Darmstädter Tagblatt 1950


Darmstädter Tagblatt

Darmstädter Tagblatt CHEFREDAKTEUR- mir« Verlag: Darmstädter TaihfL DOMBROWSKI. Darmstadt RhnmT^S^>at^ L‘ c- Wittich, Erscheint täg Ur t ße „3- Te>efon 3925. aglich außer Sonntag 207. Jahrgang/Nummer 47 Jieueffe Jia^ri^fen Donnerstag, 24. August 1950 Redaktion: Darmstädter Tagblatt L. C. Wittich, Darmstadt, Rheinstraße 23,Te1. 3925. Bezugspreis: 2,60 DM monatlich zuzüglich 0.40 DM Trägerlohn. Anzeigenpreise: Preisliste Nr. 3 v. 1. 7. 1950 Preis 15 Pfennig ”

Bundespolizei genügender Schutz?

Adenauer und Schumacher legen ihren Standpunkt dar

c , ‘ 23« August. Bundeskanzler Dr. Adenauer und Dr. cnumai ler haben am Mittwoch in Bonn vor der in- und ausländiw-r.n ZUr Frage der deutschen Sicherheit gesprochen. a ren r. Adenauer eine starke Bundespolizei als notwendig ezeichnete, nannte Dr. Schumacher die Verteidigung Deutschlands eine Aufgabe der Weltdemokratie.

Adenauer hat am Mittwoch in Bonn auf einer Pressekonferenz erklärt, der Gedanke an die Wiedererrichtung einer deutschen Wehrmacht liege der Bundesregierung, dem Bundestag und der deutschen Bevölkerung völlig fern. Angesichts der internationalen Entwicklung seit 1947 stehe er auf dem Standpunkt, daß bei der gegenwärtigen Weltlage eine westeuropäische Armee geschaffen werden müsse. In der Sowjetzonen-Republik sei eine außerordentlich •starke sowjetrussische Streitmacht aufgebaut, der nur einige wenige Divisionen der Alliierten gegenüberständen.

Das oberste Ziel der Politik sei, den Frieden zu erhalten. Dies sei aber nicht dadurch möglich, daß auf der einen Seite eine sehr starke militärische Macht stehe und auf der anderen Seite nichts. „Das ist ein völlig unmöglicher Zustand, der große Gefahren in sich birgt.“

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Er glaube, daß es doch noch möglich sei, einen allgemeinen Weltkrieg zu verhindern. „Aber nur dann, wenn jeder vom anderen weiß, daß er keinen leichten Sieg hat, wenn jeder weiß, daß jeder Krieg auch die Zerstörung des Siegerlandes zur Folge hat.“ Niemals dürfe der Glaube verlorengehen, daß die Schwierigkeiten zwischen den Ländern in der Welt friedlich überwunden werden können. Die Geneigtheit hierzu bedeute zwar den Verzicht auf gewisse Wünsche und Bestrebungen. Am ehesten bestehe dazu die Möglichkeit, wenn jeder wisse, daß ein Krieg für ihn ein ganz ungeheures Risiko sei. Aus diesen Gedanken heraus halte er den gegenwärtigen Zustand in Westeuropa für völlig unerträglich, trotz Atlantikpakt und aller Verträge.

Die Bundesregierung werde nicht nachlassen in ihrer Forderung, daß Westdeutschland militärischen Schutz erhalte. Die Vereinigten Staaten könnten diesen Schutz in allererster Linie gewähren, weil sie das stärkste Land seien. „Welche Rolle die Bundesrepublik in einer westeuropäischen Verteidigung einmal haben wird, wird nicht von uns entschieden.“ Die Bundesregierung werde prüfen und unter gewissen Voraussetzungen bereit sein, ihre Rolle in der westeuropäischen Verteidigung zu erfüllen.

Wenn er von gewissen Voraussetzungen spreche, so wolle er dabei nicht von Stahlquote, Ruhrstatut und Besatzungsstatut sprechen. Man solle das Vertrauen in die Entwicklung haben und in die Gewalt der Tatsachen. Es sei nicht richtig, jetzt Rechnungen zu präsentieren. Das werde sich von selbst ergeben. Weder Korea noch irgendein anderer Punkt, an dem ein Feuer angesteckt werde, sei entscheidend, sondern nur das, was sich in den nächsten Jahren in Zentraleuropa entwickele. Ihm sei versichert _ worden, daß auch maßgebliche amerikanische Kreise diese Ueberzeugung hätten.

bir Stimmzettel

Für die Bundesrepublik gebe es die Frage der internationalen, der äußeren und die der inneren Sicherheit. Die innere Gefahr könne nicht nach der Zant der für die Kommunisten abgegebenen Stimmzettel bemessen werden. Die munistische Gefahr werde trotz der g ringen Zahl ihrer Wählerstimmen sehr groß-sein.

Die Frage der äußeren Sicherheit der Bundesrepublik habe er bei den Oberkommissaren schon im vorigen Herbst angeschnitten und dann immer wieder aufgeworfen. Die Bundesrepublik könne jedoch nicht bei den Regierungen vorstellig werden. „Es ist unser Schicksal, daß die fünfzig Millionen Deutschen bisher keine ausländische Vertretung haben, obwohl seit 1945 um uns herum Politik in einem Ausmaß und einer Gefahr, wie seit langem nicht, betrieben worden ist.“ Er könne nicht behaupten, daß er auf seine Vorstellungen hin von den Oberkommissaren im Auftrage der westlichen Regierungen irgendeinen Einblick in die internationale Situation bekommen habe. „Ich habe nicht mehr gehört, als ich aus den Zeitungen schon weiß.“

Seit einigen Monaten habe sich etwas Neues angebahnt, das sei der europäische Gedanke. Besonders nachdrücklich wolle er erklären, daß Deutschland, nach wie vor mit ganzer Kraft für ein föderatives Europa arbeite. Die internationale Lage sei aber so, daß man den Kopf nicht in den Sand stecken dürfe.

Vertrauen gewinnen

Ferner sagte Dr. Adenauer, den Schutz im Innern müsse die Bundesrepublik selbst übernehmen. Er habe deshalb in seinem Interview mit der „New York Times“ die Schaffung genügend starker deutscher Einheiten gefordert. „Ich möchte Sie bitten, den Ausdruck Verteidigungstruppen zu vermeiden, denn das sieht wieder aus nach Wehrmacht.“ In Wirklichkeit sollten diese Verbände jedoch nur eine Art von Schutzpolizei nach früherem Muster darstellen.

Die Bundesrepublik gehe im Herbst und Winter spannungserfüllten Zeiten entgegen. „In diesen Zeiten muß hier im Lande eine Polizei vorhanden sein, die Einbrüchen von der Grenze her oder irgendwelchen Sabotage- oder Putschversuchen im Inneren des Landes mit Erfolg entgegentreten kann. Wenn das nicht geschieht, dann verliert der Bürger des Landes alles Vertrauen.“ Der Bundeskanzler sagte in diesem Zusammenhang, daß das Vertrauen der westdeutschen Bevölkerung in die militärische Kraft der Amerikaner durch die Vorgänge in Korea auch nicht gerade außerordentlich stark gestiegen sei. Das westdeutsche Staatswesen werde in j^der Weise von der Sowjetzone her systematisch unterminiert. Durch eine völlige Machtlosigkeit dieses westdeutschen Staates würde sein Ansehen in den Augen seiner Bürger außerordentlich sinken.

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Die westdeutsche Polizei könne trotz ihrer Uniformen kaum mehr als Polizei angesprochen werden. Ihre Organisation erinnere an die Biedermeierzeit. Der Bundeskanzler erinnerte an die Vorgänge während der Münchner Kundgebung der Freien Deutschen Jugend und an ähnliche Zwischenfälle in Dortmund, bei denen sich die Polizei als völlig machtlos erwiesen habe. Es sei zu bedenken, daß die Bundesrepublik eine lange Grenze zur sowjetischen Zone zu schützen habe. Gerade die Grenzbewohner lebten in ständiger Ungewißheit. Ihnen müsse darum ein Gefühl der Sicherheit und des Vertrauens in die Stärke des westdeutschen Bundesstaates gegeben werden.

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Die Bundesregierung sei sich bewußt^ daß die Schaffung einer starken Polizei große finanzielle Belastungen mit sich bringen werde. Diese Lasten müßten jedoch unter allen Umständen getragen werden, wobei es selbstverständlich sei, daß die Versorgung der sozial schwachen Schichten der Bevölkerung darunter nicht leide.

Bundeskanzler Dr. Adenauer verneinte die Frage, ob eine Beteiligung deutscher Verbände an einer europäischen Armee nicht einen Anreiz zur Aggression für die Sowjetunion bilden könnte. „Ich finde, daß Sowjetrußland seit 1945 eine so zffelbewußte Linie verfolgt und eine so zielbewußte Politik gemacht hat, daß es sich durch relativ nicht entscheidende Dinge kaum beeinflussen läßt.“

Ferner sagte Dr. Adenauer auf eine Frage: „Ich kann Ihnen sagen, daß ich die baldmögliche Verstärkung der Besatzungstruppen für notwendig halte, und habe dies zum Ausdruck gebracht.“ Diese Frage könne aber erst bei der Konferenz der westlichen Außenminister am 12. September entschieden werden.

Wieder bei den Olympischen Spielen

Internationale Hindernisse und Einsprüche beseitigt

Drahtbericht unseres Korrespondenten

G. Frankfurt, 23. August. Am Mittwochmorgen, wenige Stunden v Eröffnung der Europäischen Lei^tat^ tik-Meisterschaften durch den Kronprinzen Balduin, hat der , tagende Kongreß des Internatonalen Leichtathletikverbandes (lAAF) mit 39l _ Stimmen die Wiederaufnahme Deutch lands beschlossen. Gegen die Zul^ng der Deutschen stimmten die Sowjetunion, die Staaten des Ostblocks und J^en Der Beschluß öffnet den deuts™ Leichtathleten die Grenzen Ul\d rau gleichzeitig eines der letzten un Hindernisse auf dem Weg zu den Y pischen Spielen 1952 in Helsinki g' .j_ endgültige Entscheidung über ; d nähme an den Olympischen Spielen Wira in wenigen Tagen in Lausanne Tagung des Internationalen Komitees fallen, zu der Deutschland Md glieder des Nationalen Olympischen Komitees entsendet. Hauptfurspi e der Deutschen in Brüssel war der iänder Lord Burghley, der auch im I ternationalen Olympischen Komitee eine ausschlaggebende Stimme besitzt.

aussemaggeueuue ouumrc uoiut. Gleichzeitig wird bekannt, daß die alliierten Oberkommissare ihren Einspruch gegen die Bildung des Deutschen Turnerbundes zurückgezogen haben. Unter dem Vorsitz des Frankfurter Oberbürgermeisters Dr. Kolb soll der Turnerbund nun am 2. September in Tübingen ausgerufen werden.

Zu einem interessanten Zwischenfall ist es bei den Europameisterschaften der Schwimmer in Wien gekommen. Am Dienstag hatte dort der Deutsche Aderhold das Kunstspringen der Männer gewonnen. Bei der Siegerehrung gab der Sprecher bekannt, daß eine deutsche Nationalhymne, weil sie noch nicht vorhanden sei, nicht gespielt werden könne, das Publikum solle sich dafür schweigend von den Sitzen erheben. Die Tribünenbesucher kamen dieser Aufforderung nach und bereiteten anschließend den deutschen Teilnehmern an den Europameisterschaften eine lebhafte Ovation.

Dr. Schumacher über die Volkspolizei

„Abwegiger Vergleich mit Korea“

Bonn, 23. August, (dpa) Dr. Schumacher hat am Mittwoch vor der Presse in Bonn erklärt, ein Vergleich der Lage der Bundesrepublik mit Korea sei völlig abwegig. Ein solcher Vergleich sei propagandistisch eine sowjetische Erfindung. Kein anderer Vergleich sei so gefährlich und objektiv falsch.

Dr. Schumacher wandte sich gegen ein propagandistisches Unfugmachen mit der Volkspolizei. Die Frage, ob die Volkspolizei in Deutschland marschieren werde, sei etwas anderes als in Korea. Es sei ferner ein Nonsens zu behaupten, daß eine deutsche Rüstung dazu diene, der Volkspolizei entgegenzutreten. Diese Volkspolizei würde nicht in ein unbewaffnetes Land einmarschieren, denn die Besatzung in Deutschland sei nicht nur ein Institut zur Pazifizierung Westdeutschlands, sondern auch ein Instrument des Schutzes. Die Besatzung müsse mehr sein als eine reine Dekoration.

Die Funktion der Volkspolizei in der sowjetischen Zone könne etwa mit der früheren SS-Verfügungstruppe verglichen werden. Es sei müßig zu überlegen, ob sie vor oder hinter der Roten Armee marschieren werde, wahrscheinlich dahinter. „Wenn die Volkspolizei marschiert, dann marschiert auch die Rote Armee.“ Nach seiner Ansicht bestehe in absehbarer Zeit nicht die Möglichkeit eines derartigen Marschierens. Es sei aber absurd zu glauben, daß die Bundesrepublik mit Polizei der Volkspolizei entgegentreten könne.

Es sei eine Irreführung, die Frage zu stellen, ob die Bundesrepublik sich selbst militärisch schützen könne. Die Frage sei: Verteidigung gegen wen und Verteidigung mit welchen Mitteln. Wenn in der jetzigen Lage ein ungefragtes Angebot an die westliche Welt zur partiellen Aufrüstung gemacht werde, so sei dafür keine genügende politische Grundlage einzusehen.

Eine deutsche militärische Leistung sei nur dann sinnvoll, wenn die Weltdemokratie, vor allem die Vereinigten Staaten, Deutschland offensiv nach dem Osten verteidigten. Das gesamte Deutschland müsse vor den schwersten Zerstörungen des Krieges bewahrt und die Kriegsentscheidung in Europa mit allen Kräften östlich von Deutschland gesucht werden. „Das ist die erste und einzige Voraussetzung für das Ja oder Nein der deutschen Rüstung.“

Das große Können und Wollen Amerikas und der anderen Demokratien müsse in Deutschland eindrucksvoll sichtbar werden. „Es muß nicht nur eine theatralische Verstärkung durch eine oder zwei Panzerdivisionen kommen, sondern es muß die Konzentration des großen Teils der militärischen Kräfte der Weltdemokratie erfolgen.“ Ein Versuch mit Ersatzleistungen und Teilrüstungen bedeute nur eine Konzentration der Zerstörung, Dezimierung und Ausradierung Deutschlands. Mit einem pseudomilitärischen Herumdoktern sei kein Massenvertrauen zu schaffen.

Aneinander vorbei?

*** Bundeskanzler Adenauer hat am Dienstag in einer mehrstündigen Unterredung versucht, dem Führer der Opposition, Kurt Schumacher, seine Auffassung von der Notwendigkeit eines deutschen Selbstschutzes überzeugend darzulegen. Es handelte sich dabei, wie es Dr. Schumacher ausgedrückt hat, um ein „dynamitgeladenes Thema“. Die Unterredung führte zu keiner Angleichung der beiderseitigen Standpunkte. Infolgedessen sind sowohl Adenauer wie Schumacher in Presse-Konferenzen vor die Oeffentlichkeit getreten und haben ihre Auffassung sehr eingehend dargelegt. Von beiden Seiten ist dabei schweres rednerisches Geschütz aufgefahren worden.

Wenn man die Argumente der beiden Staatsmänner jedoch miteinander vergleicht, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, als hätten sie in dem entscheidenden Punkte aneinander vorbeigeredet. Es geht doch wohl zunächst nur darum, die Polizei soweit zu verstärken, daß sie kommunistischen Unruhen entgegentreten und Sabotage-Versuche verhindern kann. Auch Dr. Schumacher hält dies für unbedingt notwendig. Der einzige Unterschied ist hier, daß der Führer der Sozialdemokraten glaubt, daß das von den Alliierten bereits genehmigte Kontingent von zehntausend Mann genüge zu diesem Zwecke, während der Bundeskanzler ein Aufgebot von 65 000 Mann für erforderlich hält. Hier müßte unseres Erachtens eine Verständigung erzielt werden können.

Auf einem anderen Blatte steht die Beteiligung Deutschlands an einer europäischen Armee. Wie Außenminister Acheson am Mittwoch auf seiner Presse-Konferenz erklärte, hat Adenauer bei seiner Zusammenkunft mit den Oberkommissaren keine Remilitarisierung Deutschlands gefordert, sondern sich nur für eine Verteidigung Westeuropas, einschließlich Deutschlands, ausgesprochen. Eine solche wird auch von Schumacher gefordert, allerdings lehnt er es dabei ab, noch einmal die deutsche Volkssubstanz gefährden zu lassen. Wenn das Volk noch einmal für die Verteidigung der Freiheit aufgerufen werden müsse, so müsse es die Gewißheit haben, daß es nicht die Reste seiner menschlichen Substanz im Vorfeld für andere „verbuttere“.

Diese Forderung ist durchaus gerechtfertigt. Sie ist aber ebenfalls vom Bundeskanzler erhoben worden. Ist es also nicht wirklich so, daß man sich im Kernpunkt, nämlich der Notwendigkeit, die Freiheit der Bundesrepublik zu schützen, einig ist? Strittig bleibt nur, wie man „Rüstungs-Surrogate“ vermeidet und einen wirksamen Schutz durch die gesamte Weltdemokratie erreicht. Aber wird Deutschland selbst dabei völlig beiseite stehen können?

Um die Rückgliederung von Wimpfen

Wr. Bad Wimpfen am Neckar, zu Zeiten der Staufer Freie Reichsstadt, zu unserer Zeit hochgepriesen als das „hessische Rothenburg“, liegt als Enklave inmitten württembergischen und badischen Gebietes. Vom gebietsrech fliehen Standpunkt des Landes Hessen aus gesehen ist es eine „Exklave“, also ein vom Staate getrennter Gebietsteil. Vor 1945 war die Exklave als Bestandteil der hessischen Provinz Starkenburg vom Landkreis Bergstraße (Sitz Heppenheim) verwaltet worden. Durch Anordnung der Militärregierung Nord-Baden vom 30. November 1945 wurde die Zugehörigkeit von Bad Wimpfen zu Hessen aufgehoben und die Stadt dem Landkreis Sinsheim (Württemberg-Baden) zugeteilt.

Dieser geschichtliche Hergang muß um deswillen verzeichnet und vor Äugen geführt werden, weil damit ein Zustand begründet wurde, der in zweifacher Hinsicht gegen die Rechtsordnung verstieß: Einmal gegen die Proklamation Nummer 2 der amerikanischen Militärregierung für Deutschland vom 19. September 1945 und die darin ausgesprochene Umschreibung des Staatsgebiets von „Großhessen“, sodanh aber auch gegen die geschichtlich begründete Zugehörigkeit von Bad Wimpfen zu Hessen.

Die Anordnung der Militärregierung Nord-Baden vom 30. November 1945 stellt sich daher als eigenmächtiger Akt einer örtlichen Stelle der Besatzungsmacht dar, der zwar von der übergeordneten Stelle geduldet, vielleicht nicht einmal bemerkt, wahrscheinlich als unerheblich betrachtet und abgetan worden ist, der aber dessenungeachtet keinen Rechfszustand begründen konnte.

Jedenfalls kann kein Zweifel daran bestehen, daß Bad Wimpfen hessisch ist. So wechselvoll auch das Geschick dieser Stadt war, die vor der Staufenzeif dem Bischof von Worms gehörte und Mitglied der verschiedenen schwäbischen Sfädtebünde war: Seif dem Reichsdepufations-Hauptschluß von 1803 gehört Wimpfen zu Hessen, und mag man auch über die Enklaven als Erbstücke aus der Zeit des alten Reiches denken, wie man will: Es kann der Landesregierung von Hessen nicht angesonnen werden, aut diese Perle ihres Staates zu verzichten.

Niemand im Hessenland würde es verstehen, wenn die Wiesbadener Regierung den Dingen ihren Lauf ließe und sich tatenlos damit abfände, was aus Bad Wimpfen und seiner staatlichen Zugehörigkeit wird; am wenigsten würde man es in Bad Wimpfen selber verstehen.

Versandete Bemühungen

Der gewissermaßen „grundbuchmäßige Eigentümer“ von Bad Wimpfen, der Landrat des Kreises Bergstraße, hat es nicht an Bemühungen fehlen lassen, um die Wiederherstellung des „Status quo ante' zu erreichen. Es sind Aktenstücke von namhaftem Umfang entstanden, und aus keinem der Aktenstücke würde erkennbar, daß irgendwelche verwaltungsamfliche Besitz-Eitelkeit eine Rolle gespielt hätte.

Im Gegenteil: Der Landraf eines Kreises, wie des Kreises Bergstraße, der ganze hundetfsieben Gemeinden und mehr als hunderfachtzigtausend Einwohner umfaßt, kann, vom selbsfeigenen Standpunkt ausgehend nur das Interesse hauen, sein Gebiet zu verkleinern. Was bei den Bemühungen, die von der Kellereigasse Nummer 20 in Heppenheim im Hinblick auf die Stadt Bad Wimpfen ausgingen, die Triebfeder war, das war mehr: die Gegenwehr gegen ein erlittenes Unrecht, der Versuch, das Rad der Ereignisse so weit zurückzudrehen. bis es wieder am richtigen Punkt angelangf ist und in der rechten Bahn weiterlaufen kann. Bad Wimpfen sollte wieder dahin, wo es fast volle anderthalb Jahrhunderte gewesen war, weder zu seinem eigenen Schaden noch zum Nachteil der Verwaltungsarbeit.

Denn von außen her befrachtet, mö^en Enklaven, hier also Exklaven, nur unter Schwierigkeiten zu verwalten sein. Solche Exklaven haben keine direkte Grenzberührung mit den einheimischen Gemeinden des Landkreises: jegliche Art von Fürsorge, ob für den Zustand der Landstraßen, für die Wasserversorgung, für die Kranken- oder Heilanstalten, für . die Flüchtlinge wie für den sozialen Wohnungsbau, ist auf gemeinschaftliches Handeln mit den „Angrenzern“, also mit den Nachbargemeinden, angewiesen. Für eine Exklave muß stets eine (falls dieser vulgäre Ausdruck gestattet ist) „Extrawurst gebraten werden“. Aber wie einer Mutter das jeweilige Sorgenkind das liebste ist und ihrem Herzen am nächsten steht, so verhält es sich auch im Verwaltungsleben: die Stadt oder Landgemeinde, die ihm am meisten zu schaffen macht, ist dem Landrat jeweils die liebste.

Daß das so ist, das fühlen die Betreuten. Als im Jahre 1927 die Weimarer Republik sich vor der Tatsache sah, daß im damaligen Deutschland noch insgesamt 196 Enklaven vorhanden waren, und als demgemäß 1928 die damalige Länderkonferenz deren Auflösung forderte, gab es ein großes Wehgeschrei, und das Jammern kam am lautesten nicht aus den eigentlich stockkonservativen Kreisen, sondern aus dem braunschweigischen Calvörde, in der preußischen Altmark, einem Gebiete also, dem man auch beim stärksten Willen keinerlei Konservativismus nachsagen konnte. Mögen die gestrengen Puristen gegen die Enklaven einwenden, was sie wollen: kaum je stammen sie aus diesen Enklaven selbst, — kaum je haben sie also Gefühl und Empfinden für das geschichtlich Gewordene und damit Berechtigte in diesen Enklaven.

Wenn die hessische Landesregierung die Exklave Bad Wimpfen wieder für sich reklamiert, dann möge sie, wie Odysseus, bei dessen instinktiver Gegenwehr gegen die unheilvollen Sirenen, beide Ohren verstopfen. Sie sind nicht immer zuverlässige Ratgeber, diese Unifizierungs-Fanatiker.

Reagiert Wiesbaden?

So, wie die Dinge zur Zeit zu liegen scheinen, beruht, was Bad Wimpfen angehf, die Federführung nicht mehr beim Regierungspräsidenten Arnold in Darmstadt, sondern beim Innenministerium in Wiesbaden. Wir haben alles Verständnis dafür, daß man dort die Akte „Bad Wimpfen“ einstweilen noch etwas beiseite schiebt, — im Hinblick auf das Abstimmungsergebnis über den „Südwest-Sfaat“.

