Lenkt Moskun ein?
Die Sowjetunion erklärt sich überraschend zur Mitarbeit im Sicherheitsrat bereit
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Chefdelegierte bei den Vereinten Nationen, Malik, hat, wie wir bereits gestern in einem Teil unserer Auflage berichten konnten, dem Generalsekretär Trygve Lie in einem überraschenden Anruf mitgeteilt, er wolle in Uebereinstimmung mit dem üblichen Verfahren bei den Vereinten Nationen vom 1. August an den Rußland zustehenden Vorsitz im Sicherheitsrat übernehmen. Kraft dieses Amtes berufe er den Sicherheitsrat für den 1. August, 20.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit ein.
Frankfurt, 28. Juli. (AP/dpa). Der Entschluß der Sowjetunion, in den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zurückzukehren, ist überall wie eine Bombe eingeschlagen und hat zunächst ein Rätselraten über die möglichen Absichten der Sowjets ausgelöst. Ganz allgemein läßt sich aber auch sagen, daß man neben der Ueberraschung eine abwartende Haltung einnimmt.
Allgemeine Vermutungen
Die Vermutungen, die angestellt werden, konzentrieren sich auf drei Punkte:
1. Die Sowjetunion könne durch diesen Schritt eine Gelegenheit erblicken, sich im Korea-Konflikt als Friedensmacher hinzustellen und dem Sicherheitsrat eine Feuereinstellung in Korea vorzuschlagen. 2. Der Kreml werde erneut versuchen, die nationalchinesische Delegation aus dem Sicherheitsrat herauszumanöverieren.
3. Es könne von Stalin beabsichtigt sein, den Sicherheitsrat für eine Propagandaaktion auszunützen, indem er die Vereinigten Staaten der Aggression in Korea bezichtige und die Forderung erhebe, es solle den Koreanern überlassen bleiben, ihre Angelegenheiten nach eigenem Ermessen zu erledigen.
Die Vereinten Nationen
Delegierte der Vereinten Nationen haben nach dem Bekanntwerden des Beschlusses erklärt, daß das Polit-Büro in Moskau zu irgendwelchen grundsätzlichen Entscheidungen gekommen sein müsse. Man erinnert daran, daß der Kreml auch bei der Blockade Berlins eingelenkt habe, als er von der Wirksamkeit der Luftbrücke überzeugt gewesen sei.
Washington
Regierungskreise in Washington zeigen sich vorerst noch sehr zurückhaltend. Man rechnet aber mit der Möglichkeit, daß Malik versuchen werde, ein Veto mit rückwirkender Kraft gegen die bereits gefaßten Beschlüsse des Rates zur Unterstützung Südkoreas einzulegen. Verschiedentlich ist auch geäußert worden, die sowjetische Entscheidung müsse als diplomatischer Sieg des Westens angesehen werden, da sie gefaßt worden sei, ohne daß zuvor ein Delegierter Rot-Chinas in den Rat habe einziehen können. Der ehemalige amerikanische Außenminister Byrnes zieht den Schluß, daß die Sowjets gegenwärtig keinen neuen Weltkrieg Wollten. Byrnes befindet sich damit in Uebereinstimmung mit Ansichten, die am Freitagmorgen in Regierungskreisen in Stockholm geäußert worden sind.
London
In London ist in parlamentarischen Kreisen die Ankündigung Maliks begrüßt worden. Politische Beobachter sind der Ansicht, daß das Foreign Office die weiteren sowjetischen Schritte abwarten werde.
Paris
In der französischen Hauptstadt haben zunächst am Freitag keine offiziellen Stimmen vorgelegen, in den Pariser Morgenblättem wird jedoch von einem Theatercoup der Russen gesprochen. Die Sowjetunion wolle mit ihrer Geste wahrscheinlich zeigen, wie sehr Stalin den Frieden wünsche. Man spricht aber auch davon, daß hinter dem sowjetischen Schritt der Wunsch stehen könne, Washington die diplomatische Initiative wieder abzunehmen.
Jludj rittmol IJUlilt
Neuyork, 28. Juli. (AP.) Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ist am Freitag unter dem Vorsitz des norwegisehen Delegierten Sunde zu einer Sitzung zusammengetreten. Der russische Delegierte war nicht erschienen. Die Sitzung war einberufen worden, um den Mitgliedern Gelegenheit zu geben, sich zu dem Bericht General Mac Arthurs über die Situation in Korea zu äußern. Die Einberufung war bereits vor dem neuesten russischen Schritt bekanntgegeben
Vierzig Kilogramm Gepäck
Aufregung in der Türkei
Fl. Istanbul, 28. Juli. (Eigener Bericht.) Die Oeffentlio’<’e:t m der Türkei ist ziemlich stark durch einen Erlaß des amerikanischen Generalkonsuls erregt, der die in Istanbul wohnenden amerikanischen Staatsangehörigen aufgefordert hat, vierzig Kilogramm Gepäck bereit zu halten und sich mit einer Waffe zu versehen. Die Angelegenheit hat zu einer Anfrage im Parlament geführt.
Revolutions-Stimmung in Belgien
In Brüssel und Wallonien ruht die Arbeit
Brüssel, 28. Juli. (AP/BBC/dpa). Brussel gleicht einem Heerlager. Aus allen Provinzen sind Verstärkungen der berittenen und motorisierten Gendarmerie in der Hauptstadt zusammengezogen worden, um gegen die Demonstranten » dem sozialistischen, liberalen und o munistischen Lager eingreifen zu können. Da die Anhänger des Königs erlcla haben, sie wollten nicht tatenlos zuse. , wie gegen den Monarchen demonstriert werde, wird angenommen, dalJ es z heftigen Auseinandersetzungen kommen
^"Brüssel kam es am Freitag überall zu Zusammenstößen. Straßenba , trotz des Streiks fuhren, wurden ang halten. Die großen Warenhäuser hatten geschlossen. Die Polizei muß . ‘t n reichen Fällen gegen die Dem°pst.rb?lich einschreiten. Ein Mann wur überfahren. _ _ Arbei_
In Wallonien streiken 350 000 ter. Die Regierung hat für das Sdi personal in den Kohlenrevieren und den Industriegebieten Dienstverp • scheine ausgegeben. Man rechnet damit, daß die Streikwelle sich weiter ausden nen wird. Nicht nur in Brüssel, sondern auch in den großen Städten des Landes singen die Demonstranten oftmals die Internationale. Bilder des Königs werden heruntergerissen und zertrampelt.
Die Zeitungen in Brüssel erscheinen in begrenztem Umfang. Die staatliche belgische Luftfahrtgesellschaft versucht, ihren Dienst aufrechtzuerhalten. In Antwerpen haben 4000 Mann der Schiffsreparaturwerkstätten die Arbeit niedergelegt. 12 000 Dockarbeiter wollten sich anschließen. Die Regierung will mehrere tausend Mann belgischer Truppen, die in Westdeutschland stationiert sind, zur Verstärkung nach Brüssel holen. Die sozialistische Presse führt heftigste Angriffe gegen den früheren Chef des Generalstabes der belgischen Armee, van Overstraeten, einen Freund des Königs, und den General Piron. Das sozialistische Parteiblatt „Le Peuple“ erwähnt seit langer Zeit zum ersten Male wieder im Zusammenhang mit Leopold das Wort „Boche“, eine Bezeichnung, die als Schimpfname für die Deutschen vor allem während des ersten Weltkrieges in den romanischen Ländern populär war.
Churchill: Wie vor zehn Jahren!
Der Oppositionsführer warnt den Westen vor der russischen Gefahr
London, 28. Juli, (dpa) Zum Abschluß der zweitägigen Verteidigungsdebatte im britischen Unterhaus hat der Führer der Opposition Winston Churchill über die augenblickliche gespannte Weltlage gesprochen. Er habe immer 'noch die Hoffnung, daß ein dritter Weltkrieg vermieden werden könne. Die Sowjetunion habe bisher nur sehr wenig Atombomben hergestellt. Dadurch besäßen die Vereinigten Staaten eine so große Ueberlegenheit, daß die sowjetische Aggression einer vielleicht entscheidenden Abschreckung gegenüberstehe. Man müsse jedoch mit der Sowjetunion immer noch eine friedliche Regelung suchen.
Churchill, dessen Antrag auf eine geheime Verteidigungsdebatte mit nur einer Stimme Mehrheit abgelehnt worden war, nahm dann zu den Ausführungen des Verteidigungsministers Shinwell Stellung. Den Hinweis Shinwells, daß die Sowjets über 175 aktive Divisionen verfügten, von denen ein Drittel gepanzert sei, nannte der Oppositionsführer eine erschreckende Feststellung. Churchill Verglich die 6000 Panzer, die Großbritannien ,zur Verfügung stehen, mit den 40 000 Panzern, die' die Sowjets haben sollen, und sagte: „Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Be-, drohung durch diese enorme Menge sowjetischer Panzer bereits in irgendeiner Weise zu meistern ist“. Er forderte daher die Regierung auf, alles zu tun, was die Verstärkung der britischen Streitkräfte erfordere.
Churchill wandte. sich dann in seinen Ausführungen den Raketenwaffen der Russen zu. Wenn die Sowjets einmal an der Kanalküste stünden, müsse England mit einem Raketenbeschuß rechnen, der alles bisher Erlebte übersteige. Churchill erinnerte daran, daß er bereits im vergangenen März dafür eingetreten sei, man möge den Deutschen bei der Verteidigung ihres Heimatbodens einen gewissen Anteil überlassen. Damals sei er au^gelacht worden. Heute scheine dieser Gedanke militärischen Stellen durchaus annehmbar zu sein. „Jeder echte Deutsche, dem an der Versöhnung mit der demokratischen Welt des Westens gelegen ist, weiß ganz genau, daß ganz in der Nähe jemand lauert, der ihn für die baldige Liquidierung vorgemerkt hat. Ich bereite dieses Haus warnend darauf vor, daß wir uns in diesem und im nächsten Jahr ebenso großen Gefahren gegenübersehen werden wie vor zehn Jahren.“
Unser Bild zeigt einen notgelandeten amerikanischen Düsenjäger vom Typ f 80 in einem überschwemmten Reisfeld Foto: dpa
„Deutsche Kleinkriegsverbände“
Eine Forderung Vansittards
London, 28. Juli (dpa). Lord Vansittard, der konservative ehemalige außenpolitische Berater der britischen Regierung, hat sich für die Aufstellung begrenzter, leichtbewaffneter deutscher Truppenverbände eingesetzt, die im Fall eines Angriffs der Sowjetunion auf den Westen als Kommando- und Kleinkriegseinheiten gegen die russischen Verbindungslinien eingesetzt werden sollen.
Bisher sei er entschieden gegen eine Wiederbewaffnung Deutschlands aufgetreten, aber die frevelhafte Politik Stalins, der die deutsche Armee wieder ins Leben rufe, mache es unmöglich, diese Linie beizubehalten. Eine Aufrüstung Deutschlands würde aber höchst gefährlich sein, wenn sie nicht in engen Grenzen gehalten werde.
Das genügt nicht
an McDonald, ein hoher Beamter des amerikanischen Außenministeriums, hat gestern erklärt, die westdeutsche Bevölkerung brauche nicht beunruhigt zu sein. Sie könne ganz sicher sein, daß die Streitkräfte der Vereinigten Staaten bei einem Angriff der Sowjets eingreifen und Deutschland verteidigen würden. Solche Erklärungen genügen aber nicht, den Deutschen das Gefühl zu geben, ihr Land würde einen sowjetischen Angriff überstehen. Niemand in Deutschland zweifelt daran, daß die Streitkräfte der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten sich einem sowjetischen Angriff entschlossen entgegenwerfen würden; aber kein Respekt vor der hervorragenden militärischen Qualität der Besatzungstruppen in Deutschland kann über ihre geringe Stärke hinwegtäuschen. Kein Heldenmut der Verteidiger würde etwas daran ändern, daß Deutschland binnen kurzem überrannt wäre.
Die Westmächte haben die Entwaffnung Deutschlands durchgesetzt. In demselben Augenblick haben sie aber auch die Verantwortung für seine Sicherheit übernommen. Dieser Zusammenhang ist ihnen 1945 nicht klar geworden, weil sie, befangen in den Leidenschaften des Krieges, nicht daran denken wollten, daß einer ihrer Verbündeten als Friedensbrecher auftreten könnte. Heute sind die Tatsachen klarer als damals, und man kann ihnen nicht mehr ausweichen. So schwer es dem Denken der Westmächte auch fallen mag, so bleibt doch als einziger Ausweg für sie nur eine Vervielfachung ihrer Gesamtstärke in Europa.
Der Schutz Deutschlands vor einem sowjetischen Angriff sollte nicht allein aus der Verpflichtung gegenüber dem besetzten Lande entspringen. Sie ergibt sich ebenso aus der Notwendigkeit des Schutzes für das übrige Europa. Wenn Deutschland erst einmal verloren wäre, dann wäre die Verteidigung des Westens viel schwieriger als vorher. Nicht nur um die deutschen Sorgen zu beschwichtigen, sondern in ihrem eigenen wohlverstandenen Interesse müssen die Westmächte Deutschland besser schützen als bisher. Das kann nur mit entschiedenen Maßnahmen und nicht mit beruhigenden Erklärungen erreicht werden.
Auf der Lauer
Von Erich DombrowskiSeit der kalte Krieg unversehens in einen heißen übergegangen ist, gibt es fast jeden Tag Ueberraschungen. Der russische Korb, aus dem diese Ueberraschungen wie aufgescheuchte Tauben auffliegen, ist schier unerschöpflich. In dem Augenblick, da die militärische Lage der Amerikaner nicht gerade günstig ist, da man erst noch, vielleicht wochenlang, stillhalten muß, bis neue Truppennachschübe den Gegenstoß erlauben, erklärt sich Moskau plötzlich bereit, die Sperre, die es seinerseits über den Sicherheitsrat verhängt hat, aufzuheben, sich wieder an den Arbeiten zu beteiligen und bereits am ersten August den ihm zur Zeit zustehenden Vorsitz im Rat zu übernehmen. Früher, in den Zeiten des Krieges, da Rußland sich des vollsten Vertrauens seiner Alliierten erfreuen konnte, wäre man über einen ähnlich entscheidenden Schritt, in welcher Situation auch immer, verblüfft gewesen. Heute, da dieses Vertrauen schon lange unter den Gefrierpunkt sank, ist man darüber erstaunt, aber nicht überrascht. Denn bei all solchen scheinbar plötzlichen Entschlüssen kam hinterher rasch der Pferdefuß zum Vorschein, die Absicht, scheinbar für einen Moment das Steuer um neunzig Grad herumzuwerfen, in Wirklichkeit aber durch diese Taktik den Ausgangspunkt für eine neue Propaganda und für eine noch wildere Durchwirbelung der Völker zu finden. Also eine Art Zermürbungs-Manöver auf einer anderen Grundlage. Natürlich soll man niemandem von vornherein böse oder schlechte Absichten unterstellen. Das liegt auch uns fern. Man soll erst urteilen, wenn konkrete Tatsachen vorliegen. Aber die Russen werden verstehen, wenn man diesem neuen Schachzug, nach all den trüben Erfahrungen der Vergangenheit, zunächst größtes Mißtrauen entgegenbringt. Ist Moskau tatsächlich bereit, den Krieg in Ostasien auf anständige Weise zu liquidieren, nachdem es erkannt hat, daß dieser militärische Vorstoß aus dem kalten Krieg heraus die ganze freiheitsliebende Welt gegen es aufgebracht und Amerika zq physischen und materielleh Anstrengungen geradezu schlagartig getrieben hat, die eine nicht geringe Aehnlichkeit mit seinem Verhalten währenddes zweiten Weltkrieges zeigen? Hat es eingesehen, daß der Zeitpunkt, der Startschuß für die Weltrevolution noch zu früh ist und daß man sich deshalb mit einigem Anstand aus der Affäre ziehen soll? Wir setzen in all solche voreiligen Schlußfolgerungen noch stärkste Zweifel. Denn sie stimmen nicht überein mit dem Verhalten Rußlands in der ganzen übrigen Welt, wo es sie an ihren Grenzen berührt, insbesondere nicht in Europa. Gerade hier hat man in den letzten Tagen, besonders aber in der deutschen Ostzone, alle Kräfte mit einem Eifer ohnegleichen mobil gemacht, um die Unterminierung der Völker in intensivster Form, mit geradezu weitreichenden politischen Schlachtplänen weiterzutreiben.
* Ganz Ostasien ist in Bewegung geraten. Im roten China rumort es. Der Kampf mit den National-Chinesen, deren Restgebiet sich auf Formosa und die vorgelagerten Inseln beschränkt, geht weiter. Desgleichen der Kampf in Indochina und Malaya. Seit Tagen verdichten sich die Gerüchte, daß sich der kommunistische Oelfleck auch auf Tibet, diesen buddhistischen Priesterstaat unmittelbar an der Grenze Indiens, in Form von vordringenden Truppen ausdehnt. Diese noch wenig erschlossenen Gebiete stehen jedem Angreifer tatsächlich schutzlos offen. Auf alle Fälle hält der Kommunismus in Ost- und Mittelasien gegenwärtig eine große Ernte. Zur selben Zeit ist auch der Balkan, von der allgemeinen Weltunruhe mehr noch als andere Staaten ergriffen, in Bewegung geraten. Grenzkonflikte sind von Albanien an der jugoslawischen Grenze hervorgerufen worden. Ein Notenwechsel ist darüber im Gange. Gleichzeitig hat es Reibereien zwischen den Bulgaren und Jugoslawen gegeben, und die Sofioter Regierung hat die Grenzen mit einem Male hermetisch abgeschlossen. Jenseits der jugoslawischen Grenze werden die Bewohner ausgesiedelt, und Truppenbewegungen machen sich bemerkbar, die aber vorerst noch keinen bedrohlichen Charakter zu haben scheinen. Immerhin gleicht der Balkan einem verängstigten Hühnerkorb. Griechenland hat, nachdem es eben noch seine Truppenstärke herabgesetzt hatte, den Effektivbestand seiner Armee rasch wieder erhöht und will ihn bis zu einer halben Million vorantreiben. Jugoslawien verfügt über eine gleiche Wehrkraft, die es im Kriegsfall zu verdoppeln hofft. Am stärksten steht die Türkei da, die dreiviertel Millionen einsatzbereit hat und sie, wenn unmittelbare Gefahr droht, auf zwei Millionen erhöhen kann. Natürlich sind das insgesamt keine imposanten Ziffern, wenn es losgehen sollte, aber der ganze Balkan mit seinen schwierigen Gebirgs-Formationen bildet doch ein Wespennest, in das jeder Angriffslustige nicht leichten Herzens hineinfassen wird. Zudem wird hier der unterirdische Kleinkrieg der Partisanen vielleicht noch eine größere Rolle spielen als der regelrechte Kampf aufeinanderprallender Heeressäulen. Das ist vielleicht der größte Unsicherheitsfaktor, den die Russen in jeder Auseinandersetzung mit europäischen Völkern in Rechnung stellen müssen, der Kampf der Völker um ihre nationale Selbständigkeit und der Kampf der einzelnen Menschen um ihre individuelle Freiheit. Dieser innere, dieser verschleierte Kampf wird auch in den Satelliten-Staaten, wenn sie von Moskau in eine blutige Weltrevolution getrieben werden, vorangetrieben wie seelenlose Zahlen, in dem Ringen zwischen Ost und West den Russen schwer zu schaffen machen. Dieses Aufbegehren der mißhanhandelten menschlichen Kreatur gegen Zwang und Gewalt wird auch in Rußland selbst, vor allem in der Ukraine, in Weißrußland und in den ehemaligen baltischen Staaten sich bemerkbar machen. Wieweit sie sich in der Abwehr der Moskauer Knute durchsetzen werden, kann heute natürlich noch niemand sagen.
Zunächst treibt Rußland seine Propaganda auf West-Deutschland, das wahrscheinliche Glacis bei einem kriegerischen Zusammenstoß, vor. Das Kominform, die kommunistische Internationale, ist dabei, diesen internen kalten Kampf bis ins Letzte durdhzuorganisieren. Ausgangspunkt dieser Minierarbeit ist die deutsche Ostzone, die jetzt in der Gestalt des Genossen Ulbricht einen kleinen deutschen Stalin bekommen hat, bei dem alle Fäden zusammenlaufen. Die Sozialistische Einheitspartei bringt, nach unablässigen Säuberungen, rücksichtslos alles auf den einen Nenner des weltrevolutionären Kommunismus. Die deutschen Kommunisten, die bisher immer noch, wenn auch von der Moskauer Befehlszentrale abhängig, sich einer gewissen Bewegungsfreiheit erfreuten, haben jetzt einzuschwenken wie Un- ( teroffiziere und, Schritt für Schritt, den unabweisbaren Anweisungen Ulbrichts zu folgen. Wer nicht pariert, fliegt. Säuberungen sind auch hier an der Tagesordnung. Aber noch weit zahlreicher sind die Austritte aus der Partei. Sie, die von Wahl zu Wahl an Stimmen einbüßte, ist jetzt auf ein Mindestmaß zusammengeschrumpft. Zur gleichen Zeit haben die Parteirebellen, eine nicht geringe Zahl von Funktionären, eine moskaufreie kommunistische Partei aufgemacht, die eine nicht geringe Anziehungskraft auszuüben scheint. Nach dieser Richtung hin haben die Russen in ihrer parteipolitischen Arbeit so viel Terrain verloren, daß das, was übriggeblieben ist, kaum noch zu Buch schlägt. *
Aber das ist offenbar nicht von wesentlicher Bedeutung für den russischen Vorstoß. Ausschlaggebend für den Erfolg oder Mißerfolg ist nicht die Parteipolitik in den Parlamenten und in den Versammlungen, sondern die unmittelbare politische Aktion. Die ist getarnt. Nicht, was man sieht oder hört, ist entscheidend, sondern was man nicht sieht und was man nicht hört und von dem man eines Tages überrascht wird. Diese politische Aktion hat zwei Aufgaben. Die eine handelt nach dem Grundsatz: bereit sein ist alles. Dazu gehört die Schürung von Unruhen unter der Arbeiterschaft. Dazu gehören politische Streiks, Sabotageakte und alles, was Verkehr oder Wirtschaft an den verschiedensten Stellen des Landes lahmlegen kann, wenn die Stunde es gebietet. Die andere Aufgabe ist, die intellektuellen und wirtschaftlichen Kreise, die an sich nichts mit dem Kommunismus zu tun haben, aufzulockern, durch alle möglichen kulturellen, sportlichen und sozialen Organisationen, unter den verschiedensten harmlosen Decknamen, für die Sowjets zu interessieren, durchzuackern und zu infizieren. Dabei wird die nationale Note kräftig angeschlagen. Während die Westmächte als Ausbeuter und Unterdrücker angeprangert werden, wird die Befreiung von der Besatzung und die Wiedervereinigung des zerrissenen Deutschlands als das große Ziel der russischen Politik hingestellt, die, völlig selbstlos in dem Kampf für die „Befreiung der Völker“, wieder die traditionellen deutsch - russischen Verwandtschaftsbeziehungen herstellen möchte. Daß dabei auch das wirtschaftliche Moment, ein Waren- und Menschenaustausch, angeschlagen wird, braucht nicht erst hervorgehoben zu Werden. Nur in einem engen Zusammenleben mit Rußland soll das deutsche Volk wieder aus seinen wirtschaftlichen Bedrängnissen herauskommen. *
Damit kommen wir auf den anderen Punkt, auf den die kommunistische Zersetzungsarbeit hinausläuft. Die politischen Theoretiker und Praktiker Rußlands hatten bald nach dem Kriegsende wieder und wieder prophezeit, daß der wirtschaftliche Zusammenbruch Amerikas kommen und damit die Stunde der Weltrevolution schlagen werde. Diese Hoffnung hat sich zerschlagen. Amerika hat eine Wirtschaftsblüte in einem so gigantischen Ausmaß, wie es sie in seiner ganzen Vergangenheit nicht zu verzeichnen hatte. Wenn man aber die Welt dauernd in Unruhe hält, wenn man, unter immer neuen Friedensbeteuerungen, unablässig die Kriegsgefahr an die Wand malt, wenn man einen Brand nach dem anderen anzettelt, wenn man die Amerikaner also (und auch die übrige freiheitsliebende Welt) zu ununterbrochenen Rüstungen veranlaßt, dann wird, dann muß, nach russischer Ueberzeugung, über kurz oder lang doch die Weltwirtschaftskrise hereinbrechen, die man als erfolgreichen Ausgangspunkt für den letzten Gang des Boxkampfes zwischen dem Osten mit dem Westen braucht. Alles wird also in diesem Ringen der beiden Weltkolosse darauf ankommen, daß die amerikanische Wirtschaft standhält. Die letzte Botschaft des Präsidenten Truman gibt bereits eine Antwort, und zwar zufriedenstellend für das Abendland im weiteren Sinne des Wortes, auf diese russische Spekulation. Das große Wirtschaftsprogramm, das er, im Zusammenhang mit dem gegenwärtigen Weltkonflikt, vor dem Kongreß entwickelt hat, zeigt die Entschlossenheit, die Wirtschaft nicht durch die Milliarden-Kredite für die Rüstung durcheinanderzuwirbeln. Die Produktion soll weiter gesteigert und damit die Arbeitslosigkeit gesenkt werden. Die Steuern sollen heraufgesetzt werden, um die Ausweitung des Geld- und Kreditumlaufs aufzufangen und eine Inflation zu verhindern. Die sozialen Aufgaben sollen weiter, ohne Einschränkungen, durchgeführt werden. An dem harten Willen und der nüchternen Sachlichkeit, mit der die Amerikaner in diese Auseinandersetzung mit dem Osten gehen, wird auch diese indirekte wirtschaftliche Zermürbungs-Taktik der Russen scheitern. Sieht Rußland das jetzt, betroffen, plötzlich, allerdings nur für den Augenblick, ein, will es die Machtprobe verzögern und hinausschieben, indem es sich zunächst mit dem friedfertigsten Gesicht der Welt an den Versammlungstisch zu setzen bereit ist? Churchill hat in seiner großen Rede vor dem Unterhaus erklärt: ein dritter Weltkrieg steht nicht unmittelbar bevor. Auch wir sind der Ansicht, daß der Westen jetzt vielleicht noch einmal eine Spanne Zeit bekommen wird. Aber wir dürfen, wachsam, das W’ort Churchills, das er in seiner gleichen Ansprache gebraucht hat, nicht vergessen: Der Feind liegt auf der Lauer.
6000 Engländer für Koren
Washington, 28. Juli, (dpa) In Washington ist bekannt geworden, daß die Landstreitkräfte, die Großbritannien nath Korea senden wird, aus fünf- bis sechstausend Mann gründlich ausgebildeter regulärer Truppen bestehen werden.
Der König erklärt den Notstand
, London, 28. Juli. (AP.) König Georg von Großbritannien hat am Freitag den Notstand proklamiert. Der Erlaß gibt der britischen Marine die Rechtsgrundlage für ihre am Mittwoch verkündeten Maßnahmen, nach denen Personal der Reserve einberufen und die Dienstzeit aller Mannschaften und Offiziere verlängert werden soll.
Amerika organistert die Rüstung
Die Kommunisten suchen in Korea eine schnelle Entscheidung zu erzwingen
Washington, 28. Juli. (AP/BBC/dpa) Während auf einer Breite von 360 Kilometern schätzungsweise neun nordkoreanische Divisionen gegen die amerikanischen Stellungen anrennen, werden in den Vereinigten Staaten die Vorbereitungen für die Ausweitung des Kriegspotentials getroffen.
Der amerikanische Senat hat sich einstimmig über die Aufhebung der Begrenzung der Mannschaftsbestände ausgesprochen. Das Heer hat die Einberufung von 100 000 Wehrpflichtigen für September und Oktober angeordnet. Die Personalstärke der Luftstreitkräfte soll erhöht werden, bis sie ihre Sollstärke von 548 311 Mann erreicht hat. Der Mannschaftsbestand des Marinekorps wird auf 131 000 Mann erhöht werden. Bisher dienten in dieser Truppe 74 000 Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten. Insgesamt werden die drei Wehrmachtsteile mehr als 700 000 Mann neu aufbieten. Man will, wenn möglich, auf altgediente Soldaten zurückgreifen.
©rnmltigc ■yorratölaöfr
Die amerikanische Regierung scheint sich nicht entschließen zu können, die Kriegswirtschaftsämter des letzten Krieges wieder ins Leben zu rufen. Die Neuaufrüstung soll von den Verwaltungsstellen übernommen werden, die bereits tätig sind. Vorwiegend wird die Großindustrie vom Staat den Auftrag erhalten, die Aufgabe der Beschaffung des Materials, das in unvorstellbaren Mengen benötigt wird, zu übernehmen. Die Industrie und nicht der Staat will das Risiko auf sich nehmen, die gewaltigen Vorratslager anzulegen.
Die Aufgabe des Handelsministeriums wird es dagegen sein, den Einkauf von Gütern vor allem in den Ländern, die nicht zum Ostblock gehören, vorzunehmen. Man rechnet mit Einkäufen, die sich zwischen zehn und zwanzig Milliarden Dollar bewegen. Wirtschaftsexperten in Washington sind trotz der gewaltigen Anstrengungen, die vom amerikanischen Volk, seiner Wirtschaft und Industrie gefordert werden, der Auffassung, daß es zu keiner Güterknappheit im zivilen Sektor kommen werde. Die Regierung hat mit den Führern der Gewerkschaften und den Großunternehmern bereits Einigung erzielt und schwerpunktartig die für die Kriegsproduktion notwendige Schlüsselindustrie anlaufen lassen.
Arbeitskräfte und die Industrien, vorwiegend der Atlantikpaktstaqten, werden ebenso wie die Hilfsquellen dieser Länder in die Produktion einbezogen werden, die notwendig ist, um den Kampf gegen den Kommunismus zu führen. Kupfer, Gummi, Blei, Aluminium, Eisen sollen überall aufgekauft werden. Es wird damit gerechnet, daß in kürzester Zeit die Gesetzesklauseln fallen, durch die bisher verhindert wurde, daß Aufträge ins Ausland vergeben wurden. Die amerikanische Industrie hat zur Erfüllung ihrer großen Aufgaben die Aufhebung dieser Gesetze selbst verlangt.
Wie die Heufchvecken
Der Präsident hat trotz dieser Anstrengung auf dem Gebiet der Wirtschaft erklärt, daß das Land weit davon entfernt sei, eine drastische Kriegswirtschaft zu organisieren.
Auf dem koreanischen Kriegsschaupla.tz scheinen die Nordkoreaner nach wie vor die Entscheidung im Mittelabschnitt der Front zu suchen. In den späten Nachmittagsstunden des Donnerstag waren mindestens drei Divisionen der Nordkoreaner an der Rollbahn bei Yongdong gegen die amerikanischen Stellungen angesetzt. Nach Augenzeugenberichten griff die nordkoreanische Infanterie tiefgegliedert die amerikanischen Stellungen an. Unter Ausnutzung des Geländes arbeiteten sich die Infanterieregimenter, von zahlreichen'Panzern unterstützt, mit Tausenden von Infanteristen gegen die Linien der Amerikaner vor. Die amerikanische Artillerie, die auf einer Breite von 25 Kilometer Sperrfeuer schoß, war nicht in der Lage, die wie Heuschreckenschwärme herankommenden Koreaner aufzuhalten. An einer Stelle des Frontabschnittes wurden im direkten Beschuß 8000 Schuß mit hervorragender Wirkung auf die anstürmenden weißgekleideten feindlichen Massen abgeschossen, ohne daß diese aufzuhalten waren. Die Toten, die auf mehr als 2000 in diesem Abschnitt gezählt wurden, konnten den Elan der Angreifenden nicht bremsen. Die Amerikaner mußten sich zurückziehen.
Am Freitag trieben die Nordkoreaner einen Keil zwischen die Stellungen der 6. koreanischen Division und den amerikanischen Verbänden. Der Stoß zielt auf Kumschon.
Nördlich Kumschon befreiten Truppen der 25. amerikanischen Infanterie-Division eine eingeschlossene Kompanie durch einen Gegenstoß. In der Mitte bei Yongdong halten die wechselvollen Kämpfe an. Die Truppen, die hier eingesetzt sind, verstehen zum Teil nicht, warum sie in dieser Lage aushalten müssen, weil sie erfahren haben, daß der Feind im Süden eine gefährliche Umfassungsbewegung eingeleitet hat. Die Front teilt den Optimismus der Führung nicht ganz. Trübe Nebelschleier und dunstige Regenwolken lagen während des ganzen Tages über den Schlachtfeldern.
tm süben
Im Süden nahmen die Nordkoreaner Amui, 30 Kilometer nordwestlich Handong ein. Das völlig ausgebrannte Handong wurde den Amerikanern, die dort unten mit kleinen Gruppen kämpfen, wieder entrissen. Man hält es für möglich, daß der erste stärkere Widerstand der Amerikaner in Schinju geleistet wird, 100 Kilometer östlich Pusan. Hervorragend haben sich frisch eingetroffene amerikanische Negertruppen bewährt.
Der Antrag gegen GErhard abgelehnt
Die letzte Sitzung des Bundestages vor den Ferien
Bonn, 28. Juli, (dpa) Der Bundestag hat in seiner 81. Sitzung am Freitag mit 181 Stimmen gegen 142 Stimmen bei 28 Stimmenthaltungen einen sozialdemokratischen Antrag auf Entlassung des Bundeswirtschaftsminister Professor Erhard abgelehnt.
Professor Carlo Schmid (Sozialdemokratische Partei) fragte zur Begründung des Antrages, ob das Parlament glaube, jemand auf der Regierungsbank dulden zu können, der eine Entscheidung der großen Mehrheit des Hauses öffentlich als „Hysterie“ bezeichne. Das Volk könne vom Parlament verlangen, daß es von ihm „gegen die Gewaltigen der Welt und gegen den Uebermut der Aemter“ verteidigt werde. Es gehe darum, festzustellen, ob das Parlament den Ministern oder die Minister dem Parlament verantwortlich seien. Professor Erhard habe das Parlament durch seine „unerträgliche Beschimpfung“ in den Augen des Volkes herabgesetzt.
Minister Erhard kam erst zu Wort, nachdem Vizepräsident Dr. Schäfer sozialdemokratische Zwischenrufer ermahnt hatte, einen Redner sprechen zu lassen, wie es Haltung und Achtung des Parlaments erforderten. Erhard sagte dann, daß er in München nur vor deutschen Industriellen gesprochen und es ihm ferngelegen habe, eine Institution, Fraktion oder eine Person zu beleidigen. Der Fall sei grotesk aufgebauscht worden. Auf einen Zwischenruf Dr. Schumachers hielt er unter starkem Beifall der Regierungsparteien diesem entgegen, daß diesör seinerzeit Dr. Adenauer als „Bundeskanzler der Alliierten“ bezeichnet habe. Die Sozialdemokratische Partei wolle mit ihrem Antrag einen Mann beseitigen, der ihr mit Erfolg Widerstand geleistet habe. „Das könnte Ihnen so passen.“
^Untere hoßcnlotc §dptlfpri(»«9
Die kostenlose Sdhulspeisung wird fortgesetzt. Bundesernährungsminister Niklas gab auf Grund einer Interpellation der Freien Demokraten bekannt, daß seit Juni zu diesem Zweck 1,5 Millionen Mark an die Länder verteilt worden seien. Die Fortsetzung der Jchulspeisung nach den Sommerferien war auch in einem sozialdemokratischen Antrag und einem Antrag der Unionsparteien gefordert worden. Die Sprecher der drei größten Bundestagsfraktionen dankten dem amerikanischen Volk in diesem Zusammenhang für die großzügige Hilfe, die es für die deutsche Schulspeisung gewährt hat.
Der Bundestag genehmigte ferner ein Sieben-Punkte-Hilfsprogramm für das Notstandsgebiet Watenstedt-Salzgitter.
(ftrlkrt* für bir ^rfdputg
Bei Stimmenthaltung der Kommunisten nahm das Plenum einen von Professor Dr. Fritz Baade (Sozialdemokrat) begründeten Antrag des Ausschusses für ERP-Fragen an, wonach die Bundesregierung aus Gegenwertmitteln 49 Millionen Mark für die Forschung bereitstellen soll.
Das Kabinett im Zwielicht
Die Regierung berät ein Mitbestimmungsgesetz
Drahtbericht unseres Korrespondenten
R. Bonn, 28. Juli. Die Bundesregierung hat nach Erklärungen eines Regierungssprechers am Freitag, also am Tage nach der großen Mitbestimmungsrecht-Debatte im Parlament, ausführlich ihre Stellung zum Mitbestimmungsrecht besprochen und wird Anfang nächster Woche eine grundsätzliche Debatte zu diesem Thema abhalten. Die Regierung will im Laufe der kommenden Wochen ihren Gesetzentwurf zum Mitbestimmungsrecht fertigstellen, damit er vom Bundestag nach der Parlamentspause zusammen mit den Entwürfen der Christlich-Demokratischen Union und der Sozialdemokratischen Partei behandelt werden kann. Dabei wird es sich um besondere Gesetze über das innerbetriebliche Mitbestimmungsrecht unter Federführung des Arbeitsministeriums und das außerbetriebliche unter •Federführung des Wirtschaftsministeriums handeln.
Dabei steht die Regierung, wie der Sprecher hervorhob, auf dem Standpunkt, daß das Gesetz die Zustimmung der Sozialpartner finden müsse und kein Kampfgesetz gegen diese sein dürfe. Diese Ansicht des Arbeitsministers, die er im Bundestag vortrug, ist demnach vom Kabinett übernommen worden.
Aber angesichts des augenblicklichen Abbruchs der Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern erscheint damit die Haltung der Regierung in einem seltsamen Zwielicht. Von Regierungsseite wurde dazu betont, daß man auf keine weiteren Verhandlungen zwischen Unternehmern und Gewerkschaften mehr warten wolle, wenn auch weitere Vereinbarungen sehr begrüßt würden. Auf Grund der bisherigen Vereinbarungen aber scheint die Voraussetzung der Regierung für ihr Gesetz, die Zustimmung der beiden Partner, ungeklärt, so daß sich Ankündigungen dieser Vorbedingung des Regierungsgesetzes und seiner baldigen Verabschiedung nicht zusammenfügen.
