laumann das Führungstor. Erbach hätte den Ausgleich schießen können, aber es fehlte im Sturm der letzte Einsatz. In der 12. und 23. Minute ging Messel mit Toren von Rack und Brust weiter in Front. Das Spiel litt teilweise stark unter dem Regen. Erbach war in der zweiten Halbzeit tonangebend. Trotzdem gingen die Gastgeber durch Laumann mit 4:0 in Führung, ehe Erbach durch Riefliiinig den Ehrentreiffer schießen konnte. Papenfuß stellte dann Mitte der zweiten Halbzeit das Endergebnis her. -Sch-

Mittelstadt—Nauheim 5:2

Der Tabellenerste Nauheim mußte sich am Sonntag in Michelstadt belehren lassen, daß mit dem VfL auf eigenem Platz nicht gut Kirschen essen ist. Durch Einsatzfreudigkeit und taktisch geschicktes Spiel verdienten sich die Michelstadter trotz Ersatz den 5:2- Sieg (1:0). Die zahlreichen zielstrebigen Durchbrüche der Nauheimer Gäste fanden meist schon bei dem Michelstadter Mittelläufer Schuhmann ein vorzeitiges Ende. Das übrige besorgte Torhüter Glas, der wieder groß in Form war. Bis zum Ende der ziemlich ausgeglichenen ersten Spielhälfte hatte Weyrauch für den VfL ein Führungstor eingeschossen. Als nach dem Wechsel der Michelstädter Erl die Stürmerreihe aktivierte, nahm das Uebergewicht der VfL-Angriffe fühlbar zu. Im Verlauf von 15 Minuten konnten Erl II und Flechsenhaar ein Tor buchen. Als Schiri Schmidt-Urberach wegen eines harten Fouls einen Elfmeter verhängen mußte, stellte der Nauheimer Schader das Ergebnis auf 4:1. Während Flechsenhaar bald darauf das fünfte Tor für Michelstadt schießen konnte, kam Roth erst in der letzten Spielminute noch einmal für die Nauheimer Gäste zum Erfolg. -ch

FV Eppertshausen—KSV Urberach 2:2 (1:0)

In Eppertshausen kam es unter aen anen Rivalen FV und KSV Urberach zu einem mit Spannung geladenen Spiel. Die Stimmung der beiderseitigen Anhänger mobilisierte den letzten Mann. Durch eine lenkte Ueberlegenheit im Mittelfeld konnte de Gastgeber die erste Hälfte für sich nutze und Hartig, ein prächtig spielender Rechts außen, erzielte in der 30. Minute die 1.0- Pausenführung.

In der 2. Hälfte lieferte der KSV eine weit bessere Partie. Mittelstürmer Kraus der Reißer im Gästesturm, konnte in der 55. Minute einen Strafstoß zum Ausgleich einsenden. Auf Hochtouren KSV-Maschine. Noch 18 Minuten bis SP Schluß zeigte die Uhr, als wiederum Kraus nach einem wundervollen Kombinations zug das Leder flach zum 2:1 in die Edce setzte Nach einem Eckball 4 Minuten vo Schluß wurde ein Spieler der unfair angegriffen. Der SR erkannte aut Elfmeter, den Gruber mit Sicherheit zum Ausgleich ins Schwarze knallte.

Walldorf—Dieburg 3:1

Walldorf legte bis zur Halbzeit einen 3:0- Vorsprung vor. In der . 25- Minute ^oß Becker zum 1:0 ein und in der 30. und Minute war es Kuhn, der auf 3 0 erhöhen konnte. Nach dem Wechsel erzielte Diebu g durch ein Mißverständnis der Hinterman schäft von Walldorf ein Gegentor. Bei di sern Stande blieb es. SR Graulich aus Stockstadt leitete sehr gut. Das Spiel war aus gezeichnet.

SV Froschhausen—Germania Babenhausen 8:0 (2:0)

Auf der Schlittschuhbahn in Fros Jausen verlor der Spitzenreiter dei B-Klasse fenbach, Germania 1912 Babenhausen . . der guten Leistung des Torwart Strobel wurde die Niederlage nicht hoher. Die Germanen konnten sich®uf dem naSSe Rasenplatz nicht zurechtfinden.

