Wechselvolle Kämpfe in Korea
Planmäßiger Rückzug der Amerikaner / Yongdok von den Nordkoreanern zurückerobert
Taiku, 23. Juli. (AP./dpa/BBC.) Im Kampfraum Taidschon-Kumschon ist es den Nordkoreanern gelungen, die amerikanische Verteidigungslinie weitere 25 Kilometer nach Südosten zurückzudrücken. Die Hafenstadt Yongdok an der Ostküste ist nach heftigen Kämpfen von den Nordkoreanern zurückerobert worden.
Die amerikanischen Einheiten im Mittelabschnitt der Front mußten unter dem heftigen Druck der umgruppierten nordkoreanischen Kampfgruppen ihre ausgebauten Stellungen räumen und sich auf ein Verteidigungssystem zurückkämpfen, das sich immer mehr der endgültigen Verteidigungsfront für den Brückenkopf Pusan nähert. Der nordkoreanische Angriff wurde mit Heftigkeit vorangetragen und folgte vor allem der Rollbahn Taidschon-Yongdong. Mit Bazookas und in Zusammenarbeit mit der schweren Artillerie gelangen den Amerikanern zahlreiche Panzerabschüsse.
108 abgeschnittene amerikanische Soldaten schlugen sich durch das gebirgige und waldbedeckte Gelände und haben sich mit zahlreichen Verwundeten auf ihren Gefechtsständen zurückgemeldet.
General Dean, der Kommandeur der 24. Division, der vom Hauptquartier Generals Mac Arthur offiziell vermißt gemeldet war, ist immer noch nicht zurückgekehrt. Es wird befürchtet, daß er verwundet in die Hand des Feindes gefallen ist. Im Kampfraum Kumschon hält der Druck des Feindes an, ohne daß die amerikanischen und südkoreanischen Verbände jedoch Raum aufgeben mußten.
Die Umfassungsbewegung in südöstlicher Richtung der nordkoreanischen motorisierten Einheiten hält an. Die Hafenstadt Kunsan an der Westküste wurde eingenommen.
Im Ostabschnitt wurde nach wechselvollen und erbitterten Kämpfen das völlig zerstörte Yongdong an der Küstenstraße, 160 km nördlich Pusan, von den Nordkoreanern zurückerobert. Einheiten der 1. amerikanischen Kavalleriedivision hatten am Samstag, unterstützt durch schwere Schiffsartillerie und pausenlos angreifende Verbände der taktischen Luftwaffe die Nordkoreaner aus der Hafenstadt geworfen. Die in Stärke eines Regiments zum Gegenangriff eingesetzten Nordkoreaner zwangen jedoch die amerikanischen Einheiten, das gewonnene Gebiet wieder aufzugeben.
Das Hauptquartier des Generals Mac-Arthur hat erklärt, die Amerikaner hätten die rückläufigen Bewegungen planmäßig an der mittleren Front eingeleitet, weil sie sich allmählich auf das Gebiet zurückziehen müßten, in dem die Schlacht um den Brückenkopf von Pusan zu erwarten ist. Ein russischer Kommentator der militärischen Lage glaubt, aus der amerikanischen Rückzugsbewegung deuten zu können, daß General Mac Arthur sich der nordkoreanischen Planung anpasse und seine Vorbereitungen treffe, dem voraussichtlichen Stoß der umgruppierten nordkoreanischen Einheiten im Raum von Taidschon auf Pusan zu begegnen.
Die zum Teil angeschlagenen Verbände der 24. amerikanischen Infanterie-Division werden durch Einheiten der 1. Kavallerie-Division verstärkt. Die operative Luftwaffe griff wiederum Ziele hinter dem 38. Breitengrad an. Mit dem Eintreffen eines weiteren Flugzeugträgers von 27 000 Tonnen konnte die amerikanische Luftwaffe durch Jagdmaschinen vom Typ Mustang verstärkt werden. Nordkoreanische Jagdmaschinen griffen überraschend einen Feldflughafen in der Nähe von Pusan an. Über die erzielten Zerstörungen ist nichts Näheres bekannt.
McCloy: Recht auf Selbstverteidigung
„Kein deutsches Truppenkontingent“ / Ein Interview
Frankfurt, 23. Juli. (dpa/AP.) Der amerikanische Oberkornmissar McCloy hat festgestellt, daß es in der Bundesrepublik kein deutsches Truppenkontingent gebe und daß die Besatzungsmächte auch nicht beabsichtigten, ein solches aUfzubauen. McCloy, der über den Sender der amerikanischen Rundfunkgesellschaft National Broadcasting Company sprach, fügte hinzu, daß auch nicht geplant sei, ein Gegenstück zur Volkspolizei in der sowjetischen Zone zu schaffen.
Auf der anderen Seite glaube er aber, daß viele Deutsche bereit und willens seien, die Bundesrepublik im Falle eines kommunistischen Angriffes zu verteidigen, wenn man ihnen die Möglichkeit dazu geben sollte. Wenn es zu einer Aggression kommen würde, wäre es schwer, den Deutschen das Recht und die Mittel zur Verteidigung ihrer Heimat zu verweigern. Die Bevölkerung in der Bundesrepublik sei sich bei Ausbruch des Korea-Konfliktes über die Bedeutung dieses Ereignisses klar gewesen. Der Gedanke an eine mögliche Parallele zu Korea und Deutschland habe das deutsche Volk zunächst in Schrecken versetzt. Mit Ausnahme der Kommunisten hätten alle das entschlossene Eingreifen Präsident Trumans begrüßt. Die Maßnahmen des Weltsicherheitsrates der Vereinten Nationen seien für das deutsche Volk ermutigend gewesen. Der schmähliche Betrug der sogenannten Friedenspropaganda Moskauer Herkunft sei den Menschen in der Bundesrepublik mehr denn, je zum Bewußtsein gekommen. McCloy sagte weiter, daß abgesehen von einer ängstlichen Hamsterpsychose einiger aufgeregter Elemente die öffentliche Meinung in Deutschland gefestigt sei. Zumindest sei die Bundesrepublik dafür dankbar, daß sie noch immer von alliierten Streitkräften besetzt sei. Auch die amerikanischen Familien in Westdeutschland seien über die Ereignisse in Korea nicht beunruhigt. Er wüßte nicht, daß auch nur ein einziger Beamter für sich oder seine Familienmitglieder um Rückführung in die Vereinigten Staaten ersucht habe.
McCloy teilte mit, daß er keinerlei Berichte über Truppenbewegungen in der sowjetischen Zone erhalten habe, denen außergewöhnliche Bedeutung beizumessen sei.
Ueber die politische Entwicklung in der Bundesrepublik sagte McCloy, daß eine fortschreitende Demokratisierung festzustellen sei. Der Nationalsozialismus als solcher sei tot. Das neue Deutschland habe aber noch vieles zu leisten, um sich in der liberalen Gemeinschaft in Europa zu bewähren.
Ein Fünfjahresplan der Sowjetzone
Es soll eine Hochseeflotte gebaut werden
Berlin, 23. Juli. (AP.) Der stellvertretende Ministerpräsident der Deutschen Demokratischen Republik Ulbricht hat auf dem Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei einen Fünfjahresplan angekündigt, der von 1951 bis 1955 ablaufen soll. Dieser Plan wird nach den Ausführungen Ulbrichts zunächst in Massenversammlungen diskutiert, dann dem Ministerrat der Sowjetzone übergeben und schließlich von der am 15. Oktober dieses Jahres neu zu wählenden Volkskammer zum Gesetz erhoben werden. Es ist vorgesehen, daß bis zum Jahre 1955 die gesamte Industrieproduktion der Sowjetzone verdoppelt und auf den Stand von 190 Prozent der Produktion von 1936 gebracht wird.
Es ist vor allem der Neubau einer Hochseehandelsflotte geplant, die, wie Ulbricht sagte, für den Handel mit China und den Ländern des Ostens als erforderlich angesehen wird. Zu diesem Zweck sollen zunächst die bestehenden Werften erweitert und auch neue Schiffsbauanlagen errichtet werden.
Der Fünfjahresplan kündigt auch den Aufbau-eines neuen Hüttenwerkes mit einer Kapazität von 500 000 Tonnen Roheisen an. Der Bau dieser Anlage soll nach den Worten Ulbrichts schon in wenigen Wochen beginnen.
Ulbricht forderte auch die Erhöhung der Arbeitsproduktivität um sechzig Prozent bis zum Ende des Fünfjahresplanes und versicherte gleichzeitig, daß diese durch Lohnerhöhungen den Arbeitern zugute kommen werde. Neben der Erhöhung der Industriekapazität ist ebenfalls eine gesteigerte landwirtschaftliche Produktion vorgesehen.
Unter starkem Beifall erklärte Ulbricht, daß der Zweijahresplan 1949/50 bereits im Juli im wesentlichen erfüllt worden ist. Nur mäßigen Beifall erhielt er, als er im Namen des Polit-Büros erklärte, die Intelligenz habe auf Grund ihres Studiums Anspruch auf einen höheren Lebensstandard. Ulbricht teilte jedoch auch mit, daß für die übrige Bevölkerung eine Erhöhung der Rationen vorgesehen ist.
Links: König Leopold von Belgien ist aus dem Exil zurückgekehrt und in Brüssel eingetroffen. Rechts: Mackenzie King, der 21 Jahre Ministerpräsident von Kanada war und sich vor zwei Jahren aus dem politischen Leben zurückgezogen hat, ist im Alter von 75 Jahren gestorben
Kampfprogramm gegen Westen
Berlin, 23. Juli, (dpa) Franz Dahlem hat ein gemeinsames Kampfprogramm der Sozialistischen Einheitspartei und der Kommunistischen Partei für die Bundesrepublik verkündet. Das Programm soll im Bundesgebiet eine Atmosphäre des Abscheues und des Hasses gegen die amerikanischen Mörder entfachen. In die Bevölkerung soll der Gedanke an die gesteigerte Gefahr eines neuen Krieges hineingetragen werden.
Landungsvorbereitungen
gegen Formosa
Taipeh, 23. Juli, (dpa) Vorbereitungen der chinesischen Kommunisten, die als Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Landung auf Formosa angesehen werden, sind an der Küste der chinesischen Provinz Fukien beobachtet worden. Nach den Berichten des nationalchinesischen Geheimdienstes haben die Kommunisten vor Fukien 1500 seegängige Schiffe zusammengezogen. Das nationalchinesische Verteidigungsministerium gab bekannt, daß die Insel Kinmen vor der Provinz Fukien, die von den Nationalchinesen besetzt ist, von kommunistischer Artillerie beschossen worden ist. Die nationalchinesische Regierung hat der amerikanischen Regierung von der Beschießung der Insel Mitteilung gemacht.
Alarm in Alaska
Feldmarschmäßige Bodentruppen
Paris, 23. Juli, (dpa) In Alaska ist Alarmstufe 1 ausgegeben worden. Auf jeder Militärbasis von Alaska soll sich eine Düsen jägereinheit in Startbereitschaft befinden. Eine zweite Einheit von Düsenjägern kann jeweils dreißig Minuten später starten. Bei den Bodentruppen befindet sich stets ein Teil in feldmarschmäßiger Ausrüstung bereit zu sofortigen Kampfeinsätzen. Der Rest liegt in Alarmbereitschaft.
Berechtigte Abwehr
an Bisher ist die Wiederbewaffnung Deutschlands nicht von den Regierungen der Westmächte, sondern nur von Abgeordneten, Zeitungsredaktionen und Generälen gefordert worden. Die amtliche Politik der Westmächte hat sich bisher immer gegen eine deutsche Wiederaufrüstung ausgesprochen. Es blieb dabei dem Zuhörer oder dem Leser überlassen, sich auszumalen, wieviel bei solchen amtlichen Kundgebungen der Ausdruck eines dauernden politischen Willens war und wieviel nur aus Rücksicht auf diejenigen Teile der öffentlichen Meinung gesprochen wurde, die immer noch an deutsche Soldaten nur mit Furcht und Schrecken denken können.
Die Aeußerungen, die der amerikanische Oberkommissar am Samstag gemacht hat, können nicht als ein Abweichen von der bisherigen amtlichen Politik seines Landes aufgefaßt werden. Er hat ausdrücklich wiederholt, daß eine deutsche Wiederbewaffnung nicht kommen solle. Aber er hat dann doch Worte gefunden, die das Thema auf eine bemerkenswerte Weise anders anschlagen als sonst. Im Falle eines russischen Angriffs nämlich, so sagte er, könne man dem deutschen Volke unmöglich das Recht verweigern, sich zu wehren.
Das ist ein bedeutungsvolles Wort, und wer will, kann weitgehende Schlüsse daraus ziehen. So wie es dasteht, bedauern wir allerdings sagen zu müssen, daß es nur von neuem beweist, wie wenig durchdacht die Auffassungen der amtlichen Stellen bei den Westmächten über das deutsche Problem sind. Wenn nämlich ein russischer Angriff kommen sollte, so würde das deutsche Volk überhaupt nicht mehr die Zeit haben, eine bewaffnete Selbstverteidigung zu organisieren. Man muß sich da schon etwas anderes überlegen.
Der Oberkommissar hat davor zurückgescheut, eine Verstärkung der bewaffneten Streitmacht seines Landes in Deutschland in Aussicht zu stellen.. Aber allein mit einer solchen rechtzeitigen Organisierung der Abwehr durch ausgebildete und gut bewaffnete Streitkräfte kann Deutschland und überhaupt die freie Welt geschützt werden. Das am Samstag vorgeschlagene Mittel ist ungeeignet.
Sie büßen für Korea
80. Die deutschen Gefangenen in der Sowjetunion sind noch ärger als bisher in das Getriebe der großen Politik geraten. Der Beitritt Westdeutschlands zum Straßburger Europa-Rat, den die Sowjets als eine Erfindung des amerikanischen Imperialismus betrachten, eigens dazu geschaffen, die friedliebende Sowjetunion zu überfallen (womit?), und der Ausbruch des koreanischen Krieges verschlechtern wohl leider die Aussichten auf die Rückkehr der noch Zurückgehaltenen weiter. Keinem normal denkenden Menschen wird einleuchten, daß die deutschen Gefangenen etwas mit dem koreanischen Bürgerkrieg zu tun hätten, doch das Politbüro will es so.
Man wird deshalb den Vereinigten Staaten danken müssen, daß sie vor einigen Tagen, gemeinsam mit Großbritannien und Frankreich, in einer diplomatischen Note an die Sowjetunion erneut die Frage der deutschen Kriegsgefangenen angeschnitten haben. Dieses Thema darf nicht ruhen. Doch zeigt der amerikanische Schritt gerade in diesem Zeitpunkt die ganze unglückselige Verquickung der Gefangenenfrage mit der großen Politik. Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion führen in Korea einen verdeckten Krieg gegeneinander, ähnlich dem, den seinerzeit Deutschland und die Sowjetunion in Spanien gegeneinander geführt haben. Daß bei einer solchen Lage die Sowjets diejenigen, für die gesprochen wird, nämlich die deutschen Gefangenen, mit den gleichen Augen betrachten wie den Fürsprecher, nämlich die Vereinigten Staaten, liegt nahe.
Politisches Wechselgeld
Zweifellos böte eine größere außenpolitische Selbständigkeit der Bundes^ republik bessere Möglichkeiten, die Qefangenenfrage in einer weniger leidenschaftlichen Atmosphäre zu behandeln, als das gegenwärtig zwischen den beiden Gegnern im warmen Krieg der Fall sein kann. Diplomatische Noten sind auch Propagandawaffen. Diejenigen, die sie verfassen und beantworten, müssen das Gesicht wahren und können es sich nicht leisten, etwas von ihrer Position aufzugeben. Nuancen und Feinheiten sind heute mehr denn je dem diplomatischen Gespräch unter vier Augen vorbehalten. Die diplomatische Geschichte kennt Beispiele genug, daß ein solches Gespräch gar nicht zwischen einem Botschafter der Bundesrepublik in Moskau — der schwer vorstellbar ist — und dem sowjetischen Außenminister geführt zu werden braucht. Es könnte an drittem Ort, sagen wir in Stockholm, unter freundlicher Hilfestellung des Vertreters einer dritten Macht in Gang kommen. Bei einer solchen Gelegenheit kann weit unbefangener auf die entscheidende Frage zugesteuert werden: Die deutschen Gefangenen werden aus politischen Gründen zurückgehalten. Sie sind politisches Wechselgeld. Wie hoch ist nun ihr Preis? Auch in der Diplomatie gilt bis zu einer gewissen Grenze der Satz, daß Fragen nichts kostet.
Die Note der Vereinigten Staaten ist ungewöhnlich entschieden. Sie enthält drei konkrete Vorschläge. Einmal wünschen die Vereinigten Staaten erschöpfende Angaben über die — laut TASS — 9717 Gefangenen, die als Kriegsverbrecher verurteilt worden sind, über die 3815 Untersuchungsgefangenen und über die 14 Kranken. Zum zweiten wünschen die Amerikaner die Personalien der in Gefangenschaft Verstorbenen zu erfahren, und zum dritten schlagen sie eine internationale Kommission vor, die die Gefangenensituation in der Sowjetunion untersuchen soll.
Es ist nicht schwer, sich die Antwort der Sowjets auf diese Note vorzustellen, falls sie überhaupt antworten. Einen Vorgeschmack hat die Erklärung des Eislerschen Informationsamtes gegeben, das die Note als „Unverschämtheit“ abtat. Sollte die Sowjetunion antworten, so wird der Hinweis auf die in Frankreich und anderen westlichen Ländern zurückgehaltenen deutschen Kriegs- oder Untersuchungsgefangenen nicht fehlen. Ein erneuter Hinweis an den Westen, nicht nur vom Vorbild zu reden, sondern es auch zu sein und dieses unerfreuliche Kapitel endlich abzuschließen.
Es scheint festzustehen, daß man mit Noten deklamatorischen Charakters oder mit Vorschlägen, die die Sowjets als Verletzung ihrer nationalen Eitelkeit auffassen, nicht zum Ziele kommt. Der Nutzen des westlichen Schrittes ist indessen der, daß die Sowjets merken, daß die deutschen Gefangenen nicht vergessen sind. Auch auf andere Weise bekommt Moskau das zu spüren. Auf dem dritten Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei sind die Westberliner und die westdeutschen Kommunisten wegen ihrer offensichtlichen Schwäche abgekanzelt worden. Sollte Herrn Reimann und seinen Genossen die Fähigkeit zum eigenen Denken verblieben sein, so würden sie wissen, daß zum Beispiel für die katastrophalen Wahlniederlagen der Kommunisten in Nordrhein-Westfalen und in Schleswig-Holstein nicht zuletzt die hündische Unterwerfung der sogenannten „deutschen“ Kommunisten unter die von Moskau befohlene Linie in der Gefangenenfrage verantwortlich ist.
Wo sind die Strafgefangenen?
„Die Regierung der Vereinigten Staaten wünscht klarzustellen, daß die willkürliche Reklassifizierung von Kriegsgefangenen zu Zivilpersonen durch die sowjetische Regierung diese selbstverständlich nicht von der Verpflichtung entbindet, diese Personen in ihre Heimat und zu ihren Familien zu entlassen." In diesem Satz der amerikanischen Note findet sich ein wichtiger Anhalt für die weitere Behandlung der Frage. Die berüchtigte „TASS“-Meldung vom 5. Mai 1950 spricht nur von Kriegsgefangenen. Es ist aber bekannt, daß die Sowjets drei Arten von Gefangenen kennen: Kriegsgefangene, wegen Kriegsverbrechen Verurteilte und Strafgefangene. Vielen von den Amnestierten, die am Anfang des Jahres 1950 plötzlich in die Heimat entlassen wurden, wurde erklärt, daß sie von jetzt an keine Strafgefangene mehr, sondern wieder Kriegsgefangene seien. Die Frage an die Sowjets muß also nicht nur auf die Kriegsgefangenen zielen, sondern vor allem auf die Strafgefangenen, also jene Gefangenen, die nicht wegen Kriegsverbrechen, sondern wegen sonstiger „Vergehen“ (beispielsweise in der Gefangenschaft) verurteilt worden sind. Es gibt eine weitere Kategorie, von der die „TASS“-Erklärung nicht gesprochen hat: die Internierten. Die Sowjets haben früher willkürlich zahlreiche Internierte zu Kriegsgefangenen gemacht. Auch der umgekehrte Vorgang wäre denkbar.
Diese Kategorien, die die „TASS“ -Meldung bewußt unterschlagen hat, enthalten beträchtliche Reserven, Reserven für eine Tat des guten Willens und der politischen Klugheit. Sie erlauben den Sowjets auch, das Gesicht zu wahren.
„Nuding bleibt Parteimitglied“
Frankfurt, 23. Juli, (dpa) Vom Sekretariat des kommunistischen Parteivoi'standes in Frankfurt ist erklärt worden, daß der bisherige Parteisekretär Hermann Nuding nicht aus der Partei ausgeschlossen worden sei. Die Aeußerungen Piecks seien nur dahingehend zu verstehen, daß Nuding aus dem Sekretariat des Parteivorstandes entfernt werde.
Prozeß um Bonn
Wr. Die Sache mit den Millionen für Bonn hat eine unheilvolle Wendung genommen. Der verantwortliche Mann für die Entscheidung zugunsten von Bonn, Staatssekretär von Wandersieb, ist unversehens in eine Situation geraten, in der ihm kaum noch etwas anderes übrig bleiben wird, als zum Gericht zu gehen. Eine Zeitung in Frankfurt hat ihn gröblich angegriffen, in einer Form, die nach allgemeinem Empfinden als flagrante Beleidigung aufzufassen ist. Denn sie tritt seiner Berufsehre zu nahe. Um absolut die Stadt Bonn zur Bundeshauptstadt zu machen, habe er sich der „arglistigen Täuschung“ schuldig gemacht. Weit gefehlt, daß sich die Angreifer mit der bloßen Anschuldigung begnügen: Sie erbieten sich, den Wahrheitsbeweis anzutreten.
Das Unerklärlichste an diesem Vorgang ist unstreitig die Tatsache, daß man in den maßgebenden oder deutlicher: in den beteiligten Kreisen der Bundesregierung über diese böse Wendung erstaunt und bestürzt ist. Oder wie hat man sich dort die Sache mit den vergeudeten Millionen eigentlich gedacht? Daß etwa ein Volk, großenteils verarmt, zum anderen Teil mit Steuern bis zum Erdrücken belastet, diese Art von Politik willfährig, also schafsgeduldig und ohne ein Wort des Einspruchs hinnehmen werde?
Oder dachte man gar, die Sache werde nicht ruchbar werden oder irgendwie zu vertuschen, also zu verheimlichen sein? Insbesondere aber: Hatten die gewählten, vom Volke mit der Wahrung seiner Lebensinteressen beauftragten Sachwalter und Mandatsträger der Demokratie etwa nicht erkannt und begriffen, was sie der Demokratie schuldig waren? Und in welchem Maße durch diese Willkür-Politik die Sache der Demokratie geschädigt wurde?
Für Kinder gesperrt
FWB In den Ländern der Sowjetzone haben in der vergangenen Woche die Schulferien begonnen. Viele Kinder hatten sich gefreut, szu Verwandten oder Freunden nach Westdeutschland zu fahren. Und nun treffen bei denen, die sie erwartet haben, Mitteilungen ein, daß ihre kleinen Feriengäste nicht kommen werden. Die Ausreise sei zur Zeit gesperrt. Was mag die Behörden der Deutschen Demokratischen Republik veranlaßt haben, eine Ausreisesperre ausgerechnet über die Kinder zu verhängen?
Es lassen sich mancherlei Vermutungen anstellen in einem Augenblick, da die Spannungen in der Welt zwischen West und Ost nahezu unerträglich geworden sind. Wir sollten uns aber alle Mühe geben, nicht in den Strudel der gereizten Stimmungen mithineingerissen zu werden. Es könnte sich genau so gut um einen der vielen kleinen oder größeren Nadelstiche handeln, die eine ständige Unruhe zum Ziel haben. Oder, wäre es nicht auch denkbar, daß die Freie Deutsche Jugend Erkenntnisse aus dem Berliner Pfingsttreffen in die Tat umsetzt, Erkenntnisse, die sie hat sammeln müssen, als jugendliche Demonstranten ihre Anwesenheit in Berlin dazu benutzten, einen Sprung über die westlichen Sektorengrenzen zu tun, um Verhältnisse zu sehen, die ihren Führern als verderblich erschienen? Die aus heiterem Julihimmel erlassene Anordnung läßt es schließlich nicht als unmöglich erscheinen, daß es sich um einen russischen Befehl handelt. Es befanden sich bereits Kinder auf der Reise, als sie in seinen Bann gerieten. Am vergangenen Mittwoch waren es 32 Kinder, die bei Wartha aus dem Interzonenomnibus herausgeholt wurden, und in der Nacht zum Freitag sind es kurz vor Bebra achtzig gewesen, die den Interzonenzug verlassen mußten. Zweifellos hätten die Eltern sie nicht auf die Reise geschickt, wenn die Sperre rechtzeitig bekanntgegeben worden wäre. Daß dies nicht geschehen ist, bestätigt ein Telegramm, das wir erhalten haben, in dem uns die Absage unseres Ferienkindes mitgeteilt wird.
Der Russe weiß, was er tut, wenn er vor der unbefangenen kindlichen Aufnahmebereitschaft den Eisernen Vorhang herunterläßt. Der letzte Krieg hat durch das Verhalten der jungen sowjetischen Mannschaft keinen Zweifel darüber gelassen.
Gestellungsbefehle
V Rom, im Juli.
