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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 82
Donnerstag, den 28. März 1935.
197. Jahrgang
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2nerträgliche Verhältniſſie im Memelgebiet.
Prokeſtkundgebungen in ganz Deukſchland. — Ein einziger Schrei der Empörung.
Fork mit dem Kownoer Blukurkeil!
In der Reichshauptſtadt hoben am Mittwoch abend auf vier
Gerechkigkeik, nicht Gnade!
Plätzen große Volkskundgebungen ſtattgefunden, und zwar im
tas Kownoer Bluturteil iſt in ganz Deutſchland mit einem
i der Empörung aufgenommen worden. Ueberall finden
ſtverſammlungen ſtatt, die nicht nur dem Gefühl der völ=
Verbundenheit mit den Memeldeutſchen Ausdruck geben,
ſcrn auch die Erwartung zum Ausdruck bringen, daß
endlich die Welt, die ſich ſo gerne auf ihre
liſation beruft, ſich gegen dieſe ungeheuer=
/5 ungerechtigkeit dieſes Terrorurteils auf=
Isen wird.
ie Litauer ſind ſo klug geweſen, daß ſie es für ein taktiſch
feines Manöver hielten, das Urteil mitten in die Ber=
Verhandlungen hineinplatzen zu laſſen. Sie haben dadurch
— rreicht, daß nun einmal mit aller Deutlichkeit den
Eng=
en vorgehalten werden konnte, wie groß das Maß von
Ver=
rtung iſt, das ſie in dieſem Vernichtungskrieg gegen alles
che in Litauen tragen. Es ſcheint auch, als ob den
Eng=
i nachgerade ein Gefühl für die Unerträglichkeit der
gan=
erhältniſſe im Memelland hochſteigt. Die engliſche
ſe geſteht kleinlaut zu, daß der litauiſche Staat ge=
1 zu einer Politik der Nadelſtiche gegen Deutſchland
er=
rt worden ſei. Nur bei den Franzoſen finden die Litauer
Dozentige Deckung. Für Paris iſt der Sturm, der
u Deutſchland geht, weiter nichts als ein
unberech=
er Wutausbruch. Die Franzoſen, die ſelbſt ein ſtar=
Sationalgefühl haben, wollen nicht begreifen, daß für die
ldeutſchen die Erhaltung ihrer Kulturgüter eine
Lebens=
ndigkeit iſt, wozu auch — es handelt ſich ja nur um
S he. Aber die Franzoſen ſind doch iſoliert. Die Engländer
FSrn daran, daß ſie nun ſchon zweimal in Kowno
Vor=
gen erhoben haben, die aber einfach in den Papierkorb
kt worden ſind. Dieſes Land, das an Einwohnern die
ſo ſtark iſt wie Berlin, wagt es, nicht nur Deutſchland,
n auch die anderen Großmächte zu verhöhnen. Inwieweit
Litauen auf Einflüſterungen der Ruſſen hin gehandelt
nag dahingeſtellt bleiben. Jedenfalls kann kein. Zweifel
Aer beſtehen, daß dort ein neues Sturmzentrum
t, wenn die Signatarmächte ſich nicht endlich zu den
Ver=
bfch ungen bekennen, die ſie durch ihre Unterſchrift unter das
Iſtatut auf ſich genommen haben.
kit einer Gnadenaktion iſt aber icht viel erreicht. Die
eilten Deutſchen ſelbſt haben es rundweg abgelehnt, ein
z— engeſuch zu ſchreiben. Sie verlangen Gerechtigkeit.
dc ſt auch die Forderung, die das ganze deutſche Volk erhebt
wie jetzt hoffentlich endlich ihre Erfüllung findet. Dieſes
il muß aufgehoben werden und es muß für
Zukunft geſichert ſein, daß die Deutſchen
emelland in der Pflege ihrer Sprache, Kul=
Wind Sitte ungehindert bleiben.
*
n der franzöſiſchen Preſſe werden die vier Todesurteile im
M lprozeß als die „Verurteilung nationalſozialiſtiſcher
Ver=
ſch er” bezeichnet. Das Echo der Urteile in Deutſchland nennen
dis lätter einen „Wutausbruch”.
Zeierlicher Prokeſt der DAF.
gegen das Kownoer Blukurkeil.
DNB. Leipzig, 27. März.
er zweite Tag der Reichstagung der Deutſchen Arbeitsfront
n mit einer feierlichen Proteſterklärung gegen das Kownoer
BArteil.
Jährend die Verſammlung ſich von ihren Plätzen erhob,
der Organiſationswalter der Reichstagung,
Abteilungs=
le2 Reentmeiſter, aus:
„Wir als die Repräſentanten des ſchaffenden deutſchen
Vol=
erklären von dieſer Stelle aus im Namen der Millionen
Ifender Menſchen, die wir vertreten, daß die deutſche Nation
es entſetzliche Urteil als Fauſtſchlag gegen das Antlitz der
ion betrachtet. Wir wiſſen, auch dieſes Urteil, geboren aus
leidenſchaftlichen Haß gegen unſer Volk, wird einmal einen
ren Richter in der Weltgeſchichte finden. Wir wiſſen, es gibt
ewige Gerechtigkeit, die ſich nicht beugen läßt und die
der=
die wahren Schuldigen auch dieſes Verbrechens zur
Verant=
kung ziehen wird. (Bravorufe und Händeklatſchen.) Wir
be=
ſen von dieſer Stelle aus die Vertreter des deutſchen
Volks=
s, die ſchwer geprüft ſind und ſagen ihnen: Die ganze
tſche Arbeitsfront iſt im Geiſte bei ihnen!“
Kundgebungen des BDA.
gegen das Kownoer Schandurkeil.
DNB. Berlin, 27. März.
om Volksbund für das Deutſchtum im Auslande wird mit=
1s Bekanntwerden der Schreckensurteile von Kowno hat
iefgehende Erregung im geſamten deutſchen Volke
hervor=
n. In den geſtrigen Nachmittags= und Abendſtunden gingen
e Anfragen, telephoniſche Anrufe und Drahtungen bei der
Drl Sleitung des VDA. ein. Ueberall wird der Wunſch laut,
Tolksgenoſſen im Memelland zu zeigen, daß das geſamte
e Volk im Reich hinter ihnen ſteht und ſich mit ihnen im
der Volksgemeinſchaft auf das Tiefſte verbunden fühlt. Der
hat in Verbindung mit dem Bund Deutſcher Oſten und an=
Verbänden im ganzen Reich die Durchführung ſolcher
Kund=
gen in die Hand genommen.
Luſtgarten, auf dem Wittenbergplatz, auf dem Bautor=Platz in
Friedenau und auf dem Richard=Platz in Neukölln. Ueberall
wur=
den kurze Anſprachen im Sinne der volksdeutſchen
Verbundenheit gehalten.
Der Kyffhäuſerbund gegen die Kownoer Blukurkeile
DNB. Berlin, 27. März.
Die Preſſeſtelle des Kyffhäuſerbundes teilt mit: Der
Bundes=
führer des Kyffhäuſerbundes, Oberſt a. D. Reinhard, legt namens
der im Kyffhäuſerbunde zuſammengeſchloſſenen drei Millionen
ehe=
maliger Soldaten gegen die jeder Rechtlichkeit ins Geſicht
ſchla=
genden Kownoer Mord= und Bluturteile über deutſche Brüder im
Memelland, unter denen ſich viele bewährte Kämpfer aus dem
Weltkrieg befinden, flammenden Proteſt ein. Der Kyffhäuſerbund
weiß ſich nicht nur mit dem ganzen deutſchen Volk, ſondern mit
allen rechtlich denkenden Völkern der Erde eins in der tiefen
Em=
pörung gegen dieſen Akt der Willkür und infamſten Rechtsbruches,
durch den Unſchuldige und friedliche Volksgenoſſen, die für das
natürliche und heilige Recht ihres Volkstums eingetreten ſind,
mit dem Tode und unmenſchlichen Kerkerſtrafen belegt worden
ſind. Nachdem ſchon im Prozeßverlauf klar erwieſen iſt, daß die
Anklage juriſtiſch als zuſammengebrochen angeſehen werden
konnte, muß das Schreckensurteil als politiſch und den Frieden
ge=
fährdend gewertet werden. Millionen ehemaliger Soldaten laſſen
daher die Stimme ihrer Entrüſtung laut erſchallen und fordern
von der Welt zur Sicherung des Friedens von den
Garantiemäch=
ten Gerechtigkeit für ihre Kameraden und Stammesgenoſſen im
Memelland.
Amksniederlegung durch den likauiſchen
General=
konſul in München.
DNB. München, 27. März.
Das litauiſche Bluturteil hat überall größte Empörung
hervorgerufen, da es ein haßerfüllter willkürlicher Akt gegen
das Deutſchtum im Memellande iſt.
Zum Proteſt hat der litauiſche Generalkonful in München
Odendahl, ſofort nach Bekanntwerden des Urteils ſein Amt
niedergelegt, da er ſich mit den Maßnahmen des Staates den
er vertrat, nicht einverſtanden erklären konnte. Er ließ heute
vormittag das Hoheitszeichen des litauiſchen Staates von ſeinem
Hauſe entfernen.
Auf ſeiner Beſichtigungsreiſe durch Schleſien traf der
Reichs=
wehrminiſter Generaloberſt v. Blomberg, von Görlitz und Glogau
kommend, in Begleitung des Befehlshabers im Wehrkreis VIll
(Schleſien), Generalleutnant von Kleiſt, ſowie einiger weiterer
Herren mit einer Junkersmaſchine auf dem Flughafen Breslau
ein.
Außenminiſter Laval empfing am Mittwoch den lettiſchen
Geſandten Grosmann zu einer Unterredung, die ſich
höchſtwahr=
ſcheinlich auf den Oſtpakt bezogen hat.
* Polens neue Verfaſſung.
„Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
W. St. Warſchau, im März. 1935.
Die Flaggen ſind heraus, die öffentlichen Gebäude harren
der feſtlichen Illumination, durch die Straßen ziehen Tauſende
und aber Tauſende zum Belvedereſchloß, um dem Marſchall
Pilſudſki zu huldigen. Der polniſche Staat erhielt eine neue
Verfaſſung — eine Verfaſſung, die das Werk der „inneren und
moraliſchen Sanierung” krönt, in deren Namen Pilſudſki im
Jahre 1926 der Allmacht des Parlaments und der Parteien, der
Ohnmacht des innerſtaatlichen Lebens mit militäriſcher Gewalt
ein Ende machte.
Pilſudſki hat es damals und ſpäter abgelehnt, die beſtehende
Verfaſſung außer Kraft zu ſetzen und dem polniſchen Volke neue
Formen aufzuzwingen. Er wollte nicht „Diktator” ſein, weil er
ſeine hiſtoriſche Rolle als „Erzieher” ſeines Volkes ſieht, weil er
vom feſten Glauben getragen iſt, daß das Gute und Geſunde ſich
durchſetzen und ſiegen werde, wenn das Volk nur richtig geführt
und geleitet ſei. Von dieſem Gedanken aus ließen er und ſeine
Getreuen faſt neun Jahre verſtreichen ehe der Pilſudſkiſchen
Machtergreifung die Pilſudſkiſche Verfaſſung folgte Erfahrungen
ſollten geſammelt, Erfolge ſollten erzielt und ſichtbar werden,
der Parlamentarismus und die Oppoſition ſollten nicht
gewalt=
ſam unterdrückt, ſondern innerlich überwunden werden — ehe
neue Rechtsformen feſtgelegt wurden, die das heutige und die
kommenden Geſchlechter binden.
In der Zeit von 1926 bis 1935 wurde lediglich mit Hilfe
kleiner Aenderungen der Verfaſſung die Macht des Parlaments
und der Parteien niedergehalten und für die Staatsführung
unſchädlich gemacht. Dieſe Jahre ſtetiger und kluger Führung
haben die Polniſche Republik innerlich gefeſtigt, militäriſch
ge=
ſtärkt und ſie in ihrer außenpolitiſchen Geltung von einem
unruheerfüllten und zerriſſenen Gebilde zu einer Großmacht in
Oſteuropa gemacht. Die Wortführer der alten Zeit, die
ver=
biſſenen Feinde des Marſchalls und ſeiner Legionäre, jene
„Oppoſitionellen” im Parlament, in den Parteivorſtänden und
Zeitungsredaktionen bemühen ſich ſeit neun Jahren, die
ſicht=
baren Erfolge der Aera Pilſudſki mit viel Geſchrei und viel
Druckerſchwärze abzuleugnen und aus jedem „Weiß” ein
„Schwarz” zu machen. Sie haben nicht verhindern können, daß
gerade dadurch ihre eigene Ohnmacht und Kurzſichtigkeit, je
länger um ſo deutlicher, auch dem Einfältigen und Verhetzten
ſichtbar wurde. Es folgen gewiß noch viele ihrer Abonnenten
und Parteimitglieder, viele Unzufriedene und Verärgerte ihren
Loſungen — aber die geſunden Zukunftsträger der Nation, die
Schaffensfrohen und die Jugend rücken weit von ihnen ab. Die
Verteidiger des liberaliſtiſch=demokratiſchen Syſtems der
Par=
teienherrſchaft haben trotz alker Geduld Pilſudſkis die Zeichen
der Zeit nicht verſtanden — und ſo geht die Zeit über ſie
hin=
weg. Die neue Verfaſſung, die in kurzem in Kraft treten wird,
macht ihrer Herrlichkeit ein ruhmloſes Ende.
Das Pilſudſkilager, jene Männer, die an die
Unabhängig=
keit Polens geglaubt und für ſeine Wiedergeburt ſich eingeſetzt
haben, jene Männer, die ſich, — aus allen Parteien und
ſozia=
len Schichten kommend — in gläubiger Verehrung um den
Marſchall ſcharen, hat in der neuen Verfaſſung keine „
Militär=
diktatur” oder etwas Aehnliches niedergelegt. Auch die neue
Ver=
faſſung kennt ein Paxlament, kennt Seim und Senat und gibt
ihnen ihre Rechte. Die neue Verfaſſung Polens iſt von einem
Doppelgedanken getragen und ſucht ihn zu verwirklichen: 1. der
Staat braucht eine einheitliche und feſte Führung, die von
Par=
teigebilden und Parlamentarierintereſſen unabhängig, vom
Vertrauen der Nation getragen, alle entſcheidende Macht in ſich
vereinigt, nur Gott und ihrem Gewiſſen verantwortlich. Und
Re denſſch=engſſchen Beſprechungen in der Reichskanzlei.
Am Montag und Dienstag fanden in der Reichskanzlei Beſprechungen zwiſchen den engliſchen Miniſtern und dem Führer ſowie
dem Reichsaußenminiſter ſtatt. Unſer Bild zeigt: Dritter von links nach rechts Lordſiegelbewahrer Eden, Sir John Simon, den
Führer, einen Dolmetſcher, Reichsaußenminiſter Freiherr v. Neurath, den engliſchen Botſchafter Sir Eric Phipps und den
Sonderbeauftragten für Abrüſtungsfragen v. Ribbentrop.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Seite 2 — Nr. 87
2. der Staat braucht die ſchöpferiſche und freudige Mitarbeit
des einzelnen Bürgers, die ſich in größter Freiheit entwickeln
ſoll. Die Grenze der Freiheit iſt dabei durch das Staatswohl
ge=
zogen. Somit ſucht die neue Verfaſſung eine Vereinigung
zwi=
ſchen einem Führerprinzip, das dem Zeitgeiſt entſpricht, und dem
ſtarken Individnalismus, der dem polniſchen Volkscharakter eigen
iſt. Die Vereinigung beider Gedanken ſieht die Verfaſſung durch
die freudige Hingabe aller an das höchſte Gut des Staates
er=
möglicht. Darum lautet der erſte Satz der neuen Verfaſſung:
„Der polniſche Staat iſt das gemeinſame Gut aller Bürger”
Und weiter heißt es in den einleitenden Paragraphen: „An der
Spitze des Staates ſteht der Präſident der Republik. Auf ihm
ruht die Verantwortung für das Schickſal des Staates vor Gott
und der Geſchichte.” Und ferner: „Der Staat ſichert den Bürgern
die Möglichkeit der Entwicklung ihres perſönlichen Wertes, ſowie
Gewiſſens=, Wort= und Verſammlungsfreiheit. Grenze dieſer
Freiheiten iſt das allgemeine Wohl.” Und endlich: „Am Werte
der Anſtrengungen und Verdienſte des Bürgers um das
all=
gemeine Wohl werden ſeine Rechte beſtimmt, auf öffentliche
An=
gelegenheiten Einfluß zu nehmen.”
Das iſt der geiſtige und weſentliche Inhalt der neuen
pol=
niſchen Verfaſſung, aus dem alle Einzelbeſtimmungen, die
Ab=
grenzung der neuen politiſchen Tätigkeit der Regierung, der
Aufgaben des Parlaments uſw. abgeleitet ſind. Die Frage wie
das Parlament künftig gebildet wird, iſt noch beſonderen
Wahl=
geſetzen vorbehalten geblieben. In welcher Richtung ſie gehen
werden, iſt bereits bekannt und kürzlich im führenden Blatt des
Pilſudſkilagers etwa folgendermaßen ausgedrückt worden: nicht
mehr die Parteien dürfen maßgeblich ſein, ſondern die
Menſchen, nicht Parteiverdienſte, ſondern Verdienſte um
den Staat, nicht das ſtarke Mundwerk, ſondern der ſtarke
Charakter!
Eden nach Moskau abgereiſt.
Lordſiegelbewahrer Eden iſt Dienstag 23,35 Uhr mit dem
fahrplanmäßigen D=Zug vom Bahnhof Friedrichſtraße nach
Mos=
kau abgereiſt. Von deutſcher Seite hatten ſich zu ſeiner
Verabſchie=
dung auf dem Bahnhof Staatsſekretär von Bülow,
Miniſterial=
direktor Dieckhoff, der Chef des Protokolls Graf Baſſewitz und
Miniſterialdirektor Ritter eingefunden. Ferner ſah man mehrere
Mitglieder der engliſchen Botſchaft, an der Spitze Botſchaftsrat
Newton.
Abreiſe des engliſchen Außenminiſters Hir J. Simon
DNB. Berlin, 27. März.
Der engliſche Außenminiſter Sir John Simon hat am
Mitt=
woch vormittag Berlin wieder verlaſſen.
Gegen 3410 Uhr begab ſich John Simon vom Hotel Adlon
aus zu Fuß nach dem engliſchen Botſchaftsgebäude, um ſich hier
zu verabſchieden. In Begleitung des engliſchen Botſchafters
Sir Erie Phipps trat Sir John Simon dann die Fahrt zum
Berliner Zentralflughafen Tempelhofer Feld an, der
Flaggen=
ſchmuck angelegt hatte. Die Flaggen des Reiches und die
eng=
liſche Flagge flatterten im Winde über dem Flughafengelände.
Eine Abteilung der Leibſtandarte Adolf Hitler war angetreten
und erwies den engliſchen Gäſten militäriſche Ehren.
Wenige Minuten vor 10 Uhr trafen der engliſche
Außen=
miniſter Sir John Simon, ſowie der engliſche Botſchafter Sir
Eric Phipps und ſämtliche Herren der engliſchen Botſchaft
auf dem Flughafengelände ein. Von deurſcher Seite hatten ſich
zur Verabſchiedung eingefunden Reichsaußenminiſter Freiherr
von Neurath, als perſönlicher Vertreter des Führers und
Reichs=
kanzlers der Staatsſekretär der Präſidialkanzlei Dr. Meißner,
der die Abſchiedsgrüße des Führers und Reichskanzlers und
deſſen beſte Wünſche für eine gute Reiſe übermittelte,
Staats=
ſekretär von Bülow, der Chef des Protokolls Graf Baſſewitz
und Miniſterialdirektor Dieckhoff. Nach kurzen Worten der
Ver=
abſchiedung beſtiegen Sir John Simon und ſeine Begleiter das
ſtartbereit liegende Sonderflugzeug „Delia” der Imperial
Air=
wahs, das ſie auch nach hier geführt hatte. Nach wenigen
Minuten war das Flugzeug in der Ferne verſchwunden.
Sir John Simon wieder in London.
DNB. London, 27. März.
Außenminiſter Simon iſt am Mittwoch um 16 Uhr 45 mit
dem Flugzeug auf dem Flugplatz von London eingetroffen.
Sir John Simon an den Führer.
Der Königlich Britiſche Staatsſekretär des Auswärtigen
Sir John Simon hat an den Führer folgendes Telegramm
ge=
richtet:
„Beim Verlaſſen Berlins möchte ich Eurer Exzellenz meinen
aufrichtigen Dank für Ihre Gaſtfreundſchaft und für die
freund=
liche Aufnahme zum Ausdruck bringen, die ich bei Ihnen ſelbſt,
den Mitgliedern der deutſchen Regierung und der Bevölkerung
(gez.) John Simon.”
Berlins gefunden habe.
Vom Tage.
Staatsrat Dr. Joſeph Bleyer, der ſich in den letzten Tagen
einer Operation unterziehen mußte, iſt in den frühen
Morgen=
ſtunden des Mittwoch unerwartet geſterben.
Nach längerem Leiden verſchied am 25. März in ſeiner
Ber=
liner Wohnung der bekannte Geopolitiker und Mitherausgeber
des Transatlantik=Preſſedienſtes Dr. Arthur Dix im 60.
Lebens=
jahre.
Zwiſchen der polniſchen Regierung und einer britiſchen Werft
iſt ein Vertrag über den Bau von zwei leichteren Kreuzern
para=
phiert worden.
In Dublin kam es zu Verhaftungen führender Mitglieder der
JRA (Iriſche Republikaniſche Armee); ſie umfaſſen nunmehr
nahezu hundert Perſonen, darunter mehrere Frauen. Dieſe
Ver=
haftungen bedeuten den endgültigen Bruch zwiſchen der Iriſchen
Republikaniſchen Armee und de Valera.
Unter den Rohmaterialien, deren Ausfuhr der franzöſiſche
Miniſterrat auf Vorſchlag des Handelsminiſters mit Rückſicht auf
Landesverteidigungszwecke zu unterſagen beſchloſſen hat, befinden
ſich vor allem Magneſium, Baumwollabfälle und Holz für
Ge=
wehrſchäfte.
Das amerikaniſche Repräſentantenhaus hat mit 190 gegen 178
Stimmen beſchloſſen, das Regierungsprojekt über das öffentliche
Arbeitsbeſchaffungsprogramm in Höhe von 4880 Millionen Dollar
einem aus Abgeordneten und Senatoren zuſammengeſetzten
Son=
derausſchuß zur Prüfung zu überweiſen.
* Pariſer Perſpekkiven.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 27. März.
So ſehr auch in Paris alles geſchieht, um eine gewiſſe
Alarmſtimmung aufrecht zu erhalten, ſo kann man doch nicht
den Eindruck unterdrücken, daß die Gemüter hier einigermaßen
ruhiger geworden ſind. Es ſind auch Zweifel darüber wach
geworden, ob es wirklich richtig war, anläßlich der Einführung
der Wehrpflicht in Deutſchland die Dinge ſo auf die Spitze zu
treiben.
Die Reiſe Sir John Simons und Edens nach Berlin hat
den Schwerpunkt der europäiſchen Politik nach der
Wilhelm=
ſtraße verlegt und das hat hier manche Empfindlichkeiten
ver=
letzt. Die engliſche Politik wurde für dieſe „unzeitgemäße‟
Reiſe recht ſcharf kritiſiert. Gleichzeitig aber wollte man den
Anſchein einer abſoluten Einigkeit zwiſchen England und
Frank=
reich aufrechterhalten und verſuchte, um dies zu erreichen, die
Verſtimmung England gegenüber zu verbergen. Daraus iſt eine
ziemlich paradoxe Haltung entſtanden. Ein Zwiſchending
zwi=
ſchen Empörung und Feilſchen. Deutſchland wird übrigens
wie=
der einmal der =Vorwurf gemacht, England von Frankreich
tren=
nen zu wollen.
Alles in allem, die geplante Konferenz in Streſa wird hier
jetzt optimiſtiſcher beurteilt als früher. Man glaubt, daß eine
allgemeine Verſtändigung in Streſa erreicht werden könnte,
wenn auch aus taktiſchen Gründen, die augenfällig ſind, man nur
recht ſpärliche Hinweiſe darauf hören kann.
Die Haltung Italiens wird von der franzöſiſchen Preſſe
gelobt und die Bedeutung der Rußlandreiſe Lavals demonſtrativ
unterſtrichen, Und doch ſieht es ſo aus — es handelt ſich dabei
um etwas Undefinierbares, was in der Atmoſphäre ſchwebt —
daß die Begeiſterung hier für die ruſſiſche und italieniſche
Poli=
tik etwas künſtlich iſt.
Die Reiſe Edens nach Warſchau, Prag und Moskau wird
hier wenig kommentiert. Was Frankreich an dieſer Reiſe am
meiſten intereſſiert, das iſt der Beſuch in Warſchau. Die Haltung
Polens gibt hier ſowieſo zu einem ſtändigen Rätſelraten Anlaß
und man läßt immer wieder Verſuchsballone ſteigen, um die
polniſche Außenpolitik zu erkunden.
Es iſt bemerkenswert, wie wenig die breite Maſſe in
Frank=
reich von der Aufregung, die von dem größten Teil der
fran=
zöſiſchen Preſſe verbreitet wird, erfaßt werden. Es iſt wahr,
daß man hier die Worte nicht immer auf die Waage legt,
dennoch ſcheint dies für die Lage charakteriſtiſch zu ſein.
Die Kleine Enkenke und die Wehrpflicht.
Die Preßburger Blätter veröffentlichen aus tſchechiſchen
Regierungskreiſen ſtammende Informationen, wonach Titulescu
in Belgrad zuſammen mit dem jugoſlawiſchen Regierungschef
Jeftitſch ein Memorandum entworfen habe, in welchem der
Standpunkt des Kleinen Verbandes in der
Frage der Wiedereinführung der Wehrpflicht
in Deutſchland in dem Sinne feſtgelegt worden ſei, daß
ſich der Kleine Verband der franzöſiſchen Haltung
anſchließe. Die Aufrüſtung Oeſterreichs lehne
der Kleine Verband im Prinzip nicht ab, wolle ihr
aber nur unter der Bedingung zuſtimmen, daß ſie ausſchließlich
defenſiven Charakter habe. Ungarn gegenüber verharre
der Kleine Verband auf ſeinem ablehnenden
Stand=
punkt.
Heſſiſches Landestheaker.
Großes Haus. — Mittwoch, den 27. März 1935.
Erſtaufführung: Okto Warkiſch. Kaukaſiſche Komödie.
Oper in einem Akt.
Seit der Rathaus=Sinfonie können wir uns in Darmſtadt
keines entſchiedeneren Mißerfolges erinnern als dieſer „
Kauka=
ſiſchen Komödie‟. Ein ſpärlicher Teil des Publikums klatſchte
küm=
merlich, man mochte glauben, um den Mitwirkenden Anerkennung
für die aufgewendete Mühe zu ſpenden,
die meiſten hüllten ſich in demonſtratives
Schweigen. Otto Wartiſch hat die Dichtung
ſelbſt verfaßt, die etwas Novelliſtiſches an
ſich hat. Ein höchſt merkwürdiges
Teſta=
ment wird verleſen. Das viele Geld eines
in Georgien im Exil verſtorbenen
ruſſi=
ſchen Fürſten erhält entweder ein
habſüch=
tiger alter Perſer oder eine Kupplerin,
oder, wenn die Zarin Anna rechtzeitig
ſtirbt, die Schar der ruſſiſchen Emigranten
Das Drum und Dran iſt tatſächlich ſo
ko=
mödienhaft und abſolut unwahrſcheinlich,
daß man keinerlei Mitempfinden ſpürt,
ſondern außergewöhnlich unbeteiligt
mit=
beobachtet, wie die Kupplerin den Perſer
betrügt und 5 Minuten vor dem in Frage
kommenden Termin durch Glockengeläut
die Thronbeſteigung der Zarin Eliſabeth
verkündet wird und dadurch beide geprellt
ſind. Daß auch ein Liebespaar mitſpielt
und ein Kretin, der durch Rauſchgetränke
mit dem Mädchen verkuppelt werden ſoll,
was übrigens mißlingt, das nur nebenbei.