Es wäre verständlich, wenn das Innenministerium der Hessischen Landesregierung sein Verlangen auf Rückgliederung von Bad Wimpfen nicht einem Staatswesen zur Kenntnis bringen wollte, das. sich in einem ungewissen Uebergangs-Stadium entweder tatsächlich befindet oder sich befinden zu müssen glaubt. Zum mindesten mag wohl das Aktenstück über „Bad Wimpfen“ den Registratur-Vermerk tragen: „W ied e r - Vorlage nach der Wah 1.“

Dagegen ist nichts einzuwenden. Die politische Sachlage macht eine einstweilige Hinhalfung des hessischen Verlangens nach Rückgliederung von Bad Wimpfen erforderlich. Was jedoch gesehen werden muß und soll, das ist dies: Das Aktenstück über Bad Wimpfen darf nicht verstauben. Die Sekretärin im Vo zimmer, der Referent in der Kommunalabteilung und der Ministerialdirektor sollen wissen, daß dieses Aktenstück da ist und nach Erledigung verlangt.

Warum? „Bad Wimpfen ist es wert, daß man sich für seine Rückgewinnung einsetet.“ Nicht lediglich um der Vorzijge willen, die sich in den Aufstellungen des Finanzamts-Präsidenten widerspiegeln. Ob Bad Wimpfen steuerliche Ueberschüsse einbringf oder ob es Zuschüsse erfordert, das ist in dieser Hinsicht weder wichtig, noch ausschlaggebend. Es ist zwar von hohem. Belang, daß Bad Wimpfen ein wertzuschätzendes Heilbad ist, mit einer Saline (Ludwigshalle), von der die Aerzfe wie die Patienten viel Rühmens machen, mit einem Kurmitfelhaus, mit einem Sol- und Moorbad, die Respekt erheischen. Wichtig ist vor allem: Bad Wimpfen, mit seinem historischen Wappen, mit seinem Adler- und Löwenbrunnen, ist ein integrierender Bestandteil von Hessen, den preiszugeben keine hessische Regierung je verantworten könnte.

Bad Wimpfen ist eine Perle in der Krone von Hessen. Wenn auch kein Träger der Krone mehr vorhanden ist: die Krone ist noch immer vorhanden. Bad Wimpfen gehört dem Hessenland und den Hessen. Das soll auch der Hessische Landtag wissen, — mag es ihm auch noch so viel Mühe kosten, sich um die wesentlichen Dinge zu kümmern, die den Regierungsbezirk Darmstadt —Starkenburg angehen.

Deiche brechen

Honkong, 23. August. (AP.) Der große Eisenbahnknotenpunkt Pengpu in Zentralchina steht seit einem Monat unter Wasser, hat ein chinesischer Gewährsmann berichtet. Auch andere Städte an dem Fluß Hwai und dem Tasao-See in der Provinz Anhwei sollen überschwemmt sein. Aus früheren offiziellen Berichten ging hervor, daß zehn Millionen Menschen von der Ueberschwemmung betroffen worden seien.

Neue Erdstöße

Schillong (Assam), 23. August, (dpa) Sieben neue Erdstöße, allerdings von geringerer Stärke, haben die Stadt Duma in Oberassam erschüttert. Zehn Personen, die in den umliegenden Teeplantagen arbeiteten, kamen ums Leben.

Hunderte von Dörfern im Stromgebiet des Brahmaputra und des unteren Ganges, die durch die katastrophalen Beben der letzten Woche von der Außenwelt abgeschnitten sind, sollen jetzt aus der Luft versorgt werden. Mehrere Nebenflüsse der beiden Hauptströme sind über die Ufer getreten und haben weite Flächen überspült. Nach vorläufigen Schätzungen sind über zwanzigtausend Personen obdachlos geworden und mehr als hunderttausend Stück Vieh umgekommen.

50 000 Nordkoreaner ernent im Angriff

Sie rennen gegen den Eckpfeiler Taiku an / Auch im Süden ist die Front in Bewegung

Pusan, 23. August. (AP./dpa/Reuter.) Schätzungsweise fünf bis sechs Divisionen haben am Mittwoch die Angriffsbewegung auf Taiku erneut aufgenommen. Amerikanische Abwehroffiziere erklären, das Feindbild zeige deutlich den Versuch einer Zangenbewegung auf Taiku. Etwa 1500 Mann der Nordkoreaner, die mit rund 50 000 Soldaten nördlich Taiku auf die provisorische Hauptstadt drücken, konnten einen Einbruch erzielen. Die Amerikaner gruben sich sechs Kilometer nördlich der Stadt ein und sind dabei, Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Der Angriff der bolschewistischen Verbände wird mit unverminderter Wucht seit Anbruch der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch geführt. Die taktischen amerikanischen Luftstreitkräfte belegen die nordkoreanischen Truppen ununterbrochen mit Bomben und Raketen. Die amerikanische Artillerie hat einen Feuervorhang vor die eigenen Truppen gelegt und bekämpft im beobachteten Feuer überfallartig die Konzentrationen der Nordkoreaner. Eine östlich der Hauptangriffsstraße gelegene Höhe wechselte ständig den Besitzer. Ein Durchbruch auf Taiku kann die gesamte amerikanische Front erschüttern.

Im selben Abschnitt war es den Amerikanern gelungen, kurz vor dem Antreten der nordkoreanischen Verbände trotz heftigstem Widerstand der Nordkoreaner, unterstützt duroh Panzer und Schlachtflieger, die Linien der roten Truppen um etwa einen Kilometer zurückzudrängen.

Im Süden

Am großen Nakiong-Bogen in der Nähe von Schanjong sind 6000 Nordkoreaner über den Naktong übergesetzt. Sie drücken hier auf die amerikanischen Stellungen. An der Ostküste bei Pohang hat sich der nordkoreanische Widerstand /ersteift, so daß der südkoreanische Widerstand eingestellt werden mußte. Britische Kommandotruppen landeten wieder auf einer Insel an der südkoreanischen Küste zum Gelben Meer und zerstörten eine Radiostation. Die Landungsunternehmen, die seit einer Woche systematisch vorgenommen werden, sollen den nordkoreanischen Nachschub stören, der wegen der wirkungsvollen Luftangriffe vielfach mit Küstenfahrzeugen in unmittelbarer Nähe der Küste von Norden nac’ Süden gebracht wird.

Kein Besuch deutscher Generale

London, 23. August, (dpa) Ein Sprecher des britischen Außenministeriums hat am Mittwoch erklärt, in amtlichen Kreisen Londons sei von einem Besuch der deutschen Generale Speidel, Guderian und des Grafen Schwerin in der britischen Hauptstadt nichts bekannt.

Zu viel Vorschriften

Das Versammlungs-Ordnungsgesetz wird kritisiert

Drahtbericht unseres Korrespondenten

F.A.Z. Frankfurt, 23. August. Die Bundesregierung hat einen Entwurf für ein neues Versammlungsordnungsgesetz verabschiedet, der inzwischen im Bundesrat verschiedene Abänderungen erfahren hat. Die Frankfurter Gesellschaft für Bürgerrechte wurde jetzt vom Bundesjustizministerium gebeten, zu dem Entwurf Stellung zu nehmen. Der Justizausschuß der Gesellschaft hat sich am Dienstagabend eingehend mit den Paragraphen des Gesetzes beschäftigt und wird seine erarbeiteten Empfehlungen in Kürze dem Bundesjustizministerium zuleiten.

Der Gesetzentwurf regelt das Abhalten von öffentlichen .Versammlungen in geschlossenen Räumen und unter freiem Himmel. Dem Leiter jeder Versammlung in geschlossenen Räumen legt der Entwurf zahlreiche Pflichten auf. Unter anderem muß der Versammlungsleiter für Ordnung sorgen. Er kann die Hilfe unbewaffneter Ordner anrufen, die er jedoch namentlich der Polizei benennen muß. Störenfriede kann er schließlich ausschließen. In der Praxis wird ein Versammlungsleiter diese Pflichten nicht ohne den Schutz von Polizeikräften übernehmen können.

Noch einschneidender sind die Bestimmungen für Versammlungen unter freiem Himmel. Solche Versammlungen müssen nieht nur achtundvierzig Stunden vorher angemeldet werden. In Paragraph 15 des Entwurfes erhält die Polizei einen beliebig dehnbaren Kautschuk-Paragraphen zur Auflösung und zum Verbot von Versammlungen, wenn nach den Umständen eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit besteht. Die Mitglieder des Justizausschusses gaben zum Teil ihrer Besorgnis Ausdruck, daß dies dazu führen könne, daß die Gegner einer Versammlung schon allein durch das bloße Androhen einer Sprengung die Gefährdung der Sicherheit auslösen und damit die Auflösung der Versammlung erzwingen können. Da auch in Paragraph 11 bei Versammlungen in geschlossenen Räumen die Auflösung von Versammlungen durch die Polizei möglich ist, wenn eine „unmittelbare Gefahr für Leben und Gesundheit der Teilnehmer“ besteht, sind Versammlungen in Zukunft völlig der Polizei und den Gegnern der Versammlung ausgeliefert.

Fritz Quandt, ein deutscher Beton- und Zementspezialist, der in der vergangenen Woche in einem Hotel in London tot aufgefunden worden ist, soll aus Furcht vor einem Krieg Selbstmord begangen haben.

Zutritt nach West-Berlin verboten

Delegierte des „Nationalkongresses“ dürfen den Ostsektor nicht verlassen

Drahtbericht unseres Korrespondenten

er. Berlin, 23. August. Das äußere Bild von Ost-Berlin erinnert zwei Tage vor dem Zusammentritt des „Deutschen Nationalkongresses“ an die Tage vor dem Pfingsttreffen der Freien Deutschen Jugend. Allerdings ist an die Stelle der blauen Farbe, die zu Pfingsten vorherrschte, wieder das Rot des Kommunismus getreten. Die Bevölkerung des sowjetischen Sektors kam der Aufforderung der Nationalen Front, ihre Häuser zu schmükken, nur sehr sparsam nach, um so mehr jedoch die Regierungs- und Parteigebäude. Auch sonst lassen sich gewisse Parallelen zwischen dem Treffen der Freien Deutschen Jugend und dem „ National-Kongreß“ ziehen. Es soll wieder unbedingt verfnieden werden, daß die Delegierten Einblick in das politische und wirtschaftliche Leben West-Berlins erhalten. Aus diesem Grunde soll die Transportpolizei vom Donnerstag an auf den West-Berliner S-Bahnhöfen, die noch immer der sowjetischen Besatzungsmacht unterstehen, Ausweiskontrollen vornehmen. Teilnehmer des „National-Kongresses“, die in den S-Bahnzügen oder auf den S-Bahnhöfen im Gebiete der Westsektoren gefaßt werden, sollen verhaftet und in den Ostsektor gebracht werden.

Der Tagungsort, die Werner-Seelenbinder-Halle, wird von einem vierzehn Meter hohen .Emblem der „Nationalen Front“ überragt. Hier sollen am Freitag die über dreitausend „gewählteh Vertreter des Volkes“ nach einer Massenkundgebung im Berliner Lustgarten zusammentreten. Im Mittelpunkt dieser kommunistischen Veranstaltung wird die Aufstellung eines „gesamtdeutschen Kampfprogrammes“ stehen. Der geschäftsführende Ausschuß des Nationalrats trat bereits am Mittwoch zusammen, um den Entwurf des Kampfprogramms zu beraten.

Jazz-Nerbot

Berlin, 23. August. (AP.) Sämtliche Lichtspieltheater und Gaststätten in Mecklenburg sind in der Tagespresse öffentlich auf gefordert worden, ein Verzeichnis der vorhandenen Schallplatten in doppelter Ausfertigung bei den Bürgermeistern oder bei den Dezernaten für Volksbildung der Städte einzureichen. Dieser Aufforderung liegt eine Anordnung des mecklenburgischen Volksbildungsministeriums zugrunde, in der bestimmt wird, daß „amerikanische Jazz-Platten“ nicht mehr öffentlich gespielt werden dürfen.

Kempner für deutsche Beteiligung

Frankfurt, 23. August, (dpa) Der frühere stellvertretende amerikanische Hauptankläger in Nürnberg, Dr. Robert Kempner, ist für eine Teilnahme der Bundesrepublik an dem westlichen Verteidigungssystem eingetreten. Es sei die Pflicht der Bundesrepublik, ihre Kräfte innerhalb dieses westlichen Verteidigungssystems zur Verfügung zu stellen. Andererseits müßten die westlichen Alliierten Westeuropa einschließlich des Bundesgebietes gegen Angriffshandlungen des Ostens schützen. Hauptsächlich werde die Bundesrepublik allerdings wirtschaftlich mitarbeiten müssen.

An Polen ausgeliefert wird durch das britische Auslieferungsgericht in Hamburg der ehemalige SS-Sturmbannführer Willi Haase, der beschuldigt wird, an der Ermordung von Juden in Krakau beteiligt gewesen zu sein.

Stimmen der Anderen

„Kein Kanonenfutter“

Die Moskauer „P r a w d a“ schreibt: „Der Einbau Westdeutschlands in den aggressiven Nordatlantik-Block ist das Hauptziel der Beratenden ersammlung des Straßburger Europarates. Winston Churchill hat offen zu verstehen gegeben, daß Westdeutschland der erste Lieferant von Kanonenfutter für eine europäische Armee sein w rde. Die Legalisierung der Aufrüstung des Bonner Marionettenstaates ist eine Hauptaufgabe des Europarates, entsprechend den Anweisungen der Amerikaner. Aber die schwer geschlagenen Faschisten, die nun schon wieder davon träumen, Millionen von Deutschen in die Massenvernichtung eines neuen Krieges zu treiben, haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Das deutsche Volk hat keine Lust, Kanonenfutter für den amerikanischen Imperialismus abzugeben.“

Abseits

Zu den Wahlen, die am 30. August im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika stattfinden werden, schreibt der „Daily Telegraph“:

„Man nimmt allgemein an, daß die sogenannten deutschen Stimmen — die der naturalisierten deutschen Ansiedler — von ausschlaggebender Bedeutung sein werden. Da viele von ihnen im Kriege von der Regierung Smuts interniert worden waren, da die Nationalisten gegen den Krieg sind und mit den Deutschen Südwestafrikas sympathisieren, werden wohl die meisten Deutschen die Partei der Nationalisten wählen.

Viele Deutsche aber werden vielleicht überhaupt nicht wählen aus ihrer hochmütigen Haltung gegenüber den Südafrikanern und aus ihrem Wunsche heraus, sich dem fernzuhalten, was sie nur als politischen Streit der Union ansehen, der sie nicht berühre.“

Reichskanzlei verschwindet

Berlin, 23. August. (AP.) Die Enttrümmerung des Geländes der ehemaligen Reichskanzlei ist am Mittwoch wieder aufgenommen worden, nachdem am Dienstag die letzten noch stehenden Gebäudeteile, darunter die etwa zweihundert Meter lange „Wandelhalle“, auf Befehl sowjetischer Stellen gesprengt worden war. Für die Dauer der Sprengungen waren die umliegenden Straßen von einem größeren Kommando der „Volkspolizei“ abgesperrt worden. Die West-Berliner Polizei hatte von der beabsichtigten Sprengung keine Mitteilung erhalten, so daß keine Absperrmaßnahmen getroffen werden konnten.

Von Heimkehrern verprügelt

Bielefeld, 23. August, (dpa) Eine größere Zahl von Rußlandheimkehrern und Angehörigen von Rechtsparteien sind in Bielefeld in ein Heim de Freien Deutschen Jugend eingedrungen, in dem zwanzig Jungen und Mädel einen Heimabend abhielten. Die Eindringlinge schlugen auf die Angehörigen der Freien Deutschen Jugend ein, nahmen ihnen die Ausweise ab und demolierten die Einrichtung. Die Polizei nahm zwei Rädelsführer fest. Fünf Personen ’ urden verletzt.

Markgraf wieder aufgetaucht

Berlin, 23. August. (AP.) Der frühere Ost-Berliner Polizeipräsident Paul Markgraf soll, wie aus Berlin gemeldet wird, den Posten eines Inspekteurs der sowjetzonalen Bereitschaftspolizei übernehmen.

Unsereiner wird immer kleiner

ROMAN VON HANS WOERNER

28) Copyright by Dt. Alexander Fuchs, Braunschweig

„Das allerletzte Haus in dieser Straße ist unsers“, sagt Begger. Knut gibt diesem großen, überstarken Motor noch ein letztes Mal die vier Vergaser frei. Das Tacho tut einen langen, unaufhaltsamen Kletferweg über viele rotmarkierte Punkte.

„Wie eine fliegende Orgel“, ruft Knut. Dann zischen die haarfeinen Ventile der Preßluftbremse. „Vielen Dank, Begger", saäf Knut.

Jeh wußte, daß Sie ihn zu fahren verstehen", lacht Begger beim Äussfelgen.

„Wo sind wir hier?“

Begger geht voran. Er schmunzelt, statt zu antworten. Sie betreten einen dielenartigen Flur, in dessen Mitte ein großer, gläserner Globus steht, eine von innen erleuchtete, ganz mit weichem, warmem Licht ausgefüllte Kugel. Sie kreist um ihre schräge, von einem breiten, silbernen Bügel gehaltene Achse. Es kreisen Kontinente und Meere, plastisch dargestellfe Gebirge, saftgrüne Niederungen, gelbe Wüsten, blau adernde Flüsse.

„Hier trinken nämlich die pensionierten und die beurlaubten Kapitäne und die dienstfreien Piloten der großen Fluglinien“, verrät Begger.

Knut strahlt aus großen glücklichen Äugen. Georg J. Steen verharrt nickend vor dieser Welt, weit jenseits der seinigen, dieser Welf der ausgeklügelten Ängesfelltenverträge und Lohnlisten, der weißen Wochen und der Aussteuerversicherungen, der Hohlsteinwände in kleinen Eigenheimen, der Stunden, in denen jeder in der Familie mault, und der Sekunden, in denen die Milch anbrennt. Die drei treten ein ...

In der Garderobe hängen viele, lange, weiche Ledermäntel mit Reißverschlüssen an jeder Tasche, dunkelblaue Tuchmänfel mit goldierfen Knöpfen, flauschige Wollmäntel aus Kamelhaar. Und drinnen trinkt man Dinge, die aus aller Welf kommen: chinesischen Reisbranntwein uni schottischen Whisky, Rheinwein und Wodka, Palmwein aus dem Sudan, Most ^us koreanischen Feigen, bitteres Bier aus Pretoria.

„Das will ich alles kosten“, ruft Knut

„Ich möchte es wohl auch", sagt Sfeen leise.

Und Begger? Begger steht plötzlich still und zieht die Augenbrauen hoch. „Was sage ich“, schreit er. „Habe ich Ihnen nicht von dem Mann erzählt, der für seine Fotos von kleinen Hunden berühmt ist, immer nur drei Kopien von jeder Aufnahme. Dahinten hockt er. „Er winkt. Mit zwei Piloten sitzt er da... Kommen Sie!“

Er geht eilig zwischen den Tischen durch. Die Steens halfen sich dicht hinter ihm. Knut hört ein paar Fetzen von Gesprächen, bei denen es sich um Formosa, dem Geburtstag eines Herrn Anschütz und die beste Temperatur für Porter handelt.

„Setzen Sie sich dazu“, sagt der Mann mit den Hundefofos. Er gibt den Steens die Hand. „Ich heiße Drews.“

„Ich war sicher, Sie in der Hausbrauerei zu treffen. Wie können Sie da so ohne weiteres wegbleiben?“ lacht Begger.

„Ich trinke das gleiche Bier auch hier."

„Das ist nicht wahr!“

„Natürlich, ich habe es hier eingeführf, und ich habe noch zwei Lokale, in denen ich es einführen werde“, versichert Drews.

Begger lacht lauf. „Sie sind eben immer für drei Kopien“, vergnügt er sich.

Die Piloten nennen Ihre Namen Sie sind beide nicht mehr jung. Sie fliegen große Prachfmaschinen, mit denen eine Werkzeugmaschinenfabrik brennend eilige oder sonst unerreichbare Aufträge durchführt.

„Sagen Sie bitte ein paar Beispiele“, bettelt Knut.

„Nun: Betonmischer nach Grönland, Gesfeinsmühlen für eine Firma in Tasmanien, Taucherausrüstung in das Lenadelfa. Ganz nebenbei sagen sie das, während sie ihre Beine recken und ihr Bier trinken.

„Es schmeckt auch hier", lacht Georrf J. Steen. Dann fragt er Drews aus: „Was soll das, daß Sie immer nur drei Kopien machen?“

„Es ist halb Kunst und Eigensinn und halb Schlauheit und Geschäft“, lacht Drews. „Als ich damit anfing, war es mehr Kunst. Heute ist es mehr Geschäft.“ Er unterbricht sich, um von diesem Bier zu Wodka überzugehen. „Aber es war schon damals auch Geschäft. Und es ist auch heute noch etwas Kunst.“

Georg J. Sfeen trinkt sein Bier aus und folgt dem Wodkabeispiel.

Halb Kunst, halb Geld! Die Drahtzieher sind untereinander die schärfsten Teufel. Ihre Hühneraugensalbe verkauft die Frau immer. Das Leben ist traurig und das ist ganz gut so. Beide Hosentaschen voll harter Nüsse. So rührt der Wodka bei Georg J. Steen alles durcheinander, was er beim Bier gelernt hat.

Begger pfeift.

Knut lacht. Er lacht, weil er diesen kreisenden, lichferfüllfen Globus hier mit einer Hand festhalfen kann. „Papa, ich halte die ganze Welt an. Stop, sage ich, und sie steht.“

„Es ist gleich sieben Uhr“, sagt Georg J. Sfeen betroffen. „In einer Stunde kommen die Manager.“

36.

Sie verbringen diese Stunde in ihrem gemeinsamen Badezimmer damit sich gegenseitig unter heißes und unter kaltes Wasser zu setzen, viel Seife zu verschwenden, Mundpasfillen zu kauen, während sie die zischenden Handbrausen über ihre Rücken auf und ab führen. Sie schütten alle Essenzen über sich aus, die das Hofei auf die Glasplatte neben das Doppelwaschbecken stellte.

Sie versidnern sich gegenseitig, daß sie von Minute zu Minute frischer werden. Sie rufen sich mit den Erinnerungen an, die sie aus der Stadt mit heimbrachten.

Die beiden Steens schniegeln sich und kleiden sich neu an. Sie sin'd ganz sicher, in dieser Nacht alles sehr richtig gemacht zu haben. Aber dann betreten sie den Salon, wo Frau Steen mit einer blauen, großen Brille mit Mary beim Frühstück sitzt, und sind trotz allem etwas verlegen.

„Schämst du dich nicht, Georg“, fragt Frau Sfeen.

„Nun, es ist etwas spät geworden“, gesteht Georg J. Sfeen.

„Wie können wir Mary einen Vorwurf machen, wenn du selber mit Knut ganze Nächte ausbleibst", rügt Eva Sfeen leise. „Das ist etwas ganz anderes", antwortet Sfeen bestimmt. „Ich bitte mir aus, daß gewisse Unterschiede gemacht werden!“

Frau Sfeen seufzt. „Hoffentlich hält Knut die Arbeit heute aus. Er hat jetzt schon gerötete Äugen.“

„Mama, ich arbeite heute viel mit gewöhnlichem Licht, zusammen mit Frau Fahr in diesem Warenhaus“, tröstet Knut seine Mutter.

„Frau Fahr rief gestern Abend noch an“, berichtet Mary. „Sie wollte dich sprechen, Knut."

Knut horcht auf... „Sagte sie etwas?" fragt er.

„Sie lud mich ein, ich besuchte sie zu Hause“, erzählt Knuts Schwester.

„Ich meine, sagte sie etwas für mich?" beharrt Knut und hört auf zu essen.

hvjll am Vöbcu. „Sie sagte nur, daß die Leute, nach denen du dich bei ihr erkundigen wolltest, abgereisf sind.“

„Abgereist?“.. .

