Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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bis 31. März 2.— Reichsmark und 20 Pfennig
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesfpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 85
Dienstag, den 27. März 1934.
196. Jahrgang
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Gurumiſcei Tormatſch.
Eine groß angelegke Akkion? — Forkſehung der Oſt=Weſt=Bewegung. — Berſuch einer Durchdringung Aſiens.
* Neuer Schachzug
der japaniſchen Polikik.
Im Fernen Oſten iſt es plötzlich wieder etwas lebhafter.
Ja=
paniſche Kavallerie iſt in Richtung auf Kalgan vorgeſtoßen.
Dieſes Unternehmen hat, wie nicht ander= zu erwarten war,
wieder einmal beträchtliche Nervoſität ausgelöſt. Die Ruſſen, die
ſich offenbar noch immer nicht ganz klar darüber ſind, was die
Japaner eigentlich vorhaben, malen den Teufel an die Wand.
Sie ſehen die Japaner bereits im Beſitz der großen und wichtigen
Karawanenſtraße, die von Peking über Kalgan quer durch die
Mongolei nach Urga, der Hauptſtadt der äußeren Mongolei, geht.
Von hier aus führt die Karawanenſtraße an den Baikalſee. Da
die Japaner 1919 ſchon einmal in Oſtſibirien ſaßen und das
Ge=
biet öſtlich des Baikalſees beherrſchten, glaulen die Ruſſen, daß
nun tatſächlich der große Vorſtoß einſetzt, der Oſtſibirien vom
ruſſiſchen Reich lostrennen ſoll. Aber ſo liegen die Dinge wohl
nicht. Denn Japan hat von dem mißglückten Abenteuer nach
der ruſſiſchen Revolution zunächſt einmal genug. Es mußte ſich
damals unter dem Druck der Großmächte, namentlich der
Ver=
einigten Staaten, entſchließen, ganz Sibirien und auch
Wladi=
woſtok wieder herauszugeben. In die gleiche Situation möchte es
nicht ein zweites Mal kommen.
Der Vorſtoß in Richlung Kalgan bedenkei, daß man
nun auch an die äußere Mongolei heran will.
nachdem eben erſt mit japaniſcher Hilfe aus der
inneren Mongolei ein ſelbſtändiges Gebilde
gemacht wurde. Die äußere Mongolei gehört zur ruſſiſchen
Intereſſenſphäre. Die hier ſtehenden Offiziere und Soldaten ſind
nach ruſſiſchem Vorbild ausgerüſtet und einexerziert Außerdem
beſtehen zwiſchen der äußeren Mongolei und der Sowjetunion
enge wirtſchaftliche Beziehungen. Wir nehmen jedoch an, daß
die Japaner abwarten, bis ihnen die äußere Mongolei als reife
Frucht in den Schoß fällt. In dieſem Gebiet herrſchen unter dem
„Sowjeteinfluß durchaus keine idealen Verhältniſſe. Anders iſt
es in der inneren Mongolei. Die Völkerſchaften werden alſo
über kurz oder lang Sehnſucht verſpüren, ſich von dem ruſſiſchen
Einfluß zu befreien, und dann wird man eben weiterſehen. Wenn
aber jetzt tatſächlich über Kalgan hinaus vorgeſtoßen wird, dann
hat das japaniſche Expeditionskorps offenbar nur
den Auftrag, die Erfolge zu ſichern, die die
japa=
niſchen Agenten bei den Stämmen in dem
zwi=
ſchen der Mongolei und dem tibetaniſchen
Ge=
biet liegenden Raum erzielt haben.
Es iſt nicht unbemerkk geblieben, daß die Japaner
in Oſtkurkeſtan arbeiken und um Afghanifkan werben.
Es liegt alſo die Vermutung nahe, daß die Japaner ſich
langſam nach Weſten vorſchieben. Das braucht
durch=
aus nicht in der Weiſe zu geſchehen, daß ſie überall Truppen
zei=
gen. Es genügt ſchon, wenn ſie die Stämme, die in dieſem Raum
leben, auf ihre Seite bringen. Sie werden ſo im Norden
Ruß=
land ungeſtört laſſen und im Süden England.
Außer=
dem ſchneiden ſie China von der Sowjetunion ab.
Aber das Weſentlichſte iſt doch das Ziel einer derartigen
Weſt=Oſt=Bewegung, und das kann nach Lage der Dinge nach wie
vor das gleiche ſein: Rußland zu treffen. Denn wenn man erſt darauf ſtark reagieren,
einmal in dem rieſigen Raum, der an Ruſſiſch=Zentralaſien ſtößt,
Einfluß gewonnen und die kleinen Stammesfürſten gewonnen, Paris am meiſten mißfiel, das war ſeine, für franzöſiſches
vielleicht auch das durchaus nicht unbedeutende Oſtturkeſtan auf
ſeine Seite gebracht hat, dann kann es ſehr leicht paſſieren, daß das iſt nicht der einzige Vorwurf, den man in Paris Beneſch
Ruſſiſch=Zentralaſien mit ſeinen den Sowjets wenig freundlich
gegenüberſtehenden Völkerſchaften in Bewegung kommt. Es iſt italieniſch als deutſchfeindlich ſein. Das widerſpricht klar dem
ja auch bekannt, daß die Ruſſen in dieſem Gebiet rein ruſſiſche
Diviſionen unterhalten, die lediglich hier ſtehen, um die
Eingebo=
renen in Schach zu halten, während die Diviſionen, die ſich aus
Angehörigen der Minderheiten zuſammenſetzen, durchaus nicht
ſonderlich feſt in der Hand der Sowjets ſind.
Wenn ſich ſpäter einmal die Hiſtoriker hinſetzen, um die
Ge=
ſchichte der japaniſchen Politik zu ſchreiben, dann werden ſie
ſicher=
lich nicht umhin können, den Kavallerievormarſch auf Kalgan
beſonders zu bewerten. Nur wird dann wohl auch hinzuzufügen
ſein, daß Japan damals einen neuen Schachzug auf dem großen
politiſchen Brett tat, der es an die Grenzen Europas bringen
ſollte, auf deſſen Gegenſeite es jetzt ſchon eine ſehr ernſt zu
nehmende Rolle ſpielt.
Ein lürkiſcher Prinz für Chineſiſch=Turkeſtan.
Die Agentur Indio Pazific meldet aus Schanghai, daß der
türkiſche Prinz Abdul Kerim in Chineſiſch=Turkeſtan eingetroffen
iſt, wo er einen ſelbſtändigen mohammedaniſchen Staat errichten
will. Man behauptet, daß der Prinz das Werkzeug der japaniſchen
Politik in Chineſiſch=Turkeſtan ſei.
*
gie Baidieſter Generamkadter
Konferenz.
Die Chefs der Generalſtäbe in Prag, Bukareſt, verſucht — ihre unmittelbare Intereſſen vor Augen hält, wiſſen,
und Belgard ſcheinen einigermaßen platt geweſen zu ſein,
als ſie hörten, daß ſich Deutſchland und Polen verſtändigt hätten
und noch dazu übereingekommen wären, bei etwa auftauchenden ſchaftlichen Tatſachen ſind da und ſie erklären alles. Und in
Meinungsverſchiedenheiten auf das Mittel der Gewalt zu
ver=
zichten. Jedenfalls erfährt man jetzt einiges über die Bukareſter
Generalſtäbler=Konferenz der Kleinen Entente, die dieſe
Mut=
maßung beſtätigt.
In allen drei Hauptſtädten war man der Anſicht, daß
gewiſſe militäriſche Pläne umgearbeitet
wer=
den müßten, weil ſie noch auf eine Hilfsſtellung
Polens gegenüber Deutſchland aufgebaut
waren. Polen iſt zwar noch mit Rumänien militäriſch
ver=
bunden, ebenſo auch mit der Tſchechoſlowakei und Jugoſlawien
durch ſeinen Bündnisvertrag mit Frankreich, das wieder
Ver=
träge mit Belgrad und Prag abgeſchloſſen hat. Es kommt aber
doch in den Augen der Generalſtabschefs der Kleinen Entente
für einen militäriſchen Konflikt zwiſchen der Kleinen Entente
und Deutſchland nicht mehr in Frage.
Man wird bei uns ſicherlich einigermaßen
über=
raſcht ſein, zu hören, daß in den Militärkreiſen auf
dem Balkan allen Ernſtes an die Möglichkeit
eines bewaffneten Zuſammenpralls mit
Deutſch=
land gedacht wird, obwohl Deutſchland durchaus
wehrlos iſt. Aber jenſeits der deutſchen Grenzen — wir
er=
leben das immer wieder — lebt man vielfach in dem Gedanken,
eines Tages gegen Deutſchland die Waffen ergreifen zu müſſen.
Man würde gut tun, wenn man ſich auf dem Balkan etwas
ein=
gehender mit den Friedenskundgebungen des Reichskanzlers Adolf
Hitler befaſſen würde, Sie ſcheinen aber auch bei den
General=
ſtäben der Kleinen Entente nicht bekannt zu ſein. Denn ſonſt
hätte man darauf verzichtet, ſich wieder hinzuſetzen, um einen
neuen Plan über ein evtl. militäriſches Zuſammengehen gegen
Deutſchland zu unterhalten unter Berückſichtigung der jetzigen
Haltung Polens.
Aber — und das war offenbar die ſchmerzliche
Ent=
täuſchung gerade des tſchechiſchen
Generalſtabs=
chefs — der jugoſlawiſche Verbündete will nicht
mehr ſo recht. Er hält zwar an dem
Militär=
bündnis feſt. Aber Deutſchland ſieht er — und das
wohl unzweifelhaft auf beſondere Weiſung ſeiner Regierung
hin — mit etwas anderen Augen an. Er hat, ſo will
eine Budapeſter Zeitung erfahren haben, in der Bukareſter
Kon=
ferenz zum Ausdruck gebracht, daß Jugoſlawien
mit Deutſchland eine wirtſchaftliche
Verſtändi=
gung anſtrebe, da die Kleine Entente Jugoſlawien
wirt=
ſchaftlich ja doch nichts gegeben habe. Man könne ſich alſo
an einem Pläneſchmieden doch nicht mehr ſo
be=
teiligen, wie das in früheren Jahren der Fall
war.
Wir wiſſen nicht, ob die ungariſche Zeitung gut informiert
Seite her etwas abgewinkt worden iſt. Denn wirtſchaftliche
Ver=
handlungen mit Deutſchland auf der einen Seite und Kriegs= hatten, ihre Geſchicke zu lenken. England war ihm die Schule
pläneſchmieden auf der anderen Seite verträgt ſich nicht gut
mit=
einander. Jugoſlawien aber will einen Abſatzmarkt gewinnen,
was unmöglich iſt, wenn es zur gleichen Zeit ſeinem
General=
ſtabschef zu Verhandlungen freie Hand gibt, die eine
ausgeſpro=
chene Spitze gegen Deutſchland beſitzen.
*
Srankreichs Bündnispolikik im Wanken.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 26. März.
Die außenpolitiſche Rede Beneſch’s mißfiel in Paris ſehr.
Ohne die Preſtigerückſichten der Regierung und die Furcht die
franzöſiſche Außenpolitik bloßzuſtellen, würde man in Paris
Was an dem Expoſé des tſchechiſchen Außenminiſters in
Empfinden allzu laue Stellungnahme gegen den Anſchluß. Aber
machi. Seine Politik ſoll in viel größerem Maße anti=
Verſuch Barthous, die Kleine Entente Italien anzunähern.
Ebenſo wird die Verurteilung aller Beſtrebungen, eine
Föde=
ration der Donauſtaaten zuſtande zu bringen, als ein Schlag
gegen die franzöſiſche Außenpolitik empfunden.
Die Grundtheſe der Außenpolitik Barthous beſtand darin,
ganz auf die Löſung des deutſch=franzöſiſchen Problems zu
ver=
zichten und die Bündnispolitik Frankreichs, wie ſie nach dem
Kriege funktionnierte, in Vordergrund zu ſchieben. Das war
nicht der erſte franzöſiſche Verſuch, die Geſchichte zurück zu
ſchrauben, aber einer der unglücklichſten. Anſtelle der Befeſtigung
dieſer Bündniſſe muß man am Quai dOrſay nun erleben, daß
die Bündnispolitik täglich mehr verſagt. Man hat an Warſchau
eine ſchmerzliche Enttäuſchung erlebt. Der belgiſche
Miniſter=
präſident de Brocqueville bereitete eine peinliche Ueberraſchung,
die noch nicht vergeſſen iſt und jetzt iſt man ſogar mit Beneſch
unzufrieden. Wobei wir noch den geheimen franzöſiſchen
Ver=
dacht gegen Südſlawien gar nicht erwähnt haben.
So oft die Rede über die deutſch=franzöſiſche Annäherung
fiel, wies die franzöſiſche Rechte empört auf die Gefühle der
Kleinen Verbündeten hin. Das gerade jetzt dieſe Verbündeten
etwas leichtfertig mit Paris umgehen, das dürfte der
fran=
zöſiſchen Politik zu nützlichen Reflexionen Anlaß geben ..
Aber die Lage iſt auch ohne tiefgehende Erwägungen zu
verſtehen. Es iſt leicht, in Paris die Landkarte nach politiſchen
Intereſſenſphären oder Träumereien einzuteilen und immer
wieder neue Projekte zu lancieren. Die mitteleuropäiſchen
Länder aber, denen man — ſo oft man das auch zu leugnen
daß ſie weder gegen noch ohne Deutſchland exiſtieren können.
Das braucht mit Gefühlen nichts zu tun zu haben. Die wir=
Prag insbeſondere, ſo will wenigſtens ein Gerücht wiſſen, macht
man ſich im Geheimen ſo manche Gedanken darüber, ob die
polniſche Politik Deutſchland gegenüber den Realitäten der
Stunde mehr entſpricht als die der Tſchechoflowakei.
* Carl Pekers und die „Geſellſchaft
für deutſche Koloniſakion”.
Von
Hans Reepen.
Am 28. März jährt ſich zum 50. Male der Tag,
an dem Dr. Carl Peters die „Geſellſchaft für
deutſche Koloniſation” gründete. Dieſer Gedenktag
fällt in den Beginn des von den deutſchen
Kolonial=
bünden veranſtalteten „Kolonialen
Erinnerungs=
jahres”.
Der italieniſche Regierungschef Muſſolini hat
erſt kürzlich wieder auf den Wert kolonialen Beſitzes
und deſſen Bedeutung für das Mutterland
hin=
gewieſen. — Bemerkenswert war auch das
Ein=
treten des bekannten engliſchen. Publiziſten Lord
Rothermere für Wiedergutmachung des Deutſchland
durch den Kolonialraub zugefügten Unrechtes.
Die Schriftleitung.
U e Frnſcte e e e en eien Se euc
zugunſten ſeines deutſchen Vaterlandes um ein mehrfaches
über=
traf. Peters ſagt: „In Deutſchland ſchien man Kolonialpolitik
nur zu reden oder zu ſchreiben.”
Das Charakteriſtiſche dieſes Zitats, das nicht etwa aus dem
Zuſammenhang des Petersſchen Buches herausgeriſſen worden
iſt, liegt in der willensſtarken, poſitiven Einſtellung eines
Mannes, der entſchloſſen iſt, über alle theoretiſchen Erwägungen
kompromißlos die Tat zu ſtellen. Ein ungebändigter Wille, eine
ſprudelnde Jugendkraft waren es, die dieſen Mann, der das
dreißigſte Lebensjahr noch nicht erreicht hatte, hineinwarfen in
das Geſchehen der Weltpolitik, der das Reich unter dem alten
Kaiſer und ſeinem Kanzler Otto von Bismarck noch abwartend,
teilweiſe ablehnend gegenüberſtand.
Wer war dieſer noch nicht Dreißigjährige aus dem
be=
ſcheidenen, weltabgeſchiedenen Neuhaus an der Elbe, daß er es
wagen durfte, den Geheimräten ſeiner Zeit, der Wilhelmſtraße
ſo entgegenzutreten, wie er es getan? — Er war ein Unbekannter,
ein junger Menſch, der — in ſich unausgeglichen — verurteilte,
wo immer er den Zwieſpalt ſah zwiſchen einer geheimrätlichen
Regierung und dem Volk, das ſich im jungen Kaiſerreich
wieder=
gefunden hatte.
Er war in England geweſen hatte England und die
Eng=
länder kennengelernt, hatte ein= Weltreich erlebt und Menſchen,
denen das Herrentum über andere Völker im Blute lag. Er
hatte den Stolz, den unbeſiegbaren Willen eine Volkes
beob=
iſt. Für ausgeſchloſſen halten wir es nicht, daß von jugoſlawiſcher achtet, das über das Inſelreich hinaus zu rechnen verſtand mit
den anderen Nationen und Völkern, die nicht ſelbſt die Kraft
ſeines Lebens geworden. Er hatte gelernt, ſein Horizont war
weit geworden, er war ein guter Schüler gewefen der engliſchen
Geſellſchaft, der engliſchen Klubs und entſchloſſen, dieſes erlebte
Wiſſen ſeinem eigenen Volke mitzuteilen, um es zu führen.
Gewiß, manches war da, was ihm innerlich fremd
ge=
blieben war: der Umgang mit Menſchen ſeinesgleichen, mit
Vor=
geſetzten, mit den geheimen Räten, die immerhin als Exponenten
der Regierung die Träger des Reichsgedankens waren. Ihnen
hat ſein Kampf gegolten. Er war ſchwerer zu beſtehen als alle
Kämpfe ſonſt, als alle Gefahren der Tropen und Afrikas. Dieſem
Kampf ſollte Peters zuguterletzt unterliegen: der Geheimrat
blieb Sieger über den Mann, der geſchichtlich der Begründer
Deurſch=Oſtafrikas iſt und dem Briten Cecil Rhodes in keiner
Weiſe nachſteht . wenn auch ſein Werk verkleinert wurde
durch das Epigonentum derer, die über den Einzelnen zu ſiegen
vermochten, weil ſie die Macht des Staates hinter ſich hatten.
Wir haben uns Peters als einen Mann von mittlerer
Statur vorzuſtellen. Sein Blick war klar, durchdringend ſcharf.
Hinter dem Klemmer waren kluge Augen. Er war gewiß nicht
allen ſympatiſch, zumal ſeine Sprache und ſeine
Ausdrucks=
weiſe oft zyniſch, vielfach ironiſch, ablehnend, eigenwillig —
überlegen waren. Briefe, die bisher unveröffentlicht ſind, laſſen
erkennen, daß er er ſelbſt war. Ein Menſch ſtärkſter Eigenart,
von unbeſtechlichem Urteil; der ſich immer wieder denen
zu=
wandte, in denen er den politiſchen Gegner, den Gegner ſeines
Werkes wittert; vielleicht nicht immer mit Recht.
In der Schule Englands hatte Peters, ſeiner eigenen Zeit
weit vorauseilend, die Bedeutung der Weltpolitik erkannt. Ein
Deutſcher, ein Patriot durch und durch, hatte er den Willen,
ſeinem Volk den Lebensraum zu ſichern, der England zur
unbeſtrittenen Weltmacht erhoben und den einzelnen Engländer
zum Herrn gemacht hatte über Völker, denen die Kraft zur
Staatenbildung verſagt war.
Gewiß, der Gedanke kolonialer Ausbreitung war in
Deutſch=
land nicht mehr neu. Es war ſchon zur Bildung des „Deutſchen
Kolonialvereines” gekommen. Aber dieſe Liebe zu den Kolonien
war doch platoniſch geblieben, ſie erſchöpfte ſich in der Freude
des deutſchen Philiſters am Vereinsleben, an der
Vereins=
meierei, unter der der Verein ſchließlich Selbſtzweck blieb,
beſtenfalls einer Sinekure für die, die ein Zufall an die Spitze
geſtellt hatte. Allerdings: an der Spitze dieſes
Kolonial=
vereins ſtand ein Mann von guter Art, einer der das Beſte
gewollt hatte und ſchließlich maßgebend die Entwicklung des
kolonialen Gedankens beeinflußt hatte: der Fürſt Hohenlohe=
Langenburg.
Peters erkannte ſehr bald, daß er ſein Ziel durch den
Deut=
ſchen Kolonialverein nicht würde erreichen können. Es kam nach
der Feier des 87. Geburtstages des Kaiſers zur Gründung der
„Geſellſchaft für deutſche Koloniſation”, die am 28. März 1884,
vor 50 Jahren, ins Leben gerufen wurde. Drei Grundgedanken
waren es, deren Umſetzung in die Tat ſich der Verein unter der
Führung Carl Peters' zur Aufgabe machte: Erwerb eigenen
Kolonialbeſitzes; Sicherung des Stroms der deutſchen
Aus=
wanderung zugunſten Deutſchlands; Uebertragung der Führung
der neuen Bewegung auf das Reich.
Die Arbeit der Geſellſchaft für deutſche Koloniſation erhielt
einen beſonders kräftigen Impuls durch den Reichskanzler ſelbſt,
der ſchon ſehr bald nach der Begründung der Geſellſchaft über
das von Lüderitz erworbene Gebiet von Südweſtafrika, am
Seite 2 — Nr. 85
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 27. März 1934
24. April des gleichen Jahres, die Schutzherrſchaft des Reichs
dekre:ierte.
Damit wurde die Aera einer aktiven und abſolut
erfolg=
reichen deutſchen Betätigung auf eigenem Raum jenſeits der
Meere eingeleitet. Das Jahr 1884 wurde das Geburtsjahr der
deutſchen Kolonialmacht. Im Juli ging die deutſche Flagge
hoch über Bagida und Lome in Togo, bei Duala auf der
Joß=
platte, über Akwaſtadt, Bellſtadt, Didoſtadt und Bimbia, über
Malimba Kl. Batanga, Kribi, Benita und Hickory Town in
Kamerun und ſchließlich am 7. Auguſt über Angra Pequena in
Südweſtafrika.
Das vom Deutſchen Kolonialbund und den ihm
angeſchloſ=
ſenen Verbänden veranſtaltete „Koloniale Erinnerungsjahr”.
wird ein in ſich geeintes deutſche Volk zuſammenfaſſen in
ruhm=
vollem Gedenken der Vergangenheit, im Gedenken an unſeren
Carl Peters, des bremiſchen Kaufmanns Lüderitz und Guſtav
Nachtigall, der die Reichsflagge über dem deutſchen Weſtafrika
und Südweſtafrika hißte. Es wird über die Pflege der
kolo=
nialen Erinnerung hinaus auch Anſporn ſein zur Fortführung
der Arbeit, in deren Dienſt ſich dieſe Männer geſtellt hatten.
der öſterreichiſchen Wehrformakionen
unker Führung Stathembergs und Dollfuß”
DNB. Wien, 26. März.
Die ſeit längerer Zeit geführten vertraulichen Beſprechungen
iber Vereinheitlichung der öſterreichiſchen
Wehr=
formationen ſind jetzt ſo weit gediehen, daß mit der
Be=
kanntgabe der endgültigen Regelung bereits in den nächſten
Tagen gerechnet werden kann. Die zwiſchen Dollfuß, dem
Bundesführer der Heimwehren Starhemberg und dem
General=
ſekretär der Vaterländiſchen Front, Stephan, ohne Teilnahme
des Vizekanzlers Fey getroffene grundſätzliche Vereinbarung
ſiehl, wie mitgeteilt wird, folgende Regelung vor:
Sämtliche Wehrverbände — die Heimwehren, die
Oſtmärkiſchen Sturmſcharen, der Freiheitsbund und die
Chriſt=
lich=deutſche Turnerſchaft, jedoch ohne die Bauernwehren des
Landbundes — werden zu einer „Wehrfront”
zu=
ſammengefaßt und in die Vaterländiſche Front
eingegliedert. Führer der Wehrfront wird der
Bundesführer Starhemberg. Die geſamte
vater=
ländiſche Front, die in Zukunft aus der „zivilen
Front” der verſchiedenen Organiſationen und
Wehrfront beſtehen wird, unterſteht dem
Bun=
deskanzler Dollfuß. Der Vizekanzler Fey und der
bis=
herige Führer der Oſtmärkiſchen Sturmſcharen,
Unterrichts=
miniſter Dr. Schuſchnigg, ſcheiden aus der Leitung der
Wehr=
formationen aus. Die einzelnen Wehrverbände
bleiben als Unterverbände weiter im Rahmen
der Wehrfront beſtehen, werden jedoch
um=
organiſiert. Die Wehrfront wird weiter als eine
frei=
willige Organiſation aufrecht erhalten und in die Verfaſſung
nicht eingebaut, jedoch durch die direkte Unterſtellung unter die
Führung des Bundeskanzlers unmittelbar der Regierung zur
Verfügung geſtellt. Die geſamte Vaterländiſche
Front wird als eine öſterreichiſche
Staats=
bewegung erklärt. Die nicht in der Wehrfront
zuſammen=
geſchloſſenen Wehrverbände ſollen zum Teil durch Eingliederung
der Angehörigen in die Privatwirtſchaft zahlenmäßig
herab=
geſetzt werden, ſo daß man annimmt, daß in Zukunft die
Wehr=
front etwa 30—40000 Mann umfaſſen wird. Die ſich aus der
neuen Organiſation der Wehrverbände ergebenden finanziellen
Laſten werden, wie mitgeteilt wird, in der bisherigen Weiſe
geiragen, doch dürfte auch auf dieſem Gebiete eine gewiſſe
Neu=
regelung im Sinne der Regierungswünſche eintreten.
Die Gerüchte über die Schaffung eines zweiten
Vizekanzler=
poſtens, den Fürſt Starhemberg übernehmen ſoll, werden von
zuſtändiger Seite auf das entſchiedenſte in Abrede geſtellt.
Die öſterreichiſche Bundesregierung hat zur Deckung der
außer=
ordentlichen Ausgaben, die dem Bunde zur Erhaltung der
Sicher=
heit des Landes entſtanden ſind, unbeſchadet der Heranziehung der
Schuld tragenden Perſonen zur Schadensgutmachung, eine eigene
Sicherheitsſteuer eingeführt, die für die Jahre 1934/35 befriſtet iſt.
Sie wird vom Einkommen, ferner außerdem als Sonderſteuer für
Ledige und als Vermögensſteuer erhoben.
Die Verhandlungen über den Abtransport der vor einigen
Monaten nach Ungarn geflüchteten öſterreichiſchen
Nationalſozia=
liſten ſind erfolgreich abgeſchloſſen. Die ſeit einigen Monaten in
der oſtungariſchen Stadt Gyula internierten etwa 150
National=
ſozialiſten werden demnächſt über die Tſchechoſlowakei nach dem
Deutſchen Reich abtransportiert.
Der franzöſche Außenminiſter Barthou wird ſeine ſeit
länge=
rer Zeit angekündigte Reiſe nach Brüſſel am Dienstag antreten
und am Abend wieder nach Paris zurückkehren.
Molaus Schrsarztop
zum 50. Geburtstage — 27. März 1934.
Einen Gott= und Menſchenſucher, einen Erzähler eigener Art,
einen Herrſcher im Reiche der Phantaſie gilt es heute zu feiern.
Nikolaus Schwarzkopf iſt fünfzig Jahre alt geworden. Aber nur
äußerlich; und da nur, weil der Schwarzkopf ein Graukopf zu
werden beginnt. In Herz und Seele jedoch iſt er ſo jung, wie in
den Tagen, da ſein Erſtlingswerk, ein Odenwaldroman: „Das
Volkslied in Proſa”, wie er es mir einmal nannte, G ret
Kunkel erſchien. Ja, er hat ſeine Jugendfriſche bewahrt in
alle dem Folgenden, womit er ernſthafte Leſer beſchenkte, wie die
Schilderung der Häfner vom Erbſeneck, die ſich vom
Vor=
dringen der Induſtrie nicht beirren ließen, ſondern mit aller Kraft
ſich durchrangen zum Kunſthandwerk, und das
Walzerdörf=
ſchen, vier niedliche Schulgeſchichten. Und nun kam, unberührt
vom Zeitgeſchmack, ein Prachtſtück mittelalterlicher Romantik:
Maxia vom Rhein, die Geſchichte der ſchönen Sünderin mit
reinem Herzen in den Sünden der Welt, und dann das Werk, das
mir ſein liebſtes iſt: Rieſele, die Geſchichte eines
klei=
nen Pferdes. Es iſt das Tierbuch, das die vielen, leiden
allzu vielen in den letzten Jahren erſchienenen Tierbücher um
Turmes=Höhe überragt: Ludwig Richter in Worten. Als guter
Vater hat er es auch ſeinen vier Kindern gewidmet, ein trefflich
Angebinde fürs ganze Leben. — Der Judas Iskariot, iſt
ein Werk zum Nachdenken, das ſich mit wenigen Worten nicht ab
tun läßt. Sein Schwarzer Nikolaus, der die
rheinheſſi=
ſchen Weinbauern ſo trefflich photographiert und der Flickdich,
eine Spatzengeſchichte mit Beziehungen zu einem der betrübendſten
Abſchnitte deutſcher Geſchichte, zur rheiniſchen Separatiſtenzeit
er=
klängen in köſtlichſtem Humor. Amorsbrunn ſchildert in
an=
ziehender Weiſe die Sehnſucht nach der Mutterſchaft. Und nun
ſein großer Roman: Der Barbar. Matthias Grünewald bildet
den Mittelpunkt. Den Namen Barbar bekam der große Meiſter
von einem armſeligen Mönchlein, das ihm den erſchrecklichen
Mangel nachwies, nicht genügend lateiniſch ſprechen zu können
Grünewald erſcheint uns in dem Werke als Sozialiſt in beſtem
Sinne. Ein echter Sohn deutſcher Erde, der Mann aus eigenen
Kraft, „der Prediger des Evangeliums des Stalles‟. Das
Erden=
wallen eines unſerer Allergrößten zieht in prachtvollen
holzſchnitt=
artigen Bildern an uns vorüber, die ganze reichbewegte, ſo
ge=
walttätige Zeit leben wir mit, geführt von des Dichters
Phan=
taſie. Und immer wieder lernen wir den Meiſter als den reinen,
guten, gläubigen Menſchen kennen, ſo wie er uns aus dem
Kol=
marer Altarbild anſpricht. Schwarzkopf zaubert uns die Menſchen
Vom Tage.
Die Sammlungen innerhalb der Wehrmacht zur Förderung
der nationalen Arbeit ergaben von Auguſt bis Ende Februar den
Betrag von über 841 350 RM. Von den Dienſtſtellen, Schiffen
und Fahrzeugen wurden über 64 520 RM. geſammelt.
Wie die Polniſche Telegraphenagentur aus Gdingen meldet,
iſt dort in der militäriſchen Zone von Redlowo ein deutſches
Kleinflugzeug gelandet, das von dem Berliner Studenten Helmut
Kijoſki geſteuert war. Der Pilot, der von Berlin nach
Königs=
berg unterwegs war, hatte ſich infolge dichten Nebels verirrt. Die
Verwaltungsbehörden haben dem Flugzeugführer erlaubt, ſeine
Reiſe fortzuſetzen. Der Apparat iſt zum Weiterflug geſtartet.
Ruſſiſche Kriegsſchiffe werden am 18. Mai in Gdingen zu
einem Gegenbeſuch bei der polniſchen Marine einlaufen. Polniſche
Kriegsſchiffe werden bekanntlich am 1. Mai in Leningrad
er=
wartet.
Der rumäniſche Außenminiſter Titulescu wird ſich demnächſt
nach Frankreich begeben. Er beabſichtigt, ſich einige Zeit an der
Riviera aufzuhalten, um dann zwiſchen dem 15. und 20. April nach
Paris zu kommen.
Auf Veranlaſſung des Kommiſſariats der ſowjetruſſiſchen
Schwerinduſtrie ſind 15 Direktoren und Ingenieure ihrer Poſten
wegen ſchlechter Führung enthoben worden. Sie ſind wegen
Ver=
ſtoßes gegen das Geſetz über das Staatseigentum von der GPUl.
in Haft genommen worden.
Der amerikaniſche Botſchafter in Berlin, Dodd, war am
Mon=
tag mittag bei Rooſevelt im Weißen Haus zu Gaſt. Er berichtete
dem Präſidenten, der Dienstag einen zehntägigen Oſterurlaub
an=
tritt, über die Anſichten der Reichsregierung zu den ſchwebenden
finanziellen, wirtſchaftlichen und politiſchen Fragen. Gleichzeitig
hatte Botſchafter Luther wiederum eine längere Beſprechung mit
Staatsſekretär Hull.
bis 31. Oktober verlängert.