Wir fanden es peinlich, daß der Verfaſſer
durch die Preſſe darauf aufmerkſam machen
ließ, daß in der Handlung und Muſik das
deutſche Herz mitklinge. Daß bei dem
Glockenklingen wie im erſten Chor das
Thema Vaterlandsliebe ſo ganz nebenbei
einmal angetippt wird, daß Tugend ſiegt
und Habgier angeführt wird, iſt durch das
Komödienhafte zur Nebenſache geworden,
die Muſik machte auf uns in ihrem
Geſamtſtil einen etwas fatalen Eindruck. Vor einem
Jahr=
zehnt widmeten ſich die Zeitſchriften „Anbruch” und „Melos” der
Aufgabe, auf die damalige Moderne, die Atonalität werbend
hinzuweiſen, und der Gipfel der Weisheit bei der „Geſchichte des
Soldaten”, bei „Cardillac”, „Jonny ſpielt auf” und vielen
ande=
ren Werken war, daß im Gegenſatz zur Romantik, wo ſich der
Hörer mit den Perſonen und ihren Geſchicken identifiziert und
darum aufs ſtärkſte mitempfindet, nun das Kunſtwerk kommen
müſſe, das wirkliches Theater ſei und bei dem ſich der Zuſchauer
völlig unbeteiligt fühle. Wir empfanden deshalb die „
Kauka=
ſiſche Komödie” nicht als ein Werk neuer Prägung, das mit dem
Kunſtgedanken des Dritten Reiches zuſammenhängt, ſondern aus=
Die „Joſephslegende” von Richard Strauß,
daß ſolcher Hinweis den Deutſchemp= eine große Ballettdichtung, erlebie geſtern abend unter der Tanzleitung von Alice Zickler
findenden eigentlich abſtoßen mußte. Auch am Heſſiſchen Landestheater ihre Erſtaufführung. Unſer Bild zeigt eine Szenenaufnahme
der Aufführung.
(Phot.: Lucie Gießinger.)
Donnerstag, 28. M
* Das Echo der Berliner Beſprech
Berliner Reiſepläne Lavals?
Nach dem Abſchluß der Berliner Beſprechungen ei
für den Lordſiegelbewahrer Eden die Aufgabe, mit den
ſprechen und feſtzuſtellen, inwieweit es bei der ruſſiſch
irgendwelche Möglichkeiten gibt, eine Organiſation de
im oſteuropäiſchen Raum zu ſchaffen. Bis zur Konferen
wird alſo vermutlich in der interationalen Politik —
von außen her geſehen — eine gewiſſe Ruhepauſe ein
ſelbſtverſtändlich von den Gegnern Deutſchlands dazu
wird, die Berliner Ergebniſſe zu verkleinern oder üb
zerreden.
Es iſt merkwürdig, mit welcher Einhelligkeit die gef
zöſiſche Preſſe die „Ergebnisloſigkeit der Berliner Beſp
feſtſtellen zu können glaubt. Dieſes franzöſiſche Urteil
ſchon vorher feſt, ehe die Verhandlungen überhaupt
nu=
hatten. Paris wollte einen negativen Ausgang und it
daher das Communiqué, das doch immerhin einiges po
hält, ſo lange, bis das Ziel erreicht iſt. Im Innern
ſcheint die franzöſiſche Diplomatie nicht ſo
feſt davon überzeugt, daß die engliſchen 9
tatſächlich die Reiſe umſonſt gemacht hel
muß doch nachdenklich ſtimmen, wenn jetzt plötzlich
von der Möglichkeit geſprochen werden 1
Laval auf der Fahrt nach Moskau ſeine!
Berlin unterbrechen werde um ebenfa
der deutſchen Regierung Fühlung zu ſu
das mehr als Gerücht iſt, wiſſen wir nicht — daß ein
rücht überhaupt entſtehen konnte, iſt doch kennzeichner
Möglichkeiten, die auch die franzöſiſche Diplomatie nach
liner Beſprechungen als gegeben anſieht.
P
Fr.
ten
au
te
Jun
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Der engliſche Außenminiſter Sir John Simon hatt
Pariſer Nachmittagsblätter aus Berlin melden vor f
reiſe von Berlin Beſprechungen mit dem franzöſiſchen
ter Frangois Poncet, dem belgiſchen Geſandten de D
und dem italieniſchen Geſchäftsträger Marcheſe Dian
dürfte Simon den diplomatiſchen Vertretern der drei L
Unterrichtung ihrer Regierungen beſtimmte Mitteilun
den Verlauf und die Ergebniſſe ſeiner Beſprechunger
Reichsregierung gemacht haben.
pie
* Das neue belgiſche Kabinekt.
er
Nach langen Schwierigkeiten, die für die Zuſpi
Gegenſätze in Belgien kennzeichnend ſind, iſt es gelur
neue Regierung zu bilden. Das Merkmal dieſes Kal
einmal, daß die drei großen Parteien — Katholiken, &
und Liberale — unter einen Hut gebracht worden
iſt ſeit 1926, als es um die Stabiliſierung des belgiſch
ken ging, nicht mehr der Fall geweſen. Es war auch
ſchwierig genug. Wenn aber vornehmlich die Katholike
lich ihre Bedenken zurückſtellten, die ſie gegen ein 3u
gehen mit den Sozialiſten haben, dann iſt das ein Bei
ernſt ſie die Lage betrachten.
Die Kriſe iſt ja nicht ſo ſehr politiſcher ſondern t
licher Natur geweſen. Das kunſtvoll aufrechterhaltene
des Belga iſt ins Wanken geraten. Allen Ver
gen zum Trotz verliert die belgiſche Währuig an Kurs
auf den internationalen Börſen iſt ſie am Tage der Re
neubildung vorübergehend um ein volles Siebentel ihre
geſunken, um ſich nachher, nachdem die Angſtverkäufe
waren, wieder etwas zu erholen. Wer von außen her 1
betrachtet, muß aus der ganzen Kriſe und ihren Begl
nungen die Folgerungen ziehen, daß Belgiens Wir
mit den bisherigen Methoden nicht meh
geführtwerden kann. Das Syſtem der Def
hat verſagt. Die neue Regierung wird alſo neu
ſuchen müſſen, wenn ſie den Zuſammenbruch aufhal
Welcher Art dieſe Mittel ſind, darüber freilich gehen
nungen ſehr weit auseinander, denn das zweite Charakt
der Regierung iſt, daß jetzt eine jüngere Generation an
kommt. Man weiß von den einzelnen Miniſtern nicht
daß ſie zum Teil Theoretiker ſind. Die mittlere Linie
den Verbeſſerungsvorſchlägen der Katholiken, der Libere
der Sozialiſten zu finden, wird nicht ganz einfach ſein
Außenpolitich bedeutſam iſt, daß der bisherige Außet
Hymans nur noch als Miniſter ohne Porteſeuille dem
angehört, vornehmlich wohl deshalb, weil er ſich ge
Aufnahme der diplomatiſchen Beziehungen mit
Sowje=
ausgeſprochen hat und auf Drängen der Sozialiſten a.
ein Kurswechſel eintreten ſoll, in der Hoffnung, aus
größere Beſtellungen zu erhalten, Hoffnungen, die auch
anderwärts in ein Nichts zerfloſſen ſind.
geſprochen als einen Nachzügler aus jener angedeuket
Darüber hilft nicht die teilweiſe geſchickte Kunſt, des C.
und der Inſtrumentation hinweg, da vor allem trotz
Taktwechſels und öfterer Anwendung des Fünfvierteltal
Rhythmiſche derart monoton und abwechſlungslos iſt, da
Mangel ſich als entſcheidend erweiſt. Es fehlt wirklich p.
des Leben. Daran konnte auch die recht gute und ſor
Einſtudierung nichts ändern. Franz Herburger leit
großer Umſicht, Bühnenbild und Spielleitung arbeitet
allen Mitteln reicher Abwechſlung und guter Einfälle, de
ſang erſtaunlich gut und ſicher. Von den Soliſten wirt
vollblütigſten Heinrich Schlüter und Anna Jacobs,
den Geprellten, Eugen Vogt bedauerte man, daß er
ekelhafte Figur des Simpels Mirza wiedergeben mußte
Consbruck, etwas ſtimmlich beeinträchtigt, und 9
Schmid=Berikoven waren das Liebespaar, und
Buchner verlas am Anfang melodramatiſch das Teſtam"
erklärte am Schluß in gleicher Weiſe die Löſung des Knot
Erſtaufführung:
Rich. Strauß: Joſephs Legende. (Ballektpanid
Um ſo ſtärker wirkte danach das große Ballett, das
kurz vor dem Krieg vollendet hat, und das bald nach dei
Faſſung ſeiner „Ariadne” entſtand. Wohl iſt Strauß
auf dem Gipfel ſeiner artiſtiſchen Periode angelangt,
Wohlklang ſeines Orcheſters, der jugendliche Schwung
muſikaliſchen Sprache iſt ſo groß, daß man nie vergißt,
bedeutender Meiſter und Könner dieſe blühende und ii
Gegenſätzen unendlich reiche Muſik geſchrieben hat. AAl
leitet Franz Herburger mit großem Klangſinn und
Partitur ſchwelgend, und das beſonders ſtark beſetzte.?
ging vorzüglich mit. Die Muſik hat ſo viel Neichtum da
ſie beinah einmal als ſinfoniſches Werk hören möchte.
Viele für die Augen gebotene faſt zu ſehr von ihr abzd!
Die Handlung iſt in die Zeit der Hochrenaiſſance veil”
es waren Bühnenbilder geſchaffen worden, die in der Rel”
beginnend bis zum maleriſchſten Barock vordrangen, un.
leuchtungseffekte der letzten Szene mit dem rembrandthalt
nal hereinbrechenden Licht waren herrlich. Regie und 20
hatte Alice Zickler, die aufs neue ihre ganz außergene
Künſtlerſchaft bewies. Alle Klippen einer ſolchen Pantoſi.
Kitſchige abzugleiten, wurden glänzend umſchifft, und. "
ſammenwirken aller auf der Bühne befindlichen Kräſe.
das lebhaft intereſſierte, durch Ausdruck und Grazie Ne.
entzückte und an den Höhepunkten große dramatiſche Se
danr
erhielt. Sie ſelbſt gab Potiphars Weib, zuerſt ſtart,
onnerstag, 28. März 1935
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 87 — Seite 3
Das beſſiſche Steuergeſetz 1933.
Inkrafkkreken am 1. April.
e Wie ſchon mitgeteilt, wird in Nr. 5 des Heſſiſchen Regie=
A sblattes vom 26. März 1935 das Steuergeſetz für das
Rech=
sjahr 1935 veröffentlicht, das am 1. April in Kraft tritt.
die ſtaakliche Grundſteuer
Urt. 1 beſtimmt: „Für das Rechnungsjahr 1935 bleibt
joben, inſoweit ſie auf landwirtſchaftlich forſtwirtſchaftlich
gärtneriſch genutzten Grundſtücken einſchließlich der
Wein=
v ruht. Grundſteuerpflichtig bleiben die Gebäude nebſt
Zube=
der zugehörige Hofreitegrund und die damit zuſammenhän=
„n Grab= und Grasgärten, ferner Grundſtücke, die nicht
land=
chaftlich forſtwirtſchaftlich oder gärtneriſch genutzt werden
Bauplätze, Steinbrüche), auch dann, wenn dieſe Grundſtücke
Xude) im Eigentum eines Landwirts ſtehen. Im Zweifel
ent=
et die Landesregierung (Finanzverwaltung)."
Im übrigen ſind die Steuerſätze der ſtaatlichen
Grund=
einſchließlich des Grundſteuerzuſchlages nach dem Geſetz vom
zember 1930 für das Rechnungsjahr 1935 die gleichen wie für
kechnungsjahr 1934.”
für das Rechnungsjahr 1935 bleibt die Grundſteuer der
Ge=
den und Gemeindeverbände für die in den Rechnungsjahren
½s bis 1930 bezugsfertig gewordenen Wohngebäude unerhoben.
Gemeinden und Gemeindeverbänden wird eine Entſchädigung
en Steuevausfall, den ſie hierdurch erleiden, nicht gewährt.
Die Gewerbeſteuer.
non Mu-
1
* Diürtk
der dre 41
Mitteilt EI
E
in Artikel II wird in Uebereinſtimmung mit Art. 19 des
Ge=
ſteuergeſetzes für 1928 vom 10. 5. 28 dieſes Geſetz auf das
nungsjahr 1935 erſtreckt. Der Veranlagung der
Ge=
ſteuer vom Gewerbekapital (Hauptveranlagung) ſind für die
iche Gewerbſteuer die für den Beginn des 1. Januar 1935
für die kommunale Gewerbſteuer die für den Beginn des
nuar 1931 feſtgeſetzten Einheitswerte zugrunde zu legen. —
9 Abſ. 1 des 1928er Gewerbſteuergeſetzes beginnt nunmehr
olgt: „Maßgebend für die Feſtſtellung des Ertrages iſt für
ratliche Gewerbſteuer das Ergebnis des Kalenderjahres 1934
ür die ommunale Gewerbſteuer das Ergebnis des Kalender=
5 1933‟ ... Artikel 17 des genannten Geſetzes tritt für das
ungsjahr 1935 außer Kraft.
Veiter wird feſtgelegt, daß 35 der 1. Verordnung zur
Durch=
ng des Einkommenſteuergeſetzes vom Februar 1935 auf die
iche Gewerbeſteuer keine Anwendung findet. (
Verluſtvor=
die Steuerſätze der ſtaatlichen Gewerbſteuer ſind für das Rech=
5jahr 1935 die gleichen wie für das Rechnungsjahr 1934.
(rtikel III beſtimmt, daß
e Erhebung der ſtaallichen und kommunalen
Sondergebäudeſteuer
rs Rechnungsjahr 1935 nach den gleichen Vorſchriften erfolgt,
für das Rechnungsjahr 1934 mit der Maßgabe, daß die
ter allgemein um weitere 25 Prozent zu
ſen=
iſt. Der Senkung zugrunde zu legen iſt der volle
Jahres=
g der Steuer, der für das Rechnungsjahr 1932 Geltung hat,
Berückſichtigung der erlaſſenen oder niedergeſchlagenen
Be=
rtikel II unterſtreicht, daß die allgemeinen Vorſchriften in
z8 1—19 des Steueranpaſſungsgeſetzes vom 16.
er 1934, ſoweit ſie nicht ausdrücklich nur für beſtimmte
Steu=
etroffen ſind, auch für die heſſiſchen Staats= und
Gemeinde=
n gelten.
Irt. V ermächtigt die Landesregierung (Finanzverwaltung)
nmungen über die Feſtſetzung der
Staatsſteuervor=
fahlungen für 1935 auch abweichend von den Vorſchriften
Irt. 1 des Steuervorauszahlungsgeſetzes vom 10. Dezember
zu treffen.
rt. II legt die Beteiligung des Landes an den vom Reich für
und Gemeinden (Gemeindeverbände) zu überweiſenden
An=
an der Einkommenſteuer und der Körperſchaftsſteuer auf
rozent feſt.
Irt. III enthält die Ermächtigung für die Landesregierung
ere Verwaltung), Vorauszahlungen für die
kom=
ale Grundſteuer, Sondergebäudeſteuer und
erbſteuer bis zur Zuſtellung der Steuerbeſcheide zu
be=
en.
Irt. IIII legt den
Landesdurchſchnikt der Realſteuerſähe
olgt feſt:
a) für die Gemeinderealſteuerſätze: auf 34 Rpfg. je
100 RM. Steuerwert der Gebäude und Bauplätze; auf 47
Rpfg. je 100 RM. Steuerwert des land= und
forſtwirtſchaft=
lichen Grundbeſitzes; auf 63 Rpfg. je 100 RM.
Gewerbkapi=
tal und auf 286 Rpfg. je 100 RM. Gewerbeertrag.
b) für die Kreisrealſteuerſätze (mit Ausnahme der auf
die 5 großen Städte entfallenden Beſteuerungsgrundlagen)
auf 5,2 Rpfg. je 100 RM. Steuerwert der Gebäude und
Bau=
plätze; auf 9,1 Rpfg. je 100 RM. Steuerwert des land= und
forſtwirtſchaftlich genutzten Grundbeſitzes; auf 11,8 Rpfg. je
100 RM. Gewerbekapital und auf 41 Rpfg. je 100 RM.
Ge=
werbeertrag.
Art. . regelt die Filialſteuer. Die Gemeinden ſind
ver=
pflichtet, im Rechnungsjahr 1935 eine Filialſteuer zu erheben nach
Maßgabe der Art. 23 und 24 des Gemeindeumlagengeſetzes, das
da=
hin abgeändert wird, daß die Steuer, gleichviel in welcher Form
ſie erhoben wird, den Betrag von 200 Prozent der Gewerbſteuer
nicht überſteigen darf. Einige ſpezielle Beſtimmungen werden
auf=
geführt.
Art. X beſtimmt Mindeſt= und Höchſtmaß der von den
Gemein=
den zu erhebenden Warenhausſteuer (100 bzw. 200 Prozent
der allgemeinen Gewerbſteuer), die in Form eines Zuſchlages zur
gemeindlichen Gewerbſteuer erhoben wird.
In den Ausgleichsſtock fließen im Rechnungsjahr 1935,
wie Art. XI feſtlegt, das dem Land zufallende Aufkommen an
Mineralwaſſerſteuer, weiter 8 Prozent der zu bildenden
Kommu=
nalmaſſe der Einkommen= und Körperſchaftsſteuer und ſchließlich
aus der Kommunalwaſſe der Umſatzſteuer der die Summe von
3,3 Millionen RM. überſteigende Betrag.
Die Reichskagung der DAF.
DNB. Leipzig, 27. März.
Am Mittwoch nachmittag ſprach auf der Reichstagung der
DAF zunächſt an Stelle des durch Krankheit am Erſcheinen
be=
hinderten Beauftragten des Führers für die geſamte geiſtige
und weltanſchauliche Erziehung der NSDAP, Reichsleiter
Roſen=
berg der Präſident der Reichsrundfunkkammer Dreßler=Andreß
über das Geiſtige und Ideelle in der Arbeitsfront.
Reichsinnen=
miniſter Dr. Frick, von einem Beifallsorkan begrüßt, ſprach
über das Thema „Das Dritte Reich und die Verwirklichung der
Volksgemeinſchaft‟. Die Ausführungen Dr. Fricks wurden mit
außerordentlichem Beifall aufgenommen.
Eine Anordnung Dr. Leys.
DNB. Leipzig, 27. März.
Der Leiter der DAF, Dr, Ley, hat folgende Anordnung
er=
laſſen:
Die Durchführung der Vereinbarung Dr. Ley — Dr. Schacht
— Seldte vom 26. März iſt dem Leiter des Organiſationsamtes
der Deutſchen Arbeitsfront Pg. Hauptamtsleiter Klaus Selzner
übertragen worden. Es iſt allen anderen Dienſtſtellen der DAF
verboten, irgendeine Maßnahme organiſatoriſcher oder
perſo=
neller Art von ſich aus zu treffen. Bezüglich der Einrichtung
der Arbeitsausſchüſſe wird die Durchführung der Vereinbarung
nach Richtlinien erfolgen, die von Pg. Selzner gemeinſam mit
Amtsleiter Pg. Dr. Pohl aufgeſtellt werden.
Dr. Dorpmüller
auf weilere drei Jahre zum Generaldirektor
der Deutſchen Reichsbahn gewähll.
DNB. Berlin, 27. März.
Am 26. und 27. März 1935 trat der Verwaltungsrat der
Deut=
ſchen Reichsbahngeſellſchaft zu einer ordentlichen Tagung
zu=
ſammen.
Der Verwaltungsrat wählte den ſeit 1926 im Amt befindlichen
Generaldirektor Dr. ing. e. h. Dorpmüller zum vierten Male
ein=
ſtimmig auf weitere drei Jahre zum Generaldirektor der Deutſchen
Reichsbahn. Der Führer und Reichskanzler hat die Wahl beſtätigt.
Bei den Beratungen über die Finanzen der Deutſchen
Reichs=
bahn wurde feſtgeſtellt, daß die Einnahmen im Januar und
Fe=
bruar d. J. im Perſonen= und Gepäckverkehr eine Zunahme von
5,7 v. H. und im Güterverkehr eine Vermehrung um 6,6 v. H.
gegenüber dem Vorjahre erfahren haben.
Auf dem Gebiete der Perſonalpolitik ſollen die Nachteile,
welche Hilfsbeamten durch ihre Teilnahme als Frontkämpfer im
Weltkriege aus der Ueberſchreitung des 40. Lebensjahres für die
Anſtellung als Beamte erwachſen ſind oder noch zu erwachſen
dro=
hen, beſeitigt werden.
Deutſch=rumäniſcher Wirtſchaftsverkrag.
Der Warenauskauſch zwiſchen den beiden Ländern
ſoll durch deviſenſchwierigkeiken nicht
mehr geſtört werden.
DNB. Berlin, 27. März.
Das Reichswirtſchaftsminiſterium teilt mit:
Am 23. März iſt von dem mit der Wahrung der Geſchäfte des
Reichswirtſchaftsminiſteriums beauftragten Reichsbankpräſidenten
Dr. Schacht und dem rumäniſchen Handelsminiſter Herrn
Manoi=
lescu=Strunga ein Niederlaſſungs=, Handels= und
Schiffahrtsver=
trag zwiſchen dem Deutſchen Reich und dem Königreich Rumänien
unterzeichnet worden.
Dieſer Vertrag, der bereits ab 1. April 1935 Anwendung
fin=
det, iſt der erſte langfriſtige Handelsvertrag, der
zwiſchen Deutſchland und Rumänien ſeit dem
Krieg abgeſchloſſen worden iſt, und iſt außerdem der erſte
Han=
delsvertrag, den Rumänien ſeit der im Herbſt vorigen Jahres
er=
folgten grundlegenden Neuregelung ſeines Außenhandels mit
einem Lande abgeſchloſſen hat.
Der Vertrag regelt in umfaſſender Weiſe die Geſtaltung der
wirtſchaftlichen Beziehungen zwiſchen den beiden Staaten. Sein
Ziel iſt es, unter Berückſichtigung der Tatſache, daß die
Volkswirt=
ſchaften der beiden Länder ſich auf vielen Gebieten zum Vorteil
ergänzen, den gegenſeitigen Warenaustauſch ohne Störung der
Produktion im eigenen Lande zu fördern und zu ſteigern. Dabei iſt
dafür Sorge getragen, daß dieſer Austauſch ſich in Formen
voll=
zieht, die durch die in beiden Ländern beſtehenden
Deviſenſchwie=
rigkeiten nicht geſtört wird. Die in dieſer Hinſicht getroffenen
Ver=
einbarungen werden demnächſt noch durch Abſchluß eines
Verrech=
nungsabkommens ergänzt und vervollſtändigt werden.
Neben dem eigentlichen Handelsverkehr ſind auch die
Nie=
derlaſſungs= und Schiffahrtsfragen
neuge=
regelt worden. Hierbei wurden beſonders auf dem
Verkehrs=
gebiet wichtige Verbeſſerungen gegenüber dem bisherigen Zuſtand
erzielt. Wenn Deutſchland auch als Abnehmer rumäniſcher Waren
an erſter Stelle ſteht, ſo iſt doch in den letzten Jahren der
Ent=
wicklung der Weltwirtſchaftskriſe folgend, eine weſentliche
Schrumpfung des gegenſeitigen Warewauspauſches eingetreten.
Es beſteht Hoffnung, daß der neue Vertrag entſcheidend dazu
bei=
tragen wird, den deutſch=rumäniſchen Handelsbeziehungen zum
Nutzen der beiden Länder einen neuen Aufſchwung zu geben.
Eine bulgariſche Erklärung in Ankara.
DNB. Ankara, 27. März.
Die Anatoliſche Telegraphen=Agentur meldet: Der neue
bul=
gariſche Geſandte Pawloff hat am Dienstagabend den Miniſter
des Auswärtigen und derzeitigen Vorſitzenden des
Völkerbunds=
rates, Rüſchdü Aras, aufgeſucht. Pawloff erklärte ſeine Regierung
habe ſich niemals mit dem Gedanken getragen, einſeitig die
mili=
täriſchen Artikel des Friedensvertrages von Neuvilly zu
annullie=
ren. Sie werde auch in Zukunft nicht daran denken, Alle
gegen=
teiligen Nachrichten beruhten auf Unwahrheit.
Der Miniſter des Auswärtigen hat die Mitglieder des
Bal=
kanbundes und das Sekretariat des Völkerbundes von dieſer
bul=
gariſchen Mitteilung in Kenntnis geſetzt. In diplomatiſchen
Krei=
ſen Anbaras iſt dieſe Einſtellung Bulgariens warm begrüßt
worden.
Havas zum Abſchluß der Berliner Beſprechungen.
DNB. Paris, 27. März.
Der Berliner Sonderberichterſtatter von Havas gibt nach
dem Abſchluß der Berliner Beſprechungen nachſtehende
Ueber=
blicke:
Der Führer habe eine große Anſtrengung gemacht um ſeinen
engliſchen Partnern etwas anzubieten. Er habe die Rückkehr
Deutſchlands nach Genf angeboten, vorausgeſetzt, daß die
fran=
zöſiſche Klage Deutſchland nicht in eine demütigende Lage
ver=
ſetze. In der Frage des Oſtpaktes habe er Gegenvorſchläge
ge=
macht, die den Grundſatz des gegenſeitigen Beiſtandes
aus=
ſchlöſſen und ganz auf ein loſes Syſtem von Nichtangriffspakten
hinausgingen, garantiert durch eine Klauſel der
Beiſtandsver=
weigerung für den Angreifer. In der Rüſtungsfrage halte
Deutſchland an dem Grundſatz feſt, daß es ſeine Sicherheit durch
die eigene Macht wahren müſſe und deshalb, ſo behauptet Havas,
über ebenſo viele Streitkräfte verfügen müſſe wie Rußland an
der Weſtfront mobiliſieren könne. Das gleiche gelte für die
Militärluftfahrt.
Zuſammenfaſſend könne man feſtſtellen, daß die Berliner
Beſprechungen es den engliſchen Miniſtern erlaubt hätten, den
Führer kennen zu lernen und zu erfahren, was er für ſein
Land wolle. Hitler habe in ehrlicher und einleuchtender Form
das zuſammengefaßt, was er ſeit drei Monaten in den
diplo=
matiſchen Beſprechungen und öffentlichen Erklärungen dargelegt
habe.
d und in der Schlafgemachſzene von ſtärkſtem Ausdrucksver=
7. Als Potiphar erinnerte uns die Maske von Carl Raddatz
aul Wegener als Holofernes. Als Joſeph wirkte Paul Böhm in
roßen Solotanz der Feſtſzene hervorragend durch ſeine Körper=
und tänzeriſche Gelöſtheit, in den folgenden Ausdrucksaufgaben
)enbürtiger Partner von Alice Zickler. Das Werk dauert eine
Stunde, und die tänzeriſchen Leiſtungen der Tanzgruppe
er wundervolle Solotanz von Le Teſſa Ihlenfeld waren ſo
tend, daß man bedauert, nicht mehr Namen nennen und auf
(heiten nicht näher eingehen zu können. Es wäre
vorteil=
wenn man zur Joſephs=Legende, die eine bedeutende
künſt=
e Leiſtung war, ein anderes Gegenſtück fände. Wie wäre
t dem feinen Einakter „Suſannens Geheimnis” von
Wolf=
ri, der hier vor faſt 25 Jahren mit beſtem Erfolg gegeben
Das Werk von Richard Strauß fand ſelbſtverſtändlich
F. N.
fteſten Beifall.
Cornelia Goelhe als Menſch.
Vortragsabend des Hausfrauenbundes.
m Mittelpunkt der geſtrigen Veranſtaltung des
Haus=
enbundes e. V. Darmſtadt im Hotel zur
1be ſtand ein Vortrag von Frau Meta
Schneider=
erling über „Cornelia Goethe als Menſch”.
ach den begrüßenden Worten, die die Vorſitzende des
Haus=
tbundes, Frau Klooß, an die Anweſenden gerichtet
ergriff Frau Schneider=Weckerling das Wort, um
ſt den erſten Eindruck, den wir aus den ſpärlich erhaltenen
Kednerin kennzeichnete Cornelia als einen einzigartigen,
iſſen von Cornelia Goethe gewinnen, zu charakteriſieren.
eenden Menſchen, ſtark, ſelbſtändig, zur großen Leidenſchaft
lagt. Eine Fülle inneren Geſchehens verbirgt ſich hinter
irgen Tatſachen, die uns von ihr bekannt ſind und die die
rin kurz umriß: ihre Jugend im Hauſe am Frankfurter
graben, ihre Verlobung und Heirat mit Schloſſer und ihr
Tod. Das nicht eben glückliche, in allzu großer
Weſens=
edenheit bedingte Verhältnis zu der Mutter, Frau Aja,
angedeutet; ebenſo die Enttäuſchung, die Cornelia an der
ihres Gatten erlebte. In ihrem Leben gab es nur
zwei=
ine große Liebe, davon die eine zu einem jungen
Englän=
er dann Frankfurt ohne Abſchied verließ. Sehr intereſſant
anz modern anmutend die Art, wie ſich dieſes Erlebnis in
tagebuchartigen Briefen ſpiegelt. Die andere große Liebe
Lebens gehörte dem Bruder Wolfgang. Gerade hierüber
uns ſchriftliche Zeugniſſe wenig, wir können es nur ahnen,
in welchem Maße die beiden aneinander hingen. Erſchütternd
die wenigen Worte, mit denen Goethe in ſeinen Tagebuchblättern
ihren Tod verzeichnet. Eine durch manche Zitate belegte
Paral=
lele zwiſchen Cornelia und Iphigenie, Goethe und Oreſt beſchloß
den ſehr feinſinnigen Vortrag, für den herzlicher Beifall dankte.
