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Uekenburg
Einzelnummer 10. Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtirierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 123
Samstag, den 5. Mai 1934.
196. Jahrgang
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Separatiſtengarde für Herrn Kno=
Gefährliche Umkriebe im Saargebiet. — Separakiſten und Bakerlandsverräter erſtreben die Bildung eines
„Freiheitskorps” gegen die deutſchbewußte Bevölkerung. — Ein bedeukſamer Brief an Baron Aloiſi.
Für franzöſiſches Gold!
Mit jedem Tag zeigt ſich deutlicher, daß die im Saargebiet
virkenden franzöſiſchen Kräfte intenſiv daran arbeiten, in
irgendeiner Form dem Präſidenten der Regierungskommiſſion
enox eine beſondere Garde zu verſchaffen, mit deren Hilfe er
in ähnliches Regime aufrichten ſoll, wie es in Oeſterreich unter
Dollfuß zurzeit zu finden iſt. Die franzöſiſchen Hintermänner
treben bewußt das Ziel an, ſchon jetzt im Saargebiet Zuſtände
u ſchaffen, die ein allgemeines Chaos auslöſen ſollen, um
ann womöglich genau ſo wie in Oberſchleſien ein allgemeines
Aluvergießen heraufzubeſchwören.
Es iſt bekannt, daß die ſaarländiſchen Separatiſten, eine
leine Gruppe von Verrätern und Ausländern ſich mit dem
Plan tragen, eine bewaffnete Macht auf die Beine zu ſtellen,
ſie einen „legalen” Anſtrich erhalten und dazu dienen ſoll, die
ationalen Regungen der Saarländer zu unterdrücken.
Wieweit die Dinge ſchon gediehen ſind, geht aus einem
rief der „Saarländiſchen
Wirtſchaftsvereini=
ung” an Baron Aloiſi hervor, der das Dreier=Komitee
ur Frage der Saarabſtimmung leitet, und am 14. Mai vor
em Völkerbundsrat über die Arbeit dieſer Kommiſſion Bericht
eſtatten ſoll. Die Saarländiſche Wirtſchaftsvereinigung ſpielt
n Saargebiet überhaupt keine Rolle. Sie iſt lediglich das
ſimmelbecken der franzoſenfreundlichen und
ſeutſchfeindlichen Kreiſe, d. h. in ihr haben ſich
die=
igen Franzoſen oder ehemaligen rheiniſchen Separatiſten,
ſte jetzt in den Saargruben arbeiten,
zu=
ſimmengefunden, die den ſtrikten Auftrag
erhal=
n haben, eine Rückgliederung des Saargebietes
u das Reich zu verhindern.
Die „Berliner Börſenzeitung” iſt jetzt in der Lage, den oben
ewähnten Brief an Baron Aloiſi zu veröffentlichen. Er iſt
ßerordentlich aufſchlußreich. Denn aus ihm geht hervor, daß
ſie Separakiſten mit ihren franzöſiſchen Beſchühern
Nunmehr ganz offen den Umſturz im franzöſiſchen
Sinne herbeiführen wollen.
Ee haben dem Baron Aloiſi einzureden verſucht, daß der größte
Lil der katholiſchen ſaarländiſchen Bevölkerung hinter der
Re=
trungskommiſſion ſtehe, und wünſche, den status auo
bei=
ſbehalten, daß es weiter wegen der Eigenart der
Saarbevöl=
kunig beſſer ſei, keine fremden Truppen ins Saargebiet zu
hen, ſondern eine ſaarländiſche „Freiheitsmiliz” nach
r Ard der öſterreichiſchen Heimwehren zu
Iden. —
Dagegen iſt es wohl nicht nötig, erneut zu betonen, daß
1 ſaarländiſche katholiſche Bevölkerung hundertprozentig den
1ſchluß an das Deutſche Reich wünſcht, daß ſie alſo durchaus
19t hinter der Regierungskommiſſion ſteht.
Was die fremden Truppen anlangt, ſo haben ſich die Saar=
Ider von jeher gegen den Gedanken einer ausländiſchen
Ab=
imungspolizei ausgeſprochen. Außerdem hat ſich in den
liter uns liegenden 14 Jahren gezeigt, daß die ſaarländiſche
Aizei durchaus genügt, um die Ordnung im Saargebiet auf=
It zu erhalten. Die bisher gezeigte Diſziplin der
ſaar=
ldiſchen Bevölkerung iſt die beſte Gewähr dafür, daß die
Ab=
ſimung ungeſtört vor ſich gehen wird.
Dem Brief der Saarſeparatiſten an Baron Aloiſi iſt eine
lage beigegeben, aus der hervorgeht, daß die
Saarlän=
ſche Wirtſchaftsvereinigung die Bildung
es Korps von 5000 Mann für erforderlich
Es wird vorgeſchlagen, dieſem Korps eine beſondere
liform zu geben, jeden einzelnen Mann mit einem
Imiknüppel auszurüſten und nur unbeſcholtene
anti=
ciſtiſche Saarländer aufzunehmen. — Damit zeigt
N Wirtſchaftsvereinigung deutlich, was mit ihr los iſt und
bauf ſie hinaus will.
Sie wird am Schluß noch deutlicher, nämlich bei der
Aufbringung der Mikkel für die Beſoldung
dieſer Gardiſten.
Eſtberſtändlich verlangt ſie, daß die ſaarländiſche
Be=
ierung zwei Drittel der Beſoldung dieſes „Frei=
Mlorps”, wie es auch genannt wird, tragen ſoll, während
Reſtvon marxiſtiſchen Kreiſen, von verſchiedenen
aratiſtiſchen Gruppen und von den „Gönnern
I autonomen Staates” (alſo Frankreich) und
2 Märdern aufgebracht werden könne.
9amit iſt alſo ſchon die ganze Bedeutung dieſes Saar=
Michen Schutzkorps umriſſen. Dem italieniſchen Baron wird
vorgeredet, daß die Garde notwendig wäre, um die Regie=
Islommiſſion zu ſchützen. Bis heute iſt keinem Mitglied
Eſegierungskommiſſion an der Saar auch nur ein Härchen
IImmt worden. Es iſt keinem Franzoſen und keinem Aus=
Rt irgend etwas geſchehen, obwohl umgekehrt die Regie=
Uslommiſſion einen Kurs ſteuert, der den Lebensintereſſen
Mgarländer zuwiderläuft und die franzöſiſche
Gruben=
alsung in der rückſichtsloſeſten Weiſe Bergarbeiter auf die
ſſte wirft, die offen ausſprechen, daß ſie zu ihrem
Deutſch=
halten, oder ihre Kinder nicht in die franzöſiſchen
M ialſchulen ſchicken. Die Saarpolizei genügt vollkommen,
Nich die Regierungskommiſſion zu ſchützen, nur wird ſie
AS vor der Notwendigkeit ſtehen, die Kommiſſion in Schutz
zu müſſen.
der Präſident der Regierungskommiſſion kürzlich ſchon
fndigt hat, daß Polizeibeamte entlaſſen wer=
EinJahrnakionalſozialiſtiſche Regierung
in Heſſen.
Reichsſtatthalter in Heſſen, Gauleiter Sprenger.
GPA. Darmſtadt und das ganze Land Heſſen feiert mit der
heutigen Wiederkehr des Tages der Einſetzung des Gauleiters
Sprenger als Reichsſtatthalter unter den wehenden Fahnen des
Dritten Reiches gleichzeitig auch die offizielle und praktiſche
Über=
nahme der Regierungsgeſchäfte durch den Nationalſozialismus.
Beſonders in Darmſtadt werden einige größere
Ver=
anſtaltungen dem Tage ein ſeiner Bedeutung entſprechendes
Ge=
präge verleihen. Bereits in den Vormittagsſtunden marſchieren
Kapellen der SA., SS., HJ. und Polizei durch die
Straßen, um anſchließend zwiſchen 12 und 1 Uhr an
geeig=
neten Plätzen Standkonzerte zu geben.
In allen heſſiſchen Kreiſen wird durch die NS.
Volkswohl=
fahrt einer Anzahl bedürftiger Volksgenoſſen eine
beſondere Freude bereitet. In Darmſtadt hat der
Reichsſtatthalter 100 Waiſenkinder und bedürftige
Schulkinder zum Kaffee eingeladen. Sämtliche
heſſi=
ſchen Schulen ſind am 5. Mai ſchulfrei.
Am Nachmittag werden in Darmſtadt Omnibuſſe
bereitge=
ſtellt, die um 14.15 Uhr am Adolf=Hitler=Platz zum Preiſe von
1,10 RM. nach Auerbach zur Freilicht=Aufführung
im Fürſtenlager fahren. Dieſe Aufführung, zu der der
Gauleiter Reichsſtatthalter Sprenger mit allen Leitern und
Füh=
rern der Partei und ihrer Gliederungen, ſowie die Spitzen der
Behörden, Wirtſchaft, Kultur und Sport teilnehmen werden,
be=
ginnt pünktlich um 15.30 Uhr. Es wird erwartet, daß an dieſer
Veranſtaltung die heſſiſche Bevölkerung und vor allem die Jugend
weitgehend teilnimmt.
Abends 7.30 Uhr findet im feſtlich geſchmückten Sitzungsſaale
des Landtagsgebäudes eine Begrüßung ſtatt, und im
Anſchluß daran wird ſich der Reichsſtatthalter zu Fuß an
der Spitze der Erſchienenen unter Vorantritt einer Kapelle und
Fahnenabordnungen zum Marktplatz begeben, um hier in
einer gewaltigen Kundgebung, zu der heſſiſchen
Bevölkerung zu ſprechen. Nachdem auch
Staats=
miniſter Jung das Wort ergriffen hat, findet abſchließend
im Landestheater eine Feſtaufführung der Wagner=Oper
„Rheingold” ſtatt. Karten zu 1 RM. und 1,50 RM. ſind an
der Abendkaſſe erhältlich.
Heſſen wird am heutigen Tage in einmütiger freudiger
Ge=
ſchloſſenheit ſeinem Gauleiter und Reichsſtatthalter für die
ſelbſt=
loſe, aufopfernde erfolgreiche Regierungstätigkeit Dank abſtatten
und auch für die Zukunft treue Gefolgſchaft geloben.
den ſollen, beeilt ſich dieſe „Wirtſchaftsvereinigung” noch,
vorzuſchlagen, daß aus ihrem „Schutzkorps” die Leute für die
Polizei genommen werden ſollen.
Wir dürfen wohl annehmen daß Baron Aloiſi dieſen Brief
in die Akten genommen und vor dem Völkerbundsrat die
Bei=
behaltung des bisherigen Zuſtandes vorſchlagen wird. Auffällig
iſt allerdings ein Satz in dem Vorſchlag der Separatiſten. Es
heißt da u. a.:
(Fortſetzung auf Seite 2, erſte Spalte.)
Rings um Singapur —
die Modchiiiefiche Scultetsonr.
Von unſerem Berichterſtatter.
F. H. Singapur, Ende April.
Wenig von der europäiſchen Oeffentlichkeit beachtet, hat hier
vor einigen Wochen eine Konferenz ſtattgefunden, die deutlicher
als alles andere zeigt, wie ſehr man auch in Indo=China mit
der Wahrſcheinlichkeit eines baldigen Konfliktes in Oſtaſien
rechnet: die ſogenannte Flottenkonferenz in Singapur hatte die
Aufgabe, feſtzuſtellen, ob dieſe Feſtung im Ernſtfalle zu halten
ſein würde, welche Flottenbaſis bei einem etwaigen Verluſt der
Seefeſtung ſonſt in Frage kommen könnte, und was zu geſchehen
habe, um die Seefeſte — wohl zur Zeit die ſtärkſte der Welt —
noch uneinnehmbarer zu machen als ſie ohnehin ſchon iſt. Wenn
die immer vorſichtigen, allerdings auch äußerſt kaltblütigen Briten
an derartige Maßnahmen denken, dann muß, ſo ſchließt
jeden=
falls auch der Laie, die Lage ernſt ſein — ſelbſt wenn der
Krieg noch nicht vor der Türe ſteht.
Und in der Tat, ein Rundblick von Singapur aus, der ſich
mit der politiſchen Lage und den Vorgängen in der näheren
und weiteren Nachbarſchaft beſchäftigt, zeigt, wie ſtark es im
aſiatiſchen Hexenkeſſel brodelt und wie ſehr auch die nur am
Rande betroffenen Länder von der allgemeinen Unruhe ergriffen
ſind. Man braucht von Singapur aus dazu gar nicht bis nach
China und Japan zu reiſen; man hat die Konflikte ſchon in
allernächſter Nähe und ſpürt die Rückwirkungen der verſchiedenen
Vorgänge ſozuſagen täglich. Zwar iſt es in den Straits
Sett=
lements, dem ſüdlichſten Teil der Malaiſchen Halbinſel, auf der
Singapur liegt, verhältnismäßig ruhig. Die kluge britiſche
Ver=
waltung iſt hier politiſchen Konflikten aus dem Wege gegangen
und nur die Verheerungen der Weltkriſe ſind weiter ſpürbar
geblieben, dafür geht es aber um ſo lebhafter in Birma und
Siam, in Franzöſiſch=Indochina und in Yünnan, in Holländiſch=
Indien und den Indiſchen Grenzmarken zu.
Das liegt nicht nur daran, daß faſt überall die
wirtſchaft=
lichen Schwierigkeiten infolge der ſchlechten Preiſe für die
Standardprodukte dieſer Länder: Reis und Kautſchuk, ſehr groß
ſind, ſondern darüber hinaus auch an den Folgen der
Euro=
paiſierung der Eingeborenen, die nicht mehr gewillt ſind,
das Joch einer Raſſe zu tragen, der ſie ſich ebenbürtig dünken.
Was die Engländer hier z. T, bewußt verſäumt haben,
nachdem ſie in den ſechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts
ſo ſchlechte Erfahrungen mit der Erziehung der Inder gemacht
haben, haben die Franzoſen mit ihrer dem europäiſchen
Standpunkt ſo ſchädlichen Erziehung und Gleichſtellung mit den
fremden Raſſen zuwege gebracht. Man kann geradezu ſagen,
daß es die verſpäteten Auswirkungen der Lehren der großen
franzöſiſchen Revolution ſind, die wir hier zu ſpüren bekommen,
da es überall Franzöſiſch=Erzogene oder unter dem Einfluß der
Franzoſen ſtehende Eingeborene ſind, die in dem allgemeinen
Wirrwarr eine ſo entſcheidende Rolle ſpielen.
Das gilt z. B. für die Vorgänge in Siam, die ja wohl
noch immer nicht abgeſchloſſen ſind und noch zu weiteren
Revolutionen führen können. Der Führer der ſiameſiſchen
Nadikalen, Luang Pradit, iſt in ſeinen Reden geradezu von echt
franzöſiſchen Vorſtellungen erfüllt, und das gleiche kann man
von den Führern der Radikalen Jugend in Franzöſiſch=
Indochina ſelbſt behaupten. Aber dieſe Erſcheinung reicht noch
viel weiter. In ganz Südchina, in Tibet, ja ſelbſt in Britiſch=
Indien und Holländiſch=Indien gibt es mehr Perſönlichkeiten,
die an der Sorbonne in Paris erzogen worden ſind und
dort zugleich mit den Lehren von der „Gleichheit,
Brüderlich=
keit und Freiheit” — kommuniſtiſche Propaganda
ein=
geſogen haben, die ja nirgends ſo blüht als in Paris. Die
Sympathie der Engländer und Holländer für die Franzoſen
rächt ſich bitter, denn der Geiſt des Aufruhrs und der Empörung,
der den jungen Aſiaten auf franzöſiſchen Hochſchulen
ein=
getrichtert wurde, ſetzt ſich nach ihrer Rückkehr eben in radikale
Propaganda, in politiſche Aufſtände, kurz in die ganze Unruhe
um, die ſich hier bemerkbar macht.
Das ſpüren die Franzoſen nach der erfolgreichen, gegen die
abſolute Macht des Königs gerichteten Revolution in Siam
übrigens am eigenen Leibe. Denn auch in Indochina ſelbſt
gärt es immer mehr. Nach dem Tode des auf ſo tragiſche Art
und Weiſe verunglückten Generalgouverneurs Pasquier,
der während eines Heimaturlaubes im Flugzeug abſtürzte und
verbrannte, haben ſie keinen Verwaltungsbeamten mehr., der in
der Lage wäre, die Probleme zu meiſtern, die in Annam,
Tonking uſw. zu löſen ſind. Die Ueberführung aller dieſer
Eingeborenenſtaaten aus dem Zuſtand des Feudalismus in
moderne, „konſtitutionelle” Monarchien iſt eben nicht ſo einfach,
beſonders wenn noch dazu die wirtſchaftliche Not groß iſt, und
man ſelbſt die Eingeborenen gelehrt hat, daß ſie ihren „Herren”
gleichberechtigt ſeien. Dazu kommt, daß von China her ſich
in wachſendem Maße Einflüſſe bemerkbar machen, um die
Be=
völkerung für ſich zu gewinnen; die raſfiſchen Bande,
die zwiſchen der ſüdchineſiſchen und der
ton=
kineſiſchen Bevölkerung beſtehen, ſind ja überdies
ganz außerordentlich ſtark, und die Franzoſen haben dieſe Art
von einheimiſcher Propaganda noch dadurch erleichtert, daß ſie
ſo viele Südchineſen haben franzöſiſch erziehen laſſen. Es iſt
kein Zweifel, daß die aus Franzöſiſch=Indochina ſtammenden
Intellektuellen, die wegen kommuniſtiſcher Umtriebe fliehen
mußten, gerade bei ſolchen Leuten Aufnahme finden, die in
Frankreich ſtudierten. Der Verſuch, auf die Erziehung der
Jugend Einfluß zu gewinnen, ſchlägt hier langſam in eine
Ge=
fahr um, die nicht hoch genug eingeſchätzt werden kann, um ſo
mehr, als die Fapaner bewußt das Feuer ſchüren und die
Anſprüche der chineſiſchen Nationaliſten unterſtützen.
Denn, ſo merkwürdig es klingt, es ſpielen in dieſem Hin
und Her in Indochina auch die Japaner eine wichtige Roll::
ſie ſind die ungebetenen Gäſte, die es überall fernzuhalten gilt.
Die merkwürdigſte und in ihren Folgewirkungen noch nicht
überſehbare Erſcheinung in ganz Oſtaſien iſt die ſtille, aber ſich
immer mehr beharrlich durchſetzende Bildung chineſiſcher und
japaniſcher Auslands=Kolonien, rings am Rande des Stillen
Ozeans und damit auch in den großen Hafenſtädten Indochinas.
Früher hat man dieſe Einwanderungen gern geſehen, weil man
meinte, friedliche und fleißige Bevölkerungsgruppen, die einen
Seite 2 — Nr. 123
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
ſtarken Anteil an dem Aufblühen der Kolonien nehmen würden,
zu bekommen. Seit einigen Jahren iſt das jedoch anders
ge=
worden. Man läßt Chineſen nur noch ungern und Japaner nach
Möglichkeit überhaupt nicht mehr hinein, ſo daß ſich überall in
Indochina ein zäher Abwehrkampf gegen das Eindringen von
Japanern bemerkbar macht, das z. B. in Singapur zu ſehr
ſcharfen Ueberwachungsmaßnahmen geführt hat. Ueberall wo die
Japaner aufgetaucht ſind, iſt man eben die Beängſtigung nicht
wieder losgeworden, daß ſie andere als friedliche Ziele
verfolgten. Wenn anderswo der Gegenſatz zwiſchen
Fran=
zoſen und Japanern, und Engländern und Japanern nicht ſo
deutlich in Erſcheinung tritt — hier kann man ihn täglich mit
Händen greifen, wenn man ſieht, wie rigoros z. B. die
Hafen=
polizei die Japaner behandelt, die ſich nach Singapur
ein=
ſchmuggeln wollen.
Und der Erfolg iſt denn auch, daß der unterirdiſche
Kampf zwiſchen Japan auf der einen und den Engländern
und Franzoſen auf der anderen Seite nirgends ſo heftig tobt,
wie hier. Ob es wahr iſt, daß die Japaner eine
anti=
engliſche Bewegung in Tibet unterſtützen, wiſſen wir
nicht. Sicher iſt aber, daß überall, wo es hier zu brennen
be=
ginnt, ob in Siam oder Annam oder Tonking oder auch auf
den holländiſchen Inſeln, japaniſche Agenten ihre Hand
im Spiel haben, und daß über Nacht der ſchwelende Brand zur
hellen Flamme aufſchießen kann — zwiſchen Mächten, an deren
Rivalität man ſonſt nicht denkt: nämlich auch zwiſchen
Frank=
reich und Japan oder Holland und Japan, die ſich vielleicht
der ganzen unterirdiſchen Arbeit der Japaner eines Tages nicht
mehr anders zu wehren wiſſen, als mit gepanzerter Fauſt.
Weiß man nun, warum die britiſchen Admirale in
Singapur ſo ſorgenvoll beraten haben, und warum in Oſtaſien
Engländer und Franzoſen ſich ſo ſtark nähern?
(Fortſetzung von Seite 1, zweite Spalte.)
Die Einberufung der Miliz geſchieht vorläufig
ſtilſchweigend durch die Einbernfer.”
Es fragt ſich, ob es ſich hierbei nur um eine Anregung
han=
delt, die erſt verwirklicht werden ſoll, wenn der Plan genehmigt
iſt, oder ob ſchon heute dem Baron Aloiſi mitgeteilt wurde, daß
die Separatiſten unter ſtillſchweigender Duldung durch die
Regie=
rungskommiſſion ſich militäriſch formieren.
Wie dem auch ſei, der Brief an das italieniſche
Kommiſſions=
mitglied wird höchſter Anlaß ſein, dem Wirken und verborgenen
Treiben der Separatiſten an der Saar genau auf die Finger zu
ſehen, damit nicht eines Tages das Saargebiet in Flammen ſteht
und von bewaffneten Haufen, die die Franzoſen aus allen Teilen
der Welt herbeiführten, die öffentlichen Gebäude beſetzt werden,
um, wie ſeinerzeit im Rheinland — die Separatiſtenfahne
hochzu=
ziehen, die dann ſpäter durch die Trikolore zu erſetzen wäre. Der
Saarbevölkerung darf geſagt werden, daß das geſamte Deutſche
Reich auf der Wacht ſteht, und daß es die Ereigniſſe im
Saar=
gebiet ſorgſam regiſtriert, um ſofort alle diplomatiſchen Mittel
in Bewegung zu ſetzen, damit nichts geſchieht, was auf eine
Ver=
hinderung der Abſtimmung oder auf eine Ueberführung des
Saar=
gebietes gegen den Willen ſeiner Bevölkerung an Separatiſten
oder in franzöſiſche Hände hinausläuft.
Ernennung von Sachverſtkändigen
für die Saarabſtimmung.
DNB. Genf, 4. Mai.
Das Völkerbundsſekretariat gibt bekannt, daß der
Saaraus=
ſchuß des Völkerbundsrats auf ſeiner Tagung in Rom vom 10.
bis 20. April beſchloſſen hat, die Ausarbeitung von
Geſetzesvor=
ſchlägen für die Abſtimmungsmodalitäten und für den Wahltag
Sachverſtändigen anzuvertrauen.
Als Sachverſtändige ſind ernannt worden: Profeſſor Bindo
Galli=Italien, erſter Vorſitzender des Appellationsgerichts von
Genua, L. A. Nypels=Holland, Mitglied des Oberſten
Ge=
richtshofes der Niederlande, Miß Sarah Wambaugh,
Ver=
einigte Staaten, beratende Sachverſtändige der peruaniſchen
Re=
gierung für die Volksabſtimmung von Tacna und Arica,
Unter dem Kennwort „Die Kirche ſpricht zum Hilfswerk
„Mutter und Kind” fand geſtern in Berlin ein Empfang für die
Preſſevertreter und die verſchiedenen Organiſationen der
Volks=
pflege ſtatt, wobei Pfarrer Klein als Beauftragter des
Reichs=
biſchofs der Freude Ausdruck gab, daß die bisherige ſegensreiche
Arbeit des Evangel. Frauenwerkes an den deutſchen Frauen und
Müttern in enger Zuſammenarbeit mit der NS. Volkswohlfahrt
aus der Stille des bisherigen Wirkens in einen breiteren
Rah=
men treten könne.
Dus Wunlder elklafd.
Anekdoten um den großen Sänger.
„Ein Tenoriſt namens Caruſo . . ."
Caruſo der u. a. Brunnenbauer und dann Buchhalter war,
bevor er ſich zum größten Sänger ſeiner Zeit enwickelte, trat
zu Anfang ſeiner Künſtlerlaufbahn in kleinen Badeorten auf
friſtete dabei kümmerlich ſein Leben. Da lernte er Sonſogno, den
Direktor der Mailänder „Teatro Lirico” kennen. Auf eine
Empfehlung hin hatte ihn dieſer mit 500 Lire Monatsgehalt
engagiert. Caruſo war überglücklich. Doch Sonſogno war mit
ihm äußerſt unzufrieden. Er ſchrieb an Caruſos Protektor: „Du
haſt mir einen Tenoriſten namens Caruſo anempfohlen. Es
ſtellte ſich aber heraus, daß dieſer ein Baritoniſt iſt, der ſeine
Stimme verloren hat.”
Der erſte Erfolg.
Der berühmte italieniſche Komponiſt Umberto Giordano ließ
ſich beſtimmen, Caruſo „ſingen” zu lehren, damit er in Giordanos
neuer Oper „Fedora” eine Partie ſänge. Die Geſangsſtunden
begannen. Giordano war aber mit ſeinem Schüler unzufrieden
und er beklagte ſich oft, daß Caruſo überhaupt keine Fortſchritte
mache und immer falſch ſinge. Als aber bei der Uraufführung
der Oper Caruſo ſein erſtes Lied „Amor te vieta” beendet hatte,
brauſte ein orkanartiger Jubel durch das Theater. Der
Kompo=
niſt war verblüfft, denn er hatte gerade von dieſem Lied wenig
erwartet, noch weniger allerdings von dem Sänger. Das Lied
mußte mehrmals wiederholt werden und am nächſten Tage
ſchon erhielt Caruſo Angebote von Theaterdirektoren aus vielen
Ländern.
Kritiſches Publikum.
Von dem Wohllaut und der ungeheuren Klangfülle ſeines
Organs ſagte ein Begeiſterter das ſchöne Wort: „Seine Stimme
klingt ſo zauberhaft, als ſpiele ein Erzengel die Klarinette‟.
Der Erfolg iſt Caruſo aber nicht leicht gemacht worden. Davon
erzählt der engliſche Impreſario Henry Ruſſell: das italieniſche
overnpublikum ſtellt die höchſten Anforderungen. Wenn der
eine oder andere Sänger nicht gefällt, dann wird er unbarmherzig
ausgepfiffen. Die Kritik macht vor keinem noch ſo berühmten
Namen halt. Als Caruſo zum letzten Mal in ſeinem Leben
in Italien auftrat, lief er vor der Vorſtellung in ſeiner
Garde=
robe mit größter Nervoſität hin und her. Ich fragte ihn, was
er habe, worauf Caruſo mir antwortete: „Die Amerikaner und
Engländer ſind loyal gegen einen großen Namen; ſie wiſſen,
was ſie einer Berühmtheit ſchuldig ſind. Die Italiener ſind
darin unbarmherzig; ſie haben ihre Eintrittskarten teuer
be=
zahlt und wollen dafür auch etwas Außerordentliches hören.
Jedes Auftreten in Italien bedeutet für mich ein Debut.”
Sitninng Muliſcher Panonatfohamgithr
Staaksſekrefär Feder
über das große einheilliche deutſche Siedlungswerk.
Berlin, 4. Mai.
Der Reichskommiſſar für das deutſche Siedlungsweſen,
Staatsſekretär Gottfried Feder, ſprach am Donnerstag vor der
Preſſe über das deutſche Siedlungswerk. Er führte u. a. aus:
Das deutſche Siedlungswerk iſt eine der vordringlichſten,
wichtigſten und ſchwierigſten Aufgaben, die der Reichsregierung
geſtellt ſind. Bisher beſtand auf dieſem Gebiet eine
Zer=
ſplitterung, die ſich aus der Vielſeitigkeit der mit der Siedlung
zuſammenhängenden Aufgaben erklärt. Der Reichskanzler hat
es deshalb für erforderlich gehalten, mit ſofortiger Wirkung
Vorkehrungen dafür zu treffen, daß unter Ausnutzung
aller vorhandenen Erfahrungen und unter
Zu=
ſammenfaſſung aller mit dem
Siedlungs=
weſen bisher beſchäftigten Stellen bei dem
Reichswirtſchaftsminiſterium eine einheitliche
ſichere Führung des Siedlungswerkes für das
ganze Reich gewährleiſtet wird. Die Aufgabe, die hier
geſtellt iſt, bedeutet in weiteſtem Umfang praktiſchen
National=
ſozialismus.
Als Inſtrument für die Durchführung der Aufgabe werden
dem „Reichsſiedlungskommiſſar alle
Dienſt=
ſtellen eingegliedert, die mit dem Gefamtgebiet des
Wohn= und Siedlungsweſens befaßt ſind. Auch
das Heimſtättenamt der NSDAP., das nach dem Erlaß
des Stellvertreters des Führers allein als zuſtändig für die
nicht=
bäuerliche Siedlung anerkannt worden iſt, wird durch die Perſon
ſeines Leiters Dr.=Ing. Ludowici dem
Reichsſiedlungskommiſ=
ſariat angegliedert. Der Reichskanzler hat Dr.=Ing. Ludowici
zum Stellvertreter des
Reichsſiedlungskom=
miſſars auserſehen. Auf dieſe Weiſe wird die Einheit
von Partei und Staat auf dem ſo ungeheuer wichtigen Gebiet
für die Erneuerung von Volk und Wirtſchaft gewährleiſtet.
Die Fragen der bäuerlichen Anſiedlung verbleiben
beim Reichsminiſter für Ernährung unv
Land=
wirtſchaft, während die Reichsplanung im engen
Ein Saar=Aufruf der Reichsregierung.
DNB. Berlin, 3. Mai.
Die Reichsregierung erläßt folgenden Aufruf:
Der Zeitpunkt, an dem die Saarbevölkerung nach den
Be=
ſtimmungen des Verſailler Vertrages im Wege der
Volks=
abſtimmung über ihr künftiges Schickſal entſcheiden ſoll, rückt
heran. Der genaue Zeitpunkt ſteht noch nicht feft; fällig iſt die
Volksabſtimmung vom 10. Januar 1935 ab.
Abſtimmungsberechtigt iſt ohne Unterſchied des Geſchlechts,
wer am Tage der Unterzeichnung des Verſailler Vertrags, d. h.
am 28. Juni 1919, im Saargebiet gewohnt hat und am
Ab=
ſtimmungstag wenigſtens 20 Jahre alt iſt.
An alle im Reich, außerhalb des Saargebiets wohnhaften
Perſonen, die am 28. Juni 1919 im Saargebiet gewohnt haben
und vor dem 11. Januar 1915 geboren ſind, ergeht die
Auf=
forderung, ſich in der Zeit von Donnerstag, den 3. Mai, bis
Samstag, den 12. Mai, bei ihrer Gemeindebehörde (
Einwohner=
meldeamt), in den Städten auf den Polizeirevieren ihres
jetzigen Wohnſitzes zu melden. Das gilt auch für Perſonen,
die ſich ſchon früher als Saarabſtimmungsberechtigte gemeldet
haben. Perſonalausweiſe und, ſoweit möglich, Nachweiſe über
den Wohnſitz am 28. Juni 1919 (An= und Abmeldebeſcheinigungen,
Beſchäftigungszeugniſſe uſw.) ſind mitzubringen. Wo und zu
welchen Tageszeiten die Meldungen entgegengenommen werden,
wird durch jede Gemeinde rechtzeitig beſonders bekanntgegeben.
Der beſcheidene Menſch.
Wie er als Menſch war, ſchildert ihn ſeine ehemalige
Part=
nerin, die Kammerſängerin Franeillo Kaufmann: Trotz ſeiner
Rieſeneinnahmen lebte Caruſo perſönlich verhältnismäßig
be=
ſcheiden. Er hatte Schönheitsſinn, aber keine Vorliebe für Prunk.
Doch ſchöne Landſchaften ſagten ihm nichts, merkwürdigerweiſe.
Ueberall, wo er weilte ging es luſtig zu, denn er verſtand ſich
auf die Kunſt, Menſchen zum Lachen zu bringen. Beſondere
Freude bereitete er ſeinen Freunden immer dadurch, daß er alle
Phyſiognomien, die ihm in den Weg kamen, als Karikaturen
zu zeichnen pflegte. Dabei verſtand er es, den eigentümlichen
Charakter ſo treffend auszudrücken, daß ſein Hochmut oder ſeine
Eitelkeit oder ſeine ſonſtige Schwäche dem Karikierten oft in
nicht mißzuverſtehender Weiſe vor Augen geführt wurde. Aber
all dies geſchah mit ſo viel Humor und Liebenswürdigkeit, daß
man dem Zeichner nicht böſe ſein konnte. Caruſo hat ſich auch
ſelbſt oft gezeichnet und dieſe Karikaturen ſind, ſeine beſten
geworden.
Das große und das kleine Kind.
Der große Sänger war in ſeinen Einfällen oft ein großes
Kind. Wie ſeine zweite Gattin in ihrem Erinnerungsbuch:
„Flügel des Geſanges” erzählt, war er überglücklich, daß das
einzige Kind, das ſie ihm ſchenkte, eine Tochter war. „Als ſie
noch nicht einmal vierundzwanzig Stunden alt war”, ſchreibt
ſie, „da ſtürzte er ſchon zu einem Juwelier und kaufte eine
Kette von Perlen, die zweimal ſo lang war wie das Baby; er
toickelte das Kind in die Perlenkette und ſagte dazu: „Damit
ihre Kehle gut wird!” Zur Verzweiflung der Kinderpflegerin
ſchlich er ſich auf den Zehen alle Augenblicke in das
Kinder=
zimmer, um ſeinem Töchterchen Geſchenke zu bringen, die es
noch nicht einmal anſehen und erſt recht nicht würdigen konnte.
Er kaufte Kleidchen und Mäntelchen, Schuhe und Pantoffeln,
alles viel zu groß, ſo daß ſie höchſtens für ein zweijähriges
Kind gepaßt haben würden; er kam mit einem Pelzmäntelchen
an, in das man es dreimal hätte einwickeln können. Ketten
und Ringe, Pelze und Tücher, Spielſachen aller Art häufte er
in dem Zimmer des winzigen Dinges auf, bis es der Pflegerin
denn doch zu bunt wurde und ſie ihn energiſch hinauswarf!”
Vom Tod gezeichnet.
Aus Keys Biographie erfahren wir Genaueres über Caruſos
erſchütternden Tod. Bei einer Vorſtellung der „Pagliacci” brach
es aus: „Vesti la giubba” („Hüll dich in Tand nur”), die
be=
rühmte Schlußarie des erſten Aktes, kann Caruſo nicht mehr zu
Ende ſingen. Er liegt mit ſchmerzverzerrtem Antlitz auf dem
Boden und wird nach Hauſe geſchafft. Singt nach fünf Tagen
wieder, hat Blutauswurf, muß die Arbeit unterbrechen. Die
Aerzte ſtellen Intercoſtal=Neuralgie feſt. Operationen ſind
not=
wendig, eine Rippe muß entfernt werden, endlich, nach
wochen=
langem Krankenlager, Beſſerung. Aber er iſt nicht mehr der
Einvernehmen mit dem Reichsminiſter für Ernährung und
Land=
wirtſchaft vom Reichskommiſſar für das Siedlungsweſen
ge=
meinſam mid der Planungsſtelle des Reichsbauernführers
durchgeführt werden wird.