Von den beſtehenden allgemeinen
Vollſtreckungsſchutzvorſchrif=
ten,, waren diejenigen, die ſich auf die ſogenannte Mobiliar=
Vollſtreckung bezogen, bis zum 31. März ds. Js.
be=
friſtet. In Betracht kamen hierbei insbeſondere die §§ 19, 19,
19d der Verordnung vom 26. Mai 1933, die die Pfändung von
Hausrat, Einrichtungsgegenſtänden, Vorräten und dergleichen und
von Miet= und Pachtzins ſowie die Verpflichtung zur Leiſtung des
Offenbarungseides beſchränkten. Dieſen Vollſtreckungsſchutz hat
nunmehr die Reichsregierung durch das am 22. ds. Mts.
beſchloſ=
ſene zweite Geſetz über weitere Maßnahmen auf dem Gebiet der
Zwangsvollſtreckung bis zum 31. Oktober verlängert.
Dies erſchien notwendig, weil trotz der unverkennbaren Beſſerung
unſerer Wirtſchaftslage die Verhältniſſe noch nicht ſo gefeſtigt ſind,
daß ſchon jetzt eine völlige Beſeitigung des Vollſtreckungsſchutzes
verantwortet werden könnte.
Auf der anderen Seite iſt jedoch, um der Beſſerung der
wirt=
ſchaftlichen Verhältniſſe und der Lage der Gläubiger Rechnung zu
tragen, eine Lockerung der zur Zeit geltenden Beſtimmungen am
Platze. Deshalb verſagt das Geſetz den bei der Pfändung von
Vor=
räten unter gewiſſen Vorausſetzungen gewährten Schutz, ſoweit es
ſich um Fertigwaren handelt. Ferner ermächtigt es das Gericht,
Anträge auf Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung der
Zwangs=
vollſtreckung, die aus Verſchleppungsabſicht oder aus grober
Nach=
läſſigkeit, nicht alsbald nach der Pfändung geſtellt ſind, ohne
ſach=
liche Prüfung zurückzuweiſen und ſchließt die Beſchwerde gegen
Entſcheidungen des Vollſtreckungsgerichts über Gewährung oder
Verſagung des Vollſtreckungsſchutzes aus. Damit wird der vielfach
beklagte Uebelſtand beſeitigt, daß Schuldner durch verſpätete
An=
tragſtellung und durch Ausnützung des Rechtsmittelzuges die
Voll=
ſtreckung verſchleppen könnten, auch wenn ſie ihr keine
begründe=
ten Einwendungen entgegenzuſetzen hätten.
Ankerzeichnung eines Schlußprokokolls
über deutſch=ruſſiſche Wiriſchaftsverhandlungen.
Amtlich wird mitgeteilt:
Die zwiſchen der Reichsregierung und der Regierung der
UdSSR. in den letzten Wochen geführten
Wirtſchaftsverhandlun=
gen haben zu einem Schlußprotokoll geführt, das im Auswärtigen
Amt von den Vertretern der Reichsregierung und der Botſchaft
der UdSSR. und der Handelsvertretung unterzeichnet worden iſt.
Das Schlußprotokoll enthält Regelungen für das Jahr 1934;
ins=
beſondere ſind Vereinbarungen über den Verkehr mit der
Reichs=
bank und über die deviſenrechtlichen Fragen getroffen worden.
Der Austauſch der Ratifikationsurkunden zu der
Verein=
barung vom 21. Auguſt 1933 zu der Zuſatzvereinbarung zum
deutſch=tſchechoſlowakiſchen Wirtſchaftsabkommen hat am 12. März
1934 ſtattgefunden. Damit tritt die Vereinbarung, die auf Grund
der Verordnung vom 21. Auguſt 1933 (Reichsgeſetzblatt II. S. 533)
vorläufig angewendet wird, am 27. März 1934 endgültig in Kraft.
herbei, die in dieſen Kampfestagen lebten und litten und ſtets
klingt lieb und unaufdringlich durch die Stimme ſeines Herzens.
das Mitleid mit dem armen geknechteten Volke. Faſſen wir unſer
Urteil zuſammen über das, was dieſer erdverbundene Heimatdichter
uns bisher beſcherte, ſo können wir aufrichtig geſtehen, wir haben
das Glück gehabt, in ihm einen Mann kennen zu lernen voll reli=
giöſen Ernſtes, von zartfühlendem Gemüte und unbegrenzter
Liebe zu Menſch und Natur, einen Schilderer, dem auch noch ein
anderer Genius an der Wiege ſeine Gabe verlieh, den urwüchſigen
rheinfränkiſchen Humor.
Und nun ſo weiter, lieber Nikolaus! Nicht nur Menſch,
ſon=
dern auch Dichter ſein heißt ein Kämpfer ſein; bewahre Dir in
allen Nöten Dein von Liebe übervolles Herz und gib uns noch
recht viel heraus aus Deiner Schatzkammer. Wir und die
Nach=
kommen werden Dich dafür ſegnen, beſonders dankerfüllt aber
Dein Freund
Walter Kern.
die alten Soldalen zum 5. Deutſchen Reichskriegerkag
nach Kaſſel.
UNB. Berlin, 26. März.
Der Deutſche Reichskriegerbund „Kyffhäuſer” teilt mit:
Der Bundesführer des Deutſchen Reichskriegerbundes „
Kyff=
häuſer”, Oberſt a. D. Reinhard, wendet ſich an die
Kame=
raden dieſer Millionenorganiſation ehemaliger Soldaten in
einer Kundgebung, in der er, ausgehend von den erhebenden
und unvergeßlichen Erlebniſſen ſoldatiſcher Kameradſchaft in
Leipzig, Berlin, München und Dortmund, zur Teilnahme am
5. Deutſchen Reichskriegertag vom 7. bis 9. Juli in Kaſſel
auſ=
ruft mit den Worten:
„Ihr werdet auch in Kaſſel zur Stelle ſein! Euch alte
Sol=
daten ruft auch hier die Pflicht! Es gilt, die Einigung und
die innere Verbundenheit des Soldatentums mit dem deutſchen
Volke eindrucksvoll zu zeigen, es gilt, Zeugnis abzulegen
da=
für, daß jung und alt einig ſtehen für Deutſchland und ſeinen
Führer. Tretet geſchloſſen an!”
Generalleutnant a. D. Fett, der Landesführer des
Kyff=
häuſer=Landesverbandes Heſſen=Naſſau, ſchließt ſich mit
herz=
lichem Willkommen dem Aufruf des Kyffhäuſerbundesführers
an und läßt ſeinen Gruß an die Kameraden in die Worte
aus=
klingen:
„Feſt, treu und einig! Dies Gefühl ſei die höchſte Heiligung
des Kaſſeler Reichskriegertages, zu dem ich Euch willkommen
heiße!"
Hoffnung auf eine Senkung der Stenerſähe im Herbſt
Die am Freitag verfügte Beſchränkung des
Ein=
kaufs induſtrieller Rohſtoffe im Ausland hat
ihre Notwendigkeit durch den ſoeben veröffentlichten
Reichsbank=
ausweis für die dritte Märzwoche erneut bewieſen. Der
Gold=
beſtand der Reichsbank zeigt einen neuen Rückgang um 20
Mil=
lionen, der zwar durch einen geringen Zuwachs der
Deviſen=
beſtände um 8 Millionen etwas verbeſſert wird. Insgeſamt iſt
aber jetzt der Deckungsſtock der Reichsbank auf 262,3 Millionen
geſunken. Begreiflich alſo, wenn die Regierung die weitere
Entwicklung mit großer Vorſicht beobachtet, wenn auch ein Grund
zu ernſter Sorge noch nicht vorhanden iſt.
Der Reichsfinanzminiſter, Graf Schwerin
von Kroſigk hat in Münſter einen Vortrag über die
öffent=
lichen Finanzen und Wirtſchaft gehalten, und dabei ein
Pro=
gramm, von deſſen Durchführung ja auch der Deviſenbeſtand
mittelbar beeinflußt wird, eingehend entwickelt. Ein
Programm, das ſich durch Ruhe und Sicherheit
auszeichnet. Es war in der Tat eine verheerende
Erb=
ſchaft, die auf dem Gebiete der Finanzen das Kabinett Hitler
übernahm. Leere in den Kaſſen, keine Reſerven, dazu 6
Mil=
lionen Arbeitsloſe. Hier hat ſich die Leichtfertigkeit im
Geld=
ausgeben aus den Jahren der Scheinkonjunktur am ſchwerſten
gerächt. Damals hat niemand daran gedacht, irgendwelche
Reſerven anzulegen, obwohl jeder Miniſter wußte, daß die
Steuerſchraube bis zum äußerſten angedreht war, und die noch
nicht einmal eingegangenen Beträge wurden mit vollen Händen
hinausgeworfen, mit dem einzigen Ergebnis, daß in den Zeiten
des Rückgangs die Steuerquellen verſiegten und keine
Rück=
ſtellungen vorhanden waren.
Die Reichsregierung hat daher nach dem Ausweg
ge=
griffen, künftige Reſerven vorübergehend in
An=
ſpruch zu nehmen. Eine kühne Konſtruktion,
die aber jeder ſoliden Nachprüfung ſtandhält.
Die nächſten Etatsjahre ſind durch Vorgriffe bereits ſtark
be=
laſtet. Wir haben zwei Milliarden kurzfriſtige Schulden im
Etat. Wir haben außerdem die Steuergutſcheine. Aber die
Rechnung ſcheint richtig zu ſein, daß mit der Ankurbelung der
Wirtſchaft aus öffentlichen Mitteln oder mit öffentlicher
Unter=
ſtützung auch die Steuerquellen wieder ergiebiger werden, daß
alſo die Gelder, die in dieſes Experiment hineingeſteckt werden,
im Wege der Steuerzahlung wieder zurückſtrömen. Und nicht
nur das. Iſt erſt die Maſchine wieder einmal im Gang, dann
ergibt ſich aus den wieder ergiebigeren Steuern ſogar die
Hoffnung auf eine Senkung der Steuerſätze
wie ſie der Reichsfinanzminiſter für den Herbſt wenigſtens in
mögliche Ausſicht geſtellt hat. Und es ergibt ſich daraus, durch
die ſtarke Beſchäftigung der Induſtrie, auch eine Verbilligung.
unſerer Erzeugniſſe, die uns die Wettbewerbsfähigkeit im
Aus=
land erleichtert, unſeren Export ſteigert und Deviſen ſchafft.
Arkur Brauſewekter
Zum 70. Geburtstag am 27. März 1934.
Wenn wir heute Artur
Brauſewetter, der ſeit über
4 Jahrzehnten als
Archiv=
diakonus in Danzig an der
Oberpfarrkirche St. Martin
wirkte, zur Vollendung
ſei=
nes 70. Lebensjahres
be=
glückwünſchen, ſo ehren wir
in ihm nicht nur den
er=
folgreichen Dichter, ſondern
vor allem den aufrechten
deutſchen Menſchen, den
un=
ermüdlichen Kämpfer für
die deutſche Oſtmark, den
Rufer, Warner und
Erzie=
her, der zu nicht geringem
Teil mit dazu beigetragen
hat, dem neuen Deutſchland
den Weg zu bereiten.
Artur Brauſewetter iſt
ein deutſcher Heimatdichter,
einer von denen, die ſo ſelten ſind und die wir ſo blutnotwendig
brauchen. Danzig und der Oſten ſtehen im Mittelpunkt ſeines
Schaffens. Gerade in den letzten Jahren, in denen das
Oſt=
problem ſo heiß umſtritten war, erfüllte ſein Werk eine
unſchätz=
bare Miſſion: Weſen und Eigenart des oſtpreußiſchen Menſchen
deutete der Dichter, wie es beſſer wohl kein anderer vermochte.
Seine Werke ſind von ſtarker Heimatliebe und unerſchütterlicher
Treue zur angeſtammten Scholle durchglüht und erzählen vom
zermürbenden Kampf des Oſtens um das ſchwerbedrohte Erbe
der Väter. In ſeinen Heimatromanen „Zum Herrſchen geboren”
„Der Tanz um das Gewiſſen” und „Wer die Heimat liebt wie
du” die in preiswerten Volksausgaben außerordentlich große
Verbreitung fanden, verwächſt das Mannigfache zur Einheit,
daß alles wie ein Selbſtverſtändliches geſchieht. Keine große
Gebärde, keine Schönrederei. Man ſpürt das perſönliche
Mit=
erleben, und ſo werden die Einzelſchickſale Typen für das
Ge=
ſamterleben unſerer Zeit. In einem ſeiner letzten Romane,
den er veröffentlichte, als es in Deutſchland noch weſentlich
anders ausſah als heute, ſagte der Dichter: „Das einzige was
uns bleibt, die letzte Karte, die aber jeder von uns in der
Hand hält, um aus der Not unſerer Tage heraus zu kommen,
iſt Pflichtbewußtſein und ehrliche Arbeit.‟ Dieſer Weg, den
Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Doumergues Sorgen.
Warnung vor Unfreundlichkeit. — Geheime milikäriſche Anweiſungen an die franzöſiſche Rüſtungsinduſtrie.
Skraßenkämpfe in Tours.
Franzöſiſche Unfreundlichkeit.
Der franzöſiſche Miniſterpräſident.
Dou=
iergue hat ſich nun auch zur Beruhigung der innerpolitiſch
erhitzten Gemüter auch des Rundfunks bedient und eine
An=
ſprache an die Franzoſen gehalten. Sie iſt nicht
er=
ſchütternd geweſen. Immerhin — einen einzigen Satz dürfen wir
vielleicht herausgreifen. Herr Doumergue hat es für nötig
ge=
halten, zu ſagen, daß der Bürgerkrieg etwas Schreckliches
ſei und die Gefahr mit ſich bringe, ein noch
ſchreck=
licheres Ereignis herbeizuführen, nämkich die
fremdländiſche Invaſion.
Selbſtverſtändlich iſt von Deutſchland nicht geſprochen worden.
Aber der franzöſiſche Miniſterpräſident kennt ja die Pſyche des
franzöſiſchen Bürgers genau, um zu wiſſen, daß jeder ihn verſteht,
auch wenn er Deutſchland nicht unmittelbar nennt. Und das iſt
doch, gelinde geſagt, eine harte Unfreundlichkeit. Wir ſtimmen
Herrn Doumergue in der Verurteilung des Bürgerkrieges
durch=
aus zu. Wir erinnern uns ja auch, was es uns gekoſtet hat, als
wir 1923 den Kommunismus niederſchlagen mußten, und wir
erinnern uns ungern, daß damals die „
fremd=
ländiſche Invaſion”, wie ſich Herr Doumergue
auszu=
drücken beliebte, über dieſe Reichszerſtörer ihre
ſchützende Hand hielt.
Wir Deutſche können uns alſo immerhin auf Beweiſe
beru=
fen. Dagegen liegen von maßgebendſter Stelle der deutſchen
Poli=
tik ſo nachdrückliche Erklärungen gegen jede kriegeriſche Abſicht
vor, daß ſie mindeſtens dem franzöſiſchen Miniſterpräſidenten,
wenn er in amtlicher Eigenſchaft ſprach, Anlaß genug ſein
muß=
ten, um ſolche unfreundlichen Anzapfungen zu vermeiden.
Vor einem Milikärpukſch in Frankreich?
DNB. Paris, 26. März.
„Populaire” veröffentlicht ein angeblich echtes Schriftſtück,
das mit dem Vermerk „Geheim” vom Generalkommandanten des
zweiten militäriſchen Bezirkes in Amiens an eine Reihe von
Induſtriellen verſandt worden ſein ſoll, und zwar an
Indu=
ſtrielle, die ſich in der Hauptſache mit der Herſtellung von
Kriegsmaterial beſchäftigen. In dieſem Schriftſtück ſollen die
Empfänger aufgefordert werden, der Kommandantur bis zum
30. März mitzuteilen, mit welchen Kunden oder Lieferanten ſie
unbedingt in telephoniſcher Verbindung bleiben müſſen und
mit denen eine telegraphiſche Korreſpondenz nicht genügen
würde. Den Induſtriellen ſei es in dringenden Fällen immer
möglich, ihre telephoniſchen Geſpräche über die Kommandantur
zu leiten. Dieſe Angaben, ſo heißt es in dem veröffentlichten
Schriftſtück weiter, ſeien notwendig, um eine Liſte der
Indu=
ſtriellen aufzuſtellen, die im Falle politiſcher Spannungen oder
Mobiliſierung berechtigt ſeien, gewiſſe telephoniſche Verbindungen
aufrecht zu erhalten. Im Falle der Nichtbeantwortung des
Rundſchreibens würde den Empfängern zu gegebener Zeit jede
telephoniſche Verbindung unterſagt ſein.
„Populaire”, der die Verantwortung für die Echtheit des
Rundſchreibens ablehnt aber gleichzeitig darauf hinweiſt, daß
der Uebermittler eine abſolut glaubwürdige Perſon ſei, wirft
die Frage auf, ob es in Frankreich eine Art
Gefahren=
zuſtand gebe, der eine ſolche Maßnahme rechtfertige. Das
Blatt iſt der Auffaſſung, daß das Rundſchreiben weniger
auf internationale Spannungen, als auf
inner=
politiſche Spannungen gemünzt ſei, und daß die
Militärbehörden im Einvernehmen mit dem Kriegsminiſter die
Abſicht hätten, in dieſem Falle die geſamte Regierungsgewalt
an ſich zu reißen. Man müſſe ſich fragen, was aus den
demo=
kratiſchen Freiheiten würde, wenn ein ſolches
Regierungs=
ſyſtem, das weder normal ſei noch mit dem Belagerungszuſtand
verglichen werden könne, eines Tages Wirklichkeit würde. Die
ſozialiſtiſche Partei würde dieſe Frage ſofort beim
Wieder=
zuſammentritt der Kammer aufwerfen.
Ankifasciſtiſche Kundgebungen in Tours.
Die antifasciſtiſche Front der Marxiſten und Kommuniſten
ſcheint in Tours eine beſonders lebhafte Tätigkeit zu entfalten.
Am Samstag hatte dieſe Einheitsfront der Marxiſten den
kriegs=
blinden Abgeordneten Scapini in einer Verſammlung am Reden
verhindert, wobei es zu ſchweren Zuſammenſtößen mit der Polizei
kam. Am Sonntag ſtörten die Antifasciſten eine Verſammlung
der von dem rechtsſtehenden Zeitungsherausgeber und Parfüm=
fabrikanten Coty gegründeten Solidarité Franoaiſe, in der der
Abgeordnete Ybarnégaray ſprach. Eine Abteilung Gendarmen
und etwa 50 Polizeibeamte, die die Marxiſten
auseinanderzutrei=
ben ſuchten, wurden von ihnen mit Steinen beworfen. Selbſt
in den umliegenden Häuſern hatten ſich die Aantifasciſten poſtiert
und bewarfen von dort aus mit allen möglichen Gegenſtänden,
darunter Pflaſter= und Ziegelſteinen, die Poliziſten. Auch einige
Revolverſchüſſe fielen aus den Reihen der Demonſtranten.
Nach=
dem aus Marſeille 250 Mann Mobilgarde zur Verſtärkung
heran=
gezogen worden waren, gelang es nach halbſtündigem Kampfe,
die Straßen zu ſäubern. Die Mitglieder der antifasciſtiſchen Front
ſammelten ſich jedoch in der Arbeitsbörſe wieder und zogen von
dort aus unter Abſingen revolutionärer Lieder zum Zentrum der
Stadt. Unterwegs zerſtörten ſie ein Privatautomobil, deſſen
Be=
ſitzer ſein Heil in ſchleunigſter Fluch ſuchen mußte. Die Polizei ging
erneut gegen die antifasciſtiſchen Ruheſtörer vor und verhaftete
etwa 30 Demonſtranten. Von den Polizeibeamten wurden mehrere
verletzt, darunter vier ernſtlich. Außerdem wurden drei
Marine=
offiziere, die an der Verſammlung der Solidarité Frangaiſe
teil=
genommen hatten, von den Antifasciſten ſchwer mißhandelt; einer
von ihnen liegt im Krankenhaus und ſchwebt in Lebensgefahr.
Für Montag abend hat die Antifasciſtiſche Front eine Kundgebung
angekündigt, um gegen den „Polizeiterror” zu proteſtieren.
Doumergues ſchwächſter Punkk.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 26. März.
Die Veröffentlichung der franzöſiſchen Antwortnote an
Eng=
land hat wohl nirgends eine beſondere Ueberraſchung verurſacht.
Frankreich will nicht abrüſten, das klingt aus jeder Zeile dieſer
Note heraus. In England war das Echo aber nicht ſo ſtreng, wie
man es hätte erwarten können. Man betont in London, daß die
Verhandlungen nicht endgültig abgeſchloſſen ſind.
Es iſt ſonderbar, daß dieſe Aufnahme in London den
Fran=
zoſen nicht reſtlos gefiel. Manche behaupten, daß England
Zeit gewinnen will, weil es auf eine Aenderung
in der innenpolitiſchen Lage Frankreichs
rech=
net. Die franzöſiſche Rechtspreſſe iſt empört über dieſe
Zumu=
tung. Man hat zwar in Frankreich ſeit langer Zeit auf den Sturz
der Regierung Macdonald in London ſpekuliert, aber anſcheinend
iſt das nicht dasſelbe.
Ueber die innenpolitiſche Situation in Frankreich gibt es
verſchiedene Auffaſſungen. Aber, daß die Außenpolitik
eine der ſchwächſten Punkte der Regierung
Dou=
mergue iſt, darüber iſt kein Zweifel möglich. Alles, was der
Quai d’Orſay unter Barthou unternahm, mißlang. Darum iſt
auch ſeinen neueſten Initiativen gegenüber Skepſis geboten.
In Paris möchte man jetzt vor allem den Völkerbund
wieder flott machen. Man glaubt, daß die ſtarre Haltung
Frank=
reichs in der Abrüſtungsfrage dazu beiträgt. Aber nicht allein
von dieſer Seite hegt man Hoffnungen. Der Eintritt
Ruß=
lands in den Völkerbund würde nach franzöſiſcher Aufaſſung
viel zur Hebung der Autorität der Genfer Inſtitution beitragen.
Man ſpielt alſo mit dem Gedanken, dieſen Eintritt zu ermöglichen,
und angeblich ſoll man auch in Moskau den Völkerbund jetzt
ſympathiſcher beurteilen. Die Lage iſt aber recht kompliziert,
zu=
mal die Beziehungen Rußlands zu England nicht glänzend ſind.
Aber nicht das iſt das weſentliche.
Der Völkerbund, ſo ſchwach er ſich auch auf allen Gebieten
er=
wies, erſchien in den außereuropäiſchen Fragen noch in einer
weſentlich ungünſtigeren Beleuchtung, als wenn er ſich mit
Europa befaßte.
Ohne Amerika und Japan würde Rußland, deſſen
wichtigſte Intereſſen außerhalb Europas
lie=
gen, für den Völkerbund nur eine Belaſtung
be=
deuten. Daß der franzöſiſchen Außenpolitik ein neuerlicher
Ver=
ſuch der Annäherung an Amerika mißlang, iſt Tatſache, wenn man
darüber auch wenig ſpricht.
Um ein moraliſches Gewicht zu haben, müßte der
Völker=
bund ein einiges Europa repräſentieren. Die europäiſche
Frage iſt und bleibt aber die deutſch=
franzö=
ſiſche Frage, und alle Beſtrebungen, vor ihrer
Löſung in Europa eine Entſpannung zu
erzie=
len, ſind im voraus zum Scheitern verurteilt.
Die franzöſiſche Diplomatie, ſo geſchickt ſie auch in einzelnen
Fäl=
len zu arbeiten verſteht, verliert nur ihre Zeit, wenn ſie ſich
die=
ſer Tatſache verſchließen will.
Nr. 85 — Seite 3
Verlängerke Milikärdienfkzeit
in Frankreich
als Mitkel gegen die Arbeitsloſigkeit.
DNB. Paris, 26. März.
Nach einer Erklärung des franzöſiſchen Kriegsminiſteriums
ſollen ſich in letzter Zeit die Fälle gehäuft haben, in denen ſich
junge Rekruten, die kurz vor der Beendigung ihrer
zwölf=
monatigen Dienſtpflicht ſtanden, in einem Schreiben an das
Kriegsminiſterium gewandt hätten, um ihrer Beſorgnis darüber
Ausdruck zu geben, daß ſie nach ihrer Freilaſſung keine Arbeit
finden würden.
Der franzöſiſche Kriegsminiſter hat nunmehr verfügt, daß
die Nekruten, die kurz vor ihrer Entlaſſung ſtehen, berechtigt
ſind, im Laufe des Monats April ſich für weitere ſechs Monate
zu verpflichten, die ſie in derſelben Eigenſchaft und in der
gleichen Truppenformation abdienen können. Außerdem iſt die
Zahl der zugelaſſenen Neuverpflichtungen für 18 Monate
weſent=
licht erhöht worden, ſo daß auch diejenigen jungen Leute, die
ihrer Dienſtpflicht innerhalb der letzten 5 Jahre Genüge getan
haben, Gelegenheit finden, durch eine 18monatige erneute
Mili=
tärdienſtpflicht wenigſtens vorläufig der Arbeitsloſigkeit zu
entgehen.
Sonderbare franzöſiſche Illuſionen.
Das Saargebiet gegen Togo und Kamerun!
EP. Paris, 26. März.
Das „Echo de Paris” nimmt heute zu dem Vorſchlag Lord
Rothermeres, Deutſchland einen Teil ſeiner früheren Kolonien
zurückzugeben, in einem Artikel Stellung, der beweiſt, welch
ſonderbaren Illuſionen man ſich in rechtsgerichteten franzöſiſchen
Kreiſen hingibt. Das Blatt ſucht die Argumente Lord
Rother=
meres zu widerlegen, meint aber, das Projekt des engliſchen
Lord erſcheine von vornherein nicht unannehmbar. Man könne
die Rückgabe von Togo und Kamerun an Deutſchland in
Aus=
ſicht nehmen, jedoch nicht ohne Kompenſationen. Man müſſe
die Rückgabe der beiden Kolonien mit der Aufteilung des
Saar=
gebietes zwiſchen Frankreich und Deutſchland verbinden. Wenn
man annehme, daß bei der Volksabſtimmung 600 000 Stimmen
für Deutſchland, 60 000 für den Völkerbund und 6 000 für
Frankreich abgegeben würden — in einer Parantheſe bemerkt
der Verfaſſer hier, daß Frankreich, wenn es wolle, 20000
Saar=
länder, die ſich in Frankreich hätten naturaliſieren laſſen, aber
abſtimmungsberechtigt ſeien, zum Plebiſzit in das Saargebiet
ſchicken könne — dann habe Frankreich Anſpruch auf eine
„Grenzberichtigung” von 10 Quadratkilometer. Die übrigen 150
bis 160 Quadratkilometer, die zum Völkerbund zurückkämen,
könnten eine neutrale Zone bilden, die unter dem bisherigen
Zollfyſtem, aber unter eigener Verwaltung und unter Befreiung
vom Militärdienſt leben würde „Das wäre ein Fürſtentum
Monaco oder ein kleines Luxemburg zwiſchen Deutſchland und
Frankreich.‟ Dieſe Zone könne übrigens größer ausfallen, wenn
die Ergebniſſe der Volksabſtimmung von den oben angegebenen
Ziffern verſchieden ſeien. Alles das könne in Vorverhandlungen,
in denen Kamerun eine Rolle ſpielen würde, vorher feſtgelegt
werden. Auf dieſe Art könne man ein kleines Stück eines
reichen Landes erhalten im Austauſch gegen die Entſchädigungen,
die Frankreich zuſtänden, und gegen ferne, noch ziemlich arme
Gebiete, die Deutſchland nur aus Ehrgeiz zurückfordere.
Die franzöſiſchen Sankkionswünſche.
Doch Rückfragen Englands.
DNB. London, 26. März.
Der Abrüſtungsausſchuß des engliſchen Kabinetts trat am
Montag abend im engliſchen Unterhaus zuſammen und befaßte ſich
mit der franzöſiſchen Antwort auf die engliſche
Abrüſtungsdenk=
ſchrift. Ueber die Abſchnitte der Note, die ſich mit den franzöſiſchen
Sicherheits= und Militärforderungen befaſſen, ſind bereits
Nach=
fragen in Paris durch den Londoner franzöſiſchen Botſchafter
Cor=
bin angeſtellt worden. Eine Unterredung zwiſchen Simon und
Corbin wird möglicherweiſe am Dienstag ſtattfinden.
Unterrich=
tete engliſche Kreiſe glauben, daß eine Reihe von Beſprechungen
über die franzöſiſchen Forderungen, den deutſchen
Ausgleichsan=
ſpruch und andere Punkte ſtattfinden werde. Vorausſichtlich wird
in den nächſten Tagen auch eine Rückſprache mit dem Präſidenten
der Abrüſtungskonferenz Henderſon über die Ausſichten für den
vorläufig auf den 10. April feſtgeſetzten Wiederzuſammentritt des
Büros ſtattfinden.
Artur Brauſewetter damals vorzeichnete, iſt inzwiſchen
erfolg=
reich beſchritten worden, aber das Wort bleibt beſtehen und wir
dürfen es nie vergeſſen, wenn Deutſchland wieder frei und
ſtark werden ſoll.
Nicht höher können wir einen Dichter ehren, als daß wir
ſeine Werke leſen und uns zum geiſtigen Eigentum machen.
Wir wünſchen deshalb Artur Brauſewetter bei ſeinem Eintritt
ins bibliſche Alter, daß ſeine wundervollen Heimatromane noch
mehr als bisher in jedem deutſchen Heim und in jeder
Volks=
bücherei einen Ehrenplatz finden und daß ſie Gemeingut unſeres
HI. W. F.
ganzen Volkes werden möchten.
Heſſiſches Landestheaker.
Großes Haus. — Montag, den 23. März.
„Gräfin Mariza”
Die Wiederaufführung dieſer in letzter Zeit viel bei uns
gegebenen und anſcheinend immer noch recht zugkräftigen
Opexette brachte einen Gaſtkapellmeiſter an den Pult. Franz
Herbürger vom Baſeler Stadttheater iſt ein erfahrener und,
wie es ſcheint, ſogar überaus routinierter Kapellmeiſter. Er
fäugt die bei der Operette üblichen Freiheiten ſehr geſchickt von
der Bühne herunter auf und begleitet ſchmiegſam und gewandt.
Da er exakt und ſauber mit dem Apparat umzugehen verſteht,
ergibt er das Bild einer ſicher ſehr brauchbaren und vielleicht
ſogar mehrfach verwendbaren Perſönlichkeit, wenn er vielleicht
auch ſtreng genommen nicht ganz das Fingerſpitzengefühl für
den typiſchen Operettenton hat und, innerlich ſehr beherrſcht
(ſonſt an ernſthaftere, ſeriöſe Aufgaben gewohnt) ſich nicht
immer der hier doch notwendigen freieren, ſozuſagen über=
K.
mütigen Muſizierfreudigkeit überläßt.
Die Makthäuspaſſion von Heinrich Schüß.
in der Stadtkirche.
Die Aufführung der Schützſchen Matthäuspaſſion am Samstag
abend durch den Stadtkirchenchor unter Leitung von Stadtorganiſt
Studienrat Borngäſſer hatte wieder, wie bei früheren
Ge=
legenheiten, Hunderte von Andächtigen in dem ſchönen Gotteshaus
verſammelt, die in tiefer Ergriffenheit das herrliche Werk an ſich
vorüberziehen ließen. Die Aufführung ſtand auf großer Höhe.
Der Chor zeigte ſich völlig vertraut mit dem Stil des alten Mei=
ſters und ſang die zahlreichen, vielfach zwar knappen, aber um ſo
empfindlicheren polyphonen Sätze mit abſoluter Sicherheit und
vortrefflichem Gelingen. Mit erfreulicher Schlichtheit, aber ſtarker
innerer Teilnahme, erklangen im Gegenſatz dazu die eingeſtreuten
Choralſätze von Hasler und Crüger. Unter den Soliſten ragte
wieder Johs Biſchoff hervor, der diesmal an vielen Stellen
auch das Heldiſche in der Perſon Jeſu unterſtrich, wodurch ein noch
umfaſſenderes Bild, des Gottesſohnes mit Recht in Erſcheinung
trat. Die ſehr ſchwierige Partie des Evangeliſten ſang zum erſten
Male Heinrich Möbus. Seine noch junge, ſehr biegſame, gut
ausgebildete Stimme eignet ſich in hohem Maß für dieſe Aufgabe.