„Ja, sie haben Ferien oder so. Sie sind eben abgereist“. Für Mary Sfeen scheint das nicht wichtig zu sein, aus welchem Grunde diese Leute da die Stadt verlassen. „Was sind das übrigens für Leute?“ fragt sie.

„Bekannte von Frau Fahr“, antwortet Knut, mehr für seine Elfem als für Mary.

„Kennen wir sie denn“, forscht Frau Sfeen.

„Die Frau kennen wir noch nicht", antwortet Knut. „Aber du und ich kennen ihre Tochter. Du erinnerst dich gewiß an das Mädchen das mir im Warenhaus dieser Tage die Taschentücher zureichte.'-

„Gewiß, kennst du sie denn näher?“

~Nicht eigentlich. Sie heißt Jo Tompson. Sie ist die Tochter des Dichters Jonas Tompson“, sagt Knut.

Neben ihm klirrt ein Messer auf seinem Teller, Knut sieht erstaunt, daß sein Vater den Teller mit allem, was darauf lie’gf, von sich schiebt, wie er sich räuspert, wie starr er vor sich sieht, wie er sich dabei duckt.

„Was ist Dir, Georg?“ fragt Eva Sfeen.

Georg J. Steen antwortet nicht, er steht von seinem Platz auf und geht in das Schlafzimmer. Seine Serviette verfängt sich auf seinem rechten Fuß und so nimmt er sie ein paar Schritte mit, ehe sie von seinem Schuh herunter gleitet und mitten auf dem Teppich liegen bleibt.

Die drei am Tisch sehen sich an.

Die Tür geht auf. Es ist der Chefmanager.

37

„Wir haben da eine kleine Schwierigkeit“, sagt der Manager.

„Es ist ein Vertrag mit einer Luffgesellschaff zu erfüllen, die ein großes, nicht sehr teures Hotel in den Bergen unterhält. Es muß dabei viel mit Starklicht gefilmt werden. Das Programm sieht vor, daß Sie, Frau Sfeen, und Ihr Mann, heute gegen Abend losfliegen und morgen Nachmittag zurückkehren.“ Er stockt. „Soll Frau Fahr das für Sie machen?“ fragt er verlegen.

„Rufe biffe den Vater, Knut“, lächelt Frau Steen.

Knut triff in das Schlafzimmer...

Georg J. Steen sitzt dort still auf dem Bett... Er sieht von seinen Fußspitzen auf. „Gut, daß du kommst, Knut“, sagt er flüsternd. „Ich habe mit dir zu reden.“

„Aber der Manager ist da. Mama läßt dich bitten, herüberzukommen“, drängt Knut.

Steen erhebt sich seufzend.

Der Manager erklärt ihm die Lage, die irgendwie geklärt werden muß. „Willst du das mit Frau Fahr machen, oder wie denkst du darüber?“ fragt Eva Steen.

„Mir ist alles recht“, antwortet Steen.

Der Manager lächelt, aber Frau Steen lächelt nicht. Sie errötet, weniger mädchenhaft als zornig.

„Irgendetwas muß uns einfallen", ruft sie.

„Aber was?“ fragt der Manager.

Knut winkt mit der Hand nach unten.

„Telegrafieren Sie mit diesen Leuten“, schlägt er vor. „Sie müssen einwi ügen, Papa und Mary zu bekommen oder Pana und mich oder Frau Fahr und mich ocfer Mary und Frau Fahr. Die Auswahl unter ihren Puppen ist gar nicht so klein.“

Der Manager nickt verdrossen.

„Und wenn die Leute darauf bestehen, daß wir den Vertrag erfüllen oder die Konventionalstrafe bezahlen?“ fra^f er.

„oo . sagen Sie das meinen Elfem, und sie werden sich dann entscheiden' beschließt Knut.

(Rartwl-un > folgt)

Staatsabkommen der Länder

Hessens Beitrag zur deutschen Wissenschaft

in erster Lesun^a” Ausust. (Eigener Bericht.) In der 84. Plenarsitzung wurde der der , Gesetzese«twurf über ein Staatsabkommen der Län-Forschungseinrirht. UndeuS r,epublik über die'Finanzierung wissenschaftlicher spräche an den Jb 7» behande,t- Entwurf wurde nach ausgiebiger Ausnen Haushaltsausschuß überwiesen.

mfäVKult^8^ des Entwurfes macnte Kultusminister Dr Stein Angaben HBss“s ng Danach umfaßt das in Frage Staatsabkommen 53 wissenschaftliche Forschungseinrichtungen, von denen der Max-Planck-Gesellschaft 39 angeboren. 1949 haben die Länder Zuschüsse von 20,2 Millionen für die gesamten Institute geleistet. Für das Jahr 1950 sind 21,9 Millionen vorgesehen Im Jahre 1949 waren von dem Lande Hessen insgesamt 1,7 Millionen aufzubringen Davon sind den hessischen Instituten wieder 1 Million zugeflossen, so daß die tatsächliche Belastung des Landes 700 000 Mark betrug. Im Jahre 1950 werden die von dem Lande Hessen zu zahlenden Zuschüsse sich auf 2,1 Millionen belaufen. Hessen wird durch die in seinem Lande liegenden Institute 1,6 Millionen zurückerhalten, so daß nur noch zirka 500 000 Mark an andere Länder abzuführen sind.

Wenn die Organisationen der wissenschaftlichen Forschung darauf hinweisen, daß die Vereinigten Staaten von Nordamerika das Zehnfache wie Deutschland für Forschungsvorhaben ausgeben, so ist dazu zu sagen, daß die deutschen Gelder, die zusammengebracht werden, moralisch betrachtet mehr wiegen; denn sie sind buchstäblich den Etats abgerungen worden, die nicht einmal zur Stillung des größten sozialen Elends ausreichen. „Ich kann“, fuhr der Minister wörtlich fort, „aber nicht umhin, in diesem Zusammenhang auch darauf hinzuweisen, daß das Problem der wissenschaftlichen Forschung in Deutschland primär nicht finanzieller, sondern personeller Natur ist. Die Heranbildung eines leistungsfähigen wissenschaftlichen Nachwuchses ist ein noch durchaus ungelöstes Problem. Von 10 000 deutschen Dozenten in den Jahren 1933 bis 1950 sind über 6000 durch Tod, Emigration, Vertreibung, Verschleppung oder aus politischen Gründen als Forscher und Lehrer ausgeschieden. Nur knapp 4000 sind heute in ihrem Beruf tätig. Von diesen 4000 haben lediglich 1525 eine ungestörte Karriere von 1933 bis 1950 gemach^“

Verteilung der Staatskredite

H. G. R. Wiesbaden, 23. August. (Eigener Bericht.) Die kommunistische Fraktion des Landtags richtete eine interessante Anfrage an die Minister Hilpert und Wagner. Sie wollten Auskunft haben, ob die nötige Sorgfalt bei Verteilung der Staatskredite an Heimatvertriebene, politisch Verfolgte, Spätheimkehrer und Demontierte obgewaltet habe und sie wünschten nähere Auskunft über eine Anzahl konkreter Fälle.

Hilpert anwortete in der heutigen Landtagssitzung, die Regierung sei keine Hellseherin und habe keinen Röntgenblick. Die sachliche und menschliche Unzuverlässigkeit bei Kreditgebern und bei Kreditnehmern bestehe immer. Unter den 4500 Kreditnehmern in Hessen, die durch den Staat mit Staatskrediten oder Staatsbürgschaften gefördert worden seien, hätten sich Unverantwortliche befunden, übrigens nur ein kleiner Prozentsatz. Mit acht Millionen Mark an Staatsbürgschaften habe Hessen bisher 4500 Betriebe gefördert. Bei den Staatskrediten werde man wohl 2,2 Prozent abschreiben müssen, während von den Staatsbürgschaften bisher 2,5 Prozent in Anspruch genommen worden seien. Im übrigen habe der Rechnungshof die penible, fast pedantische Weise, wie die hessischen Kredite gewährt worden seien, sogar getadelt.

Betriebsrätegesetz verabschiedet

Erklärung Hilperts zu den Beschlagnahmungen

Wiesbaden, 23. August, (dpa) Ein Gesetz zur Aenderung des Urlaubsgesetzes wurde in der von der Regierung vorgeschlagenen Form in zweiter und dritter Lesung in der 84. Plenarsitzung des Hessischen Landtags einstimmig angenommen. Gegen die Stimmen der Kommunisten gelangte auch das Gesetz zur Aenderung des Betriebsrätegesetzes in dritter Lesung zur Annahme. Danach wird die Amtszeit der Betriebsräte in Hessen bis zum 31. Oktober 1951 verlängert.

Finanzminister Dr. Hilpert berichtete über die Bemühungen der Regierung, von der Besatzungsmacht beschlagnahmte Wohn- und Gewerberäume freizubekommen. Er erklärte, daß nichts unversucht gelassen werde, allen derartigen Anträgen zum Erfolg zu verhelfen. Bei der Besatzungsmacht stoße man allerdings im Grundsätzlichen auf Schwierigkeiten. Entschädigungsansprüche würden unterschiedlich behandelt, je nachdem, ob die beschlagnahmten Wohnungen von Armeetruppen oder Fliegertruppen benutzt werden.

Zwangs-Transport?

Nürnberg, 23. August, (dpa) Von 200 Insassen des „Valka-Lagers“ in Nürnberg, die in das sieben Kilometer von der Zonengrenze entfernte Lager Ibar bei Bebra abtransportiert werden sollten, haben sich 130 Nationaltschechen geweigert, an dem Transport teilzunehmen.

Wie der Regierungsbeauftragte für das Flüchtlingswesen in Ansbach mitteilte, ist beabsichtigt, den Nationaltschechen, die die Umsiedlung nach Hessen verweigert haben, die Verpflegung im „Valka-Lager“ zu sperren und ihren Aufenthalt in Nürnberg für illegal zu erklären. Damit soll der deutschen Polizei die Möglichkeit gegeben werden, wenn notwendig, die zwangsweise Umquartierung vorzunehmen.

Im „Valka-Lager“ Nürnberg befinden sich gegenwärtig etwa 2800 Ausländer, vor allem Tschechen und Slowaken. Insgesamt sind neunzehn Nationen vertreten, darunter auch zahlreiche Zigeuner. Bei den Transporten in den letzten Monaten sind über 700 Tschechen, die den Schutz der IRO genießen, nach Babenhausen (Hessen) umgesiedelt worden.

Priester ausgeschieden

Karl-Heinz Priester, Präsidiumsmitglied der National-Demokratischen- Reichs-Partei, ist am Dienstag aus der Partei ausgeschieden.

„Herr, Herr, höre des Landes Wort!“

Die Eröffnung des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Essen

K. H. H. Essen, 23. August. Auf der Eröffnungskundgebung des Deutschen Evangelischen Kirchentages am Mittwoch in Essen haben, in Gegenwart zahlreicher Gäste des In- und Auslandes, Bundespräsident Heuss, Bischof D. Dibelius (Berlin), Bundeskanzler Dr. Adenauer und der Präsident des Kirchentages, Dr. von Thadden-Trieglaff, gesprochen. Alle Ansprachen gipfelten in der heißen Hoiinung auf eine tiefgreifende innere Erneuerung des deutschen Volkes und in der Bitte an den Herrn der Geschicke, daß er diesem Beginnen seinen Segen schenken möge.

Nirgends ist in den Jahren nach dem Kriege in Deutschland vor einer großen Oeffentlichkeit in so ernster und mahnender Weise von diesem Anliegen gesprochen worden, in dem sich alle Deutschen, ohne Unterschied der Konfession und Parteien, einig sind. Der Bundespräsident schloß seine Rede, indem er den Rui des biblischen Propheten für unsere Zeit urnformte in das Gebet: „Herr, Herr, höre des Landes Wort!“

Um den in der deutschen Oeffentlichkeit in den letzten Wochen aufgetauchten Unklarheiten in Verständnis der Ziele des Evangelischen Kirchentages entgegenzutreten, gab der Präsident Dr. von Thadden-Trieglaff am Dienstag in einem ProJraP? eine Erklärung ab, die wie eine Proklamation wirkte: - « 1 • i- Cll-

„Wir sind keine kirchenpolitiscne que, keine neue Parteibildung im a spiel des Protestantismus, kein Bund de Entrechteten. Wir denken auch nicht .daran, eine Laienkirche im verfassungsmäßigen Kirche und * Aemtern zu gründen. Wir ^Vj^pkeit Laienglied der Kirche seine Zugehörigkeit zur Gemeinde wieder bewußt ■ wollen als Laien der Kirche dazu helfen daß sie die Türen und Tore zur Welt weit aüfmncht. Wir sind der Ueberzeugung, daß der Dienst des christlichen Laien eine politische Wirkung in siei schließt- Diese Wirkung liegt in der Realisierung christlichen Gehorsams im weltlichen Bereich.“

Letzte Telegramme

Feste Preise, feste Löhne

Bonn, 23. August, (dpa). Bundeskanzler Dr. Adenauer hat am Mittwoch vor der Presse in Bonn erklärt, die Bundesregierung werde alle Kraft daran setzen, daß das Lohn- und Preisgefüge nicht erschüttert werde und keine sozialen Spannungen entstünden. Die Lage auf den internationalen Rohstoffmärkten sei zwar geeignet, Preisschwankungen hervorzurufen, die Bundesregierung sei aber fest entschlossen, Preisschwankungen im Inneren nicht zuzulassen.

Die Regierung habe Maßnahmen getroffen, daß Brot- und Getreidepreise unverändert blieben. Wenn unvorherzusehende Schwankungen auf dem internationalen Rohstoffmarkt gewisse Lohnerhöhungen erforderlich machen sollten, dann müsse damit unbedingt eine Besserung des Loses der sozial Schwächeren verbunden sein.

Gisenbahnerstreik

in den Vereinigten Staaten

New York, 23. August, (dpa) Die amerikanischen Eisenbahner haben einen das ganze Land umfassenden Streik ausgerufen, der am kommenden Montag um sechs Uhr Ortszeit beginnen soll.

Nordkorea erkennt Genfer Konvention an

Neuyork, 23. August, (dpa) Nordkorea hat sich am Mittwoch bereit erklärt, die Genfer Konvention anzuerkennen und keine Rot-Kreuz-Stationen, Lazarettzüge und Lazarettschiffe anzugreifen. Diese Zusage erfolgte in einem Telegramm des nordkoreanischen Außenministers Pak hen nen an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Trygve Lie.

Wirtschaftsblatt

Günstiger Roheisenmarkt

b - Die Situation auf dem Roheisenmarkt steht gegenwärtig im Zeichen einer steigenden Konjunktur. Während noch zu Jahresbeginn an der Ruhr große Mengen Roheisen gelagert werden mußten und manche Werke eine Zweimonatsproduktion auf Vorrat hielten, ist heute infolge zunehmender Inlandsbestellungen und steigender Exporte die Gesamtproduktion praktisch ausverkauft. Bis 1949 war der Export mit einer Jahresquote von 72 000 Tonnen stark behindert. Aber bereits bis Ende Mai konnten Aufträge aus den Vereinigten Staaten in Höhe von 90 000 Tonnen hereingenommen werden. Dazu sind inzwischen weiterq 200 000 Tonnen gekommen.

Diese Geschäfte mit den Amerikanern wurden also zu mindestens zwei Dritteln vor Ausbruch des Koreakonfliktes getätigt. Damit entfallen auch gewisse Behauptungen, daß es sich um Rüstungslieferungen handele. Vielmehr sind diese Kontrakte als durchaus normale Ausfuhrgeschäfte anzusehen, da die Vereinigten Staaten auch schon vor dem Kriege eine Spitze von 150 000 bis 200 000 Tonnen Roheisen in Westeuropa deckten. Bei einer Jahresproduktion von etwa 120 Millionen Tonnen Roheisen spielen diese Mengen für den Vereinigten-Staaten-Markt natürlich nur eine untergeordnete Rolle.

Die westdeutschen Hütten legen großen Wert darauf, Amerika als Kunden zu behalten, zumal da der übrige Export verhältnismäßig gering ist. Er betrug bis Ende Mai nur 40 000 Tonnen. Seit Juni sind Aufträge auf weitere 55 000 Tonnen aus den nordischen Ländern, Italien, Belgien und Übersee eingegangen. Die Exporterlöse sind seit Mai um 2 bis 3 Dollar je Tonne gestiegen. Seit Ingangkommen der Konjunktur sind drei neue Hochöfen angeblasen worden. Es wird versucht, von den Amerikanern Mangan-Erze zu bekommen, um dafür’ im Veredlungsverfahren Ferro-Mangan nach den Vereinigten Staaten zu liefern. Ein solcher Abschluß soll bevorstehen.

Das Schrottproblem hat sich durch die bedenkliche Ausweitung der Schrottausfuhr weiter verschärft. Die Eisenindustrie sieht einen Monatsexport an Schrott in Höhe von 100 000 Tonnen als Höchstgrenze an. Sie dürfte heute wesentlich überschritten werden. Die eure Zeitlang viel erörterte Abschöpfung der Mehrerlöse im Auslandsgeschäft durch eine Ausgleichskasse ist bisher an rechtlichen Bedenken und der Uneinigkeit der Händler gescheitert.

Absatzkrise des Obst- und Gemüsehaues

Hi Der Deutsche Bauernverband hat die verantwortlichen Regierungsstellen in Bonn darauf hingewiesen, daß der deutsche Obst- und Gemüseanbau wegen des mangelnden Absatzes zur Ernteeinstellung gezwungen sein könnte, falls die Einfuhren auf diesem Gebiet in dem jetzigen Umfang aufrechterhalten würden. Der vor kurzem einstimmig gefaßte Beschluß des Bundestages, die Einfuhr von Lebensmitteln auf den sogenannten echten Bedarf zu beschränken, werde bei Obst und Gemüse mißachtet. Die Absatzkrise für deutsches Obst und deutsches Gemüse in der Haupterntezeit beruht nach Meinung der Bauernvertreter darauf, daß in den Handelsverträgen, insbesondere mit Italien, Frankreich, Holland und der Schweiz, Einfuhrmengen festgelegt worden seien, die in ihrer Auswirkung dem Ruin des deutschen Obst- und Gemüseanbaues gleichkommen müßten.

Die Arbeitsgemeinschaft Gartenbau (Erzeuger, Handel und Industrie) ■ hat einen Jahreshöchsteinfuhrbedarf von rund 191 000 Tonnen Gemüse, 280 000 Tonnen Obst und 331 000 Tonnen Südfrüchten festgestellt. Demgegenüber wurden in der Zeit vom 1. Juli 1949 bis 30. Juni 1950 allein rund 260 000 Tonnen Gemüse, rund 412 000 Tonnen Obst und rund 320 000 Tonnen Südfrüchte eingeführt. Diese Einfuhren seien der Grund, daß das deutsche Obst und Gemüse in großem Umfange unverkäuflich sei und sogar auf den Feldern verrotten müßte, während gleichzeitig die infolge des überreichen Angebots niedrigen Preise die Erntekosten kaum decken würden.

Umschwung am Konservenmarkt

Pbt. Die Absatzaussichten für Obst- und Gemüsekonserven haben sich in den letzten Monaten völlig gewandelt. Die Industrie wird die Konservenkampagne 1950 mit einem Produktionsergebnis beenden, das etwa 70 Prozent unter dem Durchschnitt liegt. Da gleichzeitig entgegen den Erwartungen auch in den Sommermonaten laufend Konserven abgesetzt wurden, wird für den kommenden Winter mit einer Konservenknappheit gerechnet. Diese überraschende • Entwicklung ist darauf zurückzuführen, daß die Konservenfabriken sich in der jetzt zu Ende gehenden Kampagne 1950 größte Zurückhaltung auferlegt haben. Die im April gegründete Auffanggesellschaft hatte noch im Juni alle Hersteller von Gemüse- und Obstkonserven aufgefordert, die Produktion soweit wie möglich zu begrenzen.

Der Verlauf der Kampagne 1950 wird zwar zu einer völligen Räumung der Bestände führen, hat jedoch die Liquiditätskrise der Betriebe noch erheblich verschärft. Der starke Produktionsrückgang führt dazu, daß vor allem die großen Betriebe ihre festen Kosten und ihre Kreditkosten nur mit größten Schwierigkeiten decken können. Auch wenn die Konserven knapp werden, stehen die größeren Firmen vor der Notwendigkeit einer Umschuldung. Es wird Aufgabe der Gläubiger, in erster Linie der Baiken, sein, den kreditwürdigen Konservenfabriken die Möglichkeit des Durchhaltens bis zum Beginn der Kampagne 1951 zu geben.

Höhere Selbstkosten im Kraftverkehr

Die Folgen der Prämienerhöhung in der Kraftfahrzeugversicherung

F.A.Z. Die Verkündung der Verordnung über die Aenderung des Einheitstarifes für Kraftfahrversicherungen hat im westdeutschen Verkehrsgewerbe starke Beunruhigung hervorgerufen, obwohl schon seit längerer Zeit der Inhalt der Verordnung bekannt war. Das Verkehrsgewerbe hatte bis zum letzten Augenblick geglaubt, daß das Bundeswirtschaftsministerium noch einmal Verhandlungen mit den Versicherungsgesellschaften und mit dem Verkehrsgewerbe führen würde, da die Gesellschaften bisher nicht ihre Gewinn- und Verlustrechnungen aus der Kraftfahrzeugversicherung offengelegt haben. Im Verkehrsgewerbe wird daher die Ansicht vertreten, die Gesellschaften wollten mit Hilfe der neuen Tarife ihre Verluste aus dem Kfz.-Geschäft von 1948 und 1949 nachträglich ausgleichen.

Das Verkehrsgewerbe wird, wie wir erfahren, alles versuchen, die Verordnung rückgängig zu machen. In Kürze wird der Präsident der Zentralarbeitsgemeinschaft des Verkehrsgewerbes, Geiger, mit Bundeswirtschaftsminister Professor Erhard persönlich darüber verhandeln. Außerdem sollen die Bemühungen des Fernverkehrsgewerbes, eine eigene Versicherungsgesellschaft auf genossenschaftlicher Basis aufzubauen, jetzt noch stärker vorangetrieben werden. Das Nahverkehrsgewerbe, das sich schon vor vielen Jahren einen eigenen Versicherungsverein geschaffen hat, glaubt, daß dieser Verein nunmehr als Gegenmaßnahme eine Gewinnausschüttung für 1950 vornehmen wird, x

Entgegen der Anordnung, daß der’ erhöhte Einheitstarif, der ab 23. August in Kraft tritt, auch auf laufende Verträge anzuwenden ist, weist das Gewerbe auf die kürzliche Entscheidung des Kölner Obergerichtes hin, wonach trotz der nunmehr erfolgten Verordnung diejenigen Versicherten nicht nachzahlungspflichtig sind, die vor dem 23. August ihre Prämien im voraus entrichtet haben. Erst die neu zu zahlenden Prämien müssen nach den erhöhten Sätzen entrichtet werden. Nach den Berechnungen des Güterverkehrsgewerbes werden die Selbstkosten im Fernverkehr durch die Prämienerhöhung um 6 Prozent steigen. Im Nahverkehr rechnet man mit einer Erhöhung der Selbstkosten um 3 bis 4 Prozent. Da der Selbstkostenindex der Fuhrunternehmer nahezu gleichmäßig bei 167 gegenüber 1938 liegt, der Tarifindex aber nur bei 132, ergibt sich zwangsläufig durch die erhöhten Selbstkosten eine Ausweitung der Schere zwischen Kosten und Einnahmen.

Die Renten-Aufwertung

dpa Die alliierte Bankenkommission hat sich über die Auslegung der strittigen Teile des Umstellungsgesetzes noch nicht geäußert, so daß noch nicht entschieden ist, in welchem Umstellungsverhältnis private Versicherungsrenten umgestellt werden müssen. Der Bundesfinanzminister hatte die Bank deutscher Länder gebeten, diese Frage bei der alliierten Bankenkommission klären zu lassen, da die Gerichte im Bundesgebiet die Bestimmungen über die Rentenaufwertung verschieden ausgelegt haben. Das Obergericht für das britische Besatzungsgebiet hat zum Beispiel entsprechend der Auffassung der Bundesregierung entschieden, daß diese Renten im Verhältnis 1:10 umgestellt werden müssen. Verschiedene Gerichte im amerikanischen Besatzungsgebiet und das Kammergericht in Berlin haben eine Umstellung 1:1 als recht anerkannt.