In Italien laufen Gestellungsbefehle um. Die Empfänger nehmen sie mit mehr oder weniger Herzklopfen aus dem Briefkasten. Sie tragen den Aufdruck „Italienisches Heer“ und sind vorschriftsmäßig ausgefertigt. Doch handelt es sich nicht um echte Gestellungsbefehle, sondern um Nachbildungen, die von den kommunistischen „Friedenspartisanen“ hergestellt und abgesandt worden sind. Auf der Rückseite ist unter anderem zu lesen: „Von einem Augenblick zum anderen könnte dich eine solche Aufforderung erreichen.“ Der Zweck des Manövers ist eindeutig. Der italienische Verteidigungsminister hat denn auch angekündigt, daß er die Urheber strafrechtlich verfolgen lassen werde.
London: Keine Wiederaufrüstung
London, 23. Juli, (dpa) Aus gutunterrichteten Kreisen der britischen Hauptstadt heißt es, Großbritannien sei trotz der Ereignisse in Korea und der internationalen Lage nach wie vor gegen eine deutsche Wiederaufrüstung.
Wie weit gehen die Amerikaner zurück?
Die Lage nach der Landung in Pohang
ein General Bradley, der Chef der vereinigten amerikanischen Generalstäbe, hat zur militärischen Lage in Korea gesagt, daß die amerikanischen Truppen sich noch längere Zeit absetzen müßten. Der offizielle Sprecher der Regierung in-Washington hat erklärt, nach dem Zusammenbruch der Kum-Linie sei noch nicht zu übersehen, wo die Truppen der Vereinigten Staaten ihre endgültige Verteidigungsstellung beziehen würden. Die amerikanische Führung weiß, daß die Ueberlegenheit des Feindes im Zusammenhang mit den besonderen klimatischen und geographischen Schwierigkeiten vorerst alle Maßnahmen bestimmt.
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Die Amerikaner sind noch immer zu schwach, um das Gesetz des Handelns an sich zu reißen, ja nicht einmal stark genug, um bereits mit Sicherheit bestimmen zu können, wo die Linie des Brükkenkopfes Pusan — den zu halten, der strategische Auftrag geworden ist — verlaufen wird. Das Kräfteverhältnis, drei eigene Divisionen, von denen eine angeschlagen ist, die beiden anderen nur siebzig Prozent der Mannschaftsstärke haben sollen, gegen fünfzehn nordkoreanische Divisionen voll aufgefüllt, erfordert eine weise Beschränkung in der Planung.
Trotzdem gibt es eine Grenze, wo das Zurück, das die taktischen Erfolge des Feindes, seine Ueberlegenheit und alle widrigen Umstände erzwingt, aufhören muß. Es gibt eine Stellung, die die letzte sein muß, weil sonst die Truppe ihren Auftrag, den Brückenkopf zu halten, aus dem zur Gegenoffensive angetreten werden soll, nicht mehr erfüllen kann. Der moderne Krieg erfordert große Basen. Es muß um den Brückenkopf Pusan ein Kreis geschlagen werden, der von den zur Verfügung stehenden Kräften lückenlos besetzt werden kann. Andererseits muß aber auch der Raum, in dem sich die Truppen zum Gegenstoß versammeln sollen, so groß sein, daß die Bewegungen nicht eingeengt werden.
Mit der Landung in Pohang hat die amerikanische Führung zu erkennen gegeben, wie groß sie sich den Radius des Brückenkopfes denkt, den zu sichern sie imstande zu sein glaubt, und der notwendig ist, um eines Tages zur Gegenoffensive überzugehen. Pohang ist mehr als hundert Kilometer von Pusan entfernt. Die 1. Kavalleriedivision wird hier den nördlichen Abschnitt des Brückenkopfes zu übernehmen haben, ihre Hauptaufgabe wird sein, den wichtigen zweiten Hafen zu sichern und auf Grund ihrer besonderen Beweglichkeit eine offensive Kampfführung im Rahmen der Verteidigung vorzunehmen, wozu sie als Panzerdivision vorzüglich geeignet ist.
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Die anderen Punkte, die die äußere Begrenzung des Brückenkopfes Pusan bestimmen und die von den militärischen Sachverständigen bereits genannt worden sind, werden voraussichtlich im Süden Schinju und Taiku im Westen sein. Beide sind etwa achtzig Kilometer vom Ausladehafen entfernt. Die Front, die dann insgesamt zu besetzen ist, wäre dann immer noch gut zweihundert Kilometer lang. Für drei Divisionen selbst in der Verteidigung noch so viel, daß es weiterhin darauf ankommt, möglichst lange im Vorfeld des Brückenkopfes — und das ist überall da, wo die endgültige Verteidigungsstellung nicht erreicht ist — um Zeit zu kämpfen Der Kampf muß mit Truppen geführt werden, die bereits erheblich gelitten haben und die außerdem noch für die endgültige Verteidigungsstellung vorgesehen sind. Das Eintreffen der beiden noch im pazifischen Raum stationierten Infanteriedivisionen dürfte sich deshalb nicht mehr verzögern.
Der Halbkreis Schinju, Taiku, Pohang hat den Vorteil, daß zu seinen Endpunkten von Pusan aus strahlenförmig drei Eisenbahnlinien und drei Straßen führen, so daß Hafen und Front durch doppelte .Versorgungsstränge miteinander verbunden sind. Diese Stellung verzichtet auf das breite Mittelgebirgsmassiv, das mit Höhen bis zu fünfzehnhundert Metern sich von Nord nach Süd durch den unteren Teil Koreas zieht. Diese Gebirgsschwelle liegt vor der niedrigeren Hügelkette der möglichen amerikanischen Verteidigungsstellung, so daß der Feind die beherrschenden Höhen in der Hand hat; aber das Gelände ist panzersicher und der Vorstoß motorisierter Truppen nur bei Taiku möglich, wo eine enge Paßstraße das Gebirgsmassiv aufreißt. Eine Schleuse, die sich leicht'sperren läßt.
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Nicht berücksichtigt bei der Betrachtung ist der vom eigenen Planen unabhängige Wille des Feindes, der sich um so mehr auswirken wird, je stärker und überlegener er sich weiß. Sollte es dem Feind gelingen, seine Infanterieverbände zu verstärken und seine Partisanentätigkeit zu intensivieren, werden sich auch in dieser letzten Stellung Rückschläge nicht vermeiden lassen. Der Brückenkopf wird täglich stärker, aber bis zur endgültigen Festigung — die erst eintreten wird, wenn die noch auf dem Wasser schwimmenden drei Divisionen eingetroffen sind — wird er auch täglich empfindlicher. Es entstehen Flugplätze und Lager, Munitionsstapel und Ersatzteildepots wachsen, Betriebsstoff und Verpflegung werden gelandet, alles Vorräte, die zum Enderfolg notwendig sind, die aber gleichzeitig dem Risiko ausgesetzt sind, in Verlust zu geraten, wenn der Brückenkopf eingedrückt wird. Kühnheit in der Planung sowie Nüchternheit in der Organisation und eine großzügige Improvisation müssen die nächsten Wochen des amerikanischen Handelns bestimmen. Bis die technische Ueberlegenheit aber zum Tragen kommt, ist die Führung ganz auf die Truppe angewiesen, von der die letzte Entscheidung abhängt.
Die Streikdrohung der Gewerkschaften
Bisher noch unaufgeklärte Hintergründe des Beschlusses
Drahtbericht unseres Korrespondenten
Düsseldorf, 23. Juli. Es ist bisher noch nicht gelungen, die Motive des neuen Kurswechsels festzustellen, zu dem sich die Führung des Deutschen Gewerkschaftsbundes am 18. Juli entschlossen hat. An diesem Tage ist zum zweiten Male eine in ihren Hintergründen bisher nicht aufgeklärte radikale Schwenkung des Bundesvorstandes in der Behandlung der Mitbestimmungsfrage vorgenommen worden.
Ein Blitz aus heiterem Himmel
Der erste Ueberraschungserfolg war von den Gewerkschaften Mitte März erzielt worden, als sie durch ihre Vorschläge zur hälftigen Besetzung aller Aufsichtsräte durch Gewerkschaftsvertreter die vorherigen Hattenheimer Gesprächsgrundlagen ausgelöscht hatten. Im weiteren Verlauf hatten sich die „Sozialpartner“ dann wieder zusammengefunden, und die Verhandlungen in Maria Laach hatten mit der gemeinsamen Erklärung vom 6. Juli geschlossen, man wolle durch enge Gemeinschaftsarbeit zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden zur Verwirklichung einer „Wirtschaftsdemokratie“ und damit zum sozialen Frieden in der Bundesrepublik beitragen.
War es Mitte März der unvermittelte Wechsel im Inhalt der Gewerkschaftsforderungen gewesen, so war es nun ein Wechsel in der Verhandlungsmethode, der wie ein Blitz aus heiterem Himmel die Oeffentlichkeit vor eine völlig veränderte Situation stellte. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat plötzlich erklärt, er sei gewillt, für die Erreichung des Mitbestimmungsrechtes gewerkschaftliche Kampfmittel anzuwenden.
Eine Spaltung?
Es dürfte feststehen, daß seit der zuversichtlichen und versöhnlichen Erklärung von Maria Laach, die die Gewerkschaften mitunterzeichnet hatten, keine sachliche Veränderung eingetreten ist, die diesen Kurswechsel erklären könnte. Mit ihm haben die Gewerkschaften ihre eigenen Verhandlungsführer, insbesondere Herrn Bührig, ganz unvermittelt desavouiert. Man gewinnt daher den Eindruck, daß sich einerseits in der Führung des Gewerkschaftsbundes eine Spaltung vollzogen hat, die möglicherweise mit der bevorstehenden Neubesetzung wichtiger Posten zusammenhängt, und daß auf der anderen Seite die Sozialdemokratische Partei ihren Einfluß auf die Gewerkschaftstaktik zu verstärken verstanden hat.
Die Drohung ist unpopulär
Der klassenkämpferische Ton der Gewerkschaftserklärung vom 18. Juli erweckt den Eindruck, daß mit dieser Androhung gewerkschaftlicher Kampfmittel ein innerpolitischer Vorstoß beabsichtigt sein könnte, der sich vielleicht nicht so sehr gegen den Partner in den bisherigen Mitbestimmungsgesprächen, als gegen die Bonner Regierung zu richten scheint und in Verbindung gebracht werden könnte mit der Kritik an der Brotpreiserhöhung, dem Arbeitsbeschaffungsprogramm und der Politik stabiler Nominallöhne. Inoffizielle Feststellungen in den Betrieben haben allerdings ergeben, daß eine Streikdrohung zugunsten der Durchsetzung der gewerkschaftlichen Mitbestimmungsansprüche selbst bei den Anhängern der Gewerkschaften wenig populär ist. Denn die meisten Arbeiter sind nur von dem einen Wunsch beseelt, ihren Arbeitsplatz nicht zu verlieren.
Schlüsse, die der Osten zieht
Der gewerkschaftliche Vorstoß findet jedoch in politischen Kreisen um so größere Beachtung, als die außenpolitischen Wirkungen einer solchen Streikdrohung im Westen wie im Osten offensichtlich dem Arbeiterinteresse nicht förderlich sind. Die Propaganda in der sowjetisch beherrschten deutschen Mittelzone glaubt, aus dieser Zuspitzung der gewerkschaftlichen Sprache Schlüsse auf die Lage der Arbeiterschaft in der Bundesrepublik ziehen zu können, Schlüsse, die zu der tatsächlich eingetretenen Realeinkommensteigerung in krassem Widerspruch stehen.
Im Hinblick auf die hohen Ansprüche, die die Gewerkschaften nicht nur in bezug auf die Vertretung der Interessen der Arbeiterschaft, sondern auf dem gesamten Gebiete der Politik stellen, wird der Wunsch laut, diese einflußreiche, aber der öffentlichen Kontrolle unzugängliche Organisation möge bald ausreichende Aufklärungen über die wahren Hintergründe ihrer die gesamte Oeffentlichkeit aufs stärkste angehenden, sensationellen Ankündigungen geben. (Siehe auch Wirtschaftsteil.)
Das Radio unterbrach sein Programm
König Leopolds Einzug in Brüssel / Widerstand der Opposition
Brüssel, 23. Juli. (AP/dpa/BBC). Der belgische Rundfunk unterbrach am Samstag, 7.19 Uhr, sein Morgenprogramm, um zu melden, daß Leopold HL, König der Belgier, auf dem Militärflughafen in Brüssel gelandet sei. Die Maschine des Königs und das Flugzeug des Ministerpräsidenten Duvieusart, in dem sich der Thronfolger befand, waren kurz nach 5 Uhr von einem Schweizer Flughafen aufgestiegen. Die Prinzessin von Rethy, die Gattin des Königs, und Prinzessin Charlotte, die Tochter des Monarchen, die beide sehr bewegt waren, nahmen mit Tränen Abschied.
Schätzungsweise 10 000 Mann der Polizei und der Armee in Galauniform waren aufgeboten worden, um die Anfahrtsstraßen des Königs zum Schlöß Laeken abzuriegeln. Von 3 Uhr morgens an patroullierten Schwadronen der berittenen Gendarmerie in den Straßen der Hauptstadt. Die Truppe war an einzelnen Stellen in einer doppelten Kette aufgestellt, mit dem Rücken zur Fahrbahn. Als die Maschinen zur Landung ansetzten, ertönte die belgische Nationalhymne, deren Klänge jedoch von dem Dröhnen der Düsenjäger, die zu Ehren des Königs den Flugplatz überflogen, übertönt wurden. Der König, in der Uniform eines Generalleutnants, blieb längere Zeit grüßend vor der belgischen Fahne stehen. Als die Autokolonne nach Schloß Laeken fuhr, waren nur wenige Brüsseler auf den Straßen. Als erste begrüßte den König in Laeken seine Mutter, die 74 Jahre alte Königin. Sein Bruder, der Prinzregent, war krank.
Um 13 Uhr am Samstag hielt der König eine Rundfunkansprache auf flämisch und französisch, in der er die Bevölkerung zur Einigkeit und Versöhnung aufforderte. Er rühmte die Leistungen der belgischen Armee in zwei Kriegen und sprach sich anerkennend über die Fortschritte auf sozialem Gebiet aus, die während seiner Abwesenheit erzielt worden sind. Die Rede schloß mit den Worten: „Belgier, denkt an unseren nationalen Leitspruch: Einigkeit macht stark.“
Der König, der in seiner Rede sagte, alle persönlichen Angriffe gegen ihn seien vergessen, erwähnte mit keinem Wort die Möglichkeit einer Abdankung.
„Bayerische Königspartei“
München, 23. Juli, (dpa) In München ist in der vergangenen Woche eine „Bayerische Königspartei“ gegründet worden. Die Partei will als Regierungsform die konstitutionelle Monarchie wieder einführen und tritt für die Wiederaufnahme der monarchischen Rechte des Hauses Wittelsbach ein. Ihre Gründer sind im wesentlichen die führenden Mitglieder der „Bayerischen Heimat- und Königspartei“
Der Titoismus wächst
Unabhängige Kommunisten
Düsseldorf, 23. Juli. (AP.) Auf einer Geheimkonferenz in Düsseldorf-Ratingen haben am Sonntag über einhundert ehemalige Funktionäre der Kommunistischen Partei die Bildung einer Unabhängigen Kommunistischen Partei in Deutschland beschlossen. Der frühere Chefredakteur des kommunistischen Zentralorgans „Freies Volk“, Schappe, der, wie die anderen Teilnehmer, wegen „titoistischer Umtriebe“ aus der Partei ausgeschlossen worden war, erklärte anschließend an die Konferenz, Ziel der geplanten Unabhängigen Kommunistischen Partei werde sein, den „Sozialismus für Westdeutschland zu retten“.
Die Unabhängige Kommunistische Partei werde die Oder-Neiße-Linie als sogenannte Friedensgrenze ablehnen und die Kriegsgefangenenpolitik der Sowjetunion verurteilen.
Fünfhundert
Frankfurt, 23. Juli, (dpa) Sachverständige der Alliierten Oberkommission haben sich nach bisher vorliegenden Informationen geeinigt, der Bundesrepublik eine Bundespolizei von etwa fünfhundert Mann zu genehmigen. Außerdem sollen die Polizeiorgane in den elf Bundesländern neu geordnet und voraussichtlich verstärkt werden. Ferner sollen die Alliierten eine Verstärkung des Zollgrenzschutzes befürworten.
Bund Deuitscher lugend
Frankfurt, 23. Juli (AP). Als überparteiliche und überkonfessionelle Organisation hat sich in Frankfurt der Bund Deutscher Jugend konstituiert. Der Geschäftsführer, Heinz Schippler, erklärte, der Bund werde der Zersplitterung der Jugend in Westdeutschland ein Ende bereiten.
Stimmen der Anderen
Jeden Abend ausverkauft
Das Hamburger „Sonntagsblatt schreibt zur Lage des Wiener Theaters:
„Inmitten der allgemeinen Trostlosigkeit hat das Experiment eines kleinen Wiener Privattheaters allgemeines Erstaunen und eine kleine Revolution hervorgerufen. Es ist das einzige Theater in Wien, das täglich vor ausverkauftem Haus spielt, und das täglich eine fast gleichgroße Zahl von Leuten abweisen muß, weil sein kleiner Saal nur 356 Personen Platz bietet. Das Experiment, das man hier unternommen hat, ist nicht neu — es verblüfft aber durch die Konsequenz und durch den Erfolg. Der Eintritt ist nämlich frei, man braucht sich untertags nur irgendwann einmal eine Karte zu holen, um seinen Platz zu sichern. Jeder, dem das Stück gefallen hat, gibt zum Schluß eine freiwillige Spende. Der Erfolg hat alle Erwartungen übertroffen. Seit Monaten ist das Haus täglich ausverkauft, und die durch die freiwilligen Spenden erzielten Einnahmen sind höher, als man früher durch einen normalen Kartenverkauf erzielen konnte. Dabei aber darf nicht vergessen werden, daß dieses kleine Theater in einem ausgesprochenen Wiener Arbeiterbezirk liegt — mithin also einen Kreis von Personen anspricht, dem man gegenwärtig allgemein Teilnahmslosigkeit am Theaterbesuch zuschreibt.
Dies alles würde vielleicht nicht so sehr die Bedeutung und den Erfolg des Experimentes unterstreichen, wäre der Spielplan des kleinen Theaters entsprechend „volkstümlich“, spielte man also nichtssagende Lustspiele, derbe Komödien oder Operetten — die in Wien immer eine gewisse Zugkraft besitzen. Als letztes Stück aber ging Schillers „Kabale und Liebe“ ein Dutzend Abende hindurch über die Ezetter des Wielandtheaters, wie die kleine Bühne heißt. Und wieder war es täglich ausverkauft.“
Kanonen statt Butter
Angesichts der Ereignisse in Korea fordert der Londoner „Ob Server“ eine Revision der Haltung der Alliierten zur Frage der Wiederbewaffnung Deutschlands.
„Die dringende Frage darf nicht mehr lange ungeklärt bleiben, welchen Beitrag die Bundesrepublik ihrer eigenen Verteidigung leisten soll. Die Argumente für eine Fortdauer der Waffenlosigkeit Westdeutschlands sind weitgehend die gleichen, die die Amerikaner veranlaßt haben, den Südkoreanern angemessene Verteidigungswaffen vorzuenthalten. Heute sind diese Argumente offensichtlich nicht mehr im gleichen Maß stichhaltig.
Es ist im übrigen eine stärkere Berücksichtigung der Rüstungsbelange der atlantischen Mächte gegenüber den Bedürfnissen des wirtschaftlichen Wiederaufbaus und der Sozialpolitik nötig, was mehr Kanonen und weniger Butter bedeute. Auch müßte man sich mehr auf die Produktion frontreifer Waffen konzentrieren und weniger Geld für Forschung und Entwicklung ausgeben. Was nötig ist, ist ferner eine gut ausgewogene Kollektivstreitmacht der atlantischen Gemeinschaft auf dem Gebiet der Landstreitkräfte. Da der potentielle Feind am stärksten ist, dürfen die atlantischen Mächte nicht so schwach bleiben wie bisher.“
Die Ziele in Korea
Die „Washington Post fordert, die Vereinten Nationen sollten die Ziele verkünden, für die sie in Korea einträten.
„In der Annahme, daß die Stabilisierung und die Gegenoffensive in Korea Erfolg haben werden, scheint es höchste Zeit zu sein, der ganzen Welt, vor allem den asiatischen Völkern, genau mitzutei.rn wofür die freie Welt kämpft. Die Ziele der Vereinten Nationen müßten zumindest die Vereinigung Koreas und freie Wahlen unter Aufsicht der Vereinten Nationen vorsehen. Sobald diese Ziele einmal verkündet worden sind, sollte man sie in der ganzen Welt verbreiten. Außerdem sollte der Sicherheitsrat eine Entschließung über die Zukunft Koreas vorbereiten, die so gefaßt sein müßte, daß die Sowjetunion sie nicht ablehnen könnte, falls sie wieder mitarbeiten sollte. Schließlich müßte die Welt die Sicherheit haben, daß die Vereinten Nationen nach Abschluß der Kämpfe in Korea dort über eine internationale Polizeitruppe verfügen werden, um ihre Ziele durchzusetzen.“
Ein neues Spanien?
Der diplomatische Korrespondent der »T ime s“ schreibt, die Sowjetunion müsse jetzt in Korea mit zwei neuen Tatsachen rechnen:
„Einmal sind die Aussichten, die Amerikaner aus Korea zu vertreiben, geringer geworden. Zum anderen hat Präsident Trumans Botschaft bewiesen, daß die Vereinigten Staaten überall zum Einsatz bereit sind. Man darf hoffen, daß die Zeit nicht weiter für den Angreifer arbeitet. Sobald das amerikanische Oberkommando die nötigen Truppen in Korea hat, kommt für die nordkoreanische Armee der Rückzug. Selbst wenn General Mac Arthur am 38. Breitengrad haltmachen sollte, wäre es möglich, daß die von der Sowjetunion geschaffene nordkoreanische Regierung die militärische Niederlage nicht überlebt. Falls die Sowjetunion in Korea einen Stützpunkt halten und doch den Konflikt weiterhin lokalisieren will, so müßte sie sich vielleicht entscheiden, mit den Vereinten Nationen zusammenzuarbeiten, um die Grenze am 38. Breitengrad wiederherzustellen, bevor es durch die Waffen der Vereinten Nationen geschieht. Die Sowjetunion könnte natürlich mit einigem Risiko noch etwas Zeit gewinnen, wenn sie Nordkorea mit Material und Freiwilligen unterstützt — das würde ein neues Spanien bedeuten.“
Helgoland weiter Bombenziel
el Hamburg, 23. Juli. (Eigener Drahtbenchl) Der britische Landeskommissar von Schleswig-Holstein, Asbury, hat dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstern, Diekmann, im Auftrage der Oberkommission mitgeteilt, daß die Insel Helgoland auch weiterhin als Bombenziel für die britischen Luftstreitkräfte benötigt werde.
Kritik an Wagner
Eine Vorstandssitzung der sozialdemokratischen Bezirksgruppe Hessen-Süd
Frankfurt, 23. Juli, (dpa) Eine außerordentliche Bezirksvorstandssitzung der Sozialdemokratischen Partei Hessen-Süd in Frankfurt verurteilte in mehrstündiger Beratung das „disziplinlose und parteischädigende Verhalten” des hessischen Wirtschaftsministers Albert Wagner in der Brotpreisfrage.
Wie der Bezirksvorsitzende, Willi Knothe, erklärte, war der Bezirksvorstand in dieser Kritik einmütig. Der Bezirksvorstand könne nicht damit einverstanden sein, daß Wagner verfügt habe, in Hessen ein dunkleres, qualitativ herabgemindertes Brot zum alten Preis herzustellen. Der Bezirksvorstand Hessen-Süd stehe geschlossen hinter der Haltung der Bundestagsfraktion der Sozialdemokratie zur Getreidesubventionierung. Die Partei wehre sich gegen jeden Versuch, der Bevölkerung schlechteres oder im Gewicht gemindertes Erot zu verkaufen.
Am Montag wird sich der Landesausschuß der Sozialdemokratie Hessen mit der Haltung des Ministers Wagner beschäftigen. Es wird damit gerechnet, daß die Partei möglicherweise die Abberufung des von ihr gestellten hessischen Wirtschaftsministers fordern wird.
Ostdentfche Kulturwoche
Marburg, 23. Juli, (dpa) In einem Aufruf zur Ostdeutschen Kultur- und Hochschulwoche, die vom 24. bis 30. Juli in Marburg stattfindet, erklärte der Hessische Kultusminister Dr. Erwin Stein am Samstag, es sei notwendig, daß sich die westdeutschen Universitäten mehr als bisher wissenschaftlich mit Fragen befassen, die früher Aufgaben der ostdeutschen Hochschulen waren.
„Die Vermischung der Stämme“, heißt es in dem Aufruf, „wie sie nach 1945 im Westen eingetreten ist, wirft für die künftige Entwicklung unseres deutschen Volkes Probleme auf, die dringend der Untersuchung durch die wissenschaftliche Forschung harren.“ Minister Stein hofft, daß aus der Erkenntnis dieser Tatsachen die Ostdeutsche Kultur- und Hochschulwoche zu fruchtbaren Ergebnissen führen werde.
Eine Ausstellung ostdeutscher Künstler wurde am Sonntag in Marburg durch Oberbürgermeister Karl Theodor Bleek im Universitätsmuseum eröffnet. Neben der „Sagenschau des deutschen Ostens“, die von heimatvertriebenen Frauen aus Fulda gestaltet wird, und der Ausstellung ostdeutscher Literatur nimmt im Rahmen der Ausstellung ostdeutscher Künstler die Sonderschau „Geistiges Erbe des deutschen Ostens“ den bedeutendsten Platz ein. In ihr wird in reichhaltiger Form durch Landkarten, Städteansichten, Erstausgaben ostdeutscher Verlage und Originalbriefe von Schleiermacher, Kant, Herder, Hamann, Fichte erstmalig nach dem Verlust des Ostens dessen kulturelles Schaffen und geistiges Erbe zusammengetragen.