Es gelang ihm beſonders, die ſtarken Gegenſätzlichkeiten, welche
naturgemäß in dieſer Rolle verbunden ſind, herauszuarbeiten und
zur Wirkung zu bringen. Ein hohes Lob verdient auch der Kaiphas
des Chormitgliedes Georg Maſſoth. Sein ſchweres, gut
tra=
gendes Organ eignet ſich ſehr für dieſe Partie. Die kleineren Soli
ſangen Chormitglieder, ebenfalls mit beſtem Gelingen. Die hohe
Anforderungen an Technik und Regiſtrierkunſt ſtellende
Orgel=
partie verſah wieder Dr.=Ing. L. Borngäſſer mit oft
bewähr=
ter Meiſterſchaft. Der neuerliche große Erfolg wird den
Stadt=
kirchenchor und ſeinen hervorragenden Leiter gewiß ermutigen,
auch weiterhin an ſeiner Gepflogenheit, alljährlich eine Schütz=
Paſſion zur Auffühung zu bringen, feſtzuhalten. Die zahlreiche
R—
Gemeinde verließ tief ergriffen das Gotteshaus.
5. Städkiſches Symphoniekonzert in Mainz.
Das Ausſcheiden des bisherigen 1. ſtädtiſchen Kapellmeiſters
vermittelte uns die überaus erfreuliche Bekanntſchaft eines
bis=
her in Mainz fremden Dirigenten, des derzeitigen Bremer
Gene=
ral=Muſikdirektors Walter Stöver. Er ſchenkte uns ein
erleſe=
nes klaſſiſches Programm rein ſymphoniſchen Inhalts: Schuberts
lange nicht gehörte „Unvollendete‟, „Tod und Verklärung” von
Richard Strauß und als monumentalen Abſchluß Beethovens
Fünfte Stöver iſt in Erſcheinung und Kunſt ein ausgeſprochen
nordiſcher Typus. Fernab jedem Pathos legt er eine ungeheuer
ſtarke, doch glänzend beherrſchte Leidenſchaft in ſein Muſizieren,
läßt keine kleinſte Nuance der Partitur aus und baut doch das
Ganze in mächtigem, weit geſpanntem Bogen auf. Sowohl das
unter dieſem wirklichen Führer glänzend ſpielende Orcheſter wie
das Publikum gingen freudig mit, und das Ergebnis iſt ein Abend
von reinſtem Kunſtgenuß. Schuberts wundervolle Tondichtung
er=
klang in unendlich zarter, verhaltener Schönheit; im Mittelwerk
vermied der Dirigent bewußt das Abgleiten in hohle Virtuoſität,
die dieſer Kompoſition von Richard Strauß noch durchaus fremd
iſt. Machtvoller Höhepunkt wurde Beethovens Schickſalsſymphonie,
die Stöver in ihrer ganzen ehernen Größe erſtehen ließ,
kriſtall=
klar die Expoſition des erſten Satzes, ruhig ausladend das An=
dante in klaſſiſcher Breite, und dann in ganz großer Linie
anſtei=
gend der gewaltige Schluß. Man darf mit berechtigter Spannung
dem nächſten Konzerte der Liedertafel entgegenſehen, in der
Dr. B.
Stöver Beethovens Neunte leiten ſoll.
Landeskheaker Meiningen.
Intendant Willi Loehr, ehemals Mitglied des Heſſiſchen
Landestheaters.
In Gegenwart des Staatsminiſters Wächtler und des
Lei=
ters der Landespropagandaſtelle Weimar, Egon Schmidt, fand
am hieſigen Landestheater am Freitag, den 16. März, ein
erfolg=
reicher Verſuch ſtatt. Zum erſten Male ſpielten auf der Bühne
rund 135 Kinder aus Meininger Schulen ein eigens für die
Jugend geſchriebenes Stück: Die Kinder=Oper „Die
Reiſe um die Erde”, von Joachim Popelka.
Unter Anleitung von Kräften der Landesbühne entſtanden
mit bewußt primitiven Mitteln Koſtüme und Dekorationen, übten
die Kinder ihre Rollen und Tänze ein, waren Maler und
Schnei=
der; alles in einer Perſon. Der durchſchlagende Erfolg hat
zu weiteren Verſuchen ermutigt. Die ſzeniſche Leitung hatte:
Bruno=Heinz Saccur, Muſik=Leitung: Lehrer Julius Greif,
Tanz=Leitung: Erika Poertzel. Koſtüm= und Bildanleitung:
Hugo Sand.
— Hans Altendorf, ein junger Darmſtädter Juriſt wird ſeinen
Erſtlingsroman „Flammen am Rhein‟ Ende April im
hie=
ſigen Verlage von Ernſt Hofmann und Co. veröffentlichen.
* Die Skifibel von Hubert Mumelter. (Ernſt Rowohlt
Ver=
lag, Berlin. Preis 3,80 RM.)
Hubert Mumelter, der bekannte Tiroler Skilehrer, ſchreibt in
dieſer Fibel in luſtiger Versform mit vielen farbenfreudigen, von
ihm ſelbſt gezeichneten Illuſtrationen die Leiden und Freuden
eines Skilehrers nieder. Nicht allein über ſeine Leiden und
Freu=
den ſchreibt er, auch über die der vielen Skibefliſſenen, angefangen
am Schnee, der immer zur falſchen Zeit und zu niedrig fällt, von
der beliebten Wachſerei, von Talbergtechnik, von Skikanonen und
Sonnengecken uſw. Den Abſchluß bildet eine humorvolle
Anwei=
ſung zum Skilaufen, ebenfalls erläutert durch Zeichnungen. Alle,
die am Skilauf Freude haben, werden die Fibel, die wirklich eine
Buſchiade des Skilaufs darſtellt, mit viel Vergnügen leſen und
immer wieder mal zur Hand nehmen, zumal ſie noch in großen
Lettern gedruckt und ſelbſt bei Hüttenbeleuchtung lesbar iſt.
— Geſunde fleiſchloſe Küche. 619 erprobte und bewährte
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zepte, bearbeitet nach den neueſten Ernährungslehren mit
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Tauſend im Süddeutſchen Verlagshaus G. m. b. H., Stuttgart.
Seite 4 — Nr. 85
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 27. März 1934
t
At
Die Einäſcherung des
Oberingenieur Paul
Bern=
löhr erfolgt am Dienstag,
den 27. März, 11.30, in
Darmſiadt Waldfriedhof.
(35
Hr. uiling
Zahnarzi
verreiſt
bis 6. April.
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Statt Karten.
Für die vielen Beweiſe innigſter
Teil=
nahme beim Ableben unſeres teueren
Entſchlafenen ſagen wir auf dieſem
Wege herzlichſten Dank.
Eliſabeth Wedler, geb. Lepper
Karl Wedler.
Darmſtadt, im März 1934.
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Dienstag, 27. März 1934
Aus dei Landeshaupikaut
Darmſtadt, den 27. März 1934.
Winkerhilfswerk
des deutſchen Volkes 1933/34.
Am Mittwoch, den 28. März, von vormittags
z Uhr durchgehend bis nachmittags 6 Uhr findet an
alle vom Winterhilfswerk betreuten Perſonen in den
Geſchäfts=
räumen der zuſtändigen Ortsgruppen eine
Eier=Ausgabe
ſtatt.
Ueber die Verteilung der Oſterſpende und der Oſtereier an
die Kinder der vom Winterhilfswerk betreuten Hilfsbedürftigen
ergeht weitere Bekanntmachung an gleicher Stelle.
Die Bildung der Fleiſch= und Wurſtpreiſe in Heſſen.
Der heſſiſche Staatsminiſter erläßt folgende Bekanntmachung:
Die Bildung der Fleiſch= und Wurſtpreiſe betr.
Durch Verfügung vom 25. Oktober 1933, für die einzelnen
Kreiſe durch die zuſtändigen Kreisämter bekanntgegeben, ſind die
Verkaufspreiſe für Fleiſch= und Wurſtwaren bindend im einzelnen
feſtgeſetzt worden.
Ich habe Veranlaſſung, darauf hinzuweiſen, daß beſonders in
den Landgemeinden die für ſie in Frage kommenden und aus der
damaligen kreisamtlichen Bekanntmachung erſichtlichen Preiſe
un=
bedingt eingehalten werden müſſen. Anträge auf Erhöhung der
vorgeſchriebenen Preiſe haben bei dem augenblicklichen Stand der
Einkaufspreiſe für Vieh keine Ausſicht auf Erfolg.
Die Kreisämter ſind ſtreng angewieſen, irgendwelche
Preis=
überſchreitungen ſofort feſtzuſtellen und hierher zu berichten.
Nr. 85 — Seite 5
Von der Deutſchen Bau= und Siedlungs=Gemeinſchaft
Die De e Bau= und Siedlungs=Gemeinſchaft hat jetzt
er=
neut an Darlehen 2,4 Millionen RM. vergeben, die 232 Sparern
zur Errichtung von Eigenheimen dienen. Solche Zahlen erhellen
die gemeinnützige Tätigkeit der DBS.; denn nicht nur wird 232
Familien ein eigenes Heim erſtellt, was aus volksgeſundheitlichen
und bevölkerungspolitiſchen Gründen allein ſchon wichtig genug
wäre, gleichzeitig bedeutet die Vergebung dieſer Summe zu
Bau=
zwecken einen anſehnlichen Beitrag zur Ingangſetzung der
Wirt=
ſchaft und zur Beſchäftigung von arbeitsloſen Volksgenoſſen.
* General von Oertzen 80 Jahre alt. Generalmajor Victor
von Oertzen, geboren zu Dorow in Pommern am 27. März 1854,
trat am 8. Mai 1872 bei dem 2. Großherzoglich Heſſiſchen
Dra=
goner (Leib=Dragoner)=Regiment 24 in Dienſt. Er wurde am
12. Februar 1874 zum Sekondeleutnant befördert und war
als ſolcher von 1898 bis 1881 zum Militär=Reitinſtitut in
Han=
nover kommandiert. Am 26. September 1883 wurde er
Premier=
leutnant und am 9. Dezember 1889 unter Beförderung zum
Ritt=
meiſter als Eskadronchef in das 1. Großh. Heſſ. Drag. (Garde=
Drag.) Regt. Nr. 23 verſetzt, er erhielt die 2. Eskadron, die er
bis zu ſeiner Verſetzung in das Huſaren=Regt. 7 im Jahre 1895
führte. Er wurde Kommandeur des Ulanen=Regts. Nr. 9 in
Deſſau und wurde am 10. Juni 1909 mit der Führung der 25.
Großh. Heſſ. Kav.=Brig. beauftragt. Am 16. Juni 1911 nahm er
als Generalmajor und Kommandeur den Abſchied. General von
Oertzen beendete ſeine langjährige Dienſtzeit in Darmſtadt, wo er
die Soldatenlaufbahn begonnen hatte, von Oertzen war ein
tüch=
tiger Soldat, ein gerechter Vorgeſetzter und ein guter Kamerad.
Sein Wachtmeiſter der 2. Eskadron, Karl Haas, der auch ſchon
78 Jahre alt iſt, hielt ihm immer die Treue. Er war ein ſehr
guter Rennreiter und hat viele Hindernisrennen gewonnen. Ein
beſonders gutes Rennpferd war die Stute „Forelle‟. Schon
mor=
gens um 4 Uhr begann er auf dem Weiterſtädter Exerzierplatz
mit dem Training der Vollblüter. — Er ſetzte ſich in Bäk=
Ratze=
burg zur Ruhe. 1914 ſtellte er ſich ſofort zur Verfügung und
er=
hielt die 33. Landw.=Inf.=Brig., mit der er in der Schlacht bei
Tannenberg zum Siege der deutſchen Waffen beitrug. Aus
Ge=
ſundheitsrückſichten kehrte er in die Heimat zurück, betätigte ſich
aber auch hier als Kommandeur eines Gefangenenlagers in
Hamburg.
Hohes Alter. Am 28. März ds. Is feiert Herr Phil. Sachs
hier, Seekatzſtraße 16, bei guter Geſundheit ſeinen 84. Geburtstag.
Am gleichen Tage iſt er 55 Jahre treuer Abonnent des „
Darm=
ſtädter Tagblatts”
Herr Heinrich Helm, Kutſcher, Jahnſtraße 62, feierte am
25. März 1934 ſeinen 88. Geburtstag in körperlicher und geiſtiger
Friſche.
— Die Schalter und Geſchäftsräume der Banken bleiben am
Samstag, den 31. März (Oſterſamstag), geſchloſſen.
Heſſiſches Landestheater.
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27. März Anf. 20, Ende gegen 22 Uhr. 4 18
Die Fabel vom vertauſchten Sohn. 0.70—5.50 Mitch
28. März Anf. 18½/ Ende 23½ Uhr. Ringmiete 4. Vorſt.
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28. März Anf. 20, Ende 224, Uhr Zuſatzmiete 11 11. Vorſt.
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Am Himmel Europas. Donnerstag
29. März Anf. 20, Ende 22½. Zuſatzm. III 10. Vorſt. dazu
Kinderreiche Mütter Nummerkarten 901—1300.
Preiſe 0.70—3.80
Am Himmel Europas.
Blaues Band des Frühlings.
Als dieſe Hyazinthen=, Krokus=, Narziſſen=Knollen in den
Boden geſenkt wurden, war die Erde grau, die Tage kurz, die
Luft kühl, Winter ſtand vor der Tür. Nebel, Regen, Schnee,
Froſt. Lange Abende in der Ofenecke, bei traulichem
Lampen=
ſchein. Eine Knolle nach der anderen wurde hineingeſenkt in
das kalte, dunkle Erdreich, — man mußte ſie ſich ſelbſt
über=
laſſen, und nun geſchieht das Frühlingswunder, das ewig alte,
ewig neue, das wir in jedem Jahre mit gleicher Freude
be=
grüßen: die grünen Spitzen drängen ſich aus dem Boden hervor,
die Knollen haben alle Unbill des Winters gut überſtanden,
der Erde Schoß hat ſie treulich gehegt, nun brechen ſie hervor,
um ſich zu entfalten, um zu blühen, und da zu ſein in der
wonni=
gen Frühlingsluft.
Wir haben geradezu Hunger nach Blumen, — es gab ſchon
lange keine mehr, jetzt ſpähen wir begierig in den Büſchen nach
den erſten Blüten. Sie bedeuten uns mehr als die Fülle der
Sommerblumen, — ganz natürlicherweiſe, alles, was uns in
Maſſen geboten wird, entzückt uns nicht im gleichen Grade wie
das Seltene, lange Erſehnte, dann endlich Wirchlichkeit
Ge=
wordene.
Wie kleine tapfere Pioniere erſcheinen uns die erſten
Früh=
lingsblumen, dieſe Schneeglöckchen, die ſich auf den ſchneefreien
Stücken Bodens entfalten und mit ihren zartgeäderten Glöckchen
die Kameraden rufen: nun iſt es Zeit, kommt alle, jetzt dürft ihr
nicht länger ſchlafen!
Und dann dauert es nicht mehr lange, und zwiſchen braunem
Winterlaub drängt ſich das Volk der Anemonen vor, dieſer
hauchzarten Blüten, die wir in unſeren Buchenwäldern ſo gern
ſehen. Liebliche Anemonen, deren Namen ſchon wie hüpfende
Muſik klingt.
Sind es nicht die allerſchönſten Blumen, die, ohne die
pfle=
gende, ſorgende Hand des Menſchen, in Wäldern und Wieſen, an
Hecken und Zäunen üppig gedeihen? Wie bezaubernd flutet der
Duft der blauen Veilchen uns entgegen. In unfaßlicher Fülle
wölben ſich auf einmal ihre Büſchel, dunkelblcku iſt der Boden.
An Stellen, wo voriges Jahr noch kein einziges Veilchen zu ſehen
war, blüht und duftet es jetzt, daß es eine Luſt iſt. Schnelle
Wanderer ſind die Veilchen! Wenn es ihnen an einer Stelle nicht
paßt, — wenn ſie zu viel Schatten oder zu viel Sonne bekommen,
wandern ſie aus, recken die Wurzelſtöcke, gehen und gehen bis ſie
eine Zuflucht finden, die ihnen gefällt. Sie erobern ſich das
Land, und wer wollte nicht erfreut ſein, wenn ſie auftauchen?
War es nicht Goethe, der Tüten mit Veilchenſamen bei ſich trug
und ſie in den Parks von Weimar ausſtreute und damit Weimar
zu ſeinem Ruhmesnamen „die Veilchenſtadt” verhalf? Wie in
einem Meer von Duft geht man in Weimar im Frühling,
lieb=
lich umſchmeichelt und es iſt ein hübſcher Gedanke, daß gerade
Goethe es war, der den ſpäten Geſchlechtern dieſe Sinnesfreude
geſchenkt hat.
Und wenn dann die Primeln kommen, und die
Himmels=
ſchlüſſel, und der ganze Wald wie von lauter Gold glänzt? Und
die Wieſen in gelber Pracht leuchten? Wenn wir große Büſchel
von dieſen entzückenden Blumen pflücken und heimtragen können.
Wie fein und zart, wie erdhaft dieſe Primeln duften! Gibt es
überhaupt etwas, was dem Inbegriff des Frühlings näher käme
als dieſer ſcheue und doch ſo vielſagende Duft, der den kleinen
gel=
ben Blumenkelchen entſtrömt? Wir lieben dieſe Primeln, wie
wir alle die kleinen und zarten, beſcheidenen und tapferen
Früh=
lingsblumen lieben, eben weil ſie ein Teil ſind des geliebten
deutſchen Frühlings, der jetzt von neuem anhebt.,
Bekannkmachungen des Perſonalamkes.
Ernannt wurden: am 17. März 1934 der Kanzleiaſſiſtent auf
Probe Verſorgungsanwärter Jakob Elbert in Bingen durch den
Heſſiſchen Staatsminiſter unter Berufung in das
Beamtenverhält=
nis mit Wirkung vom 1. März 1934 zum Kanzleiaſſiſtenten beim
Amtsgericht Bingen; am 19. März 1934 der Rechtsanwalt Chriſt.
Stofft zu Mainz durch Urkunde des Herrn Reichsſtatthalters in
Heſſen auf Vorſchlag der heſſiſchen Regierung unter Berufung in
das Beamtenverhältnis mit Wirkung vom 1. April 1934 zum
Notar mit dem Amtsſitz in Sprendlingen (Rheinheſſen) als
Nach=
folger des Notars Schröder; am 20. März 1934 zu
Beigeord=
neten im Kreis Groß=Gerau: Philipp Hauf 2. in Berkach;
Otto Ludwig Geipert in Biebesheim; Georg Lochmann in
Dornberg; Heinrich Wilhelm Schaad in Dornheim; Emil Karl
Zimmer in Goddelau; Dr. Jakob Wettlaufer 2. in Groß=
Gerau; Georg Re
Trebur: Daniel Cout. in Walldorf; Johann Daniel
Ruckelshauſen in Wallerſtädten.
Beſtellt wurden: am 20 März 1934 zu kommiſſariſchen
Bürgermeiſtern im Kreis Lauterbach: Leonh Sippel 3.
in Hartershauſen; im Kreis Mainz: Jakob Wachter in Gau=
Biſchofsheim; im Kreis Oppenheim: Dr. Felix Krebs in
Eims=
heim; zu kommiſſariſchen Beigeordneten im Kreis
Bingen: Georg Joſeph Heiſer in Heidesheim; Gottlieb
Gläſ=
ſel in Nieder=Ingelheim; Jakob Wolfskehl in Schwabenheim.
Uebertragen wurde: am 20. März 1934 der
Berufsſchullehre=
rin Eliſabeth Hilsdorf zu Groß=Gerau, z. Zt. kommiſſariſch an
der Volksſchule daſelbſt eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu
Groß=Gerau; der Berufsſchullehrerin Anna Müller zu Mainz=
Weiſenau, z. Zt. kommiſſariſch an der Volksſchule zu Mainz, eine
Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Mainz; der Berufsſchullehrerin
Amalie Stroh zu Gießen, z. Zt, kommiſſariſch an der Volksſchule
daſelbſt, eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Gießen: dem
Be=
rufsſchullehrer Julius Eberle zu Lollar, Kreis Gießen, z. Zt.
kommiſſariſch an der Volksſchule daſelbſt, eine Lehrerſtelle an der
Volksſchule zu Lollar; dem Berufsſchullehrer Emil Hahn zu
Gießen, z. Zt kommiſſariſch an der Volksſchule daſelbſt, eine
Leh=
rerſtelle an der Volksſchule zu Gießen; dem Berufsſchullehrer
Franz Held zu Sprendlingen, Kreis Offenbach. z. Zt.
kommiſſa=
riſch an der Volksſchule daſelbſt, eine Lehrerſtelle an der
Volks=
ſchule zu Sprendlingen, Kreis Offenbach; dem Berufsſchullehrer
Philipp Lauter zu Guntersblum, Kreis Oppenheim. z. Zt.
kom=
miſſariſch an der Volksſchule daſelbſt, eine Lehrerſtelle an der
Volksſchule zu Guntersblum. Kreis Oppenheim; dem
Berufsſchul=
lehrer Heinrich Otto zu Friedberg, z. Zt. kommiſſariſch an der
Volksſchule daſelbſt, eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu
Fried=
berg; dem Berufsſchullehrer Karl Sames zu Lauterbach, z. Zt.
kommiſſariſch an der Volksſchule zu Lich, Kreis Gießen, eine
Leh=
rerſtelle an der Volksſchule zu Lich; dem Berufsſchullehrer
Her=
mann Schmidt zu Grünberg, Kreis Gießen, z. Zt. kommiſſariſch
an der Volksſchule in Londorf, Kreis Gießen, eine Lehrerſtelle an
der Volksſchule zu Londorf; dem Berufsſchullehrer, Valentin
Sieger zu Heppenheim a. d. B. z. Zt. kommiſſariſch an der
Volksſchule daſelbſt, eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu
Hep=
penheim a. d. B.; dem Berufsſchullehrer Jakob Weinheimer
zu Mörfelden, Kreis Groß=Gerau, z. Zt. kommiſſariſch an der
Volksſchule daſelbſt. eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu
Mör=
felden, Kreis Groß=Gerau; dem Berufsſchullehrer Ferdinand
Werner zu Lorſch, Kreis Bensheim, z. Zt. kommiſſariſch an der
Volksſchule daſelbſt, eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Lorſch,
Kreis Bensheim; am 21. März 1934 dem Berufsſchulrektor
Her=
mann Lehr zu Ober=Ramſtadt Kreis Darmſtadt, z. Zt.
kommiſ=
ſariſch an der Volksſchule daſelbſt, die Stelle des Rektors an der
Volksſchule zu Ober=Ramſtadt Kreis Darmſtadt; dem
Berufs=
ſchulrektor Johann Georg Schäfer zu Pfungſtadt. Kreis
Darm=
ſtadt, z. Zt. kommiſſariſch an der Volksſchule daſelbſt, eine
Lehrer=
ſtelle an der Volksſchule zu Pfungſtadt, Kreis Darmſtadt; dem
Berufsſchulrektor Otto Weber zu Butzbach, Kreis Friedberg, z.
Zt. kommiſſariſch an der Volksſchule zu Romrod, Kreis Alsfeld,
eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Romrod, Kreis Alsfeld;
ſämtlich mit Wirkung vom 1. April 1934 an.
Verſetzt wurden auf Grund des 8 5 des Geſetzes zur
Wieder=
herſtellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 der
Ober=
vermeſſungsſkretär Peter Kopf beim Vermeſſungsamt in
Oppen=
heim in die Stelle eines Obervermeſſungsſekretärs beim
Feld=
bereinigungsamt Oberheſſen Dienſtſtelle Lauterbach; der
Ober=
vermeſſungsſekretär Georg Schlörb. beim Vermeſſungsamt in
Büdingen in die Stelle eines Obervermeſſungsſekretärs beim
Feldbereinigungsamt Oberheſſen. Dienſtſtelle Lauterbach; beide
mit Wirkung vom 1. April 1934.
Verſetzt wurden: auf Grund des 8 5 des Geſetzes zur
Wieder=
herſtellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 (RGBl.
S. 175); am 17. März 1934 der Kaſſeoberinſpektor bei der Landes=
Heil= und Pflegeanſtalt bei Gießen Wilhelm Kaufmann mit
ſeinem Einverſtändnis unter Zurückſtufung als
Verwaltungsſekre=
tär an das heſſiſche Kreisamt in Bingen und der Kanzleiaſſiſtent
Heinrich Ruhl beim Forſtamt Grebenhain in die Stelle eines
Kanzleiaſiſtenten beim Forſtamt Mörfelden; beide mit Wirkung
vom 1. April 1934.
Umgewandelt wurde: am 12. März 1934 die auf Grund des
8 4 des Geſetzes zur Wiederherſtellung des Berufsbeamtentums
vom 7. April 1933 (RGBl. I, S. 175) erfolgte Entlaſſung der
Lehrerin an der Berufsſchule zu Neu=Iſenburg, Kreis Offenbach
a. M., Hedwig Jakobi mit Wirkung vom 1. Juli 1933 an
nicht, wie es in Nr. 67 der Darmſtädter Zeitung vom 20. März
1934 irrtümlich hieß mit Wirkung vom 1. April 1934 an — in eine
Verſetzung in den Ruheſtand auf Grund des § 3 des vorgenannten
Geſetzes.
Aufgehoben wurde: am 9. Februar 1934 die auf Grund von
§ 4 des Geſetzes zur Wiederherſtellung des Berufsbeamtentums
ausgeſprochene Dienſtentlaſſung der Polizeioberwachtmeiſter
Jo=
ſeph Buſch und Adam Hönig, beide zu Darmſtadt.
Entlaſſen wurde am 17. März 1934 auf Grund des § 4 des
Geſetzes zur Wiederherſtellung des Berufsbeamtentums vom
* April 1933 (RGBl. I, S. 175) der Waſchmeiſter in Goddelau
Emil Bock, mit ſofortiger Wirkung aus dem Heſſiſchen
Staats=
dienſt.
Reichsfinanzverwaltung — Landesfinanzamt Darmſtadt.
Regierungsrat Ohl vom Finanzamt Friedberg (Heſſen) wurde
in den dauernden Ruheſtand verſetzt.
Der Vorſteher des Finanzamts Reinheim (Odw.)
Regierungs=
rat Klingelhöffer wurde in den dauernden Ruheſtand
verſetzt.
Reichskammer der bildenden Künſte.
Der Leiter der Landesſtelle Heſſen=Naſſau der Reichskammer
der bilden Künſte gibt bekannt:
„Der Kunſtmaler Georg Poppe, Frankfurt a. M., iſt zum
Bundesbezirksvorſitzenden des Bundes deutſcher Maler und
Gra=
phiker e. V., Fachverband in der Reichskammer der bildenden
Künſte, für den Bezirk Heſſen=Naſſau kommiſſariſch ernannt
wor=
den. Die Ernennung iſt entſprechend den geſetzlichen Beſtimmungen
vom Leiter der Landesſtelle Heſſen=Naſſau der Reichskammer der
bildenden Künſte beſtätigt worden.
Dienſt — Arbeitsbeſchaffung — Kameradſchaft
die Ziele der SA.
Im feſtlich mit Tannengrün und Hakenkreuzfahnen
geſchmück=
ten großen Saale des Wiener Kronenbräukellers hielt der
Son=
derſturm des Reſerveſturmbannes 1115 einen wohlgelungenen
Kameradſchaftsabend ab. Zahlreich waren die Kameraden mit
ihren Angehörigen herbeigeeilt, um gemeinſam einige wirklich
frohe Stunden zu verleben. Das Programm des Abends
über=
traf alle Erwartungen.
Nach einleitenden, von der Hauskapelle vorgetragenen
Muſik=
ſtücken und ſchneidigen Märſchen und kurzen kernigen
Begrüßungs=
worten des Sturmführers Löffler brachte Kamerad Schöner
mit ſeinem gutgeſchulten Bariton verſchiedene Lieder zu Gehör.
Gleich reichen Beifall, der dem jungen Sänger zuteil wurde,
ern=
tete auch Frau Margarete Braun=Jäger, die mit ihren
gefühlvoll wiedergegebenen Liedern für Sopran die Zuhörer
ent=
zückte. Auch Elfriede Schneider von der NS.=Frauenſchaft
und Frau Lamp=Welker von der Heſſiſchen
Spielgemein=
ſchaft fanden mit ihren ausdrucksvoll vorgetragenen Rezitationen
verdiente Anerkennung. Ein Duo für zwei Zithern (Kamerad
Hambrecht) und ein Handharmonika=Trio (Leitung: Kamerad
Gleichauf), ſowie eine Polonäſe auf einer 10=Pfennigs=Flöte
(Kamerad Kammermuſiker Jung M 4/50) fanden als
volkstüm=
liche Muſik ſtürmiſchen Beifall. Bolli, der Muſik=Clown (
Ka=
merad Walkenhorſt (N 3/50) löſte unter den Anweſenden
wahre Lachſalven aus. Ein prächtig dargeſtelltes Koſtüm=Duett
von Fränze Börſig und Richard Hinz von der Heſſiſchen
Spielgemeinſchaft beſchloß das reichhaltige Programm. Der
Füh=
rer des Sturmbanns R. 1/115, Sturmhauptführer Bohnſack,
richtete zum Schluß in einer zündenden Anſprache warme Worte
des Dankes und der Ermahnung an alle Kameraden, in der er
die Worte Dienſt, Arbeitsbeſchaffung und Kameradſchaft
zu=
grunde legte. Nach dem offiziellen Teil hielt ein munteres
Tänz=
chen die Anweſenden noch lange zuſammen.
üt-
Kaſſenſtunden der Städtiſchen Sparkaſſe am Oſter=
Sams=
tag. Die Sparkaſſe macht ihre Kundſchaft auch an dieſer Stelle
darauf aufmerkſam, daß ſie am Oſter=Samstag, dem 31. März
1934, ihre Schalter nur in der Zeit von 10 bis 12 Uhr
geöffnet hält. Die Kundſchaft wird gebeten, bei ihren
Dis=
poſitionen hierauf Rückſicht zu nehmen und ihre Geldgeſchäfte
möglichſt vorher zu erledigen.
Kadlee lochen Teine kreude!
Leicht und ſauber rieſelt in feinen, trockenen Körnchen Mühlen Franck Spezia)
in Grießform vom Kaffeelöffel. Es iſt ein vergnügen für jede Hausfrau, Kaſfee mit
dieſem gppetitlichen, neuen Kaffeezuſatz zu bereiten. Es gibt nichts Feineres für einen
deu Kodfee als Mühlen Franck Spezial in Grießform. Er macht den
Kaffee nicht nur voller und herzhafter im Seſchmack, ſondern er verleiht ihm dazu noch
ſene herrliche goldbraune Farbe, die von allen Kaffeekennern ſo ſehr geſchätzt wird,
Seite 6 — Nr. 85
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 27. März 1934
Heielnche Erofſnang der Meiafsoahn=Ghlel!
Kraftfahrlinie Bensheim— Lindenfels.
Endlich Erſak für den Bahnbau Bensheim-Lindenfels. — Die erſte Linie in Heſſen. — Die Reichsbahn
als Wirtſchaftsfakfor.
Geſtern vormittag wurde mit der Einſtellung eines neuen
Fünf=Tonnen=Wagens die erſte Laſtkraftwagenlinie im
Güterver=
kehr der Reichsbahn in Heſſen eröffnet. Zu dem bedeutungsvollen
Akt hatten — Beweis für die Erkenntnis ſeiner Bedeutung — alle
durch den Güterverkehr nunmehr berührten Orte, vor allem
Bens=
heim, Schönberg, Wilmshauſen, Elmshauſen, Reichenbach,
Beeden=
kirchen. Brandau, Gadernheim, Kolmbach, Lindenfels. Lautern
reichſten Flaggenſchmuck angelegt. Der Bahnhof Lindenfels
prangt außerdem im Schmuck von Girlanden, und mit Girlanden
und Blumenzier hielt der neue große Wagen vor dem
Bahnhofs=
gebäude, als die Ehrengäſte ſich zur erſten feierlichen Fahrt
ver=
ſammelten. Mit dem Herrn Präſidenten der Reichsbahndirektion
Dr. Goudefroy waren erſchienen Vertreter der
Staatsbehör=
den, des Kreiſes und der Gemeinden (faſt ſämtliche Bürgermeiſter),
der Kreisleitung der NSDAP. und der Preſſe. U. a ſah man die
Herren Reichsbahnrat Dr. Eiſele. Miniſterialrat Dr. Krebs,
Kreisleiter Brückmann. Reg.=Rat Dr. Fuchs,
Abteilungs=
direktor Lohmeyer (Poſtdirektion), Oberingenieur Dietz uſw.
Dem Herrn Reichsbahndirektionspräſidenten Dr.