Jedenfalls will die Regierung die Punkte, über die eine Verständigung zwischen den Sozialpartnern zustandegekommen ist, in ihr Gesetz aufnehmen. Neben diesem Gesetz will das Kabinett in der ersten Augusthälfte auch das Lastenausgleichsgesetz verabschieden. Zum Versorgungsgesetz hat das Kabinett noch die Aenderung beschlossen, daß die Grundrente an Beschädigte mit über achthundert Mark Monatseinkommen nicht gezahlt und die Interessenquote der Länder von 15 auf 25 erhöht werden soll. Man glaubt, daß die Länder dieser Erhöhung zustimmen werden, da ihre Fürsorgelasten sich vielleicht um hundert Älillionen ermäßigen werden.
Verlängerung der Dienstzeit
Washington, 28. Juli. (AP.) Präsident Truman hat einen Erlaß unterzeichnet, durch den die Dienstzeit bei den amerikanischen Streitkräften um zwölf Monate verlängert wird.
Die Franzosen werden unruhig
Ansteigen der Gold- und Devisenpreise an der Pariser Börse
Drahtbericht unseres Korrespondenten
P. M. Paris, 28. Juli, Die nichtoffizielle Diskussion, die jetzt zwischen London, Washington und Paris über das gemeinsame Verteidigungsprogramm des Westens geführt wird, trägt dazu bei, die Beunruhigung der französischen Oeffentlichkeit noch zu vergrößern. Es ist dabei nicht ausgeschlossen, daß die zermürbende Ungewißheit wenigstens die psychologische Wirkung haben wird, das Publikum auf die großen materiellen Opfer vorzubereiten, die es im Interesse seiner Verteidigung zu bringen haben wird.
Die Regierungserklärungen Plevens in der Kammer über Frankreichs Beitrag zur europäischen Verteidigung haben zunächst auf der Pariser Börse ein panikartiges Steigen der Gold- und Devisenpreise zur Folge gehabt, hauptsächlich weil man sich in der breiten Oef f entlieh - keit schon für die nächste Zukunft auf Planungsmaßnahmen gefaßt macht. Die Erklärungen Plevens über die Grenzen des französischen Rüstungsbeitrages und die Bedingung, daß Amerika durch Steigerung seiner Hilfe den ersten Schritt machen müsse, haben, wie aus zuverlässigen Berichten aus Washington hervorgeht, in den Vereinigten Staaten einen sehr ungünstigen Eindruck hervorgerufen. In Pariser diplomatischen Kreisen nimmt man diese Wirkung mit etwas gespieltem Erstaunen auf.
Das allgemeine Unbehagen wird in Frankreich auf innerpolitischem Gebiet durch den vollständigen Mißerfolg erhöht, den die paritätische Wirtschaftskommission nach sechsmonatigem Versuch, ein „offizielles Lebensminimum“ für die Arbeiterschaft festzusetzen, am Freitag zu verzeichnen hatte. Die in diesem Scheitern dann zutage getretene Realität, daß eine Verständigung zwischen Unternehmern und Arbeitern vorerst unmöglich bleibt, muß als besonders bedenklich angesehen werden. Das Signal für eine lähmende Uneinigkeit im Innern ist nämlich damit gegeben.
Jetzt wird die Regierung eingreifen müssen. Objektive Beobachter meinen, daß die unnachgiebige Haltung der Arbeitgeberschaft das ferne Ziel verfolge, mit Hilfe des Druckes der äußeren Ereignisse zu einer autoritären Regelung der sozialen Probleme gelangen zu können. Ob eine solche Absicht vorhanden ist oder nicht, läßt sich nicht einwandfrei sagen. Dagegen aber ist es durchaus möglich, daß eine solche Entwicklung ganz von selber kommen kann.
timmen der Anderxen
Finnland
G. v. Uxkull schreibt in der „Tat“: „Finnland hat als einziges Land innerhalb des sowjetischen Machtbereichs seine innere Freiheit unangetastet bewahren können; ein Vorteil, der schwerer wiegt als alle Unannehmlichkeiten der Vernunftehe (mit der Sowjetunion). Warum diese ,Milde1 gegenüber einem Land, das immerhin zwei Kriege gegen Rußland geführt hat, davon einen auf eigene Initiative?
Zum Teil beruht Finnlands Sonderstellung sicherlich auf wirtschaftlichen Erwägungen. Sicherlich ist der finnische Beitrag zum sowjetischen Staatshaushalt nur ein Tropfen im Meer, aber qualitativ sind die Produkte der finnischen Industrie der sowjetischen weit überlegen. Neuerdings zeigt Rußland auch Interesse für finnische Lebensmittellieferungen, vor allem nach Leningrad. Auch politisch gesehen wiegen die Vorteile eines sowjetischen .Gebietszuwachses' die offensichtlichen Nachteile kaum auf: offene Feindschaft des finnischen Volkes mit allen im Zeitalter des Partisanenkrieges denkbaren Folgen sowie Verlust des letzten Restes von good will bei den übrigen skandinavischen Völkern.
Ausschlaggebend für Moskau sind jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach die militärischen Gesichtspunkte. Rußland kann mit gutem Grund damit rechnen, daß ein um die Bewahrung des status quo, also die Erhaltung seiner inneren Freiheit besorgtes Finnland einen Invasionsversuch durch sein Gebiet tatsächlich mit aller Energie zurückweisen würde. Ein intaktes Finnland spart somit Rußland zahlreiche Divisionen!“
Leopold
-1. Die Rückkehr Leopolds als König der Belgier, die durch den Mehrheitsbeschluß des Brüsseler Palaments gutgeheißen wurde, hat die innerpolitische Spannung in Belgien zu einer Zerreißprobe gesteigert, die immer mehr den Charakter einer offenen Revolution anzunehmen droht.
Die Gegnerschaft ist nicht allein Ausdruck unversöhnlicher Mißbilligung der Politik Leopolds. Bei dem ersten Zusammenprall des zweiten Weltkrieges im Westen hatte er in der Annahme der hoffnungslosen Lage seines Landes bedingungslos kapituliert, obwohl ihn die Alliierten zim Durchhalt .1 aufforderten. Unter seinen Gegnern, vornehmlich Sozialdemokraten, befinden sich auch antimonarchistische Strömungen und nicht zuletzt nutzen auch kommunistische Elemente den Kampf gegen Leopold für ihre dunklen Zwecke aus.
Aber au? .lieh geht es ausschließlich um die “’erson Leopolds. Darum sind seine Versuche um eine Aussöhnung so gut wie aussichtslos. Selbst wenn es ihm gelänge, die Gewaltprobe, auf die es s ne Anhänger anscheinend Ankommen lassen wollen, für sich zu entscheiden, .er innere Frieden könnte damit kaum gesichert werden 1 d bleiben.
Das Schicksal hat dem Monarchen eine schwere Vei ntwortung in die Hand gelegt. Die Entscheidung spitzt sich für ihn imme ehr auf die Frage zu, ob er dem Staat nicht besser dient, wenn er durch seinen Rücktritt dem Lande den inneren Frieden wiedergibt, oder ob er sich fo al auf sein Recht als Monarch berufen will.
Verstärlkung der Länderpolizei
Grundsätzlich von den Alliierten gebilligt
Bonn, 28. Juli, (dpa) Die alliierte Oberkommission hat eine Verstärkung der Länderpolizei im Bundesgebiet grundsätzlich gebilligt. Die Bundesregierung wurde am Freitag von diesem Beschluß Unterrichtet. Man spricht von zwölftausend Mann.
In einem Brief an Bundeskanzler Dr. Adenauer sind die alliierten Vorschläge über die stärkemäßige Zusammensetzung der Länderpolizei enthalten.
Für Milderung der Lurnsstener
R. Bonn, 28. Juli. (Eigener Drahtbericht.) Der Bundesrat hat am Freitag dem sogenannten Aufwandssteuergesetz zugestimmt, das eine zehnprozentige Umsatzsteuer für Artikel besonderen Aufwandes vorsieht. Der Bundesrat sprach sich aber dafür aus, daß Südfrüchte nicht zu diesen Waren gehören sollen, Lederwaren erst von einem Preis über 150 Mark an und Teppiche von einem Preise über achtzig Mark je Quadratmeter. Das Gesetz wird jetzt dem Bundestag zugehen, der die endgültige Entscheidung zu fällen hat.
Kampf gegen die Agitation
Bonn, 28. Juli, (dpa) Die Bundesregierung wird sich in einer ihrer nächsten Kabinettsitzungen mit Maßnahmen zur Bekämpfung kommunistischer Agitation in der Bundesrepublik beschäftigen. Dabei sollen die kürzlich von Dr. Schumacher unterbreiteten Vorschläge weitgehend berücksichtigt werden. In unterrichteten Kreisen wird angenommen, daß nicht an ein Verbot der Kommunistischen Partei gedacht ist, sondern vielmehr an eine bessere Handhabung der gesetzlichen Mittel, um einer inneren Aushöhlung der Bundesrepublik durch die kommunistische Agitation zu begegnen.
Lehrauftrag für Heidegger
Freiburg, 28 Juli. (Id) Professor Dr. Martin Heidegger, der im Jahre 1945 von jeder akademischen Lehrtätigkeit suspendierte langjährige Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie an der Universität Freiburg, hat wieder einen Lehrauftrag an der Universität Freiburg erhalten.
Vor der Entscheidung
Abstimmung über den Fall Wagner
.. . H' f les^a(Jen> 28. Juli. (Eigener Bericht.) Das Wochenende bringt hoffentfiir ntscheidung über den Fall Wagner. Es mehren sich die Stimmen, die en Minister sind. Leitende Beamte seines Ministeriums erklärten, sie gingen, wenn Wagner falle.
...Auf einem Diskussionsabend der Liga für Menschenrechte in Weilburg, der Heimat des Ministers, nahmen die anwesenden Sozialdemokraten Wagner in Schutz gegen Ewald Zweig, der bekanntlich Wagner wegen seines Verhaltens im Falle Engler stark angegriffen hatte. Wagner hatto erklären lassen, Zweig sei bereits vierzehnmal vorbestraft. Der Minister selbst bezeichnete dem Korrespondenten der „Allgemeinen Zeitung“ gegenüber die neuen Vorwürfe Englers, er habe ihm Aktenmaterial gestohlen, als Unsinn.
Der vom Landesausschuß der Sozialdemokratischen Partei Hessens als Nachfolger für Wagner vorgeschlagene ehemalige Bürgermeister von Michelstadt im Odenwald und jetzige Bundestagsabgeordneter Heinrich Ritzel, werde von der sozialdemokratischen Landtagsfraktion ebenso abgelehnt, wie von der Christlich-Demokratischen Union, die seinerzeit trotz mancher Bedenken zur Ernennung Wagners als Minister, zugestimmt hatte. Die Christlichen Demokraten beharren im übrigen auf ihrem Standpunkt, daß Parteiinstanzen keinerlei Weisungen für die verantwortlichen Taten eines Ministers von auswärts zu bestimmen hätten, da in Hessen hessische Politik gemacht werde, und zwar Koalitionspolitik, und eine Gleichschaltung mit der Bonner sozialdemokratischen Haltung abgelehnt werden müsse.
Viele betrachten im übrigen den Aufwand der Parteidogmatiker und Radikalen auch als einen verdeckten Kampf gegen den Ministerpräsidenten Stock, der für eine gemäßigte Haltung der Sozialdemokraten eingetreten ist und treu an der gegenwärtigen Koalition festhält, sie nicht gefährdet wissen will und sie auch als Idealfall für die kommende Landtagsperiode betrachtet.
Man wird in der gemeinsamen Sitzung des Landesausschusses und der gesamten Landtagsfraktion am Samstag, 29. Juli, abstimmen. Obwohl im Grunde der Minister nur der Fraktion verantwortlich ist, will man eine möglichst breite Basis für einen eventuellen Rücktritt oder für eine Belassung im Amt schaffen. Hoffentlich bleibt bei der gegenwärtigen Lage der praktische Sinn Siegel' über die Doktrin. Es ist nicht abzusehen, welche Verwicklungen eintreten müßten, wenn Wagner zurücktreten und die Koalition gesprengt würde. Es läßt sich bei der Haltung der Christlichen Demokraten eine Landtagsneuwahl nicht umgehen — jetzt, vier Monate vor dem natürlichen Ende des Kabinetts und in einem Zeitpunkt, da sich das neue Wahlgesetz noch im Stadium der Beratungen befindet.
Die Länder lehnen ab
Keine Uebernahme der Subventionen
Bonn, 28. Juli, (dpa) Die Ministerpräsidenten und Finanzminister der Länder haben bei einer Besprechung mit Vizekanzler Blücher und Bundesfinanzminister Schäffer die Uebernahme von Subventionszahlungen abgelehnt. Die Bundesregierung hatte geplant, daß sich die Länder an den vom ersten Juli an zu zahlenden Teilsubventionen für Brotgetreide beteiligen. Wie Finanzminister Dr. Hilpert, der Vorsitzende des Bundesratsfinanzausschusses mitteilte, sind hierfür keine Mittel verfügbar. Zudem komme ein Abwälzen der Subventionen auf die Länder schon allein deshalb nicht in Betracht, weil diese über den Bundesrat seit einem dreiviertel Jahr der Bundesregierung positive Maßnahmen zur Lösung der Getreidepreisprobleme vorgeschlage 1 hätten. Die Subventionen fielen vollständig in die Verantwortung des Bundes.
Der ständige Bonner Korrespondent der „Allgemeinen Zeitung“ meldet ergänzend: Diese Haltung der Finanzminister der Länder kommt nicht überraschend, auch für die Regierung selbst nicht. Man muß aber doch annehmen, daß noch weitere Verhandlung 1 abgehalten werden. Wie der Bunde finanzminister erklärt hat, ist der geforderte Betrag der Länder für die Subventionen unbedingt notwendig. Man köi_ e eventuell dar - denken, wenn die Verhandlungen auf eine freiwillige Einigung endgültig scheitern sollten, zu dem nach dem Grundgesetz möglichen Mittel seine Zuflucht zu nehmen, daß der Bund auf ..inen Teil der Länder-Steuereinnahn.en zu bestimmten Zwecken zurückgreifei. kann.
Vom Schnellzug erfaßt
Saint Quentin, 28. Juli. (AP.) Ein Lastauto wurde am Donnerstag am Bahnübergang bei Issigny-le-Petit vom D-Zug Paris—Amsterdam erfaßt und über 200 Meter mitgeschleift. Fünf Insassen des Lastwagens fanden den Tod.
Zollbegünstigungen
Von der Oberkommission gebilligt
k. Frankfurt, 28. Juli. Mit Schreiben vom 26. Juli hat das alliierte Sekretariat die Bundesregierung davon unterrichtet, daß sich der Außenhandels- und Zahlungsausschuß der Oberkommission abschließend mit der Frage der Zollbegünstigung befaßt und die vorgelegte Dringlichkeitsliste genehmigt habe. Die deutschen Vorschläge seien bis auf zwei Positionen angenommen worden. Geändert worden seien danach die Zollsätze für Mehl, die von zwölf Mark im ursprünglichen deutschen Vorschlag auf 4 Mark für den Doppelzentner herabgesetzt worden seien und die Zollsätze für die Einfuhr von lebenden Schweinen, wobei der vorgeschlagene deutsche Zollsatz um fünf Mark für den Zentner heruntergesetzt worden sei.
Die Verhandlungen über eine weitere Ausdehnung der deutschen Zollsätze werden mit der Oberkommission weitergeführt.
Wetlars Bemühnngen
um eine Bundesbehörde
Wetzlar, 28. Juli, (dpa) Der Wetzlarer Stadtkämmerer von Scholz gab in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters in der Stadtverordnetensitzung bekannt, daß sich auch die Stadt Wetzlar um den Sitz des Bundesgerichtshofes beworben habe. Die Verhandlungen seien von der Industrie- und Handelskammer Wetzlar, von zwei Stadtverordneten über die hessischen Bundestagsabgeordneten ihrer Parteien und von Bürgermeister Dr. Hager mit Ministerpräsident Christian Stock geführt worden. Die Stadt habe bei ihrer Bewerbung auf den früheren Sitz des Reichskammergerichts in Wetzlar hingewiesen. Die Unterbringung des Bundesgerichtshofes wäre in einigen zur Zeit noch von den Amerikanern beschlagnahmten Gebäuden möglich. Da das Bundesgericht bereits am 1. Oktober mit der Arbeit beginnen soll, sei dieser Plan der Stadt nunmehr gescheitert. Man bemühe sich jetzt, an Stelle des Bundesgerichtshofes das Bundesverwaltungsgericht nach Wetzlar zu bekommen.
Block der Vertriebenen
Kassel, 28. Juli, (dpa) Der Landesvorstand der Unabhängigen Deutschen Gemeinschaft hat beschlossen, ihrer bisherigen Bezeichnung den Zusatz „Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten“ zu geben. Wie der Landesvorsitzende der Partei, Rechtsanwalt Dr. Günther Draub, dazu am Donnerstag mitteilte, soll mit dem Namenszusatz die Gleichartigkeit der Ziele der Unabhängigen Deutschen Gemeinschaft Hessen mit dem Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten in Schleswig-Holstein dokumentiert werden.
Der Leiter des Blocks in Schleswig-Holstein, Waldemar Kraft, und seine Abgeordneten seien eingeladen worden, zu den Landtagswahlen in Hessen in Kundgebungen zu sprechen
Kriegsgeschädigte
bilden Dachorganisation
Kassel, 28. Juli, (dpa) — Der am 19. Juli in Kassel gebildeten „Arbeitsgemeinschaft der Kriegsgeschädigten“ sind am Freitag auch die sudetendeutsche Landsmannschaft und der Verband der Fliegergeschädigten beigetreten. Damit umfaßt diese neugebildete Dachorganisation aller Kriegsgeschädigten insgesamt 13 verschiedene Gruppen und Verbände, darunter die Notgemeinschaft ehemaliger Berufssoldaten, die Notgemeinschaft der Heimkehrer, den Verband der Körperbeschädigten, den Verband der Beamten und Angestellten der öffentlichen Verwaltungen aus den Ostgebieten (VERBAOST) die ostdeutschen Landsmannschaften, die Bauunion der Heimatvertriebenen und die Notgemeinschaft ehemaliger Reichsarbeitsdienst-Angehöriger. Die Arbeitsgemeinschaft will die gemeinsamen Forderungen aller Kriegsgeschädigten aufeinander abstimmen und durchsetzen.
Ein Flugzeugabsturz
Paris, 27. Juli. (AP.) Mit 26 Personen an Bord ist am Donnerstag eine amerikanische Militärmaschine vom Typ C 47 16 Kilometer südlich der Insel Oshima (Japan) in die See gestürzt. Nach einer Mitteilung des Hauptquartiers General Mac Arthurs konnte einer der Insassen geborgen werden. Suchaktionen sind bereits eingeleitet worden.
Aufkommen von Gewittern
Eigener Wetterbericht
Aussichten ; Anfangs noch heiter bis wolkig, sehr warm. Zunehmende Schwüle und allmähliches Aufkommen von Gewitterstörungen, nachfolgend unbeständigeres Wetter mit gewittrigen Schauern.
Der Rundfunk am Samstag
Radio Frankfurt: 5.30 Musik für Frühaufsteher; 6,45 Morgenständchen; 7.15 Frühkonzert; 8.15 Morgenmusik; 11.15 Sch:’’funk, 12.00 Musik am Mittag; 13.00 Musikalisches Allerlei; 14.15 Eins für dich und, eins für mich; 15.10 Musik an zwei Klavieren; 16.00 Charivari; 16.45 Fröhliches Band der Klänge; 18.15 Klingende Ansichtskarten; 20 00 Operettenrevue; 21.00 Tausend Worte Hessisch mit Familie Hesselbach; 21.30 Musik der Heimat; 22.20 Kabarett zu Zweien; 23.00 Zwischen heute und morgen.
Südd. Rundfunk Stuttgart: 12.00 Musik am Mittag; 13.10 Werbefunk mit unterhaltender Musik; 15.00 Unsere Volksmusik; 16.00 Nachmittagskonzert; 17.00 Frohes Raten — Gute Taten; 18.35 Kleines Konzert am Samstagabend; 20.00 „Sang und Klang aus der alten Heimat“; 21.15 Die Rundfunktanzkapelle; 22.00 Die schöne Stimme; 22.30 Das Kammertanzorchester Hans Conzelmann; 23.00 Melodie zur Mitternacht; 23.50 Swing-Cocktail.
Südwestfunk: 12.20 Mittagskonzert; 13.15 Musik nach Tisch; 14.30 Frohes Wochenend; 15.15 Opernmelodien; 16.00 Unser Samstagnachmittag; 17.15 Sang und Klang im Volkston; 18.30 Musik zum Feierabend; 20.00 Beschwingte Melodien; 20.30 Großer bunter Abend; 22.30 Presseball; 23.15 Tanzmusik; 0.10 „Du und ich und eine kleine Melodie“.
. . .und am Sonntag
Radio Frankfurt: 6.00 Morgenständchen; 7.20 Frühkonzert; 8.30 Katholische Morgenfeier; 9.30 Den Rhein entlang von der Quelle bis zum Oberrhein; 10.00 Zum Bach-Jahr 1950; 11.15 Unterhaltungsmatinee; 13.00 Musik nach Tisch', 14.30 Kinderfunk; 15.15 „Meister ihres Faches“; 15.45 Benedetti und der Preußen-König; 16.00 Tanztee; 17.00 Gute Unterhaltung, liebe Hörer; 20.00 Was wird hier gespielt?; 21.00 E. Chausson: Poöme A. Roussel: Poeme de la Foret; 22.30 Der Papierkorb; 23.00 Melodie zur Mitternacht.
Südd. Rundfunk Stuttgart; 12.00 Musik am Mittag; 13.00 Das Streichorchester Heinz Hoffmann-Glewe; 13.30 Aus unserer Heimat; 14.00 Stunde des Chorgesangs; 14.30 Kinderfunk; 15.00 Wie finden Sie das?; 16.30 Ein Walzerreigen; 17.00 „Der Prozeß Martin Ooms“; 17.35 Robert Schumann; 18.00 Unterhaltungskonzert; 20.05 Salzburger Festspiele 1950 „Don Giovanni“; 22.45 Tanzmusik.
Südwestfunk: 12.20 Volksmusik und Chorgesang; 13.30 Musik nach Tisch; 14.15 Frohe Melodien; 15.00 Kinderfunk; 15.30 Jedem das Seine; 17.00 Das SWF-Unterhaltungs-Orchester; 19.20 Kleine Abendmusik; 20.00 Sinfoniekonzert des SWF-Orchesters; 21.30 Wir tanzen; 22.15 Sport und Musik am Sonnabend; 23.00 Nachtgespräch; 23.30 Fröhlicher Ausklang.
Wirtschaftsblatt
Die Dollarlücke
B. H. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung in Essen legt in seinen Mitteilungen Heft IP soeben unter anderem eine interessante Studie zur Liberalisierung des Außenhandels vor. Hierin wird zunächst festgestellt, daß Deutschland seit September 1949 liberalisierte Handelsverträge mit Holland, der Schweiz, Norwegen, Oesterreich, Belgien, Dänemark und Frankreich geschlossen hat. (Hinzu kommt noch der Vertrag mit Italien, der erst in diesen Wochen paraphiert worden ist. Die Red.) Die unvermeidliche Uebergangsphase, die die Liberalisierung für Westdeutschland mit sich brachte, war Ende 1949 noch nicht abgeschlossen. Erst im ersten Quartal 1950 erreichten die Einfuhren aus den Marshallplan-Ländern nach Westdeutschland und der Passiv-Saldo im Verkehr mit diesen Ländern den Höhepunkt. Der monatliche Einfuhrüberschuß, der im vierten Vierteljahr 1949 77 Millionen DM betragen hatte, war im ersten1 Quartal 1950 auf 88 Millionen DM gestiegen.
Das Ergebnis der Liberalisierung ist nach Darstellung des Instituts für Westdeutschland nach dem heutigen Stand, daß sich nach einer Uebergangsphase von etwa einem halben Jahre der Aktiv-Saldo im Handelsverkehr mit Westeuropa wieder eingestellt hat, und zwar bei einem um etwa die Hälfte höheren Außenhandelsumsatz als im vergangenen Sommer. Ob sich der Umsatz auf diesem Niveau von etwa 800 Millionen DM (Einfuhr plus Ausfuhr) einpendelt oder ob er sich weiter ausdehnen wird, hängt nach Auffassung des Essener Instituts wesentlich davon ab, wie sich die Institution der Europäischen Zahlungs-Union auf die deutschen Ausfuhrmöglichkeiten auswirken wird.
Trotz der Vorteile, die das System der Zahlungs-Union für den europäischen Außenhandel zweifellos haben wird, darf man sich, wie die Studie ausführt, nicht darüber hinwegtäuschen, daß das Außenhandels- und Zahlungsbilanzproblem Westdeutschlands nur zu einem Teil gelöst ist, selbst wenn die Zahlungs-Union eine starke Belebung des westdeutschen Außenhandels mit sich bringen sollte. Das entscheidende Problem für Westdeutschland bleibt der Ausgleich der Dollarbrücke, die sich daraus ergibt, daß Westdeutschland notwendigerweise aus Uebersee Nahrungsmittel und Rohstoffe einführen muß, und daß die Ausfuhrmöglichkeiten dagegen dorthin zunächst nur begrenzt sind.
Das amerikanische Rüstungspotential
Starke Erhöhung der Stahl- und Aluminiumkapazität
tp. Die Leistungsfähigkeit der kriegswichtigen Industrien in den Vereinigten Staaten ist gegenüber der Vorkriegszeit stark gewachsen. Größere Kapazitäten und bessere Industrieausrüstungen als im Jahre 1939 sind vor allem bei Stahl, Aluminium, Flugzeugen und Kraftfahrzeugen vorhanden. Der verhältnismäßig schwächste dieser fünf für die Kriegsführung wesentlichsten Industriezweige ist die t lugzeugherstellung, die, obwohl sie sich sei 1946 auf einer ansteigenden Linie behnae , infolge der Unentschlossenheit der Regierung über die Inangriffnahme eines langfristigen Bauprogramms quantitatsmamg ins Hintertreffen geraten ist. 1 ISL
Die Kapazität der Stahlindustrie isu gegenüber 1939 um 25 Prozent hoher, Kapazität der Aluminiumproduktion zur Zeit etwa viermal größer als vor^®" bruch des zweiten Weltkrieges. Beim Stahl als dem Grundstoff für die H Stellung von Panzerwagen, Raffen und Schiffen ist die Kapazität von 8 8 Milho nen Nettotonnen im Jahre 1939 aut m Leistungsvermögen vor mehr a anee_ lionen Nettotonnen S^w^lgeführstiegen. Durch die zur durchgetu^ SÄÄ Tonn? er- 52,8 Millionen Tonnen Stahl produziert, für 1950 schätzt man den Gesamtausstoß auf über 90 Millionen Tonnen.
Das Leistungsvermögen der amerikanischen Aluminiumherstellung beträgt gegenwärtig rund 700 000 Tonnen jährlich gegenüber 164 000 Tonnen in Jahre 1939. Die Produktionshöhe dieses wichtigsten Materials für die Flugzeugproduktion wird im laufenden Kalenderjahr, sofern sich die weltpolitische La' ; nicht verschärft, ungefähr 650 000 Tonnen erreichen. Die Höchstproduktion im zweiten Weltkrieg wurde im Jahr 1943 mit einer Erzeugung von 920 000 Tonnen erzielt, allerdings unter Heranziehung zahlreicher kleinerer, unrentabler Unternehmen.
Authentisches Zahlenmaterial über die Entwicklung der Luftfahrtindustrie zu erhalten, ist, speziell hinsichtlich der Flugzeugproduktion, aus verständlichen Gründen kaum möglich. Zur Zeit sollen 205 500 Arbeiter in dieser Industrie beschäftigt sein, gegenüber 60 000 im Jahre 1939. Bei der gegenwärtigen Kapazitätsausnützung könnten bei Auflage einer Kriegsproduktion etwa 7500 Militärflugzeuge pro Jahr hergestellt werden. Das Leistungsvermögen der Werke wäre innerhalb von zwei Jahren auf 30 000 Einheiten pro Jahr ausdehnbar. 1949 wurden 2544 Militärmaschinen gebaut.
Die Ostsparbücher
b. Verschiedene Parteien im Bundestag haben Anträge auf eine Gleichstellung der „Ostsparer“ mit den „Westsparern“ eingebracht, die nunmehr dem Bundestagsausschuß für „Geld und Kredit“ vorliegen. Seit Mai 1945 konnten die Vertriebenen aus den Gebieten jenseits der Oder-Neiße-Linie bei den Kreditinstituten in Westdeutschland keine Beträge von ihren Sparbüchern abheben, während die Deutsche Post Postsparbücher der Vertriebenen in Westdeutschland voll anerkannte und auch bei der Währungsreform in D-Mark umstellte. Die Ostsparer haben in Höhe ihrer Sparguthaben einen Vermögensschaden erlitten, der im Lastenausgleich berücksichtigt werden muß. Der Bundestagsausschuß muß entscheiden, ob aus der Gesamtheit der Geschädigten die Gruppe derer, die ihre Sparbücher gerettet haben, vorweg entschädigt werden soll.
Es wird damit gerechnet, daß etwa 2 Millionen Vertriebene ihre Sparbücher gerettet haben. Der Gesamtbetrag dieser Guthaben wird vom Ausschuß auf etwa 4 Milliarden RM geschätzt. Bei einer Umwandlung im Verhältnis 100 RM zu 6,5 DM würden etwa 260 Millionen DM notwendig sein. Präsident Wackerzapp, Mitglied des Ausschusses „Geld und Kredit“, hat in einer Abhandlung darauf hingewiesen, daß die Aufwertung dieser Konten sehr günstige juristische und technische Vorbedingungen vorfindet. Er schlägt vor, daß die Ostsparer von den heimischen Sparkassen, Genossenschaften oder Banken gegen Vorlage ihrer Ostsparbücher ein sogenanntes Vertriebenensparbuch erhalten sollen, in dem der alte RM-Betrag in DM umgestellt wird.
Keine Elektrisfizierung?
Amerikaner gegen Pläne der Bundesbahn
w Seit Beginn des Krieges ist die Diskussion über die technische Verbesserung der Bundesbahn nicht abgerissen. Seit über vierzig Jahren ist in Europa elektrifiziert worden. Oesterreich, die Schweiz, Norditalien, Süddeutschland und Ostfrankreich sind mit der Elektrifizierung ihrer Strecken vorangeschritten. In Deutschland ist die Elektri¬ . fizierung schon bis in den Berliner Raum vorgestoßen. Dagegen ist die Entwicklung in Amerika andere Wege gegangen. Hier ist die Modernisierung der Eisenbahn nicht durch Elektrifizierung, sondern durch Motorisierung erfolgt.
In den letzten Monaten haben besonders die von dem Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Arnold, vorgetragenen Elektrifizierungswünsche für die Bahn einen lebhaften Widerhall gefunden. Zunächst war eine Elektrifizierung im engeren Ruhrgebiet vorgeschlagen worden. In Zusammenarbeit mit Bundesverkehrsministerium, Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen und Hauptverwaltung der Bundesbahn hat ein Plan allgemeine Zustimmung gefunden, wonach ein geschlossenes Netz elektrischer Bahnstrecken aus dem süddeutschen Raum durch das Rheintal bis über das Ruhrgebiet entwickelt werden soll.
Die verschiedenen Auffassungen über die Elektrifizierung der Eisenbahn findet ihren Niederschlag auch in den von der ECA-Kommission veranlaßten Gutachten des Neuyorker Ingenieurbüros Coverdale and Colpitt. Nach Prüfung der von der Bundesbahn angestellten Berechnungen über die Baukosten und Einsparungen des Elektrifizierungsprogramms kam dieses Büro zu dem Schluß, daß die Durchführung dieses Elektrifizierungsplanes zur Zeit nicht gerechtfertigt ist. Die Gutachter sind der Auffassung, daß die durch die Elektrifizierung vorgesehenen Verbesserungen sich zu einem großen Teil durch die Steigerung der Leistung der Güterzüge mit Dampfbetrieb erreichen lassen.
Die Gutachter bezweifeln, ob ein weiterer Ausbau des Elektrifizierungsbetriebes der Bundesbahn jemals wirtschaftlich vertretbar sein wird. Sie empfehlen, von einem solchen Vorhaben für die nächsten Jahre Abstand zu nehmen und auch später derartige Projekte erst dann zu erwägen, wenn die Betriebskosten wesentlich verringert worden sind und die Leistungsfähigkeit der Bundesbahn wesentlich erhöht worden ist. Das Gutachten schlägt vor, alle Planungsarbeiten am Elektrifizierungsvorhaben der Bundesbahn für die nächsten Jahre einzustellen. Es mag sein, daß die ungünstigen Ergebnisse des US-Berichts darauf zurückzuführen sind, daß von der Bundesbahn immer wieder an der Schaffung bahneigener Elektrizitätswerke festgehalten wurde. Für die Elektrifizierung der Bundesbahn ist, wirtschaftlich betrachtet, erste Voraussetzung, daß der benötigte Strom von den Großkraftzentralen aus dem allgemeinen Verteilungsnetz entnommen werden kann.
Markt- und Börsenberichte
F.A.Z. An der Frankfurter Börse setzte sich am Freitag die ansteigende Tendenz am Aktienmarkt überall weiter fort, wobei das Kaufinteresse, das an den Vortagen sich vor allem auf Montan- und Maschinenwerte konzentrierte, sich wesentlich verbreiterte und auch auf die Elektrowerte, auf den Baumarkt und vor allem auf den Zellstoffmarkt Übergriff
Rohstoffmärkte in Bewegung
Die internationalen Rohstoffmärkte waren in der Woche zum 27. Juli wiederum überwiegend fest; die Preise für Kautschuk und Zinn erreichten neue Höchststände.
An der Chikagoer Getreide börse war die Entwicklung uneinheitlich. Weizen konnte seinen Preis verbessern, Mais war unverändert und Hafer gab nach.
Die Neuyorker Kaffeebörse war fest; die Preise zogen erneut an.
Der Kassapreis für Kautschuk stieg in Neuyork in einer Woche um 25 Prozent, der Preis f ’ den September-Kontrakt um 20 Prozent. Die ferneren Sichten haben sich gegenüber dem vorigen Wochenende nur wenig verändert.
Restausfuhrzahlungen beginnen
zr. Die Frage der Restausfuhrzahlungen ist nun endgültig geklärt. Bundesfinanzminister Dr. Schäffer hat die Bürgschaft gegenüber der Bank deutscher Länder übernommen, die die Vorfinanzierung der Restaüsfuhrzahlungen durchführt. Diese Klärung nach sechsmonatelangen Verhandlungen konnte dadurch erreicht werden, daß die Koalitionsparteien dem Bundestag einen Initiativantrag vorlegten, wonach der Bund gegenüber der Bank deutscher Länder die Bürgschaft für die Finanzierung übernehmen soll.
Verbände gegen Preiserhöhungen
dpa Die Spitzenverbände der deutschen Industrie, des Einzel- und Großhandels verurteilten in der Besprechung mit den Bundesministern Blücher und Erhard am Donnerstag Einzelfälle ungerechtfertigter Erlössteigerungen. Sie äußerten den Wunsch, gemeinsam mit den Gewerkschaften solchen Auswüchsen entgegenzutreten und erklärten sich bereit, den von diesen vorgelegten beweisbaren Klagen nachzugehen, weil sie jede Beeinträchtigung der Kaufkraft durch eine ungerechtfertigte Preisentwicklung ablehnten.
Erhöhung der Eisenpreise
F.A.Z. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Gießerei-Vereinigungen teilte mit, daß eine Preiserhöhung mit Wirkung vom 1. Juli für eine ganze Reihe von Spezial-Eisensorten um drei DM je Tonne und tur Siegerländer Zusatzeisen um acht DM je Tonne durchgeführt wird.
Bz Darmstadter Glasmanufaktur GmbH, Parmstadt- Gegenstand der über 20 000 JJIVI Stammkapital verfügenden Firma ist die Errichtung einer Glashütte, die HerstellunS und Bearbeitung von Glas sowie der Handel mit Roh- und Fertigglasprodukten. Geschäftsführer mit dem Recht zur Alleinvertretung sind die Kaufleute Rudolf Bentzinger. Darmstadt, und Hanns Paul Heinemann in Neuß am Rhein.
Bz Fritzsche, Ludwig, KG, Zweigniederlassung Darmstadt. Persönlich haftende Gesellschafter der Großbuchbinderei, Mappenfabrik, Papierverarbeitung, Sitz Berlin, sind: Adolf Heinrich Hans Ludwig, und Erwin Hollmann (beide Berlin). Es sind fünf Kommanditisten beteiligt.