Stärker beschäftigt
Die Industrie in Hessen
H. G. R. Wiesbaden, den 23. Juli. (Eigener Bericht.) Die Zahl der Beschäftigten in der Industrie Hessens hat im Monat Juni, wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, um 6 196, also um 1,7 vom Hundert zugenommen.
Die Nahrungsmittel- und Genußgüterindustrie hat an dieser Besserung mit einer Zunahme von 8,2 vom Hundert den größten Anteil. Unvermindert stieg auch die Produktion bei Feinmechanik und Optik, im Fahrzeugbau und in der Industrie Steine und Erden. Die Säge - Industrie dagegen war weiter stark rückläufig und hat mit 46 Prozent (1936 gleich 100) den niedrigsten Stand seit 1948 zu verzeichnen, betrüblich bei der Tatsache, daß Hessen nach Baden das waldreichste Gebiet der Bundesrepublik ist.
Erfreulich ist die Entwicklung in der Bauwirtschaft. Die Zahl der Beschäftigten stieg im Bauhauptgewerbe um 2 808 auf 45 249 an. Dabei hat sich der Wohnungsbau weiter in den Vordergrund geschoben. Er hat den Umfang der noch im Vorjahr vorherrschenden gewerblichen und industriellen Bauten bereits erheblich hinter sich gelassen. Nach Angaben des Landesarbeitsamtes ging die Zahl der arbeitslosen Baufacharbeiter weiter herunter. Sie betrug nur noch 1 576 im Berichtsmonat. Da in den beiden letzten Monaten die Abnahme der Arbeitslosen jeweils bei 1700 lag, müßte sich, wenn die Entwicklungstendenz in der Bauwirtschaft weiter anhält, in absehbarer Zeit ein Mangel an Baufacharbeitern einstellen.
Nicht „Frieden um jeden Preis“
Kardinal Frings in Bonn
Bonn, 23. Juli, (dpa.) Der Kölner Erzbischof Kardinal Frings hat am Sonntag vor über 25 000 Katholiken in Bonn erklärt, es wäre eine verwerfliche Sentimentalität und ein falsch gerichtetes Humanitätsdenken, wenn man aus Furcht vor den Leiden eines Krieges jegliches Unrecht geschehen ließe. Der Grundsatz „Willst du den Frieden, so rüste zum Kriege“ müsse zwar auf jeden Fall verurteilt werden, der entgegengesetzte Grundsatz „Frieden um jeden Preis“ sei aber ebenso falsch und verwerflich. Er gebe den kriegslüsternen und ehrgeizigen Völkern und ihren Führern einen Anreiz zu Unrecht, Unterdrückung und Gewalttat. Wo die in Gott gegründete Ordnung in ihren tiefsten Fundamenten bedroht und angegriffen werde, hätten die Völker nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, wenn alle anderen Wege versagten und begründete Aussicht auf Erfolg gegeben sei, auch mit Waffengewalt das gestörte Recht und die gestörte Ordnung wiederherzustellen.
Kominform-Zentrale in Berlin?
Warschau, 23. Juli. (AP.) Aus Kreisen der Kommunistischen Arbeiterpartei in Polen wird erklärt, die Zentrale des Kominform werde voraussichtlich mit ihren Büros und ihrer Zeitungsredaktion von Bukarest nach Berlin verlegt werden. Die polnischen Kommunisten glauben außerdem, daß dem Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei eine Kominform-Tagung folge, auf der die Sowjetzone vermutlich als Mitglied in das Kominform aufgenommen werde.
Kampf gegen den Kommunismus
Eine Erklärung Kaisers
Bonn, 23. Juli, (dpa) Bundesminister Kaiser hat in Bonn betont, er werde dafür eintreten, daß die Kommunisten und ihre Anhänger in Zukunft nicht mehr die demokratischen Rechte in der Bundesrepublik mißbrauchen könnten. Solange es in der Sowjetzone keine demokratischen Freiheiten gebe, dürften die Kommunisten auch im Bundesgebiet nicht die Vorrechte einer Demokratie genießen.
Starker Regen in Hessen
Frankfurt, 23. Juli, (dpa) Außerordentlich starke Regenfälle gingen in der Nacht zum Sonntag und am Sonntagvormittag über ganz Hessen nieder. Zu Ueberschwemmungen kam es an keiner Stelle, jedoch wurde ein großer Teil des noch stehenden Getreides zu Boden gedrückt.
Rudel in Schutzhaft
Wiesbaden, 23. Juli. Bei der Tagung der Flüchtlingssiedlung Waldhof hatte der Vorsitzende der Deutschen Heimatfront, Rudel, auf der Gedenkstätte für die bei der Flucht ums Leben gekommenen Heimatlosen einen Kranz niedergelegt, dessen Schleife eine Aufschrift trug, die sich gegen den hessischen Flüchtlingsbeauftragten Wenzel Jaksch wendete. Wie der Hessische Rundfunnk hierzu meldete, wurde Rudel deshalb vorläufig in Schutzhaft genommen. Als er sich nachmittags unter die Teilnehmer der Kundgebung mischte, richtete sich die Empörung der Menge gegen ihn und Rudel mußte den Saal verlassen.
Innenminister Zinnkann erklärte in seiner Ansprache, daß die Regierung die Verpflichtung anerkenne, alles nur mögliche zu tun, um die Vertriebenen in Arbeit zu bringen. Im neuen Etat werde man 8 Millionen Mark für Siedlungszwecke einsetzen und man hoffe, tausend Bauern in Hessen ansiedeln zu können. Wenzel Jaksch forderte zur Zusammenfassung des Kreditbedarfs und des Wohnraums einen „Hessenplan“.
Das Vertrauensverhältnis
Ein grundsätzlicher Arbeitsprozeß
H. G. R. Wiesbaden, 23. Juli. (Eigener Bericht.) Die Witwe eines Dillenburger Zahnarztes hatte die Praxis ihres verstorbenen Mannes an einen tüchtigen, heimatvertriebenen Zahnarzt vermietet, der völlig mittellos aus der Ostzone in Dillenburg angekommen war. Ohne Wissen der Witwe hatte der Arzt einen Mietvertrag mit dem Hauswirt abgeschlossen in der Hoffnung, die Praxis später ganz übernehmen zu können. Er hatte auch die seitherige Sprechstundenhilfe entlassen. Als die Zahnarzt-Witwe daraufhin den Pachtvertrag kündigte, klagte der Arzt. Aber sowohl das Arbeitsgericht Wetzlar als auch das in der Berufungsinstanz angerufene Landesarbeitsgericht Frankfurt wiesen die Klage des Arztes ab. Sie sahen in seinem Verhalten einen Vertrauensbruch, den die Witwe nicht hinzunehmen brauche. Vertrauensverhältnisse seien nur tragbar, wenn sich die Partner mit Anstand und Offenheit begegneten.
Niemöller distanziert sich
AZ. Wiesbaden, 23. Juli. Zu der Meldung, der Deutschen Presseagentur „Die Friedenskämpfer über Kirchenpräsident Niemöller“ vom 21. Juli teilt uns das Sekretariat D. Niemöller folgendes mit: Kirchenpräsident D. Martin Niemöller hat sich wie stets auch in seiner Mannheimer Rede für den Frieden und jede ehrliche Bemühung darum ausgesprochen. Die „Weltbewegung der Friedenskämpfer“ hat er dabei nicht erwähnt. Zu dem Stockholmer Appell und der (kommunistischen) Organisation des Pfarrer Müllner hat er keinerlei Bindung. Pfarrer Müllner hat in seinem Rundschreiben „An alle evangelischen Pfarrer“ einen Auszug aus der Zeitschrift der Bekennenden Kirche „Stimme der Gemeinde“ Nr. 4, 1950, von einem Artikel D. Niemöllers „Was kann die Kirche für den Frieden tun?“ gebracht, ohne die Genehmigung der Schriftleitung einzuholen.
Hessische Kurznachrichten
Gegen den Plan der Kreise Frankenberg und Marburg, bei Merzhausen an der Grenze beider Kreise eine Flüchtlingssiedlung zu errichten, wandte sich am Samstag die staatliche Forstverwaltung Marburg. Seit 1870 seien im Marburger Gebiet über 1200 ha Wald gerodet worden, heißt es in der Stellungnahme. Eine Rodung von weiteren 37 Hektar, wie sie für das Siedlungsprojekt geplant sei, würde nicht ohne Wirkung auf die angrenzenden landwirtschaftlichen Gebiete bleiben, da der Wald ein natürliches Wasserstaubecken bilde. Die Landräte der Kreise Frankenberg und Marburg hatten Mitte Juni beschlossen, bei Merzhausen Flüchtlingsbauem aus Ungarn und aus den ostdeutschen Gebieten anzusiedeln.
Nachrichten ohne Politik
Ein Flugzengabsturz
33 Todesopfer
Myrtle Beach, Südcarolina, 23. Juli. (AP.) Ein großes Transportflugzeug der „National Guard“ (Heimwehr) von Tennesse ist am Sonntag bei Manöverübungen in der Nähe von Myrtle Beach in Südearolina abgestürzt. Sämtliche 33 Insassen kamen ums Leben.
Fünf Kinder getötet
Duisburg, 23. Juli, (dpa) Vier Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren und ein neunzehnjähriger Junge wurden in Duisburg-Hamborn von einer explodierenden Granate getötet. Drei Jungen und der Neunzehnjährige waren auf der Stelle tot, der fünfte starb im Krankenhaus. Ein zwölfjähriges Kind erlitt schwere Verletzungen. Die Kinder hatten die Granate auf dem nördlichen Emscherufer gefunden und über einen Steg auf das gegenüberliegende Ufer gebracht, um sie zu entschärfen. Eine Augenzeugin berichtete, daß nach der Detonation eine haushohe Feuersäule emporschoß und Sprengstücke durch die Luft schwirrten.
Skandal auf dem Friedhof
Bamberg, 23. Juli, (dpa) Auf dem Bamberger Friedhof hat die Polizei unglaubliche Zustände festgestellt. Zwei Angestellte der Friedhofsverwaltung haben in mehreren Fällen Grabsteine von Gräbern entwendet und gegen Geld oder Sachzuwendungen auf andere Gräber gestellt. Zeugen sagten aus, daß ein Leichenwärter in der Leichenhalle und an den Gräbern statt Weihwasser nur gewöhnliches Leitungswasser auf stellte. Außerdem habe sich ein Friedhofswärter nachts hinter dem Leichenhaus mit zweifelhaften Mädchen vergnügt. Die beschuldigten Angestellten sind entlassen worden.
Wildwest in Schwaben
Kirchheim-Teck, 23. Juli. (Id) Vor dem Jugendrichter hatten sich sieben junge Burschen im Alter von 15 und 16 Jahren wegen schweren und leichten Diebstahls zu verantworten. Die Jugendlichen hatten um die Jahreswende aus „Neugierde“, wie sie sagten, verschiedene Feld- und Gartenhäuschen der Kirchheimer Gegend erbrochen; wenn sie gelegentlich etwas mitnahmen, warfen sie es auch bald wieder fort. Als die jungen Burschen merkten, daß ihnen die Polizei auf den Fersen war, faßten sie unter sich den Plan, nach Mexiko zu gehen und dort Goldsucher zu werden. Zu diesem Zweck beschafften sich einige von ihnen ein Fahrrad, was ihnen eine weitere Anklage wegen Diebstahls einbrachte.
In der Verhandlung erklärten die Jungen, daß sie außer Kriminal- und Wildwestromanen keine anderen Bücher läsen. Sie ließen sich auch keinen Kriminal- und Cowboyfilm entgehen. Der Richter sah darin den Schlüssel für ihr Verhalten und verurteilte sie zu Jugendarrest zwischen neun Tagen und sechs Wochen.
Die Vierlinge sind gestorben
Catanzaro, 23. Juli, (dpa) Die Vierlinge, die die italienische Bäuerin Marianna Lioi zur Welt gebracht hatte, sind knapp einen Tag nach der Geburt gestorben. Vor zwei Jahren hatte die Bäuerin schon einmal Vierlinge zur Welt gebracht, die noch alle leben. Der Vater der Vierlinge sagte: „Vielleicht ist es so besser. Ich weiß nicht, wie ich mit meinem Geld alle Münder gestopft hätte.“
Der schießende Schreibtisch
Kopenhagen, 23. Juli. In der dänischen Stadt Kolding betätigte sich ein elektrisches Bügeleisen als Maschinengewehr. Ein Koldinger hatte abends vergessen, den Strom zum Bügeleisen abzustellen, das auf einem Schreibtisch stand. Im Laufe der Nacht brannte sich das Bügeleisen durch den Schreibtisch hindurch und entzündete die Jagd- und Heimwehrmunition, die der Mann in seiner Schreibtischschublade liegen hatte. Er wurde geweckt, als die achtzig Patronen explodierten. Der Schreibtisch verbrannte vollständig; die Feuerwehr konnte den Brand löschen.
Ein Kalb reist nach Amerika
Kopenhagen, 23. Juli, (dpa) Ein Kalb mit zwei Köpfen, das vor drei Monaten in Dänemark geboren wurde, soll zu Untersuchungen in die Vereinigten Staaten gebracht werden. Es soll das einzige Tier seiner Art sein, das länger als einige Stunden gelebt hat. Abgesehen von den zwei Köpfen ist das Kalb durchaus normal, es frißt nur jeweils mit einem Maul, aber dabei sind die Kiefer beider Köpfe in Gang.
Bemölitt mit einzelnen Schauern
Eigener Wetterbericht
In der Westströmung, die am südlichen Rande des ausgedehnten Tslandtiefs bis nach Europa reicht, tritt noch keine längeranhaltende Wetterberuhigung ein.
Aussichten: Wechselndes leicht und stärker bewölktes Wetter mit einzelnen Schauern. Warm. Mittagstemperaturen um 25 Grad. Mäßige westliche Winde.
Der Rundfunk am Montag
RADIO FRANKFURT: 5.30 Musik für Frühaufsteher; 6.40 Morgenständchen; 7.15 Frühkonzert; 8.15 Morgenmusik; 11.15 Schulfunk; 12.00 Musik am Mittag; 13.00 Musikalisches Allerlei; 14.15 Schulfunk; 16.00 Berühmte Sänger; 17.00 Grazie und Heiterkeit; 18.30 Zum Feierabend; 20.00 Von Wien zum Wörthersee; 21.15 Aus der Welt der Oper; 22.15 Das Ewigweibliche; 22.50 Zwischen den Grenzen; 23.00 Zärtliche Musik.
SÜDD. RUNDFUNK STUTTGART: 12.00 Musik am Mittag; 13.10 Werbefunk mit unterhaltender Musik; 16.00 Nachmittagskonzert; 17.00 Konzertstunde; 18.00 Unterhaltungsmusik; 20.00 Fröhlich fängt die Woche an; 21.15 Pußta-Klänge; 22.00 Zeitgenössische Musik; 23.15 Liederstunde.
SÜDWESTFUNK: 12.20 Mittagskonzert; 15.30 Musik am Nachmittag; 17.20 Solistenkonzert; 18.30 Musik zum Feierabend; 20.00 Musik für Dich; 21.00 Aus der Welt der klassischen Operette; 22.30 Klaviermusik; 23.15 Moderne Unterhaltungsmusik.
NWDR.: 12.00 Balkanliebe; 13.20 Musik am Mittag; 14.15 Filmmusik; 14.30 Unterhaltungsmusik; 16.50 Kammermusik; 18.00 Leicht und beschwingt; 20.00 Bach-Fest 1950; 22.15 Im Dienst von Scotland Yard; 22.45 Tanz- und Unterhaltungsmusik; 23.15 Duke Ellington und sein Orchester: 0.05 Berlin am Mikrofon.
Unsereiner uird immer kleiner
ROMAN VON HANS WOERNER1) Copyright by Dr. Alexander Fuchs, Braunschweig
Dieser Roman versucht eine heitere Auseinandersetzung mit dem, was viele Leute „unsere moderne Zivilisation" nennen. Sein Verlaut bedeutet eine bekömmliche Art von resigniertem Lächeln, einen gemütvollen Seufzer, wie ihn Josef Weinheber tat... „Unsereiner wird immer kleiner, je tiefer er ins Leben guckt...“
1.
Der Mann, der dort drüben langsam und würdevoll aus seinem schweren, schwarzglänzenden Automobil steigt, ist für diese Geschichte hier nicht eigentlich wichtig. Aber er ist gut genug für den Anfang. Er heißt Miels, Georg H. Miels. Er ist seit vielen Jahren stolz darauf, Georg H. Miels zu sein. Und dieser Stolz bekam seiner Gesundheit ausgezeichnet. Er wurde glatt und dick davon, rosig und selbstbewußt, erfolgreich und humorlos, völlig humorlos... Die Zeitungen nennen ihn Generaldirektor Georg H. Miels. Tatsächlich ist er sogar etwas mehr als Generaldirektor der „Gesellschaft für Statistik und Marktforschung“. Er besitzt die Hälfte aller Anteilscheine dieser Gesellschaft. Außerdem kontrolliert er »’n paar Firmen, die sich mit W»-bung beschäftigen, und diese wiederum könt ollieren eine Reihe von Zeitungen. Das will etwas heißen. Wenn Georg H. Miels niest, hüpfen eine ganze Menge Männer von ihren Stühlen hoch und rufen: „Gesundheit, Herr Mielsl“
Miels ist verheiratet. Seine,, Frau gilt als liebenswürdig und hilfsbereit. Da sie aber seit mehr als zehn Jahren so gut wie immer auf großen Reisen lebt, sind weder ihre Liebenswürdigkeit noch ihre Hilfsbereitschaft in diesen zehn Jahren jemals ernsthaft überprüft worden. Es scheint sich um eine Ueberlieferung zu handeln, wenn die Zeitungen sie immer wieder und mit genau den gleichen Worten „die liebenswürdige und hilfsbereite Gattin Georg H. Miels“ nennen. Uebrigens ist Miels’ Ehe kinderlos. Sie war es nicht immer. Vor annähernd zwanzig Jahren gab es einen sehr kleinen, sehr zarten und sehr stillen Knaben, der genau wie sein Vater Georg H. Miels hieß. Er kränkelte, solange er lebte. Er starb wenige Tage, nachdem er die ersten sechs kleinen C.L hie alleine getan hafte. Er tat sie staunend. Er erschrak über diese herrliche, seltsame Möglichkeit. Niemand war im Zimmer, ausgenommen seine Pflegerin, eine erfahrene Frau, die ihren Dienst gerade an diesem Tage angefreten hatte. Am Abend fieberte das Kind. Deshalb verschwieg jene erfahrene Pflegerin diese ersten, in erschrockenem Staunen zurückgelegfen Schritte des Knaben. Sie sprach nie davon. Und wir wissen nun über den Generaldirektor Georg H. Miels alles, was man über ihn wissen kann, und dazu noch etwas, was er selbst nicht weiß ...
Dorf drüben steigt er langsam und würdevoll aus seinem schweren, schwarzglänzenden Automobil. Er sieht großartig aus, glatt und rosig, selbstzufrieden und sicher. Es berührt ihn nicht ein bißchen, daß es ein grauer, kühler Spätnachmittag ist, der einen langen, traurig stimmenden Herbstabend verspricht. Einen jener entmutigenden Abende, die in der Statistik der Selbstmorde eine so entsetzliche Rolle spielen. Miels weiß das sogar, weil er ja alles weiß, was man aus Statistiken erfahren kann. Aber er bedenkt es natürlich nicht. Denn Georg H. Miels hat heute den bisher größten Tag seines Lebens. Er ist im Begriff, seine Arbeit mit einem Erfolg zu krönen, dem der Jubel des Landes sicher ist. Und das Geld wird sich in abertausend Kanälen bewegen und zu Georg H. Miels strömen.
2.
Der Fahrer des schweren, schwarzglänzenden Wagens steht immer noch neben der breiten, mit Schweinsleder gefütterten Tür des Automobils, als Miels schon die breite Treppe zum Direktionsgebäude der „Gesellschaft für Statistik und Marktforschung" hinaufgeht. Es ist ganz falsch zu sagen, daß Miels diese Treppe hinaufgeht. Es muß heißen, daß er die Treppe hinaufschreitet, denn Georg H. Miels bewegt sich bewußt, und er spricht unaufhörlich mit sich selbst. Er flüstert sozusagen in seine eigenen Ohren hinein, daß seine Sache heute endlich so weif ist, um zu vierhundert Zeitungsleufen darüber reden zu können.
Oben in der großen Halle dieses Gebäudes, dessen breite Treppe Miels gerade langsam und ruhig hinaufschreitet, warten diese vierhundert Zeitungsleute schon auf ihn. Das ist ein herrliches Gefühl für Georg H. Miels. Es durchrieselt ihn zauberhaft. Er könnte eine volle Stunde so langsam schreiten, wenn es auch nicht gerade eine Treppe zu sein brauchte.
Die Tür dort oben ist ein Koloß aus reiner Bronze. Der Teppidi quer über den Boden der unteren Halle ist orientalische Arbeit, der Lift ein schnurrendes Gehäuse aus Mahagoni und Chrom. Georg H. Miels denkt, daß alles dieses sich heute einmal gründlich bezahlt macht, heute, an diesem bisher größten Tage seines Lebens. Alles geht wundervoll. Miels zweiter Sekretär steht genau an der besten Stelle neben dem Lift, an dem er stehen kann, um Miels den Mantel abzunehmen, den Huf, den seidenen Schal, die Handschuhe. Miels erster Sekretär steht an der Flügeltür der großen Halle und öffnet sie im richtigen, allerbesten Augenblick.
Drinnen versinkt das Murmeln der vierhundert wartenden Leute in ein tiefes, in sich selber schwingendes Schweigen, ein Rauschen aus Blitzlichtern, ein mattes Prasseln. Die Fotografen haben das Bild des Generaldirektors Georg H. Miels genommen. Und Miels flüstert die Bildunterschrift dazu sozusagen in seine eigenen Ohren... „Generaldirektor Georg H. Miels betriff die große Halle zu seiner aufsehenerregenden Rede...“
Miels verneigte sich gemessen in ein diskretes Händeklatschen hinein. Miels berührte einen kleinen Sfeinnußknopt an der rechten Kante des Rednerpultes. Dieses Signal bedeutet, daß die Fernschreiber im unteren Stockwerk des großen Hauses in diesem Augenblick damit beginnen, seine Rede in ihre Apparate zu tippen. Und droben spricht Georg H. Miels selbst Er ist ganz sicher, daß er wirklich genau so gemessen und würdevoll spricht, wie er es sich wünscht, denn er hat vor fünf Minuten, in seinem Automobil, eine gute, nicht ganz harmlose und sehr teure Droge genommen, um gemessen und würdevoll zu bleiben, um es mit größerer Sicherheit zu sein als jemals zuvor.
„Meine Damen und Herren..." sagt Georg H. Miels, und die Akustik des vollbesetzten Saales trägt seine Stimme wie auf schweren, samtenen Schwingen... „es ist nichts von der üblichen Art, was mich veranlaßte, Sie zu mir zu bitten. Ich wünschte Ihre Gegenwart in der Tat nicht, um zu Ihnen über etwas zu sprechen, was bereits geschehen ist, sondern mein Wunsch war, mit Ihnen zusammenzusein, während es gerade geschieht... es wird sich also das, wozu ich um Ihre Gegenwart bat, jetzt und in diesem Hause ereignen...“ Georg H. Miels richtet sich auf. Er sieht ruhig über seine Zuhörer hin, er sieht, daß diese Einleitung seiner Rede ihre Wirkung zweifelsfrei bewährt. Er ist zufrieden. Nichts hindert ihn, die Spannung seiner Gäste jetzt dem ersten Höhepunkt entgegenzuführen. „Es handelt sich darum, daß wir innerhalb der nächsten Stunde denjenigen Mann und Familienvater in unserem großen und schönen, glücklichen und reichen Lande kennenlernen werden, der unser aller bester Freund, unser aller liebster Bruder, unser aller heimlicher König ist“, sagt Georg H. Miels laut, feierlich, ernst, gemessen, unendlich andachtsvoll...
Seine Zuhörer verharren stumm. Niemand kann jetzt schon wissen, was Georg H. Miels, Generaldirektor der „Gesellschaft für Statistik und Marktforschung" wirklich meint. Aber es steht schon fest, daß dies hier ganz gewiß keine alltägliche Sache ist, daß 'ie vo'ler Spa u-g voller Möglich ei en steckt und da si hervorragend e a tet wird. N emend kann es sich leisten, den Anschluß an diese Sache zu versäumen. Das ist gewiß.
(Fortsetzung folgt)
Darmstadt und Umgebunng
Der letzte Schnitt
Kä. - Dem Bauern, der eben vonßonnenaufgang bis zur Nacht auf dem Felde steht, mag es zwar anders erscheinen, uns Städtern aber kommt es vor, als habe die Sense, die den ersten Haufen Halme mäht, das allerletzte Kapitel des Sommers angeschnitten. Solange noch das schwere Korn auf dem Halm stand und der Wind über volle Aehren ging, die sich leise raschelnd aneinander rieben, da war der Sommer noch unversehrt. Roter Mohn entblättert sich lautlos auf den Wegrain, und die glühenden Asphaltstraßen flossen träge dahin. Staubige Bäume, in dem matten Glanz flimmernder Hitze standen wie eingeschlafen, kaum noch ein Vogel sang, und die flügge Brut hatte zu radauen und zu zirpen aufgehört. Wie unter einer gläsernen Glocke lag das Land unter dem Himmel, glänzend, leuchtend, wachsend ...
