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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 73
Donnerstag, den 15. März 1934.
196. Jahrgang
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Inmlund
Die römiſchen Beſprechungen.
ranzöſiſche Sympathien für Muſſolinis Donau=Pläne. — Paris liebäugelt mit dem Gedanken einer
Annähe=
rung zwiſchen einem ikalieniſch=öſterreichiſch=ungariſchen Block und der Kleinen Enkenke.
* Preſtigeſorgen.
Ungarn im Nekz der Spionage.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Zahlreiche Offiziere bekeiligk. — Tſchechiſcher Oberſt
Paris, 14. März.
Die Nachrichten aus Rom werden hier mit Ungeduld
er=
als Hokelporkier.
wartet. Die Darſtellungen der franzöſiſchen Preſſe über die
Situation ſind ſauerſüß. Frankreich möchte an den Beſprechungen
in irgendeiner Form teilnehmen, oder richtiger, die Verhand=
und zlungen genau verfolgen, aber die Beſtrebungen der franzöſiſchen
Oiplomatie werden anſcheinend nicht von allen Seiten erleichtert.
htörat) Was Frankreich möchte, das wäre die
Annähe=
fung zwiſchen einem italieniſch=
öſterreichiſch=
dngariſchen Block und der Kleinen Entente,
ſrſtens, um den politiſchen Charakter des Planes abzuſchwächen,
und zweitens — dieſes Argument wird in den Vordergrund ge=
„choben —, um der ganzen Konzeption eine tatſächlich wirtſchaft=
Aprligliche Bedeutung zu geben.
Discontol Man weiß genau in Paris, daß man ſehr große
Schwierig=
chen Bauſeiten vor ſich hat. Um — im franzöſiſchen Sinne — einen
Fort=
urt a. Manchritt zu erzielen, müßte parallel mit der
franzöſiſch=
tſchenNoichtalieniſchen Annäherung eine Verſtändigung
zeihgewiſchen Ungarn und der Tſchechoſlowakei
zu=
ſtande kommen. In Budapeſt wird man aber
tichts unternehmen, was einer Abfindung mit
em gegenwärtigen Status quo auch nur ähnelt.
der Hauptzweck der ungariſchen Politik bleibt die
ueviſion des Friedensvertrages von Trianon.
In dieſem Punkte iſt der Gegenſatz zwiſchen Ungarn
ind der Kleinen Entente unüberwindlich. Gewiſſe
Gudapeſter Kreiſe ſollen übrigens recht ſkeptiſch über die
Zu=
eder. ammenkunft in Rom denken.
Man iſt hier recht verſtimmt darüber daß die franzöſiſche
Diplomatie gezwungen iſt, in Rom eine Rolle zu
bielen, die dem italieniſchen Preſtige zuträglicher iſt als dem
ſanzöſiſchen. Man klagt ziemlich offen darüber. Dieſe
fran=
ſiſchen Preſtigeſorgen könnten ſogar die Innenpolitik beeinfluſ=
NöTC hn, denn in Frankreich iſt man ſehr empfindlich allen
Preſtige=
ſtagen gegenüber. Man beklagt auch, daß die endloſen Skandal=
De ſeſchichten dem franzöſiſchen Anſehen vor dem Ausland viel
ſcha=
ſen. Dieſe Bedenken verhindern aber nicht die politiſche Aus=
IIel bertung der Skandalaffären durch die Parteien.
einstr. 3 Es iſt intereſſant, daß es in der politiſchen Auseinander=
„tzung neuerdings Mode geworden iſt, dem Gegner Diktatur=
Selüſte vorzuwerfen. Wäre die Hälfte davon wahr, was die
Par=
ſeien voneinander behaupten, dann würde Paris von Diktator=
Aulg, ſandidaten geradezu wimmeln. Die öffentliche Meinung vermag
„ſich über dieſe Beſchuldigungen nicht zu entrüſten, ſei es, daß der
eegtgg deſbedanke der Diktatur ſie nicht ſchreckt, oder aber nimmt ſie dieſe
za uhr henklagen gar nicht ernſt.
bezeichnete
dem Hanſ
Dollfuß bei Muſſolini.