Ohne gegenſeitigen Zuſammenhalt, ohne einheitliche Führung
konnten die bisherigen Stellen im weſentlichen nur der
jeweiligen lokalen oder perſönlichen Zwecken oder Abſichter,
ihrer Auftraggeber und Intereſſenten dienen. Es war dies auch
gar nicht anders zu erwarten, da ſie eben noch alle Kinder
des liberaliſtiſchen Zeitalters waren, ſo daß von einer
einheit=
lichen Führung und Lenkung der Siedlung als national
ſozialiſtiſches Poſtulat, das mit der ſo eminent wichtigen
Induſtrieverlagerung hätte verbunden werden können, kein
Rede ſein konnte. Hier liegt die entſcheidende Wendung im
Siedlungsweſen, hier liegt der Uebergang von der
Zerriſſen=
heit und Uneinheitlichkeit der bisherigen Siedlung zum deut
ſchen Siedlungswerk, wie es der Kanzler bezeichnet hat. Sied
lungen, und zwar Neuſiedlungen, neue Land
ſtädte ſollen nur dort entſtehen, wo die wirt
ſchaftlichen Vorausſetzungen für die weiter
Exiſtenz gegeben ſind, für dauernde
Beſchäf=
tigung der angeſiedelten Bevölkerung au
Grund örtlicher Rohſtoffquellen, die an Or
und Stelle veredelt werden, oder durch Schaf
fung neuer Induſtrien oder durch Verlagerung
ſchon vorhandener.
Die Stadtrandſiedlungen mit ihren oft übermäßig
weiten Entfernungen zum Stadtmittelpunkt und zur
Arbeits=
ſtätte können nur in dem Ausmaß gebilligt werden, als die
ungeſunden Altſtadtquartiere niedergelegt werden können, dami.
unſere Großſtädte Licht und Luft, gewiſſermaßen alſo friſch=
Lungen bekommen.
Zur Anſiedlung taugt nicht jeder Beliebige. Man wird zu
prüfen haben, ob die raſſenhygieniſchen Vorausſetzungen vor
liegen. Die perſönlichen Geſichtspunkte: Erwieſene Tüchtigkei
im Beruf anſtändige und geſunde Lebensführung ſind
ebenſ=
wichtig wie die Auswahl der Siedler nach ihrer ſozialern
Schichtung. Planvoll angeſetzte Neuſiedlungen ſollen ſchon i
ihrem erſten Siedlungskern ein Spiegelbild der geſundem ud d
Miſchung der verſchiedenen Berufe im ganzen ſein, ſo daß die hn die
Siedlungen aus eigener Kraft wachſen können. Die
Stand=
ortfrage bedarf einer ganz beſonders gewiſſenhaften Prüfung fchte.
Bevölkerungspolitiſch iſt die Siedlung geradezu eine zwingende ſehr C
gied
nationale Notwendigkeit.
Die Großſtadt iſt der Tod der Nation! Dio) me de
Auflockerung der Großſtädte, die Wiederbodenſtändig= und Seß / ſchuß
haftmachung der Bevölkerung iſt eine der größten
bevölkerungs=
politiſchen Aufgaben des Dritten Reiches. Die Erlöſung aus
Großſtadtelend und die Schaffung geſunder Lebensbedingungem
beſonders für die heranwachſende Generation, wird zur unab
weisbaren Pflicht für eine volksbewußte Reichsregierung. Ihr
ſell das deutſche Siedlungswerk dienen! Die Spezialaufgabem
die mitz dem deutſchen Siedlungswerk verbunden ſind, ſind vort
derartigem Ausmaß, daß ſie neben den vorgenannten
gan=
großen bevölkerungspolitiſchen Geſichtspunkten zunächſt nur an
gedeutet werden ſollen. Der Städtebauer wird ein reiches
Be=
tätigungsfeld finden. Der Bautechniker wirv in der Anwendung
der beſten techniſchen Einrichtungen ebenſo wertvolle Mitarbei
leiſten können wie der Gartengeſtalter. Dieſe neuen Siedlungern
und Städtchen werden Muſterbeiſpiele beſter deutſcher Baukunf!
ſein in ihrer Einfügung in die Landſchaft, in ihrer
Einglie=
derung in den großen Rhythmus des neuerwachten deutſchen
wirtſchaftlichen Lebens, in ihrer Begründung geſunder ſozialen
Verhältniſſe, in Kameradſchaft und Erdverbundenheit mit
de=
deutſchen Muttererde und ihrem Wiedererwecker und Neugeſtalten
Adolf Hitler.
Der Reichskanzler empfing am Freitag vormittag den deuts” ſait al
ſchen Geſandten in Brüſſel, Graf Adelmann, der vor kurzem ſeinen. Naß zu
neuen Poſten in Brüſſel angetreten hat.
Jähne, ſo
Miniſterpräſident Göring empfing geſtern 25 Frauen aus dem hinern
Saargebiet, die ihm Grüße, Blumenſpenden und das Treuegelöhs” ſre ungebe
nis der ſaarländiſchen Bevölkerung überbrachten.
Das auf der Weſerwerft gründlich überholte Schulſchifl oe n an di
„Deutſchland” trat vom Bremer Freihafen aus ſeine mehrmongs, deſie angele
Unnen eigent
tige Ausbildungsreiſe nach der Oſtſee an.
William Woodin, der bis vor kurzem Staatsſekretär des enen ſich da
amerikaniſchen Schatzamtes war, iſt nach längerer Krankheit ge=” tiſch
ſtorben.
Die 7. japaniſche Diviſion hat nun längs der Großen Mauem
im Gebiet von Dolon=nor Quartier bezogen. Die Zufuhr vom
Kriegsmaterial erfolgt auf Schiffen des Kuanfluſſes.
alte. Er hatte nie hygieniſch gelebt. Vielleicht zu reichlich ge*
geſſen, zuviel geraucht, ſtändig bei geſchloſſenem Fenſte*
geſchlafen.
Caruſo verläßt Amerika, begibt ſich im Mai nach, Sorreſl.
Er hofft auf Geneſung in der Heimatluft Plötzlich von neuemin
die raſenden Schmerzen in der Hüfte. Ein Abſzeß wird feſte
geſtellt; eine neue Operation ſoll ſtattfinden, aber ſofort. Dochl
Caruſo, der die Aerzte haßt, Krankſein und Meſſer fürchtet,!
läßt drei wertvolle Tage ungenutzt verſtreichen. Die Krankheit:
ſtürzt gefräßig über ihn, er verfällt. Das Ende naht. Es iN
der 2. Auguſt 1921. Verzweifelt umklammert er die Hand ſeiner.
Frau: „Dora, Dora, laß mich nicht ſterben!‟ Es war zu ſpätt
Erſt 48 Jahre alt, erloſch dieſer Stern, verſtummte
dei=
größte Belkantoſänger aller Zeiten, ein Mann, von dem malk
ſagt, daß er nie glücklich war, ein Mann aber auch, der vielen
Hunderttauſenden von Menſchen durch ſeine Kunſt große Freud‟
gebracht hat und der auch heute noch auf Schallplatten Unzähe
ligen das Wunder ſeiner Sangeskunſt empfinden läßt.
Der 80. Geburtskag des Gießener Germaniſten
Profeſſor Dr. Behaghel.
UPD. Gießen. Geſtern abend veranſtaltete die Univerſitan
Gießen eine Feier zu Ehren des Germaniſten Geheimerat Profeſſoe
Dr. Behaghel, der geſtern in großer Friſche ſeinen 80. Geburtsig.
beging. Bei der Veranſtaltung im Studentenhaus wurde der weich.
berühmte Gelehrte und ſeine hohen Verdienſte um die Wiſſenſchalſ.
von vielen Rednern gefeiert. Der Rektor Profeſſor D. Bornkamſl.
ſprach für die Univerſität und überreichte ihm als Ehrengeſchen
ein Kunſtwerk aus Meißener Porzellan. Miniſterialrat Rings
hauſen erſchien als Vertreter der heſiſchen Regierung; er bracht”
auch die Ehrungen höchſter Reichsſtellen für Behaghel mit. Reiche
präſident von Hindenburg ſchickte ein herzliches Glückwunſche 10*
Dankſchreiben und verlieh Behaghel für ſeine großen Verdienſt.
als Germaniſt die Goethe=Medaille. Ferner beglückwünſchten 1n
dankten der Reichsminiſter des Innern, Reichsſtatthalter Sprell.
ger und die heſſiſche Regierung, die dem Gelehrten als äußer”e
Zeichen ihrer dankbaren Anerkennung eine kleine Ausleſe edelſte*
heſiſcher Domänenweine zugehen ließ. Von den vielen weitete”
Ehrungen, die hier nicht alle einzeln aufgezählt werden könpell.
ſeien noch verzeichnet die Ueberreichung einer prächtigen dichhan.
digen Feſtſchrift ſeiner früheren Schüler und der naheſtehendel”
Fachkollegen, die Verleihung des goldenen Ehrenringes des Del"
ſchen Sprachvereins, Glückwünſche der amerikaniſchen Fachgelen..
ten, die Ernennung zum Ehrenmitglied der heſſiſchen Vereinigl”
für Volkskunde, Glückwünſche der Univerſität Baſel, an der BeS
haghel vor vielen Jahren gelehrt hat. Außerdem wurden dem pe
dienten Gelehrten noch viele Ehrengaben in Form von Danſch.e”.
ben, Blumenkörben uſw. überreicht. Ein gemeinſames Abendelſe.
zu Ehren des Achtzigjährigen, das viele Mitglieder des akaden
ſchen Lehrkörpers und hervorragende Wiſſenſchaftler von agsw..
im Studentenhaus vereinigte, beſchloß die eindrucksvolle Fel”
Samstag, 5. Mai 1934
u5ſ
Kürzung der Deviſenkonkingenke.
Die Reichsbank hat nicht gezögert, aus dem Deviſenſchwund,
der ſich aus ihrem letzten Ausweis ergab, die eigentlich
ſelbſtver=
ſtändlichen Folgerungen zu ziehen. Sie hat die Deviſenzuteilung
mit ſofortiger Wirkung auf 25 Prozent gekürzt. (Vergl.
Handels=
teil.) Es iſt das erſtemal, daß im Laufe eines Monats eine ſolche
Maßnahme erfolgte. Bisher war die Feſtſetzung der
Deviſen=
höchſtbeträge immer ſchon geraume Zeit vorher erfolgt, um den
beteiligten Kreiſen die Dispoſitionen zu erleichtern. Bis zum
März war die Zuweiſung auf 50 Prozent, dann auf 45 Prozent
und im April auf 35 Prozent herabgeſetzt worden. Dabei ſollte
es auch für Mai bleiben, offenbar, weil damit gerechnet wurde,
daß die ſtarke Einfuhrüberwachung und die Verſchärfung der
De=
viſenbeſtimmungen wenigſtens in dieſer Grenze den Bedarf der
Deviſenbedürftigen zulaſſen würde.
Die Reichsbank hat ſich jetzt gewiß nicht leichten Herzens zu
ihrem Schritt entſchloſſen, der die Zuteilung auf die Hälfte des
Satzes herabmindert, der noch im Februar galt. Aber die Not
hat ſie dazu gezwungen. Man kann nur hoffen, daß auch die
Gläubiger bei den Transfer=Verhandlungen daraus die
Folge=
rungen ziehen, zumal die Reichsbank ihre Karten offen auf den
Tiſch legte.
Ihr iſt im Ausland mehrfach der Vorwurf gemacht worden,
daß ſie ihren Deviſenbeſtand künſtlich friſiere und noch ſehr
er=
hebliche Beträge in aller Heimlichkeit hamſtere. Wir haben auf
die Sinnloſigkeit dieſes Märchens ſchon kürzlich hingewieſen. Die
Reichsbank und ebenſo die Golddiskontbank haben jetzt erneut
nachgewieſen, daß auch ihr Beſtand an nicht=deckungsfähigen
Aus=
landswechſeln ſehr gering iſt. Im ganzen handelt es ſich bei der
Reichsbank nicht einmal um 150 Mill. RM., die erſt in einigen
Wochen oder Monaten fällig werden. Dieſe Wechſel ſtellen alſo
nicht greifbare Deviſen, ſondern nur eine Art Vorwegnahme
künf=
tiger Deviſenanfälle dar, können alſo dem Deviſenſtand erſt in
dem Augenblick zugerechnet werden, wo ſie fällig und eingelöſt
ſind.
Die Transfer=Beſprechungen am Freitag.
DNB. Berlin, 4. Mai.
Die Konferenz zwiſchen den Vertretern der Gläubiger der
lang= und mittelfriſtigen deutſchen Auslandsſchulden und den
Vertretern der Reichsbank hat am Freitag von 10 bis 11 Uhr
und von 16 bis 17 Uhr getagt. Die Konferenz erörterte
weiter=
hin die verſchiedenen Seiten des Transferproblems auf der
Grundlage der von den beiden Unterausſchüſſen erſtatteten
Be=
richte. Es wurde beſchloſſen, einen kleinen Ausſchuß, dem von
jeder Gläubigerabordnung und von der Reichsbank je ein
Mit=
glied angehört, einzuſetzen, um die Möglichkeiten zu prüfen,
wie der gegenwärtigen Lage begegnet werden kann. Dieſer
Aus=
ſchuß wird ſeine Arbeiten am Samstag aufnehmen. Die
Unter=
ausſchüſſe haben ihre Unterſuchungen über techniſche
Einzel=
fragen mehr oder weniger abgeſchloſſen.
Frankreichs neueſte Drohung.
In Pariſer politiſchen Kreiſen wird davon geflüſtert, daß die
franzöſiſche Regierung ſich mit der Abſicht trage, die zweijährige
Dienſtzeit, die erſt im Jahre 1930 auf ein Jahr verkürzt worden
liſt, wieder aufleben zu laſſen. Das Kriegsminiſterium hat zwar
ſein Dementi erlaſſen, aber dieſes Dementi beſchränkt ſich auf die
Feſtſtellung, daß „augenblicklich” keine Veränderungen der
Dienſt=
eit geplant ſeien, bedeutet alſo mittelbar eine Beſtätigung,
unter Umſtänden ſchon für die nächſte Zeit, wobei teilweiſe ſogar
behauptet wird, daß die Dienſtzeit noch über 2 Jahre hinaus auf
4 Jahre verlängert werden ſolle. Beſtritten wird zum mindeſten
iicht, daß die entſprechenden Pläne ausgearbeitet
vurden, und das iſt für die franzöſiſche Haltung gerade in dem
Augenblick, wo das Schickſal der Abrüſtungskonferenz entſchieden
wird, kennzeichnend genug.
Die Franzoſen geben damit offen zu, daß ſie entſchloſſen ſind,
tatt abzurüſten, ihre Rüſtungen auf das äußerſte
Maß zu ſteigern. Techniſch ſind ſie gepanzert bis an die
Zähne, ſo daß hier kaum noch etwas zu tun übrig bleibt. Wir
rinnern nur an die wandernden Feſtungen ihrer Rieſentanks, an
hre ungeheuren Artillerie= und Maſchinengewehrmaſſen, wir
er=
nnern an die unterirdiſchen Städte, die ſie an ihrer ganzen
Oſt=
renze angelegt haben und ihre rieſige Luft= und Seeflotten. Sie
önnen eigentlich nur noch die Menſchen ſelbſt mobiliſieren und
ſiehen ſich daher von der einjährigen Dienſtzeit, die ſie
propagan=
iſtiſch in den letzten Jahren als Beweis ihres Abrüſtungswillens
usgenutzt haben, zurück.
Allerdings war auch dieſer „Abrüſtungswille” ja nur
Luliſſe, denn ſie ſorgten ſofort und wohlweislich dafür, daß die
Rolonial=Truppen ausgenommen wurden und die Zahl der
* Die Bekeranin
der deutſchen Romanſchriftſtellerinnen,
Frau Emma Vely hat am 1. Mai d. J. im 86. Lebensjahr
us Zeitliche geſegnet. Als Abkömmlingin einer
Hugenotten=
imilie Couvely, kam ſie in Braunfels zur Welt. Ihre
ebenslinie ſpinnt ſich von da fort über den Harz, Hannover,
tuttgart, wo ſich ihr die Staatsarchive öffnen und ihr
er=
öglichen, auf Grund ausgiebiger Quellen das Buch über „
Her=
bg Karl von Württemberg und Franziska von
ſohenheim” zu ſchreiben. Als Anerkennung für dieſe tüchtige
rbeit, die die meiſten Schillerbiographien ehrend erwähnen, wird
Ir die Goldene Medaille für Kunſt und Wiſſenſchaft zuteil.
Das Geſchick führt ſie weiter nach Frankfurt a. M., wo ſie in
m Kreis um Clara Schumann Eingang findet. Auf
heſſi=
ſer Erde knüpfen ſich freundliche Beziehungen zwiſchen der
chriftſtellerin und der kunſtverſtändigen Fürſtin zu
Solms=
ſich. Als Emma Vely ihren ſtändigen Wohnſitz in den 90er
ihren nach Berlin verlegt, übt ſie nächſt ihrer Tätigkeit als
el geleſene Romanſchriftſtellerin noch das Berichterſtatteramt
ber Kunſtereigniſſe für verſchiedene große Zeitungen aus. In
Eern „Salon” — es iſt der letzte Berliner Salon dieſer Art ge=
Ien —, den ſie bis Ausbruch des Weltkrieges offen hielt,
ver=
hiten die verſchiedenſten Leute: Politiker, Literaten, Maler,
Hauſpieler uſw. Aber die Gaſtgeberin wußte unter dieſen
Ele=
ſncen ſtets eine taktvolle Auswahl zu treffen. Nicht jeder und
e beliebige erhielt eine Einladung zu dieſen anregenden Mon=
=Nachmittagen im Winter. Viel gearbeitet hat E. Vely für
Verlage Hermann Hillger (Berlin). Bei dieſem erſchienen die
ſtten Erzählungen, die von unſeren Feldgrauen in den
Schützen=
biben ſehr gefragt waren, und Phil. Reclam (Leipzig). Bei
letz=
em kam ihr äußerſt feſſelnder Roman „Die geborene Lant=
Mn” heraus, in welchem Zeitfragen anklingen im Auf und
ſeder eines Frauenlebens.
(Heiſtig tätig war E. Vely noch bis vor 1½ Jahren, und zwar
ſetzt gleichſam ehrenamtlich als Aufſichtsdame in der Prof.=Schmidt=Bibliothek am Leipziger Platz. Der Chef des
es Moſſe hatte nach dem Tode des bekannten
Literatur=
oxikers deſſen ſtattliche Bücherei gekauft, damit ſie nicht ans
45 land wegginge, wo ſich ſchon Intereſſenten gemeldet hatten.
tinem Tag in der Woche ſtanden die Bibliothekräume
Studie=
ſen und Geiſtesarbeitern aller Schichten zur freien Benutzung
Eh, und Frau Vely hatte es übernommen, über Ausgabe der
Ger und Handſchriften zu wachen und literariſche Auskünfte zu
Eil en. Nunmehr haben die Zeitverhältniſſe die Auflöſung dieſer
Gherei notwendig gemacht. Was Frau E. Vely an Eindrücken
Erfahrungen während ihres reichen Daſeins aufgenommen,
ſe ſelbſt nach vollendetem 80. Lebensjahr niedergelegt in den
Bänden „Mein ſchönes und mein ſchweres Le=
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Kapitulanten erhöht wurde, wodurch praktiſch nicht ein Mann für
ſie verloren ging und die Schlagkraft ihrer Armee in keiner Weiſe
verringert wurde.
Die Proklamation der zweijährigen Dienſtzeit
iſt alſo eine unverhüllte Drohung auch an die
Adreſſe Englands,
Der Miieg
uine entopalche Mncht hiter ven
Kuliſſen?
DNB. London, 4. Mai.
Die Nachrichten vom Krieg in Arabien werden von der
Londoner Preſſe auch weiterhin mit größter Spannung verfolgt,
doch herrſcht die Anſicht vor, daß bis auf weiteres kein Anlaß
zu einem Eingreifen gegeben ſei.
Der Korreſpondent der Times in Kairo ſagt, der Hilferuf
des Imam des Jemen an König Fuad von Aegypten und die
Nachrichten, daß die Wahabiten auf der ganzen Front vorgehen,
machen es nur wahrſcheinlich, daß die Gerüchte von einem
inneren Aufruhr gegen den Imam auf Wahrheit beruhen.
Ein Leitaufſatz des Daily Telegraph weiſt darauf hin, daß
die Beherrſchung des Gebiets an der Küſte des Roten Meeres
durch König Ibn Saud eine Lage ſchaffe, die vielleicht Träume
von einem noch größeren arabiſchen Reich auslöſen würde.
Der diplomatiſche Korreſpondent der Morning Poſt führt
den „unglückſeligen Verſuch des Imam von Jemen, mit ſeinem
mächtigen Nachbarn Händel anzufangen”, auf ausländiſchen
Karte des Kriegsſchauplatzes in Arabien.
Einfluß zurück. Er ſagt, vor etwa einem Monat ſeien beſtimmt
auftretensc Gerüchte im Umlauf geweſen, daß der Imam in
feiner herausfordernden Haltung durch europäiſche Agenten, die
wahrſcheinlich für eine gewiſſe europäiſche Macht tätig waren,
ermutigt worden ſei. Eine Meldung, daß unter den bei den
letzten Kämpfen gefangen genommenen Kriegern des Jemen
mehrere Europäer waren, ſcheint dieſe Darſtellung zu beſtätigen.
Der Korreſpondent wird noch etwas deutlicher, wenn er ſagt:
Es iſt wohl bekannt, daß die fragliche Macht ganz beſtimmte
Anſichten über ihre eigene koloniale Zukunft hat, und daß ſie
Arabien als beſonders geeignet für eine Politik in dieſer
Rich=
tung betrachtet. Das klaſſiſche Verfahren in einem ſolchen Falle
iſt, einen eingeborenen Herrſcher auszunutzen, der durch
Ver=
ſprechungen künftiger Größe leicht beeinflußt werden kann, und
ihn zu einer Angriffspolitik zu überreden, in der Hoffnung, daß
ſeine Erfolge dann ausgebeutet werden können. In dem
vor=
liegenden Falle allerdings ſcheint man auf das verkehrte Pferd
geſetzt zu haben. Anſcheinend ergibt die Unbeſonnenheit des
Imam eine Konſolidierung der Macht Ibn Sauds.
Der Korreſpondent ſchließt, ſoweit Großbritannien in
Be=
tracht komme, dürften die Erfolge der Wahabiten keine unmittel=
Alerxander von Humboldt ſtarb vor 75 Jahren.
Alexander von
Hum=
boldt, deſſen
Todes=
tag am 6. Mai zum
75. Male wiederkehrt.
war der letzte
univer=
ſal gebildete große
Geiſt und einer der
bedeutendſten
Natur=
forſcher, die
Deutſch=
land hervorgebracht
hat. In langjährigen
Reiſen durch die alte
und die neue Welt
erwerb er ſich
unge=
wöhnlich umfaſſende
Kenntniſſe auf den
Gebieten der
Geolo=
gie und Aſtronomie,
der Mineralogie,
Bo=
tanik und Zoologie,
die durch ihn in
ganz
außergewöhnli=
chem Maße gefördert wurden. Ihm verdanken die Wiſſenſchaften
der Klimatologie, der Pflanzengeographie, der Landſchaftskunde
und der Meereskunde ihre Begründung. Sein Einfluß auf die
Naturwiſſenſchaften war ſo außerordentlich groß, daß dieſe noch
Jahrzehnte nach ſeinen Tode ſich in den von ihm gewieſenen
Bahnen weiter entwickelten.
ben‟. Dieſe „Erinnerungen” heben ſich ab von einem vielfarbigen
Zeithintergrund, in welchem ſo mancher Leſer eigene
Beobachtun=
gen wiederfinden dürfte.
Zuletzt hielten bei E. Vely die phyſiſchen Kräfte nicht mehr
Schritt mit den geiſtigen, zumal ein erneuter Armbruch ihr viel
körperliche Beſchwerden verurſachte. Als ich ihr vor einigen
Wochen die Nachricht von dem Ableben von Clara Blüthgen
brachte, ſeufzte ſie: „Ach, wer auch ſchon ſo weit wäre‟,
Ein ſanfter Tod hat die wackere Lebenskämpferin im
Früh=
lingsglanz des 1. Mai hinweggenommen. Ihre Freunde, zu denen
auch die beliebte Schauſpielerin Frau Auguſte Praſch=Grevenberg
Dr. Ella Menſch.
gehört, werden ſie nicht vergeſſen.
Der Freiherr vom Skein im Drama.
Hans Henning Freiherr Grote: Stein‟ Ein Drama in zehn
Bildern. (Brunnen=Verlag, Willi Biſchoff, Berlin SW. 68.)
Was jetzt endlich gelungen iſt, die Verwirklichung der
deut=
ſchen Einheit, hat kaum einer ſeiner politiſchen Vorgänger ſo
Nr. 123 — Seite 3
wo das Kabinett ſeit Tagen berät, welche Möglichkeiten zur
Fort=
ſetzung der Abrüſtungsverhandlungen noch gegeben ſind.
Frank=
reich dagegen will den Eindruck erwecken, daß in Genf nur noch
die Liquidation der ganzen Abrüſtungskonferenz überbleibt, zum
mindeſten aber läßt ſich ſpäter der „Verzicht” auf die zweijährige
Militärdienſtzeit als ein „großes Opfer” aufmachen.
M Ardolen.
baren Folgen haben. Die wahre Bedeutung würde ſich erſt in
der Zukunft erkennen laſſen. Bisher hätte Großbritannien
da=
nach geſtrebt, das Mächtegleichgewicht zwiſchen den arabiſchen
Herrſchern aufrechtzuerhalten, weil dies in unſere Politik am
beſten paßt. Wenn Ibn Saud dieſes Gleichgewicht ſtört, dann
werden wir vielleicht unſere Politik einer Reviſion unterziehen
müſſen. Wir brauchen aber keine ungünſtigen Folgen zu fürchten,
da die britiſchen Beziehungen mit dem Wahabitenkönig immer
ausgezeichnet geweſen ſind.
Wie Reuter meldet, erweiſt es ſich infolge der Unterbrechung
der Verkehrsverbindungen als äußerſt ſchwierig, Klarheit über
die kakſächliche Kriegslage
in Arabien zu ſchaffen. Zweifellos befindet ſich der Imam
Jachya in einer ſehr bedrängten Lage. Er hat eine Botſchaft
an die geſamte muſelmaniſche Welt gerichtet, die aufgefordert
wird, Ibn Saud zur Einſtellung des weiteren Vormarſches zu
bewegen. Ibn Sauds Truppen unter der Führung des Emir
Feiſal bereiten einen Angriff auf Saana, die Hauptſtadt des
Imams, vor. Obwohl Imam Jachya 70 Jahre alt iſt, hat er
im Kronrat erklärt, daß er ſich ſelber an die Spitze ſeiner
Truppen ſtellen und ſeine Hauptſtadt bis zum letzten
Bluts=
tropfen verteidigen werde. Unter den Gefangenen, die der
ge=
ſchlagenen Jemen=Armee abgenommen worden ſind, ſollen ſich
einige türkiſche Offiziere befinden. Die Armee Ibn Sauds
da=
gegen weiſt in ihren Reihen eine Anzahl ſehr erfahrener
ſyriſcher Militärs auf. Es wird erneut gemeldet, daß die
Hafen=
ſtadt Hodeidah ohne Kampf von den Truppen Ibn Sauds
be=
ſetzt worden ſei. Der italieniſche leichte Kreuzer „Azio” iſt in
Aden eingetroffen.
Der Imam Jachya am Leben.
Die Nachricht von der Ermordung des Imam Jachya hat ſich
nicht beſtätigt. Der Imam hat an König Fuad von Aegypten
telegraphiſch die Bitte um Friedensvermittlung gerichtet.
Regierungsgebäude in Sana, der Hauptſtadt von Jemen.
In Kreiſe: Der Thronfolger von Jemen.
glühend erſehnt und zu ſeiner eigentlichen Lebensaufgabe gemacht
wie der Freiherr vom Stein. Wenn ſich das wiedergeborene
Deutſchland heute anſchickt, in einem neuen kultiſch=nationalen
Drama den Großen ſeiner Geſchichte lebendige Denkmäler zu
er=
richten, ſo hat daher Stein ein ganz beſonderes Anrecht darauf.
Es iſt das Verdienſt des Freiherrn Grote, ſchon vor der
Revo=
lution von 1933 in ſeinem Drama „Stein” dieſe Ehrenpflicht an
einem zu ſeinen Lebzeiten Verkannten erfüllt zu haben. In zehn
ſtarken und dramatiſch wirkſamen, am Rundfunk bereits
erprob=
ten Bildern rollen die hiſtoriſchen Begebniſſe von dem
unheil=
vollen Jahr 1806 bis zur Verfolgung der geſchlagenen Franzoſen
nach der Schlacht von Leipzig vor uns ab. Deutſchland, nichts
als Deutſchland, einem damals noch unvorſtellbaren Begriff, hat
der größte politiſche Gegenſpieler Napoleons Stellung, Anſehen,
Geſundheit und Leben geopfert. Starb er auch für Deutſchland,
ſo hat er „ſeinen Glauben an die Jahrhunderte weitergegeben”,
und in unſerem Geſchlecht iſt er Erfüllung geworden.
Mediziniſches.
Dr. Ludwig Paneth: Seelen ohne Kompaß. Nervenkrankheiten
und pſychiſche Störungen als Lebensprobleme des modernen
Menſchen. In Halbleder 2,90 RM. (Volksverband der
Bücher=
freunde, Wegweiſer=Verlag G. m. b. H., Berlin=
Charlotten=
burg 2.)
Ein erfahrener Pſychotherapeut bietet in klarer und ſchlichter
Darſtellung Aufſchluß über Nervenkrankheiten und pſychiſche
Stö=
rungen und weiſt dem pſyochologiſchen Heilwiſſen neue Ziele. Auf
die Hauptrichtungen der modernen Pſychotherapie, die Fragen
der Erziehbarkeit des Charakters und der ſeeliſchen
Selbſtbehand=
lung, wirft ein kundiger und verantwortungsbewußter Arzt ein
neues Licht. Menſchen, die im Alltag ihre Spannkraft verloren
haben — Frauen, denen die Mechaniſierung ihr innerſtes
Lebens=
gut genommen hat. Menſchen, die angſtvoll altern, die hilfloſen
Kämpfer des Daſeins: an ſie alle wendet ſich dieſes Buch.
modern=pſychologiſches Heilwiſſen ſchildernd und ſeine Ziele
weiſend.
Prof. Dr. W. Weisbach: Nicht altern, wenn wir älter werden.
Verlag Buchholz u. Weißwange, Charlottenburg.
Da die Natur uns nur in ganz großen Umriſſen Vorſchriften
für unſer Verhalten während der einzelnen Lebensabſchnitte
macht, hat der Verfaſſer es unternommen, an Hand von
zahl=
reichen Beiſpielen zu erläutern, wie wir von Kindheit an dieſe
einzelnen Lebensabſchnitte, vor allem die Zeit der Reife, die
Zeit der vollen Entfaltung der Perſönlichkeit, ſowohl als Mann
wie als Frau, ausnützen müſſen, um den Eintritt in den letzten
Abſchnitt, in das Greiſen= und Matronenalter, ſoweit als möglich
hinauszuſchieben.
— Schütze dich vor Krebs. Seine wirkſame Verhütung und
ope=
rationsloſe Behandlungen. Von Dr. med. Friedr. Wolf mit 16
Bildern auf Kunſtdrucktafeln. 6.—10. Tauſend. Preis Mk. 1,10.
us G. m. b. H., Stuttgart,
(Süddeutſche
Die chroniſche Darmträgheit, ihr Einfluß auf Geſundheit und
Krankheit und ihre natürliche Behandlung und Heilung von
Dr. med. Werner. Verlag E. Fiſcher Nachf., Leipzig.
Seite 4 — Nr. 123
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 5. Mai 1934
Ikaliens Bereitſchaft begrenzk.
Schwierigkeiten in den römiſchen Dreimächte=
Wirkſchaftsverhandlungen.
EP. Paris, 4. Mai.
In den Pariſer intereſſierten Kreiſen verfolgt man aus
nächſter Nähe die italieniſch=öſterreichiſch=ungariſchen
Wirtſchafts=
verhandlungen, die im Anſchluß an die Ausſprache zwiſchen
Muſſolini, Dollfuß und Gömbös in Rom eingeleitet wurden.
Die „Journée Induſtrielle” veröffentlicht einen Bericht, der
er=
kennen läßt, daß im Verlauf der Verhandlungen erhebliche
Schwierigkeiten von italieniſcher Seite aufgetaucht ſind.
Be=
kanntlich ſuchen ſowohl Oeſterreich wie Ungarn ein möglichſt
hohes Kontingent für ihre Ausfuhr nach Italien
heraus=
zuſchlagen. Erſteres für ſein überſchüſſiges Holz und zahlreiche
Fertigwaren, letzteres für ſein Getreide. Infolge finanzieller
und wirtſchaftlicher Schwierigkeiten habe ſich die urſprüngliche
Aufnahmebereitſchaft Italiens verengt. Die italieniſchen
Unter=
händler hätten den Auftrag erhalten, die wirtſchaftlichen
Kon=
zeſſionen an Oeſterreich und Ungarn „aufs ſchärfſte gegen eine
erhöhte italieniſche Ausfuhr nach dieſen beiden Ländern
aus=
zuhandeln”
der duntan Burt chon oräuig.
EP. Wien, 4. Mai.
Die „Neue Freie Preſſe” läßt ſich über einen möglichen
Austritt Griechenlands aus dem Balkan=Pakt aus Iſtanbul
melden: Anläßlich ſeines vor kurzem in Ankara abgeſtatteten
Beſuches ſoll der jugoſlawiſche Außenminiſter Jeftitſch die
Mög=
lichkeit eines Ausſcheidens Griechenlands aus dem Balkan=Pakt
und den Beitritt Bulgariens zu dieſem Pakt in Betracht
ge=
zogen haben. In dieſem Sinne ſoll auch Jeftitſch bei ſeinem
bevorſtehenden Beſuch in Sofia mit Bulgarien verhandeln. Die
weitere Teilnahme Griechenlands an dem Pakt ſcheint nach der
Meinung, türkiſcher politiſcher Kreiſe durch die Stellungnahme
der griechiſchen Oppoſition einerſeits und durch die
griechiſch=
italieniſchen Bindungen in Frage geſtellt. Der Beſuch des
Generals Kondylis in Ankara wird, ſo heißt es weiter,
wahr=
ſcheinlich eine Klärung bringen. Der türkiſche Außenminiſter
Tewfik Rüſchdi Bey werde ſich nach Bukareſt begeben, um den
rumäniſchen Außenminiſter Titulescu über den Stand der
Ver=
handlungen zu unterrichten.
Chineſiſcher Einſpruch
gegen die Zuſammenziehung japaniſcher Kriegsſchiffe
Wie es heißt, hat die chineſiſche Regierung der japaniſchen
Geſandtſchaft eine Note zugeſtellt, in der gegen die
Zuſammen=
ziehung japaniſcher Kriegsſchiffe in der Nähe von Tſingtau Ein=
ſpruch erhoben wird. Die chineſiſche Preſſe behauptet, daß die
Japaner in der letzten Zeit ſtarke Streitkräfte zuſammengezogen
hätten, um einen neuen Vorſtoß gegen die Schantung=Provinz zu
unternehmen.
Ftanzöſiſche Noke an Japan.
EP. Paris, 4. Mai.