Darmstadt und Umgebunng
Ein Interview mit Edgar Narese
Edgar Varese, der bekannte amerikanische Komponist und Musikpädagoge befindet sich seit zwei Tagen in Darmstadt. Er wird, wie wir berichteten, bei den internationalen Ferienkursen für neue Musik im August in Darmstadt als Dozent tätig sein
Vor 17 Jahren ist er zum letztenmal in Europa gewesen. Die vielen neuen Eindrücke, die jetzt auf ihn einstürmten, haben ihn nicht müde gemacht, im Gegenteil lebendig, aufgeschlossen und begierig, alles Neue in sich aufzunehmen, sitzt er vor uns:
„Was hat Sie veranlaßt, diese weite Reise von Neuyork nach Darmstadt zu unternehmen?“
Von Dr. Steinecke, dem Leiter des Kranichsteiner Ferienkurses für moderne Musik, erhielt ich eine Einladung. In seinem Schreiben befand sich ein Satz, der mich aufhorchen ließ und der mich dazu drängte, nach Darmstadt zu kommen. Dieser Satz lautete sinngemäß: Wir sind auf der Suche nach neuen Wegen. Wir wenden uns an alle, die den Stillstand nicht lieben. Wir wollen gemeinsam mit der jungen Generation weiter suchen. — Das gerade ist es, was ich auch empfinde und was mir aus der Seele gesprochen war.“
„Welche Eindrücke haben Sie bisher von unserer Stadt und ihren Menschen gewonnen?“
„Ja, da muß ich Ihnen zuerst sagen, daß mir hier etwas widerfahren ist, was ich bisher selten erlebt habe: Ich hatte nämlich sofort Kontakt. Die Menschen erscheinen mir hier ruhig, ausgeglichen und in die Zukunft schauend. Nicht von jenem billigen Optimismus, der immer nur plappert: Ich hoffe ... ich hoffe ... ich hoffe ... Sie müssen Schweres durchgemacht haben. Das zeigen ja schon die Ruinen, die den Surrealismus eines Dali übertreffen. Wer so etwas übersteht, der kann' auch wieder vorwärts gehen. Wenn man die Ruinen sieht und die Blumen und-Pflanzen, die aus ihnen herauswachsen, so könnte man das alles für ein Sinnbild halten, das die Weisheit der Natur der Dummheit der Menschen gegenüberstellt.“
„Welche Aufgaben, Herr Varese, stellen Sie sich für Ihre Lehrtätigkeit bei den Ferienkursen?“
„Das kann ich Ihnen schnell beantworten. Ich möchte nicht „lehren“ oder „eintrichtern“, ich möchte möglichst viele Menschen um mich haben, die ebenso suchen wie ich, denen ich helfen kann und die mir etwas geben können. Ich möchte — kurz gesagt — immer ein geöffnetes Zimmer haben.“ G. A.
Jie Menschen in der Straßenbahn fahren ohnedies vorüber, aber die zu Fuß durch die Ludwigshöher Straße gehen, sollten sie nicht ab und zu einen Blick auf das Bessunger Kuhschwanz-Eck werfen? Vielleicht, wenn ihr Auge sich erst einmal darauf eingestellt hat, entdecken sie, wie der Zeichner, dieses dörfliche Idyll mitten in der Stadt. Schon die volkstümliche Bezeichnung dieses Winkels deutet darauf hin, daß hier Bauern ihre Hofreite hatten mit den schweifwedelnden Kühen vor den Toren. Ein Kuhschwanz-Eck hatte auch die Alexanderstraße. Und als unsere Großeltern noch Kinder waren, sangen sie im tiefen Ton zum Prozesrionsschritt: „Das Leben ist vergängelich, das Kuhschwanz-Eck ist längelich“. Wir Jungen wissen noch, daß hier nach dem ersten Weltkrieg bisweilen Schiffsschaukel und Reitschule aufgeschlagen waren Nach einem Aquarell von Fritz Grosch
Promenadenkonzert
Bei günstiger Witterung findet am Sonntag, den 30. Juli von 11 bis 12 Uhr ein Promenadenkonzert im Herrngarten statt.
Sommerschlußverkauf mit Musik
Als Auftakt zum Sommerschlußververkauf finden am kommenden Montag, den 31. Juli, auf den verschiedenen Plätzen im Zentrum der Geschäftswelt Konzerte statt. Ausgeführt werden sie durch das Darmstädter Orchester für Berufsmusiker. Die Leitung hat Hans Traser. Die Konzerte beginnen vormittags 8.30 Markt-, Ludwigs- und - Ludwigs-Platz statt.
Was die Woche brachte:
Eine Plauderei zum Sonntag
Er ging ihr auf die Nerven / Ein Major a. D. ärgerte sich / Pflicht ist, daß wir uns vertragen / Er sagte: Du bist mein Naturell / Ein Aufruf des Verkehrs- und Verschönerungs-Vereins unserer Stadt
llmgaitg mH Wittbolbrn
Liebes Fräulein Anita M., ich muß gestehen, daß mir Ihr Brief einiges Kopfzerbrechen bereitet hat. Das ist auch der Grund, warum ich Ihnen erst heute antworte. Ich hoffe, daß Sie Verständnis für dieses Säumnis haben. — Sie wollen von mir wissen, wie Sie sich einen Witzbold „vom Halse halten“ können, der Ihnen tagtäglich auf die Nerven geht und Ihnen Ihre Büroarbeit zur Qual macht. Zunächst: Hand aufs Herz! — Quält ER Sie wirklich mit seinen Witzen? Das ist keine Indiskretion. Ich frage deshalb, weil ich selbst im Grunde genommen nichts gegen Witzbolde habe. Ich höre gern Witze, erzähle gern welche und bin überhaupt gern mit witzigen (geistreichen) Leuten zusammen. Stop! — Hier kommt das große ABER. Doch lassen Sie sich eine kleine Geschichte von mir erzählen ...
Eine Zeitlang hatte auch ich das zweifelhafte Vergnügen, einen Witzbold als Kollegen zu haben. War das eine Qual! — So ein richtiger Hohlkopf, der seine Leere mit dummen Witzen ausgefüllt hatte ... Witze mit Barbarossabart („ ... ist durch den Tisch gewachsen!“) — und ein Ferkel war er außerdem. Ihm eine zu kleben oder ihn zu beschimpfen, hätte nichts genutzt. Da kam ich auf eine schlauere Idee.
Wieder überfiel er mich am hellen Morgen — auf nüchternen Magen! — mit so einer „Unterschiedsfrage“. So was liebte er nämlich ganz besonders, denn mehr hatte er nicht auf der Platte.
„Kennst du den Unterschied zwischen einer Nähmaschine und einem Xylophon?“
„Ja“, sagte ich.
. . . „Und zwischen Goethe und einem Dromedar?“
„Ja“, sagte ich.
. . . „Und zwischen einem Hamsterer und Marika Rökks Beinen?“
„Ja“, sagte ich ganz ruhig und ohne zu erröten.
„Idiot!“ knurrte er (wie einer, der Verstopfung hat) und war bis zur Mittagspause stumm. Aber dann riß es ihn schon wieder:
„Kennst du den Unterschied . . .?“ „Nein“, sagte ich.
Er atmete auf, hätte mich beinahe umhalst. Und dann tischte er auf. Doch er hatte zu früh triumphiert. Mit einem stupiden „Wie?“ — „Warum?“ und „Wieso?“ zerlegte ich die praktischen Möglichkeiten seiner Witze, ohne auf nur das geringste Verständnis für ihre Pointen aufzubringen.
Der Witzbold stutzte zunächst und zog verächtlich die Mundwinkel herab.
„Idiot“, sagte er schließlich tief beleidigt. Immerhin etwas. Jedenfalls schnitt er mich seitdem und ich hatte wieder meine Ruhe. Seien Sie sicher: Audi den ärgsten Witzbold werden Sie mit diesem Rezept beizeiten los.
^nriian, fjerr ItUjarl
Gestatten Sie, daß ich kurz rück- und auf blende? — Danke! — Krieg. Granaten sausten durch die Luft — pfeifend, girrend, glucksend, stürzten zischend hernieder, vernichteten Wohnungen und Leben, warfen den Göttern zum Trotz turmhohe Schmutz- und Rauchfontänen in den düsteren Himmel, oder zerschellten krachend an saftigen, grünen Bäumen — immer und immer wieder. Und die Kriegstrommel rührte: Tak-tak-tak, ununterbrochen: Tak-tak-tak. Tag und Nacht. Und in Strömen floß das Blut. Und verstümmelte Menschen schrien, bäumten sich auf, stöhnten, lagen still. Freunde und Feinde ...
Erinnern Sie sich, Herr Major? Oder erlebten Sie solche Szenen gar nicht? Möglich. Vielleicht schützte Sie ein kugelsicherer Unterstand. Vielleicht sind Sie einer von den wenigen, die die „Unterstandsromantik“ des Krieges nicht vergessen können. Wer weiß? Wir aber lagen im Dreck, ganz vorn, Herr Major, da, wo man mit dem Spaten aufeinander losging. Verstehen Sie, Herr Major? Wenn ja, verstehen Sie sicher auch, daß wir den Krieg hassen, Herr Major. Wundern Sie sich noch immer, daß wir uns darüber freuen, daß die elende Kasernenhofmauer in der Holzhof allee nun endlich geschliffen wird?
(Grönmnttc
Freude, schöner Götterfunken, der die Finsternis erhellt, wenn im Denken wir versunken — uns den Rätseln dieser Welt eigenwillig zugestellt,
Pflicht ist, daß wir uns vertragen, ohne Haß und Ueberschwang — und in allen Lebenslagen uns beraten ohne Zwang unser kurzes Leben lang.
Hat die Tatkraft uns verlassen, ist das Lebenswerk vollbracht, werden wir vielleicht erfassen, wer das Feuer angefacht oder wer zuletzt gelacht. (Frei nach schiller)
lUturell
Nach Ihrer Schrift zu urteilen, sind Sie höchstens 18 Jahre alt, verehrtes Fräulein Marianne W. Sie sind in dem Alter, in dem Mädchen träumerisch unter einem duftenden Lindenbaum sitzen, mit leeren Augen vor sich hinstarren und den Harfenklängen lauschen, die andere nicht hören, Ihr Herz aber zum Schwingen bringen. — Was ein „Naturell“ ist, wollen Sie von mir wissen. Hm. — Ich würde den Begriff „Naturell“ so definiern: Es ist der Inbegriff der leiblichen Eigentümlichkeit des Individuums, sofern seine seelische Eigentümlichkeit dadurch bleibend beeinflußt wird. Zu hoch? — Denken Sie, bitte, um es Ihnen verständlicher zu machen, an Goethes „Frohnatur“, die er von seiner Mutter, und an seine „Statur“, die er von seinem Vater geerbt hat. Im weiteren Sinne spricht man von Familien-, Stammes-, Volk-, Geschlechts- und Altersnaturell. Südlichen Völkern wird ein hitziges, nördlichen ein kälteres Naturell zugeschrieben. Da sich die leiblichen Konstitution teilweise bis zu einem gewissen Grade durch künstliche Mittel umstimmen läßt, kann man im Gegensatz zum ursprünglichen angeborenem auch vo neinem anerzogenem erworbenem Naturell sprechen. Auf Verschiedenheiten des Naturells beruht übrigens auch das Temperament. Wenn ER Ihnen noch einmal beichtet, Sie seien sein Naturell, dann... Na, jetzt werden Sie es ja wissen.
«fürbert Iren £rembenuerkehr
Liebe Darmstädter Bürger! — Der „Verkehrs- und Verschönerungsverein“ unserer Stadt bat uns, Ihnen nachfolgenden Aufruf bekanntzugeben:
„Tagtäglich erleben wir den Aufbau unserer Stadt. Mit Energie und Fachkönnen entstehen neue Wohn- und Geschäftsräume und damit wieder bessere Lebensverhältnisse. Nun gilt es, noch stärker als bisher, Darmstadts natürliche Lage als Tor zum Odenwald und zur Bergstraße auszunutzen. Die Nähe des Rhein-Main-Flughafens, die Autobahn, die Fernbahnlinie Nord-Süd weisen uns einen aussichtsreichen Weg zur Förderung des Fremdenverkehrs.
Die vorhandenen Geldmittel reichen jedoch nicht aus, die Pläne zu verwirklichen. Der Verkehrsverein bittet daher alle Kreise, die Mitgliedschaft zu erwerben und ihn so in seiner gemeinnützigen Arbeit für unsere Stadt zu stärken. Die Industrie und Kaufmannschaft, die Innungen und Vereinigungen und alle Kreise, die Geldmittel freimachen können, werden gebeten, dem Verkehrsverein zur Durchführung seiner Großwerbung für das Jahr 1951 Spenden zur Verfügung zu stellen. Baldige Zusagen sind erforderlich, da die Auslandswerbung bereits in diesem Herbst anläuft. Mitgliederanmeldungen in der Lagerhausstraße 9. Spenden können auf das Postscheckkonto Frankfurt/M. Nr. 584 30 eingezahlt werden ...“
Maximilian II
Macht in der Ohnmacht
Die 4. Frauengebetstunde für die deutschen Kriegsgefangenen im Ausland findet am Mittwoch, dem 2. August, um 20 Uhr, in der Stadtkirche statt. Der Ruf um die Freigabe unserer Kriegsgefangenen dringt von den verschiedensten Stellen hinaus in die Welt. Auch die evangelischen Frauen Deutschlands nehmen an der großen Not unserer kriegsgefangenen Brüder und Schwestern und deren Angehörigen teil. Sie tragen mit an dem allgemeinen Leid und wissen, daß sie dazu nicht gleichgültig schweigen dürfen.
Ihnen stehen aber keine Möglichkeiten zur Verfügung, in offiziellen diplomatischen Protesten und Forderungen etwas zu unternehmen. Als schwache unbekannte evangelische Frauen wissen sie von der Macht des Gebetes.
Die in der „Evangelischen Frauenarbeit in Deutschland“ zusammengeschlossenen Frauenverbände haben deshalb in ganz Deutschland — in Ost und West — regelmäßige Frauengebetstunden eingerichtet, die in einfacher, liturgischer Form gehalten werden. Sie schlagen Brücken über die Ländergrenzen hinweg und schaffen im großen Leid unseres Volkes eine Gemeinschaft von Menschen, die in aller Ohnmacht getröstet sind.
Kentenauszahlung
Die Renten aus der Invaliden- und Angestelltenversicherung sowie nach dem Körperbeschädigten-Leistungsgesetz werden in Darmstadt am Dienstag, dem 1. August 1950, in der Zeit von 8 bis 12 und 13 bis 16 Uhr bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse ausgezahlt. Für den sonstigen Publikumsverkehr ist die Allgemeine Ortskrankenkasse an diesem Tage geschlossen.
Heimkehrer-Aussprache
Heimkehrer, Angehörige von noch in Kriegsgefangenschaft Befindlichen und von Vermißten werden von der „Treuhänderschaft der Heimkehrer“ in Darmstadt für Sonntag, den 30. 7., um 10 Uhr zu einer Aussprache in den Ausschank der Brauerei Fey, Alexanderstraße. 23, eingeladen. Ueber das neue Heimkehrergesetz spricht Dr. Kaul.
Grntewagen gegen Lastzug gedrückt
In der Darmstädter Straße in Arheilgen wurde gestern gegen Abend ein Kuhfuhrwerk mit anhängendem Erntewagen gegen einen parkenden Lastzug gedrückt, als dem überholenden Gespann ein Lastwagen entgegenkam. Es entstand ein Sachschaden von etwa 100 DM.
In der Ludwigstraße wurde gestern nachmittag gegen 15 Uhr ein geparktes Motorrad von einem anfahrenden Lastkraftwagen mehrere Meter mitgeschleift. Sachschaden: 50 DM.
Wir gratulieren
90. Geburtstag: Frau Sophie Stock, Heppenheim, Altersheim.
73. Geburtstag: Frau Emma Kremer, Lorsch, Einhäser Landstraße 39.
72. Geburtstag: Herr Gerhard Wahlig, Lorsch, Alexanderstraße 16.
Goldene Hochzeit: Eheleute Philipp Delp, Kirchbeerfurth. ,
91. Geburtstag: Frau Katharina Oehlschläger geb. Kadel, Kreidach, Hauptstraße 11.
70. Geburtstag: Frau Sophie Bohrer, Lorsch, Sandstraße 9.
70. Geburtstag: Herr Johann Daniel 1., Lorsch, Peterstraße 16.
Das Forum wählte seinen neuen Vorstand
Eine Wahl mit Hindernissen
Zu der Neuwahl des Forumvorstandes hatten sich am Donnerstagabend in der Technischen Hochschule nicht ganz hundert Bürger eingefunden.
Da das seinerzeit von Dr. Bonn vorgeschlagene und vom Forum angenommene Wahlstatut eine Mindestbesucherzahl von 100 Personen zur Wahlfähigkeit des Gremiums vorsah, wurde während der Versammlungn jeder neu hinzukommende Besucher mit wahren Freudenausbrüchen begrüßt. Als die Besucherzahl schließlich 92 nicht überstieg, beschloß die Versammlung auf Grund des letzten Satzes der Wahlordnung — „Aenderungen der Satzung bedürfen der 2/s-Mehrheit der jeweiligen Forumsversammlung“ — gegen zwei Stimmen, die Wahl trotzdem durchzuführen. Der gleiche Abschnitt der Satzung bildete auch die Grundlage für eine Reihe von technischen Vereinfachungen. So konnte u. a. nicht die Bestimmung verwirklicht werden, daß jeder Besucher Stimmrecht nach Zahl der besuchten Veranstaltungen habe. Die geheime Wahl mit Stimmzettelabgabe wurde durch einfaches Handaufheben in Abwesenheit des jeweiligen Kandidaten durchgeführt.
Lorbeeren für das Forum
Zu Beginn der Versammlung berichtete gemäß dem etwa 10 Tage zuvor aufgestellten Programm des Abends Herr Kollmannsperger über die seitherige Tätigkeit des Forums. In insgesamt 49 Versammlungen seien etwa 15 200 Besucher gewesen, fünf Großveranstaltungen in der Stadthalle hätten eine besonders starke Resonanz in der Bevölkerung gefunden. In der anschließenden Kritik wurden die Erfolge des Forums bei der Unterstützung der Forderungen des Landestheaters, bei der Gründung der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft und den sonstigen kleineren Maßnahmen in der Stadt — Pakplatzanlage, Umgehungsstraße usw. —, erwähnt. Rechtsanwalt Schindler vom SV 98 dankte offiziell im Auftrag seines Vereins für die erfreuliche Unterstützung in der Sportplatzfrage.
Angriffe gegen Studienrat Haas
Auf Vorschlag des Journalisten Willi Becker wurde die Stärke des zu wählenden Vorstandes auf neun Mitglieder festgesetzt und entsprechend der durch Stimmenmehrheit festgelegten Abänderung der Wahlordnung nach Gründung eines neutralen Wahlausschusses unter Leitung von Herrn Schubert, die Ermittlung des neuen Vorstandes vorgenommen. Als die neun Spitzenkandidaten des Wahlganges über die Annahme ihres „Mandats“ befragt wurden, überraschte eine heftige Auseinandersetzung zwischen Studienrat Haas und vier Gewählten des früheren Vorstandes die nicht mit den Hintergründen vertrauten Forumsbesucher. Studienrat Haas wurde wegen in der Vergangenheit stattgefundener Forumsveranstaltungen und deren Auswirkungen persönlicher Art stark angegriffen. Die vier Herren erklärten schließlich, ihre Wahl nicht annehmen zu können, wenn Herr Haas annehme. Da dieser sich zur Arbeit in dem neuen Vorstand bereiterklärte, setzte sich der neue Vorstand mit einer Ausnahme aus neuen Kräften zusammen.
Nach der endgültigen Feststellung des Wahlausschusses wurden folgende Damen und Herren in den Vorstand gewählt: Herr Schrön, der mit 60 Stimmen nach der Bestimmung des Wahlstatuts Vorsitzender des Vorstandes ist, Herr P f e n g, Frau Cour, Studienrat Haas, Herr Behnke, Herr Stephan, Herr M ü h - lum, Frau Richtzenhain und Herr Marbach.
Dr. Bonn stellte richtig
Vor der Vorstandswahl bat uns Herr Dr. Bonn, einer der Initiatoren des Forums, um Richtigstellung unserer Bemerkung vom Donnerstag, nach der bei einer Wahl weitgehend nach seinem Vorschlag vorgegangen werden solle. Dr. Bonn sagte wörtlich:
„Im Mai 1950 nahm das Forum ein Wahlstatut an. Es Ist für Vorstand und Forum bindend und kann nur mit Vi-Mehrheit der Stimmen der jeweiligen Forumsbesucher geändert werden. Aus alledem folgt, daß nach einem Vorschlag von mir nicht gewählt werden kann, sondern nur nach den Bestimmungen der Wahlsatzung. Diese schreibt in Punkt 1 zwingend eine geheime Wahl des Vorstandes vor, denn nur so kann — nach dem Vorwort der Satzung — eine den üblichen demokratischen Regeln Entsprechende Wahl des Vorstandes gewährleistet und eine gesunde und lebendige Verbindung, aber auch Kontrolle zwischen Oeffentlichkeit, Forum und seinem Vorstand geschaffen werden.“ agt.
Selbstmord auf der Autobahn?
Der Fahrer eines Lastzuges aus Württemberg hielt mit seinem Fahrzeug wegen Getriebeschaden am Donnerstagabend gegen 19.45 Uhr auf der Autobahnausfahrt bei Viernheim. Nach 10 Minuten Aufenthalt fuhr er seinen Lastzug langsam ungefähr 80 Meter weiter auf die Raststraße. Nachdem er den Wagen abgestellt hatte, stellte er fest, daß auf seinem ersten Standplatz eine männliche Leiche mit zerquetschtem Kopf auf der Fahrbahn lag.
Die sofort eingeleiteten Ermittlungen der Gendarmerie und der Kriminalpolizei lassen einen Selbstmord vermuten. Zwanzig Meter von der Unfallstelle lagen im Gebüsch Anzugrock, Staubmantel, Ausweise und sonstige Papiere sowie ein zerlegter Rasierapparat, Rasierklingen und eine geleerte Schnapsflasche. Dieses Versteck wies auf stark niedergetretenem Gras erhebliche Blutspuren auf. Die Leiche selbst hatte Schnittwunden an Handgelenk und Schenkeln, die auf einen versuchten Selbstmord schließen lassen Bei dem Toten handelt es sich um einen Letten oder Belgier. DT
Leichenschädel gefunden
Wer kennt die Tote?
Im Distrikt Wüsteberg, Abteilung 16, des Bessunger Laubwaldes zwischen Darmstadt und Roßdorf wurde in diesen Tagen in der Nähe von mehreren Bombentrichtern der Schädel einer weiblichen Leiche aufgefunden. Die Frau dürfte etwa 30 Jahre alt gewesen und vor vier bis sechs Jahren umgekommen sein. Sie trug halblanges, hellbraunes bis blondes Haar. Das Gebiß des Totenschädels ist noch gut erhalten. An den Zähnen 5 oben links, 4 oben rechts und 6 unten rechts, befinden sich Goldkronen. Die Zähne 4 unten und 7 oben links, 6 oben rechts, 7 und 8 unten links sowie 6, 7 und 8 unten rechts besitzen Füllungen. Der fünfte Zahn unten rechts fehlt. Zahnärzte oder Dentisten, die eine solche Zahnreparatur ausgeführt haben, und Personen, die irgendwelche Angaben über die umgekommene weibliche Person machen können, werden gebeten, sich bei der Dienststelle der Kriminalpolizei im Polizeipräsidium Darmstadt zu melden. wst.
Schadenfener in Arheilgen
In den Vormittagsstunden des gestrigen Tages brach im Stadtteil Arheilgen in einem Nebengebäude des Anwesens Nr. 4 der Weiterstädter Straße ein größeres Schadenfeuer aus. Aus bisher noch ungeklärten Gründen geriet der Raum über dem Stallgebäude in Brand, in dem neben Heu und Stroh auch Mobiliar gelagert war. Die Freiwillige Feuerwehr von Arheilgen wurde rechtzeitig alarmiert. Sie hatte das Feuer bereits eingedämmt und gelöscht, als auch die Städt. Berufsfeuerwehr Darmstadt zu Hilfe kam. Die Aufräumungsarbeiten dauerten bis in die Nachmittagsstunden. Die Höhe des Sachschadens ist noch nicht zu überblicken. Neben großen Mengen Stroh vernichtete das Feuer auch Wäsche-, Kleidungs- und Möbelstücke. Die Darmstädter Kriminalpolizei ist zur Zeit noch mit der Klärung der Brandursache beschäftigt. wst.
Ein neuer Lebensrettungskursus der DLRG (Darmstadt) zum Erwerb des Grundscheins beginnt am kommenden Dienstag (1. August) um 18 Uhr.
50. Ziegenbock-Versteigerungen
Die Ziegenzüchtervereinigung Starkenburg hielt in Darmstadt zum ersten Male in diesem Jahr eine Jungbockkörung ab. Es war in der Reihe gleicher Veranstaltungen die 50. Auktion. Das aufgetriebene Zuchtmaterial war außerordentlich gut. Nicht weniger als zehn Jungböcke (was höchst selten ist) konnten trotz der strengen Bestimmungen in die 1. Zuchtwertklasse eingereiht werden. Die Bedeutung der Versteigerung wurde durch die Anwesenheit zahlreicher Ankaufskommissionen unterstrichen.
Es setzte ein starker Käuferwettbewerb ein, der in selten hohen Preisen bei den Spitzentieren in Erscheinung trat. Der Spitzenbock der Auktion aus der Zucht von Valentin Bernhard 3. in Hähnlein wurde zum Preise von 980 DM vom Kreisziegenzuchtverband Bonn erworben. Ein Bruder dieses Jüngbocks erreichte mit 1010 DM das Höchstgebot des Tages, das vom Ziegenzuchtkreisverband Köln abgegeben wurde. Die Züchter der anderen Böcke der Wertklasse 1 waren: Chr. Färber, Bickenbach (für 660 DM von Westfalen angekauft), Fritz Hildenbeutel, Groß-Bieberau (710 DM, vom Tierzuchtamt Limburg angekauft), Heinrich Maser, Fränkisch-Crumbach (nach Westfalen), Georg Schäfer, Hähnlein (Westfalen), Friedrich Göbel, Groß-Rohrheim (Kreisziegenzuchtverband Mörs), Ludw. Kraft 5. aus Hahn (Westfalen), Peter Fuchs 2., Hähnlein (Zweckverband Wetzlar) und Johann Herbold, Groß-Rohrheim (Stadt Beerfelden).
Für die Böcke der 2. Wertklasse lagen die Durchschnittspreise zwischen 350 und 400 bzw. 500 DM. (oa)
Ein Helfer der Wissenschaft
Die kleinsten Regungen der Organe können gemessen werden
Unter den unzähligen Zweigen der wissenschaftlichen Forschungsarbeiten nimmt die Pharmakologie einen hervorragenden Platz ein. Zur Auswertung und Erkenntnis pharmakologischer Arbeitsmethoden ist eine große Anzahl wissenschaftlicher Hilfsapparaturen erforderlich, mit denen genaueste Messungen tierischer Organismen vorgenommen werden müssen. Es handelt sich um Präzisionsgeräte, die im allgemeinen nicht in Massenproduktion angeJertigt werden können. Diese Apparate, die dem Laien absolut unverständlich erscheinen müssen, werden in handwerklicher Kleinarbeit angefert'~t. Sie erfordern ein ungeheures
Einfühlungsvermögen des Herstellers, der nicht nur Kenntnisse in der pharmakologischen Arbeitsweise haben muß, sondern auch ein geradezu künstlerisches Talent für die Entwicklung des Kleinsten und Genauesten.
In Darmstadt gibt es in der Moßbergstraße eine feinmechanische Spezialwerkstatt, die für wissenschaftliche Institute, für Universitäten und die Forschungslaboratorien der großen pharmazeutischen Firmen die benötigten Geräte anfertigt. Herr Erich Ferber ist seit Jahrzehnten Spezialist für die Entwicklung von Apparaten zur Auswertung medizinischer Präparate. Seit seiner Lehrzeit bis zum Kriegsende hat er an Universitäten und Hochschulen auf diesem Gebiet gearbeitet und Erfahrungen gesammelt, die seinem Betrieb jetzt zugute kommen. Es handelt sich nicht so sehr darum, durch Uebertragung von Plan und Zeichnung auf das Werkstück die maßgerechte Form zu finden, sondern durch praktische Nutzanwendung ein einwandfreies Funktionieren des Apparates zu gewährleisten.
Auf einem Tisch steht ein Gerät zur Untersuchung überlebender tierischer Organe in physiologischer Kochsalzlösung. In dieses komplizierte Gerät werden Organteile von Kaninchen und anderen Tieren mit kleinen Platinhaken fixiert, von denen der obere in einen dünnen Seidenfaden übergeht, der einen kleinen Schreibhebel betätigt. Dieser Stirnhebelschreiber zeichnet die Reflexe der tierischen Gewebeteile beim Durchgang der Kochsalzlösung oder bei Zusatz der zu untersuchenden Medikamente auf einen berußten, rotierenden Papierzylinder. In einer „feuchten Kammer“, die sich gerade im Bau befand, werden die Bewegungen von Katzenherzen kontolliert. Die Aufzeichnung von Gewebebewegungen geschieht durch durchlöcherte Gummikorken, durch die der Seidenfaden zum Schreibhebel führt. Andere Geräte sind Infusionsapparate, die in mehreren Exemplaren an chemische Forschungslaboratorien gingen. Jedes der Einzelteile wird aus Messing mit Hilfe kleiner Spezialdrehbänke angefertigt und im eigenen Nickelbad mit dem Schutzüberzug versehen.. Es ist eine Arbeit, die ausschließlich von Spezialkräften durchgeführt werden muß. Die Nachwuchsfrage auf dem Gebiet dieser speziellen Feinmechanik ist völlig ungeklärt, da die Institute, die früher eigene Feinmechanikerwerkstätten unterhielten und die Lehrlinge ausbil(jeten, nach dem letzten Krieg sehr selten geworden sind. Um so größer ist die Einmaligkeit dieses Berufszweiges zu bewerten, in dem noch wenige Menschen mit großer Liebe zur Sache und künstlerischer Handfertigkeit mit dazu beitragen, daß der Kampf der Wissenschaft gegen Krankheit und Leiden zu einem erfolgreichen Ergebnis geführt wird, -st
Wohin gehen wir heute?
Lichtspieltheater: Union: „Maharadscha wider Willen“; Thalia: „Der Herr Kanzleirat“; Belida: „Zigeunerprinzessin“, Samstag und Sonntag 14.00 und 22.30 Uhr Uhr „Verlorene Jugend“; Palast: „Alarm in San Juano“, 22.30 Uhr „Leckerbissen“; Hansa: „Der Mann mit der eisernen Maske“; Scala, Eberstadt: „Ihr erster Mann“; Gloria, Roßdorf: „Nichts als Zufälle“.
Ausstellungen: Landesmuseum: Werke hessischer Künstler; Holzhofallee: Ausstellung zum Ströher-Preis; Mathilden¬ höhe: Das Menschenbild in unserer Zeit; Amerikahaus: fotoform; Amerikahaus: Kollektivausstellung Gustav Wolf und Hoffmann-Lederer; Amerikahaus: Moderne Skulptur in Amerika; d’Hooge, Mathildenplatz 20: Fotomontagen von Juro Kubicek und Ausstellung Helmut Lorz.
FDP, Kreisverband Darmstadt: Braustübl am Hauptbahnhof, 20.00 Uhr, Vortrag Heinrich Rodemer: „Der Ernst der Lage“.
... und morgen
Lichtspieltheater: wie Samstag.
Ausstellungen: wie Samstag.
Gesellschaft zum Studium der Sowjet- Union: Aula der TH., Vortrag Manfred Ewald: „Sowjetsportler erobern Weltrekorde“.
Mathildenhöhe: 11.00 Uhr, Führung von Dr. Dangers durch die Ausstellung: „Das Menschenbild In unserer Zeit“.
Hans Hildebrandts Puppenbühne: Stadthalle, 15.30 Uhr: „Der Zauberer“.
Bereitschaftsdienst am Sonntag
Apothcken-Sonntags- und Nachtdienst: (von Sa. 29. 7., 13.00 Uhr bis Sa. 5. 8., 8.00 Uhr).
Darmstadt: Hirsch-Apotheke, Nieder-Ramstädter Straße 21; Adler-Apotheke, Mathildenplatz 20.
Darmstadt-Arheilgen: Arheilger Apotheke, Dieburger Straße 26.
Darmstadt-Eberstadt: Schwanen-Apotheke. Darmstädter Straße 26.
Zahnärztlicher Sonntagsdienst: (von 10 bis 12 Uhr) 30. 7.. Zahnarzt Döbert, Darmstadt. Rheinstraße 14.
Sonntagsdienst der Dentisten: Won 10 bis 12 Uhr) 30. 7.. Dentist Albert Pra, Darmstadt, Liebigstraße 25.
I Heute vormittag 11 Uhr entschlief nach längerem Leiden unsere liebe, treubesorgte Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin, Tante und Patin, Frau Maria Volk geb. Maurer im 84. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heb. Bohländer Beerfelden, den 25. Juli 1950
Nach längerem, schwerem Leiden verschied am letzten Freitag mein lieber Gatte, unser treubesorgter Vater, Schwieger- und Großvater, Herr Hermann Wielers im 61. Lebensjahr. Die Beerdigung fand am Sonntag statt, und wir sagen für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und den Spendern der Blumen und Kränze unseren innigsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Hedwig Wielers Beerfelden, den 25. Juli 1950 / •
D A.NK S AGUNG ! Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich der Beisetzung meines lieben Sohnes, Bruders, Schwagers und Neffen Georg Lolir sagen wir unseren herzlichsten Dank. Ganz besonders danken wir Herrn Pfarrer Fenske für die erhebenden Worte am Grabe, Herrn Dr. Buß für den ehrenden Nachruf, der Müller-Innung und den Schulkameraden für die Ehrung am Grabe sowie all denen, die sein Grab mit Blumen und Kränzen schmückten und ihm die letzte Ehre erwiesen. Sybilla Lohr Wwe. Georg Berwald und Frau Dornheim, 25. Juli 1950
Bestattungen am Samstag, dem 29. Juli 1950 Beerdigungen: Arheilger Friedhof 11.00 Müller, Adam, Dartnstadt-Arheilgen, An der Viehtrift 5, 63 Jahre Feuerbestattungen: Waldfriedhof 10.15 Vetter, Dorothea, Lindenhofstraße 15, 63 Jahre 10.45 Trautmann, Elisabeth, Frankensteiner Straße 50, 68 Jahre Beerdigungen: Nieder-Ramstadt 14.00 Barbara Becker geb. Oldendorf, Nieder-Ramstadt Ober-Ramstadt 16.00 Friedrich Karl Breitwieser, Ober-Ramstadt, 77 Jahre
VERMÄHLTE Statt Karten! Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Glückwünsche, Blumen und Geschenke danken herzlich Hans Wedde und Frau Frieda geb. Rothenburger Groß-Gerau, Juli 1950 Woogsdamm
Starkenburg
„Nor eumol im Johr is Wisse-Maik!“
DT-Reporter mit Kamera und Feder vor den Toren Erbachs
So manches wiederholt sich in unserem Hessenländchen. Wie im Leben.
Nachdem das „Schiff ohne Hafen“ einen seiner Landungsversuche an der Darmstädter Technischen Hochschule hinter sich hat, um neues Trinkwasser aufzunehmen und in Gegenden zu fahren, wo man es noch nicht kennt (die TH macht übrigens alles: Zieht Zähne, gräbt Brunnen, schneidet Haare, sprintert, schauspielert), hatte sich das Schwergewicht und der Regen zur Eröffnung des Erbacher Wiesenmarktes verlagert. D. h., störend geregnet hat es nur am vergangenen Sonntag bei den Boxern. Weniger bei den Begrüßungsansprachen. Wozu zu bemerken wäre, daß es insofern ungerecht ist, als bei Boxkämpfen immer unterschiedliche Resultate zustande kommen . . .
Jedenfalls kann man nur sagen: „Auf zum Wisse-Maik!“ — Der Erfolg ist riesig. Wie der Hals des Marsweibes lang ist. Dafür sind die Bratwürste kürzer geworden. Weshalb man besser „Würstchen“ sagen sollte. Von denen es an und für sich sowieso genug gibt. Die Preise ziehen sich gegenseitig an. Die Menschen werden dafür ausgezogen. Ich denke eben nicht ans Finanzamt. Aber auch diese Parallele wäre nicht zu verachten.
Mit dem Ausziehen ist es so eine Sache. Der Generation der beiden Kriege ist das nichts Neues. Sie zogen für Europa aus und wurden dann von Europa . . . na, wissense nee . . .
Die Textilfirmen dir Gewerbeschau — unter ihnen der Stand mit den Pelzen — zieht die Besucher an. Nicht ein. Das können die nicht. Obwohl im Laufe der Woche sicherlich etliche zigtausend in Erbach zusammenkamen. Einschließlich der jungen Jahrgänge Die sind aber unerfahren und ziehen sich zurück. Steht jeden Tag in der Zeitung.
A propos: Vor einigen Tagen sprach ein Kollege von gestreutem Kies. Seit Jahrhunderten gehört lyrischerweise Knirschen dazu. Wie elegant zur Frau. Hoch tu Politik. Ewig zu Liebe.
Zusammenfassend: Zerknirscht hört man iie hohen Preise, — ider: wer andern keilen Mantel gönnt, muß im „Russischen Rad“ fahren. Das ist billig und dreht sich immer im Kreis. Mal ist man oben, mal unten, und dann spielt auch die Musik nicht mehr.
Das berühmte „Russische Rad“ steht im Prater. In Wien. Früher gehörte Wien zur Ostmark. Nach dem Kriege separierte man sich. Wegen der Reparationen. Und nun zahlt man in Leipzig mit dem alten Landesnamen. Der Wechselkurs des Schillings ist
so hoch wie die Achterbahn auf dem Wiesenmarkt ...
In den Budenstraßen ist es ungezwungener. Man kann alles kaufen oder gewinnen. Gummipuppen, Luftballons, Festlaternchen, gebrannte Mandeln. Magenbrot, solange der Vorrat reicht. Uebrigens Luftballons: Der Festausschuß unterließ die üblich gewordene Nachkriegsluftwaffenvorführung: Das Ballonwettfliegen in die Bäume und nach Schweden. Dafür sorgten andere für eine Attraktion besonderer Art. Mit einem Reklameballon. Der sich auf „große Fahrt“ begab. Der zum letzten Male von betriebseigenen Radargeräten bei Würzburg gepeilt wurde. Und zum letzten Male in einer Sondermeldung „reklamiert“ wurde.
Aber wo waren wir stehen geblieben? — Ach ja, bei den Gummipuppen, Luftballons, Negerbabys mit Klappaugen. Die es in herangewachsenem Zustande auch außerhalb des Wiesenmarktes zu sehen gibt. Sie kommen schon bald zur Schule.