Gruppe II

Roßdorf—Bensheim 5;2 Großrohrheim—Bürstadt 1 ;2 Oberramstadt—Bobstadt 2:1 Langen—Bieblis 4:3 Groß-Gerau—Lorsch 1:3 Hofheim—Heppenheim 0:2 Urberach—Eberstadt 4:2

Roßdorf — Bensheim 5:2 (2:0)

Roßdorf konnte auch in seinem zweiten Heimspiel siegreich bleiben. Bei größtenteils offenem Spiel gingen die Gastgeber bereits in der dritten Minute durch einen Strafstoß von Krullik 1:0 in Führung. Moter erhöhte in der 36. Minute auf 2:0. Nach der Pause vergaben beide Sturmreihen mehrere Torchancen. Das Schicksal schien für die Gäste besiegelt zu sein, als der Halblinke Bocker in der 60. Minute den dritten Treffer für Roßdorf erzielen konnte. Doch Bensheim schaffte in der 65. Minute den ersten Gegentreffer, dem aber Roßdorf dann durch Verwandlung eines Handelfmeters durch Krullik das vierte Tor folgen ließ. Ein einwandfreies Abseitstor brachte die Gäste auf 4:2 heran, aber 10 Minuten vor Schluß stellte der Halbrechte Korndörfer das Endergebnis her. Roßdorf zeigte besonders in der Hintermannschaft Schwächen, die Bensheim nicht auszunutzen verstand.

Groß-Rohrheim — Bürstadt 1:2 (1:0)

Ein schönes und spannendes Spiel gab es auf dem Bruchplatz des Neulings Groß-Rohrheim. der dem alten routinierten Rivalen Bürstadt erneut bewies, daß die Trauben in Rohrheim hoch hängen. Der harte und schnelle, mit äußerstem Einsatz geführte Kampf verlangte beiden Mannschaften die letzten Kraftreserven ab. Aber in Rohrheim muß man sich endlich einmal darüber klar wenden, daß man ohne intensives Training in der Bezirksklasse nicht bestehen kann. Das hat dieses Spiel bewiesen. in dem die Gäste an Ballbehandlung, Ballabgabe, Stellungsspiel und Schnelligkeit eindeutig die Besten waren. Der Beginn des Spiels sah zwei ausgeglichene Mannschaften. In der 17. Minute ging Rohrheim durch Meister, der aus 30 Meter einschoß, überraschend in Führung. Dann drehte Bürstadt immer mehr auf und stürmte in der zweiten Halbzeit mit 10 Mann. In der 66. Minute verunglückte eine Ballrückgabe des sonst guten Mittelläufers Olf, die den Ausgleich einbrachte. Verteidiger Schneider schoß in der 80. Minute den Siegestreffer. K.

Oberramstadt—Bobstadt 2:1 (1:1)

Mitte der ersten Hälfte gelang es dem linken Flügel der Platzherren durchzubrechen und dabei legte Schuchmann dem Linksaußen Kern den Ball schußgerecht vor den Stiefel. Unhaltbar landete das Leder im Netz. Nicht lange währte die Freude über den Erfolg bei den wenigen Zuschauern, als kurz darauf Kornelius über den herauslaufenden Steinberg hinweg den Ball zum Ausgleich einsandte.

Nach dem Seitenwechsel kam mehr Leben ins Spiel, aber die Zuschauer vermißten auf beiden Seiten noch so manches von ihren Mannschaften. Mit Steilvorlagen wurde es ab und zu vor dem Tor der Gäste gefährlich. Becht nahm einen Ball direkt auf. Reinig lief ihm von rechtaußen entgegen und gegen seinen Kopfstoß blieb der Gästehüter machtlos.

VfR Langen—FV Biblis 4:3 (3:2)

Langen spielte gegen Biblis groß auf und brachte durch Prachtleistungen seiner Stürmer einen 4:3-Erfolg zustande. Die Gäste stellten eine eifrige Mannschaft ins Feld, die sich erst mit dem Schlußpfiff geschlagen bekannte. Dem Führungstor von Langen setzte Biblis den Ausgleich durch Effarek entgegen. Leier verbesserte nach 12 Minuten auf 2:1, doch schaffte nochmals Effarek durch ein billiges Tor den Ausgleich. Werner Jakob erreichte in der 43. Minute den 3:2- Halbzeitstand. Nach dem Wechsel verteilte sich das Spiel und Lutzi brachte es nochmals zum 3:3. Der Endstand wurde von dem emsigen Langener Halbstürmer Wiegand mit einem Prachttor festgelegt.

Groß-Gerau—Lorsch 1:3 (1:1)

Groß-Gerau ließ sich keineswegs von den favorisierten Lorschern beeindrucken und stellte dem technisch besseren Gegner einen unermüdlien Eifer entgegen. In der 10. Minute konnte Groß-Gerau sogar durch den Halbrechten Dörr in Führung gehen. Nach weiteren 10 Minuten kam Lorsch jedoch durch ein Eigentor der Platzherren zum billigen Ausgleich.

Das Führungstor in der 28. Minute der zweiten Halbzeit war abermals ein Eigentor der Groß-Gerauer. Den etwas glücklichen Sieg stellte dann Rechtsaußen Kunüggräber her.