Die franzöſiſche Regierung hat ihre Antwort an die
japaniſche Regierung veröffentlicht, welche dieſer Tage die an
die Vereinigten Staaten und England abgeſandte Note über die
Politik in China auch der franzöſiſchen Regierung zur
Kenntnis=
nahme überreicht hatte. In der franzöſiſchen Antwort nimmt das
Pariſer Kabinett mit Befriedigung die „japaniſche Verſicherung
auf, daß die japaniſche Regierung nicht nur den allgemeinen
Grundſätzen des internationalen Rechts, ſondern auch dem
Neun=
mächte=Pakt treu bleibe‟. Weiter heißt es in der franzöſiſchen
Antwort, aus dem letzten Teil der japaniſchen Note gehe
her=
vor, daß Japan nicht gleichgültig gegenüber Interventionen
bleiben könne, welche für die Aufrechterhaltung der Ordnung
und Gerechtigkeit im Fernen Oſten nachteilig ſein würden. Wenn
ſolche Eventualitäten ſich in China ereignen würden, ſo ſei die
franzöſiſche Regierung überzeugt, daß die japaniſche Regierung
im Einvernehmen mit den anderen Mächten eine Löſung des
Rechts ſuchen werde, und zwar gemäß den Prinzipien der Akte
von Waſhington, und vor allem in Anwendung der in Artikel 7
des Vertrags vom 6. Februar 1922 vorgeſehenen friedlichen
Prozedur. Nur in dieſem Rahmen und in dieſer Form könne
nach Anſicht der franzöſiſchen Regierung eine gerechte und für
die chineſiſchen Angelegenheiten zufriedenſtellende Löſung
ge=
funden werden.
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Die glückliche Geburt unseres Töchterchens
Hannelore
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dieſem Ringen zu, die der Bedarfsweckung! Neue Kaufwünſche müſſen
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Samstag, 5. Mai 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 123 — Seite 3
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Darmſtadt, den 3. Mai 1934.
Aufruf!
Kindererholungspflege 1934.
Die Nationalſozialiſtiſche Volkswohlfahrt wird im Rahmen
des Hilfswerks „Mutter und Kind” in dieſem Jahr als die
par=
teiamtlich anerkannte Stelle für Wohlfahrtspflege eine
groß=
zügige Kindererholungspflege durchführen.
Es ſollen bedürftige Kinder und Jugendliche bis zum
vollen=
deten 16. Lebensjahr auf die Dauer von 4 bis 6 Wochen zur
Erholung verſchickt werden. Hierfür kommen nur bedürftige,
deutſchſtämmige, geſunde Kinder und Jugendliche in Frage.
Die Verſchickung wird vornehmlich nach anderen Gaugebieten
er=
folgen, damit zugleich mit der Erholungspflege die große
natio=
nalpolitiſche Aufgabe erfüllt wird, die Kinder mit anderen
Tei=
ſen ihres Vaterlandes vertraut zu machen. Die Kinder und
Jugendliche ſollen in Familienpflege auf die Dauer von 4 bis
5 Wochen koſtenlos untergebracht werden, die politiſch und
noraliſch einwandfrei und für die Betreuung der Kinder
geeig=
net ſind. Außerdem dürfen in den Familien keine anſteckenden
Krankheiten vorhanden ſein. Die wirtſchaftliche Lage der
Pflege=
tellen muß derart ſein, daß eine gute Pflege und eine
ausrei=
hende Verſorgung der Kinder und Jugendlichen gewährleiſtet iſt.
die Kinder dürfen nicht als Arbeitskräfte betrachtet werden,
venngleich ſie zu kleineren Hilfeleiſtungen herangezogen werden
önnen. Vorausſetzung iſt auch, daß jedem Kind in der Familie
in eigenes Bett zur Verfügung ſteht und es nicht mit Perſonen
inderen Geſchlechts im gleichen Raum ſchlafen muß.
Wir fordern daher ſämtliche Einwohner der hieſigen Stadt
ud des Landkreiſes Darmſtadt auf, die bereit und unter den
an=
egebenen Vorausſetzungen in der Lage ſind, erholungsbedürftige
Linder und Jugendliche, auf die Dauer von 4 bis 6 Wochen
oſtenlos in ihre Familie aufzunehmen, dies umgehend ihrer
örtsgruppe oder uns bis ſpäteſtens 10. Ifd. Monats zu melden.
Wir hoffen, daß es jedem Volksgenoſſen klar iſt, daß es ſeine
öilicht iſt, an dem großen Hilfswerk „Mutter und Kind”
mitzu=
belfen, um die große Gemeinſchaft zu verwirklichen, und
erwar=
en, daß jede Familie, ſoweit hierzu die angeführten
Voraus=
tzungen vorliegen, ein Kind in den Sommerferien als Gaſt
ufnimmt.
Tauſende von Kindern warten darauf, daß ſie auf einige
Vochen hinaus können und Erholung finden. Helft daher alle
it, daß die Jugend in ihren Erwartungen nicht getäuſcht wird
nd geiſtig ſowie körperlich geſundet
Allen, die ſich freiwillig und tatkräftig in den Dienſt der
lindererholungspflege ſtellen, gehört der Dank der geſamten
lation.
Amt für Volkswohlfahrt, Kreis Darmſtadt,
Wilhelminenſtraße 34.
de Kreisamksleikung des Amkes für Volkswohlfahrk
ilt mit, daß die Beamten und Angeſtellten des Amtsgerichts
larmſtadt und des Städtiſchen Wohlfahrtsamtes
ſ in den letzten Tagen geſchloſſen in das Opferbuch der NSV.
ngetragen und durch ihre Spende mit dazu beigetragen haben,
littel für das gewaltige Hilfswerk der NSV. „Mutter und Kind‟
Aſſig zu machen. Es wäre zu begrüßen, wenn auch die übrigen
khörden, und insbeſondere auch Privatbetriebe unſerer
Eadt dem Beiſpiel obengenannter Behörden mit gleicher
Opfer=
nudigkeit folgen würden. Bei dieſer Gelegenheit wird nochmals
hrauf hingewieſen, daß am kommenden Sonntag, den 6. Mai,
urmittags 10.45 Uhr, die NSDAP. =Ortsgruppe
Ghloßgarten, unter Mitwirkung der Landespolizeikapelle
Dumſtadt einen Opfergang zu dem Opfertempel der NSV.
ver=
ataltet.
M44
Vertret
Gnlenck!
nder Nacht vom 5. auf 6. Mai 1934 allgemein auf 4 Uhr
urgens gebührenfrei verlängert.
— Treuer Mieter. Am 1. Mai d. J. wohnte Herr Jakob Old,
Suhmachermeiſter. 30 Jahre im Hauſe von Frau Heinrich Dietrich
Awe, Darmſtadt, Große Bachgaſſe 21.
Heſſiſches Landestheater.
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5. Ma=
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Das Rheingold.
Feſtvorſtellung anläßlich des
Jahres=
tages der Einſetzung des Herrn
Gau=
leiters Sprenger als Reichsſtatthalter
in Heſſen und der Uebernahme der
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7. Mai
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Neuntes Sinfoniekonzert.
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D. Bühne 0 16
Anf. 19½, Ende 22 Uhr.
dazu Kinderreiche Mütter Nummerkarten 601-650
Preiſe 0.70—5.50
Rigoletto
voch
9. Mai
Anf. 19½, Ende gegen 22¾ Uhr. D. Bühne M 12
Preiſe 0.70—5.50
Undine.
Inerstag
10. Mai
Anf. 19½, Ende 22½ Uhr.
Ein Maskenball.
D. Bühne K 16
Preiſe 0.70—5.50
43t
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Anf. 19½ Ende gegen 22½ Uhr. (Außer Miete)
dazu Kinderreiche Mütter Nummerkarten 651—700
Das Land des Lächelns. Preiſe 0.70—5.50
13. Ma
Anf. 18, Ende 23 Uhr.
Götterdämmerung.
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Preiſe 0.70—5.50
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Antag
Kleines Haus
5. Mai
(Außer Miete
Anfang 20, Ende 23 Uhr.
dazu Kinderreiche Mütter Nummerlarten 201-450
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Der Datterich.
6. Mai
TR
Anf. 19½, Ende gegen 22½. Zuſatzm. IV 12, dazu
kinderreiche Mütter Nummerkarten 451—600.
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ag
Ri
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2.300,0
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10. Mai
Anf. 20, Ende geg. 22½ Uhr, Zuſatz=Miete 1, 12.
Preiſe 0.70—3.80
Die vier Musketiere.
Anf. 20, Ende geg. 22.30 Uhr. Zuſ.=Miete III, 12.
Preiſe 0.70—3.80
Die vier Musketiere.
11. Mai
Anf. 20, Ende gegen 22.30 Uhr. Außer Miete.
Preiſe 0.80—3.80
Die vier Musketiere.
Anf. 20 Uhr. Zuſ.=Miete V 13. Preiſe 0.70—3.80
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Geſchloſſene Vorſtellung. Kein Kartenverkauf.
13. Mai Krach um Jolanthe.
Heſſiſches Landestheater. Die Nachfolge Dr. Heinrich
* meroths; Bernd Aldenhoff an das
Landes=
hter verpflichtet! Bernd Aldenhoff, der am Don=
Sag im „Land des Lächelns, als Sou=Chong am Landes=
*iger gaſtierte, wurde als 1. lyriſcher Tenor für die kommende
Onzeit an das Landestheater verpflichtet. Bernd Aldenhoff
„Edamit die Nachfolge von Dr. Heinrich Allmeroth am Heſſi=
MLandestheater an. — Generalintendant Franz Everth hat
kornödie. Seiner Gnaden Teſtament” von Hjalmar
Berg=
jur Aufführung im Landestheater in der kommenden
dert erworben. — Die Heſſiſche
Spielgemein=
wird wegen Erkrankung eines Mitglieds heute abend im
Hen Haus des Landestheaters, an Stelle von „Der tolle
die Lokalpoſſe „Der Datterich” zur Aufführung
Landestheater. Generalintendant Franz Everth, der mit
der kommenden Spielzeit die Leitung des Heſſiſchen
Lan=
ſers übernimmt, hat Julius Joachim Bartſch von den
emer Kammerſpielen und den Nürnberger Schriftſteller
Nintiker Dr. Hermann Dollinger als Dramaturgen nach
ſtardt verpflichtet.
Der deutfchen Maner.
—Jeder Menſch hat entſprechend ſeiner geiſtigen Einſtellung
eine ganz beſtimmte Stufenleiter von Wertſchätzungen.
Verſchie=
dene Auffaſſungen vom Zuſammenleben der Menſchen ergeben
not=
wendig eine verſchiedene Wahl der politiſchen Wege. Ebenſo geht
mit einem Wandel der Weltanſchauung zwangsläufig eine
Neu=
ordnung der Wertſkala einher, in die man alle Dinge einzuordnen
pflegt. Wir ſehen heute einen derartigen Prozeß unter unſeren
Augen ablaufen: Was geſtern noch im Glanz allgemeiner
Beach=
tung ſtand, iſt heute bis zur Bedeutungsloſigkeit, wenn nicht zur
Mißachtung geſunken; was heute jedem als leuchtendes Ideal
vor=
ſchwebt, wurde geſtern noch im Staub mit Füßen getreten. Und da
wir noch weit entfernt von einer Beendigung dieſer Entwicklung
ſtehen, wird manches morgen bewundert und gefeiert werden, dem
wir noch heute kaum einen Blick zuwenden.
Auch früher gab man vor, der Mutter im Volksleben (ſoweit
man von einem ſolchen ſprechen konnte), eine hohe Bedeutung
zu=
zuerkennen. Aus welchem Grunde ſonſt hätte man ſchon vor Jahren
Mutter und Kind
Gemälde von Prof. Johannes Lippmann=Lichtenberg i. O.
den zweiten Sonntag im Mai zum Feſt der Mutter erhoben?
Ge=
wiß man tat dies nicht weniger zaghaft und nicht weniger
in=
offiziell, als man halt alles tat, (ſoweit man es überhaupt tat),
Aber immerhin, der Wille erſchien lobenswert.
Da machte ich mir vor einigen Tagen den Spaß, im
Bekannten=
kreiſe, auf der Straße, im Büro, Arbeiter Geſchäftsleute, Beamte
zu fragen: „Wann iſt der Muttertag?” Ueberall ſtieß ich auf ein
Achſelzucken, das zu ſagen ſchien: Muttertag? wenn ſchon, was
geht mich das an. Aber nein, eine bemerkenswerte Ausnahme fand
ich: Jedes Blumengeſchäft (ich beſuchte vier) gab ſehr eilfertig die
prompte Auskunft: „Am 13. Mai‟. Dabei klang durch, daß man
ſelbſtverſtändlich zu jeder Lieferung bereit ſei. Aha, daher der
Eifer: Geſchäft. Geſchäft. Man merkt die Abſicht Noch klarer,
ja zyniſch deutlich wird dies, wenn wir hören, daß ſich gewiſſe
Kreiſe lebhaft regen, um auch dem Vater einen ähnlichen „
Ehren=
tag” zu ſichern. Man ahnt, ehe ich es ausſpreche: Die
Kravatten=
händler. Auch wo ſich die verfloſſene Zeit — und ſie glimmt noch
an allen Ecken und Enden — ehrfurchtsvoll gebärdet, findet man
ſchnell hinter der Maske das wahre Geſicht: den Krämergeiſt. Es
iſt eine Selbſtverſtändlichkeit, daß eine große Zahl von Volksge=
noſſen durch jedes Feſt Arbeit und Brot finden müſſen und ſollen.
Aber von dieſem Recht iſt noch ein weiter Weg bis zu der
Ein=
ſtellung, die uns heute unſympathiſch iſt: Verehrungswürdiges um
des Verdienſtes willen zu feiern.
Die natürliche Volksgemeinſchaft kennt nichts Größeres
als die Mutter. Selbſt der Führer, der keinem Menſchen nach
oben hin mehr verantwortlich iſt, beugt ſich vor der unbekannten
Frau, der die Nation ihr Leben und ihre Kraft verdankt. Wenn
man ihr heute den Weg ebnet und gewillt iſt, ihr die materiellen
Mittel zur rechten Ausfüllung ihrer Aufgabe zu verſchaffen, ſo iſt
man fern dem Glauben, durch eine Belohnung ihre Arbeit
ſchmack=
haft machen zu müſſen. Man wünſcht nichts anderes, als ihr der
Billigkeit entſprechende Rechte einzuräumen, wo ſie bisher
kämp=
fen mußte für die Erlaubnis, nur leben zu dürfen. Darum auch
will man ihr nun alljährlich ein Feſt bereiten, das ihrer würdig
iſt, ein Feſt mit wenig weithin hörbaren Worten aber viel
dank=
barem Gefühl.
Muttertag bedeutet für den Nationalſozialismus ein Feiern,
das ſich weſentlich von den übrigen nationalen Feſttagen
unter=
ſcheidet. Es werden nicht Bataillone unter dem Jubel des Volkes
marſchieren. Wir werden keine Maſſenverſammlungen, wie noch
am Tag der Arbeit ſehen, in denen die Reden der Führer alle
mit=
reißen. Ein ſtiller Tag wird es werden, wie er der Mütterlichkeit
entſpricht. SA.= und HJ.=Dienſt, jede Arbeit nach außen muß
ruhen, damit ſich alle im Rahmen des Hauſes, im Reiche der Frau
zuſammenfinden können, das manchem fremd geworden iſt — durch
den Ungeiſt früher und noch heute durch die ſtürmiſche Zeit
un=
umgänglichen Neuſchaffens. Einen Tag ſoll ſich jeder in der
be=
haglichen Ruhe des Heims auf ſeinen Urſprung beſinnen.
Muttertag ſoll das große Feſt der Familie werden.
Daß dieſes Feſt im kleinen Kreiſe aber von der Initiative des
Staates ſein neues Gewicht erhält, ſoll darin beſonders zum
Aus=
druck kommen, daß die alleinſtehenden Mütter nicht ſich ſelbſt
über=
laſſen bleiben. NS. Volkswohlfahrt und Deutſches Frauenwerk
ſind unter Mitwirkung aller caritativen Verbände vom
Reichs=
propagandaminiſterium mit der Durchführung der Maßnahmen
betraut worden, die notwendig ſind, um gerade auch den Einſamen
einen Tag der Freude zu bereiten. Alle, denen das Schickſal ihre
Zukunft nahm. ſollen ſpüren, daß an dieſem Tag die
Volks=
gemeinſchaft ihrer Opfer gedenkt, daß nicht vergeſſen wurde, was
ſie an Kleinarbeit für die Geſamtheit in der Stille geleiſtet haben.
Dies jedoch wird wie jedes ſtaatliche Eingreifen niemals allein
einen befriedigenden Erfolg verbürgen, wenn ſich nicht jeder
Volksgenoſſe bereitwillig in den Dienſt der guten Sache ſtellt,
ſoweit er dazu in der Lage iſt. Jeder, der noch einen Arm frei hat,
muß ihn einer alten Mutter aus ſeinem Bekanntenkreiſe
darbie=
ten. Im beſonderen darf ihr beſcheidenes Daſein nicht unbekannt
bleiben. Wer ſolche Mutter kennt, melde unverzüglich ihre Adreſſe
der nächſten zuſtändigen Stelle, am beſten der NS. Volkswohlfahrt,
damit keine überſehen werde. Er wird damit den erſten Beitrag
zum Gelingen des Feſtes geleiſtet haben. Bewußt ſchließt ſich aus
der Gemeinſchaft aus, wer ſelbſt keine Kinder hat, und ſich nicht
an dieſem Tage einer Mutter annimmt. Sei es dadurch, daß er
ſich um ſie ſelbſt bemüht, ſei es, daß er ihr durch Bedenken ihrer
Kinder die größte Freude bereitet. Auch alle, die keine Mutter
mehr beſitzen, ſollen nicht in Trauer ihre eigenen Wege gehen,
ſondern denen einen Tag das Leben lebenswert machen, die noch
größere Kümmerniſſe tragen als ſie ſelbſt.
Obwohl dieſes Feſt, wie wir ſehen, ſeine Erfüllung nicht im
öffentlichen Leben, ſondern in der Zurückgezogenheit des
Privat=
lebens findet, würde es doch unvollſtändig bleiben, wenn nicht die
Mutter, die dem Dienſt am Volk und Vaterland Kinder zum Opfer
gebracht hat, einer allgemeinen Huldigung teilhaftig würde.
Ihr ſind wir es ſchuldig, daß ſie in den Mittelpunkt unſerer
Auf=
merkſamkeit tritt. Frauen, deren Söhne die Mauer bilden halfen,
die unſer Land vor der Ueberflutung durch den Feind bewahrte,
Frauen, die ihre Kinder im Kampf für die Erneuerung des Reiches
fallen fahen, ſie werden es recht verſtehen, wenn ſich aller Augen
in ihrem Ehrentage auf ſie richten werden. Nichts anderes
er=
füllen wir damit als den letzten Wunſch jenes gefallenen
Studen=
ten, der ſchrieb: „Und ich habe noch eine Bitte an Sie; für den
Fall, daß mir etwas zuſtieße, meiner Mutter, die meinen Tod
wohl ſchwer ertragen würde, meine letzten Grüße zu bringen.
Sagen Sie ihr, ich wäre im feſten Vertrauen auf Gott und in der
röhlichen Hoffnung auf die Ewigkeit für mein heiliges liebes
Vaterland in den Tod gegangen. Und geben Sie ihr bitte folgende
Verſe eines Kameraden von mir; vielleicht wird ſie’s dann leichter
ertragen:
„Ich habe bis zuletzt an ſie gedacht,
Und ihrer greiſen Hände Segen
Hat tröſtend über meinem Haupt gelegen
Und hat mir alles, alles leicht gemacht.”
Dr. Dr. E. Hefter.
In den Tagen vom 9. bis 11. Juni findet in Darmſtadts
Mauern die Feier des 60jährigen Beſtehens der
Kriegerkamerad=
ſchaft „Haſſia” ſtatt. Soldaten des Krieges 1870/71 und des
Weltkriegs werden ſich in großer Zahl zu einem
kameradſchaft=
lichen Treffen, das dem Austauſch von Erinnerungen an die
ſchweren, gemeinſam verlebten Tage, aber auch der beglückenden
Tatſache, daß die Opfer nicht vergeblich gebracht worden ſind,
vereinen. Sie, die Frontkämpfer von ehedem gehören zu der
treuen Gefolgſchaft unſeres Führers und Frontkameraden Adolf
Hitler. Was Darmſtadts Bevölkerung in dieſen Tagen ſehen
und hören wird, iſt alter Soldatengeiſt, der im neuen
Deutſch=
land endlich wieder zur Geltung kommt. Tauſende und aber
Tauſende aus allen Gauen unſerer engeren Heimt werden in
einem großen Feſtzug der jüngeren Generation die Entwicklung
unſeres Heeres in den hiſtoriſchen Uniformen zeigen.
Die Tauſende unterzubringen, reichen aber die Hotels und
Gaſthöfe unſerer Stadt nicht aus. Sie, die mit ihren Leibern
die Heimat ſchützten, wollen wir nicht in Maſſenquartiere legen.
Wir wenden uns deshalb an den oft erprobten Opferſinn unſerer
Darmſtädter Bürgerſchaft. In der Hauptſache wird die
Unter=
bringung für eine Nacht, von Samstag, den 9., auf Sonntag, den
10. Juni, in manchen Fällen auch noch für die folgende Nacht, in
Frage kommen. Wer ſtellt ein Bett zur Verfügung
und nimmt einen Frontkameraden auf ?
Schüler und Schülerinnen der hieſigen Schulen werden in
den nächſten Tagen Anmeldekarten mit nach Hauſe bringen. Es
wird gebeten, dieſe gleich auszufüllen und den Schülern wieder
mitzugeben, die ſie in der Schule zur Weitergabe an den
Woh=
nungs= und Verpflegungsausſchuß abliefern werden.
Wer keine Karte erhält, wird gebeten, eine
Zimmerbereit=
ſtellung durch Fernſprecher 3500. Nebenſtelle 600, oder durch
Poſt=
karte an den Wohnungsausſchuß, Steubenplatz 13, Zimmer 69,
mitzuteilen.
Wir rufen Darmſtadts Bevölkerung auf, den
alten Soldaten einen würdigen Empfang und
ebenſolche Unterkunft zu bereiten.
Darmſtadt, den 22. April 1934.
Bürgermeiſterei.
Wamboldt, kommiſſ. Oberbürgermeiſter.
Der Vorſitzende des Wohnungs=Ausſchuſſes.
Guſtav Lang.
Ins Opferbuch krag Deinen Namen ein,
dann wird er unvergeſſen ſein.
Berichtigung! Der RLB. meldet, daß das Platzkonzert
der Tenokapelle bei der nochmaligen Ausſtellung der
Großtrans=
parente am Samstag abend in Wegfall kommt. Die Ausſtellung
ſelbſt findet von 14—20 Uhr auf dem Adolf=Hitler=Platz ſtatt. Es
iſt die Möglichkeit gegeben, ſich dort ſofort als RLB.=Mitglied
einſchreiben zu laſſen.
Feſtvorſkellung im Union=Theaker
am Reichsſtakthalterkag.
CAnſchließend an den Feſtakt, der zur Feier des
Jahres=
tages der Einſetzung von Gauleiter Sprenger als
Reichsſtatthal=
ter in Heſſen am Abend des 5. Mai in Darmſtadt vor ſich gehen
wird, findet, wie ſchon in der Preſſe bekanntgegeben wurde, im
Union=Theater abends 9.15 Uhr eine Feſtvorſtellung ſtatt, in der
der Film „Heſſen begrüßt ſeinen Reichsſtatthalter” uraufgeführt
wird. Der Film zeigt uns ein Stück Heimatgeſchichte aus
aller=
jüngſter Vergangenheit, den Siegeszug des Hakenkreuzes im
Heſſenkampf, Kriegsbilder, Aufnahmen von dem Ringen zu
Waſ=
ſer und zu Land, Luft, vom Stellungskrieg, aus den Jahren der
Not, vom Rückmarſch und aus den Tagen der Revolution, von
Straßenunruhen, Streiks und Bilder aus der franzöſiſchen
Be=
ſatzungszeit.
Mit der Rheinlandbefreiung und mit dem Beſuch des
Reichs=
präſidenten von Hindenburg in Mainz leitet dieſer, dem Film
gleichſam als Einleitung vorangeſtellte Teil, über zum
Haupt=
teil: „Heſſen begrüßt ſeinen Statthalter‟. Die erſten
Sturm=
abteilungen auf Laſtautos durchfahren das Heſſenland. Dann iſt
unſer Führer Adolf Hitler Reichskanzler geworden und ernennt
den Gauleiter Sprenger, deſſen unermüdlicher und
erfolg=
reicher Arbeit es zu danken iſt, wenn Heſſen in den Kampfjahren
an Erfolgen in erſter Linie genannt wird, zum Reichsſtatthalter.
Heſſen rüſtet ſich, ihn würdig zu empfangen. Ueberall das gleiche
Bild., Städte und Dörfer in reichem Flaggenſchmuck, überall die
gleiche treue Verbundenheit, ob die Jugend oder die
kampf=
erprobten braunen Kolonnen ihren Statthalter begrüßen, mögen
wir ihn auf ſeiner Fahrt nach Zwingenberg oder Alzey, nach
Michelſtadt oder Worms, nach dem maleriſchen Oppenheim oder
Nierſtein begleiten, nach Friedberg oder nach Homberg in das
erſte Kampfgebiet des Gauleiters.
Zu dieſer Feſtvorſtellung hat der Herr Reichsſtatthalter ſein
Erſcheinen zugeſagt.
Evangeliſche Thingſtätte zu Füßen der Warkburg?
EPH. Neuerdings wird die Anregung gegeben, eine beſondere
deutſch=evangeliſche Thingſtätte zu Füßen der Wartburg
einzu=
richten. Als geeignete Oertlichkeit käme die Wartburg=Waldbühne
in Frage, die im vorigen Sommer eingeweiht worden iſt und ſich
gut bewährt hat. Auch hat Eiſenach eine verkehrstechniſch günſtige
Lage. Es müßte dann die Aufgabe ſein, durch Aufführungen
gro=
ßer evangeliſcher Spiele das gewaltige Erlebnis der deutſchen
Landſchaft mit der Wartburg und dem Werk Martin Luthers zu
vermitteln.
Verbilligte Sonderfahrt zur Berliner Ausſtellung. Wer
zu dem außerordentlich verbilligten Fahrpreis von 22,50 RM.
für die Hin= und Rückfahrt mit D=Zugs=Sonderzug nach Berlin
zum Beſuche der gewaltigen Ausſtellung „Deutſches Volk —
Deut=
ſche Arbeit” fahren will, der kann ſich noch bei ſofortiger
Anmeldung in der Teilnehmerliſte, die in der Heſſ.
Handwerks=
kammer, Darmſtadt, Hügelſtraße 16 I., aufliegt, eintragen laſſen.
Abfahrt am Himmelfahrtstag (Donnerstag, den 10. Mai d. J.),
vormittags. Rückfahrt ab Berlin Sonntag, den 13. Mai d. J.,
12 Uhr nachts. Der Sonderzug führt auf der Hin= und Rückfahrt
einen Speiſewagen mit ſich.
Seite 6 — Nr. 123
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 5. Mai 1934
Aufruf des Heſſiſchen Staatsminiſters
zur Entwicklung der Schweineſleiſchpreiſe.
Mit der Machtergreifung durch die nationalſozialiſtiſche
Re=
gierung und der von ihr veranlaßten Neuordnung der
Fettwirt=
ſchaft hatten die Schweinepreiſe im vergangenen Jahr eine
Ent=
wicklung genommen, die dem Bauerntum nach jahrelangen
Ver=
luſten einen gerechten Preis ſicherten, ohne daß dadurch der
Ver=
braucher eine weſentliche Mehrbelaſtung erfuhr.
In den letzten Wochen iſt dieſer für den Bauer gerechte
Preisſtand durch eine rückläufige Entwicklung der Schweinepreiſe
abgelöſt worden, die zum Teil durch Umſtände veranlaßt wurde,
die mit nationalſozialiſtiſchem Denken und Handeln nicht in
Ein=
klang ſtehen und als Sabotage des nationalſozialiſtiſchen
Aufbau=
werkes zu betrachten ſind.
Der Bauer als die Grundlage der Nation darf nicht der
Spielball einzelner gewiſſenloſer Elemente werden, die
unter Ausnutzung ſeiner Notlage und ohne Rückſicht auf
ihren eigenen Berufsſtand zu unzureichenden Preiſen
ein=
kaufen und einen erheblichen Zwiſchengewinn für ſich
ein=
heimſen.
Um dieſen und ähnlichen Mißſtänden abzuhelfen, habe ich
ſoeben u. a. eine Bekanntmachung betreffend den Handel mit
Vieh auf dem Schlachtviehmarkt in Mainz erlaſſen, wonach
zukünftig nur ſolche Perſonen zum Handel auf dem größten
heſſiſchen Schlachtviehmarkt zugelaſſen werden, die als
ehr=
bar und zuverläſſig anzuſehen ſind und einen beſtimmten
Jahresumſatz nachweiſen. Darüber hinaus erwarte ich von
dem Metzgergewerbe und dem Handel, daß ſie möglichſt bei
ihren Aufkäufen auf dem Lande die gleichen Preiſe für
Schlachtſchweine zahlen, wie ſie ſich auf Grund der
amt=
lichen Marktnotiz abzüglich der tatſächlichen Marktunkoſten
ergeben,
Auko=Sternfahrk zur Saarkundgebung
am 6. Mai in Zweibrücken!
Zu der großen Saar=Kundgebung der Reichsregierung mit
Reichsminiſter Dr. Goebbels am 6. Mai in Zweibrücken
(Pfalz) treffen ſich die Teilnehmer an der Autoſternfahrt des
Gaues Heſſen=Naſſau je nach Lage ihres Wohnorts an den
Start=
plätzen Frankfurt a. M. (Börſenplatz), Darmſtadt (Paradeplatz),
Mainz (Schillerplatz).
Der Start erfolgt pünktlich 6 Uhr vormittags in Frankfurt
bzw. 6.30 Uhr in Darmſtadt und Mainz. Die Teilnehmer des
Reichsverbands Deutſcher Rundfunkteilnehmer und des Deutſchen
Funktechniſchen Verbandes, der Funkwirtſchaftlichen Verbände,
des NSKK. und der HJ. fahren gemeinſam. Den Anordnungen
der Kolonnenführung iſt unbedingt Folge zu leiſten. Die drei
Kolonnen haben die Fahrt ſo einzurichten, daß ſie punkt 8 Uhr
in Worms, Mainzer Straße 11, zuſammentreffen zu
gemein=
ſamer Weiterfahrt, die über Frankenthal. Bad Dürckheim,
Fran=
kenſtein, Kaiſerslautern, Waldfiſchbach, Biebermühle nach
Zwei=
brücken geht. Die Kundgebung in Zweibrücken wird eröffnet durch
eine große Veranſtaltung des Reichsverbandes Deutſcher
Rund=
funkteilnehmer, die punkt 12 Uhr beginnt. Anſchließend
gemein=
ſames Mittageſſen. Von 15—16.30 Uhr ſprechen Reichsminiſter
Dr. Goebbels und Gauleiter Bürgel.
Die Rückfahrt erfolgt ſo rechtzeitig, daß jeder Teilnhmer am
gleichen Tage abends wieder zuhauſe ſein kann.
An alle Mitglieder der oben genannten Verbände im Gau
Heſſen=Naſſau, die Kraftwagen oder Krafträder beſitzen, ergeht
nochmals der Aufruf ſich durch geſchloſſene Beteiligung an der
Sternfahrt in den Dienſt des Saargedankens zu ſtellen.
Steuer= und Wirkſchaftskalender
für die Zeit vom 1. bis 15. Mai 1934.
Ausſchneiden!
Aufbewahren!
1. Mai: Letzter Tag für die Entrichtung des
Schulgel=
des für die Darmſtädter höheren Schulen und die
gewerblichen Fortbildungsſchulen für den Monat
April 1934 an die Stadtkaſſe. (Schonfriſt bis
11. Mai 1934.)
5. Mai: Abgabe der Beſcheinigung an die
Finanz=
kaſſe, daß die Summe der im Monat April 1934
abgeführten Steuerabzugsbeträge mit der Summe
der im gleichen Monat einbehaltenen
Steuerbe=
träge übereinſtimmt. (Keine Schonfriſt.)
5. Mai: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit
vom 16. bis 30. April 1934 erfolgten
Lohnzah=
lungen. Falls die bis zum 15. April 1934
einbe=
haltenen Lohnſteuerbeträge den Betrag von
200.— RM. nicht überſtiegen haben, Abführung
der Lohnſteuer für die in der Zeit vom 1. bis
30 April erfolgten Lohnzahlungen. (Keine
Schonfriſt.)
5. Mai: In gleicher Weiſe wie vorſtehend Abführung der
Eheſtandshilfe bei Lohnempfängern.
5. Mai: Entrichtung der Arbeitsloſenhilfe für die
nicht ſozialverſicherten Arbeitnehmer an die
Finanzkaſſe.
5. Mai: Abführung der Bürgerſteuer, ſoweit dieſe
im Monat April 1934 von den Arbeitgebern durch
Lohnabzug einzubehalten und nicht bereits am
20. April 1934 abzuführen, war. (Keine
Schon=
friſt.)
5. Mai: Ablaufder Schonfriſt für das am 25. April
1934 fällig geweſene erſte ſtaatliche Ziel (
Voraus=
zahlung auf die ſtaatliche Grundſteuer
Son=
dergebäudeſteuer und Gewerbeſteuer.
6. (7.) Mai: Vorlage der Aufſtellung der
Deviſen=
geſchäfte, die von einem Unternehmen mit
genereller Genehmigung zum Deviſenerwerb im
Monat April 1934 getätigt worden ſind.
10. (11.) Mai: Anmeldung und Zahlung der
Börſenumſatz=
ſteuer, ſoweit dieſe im Abrechnungsverfahren
zu entrichten iſt. Abrechnung für April 1934.
Keine Schonfriſt.
10. (11.) Mai: Umſatzſteuer=Vorauszahlung und
Voraus=
zahlung für die monatlichen Zahler für den
Monat April 1934. (Schonfriſt bis 17. Mai 1934.)
11. Mai: Ablauf der Schonfriſt für die Entrichtung
des Schulgeldes für die Darmſtädter höheren
Schulen und die gewerblichen Fortbildungsſchulen
für den Monat April 1934.
10. (11.) Mai: Entrichtung der 2. Rate der Bürgerſteuer
für Veranlagte. Näheres iſt aus dem roten
Bürgerſteuerbeſcheid für 1934 zu entnehmen.
15. Mai: Entrichtung der erſten Rate der
Kirchen=
ſteuer für 1934/35, falls der Steuerbeſcheid bis
dahin zugeſtellt iſt. Ein Teil der Beſcheide iſt
bereits herausgegangen.*)
15. Mai: Vorauszahlung auf die Vermögensſteuer.
erſte Vierteljahresrate für das Rechnungsjahr
1934/35.
15. Mai: Einkommenſteuervorauszahlung der
Landwirtſchaft ſoweit nicht wie in den
meiſten Fällen, lediglich die landwirtſchaftliche
Einheitsſteuer zu entrichten iſt
H. W. Wohmann.
Soweit die Kirchenſteuerbeſcheide bis zum 15. Mai 1934
nicht zugeſtellt wurden, iſt das erſte Ziel ſpäteſtens 14 Tage nach
Zuſtellung des Kirchenſteuerbeſcheides zu entrichten.
Vermißt wird ſeit 3. Mai die ledige, 33jährige Annamaria
Schaider aus Lorſch. Sie iſt ſchon ſeit längerer Zeit
nerven=
leidend und dürfte umherirren. Es iſt auch möglich, daß ſie ſich
ein Leid antut. Sie iſt 1,70 Meter groß, ſchlank, hat blaſſes
Ge=
ſicht dunkelblondes Haar, blaugraue Augen. Beim Weggang trug
ſie braunes Kleid, blauen Mantel, ſchwarze, faſt neue Halbſchuhe
und handgeſtrickte Strümpfe. Sachdienlichs Nachrichten an die
Ver=
mißtenzentrale des Landeskriminalpolizeiamtes Darmſtadt erbeten.