Bitte nicht die Luftpistolen zu vergessen, die nunmehr — nachdem das einzige erlaubte Jagdgewehr im Kreis Erbach, vom vielen Anfassen abgegriffen ist, — zur Wiidschweinjagd genommen werden. Aber sagen Sie's bitte nicht weiter. Es soll genügend Spitzel geben. Schon wieder. Oder immer noch. „Heurika“ heißen
die Firmenbezeichnungen auf den Flinten. Gab's schon früher. Ist griechisch, und heißt: „Ich hab“ se!“ Damit ist der Einfall gemeint. Sie hatten se auch. Nämlich den Akkusativ Plural von: Das Patent. Aber wie sich hinterher herausstelltc, war das kein Einfall. Dafür für uns viel Ausfall.
Einen anderen sehr gescheiten Einfall hat da die Firma mit dem ,Turmix‘-Gerät. Oben tut man die Eier hinein und unten kommt der fertige Likör heraus.
Die F olge ist.daßviele Menschen ständig den Stand umlagern. — Letzteres Wort hätte vermieden werden müssen. Weil wir fast alle in irgend einem Lager waren. Inzwischen kauften sich die anderen die neuen Autos. Neues selbstverdientes Geld kann gut und gerne für ein motorisiertes Vehikel am Kraftfahrzeugstand angelegt werden. Gedichte von Wagen. Mehrstrophig in Zylindern, Scheinwerfern und Preisen. Fehlt nur noch die Badewanne, Hausbar, und Schwimmflossen.
Dann kann man sogar damit über den Rhein schwimmen.
Aber schauen Sie sich bitte ruhig in Erbach um.Unser Streifzug war nur klein. Und es gibt noch manches zu sehen — und zu kaufen. ng.
Zu einem richtigen Bummel gehört auch ein richtiger Schnaps. Er weckt die Geister auf; die Lebensgeister. Die man am besten mit den Weingeistern ruft. Wie dieser Odenwälder Bauer, der sie traditionsgemäß in der hinteren Tasche mit sich führt. Auch Gesäßtasche genannt. Von vornehmen Leuten. Die keine Buddel kennen. Weil die „Mitropa“ nur von „Reisepackungen“ spricht. Wohl bekomm’s, Vadder! Wir kommen später nach . . .
. . . denn inzwischen ist schon der erste Füller zum 'Teufel gegangen. Aber bei diesem Angebot und bei dieser Auswahl sollte es nicht schwerfallen, die „richtige“ Marke zu finden. Obwohl der Herr Kollege hier noch sehr wählerisch ist, konnte er sich doch entscheiden. Für die Marke. Die Verkäuferin war bereits schon vergeben . . .
Vom langen Stehen wird man müde, und wer nichts ißt, wird nichts. Immerhin hat „man“ erst gerade angefangen. Und es wäre doch zu wünschen, daß der große Laib Brot fürs erste noch reicht. Bei Bedarf kann ja nachgefaßt werden. Denn die Bäcker wollen ja auch noch leben. Trotz des Preises.
Bitte nicht stören. Hier wird Bilanz gemacht. Das soll zuweilen ganz interessant sein. Besonders für die Herren, die die Gewerbesteuer kassieren. Immerhin scheint noch kein Grund vorzuliegen, vor dem Tagesumsatz den Hut abzunehmen. Wenn es auch noch so feierlich aussieht. Oder sollten die beiden sich etwa auf der Hochzeitsreise befinden?
Vorsicht, junger Mann! Die Dame plant ein Attentat auf Ihre Börse. Behalten Sie die Nerven, denn der Wagen ist schon längst verkauft. An den Herrn Landrat, Er fährt ihn dann, wenn er nicht gerade in der Messe steht. Der Wagen selbstverständlich!
Hier'sitz ich' und les ich, wenn der Kunde kommt, dann spring ich. Vorläufig sitz ich und les ich. Von Korea und vom Wiesenmarkt. Denn von denen sprechen heute alle Leute. Wenn die dann kommen, ei ja, dann spring ich . . . eben sitz ich und les ich . . . Wer will mir’s verarmen?
Blitzblank muß die Ware sein, wenn das Käuferauge sich daran erfreuen soll. Selbst wenn es nur ein „Emaillener“ ist, dem hier der letzte Schliff mit dem Staublappen gegeben wird. Und Staub gibt es ja genug, wenn die Sonne brennt und die Erde trocken wird. So trocken, daß die Wirte alle Hände voll zu tun haben.
Hier gibt es alles, was ein Kinderherz begehrt. Luftballons und Armbanduhren, Ratschen und Bläschen, Trillerpfeifen und Tomahawks, Revolver und Zündplättchen, Knallerbsen und Gummiäffchen. Und wem das noch nicht reicht, dem kann nicht geholfen werden!
Nun aber Schluß, mein Herr! Jetzt wird nicht mehr das „DT“ gelesen, jetzt sind bereits wieder die Kunden im Anmarsch. Denn die Mittagspause ist vorbei, das „Russische Rad“ dreht sich schon munter im Kreise und die Achterbahnwagen sausen durch die Kurven. Jetzt gilt es wieder, die Groschen zu lösen. Und dabei werden Sie doch sicher nicht fehlen wollen?? Fotos: Kenner (1), Arco (9)
Der letzte Halbe
In einer Weinwirtschaft sitzt eine vergnügte Gesellschaft. Es ist bereits Polizeistunde und noch immer wird weiter gezecht. Der Wirt ist gerade dabei, die Weingläser frisch zu füllen, da öffnet sich der Schalter, der sich hinter dem Schanktisch befindet, und das Gesicht eines Schutzmannes erscheint.
„Feierowend“ ruft er in die Wirtsstube, „Feierowend, meine Herrschafte!“
„Jo, es is gut“, sagte der Wirt, „ewe sin mer dabei un mache Schluß!“
„Ich seh’s“, antwortete der Schutzmann, „ich seh’s, wie Se Schluß mache un debei noch en Halwe eischenke. Vun Rechts wege müßt ich dess jetzt melde.“
„Was babbele Se do vun melde“, entgegnete der Wirt, „warum müsse Se aach grad Ihr’n Berzel soweit ereistrecke?“
Der Hecht
In der „Boxhaut“, einem bekannten Darmstädtei' Lokal, erzählte ein Gast aus Gernsheim von einem Hecht, den er im Altrhein gefangen haben wollte.
„Mit zwei Mann zog ich den Hecht aus dem Wasser. Sie werden es mir nicht glauben. Er hatte eine Länge von hier bis . .
Der Gast streckte seinen Arm zum entgegengesetzten Ende des langen Tisches aus, wo der bekannte Dialektdichter Ernst Elias Niebergall saß. Der Autor des „Datterich“ rückte mit seinem Stuhl beiseite und sagte:
„Erlauben Sie, daß ich Platz mache, um Ihren Hecht durchzulassen.“ hl
Sowieso
Ich waaß der net. — Do werd geredd, verhannelt un berode, ob mer versteiern soll es Fett, verdeiern mißt die Brote. Ob mer die Margarine bloß e bißje nuff kennt treiwe, vielleicht aach's Brot macht weniger groß, damit de Preis dhet bleiwe?
Da hocke unser hohe Herrn in Bonn — un iwwerleje, obs absolut gemacht mißt werrn un net wär zu umgehe? Baddeie hawwe mit zu dhu’, aach Mehl- un Fettvertreter un jeder gibt sein Senf dezu un recht will hawwe jeder.
De Rundfunk bringt’s, die Zeitung aach Vorträg werrn gehalde [schreibt's, un alles reggt sich uff. — Dann bleibt’s uff aamol fast bei’m aide, Mer macht en Uffwand, e Geredd, von wäje Preis un Steier un dodebei sinn Brot un Fett schun sowieso zu deier. Mickedormel.
Ein staubiger Beruf
Einem Straßenkehrer, dem der Arzt schon öfter das starke Trinken verboten hatte, war ernstlich erkrankt. „Sie müsse mit dem übermäßigen Trinken aufhören“, sagte der Arzt. „Ich an Ihrer Stelle würde nun endlich damit Schluß machen!“
„Sie hawwe gut redde, Herr Doktor“, sprang da die Ehefrau bei, „in ihr’m Beruf gibt’s aach nit soviel Staab!“ hl
Nur ein Achtelchen
Der bekannte Frankfurter Schriftstel* ler und Humorist Heinrich Hoffmann, der Verfasser des „Struwwelpeter“ und anderer illustrierter Kurzgeschichten, bewarb sich um die Tochter des Frankfurter Bürgers Donner. Als er bei dem Vater um die Hand der Tochter bat, musterte ihn der einflußreiche Herr:
„Darf ich fragen, Herr Doktor, was Sie für Aussichten halsen?“
Hoffmann antworte zögernd: „Ich spiele ein Achtelchen in der Süddeutschen Klassenlotterie.“ hl
Alles in Ehren
Der Gastwirt Schneider war eine gewichtige und stadtbekannte Persönlichkeit. Als er eines Tages mit der Elektrischen von Mainz nach Kastel fuhr, stießen sich zwei junge Mädchen, die ihn nicht kannten, verstohlen an: „Guck mol, den Dicke do!“
Schneider, der die Bemerkung hörte, sagte lächelnd:
„Ich bin in Ehr’n dick worn. Hoffentlich könne Sc dess später aach vun sich sage . . hl
425 Jahre im Besitz einer Familie
Die Geschichte eines alten Reichelsheimer Hauses
In Reichelsheim, das urkundlich bereits im 11. Jahrhundert als Richolsheim (Heimstätte des Richold) genannt wird, wurden die ersten Siedlungshäuser auf dem sogenannten „Kirchenhügel“ gebaut. Infolge seiner felsigen und wasserreichen Struktur mag er besonders in gefahrvollen Zeiten den ersten Siedlern als für den Bau ihrer Häuser überaus günstig erschienen sein. Hier lag auch das „ D r e u - sche ng u t das vor 425 Jahren erstmals in einer Amtsrechnung des Amts Reichenberg verzeichnet ist und wahrscheinlich der heutigen Familie
Zusammen mit dem Verkehrs- und Verschönerungsverein Reichelsheim feiert heute die Familie Treusch anläßlich des 425 jährigen Bestehens ihres Hauses des „Dreuschengutes“ und jetzigen Gasthofs „Zum Schwanen“, das seltene Jubiläum der Familie und ihres Grund und Bodens mit Illumination, Feuerwerk und Tanz.
Treusch, „Zum Schwanen“, ihren Namen gab.
Im Leibsbede-Register des Amts Reichenberg von 1538 bis 1597 sind die Sippen der ältesten Treusch zu Reichelsheim aufgeführt: Hans, Ewalt und Philipp Treusch zahlten 1538 ihre damalige Steuer, die „Beede“, an das kurpfälzische Amt Lindenfels. Nicklas Treusch kaufte ein Haus zwischen der Linde- und der Kirche. Erwähnt ist ferner Georg Treusch im Jahre 1579, „der keine Beede zahlte“, also freier Besitzer war. Nach den Wirren des 30jährigen Krieges war nur noch ein Treusch seßhaft, und zwar Leonhard Treusch, Gräflich Erbachscher Schultheiß, geboren zu Unter-Gersprenz, der „ein halbes Hubengut für sechs Reichsgulden erwarb“. Nachkommen dieses weitverzweigten Odenwälder Geschlechts zogen später wieder in das alte „Dreuschengut“ in Reichelsheim ein.
Im Jahre 1892 wurde das Haus, das inzwischen den Namen „Zum Schwanen“ erhalten hatte, von dem Großvater des jetzigen Besitzers erstmals erweitert und in den folgenden Jahren zu einer neuzeitlichen Pension umgebaut, die mit ihren gemütlichen Lokalitäten, Cafe mit Konditorei, Saal sowie den herrlichen Gartenanlagen im Mittelpunkt des Reichelsheimer Fremdenverkehrs steht, (tm)
Wer den schmucken „Gasthof zum Schwanen“ heute besucht, vermutet hinter ihm keineswegs die uralte Tradition des Hauses. Foto: Volk
Selbstmord in Nieder-Ramstadt
Vor wenigen Tagen machte der Invalide G. Jöckel in Nieder-Ramstadt seinem Leben durch Erhängen in seiner Küche ein Ende. Er litt bereits seit längerer Zeit unter seelischen Depressionen und hatte schon öfters die Absicht geäußert, sich das Leben zu nehmen. DT
Motorrad gegen Maner
Auf der Fahrt von Langen durch Egelsbach verlor der Kradfahrer Ferdinand Mokry in der Ostendstraße die Gewalt über sein Motorrad in einer Kurve, geriet ins Schleudern und prallte gegen eine Hauswand. Er mußte in schwerverletztem Zustand in das Krankenhaus eingeliefert werden. An dem Motorrad entstand erheblicher Sachschaden. DT
Ein Programm von Format
Zirkus Heppenheimer in Höchst
Schon die Ankunft des Sonderzuges mit den schmucken, weißen Wagen am Bahnhof war eine Sensation für die Höchster Jugend. Dementsprechend war auch der Besuch der drei Veranstaltungen. Höhepunkte waren die Hohe Schule, geritten von Paulando, die Vorführung der prachtvollen Araberhengste durch George und die Massendressur mit acht Pferden von Direktor Heppenheimer. Originell und einmalig die Vorführung des dressierten Wunderschweins.,August“, bekannt durch den Film „Zirkus Renz“. Sehr gut gefiel auch Jumbo, der junge Elefant.
Eine elastisch-gymnastische Höchstleistung boten „Sibylla und Sabina“. Die „5 Sylvests“, Deutschlands beste Luftnummer der Gegenwart, zeigten ihre atemberaubenden Künste unter der Zirkuskuppel. Wer kräftig lachen wollte, kam ebenfalls zu seinem Recht; dafür sorgten die Clowns, voran der Zwergaugust „William“.
Alles in allem: Zirkus Heppenheimer, der seine Gastspielreise über Groß-Umstadt, Ober-Ramstadt nach Darmstadt fortsetzt, bietet beste Zirkuskunst — er hält, was er verspricht. (hk)
750 Jahre Nieder-Ramstadt
Samstag, den 29. Juli:
20.30 Uhr im Kinos a a 1: Festkonzert der Sängervereinigung Nieder-Ramstadt unter Mitwirkung von Opernsängerin Lotte Leist-Veite, Opernsänger Heinrich Blasel, am Flügel Herbert Görner, dem Männer- und Knabenchor unter Leitung von Studienrat A. Born.
Sonntag, den 30. Juli:
9.00 Uhr Schützenhof und Turnhalle : Tischtennis-Turnier. Teilnehmende Vereine: Ernsthofen, Bessungen, Münster, Nieder-Ramstadt.
10.30 Uhr Schulhof: Platzkonzert der Festkapelle.
11.00 Uhr Schulhof: Festakt zur Eröffnung der Ausstellung mit Ansprache von Bürgermeister Keil.
15.00 Uhr Kinosaal: Mannschaftskämpfe im Ringen Nackenheim gegen Nieder-Ramstadt.
Montag, den 31. Juli:
17.00 Uhr bei Pullmann: Tagung der Vorstände der Gewerbevereine und Mitglieder der Industrie- und Handelskammer. Es sprechen Dr. Hüfner, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer und der Präsident der Handwerkskammer, Gisbert.
Zwischen Falken, Elstern und Füchsen
Ein Gang durch den Bensheimer Zoo
Mancher Leser wird wohl etwas skeptisch sein, wenn er hört, daß eine Stadt Wie Bensheim einen Zoo besitzt. Doch wir wollen ihn gerne eines Besseren belehren. denn wir haben uns diesen Zoo cvamal genau besehen und uns darin alles erklären und zeigen lassen.
Freilich besitzt der Bensheimer Tiergarten keine Löwen, Tiger. Elefanten und Kamele. Bis jetzt enthält er nur die Tiere, die in unseren Gegenden heimisch sind. Hier kann sie der Besuchei- in Ruhe einmal aus der Nähe besehen, weil er sie draußen in der Natur nur selten oder gar nicht zu Gesicht bekommt. In sauberen Zwingern und Käfigen, die von Grünanlagen und Blumenbeeten umgeben sind, sind sie untergebracht — die Schleiereulen, Sumpfeulen, Waldohreulen: der Steinkauz und der Waldkauz — verschiedene Bussarde. Sperber, Falken, Elstern; ein roter Milan. Krähen, Tauben und allerlei Kleinvögel, zahme Wildschweine, 2 Rehpaare, Jungfüchse, ein altes Fuchspaar, ein Dachspaar, verschiedene Schildkröten u.a.m.
In Glaskästen werden weiße Mäuse und Ratten zu Futterzwecken für die Eulen gezüchtet, in zwei Aquarien befinden sich Fische, und in einem großen Bottich ringeln sich zwei Nattern, In der Mitte des einen großen Zwingers wird gegenwärtig gerade ein Teich für Wasservögel angelegt, zwei Schildkröten sonnen sich hier, und in einem Verschlag drüben schläft ejn Hamster in sanfter Ruhe.
Herr Kraft, der diesen Zoo seit Oktober vorigen Jahres aufgebaut hat und auch noch immer weiter auszubauen beabsichtigt. bekommt seine Schützlinge meist, solange sie noch ganz klein sind. So gewöhnen sie sich leichter an ihre neue Lebensweise und ihre Umgebung. Als alter geübter Waidmann fängt er sich seine Tiere meist selbst. Manche werden auch gekauft oder eingetauscht. In einem verschlossenen Kasten sind zwei junge Falken, die für die Jagd abgerichtet werden sollen: sie sind so zutraulich, daß sie ihrem Herrn, wenn sie einmal herausgelassen werden, auf Schritt und Tritt folgen und sich ihm auf Kopf und Schultern setzen.
In einem dunklen Gang dringt ein Rauschen und Brausen wie von einer Windmaschine an unser Ohr. Herr Kraft öffnet einen Kasten und zeigt uns drei ganz kleine, flaumige Schleiereulen, die dieses Geräusch bei Gefahr von sich geben, um andere Tiere abzüschrecken.
Der Zoo soll in nächster Zeit noch allerlei Zuwachs bekommen. Außer Waschbären und verschiedenen ausländischen Zier- und Singvögeln will Herr Kraft sogar Affen für seinen Tiergarten anschaffen. Er hängt mit ganzem Herzen an seinen Schützlingen, und wenn er auch an manchen Tagen sogar noch Geld drauflegen muß — denn das Futter ist teuer — so entschädigt ihn doch immer wieder die Zutraulichkeit der Tiere zu ihrem Herrn für manchen Aerger und manche Sorge.
So gibt es auch hier, wie überall im Leben, Freud und Leid. Regen und Sonnenschein, aber Herr Kraft ist sehr zuversichtlich — schließlich muß jeder Tiergarten erst einmal aufgebaut werden, und auch der* Bensheimer Zoo wird es schon schaffen. (HB)
Die Kugel ging ins Bein
Am Mittwoch fanden in Mörlenbach halbwüchsige Jungen beim Aufbau des Zeltlagers der katholischen Jugend auf dem „Tannenbuckel“ in der Erde eingegrabene Munition und ein verrostetes Kleinkalibergewehr. Als sie die Munition durch Aufschlagen zur Explosion brachten, ging dem Jungen Werner Klein eine Kugel in das rechte Bein, die im Oberschenkel stecken blieb. Der Junge wurde in ärztliche Behandlung gebracht, wo das Geschoß entfernt wurde.
Auf geparkten Lastzug gefahren
In der Nacht zum Samstag fuhr ein aus Richtung Mannheim kommender Lastzug auf einen neben der Tankstelle an der Autobahn nach Darmstadt geparkten Lastzug auf. An dem Motorwagen des zweiten Lastzuges und dem Anhänger des geparkten entstand erheblicher Sachschaden. Der Beifahrer des auffahrenden Fahrzeugs wurde bei dem Zusammenprall leicht verletzt. DT
Mit dem Pkw eingeklemmt
Am Donnerstagmorgen, gegen 11 Uhr, befuhr der Kraftfahrer Walter Linsler mit einem Personenwagen die Leeheimer Straße in Geinsheim. In der Nähe des Rathauses kam mit einem Lastzug Heinrich Rödner aus einer Seitenstraße und bog in die Leeheimer Straße ein. Dabei wurde der an der Straßenkreuzung haltende Pkw eingeklemmt. Leichter Sachschaden. DT
Lastzug rannte auf Pkw
In der Nacht zum Freitag stellte der Kaufmann Alfred Garbuzinski aus Wiesbaden seinen Personenwagen auf einem Parkplatz neben der Tankstelle bei Lorsch an der Autobahn ab, schaltete das Licht aus und schlief in dem Wagen. Ein aus Köln stammender Lastzug wollte gegen Mitternacht an der gleichen Stelle parken und fuhr auf den Pkw auf. Es entstand Sachschaden an beiden Fahrzeugen. dt
Gemeindebazar in Seeheim
Auf Grund eines Gutachtens des Bausachverständigen im Seeheimer Kirchenvorstand sind bedeutende Ausbesserungsarbeiten an Kirche und kirchlichen Gebäuden, vor allem Dachreparaturen, notwendig geworden, zu denen die derzeitigen Mittel der Gemeinde nicht ausreichen. Man entschloß sich daher, einen Gemeinde - Bazar durchzuführen, für den sich neben dem eigens dafür bestimmten Ausschuß des Kirchenvorstandes besonders die evangelische Frauenhilfe einsetzte. Kleidungsstücke, Haushalts- und Kunstgegenstände wurden freigebig gespendet. Der Erfolg übertraf alle Erwartungen, worüber jetzt der Gemeinde ausführlich Bericht erstattet wurde. Ein kleinerer Restbestand unverkaufter Gegenstände soll an Weihnachten nochmals der Gemeinde zum Kauf angeboten werden.
Frohe Kinderfahrt zum Rhein
90 Kinder aus Kiel und West-Berlin, die im Waldzeltlager des Kreises Groß-Gerau einquartiert sind, hatten Gelegenheit, auf Kosten des Kreises, den Rhein kennenzulemen. Unter Leitung von Inspektor Hoffmann wurden sie in zwei Omnibussen morgens aus Groß-Gerau über Wiesbaden, Schlangenbad und Eltville nach dem Loreleyfelsen gebracht, den sie bei strahlender Sonne erstiegen. Zur Rückfahrt wurde auf die andere Rheinseite nach St. Goar übergesetzt. Ueber Niederheimbach, wo der Märchenwald besichtigt wurde, und Bingen ging es nach Hause. In Ingelheim waren die Kinder nochmals gesellig zusammen. Auch Landrat Rath weilte unter ihnen, (eng)
Ueber 3500 Besucher an einem Tag
Ein Prunlstück des Gerauer Landes
DT-Besuch im im Groß-Gerauer Schwimmbad / „Wasserknechte“ fördern das köstliche Naß aus der Erde
Seit seiner Eröffnung im Jahre 1937 ist das Groß-Gerauer Schwimmbad eine der meist besuchten Stätten des Kreises Groß-Gerau. Jung und alt, arm und reich, dick und dünn, alles bewegt sich hier in dem fröhlichen Schwimmbadtrubel und freut sich der Sonne und des herrlich klaren Wassers. Wenigen aber der 50 000 bis 100 000 Menschen, die hier jährlich Freude und Erholung finden, ist bekannt, daß eine derartige Einrichtung eine Unmenge Planungsarbeiten und technischer Maßnahmen bedarf.
So ließ dfe Stadtverwaltung beispielsweise für diese Saison das Bad renovieren; annähernd 20 000 DM mußten hierfür ausgegeben werden. Im letzten Jahr erforderte das Bad 7000 DM an Zuschüssen. Die Personalkosten für die Badesaison belaufen sich allein auf 6000 D-Mark. Das Personal aber hat oft alle Hände voll zu tun und Bademeister Jäger muß für alles ein wachsames Auge haben.
Mancher wird staunen, wenn er hört, daß das Schwimmbad auch einen Maschinenmeister beschäftigt. Aber noch mehr wird er erstaunt sein, wenn ihm Maschinenmeister Aller im Eingangsgebäude die Kellertür öffnet und er dort unten ein vollständiges kleines Wasserwerk erblickt. Zwei „W ass er - knechte“ und eine Reservepumpe sind hier eingebaut, um das Wasser aus der Erde zu holen; wie Maschinenmeister Aller sagt, ist er nur ganz selten einmal gezwungen, Wasser vom Gerauer Gruppenwasserwerk zu beziehen. Sobald der Druck in den Wasserspeichern unter zwei Atmosphären gesunken ist, springt der eine (notfalls auch der andere) der beiden „Wasserknechte“ automatisch an.
In dem Maschinenhaus gibt es eine verwirrende Fülle von Röhren und Meßuhren. Ein- bis zweimal täglich werden die 3000 Kubikmeter Wasser des großen Schwimmbeckens in drei dicken Rohren hochgezogen und über drei Kiesfilter geleitet, in denen der Schmutz hängen bleibt. Ein besonderer Motor hat die Aufgabe, die Filter mit Luftdruck zu reinigen; jnit einer Wasserspülung wird dann der Schmutz weggeleitet, und die Filter sind wieder gebrauchsfertig. Andere Anlagen sorgen für die regelmäßige Zuführung von desinfizierenden Chemikalien.
Zahlreiche Gäste des In- und Auslandes haben diese Anlage schon besichtigt und bewundert. Kürzlich weilte beispielsweise ein Türke auf Besuch in Groß-Gerau; denn in Konstantinopel Will man ebenfalls ein Bad nach modernsten Erfahrungen einrichten.
Daß die Beliebtheit des Gerauer Schwimmbades ständig im Wachsen ist, beweisen die Rekordbesuchszahlen der letzten Wochen. So wurden z. B. am Fronleichnamstag über 3500 Besucher gezählt. Wie Bademeister Jäger sagte, kommen auch in zunehmendem Maße Besucher aus Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden in das Gerauer Schwimmbad. Sie alle haben die Schönheit und moderne Einrichtung dieses Bades erkannt. Was mit ein Grund sein dürfte, sich vielleicht morgen schon selbst davon zu überzeugen . . . (Cg)
Blick in das große Becken des Schwimmbads Foto: Suchy
Meldungen aus den Landkreisen
Darmstadt-Land
Jugenheim. Die Bürgermeisterei weist darauf hin, daß das Abholen von Benzinmarken durch einen Beauftragten des Fahrzeughalters künftig nur noch mit einer Vollmacht geschehen kann. — Die Auszahlung der Angestellten-, Invaliden- und KB.-Renten erfolgt Dienstag, 1. August, von 8.30 bis 12 Uhr, in der Zahlstelle der AOK. Jugenheim. (hl)
Bickenbach. Morgen findet von 10 bis 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses die Werbe-Ausstellung „Das eigene Heim“ statt. Ein Sachbearbeiter der Oeffentlichen Bausparkasse Hessen gibt Interessenten Rat für die Finanzierung und Anregung für die Gestaltung des Heims. Eintritt frei. (hl)
Alsbacß. Der Odenwaldklub unternimmt Sonntag, 13. August, eine „Fahrt ins Blaue“. Näheres wird noch bekanntgegeben. — Die Bürgermeisterei gibt bekannt: Künftig können Benzinmarken nur dann ausgegeben werden, wenn bei Verhinderung des Fahrzeughalters der Beauftragte eine Vollmacht vorlegen kann. (hl)
Ober-Ramstadt. Der zur Zeit bestehende „Sängerkrieg“ konnte noch nicht beigelegt werden. In einer erneuten Verhandlung am Landgericht Darmstadt lehnte die Sängervereinigung 1871 (SKG) einen Vergleichsvorschlag der „Concordia“ ab. — Mit 7 Omnibussen unternahm das MIAG-Werk einen Betriebsausflug ins Wispertal.
Bickenbach. Die hiesige Ortsgruppe der Kriegsbeschädigten sowie der Gesangverein „Liederkranz“ und die Spielschar 1946 laden ihre Mitglieder und deren Angehörige für den 6. August zu einer gemeinsamen Rheinfahrt nach Rüdesheim ein.
Bickenbach. Die Oeffentliche Bausparkasse (Abteilung der heSs. Landesbank-Girozentrale) veranstaltet am nächsten Sonntag von 10 bis 18 Uhr im hiesigen Rathaus eine Ausstellung unter dem Motto „Das eigene Heim“.
Pfungstadt. Am Mittwochabend fand im Mühlbergheim ein Filmabend des Ortsjugendaussähusses statt. Außer einer Monatsschau wurden die Filme „Enträtselte Technik“. „Toscanini“ und „Lincoln Tunnel“ gezeigt. — Die Vorarbeiten zum 25jährigen Jubiläum des Zuchtviehmarktes sind in den einzelnen Ausschüssen in vollem Gange. Die hiesige Handwerkerschaft plant mit diesem Fest eine Ausstellung zu verbinden.
Dieburg
Reinheim. Bürgermeister Marx wird bei der Mitgliederversammlung" der SPD-Ortsgruppe Reinheim am 4. August, 20 Uhr, im „Volkshaus“ einen Vortrag über die politische Lage halten. (RG)
Habitsheim. Da mit dem Wiederauffinden der dritten noch fehlenden Glocke der evangelischen Kirche nicht mehr zu rechnen ist, wurde von Wagnermeister Jakob Gerbig, Klingerweg, das Läutewerk wieder in Ordnung gebracht. Die gesamte Gemeinde begrüßt diese Wiederinstandsetzung.
Erbach
Nieder-Kainsbach. Die Kuh eTrsas hiesigen Bauern, durch ein ausgeschütteltes Tuch scheu geworden, stürzte samt Fuhrmann und Wagen in die Kainsbach, (gi)
Neustadt. Die Jugendherberge „Burg Breuberg“ verzeichnete im letzten Monat nahezu 2000 Uebernachtungen. (hm)
Wald-Amorbach. Die Kultur- und Sportgemeinde machte eine Omnibusfahrt durch das schöne Taubertal bis Rothenburg. Auf der Rückfahrt wurde der Erbacher Wiesenmarkt besucht, (hm)
Hainstadt. Am 1. August kommt auf dem Rathaus die KB-Rente zur Auszahlung. (hm)
Bergstraße
Seeheim. Mit dem Hauptgottesdienst am Sonntag ist eine Gedenkfeier für Joh. Sebastian Bach unter Mitwirkung des Kirchenchores verbunden. Da sich an den Gottesdienst das Abendmahl anschließt, findet der Kindergottesdienst bereits um 9 Uhr statt. eb.
Mörlenbach. — Der hiesige Ortsverein der Arbeitetwohlfahrt veranstaltet am kommenden Wochenende auf dem Sportplatz ein Sommerfest zugunsten des gemeindlichen Unterstützungsfonds. Der Gesangverein „Einheit“ wird mit einem umfangreichen Programm zur Ausgestaltung beitragen. — Vierzehn Mitglieder der katholischen Jugendgruppe reisten am Montag nach Rom zu einer Pilgerfahrt ab. deren Leitung Rektor Sie b - chen (Mainz) übernommen hat. (—r)
Birkenau. Unbekannte Täter haben wiederholt versucht, die Umformerstation in Reisen zu beschädigen. Der dabei angerichtete Schaden und die Gefahr für eine reibungslose Stromversorgung sind sehr bedenklich. Für die Namhaftmachung der Täter wurden jetzt 50 DM Belohnung ausgesetzt. (-r)
Langenthal. Im Ulfenbachtal richtete die GYA Nordbaden jetzt ein Ferienlager für weibliche Jugendliche im Alter von 10 bis 25 Jahren ein. Das Lager soll sechs Wochen bestehen bleiben. Die Unkosten wurden mit 10 Mark pro Woche — einschließlich Hin- und Rückfahrt — sehr niedrig gehalten. -r.
Groß-Gerau
Groß-Gerau. Im Cafe Menne veranstalten die Jungdemokraten des Kreises Groß - Gerau heute einen Diskussionsabend. Die Referate „Wir und der Korea-Krieg“, „Segelflug“ und „Freiwilliger Arbeitsdienst“ bilden die Grundlage der Aussprache. (eng)
Kelsterbach: Mehrere junge Leute bewarfen an der Brücke ir der Frankfurter Straße durchfährende Züge mit Steinen. Dabei wurde ein Lokomotivführer verletzt. Nach den Uebeltätern wird noch . gefahndet. (aU)
Büttelborn. In der letzten Gemeindevertretersitzung erläuterte Bürgermeister Führer den Entwurf des Vertrages, der zwischen der Gemeinde und der Südhessischen Gas- und Wasser AG Darmstadt, zur Versorgung für Büttelborn zum Abschluß gebracht werden soll Nach Erledigung einiger Rückfragen soll der Vertrag in Kürze unterzeichnet werden. Kb
Königstädten. Der Verein der Körperbeschädigten unternahm am Sonntag mit über 200 Teilnehmern eine „Mondscheinfahrt“ mit dem Passagierdampfer „Olympia“ von Mainz bis Bacharach. Mit humoristischen Darbietungen der Unterhaltungskapelle Schick, Rüsselsheim, und manchem guten Tropfen wurde die Nachtfahrt auf dem Rhein ein Erlebnis, das die Teilnehmer nicht so schnell vergessen werden. (Kb) — Am kommenden Dienstag hat Bürgermeister Schäfer zu einer Gemeinderatssitzung eingeladen. Als einziger Punkt steht die Verabschiedung des Haushaltsplanes 1950 auf der Tagesordnung. au
Astheim: Die Interessengemeinschaft der Heimatvertriebenen hat jetzt auch in der hiesigen Gemeinde einen Ortsverband gegründet, der die Belange der Flüchtlinge wahren soll. Can)
Unsere Heimat
Drinnerum un drumerum
Es is net zu saache, wie aam heit deß Geld dorch die Finger rutsche dhut. Alle Gebodd krick ich vun meum Lißbedd zuheern wie alles so deier weer. Was kann ich dodezu, ich kann aach net diefer, wie in meun Hosesack greife. Ich seh’s jo selwert, daß deß Haushaltungsgeld net reiche kann, awwer ich bin doch bloß en penzjoniede Beamde un hab nur meu fest Debbedadche. Ja, wenn ich was zu verkaafe hett, do kennt ich als uffschlache. Es gibt Geschäftsleit, die greine die ganz Woch, die hawwe so ihr Last, daß se sunndachs vun dem ganze Kram nix sehe und heern wolle. Vor lauter Sorje hogge se sich in ihr ganz nei Audo und verdiene sich uff die Art die needige Steierkerzung. Die misse jo uffschlaache. Manchmol iwwer Nacht. Do waaß mer werklich net, wo die als so rasch die nei un deierer Waar herhawwe. Des sin so die aane. Die annern hawwe ihrn Schaff, ausem Keller rauszukumme, wo se heit noch kampieren, und wisse sich miesehlich ihr Geschäft backsteuweis uffbau.
Deß Uffschlaache geheert heit zum Geschäft wie’s Klebbern zum Handwerk. Schun wie’s bloß durchgesiggerd is, daß vielleicht de Brotbreis in die Heh geh dhet, war glei die Worscht un’s Flaasch e paar Fennig deierer.
Deß Hie und Her wäjem Brot, is de beste Beweis, daß bei unserer Reschierung jeder mache und babbele kann, wie’s em grad eufelt. Wann so en Minister en Eufall hot, glei werd’s an die groß Glock gehengd, ohne daß er sich erst emol mit seune Kollesche geaanigt hot, wie die’s gern mache dhete. Die Vorsichtische wolle nix geennert hawwe, en annere maant, mer mißt de Breis erhehe, widder en annere will’s Gewicht erunner setze un en ganz besunnere Denker will deß Brot widder zu eme Leibwehgebäck mache, von dem mer doch grad genuch gehatt hatte.
Soll mer sich do wunnern, daß die Bäcker garnet wisse, was se eichentlich mache derfe? Jedenfalls sin se glei emol mit cm Breis in die Heh gange. Es soll sogar Bücker gäwwe hawwe, die alle drei Vorschlääk uff aamol a’gewendt hawwe, um jo kaan Fehler zu mache. Beweise kann ich deß net, awwer es werd schun was dro seu, sekt mer als.
Kaan Deiwel steert sich dodro, wann’s haaßt, Breisdreiwerei dhet beschdroft wern, Wann ich mer die heitiche Breise bedrachde dhu, ganz worscht, in was for en Lade ich eneu gugg, werr ich deß Gefiehl net lös, als wann die Geschäftsleit die scheene runde Brdrääch net vergesse kennte, die wo se vor de Währungsreform als for ihr Sache krickt hawwe un alsemol beim Kalgeliern die aide Rechnunge denewe leije hette. Daß ich net so u’recht hab, deß kenne se feststelle, wann se net glei im erste beste Lade ihr Geld uff de Disch leje un erst emol in e par Lade erumschnuffele. Do kenne se ihr blaue Wunner erläwwe, wie do die Breise ausenanner gehn. Ich hab vor e par Daach e Hochzeitsgeschenk kaafe misse, do is mer for deß selwe Schdigg viermol en annere Bedraach abverlangt worn un dodebei wor de aane dobbeld so hoch, wie de billischste. Wo sin do eichentlich die Menner, die wo vum Volk fors Volk gewehlt worn sin? Wann mir klaane Leid net rechne gelernt hette, gings uns grad so, wie dene in Bonn un mir dhete aach dauernd unsern Vora’schlaach iwwern Haufe werfe. Awwer deß is schun immer so gewäse, wann mer in seu eiche Dasch greife muß, sin die A’schleek lang net so dick, als wann mer die annern melke kann.
Was maane se, wie ich meun Last mit meune Lißbedd hatt, wie all die Leit Zugger un'Fett mässe weis haamgeschlaaft hawwe un ich hab mich uff nix eugelosse. In aam hot mer jo meu Fraa doch laad gedah. Sie wisse jo, Hockerei mit de annern Weiwer im Haus leid ich net un dodewäje hot se neilich erst die waaschgekochte Johannesbiern ins Säggelsche gedhan un is erst dann wäje Zugger hordisch fortgelaafe, wie de Saft schun am Dorchdrobse wor.