EP. Rom, 14. März.
II.5t
Die eigentliche Dreierkonferenz hat noch nicht begonnen, da
hlung:
gledesſie Verhandlungen vorläufig noch getrennt geführt werden.
Waſch bundeskanzler Dollfuß hat ſich heute zunächſt um 11 Uhr in die
Waſhun gariſche Geſandtſchaft zu Miniſterpräſident Gömbös begeben.
Vöſc die Unterredung Dollfuß=Gömbös hat über eine
gſchealbe Stunde gedauert. Es iſt allgemein aufgefallen, daß
giwat !mittelbar darauf der deutſche Botſchafter
„Biles), Haſſel zu einer Unterredung mit General
Wandulß ömbös in der ungariſchen Geſandtſchaft
ein=
fetroffen iſt, was jedenfalls darauf ſchließen läßt, daß ſich
„onaude utſchland über die ungariſch=öſterreichiſchen Verhandlungen
m sgeferiau auf dem Laufenden halten läßt.
Um die Mittagsſtunde begab ſich
Bundes=
ohet, ſanzler Dollfuß dann in den Palazzo Venezia,
„dim mit dem italieniſchen Regierungschef die
allgemeine Lage und die ungariſchen
Forde=
kungen zu beſprechen, über die noch keine Einigung
rzielt worden iſt. Nachdem die wirtſchaftlichen Löſungen des
9onauproblems bis jetzt immer durch politiſche Anſprüche
er=
ſchwert wurden, will man ihre Aufrollung in Rom und damit
neue wirtſchaftliche Verwicklungen vermeiden, um in der zur
Verfügung ſtehenden kurzen Zeit zu einem greifbaren Ergebnis
zu gelangen. Man weiſt in italieniſchen Kreiſen darauf hin,
daß entgegen allen Senſationsmeldungen der Zweck der römiſchen
1Auſammenkunft die praktiſche Verwirklichung von Muſſolinis
9onauplänen und der Empfehlungen von Streſa iſt. Da
Aötalien im gegenwärtigen Augenblick vor allem die Sicherung
der Unabhängigkeit Oeſterreichs am Herzen liege, würde es zu
dieſem Zweck eine weitere Beteiligung anderer Staaten nur
begrüßen.
Die erſte Dreier=Zuſammenkunft zwiſchen Muſſolini, Dr.
Doll=
ſuß und Gömbös iſt jetzt endgültig auf Donnerstag nachmittag
ſeſtgeſetzt worden. Am Vormittag ſollen vor dem für mittags
ungeſetzten Empfang beim König vielleicht noch Einzelbeſpre=
Mungen ſtattfinden.
Jugoſlawiſche Nervoſikät
gegenüber Italiens mitkeleuropäiſcher Politik.
EP. Belgrad, 14. März.
In der heutigen „Politika” wird ausgeführt, daß in der
letz=
en Zeit Italien eine Aufrüſtung Ungarns und Oeſterreichs vor=
119nommen habe. Wenn Italien jetzt tatſächlich dieſe Politik
fort=
etzen ſollte, ſo ſei eine wirtſchaftliche Verſtändigung zwiſchen der
leinen Entente einerſeits und Italien, Oeſterreich und Ungarn
1a dererſeits, wie ſie in der letzten Zeit ſo viel befürwortet wurde,
n Ding der Unmöglichkeit.
NS.-Funk. Budapeſt, 14. März.
Die vor kurzem gemeldete Spionageaffäre in Ungarn ſcheint
ein ungeheures Ausmaß anzunehmen. Es handelt ſich
vornehm=
lich um Militärſpionage. Schon jetzt konnte zahlreichen hohen
Offizieren der ungariſchen Wehrmacht aktive Beteiligung
nachge=
wieſen werden. Vier aktive Oberſte und 45 weitere Perſonen, die
meiſt ebenfalls der Wehrmacht als Offiziere angehören, ſind
be=
reits verhaftet worden. Ferner wurde der Sohn des Budapeſter
Oberſtaatsanwalts inhaftiert.