Hofheim — Heppenheim 0:2 (0:1)

Auch Hofheim mußte eine Heimniederlage einstecken. Heppenheim scheint sich in diesem Jahre wieder gefunden zu haben und gewann auf Grund der besseren Mannschaftsleistung verdient. Das bessere technische Können und der eifrige Einsatz der Gäste ließ die stellenweise zu einer leichten Ueberlegenheit kommen, die schließlich den Sieg brachte. Aber auch die Hofheimer vergaben verschiedene Chancen und mit etwas mehr Glück hätte das Ergebnis auch umgekehrt ausgehen können. Jäger schoß in der 22. Minute nach schöner Kombination den Führungstreffer, und ein in der 75. Minute verhängter zu harter Handelfmeter erbrachte den Siegestreffer für die Kreisstädter.

Viktoria Urberach—KSG Eberstadt 4:2 (1:2)

In der Bezirksgruppe I hatte die Viktoria Urberach im ersten Heimspiel den KSV Ebenstadt zu Gast. In der ersten Halbzeit schien Fortuna mit dem Gastgeber nicht besonders im Bunde zu stehen. In den ersten Minuten konnten die Gäste durch Dechhart 1:0 in Führung gehen, die Linck in der 30. Minute durch einen Strafstoß ausgleichen konnte. Mit Elan stürmte jedoch Eberstadt weiter und konnte durch Maier die 2:1 -Führung erzielen.

Nach dem Seitenwechsel besann sich Urberach wieder einmal seiner Spielkunst. Flott wanderte der Ball von Mann zu Mann und in wurdervollen Szenen wurde das Heiligtum der Gäste bombardiert. Nachdem Eder in der 55. Minute den Ausgleich erzielen konnte, wurde das fünf Minuten später fallende dritte, von Jost verwandelte, Tor stark umjubelt. Die letzten Spielphasen entschied Urberach für sich und Eder konnte nochmals zum 4:2 ins Schwarze treffen, -gi-

Fußball-Kreisklassen

A-Klasse Darmstadt

Niederramstadt—Seeheim 4:0 Hähnlein—TSG 46 Darmstadt 3:3 Gräfenhausen—Hahn 3:2 Erzhausen—Alsbach 2:0 SSG Langen—Weiterstadt 1:1 Bickenbach—Griesheim 7:1

B-Klasse Darmstadt

Traisa—VfR Langen Soma 3:3 Eschollbrücken—Union Darmstadt 2:1 SC Griesheim—SV 90 Darmstadt II 4:0 Oberbeerbach—Jugenheim 0:15 Rohrbach—Brandau 2:3 Niederbeerbach spielfrei

A-Klasse Dieburg

Klein-Zimmer—Groß-Umstadt ausgef. Ober-Roden—Nauheim 0:3 Lengfeld—Kleestadt 6:1 Goetzenhain—Nieder-Roden 3:5 Dreileichenhain—Reinheim 1:0 Offenthai—Groß-Rohrheim 3:1

B-Klasse Dieburg, Gruppe I

Ober/Nieder-Klingen—Großbieberau 1:6 Wersau—Georgenhausen 1:4 Brensbach—Niedernhausen 0:1 Heubach—Hering 8:1

B-Klasse Dieburg. Gruppe II

Schaafheim—-Groß-Umstadt 7:1 Raibach—Münster 1:4 Klein-Umstadt—Heubach 2:2 Wiebelsbach—Hergershausen 1:5

A-Klasse Bergstraße

Mörlenbach—Reichenbach 1:1 Weiher—FC Fuerth 1:1 Auerbach—Waldmichelbach 2:3 Affolterbach—Lampertheim 4:2 Einhausen—Fehlheim 2:4

B-Klasse Gruppe Odenwald

SV Fuerth—-Wahlen 2:4 Rimbach—Unterschönmattenwaag 4:1 Unterabtsteinach—Zossenbach 5:1 Oberabtsteinach—Mitlechtern 5:1

B-Klasse Ried (Kreis Bergstraße)

Nordheim—Riedrode 2:1 Elmshausen—Zwingenberg 0:1 Schönberg—Hüttenfeld 5:5 SV Bensheim—Gadernheim 3:1 Rot-Weiß Heppenheim—Hambach 1:6

A-Klasse Groß-Gerau

Ginsheum—Wolfskehlen 0:2 Gustavsburg—Klein-Gerau 2:3 Stockstadt—Astheim 2:1 Büttelborn—Gernsheim 0:1 Dornheim—Biebesheim 2:2 Raunheim—Walldorf 0:2

B-Klasse Groß-Gerau

Geinsheim—TSV Rüsselsheim 1:1 Wallerstädten—Erfelden 4:0 Goddelau—Bischofsheim Ib 1:4 Leeheim—Opel Rüsselsheim Tb 2:4

A-Klasse Erbach

Würzberg—Beerfelden 1:1 Rimhorn—Hainstadt 5:2 Erbach Ib—Günterfürst 6:2 Neustadt—Sandbach 0:0 Lützelwiebelsbach—Steinbach 7:3 Höchst—Bad König 4:1