Es war insbesondere notwendig, diese Frage zu klären, weil im Bundestag ein Gesetz vorbereitet wird, das eine stufenweise Aufwertung der Renten je nach ihrer Höhe vorsieht. Ein solches Gesetz kann nur dann erlassen werden, wenn es eine Besserstellung bedeutet, wenn also die privaten Renten im Verhältnis 1:10 umgestellt sind. Grundsätzlich ist eine besondere alliierte Genehmigung dazu nicht notwendig.

Gelder für Restausfuhrzahlungen freigegeben

vwd. Die ECA-Verwaltung hat zur Regelung der Restausfuhrzahlungen den für den 31. März 1951 vorgesehenen Globalbetrag in Höhe von 54,5 Millionen DM bereits jetzt aus dem Gariosa-Sonderkonto freigegeben. Dieser Betrag ist auf ein Sonderkonto des Bundeswirtschaftsministeriums bei der Bank deutscher Länder übertragen worden. Mit der Ausgabe der Festsetzungsbescheide ist im Laufe des Monats September zu rechnen.

Amerikanische Investitionsangehote

Hi. Es liegen von amerikanischen Firmen Investitionsangebote an deutsche Firmen vor. Genannt werden die Firmen International Harvester Compagny. Neuyork und die American Viscouse Corporation. Beide Angebote sollen zusammen eine Höhe von 250 Millionen Dollar erreichen.

Billiges Fleisch aus USA

vwd. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat die Absicht, in Kürze größere Mengen Rindfleisch erster Qualität aus den USA zu importieren, das- den innerdeutschen Fleischmarkt entlasten und die steigenden Fleischpreise erheblich senken soll.

Tarifkündigungen halten an

NWDR. In Nordrhein-Westfalen wurde die Kündigung der Lohntarife in der chemischen Industrie beschlossen. In Niedersachsen hat die Gewerkschaft Oeffentliche Dienste, Transport und Verkehr die Tarifverträge mit dem Großhandelsverband Niedersachsen und mit der Vereinigung der Hauptumschlagbetriebe Hannover, Hildesheim, Osnabrück und Braunschweig gekündigt.

Besatzungsschädenausgleich

zer. Nach einer Mitteilung der alliierten Oberkommission soll durch ein alliiertes Gesetz über die Besatzungsschäden eine einheitliche Regelung. für das gesamte Bundesgebiet geschaffen werden. Dabei sollen auch die Schäden, die vor der Währungsumstellung eingetreten, aber erst später ausgeglichen worden sind, einen gerechten Schadensausgleich finden. Das Gesetz über die Besatzungsschäden, das vom alliierten Unterausschuß für Besatzungskosten im Entwurf bereits fertiggestellt ist, siieht vor, daß Sachverluste und Sachschäden aus der Zeit vor dem 21. Juni 1948 entsprechend den Bestimmungen des Umstellunggesetzes über die Währungsreform abgewertet werden. Jedoch werden die Geldentschädigungen für Unfälle, die den Tod oder eine dauernde Behinderung zur Folge hatten, nicht, abgewertet werden. Ferner werden nach der Neuregelung auch in der französischen Zone ab 1. August01945 entstandene Schäden berücksichtigt werden. In der französischen Zone wurden bisher nur Schäden ab 20. September 1945 anerkannt. Das Bundesfinanzministerium, das ebenfalls einen derartigen Gesetzentwurf in Angriff genommen hatte, hat seine Arbeiten eingestellt.

Guter Glaube im Handelsregister

R.L. Das Landgericht Hannover hat eine interessante Entscheidung zu der Frage des guten Glaubens im Handelsregister gefällt. Es handelt sich um folgenden Tatbestand: Zwischen zwei Gesellschaftern einer oHG besteht Gesamtvertretung, einer der beiden scheidet aus, ohne daß das Ausscheiden im Handelsregister eingetragen würde. Ein Dritter schließt mit dem verbleibenden Gesellschafter einen Vertrag und glaubt auch den ausgeschiedenen Gesellschafter in Anspruch nehmen zu können. Nach § 15 HGB kann eine eintragungspflichtige Tatsache einem Dritten nicht entgegengesetzt werden, solange sie nicht im Handelsregister eingetragen ist.•'Sowohl das Ausscheiden des Gesellschafters als das Erlöschen der Gesamtvertretung, das mit dem Ausscheiden des Gesellschafters zusammenfällt, bedarf der Eintragung. Nach Ansicht des Landgerichtes Hannover ist es nicht angängig, daß der Dritte sich nur auf die unterbliebenen Eintragungen beruft, die für ihn günstig sind. Er muß sich vielmehr so behandeln lassen wie die Rechtslage nach den gesamten Eintragungen im Handelsregister im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses war. Da zu diesem Zeitpunkt die Gesamtvertretung noch eingetragen war, wäre der Vertrag mit dem Dritten von beiden Gesellschaftern abzuschließen gewesen.

Stahlversorgung bhesprochen

vwd Vertreter der eisenschaffenden und eisenverarbeitenden Industrie forderten auf einer gemeinsamen Sitzung in Düsseldorf eine Erhöhung der Rohstahlquote, damit neben der notwendigen Inlandversorgung der erhöhte Exportbedarf der verarbeitenden Industrie gedeckt werden kann. Vor allem wurde auch die Versorgung mit Eisen- und Stahlmaterial und die durch die Verlängerung der Lieferfristen entstandenen Schwierigkeiten besprochen. Zwischen der eisenschaffenden und der eisenverarbeitenden Industrie wurde eine enge Zusammenarbeit vereinbart, um Spekulationsbestellungen zu vermeiden.

Neue Filme in Darmstadt

DES LEBENS ÜBERFLUSS


Mit diesem Film kommt einer der hervorragendsten deutschen Nachkriegsfilme nach Darmstadt, der bei seiner Uraufführung größte Anerkennung bei Publikum und Presse fand. Das Ausland sieht in „Des Lebens Ueberfluß“ ein Werk, das mit zu den Spitzenleistungen des internationalen Filmschaffens gehört. Trotzdem konnten sich zahlreiche deutsche Lichtspieltheater nicht dazu entschließen, diesen Film in ihr Programm aufzunehmen, (Dazu unser Artikel im D. T. vom 3. 8. 50 „Gute Filme — nicht gefragt“) hauptsächlich deshalb, weil Liebeneiner für die Hauptrollen völlig neue Darsteller heranzog und die üblichen zugkräftigen Namen bekannter Filmschauspieler für die althergebrachte Reklame fehlten. Wenn nun das Thalia-Theater trotzdem ab morgen diesen Film zeigen wird, so ist darin das dankenswerte Bestreben zu erkennen, dem Darmstädter Publikum wertvolle Filme nicht vorzuenthalten.
Mit diesem Film kommt einer der hervorragendsten deutschen Nachkriegsfilme nach Darmstadt, der bei seiner Uraufführung größte Anerkennung bei Publikum und Presse fand. Das Ausland sieht in „Des Lebens Ueberfluß“ ein Werk, das mit zu den Spitzenleistungen des internationalen Filmschaffens gehört. Trotzdem konnten sich zahlreiche deutsche Lichtspieltheater nicht dazu entschließen, diesen Film in ihr Programm aufzunehmen, (Dazu unser Artikel im D. T. vom 3. 8. 50 „Gute Filme — nicht gefragt“) hauptsächlich deshalb, weil Liebeneiner für die Hauptrollen völlig neue Darsteller heranzog und die üblichen zugkräftigen Namen bekannter Filmschauspieler für die althergebrachte Reklame fehlten. Wenn nun das Thalia-Theater trotzdem ab morgen diesen Film zeigen wird, so ist darin das dankenswerte Bestreben zu erkennen, dem Darmstädter Publikum wertvolle Filme nicht vorzuenthalten.

„Des Lebens Ueberfluß“

LIEBENEINERS FILM EIN ERFOLG DEUTSCHEN FILMSCHAFFENS

Ein "ungewöhnliches Filmthema, dieser reue Realfilm der Giula- Trebitsch-Produktion unter Wolfgang Liebeneiners Regie. „Des Lebens Ueberfluß“ — das sind diesmal nicht die sonst im Film so häufigen Luxuswohnungen oder Bars,- nicht die Paläste und rauschenden Feste. Nein — Liebeneiner sieht gemeinsam mit seinem Drehbuchautor Arthur A. Kuhnert den Ueberfluß des Lebens ganz anders: Es ist der Ueberfluß, den das Herz ausströmt, das Herz, das „ja“ zum Leben sagt und es überall schön findet, selbst dort, wo es nach außen hin ärmlich, bescheiden, primitiv aussieht, so aussieht, wie unser Leben heute so oft ist

Man muß dieses Leben, das ist die Weisheit Arthur A. Kuhnerts, der sich von dem Romantiker Ludwig Tieck zu diesem Filmstoff anregen ließ, nur richtig sehen. Man muß seine guten Seiten erkennen. Man muß mit ihm fertig werden. Daher ist es kein ernster Film, den Liebeneiner hier drehte. Es ist ein Film der lächelnden Herzen, die selbst in der Misere unseres grauen Alltags nicht verzagten. Ein Film der jungen Menschen und der ewig jung Gebliebenen also.

So ist es nur folgerichtig, wenn Liebeneiner hier Nachwuchsspieler einsetzte, neue, junge Gesichter. Keine nach der Schablone geformten Herzensbrecher, sondern Menschen, die in sieh „Des Lebens Ueberfluß“ auch spüren. Kein Wunder, daß es ein ideales Arbeiten war, eine Athmosphäre. die sich allen Beteiligten mitteilte. Und deshalb hoffen alle, die diesen Film drehten, daß auch die Kinobesucher etwas von dieser herzlichen Frische fühlen mögen, daß sie aus der liebenswerten Handlung eine kleine Lehre mit nach Hause nehmen möchten, damit auch sie gerade heute „Des Lebens Ueberfluß“ erkennen.

Darüber hinaus kommt diesem Filmwerk noch besondere Bedeutung zu: Die Lage der deutschen Filmindustrie machte es nach dem völligen Zusammenbruch des Jahres 1945 notwendig, mit bescheidenen Mitteln und möglichster wirtschaftlicher Sicherheit zu arbeiten. Schließlich ist die Filmwirtschaft eine Industrie, in der die Zahl, die Rentabilität neben dem Avantgardismus stehen muß. Die „freie Hand“, die bei „Des Lebens Ueberfluß“ Regisseur und Autor von Seiten der Produktion gelassen wurde, kam dem Filmnachwuchs zugute. Junge Talente, neue Gesichter kamen unter Verzicht auf bekannte Starnamen vor die Kamera. Der Erfolg bewies, daß eine Ueberalterung der deutschen Filmschaffenden, wie sie so oft als Gefahr angezeigt wird, nicht zu befürchten ist.

Als Regisseur bleibt Wolfgang Liebeneiner nie im Schema stecken. Von seinen drei letzten Filmen ist jeder vom anderen grundverschieden. Der ernste Zeitproblemfilm „Liebe 47“ nach Borcherts erschütternder Dichtung, dann die ausgelassene Komödie „Meine Nichte Susanne“ im Kostüm der Jahrhundertwende und nun der Gegenwartsfilm vom „Ueberfluß des Lebens“, dem Alltag, ein Film voll Zeitnähe und echtem Humor. Liebeneiner ist ein Mann, der den Film als Kunst ernst nimmt, ohne dabei ein Fanatiker zu sein. Er kennt die künstlerischen Möglichkeiten wie die finanziellen Grenzen, die dem Film gesetzt sind. Ein Mann, der mit wahrer Liebe dem Film gehört, der seine Regie minutiös vorbereitet und doch die Eingebung des Augenblicks spürt. So konnte unter seiner Regie der Film „Des Lebens Ueberfluß“ entstehen, der im In- und Aukland als eine Spitzenleistung des deutschen Filmschaffens begrüßt wurde.

Die elften internationalen Filmfest¬ spiele in Venedig wurden am Sonntag in Anwesenheit zahlreicher Prominenter aus Politik, Kunst und Wissenschaft mit Walt Disneys „Aschenbrödel“ eröffnet. Bei den 44 Spielfilmen ist Frankreich mit 10, am stärksten vertreten. Es folgen Amerika, England, Italien, Mexiko, Deutschland, Schweden, Spanien, Israel, Oesterreich, Argentinien und Indien.

Mit insgesamt 60 Filmen kann nach dem augenblicklichen Stand der Filmproduktion im Bundesgebiet und in West-Berlin für das Jahr 1950 gerechnet werden.

Die Kurbel

Eckart von Naso, der bekannte Schriftsteller und Drehbuchautor, hat nach Motiven des Farbfilms der RKO „Johanna von Orleans“ eine Novelle „Bericht vom wunderbaren Leben und Sterben der Johanna d’arc“ geschrieben, die zur deutschen Erstaufführung des Films erscheinen wird.

King - Kong ist der „Superstar“ des Films „Panik um King-Kong“, ist ein Gorilla, der seine blonde Herrin mit dem kleinen Finger aufheben, Gitterstäbe wie Stricknadeln auseinanderbiegen kann und dem trotz allem ein warmes Herz in der zottigen Brust schlägt.

Paul Robeson, der große amerikanische Negersänger, der wegen seiner kommunistischen Propaganda in letzter Zeit sehr umstritten war, wird demnächst in Deutschland mit „Bosambo“, einem seiner schönsten Filme, auf der Leinwand zu sehen sein.

Lana und die Maus

Bei den Dreharbeiten für den MGM-Film „Taifun“ mußte Lana Turner zusammen mit Van Heflin eine Erdbebenszene durchstehen. Beide sollten während dieser Naturkatastrophe entsetzliche Angst ausdrücken. Der Regisseur gab folgende Einleitung: „Ihr werdet einen kleinen Schock erleben, aber er wird euch bestimmt nicht allzusehr beeindrucken. Lana braucht nicht zu schreien, wenn ihr nicht danach zu Mute ist. Aber wenn ich Signal gebe, soll sie wenigstens den Mund weit aufreißen!“ Die Aufnahme lief an. Und dann gab der Regisseur das Zeichen. Lana, die die ganze Zeit mit angstverzerrtem Gesicht krampfhaft die Lippen aufeinander gepreßt hatte, reißt den Mund auf und schreit plötzlich, daß es allen Anwesenden durch Mark und Bein geht.

Nach der Szene schüttelt der Regisseur Lana dankbar die Hand. Aber sie ist noch ganz aufgeregt. Zornig zeigt sie auf ihren Partner: „Ihr Glückwunsch muß Van gelten. Kurz nachdem die Aufnahme begonnen hatte, flüsterte er mir plötzlich zu: Du, Lana, verdammt, zwischen all deinen vielen Unterröcken krabbelt eine Maus. Ich habe sie eben gesehen. Von diesem Augenblick an habe ich stärker gezittert als die Szenenwände beim Atelierbeben. Und als mich ein kleiner Stein am Knie traf, da habe ich nur eins gedacht: Die Maus! — und habe geschrien wie noch nie.“

Hinter der Fassade ausgelassenen Frohsinns, der von der Gesellschaft, die im Turf-Hotel den „großen Preis“ vorfeiert, zur Schau getragen wird, verbirgt sich irgend ein Geheimnis. Irgendwo tackt geheimnisvoll ein Morseapparat; ein Oberkellner kommt hinter allerlei dunkle Machenschaften. Deshalb soll er „verschwinden“. Um 0.15 Uhr soll das geschehen, im Zimmer 9. In den Hauptrollen Cornell Borchers und Peter Pasetti. Im Belida.

Sie wären vollkommen, wenn . ..

sie nur Sterne am Filmhimmel Hollywoods wären und nicht eben Lebewesen mit kleinen Schwächen und Eigenheiten, die sie uns menschlich jedoch näher bringen.'

Errol Flynn — der Prototyp des Don Juan, nicht nur im Film, sondern auch im Leben, ist einer der bestaussehenden Männer Hollywoods. Seine Anzüge stammen von erstklassigen Schneidern. Er wäre vollkommen, wenn ... er nicht unbedingt darauf bestehen würde, rote Socken zum Smoking zu tragen.

Joan Crawford ist nicht nur eine ausgezeichnete Schauspielerin, sondern auch eine gute Hausfrau und vorbildliche Pflegemutter ihrer vier Adoptivkinder, die sie umsorgt und liebt, als wären es ihre eigenen. Sie wäre wirklich vollkommen wenn ... sie nicht eine unglückliche Liebe zur Strickarbeit hätte. Ihre Freunde leiden schwer darunter, denn sie beschenkt alle mit selbstgestrickten Socken, Pullovern und Westen, und um Joan nicht zu kränken, fühlt man sich verpflichtet, sie auch zu tragen.

Patricia Neal, jung, hübsch, beliebt bei den Kollegen, großzügig, gastfrei, ohne kostspielige Steckenpferde wäre sie vollkommen, wenn... sie nicht die Angewohnheit hätte, stundenlange Ferngespräche zu führen und, wie sie selbst eingesteht, hierfür das Geld mit vollen Händen aus dem Fenster wirft.

Ein Dokumentarfilm über Honore de Balzac ist jetzt in Paris fertiggestellt worden. Der Film, der Leben und Werk des vor hundert Jahren verstorbenen Schriftstellers schildert, wird im September anlaufen.


0.15 UHR, ZIMMER 9
0.15 UHR, ZIMMER 9

DT Film-Forum

„Himmel“ und „Hölle”

Der Abstand vom Himmel zur Hölle ist eigentlich doch recht groß, letzthin können wir uns ja gar keine größeren Gegensätze denken, und also sollte auch von himmlischen Walzern zu höllischer Liebe keine Brücke führen; aber wenn eine Schauspielerin und Sängerin so jung und talentiert ist wie Elfie Mayerhofer, und wenn sie ihre Koloraturen so herausperlen lassen kann, dann kann sie wohl den Sprung vom Himmel in die Hölle wagen . . . (wenigstens im Film). Von Elfie Mayerhofers Gesang ist man jedenfalls in beiden Bezirken begeistert!

Wer ist sie eigentlich? Wo stammt sie her? Als sie an der Bayerischen Staatsoper Erfolge feierte, hieß es, sie sei ein echtes Münchner Kindl; dann erzählte man, sie sei die Tochter eines höheren österreichischen Offiziers und in Graz beheimatet. In Wirklichkeit ist sie, als Kind österreichischer Eltern, in Marburg an der Drau aufgewachsen, also im heutigen Jugoslawien. Schon als kleines Mädel war sie außerordentlich talentiert, sie stand schon mit 6 Jahren in Märchen spielen auf der Bühne, beherrschte schon als Kind drei slawische Sprachen, dazu deutsch und französisch, sang in Kirchenkonzerten Soli und wirkte in Oratorien mit, gab, 10 Jahre alt, erste Klavierkonzerte und setzte sich dann, um den Radius ihres künstlerischen Könnens recht weit zu spannen, an die Jazzband . . . Das ist denn doch wirklich allerhand Können auf einmal, und selbstverständlich brach sich solch eine eminente Begabung Bahn zum Film.

In den Jahren, die zwischen ihrem ersten Auftreten und ihrem Start bei der Ufa lagen, ist sie schon in einer Reihe von Konzerten hervorgetreten, als Cherubim in Figaros Hochzeit, als Adele in der Fledermaus, als Butterfly, als Gilda, Traviata, und so ausgebildet und vorbereitet hat sie dann auf die Filmrolle gewartet, in der sie endlich einmal ihr ganzes Können unter Beweis stellen könnte. Sie hat manche Gelegenheit gefunden, zu zeigen, was sie kann: im „Himmelblauen Abendkleid“, in „Meine Frau Therese“, weiterhin in dem Film „Lied der Nachtigall“, in dem Buntfilm „Das kleine Hofkonzert“ konnte sie sich großartig entfalten. Und dann kamen die beiden blendenden Rollen in den seltsam gegensätzlichen Filmen: „Der himmlische Walzer“ und — krasser Gegensatz „Höllische Liebe“. Erwähnen wir noch die Filme: „Geliebter Lügner“ und „Küssen ist keine Sünd“. Es ist schon ein ganz schönes Erfolgsrepertoire, das sie damit vorweisen kann.

Einen solchen ungewöhnlichen, jäh am Bühnen- und Filmhimmel aufsteigenden Stern, der zu so hohen Hoffnungen berechtigt, ließ Hollywood natürlich nicht unbeachtet . . . und nur der Krieg verhinderte ein Engagement Elfie Mayerhofers nach drüben. Jetzt, nach so langer erzwungener Pause, hat sich der amerikanische Film abermals bei ihr gemeldet, und nun wird es sich entscheiden, ob ihr Weg sie nach drüben führt oder ob sie weiterhin im deutschen Film mitemporsteigen wird. Daß ein solches durchschlagend starkes Naturtalent, noch dazu nach so gewissenhafter Schulung, außerdem nach so sensationellen schönen Erfolgen seinen Weg hier und da in gleicher Weise machen wird, das ist sicher, denn gerade große Koloratursängerinnen sind weiß Gott nicht dick gesät! Daß wir aber uns wünschen, sie möge uns und dem wiedererstandenen deutschen Film noch lange erhalten bleiben, das ist ein, angesichts solcher Künstlerin, nur zu verständlicher Wunsch. Denn es ist beglückend, mitzuerleben, wie eine große Künstlerin wird ... im Heimatland, da sie ihre ersten Schritte tat.


ELFIE MAYERHOFER
ELFIE MAYERHOFER

(Foto: Czilfra-Schorcht-Film)
(Foto: Czilfra-Schorcht-Film)

FLÜCHTIG


In der .. dischen Grenze, in einer weltverlassenen Siedlung spielt sich das dramatische Schicksal eines Mannes ab, der, auf der Jagd nach dem Glück, von unerbittlichen Verfolgern gehetzt und von hilfreichen Freunden beschützt wird. Es ist ein Film aus der Welt der Pelzjäger und Schmuggler, der den Kampf eines unschuldig Verurteilten um Recht, Freiheit und Liebe zum Inhalt hat. Im Palast.
In der .. dischen Grenze, in einer weltverlassenen Siedlung spielt sich das dramatische Schicksal eines Mannes ab, der, auf der Jagd nach dem Glück, von unerbittlichen Verfolgern gehetzt und von hilfreichen Freunden beschützt wird. Es ist ein Film aus der Welt der Pelzjäger und Schmuggler, der den Kampf eines unschuldig Verurteilten um Recht, Freiheit und Liebe zum Inhalt hat. Im Palast.

1001 NACHT


In 1001 Nächten erzählte Scheherazade ihre Märchen, darunter auch das von dem armen Aladin, der die Wunderlampe findet und die Prinzessin Armina liebt, deren Vater Kalif in Bagdad ist. Wer kennt sie nicht; diese alten Märchen aus dem Orient mit ihrem geheimnisvollen Zauber, der das Fernweh entfacht? Der Columbia-Film bringt die Geschichte von Aladin in einem Farbfilm. Im Union.
In 1001 Nächten erzählte Scheherazade ihre Märchen, darunter auch das von dem armen Aladin, der die Wunderlampe findet und die Prinzessin Armina liebt, deren Vater Kalif in Bagdad ist. Wer kennt sie nicht; diese alten Märchen aus dem Orient mit ihrem geheimnisvollen Zauber, der das Fernweh entfacht? Der Columbia-Film bringt die Geschichte von Aladin in einem Farbfilm. Im Union.