Insbeſondere gilt dies für diejenigen Fälle, in denen der
Land=
metzger am Wohnort oder einem Nachbarort einkauft.
Ich kann nicht zulaſſen, daß z. B. draußen auf dem Lande
Preiſe gezahlt werden, die ganz erheblich unter den
amt=
lichen Marktnotizen abzüglich der tatſächlichen
Markt=
unkoſten liegen.
Auf Grund beſonderer Vereinbarung zwiſchen Metzgergewerbe
und Bauernſchaft iſt auch bei Direktkäufen, die auch nach
Lebend=
gewicht erfolgen dürfen, auf dem Lande der Schlußſchein zuläſſig.
Ich erwarte, daß die Vereinbarung ſtreng eingehalten wird.
Im übrigen bin ich geſonnen, gegen alle diejenigen mit
unerbittlicher Strenge einzuſchreiten, welche die Notlage
des Bauern in eigenſüchtiger Weiſe für ſich ausnützen und
damit das Aufbauwerk der Reichsregierung ſchädigen.
Auch kann ich nicht zulaſſen, daß Schweine aus niedrigen
Quali=
tätsklaſſen zu den Fleiſchpreiſen für höhere Qualitätsklaſſen
ver=
kauft werden und die Gewinnſpanne in ungerechtfertigtem
Aus=
maß erhöht wird. Hier darf und kann nur der Grundſatz gelten,
daß der Bauer den gerechten Preis erhält und der Verbraucher
die entſprechende Qualität bekommt.
An die geſamte Bevölkerung richte ich die
ernſte und dringende Bitte, daß jeder
Ein=
zelne den geordneten Ablauf der Vieh= und
Fleiſchverſorgung unter dem Geſichtspunkt,
daß auch dem Bauer der gerechte Lohn zuteil
werden muß, überwachen hilft und mir alle
diejenigen Fälle zur Kenntnis bringt, die
ein Einſchreiten meinerſeits erfordern.
Jung.
Aus den Darmſtädker Lichtſpiel=Theakern.
* Helia=Theater: „Frühlingsmärchen”.
Die Warnung des Untertitels in dieſem Film: „Verlieb dich
nicht in Sizilien!” iſt in den Wind geſprochen, denn eben das tun
die beiden Hauptperſonen, die Operettendiva Claire Lehmann
(Claire Fuchs) und der Heldentenor Manfred Norden (Maris
Wetra). Er iſt der Angebeteten, die er nur auf der Bühne
in Berlin ſah, nach Taormina nachgereiſt und bezaubert ſie dort,
in der Verkleidung eines italieniſchen Fiſchers, durch ſeinen
Ge=
ſang. Claire glaubt eine großmütige Tat zu begehen, als ſie
ihrem Theaterdirektor den von ihr entdeckten Tenor zuführt. Zu
ihrer Ueberraſchung muß ſie erfahren, daß der vermeintliche
Fiſcher ihr bereits längſt engagierter Partner für die nächſte
Operette iſt. Den Rahmen um dieſe kleine Verwechſlungs= und
Liebesgeſchichte bildet die ſizilianiſche Landſchaft, die von der
Kamera in verlockend ſchönen Bildern eingefangen iſt anderer=
ſeits die Welt „hinter den Kuliſſen‟. Der Regiſſeur Carl
Froelich hat ſie durch die ironiſche Brille betrachtet und bringt
eine luſtige Parodie der landläufigen Operette, die unbedingt
unter ruſſiſchen Großfürſten ſpielen muß, auf die Leinwand, dazu
köſtliche Karikaturen eines ungariſchen Komponiſten (H P.
Herrmann), eines Librettiſten aus Finſterwalde (H. v.
Meyering) und eines Berliner Theaterdirektors mit
chroni=
ſchem Zipperlein Jakob Tiedtke). Auch der italieniſche Maeſtro
(Livio Pavanelli) und die unentbehrliche Garderobieren=
Mutter (Ida Wüſt) fehlen in dem luſtigen Enſemble nicht. —
Die beiden Hauptdarſteller, deren Stimmen ganz ausgezeichnet
herauskommen haben, reichlich Gelegenheit zum Singen durch
die vielen Schlager, die Milde=Meißner in den Film
hin=
einkomponiert haben.
Im Beiprogramm wirbt der Film „Deutſcher fliege!”
mit ganz ausgezeichneten Flugaufnahmen in eindringlicher Weiſe
für die deutſche Luftfahrt. Zum Schluß richtet Luftfahrtminiſter
Hermann Göring an die deutſche Jugend die ernſte Mahnung,
den Geiſt der Flieger des Weltkriegs in Opferbereitſchaft und
Pflichterfüllung lebendig zu erhalten.
Idar=Oberſtein.
Am Sonntag, den 6. Mai fährt die Reichsbahndirektion
Mainz einen Sonderzug mit 60 Prozent Fahrpreisermäßigung
von Darmſtadt über Mainz Gau=Algesheim, Bad Kreuznach in
das Nahetal nach Idar=Oberſtein, dem alten gewerbsfrohen
Nahe=
ſtädtchen mit ſeiner überaus reizvollen Umgebung. Frei und
ſchön zeigt ſich das Panorama von der tief in die ſteile
Berg=
wand hineingebauten Felſenkirche, die in deutſchen Landen nicht
ihresgleichen hat. Aber auch von der Höhe des Schloßberges aus.
auf dem ſich die Ruinen der beiden Oberſteiner Schlöſſer
er=
heben, genießt man den weiten Rundblick über die Höhen und
das flußdurchrauſchte Tal. Auf ſchönen Wegen, mitten durch den
lichten Frühlingswald, gelangt man dorthin und betrachtet ſich
die trotzigen Baſteien und Türme, um die Frau Sage ihr
immer=
grünes Netz ſpannt. Viel Anregung bietet die neue große
Ge=
werbehalle in Idar, die eine umfaſſende Sammlung aller
Er=
zeugniſſe der bis auf Römerzeiten zurückgehenden, im
Welthan=
del berühmten Edelſteininduſtrie des Landes enthält und
köſt=
liche Stücke unbearbeiteten und bearbeiteten Materials aufweiſt.
Wer an der Sonderfahrt, die in jeder Beziehung genußreich
wer=
den wird, teilnimmt hat Gelegenheit, die Achat= und
Edelſtein=
ſchleifereien im Betrieb zu beſichtigen. Näheres über die Fahrt
iſt aus den auf den Bahnhöfen und bei den Mitteleuropäiſchen
Reiſebüros uſw. angeſchlagenen Aushängen zu erſehen.
Die Maigläckchen blühen!
In unſeren Buchenwäldern haben die Maiglöckchen begonnen
zu blühen und ihr wunderſamer Duft erfüllt die Luft. Die
Ger=
manen kannten ſchon dieſe zarte Blüte. Sie hatten ſie der Göttin
Oſtara geweiht, die als Göttin des aufſteigenden Lichts und des
Frühlings freudig verehrt wurde. Die Maiblume war ihr als
Opfergabe geweiht; die Frühlingsblüte, mit den weißen Glöckchen
wurde eifrig geſucht an den verborgenen Stellen des Waldes, die
es zu ſeinem Standort wählt. Die Blume galt auch als
Glücks=
bringerin in der Liebe. Im Mittelalter experimentierte man
viel=
fach mit ihr gegen mancherlei Krankheit; man maß ihrer
eigen=
artigen Schönheit allerlei Zauberkräfte zu. Ganz beſonders
heil=
kräftig ſollte ſie ſein, wenn ſie vor Tag noch, mit Tautropfen
be=
ſät, gepflückt wurde. Wir lieben die Blume ihrer Schönheit und
ihres Duftes wegen ſehr, aber wir wiſſen auch, daß ſie ziemlich
giftig iſt, und daß man ſie mit einiger Vorſicht pflücken und
nie=
mals ihren Stengel in den Mund nehmen ſoll.
Vereins= und lokale Beranſtalkungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Herr Prof. Max Pauer, deſſen Beethoven=Abend ſo be=
geiſterten Widerhall gefunden hat, wird Samstag, den 12. Mai,
im Saale der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt, abends 8 Uhr,
einen 2. Abend, diesmal mit Werken von Bach und Mozart
ver=
anſtalten. Man darf wohl hoffen, daß dieſer Abend beſonderen
Anklang, finden wird, da es wohl zu den großen Seltenheiten
ge=
hören dürfte, in ſo edler Art klaſſiſche Werke großer deutſcher
Mei=
ſter in ſich aufnehmen zu können. Zum Vortrag gelangen: Bach:
Italieniſches Konzert, Partita, C=Moll, (Oupertüre, Allemande,
Courante, Sarabande, Rondo, Capriccio), Präludium und Fuge,
F=Moll, W. K. I., Phantaſie und Fuge, A=Moll Mozart:
Phan=
taſie und Fuge, C=Dur, Rondo P=Dur (für eine Spieluhr), Gigue,
(*Dur, Sonate. D=Dur (Köchel 450). — Eintrittskarten zum
Preiſe von 2— RM. im Sekretariat der Städt. Akademie.
Mit=
glieder der Reichsmuſikkammer und Ausbildungsſchüler erhalten
Ermäßigung.
Verein ehem. 117er Darmſtadt. Auf den heute
abend im Vereinslokal ſtattfindenden Kameradſchaftsabend wird
aufmerkſam gemacht. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet.
Tageskalender.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Beſſunger Lichtſpiele: „Drei blaue Jungs,
blondes Mädel”.
Aus der NSDAP.
Erholungsheim der SA. für Kinder von SA.-Männern
NSK. Das Preſſeamt der Oberſten SA.=Führung teilt mit:
Stabschef Röhm hat in Holſtein ein Erholungsheim
gegrün=
det und gibt hierzu folgenden Erlaß heraus:
„In den hinter uns liegenden 14 Kampfjahren haben
körper=
liche und geiſtige Entbehrungen, ja Not in vielen SA.=Familien
ſchweren geſundheitlichen Schaden angerichtet, vor allen Dingen
aber bei den Kindern.
Dieſe Schäden nach Möglichkeit zu beheben, iſt ein beſonderer
Herzenswunſch von mir.
Die Sorge meiner SA.=Kameraden und Mitkämpfer um die
Geſundheit ihrer Kinder, um ihre eigene iſt auch meine Sorge.
Ich habe daher nach Zuſtimmung des Führers für
erholungs=
bedürftige Kinder von SA.=Männern auf zwei ehemaligen
Herren=
ſitzen in landſchaftlich ſchöner und geſunder Lage Holſteins, in der
Nähe von Bad Oldesloe, ein Erholungsheim für 320 Kinder von
SA.=Männern ſowie für etwa 50 SA.=Führer mit und ohne
Fa=
milie errichten laſſen.
Ich hoffe, daß die Heime von den Pfleglingen baldmöglichſt
und voll beſetzt ſind, damit ſie ihren Zweck ganz erfüllen.
gez.: Röhm.”
In den Durchführungsbeſtimmungen befiehlt der Stabschef,
daß die Koſten für die Unterbringung der Kinder von der
Ober=
ſten SA.=Führung getragen werden. Bei den SA.=Gruppen
wer=
den Meldeſtellen errichtet, die die Anträge zur Aufnahme
ſam=
meln und weiterreichen.
Nicht eindringlicher kann ſich eine Führernatur offenbaren,
als in der unabläſſigen Sorge für das Wohl der Geführten. Aus
dieſer Sorge lieſt der Gefolgsmann die Gewißheit ab, daß der
Führer ihn kennt und verſteht, daß ſein Auge ihn immer ſieht,
wo er auch ſtehen und was er verrichten mag, ob im freiwilligen
Dienſt, ob außer Reih und Glied als Menſch für ſich allein
Vor einigen Wochen gibt Stabschef Röhm ſeinen SA.=
Män=
nern den Iuli als Urlaubsmonat zum Ausruhen und zum
Zuſammenſein im Familienkreiſe. Heute gelten ſeine Gedanken
den Kindern ſeiner verheirateten SA.=Männer,
Ihnen ſoll eine Sorge genommen werden, die zurückgeht bis in die
Zeit, wo der Kämpfer Exiſtenz und Einkommen, Familienfrieden
und Bürgerbehagen beiſeiteließ, weil er ſich nur dem Ringen um
den Sieg der nationalſozialiſtiſchen Idee hingab. Da gilt es
nach=
zuholen. Ueber ſein kräftiges, geſundes Kind, das in Gottes freier
Natur wieder Lachen gelernt und Entbehrungen vergeſſen hat, ſoll
der alte SA.=Mann und Vater wieder von Herzen froh werden.
So will es der Stabschef und jeder fühlt es: Er iſt in Wahrheit
mein Führer, weil er mein beſter Kamerad iſt.
i Kan
vrzu
ders al
Kreisleitung Darmſtadt.
Am Samstag, den 5. Mai, kommt der Reichsſtatthalter zum
Jahrestag ſeiner Ernennung nach Darmſtadt. Die Politiſchen
Leiter der Ortsgruppen 1 bis 9 treten um 7.30 Uhr geſchloſſen
auf dem Marktplatz an und nehmen zur Seite der Rednerkanzel
Aufſtellung. Führung: Pg. Dr. Weihl. Genaue Platzanweiſung
folgt noch.
Ortsgruppe Steinberg.
ſtitt, bei.
Judenf=
durd
üir die
*
lung ſtatt. Es ſpricht der Referent für Raſſefragen in der SS.
Pg. Dr. Holler. Erſcheinen iſt Pflicht!!
Ortsgruppe Maintor.
Montag, den 7. Mai, findet im Concordiaſaal eine
Mitglie=
derverſammlung ſtatt. Es ſpricht Pg. Bareis=Auerbach. Erſcheinen
der Pg. iſt Pflicht. Entſchuldigung ſchriftlich und nur in dringen
den Fällen.
Ortsgruppe Schloßgarten.
Am Montag, den 7. Mai abends 20.30 Uhr, findet im Saal Treffen der
der „Krone” Schuſtergaſſe, eine ordentliche Mitgliederverſamme
am 5.
Um
Die Ortsgruppe veranſtaltet am Sonntag, den 6. Mai, einen
Opfergang zum Opfertempel der NSV. auf dem Adolf=Hitler=
Platz. Die geſamte Parteigenoſſenſchaft tritt pünktlich um 10.453
Uhr auf dem Dietrich=Eckart=Platz an und begibt ſich von hier aus.
unter Vorantritt einer Muſikkapelle, geſchloſſen zum Opfertempel
der NSV., um ſich in das Opferbuch einzutragen. Gerade wir
Nationalſozialiſten wollen als wahre Sozialiſten der Tat unſer
Möglichſtes zum Gelingen des großen Werkes beizutragen. Die
Be=
teiligung an dieſem Opfergang und das Einzeichnen in das
Opfer=
buch mache ich daher jedem Parteigenoſſen zur Pflicht! Auch die=
Parteigenoſſen, die ſich bereits in das Opferbuch eingetragen ha=, bitte ich, am Marſch zum Opfertempel teilzunehmen, um die=
Veranſtaltung zu einer wurdigen Kundgebung zu geſtalten.
NS. Frauenſchaft Darmſtadt.
Die Geſchäftsſtelle der NS. Frauenſchaft, Rheinſtr. 48, iſt ab
3 Mai 1934 für das Publikum täglich geöffnet von 10 bis 12:
Uhr vormittags und 2 bis 3.30 Uhr nachmittags, außer Samstag ! P9ug der
nachmittags. Die Sprechſtunden bei der Kreisleiterin ſind täglich
nur vormittags von 10 bis 12 Uhr.
Wir machen die Ortsgruppenleiterinnen von Darmſtadt=Stadt
darauf aufmerkſam, daß ſie ihre Karten zum Vorverkauf für den
Film „Das Erwachen der deutſchen Seele” im Braunen Halb
Rheinſtraße 48 in Empfang nehmen können. Der Film läſt
am 13. Mai, abends, in der Woogsturnhalle. Die Karten müſſen
bis ſpäteſtens Freitag, 4 Uhr, abgeholt ſein.
Ab 2. Mai, 8 Uhr abends, hält Pgn. Liſi Paupié in der Küche
des NSV.=Heims, ihren Kochkurſus ab. Die Zubereitung jeglichet
Krankenkoſt. Abgabe von Koſtproben und Rezepten, pro Abend”
1 RM., dient zur Deckung der Unkoſten. Rege Beteiligung en
wünſcht. 7. Mai: Gallenſchonkoſt, 8. Mai: Nierendiät, 14. Mai*
Zuckerdiät, 15. Mai; Gicht u. a. m.
NS. Frauenſchaft, Ortsgruppe Maintor.
Die nächſte Zuſammenkunft findet Dienstag, den 8. Mai, umu
20 Uhr, in der Gaſtſtätte „Gutenberg” ſtatt.
NSBO.
Die Geſchäftsſtelle der Kreis=Betriebszellen=Abteilung unde
der Deutſchen Arbeitsfront, Rheinſtraße 21, bleibt wegen dringens
der organiſatoriſcher Arbeit Donnerstag, Freitag und
Samstag=
für jeglichen Publikumsverkehr geſchloſſen.
Gleichzeitig machen wir darauf aufmerkſam, daß ſich die Rechtse
ſtelle der Deutſchen Arbeitsfront in der Peter=Gemeinder=Str. 210
befindet. Die Deutſche Arbeitsfront iſt ab 30. April geſperrt.=
Kreisſchulungsleiter.
Sonntag, 6 Mai: Sonderlehrgang und
Rednerausbildung=
der Schulungsobmänner, des Kreiſes Darmſtadt im kleinen Saal
des Hanſahotels. Beginn 8.30 Uhr vormittags Erſcheinen
ſämt=
licher Schulungsobmänner des Kreiſes iſt Pflicht. Der Beſuch der
Hilfs= und Kreisredner iſt zu empfehlen.
NS.=Kriegsopferverſorgung, Ortsgruppe Darmſtadt.
Die Geſchäftsſtelle der Ortsgruppe befindet ſich Eliſabethene
ſtraße 34 II. (Möbelhaus Alter), Zimmer 25. Die Sprechſtunden
ſind Dienstags und Freitags von 9—12 Uhr und nachmittagss
von 4—6 Uhr.
Die Kaſſenwarte der einzelnen Stützpunkte werden gebelk
zwecks Beitragsabrechnung ab 18 Uhr in der Geſchäftsſtelle d."
Ortsgruppe, Eliſabethenſtraße 34 II., ſich einfinden zu wollen.
Die Mitgliederſperre iſt ſeit 1. April 1934 wieder aufgehod.‟
und können wieder Neuaufnahmen entgegengenommen werden.
Wir richten hiermit nochmals den dringenden Appell.S
ſämtliche Kriegsbeſchädigten, Kriegerhinterbliebenen, Kriegete.
eltern, die bis jetzt noch außerhalb der NSKOV. ſtehen, ſich une
ſeren Reihen angliedern zu wollen. Es darf heute keine Krieges
opfer mehr geben, die noch abſeits ſtehen der großen Volksgemeile
ſchaft unſeres Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler.
An alle Bekriebszellenobmänner,
Kreisbekriebszellen-
ämker und an ſämkliche Firmen!
Mitte Mai wird in Mainz die erſte Ausſtellung eröffner, de
ſich mit der Schönheit und würdigen Ausgeſtaltung des Arbeits”
platzes befaßt. Es ergeht an alle obengenannten Stellen di*
Bitte durch Zurverfügungſtellung von geeignetem Materiſte”
Lichtbildern. Modellen uſw. an der Ausſtellung mitzuwirkeſ=
Samstag, 5. Mai 1934
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ez: Röhn
der Stab
von der 91
Gruppen
ziſt *
Bericht über den Nakionalfeiertag in Traiſa.
Bereits am Vortage des Tages der nationalen Arbeit
zei=
gen alle Häuſer prächtigen Fahnenſchmuck, wobei das Symbol der
nationalen Revolution überwiegend herausleuchtet. Froh und
mit Feierabendſtimmung erwartet am 30. April 1934 die
Bevöl=
kerung das Einholen des Maibaumes Jungvolk und BDM.
trommeln und ſingen zur feierlichen Aufſtellung. Lieder, Tänze
und Muſikſtücke geben dieſer Feierſtunde ein volkstümliches
Ge=
präge.
Die Hitler=Jugend iſt in der Zwiſchenzeit nach dem Berg
abmarſchiert. Schweigend iſt der Anmarſch. Die Scharen
grup=
pieren ſich um den Holzſtoß und erneuern zum Anfang ihre Treue
in dem Lied „Wenn alle untreu werden, ſo bleiben wir doch
treu”. Mahnende Worte des Gefolgſchaftsführers und des
Feuerſprechers weiſen die jungen Kämpfer auf die Bedeutung
dieſes beginnenden Feiertages hin. Wie Fanfarenrufe tönen die
Namen unſerer toten Kameraden durch die Stille der Nacht. Tief
ergriffen und neugeſtärkt ziehen die Scharen ſchweigend nach
Hauſe.
Am frühen Morgen des 1. Mai ruft die geſamte Jugend die
Bevölkerung zur Jugendkundgebung auf dem Marktplatz
zuſam=
men. Nach dem alten Kampflied „Morgen marſchieren wir in
Feindesland” richtet Unterbannführer Plößer mahnende Worte
an ſeine Kameraden: Wie ganz anders ſind die Menſchen, das
Volk und das Leben in dieſem Volk geworden, wenn wir den
1. Mai 1934 mit denen der Kampfjahre vergleichen. Damals
waren es Zeiten des Kampfes und des Leidens. Der
National=
ſozialismus mußte in das Volk hinausgetragen werden. Heute
aber hat jeder Volksgenoſſe den Nationalſozialismus zu leben.
Wir Kameraden der Hitler=Jugend haben die Pflicht, denſelben
vorzuleben. Aber dieſer 1. Mai des Jahres 1934 iſt auch ganz
anders als der des Jahres 1933. Damals marſchierten in den
Feſtzügen evangeliſche, katholiſche und bündiſche
Jugendver=
bände mit ihren Fahnen und Wimpeln mit Heute, meine
Kame=
raden, können wir mit Stolz ſagen, daß wir dieſe Jugend erfaßt
haben. Deutſchlands Jugend marſchiert im Braunhemd! Wir
haben uns ſomit die Stellung als Staatsjugend erkämpft und
ſind nicht eingegliedert oder gleichgeſchaltet worden. 21
Kame=
raden ſind für unſere Idee vorgeſtorben, wir haben ihnen
nach=
zuleben.
Der Führer des Unterbanns 115/II
m. d. F. b. gez. Plößer.
Scharführer.
Aus dem Kreis Erbach!
Am Himmelfahrtstag findet auf der Spreng eine Kundgebung
ſtatt, bei der Pg. Borchert, Darmſtadt, über das Thema: Die
Judenfrage ſprechen wird. Eingeleitet wird dieſe
Kundge=
bung durch eine Frühſternwanderung. Da der Beginn der
Kund=
gebung auf 8.30 Uhr morgens feſtgeſetzt wurde, muß die
Abmarſch=
zeit für die Sternwanderung ſo gehalten werden, daß die
Teilneh=
mer zwiſchen 8 und 8.30 Uhr auf der Spreng eintreffen. Alle
Volksgenoſſen des Kreiſes Erbach — Arbeiter und Angeſtellte,
Frauen, Bauern, Beamte, freie Berufe und Gewerbetreibende —
werden aufgefordert, ſich an der Sternwanderung zu beteiligen
und an der Kundgebung teilzunehmen. Der Himmelfahrtstag
gibt ſo durch die Sternwanderung die Gelegenheit, alle
Volksge=
noſſen des Kreiſes in engſter Gemeinſchaft für einige Stunden auf
der idylliſch gelegenen Spreng zuſammenzuführen und gleichzeitig
die Möglichkeit, über das wichtige Thema, die Judenfrage,
wei=
teres zu hören.
Heil Hitler!
gez. Schott, Kreis=Amtsleiter;
gez. Hofferbert, ſtellv. Kreisamtsleiter.
NSDAP., Kreis Heppenheim.
Treffen der politiſchen Leiter des Kreiſes in Wald=Michelbach,
am 5. und 6. Mai 1934.
Um noch etwa beſtehende Unklarheiten zu zerſtreuen, weiſe
ich darauf hin, daß die Teilnahme an dem Amtswaltertreffen in
Wald=Michelbach für ſämtliche politiſchen Leiter der Kreisleitung,
der Ortsgruppen und Stützpunkte Pflicht iſt, und daß
Entſchul=
digungen nur bei Erkrankung und in ſonſtigen, ganz dringenden
fällen, angenommen werden. Da derartige Treffen in
regel=
mäßigen Abſtänden durchgeführt werden und jedesmal über die Verbindung damit der Aufklärung der Mitglieder über die
Rich=
ſiehlenden politiſchen Leiter Liſte geführt wird, ſo beſteht ohne
veiteres die Möglichkeit, notoriſche Drückeberger, bzw. ſolche, die Es wurden die Mängel und Fehler aufgezeigt und Ratſchläge
hr Amt nur um des Amtes und des Dienſtranges willen bekleiden,
zu ermitteln.
Es wird angetreten im Dienſtanzug mit Torniſter, Brotbeu= in bezug auf Baumpflege noch viele Wünſche offen bleiben.
ſel und Feldflaſche. Eine warme Decke, Eßnapf und Eßbeſteck und
ie noch keine Amtswalteruniform beſitzen, treten im Braun= fahren. Er mußte ſofort ins Städtiſche Krankenhaus verbracht
ſend an.
NSDAP., Ortsgruppe Wald=Michelbach.
Am Montag, 7. Mai, abends 8.30 Uhr, findet im Parteilokal
Valdenberger ein Mitgliederappell unter Mitwirkung des SA.=
Nuſikzuges ſtatt. Kreisſchulungsleiter Pg. Glaſer ſpricht. — von 1896 bis zu ſeiner im Jahre 1921 erfolgten
Ruheſtands=
für die Mitglieder aller Gliederungen iſt das Erſcheinen unbe= verſetzung — der hieſigen Oberförſterei vor. Als gewiſſenhafter
ſingt Pflicht. Die übrige Bevölkerung iſt herzlich eingeladen.
NSDAP., Kreis Bensheim.
ſagung der Schulungsobleute.
Sonntag, 6. Mai, vormittags 10 Uhr, findet im
Bahnhofs=
otel zu Bensheim die terminmäßige Arbeitstagung der
Schu=
ungsobleute des ganzen Kreiſes ſtatt. Alle Ortsgruppen und
ſtützpunkte müſſen durch ihre Schulungsobleute bzw. Schulungs=
„uß der Hoheitsträger ſelbſt anweſend ſein, um dem
Kreisſchu=
zungsleiter geeignete Vorſchläge zu machen.
laſſenwarte.
Es fehlen bis jetzt noch eine ganze Anzahl
Mitgliederſtands=
eldungen, die ſofort an die Kreisleitung einzureichen ſind. Die kallbrühe gegen die in Obſtbaukreiſen ſehr gefürchtete
Schorf=
euen Ortsgruppen und Stützpunkte rechnen für den Monat April
eſtmals ſelbſtändig ab. Demzufolge ſind die Mitglieder bei den
üheren Ortsgruppen in Abgang und den neuen OG. und StP. in fügt dem Obſtbau ſo große Verluſte zu und bietet gleichzeitig
der=
ugang zu bringen.
ülanzen für März und April.
lonatsbilanz für den Monat März eingereicht. Die Bilanz
ir den Monat April iſt, ebenfalls von den Ortsgruppen und wendung wird dem Obſtbauer viel Schaden und Aerger obendrein
tützpunkten noch nicht eingereicht. Sämtliche Kaſſenwarte wer= erſpart. Spritzmittel können durch den Obſt= und
Gartenbauver=
in dringend erſucht, dieſe Bilanzen ſofort einzureichen. Die ein, der auch ſeine Obſtbaumſpritzen zur Verfügung ſtellt,
be=
klanzen ſind regelmäßig mit der Mitgliederſtandsmeldung
pünkt=
h an die Kreisleitung einzuſenden.
Ltsgruppe Bensheim.
ſe Anſchriften umgehend der Ortsgruppe mitzuteilen, ſoweit
ds bis jetzt noch nicht geſchehen iſt.
Wochendienſtplan der Techniſchen Nothilfe.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 123 — Seite 7
Werbegbteilung. Marſtall zur Aufſtellung der
Trans=
parente für den RLB. Der ſonſtige Dienſt für Samstag
bleibt beſtehen.
Enntag, den 6. Mai: Dienſtfrei.
lontag, den 7. Mai: 20.00 Uhr: Gas= und Luftſchutzabteilung:
Zug 1 Antreten im Marſtall zur Uebung. Zug 2 Treffpunkt
Maſchinenbauſchule zum Unterricht. Zug 3 Antreten an der
Hauptfeuerwache, 20.00 Uhr: Antreten des Spielmannszuges
im Marſtall. 20.30 Uhr: Einzelprobe des Muſikzuges im
Verkehrslokal „Reichskrone”, Mühlſtraße.
Lenstag, den 8. Mai: Dienſtfrei.
ttwoch, den 9. Mai: 19.30 Uhr: Führerbeſprechung im
Mar=
ſtall. 20.00 Uhr: Antreten aller Nothelfer im Marſtall
um Unterricht mit anſchließender Allgemeinübung. 20.00
Uhr: Gas= und Luftſchutzabteilung, Zug 2, Treffpunkt
Maſchi=
nenbauſchule zum Unterricht. 20.,00 Uhr: Antreten des Spiel=
mannszuges im Marſtall.
Innerstag, den 10. Mai: Dienſtfrei.
Flag, den 11. Mai: 20.00 Uhr: Abteilung Techniſcher Dienſt,
Zug 1 und 3, Antreten im Marſtall. 20.00 Uhr: Gas= und
Zuftſchutzabteilung, Zug 1, 2 und 3. Antreten im Marſtall.
20.00 Uhr; Pflichtantreten aller Staffeln des Sicherheits=
und Hilfsdienſtes im Marſtall. 20.30 Uhr; Geſamtprobe des
Muſikzuges im Verkehrslokal „Reichskrone”, Mühlſtraße.
ustag, den 12. Mai: Dienſtfrei.
ras, den 13. Mai: 7.00 Uhr: Antreten der Abteilung
Tech=
riſcher Dienſt, Zug 1 und 2 im Marſtall zum Ausmarſch.
gez. Kochhafen, Ortsgruppenführer.
Die Bäuerin auf der 1. Reichsnährſtands-Ausſtellung in Erfurt.
„Die bäuerliche Frau iſt die Trägerin des bäuerlichen Lebens.”
So wird es uns auf der 1. Reichsnährſtands=Ausſtellung in
Er=
furt vom 29. Wonnemond (V.) bis 3. Brachet (Vl.) in großen
Buchſtaben von einem Zelt entgegenleuchten, das uns von der
Ar=
beit der Frau im Reichsnährſtand Kunde geben ſoll. Mit dieſem
Satz iſt der Inhalt und die Zielſetzung dieſer Schau einleuchtend
gewieſen.
Der Reichsbauernführer hat in der Tagung der
Landesabtei=
lungsleiterinnen in Berlin im Hornung dieſes Jahres die
Auf=
gabengebiete dieſer beiden Abteilungen genau feſtgelegt.
Gemein=
ſam über beider Arbeit ſteht die aufrüttelnde Mahnung: „Unſere
Frauen und unſere Mädchen ſind und bleiben die Erhalter unſerer
Raſſe durch die Jahrhunderte hindurch.” Als Mutter und
Bewah=
rerin deutſchbäuerlicher Lebenshaltung aber ſteht die Bäuerin im
Mittelpunkt der bäuerlichen Geſtaltung dieſes Reiches. Der
Er=
haltung des bäuerlichen Erbes dient ihre Wirtſchaftsführung, die
nun nicht mehr von liberaliſtiſchen Marktrückſichten beſtimmt wird.
Die Verſorgung in erſter Reihe der eigenen Hauswirtſchaft mit
wirtſchaftseigenen Erzeugniſſen, die Aufzucht geſunder Kinder
füllt den Arbeitstag der Bäuerin, durch den wir in Erfurt an
Hand von zwei großen Uhren wandern werden. Die eine führt
durch den falſch eingeteilten, die andere durch den richtig
einge=
teilten Arbeitstag; dieſe beiden Uhren weiſen alſo Beiſpiel und
Gegenbeiſpiel. Die Mahnungen: Arbeit vereinfachen, Kraft ſparen
und dadurch geſund bleiben, kehren eindringlich immer wieder.
Ihre Geſundheit als das wertvollſte Kapital zu achten, muß die
Bäuerin noch lernen; zu ſtarker Raubbau iſt mit dieſem Gut
ge=
trieben worden.
Eine Statiſtik belehrt ſodann, wie die Frauenarbeit
organi=
ſatoriſch in den Reichsnährſtand eingegliedert wurde. Dieſe Tafeln
leiten über zu der Darſtellung der ſeeliſchen und körperlichen
Pflege der Bäuerin. Wir werden hier ſehen, wie die Bäuerin
richtig Körperflege für ſich und ihre Kinder treiben ſoll, wie ſie
mit den alten heimiſchen Kulturen das Bauerntum wieder beſeelt.
Dieſer letzte Gedanke wird vorbildlich beſonders von der
Landes=
bauernſchaft Thüringen gezeigt werden. Dieſe ſtellt zuſammen mit
der Siedlungsberatungsſtelle Thüringens zunächſt eine alte
wert=
volle Bauernſtube auf und ſtellt ihr gegenüber eine Siedlerſtube,
die allen neuzeitlichen Anforderungen genügt und doch trotz allem
der Ueberlieferung der alten Kultur durch Erhaltung alter
wert=
voller Hausgeräte dient.
Bereits vor dem großen Ausſtellungszelt der bäuerlichen Frau
begegnen uns zwei kleine Kojen des deutſchen Heimatwerkes, die
uns Arbeits= und Hausgerät der Bäuerin, aber auch ihre
Klei=
dung für Arbeits= und Feſttag ſowie wertvollen Schmuck
vorfüh=
ren werden. So dürfen wir erwarten, daß uns das
Ausſtellungs=
zelt der bäuerlichen Frau nicht nur über fachliche und beſondere
Arbeit der bäuerlichen Hauswirtſchaft Auskunft gibt, ſondern daß
hier zugleich das große weite Gebiet und das reiche Leben der
bäuerlichen Kultur vor uns erſcheint.
Die Frühlingsgewitter, die ſich jetzt eingeſtellt haben, haben
die Eigentümlichkeit, überraſchend aufzuziehen und ſich ſchnell zu
entladen. Darin liegt ein gewiſſe Gefahr. Da alljährlich immer
noch viele Menſchen vom Blitz erſchlagen werden, ſeien, folgende
Vorſichtsmaßregeln empfohlen: Wird man im freien Feld
von einem Gewitter überraſcht, ſo ſuche man nicht Schutz unter
einem Baum oder in einer einzelſtehenden Hütte. Lieber naß bis
auf die Haut, als vom Blitz erſchlagen, der gerade in ſolche
Stel=
len gern einſchlägt. Auch Wald= und Uferränder ſind zu meiden.
Menſchen= und Viehanſammlungen ziehen den Blitz an. Wenn
Blitz und Donner raſch aufeinander folgen, ſtelle man alles
Me=
tallgerät weg und lege ſich ein gehöriges Stück entfernt davon
flach auf den Boden. In der Wohnung hält man ſich von
grö=
ſteren Metallmaſſen, Oefen, Gas=. Waſſer= und Stromleitungen
fern und vermeidet Durchzug.
