Flugblütter Mar Arthurs fordern den Feind zur Kapitulation auf
usan, 17. September (AP./dpa) Ein amerikanischer Sprecher ga die Erklärung ab, daß General Mac Arthur die Nordkoreaner au gefordert habe, sich entweder zu ergeben, oder zu sterben. Über en nordkoreanischen Stellungen sollen Flugzeuge der Vereinten Nationen drei Millionen Flugblätter mit der Aufforderung zur Kapitulation abgeworfen haben.
General Mac Arthur hat die Ueberraschungserfolge bei den vier Landungsoperationen vom vergangenen Freitag am Samstag und Sonntag ausweiten können. Am Samstag sind auch die Truppen an den Fronten des Brückenkopfes von Pusan zur Offensive übergegangen.
Nach südkoreanischen Rundfunkberichten haben amerikanische Marinetruppen am Sonntag Söul von Nordwesten und Süden her angegriffen und sind verschiedentlich in die Vorstädte eingedrungen. Sie sollen den südlich von Söul vorbeifließenden Han-Fluß mit Panzern überschritten haben. Der gleichen Quelle zufolge sollen die nordkoreanischen Kräfte etwa zwölf Kilometer von Söul entfernt einen heftigen Gegenangriff unternommen haben. Sieben vor Inchon liegende Zerstörer haben die nordkoreanischen Stellungen jedoch so schwer mit Feuer eingedeckt, daß der Gegenangriff bald zum Stehen gebracht werden konnte. Von amtlicher Stelle ist bisher jedoch nur bestätigt worden, daß die amerikanischen Marinetruppen bis etwa zehn Kilometer östlich Inchon vorgedrungen sind. Die amerikanischen Marinetruppen sollen auf ihrem Vormarsch zwischen Inchon und Söul nur vereinzelten und unzusammenhängenden Widerstand angetroffen haben. General Mac Arthur, der am Sonntag die Operationen bei Inchon selbst an Land überprüfte, hat. erklärt, daß die Kämpfe sich planmäßig entwickelten, 'während die Ausschiffung der* Verstärkungen schneller als vorgesehen.vonstatten gehe. Die erste Phase der Operation sei bereits beendet.
Harter Widerstand bei Taiku
In Südostkorea haben die Truppen der Vereinten Nationen bei ihrer Offensive aus dem Raum von Taiku noch keine größeren Fortschritte erzielen können. Es wird teilweise hartnäckiger nordkoreanischer Widerstand gemeldet. Die Lage ist hier noch nicht klar zu übersehen, da teilweise auch von bedeutenderen Anfangserfolgen gesprochen wird. Militärische Beobachter erklären, daß sich ein allgemeiner Rückzug oder Auflösungserscheinungen noch nicht abzeichneten.
An der Naktong-Front sind die Nordkoreaner unter schweren Verlusten über den Fluß geworfen worden.
yon Pohang und der Landungsoperationen bei Yongdok liegen keine Meldungen vor.
An der Gegenoffensive der Vereinten Nationen sind insgesamt drei Armeekorps beteiligt. An der Invasionsfront bei Söul befindet sich das X. Korps. Die Offensive nordwestlich Taiku wird von dem I. Korps .ausgeführt, und an der Südfront steht das IX. Armeekorps.
Polizei ohne Kanonen und Flugzeuge
Die Sozialdemokraten zu einer Bundespolizei
Drahtbericht unseres Korrespondenten
R. Bonn, 17. September. Der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete Gleisner, der Sachverständige seiner Partei für Polizeifragen, hat in wiederholten Gesprächen mit dem Berater für Sicherheitsfragen beim Bundeskanzler, General Graf Schwerin, den Standpunkt der Sozialdemokraten zur Aufstellung einer Bundespolizei dargelegt. Diese Gespräche zeigen, daß der Kontakt zwischen Regierung und Opposition nicht durch die Besprechungen zwischen Dr. Adenauer und Dr. Schumacher zustandegekommen ist. Auf beiden Seiten besteht das Bestreben, bei der Bildung der neuen Ordnungskräfte für den Bund nach Möglichkeit zusammenzuarbeiten, ohne daß deswegen schon von einer völligen Uebereinstimmung der Ansichten gesprochen werden kann. ... .
Der von dem Abgeordneten Gleisner vertretene Standpunkt der Sozialdemokratie daß diese kasernierte Polizei mit allen zur Bekämpfung innerer Unruhen nötigen Waffen, bis zu leichten Straßenpanzern, ausgerüstet werden solle, aber ihre Bewaffnung nicht darüber hinaus bis zu Artillerie und Flugzeugen gehen dürfe, hält sich deutlich an die Grundlinie der Sozialdemokratie, daß jede Annäherung der kasernierten Polizei an eine wehrmachtähnliche Organisation vermieden werden müsse. Die Erklärungen Gleisners entsprechen auch der Auffassung Dr. Schumachers, daß die neuen Polizeikräfte der Bundesrepublik nicht als westdeutsche Parallele zur Volkspolizei aufgefaßt werden dürften, da diese Organisation der sowjetischen Zone unverkennbar die Keimzelle einer Armee bedeute.
So haben diese sozialdemokratischen Mitteilungen an Graf Schwerin dargetan, daß die Opposition an der Bildung einer schlagkräftigen Ordnungskraft innerhalb des Bundesgebietes mitarbeiten wird. Diese Kräfte sollen jedoch nicht den Charakter einer Antivolkspolizei haben, da nach sozialdemokratischer Ansicht die Besatzungsmächte die Bundesrepublik gegen einen eventuellen Angriff der Volkspolizei zu schützen haben. In diesem Rahmen wird die Sozialdemokratie auch einer Aenderung des Grundgesetzes zustimmen, die eine Bundespolizei erlaubt.
Aber die Abneigung der Länder gegen ein solche klare Bundespolizei ist, wie die Erklärungen des bayerischen Ministerpräsidenten bewiesen haben, durch die Besprechungen der Innenminister der Länder mit dem Bundesinnenminister und des Ministerpräsidenten mit dem Kanzler keineswegs abgemildert worden.
Eröffnung der Frankfurter Messe
Erhard: Ruhe, Besonnenheit und Disziplin
F. A. Z Frankfurt, 17. September. In der Aula der Frankfurter Universität hat am Sonntagvormittag der hessische Finanzminister Hilpert die Frankfurter Herbstmesse 1950 mit dem Wunsche eröffnet, sie möge die Messe der guten Zuversicht sein. Bundeswirtschaftsminister Professor Erhard stellte in seiner Rede die Messe unter das Leitwort „Ruhe, Besonnenheit und Disziplin“ und erklärte, die Bundesregierung werde mit Nachdruck gegen Spekulanten und Hasardeure, die die Marktwirtschaft störten, vorgehen. Benjamin J. Buttenwieser als Vertreter des amerikanischen Oberkommissars McCloy sagte, die Messe zeige, wie weit Westdeutschland durch Initiative, Können und harte Arbeit gekommen sei. Allerdings sei ein solcher Erfolg ohne die Hilfe des Marshall-Plans kaum denkbar gewesen. Oberbürgermeister Dr. Kolb teilte in seiner Begrüßungsansprache mit, daß von den dreitausend Ausstellern ein Drittel aus dem Ausland und aus Uebersee gekommen sei.
Prof. Erhard erklärte, daß die Bundesrepublik im August 1950 ihren Export auf 180 Millionen Dollar habe steigern können, was einem bisher noch nicht erreichten Nachkriegsrekord gleichkomme. Zum erstenmal nach Kriegsende weise die deutsche Zahlungsbilanz im August keinen Passivsaldo mehr auf. Der Produktionsindex der westdeutschen Industrie sei im August von 106 auf 113 Punkte gegenüber 1936 angestiegen. Nach Ansicht Prof. Erhards habe die deutsche Wirtschaft durchaus die Möglichkeit, den Exportanteil an der Produktion um weitere 50 Prozent zu steigern. Erhard lehnte energisch jegliche Kreditausweitung im gegenwärtigen Stadium der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Das Ersuchen der amerikanischen Oberkommission, die Freigabe weiterer DM-Gegenwerte von einer eigenen deutschen Kreditschöpfung abhängig zu machen, werde von der deutschen Bundesregierung nicht akzeptiert, denn die D-Mark müsse unter allen Umständen ihre Kaufkraft behalten. Die Forderungen einiger Parteien und Organisationen auf Rückkehr zur Planwirtschaft lehnte Erhard ab und stellte seinerseits einen engeren Zusammenschluß Deutschlands mit den übrigen freien Nationen als Ziel der deutschen Wirtschaftspolitik hin. In diesem Zusammenhang forderte er vom deutschen Volk Besonnenheit, Beherrschung und Verantwortungsbewußtsein. Wenn dies der Fall sei, müsse es gelingen, ähnlich wie nach der D- Mark-Abwertung, die im Preis angezogenen Weltrohstoffe in den einzelnen Verarbeitungsstufen aufzufangen. Jetzt biete sich die große Chance die D-Mark im internationalen Zahlungsverkehr weiter zu festigen. Wenn die deutsche Wirtschaft in Blickrichtung auf dieses Ziel marschiere so könne die Devisenbewirtschaftung in der Bundesrepublik möglicherweise schon in sechs Monaten gänzlich aufgehoben werden.
Wie von der Messeleitung bekanntgegeben wurde, wird die Frankfurter Internationale Messe als einzige in der Bundesrepublik die Anerkennung als internationale Messe durch die Union des Foires Internationales in Kürze erhalten. Damit werde Frankfurt neben Leipzig der einzige Messeplatz sein, der Anspruch auf die Bezeichnung „international“ erheben dürfe. Bereits in den frühen Morgenstunden besuchten einige 10 000 Einkäufer aus dem In- und Ausland das Messegelände.
Ministerpräsident Altmeier (im dunklen Anzug), Bundespräsident Heuss und Dr. Heukmann bei einer Besichtigung der Industrieschau bei dem Weinbaukongreß in Kreuznach
Kein Metallarbheiterstreik
Frankfurt, 17. September, (dpa) Der in Hessen drohende Metallarbeiterstreik ist durch eine Einigung der beiden Sozialpartner abgewendet worden. Nach viertägigen Verhandlungen ist am Samstag ein neuer Tarifvertrag abgeschlossen worden, der bis zum 31. Januar 1951 befristet st.
Ehrenhafte Bedingungen
*** Die Amerikaner halten es für dringend notwendig, gegen den möglichen Ansturm einer bolschewistischen Flut einen Damm zu errichten. Die westeuropäischen Staaten streiten sich darüber, ob und in welcher Form Deutschland an diesem Dammbau beteiligt werden soll. Ueber solchen Streitigkeiten könnte die Frist ungenutzt verstreichen, die uns bis zu diefeem möglichen Ansturm gegeben ist, wenn nicht die Amerikaner sich entschlossen zeigten, die Aufstellung einer atlantischen Streitkraft mit Einschluß Deutschlands durchzudrücken.
Während England seinen Widerstand aufgegeben zu haben scheint, macht Frankreich immer noch Einwände. Nach der Meinung Schumans sollen deutsche Kräfte lediglich als Funker und Fahrer, als Etappen-Einheiten und zum Bau eines „Atlantikwalles an’der Elbe“ verwendet werden. Das Pariser Abendblatt schreibt dazu, es würde nutzlos sein, in aller Hast eine europäische Verteidigungsorganisation zu bilden, wenn man nicht von Anfang an alle „zweifelhaften Elemente" ausschlösse. Deutsche Einheiten würden solche Elemente bilden, wenn sie einer Gemeinschaft aufgezwungen würden, die noch allzu sehr von der unmittelbaren Vergangenheit gezeichnet sei.
Man kann nicht in allen Fällen das eine tun und das andere lassen. Wir Deutschen drängen uns nicht danach, wieder die Waffen zu -ergreifen. Wenn man uns aber wiederholt versichert hat, ohne deutsche Mithilfe werde eine europäische Verteidigung wirkungslos bleiben, so kann man auf uns nur rechnen, wenn man einen Strich unter die Vergangenheit macht und uns als vollgültige Partner anerkennt. Wir begrüßen es daher, daß der amerikanische Außenminister Acheson auf der Sitzung des Atlantikrates am Samstag betont hat, die Einbeziehung von Streitkräften der deutschen Bundesrepublik müsse unter ehrenhaften Bedingungen erfolgen. Wir werden sehen, ob diese den deutschen Erwartungen entsprechen.
Der Weinbau-Kongreß in Kreuznach
Ansprachen von Heuss und Altmeier
P.R. Bad Kreuznach, 17. September. (Eigener Bericht.) Der vom Weinbauverband veranstaltete erste deutsche Nachkriegs-Weinbaukongreß in Bad Kreuznach, der mit einer von rund 170 Firmen beschickten Weinbau-Lehr- und Industrieschau unter dem Geleitwort „Von der Rebe bis zum Glase“ verbunden ist, wurde am Sonntag eröffnet. Die Männer des deutschen Weinbaues, Graf Matuschka-Greifenclau und Ober-Landwirtschaftsrat Dr. Heuckmann, Generalsekretär des Deutschen Weinbauverbandes, haben den Kreuznacher Kongreß in Verbindung mit dem Internationalen Weinbaukongreß in Athen auf dem für die Zusammenarbeit des europäischen Weinbaues grundlegende Richtlinien durch das Internationale Weinamt ausgearbeitet worden sind, gestaltet.
Seine besondere Bedeutung erhält der Kongreß durch die Anwesenheit von Bundespräsident Professor Dr. Heuss, der die Schirmherrschaft des Kongresses übernommen hat, und von Bundesminister Niklas und Ministerpräsident Altmeier.
Die große Festversammlung im Kurhaus, unter der sich viele Vertreter des Auslandes befanden, bereitete Prof. Dr. Heuss beim Betreten des Saales lebhafte und herzliche Ovationen. Nachdem der Vorsitzende des Deutschen Weinbauverbandes, Graf Matuschka, seine Grußworte an den großen Kreis des internationalen Publikums gerichtet und grundsätzliche Gedankengänge zur Weinwirtschaft entwickelt hatte, nahm Bundespräsident Prof. Dr. Heuss das Wort zur Eröffnung des Kongresses. Er ging in seiner wiederholt von lebhaftem Beifall begleiteten Rede davon aus, daß Graf Matuschka-Greifenclau in seiner Ansprache ihn als den „Vater der Winzer“ bezeichnet hatte. Diesel Bezeichnung sei ehrenvoll, doch habe ein Vater gewöhnlich mit seinen Kindern auch Sorgen und müsse unter Umständen auch deren Schulden bezahlen, und trotz aller Sachverständigkeit, bei der man im Falle des Weines nicht nur an den' Konsum denken müsse, laufe der Vater manchmal auch Gefahr, seinen Kindern die Antwort schuldig zu bleiben. Der Bundespräsident wies dann auf die Belebung der Genossenschaftsbewegung im Weinbau hin. Als Ergebnis des ersten Erziehungswerkes der Weinbauern sei das Vertrauen zwischen Partnern gerettet und gefestigt worden.
Bundespräsident Heuss wies ferner auf die Notwendigkeit, aber auch die Schwierigkeit hin, im Weinbau gesunde Konkurrenz und gesunden Ausgleich zu erreichen. Man dürfe den Weinbau nicht nur als ausschließlich wirtschaftlichen Wert anschauen, sondern man müsse auch die menschliche Seite des Problems sehen und den Weinbau als Stück des Volkstums schätzen. Prof. Heuss fand herzliche Worte an die Vertreter des Auslandes und schloß, indem er den Kongreß als eröffnet erklärte, mit dem Wort: „Indem man von einander lernt, gibt man einander“.
Dann nahm Ministerpräsident Altmeier das Wort. Er verband mit seinem Dank an alle Gäste den Gedanken, daß die Teilnehmer des Kongresses am ersten Weinbaukongreß nach dem Kriege in der alten Badestadt Kreuznach ihr besonderes Interesse dem deutschen Weinbau zuwenden, der in unserem Lande Rheinland-Pfalz den wichtigsten Wirtschaftszweig darstelle. „Tausendjährig ist die Kultur des Weinbaues in unserem Lande. Dichter und Sänger haben den Wein zu allen Zeiten besungen. Er hat das Antlitz dieses Landes geformt und seinen Menschen jene Fröhlichkeit mit in das Leben gegeben, die beileibe nicht rheinischen Leichtsinn bedeutet, sondern jene Aufgeschlossenheit und Zielstrebigkeit vermittelt, jene Tatkraft und Ausdauer erneuert, und in dieser Wein-Gemeinsamkeit mit dem Nachbarn jene Impulse geweckt, die uns mehr als andere deutsche Landstriche dazu in Geschichte und Vergangenheit befähigen und auch heute wieder berufen, Mittler nach beiden Seiten zu sein.
Mehr als drei Viertel des deutschen Weines wächst in unserem Land. Grund zur Freude, gleichzeitig aber auch Verpflichtung im Hinblick auf die schwierige Aufgabe, die dem deutschen Weinbau gestellt ist. Wenn der Wein seinen Weg in die Welt antritt, wird aus dem Lieblingskind ein Sorgenkind. Es gerät in die Mühlsteine der Wirtschaft, der Konkurrenz mit ausländischen Weinen und damit des Preisgetriebes überhaupt. Die Preisgestaltung ist das Schicksal der deutschen Winzer. Deshalb muß es immer das Bestreben sein, den Weinbau zu schützen und ihn in den Stand zu setzen, Notzeiten zu überwinden.“
Im Namen des französischen Oberkommissars Francois-Poncet und des Landeskommissars Hettier de Boislambert begrüßte der Kreisdelegierte, Oberst Vallat, in deutscher Sprache den Bundespräsidenten und die Kongreßteilnehmer. Wenn es ein Gebiet gebe, auf dem sich Deutschland und Frankreich leicht verständigen könten, so sei es wohl der Wein. Die Bewohner der Weinbaugebiete seien liebenswürdig, gastfreundlich und großzügig. Er glaube nicht, daß der französische Wein eine furchtbare Konkurrenz für den deutschen Wein ist.
Der Direktor des Internationalen Weinbauamtes in Paris, Samarakis, wies — ebenfalls in deutscher Sprache — auf die kürzlich erfolgte Wiederaufnahme Deutschlands in das internationale Weinamt und auf Deutschlands wertvolle Beiträge zur Förderung der Weinwirtschaft hin.
Die erste Hauptsitzung des Weinbaukongresses, die von Dr. Bürklin, dem Vizepräsidenten des Deutschen Weinbauverbandes geleitet wurde, beschäftigte sich im wesentlichen mit fachberufswissenschaftlichen und handelspolitischen Fragen.
Bundesminister Professor Dr. Niklas sprach über die heutige dominierende Liberalisierung der Wirtschaft in Europa. Auf dem Gebiete der Zollpolitik verlangte er für den Wein Stückzölle. Der Weltzoll erlaube nicht, einen Schutzwall zu setzen. Solide Preise seien die Voraussetzung für die Arbeit des Winzers. „Für die Beibehaltung des Stückzolls werde ich kämpfen mit Nägeln und Krallen.“ Auf dem Gebiet der Handelsverträge sei unsere Situation sehr schwer, weil bei Vertragsverhandlungen immer nur der Stärkere die Oberhand behalte. Von 51 000 Hektar Anbaufläche seien 6000 Hektar stark und 16 000 Hektar schwach von der Reblaus verseucht. Zu ihrer Bekämpfung seien bis jetzt 3,25 Millionen DM von den Ländern aufgebracht worden. Alle Werbung habe keinen Sinn, wenn keine Güte dahinterstehe. Darum sei das Bekenntnis zur Güte die Grundlage für die wirtschaftliche Tragfähigkeit und Existenzsicherung krisenfester Weinbauarbeit.
Danach sprachen der Weinbauminister von Rheinland-Pfalz, Stübinger und der Leiter des Max-Planck-Institutes von Bad Kreuznach, Dr. G. Reuschen.
Senlkung der Sektsteuer?
Bonn, 17. September, (dpa) Der Finanzausschuß des Bundestages hat beschlossen, beim Bundesfinanzminister die Senkung der Sektsteuer von drei auf zwei Mark je Flasche zu erwirken.
Gegen die Ausweisung ausländischer Kommunisten aus Frankreich hat General Tschuikow beim Oberkommissar schriftlich Protest eingelegt.
Probefall Korea
zz Die „Operation Nußknacker“, mit der die Amerikaner die nordkoreanischen Truppen in Südkorea in die Zange nehmen wollen, schreitet fort, obwohl der nordkoreanische Widerstand sich hie da versteift. Sollte es den Streitkräften der Vereinten Nationen gelingen, die nordkoreanischen Divisionen zu vernichten, so erhebt sich die Frage, ob sie den 38. Breitengrad überschreiten sollen oder nicht. Diese Frage wird ebenso von militärischen wie von diplomatischen Gesichtspunkten aus beantwortet werden müssen. Entscheidend dabei wird auch sein, ob die kommunistische Internationale bei einem Sieg der Vereinten Nationen ihre Niederlage zugibt, und ob Rußland wie bei der erfolglosen Blockade Berlins durch einen diplomatischen Schritt einlenkt, oder ob es nunmehr die Divisionen Mao Tse-tungs, die Gewehr bei Fuß stehen, in Korea einsetzen wird. Das würde unter Umständen die Erweiterung des Korea-Konfliktes zu einem neuen Weltkriege bedeuten.
Wird es Rußland darauf ankommen lassen? Ein Vergleich mit den Ereignissen, die dem zweiten Weltkriege vorausgingen, macht das wenig wahrscheinlich. Man weiß heute, daß der Krieg in Spanien der Probefall war, an dem Hitler feststellen wollte, ob er mit seinen eigenen Kriegsvorbereitungen weit genug gediehen sei, um sich mit den Westmächten messen zu können, und wie die Westmächte auf seine getarnte Einmischung reagieren würden. Die Mächte hielten sich zurück und fanden sich damit ab, daß in Spanien Franco mit Hilfe Hitlers siegte. Daraus zog Hitler die Gewißheit, daß er ungehindert seine Pläne in Europa verwirklichen könne.
Zweifellos bedeutet der Korea-Konflikt für die Russen einen ähnlichen Probefall. Hätten sich die Vereinten Nationen mit dem bolschewistischen Einmarsch in Südkorea abgefunden, so wäre das für Stalin der Beweis gewesen, daß er auch ungehindert in andere Randgebiete des sowjetischen Blocks vordringen könne. Wäre es den Nordkoreanern gelungen, den Brückenkopf der Vereinten Nationen in Südkorea zu erobern, so wäre für Stalin außerdem der Beweis erbracht gewesen, daß er den Streitkräften der freien Welt überlegen sei.
Der Probefall hatte eindeutig ein anderes Ergebnis. Die Vereinten Nationen zeigten sich nicht nur entschlossen, jedes bolschewistische Vordringen abzuwehren, sie stellten auch in verhältnismäßig kurzer Zeit genügend Reserven auf, um dem Gegner ihr eigenes Gesetz des Handelns aufzuzwingen. Wenn also Hitler durch den Probefall Spanien ermutigt wurde, seine Angriffspläne zu verwirklichen, so dürfte Stalin durch den Probefall Korea gewarnt worden sein und seine weiteren Absichten wenigstens vorläufig zurückstellen. Voraussichtlich werden bereits die nächsten Tage erweisen, ob diese Vermutungen richtig sind.
Erfolge im Wohnungsbau
Eine Rede Wildermuths
W. S. Freiburg, 17. September. (Eigener Drahtbericht.) Der Bundesminister für den Wohnungsbau, Wildermuth, hat am Sonntag auf einer Verbandstagung des Baugewerbeverbandes Baden in Freiburg erklärt, in diesem Jahre würden im Bereich der Bundesrepublik 330 000 bis 350 000 Wohnungen vollendet werden. Davon entfielen allein 240 000 Wohnungen unter den sozialen und 80 000 bis 90 000 Wohnungen unter den steuerbegünstigten Wohnungsbau. Dies bedeute, daß ein Drittel der gesamten Neuinvestierungen, nämlich drei Milliarden Mark, allein in den Wohnungsbau gesteckt würden. An diese Aufbauleistungen komme außer Holland kein einziges westeuropäisches Land heran.
Für die Beibehaltung des Humanisti¬ schen Gymnasiums hat sich Bundespräsident Professor Dr. Heuss in Heilbronn bei der Einweihung von zwei wiederaufgebauten Schulhäusern ausgesprochen.
Lastenansgleich ohne Arbeitslosigkeit
Schäffer und Erhard bei den Haus- und Grundbesitzern
Mainz, 17. September (Eigener Bericht). Zwei führende Mitglieder des Bundeskabinetts sprachen auf der Kundgebung der Arbeitstagung des Zentralverbandes der Haus- und Grundbesitzer e. V. im Kurfürstlichen Schloß in Mainz.
Damit hat die am 15. September begonnene große Arbeitstagung ihren Abschluß gefunden.
Wir sollten daran denken, daß wichtiger als aller Besitz das Leben unserer Kinder sei erklärte Bundesfinanzminister Schäffer, und bezeichnete es als nächste Aufgabe, den sozialen Frieden zu wahren. Audi übersteigerter Eigennutz zerstöre den sozialen Frieden. Wenn er in letzter Zeit nicht gelobt worden sei, dann deswegen, weil er den Lastenausgleich in einer Weise lösen wolle, die nicht den sozialen Frieden zwischen den Alt- und Neubürgern störe. In Deutschland könne niemand etwas erhalten. was nicht ein anderer geben müsse. Dem 90-Milliarden-Wert des deutschen Volksvermögens stünden Ansprüche für 160 Milliarden gegenüber. Niemand könne die Wiederherstellung seines Besitzes im Ausmaß von 1939 verlangen. Aufgabe der Finanz- und Wirtschaftspolitik sei es, die höchstmöglichste Zahl von Arbeitshänden zu beschäftigen. Der Lastenausgleich solle nicht dazu beitragen, daß die Arbeitslosigkeit größer werde, weil die Betriebsvermögen kleiner würden. Der Sparer dürfe nicht ein drittes Mal sein Geld verlieren. Audi wenn in einigen Monaten Aufgaben an uns herantreten, die mit bisherigen Mitteln nicht zu lösen sind, dürfe das deutsche Volle gewiß sein, daß keine Inflation und keine Deflation eintrete. Die Soforthilfeabgabe wäre unter den alten Steuersätzen nicht eintreibbar gewesen.