COWBOYVS


Wieder einmal einer aus der Abenteurerkiste. Cowboys im Wilden Westen, Gangster an der Grenze, ein Dynamitanschlag auf die Erzgruben von Monument-City, Kämpfe und geklaute Lohngelder ein zünftiger Mordanschlag auf eine hübsche Schauspielerin — kurz-Abenteuer am laufenden Band, bei denen schwere Colts und schwere Jungens eine wesentliche Rolle spielen. Im Hansa
Wieder einmal einer aus der Abenteurerkiste. Cowboys im Wilden Westen, Gangster an der Grenze, ein Dynamitanschlag auf die Erzgruben von Monument-City, Kämpfe und geklaute Lohngelder ein zünftiger Mordanschlag auf eine hübsche Schauspielerin — kurz-Abenteuer am laufenden Band, bei denen schwere Colts und schwere Jungens eine wesentliche Rolle spielen. Im Hansa

Darmstadt und Umgebung

E Schmuckkästche?

' v^. Skhpoitler unn Sch portbegeisterte!

was vu^mir^a^d^H^®11' Gedanke, emol unn zwoar wiln dle Zeiaun§ zu gewwe, platzz b?nimmt UHem Schport" schmeiß! d2ü nn was mer hie-Mensche druf^oaX SieM’ d3ß

CTeie° Man^P^‘°ße Schpiel »Ess-Vau 98“ £ku±mn-ISSnjCder uff soi pechdem Siech“vun de ^t^031, ^'°ß nOCh lhr/-a he^dolij^h^wwe n°Ch'

SportkuHA « eP Ufflag hawwe die Kai die Pr°Sramme uffem unn kaPuttgeschmissene Bier-Schtre^hh^^133^ hunnerdfach. Vun Sr n? Z' ^nd ZiSareddeschachtele Cnt«? 1 die woarn unzählbar! Gutsei- und Srlwerbabier. Biern- und ^PPekro^ze, oogebissene Domate unn Wnrri'?^5'^85'311 forn Dreck- Mit aam SmJf6?vW°tave Blld des Jammers! Die Schnuffelkaut hinnerm Siedbahnhof kann net schlimmer ausseje! Muß des soi’ Is es übedingt nodwendich, daß jeder Besucher soi Visiddekadd doläßt? Mer kriggt de Glaawe an die Menschheit genumme. Uff deitsch gesacht: Es is e Sauerei! Es liggt mer fern, erchend jemand zu noh zu trete! Aber helft all mit. daß nechstens so was unnerbleibt!

Dann is do noch e Kategorie vun Zuschauer. die haase bei uns „Nervebindel“. Wo die gehockt oder gestanne hawwe, do find mer die Zeidunge, die Programme, die Eitrittskadd. de Elektrischefahrschei unn was se sonst noch Zerreißbares bei sich hawwe in dausend Schnippeicher uff de Erd lieje, „vor lauder Nerve“. Ich glaab for die unn ihr Gesundheit wers besser, wann se ihr Wocheend innere Kaldwasserheilanschtald verbringe, anstatt bei eme Fußballschpiel!

Um emol aus de Schul zu plaudern: Es gibt aach noch werkliche Fußballindressende. Von dene hot mich letzt aaner gefragt: „Sache se mal, hawwe newe de 98er aach die Bier-, die Coca-Cola-, die Stangeeisvrrkaafer unn die Bauchladeakrobade en Rekord uffgestellt. weil die aam dauernd vor de Aache rumgmennt sinn?“

Unn wers net aach ogebracht, daß mer e Kinnerkarussell uffschtelle dhet, for die. wo ihr Stoarn mitnemme misse, damit se uff de Schportplatzz derfe.

Unn noch en „Lukas“, damit die Fanatiker, wo die Flasche kaputtschmeise, ihr Wut an dem Lukas auslosse kenne.

Ja, ihr Leit, mer kriggt was zu hern! Ich will mich weiters net in Aanzelheite verzettele unn gebb mich de äahgenehme Hoffnung hie, daß die Zeile bei dem aane oder annere doch dezu beitrage, daß des „Schmuckkästche“ kaan „Dreckkaste“ werd!

Unn die Warenhausbesitzer, wo ihr Schtändscher vorem Plazz unn im Plazz uffschtelle, mecht ich uff diesem Weg heeflichst bitte, ihr Leer- und Verpakkungsmaterjal mitzunemme, sunst muß ich des dene es nechstemol per Nochnahm zuschicke!

August Kämmer, Hochschulsportfeld

„Death is so permaneut“

„Kurz ist das Leben, aber der Tod währet ewiglich“ heißt dieses ins Deutsche übertragene Sprichwort, mit dem sich Kommissar Kaltwasser bei den Prüflingen der „kleinen Klasse“ gestern im Landratsgebäude einführte. Der Kommissar faßte sich in seinen weiteren Ausführungen relativ kurz. Er überließ es Obermeister Fröhlich, die Prüflinge zu belehren. Eine anschauliche Metalltäfel mit Fahrzeugen aller Art, einschließlich Verkehrs-Schupo, Leuchtampel und Radfahrer — durch Magnet auch in senkrechter Stellung festgehalten — erleichterten das Demonstrieren pflichtgemäßer Fahrweise nebst den vielfachen Unfallmöglichkeiten. Der berühmte (und berüchtigte) Gummiparagraph 1 der Straßenverkehrsordnung von 1937 nahm mit seinem wichtigsten Teil: „. . . jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, daß ein anderer nicht mehr als nach den Umständen erforderlich, gefährdet oder belästigt wird . . .“ längere Zeit in Anspruch. Schlicht gesagt heißt das: in fast jedem Unglücksfall t^egt man die Mitschuld. Das entspricht auch der Tatsache, denn man bedenkt, daß in den letzten Monaten 130 Unfälle — davon acht mit tödlichem Ausgang, und zwar nur innerhalb der Straßenbegrenzung Frankfurt-Viernheim — zu verzeichnen waren, sind die ebenso pflichtgemäßen wie gut gemeinten Ermahnungen der belehrenden Beamten von entscheidender Wichtigkeit für den zukünftigen Teilnehmer im Straßenverkehr.

Die Exekutive hat es nicht leicht. Herr Kaltwasser wurde selbst schwer durch ein sich in schroffer Form verkehrswidrig verhaltendes Fahrzeug verletzt und mußte mehrere Wochen im Krankenhaus zubringen. Außerdem brummte dem Wagen, der doch wirklich liebenswürdigen „weißen Mäuse“ während der Aufnahme eines Unfalles auf der Autobahn ein „motorisierter Mitbruder“ in das Rücklicht.

Das Thema berechtigter oder vorhandener Popularität sollte öfters angeschnitten werden. Die Gendarmerie besteht nicht aus ungehobelten Menschen. Die Zahl der Beamten, die nach 1945 von randalierenden oder ‘räubernden ausländischen Mitbürgern verletzt oder getötet wurden, ist sehr hoch. Uebrigens darf man unter gar keinen Umständen nach einem Unfall ausreißen. Fahrerflucht wird hoch bestraft. Ich wäre auch beinahe getürmt, als mich beim Eintritt in den Unterrichtsraum ein junger Mann fragte: „Du bist wohl schon mit deiner Klamotte gekommen?“ Ich hatte ein schlechtes Gewissen, da mein Rücklicht nur bei Westwind funktioniert.

Im Gefolge einer freundlichen Einladung — mit Brause — im Zimmer des Chefs gab es noch eine Unterhaltung über das Publikum und die Polizei gleich interessierende Fragen. Die Prüflinge wurden übrigens bald entlassen, da ja der faktische Verlauf erst am Samstag beginnt.

Würden Sie, lieber Leser, noch einmal negative Sätze über die „grünen Landjäger“ prägen, wenn Sie von dem Kreiskommissar in liebenswürdigster Form zur Nach-Hause-Fahrt eingeladen würdeh? ng

Puzzlespiel am Cbertplatz

Zum Schauplatz eines heftigen Plakatkrieges ist eine Anschlagtafel der KPD auf dem Friedrich-Ebert-Platz geworden. Seit geraumer Zeit klebten dort Aufrufe zum sogenannten „Treffen der Hunderttausend“ am 1. Oktober in Dortmund, das inzwischen von deutschen Behörden verboten worden ist. Mit einem Taschenmesser entfernte vor einigen Tagen ein Polizeibeamter diese Plakate von der Anschlagtafel. Am nächsten morgen klebten an der gleichen Stelle vier neue Plakate gleichen Inhalts. Wenige Stunden später entfernte sie ein Polizeibeamter in Zivil mit dem Erfolg, daß gestern morgen abermals die gleichen Schriften wiederum angeschlagen waren. Gestern nachmittag hatte man sie wieder unkenntlich gemacht. Die Bewohner der Umgebung schütteln lächelnd die Köpfe über dieses, wie sie sagen, nette Puzzlespiel. ys.

Sportplatzbau für SV 98

beginnt in Kürze

Die gestrigen Verhandlungen von Dr. Grünewald, dem 1. Vorsitzenden des SV 98, mit dem stellvertretenden Standortkommandeur von Darmstadt, Colonel Smith, ergaben die Aussicht, daß in Kürze mit den Arbeiten zum neuen Sportplatz für den SV 98 begonnen werden kann. Die Amerikaner erklärten sich bereit, den bisher beschlagnahmten Sportplatz des SV 98 in dem Augenblick freizugeben, in dem sie die Gewißheit haben, sich ein eigenes Baseballfeld neben der Ernst-Ludwig-Kaserne in der Eschollbrücker Straße erbauen zu können. Zu diesem Zweck muß die Stadt einen Geländetausch vornehmen, um den Amerikanern das benötigte Geländestück zur Verfügung stellen zu können. Die Arbeiten drängen zeitlich, da es notwendig ist, bis spätestens Mitte September den Rasen auf dem Sportplatz des SV 98 zur Benutzung im nächsten Jahre einzusäen. Es wird nun Angelegenheit des Magistrats sein, in kurzer Zeit den Amerikanern eine verbindliche Zusage zur Ueberlassung des von ihnen geforderten Geländes in der Nähe der Eschollbrücker Straße zu geben. xa

Geplante Sportplatzanlage für den SV 98

Einen neuen „Eispalast“ eröffnete am Mittwoch in der Luisenstraße die Familie Soravia. Schon vor dem Krieg hatte ein Verwandter der Besitzer ein Obstgeschäft in Darmstadt. Das Hauptgeschäft der italienischen Familie befindet sich in Heidelberg. Der Darmstädter „Eispalast“, der im Winter als Getränkehalle und Cafe mit eigener Konditorei dienen soll, hat Sitzplätze für 100 Personen.

Ein durchgegangener Ochse versuchte am Mittwochmorgen in der Gräfenhäuser Straße ein Milchauto an der Weiterfahrt zu hindern. Mit vieler Mühe gelang es einigen Kraftfahrern, das Tier zu besänftigen, so daß der Milchwagen seine Weiterfahrt fortsetzen konnte. -st.

Renten zahlt die Post für September 1950 am Mittwoch, dem 30. und Donnerstag, dem 31. August in der Zeit von 8 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr bei dem früheren Postamt in der Rheinstraße. DT

Zum Dürkheimer Wurstmarkt will die Bundesbahn von Darmstadt aus am 10. September einen „Samba-Expreß“ laufen lassen. DT


v^fhninu’rwaltung, nach dem die Sportplatzanlage des Sport-Der Plan der ...prlApn soll sieht vor, auf dem Gelände zwischen dem Hoch¬ "ereins 98 ausgefuhr , Tennis- und Eisklubs eine Arena aufzuschütten, die ■hulstadion und enthält außer der Spielfläche eine Laufbahn und 30 000 Zuschauer fa!,s 7Hr Leichtathletik. Eine überdachte Tribüne, die im unteren die notwendigen Anlag r äteräume aufnimmt, grenzt das Sportfeld von dem Vor-Teil die Umkleide- u der_Ramstädter Straße erstrecken wird, ab. Für den reiplatz, der sich bis . der Besucher ist durch ausreichende Verkehrsraume, bungslosen Zu- und aesorgt. Ein Fahnenturm wird die Bedeutung der Parkplatze und Kassen g g]imen auch ^r Spiele von internationalem Rang ab-Stätte, die einen vorzugl die hervOrragend in die Landschaft eingegliedert ist, geben wird, betonen. D pr,i brechenden Anlagen anderer Städte treten können, wird ebenbürtig ^^die Pinen neuen Anziehungspunkt erhalten und durch eine vor-Darmstadt wird damit einenne , uMiirh» Cnnrlnlatzanlage bereichert bildliche ^PoriP Mndeu der Platzanlage zeigt die zukünftige Ansicht von Das oben abgebddete Modell ae die Nieder-Ramstädter Straße. Nordosten aus. Rechts hi Modellausführung: Werner A. Hinz
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Arbeit am alten Marstall

Wir glaubten zuerst, daß man die Mauern des Alten Marstalles an der Ecke der Zeughausstraße zum Friedensplatz sprengen wolle, denn in 30 cm Abstand war knapp über dem Erdboden Loch neben Loch in die massive Rauhsteinmauer gebohrt. Bei näherem Zusehen konnten wir aber feststellen, daß in jedes Loch eine dünne Tonröhre einzementiert wurde und wir erfuhren von den beiden Arbeitern der Spezialfirma Ludwig Graner in Klein-Krotzenburg am Main, daß diese Maßnahme dazu diene, die Bodennässe von den oberen Teilen des Mauerwerkes abzuhalten. Bei modernen Bauten erfüllt man diesen Zweck durch das Zwischenlegen einer speziellen Isolierschicht. Da nun bei Erhalt der brauchbaren oberen Mauerteile dieser alte Marstall zu einem Büro- und Wohnhaus wieder aufgebaut werden soll, war diese Isoliermaßnahme notwendig. Im Innern des massiven Baues waren Arbeiter damit beschäftigt, die Trümmer zu beseitigen, um die Vorarbeiten zum Wiederaufbau zu ermöglichen. DT

Fahrer übermüdet

Autobahnunfall

Am Dienstagmorgen um 7 Uhr irrte ein auf der Fahrt von Darmstadt nach Mannheim auf der Autobahn befindlicher Lastzug von der Fahrbahn ab, überschlug sich einmal und fuhr die Böschung hinunter. Fahrzeuge und Ladung wurden schwer beschädigt, die beiden Fahrer leicht verletzt. Die polizeilichen Ermittlungen lassen vermuten, daß der Fahrer des Lastzuges übermüdet war. DT

In der Stadt notiert

Dem sicheren Erstickungstode entrann am Mittwochnachmittag mit knapper Not der 12jährige Alfons Boelsen. Er hatte in einem tiefen Sandloch an der sogenannten Täubcheshöhle gespielt und wurde dabei von mehreren Kubikmetern Sand verschüttet. Durch das sofortige Eingreifen zweier in der Nähe befindlicher Personen konnte der Junge gerettet werden. Er wurde in das Alice-Hospital gebracht, konnte aber gegen Abend wieder nach Hause entlassen werden. ri

Einen Schlaganfall erlitt am Mittwochmorgen ein etwa 60 Jahre alter Mann auf dem Marktplatz in Darmstadt. Er brach sich bei dem Zusammenfallen das Nasenbein und erlitt außerdem eine Gehirnerschütterung. Er mußte von der Krankentransportabteilung des Roten Kreuzes in das Städtische Krankenhaus gebracht werden.

Der Kreisverband der Notgemein¬ schaft ehern, berufsmäßiger Wehrmachtsangehöriger und deren Hinterbliebenen Darmstadt-Stadt hält am kommenden Samstag, um 16.30 Uhr, im Speisesaal der Stadtküche (früher 61er Kaserne in der Bessunger Straße) eine Versammlung ab, zu der alle ehern. Wehrmachtsangehörigen und deren Hinterbliebenen eingeladen sind.

„Es ist einerlei, wohin ich gehe“

In Darmstadts Bunkerheim und Kellerhotel

Der Zuckerhut am Bahnhof ist in jüngster Zeit etwas durchlöchert worden, ein erfreuliches Zeichen. Dem Mangel an einem geeigneten Uebernachtungsheim soll hiermit Abhilfe getan werden. Zwar wurden die Bauarbeiter termingemäß mit ihren Arbeiten fertig, jedoch hat man auf verwaltungsmäßigem Gebiet nicht so schnell reagiert, denn die Verhandlungen, wer die Uebernahme des Heimes vornehmen soll, führten noch zu keinem Ergebnis. An Stelle eines freundlichen Hausverwalters bewacht ein Polizist das neue Heim, allerdings mit der entgegengesetzten Aufgabe, nämlich die ankommenden Gäste abzuwehren. Dieses neue Uebernachtungsheim mit seinen 60 Betten, die zur Verfügung stehen, kann jedoch nur für einen Kurzaufenthalt für Männer angesprochen werden. Die entstandenen Umbau- und Herstellungskosten mit 25 000 DM liegen verhältnismäßig hoch. Bis zur Eröffnung des „Bunker-Hotels“ werden im Elisabethenstift nach wie vor die Unterkunft suchenden Gäste bewirtet.

Sammelpunkt sozialer Notstände

Jede Nacht finden sich Gäste ein, die froh sind, ein Dach über dem Kopf zu haben und ausschlafen zu können. Ueber 50 000 Menschen waren seit der Eröffnung Gäste des Uebernachtungsheims, eine Zahl, die mehr als Worte spricht. Arbeitssuchende, Heimkehrer, Obdachlose, Landstreicher, ein bunt zusammengewürfeltes Volk. Schwester Lotte, die mit unermüdlicher Geduld und Liebe ihre Betreuungsarbeit durchführt, weiß einiges zu erzählen. Unterkunftssuchende aus allen Schichten der Bevölkerung haben die Gastfreundschaft in Anspruch genommen: Prinzessinnen, Straßenkehrer, Pfarrer, Hilfsarbeiter, Lehrer. Bezeichnend für die Lage dieser Menschen ist ein Ausspruch des 50 000 „Jubiläumsgastes“, dem 75jährigen Adam Fleckenstein, ohne Heimat, der beim Abschied sagte: „Ich gehe zum Tor hinaus, sehe geradeaus, sehe links oder rechts, aber es ist einerlei wohin ich gehe, ich habe doch keine Heimat“. Manche Dankeskarte — und Brief traf später ein. Menschen, die wieder einen Halt im Leben fanden, haben die freundliche Hilfe nicht vergessen. Wie erschütternd ist der Anblick, wenn junge Menschen sich abends auf die Suppe stürzen und oft 6 oder 7 Teller essen. Frauen mit Kindern suchen Rat und Hilfe, und der Aufenthalt bleibt nicht immer bei einer Nacht. Zur Zeit sind es 7 Frauen, die hier ihre „Bleibe“ gefunden haben, die im Haus mitarbeiten, da sie nicht wissen wohin.

Studenten wohnen und lernen im Keller

Man erreicht das „Übernachtungsheim“ über eine schmale Treppe, die zum Keller führt. In einem langen Kellergang stehen doppelstöckig die Betten. Auf der einen Seite das Männerabteil, auf der anderen Seite die Unterkunft für Frauen. Es giba ferner noch mehrere kleine Räume, in denen gleichfalls Betten aufgestellt sind. Nicht weniger als 15 Studenten leben im Augenblick in diesem Keller, da sie keine Mittel für ein Zimmer haben. Hier arbeiten sie und bereiten sich auf die Prüfungen vor. Diese Verhältnisse sollten doch zu denken geben.

Es sind keine zahlungsstarken Menschen, die hier einen Unterschlupf suchen. Bei der Errechnung des Durchschnittsbetrages pro Gast, wurden 11 Dpf als Einnahme festgestellt. Es gab Tage, da nur eine Einnahme von 15 Dpf bestand, obwohl die vorhandenen 60 Betten belegt waren. Trotz dieser äußeren Not sind im Heim noch niemals unliebsame Vorfälle eingetreten. Gerade bei Menschen in Är größten Notlage ist die gegenseitige Hilfsbereitschaft größer, als in viesen Kreisen mit gesicherten Lebensverhältnissen. nr-

Zum ersten, zum zweiten, zum ...

Obstversteigerung in Pfungstadt


Es war eine ermüdende Tour, die wir gestern bei der Obstverstoigerung in Pfungstadt zurücklegen mußten. Die von einem fast azurblauen Himmel unbarmherzig auf uns niederstrahlende Sonne trieb uns den Schweiß aus den Poren. Dessenungeachtet ging es weiter über schmale Feldwege, Eisenbahndämme, an Wiesenrainen und an der Modau entlang zur Neumühle. Bis dahin waren wir etwa 30 Personen; durch die dort Hinzukommenden schwoll das Häufchen zu einem Haufen an, der sich langsam — wie Indianer, nämlich einer hinter dem anderen — durch die Fluren bewegte . . . Insgesamt 97 Lose, von denen jedes auf ein bis zwei Bäume fiel, wurden, nach Aussage des Beigeordneten C r ö ß m ann , der die Versteigerung leitete, vergeben. Der Taxpreis für Zwetschdn betrug pro Pfund 8 Pfennig, der für Birnen und. Aepfel je 10 Pfennig. Rund 100 Zentner Obst waren auf der Strecke Pfungstadt—Neumühle— Hahnmühle—Wellberg—Großer Judenfriedhof—-Wasserkunst—Dorf grübe zu versteigern. Die Steigernden waren sehr wählerisch. Mancher Baum — die Bäume waren alle numeriert — konnte keinen Käufer finden. Dieses Obst soll später — wie sich einer äußerte — „unter der Hand“ verkauft werden. Schade, daß die Presse nicht mitsteigern konnte. Vielleicht hätten wir ... Vielleicht aber auch nicht. Denn als wir müde und abgekämpft nach Hause kamen, mußten wir schnell einen Schnaps trinken, weil es von den vielen „Kostproben“ in unserem Magen zu rumoren angefangen hatte. Uebrigens findet die nächste Versteigerung in etwa vier Wochen statt; wir werden den genauen Termin rechtzeitig unseren Lesern bekanntgeben, -zr- Foto: ROP
Es war eine ermüdende Tour, die wir gestern bei der Obstverstoigerung in Pfungstadt zurücklegen mußten. Die von einem fast azurblauen Himmel unbarmherzig auf uns niederstrahlende Sonne trieb uns den Schweiß aus den Poren. Dessenungeachtet ging es weiter über schmale Feldwege, Eisenbahndämme, an Wiesenrainen und an der Modau entlang zur Neumühle. Bis dahin waren wir etwa 30 Personen; durch die dort Hinzukommenden schwoll das Häufchen zu einem Haufen an, der sich langsam — wie Indianer, nämlich einer hinter dem anderen — durch die Fluren bewegte . . . Insgesamt 97 Lose, von denen jedes auf ein bis zwei Bäume fiel, wurden, nach Aussage des Beigeordneten C r ö ß m ann , der die Versteigerung leitete, vergeben. Der Taxpreis für Zwetschdn betrug pro Pfund 8 Pfennig, der für Birnen und. Aepfel je 10 Pfennig. Rund 100 Zentner Obst waren auf der Strecke Pfungstadt—Neumühle— Hahnmühle—Wellberg—Großer Judenfriedhof—-Wasserkunst—Dorf grübe zu versteigern. Die Steigernden waren sehr wählerisch. Mancher Baum — die Bäume waren alle numeriert — konnte keinen Käufer finden. Dieses Obst soll später — wie sich einer äußerte — „unter der Hand“ verkauft werden. Schade, daß die Presse nicht mitsteigern konnte. Vielleicht hätten wir ... Vielleicht aber auch nicht. Denn als wir müde und abgekämpft nach Hause kamen, mußten wir schnell einen Schnaps trinken, weil es von den vielen „Kostproben“ in unserem Magen zu rumoren angefangen hatte. Uebrigens findet die nächste Versteigerung in etwa vier Wochen statt; wir werden den genauen Termin rechtzeitig unseren Lesern bekanntgeben, -zr- Foto: ROP

Ein kompletter Bahnhof in der Kiste

Die Leidenschaft der Modellbahnbastelei ist auf keine Stände oder Berufe beschränkt. Jeder Bastler kauft oder baut sich seine Teile wie es der Geldbeutel erlaubt. Ein Meister dieser Sparte ist der österreichische Dipl.-Ing. Friedrich Kresnitzka, der seit Dienstag bis einschließlich Freitag im alten Amerikahaus in der Lagerhausstraße seine Modellbahnanlage vorführt.