Nadierlich hot se kann krickt. Un jetzt deß Gejammer: Andon, de Schillee geht mer kabudd, wann ich kaan Zugger hab! Do hett ich aach nix dro mache kenne, awwer ich hatt Gligg. Ich war grad beim Krotze-Heuner und do hab ich meun Herz emol lüft gemacht. Do sekt der: „Nor mit de Ruh, Anton, ich hab grad gestern en Zentner krickt, weil Du’s bist, geb ich der zehe Pund ab. Er kost bloß e par Fennich mehr. Sowas geht mer jo gäje de Schdrich, awwer weil ich an meu außer sich Fraa gedenggt hab, könnt ich net naa saache. Un sie hot sich gefraat, wie ich haamkumme bin, bloß hatt se a klaa bißje feichte Aage, wie ich gesacht hab, deß weer gleichzeitig ihr Gebortsdaachsgeschengg.
Deß Hamstern hab ich der verflucht, ich mach do net mit. Die Hinkelsen in de Mansadd, die hot sich Geld gebumbt un Gott waaß was alles zusammegdraache. Die muß in ihrer Wohnung en Dorchenanner hawwe, wie in Korea. Die hot sogar Fußboddewix un Schdärienkerze haufeweis gekaaft. Deß is halt e bleed Hinkel. Un deß Knorzeis ihr Alst hot sich e ganz Dutzend Biestehalder hiegeleggt. Do mecht ich nor wisse, fer wieviel Johr die lange solle.
Ich glaab net, daß ich eich en Rat gäwwe mißt, ihr werd schun lengst dehaam hawwe, was eich grad eugefalle is. Hoffentlich geht eich nix kabudd. Deß winscht eich newerm e scheene Sunndaach eiern Anton Berzel
Siehatten die weißesten Wecke zwischen Rhein und Main
Aus der 750 jährigen Geschichte Nieder-Ramstadts / Handwerkerfleiß in acht Jahrhunderten begründet den Wohlstand der Gemeinde
Nieder-Ramstadt, eine der ältesten Gemeinden der Umgebung Darmstadts, feiert in diesen Tagen ihr 750 jähriges Bestehen. Wie sie entstand, wie sie sich entwickelte, und was sie heute für ihre Bewohner und für alle Menschen der engeren Heimat des Odenwaldes bedeutet, berichtet für unsere Leser der Direktor der Inneren Mission, Pfarrer Dr. Dr. Röhricht.
Schon zur Römerzeit befand sich an der Stelle des Modautals, wo heute Nieder-Ramstadt liegt, eine Siedlung eines gewissen „Raban“. Nach ihm ist der Ort genannt. Früh schon sind seine Bewohner mit dem Christentum in Berührung gekommen. Die Siedlung lag innerhalb des Pfahlgrabens, der die Grenze des Römischen Reiches kennzeichnete. Römische Soldaten kamen häufig durch das Gebiet. Da unter ihnen bestimmt auch Christen gewesen sind, die sich unterschiedslos als Sendboten ihres Herrn und Heilandes fühlten, so wird durch sie die erste Nachricht von Christus auch in unsere Gegend gekommen sein.
Zur Zeit der Völkerwanderung gingen diese Anfänge zugrunde und das alte Heidentum siegte wieder. Im 7. Jahrhundert kamen dann von Schottland und Irland her Mönche, die dem Christentum aufs neue Bahn brachen, und die vielleicht von Würzburg her, wo der Mönch Kilian wirkte, auch in den Odenwald gekommen sind. Damals wurde wohl auch eine kleine Kapelle auf der Anhöhe über der Modau gebaut, an demselben Platz, an dem vorher ein heidnisches Heiligtum stand und jetzt noch die evangelische Kirche steht. Dieses erste Gotteshaus haben wir uns sehr einfach, aus Holz gebaut, vorzustellen.
Ueber den, ersten Jahrhunderten dieser Siedlung liegt tiefes Dunkel. Ein Dorf hat sich entwickelt. Am Bach sind Hofraiten erbaut, eng aneinander gedrängt nach fränkischer Art. Zwei Brücken verbinden die Häuser auf beiden Seiten. An Stelle der alten Holzkapelle wurde eine steinerne Kirche erbaut, wahrscheinlich bald nach dem Jahr 1400, in gotischem Stil, mit schönen spitzbogigen Fenstern. Von dieser ältesten Kirche steht heute noch der schöne Chor mit dem Bild der heiligen Margarete, der Schutzheiligen der Kirche.
Neben der Kirche befand sich das Rathaus, gegenüber ein Wirtshaus mit weit heraushängendem Schild. Um das Dorf her zog sich eine weite bebaute Flur. Bachauf und bachab sehen wir zahlreiche klappernde Mühlen und schwer beladen ziehen die Müllerwagen durchs Tal.
Nieder-Ramstadt hat sich zum Mailer- und Bäckerdorf entwickelt. Seine Müller kaufen weither das Getreide, um es zu vermahlen, und die Bäcker fahren ihi e Wecken weit fort auf die Märkte, bis hin nach Frankfurt, Mainz und Bingen. Ja, im Schmalkaldischen Krieg versorgt die Nieder-Ramstädter Bäckerzunft das kaiserliche Heer vor Frankfurt, im Oktober 1552 die Truppen, mit denen Kaiser Karl V. Metz belagerte. Dieser Ruhm Nieder-Ramstadts kam daher, daß dort „von undenklichen Zeiten her das Weißeste Spelzenmehl zwischen Rhein und Main gemacht und die besten weißesten Wecke gebacken wurden.
Anschaulich zeigt ein Bild der am Sonntag zu eröffnenden Ausstellung im Nieder-Ramstädter Schulhaus, wie im Mittelalter Bäcker und Müller ihre Waren zur Stadt bringen, beschützt von bewaffneten Söldnern. Um das Jahr 1600 befanden sich sechzehn Mühlen im Dorf und vierzig Bäcker sorgten bis nach Straßburg hin dafür, daß allerlei Geld ins Dorf kam. Stolz führt Nieder-Ramstadt als Wappenzeichen einen Spitzweck, eine Bretzel und eine Müllerhaue.
Inzwischen hat sich im geistigen Leben eine große Wandlung vollzogen. Die Reformation wurde zur Zeit des Landgrafen Philipp des Großmütigen in der Grafschaft Katzenelinbogen eingeführt, auch in Nieder-Ramstadt mit Zustimmung der ganzen Gemeinde. Der erste evangelische Pfarrer war Lorenz Mootz, der 34 Jahre hier gestanden hat.
Die erste Schule wurde 1582 gegründet, nachdem schon vorher Pfarrer Cancer im Pfarrhaus Schule gehalten hatte. Ein Schulhaus wurde gebaut und in der Person von Wendel Ulmer der erste Lehrer angestellt, der zugleich Gerichts- und Bürgermeistereischreiber war. <
Die evangelische Gemeinde in diesem aufblühenden Ort fand, daß ihre Kirche zu klein sei. So wurde sie vergrößert, indem die Südwand abgebrochen und einige Meter weiter hinausgerückt und auch die Nordwand in geringerer Stärke neu erbaut wurde. Das schöne gotische Deckengewölbe wurde dem Geschmack der Zeit entsprechend durch eine gerade Decke ersetzt.
Bald aber kam großes Unheil über die Gemeinde. Ein weiteres Bild auf der Ausstellung führt uns in die Zeit des 30jährigen Krieges. Landsknechte und Kriegsvolk ziehen durch die Gegend, rauben und morden. Brennende Städte und Dörfer lassen sie hinter sich zurück. Im Jahr 1636 wurde, nachdem es schon vorher viel Not kennengelernt hatte, das Dorf bis auf den Grund zerstört. Die Bewohner flohen in der Mehrheit nach Darmstadt, wo viele der Pest erlagen. Bei der kleinen Zahl der Zurückgebliebenen hielt Pfarrer Johann Heinrich Vietor aus, der in dem ältesten noch erhaltenen Kirchenbuch eine kurze Beschreibung der Zustände uns hinterlassen hat. Noch 1658 hat Nieder-Ramstadt nur 27 männliche Einwohner. Die Aecker sind verwüstet, der Wald bis zum Ort wild gewachsen, Wölfe treiben sich darin herum und gefährden die Menschen. Allmählich fanden die früheren Bewohner wieder zurück, neue siedelten sich an, die Bäcker- und Metzgerzunft richtete sich wieder ein und der Handel begann aufs neue zu blühen. Kurz nach dem Krieg siedelte sich der Oberamtmann Otto Volmai- von Bernshofen hier an und erbaute ein größeres Haus, im Volksmund „Schloß“ genannt, das heutige „Schneidershaus“.
Die Neuzeit ist gekennzeichnet durch die industrielle Entwicklung. Aus kleinen Dörfern werden ansehnliche Gemeinwesen. Neue Verkehrswege werden angelegt. Das wichtigste Ereignis für die Gemeinde im vorigen Jahrhundert war doch wohl der Bau der Eisenbahnlinie, die von Darmstadt in den Odenwald fährt. Im Sommer 1859 wurde mit dem Abtragen der Erde und Felsen begonnen. 12 Monate lang wurden Arbeiter beschäftigt. Am 27. Dezember 1870 wurde die Bahn dem Verkehr übergeben, der zunächst nur bis Ober-Ramstadt ging. Das, was Nieder-Ramstadt in diesem Jahrhundert in ganz Hessen und darüber hinaus bekannt gemacht hat, sind die Nieder-Ramstädter Anstalten der Inneren Mission. Nach jahrelangen Vorbereitungen wurde im Jahr 1898 von Freunden der Inneren Mission die Gründung einer Anstalt für Epileptische beschlossen. Zunächst wurden Räume für 35 epileptische Kinder geschaffen. Durch eine Haussammlung und viele weitere Spenden wurde das Geld zum Bau aufgebracht, der am 17. Oktober 1900 in Nieder-Ramstadt eingeweiht werden konnte. Bald war die Anstalt besetzt und nach l'/i Jahren mußte ein Erweiterungsbau durchgeführt werden. Da ein Hauptheilfaktor bei der Pflege der Epileptischen die Arbeit, besonders die Betätigung in der Landwirtschaft ist, war der Vorstand darauf bedacht, einen landwirtschaftlichen Betrieb einzurichten und immer mehr zu erweitern. 1909 wurde ein zweites Anstaltsgebäude, das Männerhaus, eingeweiht, später wurde neben allerlei kleineren Gebäulichkeiten noch ein großes Pflegehaus errichtet.
Der Anstalt für Epileptische war seit 1910 ein Krüppelheim und seit 1927 ein Krüppellehrlingsheim angegliedert. Letzteres dient heute als Altersheim. Das Krüppelheim wurde von dem nationalsozialistischen Kommissai- geschlossen, der im Dritten Reich, nachdem der rechtmäßige Vorstand abgesetzt worden war, die Anstalten leitete.
Nachdem die Stadt Darmstadt 1944 zum großen Teil zerstört worden war, fanden viele ausgebombte Darmstädter in Nieder-Ramstadt eine Zuflucht. Auch die Zentrale der Inneren Mission wurde, zweimal ausgebombt, nach Nieder-Ramstadt verlegt. Hier ist noch heute, bis eine Rückverlegung nach Darmstadt möglich wird, der Sitz des Verbandes, der alle Anstalten und Einrichtungen der Inneren Mission im früheren Großherzogtum Hessen umfaßt. Ein Raum der Ausstellung im Nieder-Ramstädter Schulhaus, der die Arbeit der Kirche zeigt, wird auch eine Uebersicht geben über diese weitverzweigte Liebesarbeit der evan¬ gelischen Kirche.
Vom Wingertsberg, der durch den Steinbrüch seinen verwunschen anmutenden tiefen See bekofninen hat, geht der Blick über Nieder-Ramstadt hinaus zu den bewaldeten Ingeln, dem ansteigenden Odenwald^ FofoY Bmtcm
Schullehrer, Orgelbauer und Schnitzer
Sieben Jahrhunderte bauten an Jugenheims Bergkirche
Nach der Kirchenchronik, den Forschungen des Pfarrers Wehs ar g und dem von Prälat D. Dr. Diehl herausgegebenen Baubuch für die evangelischen Pfarreien wurde die Jugenheimer Kirche 1263 von Konrad von Bickenbach erbaut. Von ihr steht nur noch der untere Teil des 1575 erhöhten Turmes und der vordere Teil der nördlichen Hälfte des Schiffes.
In den Jahren 1749 bis 1751 wurde der erste größere Umbau vorgenommen, währenddessen der Gottesdienst im Rathaus gehalten wurde. 1752 baute der Jugenheimer Schullehrer Philipp Oberndorfer die neue Orgel. Er war auch ein Künstler im Schnitzen. Das zeigt die schöne Kanzel. Eine Stiftung des Pianisten Max Pauer ermöglichte es 1888, daß vom Zwingenberger Orgelbauer Rothermel eine neue, die dritte Orgel gebaut wurde.
Der zweite Umbau geschah in den Jahren 1855/56. Damals wurden die ältesten Teile der Kirche, Chor und Sakristei, abgebrochen, das Langhaus verlängert und ein neues, kleineres Chor angebaut, auf dessen einer Seite sich ein Fürstenstuhl und auf dessen anderer Seite sich die Sakristei befand. Die Kirche erhielt damals sechs Doppelfenster im Langhaus und drei farbige im Chor. Durch Stiftungen der Herren Müller-Hickler, von Schweitzer, Bürgermeister Loos und des Beigeordneten Rindfuß wurden 1902 die farbigen Fenster durch gemalte ersetzt. 1906 stiftete Herr von Schweitzer wiederum drei gemalte Fenster. Bei der Instandsetzung 1855/56 wurden auch neue Kirchenstühle angefertigt und die Orgel über den Eingang versetzt. Die Kosten des Umbaues (3712 Gulden) wurden zum überwiegenden Teil vom Prinzen Alexander von Hessen bezahlt.
Die letzte größere Reparatur der Bergkirche wurde 1886 mit einem Kostenaufwand von 7000 Mark, die von dem Prinzen Alexander von Hessen gestiftet wurden, ausgeführt. Der Chor wurde ausgemalt und mit einem Terazzoboden versehen. Des Darmstädter Bildhauers Eckhardts hölzernes Kruzifix, das an der westlichen Seitenwand im Schiff der Kirche hing, fand einen neuen Platz im Triumphbogen des Chors. Damals wurde die Kirche mit einer neuen, ganz in Holz gearbeiteten Decke versehen. Außerdem erhielt sie schmiedeeiserne Lampen und Kronleuchter. Erwähnenswert ist noch der 1869 vom Prinzen Alexander von Hessen zur Konfirmation seiner Tochter, Prinzessin Marie von Battenberg, gestiftete Taufstein aus schwarzem Marmor. 1872 schenkte der Ehrenbürger von Jugenheim, Konzertmeister Ernst Pauer (London), der Kirchengemeinde den Betrag von 700 Gulden zum Ankauf einer neuen Kirchenuhr.
1934/35 erhielt die Kirche einen neuen Innen- und Außenanstrich, elektrisches Licht und eine neue Heizung eingebaut. Zwei neue Glocken wurden angeschafft, die aber 1942 dem Kriege zum Opfer fielen. Ein Festtag für Jugenheim war es, als am 24. Juli 1949 die von der Glockengießerei Rincker gegossenen zwei neuen Glocken geweiht wurden und sie mit der alten Glocke im Dur-Dreiklang As-C-Es ihre Stimme erklingen ließen. (hl.)
Ein neues Buch der Heimat
Erst vor wenigen Wochen wurde von der Stadt Reinheim ein neues Heimatbuch herausgegeben, das sich mit der Geschichte der Stadt und ihrer Umgebung befaßte. Damals konnte man mit Genugtuung feststellen, daß sich Herausgeber und Autoren auf einem Wege befanden, der zu dem führen muß, was heute so dringend notwendig ist: Die Wiedererweckung des Heimatgedankens und der Liebe zur Heimat.
Wenn nun die Gemeinde Nieder-Ramstadt zu ihrer 750-Jahrfeier gleichfalls ein Heimatbüchlein herausgibt, das sich nicht nur würdig an die Seite des oben erwähnten stellt, sondern darüber hinaus in seiner Gestaltung noch manches andere erwähnt und berücksichtigt, was für die Menschen unserer Heimat wissenswert ist, so kann man das Erscheinen dieses neuen Buches nur mit ganzem Herzn begrüßen.
Auch dieses Werk stellt eine Gemeinschaftsarbeit dar, die unter O. Schäfer die „Arbeitsgemeinschaft Heimat b u ch“ als wirkende Kräfte sieht. Bei Verwendung der Arbeiten Dr. phil. W. L. Friedrichs und mannigfacher Urkunden, unter Heranziehung geschichtlicher Quellen und bereits erschienener Veröffentlichungen und der Mitarbeit bekannter Heimatforscher unter der Regie von Lehrer Jakob Ohl bringt das Buch eine klare Übersicht und einen systematischen Querschnitt durch die Geschichte der Gemeinde. Eine Zeittafel faßt alle belegbaren geschichtlichen Daten zusammen und ermöglicht somit einen kurzgefaßten Blick in die Zeit zwischen gestern und heute, der die zahlreichen Beiträge des Buches ausführlicher gerecht werden. Mehrere Fotos lockern den Text angenehm auf. Nicht unerwähnt bleiben darf die Wiedergabe eines Aquarells von Schilbach, das den Platz vor der Kirche im Jahre 1820 zeigt. Mit seinem Mundartgedicht „Bell-Ramscht“ leistet Jean Heppenheimer einen Beitrag köstlichen Humors.
Die im Anhang beigefügten Karten, unter denen, besonders neben den Übersichtsblättern der Frühgeschichte und der Zeit des Mittelalters, eine mit Liebe ausgeführte Wanderkarte mit 13 Wandervorschlägen in die Umgebung besonders wertvoll ist, gibt dem Buch eine Vervollkommnung, wie sie nicht besser sein könnte.
Es wäre zu wünschen, daß recht viele nach diesem Heimatbüchlein greifen würden, um sich darin nicht nur ein Bild über unsere Heimat zu machen, sondern zu erkennen, daß es lohnt, mehl’ zu wissen, als man bisher schon wußte. Man sollte es lesen, — und dann zu d e n Büchern stellen, die man als seine wertvollsten betrachtet. -öde-
Der Sport
Haupttag des Odenwälder Rennvereins
Nachdem kleinen sportlichen Vorspiel am vergangenen Montag wird» am morgigen Sonntag die an der Festwiese gelegene Bahn zum zweiten Male ihre zahlreichen Freunde empfangen, und wenn die äußeren Bedingungen einigermaßen entsprechen, sollte die Sonntagsvezanstaltung ein schöner Erfolg werden, zumal genügend Pferde aus allen Teilen Deutschlands zur Stelle sind. Mit einem größeren Aufgebot greift das pfälzische Gestüt Palatia in die Ereignisse ein. Das reichste Rennen des Nachmittags ist der mit 1800 DM bedachte Preis der Stadt Erbach. Zu den Zugnummern der Veranstaltung zählt auch alljährlich das den Amateuren vorbehaltene Graf-Eberhard-Erinncrungs-Jagdrennen über 3200 m sowie das über 2000 m führende Halbblutrennen, das ebenfalls den Herrenreitern reserviert ist. Das Landwirtschaftsrennen für Warmblutpferde wird seine Anziehungskraft auf die ländliche Bevölkerung ausüben, da in dem Rennen Pferde aus der näheren Umgebung an dem Start erscheinen werden. Insgesamt kommen fünf Vollblutrennen, ein Halbblutflachrennen und Warmblutrennen zur Durchführung.
Verschiedene in Hessen gezogene Pferde haben sich bereits am Montag in einigen Prüfungen versucht, von denen besonders Bubi, Prinz, Uschi und Lilli Proben guten Könnens abgaben. Zwischen diesen Pferden sollte auch wieder das Ende liegen.
Im darauffolgenden 2. Odenwald-Flachrennen (1600 m) kommt eine ziemlich gemischte Gesellschaft zusammen. Von den Teilnehmern, die in letzter Zeit sich bemerkbar machten, sei besonders C h r a - nichstein zu nennen, der kürzlich siegreich war. Lothar, der im Vorjahr recht achtbar lief, scheint sich wieder gefunden zu haben. Taci tu s lief nach einer Unterbrechung am Montag nicht unübel. Etwas galoppieren können auch Ballade, Krakeler und Ilona. Vielleicht setzen sich hier die Vertreter des Stalles Palatia durch, von denen Rhodos das gegebene Pferd sein soll. Chranichstein, Lothar und Tacitus sollten die nächsten Plätze besetzen.
Zu einer neuerlichen Begegnung wird es wieder im Preis vom Eulbacher Markt zwischen Frauenjäger, Boheme und Friosa kommen. Frauenjäger, der auf der Flachen noch sieglos ist und am Montag im Hürdenrennen seine Maidenschaft ablegen konnte, kann in dieser Prüfung zu einem weiteren Erfolge kommen. Ulf war in Flachrennen siegreich. Da die Stute auch gut springt, könnte sie ebenfalls einen weiteren Sieg erringen. Ihre Stallgefährtin Sag ill a wird sich ebenfalls tapfer schlagen. Zwischen Ulf, Frauenjäger, Sagitta und Boheme wird das Ende liegen.
Einige nützliche Galoppierer stellen sich im Preis der Stadt Erbach vor. Morgentau hat eine gute Gesamtform auf beiden Gebieten aufzuweisen. Der Hengst liebt längere Wege. Ebenfalls ihre passende Strecke findet die Vorjahrssiegerin Colombina vor. Jupiter, der 1949 an den Kurs scheiterte, hat seine diesjährigen Rennen zwischen den Flaggen gewonnen. In seine beiden letzten Rennen endete er auf den zweiten Plätzen. Der Schimmel ist gut auf dem Posten. Der Friedrichsdorfer Züchter Münch läßt hier nur Mignon starten, der aber für einen Sieg weniger in Frage kommt. Eher könnte sich Edelbitter bemerkbar machen. Falls Morgentau hier startet, sollte er der Sieger sein. Jupiter und Colombina erwarten wir auf den Plätzen.
Im Graf-Eberhard- Erinnerungs-Jagdrennen über 3200 m findet man wieder Morgentau vor, der hier ebenfalls die besten Aussichten hat. Nach vorjährigen Leistungen hätte auch Indianer eine Chance, wenn er nur einigermaßen im Schuß ist. Sansibar liebt kleine Bahnen, auch Marietta dürfte nicht übersehen werden. Wir halten zu Morgentau, falls der Hengst dieses Engagement wahrnimmt. In seiner Abwesenheit sollte Indianer mit Sansibar und Marietta ■ schon fertig werden.
Den Preis vom Mümlingtal, der einzige Ausgleich des Tages, müßte nach bisherigen Leistungen M e s i n o gewin - nen können. Die Stute lief mehrmals nach vorn, ohne daß es zum Siege reichte. Orpheus hat als Dreijähriger viel Blei zu tragen, so daß wir Colombina vorziehen. Landherr wird das Halbblut ehrenvoll vertreten. Überraschen könnte Sagitta. Mesino vor Colombina und Landherr wäre unsere Meinung.
Zum Schluß noch ein Amateurreiten. In dem Halbblut - Flachrennen kann Tristan zu einem weiteren Erfolge kommen. Am Montag hatte er hauptsächlich mit D i a n a zu tun, die ihre erste Niederlage einstecken mußte. Diesmal muß sich Tristian mit Germania und Imker, zwei Vertretern des Westfälischen Stalles Schütz, abgeben, die die gefährlichsten Gegner sind. Fei sa 1 und Fliegende sollten durch ihr Montag-Laufen gefördert sein. Ob beide Pferde die Schimmelstute Diana schlagen können, wird sich zeigen. Somit halten wir zu den Vertretern des Stalles Schütz vor Tristan und Diana.
Unsere Vorhersagen: 1. Preis v. St. Georg: Prinz—Bubi—Uschi; 2. Odenwald-Flachrennen: Stall Palatia —Cranichstein—Lothar; 3. Preis vom Eulbacher Markt: Stall Palatia—Frauenjäger —Boheme; 4. Preis der Stadt Erbach: Morgentau—Jupiter—Colombia; 5. Graf-Eberhard-Erinnerungs-Jagdrennen : Morgentau—Indianer—Sansibar; 6. Preis vom Mümlingtal: Mesino—Colombina —Landherr; 7. Preis von Hessen: Stall Schütz— Tristan—Diana. -B-
Pullmann-Reisewagen für edle Pferde Der riesige silberglänzende „Maingold-Expreß" einer Frankfurter Transportfirma, die nichts anderes macht, als Rennpferde von ihren Heimatställen oder Trainingsquartieren zu allen Rennplätzen Deutschlands und wieder zurück zu fahren, war in den letzten Tagen ständig in Erbach zu sehen. Der zehn Meter lange Motorwagen bietet neben allen notwendigen Geräten Raum für sechs Pferde, die durch gepolsterte Zwischenwände voneinander getrennt sind, so daß sie sich nicht schlagen oder sonstwie verletzen können. Zusammen mit einem gleichgroßen Anhänger kann der Zug jeweils 15 Tiere befördern. Durch die Omnibusfederung der Wagen können hohe Geschwindigkeiten gefahren werden. Auf dem Bild werden gerade die Pferde des Ludwigshafener Gestüts „Palatia“ entladen. Anschließend fuhr der „Maingold-Expreß" nach München, um die Renner des bekannten Champions Unterholzner zu holen, unter denen sich der kürzlich dreimal siegreich gewesene hervoragende Stepler „Jupiter" befindet. Bis heute hat der Wagen rund 40 edelste Rennpferde zum Vollblutrennen des Wiesenmarktes nach Erbach gebracht. ~ch
TEC in Mannheim und Frankfurt
Die erste Herren- und Damenmannschaft des TEC fährt am Sonntag nach Mannheim zum Freundschaftsspiel gegen den dortigen TC. Die Darmstädter fahren mit den Herren Kleinlogel, Sigwart, Pfundtner, Wittich, Hahn, Haselbach und den Damen Wettlaufer, Kleinlogel, Geiß und Rockstroh.
Die zweite Mannschaft des TEC fährt nach Frankfurt, um gegen die erste Mannschaft des TC Frankfurt 1880 die — abgesehen von dem gegen Offenbach abgebrochenen Spiel — für Darmstadt letzte Begegnung in der Zwischenrunde Hessen-Süd auszutragen. Die Darmstädter werden in der Besetzung Schüler, Karcher, Fürst, Hilsdorf, Haendschke und Polster antreten. Durch Karcher, der sich im Seniorenturnier'1 des TEC gegen Fürst siegreich behaupten konnte, erfährt die zweite Mannschaft eine wesentliche Verstärkung, so daß behauptet werden kann, daß sie mit ihrer zur Zeit besten Aufstellung nach Frankfurt fährt.
Siegreiche Nachwuchsmannschaft
Die Nachwuchsmannschaft des T. E. C. siegte in Kronberg mit 11:7. Wittmann unterlag dem Hessischen Ranglisten-Vierten Wilhelm 5:7, 2:6, 2:6. Niddas, Weinert und Schöpf konnten sich in 2 Sätzen behaupten, während Müller und Wittich sich von Zapf und Deul geschlagen bekennen mußten. Wittmann/Müller und Schöpf/Wittich verloren nach schönen Kämpfen ihre Doppelspiele, wogegen Nicklas/Weinert in 3 Sätzen gewannen. Diesen Rückstand holten die Mädels wieder auf. Frl. Kaffenberger, Vierheller und Jayme gewannen glatt, nur Frl. Geiß mußte sich anstrengen, um zum Erfolg zu kommen. Frl. Vierheller /Kaffenberger konnten auch ihr Doppel gewinnen.
Gestern siegte die Nachwuchsmannschaft des T. E. C. auf eigenen Plätzen gegen S. C. Forsthausstraße Frankfurt mit 6:1.
Baran-Falk am Dienstag in Darmstadt
Rollschuh-Meisterklasse beim RSC
In der Reihe der Großveranstaltungen hat der RSC am Dienstagabend, 20.15 Uhr, auf seiner Bahn hinterm Orpheum nochmals ein Programm zusammengestellt, das alle bisherigen Veranstaltungen noch übertrifft.
Baran/Falk, erste Anwärter für den demnächst zu vergebenden Meistertitel im Paarlauf bei den Weltmeisterschaften, stellen sich vor. Die mehrfachen deutschen Roll- und Schlittschuhmeister, die in London bei den Europameisterschaften den 1. Platz im Paarlauf belegen konnten, sind in Darmstadt auf Grund ihrer im Vorjahr gezeigten Leistungen noch in bester Erinnerung. Ihr großartiger Stil verkörpert die meisterlichen Leistungen. Sie werden zusammen mit dem Ex-Europameister, Karl Waldeck, Trio-Tänze zeigen. Dieses Dreigestirn bildet ein erstklassiges Programm, das seinesgleichen in Deutschland sucht.
Im Rahmenprogramm werden u. a. die Läuferinnen und Läufer des RSC, die bei den Hessischen Meisterschaften hervorragend abschneiden konnnten, nochmals ihr Können unter Beweis stellen, -eri-
RC Langen beim TSG
Der Wettergott meint es in dieser Saison mit den Rollhockeyspielern nicht sehr gut. Nachdem das Treffen TSG gegen RSC Darmstadt vor einigen Wochen wegen des Regens nicht durchgeführt werden konnte, mußte das für den 22. Juli angesetzte Punktspiel der TSG gegen den Rollsportclub Langen ebenfalls verlegt werden. Es steigt nun am Sonntag um 17 Uhr auf der Bahn am Woog, wenn es Petrus nicht wieder einfallen sollte, einen Strich durch das Programm zu machen. Beide, Mannschaften werden in ihrer stärksten Aufstellung antreten.
Vorher spielen die 2. Mannschaften beider Vereine, ebenfalls um Punkte.
In den Pausen zeigen die Kunstläufer und -läuferinnen der TSG ihre Kür, die sie letzten Sonntag bei den Hessischen Meisterschaften liefen. Auch Inge Reimann, die den 3. Platz in der Meisterklasse einnimmt, wird starten.
Tabellenstand der Rollhockey-Punktspiele:
Wir weisen nochmals auf das am Sonntag, 8 Uhr, stattfindende Anfängerrennen, genannt M,Der erste Schritt“, hin, für das sich alle 1932 bis 1936 geborenen jugendlichen Radfahrer melden können, soweit sie noch an keinem öffentlichen Rennen teilgenommen haben. Die Jahrgänge 1932 bis 1934 fahren über eine Strecke von 50 km, die Jahrgänge 1935 und 1936 30 km. Start und Ziel ist Schloß Kranichstein. Meldungen können noch bis heute, 13 Uhr, bei Willi Weber, Darmstadt, Robert-Schneider-Straße 23, abgegeben werden.
Die Mannschaft des hessischen Juniormeisters mit Nester, Seifert usw. beteiligt sich am Rundstreckenrennen in Wiesbaden. Friedel Weber fährt bei den deutschen Bahnmeisterschaften in Dudenhofen mit, und die Kunstfahrer des VCD werden bei den Hessenmeisterschaften in Krofdorf bei Gießen an den Start gehen.
Mit einem Sommernachtsfest begeht der Kraftsportvereinl9lo Darmstadt heute abend im Heilig Kreuz sein 40jähriges Jubiläum.
| TSG Darmstadt I | 4 | 2 | 2 0 | 20:7 | 6:2 |
| TSG Darmstadt II | 5 | 3 | 0 2 | 16:19 | 6:4 |
| RSC Darmstadt I | 4 | 2 | 1 1 | 27:8 | 5:3 |
| RC Langen II | 4 | 2 | 1 1 | 18:9 | 5:3 |
| RSC Darmstadt Ib | 3 | 1 | 1 1 | 8:6 | 3:3 |
| RC Langen I | 3 | 1 | 1 1 | 6:6 | 3:3 |
| RSC Darmstadt II | 5 | 0 | 0 5 | 5:42 | 0:10 |
| z- |
Ein Tag der Meisterschaften
Der deutsche Sport am Wochenende
B> G. — In die hochsommerlichen Tage fallen auch die Meisterschaftskämpfe aller Sports, die nicht zur engeren Gruppe der „Rasenspiele“ zählen. Im August steht dann ein Höhepunkt neben dem anderen, aber schon der letzte .Tulisonntag bildet eine Brücke zum Monat der großen Entscheidungen. Auf seinem Programm findet man Deutsche Meisterschaften im Radfahren, Kanusport, im Schwergewicht der Berufsboxer, die Meisterschaften der deutschen Hochschulen in fünf Sportarten sowie noch die Jugend-Meisterschaften der Leichtathleten.
Die Studenten finden sich am Samstag und Sonntag in Berlin zu den Endspielen im Fußball, Handball und Hockey, zu einem Wasserball-Turnier sowie zu den Titelkämpfen in der Leichtathletik und im Schwimmen zusammen. Da eine größere Zahl namhafter Könner im deutschen Sport Studenten sind, darf man von den Berliner Wettbewerben Interessantes erwarten.
Einen großen Täg hat der Radsport. Die Steher und Berufsflieger bestreiten in Wuppertal ihre Deutschen Meisterschaften, während die Amateure ihre Titelkämpfe in Speyer-Dudenhofen austragen. Für alle Wettbewerbe kann man leicht Favoriten aufzählen, beispielsweise den Bochumer Lohmann für die Meisterschaft der Dauerfahrer, aber gerade im Radsport bilden bekanntlich Favoritensiege durchaus nicht die Norm.
Nach den Menschenverlusten im Krieg und nach anderen Rückschlägen blickt man in allen Sportarten besorgt nach dem
Nachwuchs aus. In der Leichtathletik ist er heuer erfreulich stark aufgetreten. Das soll sich am Wochenende „ach noch einmal in Landau bei den Jugend - Meisterschaften der Leichtathletik zeigen. Prüfungskämpfe in Hamburg und Bremen, die Württembergischen Mehrkampfmeisterschaften und ein starkbesetztes Meeting in Hagen runden am Sonntag vor den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften das Programm dieses Sports ab. Im Schwimmen wird die Reihe der Landesmeisterschaften in Groß-Gerau (für Hessen) und Marklewitz (für Bayern) fortgesetzt. In Travemünde kämpft man um düe Deutsche Meeres-Meisterschaft. Bocholt sieht einVorschlußrunden-Turnier zur Deutschen Wasserball-Meisterschaft. Zwei Deutsche Meisterschaften hat der Berufsboxsport ausgeschrieben. In der Berliner W aidbühne sollHeintenHoff nach der Ansicht mancher Experten seine „Mannheimer Form“ notwendig haben müssen, um über seinen Herausforderer Wilson Kohlbrecher siegen zu können. In Hannover kämpfen Schämig und Limbach um die Deutsche Bantamgewichts-Meisterschaft.
Weitere Veranstaltungen am Wochenende: Internationale Tenni s - Turniere in München und Krefeld; Ruder regatten in Offenibach und Dortmund; Deutsche Kanumeisterschaften in Hannover; Start der Deutschland-Riege in Bad Kreuznach und Köln; Internationale Bodensee-Segelwoche; Galopprennen in Köln, Hannover, München-Riem und Bad Kreuznach.
Es sehlt etwas...
Der Himmel und die Luft an den Sonntagnachmittagen sind so still. In der Stadt trotten nur ein paar Fußgänger durch den Schattenschlag der Straßen; auf dem Lande gackern die Hühner durch die Arbeitsruhe der Gassenwinkel. Irgendwo fern bimmelt ein Eiswägelchen.
Zuweilen macht ein Regenschauer den Sonntagsfrieden unwirsch. Während unser Schläfchen im Duft des Kaffees sein Ende findet, bleibt doch in allen Ecken eine mürrische Langweiligkeit sitzen, die sich einfach nicht vertreiben läßt. Auch das Radio kann da nicht helfen. Ein „Bunter Nachmittag“ bringt ein paar bärtige Witze, und die ganze Skala hinauf und hinab kann man erproben, was findige Intendanten auf die musikalische Speisekarte des Sonntagnachmittags gesetzt haben. Ihre Ideenfreudigkeit reicht bis zum Sinfoniekonzert.
Aber eines fehlt! Es fehlt in unserem Dasein und deshalb auch im Rundfunk: das Tosen und die überschäumende Lebensfülle der Fußball-Stadien, die aufgeregte Mitteilsamkeit der Sportberichter, die prickelnde Atmosphäre einer würzigen Überraschung in der lauen Stille.
Die Fußballplätze haben Ferien; die Sportberichter und der Rundfunk eigentlich auch. Es ist schon viel, wenn irgendwo ein spannendes Rennen gefahren oder eine Staffel der Leichtathleten gelaufen wird. Aber der Fußball, der die Massen in Bewegung setzt, hat eine Pause eingelegt. Daher die stille Langweiligkeit der Städte und Dörfer. Daher keine Vorschaudebatten um die Tipergebnisse. Daher ein Gähnen durch den ganzen Sonntagnachmittag.
Ohne Zweifel hat der Fußball seine Ferien wohl verdient. Jetzt, da die Tribünen schweigen, empfinden wir, wie sehr er in unser Leben gehört. Nicht nur, weil sein brausendes Erregen unsere Sonntagsstille würzt und das Totospiel nebenbei den Einsatz lohnen kann, sondern weil wir es auch nötig und verdient haben, unsere Sinne auf friedliche Kampfentscheidungen richten "zu dürfen, anstatt mit schiefgelegtem Kopf dem fernöstlichen Bumsen lauschen zu müssen. Wie schön ist die wirblige Welt, wenn es nur um Tore geht!
Aber der Fußball kommt wieder; getrost, die längste Zeit hat seine Pause gewährt. Wenn dann aus den Wirtshausgesprächen der Zeitgenossen am Sonntagnachmittag vor lauter Eins-zu- null-Erregung die strategische Panzerdebatte verschwindet, wird es uns nur recht sein, und wir werden dann bestimmt nicht schreiben: Es fehlt etwas ... G. H.