Goude=
froy wurde von einem Jungvolkjungen ein Strauß
Mandelblü=
ten als Frühlingsgruß der Bergſtraße überreicht. Nach kurzer
Begrüßung und Vorſtellung der Ehrengäſte erläuterte Präſident
Dr. Goudefroy, dem in erſter Linie die Aufnahme des Betriebs
zu danken iſt, kurz
Zweck und Ziele der Aufgaben des
Reichsbahn=
kraftwagenverkehrs.
Die Inbetriebnahme der Linie Bensheim-Lindenfels durch
die Reichsbahn hat inſofern beſondere Bedeutung, als die
Ver=
wirklichung dieſes Planes die Erfüllung langgehegter Wünſche der
Bevölkerung, wie aber auch der im Schönberger und Lautertal
an=
ſäſſigen Unternehmen der Pappe=, Stein= und Farbinduſtrie und
des Luftkurortes Lindenfels auf Einrichtung einer planmäßigen
und regelmäßigen Güterkraftverbindung nach den abſeits der
Bahn gelegenen Odenwaldorten darſtellt.
Herr Reichsbahninſpektor Nieß ergänzte die Ausführungen:
Es handelt ſich um Laſtkraftfahrzeuge der Faun=Werke,
Nürnberg, deren Erzeugniſſe Weltruf genießen. Die Wagen ſind
mit allen techniſchen Neuerungen ausgerüſtet. Es ſind zweiachſige
Pritſchenwagen mit Allwetterverdeck, deren geräumige Ladefläche
auch für ſperrige Güter hinreichend Platz bietet. Die
eiſenbe=
ſchlagenen, 60 Zentimeter hohen Bordwände laſſen ſich leicht
her=
unterklappen und ſind mit raſch zu bedienenden, ſicher ſitzenden
Federſchlüſſen verſehen. Das Allwetterverdeck bietet ausreichend
Schutz gegen Witterungseinflüſſe ſowie durch beſondere Verſchlüſſe
auch gegen Verluſte. In die Wagen ſind Dieſel=Motore neueſten
Typs für Schwerölbetrieb eingebaut. Dieſe bieten Gewähr für
höchſte Leiſtungsfähigkeit und Geſchwindigkeit. Luftdruckbremſen
bürgen für unbedingte Sicherheit. Die Federung und Bereifung
entſpricht allen Erforderniſſen, um Beſchädigungen der Güter auch
auf ſchlechteren Straßen durch Erſchütterungen zu vermeiden.
Be=
merkenswert iſt weiter, daß die Kraftwagen ein eigenes
polizei=
liches Kennzeichen „D. R.‟, d. h. Deutſche Reichsbahn führen,
ähn=
lich wie die Wagen der Reichspoſt das Kennzeichen „R. P.” haben.
Der Vorſtand der Güterabfertigung Bensheim, dem die
ört=
liche Aufſicht über den Betrieb übertragen iſt, meldete dem Herrn
Präſidenten die Belaſtung, die ſchon am erſten Tag mit etwa
3000 Kilogramm Gepäck=, Expreß= Eil= und Frachtſtückgut die
Dringlichkeit des Verkehrsbedürfniſſes beweiſt und zu berechtigten
Hoffnungen Anlaß gibt.
*
Nach Beſichtigung der Fahrzeuge wurden die Gäſte zu einer
Eröffnungsfahrt durch das ſonnige und landſchaftlich reizvolle
Schönberger und Lautertal eingeladen, wozu die Reichsbahn einen
ihrer großgeräumigen Mercedes=Benz=Omnibuſſe zur Verfügung
geſtellt hatte. Ueber Schönberg. Wilmshauſen, Elmshauſen,
Reichenbach, Brandau, Gadernheim und Lautern ging es nach dem
Endpunkt der Linie Lindenfels, der Perle des Odenwaldes, dem
berühmten Luftkurort, der von luftiger Waldeshöhe die
Oden=
waldberge, den Rhein und das Pfälzer Land grüßt. Ein bezau=
berndes Bild deutſcher Heimat. Die Gäſte wurden immer wieder
von der Bevölkerung lebhaft begrüßt.
Auf Einladung der Reichsbahndirektion vereinigten ſich die
Teilnehmer in Lindenfels im Heſſiſchen Haus” zu einem kurzen
Imbiß, wobei Anregungen. Hoffnungen und Wünſche ausgetauſcht
wurden, auf daß das Werk zum Segen der Geſamtwirtſchaft blühe
und gedeihe
Herr Bürgermeiſter Schneider=Lindenfels hieß
herz=
lichſt die Gäſte im Namen der Gemeinde willkommen. Der
heu=
tige Tag gebe aus zwei Gründen Veranlaſſung, ihn beſonders
zu feiern. Einmal ſei es jetzt faſt 50 Jahre her, ſeit an dem
Bahnhau Bensheim-Lindenfels herumgedoktert werde.
Kilo=
meter von Papier wurden verſchrieben und verdruckt, aber die
Verwirklichung blieb ein Traum. Mit großer Freude begrüßen
beſonders wir Lindenfelſer darum den Entſchluß der
Reichsbahn=
direktion, den Güterverkehr nun mit Kraftlaſtwagen zu
er=
ſchließen. Lindenfels iſt auf Fremdenverkehr angewieſen und
es iſt oft vorgekommen, daß Güter tangelang brauchten, bis ſie
hierher gelangten. Das iſt nunmehr abgeſtellt. Zum zweiten
aber iſt Lindenfels durch die Indienſtſtellung der Linie heute
völlig frei von Erwerbsloſen. Ja, wir haben ſogar
noch 10 Auswärtige einſtellen können. Das danken wir in erſter
Linie der Initiative unſeres Führers Adolf Hitler, dem ſein
Sieg=Heil galt.
Reichsbahndirektionspräſident Dr. Goudefroy wies in
in ſeiner Anſprache auf die verfloſſenen hundert Jahre ſeit dem
Beſtehen der Eiſenbahn hin und würdigte die Entwicklung des
weltumfaſſenden Verkehrsmittels, das von Stufe zu Stufe bis
zu der heutigen Höhe gelangte und damit das Wirtſchaftsleben,
Induſtrie und Handel zu fördern berufen war, die ihrerſeits
wieder das Eiſenbahnweſen zu ſeiner heutigen Bedeutung
brach=
ten. Die enge Zuſammenarbeit mit dem Kraftwagen ſei einzig
und allein das Verdienſt unſeres hochverehrten Reichskanzlers
Adolf Hitler. Er gab dem Wunſche Ausdruck, daß die Linie ſich
zu einem vielbenutzten Verkehrsmittel ausgeſtalten möge und
dazu beitragen ſolle, die Aufwärtsentwicklung der Wirtſchaft zum
Wohle unſeres Vaterlandes zu unterſtützen.
Als Vertreter der Staatsregierung dankte Miniſterialrat
Dr. Krebs, daß die Linie Wirklichkeit geworden iſt, und wies
auf ein weiteres gutes Einvernehmen mit der
Reichsbahndirek=
tion hin.
Für den Kreisdirektor ſagte Regierungsrat Fuchs
Namen der Kreisverwaltung und der Kreisleitung der NSDAP.
Dank für die Uebernahme der neuen Verbindung, und gab der
Hoffnung Ausdruck, die Linie möge eine Dauereinrichtungwerden.
Herr Oberingenieur Dietz gab intereſſante Aufſchlüſſe über
die techniſche Seite des Kraftfahrdienſtes, der für ſeinen Bezirk
dem Reichsbahn=Maſchinenamt Darmſtadt angegliedert iſt.
Red=
ner hob beſonders die wirtſchaftliche Bedeutung des neuen
Be=
triebszweiges der Reichsbahn hervor, die hier mit der
Reichs=
poſt zuſammenarbeite. Mit beſonderem Beifall begrüßte die
Feſtverſammlung die Mitteilung, daß das neu eingeſtellte Fahr=
und Bedienungsperſonal in erſter Linie den Reihen der alten
SA.=Kämpfer entnommen werden konnte, die beſonders tüchtige
Chauffeure ſtellte.
Präſident Dr. Goudefroy führte noch aus, das beſte
Zei=
chen dafür, wie ſich die Reichsbahn auf den Kraftwagenverkehr
einſtellte, ſei die Automobilausſtellung in Berlin
geweſen, wo die Reichsbahn mit einem Ausſtellungsſtand
vertre=
ten war, mit dem ſich keine Firma meſſen konnte. An Hand eines
Modells der Reichsautobahn wurde gezeigt, wie Reichsbahn und
Auto zuſammenarbeiten, und daß ſie nur das allerbeſte und
modernſte Material verwendet.
Herr Bürgermeiſter Wilhelm von Reichenbach bedankte
ſich im Namen der anweſenden Bürgermeiſter und verſicherte der
Linie jede nur mögliche Unterſtützung.
Nach Abſchluß der Feier machten die Feſtgäſte noch einen
Spaziergang auf die Burg und genoſſen bei herrlichſtem
Sicht=
wetter die wundervoll vielgeſtaltenen Ausblicke auf die ſchönſten
Täler und Höhen unſerer Heimat.
Mögen alle Hoffnungen, die ſich an die neue Inbetriebnahme
binden, in Erfüllung gehen. Möge aber auch weitgehende
In=
anſpruchnahme der beteiligten Kreiſe dieſe Erfüllung ermög=
K. w.
lichen. —
Der Polizeiberichk.
Tod in den Wellen.
Am 25. März 1934 wurde bei Schierſtein eine unbekannte
männliche Leiche aus dem Rhein geländet. In den Kleidern der
Leiche wurde eine Sonntagsrückfahrkarte Darmſtadt—Bingen und
ein Ausweis für den Bezug von Militärrente mit der Nummer
37 436 vorgefunden. Nach den polizeilichen Ermittelungen
han=
delt es ſich bei dem Toten um den 55 Jahre alten
kaufmänni=
ſchen Angeſtellten L. P. aus Darmſtadt. P. wollte am 25. März
1934 ſeine in Bingerbrück wohnhafte Schweſter beſuchen, traf aber
dort nicht ein. Er war ſchwerkriegsbeſchädigt und ſchwermütig.
Diebſtahl eines Autos. Am 23. März 1934, gegen 22,50 Uhr,
wurde auf dem Marktplatz in Darmſtadt vor dem Gaſthaus zum
Ratskeller eine dunkelblaue Vierſitzer=Limouſine, Marke
Merce=
des=Benz, geſtohlen. Der Wagen trug das polizeiliche
Kenn=
zeichen I T 68 362; Motor= und Fahrgeſtell Nr. 101 343. Die
auf=
geſetzte Kühlerſchutzhaube iſt ſilberbronziert. In dem
verſchloſſe=
nen Wagen befanden ſich 2 Lederkoffer, 1 Geſchäftskaſſette und
eine größere Anzahl Proſpekte der Firma Mercedes=Benz.
Wei=
teſte Verbreitung des Ausſchreibens in der Tagespreſſe erwünſcht.
Wer hat den Wagen geſehen und kann ſachdienliche. Angaben
machen?
Warnung vor einem Warenbetrüger. Ende Februar 1934
hat ein Chineſe mit dem angeblichen Namen Wong Chen Jao
in verſchiedenen Städten Norddeutſchlands eine Anzahl
Geſchäfts=
leute erheblich betrogen. Er machte große Einkäufe an
Krawat=
ten und Krawattenſtoffen und bezahlte mit Schecks auf das
Poſt=
ſcheckkonto Eſſen, Konto=Nr. 36 226. für die Deckung nicht
vorhan=
den war. Beſchreibung des Täters: Etwa 26 Jahre,
dich=
tes, ſchwarzbraunes Haar, Mongolengeſicht, dunkelbrauner
Man=
tel, weicher Hut.
Schwerer Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang. In der
Nacht zum 20. März, gegen 0,50 Uhr wurde in der Heidelberger
Straße in unmittelbarer Nähe der Radrennbahn der ledige, 32
Jahre alte Werkzeugdreher Heinz von Baſſen, heheimatet in
Varel in Oldenburg, zuletzt in Ober=Ramſtadt, Schulſtraße 18,
wohnhaft, von dem Perſonenkraftwagen Kennzeichen 1 8 6173,
Führer E. K. aus Eberſtadt bei Darmſtadt, angefahren, zur Seite
geſchleudert und ſofort getötet. Der Verſtorbene, der ſich in
ange=
trunkenem Zuſtande befand, überquerte die Heidelberger Straße
von Oſten nach Weſten und lief direkt in den in voller Fahrt
befindlichen Kraftwagen hinein. Die Inſaſſen des
Perſonen=
kraftwagens, 2 Herren und 3 Damen, wurden nicht verletzt. Die
Schuldfrage bedarf noch der Klärung.
Auszahlung der Wohlfahrtsunterſtützung. Die am
Kar=
freitag fällige Wohlfahrtsunterſtützung wird bereits am
Donners=
tag nachmittag im Kaſſenraum, Grafenſtraße 30, ausbezahlt, und
zwar für die Buchſtaben M bis P von 1—2 Uhr, O bis Sch. von
2—3 Uhr, S (ausſchl. Sch.) bis V von 3—4 Uhr, W bis Z von
4—5 Uhr. Die am Oſtermontag fällige Wohlfahrtsunterſtützung
kommt am nächſten Samstag zur Auszahlung. Einteilung wie
üblich,
Auszahlung der Kleinrentner=Unterſtützung. Die nächſte
Kleinrentner=Unterſtützung wird ſtatt am Samstag ſchon am
Donnerstag dieſer Woche an der Stadtkaſſe, Grafenſtraße 28,
ausbezahlt.
Auszahlung der Poſt=Ruhe= und Witwengelder. Die am
31. März (Oſterſamstag) fälligen Poſt=Ruhe= und Witwengelder
werden bereits am Donnerstag, den 29. März, ausgezahlt.
Aufwerkung von Spareinlagen
bei der Städtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt.
Die Sparkaſſe hatte bereits im März 1933 ihren alten
Sparern von den 28proz. Aufwertungsbeträgen
die Hälfte freigegeben und zur Abhebung bereitgeſtellt.
Von dieſer Möglichkeit, die alten Spareinlagen in Anſpruch zu
nehmen, wurde von den Altſparern reichlich Gebrauch gemacht.
Von Oktober 1933 bis jetzt wurden von der Sparkaſſe
in rund 8600 Teilzahlungen zuſammen rund 9 50000. — RM.
den Altſparern zur Verfügung geſtellt. Ein Teil
dieſer Beträge wurde zunächſt auf neue Sparbücher überſchrieben,
über die Hälfte der Aufwertungsbeträge wurde jedoch den
Spa=
rern in bar ausbezahlt und damit der einheimiſchen Wirtſchaft
zugeführt. Im ganzen hat die Sparkaſſe bis jetzt in rund
69700 Einzelpoſten rund 5 400 000. — RM. an die
Altſparer ausbezahlt, wobei in erſter Linie die alten
und in Not befindlichen Sparer berückſichtigt worden ſind. Dank
der günſtigen Entwicklung des neuen Spargeſchäfts iſt die
Spar=
kaſſe in der Lage, ihre alten Sparer nochmals darauf aufmerkſam
zu machen, daß ſie von den Aufwertungsbeträgen jederzeit
min=
deſtens die Hälfte abheben und damit zur Belebung
un=
ſerer Wirtſchaft beitragen können. Die Sparkaſſe iſt dabei
bereit, im Rahmen der verfügbaren Mittel auch höhere
Be=
träge auszuzahlen, insbeſondere in Fällen von Not und wenn
das Geld zur Belebung des Arbeitsmarktes, für
Inſtandſetzungs=
arbeiten, für Bauzwecke uſw. verwendet wird.
Am Oster-Samstag
sind unsere Kassenschalter nur in der Zeit
von 10—12 Uhr geöffnet!
Städtische Sparkasse Darmstadt. (st.3612
Provinzialausſchuß.
p. 1. Klage des Bezirksfürſorgeverbands Stadt
Köln gegen den Beſcheid des
Bezirksfürſorge=
verbands Kreis Erbach, den
Bezirksfürſorge=
verband Stadt Darmſtadt und den
Landesfür=
ſorgeverband Volksſtaat Heſſen wegen
Erſtat=
tung von Fürſorgekoſten für Hildegard Klein.
Das Kind H. Klein hat Fürſorgekoſten in Höhe von 1747 Mk.
verurſacht, deren Erſatz Köln von Darmſtadt und dem Volksſtaat
Heſſen verlangt. Darmſtadt beſtreitet, daß die Kindesmutter zu
der in Betracht kommenden Zeit Januar=Februar 1929 in
Darm=
ſtadt einen Aufenthalt gehabt habe, ſie habe hier nur eine
Aus=
hilfsſtelle als Kellnerin innegehabt. Das Urteil weiſt die
erhobene Klage ab.
2. Klage der Firma Kaiſers Kaffeegeſchäft zu
Michelſtadt gegen den Polizeibefehl des
Kreis=
amts Erbach vom 15. Dezember 1933 wegen
Be=
ſeitigung eines Reklameſchilds.
Der Denkmalpfleger hat das rote Schild als für das
Land=
ſchaftsbild mißſtändig bezeichnet. Der erlaſſene Polizeibefehl hat
die Entfernung des Schildes angeordnet. Das Urteil weiſt
die Klage ab.
Das Einſperren der Tauben zur Saatzeit iſt für die Zeit
vom 28. März bis 11. April ds. Js. angeordnet.
Aus der NSDAP
Reichspropagandaleitung.
NSK. Die Abteilung Film der Reichspropagandaleitung gibt
bekannt:
Im Geiſte des Führers und als Ausdruck der Verehrung
un=
ſerem Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels gegenüber wird
hiermit ein Filmideen=Archiv gegründet
Damit ſoll zuerſt im deutſchen Filmweſen, vor allem im
In=
tereſſe der Filmwirtſchaft, Unproduktives möglichſt ausgeſchaltet
und ſchöpferiſch=Produktives gefördert werden.
Die Führung des Archivs hat die Unterabteilung Preſſe der
Abteilung Film der Reichspropagandaleitung. Sie iſt mir
un=
mittelbar verantwortlich und beſtimmt alle notwendigen weiteren
Einzelheiten.
gez.: Raether.
Gaugeſchäftsſtelle Frankfurt a. M.
Gutleutſtr 8/12, Adolf=Hitler=Haus. Fernſpr.: Sammel=Nr. 30 381.
Geſchäftsſtelle für das Gebiet Heſſen:
Darmſtadt, Rheinſtr. 48. — Fernſpr. 4928/29.
Schriftverkehr: Benutzt im eigenen Intereſſe für jede
Ab=
teilung beſondere Bogen.
Sprechſtunden: 9—16 Uhr. Wenn irgend möglich, iſt
ſchrift=
liche Voranmeldung bei den Amtsleitern erwünſcht!
Der Gauorganiſationsleiter.
Es wird grundſätzlich nicht die Niederlegung eines Amtes in
der P.O. genehmigt, um in anderen Gliederungen der Partei
Dienſt zu tun. Jeder politiſche Leiter, der ohne Genehmigung des
Gauleiters oder ſeines beauftragten Hoheitsträgers, des
Kreis=
leiters, ſeinen Poſten verläßt, handelt gegen ausdrücklichen
Be=
fehl und hat ſich daraus entſtehende Konſequenzen bezüglich der
Parteizugehörigkeit uſw. ſelbſt zuzuſchreiben.
Es wird erwartet, daß erforderlichenfalls der Dienſt bei
an=
deren Gliederungen der Partei niedergelegt wird, damit die
ver=
antwortungsreiche Arbeit der Partei (P.O.), die heute als
direk=
ter Träger des Staates für die Geſamtpolitik Deutſchlands
ver=
antwortlich iſt, nicht gefährdet wird.
gez, Sprenger.
Preſſewarte!
Die Tätigkeitsberichte für den Monat März müſſen bis
ſpä=
teſtens 1. April bei der Kreisleitung eingereicht werden. Die
Ortsgruppenleiter haben darüber zu wachen, daß in dieſem
Mo=
nat kein Preſſewart im Rückſtand bleibt.
In den nächſten Tagen erhalten ſämtliche Ortsgruppen= und
Nebenorganiſationen ein Rundſchreiben des GPA. betr. die
Neu=
organiſation der Berichterſtattung, deſſen genaue Beachtung
drin=
gend empfohlen wird. Die dort verlangte Meldung muß
um=
gehend an die Kreisleitung erfolgen, damit die Neuorganiſation
am 15. April in Kraft tritt.
Ortsgruppe Darmſtadt — Gutenberg.
Dienstag, den 27. März abends 8 Uhr, findet im Reſtaurant
Martinsglöckchen” eine Beſprechung der politiſchen Leiter ſtatt.
Erſcheinen iſt Pflicht. — NS.=Briefe „Wille und Weg” ſind
abzu=
rechnen.
Kreisſchulungsleiter.
Zu dem von mir eingeführten Sonderlehrgang und
Redner=
ausbildung für die Schulungsobmänner hatten am Sonntag, 18.
März, folgende Ortsgruppen und Stützpunkte keine
Schulungs=
obmänner geſchickt: Wixhauſen, Kranichſtein, Erzhauſen,
Gries=
heim, Malchen, Gräfenhauſen, Hahn. Nieder=Ramſtadt und
Eſcholl=
brücken.
Ich verweiſe auf die Anordnung des Gau=Schulungsamtes,
wonach jede Ortsgruppe, ſelbſtändiger Stützpunkt und Zelle dem
Kreisſchulungsleiter einen Schulungsobmann zu ſtellen hat.
Schulungsabende, finden ſtatt: Dienstag, den 27. März, in
Schneppenhauſen; Mittwoch, den 28. März, in Traiſa;
Donners=
tag, den 29. März, in Eſchollbrücken; Samstag, den 31. März, in
Ober=Ramſtadt. Es ſpricht Kreis=Schulungsleiter Pg. Borchert.
NS.=Volkswohlfahrt der Ortsgruppe Beſſungen.
Betr. Eierſammlung.
Dienstag, den 27. März, findet in der Ortsgruppe 2 (
Beſſun=
gen) die Eierſammlung ſtatt. Wir bitten, die geſpendeten Eier
an dieſem Tage zum Abholen bereitzulegen.
NS.=Volkswohlfahrt der Ortsgruppe Rheintor.
Die für Montag, den 26. März 1934, 20,15 Uhr, im
Hanſa=
hotel angeſetzte Sitzung der Amtswalter und Helfer wird auf
Dienstag, den 27. März, 20,15 Uhr, verlegt.
NS.=Frauenſchaft der Ortsgruppe Gutenberg.
Der nächſte Arbeitsabend findet nicht am Dienstag, ſondern
am Mittwoch, 28. März, im Treffpunkt, Gutenbergſtr. 2, um
8 Uhr ſtatt.
Geſamtverband der deutſchen Arbeitsopfer
in der Deutſchen Arbeitsfront e. V.
Am Mittwoch, dem 4. April 1934, findet in der Reſtauration
„Zur goldenen Kette” Obergaſſe, die Mitgliederverſammlung der
Zahlſtelle Darmſtadt ſtatt.
NSDAP., Kreisleitung Bensheim.
NSBO. und Deutſche Arbeitsfront. Gau=Führer=Schule,
Sonder=
abteilung 26. Kreis Bensheim.
Der Unterricht in den beiden Schulungskurſen beginnt am
Dienstag, 27. März, abends 8 Uhr. Teilzunehmen haben
ſämt=
liche Amtswalter der NSBO., der Ortsgruppen Bensheim,
Auer=
bach. Zwingenberg, Hähnlein, Bickenbach, Jugenheim, Seeheim,
Alsbach, Stettbach, Ober=Beerbach, Schönberg, Wilmshauſen,
Elmshauſen, Reichenbach, Schwanheim, Fehlheim. Lorſch. Die
Amtswalter verſammeln ſich um 7.45 Uhr im Gaſthaus „Zur
Poſt”, Adolf=Hitler=Straße 16 (Geſchäftsſtelle der
Kreisbetriebs=
zellenabteilung), woſelbſt weitere Anweiſung ergeht. Referenten:
Pg. Dr. Peters und Formel, Darmſtadt. Sämtliche Amtswalter
haben Schreibpapier uſw. mitzubringen.
Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. 29 Ernſte Bibelforſcher ſitzen am Montag
auf der Anklagebank des Sondergerichts, weil ſie trotz des
Ver=
botes noch zueinander kamen, und weil ſie, gegen das Verbot, ihr
Bekenntnis verbreiteten. Die Leute ſagen, wenn ſie das Wort
Gottes nicht weiterverbreiten, ſo handeln ſie gegen die Bibel,
auf der ſie ja ihren ganzen Glauben aufbauen. Daß ſie
irgend=
wie mit den Juden oder gar mit den Kommuniſten
zuſammen=
hängen, lehnen ſie ſtrickte ab. Von den Juden trenne ſie
Chri=
ſtus, an deſſen Leben und Sterben ſie glauben, und von den
Kom=
muniſten trenne ſie die Gewaltanwendung, die ſie grundſätzlich
ablehnen. Für das Gericht entſcheidend war aber eine andere
Sache. Das Gericht kam zwar zu der Auffaſſung, daß die
Bibel=
forſcher dem nationalſozialiſtiſchen Staat feindlich
gegenüber=
ſtehen, wie ſie ja jeden weltlichen Staat als Satanswerk anſehen
und ſeine Geſetze mißachten, und daß ſie deshalb zu verbieten
ſeien. Es iſt aber ebenſo der Auffaſſung, daß das Verbot der
Bibelforſcher, das bisher nur von den einzelnen Ländern
aus=
ging, eben deshalb auf Grund der Weimarer Verfaſſung
ungül=
tig ſei. Der Staatsanwalt hatte die Behauptung aufgeſtellt, daß
die Weimarer Verfaſſung ungültig ſei, weil die geſamten
Staats=
grundſätze ſich verändert hätten. Das Gericht hält dieſe
Auf=
faſſung indeſſen für verfehlt. Es iſt der Anſicht, daß lediglich
die Punkte der Weimarer Verfaſſung aufgehoben ſeien, die der
nationalſozialiſtiſchen Weltanſchauung widerſprechen. Es ſtützt
ſeine Meinung darauf, daß Miniſter auf die Verfaſſung
ver=
eidigt werden, und daß Geſetze und nicht zuletzt maßgebende
Füh=
rer ſich noch heute auf die Verfaſſung berufen. Und die Weimarer
Verfaſſung beſtimmt einmal, daß jede Religionsgemeinſchaft die
Freiheit der Glaubensübung habe, und daß zweitens ein Land
von ſich aus nicht das Recht hat, derartige Verbote zu erlaſſen.
Danach ſpricht das Gericht die 29 Angeklagten frei.
Vereins- und lokale Veranſtallungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Die Aufführung der Johannespaſſion von
J. S. Bach durch den Muſikverein, am Karfreitag,
in der Stadtkirche, beginnt auf Wunſch der Kirchenverwaltung,
ab=
weichend von der Uebung in früheren Jahren um 20 Uhr, ebenſo
die Hauptprobe am Gründonnerstag. Zu dieſer haben nur
inak=
tive Mitglieder Zutritt; ein Kartenverkauf findet daher nicht
ſtatt. Der Kartenverkauf für das Konzert iſt in der Buchhandlung
Bergſträßer, Peter=Gemeinder=Straße, und am Aben, der
Auffüh=
rung in der Einhorn=Apotheke, gegenüber der Stadtkirche.
Dienstag, 27. März 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 85 — Seite 7
Aus Heſſen.
Dg. Arheilgen, 25. März. Krieger= und
Militär=
verein. Im überfüllten Schwanenſaale veranſtaltete der Verein
einen wohlgelungenen Kameradſchaftsabend. Nach einigen flotten
Muſikſtücken der Polizeikapelle begrüßte Vereinsführer
Beigeord=
neter Zeidler die Erſchienenen und hieß beſonders den
ſtell=
vertretenden Bezirksführer Hahn, Herrn Bürgermeiſter Birkenſtock
ſowie die Kameraden vom Bruderverein Wixhauſen willkommen.
Der Abend ſei als Abſchluß des Freundſchaftsſchießens gedacht, das
die 1. Schützenmannſchaft gegen die Mannſchaft der
Sportvereini=
gung 04 am Nachmittag austrug. Er ſchloß ſeine Ausführungen
mit einem Sieg=Heil auf den Führer, dem Deutſchland= und Horſt=
Weſſel=Lied folgten. Im weiteren Verlauf brachte der Abend neben
ſchneidigen Muſikdarbietungen der Polizeikapelle Geſangsvorträge
des Geſangvereins „Eintracht” und einen kurzen Militärſchwank
„Kompagniebefehl”, der viel zur Erheiterung beitrug. Viel
Bei=
fall verdienten ſich die Damen der Sportvereinigung, die mit
zahlreichen flotten Tänzen, die teilweiſe wiederholt werden
muß=
ten, die Folge guter Darbietungen recht abwechſlungsreich
geſtal=
teten. Herr Heinz Arm ſteuerte einige Lieder zur Laute bei. Beim
nachmittäglichen Schießen konnte die Mannſchaft des
Kriegerver=
eins mit 413 Ringen zum zweiten Male den Wanderpokal
er=
ſchießen, während die Schützen der Sportvereinigung eine
Ring=
zahl von 392 erreichten. Beide Mannſchaften hatten ſich auf der
Bühne verſammelt, wo nach einer kurzen Anſprache über das
Schießen Amtswalter Hettinger die ſiegreiche Mannſchaft
be=
glückwünſchte und ihr den gefüllten Pokal überreichte. Kernige
Worte der Verbundenheit zwiſchen den Kameraden der
Krieger=
vereine und der SA. ſprach Sturmführer Dr. Wagner. In
einer Anſprache gedachte Bürgermeiſter Birkenſtock der
be=
deutungsvollen Ereigniſſe am 21. März vorigen Jahres in der
Potsdamer Garniſonskirche und lobte den Volksgemeinſchafts= und
Kameradſchaftsgeiſt, der uns heute beſeele. Später fand ſich die
geſamte Polizeikapelle in Stärke von 45 Mann unter Herrn
Bus=
laus Stabführung zuſammen. So nahm der Abend einen recht
ſtimmungsvollen und kameradſchaftlichen Verlauf, und bei Tanz
und vielerlei Unterhaltung blieb man bis in die Morgenſtunden
beiſammen. Das finanzielle Ergebnis der Veranſtaltung, ebenſo
das einer reichhaltigen Tombola, fließt der Winterhilfe zu.
J. Griesheim, 26. März. Die diesjährige Wiederſehensfeier
der 1. Art.=Reſ.=Munitionskolonne Nr. 47 findet Anfangs Mai
d. J. in Griesheim ſtatt. Dieſe Kolonne war bis zu ihrem
Aus=
marſch ins Feld, der in den Auguſttagen 1914 erfolgte, hier in
Griesheim untergebracht.
G. Ober=Ramſtadt, 26. März. Schauturnen und
Schul=
entlaſſungsfeier des Turnvereins 1877. Nach einem
flotten Eröffnungsmarſch begrüßte SA.=Sturmführer Aug. Göbel
als Führer des Vereins die Anweſenden und Mitwirkenden. Sein
beſonderer Willkommensgruß galt der Felſing=Riege der Tgde. 1846
Darmſtadt, die ſich in dankenswerter Weiſe und uneigennützig
in den Dienſt des Abends ſtellte. Hierauf marſchierten ſämtliche
mitwirkenden Abteilungen, zuſammen etwa 160 Turnerinnen und
Turner, auf. In wechſelnder Folge wickelten ſich die einzelnen
Uebungen wie Reigen= Frei=, Keulen=, Stab= und Bodenübungen,
Sprungübungen am Pferd, Barren=, Pferd=. Bruſtreck= und
Hoch=
veckturnen ab. Beſondere Erwähnung verdienen dabei die unter
Leitung von Oberturnwart Moter hier erſtmals gezeigten
Uebungen der Schülerinnen an der Schwedenbank. Hervorragende
Leiſtungen bot die aus 12 Turnern beſtehende Felſingriege der
Turngemeinde 1846 Darmſtadt im Pferd= und Hochreckturnen. Eine
beſondere Note erhielt der Abend durch die Schulentlaſſungsfeier,
die den an Oſtern aus der Schule entlaſſenen Schüler=Turnerinnen
und =Turnern galt. Vereinsdietwart Turner Karl Auguſt
Breit=
wieſer dankte den Eltern, die ſeither dem Verein ihre Kinder
an=
vertrauten, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß ſich dieſe Kinder
nun in den älteren Abteilungen ebenſo eifrig betätigen, wie ſie
dies bisher als Schüler taten Sodann wurden in feierlicher
Weiſe die Schülerinnen und Schüler in die älteren Abteilungen
eingegliedert. Freudig und mit warmem Händedruck nahmen die
Führer dieſer Abteilungen die Jugendlichen auf. Zur
Verſchöne=
rung des Abends trugen Liedervorträge der Turnerſingmannſchaft
und Konzertſtücke der Kapelle, die ſich aus Turnern des Vereins
zuſammenſetzt, bei.
