Außenminister-Stellvertreter für sofortige Waffenlieferungen
JlÄit S^‘.C”ber. <AP> Wc Außenminister-Stellvertreter Rik^m« LlkPaktstaaten haben ihre Regierungen aufgefordert, ihre RustungskaPazitat voll auszunutzen und schnellstens mit der Produktion wichtiger Waffen zu beginnen.
Wie aus einem Kommunique hervorgeht, sollen die Regierungen die notwendigen Aufträge sofort erteilen, damit die erweiterten Armeen der Atlantikpaktstaaten voll ausgerüstet werden können. In dem Kommunique heißt es: „Die Außenminister-Stellvertreter der Atlantikpaktstaaten haben sich am Samstag vertagt Sie werden am 13. September in Neuyork kurz vor der Sitzung der Außenminister der Atlantikpaktstaaten wieder zusammentreten.
Die Delegierten haben Pläne für die Ausführung und Finanzierung eines dringenden Produktionsprogramms entworfen und ihren Regierungen empfohlen, den Fabriken sofort Aufträge für Waffen und Ausrüstung bis zur vollen Kapazität zu erteilen. Dieses dringende Programm soll Bestandteil eines noch zu entwerfenden langfristigen V^teidigungsprogramms zur Produktion und Finanzierung von militärischer Ausrüstung werden.“ ,
„Noch nicht erörtert“
Die Frage einer deutschen Beteiligung
London, 4. September. (AP.) Der Vorsitzende der Außenministerstellvertreter der Atlantikpaktstaaten, Charles Spofford, hat erklärt, die Frage einer deutschen Beteiligung an dem Verteidigungsprogramm des Westens sei bisher „noch nicht“ von den Delegierten erörtert worden. Die in einem Kommunique erwähnte Produktion der am dringendsten benötigten Waffen werde jedoch in Europa „innerhalb der nächsten Wochen" beginnen. lieber die Art dieser Waffen verweigerte Spofford eine Auskunft. Er erklärte nur, daß es sich um etwa 50 bis 60 Posten handele, die in Europa hergestellt werden könnten.
Auch die Frage, ob mit der Ernennung eines Oberbefehlshabers für die militärische Organisation des Atlantikpaktes zu rechnen sei, beantwortete Spofford lediglich mit der Feststellung, daß ein besonderer Ausschuß alle Maßnahmen zur Stärkung der militärischen Organisation erörtere.
Ohne schwere Waffen
Pariser Wünsche zur Bundespolizei
Paris, 4. September. (AP.) In Paris verlautet, die französische Regierung stehe einer Verstärkung der deutschen Polizei in der Bundesrepublik mit Wohlwollen gegenüber, wünsche jedoch keine Ausrüstung dieser Einheiten mit schweren Waffen. Die französische Regierung soll sich auch dagegen ausgesprochen haben, die verstärkte Polizei der Autorität der Bundesregierung zu unterstellen. Die neuen Polizeitruppen sollten vielmehr in den einzelnen Ländern stationiert werden und nur in Fällen des Notstandes der Bundesregierung zur Verfügung stehen.
Taifun über lapan
Bisher 200 Tote und 5648 Verletzte
Tokio, 4. September. (AP.) Durch den Taifun, der am Montagmorgen die Hafenstadt Osaka (55 Kilometer südwestlich Tokio) und neun angrenzende Bezirke heimgesucht hat, wurden nach bisher vor- liegenden Berichten etwa 200 Personen getötet; 236 Vermißte und 5648 Verletzte wurden bisher den Behörden bekannt.
Unter den sieben gesunkenen größeren Schiffen befindet sich die 7733 BRT große „Tatsuhara Maru“, die vor der Ausfahrt nach San Francisco stand. 113 Küstenschiffe werden als gesunken und 211 als beschädigt gemeldet.
Ueber 25 000 Hektar bebauten Ackers wurden überflutet und mehr als 500 Hektar Reisfelder weggeschwemmt. Die Zerstörungen an Tausenden von Telefonleitungen lassen sich noch nicht übersehen.
Zusammenstösße mit Kommunisten
Mehrere Angehörige der Freien Deutschen Jugend in Hamburg verhaftet
el. Hamburg, 4. September. Ungewöhnlich zahlreiche und schwere Zwischenfälle haben die politische Situation in Hamburg in den letzten 48 Stunden soweit zugespitzt, daß die Polizei wesentlich verschärfte Maßnahmen gegen linksradikale Elemente ergreifen wird. Inhalt und Umfang der Polizeiaktionen sind seit Montagfrüh Gegenstand von Besprechungen zwischen Bürgermeister Brauer und Polizeichef Georges.
Bürgermeister Brauer, der die Entwicklung mit größter Aufmerksamkeit und Sorge verfolgt, hat bereits erklären lassen, daß die Hamburger Polizei auf seine Weisung allen kommunistischen Versuchen, die öffentliche Ruhe und Sicherheit zu stören, schärfstens entgegentreten werde. Auch die britischen Besatzungsbehörden in Hamburg haben durch die am Montag von ihnen angeordnete Verhaftung von 32 kommunistischen Jugendlichen gezeigt, daß sie der verstärkten Aktivität der Freien Deutschen Jugend und anderer kommunistischer Organisationen nicht länger untätig gegenüberstehen wollen.
Der Anlaß zu den durchgreifenden staatlichen Maßnahmen waren sechs Zusammenstöße zwischen Angehörigen der Freien Deutschen Jugend und der Polizei in verschiedenen Hamburger Stadtteilen. Die Jugendlichen, durchweg im Alter von 15 bis 24 Jahren, hatten mit plakatierten Fahrrädern, Maueranschlägen und so weiter für das verbotene „Treffen der Hunderttausend“ in Dortmund demonstriert und versucht, vorübergehend festgenommene Gesinnungsgenossen der Polizei mit Gewalt wieder zu entreißen. Außerdem hatten bisher unbekannte Täter am Sonntagnachmittag auf dem Balkon des Hamburger Rathauses eine blaue Fahne mit weißer Friedenstaube gehißt.
Die Tatsache, daß die westdeutschen Polizisten bei der Belagerung der Lübecker Zonengrenze durch die zurückkehrenden Teilnehmer des Berliner Pfingsttreffens photographiert wurden, hat die Polizeibehörde dazu bewogen, ihren Beamten bei gewissen Anlässen die Abnahme ihrer Erkennungsschdlder zu empfehlen.
Das Schiedsgericht tagt
Der Spruch für das Baugewerbe
H. Bonn, 4. September. (Eigener Drahtbericht.) Am Dienstag wird in der Nähe von Bonn das Schiedsgericht zusammentreten, um einen Spruch über den Lohnstreik im Baugewerbe zu fällen. Wie dpa meldet, hat auf einer Versammlung von Bauarbeitern in Frankfurt Josef Bill vom Bezirksvorstand der Gewerkschaft, Bau, Steine und Erden in Hessen erklärt, wenn die Schiedsgerichtsverhandlungen am Dienstag zu einem positiven Ergebnis führten, würden die Frankfurter Bauarbeiter am Mittwoch die Arbeit wieder aufnehmen. Bill nannte Remagen als Tagungsort des Schiedsgerichts.
Ulbricht trifft Vorsichtsmaßnahmen
Kontensperre soll Fluchtmöglichkeiten der Funktionäre ausschalten
er. Berlin, 4. September. Der stellvertretende Ministerpräsident Ulbricht hat im Verlauf der Säuberungsaktion führenden Mitgliedern der Sozialistischen Einheitspartei die Bankkonten sperren lassen, um Fluchtvorbereitungen zu vereiteln.
In führenden Kreisen der Einheitspartei und zum Teil auch in Kreisen der Kommunistischen Partei hat der Beginn der großen Parteisäuberung durch den neuen Generalsekretär der Sozialistischen Einheitspartei, Ulbricht, große Beunruhigung hervorgerufen. Von vornherein waren sich politische Kreise Berlins im klaren darüber, daß es nicht bei der Entlassung oder Maßregelung von zehn führenden Persönlichkeiten der Sozialistischen Einheitspartei bleiben werde, die das Opfer der ersten Säuberungswelle geworden sind. Bei der zentralen Kontrollkommission der Sozialistischen Einheitspartei sind bereits Untersuchungen gegen weitere prominente Mitglieder der Sozialistischen Einheitspartei eingeleitet worden.
In der sowjetischen Zone und in Ost-Berlin soll sich die zweite Säuberungswelle gegen die Funktionäre der Sozialistischen Einheitspartei in den zentralen Ministerien und den Länderregierungen richten. Von der Säuberung der zentralen Berliner Ministerien werden voraussichtlich auch das Industrieministerium, das von Fritz Selbmann geleitet wird, und das Volksbildungsministerium, das dem Mitglied des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Paul Wandel untersteht, betroffen werden. Wandel wird der Vorwurf gemacht, sich bei der Ausarbeitung der Lehrpläne für das Schuljahr 1950/51 als unfähig erwiesen zu haben. In Kreisen der Sozialistischen Einheitspartei rechnet man sogar mit einem eventuellen Ausschluß Gerhard Eislers, des Leiters des Informationsamtes, aus der Sozialistischen Einheitspartei.
Als erste Maßnahme gegen etwa dreihundert maßgebliche Funktionäre der Sozialistischen Einheitspartei sind die Bankkonten gesperrt worden, die diese Personen in Ost-Berlin oder im Gebiet der sowjetischen Besatzungszone unterhalten. Auch die Konten von anderen Funktionären der Sozialistischen Einheitspartei sollen überwacht werden, um zu verhindern, daß die Konteninhaber größere Summen für die Vorbereitung einer eventuellen Flucht abheben.
Die südkoreanische Hafenstadt Pusan hat durch Kriegseinwirkungen stark gelitten. Dennoch verlassen die Einwohner ihre zerstörten Wohnstätten nicht. Das Bild zeigt eine Straße in Pusan
Zeugen Jehovas verboten
Berlin, 4. September, (dpa) Der Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik hat beschlossen, die religiöse Sekte „Zeugen Jehovas“ mit sofortiger Wirkung zu verbieten. In der Begründung des Verbotes heißt es, die Religionsgemeinschaft habe eine systematische Hetze gegen die bestehende demokratische Ordnung und deren Gesetze unter dem Deckmantel religiöser Veranstaltungen getrieben. Sie sei dem Spionagedienst einer imperialistischen Macht dienstbar.
Die Zeit drängt
xxx Wenn es auch so aussieht, als sei ein unmittelbarer Angriff Rußlands gegen Europa nicht zu erwarten, so mehren sich doch die Zeichen, daß der kleinste Zwischenfall neue kriegerische Konflikte auslösen kann. Der Vorsitzende des amerikanischen Amtes für strategische Rohstoffe, der den Auftrag hat, die Mobilisierung der amerikanischen Industrie für den Ernstfall vorzubereiten, hat eben erklärt, die Sowjets vergrößerten ständig die Stärke ihrer Armee, ihrer Flotte und ihrer Luftstreitkräfte sowie ihren Vorrat an Atombomben. Ihre Welteroberungsabsichten schienen sich planmäßig abzuwickeln.
Es ist immerhin nicht bedeutungslos, daß der Pekinger Rundfunk behauptet, amerikanische Jagdflugzeuge hätten sich eine zweite Verletzung chinesischen Hoheitsgebietes zuschulden kommen lassen, und daß informierte Pariser Kreise für den Monat Oktober eine große Offensive des Rebellenführers Ho Tschi-minh gegen die französischen Streitkräfte in Indochina erwarten. Hinzu kommt, daß der Chef-Delegierte Jugoslawiens bei den Vereinten Nationen vor Pressevertretern die aufsehenerregende Erklärung abgegeben hat, wenn sein Land von Rußland überfallen werden sollte, werde es jede Hilfe annehmen, ganz gleich, woher sie komme. Es liegt auf der Hand, daß sich die Westmächte gegebenenfalls einem Hilferuf Jugoslawiens nicht versagen dürfen.
Unter diesen Umständen ist der ständige Exekutiv-Ausschuß des Atlantik-Paktes in London zu dem Ergebnis gekommen, es sei jetzt keine Zeit mehr zu Verhandlungen und zum Feilschen, sondern es gehe darum, den harten militärischen Tatsachen ins Auge zu sehen. Wenn Europa in sich selbst nicht stark genug ist, um den ersten Ansturm eines Angriffes aufzuhalten, dann bleiben alle Pläne zu seiner Verteidigung bedeutungslos. Die Außenminister - Stellvertreter haben daher ihre Regierungen aufgefordert, ihr Rüstungsvermögen voll auszunutzen und schnellstens mit der Erzeugung wichtiger Waffen zu beginnen. Der Exekutivrat soll sogar beschlossen haben, daß statt 30 Divisionen nunmehr 55 Divisionen und die entsprechenden Hilfsstreitkräfte aufgestellt werden sollen, um einen ersten Angriff auf Westeuropa abzuwehren und um die nötige Atempause zu gewinnen, bis der Westen seine gesamten Hilfsmittel mobilisieren kann.
Hoffunung und Ausblick
Wr. — Passau ist die am weitesten östlich gelegene Stadt der Bundesrepublik. Von den Höhen dieser Stadt sieht man nach dem Böhmerwald. Man sieht auch den breiten Streifen Niemandsland, in dem kein Haus mehr bewohnt ist. kein Ackerstück mehr angebaut wird, kein Licht mehr brennt.
Während der 74. Katholikentag in Passau Versammlungen abhielt, anderthalb Dutzend etwa, öffentliche und geschlossene, richteten sich die Blicke und Herzen unausgesetzt nach dem Niemandsland und nach den Menschen, die ostwärts seiner leben müssen — in jenem Reich, von dem die düsterste aller Bedrohungen unseres Lebens ausgeht.
Die Menschen in diesem Reiche gehören weit überwiegend nicht zur Glaubensgemeinschaft der katholischen Kirche. Aber sie sind — heute noch — überwiegend getaufte Bekenner des Evangeliums. Als auf einem der seltsamen Höhepunkte dieses Katholikentages der Bischof von Passau, Dr. Landersdorfer, durch das Mikrophon die Teilnehmer am Festgottesdienst zu einem öffentlichen Gebet für die Menschen jenseits des Niemandsland aufforderte und begann, es vorzusprechen, wurde seine Stimme schütter: Entwas Uebermächtiges mußte in diesem Augenblick in seinem Herzen emporgewallt sein. Es muß so mächtig gewesen sein, daß es ihm die Stimme zerbrach.
Katholiken sprachen vor dem Hochaltar das Gebet, das Christus gelehrt hat, für die Not der christlichen Glaubensbrüder östlich des Vorhangs.
Das war eines der großen Ereignisse von Passau, es verdient, in Ehrfurcht festgehalten und überliefert zu werden.
Das andere Ereignis
Seitdem damals in Mainz, in Zusammenhang mit den Vorgängen in der Frankfurter Paulskirche oder wenigstens, bewegt durch sie, der erste Katholikentag vonstatten ging, hat es ihrer mehr als siebzig gegeben. Aber wo sind die Zeiten hin. in denen Manifestationen dieser Art auf dem anderen Ufer des christlichen Bekenntnisses als mißfällig, kränkend und gar als Ungebühr oder Herausforderung empfunden wurden! An diesem vierundsiebzigsten der Deutschen Katholikentage hat der Präsident des Evangelischen Kirchentags. D. Dr. Reinhold von Thadden-Trieglaff, als Partner teilgenommen. Nicht als bloßer Beobachter oder unverbindlicher Ehrengast: Als ein Gleicher unter Gleichen. Er sprach von dem gleichen Platze aus, von dem vorher der designierte Abgesandte des Papstes und der katholische Diözesan-Bischof gesprochen hatten und von dem aus Adenauer und Hundhammer sprachen. Die Funkleute und Zeitungsberichterst^tter hatten zu verzeichnen, daß er von den Teilnehmern des Katholikentages „mit freudiger Herzlichkeit“ begrüßt worden sei. „Ungewöhnlich warmherziger Beifall empfängt ihn,“ meldete ein Berichter, „als er die Stufen emporstieg“. „Eine Woge der Verbundenheit schlug ihm entgegen“, glaubte ein anderer Korrespondent wahrzunehmen. Sie gebührte ihm, den die deutsche Christenheit seit dem Essener Kirchentag als den Mann ihres Sinnes erkennen gelernt hat. Der Korrespondent dieser Zeitung hat in journalistischer Ge .treulichkeit das Beste festgehalten und gemeldet, was Thadden-Trieglaff zu verkünden hatte: „Wir lieben unsere evangelische Kirche — und wir wollen in ihr dem alleinigen Herrn treu und gehorsam sein. . .
Das — und nur das allein — ist die Grundlage, die den beiden christlichen Bekenntnissen zugeteilt ist. So wenig Gotthold Ephraim Lessing und sein „Nathan“ imstande waren, den Menschen die Wege wahrer Religiosität zu weisen: Jenes größte und schönste seiner Worte soll'in unserer beider Mitte stehen wie ein Fels: „Es eifre jeder unverdrossen der vorurteilsfreien Liebe nach! . . .“
Daß der Präsident des Evangelischen Kirchentages, nachdem er durch den Verlauf seiner Tagung in Essen vor allem christusgläubigen Volke auf diese hohe Stufe emporgehoben war, vor den versammelten Katholiken in Passau in die dargereichte Hand einschlug, das gehört zu dem großen Erleben unserer Tage. Es ist also doch nicht umsonst gewesen, daß in Dachau und in allen den vielen anderen Lagern der Todgeweihten so viele katholische wie evangelische Christen beisammen waren, Christen schlechthin nicht nur, sondern auch Geistliche, Priester, Todbereite. Vielleicht hat erst der Augenblick der unmittelbaren Todesnot über die beiden Bekenntnisse kommen müssen, bis sie zu erkennen vermochten, wie einig sie miteinander in Wirklichkeit sind.
Adenauer sprach
In Passau sprach auch der Bundeskanzler. Er hatte auch auf dem Essener Kirchentag gesprochen. Er sprach nicht das eine Mal. inmitten der Evangelischen, „so“, und das andere Mal, inmitten der Katholiken, „so“: Er sagte beide Male dasselbe. Sagte es mit aller Härte, die ihm eigen ist, mit aller Bestimmtheit. Er erklärte: Weder Evangelische Kirchentage noch Katholiken-Versammlungen seien imstande, die Bundesregierung zu übertreffen in bezug auf die Entschlossenheit. nach christlichen Grundsätzen zu verfahren; man sei, im Bundeskabinett, von keinerlei Erkenntnis dermaßen durchdrungen wie von der einen: Daß nur auf wahrhaft christlichem Wege eine Rettung der Menschheit möglich sei: Die Rettung Europas, die Rettung des Christentums, die Rettung der Menschen überhaupt. Aber „christlicher Weg“, das bedeute vollinhaltlich: Ein Christentum der wahren und wahrhaftigen Tat.
Daß das Christentum unserer Tage neue und stärkere Kräfte aufweist als je in unserer unseligen Vergangenheit: Das ist das Ergebnis, wie von Essen, so auch von Passau. Oder wo sind die Tage hin, sta\ assiuqaSjg; ‘^uaiod “u qdasop sp diese durch ein paar kronherrliche Edikte zu erreichen suchte!
Forderungen der Angestellten
el. Hamburg, 4. September. (Eigener Bericht.) Die Deutsche Angestelltengewerkschaft hat am Montag auf einer Pressekonferenz ihres Hauptvorstandes in Hamburg neue Gehaltstarife gefordert, die einer gerechteren Bewertung der Angestelltenarbeit im Sinne eines wirklichen Leistungsentgeltes dienen müßten. Die Gewerkschaft wolle ihren Forderungen mit aller Kraft Nachdruck verleihen und nicht erst abwarten, bis die Situation restlos verfahren sei. Die Bestrebungen der Angestelltengewerkschaft seien keine Konjunkturausnutzung. sondern der Wunsch, die Produktivität und Kaufkraft zu steigern.
Ein Lahnbrecher
E. D. Unweit von Stuttgart liegt Schorndorf. Ein Juwel mittelalterlicher Romantik. Vor siebenhundert Jahren, zur Zeit der Hohenstaufen, wurde ihm das Stadtrecht verliehen. Die Wiederkehr dieses Tages wird, eine ganze Woche lang, gegenwärtig von den Bürgern gefeiert. Zahlreiche Fremde, aus nah und fern, nehmen an den Festlichkeiten teil. Viele, die herbeiströmten, entdeckten hier, aoseits von der großen Landstraße, unvermutet die völlig erhaltenen Schönheiten alter deutscher Stadtkultur, die der Krieg verschont hat.
Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stand die Enthüllung eines Denkmals für Gottlieb Daimler, den großen Sohn der Stadt. Vor nicht ganz siebzig Jahren erfand er den ersten leichten und schnelllaufenden Benzinmotor der Welt und eröffnete damit, um das Wort des amerikanischen Historikers Keith Sward zu gebrauchen, ein neue Epoche in der Geschichte der Technik und des Verkehrs. Der Bundespräsident Theodor Heuss hatte es sich, als Schwabe, nicht nehmen lassen, seinem großen Landsmann in einer geistvoll gehaltenen Festrede zu huldigen. Er zeichnete von ihm ein Porträt, das er mit der Entwicklung des modernen Verkehrs verknüpfte, der Daimler durch seine Erfindung einen so weitreichenden Anstoß gegeben hatte.
Das Denkmal versucht, in eindringlicher künstlerischer Sprache, das symbolisch zu gestalten, was Daimlers Geist der Menschheit gegeben hatte: Das Motorrad. Das Automobil. Das Motorboot. Den Flugmotor. Die Bronzeplatten des Denkmals, wie sie Fritz von Grävenitz in künstlerischer Vollendung geformt hat, prägen sich dem Beschauenden faszinierend ein. Die Daimler-Benz-Werke, die auf der Erfindung aufgebaut sind und es inzwischen, in unermüdlicher Arbeit, zu Weltruf gebracht haben, verzichteten darauf, diesen Gedenktag zu irgendeiner Werbung für ihre Produktion zu benutzen. Der Leiter des Unternehmens, Generaldirektor Dr. Haspel, unterließ im Rahmen seiner Gedenkrede taktvoll jeden geschäftlichen Hinweis. Dennoch muß es hier gesagt werden, daß die fast völlig vom Kriege zerstörten - Benz-Werke, sozusagen aus dem Nichts heraus, inzwischen wieder ihre großen Fabrikanlagen auf gebaut haben, so daß sie heute bereits eine Kapazität erreicht haben, die ihnen die ununterbrochene Herstellung Tausender von Wagen ermöglicht. Dabei spielt der Export eine hervorragende Rolle. Wenn Daimler, der vor fünfzig Jahren seine Augen schloß, heute die Auswirkung seiner Erfindung in der ganzen Welt und nicht zuletzt das gewaltige Unternehmen schauen könnte, zu dem er den Grundstein gelegt hat, dann würde selbst sein ahnender und rastlos schöpferischer Geist von Erstaunen erfüllt sein. Als er im Jahre 1899 starb, schickte sich erst ein neues Jahrhundert zur wirklichen, bald fast rasenden Produktionsverwertung seiner genialen Erfindung an.
Heinemann bei Adenauer
Tritt der Innenminister zurück?
R. Bonn. 4. September. (Eigener Drahtbericht.) Bundesinnenminister Heinemann ist am Montagnachmittag zu einer Unterredung mit dem Bundeskanzler im Bundeskanzlerpalais eingetroffen. Wie bereits gemeldet, hatte Dr. Heinemann im Verlauf der letzten Kabinettssitzung dem Kanzler seinen Rücktritt angeboten.
In parlamentarischen Kreisen wird, ohne, zu dem aktuellen Anlaß der Differenzen zwischen dem Bundeskanzler und dem Bundesinnenminister Stellung .zu nehmen, darauf hingewiesen, daß Minister Heinemann zu dem Freundeskreis des Kirchenpräsidenten Niemöller gehöre, dessen umstrittene politische Ansichten bekannt seien.
Starke griechische Partisanenverbände sollen in Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei ausgebildet werden.
Unverininderter Druck der Kommunisten
Die amerikanische Flanke weiter bedroht — Bisher keine operativen Durchbrüche
Pusan, 4. September. (AP/dpa/Reuter.) An der ganzen koreanischen Front toben nach wie vor heftige Kämpfe. Die amerikanischen Divisionen konnten zum Teil heftige Gegenangriffe einleiten, mußten jedoch an entscheidenden Stellen im Norden, am Mittelabschnitt und im Süden der Front zurückweichen. Am bedrohlichsten hat sich die Lage im Nordostabschnitt entwickelt. Hier gelang es dem Feind, westlich von Pohang, einen Einbruch von zwanzig Kilometern zu erzielen und die lebenswichtige Verbindungsstraße Pohang—Taiku zu unterbrechen. Die vorstürmenden feindlichen Bataillone haben nun die Wahl, ihre Offensivbewegung weiter nach Süden auf Pusan oder nach Westen auf Taiku vorzutreiben. Hier hat sich für die amerikanische Flanke eine Krise entwickelt, die von entscheidender Bedeutung sein kann.
Ein ebenso gefährdeter Punkt ist die Flanke der 25. amerikanischen Infanterie-Division. Diese Division hält mit ihrem linken Flügel die Zugänge auf die Stadt Tschindongi, die zwölf Kilometer südwestlich der Hafenstadt Masan liegt. Hier greifen die roten Truppen mit rund 30 000 Mann oder schätzungsweise zwei kampfkräftigen Divisionen an, um die amerikanische Südfront aus sen Angeln zu heben.
Große Abwehrerfolge konnten die Truppen der Vereinten Nationen insgesamt nicht melden. Es handelt sich bei den Gefechten in Korea seit Tagen um eine Abnutzungsschlacht ersten Ranges, erster Ordnung. Der Feind hat jedoch nirgends den echten operativen Durchbruch erzielen können und steht am vierten Ta? seiner Offensive nirgends vor einem entscheidenden Erfolg.
Die Partisanentätigkeit hat zugenommen. Die Amerikaner mußten wiederum einen Bruch des Völkerrechts melden, da ein abgeschnittener amerikanischer Spähtrupp von Partisanen überfallen wurde und die amerikanischen Infanteristen mit zusammengebundenen Händen tot aufgefunden worden sind. Die Mörderin soll dieses Mal eine koreanische Freiwillige sein, die die Amerikaner nach der Gefangennahme umgebracht hat. Amerikanische Führungsstellen schätzen, daß die Nordkoreaner seit Beginn ihrer Offensive mindestens zwölftausend Tote gehabt haben.
Absatsorgen der Landwirtschaft
Kundgebung der Ländlichen Genossenschaften des Rhein-Main-Gebietes
gr. Mainz, 4. September. (Eigener Bericht.) Der letzte Tag des Mainzer Weinmarktes erhielt sein besonderes Gepräge durch eine Großkundgebung der Ländlichen Genossenschaften des - Main-Gebietes, an der über 2000 Menschen, Genossenschaftler und Bauern aus Rheinhessen, dem Rheingau, aus dem Ried, von den Höhen des Odenwaldes, des Taunus und des Westerwaldes teilnahmen.