Auf einer Anzahl von Tischen ist ein riesiger Bahnhof aufgebaut, eine komplette Rangieranlage mit Lokschuppen und Abstellgeleise. Jedes noch so kleine Teil ist maßstabgerecht der Wirklichkeit nachgebildet. Lokomotiven wie Wagen sind mit der Hand angefertigt und getreue Abbilder der Originale. Da fährt eine 6achsige E 49, die größte elektrische Gijterzuglokomotive Europas, mit einer langen Schlange Güterwagen über die Weichen. Ein Druck auf einen Knopf kuppelt den letzten Waggon ab. Derweil fährt aus dem Schuppen eine 1170-300, die Zukunftslok Oesterreichs, die es in natura noch nicht gibt, und deren Baupläne durch gute Verbindungen in die Hände ihres Herstellers gelangten. Gleichzeitig können auf der Strecke zwei Züge betrieben werden, deren Stromzufuhr durch Oberleitung erfolgt. Hier gibt es keine Stromabnehmerschiene und keine Wechselstrommotore. Die schweren Miniaturbahnen der Spur 00 fahren mit Gleichstrom, wodurch sie sich leichter vor- und rückschalten lassen. Vor dem Lokschuppen arbeitet eine elektrisch-betriebene Schwenkbühne, die die Maschinen in ihre Boxen dreht.

In erster Linie sind es Schulen, die klassenweise zu den Vorführungen des Bahnbetriebs kommen. Junge Menschen stehen mit kritischen Augen vor der Anlage und führen sachgemäße Gespräche über E 44 und andere Typen, von denen der normale Mensch keinen blassen Dunst hat. Es sind werdende Modellbauer, die sich hier Anregungen holen und sich über die Möglichkeiten des Erwerbs einzelner Teile unterrichten, die sie selber nicht herstellen können, oder die es noch nicht wieder gibt.

Dipl.-Ing. Kresnitzka erzählt, daß in der Hauptsache Zahnärzte, Rechtsanwälte und Chirurgen sich mit dem Modellbau beschäftigen, um einen gewissen Ausgleich zu ihrer beruflichen Tätigkeit zu haben. Leider sei das Interesse am Eisenbahnmodellbau noch nicht groß genug. Es würde sich, nach Ansicht des Ausstellers, die Jugend mehr den technischen Dingen zuwenden und mit dazu beitragen, bei Kriegsbeschädigten einen natürlichen Ausgleich zu schaffen. Keinesfalls sei es „nur“ eine kindliche Spielerei, vielmehr stecke ein tieferer Sinn hinter dem Modellbau, der nicht nur dem „hobby“ des Einzelnen diene, sondern mehr noch der ernsthaften Beschäftigung mit den Problemen der Technik und ihrer praktischen Nutzanwendung. (Die Ausstellung ist täglich von 14 bis 20 Uhr geöffnet.) Li

Schmül und gewittrig

DT-Wetterbericht

Am Donnerstag stark wechselnde Bewölkung, vorwiegend nachmittags und abends Gewitter oder gewittrige Schauer. Noch warm und schwül, Winde aus Südwest.

Weitere Aussichten: Am Freitag unbeständig mit Neigung zu Schauern, aber keine stärkere Abkühlung.

Wohin gehen wir heute?

Lichtspieltheater: siehe Anzeigenteil.

Amerikahaus: Alle bisher im Amerikahaus laufenden Ausstellungen sind absofort wegen Umzugs geschlossen.

Mathildenhöhe: „Das Menschenbild in unserer Zeit“; täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Wir gratulieren

78. Geburtstag: Herrn Johann Hel¬ wig VI., Lorsch, Lindenstraße 40.

76. Geburtstag: Frau Anna Heinz, Lorsch, Nibelungenstr. 40.

75. Geburtstag: Herrn Christoph Jakob 1., Lorsch, Heinrichstr. 17.

Starkenburg

„Wir zahlen keine Miete mehr!...“

Im Paradies der Wochenendpaddler am Rhein

„Suum cuique“ meinten schon die alten Römer, wir aber sagen „Jedem Tierchen sein Pläsierchen!“ Hans fährt gerne Auto, Elfriede schwärmt für ihre Vespa, Gertrude und Willi strampeln mit dem Tretomobil durch die Gegend, der Theodor steht am herrlichen Sonntag im Staub hinterm Fußballtor, und wer ein Boot besitzt, der paddelt eben. Welche Art von Sport oder Erholung die größeren Reize besitzt, sei dem Urteil jedes einzelnen überlassen. Daß jedoch das Paddeln mit an erster Stelle steht, beweist eindeutig das Heer von ungezählten Booten, die unser lieber alter Vater Rhein über jedes Wochenende auf seinem kühlen Rücken trägt.

Die Vorbereitungen beginnen meist schon freitags mit dem Auffüllen von Spiritus- oder Primuskochern, dem Abwiegen von Kartoffeln, dem Einkauf von Fett usw. Auch das Zelt wird noch einmal nachgesehen, und die Luftmatratzen säuberlich zusammengefaltet. Am Samstag besorgt man dann schnell noch ein paar Räuchertabletten oder Späne, denn unsere Rheinschnaken, die, wie ein Heimatdichter sagte, „auf unbedeckte Fläche frech und unbarmherzig steche“, stören sich wenig an Mondscheinromantik und Paddlerfreuden. Begleitet von einem herzlichen Juchzer legt sich dann schon bald nach Arbeitsschluß das Boot ins Wasser und trägt frohe Menschenkinder, die Last und Sorgen des Alltags an Land zurückgelassen haben, auf den leicht gekräuselten Strom hinaus. Wer mit seinem Paddelboot „solo“ losfährt, hat den erforderlichen Kapitän oder eine gute Köchin bald gefunden. Im Rauschen der hohen Uferpappeln in den letzten Strahlen der untergehenden Sonnabend-Sonne bleibt die echte Kameradschaft und Freundschaft unter den Paddlern nicht aus.

Während die Grillen ihr Lieddien im hohen Grase zirpen, wird das Boot an Land gezogen und es beginnt ein emsiges Treiben. Die Schläge des Zelthammers hallen übers Wasser, und die mitgebrachte Verpflegung wird ausgepackt. Der Kocher tritt in Aktion, und schon bald brotzelt und zischt es aus Topf oder Pfanne. Am Himmel aber steigt der Mond höher und höher und schaut dem romantischen Treiben an den kleinen Zelten zu. Welcher Paddler wird es sich nehmen lassen, mit etwas Reisig ein kleines Lagerfeuer anzuzünden? Der flackernde Schein fällt auf sein Zelt, für das er keine Miete zu zahlen braucht und in dem es keine Sorgen gibt. Hier ist er glücklich, und von hier kehrt er frohen Mutes wieder in den Alltag zurück, bb.


„Ja, knipsen Sie ruhig“, meinten diese lustigen Fünf, „und schreiben Sie bitte dazu: „Vier Hunde und ein Knochen." Die schöne linksrheinische Liesel scheint sich ihres Wertes vollauf bewußt zu sein. Foto: pdr
„Ja, knipsen Sie ruhig“, meinten diese lustigen Fünf, „und schreiben Sie bitte dazu: „Vier Hunde und ein Knochen." Die schöne linksrheinische Liesel scheint sich ihres Wertes vollauf bewußt zu sein. Foto: pdr

„Mahlzeit!“ kann man da nur sagen, wenn man diese frohe Paddel-Gesellschaft an ihrem nicht schlecht gedeckten Tisch sitzen sieht. Foto: pdr
„Mahlzeit!“ kann man da nur sagen, wenn man diese frohe Paddel-Gesellschaft an ihrem nicht schlecht gedeckten Tisch sitzen sieht. Foto: pdr

Kirchenjubiläum in Erbach

Vor 200 Jahren wurde die evangelische Stadtkirche geweiht

Der Jubiläums-Sonntag wird vom Erbacher Posaunenchor mit einem Turmblasen eingeleitet. Um 9.30 Uhr beginnt der Festgottesdienst zur Kirch- und Glockenweihe, die voraussichtlich der Vertreter der Landeskirchenleitung vornehmen wird. Alle früheren Pfarrer der Gemeinde, die noch leben, wurden zur Feier eingeladen, von denen die Pfarrer von der Au, Ullmann, Calgan und Keßler ihre Teilnahme zugesagt haben.

Zum zweiten Teil der Jubiläumsfeier am Nachmittag um 14 Uhr ist eine Reihe von Ansprachen vorgesehen. Ueber „Kirche in der Welt und in Hessen“ wird der Vertreter der hessischen Landeskirche sprechen, Stadtpfarrer von der Au über „Die Kirche in der Gefangenschaft“. Die Bedeutung der „Kirche in der Nachbarschaft“ wird Oberpfarrer Hedrich aus Michelstadt behandeln. Der Patron der Gemeinde, Graf Alexander zu Erbach-Erbach, wird über „Die Kirche als Verpflichtung“ sprechen. Stadtpfarrer Hahn wird dann „200 Jahre Stadtkirche Erbach“ umreißen. Diese Ansprachen werden unterbrochen durch die Grußworte der ehemaligen Erbacher Pfarrer, die musikalischen Beiträge der Kirchen- und Posaunenchöre, der Orgel, des Jugendsingkreises und den Gemeindegesang.

Das Aeußere der Stadtkirche, so überholungsbedürftig es auch ist, konnte zum Jubiläum nicht hergerichtet werden, weil der Gemeinde die erforderlichen Geldmittel fehlen. Nur die notwendigsten Ausbesserungen wurden vorgenommen. Im Kriege war die Kirche fast unversehrt geblieben. Der Artilleriebeschuß am Tag des Einmarsches der Besatzungstruppen brachte dem Kirchturm einen Durchschuß und ein aufgerissenes Dach. Drei Tage zuvor war das Gemeindehaus mit der Kinderschule von Bomben getroffen, in Trümmer gegangen und wurde 21 Menschen zum Grab. Ihrer, wie den Gefallenen aller Kriege, wird die Erbacher Gemeinde ge¬ ’enken, wenn am Sonntag die neue Gelächtnisglocke erstmals ertönt. -ch.

Das Evangelische Kirchspiel Erbach begeht am kommenden Sonntag, 27. August, in feierlicher Form die 200. Wiederkehr der Weihe seiner Stadtkirche zusammen mit der Weihe der neuen großen Gefallenen-Gedächtnis-Glocke.

Auch Gundernhausen feiert

Auch die evangelische Gemeinde Gun¬ .umhausen kann am gleichen Tage die Feier der 200. Wiederkehr ihrer Kirchenweihe begehen.

Ein Festakt in der Kirche wird am Samstag die 200-Jahrfeier eröffnen, wobei Pfarrer Zimmer aus der Kirchengeschichte berichten wird. In den Grußworten des Regierungspräsidenten, der Kirchenleitung, des Dekanats, der Kreisverwaltung usw. wird das Allgemeininteresse an diesem Ereignis zum Ausdruck kommen. Der Sonntag wird durch das Choralsingen der Schulkinder und das Choralblasen des Posaunenchors eingeleitet. Dem Festgottesdienst in der Kirche folgt ein Gefallenengedenken am Ehrenmal mit einer Gedenkrede des Pfarrers und einer Ansprache des Bürgermeisters. Nach einem Kinder- und Jugendgottesdienst am Nachmittag wird eine Jubiläumsfeier mit Werken von Johann Sebastian Bach dem Fest seine besondere Prägung geben.

Einen schönen Ausklang bildet der Heimatabend in der Sporthalle, der unter dem Titel „Was uns die alt’ Gaß’ erzählt“ aus alten Tagen berichtet. Eine vom 26. bis 28. August geöffnete Ausstellung orts- und kirchengeschichtlicher Altertümer wird dem Beschauer und Besucher ein Zeugnis geben, wie stark die Menschen mit ihrer Heimat verwurzelt sind. (V 0

Das Gerüst stürzte ein

In dem Engpaß der Jahnstraße vor dem Erbacher Brauhaus ereignete sich am Mittwochnachmiftag in Erbach ein Unfall, der die Gefahren dieser Stelle der Ortsdurchfahrt erneut bewies. Ein von der Neckarstraße kommendes Motorrad mit Beiwagen traf mit einem Lkw aus Mannheim zusammen, die wegen dem vor dem Wohnhaus der Brauerei und der Orangerie derzeit aufgesfellten Malergerüst nicht aneinander vorbeifahren konnten. Der Lkw streifte mit seinem Aufbau das Gerüst, so daß es einstürzte und einen Teil des Dachgesimses mit sich riß. Glücklicherweise befand sich kein Anstreicher auf den Planken. Der Aufbau des Lkw wurde erheblich beschädigt. Personenschaden entstand keiner. -ch

Gutes Einvernehmen mit Altbürgern

Bei gutem Besuch hielt die Ortsgruppe der Heimatvertriebenen von Gundernhausen am Dienstagabend eine Versammlung ab, in deren Mittelpunkt die Ausführungen des Kreisausschußdelegierten Brocksch und die Neuwahl des Vorsitzenden der Ortsgruppe standen.

Herr Lehrer Wagner, der auf Grund seiner Versetzung nach Sickenhofen verabschiedet wurde, gab als bisheriger Leiter der Ortsgruppe einen ausführlichen Rechenschaftsbericht über seine Tätigkeit. Zur Neubesetzung seines Amtes wurde der seitherige Vertrauensobmann Nispel vorgeschlagen, der bis zur Wahl im Jahre 1951 die Ortsgruppe leiten soll.

Herr Brocksch berichtete anschließend ausführlich über das Verhältnis der Heimatvertriebenen zur Ortsbevölkerung, das Recht auf die verlorene Heimat, die augenblickliche Lage des Lastenausgleichs und der Soforthilfe und über die Stellungnahme des Kreisverbandes zum Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) Schleswig-Holsteins. Der Redner wies auf die Bedeutung der Flüchtlingswallfahrt am 17. September in Dieburg hin, bei der Flüchtlingsminister Lukaschek und der hessische Innenminister Zinnkann sprechen werden.

In den internen Besprechungen wurde durch den Leiter der Ortsgruppe auf das gute Verhältnis der Flüchtlinge zur Ortsbevölkerung, das durch die rege Anteilnahme am kujturellen Leben im Orte bedingt ist, hingewiesen. (sl)

Missionsfest in Crumstadt

Am 27. August findet um 14.33 Uhr in der Kirche zu Crumstadt ein Missionsfest statt. Im Verlaufe der Feier wird der im vorigen Jahre aus China zurückgekehrte Mi s’orar Engel zu den Gläubigen sprechen. Als weiterer Prediger ist der Darmstädter Missionar Michel benannt. Kr.

Sportplatzweihe in Nieder-Beerbach

Dank der Initiative der Sport- und Kulturgemeinde kann am kommenden Sonntag in Nieder-Beerbach der neue Sportplatz der Ceffcnfiichkeif übergeben werden. Ludwig Bauer, der Vorsitzende der SKG, hat sich um die Planung des Sportplatzes besonders verdient gemacht; ihm ist es zu danken, daß in der aufwärfsstrebenden Gemeinndc ein Sportplatz geschaffen wurde der allen Anforderungen gerecht wird.

Den Auftakt zu der Einweihungsfeier bildet am Samstag, 26. August, ein Fußball-Werbcspiel zweier auswärtiger Vereine. Anschließend findet um 20.45 Uhr, ein Fackelzug der örtlichen Vereine und ein Festkommers im „Darmstädter Ho “ statt. Am Sonntagmorgen nimmt das Fe f durch ein großes Wecken seinen Fortgang. Von 8.30 bis 11 Uhr finden auf dem Sportplatz leichtathletische Wettkämpfe (Ermittlung der Vereinsmeister) statt.

Ein vielversprechender Festzug, an dem sich befreundete Vereine beteiligen, wird um 15 Uhr durch die Straßen Nieder-Beerbachs ziehen. Nach den anschließenden Festansprachen ist ein Fußballspiel der Nieder-Beerbacher Jugend gegen Arheilgen vorgesehen, anschließend vier weitere Fußballspiele: zweite Mannschaft gegen Hähnlein, Darmstadt gege i Pfungstadt, Nieder-Beerbache.: Schüler gegen Brandau und die erste I laiKuchaft gegen Nieder-Ramstadt. Nach der Siegerehrung, die von 19 bis 19.15 Uhr sfattfindet, finden die Einweihungsfeier ichr keifen ihren Abschluß im „Darmstädter Hof“, wo jung und alt bei Tanzmusik noch einige schöne Stunden verleben werden. (hl)

Jedem 500. winkt das Glück

Werbe- und Verkaufsmesse in Bensheim

Für die in Verbindung mit dem diesjährigen Winzerfest in Bensheim stattiindende Werbe- und Verkaufsmesse werden gegenwärtig alle Vorbereitungen getroffen. Nachdem der Messeausschuß gebildet und der Plan im großen und ganzen festgelegt ist, begannen seif dieser Woche eifrige Hände mit dem Aufbau der großen Messehalle auf dem Rasen vor dem „Haus der Jugend“. Die Messe, die in der Gewerbeschule und in der Messehalle vor dem „Haus der Jugend“ und evtl, noch in einigen Räumen des „Hauses der Jugend“ abgehalten wird, soll einen Ueberblick über das handwerkliche, industrielle und wirtschaftliche Schaffen Bensheim geben. In erster Linie sollen Bensheimer Firmen ausstellen. In diesem Jahre soll nicht nur jeder tausendste Messebesucher wie im vorigen Jahre, sondern schon jeder fünfhundertste Besucher ein besonderes Geschenk von der Messeleitung erhalten. (HB)

Osnabrücker in Groß-Gerau

Am Dienstagabend empfing Dr. Lüdecke den Osnabrücker Kammerchor, der auf einer Konzertreise durch Süddeutschland in Groß-Gerau Station machte. Im historischen Rathaussaal gab der Kammerchor unter Leitung von Kurt Felgner einige Proben seiner Kunst. cg.

Altpapier geriet in Brand

In der Nähe der Widersruhe bei Waldmichelbach wurde in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch Feueralarm gegeben. Der alarmierte Nachtwächter vermutete einen Kraftfahrzeugunfall mit Brand. Glücklicherweise stellte sich jedoch beim Erscheinen der Feuerwehr und der Helfer heraus, daß es sich nur um einem Teil einer Altpapier-Ladung handelte, die aus bisher ungeklärter Ursache in Brand geraten war. Es gelang den vereinten Bemühungen das Feuer zu löschen, bevor größerer Schaden angerichtet war. r.

Die Pulsader geöffnet

Einen Selbstmordversuch machte am Mittwochnachmittag eine 52jährige Frau in Hoxhohl. Sie hatte sich die Pulsadern auf geschnitten, konnte jedoch durch rasches Eingreifen und schnellen Transport zum Krankenhaus nach Eberstadt vor dem Verbluten gerettet werden.

Anglück oder Selbstmord?

Am Dienstag wurde am „schwarzen Ort“ bei Gernsheim die Leiche einer etwa 22jährigen Frau aus dem Rhein geländet. Die Tote war völlig bekleidet, trug jedoch keinerlei Papiere bei sich. Polizeiliche Ermittlungen konnten bisher noch nicht klären, ob es sich hierbei um einen Unglücksfall, ein Verbrechen oder um Selbstmord handelt. kr.

Naschhafte Diebe

In der letzten Nacht stiegen unbekannte Täter in einen auf dem Kirchplatz von Waldmichelbach aufgestellten, von der Kirchweihe übriggebliebenen Süßwarenstand ein und entwendeten Schokolade und Zuckerwaren. Man rechnet mit einem Verlust von rund 1200 DM. Der Stand war unverständlicherweise in der Nacht unbewacht, so daß dem Besitzer ein Teil eigner Schuld nicht abgesprochen werden kann. (-r)

Diebstahl am ersten Arbeitstag

Ein jugendlicher Herumtreiber aus Hähnlein, entwendete in Pf ungs tadt bei einem Bauern, der ibn eingestellt hatte, gleich am ersten Tage 60 DM und weitere Sachwerte. Er verschwand und konnte bisher noch nicht ermittelt werden. ler.

Notzuchtsversuch bei Pfungstadt

In der Nähe der Straße Eberstadt— Bickenbach versuchte ein Unbekannter Im Pfungstädter Gemeindewald an einer dort pilzesammelnden Frau ein Nofzuchtverbrechen. Da die Frau den Forderungen des Unholds nicht nachkam, griff uicser in die Tasche, um zum Schein ein Messer oder einen anderen Gegenstand zu ziehen. Bei dem Fluchtversuch der Frau stürzte sich der Täfer auf sie, würgte sie und warf sie zu Boden. Im Handgemenge biß ihm die Ueberfallene in die Hand und wehrte sich derart, daß ihr die Flucht gelang.

Der Täfer ist ungefähr 35—40 Jahre alt, 1,70 Meter groß und war mit einem grauen Drillich anzqg bekleidet. Als Kopfbedeckung trug er eine feldgraue Soldafenmütze. Er sprach sudefendeutsche Mundart. j.er>

Ein nackter Mann geht um!

Seit etwa 14 Tagen beunruhigt ein bisher unbekannt gebliebener Mann im Alter von ungefähr 35—40 Jahren die Bevölkerung von Aschbach und der umliegenden Ortschaften durch sein Aergernis erregendes Verhalten. Nachdem er sich zunächst wiederholt nahezu unbekleidet mit einem Fahrrad meheren Frauen und Mädchen näherte, konnte er in der vorigen Woche von verschiedenen Arbeitern beobachtet werden, als er sich in der Nähe der Jägerschen Mühle völlig nackt auf Steinhalden postierte. Am gestrigen Mittwoch näherte er sich auf der Landstraße nach Affolterbach spielenden Schulkindern in demselben Zustand.

Trotz intensiver Bemühungen der Gendarmerie gelang es bisher nicht, des Unholde:, habhaft zu werden. Man vermutet, daß es sich um einen wohnsitzlosen Bettler handelt. _r.

Blick über den Rhein

Parole: Herz mit Anker

Wormser Backfischfest vom 27. August bis 3. September

Wie alljährlich rüstet die Nibelungenstadt Worms wieder zu i h r e m Fest, dem Backfischfest, das vom 27. August bis 3. September tausende froher und aufgeschlossener Menschen in den Mauern der alten Stadt vereinen wird. Nach und nach werden die wochenlang streng gehüteten Geheimnisse, die sich um die Vorbereitungen woben, preisgegeben und von Tag zu Tag läßt sich erkennen, welche Ausmaße auch das diesjährige Fest wieder haben wird.

Am Lutherplatz wehen bereits die ersten Fahnen. Weitere mit den Wappen und Farben der Gemeinden des Landkreises und der benachbarten Städte werden ihnen folgen. Bei den Gärtnereien herrscht Hochbetrieb, um die vielen Hunderte von Metern Grüngirlanden fertigzustellen, die für die Ausschmückung der - Leuschner-Straße und der Hausfronten benötigt werden.

Seit gestern gelangen die Festabzeichen durch die Angehörigen der Wormser Jugend verbände zum Verkauf: ein Herz mit Anker. Eine zierliche Kette verbindet die beiden Symbole des Festes „unverbrüchlich“. Das aber hat seinen guten Grund!

Unbelehrbare und Griesgrame mögen den Sinn des Wormser Backfischfestes ausdeuten, wie sie wollen, Worms amüsiert sich und lacht, trinkt und tanzt mit den Backfischen aller Altersstufen. Das Herz aber bleibt vor Anker!

Wer aber anders denkt ist selbst ein .., schlechter Mensch.

Aber nicht nur „Festabzeichen“ ist dieses Herz mit Anker, sondern gleichzeitig ein „Ehrenabzeichen“, wird doch der Erlös des Verkaufs dazu verwendet, um die Kosten für die Bekleidung und Ausstattung der Gesellen und Pfeifer zu dekken, die endlich wieder Alt-Worms lebendig machen sollen. Was aber die kommenden Festtage für den Erwerb dieses Zeichens bieten, ist ungleich mehr: Festzug, Gesellentanz, Pfeifermarsch, Feuerwerk und all das viele andere, was das Backfischfest zum Volksfest des Rheins werden läßt.

