Darmstädter Tagblatt 1950


Darmstädter Tagblatt

Darmstädter Tagblatt CHEFREDAKTEUR: ERICH DOMBROWSKI. Verlag: Darmstädter Tagblatt L. C. Wittich, Darmstadt, Rheinstraße 23, Telefon 3925. Erscheint täglich außer Sonntag 207. Jahrgang / Nummer 14 Xeneffe Montag, 17. Juli 1950 Redaktion: Darmstädter Tagblatt L. C. Wittich, Darmstadt, Rheinstraße 23,Te1. 3925. Bezugspreis: 2.60 DM monatlich zuzüglich 0,40 DM Trägerlohn. Anzeigenpreise: Preisliste Nr. 3 v. 1. 7. 1950. Preis 15 Pfennig *

Protest der deutschen Bauern

Vorwürfe gegen die Bundesregierung — Zwölf agrarpolitische Forderungen

Hd. Köln, 16. Juli. Der Deutsche Bauernverband hatte am Samstag die westdeutschen Bauern zu einer Kundgebung nach Köln zusammengerufen, um gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung zu protestieren und „die ins Unerträgliche gestiegene Not“ des Bauernstandes offen darzulegen.

Der Präsident des Bundesverbandes, Dr. Hermes, sagte, daß die Bauern entschlossen seien, auf der politischen Ebene zur Selbsthilfe zu greifen, wenn die politischen Parteien versagten. Durch die Politik der Bundesregierung, die im Zeichen der schematischen Liberalisierung stehe, würden vor allem die kleinbäuerlichen Betriebe an den Rand des Ruins gebracht. Hermes wandte sich vor allem gegen das Einströmen landwirtschaftlicher Produkte aus dem Auslande, die dort unter wirtschaftlich günstigeren Verhältnissen erzeugt werden könnten, als in Deutschland selbst. Man habe auch in der Landwirtschaft soziales Verständnis und wisse, daß der Industrieexport eine Lebensfrage des deutschen Volkes sei. Er könne jedoch nicht ausschließlich zu Lasten der Bauern durchgeführt werden. Der Präsident des deutschen Bauernverbandes stellte ausdrücklich in Abrede, daß die deutschen Bauern eine protektionistische Politik von der Bundesregierung fordere.

Die Ausführungen des Präsidenten Hermcs wurden ergänzt durch mehrere Ansprachen von Präsidenten westdeutscher Landesbauernverbände und landwirtschaftlichen Fachverbänden So wurde zum Beispiel gesagt, daß die Preissteigerung für landwirtschaftliche Erzeugnisse gegenüber den Vorkriegsjahren zur Zeit vierzig Prozent betrage, die der Unkosten aber siebzig Prozent. Im Jahre 1949/50 seien rund 670 000 Tonnen Gemüse in das Bundesgebiet importiert worden, gegenüber 547 000 Tonnen im Jahre 1939 für das gesamte Reichsgebiet. Ein anderer Redner stellte die Behauptung auf, daß der Lebensstandard des deutschen Bauern unter dem eines städtischen Hilfsarbeiters liege und daß es dem arbeitslosen Städter besser gehe als dem Landarbeiter.

Zum Schluß der Veranstaltung wurden zwölf agrarpolitische Forderungen des Deutschen Bauernverbandes verlesen. Darin werden unter anderem ausreichende landwirtschaftliche Preise und Löhne für die in der Landwirtschaft tätigen Menschen gefordert, Senkung der Einkommen- und Umsatzsteuer für nicht buchführende Landwirte sowie ein Lastenausgleich, der für den Bauern eine jährliche Belastung von höchstens ein Prozent des Reinvermögens betragen dürfe. Dem akuten Notstand der Gemüse- und Obstbauern solle durch sofortiges Abstoppen des Gemüse- und Obstimportes begegnet werden. Schließlich fordert der Bauernverband die sofortige Ueberprüfung überhöhter Verarbeitungs- und Handelsspannen, die Verabschiedung der Gesetze für Getreide, Milch, Fett, Vieh, Fleisch und Zucker noch vor den parlamentarischen Ferien und die Einführung einer variablen Margarine-Ausgleichsabgabe zur Aufrechterhaltung eines normalen Verhältnisses von Butter zur Margarine. Hierfür werden zur Zeit mindestens fünfzig Pfennig je Kilo Margarine für erforderlich gehalten. Die aufkommenden Mittel sollen zur Verbilligung der landwirtschaftlichen Produktionsmittel und zur Niedrighaltung der Brotpreise verwendet werden.

„Eine unverschämte Forderung“

Das Echo der Krieggefangenen-Note

Berlin, 16. Juli. (dpa). Der Pressedienst der Sozialistischen Einheitspartei der Sowjetzone hat die Feststellung der Westmächte, daß die Sowjetunion noch mehrere zehntausend deutsche Kriegsgefangene unrechtmäßig zurückhalte, als Lüge bezeichnet. Der Vorschlag, eine internationale Kommission mit der Prüfung der Schicksale der deutschen Kriegsgefangenen in Rußland zu beauftragen, sei eine unverschämte Forderung.

Die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich hatten am Freitag bei der Sowjetregierung gegen die Zurückhaltung der deutschen Kriegsgefangenen erneut protestiert und die Bildung einer internationalen Kommission zur Prüfung dieser Frage gefordert.

Krieg auf den Gewürzinseln

Djakarta, 16. Juli. (dpa). Die Indonesische Regierung hat ihre Ankündigung wahrgemacht, den Widerstand der abtrünnigen Republik der Südmolukken auf den Gewürzinseln mit Waffengewalt zu brechen. Radio Amboia, der Sender der Unabhängigen Südmolukkenrepublik, hat bekanntgegeben, daß indonesische Truppen am Freitagabend auf der zu den Molukken gehörenden Insel Burg gelandet seien. In der Nähe der Stadt Namlea sei es bereits zu Kämpfen gekommen, bei denen es auf beiden Seiten Verluste gegeben habe.

Stalin schreibt an Nehru

Moskau, 16. Juli. (AP/BBC/dpa) Marschall Stalin hat durch den stellvertretenden russischen Außenminister Gromyko dem indischen Botschafter in Moskau einen Brief an Pandit Nehru überreichen lassen. In diplomatischen Kreisen glaubt man, daß dieses Schreiben die Antwort Stalins an die indische Note sei, die auf Veranlassung des indischen Ministerpräsidenten Pandit Nehru dem Kreml am Donnerstagabend überreicht worden ist. Ueber den Inhalt der sowjetischen Entgegnung ist nichts bekannt. Der indische Botschafter in Moskau hat jedoch erklärt, er sei erfreut über die Antwort Stalins und halte es für nötig, daß Indien weiter zu vermitteln suche.

Nene Angriffe gegen die Kirchen

Ulbricht bezeichnet Missionare als amerikanische Agenten

Berlin, 16. Juli. (dpa). Der stellvertretende Ministerpräsident der Deutschen Demokratischen Republik, Ulbricht, hat in einer Landes-Delegiertenkonferenz der Sozialistischen Einheitspartei in Sachsen-Anhalt erneut die Kirchenleitungen in der Sowjetzone scharf angegriffen. Er deutete auch die Möglichkeit an, daß Missionare und kirchliche Missionsmitglieder in der Sowjetzone verhaftet werden könnten.

Nach dem Stenogramm erklärte Ulbricht: Jn unsere Republik reisen Leute ein, die sich Missionsmitglieder und Missionare nennen und die als amerikanische Beauftragte für Kriegsvorbereitungen ihre Tätigkeit durchführen. Das ist einwandfrei eine Frage der Tätigkeit ausländischer Spionageagenturen, und man darf uns nicht übelnehmen, wenn wir diese Leute so behandeln, wie das nach dem Gesetz notwendig ist.“ Mit einem Hinweis auf den Hirtenbrief von Bischof D Dibelius gegen die „Nationale Front“ bemerkte Ulbricht, „gewissen Geistlichen i't ihr merkwürdiges Verhalten während des Hitlerkrieges noch nicht vergeben“.

Es gebe auch Leute, die sich nicht zum erstenmal mit Kriegshetze beschäftigten. Sie täten es jetzt aber unter dem Einfluß amerikanischer Herren. Die Bevölkerung müsse mithelfen, gewisse religiöse Sekten zu beseitigen, die Kriegspropaganda treiben. Vertreter solcher Sekten in Sachsen-Anhalt hätten erklärt, daß nur ihre Mitglieder den Atomkrieg überstehen würden’

Kein Bruderkrieg

Berlin, 16. Juli, (dpa) Zuständige Beamte der Informationsabteilung der sowjetischen Kontrollkommission haben auf Anfrage abgelehnt, zu den Problemen des Korea-Krieges und seinen möglichen Auswirkungen auf Deutschland Stellung zu nehmen. In Deutschland könne es nach ihrer Ansicht nie zu einem ähnlichen Bruderkrieg kommen, solange Sie Besatzungsmächte da seien und Westdeutschland nicht aufgerüstet werde. Die Sowjetzone besitze keinerlei Kr .egspotential und stelle keine Bedrohung des Friedens dar.

Auf die Frage, ob das Abstellen von Völkspolizeieinheiten an die Korea-Front vop der sowjetischen Kontrollkommission gebilligt werde, bemerkten die sowjetischen Beamten, ihnen sei weder von einem solchen Plan noch seiner Ausführung etwas bekannt. . i-. . t ■ . :

Umfassungs schlacht am Kum

Die Nordkoreaner versuchen Taidschon abzuschneiden

Taidschon, 16. Juli. (AP./dpa/BBC.) Die Schlacht nördlich Taidschon ist in voller Heftigkeit entbrannt. Die südkoreanischen Regierungsstellen haben die provisorische Hauptstadt geräumt.

Aus dem Kampfgeschehen der beiden letzten Tage und den Kommuniques aus dem amerikanischen und dem nordkoreanischen Hauptquartier ist, zu entnehmen, daß die Kuro-Stellung nördlich Taidschon trotz heftiger nordkoreanischer Angriffe von den Amerikanern gehalten wird. An der Westflanke der Amerikaner konnten die Nordkoreaner jedoch den Kum bei Kongschu überschreiten und haben dort mit der 2- und 4. nordkoreanischen Division eine Umfassungsbewegung eingeleitet. Ein Teil der nordkoreanischen Kräfte stößt auf Taidschon vor, um die amerikanischen Kräfte, die sich bis hart an den Stadtrand zurückgezogen haben, zu binden, während motorisierte Kolonnen eine Umfassungsbewegung in südöstlicher Richtung eingeleitet haben.

Der zweite gefährliche Stoß ist von den Nordkpreanern mit ihrer 5. Division geführt worden, die den Kum an ihrem Oberlauf im Raum Sangschü überschritten, die amerikanisch-südkoreanische Front aufgerissen hat und nun auf Kumschon drückt. Damit hängt die starke amerikanische Verteidigungsfront am mittleren Kum in der Luft. Der Mittelabschnitt wird zudem ständig von nordkoreanischer Infanterie angegriffen, die unter starkem Feuerschutz der Artillerie über das seichte Wasser watet oder nachts mit flachen Booten in die amerikanischen Linien einzusickern versucht.

Das Ziel der Nordkoreaner ist offensichtlich die im Raume Taidschon kämpfenden Amerikaner von der Versorgungbasis Pusan—Taiku abzuschneiden und möglicherweise noch vor den zurückgehenden Amerikanern Taiku zu erreichen. Die amerikanische Führung hat deshalb bereits Truppen in südöstlicher Richtung in Marsch gesetzt, die im Raum Kungschon versammelt werden sollen.

Die Schlacht ist in einem Ausmaß entbrannt, wie sie bisher auf dem nordkoreanischen Kriegsschauplatz nicht bekannt war. Pausenlos greifen die alliierten Luftstreitkräfte in die Erdkämpfe ein. Die Dörfer südlich des Kum, die in der Hand des Feindes sind, werden systematisch in Brand geschossen, um die feindlichen Panzer und Infanteristen, die sich in ihnen verstecken, zu verbrennen. Die Artillerie liefert sich auf beiden Seiten stundenlange Feuerduelle, um sich gegenseitig auszuschalten. Im Kampfraum Taidschon haben Partisanen in die Kämpfe eingegriffen und amerikanische Artilleriestellungen überwältigt. Nach Korrespondentenberichten soll sich die zum Teil junge amerikanische Infanterie diesen Kämpfen nicht gewachsen zeigen und Panikstimmungen unterliegen. Das offizielle Kommunique des Hauptquartiers des Generals Mac Arthur betont jedoch, die Moral der Truppe sei trotz der erheblichen Belastungen vorzüglich.

Sachverständige schätzen, daß die Amerikaner jetzt mindestens zwei Divisionen in Korea gelandet hätten. Der neue Oberbefehlshaber General Walker halte jedoch voraussichtlich die Masse der Verbände in der Nähe des Ausladehafens Puson zusammen. Vorläufig betrage die amerikanische Frontlinie, die zu decken sei, noch mindestens 140 Meilen oder mehr als 200 Kilometer. Die nordkoreanischen Verbände sollen In jeder ihrer Divisionen mindestens 15 russische Obersten als Führungsorgane haben. . ':


Amerikanische Truppen werden auf einem koreanischen Bahnhof zum Einsatz an der Front verladen. (British Paramount News Pictures)
Amerikanische Truppen werden auf einem koreanischen Bahnhof zum Einsatz an der Front verladen. (British Paramount News Pictures)

Zwischenphase

-1 Nach dem von den Nordkoreanern erzwungenen Übergang über den Kum ist die erste Phase des Korea-Konfliktes in ein entscheidendes Stadium getreten. Die erdrückende Übermacht der Kommunisten, verbunden mit einer starken Partisanen-Tätigkeit, zwang die Amerikaner, sich immer mehr lediglich auf eine hinhaltende Verteidigung zu beschränken. Der zweite Abschnitt dieser Aktion wird erst beginnen können, nachdem hinreichende amerikanische Verstärkungen herangeschafft sein werden, um die Nordkoreaner auf ihre Ausgangsstellungen zurückzuschlagen. Die Operationen werden jetzt darauf gerichtet bleiben, einen möglichst weiten Landekopf im Raum von Pusan zu halten.

Bis jetzt hat die Sowjetunion „offiziell“ an der Nichteinmischung im Korea-Konflikt festgehalten. Inwieweit sie damit bekunden will, daß noch nicht alle Türen zu einer Verständigung zugeschlagen sind, muß die Zukunft lehren. Die persönliche Antwort Stalins auf den Vermittlungsversuch des indischen Ministerpräsidenten Pandit Nehru wird man als bescheidenen Hoffnungsschimmer am düsteren fernöstlichen Horizont erst dann werten können, wenn man ihren Inhalt kennt. Aber darüber hüllen sich beide Seiten noch in tiefstes Schweigen. Ausländische Kreise in Moskau neigen jetzt mehr der Ansicht zu, daß die Sowjetunion gern Erörterungen über das gesamte Fernost-Problem führen ■ würde, und zwar nicht nur über Korea, sondern auch über Formosa und Indochina.

Das Brot - der Preis - die Krise

Wr. Bundesfinanzminister Schäffer soll, wie indiskrete Zeitungs-Korrespondenten berichten, den Beschluß der Bundestagsmehrheit über die Aufrechterhaltung der staatlichen Subventionen für Brotgetreide und Düngemittel einen „hanebüchenen Blödsinn“ genannt haben. Falls der Ausspruch so gefallen ist, entspräche er nicht den üblichen Formen der parlamentarischen Höflichkeit noch dem Respekt vor der Würde des Parlamentes. Vom Standpunkt des Ressortministers für die Bundesfinanzen allerdings wäre er zu verstehen, denn er würde, wenn auch in unwirscher Form, die Tatsache illustrieren, daß die für die Fortzahlung der Subventionen erforderlichen Millionen in der Bundeskasse zur Zeit nicht vorhanden sind und daß sie auch vor , Ablauf von einigen drei Monaten nicht zu beschaffen wären. Diese Subventionen machen monatlich einen Betrag von sechzig bis achtzig Millionen aus. Bis Rat geschaffen wäre, wie der Fehlbetrag aufgebracht werden soll, und bis die neue Steuerquelle zu fließen begänne, (man denkt anscheinend an eine Erhöhung der Umsatzsteuer um ein Prozent), sähe man sich vor einem Gesamtdeflzit von einer Viertelmilliarde. Es ist deshalb begreiflich, daß die hauptverantwortlichen Bundesminister in Bonn (das sind, nachdem der Kanzler seit einigen Tagen zur Erholung in die Schweiz gefahren ist, Vizekanzler Blücher und Finanzminister Schäffer) sich nach der dramatischen Niederlage der Bundesregierung einer ernsten Sachlage gegenübersehen. Die beiden Minister sind am Samstag zu einer Geheimkonferenz zusammengetreten, von der bisher nur bekannt ist, daß sie längere Zeit gedauert habe. Auch die übrigen Ressortminister und ihre Vertreter hätten sich zu vertraulichen Besprechungen zusammengefunden, „um einen Ausweg aus der kritischen Lage zu beraten“. Die Freie Demokratische Partei hat vorsorglich verlauten lassen, daß sie erwäge, ihre Minister aus dem Bundeskabinett zurückzuziehen — für den Fall also, daß die Bundesregierung sich dem Beschlusse der Bundestags-Mehrheit beugen will.

Scherben oder Sprünge?

Solange nicht das Gegenteil erwiesen ist,„braucht man nicht unbedingt schwarz zu sehen. Der Pott — falls dieser Ausdruck gestattet ist — weist zwar Sprünge auf, aber er liegt noch nicht in Scherben. Und wenn ein kundiger Töpfer ihn in die Hand nimmt, dann ließe er sich wieder dicht machen. Denn so heillos verfahren ist die Sachlage noch nicht, daß die Koalition auseinanderbrechen und ein ähnlicher Zustand entstehen müßte, wie er soeben, mühsam genüg, in Frankreich überwunden worden ist. Denn da ist zunächst der Brems-Artikel 113 des Bonner Grundgesetzes. Er bestimmt, daß die Bundesregierung nicht in gleicher Weise dem Bundestag unterworfen ist, wie es in der Weimarer Republik der Fall war. Verlangt der Bundestag die Erhöhung der Hauptausgaben, dann kommt es auf die Zustimmung der Bundesregierung an: Die Erhöhung erfolgt nur, wenn Und insoweit die Bundesregierung zustimmt. Das Bonner Grundgesetz sagt allerdings nicht, was geschieht, wenn sich das Kabinett in einen offenen Konflikt mit dem Bundestag begibt. Betrachtet man die Sachlage in allernächster Nähe, dann erkennt man, daß das vorläufig eine „Sonntagnachmittagsfrage“, aber keine praktische Werktagsfrage ist. Was allzuvielen Ueberängstlichen — ähnlich wie in der Koreafra je — als eine Scherbe erscheint ist allenfalls ein Sprung in der Glasur. Die Freie Demokratische Partei wird — ihren Unmut in allen Ehren — sich bei näherer Ueberlegung davor hüten, eine Situation wie. die in Frankreich heraufzubeschwören. Und das Kabinett seinerseits hat es gar nicht nötig, es zu einem offenen Konflikt mit dem Bundestag kommen zu lassen. Warum?