Der Präsident des Ländlichen Genossenschaftsverbandes, Eidmann, betonte nach kurzer Begrüßung der Ehrengäste, der „Deutsche Bauerntag“ habe wiederum erwiesen, daß die Organisation des Absatzes mancher landwirtschaftlichen Produkte ein besonders brennendes Problem sei. Ohne Disziplin in den Reihen der Erzeuger könnten die Schwierigkeiten nicht gemeistert werden.
Anschließend referierten die Abteilungsleiter des Genossenschaftsverbandes kurz über die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit auf ihren Gebieten. Generalsekretär Dr. Maus sprach über die Entwicklung der Kredit- und Warengenossenschaften. Mit besonderem Interesse wurden die Ausführungen von Kreisstellenleiter Falkenstein verfolgt,der für die Verwertungs-Genossenschaften von Obst und Gemüse, Wein und Vieh, sprach. Die Zusammenfassung des Angebots der einzelnen in ihrer Genossenschaft sei allein geeignet, das Marktgeschehen und die Preisbildung zu beeinflussen. Bei Obst und Gemüse seien jedoch alle Bemühungen umsonst, solange nicht die Einfuhren auf ein vernünftiges Maß herabgesetzt würden. Man könne keineswegs den Handel für die Absatz- und Preiskrise verantwortlich machen. Die Vergangenheit habe bewiesen, daß für Genossenschaften und Handel ein genügend großes Betätigungsfeld offen sei, um eine loyale Zusammenarbeit zu ermöglichen.
Diesen Ausführungen folgte das Referat von Abteilungsleiter Kahnt. Die maßgebende Stellung der Milchwirtschaft innerhalb der landwirtschaftlichen Erzeugung sei allgemein bekannt. Die Molkerei-Genossenschaften erfaßten rund 60 Prozent des Gesamtanfalls an Milch, und es sei ein beachtlicher Erfolg, daß ein Rückgang der Verwertungspreise für Milch um 14 Pfennig pro Liter für den Erzeuger auf einen Verlust von 3V2 Pfennig herabgemindert werden konnte. Um eine bessere Rentabilität zu erreichen, sei die Förderung des Frischmilchverkaufs besonders vordringlich.
Ring politischer Jugend
Frankfurt, 4. September, (dpa) Vertreter der Bundesvorstände der Jungsozialisten, der Jungen Union und der Jungdemokraten haben sich zu einem „King politischer Jugend“ zusammengeschlossen. Der Ring will die Jugendgruppen gegen die kommunistische Propaganda in der Bundesrepublik einsetzen und danach streben, daß die Jugendgruppen von den Parteien zu aktiver demokratischer und politischer Mitarbeit stärker herangezogen werden.
Norwüürfe der Vertriebenen
er. Berlin, 4. September. (Eigener Drahtbericht.) Auf einer Kundgebung der So¬ zialdemokratischen Partei für Heimatvertriebene im britischen Sektor Berlins haben zahlreiche Versammlungsteilnehmer dem sozialdemokratischen Berliner Magistrat vorgeworfen, sich nicht genügend um die Heimatvertriebenen zu kümmern. Der Berliner Bundestagsabgeordnete Brandt (Sozialdemokratische Partei) antwortete, die Versammlungsteilnehmer sollten ihre Beschwerden an jene Leute richten, die verhindert hätten, daß Berlin als zwölftes Bundesland anerkannt werde, wie es beim Stand der alliierten Auseinandersetzungen schon jetzt möglich wäre.
Scharfe Kritik
R. Bonn, 4. September. (Eigener Drahtbericht.) Im Haushaltsausschuß ist von Abgeordneten der Regierungsparteien scharfe Kritik an der Arbeit des Bundespresseamtes geübt worden. Der Ausschuß sprach sich gegen eine Bewilligung des Etats des Bundespresseamtes aus und forderte eine wesentliche Einsparung bei diesem mit 136 Personen nach seiner Ansicht überbesetztem Amt.
Keine generelle Amnestie
McCloy über die Arbeit des Gnadenausschusses für Landsberg
Frankfurt, 4. September. In einem Schreiben an den Chefredakteur der Neuyorker Zeitschrift „Aufbau“, Manfred George, erklärte Oberkommissar John McCloy, er habe zu keiner Zeit eine generelle Amnestie für deutsche Kriegsverbrecher erwogen.
George hatte in einem Schreiben an McCloy von einer weitverbreiteten Aktion ehemaliger Nationalsozialisten gesprochen, die das Ziel habe, die ungerechtfertigte Begnadigung von Kriegsverbrechern zu erreichen.
McCloy sagt ferner, er werde auf keinen Fall einen Gnadenerlaß unter dem Druck einer organisierten Aktion, sei sie nazistischen oder anderen Ursprungs, unterzeichnen. Eine solche Maßnahme könne nur durch das Ergebnis einer sorgfältigen, sachlichen Untersuchung der Umstände jedes einzelnen Falles zustande kommen, und zwar mit Empfehlungen durch Persönlichkeiten, die das Vertrauen des Oberkommissars besäßen. In jedem Fall würden gerechte und gleiche Rechtsgrundsätze angewendet.
Die in Landsberg Inhaftierten erhielten, genau wie dies in den Vereinigten Staaten üblich sei, bei guter Führung einen Strafabzug von zehn Tagen im Monat.
Kreuzzug für Freiheit
Von Eisenhower eröffnetDenver, 4. September (AP.) General Eisenhower hat den Kreuzzug für Freiheit mit einer Rundfunkansprache eröffnet. Diese Aktion wird von General Clay geleitet. Ein Hauptziel ist die Errichtung eines „Radio Freies Europa“ mit einem Netz von privaten Stationen, das der kommunistischen Propaganda entgegenwirken soll. Eisenhower erklärte, die Freiheitsbewegung brauche in Europa starke Rundfunksender, die ohne behördliche Einschränkungen lebendig und überzeugend über die Demokratie berichten könnten. Den Völkern hinter dem Eisernen Vorhang, die nichts anderes als Haßtiraden gegen Amerika hörten, solle der freie europäische Sender in einfachen und klaren Worten die Wahrheit sagen.
Neue Offensive in Indochina?
Washington, 3. September. (A.P.) Die Vereinigten Staaten beabsichtigen nach Berichten gut orientierter Kreise, ihre Waffenlieferungen nach Indochina zu beschleunigen, da innerhalb der nächsten Wochen mit einer neuen Offensive der kommunistischen Vietminh-Truppen gerechnet wird. Der Angriff wird nach dem 4. Oktober erwartet.
Ausnahmeznstand im Oelgebiet
von Südpersien
Teheran, 4. September, (dpa) Über das südpersische Erdölgebiet, in der Nähe des Persischen Golfs, ist der Ausnahmezustand verhängt worden. Gründe für diese Maßnahme wurden bisher nicht bekanntgegeben. In dem weiter nördlich gelegenen persischen Kurdistan, wo seit mehreren Monaten Ruhe herrschte, sind Kämpfe zwischen Regierungstruppen und einem Gebirgsstamm ausgebrochen. Zu den Kämpfen kam es, nachdem der persische Generalstab die Entwaffnung der Angehörigen des Javanrud-Stammes angeordnet hatte, die sich Plünderungen zuschulden kommen ließen. Zum ersten Male wurden dab '. Kampfflugzeuge eingesetzt.
Stimmen der Anderen
Bxrüũning
Das „S onnta g s b 1 a 1t“ schreibt nach dem Wiedersehen mit dem ehemaliger. Reichskanzler:
„Seine Bewegungen, seine Haltung sind, die gleichen geblieben.
Sein Urteil über Geschehnisse und Menschen ist sehr klar, ohne jedes Ressentiment, von jener milden Objektivität, dla dem Freunde auch bei gegensätzlicher Einstellung wohltut, für den Gegner unangenehmer ist als scharfe Worte. Die Entfernung und die Zeit der Abwesenheit hat ihn nicht entfremdet. Er. weiß erstaunlich gut, was in Deutschland los ist. Der Kontakt ist sofort wieder da. Ueber persönliches Ergehen hinweg werden die Vergangenheit, vor allem die schicksalsschweren Jahre 32 bis 34 wieder sehr lebendig. Die Sachlichkeit in der Beurteilung der damaligen Gegenspieler erfreut ebenso wie die ruhige und wohlbegründete Schärfe menschlichen Niedrigkeiten gegenüber, wie sie das Dritte Reich und die Zeit nach der Kapitulation der Welt haben offenbar werden lassen.
Die Zukunft steht bald im Mittelpunkt. Die leidenschaftliche Sorge spricht aus jedem Wort. Er trägt das Schicksal Deutschlands genau so auf seinem Herzen wie jeder von uns, der sich mitverantwortlich fühlt. Heinrich Brüning ist einer der unsrigen geblieben, auch draußen. Ein guter Vertreter unserer Sache, vor allem ein kenntnisreicher.
Er geht zurück, seinen Lehrauftrag zu Ende zu führen. Man muß es wohl hinnehmen, daß er wieder geht. Die Gerüchte über sein come-back, sein angebliches Sondieren, nicht immer uneigennützigen Quellen entsprungen, weist er zurück. Im nächsten Jahre, vielleicht? Können wir es uns im Grunde leisten, einen Mann wie Heinrich Brüning ziehen zu lassen? Haben wir soviel politisches Kapital, vor allem außenpolitisches, zu verschwenden? Man wird ihn rufen müssen. Von sich aus wird er kaöm kommen.“
Schlimmer als Unsinn
Der Londoner „S u n da y Express" beschwert sich darüber, daß die Militärdienstzeit in Großbritannien länger sei als in anderen europäischen Ländern, und schreibt:
„Die Jugend Großbritanniens muß als Beitrag zur westeuropäischen Verteidigung eine zweijährige militärische Dienstpflicht ableisten. Was aber tut die Jugend anderer Nationen, deren Verantwortung für die Verteidigung Europas noch größer ist? Belgien gleicht jetzt seine Dienstpflicht der britischen an. Aber die Jugend Frankreichs braucht nur achtzehn Monate zu dienen — sechs Monate weniger. In Holland, Norwegen, Dänemark und Italien wird sogar ein Jahr als ausreichend angesehen. Der Gedanke einer europäischen Armee war schon immer Unsinn. Unter der Voraussetzung, daß die britischen jungen Männer zweimal so lange dienen müssen wie die aus den meisten anderen betroffenen Nationen, wird dieser Gedanke noch schlimmer als Unsinn.“
Jede Hilfe willkommen
Neuyork, 4. September. (AP.) Der Chef-Delegierte Jugoslawiens bei den Vereinten Nationen, Bebler, hat vor Pressevertretern erklärt, sein Land werde die Vereinten Nationen um Unterstützung ersuchen, wenn es überfallen werden sollte. Es werde jede Hilfe annehmen, ganz gleich, woher sie komme. Jugoslawien ließe sich allerdings nicht durch die Kominformländer einschüchtern.
Waffen für dentsche Jäger
F.A.Z. Frankfurt, 4. September. In einem veröffentlichten Kommunique der Alliierten Oberkommission wird dem Bundeswirtschaftsministerium mitgeteilt, daß die deutschen Jäger für die laufende Jagdsaison bis zu 25 000 Gewehre und 50 000 Flinten erhalten können. Die Bundesbehörden haben die Produktion der Jagdwaffen verantwortlich zu überwachen.
Hölle wo ist Dein Sieg ?
ROMAN VON RACHEL FIELD3)
Erstabdruck - Alle Rechte beim Wolfgang-Krüger-Verlag, Hamburg
„Ja, danke, bei Madame Le Maire. Einer der Studenten begleitete mich hierher; er wollte mich den weiten Weg nicht allein gehen lassen.“ „Nun, dir sollte es ja nicht so ganz ungewohnt sein, dich allein herumzutreiben.“ Er blinzelte sie vielsagend unter seinen buschigen eisengrauen Brauen hervor an. „Allmählich müßtest du es ja gelernt haben, dich selbständig zu bewegen. Schließlich bist du doch bald dreißig.“ C" : ' D1«1. _ * —
Sein Blick und seine Worte machten Henriette erröten. Sie schämte sich nicht ihres Alfers, aber welche Frau hörte es gern nennen?
„Ich bin es allerdings nur zu sehr gewöhnt, meinen Weg allein zu gehen“, erwiderte sie, während sie ihre Hände gegen das Feuer hielt und sich ihrer wohlgeformfen Weiße und am Funkeln des kleinen Ringes im Flammenschein erfreute. „Ich sagte es nur, weil ich annahm, es würde dir eine Beruhigung sein — doch gleichviel, mir geht es gut, und dir? Hoffentlich hat dir dein Rheumatismus nicht wieder zu schaffen gemacht!“
Die zartgliedrige Greisenhand um das dünnwandige Brandyglas zitterte zwar nicht eben wenig, aber der Protest erfolgte unverzüglich.
„.Rheumatismus? Keim Rede da/on! Hin und wieder ein Stechen — nichts weiter; kein Wunder in so einem schandbar feuchten Loch, das sie einem heuf-
zufage als Komfortwohnung vermieten. Aber wenn man Feldzüge mitgemadit hat, wie ich sie hinter mir habe, mit dem Schnee der Alpen und der russischen Steppe als Kopfkissen, dann können einem keine Unbequemlichkeiten und Entbehrungen mehr etwas anhaben. Meine Gesundheit braucht dich nicht zu kümmern. Behalte deine Fürsorglichkeit lieber für dich selbst, denn wenn das stimmt, was du mir schriebst, wirst du sie zweifellos nötig haben.“
;„Großvaferl“ Henriette beugte sich vor und legte ihm die Hand auf seinen Arm. „Ich hatte gehofft, du würdest meine Rückkehr nach Paris gutheißen und sogar ein wenig erfreut und stolz darüber sein, daß mir eine solche Stellung angeboten worden ist.“
»„Stolz — erfreut!“ wiederholte er ihre Worte höhnisch. Ihre Hand hätte ebensogut ein Schatten auf seinem Aermel sein können, so wenig Notiz nahm er von ihr. „Du hast die Unverfrorenheit, zu erwarten, daß ich mich freuen soll, wenn du dich in den Dienst des mir verhaßten Hauses der Choiseul-Praslin begibst!“
i„Äber es ist doch eine der ersten Familien Frankreichs!“
„Für mich ist sie der Inbegriff alles dessen, was ich aus unserem Vaterlande ausrotten wollte, und ich habe die besten Jahre meines Lebens dafür hiigegeben. Dieser hasenfüßige Adel, der an unserem Lebensmark zehrt wie ein giftiges Gewächs, das wieder zu wuchern beginnen wird, bis es uns erstickt —■ jetzt, da keine starke Hand es mehr beschneidet.“ Unwillkürlich wandten sich seine Augen den Andenken aus kriegerischen Tagen zu: seinem Degen und der Uniform, die gespenstisch grau in einer Ecke hing, dem Bild Napoleons im Krönungsmantei, seinem eingerahmten Patent als Offizier der kaiserlichen Garde, seinen über alles geliebten Orden für Tapferkeit vor dem Feind und dem gesiegelten Pergament, das ihn als Dank für treue, seinem Land und seinem Kaiser erwiesene Dienste zum Tragen des Titels Baron auf Lebenszeit berechtigte. Wie sein Blick von einem Symbol zum anderen dieser verlorenen Sache, der sein Herz immer gehören würde, schweifte, fuhr er mit einer Stimme, in der sich Stolz und tiefste Bitterkeit mengten, fort:
„Erst gehst du nach England, diesem Land, das uns demütigte und durch seinen Wortbruch den Kaiser in die Verbannung und in den Tod getrieben hat; und damit nicht genug, mußt du dich von allen französischen Familien ausgerechnet der zugesellen, die als eine der ersten an die Seite der Orleans eilte, kaum hatte sich der Wind gedreht!‘‘
.„Kann ich etwas dafür, daß sich die Zeiten geändert haben?“ Henriette antwortete ruhig auf seine Vorwürfe, aber die Farbe ihrer Wangen vertiefte sich.
„Dafür kannst du wohl etwas, daß mir diese letzte Schmach nicht erspart blieb. Bessere Familien als diese Praslinsche Horde haben vergangene Wohltaten nicht vergessen und sind nicht so schnell dem König zugelaufen. Soll der Herzog de Praslin meinetwegen seine Ehre an diesem Tölpel Louis Philippe um irgendwelcher Vorteile willen verraten, soll er nehmen, was er kriegen kann. Mag er nur ruhig den Offizier im königlichen Haushalt spielen. Aber deshalb brauchst du ihm doch nicht zu dienen und seinen Töchtern und Söhnen.“
•„Großvater!“ Henriette sprach in dem festen, begütigenden Ton, den sie einem erregten Kinde gegenüber angewandt haben würde. „Idi bin keine Royalistin in meinen Ueberzeugungen; ich sähe es gern, wenn Frankreich wieder Republik würde, aber — —“
~Eine merkwürdige Art, das zu zeigen“, unterbrach er sie anzüglich.
.„Kaiser Napoleon ist tot", führ sie fort, „und auch sein Sohn ist tot. Ich achte dich für deine Treue gegenüber der Vergangenheit; aber was willst du^ daß ich tun soll? Die Vergangenheit kauft mir kein Brot zum Essen und keine Kleider zum Anziehen und verschafft mir kein Dach über dem Kopf. Fast zehn Jahre lang habe ich mich mit diesen Dingen auseinandersetzen müssen. Ich kann mir den Luxus nicht leisten, in der Vergangenheit zu leben.“
„Ach so!“ Der alte Herr stürzte sein Glas Brandy hinunter und griff mit zitternder Hand nach der Flasche. „Wirf es mir nur ins Gesicht, daß ich dir keine Dienstboten und keine Equipagen gehalten und dich nicht mit den Kostbarkeiten der Rue de la Paix behängt habe! Das ist der Dank dafür, daß ich dich weif über deinen Stand erziehen ließ.“
„Und was ist, bitte, mein Stand?" Ihre Gestalt straffte sich, und sie sah ihm über den unordentlichen Tisch mit der grünbeschirmfen Petroleumlampe hinweg fest ins Gesicht. s,Das möchte ich wirklich sehr gerne wissen; ich bin mir darüber noch nie recht klar geworden.“
„Du brauchst zu deinen übrigen Fehlern nicht auch noch frech zu werden und mir vorzuwerfen, daß du kein Geld und keinen Mann hast. Vermutlich hätte ich deiner Ansicht nach der teuren Erziehung, die dich nur noch anspruchsvoller und eigensinniger gemacht hat, noch eine ansehnliche Mitgift zufügen sollen.“
„Nein, Großvater, ich habe dir nie Vorwürfe gemacht und bin nicht berge kommen, um dich um Geld zu bitten. Aber es ist doch nicht so verwunderlich, wenn ich jetzt, wo ich erwachsen bin, etwas über mich selbst erfahren möchte."
„Hauptsache, du bist erwachsen genug, um dich auf keine Dummheiten einzulassen; nach etwas anderem frage ich nicht."
„Aber ich frage dich doch!“ Seine unnachgiebige Lieblosigkef machte sie nur noch entschlossener, eine Antwort auf die Frage, die sie schon so lange gequälte hat, zu erzwingen. „Du hast dich niemals bereit gefunden, mir irgend etwas von meinen Elfern und den Umständen meiner Geburt zu erzählen. Ich weiß nur, daß ich auf den Namen Henrieffe Desporfes gefault worden hin und daß du der Baron Desporfes bist.“
Sie achtete darauf, .seinen Titel, auf den er um so mehr Wert legte, als die Gegenwart ihm keinen Wert mehr beimaß, nicht zu unterschlagen.
„In der Klocterschule erzählte man mir , sprach sie weiter, „du seist mein euiziger noch lebender Verwandter; und jede Woche, wenn die anderen Mädchen ihren Elfern schrieben, schrieb ich mit all der Zärtlichkeit meines Kinderherzens an dich. Ich war so einsam und wollte dich so gern stolz aut mich machen. Nun gut, as war töricht und sentimental, wie inder es einmal sind.- Ich gab mir solche Muhe, und ich hoffte immer —"
„Was soll das jetzf alles? Du bisf kem Kind mehr“, fiel er ihr gereizt ins '*ort. „Komm endlich zur Sache und sao schon, was du von mir willst. Was haz dich heute abend hergeführt?“
(Fortsetzung folgt)
Warum so zögernd?
Das Gesetz zum Artikel 131 des Bonner Grundgesetzes
stockenden Leistungen an der Ueberbrückungshilfe nimmt der Stellung-&Sabge°rdnete Dr‘ V’ E" Preusker (Freier Demokrat) wie folgt
Da® G.esetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der unter Artikel 131 des Bonner Grundgesetzes fallenden ehe-Zivil- und Wehrmachtsbeamten ist bedauerlicherweise erst in diesen Tagen dem Bundestag als Entwurf zugeleitet worden. Die FDP-Fraktion des Bundestages hatte deshalb im März dieses Jahres, als sich übersehen ließ, daß das endgültige Gesetz leider nicht am 1. April 1950, dem Zeitpunkt des Ueberganges eines Teiles der Finanzhoheit und Ausgabelasten von den Ländern auf den Bund, in Kraft treten konnte, eine Reihe von Anträgen eingebracht, die wenigstens die schwierige und in den einzelnen Ländern unterschiedliche Lage der betroffenen Kreise bis zum Inkrafttreten des Gesetzes durch zusätzliche Leistungen verbessern sollten. Die hierzu notwendigen Mittel wurden vom Bundestag bewilligt und vom Bundesinnenminister für ihre Verteilung Richtlinien herausgegeben.
Diese Richtlinien entsprachen keineswegs unseren Vorstellungen; wir haben deshalb ihre Verbesserung zugunsten der unter den Art. 131 fallenden Personen gefordert. Obwohl wir uns mit unseren Wünschen im Bundestag nicht ganz durchsetzen konnten, kamen doch am 4. Juli günstigere Richtlinien zustande. Diese verbesserten Richtlinien sind noch im Juli vom Bundeskabinett angenommen und an die Länder weitergegeben worden. Unabhängig davon waren die Länderregierungen aber darauf hingewiesen worden, daß bis zum Eintreffen der verbesserten Richtlinien die Ueberbrükkungsleistungen fortlaufend nach den zuerst ausgegebenen Richtlinien erfolgen sollten.
Es geht mir hier nicht um den materiellen Inhalt der Richtlinien. Ihre bedauerlichen Mängel, die in dem Gesetz nicht wiederkehren dürfen, sind mir nur zu bekannt. Es geht mir nur darum, festzustellen, daß es angesichts des vorstehenden Sachverhaltes unbegreiflich erscheinen muß, daß es in Hessen immer wieder Stockungen in der Auszahlung der Ueberbrückungshilfen gibt, daß nach zahlreichen bei mir vorliegenden Mitteilungen die Zusatzleistungen an diese vielfach in schwerer Not befindlichen Menschen erst bis einschließlich Juni erfolgt sind, und daß dazu noch erklärt wird, für die laufende Weiterzahlung lägen noch keine Richtlinien vor.
Unsere ernste Forderung geht dahin, daß binnen einer Woche alle diejenigen, für die die Ueberbrückungshilfe vom Bundestag beschlossen und laufend bewilligt worden ist, nunmehr endlich im Besitz der Leistungen für die Monate Juli bis September sind.
In Baracken ziehen?
In Bonn werden Arbeitsräume für Abgeordnete gesucht
R. Bonn, 4. September. Die parlamentarischen Arbeiten in Bonn haben am Montag mit Beratungen des Haushaltsausschusses über die Bundesbauten ' und des Wirtschaftspolitischen Ausschusses über das Preisgesetz nach fünf Wochen wieder begonnen. Der Haushaltsausschuß hat beschlossen, daß das Plenum durch eine Denkschrift über die Probleme der Kosten der Bauten in der Bundeshauptstadt informiert werden soll. Der Ausschuß hat im allgemeinen auch den noch notwendigen Summen für die Fertigstellung bereits begonnener Bauvorhaben oder Ergänzungsarbeiten zugestimmt und die Frage der großen neuen Komplexe wie des Post- und des Verkehrsministeriums in der Schwebe gelassen.
In diesem Punkt wie auch in der Frage eines Erweiterungsbaues des Bundestages für Arbeitsräume der Abgeordneten geht die Diskussion um die Verwendung von ehemaligen Arbeitsdienstbaracken in Watenstedt-Salzgitter. Dabei wurde ein Sachverständigengutachten vorgelegt, in dem es heißt, daß es ungefähr ebensoviel koste, wenn man ein Ministerium in Baracken oder in einem neuen Gebäude unterbringe. Die Experten unterstreichen auch die viel höheren Unterhaltungskosten eines Barackenkomplexes und die Kosten des viel umfangreicheren Grundstücksbedarfs bei Barackenbauten. Anderseits spielt aber bei manchen Abgeordneten der optische Gesichtspunkt eine große Rolle, Regierungsbehörden und gegebenenfalls auch Abgeordnete in Baracken unterzubringen. Diese Frage wird noch eingehend geprüft werden.
Wird Trier Sitz der Schuman-Plan-Verwaltung?
Trier, 4. September, (dpa) Der französische Bezirksdelegierte für Trier, Julitte, hat bei der Eröffnung der Ausstellung „Handwerk im Grenzland“ erklärt, die Stadt werde morgen vielleicht der Hauptsitz der Schuman-Plan-Verwaltung sein. Julitte, der im Auftrage des französischen Oberkommissars Francois-Poncet sprach, führte weiter aus, daß Trier infolge seiner geographischen Lage seit jeher ein Ort internationaler Berührungen gewesen sei.
In Bonn wird erklärt, der Bundesregierung sei nichts davon bekannt, daß die Schuman-Plan-Behörde ihren Sitz in Trier erhalten solle.
Das Schwert der Obrigkeit
Bischof Wurm erneut zur Frage der Kriegsdienstverweigerung
Stuttgart, 4. September, (epd) Landesbischof D. Wurm war in einer Sendung des Bayerischen Rundfunks für den Schutz des Kriegsdienstverweigerers aus Gewissensgründen eingetreten, hatte aber die Forderung eines bedingungslosen Verzichtes auf jede Gewaltanwendung abgelehnt. In einer der Zuschriften nach dieser Sendung wurde ihm entgegengehalten, daß jede Kriegführung und jede Kriegsdienstleistung der christlichen Lehre schroff widerspreche. In Bischof Wurms Entgegnung darauf heißt es unter anderem:
„Sie werden der Heiligen Schrift nicht gerecht, wenn Sie nur die Stellen herausgreifen, die vom Verhalten des einzelnen reden. Der Christ ist auch Glied einer menschlichen Gemeinschaft, eines Volkes und eines Staates, und als solches ihr verpflichtet. Davon redet Paulus im Bnet an die Römer (13, I—7) und Betrus im ersten Brief (2, 13-17). Wenn die Obrigkeit das Schwert nicht umsonst hat, und wenn den Obersten und Hauptleuten Gehorsam zu leisten ist, wie soll das ohne Anwendung der Waffen geschehen? Luther verstand gewiß etwas vom Sinn der Heiligen Schrift, aber gegenüber der Türkengefahr im 16. Jahrhundert schrieb er eine Schrift „Ob auch Kriegsleute im seligen Stande sein können“ und bejahte diese Frage. Er war mit der Heiligen Schrift der Meinung, daß der Krieg wohl möglichst zu vermeiden und zu verhüten, aber nicht aus der Welt zu schaffen ist um des Bösen willen, dessen Herrschaft sie immer wieder anheimfällt. Ein seiner Verantwortung für Volk und Land bewußter Staat muß Vorsorge treffen gegen einen Einbrecher, und deshalb kann auch heute dem Russen nicht deutlich genug gezeigt werden, daß er mit einem unerbittlichen Widerstand zu rechnen hätte, wenn er wirklich angreifen würde. Gewiß ist die Gefahr groß, daß dann durch irgendeinen Beteiligten der Funke ins Pulverfaß geschleudert wird; deshalb habe ich so sehr gewarnt vor dem Losschlagen. Aber eine Verantwortung dafür, daß ein ungenügend gerüstetes Europa einer Invasion zum Opfer fällt, möchte ich nicht annehmen.“
Ende der Zuckerknappheit?