Aber jetzt ist alles anders geworden, und neben der wogenden Frucht wird schon der erste Streifen Stoppelfeld sichtbar, der dem Herbst die Bresche schlägt. Erschreckt huschen Feldmäuse zwischen den Haufen gebundenen Korns umher und können doch ihr Nest nicht mehr finden. Unerbittlich geht das Messer über Korn und Rade, sinken die Früchte des Sommers auf das sich leerende Feld. Und wenn auch heute und morgen noch die Garben als Wächter draußen bleiben, so klirren doch schon die Wagen, die sie heimholen kommen ...
Wir Städter neigen alle ein bißchen zur Sentimentalität, wenn wir uns mit der Natur befassen, und immer wieder befällt uns Wehmut, wenn wir die Felder leer werden sehen und zum erstenmal einen kühlen Stoppelwind im Nacken spüren. Das mag vielleicht daher kommen, daß wir nichts heimzuholen haben und der Fülle und der Verschwendung der Natur nur so lang teilhaftig sind, als wir sie an Ort und Stelle sich entfalten, wachsen und reif werden sehen. Frucht und Ernte aber gehört uns nicht mehr, sie verschwindet uns mit dem Erntewagen hinter dem Scheunentor.
Der Bauer hat die Natur mit den Händen und nicht bloß mit den Augen wie wir. Sie läßt ihn nicht aus, ob er ihr in Scheune und Stall oder auf dem Felde begegnet. Bis wir sie aber in Gestalt eines braunen Brotes wieder in Empfang nehmen, ist sie so verwandelt, daß wir sie kaum noch erkennen. Vorher mußten wir Abschied nehmen, und Abschiednehmen ist immer ein bißchen wehmütig.
Kraftverkehr organistert sich
Auf Anregung des Fachverbandes für Güternahverkehr in Frankfurt als Dachorganisation und durch Initiative einiger Fuhrunternehmer wurde gestern in der Gaststätte Ripper in Darmstadt die „Arbeitsgemeinschaft des Kraftverkehrs Darmstadt GmbH.“ gegründet.
Von den 160 eingeladenen Fuhrunternehmern waren nur knapp 20 erschienen und auch unter diesen war der vorsichtige Pessimismus einer Neugründung gegenüber zu spüren. Falls sich diese neugegründete Genossenschaft jedoch bewährt, dürfte durchaus mit einem starken Zustrom aus den interessierten Kreisen zu rechnen sein.
Man war von dem Gedanken ausgegangen. daß, ähnlich wie bei anderen Berufsgruppen, auch das Nahverkehrsgewerbe sich zusammenschließen müsse, um seine berechtigten Interessen zu vertreten. Die den Anwesenden vorgelegten Satzungen — anschließend bei einer Stimmenenthaltung angenommen — sehen als Zweck der Gründung unter anderem vor:
Werbung, Übernahme und Verteilung von Transportaufträgen im Güternahverkehr. Einziehung der Entgelte von den Auftraggebern bei 4 Proz. Verwaltungskosten. Umgehende Vorfinanzierung ausgeführter Aufträge. Steuerliche, rechtliche und Versicherungsberatung. Wirtschaftsbetreuung und Verhandlung mit den Behörden. Verbilligte Ersatzteil- und Kraftstoffbeschaffung.
Nach einer kurzen Begrüßung durch Herrn Schlicht legte der Geschäftsführer des Fachverbandes, Herr Vorsheim, die heutige Situation des Transportgewerbes dar. Der Kampf Schiene gegen Straße sei nicht empfehlenswert, jeder solle bei seiner eigentlichen Bestimmung bleiben: Die Bundesbahn auf der Schiene, die Kraftfahrunternehmen auf der Straße. Den heutigen harten Konkurrenzkampf erschwere noch die nicht mehr zeitgemäße Höchstpreisverordnung.
Für den Regierungspräsident Darmstadt sprach der Verkehrsdezernent, Herr Bopp.
In der anschließenden Diskussion wurde über den unlauteren Wettbewerb durch Landwirte geklagt, die mit ihren Schleppern und Anhängern für Baustellen fahren, aber steuerlich nicht belastet würden. Auch die vermutete Kalkulation der hessischen Finanzämter mit 33—36 % Reingewinn bei Fuhrunternehmen wurde als völlig abwegig beurteilt. Nach verschiedenen Erörterungen über die Höhe des Genossenschaftsanteils und Annahme der vorgeschlagenen Satzungen wurde von den 17 neuen Mitgliedern Aufsichtsrat und Vorstand der Genossenschaft gewählt, die sich vorläufig nur auf die ehemalige Provinz Starkenburg, später aber auch auf Oberhessen erstrecken soll.
In den Aufsichtsrat wurden gewählt: Schanz, Ober-Ramstadt; Heeb, Darmstadt; Germann, Darmstadt, Röhrich, Nieder-Roden und Jakoby, Darmstadt-Arheilgen. Der Vorstand setzt sich zusammen aus den Herren Simon, Darmstadt und Vogt, Darmstadt. agt
Meister der frohen Unterhaltung
Ein Bunter Abend im Thalia-Theater
Bunte Abende sind im allgemeinen wie ein gewöhnlicher Kuchen: Ab und zu ein paar Rosinen in der großen Masse des Teiges, die zum Weiteressen anreizen sollen. Am Freitagabend war das anders. Im Thalia rollte ein Programm ab, das mit einer für Darmstadt wohl einzigartigen Besetzung einen Abend bester Unterhaltung servierte.
Ernst Günter Z e b e 1 konferierte. Sein Auftreten zwischen den einzelnen, von ihm anzusagenden Programmnummern war jedesmal ein „Knüller“ für sich. Die drei Pi hei ro s sangen zur Guitarre Liebesgeschichtchen aus der Südsee mit leichtem „Hummel-Hummel“-Einschlag und variierten das alte Märchen vom „Rotkäppchen“ in der Sicht der letzten drei Jahrzehnte. Da wetzte das Stehaufmännchen Kurt Engel um sein Marimbaphon, wirbelte mit zehn Stöcken gleichzeitig über das Instrument, spielte mal sentimental, mal schräg, bis ihm der Schweiß aus den Knopflöchern drang. Liesel Stranzinger war verliebt, so behauptete sie wenigstens mit Sopranst.imme.
Dann kam Barnabas von G e c z y. Die Klänge seiner Geige perlten durch den Raum — ein Meister der Violine spielte. Klein, zierlich, entzückend gekleidet, trat Maria von Schmedes ins Scheinwerferlicht und sang mit ihrer innigen Stimme von den Geburtstagswünschen eines kleinen Mädchens. „I hab' rote Haar“, das war eine Sache für sich, die man immer wieder gerne von ihr hört und sieht.
Ein Komiker besonderer Art ist Heinz Ehrhardt. Man kennt seine schläfrigeinfältige Stimme mit „Noch’n Gedicht“ vom Rundfunk her. Das treudoofe Gesicht mit der gläserlosen Brille, die unnachahmlich eckigen Bewegungen, seine trockenen Blödeleien und eben seine Gedichte: Das muß man alles zusammen erlebt haben, um zu begreifen, daß sich das Publikum vor Lachen bog. Herzerfrischend seine Bonmots: „Wer nie sein Brot im Bette aß, der weiß auch nicht wie Krümel pieken“, oder „Des Menschen Leben gleicht der Brille: Man macht viel durch . .
Rudi Schuricke, mit interessant angegrauten Schläfen, elegant vom frisch gelockten Scheitel bis zu den gelackten Schuhen, brachte einige seiner schon durch Schallplatten bekannten Lieder, hielt sich mit besonderer Vorliebe häufig und längere Zeit beim hohen C auf und bezauberte mit seinem Gesang — lediglich die vorderen Reihen des Saales, da seine nicht sehr kräftige Stimme nur dann den ganzen Raum ausfüllte, wenn sich die musikalische Begleitung von Flügel, Guitarre und Schlagbaß diskret zurückhielt. Wer's nicht gehört haben sollte, kann sich die Sache ja auf Schallplatten anhören, denn: „Sicher haben Sie die Platte zu Hause“, meinte Herr Schuricke reichlich selbstbewußt. (Man kann’s auch Einbildung nennen!)
Alle Künstler riefen ihrem Publikum ein „Auf Wiedersehen“ zu. ein Wunsch, dem man sich gerne anschließt, in der Hoffnung, recht oft ein derartig sorgfältig zusammengestelltes Programm in Darmstadt zu sehen. hn
Barnabas von Geczy der Meister auf der Violine. Foto: Hage
Former höchster Meuschlichkeit
Keyserling-Gedenkfeier in Schloß Wolfsgarten
Zum Gedächtnis des 70. Geburtstages von Professor Hermann Graf Keyserling hatten Prinz Ludwig und Prinzessin Margaret am Freitag einen kleinen Kreis von Freunden und Verehrern des Philosophen zu einer eindrucksvollen Feierstunde nach Schloß Wolfsgarten eingeladen. Unter den Anwesenden befanden sich die Gattin und der Sohn des Verstorbenen, Kultusminister Stein, der Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden, Dr. Redlhammer, Bürgermeister Schröder mit Gattin sowie die Gattin des zur Zeit in Amerika weilenden Oberbürgermeisters Metzger.
Prinz Ludwig dankte der Vorsitzenden der Keyserling-Gesellschaft für freie Philosophie, Baronin Dungern, für die Uebertragung der Schirmherrschaft der Gesellschaft auf ihn und seine Gattin. In der Verknüpfung der Namen Keyserling und Hessen-Darmstadt sehe er eine glückliche Synthese, eine sinnvolle Weiterentwicklung einer reichen Tradition des Darmstädter Geisteslebens, das gerade mit diesen beiden Namen aufs engste verbunden sei. In warmen Worten vermittelte Prinz Ludwig ein Bild von Hermann Keyserling, wie er es als Jugendlicher in sich aufgenommen hatte. Dreifach verpflichtet fühle er sich diesem Philosophen: Als Darmstädter, weil Keyserling der Stadt zu neuem geistigen Ansehen verhalf; als Sohn seines Vaters, dessen Bestrebungen zur geistigen Entwicklung unserer Heimat Keyserling unterstützte; als Mensch seiner Generation schließlich, weil Hermann Keyserling den Glauben an den geistigen Menschen in ihm festigte.
In einem längeren Referat begriff Prof. Em g e das Wirken Keyserlings als ein ererbtes und eigenschöpferisches zugleich, ein Leben, das in tiefen Zügen Eindrücke aufnahm, um sie als völlig eigenverarbeitete Gedanken weiterzugeben. In seinem Drang nach dem Ursprung — dem philosophischen Grundtrieb — nannte ihn Prof. Emge heraklidisch; faustisch bezeichnete er ihn als Menschen, dem in diesem Sehnen nach dem Wissen um den Anfang die Liebe und Gnade von oben zuteil ward. Ueber Keyserlings Leben stellte der Redner den Satz aus Sophokles „Antigone“: Vieles Gewaltige lebt — nichts ist gewaltiger als der Mensch!
Noch lange standen die Gäste in den herrlichen Räumen von Schloß Wolfsgarten im Gespräch zusammen, tauschten Erinnerungen und Eindrücke von dem aus, dessen geistiges Erbe zu wahren sich Prinz Ludwig und seine Gattin als eine Verpflichtung auferlegt haben. hn
Ueberreichung des Grundscheines
Am Donnerstagabend aberreichte der Bezirksleiter des Bezirks Starkenburg der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft, Dr. Lachmann, im Restaurant Mischlich am Woog den Teilnehmern des ersten Lehrgangs zur Ablegung des Grundscheins der DLRG Urkunde und Anstecknadel.
Dr. Lachmann wies in seiner Einführungsansprache darauf hin, daß in letzter Zeit in verstärktem Maße die Forderung der Oeffentlichkeit nach Uebernahme des Wachdienstes in den Schwimmbädern an die DLRG her. rgetragen würde, und daß die Unterstützung durch Stadt und Staat zu wünschen übrig ließe. Die Organisation sei ausschließlich auf freiwillige Helfer angewiesen, und es sei sehr schwer, die erforderlichen Mittel aufzubringen, um auch die auswärtigen Schwimmbäder mit Rettern versehen zu können.
Anschließend wurden an die Lehrgangsteilnehmer die Urkunden ausgegeben. Die jüngste Grundscheininhaberin war 14 Jahre alt. Bestanden haben die Prüfungen: Eva Walk, Christa Beyer, Gisela Hechler, Johanna Werner, Ute Illgen, Klaus Adam, Richard Schäfer, Ludwig Götz, Walter Herr' Helmut Karn, Ernst Wilking, Peter Griem,' Werner Löser, Hans van der Does, Heinz Bickert und Albert Gestrich.
Eine besondere Leistung innerhalb des Kurses, der aus 50 Teilnehmern bestand und der 20 Doppelstunden umfaßte, vollbrachte der älteste Schwimmer mit 37 Jahren, den sich die Jugend zum Vorbild nehmen’ soll, allzeit im Dienste des Nächsten zu wirken’ getreu der Losung: „Jeder Deutsche ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein Retter". -st
Rheinfahrt in Regen und Sonnenschein
Sommerausflug des VdK, Ortsgruppe Darmstadt, nach St. Goarshausen
Am Sonntag, dem 23. Juli, unternahm die Ortsgruppe Darmstadt des Verbandes der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands (VdK) ihren Sommerausflug nach St. Goarshausen. Etwa 800 Teilnehmer sahen in Vorfreude der geplanten Vorfreude entgegen.
Die vielfältigen Vorbereitungen waren noch von dem 1. Vorsitzenden, Herrn Kaffenberger, eingeleitet worden, den dann eine Operation an der weiteren Ausführung und der Teilnahme verhinderte. So wurde die erforderliche Kleinarbeit vom 2. Vorsitzenden. Herrn Bock, und dem Geschäftsführer. Herrn Lambert geschafft, und ihnen gilt besonders der Dank für das gute Gelingen.
Leider enttäuschte zunächst die Sonne die selbstverständlichen Erwartungen in dieser Jahreszeit. Nach heftigen Gewittern uhd Regengüssen in der Nacht erhob sich grau ein tröpfelnder Morgen, so daß die Ausflügler mit einem nicht ganz freudestrahlenden „trotzdem“ ihre Behausungen verließen. Doch frische Klänge der Kapelle vom Musikverein Wixhausen stärkten bei der Abfahrt des Zuges um 6 Uhr Zuversicht und Unternehmungslust. Von der hessischen Fahnenfabrik Schubkegel waren Plaketten und Fähnchen verteilt worden, daran besonders die Kinder ihr Vergnügen hatten. Während die Schwerbeschädigten und Blinden mit einem Autobus der Firma Horn, Wixhausen, fuhren, war auch die Strecke nach Mainz ohne Halt mit der Bahn bald geschafft, und unter Musikgeleite ihrer Kapelle zogen die 800 dort vom Südbahnhof nach der Anlegestelle der Schiffe „Deutschland“, „Olympia“'und „Rheintreue“.
Kühler Wind wehte über das Wasser, das mit unwirschen, lehmbraunen Wellen die Fahrtlustigen stromab trug. Tief schleppten die Wolken, aus Tälern und Wäldern stiegen die Nebel, und zum Empfang in St. Goarshausen strömte der Regen. Doch waren Bürgermeister Kühn, selbst Kriegsbeschädigter, und der stellvertretende Vorsitzende des VdK Ortsgruppe St. Goarshausen an der Landebrücke erschienen. Der Männergesangverein ließ für jedes der drei Schiffe ein Lind erklingen, und der große Pokal mit Wein vom Rhein wurde zur Begrüßung kredenzt.
Erst als die Ankömmlinge zu den verschiedenen Gaststätten geleitet worden waren und dort an schön gedeckten Tischen das Essen einnahmen, zerblies ein fröhlicher Wind das Gewölk, und die Wünsche für sonnige Stunden im „Prunkgemach des rheinischen Landes“, wie sie Bürgermeister Kühn ausgesprochen hatte' gingen in Erfüllung. Nachdem herzliche Ansprachen getauscht, ein Gedicht von Frau Holländer den Kameraden aus Darmstadt zum Gruße vorgetragen und in schöner Schrift zum Andenken überreicht worden waren, eilten Männer, Frauen und Kinder hinaus an das Rheinufer, in die Anlagen und das Städtchen. Die Stillvergnügten saßen am Strom, sahen dem Wasser und den Wolken zu mit hellen Augen oder mit dem lauschenden Gesicht der Erblindeten. Die Lautvergnügten saßen bei Musik und Tanz, und so fand ein jeder das Seine, wie er es in den Gegebenheiten seines Alltags auch suchen muß. Wieviel Schweres, wieviel Härten drängen sich zusammen gerade in dem Leben der Kriegsversehrten und Kriegshinterbliebenen, und wenn ihr Verband ihnen auch Möglichkeit zu gemeinsamem, frohen Erlebnis schenkt, so muß doch das Schwerste von jedem einzelnen allein erst bestanden sein, ehe er von sich aus der Freude und dem geselligen Leben wieder Raum gibt.
Wie in einem rechten Dasein Helles und Dunkles wechseln und ineinandergreifen, so taten es Sonne und Regen an diesem Tage. Auch über den Beginn der Heimfahrt am Nachmittag senkten sich die Wolken mit ihrem Naß, später wölbten zwei Regenbogen ihre leuchtenden Farben über Strom und Land, und der Abend wurde wieder klar.
Von den Ufern grüßten Berge und Burgen, die sauberen Rheinorte mit ihren hellen Häusern und der Kette der flitzenden Autos auf der Uferstraße.
Als wir uns Mainz näherten, hatte der Mond bereits an Glanz gewonnen, und die Lichter der großen Brücke bauten ihre schimmernden Säulen in die Tiefe des Wassers hinab. Mancher Ärger des Gedränges und Aufregung um belegte Plätze waren vergessen. Ein schöner Tag ging zu Ende, der allen in guter Erinnerung bleiben wird und sie mit Freude an weitere kulturelle Unternehmungen des Verbandes denken läßt. D-s
Zweimal wurde nach dem Kriege versucht, wieder eine Jugendherberge in Darmstadt zu schaffen. In der Holzhofallee und in der Hermannstraße. Beide Male hieß es nach kurzer Zeit weiterwandern. Nun ist man dem Ziel endgültig nahegekommen. Am Woog werden, wie berichtet, Jugendherberge und Jugendheim erstehen. Am 1. August soll der erste Spatenstich getan werden. Unser Bild zeigt das Modell und seinen Modelleur, Herrn Hinz. Er hat bereits viele Gebäude der Stadt errichtet, noch ehe die Maurer und Zimmerleute ans Werk gingen. Seine Arbeit erfordert viel Geschicklichkeit der Hand und große Sorgfalt bei der Uebertragung der Maße. Er muß Baupläne lesen können wie andere Leute die Druckschrift. Dafür aber vermittelt seine „Stadt im Kleinen“ uns eine getreue Schau der architektonischen und landschaftlichen Wirkung der geplanten Vorhaben.
Folgenschwerer Lausbubenstreich
Ein Omnibus brannte in der Nacht zum Sonntag gegen 1 Uhr auf der Fahrt zum Frankenstein völlig aus. Sein Besitzer, der aus Arheilgen stammt, war telefonisch gebeten worden, Gäste auf dem Frankenstein abzuholen.
Bei der Bergfahrt lief sich das Fahrzeug heiß und -fing an zu brennen. Als der Fahrer auf dem Frankenstein Hilfe holen wollte, mußte er feststellen, daß dort schon alles schlief und er einem falschen Anruf zum Opfer gefallen war. wst. 11111 I Illi Illi!IIIIIII HIHI Illi 1111 Illi ■l■ll■ll■l■lll■■■■■■ll um ii im
Vertrauensleute
der Krankenkassen tagten
Am Donnerstagabend hielt die Barmer Ersatzkasse im Braustübchen eine Versammlung ab, an der etwa 110 Vertrauensleute aus Darmstadt teilnahmen. Ein Vertreter der Hauptverwaltung referierte über die kommende Selbstverwaltung in der Sozialversicherung. Der Redner betonte, daß die Barmer Ersatzkasse bestrebt sein werde, im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen und unter Beachtung ihrer jahrzehntelangen Tradition auf dem Gebiete einer echten genossenschaftliche« Selbstverwaltung sich weiter für das Wohl ihrer Versicherten einzusetzen. Nach einem Bericht über die allgemeine Kassenlage wurde der Kassenleitung das volle Vertrauen ausgesprochen. In einer leb’-äften Aussprache kam zum Ausdruck daß die Grundsätze der Kasse von den Mitgliedern als richtig bestätigt werden, t-s
Iubilänmskirche in Darmstadt?
100 Jahre Evangelische Gemeinschaft in Deutschland
Als zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts Scharen deutscher Menschen nach Amerika auswanderten, sammelten sich die treuen Anhänger des evangelischlutherischen Glaubens bald in einer eigenen Evangelischen Gemeinschaft um ihren geistigen Führer, den Prediger Jakob Albrecht. Fest auf.dem Boden des lutherischen Bekenntnisses stehend, pflegt seitdem die „Vereinigte Bruderkirche“ in den USA mit ihren mehreren Millionen Anhängern christliche Sittlichkeit und praktisches Christentum.
Diese deutsche Gründung in Amerika — es wurde jahrzehntelang nur deutsch in den Kirchen der Evangelischen Gemeinschaft gepredigt — strahlte in den Jahren nach 1848, in der Zeit des Rationalismus, wieder auf deutsches Gebiet zurück, und im Jahre 1850 fand die erste Zusammenkunft bei Stuttgart und wenig später bei Darmstadt statt. Als „Evangelische Gemeinschaft“ trennten sich ihre Anhänger von den evangelischen Landeskirchen und erhielten eine eigene staatliche Anerkennung als Religionsgemeinschaft. Die Freikirche verzichtet auf das Recht der kirchlichen Besteuerung, lehnt Staatszuschüsse grundsätzlich ab und bestreitet ihren kirchlichen Haushalt aus freiwilligen Beiträgen ihrer Mitglieder. Etwa 80 000 Anhänger zählt sie in Europa, vor allem in Deutschland und der Schweiz. Eine Zelle ihres Wirkens kristallisiert sich in unserem Gebiet in den Gemeinden Darmstadt, Jugenheim, Seeheim und Balkhausen. Mit einigen, im Odenwald zerstreuten, Gemeindegliedern zählt die Evangelische Gemeinschaft etwa 300 Mitglieder in der ehemaligen Provinz Starkenburg.
Ihre kirchliche Tätigkeit trägt vor allem sehr starken missionarischen Charakter, der sich in starken Gemeinden in Japan, China, im afrikanischen Sudan und auf den Philippinen ausprägt. Die kirchliche Tätigkeit in Litauen, Lettland und Estland wurde durch den Bolschewismus zerschlagen, fast alle Anhänger wurden in Amerika von ihren Glaubensbrüdern aufgenommen und versorgt. Die Evangelische Gemeinschaft schloß sich trotz ihres freikirchlichen Charakters in der Welt-Oekumene der christlichen Kirchen mit den anderen evangelisch und altkatholisch tendierenden Kirchen zusammen.
Eine stark ausgeprägte soziale Tätigkeit findet in Deutschland vor allem ihren Ausdruck in der Diakonissenanstalt Bethesda mit 700 Diakonissen. Andere Heime und Anstalten sind das Pilgerheim in Honan, das Christliche Verlagshaus in Stuttgart, das Jugend- und Freizeitheim Loffenau alle in Schwaben und das Erholungsheim Waldruhe bei Jugenheim im Stettbacher Tal. Das frühere Gemeindehaus in der Schulstraße in Darmstadt wurde ein Opfer der Bombenangriffe.
Prediger Udo Pleßmann — der nun 41 Jahre im kirchlichen Dienst steht — und seine Gemeindeglieder planen, unterstützt von einem Jubiläumsopfer aller gleichgesinnten Kirchengemeinden, den Bau einer eigenen „Jubiläumskirche“ in Darmstadt, die aus Gemeindehaus und
Kindergarten bestehen soll. Bis zu diesem Zeitpunkt versammelt sich die Evangelische Gemeinschaft im Volksküchensaal in der Bessungerstraße 125 (unter dem Büchnersaal) sonntags um 10 Uhr und donnerstags um 20 Uhr. In Jugenheim finden die Gottesdienste dagegen Sonntag nachmittags um 15 Uhr im Haus Waldruhe im Stettbacher Tal statt.
Wohin gehen wir heute?
Lichtspieltheater: Union: „Im Tempel der Venus“; Thalia: „Heimliches Rendezvous“; Hansa: „Der Unsichtbare“; Palast: „Hier irrte die Justiz“; Belida: „Das Geheimnis von Malampur“.
Ausstellungen: Landesmuseum: Werke hessischer Künstler; Holzhof-Allee: Ausstellung zum Ströher-Preis; Mathilden¬ höhe: Das Menschenbild in unserer Zeit; Amerikahaus: fotoform; Amerikahaus: Kollektivausstellungen Gustav Wolf und Hoffmann-Lederer; Amerikahaus: Mo-SkulPtur in Amerika; d’Hooge, MathQdenplatz 20: Fotomontagen von Wz KublCek und Ausstellung Helmut
18 Uhr’ Rau)-n 138 Dr. O. lyiahr: „Die Geschichte der Zeitmessung."
Starkenburg
„De Irbacher Wisse-Maik is endlich wirrer oh!“
Eröffnungsfeier zur Gewerbeausstellung und dem Eulbacher Markt / Verregneter erster Marktsonntag Der große Festplatz ist noch zu klein
„Erbacher Wiesenmarkt“ — ein Zauberwort, das jeden Odenwälders Herz höher schlagen läßt und seinen Lebensrhythmus beschwingt, — seit Samstag ist er wieder Wirklichkeit geworden! Die Wochen eifrigster Vorbereitungen, die alljährlich das Gesicht der Kreisstadt von Grund auf wandeln, haben mit einem unbeschreiblichen Betrieb am Samstagvormittag nicht nur rund um das Wiesenmarktgelände und in dem großen Zelt der Verkaufs- und Wer beschau Erbacher Betriebe, sondern auch in allen Straßen und Gäßchen der Stadt ihren geradezu dramatischen Höhepunkt erreicht.