Die bisherigen Ermittlungen haben ergeben, daß ſich die
Spionagezentrale in einem Hotel auf dem Berg Kékes, in der
Matra, befand. In dieſem Hotel fungierte ein tſchechiſcher Oberſt
als Portier. Die ungariſchen Offiziere pflegten ſich gegen Ende
der Woche in dieſem Hotel zu verſammeln und dem Hotelportier
das von ihnen geſammelte Material zu überbringen. Der
Pſeudo=
portier hatte dann die Aufgabe, die Weiterleitung des
Spionage=
materials nach der Tſchechoſlowakei vorzunehmen. Als
Haupt=
ſchuldiger wird ein in Gran ſtationierter ungariſcher Oberſt
ge=
nannt, von dem feſtgeſtellt wurde, daß er ſelbſt des öfteren
Boots=
fahrten an das tſchechiſche Ufer unternahm und ſogar mehrmals
nach Wien gefahren iſt, um dort perſönlich Material zu
über=
bringen.
In ungariſchen Militärkreiſen iſt man der Auffaſſung, daß dieſe
Affäre noch weitere Kreiſe ziehen wird und auch Schüler der
Mili=
tärakedemie im Dienſte der Spionage ſtanden.
*
Das Echo der deutſchen Ankwork.
Die deutſche Antwort, die am Mittwoch beim Quai dOrſay
eingegangen iſt, findet in den Pariſer Blättern faſt gar kein
Echo, offenbar weil der Quai dOrſay noch keine Richtlinien
ausgegeben hat. Die meiſten Zeitungen begnügen ſich, die
Tat=
ſache ohne irgendeinen Kommentar zu veröffentlichen. Sie
halten ſich darüber hinaus an die Aeußerlichkeiten, daß die
Note 8 Schreibmaſchinenſeiten lang und — eine
Selbſtverſtänd=
lichkeit — im höflichſten Ton gehalten iſt. Der „Matin” glaubt
darüber hinaus noch zu wiſſen, daß kein neues Element in die
deutſch=franzöſiſchen Beſprechungen hineingetragen worden ſei,
weil auch nach der Meinung der Berliner amtlichen Stellen die
Zukunft der Abrüſtungsverhandlungen von dem Ausgang der
Unterhaltungen zwiſchen Paris und London abhänge. Die
deutſche Antwort habe daher nur den Zweck, die Fühlung mit
Frankreich aufrecht zu erhalten und die Verantwortung für den
Abbruch der Beſprechungen zu vermeiden.
Das ſind ſehr billige Argumente. Dazu hätte es gewiß
keiner neuen Note bedurft. Gerade nach den Ergebniſſen der
Reiſe Edens ſind die Hintergründe über den wirklichen
Wider=
ſtand gegen die Abrüſtung hinreichend aufgehellt. Gerade daß
Deutſchland, trotz der Haltung der franzöſiſchen Regierung noch
einmal den Verſuch unternimmt, zeigt deutlich, daß wir zu
einer Verſtändigung bereit ſind; in der natürlichen Begrenzung,
daß ein Entgegenkommen über das dem engliſchen
Lordſiegel=
bewahrer entwickelte Mindeſtprogramm hinaus nicht in Frage
kommt. Richtig iſt allerdings, daß die internationale Lage im
Augenblick überſchattet wird durch das engliſch=franzöſiſche
Ge=
ſpräch. Die Franzoſen haben es ausgezeichnet verſtanden, die
Spannung auf ihre Antwort auf das höchſte zu ſteigern und ſie
mit einem Trick vorzubereiten, daß ſie ihre ſachliche Ablehnung
hinter einigen ſcheinbaren Abrüſtungskonzeſſionen verſtecken
können. Aber auch darüber wird das letzte Wort
vorausſicht=
lich erſt geſprochen, wenn ſich überſehen läßt, ob aus den
römiſchen Beſprechungen ſich etwas herauskriſtalliſiert, was von
Frankreich als eine Rückendeckung gegen Italien oder England
benutzt werden könnte.