Spätestens am Monatsschluß
Bonn, 4. September. (AP.) Eine Normalisierung auf dem Zuckermarkt bis spätestens Ende September hat Bundes ernährungsminister Niklas auf. ein Konferenz mit Vertretern des Nahrungs mittelgroßhandels angekundigt. Niklas habe auf die besonders gute Zuckerrube - ernte in diesem Jahr hingewiesen Darüber hinaus würden bereits einige Zudm fabriken in aller Kürze md emer ~vorverlegten Zuckerkampagne beginnen, daß der Zuckerimport entlastet werde.
Gefälschte Benzinmarken
Hamburg, 4. September. (Eigener Bericht.) Die anhaltende Knappheit Schwarzbenzin hat die Maren wieder auf den Plan gerufen InMun chen ist es ihnen gelungen, im Aug ■ erhalten* Die ?ruil'i''das SÄSÄ rote den echten Bezugsmarken zu untersche den.
Des Staateernestrag mit Hessen
hb Koblenz, 4. September. (Eigener Drahtbericht.) Wie das Podium Landtags mitteilt, wird in der aut aen 13. September festgesetzten Landtagssitzung ein Landesgesetz über den Abschluß eines Staatsvertrages zwischen den Ländern Rheinland-Pfalz und Hessen zur Errichtung einer gemeinsamen Patentstreitkammer in Frankfurt in erster bis dritter Lesung verabschiedet.
Zeitung beschlagnahmt
el. Hamburg, 4. September. (Eigener Drahtbericht.) Die Münchener Wochenzeitung „Echo der Woche“, die seit dem I.'September eine Artikelserie unter dem Titel „Von wem wurde Hamburg gerettet?“ veröffentlicht, ist auf Antrag des Oberstaatsanwaltes vom Amtsgericht Hamburg beschlagnahmt worden. Die Polizei hat alle Exemplare des Blattes in Hamburg und die Werbezettel eingezogen, die auf der ersten Seite Bilder des früheren Hamburger Gauleiters Karl Kaufmann mit der Unterschrift „Karl Kaufmann, ein Kriegsverbrecher?“ zeigen. Die Beschlagnohmeverfügung des Amtsgerichts wird mit der Begünstigung Kaufmanns begründet, gegen den ein Verfahren wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit anhängig ist.
Di^isdh-r.aiwcgisclje Flottenmanöver werden zur Zeit vor der südnorwegischen Küste abgehalten, an denen auch Luftstreitkräfte beider Länder teilnehmen.
Wirtschaftsblatt
Gefãhrliche Aspekte
bs. Große Auslandsaufträge tragen seit einigen Monaten wesentlich zu der Steigerung unserer industriellen Produktion bei. Nicht nur die Stahl- und Eisenindustrie hat teil an dieser Entwicklung, auch die Fertigwarenindustrie kann immer mehr ihren Export steigern. Die deutlichste Folge der Exportsteigerung war die Entlastung des Arbeitsmarktes. Die Messe in Chikago hat gezeigt, daß in Zukunft deutsche Waren auch einen Markt im eigentlichen Dollargebiet, 'in Nordamerika, finden werden. Befinden wir uns also nicht auf dem Weg, der unbedingt notwendig ist, damit wir nach Ablaufen des Marshallplanes auf eigenen Füßen stehen können?
Die hohen Lohnforderungen der Gewerkschaften haben in den letzten Wochen naturgemäß eine gewisse Unruhe in unsere Wirtschaft gebracht. Soll die mühsam errungene Exportsteigerung durch stark steigende Löhne wieder zunichte gemacht werden? Sollen sogar Gewaltmittel diesen Forderungen der Gewerkschaften Nachdruck verleihen? Der Streik der Bauarbeiter wird noch keine großen Auswirkungen auf unseren Export haben. Wohl aber auf den Wohnungsbau. Die Bundesregierung hat eine bestimmte Summe für den sozialen Wohnungsbau bereitgestellt. Steigen die Baukosten, dann wird nur eine kleinere Zahl Wohnungen fertiggestellt werden können. Wer wird bei dieser Entwicklung aber der Leidtragende sein? Doch der Arbeiter, für den besonders diese Wohnungen gebaut werden sollen.
Seit Ausbruch des Koreakonfliktes und der Erhöhung der Getreidepreise sind die Lebensmittel teurer geworden. Wie der Julibericht der Bank deutscher Länder feststellt, ist die Erhöhung der Fertigwarenpreise, trotz der Hausse auf den internationalen Rohstoffmärkten, aber doch in engen Grenzen geblieben. Es ist gewiß ernst zu nehmen, daß die Lebensmittel, die in der Bedürfnisskala obenan stehen, sich im Preise stark erhöht haben. Sollte man sich aber nicht einmal erinnern, was diese Lebensmittel noch vor ein oder zwei Jahren kosteten? Interessant ist aber auch die Feststellung der Bank deutscher Länder, daß das Lohnniveau seit der Währungsreform ständig gestiegen ist.
Wollen trotz all dieser Tatsachen die Gewerkschaften ihre hohen Lohnforderungen durchdrücken? Soll wirklich die sattsam bekannte Lohn-Preis-Spirale in Bewegung gesetzt werden? Steigen die Löhne, also die Kosten, so werden auch die Preise steigen. Den größten Rückschlag würde unsere Exportindustrie erhalten. Glauben die Gewerkschaften, daß diese höheren Löhne in den Gewinnen der Unternehmen aufgefangen werden können? Man darf nicht vergessen, daß unsere Industrie noch stark rationalisieren muß, wozu große Mittel erforderlich sind. Wollen wir das Ziel einer ausgeglichenen Handelsbilanz bis 1952 erreichen, dann müssen wir ein ziemlich festes Lohngefüge im Inland haben. Ein Streik zudem würde uns noch viel stärker zurückwerfen. Wir wollen deshalb in unser aller Interesse hoffen, daß die Gewerkschaften ihre Forderungen auf ein erträgliches Maß zurückschrauben und diese auch nicht durch Streik erzwingen wollen.
Schrott-Export ist kontingentiert
Kein höherer Exportpreis mehr
11. Frankfurt, 4. 9. Infolge der sich ständig verschärfenden Schwierigkeiten in der Schrottversorgung der deutschen eisenschaffenden Industrie, die im wesentlichen auf die ansteigenden Schrottexporte zurückzuführen sind, wurden auf einer von Vertretern des Bundeswirtschaftsministeriums, der Industrie und des Schrotthandels in Düsseldorf am 31. 8. abgehaltenen Sitzung folgende Maßnahmen beschlossen:
Die Anordnung PR Nr. 135/48 vom 8. 12. 48, die für den Einkauf von Schrott sowohl für den Inlandsverbrauch wie für Exportlieferungen die gleichen Höchstpreise vorsieht, erhält mit Wirkung vom 1. 9. 1950 volle Gültigkeit. Verstöße hiergegen sollen in Zukunft schärfstens geahndet werden. Der bisher genehmigte Aufpreis für Exportschrott in Höhe von 4,25 DM je Tonne wird annulliert. Der Belieferung der deutschen Werke muß unbedingt vor Exportlieferungen der Vorzug gegeben werden. Der Schrottexport wird bis auf weiteres mit monatlich 100 000 Tonnen kontingentiert. Bei nicht ausreichender Belieferung der deutschen Werke ist mit weiteren Herabsetzungen, eventuell mit einer völligen Streichung des Exportkontingents zu rechnen. Die deutsche eisenschaffende Industrie wird in Zukunft nicht nur auf Frachtbasis Essen, sondern auf allen Frachtbasen kaufen.
Der Schrottexport der Bundesrepublik betrug im ersten Halbjahr 1950 1,25 Millionen Tonnen, im Juli 306 000 Tonnen und erreichte bis etwa 20. 8. 188 000 Tonnen.
Verändertes Kreditgeschãft
Ein Lehrgang für Volksbankleiter in Geisenheim
W. T. Der 3. Lehrgang für Volksbankleiter in Geisenheim vom 4. bis 16. September wurde vom Anwalt des Deutschen Genossenschaftsverbandes Dr. Lang mit einem allgemeinen wirtschaftspolitischen Ueberblick eröffnet. Freie Wirtschaft auf der Grundlage einer zielbewußten Förderung der kleineren und mittleren Betriebe sei von der Regierung zu fordern. Gegen Terrorisierungsversuche durch Minderheiten müsse entschieden Front gemacht werden, da diese den Bankrott der Demokratie bedeuten würden.
Kreditpolitisch sei die Wiederherstellung eines freien Kapitalmarktes notwendig und eine Steuerpolitik, die der Ersparnisbildung zugute komme, und damit den Banken auch wieder langfristige Kreditmöglichkeiten gebe. Dr. Lang ging dann auf das völlig veränderte Kreditgeschäft der Volksbanken ein. Infolge des Verlustes des Eigenkapitals, der Belastung mit Ausgleichsforderungen und der Reservepfiicht sei die Kreditgewährung nur über den Weg der Refinanzierung beim Zentralbanksystem als einziger Geldquelle möglich. Um die mittelständische Wirtschaft ausreichend mit Kredit zu versorgen, aber auch um die Unkosten zu verdienen, mußte daher zunächst die Rentabilität vor die Liquidität gesetzt werden. Letztere mußte mehr in der Bonität der Kredite gesucht werden. Mit Hilfe der Prüfungsverbände und Zentralkassen sei es so gelungen, der mittelständischen Wirtschaft rund 840 Mill. DM an Krediten zur Verfügung zu stellen. Den Zentralkassen dürfe daher der Ueberweisungsverkehr nicht entzogen werden, da sie nur so die Möglichkeit der ständigen Beobachtung des Kreditgeschäfts der Volksbanken und die Möglichkeit des schnellen Eingriffs haben.
Dieser Zusammenhänge müsse sich jeder Volksbankleiter in der Praxis bewußt sein. Das Verständnis dafür solle der gegenwärtige Kursus fördern.
Hauptversammlung des VDI
Der Verein Deutscher Ingenieure, der in seiner abgekürzten Benennung durch die drei Buchstaben VDI bei uns wie im Ausland ein fester Begriff ist, hält seine Hauptversammlung in diesem Jahr in Frankfurt am Main ab.
In zehn „Fachsitzungen“ werden während der vom 5. bis 8. September dauernden Tagung aktuelle und wichtige Themen von etwa vierzig Fachleuten behandelt, dazu treten am Mittwoch die Mitgliederversammlung und die Besichtigungen von Fabriken.
Kartellgesetz-Entwurf fertiggestellt
vwd Bonn, 4. 9. Der deutsche Kartellgesetzentwurf ist nunmehr nach Mitteilung informierter Kreise des Bundeswirtschaftsministeriums fertiggestellt und soll in den nächsten Tagen mit alliierten Stellen in Frankfurt besprochen werden. Von amerikanischer Seite sei im Bundeswirtschaftsministerium versichert worden, daß an den Erlaß eines alliierten Kartellgesetzes nicht gedacht werde. Die Konzeption des letzten deutschen Kartellgesetzentwurfs scheint sich nunmehr wieder dem „Josten-Entwurf“ genähert zu haben, ohne jedoch den Begriff der „wirtschaftlichen Macht“ in größerem Maße zu berücksichtigen, als er in dem „Josten-Entwurf“ bereits niedergelegt worden war. Wie informierte Kreise weiter wissen wollen, sollen Ausnahmen im Falle der Rationalisierung und des Exports vorgesehen sein. Außerdem soll an die Errichtung einer Verwaltungsoberbehörde für Kartellprobleme gedacht worden sein, während man auf die Errichtung eines besonderen Kartellgerichts verzichtet haben soll. Es hat den Anschein, daß die deutschen Ansichten über die Notwendigkeit eines deutschen Kartellgesetzes im gegenwärtigen Zeitpunkt geteilt sind.
Die Offenbacher Ledermesse
Bz. Auf der Offenbacher Lederwarenfachmesse waren fast alle Stände mit dem bisherigen Geschäftsgang zufrieden. Eine besonders große Zahl Einkäufer aus den westlichen Nachbarstaaten Belgien, Frankreich, Holland usw. lagen mit der Auftraggebung an der Spitze. Der Absatz erreichte seine Vorkriegshöhe. Die Offenbacher Lederwarenindustrie wird auf Monate hinaus mit den erhaltenen Aufträgen beschäftigt sein. Eines besonderen Interesses erfreuten sich die Plastikfehemals Werkstoff) Modelle. Ihre Qualität hat sich in den letzten Jahren so sehr gesteigert, daß nur mehr der Fachmann Plastikstoff und Leder zu unterscheiden vermag. Die Plastikbranche konnte Aufträge im Werte von 1,25 Millionen DM buchen
Baldige Ufa-Entflechtung
k. Frankfurt, 4. September. In unterrichteten Kreisen wird mit einem baldigen Beginn der Veräußerung von Vermögensteilen des UFA-Vermögens gerechnet. In diesem Zusammenhang wird insbesondere die Bavaria-Filmkunst, München, genannt, die als erste Einheit zum Verkauf gestellt werden soll. Diese Nachricht wird bestätigt durch ein jetzt bekannt gewordenes Schreiben der Oberkommission an den Bundeskanzler, in dem zu der geforderten Uebertragung der UFA-Entflechtung in deutsche Zuständigkeit Stellung genommen wird Es wird darin gesagt, die Oberkommission halte es für notwendig, unverzügliche Schritte zur Liquidierung des UFA-Vermögens zu unternehmen. Der auf Grund des alliierten UFA-Gesetzes berufene Dezentralisierungsausschuß werde umgehend Maßnahmen zur Veräußerung von Teilstücken des UFA-Vermögens einleiten. Nach der Veräußerung oder zu einem früheren Zeitpunkt soll die Verantwortung für das nach deutschem Recht abzuwickelnde Liquidationsverfahren den deutschen Behörden übertragen und der Reinertrag aus der Liquidation der Bundesregierung zur Verfügung gestellt werden.
Sieben Prozent höhere Baukosten
Hi. Bonn, 4. 9. Bei der Bauindustrie, die durch Kriegsereignisse ihre gesamten Einrichtungen eingebüßt hat und bei der es auch im Zuge der Währungsreform keine Hortungsgewinne zu machen gab, müsse eine Lohnerhöhung in vollem Umfange auf die Baukosten abgewälzt werden. Das käme einer durchschnittlichen Baukostensteigerung um 7 Prozent gleich, erklärte Bundestagsabgeordneter Dr. Preusker. Preusker verweist darauf, daß bereits jm 9. 4. 1949 die Bauarbeiter-Ecklöhne um 11 Prozent auf 1,43 DM erhöht worden sind.
Erhard warnt vor Lohnerhöhung
Trier, 4. September, (dpa) Bundeswirtschaftsminister Professor Dr. Ludwig Erhard erklärte am Sonntag bei der Eröffnung der Ausstellung „Handwerk im Grenzland“ in Trier, daß sich die Bundesrepublik vom Weltmarkt ausschließen würde, wenn sie die Löhne erhöhte. Die darauf folgende Preissteigerung würde den deutschen Export beeinträchtigen. Das aber würde neue Arbeitslosigkeit und einen wirtschaftlichen Schrumpfungsprozeß bedeuten. Bis jetzt habe das deutsche Preisniveau eine sinkende Tendenz gezeigt. Das Bruttoeinkommen des Arbeiters sei in den letzten eineinhalb Jahren um 45 Prozent gestiegen. Deutschland lebe heute nicht mehr allein vom Marshallplan, sondern schaffe das Sechsfache dieser Hilfe selbst. Der Bundeswirtschaftsminister wies besonders auf die Bedeutung des Handwerks hin, das die Keimzelle der Industrie sei.
DAG gegen IG-Gesetz
dpa Hamburg, 4. September. Die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft in Hamburg sprach sich am Montag gegen das Gesetz Nr. 35 der Alliierten Oberkommission über die Aufspaltung des Vermögens der IG-Farbenindustrie aus. Sie bezeichnete es als bedauerlich, daß in einer so wichtigen Frage von alliierter Seite eine einseitige Regelung getroffen worden sei. Der Beweis dafür, daß die IG-Farben-Restbestände noch ein Monopol und die Gefahr monopolistischen Mißbrauchs darstellten, sei nicht erbracht. Die noch vorhandenen Betriebe dürften nach Ansicht der DAG gerade ausreichen, um der deutschen Chemiewirtschaft ein Mindestmaß von Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Markt- und Börsenberichte
F. AZ. Frankfurt, 4. September. An der Frankfurter Wertpapierbörse haben die Reden Präsident Trumans und des französischen Ministerpräsidenten Pleven den Eindruck verstärkt, daß sich die weltpolitische Situation vorerst nicht unmittelbar verschärfen dürfte. Infolgedessen waren an der Montagbörse nach der zweitägigen Pause verschiedene Meinungskäufe zu beobachten, die sich vorwiegend auf Montanaktien, Maschinen- und Elektrospezialwerte konzentrierten.
Freie Devisenkurse
Frankfurt. (Eigenbericht.) Frei bewertet wurde am 4. 9. 50 der US-Dollar mit 5,30 bis 5,70 DM, das engl. Pfund mit 12,50 bis 13,50 DM, der Schweizer Franken mit 1,20 bis 1,30 DM, der holl. Gulden mit 1,20 bis 1,35 DM, die dänische Krone mit 0,52—0,56 DM, die schwedische Krone mit 0,75—0,80 DM.
fe. Die Mercedes-Schuhfabriken AG., Stuttgart-Bad Cannstatt, hat das 5,00 Mill. RM betragende Grundkapital im Verhältnis 1:1 auf 5,00 Mill. DM umgestellt,
bz Germania-Brauerei AG, Wiesbaden. Die Hauptversammlung (19. 9.) soll unter anderem die Neufestsetzung des Grundkapitals (bisher 1,2 Millionen RM) beschließen.
bz Steinberg & Versanger AG., Wiesbaden. Die Gesellschaft (Fabrik für Ladeneinrichtungen) erzielte auf das 1:1 auf 400 000 DM umgestellte Aktienkapital, 11500 DM Gewinn; dieser wird vorgetragen.
Bz Verkaufsstelle der Deutschen Metallkapselfabriken G. m. b. H. Die Gesellschaft ist auf Grund von § 2 des Gesetzes vom 9. 10 1934 von Amts wegen gelöscht worden.
Feuilleton
Die Krisis der künstlerischen Bildung
GEDANKEN ZUR AUSSTELLUNG „KUNST AM URSPRUNG“ IM LANDESMUSEUM
Die künstlerische Erziehungsbewegung ist, wie alle historischen und kulturellen Phänomene, nichts Starres, sondern in dauernder Fortbewegung begriffen. Der bisherige Entwicklungsweg belegt im wesentlichen den eines jeden jugendlichen Organismus, nämlich eine allmähliche Ausgliederung aus relativ allgemeinen, d. h. undifferenzierten Vorstadien über wenig gegliederte kontrastierende Komplexgebilde zu einer reicher durchstrukturierten Gesamtorganisation.
Der erste große Aufbruch der kunsterzieherischen Ideen fällt zusammen mit der Ablösung der zeichenunterrichtlichen Formalübungen des ausklingenden 19. Jahrhunderts durch das sog. Naturzeichnen. Diese Anfangsstadien brachten mehr die Idee als solche ans Tageslicht der kunsterzieherischen Praxis, gekennzeichnet durch die Gleichsetzung der künstlerischen Prinzipien der pädagogischen Praxis mit dem vorliegenden Bestand der allgemeinen Kunstprinzipien der damals anerkannten Erwachsenenkunst. Anderes Material war der damaligen Pädagogik schon deshalb nicht zugänglich, weil es noch nicht in die Welt gesetzt war.
Mit dem allmählichen Reifen des kunstpädagogischen Bewußtseins mußte eine folgerichtige Veränderung eintreten. In dem Maße, wie sich, das Leitbild der Erziehung verschob, an die Stelle der Überstülpung der kindlichen Bedürfnisse mit denen der Erwachsenen der Blick sich mehr und mehr auf die kindlichen Eigenbedürfnisse richtete, mußte der volkstümliche Halt, der die Bewegung stark gemacht hatte, nachlassen. Nicht nur eine neue Thematik aus kindlicher Naivität und Phantastik entbehrte der allgemeinen Verständlichkeit, auch der am bürgerlichen Kunstideal ausgerichtete Scheinimpressionismus der kleinen Genies fiel einer nicht mehr verständlichen expressiven Archaik zum Opfer. Die „Kunst des Kindes“ wurde zu einem Reservat der Fachpädagogen und Ästheten, zu einem Tummelplatz der Psychologie.
Es ist bezeichnend für den Übergang, daß die Abkehr vom Herkömmlichen sich auch jetzt noch nicht sogleich zur unmittelbaren Berührung mit den zentralen Kernbereichen der im Kinde ursprünglich angelegten Kunstkräfte bereitfindet. Es kommt vielmehr zu einer ausgesprochenen Zwittererscheinung, bei der an und für sich echte Kindphänomene aufs neue aus der Erwachsenensphäre heraus gedeutet werden. Sie vollzieht sich wiederum auf der Kunstebene eines wenn auch weniger populären Zeitgeschmacks, indem sie die primitive Archaik und Stilistik des kindlichen Gestaltens in Vergleich setzt mit den primitivistischen, archaistischen und kubistischen Tendenzen der Zeitkunst und an diesen auszurichten sucht Allerdings ward hier abermals eine Scheinwahrheit entdeckt, die uns heute noch zu schaffen macht. Die tatsächlichen Beziehungen zwischen ursprunghaft primitiver und spätzeitlich primitivistischer Gestaltung liegen auf einer ganz anderen, sehr komplizierten Ebene und werden durch einfache Transplantation überhaupt nicht angerührt.
Inzwischen ist auf dem weniger umstrittenen Boden der reinen Forschung von der jung aufblühenden Kindespsychologie versucht worden, auf eigenen Wegen in das Zentrum der kindlichen Gestaltungskräfte vorzudringen. Mit der Bloßlegung der zentral gelegenen seelischen Faktoren versuchte sie, die individuelle und gesetzhafte Entwicklung der zeichnerischen Begabung als ein neues, außerordentlich reizvolles und verheißungsvolles Gefilde zu erschließen. Dabei wurden in bewußter Beschränkung keinerlei unmittelbare Fragen kunstpädagogischer Art zum Gegenstand spezieller Untersuchung gemacht.
Ein bedeutsames Ereignis auf dem kunstpädagogischen Entwicklungsweg ist 1926 die Veröffentlichung der Gustav Britschschen Forschungen. Die Folge ist der Versuch einer bewußten Wendung ganz auf die kindlichen Belange hin, die mit präzis formulierten Begriffen bloßgelegt werden sollen. Scharfe Auseinandersetzungen mit allen antiquarischen und modernistischen Richtungen schließen sich an. Noch einmal geht es um Ausschließlichkeit. Auf dem Höhepunkt der geistigen und praktischen Auseinandersetzung stehend, wird die organische Entwicklung auf kaltem Wege unterbunden. Heute steht man vor der merkwürdigen Tatsache, daß eigentlich wieder angeknüpft werden müßte, wo man damals gestanden, aber doch feststellt, daß das nicht mehr möglich ist. In dem Ganzen eines unfertigen Organismus stellen sich die Unterganzheiten leicht als relativ isolierte Partialkomplexe dar. Sie existieren gleichsam vorerst um ihrer selbst willen, um in sich selbst auszureifen, wobei dann der Eindruck von Kontrasten nicht zu vermeiden ist. So erklärt sich etwa das unmittelbare Nebeneinander von Gut und Böse im undifferenzierten Seelenleben oder zeigen sich die seelischen Grundthemen „Himmelhoch-jauchzend“ und „Zu-Tode-betrübt“ im Sturm und Drang des reifenden Lebens.
In der Kunsterziehung wird dies durch die Ausschließlichkeitsansprüchc der verschiedenen Richtungen bezeichnet. Darin liegt hier wie dort Notwendigkeit wie Gefahr. Notwendigkeit, da es ja auch hier darum geht, eine Ausreifung der Teilerkenntnisse zu ermöglichen; Gefahr, weil die Darstelung eines Teils immer auch die Möglichkeit der Abirrung vom Ganzen in sich birgt. Diese Gefahr'ist so lange gebannt, so lehrt der Anblick natürlicher Reifung, als eben jene natürliche Rhythmik der Entfaltung nicht durch fremde Einwirkungen gestört wird.
Heute ist die natürliche Reifung des Kunsterziehungsgedankens nicht nur unterbrochen, die Gefahr der gänzlichen Aufsplitterung des erzieherischen Tuns ist durch das mehr denn je in sich uneinige Wollen des Menschen in furchtbare Nähe gerückt. Ja, es wird erschreckend offenbar, wie sehr die Kunsterziehung selbst als I^ee schon Ausdruck verlorener Einheit ist. Nur der peinliche Verlust der alten natürlichen Verbundenheit zwischen Mensch und Kunst hat den Kunsterziehungsgedanken überhaupt erst hervorgebracht. Diese alte Verbundenheit war Beweis einer noch vorhandenen Harmonie zwischen Mensch und Schöpfung. Darum lehrt uns diese Zeit auch deutlicher als irgendeine Zeit vor ihr, daß die Kunsterziehung so lange ein völlig unzulänglicher Versuch ist, jene ursprüngliche Mensch- Kunst-Einheit wieder herzustellen, als sie noch an irgendeinem Partialinteresse festhält und nicht die Gesarntharmonie zum Ziele hat. Alle Kunsterziehung also, die es sich, wie dies heute so oft zu hören ist, zur vornehmsten Aufgabe macht, das Auge zu schulen, das Kunsturteil zu bilden, die Ausdruckskräfte zu steigern, den Formsinn, den Materialinstinkt, die Phantasie zu entwickeln, geht, ganz abgesehen von den verschiedenen methodischen Richtungen, am Ziele vorbei. Das Ziel kann nur sein: der ganze Mensch. Alle Prüfung kann nur von diesem Richtpunkt her geschehen.
Damit öffnen sich ganz klare Urteilsmöglichkeiten. Es wird völlig deutlich, daß es gleichgültig ist, welche kunsterzieherische Richtung verfolgt wird, wenn auf ihrem Wege dies eine Ziel wahrhaft unverrückt vor Augen steht. Gleichzeitig wird auch deutlich, daß das Ziel der Einheit des Menschenbildes, seine Bewahrung und bleibende Gründung, von einer engherzigen Methode niemals aufgefaßt werden kann.
Die Leib-Seele-Geist-Einheit des Menschen bildet den Prüfstein der kunsterzieherischen Strömungen.