Mit gleicher dramatischer Plötzlichkeit wie bei der Güterwirtschaft gelänge es nicht, die Wohnungswirtschaft auf die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft auszurichten, betonte Bundeswirtschaftsminister Prof. Dr. Erhard. Es sei ein objektiv grotesker Zustand, daß der Althausbesitz nicht den Ersatz seiner Kosten erhalte und mit den Mieten nicht einmal die dringendsten Reparaturen ausführen könne. Dies sei volks- wie privatwirtschaftlich untragbar. Wenn der Althausbesitz immer mehr herunterkäme, ginge dabei auch ein Teil der deutschen Kultur zugrunde.
Urkaunden aus der Sowjsetzone
Na Mainz, 17. September (Eigener Bericht). Standesamtliche Urkunden aus der Ostzone, die zu beschaffen bisher recht schwierig war. können nunmehr auf Grund eines gegenseitigen Abkommens zwischen den dortigen und den westdeutschen entsprechenden Behörden von den Einwohnern der Bundesrepublik über ihr örtliches Standesamt angefordert werden, das dafür die ortsüblichen Gebühren erhebt. Audi wenn sich ein Einwohner der Westzonen unmittelbar an ein Standesamt der Ostzone wendet, wird von dort aus die gewünschte Urkunde an das örtliche Standesamt gesandt.
Umgekehrt ist die gleiche Regelung für die Beschaffung von standesamtlichen Urkunden aus dem Westen an Bewohner der Ostzone vereinbart.
Kein Metallarbeiterstreik
Frankfurt, 17. September, (dpa) Der in Hessen drohende Metallarbeiterstreik ist durch eine Einigung der beiden Sozialpartner abgewendet worden. Nach viertägigen Verhandlungen ist am Samstag ein neuer Tarifvertrag abgeschlossen worden, der bis zum 31. Januar 1951 befristet ist.
Umfangreiche Devisen-Vergehen
Aufsichtsrats-Mitglieder der Jüdischen Handelsbank verhaftet
F.A.Z. Frankfurt, 17. September. Der Frankfurter Generalstaatsanwalt hat zu den Vorkommnissen bei der Jüdischen Industrie- und Handelsbank Frankfurt nachfolgende Erklärung abgegeben:
Während der Geschäftsführer der Jüdischen Industrie- und Handelsbank, Leopold Heitner, sowie Aufsichtsratsmitglied Dr. Sigismund Morgenbesser sich der Festnahme dur h die Flucht entzogen haben, wurden am Freitag gegen Rechtsanwalt Klibansky, Wilhelm Marin und Anton Weindling Haftbefehl vollstreckt. Klibansky und Marin gehören dem Aufsichtsrat der Bank an. Es besteht dringender Verdacht umfangreicher Devisenvergehen und Untreuehandlungen. Vernehmungen der Beschuldigten sind in vollem Gange. Sie werden bei dem umfangreichen Material noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Vor Abschluß uer Untersuchungen sowie weiterer dringender Ermittlungen können Einzelheiten nicht bekanntgegeben werden.
Wie wir erfahren, wird Anfang Oktober in Berlin eine neue „jüdische Bank“ gegründet, die im britischen Sektor ihren Sitz haben wird. Diese neue jüdische Bank wird beauftragt sein, die Wiedergutmachungsansprüche der Juden in Deutschland wahrzunehmen.
Versammlung gesprengt
Ludwigshafen, 17. September. (AP.) An¬ hänger der Sozialdemokratischen .Partei haben am Sonnabend die erste Versammlung der Deutschen Reic^spartei in Ludwigshafen gesprengt, auf der die Bundestagsabgeordneten Dr. Gauls und von Thadden sprechen sollten.
Die Sozialdemokraten forderten von der Versammlungsleitung, daß die an einer Wand angebrachte schwarz-weißrote Fahne entfernt werde. Da der Versammlungsleiter sich weigerte, dieser Aufforderung nachzukommen, nahmen die Sozialdemokraten die Fahne herunter.
„Hinter der Weich sel“
Schumacher zur Frage der Verteidigung
St. — Stuttgart, 17. September. (Eigener Drahtbericht.) Dr. Schumacher hat am Sonntag vor der Presse seine Ausführungen vor den sozialdemokratischen Funktionären in Stuttgart erläutert. Er erklärte, wenn Risiken und Chancen für alle westlichen Demokratien, einschließlich Deutschlands, gleich verteilt seien, könne Deutschland sich auch an einer Verteidigung beteiligen. Die Verteidigungstruppe Westeuropas müsse eine solche europäische Machtkonzentration darstellen, daß den Russen schon aus militärischen Gründen die Eroberungslust vergehe und von vornherein ein neues kontinentales Dünkirchen technisch unmöglich gemacht werde..
Außerdem müsse diese Verstärkung bewirken, daß im Falle eines Krieges bereits die ersten Kämpfe in das Gebiet östlich des Reiches, etwa zwischen Weichsel und Njemen, verlagert würden. Die Besatzungsmächte hätten möglichst ihren guten Willen zu dieser Solidarität zu zeigen, indem sie ihre Truppen anstatt in Arizona oder Arkansas in Berlin und Grafenwöhr ausbilden ließen. Die Verstärkung der Truppen genüge der Sozialdemokratie aber für ihre Bereitschaft an einer Verteidigung allein nicht, wenn nicht auch den Deutschen ihre volle Souveränität wiedergegeben werde. „Wir wollen kein System der Bedingungen, und es ist ein schwerer psychologischer Fehler der Alliierten, wenn sie sich jetzt an das Aushandeln machen. Die Zeit des Operierens mit der Politik der Kleinen Mitte ist endgültig vorbei.“
Eine gesamtdeuntsche Aktion
Von den Sozialdemokraten gefordert
Stuttgart, 17. Sept, (dpa) Parteivorstand und Parteiausschuß der Sozialdemokratischen Partei fordern die Bundesregierung in einer Entschließung auf, eine gesamtdeutsche Aktion einzuleiten, um der bedrängten Bevölkerung in der sowjetischen Besatzungszone zu helfen. Die Sozialdemokratische Partei sei entschlossen, gemeinsam mit allen demokratischen Kräften den Kampf um die Einheit Deutschlands in Freiheit zu führen. Sie werde jede Initiative der Bundesregierung unterstützen, die einer deutschen Einheit in Freiheit und der Abwehr aller kommunistischen Zersetzungsversuche in der Bundesrepublik diene.
Beschleunigte Hausratshilfe
Frankfurt, 17. September, (dpa) Die Soforthilfeämter sind angewiesen worden, alle Anträge, besonders die auf Hausratshilfe, beschleunigt zu erledigen. Bis zum November soll die für die Hausratshilfe bewilligte Summe von 120 Millionen Mark ausgezahlt werden.
Rot-China
droht den Vereinten Nationen
London, 17. September, (ap) Der Außenminister Chinas Tschou En-lai hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen aufgefordert, sofort die Aufnahme einer chinesischen Delegation in die Vereinten Nationen zuzulassen. Eine weitere Anerkennung Nationalchinas werde als eine äußerst unfreundliche Handlung gegenüber dem chinesischen Volk angesehen werden. In diesem Fall würde sich die Volksregierung Chinas das Recht Vorbehalten, geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Kriegsmichtige Rohstoffe
In Amerika unter Kontrolle
Washington, 17. Sept. (AP.) Zweiunddreißig verschiedene kriegswichtige Rohstoffe, darunter Stahl, Nutzholz, Alkohol für industrielle Zwecke und Nylongarn, werden mit Wirkung vom 18. September in den Vereinigten Staaten der Kontrolle der Bundesstelle zur Bekämpfung übertriebener Vorratshaltung unterstellt. Gleichzeitig werden die Beschränkungen für den Kauf von Automobilen, Möbeln und Haushaltsgdgenständen gegen Teilzahlung wieder eingeführt. Das nationale Produktionsamt gab eine Verordnung über eine „Inventar-Kontrolle“ heraus, durch die verhindert werden soll, daß Geschäftsleute über ihren Bedarf hinausgehende Lager unterhalten. .
Passagierschiffe als Transporter
Washington, 17. September, (dpa) Vier große Schiffe, darunter ein Dampfer von 48 000 Bruttoregistertonnen, die sich noch im Bau befinden und als Passagierschiffe dienen sollten, werden jetzt als Truppentransporter fertiggestellt.
„Gefahr im Verzuge“
Eine bedeutende Rede von Minister Zinnkann
Dillenburg. (1h) Der hessische Innenminister Zinnkann teilte am Samstag auf einer gemeinsamen Tagung des hessischen Städtebundes in Dillenburg mit, daß er, da eine gewisse Gefahr im Verzüge sei, die Heranziehung von Gendarmerie- und Polizeireserven in Höhe von etwa 1000 Mann beabsichtige. Der Minister erklärte, er sei nicht gewillt, der von der Sowjetzone aus geforderten systematischen Unruhestiftung tatenlos zuzusehen. Besonders müsse die Tätigkeit1 der kommunistischen Freien Deutschen Jugend aufmerksam beobachtet werden. Bei der Polizei dürften Kommunisten nicht mehr tätig sein. Wenn sich ihrer Ausschaltung gesetzliche Schwierigkeiten entgegenstellten, müsse gegebenenfalls eine Aenderung der hessischen Verfassung vorgenommen werden.
Weitgehende Klärug
Lohnverhandlungen in der Holzindustrie
Wiesbaden. (1h) Vertreter der hessischen Industriegewerkschaft Holz und des Arbeitgeberverbandes der holzverarbeitenden Industrie haben in einer Aussprache am Samstag in Wiesbaden eine weitgehende Klärung der bisher umstrittenen Fragen erreicht, so daß die in den nächsten Tagen vorgesehenen abschließenden Beratungen der großen Tarifkommission voraussichtlich zu einem befriedigenden Abschluß kommen werden.
Sabotage am Nachrichtennetz
Kassel, 17. September, (dpa) Das gesamte Nachrichtennetz der Kasseler Gendarmerie-Einsatzleitung wurde, wie erst am Samstag bekannt wurde, in den letzten Tagen von unbekannten Tätern lahmgelegt, die ein Hauptkabel außerhalb der Gendarmerie-Kaserne durchschnitten. Alle Fernsprech- und Fernschreibleitungen fielen dadurch für mehr als 24 Stunden aus.
Kurz zuvor war der Redaktion der „Hessischen Nachrichten“ in Kassel durch einen mysteriösen Telefonanruf mitgeteilt worden, daß sich ein Reporter auf den Weg machen sollte, um eine Sensation wahrzunehmen.
Höhere Baukosten
Eine Erklärung der Bauindustrie
F.A.Z. Frankfurt, 17. September. (Eigener Bericht.) Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie hat nach der Fällung des Schiedsspruches in der Lohnfrage eine Erklärung zu den Auswirkungen der durchschnittlichen Lohnerhöhung um vierzehn Pfennig, also um rund zehn Prozent des bisherigen Lohnes, abgegeben. Darin heißt es, die zugebilligte Lohnerhöhung werde eine Erhöhung der Baukosten um fünf Prozent mit sich bringen. Die Arbeitgeber seien gern bereit, gemeinsam mit den Gewerkschaften Mittel und Wege zu suchen, um eine Senkung der Baukosten herbeizuführen. Sie sähen jedoch kaum noch Wege, die eine Senkung der Baukosten erwarten ließen.
Ferner erklärt der Hauptverband, wenn nun, wie zu befürchten sei, in Auswirkung des Remagener Schiedsspruches das Lohn- und Preisgefüge der Gesamtwirtschaft in Bewegung geraten werde, so sehe sich das Präsidium des Hauptverbandes veranlaßt, der Oeffentlichkeit gegenüber festzustellen, daß die Verantwortung für die Ingangsetzung der Lohn-Preis-Spirale allein von den Gewerkschaften zu tragen sei. Die Unternehmerschaft im Baugewerbe sei zu Zugeständnissen im Lohnsystem durch konstruktive Korrekturen bereit gewesen, wodurch der Reallohn der Arbeiterschaft ohne eine Erhöhung des Nominallohnniveaus gesteigert worden wäre.
Am ersten Oktober wird das Rettichdorf Schifferstadt bei Ludwigshafen, das jetzt 13 000 Einwohner zählt, zur Stadt erklärt werden.
Hölle wo ist Dein Sieg ?
ROMAN VON RACHEL FIELDErstabdruck-Alle Rechte beim Wolfgang-Krüger-Verlag. Hamburg
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Vom Krankenzimmer erscholl in diesem Augenblick wieder ein heiserer Schmerzensschrei. Beide zuckten bei dem Lauf, unwillkürlich zusammen.
„Die ärztliche Untersuchung ist sehr schmerzhaft“, sagte er dann, „und Raynald hat noch nicht gelernt, sich zu beherrschen. Mit vier Jahren ist man noch zu jung, um tapfer zu sein. Außerdem ist er schon vorher verängstigt worden.“
Henriette wollte etwas erwidern, aber er ließ sie nicht zu Worte kommen.
„Ich weiß“, fuhr er hastig fort, „es war nicht Ihre Schuld; aber seine Mutter hat sich so aufgeregt. Es geht ihr selbst durchaus nicht gut, deshalb verliert sie so leicht die Nerven. Sie verstehen —.' Er brach ab und begann wieder, auf und ab zu laufen, während hinter der Türe das Kind von neuem aufwimmerfe.
„Natürlich.“ Sie erfaßte die Bitte, die er nicht ausgesprochen hafte. „Es ist eine Qual, ein Kind leiden zu sehen, und wenn es das eigene ist — ein Außenstehender kann das wohl nicht nachempfinden.“
Er dankte ihr mit einem Blick, ohne in seinen Worten erkennen zu lassen, daß ihr Mitgefühl wohlfaf.
„Wir müssen die anderen unverzüglich forfsdückcn", sprach er weiter, „wir dürfen es nidit riskieren, noch drei Kranke im Hause zu haben. Heute nachmittag noch müssen sie nach Melun abreisen.“
„Sehr gut, Herzog, ich werde dafür sorgen, daß sie fertig sind.“
„Schön.“ Er nickte, blieb aber noch stehen, als fände er einen Trost darin, sich ihr gegenüber auszusprechen.
„Der Arzt hat meiner Frau den Aufenthalt im Krankenzimmer verboten. Sie ist nicht sehr widerstandsfähig; sie würde also nur sich selbst una dem Jungen unnötig schaden. Raynald muß vollkommene Ruhe und sorgfältigste Pflege haben. Noch eine Szene wie die heufei morgen könnte ihm verhängnisvoll werden. Er braucht jetzt seine ganze Kraft, um die Krankheit zu bekämpfen, das arme Kerlchen.“
„Raynald ist doch sehr zäh bei all seiner Zartheit und ganz verständig, wenn er nicht eingeschüditert oder verschreckt wird.“ Henriette zögerte, doch sein besorgtes Gesicht trieb sie dazu fortzufahren: „Ich kenne mich in Diphtherie aus, Monsieur; wir haften vor Jahren in der Klosferschule eine Epidemie. Ich wurde ebenfalls krank, laufe also keine Gefahr, mich anzustecken. Natürlich darf ich mir eigentlich nicht erlauben, Ihnen einen Vorschlag zu machen; aber ich würde sehr froh sein, wenn ich in dieser Notlage nach bestem Vermögen helfen dürfte.“
Ein Lächeln der Erleichterung erhe’lte seine Züge.
„Darauf kommt es auch am meisten an. Maxine und die anderen könnten wohl auch die Pflege übernehmen, aber Raynald hängt so an Ihnen. Vorhin erst hat er erst nach Ihnen gerufen. Immerhin, auch im besten Falle, unterziehen Sie sich damit einer mühseligen Aufgabe, und wenn es zum Schlimmsten kommt — —"
„Daran dürfen Sie nicht denken, Herzog, Sie müssen den Kopf obenbehalten.“
Er dankte ihr wieder mit einem Lächeln. In diesem Augenblick öffnete sich die Tür zum Krankenzimmer, und der Ärzf trat mit seiner unheilvoll aussehenden Tasche heraus. Henriette hielt sich bescheiden abseits, während die beiden Männer leise miteinander redeten. Sie wartete darauf, zu Raynald hinein zu dürfen, und konnte es nicht verhindern, daß sie die Unterhaltung mehr oder weniger mit anhörte.
„Sein Hals ist stark entzündet. Vor zwei Tagen hätten wir den Herd noch lokalisieren können. Jetzt müssen wir uns leider auf eine stündlich vorzunehmende Behandlung beschränken.“
„Die Behandlung scheint ihm aber sehr wehe zu tun, da er sich so heftig dagegen sträubt.“
„Ja, es muß vor allem darauf gesehen werden, daß er sich so wenig wie möglich dabei anstrengf. Er darf auf keinen “Fall höhere Temperatur bekommen und unter gar keinen Umständen wieder so aufgeregt werden wie heute früh.“
„Wollen Sie nicht lieber selbst mit meiner Frau sprechen, Doktor? Sie ist sehr mitgenommen.“
„Aber gern. Was die Ernährung des Kindes anbefrifft; es darf nicht von Kräften kommen, obwohl es immer nur eine geringe Menge zu sich nehmen kann.“
„Und wenn Raynald sich weigert zu essen?“
„Dann muß er gezwungen werden, wenn wir ihn bald wieder auf den Beinen haben wollen. Ich habe dem Kindermädchen Verhaltungsmaßregeln gegeben, aber ich fürchte, sie ist nicht die geeignete Person, einen so komplizierten Fall zu übernehmen.“
„Hier ist jemand, der der Lage gewachsen sein wird.“
Der Herzog bat Henriette mit einem Blick, näherzutreten, und bald folgte sie aufmerksam den Anweisungen, die der Arzt ihr gab.
„Ja, ich habe begriffen“, wiederholte sie. „Wenn der Junge nicht schläft, muß der Hals gründlich gepinselt werden. Die Medizin alle zwei Stunden und zu essen so oft und so viel, wie er dazu überredet werden kann — Milch und Sherry, Hafersuppe und ein weiches Ei. Und immer gut zugedeckt halten. Und wenn er Schüttelfrost bekommt, was dann?“
„Dann lassen Sie mich gleich rufen.“ Der Arzt betrachtete sie anerkennend. „Aber die Hauptsache ist Ruhe und nochmals Ruhe! All dieses Hin und Her erschöpft ihn zu sehr. Also laufen Sie schon und sehen Sie zu, was Sie tun können. Am Nachmittag komme ich wieder.“
Die beiden Männer gingen den Korridor entlang, der zum anderen Flügel und den Zimmern der Herzogin führte. Henriette hafte die Klinke schon in der Hand, als der Herzog noch einmal zurückkam.
„Mademoiselle Deluzy!" Er stand wieder vor ihr. „Ich möchte Ihnen noch sagen, wie dankbar ich Ihnen für alles bin.“ Die Hand, die sich ihr entgegenstreckfe, umschloß die ihre mit festem Druck. „Wenn meine Frau davon erfährt, wird sie Ihnen nicht minder Dank wissen.“
„Nun, was das anbelangt“, dachte sie und sah ihm nach, wie er dem Arzt mit langen Schriften pacheilfe, „so werden wir es ja erleben. Meiner Ansicht nach läßt sich das nicht mit Bestimmtheit voraussagen. Einerlei —" Sie zuckte die Achsel und verweilte einen Augenblick vor der Tür, um sich noch einmal die impulsiven Worte und die Haltung des Herzogs ins Gedächtnis zu rufen.
Die Verantwortung, die sie sich aufgebürdet hatte, war groß, aber Verantwortung zu übernehmen, war ja gerade ihr Lebensinhalt. Bei dem Gedanken an die kleine Welt des Krankenzimmers — dieser Welt, die so plötzlich in ihre Hände gelegt worden war — erfüllte sie von neuem mit Tatkraft und Unternehmungslust.
„Nein — nein — nein!“ krächzte Raynalds gereizte heisere Stimme und schreckte sie hoch. Sie öffnete die Tür und trat über die Schwelle. „Mademoiselle 1“ Das Kind schien bei ihrem Anblick sofort ruhiger zu werden. „Waram sind Sie fortgegangen? Sie haben mir so weh getan, sehen Sie doch!“
Er zeigte auf den Wickel um seinen Hals.
„Nanu, du trägst ja jetzt genau so einen hohen Kragen wie Papa“, rief sie bewundernd aus. „Bringen Sie doch Raynald einen Spiegel, Maxine, damit er sehen kann, wie erwachsen er plötzlich aussieht. Nächstens wird er noch einen Spaziersfock una einen Zylinder fragen.“
Der Spaß wirkte Wunder. Raynald befrachtete sich voller Zufriedenheit im Spiegel, während Henriette ihm die Kissen in seinem Rücken zurechtrückte und die Decke um ihn feststopfte. Sein Gesicnfchen glühte vor Fieber, und seine Augen wa en unnatürlich groß und glänzend. Er sah jetzt ganz vergnügt aus, aber sie wußte, daß er jede Minute wieder in seinen bockigen Eigensinn ver¬ “‘■'lenkonnte. würde sie unendliche Geduld kosten und alle ihre Ueberredungskunsfe auf die Probe stellen, wollte sie ihre schwierige Au'gäbe an diesem kleinen Menschenkind zu einem erfolöreichen Ende führen.
(Fortsetzung folgt.)
Darmstadt und Umgebung
Kleine glückliche Heimkehrer
Pünktlich um 22.40 Uhr, brachte am Freitagabend ein Eilzug neunzehn braunöebrannte Buben und Mädchen im Alter von vier bis vierzehn Jahren, die auf der Nordseeinsel Borkum im Kindersanatonum Dr. Bensch „Glückauf“ sechs Wochen zur Erholung waren, in den Hauptbahnhof.
War das ein Jubel und Trubel, als die Mutter und Väter ihre braungebrannten Ausreißer in die Arme schlossen und die glü-xstrahlenden Gesichter manche gehegte Besorgnis der letzten Wochen zunichte machten. Butzchen war auch bei der Ankunft. Sein lautes Bellen in den Armen eines Vaters übertönte alle Freudenschreie des Wiedersehens.
Und dann wollte das Geplapper auf dem Bahnsteig kein Ende nehmen. „Denk’ mal Futti, siebenmal bin ich geschwommen.“ „Wir haben so geheult, als wir wieder fortmußten.“ „Ich bin erstaunt, wie gut meine Kleine aussieht“, sagte eine Mutti. „Ich merke ihr die Erholung an den Bäckchen an und bin gespannt, wieviel sie zugenommen hat.“ Das wollte der daheimgebliebene Bruder sofort selbst feststellen und nahm sein etwa drei Jahre jüngeres Schwesterchen in die Arme. „Oh“, stellte er befriedigt fest, „ich kann sie ja kaum mehr heben.“ Ach, die Omi war ja auch gekommen und wurde fast erdrückt von ihren beiden Enkelkindern. Nur der Seestern zum Empfang war ja leider im Koffer geblieben. — „Auf Wiedersehen Röllchen“, sagte ein etwa lOjähriges Mädchen zu dem jüngsten Jungen und gab ihm gleich noch ein Abschiedsküßchen. „Ich werde dich bald mal besuchen.“
Irene machte einen Luftsprung auf der Bahnhofstreppe, als sie hörte, daß für das verlorengegangene Kätzchen bald wieder ein neues zugelaufen sei» Klaus hatte einen großen Geburtstagstisch bekommen, und die Tanten in Borkum wären sooo lieb gewesen und hätten Märchen vorgelesen, wenn die Kinder in der Badewanne saßen. Unsere Nasen sind jetzt wieder in Ordnung, die Tante sagte, wir müßten nur tüchtig weiterinhalieren“ war die Diagnose einer Zwölfjährigen.
Den Erholungsaufenthalt hatten die Invaliden- oder Angestelltenversicherung, die Krankenkassen und das Jugendamt der Stadt Darmstadt getragen. Hauptsächlich waren solche Kinder ausgesucht worden, für die auf Grund von Nasen-, Ohren- und Halserkrankungen ein Nordseeaufenthalt erforderlich war. Am Montagabend, um 10.15 Uhr, bringt wieder ein Zug Darmstädter Kinder nach Borkum.
Restaurant „Stadthalle“ eröffnet
So muß das bei einer Neueröffnung wohl immer sein: Während draußen an der Hausmauer die Maler noch auf dem Gerüst hängen, um mit langen Schriftpinseln „Restaurant Stadthalle“ aufzumalen und drinnen der frisch verlegte Parkettfußboden eingewachst wird, kocht nebenan in der blanken Küche schon das Festessen zur Neueröffnung, und Herr Schmidt, Pächter und Küchenchef in einer Person, achtet darauf, daß alles klappt.
Das neue Restaurant Stadthalle hat damit am Samstagnachmittag seinen Start genommen, an der gleichen Stelle, ander früher die Gaststätte „Landwehreck“ bestand. Herr Schmidt, der bis vor kurzem Küchenchef im „Ratskeller“ war, will hier, neben der Stadthalle sich eine große Zahl zufriedener Gäste sammeln, einerlei, ob sie bei ihm nachmittags zu Mittag essen, oder abends nach einer Veranstaltung in der Stadthalle noch einmal bei einem Glase Wein zusammensitzen wollen. Die Räumlichkeiten wurden umgebaut, nach modernen Gesichtspunkten ausgestattet, und im nächsten Frühjahr soll, so plant Herr Schmidt, direkt neben der Stadthalle ein Gartenrestaurant angeschlossen werden. -ae-
Gas-Invaston im Stadtzentrum
Am Samstag eröffnete die Südhessische Gas- und Wasser-AG. ihre neuen Ausstellungsräume am Luisenplatz im Gebäude der Zusatzversorgungskasse. Es war das Bestreben der ehemaligen Stadtwerke gewesen, inmitten des Stadtzentrums geeignete Räume zu finden, um in einen engeren Kontakt mit dem Publikum zu gelangen.