Es war überall eine betriebsame Geschäftigkeit wie in einem aufgeschreckten Ameisenhaufen zu beobachten. Fast wirkte es wie eine Erlösung, als am Samstagnachmittag um 14 Uhr in dem von bildenden Künstlern ausgestatteten Ehrenhof mit der Büste des Vaters dieses Eulbacher Marktes, des letzten regierenden Grafen zu Erbach, Franz 1., sich zur Eröffnung der zwei Verkaufs- und Werbeschauen Erbacher Betriebe eine große Zahl von Gästen einfand, unter ihnen Landrat Neff, Bürgermeister Volk, Gräfin und Graf zu Erbach-Erbach, der amerikanische Resident Officer für den Kreis Erbach, Mr. O v e r s o n mit Gattin, die Mitglieder des Erbacher Gemeinderates und Vertreter fast aller Behörden und Körperschaften Erbachs sowie der Industrie- und Handelskammer Darmstadt.
Eröffnung der Gewerbeausstellung
Der 1. Vorsitzende des Erbacher Gewerbevereins, Johann Ste 11 er, umriß in seiner Begrüßungs-Ansprache noch einmal Sinn und Zweck der Schau, einen zusammenfassenden Ueberblick über das gesamte gewerbliche Schaffen der Kreisstadt einschließlich der Mannigfaltigkeit der bildenden Kunst zeigend, die ebenfalls einen hervorragenden Platz im Wirtschaftsleben Erbachs einnehme.
Landrat Neff übernahm die Eröffnung der Ausstellung und drückte dabei seinen schon im Vorjahre geäußerten Wunsch aus, diese Schau des Gewerbefleißes auf den Markt des gesamten Kreises Erbach auszudehnen.
Mit einem ersten Rundgang durch die breiten Straßen der Ausstellung, die in ihrer Gesamtheit einen geradezu überwältigenden Eindruck hinterläßt, waren die Gäste überrascht von der Mannigfaltigkeit des Gebotenen, mehr aber noch von der gediegenen geschmackvollen Art der Ausstattung der einzelnen Stände. Wir werden die reichhaltige Schau in ihren wesentlichen Teilen noch einmal eingehend besprechen. Soviel sei allerdings schon heute gesagt, daß die Betriebe des Kraftfahrzeug-Handwerks und der Möbelschreinerei sowohl an Zahl als auch an Reichhaltigkeit des Ausstellungs-Materials überwiegen. Selbst auf dem freien Gelände vor der Gewerbeschau ist noch eine Reihe dieser Firmen aus Erbach sowie der näheren und weiteren Umgebung teils mit eigenen Zelten, teils mit großen Freiausstellungen vertreten. An der Längsseite des Ausstellungszeltes sind die letzten Neuheiten der Landmaschinenindustrie zu sehen.
Ganz Erbach eine „Verkaufsbude“
Der eigentliche „Rummelplatz“ des Wiesenmarktes hat in diesem Jahre eine Ausdehnung angenommen, wie noch nie zuvor in seiner 148 jährigen Geschichte. Neben den traditionellen Schau- und Fahr-Geschäften, wie dem „Russischen Rad“ und der lieben guten alten „zwaastöckig Reitschul“, fällt diesmal besonders als Sensation für den ganzen Odenwald das hochaufragende Gebäude einer Achterbahn ins Auge. Aufragend bunte und vielversprechende Schaubuden-Fassaden — u. a. das „Marsweib“ mit ihrem unvorstellbar langen Hals, aber traumhaft lächelnd hingegossen wie die blühende Magdelena —sind so zahlreich, daß man schon Stunden benötigt, um sich einen umfassenden Überblick zu verschaffen.
Aber nicht nur das Marktgelände, die ganze Stadt ist zu einer einzigen Verkaufsbude geworden. Wo nur irgendein Winkelchen geeignet war, Geschirr, Näschereien oder heiße Würstchen zu verkaufen, war dies ausgenutzt, gleichgültig, ob im halbfertigen Rohbau oder in der Toreinfahrt eines alten Hauses. Viele Erbacher Geschäftsleute hatten in den letzten drei Tagen vor dem Marktbeginn mit der Umgestaltung ihrer Geschäftsräume und Schaufenster geradezu wunderbare Leistungen vollbracht.
Markteröffnung in der Stadthalle
Die eigentliche Eröffnung des 148. Eulbacher Marktes erfolgte am Samstagabend in der Städtischen Festhalle entsprechend seiner Bedeutung mit einer würdigen Feier,, in deren Mittelpunkt Festreden des Grafen Alexander zu Erbach-Erbach sowie des Bürgermeisters Volk standen, die beide die tiefe Bedeutung des Wiesenmarktes für den gesamten Odenwald und die Dankbarkeit seiner Bevölkerung zum Ausdruck brachten. Sie gaben der Überzeugung Ausdruck, daß der Markt im nächsten Jahr abermals erweitert werden müsse, da es trotz größerer Kraftanstrengungen diesmal nicht gelungen sei, allen Wünschen gerecht zu werden.
Der Spielkreis Mümling-Tal, der sich schnell die Gunst aller erworben hatte, die im ganzen Odenwald beliebte Erlbacher Spielschar, mit ihrem Lustspiel von Jörg Ritzel „Ein Blitz aus heiterem Himmel“ und besonders die Erbacher Trachtengruppe unter Leitung von Hilde Fraas gestalteten ein kurzweiliges Programm. Anschließend wurde aber in der Festhalle, auch in großen Bier- und Wohnzelten des Festplatzes sowie in allen größeren Lokalen der Stadt in den Wiesenmarkt-Sonntag hineingetanzt.
Marktübliches Regenwetter
Ein heftiges Gewitter am Eröffnungstag gehört schon fast zur Tradition des Wiesenmarktes. Diesmal aber wuchs es sich zu einem kleinen Regie-Fehler aus, der alle bekümmerte, denn nicht nur während der Nacht, sondern auch den ganzen Sonntagvormittag über goß es in Strömen. Trotzdem war das Geschäftstreiben in den Marktstraßen und in dem Ausstellungsfeld sehr rege und schon am frühen Sonntagvormittag konnten die ersten Besucher-Prämien, ein Paar Lederhandschuhe und eine Flasche „Danziger Lachs“ an den überraschten Gewinner, Paul Beierle aus Erbach vergeben werden.
Bis zum Sonntagabend hatten noch 2 000 weitere Besucher die Ausstellungstore passiert. Nach 15 Uhr hatte sich die Sonne wieder durchgesetzt und schlagartig mit ihren ersten Strahlen setzte ein einziger Zustrom zum Markt ein.
Die Boxer konnten auf dem Freilichtring der Sportpark - Anlage mit etwa zweistündiger Verspätung ihr Treffen zwischen einer badischen und hessischen Auswahl - Staffel durchführen, das die Hessen mit 8:6 Punkten für sich entscheiden konnten. In den leichten Klassen gab es einige sehr interessante Kämpfe. Insgesamt hatte die Veranstaltung einen besseren Besuch verdient — aber das lag eben an der Witterung.
Nach 18 Uhr erreichte der Marktbetrieb in den Budenstraßen seinen Höhepunkt. Gut 8 000 Menschen bevölkerten das weite Wiesenmarktgelände. Auf dem Sportplatz wurde ein großes Feuerwerk mit großen pyrotechnischen Anlagen aufgebaut. Der verregnete Vormittag konnte jedenfalls der Wiesenmarktfreude keinen Abbruch tun. (-ch)
Blick in eine Ecke des Freigeländes der Werbe- und Verkaufsme^se. Für „Benzinkutscher“ und solche, die es noch werden wollen, eine Angelegenheit, die das Herz höher schlagen läßt DT-Foto: Schröder
Unwetter über dem Odenwald
Am Wochenende entluden sich über dem Odenwald mehrere schwere Gewitter, die teilweise größere Verwüstungen, besonders im Waldbestand, hervorriefen. In Neunkirchen konnte beobachtet werden, daß die Blitze der Gewitter verschiedentlich an den Häuserfronten entlang zuckten, ohne hierbei allerdings Schaden anzurichten. Der Verkehr auf den Landstraßen wurde zeitweise durch umgestürzte oder vom Blitz getroffene Bäume behindert. DT
Neue Omnibuslinien
Zwischen Seeheim—Langenbach und Jugenheim—Langenbach hat das „Darmstädter Transport- und Verkehrsunternehmen“ zwei neue Linien in Betrieb genommen. Die Linie Seeheim—Reichenbach führt von Seeheim (Haltestelle Kriegerdenkmal) über Oberbeerbach, Schmalbeerbach, Beedenkirchen nach Reichenbach. Diese Strecke wird zunächst nur werktags befahren. Die Linie Jugenheim— Reichenbach führt von Jugenheim (Gaststätte „Deutsches Haus“) über Balkhausen, Kuralpe, Schmalbeerbach, Beedenkirchen nach Reichenbach. Der Omnibus verkehrt zunächst nur sonntags. (hl)
Ein Silberstreifen am Horizont
Die vor einigen Monaten stillgelegte Jugenheimer Nudelfabrik, eine Zweigniederlassung der Firma Grieb, Gießen,, wurde jetzt von einer Elektrofirma erworben, die ihren Betrieb nach Jugenheim verlagern will. Die Gemeindeverwaltung wird besonders hinsichtlich der Wohnraumbeschaffung für das neue Unternehmen vor eine schwere Aufgabe gestellt, da für das Stammpersonal 12 Wohnungen und 10 bis 12 Einzelzimmer benötigt werden. Allerdings dürfte die Tatsache, daß dadurch Hunderte männlicher und weiblicher Arbeitskräfte in Stellung gebracht werden können, genügen, um dieses Problem in einer alle Beteiligten befriedigenden Form zu lösen. (hl)
Sommernachtsfest am Rhein
Am Samstag und Sonntag feierte Stockstadt sein diesjähriges Sommernachtsfest. Die Veranstaltung wurde von der Stockstadter Sport- und Kulturgemeinschaft getragen, die auf der Festwiese am Altrhein ein buntes Treiben abrollen ließ, unter dem das Programm des Samstags besonders hervorstach.
Nach dem Umzug der Sportjugend mit Fackeln und brennenden Lampions durch die Ortsstraßen versammelten sich etwa 3000 Gäste auf dem Festplatz, wo sie durch den 1. Vorsitzenden der Sport- und Kulturgemeinschaft, Eisenhauer, begrüßt wurden. Vorträge des Massenchors leiteten zu den Darbietungen des Tanzpaares E. Dilfer und E. Riemenschneider vom Staatstheater Kassel über, die Proben ihres Könnens zeigten. Die gut vorgetragene „Polka Mazurka“ kam leider infolge des musikalischen Versagens des Akkordeonsnielers nicht ganz zur Wirkung. Besser dagegen waren der „Ungarische Tanz“ und der Walzer „An der schönen blauen Donau“, letzterer unter Begleitung des Männerchores und des Orchesters Otto Blaurock.
Gute Vorführungen der Turnerinnen und Turner schlossen sich an, eine romantische Paddelbootauffahrt und der Bau „Lebender Pyramiden“ mit Illumination. Zum Abschluß des Programms, zu dem unter anderem Gesangvereine aus Leeheim, Griesheim und Darmstadt erschienen waren, wurde ein Brillantfeuerwerk abgebrannt, daß den Schlußpunkt unter die gute Laune der Festteilnehmer und unter das sommerliche Wetter setzte.
Als die ersten Gäste gingen, begann ein original-wienerischer „ Schnürl-Regen“, vielleicht etwas stärker als erwartet, der auch am Sonntagmorgen noch genug Reserve hatte, um die sportlichen Wettkämpfe der Stockstadter Turner zu einem Kampf mit der Tücke der Witterung und des nassen Rasens werden zu lassen. Der Nachmittag war den Kinderbelustigungen vorbehalten. Nach gesanglichen Darbietungen und einem Musikvortrag des Mandolinen-Ochesters begann die Jugend jeden Alters von 16 Uhr bis Mitternacht das Tanzbein zu schwingen. abgesehen von den außerprogrammmäßigen Sondereinlagen des Wettergottes, der hin und wieder für eine Viertelstunde die himmlische Brause aufdrehte.
Es war ein gelungenes Fest für die vielen Teilnehmer wie für die Paddler am anderen Ufer des Altrheines, die kostenlos und vor ihren Zelten sitzend, eine gehörige Portion guter Laune mit in die neue Arbeitswoche nehmen konnten. -st.
Wiesenmarktgeflüster
Eine Unmenge kleinerer und größerer Stände bieten auf dem Rummelplatz des Erbacher Marktes ein buntes Bild. Angefangen von der Bude bis zum repräsentativen Eisstand mit „ Voll-Verspiegelung“ versuchen alle Besitzer nur das „Beste“ und „Schönste“- anzupreisen. Hauptschlager scheinen die „Echten Wiener gebrannten Mandeln“ zu sein, denn nahezu an jeder Ecke, und zumindest an jeder Standfront, ist irgendeiner da, der die Wohlgerüche der gezuckerten Dingsbums zu verbreiten weiß. Während aber noch am Samstagnachmittag die Tüte eine halb Mark kostete, waren nach dem ergiebigen Regenfall am Abend die Angebote schon wesentlich niedriger. Hellhörige Besucher vermeinten den gewissen Ueberschuß zu erkennen — und kauften munter das, was es nur für 10 Pfennig schon zu kaufen gab. Selbstverständlich auch in der Tüte. Als auch ich gerade den Geldbeutel (zum wievielten Male eigentlich schon?) ziehen wollte, sagt doch so ein Alteingesessener: Stecks Geld wäg, däs is jo Schwinnei. Die häwwe jo gornix drin in de Dutt!“ Meine Frau zog mehr zu den Gummipuppen. Da aber auch mir eine schöne Puppe lieber ist, als ein schlechtes Frühstück, griff ich zu — für meine Tochter natürlich. So eine Puppe ist recht neckisch ... Wenn man ihr auf den Bauch drückt, auietscht sie ... — andere auch, ließ ich mir sagen. Aber dafür habe ich kein Verständnis mehr.
Hauptattraktion ist natürlich das „Marsweib“. Mit dem 6 Meter langen Hals auf der Reklame recht nett anzusehen. Den Besuch ersparte ich mir. Man kann nie wissen, wie schnell man noch mehrere dieser Exemplare -zu sehen bekommt (wenn die mal von oben runter kommen sollten oder wir vielleicht rauf?). Ich kanns abwarten. Darum kaufte ich mir lieber eine Bratwurst. Die war wohl teurer, aber schmeckte wenigstens. Mein Kollege ging unterdessen an einen anderen Stand. Wegen dem Senf. Der war dort besser. Sagte er. Da es genug gab (Stände auch), hatte er ja schließlich die Auswahl. Und wer die Auswahl hat, kann machen, was er wi11... Die Möbelausstellungen sind übrigens nicht zu verachten. Wegen der Polstermöbel. Wer sich die Beine müde gelaufen hat, mag sich setzen. Aber lassen Sie sich nicht vom Chef erwischen. Der läßt mit sich nur über Preise und Lieferzeiten reden. Die Offenbacher Lederhändler sind enorm billig geworden; meinte wieder meine Frau. Die muß es ja wissen, denn es ist ihre Sache, wie sie mit dem Haushaltsgeld rumkommt. Für sie war selbstverständlich der Pelzstand in der Werbe- und Verkaufsmesse recht „anziehend“. Ich konnte allerdings nur den prächtigen Kies sehen, den man gleichmäßig auf den verteilt hatte. Er erinnerte mich an jenen, den man nötig hat. um Frauenwünsche mit Erfolg zu erfüllen. Die neuen Modelle der Kraftfahrzeugindustrie waren da schon im Freigelände wesentlich interessanter. Allerdings auch nur für den, der zu sparen weiß. So lange man da nicht auf die Zigaretten verzichten kann, wird daraus — nichts. Aber das wissen Sie ja selbst, meine Herren! Allerdings soll es auch Willensstärke Männer geben, die sichs verkneifen können (das Rauchen).
Seeheim will Pumuwerk bauen
Zur Sicherung der Trinkwasserversorgung will die Gemeinde Seeheim an der Straße nach Pfungstadt eni neues Pumpwerk bauen. Bürgermeister Spe ck - h a r d t wurde beauftragt, mit der Firma Bauer (Bad Soden) Verhandlungen zu führen. Der Gemeinderat erklärt sich damit einverstanden, der Firma die Probebohrungen in Höhe von 1900 DM zu übertragen, jedoch ohne Stellung von Arbeitern se;tens der Gemeinde. Sollten die Bohrungen von Erfolg sein, so wäre wohl endgültig der Wassermangel behoben. Die drei Seeheimer Firmen Eisinger, Ganzert und Weicker wurden beauftragt, Kostenvoranschläge für die Kanalisation der Holzstraße einzureichen. Der Gemeinderat beabsichtigt, beim Kreisausschuß Beschwerde darüber zu führen, daß der Kaminfeger zur Zeit alle zwei Monate die Reinigung der Kamine vornimmt, während die gesetzliche Reinigungsfrist drei Monate beträgt. Der Gemeinderat wird bei Neubauten, je nach Größe des Bauprojektes, durch den Bauausschuß eine Wassernauschale festsetzen. Von dieser Maßnahme wird der „soziale Wohnungsbau“ nicht betroffen. (hl)
Vom Dech gestürzt
Durch bisher ungeklärte Umstände stürzte am Freitagnachmittag der Einwohner Friedrich Nachtmann aus Ober-Ostern von einem Dach und zog sich erhebliche Verletzungen in der Brustgegend zu. Er mußte am Abend in das Lindenfelser Krankenhaus eingeliefert werden. (ptoo)
Zum Gedenken Fr.v. Gagerns
Im Steinauer Oberwald, nur wenige Minuten vom Rimdimdim entfernt, weihten am Samstagnachmittag Angehörige des Vereins Hessischer Jäger, Kreis Dieburg, einen dem Schriftsteller Friedrich v. Gagern dewidmeten Gedenkstein ein. Inmitten einer Felsgruppe erhebt sich der mehrere Meter hohe und breite Stein, in den die Worte: Dem Dichter der deutschen Jagd u. Waldheimat, Friedrich v. Gagern, 26. 6. 82 — 15. 11. 47., eingehauen sind.
Der Kreis der Anhänger, die den Dichter verstehen und zu schätzen wissen, werde, so betonte Dr. Kindinger als Pächter des Reviers in seiner Weiherede, immer klein bleiben. Bedauerlich sei es, daß ein derart wahrhaft großer Erzähler bisher vielen Jägern nur wenig zu sagen hatte, da sie kaum etwas von ihm wußten. Ausgehend von dem Leben und den Werken Gagerns wies der Redner darauf hin, daß der Dichter in unnachahmlicher Weise es verstanden habe, den Sinn des deutschen Waidwerkes und sein inneres Erleben meisterhaft herauszustellen.
Dr. Kindinger dankte dem Bürgermeister der Gemeinde Steinau und dem Forstamt Ober-Ramstadt für die Unt°r- Stützung des Vorhabens und bat der Gedenkstätte Schirm und Schutz angedeihen zu lassen Waldhornklänge gaben der Weihestunde den feierlichen Rahmen, Ein Waldblumenstrauß zierte den mächtigen Felsblock, der nun die Erinnerung wachhalten soll an einen jener Männer, denen es vergönnt war, in die Tiefen der Erkenntnis e zu gelangen, die Inhalt und Erfüllung eines weidmännischen Lebens sind. DT
Der Gedenkstein für Friedrich v. Gagern im Steinauer Oberwald DT-Foto: Schröder
Joachim Sattler singt
Im Rahmen eines Konzertes, das die Werksleitung des Hessischen Hölzerwerke in Waldmichelbach für ihre Betriebsangehörigen am 5. August veranstaltet, wird Kammersänger Joachim Sattler (Staatsoper Hamburg), der gegenwärtig auf Urlaub in seinem Heimatdorf Affolterbach weilt, einige Arien aus Wagner-Opern singen. -r.
Und wiederum:
Richtfest in Sandbach
Am Samstagnachmittag konnte für de erst vor wenigen Wochen begonnener. Neubau des zweistöckigen Rathauses der Stadt Sandbach in Anwesenheit von Regierungsrat Z ö r g i e b e 1 von der Kreis- Verwaltung Erbach, Regierungsbaurat Dr. S p e e 1 vom Flodhbauamt Erbach sowie Vertretern der örtlichen Großbetriebe das Richtfest gefeiert werden.
Bürgermeister Müller begrüßte die Gäste und die zahlreich zum Richtfest erschienenen Ortseinwohner. Danach ergriff Regierungsrat Zörgiebel das Wort und bezeichnete Sandbach als die fortschrittlichste Gemeinde des Kreises. Durch die günstige finanzielle Lage der Gemeinde war es möglich, diesen Rathausbau zu erstellen, zumal man im vergangenen Jahr bereits mehrere Wohnhäuser errichtet hatte. Mit der Verlesung des Richtspruches und der Aufhängung des Richtkranzes fand die offizielle Feier ihren Abschluß. Alle, die am Bau mitgearbeitet haben, trafen sich anschließend zu einem fröhlichen Richtschmaus.
Das Rathaus soll in seinem unteren Stockwerk das Standesamt und den Sitzungssaal aufnehmen. Im ersten Stock wird das Arbeitszimmer des Bürgermeisters, ein Dienstzimmer des Ortsdieners und ein Raum für den Gemeinderechner eingerichtet. Es wurde aber auch hier nicht vergessen, für eine schöne Wohnung zu sorgen. Der moderne Rathausbau, dessen Leitung in den Händen von Architekt Marquard liegt, gibt dem Marktplatz durch seine halbrunde Vorderfront ein wohlgelungenes Gepräge. Im rechten Teil des Baues wird je ein Löschzug der 1. und 2. Bereitschaft der Sandbacher Feuerwehr Unterkunft finden. Ueber diesen Hallen soll ein Schulungsraum der Feuerwehr eingerichtet werden. Daneben befindet sich noch ein Geräteschnuren der Gemeinde. Das Rathaus soll mit einer Heizung versehen werden und bis 1. November bezugsfertig sein. (hm)
Bürgermeister Müller, Sandbach, bei seiner Ansprache zum Richtfest des neuen Rathausbaues Foto: Klinger
Verkehrsunfälle in Zwingenberg
Wie das Kreiskommissariat der Gendarmerie in Heppenheim mitteilt, wurde am Montag, 17. Juli, die 22jährige Elenor K r e s s e 1 aus Zwingenberg beim Überqueren der Bahnhofstraße von einem Personenkraftwagen angefahren, zur Seite geschleudert und am Oberschenkel verletzt. Der Personenkraftwagen, der gegen eine Gartenmauer fuhr, wurde beschädigt.
Am Mittwoch, 19. Juli, überholte der Motorradfahrer Hans Volk aus Einhausen in Zwingenberg einen Linienomnibus der Firma Glück, ohne sich vorher vom Gegenverkehr zu überzeugen. Fr geriet hierbei mit seiner Maschine zwischen den Omnibus und einen aus Richtung Bensheim kommenden Lastzu". DTo Lenkstange wurde vom linken KotAiM"! des Lastwagens erfaßt und abgebrochen, so daß der Fahrer zu Boden stürzte.
„Fest der Gemeinschaft“ in Pfungstadt
Jubiläumsfeier des Turn- und Sportvereins
Im Auftrag des Hessischen Fußballbundes sprach Herr Bauer, Arheilgen, der zwei alten Kämpen und Wegbereitern des Pfungstädter Fußballsportes, Julius Lah t z und Wilhelm Reining, die Ehrennadel des Verbandes überreichte. Nach dieser Ehrung zeigte die Kunstfahrertruppe der Radfahr-Abteilung und die Turnerinnen Proben ihres Könnens. Den Höhepunkt des Abends bildete ohne Zweifel die Ehrung der Mitglieder, die seit 50 und mehr Jahren ihrem Verein die Treue gehalten hatten und somit die Grundlage zur Pfungstädter Sportbewegung gaben. Der Vereinsvorsitzende würdigte die Leistung dieser 40 Männer und Turnerinnen hefteten ihnen die goldene Ehrennadel des V#eins an. Sportkamerad Frank dankte im Namen der Geehrten. Lautlose Stille herrschte unter den 3000 Besuchern, als die Kreisriege zu ihren Kürübungen am Barren antrat. Verdienter Beifall lohnte ihre Vorführungen. Anschließend sprach Alt-Turner Matthes, Kreisvorsitzender im Hessischen Turnverband. Vier verdienstvollen Förderern des Turnens überreichte er Ehrenbrief und Ehrennadel des Verbandes: Jean Thomas, Hch. Schüßler, Ludwig Darmstädter und Wilhelm Fey. Letzterer dankte sichtlich bewegt und lenkte die Gedanken aller Festteilnehmer auf den Vater des Pfungstädter Geräteturnens, Heinrich Böttiger, der vor zwei Jahren die Augen für immer schloß. Die Vertreter der Turngemeinde und Turngesellschaft Darmstadt überbrachten die Grüße ihrer Vereine mit Ehrengaben. Den Beschluß der Gratulanten bildete Ludwig Delp, Sportverein 98, der ein Bild als Zeichen der regen Verbundenheit überreichte.
„Volkschor“ und „Volksmusikverein“ setzten mit musikalischen Darbietungen das Programm fort. Die Schwerathletik-Abteilung stellte schwierige Pyramiden und die Radfahrer ernteten mit einem gemischten Kunstreigen verdienten Beifall. Der Gesangverein „Harmonie“ leitete mit zwei Chören zur Spitzenleistung des Abends, zum Reckturnen der Kreisriege, über, deren Leistungen den Abschluß des wohlgelungenen Kommerses bildeten.