Bei solcher Probe muß nun auffallen, daß jede der genannten Strömungen, indem sie sich um eine Partialerkenntnis aus der kunsterzieherischen Gesamtwesenheit bemüht, auch nur eine Teilqualität eben dieser Leib-- Geist-Einheit trifft. Die damit herausgelösten Einzelelemente lassen sich jedoch als gegenseitig ergänzend und aufeinander bezogen erkennen. Läßt uns auch die heutige Lage der Dinge noch nicht voraussehen, in welcher Gestalt eine künftige Synthese der Elemente zu einem bisher nicht vorhandenen Ganzgebilde der Kunsterziehung vielleicht einmal auftreten wird, so spüren wir doch die Notwendigkeit solcher Synthese und spüren auch die Aufgabe, schon jetzt an ihr zu
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Was ist eigentlich an Victor de Kowa so interessant? Daß er... eine Japanerin zur Frau hat? Daß er ursprünglich ... Pfarrer werden sollte, dann selbst Kadett und später Offizier werden wollte, dann zur ... Malerei umsattelte um schließlich ... Schauspieler zu werden? Worauf beruht eigentlich die unbestrittene Anziehungskraft dieses Mannes? Ist es die ganz und gar durchdachte und durchgeistigte Art seines Spiels, sind es die kleinen Aeußerlichkeiten wie: jähe Handbewegungen, Kopfhaltung, Tonfall, Mimik? Es muß wohl alles dies zusammen sein, die zu einem einheitlichen Gesamtkomplex stärkster Wirksamkeit zusammengeballte Schauspielerpersönlichkeit, was so viele Mensche an ihn fesselt.
Er ist Schauspieler durch und durch und wollte einstmals höchst ernsthaft Maler i werden. Er gehört nicht zu jenen früh¬ : reifen, frühzeitig bewußt gewordenen : Bühnen- und Filmdarstellern, die schon : mit 6 und 8 Jahren Theater spielten und : auf alle Fälle zur Bühne wollten. Er zum ; Beispiel hat einmal als Kind in Dresden : Kadetten gesehen, Jungens in seinem : Alter, und die hatten Meine Uniformen :an mit spitzen Lackstiefelchen ... das hat i dem kleinen Victor so imponiert, daß er : auch Kadett — und also späterhin Offizier werden wollte. Da sein Vater kein Verständnis hierfür hatte, setzte sich der Meine Victor hin und schrieb eigenhändig an den damals dafür letztzuständigen König von Sachsen, und es geschah das Wunder: Man nahm den Brief an höchster Stelle so ernst, daß man dem Vater Victors mitteilte, sein Sohn könne Kadett werden! Victor hat also frühzeitig bewiesen, daß er seinen Kopf für sich hat und seine eigenen Wege geht!
1918 war es dann mit der erträumten Offizierslaufbahn zu Ende. Damals wäre der Augenblick gewesen, wo er hätte zur Bühne gehen sollen, aber er beschloß, Maler zu werden. Das Kopfschütteln des Vaters wurde zu einem massiven Nein, als der angehende Maler schließlich erklärte, zur Bühne zu müssen! Da war Konflikt und Rausschmiß da!
Uebermäßig lange hat der Konflikt allerdings nicht gedauert, denn als Victor de Kowa durch seinen unerbittlichen Fleiß schnell genug mit den Anfangsschwierigkeiten der neuen Laufbahn fertig geworden war und seinem Vater dann, auf den Brettern stehend, beweisen konnte, daß er wirklich ein begabter und voranstrebender Schauspieler sei — da ward Versöhnung gefeiert, und schließlich war das berechtigt, denn Victor de Kowa war ja nun wirklich dorthin gekommen, wo er dank aller seiner Anlagen hinkommen mußte. Das Eis war gebrochen, es ging mächtig voran! Er wurde bekannt, weithin bekannt, fast jedes Kind kannte sein Gesicht, er war „in aller Munde“. Das schönste Ziel eines Schauspielers, Populariät, wurde ihm so zuteil.
Die schweren Jahre, die wir alle durchlebten, sind auch an ihm nicht spurlos vorübergegangen . . . der einstmals liebenswürdige und charmante junge Mann wurde ernster und reifer. Ja, er wurde sogar ein ausgesprochen politischer Mensch, und seine These lautet: „Ich will versuchen mitzuhelfen, daß der Mensch nicht verstaatlicht, sondern der Staat vermenschlicht wird!“ So setzt er sich leidenschaftlich in Wort und Schrift für die Idee des Weltbürgertums ein, und in seinen Berliner Theaterinszenierungen ging er von leichter Kunst ab, führte er seine Zuschauer in tiefe und ernste Fragestellungen ein. „Genießt nicht nur, sondern denkt auch nach!“ — dieses Wort gab er ihnen mit auf den Weg, und um solch eine früher bei ihm unbekannte Tonart reicher steht er nun vor uns: Eine gereifte Persönlichkeit, der unsere Sympathien ebenso gelten wie einst dem schwärmerischen Liebhaber...
VIKTOR DE KOWA
(Foto: Junge Film-Union Foto Wesel)
Handpuppen parodieren Kriminalfilme
EINE STUDENTENBÜHNE LEHRT „DAS KALTE GRAUSEN“
Unter geistiger Befruchtung von Darmstadt ist in den letzten Jahren im benachbarten Aschaffenburg eine Studenten-Bühne herangewachsen, die Beachtung und Förderung weiter Kreise verdient. Verfasser der ersten Texte: „Don Carlchen“, „Carmen“ und „Turandot” ist ein Darmstädter Schriftsteller, Studenten der Darmstädter Kunstschule wirkten von Anfang an mit.
Unter dem Eindruck einer steigenden Flut von angreifbaren Kriminal- und Gruselfilmen hat der junge Leiter der Bühne, der Student der Theaterwissenschaften Jochen Helfrich, Verfasser, Bühnenbildner, Spielleiter und auch Mitsprecher in einer Person, nun die Filmparodic „Das kalte Grausen“ herausgebracht, die in künstlerischer und technischer Hinsicht alle Erwartungen weif übertroffen hat. Die junge Bühne hat ihren eigenen Stil gefunden und entwickelt ihn folge ichtig weiter. Das ganze Milieu verstiegener Kriminalfilme wird hier ad absurdum geführt und die Handpuppenaufführung mit stark kabarettistischem Einschlag — in literarischer und politischer Beziehung läßt an die Art von Gaston Baty (Paris) mit seinen „Marionetfes ä la fran^aise“ denken. Auch bei Helfrich sind es Handpuppen, die aber auch alles können und den Rahmen einer Kasnerlbühne weit sprengen. Die neuartigen Wege der kleinen Bühne können nur mit freudiger Erwartung verfolgt werden.
Aus der Fülle der Einfälle wollen wir nur aut einiges hinweisen: Sherlock Holmes trift als wandelnde Litfaßsäule auf, sein geigenspielender Adlatus Dr. Wafton fehlt ebensowenV wie der Hund von Baskerville, die Ga lovea bringen einen Querschnitt durch die deutschen Dialekte und eine geschickte Rahmenhandlung unterstreicht das Parodistische noch. Der oft benutzte Lautsprecher warnt vor Beginn und in der Pause die Besucher mit schwachen Nerven vor dem Besuch der Verstellung. Neben einer hervorragenden Geräuschkulisse wird auch dem Ange — immer in den Grenzen des guten Geschmacks — viel .geboten. Geheimnisvolle Dunkelheit und erregende Schreie wechseln miteinander ab, in der Themse gewässerte Ermordete werden stückweise durch den Fleischwoll getrieben. (Unsere Nachbarin erklärte, nie mehr Hackfleisch essen zu wollen!) Die Figuren tauschen mitten im Stück die Köpfe miteinander, Polizeisirenen ertönen und mit Wunderkerzen vom Weihnachtsbaum schweißen die Gauner einen Panzertresor auf. Der vorgesehene Einbruch der Decke des Zusebauerraumes wie kalte Hand-Griffe in den Nacken der Zuschauer unterblieben nur mit Rücksicht auf deren Nerven und Herzen. Ob die in der Pause die Sitze bevölkernden großen Spinnen auch von der Regie verpflichtet waren, konnten wir nicht mit Sicherheit feststellen ... Kurzum: Ein tolles Stück, eine tolle Aufführung und ein ebensolcher Erfolg. H. W. W.
Notizen
Paul Riedy, zuletzt Oberspielleiter am Staatstheater Stuttgart, der in seiner früheren Bühnenlaufbahn zwischen den Weltkriegen auch dem Darmstädter Landestheater als Schauspieler angehörte, übernimmt jetzt die Leitung des Schauspiels am Mannheimer Nationaltheater.
Dr. Walter Jokisch, früher Darmstadt, wird Bert Brechts „Der Tod des Lukull“ in Konstanz inszenieren. Das Stück wird von der Gruppe Theater des Internationalen Jugendtreffens als Laienspiel herauskommen und wurde vor dieser Erstaufführung bisher nur als Laienspiel gesendet.
„Karussell", gemalt von einem zehnjährigen Jungen. Aus der Ausstellung „Kunst am Ursprung“, die zur Zeit im Landesmuseum in Darmstadt gezeigt wird
Forscher sprechen in Darmstadt
HERBSTPROGRAMM DER GESELLSCHAFT FÜR DEUTSCHE SPRACHE
Der im Sommer dieses Jahres gegründeten Zweiggesellschaft Darmstadt der „Gesellschaft für Deutsche Sprache“ ist es gelungen, mehrere bedeutende Forscher, unter ihnen Gelehrte von Weltruf, zu Vorträgen zu verpflichten. Die Pflege der Sprache dient zugleich der Pflege der gesamten Kultur. Da alles menschliche Streben und Denken sich im Worte und in der Sprache gestalten und ausdrücken muß, wird zuchtloses und unklares Wollen und Denken auch zur gestaltlosen und verworrenen Sprache, die Zucht des Denkens hingegen auch zur Zucht der Sprache führen. Im Kampfe gegen die heutige Verwilderung der Schönheit, Klarheit und inneren Gesetzmäßigkeit der Sprache sollen die Vorträge auf die kulturelle und soziale Bedeutung der Sprach? hinweisen.
Am 23. Oktober spricht Professor Eugen Lerch, der bekannte Romanist der Universität Mainz, über französische Stilistik im Vergleich zur deutschen. Professor Lerch ist durch seine tiefschürfenden Betrachtungen in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ über Pflege und Verfall der deutschen Sprache bekannt. Im Gegensatz zu uns haben die romanischen Völker ihre Sprache stets in allen Kreisen der Bevölkerung mit Eifer und Erfolg gepflegt; eine vergleichende Betrachtung aus dem Munde eines berufenen Fachmannes wird uns Deutsche zwar beschämen, aber zugleich zur Umkehr und zur Nacheiferung anspornen.
Am 30. Oktober wird Professor Hans Leo Stoltenberg von den Hochschulen in Gießen und Marburg mit seinem Vortrag in die Frage nach der Entschlüsselung des Etruskischen einführen. Als Soziologe hat er einen großen Teil seiner umfangreichen Lebensarbeit der Erforschung der Zusammenhänge zwischen Kultur, Gesellschaft und Sprache gewidmet. Die Entschlüsselung des Etruskischen ist außerordentlich wichtig für die Erhellung der menschlichen Frühgeschichte und der Entstehung der heutigen Kulturen, Rassen und Sprachen.
Professor Bollnow, Mainz, spricht am 10. November über „Philosophie und Sprache“. Dieser Philosoph hat nicht nur in der Theorie den Zusammenhängen zwischen Sprache und Dichtung nachgeforscht, er ist auch ein Meister der praktischen Handhabung der deutschen Sprache.
Die Hochsprache bedarf der ständigen lebendigen Verbindung mit den Kräften der Heimat, soll sie nicht volksfremd werden und absterben. In die Reihe ihrer Veranstaltungen hat die Gesellschaft daher zwei Vorträge aufgenommen, die von Dichtern und Denkern handeln, die für Darmstadt von besonderer Bedeutung sind. Am 12. Oktober spricht Professor Requadt, Mainz, über Lichtenberg und am 30. November Prof. Obenauer, Bonn, über Matthias Claudius.
Die Reihe der Vorträge leitet am 26. September der Vorsitzer der Darmstädter Zweiggesellschaft, Dr. Geyl, ein. Er spricht über die allgemeine Bedeutung der Sprachpflege, wobei er zeigt, daß die Pflege der Sprache keineswegs einem engstirnigen „Nationalismus“, sondern der Erhaltung der gesamten Kultur des Abendlandes dient.
Sämtliche Vorträge finden im Raume 167 der Technischen Hochschule, um 19.30 Uhr, statt. Sie können zusammen mit dem Kursus der Volkshochschule „Gut Deutsch in Wort und Schrift“ (Rektor Ehrhardt) belegt werden. Wer die Vortragsreihe belegt, gilt für das Jahr 1950 zugleich als Mitglied der Gesellschaft. Ob eine derartige Vortragsreihe auch in künftigen Jahren veranstaltet werden kann, ist ungewiß und hängt völlig von der Beteiligung der Bevölkerung ab. E-l
Ein lächerlicher Exkurs
Man sollte nicht meinen, wie schwer es doch ist, eine Ueberschrift zu finden. Noch schwerer ist es freilich, wenn man eine Ueberschrift hat und einen dazu passenden Text suchen muß. Am schwersten aber ist es immer, irgendeine inhaltliche Beziehung zwischen Ueberschrift und dem Darunterstehenden herzustellen. Gott sei Dank wird das heutzutage von niemandem mehr verlangt! Daher haben auch die Nurüberschriftenleser ein ganz besonderes Weltbild und leben in viel aufregenderen Zeiten als die Gründlichen oder diejenigen, die, wie wir, gar keine Zeitungen lesen.
Es dreht sich um das Lächeln. Also fangen wir hübsch von vorne an. Haben Sie schon einmal einem Säugling beim Lächeln zugesehen? Wenn er änfängt die Bekanntschaft mit der Welt zu machen? Sein Lächeln hebt ihn über das Animalische hinaus. Es ist bei ihm noch ursprünglich und unverfälscht, ich möchte sagen, noch „Ding an sich“. Der Säugling weiblichen Geschlechts lächelt selbstverständlich bereits diplomatisch. Kein Wunder, steckt doch in einem jeden etwas von Mona Lisas Erbgut.
Aber ich wollte ja ab ovo beginnen. Mit Rücksicht auf meine Mitmänner muß ich mich da kurz fassen. Bei Eva hatte jedenfalls Adam nichts zu lachen, geschweige denn zu lächeln, wie man es ja sowieso bei einem Rippenamputierten nach Genuß verbotener Früchte nicht anders erwarten kann. Adam übte sich in Gleichmut (was nicht gleich,Mut ist), worin wir Männer uns, es muß einmal gesagt werden, bis nahe zum „Ideal“ hin vervollkommnet haben!
Im alten Griechenland, wo sich die Menschen nun schon in unzähligen Exemplaren — klassisch tummelten, griffen die Damen zu starken Mitteln, wie die Geschichte von der schönen Phryne zeigt, die vor Gericht, statt mit unschuldsvollem Lächeln, mit ihrem entblößten Busen (nein, es ist nicht die Dame auf unseren Fünf-Mark-Scheinen) ihre Unschuld „bewies“. Da war es noch eine Lust, Staatsanwalt zu sein! Später wurde man dann wieder sparsamer. Das Beispiel machte keine Schule
Irgend jemand hat gesagt, das Lächeln sei der Anfang des Menschen im Menschen. Man sieht, es gibt immer noch kluge Leute, von denen als „irgend jemand“ gesprochen wird. Oder wissen Sie wer es gesagt hat? (Im Zitatenschatz habe ich selbst schon nachgesehen.) Sie können mir glauben, ich lächle schon lange nicht mehr, wenn ich diese angefangene Kurzgeschichte beäuge! Wie irreführend und unzulänglich sind doch unsere gängigen Bezeichnungen: Kurzgeschichten brauchen oft die längste Zeit, bis sie aus der Feder gequetscht sind.
Und darum bitte ich Sie einstweilen um Geduld und ein kleines mitleidvolles Lächeln. rw
Darmstadt und Umgebung
Rühren die Unfall-Verletzten nicht?
Wir riefen an — doch „leider“ war besetzt
Betriebsunfälle in n nachhalbjähriger Berichterstattung über alle Verkehrs- und Verletzten solcher daß es in unserer stadt keine Möglichkeit gibt, die hospital hat keine™ nachsten Krankenhaus unterzubringen. Das Marienhaus, die in der Abteilung’ aber Elisabethenstift und - Kranken-Kreuz-Sanitä+o egel leider lmmer belegt sind — wenigstens müssen sich die Rot¬ «»f ,„™tater lmmer wieder dieses Sprüchelchen anhören.
Wir fras-pn u uicoco oymtneiuien annuren. rechnuns fest^?Xn °S n-ICh-t ™öglich wäre, anhand einer einfachen Milchmädcheneingeliefert werdenl ’ wieviel yerletzte durchschnittlich in der Woche in Darmstadt Verletzte n yiussen die städtische Statistik weist einwandfrei für 1949 341 Betten eventuell Betten deshalb in den drei Krankenhäusern — drei ankommt, reserviert bleibt “ d6n6n eS U"ter Umständen auf Minuten
kenhaSes^i^n des ^iter der Chirurgischen Abteilung des Städtischen Kran-VerletztenunverzHor1!^30* Dr‘ Geißendorf er, jeden Verwundeten und so n der n autnlmmt’ nicht nur weil er dazu gesetzlich verpflichtet ist, ääää"1 ais Arzt die innere
Einen eklatanten Fall dieser Art erlebten wir am Sonntagabend, als bei dem von uns berichteten Verkehrsunfall zwischen Trautheim und Böllenfalltor zwei Frauen schwer verletzt wurden. Der Unfall ereignete sich um 21.20 Uhr. Die amerikanische MP — ein US-Kraftwagen war am Unfall beteiligt — rief ihren Sanitätswagen, der die Frauen unverzüglich zur ersten Hilfeleistung in die Ernst-Ludwig-Kaserne brachte. Die Soldaten konnten nicht wissen, daß das Marienhospital das nächste Krankenhaus zur ersten Hilfeleistung war. Die amerikanische Rot-Kreuz-Station in der Ernst-Ludwig-Kaserne ist kein Krankenhaus. Also mußten die beiden Frauen in das Städtische Krankenhaus in der Bismarckstraße. Dort ist keine chirurgische Abteilung, die solche Verletzungen sachgemäß behandeln kann. Also weiter ins Elisabethenstift. Dort war „alles belegt“, wie versichert wurde. Darauf mußten die Amerikaner nach Eberstadt fahren und dort hörten wir durch das Telefon um 23 Uhr — ein und eine halbe Stunde nach dem Unfall! — das schmerzverzerrte Wimmern der beiden Frauen, die gerade eingeliefert und sofort aufgenommen worden waren!
Jede Minute in der Behandlung Unfallverletzter ist kostbar. Jeder Meter, den Verletzte in einem Fahrzeug weiter transportiert werden müssen, verursacht ihnen unsägliche Schmerzen. Daran sollte die Leitung der verschiedenen Krankenhäuser Darmstadts denken.
Oder machen die umständlichen Formalitäten bei Verletzten, die Schwierigkeiten mit Krankenkasse und Versicherung der Verletzten bei Begleichung der Krankenhausrechnung, das Auswaschen der meist durchbluteten Krankenhauswäsche und die Störung durch die Außerplanmäßigkeit bei der Einlieferung solchen Umstand, daß man mit gewisser Befriedigung feststellt, daß alles belegt sei, wenn verstümmelte Menschen vor der Tür liegen? DT
Die Post beschwert sich
Vom Darmstädter Postamt wird in letzter Zeit wiederholt festgestellt, daß Kinder innerhalb des Stadtgebietes an Briefkästen Beschädigungen und Verunreinigungen verursachen. Es soll sogar vorkommen, daß hin und wieder Schmutz und Abfälle aller Art in die Einwurfschlitze geworfen werden. Die Post bittet alle Erziehungsberechtigten, in dieser Hinsicht auf die Kinder einzuwirken und mitzuhelfen, damit diese Uebelstände aufhören. Die Post macht ferner darauf aufmerksam, daß ab sofort die bei solchen Handlungen angetroffenen Kinder ersatzpflichtig gemacht werden.
Signale auf - die Jubelfahrt ist frei!
Jubiläumsveranstaltung des Darmstädter Bahnbetriebswerkes
Am Samstagabend fand im Concordiasaal eine Jubiläumsveranstaltung statt, bei der alle Angehörigen des Bahnbetriebswerkes Darmstadt geehrt wurden, die im Laufe dieses Jahres auf ein 50-, 40- oder 25-jährige Dienstzeit zurückblicken können.
Als die Jubilare, von ihren Frauen geführt, in den überfüllten, mit jungen Birken und Blumen geschmückten Saal kamen, erhoben sich alle Anwesenden von ihren Plätzen. Zuerst erschienen die 50jährigen Jubilare Adam Gambs und Georg Lenges, denen ihre 10 Jahre jüngeren Kollegen — die Herren Peter Stahl, Otto Schneider, Otto Beate, Philipp Emmerich, Wilhelm Gräf, Ernst M a g s a a m und Johannes Wißmann — folgten. Den Schluß machten die 25jährigen Jubilare Heinrich Langendorf und Philipp Nickel. Sie alle wurden, nachdem sie Platz genommen hatten, mit einern Jubiläumsgedicht begrüßt, das eine Schülerin vortrug und dessen Schlußworte. „Signale auf — die Jubelfahrt ist frei, das Programm des — das mochten wi vorwegnehmen — gut gelungenen Abends einlpifpf.pn. _
eimeiieren. T In seiner Festrede dankte der Leiter des Bahnbetriebswerkes Darmstadt, Amtmann Nau, nicht nur den Jubilaren, deren harte Arbeit er hervorhob, sondern auch den Frauen der Jubilate, d®ndeshalb ein großes Lob gebühre, weil si in all den schweren Jahren treu zu ihren Männern gestanden hätten, die ]a wie Ser wisse - nicht nur tags, sondern auch nachts unterwegs gewesen seien. Auch Inspektor Horla c h e r fand im Namen der Gewerkschaft für die Jubilare herzliche Worte.
Danach rollte ein Programm ab, das vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Besonders wohl deshalb,, weil di Akteure des „Bunten Abends b^s auf zwei Ausnahmen — Ahne Fede r 1 vom Landestheater und Richard Hinz, , uns allen wohlbekannte Conferen- “ aus e» Kamille stammten, nämlich zum Bahnbetriebswerk gehörten In der Tat: Herr Bauer, der Ini-SoJ des unterhaltenden Teils, und seine Künstler haben sich redlich Muhe gegeben und durchaus bewiesen, daß fug eine Laien-Künstlergruppe etwas auf die Beine stellen kann. Man muß neidlos zugestehen, daß wir uns über die klanglich guten Stimmen der Solisten freuten daß uns die Melodien der Ka¬ pel 1 eB äh n i sch zu Herzen gingen und der kraftvolle Männerchor mit Sehnsucht erfüllte Wir bewunderten Aline Federlins schmeichelnde Tanzbewegungen, amüsierten uns köstlich über Richard
Hinz, dessen Witze mitunter alt, durch seinen individuellen Pfeffer jedoch, mit denen er sie würzte, uns wie neu vorkamen, und lachten Tränen über den „komischen“ Herrn Gutkäse, dessen Komik so echt, so gut war, daß sie unser aller Zwerchfell erschütterte.
Zwischendurch waren wir auch einmal hinter den Kulissen. Wir schmunzelten herzlich über die aufgeregten, vom Lampenfieber entzündeten „Stars“, die
unruhig, wie gefangene Wildkatzen, hin und her stapften, sich mit einem Taschentuch den Schweiß von der Stirne wischten, vor dem Spiegel stehen blieben und ihrem Spiegelbild kummervoll zunickten oder heimlich durch das Guckloch der Kulisse die Stimmung des Publikums zu erforschen suchten. Das alles war nicht nötig, denn der Beifall des Publikums bewies, daß es mit den Leistungen der Künstler zufrieden war. HGR.
Zum Gedächtnis der Toten der Flieger¬ angriffe auf Darmstadt findet am 11. September 1950, um 11 Uhr, auf dem Waldfriedhof wieder eine Gedenkfeier statt. Die Gedenkreden werden gehalten: von Stadtrat Dr. Holtzmann als Vertreter des Magistrats, Pfarrer Orth und Kaplan Grimm. Die Feierstunde wird musikalisch umrahmt von dem Posaunenchor der evangelischen Gesamtgemeinde Darmstadt.
An diesem Tag flaggen alle öffentlichen Gebäude Halbmast.
Blick auf den Führerstand, den das Bahnbetriebswerk anläßlich der Jubiläumsfeier auf der Bühne aufmontiert hatte. Foto: DT-Archiv
Berufsfachkurse
der DAG-Schule in Darmstadt
Die oft recht komplizierten betriebswirtschaftlichen Grundlagen und Zusammenhänge zwingen auch den berufserfahrenen Angestellten, sich dauernd auf dem laufenden zu halten. Es kommt also nicht nur darauf an, etwa vernachlässigtes „Schulwissen“ aufzuholen, sondern sich mit den besten erfolgreichsten Arbeitsmethoden zu beschäftigen.
Hierzu bietet die DAG-Schule, die allein im vergangenen Jahr mehr als 15 000 Teilnehmer auf die vorgesehenen Berufswege vorbereitet hat, eine sehr gute Möglichkeit. In der Erwachsenenbildungsarbeit arbeiten erfahrene Pädagogen und Praktiker nach den Grundsätzender modernen Arbeitspädagogik. Die Teilnehmer erleben also keinen ausgesprochen „trockenen“ Unterricht, vielmehr verbürgt die „Praktische Fallmethode“ eine interessante Gesprächsführung, die systematisiert und damit die Grundlagen für eine erfolgreiche selbstverantwortliche Tätigkeit vermittelt.
Die DAG-Schule in Darmstadt hat in engster Verbindung mit der Volkshochschule einen Arbeitsplan für das 2. Semester 1950 herausgegeben, der allen interessierten kaufmännischen Angestellten und Lehrlingen die Möglichkeit gibt, in dieser fachlichen Bildungsstätte mitzuarbeiten. Zur Durchführung dieser Lehrgänge stehen namhafte Lehrkräfte zur Verfügung.
Die Wochenendlehrgänge, die vor allen Dingen den Auswärtigen die Möglichkeit zur Weiterbildung geben, waren stets gut besucht. In diesem Semester leitet Dr. Kurt Hesse, Frankfurt a. M., die Lehrgänge „Bilanzrecht und Bilanzkritik“ — „Schwierige Fälle aus der Buchführung und Bilanzierung“ — „Industrielle Selbstkostenrechnung und ihr Einfluß auf die Buchführung des Industriebetriebes“.
Zwölf Unfälle an Kilometer 512
Muß erst einer zu Tode kommen?