Jetzt können hier an Ort und Stelle Rechnungen bezahlt und Beschwerden vorgetragen werden, ohne daß es notwendig ist, in die Frankfurter Straße hinauszulaufen. Gleichzeitig dienen diese repräsentativen Räume aber auch Ausstellungszwecken. Moderne Gasherde und Heizöfen, Kühlschränke und Warmwasserbereiter suchen ihre Käufer, und ein langfristiges Abzahlungsgeschäft über den Zeitraum von vierundzwanzig Monaten sorgt dafür, daß sich selbst Leute mit kleinerem Einkommen modernste Geräte leisten können. Aber nicht nur für den normalen Geschäftsbetrieb ist gesorgt, in dem hinteren, hellen Lichthof ist ein großer Vorführraum eingerichtet worden, der zweihundert Personen Platz bietet. Eine große Kassettendecke mit Milchglasscheiben sorgt für ungehinderten Lichteinfall, und eine Doppelreihe klarliniger Tageslichtsoffitten erfüllt den mit hellen Steinplatten ausgelegten Raum mit einem angenehmen, wohltuenden Licht.
Hier ist das Reich von Frau König, die allen Darmstädtern als Kochkunstexpertin bekannt ist, und die hier allwöchentlich ihre Vorträge halten wird. Gleichzeitig wird der Raum auch für Kochvorführungen benutzt. Im Boden sind die Gasanschlüsse unsichtbar versenkt, und die Herde brauchen nur über den Anschluß gestellt zu werden, um in Minutenschnelle betriebsbereit zu sein. Eine große Uhr an der Decke zeigt bei Benutzung den Gasverbrauch an. Selbstverständlich wird dieser Ausstellungs- und Vorführraum auch Vereinen und anderen Organisationen auf Wunsch vermietet, zumal im Stadtinnern ein würdiger Raum dieser Größe bisher fehlte.
Garderobenräume für 200 Besucher sind vorhanden, und eine kleinere Vorbereitungsküche für den Küchenlehrbetrieb. Die schweren Vorhänge im Vorführraum gehen auf Knopfdruck automatisch mit Hilfe kleiner Elektromotore auf und zu, und die Lichtanlage an der Decke, wie die geschmackvollen Wandarme lassen sich stufenweise wie in einem Kino herabschalten. Ebenfalls ist eine Lautsprecheranlage vorhanden, und im Keller befinden sich die Toilettenanlagen und die Magazine für Geräte und Stühle.
Unter Anwesenheit von Bürgermeister Schröder begrüßte Direktor Nuß von der Südhessischen Gas- und Wasser-AG. die geladenen Gäste, und er wünschte, daß diese Räume einer glücklichen Bevölkerung in einer friedlichen Zeit dienen mögen. Ebenfalls galt sein Dank dem Bauherrn, Landrat Becker, als dem Leiter der Zusatzversorgungskasse, Herrn Architekten Dr. Scholl, wie-allen Firmen, die ihr Bestes für die würdige Ausgestaltung der Räume beigetragen hatten. Die Gas- und Wasser-AG. habe durch den Abschluß eines fünfzehnjährigen Mietvertrages mit ihren Teil an dem Wiederaufbau dieses Gebäudes beigetragen, und es könne wohl gesagt werden, daß dieses Haus mit seinem vornehmen Baustil eine neue Note ins Stadtbild gebracht habe. Li
Wer wünschte sich ein solches Badezimmer nicht? Foto: Hemme
Glückliche Eberstäüdter Kirche
Weder die dunklen Wolken noch ein Regentropfen vermochten die Freude zu beeinträchtigen, die nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen an dem Festzvg und an dem Treiben auf dem Waldsportplatz in Eberstadt erlebten. In wochenlanger Arbeit hatten Lehrer und Kinder dieses Fest vorbereitet, dem ein so gutes Gelingen beschieden war. Die einzelnen Märchen- und Sportgruppen und der Trupp der jüngsten Eberstädter Bauleute bewiesen Geschmack und Fantasie.
In einer Ansprache an die Schuljugend auf dem Waldsportplatz betonte Lehrer Strößinger, daß die Freude die Triebfeder zu diesem schon wochenlang vorbereiteten Fest gewesen sei. Nach der Bekanntgabe der Grüße von Schulrat Bra t u dankte Lehrer Strößinger der Ortsverwaltung für ihre Unterstützung und dem Roten Kreuz, das das Heimatfest hineingeknüpft habe in den Tag des guten Willens. Anschließend erhielten 18 Buben und 18 Mädchen Urkunden für die besten Leistungen in dem am Donnerstag durchgeführten Dreikampf.
Für die Stadtverwaltung und das Rote Kreuz sprach Oberinspektor Merkel. Er lobte die Buben und Mädchen, die mit dem Fest den Beweis erbracht hätten, daß sie die Eberstädter Tradition fortsetzen und stets etwas Besonderes veranstalten wollten.
Laute Freudenrufe begleiteten die Ballons, zu deren Start Oberinspektor Merkel das Kommando gegebed hatte, t-s
Eine kirchenmnsikalischo Abendfeier findet am Mittwoch, dem 20. September, 20 Uhr, bei freiem Eintritt in der Stadtkirche statt. Mitwirkende: Lilo Tru m p fhelle r - Horn, Karlheinz Trumpfheller, Dr. Ludwig Borngässer.
„Schmalspurkaufmänner“ lernen in Kellerräumen
Der Elternbeirat der Kaufmännischen Berufsschule Darmstadt hatte am Freitagabend zu einer Versammlung eingeladen, auf der Fragen der Berufsschulerziehung wie der Wiederaufbau der ehemaligen Berufsschule besprochen wurden
Der Leiter der Kaufmännischen Berufsschule, Studiendirektor Dr. Zeiger führte aus, daß die Berufsschule sich von der früheren Fortbildungsschule abgewandt habe und bestrebt sei, in Zukunft zu einer wahren Erziehungsschule zu werden. Während früher der Unterricht an diesen Lehranstalten ehrenamtlich von Kräften durchgeführt wurde, die im Schuldienst der Volks- und Mittelschulen standen, sei erstmalig 1922 eine Umbildung erfolgt, als nämlich fachlich vorgebildete Lehrkräfte hauptamtlich eingestellt wurden und der bisherige Abendunterricht auf den ganztägigen Unterricht ausgeweitet werden konnte.
Es sei erfreulich, daß die Prüfungen der männlichen Kaufmannsgehilfen von Fall zu Fall eine höhere Bildungsstufe aufwiesen, während die Leistungen der Maschinenschreiberinnen sehr im argen lägen. Dies sei zur Hauptsache auf das Fehlen eines geeigneten Schreibmaschinensaals zurückzuführen. Ebenfalls sei zu bemängeln, daß die zweijährige Unterrichtszeit für Bürogehilfen ungenügend ist. Die Lehrkräfte der Berufsschulen hätten einen verantwortungsvollen Erziehungsauftrag, indem sie die Jugend zu sittlichen Bürgern zu gestalten hätten, die eine moralische Weltanschauung für ihren Beruf mitbringen müßten. Es gehe heute darum, die Berufsschüler in einem Ganzheitsunterricht für ihre Zukunft vorzubereiten, um zu vermeiden, daß der Typ des „Schmalspurkaufmanns“ Schule mache.
Nach dem neuen Lehrplan, der im Ministerium vorliege, würden verschiedene Neuerungen eingeführt, so eine Menschenbildung, die mit der Berufsausbildung konform gehen müßte. In ihr sollen Deutsch, politische Erziehung und undogmatische religiöse Unterweisung aufgenommen werden. Neunzig Prozent aller Schüler besuche die Berufsschule, und e;s sei daher nicht zu viel verlangt, wenn man der Jugend, die ein Sechstel ihres Lebens in Unterrichtsräumen verbringe, hygienische Arbeitsstätten gebe. Denn noch ein großer Teil der Darmstädter Berufsschüler werde in rauchigen Wirtschaften und eiskalten Kellerlöchern unterrichtet. Es sei nur der bildungshungrigen Generation zu verdanken, wenn der Unterricht überhaupt aufrecht erhalten werden könne.
Stadtrat Reiber, der in Vertretung des Oberbürgermeisters zur Frage des Wiederaufbaues der ehemaligen Berufsschule sprach, versicherte, daß Stadtverordnete und Magistrat den Ernst der Lage erkannt hätten. Ein guter Unterricht sei nur in geeigneten Räumen möglich. Der Haushaltsetat habe eine Summe von 180 000 DM für den Ausbau der alten Berufsschule in der Hermannstraße vorgesehen. Es sei die vornehmste Pflicht der Stadtverwaltung, dafür zu sorgen, daß möglichst bald die letzten Berufsschüler in ihre neuen Räume einziehen könnten.
Anschließend sprachen die kirchlichen Vertreter beider Konfessionen zur Frage des Religionsunterrichts in der Berufsschule. Eine lebhafte Debatte beendete die Elternbeiratssitzung. st
Kreisbanerntag in Griesheim
. Ueber das Wochenende stand Griesheim im Zeichen des Bauerniages. Ein Festkommers am Samstag, Umzug, Ansprachen und das große Reitturnier am Sonntag, über das wir heute im Sportteil berichten, waren die wichtigsten Ereignisse. Einen eingehenden Bericht werden wir in unserer morgigen Ausgabe veröffentlichen.
Der Ausschuß der Arbeiterwohlfahrt Eberstadt hatte am Freitag zu einer Mitgliederversammlung im Rathaussaal aufgerufen, die gut besucht wurde. Vorsitzender I h l und Herr Fornoff erläuterten das Winterprogramm, zu dem von den Mitgliedern weitere Anregungen gegeben werden sollten. Es wurde beschlossen, wie vor 1933 alle 14 Tage einen Frauenabend zu veranstalten und eine Nähmaschine anzuschaffen. Außerdem sollen jeden Monat mehrere ärztliche und andere wissenschaftliche Vorträge gehalten werden, t-s
Heber Neuerscheinungen auf hauswirtschaftLchem Gebiet wird am 20. September um 15.30 Uhr im Heag-Saal, Luisenstraße, Frau Händel sprechen.
Beschwingte rheinische Abende mit fröhlichen Menschen, die sich in den Herbsttagen der Weinlese zusammenfinden. „Auf los gehts los“, sagen die Männer zu den Mädchen, und die guten Sorten in den Flaschen scheuchen die Sorgen fort, und winken die Liebe durch die rosa-rote Brille an die Tische. Das ist so im goldenen Mainz, und bei den Kölschem, in Oppenheim und in Worms. So etwas gibts eben nur am Rhein! Das stimmt in diesem Falle nicht. Bei diesem Bild handelt es sich um eine Aufnahme der schönsten Einrichtung in der Umgebung Darmstadts, und zwar um die Bessunger „Kerb“ Foto: Hemme
Frohe lugend im Hochschulstadion
Nachdem das vom Jugend-Rot-Kreuz geplante Ballon-Wettfliegen schon einmal wegen schlechten Wetters ausfallen mußte, konnte .endlich am letzten Samstag im Kochschulstadion die Masse der Luftballone aufsteigen und das Schulsportfest der Eleonorenschule veranstaltet werden.
Einige hundert Zuschauer — zumeist Eltern der Kinder, sowie Schüler und Schülerinnen anderer Schulen — hatten sich im Hochschulstadion eingefunden, als Stadtrat Schrauth den Nachmittag mit einer Ansprache eröffnete. Zum gerpeinsamen Start der Ballone gab Dr. Schenk, Kreisverbandsvorsitzender des Roten Kreuzes, das Zeichen, worauf sich eine Wolke roter, blauer und gelber Luftballone mit ihren anhängenden Karten in die Luft' erhob und vom Wind fortgetrieben wurde. Für die weitesten Flugstrekken der Ballone, die durch die Rücksendung der anhängenden Karten bescheinigt sein müssen, wurden vom Jugendrotkreuz Preise ausgesetzt.
Sodann leitete der Direktor der Eleonorenschule, Dr. Mahr, das Sportfest der Mädchen mit einer Ansprache ein, und unter der Führung der Sportlehrerinnen Frl. Wembacher u.Frl. Dr. Born zeigten die Schülerinnen der Eleonorenschule ihre gymnastischen Uebungen. Mit rhythmischen Freiübungen begannen die Schülerinnen der Quinta bis zu den Oberklassen, denen Bodenturnübungen der Sextanerinnen folgten. Dann betrat eine Gruppe Mädchen der Oberstufe den Rasen und führte Ballgymnastik vor. Fast alle diese Uebungen wurden von einigen ausdauernden Mädels auf Ziehharmonikas musikalisch begleitet, die sich auf dem Marathontor vor dem Mikrofon niedergelassen hatten. Keulengymnastik der Mittel- und Oberstufe und ein Tanzreigen der Angehörigen des Kindergärtnerinnenseminars und einer Klasse in Dirndlkleidern folgten. Nach Wiederholung einiger Uebungen beschloß ein Aufmarsch fast aller Schülerinnen in ihrer gleichmäßigen blau-weißen Sportkleidung die Veranstaltung. -ae-
Suchdienst des DRK
Das „Rote Kreuz Hessen“, Bezirksverband, Darmstadt, Wilhelmstr. 36, sucht die Angehörigen:
1. des Schlossers Emil Roth, geb. 1921, Uff., verheiratet. 1 Kind, vor seiner Einberufung wohnhaft in Darmstadt;
2. des Nikolaus Ritze r t, früher wohnhaft Darmstadt, Weinbergstraße 14.
Renten ohne Rücksicht auf Einkommen
Verabschiedung des Bundesversorgungsgesetzes wird am 1. Okt. erwartet
Am Freitagabend hielt der Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner, Ortsgruppe Darmstadt, im Concordia-Saal eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. 2. Vorsitzender Bock gab zunächst bekannt, daß der 1. Vorsitzende Kaffenberger aus Gesundheitsgründen sein Amt niedergelegt habe. Die Wahl des 1. Vorsitzenden würde bis zur nächsten Generalversammlung verschoben. Am 22. September um 20.30 Uhr finde im Concordia-Saal wieder eine kulturelle Veranstaltung mit der Vorführung der Wochenschau und von zwei Kulturfilmen statt. Der Termin der Weihnachtsfeier sei auf den 16. Dezember festgesetzt. In der von der Emilstraße nach dem Steubenplatz verlegten Geschäftsstelle würde am 21. September zum erstenmal Strechstunde abgehalten.
In seinem Referat behandelte der Sozialreferent der Ortsgruppe, Savelsberg, ausführlich an Hand der Paragraphen den Entwurf für das neue Bundesversorgungsgesetz, das in erster Lesung von der Regierung behandelt, aller Voraussicht nach am 1. Oktober 1950 in Kraft treten und alle früheren Versorgungsgesetze ablösen werde. Der Redner forderte die Anwesenden auf, die Stellungnahmen der einzelnen Parteien zu dem Gesetz genau zu verfolgen, damit sie sich bei der nächsten Wahl danach richten könnten. Das Gesetz, das von erfahrenen, wohlwollenden Sozialpolitikern, die zum Teil in der Spitze des VdK stünden, geschaffen worden sei, stelle vor allem eine Erleichterung in der einheitlichen Regelung der Versorgungsansprüche der geschädigten Gruppen dar gegenüber den heute noch geltenden 9 verschiedenen Versorgungsgesetzen des Bundesgebietes.
Mit der Aufteilung der Rente in eine Grund- und eine Ausgleichsrente sei die Forderung des VdK, dem Kriegsbeschädigten für seinen Körperschaden einen rechtlich fundierten Entschädigungsanspruch zuzusichern, erfüllt worden. Die Grundrente erhalte jeder Kriegsbeschädigte in einer sich nach dem Körperschaden richtenden Höhe ohne Rücksicht auf sein Einkommen. Die Ausgleichsrente bekommen Schwerbeschädigte, wenn sie nicht oder nur in beschränktem Umfang erwerbstätig sein können. Der Redner erwähnte ferner noch Bestimmungen des Gesetzes bezüglich der Heilbehandlung, der Erhöhung der Witwen-, Waisen- und Elternrente und Ansprüche auf Bestattungsgelder und wies auf die Möglichkeit der Kapitalsabfindung der Grundrenten zum Zwecke des Wohnungsbaues, der Existenzgründung und des Erwerbes von Grundstücken hin. Einen Fortschritt bringe die Bestimmung, daß die Renten aus der Sozialversicherung nicht mehr angerechnet würden. Witwen, die sich wieder verheirateten, erhielten nach dem Gesetz eine Abfindung von 1200 DM, wobei sich große Nachteile für die Witwen ergeben würden, die in der Zeit vor der Inkrafttretung des Gesetzes geheiratet hätten.
Der zweite Vorsitzende des Kreisverbandes, Pritsch, berichtete, der Bundespräsident des VdK, Landtagsabgeordneter Nitsche, habe ihm versichert, daß noch Verbesserungsvorschläge, wie zum Beispiel die Erhöhung der Grundrenten der Leichtbeschädigten, in das Gesetz miteingebaut würden. Ueber die Benachteiligung der jüngeren Witwen unter 40 Jahren würde erst am 1. April 1951 wieder verhandelt. Zum Schluß betonte der Redner, daß für die Kriegsopfer der Marsch nach Bonn immer auf der Tagesordnung stünde, wenn das Gesetz nicht so durchkomme, wie es angekündigt sei. t—s
Nietzsche-Gedenhken
Die Freie Religionsgemeinschaft. Darmstadt, hielt in einer Weihestunde am Sonntagnachmittag im Nachbargemeinschaftsheim ein Gedenken zu Nietzsches 50. Todestag. Der Redner, Pfarrer Gehrmann, Offenbach a. M., arbeitete Gedanken Nietzsches, die der Veredlung des Menschen und der Höherbildung seines inneren Wertes gelten, heraus und zeigte, daß der Glaube an das Aufwärts des Menschen auch heute der Hoffnung auf alle Besserung in der Welt zugrunde liegt.
Musik von Händel — leider nicht in störungsfreier Uebertragung — umrahmte die Feierstunde, die dem kleinen Hörerkreis zu Herzen ging. di
WIE-WIRD-DAS WETER
Wechselhaft, kühl
Vorhersage: Wechselhaft bewölkt, nachlassende Schauertätigkeit, örtliche Frühnebel, westliche bis südwestliche Winde.
Weitere Aussichten: Bis Wochenmitte wechselhaft und kühl.
Wohin gehen wir hente?
Lichtspieltheater: siehe An”'gen teil.
Amerika-Haus: 19 30 Uhr. Vortrag mit Lichtbildern: ..Amerikanisches Alltagsleben im Mittelwesten“ von Ferd. P-Schultz (USA).
Wir gratuliteren
90. Geburtstag; Frau NoSsinski. Darmstadt-Eberstadt, Pfungstädter Str. (17. 9.)
80. Geburtstag: Herrn Peter Kadel-Darmstadt, Mauerstr. 19.
79. Geburtstag: Herrn Thomas Angles Lindenfels 1. 0., Bensheimer Straße 40.
75. Geburtstag: Frau Katharina Dörner, Krumbach, Erbacher Straße.
73. Geburtstag: Frau Anna Fischer, Hammelbach. Rimbacher Straße 5.
71. Geburtstag: Herrn Andreas Meyer Seidenbuch.
STARKENBURG
Vom Ktart in den Tod
Ein am Findigkeitswettbewerb des ADAC in Bensheim beteiligter Motorradfahrer überfuhr am Sonntagvormittag kurz nach dem Start das Stop-Zeichen am Ritterplatz und raste mit voller Geschwindigkeit in einen vorbeifahrenden Volkswagen. Der Fahrer war auf der Stelle tot. HB
Mistgabel drang ins Bein
Während der Aufräumungsarbeiten an dem dur h Schadenfeuer abgebrannten Anwesen des Landwirts Unger in Fürth kam es am Donnerstag und Freitag vergangener Woche zu zwei bedauerlichen Unfällen. Bei der Schuttbeseitigung rutschte der Besitzer so unglücklich aus, daß die Spitzen seiner Mistgabel seiner Tochter in das Bein fuhren. Er selbst stürzte am darauffolgenden Tage mit abbröckelnden Mauerresten ab, wobei er sich Prellungen zuzog.
Bei Erdarbeiten verschůttet
Bei den Ausgrabungsarbeiten zur Neulegung der Gemeindewasserleitung in Ober-Ostern konnte sich ein Arbeiter nicht mehr rechtzeitig vor einstürzenden Erdmassen in Sicherheit bringen, so daß er bis zur Bimst verschüttet wurde. Er konnte, ohne Schaden genommen zu haben, wieder ausgegraben werden. ptoo.
Finger an der Sense abgeschnitten
Ein Landwirt aus Wolfskehlen schnitt sich beim Wetzen seiner Sense den rechten Zeigefinger ab. Der Verletzte, der ohnmächtig wurde, mußte von einem in der Nähe weilenden Feldhüter verbunden und dem Arzt zugeführt werden. kr
Was ist faul im Staate?
Ueber dieses Thema spricht der Sekretär des Landesverbandes Hessen der FDP, Walter Schröder, am Mittwoch um 20 Uhr, im Gasthaus Haag in Gernsheim in einer öffentlichen Versammlung über Gegenwartsfragen der deutschen Innen- und Außenpolitik. kr
„Die glücklichen Tage“
Das Nachwuchsstudio der Bühnengenossenschaft Frankfurt-M. gastiert am Dienstag im Rahmen einer Sonderveranstaltung der Amerikanischen Lesehalle Heppenheim im Gartensaal des Hotels „Hessischer Hof“ ■ mit Claude Andre Pugets Komödie in vier Bildern: „Die glücklichen Tage“.
In Erbach wird das Studio mit der gleichen Aufführung am Donnerstag in der Amerikanischen Lesehalle gastieren. Die Rolle des Bernard wird von dem Erbacher Schauspieler Georg Wendel gespielt. HB-ch
Straßenban vor Abschluß
Zu einer ständig wachsenden Gefahr für den Straßenverkehr, besonders bei regnerischem Wetter, war die Bahnhofsstraße in Goddelau geworden, seit die Fahrbahn durch die starke Benutzung nach den Bürgersteigen abgerundet war. Nunmehr hat die Gemeindeverwaltung, unterstützt durch Mittel des Kreises eine umfassende Erneuerung und Verbreiterung dieser Straße in Angriff genommen. Die Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluß. Nadi ihrer Fertigstellung wird die neue Straße wesentlich zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und ebenso zur Verschönerung des Ortsbildes beitragen. kr
„Asten stünde heute am Kanal“
Kirchenpräsident Niemöller sprach in der Stadthalle in Heppenheim
Fast erwies sich die Heppenheimer Stadthalle als zu klein, um alle die aufzunehmen, die zu dieser Feier gekommen waren. Nach einem vom Posaunenchor begleiteten gemeinsamen Lied, einleitenden Worten von Dekan Ullmann und einem vom Kirchenchor vorgetragenen Choral bestieg der Kirchenpräsident das Rednerpult.
Es waren ernste und wahre Worte, die Niemöller sprach, Worte, die den Hörer zum Nachdenken und Insichschauen veranlassen müssen. Kirche und Öffentlichkeit seien nicht zwei Dinge, die einander ausschließen. In den letzten Jahren sei bei allen Völkern der Optimismus geschwunden und habe einer großen Angst Platz gemacht, einer Angst davor, daß eines Tages die einmal in Bewegung gesetzte Maschine des technischen Fortschrittes mit ihren Atomwaffen, Düsenflugzeugen und dergleichen unweigerlich dem Abgrund zutreiben wird, und daß keiner da sei, der die Fähigkeiten besitze, diese Maschine zu meistern und zu lenken. Vielleicht frage heute mancher aus Angst nach der Kirche, aber die Christen seien vor die gleichen Probleme gestellt wie die. Nichtchristen. Es sei daher an die Kirche die Frage gestellt: „Sind wir überhaupt eine christliche Gemeinschaft?“
Nicht erst im Dritten Reich sei die Kirche gleichgeschaltet worden. Schon seit Beginn einer deutschen Geschichte seien die gleichen menschlichen, selbstüberheblichen Kräfte am Werk gewesen. Wenn die Kirche heute eine Antwort auf den Notschrei: „Rettet den Menschen!“ fände, dann habe sie eine gewaltige Aufgabe gelöst, und das sei Jann das, was Jesus mit den Worten „Ich habe die Welt überwunden“ ausgedrückt habe.
Zur Frage der Wiederaufrüstung verlas der Rednei- die vom Rat der Deutschen Evang. Kirchen in Essen aufgestellten Sätze und gab hierzu einige Erklärungen. Er führte dazu weiter aus, daß alle Kriege stets nur aus einer Angst heraus entstanden seien und eine Wiederaufrüstung immer ursprünglich nur der Verteidigung gedient habe. Eine Gefährdung des Friedens sei die willkürliche Teilung eines Landes, das habe die Teilung Koreas am 38. Breitengrad bewiesen- Die Majorität derjenigen, die heute für eine Wiederaufrüstung seien, habe das 50. Lebensjahr bereits überschritten, deshalb lege man am besten eine Liste für Freiwilligenmeldungen Mindestalter 50 Jahre auf (allgemeine Heiterkeit).
Zum Schluß betonte der Redner, die Welt brauche heute mehr denn je „das Salz der Erde und das Licht der Welt“. So arm und zerschlagen das deutsche Volk in den letzten fünf Jahren gewesen sei, solch eine große Aufgabe habe es von Gott gestellt bekommen. Wäre das deutsche Volk ausgelöscht worden, dann stände Asien heute wahrscheinlich be¬ reits am Kanal. Mit den Worten: „Gott sitzt im Regimente und führt alles wohl“ schloß Kirchenpräsident Niemöller seine Ausführungen. Pfarrer Keller, Heppenheim. dankte dem Redner im Namen des Dekanats. Mit einem gemeinsam gesungenen Lied sowie mit dem „Vaterunser“ schloß die Feier. (HB)
Reklame wird zur Landplage
Erbacher Landrat regelt Lautsprechereinsatz
Die Lautsprecherreklame von Gewerbetreibenden aller Art hat seit einiger Zeit einen Umfang angenommen, daß schon von einer allgemeinen Landplage gesprochen werden kann. Meist werden die Lautsprecherwagen ohne die nach Paragraph 5 der Straßenverkehrsordnung erforderliche Genehmigung eingesetzt. Landrat Neff hat deshalb für den Kreis Erbach angeordnet, daß künftig nur noch dann die Genehmigung zur Lautsprecherreklame erteilt wird, wenn ein öffentliches Interesse vorliegt. Mit Rücksicht auf den Fremdenverkehr im Kreis Erbach wird die Genehmigung nur noch in den seltensten Fällen erteilt werden. -ch
Waserleitungsschäden behoben
Das Wasserwirtschaftsamt Darmstadt weilte dieser Tage in der Gemeinde Wersau. Wie schon bereits gemeldet, lieferte die Leitung Trinkwasser, das oftmals den üblen Beigeschmack von Jauche hatte. Mit SpeZialgcräten wurde festgestellt, daß in einer Hofreite die Rohre defekt waren, die dicht an der Jauchegrube vorbeiführten. Auf diese Weise wurde der üble Beigeschmack in die Leitung gesogen. Den Eigentümer des Anwesens trifft in keinem Fall die Schuld, da von dem Defekt mchts bekannt war. Die Instandsetzungsarbeiten sind bereits eingeleitet. -gi.