Der Abend klang mit Muſik aus, ſo wie er mit Muſik
be=
gonnen hatte. Frau Eva=Maria Allmannritter (Sopran)
ſang, begleitet von Frl. Julie Schnitzler, Goethelieder von
Schubert und Beethoven. „Wanderers Nachtlied” hatte den Abend
ſtimmungsvoll eingeleitet. Am beſten ſchienen aber der
Sänge=
rin ſolche friſchen, beſchwingten Lieder wie etwa der „
Muſen=
ſohn” von Schubert, Beethovens „Neue Liebe, neues Leben” oder
„Die Trommel gerühret” zu liegen, die lebhaften Beifall
hervor=
riefen. Stimmcharakter und Vortragsweiſe gingen hier ſehr fein
zuſammen, während es dem „Gretchen am Spinnrad” etwas an
innerer Spannung fehlte. Frl. Schnitzler begleitete mit
ge=
wohnter Sicherheit — trotz eines tückiſchen Pedals.
In warmen Worten faßte Frau Klooß am Schluß des
4. H.
Abends den Dank der Zuhörer zuſammen.
*
Frankfurker Muſikbrief.
Die Kammerſängerin B. Lauer=Kottlar, die bis vor kurzem
Hochdramatiſche unſerer Oper war, iſt geſtorben. Damit iſt eine
der größten Künſtlerinnen von uns gegangen, die in Frankfurt
gewirkt haben. Aus wahrem, innerem Erleben kamen ihre
Schöpfungen, die vorbildlich behandelte Stimme — die
Verſtor=
bene war nicht ohne Grund Lehrerin am Mozarteum in
Salz=
burg — war von einer eigentümlichen Wärme, der man ſich nicht
entziehen konnte. Die Cantilene der Amelia — das unvergeßlich
ſchön geſungene E=Dur=Thema im 2. Akt! —, die Dramatik der
Brünhilde und der Iſolde, mit einer bewundernswerten
ſtiliſti=
ſchen Sicherheit wurde jede muſikaliſche Form beherrſcht. An
ihrem Abſchiedsabend vor einigen Jahren, der ein Liederabend
war, hat ſie u. a. Schumanns Frauenliebe und Leben geſungen.
Abgeklärter kann man ſich die Wiedergabe nicht denken. Denn
im Grunde iſt dieſe Künſtlerin, die bezeichnenderweiſe vom
Kon=
zertſaal kam, immer eine lyriſche Sängerin geweſen. Aus dieſer
Lyrik der Empfindung und des Ausdrucks ſind die dramatiſchen
Linien der Iſolde und der erſchütternden Schlußſzene der
Götter=
dämmerung erwachſen. Ihre Geſtaltung formte ſtets das
Menſch=
liche, das Nachſpürbare. Man glaubte ihr ihre Partien, weil
ſie erlebt waren. — Unter der Reihe ihrer Rollen ſeien außer
den genannten ihre Marſchallin und ihre Elektra beſonders
ge=
nannt. Der Monolog im 1. Akt und die ſtimmliche und
körper=
liche Geſtik im 3. Akt des Roſenkavalier hatten allen künſtleriſchen
Adel; ihre Elektra offenbarte vielleicht am meiſten, welche be=
zwingenden, ſeltenen künſtleriſchen Kräfte dieſe große Künſtlerin
erfüllten.
Das Opernhaus hat „Die luſtigen Weiber von Windſor”,
von O. Nicolai neu einſtudiert. Der Wert dieſer geſunden
deut=
ſchen Muſik iſt bekannt. Die Flüſſigkeit und Klanglichkeit der
Melodien, die Sauberkeit der Inſtrumentation, die geſchickte und
wirkungsvolle Handlung macht dieſe Oper zu einer unſerer
mei=
ſterlichſten. Daß ſie im Schatten des Titanen, Verdis Falſtaff,
ſteht, ſpielt dabei keine Rolle. Die geniale italieniſche Oper
wird wie des Cornelius Barbier immer etwas für den kleinen
Kreis ſein, das große Publikum wird immer und von ihm aus
geſehen mit Recht die Luſtigen Weiber bevorzugen. — Unſerer
Intendanz iſt für dieſe Neueinſtudierung Dank zu ſagen. Die
Wiedereinführung der Oper in den Spielplan iſt ſehr zu
be=
grüßen, und die Aufführung ſelbſt war von einem ausgezeichneten
Niveau. L. Siewert hatte ſehr lebendige, romantiſche
Bühnen=
bilder geſchaffen, die — der Stimmung das Deutſche dieſes
Wer=
kes glücklich betonten. Dr. Wälterlin ließ als Regiſſeur mehr
dem Herzen als dem Konſtruieren freien Lauf; mit viel
Natür=
lichkeit ſpielten ſich die Vorgänge ab. Man hat von dieſem
ehr=
lichen Regiſſeur ſeit langem keine derart geſunde Leiſtung geſehen.
Kapellmeiſter K. Kretzſchmar hielt mit ſolidem Können die
orche=
ſtralen Zügel in der Hand.
C. Ebers, die als Traviata den Weg des künſtleriſchen
Auf=
ſtiegs beſchritten hat, hat als Frau Fluth den Weg fortgeſetzt.
Sie hatte die frauliche Schelmigkeit dieſer Figur, die große Arie
hat den Beifall verdient. M. Strack war ihr eine erfreuliche
Partnerin. C. Wackers ſang eine mädchenhafte Anna.
Mit prachtvollem Humor, der einiges, und zwar das
Weſent=
liche des Shakeſpeareſchen hatte, gab R. vom Scheidt den Falſtaff.
H. Heſſe war ein ſehr eiferſüchtiger Herr Fluth. H. Schweebs ein
glaubhafter Herr Reich. Sehr ſchön ſang T. Ralf den Fenton,
Die Komik vertraten mit unaufdringlichem Gelingen O. Wittaczek
als Spärlich und C. Ebert als Dr. Cajus.
Liederabende von F. Völker und H. Schlusnus beſtätigten
frühere Eindrücke. Der Baritoniſt iſt doch wohl der muſikaliſch
Kultiviertere; er geht auch in der Formung zuweilen über das
Aeußerliche hinaus. Die Stimme hat im Timbre und in der
Be=
handlung und im Klang der Höhe im Gegenſatz zu der des Tenors
die wertvollere künſtleriſche Form.
Dr. W. Ku.
— Jonny will ein Mann ſein. Ein heiterer Roman von Lo
Wils=
dorf. (Fünf=Türme=Verlag, Halle, Saale.)
Nachdem ſich Lo Wilsdorf mit ihrem letzten Roman „Pips —
ganz unmöglich!” in die Herzen aller jungen Mädchen und Frauen
eingeſchlichen hat, verſucht ſie ihr Glück bei den Männern. Ihr
Jonny, der Held ihres neuen Romans „Jonny will ein Mann
ſein”, iſt ein Prachtkerl. Ein rechter, echter, friſcher Junge, ein
Liebling der Frauen, der das Herz auf dem rechten Fleck hat. und
der für ſeine Liebe und Arbeit, für ſeine Ehre und ſeinen Sport
alles wagt. Ein Roman, der der Jugend neuen Glauben und den
Alten ſchöne Erinnerungen an die eigene Jugend abgewinnt.
Anna Ramſpech, geb. Bücking
Carl Ramſpeck, Miniſterialrat i. R.
Waldtraut Ramſpech
Hertha Heil, geb. Ramſpeck
Karl Heil, Forſtmeiſter
Günthi u. Waldtrautchen Heil.
Darmſtadt, König i. Odw., 27. März 1935.
Modeblätter und
Schnitt- Muster
denken Sie an
Herzberger
nur Ludwigsplatz 6
Jahnſtraße 127,
Tintenviertel,
gut mbl.
Wohn=
u. Schlafzimmer
— auch einz. —
zu verm.
Zen=
tralhzg., fließ.
Waſſer.
Die Einäſcherung findet am Freitag, 29. März, dorm. 11 Uhr, auf
dem Waldfriedhof ſtatt. — Von Blumenſpenden bitten wir
ab=
ſehen zu wollen.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
ſowie für die zahlreichen Kranzſpenden beim
Hinſcheiden unſeres lieben Entſchlafenen
ſagen wir hiermit allen unſeren
tiefempfun=
denen Dank. Beſonders danken wir Herrn
Dekan Müller für die troſtreichen Worte, dem
Verein der Pioniere und Verkehrstruppen,
dem SA=Sturmbann Pi T/50, ſowie ſeinen
Arbeitskameraden für die ehrenden
Nach=
rufe am Grabe.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Katharine Eidenmüller Wwe.
geb. Schlöſſer.
Darmſtadt, den 26. März 1935. (981
Geſtorbene.
Darmſtadt: Klopp, geb. Fleiſchmann, Katharina,
57 Jahre, Witwe des Reichsbahn=Oberſekretärs.
Schmitz, geb. Fleck, Gertrud Wilhelmine
Eliſabeth, 71 Jahre, geſchieden, o. B.
Hochſtätter, Jakob Friedrich,
Fabrikarbei=
ter, 52 Jahre, verheiratet
Gernsheim: Andres, Jakob Konrad, Schiffer,
ledig, 31 Jahre.
Habe meine Tätigkeit wieder
aufgenommens
(2919b
stehen Im Vordergrund des
Interesses.
Sie finden das Neueste
darin bei
H. 8 F. Becker
17 Peter-Gemeinder-Straße 17
1998a
Statt Karten.
Works-Vertrotung
ELBERT
Darmstadt
Rheinstr. 7
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe innigſter Teilnahme,
für die Kranz= und Blumenſpenden bei dem
Heimgang unſerer lieben Entſchlafenen, ſagen
wir allen herzlichſten Dank. Beſonders Herrn
Dekan Müller für die troſtreichen Worte,
dem Chor der Sängerluſt für den erhebenden
Grabgeſang und Kranzſpende ſowie der
Tapezierinnung und allen, die unſerer lieben
Entſchlafenen die letzte Ehre erwieſen, ſei
auf dieſem Wege herzlichſt gedankt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Kläden.
Darmſtadt, den 26. März 1935. (2978
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donnerstag, 28. März 1935
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 87 — Seite 5
lus der Landeshauptſtadt
Darmſtadi, den 28. März 1935
Deutſche Freiballon=Meiſterſchaft.
Die Deutſche Freiballon=Meiſterſchaft findet in jedem Jahre
nun ab in Darmſtadt ſtatt. Der erſte Start am 17. Februar
zte wegen der Ungunſt der Witterung unterbleiben. Der
tſche Luftſportverband hat angeordnet, daß die Wiederholung
den 7. April feſtgelegt wurde. Nachmittags um 15 Uhr findet
Start der Kinderballon=Meiſterſchaft ſtatt, während um
Uhr ſich die 18 großen Ballone in die Luft erheben. Der Start iſt
immer auf dem Kavallerie=Exerzierplatz hinter der
Dragoner=
rne.
Deutſche Himalgja=Erpedikion 1934.
Der morgen Freitag abend 8.15 Uhr durch die Vermittlung
hieſigen Ortsgruppe des Reichsbundes für
besübungen in der Woogsplatz=Turnhalle ſtattfindende
trag des Herrn Hans Hironimus=Altona über „
Deut=
am Nanga Parbat” iſt von einer Reihe der prächtigſten
tbilder, die von dem Expeditions=Photographen Peter
Müll=
r aufgenommen wurden, umrahmt. Dieſe Aufnahmen ſind
zenleiſtungen der deutſchen Lichtbildkunſt und objektive
Zeu=
der Wunderwelt des Himalaja. „Sie zeigen auch die
furcht=
n Strapazen der Kataſtrophentage der Expedition und die
weifelten Rettungsverſuche um die vermißten Kameraden.
der erſten Vorführung der Bilder in Berlin vor geladenen
en fanden ſie ungeteilten Beifall, weil ſie einen Begriff von
ungeheueren Schwierigkeit der Aufgabe und ihrer hinreißen=
Größe unmittelbar vermitteln. Der Vortrag wird zweifellos
s beſondere Intereſſe der zahlreichen Gebirgs= und
Wander=
nde unſerer Stadt finden.
Die Preſſeſtelle der heſſiſchen Landesregierung teilt mit:
iſtberichte an die Landesregierung ſind nur an deren Adreſſe
ichten. Perſönliche Anſchriften an die einzelnen Referenten
verboten. Briefe mit rein perſönlichem Inhalt ſind an die
ilige Privatwohnung der Referenten zu richten.
„Dienſtſtunden der Polizeidirektion Darmſtadt. Vom 1. April
zum 30. September (Sommerhalbjahr) werden die
Amts=
ne für das Publikum an allen Wochentagen bereits um 7 Uhr
fnet. Sie werden für den regelmäßigen allgemeinen
Dienſt=
ehr geſchloſſen: Montags bis Freitags bei der
Polizeidirek=
einſchließlich Landeskriminalpolizeiamt um 15 Uhr, beim
wohnermeldeamt und der Paßſtelle um 14 Uhr. An den
stagen enden die Dienſtſtunden allgemein um 12 Uhr.
—Vom Arbeitsamt. Vom 1 April 1935 ſind die
Dienſt=
den des Arbeitsamtes wie folgt feſtgeſetzt: Montags bis
tags von 7.00 bis 15.30 Uhr, Samstags von 7.00 bis 12.30
„Die Sprechſtunden, Kontroll= und Auszahlzeiten ſind aus
im Arbeitsamt angebrachten Bekanntmachungen zu erſehen.
— V. D.A. Der V.D.A. empfiehlt allen ſeinen Mitgliedern
Beſuch des Meiſterkonzertes, das am Donnerstag, dem 28.
z, im Großen Haus des Landestheaters ſtattfindet, nicht nur
er in engſter Verbindung mit der Arbeit der NS=
Kultur=
einde ſteht, ſondern weil neben bewährten hieſigen
Künſt=
eine Perſönlichkeit als Dirigent erſcheint, die wie kaum eine
te mit ungewöhnlichem Erfolg für den deutſchen Gedanken
er Welt geworben hat: Generalmuſikdirektor Hans Weis=
H)in Leipzig.
— Eltern= und Liederabend der Ballonſchule, (1. April, Saal=
Er wird eingeleitet durch einen Chor „von der edlen Muſik”
dem „ohren=vergnügenden und gemüt=ergötzenden Augsburger
—lkonfekt”, einer Sammlung zierlicher Tafelmuſik des 18. Jahr=
Eerts, aus der wir ſpäter noch zwei Lieder mit Inſtrumenten=
E eitung hören werden. Es folgen einige Lieder von Jäger und
d. zum Teil in polyphonem Satz. Den Abſchluß des erſten
Ssbildet „Der Jäger Abſchied” von Joſef von Eichendorff in
neuen Weiſe von Walter Henſel, die, ganz waldhornmäßig
ſtimmig geſetzt, dem Gedicht aufs beſte gerecht wird. Der zweite
S bringt luſtige Lieder aus Süddeutſchland mit reizvollen
In=
ſt nentenbegleitungen, in die ſich Streicher, Holzbläſer und Horn
ton. Das Orcheſter ſpielt außer einem Marſch von Leopold
Mo=
zu und einem Trio von Haydn eine Spielmuſik (Suite) von Kurt
nas für Schülerorcheſter, die unſeres Wiſſens in Darmſtadt zur
Srufführung kommt. Die Suite iſt in jeder Beziehung äußerſt
aichſlungsreich aufgebaut und wird ſich nach Art und Haltung
—efflich in den Rahmen der Veranſtaltung einfügen.
— Schießſportvereinigung Darmſtadt. Das „Opferſchießen”
f4 das Winterhilfswerk brachte einen Erlös von RM. 40.50, der
c as Winterhilfswerk abgeführt wurde.
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Johannes Drath,
— in Darmſtadt einen ſo großen Freundeskreis hinterließ, hat
amburg ein reiches Feld zur Entfaltung ſeiner künſtleriſchen
gkeit gefunden. Wir leſen von neueren Kritiken u. a
ſol=
es: „Räuber” (Verdi); „Berliner Börſenzeitung” (Franz
gen): Einen Sängerdarſteller von Format lernte man in
). kennen deſſen Franz einen ſehr ausdrucksvollen, gut
fun=
den, ſorgfältig behandelten Bariton ins Feld führt. — Ham=
Eer Fremdenblatt”: Vor allem hatte J. D. als Schurke Franz
riſtarken Erfolg. Mit beachtlichem Können meiſtert dieſer
e Künſtler die Geſtaltung des bravouriös ſingenden Intri=
—en. Geſangstechniſch und mimiſch wurde die Aufgabe aus=
Achnet gelöſt. — „Signale‟: Der Darſteller des Franz muß
leicher Weiſe Schauſpieler wie Sänger ſein. In dem jungen
ton J. D. ergänzen ſich dieſe Forderungen zu einer Einheit.
Iſtärkſte Leiſtung des Abends. — „Völk. Beobachter”:
Geſang=
ergiebig, darſtelleriſch intereſſant war der Franz Moor von
—). eine aus dem Böſen erwachſene Figur, die zuletzt in der
IIen Menſchlichkeit der gepeinigten Kreatur mündet — H.N.
G Mittag‟: Der Franz von J. D. war darſtelleriſch wohl die
ommenſte Leiſtung des Abends. — B Z am Mittag”: J. D.
den Franz Moor und lief in der Deliriumsſzene zu
bemer=
vertem Format auf. — Berliner Tageblatt” (Heinr Stro=
J. D. ein Bariton mit ſtarker Fähigkeit zur Charakteriſtik.
Heſſiſches Landeskheaker Darmſtadk.
GROSSES HAUS
terstag,
28. März
Anfang 20,00 Uhr. Ende 22,00 Uhr. 4.
Meiſter=
konzert der NS. Kulturgemeinde zugunſten des
Winterhilfswerks. Leitung: Generalmuſikdirektor
ach, Leipzig.
itag,
Anfang 19.30 Uhr. Ende 21.45 Uhr. Außer Mi
31. März Sehr peinlich. Lokalpoſſe von Emil Thomas.
Dar=
geſtellt durch die Heſſiſche Spielgemeinſchaft.
Heſſiſches Landestheater. Heute abend ſpielt im Großen
5 des Landestheaters das Landestheaterorcheſter unter
Lei=
von Generalmuſikdirektor Hans Weisbach=Leipzig im
Ceiſterkonzert der NS=Kulturgemeinde zum Beſten der Win=
Ife. Soliſten ſind Maria Maſer=Schilling (Alt) und Cyrill
atſchka (Violine).
Proteſt gegen das Memeler Bluturteil.
Maſſenkundgebung der Darmſtädter Bevölkerung gegen die likauiſchen Todesurkeile im Memelland=Prozeß
Proteſt ſeines Volkes den richtigen Widerhall in der Welt
fin=
det. Deſſen ſind wir gewiß. (Lebhafter Beifall.)
Wann endek das Unrechk an der Memel?
Darauf ergriff das Wort
Unter dem Eindruck des Kownoer Bluturteils, das geſtern
morgen durch die Preſſe verbreitet wurde, verſammelten ſich
geſtern abend viele Tauſend Männer und Frauen,
vor allem die in Darmſtadt anſäſſigen Oſtdeutſchen, und
die Jugend mit ihren Bannern zu einer einmütigen
ſponta=
nen Bekundung ihres Abſcheus vor einer ſolchen Tendenzjuſtiz
gegen Deutſche. Der weite Raum des Paradeplatzes war
mit Menſchen überfüllt, die ihrer flammenden Entrüſtung
un=
verhohlen Ausdruck gaben. Einige Fackeln beleuchteten ein
ſchnell aufgebautes Rednerpult, vor dem eine Muſikkapelle
Auf=
ſtellung genommen hatte. Mit den Klängen des mannhaften
Liedes von Ernſt Moritz Arndt „Der Gott, der Eiſen wachſen
ließ, der wollte keine Knechte” gab die Muſik der allgemeinen
Stimmung rechten Ausdruck. Danach ſprach zu den Verſammelten
Pg. Dr. Neumann=Groß=Umſtadt.
Er führte etwa folgendes aus: Seit der Machtergreifung
durch den Nationalſozialismus hat ſich die Welt in ſteigendem
Maße daran gewöhnt, ihre Blicke auf Deutſchland und den
Füh=
rer zu richten. Vor wenigen Tagen dürften wir es miterleben,
daß mit der Verkündung der Wehrpflicht durch den Führer
ganz Deutſchland mit befreiter Bruſt aufatmete. Auch im
Aus=
land wächſt die Erkenntnis, daß nur ein wehrhaftes
Deutſchland in der Lage iſt, Garant des
Frie=
dens in Europa zu ſein. Ueber dieſe Fragen verhandelt
zur Zeit der Führer mit Englands Staatsmännern, die nach
Berlin gekommen ſind. Und in dieſe Atmoſphäre ſchlug die
Nachricht vom Kownoer Bluturteil gegen Deutſche. Es war ein
litauiſcher Schlag gegen das ganze deutſche Volk, denn überall,
wo Deutſche wohnen, werden ſie flammenden Proteſt erheben
gegen dieſes Schandurteil. Die Zeiten haben ſich
ge=
ändert. Während in früheren Jahren Haßurteile gegen das
Deutſchtum im Grenzland an der Saar, in Südtirol, in Böhmen
nur kleine Kreiſe des Reiches bewegten, empfindet, ſeit der
Nationalſozialismus zum Träger der Volksbewegung geworden
iſt, jeder Deutſche das Unrecht, das einem einzelnen Deutſchen
draußen in der Welt zugefügt wird, als brennenden Schmerz.
Litauen iſt ein kleines Land, das das deutſche
Memel=
land widerrechtlich an ſich geriſſen hat. Und
Litauen wagt in ſolcher Weiſe gegen Deutſche vorzugehen, die
nichts getan haben, als der Stimme ihres Blutes zu folgen. Unter
Mißachtung des Völkerbundsſtatuts iſt Litauen dabei, die deutſche
Sprache in Kirche Schule und Theater im Memelland
auszurot=
ten. Wandervereine Jagdflinten und Spatzenfloberte,
Gelände=
ſpiele der memelländiſchen Jugend mußten als Beweis für die
Gefährlichkeit des Deutſchtums herhalten, das angeblich nur auf
ein Signal aus dem Reich warte, um ſich gegen die litauiſche
Staatsgewalt zu empören. Durch Folter und Knebelungen
wurden von den Verhafteten Geſtändniſſe erpreßt. Der Prozeß
in Kowno erbrachte zwar keinerlei Beweiſe, aber er brachte ein
Urteil, das jedem Deutſchen die Zornesröte ins
Geſicht treibt. Immer, wenn das ganze deutſche Volk
ein=
mütig gegen ein Unrecht aufſtand, blieb das in der Welt nicht
unbeachtet. Noch nie iſt der Ruf eines einigen Volkes ungehört
verhallt. Die Stimme des Blutes findet an den Reichsgrenzen
keine Schranken; wer unſeres Blutes iſt, wer die deutſche
Mutter=
ſprache ſpricht, gehört zu uns. Keine Macht der Welt kann uns
trennen. Das Leid, das einem von uns draußen zugefügt wird,
iſt ein Schmerz, den der ganze Volkskörper empfindet. So
er=
heben wir Einſpruch gegen den Hohn und die
Her=
ausforderung, den das Litauer Urteil darſtellt. Das
Deutſchland Adolf Hitlers iſt gewohnt, daß auf ſeine Stimme
gehört wird. Der Führer wird dafür ſorgen, daß der einmütige
Oberbürgermeiſter Wamboldt.
Meine Volksgenoſſen! Die Blut= und Schandurteile des
Kow=
noer Kriegsgerichts haben uns heute zu dieſer Kundgebung
zu=
ſammengeführt.
Ein Schrei der Entrüſtung geht durch das ganze deutſche Volk.
wegen der offenſichtlichen Ungerechtigkeiten und der haßerfüllten
Härte dieſer menſchenunwürdigen Urteile.
Vier Todesurteile und ungeheuerliche
Zucht=
hausſtrafen bis zu 8. 10, ja bis zu 12 Jahren, hat dieſes
Ge=
richt verhängt. Ein unerhörter Gewaltakt iſt vorgekommen, gegen
deutſche Menſchen, deren einzige Schuld es war, daß ſie auf die
dem Memelland durch den Völkerbund verbrieften Rechte
vertrau=
ten. Aber anſtatt Rechte hatten die Memeldeutſchen nur brutale
Knechtung und unſägliches Leid zu erleiden. Unſere deutſche
Sprache ſoll ausgerottet werden, zahlreich ſind die Beiſpiele von
Uebergriffen gegen wehrloſe deutſche Menſchen. Eine
Kultur=
ſchande unerhörten Ausmaßes liegt hier vor.
Es ſollte ſelbſt dem Völkerbund zuviel ſein, daß hier
Menſchen mit Todes= und Zuchthausſtrafen belegt werden, die
weiter nichts getan haben, als auf die Heiligkeit der eben von
die=
ſem Völkerbund anerkannten Verträge Anſpruch zu erheben. Es
iſt unerhört, wenn die Verteidigung der dem deutſchen Volksteil
in Litauen gewährten Rechte auf Sprache, „Sitte und Kultur von
der Litauiſchen Juſtiz als ſtaatsfeindliche Betätigung geahndet
werden. Der Völkerbund war es doch, der den Deutſchen in
Li=
tauen durch das Memelſtatut dieſe Rechte gegeben und
ge=
währleiſtet hat. Das ſind aber keine Friedensverträge und
Ein=
richtungen, die immer wieder den Keim zu neuem Haß und neuem
Unfrieden in ſich tragen. Wann wird das gequälte Eurova
ein=
ſehen, daß es auf dem Wege des Haſſes nicht zur Befriedung
kom=
men kann?
Wo bleiben bei dieſem Wahnſinn die Einſprüche des
Völker=
bundes und ſeiner Garanten? Es iſt immer noch die alte Sache,
wenn einem Juden ein Haar gekrümmt wird, ſchreit die ganze
Journaille von Jeruſalem bis nach Amerika. Wo aber iſt das
Echo des „Weltgewiſſens” auf dieſes jeder Gerechtigkeit
hohn=
ſprechende Urteil?
Wenn die Welt ſich auch noch nicht regt, ſo ſei unſeren
deutſchen Volksgenoſſen in Litauen und
beſon=
ders den ungerecht Verurteilten doch klar, daß
hinter ihnen das ganze deutſche Volk ſteht. Dieſe
Schreckensurteile dürfen nicht vollſtreckt werden
Meine Volksgenoſſen! Wir aber müſſen daraus erneut
er=
kennen, wie notwendig es iſt, daß wir heute unter uns treu
zu=
ſammenſtehen und daß eine Befriedung der Verhältniſſe.
überhaupt nur durch die im Nationalſozialismus geſchaffene
Ein=
heit unſeres Volkes möglich iſt.
Wir müſſen darum einig ſein und treu, und durch unſere
Treue und unſere Einigkeit alle Hemmniſſe überwinden, die dem
deutſchen Volk entgegenſtehen. Darum bekennen wir angeſichts der
unerhörten Vergewaltigung unſeres deutſchen Volkstums in
Litauen erneut und aus tiefem Herzensgrund die Treue zu
Führer und deutſchem Volkstum im Gelöbnis: Unſer Führer und
Reichskanzler Adolf Hitler „Sieg=Heil”!
Gepackt ſtimmte die vieltauſendköpfige Menge in den Ruf
des Redners ein. Deutſchlandlied und Horſt=Weſſel=Lied ſchloſſen
ſich an. Mit ihm hatte dieſe in ihrer Kürze und Schlagkraft
wir=
kungsvolle Proteſtkundgebung ihr Ende gefunden.
Die ſehr gute Uebertragung der Kundgebung erfolgte durch
die Firma Elektro=Bedarf Darmſtadt.