Cg. Reinheim, 26. März. Fliegerhorſt Reinheim.
Geſtern früh, obwohl die Winde recht kalt blieſen, rückte der Horſt
zum Schulungsflug aus, um ſeinen B= und A=Piloten zur
Feſti=
gung und Fortbildung Gelegenheit zu geben. Die Leitung der
Ortsgruppe Dieburg war eingeladen worden und war
Bürger=
meiſter Klein=Babenhauſen eingetroffen, um die Gruppe bei ihren
Flügen zu ſehen. Um ſich ein Bild über das ſtrittige Fluggelände
Forſtberg zu verſchaffen, wurde dieſer aufgeſucht und überzeugte
ſich die Leitung der Fliegerortsgruppe von den vorzüglichen
Flug=
eigenſchaften dieſes Geländes und gab dem Horſt Reinheim auf,
bis zur Klärung der Freigabe in unbeſchränkter oder beſchränkter
Jahreszeit einmal weiter zu ſchulen. Infolge des ſtarken Nordoſts
konnten die B=Piloten Fritz Meyer und Kurt Strücker von der
Kuppe aus mehrere glänzende Flüge durchführen, auch die beſſeren
A=Piloten warteten mit ſchönen Flügen auf. Am Nachmittag
ſchulten zunächſt einmal die A=Anwärter durch und hatten gerade
unter ſtürmiſchſtem Beifall die Flugſchüler Paul Strücker und
Heinrich Leißler mit 32 und 40 Sekundenflügen ſich die A=Reife
errungen, als die Polizei auf eine telephoniſche Beſchwerde hin
das Weiterfliegen unterſagte.
Db. Münſter, 25. März. Generalverſammlung. Jetzt
erſt hielt der hieſige Sportverein 1919 ſeine ordentliche
Hauptver=
ſammlung ab. Allgemein wurde bedauert, daß diejenigen
Mitglie=
der, die auf dem Sportplatze, hauptſächlich nach verloren
gegan=
genen Spielen, ungebührliche Kritik üben an Verein und Spielern,
in der Verſammlung nicht erſcheinen. Was die finanzielle Seite
anbelangt, ſo konnte der Verein bei größter Sparſamkeit ſich dieſes
Jahr gut über Waſſer halten.
Db. Eppertshauſen, 25. März. Jubiläum der Spar=
und Darlehnskaſſe Im Jahre 1874 wurde der Gedanke
aufgegriffen, in hieſiger Gemeinde, in finanzieller Hinſicht etwas
zu tun, um dem geldlichen Verkehr Regelung zu verſchaffen. Nun
ſind ſchon 60 Jahre darüber verfloſſen ſeit der Gründung dieſer
Kaſſe, die in der Zwiſchenzeit zur vollſten Zufriedenheit das
Geld verwaltete.
Ct. Groß=Umſtadt, 26. März. Die erſte Milch= und Nutzvieh=
Auktion für den vorderen Odenwald wurde von der
Nutzvieh=
beſchaffung e. G. m. b. H., Frankfurt am M., zu Groß=Umſtadt im
Hofe der Brauerei Brenner veranſtaltet. Zur Verſteigerung
ge=
langten 17 tragende und friſchmelkende, zum Teil gefahrene Kühe
und Rinder der Simmentaler Fleckviehraſſe. Das Intereſſe ſeitens
der Kaufliebhaber war ſehr groß und konnten von den
aufgetrie=
benen Tieren 14 zu recht guten Preiſen verkauft werden, obwohl
das Material in ſeiner Geſamtheit nicht gerade als ſehr gut
be=
zeichnet werden kann. Nachdem ſich die Vertreter der
Nutzvieh=
beſchaffung von dem Stand der Tierzucht hieſiger Gegend
über=
zeugt haben, wird bei der zukünftigen Auktion dem verlangten
Materiol entſprechend Rechnung getragen werden. Der Landwirt
dar mit dieſer Auktion Einblick in die Handhabung der
Nutzvieh=
beſchaffung gewonnen, ſo daß er mit vollem Vertrauen den
Ver=
kauf ſeiner Tiere in die Hände des bewährten Auktionators Dr.
Chriſtiani legen kann.
Kraft durch Freude.
Cd. Michelſtadt, 25. März.
Die erſte große Veranſtaltung dieſer Gemeinſchaft fand im
Saalbau ſtatt. Der Saal war mit dem Grün des Waldes und
den Symbolen des Dritten Reiches feſtlich geſchmückt. Nach der
durch das NS.=Orcheſter des Kreiſes Erbach unter Leitung von
H. Weißgerber geſpielten Egmont=Ouvertüre von Beethoven
be=
grüßte Kreisbetriebszellen=Obmann Hüß für die NSBO. die
An=
weſenden. Kreisleiter Schwinn erklärte, daß es für ihn eine
beſondere Ehre ſei, heute bei der erſten Veranſtaltung im Kreiſe
Erbach, die die jüngſte Organiſation im nationalſozialiſtiſchen
Staat abhalte, ſprechen zu dürfen. Wie es an Stelle von Heſſen,
Baden, Bayern, Sachſen, Preußen uſw. heute nur noch Deutſche
gebe, ſo ſeien auch die Begriffe Proletarier und Kapitaliſt
ver=
ſchwunden. Jetzt wird ſo langſam wahr, was wir
Nationalſozia=
liſten immer ſagten, daß im nationalſozialiſtiſchen Staat der
ſchaf=
fende deutſche Menſch an allen Kulturgütern teilhaben ſoll, ſei
das nun auf dem Gebiete der Muſik, der Baukunſt oder der
Schön=
heit der Natur und deutſchen Heimat. Durch Reiſen und Wandern
ſoll dem Deutſchen die Schönheit ſeines Vaterlandes gezeigt und
vor Augen geführt werden. Die Nationalſozialiſten führen keine
Redensarten, leiſten aber dafür poſitive Arbeit. Ein Beiſpiel
dafür iſt das Feierabendwerk, wo der Arbeiter in ſeiner Freizeit
an die Kulturgüter der deutſchen Nation herangeführt werden
ſoll.
Das Programm nahm dann ſeinen Fortgang, auf die ungariſchen
Tänze Nr. 5 und 6 von Brahms, geſpielt vom Orcheſter, brachte der
aktive Chor des Geſangvereins „Liederkranz” den Chor „Heimat”
von Fiſcher. Opernſänger Richard Stahl=Frankfurt ſang. von Otto
Löb am Klavier begleitet, die Arie aus der Oper „Der Wildſchütz”,
„Wie freundlich ſtrahlt die holde Morgenſonne” und die Anſprache
des Hans Sachs aus „Meiſterſinger”: Verachtet mir die Meiſter
nicht”. In bunter Folge wechſelten Muſikvorträge des NS.=
Or=
cheſters, Lieder des Geſangvereins „Liederkranz” ſowie Solis von
Opernſänger Stahl.
Am Schluſſe der Veranſtaltung dankte Kreisſchulungsleiter
Haag noch einmal allen, die zum Gelingen des Abends beitrugen,
beſonders dem Kreisleiter Schwinn, der trotz Arbeitsüberlaſtung
gekommen war, ſowie allen Beſuchern, die durch ihr Kommen ihre
Zugehörigkeit zur Volksgemeinſchaft dokumentierten.
Abends Gäste?
Dann: Käfte Sag
O Groß,Bieberau, 25. März. Volkstum und Heimat.
Die bei Gaſtwirt Daub ſtattgefundene Heimattagung war gut
be=
ſucht. Sämtliche Vereine hatten ſich daran beteiligt.
Ortsgruppen=
führer Eckſtein erklärte die Ziele und die Arbeit des Volksbundes.
Dann ſprach Aſſeſſor Langelott über die Vererbungsgeſetze in der
Natur und über die Pflicht eines jeden Volksgenoſſen, das
wert=
volle und gute Erbe zu ſchützen. Dann folgten Lichtbilder über
Verunzierungen des Heimatbildes durch häßliche Reklame= und
Werbeſchilder, Baumfrevel, Papier= und Gerümpelablagerungen
an ungeeigneten Plätzen. Zum Schluß freute man ſich an ſchönen
Landſchaftsbildern aus dem Odenwald.
As. Erbach. 26. März. Vom NSLB.., Kreisgruppe
Erbach. Der Vorſitzende, Pg. Schäfer. Ebersberg, eröffnete
die gut beſuchte Kreisverſammlung. Wuchtig erklingt das Lied:
„O Deutſchland hoch in Ehren . Anſchließend erfolgte die Ausgabe
von 135 Mitgliederkarten unter gleichzeitiger Verpflichtung der
neuen Mitglieder. Der Vorſitzende erteilt alsdann Herrn Lehrer
Hofferbert=Groß=Gumpen das Wort zu ſeinem Vortrag über
das Thema: „Wem gilt des Führers Kampf?” Zum Schluß ruft
Herr Lehrer Glenz=Fürſtengrund die neu ernannten
Vertrauens=
leute auf zur regen Werbearbeit für den Reichsbund Volkstum
und Heimat. — Gründungsfeier der Ortsgruppe
Erbach der NSDAP. Am Jahrestage der Grundung der
hie=
ſigen Ortsgruppe verſammelten ſich die alten Parteigenoſſen im
oberen Sälchen des Erbacher Brauhauſes, um in ſchlichter Weiſe
die Feier dieſes denkwürdigen Tages zu begehen. Der
Ortsgrup=
penleiter Heim ſtreifte in ſeiner begeiſternden Anſprache kurz die
erfolgreiche Kampfzeit, die Entwicklung der Ortsgruppe und die
harmoniſche Zuſammenarbeit mit allen Unter= und
Nebengliede=
rungen der Partei, Oberſturmführer Hans Affemann, der ſeit der
Gründungszeit die Erbacher SA. kommandiert, ſprach in
herzer=
friſchender Weiſe zu den alten Kämpfern. — Fachſchule. Bei
Schulſchluß verabſchiedete ſich Direktor Weſtphal, deſſen
Amts=
zeit mit dem 31. März in Erbach beendet iſt. — Die
Entlaſ=
ſungsfeier der hieſigen Stadtſchule fand am Samstag
vor=
mittag um 10 Uhr im Hofe des neuen Schulhauſes ſtatt. Sinnige
Lieder und Gedichte umrahmten die zu Herzen gehende Anſprache
des Schulleiters. — Die Ortsgruppen Erbach und Michelſtadt der
NS.=Frauenſchaft veranſtalteten im benachbarten Stockheim
einen gut beſuchten Werbeabend. Auf die herzliche
Begrüßungs=
anſprache der Kreisleiterin folgten im bunten Wechſel paſſende
Lieder und Gedichte, Volkstänze und Sprechchöre Frau Kohl=
Darmſtadt ſprach in überzeugender Weiſe über Zweck und Ziele
der NS.=Frauenſchaft. Mit einem „Sieg=Heil” auf den Führer
be=
ſchloß Frau Weſtermacher=Beerfelden die wohlgelungene
Werbeveranſtaltung. — Die letzte Verſammlung der
Imker=
ſchaft der Ortsgruppe Erbach=Michelſtadt fand bei Gaſtwirt
Dingeldey=Lauerbach ſtatt.
m. Beerfelden, 26. März. Schlußfeier in der
Mäd=
chenfortbildungsſchule. Ein Erlebnis ſchönſter und
nach=
haltigſter Art für die Fortbildungsſchülerinnen des dritten
Jahr=
ganges bildete die Schlußfeier in der Gewerbeſchule, an der
ſckmt=
liche Schülerinnen der betr. Altersſtufe von hier und den
zuge=
hörigen Ortſchaften teilnahmen. Unter der Leitung der Techniſchen
Lehrerin Fräulein Jayme war alles aufs beſte vorbereitet. Beim
Eintritt in den Saal grüßten an hervorſtechender Stelle die
Bild=
niſſe des Reichspräſidenten und unſeres Reichskanzlers, ſie hoben
ſich ab von den Reichsfarben, die auch die anſchließende Wand
ſchmückten. Im Quadrat war die Kaffeetafel arrangiert, anmutig
und geſchmackvoll geſchmückt mit dem Erſten, das die Pflanzenwelt
bietet, und weiter geziert und beſchwert mit allerlei Gutem,
Süßem und Schönem. Das alles gab eindringliches Zeugnis
da=
ſon, was eine tüchtige und energiſche Lehrerin bei willigen und
fleißigen Schülerinnen zu bezwecken im Stande iſt. Fräulein
Jayme leitete die Feier ein mit einem Gedicht und ſpann deſſen
tiefe und ernſte Gedanken aus zu einem von Herzen kommenden
Mahnwort. Der Schulleiter, Herr Rektor Arzt der als
Fort=
bildungsſchullehrer die Schülerinnen auch drei Jahre betreut hatte,
erinnerte dieſelben an alles, was ſie in dieſer Zeit an
Ermahnun=
gen hörten, nämlich in allen Lebenslagen jederzeit ihre Pflicht
zu tun. Beide Anſprachen ſchloſſen mit den beſten Wünſchen für
das fernere Wohlergehen der Schülerinnen. Heimatlieder,
vater=
ländiſche Geſänge, Gedichte ernſter und vorwiegend heiterer Art,
kürzten weiter die Zeit. Gegen Ende der Feier wies Herr Rektor
Arzt auf die im Bilde Herabſchauenden und widmete den Führern
ein dreifaches Sieg=Heil.
Schweres Aukounglück in Laubenheim.
Der älfeſte 5A-Mann Bad Kreuznachs gekökek,
ein S5=Mann den Verletzungen erlegen.
Bingerbrück, 26. März. Geſtern nachmittag gegen 5.30 Uhr
fuhr ein Kraftwagen, der aus der Richtung Bingerbrück kam, im
Dorfe Laubenheim an der unteren Nahe an einer ziemlich
unüber=
ſichtlichen Kurve mit aller Wucht gegen ein Haus. Die Inſaſſen,
vier Männer und ein Kind, wurden ſchwer verletzt. Der NS=Hago=
Führer Feick aus Bad Kreuznach ſtarb kurze Zeit nach dem
Un=
fall, die übrigen wurden ins Krankenhaus St. Marienwörth in
Bad Kreuznach gebracht, wo einer der Schwerverletzten, der
Gau=
wirtſchaftsrat Pg. Ottendorf, inzwiſchen ebenfalls geſtorben iſt.
Der getötete Karl Feick war der älteſte SA=Mann in Bad=
Kreuz=
nach und damit einer der älteſten Kämpfer für die Idee Adolf
Hitlers. Er hatte geſtern an einer NSBO=Tagung in Koblenz
teilgenommen. Mit ihm fuhren Kölner SS=Männer, der Fahrer
Lambertz und Pg. Ottendorf, ſowie ein Herr Dittrich aus Köln
und deſſen neunjähriger Sohn. Der Fahrer Lambertz erlitt einen
Oberſchenkelbruch, auch wurde ihm der Bruſtkorb eingedückt, doch
hofft man ihn am Leben erhalten zu können. Für den Jungen, der
einen ſchweren Schädelbruch erlitt, beſteht heute noch
Lebens=
gefahr.
Der Kreisleiter des Kreiſes Bad Kreuznach Schmitt und
Ober=
ſturmbannführer Kappel eilten ſofort an die Unglücksſtelle. Die
beiden Toten wurden im Sitzungsſaal des Stadthauſes in Bad
Kreuznach aufgebahrt.
Provinzialtag der Provinz Rheinheſſen.
V. Mainz, 25 März. Der Provinzialdirektor der Provinz
Rheinheſſen, Dr. Wehner, hat durch Ueberſendung der
Tages=
ordnung die Mitglieder des Provinzialtages zur ordentlichen
öffentlichen Verſammlung des Provinzialtages der Provinz
Rheinheſſen auf Donnerstag, den 29. März 1934, vormittags 9.15
Uhr, in den großen Saal des Stadthauſes eingeladen. — Die
Tagesordnung ſieht außer Prüfung der Rechnung der
Pro=
vinzialkaſſe Rheinheſſen und der Rheinheſſiſchen Provinzialfonds
für das Rechnungsjahr 1932. die Erſtattung des Berichts über die
Verwaltung und den Stand der Provinzial=
Verbandsangelegen=
heiten im Rechnungsjahr 1932 und die Beratung des Voranſchlags
der Provinzialkaſſe des Fonds für Findel= und verlaſſene Kinder,
des Kirchen= und Schulbaufonds und des Vizinalwegbaufonds der
Provinz Rheinheſſen für das Rechnungsjahr 1934 vor. Weiterhin
wird über die Frage der Winter= und Nothilfe und Verſchiedenes
verhandelt. — Nach Vorſchrift des Artikels 79 der Kreis= und
Ptovinzialordnung erſtattet der Provinzialausſchuß der Provinz
Rheinheſſen über die Verwaltung und den Stand der
Provin=
zial=Verbands=Angelegenheiten des
Rechnungs=
jahres 1932 Bericht, den wir auszugsweiſe wiedergeben. Der
Vermögensſtand des Fonds für Findel= und verlaſſene Kinder
be=
trug Ende 1932: 737 336,78 Mark, des Kirchen= und
Schulbau=
fonds 71 252,16 Mark, des Vizinalwegbaufonds 44 549,80 und der
Provinzialkaſſe Rheinheſſen 65 222,52 Mark. Die
Vermögensver=
mehrung bei den genannten 4 Rubriken beträgt ſonach insgeſamt
55 998,27 Mark. Die Summe der Schulden Ende des
Rechnungs=
jahres 1933 beträgt 743 595 Mark. Die Rechnung der
Provinzial=
kaſſe und der Rheinheſſiſchen Provinzialfonds ſind geſtellt, vom
dem Provinzialausſchuß geprüft und werden dem Provinzialtag
zur weiteren Prüfung vorgelegt.
Im Rechnungsjahr 1932 betragen die Geſamteinnahmen
3 329 172.89 und die Geſamtausgaben 2 675 932,36 Mark, mithin ein.
Reſt von 653 240.53 Mark. Bei der Provinzialkaſſe betragen die
Einnahmen 3 226 713,04 und die Ausgaben 2 581 656,72 Mark. Es
verbleibt ein Reſt von 645 056,32 Mark, beſtehend aus einem
Bar=
vorrat von 555 660,85 Mark und Ausſtänden von 89 395,47 Mark.
Nach dem Tätigkeitsbericht des Provinzialausſchuſſes fanden
22 Sitzungen im Jahre 1932 ſtatt. Es wurden 336 Gegenſtände
ver=
handelt, davon 56 Gegenſtände, welche im mündlichen Verfahren
und 280, welche ohne ſolches Verfahren erledigt worden ſind. —
Dem Voranſchlag der Provinz Rheinheſſen im
Rechnungsjahr 1934 entnehmen wir folgendes. Es ſind insgeſamt
vorgeſehen für den Betrieb und das Vermögen an Einnahmen und
Ausgaben 2 704 690,62 Mark gegen 2 177 218,01 Mark im
Vor=
jahre. Darunter befinden ſich in Ausgaben ein Zuſchuß zum
Mainzer Stadttheater in Höhe von 40 000 Mark gegen 10 000
Mark im Vorjahre und für Soziale Fürſorge von 23 500 Mark.
Ueber das Kapitel Straßenweſen iſt zu ſagen, daß das von der
Provinz zu unterhaltende Straßennetz 1018,954 Kilometer
um=
faßt einſchließlich Ortsdurchfahrten. Der Ausgabeteil der
Pro=
vinz iſt bei dieſem Kapitel auf insgeſamt 700 000 Mark feſtgeſetzt.
Der Sondervoranſchlag der Provinzialpflegeanſtalt in
Heides=
heim ſchließt an Einnahmen und Ausgaben mit 234 943,67 Mark
gegen 239 458,67 Mark im Vorjahre ab. — Bei Finanz= und
Steuerweſen ſind 2149029,77 Mark an Einnahmen und
Aus=
gaben in Voranſchlag gebracht gegen 2 051 095,21 Mark im
Vor=
jahre.
Af. Neu=Iſenburg, 24. März. Fahnenweihe. Zur Weihe
der 5 neuen Sturmfahnen des SA=Sturmbannes III/168 waren
ſämt=
liche Stürme beim Feuerwehrhaus aufmarſchiert, dieſes in
muſter=
hafter Ordnung in einem weiten Viereck umrahmend. Am
Feuer=
wehrhaus ſelbſt ſtand ein Podium, zu deſſen Seiten auf zwei
ſchwarzen Kandelabern Fackeln brannten. Standartenführer Dr.
Rackow ſchritt zunächſt unter den Klängen des Präſentiermarſches
die Front ab und hielt dann eine zündende Anſprache über Sinn
und Heiligkeit der Fahne. Nachdem Stadtpfarrer Seyfert ebenfalls
geſprochen hatte, wurde die Weihe vorgenommen. Hierbei
be=
rührten die fünf neuen Fahnen die Standarte Dreieich, die vom
Führer auf dem Reichsparteitag zu Nürnberg verliehen worden
iſt. Nach dem gemeinſamen Geſang des Horſt=Weſſel=Liedes folgte
ein Fackelzug durch die Stadt, und als Abſchluß der Parademarſch
am Stadthaus. — Unfall. Das vierjährige Söhnchen eines
hieſigen Poſtſchaffners, das an einem Sandhaufen ſpielte und vom
dieſem Sand auf die Straße trug, wurde von dem Laſtauto einer
Langener Apfelweinkelterei erfaßt und totgefahren. Die Polizei,
die ſofort erſchien, ſtellte den Tatbeſtand feſt. Der Wagenlenker
wurde feſtgenommen. — Entlaſſungsfeier. Ueber 200
Knaben und Mädchen kamen dieſes Jahr aus der hieſigen
Volks=
ſchule. Eltern und Freunde der Schule hatten ſich eingefunden, um
in der Turnhalle in der Bahnhofsſtraße der Entlaſſungsfeier
an=
zuwohnen. Begrüßungsanſprache, eine Anſprache des Herrn
Bür=
germeiſters Dr. Knöpp und die Weiherede des Rektors Dr.
Born=
gäſſer waren umrahmt von Muſikdarbietungen des
Philharmo=
niſchen Orcheſters unter der bewährten Stabführung des Herrn
Heinrich Leichter, von Chorgeſängen, Sprechchören und
Einzel=
ſorträgen. Die Veranſtaltung bewies die enge Verbundenheit
von Schule und Elternhaus.
Rüſſelsheim, 26. März. Aufder Reiſe vom Tode
er=
eilt. Heute morgen, kurz vor 8 Uhr, ſtürzte im hieſigen
Bahn=
hof kurz nach dem Verlaſſen der Bahnſteigſperre der 68jährige
Rentner Hermann Kranz aus Frankfurt a. M. tot zuſammen. Der
herbeigerufene Arzt konſtatierte einen tödlichen Schlaganfall. Die
Leiche wurde nach dem hieſigen Waldfriedhof gebracht.
Seite 8 — Nr. 85
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 27. März 1934
Reklame und Werbung im Ortsbild.
Reichsbund Bolkskum und Heimak. — Kampfwoche gegen die Verſchandelung der deutſchen Heimak.
Die vollſtändige Bereinigung der freien Landſchaft von
Reklame fordert ſelbſtverſtändlich der Heimatſchutz in allen ſeinen
Gliederungen als ein lange umkämpftes Ziel. Die
reviſionsbe=
dürftige alte Geſetzgebung für Reklamefragen unterſchied „
land=
ſchaftlich hervorragende Gegenden” und ſolche, „die jeglichen
Rei=
zes entbehren”. Dieſen Geſichtspunkt lehnen wir ab, ſowohl in
bezug auf Landſchaften, als auf Ortſchaften. Denn ſie alle ſind in
erſter Linie nicht für den Aeſtheten und Genießen da, ſondern ſie
ſind der Heimattraum des deutſchen Menſchen. Der muß überall
erhalten und geſund weiter entwickelt werden. Wohl ſoll man
da=
bei auf ſtädtebaulich koſtbare Punkte ganz beſonders Rückſicht
neh=
men und in jedem Fall zwiſchen Geſchäfts= und Wohnſtraßen
unterſcheiden, in welch letzteren Reklame überhaupt nichts zu tun
hat. Mit der Säuberung der Landſchaft darf aber nun nicht die
Gefahr heraufbeſchworen werden, daß die Flut der bisherigen
Landſchaftsreklame unſere bereits von Reklame all zu ſehr
ver=
heerten Ortſchaften noch mehr überſchwemmt und ſich beſonders
an den Ortsrändern unerträglich ſtaut. Ein einzelner
Wirtſchafts=
zweig hatte ſich bedauerlicherweiſe dieſe Grenzzone durch einen
Dieſes unabläſſige Gekläff der Reklamemeute hilft tatſächlich
niemandem. Die einen verärgert es oder ſtumpft es völlig ab, die
Reklamemacher koſtet es ein Heidengeld, das faſt nutzlos vertan
wird. Es iſt alſo ſowohl für die Heimat als auch für die
Wirt=
ſchaft untragbar.
Wie aber kommt man aus dieſem Tohuwabohu heraus?
Er=
ziehung und Geſinnungswandel ſind die Hauptſache, das Geſetz
kann nur eine Grundlage ſchaffen.
Grundſätzlich ſind auseinanderzuhalten: Die Werbung für die
eigene Leiſtung an der Arbeits= und Vertriebsſtätte und die
mechaniſierte und induſtrialiſierte Warenwerbung für Maſſen=
Er=
zeugniſſe. Die Eigenwerbung muß, wie es immer war, vom
ein=
zelnen Menſchen und vom beſonderen Fall her entwickelt werden.
Die Maſſenwerbung iſt eine heutige Erſcheinung mit vollſtändig
anderen Vorausſetzungen. Sie gehört zukünftig nur an die
amt=
lich dafür vorgeſehenen Anſchlagflächen und Litfaß=Säulen, ſoweit
ſie nicht im Geſchäft ſelbſt oder in den Schaufenſterflächen Platz
findet. Für alles übrige an Maſſenwerbung iſt der Proſpekt und
vor allem die Tageszeitung und die Zeitſchrift der richtige Platz.
von deutſchen Arbeitern brotlos gemacht würden, ſo iſt dagegen
zu ſagen, daß dieſe Induſtriezweige vorher, ihrerſeits Tauſende
werktätige Volksgenoſſen aus dem der Heimat dienenden Werk=
und Kulturſchaffen ausgeſchaltet haben. Ihnen iſt es leichter, ſich
auf nützliche Sonderzweige anderer Art umzuſtellen, ſoweit das
etwa nötig iſt, als dem handwerklichen Kleinbetrieb und der
Ein=
zelperſönlichkeit.
Aus der bisherigen rückſichtsloſen Einſeitigkeit und aus der
Stumpfheit des Volkes ſind die genugſam bekannten
Verballhor=
nungen zu erklären. So bekommt man es immer wieder fertig,
Werkſteinfronten mit ſchematiſierten Glasſchildern zu bekleiſtern,
wo etwa metallene Einzelbuchſtaben, am Platze wären. Man
pflaſtert an jede Kneipe ſo und ſo viele feſte Quadratmeter vom
Biergroßkonzern gelieferte Reklameblech, wo und welcher Art ſie
ſeien. Der Kaffee=, Butter= oder Fußbekleidungsmogul bringt
ſeine normierte Filialfaſſade in jedes Haus= und Straßenbild,
ganz unbekümmert darum, was Maßſtab, Rhythmus, Werkſtoff.
Farbſtimmung, Nachbarladen fordern. Der Leitgeganke aber für
Leifen
Meel 8.5
„Verſchandelungsreklame‟.
Erlaß der früheren preußiſchen Regierung geſichert, und ſich ſo
einen Ausgleich für Einſchränkung der Landſchaftsreklame zu
ſchaffen geſucht.
Die Großſtadt. Noch 1910 war Berlin vom Standpunkt der
Reklame ein wahres Dorf. Betrachtet man es heute, ſo faßt man
ſich an den Kopf und fragt ſich: Wie iſt es überhaupt möglich, daß
Millionen Menſchen dieſes tolle, unabläſſige Geſchrei
widerſtands=
los über ſich ergehen laſſen. Verkehrsmittel, viel begangene
Trep=
pen, Ueberführungen, Brandmauern, Zäune, die Hausfronten von
unten bis oben und über die Dächer hinaus blitzen, brüllen und
fratzen dich bei Tag und Nacht an; Zahnpaſta und Schokoladen
ſenden Himmelsgrüße, unſere Plätze ſind nur noch Rummel= und
Tummelplätze für die unerfindlichſten Sorten von Reklameträgern.
Aus Straßen mit anſtändigen Häuſern hat das wüſte
Durcheinan=
der von Kinofaſſaden, Rieſenſchaufenſtern, Gaſtſtätten=Lockung, von
viel zu großen Schildern, über ſtockwerkhohen Buchſtaben,
Lauf=
ſchrift und Bildgeflimmer einen grauenhaft häßlichen Jahrmarkt
gemacht.
Mittel= und Kleinſtadt, und ſelbſt das Dorf, ſind von dieſem
Fieber mitergriffen. Erſt tauchen die tauſendfach geſehenen
Pa=
pier= und Emaille=Schilder der bekannten Marken=Artikel
verein=
zelt und bald in Rotten an Läden und Hauswänden auf. Es
fol=
gen protzenhafte, höchſt überflüſſige Rieſenſchauläden, die das
ehr=
würdige Fachwerkhaus und die Einheit der Straßenflucht
zerrei=
ßen. Die ſchildbeladene Tankſtelle baut ſich ausgerechnet dort auf,
wo ſie ſtädtebaulich nicht hingehört. Pfahlſchilder der Kur= und,
Fremdenpenſionen verderben die Ausſicht auf das bisher
wohl=
erhaltene Ortsbild.
„Liberaliſtiſche Baumverehrung”. „Schöne alte Dorfſtraße” mit ſchmiedeeiſernem Ausleger u. ſchandbaren Reklamen.
Vor allem mit Hilfe des Werberates der deutſchen Wirtſchaft
muß es zukünftig unmöglich werden, daß die Klebekolonnen ihre
Papierplakate und die anderen Austräger ihre Blechſchilder ſinn=
und wahllos anbringen und häufen. Selbſtverſtändlich iſt Zahl
und Größe der Anſchlagflächen und =ſäulen ſorgfältig nach den
tatſächlichen Bedürfniſſen zu regeln und ihre Aufſtellung mit den
ſtädtebaulichen Erforderniſſen in Einklang zu bringen. Ein
Be=
dürfnis aber näch ſolchen Flächen liegt nicht etwa überall da vor,
wo heute die Reklame der Maſſenartikel durch Zufall oder
Me=
thode gehäuft iſt.
Iſt dieſe Art von Reklame an die richtige Stelle verwieſen
und, was für viele heute ſchon zutrifft, im einzelnen gut geſtaltet,
ſo iſt ſie keine Plage mehr für die Menſchen und kann ihre
wer=
bende Wirkung erfüllen.
Die Eigenwerber zukünftig klug zu beraten, wird. Aufgabe
einer großen Arbeitsgemeinſchaft ſein: Nicht nur der zünftigen
Werbefachleute mit Qualitätsgefühl und Gemeinſchaftsgeſinnung,
ſondern des Werberates der deutſchen Wirtſchaft, der
Reichskam=
mer der bildenden Künſte, des Reichsbundes Volkstum und
Hei=
mat, des Amtes für Volkstum und Heimat in der NS.=
Gemein=
ſchaft „Kraft durch Freude” und anderer berufener Körperſchaften.
Auf dem Gebiete der Eigenwerbung hat die Induſtrie oder haben
ganz beſtimmte gewerbliche Zweige, welche die Arbeit in den
letz=
ten Jahren mehr oder minder brutal an ſich geriſſen haben,
kei=
nerlei gerechtfertigten Anſpruch auf Monopolſtellung. Es muß
hier vielmehr unbedingt ein edler Wettſtreit, des Handwerkers,
des Künſtlers und guter induſtrieller Stätten einſetzen.
Wenn die einſchlägige Induſtrie immer wieder behauptet, daß
durch den von uns geforderten Umbau der Werbung Tauſende
eine gute Eigenwerbung muß ſein, ſoweit ſie im Ortsbild in die
Erſcheinung tritt, darf ſie nicht zum Selbſtzweck ausarten. Sie
muß vielmehr aus der Eigenart der Landſchaft, der Beſonderheit
des Ortsbildes, der Ganzheit des Straßen= und Platzraumes und
aus den Formen und Proportionen des Baukörpers entwickelt
werden. Der gute moderne Laden liebt im übrigen ruhige
Flä=
chen, rund um das Schaufenſter, damit der Blick nur durch die
wirklich geſchmackvolle Auslage gefangen wird.