Das „Mörderauto“
S. Mailand. (Eigener Bericht) In den Klagen Bartalis über die schlechte Behandlung der italienischen Rennfahrer bei der „Tour de France“ spielt neben den Vorfällen auf der Etappe nach St. Gaudens eine schwarze Limousine, von Bartali „Das Mörderauto“ genannt, eine entscheidende Rolle. Bartali und seine Kameraden haben jetzt der italienischen Presse Einzelheiten über diesen Vorfall berichtet. Danach überholte beim Aufstieg auf den „Col d'aspin“ eine große schwarze Limousine den Italiener. Das Auto bremste dann plötzlich ab und seine Insassen forderten Bartali durch „höfliche Gesten" auf, vorbeizufahren. Der Italiener dankte und versuchte auch, an dem Wagen vorbeizukommen. In diesem Augenblick gab der Wagenfahrer jedoch Gas und drückte Bartali dermaßen an den Straßenrand, daß der Italiener um ein Haar in den Abgrund gestürzt wäre. Bartali sagt, er sei nur wie ein Wunder an dem „Mörderauto“ vorbeigekommen, und er habe dann laut dem gerade ankommenden Franzosen Bobet zugerufen: „Louis, bleib1 bei mir, ich habe Angst vor diesen Menschen.“ Bis zum Schluß des Rennens seien dann er und Bobet, der sich sehr kameradschaftlich erwiesen habe, zusammengeblieben.
Zwei Nordafrikaner
Jt. Paris. (Eigener Bericht.) Auch auf der 14. Etappe der „Tour de France“, die über 222 Kilometer von Nimes nach Toulon führte, gelang zwei Nordafrikanern ein Ausreißversuch. Custodios du Reis siegte in 6:49.54 Std. vor seinem Landsmann Marcel Celasco. Im Gesamtklassement führt weiterhin der Schweizer Ferdinand Kübler, der nach dem Ausscheiden der Italiener der Favorit des Rennens geworden ist.
Pfungstadts Faustballer in Merscheid
Heute fährt die erste Faustballmannschaft des TSV zum Internationalen Turnier nach Merscheid ohne Kramer mit Köblei, Becker, Geibel, Heppert und Busch. Sie wird sich mächtig anstrengen müssen, wenn sie wie im Vorjahr ins Endspiel kommen will. Stehen doch 16 starke Mannschaften In der Meisterklasse, die um den Siegeslorbeer streiten. Es sind: Merscheid (Deutscher Meister 1949), Linz (Oesterr. Bundesmeister 1950), Kelkheim (schlug auf dem Pfungstädter Turnier Linz), „Friesen“ Wuppertal (vierzehnmal Landesmeister), Tgde Benrath (hat schon Merscheid und Pfungstadt geschlagen)!, Tbd Wülfrath, Elberfelder Tgde, Tkr Duissern, Tgde Dortmund, „Jahn" Kierspe, Germania Müngersdorf, TV 1847 Rheydt, „Jahn“ Essen, Rb Wuppertal, SC Duisburg und Pfungstadt.
Die spielstarke Pfungstädter Jugendmannschaft, der diesjährige Landesjugendmeister, mußte leider die Teilnahme an dem gleichzeitig stattfindenden Jugendturnier wegen Beteiligung am Kreisturnfest in Eschollbrücken absagen.
Die Linzer Faustballfreunde werden auf der Rückfahrt in Pfungstadt Station machen, und es besteht die Möglichkeit, daß den Faustballanhängern ein paar gute Spiele Linz gegen Pfungstadt am Montag- oder Dienstagabend geboten werden können.
Das für den 17. September vorgesehene DFB-Länderpokal-Vorrundenspiel Rheinland—Südwest wurde nach Montabaur angesetzt.
Bis zum ersten Oberligaspiel am 20. August im Hochschulstadion wird die Fußballmanschaft des SV 98 Darmstadt folgende Freundschaftsspiele austragen:
am 2. August in Gießen gegen Vfß Gießen,
am 6. August in Darmstadt gegen Stuttgarter Kickers,
am 12. August in Darmstadt gegen Phönix Karlsruhe
und am 13. August in Darmstadt gegen Preußen Dellbrück.
Auch Arheilgen erprobt seine „Neuen“
Am morgigen Sonntag um 10 Uhr spielt am Arheilger Mühlchen eine A- gegen eine B-Mannschaft als Aufgalopp zu den kommenden Spielen. Der größte Teil der neuen Spieler wird dabei mitwirken und Gelegenheit bieten, sich von der kommenden Formation der SGA ein Bild zu machen. Es wird nur ein geringer Eintrittspreis erhoben.
Mit den mehrfachen süddeutschen Meistern Müller, Gerstenschläger, Thyen und Bauer ist der DSW 12 Darmstadt bei den bis zum 31. Juli auf dem Maschsee bei Hannover stattfindenden deutschen Kanu-Meisterschaften und Ländervergleichskämpfen gut vertreten.
Wie uns der FC Darmstadt mitteilt, fällt der für Sonntag auf dem Heilig Kreuz angesetzte Städtekampf der Fechter von Darmstadt und Wiesbaden aus.
Wohin zum Wochenende?
Samstag, den 29. 7.: 17.30 Uhr, Woogswiese, Fußball-Uebungsspiel SV 98 gegen Reserve; 16.00 Uhr, Stadion-Vorfeld, Handball AH-Turnier; 20.45 Uhr, Ringen Artheilgen—Sprendlingen.
Sonntag, den 30. 7.: 8.00 Uhr, Schloß Kranichstein, Radrennen „Der erste Schritt“; 10.00 Uhr, Arheilgen, Fußball-Uebungsspiel SG Arheilgen—Reserve; 15.00 Uhr, Hochschulstadion, Handball-Entscheidungsspiel des AH-Turniers; 16.15 Uhr, Hochschulstadion, Handball SV 98—TV Hochelheim; 17.00 Uhr, Bahn am Woog, Rollhockey TSG—RC Langen.
Zwei von den „Neuen", die man am Samstag beim Trainingsspiel der Oberligaelf des SV 98 gegen eine verstärkte Mannschaft der Reserve besonders kritisch unter die Lupe nehmen wird. Sie gehören zu den Stürmern, die in den Spielen gegen Vfß Stuttgart, SpVgg Fürth, VfR Mannheim usw. die Tore schießen sollen. Links Albert Thalheimer (früher SG Arheilgen), der bereits im Spiel gegen Wormatia Worms die Farben der „Lilien“ trug und recht gut gefallen konnte. Rechts Gert Becker, der schußgewaltige Stürmer aus Idar-Oberstein, der den gegnerischen Torhütern ebenfalls das Leben sauer machen wird.
* V ® Ab Montag wird zweifellos die ganze Stadt, die ganze Umgebung auf den Beinen fßwFffflk sein, um sich von den ungeheuren Leistungen unseres Hauses im diesjährigen SOMMER-SCHLUSS-VERKAUF mJHKMHHI zu überzeugen: Schon ein Blick in die Schaufenster läßt darauf schließen, daß die \ niedrigen Preise und die überaus reichliche Auswahl in Textilwaren und Bekleidung riesige Scharen Kauflustiger anziehen werden. Auch Sie werden dabei sein, bei unserern großartigen Sommer-Schluß-Verkauf. ’wSWHu "jknihd^päk Dos TetfithoGs^rfi Hetzen DärmstadVs.dos Kaufhaus für oWe!
Die große Überraschung für alle „DT”-Leser ! Am 1. August beginnt das große FILM- FORUM des DJ Das Film-Forum will Sie in das Wunderland des Films ein führen und Sie vertraut machen mit dem Werden und Wirken großer Künstler und Künstlerinnen. Sie selbst sollen sich ein Urteil über Künstler und Film bilden und in einer Abstimmung im Rahmen dieses Film-Forums mitwirken. Als Anerkennung für Ihre Mitarbeit sind Prämien ausgesetzt, und am Schluß der Aktion wird Ihnen eine Chance geboten, auf die mancher von Ihnen ein Leben lang gewartet hat... Das Film-Forum bringt im einzelnen: 1. ... Geldbarprämien im Gesamtwert von 500,— DM. 2. ... ein Film-Lexikon für jeden DF-Leser. In laufender Abdruckfolge bringen wir Bilder und Plaudereien über unsere beliebten großen Filmdarsteiler, Anekdoten, Erlebnisse, interessante Ereignisse aus ihrem Leben, ihrem Werdegang, ihrer künstlerischen Laufbahn, zum Ausschneiden und Sammeln ... 3. ... die Möglichkeit zur kritischen Mitarbeit: In einer Abstimmung sollen die Leser des DT am Schluß des Film-Forums feststellen, welcher deutsche Filmdarsteller und welcher deutsche Film ihnen am besten gefiel! 4. .. . eine große Prämienverteilung, in der Fotos von Filmlieblingen mit Original-Autogrammen, Sammelmappen für das Film-Forum, Besudle in Aufnahmeateliers, Kinofreikarten und ähnliches ausgesetzt sind! 5. ... einen Leser-Wettbewerb zur Entdeckung neuer Filmgesichter! Ein von dem DT eingesetztes Kuratorium wählt aus den einzusendenden Fotos der Teilnehmer des Film-Forums die zur Probeaufnahme bei einer Filmgesellschaft geeigneten Bewerber aus und organisiert die Probeaufnahme! Wer kann sich am Film-Forum beteiligen? Jeder, der das Film-Forum des DT aufmerksam liest und die Fragen, die in einem am Schluß der Serie abgedruckten Fragebogen gestellt sind, beantwortet. Die Beantwortung dieser Fragen und die Einsendung an das DT ist die Voraussetzung für die Teilnahme an a) der Abstimmung über Filmschauspieler und Filme; b) der Verteilung der ausgesetzten Prämien; c) dem Wettbewerb zur Auffindung neuer Filmgesichter. Was muß man tun, um an diesem Film-Forum teilzunehmen? Die „Film-Forum-Ecke“ in dem DT lesen; sich ganz in das Leben und Denken unserer beliebten Filmdarsteller versenken; sich noch einmal alle großen deutschen Filme in der Erinnerung vor Augen stellen und sie werten; die einzelnen Folgen des Film-Forums ausschneiden und aufheben und zuletzt die Fragen des Abstimmungsscheines beantworten und einsenden. Die Teilnehmer an dem Wettbewerb zur Auffindung neuer Filmgesichter müssen lediglich ein gutes Foto einsenden. Nähere Angaben hierüber werden während der Laufzeit des DT-Film-Forums bekanntgegeben. Wie werden die Prämien verteilt? Nach Abschluß des Film-Forums veröffentliehen wir das Muster eines Abstimmungsscheines, in den jeder Teilnehmer sein Urteil über die besten deutschen Filmschauspieler und den besten deutschen Film einträgt. Diese Scheine müssen bis zu einem Termin, den wir dann noch bekanntgegeben, an den Verlag des Darmstädter Lagblatts eingesandt werden. Nach Einsendeschluß tritt ein Preisgericht zusammen und stellt das Abstimmungsergebnis fest, das alsdann von dem DT veröffentlicht wird. Zugleich wird die Verlosung der Prämien unter den Teilnehmern des Film-Forums unter Aufsicht eines Notars vorgenommen. Die Entscheidung des Preisgerichts ist unanfechtbar, der T eilnehmer am Film-Forum unterwirft sich durch seine Teilnahme den Bedingungen. Und nun auf zum DT-Film-Forum! Danaftöbter Tagblatt
l/lalA&zu Putz-, Rabitz- und Malerarbeiten werden ausgeführf von H. und J. WEBER, NACHFOLGER Baudekoration-Darmstadt, Bleichsfrafje 40, Telefon 25 06 Jxnße j^häft und vipieut, Anstxdchmittel ^ntpfMen:
QUALITÄTS- MARKEN- LACKE Farben und sämtlichen An strich-Bedarf liefert preiswert Darmstadt-Eber Stadt FARBEN, LACKE, PINSEL liefert preiswert SCHWANEN-DROGERIE Ernst Bernhard, Da.-Arheilgen Darmstädter Straße 15, 3 Minuten v. d. Endstation Lin. 7 u. 8. Tel. 2704 Löwen-Drogerie Thomas Brücher Darmstadt-Arheilgen Friedrich - Ebert - Platz 4
WbeihSetljM Farben, Lacke und Pinsel Telefon 163 Jugenheim Foto-Drogerie STRAUB Ludwfgshbhstraße 1, Telafon 32 24 ®KARL KRÖCKEL Bessunger Straße 41
Lacke und Farben KARL LUTZ Seestr. 4 - Tel. 29 25
Garantiezeichen JM r/AK für altbewährte ff Lacke und Lackfarben r^) W'r fabrizieren von Grund auf *■ q '! in modern eingerichteter Schmelze | mit Reibemaschinen neuester Konstruktion. x V H /\\\^^^ I 'T’ |s ESp Er r~ . ,1 n m! rA 8 'kU* jk/P/ k) lllllV^zV^ - rp • i OW^Wf/ "^W* •• ■n■ jj |JW& Durch unser Betriebslaboratorium Thill I ^/ihl - C^k>— wird die Produktion laufend kontrolliert. \I|H Ijjfry> In unserem Forschungslaboraforium werden ständig Q M IIP neue hochqualifizierte Anstrichmittel für spezielle Zwecke entwickelt. _
rfumnnnruwinnnnnnnnnnnnnnnn cfaeßo S ? Das altbekannte, 1861 gegr. Fachgeschäft hält * s ^aißen 5 pinsel auf Lager in der seit C C je geführten Güte, zu billigsten Preisen 3 * Fernspredier Nr. 2500 GEBR.VIERHELLER | inniiniUUWVmnn/innnnnnnnnnn/WWUW
rarben^Lacke ui IncdLenGc^vnen, Farben-^ Jachmann Bleichstraße 47 TELEFON 28 88 IPD^STTENI' FARBENHAUS Das preisgünstige Fachgeschäft Spezialitäten: Herbol-Lacke, Idovernol DARMSTADT Kasinostraße 31 Joh. Stenger, Viktoria-Drogerie FARBEN - LACKE - PINSEL Darmstadt, Heinhelmerstraße 16 Telefon 30 94 Drogerie Georg Liebig & Co., Nacht. Inh. Georg Menger — Darmstadt Luisenstraße 4 und Kahlertstraße 18 . Tel. 33 62 | Christian Schwinn Farben - Lacke - Pinsel Mal er bedarf DARMSTADT Rheinstr. 8 u. Landwehrstr. 2 Telefon 36 00 Hubertus-Drog. Lennartz Inh. R. Hildebrand u. Chr. Zeschky DARMSTADT — MühlstraOe 2
Farben, Lacke u. Pinsel Spitzen-Erzeugnisse der deutschen Lack-Industrie Niederlassg.: Jugenheim Telefon 163 Jugenheim Drogerie Erich Fassin Farben - Lacke - Pinsel Jugenheim a. d. B. MÜLLER Pallaswiesenstraße 37 / , Farben Lacke Pinsel Tapeten HEINRICH KRUGER am Schloßgartenplatz bedient Sie nach wie vor preiswert und gut Central-Drogerie Anton Logel Inhaber: Kurt Walter Darmstadt, Eckhardtstr. 1, Tel. 23 20 FARBEN - LACKE - PINSEL Farbenhaus W NORDEND rTTTTTI Hch. Kern 4. I I I L i\ J Malermeister \ ]T Darmstadt-I k- | Eberstadt 1 J Weingarten- Straße 60
■ der neue selbstverständlich mit gutem Material Farbe und Lacke sind die wichtigsten Faktoren in der Erhaltung von Werten. Jedes Haus, Maschine, Fahrzeug, Möbel und andere bleibende Werte müssen vor dem Verfall bzw. der Korrosion durch Schutz- oder Schmuckanstriche bewahrt werden. Die langen Jahre der Entbehrung und des Mangels haben auch not¬ wendige Anstriche immer wieder zurückstellen lassen, teils weil noch keine oder nur wenige Anstrichmittel zu bekommen waren, zum anderen darum, weil die Qualität der Erzeugnisse im und nach dem Kriege derart schlecht war, daß man lieber den alten Anstrich sitzen ließ. Die mangelnde Beschaffenheit der Ware war größtenteils auf die unzulängliche Versorgung mit ausländischen Lackrohstoffen zurückzuführen. Als seit Dezember 1948 die Lackrohstoffimporte durch den Marshall¬ plan anliefen, konnten die Lackfabriken wieder die alten bewährten Qualitäten anbieten. Allerdings herrschte immer noch ein fühlbarer Mangel, denn die Produktion konnte die Nachfrage, die infolge des gesteigerten Nachholbedarfs weitaus größer als in den Vorkriegs¬ jahren war, nicht befriedigen. Im Laufe des Jahres 1949 besserte sich dann die Versorgungslage allmählich, und im Frühjahr 1950 konnte dann die Bewirtschaftung der Lackrohstoffe — bis auf das Leinöl — aufgehoben werden. Im vergangenen Jahr sind aber aus¬ reichende Importe an Leinöl hereingekommen, so daß der deutsche Bedarf im Jahre 1950 wohl restlos befriedigt werden dürfte. Die Qualität der Anstrichmittel hat wieder den Vorkriegsstand erreicht und ihn sogar — infolge neuer Verfahren und Patente — teilweise überschritten. Also: Das gute Anstrichmaterial ist wieder da. Damit entfällt der Grund, mit der längst als notwendig erkannten Erneuerung unserer Häuser, Wohn- und Arbeitsräume noch länger zu warten. Mit der Farbe wollen wir jeder etwas für unser Heim tun, wollen es so gestalten, daß wir wieder Freude an unseren Räumen haben, ganz abgesehen von hygienischen Beweggründen. Außer Wohnräumen brauchen auch Türen, Fenster, die Häuser selbst, Zäune und sonst mancherlei eine Verjüngungskur. Nicht nur der Schönheit wegen, sondern in Würdigung des alten Erfahrungssatzes: Schutz vor Wetter und Verfall Lack und Farben überall 1869 - 1950 PUTZ - ANSTRICH - MAUEREI INHABER: O. REININGER ROBERT-SCHNEIDER-STRASSE 70
SEIT 50 JAHREN //u7 X\ PHAf 70 NA (( fw )) Quäl|Täts-läcke \ für \ ^«ueTA». »tKMFrzZ die Industrie die Kraftfabrzeugindustrie das Malerhandwerk ERNST PLATT G.m.b.H. - Lockfahrik - BOCHUM Vertretung und Auslieferungslager für Hessen: Leo Möhlenbeck, Darmstadt Heinz-Heim-Weg 2 Telefon 30 09
7aec empfieMt sich det aa^ ^uie Adüt bedachte, und 'lOei(ibuidctuneist&t
DARMSTADT Adam Sauer, Darmstadt BAUDEKORATION Bismarckstra“e 100 / Telefon 34 67 (san^ Malermeister t DARMSTADT ■ ■ Groß-Gerauer Weg 11-13 Ecke Kattreinstraße Tel. 39 51 P. u. Ph. Berz, Darmstadt Kaupstraße 48 / Telefon 38 65 Stuck — Putz — Malerei Baudekorat. Kar! Schmidt Inhaber: E. Fieber Heinheimerstraße 27 — Telefon 35 84 Ausführung von Putz, Stuck, Malerei Amandus Schubert DARMSTADT Holzhofallee 11 / Tel. 3204 Erich Heeb, Wilh.-Leuschner-Str. 34 Schilder, Transparente Spez. Autobeschriftung Karl Schembs, Malermeister Darmstadt, MühlstraßelB Josef Löffler, Malermeister Wiener Straße 57 / Telefon 39 74 Adam Darmstädter Dekorationsmaler- und Weißbindermeister Spritzlackierungen und Anstriche DARMSTADT Heidelberger Straße 105 Ruf 3120 Karl Ph. Weidmann Wittmannstraße 8 Telefon 33 54 Gg. Zitzmann, Darmstadt Putz • stuck • Malerei Neue Niederstraße 17 - Ruf 30 88
ARHEILGEN Büttner u. Sohn Putz, Stuck u. Malerei Kranichsteiner Strane 21. Telefon 2720 Ältestes Geschäft am Platze PUTZ- UND WEISBINDER¬ ARBEITEN FRANZ JÄGER 11. Weißbindermeister Frankfurter Straße 21 EBERSTADT KARL KOLB Maler- und Weißbindermeister Stuck - Putz - Malerei - Lackierungen Telefon 344 Ludwig Günther Malermeister Baudekoration Am Lämmchesberg 13 GRIESHEIM Putz, Stuck, Malerei Farben, Lacke, Baustoffe Gg. Müller XIV. Schöneweibergasse 11 Telefon 86 JOSEF GUTJAHR Malermeister Pfungstädter Str. 1, im Hause der Post Schilder Transparente Reklame Ausführung aller sonstigen Malerarbeiten Wilh. Weber 11. Weißbinder- und Lackierermeister Bessunger Straße 34 Valentin Hofmann XIV. Inhaber WILHELM HOFMANN, Bau-Ing. Baustoffe, Farben Telefon 41 Amt Griesheim
JIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIiIIIHIIIIIIMIWIMIiIKIIIHIIIIHIIIIIHIHIIIIMIMIIIIIHIIMIW KrautoDLacke, ein Qualitätsbegriff aus der Lackfabrik Farben~Krauth, Darmstadt pp
Praxis vom 1.—15. August 1950 geschlossen Für dringende Fälle Sprechstunde von 10—12 Uhr Zahnarzt Dr. Max Nieswandt Wilheimitraße 37, 11. Vom 31. 7. bis 12. 8. 1750 keine Sprechstunde. Nachfüllungen in Heilstätte Nieder-Ramstadt. Dr. Sattler, Facharzt für Lungenkrankheiten, Alexandraweg 8. Arnold & Bieler Architekten ab 1. August 1950 DARMSTADT Rheinstraße 22 Telefon 29 69 PiSpSi FM.ZI SRUKZ^WIEDERHEfiSiaiER Drogerie Logel, Eckhardtstr. 1 Parf. Frank, Elisabethenstraße 9
Augengläser, Sonnenbrillen, Prismengläser In allen Proislagen am Weißen (/ Turm ERHST-LUDWIG-STRASSE 7 Herren- u. Damenräder Sporträder In schöner Auswahl Teilzahlung auf Wunsch PULLMANN Bessunger Straße 2 Schwerhörige Es werden zur Zeit viele Geräte angeboten! Das deutsche Hörwunder heißt Kostenlose Ausprobe: Montag, 31. 7., 10—19 Uhr Darmstadt, Hotel Brenner
/ommer- BcmOO- haffo A 4 m im | ! bringt große Preisherabsetzungen in allen zugelassenen Artikeln («668 3)aHf^liSdkt*^BeÜuihcuiA : Ruf 2760 Ernst-Ludwigs-Str. 20/22 Das führende Fachgeschäft am Platze
Tritte Purist! Schuhe ab 1,90 im Sommerschlußverkauf b e i Palaisgarten Beachten Sie unsere Schaufenster
Sommer-Schluß-Verkauf bei Wäsche-Schüler Nieder - Ramstädter Straße 13 zwischen Hoch- und Karlstraße Es kommen nur Qualitätswaren zu ermäßigten Preisen zum Verkauf öiienujalöclul) Ortsgruppe Darmstadt Sonntag, 6.8.50,10. Wanderung An den Rhein Anmeldung bis 31. 7. 50 bei Tillmann, Grafenstraße 30
AMTLICHE BEKANNTMACHUNGEN^^J 3 VN 8/50. Beschluß. Der Kaufmann Heinrich Becker in Darmstadt- Arheilgen, August-Bebel-Straße 2, hat am 25. Juli 1950 beantragt, über sein Vermögen das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses zu eröffnen. Rechtsanwalt Dr. Rathcke, Darmstadt, Wilhelm-Leuschner-Straße 2, wird zum vorläufigen Vergleichsver¬ walter bestellt. Gegen den Vergleichsschuldner wird mit Wirkung vom 26. Juli 1950, vormittags 10 Uhr, ein allgemeines Veräuße¬ rungsverbot erlassen. Den Drittschuldnern wird verboten, ohne Zustimmung des vorläufigen Verwalters an den Vergleichsschuldner zu leisten. Verfügungen und Leistungen mit Zustimmung des vor¬ läufigen Vergleichsverwalters Sind unbeschränkt wirksam. Darmstadt, den 26. Juli 1950. Amtsgericht Abt. 3 Betr.: Wohnraumbewirtschaftung Nach übereinstimmenden Berichten der mir nachgeordneten Woh¬ nungsbehörden wird den Maßnahmen der örtlichen Wohnungs¬ ämter, insbesondere der Erfassung unterbelegten Wohnraums und der Zuweisung der Mieter, in steigendem Maße Widerstand ent¬ gegengesetzt. Dieser Widerstand ist offensichtlich auf Gerüchte und unzutreffende oder mißverstandene Presseberichte über die bevorstehende öder erfolgte Aufhebung bzw. Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft zurückzuführen. Ich nehme die Berichte der nachgeordneten Wohnungsbehörden zum Anlaß, nachdrücklichst darauf hinzuweisen, daß 1. das Kontrollratsgesetz Nr. 18 (Wohnungsgesetz) die 2. Ver¬ ordnung zur Durchführung des Wohnungsgesetzes vom 28. 2. 1948 sowie alle hierzu ergangenen Erlasse, Anordnungen und Richtlinien nach wie vor in Kraft sind, soweit sie nicht aus¬ drücklich aufgehoben oder durch das Erste Wohnungsbaugesetz vom 24. April 1950 ersetzt, ergänzt oder abgeändert wurden, 2. die Wohnungsbehörden verpflichtet sind, die Aufgaben, die sich aus den geltenden Bestimmungen herleiten, wie bisher wahr¬ zunehmen. Ich erwarte von den nachgeordneten Wohnungsbehörden, ins¬ besondere von den örtlichen Wohnungsämtern, daß sie die Be¬ fugnisse, die das Gesetz ihnen gibt, im Rahmen des Gesetzes, jedoch mit größtmöglichem Verständnis für die Notlage weiter Kreise unseres Volkes, mit Taktgefühl und Gerechtigkeit ausüben und Härten, soweit dies angesichts der schwierigen Wohnraumlage des Landes vertretbar ist, vermeiden. Ich bitte, diesen Erlaß den Ihnen nachgeordneten Behörden un¬ verzüglich bekanntzugeben. Wiesbaden, den 14. Juli 1950. gez.: Zinnkann
Versteigerung Im freiwilligen Auftrag versteigere ich am Dienstag, dem 1. August 1950, vormittags 10 Uhr, in Darmstadt, Schulstraße 2: Speisezimmer, Schreibtisch, Glasschrank, Ausziehtische, Wasch¬ kommoden, ein- und zweitürige Kleiderschränke, Küche, Bade¬ wanne mit Gasofen, Staubsauger, Schreibtischsessel, Schreib¬ maschine, Aufstellsachen, Bilder, 1 Lochbillard u. viel. Ungenannte. Besichtigung: Montag, den 31. Juli 1950, ab 9 Uhr. Bruno Kling Versteigerer und Schätzer - Darmstadt, Schulstraße 2
Gottesdienstordnung Evangelische Gottesdienste Samstag, 29. Juli 1950 Wochenschlußandachten: Martinsstift, Johannesgemeinde, Paulus¬ kirche und Elisabethenstift jeweils um 20 Uhr. Sonntag, 30. Juli 1950 Bessunger Kirche: 9.30 Hauptgottesdienst, 12 Taufgottesdienst,, Pfr. Stephan. Stadtkirche: 10 Uhr Hgd. (Bach-Gedächtnis), 11.15 Kgd, Pfr. Knodt. Mi.: 2. 8. 1950, 20 Uhr Gebetsgd. f. d. Kriegsgefange¬ nen. Vereinigte Martinsgemeinde: 7.00 Frühgd., Pfr. Köhler, 10.00 Hgd., Pfr. Stühlinger, 11.15 Kgd. Martinsstift, Pfr. Köhler, 11.15 Kgd. Gemeindehaus, Pfr. Stühlinger. Matthäuskirche: 9.30 Hgd., Pfr. Mappes. lohnnesgemeinde: 9.30 Hgd., Pfr. Jaeschke, 11.00 Kgd. Mi.: 2. 8. 50: 20.00 Abdgd., Pfr. Jaeschke. Jeden Werktag um 7.30: Morgengebet ifn Gemeindehaus. Paul-Gerhardt-Haus: 10.00 Hgd., 11.15 Kgd., Pfr. Ring. Pauluskirche: 9.30 Hgd.. Pfr. Mochadki, 11.00 Kgd. Elisabethenstift: 9.30 Hgd. m. Abdm., 11.00 Kgd. Evg. Stadtmission, Mühlstr. 24: 8.30 Gebetsstd., 11.00 Kgd., 15.30 Gesangsgd. m. Bachchorälen, 20.00 Jugendstd. f. EC. Donnerstag: 20.00 Bibelstd. Da.Eberstadt: 7.30 Ev.M., 9.45 Hgd. Arheiigen: 10.00 Hgd., 11.15 Kgd., 15.00 Landeskirchliche Ge¬ meinschaft. Katholische Gottesdienste Sonntag, 30. Juli 1950 St. Ludwig: 8.00 Singmesse m. Pred., 9.30 Hochamt m. Pred., 11.00 Singmesse m. Pred., 20.00 Andacht. Liebfrauen: 7.00 Singmesse m. Pred., 8.15 Hochamt m. Pred., 10.00 Kindergottesdienst m. Ansprache. 18.30 Andacht. St. Elisabeth: 6.30 Frühmesse, 7.45 Singmesse m. Pred., 9.00 Kindergottesdienst, 10.15 Hochamt m. Pred., 20.00 Andacht m. Segen. St. Fidelis: 6.00 Frühmesse b. d. Schwestern (Feldbergstr. 32), 6.15 Beichte, 7.30 Singmesse m. Pred. u. Komm., 8.00 Hochamt in Weiterstadt m. Pred. u. Komm., 8.45 Kindermesse m. Pred. u. Komm., 19.30 Andacht. Freitag: 6.30 und 20.00 Herz-Jesu¬ amt. Samstag: 17.00 bis 19.00 und ab 20.00 Beichte; werktags vor jeder hl. Messe. Dst.-Eberstadt: Samstag: Beichtgelegenheit von 16.00 bis 18.30. Sonntag: 7.00 Frühmesse m. Ansprache, 9.30 Hochamt m. Pred., 19.30 Andacht f. d. Verstorbenen und Opfer des Krie¬ ges. Werktags: 7.00 hl. Messe. Dst.-Arheiigen: 7.00 hl. Messe, 8.30 Kindergottesdienst, 9.45 Hochamt, 20.00 Andacht. Christengemeinschaft, Herdweg 31 10.00 Menschenweihehandlung. Erste Kirche Christi, Wissenschafter (First Church of Christ, Scientist): Sonntagsgottesdienst 14.30, Mittwochabend 18.30 (Zeugnisversammlung).
Götter-Dämmerung von Franz Heinrich Plötzer Inhaltsangabe: I. 1. Aktuelle Probleme. Christliche Lebens¬ philosophie 2. Durch Spiritis- und Okkultismus „wis¬ send“ vom Jenseits 3. Erlebnis eines kath. Priesters mit einem Geist: „Eine Mutter kehrt aus dem Jenseits zurück.“ n. 1. Urkundenbeweis Jesu Christi gegenüber der Behauptung Prof. Dr. Drews: „Jesus Christus habe nie gelebt“. Entnommen der Schrift „Wer ist Jesus Christus?“, von Prof. Dr. Kösters r. i. p. Verlag Laumann, Westfalen 2. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt (Prof. Dr. Kösters S. J.) 111. 1. Christlich-philosophische Studie über das Problem: „Was ist Gott?“ „Was ist ein¬ geborener Sohn?“ 2. Weitere Studien aktueller Probleme Ideale Tendenzen. Verkauf zum Selbst¬ kostenpreis von 8,— DM bei dem Autor F. H. Plötzer, Darmstadt, Heidelberger Straße 70 I. Verkauf nur nachmittags von 15—17 Uhr.