29. März Anfang 19.30 Uhr Ende 22,00 Uhr. Deutſche Bühne,
Jugendring I. Fidelio. Oper von Ludwig van
Beethoven. (Geſchloſſene Vorſtellung.) Stag.
30. März Anfang 19.30 Ende gegen 22.45 Uhr. Miete E 20.
Kaukaſiſche Komödie, Oper von Otto Wartiſch.
Die Joſephslegende. Ballett von Richard Strauß. itag
31. März Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Deutſche Bühne,
Volksmiete, 5. Vorſtellung. Agnes Bernauer. Ein
deutſches Trauerſpiel von Friedrich Hebbel. KLEINES HAUS terstag,
28. März Anfang 20.00 Uhr Ende nach 22.15 Uhr. Kraft
durch Freude (geſchloſſene Vorſtellung). Opfer=
gang. Schauſpiel von Felix Lützkendorf. tag.
29. März Anfang 20,00 Uhr. Ende nach 22.15 Uhr. Zuſatz=
miete 1V, 10. Vorſtellung. Opfergang. Stag.
30. Mär Anfang 20.00 Uhr Ende nach 22.15 Uhr Kraft
durch Freude (geſchloſſene Vorſtellung), Opfergang.
Am 31. März ſpricht der Reichsjugendführer
zu den Jungarbeikern.
Ohne große Worte verwirklicht die Hitler=Jugend die
Pa=
role, die ihr Baldur von Schirach im vergangenen Jahre mit
auf den Weg gab: „Sozialismus iſt jene Haltung, die das Ich
hintanſetzt, wenn es um das Wir, die Gemeinſchaft, das Volk
und die Nation geht. Die Hitler=Jugend iſt eine Gründung
deutſcher Jungarbeiter, und als dieſe hat ſie ihre Miſſion zu
er=
füllen, das Jungarbeitertum zu erfaſſen und ſeine ſozialiſtiſche
Forderung durchzuſetzen.” Aus dieſem Grunde marſchieren wir
am 31. März in die Betriebe, um von dort aus unſeren
Reichs=
jugendführer zu uns ſprechen zu hören.
Wenn am 31. März die Sirenen der rheiniſch=weſtfäliſchen
Zechen ertönen, wenn die Hitler=Jugend in den Betrieben und
in ihren Heimen zur gewaltigen Millionenkundgebung ihrer
ſozialiſtiſchen Gemeinſchaft antritt, dokumentiert ſie damit, daß
Deutſchland ſich nicht erwandern und erſingen läßt, ſondern im
Alltag erkämpft werden muß.
Volkslieder.
Tagesordnung zur Sitzung des Stadtrates am Freitag,
dem 29. März, 17 Uhr, im Rathaus: 1. Die Haushaltsſatzung und
der Haushaltsplan der Stadt Darmſtadt für das Rechnungsjahr
1935. 2. Der Abſchluß der Stadtkaſſe und der ſtädtiſchen
Neben=
kaſſen für das Rechnungsjahr 1933. 3. Die Rechnung der Kaſſe
der Viktoriaſchule für 1933 4. Die Rechnung der Kaſſe der
Ma=
ſchinenbau= und Gewerbeſchule für das Rechnungsjahr 1933. 5.
Rechnungsabſchluß der Kaſſe der Eleonorenſchule für 1933. 6.
Er=
hebung der Warenhaus= und Filialſteuer im Rechnungsjahr 1935.
7. Verlegung der Hauswirtſchaftlichen Berufsſchule in das
ſtaat=
liche Gebäude Lagerhausſtr. 7, hier; Herſtellung der Lichtleitung
und Heizung. 8. Kanaliſation des Baugebietes zwiſchen
Diebur=
ger Straße, Roſenhöhweg. Seitersweg, Aeußere Ringſtraße. 9.
Bebauungsplan für die Weiterſtädter Straße zwiſchen der
Kir=
ſchen=Allee und Bahn. 10. Bauplanänderung auf der Südſeite
der Landwehrſtraße zwiſchen Rößlerſtraße und Kirſchen=Allee.
11. Bebauungsplan für das Gebiet der NSG. „Kraft durch
Freude” am Südbahnhof. 12. Verbreiterung der Beſſunger Straße
entlang dem Orangeriegarten bzw. der Häuſer Nr. 38 und 40.
13. Straßenbenennungen. 14. Mitteilungen.
— Oſter=Rückfahrkarten. Wie in den Vorjahren, werden
auch in dieſem Jahre zu Oſtern Feſttags=
Rückfahrkar=
ten ausgegeben und für Kurzarbeiterwochenkarten und
Kurz=
arbeiterwochenkarten für Angeſtellte Erleichterungen zugelaſſen.
Die Feſttags=Rückfahrkarten gelten zur Hin= und
Rückfahrt an allen Tagen vom 17. April, 0 Uhr bis 25. April.
Die Rückreiſe muß am 25. April, um 24 Uhr, beendet ſein.
Die Karten werden in allen Verbindungen des
Reichsbahnver=
kehrs zum Preiſe der Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben. In
Verhindungen, in denen keine feſten Sonntagsrückfahrkarten
auf=
liegen, müſſen die Karten ſpäteſtens am 2. Tage vor
Antritt der Reiſe beſtellt werden. Es iſt alſo zweckmäßig, in
jedem Fall ſich die Karten rechtzeitig vorher zu beſorgen.
Mit Feſttagsrückfahrkarten können alle Eil= Schnell=, FD.=, FFD.=
und die in den Fahrplänen mit L bezeichneten Züge benutzt
wer=
den. Hierfür ſind die tarifmäßigen Zuſchläge zu bezahlen. Dieſe
Beſtimmungen gelten auch für Reiſen mit Feſttagsrückfahrkarten
nach Oſtpreußen. Die Oſtpreußenrückfahrkarten, mit denen die
Rückfahrt auch jederzeit innerhalb der Geltungsdauer von 2
Mo=
naten angetreten werden kann, bieten jedoch mit einer
Ermäßi=
gung von mindeſtens 40 Prozent größere Vorteile. Die
Feſt=
tags=Rückfahrkarten werden im Vorverkauf bereits ab 8, April
bei den Fahrkartenausgaben und MER=Stellen ausgegeben.
— Alle alten Kameraden des ehemaligen Infanterie=
Regi=
ments von Alvensleben Nr. 52 und ſeiner Kriegsformationen
(Reſerve=Inf.=Regt 52. Reſerve=Inf=Regt. 269 Landwehr=Inf.=
Regt. 52 2. Landſturm=Inf.=Batl. Cottbus III/9, 3. Landſturm=
Batl. Cottbus III/50. Inf.=Regt. 359), auch die keinem Verein
ehem 52er angehören, werden aufgerufen und zu einer
Ge=
denkfeier der vor 75 Jahren erfolgten
Grün=
dung des ehemaligen Infanterie=Regiments von Alvensleben
Nr. 52 am 30. Juni 1935 in Cottbus eingeladen.
Ein=
treffen am 29. Juni nachmittags oder am 30. Juni früh in
Cottbus. Meldung an den Feſtausſchuß zu Händen des
Kameraden Babel, Cottbus. Spremberger Straße 20.
Zum VolksliederAbend des Geſangvereins Liederzweig
am Mittwoch, den 3. April 1935.
In dankenswerter Weiſe befaſſen ſich unſere Männerchöre jetzt
viel eifriger mit der Pflege unſeres deutſchen Volksliedes, als es
in vergangenen Jahren der Fall war. Es gehörte damals ſchon Mutz
dazu, einen ausgeſprochenen Volkslieder=Abend zu veranſtalten. Die
ſeichten Schlager und die vermeintlichen Lieder im Volkston
herrſch=
ten vor, und ein Männerchor wollte den anderen übertreffen im
Herausbringen von ſogenannten Kunſtchören.
Schwer waren die Sänger für Volkslieder zu begeiſtern; ſie
glaubten, Lieder, die ſie in der Schule ſchon geſungen, ſeien keine
Aufgaben für Männer. Doch der Wagemut einiger Dirigenten
ge=
lang, und nach und nach bürgerten ſich die Volkslieder auf den
Programmen ein.
Die Veranſtaltung eines Volkslieder=Abends durch den
Lieder=
zweig am Mittwoch, den 3. April, im Städt. Saalbau ſetzt eine
in dieſem Männerchor geübte und gepflegte Tradition fort. Im
meiner 25jährigen Tätigkeit als Chorleiter des Liederzweigs habe
ich früher ſehr oft Volksliederabende durchgeführt, wie überhaupt
dem ſchlichten Volkslied ſtets einen Platz auf den Programmen
eingeräumt. Der Dank der Hörer für unſere Wegbereitung blieb
nie aus.
In damaliger Zeit fand alljährlich ein Liederabend der
Darm=
ſtädter Männerchöre ſtatt, bei denen die Vereine zeigen konnten,
was ſie leiſten können. Sehr oft mußte man jedoch die
Wahrneh=
mung machen, daß ehrgeizige Dirigenten und Sänger die
Lei=
ſtungsfähigkeit ihrer Sänger überſchätzten und Werke wählten, die
von ihnen gar nicht bewältigt werden konnten. Selten hörte man
ein Volkslied. Bis ich eines Tages meinen Sängern den Vorſchlag
machte, einmal Friedrich Silchers herziges Lied „Die drei Röslein”
zu ſingen. Aber nicht nur bei meinen Sängern, auch bei anderen
Vereinen erregte unſere Wahl Kopfſchütteln: Ein ſo großer und
leiſtungsfähiger Verein ſingt ein altbekanntes einfaches Volkslied!
Und der Erfolg? Ueberwältigend! Ja. ja, das gute, ſchöne deutſche
Lied, von Herzen kommend und zu Herzen gehend, hatte geſiegt!
Für ſein Konzert am 3. April hat der Liederzweig Silcher
be=
vorzugt! Mit vollem Recht! Seine Weiſen ſind ja ſo unglaublich
ſchön, ſo echt, ſo rein und deutſch. Aber auch die anderen, ſorgfältig
ausgewählten Volkslieder ſind wahre Perlen deutſchen Liedes.
„Wie’s daheim war” von Wohlgemut weckt Erinnerungen an das
ſo glanzvoll verlaufene Deutſche Sängerfeſt 1912 in Nürnberg, wo
es unter Leitung des Komponiſten, dem bekannten Leipziger
Chor=
meiſter von 15 000 Sängern einen außerordentlichen Eindruck auf
die Zuhörerſchaft machte. Wochenlang ging mir die Weiſe im Kopf
herum.
Am Anfang des geſchickt zuſammengeſtellten Programms ſteht
der prachtvolle Chor „Hymne an die Kunſt” von A. Mangold und
ein Lieblingswerk von mir die wundervolle Rhapſodie für Altſolo
und Männerchor von Brahms
Ueber meine Lönslieder, die auch an dieſem Abend geſungen
werden, ſpäter noch einige Worte.
Friedrich Brückmann.
— Petrusgemeinde. Kommenden Sonntag findet, vom
Kirchenchor veranſtaltet, eine muſikaliſche Abendfeier ſtatt, bei
der unter dem Leitgedanken „Das Gebet” Lieder und Chöre der
Meiſter H. Schütz, Gg. Frdr. Händel und Joh. Seb. Bach zum
Vortrag kommen. In dieſen Rahmen fügen, ſich die bibliſchen
Szenen vom „Phariſäer und Zöllner” und vom „Zwölfjährigen
Jeſus im Tempel” ein. Frau Achatz=Kraft wird zwei geiſtliche
Arien von Händel und Frl. Erika Hahn von J S. Bach ſingen.
Unſer Organiſt. Herr Kapellmeiſter Peppler ſpielt Toccata und
Fuge in D=Moll und den Orgelchoral „Schmücke dich, o liebe
Seele” von J. S. Bach. Frl. Mette von der Städt. Akademie
für Tonkunſt hat in dankenswerter Weiſe wie ſchon oft, aus
ihren Schülern einen Violinchor zur Verfügung geſtellt.
— Vereinigung der Freunde des Gymnaſiums. Freitag den
29. März, 8.15 Uhr abends, ſpricht der Heidelberger
Univerſitäts=
profeſſor, Dr. Regenbogen im Feſtſaale des Gymnaſiums
(Karlſtraße 2) über das Thema: Seneca als Ausdruck römiſchen
Willenshaltung.” Eintritt frei. Gäſte willkommen.
Seite 6 — Nr. 87
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Donnerstag, 28. März 19:
Die deutſcheArbeitsfront
Aus der NSDAP.
Der Leiter der Hilfskaſſe.
NSK. Der Leiter der Hilfskaſſe gibt für die Ortsgruppenleiter
der NSDAP. bekannt:
Nach wie vor ereignen ſich unzählige Unfälle und Todesfälle
im ehrenamtlichen Parteidienſt (Kraftrad= und
Kraftwagen=
unfälle, Verkehrsunfälle uſw.). Es wird daher auf die Pflicht
zur vorſchriftsmäßigen Meldung und Beitragsüberweiſung
nach=
drücklich hingewieſen.
Bis zum 22. April 1935 müſſen ſämtliche
Hilfskaſſenbei=
träge für den Monat Mai 1935 auf das Spargirokonto Nr. 5000
der Hilfskaſſe der Nationalſozialiſtiſchen Deutſchen Arbeiterpartei
München bei der Bayeriſchen Gemeindebank (Girozentrale),
Mün=
chen, überwieſen werden.
In Ausnahmefällen kann die Beitragszahlung auf das
Poſt=
ſcheckkonto München 9817 Hilfskaſſe der Nationalſozialiſtiſchen
Deutſchen Arbeiterpartei erfolgen.
Die Ortsgruppenleiter werden dringend erſucht, für
recht=
zeitige und vollſtändige Einziehung der
Bei=
träge von allen denjenigen, die der Hilfskaſſe zu melden ſind
(ſämtliche Parteimitglieder, SA.=Männer, SS.=Männer, NSKK.=
Männer, einſchließlich aller Anwärter) zu ſorgen, ebenſo wie die
ſorgfältige Nachzahlung aller etwaiger Rückſtände vorzunehmen iſt.
Die Beitragszahlung zur Hilfskaſſe iſt laut mehrfach
ergan=
gener Anordnung Adolf Hitlers Pflicht aller Mitglieder.
München, den 26. März 1935.
gez.: Geißelbrecht.
Der Kreisleiter.
Kreisfunkwart.
Die Schulfunk=Fragebogen ſind, ſoweit noch nicht abgegeben,
ſofort der Kreisrundfunkſtelle ausgefüllt einzuſenden.
Amt für Volkswohlfahrt — Ortsgruppe Maintor.
Am Donnerstag, dem 28. ds. Mts., abends 8.30 Uhr, findet
anläßlich der Schädlingsbekämpfungs=Woche mit der Ortsgruppe
Rheintor eine gemeinſchaftliche Mitgliederverſammlung im
Kon=
kordiaſaal (Mackenſenſtraße 33) ſtatt, wobei der Kreisfachberater
für Forſt= und Jagdfragen, Pg. Oberforſtrat Maul, einen
in=
tereſſanten Lichtbildervortrag halten wird. Wir erwarten, daß
unſere Mitglieder mit ihren Angehörigen reſtlos zu dieſer
Ver=
anſtaltung, welche mit muſikaliſchen Darbietungen umrahmt iſt,
erſcheinen. Eintritt frei.
NS. Frauenſchaft — Ortsgruppe Gervinus.
Der Frauenſchaftsabend der Ortsgruppe Gervinus findet
Donnerstag, den 28. März 1935, abends 8 Uhr, in der Gaſtſtätte
Rehberger ſtatt. — Sämtliche Amtswalterinnen kommen um 7.30
Uhr zu einer kurzen Beſprechung bei Rehberger zuſammen.
NS. Frauenſchaft Darmſtadt.
Donnerstag, 28. März. 20 Uhr, findet im Großen Haus des
Landestheaters das vierte Meiſterkonzert der NS. Kulturgemeinde
zugunſten der Winterhilfe ſtatt. Das Heſſiſche Landestheater=
Orcheſter hat ſich dem guten Zwecke zur Verfügung geſtellt, auch
der berühmte Gaſtdirigent Generalmuſikdirektor Weisbach=Leipzig
ſowie die beiden Soliſten, unſer Frauenſchaftsmitglied Pgn. Maria
Maſer=Schilling und Cyrill Kopatſchka. Das Konzert verſpricht
ein bedeutendes Ereignis für Darmſtadt zu werden. In
Anbe=
tracht des guten Zweckes und um die ausführenden Künſtler zu
ehren, erwarten wir unſere Frauenſchaftsmitglieder zu dieſem
Abend.
NS. Kriegsopferverſorgung — Ortsgruppe Darmſtadt.
Am Freitag, dem 29. März 1935, abends 8 Uhr. findet die
Mitgliederverſammlung der Ortsgruppe im Saale des
Rummel=
bräu, Rheinſtraße, ſtatt. Es ſpricht Bezirksobmann Pg. Wagner.
Es wird den Kameraden und Kameradenfrauen zur Pflicht
ge=
macht, zu dieſer Mitgliederverſammlung zahlreich zu erſcheinen.
Die Sprechſtunden der NSKOV. Bezirk Darmſtadt, fallen am
Donnerstag, dem 28. März, bis einſchließlich Donnerstag, den
4. April 1935, wegen Umzugs aus.
Die Dienſtſtelle wird ab 1. April 1935 nach Rheinſtraße 22,
1. Stock (Ecke Saalbauſtraße), verlegt.
NS. Kulturgemeinde — Ortsverband und Kreis Darmſtadt.
Wir machen nochmals darauf aufmerkſam, daß unſere
Mit=
glieder bei dem 4. Meiſterkonzert am Donnerstag, dem 28. März,
im Großen Haus des Landestheaters, bei dem das
Landestheater=
orcheſter unter Leitung von Generalmuſikdirektor Hans Weisbach=
Leipzig für die Winterhilfe ſpielt (Soliſten ſind Maria Maſer=
Schilling, Alt und Cyrill Kopatſchka, Violine), 25 Prozent
Er=
mäßigung auf die Kaſſenpreiſe erhalten. Vorverkauf in unſerer
Geſchäftsſtelle und an der Tageskaſſe des Landestheaters.
Bund Nationalſozialiſtiſcher Deutſcher Juriſten. Bezirk Darmſtadt.
Die Mitgliederverſammlung des Bezirks Darmſtadt findet
gemeinſchaftlich mit den vier Ortsgruppen Darmſtadts am Frei=
Krone” in Darmſtadt (Schuſtergaſſe 18) ſtatt. Es ſpricht
Regie=
rungsrat Dr. Schäfer=Darmſtadt über „Familienkunde — ihre
Bedeutung im Dritten Reich‟. Es wird erwartet, daß ſämtliche
Mitglieder anweſend ſind. Im Falle dringlicher Behinderung
bedarf es einer ſchriftlichen Entſchuldigung. Zur Deckung der
Un=
koſten wird ein Betrag von 20 Pfg. erhoben.
Hitler=Jugend.
Wer ſtellt der Hitler=Jugend (Streichorcheſter) billig oder
koſtenlos ein Klavier zur Verfügung. Antwort erbitten wir an
Bann 115 „Peter Frieß”, Weyprechtſtr. 6, Fernſprecher 4647.
Der Polizeibericht meldel:
Dringende Warnung vor raffinierten Autodieben! In den
letzten Wochen ſind Autodiebe am Werk, die in geradezu
raffi=
nierter Weiſe es verſtehen, ſich in den Beſitz von fremden Wagen
zu ſetzen. Größtenteils haben es die Diebe nur auf klaſſige,
wertvolle Fahrzeuge abgeſehen, die ſie ſich an einer Stelle
an=
eignen und in einer anderen Gegend wieder herrenlos ſtehen
laſſen. In den meiſten Fällen wird von den Dieben Darmſtadt
berührt. So wurde am 25. 3. 35, gegen 2 Uhr nachts, in der
Nähe des Schwimmbades eine dort parkende Bensheimer
Auto=
droſchke geſtohlen. Am gleichen Tage wurde in Mannheim eine
Autodroſchke mit dem Kennzeichen IV B 77034 entwendet und am
Tatort des am Schwimmbad geſtohlenen Wagens zurückgelaſſen.
Die Bensheimer Droſchke wurde am 26. 3. 35 in den
Nachmit=
tagsſtunden in Oppenheim herrenlos aufgefunden. An der
glei=
chen Stelle in Oppenheim wurde ein aus Frankfurt a. M.
ſtam=
mender Perſonenkraftwagen mit dem Kennzeichen 1 T 9115
ent=
wendet. Dieſes Fahrzeug wurde in der Nacht vom 26. auf 27.
März in Speyer wieder herrenlos aufgefunden. Auch dort wurde
von den Tätern ein Perſonenkraftwagen Marke „Wanderer” mit
dem polizeilichen Kennzeichen II D 7069 geſtohlen, der bis jetzt
noch nicht ermittelt iſt. Offenbar handelt es ſich in vorliegendem
Falle um die gleichen Täter. Obwohl die Fahrzeuge faſt immer
abgeſchloſſen waren, gelang es den Tätern ſtets, die Türen mit
Gewalt zu öffnen.
Es ergeht an alle Fahrzeughalter die dringende Ermahnung,
ihr Kraftfahrzeug nicht ungeſichert bzw. unbewacht längere Zeit
ſtehen zu laſſen.
Beſchädigung einer Straßenlaterne. Am 11. März wurde
auf dem Schillerplatz eine Straßenlaterne angefahren und ſtark
beſchädigt. Sachdienliche Mitteilungen erbittet das
Landes=
kriminalpolizeiamt. Zimmer 28.
Wer hat den Täter beobachtet? Am Freitag, dem 22. März
1935, gegen 16 Uhr wurde aus der Torhalle des Hauſes
Hügel=
ſtraße 32 ein Kinder=Dreirad geſtohlen. Als Täter kommt ein
10jähriger Junge in Betracht, der das Dreirad unter dem Arm
hatte und mit dieſem in der Richtung Wilhelminenplatz
davon=
gelaufen iſt. Sachdienliche Mitteilungen ſind an das
Landes=
kriminalpolizeiamt, Hügelſtraße 31—33, Zimmer 12, zu richten.
Ortsgruppenwalter, Achlung!
Am Freitag, den 29. März 1935 findet eine wichtige
Orts=
walterſitzung ſtatt Ort: Haus der Arbeit Vorderhaus,
Neben=
zimmer Beginn: 20.30 Uhr. Vollzähliges Erſcheinen dringend
er=
forderlich.
Wir weiſen darauf hin, daß die Reiſe=Jahresprogramme
wie=
der eingetroffen ſind und in unſerer Geſchäftsſtelle Bismarckſtr. 19,
in Empfang genommen werden können.
Amk für Berufserziehung, Darmſtadt.
Berufsgruppe der Kaufmannsgehilfen, Bund reiſender Kaufleute.
Der Vortrag. Die Bedeutung der diesjährigen Leipziger
Meſſe für den deutſchen Reiſenden” findet nicht am Samstag, dem
30. März, ſondern erſt am Samstag, dem 6. April d. J., im
Saal 4. Rheinſtraße 14, II., ſtatt.
Berufsgruppe der Werkmeiſter.
Der Vortrag „Waſſerkraft und Elektrizität” fällt am
Sams=
tag, dem 30. März d. J., aus. Der neue Veranſtaltungstag wird
noch rechtzeitig bekannt gegeben.
N5.-Gemeinſchaft „Kraft durch Freude‟
Am 30. März:
Roßdorf. Volkskunſtabend mit einheimiſchen Kräften.
Erzhauſen. Volkskunſtabend mit einheimiſchen Kräften.
„Lieder der Arbeit!”
Am Sonntag, den 31. März d. J., findet abends 20.30 Uhr
Städt. Saalbau das bereits angekündigte Konzert mit dem Mo
„Lieder der Arbeit” ſtatt. Der Frauen= und Männerchor ſingt u.
der Leitung von Chormeiſter Karl Grim. Soliſten werden
Heinrich Blaſel (Bariton), Beatrice Döring, Sprecherin (an S
des dienſtlich verhinderten Herrn Weimann), Emil Kaſelitz
gleitung).
Dg. Arheilgen, 27. März. NS. Gemeinſchaft „Kr
durch Freude‟ — Heiterer Abend Hermann Hau
Ein flotter Marſch leitete den Abend ein. Hermann
Ha=
ſtellte ſich dann vor und betonte, daß der Abend Frohſinn
heitere Laune verbreiten ſoll. Als luſtiger Kellermeiſter
Rhein erzählte er zündende Witze und Schnurren und verſtand
ſchon von Anfang an den richtigen Kontakt, mit dem Publi
herzuſtellen. Unter Klavierbegleitung ſang er das Lied „C
mir die Heimat, den deutſchen Rhein” und machte dann mit
Stadi bekannt, der als luſtiger Proviſionsreiſender die hei
ſten Erlebniſſe brachte. Draſtiſch in der Wiedergabe heiterer Epiſ
und Witze, künſtleriſch im Geſang waren die Herren Kremer
Merz. Sie traten als luſtige Landsknechte auf und ſangen,
der Laute ſelbſt begleitend, einige Lieder, verbunden durch
witzige Geplauder von Herrn Kremer. Beim zweiten Auftr
boten ſie in feiner Manier eine Mondſchein=Serenade, ein Wi
hausidyll aus dem Odenwald und als Abſchluß eine nette Par
auf das Lied „Nun ade du mein lieb Heimatland‟. Dann wi
Karl Stadi, und dazwiſchen immer wieder Hermann Hauth
ſeinem urwüchſigen rheiniſchen Humor in Wort und Lied.
Abſchluß bildete ein köſtliches Zwiegeſpräch der Herren Kre
und Hauth als Settche und Schorſch und das Walzerlied „Ke1
trink und lach am Rhein”. Die Darbietungen fanden begei
ten Beifall.
Aus dem Gerichtsſaal.
ſein Enſomnen. „theit ſgeinker nichkAkeund iehen m eine
derartig koſtſpielige Angelegenheit nicht geſtattet, geht er
kurzer=
hand pumpen. Und er verſtand das ſo glänzend, daß wildfremde
Leute ihm Beträge von 5 bis 50 Mark anvertrauten. Jedesmal
erklärte er, er wolle das „Darlehen” in den nächſten Tagen
zu=
rückbringen, was natürlich nie vorkam, denn bis dahin war es
längſt in Alkohol umgewandelt und neues hatte er nicht
ver=
dient. In einem Falle hatte der Geldgeber, der ihn anſcheinend
kannte eine Bürgſchaft ſeiner Frau verlangt. Da er aber wußte,
daß ſeine Frau etwas derartiges für ihn nie unterſchreiben
würde, hatte er ihre Unterſchrift kurzerhand gefälſcht. Das
Schöffengericht hält ihn für einen ganz gefährlichen
Bur=
ſchen, ſchon ſeine zahlreichen Vorſtrafen beweiſen das, und
ver=
urteilt ihn unter Aberkennung mildernder Umſtände zu 1 Jahr
6 Monaten Zuchthaus. Die bürgerlichen Ehrenrechte werden
ihm auf die Dauer von drei Jahren aberkannt. Da er geſtändig
iſt, wird ihm die Unterſuchungshaft mit 11 Wochen angerechnet.
Drei Monate Gefängnis wegen Betrugs und ſchwerer
Ur=
kundenfälſchung erhielt dann der 46jährige Georg H. von hier,
weil er als Vormund ſeines Stiefſohnes von deſſen Geld für ſich
verwandte. Er hatte beim Vormundſchaftsgericht angegeben,
er wolle das Geld zu Anſchaffungen für ſeinen Stiefſohn benutzen
und hatte ſogar eines Tages eine gefälſchte Quittung vorgelegt.
Das Gericht berückſichtigte, weitgehend die ſehr mißlichen
Um=
ſtände des Angeklagten, der bis jetzt noch nicht vorbeſtraft war,
und iſt gewillt, ein Begnadigungsgeſuch zu befürworten.
Die Große Strafkammer verurteilt den 49jährigen
Johann L. aus Hainſtadt, der jahrelang mit ſeinen beiden
Töch=
tern Blutſchande trieb, zu zwei Jahren Zuchthaus und drei
Jah=
ren Ehrverluſt. Die eine Tochter erhält eine Gefängnisſtrafe
von ſieben Monaten. Zwei Monate und zehn Tage
Unter=
ſuchungshaft werden dem Vater, der geſtändig iſt, angerechnet.
Aus Heſſen.