Tauſendfältig ſind die Möglichkeiten und verpflichtenden
Ge=
gebenheiten, die ſich aus der reichen Sinnbildwelt der Handwerke
und Gewerbe, aus den werkgerechten alten und neuen
Arbeits=
weiſen ergeben. Wir beſitzen an geſchmiedeten und getriebenen
Formen, an getiſchlerter, gemalter, geſchnitzter und gemeißelter
Arbeit, in Schrift und Zeichen ein Kulturgut, aus dem wir unter
Anſatz aller fähigen Kräfte Neues ohne Sentimentalität und
falſche Nachahmung ſinnfällig und lebendig entwickeln können.
Die zuſtändige Induſtrie hat uns des öfteren
Verſtändnis=
loſigkeit in Wirtſchaftsfragen vorgeworfen und mag vielleicht hier
und da unſere Loſung „Reinigt das Bild der Heimat” als
wirt=
ſchaftsfeindlich anſehen. Dem iſt keineswegs ſo. Werden die
Kräfte von Technik, Handwerk und Künſtlerſchaft recht verteilt, ſo
iſt ſolcher Dienſt am Bild der großen deutſchen Heimat zugleich
Dienſt im Sinn nützlichſter und wertvollſter Arbeitsbeſchaffung.
Der Reichsbund Volkstum und Heimat und das Amt für
Volkstum und Heimat in der NS.=Gemeinſchaft „Kraft durch
Freude” ſind überzeugt davon, daß ſie recht daran tun, wenn ſie
ſolchen Gedankengängen im Geiſt der neuen Zeit zum Siege
ver=
helfen. Sie ſehen hierfür die deutſche Preſſe als allerwichtigſten
Bundesgenoſſen an.
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OPahtttter
Dienstag, 27. März 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 85 — Seite 9
*Die Hölſe der Einſamkeit.
Sum Leuchklurmwärker gehören guke Nerven. — Wahnerſcheinungen in der Polarhüfke. — Begehrke Poſten.
Von Bertho
In Riga hat es dieſer Tage eine große Senſation gegeben:
om Leuchtturm Domesnais waren merkwürdige Telegramm:
a„bgeſandt worden. Der Funker berichtete von rieſigen Vögeln,
rie den Leuchtturm umflögen und großen Kriegsſchiffen die
uf ihn zuſteuerten. Nachforſchungen ergaben dann, daß faſt die
Hälfte der Leuchtturmmannſchaft vom Verfolgungswahnſinn
er=
tiffen war. Die nähere Unterſuchung über dieſe Vorgänge
Feht noch aus, immerhin glaubt man ſchon jetzt die Geſchehniſſe
eadurch einigermaßen erklären zu können, daß die Mannſchaft
=lzulange auf Ablöſung hatte warten müſſen.
In dieſem Punkt liegt tatſächlich wohl ſchon die ganze Er=
Närung dieſes ſeltſamen aufregenden Vorfalls. Die Mannſchaft
pes Rigaer Leuchtturms, der ſich etwa 4 Seemeilen von der
Rüſte entfernt befindet, beſteht aus fünf Köpfen: aus einem
Miechaniker, aus zwei Wächtern und zwei Funkern. Fünf Leute
valten es unter normalen Umſtänden zwar einige Zeit in der
Sinſamkeit aus, aber nicht in der furchtbaren Enge eines
Leucht=
rms.
Eine ähnliche Erſcheinung konnten ja ſchon des öfteren
Polarfahrer in früherer Zeit berichten. Vier oder fünf Mann,
Sie wochenlang und monatelang aufeinander bei ſehr
beſchränk=
en Raumverhältniſſen angewieſen waren, konnten ſich zuletzt
nicht mehr ſehen und ausſtehen. Es gehörte, wie glaubhaft
be=
ichtet wird, oft alle Kraft der Selbſtüberwindung und
Selbſt=
peherrſchung dazu, um dem anderen nicht an die Kehle zu
ringen. Ganz erklärt iſt dieſe Krankheitserſcheinung von der
Wiſſenſchaft noch nicht, ſie tritt auch in recht verſchiedenen
For=
men und Aeußerungen auf. Man darf es als faſt ſicher
an=
nehmen, daß die Bedauernswerten, ſobald ſie erſt wieder an
Dand mit anderen Menſchen zuſammen ſind, ſehr raſch wieder
geneſen und es hernach gar nicht verſtehen können, was ſie alles
ungeſtellt haben. Das iſt meiſt ſo in dieſen Fällen.
Es ſind deshalb gute und auf Erfahrungstatſachen
be=
uhende Gründe, die die deutſchen Waſſerſtraßenverwaltungen
und Seebefeuerungsämter veranlaſſen, ſtets für eine Ablöſung
in halbwegs annehmbaren Zeitſpannen zu ſorgen. Die
Höchſt=
eit, die ein deuiſcher Leuchtturmwärter auf ſeinem Poſten ver=
Harren muß, beträgt einen Monat, bei den meiſten, die von der
Rüſte aus unſchwer zu erreichen ſind, ſogar nur eine Woche,
Bei Leuchttürmen auf dem Feſtland oder auf großen Inſeln
iegen die Dinge natürlich anders. So lange Zeit hält es jeder
Menſch in der Einſamkeit oder Zweiſamkeit aus, ohne Gefahr
ür Leib und Seele.
Der Dienſt eines Leuchtturmwärters iſt im allgemeinen hart
und ſtreng. Es gehört ein ganzer Mann dazu, um ihn klaglos
zu verſehen. Es iſt verſtändlich, daß man dazu meiſt gediente
Seeleute nimmt, die in Wind und Wetter groß geworden ſind
eund kühle Nerven haben. Nur ganz beſonders große und
wich=
ſeige Leuchttürme haben neben dem Wärter noch einen beſonderen
ſsMechaniker, denn die „Befeuerung” ſolcher Rieſenſcheinwerfer iſt
eine ſchwierige Sache, die viele elektrotechniſche Kenntniſſe
vorausſetzt. Pannen dürfen nicht eintreten. Die Küſtenbefeuerungs=
Id Kipping.
ſtellen können ſo mauches Lied ſingen von den merkwürdigen
An=
ſchauungen, die über den Dienſt des Leuchtturmwärters
verbrei=
tet ſind. Sie werden Jahr und Tag mit Anträgen
über=
ſchwemmt, mit denen ſich Menſchen um den Poſten eines
Leucht=
turmwärters bewerben. Für viele erſcheint das als verlockendes
Amt: freie Wohnung, freie Verpflegung, ausgedehnten
Land=
urlaub und dergleichen. Auch andere merkwürdige Anträge laufen
ein. So veröffentlichte eine Hamburger Zeitung vor einiger Zeit
den Brief eines angehenden Romanſchriftſtellers, der einige
Wochen „gratis” den Leuchtturm bedienen wollte, um dabei „
An=
regungen” zu ſammeln. Er hätte wohl ſeine blauen Wunder
erlebt, wenn er den Poſten für die gewünſchte Zeit tatſächlich
erhalten hätte.
Der Menſch iſt nun einmal nicht für die Einſamkeit
ge=
ſchaffen, trotz aller Robinſonaden und dergleichen. Nur ſehr
ſtarke und unabhängige Charaktere halten es längere Zeit aus,
bei den anderen ſtreiken nach einiger Zeit die Nerven, ſie werden
ſtumpfſinnig oder wahnſinnig.
Auf den Geſchmack gebracht
CR. Athen. Warme Würſtchen ſind in Griechenland noch
nicht allzu lange bekannt. Die „echten Frankfurter” wurden
bis=
her eigentlich nur von Fremden oder weitgereiſten Griechen
ge=
ſchätzt. Nun, mit einem Male aber ſtieg ihre Popularität, und
das kam ſo:
Eine geſchäftstüchtige Athener Kolonialwarenhandlung ließ
ſich eine beſondere Heizmaſchine für warme Würſtchen kommen und
ſtellte ſie in dampfendem Zuſtand hinter ihre größte
Schaufenſter=
ſcheibe. Aber nicht nur die Maſchine allein, ſondern mit ihr
zu=
ſammen als „Maſchiniſtin” ein — — nettes, blondes, deutſches
Mädchen. Ungeklärt, ob der dampfende Kaſten oder die reizende
Blondine — — —. Jedenfalls verfehlte die Ausſtellung ihre
Wir=
kung nicht: eine Menſchenmenge ſtaute ſich in den Verkehrsſtunden
vor beſagtem Schaufenſter, bis, wohl zur Vermeidung von
emp=
findlichen Verkehrsſtörungen, Kaſten und „Beſatzung” in die Mitte
des geräumigen Ladens, aber auch ſo noch von der Straße aus
ſichtbar, verpflanzt wurden. Hier zieht eine in Gummihandſchuhe
geſteckte zarte Frauenhand die „Heißen” aus dem kochenden
Waſ=
ſer, empfiehlt und überreicht ſie freundlich mit „Grän” oder „Senf”
der auf den Geſchmack gekommenen Kundſchaft.
Die Konkurrenz aber ſchlief derweilen auch nicht. Sie wollte
natürlich nicht nachſtehen und, wahrſcheinlich aus Entgegenkommen
für auf „dunkel” eingeſtellte Würſtchenliebhaber, ließ ſie einen
Würſtelkaſten mit einer ebenſo netten, aber ſchwarzgelockten
deut=
ſchen Verkäuferin aufſtellen. Nun machen ſich die „Blonde” und
die „Schwarze” gegenſeitig Konkurrenz — die Frankfurter
Würſt=
chen=„Invaſion” iſt in vollem Gange. Weil ſie nämlich ſo gut und
ſo — zum Anbeißen ſind — — die warmen Würſtchen natürlich!
Irrkümlich zum Lebensreiter geworden.
(—) Boſton. Der brave William French hatte nie
ge=
glaubt, daß er einem anderen Menſchen jemals das Leben retten
und damit der Held dieſer Geſchichte vom braven Nachbarn
wer=
den könnte.
Da wurde alſo dem Nachbar Medlock die Frau vor einigen
Monaten ſehr ernſtlich krank. Sie mußte ins Hoſpital. Und
ſchließlich ſtellte ſich heraus, daß nur eine Blutübertragung ſie
retten könnte. Aber bei der Blutübertragung muß man ja nach
den Blutgruppen ſorgſam unterſchieden den Blutſpender
aus=
ſuchen. Nun aber ergab ſich, daß alle Blutſpender nicht mit der
Blutgruppe der ſterbenden Frau Medlock harmonierten. Es ſtand
wirklich ſehr ſchlimm um die Frau Nachbarin.
Da bat der jammernde Medlock den William French, er möge
ihn zum Krankenhaus bringen, denn allein ertrage er den
Jam=
mer nicht. French wollte im Krankenſaal nicht ſtören und wartete
deshalb auf dem Korridor auf ſeinen traurigen Nachbarn
Med=
lock. Inzwiſchen aber waren Aerzte dabei, wieder einige
Blut=
ſpender zu unterſuchen, die für Frau Medlock geeignet ſein
könn=
ten. Als ſie French auf dem Gang ſtehen ſahen, holten ſie ihn
— ſie hatten es eilig — raſch in den Unterſuchungsraum. Ehe
French, der überhaupt einwenig ſchwer ſprechen konnte, den Tatbeſtand
zu erklären vermochte, hatten ſie ihm eine Blutprobe
abgenom=
men. Und ſiehe — Freund French hatte die paſſende Blutgruppe.
Er proteſtierte gegen alles, was mit ihm geſchah. Erſt als
er hörte, daß er geeignet ſei, ſeiner Frau Nachbarin, der kranken
Gattin des traurigen Medlock, das Leben zu retten, war er
ein=
verſtanden. — Und Frau Nachbarin iſt gerettet: Hoch klingt das
Lied vom braven Nachbarn!
Eine Staakseiſenbahn, die das Miktageſſen ſervierk.
(—) Southampton. Soeben hat man in Southampton die
„Staatseiſenbahn” des Maharadjas von Gwalior verladen.
Seine Heimat iſt die Provinz Scinde in Nordweſtindien. Wenn
man die Landkarte betrachtet, wird man erſtaunt fragen, zu
wel=
chem Zweck ſich ein ſo kleiner Maharadja eine Staatseiſenbahn
leiſtet. Nun — wir können beruhigen: Der Zug war in drei
Kiſten verpackt. Er beſteht aus reinem Silber in Maſchine und
Wagen und Schienen, dafür iſt er aber auch nur ein — —
Tiſch=
zug. Eine Maharadjalaune, die vor 27 Jahren Geſtalt annahm.
Damals mußte eine Firma in Northampton einen richtigen,
naturgetreuen Zug bauen, aber ſo klein und ſo fein konſtruiert,
daß er das Mittageſſen ſervieren könne.
Zur Generalreviſion, weil der Maharadjas demnächſt ein
Jubiläum feiern will, hatte er den Zug nach England geſchickt,
von wo man ihn jetzt, in „allen Teilen gründlich überholt”,
zu=
rückſchickte.
Seine Technik iſt folgendermaßen: Die zum jeweiligen Gang
gehörigen Genüſſe des fernen Indiens werden auf den Zug
ge=
packt und fahren nun mit natürlich gemäßigtem Tempo rund um
den Tiſch. Kommt gerade ein „Waggon” mit einer gewünſchten
Speiſe an dem eßfrohen Gaſt vorbei, dann drückt er auf einen neben
ſeinem Platze angebrachten Knopf. Und ſchon ſteht der Zug ſtill,
um ſich erſt wieder in Bewegung zu ſetzen, wenn der Gaſt ſich
be=
dient hat. Kein Diener erſcheint während der ganzen Mahlzeit in
dem Eßraum. Wenn ein Gericht genügend ſerviert iſt, legt der
Maharadja eine Weiche herum und der Zug rollt fröhlich in die
Küche hinaus, wo er mit neuen Leckerbiſſen beladen wieder auf
die „Reiſe” geſchickt wird.
Unsere Schalter und Geschäftsräume bleiben am
Samstag, 31. März 1934
(Ostersamstag)
geschlossen.
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Der Oſterſeiertage wegen bleibt unſere
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am Samstag, den 31. März 1934
geſchloſſen.
Auszallungen für 30. und 31. März
ſowie für 2. April erfolgen bereits
am Donnerstag, den 29. März 1934.
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Seite 10 — Nr. 85
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dieustag, 27. März 1934
Reich und Ausland.
Gelungene Probeflüge
mit einem moloriſierten Segelflugzeng.
Breslau. Auf dem Gandauer Flugplatz
fan=
den am Sonntag Flugverſuche mit einem
motori=
ſierten Segelflugzeug ſtatt. Dieſer Motorſegler
vom Typ Grunau=Baby II war vom Leiter der
flugtechniſchen Vereinigung der höheren techniſhen
Staatslehranſtalt für Hoch= und Tiefbau,
Studien=
rat Dipl.=Ing. Dr. Widok, in einem Kurſus für
erwerbsloſe Jugendliche in acht Wochen hergeſtellt
worden. Der Motorſegler iſt eine Konſtruktion
der heute welbtekannten ſchleſiſchen Flugzeugfirma
Edmund Schneider=Grunau, der Motor, ein Zwei=
Zylinder=Zweitaktmotor, mit einer Höchſtleiſtung
von 16 PS, bei einem Geſamtgewicht von nur
22 Kilogr., iſt von Ing. Koeller=Wittenberge
kon=
ſtruiert und treibt eine als Druckpropeller
wir=
kende Flügelſchraube, die oberhalb der Tragflächen
angebracht iſt, an. Der erſte, von Werkſtattleiter
Seiler ausgeführte Flug dauerte nach einem
ge=
ringen Anlauf etwa 10 Minuten. In 200 Meter
wurde der Motor abgeſtellt, und das Flugzeug
ſegelte in weitausholenden S=Kurven zur Erde.
Weitere Flüge folgten bald dem gelungenen erſten
Flug, dann wurde die Maſchine, die erſte ihrer
Art in Deutſchland, wieder auseinandergenommen
und nach Strehlen, ihrem künftigen Standort,
transportiert.
Der Führer beſichtigt die Ausſtellung
des Malers Leipold.
Berlin. Der Führer begab ſich am Montag
in Begleitung des preußiſchen Miniſterpräſidenten
Göring und des preußiſchen Kultusminiſters Ruſt
in das Kronprinzenpalais und beſichtigte hier
un=
ter Führung des Direktors Hanfſtaengel mit
be=
ſonderer Anteilnahme die Ausſtellung des Malers
Leipold.
Das Todesurteil gegen den Mörder
des SA.=Mannes Gornatowſki beſtätigt.
Leipzig. Das Reichsgericht verwarf, am
Montag antragsgemäß die von dem 21jährigen
Bernhard Piſchon gegen das Urteil des
Schwur=
gerichts Kottbus vom 16. 12. 1933 eingelegte
Re=
viſion als unbegründet. Damit iſt der Angeklagte
wegen Mordes rechtskräftig zum Tode unter
Ab=
erkennung der Ehrenrechte auf Lebenszeit
verur=
teilt. Piſchon hatte in der Nacht zum 18. Febr.
1932, nach einem kommuniſtiſchen Ueberfall auf
Nationalſozialiſten, den bereits ſchwerverletzten
und hilflos am Boden liegenden SA.=Mann
Gor=
natowſki durch einen Steinwurf gegen den Kopf
getötet.
Ein Transportkraftwagen mit Deicharbeitern
verunglückt.
Ein Toter, mehrere Verletzte.
Huſum. Auf der Straße zwiſchen Toenning
und Garding verunglückte am Montag morgen,
im Katharinenheerd, ein mit Deicharbeitern
be=
ſetzter Laſtkraftwagen. Der Wagen raſte in voller
Fahrt gegen einen Telegraphenmaſt, riß dieſen um
und fuhr ſodann gegen einen Baum, der ebenfalls
umgeſtürzt wurde. Der Laſtkraftwagen ging faſt
völlig in Trümmer. Von den Inſaſſen wurde ein
junger Arbeiter auf der Stelle getötet, ein
zwei=
ter Arbeiter liegt im Sterben. Die übrigen
In=
ſaſſen haben zum Teil ſchwere Verletzungen
erlit=
ten, hauptſächlich Knochenbrüche. Der Wagenführer
blieb unverletzt. Ueber die Urſache des ſchweren
Unglücks herrſcht völlige Unklarheit. Man
ver=
mutet, daß die Steuerung des Laſtkraftwagens
verſagt hat."
Großfeuer in einer Textilfabrik in Lodz.
Lodz. In einer hieſigen Textilfabrik brach
am Montag, während der Arbeitszeit, Feuer aus,
das ſich überaus ſchnell über das ganze Gebäude
ausdehnte. Der Belegſchaft bemächtigte ſich eine
Panik. Die Arbeiter mußten durch
Feuerwehr=
leute aus dem brennenden Gebäude herausgeholt
werden. Dreizehn Transportarbeiter wurden mit
lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus
gebracht. Zwei Arbeiter verloren den Verſtand;
ſie haben aller Wahrſcheinlichkeit nach in den
Flammen den Tod gefunden. Der Beſitzer der
Fabrik, namens Laibowicz, ſtürzte ſich vor
Ver=
zweiflung in die Flammen und kam ums Leben.
Die Wehren konnten nur die angrenzenden
Ge=
bäude retten.
Das Winterhilfswerk der deutſchen Kolonie
in Genf.
Genf. Zum Abſchluß des Winterhilfswerks
hielten die Genfer deutſche Kolonie und die
Ortsgruppe der NSDAP. einen wohlgelungenen
Abend ab, auf dem der Leiter der deutſchen
Ko=
lonie Genf über das Winterhilfswerk, der
Orts=
gruppenleiter der NSDAP. Genf über
Auslands=
deutſchtum, Nationalſozialismus und
Winter=
hilfe ſprachen. Das Winterhilfswerk der
Deut=
ſchen von Genf, das durch die hieſige NSDAP.=
Ortsgruppe an das Deutſche Winterhilfswerk im
Reiche überwieſen wird, hat im Winter 1933/34
rund 7000 RM. eingebracht.
Drei Tote bei einem Schiffszuſammenſtoß.
Paris. Auf der Höhe von Guerneſoy ſtießen
am Sonntag nachmittag bei dichtem Nebel der
norwegiſche Dampfer „Bomerſund” und das
eſt=
ländiſche Schiff „Stella” zuſammen. Die „Stella”
ſank ſchnell, und trotzdem die Beſatzung der „
Bo=
merſund” ſofort Rettungsmaßnahmen ergriff, ſind
drei eſtniſche Matroſen ertrunken. Von Cherbourg
iſt ein Schleppdampfer zur Hilfeleiſtung für die
„Bomerſund” ausgelaufen.
Der Kleinkrieg gegen die korſiſchen Banditen
beendet.
Paris. Der vor 2½ Jahren begonnene
Kleinkrieg gegen die korſiſchen Banditen iſt
nun=
mehr beendet worden. Mehrere Kompagnien der
mobilen Garde, die nach Korſika entſandt worden
waren, haben nach langen Kämpfen und
aufrei=
benden Verfolgungen das Land von den
Räu=
bern geſäubert. Aus Sicherheitsgründen waren
die ſtrategiſchen Punkte jedoch beſetzt geblieben.
Am Samtsag haben die letzten Wachen der
mobi=
len Garde das Land endgültig verlaſſen,
Der Sarg in der Vorhalle des Reſidenz=Schloſſes im Haag.
Die verſtorbene Königin=Mutter Emma von Holland wurde jetzt im Haager Königspalaſt aufgebahrt.
Aus allen Teilen des Landes und aus allen Bevölkerungsſchichten war eine unüberſehbare
Menſchen=
menge herbeigekommen, um der Königin=Mutter die letzte Ehre zu erweiſen.
Am den Welkmeiſterkikel im Schach.
Links: Aljechin, der Titelverteidiger. Rechts: Bogoljubow, ein naturaliſierter Deutſcher, der
Herausforderer. — Vom 1. April ab werden ſich die beiden hervorragenden Schachſpieler Aljechin
und Bogoljubow in einer Serie von 26 Spielen zum Kampf um den Weltmeiſtertitel treffen. Die
Spiele werden in verſchiedenen Städten Süddeutſchlands zum Austrag kommen.
Das neue Wunder der Lufk.
Das Neueſte
aus dem Staviſky=Sumpf.
Suche nach den Edelſteinen in London.
Das Rieſenluftſchiff „I. 2 129” im Bau.
Die Arbeiten an dem neuen Luftrieſen „L. 2 129‟,der dem Rauminhalt nach eineinhalb mal ſo groß
iſt wie der „Graf Zeppelin”, ſchreiten in Friedrichshafen mit gutem Erfolg voran. Das Gerippe iſt
faſt fertiggeſtellt und man hofft, daß der neue Zeppelin im Frühherbſt ſtartbereit ſein wird. Es iſt
das erſte Luftſchiff, in dem Rauchkabinen eingebaut ſind, es weiſt ein geräumiges Promenadendeck
auf und wird eine Stundengeſchwindigkeit von 135 Kilometer erreichen können.
London. Der Schwerpunkt der
Unter=
ſuchungen in der Staviſky=Angelegenheit iſt für
den Augenblick von Paris nach der engliſchen
Hauptſtadt verlegt worden. Am Sonntag ſind
mehrere franzöſiſche Detektive in London
einge=
troffen, um in Gemeinſchaft mir Scotland Yard
die Nachforſchungen nach den Staviſky=Edelſteinen
aufzunehmen und damit zugleich auch den
Verbin=
dungen Staviſkys in England nachzuſpüren. Die
bisher entdeckten Edelſteine, die mit 5000 Pfund
beliehen worden waren, ſind, wie ſich nunmehr
herausgeſtellt hat, nur etwa 8000 Pfund wert, und
es fehlen noch Juwelen im ungefähren Wert von
112 000 Pfund — nach einer anderen Lesart
ſol=
len es ſogar Edelſteine im Werte von einer
hal=
ben Million Pfund ſein —, die teils in London,
teils in der Provinz verſteckt oder verſetzt worden
ſein ſollen. Die engliſche Tänzerin Celia Moſo,
die die bisher gefundenen Juwelen im Auftrage
von Staviſkys Helfershelfer Romagnino verſetzt
hatte, iſt von der Polizei bereits vernommen
wor=
den, hat aber augenſcheinlich irgendwelche
Aufklä=
rungen nicht geben können oder nicht geben
wol=
len. Aller Vorausſicht nach wird Scotland Yard
durch Vermittlung des engliſchen
Innenminiſte=
riums alle engliſchen Pfandleiher auffordern, die
Behörden bei ihren Nachforſchungen zu unterſtützen
und irgendwelche in den letzten Monaten
getätig=
ten größeren Beleihungen oder Käufe ſofort
anzu=
geben. — Die Blätter beſchäftigen ſich ſehr
ein=
gehend mit der neueſten Entwicklung und
enthal=
ten zahlreiche Andeutungen über die
bevorſtehen=
den Senſationen, die jedoch im Hinblick auf die
ſcharfen Beſtimmungen gegen Preſſebeleidigungen
ſehr vorſichtig abgefaßt ſind.
In der Wohnung des am Sonntag verhafteten
Boxers Georges Hainnoux, genannt „Jo, der
Schreckliche”, wurden mehrere Koffer
beſchlag=
nahmt, die engliſche Hotel= und Eiſenbahn=
Etiket=
ten trugen und damit den Beweis erbrachten, daß
der Boxer eine Reiſe nach England unternommen
hat. Man vermutet, daß Hainnoux bei der
Ver=
ſetzung der dieſer Tage in London entdeckten
Sta=
viſky=Edelſteine in einem Londoner Leihhaus
ſeine Hand im Spiele hatte.
Inzwiſchen ſind weiterhin im ſtädtiſchen
Leih=
haus in Orleans Wertgegenſtände entdeckt
wor=
den, die der Senator Puis dort verſetzt hatte.
Puis hatte ſich im Jahre 1928 auf dieſe
Wert=
ſachen insgeſamt 31 000 Franken vorſchießen
laſ=
ſen; dabei hatte, wie ſich jetzt herausgeſtellt hat,
der Freund Staviſkys und Pariſer Theaterdirektor
Hayotte als Mittelsmann gedient. Hayotte hatte
auch ſtets die Erneuerung der Pfandſcheine
be=
ſorgt; erſt bei der letzten Erneuerung der
Pfand=
ſcheine im Jahre 1933 tauchte plötzlich der Name
des Senators Puis als des Eigentümers dieſer
Wertſachen auf.
Ein neues Iſoliermakerial.
A. S. Ein Profeſſor an dem Londoner
Tkopen=
inſtitut hat ein neues Iſoliermaterial erfunden,
von dem er ſich eine Umwälzung in der Kälte=
und Wärmewirtſchaft verſpricht. Dieſe aus
Alu=
minium hergeſtellte und dem gewöhnlichen
Silber=
papier ähnelnde Iſoliermaſſe ſoll einer
Wärme=
oder Kältewirkung den gleichen Widerſtand
ent=
gegenſetzen, wie eine 25 Zentimeter breite
Back=
ſteinmauer. Vorläufig wird das neue Material
jedoch nur zur Iſolierung der Helme der Londoner
Polizei Verwendung finden. Der Londoner
„Bobby”, mit ſeinem etwas altmodiſchen Helm,
leidet im Sommer erfahrungsgemäß ſtark unter
der Hitze, und Verſuche haben einwandfrei
bewie=
ſen, daß, wenn ſein Helm mit dieſem
Aluminium=
papier iſoliert wird, die Temperatur darin ſehr
viel niedriger liegt, als bei gewöhnlichen, den
ſommerlichen Sonnenſtrahlen ausgeſetzten Helmen.
Sechs Tote bei einem Schiffszuſammenſtoß
im Nebel.
London. Der in Belfaſt beheimatete kleine
Küſtendampfer „Bantry”, ſtieß auf der Höhe von
Southſeabill im Nebel mit dem Tanker „
Car=
dita” zuſammen. Die „Bantry” ſank ſo ſchnell,
daß die Rettungsboote nicht ausgeſetzt werden
konnten. Von der 10 Mann ſtarken Beſatzung
onnten nur vier gerettet werden.
Ein Wirbelſturm zerſtört eine Voxſtadt
von New Orleans.
New York. Die Vorſtadt von New Orleans,
Gentilly, wurde geſtern mittag von einem ſchweren
Wirbelſturm heimgeſucht und teilweiſe zerſtört.
Nach, den bisher vorliegenden Meldungen ſind
etwa 30 Häuſer eingeſtürzt. Ueber die Ausmaße
der Kataſtrophe liegen noch keine genauen
Mit=
teilungen vor, da in der Stadt völliges Chaos
herrſcht.
1556 Todesopfer
der Kakaſtrophe von Hakodale.
Tokio. Die Liſte der Toten bei dem
ſchwe=
ren Brandunglück in Hadokate beläuft ſich jetzt
auf 1556 Perſonen. Nach dem Polizeibericht ſind
87 Angehörige fremder Staaten, die in Hakodate
wohnen, durch ein neues Feuer heimatlos
gewor=
den, und zwar fünf Bürger der Sowjetunion,
neun Weißruſſen, zwei Deutſche, ein Engländer
und ſiebzig Chineſen. Keinem von ihnen iſt
je=
doch ein leiblicher Schaden zugefügt worden.
Neunzig Gefangene wurden aus dem Kerker
her=
ausgelaſſen, weil dieſer vom Feuer ergriffen war
und ſchließlich auch zerſtört wurde; 63 haben ſich
bis zum 25. März den Behörden wieder geſtellt.
Zwei Japaner bei Chailun
von chineſiſchen Aufſtändiſchen ermordet.
Tokio. Nach einer Meldung aus Charbin
ſind bei den Kämpfen mit chineſiſchen
Aufſtändi=
ſchen bei Chailun der Hauptmann des japaniſchen
Generalſtabs Kuſſata und der japaniſche
Militär=
dolmetſcher Okate von chineſiſchen Banditen
er=
mordet worden. Als Gegenmaßnahme wurde der
Bezirk Chailun von japaniſchen Truppen beſetzt.
Mehrere Banditen, die nach den Kämpfen gefaßt
wurden, wurden ſtandrechtlich erſchoſſen.
ein
vo
treter
für den
eigen
vorbe=
4
einem
am let
[ ← ][ ][ → ]
Dienstag, 27. März 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 85 — Seite 11
Stder Sateb Taate Sautiett
Fußball.
Die Spielerverſammlung findet ausnahmweiſe ſchon am
Don=
nerstag (abends 8.30 Uhr) ſtatt. Erſcheinen ſämtlicher Spieler iſt
unbedingt erforderlich.
SV. Erzhauſen — Germania Eſchollbrücken 6:3 (2:1).
Erzhauſen erwachte, aber zu ſpät. Bei dieſem Spiel ſah man
Spiellaunen und Technik. Schon in der 4. Minute hieß es durch
den Linksaußen 1:0 für Erzhauſen. 10 Minuten ſpäter ſchon 2:0.
Dies war Eſchollbrücken doch zu dumm, und es konnte auch durch
Eckball ein Tor aufholen. Nach Halbzeit legte Erzh. mächtiges
Tempo an den Tag, und in der 3. Minute ſtand die Partie ſchon
3:1 und poſtwendend ſogar 4:1. Durch den Fehler eines
Ver=
teidigers holte Eſch. ein Tor auf zum 4:2. Doch Erzh. erringt noch
2 Treffer zum 6:2. Durch Elfmeter entſtand das Endergebnis
von 6:3. Schiedsrichter gut. Privatſpiel der Reſ. 6:0 für Erzh.
SV. Weiterſtadt SC. Ober=Ramſtadt 5:1 (1:1), Ecken 8:9.
Bei ſchönem Frühlingswetter trafen ſich beide Gegner in
Weiterſtadt zum fälligen Verbandsrückſpiel. Ober=Ramſtadt ſtellte
eine körperlich ſtarke Mannſchaft ins Feld, Weiterſtadt ſtellte
da=
gegen mehr Siegeswille und Energie, wie man es bei den
Sand=
haſen ſeit langem nicht mehr geſehen hat. Daß die Niederlage
nicht noch höher ausfiel, hatte Ober=Ramſtadt dem Tormann zu
verdanken, denn er leiſtete Vorzügliches. Die 5 Tore allerdings,
waren auch ſchön geſchoſſen und für den Tormann ſo gut wie
un=
haltbar. Der Tormann mit ſeiden beiden Vorderleuten ſtellte die
Hauptkraft dar. Im Sturm ragte der Rechtsaußen etwas
her=
vor. Der W. Sturm zeigte ſeit langem mal wieder einen ſchönen
Schuß. Auch die Hintermannſchaft mit dem Tormann ſchlug ſich
ſehr gut, beſonders in der 1. Hälfte, die Weiterſtadt gegen den
Wind ſpielen mußte.