HANOMAG 1,5 To-Diesel-Schnellastwagen Diesel kraft verbrauch 8,5 kg auf 100 km DasFahrzeugvon größterWirtschaftlidikeit 5 To-Lastwagen mit hydraulisdiem 3-Seitenkipper Diesel-Straßenzugmaschine 20 ps mit geschlossenem Fahrerhaus 5 u. 8 To-Anhänger u. Kipper Willi Bebub Hanomag-Großhändler DARMSTADT Elisabethenstraße 55, Telefon 383
Große Leistungen kleinste Preise Darmstadt, Ernst-Ludwig-Straße 25 —Beginn: Montag, den 31. Juli 1950
Attjrignt jetzt im Tagblatt- Haus Rheinstraße 23 • Wieder Ab schlank und schön M ohne Hungern ■ u. schädigende W Wirkung. Be¬ » dienen sie sich I unser, drüsen¬ * anregenden Floradix Entfettungskur Reformhaus Schlösser Frankfurter Str. 2
Sommer-Sdilulj-Verkauf Damenschirme 11. Wahl DM 4^5 Damenschirme mit kleinen Schönheitsfehlern darunter C 95 auch Bemberg-K Seide ab DM O J Taschenschirme 1/195 in reicher Auswahl ab DM |Hr IUUIIK FfMUMFAIfPIAg Am Ludwigsplatz Bessungen im Haus Nitzsche bei Bickerle lIUI AU Das musikalische Lustspiel mit der U N I ü N Bombenbesetzung Maharadscha wider Willen mit Kurt Seifert, Olga Tschechowa, Sonja Ziemann, Rudolf Prack, Ivan Petrovlch, Hubert von Meyerinck, Rudolf Platte, Georg Thomalla, Rita Paul, Rudi Schurlcke und vielen anderen. Ein Film mit Gesang, Tanz, Humor und Komik Anfang: 13.45, 16.00, 18.45, 20.30 Uhr Vorverkauf ab 11.00 Uhr - Ruf 33 73 T U 1 I II zeigt in ErstauffUhrung HANS MOSER | H A I ! A in einem zwerchfellerschütternden 1 •■•*“"** Filmschwank Der Herr Kanzleirat mit Rudolf Carl, Fritz Imhoff, Fred Kraus, Hedy Fassler, Anni Rosar Anfang: 14.00 - 16.00 - 18.15 - 20.30 Vorverkauf ab 11.00 Uhr - Ruf 33 90 D El I h A Ein Wiedersehen mit ANNABELLA in dem D t L I PA herrlichen Farbfilm Zigeunerprinzessin 16.00 - 18.15 - 20.30 Ruf 3 95 Außerdem zeigen wir in Erstaufführung Samstag u. Sonntag 22.30, Sonnt. 14.00 VERLORENE JUGEND Ein ungemein spannender, nach Tatsachen gedrehter Kriminalfilm. Jugendliche unter 16 Jahren haben keinen Zutritt. hll ACT Küthe von Nagy, Luis Mariano und das rALAJI berühmte Zigeunerorchester Ricardo Mendi in dem großen Abenteuer* und Kriminalfilm Alarm in San Juano 13.45,16.00,18.15, 20.30 Uhr. Ruf 22 40 Nachtvorstellung Samstag und Sonntag 22.50 Uhr LECKERBISSEN II 1 11 f A zeigt in Erstaufführ, den historischen Film MANjA Der Mann mit der eisernen Maske Ein Filmwerk von dramatischer Spannung und atemberaubender Handlungen über das Schicksal Ludwigs XIV. und seines Zwil¬ lingsbruders Philip von Gascogne, des „Königs der Bastille". Louis Hayward verkörpert in einer Doppelrolle die Ge¬ stalt Ludwigs XIV. und seines Bruders Philip. Ein Filmwerk einzigartiger Dra¬ matik und Sensation 14.00 - 16.00 - 18.15 - 20.30 Uhr Vorverkauf täglich ab 11.00 Uhr Samstag und Sonntag Nachtvorstellung 22.45 Uhr:... DES ANDEREN WEIB Der Film, der binnen kurzem zum Welt¬ erfolg wurde und jeden Besucher in seinen Bann zieht C f A | A Ihr erster Mann » » fl L m Vivian Leigh • Robert Taylor Voll ,ie,er Menschlichkeit gestaltet dieser EDeiSiaat Filmstreifen Leben und Schicksalswende einer liebenden Frau Von Freitag bis Dienstag Samstag 18.30, 20.45 - Sonntag 16.00, 18.30, 20.45 - Wochentags 20.15 Uhr Sonntag Jugendvorstellung 14.00 Uhr DIE RAUHEN REITER GlftDIA Nichts als Zufälle VirVKIA Theo Lingen - Sonja Ziemann Roßdorf Freitag - Samstag - Sonntag
I S JK* 1 SGj ' \ Beginn: Zißby S Montag, den 31. Juli 1950 1 / morgens 8 Uhr > Größer denn je . . . sind die Vorteile in Stegmüllers diesjährigem Sommer-Schluß-Verkauf. Bei solchen Reduzie¬ rungen sollten notwendige Anschaffungen nicht mehr länger zurückgestellt werden! Sehen Sie sich nur einmal die Schaufensterfront an, dann wissen Sie Bescheid! Kleine Beweise für die großen Vorteile: Sakko-Anzüge Sport-Anzüge 49,— 59,_ 69,— 79,— DM und höher 49,— 59,— <9,— 85,— DM und höher Regenmäntel Popeline-Mäntel 19,50 29,50 52,50 55,50 DM und höher 41,50 49,50 5«,— 62,— DM und höher Herren- u. Burscli.-Sportsakkos Waschjoppen u. Leinensakkos u. -Janker ~.. . .... weit unter Preis 24,50 55,— 45,— 59,— DM und hoher Knaben-Anzüge Knaben-Janker 9,75 14,50 19,50 24,— DM und höher 4,90 5,90 8,50 11,50 DM und höher Knaben-Hemden Knaben-Hosen 1,95 2,95 5,50 4,50 DM und höher 1,95 2,95 5,50 4,50 DM und höher Knaben-Unterwäsche und Herr.- u. Bursch.-Anzugshosen -Strümpfe ab —,95 DM 8,90 11,50 17,50 19,50 DM und höher Sport- und Polohemden Herren-Unterhosen, kurz 5,90 4,90 5,90 7,70 DM und höher ab —,90 DM Herrenstoffe für Anzüge und Krawatten und Gürtel Kostüme ab ,25 DM Importw., reine Wolle, ca. 150 cm br. 11,50 15,50 und 25,— DM per Meter Angeschlossen derWaren-Kredit-Verkehr und der Hessischen Beamtenbank andermarktecke
HgßgHra Ml IHra 1 ViJF i • • »fl< du^ u^ch ^ht nOcL be> Jä v< / O ' t* * H und ^b. » |( \ H^1”""’^” ?»S ISSBk ZZT'^Z - ■ S’s 1 ji. Juli . it^KXgKSa} c!'Or Afo ^5 Pf BS&Stil , Jg| _ _. _ Erstklassige Lederwaren zu weit herabgesetzten Preisen Lederhandfaschen ... ab 9,50 Lederstadtfaschen • . ab 16,50 BoxinhandDschen . . ab 3,75 Boxin-Elnkauftaschen .ab 5,50 $' Bade- u. Schottenbeutel ab 3,75 Gürtel ....... ab 1, —. ® § ® 1 88 , 89 | | i Dentin i ® ® ® ® ® Montag im bekannten ® | Sommer-Schluß-Verkauf g ® ® ® des Darmstädter Spezialhaus ® ® 88 .7 arem k <**^\ r ® ® L^^tyaineKm&aeit ® ® ,M STEGMÜLLERHACS ® ® w-w ■'.mmw ® 88 $ ® ® ® ® ® ®
"mibuTiteii läddien Darmstadt, Rheinstraije 4
Nutzen Sie die Vorteile im . . . (Soinmertic^Lufl-^Derkaii/ Beginn: 51. Juli 1950 Hier einige Beispiele: Damen-Unterkleid Herren Einsatzbemd K.S. Kfepp .... 2,45 gute Qual. 4-6 . . . 3,95 Damen-Garnituren Herren Sporthemd K. S. 2teilig 3.90. . . . 2,95 eint. u. gern. 7.90 . . . 4^o Damen Unterkleid Herren Hnterhemd Charm.m.Spitzell.W. . 4,25 Wetz ohne Arm . . . 1,95 Büstenhalter Herren Schlüpfer gute Paßform -,95 . -.68 Netz 11. Wahl .... 2,95
^6 / Ca/e eröffnet am samstag, dem 2 9.juli im nordviertel
Bäckerei-, Konditorei- und Kaffee-Einrichtungen seit 1903 bekannt für Qualitätsarbeit modernst eingerichtete Spezialfabrik am Platze Fabrik, Büro und Lager: Oiienhadi~M. Bürgel, Sdiöffenstralle 32, Fernspredi-Ansddull 842 13 C.J.WENZ ALI CEN ST RASSE 2-TELEFON32I6 id-auö- und Küchengeräte LIEFERTE: GLAS UND PORZELLAN SchtoMerarheiten and Willi Müller, Schlossermeister Darmstadt, Weiterstädterstraße 2 / / läser, Bestecke und Geschirre lieferte / ^ugen Qaacber, Bertel bedarf Darmstadt - Ruf 29 86
Wir eröffnen am Samstag, dem 29. Juli unser neues modernes Wie immer sind wir auch am neuen Platz bemüht, auf Grund jahrzehntelanger Tradition und Erfahrung unsere Kunden nur mit Qualitäts-Erzeugnissen zu bedienen la Weine, Spirituosen und Exportbier Spezialität: Schwarzwälder Kirschtorie Bestellungen werden, wie früher, frei Haus geliefert •f-amdie 'Petermann Moderne Innendekoration Polstermöbel, Tapezierarbeiten H.EICHENAUER Lichfenbergstraße 73 j^dam Jdecljlep WEISSBINDERMEISTER Taunusstraße 25
• X Dischinger 7^ Spezial- und Export- ; Biere aus der Brauerei zum Hanauer Hof das älteste Darmstädter Brauhaus seit 1731 K. KNAUFF, ELEKTROMEISTER Dieburger Straße 50 Telefon 3417 SANITÄRE ANLAGEN Ärheilger Straße 68 Telefon Nr. 39 91
EH E EU NO® RU BE
^OFFENE^T^JLEN^ Holzküfer (meister) für handwerkl. Neu¬ anfertigung und Re¬ paratur in Dauer¬ stellung sofort ge¬ sucht. Nur erstkt. Fachkräfte wollen sich melden. J. J. Diefenbach, Essigfabrik u. Wein¬ großhandlg., Darm¬ stadt. Elektro- Radio- Großhandlg. sucht zum sofortig. Eintritt erfahrenen, b'anchekund.. jung. MANN f. Lager u. Verkauf. Off. unter DT 192 an Darmstadt. Tag¬ blatt, Darmstadt. Flotter, junger Vertreter gesucht. Hohe Ver¬ dienstmöglichkeit. Arigeb. unt. DT 186 an Darmstadt. Tag¬ b'.att, Darmstadt. Sie werden staunen! Hinter der Stadtkirche wohn, auch Leute! Zum Sommer- schlußverkf. bringe ich Qualitäten zu günstigst. Preisen Der Weg zum Stadtkirch¬ platz lohnt sich
Erfahr., selbständ. Bauführer für Hoch-, Tief- und Eisenbetonbau ges. Selbst. Wirkungskr. Angebote u. DT 196 an Darmstadt. Tag¬ blatt, Darmstadt. Arbeitsfreud. Mann stundenweise ges.' Bei Eignung Dauer¬ stellung. Flüchtling bevorzugt. Angeb. unter DT 128 an Darmstadt. Tagblatt Für unsere Klein- Lebens-Werbung m. Sparuhren suchen wir Mit¬ arbeiter. Leip¬ ziger Verein - Bar¬ menia. Lebensver¬ sicherung a. Gegen seitigkeit, Darm¬ stadt. Rheinstr. 22 Seriöse Damen und Herren als Vertreter für Stoffversand¬ geschäft gesucht. Es kommen nur gute Kräfte i. Frage. Vor¬ zustellen Montag 11 bis 12 im Cafe „Pilztörtchen“, Darmstadt .Grafenstr. Verkaufs¬ lehrling (weiblich) v. Textil. Warengeschäft im Mittelpunkt Darm¬ stadts zum baldigen Eintritt ges. Hand¬ geschr. Bewerbung., Lebenslauf. Lichbild unter DT 117 an Darmstadt. Tagblatt Perfektes Mädchen f. Geschäftshaushalt tagsüber gesucht. Loos, Jugenheim. Tages¬ müdchen möglichst aus der Umgeb, von Da,m. stadt in gepflegt. Haushalt bei gut. Bezahlg. u. Essen gesucht. Offerten unter X 11 an das Darmstädter Tagblatt. Darmstadt. Mädchen mit Kochkenntnis¬ sen 1. 8. gesucht, gute Bezahlung. An¬ gebote unter DT 177 an das Darmstädter
Med. techn. Assistentin u. langj. Schwester ab 1. 8. frei für Laboratorium oder Sprechstunde. An¬ gebote unt. DT 185 an Darmst. Tag¬ blatt. Perf.Modistin sucht Stellung. An¬ gebote unter DT 166 an das Darmstädter Tagblatt. 3 Zimmer und Küche geg. Bau¬ kostenzuschuß von 2000 DM ini Neubau abzugeben. Schöne ■ Lage. 5 Min. von Obus - Haltestelle Trautheim. Angeb. unter DT 187 an das Darmstädt. Tagblatt. Pensionärin sucht in Darmstadt in gutem Hause. I. Stock, abgeschlos¬ sene schöne Einzim¬ merwohnung (groß. Zimm., Küche, Bad) und alles Zubehör (evtl. 2 kleine Zim¬ mer) ohne Bau¬ kostenzuschuß. An¬ gebote unter DT 170 an das Darmstädter Tagblatt. Größeres leeres Zimmer mit Kochgelegenheit in Darmstadt ge¬ sucht. Frau Prof. Wämser in Ober- Ramstadt. Modern eingericht. Betonstein¬ fabrikation krankheitsh. günst. zu verkaufen, evtl, a. Teilhaberschaft. Angeb. u. DT 181 an Darmstädt. Tagbl., Darmstadt. Hinterhaus 1 Zimmer u. Küche, mit Stallung (Neu¬ bau), mit 800 qm Baugelände, zu ver¬ kaufen. Für Metz¬ gerei und Wirtschaft geeignet (konkur¬ renzlos). Sprend¬ lingen (Kr. Offenb,), Siedlg. Wilhelmshof, Schmidt, Hirsch¬ sprung 35.
Wohnhaus in Nieder-Ramstadt f. Geschäftsmann ge¬ eignet, zu verkauf. Angebote u. DT 150 an die Geschäftsst. Gesüiälts- Edigrundstiidt in wertvoller Ge¬ schäftslage zu ver¬ kauf. Off. unt. DT 72 an das Darm¬ städter Tagblatt. Geschäfts-, Wohn- u. Landhaus zu kaufen gesucht. Angeb. unt. DT 159 an die Ge¬ schäftsstelle. Schönesßau¬ grundstück Nähe Darmstadt, so¬ fort zu verkaufen. Antrag, unter DT 99 an Darmst. Tagbl. Trümmer¬ grundstück In der Gervinusstraße zu verkaufen Größe 727 qm. Angebote unter DT 59 an Darmstädt. Tagblatt Grundstück (Garten) am Stadt¬ rand oder nähere Umgebung für Bau¬ zwecke geeig., geg. Barzahlung gesucht, eventuell auch halb- oder ganzfertiges Einfamilienhaus. Off. unt. DT 151 an die Geschäftsstelle. Klein. Garten möglichst mit Zaun, Gartenhütte u. Was¬ ser in nächster Um¬ gebung der Johannes¬ kirche zu pachten oder zu kaufen ges. Angebote mit Preis unter DT 158 an die Geschäftsstelle. Am Walde gelegenes Heim an der Bergstr (Nähe Darmstadt) hat noch 2 Doppel- u. 3 Einzelzimm. an Dauergäste mit guter Verpflegung abzugeben. Offerten unt. DT 154 an die Geschäftsstelle. j^AP^ALMARI^j Für Geschäftserwei¬ terung stillen oder tätigen Teilhaber mit 3000 DM ges. Angebote u. DT 156 an die Geschäftsst.
|^^VERK)tUF^^J| Brillantring preisw. zu verkauf. of[. unter DT 197 an Darmstädt. Tag¬ blatt, Darmstadt. Guterhaltenes Damen-Rad zu verkaufen. Anzu¬ sehen: Samstag v. 14-18 Uh'. Frank¬ furter Straße 86 E. Kombiniertes Wohn- und Herr.Zimmer sowie verschiedene Kleinmöbe". fast neu, preiswe't zu verkau¬ fen. Zu erfragen bei dem Darmstädt. Tag. blatt. Rütteltisch mit Block, T-Stein u. Kaminsteinform, billig zu verkaufen. Ang. u. DT 181 an das Darmst. Tag¬ blatt. 100 Glasgefäße viereckig, hoch und niedrig «1s Aqua¬ rium Einmachen v. Bohnen. Kraut, Eier usw. bei SpeidK Resch, Elisabethen¬ straße 59. Zu verkaufen Bettwäsche, Tafel¬ wäsche, Porzellan, Bettumrandung, Toi¬ ilettengarni. Kocks, Elfengrund 70. Stilmöbel bestehend aus Sa¬ lonschrank, Damen¬ schreibtisch, Beck. Tisch, Stühle u. Blu¬ mensäule, zu ver¬ kaufen. Ang. u. DT 189 an das Darmst. Tagblatt. Gasherd 3fl._ Vertiko, Herrn¬ zimmerlampe sflam., groß, seidener Lam¬ penschirm u. Damen, loleider - Büste mit Ständer, zu verkauf. Ang unt. DT 189 an das Darmstädt. Tag¬ b’.att. Haustüre rechts, stabil, mit Schloß und Bänder, zu verkaufen. Mollerstraße 44
Klavier zu verkauf. Kocks, Elfengrund 70. Bett-Couch (Springauf) neu, so¬ wie Robot-Kamera, billig zu verkaufen. S. Pasquale Mathi'.denstraße 53 Zu verkaufen Tanksäule mit Zwil¬ lingsmeßgefäß, 3 Schaukästen aus Metall, 1 Markise, 1 kl. Kassenschrank bei Jacoby, Ober- Ramstadt, Markt. Ruf 364. Holzbaracke zu verkaufen, Ge. Bxl2 m, doppel¬ wandig, mit neuem Fußboden, sowie Kelteranlage Fabrik. Hüttenwerk Michelstadt, Spin¬ delpresse, 6 ztr. fassend und Säge¬ blattmühle, neuwer¬ tig, Angebote sind zu richten an Cafä Orth, Etzen-Gesäß, Kreis Erbach im Odenwald. 2 neuwertige Sprung¬ rahmen für 25 DM zusam¬ men, zu verkaufen. Da-Eberstadt, Stock¬ häuser Weg 3. Elektromotor neu, 15 PS, 11 KW, 380/660 Volt, Kurz¬ schlußläufer, 1400 Umdr., preiswert zu verkauf. W. Schmitt in Lorsch/Bergstr., v.-Hausenstr. 7. Gut erhaltener Teppich 2,50X3,50, für 60 DM; gut erhaltenes H.-Fahrrad mit Beleuchtung, 58,— DM; Höhner Club-ModelH 38,— dm, zu verk. Ludwig Sorg, Darm¬ stadt • Ebenstadt, Seeheimer Straße 6. Geb. Gasherd billig zu ve'kaufen. Robert-Schneider- Straße. 72' part.
| AUTOMAKKT [ Pkw. Mercedes 2 L., preiswert zu verkauf, bei Büdin¬ ger, Ueberau/Odw., Alter Weg 23. Opel, 2 Ltr. Kabriolett, in erst¬ klassigem Zustand, m. od. ohne Anhäng, von Privat preiswert zu verkaufen. Ange¬ bote unte' DT 183 an Darmstadt. Tag¬ blatt, Darmstadt. GMC- 5 t llfach prima bereift geschl. Führerhaus, 1500 DM abzugeben. Angebote unter DT 189 an das Da'mst. Tagblatt. Die neue NSU-Fox jetzt mit 4-Gang-Ge¬ triebe, noch bessere Ausnutzung der Mo¬ torleistung bei grö¬ ßerer Schonung des Motes, kurzfristig lieferbar. NSU-Mo¬ torrad, Alleinvertre¬ tung Dönges u. Wiest 0 H 0., Darmstadt, Heinrichstraße 52. Opel, 2 Ltr. Kabriol., in erstkl. Zustand, mit oder ohne Anhänger, von Privathand preisw. zu verkauf. Ange¬ bote unter DT 183 an Darmst. Tagbl. Auto p r neuer Motor, zu ver¬ kaufen. Angeb. unt. DT 118 a. Darm¬ städter Tagblatt. Motorrad mit Beiwagen „Gillet“ 500 ccm, zugl. u. verst., Not¬ verkauf infolge Aus¬ reise für 450 DM zu verk. Angebote unter DT 153 an d. Geschäftsstelle. DKW-CabW- Limousine Meisterklasse. zu verkaufen. Anfragen Telefon 3821. Suche Pkw. DKW, Topolino, Volkswagen oder ähnl. gegen bar. Angeb. u. DT 125 an Darmstädt. Tag¬ blatt. Darmstadt.
Mitinhaber eines bedeutenden Unternehmens sucht in bester Wohnlage Darmstadts (Tintenviertel oder ähnlich) komfortable, sofort oder bis September dieses Jahres beziehbare 4= bis 6=3ininicr=2Boljiiunß mit Zentralheizung, möglichst Garage, eventuell Baukostenzuschuß. Angebote erbeten unter DT 184 an das Darmstädter Tagblatt, Darmstadt, Rheinstr. 23
Ford Taunus Kastenwagen preisw. zu verkauf. Anfragen u. DT 174 an Darmstädt. Tag¬ blatt, Darmstadt. Suche Motorrad biete Phil.-Radio u. gt. Violinen. Angeb. u. DT 161 an Darm¬ städter Tagblatt. NSU-Quick Bauj. 49, 3000 km gelaufen, umstands¬ halber geg. Höchst¬ gebot in bar zu ver¬ kaufen. Leipziger Verein - Barmenia, Darmstadt, Rhein¬ straße 22. Ein gutes Ackerpferd steht zum Verkauf bei Heinr. Herle¬ mann, Griesheim b. D., Hofmannstr. 34. | ANKMUTE 1| Wellblech¬ garage gegen bar zu kauf, gesucht. Angeb. unt. DT 195 an Darmst. Tagblatt. Schreibtisch gesucht. Angeb. unt. DT 190 an Darmst. Tagblatt. Gebrauchter Eisschrank gegen bar zu kau¬ fen gesucht. Gef. Angebote unter DT 145 an Darmstädter Tagblatt. Feder¬ deckbett gesucht. Angebote unter DT 180 an d. Darmst. Tagblatt. Zwischen¬ zähler gebr., ztu kaufen ges. Angebote unt. DT 182 an Darm¬ städter Tagblatt.
Gebrauchter Eisschrank gegen bar zu kaufen gesucht. Gefl. Ang. unt. DT 145 an das Darmstadt. Tagblatt. [verschiedenes | Haben Sie Stoff? Anfertigung v. An¬ zug 75 DM, Kostüm 60 DM, einschlie߬ lich Futter. E. SANDER Schneidermeister Kahlertstraße 38 Schafwolle roh u. gekämmt für Strickgarn, Stepp¬ decken Matratzen und kunstgewerbe empfiehlt Sauer, Pfungstadt Kaplaneigasse 50 Topolino zu vermieten eventl. zu verkaufen. Ang. unter DT 193 an das Darmstadt. Tagblatt. Klaviere in großer Auswahl. W. Eppelsheimer, Jahnstraße 133. Plissee Stickereien, Appli¬ kationen, Kurbeln, Kanteln, Kordinie¬ ren, Hohlsäume, Knopflöcher, Stoff¬ knöpfe, wird schnell und billig in eige¬ ner Werkstätte an¬ gefertigt, b. Roden¬ häuser, Schuchard¬ straße 12. Auto¬ transporte U 6 uogdaidi C. Weiker Darmstadt-Arhellgen Darmstädter Str. 73 Wir haben unsere Reparatur von Stahl¬ matratzen wied. aufgenommen. Karl Brückner, Darmstadt, Feldbergstraße 11. Auskunft jederzeit.
Aditungl Achtung! Die Goldgrube Salvadori bietet Ihnen spannenden Sommer- schluß- verkauf In Möbeln, Kleidern, Schuhen (Einzelne Beispie'e) Bett m. Sprungrahmen DM 5,50 Anzüge ab DM 11,50 Kleider ab DM 1,50 D.-Schuhe ab DM I,— Kinderwäsche ab DM —.20 D.-Blusen ab DM —,50 0.-Röcke ab DM 1,50 viele D.- u. H.- Jacken usw. Billig! Billig! Billig! Mathildenstraße 53 Möbel wie Kleiderschränke, Wäscheschränke. Küchen. Tische', Stühle usw. in groß. Auswahl am Lager. Hellmut Bartsch An- u. Verkäufe aller Art Elisabethen-Ecke Nackarstraße. Klaviere in großer Auswahl W. Eppelsheimer, Jahnstraße 133 Akkordeon Bandonion Reparaturen . Fachwerkstätte Darmstadt Pulverhäuser-Weg 4 An- und Verkauf Wir kaufen Bett-, Leib-, Tischwäsche, Bekleidungsst. aller Art, Möbel, Nähmaschinen. Radios, Fahrräder. Kinderwagen. Darmstädter Möbelu. Kleider - Zentrale Casinostraße 2 gegüb. d. Landesbk.
Büro- u. Reiseschreib¬ maschine mit Garantie äuß. preiswert abzugeb. A. Bieber in Griesheim, Wolfsweg 2. Ruf 17. Akkordeon Bandonion Reparaturen Fachwerkstätte Darmstadt Pulverhäuserweg 4 Grabmale in Holz und Stein liefert Odin Grainer Jugenheim Ankauf! Verkauf! Wir bieten an: Kinderwagen, von 15.- DM an; Radios, von 60.- DM an; Fahrräder, von 45.- DM an; Kinderlaufställchen, von 10.- DM an; elektr. Kochplatten, von 3.- DM an; flotte Damenkleider, von 8.- DM an; Damenkostüme, von 15. DM an; Bett-, Küchen-, Leibwäsche, spottbillig! Unser Schlager: Ein großer Posten Damen- u. Herrenhalbschuhe, fast neu, von 3.- DM an. Wo? Natürlich in der Darmstädter Möbel- und Kleiderzentrale, Casinostr. 2 Inh. Christel Rettich Stempel Schilder¬ fabrik Gravier¬ werkstätte E. Feuerpei] Darmstadt Liebfrauenstraße 50 Telefon 26 35
‘ ,/$// Jacuiin
Geschäfts¬ inhaberin 45/165, Kunst¬ gewerblerin 30/166, Biblio¬ thekarin 40/170, lebensfrohe Damen, Hausbesitz, sehr vermögend, w. Herren entsprechen¬ der Kreise. Institut Starkenburg Bensheim Postfach 118. Auto¬ fransporfe C. Welker Darmstadt-Arheilgen Darmstädter Str. 73 Telefon 971. Ich taxiere Ihre Möbel sowie al'e Gegen¬ stände, groß und klein, gut u. billig! Salvadori, Mathlldenstr. 53. Tanzen leicht gemacht; denn unser Grundschritt- Tanzprogramm kann auch d. Nichttänzer in einigen Lektionen leicht erlernen. Tanzschule Bäulke Ohlystr. 74 Ruf 3251 ^^ltErßATES^j| Geschäfts¬ mann Anf. 60. gute Er¬ scheinung. sucht Haushälterin eventl. spätere Hei¬ rat. Ang. u. DT 188 an das Darmstädter Tagblatt.
Frau Mitte 40, mit Haus und Obstgrundstiick, wünscht m. glaubw. und gutmeinenden Mann, welch. Inter¬ esse für Gartenarb. hat, bekannt zu -werden. Angeb. un¬ ter DT 175 an das Darmst. Tagblatt. 38Jährige Frau blond, 1,77 groß, hübsche Erscheinung, mit 14jähr. Tochter, w. Lebensgefährten kennen zu lernen. Angebote u. DT 173 an das Darmstädter Tagblatt. Junger Mann Mitte 30, kriegsbe¬ schädigt, m. festem Einkommen sucht Dame von 27 - 32 J. (Kriegerw. m. Kind angenehm.) Offert, unt. DT 194 an das Darmstädt. Tagblatt. Bitte beacht. Sie meine Auslagen! Charlotte Glumann Damen-, Herren- und Aus¬ stattungs- Wäsche Am Stadr
t Tw |" M®®. 1 ^ommer^chW* Ä O Vertoüfj^; Beginn: Montag, den 31. Juli Hemdenzefir Baby-Jäckchen Gardinen-Mull Kettendruck 70 cm brt per Meter -,98 Bw. gestrickt, weiß und farbig, alle Größen -»95 80 cm brt., weiß Meter -,80 120 cm brt., m. mod. Blumenmuster, Meter O,« Hemdenflanell Strampelhosen Gardinen-Mull Jacquardrips 4« 80 cm brt., weiß mit Streifen .... per Meter 1.20 ßw gestrickt, weiß und farbig, alle Größen 1,95 80 cm brt., bunt bedruckt Meter I,"® 120 cm brt., in neuzeitl. Farben .. Mete » XÄ per Meter 1.48 “»e 30-40 ,5 ^.haUS9^ ÄÄ- M« W Kstsd. Damensehlüpfe, 1,20 », Bw..Wow Meter ZJ® qeer ges.re^. mit Fransen 7.50 7w Musselin Damengarnituren Gittertüll für Stores __ Haargarn-Läufer ZW.- MU SS ei in Mlie.rn nor Motor 1,55 2teilig, gute Qualität 2,75 |a Qua|ität/210 cm brt Meter 5,25 67 cm brt., mod. Streifen 4,95 n- Vn ° K, P Kstsd. Unterröcke Prinzeßform Marquisette Haargarn-Teppich Dirnaeistoir 30 cm brt. .ZE lachs, hellblau und schwarz, Größe 42—48 5,75 zart qem 150 cm brt Meter 4,25 ca. 200^300 cm, mod. Farben und Muster 118,— rot-weiß u blau-weiß kariert .. per Meter Trägerschürzen Marquisette Wollplüsch-Teppich Kleiderstoff farbig kariert, 178 aus bedr. Kretonne 1,85 zart gern., 200 cm brt Meter 6,50 200^300 cm, 1. Markenfabr. m. kl. Fehlern, weichfallende Qualität per Meter , Frauen-Kittelschürzen Stores Meterware Perser u. mod Muster von 195,— Bettkattun kräftige Qualität 195 mit Arm, durchwebte Qualität • 5,95 Ca. 190 cm. brt., mod. Gitterstoff mit Ansatz Wollplüsch-Teppich 160 cm brt per Meter ’ _ Herren-Knieunterhosen Meter '95 300M00 cm, 1. Markenfabr. m. kl. Fehlern, 130 cm brt per Meter 2,*5 kräftig. Bw.-Trikot 1,45 Stores Meterware Perser u. mod. Muster 244,— Bettdamast 160 cm brt per Meter 5,45 Herren-Unterjacken 200 cm hoch, mit mod. Sockel und Einsatz 1 Posten Allgäuer Vorlagen 130 cm brt per Meter 5,85 Sportform, weißer Trikot 1,55 Meter 7,tu Handwebart 5,— 4,— 3,— Frottierhandtücher Polohemden o n Schwedenstreifen Bettumrandung gut gekräuselte Ware 1,45 mit Reißverschluß, f. Herren 5,95, f. Knaben 2,95 80 cm brt Meter 1,75 1,45 in gleicher Art 22,— Bedruckter Kretonne Männer-Arbeitshemden Mod. Druckstoff 1 Posten Kokos- u. Haarg.-Läufer f. Kleider u. Schürzen, 80 cm brt. per Meter 1,45 Flanell, gestr 4,95 80 cm brt., weichfließendes Gewebe, Meter 1,75 Reste, außerordentlich günstig MfefeOt 3wmannllC Darmstadt - jetzt am Ludwigsplatz Der Waren-Kredit-Vermittlung und der Hessischen Beamtenbank angeschlossen
Ihre kühnsten Erwartungen... übertreffen wir dieses Mal im Sommer-Schluß-Verkauf Kinder-Leder-Schuhe ^9O ausschließlich Markenfabrikate . ■ schon zu Damen-Schuhe os° Herren-Schuhe IO90 hochwertige Markenfabrikate schon zu ■ Beginn: Montag, den 31. Juli 1950, vormittags 8 Uhr wwwauMaww—■——^MMiw^mwiwiiiiinmi »■iiiuwmhihw —uMr*^rfiag3a.uiiiMMiiiiiiiiiiiiwtf *
i IP ® Pf SABÄ-Triberg Aparte Formschönheif und prachtvoller Klang kennzeichnen diesen neuen Hochleistungs- Super aus dem Schwarzwald. 6 Kreise, 4 Röhren, 3Wel- | lenbereiche, neuer Wellen-I plan und UKW berücksich-I ’igt- DM 230.- n Bequeme Teilzahlung 1
Ein günstiges Angebot zum Sommerschlußverkauf 'Balkon- und GarientSc^irme 'Regenöcbirme aller ^Art aus ebener Werkstatt, direkt zum Verbraucher bei bekannt guten Qualitäten, stärk herabges. Preise Jnimer^^tinne Reparaturen - Neubezüge im Bedarfsfälle sofort n°r Tr $ 1 BiJmarckdtraße |mit faserschutz| färbt alle Stoffe (auch Acetat-Seide, Nylon- und Perlon-Gewebe) I • leicht löslich ohne Filtern • färbt gleichmäßig bis in die Nähte • verschönt das Gewebe / j>p jj jj liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHinimiHHnnmiHUHm^ Wir nennen Ihnen keine Preise zum denn die Qualitäten sind entscheidend. Wir bringen Ihnen unsere bekannt guten | s Erzeugnisse s zu stark herabgesetzten Preisen. ~Gufe Ware — für jeden erschwinglich" das ^Pez'a’9eschäft für f Bekleidung 1 I //VlTrUjS^- , DARMSTADT s 9 W W Ludwigsfrafje 16, 1. Etage = Hihihi mim iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiJ
• fffff^ T^fff^ff • "V—v\ 'm KAUFHOF sind die Preise des Sommer-Schluß-Verkaufes jetzt so tief hinab* \ gerutscht, daß Sie vieles kaufen können, was Sie schon lange haben wollten. NÄ Preise auf der Rutschbahn — da läßt |gL^ •SE'J® ÖOllOff ; i ; ■ ■ . j J ■ 1 ■
Sommer-Schluß-Verkauf bei 111 -11M ’ 5151 dem altbekannten, großen Spezialhans für Tapeten, Linoleum, Teppiche, Gardinen, Möbelstoffe, Sdilaf-, Stepp- u. Daunendecken Wieder einige Beispiele unserer Leistungsfähigkeit: mit den 11 interessanten Schaufenstern! 205 cm bfeit, rein« Baumwolle, modern ^55 CformelAelr&n Kunstseidenbezug, OQ®® wri ICIIUII gemustert per Mtr. DM JlcppQcWcil aparte Muster von DM jCO an Marquisette cm breit perMtr.DM 1 Bettumrandungen von dm 2150 an Spannstoff 8o OT breit per. M„. DM 095 Druckstoffe , 135l35 Kunstgewerbl.Teppiche “ 49 Druckstoffe -”™ 2’5 » Haargarnteppiche „.i70„40,v.dm 87’° DARMSTADT, Rheinstraße 123/<, Ecke Grafenstraße, Telefon Nr. 3253 und 3254 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiinniiiiimiiimiimiimmiimmiiiiiiiiimiiiiiiiiii!miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii|l|||||||||||||m|l|||||)|||l|||||ll|g|||||m^
jlllllllllllfflllllllllM I I ° 1 /WB; BlMl /wfndX«l«s IB A sÄßjnff Bl Bekannt günstige Angebote ■ Ein Besuch lohnt sich Beginn: Montag, 31. Juli 1950 J ■lll■llllllllll■llllllll^ Im ALICE Sommer-Schluß-Verkauf m Montag, 31. Juli bis 12. Augnsf DAIAR jjg schQne Damen-Wäsche, Kinder- V Bekleidung, Erstlings-Wäsche und die Wilhetminenstr. guten Qualitäten in Bett- u. Haus-Wäsche zu herabgesetzten Preisen
' -er-Schluß-U E. PFISTER • BESSUNGER STRASSE 59
£um (Sommer'(SclyLufl-'Uerkauf Eingang wieder von der ^Rf^indtrafie i <Sclyrumpi Co 5z um Sommer - Sdiluß - Verkauf Stark herabgesetzte Preise Sdiuhhaus Sdiäier - Darmsiadi ■l7b| Wilhelm-leusdiner- Eckeßismarkslraße ZU IHREM VORTEIL! Wir bieten in solider Qualität und Ausführung //?e die Dame .• Blusen in reicher Auswahl 8,90 6,90 4,90 DM Unterkleider - ab 3,95 DM Garnituren ab 4,15 DM Nachthemden 13,60 10,95 DM Damenschjüpfer und vieles andere für den -Herren t besonders preiswert und in bester Qualität Sporthemden, Makko-Popelin 12,50 DM, Bembergseide 11,65 und 6,45 DM. Ihr Besuch im Spiegel wird sich lohnen
} o Sommer-Schlulj-Verkauf £i«e Aacfte Beachten Sie unsere Auslagen! Anzüge zweiteilig ab DM49r- Einzel-Sakkos »bom 19f" Q 75 Einzelhosen ab dm Regenmäntel Leder imif. dm ^75 Sporthemden ab dm 4^^ Auch in modischen Kleinigkeiten bedeutend herabgesetzte Preise mnGsam das Bek Ie i dungshaus ne^en det StaMviche Verkauf ab Montag, den 31. Juli 1950 bringt die guten in D(unenmäftteln>i. Jtieideui zu weit herabgesetzten Preisen Wilhelm-Leuschner-Strahe 9 Ruf: 3605 Seitenbau Ruf: 3605 ITr 3-qo_ iji Ä V** - z ■ ee^>’
’■ ■ ,■■;... ..= Vistra-Musseline, ■ - ? - —. ■ ~= ^fli MA M A MH ^Kk M’Bo cm breit ' Meter 1165, 1,25 .. -— ■■ Sand-Crepe-Druck, 1 9- ^VfOrflli Kk ca. 95 cm breit Meter U» (jIHIW^R 111111^^1»ir^^^lll j| >= Honettar in 9 modischen Farben : ==i C C M l II C C • • . Meter 1,65 1 : JVFlfc WA » Kleider-Scho^ , A BWB MA HA JA H H HM ca. 95 cm breit Meter 1,»5 / _jun»• iim p p VERKAUF 195 ' F"" II11111'" PF IP11’ • — " ca. 95 cm breit Meter V -=l U^Ü€H' "“"% Kleiderterben, SC. Qual. , „ ‘ I 111111 l 11111 l ll|l| II ll II I II Illi / ca. 88 cm *yre^ • • » » • Meter 445 I I I W / Matt-Crepe-Druck, l IW ||| P UPI <| sehr schöne Buntmuster ( ^nc~*/‘ । —* —I -J JIJ .J I U_J _l _< B B auf Prima Grundqualität A \ "ZZ/5 ~Ö /———————— Aji iJL ca- 88 0171 Meter2,Bs . 0"* * J t&K , ©R BßsßAAflrV Jersy besonders schwere Qualität, für das 1 ’Ss» ou J /.Jag) _ ß eleg. Nachmittagskleid in 6 Farben ncs ■ <l^ » o* ßß \'/////7/////' % '' K'///, 7, ''''^ in nur guten Farben .ec • J" ■ K;vsr" Mcte V * * ~~7 Woll-Streifen in ausgesucht ■' •‘ j,—4 \ ft -A^ > ^1 guten Farben für das elegante Kleid j Oft I 1 ‘ K V Iß ßj ß/ ca- 95 OXI breit Meter 4,HU V/~=“ ■ • ~ - Vi \ Mantel-Stoff sportliche Musterung Ernst-Ludwig-Str. 23 weiche Woll-Qualität \awgg <<>))?/ Georgette-Tücher, schöne bunte Muster WXBO °" 3ta* w K J ll Aus meinem I. Stock /y /ß1l rn hochelegante Sommer-Flauschmäntel, reine Wolle ßl S\ a in schönen Farben . ......... 95,- '//Br/ß Damen - Garnituren, Unterkleider, Nachthemden und Blusen ausgesucht f lf/^ß schöne Qualitäten zu außergewöhnlich niedrigen Preisen.
^^«"’m«r OHUI JHk 4CMUSS ^^^^^^-^knabenbekledun^^R I b ^Verkauf Wilhelminenstraße 17 I \ \ Auch jetet entscheiden die Qualitäten! IfO, Bur.*“Uu?d Herren Herren-Janker Wasch-Joppen Herren-Hemden Unterwäsche 195O 2450 3500 1550 1750 1950 550 675 875 4” 55° 650 j.d>.„,Trik«., 39°° 4600 59OO 23°° 25°° 2950 1050 1 305 1 550 695 7” 8” kurze u. I«ng. Unterhosen 65O° 7gOO 88OO “—' 9zs 1075 1 |SO zu stark reduzierten Preisen und höher Knaben-Janker Straßen-Hosen .<„«,. una noner Sport-Sacco 325 525 72s 975 1 250 155O Polo-Hemden Netz-Jad<en 12JÜ 1800 2900 Bso8so 92s io’, 1000 0900 9700 715 795 095 42s 455 475 59 ®T»., Lederhosen 3300 3300 4400 500 540 57J Sommer-Sacco 0 »,Buchen und Herren KurzeHosentn ulten “ 045O45 Bi± 095 Unterhosen - kurz" 1700 2200 26°° 29« 34« 3900 750 9so „00 °„ 0” r» 2« 2” 29°° 3]oo 32°° 4400 5000 56°° 1300 -1425 16oo undhßh.r 325 340 355 und höher unll höher und un() hgher I- und ^inmaUg) lederhosen für Knaben blaue Arbeitsjacken reine Popelinehemden Restposten Damenkostüme Knaben-Anzüge 600g00 10 12 15 17°° 1900 . Mh., 495 ]]so ]250 von3sooon ÄÄ —— Auswahl
Welthekanntes Nierstein
B. G. Der Name Nierstein wird oft mißbraucht. Es ist durchaus nicht alles Niersteiner Wein, was in den Gebieten jenseits der Weinbaugrenzen unter diesem Namen in die Gläser geschenkt wird. Aber zeugt nicht selbst der Mißbrauch von großem Ruf der alten Stadt und ihrer Weine?
Der echte Niersteiner ist ein Tropfen, der den Vergleich mit den Spitzengewächsen anderer vielgerühmter Weinbaubezirke ganz gewiß nicht zu scheuen braucht. Und wenn der Kenner auf den Flaschen unter der Wachstumsbezeichnung die Namen alter Niersteiner Weingüter findet, dann weiß er auch, wie gut und reell er bedient ist. So hat denn auch der „Niersteiner“ in der ganzen Welt seine Freunde.
Wenn diese Freunde selbst einmal in der feinen, alten Stadt am Rhein gewesen sind, dann steigt im golden funkelnden Glas auch das Bild der Landschaft mit ihren hohen Reizen auf. Am gewundenen, breiten Strom schmiegt sich das Städtchen in die Weinhügel und klettert bis in die Wingerte hinauf. Auf halber Höhe sind die St. Kilianskirche und der uralte Wartturm echte Wahrzeichen der Stadt. Jenseits des Stroms erheben sich hinter weiten Niederungen die Berge des Odenwaldes und bei klarem Wetter rückt von Norden her auch der Taunus in den rslick. Sauber und freundlich sind die Straßen des alten Städtchens, in dessen Gasthöfen und Weinschenken sich der Fremde genau so gut aufgehoben fühlt wie an anderen vielgerühmten romantischen Plätzen des Mittelrheins.
In dieser alten Kulturlandschaft ist es geradezu selbstverständlich, daß hier auch schon die Römer gesiedelt haben. Das Sironabad, eine bekannte Schwefelheilquelle, ein zweitausend Jahre alter Votivstein und eine gut erhaltene Brunnenanlage erinnern heute noch an die Römerzeit. Aus der Zeit Karls des Großen spricht die alte Umfassungsmauer der Martinskirche, ein Rest des Karl’schen Königspalastes, zu uns. Auf dem alten Fronhof wirkten einst die Rittergerichte und der Marktplatz weist noch malerische alte Adelshäuser auf.