— Staatslotterie. Nachdem die amtliche Liſte der 5. Klaſſe
der abgelaufenen 44./270. Lotterie erſchienen iſt, beginnt damit
auch die Auszahlung der größeren Gewinne durch die Staatlichen
Lotterie=Einnehmer. Heſſen hat auch diesmal wieder gut
abge=
ſchnitten. Der neue Plan zur 45 271. Lotterie, deren 1. Klaſſe
bereits am 26. und 27. April d. J. ſtattfindet, wird ſeine
Zug=
kraft nicht verfehlen, zumal die beliebten Mittelgewinne um faſt
zwei Millionen Reichsmark verbeſſert und dadurch gewonnen
tag, dem 29. März 1935, abends 8.15 Uhr, im Gaſthaus „Zur wurden, daß die Tagesprämien fortfallen und andere bedeutende
Erſparniſſe dieſen größeren Spielfonds ermöglichten.
E Verwaltungsgerichtshof, Rheinſtraße 10. Oeffentliche
Sitzung am Samstag, dem 30. März 1935 vorm 9.15 Uhr:
Klage des Joſef Salomon 2. in Beerfelden wegen Unterſagung
des Gewerbebetriebes als Gütermakler. Vorm. 10.15 Uhr:
Vor=
bereitendes Verfahren gegen den Polizeihauptwachtmeiſter Leiſt
in Lampertheim wegen Körperverletzung; hier: Vorentſcheidung.
Was die Lichkſpieltheater bringen.
— Belida zeigt am 28. März in Neuaufführung den
ſpannend=
ſten, intereſſanteſten und künſtlexiſchſten Film des Jahres 1935:
„Hohe Schule” mit Rudolf Forſter, Angela Sallocker. Hans
Moſer.
Die Helia=Lichtſpiele zeigen ab heute den deutſchen Film
nach der Meiſternovelle von Gottfried Keller „Hermine und
die ſieben Aufrechten”. In den Hauptrollen, Karin
Hardt, Albert Lieven, Carſta Löck. Paul Henkels und
Heinrich George.
Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen nur noch kurze Zeit Hans
Al=
bers als Bekämpfer internationaler Rauſchgiftſchmuggler in
dem großen Ufg=Film „Der weiße Dämon” mit Gerda
Maurus und Trude v. Molo.
Das Reſi=Theater zeigt des großen Erfolges wegen heute
nochmals „Regine” mit Luiſe Ullrich, Adolf Wohlbrück,
Olga Tſchechowa.
Vereins- und lokale Veranſtaltungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Muſikverein. Am Freitag finden getrennte Proben
zur Matthäuspaſſion ſtatt, für Damen im Großen Haus des
Lan=
destheaters, für Herren im Vereinshaus. Vollzähliges Erſcheinen
iſt Pflicht.
Odenwaldklub. Donnerstag. 20.15 Uhr, in der „Krone‟
Lichtbildervortrag: „Im Mittelmeer auf deutſchem Boden.”
Redner: Profeſſor Dr. Köſer. Eintritt frei.
Dg. Arheilgen, 26. März. Geflügel= und Kaninch
zuchtverein. Im Schwanenſaale veranſtaltete der Ve
einen Familien=Abend, für den die Mitglieder Gans
Frank ein ſchönes und unterhaltendes Programm ausgearbe
hatten. Der 2. Vorſitzende Eißler hieß die zahlreich Erſ.
nenen willkommen. In bunter Folge wechſelten heitere
Vort=
des Mitglieds Rudolf Gans mit flotten Xylophonvorträgen
Darmſtädter Xylophonſpielers Hinkel. Große Heiterkeit löſten
originellen Darbietungen des Bauchredners Grimm aus Of
bach mit ſeinen Hilfskräften Auguſt und Johann aus. Zwiſe
durch gab man ſich eifrig dem Tanze hin. Den muſikaliſchen
beſtritt ein kleines Orcheſter unter Leitung von Frl. Barth.
Kameradſchaftsabend. Im Gaſthaus „Zur Sonne‟
den ſich die Kameraden des SA.=Reſerveſturmes 14/7 115
ihren Angehörigen zuſammen, um den Gemeinſchafts= und Ke
radſchaftsgeiſt bei frohem Zuſammenſein zu pflegen und zu
gen. Das recht unterhaltende Programm wurde von Kamere
beſtritten und brachte in wechſelreicher Folge die verſchieden
Darbietungen, von Muſikvorträgen einer ebenfalls aus Ke
raden gebildeten Kapelle und gemeinſamen Liedern umral
In einer Anſprache, wandte ſich Scharführer Storck an
Kameraden, treu zuſammenzuſtehen und im Sinne des Füh
zu handeln.
Ek. Pfungſtadt, 27. März. Turnerehrung Anläſ
des Turn=Werbeabends konnte der Turnverein, folgende 2
glieder für langjährige Treue, 25 Jahre durch Ueberreichung
ſilbernen Ehrennadel auszeichnen: Jakob Polſter, Chriſtian Ri
Wilhelm Liebig und Otto Schütze. — Hohes Alter.
Donnerstag begeht Frau Marie Spieß Wwe., Pfarrgaſſe
ihren 83. Geburtstag.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 27. März. Gemeindeſteuera
ſchlagſätze. Nach dem ergangenen Ratsbeſchluß betragen
Gemeindeſteuerausſchlagſätze für das Rj. 1935 für je 100
Steuerwert: a) der Gebäude und Bauplätze 26 Pfg., b) des II f
und forſtwirtſchaftlich genutzten Grundbeſitzes 41,9 Pfg.,
Gewerbekapitals 60,4 Pfg., 4) des Gewerbeertrags 2,76 Mk.
Sondergebäudeſteuer beträgt unter Berückſichtigung des un
Prozent geſenkten ſtaatlichen Sondergebäudeſteuerſolls vor
1 Mk. ſtaatlicher Steuer: 2) bei Steuerwerten bis zu 7000 M.
41,75 Pfg., b) bei Steuerwerten über 7000 Mark: 36,43
Die Filialſteuer wurde wiederum in Höhe von 200 v.H. der
meindlichen Gewerbeſteuer beſchloſſen. — Baumblüte.
erſten Baumblüten ſind jetzt überall ſchon ſichtbar. Aprikoſen=
Frühpfirſichbäume haben bereits ihr Blütenkleid entfaltet.
übrigen Bäume ſind in der Entwicklung ebenfalls raſch vo
ſchritten. Der Anſatz der Blütenknoſpen iſt im allgemeinen
G. Ober=Ramſtadt, 26. März. Jahresſchlußverſan
lung. Der Geſangverein „Eintracht 1856” hielt ſeine Jah
hauptverſammlung ab. Vor Eintritt in den geſchäftlichen Teil
dachten die Anweſenden der im letzten Jahre verſtorbenen 3 2
glieder des Vereins, Johannes Ackermann, Georg Haht
und Peter Netſcher, in ehrender Weiſe. Geſchäfts= und Kaſ
bericht des Vorſtandes gaben zu keinerlei Beanſtandungen An
und dem Vorſtand wurde Entlaſtung erteilt. Im Verlauf der 2
ſammlung wurde beſchloſſen, im nächſten Jahre das 80jährige
ſtehen des Vereins in feſtlicher Weiſe zu begehen. In der näch
Verſammlung werden die erforderlichen Ausſchüſſe hierfür ge
det. — Reichsluftſchutzbund. An der feierlichen Verpf!
tung der Amtsträger des Reichsluftſchutzbundes, die am
Sam=
in Darmſtadt ſtattfand, nahmen auch 29 Amtsträger der hieſi
Gemeindegruppe teil. — In einer Bekanntmachung hat die B
germeiſterei noch einmal darauf hingewieſen, daß Anträge
Verleihung des Ehrenkreuzes für Frontkämpfer, Kriegsteilnehn
Kriegseltern und =Witwen nur noch bis zum 31. d. M. geſt
werden können.
Le Groß=Umſtadt, 27. März. An der hieſigen höheren La
wirtſchaftsſchule, haben ſämtliche 10 Prüflinge ihre
ſchlußprüfung beſtanden. Vier waren vom Mündlichen befreit.
Schwimmverein. In der Jahreshauptverſammlung wu
der Geſchäfts= und Kaſſenbericht für 1933 und 1934 vorgetra!
Da der Verein ſchon ſeit Jahren mit finanziellen Schwierigtel
zu kämpfen hatte, wird die Gemeinde vorausſichtlich das Schyin
bad erwerben und notwendige Verbeſſerungen vornehmen laſſ
auch ſoll dem Schwimmbad anſchließend ein neuer Sportylatz
richtet werden. Die Ausführung liegt in Händen des Architek
Hermann Bickelhaupt von Darmſtadt. Der ſeitherige 9
ſitzende, Herr Dr. Böttger, hat für das Schwimmbad ſchon
ſönlich ſehr große finanzielle Opfer gebracht. — Die NS:L
meinſchaft „Kraft durch Freude” hielt einen Theg!
abend ab. Geſpielt wurde. Anna=Lieſe von Deſſau” ein hiſtoriſt
Luſtſviel in 5 Aufzügen. Die Geſamtleitung lag in Händel.
Willi Hartmann vom Reichsſender Frankfurt, während
Aufführung durch die NSBO.=Bühne Frankfurt a. M. eriol
Geſpielt wurde ganz vorzüglich, was der nicht endenwollende ?
fall zeigte.
r. Babenhauſen, 25. März. Herr Direktor Ed. Hartma.
von der hieſigen Molkereigenoſſenſchaft, wurde in den Vorſt
der Vereinigung der Milchprüfringe des Milchwirtſchaftsvern
des Heſſen berufen. — Die Schützengeſellſchaft, ve.
ſtaltete letzten Sonntag mit den Schießſportverbänden ein 2e
ſchießen für das Winterhilfswerk. — Verpachtet auf 10.—
werden dieſen Dienstag die gemeindlichen Gärten an der 99
ſtraße.
1
Le
Fiſch=Ragout für 4 Derſonen.
2 Pfund Kabeliau, 50 g Speck, / Eßl. Butter, 2 Eßl. Mehle
ſa Liter Fleiſchbrühe aus 2 Maggi’s Fleiſchbrühwürfeln, Salie
Pfeffer, 1 mittlere Zwiebel, 2 Eßl. ſaure Miſch oder Sohne.
Die Speckwürfel mit der Butter bräunen, Zwiebel und Mehl dari.
dunkelgelb röſtien. Die Fleiſchbrühe dazuſchütten und eine ſämige Soße
lochen. Mit Salz und Pfeffer abſchmecken. — Den vorbereiteten Fiſch
in Würfel ſchneiden, mit der ſauren Mich in die Soße geben
und=
ohne das Gericht zu rühren, in 10—15 Minuten garziehen laſſell
donnerstag, 28. März 1935
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 87 — Seite 7
Son Snnmadeln und Teoſtänien.
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iNe Mande iin Mauriſchen Mufeam.
aß ein Muſeumsrundgang durchaus nicht immer ein
Beſich=
tFi von Dingen, die für uns mehr oder weniger buchſtäblich
r Glas” ſtehen, zu bleiben braucht, habe ich dieſer Tage bei
Beſuch unſeres neuen Stadtmuſeums erfahren. Ich denke
ht an die Odenwälder Bauernſtuben im Erdgeſchoß, die nur
g von ihren Bewohnern verlaſſen ſcheinen, auch nicht an
ax; hagliche Biedermeierſtube ein paar Treppen höher, wo uns
reit ausladende Sofa geradezu zum Sitzen einlädt und die
hry Standuhr friedlich tickt, als habe Großvater ſie noch
eigen=
r aufgezogen. Nein, es gibt in dieſem ſo lebendigen Mu=
Räume, in denen es noch weit lebendiger zugeht — zum
el da, wo der alte oder der neue Webſtuhl klappert oder das
rad gedreht wird. Und es iſt nicht nur die äußerliche
Ge=
gkeit, die dieſe Räume ſo belebt, ſondern die Gedanken, die
erade hier kommen, ſpringen alle zu ganz heutigen
Erſchei=
nrun und Problemen hinüber.
ber ſoweit ſind wir noch nicht. Vorläufig wenden wir uns
5 wußter Gründlichkeit in den Raum, wo das Material zum
A3i und Spinnen — Wolle, Flachs und Hanf — in dem
gan=
handlungsprozeß, den es durchlaufen muß, zu verfolgen iſt.
do, die weiße, braune und ſchwarze Wolle, wie ſie in großen
FII: und Ballen bei der Schafſchur gewonnen wird —
wunder=
eich und mollig anzugreifen. Dieſe hölzernen Geſtelle ſind die
, auf denen ſie getrocknet wird, und dieſe ungemütlich aus=
„ſekyen, mit Eiſenſtiften beſetzten Gegenſtände ſind die Woll=
Nun erſt kann es ans Spinnen geh’n; jawohl, jedes der
Sx räder, die hier ſtehen, iſt ſofort gebrauchsfähig, kein inva=
„Muſeumsſtück”. Und nach dem Spinnen wird die Wolle
roße Räder auf Spulen gewickelt. — Flachs und Hanf muß
eder eine andere Behandlung gefallen laſſen. Daß ſie nicht
nft iſt, ſagen uns ſchon die dazu nötigen Hilfsgeräte: Die
ige zum Brechen der den Geſpinſtfaſern anhaftenden
Holz=
i, der Hechelkamm mit ſeinen langen Eiſenzähnen Erſt der
lte Flachs — im Odenwald „Popp” genannt, weil die
un=
en Flachsballen wohl eine entfernte Aehnlichkeit mit einer
Puppe haben — iſt ſpinnfertig und wird danach aufge=
An dem großen alten Webſtuhl, der die Mitte des Raumes
mt, wird eben ein Stück gewebt: wir ſchauen ein Weilchen
Veberſchiffchen zu, das flink hin= und herſchießt: in jeder
ſe ein „Schuß” beim ſogenannten Schnellſchuß” ſogar 1½
Sekunde! Von ſolchen Webſtühlen ſind in unſerm Gau noch
e Hundert vorhanden, doch ſind die wenigſten noch in Ge=
— zählen wir doch nur etwa 45 Handweber im Gau.
ge wir uns aber in den Raum wenden, der die Web= und
beiten der Gegenden, in denen ſich dieſe Tradition erhalten
igt, tun wir noch einen Blick in die Niſche drüben: wie
euchtend iſt das Blau an den alten Tüchern, die da
auf=
t ſind! Da können wir die Blaufärberei mit Indigo in
Phaſen verfolgen. Ganz beſonders gefallen uns einige der
„Modelle” als Holz. Druckſtöcke zum Bedrucken der Stoffe,
uſter von großer Schönheit, zum Teil wohl auch ſymbo=
Charakters, tragen. — Wie es dem aus Wolle gewebten
ſcken weiter ergeht, beſagen die Rieſenſcheeren an der ge=
Die Saak wird aufgehen!
Mit wuchtigen, breiten Schritten ſchreitet der Sämann
en Acker. Mit blanker Pflugſchar hat er ihn gebrochen
r Aufnahme der Saat bereit gemacht. Lang und
ziel=
geht ſein Schritt geradeaus. Die Augen blitzen vor Luſt
Arbeit. Feſt iſt ſein Blick. Mit feſter Hand entnimmt er
rallen, körnerſchweren Samenſack die zukünftigen Saaten,
eislich ſorglich geleſen. Mit kühnem Schwunge entgleiten
er Hand.
e heilige Erde nimmt ſie auf und bewahrt ſie in ihrem
Läßt ſie werden und reifen zu zukünftigen Ernten.
ilig iſt dieſe Arbeit, wird doch hier der Keim gelegt zu
Kotwendigkeit der Zeit. Aus dieſer Saat ſoll einmal Brot
5 ganze Volk werden. Dieſe Arbeit, im Kleinen geſchaffen,
eilarbeit im Berufe des Bauern, ſoll uns frei machen, frei
inantaſtbar vor aller Welt. Auf beſchränktem
re gilt es, die für die Zukunft
notwendi=
ehlenden Nahrungsmittel und Rohſtoffe
igener Kraft und eigenen Mitteln zu
er=
n. Sein oder Nichtſein des ganzen Volkes hängt von
die5 Aufgabe ab.
II feſter Hoffnung übergibt der Landmann ſeinem Boden
men; gewiß, daß die Saat aufgehen wird. Voll Hoffnung
s deutſche Volk ſein, daß der Bauer es in ſeiner
lebens=
digen Ernährung frei machen wird.
Fnel
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Zur
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Reinheim, 27. März. Schwerer Verkehrsunfall.
Kreuzung der Ueberauer= und der Horſt=Weſſelſtraße kam
ahnhof her der älteſte Sohn des Landwirts Karl E. Knell
eberau auf ſeinem Motorrad, während die Eheleute Georg
er aus der Horſt=Weſſelſtraße herauskamen. Knell
er=
faß jeide Eheleute und ſchleifte ſie noch einige Meter, obwohl
t mit allzu großer Geſchwindigkeit gefahren ſein ſoll. Die
ſt nicht ſchwer verletzt, während der Ehemann jedoch
lebens=
iche Verletzungen erlitten hat. Beide Eheleute kamen
ſo=
ich Darmſtadt ins Krankenhaus.
Nieder=Klingen, 27, März. Luftſchutz. Kommenden
stag, 8.30 Uhr, veranſtaltet der Reichsluftſchutzbund im
des Gaſthauſes von Valentin Saal 4. ſowie im Gaſthaus
raube”, Ober=Klingen, zwei Parallelverſammlungen. Es
die Redner Kölliſch und Dr. Kiſſel=Dieburg. Da
ohl die erſte Verſammlung in den beiden Gemeinden iſt,
te Bevölkerung, insbeſondere die Gliederungen der NSDAP.
lle Mannſchaften der Feuerwehr aufgefordert, ſich zahlreich
zu beteiligen. — Beerdigung. Unter großer
Anteil=
wurde Landwirt Valentin Lutz 3. im 76. Lebensjahre zur
Ruhe beſtattet. Die Grabrede hielt Pfarrer Sehrt=Ueberau.
ren des Verſtorbenen, der langjähriges Mitglied des
Kir=
ſtandes war wurde durch Bürgermeiſter Himmelheber ein
niedergelegt. — Opferſchießen. Der
Kleinkaliber=
nperein veranſtaltete am Sonntag, 24. März. ein Opfer=
: deſſen Reinertrag dem Winterhilfswerk zugefloſſen iſt.
Beerfelden, 25. März. Ausſtellung des
Arbeits=
tlagers Beerfelden. Noch in beſter Erinnerung iſt
inderbare Weihnachtsausſtellung der Abteilung 6/256 des
rbeitsdienſtes, deren zahlreiche Gegenſtände als
Weihnachts=
gegeben wurden. Was am Sonntag in den Raumen des
cales zu ſehen war, das machte einen inſtruktiveren
Ein=
nd gliederte ſich in 4 Gruppen und gab Aufſchluß über den
des Arbeitsdienſtes. Modelle über
Landverbeſſerungsarbei=
egebau. Rodungen. Sumpf= und Moorentwäſſerung bildeten
e Gruppe und ſtanden unter dem Leitgedanken: Kampf um
otfreiheit des deutſchen Volkes. Der Kataſtrophendienſt, der
hei Ueberſchwemmungen, Bränden, im Kampf gegen die
ewalten, war in Modellen und Gemälden dargeſtellt:
Brük=
aufſtege, Kolonnenbrücken. Landungsſtege. Pontons. Die
Hruppe war dem Gebiet des Volksſportes gewidmet.
Beſon=
ufmerkſamkeit erregten hier ein Reliefmodell von
Beerfel=
ud ſeiner Umgebung ſowie ein Blinkgerät. Unter den
Er=
ſen der Mußeſtunden in der Freizeit verdient als Gemälde
rſtellung eines Arbeiters im Steinbruch ganz beſondere
Er=
ng, ebenſo zwei geſchnitzte Lampen ſowie ein in derſelben
r hergeſtellter Tambourſtab. Die ganzen Arbeiten ſtanden
der Leitung von Oberfeldmeiſter Pfahl und ſtellen deſſen
„dnis und zielvoller Arbeit das beſte Zeugnis aus.
Bensheim, 27. März. Kundgebung des
Reichs=
es der deutſchen Beamten. Pg. Möhler
eröff=
ie Kundgebung mit Willkommensworten, die er inſonder=
1 den Redner des Abends, Pg. Dr. Müller, Präſident des
5finanzamtes Köln, richtete. Verwaltungsarbeiter
Borg=
kadt ſchilderte in kurzen Worten das treue
Kameradſchafts=
tnis des Pg. Dr. Müller mit ſeinen Mitſtreitern im Kampf
wegung, ſowie die Eindrücke bei der Amtseinführung des
nten in ſeinen Kölner Wirkungskreis. Pg. Dr. Müller
)elte das Thema „Deutſcher Volksaufbau” und zeigte dabei
vorragend rhetoriſcher Weiſe die Maßnahmen, die zur Er=
1g des geſteckten Zieles führten. Mit dem Geſang des
yland= und des Horſt=Weſſelliedes ſchloß die Verſammlung.
Gernsheim, 27. März. Waſſerſtand des Rheins
) am 26. d. M.: 0,73 Meter, am 27. d. M.: 0,93 Meter,
5 morgens 5.30 Uhr.
genüberliegenden Wand; mit ihnen werden die Tuche geſchoren,
darauf gewalkt nud gewaſchen: Dekatierwalze und eine ungefüge
alte hölzerne Dekatierpreſſe fehlen auch nicht
Und nun hinüber in den Raum, wo uns die Beſchriftung an
den Wänden die Herkunftsorte der Webereien und Stickereien,
die wir hier ſehen, verkünden: Vogelsberg, Schwalmgrund,
Ohm=
tal, Odenwald und Weſterwald — das ſind die Landſchaftsſtriche,
in denen ſich bis auf den heutigen Tag die Tradition der
Hand=
weberei und Stickerei erhalten hat und deren Erzeugniſſe hier
von Herrn Wißler zuſammengeſtellt wurden. Da liegen zum
Beiſpiel alte Stickereien aus dem Schwalmgrund neben
neuzeit=
lichen: Stich für Stich wiederholen ſich da die ſchönen alten Muſter
an Decken, Kinderkittelchen Serviettentaſchen, Ueberſchlaglaken.
Drüben bei den Kreuzſtichſtickereien aus Alsfeld iſt es dasſelbe:
da finden wir uralte Symbole, Runen und Wappen auf einer
Decke wieder. Und in eine Decke der Lauterbacher Webſchule
fin=
den wir alte Jagdſzenen und =motive hineinverwebt. Alle dieſe im
„Hausfleiß”, alſo für Familie und Sippe, oder als Heimarbeit
hergeſtellten handgewebten Gebrauchstücher und Decken haben ihre
Muſter von uralten Vorbildern her. Und ſo einfach oft die Mittel
— etwa nur die Uebereinanderverwendung von rohem und weißem
Faden — iſt, ſo ſchön iſt doch oft die Wirkung. Es iſt nicht unſere
Sache, hier aufzuzählen, was es da noch alles an Wollarbeiten
(gewebt, geſtrickt, gehäkelt), an Nadelſpitzen= und
Leinennetzarbei=
ten uſw. gibt. Nur ſoviel ſehen wir: daß da in der bewußten
An=
lehnung an die alten Vorbilder, dem Feſthalten an den alten
Muſtern, eine Tradition vorhanden iſt, an die wir heute
an=
knüpfen können. Man braucht da nichts künſtlich hochzuzüchten, es
gilt nur, einen geeigneten Abnehmerkreis für dieſe Arbeiten zu
er=
ſchließen, den Geſchmack zu beeinfluſſen. Ein ſolcher Einfluß, wie
er ſchon in den bäuerlichen Werkſchulen lebendig iſt, kann ganz
ge=
wiß auch von dieſem Muſeumsraum ausgehen, wo die Schönheit
und der Wert der Handwebereien und alten Stickereien ſo
leb=
haft auf uns wirken.
Die Pflege dieſer Arbeiten in unſerm Gau wieder aufleben
zu laſſen, iſt das Ziel, und wie ſo eine vorbildliche Spinn= und
Webſtube in einem Bauernhaus ausſehen ſoll, das können wir
dann zuletzt auch im Muſeum ſehen, wenn wir eine Treppe höher
ſteigen. Da iſt vor allem ein neuzeitlicher Webſtuhl in der Mitte
des Raumes. Nun, er iſt wohl im Prinzip wenia von ſeinen
ungeſchlachten ältern Brüdern im unteren Stockwerk verſchieden,
aber im ganzen weiſt er doch weſentliche Vereinfachungen auf. und
alles iſt bei ihm auf das geringſte Maß gebracht. Wollwickler und
Handſpinnrad für Wolle fehlen nicht; auch iſt da ein Webrahmen
und die ſchönen Teppiche und Schals, die darauf gewebt wurden,
hängen gleich daneben, auch ein Anzug aus handgewebter
unge=
färbter Schafwolle, mit der ſich ganz aparte Wirkungen erzielen
laſſen. Auch in dem Mobiliar des Raumes erkennen wir denſelben
Willen, der auf anderm Gebiet die alten Webmuſter an neuen
Stoffen wiederholt: Stühle und Tiſche ſind aus einfachem ſchönen
Material und mit gutem handwerklichen Können nach altgotiſchen
Vorbildern hergeſtellt.
Wirklich, wir verlaſſen dieſes Muſeum gar nicht mit dem
Ge=
fühl, daß wir uns nun aus einer fernen Vergangenheit wieder in
das Heute zurückfinden. Keinen Augenblick haben wir da drinen
dieſes Heute mit ſeinen Anforderungen und Möglichkeiten aus
den Augen verloren.
A. H.
Dp. Zwingenberg, 27. März, 50.
Generalverſamm=
lung des Soldaten= und Kriegervereins. Nach dem
Deutſchlandlied und der Begrüßungsanſprache durch den
Vereins=
führer Dickler erſtattete dieſer den Jahresbericht. Die fünf noch
lebenden Mitbegründer des Vereins. Ludwig Anthes, Wilhelm
Keil Johannes Kiſſel. Wilhelm Kolb und Georg Rippert, wurden
zu Ehrenmitgliedern ernannt; ebenſo das Mitglied Jean Becker
Fur 40jährige Vereinszugehörigkeit erhielten auf Beſchluß des
Kyffhäuſerbundes 22 Kameraden ein Bild des verewigten
Reichs=
präſidenten von Hindenburg. Im Namen der Geehrten dankte
Kamerad Dr. Miſchlich. Das 50jährige Beſtehen des ehem.
Sol=
datenvereins Zwingenberg ſoll in Form eines
Kameradſchafts=
abends gefeiert werden. Der Vereinsführer gab bekannt, daß noch
eine Reſtſchuld von der Errichtung des Ehrenmals vorhanden ſei,
und daß zur Gewinnung von Geldmitteln hierfür ein
Familien=
abend demnächſt ſtattfinden ſolle.
Dp. Zwingenberg, 27. März. Im hohen Alter von 77 Jahren
verſtarb vorgeſtern der Landwirt Johann Jakob Kiſſel 2. Der
Ge=
nannte war Ehrenmitglied der hieſigen Feuerwehr, der er 35
Jahre aktip angehörte.
Dp. Hähnlein. 27. März. Unſer Ort ſowie die Nachbardörfer
Rodau und Langwaden, welche ſeither zum Poſtzuſtellbezirk
Zwin=
genberg (Bergſtraße) zählten, erhalten ab 1. April die poſtaliſche
Bezeichnung „über Bensheim”.
Em. Heppenheim a. d. B., 27 März. Die
Generalmit=
gliederverſammlung der Ortsgruppe der NSKOV.
fand im „Goldenen Anker” ſtatt und wurde von Obmann Falter
eröffnet. Neben dem geſchäftlichen Teil brachte ſie einen ſehr
lehr=
reichen durchaus ſachlich gehaltenen Vortrag eines kürzlich aus
Rußland heimgekehrten Kameraden über die ruſſiſchen Zuſtände,
der jegliche eventuell noch vorhandene Illuſion darüber gründlich
zerſtörte. Kamevad Otto Günther ſprach über das Problem der
Kriegsopferverſorgung und Siedlungsfrage.
Führerkagung des Kreiſes 17 / Odenwald der 92.
in Groß-Bieberau.
„Treu unſerem Volke, treu unſerem Führer!” Unter dieſem
Leitwort ſtand die Führertagung des Kreiſes 17 (Odenwald).