B-Klasse Gruppe Oberzent

Beerfelden Soma—Sensbachtal 1:4 Steinbuch—Gammelsbach 1:7 Eschollbrücken—Hetzbach 2:4

B-Klasse Gruppe Unterzent

Vielbrunn—Kirchbrombach ausgef. Mümling Crumbach—Höchst Soma 1:7

Die richtigen Tips

Hessen: 1,2, 1,1, 2,1, 1,1, 1, 1 Rheinland-Pfalz: 1,1, 1,1, 1,1, 0,1, 1, 2 Bayern: 1,1, 1,1, 1,2, 1,1, 2,1, 2, 2 Württemberg-Baden: 1,1, 2,1, 1,1, 1,1, 2. 1,1, 1


Knake-Koch zeigten ihre große Kunst nochmals tuet derßletzten Rollschuhveranstaltung des RSC. I l ।s 4 // / „v
Knake-Koch zeigten ihre große Kunst nochmals tuet derßletzten Rollschuhveranstaltung des RSC. I l ।s 4 // / „v

Saison-Schlußveranstaltung des RSC

Knake-Koch, Fischlein-Müller und Marga Schäfer bezauberten

Zum Abschluß der diesjährigen Rollsport-Saison hatte der RSC Darmstadt ein großartiges Programm zusammengestedlL Europäische Spitzenklasse gab sich ein Stelldichein. Das Abendsportfest hatte am Samstagabend trotz der kühlen Witterung einen guten Besuch aufzuweisen.

Unter dem Schein unzähliger Lampen stellten sich die Läuferinnen — und Läufer vor. Die Zuschauer hatten ihr Kommen nicht bereut und waren von den dargebotenen Leistungen zufrieden. Beifall auf offener Szene mußten die Läufer immer wieder entgegennehmen.

Den Auftakt des Programms bildeten die Kräfte des RSC. Nachdem zuerst der Nachwuchs zu Worte kam, zeigten Ursula Dirken, Heinz Frommann und Ulla Mahr, daß sie ihren diesjährigen Titelgewinn zu Recht erhielten.

Marga Schäfer (FREC Frankfurt) lief in einem Tango eine herrliche Kür, die durch ihr elegantes Stehvermögen und ihrer sicheren Haltung imponierend wirkte. Der kleine Franz Ningel verbesserte sich immer mehr und konnte gut gefallen. Dann lief Sigried Knake (Hannover), die in diesem Jahr auch den Titel einer deutschen Jugendmeisterin ernten konnte. Erstmals zeigten sich anschließend Knake-Koch und Lothar Müller in einem von Knake einstudierten Trio-Tanz, den wir bisher nur von Baran-Falk kannten. Figürlich fein ineinander abgestimmt, zeigten sie bei ihren Läufen verschiedene große

Schwierigkeitsgrade. Irma Fischlein mit ihrer Meisterkür war ruhig auf den Rollen und dominierte in ihrer Art. Knake-Koch, die von den letzten Veranstaltungen noch in bester Erinnerung waren, liefen dann ihre Meisterkür, die ihnen in London den Titel eines 2. Europameisters brachten. Beide werden noch eine große Zukunft vor sich haben. Nachdem Irma Fischlein in einem Einzellauf wiederum begeisterte und Lothar Müller akrobatische Leistungen bei einem Rumba zeigte, tanzten sich Knake-Koch wieder in die Herzen der Zuschauer ein. Mit ihrem spanischen Tanz, Rumba und Samba ließen sie alle Herzen höher schlagen. Den Höhepunkt des Programms bildete zweifellos der abschließende Trio Tanz, dargebracht von Knake-Koch-Müller. In seiner Art wirkte er erstaunlich sicher gelaufen. Der Gleichklang ihrer Bewegungen und das Aufsetzen der Sprünge waren einmalig.

Das Programm sollte am Sonntag eine Wiederholung finden, die durch das schlechte Wetter jedoch nicht möglich war. Stattdessen findet heute, 19 Uhr, auf dem Stadion hinterm Orpheum eine Wiederholung dieses einmaligen Programms statt.