Die Gretchen-Frage

Denn praktisch handelt es sich für das Bundeskabinett vorläufig um nichts weiter als um die Tatsache, daß es dem Bundestag die Gretchen-Frage zu stellen hat, in abgewandelter Form allerdings: Nicht, „wie hältst du es mit der Religion?“, sondern weit vertrackter: „Und wie denkt sich das Hohe Haus die Sache mit der Deckung?“

Denn heute liegen, gottlob, die Dinge für die Bonner Bundesregierung nicht mehr so trostlos und verzweifelt wie unter dem System von Weimar. Beschließt der Bundestag, entgegen der Regierung, die Erhöhung von Ausgaben, dann braucht die Regierung sich nicht mehr als k. o. und ausgezählt zu betrachten: Dann kann sie — und wird sie auch — höflich und charmant oder nicht, dem Bundestag erklären: „Gut, meine Herren! Also x Millionen mehr im Monat! Aber ehe wir darangehen, Ihren Beschluß auszuführen: bitte, Ihren Deckungsvorschlag!“

Ausgaben zu beschließen ist leicht — man kann sich damit sehr volkstümlich machen. (In der unglücklichsten und verhängnisvollsten Zeit des deutschen Volkes war das die Ursache, daß die Kommunisten und mit ihnen oder durch sie die Nazis sich haben beliebt machen und Millionen von Anhängern hinter sich bringen können.) Einnahmen dagegen zu beschließen ist beträchtlich schwerer.

Die Bundestags-Mehrheit, die die Weiterzahlung der Subventionen beschlossen hat, wird sich, wahrscheinlich schon alsbald, Vor die Kehrseite der Medaille gestellt und sich der verhängnisvollen Notwendigkeit gegenübersehen, die erforderlichen Einnahmen für diese Fortzahlung zu beschließen. Sobald es soweit ist, wird man mit der Möglichkeit einer Ernüchterung zu rechnen haben. Denn wenn nicht irgendwelche Götter aus dem hohen Olymp das huldreiche Gnadengeschenk eines rettenden Einfalls über die Bundestags-Mehrheit herabrieseln lassen, wird man sich vor die brutale Wahlfrage gestellt sehen: Erhöhung der Umsatzsteuer oder Erhöhung der Einkommensteuer?

Man braucht diese Alternative nur namhaft zu machen, um sofort zu sehen, welchen Tumult sie hervorrufen wird.

Die Frage: Subventionen für Getreide und Düngemittel wird nach aller Voraussicht nur noch eine geringe Rolle spielen, sobald sich die Parteien und ihre Fraktionen vor die Frage gestellt sehen werden: Steuererhöhung oder nicht? Wobei die beiden in Betracht kommenden Steuerarten, Einkommen- und Umsatzsteuer, ungefähr gleichviel. Bedenken gegen sid haben: die eine ist so wenig sozial wie dir andere.

Krise — bloßer Reflex

Es ist also ganz und gar nicht so, als ob man sich über das Anzeichen, das über dem Himmel von Bonn zu drohen scheint furchtsam zu. erregen hätte. Nicht jed< dunkle Wolke, die sich im gewitterschwülen Hochsommer irgendwo am Horizon zeigt, ist der Vorbote eines Taifuns; of ergibt sich aus ihr nichts weiter als eil wohltätiger und erfrischender Schauer Gewiß, das Brot ist das Haupt-Nahrungsmittel. Gewiß ist es bedenklich und gefährlich, den Brotpreis zu erhöhen. Di< deutschen Menschen, die mit jedem Pfennig rechnen müssen, sind in der Ueberzahl, und sie sind nicht gänzlich macht - oder einflußlos: Verteuert man ihnen da. bißchen Leben, dann haben sie Instanzen die für sie eintreten. Es kann nicht übersehen werden, daß die Gewerkschaften für den Fall, daß der Brotpreis verteuer würde, mit einer Kündigung der Tarife gedroht haben, um die Verteuerung auszugleichen.

Sobald man in Bonn nüchterner und kaltblütiger über den Sachverhalt nachdenkt, wird man auch zu der Erkenntnis kommen: Subvention oder nicht — praktisch, in der rauhen Wirklichkeit, geht doch alles, was „bezahlt“ wird, aus einer und derselben Tasche: aus der Tasche der Steuerzahler. Und es ist durchaus nicht so. wie es allzu vielen Köpfen vorzuschweber scheint, als ob die Steuern etwa „vorwiegend“ aus den Taschen der Höchstbesteuerten, also der großen Einkommen, entrichtet würden. In Wirklichkeit ist der Sachverhalt genau umgekehrt: Der weitaus überragende Teil des gesamten Steuerbedarfs — also der Gelder, von denen die Bundesrepublik lebt -und existiert, ihre Aufgaben erfüllt, auf die sie geradezu auf Tod und Leben angewiesen ist — stammt aus den kümmerlichen Taschen, nein: Lohntüten der kleinen Einkommens-Träger.

Man sollte in Bonn aufhören, diese redlichsten aller Steuerzahler zu verwirren. Ob man ihnen die Pfennige so oder so aus der Lohntüte nimmt, ob direkt, im Wege der Subventionen der Getreideeinfuhr (und der Erhöhung der Inlands-Getreidepreise), oder indirekt, durch Erhöhung der Steuern auf die Einkommen und den Umsatz — es ist kaum zu beschreiben, wie egal es für sie ist.

Ein Vermißter

-tr. Bundeskanzler Adenauer ist in der vorigen Woche in die Schweif gefahren. Er hat eine Krankheit zu überstehen gehabt, die nicht leicht zu nehmen war, und soll sich, fernab von der Politik der deutschen Bundesrepublik, erholen.

Daß er auf seiner Fahrt und an seinem Erholungsort von den Segenswünschen des ganzen deutschen Volkes begleitet sei, kann in dieser summarischen Weise nicht behauptet werden. Manche mögen ihn nicht. Vielleicht sind es viele. Daß er sich etwas daraus macht, wird nicht zu beweisen sein. Vielen ist er zu kühl. Vielen zu, wie soll man sagen? Zu wendig und geschickt. Daß ihm die deutschen Herzen innig zugetan seien, wird er wohl kaum je erwartet haben. Um beliebt zu sein, ist er zu steifnackig, vielleicht auch zu eigensinnig.

Aber siehe: Kaum, nachdem er die Grenze bei Basel überschritten hat, entbehrt man ihn. Noch mehr: Man vermißt ihn. Noch mehr: Man grollt ihm, daß er nicht zugegen ist.

Das hat zunächst seinen Ursprung in der Bundeshauptstadt und im Bundeskabinett. Dort haben sich Irrungen und Wirrungen ergeben. Es sind Verstrickungen erfolgt, von denen die Kabinettsminister zwar erklären, daß sie „blödsinnig“ seien, die aber zu lösen, ohne daß ER zugegen ist, ihnen denn doch Bedrängnis verursacht.

Die Bundesregierung hat eine dramatische Niederlage erlitten, daran ist kein Zweifel. Es haben sich Risse und Sprünge in der Regierungs-Koalition aufgetan, die weit mehr Schwüle verursachen als der Thermometerstand. Ausgerechnet jetzt ist er nicht da.

Man entbehrt ihn. Nein: Man vermißt ihn. Er, sagt man, hätte die nötige Hand, um mit seinem „diplomatischen Geschick“, das man bisher an ihm allzu oft als verrucht empfunden hat, die Situation zu meistern — und der Bundestags-Mehrheit mit ein paar dürren und schroffen Worten begreiflich zu machen, was sie durch ihren Freitags-Beschluß angerichtet hatte. Aber er ist nicht da. Von der Schweiz aus — was soll er tun? Man muß sich ohne ihn zu helfen suchen. Man hilft sich auch. Aber es kostet Mühe. Verzweifelte.

In Düsseldorf vermißt man ihn vielleicht noch weit mehr. Dort geht es um die Große Koalition, deutlicher: um Arnold. Es sind Kreise da, Kreise der Christlich-Demokratischen Union, die den Mann fallen lassen möchten. Man ist in dem Dilemma, wählen zu müssen zwischen der Kleinen Koalition (ohne die Sozialdemokraten) und der Großen (mit ihnen). Man zerbricht sich die Köpfe, rechnet und rechnet. Und der Faktor, auf den es immer wieder ankommt, ist Adenauer. Wäre er da, wüßte man, was er will (und gebietet). So weiß man nichts und tappt im Ungewissen.

Man entbehrt nicht nur Adenauer: Man vermißt ihn.

Aber, will man menschlich sein, muß man ihm das Recht zubilligen, vorübergehend krank und müde zu sein.

Ruhe auf dem Balkau

Kein Anlaß zur Unruhe

Triest, 16. Juli, (dpa) Die Lage in Rumänien, Bulgarien und Jugoslawien wird von Reisenden aus diesen Ländern, die in den letzten Tagen in Triest eingetroffen sind, als friedensmäßig bezeichnet Pressemeldungen über starke Truppenkonzentrationen beiderseits der jugoslawischen Ostgrenze werden als vollkommen übertrieben angesehen.

Sachverständige Beoba»hter in Triest und Belgrad haben erklärt: Entlang der bulgarischen, rumänischen und ungarischen Westgrenze würden gegenwärtig tatsächlich Truppenmanöver abgehalten, an denen auch kleinere sowjetische Verbände teilnähmen. Das Thema der Uebungen heiße gleichlautend „Verteidigung gegen einen aus westlicher Richtung kommenden Feind“. Es laufe jedoch mit ständig zunehmender Stärke ein Propagandakrieg gegen Jugoslawien, der allem Anschein nach von der Kominformzentrale in Bukarest geleitet werde.

AUngewißheit über Gräberkarteien

el. Hamburg, 16. Juli. (Eigener Drahtbericht.) Die Hamburger Arbeitsgemeinschaft für Kriegsgefangenen- und Heimkehrerfragen hat sich dieser Tage scharf gegen kommunistische Plakate und Flugblätter zur Kriegsgefangenenfrage gewandt, die augenblicklich an Häuserfronten angeklebt und an Haushalte verteilt werden. Es wird darin behauptet, daß die Zahl der möglicherweise noch in Rußland befindlichen deutschen Kriegsgefangenen höchstens rund siebzigtausend betrage.

Der stellvertretende Leiter der staatlichen Pressestelle des Hamburger Senats, Milner, teilte ferner mit, daß die von den Westalliierten 1945 in Besitz genommenen Teile der Gräberkartei der ehemaligen Wehrmachtsauskunftstelle ausgewertet worden seien. Etwa eine Million Sterbeanzeigen hätten sich daraus ergeben. Dagegen habe sich die Sowjetunion noch immer nicht dazu herbeigelassen, die Auswertung; mgebnisse der von ihr übernommenen dreißig bis vierzig Prozent der Gräberkartei bekanntzugeben. Auch in West-Berlin befänden sich in deutscher Hand noch Karteibestände, deren Inhalt unbekannt sei.

„Von der Gartentür aus geschätzt“

Das Finanzministerium zu den Kosten der Bonner Bundesbauten

Drahtbericht unseres Korrespondenten

R. Bonn, 16. Juli. Vertreter des Finanzministeriums haben am Samstag zu dem Streit zwischen dem Finanzminister und dem Haushaltsausschuß über die Bundesbauten in Bonn Stellung genommen. Zum Kernpunkt, der die Öffentlichkeit am meisten interessiert, der Kostenfrage, wurde dargelegt, daß das Finanzministerium von Dezember 1949 big Juni 1950 6,4 Millionen Mark für Verwaltungsbauten benötigt habe. Für die nächsten Monate bis Ende September seien vom Finanzministerium noch 3,8 Millionen Mark, die sich auf 3,5 Millionen Mark ermäßigen würden, Vom Haushaltsausschuß angefordert worden. Mit diesen zusammen rund zehn Millionen Mark könne die von den Stellen des Landes Nordrhein-Westfalen begonnenen Verwaltungsbauten für den Bund fertiggestellt werden. Die Neubauten, die noch notwendig seien, unter anderem der Bau des Verkehrsministers, des Gebäudes für das Auswärtige Amt, der Ausbau des Bundeshauses würden noch dreizehn Millionen Mark erfordern. Da das Land Nordrhein-Westfalen nach Schätzung des Finanzministeriums drei bis vier Millionen schon für Verwaltungskosten für den Bund aufgewandt habe, ergebe sich eine Gesamtsumme von etwa dreißig Millionen. Wenn sich darunter auch einige Projekte befinden, die bei den Berechnungen im vergangenen Herbst nicht vorveranschlagt gewesen waren, bleiben doch die 25 Millionen Mark für die vor der Bundeshauptstadtwahl mit drei Millionen Mark veranschlagten Baulichkeiten.

Zu diesem Mißverhältnis wurde von den Vertretern des Finanzministeriums erklärt, daß sich zweifellos die vor der Wahl aufgestellten Berechnungen als nicht ganz zutreffend erwiesen hätten. Man habe aber damals bei wichtigen Gebäuden „von der Gartentür aus schätzen müssen", da der Zutritt zu ihnen von der Besatzungsmacht

nicht gestattet gewesen sei. So habe man das Ausmaß der R’estaurierungsarbeiten nicht übersehen können. Es konnte allerdings von den Sprechern nicht erklärt werden, wieso dann die damaligen Stellen des Landes Nordrhein-Westfalen diese Schätzungen von der Gartentür aus als einwandfreie Etatposten dem Parlament vorgelegt haben.

Ebenso wurde jetzt vom Finanzministerium erklärt, daß sich die Kosten der Zweiteilung Bonn—Frankfurt in der Verwaltung, das heißt die Trennungsentschädigungen, die Reisegelder, auf zehn Millionen Mark im Rechnungsjahr belaufen werden, während vor der Wahl bei weitem niedrigere Ziffern für diese Ausgaben genannt worden waren.

Von seiten des Finanzministeriums wurde unter anderem noch betont, daß die Herrichtung des Gartens im Bundeskanzlerpalais nicht mehr als die veranschlagten 63 000 Mark kosten werde. Der darüber hinausgehende Betrag wird vom Ministerium dem Architekten nicht erstattet werden. Es wird ein Rechtsstreit in dieser Frage erwartet.

Das Finanzministerium ist im übrigen der Ansicht, daß die Mittel für die Bauten bis Ende März zu Recht aus dem Etatposten für unvorhergesehene Zwecke genommen worden seien. Zwar könnten im allgemeinen Bauten damit finanziert werden, aber im Wirtschaftsrat sei bei Festsetzung dieses Postens ausdrücklich auf eine Verwendung für Bundesbauten Bezug genommen worden.

Scharfe Worte Seebohms

St. Stuttgart, 16. Juli. (Eigener Drahtbericht.) Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm hat am Sonntag in Stuttgart vor mehreren tausend Sudetendeutschen zu dem Prager Abkommen Stellung genommen und die Uebereinkunft der Deutschen Demokratischen Republik und der tschechoslowakischen Regierung mit scharfen Worten gegeißelt. Das verräterische Abkommen von Prag müsse als nichtig betrachtet werden.

Wenn man mit der schmachvollen Entnazifizierung einen politischen Irrtum habe verurteilen wollen, so müsse man noch viel schärfer das Po'tsdamer Abkommen verurteilen, dais das jetzige Elend der Vertriebenen heraufbeschworen habe. Ein Asiate, ein Amerikaner und ein Europäer, denen Deutschland und Europa nichts bedeutet hätten, hätten damals das Selbstbestimmungsrecht der Völker mit Füßen getreten. „Wir erleben jetzt wieder in Korea, daß die Fehler eines Volkes nur mit dessen Blut bereinigt werden können.“

Die Schuhmacher tagten

Gerichtsurteile und Gewerbefreiheit

Kassel, 16. Juli. Die Frage der Gewerbefreiheit stand im Mittelpunkt einer Versammlung des hessischen Schuhmacherhandwerkes, dlie aus Anlaß des Schuhmacherlandesverbandstages in Kassel stattfand. Ministerialrat Dr. Hausleiter erklärte, daß durch einige grundlegende Entscheidungen deutscher Oberverwaltungsgerichte der Gewerbefreiheit die einschneidenden Auswirkungen für das deutsche Handwerk genommen seien. Damit rücke das von der Besatzungsmacht aufgeworfene Problem in den Bereich des deutschen Gewerberechts.

Der wichtigen Entscheidung des Lüneburger Oberverwaltungisgerichte zufolge stehe der vom Handwerk nach wie vor geforderte Befähigungsnachweis nicht mehr im Widerspruch zur Bonner Verfassung. Andererseits s^ auch von einem Oberverwaltungsgenicht die Wiedereinführung der Bedürfnisprüfung, die auch der Zentralrat des deutschen Handwerks nicht mehr wünsche, abgelehnt worden.

Ministerialrat Dr. Hausleiter überreichte dem Landes'innungsmeister Heinrich Hübner einen für den Landesinnungsverband Hessen gestifteten Ehrenpreis des Hessischen Staates.

Das Kasseler Generalkommando

Die Stadt weist Vorwürfe zurück

Kassel, 16. Juli, (dpa) Wegen der in Kürze zu erwartenden Räumung des ehemaligen Kasseler Generalkommandos in Kassel, des größten bundeseigenen Verwaltungsgebäudes, war der Stadtverwaltung vorgewprfen worden, sie habe sich zu wenig dafür eingesetzt, Bundesbehörden nach Kassel zu ziehen.

Demgegenüber wies die Stadtverwaltung darauf hin, daß sie alles getan habe, um die Bundesregierung auf die günstigen Unterbringungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Nur seien die Vorschläge, das Bundesarbeitsgericht und die Bundesmonopolverwaltung im freiwerdenden ehemaligen Generalkommando unterzubringen, der Oeffentlichkeit nicht bekannt geworden. Es sei unverantwortlich, betonte die Stadtverwaltung, daß Millionenbeträge für neue Verwaltungsgebäude ausgegeben werden, während in Kassel ein fünfstöckiges Bürogebäude mit über sechshundert Räumen nur auf den Einzug einer Behörde warte.

Geheimvertrag mit Rotchina?

Mutmaßungen über die sowjetische Fernost-Politik

Neuyork, 16. Juli, (dpa) Der Inhalt eines angeblichen sowjetisch-chinesischen Geheimvertrages, der die Umwandlung der chinesischen Armee in eine internationale Streitmacht des Kommunismus zur Eroberung Südostasiens und der Befreiung des gesamten asiatischen Kontinents vorsehen soll, ist in Neuyork veröffentlicht worden. Die Chinesen sollen der Sowjetunion in dem angeblichen Geheimvertrag zugestanden haben, daß

1. die Sowjetunion in China zum Schutz des Weltfriedens Truppen stationieren darf,

2. die chinesische Volksrepublik sich bereit erkläre, bei der Befreiung Südostasiens und der Befreiung ganz Asiens Beistand zu leisten,

3. die chinesische Volksbefreiungsarmee in eine internationale kommunistische Armee unter dem Kommando des höchsten Offiziers der Sowjetarmee umorganisiert werde.

4. die Bevölkerung Chinas um hundert Millionen Menschen reduziert werde, da es an Hilfsquellen mangele.

Wer wird Truppen schicken?

Trygve Lie fordert Hilfe für Korea

Neuyork, 16. Juli. (dpa/AP.) In Kreisen, die den Vereinten Nationen nahestehen, hält man es für unwahrscheinlich, daß der Generalsekretär Trygve Lie eine sofortige positive Antwort erhalten wird auf seinen Appell, Kampftruppen nach Korea zu senden. Trygve Lie hatte die 52 Mitgliedstaa-

ten der Vereinten Nationen aufgefordert. Truppen für die Kampfhandlungen in Südkorea zur Verfügung zu stellen.