Der Reichspräſident empfing geſtern den deutſchen Botſchafter
in London, von Hoeſch.
Vom Präſidenten der Preußiſch=Süddeutſchen Klaſſenlotterie,
Dr. Schlange, iſt dem Reichsfinanzminiſterium und den übrigen
zuſtändigen Stellen ein Vorſchlag zugegangen, die Lotterie in eine
Reichslotterie umzuwandeln.
Die NSBO. und die Deutſche Angeſtelltenſchaft veranſtalten
am Freitag, den 16. März, eine Rieſenkundgebung in der
Frank=
furter Feſthalle. Der Führer der Deutſchen Angeſtelltenſchaft,
Staatsrat Pg. Forſter, Gauleiter von Danzig, ſowie der
Landes=
obmann der NSBO. und Bezirksleiter der Deutſchen Arbeitsfront,
Pg. Willi Becker (M. d. R.), werden bei dieſem Anlaß das Wort
ergreifen.
Das am 16. ds. Mts ablaufende einmonatige
Verbreitungs=
verbot für alle deutſchen Zeitungen und Zeitſchriften in Oeſterreich
iſt um weitere 3 Monate bis einſchl. 16. Juni 1934 verlängert worden.
Ausgenommen von dem Verbot ſind lediglich wiſſenſchaftliche
Zeit=
ſchriften und Fachzeitſchriften ſowie Sportblätter und die auch jetzt
zugelaſſenen illuſtrierten Zeitungen.
Der ſüdſlawiſche Geſandte in Berlin, Balugdſchitſch, iſt in
Belgrad eingetroffen. Mit Rückſicht auf die allgemeine Lage in
Europa hat ſeine Ankunft in politiſchen Kreiſen großes Aufſehen
hervorgerufen. Man nimmt hier an, daß ſeine Reiſe der
freund=
ſchaftlichen Ausgeſtaltung der Beziehungen zwiſchen Deutſchland
und Südſlawien gilt.
Prinz Sixtus von Parma=Bourbon iſt geſtern im Alter von
48 Jahren in Paris geſtorben.
Das japaniſche Kriegsminiſterium teilt mit, daß am 11. März
ein Sowjetflugzeug infolge einer Störung in Oſtmandſchukuo
nörd=
lich vom Hanka=See eine Notlandung vorgenommen hat. Die
Be=
hörden haben die Inſaſſen des Flugzeugs, den Flieger und einen
Offizier, in Haft genommen.
* Die Arbeitslöhne nach dem 1. Mai.
Von
Dr. Heinz Potthoff.
Das Geſetz zur Ordnung der nationalen Arbeit vom
20. Januar hat die formelle Rechtsgrundlage des
Arbeitsverhält=
niſſes unberührt gelaſſen: den Arbeitsvertrag als einen
Dienſt=
vertrag des bürgerlichen Geſetzbuches. Aber dieſer
Einzelarbeits=
vertrag hat ſeit langem kaum noch Bedeutung für die
Feſt=
ſetzung der Arbeitsbedingungen. Er erſchöpft ſich inhaltlich
darin, daß der Arbeiter oder der Angeſtellte eine beſtimmte
Arbeit in einem beſtimmten Betrieb übernimmt. Alles andere
iſt bereits geregelt. Soweit nicht das Geſetz ſchon Regeln (etwa
bezüglich Kündigungsfriſt, Arbeitszeit, Betriebsſchutz, Verſicherung
uſw.) trifft, ſind dieſe ganz vorwiegend in Tarifverträgen
ver=
einbart. Namentlich die Löhne und Gehälter haben in der
überwiegenden Mehrheit aller Fälle ihre Grundlage in einer
Tarifnorm.