Barth-Nester gewinnen

den Großen Preis der Blaupunktwerke

Leider war auch diesmal der Wetter-* gott dem VCD nicht hold. So fanden nur etwa 500 Unentwegte den Weg zur Radrennbahn an der Heidelberger Straße. Sie wurden durch schöne Rennen für ihr Kommen belohnt. Das einleitende Jugend-Punktefahren war beherrscht von dem herrlichen Zweikampf Nester — Seifert. Diesmal siegte der sympathische Hanno Seifert verdient vor seinem allzu siegessicheren Clubkameraden. Damit verabschiedete sich der zweifache hessische Jugendmeister Paul Nester von der Jugend. Schon in dem nach einer kleineren Regenpause gestarteten Rennen um den „Großen Preis der Blaupunktwerke Darmstadt“ gab er sein Debüt bei der Junioren-Klasse. Mit dem schnellen Mainzer Barth zusammen bildete er eine erstklassige Sprinterpaarung in dem Mannschaftsrennen über 100 Runden = 40 km. Auch ein Ausreißversuch der Tempomannschaft Lindemann / Savary konnte nichts an dem souverän herausgefahrenen Sieg der Mannschaft Nester/ Barth ändern. Es ist zweifellos mit ein Verdienst des glänzend aufgelegten Darmstädter Nester, der durch prachtvolle Unterstützung seines noch vor kurzem krank gewesenen Partners erfolgreich debütierte. Es ist zu hoffen, daß diese bereits bei ihrem ersten Start so organisch wirkende Mannschaft auch in der kommenden Saison beisammen bleibt.

Ergebnisse: Punktefahren der Jugend: 1. Hanno Seifert (VCD), 20 Punkte, 2. Paul Nester (VCD) 19 Punkte, 3. Jürgen Strauber (VCD) 10 Punkte, 4. A. Schmidt (Wiesbaden) 8 Punkte.

„Großer Preis der Blaupunktwerke Darmstadt“

1. Barth/Nester (Mainz/Darmstadt) 42 Punkte, Zeit 2 59 Min. 25 Sek. 2. Reitz/ Hundertmark (Wiesbaden) 26 Punkte. 3. Moos/Sauer (Frankfurt) 26 Punkte. 4. Haase / Helfrich (Frankfurt / Wiesbaden) 16 Punkte. 5. Lindemann/Savary (Frankfurt) 13 Punkte. 6. Müller/Badstübner (Frankfurt) 4 Punkte. 7. Beutel /Grunewald (Darmstadt/Wiesbaden) eine Runde zurück, 23 Punkte.

Saalsportfest des VfL Michelstadt

Die Radsportabteilung des VfL Michelstadt hatte zu ihrem Saalsportfest am Samstagabend im „Deutschen Haus“ in Stockheim einen überfüllten Saal. Abteilungsleiter Josef Diflo konnte eingangs die Feststellung machen, daß sich die alte Freundschaft der Michelstädter und Stocliheimer Radsportler erneut bewährte. Um drei neue Saalmaschinen reicher geworden, zeigte die Abteilung ein umfangreiches Programm von den Schüler- bis zu den Seniorenmannschaften. Im ersten Teil waren besonders ordentlich ein Sechser-Schulreigen der Mädchen, das Einer-Kunstfahren der Schüler und ein Sechser-Jugendreigen. Im Jugend-Radballspiel konnte die Mannschaft Schlörit-Kräuscherl einen 4:3-Sieg über Knapp-Bauer erringen. Die Mannschaft Brauch-Konzok schlug die Mannschaft Kisselberth-Kunz mit 5:3 Toren. Bezirksmeister Willi Borger erntete mit seiner Hohen Schule besonderen Beifall. Die Hessen-Meisterin Erika Heilmann zeigte ihre Spitzen-Leistungen im Einer-Kunstfahren. Das Zweier-Kunstfahren Heilmann-Borger wurde zum Höhepunkt des Abends. Das Abschluß-Radballspiel zwischen dem 2. Bezirksmeister Borger-Keßler gegen die Einheimischen Hamburger-Knapp endete nach hartem Kampf mit 8:5 Toren. -ch.

Weitere Niederlagen der 98er Ringer

ASV Hösbach—Darmstadt 98 7:1

Nach dem vierten Kampftag blieben die 98er Ringer weiterhin ohne Punktgewinn. In Hösbach, wo bekanntlich die Trauben sehr hoch hängen, gab es eine glatte Niederlage. Die Gäste, die Schnauber ersetzen mußten, zeigten schöne Kämpfe, scheiterten jedoch an der Ausgeglichenheit der Hösbacher Mannschaft.

Im Fliegengewicht unterlag der erstmals für den SV 98 ringende Aracio knapp nach Punkten. Im Schwergewicht mußte sich Scheidler in der 10. Min. durch Aufreißer besiegen lassen. Den schönsten Kampf des Abends lieferten sich Bohrmann/Hösbach und der wieder für den SV 98 ringende Marx. Ein Kopfzug in der 6. Min. brachte dem Einheimischen den Sieg. Im Halbschwergewicht blieb es G.erhardt/98 vorbehalten, durch seinen Punktsieg über Rausch den einzigen Punkt für die Gäste zu erringen. Im Federgewicht leistete Heckhaus/98 erbitterten Widerstand, mußte aber letzten Endes eine knappe Punktniederlage einstecken. Die restlichen Begegnungen brachten sämtlich Schultersiege der Gastgeber. So mußte sich Borowski, der diesmal im Leichtgewicht rang, durch einen Überstürzer besiegen lassen und Mischky/ Weltergewicht und Waldhaus / Mittelgewicht unterlagen jeweils durch Hüftschwung. Nach dieser erneuten Niederlage stehen die 98er nunmehr weiterhin am Tabellenende und die Aussichten auf Erhalt der obersten Ringer-Klasse sind nicht so rosig. -eri-

1910 Darmstadt Tabellenführer

1910 Darmstadt—SKG Sprendlingen 6:2

Das Wochenende brachte den Darmstädter Vertretern jeweils auf eigener Matte klare Erfolge. So schlug Darmstadt 1910 überraschend glatt die Mannschaft von Sprendlingen und die SG Arheilgen kam über die kampfstarke Mannschaft von Kostheim zu den ersten begehrten Punkten.