„Dis Gefahr ist gewarchsen“

Churchill zur Lage

London, 16. Juli. (dpa). Winston Churchill hat in einer warnenden Rede auf die Auswirkungen hingewiesen, die die Ereignisse in Korea haben können. Die Gefahr eines dritten Weltkrieges, die schon vorher in erheblichem Ausmaße bestanden habe, sei durch die kommunistische Aggression in Korea noch weiter gewachsen. Der Krieg in Korea stehe seinem Wesen nach in einer Erneuerung des Kampfes um die menschlichen Freiheitsrechte, der gegen Hitler geführt worden sei.

Die Kommunisten predigten Frieden, aber ihre Streitkräfte seien größer als die aller anderen Staaten zusammen. Sie versuchten, so schnell als auch irgend möglich, Atombomben herzustellen. Dies bedeute, daß die Zeit nicht für die freie Welt arbeite.

Churchill sprach mit hoher Anerkennung von dem Mut und der Tüchtigkeit der wenigen amerikanischen Soldaten, die für die Vereinten Nationen die volle Last des Kampfes in Korea trügen.

Wallace bekennt sich zu Amerika

Er billigt die Maßnahmen in Korea

Neuyork, 16. Juli. (dpa). Der frühere amerikanische Vizepräsident Wallace hat sich im Koreakonfiikt auf die Seite der Vereinigten Staaten und der Vereinten Nationen gestellt. „Ich bin weder für die vergangenen Aktionen der Vereinigten Staaten noch für die Sowjetunion voreingenommen. Aber wenn sich mein Land im Kriege befindet, und wenn die Vereinten Nationen diesen Krieg sanktionieren, dann stehe ich auf der Seite meines Landes und der Vereinten Nationen.“ Mit diesen Worten nahm Wallace, der sich oft für die Sowjetunion eingesetzt hat, zum ersten Male zum Koreakonflikt Stellung. Der Nationalausschuß der linksgerichteten amerikanischen Fortschrittspartei sprach sich gegen die Intervention ausländischer Mächte in Korea aus.

iuaviivt iwica auo. Der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten, Herbert Hoover, hat von neuem den Ausschlup aller kommunistischen Mitgliedstaaten aus den Vereinten Nationen und militärische Hilfe für alle gefordert, die wie Südkorea angegriffen werden.

Englischer Frächter angegriffen

Taipeh, 16. Juli. (AP.) Der 9900 Tonnen große britische Frachter „Glenearn“ ist am Samstag, sechzig Kilometer nördlich von Formosa, von einem Mustangjäger mit nationalchinesischem Hoheitsabzeichen angegriffen und beschädigt worden. Zwei Mitglieder der Besatzung wurden verwundet. Das Schiff befand sich auf der Fahrt von Hongkong nach Tsingtau.

Ollenhauer in Limburg

Kreistag der Sozialdemokratischen Partei

Wiesbaden, 16. Juli. (Eigener Bericht.} Auf dem ersten Kreistag der Sozialdemokratischen Partei Limburg sprachen der zweite Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei in der Bundesrepublik, Erich Ollenhauer, und der hessische Minister für Arbeit, Landwirtschaft und Wirtschaft, Wagner.

Erich Ollenhauer erklärte, daß die Aussicht, den dritten Weltkrieg zu vereiteln, nie größer als jetzt gewesen sei, da die Vereinigten Staaten nicht als nationale Macht, sondern im Auftrage der Vereinten Nationen die Freiheit Koreas verteidigten. Auf die Dauer könne jedoch der Weltfrieden nur durch eine demokratische und soziale Ordnung gewährleistet werden.

Ollenhauer führte weiter aus, daß die Sozialdemokratische Partei sich bei allen Neuwahlen in der letzten Zeit behauptet habe. Prozentual sei ihre Stimmenzahl sogar noch gestiegen. Die Sozialdemokratische Partei lasse jede ehrliche religiöse Ueberzeugung gelten, sie lehne jedoch eine konfessionelle Partei und Wahlpropaganda ab.

Ollenhauer kritisierte die Abgabe für Margarine, die von der Bundesregierung verfügt worden sei. Dem Arbeiter würde dadurch eine große Last auferlegt werden. Minister Wagner erklärte, daß das Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte für Hessen eine verpflichtende Aufgabe in dieser Frage wäre. Denn Hessen sei das Bindeglied zwischen dem Norden und dem Süden Deutschlands.

Ollenhauer warnt Schäffer

Frankfurt, 16. Juli, (dpa.) Der Zweite Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei, Ollenhauer, hat am Sonntag in Oberursel bei Frankfurt Bundesfinanzminister Schäffer davor gewarnt, die Beschlüsse des Bundestages über die Fortsetzung der Getreidesubventionen und zur Margarineabgabe zu mißachten. Wenn der Finanzminister keinen Weg sehe, die Mittel für die Subventionen aufzubringen und damit die Beschlüsse der Bundestagsmehrheit zu verwirklichen, dann gebe es in einer Demokratie einen sehr einfachen Weg aus diesem Gewissenskonflikt: den Rücktritt.

Hilpert in Hünfeld

Hünfeld, 16. Juli, (dpa). Auf der Kreis-Delegiertentagung der Christlich-Demokratischen Union am Samstag in Hünfeld wurde der Kaufmann Hermann Kohlmann, Hünfeld, wieder zum Ersten Vorsitzenden gewählt.

Der Landesvorsitzende, Finanzminister Dr. Hilpert, der über die allgemeine politische Lage sprach, äußerte sich optimistisch und verglich die heutige Lage mit der „Tanger-Krise“, die letzlich alle die enttäuscht hätte, die auf eine Verwicklung spekuliert hätten. Der Minister vertrat die Meinung, daß die größte Ueberraschung beim Ostblock liege, der in Korea keinen so schnellen und absoluten Widerstand erwartet habe.

Die weitere Vrobe-Abstimmung

Castrop-Rauxel, 16. Juli (AP). Bei der am Sonntag in Castrop-Rauxel abgehaltenen Probeabstimmurig über einen Europäischen Bundesstaat haben sich nach Mitteilung des Wahlamtes 95,8 Prozent der Abstimmenden zu einem Vereinten Europa bekannt. Von den 46 000 Stimmberechtigten haben 73,06 Prozent ihre Stimme abgegeben. 1 036 Stimmzettel waren ungültig.

Politik als Lehrfach

Konferenz in Königstein

Königstein, 16. Juli, (dpa) In Königstein im Taunus fand am Wochenende eine zweitägige Konferenz statt, an der Kulturpclitiker, in- und ausländische Wissenschaftler, Hochschullehrer und Vertreter der Alliierten Oberkommission die Stellung der politischen Wissenschaft als Lehrfach und Forschungsgebiet an den deutschen Universitäten diskutierten.

Die Konferenz war vom hessischen Kultusminister Dr. Stein einberufen worden

Im Mittelpunkt der Diskussion des ersten Tages stand die Frage der Einordnung der politischen Wissenschaft in den Lehrbetrieb der Universität. Professor E. W. Meyer, Frankfurt, vertrat die Ansicht, daß es heute nicht um die Neugründung, sondern um die Wiederbegründung der Stellung der politischen Wissenschaft gehe, die seit Plato in ihren Methoden nicht hinter irgendeiner anderen Wissenschaft zurückstehe. Die Errichtung besonderer Fakultäten für politische Wissenschaft lehnte Meyer ab. Zweckmäßiger sei es, an den verschiedenen Universitäten je nach der besonderen Situation die politischen Lehrstühle der philosophischen, der juristischen oder der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät zu-Euordnen. Für die Anfangssemester möchte Meyer das Belegen politischer Vorlesungen obligatorisch machen. Gleich-zeitig hält er es für notwendig, daß für die nächsten Jahre Examina in der politischen Wissenschaft eingeführt werden.

Auch "Professor George Burdeau von der Universität Dijon lehnte eine Autonomie der politischen Wissenschaft ab.

Das amtliche Ergebnis der Volksabstimmung in Hessen

Wiesbaden, 16. Juli, (dpa) Der Landeswahlausschuß von Hessen hat in Wiesbaden das amtliche Endergebnis der Volksabstimmung über die Verfasungsänderung vom 9. Juli 1950 festgestellt. Danach waren 2 956 779 (Personen stimmberechtigt, zu denen 17 777 abgegebene Stimmscheine kamen. Von insgesamt also 2 974 556 Stimmberechtigten wurden 1 007 267 Stimmen abgegeben. Davon waren 740 465 Ja-Stimmen und 204 135 Neinstimmen. 62 667 Stimmen waren ungültig.

Wie gleichzeitig bekanntgegeben wurde, waren am 9. Juli in Hessen noch 4597 Personen aus politischen Gründen nicht stimmberechtigt.

Klage gegen Ewald Zweig

Wiesbaden, 15. Juli, (dpa) Der hessische Minister für Arbeit, Landwirtschaft und Wirtschaft, Albert Wagner, hat gegen den Ersten Vorsitzenden der „Internationalen Liga für Menschenrechte und geistige Freiheit“, Ewald Zweig. Strafantrag wegen Verleumdung gestellt. Zweig hatte in Frankfurt vor Pressevertretern schwere Beleidigungen gegen den Minister gerichtet und dabei erklärt, er hoffe, daß Wagner ihn deshalb verklagen werde, „damit ihm meine Qualifizierung gerichtlich bestätigt wird“.

Zusammen schluß

Priester und Rudel wollen zusammengehen

Kassel, 16. Juli, (dpa) In einer gemeinsamen Versammlung der Deutschen Heimatfront und der Nationaldemokraten in Kassel, an der auch die beiden Landesvorsitzenden Leo Peter Rudel und Karlheinz Priester teilnahmen, wurde am Samstag der baldige Zusammenschluß zwischen beiden Parteien in Hessen bekanntgegeben. Eine gemeinsame Landesdelegiertentagung soll bereits Anfang August stattfinden. Auch die Wirtschaftliche Aufbau-Vereinigung beabsichtige, den kommenden hessischen Landtagswahlkampf mit den beiden Parteien gemeinsam zu führen.

Die Lünder schreiten nicht ein

Bonn, 16. Juli (AP). Wie am Sonntag aus Regierungskreisen bekannt wird, haben es die einzelnen Bundesländer abgelehnt, gegen eine Brotpreiserhöhung einzuschreiten. Das Bundsernährungsministerium hatte bei Bekanntwerden der Erhöhung des Brotpreises erklärt, daß diese Maßnahme nach den geltenden Preisvorschriften strafbar sei. Sie müsse von den zuständigen Landesbehörden geahndet werden.

Kennkarten-Kontrolle

Wiesbaden, 16. Juli, (dpa) Auf Anordnung des hessischen Innenministeriums werden in Hessen in der Zeit vom 20. Juli bis zum 20. August die Kennkarten kontrolliert, da in verschiedenen Fällen Kennkarten an Staatenlose und Ausländer ausgegeben worden sind, die einen ausländischen Paß besitzen und keine Kennkarten hätten erhalten dürfen.

AUnbestündig

(Eigener Wetterdienst)

Die Störung im Nordseeraum weitet sich nordostwärts aus. Auf ihrer Südseite wandern weiterhin Teilstörungen nach Osten und belassen dem Wetter seine Unbeständigkeit.

Aussichten: Nach Gewittern etwas kühleres Wetter, wechselnde Bewölkung und noch einzelne Schauer. Winde um Südwest.

Der Rundfunk am Montag

Radio Frankfurt: 5.30 Musik für Frühaufsteher: 6.40 Morgenständchen: 7.15 Frühkonzert: 8.15 Morgenmusik: 11.15 Schulfunk; 12.00 Musik am Mittag: 13.00 Musikalisches Allerlei: 16.00 Musik aus Böhmen; 16.45 Musik aus Böhmen; 17.00 Unterhaltungskonzert: 18.30 Zum Feierabend; 20.00 Gut aufgelegt: 21.15 Die Wellenbrause; 22.15 Lieder und Klaviermusik: 23.00 Tanzmusik.

Südd. Rundfunk Stuttgart: 12.00 Musik am Mittag; 13.10 Werbefunk mit unterhaltender Musik: 16.00 Nachmittaaskonzert: 17.00 Konzertstunde: 18.00 Unterhaltungsmusik; 20.00 Fröhlich fänat die Woche an: 21.15 Ich lieb dich und du liebst mich: 22.00 Musik der Gegenwart: 23.15 ..Sommernächte".

Südwestfunk: 12.20 Mittagskonzert; 13.15 Musik nach Tisch; 15.30 Musik am Nachmittag; 18.30 Musik zum Feierabend: 19.00 Werbefunk mit kleiner Abendmusik: 20.00 Musik für Dich; 21.00 „Abu Hassan“: 22.30 Klaviermusik: 23.15 „Ganz leis' erklingt Musik“.

NWDR.: 12.00 Musik zur Mittagspause; 13.20 Musik am Mittag: 14.15 Meister der Wiener Operette: 15.40 Unterhaltungskonzert: 16.50 Kammermusik: 18.00 Unterhaltungsmusik; 20.00 Sinfoniekonzert;

Starkenburg

Ein Gemeinschaftswerk unserer Tage

Feierliche Einweihung der Martin-Luther-Schule in Rimbach

Rimbachs evangelische Kirchengemeinde, ja die gesamte Bevölkerung, ganz gleich, welcher Konfession sie nun angehört, erlebte am Sonntag eines der bedeutungsvollsten Ereignisse für diese Gemeinde: Die Einweihung des neuen Schulhauses, der Martin-Luther-Schule, ihrer höheren Schule, auf die die Rimbacher besonders stolz sind — und es auch sein können.

Der schmucke neue Bau mit seinen hellen, luftigen Schulräumen, unter denen sich ein Singsaal und ein Physiksaal befinden, hat bereits eine Vergangenheit. Man kann sie mit den Worten, Glaube, Zuversicht, Idealismus und Arbeit ausdrücken, denn sie alle zusammen führten dazu, daß man nach einem Jahre bereits die Türen für die vielen Schüler und Schülerinnen öffnen konnte, die dieser Anstalt angehören. Das Werden dieses Werkes, und als ein solches darf man es ruhig bezeichnen, weist, materialistisch gesehen, da und rot Zahlen auf, die Ehrfurcht und Anerkennung vor jenen abnötigen, die es zuwege brachten, die Mittel zu beschaffen, die für seine Erstellung erforderlich waren.

Es mag eine nicht zu vergessende Tatsache sein und bleiben, daß die „Lutherian World Federation“ das „Startkapital“ zur Verfügung stellte. Es mag ebenso anerkennenswert sein, daß die Kirchenleitung mit Rat und Tat zur Seite stand, daß die Industrie kreditierte, die Gemeindeverwaltung half, wo sie konnte und daß selbst aus privater Hand alles mögliche getan wurde, um das Gelingen zu gewährleisten. Es mag aber auch für das Gottvertrauen des Kurators der Anstalt, Herrn Pfarrer Hör n 1 e sprechen, der dieses Werk nicht nur plante, sondern auch, wie er es selbst bezeichnete, mit Gottes Hilfe vollenden konnte. Vor allem aber mag es, bei all jenen Erinnerungen, jenen Meilensteinen der Vergangenheit auf dem Wege zu diesem Bau nie vergessen werden, wie Elternschaft, Schüler und Lehrer mitwirkten, um den Erfolg zu sichern. Allein 19 300 DM brachte die Elternschaft in gemeinschaftlicher Spende in einem Jahre auf, 4000 DM die Schüler mit sportlichen und kulturellen Veranstaltungen. Darüber hinaus arbeiteten sie zusammen mit ihren Lehrern am Aufbau mit, die Kelle in der Hand, den Mörtel tragend und die Steine schleppend. Mit ihrem Geld, das sie „erarbeiteten“ war es möglich, den neuen Physiksaal zu erstellen

... darum sollte man mit der Anerkennung nicht sparen, denn es ist uns recht wenig vergönnt, in unseren heutigen Tagen ein gleiches Wirken zu erleben.

So hatte diese Einweihungsfeier eine große umfassende Bedeutung für Rimbach und seine Einwohner, die neben den zahlreichen Festgästen den Platz vor der Schule füllten. In einem vorangegangenen Fest-

gottesdienst sprach Pfarrer O. Dietrich, Genf, und Propst Rau, Frankfurt, während Pfarrer Hörn 1 e , der Kurator der Anstalt, und Pfarrer Trautmann, Viernheim die Liturgie hielten.

Oberkirchenrat Hahn überbrachte als Stellvertreter des Kirchenpräsidenten die Grüße der Landeskirche. Pfarrer H ö rn 1 e umriß das Werden der Anstalt in den hauptsächlichsten Zügen und dankte allen Helfern und Spendern für die tatkräftige Mithilfe. Anschließend sprachen Mr. S a n f von der Lutherian World Federation, der Vertreter des Kultusministeriums, des Regierungspräsidenten, des Landrats, Bürgermeister Schmitt, Rimbach, und Oberkirchenrat Wißmann, der nach den Uebergabeworten des Architekten die Schule mit dem Schlüssel öffnete, den er dann Pfarrer Hörnle übergab.

Schülerorchester und -chor umrahmten die festliche Stunde, die in einer gemeinsamen Besichtigung des neuen Hauses durch die Festgäste ausklang. -öde-

Der Nachmittag wurde von einem Festzug der Schülerinnen und Schüler der Anstalt eingeleitet. Rund 400 Jungen und Mädel, die zum Teil im historischen Kostüm des Biedermeier, des Barock und des Rokoko erschienen, erfüllten die Straßen Rimbachs mit Musik und Gesang. Ziel des Umzuges war der Schulplatz, wo J. S. Bachs „Bauernkantate“ in gelungener Interpretation vom Orchester und Chor der Schule wiedergegeben wurde. Nach einer kurzen Pause schloß sich das heitere Spiel „Abu Hassan“ an, mit dem die Angehörigen der Klasse 0 111 ihr darstellerisches Können bewiesen. Auch die folgende Darbietung der Jüngeren, die „Froschhochzeit“ fand aufmerksame Zuhörer.

Bevor indessen die Aufführungen der Schülerschar begannen, ergriff der Leiter der Anstalt, Studienrat Thoms, das Wort. Er hob hervor, daß die - Luther-Schule auch durch diesen Tag wieder beweisen wolle, welch wirklich neue und erfolgverheißende Wege sie zu gehen bestrebt sei. Oberkirchenrat Dr. Berger sprach im Namen des Evangelischen Bundes seine Anerkennung aus und betonte, daß der Bund als Pate der Schule stets aufmerksam ihrer aufwärtsstrebenden, zielbewußten Entwicklung unter ihrem Kurator Pfarrer Hörnle gefolgt sei. Der Direktor der Schwesterschule, Dr. Hagemann (Laubach) drückte ebenso wie anschließend Oberstudiendirektor Dr. Koszelka (Bensheim) seine Anerkennung über die in den vergangenen fünf Jahren geleistete Arbeit aus. Unter den insgesamt neun höheren Schulen des Kreises sei Rimbach zweifellos eine der besten Anstalten. Es sei erfreulich, daß auch auf dem Lande der Wunsch nach Wissen und Bildung immer größer werde. Später traten die Handballmannschaften von Lehrerschaft und Schülern der Anstalt zu einem Wettspiel gegeneinander an.