Wenn es draußen zu regnen anfängt, dann pflegt unser Unfallberichter seinen Bleistift zu spitzen, den Telefonhörer abzunehmen und bei der zuständigen Polizeidienststelle höflichst nachzufragen, was der heutige Unfall bei Gräfenhausen auf der Autobahn mache. Er geht dann in zwei von drei Fällen nicht fehl und erhält die Auskunft, daß auf der Autobahnstrecke zwischen Kilometer 512 und 512,5 — also auf 500 Meter Strecke — heute der Pkw, Lkw oder Lastzug auf der Fahrt von Darmstadt nach Frankfurt durch die Straßenglätte ins Schleudern geraten, den Abhang hinuntergerodelt sei, oder sich überschlagen habe.
Das Fahrzeug oder die Fahrzeuge seien mittel bis schwer beschädigt, der Fahrer leicht oder schwerer verletzt. Den 11. und 12. Unfall konnte unser Berichterstatter heute, am 4. September, notieren, nachdem er am 1. Juli seine Arbeit begann. Seiner Berechnung nach erfolgt der 13. Unfall heute nacht oder morgen früh an dieser Stelle! Es ist eine ganz einfache, kaltschnäuzige Rechnung . . .
Bei diesen vergangenen 12 Unfällen war eigentlich lediglich der Sachschaden bemerkenswert. Die Verletzungen der Personen gingen bis jetzt nicht über schwere Prellungen und Gehirnerschütterungen hinaus. Bis jetzt . . .! Was der 13., 14., 15. und die folgenden Unfälle an dieser Stelle bringen, steht noch in den Sternen.
Wir forschten der Ursache dieser Autofalle nach und mußten erfahren, daß an dieser Stelle vor etwa einem halben Jahr die eine Fahrbahn — in Richtung Frankfurt — mit einer neuen Straßendecke versehen wurde, die schon nach kurzer Zeit bei geringer Feuchtigkeit eine solche Glätte aufweist, daß es schwer ist, sich auf Gummisohlen dort auf den Beinen zu halten. Den Gummireifen der Kraftwagen geht es dort nicht besser, besonders wenn die Fahrzeuge nicht beladen, nur locker auf der Straße liegen. 12 — in Worten: zwölf! — Kraftwagen haben sich dort in 2 —’in Worten: zwei! — Monaten auf den Kopf gestellt, und Dutzende sind es bei jedem Regenwetter, die mit letztem fahrerischem Können ihren Wagen durch die Kurve bringen. Zwar stehen dort die vorschriftsmäßigen Warn- und Hinweisschilder an der Seite, aber — wer denkt daran, daß er höchstens mit 30 km sicher durch diese Kurve kommt. Und müssen die Kraftfahrer gleich mit schwerem Sachschaden und Körperverletzungen bestraft werden, wenn sie eines der unzähligen Warnschilder übersehen? Uns scheint: Der Fehler liegt am anderen Ende! Hier muß die Straßenmeisterei eingreifen und umgehend — noch ehe die Straßenschmiere des Herbstwetters diese Strecke zur sicheren Todesfälle macht! — für Abhilfe sorgen. Entweder, indem man die Straßendecke aufrauht, oder, wenn es nicht anders geht, erneuert. Auch wenn das viel Geld kostet. Es dürfte jedoch nicht billiger werden, wenn einige der dort Verunglückten sich zusammentun und mit dem Staat einen faustdicken Schadenersatzprozeß beginnen. Den zu gewinnen, sie in diesem Falle durchaus Aussicht haben, auch wenn Warnschilder an der Straßenseite stehen.
Wir sind gespannt, wieviel Unfälle wir noch von dieser Stelle melden müssen, bevor für Abhilfe gesorgt ist. Wir hoffen, daß es ohne Todesfälle abgeht! agt
Drei Tage schunkeln an der Labbingskerb
Für die Bessunger Labbingskerb, die dieses Jahr zum zweiten Male nach dem 'Krieg in großer Aufmachung am 16., 17. und 18. September gefeiert wird, sind schon viele Vorbereitungen im Gange. Mindestens zwei- bis dreimal in der Woche stecken fünf Turner, fünf Narrhallesen und fünf Sänger des Kerweausschusses die Köpfe zusammen und schmieden Pläne.
Inzwischen sind 20 stramme Kerweburschen von der TGB 1865 ausgewählt worden. Sie vertreiben bunte Birnen und Schmuck für die Fenster der Häuser, damit am Samstagabend ganz Bessungen im Lichterglanz erstrahlt. Der große Fackelzug, an dem sich sämtliche Vereine beteiligen und dem sich noch ein Spielmannszug von auswärts anschließen wird, setzt sich abends, 19.30 Uhr, in Musikbegleitung an der Bessunger Turnhalle in Bewegung, führt durch die Moosbergstraße, Ludwigshöh- und Weinbergstraße, das Wingertsgäßchen, die Sandbergstraße, wieder Ludwigshöhstraße, Bessunger Straße zum Forstmeisterplatz. Dort an der Brunnenbütte, aus der der Bessunger Labbing ausgegraben wird, schwingt der Kerwevadder August Petzinger seine salbungsvolle Redd. Im Triumphmarsch bringen die Fackelträger den Labbing zur Bessunger Turnhalle, an der er hinaufgezogen und bis zu seiner Versenkung am Dienstag baumeln wird.
Im Garten der Bessunger Turnhalle unter dem Festzelt bringt die Kapelle Liebig mit ihren Solisten alt und jung auf der großen Tanzfläche in Fahrt, und die Bar im Parterrestock, „Das Labbingspara • dies“, nimmt Ungezählte zu feuchtfröhlichem Trünke auf. An dem 15 Meter langen Büfett mit den 30 Hockern davor wird nur das Beste vom Besten serviert.
Eltern, Lehrer und Jugendliche
im gemeinsamen Gespräch
Aus der letzten Diskussion des Aussprachekreises für Erziehungs- und Schulfragen ergab sich das äußerst aktuelle Thema: „Autorität und Gehorsam in der modernen Erziehung“, das am Donnerstag, dem 7. September, 20 Uhr, im Nachbarschaftsheim zur Erörterung stehen wird. Das gemeinsame Gespräch wird zunächst durch einen Vortrag von Herrn Dr. Ruppert, Dozent am Pädagogischen Institut Jugenheim, vorbereitet werden. Außerdem ist die Vorführung eines entsprechende Erziehungsfragen behandelnden Films vorgesehen. Vielleicht gelingt es dem Aussprachekreis, in diesem, an Tiefe und Problemfülle reichen Thema zu einer gewissen gemeinsamen Klärung zu kommen. Um eine allen Beteiligten gerecht werdende und thematreue Aussprache zu ermöglichen, sollen diesmal in der Diskussionsleitung gesprächstechnische und gruppenpsychologische Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Eltern, Lehrer und Jugendliche, besonders Angehörige von Jugendgruppen, sind zu diesem Abend herzlich eingeladen.
Spendenaktion für die Lerufsschule
Die Handwerkskammer bzw. Kreishandwerkerschaft Darmstadt, die Industrie- und Handelskammer Darmstadt und die Gewerbliche Berufsschule Darmstadt wenden sich in einem gemeinsamen Aufruf an ihre angeschlossenen Lehrfirmen mit der Bitte, für den Aufbau der Rundeturmschule als Berufsschulgebäude je Lehrling eine Spende von 10 DM zu leisten. Sie bitten die Firmen in einem besonderen Schreiben, das die Lehrlinge in den nächsten Tagen überbringen werden, im Interesse einer gründlichen Ausbildung des gewerblichen Nachwuchses sich restlos an der Spende zu beteiligen. Für den Aufbau der Rundeturmschule hat die Stadt die Bauleitung und die Inneneinrichtung übernommen sowie das Baumaterial zur Verfügung gestellt. Durch Selbsthilfearbeit der Lehrlinge, der Gesellen- und Meisterprüflinge des Bau-, Holz-, Elektro- und Installateurgewerbes konnte ein Teil der Lohnkosten gedeckt werden. Zur Deckung des übrigen Teiles und zur Sicherung der weiteren Arbeit appellieren die Schüler nunmehr selbst an ihre Meister bzw. Geschäftsleitungen, damit der Notstand ihrer Schule behoben werden kann. In dem Aufruf wird auf die Opferwilligkeit von Handwerk und Industrie in zahlreichen Städten des Bundesgebietes verwiesen, in denen durch tatkräftige Mithilfe der Lehrfirmen die Kriegsschäden bereits beseitigt werden konnten.
Die Spenden können durch die Lehrlinge in bar an ihren Klassenlehrer überbracht oder auf das Konto Nr. 3.36 „Aufbau Rundeturmschule, Gewerbliche Berufsschule Darmstadt“ bei der Stadt- und Kreissparkasse Darmstadt überwiesen werden.
An der Spitze der Spendenliste steht der Präsident der Industrie- und Handelskammer Darmstadt, Hesse, der aus seinem Dispositionsfonds den Betrag von 500 DM zur Verfügung gestellt hat. Weitere namhafte Spenden sind in Aussicht gestellt. x/hm.
Nationaler Gedenktag
am 7. September in der Stadthalle
Zur Erinnerung an den erstmaligen Zusammentritt des Bundestages und des Bundesrates sowie zum Gedenken der Opfer der letzten Vergangenheit, insbesondere der Gefallenen des Krieges und der Opfer des Faschismus hat die Bundesregierung den 7. September 1950 zum Nationalen Gedenktag des deutschen Volkes erklärt. Aus diesem Anlaß veranstaltet der Magistrat zusammen mit dem Regierungspräsidenten am 7. September 1950, um 14.30 Uhr eine Feierstunde in der Stadthalle, zu der auch Vertreter der übrigen Darmstädter Behörden sowie der Organisationen der Verfolgten und der Opfer des Krieges geladen sind. Stadtrat Reiber wird dabei die Gedenkrede halten. An diesem Tage flaggen alle öffentlichen Gebäude Vollmast.
Ein schwarzer Tag
10 Verkehrsunfälle — 8 Verletzte
Darmstadts Ueberfallkommando kam gestern nicht zur Ruhe. Mit einem mächtigen Ruck schnellte die Verkehrsunfall-Kurve nach oben. Wie die Polizei bis 16.00 Uhr mitteilte, ereigneten sich im Stadtgebiet nicht weniger als sieben Verkehrsunglücksfälle. Sie forderten insgesamt sieben Verletzte.
Den traurigen Reigen eröffnete gegen 11.30 Uhr in der Darmstädter Straße im Stadtteil Eberstadt ein Zusammenstoß zwischen einem Personenwagen und einem Vierradlieferwagen. Hierbei gab es zwei Verletzte. Sie mußten ins Eberstädter Krankenhaus eingeliefert werden. Der Sachschaden war erheblich.
Wenig später wurde in der August-Bebel-Straße von einem Pkw. ein Mann angefahren, als er an einem parkenden Möbelwagen arbeitete. Seine Verletzungen waren derart schwer, daß er in ein Krankenhaus gebracht werden mußte.
Auf der östlichen Fahrbahn des Friedensplatzes prallten zwei Personenwagen zusammen. Während hier nur Sachschaden entstand, wurde in der Hochschulstraße ein Radfahrer verletzt. Ihn hatte ein amerikanisches Fahrzeug gestreift.
In der unteren Rheinstraße, nahe der Autobahn, waren es ein Jeep und ein Lastkraftwagen, die zusammenstießen und dabei beschädigt wurden. Als das Ueberfallkommando gerade die ersten Feststellungen notierte, fuhr an der gleichen Stelle ein deutscher Pkw. auf einen amerikanischen Wagen auf. Zwei Personen mußten verletzt in das Krankenhaus gefahren werden. Der angerichtete Sachschaden beziffert sich auf 1000 DM.
Leichtere Verletzungen erlitt eine Person in der Darmstädter Straße in Eberstadt in Höhe des Anwesens Nr. 222, als ein Jeep und ein Motorrad mit Beiwagen kollidierten. wst.
Gegen 17 Uhr lief in der Nähe des Nordbahnhofs ein neunjähriges Kind aus Darmstadt in ein Motorrad. Es wurde lebensgefährlich verletzt und mußte in das Stadtkrankenhaus Eberstadt eingeliefert werden.
Gegen 18 Uhr fuhr ein Personenwagen in der Eschollbrücker Straße auf einen amerikanischen Wagen auf. Es entstand Sachschaden.
Eine Stunde später stießen ein Radfahrer und ein Motorradfahrer Ecke Ploeniesstraße und Schloßgartenstraße zusammen. Der Radfahrer wurde leicht verletzt, der Motorradfahrer entzog sich durch Fahrerflucht der Feststellung seiner Personalien. Augenzeugen konnten sich die Nummer des Motorrades merken und sie der Polizei mitteilen.
An der Stadt notiert
Der Darmstädter Arbeitskreis des Deutschen Evangelischen Kirchentages
veranstaltet heute, am Dienstagabend um 20 Uhr, im Paulus-Saal, Niebergallweg 20, eine Versammlung, bei der verschiedene Darmstädter Teilnehmer des Essener Kirchentages über ihre Eindrücke berichten werden.
Die evangelische Frauenhilfe unter¬ nahm am letzten Sonntag mit zirka einhundert Personen eine Fahrt nach Bad Homburg v. d. H„ zur Saalburg, nach Friedberg und Bad Nauheim. t-s
Eine Gefügelausstellung in der Eberstädter Turnhalle ist am Totensonntag geplant. t-s
Der Konsum eröffnete in der Pallaswiesenstraße eine nach modernsten Gesichtspunkten eingerichtete Verteilungsstelle. t-s
Bürgersteig ausgebessert und neuer Kies gestreut wurde in den letzten Tagen in der Dieburger Straße zwischen Odenwaldbrücke und den Hirschköpfen.
VUS-Fahrzeug ausgerũumt
Eine kleine Räuberbande saß gestern vor dem Darmstädter Jugendrichter auf der Anklagebank. Insgesamt waren es fünf Jugendliche aus Darmstadt. Sie hatten in größerem Ausmaße von Winter 1949 bis Frühjahr 1950 verschiedene Sachen aus amerikanischen Fahrzeugen gestohlen und versucht, in US-Wohnungen und Häuser einzusteigen. Für die Hauptanführer hielt das Jugendgericht eine empfindliche Strafe für angebracht. Es erkannte neben Jugendarrest auf Jugendgefängnis bis zu neun Monaten. wst.
Kursus für Kindergäürtnerinnen
Das Staatliche Seminar für Kindergärtnerinnen, Darmstadt, eröffnet am 12. Oktober 1950 einen neuen Kursus. Die Ausbildung dauert zwei Jahre und findet ihren Abschluß mit der staatlichen Prüfung.
In das Seminar werden Schülerinnen mit vollendetem 16. Lebensjahr aufgenommen. Voraussetzungen für die Aufnahme sind der 10jährige Besuch einer Mittel- oder höheren Schule (mittlere Reife) und eine einjährige hauswirtschaftliche Vorbildung durch den Besuch einer Haushaltungsoder Frauenfachschule.
Bewerberinnen mit Volksschulbildung und solche, die ihre hauswirtschaftlichen Kenntnisse in der Familie erworben haben, können durch eine Aufnahmeprüfung ihre Befähigung zum Besuch des Seminars erbringen.
Anmeldungen sind zu richten an die Direktion des Seminars Darmstadt, Lagerhausstraße 7, die zu jeder weiteren Auskunft gern beredt ist. — Sprechzeit täglich, außer samstags, von 10—11 Uhr. DT
Wetter-Besserung
DT.-Wttrb richt
Vorhersage: Am Dienstag r o"’i; mit Aufheiterungen. Meis: trocken. äig warm. Südwestliche bis westliche Winde. Weitere Aussichten: T. ocke" und wieder wärmer.
Wohin gehen wir heute?
Lichtspieltheater: siehe Anzeigenteil Mathildenhöhe: „Das Menschenbild in unserer Zeit“; täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet.
Hessisches Landesmuseum: Barocksaal, Ausstellung des Archivs für Jugend- und Laienkunst: „Kunst am Ursprung“. Geöffnet von 10 bis 18 Uhr.
Pauluskirchensaal: 20 Uhr: Teilnehmer des Essener Kirchentags berichten über ihre Erlebnisse und Eindrücke.
Wir gratulieren
Goldene Hochzeit: Eheleute Johann Gebhardt, Bischofsheim.
Silberne Hochzeit: Herrn Hans Hück und Frau Elisabeth, Goddelau. — Herrn Leonhard Winter und Frau Dina, Goddelau. — Herrn Johannes Lapp und Frau Margarethe, Goddelau.
STARKENBURG
Auch im Kreis Dieburg
AUnhold belästigt Mädchen
Seit einiger Zeit treibt auf der Landstraße zwischen Klein-Zimmern und Dieburg ein Mann sein Unwesen, der sich jungen Mädchen mit seinem Fahrrad nähert und unsittliche Redensarten führt. Als er in der vergangenen Woche versuchte. hierbei Gewalt anzuwenden, wurde er durch in der Nähe befindliche Personen gestört und ergriff unerkannt die Flucht. Jg.
Notzuchtsverbrechen gesühnt
Zu einem Jahr und drei Monaten Geiä n gn i s verurteilte gestern die Dritte Strafkammer des Landgerichts Darmstadt den 20 Jahre alten Hermann W. aus Groß-Bieberau. Der junge Bursche hatte im Sommer dieses Jahres ein Notzuchtverbrechen an einem 18 jährigen Mädchen verübt. wst.
ein Loch im Boden
Im Fürther Distrikt G 1 asl oc h hat sich jetzt auf einem Wiesengrundstück eine eigenartige Bodensenkung bemerkbar gemacht: Ein rundes, etwa zwei Meter breites und nahezu vier Meter tiefes Loch entstand, das nach unten wesentlich an Ausdehnung zunimmt und etwa vier Meter Durchmesser haben dürfte. Sachverständige vermuten, daß die Senkung durch die Ausspülung einer bisher nicht bekannten unterirdischen Wasserader entstanden ist, die nach den letzten starken Regenfällen infolge der aufgelockerten Oberfläche zustandekam. Da erwartet wird, daß weitere Einstürze folgen, wurde die Gefahrenstelle abgesperrt. -r
Feigen von der Bergstraße
In der vergangenen Woche wurden erstmalig ca. 5 Pfund Feigen in der A u e r - bac he r Markthalle angeliefert, die in dem milden Klima an der Bergstraße voll ausgereift waren. Der glückliche Besitzer dieses Baumes, Christian Krausch 9., erklärte, er habe in den vergangenen Jahren schon größere Ernten gehabt. HB.
Glockenweihe in Darsberg
Zum Wochenende hatte die Gemeinde Darsberg. eine Filialgemeinde Neckarsteinachs ihre einheimischen und nach auswärts verzogenen Bürger eingeladen, an der diesjährigen Kirchweihe vollzählig teilzunehmen, um der Weihe der neuen Glocke und der Enthüllung des Gedenksteins für die während der letzten Kriege Gefallenen und an ihren Folgen Verstorbenen beizuwohnen. Das von einem Heimatspiel. Trachtentänzen und heiteren Ansprachen umrahmte Fest hatte auch zahlreiche Gäste aus Heidelber" und Hirschhorn angelockt. r.
Volksbildung aber wie?
Am Samstag, dem 9. September, 15 Uhr, beginnt im Groß-Gerauer Rathaus eine Kreiskonferenz, die sich mit Fragen der Volksbildungsarbeit des kommenden Winters beschäftigen wird. Die Konferenz soll später in der Schillerschule weitergeführt werden, wo der „Schwalbacher Arbeitskreis“ einen Film über Volksbildungsarbeit zeigen wird. (cg)
Zahlreiche Auszeichnungen
Gute Erfolge heimischer Taubenzüchter
Bei dem letzten Wettflug von 2251 Jungtauben, der in Mergentheim gestartet wurde, konnten auch die Taubenzüchter aus dem Kreis Groß-Gerau schöne Erfolge verzeichnen. So konnte Karl Laemmermann, Groß-Gerau, mit seinen Tieren 12 Preise und eine Siegermedaille erringen. Ebenso konnten die Züchter Beckmann, Büttelborn, Kani, Walldorf, und Ph. Schäfer, Wallerstädten, beachtliche Erfolge erzielen. Kb.
Flüchtlings-Zuweisungen ohne Einschränkung
Grundsätzliche Stellungnahme des hessischen Innenministers zur Resolution der Bürgermeister des Kreises Dieburg
Die Bürgermeister des Landkreises Dieburg hatten um die Jahresmitte in einer Resolution gegen die weitere Einweisung von Flüchtlingen Verwahrung eingelegt, weil sie sich aufgrund der bereits äußerst starken Belegung der Gemeinden außerstande sahen, noch weitere Heimatvertriebene unterzubringen. Zu diesem Schritt hat nun der Minister des Innern Stellung genommen und an die Flüchtlingsämter bei den Oberbürgermeistern und Landräten seine Auffassung wie folgt dargelegt:
Die Umsetzung erfolgt auf Grund einer Rechtsverordnung des Bundesrates vom 29. November 1949, die sich ihrerseits auf den Artikel 119 des Grundgesetzes und den zustimmenden Beschluß des Bundesrates stützt. Es dreht sich insgesamt um die Aufnahme von 2600 Umsiedlern aus Schleswig-Holstein und von 800 aus Niedersachsen. Die hessische Landesregierung hat von allem Anfang an mit gewichtigen Argumenten auf die Lage Hessens und die Folgen einer weiteren Einpressung von Vertriebenen hingewiesen. Es ist nicht die Schuld der Landesregierung, wenn die Argumente dennoch nicht zu einer Befreiung Hessens geführt haben.
Das Bundesflüchtlingsministerium steht neuerdings angesichts der im nächsten Jahr bevorstehenden vom Bundesrat bereits beschlossenen Umsetzung von 600 000 Heimatvertriebenen auf dem Standpunkt, daß den überbelasteten Ländern selbst dann geholfen werden muß, wenn eine Umsetzung aus einem Elendsquartier in ein anderes Elendsquartier erfolgt.
Die Verpflichtungen aus der Rechtsverordnung des Bundesrates müssen erfüllt werden. Die Landesregierung hat keine Mittel, die weitere Uebernahme von Vertriebenen, sofern sich diese auf die erwähnte Rechtsverordnung stützt, abzulehnen. Sie konnte lediglich durch die Uebemahmekommission auf die tatsäch-
liehe Situation in Hessen hinweisen und versuchen, durch eine Auslese von Personen, die durchaus bekannten Schwierigkeiten für die unteren Verwaltungsbehörden und die Enttäuschung für die Umgesiedelten zu vermindern.
Dazu teilt der Regierungspräsident in Darmstadt in einem ergänzenden Rundschreiben mit, daß der von ihm mit der Auswahl der Umsiedler aus Schleswig-Holstein beauftragte Beamte die Auswahl nach folgenden Gesichtspunkten vorgenommen habe:
1. Möglichst Einzelpersonen oder kleine Familien, die in einem Wohnraum unterkommen können.
2. Handwerker mit abgeschlossener Ausbildung und landwirtschaftliche Arbeiter, die immer in der Landwirtschaft arbeiteten.
3. Familienzusammenführung.
Obgleich die Zuteilung der aufzunehmenden Umsiedler, so heißt es zum Schluß, auf Grund der sich aus der Wohnraumdichte ergebenden Quoten erfolge, sei erreicht worden, daß alle Städte und Landkreise geringe Zuweisungen erhalten. Es sei anzunehmen, daß die Umsiedler im Laufe der Zeit weitere Angehörige nach sich ziehen und daß sich damit das Aufnahmesoll automatisch erfülle. (RG)
Lord Mountbatten in lugenheim
„Guten Tag, Herr Gernet! — Kennen Sie mich noch?“
Lord Louis Francis Mountbatten mit Gattin und jüngster Tochter besuchte am Sonntagnachmittag die Grabstätte seiner Großeltern auf dem Heiligenberg und das Schloß, auf dem er den größten Teil seiner Kindheit verbrachte. In seiner Begleitung befand sich Prinz Ludwig von Hessen.
Louis Francois Mountbatten, eine der volkstümlichsten Persönlichkeiten Englands, hat eine ungewöhnliche Laufbahn hinter sich. Am 25. Juni 1900 geboren, trat er 1913 als Prinz Ludwig Franz von Battenberg in die englische Marine ein und wurde im 1. Weltkrieg auf ein U-Boot kommandiert. Sein Vatej1 Ludwig Alexander Prinz von Battenberg, verheiratet mit Prinzessin Viktoria von Hessen, war bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges Erster Lord der britischen Admiralität. Auf Wunsch des Königs Georg V. von England mußte er den deutschen Adelstitel ablegen. 1917 verlieh ihm der englische König den Namen Mountbatten und die Würde eines Marquess of Milford-Haven. Nach seiner Marineausbildung studierte Prinz Louis Francis in Cambridge, wurde Hochfrequenzingenieur und machte beachtliche Erfindungen. Im 2. Weltkrieg führte er den Kreuzer „Kelly“ und später den Flugzeugträger „Illustrious“. 1944/45 war er Oberbefehlshaber der alliierten Truppen in Ostasien und erhielt den Titel „Viscount of Burma“. 1945 wurde er Oberbefehlshaber der Seestreitkräfte der Vereinten Nationen und schließlich letzter Vizekönig von Indien.
Bei seinem Besuch in Jugenheim versäumte er nicht, den langjährigen Gärtner und späteren Gemeinderechner Georg Gernet zu besuchen, bei dem er sich mit den Worten einführte:
„Guten Tag, Herr Gernet, kennen Sie mich noch?“
Es wurden Erinnerungen aus der Kindheit des Prinzen ausgetauscht und als der alte Gernet äußerte, daß er oft für den Prinzen Schmetterlinge „gespannt“ hätte, bestätigte das lachend der Lord. hl.
Versammlung Erbacher Theaterfreunde
In einer Besprechung mit Verwaltungsdirektor Laurence vom Hessischen Landestheater Darmstadt, am Sonntagnachmittag im Erbacher Rathaus wurde für die Abonnenten aus Erbach und Umgebung im Theaterring Odenwald-Bergstraße der Besuchstag der Darmstädter Aufführungen auf Sonntag festgelegt. Abfahrt des Omnibusses jeweils in Erbach um 17.45 Uhr auf dem Schloßplatz. Bisher haben sich rund 50 Abonnenten für sechs Aufführungen gemeldet.
Die Gastspiele des Hess. Landestheaters in der Erbacher Festhalle umfassen ebenfalls sechs Aufführungen, die einen Querschnitt durch Oper, Operette und Schauspiel bringen werden. Für die Erbacher Gastspiele liegen bisher 250 Abonnenten vor. Bestellungen können noch bei der Bürgermeisterei abgegeben werden. ch
Neune Feuersirene in Messel
Die von der Freiwilligen Feuerwehr und der Gemeinde Messel angeschaffte neue Feuersirene rief am Sonntag die Angehörigen der Wehr zum ersten Male zu einer Alarmübung zusammen. Langanhaltender Ton bedeutet fortan allgemeinen Alarm und Feuerwehrdienst, zwei schnell aufeinander folgende Töne Waldbrand. mehrere schnell aufeinander folgende Töne Feueralarm.