Der Kreisführer Dr. Spalt hatte die Vereinsführerſtäbe des
Kreiſes gerufen, und alle waren dem Rufe gefolgt, um in
turne=
riſcher Gemeinſchaft, in gemeinſamem Erleben Kraft, Mut und
Begeiſterung für unſere neue Arbeit, für unſer neues Ziel, das
da heißt „Deutſchland”, zu holen. Und niemand hatte es zu
be=
reuen. Allen Anweſenden, die die erhebende Feierſtunde
den erſten Teil der Tagesordnung, miterleben durften, wurde ſie
zu einem großen Erleben. — Die Kapelle des Odenwaldklubs
leitete mit einem klangſchönen Muſikſtück die Feier ſtimmungsvoll
ein. Nach dem Fahnenaufmarſch in dem feſtlich geſchmückten
Saal ſprach der Kreisführer Dr. Spalt herzliche
Begrüßungs=
worte. Der Männergeſangverein Groß=Bieberau ſang zwei
Volks=
lieder von der deutſchen Heimat, der Kreisjugendwart
Stein=
bach ſprach verbindende Jahn= und Führerworte. Im
Mittel=
punkt der Feier ſtand die ſchwungvolle begeiſternde Anſprache
des Kreisführers. Er zeigte, wie Jahnſches Turnertum mit dem
Geiſte des nationalſozialiſtſchen Staates nahe verwandt iſt, was
der Führer ſelbſt bekundet hat. Eine Anerkennung unſerer
Ar=
beit durch den Führer, ſo betonte er, bedeutet für uns Turner
Verpflichtung. Es gilt, den Gedanken der körperlichen
Ertüchti=
gung mit dem Gedanken einer zielklaren, völkiſchen Erziehung
zu verbinden. Unſer Ziel iſt der neue deutſche Menſch. Treu
unſerem Volke, das ſei unſere Loſung, treu unſerem Führer, der
das deutſche Volk geeint, der ein Deutſchland in Frieden, der
Macht und Ehre erſtrebt. In tiefer Ergriffenheit und
Verbun=
denheit ſangen die Verſammelten, das Deutſchland= und Horſt=
Weſſel=Lied. Allen Mitwirkenden, die zum Gelingen der
ein=
drucksvollen Feier beitrugen, zollte der Kreisführer für ihre
Arbeit und Bereitſchaft den gebührenden Dank.
Der Boden für die folgende Arbeitstagung war geſchaffen.
Sie wurde mit dem gemeinſam geſungenen Lied „Ich kenn” einen
Wahlſpruch, der Goldes iſt wert” eröffnet. Dann ſprachen die
Kreisfachwarte über die verſchiedenen Arbeitsgebiete. Das
Ge=
meinſame was alle zeigten, war, daß die ganze turneriſche Arbeit
ſeit dem Winter auf das große Gaufeſt in Saarbrucken eingeſtellt
iſt. Von beſonderer Wichtigkeit war die Mitteilung des
Kreis=
oberturnwarts Federlin=Beerfelden, daß in der Zeit vom 1. bis
14. April ein Gauwanderturnlehrer im Odenwaldkreiſe iſt. Er
gab die für dieſe Lehrarbeit beſtimmte Termin= und
Gebiets=
einteilung bekannt.
In dem Verwaltungsbericht zeigte der Kreisführer den
an=
weſenden Turnbrüdern das Ziel der D.T. noch einmal auf, das
vom Reichsſportführer in ſeiner Weihnachtsbotſchaft klar
heraus=
geſtellt wurde. Mit drei ſchlichten Sätzen hat unſer
unvergeß=
licher Max Schwarze unſere Aufgabe gezeichnet: Sie iſt ein
Die=
nen und Opfern, ein Arbeiten und Glauben, ein Glauben an
unſer Volk.
Die Mitgliederbewegung hat eine erfreuliche
Aufwärts=
entwicklung erfahren, hat doch der Odenwaldkreis durch die letzte
Werbung eine Mitgliederzunahme von 31.7 Prozent, eine ſolche
der ſteuerzahlenden Mitglieder von 35,5 Prozent zu verzeichnen.
Zwei verdiente Turner, Heinrich Grimm in Zell i, O. und Georg
Heil in Fränkiſch=Crumbach, konnten für ihre treue Mitarbeit
mit dem Kreisehrenbrief ausgezeichnet werden.
Der von dem Kreiskaſſenwart Kramer=Spachbrücken erſtattete
Kaſſenbericht zeigte, daß der Kreis den an ihn geſtellten
An=
forderungen gerecht werden konnte. Anfragen der Vereinsführer
wurden von dem Kreisführer beantwortet. Mit einem
Treue=
gelöbnis zu Führer, Volk und Vaterland und dem gemeinſam
geſungenen Lied „Treu unſerem Volke ...” fand die in echt
Jahnſchem Geiſte verlaufene Tagung ihr Ende.
Be. Groß=Gerau, 27. März. Ein eigenartiger Unfall ereignete
ſich an der Ecke Frankfurter= und Darmſtädter Straße. Ein
badi=
ſches Auto durchfuhr das eiſerne Hoftor der
Autorepavaturwerk=
ſtätte Walther und landete mit ſeinem Vorderteil in der
Müll=
grube. Die Urſache an dem Unglück iſt auf Verſagen der
Steue=
rung zurückzuführen. Der Wagen iſt beſchädigt worden, Perſonen
kamen nicht zu Schaden.
Dp. Sprendlingen, 23. März. Beratung des
Ge=
meindevoranſchlags. In der Gemeinderatsſitzung wurde
der Voranſchlag der Gemeinde pro 1935, der in Einnahme und
Ausgabe mit 469 436 RM. abſchließt, vom Gemeinderat
geneh=
migt. Erfreulicherweiſe konnte derſelbe ohne Fehlbetrag
abge=
ſchloſſen werden, was durch Erſparniſſe an
Wohlfahrtsunterſtützun=
gen möglich war, da ſehr viele Leute wieder Beſchäftigung finden
konnten. Die Steuerausſchläge wurden wie 1934 beibehalten, die
Ermäßigung für Sondergebäudeſteuern ſelbſtverſtändlich
berück=
ſichtigt. Die Einnahmen und Ausgaben der gemeinheitlichen
Be=
triebe wie Gas=, Waſſerwerk= und Elektriſche Verſorgung beziffern
ſich auf 284 303 RM. und man iſt auch den Abnehmern von
Kraft=
ſtrom durch Ermäßigung entgegengekommen.
Be. Rüſſelsheim, 25. März. Der anhaltende Fiſchſchwund im
Main hat den zuſtändigen Behörden in letzter Zeit große Sorgen
gemacht. Man trägt ſich jetzt mit dem Gedanken der
Fiſchauf=
friſchung in dem hieſigen Gebiet. Schon in nächſter Zeit ſollen
grö=
ßere Fiſchbrutmengen, und zwar Karpfen, Rotaugen und Breſem
eingeſetzt werden. Darüber hinaus wird man Vorſorge treffen.
daß im hieſigen Gebiet alle Vorkehrungen getroffen werden, daß
ein weiterer Fiſchſchwund und Fiſchſterben ausgeſchloſſen iſt. Auch
in der Frankfurter Gegend hat man für eine Fiſchauffriſchung
geſorgt.
Geschichten aus adler Welt
Das Ende des „Blauen Skerns”.
(u) Prag. Heute iſt nur noch ein großer Schutthaufen
übriggeblieben vom berühmten „Blauen Stern”, einem der beſten
Hotels von Prag. Eine Bank, die Expanſionsbedürfniſſe hatte,
baut in dieſe Schuttinſel hinein. Es verlohnte ſich nicht, von dem
„Blauen Stern” zu ſprechen, wenn er nicht eine große
Vergangen=
heit gehabt hätte:
Hier „baute” man den Frieden von Prag im Jahre 1866,
auf dem Balkon dieſes Hotels ſtand der König von Preußen und
nahm den Vorbeimarſch der ſiegreichen Truppen ab. Auch der
Kronprinz Friedrich, Bismarck und Moltke wohnten einſt hier.
Und das „Friedenszimmer”, d. i. der Raum, wo der
Friedens=
vertrag unterzeichnet wurde, iſt bis in die letzten Tage in dem
Hotel wie ein Heiligtum gehütet worden. Dorthinein ſtellte man
kein Bett, dort durfte auch kein Reiſender auf dem Sofa ruhen,
wenn alles überfüllt war.
Nun iſt alles in Schutt dahingegangen. Die Möbel ſtanden
in der letzten Woche auf einer Auktion.
Skeh’ ich in finſtrer Mikkernacht ..."
(1) Sofia. Nachdem Küſſen keine Sünd’ und Lieben nicht
in allen Fällen ein Verbrechen iſt, verknallte ſich der 19jährige
Kaffeehausangeſtellte Seraphim Stojan Mitreff in die hübſche
Nadeida Grigorewa, die als Stubenmädchen bei einem ebenſo
reichen, wie geſtrengen Bankier der Hauptſtadt in Dienſten war.
Am vergangenen Sonntag, als der Herr Bankier, angelockt
von der herrlichen Vorfrühlingsſonne, mit ſeiner Familie einen
Ausflug unternahm ließ es ſich Nadeida nicht nehmen, ihren
heißgeliebten Seraphim in den Räumen ihrer „Herrſchaft” zu
empfangen. Schnell flogen die Stunden dahin, ohne daß die
Verliebten es merkten. Die Sonne hatte ſich ſchon hinter dem
fernen Witoſchagebirge geſenkt, als ſie ſich endlich voneinander
losriſſen, um Abſchied zu nehmen. Doch o Schreck! In dieſem
Augenblick hörten ſie zu ihrem Entſetzen die poltrige Stimme
des zu früh heimgekehrten Hausherrn im Nebenzimmer, durch
das der einzige Weg in die rettende Freiheit führte. In ihrer
heilloſen Angſt ſchob Nadeida ihren Freund auf den Balkon
hinaus, während Mantel und Hut unter den Betten des
Schlaf=
zimmers verſchwanden. Zu allem Pech hatte ſich der Herr
Bankier auf ſeinem Ausflug kalte Füße geholt, daß er angeſichts
ſeiner rheumatiſchen Veranlaſſung es vorzog, ſogleich zu Bett
zu gehen: Der rettende Ausweg für Seraphim war verlegt.
Die Abendſtunden floſſen dahin. Nach zehn Uhr gingen alle
Lichter in der Wohnung aus, und Nadeida, ratlos und
zittern=
den Herzens, ſchlich ſich in ihr Zimmer. Lange, aber
vergeb=
lich grübelte ſie über eine Rettungsmöglichkeit nach, um
ſchließ=
lich in verzweifelter Stimmung ins Bett zu kriechen. Hätte
ſie Shakeſpeares Julius Cäſar gekannt, ſo hätte ſie gewiß
mut=
los mit ihm ausgerufen „Unheil, du biſt im Zuge, Nimm
wel=
chen Lauf du willſt! Und das Unheil nahm in der Tat ſeinen
Lauf. Einſam und verlaſſen ſtand Seraphim auf dem Balkon
des 3. Stockwerks in die Ecke gedrückt, denn auch der beſſere
Teil ſeiner Tapferkeit war Vorſicht. Lieber die Nacht auf dem
Balkon verbringen und für ſeine Liebe leiden, als eine Tracht
Prügel von dem Bankier in Empfang nehmen! Die
Mitter=
nacht war ſchon vorüber und Seraphim, von Müdigkeit, innerer
Unruhe und dem nächtlichen Froſt übermannt, war ſanft
ein=
geſchlafen. Zweifellos wäre er in der Nacht erfroren und in
das beſſere Jenſeits eingegangen, wenn ihn nicht ein ſpät
heim=
kehrender Nachbar zufällig da oben entdeckt hätte. Als dieſer
auf ſeine Anrufe keine Antwort erhielt, alarmierte er die Polizei,
da er einen Einbrecher vermutete. Das Ende der Tragikomödie
war kurz: Vor den erſchreckten Augen der Bankiersfamilie
wurde Seraphim, ſchon halb erfroren, zum Ueberfallswagen
gebracht und auf der Polizeiwache an einem Ofen unter
zuſätz=
licher „Maſſage” aufgetaut. Wobei er geſchworen haben ſoll,
ſeine Nadeida nicht mehr am fremden Herd zu lieben . . .
Samuel Inſull „machk” wieder Geld.
(th) Chicago. Wenn Samuel Inſull, der entthronte
Elektrokönig von Amerika, in der Halle des kleinen Hotels ſitzt,
wo er jetzt wohnt, wird er gewiß manchmal an die 2 Millionen
Dollar denken, die er einſt in einem einzigen Jahr verdiente.
Er hat, als man ihn jüngſt freiſprach, verſichert, er werde
wieder einen Weg nach oben finden. Sollte das der Anfang
ſein? Seit den Tagen ſeines großen Zuſammenbruches waren
dies nämlich die erſten Cents, die er ſelbſt verdiente. Und das
kam ſo:
Da lief ein Prozeß gegen die „Middle Weſt Utilities
Com=
pany”. In den Akten kam zweimal der Name „Inſull” vor. Alſo
lud man ihn zur Ausſage. Er kam und ſtellte feſt, daß er nichts
wiſſe. Aber er hatte damit das Anrecht auf die Zeugengelder
erworben. Zwei Dollar und einige Cents wurden ihm
ausge=
zahlt.
Ein beſcheidener Anfang?. Haben nicht alle Milliardäre
klein angefangen?
Seite 8 — Nr. 87
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Donuerstag, 28. März
es Reichsheer. — Trompeker=Korps.
Unſ
Das Schandurkeil von Kowno.
Seit es Soldaten gibt, gibt es auch eine Muſik, die typiſch ſoldatiſch iſt. Das einfache
Soldaten=
lied, von kräftigen Männerkehlen geſungen, gehört ebenſo dazu, wie der Parademarſch, deſſen
hin=
reißender Rhythmus einen jeden packt. Bei den berittenen Truppen ſind es die Trompeter=Korps,
deren hellſchmetternde Klänge den Parademarſch begleiten. Bei der Paradeaufſtellung ſteht das
Trompeter=Korps mit dem Keſſelpauker auf dem rechten Flügel des Reiter=Regiments.
Am Dienstag vormittag wurde das Urteil des Kownoer Kriegsgerichts verkündet. 4 Angel
wurden zum Tode, die übrigen zu langen Zuchthausſtrafen verurteilt. Die beiden litauiſchen S
wurden bezeichnenderweiſe mit nur 1½ Jahren Zuchthaus beſtraft, die in Gefängnis umgewa
wurden. Das furchtbare Blut= und Haßurteil beweiſt erneut, mit welcher Willkür die Litauer
Macht über die Deutſchen im Memelgebiet ausüben. Unſer Bild zeigt einen Blick in den Sitzt
ſaal während einer Tagung des Militärgerichts in Kowno. Rechts die Angeklagten.
Holländiſcher Blugrieſe in Berlin.
Am Montag nachmittag landete in Berlin eine neue holländiſche Verkehrsmaſchine, die zu den
größten Typen der Welt zählt. Sie wurde auf der Fokker=Werft gebaut und führt die Typen=
Bezeichnung F XXXVI. Die Maſchine kann 5 Mann Beſatzung ſowie 32 Fluggäſte befördern und
wird auf der Linie Amſterdam-Berlin eingeſetzt werden. Vier 700=PS=Motoren geben dem
Flug=
zeug eine Reiſegeſchwindigkeit von etwa 260 Stundenkilometer bei einer Nutzlaſt von 6100
Kilo=
gramm und einem Eigengewicht von 9900 Kilogramm. — Die holländiſche Maſchine nach ihrer
Landung in Berlin=Tempelhof.
Reich und Ausland.
150 Jahre Verlag G. J. Göſchen.
In dieſem Jahre kann der Verlag G. J. Göſchen
auf 150 Jahre ſeines Beſtehens zurückblicken. Den
Namen erhielt der Verlag von ſeinem Gründer
Ge=
org Joachim Göſchen, einem jungen Buchhändler,
der bei Beginn ſeines Unternehmens nur auf
eigene Tatkraft und die Hilfe eines guten
Freun=
des rechnen konnte, Chriſtian Körner, dem Vater
des Freiheitsdichters. Der Wagemut des jungen
Verlegers ſiegte: innerhalb weniger Jahre gelang
es ihm, die namhafteſten Autoren ſeiner Zeit für
ſich zu gewinnen: Schiller, Goethe, Klopſtock,
Wie=
land, um hier nur die größten zu nennen. Seinen
unermüdlichen Bemühungen verdanken wir die
erſten deutſchen Geſamtausgaben und billigen
Volksausgaben. Er leitete damit einen neuen
be=
deutſamen Abſchnitt in der deutſchen
Buchhandels=
geſchichte ein. 1838 ging die Firma an Cotta in
Stuttgart über. In der Nachfolge wurde der
Ver=
lag Göſchen wieder unabhängig von Cotta und
ge=
wann neue Autoren wie Gottfried Keller, Mörike
und Freiligrath. Bereits 1889 erſchien der erſte
Band jener heute in vielen Millionen verbreiteten
Sammlung Göſchen, die in ihren weit mehr als
tauſend Bänden ein Kompendium der geſamten
Wiſſenſchaft und Technik darſtellt. Seit 1919 fügt
ſich der Verlag Göſchen als organiſches Glied dem
wiſſenſchaftlichen Verlag Walter de Cruyter u. Co.
in Berlin ein.
Mordprozeß Jünemann.
Berlin. Der erſte Verhandlungstag im
Mord=
prozeß Jünemann vor dem Berliner Schwurgericht
war mit der Vernehmung der Angeklagten, Frau
Charlotte Jünemann, geborene Meißner,
ausge=
füllt. Die Angeklagte, die im Jahre 1910 in Calbe
a. d. Saale geboren iſt, lernte als 16jährige in
Magdeburg, wo ſie in einer Fabrik beſchäftigt war,
ihren ſpäteren Ehemann Bernhard Jünemann
kennen. Sie zog ſpäter mit Jünemann nach Berlin,
wo die drei Kinder geboren wurden und die
Hei=
rat ſtattfand. Die Ehe war anſcheinend ſehr
un=
glücklich. Als Bernhard Jünemann nach der
Heil=
anſtalt Herzberge gebracht werden mußte, wurde
Frau Jünemann von der Wohlfahrt unterſtützt.
Anſtatt aber die Zuwendungen der Wohlfahrt und
der NSV. ihren Kindern zukommen zu laſſen,
ver=
geudete Frau Jünemann das Geld in zweifelhafter
Geſellſchaft. Schließlich lernte ſie den 20jährigen
Karl Kluge kennen, von dem ſie ein Kind erwartet.
Während Frau Jünemann in der Vorunterſuchung
zugegeben hatte, ihre Kinder auf das gröblichſte
vernachläſſigt zu haben, und ſchließlich ſogar
ge=
ſtanden hatte, daß ſie die Kinder abſichtlich habe
verhungern laſſen, verſuchte ſie in der Verhandlung
ihr Verhalten zu beſchönigen. So erklärte ſie
zu=
nächſt, ſie habe ſich bei ihrem Verhalten gar keine
Gedanken gemacht, und behauptete ſpäter, ihr
Freund Karl Kluge habe ihr geraten, ſich nicht
mehr um die Kinder zu kümmern.
Der Schluß des Verhandlungstages wurde durch
die Verleſung von Protokollen ausgefüllt, um zu
verſuchen, die Widerſprüche der Angeklagten zu
klären.
Am Mittwoch wurde im Prozeß Jünemann die
Beweisaufnahme fortgeſetzt. Einiges Aufſehen
er=
regte ein Neger unter den Zeugen, deſſen
Be=
kanntſchaft die Angeklagte kurz vor dem Tode ihrer
Kinder gemacht hatte. Es wurden Protokolle über
frühere Vernehmungen der Angeklagten verleſen.
Beſonders erſchütternd iſt das Protokoll, in dem
die Angeklagte ihren letzten Beſuch bei ihren
hun=
gernden Kindern ſchilderte. Vor dem
vernehmen=
den Unterſuchungsrichter hat die Angeklagte
eben=
ſo wie vor der Polizei das Geſtändnis abgelegt,
daß es ihre Abſicht war, die Kinder verhungern zu
laſſen, weil ſie ihr im Wege waren.
In der Nachmittagsverhandlung ſagten
Haus=
bewohner und Bekannte der Angeklagten als
Zeu=
gen aus, daß die Kinder ſehr ſchlecht behandelt
worden ſeien. Das eine Kind ſei durch häufige
Schläge ganz verängſtigt geweſen. Dem Ehemann
der Angeklagten, der ſich jetzt in der Heilanſtalt
Herzberge befindet, ſtellen die Zeugen ein gutes
Zeugnis aus. Er war ein ruhiger und ſtiller
Mann, der ſich immer ſehr zurückhielt. — Die
Ver=
handlung wird am Freitag fortgeſetzt.
Zwölfüährige Lebensrekkerin.
Leutesdorf. In dem benachbarten
Leubs=
dorf ereignete ſich ein aufregender Zwiſchenfall.
Ein im Alter von zwölf Jahren ſtehendes
Mäd=
chen ging mit ſeinem 1½jährigen Brüderchen über
die Brücke eines Teiches. Plötzlich riß ſich der
Kleine von der Hand der Schweſter los, verlor
das Uebergewicht und ſtürzte in den Teich. Kurz
entſchloſſen ſprang das Mädchen dem kleinen
Jun=
gen nach, und es gelang ihm, den bereits
verſun=
kenen Bruder an die Waſſeroberfläche zu bringen.
Die angeſtellten Wiederbelebungsverſuche waren
von Erfolg.
Figaros „Preis von Deutſchland”.
* In den Geſellſchaftsräumen des Berliner Zoo
veranſtaltet in dieſen Tagen der Reichsbund
Deut=
ſcher Friſeure ſein alljährlich, wiederkehrendes
Wettfriſieren um den „Preis von Deutſchland!. Im
Rahmen dieſer Veranſtaltung werden auch die
in=
ternationalen Wettbewerbe im Friſeurgewerbe zum
Austrag gelangen. Die Teilnehmer an dem
Wett=
kampf hatten ſich in dem großen Saal des Zoo an
einem langen Tiſch poſtiert und führten nun vor
den Tauſenden von Zuſchauern ihre Künſte
ſozu=
ſagen „am lebenden Modell” vor. Innerhalb
vor=
geſchriebener Zeiten mußten die Jünger Figaros
die teilweiſe recht komplizierten Friſuren zuſtande
bringen. Die Modelle waren der guten Wirkung
wegen auch in ſtilechte Kleider eingekleidet
wor=
den. Auch die „Werkzeugkaſten” wurden jedem
ein=
zelnen Teilnehmer offiziell zugewieſen. Mit den
darin enthaltenen Kämmen und Bürſten und
Rol=
len und Klammern mußte er auskommen. Aber
bald wurden dann aus den verſchiedenſten
Haar=
ſchöpfen kunſtvolle Locken und Löckchen, da wurde
toupiert und gefettet, die Locken auf Röllchen
ge=
dreht und das Drahtgeſtell über dem Kopf des
Modells aufgebaut. Und mit den kunſtvollen
Fri=
ſuren entſtanden die Bilder längſt vergangener
Epochen, und oftmals machten ſie ſich wie launiſche
oder phantaſtiſche Gebilde aus, obwohl ſie nach dem
ſtrengſten Geſetz der Friſierkunſt „arrangiert”
wur=
den. So wurde alles in allem der erſte Abend, der
den hiſtoriſchen Friſuren gewidmet war, für die
Innung ein voller Erfolg.
Verſteigerung der Bibliothek Barkhous
Paris. In Paris begann am Montag die
Verſteigerung der umfangreichen und wertvollen
Bibliothek des in Marſeille ermordeten
ehemalt=
gen franzöſiſchen Außenminiſters Barthou. Der
Erlös des erſten Tages betrug nicht weniger als
1 060 460 Franken. Den Rekordpreis des Tages
er=
zielte eine Ausgabe von Baudelaires „Fleurs du
Mal” die für 57 000 Franken einen Liebhaber
fanden. Eine Ausgabe der Briefe Napoleons an
Joſephine wurde mit 50 000 Franken bezahlt,
während ein Exemplar des Verſailler Vertrages,
dem Manuſkripte von Clsmenceau, Poincaré unv
Joffre angeheftet waren, 41 500 Franken erzielte.
Der zweite Verſteigerungstag von Barthous
Handſchriftenſammlung.
Paris. Der zweite Verſteigerungstag der
be=
rühmten Bibliothek des verſtorbenen
Außen=
miniſters Louis Barthou erbrachte einen
Geſamt=
betrag von 1 429850 Franken, das ſind annähernd
400 000 Franken mehr als am erſten Tage. Für
manche ſeltenen Stücke wurden wieder horrende
Preiſe gezahlt. So erziehlte eine von Victor Hugo
ſelbſt korrigierte Ausgabe der „Legende des
Jahr=
hunderts” auf Holland=Papier und mit einer
handſchriftlichen Widmung Victor Hugos an ſeine
Freundin Juliette Drouot verſehen den
Rekord=
preis von 61000 Franken. Eine andere Handſchrift
Victor Hugos, die als das Glanzſtück der ganzen
Sammlung betrachtet wird, wurde von der
Ver=
ſteigerung wieder zurückgezogen und der
National=
bibliothek vermacht. Eines der drei
Originalexem=
plare des „Chanſons des Gueux” („Lumpenliedes”)
von Jean Richepain, mit 257 Originalzeichnungen
Steinlens, erreichte mit 69 100 Franken den
Höchſt=
preis des Tages. Ein Manuſkript Jean=Jeacques
Rouſſeaus ging mit 50 000 Franken ab. Zahlreiche
Werke anderer franzöſiſcher Schriftſteller erreichten
20, 30 und 40 000 Franken — Die beiden erſten
Verſteigerungstage haben eine Summe von
ins=
geſamt 2,5 Millionen Franken erbracht. Heute iſt
der letzte Verſteigerungstag.
Unwetterkataſtrophe in Nord=Karolina.
Drei Tote, zahlreiche Verletzte.
New York. Ein Wirbelſturm mit
darauffol=
gendem Wolkenbruch ſuchte die Stadt Charlotte
(Nord=Karolina) und Umgebung heim. Neben
einem ungeheuren Schaden an Gebäuden und auf
den Feldern wurden drei Perſonen getötet und
zahlreiche verletzt.
Die Erdgasauelle von Enzersdo
verſiegl.
Wien. Der Erdgasausbruch in Enzersdo=
Wien hat ſein Ende gefunden. Die Erdgasc
iſt verſiegt. Dienstag vormittag wurde das
loch bis in eine Tiefe von 20 Metern mit 2
zugemauert. Die Stahlrohre und das Geſ
mußten verlorengegeben werden. Ob eine
Bohrung in der Nähe erfolgen wird, iſt noch
entſchieden. Der Schaden wird mit 200000 (
ling angegeben.
Krönungsjubiläum im Aklankiſchend.
London. Von allen überſeeiſchen engl
Beſitzungen feiert als erſte die Inſel Triſta
Cunha das Krönungsjubiläum des Königs
England. Ein auf einer Reiſe um die Welt be
licher engliſcher Luxusdampfer hat den 170
wohnern der Inſel mehrere Kiſten mit Le
mitteln und Geſchenken des engliſchen Kö
paares überbracht. Zur gleichen Zeit lag im
ein holländiſches Unterſeeboot, das ebenfalls
rere Tonnen Lebensmittel ſpendete. Die G
wart von zwei Schiffen war ſelbſt den ält
Einwohnern da Cunhas ein ungewohntes E
nis. Gewöhnlich wird die Inſel, die im Südat!
in der Höhe von Kapſtadt und Buenos Aires
nur einmal im Jahre von einem Schiff, das
und Lebensmittel überbringt, aufgeſucht. Bis
des vorigen Jahrhunderts ſpielte Triſtan da C
als Kohlenſtation noch eine nicht unwichtige ?
Heute iſt ſie ein rattenüberlaufener nutzloſer
poſten des Britiſchen Weltreiches, deſſen Ein
ner laufend unterſtützt werden müſſen. Es iſt
auch ſchon wiederholt vorgeſchlagen worden
Inſelbewohner in England oder Südafrika
ſiedeln, doch haben dieſe ſich immer wiede
ſträubt, ihre vulkaniſche Heimat, die ſie nur
lich ernährt, zu verlaſſen.
Der Bühnenmaler der Mailänder
Scal=
tödlich verunglückt.
Mailand. Der bekannte Bühnenmalei
Mailänder Scala, Profeſſor Eduardo Marck
hat geſtern mit ſeiner Familie einen ſchu
Kraftwagenunfall erlitten, bei dem er den
fand; ſeine Gattin und ſein 23jähriger Sohn
den ſchwer verletzt. Der gleichfalls in dem v.
glückten Wagen befindliche Chefmaſchiniſt
Theaters, Bongiovgiovanni, wurde eben
ſchwer verletzt. Die Nachricht von dem Unglue
in Theaterkreiſen Mailands tiefen Eindrug
macht.
Bergwerksunglück in Japan.
Tokio. In einem Kohlenbergwerk bei 9
ſaki hat ſich eine ſchwere Exploſion ereignet.
her ſind 11 Schwer= und 22 Leichtverletzte gebt
worden. 14 Bergleute ſind noch eingeſchloſſen,
es beſteht wenig Hoffnung, ſie zu retten.