Oktoberfest in Michelstadt
Anträge des Verkehrsvereins in öffentlicher Gemeinderatssitzung
Die öffentliche Sitzung des Michelstädter Gemeinderats am Freitagabend hatte zwei besondere Merkmale: einmal lagen nicht weniger als sechs verschiedene Anträge des Verkehrs- und Verschönerungsvereins zur Beratung vor, zum anderen wickelte sich unter Vorsitz des 1. Beigeordneten Gustav Neff, der den noch im Urlaub befindlichen Bürgermeister Wöbet vertrat, die umfangreiche Tagesordnung mit vielen wichtigen Punkten in einer Schnelligkeit ab, die allseits Anerkennung fand.
Eingangs verlas Beigeordneter Neff ein Dankschreiben von Frau Mathilde Arzt für die Benennung einer Straße nach ihrem verstorbenen Gatten. Danach kam der Waldwirtschaftsplan für 1951 des Forstamts Michelstadt zur Vorlage. 2700 Festmeter sind zum Einschlag vorgesehen. Die Einnahmen hieraus, 2570 DM aus Nebennutzungen, ergeben insgesamt 72 770 DM, denen Ausgaben in Höhe von 32 150 DM gegenüberstehen. Von dem Ueberschuß von 40 620 DM gehen für Forstwartebesoldung 9500 DM und für Grundsteuern 26 000 DM ab. Der verbleibende kleine Rest soll für die notwendige Erhöhung der Ausgaben für Forstwegebau auf insgesamt 8000 DM verwendet werden. Der Plan fand einstimmige Annahme.
Die Anträge des Verkehrsvereins beschäftigten sich im einzelnen mit der Aufstellung von vier großen Lichtmasten im Heinrich-Ritzel-Stadion, abermals die Freihaltung des Rathausplatzes von parkenden Fahrzeugen, die Bereitstellung weiterer Betten für den Fremdenverkehr, die Erhöhung des Zuschusses der Stadt für den Verkehrsverein von 250 auf 1000 DM jährlich und schließlich die Abhaltung eines großen Volksfestes am 1. Oktober, dem Tag der Michelstädter Kirchweih.
Dieses Fest soll als „Micheistäter Oktoberfest“, alljährlich in großem Rahmen gefeiert und zu einem rechten Volksfest werden. Als Festwiese ist das Gelände in und um das Stadion vorgesehen. wo die Schau- und Fahrgeschäfte aufgebaut werden sollen. Für die Jugend ist ein „Seifenkistel-Rennen“ in der Waldstraße mit Start am Kieselberg und Ziel etwa bei „Schmerkers Garten“ vorgesehen. Die Ausrichtung des Festes übernimmt der Verkehrsverein. Er erbittet von der Stadt nur die Bereitstellung des Geländes und sonstige Unterstützung. Die Ratsherren waren sich in der Meinung einig, daß das Fest schon „Hand und Fuß“ haben würde, wenn Heinrich Ritzel, der Vorstand des '''‘«■'"'■'■'hr—•'—''in", die Sache in die Hand nähme Alle Anträge des Verkehrswereins wurden im Prinzip positiv entschieden, sollen aber zum Teil noch an den Bauausschuß verwiesen werden.
Aus den beim letzten Brand in der Frankfurter Straße gemachten Erfahrungen heraus stellte das Ratsmitglied Rexroth den Antrag, der Bürgermeister möge für Polizei und Feuerwehr eine Verordnung zur strikteren Handhabung der Absperrungen bei Brandfällen erlassen. Bei dem Brand in der Frankfurter Straße habe die Feuerwehr „vor lauter Neugierigen ihre Schläuche fast nicht finden können“.
Einige Gesuche, u. a. jenes zur Eröffnung einer Gaststätte in der Goethestraße, wurde genehmigt, der Ankauf von Straßengelände und Abgabe von städtischem Gelände an die evangelische Kirchengemeinde auf Antrag des Ratsmigliedes Sattler in die nichtöffentliche Sitzung verwiesen, die sich anschloß, -ch
„Mehr soziale Gerechtigkeit in der Verwaltung“
Innenminister Zinnkann und Dr. Nahm bei der Kundgebung der Heimatvertriebenen in Dieburg
Kreisvorsitzender Gotthard Kutzner, der eine ganze Reihe von Ehrengästen begrüßte, stellte die Veranstaltung unter das Leitwort, das sich der Verband der Heimatvertriebenen für dieses Jahr gewählt hat: „Begegnung — nicht Absonderung“.
Mit starkem Beifall begrüßt, ergriff dann der Hessische Innenminister Zinnkann das Wort zu einem Referat, in dem er die brennendsten Tagesfragen berührte. Es sei vermessen, wolle man behaupten, aller Schwierigkeiten und Probleme des Augenblicks Herr werden zu können. Hessen dürfe aber für sich in Anspruch nehmen, bedeutsame Erfolge erzielt zu haben.
Auf Grund einer Aussprache mit den verantwortlichen Männern des Kreisflüchtlingsverbandes Dieburg müsse er an die zuständigen Verwaltungsstellen die dringende Mahnung richten, bei der Vergebung von Wohnungen und bezüglich der Beschäftigung aus dem Osten vertriebener Beamter und Angestellter im öffentlichen Dienst in erster Linie die soziale Gerechtigkeit walten zu lassen. Bei der Einweisung der Flüchtlinge vor fünf Jahren habe man aus Zeitnot nicht lange Ueberlegungen über die Unterbringung anstellen können — jetzt aber werde das Problem der Flüchtlingsansiedlung und -beschäftigung zielbewußt in Angriff genommen: dort, wo arbeitsmäßig industrielle Schwerpunkte lägen, werde der Wohnungsbau so gesteuert, daß in den Landkreisen keine arbeitsfähigen und arbeitswilligen Heimatvertriebenen mehr brachlägen.
Ministerialdirektor Dr. Nahm behandelte die viel diskutierten, und für den Laien verwirrenden Fragen des Lastenausgleichs. Die totale Niederlage habe sich sehr untotal ausgewirkt. Die völlige Wiederherstellung der verlorenen Vermögen sei zwar theoretisch erwünscht, praktisch aber nicht durchführbar. So weit das aber mit Hilfe des Lastenausgleichs geschehe, müßten starke soziale Impulse mitbestimmend sein. Noch nie habe ein Volk, auf dem ungeheure Lasten lägen, vor einer so schwierigen Aufgäbe gestanden. In fünf großen Abschnitten solle dieses Problem gelöst werden: Hauptentschädigung, Eingliederungshilfe, Kriegsschädenrente, Hausratshilfe, Wohnraumhilfe. Für die Hauptentschädigung sei als Erfüllung des Rechtsanspruchs der 31. Dezember 1956 festgesetzt. Bei aller Anerkennung der ungeheuren Arbeit, die hier geleistet werden müsse, sei dieser Termin aber völlig undiskutabel. In der Zwischenzeit solle versucht werden, durch die Eingliederungshilfe eine Teillösung zu finden. Die Kriegsschädenrente müsse so gehalten sein, daß ihre Empfänger nicht außerdem noch auf die Wohlfahrtsunterstützung angewiesen seien; sie müsse die Existenz des Empfängers garantieren, denn eine Verquickung von Wohlfahrt und Rente sei abzulehnen. Hinsichtlich der Wohnraumhilfe müßten zuerst die im Sinne des Gesetzes Geschädigten berücksichtigt werden. Hier komme den Organisationen der Heimatvertriebenen bei der Beratung eine zwar dankbare, aber außerordentlich verantwortungsvolle Aufgabe zu. Angaben auf den Anträgen, die nicht der Wahrheit entsprächen, brächten völligen Anspruchsverlust mit sich. Zur Aufbringung der Gelder für den Lastenausgleich sei eine allgemeine Vermögensabgabe von 50 Prozent mit dem Stichtag des 21. Juni 1948 vorgesehen. Hier handele es sich nicht um eine Vermögensumschichtung, man dürfe eher von einer getarnten Vermögenssteuer sprechen. Dazu komme eine Abgabe aus dem Reingewinn und die ungeschmälerte Verwendung der allgemeinen Vermögenssteuer, die seither den Landkreisen zugeflossen sei. Dr. Nahm hielt eine schnelle, wenn auch schmerzhafte Lösung dieser ganzen Fragen für den besten Weg; Heimatvertriebene und Ausgebombte hätten Vorleistungen gegeben, die nun honoriert werden müßten.
Regierungsdirektor Dr. Kuhn überbrachte die Grüße des Regierungspräsidenten und versicherte die Versammlung des vollen Verständnisses aller Dienststellen für die berechtigten Forderungen der Heimatvertriebenen.
Der Resident-Officer für die Kreise Dieburg—Erbach, Mr. Conduras, begrüßte die Versammlungsteilnehmer im Auftrage der amerikanischen Zivilverwaltung.
Pfarrer Alexi, der Vorsitzende des Hilfskomitees für die Slowakeideutschen, versicherte in christbrüderlicher Verbundenheit den Zusammenhalt aller Heimatvertriebenen. Wenn Recht wieder Recht sei. dann könnten auch sie wieder zurückkehren. „Gebt uns die Heimat wieder, daß wir Europa bauen können“, waren seine mit großem Beifall aufgenommenen Schlußworte.
Diözesan-Flüchtlingsseelsorger Professor Dr. Reiß dankte am Anfang seiner Ansprache den Westmächten für die seitherige Hilfe und die Bereitschaft zum weiteren Helfen. Die Kundgebung an der Gnadenstätte in Dieburg zeige, daß Tausende von Heimatvertriebenen unwandelbar und fest zum Kreuze Jesu Christi stehen. Es gebe zwei Wege in die alte Heimat: In den Fußtapfen des präsumptiven Siegers ode raber als friedlicher Kolonist im Osten. Dem aufrichtigen Christen sei der letzte willkommener.
Im Anschluß an die Kundgebung, die mit einem gemeinsamen Liede schloß und in der herzliche Worte des Dankes den hessischen Innenminister, die Vertreter der Behörden und an Stadtpfarrer Georg gerichtet waren, hielt der Abt-Hochmeister des Deutschen Ritterordens eine feierliche Andacht. (RG)
Eine Heimatvertriebenen-Singschar entbot den mehreren tausend Teilnehmern der Kundgebung, die am Sonntagnachmittag vor dem Außenaltar der Gnadenkapelle in Dieburg stattfand, den Gruß.
Neue Turnhalle in Bickenbach
Eines der ältesten Häuser Bickenbachs ist baufällig und soll von Grund auf neu gebaut werden. Für dieses Bauvorhaben, zu dem bereits ein Landesbaudarlehen von 12 000 DM bewilligt wurde, haben die Gemeindevertreter einen Kredit von weiteren 12 000 DM genehmigt. Der Rest der Bausumme soll aus dem laufenden Haushaltsplan gedeckt werden.
Da die örtlichen Säle für sportliche Uebungsstunden, Jugendabende u. a. nicht mehr ausreichen, wurde von dem neu gegründeten Ortskartell der Vorschlag gemacht, eine neue Turnhalle zu bauen. In seiner letzten Sitzung befaßte sich der Gemeinderat in einer lebhaften Aussprache mit diesem Vorschlag und stimmte für den Bau, jedoch müssen noch Finanz- und Platzfragen durch einen besonderen Ausschuß geklärt werden, hl
Preisauszeichnung beachten!
Im Kreis Groß-Gerau wird in letzter Zeit die Preisauszeichnung erheblich vernachlässigt. Sehr viele Geschäftsleute berufen sich im Übertretungsfall auf angebliche Verhandlungen ihrer Fachverbände mit den zuständigen Regierungsstellen. Bisher sind durch diese Organe keine Änderungen bezüglich der Auszeichnungspflicht vorgenommen worden. In Zukunft sollen verstärkte Kontrollen durchgeführt und Zuwiderhandlungen gegen die Preisauszeichnungsverordnung bestraft werden. -th-
Heimatvertriebene Jugend anf der Tromm
Jugendwarte für elf Gemeinden der Bergstraße eingesetzt
Am Sonntag veranstaltete der Kreisverband der Heimatvertriebenen des Landkreises Bergstraße eine Sternwanderung auf die Tromm. Etwa 70 jugendliche Heimatvertriebene der Kreise Bergstraße. Odenwald und des Rieds fanden sich auf der Höhe zusammen, um sich über Fragen der Jugendarbeit auszusprechen.
Kreisvorsitzender Ing. S e i b o t h machte grundsätzliche Ausführungen über die bündische Jugendarbeit und über die traditionellen Erfahrungen in den Ausweisungsländern. Er führte aus. daß die heimatvertriebene Jugend sich den Sinn für die alte Heimat bewahren müsse. Vordringlichstes Ziel des Verbandes der Heimatvertriebenen sei die Eingliederung in das Wirtschaftsgefüge des Bundesgebietes. Als unverrückbares Endziel müsse jedoch die Wiedergewinnung der verlorengegangenen Heimat stehen.
Nach dem Hessenplan sollen in den kommenden drei Jahren 100 000 Vertriebene, die bislang in den ländlichen Gemeinden keinen Anschluß an das westdeutsche Wirtschaftsgefüge finden konnten, in Industriezentren angesiedelt werden. Die ersten 24 Familien konnten vor kurzer Zeit in Lampertheim ihre neuen Wohnungen beziehen.
Der Jugendwart des Landesverbandes, Willi Horak, Büdingen, sprach über die Jugendorganisation des Landesverbandes und gab Anregungen für den praktischen Arbeitsbeginn in den einzelnen Ortsverbänden
Anschließend fand eine lebhafte Debatte statt, in der Jugendwart Schön, Hofheim, zu den beiden Vorträgen Stellung nahm. Er forderte, daß der Gefahr der östlichen Idee eine ähnliche Idee entgegengesetzt werde, um der Jugend ein nachstrebenswertes Ziel zu geben. Nur eine „Idee des christlichen Abendlandes“ wäre imstand, ein Positivum der gesamten Jugendarbeit zu bilden. Volkstänze und Lieder der Jugendgruppen Bobstadt und Hofheim gaben Beispiele der praktischen Arbeit der heimatvertriebenen Jugendgtuppen.
Als Ergebnis dieser ersten Zusammenynft wurden in elf Gemeinden provisoeingesetzt, die sich m 1. Oktober in Heppenheim zu internen Besprechungen treffen werden. Aus ihren Reihen soll ein engerer Ausschuß gebildet werden, der bis zum 31. Dezember die Voraussetzungen für die Anfang nächsten Jahres stattfindenden Wahlen der Ortsjugendwarte auf demokratischer Grundlage schaffen soll.
Technik überundete die Wagner
Aufschlußreiche Sitzung der Groß-Gerauer Wagnerinnung
Wagner und Karosseriebauer des Kreises Groß-Gerau trafen sich am Samstagnachmittag zu einer Innungsversammlung im Gasthaus Schmoll in Groß-Gerau.
Zu Beginn der Sitzung gab Obermeister Best, Büttelborn, einen Bericht über die Tagung des Zentralverbandes des deutschen Wagner- und Karosseriebau-Handwerkes in Koblenz. Hierbei betonte er, daß sich die Wagner den veränderten Verkehrsverhältnissen anpassen und sich mehr von der Holzbearbeitung auf die Stahlbearbeitung umstellen müßten; diese Umstellung sei eine Lebensfrage für das Wagnerhandwerk. Wie der Obermeister weiter ausführte, waren bei der Koblenzer Tagung Vertreter aus der Schweiz und Oesterreich zugegen, nach deren Berichten , sich das Wagnerhandwerk in diesen Ländern in einer ähnlichen Notlage befindet. Durch besondere Fortbildungskurse für Schweißen undßlechbearbeitung soll die erforderliche Umstellung erleichtert werden Als eine vorläufige Notmaßnahmc schlu" Obermeister Best vor, auch Arbeiten des Bauschreinerhandwerks auszuführen.
Kreishandwerksmeister Gruber sprach über einige grundsätzliche Fragen des Handwerks und beleuchtete die steuerliche Seite eines Doppelgewerbes, wie dies den Wagnern vorher als Ausweichmöglichkeit vorgeschlagen wurde. Weiterhin machte der Kreishandwerksmeister den Vorschlag, für die Handwerker des gesamten Kreises eine Sterbekasse einzurichten.
Geschäftsführer Schwerer von der Kreishandwerkerschaft erstattete Bericht über die Jahresrechnung und den Haushaltsplan der Innung; beide wurden angenommen. Fachlehrer Linke, Groß-Gerau, sprach sodann über neuzeitlichen Fahrzeugbau und wies darauf hin, daß bei den Gesellen- und Meisterprüfungen künftig der gegenwärtigen technischen Entwicklung Rechnung getragen würde. Das Stellmacherhandwerk müßte mit dieser Entwicklung Schritt halten, da es andernfalls unterginge.
Mangelndes Interesse fehl am Platze
Bajer referierte in der Versammlung der Heimatvertriebenen
Zu einer Monatsversammlung der Heimatvertriebenen in Waldmichelbach war der zweite Vorsitzende des Kreisveroandes, Lehrer Bayer. Bensheim. erschienen, um in eindringlichen Worten an Stelle des verhinderten Obmanns. Friedrich Hildebrandt, Fürth, zu referieren. Er forderte von den Ortsverbänden vor allem mehr Leben als bisher und größere tätige Anteilnahme der Mitglieder am Geschehen, um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu heben. In Kürze seien wesentliche Entscheidungen zu erwarten, die alle Heimatvertriebenen angehen, so daß mangelndes Interesse fehl am Platze sei.
Das Lastenaüsgleichsgesetz, die Gleichstellung der Heimatvertriebenen, die Landtagswahlen und manches andere erforderten auch eine Stellungnahme der Vertriebenen. Auf die kommenden Wahlen ging der Redner ausführlicher ein und begründete vor allem den Verzicht auf eigene Parteilisten. Die Heimatvertriebenen wollten vor allem parteipolitisch neutral bleiben, um zu verhindern, daß durch parteipolitischen Ehrgeiz das Zusammengehörigkeitsgefühl leide und der Verband auseinanderfalle. Die Parteien selbst hätten klar zu erkennen gegeben, daß sie bereit seien, führende Männer der Organisation an aussichtsreichen Stellen ihrer Listen aufzuführen, so daß künftig auch Vertriebene im Hessischen Landtag zu finden seien. Gegenwärtig sei das nicht der Fall. Trotzdem habe gerade Hessen wohl mit am meisten für die Vertriebenen getan, wenngleich Zufriedenheit mit dem Erreichten längst nicht am Platze sei.
Die Dämme der Nordsee seien gegen die Springfluten des Meeres errichtet worden; die Ostdeutschen seien einst die Dämme gegen slawische Ueberflutung des Kontinents gewesen. Dieser Wall fehle heute. Es sei aber Pflicht und Eigeninteresse eines jeden Deutschen, ihn wieder errichten und den Heimatvertriebenen die Rückkehr ermöglichen zu helfen. Sie selbst aber müßten ihre Volkssubstanz erhalten, denn die Aufgaben, die einst ihrer harren, seien groß und schwer. Deshalb dürfe auch die Gegenwart nicht vergessen werden; jeder Vertriebene müsse sich -so einstellen, als solle er für immer im Westen bleiben, da nur so seine Kraft und seine Zukunft gesichert sei. (-r)
Neunn Klassensäle
im 1. Bauabschnitt des Groß-Gerauer Schulhausneubaues
Der Groß-Gerauer Gemeinderat beschäftigte sich am Freitagabend in einer nichtöffentlichen Sitzung mit einem Gesamtplan des vorgesehenen Schulhausneubaues, der in der Nähe der zur Zeit im Bau befindlichen Landwirtschaftsschule errichtet werden soll. Aus diesem Gesamtplan wählte man einen Teil als ersten Bauabschnitt aus; hierbei sollen neun Klassensäle erstellt werden. (cg)
Neue Industrien
in Groß-Gerau
Bereits seit einiger Zeit sind Bestrebungen im Gange, weitere Industriebetriebe in Groß-Gerau anzusiedeln, zumal die verkehrstechnisch außerordentlich vorteilhafte Lage hierzu günstige Voraussetzungen bietet. Die Verhandlungen sind bereits soweit vorgeschritten, daß man voraussichtlich schon in absehbarer Zeit damit beginnen wird, zwei industrielle Anlagen auf dem Platz vor dem Wasserturm zu erstellen. Es handelt sich hierbei einmal um einen Mühlenbetrieb und um ein Unternehmen der Musikinstrumentenindustrie. (cg)
Reiter schlossen sich zusammen
Neugründung des Reit- und Fahrvereins „Vorderer Odenwald“
Auf Anregung des ehemaligen Reitlehrers Philipp Maul ist am 7. dieses Monats der Reit- und Fahrverein „Vorderer Odenwald" im alten Vereinslokal, Gasthaus „Zur Brücke“ in Groß-Umstadt, wieder neu erstanden.
Bei der zweiten Zusammenkunft, die am 14. Setember stattgefunden hat und bei der 30 Reiter anwesend waren, wurde Heinrich Ludwig Weber zum 1. Vorsitzenden des Vorstandes gewählt.
Moassauer Gemeindetag
Ober-Mossau, das längste Dorf des Odenwaldes“, darf im Kranze der Heimatfeste nicht fehlen. Bürgermeister und Gemeinderäte beschlossen daher, die Durchführung eines „Mossauer Gemeindetages“ am Sonntag, 24. September, zu dem alle Nachbargemeinden eingeladen werden. In der Johanniterkirche findet um 14 Uhr ein Festgottesdienst statt. Im Saal von Peter Bär spricht anschließend Regierungsrat Zörgi ebe 1, Landratsamt Erbach, über die „Fortschrittsmöglichkeiten eines Odenwalddorfes“. -c^
Sechstes Semester vorgeschlagen
Abschluß der Jugenheimer Dozententagung
Die arbeitspädagogische Tagung der Dozenten an hessischen Bau- und Ingenieurschulen führte die Teilnehmer am Samstagvormittag im Education Service Center in Jugenheim zu einer zusammenfassenden Aussprache zusammen.
Den Vorsitz hatte Baurat Hartmann vom Kultusministerium, der in sachlicher unparteiischer Form die Tagung leitete. An der Tagung nahmen Mr. Henning als Referent für Berufs- und Fachschulwesen beim Landeskommissariat mit seinem Fachbearbeiter, Prof. Wefelmeyer, Prof. Arnold, Dir. Jüngst, Dir. Mannweiler, Dr. Wettstädt, Dr. G 1 is s , Dr. Küchenhoff, Baurat Schaub, Oberregierungsrat Rieser u. a. sowie Vertreter der Studentenschaft der hessischen Ingenieurschulen teil.
Die Vertreter der Behörden und der Wirtschaft waren bei der Tagung in der Lage, ihre Forderungen und Anregungen über die Ausbildung von Ingenieuren bekanntzugeben. Durch die anwesenden Lehrkräfte der einzelnen Schulen wurden die Fragen der Eignungsprüfungen für die Aufnahme an den Schulen und die Unterrichtsgestaltung behandelt. Als neue Vorschläge ergaben sich Einführung der Tests zur Feststellung der fachlichen Eignung und die Hinzunahme eines sechsten Semesters. Entsprechende Vorschläge werden an das Kultusministerium weitergegeben. Im großen und ganzen kann das Ergebnis der Zusammenkunft für alle Teilnehmer als durchaus fruchtbringend bezeichnet werden. hl.
Meldungen aus den Landkreisen
DARMSTADT-LAND
Pfungstadt. Im evang. Gemeindehaus sprach Diakon Kaiser über das Thema „Die kriminelle Jugend“. Eine rege Aussprache wurde durch dieses Problem ausgelöst. ler
Alsbach. Bürgermeister Engel und Gemeinderatsmitglied Kemna nehmen vom 9. bis 13. Oktober an einem Lehrgang am Freiherr-vom-Stein-Institut (Lindenfels) teil. Während dieser Zeit übernimmt der 1. Beigeordnete Dörr die Amtsgeschäfte der Gemeinde. hl.
Frankenhausen. Um der katastrophalen Wasserversorgung zu begegnen, soll eine Pumpstation im „Bieberwoog“ erstellt werden. Die endgültige Entscheidung hängt von der Möglichkeit der Finanzierung ab. sb
DIEBURG
Dieburg. In der letzten Woche wurden zwei Herrenfahrräder gestohlen. gi
Georgenhausen. Wegen der Wahlstreitigkeiten war vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt ein Termin auf den 22. September anberaumt worden. Dieser Termin wurde vom Verwaltungsgericht auf den 23. September, vormittags 9.30 Uhr, verlegt. We
Groß-Zimmern. Heinrich Wörtsche VI. wurde von der CDU an Stelle des seitherigen Gemeinderatsmitgliedes Rolly verpflichtet und vereidigt. -gi-
Niedernhausen. In einer Versammlung der Heimatvertriebenen des Fischbachtales sprach Kreisvorsitzender Gold über die Landtagswahl. Ein Filmprogramm umrahmte den Abend. -gi-
Groß-Bieberau. Bahnhofsvorsteher Trautmann wurde mit Wirkung vom 15. September nach Reichelsheim versetzt. gi
Gr.-Bieberau. Der Gemeinderat beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung mit der Vergebung der Aufträge für die Heizungsanlage und der Dachdeckerarbeiten für das neue Schulhaus. Nach eingehender Darlegung der Vorzüge einer Dampfheizung in wirtschaftlicher Hinsicht entschloß sich der Gemeinderat, den Auftrag der Fa. Bechthold, Darmstadt, zu erteilen. Das Projekt kommt auf ca. 20 000 DM, während die von der Fa. Bernhard projektierte Warmwasseranlage auf ca. 24 000 DM gekommen wäre. Die Fa. Daum, Ober-Ramstadt, erhielt den Auftrag für die Dachdeckerarbeiten.