Ev. Jugend auf dem Heiligenberg
Zum Wochenende trafen sich auf dem Heiligenberg in Jugenheim 200 Jugendliche der evangelischen Gemeinden aus dem Raum Starkenburg. Nachdem am Samstagabend die Leiter und Mitarbeiter im Pädagogischen Institut eine Zusamuenkunft hatten, bei der Fragen des neuen Gesangbuches, der Jugendarbeit und der Singarbeit in den Gemeinden besprochen wurden, fand am Sonntagmorgen ein Kurrendesingen an verschiedenen Stellen Jugenheims und im Krankenhaus statt. Daran schloß sich ein Festgottesdienst in der Bergkirche, der von Pfarrer Lutz (Roßdorf) gehalten wurde. Anschließend war ein Volsliedersingen im PI (Ltg. Jugendkantor Gerhardt. Darmstadt). Nach dem Mittagessen zeigte die Jugend Volkstänze (Ltg.: Volker Fidus, Heppenheim). bei denen es recht vergnügt zuging. Zum Ausklang des Treffens war wieder unter der Leitung von Kantor Gerhardt Singen, dem sich eine Schlußandacht in der Kirche anschloß Die Gesamtleitung des Treffens hatte Dekanatsjugendsekretär Werner, Bensheim. hl
„Traurige“ Kerb in Ober-Ramstadt
Mit Zylinder und Kranz durch die Straßen der Gemeinde
Wie alljährlich gedachten die Ober-Ramstädter am vergangenen Sonntag ihre Kerb mit dem traditionellen Kerbezug zu feiern. Einheimische und viele auswärtige Gäste säumten die Straßen. Wer aber dachte, einem fröhlichen bunten Treiben beiwohnen zu können, mußte sich eines Besseren belehren lassen: die Weigerung der Gastwirte, einen Teil der für den Zug entstehenden Kosten durch Spenden zu decken, hatte dazu geführt, daß die „Narrhalla“ aus Protest einen Trauerzug zu veranstalten beschloß.
Unter Absingen von Trauerliedern („Die Ober-Ramstädter Gastwirt hawe ka Geld“) führte der Zug der Leidtragenden und Trauernden von der Linde zum Rathaus, wo man einen großen Kranz mit Schleife niederlegte. Eine Ansprache lobte die Geschäftstüchtigkeit der Gastwirte — denn alle Tanzsäle waren bis zur Stunde leer geblieben. Damit erreichte die Ober-Ramstädter Kerb eine Einmaligkeit, von der man hoffen dar!, daß sie im nächsten Jahr wieder durch ein Fest des Frohsinns abgelöst wird.
Aus allen Kranen sprudelt das Naß
Einweihung der zentralen Wasserversorgung in Lengfeld
Die Gemeinde Lengfeld veranstaltete am Wochenende zur Einweihung ihrer Wasserleitung ein Fest, von dem viele gutgesinnte Bürger meinten, daß auch ein schlichter Dankgottesdienst diesem Werk seinem Sinn nach die würdige Weihe gegeben hätte —, sei man doch ohnehin 80 Jahre zurück. So war es dann wieder für die meisten „der Grund zum Feiern“ und dem flüchtigen Besucher bot sich das Bild des in dieser Zeit allerorts üblichen Kirchweihrummels.
Will man aber den Lengfeldern gerecht werden, so ist doch manches der Erwähnung wert. Vor allem war es ein Fest der Jugend, der Schuljugend, die mit einem Lichterzug durch die festlich geschmückten Straßen unter ihrem Lehrer, Herrn Enders, am Samstagabend das Fest einleitete. Für sie hauptsächlich bedeutet ja die Wasserleitung das Ende einer Zeit, in der sie ihre Freiheit und ihr Spiel dem leidigen Wasserholen mit dem Wasserfaß und dem Eimer opfern mußte.
Wer wirklich jung geblieben ist, kann ihnen dies nachfühlen und wird zu ihrem Vorteil hoffen, daß sie das Versprechen, das sie dem Bürgermeister durch ihren Lehrer vor dem mit Tannenbäumen und Lichtern geschmückten Rathaus abgaben, die bisher zum Wasserholen gebrauchte Zeit nun zum Lernen zu verwenden, ernst nehmen.
Bürgermeister Itzel hob in seinen Worten an die Schuljugend hervor, durch das Fest die Arbeit und die Arbeiter zu ehren und ermahnte sie, den Begriff der Arbeit, verbunden mit Gehorsam gegen ihren Lehrer und ihre Eltern schätzen zu lernen. Im Anschluß daran wurden an die Schulkinder Brezeln und Gebäck verteilt.
Den Sonntag leitete ein evangelischer und katholischer Festgottesdienst ein. Am Vormittag zeigte die Feuerwehr eine Uebung an einem Scheinbrandobjekt und bewies damit ihre Einsatzbereitschaft. Den Höhepunkt der Feier bildete der am Nadimittag veranstaltete Festzug und die Weihefeier am neuerbauten Hochbehälter. Den Schluß des Festzuges, an dem der Gemeinderat, die Lengfelder Vereine, der Odenwaldklub und die Feuerwehr teilnahmen, bildete ein von 4 Buben gezogenes Wasserfaß, die mit einem Schild mit der Aufschrift „Die Zeiten sind vorbei“ dem Ausdruck gaben, weswegen die Lengfelder dieses Ereignis zu feiern für wert erachteten.
Der Ansprache des Bürgermeisters auf dem Festplatz am Hochbehälter, in der er allen Mitarbeitern dankte und die Verleihung des Wappenrechtes an die Gemeinde Lengfeld bekanntgab, folgten die herzlich gehaltenen Glück- und Segenswünsche Landrats Ritzert. Unter dem Beifall der Bevölkerung erwähnte er, daß ein solches Unternehmen nur im Vertrauen auf eine friedliche Zukunft hätte gewagt werden können. Drei Dinge habe er sich als Landrat trotz seines hohen Alters noch zum Ziele gesetzt: Die Behebung der Wohnungsnot, die Beschäftigung aller Arbeitswilligen und Eingliederung der Heimatvertriebenen und die Verwirk-
lichung der zentralen Wasserversorgung in allen Gemeinden des Landkreises.
Anschließend überbrachte Regierungsdirektor Kuhn die Glückwünsche des Regierungspräsidenten von Darmstadt. Die Dankesworte Regierungsbaurats Krause an Regierungs-Oberbauinspektor Flath würdigten zum Schluß die Arbeit eines Menschen, die bei aller Bescheidenheit des Mannes und des Verdienstes, das sich Bürgermeister Itzel an dem Werk erworben hat, nicht unerwähnt bleiben darf. Wi.
Was aǔch interessiert:
Ein Elternbeirat soll im Verlauf einer Elternversammlung heute im neuen Schulhaus zu Aschbach gewählt werden. Ein Vertreter des Kreisschulamtes hat sein Erscheinen zugesagt. r.
Nach Aufklärung der Viehdiebstähle im Bachgau konnte der Landwirt Heinrich Michel eines von seinen beiden gestohlenen Zuchtrindern wieder zurückerhalten. Jg-
Ueber den gegenwärtigen Stand der Kommunalpolitik in Gernsheim spricht der Vorsitzende des Bürgerblocks heute abend um 20 Uhr im Saale Esselbach. Im Anschluß an das Referat findet eine freie Aussprache statt. DT.
Ein achtjähriges Mädchen lief in Messel beim Spielen auf der Straße in ein Motorrad hinein, glücklicherweise ohne Schaden zu nehmen. es.
Mit dem Luftgewehr unter das Auge getroffen wurde in Pfungstadt auf der Straße ein junges Mädchen von einem Manne, der nach Spatzen schießen wollte. ler
Hinterrücks angefallen und durch Fausthiebe zu Boden geschlagen wurde ein Einwohner aus Hainstadt, Kreis Erbach, der sich auf dem Heimweg befand. Er blieb bewußtlos und mit schweren Kopfverletzungen liegen. Polizeiliche Ermittlungen ergaben, daß es sich bei den Tätern um Betrunkene handelte. hm.
Ehemalige Berufssoldaten des Kreises Erbach gründeten unter Vorsitz von Major a. D. L e n g o w sk i, Erbach, Hauptstraße 41, eine Kreisgruppe des Bundes ehemaliger Wehrmachtsangehöriger und ihrer Hinterbliebenen. -ch
In einem unbewachten Augenblick war der SVsjährige Rolf Hornberger in Nordheim auf die Ortsstraße gelaufen und versuchte auf den Anhänger einer Zugmaschine zu klettern. Er stürzte herab und wurde wie durch ein Wunder nur leicht verletzt.
Die Kreishandwerkerschaft des Kreises Groß-Gerau nimmt für die ander Meisterprüfung interessierten Handwerker ihres Geschäftsbereiches in der Zeit vom 1. September bis 1. Oktober 1950 Anmeldungen zur Meisterprüfung 1951 täglich während der Geschäftsstunden entgegen. Den sich meldenden Prüfungskandidaten ist gleichzeitig Gelegenheit gegeben, sich für die Lehrgänge zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung mit anzumelden. Anmeldevordrucke werden durch die Kreishandwerkerschaft ausgegeben, die auch zu weiteren Auskünften zur Verfügung steht.
Kuckuck beherrscht eine ganze Stadt
Hochbetrieb am ersten Markttag in Eberbach
Sonderzüge und Sonder-Omnibusse sowie endlose Kraftwagen- und Motorrad-Kolonnen strebten am Sonntag aus allen Richtungen nach Eberbach, dem mittelalterlichen Odenwald-Städtchen am Neckar.
Wer es noch nicht gewußt hätte, daß der Eberbacher „Kuckucks-Markt“ seinen Anfang genommen hat, der hätte es sowohl am Bahnhof, wie auf allen Zugangsstraßen der Stadt merken müssen. Ueberall standen die Ehrenpforten mit dem riesigen Kuckuck darüber. Wo man auch nur hinsah, in jedem Schaufenster, auf Luftballons, zahllosen Plakaten, Fähnchen und Anstecknadeln, überall begegnete man diesem lustigen Vogel, der den
Eberbachern den Spitznamen und schließlich dem größten Volksfest der Stadt die treffliche Bezeichnung gab.
Die Eberbacher Geschäftswelt hatte zu dem Schaufensterwettbewerb der Stadtverwaltung in ihren Schaufenstern wahre Meisterwerke vollbracht. Der „Lauer“, das riesige Gelände an der Kai-Mauer wurde wieder zu einem einzigen Rummelplatz mit Karussells, Schiffsschaukeln, Jahrmarktbuden, Wein- und Bierzelten.
Im großen Festzelt hatte am Samstagnachmittag Rektor Wohlfahrt als stellv. Bürgermeister — Bürgermeister Nenninger befindet sich zur Zeit in Amerika — den „Kuckucks-Markt 1950“ feierlich eröffnet. Anschließend erfolgte unter Führung von Dipl.-Ingenieur Neuer als Vorsitzenden des Eberbacher Verkehrsvereins in der Dr.-Weiß-Schule der erste Rundgang durch die vielseitige und interessante Ausstellung der Forstwirtschaft, des Handwerks, Handels und der Industrie, des Obstbaus, der Kleintierzucht sowie einer Schau lebender Fische des Nekkars, die in 24 Sälen der Schule untergebracht ist. Eine in ihrer Art einzigartige Forstschau im Hof der Schule wurde mit besonderen Erläuterungen von Oberforstrat Fuchs eröffnet.
Am Sonntagnachmittag fand auf' dem Neckar eine große Verbands- Ruder-Regatta unter Mitwirkung bekannter badischer und hessischer Ruder-Vereine statt. Gegenüber dem Kuckucksmarkt-Gelände war das Ziel am Strandbad, so daß die nach Tausenden zählenden Marktbesucher immer die spannenden Endkämpfe erlebten. Wenn es auch im Laufe des Nachmittags einige Male zu „tröpfeln“ begann, nahm das Fest dennoch ungestört seinen Fortgang. Der erste Markttag klang aus mit einer großen Illumination der gesamten Stadt, die nahezu drei Stunde währte. . ch
An allen Zugangsstraßen stehen Ehrenpforten, auf denen riesengroß der lustige Vogel thront. Foto: Tehad
Bäume fielen
auf der Ernst-Ludwigs-Höhe
Ein Bautrupp aus freiwilligen und ehrenamtlich tätigen Helfern der Reinheimer Ortsgruppe des Odenwaldklubs und seiner Jugendgruppe begann am Samstag die Bauarbeiten zur Klubhütte auf der Ernst-Ludwigs-Höhe. Im Staatswald Lichtenberg, der sogenannten „Altscheuer“ hörte man so am Nachmittag das Kreischen der Sägen und schallende Axthiebe: Der erste Einschlag hatte damit begönnen. Da das benötigte Holz nicht auf einmal wegzutransportieren war, wird am nächsten Samstag eine gleiche Aktion gestartet, an der die Mitglieder und Freunde sich wieder beteiligen werden. eb.
Neues Straßenprojelt
zwischen Heiligkreuzsteinach und Siedelsbrunn
Zwischen der badischen Gemeinde Heiligkreuzsteinach und dem hessischen Siedelsbrunn gibt es zwei Verbindungswege: Die offizielle Staatsstraße führt über Unter- und Ober-Abtsteinach, der inoffizielle, über Eiterbach verlaufende Weg aber ist Eigentum der Forstbehörde, wird jedoch wegen der Abkürzung um rund 50 Prozent weit häufiger benutzt. Zwischen dem Regierungspräsidium Darmstadt, dem Landkreis Bergstraße einerseits und dem Landkreis Heidelberg als Gegenpartei, laufen nun seit einiger Zeit Verhandlungen, diesen befestigten, straßenbreiten Weg auszubauen und dem öffentlichen Straßennetz anzuschließen, zumal dadurch ein landschaftlich sehr schönes, gerne besuchtes Tal dem Fremdenverkehr noch weiter zugänglich gemacht würde. Das zuständige Forstamt ist bereit, den Weg für den öffentlichen Verkehr freizugeben, wenn die beiden Landkreise entsprechende Unterhaltungszuschüsse zahlen. Regierungspräsident Arn ou 1 und Landrat ?e.nA^er haben jetzt in persönlicher Besichtigung ein Bild der Situation gewonnen, so daß in absehbarer Zeit eine Entscheidung erwartet werden kann, (r.) Auch in diesem Jahre:
Mit dem Gesicht in eine Wasserflasche fiel vom Heuwagen herab ein siebenjähriger Junge in Wal dm i c h elba ch. Stark verletzt und mit Verdacht auf Schädelbruch mußte er ins Krankenhaus überfuhrt werden. (_r)
Eineinhalb Tausend Gernsheimer verfolgen den Fall Adler
Oeffentliche Bürgerversammlung vor dem Gemeinderat
heim kein Piat vor 20 Uhr war im Saalbau Esselbach (Rosengarten) in Gernsum der BevölkeDeF . Gemei°derat ha‘te zu einer Bürgerversammlung aufgerufen, geführt hatten zu" 16 sründe> d*e zum Rücktritt des vormaligen Bürgermeisters Adler
angeschafft ™ Bänke und Tische her’ mit Stehni^o en’ Vllll31® ein gr°ßer Teil durch V°rHeb nehmen- Selbst uuren aie Fenster versuchten einige Un-ÄedÄ" Platz ZU ko=- Auf der Saal mußften Svh dle Menschen und werden Polizeilich geschlossen
Rektor Schmitt, den wir vor der Versammiung einige Augenblicke sprechen nen ErklärUnS’ daß er sich in sei-ErkiarunBen nur an beweisbare Tatsachen halten werde und nicht an Gerüchten, die ausgiebig kursierten.
umXft Schneidler eröffnete ri,T°whrjdle Versammlung und über-Y°„rt an Rektor Schmitt. Dieser erklärte, daß ursprünglich eine Versammlung der CDU beabsichtigt war, der Gememderat ihn aber gebeten habe, in seinem Namen zu sprechen. Er schilderte eingangs auf Grund des Beamtengesetzes die Eigenschaften, die einen Beamten und als solchen besonders ein Bürgermeister auszumachen hätten. Dann folgte eine genaue Schilderung der Vorgänge, über die wir im großen und ganzen schon in unserer gestrigen Ausgabe berichtet haben.
Der Stein war dadurch ins Rollen gekommen, als am 26. August an Rektor Schmitt ein Schreiben von Herrn Mettra eintraf, in dem er und die Herren Spöhr und Köhler um eine Zusammenkunft mit ihm gebeten hatten. Bei dieser Aussprache ergaben sich verschiedentlich Fälle, in denen Adler Geld ohne Quittungen vereinnahmt und Lieferungen von Backsteinen ohne Lieferschein durchgeführt hatte.
Wir erklären hierzu ausdrücklich, daß etwaige Unterstellungen, die bei unserem gestrigen Bericht gegen Herrn Dr. Schönmehl aus Pfungstadt, der in eine solche Steinlieferung verwickelt ist, hätten aufkommen können, jeglichen Grundes entbehren.
Bürgermeister Adler, den man am 28. August all diese Anschuldigungen mitteilte, sei nicht darauf eingegangen, er habe sich lediglich geäußert: „Es wäre zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre.“ Ein Ausspruch, der auch im Saale allgemeine Heiterkeit auslöste. Nach Beendigung eines ausführlichen Berichtes sagte Rektor Schmitt, es möge nun jeder sein eigenes Urteil bilden, ob man solche Vorkommnisse noch als Lappalien bezeichnen könne.
Als Rektor Schmitt bekanntgab, daß Adler bis Ende 1950 sein Gehalt weiter beantragt habe, ging eine allgemeine Empörung durch den Saal. Bekanntlich hat Bürgermeister Adler schriftlich am 1. September seine Rücktrittserklärung abgegeben. Am Ende seiner Ausführungen erklärte Rektor Schmitt, daß damit wohl der Gemeinderat seine Aufgabe erfüllt habe. Es gehe nun einmal nicht, daß Gelder, die vereinahmt sind, nicht abgeliefert werden. Er glaube, daß noch selten in einer solch kurzen Zeit (genau eine Woche) ein Gemeinderat eine solche Sache erledigt und ohne Verschleierung durchgeführt habe.
Zu einer Diskussion, zu der von Beigeordnetem Schneidler aufgerufen wurden war, meldete sich niemand. Der Beigeordnete bat zum Schluß alle Anwesenden, etwa kursierenden Gerüchten entgegenzuarbeiten und die Bevölkerung im Sinne des gestern abend Gehörten aufzuklären. DT.
Gernsheim. Für Dienstag abend wurde eine Bürgerversammlung einberufen, in deren Verlauf bestimmte kommunale Probleme zur Debatte stehen werden. Die Aussprache verspricht äußerst bewegt zu werden. pe
Keine aktuelle Kriegsgefahr!
Gestern abend sprach der Bundestagsabgeordnete A. M. Euler, der zugleich Landesvorsitzender der hessischen FDP ist, vor einer gutbesuchten FDP-Versammlung in Groß-Gerau. Er wies darauf hin, daß keine aktuelle Kriegsgefahr bestehe, da trotz vieler Aehnlichkeiten die Verhältnisse in Deutschland anders gelagert seien, als in Korea.
Ein militärischer Angriff auf die Westzonen würde für die Kommunisten Krieg mit dem Westen bedeuten. Je mehr aber der Westen an Stärke zunehme, je mehr würden den zynischen Machtrechnern des Ostens die Lust vergehen, sich in das Risiko eines dritten Weltkrieges einzulassen. Ein Krieg drohe nicht von den Völkern, die durch eine freie Presse eine Stimme hätten, sondern von dort, wo das Volk mundtot gemacht wird.
Das deutsche Volk, so sagte Euler, müsse bereit sein, seine Freiheit zu verteidigen. Darum müsse auch endlich mit den inneren Entrechtungen Schluß ge- macht werden, wie sie durch die Entnazifizierung gebracht worden seien. Was die Kriegsopfer-Versorgung anlange, so sei diese gegenwärtig so, daß ein anständiger Deutscher sich ihrer schämen müsse.
Nachdem der Redner energische Sicherheitsmaßnahmen gegen den Kommunismus und seine Methoden gefordert hatte, sagte er, daß seiner Ansicht nach die FDP manchen Anhänger habe, der im gegebenen Augenblick auch sehr schnell zur SED überwechseln würde. In der anschließenden Diskussion wies ein Redner darauf hin, daß das russische Volk kein schlechtes Volk sei, sondern nur in den Dienst einer schlechten Sache eingespannt sei. cg
„Michelsmarkt“ in Reichelsheim
Schon vor Jahrhunderten wurde der Michaelistag am 29. September in den evangelisch - lutherischen Pfarreien der Grafschaft Erbach gefeiert; bereits die Kirchenordnung aus dem Jahre 1561 zählt ihn unter die „ganzen Feiertage“. Seit einer großen Wasserflut, die am 29. September 1732 ihren Höhepunkt erreichte, wurde dieser Tag nun auf Anordnung der gräflichen Herrschaft als Buß-, Bet- und Danktag begangen. Zu späteren Zeiten wurde dann an diesem Tage in Reichelsheim auch ein Markt abgehalten, der nach jahrelanger Unterbrechung im vorigen Jahre erstmals wieder stattfand.
In Anbetracht des letzt jährigen Erfolges wurden für dieses Jahr vom Reichelsheimer Gemeinderat zwei Markttage festgelegt, der 24. und 25. September. Mit Reit- und Fahrvorführungen der Reitervereine aus Frärikisch-Crumbach, Erzbach, Reichelsheim und Dumpen, Turnvorführungen der Kultur- und Sportvereinigung, sowie Gesangvorträge des Männergesangvereins Eintracht stehen am Sonntag, dem 24. September, im Mittelpunkt der Nachmittagsveranstaltungen. Festliches Tanzvergnügen im Saale des Gasthauses „Zur Eisenbahn“ schließt sich am Abend an.
Wichtigstes Ereignis des montäglichen Markttages ist die Bezirkstierschau von Pferden, Rindern und Ziegen, die mit einer Prämiierung verbunden ist und zusammen mit dem Tierzuchtamt Darmstadt durchgeführt wird. Eine Werbe- und Verkaufsmesse des einheimischen Handwerks, eine hauswirtschaftliche Lehrschau der Landwirtschaftsschule sowie eine Ausstellung von Obst- und Gartenbauerzeugnissen finden an den gleichen Tagen statt. Bei der Marktlotterie kommen 300 Gewinne im Werte von 2500 DM zur Auslosung, Viehgeräte und sonstige Wertgegenstände sind ebenfalls zu gewinnen. Die Ziehung der Lotterie geschieht öffentlich am Dienstag, dem 26. September, im alten Rathaus. tm
Frhr.v.Stein-Institut nahm nene Lehrgänge auf
Feierliche Eröffnung des 15. Lehrgangs in Lindenfels
Gestern abend eröffnete im festlich geschmückten Gesellschaftsraum des idyllisch am Fuße der Burg Lindenfels gelegenen Hotels „Hessisches Haus“ Bürgermeister Dey (Mülheim) als Vorsitzender des Kuratoriums des Freiherrn-vom-Stein-Institut den 15. Lehrgang für hessische Kommunalbeamte.
Nachdem das Niessner-Quartett (Lindenfels) den Abend mit einem Volkslied eingeleitet hatte, wurden die Gäste begrüßt, unter denen sich der Bundestagsabgeordnete Staatssekretär a. D. Professor Dr. Brill, Mister Fränklin, Ministerialrat Dr. Buch, Regierungsdirektor Ahl, Landrat Wink (Darmstadt), Landrat Dengler (Bensheim), Landrat Neff (Erbach) und Bürgermeister T r e ff e r t (Bensheim) befanden.
Bürgermeister Schwabe (Lindenfels) freute sich über das Gelingen, die Kurse weiterhin in Lindenfels, der „Perle des Odenwaldes“ durchführen zu können. Man sei heute, so sagte er in glänzend formulierten Ausführungen, doch schon so weit von patriarchalisch-mittelalterlichen Formen des Regierens entfernt, daß ausgleichende Kommunalgesetze von den Gemeinden und Bürgern als für beide Teile wichtig empfunden würden.
Ministerialrat Dr. Buch überbrachte die Grüße des Ministers Dr. Zinnkann, der am Erscheinen verhindert war und des ebenfalls verhinderten Ministerialdirektors Dr. Schuster. Seit der Eröffnung am 6. März sei in den bisher 14 Kursen bereits vorbildliche Arbeit geleistet worden. Der Staat vermöge nur vorwärts zu kommen, wenn er sich auf die kleinste Zelle kommunaler Ordnung, die Gemeinde, stützen könne. Europa werde nur dann gesunden, wenn die breiten Volksschichten kräftig basiert seien. Die internationale Lage sei ernst, die Regierungen seien sich aber einig, den Kommunisten keinen weiteren Fußbreit Boden mehr abzutreten.
Bundestagsabgeordneter Staatssekretär a.D. Dr. Brill betonte die Erforderlichkeit des neuen Gesetzentwurfs. Die derzeitige Gesetzgebung sei nicht planmäßig und unzureichend mit Mitteln, Kräften und Zeit ausgestattet. Der Begriff der Selbstverwaltung auf höherer Ebene sei historisch überholt. Demokratie könne nur sein: fortgesetzter Wille des Volkes, ausgedrückt durch die örtlichen Verwaltungen.
Dr. Köbel, der Direktor und verantwortliche Leiter der Schulung, dankte allen Anwesenden und bat um gute Zusammenarbeit. Das Nießner-Quartett beschloß die Feier.
In den geschmackvollen Räumen mit Palmen, Blumerf) dreiarmigen großen Leuchtern und den Säulen mit den korinthischen Kapitälen fanden sich Gäste und Teilnehmer nach der offiziellen Veranstaltung zu einem gemütlichen Abend zusammen. ng.
meldungen aus den Landlceisen
DARMSTADT-LAND
Pfungstadt. Der frühere Sportverein, G.f.L, der 1946 aufgelöst worden war, versammelte seine ehemaligen Mitglieder, um die Liquidation durchzuführen und das einstige Vermögen dem TSV zu übertragen. Zum Liquidator wurde Jakob Eberhard bestellt. Er wird die Löschung des Vereins im Vereinsregister und die vermögensrechtliche Uebertragung der Sportplätze, Gebäude und Geräte durchführen. ler
Seeheim. — Die Ortsgruppe des Kreisverbandes der Heimatvertriebenen beabsichtigt, am 10. September eine Rheinfahrt nach Rüdesheim—Aßmannshausen (Niederwalddenkmal) zu unternehmen. Heute letzter Anmeldetermin. hl.
Jugenheim. — Das Sekretariat des Abgeordneten im Bundestag, Dr. v. Brentano, Heppenheim, Friedrichstr. 1, hat seine Dienststunden montags, dienstags, donnerstags und samstags von 8 bis 12 Uhr. Hier werden auch Anmeldungen für die Sprechstunden des Abgeordneten entgegengenommen. Schriftliche Eingaben, Gesuche usw. werden laufend bearbeitet. hl.
Bickenbach. — Die Gemeinde läßt z. Z. die Bahnhofstraße ausbessern. Auch die August-Bebel-Straße ist zur Ausbesserung in den nächsten Wochen vorgesehen, rh.