Die geltenden Tarifverträge treten mit dem 30. April
außer Kraft. Aber damit fallen nicht ohne weiteres die
Rechts=
wirkungen ihres Inhaltes weg. Sondern dieſer kann als Inhalt
von amtlichen Tarifordnungen des Treuhänders der Arbeit
aufrechterhalten werden. Rechtlich iſt die Tarifordnung etwas
ganz anderes als der Tarifvertrag. Dieſer war ein kollektiver
Vertrag zwiſchen einer Gewerkſchaft und einem
Arbeitgeber=
verbande oder einzelnen Unternehmern. Er iſt ſchon durch die
Auflöſung der vertragſchließenden Verbände erledigt. Es gibt
künftig keine Parteien mehr, die Tarifverträge mit den
Rechts=
wirkungen der Nachkriegszeit ſchließen könnten. An ihre Stelle
tritt der Treuhänder, der eine vom Reichsarbeitsminiſter
abhängige Reichsbehörde iſt. Die von ihm zu erlaſſende
Tarif=
ordnung hat die gleichen Rechtswirkungen wie die bisherigen
Tarifverträge: die darin feſtgeſetzten Arbeitsbedingungen,
ins=
beſondere die Löhne, gehen automatiſch in alle davon betroffenen
Arbeitsverträge ein und können nicht zu ungunſten der
Arbeit=
nehmer abgedungen werden. Im Einzelfalle können alſo wohl
höhere, aber nicht niedrigere Löhne und Gehälter vereinbart
werden als die tariflichen. Der Geltungsbereich der künftigen
Tariflöhne iſt weiter als der der bisherigen: Dieſe galten nur
zwiſchen den Mitgliedern der Tarifverbände. Für Außenſeiter
galten ſie nur, wenn dieſe ſie beſonders vereinbart hatten oder
wenn der Tarif vom Reichsarbeitsminiſter für allgemein
ver=
bindlich erklärt war. Für dieſe Allgemeinverbindlicherklärung
iſt jetzt kein Raum mehr, ſondern die neuen Tariflöhne gelten
als behördliche Verordnung immer für alle Arbeitsverhältniſſe,
die nach Ort, Zeit und Art der Arbeit darunter fallen.
Wichtiger noch iſt die zweite Aenderung, die das Geſetz
vom 20. Januar gebracht hat. Während bisher die Tarifverträge
ganz überwiegend die Löhne für ganze Wirtſchaftszweige und
für Bezirke einheitlich regelten, ſoll künftig die Regelung
inner=
halb der Betriebe erfolgen. Die Hauptgrundlage für die
kollektive Lohngeſtaltung ſoll die „Betriebsordnung”
werden, die vom Unternehmer als dem „Führer” des Betriebes
einſeitig erlaſſen wird, und die für alle Betriebe mit mindeſtens
20 Arbeitnehmern vorgeſchrieben iſt. Der Inhalt der
Betriebs=
ordnung, alſo auch die Löhne und Gehälter, ſoll zwar vorher
vom Führer mit den Vertrauensmännern der „Gefolgſchaft”
(Belegſchaft) beraten werden. Aber über den Erlaß entſcheidet
nur der Führer, und die Vertrauensmänner haben nur das
Recht gegen unangemeſſene Feſtſetzungen die Entſcheidung des
Treuhänders anzurufen.
Da nach dem Geſetze der amtliche Erlaß von Tarifordnungen
die Ausnahme ſein ſoll (für den Fall, daß er zum Schutze der
Belegſchaften dringend notwendig erſcheint), ſo würden am
1. Mai alle Unternehmer von allen Tarifbindungen frei werden
und in ihren Betriebsordnungen oder auch in den einzelnen
Arbeitsverträgen die Löhne ihrer Arbeiter und die Gehälter
ihrer Angeſtellten nach ihrem Ermeſſen feſtſetzen können. Daß
ein ſolcher plötzlicher Uebergang von beruflicher zu betrieblicher
Regelung, der zugleich ein Uebergang von Vereinbarung zu
herrſchaftlicher Satzung iſt, große Unruhe und Schwierigkeit
hervorrufen müßte, iſt klar. Die neue, ſittliche Grundlage der
Arbeit iſt wohl noch nicht ſo tief eingelebt, daß ſich nicht der
Arbeiter und Angeſtellten eine gewiſſe Sorge vor den
Aende=
rungen bemächtigen müßte. Das Bedürfnis nach einheitlichen
Löhnen in den Geſchäftszweigen als Grundlage gleichmäßiger
Kalkulation und anſtändigen Wettbewerbes iſt auch ſicher heute
nicht geringer als in der Vergangenheit. Deswegen iſt eine
vorſichtige Ueberleitung unentbehrlich.