Mit einstündiger Verspätung setzte sich wegen des Wetters am Sonntagnachmittag der Festzug in Bewegung. Ein buntes Bild: Reiter, Radfahrer, Turnerinnen und Turner, Fußballer und Handballer, alle Sparten der Leibesertüchtigung. Tausende umsäumten dann den Sportplatz, als die Entscheidungskämpfe durchgeführt wurden. (Siehe unseren Sportbericht.)
Dicht gefüllt waren am Abend die Zelte und in echter Gemeinschaft feierte man bei sportlichen Darbietungen und Tanz den Ausklang des Tages. Der Vereinsführer nahm im Rahmen des Programms die Ehrung der über 150 Mitglieder, die in 40jähriger Mitgliedschaft und 25jähriger Tätigkeit im Verein ihr Verbundensein mit der Leibeserziehung bewiesen haben, durch Ueberreichung silberner und bronzener Ehrennadeln vor. ler.
Eis am Stiel
Am Sonntagmorgen rannte gegen 5.30 Uhr in der Gemarkung Pfungstadt ein Kleinlieferwagen mit einer Ladung Eis am Stiel gegen einen Brückenpfeiler der Autobahnunterführung. Der Fahrer des Fahrzeugs wurde sehr schwer verletzt und mußte in das Alice-Krankenhaus gebracht werden. Das Kraftfahrzeug wurde total beschädigt. DT
Am Brückenpfeiler:
Er fiel die Brücke hinunter
Gestern nachmittag fiel ein 17jähriger Junge aus Pfungstadt von einer Autobahnbrücke in der Nähe von Weiterstadt herunter. Wahrscheinlich hatte er sich zu weit über das Brückengeländer gebeugt und war dabei abgestürzt. Er wurde von seinen Kameraden, die ihn anfänglich nicht vermißten, erst nach ’/* Stunden bewußtlos aufgefunden. Der Junge erlitt eine Gehirnerschütterung und innere Verletzungen, so daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. DT
Fahrlässige Tötung bei Mitschuld des Opfers
Ein Urteil, das seine erneute Bestätigung fand
Der Nachmittag des 24. Oktober 1949 brachte schlechte Stunden für die Kraftfahrer. Gegen 18 Uhr prasselte ein starker Gewitterregen über das mittlere Gersprenztal. Die Dunkelheit war schon merklich hereingebrochen. Um diese Zeit war der Leiter der Allgemeinen Ortskrankenkasse Dieburg, Verwaltungsdirektor F. M., im Begriff, mit einem Personenkraftwagen eine Patientin von Dieburg nach Domdiel zu bringen. In der Groß-Umstädter Straße, kurz vor der Kreuzung mit der Ringstraße, begegnete ihm ein Lastkraftwagen. Durch Zusammenwirken all der Umstände des Tages war ihm die Sicht zwar nicht völlig genommen, doch so erheblich behindert, daß er seine Fahrbahn nur auf etwa zwei Meter übersehen konnte.
Um die gleiche Zeit ging der Lehrer i. R. Pauly wegen der schlechten Verhältnisse auf dem Fußsteig in etwa einem Meter Abstand vom Bordstein auf dem Fahrdamm. Er machte, so gab M. bei seiner Vernehmung unwidersprochen an, unerwartet eine Körperwendung nach links, anscheinend um einer Pfütze auszuweichen. Sein nach links gehaltener ausgespannter Regenschirm verfing sich in dem rechts der Motorhaube befestigten Reserverad, wodurch P. mit dem Kopf gegen die rechte obere Ecke der Windschutzscheibe gedreht und so schwer verletzt wurde, daß er noch während des Transportes ins Krankenhaus starb.
Auf fahrlässige Tötung lautete vor dem Bezirksschöffengericht die Anklage, der Antrag des Staatsanwalts auf drei Monate Gefängnis, der der Verteidigung auf Freispruch, das Urteil auf 1500 DM Geldstrafe. Nach dieser Verhandlung hatten sowohl Staatsanwalt als auch Verteidiger Berufung eingelegt — jener, weil er unter den Unfallumständen das Leben eines Menschen mit einer Freiheitsstrafe gesühnt wissen wollte, dieser, weil das Verhalten des Lehrers Pauly unvorhersehbar gewesen sei. Vor der Strafkammer des- Landesgerichts Darmstadt kam nun dieser Fall gestern erneut zur Verhandlung. Auf Antrag des Angeklagten war ein anderer Sachverständiger hinzugezogen worden. Er hielt die von M. mit 20 km/std. angegebene Geschwindigkeit des Wagens zwar nicht für übermäßig, doch hätte sie in Anbetracht der Verkehrslage weiter gemindert werden müssen. Anklage und Verteidigung operierten im großen und ganzen mit den gleichen Argumenten.
Das Gericht kam nach kurzer Beratung zur Verwerfung beider Berufungen und bestätigte damit das Urteil der Vorinstanz. (RG)
Bilanz des Pfingstmarktes
In einer Sitzung des Verkehrs Vereins Rimbach wurde noch einmal der erstmalig durchgeführte Pfingstmarkt besprochen und dabei festgestellt, daß die Veranstaltung trotz des Regens am ersten Tage zu einem vollen Erfolge wurde; auch werbemäßig war man mit den Auswirkungen sehr zufrieden. Es wurde beschlossen, den Markt auch im kommenden Jahre abzuhalten und dabei die in diesem Jahre gesammelten Erfahrungen weitgehend zu verwerten. Wie aus dem Bericht des Kassenleiters hervorging, konnte auch der finanzielle Erfolg als gut bezeichnet werden, so daß eine eigene Lautsprecheranlage angekauft wurde — sie trat bereits bei der Einweihung der Martin-Luther-Schule und jetzt beim Kreisfeuerwehrtag angenehm in Erscheinung. Der Mandolinenklub erhielt für seine mustergültige Symbolisierung des festlichen Leitgedankens eine besondere Anerkennung. Unter den drei besten Festwagen, deren Prämiierung gleichfalls vorgenommen wurde, befanden sich unter anderem zwei Wagen des Kinderfestzuges. Vorsitzender Trautmann dankte allen Beteiligten für den von ihnen bewiesenen Idealismus und bat sie um gleiche Hilfe im kommenden Jahre.
Ueberschuß im Haushaltsplan
Gelegentlich der abschließenden Besprechung des Haushaltsplanes der Gemeinde Unter-Flockenbach für das Rechnungsjahr 1949 ergab sich ein Ueberschuß von 1000 DM, der vor allem der sparsamen Haushaltsführung von Bürgermeister Flösser und den Gemeinderäten zuzuschreiben ist. Bei der Rechnungslegung für 1950/51 wurden 15 000 DM als außerordentliche Ausgabe für Wasserleitungs- und Straßernrbeiten vorgesehen. Ein Darlehen über 6000 DM, rückzahlbar in fünf Jahren, wurde, wie der Bürgermeister bekanntgab, durch die Kreissparkasse Heppenheim bereitgestellt und die Annahme empfohlen. -r.
Verschollenes Kind ermittelt
Sie lief achtzehn Kilometer
Die am Mittwoch vergangener Woche beim Brombeersuchen verschollene Roswita Hoffmann aus Gernsheim konnte am Donnerstag bei der Feuerwehr Einhausen wieder abgeholt werden. Das geistesschwache Mädchen, das achtzehn Kilometer gelaufen war, wurde von einer Einwohnerin aus Einhausen vollkommen erschöpft aufgefunden und nach Einhausen gebracht. Dort wurde sie verpflegt und ihr Unterkunft gewährt. Erst am nächsten Tage konnte das Kind angeben, woher es stammt. Da der Vater des Kindes am Verschwinden der Kleinen nicht ganz unschuldig sein soll, bemächtigte sich der Gernsheimer Bevölkerung eine derartige Empörung, daß er in Schutzhaft genommen werden mußte, (pe)
Keine Milchabgabe vom Hof
Wie der Landrat des Kreises Dieburg in einer Verlautbarung mitteilt, ist die Abgabe von Milch vom Hofe des Erzeugers unmittelbar an den Verbraucher verboten. Zuwiderhandelnde werden in Zukunft mit Bestrafung zu rechnen haben. Eine Abgabe von Milch, einschließlich der Vorzugs- und Markenmilch, von vollkommen gesunden Tieren, könne vom hygienischen Standpunkt aus nur dann begrüßt werden, wenn der betreffende Rinderbestand als seuchenfrei anzusehen sei. (gi)
Mit Motorroller verunaglückt
Der Personenwagen einer Berfelder Firma durchfuhr die Linkskurve kurz vor dem Bahnhof Hetzbach so scharf, daß ein entgegenkommender Fahrer eines „Lambretta“-Motorrollers sich nur durch’ Herumreißen seines Fahrzeuges nach rechts vor dem sonst unvermeidlichen Zusammenstoß retten konnte. Dabei kam er jedoch zu Fall und zog sich auf dem scharfen Schottersplitt der Straßendecke erhebliche Schürfwunden am ganzen Körper zu. (ch)
Bürgermeister drückten die Schulbank
Abschlußfeier der kommunalpolitischen Tagungen in Reichelsheim
Vor vier Jahren richtete der Frankfurter Stadtverordnetenvorsteher H. Schaub zusammen mit der Sozialdemokratischen Partei Hessen-Süd kommunalpolitische Kurse für Bürgermeister ein. 1949 wurde erstmals Reichelsheim gewählt, das damit zur „Hochschulstadt“ avancierte.
In diesem Jahre wurden in der Zeit vom 5. Juni bis 22. Juli in sechstägigen Kursen annähernd 500 Ortsoberhäupter aus den Regierungsbezirken Darmstadt und Wiesbaden geschult. Als Referenten waren erstklassige Fachkräfte herangezogen worden, die die geschichtliche Entwicklung der Selbstverwaltung und ihre politischen Aufgaben der Gegenwart, die Aufgaben der Kommunalverbände (Allgemeines und Wirtschaft, Fürsorge und Anstaltswesen. Straßenbau. Brandversicherung, Polizeiaufgaben der Gemeinden, Verfassungsrecht und Gemeindefinanzen, Ortsgerichtsbarkeit und aktuelle Probleme der Kommunalpolitik) behandelten. Jede Woche fand ein Gastvortrag statt, in dem über Wohnungs- und Siedlungsfragen, Flüchtlingsproblem, Personalpolitik in den Gemeinden u. a. gesprochen wurde.
Bei der Abschlußfeier, die am Freitag stattfand, überreichte der Geschäftsführer des Verkehr svereins Reichelsheim, A. König, dem Leiter der Kurse, Hermann Schaub, ein Gemälde von Reichelsheim, als äußeres Zeichen des Dankes für den Dienst, den er durch die Einrichtung der Lehrgänge gleichzeitig Reichelsheim als Luftkurort erwies. In seiner Abschiedsrede an die Bürgermeister und die anwesenden Gäste hob Stadtverordnetenvorsteher Schaub besonders die Bedeutung der Kurse hervor, die letzten Endes nicht nur den Gemeindevertretern. sondern auch der Bürgerschaft zum Vorteil gereiche. In herzlichen Worten dankte er dem Verkehrsverein, der Familie Treusch und den Einwohnern für ihr Entgegenkommen, das es ihm ermöglichte, die Lehrgänge zur Zufriedenheit aller Teilnehmer durchzuführen. „Dieses schöne Fleckchen Erde“, wie Schaub sich ausdrückte, sei auch als Tagungsort für weitere Schulungskurse — und zwar für Stadtverordnete — im Herbst dieses Jahres vorgesehen. Mit einem anschließenden Unterhaltungsprogramm,, das Karl Weinreich und sein Ensemble sowie ein Trio der Kapelle Melodia bestritten, wurde die Feier beendet. (tm)
„Fest der Gemeinschaft“ in Pfungstadt
Den Auftakt zum Jubiläumsfest des TSV Pfungstadt am Wochenende gaben am Samstag die Handballer, bei denen sich die Traditionsmannschaften des SV 98 Darmstadt und des Jubilars gegenüberstanden. Punkt 8 Uhr setzte sich dann vom Rathausplatz aus der Festzug der Vereine zu den neuhergerichteten Waldsportplätzen in Bewegung. Obwohl riesige Zelte mit 3000 Sitzplätzen errichtet waren, mußten Hunderte mit einem Stehplatz vorliebnehmen. Ein Marsch des neuerstandenen Spielmannszuges, ein Musikstück des Musikvereins und zwei Chöre des Gesang-Vereins „Sängerlust“ leiteten den Kommers ein. Danach ergriff der Vereinsvorsitzende, Christian Meid, das Wort zur Begrüßung der Gäste.
Sein besonderer Gruß galt dem Vertreter des Ministerpräsidenten, Oberregierungsrat Schmidt, Wiesbaden, dem Vertreter des hessischen Turnerbundes, Kreisvorsitzender Matthes, Darmstadt, und dem Vertreter des hessischen Fußballbundes, Bauer, Arheilgen. Sein Dank galt besonders den Männern, die nach dem Zusammenbruch 1945 in selbstloser Arbeit den Neuaufbau begonnen hatten, und deren Arbeit heute in dem fast 900 Mitglieder zählenden Verein sichtbar wird.
Anschließend überbrachte Oberregierungsrat Schmidt die Grüße des Ministerpräsidenten, des einstigen Mitgründers des Vereins. Als äußeres Zeichen der Wertschätzung und Verbundenheit überreichte er dem Verein einen silbernen Pokal, der als Wanderpreis Ansporn und Lohn für gute leichtathletische Leistungen sein soll. Die Turner zeigten im Anschluß daran am Federbrett über das Pferd Mutübungen, und eine anmutige Mädelriege der Radfahr-Abteilung erntete mit ihrem feingefahrenen Reigen verdienten Beifall.
An den Baum gefahren
In der Hauptstraße von Langenbrombach prallte am Freitag gegen Mitternacht ein mit drei Personen besetzter Personenwagen aus Mannheim angeblich infolge der schlechten Straßenbeschaffenheit, gegen einen Baum und wurde erheblich beschädigt. Alle Insassen erlitten Verletzungen. Die Gendarmerie ordnete die Entnahme einer Blutprobe des Fahrers an. (_Chj
Betrunkene Rohlinge
Mehrere junge Leute randalierten am Wochenende in Birkenau derart umher, daß sich einige Einwohner das Treiben verbaten. Als sie ihre Anwesen verließen, um selbst nachzusehen, welche Scheiben eingeworfen worden waren, wurden sie von den reichlich betrunkenen Burschen mit Faustschlägen empfangen und erheblich mißhandelt. Einer der Burschen konnte gefaßt werden; er stammte aus Weinheim. -r.
Hirschhorn. — Ein junges Bauernmädchen aus dem benachbarten Schönbrunn wurde wegen Totschlags vom Schwurgericht in Mosbach zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Täterin hatte im März dieses Jahres ihr heimlich geborenes Kind in der Jauchegrube ertränkt. (W. L.)
Meldungen aus den Landkreisen
Darmstadt-Land
Jugenheim. Die Nacheichung der im Gebrauch befindlichen Meßgeräte, Meßwerkzeuge für Flüssigkeiten, Hohlmaße, Gewichte und transportablen Handelswaagen, die alle zwei Jahre vorgenommen werden muß, findet heute und morgen im Rathaus, unterer Saal, statt. — Das an der Endhaltestelle der Straßenbahn gelegene Dreieck-Grundstück wurde jetzt von der Bundesbahn an einen Interessenten verpachtet, der dort eine Trink- und Wartehalle mit ’Toilettenräumen erstellen will. Das Bauvorhaben, das sich auf zirka 10 000 Mark stellen wird und dieses Jahr noch fertig werden soll, wurde von der Gemeindevertretung unter bestimmten Bedingungen genehmigt. (hl)
Seeheim. Der Kreisverband der Heimatvertriebenen, Ortsgruppe Seeheim, hat für heute abend, 20 Uhr, im Gasthaus Hilger, eine Mitgliederversammlung einberufen. Der Geschäftsführer des Kreisverbandes, Lama nn, spricht über: „Unsere gegenwärtige Situation“. (hl)
Bickenbach. Eine Modellschau für Siedlungshäuser veranstaltet die Oeffentliche Bausparkasse Hessen am 30. Juli im Sitzungssaal des Rathauses. — Die Schachübungsabende der Sport- und Kulturgemeinde (montags und donnerstags) fallen vorübergehend aus. — Wahlkarten, die sich noch im Besitz der Wähler befinden, sollen umgehend auf der Bürgermeisterei abgegeben werden. — Die Ortsgruppe des Verbandes der Kriegsbeschädigten fährt mit ihren Mitgliedern und Freunden am Sonntag, dem 6. August, nach St. Goarshausen. Abfahrt von Bikkenbach mit Sonderzug um 7 Uhr. Rückkehr gegen 22 Uhr. (hl)
Hähnlein. Die Bürgermeisterei weist darauf hin, daß eine größere Anzahl Gewinne aus der zum Zuchtviehmarkt (8. und 9. Juli) veranstalteten Verlosung noch nicht abgeholt wurden. Am 19. August d. J. erlischt jeder Gewinnanspruch, (hl)
Heppenheim. Zu neuen Rohrmeistern wurden durch den Landrat des Kreises Bergstraße Georg Schäfer ( Gras-Ellenbach) und Leonhard Quick ( Unter-Scharbach) verpflichtet. -r.
Nieder-Ramstadt. In der letzten Gemeinderatsitzung wurde beschlossen, die seither für Baulustige geltenden Bestimmungen zum Bau einer Einliegerwohnung wieder aufzuheben, wie dies auch bereits durch Bundesgesetz geschehen ist. Bauinteressenten, die mit eigenem Kapital bauen, sind also künftig nicht mehr direkt verpflichtet, eine Einliegerwohnung in ihrem Neubau mit zu errichten, doch wird die Gemeinde darüber wachen, daß auch da der Behebung der Wohnungsnot möglichst Rechnung getragen ■wird. Bei Bauten mit Landesdarlehen gelten nach wie vor besondere Bestimmungen. - Zur 750-Jahr-Feier will man verschiedene, der Gemeinde gehörende Häuser renovieren lassen, um auch das äußere Bild der Gemeinde zu verschönen, wie es bereits von vielen Hauseigentümern für die Festtage geschieht. (Her)
Diebuvg
Altheim. Im Alter von 83 Jahren starb der Altlandwirt Georg Heinrich Jo x I. Er war in jüngeren Jahren ein hervorragender Wirtschafter, dem der Volksmund den Beinamen „Oekonomierat“ beilegte. Als Angehöriger der ehemaligen „Bürgervereinigung“ auch politisch tätig, gehörte er zu den verdienten Initiatoren der Feldbereinigung und des Baues der großen Autoumgehungsstraße, die sich beide für die Gemeinde segensreich ausgewirkt haben. (se)
Hergershausen. Ein Zeltlager der GYA Frankfurt wurde im Gemeindewald aufgeschlagen. Annähernd 60 Jungen und Mädel sollen hier Stunden der Erholung finden. (gi)
Zeilhard. Herr Dr. Lutz. Tierarzt aus Ober-Ramstadt. führte in der letzten Zeit an mehreren Kühen Magenoperationen durch und entfernte bei den Tieren Fremdkörper. Die operativen Eingriffe verliefen erfolgreich. (gi)
Ober-Roden. Am Donnerstag hielt der Ortsverein der SPD in der Turnhalle eine Mitgliederversammlung ab. Hierbei wurden Fagen des kommenden Jubiläums und des Kreisfestes erörtert. Das Festprogramm ist bereits henausgegebn. — Die Katholische Jugend ging am Mittwoch früh unter der Führung von Kaplan Weber auf ihre jährige Zeltlagerreise nach Amorsbrunn bei Walldürn, Fünfzig Jungen werden 14 Tage in diesem Zeltlager verbringen. (gi)
Schlierbach. Der Sohn eines Schaafheimer Handwerkers kam beim Befahren der abschüssigen Straße nach Kleebach in Gefahr, in einer Linkskurve mit einem entgegenkommenden Omnibus zusammenzustoßen. Er steuerte seinen Personenwagen über die Böschung hinaus; dabei überschlug sich das Fahrzeug. Der Fahrer und eine neben ihm sitzende Frau wurden zwar nur leicht verletzt, doch entstand immerhin ein Sachschaden von rund 1000 DM. (RG)
Münster. Ein hiesiger Gastwirt entdeckte in einem Versteck eine Flasche Branntwein, die ihm eine in seinen Diensten stehende Tschechin aus dem Keller entwendet hatte. Da die Frau im dringenden Verdacht steht, schon mehrfach derartige Gelegenheitsdiebstähle begangen zu haben, erstattete der Bestohlene Strafanzeige. (RGt
Erbach
Sandbach. Die Schwimmbadstraße ist nach Fertigstellung der Asphaltdecke wieder für den Verkehr freigegeben. Ferner sind die Notstandsarbeiten für zwei Straßen mit einer Gesamtlänge von 500 Meter öffentlich ausgeschrieben. — Durch die ständig anwachsende Schülerzahl ist es dringend notwendig geworden, daß ein eingerichtet wird. Man beabsichtigt, nach Umzug der Bürgerda i neue Rathaus, hier einen neuen Schulsaal zu gewinnen. (hm)
B ba,ch- Zu einer gutbesuchten mTr^cerSAr?mlung waren Kreisamtmann Sattler und ein Vertreter der amerikanischen Zivilverwaltung erschienen. Bürgermeister Schwinn gab einen Ueberblick über die bisher geleistete Arbeit und die zukünftigen Aufgaben. Die Arbeiten zur Kanalisierung des Dorfbaches sollen zum Abschluß kommen. Der Plan zur Anbringung einer Straßenbeleuchtung wurde lebhaft begrüßt, (hm)
Lützel-Wiebelsbach. Seit einigen Wochen sind mehrere Kinder an Scharlach erkrankt. Glücklicherweise ist es bisher noch zu keinen ernstlichen Komplikationen gekommen. (hm)
Bergstraße
Mörlenbach. In einer gut besuchten Bauernversammlung, die Bürgermeister Wagner im Interesse der Gemeinde wie der Landwirte einberufen hatte, wurde die Möglichkeit der Gründung eines Tierzuchtvereins behandelt. — Die Instandsetzung der Feld- und Waldwege soll künftig durch die Bauern selbst in abwechselnder Reihenfolge vofgenommen werden, um hierdurch der Gemeinde Mehrausgaben zu ersparen. — Die Einführung von Sprunggeldern, um die Vatertierhaltung von einem Teil ihrer hohen Unkosten zu beseitigen, wurde aus sozialen Erwägungen abgelehnt, da hierdurch vor allem die kleinbäuerlichen Betriebe betroffen würden. (-r)
Ober-Schönmattenwag. Die Gemeinderäte befaßten sich in ihrer Sitzung u. a. mit der Neuverpachtung des umfangreichen Gemeindegeländes an landwirtschaftliche Nutzungsberechtigte. Da man sich zunächst nicht einigen konnte, beschloß man, einen fünfköpfigen Ausschuß, mit Bürgermeister Reinig als Vorsitzenden, zu bilden, der die Angelegenheit behandeln soll. Infolge fehlender Geldmittel mußte der begonnene Wegebau am Taubenberg eingestellt werden. Die Bürgermeisterei Finkenbach hatte um Ueberlassung von vier Ar Waldgelände zur Anlage eines Schulhofes für Raubach gebeten. Der Antrag wurde unverständlicherweise mit knapper Stimmenmehrheit abgelehnt. Man beschloß weiter, einen Antrag auf ein ERP-Darlehen in Höhe von 20 000 DM für den Ausbau der Wasserleitung zu beantragen. Um die seit kurzem arbeitslosen Waldarbeiter wieder in Beschäftigung zu bringen, soll durch ein Notstandsprogramm mit der Ausbesserung der Dorfstraßen begonnen werden. (-r)
Lindenfels. Im Laufe der kommenden Woche wird Kultusminister Dr. Stein in Lindenfels über das Thema: „Die Einheit der europäischen Kultur“ sprechen. — In der Stadtratssitzung am Montag wurden zahlreiche Bauanträge genehmigt. Die schwierige Situation der Wasserversorgung in den letzten Monaten ist nunmehr behoben, so daß auch die höher gelegenen Ortsteile wie die oberen Stockwerke der vielgeschossigen Hotelbauten einwandfrei mit Wasser versorgt werden können. Im Zuge der Beratungen über den Ausbau des Kanalisationsnetzes wurde dieser Punkt zur weiteren Bearbeitung dem Bauausschuß übertragen. Besondere Aufmerksamkeit und Sorge galt der derzeitigen Notlage der Odenwälder Hartsteinindustrie. hfl
Gorxheim. In einer Halbiahresversammlung des Turnvereins 1898 wurde u. a. beschlossen, Ende August den traditionellen Fußmarsch zur Tromm zu unternehmen. Auch einee Alte-Herren-Riege unter Turnwart Georg Flösser soll gegründet werden. (—r)
Groß-Gerau
Dornheim. Der Besitzer der Dampfwäscherei Hch. Krumb hat jetzt eine Badeanstalt errichtet, die aufs modernste eingerichtet ist. Neben Wannenbädern und Brausebädern ist noch ein medizinisches Heilbad — mit den neuesten Instrumenten und Apparaten versehen — vorhanden. Mit wenigen Handgriffen läßt sich das Heilbad in eine Massenbrause umwandeln, die besonders der Schuljugend und den Vereinen zur Verfügung steht. (od)
Königstädten. An der Straße nach Nauheim und in der Friedrich-Jahn-Straße machen die Bauarbeiten in Verbindung mit der Baugenossenschaft „Ried“ weiterhin gute Fortschritte. Die Arbeiten werden zum Großteil in Selbsthilfe ausgeführt. Mit der Fertigstellung von 20 privaten Neubauten ist in diesem Jahr noch zu rechnen. — Die Gemeindeverwaltung will demnächst mit dem so dringend notwendigen Schulhaus-Neubau beginnen. Man hofft, finanzielle Zuweisungen seitens des Kreises zu erhalten. (kb)
Trebur. Herr Heinrich Becker, Rüsselsheimer Straße, konnte kürzlich sein 40-jähriges Arbeitsjubiläum bei der Ad am-Opel-AG. feiern. Einwohnerschaft und Werksleitung überbrachten dem verdienten Jubilar zahlreiche Glückwünsche. (kfr)
Mörfelden. Die dringend erforderlichen Straßenausbesserungsarbeiten sind abgeschlossen worden. Während die Ebert- und Mühlstraße zum Teil größere Reparaturen notwendig machten, wurden noch, weitere Straßen ausgebessert und her-' gerichtet. (^b)
Bauschheim. Den ständigen Bemühungen von Bürgermeister Wolf ist es zu verdanken, daß Bauschheim endlich eine freiwillige Feuerwehr besitzt. Dies kam anläßlich der Gründungsversammlung wiederholt zum Ausdruck, wobei Bürgermeister Wolf erneut die Breitwilligkeit der Gemeinde für den weiteren Ausbau zusagte. Wesentlich sei, daß sich noch mehr einsatzbereite Männer fänden, um auch bei größeren Schadensfällen voll ausgerüstet eingreifen zu können. Der am gleichen Abend gewählte Vorstand setzt sich aus Fr. Heller (Vorsitzender und Kommandant), O. Guthmann (2. Vorsitzender), W. Stahl (L Gruppenführer), O. Hahn (Kassierer) und A. Reitz (Schriftführer) zusammen. (An.)