ERBAUHA
Güttersbach. Der erste Dorfjugendabend der Gemeinde war sehr gut besucht. Frl. Bauch und Herr S t a e d t ei' vom Amt des Kreisjugendpflegers entwickelten die Ziele der Dorfjugendarbeit und gaben praktische Beispiele zur Ausgestaltung der Abende. -ch
Hüttenthai. Der ordentliche Haushaltsplan der Gemeinde für das Rechnungsjahr 1950 schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 15 577,54 DM ab. Die Steuerhebesätze betragen bei der Grundsteuer A 115 v. H., B 110 v. H. und bei der Gewerbesteuer 300 v. H. Der Jahressteuersatz für den 1. und 2. Hund beträgt je 12 DM. ptoo.
Ober-Ostern. Die Schweinezählung hat in der Gemeinde eine Gesamtzahl von 286 Schweinen ergeben. — Die schadhafte Mauer des Schulhauses wird zur Zeit erneuert. ptoo.
Ober-Ostern. Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins „Grund“ nehmen zur Zeit an einem Lehrgang für Baumpflege in Höchst i. O. teil. ptoo.
Sandbach. Die Bodennutzungserhebung ergab eine Gesamtfläche von 428 ha. Davon sind 89 ha Ackerland, Wiesen und Weiden 56 ha, Wald 232 ha, Gartenland 4 ha und Ödland 5 ha. Der Rest entfällt auf Hof- und Gebäudeflächen. -hm-
BERGSTRASSE
Bensheim. Heute beginnt in allen Gemarkungen die allgemeine Traubenlese. Für Spätlese bleibt der Weinbergschluß nach wie vor bestehen. HB
Unter-Schönmattenwag. Auf 75 Jahre ihres Bestehens kann die Herren- und Damenschneiderei von Adam F ör g zurückblicken. Der Vater des jetzt 63- jährigen Inhabers gründete das Unternehmen 1875. Der Männergesangverein ehrte den Jubilar durch ein Ständchen.
Waldmichelbach. Gegenwärtig wird das Hallenschwimmbad, dessen Bodenplatten sich gelöst hatten, instandgesetzt. Mitte Oktober kann mit der Wiederer'iffnung gerechnet werden. -r
Waldmichelbach. — Die seit 12 Jahren geplante Wiederherstellung der katholischen Pfarrkirche, um die sich der Kirchenbauverein bemüht, konnte nunmehr in Angriff genommen werden. —r
Mörlenbach. — Am 23. und 24. September trifft sich die Führerschaft des „Bundes der katholischen Jugend“ im Dekanat Heppenheim in der hiesigen Gemeinde, um unter Leitung von Kaplan H. May einen Einkehrtag zu halten.
Biblis. Die Bundesbahn hat sich entschlossen, das hiesige Bahnhofsgebäude, welches in den Kriegsjahren durch eine Luftmine stark gelitten hatte, zu renovieren. Außerdem wurde im Fahrkartenraum eine Erfrischungshalle errichtet.
Lorsch. — Die durch das Gemeinnützige Siedlungswerk der Gemeinde im Gewann Metzgerslöchel begonnenen 12 Siedlungshäuser für Heimatvertriebene sind jetzt soweit fertiggestellt, daß der Einzug in den nächsten Tagen erfolgen kann, bl
Einhausen. — Nachdem die Gemeinde mit dem wiederhergestellten Rathaus ein Schmuckstück im Ried besitzt, trägt man sich auch mit dem Gedanken, den gesamten Marktplatz zu renovieren. el
GROSS-GERAU
Nauheim. — In der Volksschule fand zu Ehren des in den Ruhestand versetzten Lehrers Keit z e r , der seit 1912 tätig war, eine Abschiedsfeier statt. Kreisschulrat Schwedes sprach dem verdienstvollen Erzieher Dank und Anerkennung aus. Kb.
Bauschheim, — Die Gemeindeverwaltung hat die Arbeiten am Gerätehaus an hiesige Handwerker vergeben. Das Projekt beläuft sich auf etwa 6000 DM. Kb.
Raunheim. — Demnächst wird die Ge¬ meinde eine Apotheke erhalten und somit einem langgehegten Wunsch der Bevölkerung Rechnung getragen. Kb. XÄ/ollrlnff Ale? TToldbncnhwnrpnpr für dIA
Walldorf. Als r eldgeschworener tur die Gemeinde wurde Adolf Jakob durch Landrat Harth verpflichtet. (cg)
Nene Uniformen für die Heppenheimer Polizei
Stadtrat beschließt 1000 DM Zuschuß für Stadtarchiv
Am Freitagabend trat der Heppenheimer Stadtrat zu einer Gemeinderatssit zung im Sitzungssaal des Rathauses zusammen.
Außerhalb der Tagesordnung wurde zunächst der Wegzug des Augenarztes Dr. Knauer besprochen. Bürgermeister Holzamer legte dar, daß der Hauptgrund für die Verlegung der Praxis von Dr. Knauer in den Wohnungsschwierigkeiten zu suchen sei. Hierzu sei noch gekommen, daß etwa drei Viertel der Patienten aus Bensheim kamen. Es seien bereits Schritte unternommen, Dr. Hillscher als Nachfolger von Dr. Knauer nach Heppenheim zu ziehen, doch bestünden zunächst erhebliche Schwierigkeiten bei der Kassenzulassung. In diesem Punkte arbeite leider die Bezirks-Ortskrankenkasse nicht im Interesse Heppenheims, das als Kreisstadt auch einen Augenarzt beanspruche.
Erster Punkt der Tagesordnung war die Aufnahme eines Kredits von 15 000 DM bei der Bezirkssparkasse zur Weiterführung der Bauarbeiten am neuen Spritzenhaus. Stadtbaumeister Henkes gab einen Ueberblick über die verschiedenen städtischen Bauarbeiten und wies darauf hin, daß das Spritzenhaus möglichst bis zum Bauerntag fertiggestellt werden solle. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Ebenso wurden die zur Einrichtung eines städtischen Archivs notwendigen 1000 DM gewährt.
Ueber die Bewilligung eines städtischen Zuschusses von 500 DM für die Renovierung zweier historisch wertvoller alter Fachwerkhäuser am Marktplatz entstanden längere Debatten, doch wurde auch diesem Antrag zugestimmt. In einer längeren Diskussion über die Zuteilung städtischer Bauplätze an 10 Bewerber wurde im Hinblick darauf, daß die diesjährige Bausaison bald zu Ende ginge und die Bauunternehmer noch vor Einbruch des Winters beginnen möchten, die Zuteilung mit Stimmenmehrheit angenommen.
Als letzter Punkt der Tagesordnung stand die Frage der Beschaffung neuer Uniformen für die städt. Polizei auf dem Plan. Es wurde beschlossen, Ausschreibungen an verschiedene Heppenheimer Firmen ergehen zu lassen und aus den Angeboten das beste und preiswerteste herauszusuchen. Der öffentlichen Sitzung schloß sich eine interne an. HB
Gersprenztalbahn soll bleiben
Einigung über das Sägewerk Delp erzielt
Bürgermeister Trautmann hatte den Kirch-Beerfurther Gemeinderat in das Gasthaus „Zur Eisenbahn“ einberufen und zu der Sitzung Bürgermeister und Gemeinderat von Ober-Kainsbaeh eingeladen. Der Hauptgegenstand der Verhandlung war immerhin so wichtig, daß sogar Regierungsrat Zörgiebel vom Landratsamt teilnahm. Es drehte sich um das Sägewerk Delp, das 1934 zu Kirch-Beerfurth kam. obwohl es auf Kainsbacher Gelände liegt. Die ganzen Jahre über ging der Streit um die Rückgabe des Betriebes oder Zahlung einer angemessenen Entschädigung für die verlorengegangene Gewerbesteuer. Nach heftigen Debatten einigte man sich schließlich auf Zahlung einer einmaligen Abfindung in Höhe von 2500 DM, die in zwei Raten bis Dezember 1951 zu zahlen sind.
Regierungsrat Zörgiebel stellte bei dieser Gelegenheit das Schicksal der Gersprenztalbahn bzw. die Umstellung der Strecke auf Omnibusbetrieb zur Aussprache. Einmütig sprachen sich Bürgermeister und Gemeinderäte beider Orte für die Beibehaltung der Eisenbahn und sogar für ihre Weiterführung bis nach Fürth aus. -ch
Rege Diskussion
der Habitzheimer Jugend
Der erstmals in Habitzheim durchgeführte Diskussionsabend der Ortsjugend wurde zu einem vollen Erfolg. Neben den Sprechern, Pfarrer P ö p p e r 1 und SchulleiterLi Gerber, waren der Resident-Officer des Kreises Dieburg, Mr. C o n - dur as, und Bürgermeister Schmidt als Gäste erschienen. Den Ausführungen der Referenten, die über den Sinn der Jugendarbeit sprachen, schloß sich eine rege Diskussion an. Weitere Veranstaltungen gleicher Art sollen folgen. gi.
Was aũch interessiect:
Die Abwesenheit seines Arbeitgebers benutzte in Pfungstadt der Knecht eines Landwirts um aus dem Schlafzimmer 350 DM zu stehlen. Er verschwand unter Mitnahme seiner eigenen Habseligkeiten. ler
„Im südwestlichsten Europa“ ist der Titel eines Lichtbildervortrages über eine Spanienreise, den Bergingenieur K. Herdemerten am Donnerstag in der amerikanischen Lesehalle Heppenheim hält. HB
Von betrunkenen Ausländern wurde am letzten Wochenende in Babenhausen ein Nachtwächter überfallen, nachdem diese vorher versucht hatten, in ein Haus einzudringen. Der Gendarmerie gelang es, die Täter an der Eisenbahnüberführung zu stellen und zu verhaften. gi
Shakespeare in neutralisierter Uebersetzung
„MASS FÜR MASS“ IM ORANGERIEHAUS
Die Uebersetzung von Hans Rothe läßt Shakespeares „Maß für Maß“ zu einem ausgesprochenen Schauspiel werden und Gastregisseur Friedrich Brandenburg tut ein übriges hinzu, diese geistige Auffassung zu unterstützen und zu unterbauen. Er neutralisiert ebenso sehr die quälenden Szenen tragischer Auswirkungen wie den grausigen Humor burlesker Auftritte. Der Kontrast des Furchtbaren, der in diesem Stück das Doppelantlitz des Geschehens zeigt, trifft sich daher fast allein in den agierenden Hauptpersonen, während die Komödie, die andere Seite der leidenschaftlichen Welt, in selbständigen Intermezzi lose eingeschoben wird und auf ein Mindestmaß beschränkt bleibt. Diese Eigenwilligkeit hebt die Hauptcharaktere in ihrer sittlichen Gebundenheit oder Gebrechlichkeit hervor und behandelt alle anderen Personen unter starker Reduzierung ihres Dialogs nur ganz am Rande, aber mit skizzenhaft festen Strichen. Dramaturgisch gesehen eine gemilderte Jessner-Interpretation.
Auch der Bühnenbildner Wolfram Münz neutralisierte den Schauraum. Er will den Ort nur andeuten, ihn symbolisch bezeichnen, um durch die Macht dieses Symbols den übrigen Theaterraum, auf dem sich die Darsteller bewegten, mitsamt dem architektonischen Bau jeweils in die entsprechende, vom Dichter gewollte Örtlichkeit geistig zu verwandeln. Die stilisierten Hallenbögen nach Tudor-Manier halbieren die Bühne in der Höne und schaffen den weiten Raum für alle Möglichkeiten des Spiels. Ein Prospekt darüber im Hintergrund, etwas undefinierbar in seiner Vielfalt und Anlage, läßt die Frage nach der Landschaft (Wien!) offen. Die Oertlichkeit dagegen wird sehr glücklich durch ein entsprechendes Bild in der Mitte der Bogenhalle versinnbildlicht, das plastisch im Hintergrund nach Aufziehen eines Vorhanges erscheint. Tatsächlich gelingt es auf diese Weise dem Bühnenbildner ausgezeichnet, das Stück ohne Pause auf einteiliger Bühne abrollen zu lassen und dem Zuschauer genügend Unterstützung für seine Illusion zu geben.
Auf der Bühne versuchte die Regie „Bilder zu stellen“, die Darsteller durch die Kraft des Wortes wirken zu lassen. Nicht immer gelang das, da die Ensemblekunst durch Fehlen eines ständigen Spielleiters am hiesigen Theater bisher recht vernachlässigt wurde. Trotzdem waren die Klosterszenen und einige Auftritte im Palast eindringlich und ergreifend, die Monologe nicht immer plastisch genug, gelungen in jeder Beziehung die komischen Partien. Martin Lübbert, vielleicht ein wenig zu rührselig in seiner Haltung und zu anbiedernd (gegenüber dem Kerkermeister), gab dem Herzog die Züge eines gerechten Landesvaters. Mehr Zurückhaltung und stärkere kontemplative Diktion — zumal er noch den Deus ex machina vertritt — hätte der Darstellung nicht geschadet. Willy Leyrer ist ein älterer Angelo, der ja im Grunde genommen kein Schurke par excellence ist. Hochgebildet und von strengsten moralischen Grundsätzen, sieht er mit einseitiger Härte ins Leben. Humorlos und pedantisch stellt er sich über die Natur, um schließlich selbst die eingebildete Kraft ad absurdum zu führen, dem Aufwuchern einer Leidenschaft nicht entrinnen zu können und den Weg des Verbrechens zu beschreiten. Diese zwiefache Kälte strahlte Willy Leyrer wohl aus, aber sie war unpersönlich, weder im Wort noch in der Geste beweiskräftig genug. Das eisige Verharren kann nicht durch gelegentliche Ausbrüche glaubhaft gemacht werden. Dazu braucht es einer jüngeren Maske, der man eher die Siedehitze des Blutes zumuten kann. Leyrers vorzügliche Gestaltungsgabe liegt eben auf einem anderen Gebiet und für die Rolle des Angelo fehlt dem Theater die Charge.
Karl Zollern fühlt sich als Kanzler Escalus nicht ganz wohl, aber er spricht würdevoll. Rosemarie Kilian verlieh der Isabella die reinen Züge menschlicher und fraulicher Harmonie, die in tiefem Glauben bereit ist, jedes Opfer zu bringen und die in heißer Anklage ihre Enttäuschung und ihre Erniedrigung zu rächen weiß. Menschlich ausgezeichnet getroffen wird der Kerkermeister von Kurt Westermann und auch Ilse Bartram formt mit Geschick die blasse Rolle der Marianne. Besonders zu erwähnen sind noch Herbert Wien und Franz Schneider. Die Figuren des Kupplers Pompe und des sinnenfrohen Lebemanns Lucio scheinen ihnen auf den Leib geschrieben und doch steckt dahinter jene letzte vergeistigte Schauspielkunst, die eben alles natürlich wirken läßt. Ein Kabinettstück komödiantischer Grausamkeit der Henker von Walter Kohls. K. Wiest, E. Vogt, H. Walter, H. Schüler, W. Weber, Ellen Krug (mit Kostümen aus dem „Maxim“ des fin de sidcle), Martel Ferber und Martha Kuhn- Liebel ergänzten das Ensemble mit bestem Können. Die kleine Bühnenmusik im Lullystil steuerte Chordirektor Paul Cadow bei. Die Kostüme waren wirksam und im Typ gut stilisiert.
Das Publikum nahm dieses gelungene Beginnen, das die dramaturgischen und stilistischen Aufgaben mit soviel Präzision, Einfallsreichtum und vergeistigter Schau löste, mit reichem und herzlichem Beifall auf.
Autoren-Abend mit Bernard v. Brentano
Bernard von Brentano, der im Jahre 1933 in die Schweiz emigrierte und im vorigen Jahre wieder nach Deutschland zurückkehrte — sein Werk „Phädra“ wurde vor nicht allzulanger Zeit vom Hessischen Landestheater aufgeführt —, gab vor einem äußerst interessierten Publikum einen Autorenabend. Er kam der augenblicklichen Neigung zur Lektüre kriegsgeschichtlicher Literatur entgegen, indem er das Kapitel „Die Schlacht“ aus seinem Roman „Theodor Chindler“ las, über den Thomas Mann urteilte, daß er „mit leichter und sicherer Hand gemeistert“ sei. Bernard von Brentano gab einen Bericht über die Champagne-Schlacht in einer Sprache, die ihre Spannung nicht durch kühne und erregende Wortbildungen erhielt, sondern durch die nüchterne, genaue Schilderung der Ereignisse selbst. Festgehalten sei die Antwort, die ein Offizier bekam, der einen den Tod seines Freundes beweinenden Soldaten mit der verächtlichen Bemerkung strafte „,Wo kämen wir hin, wenn plötzlich die ganze Armee weinen würde?“ —: „Nach Paris“. In dieser Antwort liegt das Denken des Dichters verborgen, der stets den Wert des Einzelnen über die Gewalt der Masse stellt. S.
Von der Leinwand
THALIA. „Die Lüge“ hat bekanntlich kürze Beine. So auch in diesem Film, in dem sich aus einer anfangs ausgesprochenen Unwahrheit eine Kette von Eifersucht, Mißtrauen und sogar ein Mordversuch anschließen, die zwangsläufig weitere Lügen zur Folge haben, die mit einem immer wieder auftauchenden markigen „Wandspruch“: „Das Werk ist mehr als Du!“ ihre Rechtfertigung zu finden scheinen. Die ganze Handlung ist verbrämt mit feudalen Wohnungen, Luxuswagen, wissenschaftlich und finanziell gut fundierten Gelehrten, unter denen nur einer aus der Reihe tanzt, bis er durch den geheimnisvollen Sturz aus dem Ballon zwar zeitweilig sein Erinnerungsvermögen verliert, dafür aber als wertvolles Glied der menschlichen Gesellschaft als gesichert zu betrachten ist.
Man hat eine Reihe guter Schauspieler für diesen Film aufgeboten: Will Quadflieg, Ewald Balser, Otto Gebühr, Sibylle Schmitz, Cornell Borchers. Sie tun ihr Bestes, um der „Lüge“ auf ihre kurzen Beine zu helfen, lassen auch die dramatischen Höhepunkte wirkungsvoll erstehen. Bester Schauspieler, weil dankbarste und ihm gemäße Rolle: Ewald Balser. Regie: Gustav Fröhlich, nicht immer frei vom Schematisieren. -n.
Die Dresdner Staatsoper hat für die neue Spielzeit die tänzerische Pantomime des in Stuttgart lebenden Komponisten Otto Erich Schilling „Emil und die Detektive“ nach Erich Kästners bekanntem Roman zur Uraufführung angenommen. Die Württembergischen Staatstheater hatten im Januar Schillings Ballett „Im Siebe des Satans“ uraufgeführt. Kästner hatte dem Komponisten im Januar seinen Roman zur alleinigen Vertonung überlassen.
Der Sport
98er Derckung versagte am Bornheimer Hang
FSV Frankfurt schlägt SV 98 Darmstadt 4:0 (4:0) / Alle Tore waren vermeidbar / Rabenschwarzer Tag des Darmstädter Torhüters / 30 Minuten lang beschämendes Spiel der Hintermannschaft / Drei Tore in sieben Minuten Wirth und Neuser beim FSV, Böhmann und Herder beim SV 98 die besten Spieler
Am gefährlichen Bornheimer Hang hatte man sich im Darmstädter Lager keinen Sieg erhofft, aber auch nicht mit einer so deutlichen Niederlage gerechnet. Sie hätte in dieser Höhe auch durchaus vermieden werden können, wenn die Hintermannschaft in der 1. Halbzeit nicht so kraß versagt und dem ersatzgeschwächten Sturm der Frankfurter das Toreschießen so leicht gemacht hätte.
Die Bornheimer mußten auf ihre Stürmerasse Herrmann und Schuchard verzichten, was sich für sie hätte ungünstig auswirken können, wenn ihr neu formierter Sturm auf eine schlagkräftige Deckung gestoßen wäre. Was sich die sonst so sichere Darmstädter Deckung aber diesmal an Fehlschlägen leistete, ging schon nicht mehr auf die berühmte Kuhhaut. Schon gegen Mühlburg und Fürth dauerte es eine gewisse Zeit, bis sich Schmidtmer und seine Umgebung auf den Gegner eingestellt hatten. Am Bornheimer Hang benötigten sie ganze 45 Minuten dazu, das war denn doch zu viel. Die Frankfurter Stürmer wurden geradezu gezwungen, Tore zu schießen, von denen keines zwingend herausgespielt war, was für sie die Gegner besorgten. Hinzu kam, daß Dr. Barth noch nie ein so schwaches Spiel im Fußballtor geliefert hat wie am Samstag. Zumindest die drei letzten Tore kommen auf sein Konto, wenn auch jedesmal geradezu strafbare Fehlschläge seiner Vordermänner vorausgingen. Es war peinlich, daß das Frankfurter Publikum die letzten Zähler der Einheimischen schon nicht mehr bejubelte, sondern über die Schnitzer der Gäste lachte. Was nützt es, daß der 98er Sturm eine durchaus ansprechende Leistung vollbrachte, daß die Lilien in der zweiten Halbzeit das Spiel ausgeglichen gestalteten, was auch im Eckenverhältnis von 7:6 für den FSV zum Ausdruck kommt. Alles war umsonst, die Deckung hatte dem Gegner bereits vor der Pause den Sieg geschenkt.
FSV: Rado; Nold, Dehm; Scheerer, Schwarz, Neuser; Gonschorek, Frank, Hasse, Wirth, Dziwocki.
SV 95: Dr. Barth: Leichtlein, Abt; Barth, Schmidtmer, Herder; Thalheimer (Becker I), Becker I (Thalheimer), Mühlbach, Bohmann, Herwig..
Zuschauer: 10 000.
Schiedsrichter: Hiller (Stuttgart).
Dr. Barths Unentschlossenheit beim Herauslaufen und „Tauchen“ nach flachen Bällen wurde spielentscheidend. Leichtlein und Barth wurden mit dem starken linken Flügel des FSV nicht fertig. Wirth, den Barth zu halten gehabt hätte, konnte schalten und walten, wie er wollte. Auch Schmidtmer wurde erst nach der Pause sicherer, und Abt ließ sich von der Nervosität seiner Nebenleute anstecken. Nur Herder lieferte eine feine Partie, baute fleißig auf und zerstörte wirkungsvoll, oft jedoch so resolut, daß es Freistöße hagelte. Im Sturm gefiel der linke Flügel, wo Bohmann in glänzender Spiellaune war. Mühlbach rackerte sich in der Mitte redlich ab, wurde aber mit Schwarz nur selten fertig. Die rechte Seite hatte in Dehm und Neuser die stärksten Gegner vor sich. Becker, noch immer sehr steif, kam erst besser ins Spiel, als er Rechtsaußen spielte. Thalheimer spielte unauffällig, aber nützlich.
Die Frankfurter Betondeckung hielt wieder dicht. Sehr eindrucksvoll der linke Läufer Neuser, der seinen Mann völlig kaltstellte, ohne daß Aufbauspiel zu vernachlässigen. Im Sturm wurde Herrmann kaum vermißt, da Wirth einen großen Tag hatte und ihn als Aufbauspieler und Durchreißer gut ersetzte.
Das Spiel beginnen die Darmstädter mit der von ihnen nun schon gewohnten Nervosität, so daß der FSV sofort das Kommando übernehmen kann. Eine musterhafte Flanke von Wirth faustet Dr. Barth dem langen Mittelstürmer vom Kopf. Schüsse von Frank und Hasse haben nicht die Richtung aufs Tor. Gerade als die vom stimmengewaltagen Schlachtenbummlerchor angefeuerten Darmstädter zu einigen sehr schönen Kombinationszügen ansetzen, schießen die Schwarz-Blauen in der 16. Minute das erste Tor. Wirth gibt einen Ball, den zwei Darmstädter nicht wegbeförderri können, zu dem freistehenden Franke, der aus 15 Meter Entfernung mit einem weichen Flachschuß in die linke Ecke trifft. Eine Minute später ist erneut dicke Luft, als Herder über den Ball fällt und Dr. Barth den aus nächster Nähe abgegebenen Schuß nur abprallen kann. Es folgen weitere turbulente Szenen am Darmstädter Heiligtum, vor dem die Hintermannschaft Fehler auf Fehler macht. Hasse köpft, vier Meter allein vor dem Tor stehend, an die Latte. Bei einem weiteren Schuß von ihm hat der schlecht abwehrende Schlußmann noch einmal Glück. Aber auch der 98er - Sturm ist nicht untätig. Einen schnellen Vorstoß des Innensturmes verdirbt Mühlbach durch Abseitsstellung. Böhmann setzt Thalheimer mit einem flachen Steilpaß ein, die Flanke landet schließlich bei Herwig, dessen Schuß von Rado gehalten wird, der auch noch zwei Nachschüsse in glänzender Manier meistert. Dann bricht das Unheil über die Lilien herein. Die rechte Deckungsseite leistet sich einige Schnitzer. Frank erhält dadurch dicht vor dem Tor den Ball, den er am regungslosen Dr. Barth vorbeischiebt. In zwei Minuten eine ähnliche Situation. Diesmal ist es Hasse, dem Schmidtmer das Leder überläßt, das der Mittelstürmer mit dem Knie über den Torwart hinweg ins Netz hebt. Und da dem FSV das Toremachen so leicht gemacht wird, schießt er auch gleich noch Nummer 4. Dr. Barth hat sich bereits bei einer ganz harmlosen Situation das Leder geangelt, als er es Wirth noch einmal vor die Füße legt, der ganz überrascht ist, als er so unvermutet einen Schuß ins leere Tor abgeben darf. Drei Tore in sieben Minuten, es sieht nach einer bösen Abfuhr aus. Barth schlägt zum soundsovielten Male über den Ball, wodurch Hasse zu einem Bodenroller Gelegenheit gegeben wird, der gemächlich an den Pfosten kullert, ohne daß sich der Darmstädter Torwart wirft. Dann ist zum Glück Halbzeit.