Der Abend selbst stellte ein Wagnis besonderer Art, zugleich aber den Versuch dar, ein dramaturgisches Frage- und Antwortspiel durch zwei verschiedene Autoren zu beantworten. Unter dem Leitwort „Die Jugend und wir“ wurden zunächst Szenen aus Wolfgang Borcherts „Draußen vor der Tür“ und später, gewissermaßen als Echo und Rückgriff, das Spiel aus dem 17. Jahrhundert, „Troßbuben“ von Ullrich Kabitz, geboten. -(r)


Das neue Schulgebäude der Martin-Luther-Schule DT-Foto: Schröder
Das neue Schulgebäude der Martin-Luther-Schule DT-Foto: Schröder

Oberkirchenrat Wissmann übergibt das Gebäude an den Kurator der Anstalt, Pfarrer Hörnle, Rimbach. DT-Foto: Schröder
Oberkirchenrat Wissmann übergibt das Gebäude an den Kurator der Anstalt, Pfarrer Hörnle, Rimbach. DT-Foto: Schröder

Jeht schmunzelu die Nimrode wieder

Jahreshauptversammlung des Kreisjägervereins Erbach

Der letzte Samstagnachmittag wird den Jägern des Kreises Erbach unvergeßlich bleiben, denn bei der Jahreshauptversammlung des Kreisjägervereins im „Darmstädter Hof“ in Steinbach erhielten sie aus berufenem Munde offiziell die Bestätigung über die unmittelbar bevorstehende Rückgabe der Jagdhoheit an Deutschland und die Aufhebung des Jagdwaffenverbots. Der Präsident des Landesjagdverbandes Hessen, Dr. Eidmann, Offenbach, sprach ausführlich über den dornenvollen Weg bis zum 20. Juni, dem Tage, an dem die alliierte Oberkommission beschloß, mit Wirkung vom 1. 7. 1950 das Jagdwaffenverbot für Deutsche wieder aufzuheben.

Die Besatzungsmächte verlangen allerdings auch weiterhin ihren Anteil an der deutschen Jagd, und zwar müssen die Privatreviere Hessens 40% des freigegebenen Abschusses den Amerikanern zur Verfügung stellen. Dafür sollen aber die Jagdpächter und -besitzer in ihren eigenen Revieren Jagdführer sein. Der Abschuß an Rehwild betrug vor dem Kriege jährlich 46 000 Stück. In diesem Jahr sind 12 000 Stück bewilligt, so daß also 4 800 Stück Rehwild der Besatzungsmacht zur Verfügung gestellt werden müssen. Auf das einzelne Privatjagdrevier entfallen somit nur 1% Stück. Im letzten Jahr nahmen die Amerikaner aber noch nicht einmal 50% der Freigabe in Anspruch. Durch die in diesem Jahr eingeführte Gebühr von 3 Dollar für den Jahresjagdschein der Amerikaner gingen die Lizenzen schlagartig zurück.

Es sind bereits Verhandlungen im Gange, daß etwa 3000 Jagdgewehre aus Suhl eingeführt werden, deren Ausgabe völlig in deutscher Hand liegen wird. Jeder Jagdscheininhaber darf wieder ein Schrotgewehr haben. Das Kaliber geht ois einschließlich 12 mm. An Kugelgewehren sind einläufige Waffen bis zu einem Kaliber von 8 mm zugelassen, keine automatischen, höchstens Handrenetierer mit Magazinen bis zu 5 Schuß. Bei kombinierten Waffen darf das Kaliber 9 mm nicht übersteigen. Ein Jäger darf entweder eine Schrotflinte und eine einläufige Büchse führen, oder eine kombinierte Waffe An Munition darf er einen ständigen Bestand von 50 Kugelpatronen und 100 Schrotnatronen halten. Die korrekte Haltung der deutschen Jäger in den vergangenen Jahren hat die alliierte Oberkommission zu diesem Entgegenkommen veranlaßt.

Landrat Neff beglückwünschte die Jäger des Odenwaldes zu diesem Erfolg, der endlich die Voraussetzung für eine wirksame Schwarzwildbekämpfung biete. Regierungsjägermeister Dörr, Darmstadt, gab Erläuterung zur Novelle des Hessischen Jagdgesetzes, das zu Anfang der Woche bereits in erster Lesung durch den Landtag gegangen sei. Kreis jägermeister Dr. Völker berichtete über seine bisherige Tätigkeit. Die Einrichtung der Hegeringleiter habe sich sehr gut bewährt. Dank der loyalen Zusammenarbeit des amerikanischen Resident-Officer. Mr Ouverson, mit deutschen Jagdbehörden habe sich der Abschuß im Kreis Erbach in tragbaren Grenzen gehalten. Bis Anfang Juli wurden an Böcken geschossen:

Im Hegering Beerfelden von 116 freigegebenen 31, im Hegering Erbach von 72 freigegebenen 43, im Hegering Höchst von 87 freigegebenen 33, im Hegering Reichelsheim von 93 freigegebenen 47. Das ist also nur knapp die Hälfte der freigegebenen Böcke.

In der Aussprache erörterte der Vorsitzende des Kreisjägervereins, Willi Geist, Michelstadt, der auch die Versammlung leitete, die Frage der Entschädigung der beim Zusammenbruch abgelieferten Jagdwaffen. Die eigentliche Jahreshauptversammlung verlief programmgemäß. Der Kassenbericht wurde genehmigt und der seitherige Vorstand einstimmig wiedergewählt Den Jahresbeitrag setzte man wieder auf 12 DM herauf. (—eh)

Heimleiter mit neuen Plänen

Nachdem die erste Erregung über den Heimleiterwechsel und die damit verbundenen Veränderungen im Haus der Jugend in Bensheim abgeflaut sind, beginnt nun der neue Heimleiter Fornoff allmählich mit der Verwirklichung seiner Pläne. Als Musikerzieher ist er bestrebt, besonders die kulturelle Entwicklung des Hauses zu fördern. Neben einem Singkreis der älteren Jugend hat er mit dem Aufbau eines Knabenchors begonnen, den er mit der Zeit langsam zu erweitern gedenkt. Einmal in der Woche kommt regelmäßig ein literarischer Kreis zusammen, um über moderne Kunst und Literatur zu diskutieren, und schon zweimal wurden sonntags gemeinsame Fahrten (z. B. nach Miltenberg, Amorbach) mit einem Fahrzeug der US-Armee unternommen. In nächster Zeit will der neue Heimleiter mit den Jungen für eine Woche in das Jugendlager bei Ernsthofen gehen. (HB)

60 Jahre „Conrcordia“ Unter-Abtsteinach

Sängerfest im Gorxheimer Tal

Als am Samstagabend dem neunzigjährigen Leonhard Peter Helfrich in Unter-Abtsteinach als Gründungsmitglied des Gesangvereins „Concordia“ ein Ehrendiplom überreicht wurde, da gingen unwillkürlich die Gedanken auch der jüngeren unter den Anwesenden 90 Jahre zurück. Wieviel Umwälzungen, Veränderungen, Lebensstürme sind in dieser Zeit in uns und um uns vorgegangen. Sie machten auch vor den Fluren des Gorxheimer Tales nicht halt. Vieles verging in dieser Zeit, was für Generationen gefügt schien. Das Lied aber und mit ihm der Verein blieb bestehen.

So fanden sich denn am Sonntag nahezu zwanzig Brudervereine ein, um den Jubilar zu ehren. Trösel, Fürth, Buchklingen, Unter-Flockenbach, Gorxheim, Ober-Abtsteinach mit dem MGV. und1 dem Doppelquartett), Wahlen, Heiligkreuzsteinach, Ober-Mumbach, Eiterbach, Siedelsbrunn, Kreidach, Löhrbach, Altneudorf, Lampenhain, Hilsenhausen-Beersbach, Altenbach sangen zur Freundschaft. Die Jubelfeier selbst wurde am Samstag bereits mit einem Fackelzug zum Festlokal „Steinach-Tal“ eingeleitet, wo bei einem Festbankett den langjährigen Mitgliedern Ehrenurkunden überreicht wurden. Fünfzigjährige Treue hielten dem Verein Leonhard Eisenhauer, Leonhard Boch, Adam Kohl und Nikolaus Knoll; dreißig Jahre: Johann Adam Kohl, Johann Adam Helfrich, Adam Flößer, Georg Heck, Adam Kunkel und Franz Schork; fünfundzwanzig Jahre: Karl Weber, Martin Kohl, Landwirt Adam Schmitt, Landwirt Adam Kohl, Peter Schmitt, Johann Eg, Georg Schmitt, Johann Koch, Steinhauer Adam Kohl und Johann Schmitt. Der nun 23 Jahre wirkende Dirigent Kohl (Ober-Abtsteinach) wurde von seinen dankbaren Sangesbrüdern mit einer Ehrengabe bedacht.

Beim sonntäglichen Gottesdienst sangen der gemischte Chor und der Männerchor des Jubelvereins. Nachmittags wurde dann auf dem Festplatz unter schattigen Bäumen von den beteiligten Vereinen für gesangliche Unterhaltung gesorgt, während der Abend den Tanzlustigen auf der Freibühne Vorbehalten blieb. Für den Montag ist ein Kinderfest vorgesehen. -r

Personenwagen brannte aus

In Groß-Gerau fuhr am Freitagnachmittag ein Personenwagen aus Düsseldorf durch die Straßenunterführung unter der Bahnlinie Frankfurt-Mannheim hindurch, wo das Wasser infolge der Regenfälle etwa 35 cm hoch stand. Dabei wurde der Motor feucht und blieb wenige Meter weiter stehen. Als der Fahrer nach etwa einer Stunde wieder anfahren wollte entwickelte sich ein Vergaserbrand. Löschversuche waren vergeblich: der Wagen brannte vollkommen aus. Der Besitzer des Wagens will die Straßenbauleitung für den Schaden verantwortlich machen, da in dem unzureichenden Zustand der Straße die Ursache für oen Verlust des Fahrzeugs zu sehen sei.

Fast an der gleichen Stelle schlug in einer Kurve der Anhänger eines in Richtung Groß-Gerau fahrenden Lastwagens gegen einen entgegenkommenden Personenwagen und riß dessen linke Karosserieseite auf. Zwei Insassen des Pkw erlitten leichtere Verletzungen. (cg)

Pferd verlelzt, Pliw. beschädigt

In der in Richtung Frankfurt führenden Kastanienallee berührte in der Nähe von Groß-Gerau am Freitagnachmittag gegen 17 Uhr ein Darmstädter Personenwagen ein Bauernfuhrwerk. Das Pferd wurde verletzt und der Pkw leicht beschädigt, (cg)

Ginsheimer Sommernachtsfest

Als am 1. April 1949 der Ginsheimer Karnevalverein gegründet wurde, hatte er wohl selbst nicht erwartet, daß er einen so schnellen Aufstieg erleben würde. Am Samstag, nach mehr als einjährigem Bestehen, veranstaltete er nun auf den Altrheinanlagen sein diesjähriges Sommernachtsfest, zu dem nahezu 1800 Festteilnehmer erschienen waren.

In einwöchiger, unermüdlicher Arbeit der Vereinsmitglieder wurden die notwendigen Vorarbeiten getroffen, eine Lautsprecheranlage aufgestellt, ein großes Tanzpodium errichtet und auch durch Heranziehen von Vergnügungsbuden und Karussells dafür gesorgt, daß die ältere und jüngere Jugend zu ihrem Recht kam.

Nach der Anfahrt der auswärtigen Karnevalvereine aus Grafenhausen, Laubenheim und Bischofsheim begann mit einem Prolog das bunte Programm. Der Festrede von Präsident Schmidt, Laubenheimer Karnevalvereinigung, folgte ein Blumenreigen der acht- bis zwölfjährigen Mädchen des gastgebenden Vereins, der von Frl. Seger einstudiert worden war. Die auswärtigen Vereine brachten karnevalistische Vorträge zu Gehör, und der Ginsheimer Karnevalverein führte humoristische Tänze auf. Höhepunkt des Festes bildete der „Walzertanz“ der Tanzgruppe der Ginsheimer Gastgeber, von Frl. Schaube choreographisch gestaltet. Als Abschluß des offiziellen Teils fand eine Lampionfahrt auf dem Altrhein statt, während der lebende Bilder bei bengalischer Beleuchtung gestellt wurden.

Nach dem Frühschoppen am Sonntagmorgen folgte am Nachmittag das Fischerstechen, ein Kinderfest mit lustigen Ueberraschungen und als Ausklang der abendliche Festball. Das Ginsheimer Sommernachtsfest soll zu einer ständigen Einrichtung werden, die im kommenden Jahre mit einer Fahnenweihe verbunden sein wird. Da selbst die ältesten Mitglieder des Ginsheimer Karnevalvereins an der Ausgestaltung des Festes beteiligt waren, bedeutete die Veranstaltung einen schönen Erfolg für den jungen Verein. hfl

Erziehung statt Strafe

Jugendrichter mit pädagogischen Ambitionen

Auf der Straße Lichtenberg — Groß-Bieberau, deren Fahrbahn sich in einem sehr schlechten Zustand befindet, fuhr am 7. Mai der 17jährige Sch. aus Niedernhausen mit seinem Leichtmotorrad auf dem Bankett der linken Straßenseite. Dabei stieß er mit dem entgegenkommenden Sp. aus Lichtenberg zusammen. Sp. flog in den Straßengraben und zog sich einen Bluterguß im Genick und am linken Bein zu. Der Jugendrichter des Amtsgerichts Reinheim erteilte Sch. nun im vereinfachten Jugendverfahren wegen Uebertretung der Straßenverkehrsordnung undl fahrlässiger Körperverletzung eine Verwarnung, eine Geldbuße von 10,- DM und als besondere Pflicht einen dreiseitigen Aufsatz mit dem Thema: „Welche Regeln gelten für das Verhalten des Kraftradfahrers im Straßenverkehr.“

Aktuelle Schnellverschrottung

Auf der Straße zwischen Hainstadt und Neustadt i. O. kam ein Daimler- Benz-Personenwagen aus Reutlingen in der Rechtskurve bei Rosenbach auf die linke Straßenseite, erfaßte mit dem linken Kotflügel einen entgegenkommenden DKW aus Neustadt und riß hm die linke Karosseriehälfte von der Motorhaube bis zum hinteren Kotflügel weg. Durch den Anprall wurde der DPW die 3 m hohe Böschung hinabgeschleudert und blieb mit dem Fahrgestell nach oben liegen. Der Fahrer, Weißbindermeister Justus Koch aus Neustadt und sein 13iähriger Sohn fielen heraus. Sie trugen wie durch ein Wunder nur Schnittwunden davon. Ein dritter Fahrgast mußte mit erheblichen Verletzungen aus dem zertrümmerten Wagen geborgen und in die Klinik nach Bad König gebracht werden.

Die eigenen Eltern bestohlen

In der vergangenen Woche verschwand ein fünfzehnjähriger Hammelbacher unter Mitnahme der elterlichen Geldkassette mit 500 DM Inhalt in Richtung Rhein. Er wollte, wie er hinterher angab, eine „Spritztour" machen. Um eventuellen Geldkalamitäten vorzubeugen, ließ er zugleich die väterlichen Sparkassenbücher mit Kontobeständen über 900 DM, einen Fotoapparat und ein Fahrrad mitgehen und besuchte zunächst einen Mannheimer Rummelplatz. 280 DM setzte der unternehmungslustige Jüngling hier um und sah weitsichtig bereits das Ende seines Bargeldbestandes. Er versuchte daraufhin, Geld von den Sparbüchern abzuheben. Hierbei wurde er erwischt, denn Pana hatte die Bücher sperren lassen. Die Weinheimer Polizei brachte das Früchtchen nach Hause zurück. (—r)

Vom Pferd gestürzt

Eine junge Pfundstädter Reiterin stürzte am Sonntagvormittag beim Geländeritt im Wald von ihrem Pferd. Sie mußte mit einem doppelten Beinbruch in das Alice-Hospital in Darmstadt eingeliefert werden. (DT)

Meldungen aus den Landkreisen

Darmstadt-Land

Alsbach. Am Sonntag läuteten von 12 bis 12.15 Uhr die neuen Glocken der Alsbacher Kirche zu Ehren der Gefallenen und Vermißten der Gemeinde. (hl)

Roßdorf. Am Freitag weilte die Frauenhilfe der Petrusgemeinde Darmstadt mit 140 Teilnehmerinnen unter Führung von Dekan Weiß in Roßdorf. Im Saale . .Darmstädter Hof“ traf man sich mit einigen Mitgliedern des Roßdörfer Frauenvereins. Nach einer Ansprache von Pfarrer Lutz verbrachte man bei Kaffee und Kuchen. Gesangs- und literarischen Darbietungen einige gemütliche Stunden. Nach einer kurzen Andadit in der Kirche fuhren die Teilnehmerinnen wieder nach Darmstadt zurück. (sl)

Dieburg

Georgenhausen. In der Gastwirtschaft „Zur Sonne“ in Georgenhausen wurde vom „Roten Kreuz“ Ortsgruppe Zeilhard und Georgenhausen eine Mitgliederversammlung abgehalten. Unter anderem wurde für den 23. Juli eine größere Autobusfahrt nach Heidelberg beschlossen. Die Fahrt wird über Erbach, Eberbach, Neckarsteinach und Neckargemünd gehen. Nach einigen frohen Stunden in Heidelberg wird die Rückfahrt entlang der Bergstraße erfolgen. Der Fahrpreis beträgt 7 DM. er.

Groß-Umstadt. Im Zuge der Neuorganisierung der Feuerwehren werden alle männlichen Einwohner der Jahrgänge 1924 bis 1932 zum aktiven Feuerwehrdienst herangezogen. Ausgenommen von dieser Regelung sind nur solche, die außerhalb des Kreises ihre Arbeitsstätte haben oder schwerbeschädigt sind. Diese müssen die nötigen Unterlagen beibringen. (eb)

Schaafheim. Der durch ein tragisches Geschick aus dem Leben geschiedene praktische Arzt Dr. med. Büchler wurde am 14. Juli in Kirch-Brombach beigesetzt. Neben zahlreichen Schaafheimer Bürgern begleitete ihn auf seinem letzten Wege das örtliche Rote Kreuz. Durch Herrn Dr. med. Ott. der bisher am Wormser Krankenhaus als Assistenzarzt tätig war, wird die Praxis bis zu einer endgültigen Regelung fortgeführt. — In dieser Woche wurde in der Gemeinde mit der Ernte begonnen. Auch die Gurkenernte nahm ihren Anfang. Zur Enttäuschung der Gurkenanbauer sind die Abnahmepreise bei weitem nicht so hoch wie im Vorjahr, wo ein Morgen oft Erträge bis zu 1000 DM einbrachte. (io)

Habitzheim. Der Landrat des Kreises Dieburg hat Herrn Erich Aschmann als Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr bestätigt. — Das auf der Bürgermeisterei gelagerte Brennholz wird verkauft. Der Preis beträgt einschließlich der entstandenen Unkosten pro Raummeter 20 DM. Interessenten können sich auf der Bürgermeisterei melden, (eb)

Erbach

Höchst. Eine Säuglingsberatungsstunde findet heute von 14 bis 15 Uhr auf dem Rathaus statt. eb

Beerfelden. Mit dem anläßlich des diesjährigen Pferde-, Fohlen- und Zuchtviehmarktes vertriebenen Markt-Anzeiger war die Auslosung eines Geldpreises von 25 DM verbunden. Er fiel auf die Nummer 1574. Der Gewinner kann den Betrag bis zum 25. Juli bei der Bürgermeisterei Beerfelden abholen.