Das Abzeichen der Deutſchen Rechlsf
Der Reichsjuriſtenführer, Reichsminiſter Dr. 9
hat den Mitgliedern des Bundes nationg.
liſtiſcher deutſcher Juriſten und der Deit
Rechtsfront dieſes Abzeichen als ſichtbare)
druck ihrer Standesverbundenheit verlieh.”
ſtellt das Symbol des Bundes, den Schwert
mit der Waage dar,
unerstag, 28. März 1935
Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 87 — Seite 9
B
Sport, Spiel und Jucnen
Fußball in Starkenburg.
Chattia Wolfskehlen — SV. Mörfelden.
m den Aufſtieg zur Gauliga Südweſt
Am Sonntag kommt nun endlich das einigemale ausgefallene
die Spiele um den „Platz an der Sonne” ſind jetzt ſchon in
x eſonderes Stadium getreten, denn nach den erſten
Begegnun=
go tnn man ſich bereits ein kleines Bild von der Spielſtärke der
e5 nen Teilnehmer machen. Danach bleibt FV. Saarbrücken,
aireinzige Verein der auswärts einen Punkt holen konnte, in
ax ztsreicher Poſition. Auch Reichsbahn=Rotweiß Frankfurt
z5 zu den ernſthaften Mitbewerbern, aber dazu kommt gleich
d’5 armſtädter Polizei, die mit großem Pech in Bieber begann.
udwigshafen, ebenſo wie „Opel” Rüſſelsheim
unzerm. Bieber ſind natürlich ſehr zu beachten.
ſer zweite Spielſonntag dieſer Serie, mit den Begegnungen
Pol Darmſtadt — Opel Rüſſelsheim.
04 Ludwigshafen — FV. Saarbrücken.
Reichsbahn=Rotweiß Frankfurt — Germania Bieber,
winatürlich den Vorhang weiter lüften.
ſicherlich hat Rüſſelsheim dann drei Verluſtpunkte, denn in
)eſtadt werden zweifellos ſelbſt die noch erſatzgeſchwächten
Poli=
zr keinen Punkt abgeben. Zwar haben die ſonntäglichen Gäſte
armſtädter „Grünen” erſt am letzten Sonntag gegen unſeren
E'nalſpieler Conen und die Seinen bewieſen, daß mit ihnen
* gut Kirſchen eſſen iſt. Die Polizei hat ſich aber in Bieber
ills ſehr gut geſchlagen, ſo daß bei dem gewiß ſpannenden
Kf ein großer Zuſchauerbeſuch zu erwarten iſt.
ie Ludwigshafener haben das Glück, auch diesmal auf
eige=
ne Platze antreten zu dürfen. Dabei werden natürlich wieder
Fnde unſeren Mittelſtürmer der Deutſchen Elf ſehen wollen.
Gigt den Saarleuten auch in ihrem zweiten Auswärtsſpiel nur
er nentſchieden, dann ſind ſie ſchon „dicke raus”, denn mit ihren
w en Heimſpielen werden ſie den Platz an der Sonne wohl
er=
n Frankfurt ſollte es der ehem. Großverein nicht allzu ſchwer
hex, die Bieberer Germanen zu beſiegen und damit den
Grund=
im Pluskonto zu legen.
Tachkragsſpiele der Bezirks= und Kreisklaſſe.
achdem die Meiſterſchaft in der Bezirksklaſſe vergeben iſt und
ie Abſtiegskandidaten feſtſtehen, haben die noch zu
erledigen=
viele der „vergangenen” Saiſon nur noch lokalen Charakter.
Siber ſie bringen in der Placierungsfrage noch kleine
Aende=
ni n. So iſt das Spiel
SV. 98 Darmſtadt — Germ. Pfungſtadt.
ary onntag um 11 Uhr angeſetzt, wobei dieſe zwei lokal=
nachbar=
ic Gegner ſelbſtverſtändlich zeigen wollen, wer zurzeit in
beſ=
ſe— Form iſt. Wir kennen die Pfungſtädter Germanen als eine
gsiſammengeſtellte Elf, die hauptſächlich bei ihren Beſuchen im
(Lorſch, Bürſtadt. Al.=Olymp. Worms und Pfiffligheim) ſehr
Erfolge erzielen konnte. Jedenfalls iſt die Routine der alten
Inia=Leute allein ſchon ſehenswert und mit ihrer geriſſenen
werden ſie ſicherlich auch den 98ern zu ſchaffen machen, mit
ſie eine Revanche für das Vorſpiel ausknobeln wollen. Ein
es „Nachhutgefecht” ſteigt mit
Normannia Pfiffligheim — Alem.=Olymp. Worms.
eide Vereine ſind zwar geſichert, aber die nachbarliche „
Ri=
t” wird die Wormſer ſicherlich zu einer gewiſſen Höchſtleiſtung
men, denn ſie haben nicht allein eine mißliche Niederlage
er Tage auf dem Pfiffligheimer Platze wett zu machen, ſon=
A.=O. W. will nach einem Sieg bei den Wormſer Vorortlern
ingt einen Mittelplatz in der Tabelle einnehmen.
In der Kreisklaſſe 1, Gruppe 1. Ried.
och zwei Spiele zum Abſchluß der Saiſon 1934/35
nachzutra=
s treffen ſich:
T.n. SV. Biebesheim — Conc. Gernsheim.
FC. 07 Bensheim — FV. Biblis.
Siſt für die Gernsheimer, ebenſo wie für die
Bens=
er von gewiſſer Wichtigkeit, ihr letztes Punkteſpiel der
dies=
en Verbandsſpiele ſiegreich zu beenden, denn hier wie dort
s Punktekonto nicht allzu überzeugend, obwohl beide
Mann=
n einen guten Fußball verſtehen. So haben dieſe zwei
Be=
ngen zum Schluſſe noch einmal einen gewiſſen Reiz und
wer=
eim Zuſammentreffen dieſer vier guten
Kreisklaſſenmann=
n des Rieds ſicherlich eine große Zuſchauermenge anlocken.
Kreisklaſſe 1. Starkenburg.
Gruppe 2 — Darmſtadt.
er 31. März bringt die beiden letzten Nachtragsſpiele um
unkte, die jedoch beide keinen Einfluß mehr auf Tabelle und
rung haben, dafür aber trotzdem eine gewiſſe Spannung in
agen. Der „Zweite”, 46 Darmſtadt, trifft an der Rheinallee
n Zweiten der Riedgruppe Starkenburgia Heppenheim. was
ils Maßſtab für die Stärke der einzelnen Gruppen nehmen
Den Schluß der Verbandsſpiele bilden folgende Treffen:
Viktoria Griesheim — SV. Weiterſtadt.
eine Abſchiedsvorſtellung gibt der Weiterſtädter Sportver=
Griesheim. Die Gäſte, konnten ſich nach einem guten
enſpurt doch nicht mehr retten und müſſen abſteigen. In
heim werden die Gäſte zwar nochmals den Verſuch machen,
bgang ehrenvoll zu geſtalten, was bei ihrem Kampfgeiſt
cht auch gelingen kann.
Treffen des Neulings gegen den Gruppenmeiſter zum Austrag.
Bis zu dieſem Spiel iſt Wolfskehlen auf ſeinem Platze noch
unge=
ſchlagen und man iſt geſpannt, ob es dem Meiſter gelingen wird,
den Bann zu brechen.
Erbach iſt Meiſter der Kreisklaſſe 2, Gruppe Odenwald.
Nun iſt auch die Meiſterſchaft in der Gruppe Odenwald der
Kreisklaſſe 2 vergeben, und zwar an FV. Erbach, dem wir
unſe=
ren Glückwunſch dazu ausſprechen.
Die Tabelle nach dem 24. 3. hat folgendes Ausſehen:
Erbach
Berfelden
Lengfeld
Groß=Umſtadt
Lützel=Wiebelsbach
Ueberau".
Neuſtadt .
Sandbach
Spachbrücken ..
Kleeſtadt ....
auf der Terminliſte, das jedoch auf die Spitze von keinem Einfluß
mehr iſt und daher ſchönen Fußball verſpricht.
Kreis Skarkenburg — Kreisjugendführer.
Sämtliche Vereine des Kreiſes werden aufgefordert, bis zum
5. 4. 35 nachſtehende Angaben an mich ſchriftlich mitzuteilen:
1. die Anzahl der Jugendlichen (einſchließlich Schüler).
2. Wieviel gehören davon der HJ., dem JV. oder der SA. an?
Fehlanzeige erforderlich. Termin iſt unbedingt
einzu=
halten.
Dr. Rechel, Kreisjugendleiter.
T5G. 46 Darmſtadk.
Raſenſport! Wir verweiſen nochmals unſere Mitglieder auf
den Filmvortrag der Himalaja=Expedition am Freitag abend 8,15
Uhr im großen Saal der Woogsturnhalle und wünſchen, daß alle
Mitglieder dort erſcheinen.
Wir fahren nach Köln zum Länderſpiel! Das Länderſpiel am
12. Mai in Köln, Deutſchland — Spanien, werden wir beſuchen.
Die Fahrt wird mit einem ſchönen Omnibus ausgeführt, wozu
der Fahrpreis äußerſt billig iſt. Auch die Eintrittskarten zum
Spiel werden durch die Abteilung nach Wunſch beſorgt.
Einzeich=
nungen bis 31. d. M. bei Zigarrenhaus Löffler, Blumenthalſtraße.
Dortſelbſt auch jede Auskunft!
TSV. Lengfeld.
Am nächſten Sonntag beginnen die langerſehnten
Freundſchaftsſpiele, indem die Lengfelder die Reſerve=
und die 4 Mannſchaft des SV. 98 Darmſtadt erwarten,
während die Jugendmannſchaft ihre Verbandsſpiele fortſetzt. Das
Spiel der 1. Mannſchaft beginnt um 15 Uhr.
Reichsbund für Leibesübungen
im Kreis Erbach.
Am Sonntag, dem 31. März, findet die erſte Tagung des
Reichsbundes für Leibesübungen ſtatt. Die Vereinsführer des dem
Reichsbund für Leibesübung angehörigen Vereine (Turn=,
Fuß=
ball=, Radfahr=, Kraftſport=, Schützen= und Winterſportvereine,
ſo=
wie Odenwald. Schwimm= und Tennisklub), werden hierzu
höf=
lichſt eingeladen.
Für die fraglichen Vereine der Gemeinden: Airlenbach.
Beer=
felden, Gammelsbach, Güttersbach, Hebſtahl. Heſſelbach. Hetzba
Ober= und Unter=Finkenbach, Raubach, Ober=Sensbach Olfen,
Rothenberg, Schöllenbach. Unter=Sensbach, Falken=Geſäß, findet
die Tagung vormittags 9 Uhr im Café Sattler in Beerfelden ſtatt.
Für die Vereine der Gemeinden: Böllſtein, Bullau. Dorf
Erbach. Ebersberg. Erbach, Erlenbach, Ernsbach, Ober=, Unter=
Gi Ee eite eir ereee ie
und Lauerbach findet die Tagung im Gaſthaus „Zum Grünen
Baum” in Michelſtadt, vormittags 11 Uhr, ſtatt.
Für die Vereine der Gemeinden: Birkert. Breitenbrunn, Etzen=
Geſäß, Fürſtengrund, Haingrund. Hainſtadt, Haſſenroth, Hetſchbach.
Höchſt, Höllerbach, Hummetroth, Lützel=Wiebelsbach. Mümling=
Grumbach. Neuſtadt, Nieder=Kinzig. Ober=Kinzig. Pfirſchbach,
Rai=Breitenbach, Sandbach, Seckmauern und Wald=Amorbach
fin=
det die Tagung im Gaſthaus „Zum Odenwald” in Höchſt,
nachmit=
tags 2 Uhr, ſtatt.
Für die Vereine der Gemeinden: Erzbach Gumpen. Kirch=
Beerfurth, Nieder=Kainsbach. Ober=Kainsbach, Ober=Oſtern.
Pfaf=
fen=Beerfurth, Reichelsheim, Rohrbach, Unter=Oſtern und Wallbach
findet die Tagung im Gaſthaus „Zur Eiſenbahn” in Reichelsheim,
nachmittags 4 Uhr, ſtatt. Tagesordnung wird in der Verſammlung
bekanntgegeben.
K. Geitz, Kreisvertrauensmann.
wie ſpieien Ne uns Jonning!
Die kleine Preisfrage für Zußballer.
Wir legen unſeren Fußballfreunden wieder die kleine
Preis=
frage vor. Anzugeben ſind nur „Sieger ..” oder „Unentſchieden”,
Neben der Veröffentlichung in der Montagsausgabe ſind für die
Einſender der beſten Ergebniſſe ausgeſetzt:
1. Preis: 5,00 RM. in bar;
2. Preis: Freibezug des „Darmſtädter Tagblatt” für zwef
Monate;
3. Preis: Freibezug des „Darmſtädter Tagblatt” für einen
Monat.
Die kleine Preisfrage iſt offen für alle Sportfreunde. Die
Einſendungen (Poſtkarte genügt) müſſen bis Samstag nachmittag
18 Uhr auf der Sportredaktion des „Darmſtädter Tagblatt”,
Rheinſtraße 23, vorliegen.
Wie enden folgende Spiele:
Repräſentativſpiel:
Gau Südweſt — Südoſtfrankreich .. . .. . ."
Aufſtiegſpiele:
Polizei Darmſtadt — Opel Rüſſelsheim .. ..
04 Ludwigshafen — FV. Saarbrücken . . . . .
Reichsb. Rotweiß Ffm. — Germ. Bieber ....
Verbandsſpiele:
SV. 98 Darmſtadt—Germania Pfungſtadt . . .
Norm. Pfiffligheim—Alem.=Oly. Worms .. .
T.u. SV. Biebesheim— Conc. Gernsheim . . . .
FC. 07 Bensheim — FV. Biblis ... . ..
Freundſchaftsſpiele:
46 Darmſtadt — Starkenbg. Heppenheim ..,
Eintracht Frankfurt — SpVgg. Fürth ... . .
Reichsſender Frankfurt
Frankfurt: Donnerstag, 28. März
6.00: Bauernfunk. — 6.15 und 6.30: Gymnaſtik. — 6.50: Zeit
Wetter — 6.55: Morgenſpruch
Choral: Bei dir, Jeſu, wilk
ich bleiben. — 7.00: München: Frühkonzert. (Schallpl.). — 8.10:
Waſſerſtand, Wetter. — 8.15: Stuttgart: Gymnaſtik. — 9.00:
Nur Trier: Werbekonzert der Reichsvoſtreklame. — 9.15: Nur
Trier: Mitglieder des Orcheſters Trierer Berufsmuſiker.
10.00: Nachr. — 10.15: Stuttgart: Schulfunk: Volksliedſingen. —
10 45: Praktiſche Ratſchläge für Küche und Haus. — 11.00:
Werbekonzert. — 11.30: Meldungen. — 11.45: Sozialdienſt.
12.00: Orcheſter Frankfurter Berufsmuſiker. Ltg.: R. Limpert.
13.00: Zeit, Nachr. — 13.15: Aufforderung zum Tanz. (
Schall=
platten). — 14.15: Zeit, Nachr. — 14.30: Wirtſchaftsbericht.
14.45: Zeit Wirtſchaftsmeldungen. — 14.55: Wetter. — 15.00:
Nur Frankfurt: Nachr. der Gauleitug. — 15.15: Kinderfunk:
Rübezahl. Ein Märchenſpiel.
16 00: Pforzheim: Sinfonieorcheſter Pforzheim. Ltg.: Leger —
18.00: Der Märchenerzähler. Ein Dreigeſpräch über K. Muſäus.
18.15: Frühlingsfeier. Eine kleine lyriſche Funkfolge. — 18.35:
Einmaleins für Gartenfreunde. — 18.45: Wirtſchaftsmeldungen,
anſchl.: Das Leben ſpricht.
19.00: Stuttgart: Es war einmal. . . Ein muſikaliſcher Spaziergang
durch den Märchenwald. Von G. Görlich. — 20 00: Nachr. —
Anſchl.: Tagesſpiegel. — 20.15: Sinfonte Nr. 4 m Es=Dur von
A. Bruckner. — 21.20: Unterhaltungskonzert. Ausf.: Kapelle
F. Hauck. — 22.00: Zeit Nachr. — 22.10: Nachr., Wetter,
Sport — 22.15: Ton m des Schöpfers Hand. Ein Bach=Spiel
von H. Herſe. — 23.00: Breslau: Reichsſendung: Zeitgenöſſiſche
Muſik. Sinfonie für großes Orcheſter. Werk 8 von Ludwig
Luermann — 24 00: Schallplatten: 1 Komponiſten=Porträt:
Serge Rachmaninoff (geb. 2. April 1873). — 2. Meiſterwerke
deutſcher Klaſſik.
Oidtiun unnsänmnn
Donnerstag, 28. März
Reichsſendung: 23.00: Zeitgenöſſiſche Muſik.
Sym=
phonie für großes Orcheſter, Werk 8, von Ludw. Lürmann.
Breslau: 20.10: Dorf unterm Herrn. Ein ſchleſiſches
Hörſpiel von Otto Zimmer.
Deutſchlandſender: 20.10: Beliebte Sänger ſingen
aus berühmten Opern.
Frankfurt: 22.15: Ton in des Schöpfers Hand. Ein
Bach=Spiel von Henrik Herſe.
Köln: 20.10: Die Abteilung Unterhaltung unterhält.
München: 20.10: Großes Unterhaltungskonzert. Tonika
und Dominant reiſen über Meer und Land.
Warſchau: 20.00: Leichte Muſik.
Beromünſter: 20.00: Werke von F. Brahms.
Wien: 20.00: Ruf der Heimat, bunte Stunde.
Sottens: 20.20: Duvertüre z. Coridlan v. Beethoven.
Rom: 20.45: Sinfoniekonzert.
Mailand: 21.00: Mozart=Komppſitionen.
Straßburg: 21.30: Akkordevn=Konzert.
London: 23.10: Tanzkapelle S. Kyte.
Welkerberichk.
Ausſichten für Donnerstag: Wechſelnd bewölkt mit einzelnen
Schauern, bei nach Nord drehenden Winden kälter;
ſtellen=
weiſe Nachtfroſtgefahr.
Ausſichten für Freitag: Nach zunächſt ruhigerem Wetter ſpäter
neue Verſchlechterung aufkommend; leichte Nachtfroſtgefahr.
W.
zu
me
zer
H—
urw
Ab
pülung des Waſſerrohrnetzes.
n der Zeit von Samstag, den 30. März bis Samstag, den
ril 1935 wird das ſtädtiſche Waſſerrohrnetz geſpült. Dabei läßt
ſickl ne Trübung des Leitungswaſſers nicht vermeiden; auch muß
dies aſſerlieferung von 22 Uhr bis 5 Uhr unterbrochen werden. Den
abnehmern wird deshalb empfohlen, ſich rechtzeitig mit Waſſer
ſorgen. Bei den Druckrohrſpülungen wird die Waſſerlieferung
nurt rringert.
ſtraßenverzeichniſſe mit der Bezeichnung der einzelnen
Spül=
ab tingen können an den bekannten Aushangſtellen der
Bürger=
ei eingeſehen werden. Außerdem erteilt die ſtädtiſche
Fernſprech=
e (Fernruf 3500) ſowie de Feuerwache (Fernruf 600) Auskunft
Spülplan.
9— uckſtrang: I. Samstag, den 30. März 1935, von 22 Uhr ab
II. Montag, den 1. April 1935, von 22 Uhr ab
III. Dienstag, den 2. April 1935, von 19 Uhr ab
hälter Mathildenhöhe
achsberg: Donnerstag, den 4. April 1935, von 8 Uhr ab.
ang A: Freitag, den 5. April 1935
B: Samsiag, den 6. April 1935
b: Montag, den 8. April 1935
C: Dienstag, den 9. April 1935
von 22 Uhr ab.
(: Mittwoch, den 10. April 1935
D: Donnerstag, den 11. April 1935
d: Freilag, den 12. April 1935
E: Samstag, den 13. April 1935
armſtadt, den 23. März 1935.
Direktion der ſtädtiſchen Betriebe
ntmachung des Polizeiamts
Darmſtadt.
unden: 1. Bund Schlüſſel,
raubenſchlüſſel, 1 Zwicker,
dbörſe, 1 Anſtecknadel, 1
Damenmütze, 1 Aktenſtück mit
Zeichnung, 1 Beutel mit Inhalt.
— Zugeflogen: 2 grüne
Wellen=
ſittiche, 1 gelber Wellenſittich. —
Zugelaufen: 1 Schäferhündin.
Die odet keiue-
Erfoeg dünck die
„Mleine"
Die Hleine Anzeige A
Etenee
TN=
Wi Ha
Verwalter=
Ehepaar
ſucht geeignete
Tätigkeit gegen
freie Wohnung.
Ang. M. 43 Gſch.
Beſſ. Fräulein
ſucht Stelle als
Haustochter od.
Stütze d.
Haus=
frau in feinem
Hauſe. Auf gr.
Bezahlung wird
weniger geſehen
als gute
Be=
handlung. Ang.
M. 72 Geſch.
Fräulein
ſucht Stellg. z.
Bedienen in
gu=
em Café= oder
Weinlokal. Ang.
u. M. 56 Geſch.
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). Lande ſucht
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zur Aushilfe für
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Tüchtige
jehrl. Kraft
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Nummer 82
blatt
Donnerstag, 28. M
nveſtitionskonjunktur obne Preishauſſe.
Berliner und Rhein=Main=Börſt
Werk der Induſtrieprodukkion ſeik Januar 1933 um 50 v. H. geſſiegen.
Juneymende Aomäntrar
der Verbrauchsgükerinduſkrien.
Nach der winterlichen Atempauſe beginnt die deutſche
Wirt=
ſchaft ſeit einigen Wochen wieder ihren Frühjahrsauſſtieg. Das
beweiſen die wachſenden Auftragseingänge bei einer ganzen Reihe
von Induſtriezweigen, das beweiſt auch heute nicht zuletzt die ſeit
Februar wieder abnehmende Arbeitsloſenziffer. Der Wert der
induſtriellen Produktion hat überhaupt nur in den Herbſtmona=
ten vorübergehend einen leichten Rückgang aufzuweiſen gehabt
und bewegt ſich ſchon ſeit November wieder in
auf=
ſteigender Richtung. Bemerkenswert aber iſt, daß die
In=
duſtrieproduktion im erſten Vierteljahr 1935 (nach den bisher zur
Verfügung ſtehenden Ergebniſſen) eine Rekordhöhe erreicht.
Gegenüber den erſten Monaten
nationalſozia=
liſtiſcher Wirtſchaftsführung, iſt der Wert der
deutſchen Induſtrieproduktion ſchon um 50 v. H.
geſtiegen!
Wert der induſtriellen Produktion ſeit der Machtübernahme
in Milliarden RM.
Januar
Februar
März
1. Vierteljahr
1932
3,23
3,19
3.10
9,52
1933
3,02
3.08
3.09
9.19
1934
3,86
4,05
4,14
12,05
1935
4,42
4,62
4,76*
13.,83**
Wenn wir den ſeit der Kriſe eingetretenen Preisverfail für
alle Güter der Wirtſchaft in Rechnung ſtellen, ſo reicht die jetzige
Erzeugung der Wirtſchaft ſogar ſchon wieder an die Erzeugung
der Jahre 1927 und 1928 heran.
Mehr als je in früheren Jahrzehnten iſt der
Wirtſchaftsauf=
ſchwung im nationalſozialiſtiſchen Staat durch die Initiative des
Staates gefördert worden. Daher iſt auch der geſunde Unterbau
der Inveſtitionen, die ſtets die Pfeiler der Kriſenüberwindung
bilden müſſen, ſtärker ausgeführt als in früheren Epochen und
auch ſtärker als meiſt im Ausland. Daher kommt es auch, daß
die InveſtitionsgüterInduſtrien ſich von ihrem Kriſentiefſtand
er=
heblich kräftiger erholt haben als die Induſtrien, die den reinen
Verbrauch zu befriedigen haben. Der Produktionsindex iſt bei
der erſteren Gruppe von Induſtrien von 36,7 Anfang 1933 bis auf
88,9 Anfang 1935 (alſo um 150 v. H.!) angeſtiegen, bei der
letz=
teren bisher nur von 78,1 auf 83,8 (alſo um 7 v. H.). Das
ent=
ſpricht durchaus den Erwartungen, die an die Entwicklung
ze=
knüpft worden ſind. Denn erſt langſam kann die
Konjunktur=
welle von den Inveſtitionsgüter=Induſtrien über die ſteigende
Beſchäftigung unſerer Volksgenoſſen und damit über die
wach=
ſende Summe ihrer Einkommen zu den Verbrauchsgüterinduſtrien
hin überſtrömen.
Außerdem wirken ſich Kriſe und Aufſchwung ja in den
In=
veſtitionsgüterinduſtrien (Maſchinen Baugewerbe,
Fahrzeugin=
duſtrie uſw.) üblicherweiſe viel heftiger aus als in den
Ver=
brauchsgüter=Induſtrien (Textilinduſtrie, Lebensmittelgewerbe,
Hausratinduſtrie).
Es iſt aus der Entwicklung in den letzten Monaten deutlich
zu erſehen, daß die Inveſtitionskonjunktur bei uns in
Deutſch=
land noch längſt nicht am Erlahmen iſt. Darin liegt
eine unſchätzbare Reſerve für die kommende
Wirtſchaftsentwick=
lung im nationalſozialiſtiſchen Staat: Die kühne
Auf=
wärtsentwicklung, die die Inveſtitions=
Indu=
ſtrien vorweg genommen haben, wird ſich
lang=
ſam, aber ſtetig ſteigend in vermehrten
Aufträ=
gen an die übrige Wirtſchaft bemerkbar machen.
Als beſonderes Verdienſt nationalſozialiſtiſcher
Wirtſchafts=
führung muß aber beachtet werden, daß es erſtmalig gelungen iſt,
eine ſtarke Inveſtitionskonjunktur zu ſchaffen,
ohne daß gleichzeitig die Preiſe der
Inveſti=
tionsgüter in die Höhe geſchnellt ſind. Im
Gegen=
teil ſind beiſpielsweiſe die Zementpreiſe ſogar noch herabgeſetzt
worden. Während in früheren Jahren die Unternehmer aus
einer Konjunkturerholung doppelten Gewinn zu ſchlagen ſuchten
— durch ſteigenden Umſatz einerſeits und durch Höherſetzung der
Preiſe andererſeits — müſſen ſie ſich jetzt mit der
Mengenkonjunk=
tur allein begnügen. Sie haben allerdings dafür die
Ge=
währ, daß die Wirtſchaftskonjunktur nicht
früh=
zeitig durch überhöhte Preiſe wieder
totgeſchla=
gen wird, ſondern daß ſie unter weitſichtiger
Führung dauert!
) vorausſichtlich; X) nach Schätzung.
Deutſche Zenkralgenoſſenſchaftskaſſe.
Die Deutſche Zentralgenoſſenſchaftskaſſe legt ihren
Geſchäfts=
bericht für 1934 vor. Ihm iſt zu entnehmen, daß, aus der
Er=
wägung heraus, daß bei allen Maßnahmen der
Zentralgenoſſen=
ſchaftskaſſe die durch Reichsgeſetz zugewieſene
nationalwirtſchaft=
liche Aufgabe maßgeblich iſt, wie im Vorjahre der größere Teil
der Erträgniſſe zu einer weiteren inneren Stärkung der Anſtalt
verwendet wurde. Die Erträgniſſe aus dem Kreditverkehr,
Wert=
papieren, Beteiligungen uſw. abzüglich der Wertberichtigungen,
ſtellten ſich auf 4,98 (5,51) Mill. RM.; andererſeits erforderten
Geſchäftsunkoſten 3,94 (4,48) — i. Vi. noch beſondere
Aufwen=
dungen von 0,35 —, ſo daß nach 0.06 (0,20) Mill. RM.
Abſchrei=
bungen, 0,50 (—) Mill. RM. Zuweiſung zum
Unterſtützungs=
fonds und 0,48 (0,47) Mill. RM. Zuweiſung an die
Ruhegehalts=
rückſtellung einſchl. 586 258 (583 931) RM. Vortrag ein Ueberſchuß
von 596 130 (586 258) RM. verbleibt, der wieder vorgetragen
wird.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Notierung der konvertierten öffentlichen Anleihen ab 1. April.