DIEBURG
Dieburg. Am kommenden Mittwoch (6.9.) findet im Gasthof „Zum weißen Roß“1' um 14 Uhr die Generalversammlung der Gastwirteinnung des Kreises statt, -gi-
Klein-Zimmern. - Der bei dem Landwirt H. in Arbeit stehende landwirtschaftliche Arbeiter Waldemar Swoboda lieh sich von H. ein Herrenfahrrad aus und versuchte, es in Groß-Zimmern in einer Wirtschaft „in Zahlung zu geben“. Der Wirt schöpfte Verdacht und stellte das Fahrrad sicher. Swoboda verließ bald darauf das Lokal, ohne seine Zeche zu bezahlen und ist seitdem verschwunden. (RG) Münster. Beim Arbeiten an der Kreissäge wurde ein 70jähriger Einwohner so stark verletzt, daß seine Ueberführung in das Dieburger Krankenhaus notwendig wurde. -gi-
Eppertshausen. Anträge auf Hausratshilfe können auf der Bürgermeisterei eingereicht werden. — Ab sofort werden auf der Bürgermeisterei die Hundemarken dtosgegeben. — Das Fußballspielen auif den Wiesen ist nach wie vor verboten. — In der Waldgemarkung an der Straße nach Messel finden jeden Mittwoch und Donnerstag Sprengungen statt. -gi-
Georgenhausen. Den Antrag der Demokratischen Wählergruppe auf Kassenprüfungsbericht ■— bekanntlich fand in der hiesigen Gemeinde eine Kassenprüfung von seifen des Landratsamtes statt — lehnte der z. Z. amtierende Bürgermeister mit dem Argument ab, daß dies Sache der Finanzkommission sei. Auf Antrag der DWG wurde dieser Punkt vertagt. Der Waldwirtschaftsplan 1951 wurde genehmigt.
Babenhausen. Die Ehrenpreise für das am kommenden Samstag und Sonntag (9./10). stattfindende 1. Reit- und Fahrturnier des Reit- und Fahrvereins „ Vorder-Odenwald“ werden bei der Sattlerei Jaekel, Fahrstraße, ausgestellt. Darunter befindet sich auch der Preis des Darmstädter Ta^blattes für das Jagdspringen Kl. L. N-B.
ERBACHA
Höchst. Eine öffentliche Gemeinderatssitzung findet am Donnerstag, dem 7. September, um 20.30 Uhr im Rathaus statt. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Frage der Schulraumnot und die Lehrgänge für Gemeindevertreter im Freiherr-vom-Stein-Institut zu Linden¬ fels. eb
Zen-Kirchbrombach. Die Asphaltierung der 4,5 km langen Straße zwischen Zell und Kirchbrombach macht gute 'Fortschritte. Der Kostenaufwand für die Straßenarbeiten, der ca. 130 000 DM beträgt, wird vom Kreis Erbach getragen. Die Firma S t r a p a g AG. führt die Asphaltierung durch. t-s
Sandbach. In den Veith-Gu mrniwerken wird durch die Firma Kunz,, Frankfurt, ein weiteres FabrikationsgeXäude errichtet. Mit den Arbeiten soll sofort begonnen werden. — Die Gemeinde, hat wieder für vier Bauinteressenten finanzielle Hilfe genehmigt. -hm-
Hainstadt. Die Gerne,lndeväter beschlossen, die Friedhofsst^hße zu kanalisieren. — Die Winterschafweide wurde an Schafhalter Breunig Verpachtet. — Die Anlage einer neuen Straßenbeleuchtung hat die Firma Hofferberth, Höchst, ausgeführt. -hm-
BERGS RASSE
Bensheim. Die lüebfrauenschule beginnt am 16. Oktober einen halbjährigen Koch- und Nähkurs für Mädchen über 18 Jahren. Anmeldungen für diesen Kurs bei der Direktion, der Liebfrauenschule, Obergasse 38. bis 30. September. — Am Mittwoch, dem 6. September, findet von 14.30 Uhr bis 15.30 Uhr im Polizeigebäude, Zimmer 6, eine Mütterberahmvssfiindp sfatt
Gras-Ellenbach. Die Erneuerung und Ausbesserung der Dorfstraßen wird nach Beschluß des Gemeinderates jetzt in Angriff genommen. Aus Gemeindemitteln wurden 1500 DM zur Verfügung gestellt, um auch die' Straße vom Siegfriedbrunnen bis zum Hotel „Dorflinde“ in die Erneuerung einzubeziehen. -r
Fürth. In der Zeit vom 4. bis 16. September wird das im Amtsbereich des Straßenbauamtes Fürth vorhandene Chausseeobst öffentlich meistbietend versteigert. -r.
GROSS-GERAU
Groß-Gerau. Eine Vorstandssitzung des Verkehrsvereins findet am Dienstag, dem 5. September, um 20.30 Uhr im Gasthof zum „Weißen Roß“ statt. — Die Notgemeinschaft ehemaliger Wehrmachtsangehöriger und der Hinterbliebenen hat in der Bahnhofstraße 15 eine Geschäftsstelle eingerichtet. KB
Klein-Gerau. In der hiesigen Gemarkung „An der Trift“ wurde ein Herrenfahrrad gefunden. Dasselbe wurde vorläufig sichergestellt und befindet sich auf der Bürgermeisterei Klein-Gerau.
Berkach. Durch Umbau des seitherigen Schulsaales war es möglich, nunmehr zwei Säle zu gewinnen. Außerdem bekam die Schule noch eine weitere Lehrkraft zugeteilt. Kb.
Mörfelden. In einer Dringlichkeitssitzung der Gemeinderäte erläuterte der 1. Beigeordnete Geis die Vermessungsarbeiten im Umlegungsgebiet Mörfelden-Ost, die inzwischen abgeschlossen sind. Es ist beabsichtigt, einen vom Kreis gebildeten Ausschuß mit der Klärung einiger noch strittiger Preisfragen zu beauftragen. Kb.
Stockstadt. Auf dem Wege von Biebesheim nach Stockstadt wurden drei junge Männer von einem Personenkraftwagen angefahren. Sie mußten mit schweren Verletzungen ins Darmstädter Krankenhaus eingeliefert werden, wo inzwischen einer seinen Verletzungen erlegen ist. -od-
Walldorf. Der Bau der dringend notwendigen Entsäuerungsanlage macht gute Fortschritte. Die Anlage soll noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden. Kb
Büttelborn. Im Gasthaus „Zur Krone“ sprach der Landesvorsitzende der deutschen Jungdemokraten Bruno K a 1 u s c h zu dem Thema „Jugend gegen Bonzen“.
Gernsheim. Am 10. September findet, einer alten Tradition gemäß, der diesjährige Ausflug der evangelischen Kirchengemeinde im Autobus nach Worms— Erpolsheim— Bad Dürkheim statt. pe
Heimatsport
Fußball-Bezirksklasse I
Eberstadt—Pfungstadt 2:2 Vikt. Urberach—Ober-Ramstadt 5:2 Bobstadt—Roßdorf 8:2 Biblis—Hof heim 1:1 Lorsch—Heppenheim 6:0
In Eberstadt kämpften beide Mannschaften in einem wenig schönen Spiel verbissen um die ersten Punkte, die sie sich schließlich teilen mußten, nachdem die bis kurz vor Spielende führenden Pfungstädter einen zweifelhaften Elfmeter aufdiktiert bekamen, der den Gastgebern den Ausgleich einbrachte. Für Eberstadt waren Roß und Kaiser, für Pfungstadt Falter und Tremper erfolgreich.
Die Ober-Ramstädter hatten gegen Viktoria Urberach nicht viel zu bestellen und wurden im Verlaufe des Spieles immer mehr in ihre eigene Hälfte zurückgedrängt Durch Tore von Groh (2), Riek, Täeer und Jost kamen die Platzherren zu einem klaren Erfolg. Die beiden Treffer der Gäste erzielte Becht In Bobstadt wurden die Roßdorfer mit R-9 -flatt überfahren. Die Einheimischen brachten einen sehr schußfreudigen Sturm auf die Beine, der in regelmäßigen Abständen durch Cornelius (3), Kiefer (2), Trommel, Stockmann und Erhardt die Tn-differenz erhöhte. Roßdorf konnte nur nüt 2 Toren von Zulek und Moder entcf^ernpn. . .
In Biblis sah es zunächst nach einem Siege der Hofheimer aus, die in der ^ Minute ihre leichte Feldüberlegenheit durch ein Tor von Dietz auch zahlenmäßig ausdrücken konnten. Nach dem wo“ il toderte sich jedoch das Bild, und die Gastgeber konnten durch Lutzi zum verdienten Ausgleich kommen. _ nie starke Lorscher Elf bewies schon im ersten Punktspiel, daß mit ihr in diesem Jahr stark zu rechnen sein wird. Durch Tore von Gärtner (3), Leibold (2) und Brunnengräber wurde ein klarer Sieg herausgeschossen, denen die recht schwachen Gäste nichts entgegenzusetzen hatten.
Das Spiel der Bezirksklasse 2 zwischen dem Neuling Nauheim und Bischofsheim stand zunächst im Zeichen der Gäste, die auch durch Thalheimer ein Tor erzielen konnten, aber schon bis zur Pause durch ein Tor von Schader den Ausgleich hinnehmen mußten. Nach der Pause kam Nauheim immer besser ins Spiel und erzielte durch zwei weitere Tore von Schader und eines von Promm einen unerwartet hohen Sieg. Als Kunkelmann Platzverweis erhielt, stand die Niederlage bereits fest.
Fußballkreis Dieburg
A-Klasse:
Dreieichenhain—Ober-Roden 3:2 Groß-Zimmern—Kleestadt 0:0 Ueberau—Klein-Zimmern 5:0 Reinheim—Groß-Umstadt 4:0 Nieder-Roden—Offenthai 10:0 Götzenhain—Spachbrücken 11:0
B-Klasse: Gruppe 1
Wersau—Groß-Bieberau 0:4 Hering—Niedernhausen 3:4 Georgenhausen—Dieburg 6:1 Brensbach—Fränk.-Krumbach 1:5
B-Klasse: Gruppe 2
Schaafheim—Raibach 9:0 TV Groß-Umstadt—Heubach 2:2 Wiebelsbach—Klein-Umstadt 1:0 FSV Münster—Hergerthausen 1:1
Die 1. Mannschaft von Fränkisch-Crumbach weilte zu ihrem ersten Verbandsspiel in Brensbach. Vom Anstoß an diktierten die Crumbacher das Spielgeschehen und siegten überlegen 5:1 (3:1). Reserven 3:1 für Brensbach. Die Fußballjugend der TSG hatte Groß-Zimmern zu Gast und gewann in ihrem 2. Verbandsspiel verdient 2:1 (1:1). Wolfskehlen. Der seitherige Trainer
der TSV 03 Wolfskehlen. Herr Eindorf, mußte aus beruflichen Gründen das Training aufgeben. Als neuer Trainer wurde Herr Hubisch, Walldorf, verpflichtet, der bereits am Sonntagmorgen die Trainingsarbeiten aufnahm. -od-
Reinheim. Der Neubau einer Sportplatzanlage an der Lengfelder Straße wird in Kürze begonnen, um allen rasensporttreibenden Vereinen und Abteilungen eine ordnungsgemäße Durchführung der Verbandsrunde zu garantieren. -ff-
Herbstsportfest in Waldmichelbach
Das erstmals in diesem Jahre durchgeführte Herbstsportfest der SKG Waldmichelbach erfreute sich außerordentlich reger Anteilnahme durch Aktive und Zuschauer und dürfte damit die Frage, ob es alljährlich wiederholt werden soll, beantwortet haben. Dank ausgezeichneter Organisation wickelte sich ein umfangreiches, mehr als sieben Stunden umfassendes Programm ab, das pünktlich zur festgesetzten Stunde zur Ehrung der Siegerinnen und Sieger führte. Im Sinne ländlichen Turnens und ländlicher Leichtathletik fanden außer Staffelwettbewerben keine Einzelmeisterschaften statt, sondern es wurde in Drei-, Vier- und Siebenkämpfen um die Eichenkränze der Sieger gerungen.
Männer-Siebenkampf: 1. Peter Bretschi und Adam Helfrich. — Altersklasse: 1. Nikolaus Johann und Dieter Ehrke.
Frauen-Sechskampf, Oberstufe: 1. Anne¬ marie Müßig und Anneliese Martini.
Altersklasse-Dreikampf: 1. Leonhard Guthier, 2. Georg Sauer (Siedelsbrunn).
Männer-Vierkampf: L. Hans Antes.
Schülcr, vier Klassen: Georg Lipp, Leonhard Bickel, Ernst Schwebel und Hans Laier (Siedelsbrunn).
Jugend, männl.: H. Heid, Michael Reibold (Zotzenbach) und Hans Bach. Die Staffelsiege teilten sich die Turner und die Fußballer Waldmichelbachs, (ni)
Mörlenbach—Ober-Abtsteinach 12:3 (4:2)
Dieses Klassenunterschied verratende Ergebnis kam auf recht eigenartige Weise zustande: Die Gäste versuchten, die stark ersatzgeschwächt antretenden Mörlenbacher — sie hatten nur einen etatsmäßigen Stürmer zur Stelle — mit einer Abseitsfalle hereinzulegen. Das klappte drei-, viermal, bis die jungen und intelligenten Angreifer das Gegenmittel gefunden hatten: sie lockten durch längeres Ballhalten den letzten Feldspieler aus dem Strafraum und ließen selbst das Bällchen rollen, bis ein Mann Schußposition hatte. So fielen, trotz durchaus verteilter Feldspielrollen, die Tore wie reife Früchte. L. Birner (4), H. Weber, Diringer und Odenwälder (je 2) machten das Dutzend voll, dem Qber-Äbtsteinach durch Kappes drei Zähler entgegensetzte.
Waldmichelbach—Unter-Schönmattenwag 6:0 (4:0)
Die Gastgeber konnten auch mit diesem halben Dutzend Torerfolge gegen die eifrigen, aber durch den ungewohnt großen Platz bald ermüdeten Ulfenbachtaler nicht über ihre Sturmkalamität hinwegtäuschen. Gerade während der zweiten Hälfte, die streckenweise Auf-ein-Tor-Spiel brachte, kamen nur zwei Treffer zustande; für die überwiegende Masse der Chancen hatten die unerfahrenen Stürmer keine Verwendung. Agilster Mann der Gäste war Grämlich als Mittelstürmer, der bei seinen Kameraden allerdings nur selten auf Gegenliebe für seine Ideen stieß. Quednau im Tor trotz des halben Dutzend sicher, an Unbekümmertheit allerdings seinem Gegenüber Schons nachstehend. Für die sechs Zähler sorgten Reinhard (3), Scherpf, Lämmer und Hering. Bester Mann des Siegers: Außenläufer Mattes. (ni)
Pfeddersheim—Lindenfels 4:3
Im Rahmen einer Wochenendreise in die Rheinpfalz traten die Odenwälder in Pfeddersheim an und trugen dort ein in sehr freundschaftlichem Geiste gehaltenes Spiel aus, das die Gastgeber knapp mit 4:3 für sich entscheiden konnten. Die Gäste zeigten ein sehr gepflegtes Flachpaßspiel, dem sich Pfeddersheim mit Flügelangriffen zu entziehen suchte. Einige Umdisponierungen in der Hintermannschaft brauchten allerdings Zeit, um dem Lindenfelser Angriff den gewohnten Rückhalt zu geben.
Rimbach—VfR Mannheim (PM) 1:2
Die Fußballer Rimbachs, die am Sonntag letztmals unter dem Namen „Sport- und Kulturgemeinde“ antraten und künftig als „Blau-Weiß Rimbach“ figurieren werden, hatten sich die Privatmannschaft des VfR Mannheim als Gegner geholt und verloren in einem schnellen, fairen Treffen knapp 1:2. Die Platzherren hatten ihren Sturm energisch umgebaut und unter anderen Georg Haack, den seitherigen Läufer, als Rechtsaußen eingesetzt, der auch den Ehrentreffer markierte. (ni)
Babenhausen — SV Groß-Steinheim 3:1 (0:1)
Die jetzt in der B-Klasse Offenbach spielenden Germanen 1912 Babenhausen errangen im ersten Heim-Punktespiel einen überlegenen 3:1-Sieg gegen Groß-Steinheim. Ein schönes flüssiges Spiel auf beiden Seiten mit wechselvollen Chancen bot sich den zahlreich erschienenen Zuschauern. In der ersten Halbzeit nahm Steinheim die Gelegenheit wahr und kam bis zur Halbzeit zu einer 1:0-Führung. Nach der Halbzeit, mit dem Wind im Rücken, war nur noch eine Mannschaft, und zwar die Babenhäusener, auf dem Platze. Kressei glich zehn Minuten nach der Pause aus, und kurz darauf erhöhte Bauer durch einen Elfmeter auf 2:1. Drei Minuten vor Schluß gelang Balzer das dritte und letzte Tor.
Der Sport
Italien wieder stärkstes Ruderer-Land
Die Auslandsschau des Sports
Schi. An Samstagen eine Million, unter der Woche fünfhunderttausend Zuschauer, das scheint die Norm bei den englischen Ligakämpfen zu sein. Ob es so bleiben wird, steht auf einem anderen Blatt, noch sind die englischen Zuschauer fußballhungrig. Die „Gunners“ und Huddersfield Town haben sich inzwischen als die beständigsten Mannschaften erwiesen. Die meisten Tore erzielten bis jetzt die „Wölfe“ aus Wolverhampton (14:7) und Tottenham (12:10), während Arsenal mit einem Torverhältnis von 7:2 über die stabilste Abwehr zu verfügen scheint. In guter Spiellaune befanden sich die Wolverhampton Wanderers, die mit ihren wuchtigen Angriffen die Abwehr ihrer Namensvettern aus Bolton erschütterten. Das 7:1 ist für englische Verhältnisse ein außergewöhnliches Ergebnis. Im ausverkauften Prattonpark begann der Meister Portsmouth mit einem Elan, der die Schlachtenbummler von Newcastle schwarz sehen ließ. Es war indes nur ein Strohfeuer, denn Newcastle kam bald gut ins Spiel. Die Würze eines jeden Fußballspiels, nämlich die Tore, blieben allerdings aus. Zehn Minuten vor dem Abpfiff köpfte Harris (Portsmouth) den Ball an die Querlatte, und so blieb es beim 0:0. Arsenal fertigte Sheffield glatt 3:0 ab, und mit dem gleichen Ergebnis setzte sich West Bromwich in Everton durch. Middlesbrough fiel durch die 1:3- Niederlage beim FC Burnley weiter zurück, und Derby County ließ sich bei Stoke City unerwartet gleich 6:4 hereinlegen. Die Tottenham Hotspurs hatten bei ihrem Londoner Rivalen Charlton Athletic viel Pech. Sechzigtausend Zuschauer rechneten nach der l:0-Führung der „Heißsporne“ mit einer Erhöhung des Ergebnisses, aber kurz vor Schluß glich Charlton aus. Manchester United feierte mit dem 1:0 gegen das ohne Mortensen antretende Blackpool seinen dritten Heimsieg. Recht beachtlich ist der 2:1-Sieg von Huddersfield in Chelsea. Arsenal führt gemeinsam mit Huddersfield (je 8:2 Punkte) vor Burnley, Newcastle, Charlton und Manchester United (je 7:3 Punkte), während Wolverhampton, Aston Villa (das gegen Liverpool 1:1 spielte) und die Tottenham Hutspurs mit je 6:4 Punkten die weiteren Plätze belegen.
ÜberraschungeninFrankreich
In Frankreich hagelte es am zweiten Spieltag Ueberraschungen. So erkämpfte sich der zu Hause sehr starke „Benjamin“ Nimes gegen den Meister Bordeaux ein verdientes 2:2, während Altmeister Lille in Sochaux mit 0:4 unter die Räder kam. Marseille fertigte Toulouse 3:1 ab, und der Altmeister Reims mußte daheim gegen den Neuling Le Havre schwer kämpfen, um zu einem 2:0 zu kommen. In Roubaix setzte sich unerwartet der Racing-Club Paris deutlich mit 4:1 durch, und in Nizza gewann Rennes ein torreiches Treffen 6:3. Nancy und Sete spielten 2:2, Stade Paris und Straßburg 0:0. St. Etienne bezwang Lens klar mit 4:1. Rating Paris und Rennes führen mit 4:0 Punkten vor Bordeaux, Lille, Nancy, Sete und Straßburg (je 3:1 Punkte).
Start in Oesterreich
In Oesterreich fürchtet man jetzt schon die Terminnot, so daß 'sich der Verband dazu entschloß, bereits in der Wochenmitte die diesjährige Meisterschaftsrunde zu starten. Der Wiener SC, der mit 6:0 Punkten vorne liegt, bezwang am Sonntag den Neuling „Elektra“ Wien glatt 4:1. Vienna und der Floridsdorfer AC trennten sich 1:1. Die „Austria“ machte mit dem Neuling ASC Linz, was sie wollte (11:3). Auch der dritte Neuling, Wien-Neustadt, wurde in Graz „gut“ bedient. „Sturm“ Graz machte seinem Namen Ehre und siegte 9:0. Ueberraschend kommt auch das 7:1 von „Wacker“ über den FC Wien. Bei vielen Mannschaften rächten sich die ausgedehnten Gastspielreisen; die Spieler machten durchweg einen ausgebrannten Eindruck, das ist für den Beginn der Saison ein schlechtes Zeichen.
„Roter Stern“ Belgrad führt
Nach dem zehnten Spieltag führen in Jugoslawien die auch in Deutschland bekannten Mannschaften von Rotstern Belgrad (18:2) und Hajduk Split (16:4) Punkten die Tabelle an. Beide Klubs sind immer noch ungeschlagen. Der Tabellenführer aus Belgrad kam bei dem Lokalrivalen „Lokomotive“ Belgrad mit einem 2:2 noch einmal davon, während Hajduk Mühe hatte, das „Schlußlicht“ Spartak Subotico 2:0 zu schlagen.
G 1 andaz- Po k a 1 an Italien
Am Montag wurden in Mailand die europäischen Ruder-Meisterschaften abgeschlossen. Je drei Titel fielen an Dänemark und Italien, während sich die Schweiz einen Titel holte. Den Einer gewann der Däne Larsen in 7:25,7 Min. vor dem Holländer Neumeier. Im Endspurt zog Larsen überlegen davon und sicherte sich einen Vorsprung von fünfzehn Metern. Einen weiteren dänischen Erfolg gab es erwartungsgemäß im Doppelzweier: Parsner-Larsen siegten in 7:06,5 Min. vor Italien, der Schweiz und Belgien mit einer Länge Vorsprung. Zu guter Letzt holten sich die Dänen auch den Vierer m. St. in 6:50,2 Min. vor Italien, Holland, der Schweiz und Spanien, Der italienische Vierer hatte lange Zeit klar geführt, aber die Dänen verfügten über die größeren Reserven und fingen im Endspurt das italienische Boot noch ab. Den Achter gewann Italien in 6:17,3 Min. vor Dänemark,England, Oesterreich, Portugal und Holland. Die Niederlage des englischen iters vom „Goldie Boat Club“ des Lady Margaret Colleges in Cambridge kam für die Experten überraschend, denn nach dem Start führten die Briten klar vor Oesterreich und Italien. 25 000 Besucher freuten sich umsonst über den italienischen Sieg im Vierer o. St. in 6:40,5 Min. vor Norwegen, Jugoslawien, der Schweiz, Dänemark und Holland. Der jugoslawische Vierer berührte aber während des Rennens die Riemen des norwegischen und des holländischen Bootes. Die Jugoslawen wurden zunächst disqualifiziert, später ordnete das Schiedsgericht für Montag eine Wiederholung des Rennens an. Im Zweier o. St. siegte die Schweiz in 7:17,5 Min. vor Italien, Belgien, Dänemark und Schweden.
„DT-Schlachtenbummler“
Das „Darmstädter Tagblatt“ lost in der Saison 1950/51 für die Dauer der Oberligaspiele jeweils drei sportlich interessierte Leser aus, die auf seine Kosten die Mannschaft des SV 98 Darmstadt bei ihren Auswärtsspielen als Schlachtenbummler begleiten.
Jeder, der sich für diese Freifahrten interessiert und die Elf des SV 98 nach auswärts begleiten möchte, schneidet im Sportteil des „Darmstädter Tagblatt“ den dafür bestimmten Schein aus, trägt Name und genaue Anschrift (in Druckschrift schreiben!) darauf ein und klebt ihn auf eine Postkarte, die an die Sportredaktion des „Darmstädter Tagblatt“, Darmstadt, Rheinstraße 23, adressiert u. mit dem Stichwort „DT-Schlachtenbummler“ versehen sein muß. Letzter Einsendetermin ist jeweils der Mittwoch nach der Veröffentlichung.
Am Freitag wird die Verlosung der Teilnehmer von einer prominenten Persönlichkeit und unter Aufsicht eines Notars vorgenommen. Die drei Gewiinner werden dann jeweils an den Sonntagen der Heimspiele im Stadion durch Lautsprecher bekanntgegeben bzw. im Sportteil unserer Montagsausgabe veröffentlicht.
Die drei Auserwählten erhalten folgende Gewinne: 1. Gewinn: Sonntagsrückfahrkarte, Tribünenkarte, 5 DM Verpflegungsgeld.
2. Gewinn: Sonntagsrückfahrkarte, Tribünenkarte. 3. Gewinn: Sonntagsrückfahrkarte.
Und nun auf zum nächsten Auswärtsspiel! Sichert Euch die Montagsausgaben des .Darmstädter Tagblatt“! Jeder kann , DT-Schlachtenbummler“ werden!
Babenhausen im Zeichen des Pferdesports
Der Reit- und Fahrverein „Vorderer Odenwald“, Sitz Babenhausen veranstaltet am Samstag und Sonntag (9./10. 9.) in den Mauern der alten Stadt, die nicht nur durch die „Celba“-Puppen und Spargel bekannt ist, sondern auch einen guten Ruf als alte frühere Reiterstadt genießt, ein großes Reit- und Fahrturnier.
Ein Blick in die Nennungsliste beweist uns, daß 100 Pferde — bei zirka 30 Nennungen — am Start sein werden. Fünfzehn Ausschreibungen, wie Dressurprüfungen, Jagdspringen, Paarspringen, Trabreiten, Eignungsprüfungen für Reit-, Wagenpferde, Ein-, Zwei- und Mehrspänner-, Pony- und Kleinpferdefahren und rennen werden beschickt. Um den Hessischen Staatsehrenpreis des Ministers für Arbeit, Landwirtschaft und Wirtschaft Wagner kämpfen die Vereine Reinheim, Groß-Zimmern, Seligenstadt und „Vorder Odenwald“ Babenhausen. Für die Wettbewerbe wurden wertvolle Ehrenpreise durch den Kreis Dieburg, Stadt Babenhausen, Wirtschaft, Handel, Anhängern des Pferdesportes, Betrieben und Zeitungen gestiftet. Dem Sieger in dem Jagdspringen Klasse L winkt der Ehrenpreis des „Darmstädter Tagblattes“ und ein Geldpreis. Die Jagdspringen, wobei 10—12 Hindernisse bis zu 1,20 m zu überwinden sind, sind insgesamt mit 90 Reitern besetzt. Bekannte Reiter wie Frau Lena Wittich, Jugenheim, Frl. Blitz, Lengfeld, K. Vierling, Darmstadt, W. v. Willich, Lengfeld, werden um die wertvolle Trophäe kämpfen. Interessant werden die Eignungsprüfungen der Ponys und Kleinpferde für Wagenpferde — Ein-, Zwei- und Mehrspänner — sowie die Pony- und Kleinpferderennen. In diesen Konkurrenzen werden vertreten sein: Prinz und Prinzessin Reuß, Weiherhof, Prinz Christian und Ferdinand Ysenburg, Büdingen.