Weltbekannt sind die Niersteiner Weine. Bei Touristen und Erholungsuchenden aber sollte mehr noch als bisher bekannt werden, daß auch die Landschaft um Nierstein voller Reize und zu Wanderungen und längerem Aufenthalt geeignet ist. Die gastfreundlichen Menschen der Stadt haben hier noch die echte rheinische Art, ihre alte Kultur macht sich allenthalben spürbar.
Unsere Bilder zeigen: Oben links: Der Wartturm, ein Wahrzeichen Niersteins, alter Turm aus der Ritterzeit. Diente früher als Signalwarte, jetzt ist er Aussichtsturm. — Darunter: die Abtsgasse, eine der alten Straßen am Rhein des romantischen Nierstein. — Oben rechts: Eine schöne Partie mit den berühmten Wingerten im Hintergrund. — Darunter: Der Fronhof (historische Stätte, auf der im Mittelalter das Rittergericht tagte) und die Martinskirche. — Unten rechts: Die St.-Kilians-Kirche mit ihrem charakteristischen Zwiebelturm. Aufn.: K. Eckert
Kaugummi aus Germany
Vor 15 Jahren bezeichnete ein deutsches Lexikon den Kaugummi als amerikanisches Produkt. Eine deutsche Abart war nicht vorgesehen. Das war damals, wo auch ein gewisses Getränk namens Coca-Cola als unerwünscht galt. Als der Krieg zu Ende ging, wurde für Leute in Deutschland die Technik des Kaugummi-Kauens zum Problem. Auf einmal war er in märchenhaften Mengen da. Manche betrachteten es als Zeichen besonderer Loyalität gegenüber der Besatzungsmacht, ihn ohne Unterbrechung zwischen den Zähnen zu haben und nach gehabtem Genuß die graue Masse an die Unterseite von Sitzgelegenheiten oder Tischen zu kleben. Außerdem verfügte, wer kaute, doch offenbar über gute Beziehungen. Auch das war wichtig. Andere wieder verwarfen diese Betätigung als unwürdigen Kollaborationismus. Aber die Sache sollte weniger politisch betrachtet werden. Die Indianer, die schon vor tausend Jahren gummiartige Substanzen kauten, hatten sicher andere Beweggründe.
Es blieb einem Mann namens Wrigley Vorbehalten^ aus dem Saft von Gummipflanzen erstmals jenes Erzeugnis herzustellen, das alsbald als Kaugummi um den Erdball ging. Er schickte sämtlichen Telefonteilnehmern von Neuyork ein Gratismuster zu und der Erfolg war durchschlagend. 1949 kamen drüben 148 Stück auf den Kopf der Bevölkerung, ein Zeichen, daß es sich hier nicht um eine kurzlebige ’ Modetorheit handelt. Der Kaugummi hat eine vorzügliche Eigenschaft: er wirkt beruhigend. Wer vor lauter Nervosität und Aerger am liebsten sein Schnitzel an die Wand werfen möchte, wird mit einem Kaugummi sein Gleichgewicht wiedergewinnen. Natürlich hat man solche und ähnliche Erkenntnisse auch bei uns gewonnen, und so lief denn eine beschränkte Produktion für die Wehrmacht an. Die deutschen Soldaten ihrerseits stellten bald fest, daß in keiner amerikanischen Armee-Ration ein Päckchen Kaugummi fehlte. Sie lernten seine Wirkung überall dort schätzen, wo nicht geraucht werden durfte. Nach dem unvergleichlichen Boom der ersten Nachkriegszeit wäre der Kaugummi wahrscheinlich ein sehr kostspieliger Artikel geworden, wenn es nicht inzwischen eine eigene deutsche Industrie dafür geben würde, denn Kaugummi wird nur auf verbotenen Wegen importiert.
Da uns die Rohstoffe fehlen, hat man einen Ersatz produziert, der sich aber zum Original verhält wie etwa Nylon zur Seide. Die deutsche Substanz eignet sich viel besser zur Aufnahme von Zusatzstoffen, hält den Geschmack länger (man kann sich eine Stunde für fünf Pfennig amüsieren) und klebt nicht am Gaumen, so daß es nicht notwendig wird, beim Kauen die normalen Gesichtszüge seltsam zu verändern. Die größte deutsche Fabrik hat als neuestes Erzeugnis einen Penicillin-Kaugummi entwickelt, der sogar über eine eitrige Zahn- oder Halsentzündung hinweghilft. Sie arbeitet Tag und Nacht in drei Schichten und auch ihr Export steigt. Nur gibt es draußen manchmal Vorbehalte, weil der Geschmack „zu“ lange vorhält, was sich umsatzmindernd auswirkt. Es ist wie mit dem längst erfundenen ewigen Streichholz. Wer sich an den Kaugummi gewöhnt hat, möge jedenfalls die tröstliche Nachricht vernehmen, daß er auf ihn in Zukunft nicht einmal mehr aus weltanschaulichen Gründen zu verzichten braucht. Dr. Herwig Weber
Margaert Rose REBELLIN GEGEN DIE TRADITION
7. Fortsetzung
Und das zweite Mal kam Margaret Rose zu Elisabeth, nachdem Prinz Charles geboren war. Nun wußte sie, daß sie für die Welt „Charleys Tante“ geworden war. Sie konnte es nicht verwinden, daß Lillbet ihr zwei gewaltige Etappen voraus war. Und noch einmal zischte sie ihrer Schwester zu:
.Demnächst heirate ich auch.“
Lilibet war diesmal schon etwas ruhiger, denn sie hatte gesehen, wie die Beziehungen zu dem Marquis von Blandford erkaltet waren — jedenfalls sah es so aus — sie wußte auch, daß Magy sich mit Lord Derby nicht mehr so verstand, daß man ihn als Heiratskandidaten hätte bewerten können. Sie spöttelte also ein wenig:
„Wenn du auch die Prinzessin im Hintergründe bist, die beinah tun und lassen kann, was sie will — mit dem Heiraten mußt du doch vorsichtig sein. Da bestimmen Mama und Papa und die Mitglieder des Kabinetts und die Herren vom Protokoll und die Hofdamen!“
Margaret Rose bekam ganz kleine Augen und flüsterte Lilibet zu:
„Besinn dich, Lilibet, ich bin in Schottland geboren. Zum Glück gibt es noch einen Schmied von Gretna-Green!“
Elisabeth wurde ganz anders zu Mute. Dieser kleine Teufel, diese Magy, schien handfeste Pläne zu haben. Es kostete eine gute Woche diplomatischer Ueberzeugungstaktik, um Magy beizubringen, daß der Schmied von Gretna-Green auch keine Zauberheirat mehr vollziehen könnte.
„Aber ich habe doch gehört, daß ein Graf von Westmorland, ein Lord Ellenborough, ein Sheridan und ein Mann wie der Lordkanzler Erskine in den Registern des Schmieds von Gretna-Green verzeichnet stehen!“
Sie spielte auf Gretna-Green, jenes kleine Dorf in der schottischen Grafschaft Dumfries an, unmittelbar an der englischen Grenze. Weit über das englische Inselreich hinaus waren die Trauungen durch den „Schmied von Gretna-Green“ weltberühmt geworden. Bis zum Jahre 1754 galten auch für England jene Bestimmungen des kanonischen Rechts, wonach jede Eheerklärung zweier Personen vor einem Priester, einem Friedensrichter oder Notar als vollzogene Ehe zu betrachten sei. Als diese Bestimmung für England fiel, wendeten sich zahlreiche Liebespaare, die es mit ihrer Eheschließung sehr eilig hatten, oder aber — die eine Trauung nach den alten heiligen Gesetzen für besser hielt, nach Gretna-Green, der ersten Station auf schottischem Boden, wenn man von England kam. Dort war zufällig der Friedensrichter anfangs ein Tabakhändler und später ein Schmied. So kam es denn, daß zahlreiche Ehen -in Gretna-Green zustandekamen — bis endlich durch Parlamentspakte alle in dieser Weise geschlossenen Ehen von einem Stichtag an für ungültig erklärt wurden und auf heimliche Trauungen dieser Art Strafen ausgesetzt werden konnten.
Und ausgerechnet Margaret Rose, die man mit dem englischen Gesetz natürlich nicht belangen konnte, da sie als Mitglied des Königshauses nicht vor den Richter gebracht werden konnte, wollte sich eines solchen Tricks bedienen, um über Nacht wenigstens den einen Vorsprung wieder aufholen, den Lilibet vor ihr voraushatte.
Die Psychologen blinzelten einander zu und wußten, daß sie vor Jahren schon recht gehabt hatten, als sie klug überlegten, daß zwischen den Geschwistern der übliche Wettbewerb, der Wettlauf um den größeren Erfolg, als Motiv allen Handelns zu betrachten war.
Aber dennoch blieb Lilibet Margaret Roses allerbeste Freundin. Und es gibt für Margaret Rose keine schöneren Stunden der Entspannung, als wenn sie als Charlys Tante mit dem kleinen Charles herumtollen kann.
Allerdings war sie recht froh, als Philipp in Erfüllung seiner Pflichten als Marineoffizier dienstlich nach Malta abgeordnet wurde. Sie war froh aus zwei Gründen: jetzt konnte sie Lilibet viel öfter besuchen. Elisabeth konnte nicht so hart und so streng und so ablehnend sein, wenn sie mit Charles noch etwas spielen wollte. Und außerdem war Philipp ein sehr energischer Mann, der mehr als einmal Margaret Rose den Kopf wusch und sich zum Verteidiger der Prinzipien machte, die die alten konservativen Lords hinter der Hand, aber doch deutlich vernehmbar für ihn, in der Absicht, daß er es Margaret Rose weitersagte, predigten. Natürlich durfte sie nicht soundso oft mit Freunden und Freundinnen zum Tanz gehen und erst in später bzw. spätester Nachtstunde heimkehren! Als sie bei Philipp und Elisabeth in jenem Landhaus, das diese außerhalb von London bewohnen, wieder einmal für ein paar Tage zu Gast war, und von einer „Party“ morgens gegen vier Uhr zurückkehrte, hatte Philipp, der Energische, die
Gartentore abgeschlossen und verweigerte ihr den Einlaß. Sie mußte tatsäch^ lieh nach London zurück.
Und als sie ein paar Wochen später wieder zu Besuch war und morgens aus ihrem Zimmer in die Küche telefonierte, daß sie gern im Bett frühstücken möchte, erschien Philipp in höchsteigener Person an Magys Schlafzimmertür und pochte dort so energisch an, daß Magy es aufgab, weiter auf ihrem Bettfrühstück zu beharren. Eine Viertelstunde später saß sie brav und sittsam bei den anderen am Frühstückstisch.
Es gibt sogar Leute, die behaupten, daß Philipp das Zeug dazu hätte, aus Margaret Rose ein ganz braves und schlichtes Prinzeßchen zu machen. Das fühlt Magy wohl auch, und deshalb hat sie gar nichts dagegen, daß er in Malta Marinedienst zu absolvieren hat
Denn nun kann Margaret Rose ihre Bewerber und Verehrer, die ihr dann und wann zuflüstern „Ich liebe Sie, M’am!“ weiter an der Nase herumführen und mit dem Schwarm ihrer Freunde erst ins Theater gehen und nach dem Theater in die „Society“ oder in die „Bagatelle“ oder in eins der anderen eleganten Restaurants, um zum Schluß im „Klub der Vierhundert“ zu landen.
„Ich habe nie in meinem Leben eine s® zähe und ausdauernde Tänzerin gesehen wie Margaret Rose!“ gestand ein so hervorragender Tänzer wie Major Telfor-Smollet, der erst, weil er auf der Liste der Anwärter stand, einmal Margaret Rose zum Tanz führen durfte und sie nachher zum Tanz führen mußte, weil sie sich in ihn — oder in sein Tanzen? — verliebt hatte.
„Selbst nachts um zwei oder drei oder um vier Uhr ist sie noch nicht müde. Uns fallen manchmal die Augen zu. Sie möchte immer noch weiter tanzen! Und dabei denken wir daran, daß drüben hinter den schon längst verdunkelten Palastfenstern die Hofdame vom Dienst wartet, und draußen in der Garderobe gähnend die Männer von Scotland Yard sitzen, die die Aufsicht haben."
Man versteht es also, wenn im Buckingham-Palast und weit über dessen Mauern hinaus viele Engländer es gar zu gern sehen möchten, daß die alte schottische Weissagung recht behielte. Dann hätte also Margaret Rose nur noch rund neunzig bis hundert Tage vor sich, in denen sie sich wie an einem Polterabend, an dem man nicht schlafen geht, austoben kann.
(Fortsetzung folgt)
Margret Rose in einem Kinderheim
Feuilleton
Illustrationskunst des Jugendstils
ZUR AUSSTELLUNG „TAUSEND JAHRE BUCHILLUSTRATION“ IN MAINZ
Der Jugendstil gilt heute als eine Kuriosität, von der man nicht weiß, ob sie zur Kunst oder zum Kitsch gehört. Man hat unwillkürlich die Vorstellung von Sonnenblumen, Tulpen und himmelstürmenden Hdlden überm Kanapee. Unser Gefühl schwankt seltsam zwischen Tandaradei und trotzigem Pathos, wenn uns der „Uebermensch“ zwischen lieblichen Blumenranken begegnet. An all dem sind nicht zuletzt die traurigen Ueberreste dieses Stils schuld: die Germania-Briefmarken im Album, der Schnörkelstuck an den Decken, Fassaden und Baikonen und die unaussprechlich süßen Schlafzimmerbildchen. Es ist kurios, daß eine Zeit, deren Kunstschaffen von abertausend Argusaugen bewacht, registriert und beurteilt wird, ausgerechnet jene Stilepoche verkennt, die entscheidend ihr Antlitz prägte. Denn in Wahrheit beginnt mit dem Jugendstil, mit der Abkehr vom Impressionismus, die eigentliche moderne Kunst. Er ist keineswegs nur eine „teutsche“ Bewegung, seine Stilgesetze wirken ebenso typisch im französischen Raum. Auch beschränkt er sich nicht allein auf das Gebiet der Malerei, es machen vielmehr alle Kunstgattungen um jene Zeit die eigentümliche Wendung ins Mythische und Mystische mit. In der Literatur äußert sich das in den zwei scheinbar so unverträglichen Zweigen des „Symbolismus“ und „Naturalismus“, wobei ersterer den Gehalt, letzterer den Stoff behandelt. In der Malerei fallen unter den eingefleischten Impressionisten und Pointilisten die Außenseiter Cezanne, Gauguin und van 'Gogh ins Auge, Maler, denen die Linie plötzlich mehr bedeutet, als die getupfte Fläche.
In der Tat ist die Linie der Schlüssel zu dem radikalen Umbruch, der sich um die Jahrhundertwende zu vollenden beginnt. Die Fläche ist ihrer Natur nach Masse, Erscheinung des Materials. So muß der Impressionismus, jene sensible Lust an der Fläche, in einer Masse von Punkten, im krassen Materialismus enden: Sinn und Ziel eines ganzen Jahrhunderts. Aber abseits vom Strom bereitet sich die „neue Linie“ vor. Im vagen Schein der schillernden Flächenhaut wird unnatürlich hart das Gerüst der Dinge deutlich, die scharfe Kontur wächst, und schließlich, nach kurzer Zeit, offenbart sich das innere Skelett: Wesen und Gesetz. Die Welt verliert ihre fühlbare Kompaktheit, sie wird zum durchsichtigen Symbol, besser: zum Modell ihrer eigenen Möglichkeiten. Davon spricht Nietzsches „Zarathustra“ ebenso vieldeutig wie Hauptmanns Märchendrama, Maeterlincks Visionen sagen es genau so inbrünstig wie Strindbergs „Traumspiel“. Ueberall gärt es gefährlich in den Dingen und Köpfen, und bald brechen die Köpfe auf zum neuen Raum, von dem Rilke verkündet, daß er reiner sei und die Dinge verwandle, „wie sie selber niemals innig meinten zu sein.“
Die Expressionisten machen fast alle das Anfangsstadium des neuen und deshalb „jugendlichen“ Stils durch: Kafka in der „Neuen Welt“ des Romans „Amerika“, Rilke im „Cornett“, Barlach in frühen Zeichnungen, Marc in den ersten Gemälden und Klee in kühnen allegorischen Radierungen. Der Jugendstilmaler par excellence aber ist van Gogh, bei dem die Schnörkellinie Orgien des Ausdrucks feiert und die Sonnenblume zur Gloriole neuen Menschentums wird. /
In diesem Zusammenhang erscheint die Illustrationskunst, von der die heute übliche Bezeichnung „Jugendstil“ entscheidend ausgegangen ist, wie eine liebliche Miniatur des großen Kulturgebäudes, über dessen Eingangspforte „20. Jahrhundert“ steht. Es ist aufschlußreich, daß gerade das Büch zur Entwicklung der neuen Linie zwang. Auch hier herrscht zunächst, seit der Renaissance, die durch pompösen Aufwand verhüllte Fläche, auch hier endet es in einem Exzeß des Malerischen, im verschleiernden Impressionismus. Aber die Koppelung der Illustration mit dem gleichbleibend linearen Buchstaben zeigt dem gröbsten Auge, welche Kluft sich aufgetan hat. Bild und Buch scheinen hoffnungslos isoliert wie alles im Zeitalter des Individualismus, der strenge Buchstabe wird durch das formlose Bild verweichlicht, die Textseite zerfällt.
An dieser zunächst rein ästhetisch bestimmten Stelle setzt der Jugendstil ein, angeregt durch den englischen Kunstgewerbler William Morris. Neugegründete Zeitschriften fördern die junge Bewegung: der von O. J. Bierbaum geleitete „Pan“, die berühmte „Insel“ und die von G. Hirth herausgegebene „Jugend“. Es wachsen Buchverlage aus dem Blätterwald, die die Tradition der mittelalterlichen Druckkunst erneuern, und auch sie, wie z. B. der „ Diederichs-Verlag“, schließen sich der jungen Bewegung an. Die Titel ihres Verlagsprogramms weisen genau dort hin, wo sich einst in wesenhaften Linien und durchsichtig reinen Farben der schauende Geist sublimiert hatte: nach dem gotischen und romanischen Mittelalter, nach Byzanz, Persien, Indien, China und der Südsee. Die Mythen dieser Regionen werden plötzlich wieder aktuell genug, um in kostbaren Liebhaberausgaben veröffentlicht zu wenden. Solchen Texten kommt der Jugendstil so gern entgegen wie weiland der Wunschprinz dem verborgenen Dornröschen. Revolutionäre Schriftkünstler und Illustratoren nehmen §ich der Stoffe an und schaffen mustergültige Bücher, in denen Bild und Schrift zu organischer Einheit verwachsen sind. E. R. Weiß illustriert Rilkes „Geschichten vom lieben Gott“, Melchior Lechter den „Teppich des Lebens“ von Stefan George. Josef Sattler wendet sich der Nibelungen-Sage zu und erreicht in der Farbgebung die Grenze, hinter der das Kinderbuch und der Kitsch beginnt In der „Jugend“ erscheinen orientalische Reminiszenzen. F. W. Kleukens illustriert den „Reineke Fuchs“, Salomos „Hoheslied“ und das Buch „Esther“. Im Münchener Kalender wird die Gotik in naiven Holzschnitten lebendig, und so könnte man die Reihe beliebig vermehren, wozu die Ausstellung reichlich Gelegenheit gibt.
Sie zeigt auch, wie vom Jugendstil aus die Entwicklung folgerichtig über den Expressionismus zur abstrakten Illustration verläuft, wie sie in Deutschland von Baumeister (Shakespeares „Sturm“) und von Klee (Kongeniale Einfälle zu Novalis’ „Jüngling von Sais“) bekannt sind. Die erste Blütezeit ist jedoch unwiederbringlich vorbei. Das Buch fällt zunehmend der Vermassung anheim, Luxusdrucke werden selten und übrig bleibt das kahle Textbuch für die Reise. Welcher Gegensatz zu Gutenbergs Zeiten: dort lebte das Bild mit dem Wort belehrend, unter profansten Schichten, hier ist Illustration zum geschmäcklerischen Genuß für Bibliophile geworden, oder zum museumsreifen Objekt, das die Ausstellungen ziert. Nur in Kinderbüchern hat sich ein Hauch der hohen Kunst erhalten. Vielleicht ist die Welt der Kinder der Kunst am nächsten.
Günter Pfeiffer
Heinrich Mostape: Stefan George
Musikkongresse in Lüneburg
In Lüneburg, der wunderschönen, völlig erhalten gebliebenen Heidestadt, tagte vom 16. bis 20. Juli der erste allgemeine Musikwissenschaftliche Kongreß. Daß dieser von der Gesellschaft für Musikforschung einberufene erste internationale Kongreß im Nachkriegsdeutschland des Westens zu einem vollen Erfolg geführt hat, ist das besondere Verdienst des rührigen Präsidenten der Gesellschaft für Musikforschung, Prof. Dr. Friedrich Blume (Kiel). Blumes ausgezeichnete Beziehungen zum Ausland hatten zur Folge, daß zahlreiche prominente Forscher aus Italien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und auch England ihre Teilnahme zusagten. Johann Sebastian Bach und die 200 jährige Wiederkehr seines Todestages gaben dem Kongreß das Gepräge. Das kam auch besonders zum Ausdruck in den zahlreichen Vorträgen und Referaten, die sich mit der Figur des großen Thomaskantors beschäftigten. Höhepunkte des wissenschaftlichen Teils des Kongresses waren die öffentlichen Vorträge von Prof. Dr. Arnold Schmitz (Mainz) und Prof. Dr. Heinrich Besseier (Jena) über „Die oratorische Kunst Johann Sebastian Bachs“ und über „Bach als Wegbereiter“. Aber auch Ausländer wie Prof. Robert Haas (Wien) und Dr. H. F. Redlich (England) sprachen über „Bach und Wien" und „Anfänge der Bach-Pflege in England“. Die zahlreichen und ausgezeichnet organisierten Konzertveranstaltungen des Kongresses (die in den herrlichen Bach-Kirchen Lüneburgs stattfanden) beschworen Bachs überzeitliche Figur herauf. Tiefsten Eindruck vermittelte die Aufführung der Matthäus-Passion in der Johanniskirche, ausgeführt vom Bremer Domchor unter Leitung seines Domkantors Prof. Liesche. Vollendete Aufführungen der selten zu hörenden Motetten, der Kantate „Gott soll allein mein Herze haben“ und vieler herrlicher Orgelkompositionen bewiesen das erstaunlich hohe Niveau der Lüneburger Chorvereinigungen und Organisten. Ein Kammerkonzert der belgischen Kammermusikvereinigung „Pro Musica Antiqua“ mit einem erlesenen Programm frühmittelalterlicher und frühbarocker Musik auf alten Instrumenten stellte den Zusammenhang mit Bachs geistiger Vergangenheit her. Die Stadt Lüneburg überbot sich an Gastfreundschaft und organisatorischer Hilfsbereitschaft und sorgte für das leibliche Wohl der zirka 350 Kongreßteilnehmer in vorbildlicher Weise.
Den gesellschaftlichen Höhepunkt und Abschluß des musikwissenschaftlichen Kongresses bildete eine Fahrt in das Wilseder Naturschutzgebiet der Lüneburger Hedde, an dem bereits die Teilnehmer des zweiten Weltkongresses der Musikbibliotheken teilnahmen, der sich vom 20. bis 22. Juli an den ersten Kongreß unmittelbar anschloß und gleich ihm in den Prunkräumen des alten Lüneburger Rathauses tagte. Dieser zweite Kongreß, der das gute Werk des ersten Weltkongresses der Musikbibliotheken in Florenz vom Vorjahre fortsetzte, war vielleicht noch stärker auf eine internationale Note abgestimmt. Präsident des Kongresses war M. Valentin Denis (Löwen), und unter den wichtigsten Sprechern' befanden sich internationale Berühmtheiten wie Felix Raugel (Paris), Vladimir Fedorov (Paris), der Leiter der Musikabteilung der Pariser Nationalbibliothek, sowie J. H. Davies, der Bibliothekar des britischen Rundfunks. Die zahlreichen Beschlüsse des Kongresses gaben dem allgemeinen Bestreben aller Kongreßteilnehmer nach verstärkter internationaler Zusammenarbeit und wirksamerem geistigem Austausch zwischen den einzelnen Nationalbibliotheken lebhaftesten Ausdruck. Von deutschen Vertretern der Musikwissenschaft und der Musikbibliotheken wurde immer wieder der ungebrochene Zusammenhang mit der deutschen Ostzone betont, und die wenigen, aber prominenten Mitglieder, die aus der deutschen Ostzone herbeigeeilt waren, standen im Mittelpunkt besonders herzlicher Ovationen. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß auch ein Vertreter von UNESCO (Paris), Dr. Lauter, an beiden Kongressen teilnahm und das besondere Wohlwollen und die finanzielle Unterstützung dieser großen internationalen Organisation durch Wort und Tat bewies. Der harmonische Gesamteindruck beider Kongresse, die ohne das organisatorische Geschick und den geistigen Weitblick Friedrich Blumes in dieser Geschlossenheit sich nicht hätten verwirklichen lassen, kann als ein besonderes Aktivum in der kulturellen Bilanz des heutigen Deutschlands gebucht werden. H. F. Redlich.
Schatten auf der Oberlippe
VON PETER SCHERFrau Elisabeth hatte auf der Oberlippe einen zwar nur eben angedeuteten, aber doch bemerkbaren Schattenstrich, den Uebelwollendet vielleicht gar als Schnurrbart bezeichnet haben würden. Sehr temperamentvolle und willensstarke Frauen haben dergleichen manchmal; es ist durchaus kein Schönheitsfehler, man kann es im Gegenteil unter Umständen als einen Reiz für sich empfinden. Na schön — Robert, auch Bobby genannt, der eher etwas weich, als männlich triumphal geartet war, sah die aparte Verzierung der Oberlippe seiner Frau manchmal mit einem sinnenden Ausdruck von der Seite an — zum Beispiel, wenn Elisabeth unerwartet Fragen wie diese an ihn richtete: „Sag mal, lieber Bobby, wieviel Zigaretten hast du nun heut nachmittag schon wieder in die Luft geblasen?“
Es war nicht immer leicht, derartige Fragen so zu beantworten, daß sich absolute Uebereinstimmung zwischen den Eheleuten ergab.
Beim großen Pan! dachte dann Robert wohl, seinen Lieblingsausruf gebrauchend, mit einem kleinen Seufzer. Und beim kleinen Pantoffel meiner Frau, unter dem ich stehe (und mich im ganzen sehr wohl befinde) — warum muß es eigentlich so eingerichtet sein, daß sie dem Zigarettenrauchen im gleichen Maße abgeneigt ist wie ich es mit Vergnügen betreibe? Indessen — weshalb soll ich, um mir egoistisch Genüsse zu bereiten, ihr auch nur für Minuten die Laune verderben! Ich rauche eben öfter einmal, wenn sie nicht da ist — das kränkt sie nicht, weil sie es nicht sieht und für mich bedeutet es einen kleinen spitzbübischen Extragenuß, mir einzubilden, daß ich gar nicht unter dem Pantoffel stünde.
Einmal kam Roberts alter Studienfreund Wulle zu Besuch, den Elisabeth besonders protegierte, weil er Nichtraucher war. Ihn fragte der Hausherr beiläufig, oh er — Hand aufs Herz, alter Wulle! — wohl den Eindruck habe, daß er, Bobby, ein wenig unter dem Pantoffel stehe. Darüber Aufschluß zu erhalten, würde ihn — beim großen Pan! — schon interessieren.
„Und wenn es der Fall wäre!“ sagte der Freund mit einem liebenswürdigen Lächeln. „Es käme immer darauf an, ob du dich in dieser Position wohlfühlst oder nicht — und wie ich sehe, ist das ja doch der Fall. Ob ihr zwei über die Zweckmäßigkeit des Zigarettenrauchens genau der gleichen Meinung seid oder nicht — das scheint mir gar nicht wesentlich zu sein. Ich selbst rauche ja nicht — aber dafür qualmt meine Konstanze wie ein Schlot und wir vertragen uns prächtig, obgleich ich ihr Laster manchmal, pedantisch wie ich leider bin, ganz gern zur Zielscheibe meines Spottes nehme.“
„Aha“, sagte Robert und machte mit einer Kopfbewegung nach Elisabeth, die man durchs Fenster im Garten sah, mit dem Zeigefinger eine den Schatten auf ihrer Oberlippe andeutende Bewegung. Dann fuhr er fort: „Deine Konstanze ist eben doch nicht so betont willensstark wie Elisabeth. Das wird es wohl sein, mein Bester.“
„Wer weiß“, sagte Wulle, „bei uns ist es eben mehr so, daß wir beide unterm Pantoffel stehn — ich unter ihrem und sie unter meinem. Auf die Art geht es ausgezeichnet.“
„Das ist eine glorreiche Idee!“ schloß Bobby die Auseinandersetzung ab — „ja, s o werden wir es uns in Zukunft auch einrichten . . . Elisabeth ist ja doch eine Seele von einer Frau . . . nur eben ... da sitzt der Haken in der Wand: Wenn sie nur den Strich auf der Oberlippe nicht hätte!“
Unsereiner uird immer kleiner
ROMAN VON HANS WOERNER6) Copyright by Dr. Alexander Fachs, Braunschweig
Und es ist ganz zwecklos, sich auf eine Auseinandersetzung darüber einzulassen, denkt Knut Steen. „Ich weiß wirklich nicht, warum ich es nicht tun sollte“, ruft er aus einem plötzlichen Aerger. „Es ist doch alles Unsinn, was Papa dagegen verbringt, daß ich Einfahrer werden will. Und Vor allem will ich es eher. Es macht mir Freude. Ich habe gute Freunde dabei. Ich verdiene Geld, unld ich i^ehe etwas von diesem Lande. Und so tue ich es ietztl“
„Aber Papa hat ganz recht damit, daß du nicht weiterkommst, Knut. Schließlich hast du das Abitur und drei Jahre Technikum. Du würdest dort ewig immer nur neue Automobile fahren, meist auf der Einfahrbahn, immer den gleichen Typ, und von den Äblieferungsreisen kommst du mit der Eisenbahn zurück. Ist das genug für ein ganzes Leben?“ entgegnet Frau Steen seufzend.
„Wer sagt denn, daß es für mein ganzes Leben genug sein soll?“ ruft Knut wütend. „Niemand außer dir sagt solchen dramatischen Unsinn, Mama. Weil unser Vater nicht aus der Firma herausgefunden hat und sich darum entschloß, sogar stolz darauf zu sein, verlangt man von mir, etwas ähnlich Verrücktes zu tun. Laß mich bitte zu Ende reden“. Knut springt auf und stemmt seine Beine breit auf den Steinfußboden. Er schiebt seine Hände in die Hosentaschen, und seine Mutter findet immer, Knut sehe dann aus, als halte er die Taschen voll harter Nüsse, um sie eine nach der anderen herauszuholen... zum Knacken ... für andere.
„Ich will dir endlich einmal sagen, daß ihr völlig verbiestert seid mit euren Ansichten über angemessene und aussichtsreiche Berufe. Mir dreht sich der Darm um, wenn ich mir ausmale, ich soll dreißig Jahre am selben Pult sitzen oder hinter der gleichen Sache herlaufen. Ich werde auch nicht Einfahrer, um eben Einfahrer zu sein, sondern wirklich, um irgendwie herumzukommen. Ich will möglichst viele Chancen haben,, irgendetwas zu sehen und irgendeine neue Spur zu entdecken, der ich folgen kann, wenn ich es will.“ Knut stoppte sich ab. Er winkt mit der Hand abwärts, wie man es tut, wenn man es zwecklos findet, einem gleichgültigen Menschen Vernunft zu empfehlen. Er kramt in seinen Hosentaschen findet seine Zigaretten.
„Gib mir mal eine neue Packung Streichhölzer, Mama“, brummt er. Seit sie den Topf wegstellte,1’ in dem die Milch anbrannte, haben Eva Steens Hände nicht aufgehört, ein wenig zu zittern. Jetzt mit den Streichhölzern für Knut zittern sie wirklich sehr.
Knut sieht es.
»Es ist lächerlich, sich darüber aufzuregen, Mama“, sagt er böse. „Es ist ganz ausgesfanden, daß ich morgen als Einfahrer bei Sirius anfange. Papa soll sich auf den Kopf stellen,' wenn Du es ihm säest"
Da ist er wieder, dieser schreckliche Beweis dafür, daß es in meiner Familie keine Einhelligkeit gibt, erschrickt Eva Steen. Es ist Knut einerlei, wie sein Va¬ *#er über ihn denkt, und es ist ihm ebenso gleichgültig, welche Sorgen ich um ihn habe.
„Du bist ein Abenteurer, Knut“, sagt sie streng, ihre Stimme klingt kühl und tadelnd.
„Dann bin ich eben ein Abenteurer“, tobt Knut zornig. „Es wäre ein Wunder, wenn man in einer solchen Familie nicht zum Abenteurer würde, weil es einfach der einzige Ausweg ist.“
Er dreht um und geht aus der Küche. Er nimmt die kleine Treppe, die von der Diele in das Obergeschoß führt, und droben wirft er die Tür seines Zimmers hinter sich zu.
Frau Steen setzt sich neben dem Eisschrank auf den Stuhl, der sonst keinen anderen Zweck hat als den, daß Knut und ihr Mann die Füße darauf stellen, wenn sie ihre Schuhe putzen. Sie weint
Durch ihre den Blick glitzernd trübenden Tränen hindurch sieht sie zur Uhr. Es ist sechs Uhr zehn Minuten.
Steen, ihr Mann, ist jetzt schon eine volle Stunde aus dem Hause, um seine Tochter zu suchen...
8.
Georg J. Steen fappf über die nassen Wege der städtischen Parks, und bisweilen tappt er in eine Pfütze und spürt, wie das Wasser zu seinen ohnehin schon nassen Füßen dringt. So ist das, denkt er bitter, man bezahlt seine Steuern jahrein jahraus, aber diese Hornochsen von Sfadtbeamten denken nicht daran, etwas an unseren Wegen machen zu lassen.
Er ist in einer schrecklichen Lage, er ist einfach schon .zu lange unterwegs, um noch ohne das Mädchen nach Hause kommen zu können. Wenigstens ist es so seine Meinung.
Nicht nur seine Schuhe sind durchnäßt. Dieser nieselnde, sich gelegentlich in dicken Tropfen ausschüttelnde Herbstnebel hat seinen ohnehin nassen Hut zu einem scheußlichen Ding gemacht, das ihm wie ein vollgesogener Schwamm auf dem Kopfe liegt. Von den Aermelkanten seines Mantels tropft es auf seine Hände, vor seinen Knien schlappen die durchfeuchteten Manfelschöße wie Waschlappen. Aber er denkt, daß er um keinen Preis der Welt umkehren wird, ehe er Mary gefunden hat.
So viel er diese Sache übersieht, tut er seine verdammte Pflicht, denkt Steen grimmig. Immer ist es das Einzige, was von diesem ganzen Humbug des Lebens übrig bleibt, daß man seine Pflicht tot. Man hat nichts davon, niemand rechnet es einem an, nicht einmal wird der Unsinn des Daseins dadurch wirklich erträglicher. Aber man tut eben dennoch seine Pflicht, wie man sie immer getan hat Gerade patscht Georg J. Steen wieder in eine Pfütze, und sie ist so groß, daß er, beiseite springend, doch nur wieder in derselben Pfütze steht, aber es macht ihm gerade deshalb nicht mehr vjel aus., eigentlich ^ar nichts. Er findet es allenfalls lehrreich, für sich und für die Leute daheim, daß er hier einfach durch alles hindurch muß, was das Leben bereit hält, damit man daran abnutzt. Und das ist immer das gleiche, grübelt Steen gallig und mit hämischer Freude. Und es war immer so.
Man wird von lauter Irrtümern in das Leben hineingelockt, lauter Prospekte in diesem Leben narren einen Mann, Prospekte von Kinderheimen und Lehranstalten, Prospekte von Badeorten, wo man eine Frau kennen lernt, Prospekte von Eigenheimen, die man für ein geringes Eigenkapital bauen kann... und irgendwie steckt es in einem selber, daß man sich von jedem neuen Abschnitt des Lebens zunächst einen Prospekt ausdenkt. Man stellt sich in Gedanken selber in solch ein buntes Bild, wie es die Werbeleute machen lassen, um ihre tausend Dinge zu verkaufen.
Steen stutzt. Ich sollte Mary beiseite nehmen, sobald ich sie finde, und ihr raaten, daß sie um Himmels willen, niemals heiraten soll, niemals, nicht diesen kleinen Drogerieangestellfen, und keinen anderen. Ich sollte Knut raten, sich niemals ein Haus zu bauen, weder ein großes noch ein kleines, weder in dieser Stadt hier noch irgendwo anders Es sind immer andere, die den Vorteil'davon haben, wenn sich jemand ein Haus baut. UB
Welch ein Unsinn ist das alles.
Marys Vater vergißt für eine ganze Weile, aus welchem Grunde er hier her umfappt, er vergißt es über seiner ärgerhchen selbstzerfleischenden Abrechnung mit dem Leben. Ä
Er half es für sinnlos, für ein nutzloses Gezappel, für eine Art Fliegenfänger, der nuf einer nach Honig duftenden Masse bestrichen ist, die in Wirklichkeit einen Leim darstellt in dem man sfeckln bleibt und angsterfüllt umhertrampelt bis man vor Erschöpfung stirbt. Und es macht ihn wütend, es so zu sehen Fr glaubt ernsthaft, immer nur betrogen 'worden zu sein, nicht zum kleinsten Teil SF?e? ei=ene?> törichten Vorstellun¬ - ^at ,es Sl^ sanz anders voteestellt, einer der wichtigsten Angestellten des großen Kaufhauses zu sein? Er war sich ganz dafür einzusefzen, daß alles dort so gut gehe, wie es nur mö<snpr ^r €r rannte sich seine Hörner ein ehe sie noch ganz ausgewachsen haus'1 eteneßrind65 “ die^m Kauf' naus ein r>rana aus.
(Fortsetzung folgt.)