Dg. Arheilgen 4 Mai. Ehrenabend im
Turnver=
ein 1876. Schülerinnen und Schüler boten Frei= und
Geräte=
übungen, während die Turnerinnen mit flotten Tänzen
auf=
warteten. Muſikaliſche Darbietungen und ſchneidige Uebungen
der Turner vervollſtändigten das Programm. Nach dem
Auf=
marſch richtete Vereinsführer Frank beherzigenswerte Worte
an die in andere Abteilungen übergehenden Schülerinnen und
Schüler und nahm dann die Ehrung verſchiedener Turnerinnen,
die dem Verein ſchon 10 Jahre angehören, vor. Beſonderer Dank
und Anerkennung wurde der Turnerin Kätha Benz für
ver=
dienſtvolles Wirken im Verein zuteil. Des weiteren konnte der
Vereinsführer mehrere Mitglieder für langjährige treue
Mit=
gliedſchaft ehren. Die goldene Ehrennadel für 40jährige
Mit=
gliedſchaft erhielten die Mitglieder Heinrich Jäger und Philipp
Repp, während den Mitgliedern Karl Winter und Georg Völger
für 50jährige Mitgliedſchaft Diplome überreicht wurden. —
Obſt= und Gartenbauverein. Zu einem
Gemarkungs=
rundgang hatten ſich zahlreiche Mitglieder zuſammengefunden.
Der Rundgang galt der Beſichtigung der Obſtanlagen und in
tigkeit vorgenommener Baumſchnitte und Schädlingsbekämpfung.
über zweckmäßige Bearbeitung und Pflege der Bäume erteilt.
Feſtgeſtellt wurde, daß bei einem großen Teile der Obſtanlagen
Be Büttelborn, 4. Mai. Ein hieſiger Einwohner wurde kurz
nöglichſt eine Badehoſe ſind mitzubringen. Die politiſchen Leiter, vor Büttelborn von einem Motorvadfahrer von hinten
ange=
werden.
Eb. Eberſtadt, 4. Mai. Geheimer Forſtrat Joſephf.
Im Alter von 83 Jahren iſt in Darmſtadt, wo er im Ruheſtand
lebte, Geh. Forſtrat Carl Friedrich Joſeph nach ſchwerem Leiden
geſtorben. Geheimrat Joſeph ſtand als Oberforſtmeiſter 25 Jahre
Pfleger des ihm anvertrauten Waldes hat er ſich ſehr verdient
gemacht. Der ſchöne Fahr= und Fußweg nach dem Frankenſtein,
der ihm zu Ehren „Joſeph=Weg” heißt, iſt auf ſeine Initiative
hin angelegt worden.
Ek. Pfungſtadt, 4. Mai. Goldene Hochzeit. Am
Don=
nerstag, den 3. Mai, begingen die Eheleute Chriſtian
Cröß=
mann IV. und Ehefrau Elifabeth geb. Reſch, Niedergaſſe 35, das
eauftragten vertreten ſein. Wo dieſe noch nicht ernannt ſind, Feſt der Goldenen Hochzeit. Der Jubilar iſt auch in Darmſtadt
kein Unbekannter, denn er betrieb 22 Jahre lang ein
Frachtfuhr=
geſchäft zwiſchen der Landeshauptſtadt und ſeiner Heimatſtadt.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 4. Mai.
Obſtbaumſchädlings=
bekämpfung. Mit beendeter Baumblüte hat ein abermaliges
Beſpritzen der Obſtbäume mit einer ½—½prozentigen
Kupfer=
krankheit (Fuſicladium) ſtattzufinden. Keine andere Krankheit
artige Schwierigkeiten in der Bekämpfung wie gerade die
Schorf=
krankheit. Die beſte Bekämpfung iſt die Verhütung durch
Ergrei=
fung geeigneter Bekämpfungsmaßnahmen. Als ſolche haben ſich
Verſchiedene Ortsgruppen haben bis heute noch nicht die im Laufe der Jahre zwei Spritzmittel: Kupferkalk= und
Schwefel=
kalkbrühe, wirkſam erwieſen. Bei rechtzeitiger und richtiger
An=
zogen werden. — Verkehrs= und
Verſchönerungsver=
ein. Das Wiederaufleben der Tätigkeit des Vereins hat ſich
innerhalb unſeres Gemeindebezirks bis jetzt ſchon recht beachtens=
Sämtliche Innungen werden hiermit letztmals aufgefordert, wert gezeigt. An allen irgendwie geeigneten Ausſichspunkten
wurden Ruhebänke aufgeſtellt, alte zerfallene Bänke wieder
aus=
gebeſſert und auch die Verkehrswege und =plätze inſtandgeſetzt.
f. Roßdorf, 4. Mai. Weihe einer Kyffhäuſerfahne.
Am Sonntag, den 6. d. M., wird die Kyffhäuſerfahne des
Mili=
tär= und Kriegervereins im Vormittagsgottesdienſt geweiht. Um
2 Uhr nachmittags findet die Uebergabe der Fahne durch einen
deut encheie e u Sece n Derncder Setet
radſchaftliches Zuſammenſein mit den hier weilenden
Saartur=
nern. Außer Mitgliederehrungen und muſikaliſchen Darbietungen
wird Ehrenmitglied Pfarrer a. D. D. Berck ſprechen über „
Natio=
nalſozialismus und Soldatentum”.
— Reinheim, 4 Mai. Volksmiſſionariſche
Vor=
träge. Montag, Dienstag und Mittwoch, den 7., 8. und 9. Mai,
jeweils abends 8.30 Uhr, werden in der hieſigen evangeliſchen
Kirche über folgende Themen öffentliche Vorträge gehalten
wer=
den: 1. Völkiſche Religioſität oder chriſtlicher Glaube; 2. Der
deutſche Chriſtus; 3. Die deutſche evangeliſche Kirche und die
dritte Konfeſſion. Redner iſt Pfarrer Friedr. Müller=Darmſtadt.
El. GroßeUlmſtadt, 4. Mai. Vom Starkſtrom getötet.
In der Schellengaſſe war Mittwoch abend, durch einen Blitzſchlag
die Starkſtromleitung zerriſſen und der Leitungsdraht hing herab.
In der Dunkelheit kam der Schreinergeſelle Flechſenhaar mit dem
Draht in Berührung und wurde ſofort getötet.
r. Babenhauſen, 4 Mai. Dienſtjubiläum.
Güterboden=
arbeiter Heinrich Willand konnte geſtern auf eine 30jährige
Dienſtzeit bei der Reichsbahn hier zurückblicken. Dem Jubilar
wurde aus dieſem Grund durch Herrn Bahnhofsinſpektor Wißmer
im Auftrage der Reichsbahndirektion Mainz ein Geldgeſchenk mit
Worten der Anerkennung überreicht. Seine Mitarbeiter
über=
raſchten den Frontkameraden der Arbeit ebenfalls mit Geſchenken.
— Die NS. Gemeinſchaft „Kraft durch Freude”
veran=
ſtaltet am Samstag im Saalbau „Deutſcher Hof” einen großen
Bunten Abend, zu dem bewährte Kräfte, u. a. der bekannte
Humöriſt des Südweſtfunks, Harry Cobler, verpflichtet ſind.
*
Die 72. ordentliche Generalverſammlung der Vereinsbank
Eberſtadt. e. G. m. b. H., wurde durch den Aufſichtsratsvorſitzenden
Dr. Kranich eröffnet. Der Vorſtand der Vereinsbank Eberſtadt,
Dr. Puller, hob in ſeinem Geſchäftsbericht die Gründe für den
Verluſtabſchluß hervor, obwohl durch die Machtübernahme Adolf
Hitlers, ein allgemeiner wirtſchaftlicher Aufſtieg im Berichtsjahr
feſtzuſtellen geweſen ſei. Als Urſache des unbefriedigenden
Ge=
ſchäftsergebniſſes bezeichnete er die großen, ungenügend gedeckten
Kredite aus früheren Jahren, die Grundſtückswertminderung, die
in Eberſtadt ſich nur langſam auswirkende Geſchäftsbelebung, die
zu kurzftiſtig und günſtig geſtellte Vergleichsabwicklung und die
Zahlungsunfähigkeit, teilweiſe auch Zahlungsunwilligkeit eines
großen Teils der Schuldner. Hierauf wurden die Bilanz ſowie
die Verluſt= und Gewinnrechnung für das Geſchäftsjahr 1933 von
der Verſammlung einſtimmig genehmigt. Vorſtand und
Aufſichts=
rat wurde Entlaſtung erteilt. Die Deckung des Verluſtes
ſoll durch den 10prozentigen Nachlaß auf die urſprüngliche
For=
derung und durch Verzicht auf die Zinſen der
vergleichsgebun=
denen Guthaben ab 1. Januar 1933 erfolgen. Dem Vorſchlag der
Verwaltung, den Verluſt auf neue Rechnung vorzutragen, wurde
zugeſtimmt. Damit war die 72. ordentliche Generalverſammlung
beendet.
Der Beginn der ſich daran anſchließenden außerordentlichen
Generalverſammlung, die über die Auflöſung der
Genoſ=
ſenſchaft Beſchluß faſſen ſollte, verzögerte ſich dadurch, daß die
ſatzungsmäßig vorgeſchriebene Anzabl der Mitglieder nicht
vor=
handen war und erſt herbeigeholt werden mußte. Mit Recht wurde
wiederholt betont, daß in der hierin zu ſehenden Gleichgültigkeit
eines Teils der Mitglieder nicht zuletzt ein Grund für das Ende
der Genoſſenſchaft zu ſehen iſt. Auch hier legte Dr. Puller die
Gründe für die Auflöſung der Genoſſenſchaft dar und betonte, daß
die gefundene Löſung die denkbar günſtigſte ſei. Er ſprach dabei
vor allem der Verwaltung der Städtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt
mit Direktor Kräckmann an der Spitze den Dank für die
tatkräf=
tige Unterſtützung aus. Das Gutachten des
Genoſſenſchaftsverban=
des erſtattete Syndikus Schneider. Auch er bezeichnete die
vor=
geſchlagene Löſung als äußerſt günſtig.
Anſchließend ſprach Direktor Kräckmann in dem Sinne, daß
die Städtiſche Sparkaſſe unter weit möglichſter Beachtung
genoſ=
ſenſchaftlicher Grundſätze die Geſchäfte führen wolle. Alles in
Eber=
ſtadt eingehende Geld ſolle dem Gewerbe, Handwerk und Handel
am Platze wieder zugeführt werden. „Wir wollen dienen —
ver=
dienen wollen wir Ihr Vertrauen!”
Alle anweſenden 190 Mitglieder gaben daraufhin ihr
Einver=
ſtändnis zur Auflöſung der Genoſſenſchaft durch einſtimmige
An=
nahme des dahingehenden Antrags. Zu Liquidatoren wurden
Direktor Kräckmann und Dr. Puller einſtimmig gewählt.
Damit hatte, die außerordentliche Generalverſammlung, die
gleichzeitig der Tätigkeit der Vereinsbank Eberſtadt in ihrer
bis=
herigen Rechtsform ein Ende ſetzte, ihre Erledigung gefunden.
Unter der Firmenbezeichnung „Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt,
Zweigſtelle Eberſtadt” werden nunmehr die Geſchäfte
weiterge=
führt. Es iſt zu erwarten, daß das Unternehmen, getragen vom
Vertrauen der Bevölkerung, zum Wohle Eberſtadts und der
All=
gemeinheit am Wiederaufbau unſerer Wirtſchaft tatkräftig mit=
Bb.
helfen wird.
Cf. Birkenau, 4. Mai. Weiterer Rückgang der
Ar=
beitsloſigkeit. Der Rückgang der Arbeitsloſigkeit hat auch
im Monat April weiter angehalten und die Zahl der noch in
Unterſtützung ſtehenden Volksgenoſſen einſchließlich der von dem
Arbeitsamt Weinheim Unterſtützten betrug am 1. 5. noch ca. 50.
Anerkannte Wohlfahrtsunterſtützungsempfänger hat die Gemeinde
Birkenau jetzt noch 37 gegen 130 im Monat Januar d. Js.
Da=
mit iſt hier die Zahl der Arbeitsloſen auf den Stand vom Jahre
1925 zurückgegangen.
üt. Crumſtadt, 4. Mai. Geſtern wurde unter Beteiligung aller
Bevölkerungskreiſe und der geſamten Aerzte= und Schweſternſchaft
der bei einem Motorradunfall bei Biebesheim auf ſo tragiſche
Weiſe aus dem Leben geriſſene SA.=Mann Adam Strohauer aus
Crumſtadt zur letzten Ruhe getragen. Nach der Einſegnung
be=
wegte ſich der Trauerzug vom Trauerhauſe aus, wo ſämtliche
Stürme des Sturmbanns I/143 Aufſtellung genommen hatten,
nach dem Gemeindefriedhof. Am Grabe, um das ſich die
ſturm=
erprobten Fahnen gruppierten, gedachte der Ortsgeiſtliche in
ſei=
ner Anſprache in warmen Worten des ſo früh dahingeſchiedenen
aufrichtigen und treuen Kämpfers, für die nationalſozialiſtiſche
Idee. Nachdem ſich die Fahnen unter den Klängen des
ergreifen=
den Liedes vom guten Kameraden zum letztenmal geſenkt und die
Arme der Kameraden ſich zum letzten Gruß emporgereckt hatten,
feierte der Chefarzt des Philipps=Hoſpitals, Sturmbannarzt Dr.
Amrhein, den Verſtorbenen als einen aufrichtigen und braven,
echten deutſchen SA.=Kameraden. Alsdann überbrachten letzte
Grüße Sturmführer Fey für den Sturmbann UI/143,
Oberſturm=
führer Klein für die Standarte 143. Sturmhauptführer Polſter
für den Sturmbann I/143, Oberſturmführer Wedel für den
Stand=
ort Crumſtadt und den Sturm 18/143 u. a. m. Alle verſicherten.
dem Toten ein treues Andenken zu bewahren.
— Gernsheim, 4. Mai. Waſſerſtand des Rheins
(Pegel) am 3. d. M.: —0,87 Meter, am 4. d. M.: —0,85 Meter,
jeweils morgens 5.30 Uhr.
— Hirſchhorn, 4. Mai. Waſſerſtand des Neckars
(Pegel) am 3. d. M.: 1,52 Meter, am 4. d. M.: 1,50 Meter —
jeweils morgens 5.30 Uhr.
Be. Königſtädten, 4. Mai. Auf der Aſtheimer Landſtraße
wurde Herr Peter Gerhard von hier von einem Auto an=
„efahren und ſchwer verletzt. Der Bedauernswerte wurde von
dem Auto in ſeine Wohnung gebracht.
Be. Rüſſelsheim, 4. Mai. Schwerer Verkehrsunfall.
In der Darmſtädter Straße ſtieß ein Motorradfahrer mit einem
Radfahrer zuſammen. Durch den Anprall wurde der
Motorrad=
fahrer von ſeinem Motorrad geſchleudert und brach mehrere
Rip=
pen. Er mußte ſofort in das Städtiſche Krankenhaus nach Mainz
übergeführt werden. — Bei dem Ausprobieren eines
Verſuchs=
wagens erlitt ein bei der Firma Adam Opel beſchäftigter Dipl.=
Ingenieur einen eigenartigen Unfall. Der Wagen überſchlug ſich;
die Inſaſſen, vor allem aber der Dipl.=Ingenieur, erlitten ſchwere
Verletzungen.
Oberheſſen.
h. Butzbach, 4. Mai. Das ſeltene Feſt der Diamantenen
Hochzeit ſeierten geſtern die Eheleute Adam Bingel 1 und
Frau Marie, geb. Schäfer, von hier. Der Ehemann zählt 89 Jahre
und iſt Altveteran von 1866 und 1870/71, die Ehefrau zählt 88
ichen Glückwünſchen und Geſchenken erhielt
Jahre. Neb
das noch rüſtige Jubelpaar ein Glückwunſchſchreiben vom
Reichs=
präſidenten von Hindenburg.
Ceite 8 — Nr. 123
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Aus dem deutſchen Oſten.
Das Schickſal der vom Deutſchen Orden im großen Stile, ähnlich der Marienburg, erbaufen Burg Tapiau.
Es gibt Stätten auf dem Erdball, die von der Vorſehung
dazu beſtimmt ſind, in der Geſchichte ihres Landes oder gar
im Geſchehen der Welt eine einflußreiche Rolle zu ſpielen. Viele
von ihnen fallen nach der Erfüllung ihres Auftrages der
Ver=
geſſenheit anheim, an manche erinnern nur noch Trümmerhaufen,
andere ſind ſogar ſpurlos verſchwunden und ihre
Ortsbeſtim=
mung wird erſt in neueſter Zeit durch Nachforſchung und
Aus=
grabungen mit größerer oder geringerer Sicherheit oder gar
nur mit Wahrſcheinlichkeit beſtimmt. Kaiſerpfalzen und
Königs=
burgen, Dome und Städte, die einem großen Staate den
Namen gegeben und die in der damaligen Welt eine große Rolle
geſpielt haben, ſind zerfallen oder zur Bedeutungsloſigkeit
herab=
geſunken. Es gibt aber auch Stätten, denen es verſagt blieb,
die ihnen zugedachte Bedeutung zu erlangen, weil die
geſchicht=
liche Entwicklung über ſie hinwegging.
Zu dieſen letzteren gehört in gewiſſem Sinne die vom
Deutſchen Orden in den Jahren 1280 bis 1290 erbaute Burg
Tapiau im Pregeltal, 35 Kilometer öſtlich der Deutſchordensburg
Königsberg. Der Burg Tapiau war ſeitens des Deutſchen
Ordens die wichtige Aufgabe geſtellt, das Samland gegen die
ſtreitluſtigen Litauer zu ſchützen: zu dieſem Zwecke hatte der
Deutſche Orden die Burg Tapiau in großem Stile angelegt,
ähnlich der Marienburg! Das weitere Vordringen des Deutſchen
Ordens über Tapiau, Wehlau und Inſterburg hinaus
vermin=
derte die Wichtigkeit der Burg Tapiau, die nach der Verlegung
des Hochmeiſterſitzes von der Marienburg nach Königsberg zur
„Ordensliberei” herabſank. Burg Tapiau nahm nunmehr die
Bücherſammlung und das Staatsarchiv des Deutſchen Ordens
und in Kriegszeiten auch des Hochmeiſters Ordenskleinodien
ſchützend auf.
Nach dieſer knappen Schilderung erſcheint die großartige
Burganlage Tapiau ſchon in der Ordenszeit zu einem Gemäuer
minderen Grades herabgeſunken, aber dennoch kann man nicht
von einer Bedeutungsloſigkeit der Tapiauer Burg ſprechen,
im Gegenteil raunen uns die alten Burgmauern zu wie der
letzte Hochmeiſter des Deutſchen Ordens — Markgraf Albrecht
vön Brandenburg=Ansbach —, jener hochbedeutende Hohenzoller,
hier in ſeiner Lieblingsreſidenz Burg Tapiau mit ſeinem Plane
der Umwandlung des Deutſchen Ordens in ein weltliches
Her=
zogtum Preußen beſchäftigt hat; mag die Anregung zu dieſer
limwandlung auch von dem großen Reformator Dr. Martin
Luther ausgegangen ſein, Albrecht von Hohenzollern hat den
Entſchluß zur Ausführung gefaßt, alle Widerſtände überwunden,
die Verantwortung auf ſich genommen und ſich damit ein
Ver=
dienſt um die Erhaltung des Deutſchtums im äußerſten Deutſchen
Oſten erworben, das mit goldenen Lettern in die „deutſche
Ge=
ſchichte” eingemeißelt zu werden verdient! Ja, in der Burg Tapiau
föcht dieſer erſte Herzog Albrecht von Preußen auch ſeinen
letzten Kampf mit dem Allbezwinger Tod aus, der am 20. März
1568 ſeinem Leben ein Ziel ſetzte.
Von ganz beſonderem Intereſſe iſt die Lage der Burg
Tapiau im Urſtromtal des Memel=Pregelſtromes: es iſt von der
Wiſſenſchaft feſtgeſtellt, daß in dieſem Urſtromtal — das in
grauer Vorzeit entſtandene Inſter=Pregeltal — einſt auch die
Waſſer der Memel weſtwärts gen Haff und Oſtſee zogen. Dieſes
gewaltige Tal iſt in der Nähe Tapiaus bis 4 Kilometer breit,
und zur Zeit der Frühjahrs= und Herbſtüberſchwemmungen
kann man ſich noch heute ein Bild der einſtigen breiten
Waſſer=
maſſen machen. Als dann der Memelſtrom bei den Willkiſchker
Höhen einen neuen Abfluß ins Kuriſche Haff bekam, begann.
das Pregeltal langſam zu verſanden. An der Entſtehung des
Urſtrompregeltales und ſeines Abfluſſes nach Norden — des
Deime=Fluſſes, der ſich bei Tapiau abzweigt — hat die Eiszeit
gearbeitet. Bei alten Gräberfunden und bei Pflaſterarbeiten in
der Stadt Tapiau ſind Steinwerkzeuge von Menſchen der
Eis=
zeit, ſowie römiſche Münzen gefunden worden; dies iſt ein
Be=
weis dafür, daß hier ſchon zur Steinzeit Menſchen wohnten,
und daß zur Zeit Chriſti Geburt der natürliche
Verbindungs=
weg des Flußlaufes von den Kaufleuten aus den
Mittelmeer=
ländern bis hinauf in das Bernſteinland benutzt worden iſt.
Die älteſten Bewohner lebten im Urwald, Tierfelle waren ihre
Kleidung und Tiere als Jagdbeute ihre Nahrung. Es war
ein Nomadenleben von Viehzüchtern, die auch nach mühſamer
Nodung die Ackerſcholle zu bearbeiten anfingen: die Anfänge
eines ſeßhaften Bauernſtandes.
So ſah das Pruzzenland aus, als mit dem Eintreffen des
Deutſchen Ordens vor 700 Jahren die eigentliche
Geſchichts=
ſchreibung begann, die aber im Pregeltal erſt im Jahre 1255
mit dem Vordringen des Deutſchen Ordens in dieſer
Land=
ſchaft begann.
Am rechten Pregelufer lag damals im Gebiet der heutigen
Stadt Tapiau die alte Preußenburg Sugurbi; der in ihr
herrſchende Preußenedling Sapelle erkannte die Ueberlegenheit
des Ordensheeres, unterwarf ſich und ließ ſich taufen. Als der
dem Samland vorgelagerte Eckpoſten hatte die Burg Sugurbi
Schwerſtes zu beſtehen; ſie wurde im Jahre 1265 feſter
aus=
gebaut. Aber ſchon im Jahre 1280 begann der großzügige
Ordens=
bau der noch heute ſtehenden Burg Tapiau, die als
Waſſer=
burg angelegt wurde: Tauſende von Menſchen waren für die
Erdarbeiten, für die Herſtellung von Ziegeln uſw. notwendig.
Im Jahre 1290 ſtand Burg Tapiau, von Waſſer und
Sumpf=
gelände geſchützt, fertig da.
Vor der Reckengeſtalt des erſten Tapiauer Ordenskomtur
Ulrich Baier flüchteten 20 Feinde, wenn ſie ihn von weitem
erkannten. Zu einer beſonders geſchichtlichen Feier rief die
Kirchenglocke der Burg Tapiau im Jahre 1383: Der aus der
Zeit Heinrichs von Plauen bekannte Litauerfürſt Witowd ließ
ſich in der Burg Tapiau taufen.
Der bequeme Waſſerweg, an dem die Burg Tapiau liegt,
brachte ihr oft hohe Gäſte; von dieſen ſeien genannt Herzog
Albrecht von Oeſterreich mit 5 Grafen, 50 Dienſtmannen und
vielen Rittern nebſt ihren Edelknechten und der nachmalige
König Heinrich IV. von England.
Als nach der unglücklichen Schlacht bei Tannenberg die
Polen wein ins Preußenland vordrangen, zogen ſie auch gegen
die Burg Tapiau, deren Beſatzung ihnen aber im Pregeltal
flußaufwärts entgegenzog: im harten Streit blieb Tapiaus
Ordensbeſatzung Sieger.
In den Mauern der Burg Tapiau hat ſich auch ein trauriges
Kapitel der Deutſchordensgeſchichte abgeſpielt: Der Ablaßſtreit
zwiſchen dem Hochmeiſter Heinrich von Richtenberg und dem
ſamländiſchen Biſchof Dietrich von Cuba, der vom Papſt wider
den Willen des Hochmeiſters und des Ordenskapitels ernannt
worden war, und der das Ablaßrecht mitbrachte. Biſchof Dietrich
von Cuba nahm den Kirchenkampf gegen den Hochmeiſter auf,
ſetzte die dem Hochmeiſter ergebenen Domherren, Prälaten und
Pfarrer ab und erſtrebte durch Anzettelung einer Verſchwörung
für ſich das Hochmeiſteramt. Kurzer Hand ließ der Hochmeiſter,
als er hiervon Kenntnis erhielt, den Biſchof Dietrich von Cuba
im Jahre 1474 gefangennehmen und auf das feſte Schloß Tapiau
bringen; aber nach ſeinem in der Burg Tapiau erfolgten Tode
ließ der Hochmeiſter den Leichnam des Biſchofs Dietrich von
Cuba mit allen Ehren im Dom zu Königsberg beiſetzen.
Die letzte Ritterordenszeit ſtand unter dem Zeichen einer
gewiſſen Inflation: ſtatt der alten „guten Mark” mußte man
„zwei geringe Mark” geben. Dies traf die Zinsbauern am
härteſten und löſte einen Bauernaufſtand aus, der aber durch den
letzten Hochmeiſter und erſten Herzog Albrecht von Preußen nach
Nachrichten des Standesamks Darmſtadt.
Geſtorbene. Am 26. April: Römheld, Julie, geb. Eger,
Witwe des Pfarrers i. R., 75 Jahre alt. Mackenſenſtr. 46. Am
27. April: Krautwurſt, Eliſabeth, geb. Hax, Witwe des
Maurers, 84 Jahre alt, Kranichſteiner Str. 14. Am 26. April:
Rahnenführer, Horſt, 5 Tage alt, Sohn von Reichsbahn=
Oberſekretär, Michaelisſtr. 16. Am 27. April: Meier, Luiſe,
geb. Groos 57 Jahre alt, Witwe des Staatsanwalts,
Steinacker=
ſtraße 17. Zulauf, Adam, 52 Jahre alt, verheiratet, Erzhauſen;
Stadtkrankenhaus. Küchler, Wilhelm, Friſeur, 29 Jahre alt,
verheiratet, Pfungſtadt; Stadtkrankenhaus. Am 28. April:
Lau=
tenſchläger, Georg Heinrich Karl. 64 Jahre alt, Buchbinder,
verheiratet, Kiesſtraße 14. Kraft, Eva Katharina ge. Dorn,
40 Jahre alt, Ehefrau des Händlers, Sandbergſtr. 40½. Haas,
Eliſabeth Katharina Pauline, 41 Jahre alt, ohne Beruf, ledig,
Kranichſteiner Str. 12½. Leiſer, Helma, geb. Steiner, 60
Jahre alt, Ehefrau des Tapezierermeiſters, Viktoriaſtr. 81. Am
29. April: Berker, Peter 4., 70 Jahre alt, Landwirt, verheir.,
Ober=Roden; Hermannſtr. 6. Am 28. April: Rothſchild, Ruth
Fanny, 3 Tage alt, Tochter von Kaufmann, Aſchaffenburg a. M.;
Eſchollbrücker Str. 4½. Am 29. April: Mannheimer, Eliſe,
Privatin, 86 Jahre alt, ledig, Mathildenplatz 9. Kunkel, Ernſt
Adam, Dreher, 36 Jahre alt, verheiratet, Eberſtadt Kr.
Darm=
ſtadt; Eliſabethenſtift. Am 28. April: Krick, Mäkhilde
Eleo=
nore geb. Raab, Witwe des Gärtners 86 Jahre alt,
Kiesberg=
ſtraße 39. Am 29. April: Joſeph Karl Friedrich,
Oberforſt=
meiſter i. R. Geh. Oberforſtrat, verwitwet, 82 Jahre alt,
Bis=
marckſtraße 78. Albrecht, Agnes Charlotte Henriette, 61 Jahre
alt, Modiſtin, ledig, Wendelſtadtſtr. 29. Am 30. April: Dönges,
Anna Maria Katharina, geb. Kirch, Witwe des Schriftſtellers und
Verlegers, 79 Jahre alt, Klappacherſtraße 22. Am 28. April:
Schindel, Eliſabeth Margarete, geb. Schledt. Ehefrau des
Schreinermeiſters, 39 Jahre alt. Groß=Gerau; Stadtkrankenhaus.
Goes, Emma Wilhelmine Eliſabeth, geb. Conrad, Witwe des
Oberſten, 77 Jahre alt, Gervinusſtraße 44. Korſchan Emma,
geb. Limbart, Witwe des Buchhalters, 61 Jahre alt, Kranichſteiner
Str. 1. Am 29. April: Köhler, Anna, Lehrerin in Ruhe, 64
Jahre alt, ledig, Heinrichsſtr. 53. Am 30. April: Haas, Georg,
Schreiner, 74 Jahre alt. verwitwet, Wenckſtr. 51. Hofferbert,
Johann, Schleifer, 66 Jahre alt. verheiratet, Eliſabethenſtr. 30.
Strohauer, Adam, Krankenpfleger, 27 Jahre alt, ledig,
God=
delau; Stadtkrankenhaus. Oldendorf, Fritz, Drogiſt, 26 Jahre
alt, ledig, Mauerſtr. 22. Creter, Amalie, geb. Blümler, Witwe
des Taglöhners, 87 Jahre alt. Michaelisſtr. 18. Am 1. Mai:
Itzel, Jakob, Händler, 69 Jahre alt, verheiratet, Heubach;
Eliſa=
bethenſtift. Am 2. Mai: Scheerer, Georg, Reſtaurator i. R.,
verheiratet, 65 Jahre alt, Mauerſtr. 9. Müller, Martha, geb.
Naumann, Ehefrau des Oberpoſtſchaffners i. R., 62 Jahre alt,
Grafenſtr. 27. Am 1. Mai: Metzler, Joſephine, geb. Braun,
Witwe des Steuererhebers, 79 Jahre alt, Traiſa;
Stadtkranken=
baus. Am 30. April: Morgenthau, Joſeph. Metzger, 56
Jahre alt, verheiratet, Heppenheim a. B.; Eliſabethenſtift. Am
Mai; Struth, Auguſt, Gärtner, 36 Jahre alt, verheiratet,
Michelſtadt; Eliſabethenſtift. Am 2. Mai: Reukauf, Marie,
geb. Boll, Witwe des Portiers, 85 Jahre alt. Feldbergſtr. 88.
Eckert, Eliſabeth. 1 Stunde alt, Tochter von Dachdecker,
Lang=
gaſſe 29. Am 1. Mai: Roßmann, Eleonore, geb. Joſt 82 Jahre
alt, Witwe des Kaufmanns, Karlsſtr. 60. Am 2. Mai: Schwinn.
Karl, Fabrikarbeiter, 32 Jahre alt, verheiratet, Höchſt i. Odw.;
Eliſabethenſtift. Am 3. Mai: Raiß, Philipp, Schloſſer, 28 Jahre
alt, ledig, Worfelden; Stadtkrankenhaus. Am 2. Mai:
Schell=
haas, Heinrich, 4 Jahre alt, Sohn von Zimmermann. Fränkiſch=
Crumbach: Stadtkrankenhaus. Am 3. Mai; Gerl, Georg
Hein=
rich, 37 Jahre alt, Optiker, verheiratet, Seeheim a. B.;
Stadt=
krankenhaus. Am 2. Mai: Keil. Eliſabeth, 61 Jahre alt, ohne
Beruf, ledig, Landgraf=Philipps=Anlage 64.
Evangeliſche Gemeinden.
1. Gottesdienſte.
Samstag, 5. Mai.
Stadtkirche, Abenbs 8,30 Uhr: Abendandacht.
Sonntag, 6. Mai, Rogate.
Stadtkirche. Vorm.9 Uhr: Chriſtenlehre für den Oſtbezirk der Reformationsgemeinde.
Pfarrer Lautenſchläger. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt für die Reformationsgemeinde. Pfarrer
Lauten=
ſchläger. Die Stadtkirche iſt wochentags von 9 bis 5 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet.
Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Dr. Bergér. Vorm. 11,15
Uhr: Kindergottesdienſt der Kaplaneigemeinde. Pfarrer Heß. Abends 6 Uhrz
Abend=
gottesdienſt. Pfarrer Heß.
Schloßkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre. Dekan Zimmermann. Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Dekan Zimmermann. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Dekan
Zimmermann. In Stadtlirche, Stadtkapelle und Schloßlirche Kollekte für evangeliſche
Gemeinden im Ausland.
Gemeindehaus (Kiesſtr. 17). Nachm. 2,30 Uhr: Taubſtummengottesdienſt. Pfarrer
Heß. — Wegen Fahrtausweis wende man ſich an Pfarrer Heß, Hügelſtr. 6.
Martinskirche. Vorm. 7 Uhr: Frühgottesdienſt. Pfarrer Beringer. Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer Dr. Bergér. Anmeldung
von 9,30 Uhr an in der Sakriſtei, Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt für die
Martins=
gemeinde Weſt. Pfarrer Dr. Bergér.
Fohanneskirche. (Kollekte für Auslandsdiaſpora). Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarraſſiſtent Junker, Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7,30 Uhr bis 7 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus. (Gemeindehaus der Waldkolonie). (Kollekte für
Auslands=
diaſpora.) Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer i. R. Göbel. Vorm. 11,15 Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrer i. R. Göbel.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 8,30 Uhr: Chriſtenlehre für den
Weſt=
bezirk. Pfarrer Frle. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Frle, Vorm. 11,15 Uhr:
Kindergottesdienſt für beide Bezirke. Pfarrer Frle.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wolf. Vorm. 11,15 Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrer Wolf.
Die Pauluskirche iſt wochentags von 9—6 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet. Eingang
Hauptportal.
Stiftékirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel. — Vorm. 11.15
Uhr: Kindergottesdienſt.
Donnerstag, 10. Mai, Ehriſti Himmelfahrt.
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger.
Stadtkapelle. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wagner.
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dekan Zimmermann.
Martinskirche. (Kollekte für den Kirchenſtock.) Vorm. 8 Uhr: Waldgottesdienſt am
Hartigdenkmal unter Mitwirkung des Poſaunenchors. Pfarrer Dr. Berger. Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Pfarrer Köhler.
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Dr. Bergér.
Paul=Gerhardt=baus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 7 Uhr:
Baldgottes=
dienſt am Dornheimer Weg. Pfarraſſiſtent Junker.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Weiß.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer A. Müller.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Waldeck.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Heß, Hügelſtr. 6, Fernruf 2205.
2. Veranſtaltungen.
Stadtgemeinde: Gemeinbehaus (Kiesſtr. 17). Montag, 7. Mai: Jungenabend
der Stadtgemeinde. — Dienstag, 8. Mai abends 8 Uhr: Chor der Stadtkirche. —
Frauenabend der Kaplaneigemeinde. — Mittwoch, 9. Mai, abends 8 Uhr: Kirchenchor
der Stadtkapelle und Schloßkirche, Freitag, 11. Mai, abends 8 Uhr:
Gemeindevereini=
gungen der Schloßgemeinde. Mädchenabend der Kaplaneigemeinde.
Martinsgemeinde: Gemeindehaus (Liebfrauenſtr. 6). Montag, 7. Mai, abends
8 Uhr: Jungenabend. — Mittwoch, 9. Mai, nachm. 2 Uhr: Handarbeits= und Strickſchule.
Freitag, 11. Mai, abends 8 Uhr: Mädchenabend. — Samstag, 12. Mai, nachm. 2 Uhr:
Handarbeits= und Strickſchule.