An Spitzentieren sind von der 40. Wander-Ausstellung der DLG in Frankfurt am Main die des Herrn O. Langels, Groß-Karben, die erstmalig im Wettbewerb dieser Veranstaltung standen, und weitere namhafte Tiere des Verbandes der Pony- und Kleinpferdezüchter Hessens gemeldet. — Die Vorprüfungen beginnen am Samstag 13 Uhr, dem sich 20,30 Uhr ein Reiterabend der Turnierteilnehmer im Hotel „Zum Löwen“ anschließt. Nach einem Reiterumzug durch die Stadt werden am Sonntag ab 13 Uhr die Hauptprüfungen in Dressur, Springen und Fahren abgewickelt.
Um 20.30 Uhr findet zum Abschluß ein Reiterball im „Löwen“ statt. Die Turnierleitung liegt in den bewährten Händen von Herrn August Bludau (1. Vorsitzender) und Herrn Gustav Mitzlaff (Ehrenmitglied), unterstützt von einem zahlreichen Mitarbeiterstab aus der Branche. Als Richter sind die Herren: Hammann, Verbands-Hauptreitlehrer und Geschäftsführer des Verbandes Hessischer Pferdezüchter, Rettig, Eulbach, Schreiber, Wiesbaden, vertreten. Die Wettbewerbe werden auf dem herrlich gelegenen Sportplatzgelände des SV „Germania“ 1912 Babenhausen — mit dem der
benhausen in der Nähe des Bahnhofs abgewickelt. Das Turnier — erstmalig hier in Babenhausen — mit dem der erst einjährige Verein vor die Oeffentlichkeit tritt, soll eine bleibende Veranstaltung werden. pr-nb.
Pressestimmen
zum Spiel SV 98—VfB Mühlburg
„Mannheimer Morgen“: „Auch ,Lilien' wachsen nicht in den Himmel . . . die Mühlburger diktierten durchweg das Spielgeschehen . . .“
„Nürnberger Nachrichten“: „Die Hessen verschuldeten dies in erster Linie mit einer katastrophalen Stürmerleistung..
„Sport-Kurier“, Ulm: „Bei den Darmstädtern erfüllte ebenfalls die Läuferreihe ihre Pflicht. Vorzüglich war wieder Schmidtmer als Stopper . .
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“: „Die Lilien waren gegenüber den beiden letzten Spielen nicht wiederzuerkennen. ... Nach dem Wechsel drückten die Lilien, ließen aber nach dem zweiten Tor der Mühlburger merklich nach . . . Dr. Barth vereitelte in den letzten 45 Minuten zahlreiche Chancen des Gästesturms . .
„Badische Neueste Nachrichten“, Karls¬ ruhe: „. . . zeigte der Vfß Mühlburg in Darmstadt bessere Leistungen als in Mannheim. Mühlburg hätte auf Grund der vorhandenen, Chancen sogar deutlicher gewinnen können . . . Ausgezeichnet war der Schlußmann Dr. Barth, der mit dem Stopper Schmidtmer dafür sorgte, daß die Niederlage nicht höhet ausfiel. Im Sturm übertraf der Mittelstürmer Bohmann seine Nebenspieler erheblich . .
zum Spiel SV Durlach—SG Arheilgen
„Sportbericht“, Stuttgart: „Bei Halbzeit hätte kaum jemand mit diesem Ausgang gerechnet, da die Leistungen des späteren Siegers kaum unterboten werden konnten, und zwar hinsichtlich der Zusammenhanglosigkeit, schlechter Ballkontrolle, ebenso schlechtem Zuspiel wie auch infolge mangelnden Einsatzes. -In Beziehung auf die letztere Eigenschaft hatten die Gäste ein unzweifelhaftes Plus, denn sie kämpfen mit großem Einsatz aller Energie und Schnelligkeit, wenn dies auch ihre einzigen Vorzüge waren. Sie spielten sozusagen „unverdorben“ von wenig (Fußball-) Kultur beeinflußt, mit viel Spitzenkicks, Hurra und Drauflos ..."
„ASZ“, Mannheim: „1500 Zuschauer bildeten einen allzulichten Rahmen für ein Spiel der zweiten Liga, wenn auch der Namen Arheilgen keine allzu große Zugkraft besaß. Was die Gäste zeigten, war allerdings auch nicht mehr als mittlere Landesliga letztjähriger Prägung. (Zusammenarbeit, Ballbehandlung und Technik lagen sehr im argen . . .“
Tabelle der 2. Liga Süd
Für das Spiel SV 98 Darmstadt gegen Spwg. Fürth, das am kommenden Sonntag den Vorbestellungen nach einen Massenbesuch erwarten läßt, beginnt der Vorverkauf heute Dienstag an den bekannten Stellen.
| DARMSTÄDTER TAGBLATT | Jet § | I | Dienstag, 5. September 1950 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Italien wieder stärkstes Ruderer-Land | überlegen davon und sicherte sich einen | Vorsprung von fünfzehn Metern. Einen | Babenhausen im Zeichen des Pferdesports | tx- *. i j jo x weiteren dänischen Erfolg gab es er- | Die Auslandsschau des Sports wartungsgemäß im Doppelzweier: Parsner- | Schi. An Samstagen eine Million, unter Graz machte seinem Namen Ehre und Larsen siegten in 7.06,5 Min. vor Italien, | der Woche fünfhunderttausend Zuschauer, siegte 9:0. Ueberraschend kommt auch das ?7er Schw“z und B61?16, einer Lange | das scheint die Norm bei den englischen 7:1 von „Wacker“ über den FC Wien. Bei Vorsprung. Zu guter Letzt holten sich die | Ligakämpfen zu sein. Ob es so bleiben vielen Mannschaften rächten sich die aus- Danen auch den Vierer m. St. in 6:50,2 Mm. | wird, steht auf einem anderen Blatt, noch gedehnten Gastspielreisen? die Spieler ItalienA Schweiz und | sind die englischen Zuschauer fußball- machten durchweg einen ausgebrannten Spanien. Der italienische Vierer hatte | hungrig. Die „Gunners“ und Huddersfield Eindruck, das ist für den Beginn der Saison ab<n dl€ Dan6j | Town haben sich inzwischen als die be- ein schlechtes Zeichen. verfugten über die größeren Reserven und | ständigsten Mannschaften erwiesen. Die fingen ™ Endspurt das italienische Boot | meisten Tore erzielten bis jetzt die „Wölfe“ „Roter Stern Belgrad führt Den Achter gewann It-ahen in | aus Wolverhampton (14:7) und Tottenham Nach dem zehnten Spieltag führen in S pSÄ 2^ | (i2:10 wahrend Arsenal mit einem Tor- Jugoslawien die auch in Deutschland be- LgT’des englischen iWs vom Goldie | Verhältnis von 7:2 über die stabilste Ab- kannten Mannschaften von Rotstern Bel- B£t cfub“ des Lady Margaret College! | wehr zu verfugen scheint In guter Spiel- grad (18:2) und Hajduk Split (16:4) Punkten £ Cambridge kam für die Exoten übS | laune befanden sich die Wolverhampton die Tabelle an. Beide Klubs sind immer in Kam iur aie Experten uoer | Wanderers, die mit ihren wuchtigen An- noch ungeschlagen Der Tabellenführer naschend, denn nach dem Start führten die | griffen die Abwehr ihrer Namensvettern ane , 8 ü• j J-aoeiieniuhrer Briten klar vor Oesterreich und Italien, | griffen die Aöwenr inner Namensvettern aus Belgrad kam bei dem Lokalrivalen 25 000 Besucher freuten sich umsonst über | aus Bolton erschütterten. Das 7:1 ist für „Lokomotive“ Belgrad mit einem 2'2 noch j UUU'Besucher freuten sich umsonst über | englische Verhältnisse ein außergewöhn- einmal davon, während Hajduk Mühe den italienischen Sieg im Vierer o. St. in | liches Ergebnis. Im ausverkauften Pratton- hatte, das „Schlußlicht“ Spartak Subotico der Schweiz ^Dänem^k und HoSn^Der | park begann der Meister Portsmouth mit 2:0 zu schlagen . r ^f^weiz, uanemarK und Hollana. Der | einem Elan, der die Schlachtenbummler jugoslawische Vierer berührte aber wah- | von Newcastle schwarz sehen ließ. Es war Glandaz-Pokal an Italien rend des Rennens die Riemen des norwegi- | indes nur ein Strohfeuer, denn Newcastle Am Montag wurden in Mailand die sehen und des holländischen Bootes. Die | kam bald gut ins Spiel. Die Würze eines europäischen Ruder-Meisterschaften abge- Jugoslawen wurden zunächst disquali- | jeden Fußballspiels, nämlich die Tore, schlossen. Je drei Titel fielen an Dänemark nziert, spater ordnete das Schiedsgericht | blieben allerdings aus. Zehn Minuten vor und Italien, während sich die Schweiz fur Montag eme Wiederholung des Ren- | dem Abpfiff köpfte Harris (Portsmouth) einen Titel holte. Den Einer gewann der nens an. Im Zweier o. St. siegte die Smweiz | den Ball an die Querlatte, und so blieb es Däne Larsen in 7:25,7 Min. vor dem Hol- in ■ JqY VOj halten, Belgien, Dane- | beim 0:0. Arsenal fertigte Sheffield glatt länder Neumeier. Im Endspurt zog Larsen marK und Schweden. | 3:0 ab, und mit dem gleichen Ergebnis | setzte sich West Bromwich in Everton "'■■■■■■■■■»■■■'■■■■■xiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiitiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiui | durch. Middlesbrough fiel durch die 1:3- | Niederlage beim FC Burnley weiter zurück, | und Derby County ließ sich bei Stoke City TAT O 1 1 1 1 1 n | unerwartet gleich 6:4 hereinlegen. Die 1 1 1 .SrhHf’htQD nlimm IQT | Tottenham Hotspurs hatten bei ihrem 11^ HCI LkJ U.ll LI Lll CI | Londoner Rivalen Charlton Athletic viel | Pech. Sechzigtausend Zuschauer rechneten ®as »Darmstädter Tagblatt“ lost in der Saison 1950/51 für die Dauer | nach der l:0-Führung der „Heißsporne“ d?r oberl‘BasP>ele jeweils drei sportlich interessierte Leser aus, | Der Reit- und Fahrverein „Vorderer Odenwald“, Sitz Babenhausen veranstaltet | am Samstag und Sonntag (9./10. 9.) in den Mauern der alten Stadt, die nicht nur | durch die „Celba“-Puppen und Spargel bekannt ist. sondern auch einen guten | Ruf als alte frühere Reiterstadt genießt, ein großes Reit- und Fahrturnier. | Ein Blick in die Nennungsliste beweist An Spitzentieren sind von der 40. Wan- | uns, daß 100 Pferde — bei zirka 30 Nen- der-Ausstellung der DLG in Frankfurt | nungen —am Start sein werden. Fünf- am Main die des Herrn O. Langels, Groß- | zehn Ausschreibungen, wie Dressurprü- Karben, die erstmalig im Wettbewerb | fungen, Jagdspringen, Paarspringen, dieser Veranstaltung standen, und wei- | Trabreiten, Eignungsprüfungen für Reit-, tere namhafte Tiere des Verbandes der | Wagenpferde, Ein-, Zwei- und Mehrspän- Pony- und Kleinpferdezüchter Hessens | ner-, Pony- und Kleinpferdefahren und gemeldet. — Die Vorprüfungen beginnen | rennen werden beschickt. Um den Hes- am Samstag 13 Uhr, dem sich 20,30 Uhr | sischen Staatsehrenpreis des Ministers ein Reiterabend der Turnierteilnehmer | für Arbeit, Landwirtschaft und Wirtschaft im Hotel „Zum Löwen“ anschließt. Nach | Wagner kämpfen die Vereine Reinheim, einem Reiterumzug durch die Stadt wer- | Groß-Zimmern, Seligenstadt und „Vorder den am Sonntag ab 13 Uhr die Haupt- | Odenwald“ Babenhausen. Für die Wett- Prüfungen in Dressur, Springen und Fah- | bewerbe wurden wertvolle Ehrenpreise ren abgewickelt. | durch den Kreis Dieburg, Stadt Baben- Um 20.30 Uhr findet zum Abschluß ein | hausen, Wirtschaft, Handel, Anhängern Reiterball im „Löwen“ statt. Die Turnier- | des Pferdesportes, Betrieben und Zei- leitung liegt in den bewährten Händen | tungen gestiftet. Dem Sieger in dem von Herrn August Bludau (1. Vorsitzen- | Jagdspringen Klasse L winkt der Ehren- der) und Herrn Gustav Mitzlaff (Ehren- | preis des „Darmstädter Tagblattes“ und mitglied), unterstützt von einem zahl- | ein Geldpreis. Die Jagdspringen, wobei reichen Mitarbeiterstab aus der Branche. | 10—12 Hindernisse bis zu 1,20 mzu über- Als Richter sind die Herren: Hammann, | winden sind, sind insgesamt mit 90 Rei- Verbands-Hauptreitlehrer und Geschäfts- | tern besetzt. Bekannte Reiter wie Frau führer des Verbandes Hessischer Pferde- | Lena Wittich, Jugenheim, Frl. Blitz, Leng- Züchter, Rettig, Eulbach, Schreiber, Wies- | feld, K. Vierling, Darmstadt, W. v. Wil- baden, vertreten. Die Wettbewerbe wer- | lich, Lengfeld, werden um die wertvolle den auf dem herrlich gelegenen Sport- | Trophäe kämpfen. Interessant werden die platzgelände des SV „Germania“ 1912 Ba- | Eignungsprüfungen der Ponys und Klein- benhausen — mit dem der | pferde für Wagenpferde — Ein-, Zwei- benhausen in der Nähe des Bahnhofs ab- | und Mehrspänner — sowie die Pony- und gewickelt. Das Turnier — erstmalig hier | Kleinpferderennen. In diesen Konkurren- in Babenhausen — mit dem der erst ein- | zen werden vertreten sein: Prinz und jährige Verein vor die Oeffentlichkeit | Prinzessin Reuß, Weiherhof, Prinz Chri- tritt, soll eine bleibende Veranstaltung | stian und Ferdinand Ysenburg, Büdingen. werden. pr-nb. | mit einer nrnonung aes Lrgeomsses, aper | kurz vor Schluß glich Charlton aus. Man- | chester United feierte mit dem 1:0 gegen | das ohne Mortensen antretende Blackpool | seinen dritten Heimsieg. Recht beachtlich | ist der 2:1-Sieg von Huddersfield in | Chelsea. Arsenal führt gemeinsam mit | Huddersfield (je 8:2 Punkte) vor Burnley, | Newcastle, Charlton und Manchester | United (je 7:3 Punkte), während Wolver- | hampton, Aston Villa (das gegen Liver- | pool 1:1 spielte) und die Tottenham Hut- | spurs mit je 6:4 Punkten die weiteren | Plätze belegen. | ÜberraschungeninFrankreich | In Frankreich hagelte es am zweiten | Spieltag Ueberraschungen. So erkämpfte | sich der zu Hause sehr starke „Benjamin“ | Nimes gegen den Meister Bordeaux ein | verdientes 2:2, während Altmeister Lille | in Sochaux mit 0:4 unter die Räder kam. | Marseille fertigte Toulouse 3:1 ab, und | der Altmeister Reims mußte daheim gegen | den Neuling Le Havre schwer kämpfen, | um zu einem 2:0 zu kommen. In Roubaix | setzte sich unerwartet der Racing-Club | Paris deutlich mit 4:1 durch, und in Nizza | Auswärtsspielen als Schlachtenbummler begleiten. | Jeder, der sich für diese Freifahrten interessiert und die Elf des | SV 98 nach auswärts begleiten möchte, schneidet im Sportteil des | „Darmstädter Tagblatt“ den dafür bestimmten Schein aus, trägt | Name und genaue Anschrift (in Druckschrift schreiben!) darauf | ein und klebt ihn auf eine Postkarte, die an die Sportredaktion | des .Darmstädter Tagblatt“, Darmstadt, Rheinstraße 23, adressiert | u. mit dem Stichwort „DT-Schlachtenbummler“ versehen sein muß. | Letzter Ennsendetermin ist jeweils der Mittwoch nach der Ver- | öffentlichung. | Am Freitag wird die Verlosung der Teilnehmer von einer pro- | minenten Persönlichkeit und unter Aufsicht eines Notars vor- | genommen. Die drei Gewiinner werden dann jeweils an den Sonn- | tagen der Heimspiele im Stadion durch Lautsprecher bekannt- | gegeben bzw. im Sportteil unserer Montagsausgabe veröffentlicht. | Die drei Auserwählten erhalten folgende Gewinne: | 1. Gewinn: Sonntagsrückfahrkarte, Tribünenkarte, 5 DM Ver- | pflegungsgeld. | 2. Gewinn: Sonntagsrückfahrkarte, Tribünenkarte. | 3. Gewinn: Sonntagsrückfahrkarte. | Und nun auf zum nächsten Auswärtsspiel! Sichert Euch die | Montagsausgaben des .Darmstädter Tagblatt“! Jeder kann ,DT- | Schlachtenbummler“ werden! | Pressestimmen | zum Spiel SV 98—VfB Mühlburg | „Mannheimer Morgen“: „Auch ,Lilien' | wachsen nicht in den Himmel . . . die | Mühlburger diktierten durchweg das | Spielgeschehen . . | „Nürnberger Nachrichten“: „Die Hessen | verschuldeten dies in erster Linie mit | einer katastrophalen Stürmerleistung...“. | „Sport-Kurier“, Ulm: „Bei den Darm- | städtern erfüllte ebenfalls die Läuferreihe | ihre Pflicht. Vorzüglich war wieder | Schmidtmer als Stopper . . | „Frankfurter Allgemeine Zeitung“: | „Die Lilien waren gegenüber den beiden | letzten Spielen nicht wiederzuerkennen. | . . . Nach dem Wechsel drückten die | Lilien, ließen aber nach dem zweiten | Tor der Mühlburger merklich nach . . . | Dr. Barth vereitelte in den letzten 45 Mi- | nuten zahlreiche Chancen des Gäste- | sturms . . .“ | „Badische Neueste Nachrichten“, Karls- | ruhe: „. . . zeigte der Vfß Mühlburg in | Darmstadt bessere Leistungen als in | Mannheim. Mühlburg hätte auf Grund | der vorhandene^ Chancen sogar deut- | licher gewinnen können . . . Ausgezeich- | net war der Schlußmann Dr. Barth, der | mit dem Stopper Schmidtmer dafür | sorgte, daß die Niederlage nicht höhe? | ausfiel. Im Sturm übertraf der Mittel- |
| hatten die Gäste ein unzweifelhaftes | Plus, denn sie kämpfen mit großem Ein- | satz aller Energie und Schnelligkeit, | wenn dies auch ihre einzigen Vorzüge | waren. Sie spielten sozusagen „unver- | dorben“ von wenig (Fußball-) Kultur be- | einflußt, mit viel Spitzenkicks, Hurra | und Drauflos ..." | „ASZ“, Mannheim: „1500 Zuschauer | bildeten einen allzulichten Rahmen für | ein Spiel der zweiten Liga, wenn auch | der Namen Arheilgen keine allzu große | Zugkraft besaß. Was die Gäste zeigten, | war allerdings auch nicht mehr als mitt- | lere Landesliga letztjähriger Prägung. | (Zusammenarbeit, Ballbehandlung und | Technik lagen sehr im argen . . .“ | Tabelle der 2. Liga Süd | SP. G. U. V. T. P. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Jahn Regensburg 3 3 0 0 9:1 6:0 | Bayern Hof 3 2 1 0 6:2 5:1 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kickers Stuttgart 3 2 1 0 11:6 5:1 | TSV Straubing 3 2 0 1 15:7 4:2 | ASV Cham 3 1 2 0 5:3 4:2 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| gewann Rennes ein torreiches Treffen 6:3. | Nancy und Sete spielten 2:2, Stade Paris | und Straßburg 0:0. St. Etienne bezwang | Lens klar mit 4:1. Racing Paris und Rennes | führen mit 4:0 Punkten vor Bordeaux, | Lille, Nancy, Sete und Straßburg (je 3:1 | Punkte). | Ächtung, DT-Schlachtenbummler! | Ausfüllen und auf Postkarte aufgeklebt einsenden! | 2 | FC Pforzheim 3 1 2 0 7:5 4:2 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| VfL Konstanz 3 2 0 1 6:6 4:2 | Viktoria Aschaffenbg. 3 111 6:3 3:3 | KSV Hessen Kassel 3 0 3 0 5:5 3:3 | FC Bamberg 3 111 2:3 3:3 | ASV Durlach 3 1 0 2 8:6 2:4 | TSG Ulm 1846 3 1 0 2 5:8 2:4 | Union Böckingen 3 1 0 2 4:7 2:4 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Start in Oesterreich | In Oesterreich fürchtet man jetzt schon | die Terminnot, so daß 'sich der Verband | dazu entschloß, bereits in der Wochen- | mitte die diesjährige Meisterschaftsrunde | zu starten. Der Wiener SC* der m,i+ K-n | Ich beteilige mich hiermit an der Auslosung der | „DT-Schlachtenbummler“ | welche die Mannschaft des SV 98 Darmstadt zu ihrem näch- | Stürmer Bohmann seine Nebenspieler er- | heblich . . .“ | zum Spiel SV Durlach—SG Arheilgen | „Sportbericht“, Stuttgart: „Bei Halbzeit | hätte kaum jemand mit diesem Ausgang | Wacker München 3 1 0 2 5:9 2:4 | FC Freiburg 3 0 2 1 4:8 2:4 | SG Arheilgen 3 1 0 2 5:14 2:4 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| SV Wiesbaden 3 0 12 1:5 1:5 | SV Tübingen 3 0 0 3 1:7 0:6 |
DT Bestattung am Dienstag, 5. Septbr. Beerdigung auf dem Waldfriedhof: 14.15 Uhr: Seibert, Heinrich, Reg. -Obersekretär, Martinstraße 79, 50 Jahre
Achtung, DT-Schlachtenbummler! | » Ausfüllen und auf Postkarte aufgeklebt einsenden! H Ich beteilige mich hiermit an der Auslosung der „DT-Schlachtenbummler“ welche die Mannschaft des SV 98 Darmstadt zu ihrem nächsten Auswärtsspiel kostenlos begleiten. Zuname: Vorname: Ort: , Straße: . Nr
AMTLICHE BEKANNTMACHUNGEN Beurkundete Sterbefälle In der Woche vom 21. bis 2d. August 1950 Bär, Wilhelm 11., geb. 20. 5. 88, Metzgermeister, Dst.-Eberstadt, Oberstraße 32, gest. 14. 8. 50 — Beilstein geb. Lutz, Margarete, geb. 22. 10. 92, Niedernhausen, Darmstädter Straße 32, gest. 18. 8. 50 — Dalheimer, Erika Christa, geb. 16. 11. 47, Darmstadt, Traubenweg 172, gest. 16. 8. 50 — Datz, Helmut, geb. 21. 8. 50, Dst.-Arheilgen, Kleine Felchesgasse 16, gest. 21. 8. 50 — Eder geb. Schöberl, Julie, geb. 2.3.97, Worfelden, Außerhalb, gest. 23. 8.50 — Egly geb. Gehringer, Elise, geb. 17. 5. 80, Darmstadt, Lichtenberg¬ straße 76, gest. 19. 8. 50 — Fitzky, Anna Sophie, geb. 26. 11. 67, Diakonisse, Darmstadt, Erbacher Straße 25, gest. 24. 8. 50 — Frank geb. Krummeck, Johanna Franziska, geb. 24. 4. 83, Darm¬ stadt, Heidelberger Straße 102, gest. 22. 8. 50 — Hertel, Adam, geb. 2. 4. 79, invalide, Wallerstädten, An der Pforte 12, gest. 24. 8. 50 — Hotz, Johannes, geb. 24. 5. 94, Müller und Landwirt, Mühlhausen Haus Nr. 5, gest. 22. 8. 50 — Keller, Heinrich IV., geb. 26. 11. 68, Landwirt, Dst.-Arheilgen, Sackgasse 3, gest. 18. 8. 50 — Marienhagen geb. Mey, Louise Bertha, geb. 14. 11. 79, Röm¬ hild, Markt 120/21, gest. 10. 8. 50 — Mersheimer, Johann Karl Philipp, geb. 19. io. 69, Kaufmann, Darmstadt, Mauerstr. 19, gest. 23. 8. 50 — Mölbert, Jutta Anna, geb. 25. 1. 49, Stockstadt, Win¬ gertstraße 33, gest. 19. 8. 50 — Müller, Adam, geb. 5. 6. 13, Gartner, Darmstadt, Kaupstraße 5, gest. 19. 8. 50 — Mett, Johann c?d^lg'.Fb' 16‘„9' 791 Bohrer’ Darmstadt, Wilhelm-Leuschner- Straße 49, gest. 22. 8. 50 — Mett, Karin Waltraud, geb. 21. 8. 50 Eckhardtstr- 35. gest. 22. 8. 50 — Rüttger, Marga¬ retha Philomena geb. !Liedl geb. 11. 3. 95, Darmstadt, Rieger¬ platz 12, gest. 17. 8. 50 — Rusicka, Ignatz, geb. 15. 6. 50, Baben¬ hausen, Durchgangslager, gest. 21. 8. 50 — Schaber, Loise Amalie geb. Fries, geb. 18. 5. 78, Darmst.-Arheilgen, Wilhelm-Leuschner- Straße 15, gest. 20. 8. 50 — Schad, Rosa Johanna Christina geb Hackebeil, geb. 7. 8. 67, Darmstadt, Landskronstr. 23 gest 15' 8. 50 — Schütz, Johanna Georgine, geb. Weiler, geb’ 9 7’ 64 Darmst.-Eberstadt, Carlo-Mierendorf-Straße, gest 20 8 50 ’ Schütz, Margarete, geb. Buchert, geb. 21. 11. 88, Klein-Zimmern Geißbergstr. 6, gest. 19. 8. 50 — Schwinn, Peter, geb. 2. 6. 10’ kaufm. Angestellter, Klein-Gumben, Ortsstr. 14, gest. 22. 8. 50 — Strack, Karl, geb. 3. 6. 85, Rektor i.R., Gräfenhausen, Schlo߬ gasse 4, gest. 17. 8. 50 — Theuerskeuter, Juliane, geb. 11. 8. 69, Darmstadt, Heinrichstr. 191, gest. 20. 8. 50 — Volt. Brigitte, geb. 28. 7. 27, Walldorf, Waldstr. 16’/io, gest. 22. 8. 50 — Volk, Leonhard Johann, geb. 15. 3. 89, kaufm. Angestellter, Darmstadt, Bismarckstr. 73, gest. 21. 8. 50 — Ziegler, Friedrich Karl, geb. 3. 9. 04, Kaufmann, Darmstadt, Heidelberger Straße 108, gest. 19. 8. 50.
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