Erbach. Mit einem Festkonzert beendete das Orchester des hessischen Landestheaters Darmstadt unter Leitung von Cornelius Monske a. G. in der Erbacher FesthaUe die Gastspielreihe dieser Spielzeit. Das volkstümliche Programm brachte in seinem 1. Teil Ausschnitte aus Webers „Freischütz“, Nicolais „Lustigen Weibern“ und Richard Wagners Ouvertüre zum „Tannhäuser“. Der 2. Teil war den Meistern der leichten Muse, Lehä, Strauß, Dostal und Künnecke, gewidmet. Die Arien und Lieder wurden von Ruth Wilke und Otto Boettcher gesungen. — Das Ernährungsamt A ist auf Grund einer Anordnung des hessischen Ministers für Arbeit, Landwirtschaft und Wirtschaft aufgelöst worden. — Am kommenden Donnerstag findet um 9 Uhr im Sitzungssaal des Landratsamtes in Erbach eine Bürgermeisterversammlung statt. Die Tagesordnung umfaßt mehrere wichtige Punkte, u. a. Herstellung von Karten für Bauleitpläne auf Grund des Aufbaugesetzes, Wohnraumbewirtschaftung, erstes Wohnungsbaugesetz und Fremdenverkehrsförderung.

Bergstraße

Jugenheim. Der Gemeinnützigen Bau- und Siedlungsgenossenschaft wurde zum Bau von zwei Doppelhäusern mit 12 Wohnungen im Gewann „Dreieichenrohr“ ein Landesbaudarlehen von 35 000 Mark bewilligt. Die Baugenossenschaft hat bereits ein Zwei-Familien-Haus fertiggestellt, das im September bezugsfertig wird. — Die Obstannahme der Spar- und Darlehnskasse ist Montag, Mittwoch und Freitag, von 6.30 bis 9 Uhr früh, bei Landwirt Hofmeyer. (hl)

Hähnlein. Die Ausgabe der Bücher der vom Volksbildungswerk geschaffenen Leihbücherei ist jeden Freitag, von 19 bis 20 Uhr, in der Schule, 1. Stock rechts. — Die Bürgermeisterei weist darauf hin, daß jede Person, die das 14. Lebensjahr vollendet, einen Antrag auf Ausstellung einer Kennkarte stellen muß. Falls sich die Personalien einer Kennkarte, z. B. Wohnungswechsel oder Namensänderung, durch Heirat verändern, ist diese umgehend bei der Bürgermeisterei zwecks Umschreibung abzugeben. (hl)

Waldmichelbach. Die hiesige katholische Frauengemeinde und die von Affolterbach und Achb ac h unternehmen am kommenden Dienstag eine Wallfahrt nach Marienthal. (—r)

Gadern Die in der gesamten Umgebung beliebte „Gadermer Kerwe“ wurde bei schönstem Wetter und unter Teilnahme vieler auswärtiger Gäste am Sonntag gefeiert. Höhepunkt war der „Kerwezug" mit der Festrede des Kerwenräsidenten, der die Ereignisse des abgelaufenen Jahres in humorvoller Weise wiederzugeben wußte. (—r)

Groß-Gerau

Mörfelden. Nachdem der 1. Bauabschnitt der Schlichtersiedlung fertiggestellt ist, sind nun die Arbeiten am 2. Abschnitt — der ebenfalls zwölf Häuser umfaßt — eingeleitet worden. Verschiedene Häuser wurden bereits begonnen. Das angrenzende Gelände an der Siedlung ist vermessen und zwanzig weitere Bauplätze baureif gemacht. Mit der Arbeit soll schnellstens begonnen werden. — Auf der Frankfurter Straße kam es zu einem Zusammenstoß zwischen einem Lastkraftwagen und einem Personenwagen. Ein Insasse des Personenautos wurde verletzt. Es entstand erheblicher Sachschaden. (Kb)

Dornheim. In der letzten Sitzung der Finanzkommission wurde beschlossen, daß die gemeindeeigenen Wiesen in den Gemarkungen „Dahlerbruch“. „Hinterlache“ und „Faresplacken“ für längere Zeit verpachtet werden sollen .Mit dieser Maßnahme soll eine rentable Bewirtschaftung der Wiesen erzielt werden. (Kb)

Wallerstädten. Dieser Tage konnte der Wagnermeister Jakob Mink sein 25jähriges Arbeitsjubiläum auf dem Rheinfelder Hof feiern. (Kb)

Königstädten Der Turnverein 1888 veranstaltet am Samstag, dem 5. August ein großes Sommernachtsfest Zur Einübung der sportlichen Darbietungen konnte Herr Ludwig Bingel aus Groß-Gerau gewonnen werden An diesem Tag wird sich auch der neu ins Leben gerufene Königstädter Spielmannszug erstmalig der Oeffentlichkeit verstellen. (Kb)

Der Sport

Dieburger Dreiecisrennen ein voller Grfolg

Heiner Fleischmann Tagesschnellster — Exeuropameister Ewald Kluge Doppelsieger — Böhm/ Fuchs auf Seitenwagen unerreicht — 5 neue Streckenrekorde — Glänzende Organisation — 60 000 Zuschauer bei herrlichem Wetter

Sie müssen wahrlich gute Menschen sein; die Sänger und die Feuerwehr und die Motorradfahrer. In Dieburg wenigstens. Denn wie hätte ansonsten die „übergeordnete Stelle“ dreimal hintereinander ein so herrliches Wochenende werden lassen mit Sonnenschein von früh bis spät. Und doch zwischendrin deftigen Regen für Garten und Feld.

Beim 3. Dieburger Dreiecksrennen am Samstag und am Sonntag stand am wolkenlosen Himmel strahlend die Sonne. Sie hat die vielen Zehntausende schon beizeiten aus den Federn geholt, denn bereits um 5 Uhr morgens des Haupttages kamen die ersten Besucher an, soweit sie nicht überhaupt in der Nacht zwischen Ausweis und Lizenz im schönen Umstädter Forst gezeltet hatten.

auf Horex und Baierlein auf Norton wechselten im Mittelfeld verschiedentlich die Position untereinander. Da brachte auf den letzten drei Kilometern Kauert noch eine Ueberraschung, denn Boller mußte ihm den 2. Platz überlassen.

110,6 km/st Durchschnitt bei den 500 ccm

Böhm. Triumph - Grand Prix. Groß. BMW, hieß fünf Runden lang die Placierung In der 500er-Soloklasse, dann waren die Rollen vertauscht. Burgei auf Norton konnte trotz seiner in dieser Klasse schnellsten Runde mit 117,4 km/st in der Spitze nicht mitreden. M i t z e 1 auf Engl.-Triumph, Schröder auf BMW und Kirchma y r auf Norton zogen bei ihren spannenden Positionskämpfen in der Feldmitte das Interesse auf sich, zumal der Ausgang dieses Wettbewerbs bereits in der 6. Runde festlag.

Ewald Kluge wieder in Form

Große Taktiker bei den kleinen Lizenzern

Das letzte Rennen des Samstags, die Solo-Lizenzklasse bis 125 ccm, brachte einen prachtvollen Zweikampf zwischen den beiden D’KW-Matadoren H. P. Müller und Ewald Kluge, der bei diesem Rennen zum ersten Male mit der 125er-DKW an den Start ging. Hier kamen internationale Erfahrung und fahrtaktische Klugheit augenfällig zur Geltung, denn Kluge hielt sich Tange Zeit im Windschatten seines Konkurrenten. Anfangs hielt H. P. Ried auf DKW gut mit, bis er in der 10. Runde weit zurückfiel, so daß Kluge und Müller das ganze Interesse in Anspruch nahmen. In der vorletzten Runde wäre es fast um den Bielefelder geschehen gewesen, denn in der Südkurve würgte ein Kolbenklemmer seinen Motor ab; er schob seine Maschine an der Zieltribüne vorbei, brachte sie dann aber wieder auf Touren. Seine Position gegenüber den nächstfolgenden war jedoch so gut, daß er trotz dieses Zeit- und Streckenvertustes den 2. Platz sichern konnte.

Müller-Ried-Kluge hieß die Reihenfolge nach der 1. Runde. Diese drei hatten sich bereits hier vom übrigen Feld abgesetz> Kluge übernahm von da bis zur 4. Runde 'die Stütze. Ried konnte noch einmal in Führung gehen, mußte aber Kluge bald wieder passieren lassen. H. P. Müller, dekurz nach dem Start den rechten Auspuff topf verloren hatte, setzte sich in einem rasanten Zwischenspurt für mehrere Runden auf den 1. Platz — Ried war inzwischen durch Motorschaden aufgefallen — der Abstand der beiden Spitzenfahrer gegen das übrige Feld vergrößerte sich immer mehr; sie lagen beide lange Zeit Rad an Rad, bis Müller durch den Motorschaden zurückfiel. -RS-

Kieben Rennen am Samstag

Der verlängerten Gesamtstrecke bei den mittleren und großen Lizenzklassen wegen wurden die Ausweisfahrer und die 125 er Lizenzklasse bereits am Samstagnachmittag gestartet. Der Besuch war recht vielversprechend, denn etwa 10 000 Menschen umsäumten die Strecke. Sie brauchten ihre eine D-Mark Eintritt nicht zu bereuen, denn erstens wurde ausgezeichneter Sport geboten und zweitens wickelten sich die einzelnen Wettbewerbe so rasch und Schlag auf Schlag ab, daß es mehrere Stunden lang nur Spannung gab, keine Kunstpausen und unliebsame Verzögerungen. Da hat die erstmals aufgeführte Umzäunung der Strecke doch wohl ähren doppelten Zweck zufriedenstellend erfüllt. Hinsichtlich der „Blindgänger" — denn wir hörten am Abend, daß die Kartenkontrolleure keinen nennenswerten Umsatz hatten — hinsichtlich auch der Freihaltung des Kurses selbst, für die außerdem Eugen Karl Schwarz (Stuttgart) immer wieder durch den Lautsprecher sorgte, durch den er übrigens jeden einzelnen auf den 3.3 Kilometern vorbildlich über den Stand der Rennen unterrichtete und dabei zu erzählen wußte, was mancher der Fahrer schon an Leistungen im Motorsport hinter sich hat. So steigerte er von Gang zu Gang und von Runde zu Runde das Interesse und die Anteilnahme des Publikums.

25 auf 125

Das. waren also die Maschinellen mit dem Wütchen, denn so was vor Zorn im Ton! Ein Viertelhundert Fahrer sirrte los. Auf halber Strecke hatten sich die Puch-Genossen O e x n e r und Funk die Führung geholt. Aber Blei w e i s auf Sachs und Schön auf DKW waren bis in die letzte Runde zu beachten. Doch weils keinen Versager gab und keinen Sturz, blieb es in der Endplacierung bei dieser Reihenfolge unter den ersten drei; lediglich Schön hatte Reichert auf Puch passieren lassen müssen. Hermann Bauer (Jugenheim), auf einer 98er Bismarck, konnte nicht mithalten; er wurde überrundet. Immerhin, er hat das Rennen durchgestanden.

Sensation der letzten Runde in der 250 er Soloklasse

Da stand der Arheilger Elbert mit seiner Triumph in der vordersten Startreihe links; er war also der Trainingsschnellste. Doch jetzt kam er schon beim Start ins Mittelfeld, hatte also seine Chance nicht wahren können. Mit ihm standen ja auch Dut h e und Freudemann auf DKW-K im Lauf, die den Startschnellsten, Kohlberg e r auf DKW-S, in der 1. Runde schon überholt hatten, und die treu und brav ihr Rennen fuhren. Hinter ihnen, zunächst an 4. Stelle, kam Lang auf Triumph-S. In der letzten Runde gab es eine unerwartete Sensation: Duthe hatte Stroh gestreift und Freudemann vorbeilassen müssen, Kohlbergers Motor fing an zu stottern, so daß Lang auf den 3. Platz aufrücken konnte. Der Sdeger erkannte jedoch die gute Fahrt seines Hauptgegners an: er nahm ihn mit auf die Ehrenrunde. Der Arheilger kam schon in der 2. Runde unter „ferner liefen“ und fiel schließlich über eine Runde zurück. Duthe hatte bereits die 100 - Kilometer-Grenze überschritten.

600er-Gespann Gesamtsieger

Die beiden Seitenwagenklassen wurden zusammen gestartet. Zuvörderst hatten die 1200 - Kubikzentimeter - Maschinen Aufstellung genommen, unter ihnen Willand/ Schulz (Babenhausen) auf BMW und Gullery/Jung (Harreshausen) auf Moto-Guzzi. Nach der halben Distanz aber hatten sich Schneider/Wahl auf ihrer 100 er nach vorne gearbeitet. Sie lagen dann Runde um Runde in scharfem und bis zum Schluß unentschiedenen Kampf gegen die beiden „Großen“ Willand/Schulz und Stoll/Stoll. Aber sie hielten eisern durch und holten sich im Gesamtklassement, wegen ihrer schneidigen Fahrt wohlverdient und als Landsleute umjubelt, die Trophäe, wenn auch ihre Stallgefährten — so man lies hier einmal sagen darf — mit 103,2 cm/st die schnellste Runde herausgeholt latten. Gullery konnte nicht mithalten; er ag wohl in seiner Kategorie (600 Kubikzentimeter) fünf Runden lang auf dem 1. Platz, verschwand aber dann immer mehr m Hintergrund.

Norton auf den ersten Plätzen

Unter den Nachmeldungen zu der Klasse B-Solo bis 350 Kubikzentimeter stand Heß (Arheilgen) auf Moto-Becane. Mehr als diese Notiz war aber von ihm nicht zu sehen, denn er erschien nicht einmal am Start. Schon im Training hatte ihn das Pech verfolgt; Zy-

linderniß bei seiner „planmäßigen“ war ein böses Omen. Das Rennen selbst wurde zu einem Dreifach-Sieg für Norton. Von der 3. Runde an lag Herrmann an der Spitze, und ihm folgten Boller und Kauert, der sich innerhalb zweier Runden vom 5. auf den 3. Platz vorgeschoben hatte. Frisch


Europameister Ewald Kluge, der Gewinner der 125- und 250-ccm-Klasse, nach seinem ersten Sieg.
Europameister Ewald Kluge, der Gewinner der 125- und 250-ccm-Klasse, nach seinem ersten Sieg.

Die großen Rennen des Sonntags

Für den Sonntag waren „nur“ fünf Rennen auf dem Programm, aber sie hatten aus zwei Gründen doppelte Anziehungskraft: Am Start erschienen nur Lizenzfahrer — also Männer, die die „Meisterprüfung im Motorsport“ bereits bestanden haben — die Strecken selbst waren mit 100 bzw 160 km fesgelegt; Zerreißproben gab es also bis ins Tz.

CGwald Kluges zweiter Sieg

DKW — K 250 beherrschen den 1. Lauf

Im Sattel mancher 250er-Maschine saßen Männer, denen nicht nur alles zuzutrauen war, sondern die auch wirklich das Letzte aus dem Motor und auch aus sich selbst herausholten. In der ersten Hälfte des Rennens gaben Ewald Kluge, H. P. Müller, Hermann Gablenz, Otto Kohfink und Rudi Meier den Ton an, Thorn Prikker, der Spitzenreiter der Saugmotorenklasse, hatte sich lange Zeit im Windschatten Ewald Kluges halten können, der später mit 117,5 km/Std. die schnellste Runde fuhr. Als in der 23. Runde Gablenz ausfiel (Kettenbruch), schonte Kluge seine Maschine. In der Spitze änderte sich dann nichts mehr, doch gab es im Mittelfeld interessante Positionskämpfe zwischen Kohfink und Daiker, die schließlich auf den dritten und fünften Platz einkamen, weil Rudi Meier sich noch vorschieben konnte. Auf der Ergebnisliste erscheint vom 1. bis 5. Platz die Fahrzeugmarke DKW — K, also nur Kompressorenmaschinen. Der 6. des Gesamtklassements und 1. der Saugmotorenklasse war Hein Thorn Prikker. der immerhin den gleichen Studendurchschnitt erreichte wie Daiker auf seiner Maschine mit Ladepumpe. Schon bei diesem Rennen war der erste neue Streckenrekord fällig. Ewald Kluge stellte ihn auf, der trotz Kerzenwechsels Sieger wurde.

Böhm / Fuchs nicht zu schlagen

Ueber 60 Prozent Ausfall bei kleinen Gespannen

Hellblau fuhren Böhm-Fuchs auf ihrem 600 er Gespann NSU K in einem ganz hervorragenden Rennen ebenfalls neuen Klassenrekord. Ihr erster Platz in der deutschen Meisterschaft fand in Fahrweise, Kurventechnik und Geschick in Dieburg seine volle Bestätigung. Auf der einzigen Kompressormaschine dieses Rennens stoben die zwei in einem bewunderswerten Gleichmaß über den Kurs, später in immer größerem Abstand (aber untereinander dichtauf) gefolgt von Neußner /Minderlein, Schmid/Mittelmayer, dem Bergmeister von 1947 und Ebersberger/ Strauß, die allerdings noch in der ersten Hälfte des Rennens aussteigen mußten. In dieser Klasse wie bei den schweren Seitenwagenmaschinen zeigte sich doch, daß das „kleine Dieburger Dreieck“ auch seine Tücken hat, denn aus den Volltouren der drei Geraden war in den Kurven ein Herunterschalten vom großen bis zum kleinsten Gang notwendig. Das bedeutete bei den vorgeschriebenen 20 Runden 60 mal rauf und runter mit dem Getriebe. Das reißt an der Maschine, das zerrt an Ritzel, Pleuel und Kolben . . . das zerreißt leicht dies und jenes. So ist es zu erklären, daß von zehn gestarteten Fahrern nur drei durchs Ziel gingen.


BöHffC/Fuchs dufNSU^däs beste Scitenwagengespdnn‘ihder Kurve,
BöHffC/Fuchs dufNSU^däs beste Scitenwagengespdnn‘ihder Kurve,

Fleischmann schnellster Mann

An die zehn Meisterfahrer am Start

In der Lizenzsonderklasse bis 350 ccm, in der mit Heiner Fleischmann an der Spitze etwa zehn Teilnehmer der deutschen Meisterschaftsläufe für Motorräder starteten, ging Fleischmann auf die Rekordjagd, die der 500 er BMW Georg Meiers vom Vorjahre galt. Er packte also tüchtig aus, ohne allerdings die Maschine zu überziehen. Und wenn er auch seinen Konkurrenten nicht erreichen konnte, so kam seine schnellste Runde mit 127 km/std. doch bedenklich nahe an Meiers Dieburger Rekord heran. Fleischmann feuerte also unangefochten, aber seines Schneides und seines hohen Könnens wegen oft bejubelt. 30 mal 3,3 km über die Baon — hart im Kampf um den zweiten und dritten Platz lagen H. P. Müller und Siegfried Wünsche, zwei Fahrer mit gleicher Raffinesse und Erfahrung, die allerdings im ersten Drittel die Plätze wechselten, die aber so Rad an Rad fuhren, daß die Placierung bis zum Schluß immer auf des Messers Schneide stand. Noch spannender fast waren die Positionskämpfe der Saugmotorenleute, denn Friedel Schön (Horex), Roland Schnell (Schnell spezial) und Bruno Bohrer (Velocette) kämpften ebenso verbissen um die Bestplacierung im Mittelfeld, wie dicht hinter ihnen und zeitweise auch mit ihnen Hans Richnow (Rudge), Xaver Heiß (Velocette), Knopf (AJS) und Andrew Ameismeier (Norton). Heiner Fleischmann steuerte seine 68 PS in diesem am stärksten besetzten und interessantesten Rennen der Veranstaltung mit einem Stundendurchschnitt von 124,5 km nach knapp 48 Minuten vor den je eine Runde zurückliegenden Siegfried Wünsche und H. P. Müller, dessen Vorderradbremsein der 5. Runde blockierte, und der trotzdem bis Schluß durchhielt. beide auf DKW-K., zum Sieg. Dann folgte als Gesamtvierter "nd Erster der Saugmotorenfahrer Roland Schnell auf Eigenbau vor Bruno Bohrer.