Nach der Pause, als der Kampf bereits verloren ist, läßt sich das Spiel der 98er besser an. Die Deckungsreihen werden sicherer, der Ball wird flach gehalten, der Sturm erspielt sich gute Gelegenheiten, aber es will nichts gelingen. Einmal köpft Herwig auf das von Rado verlassene Tor, wo Dehm den Ball herausschlägt. Bohmann vergibt das sicher scheinende Ehrentor, als er einen von Mühlbach vors Tor gebrachten Ball aus drei Metern vorbeischiebt. Kurz danach scheint er dagegen Glück zu haben. Eine hohe Flanke von Becker erwischt er gut mit dem Kopf, aber Rado steht in der richtigen Ecke. So bleibt es beim 4:0.
Mit den Entscheidungen des Schiedsrichters waren beide Parteien nicht immer einverstanden.
Anerkennung verdient der Eifer, mit dem die Darmstädter bis zur letzten Minute kämpften. Es besteht kein Grund, die Elf in'Grund und Boden zu verdammen. Trotz der Niederlage konnte sie rein spielerisch gefallen. Es war auch eine gute Portion Pech, daß sie so hoch vorlor. Wir glauben, daß die Mannschaft ihren Weg macht und bald wieder zu Punkten kommt, von denen sie im Laufe der Saison genug sammeln wird, um sich in der Oberliga zu halten. Dr. R.
Wer fährt nach München?
Am Freitag wurden folgende Gewinner unseres Wettbewerbes „ DT-Schlachtenbummler“ ausgelost:
1. Schwarz, Friedrich, Darmstadt, Liebfrauenstraße 6;
2. Herwig, Paula, Darmstadt, Am Klingsacker 4;
3. Block, Hermann, Nieder-Ramstadt, Dornwegshöhstraße 27.
Die Sportredaktion wünscht den drei Gewinnern, die bereits am Samstag mit dem Sondertriebwagen nach München fahren, daß sie sich nicht zu heftig in das dortige Oktoberfest stürzen, damit sie am Sonntag auch noch etwas vom Spiel mitbekommen.
Für die „Zweite“ unseres Wettbewerbes freuen wir uns besonders, da damit für die Frau des Linksaußen der 98er die Frage „Was macht die Fußballbraut am Sonntagnachmittag?“ für den kommenden Sonntag mit Hilfe des DT bestens gelöst worden ist.
Die Amateure im „Länderpokal“
Wiesbaden. (F.A.Z.) In der ersten Runde der Fußballamateure um den „Länderpokal“ setzten sich Westfalen, Rheinland, Berlin, Nord Württemberg, Nordbaden, Bayern, Hamburg und der Rheinbezirk durch. In Hameln ließ sich die Niedersachsen-Elf von den weitaus spielstarkeren Westfalen 4:1 schlagen. In Trier gab die Mannschaft vom Niederrhein eine gute Vorstellung und siegte gegen das Rheinland 5:1. Zu einem schönen 2:0 kam Berlin in Bremen. In Schwäbisch-Gmünd bezwang Nordwürttemberg die südwürttembergische Auswahl auf Grund der in der zweiten Halbzeit h^rausgespielten Ueberlegenheit 5:2. Südbaden unterlag in Offenburg gegen Nordbaden 1:3. In Wiesbaden unterlag Hessen gegen Bayern 0:1, das „goldene Tor“ fiel bereits in der dritten Minute. In Hamburg bezwang die einheimische Auswahl Schleswig-Holstein verdient 2:1, und in Speyer unterlag Südwest gegen den Rheinbezirk 0:2.
Arheilgens ersfte Heimniederlage
Jahn Regensburg siegt 3:1
Arheilgen: Seibel; Becker, Wentschel; Zöller, Kaut, Traser; Dilfer, Müller, Potrafke, Lieber, Kirchrath.
Regensburg: Niemann; Primibs, Eisenschenk; Schmidt, Schamriß, Popp; Wittmann, Reis, Effenhauser, Gleisner, Semmler.
Schiedsrichter: Fleig (Stuttgart).
Zuschauer: 3000.
Bis 20 Minuten vor Schluß sah man ein gutes Spiel, bei dem die Regensburger technisch besser waren, die Einheimischen aber mit großem Eifer spielten, so daß das Spiel offen blieb, streckenweise sogar von Arheilgen geführt wurde. Es begann schon mit einem Knaks für die Einheimischen, als Traser in der dritten Minute dem unaufmerksamen Seibel zurückgab, Seibel den Ball nur berühren konnte und das Leder vom Pfosten ins Tor sprang. Von diesem Selbsttor der Mülchesleute zehrten die Regensburger bis fast zum Ende. In der zehnten Minute knallt Lieber über das Gehäuse und ein Prachtschuß Müllers in der 18. Minute streicht ebenfalls knapp vorüber. Wenn man die Notizen weiter verfolgt, wechselt immer wieder „knapp darüber“ von beiden Seiten. Halbzeit 0:1.
Nach dem Wechsel wird das Spiel noch schneller. Regensburg kombiniert sich gut durch, zwei Schüsse kann Seibel mit Glück unschädlich machen. Einen Schuß von Potrafke lenkt ein Verteidiger in die freie Ecke, doch sein Kollege kann noch ein sicheres Tor verhüten. Arheilgen legt noch zu, immer mehr gerät Regensburg in Nöte. Potrafke ist in die Verteidigung gegangen, gibt den Ball an den jetzt stürmenden Bekker, der ihn 40 Meter führt, an Dilfer weiterleitet, dessen Flanke von Lieber eingeschossen wird. 1:1. Nun laufen die Einheimischen auf der Siegesstraße. Immer wieder stürmen sie gegen das Gästetor und zwei Minuten später gibt Dilfer einen Paß an Lieber, der den Rall nach Kampf mit zwei Verteidigern über die Linie bringt. Der Schiedsrichter entscheidet Tor, doch der Linienrichter will besser gesehen haben und Fleig ändert seine Entscheidung auf Abseits um. Eine Riesen auf regung beherrscht nun das Spielgeschehen. Und das nützt Regensburg aus und erzielt aus einem Gedränge das zweite, viel stärker nach Abseits riechende Tor. Wieder gehen die Wogen hoch und wieder kann Regensburg in diesem Hexenkessel einen dritten Treffer markieren. Der Schiedsrichter hat jede Gewalt über das Spiel verloren. Er pfeift alles auf Zuruf und versucht sich durch unsinnige Entscheidungen bei den Einheimischen zu entschuldigen. Regensburg war an dem allem unschuldig. Nur Herr Fleig aus Stuttgart brach den Einheimischen, als sie ihre besten Minuten hatten, mit einer Fehlentscheidung das Kreuz. Man muß von einem Unparteiischen verlangen können, daß er seine Entscheidungen, besonders wenn es um Sieg oder Niederlage geht, selbst trifft und nicht nur das tut, was ihm die Linienrichter zuwinken. Die Einheimischen mußten die ganze Tragik eines verdorbenen Spieles auskosten, was um so bitterer war, als ihnen der sichere Sieg im entscheidenden Moment aus den Händen geschlagen wurde. Das einzige Erfreuliche war, daß die Arheilger wieder da sind und noch manchem das Leben sauer machen werden. Eckenverhältnis 7:5 für die Einheimischen. Im Vorspiel schlug die A-Jugend die gleiche Mannschaft von 98 Darmstadt mit 1:0. Hewe.
Der Regensburger Linksaußen Semmler gibt eine weiche Flanke vor das Tor. Szene aus dem Spiel SG Arheilgen gegen Jahn Regensburg 1:3. Foto: Hemme
Die richtigen Tips
Hessen: 1,1, 1,1, 1,1, —, 1,0, 2, 1. Rheinland-Pfalz: —, 1,1, 1,2, 2,2, 1,1, 0, 1. Bayern: 1,1, 1,1, 1,2, 1,2, 1,1, 1,1, 1, 1. Württemberg-Baden: 0,1, 1,1, 1,1, 0, 1,1, 1,0, 1.
Zum achten Male München 1860
Bei den Frauen holte sich der 1. FC Nürnberg den Titel in der Mannschaftsmeisterschaft
Die beste Einzelleistung des Sonntags erzielte Hausmann, VfL München, der bei seinem Hammerwurf 50,89 m erreichte und damit 922 Punkte für sich buchen konnte. Die zweitbeste Leistung sah man von Stürck (1860 München), der im Stabhochsprung die Höhe von 3,80 m erreichte und damit 920 Punkte erreichen konnte 1860 München errang durch seinen Sieg zum achten Male den Titel eines deutschen Mannschaftsmeisters.
Auch ohne Dr. Bausenwein (Inge Wolf-Plank) konnten die Mädchen des ersten FC Nürnberg beim Auftakt des DMM-Kampfes in Wetzlar klar die Führung übernehmen. Für den Vorsprung von genau 365 P., der die „Club“-Frauen von den Stuttgarter Kickers trennte, sorgte vor allem die Diskuswerferin Else Hümmer-Graf, die mit 42,91 m einen neuen deutschen Nachkriegs-Rekord auf stellte.
Wesentlich besser als in München und Wetzlar war das Wetter in Berlin bei den DJMM-Endkämpfen der Jugend. Dementsprechend gab es schon am ersten Tage einige prächtige Leistungen. Alle überragte hierbei die deutsche 100- m-Jugendmeisterin Inge Kühn, die auf der schnellen Bahn des Berliner Olympiastadions mit 12.2 Sek. ihre eigene, so sehr angczweifelte Bestzeit einstellte. Daß die Mädels von Hessen-Hersfeld nach dem ersten Tage mit 5510 P. knapp in Führung lagen, verdankten sie in erster Linie ihrer ausgezeichneten Werferin Nolzen (Kugelstoßen 10,83 m — Diskuswerfen 35,75 m).
Bei den Jun g e n konnten sich die Talente des KSV Hessen Kassel wohl nur bis auf zwei Punkte an Rot-Weiß Oberhausen heranschieben, weil ihre starken Hebungen auf dem Programm des ersten Tages standen. Hier imponierte namentlich der deutsche Jugendmeister Zeiß (Kassel) durch seinen Hochsprung von 1,78 m.
Im Berliner Olympia-Stadion verteidigte Rot-Weiß Oberhausen am Wochenende erfolgreich seinen Meistertitel in den deutschen Vereinsmannschaftskämpfen der männlichen Jugend mit 15143 Punkten. Den zweiten Platz besetzte Hessen-Kassel mit 14 845 Punkten vor VfL München mit 14 003, Hamburger Sportverein mit 13 435, Rendsburger TV mit 13 233, SC Charlottenburg mit 13 225 und Göttingen 05 mit 13 116 Punkten.
Bei der weiblichen Jugend konnte der SC Charlottenburg mit 10 563 Punkten den Vorjahressieger Hessen-Hersfeld mit 10 403 Punkten auf den zweiten Platz verweisen. Der Hamburger Sportverein wurde Dritter mit 10 109 vor Göttingen 05 mit 9 695 und VfL München mit 9 607 Punkten.
Ergebnisse
Männer: Gesamtergebnis ohne Stabhochsprung: 1. München 1860 16 576 P., 2. Eintracht Frankfurt 15 817 P., 3. VfL München 15 681 P., 4. Stuttgarter Kickers 15 625 P., 5. SW Radevormwald 13 238 P. — 100 m: Zandt (Stuttgart) 11,0, Luther, Schreiber (beide 1860) 11,0; 400 m: Ulzheimer (Frankfurt) 50,1, Vogt (VfL) 50,5, Luther 51,0, Zandt 51,7; 1500 m: Friesinger (1860) 4:03,4, Schneider (Stuttgart) 4:05,6, 3. Eberlein (1860) 4:05,8; HO m Hürden: Theilmann (Frankfurt) 15,4, E. Hidas (VfL) 15,6, Ulzheimer 15,8; Weitsprung: Luther (1860) 7,38, Theilmann (Frankfurt) 6,85; Stabhochsprung: Stührck (1860) 3,70, Eding, Petermüller (beide 1860) je 3,60; Kugelstoßen: Hilbrecht (1860) 13,20, Riese (Frankfurt) 13,10; Speerwerfen: Sick 58,32, Keller (beide Stuttgart) 57,96.
Frauen: Gesamtergebnis: 1. 1. FC Nürnberg 9350 P., 2. MTV 79 München 8985 P., 3. Hamburger SV 8566 P., 4. Kikkers Stuttgart 8500 P., 5. SSV Wuppertal 8258 P. — 100 m: Seonbuchner (Nürnberg) 12,3, Fehring (München) 12,5, Wakkersreuther (Nürnberg) 12,6, Nagler (München) 12,6; Hochsprung: Fauth, von Buchholtz (beide Stuttgart) 1,51; Diskuswerfen: Hümmer-Graf (1. FC Nürnberg) 42,91 (deutsche Nachkriegs-Bestleistung), Ratsack (HSV) 36,75; Speerwerfen: Groß (Nürnberg) 39,28, Gelius (München) 35,85.
Herwigs Freistoß verfängt sich in der Frankfurter Deckung, während Bohmann seinen Kameraden beobachtet. Szene aus dem Spiel FSV—SV 98 4:0. Foto: Hemme
Blick über die Fußballfelder
Süd 1. Liga
1. FC Nürnberg—Singen 04 1:2 FSV Frankfurt—Darmstadt 98 4:0 Schweinfurt 05—Vfß Mühlburg 2:1 Schwaben Augsburg—Spvgg. Fürth 1:0 Kickers Offenbach—BC Augsburg 1:0 Eintracht Frankfurt—Waldhof 2:0 VfR Mannheim—Reutlingen 5:0
Süd 2. Liga
ASV Cham—Kickers Stuttgart 0:0 Hessen Kassel—ASV Durlach 2:0 FC Freiburg—Wacker München 1:2 Bayern Hof—l. FC Pforzheim 1:0 1. FC Bamberg—Viktoria Aschaffenburg 3:1 VfL Konstanz—SV Wiesbaden 3:2 Ulm 1846—SV Tübingen 2:1 Arheilgen—Jahn Regensburg 1:3 Union Bückingen—TSV Straubing 2:1
Rheinland/Pfalz 1. Liga
VfR Kaiserslautern—Andernach 4:2 Engers—l. FC Kaiserslautern 0:4 VfL Neustadt—Tura Ludwigshafen 2:1 Wormatia—Neuendorf 7:0 Eintracht Kreuznach—ASV Landau 1:2 Phönix Ludwigshafen—Mainz 05 6:1 FK Pirmasens—Eintracht Trier 4:0
Ost 1. Liga
Motor Dessau—Grube Marga 1:3 KWU Weimar—Lokomotive Stendal 0:4 Einheit Meerane—Rotation Dresden 4:1 Lichtenberg 47—Union Ob 4:1 Polizei Dresden—Chemie Leipzig 1:2 Mechanik Gera—Turbine Halle 1:1 EHW Thale—KWU Erfurt 1:2
West 1. Liga
Horst Emscher—l. FC Köln 0:1 Preußen Münster—Schalke 04 0:1 Alemannia—Katernberg 4:3 Hamborn 07—Borussia 4:2 München-Gladbach—Fortuna 0:2 Erkenschwick—Duisburger SV 2:0 Preußen Dellbrück—Rheydter SV 1:2 RW Essen—RW Oberhausen 5:1
Nord 1. Liga
VfL Osnabrück—St. Pauli 3:3 HSV—Bremerhaven 93 2:1 Eimsbüttel—ltzehoe 5:1 Arminia—Vfß Oldenburg 3:0 Göttingen 05—Hannover 96 4:3 Werder—Concordia 4:0 Eintracht—Altona 93 2:1 Holstein—Eintracht Osnabrück 2:1
Stadtliga Berlin
Union 06 — SC Westend 3:1 Wacker 04 — Alemannia 90 2:2 Minerva 93 — Tasmania 1:1 Blau-Weiß — SC Südring 0:1
England 1. Division
Arsenal—Huddersfield 6:2 Middlesbrough—Sheffield Wednesday 1:0 Burnley—Newcastle United 1:1 Aston Villa—Bolton Wanderers 0:1 Chelsea—West Bromwich Albion 1:1 Derby County—Fulham 3:2 Everton—Liverpool 1:3 Manchester United—Charlton Athletic 3:0 Portsmouth—Stoke City 5:1 Sunderland—Blackpool 0:2 Wolverhampton Wanderers —Tottenham Hotspurs 2:1
F reundschaf tsspiele
Zürich—Stuttgart 3:3 St. Gallen—München 1:5
| Tabelle | ||||||
| Bayern München | 4 | 3 | 1 | 0 | 12:4 | 7:1 |
| 1. FC Nürnberg | 5 | 3 | 1 | 1 | 9:2 | 7:3 |
| Kickers Offenbach | 5 | 3 | 1 | 1 | 11:4 | 7:3 |
| Vfß Stuttgart | 5 | 3 | 1 | 1 | 13:6 | 7:3 |
| FSV Frankfurt | 5 | 3 | 1 | 1 | 9:7 | 7:3 |
| FC 05 Schweinfurt | 4 | 3 | 0 | 1 | 6:4 | 6:2 |
| Spvgg Fürth | 5 | 3 | 0 | 2 | 10:4 | 6:4 |
| Vfß Mühlburg | 5 | 3 | 0 | 2 | 18:9 | 6:4 |
| VfR Mannheim | 5 | 3 | 0 | 2 | 18:11 | 6:4 |
| Schwaben Augsburg 5 | 2 | 2 | 1 | 10:7 | 6:4 | |
| FC Singen 04 | 4 | 2 | 1 | 1 | 7:9 | 5:3 |
| Eintracht Frankfurt 5 | 2 | 1 | 2 | 7:8 | 5:5 | |
| SV 98 Darmstadt | 5 | 2 | 0 | 3 | 9:14 | 4:6 |
| 1860 München | 4 | 1 | 0 | 3 | 3:7 | 2:6 |
| BC Augsburg | 5 | 0 | 2 | 3 | 3:8 | 2:8 |
| Waldhof Mannheim 5 | 0 | 2 | 3 | 3:9 | 2:8 | |
| VfL Neckarau | 5 | 0 | 1 | 4 | 5:18 | 1:9 |
| SSV Reutlingen | 5 | 0 | 0 | 5 | 3:25 | 0:10 |
| Tabelle | ||||||
| Bayern Hof | 5 | 4 | 1 | 0 | 9:3 | 9:1 |
| Jahn Regensburg | 5 | 4 | 0 | 1 | 13:4 | 8:2 |
| Kickers Stuttgart | 5 | 3 | 2 | 0 | 17:9 | 8:2 |
| ASV Cham | 5 | 2 | 3 | 0 | 7:4 | 7:3 |
| Hessen Kassel | 5 | 2 | 3 | 0 | 10:7 | 7:3 |
| 1. FC Bamberg | 5 | 2 | 2 | 1 | 6:5 | 6:4 |
| Wacker München | 5 | 3 | 0 | 2 | 13:11 | 6:4 |
| Union Bückingen | 5 | 3 | 0 | 2 | 3:8 | 6:4 |
| VfL Konstanz | 5 | 3 | 0 | 2 | 9:10 | .6:4 |
| TSV Straubing | 5 | 2 | 1 | 2 | 17:10 | 5:5 |
| TSG Ulm 1346 | 5 | 2 | 1 | 2 | 8:10 | 5:5 |
| 1. FC Pforzheim | 5 | 1 | 2 | 2 | 10:12 | 4:6 |
| FC Freiburg | 5 | 1 | 2 | 2 | 9:12 | 4:6 |
| Viktoria Aschaffbg. 5 | 1 | 1 | 3 | 9:9 | 3:7 | |
| SG Arheilgen | 5 | 1 | 1 | 3 | 7:18 | 3:7 |
| ASV Durlach | 5 | 1 | 0 | 4 | 10:12 | 2:8 |
| SV Wiesbaden | 5 | 0 | 1 | 4 | 4:10 | 1:9 |
| SV Tübingen | 5 | 0 | 0 | 5 | 3:15 | 0:10 |
| 1 | fabelle | |||||
| 1. FC Köln | 4 | 4 | 0 | 0 | 11:2 | 8:0 |
| Schalke 04 | 4 | 3 | 1 | 0 | 10:2 | 7:1 |
| RW Essen | 4 | 3 | 0 | 1 | 14:4 | 6:2 |
| Fortuna Düsseldorf | 4 | 2 | 2 | 0 | 5:2 | 6:2 |
| Preußen Münster | 4 | 3 | 0 | 1 | 6:3 | 6:2 |
| Borussia Dortmund | 4 | 3 | 0 | 1 | 12:7 | 6:2 |
| Erkenschwick | 4 | 1 | 2 | 1 | 3:2 | 4:4 |
| Hamborn 07 | 4 | 2 | 0 | 2 | 7:8 | 4:4 |
| Rheydter SV | 4 | 2 | 0 | 2 | 8:13 | 4:4 |
| Preußen Dellbrück | 4 | 1 | 1 | 2 | 5:6 | 3:5 |
| Katernberg | 4 | 1 | 1 | 2 | 7:9 | 3:5 |
| Alemannia Aachen | 3 | 1 | 0 | 2 | 4:9 | 2:4 |
| Horst Emscher | 4 | 0 | 2 | 2 | 5:8 | 2:6 |
| RW Oberhausen | 3 | 0 | 1 | 2 | 2:7 | 1:5 |
| Borussia Gladbach | 4 | 0 | 0 | 4 | 4:16 | 0:8 |
| Duisburger SV | 4 | 0 | 0 | 4 | 1:6 | 0:8 |
| Tabelle | ||||||
| HSV | 4 | 3 | 1 | 0 | 15:4 | 7:1 |
| St. Pauli | 4 | 3 | 1 | 0 | 15:6 | 7:1 |
| Eimsbüttel | 4 | 3 | 1 | 0 | 12:5 | 7:1 |
| VfL Osnabrück | 4 | 3 | 1 | 0 | 14:6 | 7:1 |
| Göttingen 05 | 5 | 3 | 1 | 1 | 19:11 | 7:3 |
| Werder Bremen | 5 | 3 | 0 | 2 | 15:9 | 6:4 |
| Eintr. Braunschw. | 4 | 2 | 1 | 1 | 7:7 | 5:3 |
| Bremerhaven 93 | 5 | 2 | 1 | 2 | 9:11 | 5:5 |
| Bremer SV | 4 | 2 | 0 | 2 | 9:10 | 4:4 |
| Holstein Kiel | 4 | 2 | 0 | 2 | 7:8 | 4:4 |
| Vfß Oldenburg | 4 | 1 | 2 | 1 | 6:7 | 4:4 |
| Arminia Hannover | 5 | 2 | 0 | '3 | 10:7 | 4:6 |
| Altona 93 | 4 | 1 | 0 | 3 | 6:16 | 2:6 |
| Concordia | 4 | 1 | 0 | 3 | 6:18 | 2:6 |
| Hannover 96 | 4 | 0 | 1 | 3 | 6:9 | 1:7 |
| Eintr. Osnabrück | 3 | 0 | 0 | 3 | 3:7 | 0:6 |
| SV Itzehoe | 5 | 0 | 0 | 5 | 5:23 | 0:10 |
Nester gewinnt den 2. Lauf
Der zweite Lauf zur VCD-Meisterschaft auf der Straße war von idealem Rennwetter begünstigt, auch der teilweise starke Gegenwind machte den Fahrern nicht allzuviel zu schaffen. Der Umstand, daß alle VCD-Fahrer am Start waren, gab dem Rennen ein besonderes Gepräge. Die Strecke führte vom Böllenfalltor über Oberramstadt, Brandau, Lindenfels, Reichelsheim, Reinheim, Roßdorf zum Ziel am Löwentor. Die jüngeren und schwächeren Fahrer erhielten Vorgaben bis zu 5 Minuten. Die Hauptspannung lag natürlich auf dem Abschneiden des Hessenmeisters 1950 auf Bahn und Straße, Paul Nester, gegenüber dem in bester Form befindlichen harten Straßenfahrer Siegfried Volkhammer. Eine ganz besondere Ueberraschung lieferte auch der erst 16 Jahre alte Alfred Hermann, der eine vorzügliche Veranlagung in diesem harten Rennen zeigte. Hanno Seifert kam durch zahlreiche Schaltungsdefekte ins Hintertreffen.
Ergebnis: 1. Paul Nester (Zeit 1 St. 59 Min.), 2. Siegfried Volkhammer, 3. Alfred Hermann, 4. Rolf Neidhardt, 5. Walter Rose, 6. Hanno Seifert, 7. Walter Funk, 8. Jürgen Strauber, 9. Alfred Klier. Hugo Menz, Victor Röder und Hermann Starck schieden aus.
Grenzlandring ohne BMW
Der Stuttgarter Kling war Tagesschnellster / Fleischmann blieb Doppelsieger
und Wagen über diesen ^er Grenzlandring, hatte seinen großen Tag. Vor 80 000 Zuschauern jagten Motorräder garter Kari Kling auf se stellten eine Reihe neuer Bestleistungen auf. Absolut Schnellster war der Stuttfall. Gomman (Remscheirn itas-Meteor mit 207,5 km/h. Leider ereignete sich bei den Wagenrennen ein schwerer Unihm ärztliche Hilfe zuteil im,t sle,nem Rennwagen aus der Bahn getragen, überschlug sich und verstarb, noch ehe “*e zuien werden konnte.
der — eem VerUMS g“ Rennwagenklasse mit 9n? r i , ? n' überhaupt schn^RuS d^T^t und einen neuen Rundenrekord für Wagen erzielte und mit einem f^9mt chnilt von “03’8 km/st für die ach* Runden auch die beste Zeit des Ta^es herausholte. J-ages
Nicht weniger schnell als die Formel II-Rennwagen waren die Zweiliter-SportmH fU/hf T°ni Ulmen (Düsseldorf) m t 201,1 km/st einen neuen Klassen-Ae™Jd’ wahre?d der Nürnberger Rieß auf AFM zwar mit 198,8 km/st nur auf den zweiten Platz kam, weil sich in der Schlußrunde seine Motorhaube gelöst hatte dafür aber mit 209,6 km/st einen neuen Rundenrekord für diese Klasse aufstellte. Schnell war auch das Rennen der kleinen Sportwagenklasse bis 1100 ccm das der Frankfurter Walter Glöckler auf seinem yw-Eigenbau mit Stromlinienkupekarosse gewann, wobei er einen Durchschnitt von 161,5 km/st, also ebenfalls neuen Klassenrekord erzielte, während er die schnellste Runde sogar mit 167 3 km/st hinter sich brachte.