Am Samstagabend feierte Darmstadt 1910 in der gutbesuchten Diesterwegschule einen eindeutigen Sieg über die bis dahin noch ungeschlagene Mannschaft der SKG Sprendlingen. Durch diesen Sieg hat sich die Darmstädter Mannschaft allein an die Tabellenspitze gesetzt. Der Sieg der Gastgeber war selbst in dieser Höhe völlig verdient. Bei den Gastgebern gefiel an diesem Abend insbesondere Winkel und Schäfer, die beide mit eindrucksvollen Siegen aufwarteten.

Im Fliegengewicht gab es zwischen Gehron (1910) und Schlapp einen ausgeglichenen Kampf, den der Darmstädter in der 9. Minute durch Eindrücken der Brücke gewinnen konnte. Das Schwergewicht brachte einen Gästesieg durch den überragenden Heinel, der in der 1. Minute Jackwerth durch Hüftschwung besiegte. Einen harten und erbitterten Kampf lieferten sich im Bantamgewicht der deutsche Jugendmeister Ditter K. und Stock. Ditter wurde überlegener Punktsieger. Im Halbschwergewicht stand Veith Gg. sen., an diesem Abend wieder voll seinen Mann. Zwei große Wertungen brachten ihm einen viel umjubelten Punktsieg. Einen schnellen Kampf, wo beiderseits mächtig angegriffen wurde, lieferten sich Ditter H. 1910 und Schuchmann. Der Gästeringer war in der Bodenlage äußerst gefährlich, konnte aber an dem klaren Punkterfolg von Ditter nichts ändern. Im Mittelgewicht konnte Schäfer, 1910, seinen ersten Sieg in der diesjährigen Verbandsrunde ernten. Mit einem musterhaft ausgeführten Ueberstürzer besiegte er in der 6. Minute seinen Gegner Schamberger. Im vorletzten Kampf des Abends zeigte Winkel, 1910, wie entwiklungsfähig er noch ist. Seine laufenden Angriffe aus allen Lagen brachten den Gegner stets in Bedrängnis. In der 5. Minute konnte er durch Hüftschwung entscheidend siegen. Der Kampf im Weltergewicht, der beiden Gegnern keine Merkmale oder Wertungen erbracht hatte, endete überraschend in der 7. Minute durch einen Selbstwurf von Trüber, 1910, der damit den 2. Punkt an die Gäste abgab. -eri-

SG Arheilgen Mainz-Kostheim 5:3

In einem sehr schönen Kampf standen sich am Samstagabend die beiden Mannschaften von Arheilgen und Kostheim gegenüber. Etwa 200 Zuschauer waren Zeuge prächtiger Kämpfe. Viel umjubelt konnten die Gastgeber dabei die ersten Punkte sammeln. Erstmalig wieder mit Spatz im Schwergewicht antretend, zeigten die Arheilger sehr gute Leistungen, die sie jedem Gegner der Landesliga ebenbürtig macht.

Im Fliegengewicht sah man einen ausgeglichenen Kampf zwischen Freudenberger, SG Arheilgen, und Hübner, Kostheim. Ueberraschend siegte Hübner in der 7. Minute durch einen Wickler. Der Schwergewichtskampf brachte den Gastgebern die ersten Punkte. Spatz beherrschte souverän seinen Gegner und siegte schließlich in der 13. Minute durch Hüftschwung entscheidend. Im Bantamgewicht brachte Ebert Arheilgen erstmals in Führung. Bereits nach 3 Minuten war er durch Armzug am Boden erfolgreich. Im Halbschwergewicht konnte Fiedler wiederum gut gefallen und wurde klarer Punktsieger. Im Federgewicht unterlag Dern, SG Arheilgen, bereits in der 2. Minute, während Arnold im Mittelgewicht seinen Gegner Wienert nach der 8. Minute durch Hüftschwung besiegte. Den Arheilger Gesamtsieg stellte Kuchar im Leichtgewicht durch einen Sieg in der 8. Minute durch Rückreißer sicher. Im Weltergewicht hatte Becker, SG Arheilgen, den starken und routinierten Moter, Kostheim, als Gegner und unterlag nach aus-, geglichenem Kampf in der 8. Minute durch Hüftschwung. ' -eri-

Oberramstadt—Neu-Isenburg 1:4

Im vollbesetzten Saal des Gasthauses „Zur schönen Aussicht“ sahen die Anhänger des Neulings nach den ersten fünf Kämpfen im stillen einer Niederlage entgegen, aber es wurde doch noch ein Unentschieden erreicht, das dem Kampfverbrauch vollauf gerecht wird.