Ginßheim. — Der wieder genehmigte Verkauf von Luftgewehren hat bereits erneut zu Unsitten geführt, die keinesfads mehr als geringfügig bezeichnet werden können. In den Händen von Jugendlichen sind diese Waffen ein gefährliches Spielzeug, wobei das Schußobiekt spielt- So wurden jetzt einige Jugendliche zur Anzeige gebmrhf Ä “»«halter durch Schüsse schwer verletzten. (An)
Der Sport
Sportkreis Dieburg am Gerät und auf der Laufbahn
Münster zeigt Leistungssteigerung in der Breitenarbeit
Das dritte Kreis-Turn- und -Sportfest des Sportkreises Dieburg wurde am Samstag und Sonntag in Münster abgewickelt. In der Reihe der umrahmenden Veranstaltungen nahmen der Fackelzug mit dem anschließenden Festkommers am Samstag den breitesten Raum ein. Höhepunkt dieser Stunden wurden die Weihe der Fahne des Sportkreises Dieburg, die von einer Turnerin dem Vorsitzenden Andreas Kern überreicht und von ihm an die Jugend als Banner der Zukunft weitergegeben wurde. Sie zeigt im weißen Feld die Worte: „Sportkreis Dieburg“ in roter Schrift und ist das erste Banner, das ein Sportkreis im hessischen Landessportbund nun bei allen Veranstaltungen mitführen wird. Musikalische, turnerische und sportliche Vorführungen des Musikvereins Münster, Arbeitergesangvereins Eintracht Münster, des Männergesangvereins Münster, des Radfahrervereins 1899 Dieburg, Barrenturnen der Kreisriege, Bodenübungen und Lichtkeulenvorführungen der Münsterer Turnerinnen vervollständigten das abwechslungsreiche Programm des Abends, an dem Festpräsident Ludwig Herdt die Veranstaltungen des kommenden Tages an den Kreisvorsitzenden übergab. Tanz beschloß den Abend.
Roden, 12,9 Sek.; 3. Rebel, Helmut, Tsch. Ober-Roden, 13,4 Sek.
Dreikampf: 1. Neuhäusel, Fredi, SG Nieder-Roden, 1667 Pkte.; 2. Herd, Karl, SV Münster, 1600 Pkte.; 3. Schrod, Franz, Tgmd. Ober-Roden, 1502 Pkte.
Jugend B männlich:
Hochsprung: 1. Hitzel, Hans Tsch. Ober-Roden, 1,45 m; Schledt, Josef, SV Münster, 1,45 m; 2, Grenz, Wilfr., SV Münster, 1,40 m.
Diskus: 1. Giegerich, Heinz, SV Münster, 27,40 m; 2. Meergans, Ernst, SV Münster, 25,30 m.
Weitsprung: 1. Meergans, Ernst, SV Münster, 5,39 m; 2. Spahn, Horst, SG Nieder-Roden, 5,09 m; 3. Beck, Gerhard, SV Münster, 5,07 m.
Dreikampf: 1. Meergans, Ernst, SV Münster, 1452 Pkte.; 2. Weiland, Horst, SG Nieder-Roden, 1310 Pkte.; 3. Herzing, Robert, SV Münster, 1291 Pkte.
100-Meter-Lauf: 1. Meergans, Ernst, SV Münster, 12,8 Sek; 2. Spahn, Horst, SG Nieder-Roden, 13,1 Sek.; 3. Beck, Gerhard, SV Münster, 13,3 Sek.
400-Meter-Lauf: 1. Meergans, Ernst, SV Münster, 56,9 Sek.; 2. Richter, Hans, Neu-Isenburg (a. K.) 57.0 Sek.; 3. Schledt, Josef, SV Münster, 60,6 Sek.
Kugelstoßen: 1. Herzing, Robert, SV Münster, 9,80 m; 2. Dony, Helmut, SV Münster, 9,68 m; 3. Hitzel, Hans, Tsch. Ober-Roden, 9,43 m.
Speerwurf: 1. Giegerich, Heinz, SV Mün- ster, 32,25 m; 2. Weber, Peter, TAV Eppertshausen, 31,04 m.
Dreikampf: 1 Meergans, Ernst, SV Münster, 1452 Pkte., 2. Weiland, Horst, SG Nieder-Roden, 1310 Pkte., 3. • Herzing, Robert, SV Münster, 1291 Pkte.
Frauen Dreikampf: 1. Kraus, Susi, KSV Urberach, 972 Pkte.; 2. Bock, Anni, KSV Urberach, 940 Pkte.
Jugend A weiblich:
Speerwurf: 1. Herd, Maria, SV Münster, 27 m.
100-Meter-Lauf: 1. Herd, Maria, SV Münster, 16 Sek.; 2. Bock, Anni, KSV Urberach, 16,2 Sek.; 3. Agnes, Dorothea, SV Münster, 16,6 Sek.
Kugelstoß: 1. Herd, Maria, SV Münster, 8,45 m; 2. Agnes, Doroth., SV Münster, 7,36 m.
Dreikampf: 1. Herd, Maria, SV Münster, 1225 Pkte.; 2. Agnes, Dorothea, SV Münster, 1023 Pkte.; 3. Held, Gerda TV Gr.-Zimmern.
Jugend B weiblich:
Weitsprung: 1. Hauck, Lore, SSV Groß-Bieberau, 4,52 m; 2. Frühwein, Kath., SV Münster, 4,22 m; 3. Meier, Susi, Tgmd. Dieburg, 3,84 m.
UUlg, o,o** 111. 100-Meter-Lauf: 1. Hauck, Lore, SSV Groß-Bieberau, 15,8 Sek.; Frühwein, Kath., SV Münster, 15,8 Sek.
Ballweitwurf: 1. Herd, Maria, SV Münster, 74,50 m; 2. Hauck, Lore, SSV Groß-Bieberau, 63 m; 3. Schneider, Emma, SV Münster, 56,50 m.
Diskus: 1. Herd, Maria, SV Münster, 28.28 m; 2. Hauck, Lore, SSV Groß-Bieberau, 21,68 m; 3. Schneider, Emma, SV Münster, 20.74 m.
Hcchsprung: 1. Schledt, Luise, SV Münster, 1,25 m; 2. Schneider, Emma, SV Münster, 1,15 m. CRC)
Gute Ergebnisse im Turnen
Altersklasse Sechskampf: 1. Ohl, Hans, Turnverein Babenhausen, 104,0 Pkte.; 2. Huther, Heinrich, Turnverein Münster 1898, 99,5 Pkte.; 3. Catta, Georg, Vikt. Urberach, 99,5 Pkte.
Altersklasse Neuukampf: 1. Brand, Josef, Turnverein Dieburg, 164,5 Pkte.; 2. Kreher, Franz, Turnverein Münster 1898, 157,5 Pkte.
Frauen-Unterstufe Fünfkampf: 1. Pilger, Marga, Turnverein Babenhausen, 80,5 Pkte.; 2. Hessel, Anita, Turnverein Babenhausen, 74 Pkte.
Weibl. Jugend Fünfkampf, 34—36 B: 1. Geis, Lorie, Turnverein Groß-Zimmern, 90,5 Pkte.; 2. Klober, Maria, Turnverein Groß-Zimmern, 90 Pkte.; Frei, Elfriede, SG Nieder-Roden, 90 Pkte.; 3. Weber, Christa, Turnverein Groß-Zimmern, 88,5 Pkte.; Barth, Helga, Turnverein Groß-Zimmern, 88,5 Pkte.; Frizges, Christel, Turnverein Groß-Zimmern, 88,5 Pkte.; 4. Hitzel, Evi, Turnverein Dieburg, 86,5 Pkte.; 5. Becker, Maria, Turnverein Dieburg, 85 Pkte.; 6. Huther, Tilly, Turnverein Dieburg, 84 Pkte.
Jugend Sechskampf, Geräte B: 1. Weber, Werner, Turnerschaft Ober-Roden, 103 Pkte.; 2. Kem, Karl, Turnerschaft Ober-Roden, 101 Pkte.; 3. Waldmann, Oswald, Turnerschaft Ober-Roden, 99,5 Pkte.; 4. Enders, Otto, Turnverein Dieburg, 98,5 Pkte.; 5. Reis, Heini, Vikt. Urberach, 98 Pkte.; Murmann, Josef, Turnerschaft Ober-Roden 98 Pkte.; 6. Faust, Alfred, Turnerschaft Ober-Roden, 95,5 Pkte.; 7. Huther, Horst, Turnverein Dieburg, 94 Pkte.
Unterstufe Geräte-Neunkampf: I.Groh,Heini, KSV Urberach, 161,5 Pkte.; 2. Blank, Josef, TV Dieburg, 153,5 Pkte.; 3. Schultheis, Ludwig, KSV Urberach, 150 Pkte.; 4. Unrath, Peter, TV Groß-Zimmern, 145,5 Pkte.; 5. Haller, Karl, TV Groß-Zimmern, 142 Pkte.; 6. Ott, Walter, TV Dieburg, 141,5 Pkte.; 7. Reinrich, Berndl, TV Dieburg, 140 Pkte.,
Frauen Oberstufe Neunkampf: 1. Buchsbaum, Helga, TV Groß-Zimmern, 153 Pkte.; 2. Langer, Gerlinde, TV Münster, 102,5 Pkte.
Frauen Oberstufe Sechskampf: 1. Specht, Inge, TV Groß-Umstadt, 107 Pkte.; Eberhardt, Anneliese, TV Groß-Zimmern, 107 Pkte.; 2. Hoffmann, Gertrud, TV Dieburg, 103,5 Pkte.; 3. Monat, Sophie, TV Babenhausen, 97,5 Pkte.; 4. Ohl, Hanna, TV Babenhausen, 96 Pkte.; 5. Leibich, Helga, TV Schaafheim, 95,5 Pkte.; 6. Müller, Irmgard, TV Dieburg, 94,5 Pkte.
Männer Mittelstufe Neunkampf Geräte: 1. Weber, Adam, KSV Urberach, 158,5 Pkte.; 2. Ries, Heinrich, TV Münster, 151,5 Pkte.; 3. Schwerber, Willi, Tsch. Ober-Roden, 194,5 Pkte.; 4. Gruber, Leonhard, TAV Eppertshausen, 146 Pkte.; 5. Haas, Georg, TV Dieburg, 145 Pkte.
Männer Unterstufe Neunkampf Geräte: 1. Braun, Josef, TV Münster, 158,5 Pkte.; 2. Lips, Heinrich, TV Groß-Umstadt, 150 Pkte.; 3. Stork, Georg, TV Münster, 146,5 Pkte.; 4. Ries, Ludwig, TV Münster, 142,5 Pkte.; Fengel, Ernst, TV Babenhausen, 142,5 Pkte.; 5. Weber, Franz, Tsch. Ober-Roden, 141,5 Pkte.
Männer Oberstufe Zwölfkampf: 1. Rink, Heinrich, KSV Urberach, 190,5 Pkte.; 2. Bittner, Hans, KSV Urberach, 183,5 Pkte.
Männer Neunkampf Oberstufe: 1. Wildhirt, Jakob, KSV Urberach, 166 Pkte.; 2. Groh, Bernhard, KSV Urberach, 158,5 Pkte.; 3. Rink, Heinrich, KSV Urberach, 152 Pkte.; 4. Merget, Franz, Tsch. Ober-Roden, 150 Pkte.; 5. Bittner, Hans, KSV Urberach, 145,5 Pkte.; 6. Merget, Josef, Tsch. Ober-Roden, 145 Pkte.; 7. Rink, Georg, KSV Urberach, 129 Pkte.
Jugend B Achtkampf: 1. Sachs, Willi, KSV Urberach, 140 Pkte.; 2. Röhrig, Franz, Tsch. Ober-Roden, 145,2 Pkte.; 3. Helfrich, Horst, TV Dieburg, 132.5 Pkte.; 4. Frank, Franz, KSV Urberach, 125,2 Pkte.
Jugend Zwölfkampf gemischt: 1. Vetter, Hans, Viktoria Urberach, 189,5 Pkte.; 2. Lang, Ludwig, Vikt. Urberach, 180,5 Pkte.; 3. Ott, Erich, TV Dieburg, 173 Pkte.
Jugend Neunkampf gemischt: 1. Eyssen, Franz, Tsch. Ober-Roden, 163,5 Pkte.; 2. Groh, Hans, Tsch. Ober-Roden, 160,5 Pkte.; 3. Burger, Josef, TV Groß-Zimmern, 135,5 Pkte.
Weibl. Jugend A 1932/33: 1. Sommer, Liesel, TV Groß-Umstadt, 89 Pkte.; 2. Reitzel, Lia, TV Groß-Zimmern, 84 Pkte.; 3. Winter, Edith, TV Schaafheim, 77,5 Pkte.; 4. Krapp, Margot, TV Schaafheim, 76 Pkte.
Weibl. Jugend Achtkampf 1932/33: 1. Pitthahn, Dietberg, TV Groß-Umstadt, 131,5 Pkte.; 2. Herbert, Hilde, TV Groß-Zimmern, 128,5 Pkte.; 3. Metzger, Gertrud, TV Groß-Umstadt, 128 Pkte.
Tischtennis: SV 1919 Münster mit Seibert, Hüter, Hotz, Löbig, Faust, Stumm) — TTC 1948 Babenhausen (mit Uskert, Widera, Bourhofer, Kruska, Herbert, Fendt, Rudolf) 7:2 (23:12 Sätze, 678:587 Bälle)
Ringen: Freie Sportvereinigung Münster-Roßdorf 4:4.
Gute Leistungen in der Leichtatlethik
Senioren Kugelstoßen: 1. Ries, Josef, TV Münster, 10,46 m; 2. Müller, Andreas, TAV Eppertshausen, 9,80 m; Werner, Walter, SG Nieder-Roden, 9,80 m; 3. Poser, Roland, TV 63 Groß-Zimmern, 9,76 m.
Diskus: 1. Ries, Josef, SV Münster, 30,29 m; 2. Droll, Hans, TV Groß-Zimmern, 27,30 m; 3. Müller, Andreas, TV Eppertshausen, 27,28 m.
Speerwurf: 1. Gotta, Bernh., TV Eppertshausen, 46,41 m; 2. Droll, Hans, TV Groß-Zimmern, 41,27 m.
1500-Meter-Lauf: 1. Ohl, Wilhelm, TV Klein-Umstadt, 4:49,1 Min.; 2. Ries, Bruno, SV Münster, 4:50 Min.
100-Meter-Lauf: 1. Poser, Roland!, TV Groß-Zimmern, 12,7 Sek.; Seitel, Arthur, TV Eppertshausen, 12,7 Sek.; 2. Schledt, Jos., TV Eppertshausen, 12,8 Sek.; 3. Spreitzer, Peter, TG Nieder-Roden, 12,9 Sek.
Weitsprung: 1. Simon, Heinz, SG Nieder-Roden, 5,80 m; 2. Franken, Josef, SG Nieder-Roden, 5,79 m; 3. Günther, Alex, SV Babenhausen, 5,75 m.
Hochsprung: 1. Poser, Roland, TV Groß-Zimmern, 1,65 m; 2. Schultheiß, Otmar, SG Nieder-Roden, 1,65 m; 3. Steinbach, Heinz, SSV Groß-Bieberau, 1,60 m.
4Xioo-Meter-Staffel: 1. TAV Epnertshausen, 49,5 Sek.; 2. SV Münster, 50,0 Sek.; 3. TuSV Schlierbach Landgst., 51,3 Sek.
Dreikampf: 1. Dusato, Franz, Viktoria Urberach, 1597 Pkte.; 2. Herd, Wendelin, Vikt. Urberach, 1566 Pkte.; 3. Werner, Walter, SG Nieder-Roden, 1467 Pkte.
Jugend A männlich Dreikampf:
Weitsprung: 1. Schrod, Franz, Tgmd. Ober-Roden, 5,57 m; 2. Herd, Karl, SV Münster, 5,48 m; 3. Kreher, Rich., SV Münster, 5,31 m.
Diskus: 1. Mieth, Willibald, Tgmd. Nieder-Roden, 26,10 m; 2. Schiesser, Edmund, TV Eppertshausen, 24,65 m. Hochsprung: 1. Schultheiß, Otmar, TV
Nieder-Roden, 1,52 m; 2. Löbig, Josef, TV Münster, 1,52 m; 3. Schrod, Franz, Tgmd. Ober-Roden, 1,47 m.
1000-Meter-Lauf: 1. Geist, Karl, SV Münster, 2:56,2 Sek.; Ottenritter, K. H., SV Münster, 2:56,2 Sek.
4XioO-Meter-Staffel: 1. SV 1919 Münster, 51,2 Sek.; 2. Tgmd. Ober-Roden, 51,6 Sek.
Schwedenstaffel: 1. SV 1919 Münster, 2:19,4 Min.; 2. SV Neu-Isenburg, 2:23 Min.
Kugelstoßen: 1. Neuhäusel, Fredi, SG Nieder-Roden, 12,41 m; 2. Herd, Karl, SV Münster, 10,92 m; 3. Köhler, Heinz, TG Ober-Roden, 10,49 m.
100-Meter-Lauf: 1. Herd, Karl, SV Münster, 12,8 Sek.; Kreher, Richard, SV Münster, 12,8 Sek.; 2. Schrod, Franz, Tgmd. Ober-
98 er Handballer im Rheinland
West — Süd 16:12
Die erste Mannschaft des SV 98 folgte einer Einladung des SV Mülheim-Koblenz zum Rhein - Mosel - Handballturnier am 22. und 23. Juli. Namhafte Vereine wie TuS Rheinhausen, Grün-Weiß Obermendig, Spfr. Gevelsberg, Germania Lütgendortmund, Eintracht Mombach und der SV 98 Darmstadt nahmen daran teil. Als Auftakt zum Turnier hatte man am Samstag eine Auswahlelf Süd gegen West zusammengestellt, an der folgende Spieler beteiligt waren:
Süd: Schmitz (Trier), Glock (98), Vogelin (Andernach), Schlich (Obermendig), Hahn (Mülheim), Rüber (Obermendig), Lehning (98), Schlich (Obermendig), Sondermann (Mülheim), Lutz und Schäfer (98).
West: Stankwitz (Gevelsberg), Holtey (Gevelsberg), Schulz (Lütgendortmund), Scheider (Lütgendortmund), Ulkhahn (Gevelsberg), Kraftscheck (Lütgendortm.), Bergmann, Rademacher, Leck (Gevelsberg), Schibulski und Quabeck (Lütgend.).
Von Anfang an entwickelte sich ein schneller und betont ritterlicher Kampf, den die Westmannschaft dank ihres besseren Zusammenspiels mit 16:12 für sich entscheiden konnte.
Kritik: Beide Torsteher gut Bei der Westmannschaft Verteidigung und Läuferreihe sehr gut, vor allem sehr schnell und fangsicher. Im Sturm Rademacher und Quabeck die Besten.
Beim Süden Läuferreihe schwach. In der Verteidigung Glock der Bessere. Im Sturm waren die Besten Schäfer und Lutz, während Sondermann zu eigensinnig spielte und das Zuspiel vermissen ließ. Fast alle Angriffe wurden von rechts herangetragen, Und wenn Schäfer und Lutz losstürmten, wurde es vor dem Westtor brenzlich. Schaltete sich dann noch Lehning und zeitweise Glock ein, dann wurde die Westverteidigung wankend, und die Tore mußten fallen.
Für den Westen schossen die Tore Rademacher, Quabeck und Leck, für den Süden zeichnete Schäfer allein mit 7 Toren, Lutz (1), Lehning (1), Sondermann (2) und Schlich (1).
Bei dem Turnier am Sonntag konnte sich SV 98 nicht durchsetzen. Sieger wurde Gevelsberg.
Stuttgarter Kickers in Darmstadt
Am Sonntag, dem 6. August, findet im Hochscbulstadion eine Doppelveranstaltung statt. Die 1. Handballmannschaft des SV 98 empfängt den Saarlandmeister SG Hassel. Anschließend wird sich die Oberligaelf der 98 nach der Fußball-Sommerpause dem Darmstädter Publikum in einem Spiel gegen die bekannte Mannschaft der Stuttgarter Kickers in neuer Aufstellung vorstellen.
24 Runden rund um Kranichstein
VCD wahrt alte Tradition bei den Bezirksmeisterschaften
Der Wettergott scheint ein besonders guter Freund der Radfahrer zu sein. Erst nachdem der letzte Fahrer der Bezirksmeisterschaft 1950 das Ziel passierte, öffnete er seine Schleusen. Eine vielköpfige Zuschauermenge, welche an der 4 Kilometer langen Strecke Aufstellung genommen hatte, zeugte davon, daß der Radsport ein dankbares Publikum hat, selbst dann, wenn die Sonne sich hinter Regenwolken verbirgt.
Es war nicht das erste und letzte Mal, daß das idyllisch gelegene Jagdschloß — als Start und Ziel — Zeuge herrlicher Straßenrennen war. Nicht alle der Anwesenden mögen es gewußt haben, daß diese Räume Tradition haben. Denn kein Geringerer als der im Kriege gefallene Kurt Gleim, der als internationaler Rennfahrer bei Länderkämpfen und Einzelfahrer oftmals die deutschen Farben zum Sieg führte, bewohnte sie einst.
Im ersten Rennen über 20 Kilometer trafen sich die Jugendfahrer der Klasse 8./W. Nord, VC Darmstadt, und H. Speckhard, Darmstädter RC, lieferten sich einen erbitterten Kampf um den 1. Platz, wobei Nord mit 1 Sekunde Vorsprung Sieger blieb. Dritter wurde G. Horn, DRC.
Das Jugendrennen der Klasse A, über 28 Kilometer wurde eine sichere Beute der Fahrer vom VC Darmstadt. P. Nester, der zweifache hessische Jugendmeister, und H. Seifert übernahmen vom Start weg die Führung, ohne jemals gefährdet zu sein. Überraschenderweise siegte Nester nur mit Reifenstärke. Mit 2 Min. 10 Sek. Abstand folgte J. Strauber auf dem dritten Platz.
Beim Hauptrennen der Junioren über 48 Kilometer kam es zu spannenden Kämpfen um die Plätze. In der zweiten Runde übernahm S. Volkhammer, VC Darmstadt, gefolgt von R. Neidhard, E. Weber, VCD, Heinz Baumann und Hans Lücker, Darmstädter RC, die Führung. Da Neidhard und Weber durch Reifenschaden ausfielen, vergrößerte Volkhammer seinen Vorsprung ständig, um in der beachtlichen Zeit von 1 Stunde 24,40 Min. das Rennen für sich zu entscheiden. Den zweiten Platz belegte Baumann (DRC) vor Lücker (DRC) mit Reifenstärke. Als Altersfahrer bei den Junioren konnte A. Fabian, Lengfeld, einen beachtlichen siebenten Platz belegen.
Ergebnisse:
Jugendfahrer Klasse B
1. W. Nord (VCD) 42 Min. 30 Sek. 2. H. Speckhard (DRC) 42 Min. 31 Sek. 3. G. Horn (DRC) 43 Min. 05 Sek.
Jugendfahrer Klasse A)
1. P. Nester (VCD) 50 Min. 45 Sek. 2. H. Seifert (VCD) 50 Min. 45,10 Sek. 3. J. Strauber (VCD) 52 Min. 55 Sek.
Junioren
1. S. Volkhammer (VCD) 1 Std. 24,40 M. 2. H. Baumann (DRC) 1 Std. 26,14 Min. 3. H. Lücker (DRC) 1 Std. 26,14,1 Min. 4. E. Beutel (VCD) 1 Std. 30,12 Min. 5. H. Schmidt (Worfelden) 1 Std. 31,14 M.
Die Sieger der Bezirksmeisterschaften im R.adfahren von links nach rechts: Nester (Jugend, A-Klasse), Volkshammer (Junioren) u. Nord (Jugend, B-Klasse), alle VCD. ^oto: Hemme.
Die Junioren Baumann und Lücker (beide DRC) lieferten sich einen harten Kampf um den 2. Platz. Foto: Hemme.