Martinsſtift (Müllerſtr. 28) Montag, 7. Mai, abends 8 Uhr: Jungenabend. —
Dienstag, 8. Mai, abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Freitag, 11. Mai, abends 8 Uhr:
Mädchenabend.
Saal der gleinkinderſchule (Mauerſtr. 5). Mittwoch, 9. Mai, abends 8 Uhr:
Poſaunenchor.
Fohannesgemeinde: Gemeindehaus (Kahlertſtr. 26). Montag, 7. Mai, nachm.
5 Uhr: Ev. Jungſcharſtunde. Abends 8 Uhr: Kirchenchor. Abends 8 Uhr: Jungenabend.
„Dienstag, 8. Mai, abends 8 Uhr: Mütterabend. — Freitag, 11. Mai, nachm. 5 Uhr:
Ev. Jungmädelkreis. Abends 8 Uhr: Ev. Mädchenkreis.
Petrusgemeinde: Gemeindehaus (Eichwieſenſtr. 8). Sonntag, nachm. 3 Uhr:
Vorſtandsſitzung des Frauenvereins. — Montag, 7. Mai, abends 8,15 Uhr: Singeabend
für die Gemeindejugend. — Dienstag, 8. Mai, abends 8,15 Uhr: Kirchenchor. —
Frei=
tag, 11. Mai, abends 8 Uhr: Mädchenchor. Abends 8,15 Uhr: Kirchenchor. Abends
8.15 Uhr: Muttertagfeier im Gemeindehaus. — Samstag, 12. Mai, abends 7.30 Uhr:
Singekreis.
Paulusgemeinde: Gemeindeſaal unter der Kirche. Sonntag, 6. Mai, abends
8,30 Uhr: Gemeindeabend mit Lichtbildervortrag von Frau Dr. Friedrich über „
Griechen=
land”. — Montag, 7. Mai, abends 8,30 Uhr: Gemeindeſingeſtunde. — Dienstag, 8. Mai,
vorm. 10 Uhr: Vorſtandsſitzung des Frauenvereins. Abends 8 Uhr: Kirchenchor,
Samstag, 5. Mai 1934
ſeiner Rückkehr von politiſchen Verhandlungen durch „chriſtliche
Ordnung” niedergeſchlagen wurde.
Am 8. April 1525 war in Krakau aus dem katholiſchen
Deutſchordensland das evangeliſche Herzogtum Preußen unter
dem evangeliſchen Herzog Albrecht von Hohenzollern geworden:
Der neue Geſchichtsabſchnitt wirkte ſich auch für das Pregeltal
und für die Burg Tapiau aus!
Ein hiſtoriſches Jahr für Tapiau iſt das Jahr 1722: am
6. April dieſes Jahres verlieh der Soldatenkönig Friedrich
Wilhelm I. dem Marktflecken Tapiau Stadtrechte.
Als nach der unglücklichen Schlacht bei Groß=Jägersdorf die
Ruſſen Beſitz von Oſtpreußen nahmen, richteten ſie in der Burg
Tapiau ein Lazarett für gefangene preußiſche Soldaten ein.
Nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges ließ Friedrich
der Große in Tapiau eine kleine reizvolle Anſiedlung für
Kriegsinvaliden errichten, die trotz mancher wenig erwünſchter
Umbauten heute noch gut erkennbar iſt. Des großen Königs
Friedrich Nachfolger auf dem preußiſchen Königsthron war von
dem gleichen ſozialen Geiſte beſeelt: König Friedrich Wilhelm II.
ließ die Burg Tapiau zu einem Landesarmenhaus ausbauen,
dem auch eine Beſſerungsanſtalt angegliedert wurde.
Freunde der Kunſt ſeien noch auf das Gemälde „Golgatha”,
von Lovis Corinth, der in Tapiau geboren iſt, in der
Pfarr=
kirche von Tapiau aufmerkſam gemacht.
In der Neuzeit wurde der einſt im großartigen Stile
an=
gelegten Deutſchordensburg Tapiau leider ihre Sondereigenſchaft
als Waſſerburg genommen. Daß die Burg Tapiau eine nicht
nur eigenartige, ſondern vornehmlich im chriſtlichen
Religions=
ſtreit und bei der Umwandlung des Deutſchordenslandes in
ein weltliches Herzogtum eine hochbedeutende Rolle geſpielt hat,
geht aus dieſer kurzen Schilderung ihrer Geſchichte hervor. Auch
in Zukunft wird es die Aufgabe der alten Deutſchordensburg
Tapiau ſein, weiterhin in ſozialſter Weiſe als
Landes=
armenanſtalt für die Aermſten des Volkes zu ſorgen, ſie vor
Kummer und Elend zu ſchützen!
Ei.
Briefkaſten.
Jeder Anfrage it die ſetzte Bezugsgultung beizufügen. Anonyme Anfragen werdm
nicht brantwortet. Die Beantwortung erfolgt obne Rechteverbindlichtelt.
L. K. Vertrauensmann ſoll nach § 8 des Geſetzes zur
Ord=
nung der nationalen Arbeit nur ſein, wer das 25. Lebensjahr
vollendet hat, mindeſtens ein Jahr dem Betriebe oder
Unterneh=
men angehört und mindeſtens 2 Jahre im gleichen oder
ver=
wandten Berufs= oder Gewerbezweige tätig geweſen iſt. Die
Vertrauensmänner bilden mit dem Führer des Betriebs mit in
der Regel mindeſtens 20 Beſchäftigten den Vertrauensrat des
Betriebes als beratendes Organ. Der Führer des Betriebs
ſtellt im Einvernehmen mit dem Obmann der natſoz.
Betriebs=
zellenorganiſation im März jeden Jahres eine Liſte der
Ver=
trauensmänner und deren Stellvertreter auf. Die Gefolgſchaft
hat zu der Liſte alsbald durch geheime Abſtimmung Stellung zu
nehmen. Kommt eine Einigung zwiſchen dem Führer des
Be=
triebs und dem Obmann der vorgenannten Organiſation über
die vorzuſchlagenden Vertrauensmänner und deren Stellvertreter
oder kommt ein Vertrauensrat aus einem anderen Grunde nicht
zuſtande, billigt insbeſondere die Gefolgſchaft die Liſte nicht, ſo
kann der Treuhänder der Arbeit
Vertrauens=
männer und Stellvertreter in der
erforder=
lichen Anzahl berufen. Die Stellvertreter als
Erſatzmänner ergeben ſich aus der Reihenfolge der
Vorſchlags=
liſte. Sind Erſatzmänner (Stellvertreter) nicht mehr vorhanden,
ſo werden für den Reſt der Amtszeit des Vertrauensrates, die in
der Regel am 1. Mai beginnt und jeweils am 30. April endet,
neue Vertrauensmänner vom Treuhänder der
Arbeit berufen.
W. D. in E. Nein, nur wenn Sie in mündlicher oder
ſchriftlicher Vereinbarung ſolche übernommen hätten: inſoweit
Zahlung ohne Grund geleiſtet wurde, könnten Sie die Beträge
an der Mietzinsſchuld in Abzug bringen.
A. R. M. Wir können nur wiederholen, was Ihnen
münd=
lich auseinandergeſetzt wurde; der Irrtum, in dem Sie lebten,
kann Ihnen bei, einer ſtrafrechtlichen Behandlung der
Sache auf dem angedeuteten Wege nicht ſchaden.
Kliſabethenſtiſt. Grhacher Str. 3). Cb. Sonntagsverein: Sonntag, 0. Mai.
nachm. 4 uhr: Vereinsſtunden.
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde. Vorm. 11 Uhr:
Kindergottesdienſt. Nachm. 3,30 Uhr: Bibelſtunde. Herr Bringmann. — Montag,
nachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde. — Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde.
Abends 8,30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde. Weiker=Benz. — Mittwoch, abends 8,30 Uhr:
Gemiſchter Chor. — Donnerstag (Himmelfahrt), nachm. 3,30 Uhr: Bibelſtunde. Her=
Anders. — Freitag, abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde in der Beſſunger Mädchenſchule,
Herr Bringmann. — Samstag, abends 8 Uhr: Poſaunenchor.
Voranzeige: Sonntag, 13. Mai, nachm. 3 Uhr: Muttertagsfeier.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag, nachm. 2 Uhr: Abfahrt Ecke
Pallas=
wieſen= und Blumenthalſtraße zum Jahresfeſt nach Braunshardt. 3,30 Uhr:
Spazier=
gang für Mädchen. Abends 8,.15 Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. 8.30 Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für junge Mädchen. — Montag, nachm. 5 Uhr: E. C.=Jungſchar
für Knaben. Abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer. Abends 8,30 Uhr:
Aus=
ſpracheabend für junge Männer. — Dienstag, abends 9 Uhr: Gebetsſtunde für junge
Mädchen. — Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Kinderſtunde für Mädchen. — Freitag, abends
8,30 Uhr: Mädchenkreis.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen: Freundinnenheim, Sandſtr. 24,
Jeden Donnerstag, abends 5,.15 bis 10 Uhr: Zuſammenkunft. Jeden zweiten und vierten
Mittwoch im Monat: Nähen und Zuſchneiden.
3. Gemeindeämter.
Ev. Wohlfahrtsdienſt. Gemeindehaus, Kiesſtr. 17, Vorderhaus, 1 Treppe.
Sprech=
ſtunden vorm. von 10 bis 12 Uhr und nachm. (außer Samstags) von 5 bis 6 Uhr.
Fem=
ſprecher 4584.
Gemeindeamt für Kirchenſteuerangelegenheiten: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17,
Hinterhaus, Saal 3. Geſchäftsſtunden vorm. von 8 bis 12 Uhr und nachm. von 3 bis 530
Uhr, außer Dienstag= und Freitagnachmittag. Fernſpr. 2379.
Zahlſtelle für das Kirchnotgeld: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17, Hinterhaus, Zimmer4
Zahltage: Montag, Mittwoch und Donnerstag vorm. von 9 bis 12 Uhr.
Diakonenſtation für männliche Krankenpflege: Heidelberger Str. 21. Fernſprechel
2883.
Diakoniſſenſtationen: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17; Martinsſtift, Müllerſtr. 281
Gemeindehaus, Liebfrauenſtr. 6; Gemeindehaus, Kahlertſtr. 26; Gemeindehaus,
Eich=
wieſenſtr. 8; neben der Pauluskirche, Ohlyſtraße.
Privatpflegeſtation des Heſſiſchen Diakonievereins, Freiligrathſtr. 8, Ferne
ſprecher 245.
Auswärtige Gemeinden.
Evgl. Kirche Griesheim. Sonntag, 6. Mai 1934. Vorm. 8 Uhr: Chriſtenlehre für die
Mädchen. Vorm. 9,30 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pfarrer Mangold. Kirchgang der
Sechzigjährigen. Feier des Heiligen Abendmahls. Vorm. 10,30 Uhr: Kindergottesbienſt
im Gemeindeheim. Abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Pfarraſſiſtent North.
Friedenskirche. Vorm. 9,30 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pfarraſſiſtent North. Vorm,
10,30 Uhr: Kindergottesdienſt.
Epgl. Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 6. Mai, Vorm. 9,30 Uhr: Hauptgottes”
dienſt. Prediger Kandidat Hörr. Vorm. 10,30 Uhr: Chriſtenlehre. Nachm. 1,30 Uhr”
Gottesdienſt. Prediger Kandidat Vollrath. — Mittwoch: Kirchenchor. — Freitgg”
Jungmädchenverein.
Evgl. Kirche Traiſa. Sonntag, 6. Mai. Vorm. 8,45 Uhr: Chriſtenlehre. Vorm. 9,30
Uhr: Gottesdienſt. Vorm. 10,30 Uhr: Kindergottesdienſt der Gr. Borm. 13 Uhr:
Kin=
dergottesdienſt der Kl. Am Himmelfahrtstage Gottesdienſt 9,30 Uhr auf dem bekannten
Platz der Pfingſtweide, Bei ungünſtigem Wetter Betſaal.
Evgl. Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 6. Mai. Vorm. 9,30 Uhr: Gottesdienſt.
10.45 Uhr: Kindergottesdienſt. — Montag: Poſaunenchor. — Dienstag, 6 bis 7 Uhr:
Bücherausgabe. 8,30 Uhr: Kirchenchor. — Mittwoch: Bibelſtunde. — Donnerstag,
(Himmelfahrt): 9,30 Uhr: Waldgottesdienſt am Silberberg. (9 Uhr: Abmarſch vom
Marktplatz.) Bei ungünſtiger Witterung um 9.30 Uhr Gottesdienſt in der Rirche.) —
Freitag: Poſaunenchor.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Vereinigung evangeliſcher Freikirchen Deutſchlands.
Eogl. Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Sonntag, 6. Mai, vorm. 10 Uhr: Kinderfeier”s
Prediger Veihelmann, Nachm. 2 Uhr: Ausflug. Abends kein Gottesdienſt. — Montag.”
abends 8.15 Uhr: Gemeindejugend. — Mittwoch, abends 8,15 Uhr: Singſtunde. — Done
nerstag, abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde.
Evgl. Gemeinde gläubig getaufter Ehriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17. Sonntag,
6. Mai, vorm. 9.30 Uhr: Predigtgottesdienſt. Prediger Hähnel. Vorm. 10,30 Uh**
Kindergottesdienſt. Abends 8.15 Uhr: Predigt Prediger Hirtz. — Dienstag, abend? *
8.15 Uhr: Jugendſingen. — Mittwoch abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde. — Freitag, abends”
8,30 Uhr: Gebetsſtunde.
Methodiſten=Gemeinde, Bendelſtadtſtr. 38. Sonntag, 6. Mai, vorm. 11 h0*
Sonntagsſchule, Abends 8. Uhr: Predigtgottesdienſt. — Mittwoch, abends 2. 1h”*
Bibel= und Gebetsſtunde.
Die Chriſtengemeinſchaft, Heidelberger Str. 14. Sonntag, 6. Mai, 10 Uhr: Menſc
weihehandlung mit Predigt.— Mittwoch, 3. bis Sonntag, 13. Mai: Unter dem Then
„Das Chriſtentum des heiligen Geiſtes! (Vom Wirken des Apoſtels Paulus), mele
tägige Veranſtaltung mit Pfarrer Rud. Meyer=Breslau. Vormittags Menſchenweinde.
handlung: Mittwoch 7,45 Uhr, Himmelfahrtstag 10 Uhr, Freitag 9 Uhr, Samstag 2 10
Sonntag 10 Uhr. Himmelfahrtstag anſchließend Kinder=Sonntagshandlung. — Doc
mittags, Himmelfahrtstag 16,30 Uhr: Künſtleriſche Veranſtaltung. Am 11., 12, 123
15.30 Uhr: Geſpräch über Meditation und Gebet. — 17,30 Uhr: Liturgiſche Feier !"e
leſung Pauliniſcher Texte). Abends 20,15 Uhr: Vorträge von Pfr. R. Meher.
Ehriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt, Mollerſtr. 40. Sonntag, 6. Mai, vorme. Dic
uhr: Andacht. Prediger Kruſt. Abends 8 Uhr: Evangeliumsverkündigung. — Dieneie
abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde. Prediger Kruſt.
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Der
Nate
Friedrich
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on war vor
Wilhelt
Stile
zu eine nicht
Der „hintere Odenwald”, meiſt von den Darmſtädter Wan=
Religions, !9rern ſtiefmütterlich behandelt und mit Verkehrsmöglichkeiten
eunslandes i 4 rg bedacht, wird jetzt häufiger von der Landeshauptſtadt aus
geſpielt haf 140 den Kreis der Sonntagsfreuden einbezogen. Gerade jetzt
bie=
e hervor, Auc BF”t das Mümlingtal am verſchwenderiſchſten die Reize der Natur,
er Altertumsfreund wird zu jeder Zeit Anregung und
Beleh=
ung in Fülle haben in einer Gegend, in der ſeit den Tagen
ſtarls des Großen weitblickende Männer in dem vom großen
Verkehr abgeſchiedenen Tale die Siedlungen aus dörflicher Enge
mporgehoben und im Wetteifer mit ſtolzem Bürgertum
unver=
hängliche Denkmäler geſchaffen haben.
Vom Bahnhof König ſchreite ich durch das ſaubere
Städt=
hen, das den Ehrgeiz hat, „Bad König” zu heißen. Die Kurgäſte
eden auch von dem „Bad” während von der Zunge der
Ein=
eſeſſenen der Name „Künnich” ſließt. Dieſe Form nähert ſich
em alten Quinticha, das aus dem 9. Jahrhundert zu uns
erüberdringt, und auf dem ſprachlichen Umweg über Küntich
u dem im Volksmund lebenden Künnich geworden iſt. Heute
t König in ganz Deutſchland bekannt geworden durch ſein
ſtahlbad. Am Fafnir=Brunnen gerate ich in einen
Mädchen=
hwarm. Die ſchlanken Weſen nehmen den heilverheißenden
frühtrunk. Sie kommen aus allen Gauen unſeres Vaterlandes,
ßer das nachbarliche Frankfurt dürfie den Hauptanteil der Gäſte
ſellen. König zauberv ein friſches Rot auf die Wangen, und
eben dem ſtärkenden Quell wirkt die geſegnete Ruhe dieſes
tiedlich ins weite Wieſental gebetteten Städtchens wahre
Wun=
ührer des Be/ r. Beglückt erzält mir ein Fräulein aus Kaſſel von der
Ge=
aniſation übef tichtszunahme, die es der Kur verdankt. Wer natürlich mit
cchrankkoffern ins Bad zu reiſen pflegt, wenn der Körper nur
m Geſtell ift für dauernden Wechſel der Toiletten, wer von
eer Reunion in die andere taumeln will, der kommt in König
erfordeis icht auf ſeine Rechnung. König erſtrebt den Ruhm zu den
rtreter a ßilbädern gerechnet zu werden, die auch Menſchen mit
beſchei=
dnen Mitteln zugänglich ſind. Leicht überzeugt man ſich, daß
ne reiche Auswahl von ſchönen Ausflügen in das weite
Wald=
sbiet beſteht. Schilder und Bänke verraten eine betriebſame
ſurverwaltung.
Ich ſteige zum Schloßplatz heran. Von der hochgelegenen
ſrche laden die Glocken zum Gottesdienſt. Alt und jung wan=
41 durch den hohen Torbogen des alten Schloſſes dem
Gottes=
hufe zu. Lange Gehröcke und hohe Zylinder ſind noch nicht
usgeſtorben. Der Brunnen an dem den Kämpfern der Jahre
16 und 1870 geweihten Löwendenkmal ſingt ſein eintöniges
Ld. Das alte Erbach=Schönbergiſche Schloß, ein ſchmuckloſer
Hu, ſchreit nach einem neuen Gewand. Sein Inneres hat ein
zteckerfülltes Daſein. 22 Familien haben hier ein Heim
ge=
uiden. Das neue Schloß prangt in ſchmuckem Kleide. Es nimmt
Argäſte auf, und das Kaſſeler Mädchen, das mit 88 Pfund nach
Anig kam, erzählt mir, wie gut man dort aufgehoben ſei. —
Xſaunenklang in der Kirche rühmt die „Ehre Gottes aus der
Atur‟. Ein Fliederbaum, der ſich in eine Ecke gedrückt hat,
ſeät ſeine weißen Büſche nach der Kirchentür. Das in den
Echturm eingemauerte Bruchſtück eines römiſchen Grabſteines
ider erſte Zeuge von der Tätigkeit der Römer, die auf dieſer
Emtagswanderung häufig in die Erſcheinung tritt.
Ich vertraue mich dem gelben Strich der Wegbezeichnung
Er glänzt ſo friſch wie das rote Dreieck, dem ich vom
Hain=
has aus folge. Die fleißigen „Markierer” des Odenwaldklubs,
ſie uneigennützigen Freudenſpender, haben ihre Strecken friſch
nand geſetzt, damit das Lob der unbedingten Zuverläſſigkeit
FOdenwaldwegbezeichnung zu Recht beſtehen bleibe.
Ich gehe flußaufwärts. Die Mümling iſt launiſch und träge.
Dr gerade ihr Zickzackkurs belebt das Bild. Das ſie
beglei=
oe Baumwerk ſteht noch hager und mager da. An die beiden
uir des ſtillen Waſſers ſäumen breite Wieſenteppiche, in die
her Löwenzahn gelbe Spritzer wirkt. Wenn der grüne Plan
het, ſteigen rechts und links mählich die Höhen an, wo aus
m Ernſt der Nadelhölzer die jauchzende Luſt der friſchen
Achen hervorbricht. Am Erlenbrunnen geht es vorbei,
N Rückblick zeigt im grünen Rahmen die roten Dächer von
Ste
Ste
n Grun
Lie
ertrau
der
ig, das friedliche Wögen der Berge ſchließt das Bild ab.
WGeſundbrunnen holt Jungvolk Waſſer zum Kochen.
kann das Wohlbehagen nicht ſchildern, das der Bub aus
KWort „Nudelſuppe” ausſtrahlt. Jetzt muß man ſteigen. Ein
ſchmales ſchattiges Pfädchen führt durch würziges Gehölz. Habe
ich den Wald hinter mir, dann ſteht vor mir der „Baum im
Odenwald”. So ſagt ausdrücklich eine Inſchrift. Auch dieſe
alte, weithin ſichtbare Eiche zeigt die Vergänglichkeit alles
Irdiſchen. Ernſt und drohend reckt ſie nackte Arme gen Himmel,
ſo gar nicht paſſend zu den an dem Stamm angebrachten
Wor=
ten: „Es ſteht ein Baum im Odenwald, der hat viel grüne
Aeſt.” Auf der Höhe ſchreite ich durch das Feld. Ein
wunder=
voller Rundblick belohnt mich. Am Wege lacht kecker Raps über
den kleinen Klee. Durch freudige Buchenjugend und einem
fol=
genden Fichtenſchlag dringe ich zum Hainhaus (Heunenhaus)
vor. Hier lag einmal ein Römerkaſtell. Inmitten des
Lager=
raumes ſtehen kleine Gebäude, von denen mich das ſchön
her=
gerichtete Gaſthaus anzieht. Pfingſten ſoll ein zweiter Bau von
Sommergäſten bezogen werden, und damit wird von einem
Fachmann eine Sommerfriſche aufgetan, die inmitten des
ſchön=
ſten Waldes fernab vom Getriebe der Welt ein Jungbrunnen
für geplagte Menſchenkinder werden muß. Auf der weiten
Wieſe üben Jungmädels unter friſcher Führung Dauerlauf.
Pudding wird der Lohn ſein, auf der Baſis labender Milch
er=
richtet. Er kann ihnen nicht beſſer ſchmecken als den Buben
die Nudelfuppe. Der Stolz des Hainhauſes iſt die
Waldumrah=
mung. Es iſt, als ob die ſchönſten Bäume hier zum Appell
an=
getreten wären. Wo ſieht man ſolche Linden, ſolche Buchen,
ſolche Kiefern? Gegen die finſtere Pracht der uralten Eiben
hebt ſich die ſchimmernde Glut einer wuchtigen Rotbuche ab.
Der Wirt führt mich zu dem gewaltigen japaniſchen
Tulpen=
baum, der ſeine Blütenpracht erſt im Juni zeigt. Ich ſetze mich
auf einen der alten Steinſeſſel, auf denen einſt deutſche Richter
ſaßen, die im Walde ihres Amtes walteten und nichts wußten
von ſtammfremdem Buchrecht. Südwärtsgehend kann ich die
Stellen aufſuchen, an denen römiſche Türme der alten
Limes=
befeſtigung ſtanden. Eine Schleife des Weges führt über den
Bremhof, ich folge diesmal dem roten Dreieck der
Wegbezeich=
nung. Auf der Höhe von Vielbrunn weht ein kräftiger
Wind. Die blauen Berge vom Main grüßen mich auf dem Weg.
Für Luftſchnapper und herzhafte Eſſer iſt Vielbrunn ein
ge=
eigneter Kurort. Man betont mir den billigen Penſionspreis und
weiſt ſtolz auf das fließende Waſſer in den Zimmern und das
Schwimmbad hin. Vielbrunn iſt ein langgeſtrecktes, großes
Dorf mit ragender Kirche. Bei meiner Rückſchau umrahmt die
roten Dächer der weitgezogenen Siedlung der Blütenſchmuck der
Obſtbäume. Der Wechſel der Waldbeſtände in dunklem und
hellem Grün macht den Weg zum Jagdſchloß Eulbach ſo
an=
ziehend. 510 Meter hoch liegt in lieblicher Einſamkeit das von
Franz zu Erbach angelegte Schloß, deſſen Bewohner ſich im
Garten ſonnen. Dieſe ſtille Höhe hat einmal dörfliche
Gemein=
ſchaft belebt, aber das uralte Dörſchen Ulenbuoch iſt ſchon ſeit
Jahrhunderten verſchwunden. Für 20 Pfg. darf ich in den
Engliſchen Park. Dieſer behält, glaube ich,
unvergäng=
lichen Reiz mehr durch die wunderſame Pracht ſeiner alten
Bäume, die als Sprößlinge heimiſcher Reviere und ferner Lande
ſcheinbar in ungebundener Freiheit ſich ausleben, als durch die
aus der Nachbarſchaft zuſammengetragenen Ueberreſte römiſcher
Bauwerke. Gleich am Ende der Eingangsallee ſteht ein 8 Meter
hoher Obelisk, zuſammengefügt aus Steinen des Römerkaſtells
bei Würzberg. Auf grünem Plan erhebt ſich ein Denkmal des
großen Jägers, des Grafen Eberhard. Ein Kahn wird gerade
ausgebeſſert. Soll er hinüberführen zum ſtillen Kapellchen auf
der Inſel des künſtlichen Sees? Unter dem Dach knorriger
Eichen trägt ein Stein das Relief des Schöpfers des Parkes,
„des großen Urahnen Franz” und gedenkt auch des Mitarbeiters,
des Forſtmeiſters Lonis, Architektoniſche Spielerei iſt die
künſt=
liche Ruine, die ſich ihre Teile aus mittelalterlichen Bauten
zu=
ſammengeſucht hat.
Bei dem durch Wald abwärts führenden Weg nach
Michel=
ſtadt merke ich erſt, wie hoch ich geſtiegen bin, und ich freue
Gal.-Schwalback imt Daunusz
bewährt seit Jahrhunderten bei
Nerr-, Oefäu-, Blutkrankkeiken,
Trauenlei-
din, KChuuma, /lorvenankfündun g und. -ichia
mich, daß die gelbe Wegbezeichnung nichts zu tun hat mit der
hellen Straße, auf der die Autos jagen. Dieſe hemmen ihren
Lauf vor dem ehrwürdigen Rathaus. Ein Belgier ſpringt
gerade aus dem üppigen Auto und photographiert, während mir
ein ſonntagsbummelnder Bürger erzählt, wie ſehr er ſich auf
die Rathausbeleuchtung zu Pfingſten freut, die zahlreiche Fremde
anlocken ſoll. Ich laſſe mich nicht von der Schönheit dieſes
Feuer=
zaubers überzeugen und betrachte mit Andacht dieſes einzigartige
Baudenkmal, das älteſte ſeiner Art in Heſſen. 1484 iſt dieſer
merkwürdige Holzbau entſtanden. Vor mir ſtehen die drei
Holz=
pfeiler, hinter denen die offene Halle liegt, die feſten Träger
eines ſchmalen Stockwerks, an das ſich rechts und links ein
ſechseckiger Erkerturm mit Spitzdach anfchließt. Der Hauptbau läßt
ſein hohes Dach ebenfalls in eine Spitze laufen, und auf die
Erkertürme blickt der einer Helmpyramide ähnliche Aufſatz des
Hauptdaches herunter. Den alten Brunnen auf dem
Markt=
platz ſchmückt ein Standbild des Erzengels Michael. Die Waage
in ſeiner Hand, gemeinhin das Sinnbild der Gerechtigkeit, hat
die Geſtalt zu einer Juſtitia umgedeutet. Die hölzerne
Michaels=
kapelle aus Einhards Zeiten löſte eine romaniſches Gotteshaus
ab, das vollkommen vom Boden verſchwunden iſt. An ſeiner
Stelle ſchuf ſpäte Gotik die ſchlichte Stadtkirche. Ich
ſchlen=
dere noch in dem alten Michelſtadt herum, beſichtige die Reſte
der Stadtbefeſtigung, die Kellerei, den Diebsturm, das nächſte
Mal will ich mich dem neuzeitlichen Michelſtadt widmen und
den Tag würzen durch ein Bad in den Fluten des
weitbekann=
ten Stadions.
E. K.
Wanderung über Bielbrunn nach Michelſtadk.
Mit der Odenwaldbahn nach König. Fahrpreis ab
Oſtbahn=
hof (Sonntagskarte) 2 Mk. Zeichen — gelb durch das Städtchen,
am „Erlen”= und „Geſundbrunnen” vorbei, links ab durch Wald
und Feld nach 2 Stunden „Hainhaus” (447 Meter, ehemal.
Römerkaſtell, Kapelle, Forſthaus, Steinſeſſel aus dem 18.
Jahr=
hundert, alter Baumbeſtand). Die Straße in öſtlicher Richtung
nach 2½ Stunden Bremhof (400 Meter, Forſthaus, Gaſthaus),
ohne Zeichen durch Feld nach 3½ Stnden Vielbrunn. (440
Meter). Am Weſtrand des Ortes Zeichen 9 rot in ſüdlicher
Richtung nach 4½ Stunden Jagdſchloß Eulbach (510 Meter, „
eng=
liſcher Garten” mit ſehenswerten Baumgruppen, Ueberreſte
römiſcher, und mittelalterlicher Bauwerke, Gaſthaus), Zeichen
KöN18
DrrDe=
HAINNHVS
s ik .BREM
HoF
„OVIELBRUNN
WEL.STRT
EÜLBRCH
3 gelb am „achteckigen Pavillon” von der Straße rechts ab, am
Forſthaus „Silvan” vorbei, immer bergab, an der „
Emilien=
hütte” links durch Wald, ſpäter Wieſen und Feld nach 5½
Stunden Michelſtadt. (Marktplatz mit Rathaus von 1484,
Markt=
brunnen, evang. Kirche mit zahlreichen Grabdenkmälern,
Oden=
waldmuſeum, Kellereigebäude, Stadion). Durch das Städtchen
über die Bahn nach Steinbach (Einhardsbaſilika, Schloß
Für=
ſtenau). Zum Bahnhof Michelſtadt zurück. Rückfahrt. Einfache
Karte bis König löſen. Fahrpreis 30 Pfg.
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Die bayeriſche Hauptſtadt errichtet auf dem Gelände der Muſterſiedlung Ramersdorf den Männern,
die im Jahre 1919 bei der Befreiung Münchens von der roten Schreckensherrſchaft ihr Leben
opfer=
ten, ein Denkmal, zu dem jetzt der Grundſtein gelegt wurde.
Die Einweihung des Flugplatzes Okenje bei Warſchau,
die jetzt in Gegenwart des Staatspräſidenten Moscicki, (auf dem Seſſel in der Mitte des freiem
Platzes) ſtattfand. Der neue Flugplatz verfügt über eine Ausſtattung mit den modernſten techniſchen
Errungenſchaften und hat eine Ausdehnung von 2 Kilometer Durchmeſſer.
Reich und Ausland.
Zeppelin=Luftſchiff „Hindenburg”?
Berlin. Auf der Werft in Friedrichshafen
iſt ein neues Zeppelinluftſchiff im Bau, etwas
größer als „Graf Zeppelin”. Es iſt
ſelbſtverſtänd=
lich, daß das neue Schiff erſt bei der Taufe ſeinen
Namen erhält. Aber in Friedrichshafen dürfte
man ſchon wiſſen, wie der Name lauten ſoll. Der
„Mancheſter Guardian” will erfahren haben, daß
das Luftſchiff den Namen „v. Hindenburg” er=
halten ſoll.
Von der Schachweltmeiſterſchaft.
12. Partie remis.
Stuttgart. Zu einem gigantiſchen Ringen
wurde die am Donnerstag abend zu Ende
ge=
führte 12. Partie im
Schachweltmeiſterſchafts=
kampf. Bekanntlich ſtand der Weltmeiſter in der
Abbruchſtellung ſehr ungünſtig, mußte einen
wertvollen Bauern geben und verlor bald einen
weiteren. Der Weltmeiſter verſtand es jedoch
ſeinerſeits, einen Freibauern zu forcieren. Der
deutſche Meiſter opferte gegen dieſen einen
Läu=
fer und gewann einen weiteren Bauern. Es
entſtand nun ein merkwürdiges Endſpiel von
Turm und Läufer gegen Turm und vier Bauern
von Bogoljubow. Die äußerſt intereſſante
Par=
tie, von der alle Zuſchauer annahmen, daß ſie
zugunſten vno Bogoljubow enden würde,
ver=
mochte der ſich unglaublich zäh verteidigende
Weltmeiſter doch noch zu halten. Es mag ſein,
daß der deutſche Meiſter an einer Stelle den
Gewinnzug verpaßt hatte. Die Zeitnot ließ
jedoch eine genaue Durchrechnung des
Gewinn=
manövers nicht zu. Die Partie wurde im 75. Zug
nach zehnſtündigem Ringen remis gegeben. Die
allgemeine Anſicht iſt, daß der Kampf nun in das
entſcheidende Stadium getreten iſt. Vor allem
iſt es unverkennbar, daß der deutſche Meiſter im
Hinblick auf ſeinen ungünſtigen Stand ſeine
äußerſte Kraft aufbieten wird, um dem Kampf
eine für ihn günſtige Wendung zu geben. Am
Sonntag wird die Serie in München mit der
13. Partie fortgeſetzt werden.
Großfeuer im Hirſchberger Tal.
Hirſchberg (Rieſengebirge). Im
benach=
barten Boberöhrsdorf iſt am Freitag ein
Groß=
feuer ausgebrochen. Bisher ſind vier
landwirt=
ſchaftliche Beſitzungen niedergebrannt. Bei der
großen Trockenheit und dem Waſſermangel iſt ein
weiteres Ausdehnen des Feuers zu befürchten.
Das Arbeitsdienſtlager Grunau und die
Feuer=
wehren des Hirſchberger Tales ſind zur
Hilfelei=
ſtung eingeſetzt.
Eröffnung der Deutſchen Jagdausſkellung 1934.
Aus der Eröffnungsanſprache von Miniſterpräſidenk Göring.
Berlin. Im Europahaus hat der
Landes=
verband der preußiſchen Jäger vom 5. bis zum
13. Mai die Deutſche Jagdausſtellung 1934
ge=
ſchaffen, die geſtern mittag durch den
Miniſter=
präſidenten feierlichſt eröffnet wurde. In dem
Kreiſe der Gäſte bemerkte man Vizekanzler von
Papen, die Reichsminiſter Darré, Seldte,
Schwe=
rin=Kroſigk, den preußiſchen Finanzminiſter
Po=
pitz und Vertreter der meiſten ausländiſchen
Miſſionen. Generalforſtmeiſter von Keudell
be=
grüßte den Miniſterpräſidenten und die Ehrengäſte
und gab dann dem Miniſterpräſidenten das Wort
zur Eröffnungsanſprache.
Die Bedeutung der erſten Jagdausſtellung
des Dritten Reiches, ſo führte der
Miniſterpräſi=
dent aus, ſei ſo in die Augen ſpringend, daß man
darüber keine Worte zu verlieren brauche. Das
Wild habe eine große volkswirtſchaftliche
Bedeu=
tung. Aber nicht auf den materiellen Wert wolle
er hinweiſen, ſondern darauf, wie das deutſche
Wild in den Wald hineingehöre und wie der
Menſch ſich erfreuen ſolle am Anblick der Tiere,
die Gott in den Wald geſetzt habe. Das ſei die
Höhe der Bedeutung, daß wir Lebeweſen
erhal=
ten, die mit einer ganz beſtimmten Vorausſetzung
geſchaffen wären. So müſſe auch die Jagd
an=
geſehen werden, nicht als ein Vergnügen, nicht
als Tötung der Geſchöpfe, ſondern als die große
Verantwortung, weniger Jäger, deſto mehr aber
Heger zu ſein. Der deutſche Wildbeſtand ſei noch
ſtark und groß. Die Hege habe dort ihre Grenze
zu finden, wo die Sorge um die Landwirtſchaft
und die Ernährung beſtehe, die allem
voran=
ſtünden.