Fliegengewicht: Katzheimer (O) besiegt Ullnich (N) durch Schultersieg. Schwergewicht: Schnappauf (N) siegt gegen Frankenberger (O) durch Untergriff. Bantam: Der exdeutsche Meister Euler (N) siegte gegen den Landes-Jugendmeister Nostadt durch Eindrücken der Brücke. Im Halbschwergewicht siegte Malzi (N) gegen Schaller (O) durch Selbstwurf. Im Federgewicht siegte Roth (N) nach Punkten über Führer (O). Im Mittelgewicht siegte Becker (O) gegen Schmidt (N) durch Aufreißer. Im Leichtgewicht siegte Bernhardt (O) über Kohl (N) nach Punkten. Im Weltergewicht siegte Boettcher (O) gegen Pfeifer (N) nach einer Minute durch Untergriff.

Exweltmeister Joe Louis mußte sein Training für seinen Weltmeisterschaftskampf gegen Ezzard Charles (27. September in New York) wegen einer Erkältung unterbrechen.

Mannschaftskampf der DFC gegen Aschaffenburg

21:15-Siec im Herren-Florett / Knapper Aschaffenburger Damen-Erfolg

Der Darmstädter Fechtclub hatte am Sonntag die Fechtriege des Aschaffenburger Turnvereins zu Gast. Dem Wunsch der Gäste entsprechend wurde lediglich ein Mannschaftskampf im Florettfechten durchgeführt. Das Turnier begann mit den Florettkämpfen der Männer unter Leitung von Landessportwart Wahl (Frankfurt/M.) Je sechs Fechter bildeten eine Mannschaft. Nach den Begrüßungsworten des 1. Vorsitzenden Herrn Steffan übergab dieser die Leitung des Turniers Herrn Wahl. Die ersten Gefechte waren njehr ein Abtasten der sich nicht kennenden Gegner nach Schwächen und Stärken. So endete der 1. Durchgang 6:6. Im 2. Durchgang hatten sich nun die Darmstädter auf den Gegner eingestellt und zogen auf 15:9 davon. Diese Differenz sollte bestimmend werden für den Ausgang des Turniers. Im 3. und letzten Durchgang ließen die Darmstädter ihren Gegner nicht mehr näher herankommen, so daß Aschaffenburg nach tapferer Gegenwehr den Mannschaftskampf 21:15 verloren geben mußte. Auffallend war die bedeutend bessere Beinarbeit der Darmstädter, was sich besonders auf die Klingenführung auswirkte. Den Aschaffenburger Fechtern fehlt die Schulung durch einen Meister. Das Kampfgericht hatte dadurch keine leichte Arbeit und die Entscheidungen wurden sehr schwierig. Die Mannschaften: DF C : Melcher, Haun, Dr. Vix, Weicker, Schreher und Leicht. — TV Aschaffenburg: Erbe, Kipfmüller, Ranft, Specht, Köhl und Maidhof. Am Nachmittag wurden die Florettkämpfe der Damen ausgetragen. Hier wurde wirklich schönes Fechten gezeigt. Beide Mannschaften waren gleichwertig und die meisten Gefechte wurden erst mit dem letzten Treffer entschieden. Beson^ ders die Fechterinnen Kitz (Aschaffenburg), Frau Haun und Frl. Niebel (Darmstadt) stachen durch sauberes Fechten hervor. Zu erwähnen ist auch noch Frl. Greiner (Aschaffenburg), eine Linkshänderin, die lediglich durch Frau Haun eine Niederlage hinnehmen mußte. Der Kampf als solcher nahm unter großer Anteilnahme des Publikums einen äußerst spannenden Verlauf und stand am Ende 8:8, so daß die Treffer den Ausschlag gaben. Mit 37:46 erhaltenen Treffern endete der Kampf knapp zugunsten von Aschaffenburg. Die Mannschaften: DFC: Frau Haun, Frl. Niebel, Frau Schreher, Frau Getrost. — TVAschaffenburg: Frl. Kitz, Frau Fleckenstein, Frau Erbe, Frl. Greiner. -icke-

Niederlage der 98er gegen Wiesbaden

98-Tischtennis-Damen an der Tabellenspitze

Am Sonntag absolvierten die Lilienträger gegen den SV Wiesbaden ihre Punktspiele.