Sie iſt bereits im Gange. Mehrere Treuhänder haben bereits
öffentlich erklärt, daß die Arbeiter und Angeſtellten ſich keine
Sorge wegen Herabſetzung der Bezüge zu machen brauchten,
ſondern daß alle geltenden Tarifverträge in der Form der
amt=
lichen Tarifordnungen über den 1. Mai fortbeſtehen würden.
Das würde nicht nur eine Aufrechterhaltung aller Tariflöhne,
ſondern ihre Ausdehnung auch auf alle bisher nicht betroffenen
Außenſeiter bedeuten. Deswegen hat der Reichsarbeitsminiſter
in einer Bekanntmachung in den Zeitungen ausgeſprochen, daß
die einfache Umwandlung der geltenden Tarifverträge in
Tarif=
ordnungen nicht erwünſcht ſei, ſondern daß man verſuchen müſſe,
rechtzeitig neue Tarifordnungen, die den Bedürfniſſen der
ver=
ſchiedenen Gegenden und Wirtſchaftszweige angepaßt ſeien, zu
erlaſſen. Auch der Reichsarbeitsminiſter rechnet alſo offenbar
damit, daß auch nach dem 1. Mai die tarifliche Ordnung der
Löhne und Gehälter zunächſt die Regel bleiben wird.
Aller Vorausſicht nach wird alſo der 1. Mai keinen tiefen
Einſchnitt in das Gewohnte und keine allgemeine Erſchütterung
des Lohnſtandes bringen. Sondern es wird praktiſch zunächſt
alles beim Alten bleiben, und die Beteiligten werden kaum
merken, daß die Rechtsgrundlagen der Bezahlung ſich geändert
haben. Die Treuhänder werden ſich von Sachverſtändigen
dar=
über beraten laſſen, ob eine Aenderung der geltenden
Tarif=
löhne und — Gehälter erforderlich iſt. Dieſe Sachverſtändigen
werden großenteils dieſelben Leute ſein, die bisher die
Tarif=
verhandlungen geführt haben. Trotz der neuen Grundlage des
Arbeitsverhältniſſes (Gefolgſchaft ſtatt Klaſſengegenſatz) werden
die Unternehmer ſelten eine Erhöhung der Löhne befürworten
und die Arbeitnehmer erſt recht nicht eine Herabſetzung.
Infolge=
deſſen iſt anzunehmen, daß im wefentlichen die alten Löhne und
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Gehälter fortgelten werden, ſoweit nicht tatſächliche Mißſtände
ſich herausſtellen oder erhebliche Aenderungen in den
Wirtſchafts=
bedingungen eintreten.
In welchem Umfange und Tempo dann die Tarifordnungen
aufhören und den Betriebsordnungen die Bahn freigeben werden,
dürfte ganz davon abhängen, wie die Unternehmer von den
ihnen neu übertragenen Befugniſſen Gebrauch machen. Der
Nationalſozialismus iſt ſicher nicht gewillt, die Lebenshaltung
der Arbeiter und Angeſtellten zugunſten erhöhten Gewinnes der
Unternehmer beeinträchtigen zu laſſen. Er wird ebenſowenig
einen Druck auf die Löhne als Mittel unlauteren Wettbewerbes
zulaſſen. Beides um ſo weniger, als vorläufig noch die
Be=
kämpfung der Arbeitsloſigkeit durchaus im Vordergrunde der
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Regierungspolitik ſteht, die Kurzarbeit im Intereſſe der
Mehr=
beſchäftigung von Menſchen gefördert wird, alſo ein großer Teil
der Arbeitnehmer nicht das volle tarifliche Entgelt bezieht.