Das Spiel beginnt gleich mit gefährlichen Angriffen der Gäſte,
die anſcheinend die Einheimiſchen überrennen wollen. Aber ſie
ſtießen auf eine Mannſchaft, die beide Punkte für ſich zu kaſſieten
gedachte. Weiterſtadt kommt immer mehr auf. Eine ſchöne Flanke
von rechts kommt vor das Gäſtetor zum Linksaußen, und hoch im
Bogen ſauſt der Ball ins Netz. Auch auf der Gegenſeite iſt der
Rechtsaußen durch, dasſelbe Bild vor dem einheimiſchen
Tor, und es ſteht 1:1. Weiterſtadt drückt ſtark, kann
aber zahlenmäßig nichts weiter erreichen. Nach Halbzeit verſucht
Ober=Ramſtadt mit allen Mitteln die Führung an ſich zu reißen.
Bald geht Weiterſtadt zum Angriff über. Der Gäſtetormann hat
alle Hände voll zu tun, doch er bewältigt ſeine Arbeit. In der
20. Minute muß er zum zweiten Male hinter ſich greifen. In
kurzen Abſtänden erhöht Weiterſtadt auf 5:1. Jeder Stürmer hat
am Sonntag ein Tor für ſich buchen können. Gegen Schluß des
Spieles geht Ober=Ramſtadt noch einmal zum Angriff über. Aber
außer 3 Eckbällen wird nichts mehr erreicht. Mit dem
Schluß=
pfiff verließ Weiterſtadt als verdienter Sieger das Spielfeld.
Weiterſtadt hat ſich mit dieſem Spiel vom Ende der Tabelle
los=
gekämpft. Hoffen wir, daß die Mannſchaft jetzt weiter ſo bleibt,
und dieſelbe Energie und denſelben Willen zum Siegen zeigt, ſo
wird ſie für manchen Gegner noch ein ſchwer zu nehmendes
Hin=
dernis ſein.
Kreisklaſſe 1, Gruppe I. Ried.
Die beiden ausgetragenen Freundſchaftsſpiele unſerer
Ver=
treter mit Gegner anderer Gruppen ſind wirklich kein Ruhmesblatt
für den Kreisklaſſefußball des Riedes. Oſthofen ſpielt nicht auf
eigenem Platze gegen Biblis, (Die Verſtändigung lief aneinander
vorbei), ſondern gaſtierte in Biebesheim, wo die ſpielſtarken
„Ueberrheiner” einen glatten 5:2=Sieg gegen Olympia erringen
konnten. Conc. Gernsheim mußte als Gaſtverein in
Egels=
bach die derzeitige Hochform des Spitzenführers der Darmſtädter
Kreisklaſſen=Gruppe mit einer 3:10=Niederlage anerkennen.
In der Kreisklaſſe II, Gruppe Ried beſtätigten die
Alsbacher Turner ihre momentan hervorragende Form mit
einem glatten 3:0=Sieg in Fehlheim beim VfR., wo
am letzten Sonntag der ſeitherige Tabellenführer die erſten Punkte
einbüßte. Da das Spiel in Jugenheim ausfiel, führen nunmehr
die Alsbacher Turner mit zwei Punkten Vorſprung vor ihrem
ſtärkſten Rivalen der T. u. SG. Kleinhauſen. Im Kreis
Groß=Gerau fielen die Spiele aus, ſo daß es in dieſer
Gruppe keine Veränderung gab.
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Sieger des Tiſchkennis=Blikkurniers:
SJ. 1898 Darmſtadt.
Noch keinmal in den 4 Jahren, ſeitdem der Sportverein ſein
Blitzturnier veranſtaltet, ſind die Kämpfe derart ſpannend
ge=
weſen. Nach 49 von 54 auszutragenden Spielen waren noch 3 der
4 Vereine in der Lage, Geſamtſieger zu werden, und erſt das
aller=
letzte Spiel entſchied den Kampf zugunſten von Darmſtadt.
Vormittags war dem VfR. Mannheim infolge überragenden
Spieles ſeines 2. Mannes ein 5:4=Sieg über SV. 98 gelungen;
Mainz unterlag Frankfurt=Weſt 2:7, ſiegte dann am Mittag 5:4
über den VfR. Mannheim. Darmſtadt konnte mit dem gleichen
Reſultat Frankfurt=Weſt bezwingen, dank des hervorragenden
Spiels von Ploch, der überraſchend 3 Siege herausholte, darunter
einen gegen den ſüddeutſchen Meiſter Ulrich. Das Glück blieb
zu=
dem den 98ern treu, die einen Punkt nach dem andern gegen Mainz
herausholten. Den VfR.=Leuten gelang es wirklich, 4 Spiele
ge=
gen Frankfurt zu gewinnen. 7:1 führte 98, als zum letzten Spiel
angetreten wurde, das nach verlorenem 1. Satz doch noch zugunſten
von Darmſtadt ausging.
Dieſes Turnier hat wieder einmal bewieſen, wie ausgeglichen
die Spielſtärke im allgemeinen geworden iſt. 8 von 12
Teilneh=
mern konnte man als faſt gleichwertig bezeichnen. Den ſtärkſten
Durchſchnitt hatte allerdings SV. 98 mit ſeiner Mannſchaft
Schardt, Wöbke. Ploch. Die beiden ſtärkſten Einzelſpieler waren
wohl der ſüddeutſche Meiſter Ulrich und der Mannheimer Heid,
der ganz überragend verteidigte. Der beſte Nachwuchsſpieler war
unzweideutig Butter=Mainz, der ſtets ein ſehr ſchönes
Angriffs=
ſpiel vorführte.
Hockey: TV. Sachſenhauſen Reſ. — SV. 98 Darmſtadt 0:4 (0:1).
Der Rugby=Länderkampf Deutſchland—Frankreich in
Hannover findet in der franzöſiſchen Preſſe eine außerordentlich
gute Kritik. Allgemein wird die gute Aufnahme der Franzoſen in
Hannover, die muſtergültige Organiſation und das überraſchend
hohe Können der deutſchen Mannſchaft gelobt.
Ein Hockey=Städtekampf der Damen zwiſchen
Ham=
burg und Berlin endete an der Elbe mit einem verdienten 2:0=
Sieg der Hamburgerinnen.
Einen Skiſprung von 87 Meter ſtand der Norweger
Johnſon auf der jugoſlaviſchen Skiſchanze in Ratege=Planica. Höll=
Innsbruck erreichte 83 Meter. Sigmund Ruud=Norwegen 82 Meter.
Das Straßenrennen Mailand — San Remo über
281,5 Km. wurde am Montag von dem Belgier Demuyſere in
7:55.0 Std. vor den Italienern Cozzolani und Camuſſo gewonnen.
Von den teilnehmenden Deutſchen belegte der Berliner Sieronſki
den elften Platz.
Oberleutnant Großkreutz, der bekannte deutſche
Turnierreiter, zog ſich bei einem Autounfall in der Nähe von
Itzehoe ernſtliche Verletzungen zu.
Handball=Lehrer für alle Gaue werden jetzt von der Deutſchen
Handball=Leitung im Hinblick auf die Olympiſchen Spiele
heran=
gebildet. Der erſte Lehrgang, unter Leitung des ausgezeichneten
Berliner Spielers Kaundynia, findet vom 3. bis 15. April in
Ber=
lin ſtatt.
Eine Million Zuſchauer war am Freitag in Liverpool bei der
Grand National Steeple=Chaſe” verſammelt. Das ſchwere, über
7200 Meter führende Rennen wurde von dem Favoriten Golden
Miller unter G. Wilſon gewonnen, der mit der Zeit von 9:20.4 in
dieſem ſchwerſten Hindernisrennen der Welt einen neuen Rekord
aufſtellte.
Die öſterreichiſche Regierung hat an den
italie=
niſchen Skiverband die Aufforderung gerichtet, dem von ihr wegen
ſeiner „nationalſozialiſtiſchen Umtriebe” geſuchten Helmuth
Lantſchner weitere Starts zu verbieten.
Sauptſchriftleitung: Rudol, Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchat: Rudol; Mauve; für Feuilleton, Reich
und Ausland und Seſſiſche Nachrichten: Max Streeſe;fürden Schlußdienſt= Andreas
Bauer: ür den Eandel: Dr. C. H. Quetſch; für Sport: Karl Böhmann; ſür „Die
Gegenwart=, Tagesſpiegel inWBild und Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigen=
eil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle ſämtl. in Darmſtadt. D.A II. 34: 23339
Druck und Verlag: 8. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Manuſkrivte wird. Garantie der Rückſendung n icht übernommen.
Sprechftunden der Redakiion: Vormittags 12—1 Uhr nachmittags 6—7 Uhr
Die heutige Nummer hat 3 Geiten.
Dandann Saaasfaut w. iſt.
Kaſſel, Trier, Freiburg 251
Frankfurt: Dienstag, 27. März
6.05 u 6.30: Gymnaſtik.
6.00: Choral, Zeit, Wetter.
6.55: Zeit, Frühmeldungen. — 7.05: Wetter. — 7.10:
Skutt=
gart: Frühkonzert auf Schallplatten. — 8.15: Waſſerſtand,
Schnee=
wetter= und Winterſportberichte. — 8.25: Stuttgarr: Gymnaſtik.
10.00: Nachrichten. — 10.10: Nur Freiburg: Werbekonzert.
10.45: Praktiſche
10.30: Nur Freiburg: Eigene Sendung.
Ratſchläge für Küche und Haus. — 11.00: Werbekonzert. —
11.40: Meldungen. — 11.50: Sozialdienſt.
12.00: Stuttgart: Mittagskonzert. Zeitgenoſſen Richard Wagners.
13.15: Zeit, Nachrichten. — 13.25: Nachrichten, Wetter.
13.35: Mittagskonzert. Ausf.; Orcheſter erwerbsloſer
Berufs=
muſiker. Ltg.: Paul Diener. — 14.30: Nur Freiburg: Nachr.
14.40: Slunde der Frau: Landhelferinen. — 15.30: Gießener
Wetterbericht; anſchl.: Obſervatorium Aachen: Wetter für das
Eifel= und Moſelgebiet. — 15.4): Zeit, Wirtſchaftsmeldungen.
15.50: Wirtſchaftsbericht.
16.00: Leipzig: Nochmittagskonzert des Sinfonieorcheſters. Ltg.:
Hilmar Weber. — 17.30: Dr. Joſ. Drexel: Tod und
Gemein=
ſchaft. — 17.45: Opern=Duette. — 18.00: Dr. Kurt Kühn:
Läßt ſich ſchon heute die Produktion der deutſchen Automobil=
Induſtrie für dieſes Jahr überſehen? — 18.15: Aus Wirtſchaft
und Arbeit. (Kurzberichte.) — 18.25: Italien. Sprachunterricht.
18.45: Wetter, Wirtſchaftsmeldungen, Programmänderungen,
Zeit. — 18.50: Sozialdienſt.
19.00: Reichsſendung: (Hamburg): Stunde der Nation: Gorch Fock.
Der Seefiſcherſohn, der Dichker und der Matroſe. Hörfolge.
20.00: Nachrichten. — 20.10: München: Prof. Dr. Haushofer:
Weltpolitiſcher Monatsbericht.
— 20.30: Schrammel=Muſik.
Schrammelquartett Reich=Heller. — 21.00: Köln: Stimmen der
Zeit. Die Bunte Stunde des Weſtfunks. — 22.00: Zeit, Nachr.
22.15: Nachrichten, Wetter, Sport. — 22.30: Zwiſchenprogramm.
23.00: Stuttgart: Nachtkonzert des Südfunkorcheſters. Ltg.; F.
Droſt. Soliſtin: Hilde Ellger (Alt). — 24.00; Stuttgart:
Nachtmuſik.
Unutigandinnden
(Welle 1571)
Deutſchlandſender: Dienstag, 27. März
6.00: Hamburg: Wetter für die Landwirtſchaft. — 6.05:
Wieder=
holung der wichtigſten Abendnachrichten. — 6.15: Berlin:
Gym=
naſtik. — 6.30: Wetter für die Landwirtſchaft. — Anſchl.:
Tages=
ſpruch.
6.35: Berlin: Frühkonzert. — In einer Pauſe
(gegen 7.00): Nachrichten. — 8.00: Sperrzeit. — 8.45:
Leibes=
übung für die Frau. — 9.00: Sperrzeit. — 10.00:
Nach=
richten. — 10.10: Ein Kampf um Rom. Hörfolge nach dem
Roman von Felix Dahn von Irmtraut Hugin. (Aufnahme.) —
10.50: Fröhlicher Kindergarten. — 11.15: Seewetterbericht. —
11.30: Deutſch für Deutſche: Dr. Günther: Vom Wert der
Mund=
arten (Niederdeutſch). — 11.50: Lied am Vormittag. — 12.00:
Wetter für die Landwirtſchaft. — Anſchl.: Glückwünſche.
12.10: Mittagskonzert (Schallpl.). — Anſchl.: Wetter für die
Landwirtſchaft. — 12.55: Zeitzeichen. — 13.00: Sperrzeit. —
13.45: Nachrichten. — 14.00: Schallplatten: 1. Hugo Wolf. —
2. Virtuoſe Klaviermuſik. — 15.00: Wetter, Börſe. — 15.15:
Minnelieder aus alter und neuer Zeit. — 15.40: Gerhard
Meſeberg: Wiſſenswertes zur Beurteilung des Schulzeugniſſes.
16.00: Köln: Nachmittagskonzert. Das kl. Funkorch. Ltg.: Eyſoldt.
7.00: Klara Haberſtock: Am blauen Strande von Carraſco.
Reiſe=
bilder aus Uruguay. — 17.20: Jugendſportſtunde: Der März
in der deutſchen Turngeſchichte.
17.40: Muſik zum Tee.
Kapelle Bernh. Derckſen. — 18.25; Hauptſchriftleiter Fritzſche:
Politiſche Zeitungsſchau. — 18.50: Das Gedicht. — Anſchl.:
Wetter für die Landwirtſchaft.
19.00: Hamburg: Reichsſendung: Stunde der Nation: Gorch Fock,
der Seefiſcherſohn, der Dichter und der Matroſe. Hörfolge.
20.00: Kernſpruch. — Anſchl.: Nachrichten. — 20.10: Italieniſcher
Sprachunterricht für Anfänger.
20.30; Unterhaltungskonzert.
Orcheſter des Deutſchlandſenders. Ltg.: Thierfelder. — 22.00:
Wetter, Tages= und Sportnachr. — 22.25: Paul Schulz: Der
deutſche Tennislehrer und ſein Fach. — 22.45: Seewetterbericht,
23.00: Köln: Nachtmuſik. Das Weſtd. Kammerorch. Ltg.: Keiper,
Welterberichl.
Deutſchland liegt im Bereich einer Hochdruckbrücke. Trotzdem
wird durch das Zuſammentreffen temperierter Luftmaſſen, die zum
Teil aus de Islandſtörung ſtammen, vorerſt noch ſtarke Bewölkung
auftreten. Mit dem weiteren Aufbau des Hochdrucks von den
britiſchen Inſeln her dürfte aber ſpäter die Bewölkung zurückgehen,
Ausſichten für Dienstag: Wechſelnd bewölkt mit Aufheiterung.
tagsüber etwas milder, nachts kühl, trocken.
Ausſichten für Mittwoch: Teils aufheiternd, teils bewölkt,
vorerſt mäßig warm. bei nächtlichem Aufklaren
Temperaturrück=
gang bis in Gefrierpunktnähe, trocken.
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Hälfte des Aufwertungsbetrages
frei-
gegeben und zur Auszahlung
bereit-
gestellt werden. Bereits geleistete
Teil-
zahlungen werden auf die freigegebene
Hälfte autgerechnet. In Fällen besonderer
Not und tür bauliche Zwecke werden auf
Wunsch auoh höhere Beträge zur Ver.
fügung gestellt.
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Spar-
bücher oder die s. Zt. erteilten roten
Ab-
rechnungszettel vorzulegen.
Selbstver-
ständlich können die treigegebenen Beträge
auch auf neue Sparkassenbücher
über-
tragen werden.
Nähere Huskunft wird bei unseren
sämt-
lichen Kassenstellen bereitwilligst erteilt.
Auszahlungsstelle befindet sich nur bei
unserer Hauptstelle Rheinstrasse 34.
Darmstadt, im März 1934.
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Auf Grund des Artikel 39 Ziffer 2 des
Feldſtraf=
geſetzbuches beſtimmen wir hiermit, daß alle Tauben
vom 28. März bis 11. April ds. Js.
einge=
ſperrt zu halten ſind. Zuwiderhandlungen weiden
mit Geldſtrafen bis zu 30 RM. oder mit Haft bis
zu einer Woche beſtraft.
Darmſtadt, den 26. März 1934.
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Der Ausweis der Reichsbank.
Der Skand vom 23. März.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 23. März 1934 hat ſich
in der verfloſſenen Bankwoche die geſamte Kapitalanlage der Bank
in Wechſeln und Schecks, Lombards und Wertpapieren um 67,7
Millionen auf 3525,8 Mill. RM. verringert. Im einzelnen haben
die Beſtände an Handelswechſeln und =ſchecks um 73,0 Mill. auf
2760,9 Mill. RM. und diejenigen an deckungsfähigen Wertpapieren
um 0,3 Mill. auf 347,7 Mill. RM. abgenommen, dagegen die
Be=
ſtände an Reichsſchatzwechſeln um 3,5 Mill. auf 6,8 Mill. RM.
und die Lombardbeſtände um 1,9 Mill. auf 79,1 Mill. RM.
zu=
genommen. Die Beſtände an ſonſtigen Wertpapieren zeigen mit
331,2 Mill. RM. eine Zunahme um 0,3 Mill. RM.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind
67,7 Mill. RM. in die Kaſſen der Reichsbank zurückgefloſſen, und
zwar hat ſich der Umlauf an Reichsbanknoten um 63,6 Mill. auf
3293,0 Mill. RM. derjenige an Rentenbankſcheinen um 4,1 Mill.
auf 343,9 Mill. RM. verringert. Der Umlauf an Scheidemünzen
nahm um 19,4 Mill. auf 1391,7 Mill. RM. ab. Die Beſtände der
Reichsbank an Rentenbankſcheinen haben ſich auf 65,0 Mill. RM.,
diejenigen an Scheidemünzen unter Berückſichtigung von 5,8 Mill.
RM. neu ausgeprägter und 7.2 Mill. RM. wieder eingezogener
auf 276.2 Mill. RM. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 540,8
Mill. RM. eine Zunahme um 5,5 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben ſich
um 12,6 auf 262,3 Mill. RM. vermindert. Im einzelnen haben
die Goldbeſtände um 20,7 Mill. auf 245,0 Mill. RM. abgenommen.
dagegen die Beſtände an deckungsfähigen Deviſen um 8,5 Mill. auf
17,3 Mill RM. zugenommen.
Die Deckung der Noten betrug am 23. März 8,0 Prozent gegen
8,2 Prozent am 15. März ds. Js.
Die Effekkivverzinſung der Alkbeſihanleihe
nach der Aenderung des Ausloſungsverfahrens.
Der neue Bericht des Bankhauſes Gebr. Arnhold, Dresden=
Berlin, unterſucht, welche Aenderungen ſich für den Markt der
Alt=
beſitzanleihe des Reiches durch die ſoeben beſchloſſene Aenderung
des Ausloſungsverfahrens, nämlich zweimalige ſtatt einmalige
Ziehung im Jahr, ergeben. Soweit die Hälfte des bisher zum
31. Dezember eines Jahres auszuloſenden Betrages nunmehr am
30. September ausgezahlt wird, erfolgt eine Ermäßigung der
Zins=
vergütung um ¼ Prozent, der Jahresnominalverzinſung von 4½
Prozent, d. h. um 1½ Prozent während bei den Stücken, die in
Zukunft zum 31. März eines Jahres ausgeloſt werden, eine
ent=
ſprechende Erhöhung der Zinsvergütung um 1½ Prozent eintritt.
Da die Effektivverzinſung der Altbeſitzanleihe auch weiterhin über
der Nominalverzinſung liegt, bedeutet dieſe Vorverlegung
aller=
dings einen kleinen Zinſeszinſengewinn, der aber mit knapp 0,10
Prozent pro Jahr zu errechnen iſt. Trotzdem bedeutet aber dieſe
Maßnahme eine wichtige Stütze des Marktes, deſſen Bedeutung für
den geſamten Rentenmarkt aus dem immer noch ſehr hohen
Um=
laufbetrag von 3,6 Milliarden RM. hervorgeht. Der Bericht
ver=
weiſt darauf, daß ſich bisher in der Kursbewegung der
Altbeſitz=
anleihe deutliche Wellenlinien erkennen laſſen, in der Regel ein
Anſteigen des Intereſſes im Sommer bis zum Herbſt und bis zur
Erreichung des Höchſtſtandes kurz vor der Ziehung, während
zu=
meiſt nach Abgang des Ausloſungsrechtes eine überſteigerte
Ab=
ſchwächung und dann eine monatelange Vernachläſſigung des
Marktes zu verzeichnen war. Durch die zeitliche Verteilung der
Ausloſung iſt entſprechend ein ſtärkerer Ausgleich zu erwarten, der
die allgemeinen Beſtrebungen zur organiſchen Senkung der
Kapi=
talmarktzinſen erleichtern muß. Eine Aufſtellung ergibt, daß
zur=
zeit die Altbeſitzanleihe des Reiches nach der Neuordnung noch eine
Rendite von etwas mehr als 6½ Prozent erbringt, wobei zu
be=
rückſichtigen iſt, daß dieſe Anleihen infolge der niedrigen
Nominal=
verzinſung und der beſonderen Konſtruktion kaum von der ſonſt
geplanten organiſchen Zinsſenkung berührt werden dürften.
Produkienmärkke.
Mannheimer Getreidegroßmarkt vom 26. März. Weizen
in=
länd. (76—77 Kilo) frei Mannheim 20,10—20.20, Feſtpreiſe franko
Vollbahnſtation des Erzeugers: Bezirk 9 per März 19,50, Bezirk 10
per April 19,70, Bezirk 11 per Mai 20,00; Roggen ſüdd. frei
Mannheim (71—72 Kilo) 17.10—17,30, Feſtpreiſe franko
Voll=
bahnſtation des Erzeugers: Bezirk 8 per März 16,50, Bezirk 9 per
April 16,80; Hafer inländ. 16,25—16,50, Sommergerſte 18,00 bis
18,50 (Ausſtichware über Notiz), Pfälzer Gerſte 18,00—18,50 (
Aus=
ſtichware über Notiz), Futtergerſte 16,50—17,00, Mais im Sack
inländ. 19,25—19,50. Erdnußkuchen prompt 16,75—17,00,
Soya=
ſchrot prompt 15,25, Rapskuchen 14,50, Palmkuchen 15,00,
Kokos=
kuchen 17.00. Seſamkuchen 17,00, Leinkuchen 17.25—17,50
Bier=
treber mit Sack 15,25, Malzkeime 13.00—13,50, Trockenſchnitzel ab
Fabrik 9,50—9,75. Rohmelaſſe 8,50 Steffenſchnitzel 11,00,
Wieſen=
heu loſe 6.00—6.40, Rotkleeheu 6,40—6,60, Luzernekleeheu 7,60 bis
7.,80; Stroh: Preßſtroh Roggen=Weizen 2,20—2,40, Hafer=Gerſte
1,80—2,00, geb. Stroh Roggen=Weizen 1 40—1,60, Hafer=Gerſte 1.20
bis 1,60; Weizenmehl Spezial 0 mit Austauſchweizen per März
29,70, per April 30.00, dito aus Inlandsweizen per März 28,20.
per April 28,50; Roggenmehl (60—70prozentig) nordd. prompt
22,75—23,75, dito pfälz. und ſüdd. prompt 23,25—24,25;
Weizen=
kleie fein mit Sack 10.25, Weizenkleie grob mit Sack 10.50—10,75,
Palmkuchen 14,75, Roggenkleie 10,25—11,00 Weizenfuttermehl
11,25—11,50, Roggenfuttermehl 11,50—12,00, Weizennachmehl 15,00
bis 15,25, dito 4b 16,00—2 6,25.
Frankfurter Getreidegroßmarkt vom 26. März. Am heutigen
Getreidegroßmarkt hielt ſich das Geſchäft bei kaum veränderten
Preiſen in ſehr engen Grenzen, die nahenden Oſterfeiertage
mach=
ten ſich bereits bemerkbar. Das Angebot war in Roggen ſtärker,
im übrigen ausreichend. Das Mehlgeſchaft beſchränkt ſich
weiter=
hin nur auf die Abwicklung der alten Kontrakte. Von
Futter=
mitteln lagen Erdnußkuchen in vorderer Sicht feſt, dagegen
bröckel=
ten Treber und Trockenſchnitzel weiter ab. Es notierten (Getreide
je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen 199,00
bis 200,00, Roggen 172,50—173,00, Sommergerſte für Brauzwecke
172,50—177,50. Hafer 157,50—160,00, Weizenmehl Spezial 0 mit
Austauſchweizen 29,40—29,95, dito ohne 27.90—28,45,
Roggen=
mehl (0—60 Prozent) 23,50—24,00, dito ſüdd. Spezial 0 24,00,
Wei=
zenkleie 10,25 Weizenfuttermehl 11,00—11,25 Roggenkleie 10,60—
10,70, Soyaſchrot 15,45—15,55, Palmkuchen 14.65—14,70
Erdnuß=
kuchen 16,65— 17,35, Treber 14.60—14,75. Trockenſchnitzel 9,50 bis
9,60, Heu 6,00, Weizen= und Roggenſtroh drahtgepreßt oder
ge=
bündelt 1,90—2,00 Kartoffeln: Induſtrie hieſiger Gegend
2,75 RM. per 50 Kilo bei Waggonbezug. Tendenz ruhig.
Viehmärkke.
Frankfurter Viehmarkt vom 26. März. Auftrieb: Rinder 1269
(gegen 1299 am letzten Montagsmarkt), darunter befanden ſich
454 Ochſen, 94 Bullen, 402 Kühe und 319 Färſen; Kälber 873
(506), Schafe 51 (27), darunter 42 (23) Hammel und 8 Lämmer,
Schweine 5109 (3973). Notiert wurde pro 1 Zentner
Lebend=
gewicht in RM.: Ochſen a1) 34, b) 32—33, C) 29—31, d) 25—28;
Bullen a) 30, b) 28—29, c) 26—27, d) 24—25; Kühe a) 28—29,
b) 24—27, c) 19—23, d) 14—18; Färſen a) 34, b) 32—33, c) 29—
81, d) 25—28; Kälber a) 49—50, b) 44—48. c) 37—43, d) 30 bis
36: Lämmer und Hammel a1) Stallmaſtlämmer 35—36, b1)
Stall=
maſthammel 34—36, c) mittlere 30—33, d) geringere 29: Schafe
nicht notiert; Schweine a) 40—44, b) 40—44, c) 39—43, d) 36 bis
42. e) 32—41,f) —, g) Sauen 31—40. Im Preisvergleich zum
letzten Montagsmarkt zogen Ochſen und Färſen je 1 RM. Kälber
3—4 RM. an, Schweine gaben 2—4 RM. nach, Bullen, Kühe,
Läm=
mer und Hammel blieben unverändert. Marktverlauf: Rinder
mittelmäßig, nahezu ausverkauft; „Kälber, Hammel und Schafe
lebhaft, ausverkauft: Schweine ſchleppend, geringer Ueberſtand. —
Bekanntmachung: Aus Anlaß des 2. Oſterfeiertages findet
der Hauptmarkt für Rinder und Schweine und der Nebenmarkt
für Kälber und Schafe am Dienstag, den 3. April 1934, ſtatt.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Die Berliner Börſe ſetzte zum Wochenbeginn überwiegend
ſchwächer ein. Die Kuliſſe war enttäuſcht, da das Publikum trotz
der vorliegenden günſtigen Nachrichten aus der Wirtſchaft und der
allgemein mit Befriedigung aufgenommenen Rede des
Reichs=
finanzminiſters über die Finanzierung der Arbeitsſchlacht keine
nennenswerte Neigung zu Neuengagements zeigte. Zu den erſten
Kurſen lag überwiegend Angebot vor, ſpeziell in Farben, die bei
etwa 200 000 RM. Angebot 135—134½ nach 136½ in der Vorwoche
notierten. Die allgemeine Zurückhaltung mag mit der
bevor=
ſtehenden viertägigen Unterbrechung des Börſenverkehrs durch die
Feiertage in Zuſammenhang ſtehen, auch die Mißverſtändniſſe der
letzten Woche über die Bildung eines Anleiheſtocks und über die
Ausführungen des Führers über die Dividendenpolitik haben eine
gewiſſe Reſerve ausgelöſt. Wenn auch hier inzwiſchen Klarheit
geſchaffen worden iſt, ſo ſcheint ſich das Publikum vorläufig noch
zurückzuhalten. Im Gegenſatz zum Aktienmarkt waren Renten
unter dem Eindruck der in der letzten Zeit zugunſten des
Renten=
marktes durchgeführten Maßnahmen der Regierung gut gehalten.
Altbeſitz waren ½ höher, Reichsſchuldbuchforderungen lagen
un=
verändert. Auch Neubeſitz und Reichsbahnvorzugsaktien
behaup=
teten ſich. Am Aktienmarkt waren Montanwerte bis auf Laura
und Rheinſtahl, die ¼ bzw. ½ gewannen, meiſt ½ Prozent
ge=
drückt. Braunkohlenwerte verloren etwa 1 Prozent, Eintracht
plus 19. Kaliwerte gaben um 1 bis 2 Prozent und chemiſche
Werte um 1 Prozent nach. Deutſche Linoleum waren in
Erwar=
tung einer 5prozentigen Dividende ½ Prozent höher. Am
Elektro=
markt waren Chade (A—C) 2 Punkte gebeſſert. Siemens ſetzten
1 Prozent höher ein, ſonſt überwogen die Abſchwächungen, die ½
Prozent ausmachten. Stärker gedrückt waren Schleſ. Elektro und
Gas minus 3½, Bayr. Motoren minus 3, Stöhr minus 2 Prozent.
Der Verlauf war weiter ſchwach.
*
Zum Wochenbeginn waren die Umſätze an der
Frankfur=
ter Börſe recht klein. Es überwogen kleine Verkaufsaufträge
der Bankkundſchaft in Aktienwerten immer noch auf die Geſetze zur
Bildung eines Anleiheſtockes. Es ſcheint, daß Neigung zu
Tauſch=
operationen von Aktien in Renten beſteht, obgleich auch der
Ren=
tenmarkt etwas leichter und ſehr ruhig lag. Infolge der
Geſchäfts=
ſtille blieben die großen Anregungen, die von den Ausführungen
des Reichsfinanzminiſters über Arbeitsſchlacht und Steuerſenkung
ausgingen, ſowie die verſchiedenſten Wirtſchaftsberichte, ſei es
über Konjunkturanſtieg oder Dividendenerhöhungen, wirkungslos.
Gedrückt waren vor allem dividendenhohe Werte und ſolche, von
denen man Dividendenerhöhung erwartet hatte. Farbeninduſtrie
verloren 2½ Prozent, Scheideanſtalt 2 Prozent und Deutſche Erdöl
3 Prozent. Montanwerte lagen ſchwächer, und zwar Phönix und
Buderus um je 1 Prozent, Klöckner um 1½ Prozent, Harpener und
Stahlverein um je 3 Prozent. Rheinſtahl lagen anfangs noch 1
Prozent feſter, waren aber ſpäter ebenfalls abgeſchwächt.
Elektro=
werte bröckelten ab, Gesfürel um 1½ Prozent, Schuckert um 1
Pro=
zent, AEG. um % Pxozent. Siemens lagen zu Beginn noch 1
Pro=
zent freundlicher. „Sonſt verloren Reichsbankanteile ¼ Prozent,
Zellſtoff Waldhof und Aku Kunſtſeide je ¼ Prozent und Daimler
Motoren 1½ Prozent. Akkumulatoren etwa 171 nach 180½ alſo
ſtark gedrückt taxiert. Conti Gummi lagen ca. 4 Prozent
ſchwä=
cher. Renten lagen bei kleinen Umſätzen ebenfalls niedriger. So
Altbeſitzanleihe um ½ Prozent, ſpäte Reichsſchuldbuchforderungen
um ¼ Prozent, Stahlverein=Bonds um 1 Prozent, Neubeſitzanleihe
waren knapp gehalten. Reichsmark=Obligationen lagen
geſchäfts=
los bei knapp gehaltenen Kurſen. Im Verlaufe hielt die
Geſchäfts=
ſtille an allen Märkten weiterhin an. Am Aktienmarkt machten
die Rückgänge im Durchſchnitt ½ Prozent aus. Auch der
Renten=
markt bröckelte leicht ab.