Basketball:
TB Heidelberg siegte gegen Heppenheim und Roßdorf
Am Sonntag trug der TB Heidelberg einige Freundschaftsspiele in Heppenheim und Darmstadt aus, die mit einer Ausnahme von den spielstarken Gästen gewonnen wurden.
In. Heppenheim besiegte die Männermannschaft des TBH den TV Heppenheim nach einer 16:14-Halbzeitführung noch hoch mit 52:24 Körben. Dramatischer verlief das Frauenspiel, in dem die einheimischen Frauen bei Seitenwechsel 19:7 in Führung lagen, nach der Pause aber noch mit 24:25 verloren. Auch bei den Schülern gewannen die Heidelberger mit 20:9.
Am Nachmittag kamen die Heidelberger Mannschaften nach Rolldorf, wo jedoch der Platz durch starke Regenfälle nicht in spielfähigem Zustand war. Die Begegnungen kamen daher in der Darmstädter QM-School zum .Austrag. Bei den Frauen schienen die Roßdorf er innen buchstäblich überrannt zu werden, denn bei Halbzeit führten die Gäste 21:4. Später wurde Roßdorf jedoch besser und verminderte auf 16:26. Die Männer lieferten sich ein recht ausgeglichenes Spiel, bei dem die Heidelberger auf Grund ihrer körperlichen Ueberlegenheit mit 29:20 (13:8) siegreich blieben. Das Schülerspiel brachte einen Roßdörfer 12:9- (4:2-) Sieg, der durch die ausgezeichnete Mannschaftsleistung sichergestellt wurde.
Boxen:
Boxklub Eiche Lorsch gegen Boxring Frankenthal 11:2
In der gut besuchten Turnhalle siegten die Lorscher, unterstützt von einigen Bürstadter Boxern, gegen die bekannten Frankenthaler verdient mit 11:2. Der Sieg ist um so ehrenvoller, wenn man bedenkt, daß der Verein nach fast einjähriger Pause zum ersten Male wieder unter dem Vorsitz des Herrn Neuhaus vor die Oeffentlichkeit trat, wo er sich gleich von der besten Seite zeigte. Die Sieger für Lorsch waren: Röm, Löttiteh, Heißer, Arnold und Gundersdorf, ein Unentschieden erzielte der junge Volk gegen seinen körperlich stärkeren Gegner. Grünewald und Ofenloch mußten sich geschlagen bekennen, el.
Tennis:
TEC II—TC Offenbach 3:2 abgebr.
Durch zwei starke Regengüsse unterbrochen, konnten die Spiele in Offenbach nicht bis zum Ende durchgeführt werden. Beim augenblicklichen Stand sind die Darmstädter mit 3:2 im Vorteil. In hartem und taktisch überlegenem Kampf schlug Fürst Lindner mit 9:7, 9:7, während Schüler seinen Punkt mit 4:6, 2:6 an den Offenbacher Notacker abgeben mußte. Auch Steffan unterlag Breitstein mit 3:6, 4:6. Haendschke und Polster holten wie in der Begegnung gegen Wiesbaden ihre Punkte mit glatten Siegen für Darmstadt heim. Die Gegner Beck und Dr. Waege verloren 3:6, 1:6 und 1:6, 2:6. Das Spiel Hilsdorf gegen Schneider mußte bei 1:5 im 1. Satz und das Doppel Steffan/Polster gegen Lindner/Beck bei 2:4 abgebrochen werden. Der Termin für die Fortsetzung der Spiele konnte noch nicht festgesetzt werden. -H-
Abnahme des Bundessportabzeichens
Die nächste Abnahme des Bundessportabzeichens erfolgte für Schwimmen am Montag, 25. 7., 18 Uhr, im Woog und für die leichtathletischen Uebungen am Mittwoch, 27. 7., 18 Uhr, auf der Woogswiese. Prüfungsleiter Lotz
Das Rollhockey-Verbandspiel zwischen TSG Darmstadt und RC Langen fiel aus und ist auf einen späteren Termin verlegt worden.
TSG 46 beste Turniermannschaft
Die Darmstädter siegen in der Meisterschaftszwischenrunde der Wasserballer
Darmstadts Wasserballer haben es in der Zwischenrunde um die Hessische Wasserballmeisterschaft, die im Woog ausgetragen wurde, geschafft. Die Darmstädter Sportgemeinde war über das Können der TSG-46-Mannschaft überrascht. Erfreulich an diesem Turniersieg ist die Tatsache, daß die TSG in allen Spielen die besten Leistungen zeigte, keinerlei Formschwankungen unterworfen war, außerordentlich fair kämpfte, schnelle Spieler hatte, und über eine außerordentlich disziplinierte Mannschaft verfügt.
Bei dem trostlosen Regenwetter hatten sich am Samstag nur die Unentwegten eingefunden, um Zeuge fesselnder Kämpfe zu sein. Unter den Zuschauern befand sich auch Stadtrat Schrauth, der sich bis zum Schlußpfiff alle Spiele ansah. Eine stattliche Zuschauermenge gab den Hauptspielen am Nachmittag das Fluidum sportlicher Großkämpfe.
Vorweg muß erwähnt werden, daß aile Spiele von den Schiedsrichtern Kruithofer, Frankfurt, und Georges, Bad Soden, in bester Weise unter Dach und Fach gebracht wurden und keinerlei Mißton aufkam. — Alle am Turnier Beteiligten waren von den Leistungen der TSG-46-Mannschaft: Jakobi, Resch, Lautenschläger, Friedrich, Berg, Jobst, Sproß, überrascht, zumal sie erst ein kurzes Sommertraining hinter sich hat. Die TSG wird nun am 26. und 27. August bei den Endspielen um die Hessische Wasserballmeisterschaft in Marburg vertreten sein, und dort auf den 1. Frankfurter SC, Marburger SC und SC Niederrad treffen.
Am Samstag standen sich zunächst TSG 46 — Sparta Frankfurt gegenüber. Allgemein wurde mit einem sicheren Sieg der Frankfurter gerechnet. Es kam aber ganz anders. Die Darmstädter waren während des ganzen Spieles glatt überlegen, führten bei Halbzeit durch Friedrich und Sproß bereits 2:0 und stellten dann das Endergebnis durch Lauten’-' schläger und Jobst auf 4:0. An diesen vier Torerfolgen sind alle Spieler beteiligt.
Wiesbaden 11—Kassel 98 trennten sich 9:4 (Halbzeit 4:2).
Der Sonntagvormittag brachte im Spiel TSG 46 — Wiesbaden 11 die zweite Ueberraschung. Auch gegen die starken Kurstädter erwies sich die TSG 46 als bessere Mannschaft. Durch Friedrich und Berg gingen die Darmstädter 2:0 in Führung, Volkmer, Wiesbaden, erzielte dann bis Halbzeit den Anschlußtreffer. — In der 2. Halbzeit verschenkte die TSV den Sieg. Als ein Wiesbadener herausgestellt wurde, bombardierten sie zwar das gegnerische T0r..., aber es fiel kein Tor. Im Gegenteil: Hein, Wiesbaden, schwamm sich schön frei unde rzielte den Ausgleich. Die Darmstädter lagen dann weiter im Angriff, aber es blieb bis zum Schlußpfiff beim unentschiedenen 2:2-Stand.
Die Nachmittagskämpfe wurden mit einem Freundschaftstreffen TSG 46 Reserve—TV 48 Groß-Gerau eingeleitet. Die Darmstädter siegten 5:3.
Das beste Spiel des Turniers lieferten sich dann TSG 46 — Kassel 9 8. Ein äußerst schneller Kampf, in dem unsere Vertreter überlegen waren. Dauernd wechselnde Angriffe, die alle Zuschauerbis zur letzten Sekunde in größte Spannung versetzten. Genau ein halbes Dutzend Lattenschüsse bewahrten Cassel 98 vor einer höheren Niederlage. Jobst und Spielmann schossen bis Halbzeit für ihre Mannschaft je ein Tor. Nach dem Wechsel erhöhten Friedrich' und Sproß auf 3:1 nach gutem Zusammenspiel mit allen Nebenleuten.
Mit diesem Sieg hatten es die Darmstädter auf fünf Punkte gebracht. Eifrig wurde gerechnet, wie hoch Wiesbaden gegen Sparta Frankfurt im nachfolgenden Spiel'gewinnen mußte, um Wiesbaden als Tumiersieger zu sehen. Mit großem Elan griff Wiesbaden an. Die Frankfurter spielten schlecht und lagen bei Halbzeit 3:0 im Rückstand. Es stellte sich aber nach Halbzeit heraus, daß Wiesbaden ziemlich abgekämpft war. Die Frankfurter brachten kein Tor fertig. Sie „fummelten“ sich vor dem gegnerischen Tor fest, schossen daneben, drüber, an die Latte oder dem Torwart in die Hände. Dann machte sich Knüppel, Wiesbaden, schön frei und schoß das vierte Tor; bald darauf Schlußpfiff 4:0 für Wiesbaden, die jetzt mit den Darmstädtern punktgleich waren, aber den schlechteren Tordurchschnitt hatten. Die Tabelle ergibt folgendes Bild:
SV 98 Kassel im Angriff beim Wasserballspiel gegen TSS 46 Darmstadt Foto: Hemmet
| Platz | Punkte | Tore | TSG 46 Darmstadt |
| 1 | 5 | 9:3 | SC Wiesbaden 11 |
| 2 | 5 | 15:6 | Kasseler SV 98 |
| 3 | 2 | 12:17 | SSC Sparta Frankf. |
| 4 | 0 | 5:15 |
Großartige Leistungen in Pfungstadt
Traditions-Mannschaften
TSV Pfungstadt—SV 98 DarmstadtB:7(s:4)
Mit einem spannenden Handballspiel der Traditions-Mannschaften TSV Pfungstadt gegen SV 98 Darmstadt eröffnete am Samstag der. TSV Pfungstadt sein großes Jubiläumsfest. Beide Mannschaften, die früher manchen harten und^schönen Kampf miteinander ausgefochten haben, lieferten sich auch diesmal ein Spiel, das alle Kenner begeisterte und eindringlich die frühere Glanzzeit beider Mannschaften heraufbeschwor. Technisch spielten die u. a. mit Spalt, Creter, Delp, Fuchs, Henß, Kaltenbach, Merz angetretenen 98er leicht überlegen, waren gut eingespielt, aber in der ersten Halbzeit etwas vom Pech verfolgt. Der bekannte Faustballer Becker schoß schon in der dritten Minute das erste Tor für Pfungstadt. Erst nach einem Stand von 3:0 konnte Darmstadt das erste Gegentor einschießen und bis zur Halbzeit noch gut aufholen. In der zweiten Halbzeit brachten beide Mannschaften noch je drei Treffer an, so daß die Pfungstädter Elf mit 8:7 verdient gewinnen konnte. Inder Pause ehrten sich beide Mannschaften durch Ueberreichen der Ehrengaben.
Prominente Leichtathleten am Start
Der Sonntag stand im Zeichen der Leichtathleten. Prominente Vereine hatten sich mit ihren bekannten Vertretern eingefunden. TV Lich mit dem zweifachen Deutschen Meister Dr. Luh, TOS Berlin-Neukölln mit Merke, weiterhin Viktoria Aschaffenburg, TV Neu-Isenburg, SV 98 Darmstadt mit 24 Teilnehmern, Eintracht Wiesbaden mit 32 Teilnehmern, TSG 46 Darmstadt und TV 46 Groß-Gerau sowie SC 1880 Frankfurt, Schwarz-Weiß Frankfurt usw. Anhaltender Regen am Sonntag störte die Vorentscheidungen und bei den Ergebnissen muß man die aufgeweichten Bahnen berücksichtigen. Die Ergebnisse in den einzelnen Konkurrenzen zeigen, wie erbittert oft gekämpft wurde. Für die Sieger wurden schöne Wanderpreise und zahlreiche Ehrengaben Pfungstädter Firmen gestiftet. ./.
Ergebnisse:
Männer: 100 m 1. Wagner, Neu-Isenburg, 11,9 Sek.; 2. Bach, Wiesbaden, 11,9 Sek.; 3. Müller, SV 98 Darmstadt, 11,9 Sek. 400 m: 1. Kalkofen, Grün-Weiß Frankfurt, 53,9 Sek.; 2. Perschner, SV 98 Darmstadt, 54,0 Sek.; 3. Winter, Eintracht Wiesbaden, 55,5 Sek. 800 m: 1. Naß, Eintracht Wiesbaden, 2:03,2 Min.; 2. Gerhardt, Groß-Gerau, 2:03,8 Min.; 3. Herschel, Viernheim, 2:06,3 Mih. 3 000 m: 1. Rattke, Eintracht Wiesbaden, 9:15,2 Min.; 2. Wannenmacher, SV 98 Darmstadt, 9:29,6 Min.; 3. Schwerdt, Eintracht Wiesbaden, 10:28,3 Min. Diskus: 1. Dr. Luh, Lich, 38,05 m; 2. Kneßpel, Eintracht Wiesbaden, 36,30 m; 3. Piepke, SV 98 Darmstadt, 33,95 m. Speerwurf: 1. Gescheidle, Groß-Gerau, 49,10 m; 2. Hoppe, SV 98 Darmstadt, 44,43 m; 3. Wolf, TSG 46 Darmstadt, 44,27 m.
Kugelstoßen: 1. Dr. Luh, Lich, 14,13 m, 2. Benning, SV Höchst, 13,18 m, 3. Kneßpel, Eintracht Wiesbaden, 12,74 m.
Hochsprung: 1. Pfeffer, SV 98 Darmstadt, 1,73 m, 2. Bogen, Neu-Isenburg, 1,65 m, 3. Niedermeier, Pfungstadt 1,60 m.
Weitsprung: 1. Wanger, Neu-Isenburg, 6,54 m, 2. Pfeffer, SV 98 Darmstadt, 6,06 m, 3. Kalkofen, Grün-Weiß Frankfurt, 6,02 m.
4XIOO-m-Staffel Männer: 1. SV 98 Darmstadt 46,0 Sek., 2. Eintracht Wiesbaden 46,1 Sek., 3. TV Neu-Isenburg 46,3 Sek.
3XIOOO m; 1. SG Höchst 8:13,1 Min., 2. Eintracht Wiesbaden 8:24,8 Min., 3. TV 46 Groß-Gerau 8:27,9 Min.
Junioren: 100 m: 1. Staub, Neu-Isenburg, 11,9 Sek., 2. Perschner, SV 98 Darmstadt 12,1, 3. Milmerstadt, SV 98 Darmstadt 12.2. — 800 m: 1. Koop, SV 98 Darmstadt, 2,07,3 Min., 2. Betz, TSV 46 Darmstadt, 2.23,8 Min., 3. Fischbach, Eintracht Wiesbaden 2.10,3 Min. — Weitsprung: 1. Jost, SV Trösel, 6,15 m, 2. Milmerstadt, SV 98 Darmstadt, 6,13 m, 3. Perschner, SV 98 Darmstadt, 5,82 m. — 4*loo m: 1. SV 98 Darmstadt, 47 Sek., 2. Kombiniert Darmstadt-Trösel, 47,9 Sek. - 3*looo m: 1. Eintracht Wiesbaden, 9.23,0 Min..
Männliche Jugend A: 100 m: 1. Keil, SG Höchst, 12,2 Sek., 2. Schade, Groß-Gerau, 12,3 Sek., 3. Heimich, 1880 Frankfurt, 12,5 Sek. Weitsprung: 1. Giegling, SG Höchst, 5,24 m, 2. Kauss, Concordia Gernsheim, 5,06 m, 3. Roth, TSV Eschollbrücken, 4,97 m. Kugelstoßen: 1. Elsheimer, SG Höchst, 10,44 m, 2. Engraf, Gernsheim, 10,42 m, 3. Roth, TSV Eschollbrücken, 10,38 m. 4 * 100 m: 1. SG Höchst, 40,0 Sek., 2. TSV Neu-Isenburg, 49,4 Sek., 3. TV Groß-Gerau, 49,6 Sek. 3*looo m: 1. SC Schwarz-Weiß, Frankfurt 8.50,4 Min., 2. SG Arheilgen 9.12,3 Min., 3. SV 98 Darmstadt 9.19,7 Min. Frauen: 100 m: 1. Meinhardt, TSG 46 Darmstadt, 14,1 Sek., 2. Völker, Neu-Isenburg, 14,1 Sek., 3. Langschmidt, Eintracht Wiesbaden, 15,5 Sek. — Hochsprung: 1. Schaar, SG Höchst, 1,30 m, 2. Thomas, TSG 46 Darmstadt, 1,30 m, 3. Völker, Neu-Isenburg, 1.30 m. — Kugelstoßen: 1. Haggner, Eintracht Wiesbaden, 10,75 m, 2. Reitz, Neu-Isenburg, 10,59 m,
3. Schöneberger, Eintracht Wiesbaden, 9,98 m.
Weibl. Jugend: 100 m: 1. Labonte, SG Höchst, 13,2 Sek., 2. Egert Eintracht Wiesbaden, 13,8 Sek., 3. Wilki, Eintracht Schlüchtern, 13,8 Sek. — Weitsprung: 1. Egert, Eintracht Wiesbaden, 4,82 m, 2. Zirkel, Schlüchtern, 4,81 m, 3. Faust, Höchst, 4,48 m. — Kugelstoßen: 1. Schlichting, Schlüchtern, 9 m, 2. Kuster, Schwarz-Weiß Frankfurt, 8,68 m, 3. Thomas, TSG 46 Darmstadt, 8,50 m. — 4XIOO m: 1. Eintracht Wiesbaden, 54,6 Sek., 2. SV 98 Darmstadt 54,6 Sek., 3. Turnverein Groß-Gerau 57 Sek. — 3-Kampf: 1. Dudenhöfer, TSV Darmstadt, 1 448,3 Punkte, 2. Werner, TSV Darmstadt, 1 129,3 Punkte, 3. Kraft, TSV Hahn, 969,9 Punkte
4-Kampf für Fußballer: 1. Engel, Darmstadt, 1 844,1 Punkte, 2. Crößmann, Darmstadt, 1 649,4 Punkte, 3. Salher, Darmstadt, 1 645,6 Punkte.
4-Kampf für Handballer: 1. Maibach, Pfungstadt, 1 748 Punkte, 2. Liebig, 1 528,8 Punkte, 3. Gehring, Pfungstadt, 1 506,8 Punkte.
Drei-Kampf für Fußballer: 1. Schinkler TV Hahn 1,727,0 Punkte.
3000-Meter-Lauf beim Pfungstädter Jubiläumsfest. Der Sieger Raffke (Eintracht Wiesbaden) führt vor Wannennmacher (SV Darmstadt 98). Foto: Hemme.
Handball
TSV Pfungstadt—SKG Birkenau 9:16 (4:8)
Einen spannenden Abschluß bildete das Handballspiel TSV Pfungstadt (hessische Landesliga) gegen die SKG Birkenau (badische Oberliga). Beide Mannschaften standen sich schon früher einmal auf dem Eulbacher Turnier gegenüber, wo Birkenau erst in der Verlängerung den Sieg davontragen konnte. Diesmal waren die Gäste sofort den Einheimischen überlegen. Schon in der ersten Minute erzielten sie das Führungstor und in der Folge prasselte Treffer auf Treffer in das Pfungstädter Tor. Die Einheimischen versuchten in der 2. Halbzeit aufzubolen, scheiterten aber an der ungewöhnlich starken Verteidigung. Der Birkenauer Sturm dagegen war nicht zu halten, so daß die Gästemannschaft mit 16:9 verdienter Sieger wurde. 3000 Zuschauer waren von dem schönen Spiel begeistert. (m)
Nach zehn Etappen
Gauthier weiterhin im „Gelben Trikot“
Am Samstag hat die „Tour“ mit der neunten Etappe Bordeaux und am Sonntag mit der zehnten Teilstrecke Pau erreicht. Das Rennen nähert sich jetzt also dem schwierigen Pyrenäen-Abschnitt. In Bordeaux kam nach einem 206- km-Tagesrennen der Italiener Alfredo Pasotti, der am 15. Juli bereits die Etappe Lüttich — Lille gewonnen hatte, nach 5:30,25 Std., also nach einer recht schnellen Fahrt, als Erster ein. Der Italiener siegte im Spurt vor Schotte (Belgien), Bonini (Italien) und Desbats (Frankreich).
202 km lang war die Etappe Bordeaux—Pau, die am Sonntag bewältigt werden mußte. Marcel Dussault (Frankreich-Südwest) erreichte nach 5:29,29 Stunden mit acht Minuten Vorsprung vor seinem Landsmann Herve Prouzet das Ziel.
Wo ich geh' und steh' - alles liest DT“
.... selbst „pbs“ — ein Darmstädter Bildberichterstatter — interessiert sich am frühen Morgen schon für das, was heute in der Zeitung steht.
HEUTE: /teuer ^Gman „Unsereiner wird immer kleiner“
AM 20. JULI 1950 STARB UNER¬WARTET IM 32. LEBENSJAHR FRAU Dr. med. GERTRUD SCHMITT GEBORENE BUXBAUM DIE EINÄSCHERUNG HAT IN DER STILLE STATTGEFUNDEN
AMTLICHE BEKANNTMACHUNGEN Warnung vor unzuverlässiger Steuerhilfe Die Tätigkeit als Steuerberater bzw. Helfer in Steuersachen fällt gemäß Entscheidung der Militärregierung nicht unter die Gewerbe¬ freiheit. Infolgedessen dürfen nach wie vor nur solche Personen geschäftsmäßige Hilfe in Steuersachen leisten, die gemäß § 107 a der Reichsabgabenordnung hierzu vom Finanzamt besonders zu¬ gelassen sind oder als Rechtsanwalt, Notar, Patentanwalt, Pro¬ zeßagent, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater bzw. vereidigter Bücherrevisor öffentlich bestellt sind. Personen, die geschäftsmäßig Hilfe in Steuersachen leisten, ohne zu dem genannten Personenkreis zu gehören, machen sich straf¬ bar. Sie können gemäß § 413 der Reichsabgabenordnung mit Geldstrafe bis zu 10 000,— DM bestraft werden, sofern sie nicht überhaupt wegen Steuerhinterziehung oder Steuergefährdung höhere Geldstrafen oder Gefängnisstrafen verwirkt haben. Es besteht begründeter Anlaß, alle Steuerpflichtigen nachdrück¬ lich davor zu warnen, sich bei Bearbeitung ihrer Steuer¬ angelegenheiten der Mitwirkung und Beratung von Personen zu bedienen, die Hilfe in Steuersachen nicht leisten dürfen. Steuerpflichtige, die dieser Warnung ungeachtet ihre Steuer¬ angelegenheiten von Personen bearbeiten lassen, denen diese Tätigkeit untersagt ist, setzen sich in besonderem Maße der Gefahr aus, daß ihre Buchführung und die Steuererklärungen unrichtig sind. Die Aufdeckung solcher Tatsachen führt vielfach zu erheblichen Steuernachforderungen und zur Einleitung eines Strafverfahrens. Steuerpflichtige, die sich unzulässiger Steuerhilfe bedienen, können sich im Strafverfahren nicht darauf berufen, daß sie hinsichtlich der Auswahl ihrer Hilfspersonen kein Ver¬ schulden treffe. Eine Liste der vom Finanzamt Darmstadt zugelassenen Helfer in Steuersachen ist an der Bekanntmachungstafel im Dienst¬ gebäude des Finanzamts Darmstadt angebracht. Finanzamt Darmstadt. Konkursverfahren Fa. Werkstätten für Möbel und Raumkunst, Eugen Berchthold, GmbH., Darmstadt In vorstehendem Verfahren soll eine Abschlagsverteilung er¬ folgen. Es stehen hierfür zur Verfügung 16 000 DM. Daraus sind zu berücksichtigen die Forderungen der bevorrechtigten Gläubiger nach § 61, Ziffer 1 KO. mit 14 878,14 DM. Das Ver¬ zeichnis der zu berücksichtigenden Forderungen ist zur Einsicht¬ nahme auf der Geschäftsstelle, Zimmer 300, des Amtsgerichts Darmstadt gemäß § 151 KO. niedergelegt. Einwendungen gegen das Verzeichnis sind bis zum Ablauf von zwei Wochen bei dem Konkursverwalter geltend zu machen. Darmstadt, den 22. Juli 1950. Der Konkursverwalter: Dr. Hans Schäfer, Darmstadt, Landwehrstraße 12. Lohnsteuer-Ueberleitung 1950 Der Herr hessiChe Minister der Finanzen hat durch Erlaß vom 31. Mai 1950 die Arbeitgeber ermächtigt, die befristet ein¬ getragenen Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte 1950 bei der Lohnsteuerberechnung bis 31. Juli 1950 zu berücksichtigen. So¬ weit in einzelnen Fällen den Arbeitgebern die berichtigte Lohn¬ steuerkarte 1950 noch nicht wieder vorliegen sollte, ist der Herr hessische Minister der Finanzen damit einverstanden, daß vor¬ läufig die bisherigen Freibeträge der Lohnsteuerberechnung auch über den 31. Juli 1950 hinaus zugrundegelegt werden. Die Lohn¬ steuerberechnung ist vom Beginn des Wirksamwerdens der neuen Eintragung zu berichtigen, sobald die geänderte Lohnsteuerkarte 1950 vorgelegt wird. Darmstadt, den 19. Juli 1950. Die Finanzämter Bensheim, Darmstadt, Dieburg, Fürth, i. 0., Groß-Gerau, Langen, Michelstadt. Versteigerung: Es werden versteigert: 24. Juli, 10 Uhr, in der Pfandkammer, Amtsgericht Darmstadt: 1 Doppelmaschine, 1 Radio und 6 Lager¬ gerüste. B ö h m, Gerichtsvollzieher.
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