Sepnenhausen /Wenzhofer bei den 1200 ccm

Bei den schweren Seitenwagen fuhren der Erste in der deutschen Wertung Seppenhausen/Wenzhof er und der mehrfache Seitenwagenmeister Müller /Rührschneck um den Sieg, den ihnen die Doppelstarter Ebersberger / Strauß. Roth/Ruf und Schäfer/Höller alle auf BMW streitig machen wollten. Keine Kompressormaschine lag im Rennen; der Wettbewerb wurde also jetzt schon so, wie es in Zukunft voraussichtlich immer sein wird: die Ladepumpe verschwindet, nur noch der Saugmotor erscheint am Start. Ebersberger und Seppenhauser waren lange untereinander und von Sepp Müller stark gefährdet, der allerdings in der 8. Runde wegen Bruch des Schwimmergehäuses von der Bahn ging. Roth rückte dadurch auf den 3. Platz vor, den er bis zum Schluß halten konnte. Es gab auch hier wieder neuen Klassenrekord, denn Seppenhauser'Wenzhofer erreichten bei einem Gesamtdurchschnitt von 112,3 km/std. neue Bahn-Bestzeit und außerdem mit 115,2 km'std. schnellste Rundenzeit.

Hoske stegt im letzten Rennen

Solo-Saugmotoren unter sich

Im letzten Rennen für Lizenzfahrer auf Solomaschinen bis 500 ccm fehlten die K-Meldungen. Im Sattel der BMW. NSU. Norton. Rudge und englisch Triumph saßen Eberlein. Nitschky. v. Woedtke. Rüihrschneck. Fuß und Baitisb e r ge r . Fahrer also, die sich gegenseitig die Hölle heiß und das Leben sauer machten. Sie sind alle seit langem Rennfahrer, sie belauern sich auf jedem Meter, sie suchen in den Kurven Geländegewinn, machen sich unter Umständen gegenseitig Schritt. Und wenn das wie hier über 30 Runden geht, dann muß einer schon voll und ganz beim Zeug sein, damit er nicht all zu schmerzlich stark versetzt wird. Hoske. nach langer durch Sturz bedingter Pause zum erstenmal wieder dabei. Kurt Nitschky. von Woedtke und mit dem linken Bein noch im Gipsverband Rudi Knees wußten, um was es geht, denn sie ließen während des ganzen Rennens auch nicht einen Zahn locker, sie fuhren, wenn immer möglich, die 100 km mit vollem Gas. Mit zunehmender Rundenzahl wurden die Maschinen naturgemäß wärmer und schneller. Es gab keine Schäden am Motor und so blieben die Besten dieser Klasse über die ganze Distanz im Wettbewerb. Siegfried Fuß. der einmal überrundet war. rdmb ^ich später wieder soweit nach vorne, daß er schließlich hinter dem Sieger Hoske doch noch den 5. Platz belegte.

Burlesken beim Rennen

Der Ausspruch: „Fahnen, Fahnen, nichts als Fahnen“, wurde schon früher geprägt, markanter. und mit Militärmusik. In Dieburg stammte der Krach von den Rennmotoren. Es heulten — ach der alte Ausdruck — nicht nur die Maschinen, sondern auch kleine Kinder, die im Körbchen mitgebracht wurden. Fortissimos überall: an Schnelligkeit, an Bildlichem, an Natur-verbrämendem. Zur Schnelligkeit: es donnern die Motoren gen, von und um Dieburg. Geschmeidiger gesagt: Die starten schon gar nicht mehr, die fahren nur noch. Hysterie der Motorisierung: bevor sie anfangen zu fahren, sind sie schon wieder da. Wie bei Schiller motorisiert: ... durch Nacht und Wind, das ist der Vater mit seinem Kind, der Vater Karl mit dam Sohne Fritz, auf D.K.W. mit Soziussitz. Der Vergleich und meine Frau hinken nur auf einer Seite. Ersterer weil der D.K.W.-Fahrer Ewald heißt, und meine Frau, weil ein Zuschauer nebenan ohne Motorrad den dritten Gang (Fußschaltung) hereinwarf. Auf diese Weise bekam meine Frau einen dicken Knöchel am linken Fuß. Halbwüchsige interpretieren boxenderweise sowieso mit, und der Taubstumme, der sonst immer am Luisenplatz steht, erklärt, wenn er nicht schimpft, die Vorteile des Doppel-Kolbens. Frauen haben hektische Flecken auf den Backen, und bärtige Männer aller Altersklassen machen den Ton der Rennmaschinen mit dem Munde nach. Hoffentlich, leider!, beim Schalten gibt es Pruster ins Gesicht. Solidaritätsbeweis beim Rennen oder frei nach: „Emil mach’ den Kragen hoch, die Begeisterung wird feucht.“ Die Darmstädter sollen ein weiches Gemüt haben. Koa Spur net. In der fünften Runde reißt mir einer meinen Photo herunter. Schaum vor dem Mund. Der hatte schon seit Freitag mitgefahren und brachte nur noch einen heiseren Ton heraus. Der Mensch ist das Produkt seiner Umgebung. In Friedenszeiten verteilte er Sprüche, der Bibelforscher. Seitdem £s sich herumgesprochen hat, daß Schorsch Meier nicht kommen konnte, da ihm ein Mädchen bei den früheren Rennen immer zuwinkte, ergo, er .es heiratete, scheint sich das auf allen Rennstrecken einzubürgern. Bei den Ausweis-Fahrern wurde weniger gewinkt, von wegen: wir armen Arbeiter. — Viele Menschen besehen sich das Rennen in liegender Stellung. Man muß über Leiber schreiten, solche Rubensscher Fülle, und kleiner mit Mausezähnchen. Wo die liegen, ist wenigstens kein Polizist.

Ein alter Herr mit Strohhut fragt nach dem Grunde des Lärmes und der Aufregung, er kam als Käfersammler in den Wald. „Da kommen wohl Panzer, sagt er. Na, mal müssen die ja kommen. Die Menschen jubeln immer den Siegern zu. Zucker gibt’s auch nicht mehr. Zu meiner Zeit hat schon der alte Franz-Joseph gesagt: immer druff uff die Preißen. Mein Enkel läuft auch Ski. Sehen Sie junger Mann, wer morgens spät aufsteht, muß sich um diese Zeit beeilen, sonst kommt er nicht rechtzeitig zur Parade, ja, ja, der Pferdesport! Einem der vielen erwerbslosen und Schwerbeschädigten Schulkindern mit Tribünenkarte, reißt der Fahrtwind bei dem Duell Wünsche-Müller dasjenige von der Nase weg, was sonst ins Taschentuch gehört. Es herbstet an der Geraden, Altweibersommer auf dem Rücken eines schönen, grauen Anzuges. Jugend kennt barfuß gar keine Gefahren mehr. Die Brombeer-Hecken längs der Straße sind z. T. niedergetreten. Dahinter lagern die Individuellen ohne Zuschauer-Ehrgeiz. Wie bei, oder mit KdF damals, long, long ago, nach Norwegen. Im Angesicht der Fjorde spielte man unten in der Kabine Karten. „Sie sehen“, sagen die Leute zu mir, „damals auch, die Eisberge sind geblieben.“. Auf der Presse-Tribüne bleibt man auch. Sämtliche Studenten und Studentinnen des Heidelberger zeitungswissenschaftlichen Institutes haben heute einen Betriebsausflug gemacht.

Nach dem Film: Zwanzig zu viel an Bord, oder sie konnten nicht schreiben, weil der Bleistifthändler schon weitergegangen war.

Literarisch, Hamsun: „Die Weiber am Brunnen“, und „Der Ring schließt sich“. Immer enger nämlich um die Fahrerboxen. Da ruhen die Kränze und Andere. Sächsisch rach dem Berg, wo eine Chungfrau saß, die sagte: „Sie Reiber, warum nähm’n se mir denn den Gamm wech: seit der Zait haißt där Wäch, Gammwäch.“ Man sagte mir. die hätten das Kerzen-Ersatzteillager unter sich, welches von Chemnitz ausgelagert zu sein scheint. Weiter schreiten wir Seit’ an Seit’ mit von der Sonne geröteten (nicht Halstücher) Gesichtern, entlang der Papier-Schnitzeljagd der 60 000. Und wir marschierten immer noch weiter, als das Rennen auch schon zu Ende war Dann bekamen wir zwischen Paniertüten und Bonbonhülsen an der großen Kurve einen guten Platz, um auch noch die abfahrenden Radfahrer übersehen und deren Technik beurteilen zu können. ng.


Der Start der 125 er-Lizenzfahrer
Der Start der 125 er-Lizenzfahrer

Heiner Fleischmann, der schnellste Mann auf der Dieburger Dreiecksstrecke und Sieger in der 350-ccm-Klasse.
Heiner Fleischmann, der schnellste Mann auf der Dieburger Dreiecksstrecke und Sieger in der 350-ccm-Klasse.

Das waren die Zeiten:

Ergebnisse der Ausweisfahrer

Solo bis 125 ccm (10 Runden — 33,0 km). 1. Oexner (Puch) 21,55,2 Min. — 90,3 km/std., 2. Funk (Puch) 89,8 km/std., 3. Bleiweis (Sachs) 89,5 km/std., 4. Reichert (Puch) 89,4 km/std.. 5. Schön (DKW) 86,2 km/std. Schnellste Runde: Reichert 92,0 km/std., Start: 25 Fahrer; am Ziel: 15 Fahrer.

Solo bis 250 ccm (10 Runden = 33,0 km). 1. Freudenmann (DKW-K) 19,54,0 = 99,4 km/std.. 2. Duthe (DKW-K) 99,3 km/std., 3. Lang (Triumph-S) 96,4 km/std.. 4. Kohlberger (DKW-K) 94,7 km/std. Schnellste Runde: Duthe 103,0 km/std.; am Start; 13 Fahrer; am Ziel: 9 Fahrer.

Solo bis 350 ccm (10 Runden = 33,0 km). 1. Herrmann (Norton) 18.40,7 = 105,9 km/std.. 2. Kauert (Norton) 105,2 km/std., 3. Boller (Norton) 105,1 km/std., 4. Roch (Norton) 104,2 kmstd. Schnellste Runde- Herrmann 108,8 km/std.; am Start: 11 Fahrer; am Ziel: 8 Fahrer.

Solo bis 500ccm (10 Runden — 33,0 km). 1. Groß (BMW) 17,54,2 = 110.6 km/std., 2. Böhm (Triumph) 109,4 km/std., 3. Burgei (Norton) 107,6 km/std., 4. Baranowski (Norton) 107,3 km/std„ 5. Hafner (BMW) 105,4 km/std. Schnellste Runde: Bürge! 117,4 km/std.; am Start: 15 Fahrer; am Ziel: 11 Fahrer.

Seöitenwagen bis 600 ccm (10 Runden = 33,0 km); 1. Schneider-Wahl (BMW) 19:34,0 = 101,1 km/std., 2. Graß-Lüchtemeiier (BMW) 1 Runde zurück, 3. Steiner-Habinger (Norton) 3 Runden zurück. Schnelstle Runde: Schneider-Wahl 103,2 km/std.

Seitenwagen bis 1200 ccm (10 Runden = 33,0 km): 1. Wi 11 an d - Schulz, Babenhausen, (BMW) 19:37,2 = 100,9 km/std, 2. Stoll-Stall (BMW) 100,5 km/std, 3. Knaus-Polin (Eigenbau) 1 Runde zurück. Schnellste Runde: Willi and - Schulz, Babenhausen, 103,4 km/std, am Start: 6 Fahrer; am Ziel: 4 Fahrer.

Ergebnisse der Lizenzfahrer

Solo bis 125 ccm (15 Runden = 49,5 km): 1. Kluge, Ewald (DKW) 30:26,0 — 97,7 km/std, 2. Müller, H. P. (DKW) 95,5 km/std, 3. Hofmann, Karl (Puch) 94,7 km/std (zugleich 1. der Saugmotorenw^rtung), 4. Felgenheier (DKW) 92,9 km/std, 5. Meister (Puch) 92,8 km/std. Schnellste Runde: Kluge 99,7 km/std, am Start: 17 Fahrer; am Ziel: 12 Fahrer. Solo bis 250 ccm (30 Runden = 100,0 km): 1. Ewald Kluge 53:05,0 = 11,9 km/std, 2. H. P. Müller 109,3 km/std, 3. Otto Kohilflnk 109,2 km/std, 4. Rudi Meier 109,2 km/std, 5. Otto Dailker (alle DKW-K) 109,1 km/std, 6. und 1. Saugmotorenfahrer: Hein Thom-Prikker (Moto-Guzzii) 109,1 km/std. Schnellste Runde: Ewald Kluge 117,5 km/std. Schnellste Runde der Saugmotorenwertung: Thorn-Pnikker 114,7 km/std; am Start: 15 Fahrer; am Ziel: 10 Fahrer.

Solo bis 350 ccm (30 Runden = 100,0 km): 1. Heiner Fleischmann (NSU-K) 47:43,1 = 124,5 km/std (Neuer Klassenrekord), 2. Siegfr. Wünsche (DKW-K) 1 Runde zurück, 3. H. P. Müller (DKW-K) 1 Runde zurück, 4. und 1. Saugmotorenfahrer: Roland Schnell ( Schnell-Spez.) 2 Runden zurück, 5. und 2. Saugmotorenfahrer: Bruno Bohrer (Velocette) 2 Runden zurück, 6. und 3. Saugmotorenfahrer: Kurt Knopf (AJS) 2 Runden zurück. Schnellste Runde: Heiner Fleischmann 127 km/std: am Start: 20 Maschinen; am Ziel: 10 Maschinen.

Solo bis 500 ccm (30 Runden = 100 km) 1. Ernst Hoske (BMW) 51:08,5 = 116,4 km/std. 2. Gert v. Woedtke (Norton) 116,0 km/std. 3. Georg Eberlein ( BMW) 115,0 km/std. 4. Horst Kellner (BMW) 114,9 km/std. Schnellste Runde Hoske auf BMW 120.5 km/std: am Start 12 Maschinen; am Ziel 8 Maschinen.

Seitenwagen bis 600 ccm (20 Runden = 66 km) 1. Böhm-Fuchs NSU-K 34:57,7 = 113,2 (Neuer Klassenrekord) 2. und 1. Saugmotorenfahrer: Schmid-Mittelmayer 1 Runde zurück 3. und 2. Saugmotorenfahrer Neußner-Minderlein. 1 Runde zurück. Schnellste Runde: Böhm-Fuchs. 117.0 km/std. Schnellste Runde der Saugmotorenwertung: Schmid-Mittelmayer. 108,1 km/std: am Start 10 Maschinen: am Ziel 3 Maschinen.

Seitenwagen bis 1200 ccm (20 Runden = 66 km) 1. Seopenhauser-Wensdorfer (BMW) 35:10,5 = 112,3 km/std (neuer Klassenrekorti) 2. Ebersberger-Strauß (BMW) 1 Runde zurück 3. Roth-Ruf (BMW) 1 Runde zurück: Schnellste Runde: Seppenhauser-Wenshofer 115,2 km/std: am Start 8 Maschinen; am Ziel 4 Maschinen.

Ein Lob der Organisation

Es sind hier sicher viele hundert, die gestern nachmittag einen Seufzer der Erleichterung gen Himmel schickten, weil dies große Rennen glücklich und mit vollem Erfolg — wie wir dem Veranstalter wünschen: in jeder Beziehung — vorüber war. Wir meinen diesmal alle, die mit der Organisation und der Durchführung des Rennens zu tun hatten — einerlei, ob sie in der Rennleitung tätig waren oder an sonst einem kleinen, aber fürs Gelingen auch wichtigen Platz standen. Und wenn wir hier eines herausheben, dann hat das schon seinen Grund. Wir meinen die Gesamtorganisation des Rennens, den Ablauf der Wettbewerbe, der so pünktlich war, daß ein Wort der Anerkennung keine Schmeichelei ist. Mit dazu beigetragen hat sicherlich die erstmals eingeführte Absperrung, die die Straße immer frei hielt, beigetragen hat aber auch die pausenlose Folge von Rennen zu Rennen. Noch ehe der Sieger einer Klasse seine Ehrenrunde gefahren hatte, standen die nächsten Starter schon vor der weißen Flagge Rudi Kaufmanns, des stets wohlgelaunten Schwaben. Wir schlagen vor: Nehmen Sie ihr Rennprogramm, schlagen Sie die Seite 11 auf und lesen Sie. wer alles sich um dieses prachtvolle Rennen und seine 60 000 Zuschauer verdient gemacht hat.

Gut gemeint — aber ausgefallen

Rennleitung und vor allem Fahrer haben unserer lieben guten Bundesbahn ein Schnippchen geschlagen. Sie haben so früh Schluß gemacht, daß die beiden für 17.30 und 19.00 Uhr eingelegten Sonderzüge Dieburg— Darmstadt ausfallen mußten, weil um diese Zeit schon längst keiner mehr da war, der mitfahren wollte. Geschmunzelt darob haben wahrscheinlich die Omnibusunternehmer, die allerhand Menschen heimwärts geschleppt haben mögen.

Alles in allem: Gustav Petermann hat auch dies dritte Haltetau fürs Dieburger Rennen so gut verankert, daß kein Sturmwind es mehr umwerfen kann: das Dieburger Dreieck kommt Jahr für Jahr wieder.

Splitter am Dreieck

Das Rennen begann schon unterwegs

Das Rennen begann eigentlich schon in Roßdorf. Da standen die Leute an der „Stadtkurve“, brauchten keinen Eintritt zu bezahlen und sahen allerhand für ihr Geld. Was sie sahen, waren die Zuschauer für Dieburg, die da auf allen möglichen und unmöglichen Gefährten in östlicher Richtung rollten. Es war eine rauhe Menge mit dem polizeilichen Kennzeichen FR darunter. Soweit hat das Dieburger Dreieckrennen schon seine Popularität gefunden. Es war ein schönes Gedränge auf der Straße. Fahrzeuge, die gegen den Strom schwammen, hatten es schwer.

Vier — drei — zwo — eins — ab!

Als" das Rennen begonnen werden sollte, wurden erst ein, zwei Begrüßungsreden gehalten. Das gehört nun mal zu einer Veranstaltung. Den Fahrern schien das nicht zu imponieren, sie ließen derweilen ihre Karren auf der Warmlaufstrecke herumdonnern. Das machte allerhand Qualm und steigerte die Spannung. Zwischen den Strohballen hatten sich die Fotografen eingenistet, und die Polizisten sagten: „Zurücktreten, bitte!“ Dann gings los! Stroh hatten sie in den Kurven übrigens eine ganze Menge gestapelt. Die Farbe muß auf Motorräder irgendwie abschreckend wirken, denn sie haben sich möglichst fern davon gehalten. Nur zwei prasselten in die Strohballen. Hat ihnen aber auch nichts geschadet, und weiter ging die Jagd. Wenn dann bei jedem Rennen die letzte Runde begann, fingen sie an, die goldenen Kränze vom Rennleitungshäuschen abzuhängen.

Organisation bestens!