Nicht nur aüf dem Festplatz am Rhein werden die ersten Hallen und Vergnügungsstätten errichtet, auch in der Karmeliterschule regt es sich, wie in einem Ameisenhaufen. Auf dem Wormser Bahnhof sind schon ganze Wagenladungen von Austeilungsgütern angekommen. Die drei Stockwerke des Ausstellungsgebäudes verschlingen ungeheure Mengen an Dingen, die das Herz erfreuen werden.

In den Nähstuben surren Tag und Nacht die Maschinen, denn die Backfischdirndl müssen termingemäß fertig werden. Wer nach Worms kommt, soll erfahren, daß sich Männlein und Weiblein nicht unterkriegen lassen von den Sorgen des Alltags. Im Wormsgau wurde ein Jahr mit allem Fleiß und aller Hingabe gearbeitet, jetzt dürfen auch einige frohgemute Stunden folgen . . .!

Zwischen Kartoffel- und Getreideäckern

Probleme um den Bensheimer Soldatenfriedhof

Es waren zunächst nur etwa 400 Namen, aber seitdem der Friedhof unter die Obhut der Stadtverwaltung Bensheim gestellt wurde, konnten in mühseliger Arbeit etwa 500 weitere Gräber identifiziert werden.

In der Zwischenzeit wurden in 280 Fällen Ueberführungen in die Heimat der Gefallenen vorgenommen, und so entstanden zwischen den Gräberreihen teilweise recht große Lücken, so daß weitere Umbettungen nötig sein werden, um dem Friedhof wieder ein einheitliches Aussehen zugeben. Im allgemeinen werden wohl in nächster Zeit voraussichtlich keine weiteren Ueberführungen vorgenommen werden, so daß nun die Stadt darangehen will, den Friedhof gärtnerisch zu gestalten und in einen würdigen Zustand zu versetzen; auch der Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge hat sich für diese Pläne interessiert und seine Unterstützung zugesagt.

Hierbei ist nun die Frage aüfgetaucht, ob man nicht, wenn nun schon einmal Umbettungen vorgenommen werden, gleich den ganzen Friedhof an einen schöneren Platz verlegen soll, da die jetzige Lage wirklich keine würdige Umgebung ist. Auf alle Fälle aber kann man sagen, daß Bensheim ehrlich bestrebt ist, diesen Soldatenfriedhof zu einem würdigen Gottesacker zu machen, und daß die Stadtverwaltung alles tun wird, um dieses Ziel zu erreichen. (HB)


Foto: Schermer An der Grenze der Gemarkung Bensheim und Fehlheim liegt an der Straße, inmitten von Kartoffel- und Getreideäckern, ein großer Soldatenfriedhof. Auf den Einzelgräbern stehen einheitlich schlichte Holzkreuze, auf denen soweit bekannt, die Namen der Gefallenen zu lesen sind.
Foto: Schermer An der Grenze der Gemarkung Bensheim und Fehlheim liegt an der Straße, inmitten von Kartoffel- und Getreideäckern, ein großer Soldatenfriedhof. Auf den Einzelgräbern stehen einheitlich schlichte Holzkreuze, auf denen soweit bekannt, die Namen der Gefallenen zu lesen sind.

Der Sport

Sieger Ehrung ohne Nationalhymne

Nach der Europameisterschaft eines Deutschen in Wien

hold^der Die Ehrung von Hans Ader¬ ^uropa-Meis^Trschaf^irn £ ZereiÄ vor Beginn d^ merksam m^i6 Zyschauer darauf aufweise keinn diesmal ausnahmswerde da Nationalhymne zu hören sein Hvmnk Deutschland noch über keine Jajm^phAf DafÜr Wurde da^ ?übligendes Sieger durch schweifhren nu v beu VOn den pla^en zu Eröffn.m« ?3sckauer- die bereits bei den die deutsche einem herzlichen Beifall h^tten’ Quittierten während der SS die SPrüng« der beiden ArtÄ?’ VOn denen sich vor allem Aderhold von Sprung zu Sprung in seinen Leistungen steigerte, mit ehrlicher Anerkennung, die bei Bekanntgabe des Siegers zu einem wahren Beifallssturm anwuchs.

Bereits vor Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses stand Aderhold im Kreuzfeuer der Fotografen, die von ihm immer neue Bilder wünschten. Sowohl der neue Europameister als auch Sobeck waren in einer Unterredung mit einem dpa-Korrespondenten sehr beeindruckt durch das Verhalten des österreichischen Publikums sowie der ausländischen Wettkämpfer und Kampfrichter. Aderhold erklärt?, man sei von deutscher Seite mit etwas gemischten Gefühlen zu diesem internationalen Wettkampf gekommen, da man keine Anhaltspunkte über die ausländischen Leistungen und die Einstellung des Auslandes gegenüber den Deutschen gehabt habe. Die in Wien gewonnenen Eindrücke hätten aber alle Erwartungen übertroffen. Die Haltung der Oesterreieher, der deutschen Mannschaft gegenüber verdiene Anerkennung.

Der Olympiasieger geschlagen

Das bisher wichtigste Spiel im Wasserballturnier der Europameisterschaften kam zwischen Jugoslawien und dem Olympiasieger Italien zustande. Die Jugoslawen siegten nach wechselvollem Verlauf mit 9:7 (3:2). Schweden konnte die Schweiz mit 12:1 schlagen. In der Tabelle führt Jugoslawien mit 6:0 Punkten vor Holland (4:2), Schweden, Italien, Oesterreich (alle 2:2 Punkte), Frankreich (0:4) und Schweiz (0:6 Punkte).

Neue deutsche Erfolge

Gerda Herrbruck Zweite

Am Mittwochnachmittag hatte das Pfälzer Mädchen Gerda Herrbruck (Pirmasens) im Endlauf des 100- m-Rückenschwimmens der Frauen einen schönen Erfolg. Nach dem Gewinn ihres Vorlaufes am Vortage sicherte sie sich im Endlauf in 1:17,8 Minuten den zweiten Platz. Europameisterin wurde die Holländerin Rietje van der Horst in 1:17,1 Min. Hinter der Deutschen kamen Greet Galiard (Holland), Gerda Ohlsen (Dänemark), Ginett Jany (Frankreich) und Inegaard Fredin (Schweden) auf den Plätzen ein.

Im 100-m-Kraulschwimmen der Frauen siegte die Holländerin Schuhmacher in 1:06,4 Min. vor Waessen (Holland) und Andersen (Schweden). Die 4mal 200- m-Kraulstaffel der Männer gewann Schweden in 9:06,5 Min. vor Frankreich (9:10,0 Min), Jugoslawien, Italien, Oesterreich und der Türkei.

Beim Kunstspringen der Frauen erreichte die Deutsche Tartarek am Mittwochmorgen die Entscheidung.

Vom Kronprinzen eröffnet

Die Europa-Leichtathletikmeisterschaften

Brüssel. (AP.) Kronprinz Balduin von Belgien hat im Brüsseler Heysel-Stadion am Mittwochnachmittag die Europa-Leichtathletik-Meisterschaften 1950 eröffnet. In dem Augenblick, in dem Prinz Balduin die Eröffnungsworte sprach, wurden von der Mitte des Stadions tausend Brieftauben aufgelassen. Prinz Balduin ist bei dieser Gelegenheit zum ersten Male seit der Uebemahme der königlichen Vorrechte in der Oeffentlichkeit erschienen.

Mitten hinein in die Eröffnungsfeier platzte ein Gewitter, das in wenigen Sekunden die ganze Aschenbahn unter Wasser setzte. Das gesamte Tagesprogramm mußte verschoben werden. Etwa 10 000 Zuschauer waren erschienen, die ungeachtet des Wetters die 500 Teilnehmer aus 23 Nationen herzlich begrüßten.

Beim Einzug der Mannschaften in die Arena fehlten die Vertreter Polens und Rumäniens, die sich auf der Fahrt verspätet haben, die ungarische Mannschaft hatte abgesagt. Die sowjetische Vertretung von 35 Sportlern und Sportlerinnen marschierte im Zuge mit.

Zweiter Sieg in Island

Reykjavik (Id) Bei ihrem zweiten Spiel in Island erreichte die aus Spielern von TuS Neuendorf gebildete Rheinland-Fußballauswahl gegen eine verstärkte Mannschaft des Bezirks Reykjavik nach hartem Kampf einen 5:4- (2:2) Sieg. Bei den Rheinländern traten starke Ermüdungserscheinungen auf.

In Mannheim kam die deutschamerikanische Fußball-Auswahl im vierten Spiel ihrer Deutschlandreise überraschend zu einem Teilerfolg. Der matt wirkenden Mannschaft des Deutschen Fußballmeisters von 1949, VfR Mannheim, trotzten die gefällig spielenden Deutschamerikaner vor 4000 Zuschauern ein Unentschieden von 2:2 (0:1) ab. Bester Mann der Amerikaner war der Tormann Goldstein.

Der Berliner SV 92 spielte am Dienstag in Bern egen Young Boys 1:1 (0:0).

Deutsche Motorrad-Meisterschaft Entscheidungs in Nürnberg

Frankfurt, (dpa) Der siebente und letzte Lauf um die Deutsche Motorrad-Straßenmeisterschaft wird am 10. September auf der vier Kilometer langen Rundstrecke im Nürnberger Stadiongelände entschieden. Da für 1951 eine Wiederzulassung Deutschlands zum internationalen Motorradsport zu erwarten ist, werden beim Entscheidungslauf in Nürnberg zum letzten Male Kompressor- und Saugmotor-Maschinen gemeinsam um Meisterschaftspunkte kämpfen.

Weitere deutsche Automobilrekorde

Paris. (AP.) Ein „Borgward Hansa 1500“ mit einem 60-PS-Sportmotor hat in Monthlery zwei neue Geschwindigkeitsrekorde in Klasse F — 1000 bis 1500 Kubikzentimeter Zylinderinhalt — aufgestellt. Der Wagen legte 3000 Kilometer in 19:33:56,02 Stunden zurück, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 153,33 Stundenkilometern entspricht. Der bisherige Rekord von 149,159 Stundenkilometern war mit einem Riley aufgestellt worden. Der Hansa 1500 brach ferner den Rekord für die 2000-Meilen- (rund 3200 Kiilometer) Strecke, die der Wagen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 153,518 Stundenkilometern in 20:58:33,07 Stunden zurücklegte. Der bisherige Rekord war 21:49:23,31 Stunden.

Noch keine Terminlisten

Stuttgart, (dpa) Die Geschäftsstelle des Süddeutschen Fußballverbandes kann die Terminlisten der ersten und zweiten Liga Süddeutschlands noch nicht veröffentlichen, da die Zustimmung der Toto-Gesellschaften von Württemberg-Baden und Hessen zu dem mit dem SVF geschlossenen Vertrag weiterhin aussteht.

Wieder zwei Weltrekorde

Eskilstuna (Schweden), (dpa) Zwei kaum glaubliche Weltrekorde stellten amerikanische Leichtathleten am Dienstag bei einer Veranstaltung in Eskilstuna (Schweden) auf. Jim Fuchs, der erst am Sonntag einen neuen Weltrekord im Kugelstoßen mit 17,91 Meter erzielt hatte, verbesserte am Dienstag diese Leistung auf 17,95 Meter. George Rhoden (Jamaika) lief über 400 Meter die Zeit von 45,8 Sekunden und verbesserte die Weltbestleistung von Herbert McKenley (Jamaika) um eine Zehntelsekunde.

Rollschuh-Doppelveranstaltung am Woog

Schon am Samstagabend um 20.15 Uhr fällt der Startschuß zu einem bunten Rollsportprogramm, das die TSG Darmstadt auf ihrer Bahn am Woog abwickelt. Die Mitwirkenden dieser neuen Rollsportschau „Unter bunten Scheinwerfern“ sind aus Nürnberg und von der Darmstädter TSG. Der äußere Rahmen dieser Veranstaltung sind die passenden Kostüme sowie die dekorierte Rollschuhbahn. Mancher wird sich bei den Rumba-, Tango- und Sambaklängen in südliche Zonen versetzt fühlen, und auch der ewig junge Walzer wird wieder begeistern. Zu dieser Musik die richtigen Schritte auf Rollschuhen, einzeln, im Paarlauf oder Dreierlauf, das wird die Zuschauer zweifellos begeistern. Um auch die Rollhockeyanhänger auf ihre Kosten kommen zu lassen, steigt dann ein „Spiel“, einmal ganz anders als die normalen. Selbst ein Stier (äußerst wild!) ist an diesem Abend zu sehen, und auch die Toreros fehlen nicht. Es gibt Ueberraschungen am laufenden Band.

Im Rollhockey stehen sich am Sonntag um 16.30 Uhr das Team der TSG Darmstadt und der Süddeutsche Meister 1. FC Nürnberg gegenüber. Auch die zweiten Mannschaften werden ihre Kräfte messen. Bei den Süddeutschen Meisterschaften in Schweinfurt konnte der 1. FC Nürnberg nur ganz knapp 2:1 über die TSG siegreich bleiben, die auf dem 3. Platz landete. Ob den Leuten vom Woog eine Revanche gelingt?

Am Sonntag wird die Abendrollsportschau vom Vortag zum großen Teil wiederholt. Die Pausen sind also entsprechend ausgefüllt. -Z-

Nächstes Auswärtsspiel am 1. Oktober

Da die ursprünglich für den 17. September vorgesehenen Bundespokalspiele ausfallen und dafür die für den 25. Dezember geplanten Paarungen ausgetragen werden, ferner das am 24. September stattfindende Spiel planmäßig ein Heimspiel ist, wird der SV 98 Darmstadt im Monat September nicht nach auswärts zu fahren brauchen. Mühlburg, Fürth und FSV Frankfurt werden sich als nächste Gegner der „Lilien“ im Hochschulstadion vorstellen.

Die SG Arheilgen spielt am 3. September gegen ASV Durlach und ist am 10. September spielfrei.

Hessische Pokalmeisterschaften in Giessen

Nachdem am Sonntag Nord- und Südhessen ihre Endspielgegner für die Hessischen Tischtennis-Pokalmeisterschaften ermittelten, stehen sich diese am Sonntag in Gießen in den Endspielen gegenüber.

Bei den Herren wird der SV Wiesbaden voraussichtlich seinen Titel verteidigen, muß aber in diesem Jahr mit Hermannia Kassel und evtl, auch mit Eintracht Frankfurt rechnen.

Bei den Damen steht der Titelhalter, SV 98 Darmstadt vor einer schweren Aufgabe. Wider Erwarten konnten sich Holzapfel/Römer den Südhessenpokal sichern und schlugen dabei die starke Eintrachtmannschaft, die jedoch am Sonntag in stärkerer Besetzung antreten dürfte. Wiederum wird das Doppel den Ausschlag geben.

Weiterhin werden in Gießen die Pokalmannschaften der Jugend ihren Meister ermitteln. Südhessen ist durch die Mannschaft des SV Darmstadt 98 und SV Wiesbaden vertreten. Die Jugendpokalmannschaft der Lilienträger, Schmidtmer/ Wagner, hat sich überraschend in die hessische Spitzengruppe durchgekämpft, und es bleibt abzuwarten, wie sie sich schlagen werden, nachdem sie unter die letzten Vier geraten sind. Ku.

Vereinsturnier des SV Erzhausen

Die Tischtennisabteilung des Sportvereins Erzhausen veranstaltet am 26. August ein Vereinsturnier im Gasthaus „Krone“. Das Turnier wird nach dem K. 0.-System ausgetragen. Nicht nur bei den Herren und Damen werden ausgeglichene und spannende Kämpfe erwartet, sondern auch bei der Jugend. Beginn der Spiele um 15 Uhr. Die Endkämpfe werden gegen 20 Uhr ausgetragen werden.

TSV Pfungstadt—Nieder-Ramstadt 7:2

In einem Freundschaftsspiel empfing am Wochenende die Tischtennisabteilung der TSV Pfungstadt die erste Garnitur aus Nieder-Ramstadt. In einem überlegen geführten Spiel siegten die Gastgeber mit 7:2. Die Ueberlegenheit bei den Doppelspielen brachte diesen hohen und unerwarteten klaren Sieg. Die 2. Mannschaften spielten 6:3.

SG Wixhausen II—SG Langen 6:3. Ku.

Biebesheim Kreismeister

Der Biebesheimer Tischtennismannschaft gelang es, bei den Kämpfen um die Meisterschaft des Kreises den Sieg zu erringen. Dadurch wird die Biebesheimer Mannschaft demnächst an Kämpfen in der Bezirksklasse teilnehmen können. Die Mitglieder Willi Lenges, Willi Armann, Jakob Schmidt, Roland Ullrich, Otto Sudheimer und W. Loebel sehen den kommenden Kämpfen zuversichtlich entgegen.

Darmstädter Fechter in Ober-Ursel

Der Hessische Fechter-Verband führt am 26. und 27. August in Oberursel die Aufstiegskämpfe der Leistungsklasse II durch. Der Darmstädter Fechtclub ist vertreten durch die Herren Schreher (Säbel) und Leicht (Florett). Die Besten rücken in die Leistungsklasse I auf und sind an den am 16. und 17. September vorgesehenen hessischen Landesmeisterschaften teilnahmeberechtigt.

Bei der zu erwartenden starken Konkurrenz aus Frankfurt und Offenbach werden die Darmstädter Fechter keinen leichten Stand haben. Als Kampfrichter beteiligen sich die Herren Steffan und Haun.

Aus Bensheim und Langen erhalten wir die Nachricht, daß die dortigen Fechter ebenfalls wieder aktiv wurden. In Bensheim hat der Fecht-Club 1930 seinen Betrieb wieder aufgenommen. Der frühere Gaufachwart Ph. Graf, Frankfurt, der jetzt in Bensheim wohnhaft ist, hat die Leitung übernommen. Die Langener Fechter haben sich dem dortigen Turnverein angeschlossen. -icke-

Die „Hitze-Etappe“ der Deutschlandfahrt

Ein neuer Erfolg der Belgier

Vo. Augsburg. (Eigener Bericht.) Diese zehnte Etappe der Deutschlandfahrt, die am Mittwoch von Konstanz am Bodensee entlang quer durch das Allgäu nach Augsburg führte, wird als „Hitze-Etappe“ in die Geschichte der Deutschlandrundfahrten eingehen. Als die 44 Teilnehmer am Mittwochvormittag von Meersburg aus, nachdem das Rennen von Konstanz auf der Fähre über den Bodensee neutralisiert worden war, das Rennen aufnahmen, da war es schon so heiß, daß die Fahrer Ungewöhnliches zu leisten hatten. Bei Temperaturen über 30 Grad mußten sie 270 Kilometer zurücklegen. Um so höher ist die Leistung des Belgiers Breuers zu bewerten, der schon gleich nach dem Start in Meersburg zunächst zusammen mit Sauerborn die Spitze bildete, dann seinen Vorsprung immer mehr vergrößerte und nach der Mittagsverpflegungskontrolle in Wangen die ganze Reststrecke von rund 150 Kilometer immer allein fahren mußte. Die nachfolgende Gruppe mit Weimer (Stuttgart) und dem Kölner Arens versuchte zwar, den Ausreißer einzuholen, aber der 29- jährige Belgier aus Lüttich fuhr das Rennen seines Lebens und konnte mit nahezu vier Minuten Vorsprung als Erster in 7:39,45 Std. in Augsburg einfahren, wo er von Tausenden jubelnd empfangen wurde. Vier Minuten später folgte der Kölner Arens in 7:43,11 Std. vor dem Stuttgarter Weimer in 7:43,ll1/i<».

Das Hauptfeld bummelte an diesem Hitzetag, in dem überall in den Dörfern die Fahrer mit Gartenschlauchleitungen bespritzt wurden, so stark, daß der Abstand zwischen dem Belgier Breuers und dem Hauptfeld schon in Wangen bei der Verpflegungskonttolle zwölf einhalb Minuten betrug.

Von Wangen ab durchs Allgäu holte das Hauptfeld, in dem vor allem der Schwenninger Müller durch eine Knieverletzung erheblich zurückflel, stark auf, und mit dem Dortmunder Siefert an der Spitze traf es mit nur noch sieben Minuten Abstand von dem Etappensieger in Augsburg ein. Der Belgier Gyselinckx wird, da er seinen Vorsprung gehalten hat, auch weiterhin das weiße Trikot tragen, in der Gesamtwertung gefolgt von Pfannenmüller (Nürnberg), während der Schwarzwälder Müller, der auf dem dritten Platz lag, erheblich zurückgefallen ist.

Start der Landesliga am 27. August

Zum Beginn der Verbandsründe dieses Jahres am 27. August 1950 hat der Verbdndsspielausschuß folgende Paarungen vorgenommen: 1. FC 02 Rödelheim —SC Opel Rüsselsheim; Vfß Friedberg—Spvgg 02 Griesheim; Olympia Lampertheim gegen Rot-Weiß Frankfurt; Borussia Fulda gegen Spvgg Bad Homburg; Hessen Hersfeld — Germania Bieber; VfL Marburg gegen Hermannia Kassel; VfL Biedenkopf gegen Eintracht Wetzlar; SC 03 Kassel gegen VfL Kassel; Hess. Lichtenau gegen Spvgg Kassel; Union Niederrad ist am ersten Spielsonntag frei.

Bei Zuteilung von Hanau 93 als zwanzigster Verein zur Landesliga wird seine Mannschaft als Gegner des vorläufig spielfreien Vereins eingeschaltet. -gi-

Der Rundfunk am Freitag

RADIO FRANKFURT: 5.30 Musik für Frühaufsteher; 7.15 Frühkonzert; 8.15 Morgenmusik; 11.15 Schulfunk; 12.00 Musik am Mittag; 13.00 Musikalisches Allerlei; 16.00 Romantische Kammermusik; 17.00 Froh und heiter; 18.30 Konzert für die Jugend; 20.00 „Hier ist RIAS Berlin“; 22.15 Frankfurter Komponisten; 23.15 Swing-Cocktail. ,

SÜDWESTFUNK: 12.20 Mittagskonzert; 13.15 Musik nach Tisch; 15.30 Musik zur Teestunde; 16.30 Klaviermusik; 17.15 Das Schlager-Intermezzo; 18.30 Musik zum Feierabend; 20.00 Bunter Abend; 22.30 Beschwingter Tagesausklang.

NWDR: 12.00 Musik zur Mittagspause; 13 20 Melodien, die jeder kennt; 14.15 Mit Musik durch die Welt; 15.40 Musikalische Kleinigkeiten; 16.50 Klaviermusik; 18.00 Musik am Feierabend; 18.30 Das Große Hamburger Rundfunkorchester; 20.00 „Hier ist RIAS Berlin"; 22.30 Orchestermusik von Prokofieff und Bartok; 0.05 Berlin am Mikrofon.

Karl Stracks letzter Gang

Auf dem Eberstädter Friedhof wurde unter großer Beteiligung der Ende vergangener Woche bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommene Rektor i. R. Karl Strack zu Grabe getragen. Der Schülerinnenchor der Volksschule Gräfenhausen umrahmte die Trauerfeier mit einem ergreifenden Grabgesang. Bürgermeister Seitz, der Schulleiter von Gräfenhausen, Vertreter der Lehrergewerkschaft, der Kultur- und Sportgemeinde und von Gesangvereinen legten Kranzspenden nieder. (°a)

Kreisschan in Nieder-Roden

Rassegeflügelzüchter wählten Kreisvorstand

In der Jahresversammlung der Rasse^efliigelzüchter des Kreisverbandes Die ur» wurde der bisherige Vorsitzende . rr. Storck, Babenhausen wiedergewaWt. Stellvertreter: Arras, Fr.-Crumbach; Schriftführer: Dietrich, Groß-Zimmern ; Rechner: Hofmann, heim; Beisitzer: Jäger, Nieaer-Roden. 7. um Zuchtobmann wurde G a.’ Groß-Umstadt, zum Obmann für• Leioiungszuchten Trautmann, heim, gewählt. Am 19. November soll m .Leder-Roden eine Kreisschau satdmden.