Der Miniſterpräſident wandte ſich dann den
von ihm geſchaffenen neuen Jagdſchutzgeſetz zu,
deſſen weſentlicher Punkt die Regelung des
Ab=
ſchuſſes an ſich ſei. Der Miniſter gab dann von
ſeinem Entſchluß Kenntnis, in ſolchen Revieren,
die über zahlreichen Rotwildbeſtand verfügen,
Wildfänge vornehmen zu laſſen und Rotwild in
Reviere zu bringen, die ſeit Jahrhunderten ohne
Rotwild ſeien, aber doch Möglichkeiten für die
Aufzucht und Fortpflanzung des Rotwildes böten,
um auch dieſe Reviere in abſehbarer Zeit wieder
mit Rotwildbeſtand zu verſehen. Endlich hob
der Miniſterpräſident hervor, daß es ſein
Be=
mühen ſei, auch die Urwildarten wieder aufleben
zu laſſen, Elchreviere zu ſchaffen und alles
daran=
zuſetzen, um langſam den Elch von Oſtpreußen in
andere größere Reviere zu verpflanzen. Das
gelte auch vom Wiſent, bei dem wenigſtens
ver=
ſucht werden ſoll, die Gefahr des reſtloſen
Aus=
ſterbens zu verhindern.
Die Ausſtellung zeigt in maleriſcher
Anord=
nung etwa 1600 Trophäen aus deutſchen
Re=
vieren, davon über 1000 aus dem Beſitz der
preußiſchen Forſtämter und etwa 500 von
pri=
vater Seite. Des ferneren ſind eine Reihe
exo=
tiſcher Trophäen ausgeſtellt.
Deukſch=ſchwediſcher Gelehrter
enkdeckk ein neues Bikamin.
Profeſſor von Euler,
der Leiter des Biochemiſchen Inſtituts in
Stock=
holm, hat im Saft von Zitronen und ſchwarzen
Johannisbeeren ein neues Vitamin entdeckt, deſſen
Wirkung hauptſächlich antibakterieller Natur iſt
und vornehmlich Schutz gegen den Erreger der
Lungenentzündung gewähren ſoll.
Eine Vorbeſichtigung der zur Prämiierung kommenden Geweihe.
41köpfige Einbrecherbande feftgeſehl.
Zuchthäusler und rote Waſſerſportler
als Anführer.
Recklinghauſen. In Datteln in
Weſtfa=
len wurde eine 41köpfige Einbrecherbande
feſt=
genommen, die in den Jahren 1928 bis 1933 in
Datteln, Bottrop und Umgebung eine
außer=
ordentlich große Zahl von Einbrüchen verübt hat.
Im Sommer 1933 gelang es zunächſt, den Leiter
der Bande, den Zuchthäusler Max Heisnick, und
deſſen beide Söhne feſtzunehmen. Trotzdem gingen
die Diebſtähle weiter, bis es jetzt ſchließlich
ge=
lang, als Diebe die Mitglieder eines früheren
kommuniſtiſchen Waſſerſportvereins feſtzuſtellen,
deſſen Vorſitzender des Diebſtahls in 32. Fällen
überführt werden konnte. Schon jetzt kann geſagt
werden, daß rund 150 Einbrüche auf das Konto
dieſer Bande fallen. Die Mitglieder dieſes roten
Waſſerſportvereins führten ihre Diebesfahrten
mit Vorliebe auf Paddelbooten durch. 41
Per=
ſonen konnten jetzt insgeſamt hinter Schloß und
Riegel geſetzt werden.
Rheinwaſſer von einer Waſſerhoſe
200 Meker hoch geſchlendert.
Andernach. Am Donnerstag wurde das
Gebiet von Wollendorf und Goennersdorf, auf
der rechten Rheinſeite, unterhalb von Neuwied,
von einer Windhoſe heimgeſucht. Das Dach der
Turnhalle und viele Wohnhäuſer in
Goenners=
dorf wurden abgedeckt. Von der Berghöhe ſenkte
ſich der Wirbel ins Rheintal und verwandelte
ſich über dem Fluß in eine Waſſerhoſe.
Gewal=
tige Waſſermengen wurden etwa 200 Meter in
die Luft geſchleudert.
Flugzeugunfall in Braſilien.
Rio de Janeiro. Im braſilianiſchen
Küſtendienſt der Sindicato Condor Ltda.
über=
ſchlug ſich ein Flugzeug zwiſchen Porto Alegro
und Rio de Janeiro bei der Landung auf See
und ging unter. Hierbei iſt die braſilianiſche
Beſatzung, beſtehend aus einem Führer und
einem Funker, tödlich verunglückt.
2 Millionen Dollar für die wirkſamera
Bekämpfung des amerikaniſchen
Verbrecherunweſens.
Holume Ue
Eit
intel
in Kar
Die
Waſhington. Das amerikaniſche Juſtizam.
gab bekannt, daß es den Kongreß um die
Bewill=
ligung von 2 000 000 Dollar für die Neuausrüki
ſtung und Vergrößerung des
Polizeibeamtenſtab=
erſuchen werde, um das überhandnehmende
Ver=
brecherunweſen wirkſamer bekämpfen zu könnem
Die Banditen waren übrigens auch am Donnersi Aberrad:
tag an den verſchiedenſten Orten wieder äußerſi
rührig. Drei Banditen, die mit Maſchinenges cd iſt
wehren verſehen waren, drangen in Forſtoric der Mi
(Ohio) in eine Bank ein und ſchoſſen auf die 17 Mu
im Schalterraum anweſenden Perſonen, die ſich eelauie
ſogleich mit erhobenen Händen an der Wand/ Der Ka
aufgeſtellt hatten. Sie erbeuteten 12 000 Dollars dürſte,
Möt die
und flüchteten in einem Kraftwagen. Als ſie ſichk yies
verfolgt ſahen, ſchoſſen ſie mit ihren Maſchinen / uige
gewehren blindlings auf die Straße und
ver=
wundeten vier unbeteiligte Paſſanten. Zwe
Bankangeſtellte, die von den Banditen als Gefi
ſeln mitgeſchleppt worden waren, wurden naa ſie
einer Fahrt von etwa drei Kilometern wieder) Pfl
freigelaſſen. — In Newhaven (Connecticut.
verſuchten Banditen, ein Kleidergeſchäft zu über
fallen, wurden jedoch von der Polizei an ihrenn
Vorhaben gehindert. Es kam zu einem heftiger
Feuergefecht, bei dem zwei Perſonen verwunder
E
wurden.
fr
Rieſenſeuer im Dock von Brooklyn.
Vier Tote.
New York. Im Dock der Barber=Dampf=”
ſchiffahrtsgeſellſchaft in Brooklyn brach am Don=).
Nrdſch
nerstag abend ein Brand aus, der ſehr ſchnell um: Maſt
ſich griff und ſchließlich zu dem größten Feuer ſeit! e
20 Jahren in Brooklyn anwuchs. Der Feuerwehl.=
die auch mit Löſchbooten ausrückte, war es nuru aß (
nach großen Anſtrengungen möglich, eine Aus — fn Spief
dehnung des Brandes zu verhüten. Vier PetxMGe
ſonen kamen in den Flammen um. 12 Feuerwehr” Me.
leute wurden verletzt. Das Dock iſt völlig nieder” n
gebrannt.
Der Schaden, den das Großfeuer angerichtel,
hat, wird auf 5 Millionen Dollar geſchätzt. Died
raſche Ausbreitung des Brandes wurde dadurchh Fo,
begünſtigt, daß eine bereit liegende Dampfelss Irn
ladung Rohgummi und Terpentin von den Flaue!
men erfaßt und vernichtet wurde. Gewaltige
Feuergarben ſchoſſen zum Himmel, ſo daß der
Brand auf weite Entfernung ſichtbar war. Dſe
Hitze war ſo ſtark, daß der Anſtrich vieler Danpo/0
fer, die in größerer Entfernung von dem Brando
platz lagen, Blaſen warf.
Eine Gedenkplakette
für den Tag der nationalen Arbeit,
die nach dem Entwurf von Siegmund Schütz v00
der Staatlichen Porzellan=Manufaktur Bertſſ
herausgegeben wurde.
Seite 10 — Nr. 123
Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 5. Mai 1934
Ein Denkmal für die Befreier Münchens von der Spartakiſtenherrſchaft.
Warſchau bekam einen neuen Flughafen.
[ ← ][ ][ → ]Samstag, 5. Mai 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 123 — Seite 11
Soet,
Sfdolatat!
Wer ſiegk am Sonnkag?
Generalverſammlung des Sp. 98 Ofkdk.
Großer Tag in Rom.
Bis heute nachmittag 18 1
hr muß Ihre Vorausſage zur
klei=
er Preisfrage der
Fußballer bei der Sportredaktion vorliegen,
venn Sie noch berückſichtigt werden wollen.
Um den Aufſtieg zur Gauliga.
Polizei Darmſtadt — Union Niederrad.
Im weiteren Verlauf der Aufſtiegsſpiele zur Gauliga
Süd=
ſeſt treffen morgen Sonntag 16 Uhr auf dem
Polizei=
elände die beiden Aufſtiegsfavoriten Union Niederrad und
ſolizei zuſammen. Wie bekannt, konnten beide Mannſchaften
ſr erſtes Spiel gegen den Dritten im Bunde, den FSV. Heuſen=
Eien Konturenz nicht nehr. Nenſchlichen ErmeWie Reder=
Der, die auf Grund ihres beſſeren Torverhältniſſes an die erſte
ſtelle gerückt ſind, haben am letzten Sonntag zu Hauſe einen
ein=
tucksvollen Sieg gegen Heuſenſtamm landen können. Ihr
Kön=
en darf in keiner Weiſe unterſchätzt werden. Der damalige
ſieg der Poliziſten in Heuſenſtamm, mit dem knappſten aller
zeſultate erzielt, iſt jedoch auf Grund dieſer Tatſachen höher zu
werten. Auf jeden Fall wird morgen nachmittag der „Exert”,
ir Schauplatz eines erbitterten Kampfes ſein. Dem Spiel darf
un neben einem Vergleich für die Stärke und Güte beider
ſannſchaften eine kleine Vorentſcheidung zumeſſen.
hon jetzt eine Vorausſage über den jeweiligen Sieger zu
ge=
in erſcheint nicht am Platze, da bekanntlich ſolche Kämpfe immer
uter gewiſſen Vorausſetzungen ausgetragen werden. Die
Poli=
nen müſſen am Sonntag ſehr auf der Hut ſein, um keine
un=
ſbſame Ueberraſchung zu erleben. Wenn man den Grünen
be=
its heute ſchon eine kleine Gewinnchance einräumen will, darf
nn ihre große Energieleiſtung in Heuſenſtamm und den eigenen
ſatzvorteil in Anrechnung bringen. Beide Mannſchaften
beſtrei=
n den Kampf in ihrer ſtärkſten Beſetzung wie folgt:
Hizei:
Klein
Balſer
Bönſel
W. Kaſpar
Matthes
Scheuermann
Göbel Schupp Seipp Pfeiffer Müller
Sack Roſenberger Kirſch Pflug. Müller II
Müller I
Rink
Allermann
Kolter Bonſig
Nderrad:
Blickhan
Die Spieler der Polizei ſind zur Genüge bekannt. Bei
Nie=
perad iſt der Halbrechte Pflug die treibende Kraft. Mit Kirſch
ſnder Mitte und Roſenberger auf Halblinks beſitzt Niederrad
durchſchlagskräftiges Innentrio. Noch zu erwähnen ſind
Mtelläufer Müller, die beiden Verteidiger Kolter und Bonſig
u der Schlußmann Blickhan.
Der Kampf, der ſicherlich erſt mit dem Schlußpfiff entſchieden
dürfte, wird beſtimmt ſeine Anziehungskraft nicht verfehlen.
Aicht die Hoffnung, daß ein guter Schiedsrichter zur Stelle ſein
mie und der Darmſtädter Anhang dem Südheſſenmeiſter den
itgen Rückhalt gibt.
FC. Union — FC. 03 Egelsbach.
Auf das heute abend 6 Uhr auf der Rennbahn ſtattfindende
die Verbandsſpiel wird nochmals hingewieſen. Es iſt dies das
Heimſpiel der Union in dieſer Spielſaiſon.
Pflichtſpiele der Jugend: Jugend — Jugend Sp.V.
Vterſtadt, 2 Uhr, Rennbahn. Schüler — Schüler Germania
ſhngſtadt, 1 Uhr. Rennbahn.
Tbd. Jahn 1875 — SV. Weiterſtadt.
Wir verweiſen nochmals auf dieſes am Sonntag vormittag
Uhr am Ziegelbuſch. Kranichſteiner Straße, ſtattfindende
Tref=
awiſchen den „75ern” und dem SV. Weiterſtadt. Die Gäſte
Un in ihren letzten Spielen recht beachtliche Leiſtungen gezeigt
Nda der Ausgang des Spieles für beide Teile von Bedeutung
oſteht ein ſicher auch techniſch gefallendes Spiel zu erwarten,
4 An Beſuch nicht enttäuſchen ſollte.
Zußball in Südheſſen.
Außer den bereits mitgeteilten Spielen werden noch einige
undſchaftsſpiele im Ried bekannt. Dort empfängt der V.f.R.
bradt im Rückſpiel Amicitia Viernheim und ein ſpannendes
ben iſt damit im voraus ſicher.
II.=Ol. Worms, die am Samstag abend den FC. 08 Mann=
9Mals Gaſt ſieht, fährt am Sonntag nach Neuſtadt zum V.f.L.
n der Kreisklaſſe II gab es in der Gruppel am Sonntag
M in Spiel. Der Gruppenmeiſter Wolfskehlen ſiegte klar
3un Geinsheim, während Dornheim auf die Punkte ver=
AAte, die ſo dem „Zweiten”, TG. Stockſtadt, kampflos in den
Süt fielen.
in Gruppe III ſiegte Jugenheim 4:0 (2:0) über DJK.
sheim, TV. Alsbach fielen die Punkte gegen die
ge=
ge DJK. Heppenheim, kampflos zu und das Treffen
Sheim — TSV. Kleinhauſen war abgeſetzt worden.
„Norgen empfängt der Tabellenführer Alsbach den Nach=
Aaus Bickenbach. Die weiteren Treffen: TV. Auerbach —
Bensheim; DJK. Kleinhauſen — FV. Seeheim und V.fR.
heim — DJK. Heppenheim.
Indball=Gauelf — Stadkelf Darmſtadt
Heute, 18 Uhr. Polizeiſportplatz.
Eir weiſen nochmals auf das heute abend ſtattfindende
Tref=
ſeiler beiden Auswahlmannſchaften hin. Ein Beſuch des
inter=
eſwen Kampfes wird ſich ſicher lohnen, zumal die Eintrittspreiſe
ſell ering ſind.
ſie beiden Mannſchaften werden ihr Beſtes hergeben, da die
bers Spieler zu der Gaumannſchaft zuſammengeſtellt werden, die
berz den Gau 13 auf den Kampfſpielen in Nürnberg vertritt.
Tb. Ofſenhach — T5G. 46 Darmſtadk.
Nit zwei Mannſchaften ſpielt TSG. 46 morgen bei dem TV.
ach. Der TV. Offenbach iſt nicht zu verwechſeln mit dem
hechgawertreter Turngeſellſchaft Offenbach. Für TSG 46
be=
deit es trotzdem, den Gegner ernſt zu nehmen, denn die
Tur=
neAlſielen Bezirksklaſſe und ſtehen nicht weit hinter dem FSV.
rchurt. Es wird mit Auto dorthin gefahren. Abfahrt 13.30
m Paradeplatz. Wir verweiſen nochmals auf das Spiel der
Llf und Gauelf heute abend 6 Uhr. Die Spieler müſſen
ſinde früher anweſend ſein und rote Hoſe mitbringen.
SV. Merck — Viktoria Griesheim!
mn Sonntag, vormittags 10 und 11 Uhr, empfängt Merck auf
latze in der Maulbeer=Allee die Handballer von Viktoria
Groeien. Das Vorſpiel wurde von Griesheim ganz knapp ge=
DoMh. Die Mercker, welche in veränderter Aufſtellung antreten,
Rwit ſich ſehr anſtrengen, wenn ſie einen Erfolg über Griesheim
erra Nn wollen.
ſe deutſche Mannſchaft für das erſte Spiel der eng=
NaeBBerufs=Fußballelf von Derby County am 10. Mai in
Frank=
urcmuse jetzt wie folgt aufgeſtellt: Jakob=Regensburg:
Harin=
unchen, Buſch=Duisburg; „Janes=Düſſeldorf,
Goldbrunner=
ign. Gramlich=Frankfurt; Lehner=Augsburg, Lachner=Mün=
WeT uren=Saarbrücken, Noack=Hamburg Kobierſki=Düſſeldorf.
Uebungsſpiele der deutſchen Waſſerball=
National=
eft wurden nun terminlich wie folgt feſtgelegt: 20./21. Mai
Niäurt 26./27. Mai in Berlin und 2./3. Juni in Hannover.
Der deutſchen Sieben ſind jeweils örtliche Vertretungen.
Stellv. Kreisleiter P. Reuter zum Vereinsleiter
gewähn.
* Bei recht zahlreichem Beſuch hielt geſtern abend der
Sport=
verein 98 Darmſtadt in der „Krone” ſeine Generalverſammlung
ab. Der bisherige Leiter des Vereins, Oberingenieur Wöbke,
erſtattete zunächſt den Rechenſchaftsbericht, aus dem hervorging,
daß die ſportliche Ausbeute wie auch die Zuſammenarbeit der
einzelnen Abteilungen im verfloſſenen Vereinsjahr recht
erſprieß=
lich war. Den Jahresbericht über die Arbeit der einzelnen
Ab=
teilungen gab Prokuriſt W. Kuhle. Während bei der Fußball=
Abteilung leiſtungs= und zahlenmäßig ein erfreulicher Aufſchwung
feſtzuſtellen war, habe die Handball=Abteilung ihre lange Jahre
gehalten Favoritenſtellung nicht behaupten können. Auch mit den
Erfolgen der Leichtathletik=Abteilung könne man recht zufrieden
ſein. Die Damenabteilung erhielt mit der Ernennung von Lehrer
Numrich als Leiter neuen Auftrieb und hat ihren Beſtand
gehal=
ten. — Oberingenieur Wöbke legte aus beruflichen Rückſichten
ſein Amt nieder und wurde für ſeine Verdienſte um den Verein
mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Zum Führer des
Vereins berief die Verſammlung einſtimmig den früheren
mehrfach repräſentativen Handball=Verteidiger, Stellvertr,
Kreis=
leiter der NSDAP. Peter Reuter. Stellvertreter=
Vereins=
leiter wurde Verwaltungsinſpektor Kraußkopf, 1 Rechner
Buch=
druckereibeſitzer Ditter. 2. Rechner Juſtizangeſtellter Steckenreuter,
Schriftführer (kommiſſ.) Peter Müller, Sportausſchußvorſitzender
Stud.=Rat Dr. Grünewald, Fußballeiter Prokuriſt Kuhle,
Hand=
balleiter Peter Müller, Leichtathletik= und Jugendleiter Heinz
Lindner, Leiter der Boxabteilung Heinrich Maul. Der
Vereins=
führer Peter Reuter forderte in ſeinem Schlußwort die
Mitglie=
der noch einmal auf, auch im neuen Vereinsjahr treu zur Lilie
zu halten, und verſicherte den Verein im nationalſozialiſtiſchen
Geiſte zu leiten. Er ſchloß mit einem Sieg=Heil auf den Führer,
das Vaterland und die nationalſozialiſtiſche Leibesübung. —re.
Der Pfeiſenmann bitkek ums Work.
Schiedsrichkerſpeſen.
Die Speſen für die Schiedsrichter haben in den letzten
Jah=
ren mit Rückſicht auf die Kaſſenlage der Vereine wiederholt
Ab=
ſtriche erfahren, ſo daß es für die Vereinsführer und ſonſtigen
Intereſſenten von Intereſſe ſein dürfte, zu erfahren, was dem
Schiedsrichter als Leiter eines Spieles vergütet wird. Im Zuge
der Neuordnung des geſamten Sportweſens treten ab 1. Juli
1934 die nachſtehend aufführten Sätze in Kraft, die für das
ge=
ſamte Gaugebiet 13 einheitlich wie folgt feſtgeſetzt ſind:
1. Fahrtauslagen (nur tatſächlich entſtandene Auslagen):
3. Klaſſe Perſonenzug, Sonntagskarte.
2. Tagesſpeſen: a) Heimſpiele (am Wohnort des
Schieds=
richters) 1,50 RM. einſchl. Fahrt; 0) Vorort= und Nahverkehr
(bis 10 Kilometer)) 2.— RM. ausſchl. Fahrt; e) alle übrigen
Spiele: bei einer Abweſenheit bis 6 Stunden 3— RM., bis
7 Std. 3— RM., bis 8 Std. 4.— RM., bis 9 Std. 5.— RM.,
bis 10 Std. 6.— RM. bis 11 Std. 7.— RM.. über 12 Std.
8.— RM.; 4) Jugendſpiele; nur die reinen Fahrtauslagen
und evtl. Portokoſten; e) Linienrichter (zu Gauligaſpielen)
1.— RM. einſchl. Fahrt.
Daraus, daß dieſe Speſenſätze keine Verringerung der
ſeit=
herigen Sätze darſtellen, mag erſehen werden, daß das Amt eines
Schiedsrichters als Erwerbszweig ungeeignet iſt und war und
daß ſchon ſehr viel Zuneigung zu dieſer Tätigkeit vorhanden ſein
muß, um ſich hierfür zur Verfügung zu ſtellen. Die
Vergangen=
heit hat uns gezeigt, daß es leider nur ſehr wenige Sportfreunde
gegeben hat, die ſich dem undankbaren Aufgabengebiet
unterwor=
fen haben, insbeſondere diejenigen nicht, die auf den
Sport=
plätzen teilweiſe in unſportlichſter Weiſe dem Schiedsrichter ſeine
Tätigkeit erſchwerten.
Wir Schiedsrichter, die uns die Speſenfrage nicht die
Exi=
ſtenzfrage bedeutet, werden der Sache auch weiterhin in Treue
zur Verfügung ſtehen, haben aber im Intereſſe der ſportlichen
Moral an Vereinsleiter und Sportplatzbeſucher
eine Bitte: Denkt daran, daß der Schiedsrichter mit Rückſicht
auf die Kaſſenlage der Vereine nur die baren Auslagen erſetzt
bekommt und ſeine Tätigkeit ſonach mehr eine Gefälligkeit
be=
deutet, die er den Vereinen entgegenbringt. Würdigt
dement=
ſprechend den Leiter eines Spieles auch dann, wenn er eure
Wünſche nicht reſtlos erfüllen kann.
Diejenigen, die glauben, daß ſie es beſſer können, nehmen
wir gerne in unſeren Reihen auf. denn es gibt, wie bereits
ge=
ſagt, leider nur ſehr wenig geeignete Sportler die, unter
Berück=
ſichtigung der äußerſt liebenswürdigen Behandlung, insbeſondere
bei Meiſterſchaftsſpielen durch das objektive Sportpublikum,
be=
reit ſind, ihre freien Stunden in meiſt undankbarſter Weiſe der
Allgemeinheit zu opfern.
Wiesbadener Tennis=Turnier.
Starker Spielbetrieb mit Ueberraſchungen am Freitag.
Die anhaltend regendrohende Witterung zwang beim
Wies=
badener Tennisturnier am Freitag die Spielleitung, vom frühen
Morgen an jede verfügbare Minute auszunützen. Obwohl am
Nachmittag dann neue Regenſchauer Unterbrechungen
herbeiführ=
ten, konnten dank der guten Organiſation die Spiele doch weit
gefördert werden. Bei den Herren ermittelte man bereits die
letzten Acht”, und bei den Damen kam man ſogar bis zur
Vor=
ſchlußrunde. Nachdem im Herren=Einzel noch Jaenecke, Dr.
Deſ=
ſart. Lund und Kuhlmann abgeſagt hatten, erreichten in zum
Teil ſehr ſchönen Kämpfen Frenz, Henkel I. Denker, Landau=
Monaco, der Schweizer Ellmer, Göpfert, Henkel II und Nourney
die dritte Runde. Bei den Damen bilden Cilly Auſſem.
Marie=
louiſe Horn, Frl. Sander und Frau Stuck die „letzten Vier”
Während es im Damen=Einzel ohne Ueberraſchungen abging. gab
es bei den Herren einige unerwartete Ergebniſſe. Der junge
Frankfurter Dohnal ſchlug den Berliner Schwenker 6:1. 7:5,
wo=
bei Dohnal auch im zweiten Satz bei 5:1 und 40:30 ſchon dicht
vor einem 6:1 geſtanden hatte. Ueberraſchend verlief auch der
Kampf Pachaly — Dr. Buß. Den erſten Satz hatte der
Mann=
heimer 6:1 gewonnen, und Dr. Buß führte auch ſchon im zweiten,
als der top fit” ſpielende Pachaly aufdrehte und die beiden
nächſten Sätze mit 10:8 und 6:4 an ſich brachte. Dr. Landmann,
deſſen Wiedererſcheinen mit Intereſſe begrüßt wurde, beſiegte in
der erſten Runde Graf Wrangel mit 7:5, 6:4, ſcheiterte dann
aber in der nächſten Runde in einem ſehr ſchönen Spiel an
Frenz. Der Hamburger gewann mit 8:6, 6:4.
Die Ergebniſſe.
Herren=Einzel: 1. Runde: Dohnal=Frankfurt — Schwenker
6:1. 75: Henkel I — Sigwart=Darmſtadt 6:0. 6:2;
Henkel II — Erwen=Frankfurt 6:1, 6:3: Goſewich —
Hende=
werg=Königsberg 6:1. 6:1: Denker — Bäumer=Frankfurt 6:3,
6:3; Frenz — Adalbert v. Cramm 6:1, 6:3; Nourney.
Werner=Darmſtadt 6:2, 6:0; Tübben — Dr. Kleinſchroth
6:0. 6:2; Rahe — Endriß=Darmſtadt 6:4, 6:1: Landau=
Monaco — v. Knoop=München 6:2, 6:3: Göpfert —
Klein=
logel=Darmſtadt 6:2, 6:2; Dr. Landmann — Graf
Wrangel 7:5, 6:4; Pachaly — Dr. Buß 1:6, 10:8, 6:4.
Runde: Frenz — Dr. Landmann 8:6. 6:2; zHenkel I
— Dohnal 6:2, 6:2: Denker — Rahe 6:3, 6:3; Landau —
Goſe=
wich 6:4 7:5: Ellmer — Kretzer=Koblenz 6:1. 6:0; Henkel II —
Wehner=München 6:2, 6:2; Göpfert — Pachaly 7:5 2:6, 6:4;
Nourney — Tübben 8:6, 6:4. Damen=Einzel: Vorrunde: Frl.
Käppel — Frl. Krüger 7:5, 3:6. 7:5: 1. Runde: Auſſem —
Scriba 6:0 6:1; Menges — Amtenbrink 6:2 6:1; 2. Runde:
Auſſem — Weihe 6:2, 6:1; Horn — Menges 6:1, 6:1: Stuck —
Göggel=München 6:1, 6:0: Sander — Frau Dr. Rau 6:3, 6:2.
Herren=Doppel: Werner/Bäumer — Goſewich/Pfaff 6:1, 6:0;
Dr. Buß/Schwenker — Reppert/Hendewerg 6:3. 6:1. Damen=
Doppel; Frau Stuck/Frl. Horn — Amtenbrink/Krüger 6:1. 6:0.
Jalien vor Deutſchland im „Preis der Nakionen”
Das internationale Reit=Turnier in Rom erlebte am Freitag
ſeinen großen Tag. Der zur Entſcheidung anſtehende wichtigſte
Wettbewerb des ganzen Turniers, der „Preis der Nationen”, hatte
die Villa Borgheſe bis auf den letzten Platz gefüllt und da auch
das Wetter ſein ſchönſtes Antlitz bot, ging dieſer große Tag in
beſter Weiſe zu Ende.
Kurz vor Beginn des großen Jagdſpringens, an dem ſich die
ſechs Länder Deutſchland. Italien, Portugal, Frankreich, Polen
und die Schweiz beteiligten, erſchien Muſſolini, von den Zuſchauern
ſtürmiſch begrüßt. Der Beifall ſteigerte ſich zu einem Orkan, als
wenig ſpäter die Königin, der Kronprinz und die Prinzeſſin Maria
in der Ehrenloge Platz nahmen. Der Kurs führte über 12
Hinter=
niſſe. Beſondere Schwierigkeiten boten zwei dreifache Koppelricks,
das Gatter und der Wall. Deutſchland war von vornherein ſtark
benachteiligt, denn es konnte nur mit den drei Pferden Tora,
Olaff und Baccarat an den Start gehen. Der noch nachgemeldete
Baron II unter Oblt. Brandt konnte nicht zugelaſſen werden, da
nach den Beſtimmungen jeder Reiter nur ein Pferd ſteuern darf.
Trotzdem waren nach dem erſten Umlauf die Chancen unſerer
Mannſchaft noch ganz hervorragend. Mit 13½ Fehlerpunkten
führten wir vor Italien (18½) und Frankreich mit 20 Fehlern.
Im einzelnen machte Baccarat 4 und 4½ Fehler, Olaff ging im
erſten Umlauf ganz großartig über den Parcours, er kam auf nur
3 Fehler. Schlechter war jedoch der zweite Gang, bei dem er 12
Fehler zu verbuchen hatte. Tora mußte 8”” und dann 8 Fehler in
Kauf nehmen. Bei den ſiegreichen Italienern ſchafften Maſello
(Major Philipponi), Kocklite (Centurione Keckler) und Nereide
(Major Lequio) den Sieg.
Die beſte Einzelleiſtung bot der Franzoſe Lt. de Maupéou
auf Eſpiatz mit 0 und 4 Fehlern. Nach Beendigung des erbittert
durchgeführten Kampfes betrat der Duce unter dem ſtürmiſchen
Beifall der Maſſen die Bahn und überreichte ſeiner ſiegreichen
Mannſchaft den wertvollen Pokal.
Das Ergebnis: „Preis der Nationen”: 1. Italien 35½ F.,
Kocklite (Centurione Keckler), Naſello (Major Philippino) und
Nereide (Major Lequio). 2. Deutſchland 3774 Fehler, Baccarat
(Rittm. Momm), Olaff (Oblt. K. Haſſe), Tora (Oblt Brandt);
3. Schweiz 4234 F.: 4. Frankreich 48½ F.; 5. Polen 83 F.; 6.
Por=
tugal nicht gewertet.
Bei der Fußball=Weltmeiſterſchaft trifft
Deutſch=
land in der erſten Runde am 27. Mai in Bologna auf Belgien. Im
Falle eines Sieges hat ſich Deutſchland dann am 31. Mai mit dem
Sieger des Spieles Argentinien — Schweden auseinanderzuſetzen.
Die Vorſchlußrunde wird am 3. Juni. das Endſviel am 10. Juni
ausgetragen. Außer Deutſchland — Belgien und Argentinien —
Schweden bringt die Vorrunde noch folgende ſechs Treffen: Italien
— USA. oder Mexiko, Tſchechei — Rumänien, Ungarn —
Aegyp=
ten, Braſilien — Spanien, Holland — Schweiz und Oeſterreich
Frankreich.
Der Weltmeiſter im Mittelſchwergewicht, Marcel Thil, hat
am Donnerstag abend vor etwa 20 000 Zuſchauern im Winter=
Palaſt in Paris ſeinen Titel erfolgreich gegen den belgiſchen
Meiſter Roth verteidigt. Er ſchlug den Belgier in einem 154
Runden=Kampf knapp nach Punkten.
Reichsſender Frankfurt
Kaſſel, Trier, Freiburg 251.
Frankfurt: Samstag, 5. Maf
6.00: Stuttgart: Choral, Zeit, Wetter. — 6.05 und 6.30:
Gym=
naſtik. — 6.55: Zeit, Meldungen. — 705: Wetter. — 7.10:
Schallplatten: Kurzweil beim Morgenkaffee. — 8.15:
Waſſer=
ſtand, Wetter. — 8.25: Stuttgart: Gymnaſtik. — 9.30: Nur
Trier: Werbekonzert. — 10.00: Zeit, Nachr. — 10.10: Schulfunk=
Stahl und Eiſen. Ein Lehrſpiel. — 11.00: Werbekonzert.
11.40: Programmanſage, Wirtſchaftsmeldungen, Wetter. — 11.50:
Sozialdienſt.
12.00: Schallplatten: „Ehrr Eure deutſchen Meiſter!” Carl Maria
von Weber (1786—1826). — 13.00: Zeit, Nachr. — 13.10:
Nachr. — 13.20: Stuttgart: Stahlhelmkapelle. Ltg.: Barthel=
meus. — Dazw. (13.50): Zeir, Nachr. — 14.30: Fröhliches
Wochenend. — 15.10: Stuttgart: Lernt morſen! — 15.30:
Wetter. — 15.40: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen. — 15.50: Quer
durch die Wirtſchaft.
16.00: Vom Deutſchlandſender: Das Orcheſter des
Deutſchland=
ſenders. Ltg.: Ernſt Kirſten. Mitw.: Marga Reuter (Geſang).
18.00: Stimme der Grenze. — 18.20: Der Polzeipräſident
ſpricht. — 18.30: Stegreiferzählung. — 18.50: Zeit,
Wirt=
ſchaftsmeldungen.
19.00: Pfitzner=Lieder. Zum 65. Geburtstag. — 19.45: Eine
Vier=
telſtunde Heiteres. — 20.00: Zeit, Nachr — 20.05:
Saarlän=
diſche Umſchau. — 20.15: Stuttgart: Schwäbiſche Volksmuſik.
20.30: Einführung in „Manon Lescaut” von Giacomo Puccmr=
20.45: Von Mailand: „Manon Lescaut”. Oper von Puccmi.
22.00: Zeit, Nachr. — 22.15: Stuttgart: Du mußt wiſſen. —
22.25: Nachr. — 22.40: Freiburg: Schichtwechſel in einer
Alumintumfabrik. Hörbid. — 23.00: München: Das kleine
Funkorcheſter. Ltg.: Erich Kloß. — 24 00: Schallplatten: 1.
Be=
kannte Opernßzenen; 2. Aus zeitgenöſſiſchen deutſchen Operetten.
Deutſchlandſender
Welle 1571
Deutſchlandſender: Sonnabeno, 5. Mai
5.45: Hamburg: Wetter. — 5.50: Nachr. — 6.00: Tagesſpruch.
6.05: Berlin: Gymnaſtik. — 6.20: Königsberg: Frühkonzert.
In einer Pauſe (gegen 7.00): Nachr. — 8.00: Sperrzeit. —
8.46: Leibesübung für die Frau. — 9.40: Verkehrserziehung
in der Schule. — 10.00: Nachr. — 10.10: Kinderfunkſpiele:
Der getreue Johannes. Hörſpiel. — 10.50: Fröhlicher
Kinder=
garten. — 11.15: Seewetterbericht. — 11.30: Louts von Kohl
lieſt aus ſeinem Buch: Urſprung und Wandlung Deutſchlands.
Grundlagen zu einer deutſchen Geopolitik. — 11.45: Muſik
un=
ſerer Zeit. Joſ. Haas: Aus den „Deutſchen Reigen und
Romanzen”.