Bei den Kleinstrennwagen bis 750 ccm kamen zwei Fahrer aus Eisenach zum Siege, und zwar Altmeister Kohlrausch auf seinem Eigenbau GVB mit Kompressor, der einen Durchschnitt von 143,6 km/st erreichte und seinen Landsmann Weisen auf BMW-Eigenbau auf den zweiten Platz verwies. Mit 140,9 km/st und einer schnellsten Runde von 145,1 km/st siegte im Rennen nach der internationalen Formel 111, also in der Wagenklasse bis 500 ccm, Dilthey (Rheydt) auf Condor, und zwar vor dem Scampolo-Fahrer Arnolds und dessen Landsmann Komossa (Recklinghausen).
Bei den Motorrädern ging es kaum weniger schnell zu, obwohl diese unter den ungünstigen Witterungsverhältnissen außerordentlich großen Gefahren ausgesetzt waren. Gerade im Hauptrennen des Tages, der Halblitermaschinen, gab es bei der Hälfte der Strecke einen Regenguß, so daß Heiner Fleischmann auf NSU, der bereits auf einen Durchschnitt von 191,6 km/st. gekommen war, abstoppen mußte und schließlich mit 187,2 km/st. über die acht Runden kam. Er war daimt selbstverständlich schnellster Motorradfahrer des Tages und siegte auch programmgemäß im Rennen der 350-ccm-Maschinen auf der zweiten Kompressor NSU, wobei er mit 186,3 km/st. einen neuen Klassenrekord und mit 191,0 km/st. auch einen neuen Rundenrekord erzielte.
In der 350 ccm-Klasse belegte wieder der Karlsruher Roland Schnell auf Parilla hinter Siegfried Wünsche (Ingolstadt) auf DKW, den Zweitplacierten), den ersten Platz unter den Saugmotorfr hrern und in der 250 ccm-Klasse, die Ewald Kluge (Ingolstadt) auf DKW mit 153,3 km/st gewann, wurde der an zweiter Stelle ankommende Gablonz (Karlsruhe) ebenfalls auf Parilla bester kompressorloser Fahrer. NSU holte sich übrigens noch einen dritten Erfolg durch seine Nürnberger Seitenwagenfahrer Böhm/Fuchs im Rennen der 600 ccm-Gespanne. Beide fuhren trotz starken Windes einen Gesamtdurchschnitt von 165,8 km/st und eine schnellste Runde von 170,4 km/st. Sie hatten im Ziel ihre Konkurrenz mindestens einmal überrundet.
Das zum Abschluß des ereignisreichen Tag. gefahrene Rennen der 125 ccm-Maschinen gewann der deutse Meister dieser Klasse, H. P. Müller (Bielefeld) auf DKW-Kompressor mit der neuen Klassenrekordzeit von 123,2 km/st vor dem Wiesbadener Thorn auf Puch mit Kompressor und dem hier besten Saugmotorenfahrer, dem Frankfurter Hofmann, der eine kompressorlose Puch fuhr.
Die Mannschaft des TEC Darmstadt, die durch ihren gestrigen 8:1-Sieg über den Marburger TC Hessischer Tennismeister wurde. Von links nach rechts: Kleinlogel, Dr. Sigwart, Hahn, Haselbach, Wittich, Pfundtner.
Heimmannschaften siegreich
Lorsch und Bobstadt führen in Gruppe 1 / Nauheim an der Tabellenspitze in Gruppe 2 der Bezirksklasse
Biblis—Groß-Gerau 4:3 (1:1)
In Biblis lieferten sich zwei Neulinge ein jederzeit spannendes, kampfbetontes Spiel. Biblis kam in der ersten Halbzeit zu leichter Ueberlegenheit, konnte jedoch erst in der 23. Minute durch Lutzi den Gästetorhüter zum ersten Male schlagen. Wenig später bereits kam Groß-Gerau zum Ausgleich, den es bis zui’ Pause verteidigen konnte. In der 62. Minute gelang den Gastgebern erneut die Führung durch Lutzi. Das Schicksal der Gäste schien besiegelt, als Spezialist Diehl in der 64. Minute einen Strafstoß schön verwandelte; ein weiterer Strafstoß Diehls prallte an der Mauer ab, aber der Nachschuß von Schmelig erbracht das 4:1. Die Gäste rafften sich auf und erzielten in der 74. und 77. Minute die Anschlußtore. Biblis wurde zeitweilig vollkommen eingeschnürt, doch konnte Groß-Gerau gegen die gute Verteidigung den Ausgleich nicht erzielen. Beide Mannschaften zeigten einige Schwächen. K.
Bürstadt—Ober-Ramstadt 6:1 (2:1)
Bürstadt war gegen Ober-Ramstadt jeder j eit überlegen. Bis zur Pause konnten die Gastgeber durch Tore von Kilian und Schrenzer in Führung gehen, der die Gäste nur ein Tor entgegenzusetzen hatten. Nach dem Wechsel spielten die Platzbesitzer mit dem Wind im Rücken groß auf. Sie schnürten die Ober-Ramstädter völlig ein. Schrenzer, Kilian und Fetsch stellten das Endergebnis her. Bürstadt hat seine alte Spielstärke wieder gefunden; vor allem der Sturm zeigte sich von der besten Seite. K.
Lorsch—Roßdorf 6:2 (3:1)
Roßdorf kam in Lorsch mit 6:2. unter die Räder, wobei die Tabakstädter in diesem Heimspiel nicht zu ihrer sonst gewohnten Form aufliefen. Der Gast war kein großer Gegner und das Endergebnis hätte leicht noch höher ausfallen können. Gärtner brillierte bei den Gastgebern dur chdrei wunderschöne Tore.
Bobstadt—Groß-Rohrheim 4:0 (3:0)
Bobstadt konnte seinen Tabellenplatz durch einen sicheren Sieg über den Neuling Groß-Rohrheim weiter ausbauen. Mit dem Wind spielend, waren die Platzherren in der ersten Halbzeit überlegen. Trotzdem konnte die starke Rohrheimer Verteidigung das Tor lange sauber halten. Erst in der 29. Minute brach ein Handelfmeter, den Kornelius verwandelte, den Bann. Kornelius konnte vor dem Wechsel noch zwei weitere Tore erzielen. Nach dem Wechsel gestaltete Groß-Rohrheim das Spiel offener, konnte aber keine Tore erzielen. In der 68. Minute gelang Rechtsaußen Tremmel das 4:0 für die Gastgeber. Groß-Rohrheim hatte seine Starke in der Hintermannschaft und in Mittelläufer Olf Der Sturm wirke hilflos. Bobstadts Stärke war der Sturm sowie Mittelläufer Kornelius, die Hintermannschaft zeigte verschiedentlich Schwächen.
Der linke Läufer Groß-Rohrheims, Sdiwab, wurde kurz vor dem Abpfiff wegen Schiedsrichterbeleidigung des Feldes verwiesen. K.
» Eberstadt—Langen 2:2 (1:1)
In einem kampfbetonten Spiel das Eberstadt mit Ersatz für den verletzten Weiß müller bestreiten mußte, gingen die Gas;- <*eber durch Lauer nach verunglückter Rückgabe in Führung. Ein Weitschuß des Gaste-Linksaußen brachte das 1:1; so ging es in die Pause. Langen, dessen Spiel vor allem von den guten und schnellen Außen mit langen Bällen vorgetragen wurde, ging durch einen herrlichen Schuß des Rechtsaußen in Führung Eberstadt schnürte nach Umstellung den Gegner vollkommen ein. Heinrich Mafe Ichoß zehn Minuten vor Spielende den Ausgleich; Hill und Lauer vergaben in den Schlußminuten den Sieg. Das Spiel war tempogeladen und spannend, von der ersten bis zur 90. Minute.
Dieburg—Trebur 4:0 (1:0)
Der Sieg der Dieburger ist diesmal sehr deutlich ausgefallen.
Den Halbzeitstand erreichte Mittelstürmer Klein bereits in der achten Minute. Anschließend kam die Ueberlegenheit der Hassianer zwar spielerisch, doch nicht in Treffern zum Ausdruck. Nach dem Wechsel hatte Trebur den Wind im Rücken und dadurch leichte Feldvorteile, wurde aber später von seinem Gastgeber doch wieder in die eigene Hälfte zurückgedrängt. Schmitt (2) und Georg Beck schossen die zu dem Endergebnis noch fehlenden Tore. Die Treburer Mannschaft war zwar recht eifrig, konnte jedoch den gutgelaunten Dieburgern in keiner Spielphase ernstlich gefährlich werden. D.
Nauheim—Messel 3:2
Auf Grund seines großen Eifers kam Nauheim über Messel zum verdienten Sieg. Die technisch besseren Gäste spielten in der ersten Hälfte mit dem Wind und kamen bereits in der 15. Minute durch Mittelstürmer Laumann zur Führung. Nach einer Viertelstunde jedoch glich Nauheim nicht nur aus, sondern kam durch drei Treffer in Vorteil. Nach dem Wechsel konnte Laumann auf 3:2 erhöhen. Die Torschützen von Nauheim waren Schader (2) und Schmidt; bei Messel war Laumann zweimal erfolgreich. L.
Erbach—Eppertshausen 4:2 (1:2)
Vor nahezu 1000 Zuschauern kam Erbach trotz Ersatz für die beiden Halbstürmer Ocker I und Savelsberg auch über Eppertshausen zu einem verdienten 4:2-Erfolg. Bereits in der 15. Minute gingen die Gäste, die anfänglich leicht unterlegen waren, durch ihren Halbrechten 0:1 in Fhrung. Als in der 32. Minute der Erbacher Torhüter den Ball verpaßt hatte, sprang der Linksaußen von Eppertshausen dazwischen und schoß zum 0:2 ein. Die Einheimischen, die dem Spielgeschehen in der Folge mehr und mehr ihren Stempel aufzudrücken versuchten, erzielten kurz vor der Pause durch Riefling den ersten Gegentreffer.
Obwohl die Partie nach der Pause, besonders durch Eppertshausen, an Härte zugenomhatte, war es in der 47. Minute wieder Räefling, der den Ausgleich sicherstellte. In der 63. Minute verwandelte Köhler eine Flanke des Ersatz-Rechtsaußen Roth zum 3:2 und ungefähr sieben Minuten vor Schluß erhöhte Egner, der den Ball von Riefling auf genommen hatte, auf 4:2. ppi.
KSV Urberach —VfL Michelstadt 3:0 (3:0)
Klar und deutlich mit 3:0 Toren gegen VfL Michelstadt holte sich der KSV Urberach zwei wertvolle Punkte. Ausschlaggebend für den Sieg waren die ideenreichen Kombinationen der Stürmerreihe. Nach schönem Angriffsspiel konnte sich der großartige Techniker Krauß freispielen und in der fünften Spielminute zum 1:0 einschießen. Fünfzehn Minuten später erzielte Mittelstürmer Hermann durch einen Weitschuß das 2:0. Die weitere Ueberlegenheit der Platzherren zwang die Odenwälder, nur in der Defensive zu spielen. Nur dem ausgezeichneten Torsteher Glas wurden die Gäste vor einem „Torsegen“ bewahrt. In der 30. Minute war es wiederum Krauß, der den dritten und letzten Treffer des Tages anbringen konnte. Ausgeglichener war das Spiel nach der Pause. In wechselvollen Angriffen vergaben beide Stürmerreihen mehrere Torchancen. — Reserven 9:1 für Urberach.
| Gruppe 1 | Biblis—Groß-Gerau |
| 4:3 (1:1) | Bürstadt—Oberramstadt |
| 6:1 (2:1) | Lorsch—Roßdorf |
| 6:2 (3:1) | Bobstadt—Groß-Rohrheim |
| 4:0 (3:0) | Eberstadt—Langen |
| 2:2 (1:1) | |
| Heppenheim Pfungstadt | 5:1 (2:1) |
| Bensheim Hofiheim | 2:1 (0:1) |
| Gruppe 2 | ||
| Dieburg—Trebur | 4:0 | |
| (1:0) | Nauheim—Messel | 3:2 |
| (3:1) | Erbach—Eppertshausen | 4:2 |
| (1:2) | KSV Urberach—Michelstadt | 3:0 |
| (3:0) | Egelsbach—Walldorf | 0:1 |
| (0:1) | Münster Bischofsheim | |
| 1:2 (0:1) | Wixhausen—Mörfelden | 2:3 (1:1) |
Freundschaftskampf der „Spielfreien“
Germania Oberroden—Viktoria Urberach 2:4 (2:2)
Lokalderby an der Frankfurter Straße ist von jeher ein Ereignis für die beiden Rodgaudörfer. Diesmal kamen die Urberacher in Freundschaft. In ausgeglichenem Spiel zeigten beide Mannschaften schöne Kombinationen und Abwehrkunst. In der 15. Minute konnte Nachwuchsmann Ruppel die 1:0 -Führung herausschießen. Doch vier Minuten später egalisierte Gästestürmer Eder auf 1:1 und drei Minuten später gingen die Urberacher durch den gleichen Spieler mit 2:1 in Führung. Sechs Minuten vor Seitenwechsel war Jensch noch einmal für die Germanen erfolgreich, was den 2:2-Pausenstand einbrachte. Die ersatzgeschwächte Favoriten-Elf der Bezirksgruppe II war dem Urberacher Freund nach Seitenwechsel leicht unterlegen. Zwölf Minuten nach dem zweiten Spielanpflff konnte Groh den Tormann der Platzherren zum dritten Male überwinden. Den Endstand 4:2 für die Viktorianer stellte Wendelin durch einen Prachtschuß her. -gi-
Germania Babenhausen — Klein Welzheim 1:0 (1:0)
Babenhausen konnte auch im dritten Verbandspiel auf eigenem Platz ein 1:0 herausspielen. Wenn das Resultat auch knapp erscheint, so war es doch verdient. In einem mehr harten als fairen Spiel konnte der Mittelstürmer Bauer den Siegestreffer in der ersten Halbzeit buchen und somit zwei weitere Punkte zum „Kerb-Sonntag“ erringen. N.B.
Fußball A-Klasse Darmstadt
Hahn — Hähnlein 3:2 (2:0) Gräfenhausen — TuS Griesheim 2:0 (1:0) Seeheim — FSG Langen 5:0 (2:1) TSG 46 Darmstadt — Niederramstadt 2:0 (1:0) Alsbach — Weiterstadt 1:3 (1:3) Erzhausen — Bickenbach 0:2 (0:0)
Fußball B-Klasse Darmstadt
Niederbeerbach — Traisa 3:4 Union Darmstadt — Rohrbach 7:2 Brandau — Griesheim 2:9 Jugenheim — Eschollbrücken O.T SV 98 Darmstadt II — Oberbeerbach 10:0
Fußball A-Klasse Erbach
Sandbach — Höchst 2:1 Hainstadt — Erbach Soma. 5:4 Steinbach — Neustadt 1:2 Bad König — Würzberg 7:1 Beerfelden — Rimborn 3:3
Fußball B-Klasse Oberzent
Hetzbach — Sensbachtal 3:2 Rothenberg — Schöllenbach 0:4 Steinbuch — Finkenbach 3:6 Gammelsbach — Beerfelden Soma. 5:1
Fußball B-Klasse Groß-Gerau
Worfelden — Königstädten 0:2 Erfelden — Geinsheim 2:2 Bischofsheim 1b — Wallerstädten 3:2 Leeheim — Goddelau 2:1 SSV Raunheim —SC Opel Rüsselsheim Ib 1:2
Fußball A-Klasse Groß-Gerau
Walldorf — Dornheim 5:1 Wolfskehlen — Raunheim 4:0 Klein-Gerau — Ginsheim 2:3 Astheim — Gustavsburg 3:0 Büttelborn — Stockstadt 2:2 Gernsheim — Biebesheim 5:2
Fußball A-Klasse Dieburg
Moosbach — Offenthai 1:3 Reinheim — Klein-Zimmern 10:1 Ueberau — Götzenhain 4:3 Kleestadt — Groß-Umstadt 0:2 Groß-Zimmern — Lengfeld 0:1 Spachbrücken — Dreieichenhain 3:0 Niederroden — Oberroden 5:3
Fußball B-Klasse Dieburg
Fränkisch Crumbach — Groß-Bieberau 2:7 Wersau — Niedernhausen — Georgenhausen — Ober/Nieder-Klingen 9:0 Brensbach — Dieburg II 3:6 Heubach — Schaafheim 2:2 Hergershausen — Raibach 8:0 Fr. Sv. Münster — Klein-Umstadt 3:0 Freundschaftsspiel: TV Groß-Umstadt — Wiebelsbach 6:1
Kreisklasse Bergstraße, Fußball
Wald-Michelbach—Asbach 0:3 SC Fürth—Affolterbach 4:2 Fehlheim—Mörlenbach 5:3 Vfß Lampertheim—Lindenfels 4:0 Reichenbach—Einhausen 5:0
B-Klasse Odenwald, Fußball
Reichelsheim—Mitlechtern 1:3 Zotzenbach—Wahlen 1:9 Unterabtsteinach—Rimbach 5:3 Hammelbach—Oberabtsteinach 2:4 Unterschönmattenwag—SV Fürth 3 P.
München siegt in t. Gallen 5:1
Genau wie im Vorspiel siegte die Stadtelf von München in St. Gallen 5:1 (1:1). Die Bayern mußten sich zunächst mit der künstlichen Beleuchtung abflnden. Bis zehn Minuten vor dem Wechsel lagen sie 0:1 im Rückstand, Hädelt schoß dann den Ausgleich. Nach der Pause bedachten die dreitausend Schweizer Fußballfreunde die Münchener des öfteren mit Beifall auf offener Szene.
TEC Darmstadt Hessischer Meister
Marburger Tennisclub 8:1 geschlagen
Vor leider nur schwach besetzten Zuschauerbänken schloß die erste Mannschaft des Tennis- und Eisclub Darmstadt ihre bisherige Siegesserie in den Kleinen Medenspielen mit einem überlegenen 8:1-Sieg über den Marburger Tennisclub 1912 ab und sicherte sich damit nach einer Pause von 14 Jahren zum neunten Male die Hessische Mannschaftsmeisterschaft im Tennis.
Die Marburger Mannschaft wartete insofern mit einer Ueberraschung auf, als sie an der Spitze den in Marburg studierenden Braunschweiger Jacob mitbrachte. Sigwart eröffnete die Spiele und begann gegen Jacob reichlich nervös, fand sich dann aber noch rechtzeitig, um mit 6:4, 4:6, 6:2 seinen Punkt für Darmstadt zu buchen. Wittich hatte inzwischen mit Schindler wesentlich weniger Mühe gehabt und mit 6:0, 6:1 einen eindrucksvollen Sieg errungen. Hart umkämpft war der erste Satz zwischen Pfundtner und Dubeck, doch hatte dann der Darmstädter das Spiel in der Hand und gewann 9:7, 6:1. Einen beachtlichen Erfolg erzielte Hahn über Röhn, der in der Hessischen Rangliste gut placiert ist. Sein 6:4-, 7:5-Sieg spricht für seine Formverbesserung in diesem Jahr. Ebenfalls als sehr zuverlässig hat sich Haselbach erwiesen, der in sämtlichen Medenrunden bisher seinen Einzelpunkt gewann und auch diesmal über Lindner mit 6:3, 6:3 triumphierte. Noch während dieser Spiele, die mit 5 Punkten den Darmstädter Sieg schon sicherstellten, spielte Kleinlogel an zweiter Stelle sein Einzel gegen Philipp. Nach gewonnenem ersten Satz und deutlicher Führung im zweiten ließ bei ihm angesichts der bereits gefallenen Entscheidung die Konzentration nach, so daß er mit 6:2, 5:7, 2:6 den Ehrenpunkt an Marburg vergab.
Die Darmstädter Ueberlegenheit kam auch in den Doppelspielen zum Ausdruck. Kleinlogel/Sigwart standen gegen Philipp/Röhn stets in geringem Vorsprung. In beiden Sätzen gelang es ihnen, bei gewonnenen eigenen Aufschlägen einmal den Aufschlag des Gegners zu durchbrechen, so daß das Ergebnis mit 6:4, 6:4 nicht gefährdet war. Pfundtner/Wittich holten gegen Jacob/ Dubek mit 6:4, 6:0 einen noch glätteren Sieg heraus und schließlich konnten auch H ahn/Schüler nach abgegebenem Mittelsatz den letzten Doppelpunkt gegen Lindner/Schindler mit 6:1, 1:6, 6:2 für den TEC erkämpfen.
Beide Mannschaften wurden nach dem Spiel mit den vom Deutschen Tennisbund gestifteten Medennadeln ausgezeichnet.
* Eine kombinierte Mannschaft der TSG 46 weilte mit 6 Damen und 6 Herren in Pfungstadt und gewann gegen die dortige TEV überlegen mit 16:2.
Meden-Favorit bestegt
Der Rheinbezirk schlug Niedersachsen und Berlin
Kl. Wiesbaden. (Eigener Bericht) Die großen Medenspiele im Wiesbadener Nerotal nahmen einen Ueberraschenden Verlauf. Der favorisierte Titelverteidiger Niedersachsen mußte bereits in der Vorschlußrunde die Ueberlegenheit des Rheinbezirks mit 5:4 spüren
Es waren nur 800 Zuschauer, die im regenverhangenen Nerotal zu Wiesbaden die Ueberraschung der diesjährigen Meden-Vorschlußrunde erlebten. Der Rheinbezirk warf den Titelverteidiger Niedersachsen mit 5:4 aus dem Rennen und bestritt damit gegen Berlin, das Bayern 6:3 ausschaltete, die Endrunde. Dieser unerwartete Erfolg der Rheinländer ist vor allem auf die ausgezeichnete Form des Kölners Buchholtz zurückzuführen, der Gottfried v. Cramm glatt 6:3, 6:3 schlug und auch im Doppel, zusammen mit Koch, dem niedersächsischen Spitzendoppel v. Cramm/Denker mit 6:2, 6:2 keine Chance ließ.
Im Kampf um den dritten Platz wurde am Sonntag zwischen Niedersachsen und Bayern gekämpft. Nach den Einzelspielen — von Cramm schlug Dr. de Vos 6:1, 7:5 — stand es 3:3. Die Entscheidung fiel, nachdem jede Seite auch ein Doppelspiel gewonnen hatte, durch den schwer erkämpften 6:3-, 6:8-, 6:4-Erfolg von Sass-Henkel über Dr. Maier-Dr. Hildebrandt für Niedersachsen.
Der Rheinbezirk und Berlin bestritten das Finale. Buchholz behielt die Form seines Vortages und bezwang Göpfert 6:3, 6:0. Koch hatte allerdings mit GettSche seine liebe Not und siegte nach endlosem Ballwechsel 6:8, 6:2, 6:3. Trotzdem stand es auch hier noch mit Einzelspielen unentschieden, aber die Männer vom Rheinbezirk hatten eine glücklichere Wahl in der Aufstellung ihrer Doppelbegegnungen. von denen sie zwei gewannen und dadurch mit 5:4 den Pokal an den Rhein entführten.
Bei den Henner-Henkel-Spielen der Junioren blieb Berlin mit 4:2 über den Niederrhein Sieger, während sich Niedersachsen nach einem 2:1-Erfolg über den Rheinbezirk den Gewinn bei den Junioren sicherte.
Klare 98er-Niederlage in Dietzenbach
SG Dietzenbach—SV 98 19:8 (8:4)
An diesem trüben Sonntag war im Dietzenbacher Wald für die Darmstädter Handballer wenig zu erben. Die Gastgeber stellten sich in einer ausgezeichneten Form vor und erreichten vor allem anfangs der zweiten Halbzeit durch ihr wuchtiges und einsatzbereites Spiel den klaren Vorsprung.' Vor allem fiel auf, daß notfalls Stürmer in eigener Hälfte versammelt waren, wenn es galt, gefährliche Angriffe der 98er abzuwehren, um nachher wiederum mit 6 und 7 Mann zu stürmen.
Die 98er haben trotzdem eine recht gute Leistung gezeigt. Allerdings muß gesagt werden, daß in punkto Kondition mehr getan werden muß, wenn man in den kommenden Spielen mehr Erfolg haben will. Die fehlende Sturmunterstützung machte sich dann klar in Abwehrschwächen bemerkbar, so daß die Hintermannschaft der Gäste des öfteren ausgespielt werden konnte. Im Felde wurde zeitweilig ungenau zugespielt und zu wenig in die Breite kombiniert, so daß die massierte und sehr harte Hintermannschaft der Dietzenbacher immer klären konnte. Mit der beste Mann der Gäste war der linke Läufer Fischer, der den sonst so gefährlichen Kühn restlos kaltstelle!
In der ersten Hälfte sah es nicht nach einer so klaren Niederlage aus, denn immer wieder konnten die 98er herankommen, sogar Mitte der ersten Halbzeit bis auf 3:4. Aber der wurfgewaltige Winterling kam oftmals zum Schuß, und gegen seine Kraftwürfe war der Torhüter machtlos. Dann kam aber gleich nach Beginn der zweiten Halbzeit der Dietzenbacher Ansturm, bei dem sie bis auf 4:14 davozogen, ehe die Gäste wieder dran waren und innerhalb weniger Minuten 3 Tore aufholten. Aber der Vorsprung war zu groß, um noch einmal ernsthaft ins Spiel zu kommen.
Darmstadts Torschützen: Schäfer 5 — Reinhardt, Roß und Emig je 1 Tor.
Im Vorspiel teilten sich die Reserven beider Mannschaften mit einem 8:8 die Punkte.