Bei den Herren stand vornherein schon der Sieger fest. Der 2. deutsche Mannschaftsmeister, der komplett erschienen war, konnte spielerisch sehr gut gefallen und gewann überzeugend mit 9:0 gegen die Darmstädter, die ohne Zeglys spielend, nur mit 5 Mann antraten. Weder bei den Einzel-, noch bei den Doppelspielen konnte ein Punkt geholt werden, der verdient gewesen wäre, nachdem einige Spiele erst im entscheidenden Satz nach Führung verloren gingen. Einmal mehr zeigt sich bei diesen Spielen die größere Routine, die zweifellos bei den Gästen war.

Die 2. Mannschaften beider Vereine kämpften um die Tabellenführung der Landesliga Süd 11. Auch hier standen die Gastgeber nur mit 5 Mann zum Spiel. Die Gäste,die 10:6 gewannen,haben sich durch diesen Sieg unangefochten an die Tabellenspitze gesetzt.

Die Damen des SV 98 zeigten schöne Kämpfe und gewannen verdient über die Mannschaft von Wiesbaden, die in den letzten Jahren einen erheblichen Aufschwung zu verzeichnen hat. Die Lilienträgerinnen, die eine ausgeglichene Mannschaft zur Stelle hatten, waren vor allen Dingen durch ihre größere Spielerfahrung überlegen. Frl. Holzapfel 98 konnte ihre beiden Einzel glatt gewinnen. Die Damen Nungesser, Römer, Guyot, Nangot und Pommer zeichneten für den 9:4-Sieg, der zahlenmäßig klar, aber hart erkämpft wurde, verantwortlich. Damit stehen die Lilienträgerinnen punktgleich mit der Eintracht Frankfurt ungeschlagen an der Tabellenspitze.

Die Kreisklasse I brachte mit dem Spiel Bickenbach I— SV 98 111 ihren Höhepunkt. Beide Mannschaften gelten als die stärksten dieser Klasse. Mit einem 5 ^-Erfolg für Bickenbach konnte sich die junge sympathische Mannschaft nunmehi' allein an die Tabellenspitze setzen. Ku.

Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen RUDOLF HOFMANN RUTH HOFMANN geb. Mischlich Darmstadt, den 26. September 1950 Viktoriastraße 45 Darmstraße 49 Kirchliche Trauung: Dienstag, den 26. September 1950, im Gemeindehaus der der Johannisgemeinde, Kahler Straße

Ihre VERLOBUNG geben bekannt: Otti Heib Heinz Kurz Darmstadt-Arheilgen, 23. Sept. 1950 Weiterstädter Straße 21 Gabelsbergerstraße 11

„DT-Schlachtenbummler"

Das „Darmstädter Tagblatt" lost in der Saison 1950/51 für die Dauer der Oberligaspiele jeweils drei sportlich interessierte Leser aus, die auf seine Kosten die Mannschaft des SV 98 Darmstadt bei ihren Auswärtsspielen als Schlachtenbummler begleiten. Jeder, der sich für diese Freifahrten interessiert und die Elf des SV 98 nach auswärts begleiten möchte, schneidet im Sportteil des „Darmstädter Tagblatt“ den dafür bestimmten Schein aus, trägt Name und genaue Anschrift (in Drudeschrift schreiben!) darauf ein und klebt ihn auf eine Postkarte, die an die Sportredaktion des „Darmstädter Tagblatt“, Darmstadt, Rheinstraße 23, adressiert u. mit dem Stichwort „DT-Schlachtenbummler“ versehen sein muß. Letzter Einsendetermin ist jeweils der Mittwoch nach der Ver¬ öffentlichung. Am Freitag wird die Verlosung der Teilnehmer von einer pro¬ minenten Persönlichkeit und unter Aufsicht eines Notars vor¬ genommen. Die drei Gewinner werden dann jeweils an den Sonn¬ tagen der Heimspiele im Stadion durch Lautsprecher bekannt¬ gegeben bzw. im Sportteil unserer Montagsausgabe veröffentlicht. Die drei Auserwählten erhalten folgende Gewinne: 1. Gewinn: Sonntagsrückfahrkarte, Tribünenkarte, 5 DM Ver¬ pflegungsgeld. 2. Gewinn: Sonntagsrückfahrkarte, Tribünenkarte. 3. Gewinn: Sonntagsrückfahrkarte. Und nun auf zum nächsten Auswärtsspiel! Sichert Euch die Montagsausgaben des „Darmstädter Tagblatt“! Jeder kann „DT- Schlachtenbummler“ werden! Hier abschneiden!

Achtung, DT-Schladitenbummler! I Ausfüllen und auf Postkarte auf geklebt einsenden! Ich beteilige mich hiermit an der Auslosung der Singen „DT-Schlachtenbummler“ welche die Mannschaft des SV 98 Darmstadt zu ihrem nächsten Auswärtsspiel kostenlos begleiten. Zuname: Vorname: _ Ort: „ Straße: * Nr

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