12.00: Wetter; anſchl.: Glückwünſche. — 12.10: Feierſtunde. Der
Mar m Lied aller Zeiten. — Anſchl.: Wetter. — 12.55:
Zeit=
zeichen. — 13.00: Sperrzeit. — 13.45: Nachr. — 14.00:
Wochen=
endunterhaltung auf Schallpl. — 15.00: Wetter, Börſe.
15.15: Baſtelſtunde für Kinder: Formen mit Plaſteli. —
15.45: Kar Emil Weiß: Wirtſchaftswochenſchau.
16.00: Das Orcheſter des Deutſchlandfenders. Ltg.: E. Kirſten. —
In der Pauſe (16.50): Luſtige Gedichde von Erna Volck. —
18.00: G. Schäfer: Sportwochenſchau. — 18.15: Das einfältige
Herz. — 18.50: Der deutſche Rundfunk bringt?
19.00: Und zum Feierabend der Deutſchlandſender! — 19.55:
Glockengeläute vom Magdeburger Dom. — 20.00: Kernſpruch.
Anſchl.: Wetter und Kurznachrichten. — 20.10: Beliebte
Tanz=
kapellen. (Schallpl.). — 20.35: Einführung zu „Manon Lescaut.”
20.45: Mailand: „Manon Lescaut.” — In einer Pauſe: Nachr.
22.45: Seewetterbericht. — 23.00: Wird bekanntgegeben.
Weiierbericht.
Die weſtliche Störung bringt neue feuchte Luftmaſſen her und
ſomit geſtaltet ſich die Wetterlage weiterhin wechſelhaft, zeitweiſe
auch regneriſch, vereinzelt mit Gewitterſtörungen verbunden.
Ausſichten für Samstag und Sonntag: Feuchtmildes und
wechſel=
haftes Wetter, bewölkt mit vorübergehender Aufheiterung,
zeitweiſe Niederſchläge auch gewitteriger Art.
Weiterer Ausbau der Eierwirtſchaft.
Ausbau der Markkordnung. — Geregelte Verſorgung und Ausgleich mit Eiern innerhalb des ganzen Reiches
unker Inanſpruchnahme der Reichsverwerkungs=G.m.b. H.
Genügend Lebensraum
für Genoſſenſchaften und Handel.
Die vor einigen Monaten in Angriff genommene Neuordnung
der Eierwirtſchaft wird nunmehr weiter ausgebaut durch die 2.
Verordnung über die Regelung des Eiermarktes vom 3. Mai 34,
die in ihren Grundſätzen eine ſtarke Angleichung an die neuen
Marktformen in der Milch=, Butter= und Käſewirtſchaft findet.
Alle in der Eiererfaſſung und =verteilung tätigen Betriebe
wer=
den zu Eierverwertungsverbänden zuſammengeſchloſſen, an deren
Spitze der Vorſitzende mit beſonderen Befugniſſen (Führerprinzip)
ſteht. Die Eierverwertungsverbände werden ihrerſeits zur
Haupt=
vereinigung der deutſchen Eierwirtſchaft mit dem Sitz in Berlin
zuſammengefaßt. Während der Eierverwertungsverband für die
geordnete Erfaſſung und Verteilung in ſeinem Wirtſchaftsbezirk
zuſtändig iſt, obliegt es der Hauptvereinigung der deutſchen
Eier=
wirtſchaft, eine geregelte Vrſorgung und einen Ausgleich mit
Eiern innerhalb des ganzen Reiches, unter Inanſpruchnahme der
Reichseierverwertungs=G.m.b. H., durchzuführen
Vom 1. Juni ab können nunmehr ſowohl Genoſſenſchaften
als Händler, ſoweit ſie im Beſitz eines Uebernahmeſcheines für
Inlandseier ſind, Eier beim Erzeuger aufkaufen und nach
erfolg=
ter Kennzeichnung durch die für ſie zuſtändige
Kennzeichnungs=
ſtelle an den Verbraucher oder Verteilungshandel abgeben.
Da=
bei ſind ſie hinſichtlich des Aufkaufs und des Abſatzes ſowie der
Aufkaufs= und Abſatzmengen und Preiſe in gleicher Weiſe an die
Vorſchriften gebunden, die der Vorſitzende des
Eierverwertungs=
verbandes und der Bezirksbeauftragte zur Regelung des
Eier=
marktes erlaſſen. Soweit Eier, ob vom Handel oder
Genoſſen=
ſchaften erfaßt, nicht innerhalb des Wirtſchaftsbezirkes des
Eier=
verwertungsverbandes abgeſetzt werden können, müſſen ſie der
Bezirkszentrale des Eierverwertungsverbandes zugeleitet
wer=
den. Dieſer meldet den ihm zugeleiteten Ueberſchuß bzw. ſeinen
Bedarf der Hauptvereinigung der deutſchen Eierwirtſchaft, die
dann durch die Reichseierverwertungs=G.mb.H. den täglichen
Ausgleich innerhalb des Reiches regelt.
Der Ausbau der Marktordnung bringt ſomit eine Regelung,
die bei ſinnvoller Anwendung genügend Lebensraum für
Genoſ=
ſenſchaften und Handel bietet und vor allem den Bauern (
Hühner=
haltern) die Gewähr des laufenden Abſatzes der in ſeinem
Be=
triebe erzeugten Eier gibt.
Es wird dafür geſorgt werden, daß die bisherige vorläufige
Regelung der Eierwirtſchaft ohne Störungen für Erfaſſung und
Verteilung in die endgültige einmündet und daß dabei den
be=
ſonderen notwendigen Aufwendungen des bisherigen
Erfaſſungs=
apparates Rechnung getragen wird.
Da ſich nach den Erklärungen des Reichsbankpräſidenten das
Ergebnis der Transſer=Verhandlungen zurzeit in keiner Weiſe
überſehen laſſe, hielt die in der letzten Zeit beobachtete
Geſchäfts=
ſtille an der Berliner Börſe unverändert an. Aus
Publikums=
kreiſen lagen nur wenig Orders vor und die Kuliſſe hielt ſich
weiterhin zurück. Die Tendenz war überwiegend etwas ſchwächer.
Feſte Haltung zeigten neben einigen Spezialpapieren
Braunkoh=
lenwerte, in denen man rheiniſche Käufe beobachten wollte. Auch
der Rentenmarkt lag ſehr ſtill. Intereſſe beſtand für Altbeſitz
(plus ¼) auf die bevorſtehende Ziehung: Neubeſitz gaben wieder
um 50 Pfg. nach. Auch Reichsſchuldbuchforderungen und
Indu=
ſtrieobligationen bröckelten ab, während deutſche
Reichsbahnvor=
zugsaktien ½ Prozent höher bezahlt wurden. Blankotagesgeld
für erſte Adreſſen ſtellte ſich auf 4½—4½. Von Valuten war das
Pfund mit 12,78 und der Dollar 2,492 zu hören. Im Verlaufe
bröckelten die Werte zunächſt weiter ab. Schiffahrtswerte waren
1 Prozent ſchwächer. Von Montanwerten gingen Ver. Stahl um
1½ Proz. zurück. Später konnte ſich die Tendenz erholen, ſo daß
die Anfangskurſe wieder erreicht wurden. Der Rentenmarkt lag
nicht ganz einheitlich, aber eher ſchwächer. Pfandbriefe waren
größtenteils wenig verändert. Der Privatdiskont blieb 3/ Proz.
An der Frankfurter Börſe nahm die
Geſchäftsſchrump=
fung weiter zu. Unter dem großen Ordermangel und der
Inter=
eſſeloſigkeit der Bankenkundſchaft drückten die an ſich nur in
ge=
ringem Umfange vorliegenden Verkaufsaufträge ſtärker auf die
Kursentwicklung, die gegenüber der Abendbörſe zwar
uneinheit=
lich, aber doch ganz überwiegend ſchwächer war. Die Transfer=
Verhandlungen veranlaſſen nach wie vor zur Zurückhaltung, ſo
daß die Kuliſſe nur auf ganz wenigen Marktgebieten tätig war.
Vor allem war die Neubeſitzanleihe wieder rückläufig, und zwar
von 16.15 auf 15,50 Prozent. Altbeſitz lagen dagegen wegen der
im nächſten Monat ſtattfindenden Ziehung widerſtandsfähiger,
und auch im Verlaufe gut behauptet. Weiterhin blieb die
Stim=
mung gedrückt und die Kurſe bröckelten in den meiſten Fällen
um weitere 4—½ Prozent im Durchſchnitt ab. Schiffahrtsaktien
waren weiter ſchwach, Hapag erneut minus 1 Prozent, auch
Nordd. Lloyd 1 Prozent niedriger. Die Neubeſitzanleihe erreichte
mit 15,15 einen neuen Tiefſtkurs; ſpäzer waren ſie bei etwas
leb=
hafterem Geſchäft auf 15,35 Prozent erholt. Altbeſitzanleihe und
ſpäte Reichsſchuldbuchforderungen hielten ſich weiterhin
behaup=
tet. Am Pfandbriefmarkt gaben die Kurſe meiſt bis ½ Prozent
nach. Auch Stadtanleihen verloren bis ½ Proz. Staatsanleihen
lagen nur wenig verändert. Von fremden Werten waren
türki=
ſche und ſchweizeriſche Anleihen etwas beachtet.
Die Zurückhaltung dauerte auch an der Abendbörſe fort
und die Stimmung war wieder ausgeſprochen luſtlos. Dem
im=
mer noch in geringem Umfange herauskommenden Angebot ſtand
weiterhin kaum Aufnahmeneigung gegenüber und die am
Mit=
tagsſchluß eingetretenen gerinafügigen Erholungen konnten in
den meiſten Fällen nicht aufrecht erhalten werden. Die erneute
Ablehnung Dr. Schachts gegen eine Abwertung der Mark fand
zwar Beachtung, bei der herrſchenden Geſchäftsſtille blieb ſie aber
ohne Wirkung. Am Rentenmarkt war das Geſchäft bei
abbrök=
kelnden Kurſen ebenfalls klein.
Rundſchau.
Deutſche Verkehrs=Kredit=Bank verbilligt die Frachtſtundung.
Die Bank, die als Bank der Deutſchen Reichsbahn neben anderen
Aufgaben das als langfriſtige Frachtſtundung allein zugelaſſene
Stundungsverfahren betreibt, hat in Anlehnung an die
Beſtre=
bungen der Reichsregierung auf Senkung von Zinſen und Koſten
im Einvernehmen mit der Hauptverwaltung der Deutſchen
Reichs=
bahn=Geſellſchaft die Gebühr für die 14tägige Frachtſtundung um
20 Prozent geſenkt. Mit Wirkung vom 1. Mai d. Js.,
alſo erſtmalig bei der Frachtſtundungsabrechnung der erſten
Mai=
hälfte am 16. Mai, beträgt die Gebühr nur noch ein Zehntel v. H.
Die neue Gebühr entſpricht einem Jahreszinsſatz von rund 4,5
(bisher rund 6) Prozent, wobei zu berückſichtigen iſt, daß ſie keine
reine Verzinſung darſtellt, ſondern mit als Entgelt für die nicht
unerhebliche Arbeit aufzufaſſen iſt, die die Bank bei der
Fracht=
abrechnung zu leiſten hat.
Die Neuordnung im Kraftfahrgewerbe. Für die Neuregelung
des Kraftwagengüterverkehrs und für die Vorbereitung der
Ein=
weiſung in die künftige Beſchäftigungsart iſt es notwendig, Art
und Umfang der bisher im Güterkraftwagen=Ferntransport
be=
ſchäftigten Unternehmer feſtzuſtellen. Sämtliche Unternehmer des
genehmigten Kraftwagengüter=Fernverkehrs (Konzeſſionsträger)
werden aufgefordert, einen entſprechenden Fragebogen beim Büro
des Reichsverbands für das Kraftfahrgewerbe in München
be=
ſchleunigt anzufordern. Dieſe Fragebogen müſſen bis ſpäteſtens
zum 15. Mai wieder ausgef
in den Händen des
Reichsver=
bandes ſein.
Die Deckungsbeſkände der Reichsbank.
Die Beſprechungen der Berliner Transfer=Kommiſſion haben
von neuem das Augenmerk auf die Schrumpfung der
Deckungs=
beſtände der Reichsbank gelenkt.
Der Goldbeſtand der Reichsbank hatte ſich vom Beginn 1931
bis zum Frühjahr 1933 bereits auf ein Drittel verringert, und
er iſt dann bis Mitte 1933 weiter auf ein Zehntel des Beſtandes
vom Frühjahr 1931 gefallen. Es folgte eine verhältnismäßig
geringe Erholung und dann ein neues Abſinken auf den
gegen=
wärtigen Stand von wenig mehr als 200 Mill. RM.
Die Deviſenbeträge der Reichsbank ſind ebenfalls immer
ge=
ringer geworden, gegenwärtig ſind ſie praktiſch faſt gleich Null.
Dagegen gewinnen die nach dem neuen Reichsbankgeſetz als
dek=
kungsfähig einbezogenen Wertpapiere allmählich immer größere
Bedeutung; ihre Wertſumme überſteigt jetzt bereits weſentlich
den Beſtand an Gold und Deviſen.
Herabſehung der Deviſenhöchſtbekräge
Die Reichsſtelle für Deviſenbewirtſchaftung hat angeordnet,
daß die allgemeine Genehmigung, ſowie die Einzelgenehmigungen,
die für Asulandszahlungen im Warenverkehr erteilt worden ſind,
im Monat Mai nur bis zur Höhe von 25 Prozent in Anſpruch
genommen werden dürfen, nachdem vorerſt für Mai 35 Prozent
in Ausſicht genommen waren. Rembourskredite können bis zu
50 Prozent (gegen 70 Prozent im April) ausgenutzt werden.
Produkkenmärkke.
Mainzer Getreidegroßmarkt vom 4. Mai. Es notierten in
RM. (Großhandels=Einſtandspreis je 100 Kilogr. loko Mainz);
Weizen 20,50 (Mühlenpreis), Roggen 17,40 (Mühlenpreis),
Ha=
fer 16,75—17,00, Braugerſte 17,75. Induſtriegerſte 17,25,
Malz=
keime 13—13,25, Weizenkleie grob 11.40—11,50, do. fein 11,00;
Roggenkleie 11,25—11,75; Weizenfuttermehl 12—12,15;
Biertre=
ber 14—14,10; Soyaſchrot 15,55: Trockenſchnitzel 10,25. Tendenz:
Bei kleinem Umſatz ruhig.
Heſſiſche Beamkenbank e. G. m. b. H.
Die diesjährige Hauptverſammlung der Heſſiſchen Beamter K0.
bank e,G.m.b.H. zu Darmſtadt, die dieſer Tage im „Reichshoß
ſtattfand, wurde vom Vorſitzenden des Aufſichtsrates, Herrn=Oben,
zollinſpektor Lange, mit dem deutſchen Gruß und einer kurze! / Weue
Begrüßugsanſprache eröffnet. Der Vorſitzende ſtellte die ord
nungsmäßige Einberufung der Verſammlung feſt. Die in de
„Wirtſchaftlichen Nachrichten” vom April d. Js. bekanntgegebem Ider (
Tagesordnung wurde genehmigt. Von den 57 ſtimmberechtigte
Vertretern waren 48 anweſend, außerdem ſämtliche Mitgliede, / 4unche,
des Vorſtandes und Aufſichtsrates. Auf die Verleſung der in de rüide er
„Wirtſchaftlichen Nachrichten” vom April d. Js. veröffentlichte! Tielandes
Geſchäftsberichte wurde verzichtet. Direktor Heyder erläutern Mürde
einzelne Poſitionen der Vermögensaufſtellung nebſt Gewinn= um
Verluſtrechnung. Alsdann folgte die Verleſung des vorläufige, / eſeoſtöere
Berichtes über die geſetzliche Reviſion der Bank vom 9.—18. Apr / Heienſtein
d. Js. durch Verbandsreviſor Gefers. Da die Reviſion zu keinen geiſt! Er
lei ernſtlichen Beanſtandungen Anlaß gegeben hatte, wurde eim / fſere Frat
Ausſprache nicht gewünſcht. Die Bilanz nebſt Gewinn= und Ves n Tätlichkei
luſtrechnung per 31. Dez. 1933 ſowie der Gewinnverteilungspla!/uzutoben,
wurden einſtimmig genehmigt und der Vorſtand und Aufſichtsro
ebenfalls einſtimmig entlaſtet. Die den Vertretern im Umdrm! Boris lie
zugegangenen Anträge auf Abänderung der Satzung wurden eber, luten bei d
falls einſtimmig angenommen. Alsdann folgte die Wahl dei roe an He
neuen Aufſichtsratsmitglieder, zu der die Zuſtimmung des Amte: s Revolver
für Beamte vorlag. Gewählt wurden die Herren: Poſtamtman./ gier dem
Bonarius, Verwaltungsamtmann Ehrgott, Reichsbahr,
oberinſpektor Fuchs, Oberrechnungsrat Machwirth. Rekto)
Schanz; Oberſteuerinſpektor Schmidt und Polizeimeiſte / Die Land
Trautmann. Sämtliche ſieben Herren waren ſchon vor der
30. Januar 1933 Mitglied der NSDAP. Den Mitgliedern de; in nervös ge
ſeitherigen Aufſichtsrats, die auf Grund eines früheren Beſchlu=
und wä
ſes ihr Amt niedergelegt hatten, ſei hiermit nochmals für ihr” en gertiten
langjährige und erſprießliche Tätigkeit herzlichſt gedankt. Viell
tund
Mitglieder wird es überraſchen, daß auch Herr Direktor Heyde
mit dem 30. April d. Is aus ſeinem Amt ausgeſchieden iſt. Auc rng Hoffnu
ihm ſei nochmals für die wertvollen fachmänniſchen Dienſte, di
er in hervorragender Weiſe der Bank geleiſtet hat, der herzlichſt Ag er H
Dank, der bereits mündlich in der Verſammlung zum Ausdrut=,/ ſt
kam, auch an dieſer Stelle ausgeſprochen. Die übrigen Vorſtands
mitglieder, die Herren Burger, Schäfer und Schelcl/ Eil 2ch fah
ſollen ihr Amt weiterführen bis zu einer in etwa zehn Tage; bäteſtens
ſtattfindenden Sitzung des neuen Aufſichtsrates, die über de
„Dan
Vorſtand und die Verteilung der Geſchäfte im Aufſichtsrat ba
ſchließen wird. Nach Worten des Dankes, auch an die Angeſtell Md z bel
ten der Bank, wurde die Verſammlung mit einem dreifache igeſtellt, fü
„Sieg=Heil” auf unſeren Führer und Volkskanzler geſchloſſen. ſüg richtig
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Reichsſtatthalter und Gauleiter Jakob Sprenger hat ſich beu
reit erklärt, die Schirmherrſchaft über die vom 5. bis 13. Mai i
Frankfurt a. M. ſtatfindende Rhein=Mainiſche Braune Meſſe z
übernehmen.
Aus Anlaß der für den 24.—26. Juni vorgeſehenen
Jahres=
hauptverſammlung des Verbandes Deutſcher Nähmaſchinenhändp
ler in Frankfurt a. M., die unter dem Titel „1. Tag des deutſcher
Nähmaſchinen=Einzelhandels” durchgeführt wird, bereitet de=
Händlerverband, die übliche Nähmaſchien=Fachausſtellung von
Gſpektors.
„Gut ſo,
„Ich hab
wei Stunden
ſemer Bahnl
Weibli
Mich
Berliner Kursbericht
vom 4. Mai 1934
Das Reichswirtſchaftsminiſterium gibt bekannt, daß die vem Men ſucht St
fügten Einkaufsverbote für Baumwolle, Wolle, Baſtfaſern un 1 M in nur
Raffinadekupfer bis zum 21. Mai 1934 verlängert werden.
Die deutſche Produktion von Original=Hüttenweichblei eim
ſchließlich kleinerer Mengen Hartblei ſtellte ſich auf Grund vor
Berechnungen der Metallgeſellſchaft AG. im März 1934 auf 980
To. gegen 10 339 To. im Februar und 10 484 To. im Januar.
Zwiſchen den Vertretern der großen europäiſchen Farbem
fabriken und des Auſſiger Chemiſchen Vereins haben in der Ietz
ten Zeit mehrfach Beſprechungen ſtattgefunden, die dahin zielten
einen Ausbau der beſtehenden Geſchäftsverbindungen zu erreichen!
Der Aufſichtsrat der Allgemeinen Rentenanſtalt Lebens= un 1
Rentenverſicherung AG. Stuttgart, beſchloß, der GV. am 28. 5
aus RM. 1 707 936 Ueberſchuß RM. 1 533 240 den Verſicherter! /4 Mäſchen
zuzuweiſen und auf die Stammaktien wieder eine Dividende vot! 80 Lan
10 Prozent auf das eingezahlte AK. zu verteilen.
Deviſenmarkt
äulein
vom 4. Mai 1934
Me
Deutſche Bank u. 7
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Nordd. Llotzd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg.
Vereinigte Glanzſt.
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi.
Deutſche Cont. Gas
Ve
52.50
58.—
19.75
24.125
23.25
127.75
62.75
112.—
16.—
76.—
140.50
121.50
Oe
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergwerke
Geſ.f.elektr.untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Koksw.Chem Fabr.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.
Orenſtein & Koppel l
Aafg
97.—
128.75
59.875
96.375
89.—
70.875
64.50
106.—
60.75
92.75
62.75
42.50
61.125
Keee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch. 85.75
BogelTelegr. Draht
Banderer=Werke.
52.50
127.875
17.125
39.875
1o6.50
60—
17.125
94.—
27.75
73.375
105.50
Buenos=Aires
Kanada.
Japan
Kairo.
Iſtanbu
London
New York
Rio de Janeiro
Uruguah
Amſterdam
Athen
Brüſſe!
Budapeſt
Danzig
Helingfors
Währung
1 Pap. Peſo 0.578
1canad. Doll.
1 Nen
1äghpt. *
türk. *
1 S=Stg.
1 Dollar
1 Milreis
1 Goldpeſo
00 Gulden
100 Drachm.
100 Belga.
00 Pengd
100 Gulden e
00 finn.Mr.
Geld”
2.397
0.755
3.155
2.019
2.775
2.495
0.211
1.049
169.531
2.473
5o.44 59.56
u1.64
5.6441
Brieft
0.562
2.503
0.757
13. 185
2.022
12.805
2.4g9
0.213
1.os1
169.87
2.777
au.go
5.656
Italien
Fugoſlawien
Kobenhagen
Liſſabon
Oslo
Paris
Prag
Island
Riga
Schweiz
Sofia
Spanien
Stockholm
Tallinn Eſtl.
Wien
Surmftauter and Kariohardant Burntfrabe, Winate bir ortscher Bung
Frankfurter Kursbericht vom 4. Mai 1934.
Kee
„ Gr. IIp. 1934
„. 1935
1936
„
„ 1937
1938
Gruppe!
6%Dtſch. Reichsanl.
v.25
5½%Intern., b.30
6%Baden ... v.27
6%Bahern .. b.27
6%beſſen. . . v. 29
6% Preuß. St. v. 28
6% Sachſen .. v. 27
5%Thüringen v. 27
6% Dt. Reichsbahn
Schätze
....
5% Dt. Reichspoſt
Schätze..
Dtſch. Anl. Ausl.
* . Ablöſung
.. NNeukeſitz)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ....
69Baden=Baden.
6%Berlin ... b.24
6% Darmſtadt . . .
6% Dresden.. b.26
8% Frankfurt a. M.
Sch ätze v. 29
v.26
SSMainz. .
68Mannheim v.27
6München b.29
6%Biesbaden v. 28
6%Heſſ. Landesbk.
6% „ Goldoblig.
103:,
102,
98.5
933,
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97.9
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96.5
93
106-,
94.25
91.25
1o075
100.25
94.5
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79
86
83
73.5
78.5
83.5
78
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88.75
91.25
88
Dee
Hhp.=Bk.=Liquid.
431%0
Komm. Obl. ...
6% Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf.
6%0 Goldoblig.
6½Landeskomm.=
Bk. Girozentr: f.
Heſſ. Gldobl. R.11
„. R1
6%Kaſſ. Landeskrd.
Goldpfbr. ..
6%Naſſ. Landesbk.
5½% „ Ligu, Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
FAusl. Ser. I
„ Ser,II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
6’Berl. Hyp.=Bk.
Jo „ Lig.=Pfbr.
6%Frkf. Hyp.=Bk..
5½% „ Lig. Pfbr.
„ Goldoblig
VFrkf. Pfbr.=Bl.
g „ Lig.=Pfbr.
JMein,Hyp.=Bi.
1 5½% — Lig. Pfbr.
% Pfälz. Hyp.=Bk
5½% — Lig.Pfbr.
8%Rhein,Hyp. Bk.
5½% Lig. Pfbr.
„ Goldoblig
6% Südd. Boden=
Cred.=Bank ..
5½% „ Lig. Pfbr.
3%Württ. Hyp.=B.
90
90.75
31
83.25
92
91
89.75
93.2
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15.75
80.5
91.25
96.5
86.25
91
96
91.25
80.55
94.5
93.5
91
90.25
30
94.75
92
93.75
Wen
6% Dt. Linot. Werke
6%Mainkr.=W.o. 26
162Mitteld. Stahl.
6½Salzmann &Co.
62 Ver. Stahlwerke
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30
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91.5
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Samstag, 5. Mai 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 123 — Seite 13
ROMAN
VON WERNER
TREUENFEIS
41)
Urheberrechtsſchutz durch Herm. Berger, Roman=Verlag, Berlin SW. 68.
(Nachdruck verboten.)
Jeder Schritt, den es vorwärts ging, brachte ihn der
Gelieb=
ten näher, vergrößerte die Ausſicht auf ein Wiederſehen. Wie
würde er ſie vorfinden? Niedergeſchlagen von der Not ihres
Vaterlandes oder trotzig und ſiegesgewiß wie bisher?
Würde ſie ſich gegen die Zudringlichkeit begehrlicher
Kaval=
ſerieoffiziere ſchützen können oder hatte ſie mit ihrem Vater
Greifenſtein verlaſſen und war zu ihren Verwandten nach Berlin
gereiſt? Er kannte das rohe, ungebildete Betragen der
Koſaken=
offiziere Frauen gegenüber, das ſich nach genoſſenem Alkohol ſchnell
n Tätlichkeiten verwandelte, um die ungezügelte Sinnlichkeit
ſuszutoben.
Boris lief es trotz der Siedehitze des Tages eiskalt über den
Rücken bei dem Gedanken, es könnte ſich einer dieſer rüden
Pa=
rone an Hertha vergreifen. Seine Hand umkrampfte den Griff
es Revolvers. Er ſchwor in Gedanken, jede Hertha oder ihrem
Vater, dem lieben alten Herrn, zugefügte Unbill mit einer Kugel
u rächen.
Die Langſamkeit des Vormarſches, der auf den weichen,
ſan=
ſigen Landwegen täglich nur zirka 10 Kilometer betrug, hatte
hn nervös gemacht. Er vermochte kaum noch ruhig im Sattel zu
ſitzen und wäre am liebſten in geſtrecktem Galopp nach
Greifen=
tein geritten. Immer von neuem kehrten ſeine Gedanken zu der
Ibſchiedsſtunde zurück, die ihm ſchmerzliche Enttäuſchung und
venig Hoffnung gebracht. Die Wacht der kommenden Ereigniſſe
außte ihm helfen.
Als er Hertha verlaſſen, kehrte er nach Mellienen zurück, ließ
inen Inſpektor kommen und ſagte: „Alſo, Tolſki, jetzt iſt es ſo
veit! Ich fahre ins Hauptquartier nach Oſtrolenka und gedenke
n ſpäteſtens acht Tagen wieder hier zu ſein.”
„Dann werden wir dem Pack zeigen, wer der Herr im Lande
ſt und zu befehlen hat. Ich habe ſchon eine Liſte von allen denen
ufgeſtellt, für die die Nagaika zu ſchade, eine Kugel aber das
inzig richtige iſt”, kam es zähneknirſchend aus dem Mund des
inſpektors.
„Gut ſo, Tolſki. Wiſſen die Leute Beſcheid?"
„Ich habe geſtern noch einmal alles durchgeübt. Innerhalb
bei Stunden iſt die Lansker Enge unpaſſierbar und der
Hohen=
tiner Bahnhof ein Trümmerhaufen.
„Ausgezeichnet! Dann auf Wiederſehen!” Boris reichte ſeinem
Untergebenen die Hand, ſtieg in den Wagen und gelangte nach
mehrſtündiger, ungeſtörter Fahrt über Neidenburg, Mlawa,
Pras=
nyſch zum Oberkommando der Narew=Armee nach Oſtrolenka, wo
ihm General Samſonow Anerkennung für ſeine wertvollen
In=
formationen aus dem Allenſteiner Bezirk ausſprach.
Drei Wochen waren ſeitdem vergangen. Sie hatten die
Ver=
hältniſſe in der Südoſtecke Oſtpreußens grundlegend geändert. Die
Armee Samſonow befand ſich in der vorerwähnten Gliederung in
ununterbrochenem Vormarſch gegen die „Linie Ortelsburg—
Gil=
genburg, um Hand in Hand mit der Armee Rennenkampfs, die bei
Stallupönen und Gumbinnen ſchon ſchwere Kämpfe gehabt, die
ſchwachen Verteidiger des Landes wie eine Zange zu umſchließen
und nach ihrer Vernichtung dem Zaren melden zu können, daß das
erſte Kriegsziel erreicht ſei.
Ganz ſo weit war es noch nicht, ſollte es auch nicht kommen;
denn die deutſchen Truppen waren zwar äußerſt gering an Zahl,
doch nicht ſo leicht zu ſchlagen, wie es der Großfürſt Nikolgjewitſch
geglaubt.
An etwas Aehnliches mochte Boris gedacht haben, als er ſich
an Major Iwanow mit den Worten wandte: „Es wäre meines
Erachtens beſſer, wir würden uns bezüglich der Niederwerfung
des 20. Korps des Generals v. Scholtz nicht allzuſehr auf unſere
numeriſche Ueberlegenheit verlaſſen und von ihr ohne weiteres
einen leichten Sieg erhoffen. Wenn wir auch im Augenblick über
die einzige europäiſche Truppe verfügen, die ſchon einen modernen
Krieg hinter ſich hat, haben demgegenüber die Deutſchen ſich ſchon
ſeit Jahren unſere im mandſchuriſchen Kriege geſammelten
Er=
fahrungen zu eigen gemacht und ſie in ihrer bekannten,
hochintel=
ligenten Art in die Armee eingeführt. Die Infanterie iſt im
Ge=
brauch des Spatens genau ſo erfahren wie unſere Leute.
Aller=
dings glaube ich nicht, daß ſie allzu oft davon Gebrauch machen
wird; denn der Kampf im offenen Gelände liegt dem Deutſchen
nun mal am beſten von allen Völkern. Verſteckſpielen iſt ihnen
eine unſympathiſche, nach Feigheit ausſehende Angelegenheit. Und
ich bin überzeugt, daß dieſe glänzend diſziplinierte Truppe mit
derſelben Todesverachtung wie gegen uns auch gegen eine Bande
von Indianern oder Negern vorgehen würde. Es ſteckt ein zu
ge=
ſunder Kern in dieſer Raſſe, den ſelbſt ſo große Nöte und Kata=
ſtrophen wie des Dreißigjährigen, Siebenjährigen Krieges und
der napoleoniſchen Zeit nicht zum Untergang oder Faulen zu
brin=
gen vermochten.”
„Weiß Gott ja”, entgegnete Major Iwanow aus innerſter
Ueberzeugung in einem Gefühl von Hochachtung und
Bewunde=
rung. „Das muß der deutſchen Armee der Neid laſſen, ſie iſt
un=
vergleichlich und wird in der Weltgeſchichte nie wieder
ihresglei=
chen finden. Es iſt daher ein wahrhafter Jammer, daß dieſes
hoch=
intelligente Volk ſeit jeher — Friedrich den Großen und Bismarck
ausgenommen — eine ſo hundsmiſerable Diplomatie gehabt hat,
die man getroſt als die ſchlechteſte des Kontinents bezeichnen
kann. Und fernerhin von einem faſt völligen Mangel an
natio=
nalem Bewußtſein anderen Völkern gegenüber beſeelt iſt. Es
kommt mir immer vor wie ein Athlet, der ſeinen Gegner mit
einem einzigen Fauſtſchlag zu Boden ſtrecken kann, deſſen
Mana=
ger aber durch ungeſchicktes Lavieren die volle Ausnutzung der
Kraft hintertreibt. Stelle dir nur mal vor, wenn das
bewun=
dernswert national empfindende Frankreich die innere Kraft des
deutſchen Volkes beſäße oder unſere 180 Millionen Untertanen
ſeine Intelligenz. Die ſich aus einer der beiden Konſtellationen
ergebenden Folgen ſind in ihrem Endeffekt nicht auszudenken. Wir
würden innerhalb von 10 Jahren der reichſte und ſtärkſte Staat
der Welt ſein.”
„Das ewige Geſchick hat bei den Völkern die Stärken und
Schwächen ſo weiſe verteilt, daß die einen die anderen im Laufe
von Jahrzehnten ſtets ausgleichen, damit kein Volk zum
allein=
mächtigen der Erde wird."
Wum .. . bum!
„Hallo ... was war das?"
Die mittägliche Stille wurde durch einen Kanonenſchuß
unter=
brochen, dem in kurzen Abſtänden weitere folgten.
„Es geht los! Wollen wir zur Artillerieſtellung vorreiten?‟
„Ja, Peter.”
Sie galoppierten an der haltenden Marſchkolonne entlang
zu einer ſeitwärts liegenden Höhe, von wo aus ſie das Feuer der
hinter einem benachbarten Hang aufgefahrenen Batterie
beob=
achten konnten.
„Neidenburg wird beſchoſſen.”
„Weshalb? Das iſt doch eine offene Stadt und keine Feſtung.
Stecken Truppen drin?” fragte Boris erſtaunt.
„Keine Ahnung. Wollen mal ſehen. Irgend etwas wird ſich
der Batterieführer ja doch hoffentlich dabei denken”, erwiderte der
Major und ſtellte ſein Glas auf die richtige Entfernung ein.
Dem Feuer der erſten Batterie hatten ſich zwei weitere
an=
geſchloſſen. Alle drei ſandten in munterer Abwechſelung Granaten
und Schrapnells in das von Truppen gänzlich entblößte Städtchen.
(Fortſetzung folgt.)
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
Bauer; für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Sport; Karl Böhmann: für Die
Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigen=
teil und geſchäftl. Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtlich in Darmſtadt. D. A. IV. 34. 23107
Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernowmen.
Sprechſtunden der Redaktion: Vormlttags 12—1 Uhr, nachmittags 6—7 Uhr.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten.
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Seite 14 — Nr. 123
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 5. Mai 1934
Bis auf Weiteres I
Bis auf Weiteres OA
Bis auf Weiteres Die große Carl Froelich-
Operette:
Frühlings-
märchen Der lustige Kriminal-
Großfilm:
Abenteuer
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im Paradies (Verlieb Dich nicht in Sizilien)
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und Karl Ludwig Diehl. Im Beiprogramm der Wild-
westfilm: (5159
Satan der Steppe
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Fest-Vorstellung
anläßlich des Jahrestages der Einsetzung
des Reichsstatthalters Pg. Sprenger.
Zur Uraufführung gelangt das Filmwerk:
„Hessen begrüßt
seinen Reichsstatthafter‟
(Ein Abschnitt hessischer Zeitgeschichte)
sowie das besonders ausgewählte Beiprogramm.
Reichsstatthalter Sprenger
hat sein Erscheinen zugesagt
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unter Mitwirkung der Landespolizeikapelle,
perſönliche Leitung Obermuſikmeiſter Buslau.
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Staats=
regierung haben ihr Erſcheinen zugeſagt.
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