Die Mannschaft: Göbel; Mark, Glock; Emig, Peters, Fischer; Schäfer, Lutz, Roß, Reinhardt, Lehning. -r
* VfR Wiesbaden — SG Kempten 13:1 Eintracht Mombach — Wormatia Worms 12:7 TSV Herrnsheim —Offenbacher Kick. 10:16 SV Gelnhausen —TSV Griesheim 5:6 SG Dietzenbach —SV 98 Darmstadt 19:8
Gruppenliga 4
SV Kostheim—TSG 46 Darmstadt 3: 7 TSV Pfungstadt—SG Bretzenheim 11: 6 SKG Bauschheim—Concord. Gernsheim 16: 8 TG Rüsselsheim—TSV Braunshardt 9:10
Der österreichische Segelflieger Franz Tauchhammer überflog in einem dreistündigen Nachtflug in über 3200 Meter Höhe die Ennsthaler Alpen.
| Tabelle | ||||||
| Offenbacher1 Kickers | 3 | 3 | 0 | 0 | 42:29 | 6:0 |
| SG Dietzenbach | 2 | 2 | 0 | 0 | 32:11 | 4:0 |
| VfR Wiesbaden | 3 | 2 | 0 | 1 | 32:21 | 4:2 |
| TSV Griesheim | 3 | 2 | 0 | 1 | 25:20 | 4:2 |
| Eintracht Mombach | 1 | 1 | 0 | 0 | 12:7 | 2:0 |
| SG Nied | 2 | 1 | 0 | 1 | 12:20 | 2:2 |
| SG Kempten | 2 | 1 | 0 | 1 | 10:20 | 2:2 |
| SV 98 Darmstadt | 3 | 1 | 0 | 2 | 36:48 | 2:4 |
| Wormatia Worms | 2 | 0 | 0 | 2 | 14:21 | 0:4 |
| TSV Herrnsheim | 2 | 0 | 0 | 2 | 18:28 | 0:4 |
| SV Gelnhausen | 3 | 0 | 0 | 3 | 23:31 | 0:6 |
Griesheim im Zeichen des Pferdesports
Reitabteilung Griesheim gewinnt den Wanderpreis
Der hessische Bauernverband des Kreises Darmstadt veranstaltete am Samstag und Sonntag in Griesheim einen Kreis-Bauerntag mit einem Reit- und Fahr-Turnier der ländlichen Reit- und Fahrvereine.
Bereits am Samstagnachmittag begannen die reiterlichen Vorprüfungen sämtlicher Konkurrenzen auf dem Sportplatzgelände Felsenkeller. Die Durchführung dieser Veranstaltung lag in den Händen des Griesheimer Bauern-Vereins, der zahlenmäßig an erster Stelle im Landkreis Darmstadt steht, während Träger der Sportveranstaltung der Griesheimer Reiterverein war. An die 200 Pferde, die in der Landwirtschaft tägliche Zugarbeit leisten und nebenbei im Reiterverein im Reiten und Springen ausgebildet werden, kämpften in 16 Wettbewerben um den Sieg. Von den 16 Mannschaften aus 11 ländlichen Reitabteilungen kam in einem Wettkampf der ländlichen Reit- und Fahrvereine die erste Reitabteilung von Griesheim an erste Stelle und konnte somit den von dem Vorsitzenden ihres Reit- und Fahrvereins gestifteten Wanderpreis erringen.
Als zweiter Sieger aus diesem Wettkampf ging die 1. Reitabteilung Goddelau hervor.
Nachstehend die Sieger aus den anderen Wettbewerben:
Materialprüfung für Zuchtstuten: 1. Heinrich Schaffner. Griesheim, auf „Heide“; 2. J. W. Hamann, Wolfekehlen, auf „Taleda.“
Jugend-Reiterprüfung: 1. Willi Wulf, Büttelborn, auf „Bella“; 2. Ludwig Schaffner, Goddellau, auf „Flora“.
Reiterprüfung: 1. D. Heleine, Rohrbach, auf „Harry“; 2. H. Schell, Biebesheim, auf „Bubi“.
Dressur-Prüfung Klasse A (Neulingsklasse) Damen: 1. W. Leuthäuser. Biebesheim, auf „Elke“; 2. F. Kurtz, Wolfskehlen, auf „Narcisse“.
Dressurprüfung Klasse A (Neulingsklasse) Herren: 1. P. Sensfelder, Büttelborn, auf „Roland“; 2. J. Faulhaber. Rohrbach, auf „Liesel“.
Dressurprüfung Klasse A: 1. H. Gutermann, Griesheim, auf „Hektor“; 2. H. Höhl, Griesheim, auf „Rex“.
Dressurprüfung Klasse L: 1. R. Westernacher, Lindheim, auf „Jupiter“; 2. D. Vierling, Darmstadt, auf „Hexe“.
Jagdspringen Klasse A: 1. V. Funk, Griesheim, auf „Lothar“; 2. W. Streb, Neu-Isenburg, auf „Tannenberg“.
Paarspringen: 1. H. Schmitz, Weiterstadt, auf „Else“ und O. Kraft, Darmstadt, auf „Caesar“; 2. L. Herröder, Dornheim, auf „Bianca“ und Heinrich S chadt, Domheim, auf „Senta“.
Jagdspringen Klasse L: 1. R. Westernacher, Lindheim, auf „Jupiter“; 2. W. Draghissevis auf „Wotan“.
Jagdspringen Klasse A: 1. R. Westernacher, Lindheim, auf „Jupiter“; 2. K. Ullrich, Darmstadt, auf „Micky“.
Eignungsprüfung für Wagenpferde (Einspänner) Neulingsklasse: 1. Heinrich Schaffner, Griesheim, mit „Weserlust“; 2. Siegfried Herröder, Dornheim, mit „Max“.
Eignungsprüfung für Wagenpferde (Einspänner) Preisträgerklasse: 1. Georg Weber, Brandau, mit „Epona“; 2. Hasenzahl, Hahn, mit „Coralie“.
Eignungsprüfung für Wagenpferde (Zweispänner) Neulingsklasse: 1. Heinrich Schaffner. Griesheim, mit dem Gespann „Heid“ und „Weserlust“; 2. L. Benkler, Goddelau, mit dem Gespann „Ester“ und „Elmer“.
Eignungsprüfung für Wagenpferde (Zweispänner) Siegerklasse: 1. W. Ruppelshausen, Wallerstädten, mit dem Gespann „Narcisse“ und „Emma“; 2. Georg Weber. Brandau, mit dem Gespann „Weserelfe“ und „Epona“.
Eignungsprüfung für Wagenpferde (Mehrspringer): 1. L. Benkner, L. Rupp und P. Friedrich, alle Goddelau, mit dem Gespann „Ester“ und „Mitzi“ sowie „Roland“ und „Rosel“; 2. A. Seipel, Martin Bob, Reinhard Bonn, alle Leeheim, mit dem Gespann „Herzlieb“ und „Medusa“ sowie „Erna“ und „Max“.
Abteilungsreiten: Anfängerklasseil. ll .Abteilung Griesheim; 2. n. Abteilung Goddelau.
Abtcilungsspringen: Sieger Goddelau vor Wolfskehlen.
Rollsport am Woog
Die Rollsportschau der TSG Darmstadt war auch ohne „Bunte Scheinwerfer“ ein Erfolg. Das bewies die trotz des schon herbstlich kühlen Wetters vollbesetzte Tribüne auf der Rollschuhbahn am Woog. Am Mikrofon konferierte Günter Heinze, der für die sichere Durchführung des ausgezeichneten Programms sorgte. Die Rollsportschau wird in den nächsten Wochen auf Reise gehen. Es liegen Einladungen aus verschiedenen süddeutschen Städten vor. Z
Darmstadts Ringer ohne Punkte
Am 3. Kampftag der hessischen Ringeroberliga standen sich bereits am Samstagabend in der Goetheschule der SV 98 und Germania Dettingen gegenüber. Die Hoffnungen der Lilienträger, durch einen Sieg vom Tabellenende wegzukommen, gingen nicht in Erfüllung. Damit bleiben die Ringer des SV 98 weiterhin am Tabellenende. Niemand glaubte nach der 3:1-Führung der Gastgeber noch an einen Gästesieg.
Der Kampfverlauf war folgender: Im Fliegengewicht hatte Borowski/98 in Herzog einen starken Gegner. Der Gästeringer stand 4 Minuten in der Brücke, ehe der Darmstädter diese eindrücken konnte und nach 8 Minuten Schultersieger wurde. Scheidler/98 konnte im Schwergewicht die Führung für die Lilienträger weiter ausbauen, indem er Rößling/Dettingen durch Abfangen eines seitlichen Aufreißers in der 2. Minute entscheidend besiegte. Den ersten Gästeerfolg gab es im Bantamgewicht. Schnauber/98 war Heuser/Dettingen kräftemäßig unterlegen, mischte zwar mächtig mit, seine Punktniederlage war jedoch verdient. Einen ausgeglichenen Kampf gab es im Halbschwergewicht zwischen Gerhardt/98 und Nees/Dettingen. Beide Ringer konnten keine Merkmale oder Wertungen erzielen, der bessere Angriff von Gerhardt brachte diesem einen knappen Punktsieg. Im Federgewicht sah man einen farbigen und teilweise unsauberen Kampf zwischen Heckhaus/98 und Hugo Heuser/Dettingen. Der Darmstädter, der durch eine Wertung führte, wich den ungestümen Angriffen von Heuser öfter aus. mußte sich jedoch in den letzten Minuten durch Eindrücken der Brücke besiegen lassen. Der Mittelgewichtskampf zwischen Waldhaus/98 und Hoffmann/ Dettingen verlief einseitig. Der junge Darmstädter, der in der Bodenrunde zu offen im Parterre ist. muß sich allmählich an die Luft in einer Ringer-Oberliga gewöhnen. Ein Hammerlock mit Eindrücken der Brücke brachte den Gästen den Gleichstand. Im Leichtgewichtskampf sah man die Routine des mehrfachen deutschen Meisters Heßberger, der durch einen Hüftschwung in 1,3 Minuten entscheidend über Mikschi/98 gewann. Im letzten. Kampf des Abends, der von Kampfrichter Kaffenberger/ Nieder-Ramstadt gut zu Ende gebracht wurde, gab es nochmals einen lebhaften Kampf. Ebert/ 98 und Pistner/Dettingen waren zwei gleichwertige Gegner, die laufend mit ihren Angriffen wechselten. Ebert, der bereits klar in Führung lag, wurde durch Armzug von Pistner in der 4. Minute besiegt und verlor dadurch wertvolle Punkte für seine Mannschaft. -eri-
In der hessischen Landesliga der Ringer konnte 1910 Darmstadt in Neu-Iscnburg seinen Vorjahrssieg nicht wiederholen und mußte sich knapp geschlagen bekennen. Zahlreiche Zuschauer waren Zeugen prächtiger Kämpfe, die unter Leitung von Kampfrichter Nees/Dettingen gut über die Zeit gebracht wurden. Die Gäste konnten allerdings nicht in ihrer stärksten Besetzung antreten.
Bereits in den ersten Kämpfen konnten die Gastgeber 4:0 in Front gehen. Im Fliegengewicht unterlag Gehron/1910 Darmstadt gegen Uttrich knapp nach Punkten. Im Schwergewicht siegte Schnappauf/Neu-Isenburg über Gg. Veith in der 6. Minute durch Aufreißer. Den schönsten Kampf am Sonntagmorgen lieferten sich im Bantamgewicht der ehemalige deutsche Meister Euler/ Neu-Isenburg gegen den deutschen Jugendmeister K. Ditter/1910 Darmstadt. Von den Zuschauern mächtig angefeuert, konnte Euler einige prächtige Griffe ansetzen. Ditter. der ihm gleichwertig war, stand zweimal längere Zeit in der Brücke. Der Punktsieg von Euler war verdient. Jakwerth/1910 Darmstadt konnte im Halbschwergewicht gegen Malsy/ Neu-Iseriburg nichts ausrichten und verlor in der 4. Minute durch Uebarroller. Den ersten Gästesieg gab es im Federgewicht durch H. Ditter. der in der 7. Minute durch Nackenhebel erfolgreich blieb. Trüber/ 1910 konnte im Mittelgewicht durch seinen Sieg in der 2. Minute durch Hüftschwung die Gäste etwas heranbringen. Im anschließenden Kampf im Leichtgewicht war Winkel/1910 seinem Gegner Kohl/Neu-Isenburg klar überlegen und blieb in der 7. Minute durch Eindrücken der Brücke erfolgreich. Der letzte Kampf im Weltergewicht mußte die Entscheidung bringen. Hier standen sich in Holzapfel/ Neu-Isenburg und Schäfer/1910 Darmstadt zwei gleichwertige Ringer gegenüber. Beide riskierten nichts und so ging der Kampf über die volle Distanz. Nachdem Holzapfel zum Punktsieger erklärt wurde, war die erste Niederlage der Darmstädter in dieser Verbandsrunde besiegelt. -eri-
Tischtennis
Herren: ABC Wiesbaden—SV Darmstadt 98 9:7 Damen:
TTC St. Wolfgang—SV Darmst. 98 3:13
Der SV 98 war am Sonntag Gast beim ABC Wiesbaden. In der Auf Stellung Hardt, Essinger, Zeglys, Römer, Hartmann und Lutz lieferten sie prächtige Kämpfe, und es war schon Pech dabei, daß der Kampf genau so wie am Vorsonntag verloren ging, weil ein Punkt fehlte, der zum Teil erfolg gereicht hätte. Bereits in den zwei ersten Begegnungen gingen die Lilienträger durch Lutz und Römer, die beide ein sehr gutes Spiel lieferten, in Front. Die Hoffnungen, daß Hartmann und Essinger diese Führung ausbauen könnten, schlugen fehl. Hartmann, der. gesundheitlich noch nicht in bester Verfassung war, lieferte ein schwaches Spiel. Essingers Schmetterbälle sind nicht mehr die von ehedem. Hardt (98) hatte gegen den süddeutschen Jugendmeister Wüst (ABC) nichts zu bestellen', ebenso wie Zeglys, der später gegen ihn verlor. Den am 2. Brett spielenden Tesch (ABC) konnten Zeglys und Hardt (98) klar besiegen. Den 2. Punkt bei den Einzelspielen holte schließlich Lutz. Römer verlor knapp, ebenso wie Essinger und Hartmann.
Bei den Doppelspielen gab es zwei Niederlagen und zwei Siege. Die Doppel Zeglys/Essinger und Hardt/Kappes (98) konnten je ein Spiel gewinnen.
Die Damen des SV 98 konnten ihr erstes Verbandsspiel in St. Wolfgang zu einem überlegenen Sieg gestalten. In der Aufstellung Holzapfel, Römer, Nungesser, Guyot, Nangot und Pommer waren sie den Gastgebern um eine Klasse überlegen. Lediglich Frl. Nungesser, Frau Nangot und Frl. Pommer verloren von ihren beiden Einzelspielen je eines. Die Doppelspiele gingen sämtlich an die Lilienträgerinnen.
In der hessischen Tischtennis-Landesliga Süd II unterlag die 1. Mannschaft von Griesheim gegen die 2. Mannschaft des SV Wiesbaden mit 9:6. -Ku.-
Handall-Kreisklasse Dieburs
Gruppe I
Schaafheim—Harreshausen ausgefallen Langstadt-Schlierbach I—Babenhaus, ausgef. Klein-Umstadt—TV 88 Reinheim 4:20 Langstadt-Schlierbach II—Richen 7:12
Gruppe II
Groß-Umstadt—Brensbach 9: 9 Gundershausen—SV 45 Reinheim 3:12 Münster—Oberroden 8: 9 Nieder-Klingen—Groß-Zimmern 4:13
Handball-Kreisklasse Erbach
VfL Michelstadt — Bad König 15:4 Böllstein — Beerfelden ausgefallen Pfaffen-Beerfurth — Höchst ausgefallen Momard — Nieder-Kinzig 5:2 Zell — Erbach 9:13
Erfolge der TG 75 beim Auerbacher Bergsfest
Die kleine Expedition der 1875 er unter Führung von Abteilungsleiter Balzert konnte bei dem Bergtumen in den einzelnen Klassen erfolgreich bestehen.
In der A-Klasse kam Balzert mit einem halben Punkt auf den 2. Platz. Seine Leistung im 100-m-Lauf mit 11,5 auf einer Bergschneise war beachtlich, wie auch der Kugelstoß imt 10,90 m als Tagesbestleistung zu notieren ist. Den 1. Sieg in der B-Klasse holte sich Werner Slotosch, und in der 1. Altersklasse konnte Vierheller sich hinter Rohrer (TSV) auf den 2. Platz setzen. Auch die Schülerinnen plazierten sich gut, wobei Kröh an 4. Stelle kam und die anderen Mädels bis zum 10. Sieg kof.
Geschäftliche Mitteilungen (Ohne Verantwortung der Redaktion)
Die große Ueberraschung
Vierzehn Tage nach jeder Ziehung in der Süddeutschen Klassenlotterie wird eine Zwischenklasse gezogen, so daß praktisch alle vierzehn Tage Ziehung ist. 100 000 DM werden in jeder Zwischenklasse als Hauptgewinn ausgespielt. Dafür zahlt man für eine Spielbeteiligung mit % nur 1 DM. Die 5. Klasse bringt dann wieder die hohen Gewinne, die wir aus den letzten Zeitungsmeldungen kennen. 300 000 DM, die Prämie mit 200000 DM, 100 000 DM und so fort. Der Spielplan, den man in jeder Staatlichen Lotterieeinnahme unverbindlich erhält, gibt darüber genauen Aufschluß. Insgesamt werden fast 18 Millionen DM ausgespielt. Voraussetzung dafür, daß man etwas bekommt, ist aber der rechtzeitige Erwerb eines Loses. Am 18. und 19. Oktober wird die 1. Klasse gezogen. Die Staatlichen Lotterieeinnahmen der Süddeutschen Klassenlotterie halten Lose in allen Abschnitten bereit. Schon manchem hat ein Gewinn in der Süddeutschen Klassenlotterie aus der Not geholfen oder ihm die Erfüllung eines Herzenswunsches gestattet.
DT AMTLICHE BEKANNTMACHUNGEN Beurkundete Sterbefälle vom 28. August bis 9. September 1950 Anthes geb. Trinkaus, Marg., geb. 22. 5. 68, Da.-Arheilgen, Erlich¬ straße 6, gest. 4. 9. 50. — Appel geb. Haag. Maria, geb. 3. 8. 76, Hardenburg, Landkr. Neustadt a. d.H., gest. 29. 7. 50. — Bertram, Willy, geb. 2. 5. 84, Reichsbahnrat a. D„ Darmstadt, Sandberg¬ straße 56, gest. 6. 9. 50. — Bierbaum, Bernhard, geb. 19. 12. 19. Maurer, Geinsheim, Kr. Groß-Gerau, gest. 1. 9. 50. — Brunner geb. Schmitt, Kath., geb. 5. 5. 77, Da.-Arheilgen, Lindenweg 44, gest. 30. 8. 50. — Buxbaum, Elfriede, geb. 28. 2. 31, Messel, Kr. Dieburg, Bruggasse 5, gest. 26. 8. 50. — Diefenbach geb. Kurz, Elisabeth, geb. 17. 5. 97, Griesheim b. Darmstadt, Liebknecht¬ straße 29, gest. 28. 8. 50. — Dieter, Thomas, geb. 14. 7. 70, Werkmeister i. R„ Da.-Arheilgen. Dieburger Straße 51, gest. 1. 9. 50. — Dirks geb. Kaul verw. Thielmann, Hertha Hildegard, geb. 29. 12. 07, Reichelsheim, Kr. Erbach. Bismarckstraße 4, gest. 4. 9. 50. — Doerr, Erich, geb. 15. 2. 74, Ministerialrat i. R„ Darmstadt, Richard-Wagner-Weg 41. gest. 25. 8. 50. — Edel¬ mann, Georg, geb. 30. 5. 05, Autoschl, und Tankstellenpächter, Darmstadt, Heidelberger Straße 126, gest. 3. 9. 50. — Fasterling, Hermann, geb. 1. 2. 85, Obersteuerinspektor i. R., Darmstadt, Spessartring 27, gest. 2. 9. 50. — Großmann geb. Stocker, Sophie, geb. 11. 11. 75, Frankfurt, Danneckerstr. 7, gest. 6. 9. 50. — Hartmann geb. Ohlicher. Kath., geb. 25. 3. 11, Kleestadt, Kr. Dieburg, Tambourstraße 22, gest. 24. 8. 50. — Heinemann geb Langsdorf, Marg. Elis. Friederike, geb. 12. 9. 94, Darmstadt, Heidelberger Straße 134, gest. 7. 9. 50. — Hübner, Karl, geb. 18. 10. 68, Feldschütz i. R„ Da.-Eberstadt, Am Lämmchesberg 21, gest. 1. 9. 50. — Kissinger, Magdalene, geb. 15. 11. 49, Gries¬ heim, Kumme Gewann 14, gest. 28. 8. 50. — Laut geb. Feiger, Marie, geb. 12. 9. 82, Darmstadt, Goethestraße 2O’/2, gest. 4. 9. 50 — Lehr geb. Fromm, Sophie, geb. 28. 2. 77, Darmstadt, Bark¬ hausstraße 12, gest. 4. 9. 50. — Lutz, Hans, geb. 11. 2. 94, Fabrikant, selbst., Diersheim, Haus Nr. 195, gest. 27. 8. 50. — Mayer geb. Volk Anna Marg., geb. 21. 1. 84, Darmstadt, Parcus¬ straße 21, gest. 29. 8. 50. — Müller, Georg Franz, geb. 23. 5. 79, Architekt, Darmstadt, Wenckstraße 36, gest. 30. 8. 50. — Netz, Albert August, geb. 5. 8. 50, Da.-Eberstadt, Darmstädter Str. 48, gest. 25 8. 50. — Plößer, Roswitha Berta, geb. 6. 4. 44, N<J.- Ramstadt, Ludwigstraße 35, gest. 27. 8. 50. — Präe geb. Becker, Irene Elis. geb. 29. 9. 24, Hahn b. Pfungstadt, Obergasse 6, gest. 2. 9.’ 50. — Reeg geb. Heberer, Heleene, geb. 6. 10. 88, Darmstadt, Am Erlenberg 22, gest. 29. 8. 50. — Reitzel geb. Sproß verw. Enders, Anna, geb. 20. 9. 18, Gr.-Zimmern, Bach¬ gasse 10, gest. 3. 9. 50. — Rieiilinger, Ludwig, geb. 6. 10. 04, Installateur (Inv.), Darmstadt, Kittlerstraße 44, gest. 30. 8. 50. — Ritz, Carl August, geb. 13. 12. 65 Rektor i. R„ Darmstadt, Kranichsteiner Straße 47, gest. 28. 8. 50. — Rothermel geb. Götz, Marie, geb. 1. 8. 85, Biebesheim/Rh., Kirchgasse 42, gest. 2. 9. 50. •— Schneider, Katharina, geb. 25. 9. 82, Darmstadt, Ruths¬ straße 17, gest. 30. 8. 50. — Schöffel geb. Grimm. Mana, geb. 7. 9. 94, Hergershausen, Schmalestraße 100, gest. 29. 8. 50. — Schuchmann geb. Treusch. Barbara, geb. 20. 7. 63, Da.-Eberstadt, Darmstädter Straße 201, gest. 24. 8. 50. — Seibert, Heinrich, geb. 19. 11. 00, Regierungsobersekretär, Darmstadt, Martin¬ straße 79, gest. 2. 9. 50. — Senger geb. Geyer, Elisabeth, geb. 3. 1. 89, Darmstadt. Lichtenbergstraße 85, gest. 6. 9. 50. — Slamal geb. Reeg. Anna Regina, geb. 4. 11. 98, Da.-Arheilgen, Weiterstädter Straße 43, gest. 6. 9. 50. — Stephan geb. Hans, Hermine geb. 3. 7. 84, Darmstadt, Ploenniesstraße 10. gest. 30. 8. 50. — Törge, Friedrich, geb. 15. 12. 85, Masch.-Techniker, Gr.-Bieberau, Hauptstraße 15, gest. 4. 9. 50. — Trautmann, Heinz Phil., geb. 2. 9. 26, Schlosser, Gr.-Bieberau, Bahnhofstr. 64, gest. 2. 9. 50. — Vollrath, Elise, geb. 7. 8. 05, Da.-Arheilgen, Bernhardstraße 9, gest. 6. 9. 50. — Wagenknecht, Georg, geb. 10. 1. 28, Schlosser, Griesheim. Alte Darmstädter Straße 25, gest. 24. 8. 50. — Wagner, Josef, geb. 11. 1. 62, Landwirt, Da.- Eberstadt, Odenwaldstraße 4, gest. 7. 9. 50. ■— Widerschein, Barbara, geb. 3. 7. 49, Darmstadt. Friedberger Straße 1, gest. 5. 9. 50. — Wolf IV. Ludwig, geb. 8. 12. 70, Landwirt, Da.-Eber¬ stadt, Darmstädter Straße 19, gest. 6. 9. 50. — Wystrach geb. Rotter, Helga Julie, geb. 30. 7. 17. Darmstadt, Reisstraße 12, gest. 7. 9. 50. — Zimbrich, Horst, geb. 11. 6. 50, Pfungstadt, Büchnerweg 15, gest. 27. 8. 50. In auswärtigen Gemeinden verstorbene Darmstädter: Braunwarth, Andreas, geb. 6. 5. 82, Rentner, Darmstadt, Sand¬ bergstraße 38, gest. 5. 7. 50, in Jugenheim. — Bub geb. Lorenz, Elisabethe Dorothee, geb. 21. 11. 81, Darmstadt, Eckhardtstr. 30, gest. 6. 7. 50, in Nd.-Ramstadt. — Emrich geb. von der Heyden, Maria Klara, geb. 24. 1. 05, Darmstadt, Barkhausstraße 13, gest. 23. 7. 50, in Nieder-Ramstadt. — Krug I!., Jakob, Wei߬ binder, geb. 28. 5. 70. Da.-Eberstadt, Strohweg 17, gest. 19. 7. 50. in Nieder-Ramstadt. — Reichert, Marie Elisabethe, geb. 1. 7. 02, Darmstadt, Mollerstraße 34, gest. 3. 7. 50, in Nieder- Ramstadt. — Szilinsky, Emil Albert Franz, geb. 7. 6. 89, Uhr¬ macher, Darmstadt, Alicenstraße 41, gest. 12. 7. 50, in Nieder- Ramstadt.
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