Die unter das Zinsermäßigungsgeſetz bei öffentlichen Anleihen
vom 27. Februar 1935 fallenden und ſeit dem 11. März 35 an
der Berliner und Frankfurter Börſe als 4½proz. einſchl. Bonus
gehandelten, Wertpapiere werden vom 1. April 1935 ab mit
Stückzinſenberechnung zu 4½ Prozent ausſchl. Bonus notiert. Bis
zum 31. März 1935 einſchl. ſind die Stücke mit dem bisherigen
Satz zu berechnen. Der Kurs erfährt einen Abſchlag von 2 Proz.
Bei allen vom gleichen Tage ab getätigten Geſchäften hat der
Käufer dem Verkäufer bis zur Fälligkeit des Kupons, mit dem
der Bonus gezahlt wird, die 2 Prozent zu vergüten. Alle in die=
Wertpapieren laufenden Limite erlöſchen mit Ablauf des 31.
März 1935.
Steigender Antragszugang in der öffentlichen
Lebensverſiche=
rung. Im Februar 1935 wurden bei den im Verband
öffent=
licher Lebensverſicherungsanſtalten in Deutſchland
zuſammenge=
ſchloſſenen öffentlichen Lebensverſicherungsanſtalten 24 103 neue
Verſicherungen (im Vormonat 22 459 und im Februar des
Vor=
jahres 13 895) mit 23.04 Mill. RM. Verſicherungsſumme (im
Vormonat 23.31 Mill. RM. und im Februar des Vorjahres 19,4
Mill. RM.) beantragt. Die durchſchnittliche Verſicherungsſumme
betrug im Februar in der Großlebensverſicherung 3323 RM. und
in der Sterbegeldverſicherung 284 RM.
Vereinigte Aluminiumwerke AG.. Lautawerk (Lauſitz). Die
Geſellſchaft nimmt für 1934 aus einem von 1.20 auf 2,65 Mill.
RM. erhöhten Reingewinn die Dividendenzahlung auf das 24
Mill. RM. betragende AK. mit 5 Prozent wieder auf. In ſeinem
Bericht führt der Vorſtand u. a. aus, daß die
Aufwärtsentwick=
lung des Aluminiumabſatzes in 1934 eine ſprunghafte Steigerung
erfahren habe. Der Geſamtmehrabſatz entfällt auf den
Inlands=
markt, während ein Rückgang der deutſchen Ausfuhrziffern nicht
verhindert werden konnte. Die Gefolgſchaft konnte von 2252
Köpfen Ende 1933 auf 3505 Köpfen Ende 1934 erhöht werden.
Die Verwendung von Aluminium für elektriſche Leikungen hat
außerordentliche Fortſchritte gemacht. Die Mehrerzeugung iſt
in erſter Linie auf die Verwendung von Stahlaluminium für
elektriſche Fernleitungen zurückzuführen.
Eröffnung der Werbewoche der Saarinduſtrie.
Mit ein Glied in der Kette zur Wiedereinführung der
ſaar=
ländiſchen Wirtſchaft in den deutſchen Wirtſchaftsraum bildet eine
in der Zeit vom 26. 3. bis 1. 4. in Saarbrücken durchgeführte
Werbewoche der Saarinduſtrie, verbunden mit einer Werbe= und
Verkaufsſchau ſaarländiſcher Induſtrieerzeugniſſe. Der Leiter der
Werbewoche, Noll, bezeichnete als den Zweck der Schau, zu der
ſich rd. 200 Ausſteller zur Verfügung ſtellten, der Saarinduſtrie
die Eingliederung in den reichsdeutſchen Wirtſchaftsraum zu
er=
leichtern. Eine Werbung für die Dauer der Uebergangszeit ſei
eine Lebensnotwendigkeit für die Induſtrie, und man
beabſich=
tige daher, dieſe Werbeſchau von Zeit zu Zeit zu wiederholen.
Wirtſchaftsberater Dr. Savelkouls, der die Schau im Auftrage
des Rückgliederungskommiſſars eröffnete, betonte u. a., daß dieſe
Ausſtellung keine Angelegenheit nur der ſaarländiſchen Induſtrie
ſei, ſondern der ganzen Saarbevölkerung, denn ſie ſei nur eine
Epiſode in dem großen Kampf, der im Saarland geführt werden
müſſe, wenn es wirtſchaftlich lebenskräftig ſein ſoll und kein
Not=
ſtandsgebiet werden ſoll. Für die Saarwirtſchaft zu kämpfen, ſei
nicht Aufgabe eines Vereins, einer Partei oder Organiſation,
ſondern der geſamten Bevölkerung des Saarlandes.
Die geſtern gegen Schluß der Berliner Börſe zu
tenden Glattſtellungen der Kuliſſe hielten zunächſt an,
Publikum wieder nur geringe Aufträge vorlagen. Verſt
wirkte der Rückgang der Montanwerte, die durchſchnittlich
niedriger lagen, wobei Befürchtungen, daß Belgien ein
rungsabwertung vornehmen werde, mitſprachen. Das Ko
qué über den Abſchluß der deutſch=engliſchen Beſprechung
jedoch eine gute Aufnahme, ſo daß die Tendenz im Verla
gemein etwas freundlicher wurde, zumal neue Anlagekä=
Publikums nach den erſten Kurſen beobachtet wurden.
Kuliſſe nahm teilweiſe wieder Rückkäufe vor, da ſich
ſchwächung des Belga heute nicht weiter fortſetzte. Maßgel
den Tendenzumſchwung war vor allem die Steigerung d
mens u. Halske=Aktie, in der wieder außerordentlich lebha
ſätze erfolgten. Der erſte Kurs ſtellte ſich 1½ Prozent höb
ter trat eine weitere Befeſtigung um 2 Prozent ein. JG.
wurden nach ſchwächerer Eröffnung auf geſtriger Baſis ur
Am Elektroaktienmarkt waren die erſten Notierungen m
Prozent niedriger. Renten waren wenig verändert.
bröckelten um ½ Prozent ab. Reichsſchuldbuchforderunge
Umſchuldungsanleihe lagen wenig verändert. Etwas
beſtand für Vereinigte Stahlobligationen. Der Verlauf
ausgehend von Montan= und Elektrowerten — allgemein
licher. Für Montanaktien regten die Mitteilungen in de
ralverſammlung der Ver. Stahlwerke an. Die geſtrigen
notierungen wurden aber bis auf Harpener und Verein
nicht erreicht. Farben konnten gegen den Vortag ¼ Pro,
winnen. Der Rentenmarkt lag freundlich.
mi.
Feſtes Warenauskauſchverhälknis
zwiſchen Deukſchland und Frankreich?
Am Samstag haben zwiſchen der deutſchen Delegation unter
Leitung Dr. Ritters und der franzöſiſchen Delegation unter
Lei=
tung Bonnefon=Craponnes die Beſprechungen über die
Aus=
arbeitung eines neuen Verrechnungsabkommens begonnen, da das
beſtehende Abkommen Ende März abläuft.
Die Verhandlungen ſind inſofern intereſſant, da ſie auf eine
grundſätzliche Aenderung des Warenverkehrs zwiſchen
Deutſch=
land und Frankreich abzielen. Das Clearingſyſtem, nach dem
bisher der ganze Warenaustauſch erfolgte, hat ſich als
unvor=
teilhaft erwieſen” da es mit großen Verzögerungen verbunden
war und nur unter Ueberwindung ſchwerſter Widerſtände, welche
eigentlich auf allen Seiten entſtanden, aufrechterhalten werden
konnte. Aus dieſem Grunde wird, wie man hoffen darf, die
fran=
zöſiſche Delegation den deutſchen Vorſchlägen Entgegenkommen
zeigen. Die deutſchen Vorſchläge ſollen ja im weſentlichen das
ver=
wirklichen, was Dr. Schacht in ſeiner Rede anläßlich der
Leip=
ziger Meſſe ausführte. Während das bisherige Clearingſyſtem
die Ausfuhr beider Partner erheblich verminderte, will die
deut=
ſche Handelspolitik jetzt ein feſtes Verhältnis des
Warenaustau=
ſches einrichten, wie es zwiſcher England und Deutſchland bereits
beſteht. Dadurch wird der Handelsverkehr elaſtiſch und von allen
Bei freundlicher Grundtendenz verkehrte die geſtrige 9
Mainiſche Börſe in uneinheitlicher Haltung Der
der Berliner Beſprechungen befriedigte allgemein, eine
Anregung ging aber nicht aus, zumal andererſeits die 1
Haltung des Belga als ſtörend empfunden wurde. Auch
teil im Memelprozeß wurde ſtark erörtert. Vom Publikur
nur wenig Aufträge vor, auch die Kuliſſe iſt mit Eigenge
ſehr zurückhaltend geworden. Die erſten Kurſe am Aktie
lagen überwiegend etwas niedriger, ſpäter ſetzten ſich dan
leichte Beſſerungen durch. In einigen Papieren erfole
Zuſammenhang mit dem bevorſtehenden Quartalsultime
Abgaben. Etwas Intereſſe zeigte ſich am Elektromarkt fü
Ferner waren Siemens bei kleinen Umſätzen erhöht
lagen erneut Chade=Aktien auf feſte Schweizer Kurſe. A
aktien eröffneten zumeiſt ſchwächer. Am Chemiemarkt gine
Farben anfangs auf 143 (143½) zurück, ſpäter waren ſie au
erholt. Am Rentenmarkt blieb das Geſchäft klein. Im
blieb die Haltung uneinheitlich. Die erſten Kurſe war
wenig verändert. Im weiteren Verlaufe ergaben ſich
meiſt Rückgänge. Am Rentenmarkt erfuhr das Geſchäft be
falls uneinheitlicher Kursgeſtaltung keine Ausdehnung.
Mangels beſonderer Anregungen und mit Rückſicht
bevorſtehenden Vierteljahrs=Ultimo verhielt ſich die Kuli
an der Abendbörſe ſehr abwartend. Auch von der Kundſck
nur kleine Nachfrage vor.
papiernen Hinderniſſen befreit. England hat als erſtes Land
die Vorteile der deutſchen Beſtrebungen erkannt und auch die
Konſequenzen aus der deutſchen Lage gezogen. Deutſchland hat
heute, gegenüber England einen Ausfuhrüberſchuß von 45 v. H.
Wenn es gelingt, die jetzigen deutſch=franzöſiſchen Beſprechungen
auf die gleiche Linie zu bringen, ſo würde der Austauſchverkehr
beider Vertragspartner dadurch bedeutend begünſtigt werden.
Produkkenmärkke.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Am Samstag vor Oſtern, 20. April, bleiben die Frankfurter
und die Berliner Börſenräume für jeden Verkehr geſchloſſen. Die
Abendbörſe fällt am Donnexstag vor Oſtern (Gründonnerstag)
— 18. April — aus.
Die HV. der Deutſchen AG. für Neſtle=Erzeugniſſe in Lindau
(Bodenſee) genehmigte den Abſchluß für 1934 und beſchloß wie
im Vorjahre die Verteilung einer Dividende von 5 Prozent auf
das Stammkapital von 3,40 Mill. RM. Die bisherigen Umſätze
des laufenden Geſchäftsjahres ſeien zufriedenſtellend.
Die Siemens=Schuckext=Werke erhielten den Auftrag auf 7
Triebwagen für die Bahn Viktoria—Mecolalde, deren
mechani=
ſcher Teil in Spanien und die elektriſchen Ausrüſtungen bei den
Siemens=Schuckert=Werken hergeſtellt werden. Hiervon ſind vier
Wagen für den Perſonenverkehr und drei Wagen für den
Güter=
verkehr beſtimmt.
Frankfurter Getreidemarkt vom 27. März. Am Getrei
markt war das Geſchäft weiter klein. Weizen fand zur
rung im Monat Juni/Juli in hochwertigen Qualitäten
Nachfrage, dagegen blieb Roggen ſehr ſtark angeboten ur
Intereſſe. Futtergetreide war nicht angeboten. In Fut
teln beſtand zwar noch Nachfrage, ſie war aber unter de
druck der wärmeren Witterung nicht mehr ſo dringend. 2
in hochwertigen Futtermitteln fehlte jedoch weiterhin.
miſchfutter konnte man ausreichend haben. Das Mehlgeſchäf
ſchleppend. Es notierten (Getreide je To., alles übrige
Kilo) in RM.): Weizen W.9 208, W. 13 212. W. 16 216,
R. 9 168, R. 13 172, R. 15 176 — Großhandelspreiſe der 2
des genannten Preisgebiets. Futtergerſte G. 9 170. G.
G. 13 175: Hafer H. 13 168 H.14 170 — Großhandelspr
Station. Bei Waſſerverladung über 100 To. 3 RM. mehr
mergerſte für Brauzwecke 200. Weizenmehl W. 13 27,60,
28,05: Roggenmehl R. 13 23,70, R. 15 24,10, plus 50 Pfg.
Ausgleich. Weizennachmehl 17,25. Weizenfuttermehl 13,50
zenkleie W. 13 10,82, W. 16 11,02: Roggenkleie R. 13 1008
10,32 — Mühlenfeſtpreiſe ab Mühlenſtation. Soyaſchrot
13,00. Palmkuchen m. M. 13.30. Erdnußkuchen m. M. 14
Fabrikpreiſe ab ſüddeutſcher Fabrikſtation; „Treber —, T
ſchnitzel 9,50, Heu 10,50, Weizen= und Roggenſtroh drahte
oder gebündelt 5,00—5,40.
Berliner Kursbericht
vom 27. März 1935
Deviſenmark
vom 27. März 1!
Berl. Handels=Geſ.
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bant
Hapag
Nordd. Llotzd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
DeutſcheCont. Gas
Deutſche Erdöl
24.5o
35.50
38.375
130.
9.
155.75
125.—
103.355
„et ene
J. 6. Farben
Geſ.f.elektr. Untern.
HarpenerBergbau
Hoeſch Eiſenund
Küln=Neueſſen 9
Vereinigte Glanzſt.
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
glöchnerwerke
Koksw. Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Mee
143 25
119.75
103.50
93.—
89.
Wias
89.625
105.—
81.375
73.50
Wee
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurthe:
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch. 1
Bogel Telegr. Draht
Wanderer=Werke
89.375
11.—
107.75
149.—
36.50
81.50
108.—
86.875
14.—
127.50
57.—
118.50
109.25
139.75
Aegypten
Argentinien
Belgien
Braſilien
Bulgarien
Canada
Dänemar!
Danzig.
England
Eſtland
Finnland
Frankreich
Griechenland
volland
Fsland
Währung
lägypt. *
1 Pap. Peſo
100 Belga
1Milreis
100 Leva
1eanad. Doll.
100 Kronen
100 Gulden
1S.Stg.
100 eſtl. Kr.
100 finn. Mk.
100 Franken
100 Drachm.
100 Gulden
100 isl. Kr.
Geld Brieil
12.235
0.859
0.301
3.0471
2.473
53.29
81.24
11.935
68.43
5.271
18.41
2.354
168.20
54.02
12.285
0.664
0.2os
3.053
2.77
53.39
81.40
11.985
68.57
5.285
16.45
2.358
189.54
54 12
Italien
Japan
Jugoſlawien
Lettland
Norwegen
Oeſterreich
Portugal.
Schweden
Schweiz
Spanien
Tſchechoſlowat.
Türkei
ungarn
uruguah
Ve .Staaten
Währung
100 Lire
1 9en
100 Dina
100 Lats
100 Kronen
1o0 Schilin
100 Gseudos
100 gronen
100 Franes
100 Peſetas
100 Tſch.=Kr.
türk. 2
100 Pengd
1 Goldpei=
1 Dollar
Surmſtädter une Karionarbant Burmitast, Willat der Stescher s
Frankfurter Kursbericht vom 27. März 1935.
Gtenersstiſcheine
Gr.UIp. 1934
„ „ 1935
„ 1988
„ 1937
„ 1938
Gruppe l ..
5% Dtſch. Reichsanl.
0 Intern., v.30
9aBaden .v. 27
9Bahern v. 27
VHeſſen. b. 28
„.b. 29
Preuß, b. 28
Sachſen v. 27
4½%Thüringen 27
6% Dt. Reichsbahn=
Schätze
...
6% Dt. Reichspoſt
Schätze ....."
4½%...
Dtſch. Anl. Ausl.
*, Ablöſung.
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ....
½%Bad.=Baden
VBerlin .b. 24
/ Darmſtadt ..
Dresden v. 26
%Frankfurt 26
4½%bheidelberg28
9aMainz.. . ..
LMannheim 27
4
München 29
„Wiesbaben 28
4½%Heſſ. Landesb / 97.25
4½% „ Golboblig. 95.75
103,6
105.25
107.3
1062),
105.3
105.9
100
96.25
96.25
97.75
97
98.25
108.
96
95.25
5½ Heſ. Landes,
hyp.=Bk.=Liquid.
SNg
Komm.=Obl. .
1 % Prß. Lande:
Pfb.=Anſt. 6. Pf
4½% Goldoblig.
100.9
100.25
99.4
92.5
95.75
91.25
93
92.5
92.55
93.75
95
93.75
4u% Landeskom.
Bk. Girozentr. f
Heſ. Gldobl. R.11
4½
R.12
4½2Kaſſ. Landesk.
Goldpfbr. . .
4½%Nſſ. Landesb.
5½%0w Lig.=Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
„Ausl. Ser.
-Ausl. Ser.I
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)
4½%Berl. Hyp. B.
Lig.=Pfbr.
½%Frkf. Ghp.=B
%0 „ Lig.=Pfbr.
Goldoblig.
4½
%0 Frkf. Pfb.=B
ſo „ Lig.=Pfr.
2Mein. Hyp. B.
„ Lig.=Pfr.
Pfälz. Hyp. B.
„ Lig.=Pfb.
6 Rh. Hyp.=B!.
Lig.=Pfr
Goldobl.
43.
Süidd. Boden=
Cred.=Bank
Lig.=Pfbr.
4½%Wttb. Hyp. B
97.5
95.5
94
93I,
97.25
97.5
100
114.5
129.5
21.5
39.5
97.25
99.8
95,5
95.25
100
97.75
100.5
100
96.25
97.75
100
98.75
M!
Dt. Linol. Werke
zMainkrw. v. 26
83Mitteld. Stahl. )
6% Salzmann ckCo
6%Ver. Stahlwerke
6%Voigt & Häffner
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5 %Bosn. L. E. B..
5% „ L.Inveſt.
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4½% Oſt. Schätze.
4%Oſt. Goldrente.
5%bereinh. Rumän
4½% „
42Türk. 1.Bagdad
U.Bagdad
4½Bungarn. 1913
4½% „ 1914
„ Goldr.!
1910
4½Budp.Stadtanl.
4½Liſſabon. . ....
42Stockholm. . . . .
Aktien.
Accumulat.=Fabrit
Ag. Kunſtzide Unie
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......!
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Bad. Maſchinenfbr.
Bemberg, J. P.
Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen...
Eement Heidelberg
Karlſtadt
108
100.2
109‟
96
9971,
987
121.5
11.75
11.75
6.5
36.25
4.5
6.75
4.1
8.25
8.25
6.9
6.9
7.4
6.55
56.25
48
92
158.5
54.75
38.25
123.5
106
812,
129
116
129.75
93.25
118.75
F.G.Chemie, Baſelle
ſhem.Werke Abert
hade A=c)....!
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Genüſſel
Vee
11 94
227
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115.5
103‟
209
150.25
83
105
92
109.75
127
V
64.5
143
143.25
79.25
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124
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89.5
179
64.5
122.5
21.5
V
191.5
94.5
81
81:
96.25
95
Oife
Unterfranken .
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Ver. Ultramarin
Beſtdte. Kaufhof.
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Zelſtoff Waldhot
83.5
93.5
106.5
94.5
112
113.25
93
26.25
1103.5
107.5
164
70
107.5
16c.75
94
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Dt. Ban1u
Dt. Eff.
Dresdner
Fran.
Mein
Pfälz.
Reichsb
Rhein.
Südd. Bod.”
Bür1 Noten
A..G.
Alg Lofkalb groſt
2n Dt. Reichsl V30
Hapa
Lübech.=Büg
Nordd. Llot
Südd Eiſenb.”
Alltanz= u. Stut
Verſicherung
Verein. Vek
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Mannh. Verſich
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SchantnucHand”
Am
Freltag, den
2O. März d. J.
um 20 Uhr
Vortrag
Im HEAG-Haus Lulsenstr. 12
Einige Vorschläge für billige Festtags-Gerichte.
Die jungen Elektro Hausfrauen und solche, die es werden wollen, sind
hierzu besonders herzlich eingeladen.
(V 4
onnerstag, 28. März 1935
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
(Nachdruck verboten!!
r ſchlug den Paß auf, gab ihn ſofort zurück und griff
nd an den Tſchako.
Verzeihen Sie, mein Herr”, entſchuldigte er ſich. „Wir
t in der letzten Zeit ſehr aufpaſſen. Vergangene Woche
n hier drei Autos geſtohlen.”
udolf nickte. Steckte ſeinen Paß wieder ein und kroch
olfen in den Wagen.
errgott wie ſchmerzte ihn der Kopf. Es war, als müſſe
irnſchale auseinanderſpringen. Kam das von dem verfl.
den er getrunken hatte? Er legte beide Hände auf die
eradeaus bor ihm befand ſich der Frankfurter Hauptbahn=
Die Portale waren hell erleuchtet. Weiter oben hing,
IIs erleuchtet, die große Bahnhofsuhr. Rudolf konnte ſie
Es war genau elf Minuten nach 23 Uhr. Von einem
lichen, heftigen Angſtgefühl erfaßt, ſtarrte er auf die Uhr,
tie der große ſchwarze Zeiger weiterzuckte . . . Minute um
te . .. immer weiter Er hatte das Gefühl, die Uhr
auf=
zu müſſen . . . ſich an dieſen unerbittlichen Zeiger
an=
ern zu müſſen, der weiterging . . . immer weiter . . . der
ſe entgegen, da Danielewſki ihn erwartete.
r dachte nicht an die Menſchen, die neugierig den Wagen
iden und jetzt begannen, laut und ungeniert die Gründe
kutieren, warum der betrunkene junge Herr nicht weiter=
Der Poliziſt kam noch einmal vorbei und grüßte aufs
iſſe in das dunkle Wageninnere hinein. Rudolf bemerkte
ht. Er hatte beide Hände um das Steuerrad geklammert
arrte die große, erleuchtete Bahnhofsuhr an, deren Zeiger
rtsrückte . . . Minute um Minute"
r dachte an Baron de la Roche. Das blaſſe Geſicht des
oſen . . . an Mary, das mutige Mädel. Er hatte niemand,
m half. Keine Mary, die ihm zur Flucht half . . . Flucht ...
zum Teufel.. . Flucht... warum hatte er daran nicht gedacht?
Er konnte doch fliehen jetzt gleich ... fliehen . . . fort . . .
ſein Wagen war ſtark . . in wenigen Stunden war er an der
Grenze.
Der Anlaſſer des Wagens heulte auf. Er kuppelte, — der
Wagen ſprang an. Raſch, nach Hauſe, — ein paar
Kleinig=
keiten mußte er wohl mitnehmen, — ein wenig Geld lag auch
noch im Schreibtiſch . . . es mußte gelingen".
Er raſte los vermied mit knapper Not einen
Zuſam=
menſtoß, als er am Hauptbahnhof die Straßenbahngleiſe
kreuzte . . . jagte in hoher Geſchwindigkeit durch die
menſchen=
leeren, ſtillen Seitenſtraßen weiter und hielt plötzlich an.
Mit einem Ruck, daß die Pneus auf dem Aſphalt knirſchten.
... und wenn er floh? . .. würde dann Danielewſki nicht
morgen .. . übermorgen bei ſeinem Vater ſein .. .?
.. ſagen, daß ſich ſein Sohn . . . einer Ehrenſchuld durch
die feige Flucht . . . entzog
Er fuhr nach Hauſe. Brachte den Wagen in die Garage,
ſtieg zu ſeinen Zinenern hinauf.
Er ſchellte dem Diener. Ließ ſich Kaffee machen. Schlafen?
Er lachte auf.
Er warf ſich in den Seſſel, die Beine auf die Kante ſeines
Schreibtiſches gelegt. Rauchte eine Zigarette nach der anderen.
Trank den Kaffge, den der Diener gebracht hatte, — der ihm
die Nerven wachpeitſchte.
Und verbohrte ſich in den Gedanken, daß es einen Ausweg
geben müſſe. Irgendeinen.
Das Fenſter ſeines Zimmers ſtand offen. Die warme,
duftende Nachtluft drang herein und machte weich und
weh=
mütig. Auf dem Schreibtiſch ſtand noch immer Mary Degens
Photographie. Das Licht der Schreibtiſchlampe ſpiegelte ſich im
Glas des Bildrahmens und ließ das Photo nicht erkennen. Als
Nr. 87 — Seite 11
Rudolf hinſah, erkannte er — nicht Mary — Heda Cornelius
Geſicht lächelte dort . .
Er wiſchte ſich über die Augen. Wie allein er war. Wie
grenzenlos allein
Gab es keinen Ausweg? Doch es gab einen Ausweg. Den
beſten Ausweg. Rudolf lauſchte nach den tauſendſtimmigen,
unendlich zarten Geräuſchen der Sommernacht ..
Nun war er ganz ruhig.
Er ſtand auf, öffnete die rechte Schublade ſeines
Schreib=
tiſchs. Da lag, ſchwarz glänzend, poliert, ein Browning. Er
nahm ihn zur Hand — ſchob vorſichtig die Feder zurück, die
den Ladeſtreifen hielt. Sechs Patronen. Meſſingglänzende
Pa=
tronen, mit matten Stahlſpitzen. Er zog eine der Patronen
heraus und betaſtete ſie. Dann ſchob er den Ladeſtreifen wieder
zurück und entſicherte.
Das war der Ausweg.
Nun mußte er eigentlich doch an ſeine tote Mutter denken?
An Mary? An Heda Cornelius? An ſeine Jugend, an die
ſchönen glücklichen Tage, die hinter ihm lagen? Dachte er
daran? Vielleicht dachte er an gar nichts. Starrte nur in die
ſchwarze Mündung der Piſtole. Fühlte nur die Wärme und
ſchwermütige, ſehnſüchtige Weiche dieſer Sommernacht. Und legte
plötzlich die Waffe zurück.
Sie glitt ihm aus der Hand und fiel mit dumpfem
Auf=
ſchlag in das Schubfach.
Feige? Flucht? Was beſſerte er? Nichts. Gar nichts. Er
ſah deutlich das harte, zorngerötete Geſicht des Vaters vor ſich,
wie er den Bericht des Polen hörte
Nein. So nicht. Er mußte einen anderen Weg finden. Er
mußte — halt. Vater war höchſtens acht Tage in Genf. In acht
Tagen würde er ſein Erbteil verlangen — und erhalten. In
acht Tagen konnte er Danielewſki den Betrag geben, ſich
frei=
kaufen. Acht Tage. Dieſe acht Tage mußte er gewinnen. Koſte
es was es wolle.
(Fortſetzung folgt.)
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
Berantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Sireeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
Bauer; für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Sport: Karl Böhmann;
für „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild u. Wort: Dr. Herbert Nette:
Anzeigen=
leiter: Willy Kuhle; für den Inhalt der Anzeigen verantwortlich: Paul Ziegler
ſämtlich in Darmſtadt. D. A. II. 35. 21592. Druck und Verlag: L. C. Wittich,
Darmſtadt, Rheinſtraße 23
Für unverlangte Beiträge wird Gewähr der Rückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Schriftleitung: Vormittags 12—1 Uhr, nachmittags 6—7 Uhr.
Die heutige Nummer hat 12 Seiten.
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Beſonders preis=
Heilbutt i. Schn. Pf.
Sellbutlgz Fiſch,
Große BreſemPf.7
laFluß=BackfiſchePi
Kapfen, Schleſen
Flußhechte, Flußza
Rotzungen, Bratſch
Ia Gprotten
Ia Süßbückllnge
½ Pfund=Keſtel 3
Pfund 14
1
Aus dem Reich derHaustra
Vortrag von Frau Schmnidt-Uakob, Frankfurta. M., am Dienstag.
den 2. April 1935, um 20 Uhr im Fürstensaal, Grafenstraße
Satner
STdter.
Moellert
auf den neuesten elektrischen Herden für Haushalt und Gewerbe.
Die elekteische Küche marschierk
Das Ergebnis der Winter-Arbeitsschlacht im Elektro-Fach!
Kostproben!
Musikolische Umrahmung!
Eintritt Frei!
Freiwerlosung der hergestellten Backwaren?
Eintrittskarten erhältlich in der Ausstellung der H.E. A. G.
Die Darmnstädter Bevölkerung ist zu dieser Veranstaltung herzlichst eingeladen.
HESSISCHE EISENBAEIN A.-G. DARMSTADT