Neuer Kraunkenwagen

Das Groß-Gerauer Rote Kreuz besitzt seit einigen Tagen einen neuen Lpezialkrankenwagen, der d‘® rroß_ schrift „Gestiftet vom Landkreis Gerau“ trägt. lrna des

Mit den Krankentranspo^w-& es Kreisverbandes des Roter Groß-Gerau wurden seit Trans-Patienten ^'ändert rue j.e porte legten die Fahrzeuge in g 556 764 km zurück.

Was aũch interessiert:

Durch freiwillige Spenden erhielten einige Schulklassen in Dieburg neue Möbel. Beleuchtungsanlagen und Gegenstände für naturwissenschaftliche Sammlungen konnten gleichfalls angeschafft werden. (-gi-)

Nur mit einem morschen Brett hatte ein Hausbesitzer in Pfungstadt auf seinem Grundstück eine Kalkgrube abgedeckt. Eine im Haus wohnende Frau, die Brennholz wegtragen wollte, stürzte dieser Tage in die Grube und mußte mit schweren Verletzungen geborgen werden.

Ein Gefallenen-Ehrenmal, das von Baurat Schöberl für Babenhausen gestiftet worden ist, wurde jetzt in der evangelischen Kirche durch Pfarrer Walther eingeweiht. Kirchen- und Posaunenchor umrahmten den Festakt (-gi-)

5 bis 7 Schüsse wurden vor kurzem von einer bisher unbekannten Person auf zwei junge Männer abgegeben, die nachts mit dem Fahrrad von Wattenheim nach Biblis fuhren. Die Ermittlungen nach dem Täter sind eingeleitet. (HB)

Einen Einbruch in die Bäckerei Adam Rettig in Zwingenberg verübten kürzlich unbekannte Täter, die aber nur 15 Tafeln Schokolade aus einer Glasvitrine auf der Theke mitnahmen. Ermittlungen sind angestellt. (HB)

Wütend über zu schnelles Arbeiten warf ein junger Mann aus Ober-Ostern einen Stock nach dem auf dem Dreschwagen stehenden Einleger. Dieser bückte sich rechtzeitig, doch wurde ein hinter ihm stehender Arbeiter derart an den Kopf getroffen, daß sofortige ärztliche Hilfe notwendig war. (ptoo)

Den linken Oberschenkel brach eine Frau aus Groß-Bieberau., als ein mit Grummet beladener Wagen bei der Heimfahrt von der Wiese umkippte, auf dem die Frau gesessen hatte. (GD)

meldungen aus den Landkreisen

DARMSTADT-LAND

Seeheim. In Vertretung von Bürgermeister Speckhardt hat der 1. Beigeordnete Daum die Geschäfte der Gemeindeverwaltung übernommen. hl.

Ober-Beerbach. Der Gemeinderat beschloß den Bau eines Spritzenhauses. Die Pläne hierzu wurden bereits an das Staatsbauamt weitergegeben. hl.

Jugenheim. Das bundesbahneigene Dreiecksgrundstück an der Endhaltestelle der Straßenbahn wurde kürzlich an Herrn Breitert verpachtet. Auf dem Grundstück soll eine Trink- und Wartehalle gebaut werden. Die Kosten des Bauvorhabens stellen sich auf 10 000 Dm. hl.

Alsbach. Die Gemeinde hat der Zwingenberger Obst- und Gemüsegenossenschaft zum Bau einer Obsthalle ein Gelände von 800 Quadratmeter zum Preise von 0,50 DM pro qm überlassen. hl.

DIEBURG

Dieburg. Eine öffentliche Sitzung der Gemeindevertreter findet am heutigen Donnerstag im Saale des Fechenbacher Schlosses statt. — Eine Säuglings-Beratungsstunde ist am gleichen Tage im Saale des Gesundheitsamtes angesetzt.

Groß-Bieberau. Am Wochenende trifft die neugegossene Glocke der evangelischen Kirchengemeinde ein. Sie wird am 3. September eingeweiht werden. GD

Dorndiel. Die Gemeinde stellte der hiesigen Volksschule Gelände für einen Sportplatz zur Verfügung. Die Schuljugend hat das Feld bereits eingeebnet und kann künftig ihre Sportstunden auf geeignetem Gelände abhalten (wu)

Altheim. Am kommenden Sonntag wird der hiesige Männergesangverein seinem ehemaligen Sangesbruder und jetzigen Ehrenmitglied, Pfarrer D. Ludwig Hahn in Über au einen Besuch abstatten und den Gottesdienst durch Vortrag zweier Lieder untermalen. Anschließend will man einige frohe Stunden miteinander verleben. (HP)

Groß-Bieberau. Der Verband der Körperbeschädigten der hiesigen Ortsgruppe hatte zu einer Versammlung am Dienstag den Kreisvorsitzenden Coy als Redner gewonnen, damit er den Mitgliedern das kommende Bundesversorgungsgesetz erläutere. Der Stellvertreter der Ortsgruppe teilte den Anwesenden mit, daß man für Mitte September eine Omnibusfahrt nach Heidelberg und Schwetzingen plane.

ERBACH

Sandbach. Da die Reifenfabrikation der Veith-Gummiwerke in letzter Zeit erheblich zunimmt und das vorhandene Mischungslager nicht mehr den Ansprüchen gerecht wird, muß eine Vergrößerung vorgenommen werden. hm

Böllstein. — In der unübersichtlichen Kurve der Ortsstraße vor dem Hof des Bauern Jakob Krämer stießen zwei sich entgegenkommende Motorradfahrer aus der Gemeinde zusammen. Beide trugen Kopfverletzungen davon. Ihre Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt . (-ch)

Rothenberg. — Der Fremdenverkehr hat zur Zeit seinen Höhepunkt erreicht. Sämtliche verfügbaren Fremdenzimmer sind mit Feriengästen belegt. (ch)

BERGSTRASSE

Waldmichelbach. Samstag, den 9. Sep¬ tember, findet abends im Hotel „Zum Odenwald“ ein großes Chorkonzert mit über 100 Sängern statt, während der Sonntag im Zeichen eines Rheinischen Liederabends steht. (-r)

Zwingenberg. Die nächste Gemeinderatssitzung findet am kommenden Samstag um 20 Uhr statt. Ob die Sitzung allerdings im Rathaus (wie seither) oder im „Adlersaal“ abgehalten wird, ist noch nicht bekannt. (HB)

Bensheim-Auerbach. Am kommenden Sonntag wiederholt die Laienspielgruppe des MGV Liedertafel, Auerbach, das Volksstück „Die schöne Müllerin“. (HB)

Lorsch. Bei einer Polizei-Großrazzia im Lorscher und Viernheimer Wald ergriff die Lorscher Polizei unter Polizeimeister Wedel einige verdächtige Elemente, hinter denen man Sittenstrolche vermutet.

GROSS-GERAU

Nauheim. Am kommenden Freitag, abends 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaale eine öffentliche Gemeinderatssitzung statt.

Nauheim. Die Falkengruppe veranstaltet am 26. August im Heim der Interessengemeinschaft der Arbeiter-Sport- und Sängervereinigung einen Elternabend, zu dem Bundestagsabgeordneter Prof. Dr. Bergsträßer erwartet wird. Auch Landrat Harth wurde für diesen Abend eingeladen. (Cg)

Wolfskehlen. Die Sängervereinigung 1878 machte am Sonntag einen Ausflug mit Omnibussen durch den Odenwald. Auf der Heimreise ging es durch das Neckartal und über die Bergstraße. (-od-)

Biebesheim. Aus organisatorischen Gründen wird entgegen der bisherigen Regelung die Auszahlung der Bezüge aus der Arbeiterfürsorge ebenso wie die Erwerbslosenunterstützung künftig alle zwei Wochen ausgezahlt werden (kv)

Mörfelden. Laut Beschluß des Gemeinderates dürfen nur einstöckige Häuser längs der Umgehungsstraße erstellt werden. (-au-)

Darmstadt in Zahlen

In diesen Tagen erschien der Jahresbericht des Statistischen Amtes der Stadt Darmstadt zum zweiten Male nach dem Kriege. In außerordentlich liebevoller, bis in die kleinsten Details gehender Arbeit hat das Statistische Amt unter Leitung von Dr. Dietr i c h ein umfangreiches Material über die soziale, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung unserer Stadt bis zum Ende des Jahres 1949 zusammengetragen. So trocken die Zahlenreihen dem Laien auch beim ersten Blick erscheinen mögen, so lebendig werden sie dem, der es versteht, aus diesen Tabellen die gute Entwicklung unserer Stadt nach dem vergangenen Kriege zu lesen. Wertvolle Arbeitsunterlagen bieten sie nicht nur dem Statistiker, sondern auch dem Mann der Wirtschaft, des Handels und des Kulturlebens, wie dem Arzt und Politiker.

Aber auch der Laie, der nicht aus beruflichen Gründen diese Broschüre, die in wenigen Tagen in allen Buchhandlungen zum Preise von 1,— DM zu erhalten sein wird, zur Hand nimmt, sondern aus allgemeinem Interesse hineinschaut, wird darin manche überraschende Zahl finden, die ihn zwar mangels statistischer Erfahrungen manchmal zu Trugschlüssen führen wird, ihm aber andererseits ein interessantes Schlaglicht auf die gesamten Verhältnisse unserer Stadt wirft.

Schon auf der ersten Textseite fallen die präzisen geographischen Angaben über die Lage und den Umfang der Stadt ins Auge. Da liegt Darmstadt 49" 52’ 21” nördlich des Aequators und 8" 39’ 25” östlich von Greenwich; ganz genau gesprochen ist es der Stadtkirchturm der an dieser Stelle steht und an dem die Sonnenzeit, die sogenannte Ortszeit, der mitteleuropäischen Zeit um 25 Minuten und 22 Sekunden nachläuft.

Es folgen Skizzen über Geburten, Sterbefälle, Zuzug und vieles andere. Tabellen über Witterung, Bevölkerungszahl Gewerbean- und -abmeldungen, Postverkehr, Wohnungsneubau, Gaserzeugung, ansteckende Krankheiten, Steuereinnahmen, Schülerzahlen, Kinobesuch, Verkehrsunfälle, Wahlergebnisse und Beerdigungen sind wohlgeordnet zu finden und immer wieder fällt der Blick auf die eine oder andere Zahl. Da wohnten am 1. Januar 1950 91 846 Personen in Darmstadt, 1380 Kinder wurden 1949 geboren, aus Kriegsgefangenschaft kamen 491 Personen zurück, 43 151 Fremde übernachteten in Darmstadt, 7602 Zuzugsgenehmigungen wurden erteilt und auf Seite 27 hatte sich der einzige Druckfehler eingeschlichen, denn es wurden insgesamt 1433 neue Wohnungen im Jahre 1949 fertig und nicht 923, wie dort geschrieben stand. Uebrigens ist das fast die dreifache Zahl an Neuwohnungen gegenüber dem Jahre 1948. agt

Bevölkerungsstand vor und nach dem 11. Weltkriege



4 Monate Gefängnis für Wally

Sie stahl für ihre Wohnungsmiete

Gestern stand die 27jährige Wally S. in Darmstadt vor dem Schnellrichter. Der Staatsanwalt erhob Anklage wegen Diebstahls.

Am 3. auf 4. August hatte Wally in einer Bessunger Wirtschaft, die in einem nicht allzu guten Ruf steht, die Bekanntschaft mit einem Kellner gemacht. Dieser lud sie zu einem Glas Wein ein. Nachts um 2 Uhr erinnerte sich Wally, daß sie ja nach Büttelborn müsse. Dort wohnte sie bei einer Familie schon 4 Jahre ohne Aufenthaltsgenehmigung und ohne Kennkarte. Ihr neuester Freund, der Kellner, lud sie ein, bei ihm zu übernachten. Am anderen Morgen, als er die Wohnung verlassen hatte, räumte Wally Bettwäsche und sonstige Kleinigkeiten aus dem Schrank und verschwand. Sie benutzte das gestohlene Diebesgut, um ihre Mietschulden bei ihrer Wirtin in Büttelborn zu begleichen.

Als der Staatsanwalt 5 Monate Gefängnis beantragte, heulte sie bitterlich. Der Staatsanwalt hob hervor, daß die Angeklagte aus Ostpreußen stammt und sich als Flüchtling seit 4 Jahren in Westdeutschland aufhalte, es aber noch nicht für notwendig gehalten habe, sich einen Flüchtlingsausweis oder eine Kennkarte zu besorgen. Er war der Auffassung, daß die Angeklagte sich lieber von amerikanischen und deutschen Freunden aushalten ließe. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten. Amtsgerichtsrat Holzschuh wies in seiner Urteilsbegründung noch einmal darauf hin, daß die Angeklagte zwar im Trubel der Zeit mitgerissen, aber noch nicht verloren sei. ri.

Die Entwicklung französischer Kammermusik

EIN VORTRAG VON ANTOINE GOLEA, PARIS

Auf der Marienhöhe sprach Antoine Golea in einem der Sondervorträge anläßlich der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik über „Moderne französische Kammermusik“.

Wenn man die moderne französische Kammermusik näher betrachten will, so ist die erste Frage: woher kommt, woher stammt sie, und hat es eigentlich vor der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und in den letzten dreißig Jahren des 19. Jahrhunderts eine französische Kammermusik gegeben. Diese Frage ist unbedingt zu bejahen, jedoch mit einer Einschränkung: Es gab im klassischen und romantischen Zeitalter der Musik, also in der Zeitspanne etwa von Haydn bis Brahms, mit wenig Ausnahmen kein: französische Kammermusik. In den ersten zwei Dritteln, bis zum Jahre 1870, konnte ein Komponist in Frankreich nur dann berühmt und groß werden, wenn er für das Theater schrieb. Die frühe französische Kammermusik ist die des 17. und 18. Jahrhunderts; zwei Namen kommen dabei vor allem ins Gedächtnis: Coupe ri.n und Rame.au. Ganz im Sinne des Zeitalters, war sie voller Leichtigkeit und Grazie, gepaart mit Melancholie und Pathetik, während zu gleicher Zeit in Deutschland die Musik schon untet dem Einfluß von Bach stand. Als Bach endgültig, was die Einführung des Generalbasses betrifft, über Rameau gesiegt hatte als die deutsche Kammermusik für mindestens 150 Jahre die erste des Abendlandes werden sollte, zog sich die französische Musik wie erstarrt zurück. Daher das Aufblühen des lyrischen Theaters im 19. Jahrhundert, die Erfolge der klassischen französischen Operette und der immer größer werdende Gegensatz zwischen deutscher Tiefe und Gründlichkeit und der sogenannten französischen Leichtigkeit und Grazie. Der einzige große Musiker des beginnenden 19. Jahrhunderts in Frankreich, dem eigentlich nur die Kammermusik als Sinn und Ziel seines musikalischen Schaffens vorschwebte, war Hector Berlioz.

Nach 1870 brachte der Belgier Cesar Franck, der in Frankreich gelebt und in Paris studiert hat, die einschneidende Wende in die französische Musik. Franck ist der erste große französische Musiker des 19. Jahrhunderts, der Respekt vor der absoluten Form des deutschen Klassizismus hat. Er zeigt dies in einigen exemplarischen Werken.

Obwohl von den deutschen beeinflußt, war er aber viel zu aktiv, um sich allein mit den Vorbildern zu begnügen. Auf dem speziellen Gebiet der Kammermusik wie auch auf dem der Oper war es Claude Debussy, der die deutsche Vorherrschaft des Stiles bekämpfte. Nach Golea war es ein Negativbild der deutschen Musik, nicht schlechter, sondern originell und zum Teil bedeutender. Debussy versuchte an die alte französische Tradition wieder anzuknüpfen. 30 Jahre später bäumte sich Milhaud gegen Wagner auf.

Die „Ecole de Paris“, eine Gruppe bedeutender Komponisten, ist irgendwie von Schönberg beeinflußt. Sie hatte eine „Versuchung zur Atonalität“ und wurde von der französischen Kritik als „falsche Notenmacher“ verschrien. Aber es ist ihr Verdienst daß sie Schwung in die französische Kammermusik brachten. Golea führte noch Jolivet, Martinon und Sauguet an. Jolivets frühes Quartett ist ein entscheidender atonaler Versuch, er ist später sehr viel traditioneller. Das Beispiel Sauguet ist etwas absoluter als Jolivet und kehrt zur französischen Tradition zurück. Martinon zeigt ein großes Talent und steht zwischen der Frühtendenz Jolivets und der absoluten Tradition Sauguets.

Die Quartette von Martinon und Sauguet wurden von Schülern der Klasse Maurits Franks in vorbildlicher Weise aufgeführt. h

Bruno Walter dirigiert. Berlin wird in der kommenden Konzertsaison neben Dirigenten wie Wilhelm Furtwängler und Hans Knappertsbusch auch Bruno Walter nach langer Abwesenheit wieder am Dirigentenpult begrüßen können. Bruno Walter wird am 24. und 25. September in zwei Sonderkonzerten das Berliner Philharmonische Orchester dirigieren. Auf dem Programm stehen: Beethovens Egmont-Ouverture, Mozarts Sinfonie Gmoll, „Don Juan“ von Strauß und Brahms' Sinfonie Nr. 11.

Danksagung Für alle Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang meines lieben Gatten Pfarrer Wilhelm Becker für den reichen Trost aus Gottes Wort bei der Einsegung, Bestattung und Trauerfeier, für die Ehrungen durch die Kirchenleitung, die Amtsbrüder, den Kirchenvorstand, Gemeinde- und Schulvorstand, der Arbeiterwohlfahrt, für die erhebenden Chöre, die herrlichen Blumenspenden, besonders aber für alle Liebe und Fürsorge, die dem Verstorbenen in seinen Krankheitstagen in so reichem Maße von seiner Gemeinde zuteil wurde, sage ich, auch im Namen aller Hinterbliebenen, meinen innigsten Dank. Lina Becker geb. Kredel Ernsthofen, den 20. August 1950

Danksagung Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme sowie die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen Johann Fornoff sagen wir allen unseren herzlichsten Dank, sowie denen, die ihm die letzte Ehre erwiesen. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Köhler für die trostreichen Worte am Grabe sowie Schwester Frieda von der Martinsgemeinde. In stiller Trauer: Regina Fornoff geb. Eisenhauer und Angehörige I Darmstadt, Taunusstraße 15.

^^^^OITLICBT^BEKANNTMAi^ Abladen von Schutt Der städt. Schuttabladeplatz im alten Steinbruch am Kohlberg (Oppermannswiesenschneise) wird bis auf weiteres geschlossen. Unverwertbarer Trümmerschutt, Baugrubenaushub, Mörtelreste, Gips u. ä. sind zwecks Anschüttung von Tribünen zum alten Sport¬ platz des Sportvereins 1898 e. V. Darmstadt an der Nieder-Ram¬ städter Straße gegenüber dem Wäldchen am Steinberg zu den gleichen Bedingungen wie beim Abladeplatz Kohlberg, zu ver¬ bringen. Die Abladezeiten sind von 7.00—18.00 Uhr einschl. samstags. Darmstadt, den 22. August 1950 Stadt Darmstadt — Stadtbauverwaltung — • Schlachthof (Freibank) Freitag, von 8.00—12.00 Uhr: Nr. 501—750. Samstag, von 8.00—11.30 Uhr: Nr. 751—1000. Am 25. August 1950 werde ich voraussichtlich versteigern: um 10.00 Uhr in Darmstadt, Pfandkammer, Amtsgericht: * w°“nziminerschrank, mehrere Kindersportwagen, 1 Küche (3teiUg), t Schreibtisch, 1 Elektromotor, 1 Wulst- und Ab¬ kantmaschine, um 12.00 Uhr in Arheilgen, Bieter am Rathaus: Küche"‘ und Wirtschaftsgeräte, 5 Polster¬ sessel, 2 Chaiselongues, 2 Polsterstühle. Illas, Obergerichtsvollzieher HHIIIIIIIIIIIIIIII mit Arbeitspraxis werden im ganzen Verbreitungs- = gebiet gesucht DARMSTÄDTER TAGBLATT | VERTRIEBS-ABTEILUNG =

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Bacliftschfsst/ Volksfest und Ausstellung in Worms am Rhein VOM 26 . AUGUST BIS 3. SEPTEMBER 19 5 0 Sonntag, 27.8^ Historischer Gesallentaoz • Origineller Festzug ■ Sonntag, 3.9; Fischerstechen ■ Bunte Bootsauffahrt der Wassersportler ■ Korso illuminierter Boote ■ Großes Höhenfeuerwerk ■ Während der ganzen Woche Großbetrieb GOniligo FehigelegmM mit Sondernden de» Oeohd-on IrmdesboM ■ SonntagtrWdoMorton vor» ol'en Bohnhöten im Umkreis von 75 km - Avlkunh erteilen die Fni.r'.'ortenevjgoben wwie die OER-Söro» Die Ladengeschäfte sind Sonntag (27. 8.) geöffnet

* 54 Telegramm Deutsche Po^t . | 2054 FRANKF URTMA IN TW 73/60-<L2 2100 j ; aus i k... Aulganommen I yf/t Ob*rrw>H«l» —EzicfisLo®«»®. 41 - .LUTZRHEINSTRASSE 22 P Frankfurt (Main) V DARMSTADT = DdriMim li j BEI WETTSCHREIBEN IN HAMBURG ERREICHTEN 3 SCHREIBERINNEN AUF i TORPEDO SCHREIBMASCHINEN MEISTERLEISTUNGEN MIT 438 STOP 428 UND 420 ANSCHLAEGEN PRO MINUTE IN SPITZENGRUPPEN UEBER 400 ANSCHLAEGEN STOP MEISTERLEISTUNGEN WURDEN WEITER VON 14 ^SCHREIBER INNEN AUS EINER REI_HE VON 21 TORPEDO SCHREIBERINNEN i ERZIELT STOP DAS SIND 66 2/J. PROZENT ALSO DOPPELT SO HOCH ALS DURCHSCHNITT DA MASCHINENSCHNELLIGKEIT SEHR VIEL HOEHER — iRESUEMEE: TORPEDO DIE ZUVERLAESSIGE SCHNELLSCHREIBMASCHINE = ’ I * . WPEO-Q^

ÄH* gute Nr. 4 „Hund entlaufen“ „Wo ist der Fips?“ — Fips ist entfloh’n ist aus dem Haus seit morgens schon Fips streunt wohl durch die ganze Stadt, weil er die Spur verloren hat. „Was mach ich nur?“ denkt sich Herr Fritz, da kommt ihm ein Gedankenblitz: Er inseriert in seinem Blatt, daß sich der „Fips“ verlaufen hat. Am Tag darauf schon brachte man den „Fips“, den schuldbewußten, an. Wenn der Hund entlaufen ist, gibt man sofort mit kurzer Beschreibung eine Such-K lei nanzeige auf. Aber auch den Dressierer für den Hund, die Pflegestelle zur Urlaubszeit, die Trimm¬ anstalt ermittelt man leicht durch die Klein¬ anzeige in dem „Darmstädter Tagblatt“.

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UNION zeigt das Farbfilmwerk 1001 Nacht • mit Evelyn Keyes, Cornel Wilde u. v. a. Ein großartiges, prachtvolles und buntes Film-Mosaik aus dem Orient, das man sehen und erleben muß! Ruf 33 73 Anfang: 13.45, 16.00 18.15, 20.30 Uhr Vorverkauf ab 11.00 Uhr T U 4 I I A Letzter Tag! I 11A LI A Das Herz muß schweigen • mit Paula Wessely, Mathias Wiemann u. Werner Hinz. Ein Film, den man nicht vergißt. Ruf 33 90 An,': 14 00 'I6OO - 18.15 - 20.30 Uhr Vorverkauf ab 11 Uhr BELIDA Letzter Tagl LORETTA YOUNG in Frau in Notwehr Ruf 395 Anfang 14.00 - 16.00 - 18.15 - 20.30 PALAST Letzter Tag. Ruf 22 40 13.45 _1600_1815 _2O 3Q Uhr HANSA Letzter Tag! Absender unbekannt mit Bruni Löbel , Käthe Haack, Hans Richter, Volker von Collande, Paul Kemp Ruf 31 79 14.00 - 16.00 - 18.15 - 20.30