In Dieburg war alles ein Drahtzaun. Und wo keiner war, da kontrollierten sie scharf die Eintrittskarten. Da hatten sie anscheinend einiges im letzten Jahr gelernt. Aber nicht nur im Kontrollieren von Karten, auch sonst klappte die Organisation besser denn je. Voriges Jahr kämpften sie noch während der ersten Rennen mit der Lautsprecheranlage. Die wollte damals nicht. Diesmal war, wenn nicht gerade die Motore daherdonnerten, die Zuschauerrunde bestens und flüssig informiert. Ein Pluspunkt für den „Ansager“!

Buntheit um die Strecke

Vor dem Drahtzaun, hinter dem Drahtzaun, rund um die Strecke war ein buntes Leben. Aufreizendes Dekollete mit wuchtiger Sonnenbrille und zinnoberrotem Mund akzentuiert neben dem hitzeaufgeweichten Sonntags-nachmittags-vor-der-Tür-steh- Anzug, Lederhose mit buntem Schal um den Hals neben dem „Geblümten“. So bunt war es auch auf den Parkplätzen: Da standen die wunderlichsten ~Eigenbau“-Erzeugnisse, Dreiradlieferwagen. Omnibusse, der neueste Porsche-Tourenwagen, Sachsmotorräder und allerhand Stromlinienförmiges friedlich nebeneinander.

„Heiße Würstchen gefällig?“

Da war auch eine Menge Menschen, die kam nicht zum Spaß daher. Die suchten das Rennen mit dem Finanzamt zu machen und hatten Eis, heiße Würstchen, Schokolade und saure Drops in ihren Karren geladen. „Wie gehts Geschäft?“ „Könnt besser sein!“ Na, ich bin kein Finanzamt, und ein Wurststand hatte schon im halben Rennen keine Brötchen mehr. Ausverkauft! Wenn das ein schlechtes Geschäft sein soll? Wenn soviel Coca-Cola-Fläschchen getrunken wurden, wie Leute mit Coca-Cola-Augenschirmen rumliefen, na bitte. Andere hatten „Chinesen-Hüte“ von der Firma Phoenix gegen die Sonne auf dem Kopf. Das war nichts zum Essen oder Trinken. Das sind Auto- und Fahrradreifen. Noch andere hatten sich Zeitungen auf den Kopf gelegt, denn die Sonne meinte es gut. Manchen meinte sie es zu gut sogar. Die legten sich in den Wald und ließen sich aus dem Lautsprecher erzählen, was los war. Andere saßen an der Straße in den Apfelbäumen. Die grünen Aepfel nahmen das teilweise übel und fielen herunter. Ein Glück, daß es staatliche Aepfel waren.

„Fahrschule“ in Dieburg

Beim Dieburger Dreieck hatten sie anscheinend etwas gelernt, die, die selbst auf irgendeinem fahrbaren Untersatz dorthin gekommen waren. Denn auf dem Heimweg da qualmte der Gummi, die armen „Sachse“ wurden bis hintenhin aufgedreht, und die neu glänzenden NSU-Föxe wieselten wie die wildgewordenen Hornissen rechts und links an den gut bürgerlichen vierrädrigen Motorfahrzeugen vorbei. Den Leuten mit den grünen und blauen Uniformen standen die Haare zu Berge, sie fuchtelten wild mit den Armen, aber trotzdem, es ging alles gut. Kein Unfall an beiden Tagen, ein Plus für die Polizei und die Lizenzfahrer, die ihren „Schülern“ etwas von Kurventechnik erzählt hatten. Gut, daß der Rennkraftstoff an Tankstellen nicht zu haben ist! agt.

Uruguay Weltmeister!

Rio de Janeiro. (Letzte Meldung.) Vor über 150 000 Zuschauern besiegte in der Endrunde um die Fußballweltmeisterschaft völlig unerwartet die Außenseiterelf von Uruguay den hohen Favoriten Brasilien mit 2:1 (0:0).

In Sao Paulo besiegte Schweden im zweiten der beiden letzten Spiele die spanische Elf mit 3:1 Toren.

ABC—Main-Bischofsheim 9:3

Etwa 600 Zuschauer hatten sich Samstag abend im Hof der Liebigschule eingefunden, um den ABC Darmstadt-Eberstadt gegen die kampfkräftige Staffel von Mainz-Bischofsheim im Ring zu sehen. Obwohl die Gäste in allen Klassen Vorteile in Gewicht und Reichweite hatten, konnten sie nur im Mittelgewicht beide Punkte für sich buchen. Unter der Leitung von Ringrichter Belz (Frankfurt) kam es zu teilweise dramatischen Ringgefechten.

Bei den Einleitungskämpfen der Schüler- und Jugendklasse überraschte erneut Heckhaus (E.) durch sein Können. Mit flüssiger Beinarbeit und einer gestochenen Linken beherrschte er seinen Gegner und schickte ihn in der zweiten Runde für die Zeit zu Boden.

Bei den Senioren lieferten sich besonders Bischoff (E.) — Scheerer (B.) und Nicolai (E.) — Willner (B.) erbitterte Kämpfe. Bester Mann der Gäste war Wiegand, der, seine Reichweite ausnutzend, den ständig angreifendend Formella links konterte, in der letzten Runde selbst zum Angriff überging und den Eberstädter in arge Bedrängnis brachte. Im Kampfe Büttner (E.) — Steiner (B.) hatten die Gäste einen Mann, der das Boxen noch lernen muß. Ringrichter Belz brach den Kampf bereits in der ersten Runde wegen Unfähigkeit von Steiner ab.

Ergebnisse:

Bantamgewicht: Bischof (E.) S. n. P. über Scheerer (B.); Federgewicht: Bühner (E.) S. n. P. über Steiner (B.); Leichtgewicht: Nicolai (E.) S. n. P. über Willner (B.); Weltergewicht: Kohl (E.) S. n. P. über Belz (B.); Mittelgewicht: Formella (E.) verl. n. P. gegen Wiegand (B.); Halbschwergewicht: Schulz (E.) unentsch. gegen Dietl (B.); Schüler: Bereuter (E.) verlor n. P. gegen Naud (B.); Jugend: Mayer (E.) S. n. P. über Claus (B.); Liedke (E.) verlor n. P. gegen Fischer (B.); Heckhaus (E.) Sieg durch K. o. über Lulthard (B.).

Am Sonntagnachmittag um 3 Uhr trafen sich im Oberwaldhaus vor amerikanischen Gästen nochmals der Nachwuchs vom ABC Darmstadt-Eberstadt mit der Kampfstaffel Mainz-Bischofsheim. Unter reger Anteilnahme beim einzelnen Kampfverlauf konnten die Gäste einen 6:4-Sieg davontragen. Es muß erwähnt werden, daß der Nachwuchs der Staffel ABC Darmstadt-Eberstadt nur ganz knapp nach Punkten verloren hat. Die Veranstaltung als solche war ein voller Erfolg. - Ter -

Deutsche Straßenmeisterschaften

Alles, was im Amateur-Radsport Klang und Namen hat. traf sich gestern auf der Solitude in Stuttgart, dem Schauplatz der Deutschen Straßenmeisterschaften.

Nicht weniger als 185 Nennungen bei den Aktiven und über 200 bei der Jugend lagen vor. Das Rennen, vom Württembergischen Radsportverband vorbildlich ausgerichtet, wurde auf der mit Schwierigkeiten gespickten Solitude-Rennstrecke ausgetragen, die durch ein Massenaufgebot von Streckenordnern und Polizei abgesichert war; letztere ausgerüstet mit modernsten Nachrichtenübermittlungsgeräten. wie Sende- und Radiowagen, so daß das Publikum laufend über den Stand der Rennen orientiert war.

Der Start erfolgte beim Schloß Solitude auf einer 18 km langen Rundstrecke, die zuerst 1 mal zu durchfahren war. Dann ging es in langer Schleife durch den Schwarzwald und wieder zurück auf die Solitude-Strecke. wo auch das Ziel war. Insgesamt waren für die Aktiven 193 km zu durchfahren. Die Fahrstrecke der Jugend betrug 72 km. und zwar war die 18 km lange Solitude-Rennstrecke 4 mal zu durchfahren.

Sieger bei den Aktiven und Deutscher Straßenmeister 1950 wurde Schmidt, Ahrweiler. Vom VC Darmstadt startete in dieser Klasse Volkhammer, der den größten Teil des Rennens in guter Position lag, zum Schluß aber durch wiederholte Defekte zurückfiel und schließlich aufgeben mußte.

Bei der Jugend hatte sich von den 200 Gestarteten in der zweiten Hälfte des Rennens eine aus etwa 40 Fahrern bestehende Spritzengruppe herausgeschält, bei der auch die beiden Darmstädter Jugendfahrer Paul Nester und Hanno Seifert waren. Paul Nester, einer der Favoriten und berechtigter Anwärter auf den Titel stürzte in der dritten Runde schwer und schied aus.

TEC bezwingt Weißenhof Stuttgart

Unter idealen Voraussetzungen, bei strahlend schönem Wetter und in sportlich freundschaftlichem Einvernehmen fand das nun schon traditionelle Club-Wettspiel zwischen dem TEC Darmstadt und TC Weißenhof Stuttgart, einer der stärksten württemibergischen 1 Mannschaften, auf den Plätzen am Böllenfalltor statt. Bis zum letzten Ball waren die Kämpfe ausgeglichen, als am Sonntagabend ein Stand von 10:10 erreicht war und das letzte Spiel die Entscheidung zugunsten Darmstadts mit 11:10 brachte.

Bei den Herren war an der Spitze eine Ueberlegenheit der Stuttgarter Spieler unverkennbar. Der württembergische Meister Wolczik bezwang Kleinlogel in imponierendem Stil mit 6:4, 6:2, und auch Sigwart und Pfundtner mußten ihre Punkte an Walther bzw. Bieber, allerdings erst in Dreisatzkämpfen abgeben. Die Ausgeglichenheit der Darmstädter Mannschaft ließ dann in den 4 folgenden Einzelspielen durch Siege von Wittich, Hahn, Haselbach und Schüler den Stuttgarter Vorsprung Wieder aufholen.

Erfreulich war die Darmstädter Ueberlegenheit in dem Damenspiel, die allerdings im wesentlichen darauf zurückzuführen war, daß die Stuttgarter Damen nicht in erster Besetzung antreten konnten. So gewannen Frau Wettlauffer, Frau Geiß und Fräulein Rockstroh ihre Spiele in zwei Sätzen, nur Frau Kleinlogel mußte .gegen Frau Bangerter über die ganze Distanz von drei Sätzen gehen, ehe sie auch diesen Punkt für Darmstadt buchen konnte.

So hatte der TEC in den Einzelspielen eine entscheidende Führung herausgeholt, die dann jedoch in den Doppelspielen sich bedrohlich verminderte. Im Herren-Doppel kamen nur Kleinlogel/Sigwart nach feinem Zusammenspiel zu einem unerwartet glatten Sieg über das gegnerische Spitzenpaar Wolczik/Bieber mit 8:6, 6:>l, während die 4 weiteren Doppelspiele von Stuttgart gewonnen wurden, ein Beweis dafür, daß die TEC-Leute gerade diese Konkurrenz stärker pflegen müßten.

Aus den gemischten Doppelspielen holten zunächst nur Frau Wettläuffer/Sigwart einen Gewinnpunkt heraus, dem drei Niederlagen der übrigen Darmstädter Paare folgten. Frau Geiß/Kleinlogel blieb es vorbehalten, im letzten ausgetragenen Sniel gegen Frau Nusch/Walter den siegbringenden Punkt mit 6:2, 6:2 zu erobern.

Einen besonders harmonischen Rahmen erhielt das Klubwettspiel dadurch, daß am Tage zuvor die Wiederaufbauarbeiten und die Inneneinrichtung des zerstörten Klubhauses abgeschlossen werden konnte, so daß den Stuttgarter Gästen während der Spiele und am Samstagabend in einem geselligen Beisammensein ein behaglicher Aufenthalt geboten wurde Den Firmen Henschel & Ropertz. Eugen Schmidt, Kaufhof A. G. und Korfo-Klös sei an dieser Stelle für die tatkräftige Mitwirkung bei der Fertigstellung der Inneneinrichtung gedankt. hex

VIR Mannheim—Offenbhacher Kickers in Erbach

Eine Kleinstadt macht von sich reden, nicht von ihren Elfenbeinschnitzern, deren Kunsterzeugnisse ihr einen Weltruf verschafften, sondern von einem sportlichen Ereignis, mit dem man gleich zu Beginn der neuen Spielsaison aufwarten kann. Der Stadtverwaltung Erbach ist es gelungen, für den 6. August keine geringeren, als die kompletten 1. Mannschaften des Deutschen Meisters 1949, VfR Mannheim und des Vizemeisters 1950 FC Kickers Offenbach im Erbacher Sportpark zu einem Spiel zu verpflichten.

Glänzender Start nach 17 Jahren Pause

Hervorragende süddeutsche Leichtathletik-Meisterschaften

F. Nürnberg. (Eigener Bericht.) Am Wochenende lebte alte Leichtathletik-Tradition im idealen Nürnberger Stadion wieder auf: Süddeutschlands Elite von Bahn und Rasen ermittelte ihre Meister Seit 1933 gab es keine süddeutschen Leichtathletik-Titelkämpfe mehr. Die Wiederbelebung dieser ausgezeichneten Leistungsprüfung vor den kommenden Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Stuttgart war eine ausgezeichnet gelungene Premiere. Unter der fast vollzählig aufmarschierenden Spitzenklasse der Süddeutschen Landesverbände entwickelten sich Schon am Samstag packende und leistungsstarke Kämpfe, deren eindrucksvollstes Ergebnis in der Konkurrenz der 10 000-Meter-Läufer registriert wurde: Sowohl der Sieger Klaus Metz (Eintracht Fft.) als auch der Zweite des Rennens, Willi Holtkamp (RW Koblenz) stellten mit 31:40,8 bzw. 32:20 Min. neue deutsche Bestleistung des Jahres auf.

Von den namhaften Spitzenkönnern vermißte man vor allem den Stuttgarter Sprinter Zandt (Sehenverletzung), auf dessen Duell mit dem aufgeb enden Sprinterstern Haas (Nürnberg) man besonders gespannt war. Daß die für 1500 Meter gemeldeten Münchener Kaindl und Eberlein, nicht antraten, wurde ebenfalls bedauert. — Neben altbekannten Meisternamen klangen bereits am ersten Tag neue Namen in der Sietgerliste auf. Es fehlt also doch nicht an gutem Nachwuchs in den leichtathletischen Hebungen. Für die entsprechende Schulung sorgen allerdings •heute mehr als früher allerwärts die Verbandstrainer. Auch Käthe Krauß (Dresden), die einmalige Kurzstreckenmeisterin, ist ja unter die „Trainer“ gegangen und fördert die jungen Kräfte heuer im Pfälzer Land erfolgreich. Aus Ludwigshafen Kaiserslautern. Neustadt und Frankenthal brachte sie wackeren Nachwuchs an den Start.

Die Witterung war den Veranstaltern und den Aktiven wohlgesonncn. Am Samstag war es bei bedecktem Himmel windstill und mild, vor allem war wichtig, daß die Bahn stets trocken blieb, in den erzielten Laufergebnissen spiegelt sich die gute Verfassung der Nürnberger Stadionbahn. Erfolgreichster Verein des ersten Tages war der 1. FCN. der drei Frauentitel und einen Männersieg einholte!

Siegerliste des ersten Kampftages Männer

200 m: 1. Haas (1. FCN) 21,8; 2, Huppertz (RW Koblenz) 22,0; 3. Kosina (Schwandorf) 22,2.

1500 m: 1. Lauffer (Schwenningen) 4:01,4; 2. Bolzhauser (Esslingen) 4:01,4 Handbreite; 3. Friesinger (1860 München) 4:01,6.

10 000 m: 1. Metz (Eintr. Fft.) 31:40,8 Jahresbestleistung; 2. Holtkamp (Koblenz) 32:20 (Jahreslbestleistung); 3. Beggel (VfL München) 33:23,6.

Dreisprung: 1. Wanneck (1860 München) 13,73 m; 2. Kriegl (VfL München) 13,71 m; 3. Rapp (Stuttg. Kick.) 13,64 m.

Hochsprung: 1. Koppenwallner (VfL München) 1,80 m; 2 Theilmann (Eintr. Fft.) 1,80 m; 3. Neumann (80 Fft.) 1.80 m (im Stichkampf).

Diskus: 1. Hipp (Balingen) 47,31 m; 2. Marktanner (Stuttg. Kick.) 44,60 m; 3. Hilbrecht (1860 München) 43,16 m.

Frauen

200 m: 1. Glöckner (Eintr. Fft.) 26,0; 2 Hertneck (Vaihingen) 26,1; 3. Fehring (MTV München) 26,6.

Weitsprung: 1. Hofknecht (Bayreuth) 5,62 m; 2. Soenbuchner (L FCN) 5,60 m; 3. Schmückle (Stuttg. Kick.) 5,20 m.

Kugel: 1. Lehr (Eintr. Fft.) 11,89 m; 2 Kaehler (Heidelberg) 11,42 m; 3. Groß (i. FCN) 11,19 m; 4. Schiffhauer (Bad Kreuznach) 11,17 m.

80 m Hürden: 1. Soenbuchner (L FCN) 12,0; 2. Erhardt Uschi (RW Koblenz) 12,5; 3. Wackersreuther (1. FCN) 12,5.

Diskus: 1. Hümmer 0- FCN) 40,63 m; 2 Heinrich (Mkt. Oberdorf) 38,51 m; 3. Peters (Eintr. Fft.) 35,56 m; 5. Schiffhauer (Bad Kreuznach) 35,03 m.

Neun Jahres-Bestleistungen am Sonntag

Fi Nürnberg (Eigener Drahtbericht). Die Sonne meinte es zu gut mit den süddeutschen Leichtathleten und ihren Freunden, so daß es viele Menschen an diesem glühend heißen Sonntag vorzogen, in die Bäder zu wandern. Die viertausend Menschen, die in das Nürnberger Stadion gekommen waren, kamen aber auf ihre Kosten, denn es wurden nicht weniger als neun neue Jahres-Bestleistungen erzielt. Marlies Müller von Rot-Weiß Koblenz schaffte im Speerwerfen mit 46,69 Meter sogar einen neuen Nachkriegsrekord. Einen weiteren Triumph feierten die Koblenzer beim 400-Meter-Lauf, wo sie die vier Ersten stellten, ebenso gewannen sie die 4*400- Meter-Staffel in imponierendem Stile.

Er wurde weiter bekanntgegeben, daß der Bayerische Landessportverband mit Österreich zwei Leichtathletk-Länderkämpfe abgeschlossen hat. Am 12. und 13. August troffen sich in München die Männer von Bayern und Österreich, während die Frauen am 2. und 3. September in Wien ihren ersten Nachkriegs-Länderkampf bestreiten.

Die Ergebnisse vom Sonntag

100 Meter-Lauf: 1. Wittekind (Eintr. Frankfurt) 11,0 Sek., 2. Wutke (Stuttgarter Kickers) 11,0 Sek. (Handbr. zur.), 3. Kosina (Schwandorf) 11,1 Sek.

110 Meter-Hürdenlauf: 1. Theilmann (Eintr. Frankfurt) 15,4 Sek., 2. Hidas I (VfL München) 15,4 Sek. Handbr. zur.), 3. Hidas II (1860 München) 15,8 Sek., 4. Kohlhoff (Rot-Weiß Koble z) 15,8 Sek.