An der Abendbörſe war das Geſchäft nur klein, die
Stim=
mung konnte ſich aber nach dem Rückgang von geſtern mittag
wie=
der leicht beſſern. Auf Baſis der Schlußkurſe zeigte ſich ſeitens der
Bankkundſchaft kleine Nachfrage, und auch die Kuliſſe ſchien eher
zu Rückkäufen bereit. Die Berliner Schlußkurſe lagen im
allge=
meinen behauptet, hier und da bröckelten ſie auch geringfügig ab,
was beſonders für die ſtark geſtiegenen Kunſtſeideaktien zutrifft.
Im Verlauf waren JG. Farbeninduſtrie etwas lebhafter und ½
Prozent feſter, auf den übrigen Märkten blieb es ſtill. Am
Ren=
tenmarkt war erhöhtes Intereſſe für die Neubeſitzanleihe
vorhan=
den, die ſchließlich ¼ Prozent über dem Berliner Schlußkurs lag.
Altbeſitzanleihe und ſpäte Reichsſchuldbuchforderungen waren
behauptet.
Umwandlung der Veteinsbank Eberſtadk e. G.m. b. H.
in eine Zweigſtelle Eberſtadt
der Städkiſchen Sparkaſſe Darmſtadk.
Die Organe der Vereinsbank Eberſtadt, Aufſichtsrat nebſt
Vorſtand und Gläubigerbeirat, haben ſich in ihrer letzten Sitzung
am Mittwoch, den 21. März 1934, eingehend mit der Lage und
dem Schickſal der Vereinsbank befaßt.
Ein mit Hilfe eines Reichszuſchuſſes in Ausſicht genommener
Sanierungsplan hätte von den an dem Vergleichsverfahren
betei=
ligten Gläubigern der Vereinsbank ganz außerordentliche Opfer
verlangt und ſchien auch für eine lebensfähige Entwicklung der
Bank keine Garantie zu bieten.
Die Städtiſche Sparkaſſe in Darmſtadt hat ſich mit
Genehmi=
gung und im vollen Einverſtändnis der Heſſiſchen Staatsregierung
bereitgefunden, den in wirtſchaftlicher Not befindlichen
Volks=
genoſſen in Eberſtadt dadurch zu helfen, daß die Vereinsbank in
Eberſtadt von ihr übernommen und in eine Zweigſtelle der
Städ=
tichen Sparkaſſe umgewandelt wird.
Die Uebernahme iſt in folgender Weiſe gedacht:
1. Die an dem Vergleichsverfahren beteiligten Altgläubiger haben
auf ihre vergleichsgebundene Forderung einen Nachlaß von 10
Prozent der Summe zu bewilligen, mit der ſie an dem
Ver=
gleichsverfahren beteiligt waren. Sie erhalten mithin im
gan=
zen 90 Prozent. Der Nachlaß ermäßigt ſich auf 5 Prozent, wenn
der beantragte Reichszuſchuß bewilligt wird, ſo daß die
Altgläu=
biger in dieſem Falle 95 Prozent erhalten.
2. Die an dem Vergleichsverfahren beteiligten Altgläubiger
ver=
zichten auf die Verzinſung ihrer alten Guthaben bis zu dem
Tage der Uebernahme; neue Einlagen, worunter auch Beträge
zu verſtehen ſind, die bei Fälligkeit der Vergleichsquote nicht
abgehoben wurden, werden wie ſeither verzinſt.
2. Die am 15. Juli ds. Is. fällig werdende Vergleichsrate von 30
Prozent ermäßigt ſich mithin auf 20 Prozent und wird nach
Uebernahme der Bank durch die Städtiſche Sparkaſſe in dieſer
Höhe ſofort zur freien Verfügung geſtellt. Wird der
Reichs=
zuſchuß in der beantragten Höhe bewilligt, ſo erhalten die
Alt=
gläubiger die entſprechende Nachzahlung.
4. Die Vereinsbank als Genoſſenſchaft wird liquidiert.
5. Die Sparkaſſe übernimmt alle Aktiven und Paſſiven der
Ver=
einsbank und wandelt die Bank in eine Zweigſtelle der
Spar=
kaſſe um.
6. Alle Neueinlagen werden unter Beachtung der üblichen
Kündi=
gungsfriſten freigeſtellt.
7. Ferner werden die von den Genoſſen auf die Erhöhung des
Ge=
ſchäftsanteils von 500 RM. auf 1000 RM. eingezahlten Beträge
freigegeben und in verzinsliche Spareinlagen umgewandelt,
ſo=
weit ſie nicht auf Verbindlichkeiten der Genoſſen zu verrechnen
ſind. Weitere Einzahlungen auf die neuen Geſchäftsanteile
kommen nicht mehr in Frage.
8. Die Genoſſen werden von jeder genoſſenſchaftlichen Haftung, die
1000 RM. pro Anteil beträgt, befreit.
9. Die Sparkaſſe iſt grundſätzlich bereit, die Belange des
gewerb=
lichen Mittelſtandes in Eberſtadt wohlwollend und
entgegen=
kommend zu pflegen.
10. Die Sparkaſſe iſt ferner bereit, die in Eberſtadt eingehenden
Gelder wieder in Eberſtadt zu verwenden.
Die Organe der Bank kamen einſtimmig zu der Auffaſſung,
daß die Vorſchläge der Sparkaſſe für die Gläubiger und Genoſſen
der Vereinsbank außergewöhnlich günſtig ſeien, und haben daher
die Liquidation der Bank und Umwandlung in eine Zweigſtelle der
Sparkaſſe Darmſtadt einmütig beſchloſſen. Auch die
Gemeinde=
vertretung hat dieſen Beſchluß lebhaft und freudig begrüßt. Mit
dem Genoſſenſchaftsverband wurde die Angelegenheit in durchaus
freundſchaftlicher Weiſe geordnet, ſo daß auch von dieſer Seite die
Zuſtimmung zur Liquidation der Bank und Umwandlung in eine
Zweigſtelle der Sparkaſſe grundſätzlich erteilt wurde.
Es iſt zu erwarten, daß die demnächſt ſtattfindende
außer=
ordentliche Generalverſammlung der Vereinsbank dieſem Beſchluß
der Bankorgane einmütig zuſtimmen wird. Hiermit dürfte dieſe
Angelegenheit, die für die wirtſchaftlichen Intereſſen der geſamten
Bevölkerung von Eberſtadt von allergrößter Bedeutung iſt, in
einer allſeits befriedigenden Form gelöſt werden.
Für die Einleger der Bank iſt damit kein Anlaß mehr gegeben,
wegen ihrer Gelder beunruhigt zu ſein, da die Sicherheit der
Ein=
lagen durch die Sparkaſſe Darmſtadt nach jeder Richtung
garan=
tiert iſt. Die Intereſſen des gewerblichen Mittelſtandes ſind mit
dieſer Regelung auf das beſte gewahrt und alle Vorausſetzungen
für eine Wiederbelebung des Wirtſchaftslebens in Eberſtadt gegeben.
Die Gläubigerverſammlung findet am Donnerstag, den 29.
ds. Mts., abends 8.30 Uhr, in der Turnhalle Eberſtadt ſtatt.
Berliner Kursbericht
vom 26. März 1934
Srutſche Dunt and Sibromd-Gefrafcaft
Deviſenmarkt
vom 26. März 1934
Berl., Handels=Geſ.
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Nordd. Llohd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg‟
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummt
Deutſche Cont. Gas
Re
62.75
64.—
28.—
32.75
29.25
123.50
68.50
18.—
77.—
145.50
114.25
Ruuſe
lektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergwerte
Geſ. f.elettr. Untern
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben 112.50
Klöcknerwerte
Koksw.Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.
Lrenſtein & Koppell
Neie
99.—
132.—
65.50
87.875
92.125
77.25
77.
E5.75
94.625
Ge.—
47.125
C7.75
Mi
Rütgerswerie
Salzdetfurth Kau 11
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Srahlwerie
Weſteregeln Alkali
Agsb.Nnrb. Maſch.
Baſa =Lin=
Berl. Karlsr. Ind.
Höhenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht/ 77.—
Wanderer=Werie 1105.—
18.625
58.25
147.50
21.75
43.50
112.50
67.—
22.875
89.—
25.75
24.50
Buenos=Aires
Kanada
Japan
Kairo
Iſtanbul
London
New Bor!
Rio de Janetrol=
Urueuah
Amſterdam
Athen
Brüffel
Budape
Lanzig
Seſſingfors
Währung
1 Pap. Peſo
1canab. Doll.
Yen.
1äaypt.
1 türk.4
1 2. Sta.
Dollar
Milreis
1 Goldpeiv
100 Gulden
100 Drachm.
100 Belga
100 Peng!
100 Gulden
100 finn.Mk.
Geld
2.505
0.754
13.155
2.001
2.775
2.510
0.211
1.149
168.88
2.378
Rie
0.631/ 0.625
2.511
0.750
13.185
2.005
12.80*
2.516
0.21
„151
169.22
2.383
58.43 158.55
21.57 21.73
5.6441 5.6e
Ftalten
Jugollawien
Kopenhagen
Liſſabon
Lslo
Paris
Prag
Jsland
Rie
Schweiz
Sofig
Spanien.
Stockholm
Tallinn (Eſtl.,
Wien
Währung
100 Lir=
100 Dina
100 Kronen
100 Escudos
00 Kronen e
100 Francs
00 Tſch.=Kr.
1o0 is1. Kr
100 Laus
100 Fran en
100 Leva
100 Peſeto ſ=
100 Kronen
100 eſtl. gr
100 Schillingl
Fa
21.53 ſ21.57
57.04 157.16
11.64
64. 19 164.31
ie.50
10.38 10.40
57.79
n9.32
80.22
2.047
34.25
5.664/ 5.678
1.66
16.54
57.81
180.08
181.08
3.053
34.31
65.28 66.02
68. 43 68.57
47.20 147.30
Durmſtäuter ans Kartonatoänt Surmkraut, Filtär ott Oreooner Sant
Frankfurter Kursbericht vom 26. März 1934.
Keegee
Gr. IIp. 1934
1935
„
1936
1937
1938
Gruppe I
6% Dtſch. Re chSant.
6%
R
5½%Intern., v.30
6%Baden ... v.27
6%Bayern . . v.27
6JHeſſen: ... v.29
6% Preuß. St. v. 28
6% Sachſen .. v.27
6% Thüringen v. 27
Dtſch. Anl.
Auslo=
ungsſch. 4½.
Ab=
öſungsanl.. . ...
Otſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.)
Deut che Schutzge.
bietsanleihe.
o9 Baden=Baden.
6%Berlin ... v.24
68 Darmſtadt .
6% Tresden. . v. 26
6%Frankfurt a. M.
Schätze v.29
v.26
6%Mainz.
69Mannheim v. 27
6% München v. 29
6%Wlesbaden v. 28
6%beſi. Landesbl.
620 — Goldoblig.
5½%Heſſ. Landes.
hyp.=Bk.=Liguid
102
100
g7.5
23.75
8:
87.3
100
26
941,
Ta.5
96.25
94
176
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93
S6e.
22.15
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e3
E2.5
E3.25
so
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g0
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22
DIfe een
Hhp.=Bk. Liqu.=
Komm. Tbl. ..
6% Preuß.Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf.
Goldoblig.
6½ Landeskemm.
Bk. Girozentr.
Heſt. Gldobl. R.11
R.12
6%
62 Kau.Landeskid.
Goldpfbr.
69 Naſi. Landesbl.
5½% „ Liqu. &bl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl..
4Ausl. Ser. 1
tAusl.Ser.I
Dt. Komm. Samm.
TAbl. (Neubeſitz).
6% Berl. Ehr. B.
5½% „ Lig.=Pfbr.
6% Frli. Chp.=Bt.
5½%0 Lig.Pfbr.
Goldoblig
69 Frif „Pfbr.=B!.
5½%0 „ Lig.=Afbr.
6% Mein.Ehp.:B1
5½%0 Lia. Pibr
6% Pfälz Ehp. Bl
5½0 Lig. Pihbr
69 Rhein.Epp. Bi.
5½% Lia. Pfbr
Goldoblig.
625 Südd Boden
Cred.=Bon).
5½% „ Lia. Pfbr.
62Bürtt. Lyp. B.
94
91
24.25
84.5
93.5
91)
21.5
95,
114),
21.5
C2.5
S1.5
*s
78
72.5
C25),
Ca.5
7*
C2.75
9r.25
EC.5
22.75
94.5
Mad
9 Dt. Linol. Werke
82 Mainirw. v.
63 Mitteld. Stahl.
62 Salzmann & Co.
62 Ver. Stahliwverle
62 Boigt & Säffner
3. G. Farben Bonds
5%Bosn. L.E.B.
L. Inveſt.
5% Bulg. Tab. v. 02
4½% Oſt. Schätze.
49 Sſt. Goldrente
5% vereinh. Rumän
14½3
425Türl. Admin.
1.Bagdad
Bollanl.
4 ½%ungarn 19131
4½7
1914
Goldr.
19101
4½=Budp.Stadianl.
49 Liſſabon
42, Stodholm
Aklien.
R.o.Kun)zude Unie
A. E.6.
AndregeNorisBahn
Aſchaifko. Brauere:
Sellſte11
Dembero, 3.P.
Berl.Kraft u. Lich:
Buderus Ciſen.
Ecmen: Seidelker// 98
Karlſtadt 1108
3. G. Chemie Baſeil137.5
24.75
C1.5
9.5
25
79.5
116.5
8.5
20
5.25
4.2
4.3
6I,
6
1.75
7.65
8
50
43.5
41.75
70
128.5
722,
Wen
Chade
157.5
Conun Gummiw.
Contin Linoleum E5
Tammler=Benz
Dt. Atl. Telegr.
Ert3)
Di. Goid=u.
Silber=
cheide-Anſtalt. 1180
Linoleum
Dortm. Ritterbräu
Lnderhofic Aidm C6.5
Eickbaum=Werger 76
Elettz. Lieferg.=Ge).
Licht u. Kraft/103
Ean Verewe: 254
aßling. Maſchinen.
Faber & Schleicker E5.5
J.G. Farbeninduſt
Feinmech. (Seiter
Fel & Gutllegume 61‟,
Frantjurter Co‟
Gelſen:,Bercwer:
Gel.f.elettr. Untern C8.5
E8
Gold amiti Th
2G),
Gritzner=Kayer.
Grün & Buürce
Ha enmühle Irkit.
Honauer Koikräuh.
Sonſwerte Füſſen
Sarpene Berckou / 83
Henn ngei Nempf.
Si vertArmaturſrb.
SindricS=Auifeim / E5
Sirſch Kupſer
1og
Scchtei Cſſen
Holzmann. Phil. / 72.5
Nlie Berch. Stamml1e0 —
Genüſſel117.75
Jungkans ... . . . .! 43
49.25
1117
1114
53.5.
78
Aunde
Aſchersteben 1112.25
Klein, Schanzlin ..
Klöcknerwerle
Knorr C. H. ..
Lahmeyer & Co.
Laurahütte ...
Lech, Augsburg „ 80.25
Löwenbr. Münch. /2c5
Malnir.=W Eöchſt.
Mainz. Aft Br..
Mannesm.=Röhrenl E8),
Mansfeld Bergb.
Metallge Franki
Miag. Mühlenbau.
Motoren Darmſtad=
Reckatwer: CFling
Tberbedar
Phönx Bergbau.
Rb. Brauntohlen
Clektr Stamml
Stahlmerie
Niebeg Montan
Roede: Gebr
Rütgeiswern
Salzdel urtk Ka
Salzw. Eeilkronn 1125
Schöfferhoſ=Bind.
Schromm Lacior
Schuger:, Eleitt
Schwartz Storche
Siemens & Ealsle
Reinigerwerle
Südd, Luder-A.G. 162.5
Thür Liefer.Ge.
Weſtdte Kaufhof
Unterfranlen .. .."
66.75
1186
e5
52).
90
4.
2C6.75
83
58.25
188.5
1825
3‟
172.75
8r.5
140.25
20.75
99 7
„Ver. Stahlwerte
Ver. Utramarin.
Boigt & Haeffner.
Beſteregein Kali.
Zelſtoff Waldhof.
Artg. Di. Credllant.
Badiſche Ban..."
Bt. f. Brauinduſtr
Bayer. Syp. u. W.
Ber Kandelsgel.
Gypothelbt.
Comm. u. Prwvatk.
Dt Ban zund Lise
Dr. Eff. u. Wechſe
Tresdner Ban.
Frank” Ban:.
Shp. =Ban:
Mein Ehp.=Ban:
Pfälz. Epp.=Ban.
Reichsbant=An:
Rhein Eyp.=Ban
Südd. Bod.Cr. B1.
Würtik Notenhon/lug3
—
A.G. Veriehrsn.
Allg. Lokalb. Kraftn
79, Dt. Reichsb. Bze
Hapag.
Nordd Lloyzd
Südd Eiſenb. =Ge
Aruanz u Stung.
Verſicherung 1256
Verein. Ver).
Frantona Rück=u. M!!
Mannbeim Verſich 21
Otavy Minen
Schantung Handelsl 44
4.aß
1110,
114.25
52.1
46.5
99
ü5
49
62.75
64
89
21.s
7575
152.5
69
102.5
113
281½
33
128
[ ← ][ ][ → ]Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
ROMAN
VoN WERNEN
TREUENFEIS
Urheberrechtsſchutz durch Herm. Berger,
Feierlicher Ernſt lag auf den Geſichtern der jungen
Krie=
ger, als ſie das weiße Haar des alten, ehrwürdigen Herrn im
Scheine der Fackeln leuchten ſahen und er ihnen zum Schluß
ſeiner Rede zurief: „Fürchtet Gott — ſonſt nichts auf dieſer
Welt!”
Seine Worte hatten ſie gepackt und bewegt wie nie zuvor.
Ein faſt völlig vergeſſenes Gefühl kehrte zaghaft in ihre Herzen
zurück, in denen es ſich unter dem Donner der Geſchütze und
dem Krachen der Granaten gar bald zu ungeahnter Größe
ent=
faltete: Der Glaube an Gott!
Kurz darauf ertönte das Signal: Einſteigen! Die Gewehre
und Torniſter wurden ſchnell in den Gepäcknetzen verſtaut und
dann die Fenſter geſtürmt, die viel zu ſchmal waren, um allen
Inſaſſen eines Abteils gleichzeitig Gelegenheit zum
Hinaus=
ſehen zu geben.
Das Publikum hatte inzwiſchen die Sperre durchbrochen
und ſtand dicht gedrängt vor dem langen Zug. Das ſpärliche
Licht der Fackeln warf einen geſpenſtigen Schein auf die
viel=
tauſendköpfige Menge, aus der ohne Unterlaß Worte und
Zu=
rufe mit den Fortfahrenden gewechſelt wurden.
Das Ganze war eine einzige, große Sinfonie der Liebe!
Da ertönte das Abfahrtsſignal. Langſam ſetzten ſich die
beiden ſchweren Maſchinen in Bewegung und trugen ihre
waffen=
ſtrotzende, kampfbereite Laſt von dannen.
Ein Meer von Taſchentüchern winkte den Fortziehenden
den letzten Gruß nach. So manches Auge füllte ſich mit Tränen.
Aus dem Zuge aber erſcholl das Kampflied der Deutſchen,
das wie ſchmerzſtillender Balſam über die Häupter der
Zurück=
bleibenden dahinzog:
„Es brauſt ein Ruf wie Donnerhall,
Wie Schwertgeklirr und Wogenprall
Lieb Vaterland, magſt ruhig ſein!”
3.
Strahlender Sonnenſchein lag über dem großen
Waſſer=
ſpiegel des Plautziger Sees, an deſſen weſtlichem Ufer ſich die
von wildem Wein dicht bewachſenen Mauern und Türme des
Greifenſteiner Schloſſes erhoben.
Roman=Verlag, Berlin SWl. 68.
(Nachdruck verboten.)
Der hohe, ſpitze, von einer Fahnenſtange gekrönte
Ritter=
turm ragte ſtolz als Wahrzeichen vergangener Jahrhunderte
zum Himmel empor und blickte weit hinaus ins Hohenſteiner
Land. Seine Grundmauern ſtammten noch aus der Zeit der
Ordensritter, die ihn einſt als Wachtturm für ihre Feſte
Hohen=
ſtein errichteten. Um ihn herum waren nach und nach die
an=
deren Teile des Schloſſes entſtanden.
Eine breite Terraſſe führte in den von uralten Buchen und
Eichen beſtandenen Park, der ſich in geſchickter Ausnutzung des
ziemlich ſteil abfallenden Geländes bis zum See hinab
er=
ſtreckte.
Auf einem etwas vorſpringenden Felsplateau thronte ein
allerliebſter Lugaus, auf deſſen würfelförmiger Terraſſe Graf
Reichenberg mit ſeiner Tochter den Nachmittagskaffee
einzuneh=
men pflegte.
Wilder Wein rankte ſich auch hier um die Pfeiler und Latten
der Umzäunung. Von ſeiner Brüſtung aus konnte das Auge
bis tief in die fernſten Einbuchtungen des langgeſtreckten Sees
ſchauen, der in ſeinem öſtlichen Teil durch ein wenige hundert
Meter breites Landſtück von dem erheblich größeren Lansker See
getrennt war.
Graf Reichenberg lehnte an der Brüſtung und blickte zu dem
am Ufer liegenden Bootshaus hinab, das zwei Ruderboote und
ein Motorboot beherbergte. Es wird wohl nötig ſein, fuhr es
ihm durch den Kopf, das Motorboot jetzt ſtändig zwiſchen der
Förſterei Stabigotten, Plautzig und Mellienen kreuzen zu laſſen,
um die Annäherung der Ruſſen rechtzeitig zu erfahren. Sein Ge= wurde durch die Meldung des Dieners, daß der
Wagen vorgefahren ſei, unterbrochen.
Graf Reichenberg pflegte jeden Sonntag pünktlich um 12 Uhr
im Hotel Bräuer in Hohenſtein zum Frühſchoppen zu erſcheinen.
Im Anſchluß daran nahm er für den Reſt des Tages einige
Nach=
barn zu ſich nach Hauſe oder war ſelbſt Gaſt bei einem von ihnen.
In den vier Wochen von Herthas Abweſenheit war er jeden
Sonntag auf einem anderen Gute eingeladen geweſen; denn er
fühlte ſich an den langen Nachmittagen allein zu einſam in dem
großen Schloß.
In ſchneller Fahrt ging es die zur Hohenſteiner Chauſſee
Nr. 85 — Seite 13
führende Buchenalle entlang, deren mächtige Kronen ſchon ſeit
Jahrzehnten ineinandergewachſen waren und dadurch ein
undurch=
dringliches Dach gegen Sonne und Regen bildeten. In ihrem
Schatten war es trotz der Auguſthitze faſt kühl. Die zu beiden
Sei=
ten ſich hinziehenden Waſſergräben ſollten ſchon in Kürze den
ruſſiſchen Schützen Deckung gegen die todbringenden Geſchoſſe der
angreifenden deutſchen Truppen gewähren.
Tiefe Stille herrſchte ringsum. Die Hufe der Pferde und die
Räder des Jagdwagens glitten faſt geräuſchlos über den weichen
dunklen Boden. Als der Wagen das kurz vor Hohenſtein liegende
Dorf Mörken durchfuhr, ſtanden die Bauern dicht gedrängt vor
dem Schulzenhaus und beſprachen mit wichtigen Mienen den
In=
halt des ſoeben ausgehängten Mobilmachungsbefehls:
Seine Majeſtät der Kaiſer und König hat die
Mobilmachung der geſamten deutſchen Streitkräfte
an=
geordnet. Als erſter Mobilmachungstag gilt Sonntag,
der 2. Auguſt.”
So war es mit deutlichen Buchſtaben hinter dem ſchwarzen
Gitter zu leſen, das ſonſt nur kirchliche Aufgebote oder
landwirt=
ſchaftliche Verordnungen enthielt. Immer neue drängten hinzu.
Jeder wollte die Botſchaft geleſen haben und wiſſen, was der
Kai=
ſer befohlen.
Und dann ſtanden ſie in Gruppen zuſammen und beſprachen
lebhaft das Neue, für die junge Generation noch nicht
Dage=
weſene. Alle kannten ſich und nahmen Anteil aneinander. Sie
bildeten wie in anderen Dörfern eine einzige große Familie, und
die Fragen: „Wer muß mit?” — und „Wer kann noch bleiben?"
gingen von Mund zu Mund.
Aller Herzen ſchlugen höher. Sie fühlten die Bedeutung
der kaiſerlichen Botſchaft, die bis in die entlegenſten Winkel des
großen Reiches gedrungen war und auch bei ihnen nicht ungehört
verhallte, ſondern ſie zum Schutz der Heimat zu den Fahnen eilen
ließ.
Nun hieß es handeln. Jede Stunde mußte ausgenutzt
wer=
den. Die wehrfähigen Männer begaben ſich nach Hohenſtein,
um Beſorgungen zu machen und ſich auf den Fortgang
vor=
zubereiten. Vieles gab es noch zu erledigen, zu beſprechen und
anzuordnen. Draußen ſtand der Hafer und ein Teil des Roggens
noch auf dem Felde. Dann kamen die Kartoffeln und das zweite
Gras. Wer ſollte das alles einbringen, wenn die Männer
fehl=
ten und Arbeitskräfte ſchon in der Zeit vorher ſo gut wie gar
nicht zu haben waren? Wer ſollte die Pferde, Schweine und
Kühe ſowie all das andere beſorgen, das tagtäglich in jeder
Wirt=
ſchaft zu erledigen war?
Alle dieſe Fragen bewegten Graf Reichenberg, als ſein Wagen
in ſchneller Fahrt Hohenſtein zurollte. Eine ſchwere Zeit brach
an, unter deren Auswirkung die Güter genau ſo zu leiden
hat=
ten wie die kleinen bäuerlichen Anweſen. Die alle gleichmäßig
umfaſſende Not zwang ſie feſt zuſammenzuhalten im Kampf um
die heimatliche Scholle.
Im Hotel Bräuer waren die umliegenden Beſitzer bereits
verſammelt und begrüßten freundlich den eintretenden
Schloß=
herrn von Greifenſtein, der ſich allgemeiner Beliebtheit und
Wert=
ſchätzung erfreute.
„Na, Baron, was gibt’s neues?” fragte der Graf gut
ge=
launt und ließ ſich neben Boris v. Holten, dem Beſitzer von
Mel=
lienen, nieder.
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Seite 14 — Nr. 85
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 27. März 1934
Ab heute in Erstaufführung
Nach „Mädchen in Uniform” ein neuer
Welterfolg
DOROTHEA WIECKS
Heute und folgende Tage
Der herrliche
Hochgebirgs-Film:
Die weiße
Majestät
nit
Das Schicksal eines
Verfemten
Gustav Diessl, Hertha
Tbiele.
Heute letzter Tag
Das spannende
Filmwerk:
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Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr
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V.r. K. D., ſoweit ſie in unſeren Verband
überge=
leitet wurden, ſind hiermit eingeladen. Erſcheiner
iſt Pflicht! Handelsvertreter, Geſchäftsreiſende und
Makler ariſcher Abſtammung, die noch keinem Ver
bande angehören, ſind ebenfalls eingeladen.
Wer ſich im Monat März noch anmeldet, ſpar
die Aufnahmegebühr.
Reichsverband Deutſcher Handelsvertreter und
Geſchäfts=
reiſender (RDAG) e. V., Ortsgruppe Darmſtadt.
Ein Film von Mutterliebe, gestaltet
in zarten eindrucksvollen Bildern.
Dorothea Wieck hat mit dieser herrlichen
eistung, mit dieser reinen, gläubigen
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körperung einer gottnaben Gestalt den
Ginfelmenschlich möglicher
Schau-
splelkunst erklommen — sie lebt ihre
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Zentralstadtschaft
Offentlich - rechtliche „Pfandb::-ranstalt
Arannaſnntam 0
Am 19. März 1934 hat eine Auslosung von nschstehend aufgeführten
Goldpfandbriefen stattgefunden. — Die ausgelosten Golcplandbriefe
werden den Inhabern zum Kurse von 1000 zum 1. 7. 1934 gekündiot,
Die Einlösung der gekündigten Goldpfandbriefe findet vom
Fällig-
keitstage ab, dem 1. 7. 1934, statt. — Die Einlieferung der
Goldpfand-
briefe hat in lieterbarem Zustande, mit Zinsscheinen per 2. 1. 1935
und Erneuerungsscheinen, zu erfolgen. Der Gegenwert der etwa
fehlenden Zinscheine — per 2. 1. 1935 und folgende — wird von dem
Einlösungsbetrage in Abzug gebracht. Auf den Anspruch aus
ge-
kündigten Pfandbriefen sowie aus Zinsscheinen finden die Ausschluß-
und Verjährungstristen der 58 801—804 Abs. 1 BGB. Anwendung.
Zur Auslosung gelangt sind:
GMN 230 700 60loige Goldpfandbriefe Reibe 24
Stücke 4 GM 100: Nr. 361—375, 1036—1048, 1231—1245, 1531—1545, 2386—
2392, 2551—2564, 2716—2730; Stücke 4 GM 200: Nr. 3621—3631, 4011—4025:
Stücke 4 GM 500: Nr. 4561—4562, 4876—4890, 5926—5940, 6376—6390,
6766—6780; Stücke 4 GM 1000: Nr. 7076—7086, 7632—7645, 8216—8230,
9521—9535, 9611—9625, 10016—10030, 10046—10060, 11396—11 410; Stücke
4 GM 2000: Nr. 11911—11923; Stücke 4 GM 5000: Nr. 12201—12211.
GMf 216 600 60olge Goldpfandbriefe Reibe 25
Stücke 4 GM 100: Nr. 136—150, 2281, 4666—4680, 5206—5220, 6241—6255,
7666—7680; Stücke 3 GM 200: Nr. 8526—8534, 9186—9200; Stücke 4 GM 500:
Nr. 11791—11820, 13501—13515, 15766—15776: Stücke 4 GM 1000:
Nr. 18691—18705, 19831—19849, 22636—22648, 27 271—27 285, 27361—27375.
27 406—27 418, 28 516—28530, 28801—28815; Stücke z GM 2000: Nr. 29 201—
29 213; Stücke 4 GM 5000: Nr. 30941—30948.
GM 132800 6%olge Goldpfandbriefe Reihe 26
Stücke 4 GM 100: Nr. 61—75, 916—917, 2116—2130, 2761—2775: Stücke
4 GM 200: Nr. 5421—5433; Stücke 4 GM 500: Nr. 8541—8555, 9606—9620,
9651—9653; Stücke 4 GM 1000: Nr. 10441—10455, 12271—12285, 12736,
13.306—13320, 16561—16 563, 18031—18 045, 18226—18 240; Stücke 4GM2000:
Nr. 18571—18 575: Stücke 4 GM 5000: Nr. 19162—19165.
GMl 30 2 200 6Jlolge Goldpfandbriefe Reibe 27
Stücke 4 GM 100: Nr. 451—465, 1711—1725, 3256—3270, 4756—4770, 4801—
315, 20 546—20560, 32846—32858: Stücke 4 GM 200: Nr. 5256—5258,
22812—22825, 34616—34630; Stücke 4 GM 500: Nr. 9126—9136, 9486—
4500, 24576—24590, 25 566—25 580, 25 761—25775: Stücke 4 GM 1000:
Nr. 10 591—10605, 11386—11 400, 11851—11865, 13306—13320, 14236—14250,
15616—15629, 16036—16050, 18076—18090, 26 296—26310, 27541—27555,
30 816—36 818, 38061—38 075, 40 056—40 070; Stücke 4 GM 2000: Nr. 18841—
18859; Stücke 4 GM 5000: Nr. 19431—19 438.
GMl 4.3,000 Gil,Alolge Goldpf. R. 16 (Auslandsrelbe)
Stücke 4 GM 5000: Nr. 104, 162, 389, 487, 655, 805; Stücke 4 GM 1000:
Nr. 923, 977, 985, 1025, 1126, 1241, 1252, 1310, 1336, 1368, 1442, 1499, 1553.
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Angora=Kater
entlaufen. Geg.
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Fiſchfilet, küchenfertig in Perg.=Port.=
Packungen m. Kochrezepten Pfd. 33 ₰
Bezirks=Konſum=Berein Darmſtadt
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