Kugelstoßen: 1. Dr. Luh (Gießen) 14,72 m (neue Jahresbestleistun<'\ 2. Hi"p (Balingen) 14,13 m, 3. Theuerer (Feuerbach) 13,84 m. 3XIOO m-Staffel: 1. SV Feuerbach 7:42,4, 2. VfL Bau Nauheim 7:46,2, 3. 1. FC Nürnberg 8:09,6, 4. Jahn München 8:10,8.

400 Meter: 1. Huppertz (Rot-Weiß Koblenz) 48,0 Sek., 2. Audorf (Rot-Weiß Koblenz) 48,6 Sek., 3. Steinen (Rot-Weiß Koblenz) 49,9 Sek.

400 Meter Hürden: 1. Kohlhoff (Rot-Weiß Koblenz) 54,4 Sek. (neue Jahresbestleistung), 2. Dengler (1860 Fürth) 55,2 Sek., 3. Scharff (Feuerbach) 55,7 Sek,

800 Meter: 1. Ulzheimer (Eintr. Frankfurt) 1:51,6 Min. (neue Jahresbestleistung), 2. Zimmerlein (Würzburg) 1:53,8 Min., 3. Lauffer (Schwenningen) 1:55,4 Min.

3000 - Meter - Hindernislauf: 1. Dompert (Kick. Stuttgart) 9:29,0 Min. (neue Jahresbestleistung), 2. Kaindl (1860 München) 9:47,2 Min., 3. Thumm (Vfß Stuttgart) 9:56,0 Min.

5000 Meter: 1. Eberlein (1860 München) 14:48,2 Min., 2. Bolzhauser (Eßlingen) 15:05,8 Min. 3. Gude (Eßlingen) 15:22,2 Min.

4XIOO-Meter-Staffel: 1. 1860 München 41,6 Sek. (neue Jahresbestleistung), 2. Eintracht Frankfurt 41,7 Sek., 3. ASV Nordrach 42,8 S.

4X400-Meter-Staffel: 1. Rot-Weiß Kobl. I. 3:18,0 Min., 2. 1. FC Nürnberg 3:23,7 Min., 3. Rot-Weiß Koblenz 11. 3:24,0 Min.

Weitsprung: 1. Luther (1860 München) 7,20 Meter, 2. Vatters (1. FC Nürnberg) 7,09 Meter, 3. Steger (Schw. Augsburg) 6,98 Meter.

Stabhochsprung: 1. Stührk (1860 München) 3,90 m, 2. Oertel (Rot-Weiß Koblenz) 3,70 m, 3. Eding (1860 München) 3,50 m.

Speerwerfen: 1. Sich (Stuttgarter Kickers) 65,08 m (neue Jahresbestleistung), 2. Reitknecht (Vfß Stuttgart) 60,55 m, 3. Schmidt (Balingen), 56,34 m, 5, Reuter (Rot-Weiß Koblenz) 54,58 m.

Hammerwerfen: 1. Hausmann (VfL München) 50,90 m, 2. Mayer (VfL München) 49,24, 3. Dr. Pfitzer (186 Q München) 46,10 m.

4XIOO-Meter-Staffel: 1. MTV München 49,6, 2. 1. FC Nürnberg 49,8, 3. Stuttgarter Kickers 51,2.

Frauen

100 Meter: 1. Glöckner (Eintr. Frankfurt) 12.7 Sek.; 2. Seonbuchner (1. FC Nürnbrg) 12,8 Sek.; 3. Knab (Heidelberg) 12,9 Sek.

Hochsprung: 1. Eckelt (MTV München) 1,57 m; 2. Strüwer (Jahn München) 1,55 m; 3. Schubert (1. FC Nürnberg) 1,50 m.

Speerwerfen: 1. Marlies Müller (Rot-Weiß Koblenz) 46,69 m (neue Nachkriegs- und Jahresbestleistung); 2. Maier (Stuttgarter Kickers) 43,58 m; 3. Lehr (Eintracht Frankfurt) 40.54 m. . .

lULLI 111* - Die Wettkämpfe des zweiten Tages liefen wie am Schnürchen ab und stellten den Organisatoren wie auch der Disziplin der Teilnehmer das beste Zeugnis aus. Die Wettergunst beflügelte sämtliche Leistungen und die Stimmung der an sich wenigen Zuschauer erreichte Höhepunkt wie bei einem großen Fußball-Endspiel. Die Begegnung mit alten Könnern der Leichtathletik war besonders bei den Frauen sehr interessant, denn es fanden sich alte Olympia-Kämpferinnen wie Käthe Krau (Dresden), Frau Dr. Bausewein-Blank (Nürnberg) und Maria Dollinger (Nürnberg) als Säulen der großen olympischen Zeit der deutschen Damenkämpfe in Nürnberg ein. Der Gesamteindruck des Festes kann als sehr zufriedenstellend gekennzeichnet werden.

Ringen

Roßdorf—Pfungstadt 4:4

Am Samstagabend standen sich in einem Freundschaftskampf die Ringerabteilungen des TSV Pfungstadt und der SKG Roßdorf im „Darmstädter Hof“ gegenüber. Die teilweise technisch hochstehenden und fairen Kämpfe hatten nachstehende Ergebnisse: Im Fliegengewicht blieb Fröhlich (R) durch Nackenhebel in der dritten Minute über Nitsche (Pf) Sieger. Der Bantamgewichtler Steinmetz (Pf) siegte im schönsten Kampf des Abends durch Ueberrollen in der zehnten Minute über Moter (IR). Im Federgewicht war Emig (R) nach Punkten über Weber (Pf) erfolgreich. In der Leichtgewicht-Klasse siegte Hofmann (Pf) durch Schultersieg in der zweiten Minute über Etzold (R). Im Weltergewicht blieb Frommherz (Pf) nach Punkten über Kirch (R) erfolgreich. Frommherz konnte am Schluß des Kampfes seinen Sieg nur durch stetige Mattenflucht retten und erntete damit das Mißfallen der Zuschauer. Koch (Pf) gewann im Mittelgewicht nach Punkten über Schüler (R). Im Halbschwergewicht siegte Breitwieser OR) durch Armzug in der fünften Minute über Dietsel (Pf). Huß (R) siegte im Schwergewicht wegen Nichtantretens seines Gegners kampflos. -S-

Lokalderby im Rollhockey unentschieden RSC—TSG 46 2:2 (1:1)

Vor ungefähr 400—500 Zuschauern trennten sich am Sonntagabend auf der Platzanlage des RSC im Kampf um die Hessenmeisterschaft im Rollhockey der RSC und die TSG Darmstadt 2:2 (1:1).

RSC: Witzel, Schulz, Bender, Kraft, Trautmann, TSG 46: Clausen, Mangold, Prtzemenski, Fuß, Zörrgiebel.

Das Spiel begann mit blitzschnellen Vorstößen der TSG 41, wobei Zörrgiebel, kurz hinter der Mittellinie stehend, mit einem prachtvollen Schuß zum 1:0 einsandte. Im Gegenzug kam der RSC durch Trautmann mit einem Sechsmeterball zum Ausgleich-Nach dem Wechsel war es wieder Trautmann, der nach einem Fußfehler einen Sechsmeterball zum 2:1 einschoß. Die Verschärfung des Tempos führte zu mehreren Fouls, so daß Schiedsrichter Westphal sich gezwungen sah, Fuß in den letzten acht Minuten hinauszustellen. Durch erhöhte Anstrengungen des um einen Mann geschwächten TSG 46 gelang es wiederum Zörrgiebel, nach einem Alleingang den Ausgleich zu erzielen.

Geister lief Europa-Jahresbestzeit

Gladbeck, (sid) Es war bedauerlich, daß den kampfreichen westdeutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Gladbeck am Samstag nur 200 Zuschauer beiwohnten. Auch die Leistungen konnten sich durchaus sehen lassen. So erreichte der jetzt für Tuspi Viersen startende frühere Krefelder „Preuße“ Bongen im Kugelstoßen mit 15,05 m eine neue deutsche Jahresbestleistung. Sehr gut war auch die 10 000-m-Zeit von Hesselmann (Dinslaken 09) mit 31:49,4. die Jahresbestzeit bedeutet hätte, wäre nicht zu gleicher Zeit in Nürnberg der Frankfurter Metz mit 31:40,8 schneller gewesen. Die 200 m fielen in 22,0 nur mit Brustbreite an Geister vor dem Deutschen Meister Liekes (beide Krefeld 10). Erwähnenswert bei den Frauen der Weitsprung von Schmitz (Hörde) mit 5,61 m. Am Sonntag erlebten etwa viertausend Zuschauer im Gladbecker Stadion spannende Kämpfe und neue Bestleistungen. Im 400- m-Lauf erzielte Geister (Krefeld 1910) mit 47,6 Sek. sogar eine neue europäische Jahresbestzeit. Diese Leistung ist um so beachtlicher, als er gesundheitlich nicht auf der Höhe war und vor dem Start drei Morphiumspritzen zur Betäubung seiner Nierenschmerzen bekam. Ueber 800 m erzielte Urban Cleve vom KTSV Preußen Krefeld mit 1:51,4 Min. eine neue Jahresbestzeit. Der erst neunzehnjährige Krefelder verbesserte damit seine eigene pestzeit um ’/to Sekunden.

Ergebnisse: 100 m: 1. Salmen (DSD Düsseldorf) 11,1 Sek., 2. Heinen (Preuß. Krefeld) 11,1. — 400 m: 1. Geister (Krefeld 10) 47,6 Sek.. 2. Sailen (OSV Hoerde) 48,6. — 800 m: 1. Urban Cleve (Preuß. Krefeld) 1:51,4 Min.

Nach einem arbeitsreichen Leben nahm Gott der Herr heute nacht plötzlich und unerwartet infolge Herzschlag meinen lieben Gatten, Vater, Schwiegervater, Opa, Bruder, Schwager und Onkel, Herrn Julius Georg Lich Kaufmann im 69. Lebensjahr zu sich in die Ewigkeit. In tiefer Trauer: Eva Lich geb. Adelberger Wilhelm Lich und Familie und alle Angehörigen Darmstadt, 16. Juli 1950 Alexanderstraße 3 Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 18. Juli 1050, um 15 Uhr auf Ldem alten Friedhof, Nieder-Ramstädter Straße, statt.

Nachruf! Am 11. Juli wurde unser langjähriger Mitarbeiter, Herr Daniel Knippei durch einen unerwarteten Tod allzufrüh abgerufen. Wir verlieren in dem Verstorbenen, der jahrelang dem Betriebsrat der Firma angehörte, einen zuverlässigen, allseits beliebten Mitarbeiter, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Geschäftführung und Belegschaft der Exportbrauerei Justus Hildebrand G. m. b. H. Pfungstadt, 13. Juli 1950

[Danksagung Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme und die vielen Kranz- und Blumenspenden beim Heimgang unseres am 1 4. Juli sanft entschlafenen lieben Vaters Wilhelm Merker 3. | im Alter von 81 Jahren, sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Besonderen Dank seinen Schulkameraden, der Nachbarschaft, Herrn Dr. Habicht, Schwester Mariechen sowie Herrn Pfarrer Mangold für die trostreichen Worte am Grabe und allen denjenigen, die ihm das letzte Geleit gaben. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Georg Sticksei ■ Griesheim, im Juli 1950 Sandgasse 64

Danksagung Für die innige Anteilnahme sowie für die Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgang unserer liefen Verstorbenen Margarete Schwabenhaus geb. Schmutzte v, ' und Fritz Schwabenhaus sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Besonderen Dank den Barmh. Schwestern für die liebevolle und aufopfernde Pflege und den Schulkameradinnen und -kameraden für die Kranzniederlegungen. Die trauernden Hinterbliebenen Bensheim, im Juli 1950

VERLOBTE Ihre Verlobung geben bekannt Margret Roth Erich Schulz Bensheim-Auerbach, 16. Juli 1950 y Schönberger Straße 11 Darmstädter Straße 22

Als Verlobte grüßen: Hildegard Loos Hans Hof Griesheim, den 15. Juli 1950 Griesheim b. D. D.-Eberstadt Hofmannstraße 113 Ringstraße 26

VERMÄHLTE Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen: Josef Pretz Berta Pretz geb. Löffler $ Griesheim, den 15. Juli 1950 Schöneweibergasse 50

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Beurkundete Sterbefälle (In der Zeit vom 26. Juni bis 8. Juli 1950) Darmstadt: Allmann, Margarethe geb. Wirth, Sandbergstr. 14 geb, 2. 1. 80, gest. 5. 7. 50. — Boos, Elisabetha geb Erker,’ Tannenstraße 16, geb. 13. 2. 78, gest. 7. 7. 50. — Busch, Mar¬ garethe geb. Borg, Mollerstraße 2. geb. 13. 5. 84, gest. 5. 7. 50 — Greß, Friedrich, Zimmerpolier, Pankratiusstraße 48, gebi 6. 6. 78, gest. 7. 7. 50. — Halbritter, Marie geb. Weinmann Jahnstraße 65, geb. 10. 6. 76, gest. 1. 7. 50. — Hoffmann Klaus, Dr. med., Frauenarzt, Annasfraße 20, geb. 4. 6. 85, gest. 4. 7. 50. —- Klotz, Elisabetha Barbara geb. Schneider, Kranich¬ steiner Straße 36, geb. 3. 6. 65, gest. 26. 6. 50. — Knapp, Johannette geb. Silberling, Liebfrauenstraße 109. geb. 23. 5. 82, gest. 7. 7. 50. — Koch, Christine, Kranichsteiner Straße 6O'/2, geb. 25. 12. 92, gest. 3. 7. 50. — Lutz, Hermann Buchbinder, Am Herrnacker 13, geb. 2. 8. 74, gest. 4. 7. 50. — Müller, Andreas, Schlosser, Dornheimer Weg 36, geb. 20. 6. 84, gest 26. 6. 50. — Numrich, Elisabeth geb. Knittel, Moosbergstraße 30 geb. 23. 6. 70, gest. 29. 6. 50. — Pfeifer, Wilhelm, Büroangestell¬ ter, Ploeniesstraße 9, geb. 26. 11. 06, gest. 30. 6. 50. — Poth, Karl, Invalide, Emilstraße 44, gest. 2. 7. 50. — Rettig, Helmut Mollerstraße 35, geb. 24. 6, 50, gest. 26. 6. 50. — Rösch^ Christine. Diakonisse, Erbacher Straße 25, geb. 10. 5. 65, gest. 23. 6. 50. — Schnellbächer, Wilhelm, Amtsgehilfe, Forst¬ weg 40, geb. 24. 4. 93, gest. 7. 7. 50. — Weber, Mathias, Obermusikmeister a. D., Herderstraße 19, geb. 18. 12. 73, gest. 6. 7. 50. — Widerschein, Maria Anna geb. Würsching, Kaupstraße 2, geb. 25. 1. 70, gest. 4. 7. 50. — Willenbücher, Ludwig, Metzgermeister Prälat-Diehl-Straße 4, geb. 14. 8. 73, gest. 1. 7. 50. Darmstadt-Eberstadt: Cherbourg, Sophie geb. Wagner, Stei¬ nern Kreuzweg 8, geb. 3. 12. 69, gest. 4. 7. 50. — Ertl, Maria Martha geb. Aigelsreiter, Pfungstädter Straße 56, geb. 23. 2. 11., gest. 25. 6. 50. — Feick, Elisabeth geb. Schmidt, Carlo- Mierendorf-Straße 50, geb. 24. 7. 89, gest. 11. 6. 50. — Fischer, Wilhelm, Buchdrucker. Weingartenstraße 32, geboren 15. 9. 91, gest. 27. 6. 50. — Happel, Marie geb. Müller, Darm¬ städter Straße 236, geb. 6. 2. 70, gest. 30. 6. 50. — Müller, John Peter, Handelsvertreter, Weingartenstraße 27, geb. 15. 8. 1877, gest. 1. 7. 50. — Stock, Juliane Brigitte Margarethe, Odenwaldring 29, geb. 9. 11. 49, gest. 2. 7. 50. Darmstadt-Arheilgen: Anthes, Ernst, Vorschlosser i. R.. Kra¬ nichsteiner Straße 28, geb. 7. 10. 73, gest. 4. 7. 50. — Fornoff, Jakob Leonhard, kaufm. Angestellter, geb. 13. 6. 02, gest. 1. 7. 50. — Jablonowski, Julie geb. Schulz, Sandstraße 5, geb. 14. 11. 58, gest. 5. 7. 50. — Schwäch, Heinrich, Weiter¬ städter Straße 45, geb. 25. 6. 50, gest. 25. 6. 50. Nauheim: Kaul, Sophie Kath. geb. Werner, Bahnhofstraße 47. geb. 24. 1. 00, gest. 26. 6. 50. — Meinl, Rudolf, Tischler, Waldstraße 12, geb. 7. 2. 85, gest. 27. 6. 50. Groß-Zimmer: Herbert, Maria geb. Seibert, Friedensstraße 2, geb. 3. 5. 97, gest. 2. 7. 50. — Weber, Gertrud geb. Seibert, Waldstraße 2, geb. 28. 10. 87, gest. 25. 6. 50. Mörfelden: Schulmeyer, Johann Heinrich, Maurer. Frank¬ furter Straße 3, geb. 22. 9. 90. gest. 27. 6. 50. Gernsheim: Streuber, Margarethe geb. Benz, Bogengasse 11, geb. 24. 8. 92, gest. 29. 6. 50. Beerfelden: Ulrich, Heinrich, Postkraftfahrer, Erbacher Weg Nr. 37, geb. 20. 1. 00, gest. 27. 6. 50. Biebesheim: Wedel, Anna geb. Schulz, Riedstraße 30, geb. 16. 8. 87, gest. 28. 6. 50. Wolfskehlen: Winter, Margarete, Oppenheimer Straße 16, geb. 19. 6. 85, gest. 26. 6. 50. Groß-Bieberau: Dietz, Margarethe geb. Hartmann, Garten¬ straße 15, geb. 3. 1. 78, gest. 3. 7. 50. Leeheim: Dörr, Anna geb. Nau, Kirchstraße 13, geb. 11. 3. 03, gest. 3. 7. 50. Pfungstadt: Gandenberger, Juliane geb. Voß, Hillebergstr. 39, geb. 14. 7. 89, gest. 3. 7. 50. Erzhausen: Grabau, Peter, Bahnstraße 44, geb. 17. 2. 49, gest. 5. 7. 50. Weiten-Gesäß: Hotz. Katharina geb. Sennert, geb. 15. 12. 97, g€St 5. 7. 50. Wixhausen: Jung, Katharina, Waldarbeiterin, Falltorstraße 5, geb. 9. 3. 05, gest. 2. 7. 50. Sprachbrücken: Kissel, Jakob Konrad, Steinstraße 5, geb. 14. 11. 88, gest. 30. 6. 50. Stockstadt (Rhein): Kleinwächter, Elisabeth geb. Stiebitz, Kirchstraße 37, geb. 21. 1. 22, gest. 6. 7. 50. Dornheim: Krämer, Philipp Jakob, Heizer, Mainzer Straße 28, geb. 27. 9. 95, gest. 7. 7. 50. Bechofen (Pfalz): Richtscheid. Philippine geb. Krupp, Schul¬ straße 32, geb. 29. 8. 87, gest. 3. 7. 50. Goldberg: Schulz, Thea geb. Kottke, geb. 17. 5. 99, gest. 6. 7. 50.

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