Einer betrieblichen Erhöhung der Löhne und Gehälter ſteht
die Tarifordnung nicht entgegen, denn ihre Sätze ſind nur als
Mindeſtbedingungen rechtsverbindlich. In dem Maße in dem
die erhoffte Beſſerung der allgemeinen Wirtſchaftslage zur
Ueberwindung der Arbeitsloſigkeit und zur Steigerung der
Arbeitseinkommen führt, wird vielleicht ganz von ſelbſt der
Betriebslohn „über” dem Tariflohn praktiſch maßgebend werden
und die tarifliche Lohnſicherung überflüſſig machen. Einſtweilen
wird die Tarifordnung zur Sicherung des Mindeſteinkommens
fortdauern.
Munttteic i Bcffen.
Troß bisher unerhörker ſinanzieller Aufwendungen für Rüſtungszwecke fordert der franzöſiſche Generalftab
ſtels von neuem vermehrte Aufrüſtung und Sicherheik.
Unerſätklich.
Der franzöſiſche Generalſtab, über deſſen Stärke und Einfluß
irgend welche Meinungsverſchiedenheiten nicht beſtehen können,
hat ſich der Pariſer Regierung gegenüber durchgeſetzt. Es bleibt
bei der alten Linie: Aufrüſtung und Sicherheit als ein
untrennbares Ganze, Frankreichs „Sicherheit” ſol alſo durch eine
weitergehende Aufrüſtung garantiert werden. Dieſe Linie dem
Ausland gegenüber, vor allem aber in den Verhandlungen mit
England und Deutſchland zu verſchleiern, iſt Sache der Herren vom
Quai dOrſay, die auch gewitzigt genug ſind, die Oeffentlichkeit
mit immer neuen Formulierungen zu überraſchen.
Wie ſieht es aber in Wirklichkeit aus? Der franzöſiſche
Hee=
resetat ſah im Jahr 1928 Geſamtausgaben in Höhe von 1,57
Mil=
liarden GM. vor, die im Jahr 1931 auf 2,02 und im Jahr 1932
auf 3,05 Milliarden Goldmark ſtiegen. Es wurden daneben noch
zahlreiche außerordentliche Kredite und Nachtragskredite bewilligt.
Aber die oben erwähnte Ziffer möge zunächſt alſo für uns
aus=
ſchlaggebend bleiben. Sie zeigt eine
hunderkprozenkige Steigerung der Ausgaben.
Auch Ausgaben für die Aufrüſtung Frankreichs im Jahre 1933
be=
tragen allein für den Heeresetat 2,75 Milliarden GM. Die
Pa=
riſer Regierung kann alſo nur behaupten, daß etwa 10 Prozent
abgeſtrichen worden ſeien. Dieſe Senkung wird denn auch
fortge=
ſetzt als franzöſiſche Einſchränkung der Rüſtungen herausgeſtrichen.
Es wird aber dabei bewußt die Tatſache unterſchlagen, daß
ge=
genüber 1928 noch immer eine 90prozentige
Stei=
gerung der Ausgaben zu verzeichnen iſt.
Wenn man ſich eine Statiſtik über die Mittel zur
Beſchaffung des Kriegsmaterials zur Hand nimmt,
dann ergibt ſich, daß ſie für die franzöſiſche Propaganda
auszugs=
weiſe recht fruchtbar iſt, da ſie in ihrer Geſamtheit ſchon die
Sät=
tigung Frankreichs mit Kriegsmaterial
wider=
ſpiegelt. Im Jahre 1928 wurden 316,8 Milliarden Francs, 1933
aber nur 157,7 Milliarden für Waffen angefordert. Das Abſinken
iſt lediglich darauf zurückzuführen, daß Frankreich bereits über all
die Waffen verfügt, die es für ſein ſtehendes Heer und die
Mil=
lionen ausgebildeter Reſerven in Heimat und Kolonien gebraucht.
Umgekehrt ſtiegen die Ausgaben für Munition. 1928 wurden 525,5
Milliarden Francs und 1933 822,7 Milliarden ausgegeben.
Nach=
dem man ſich alſo mit Waffen genügend eingedeckt, erfolgt die
An=
legung ungeheurer Munitionslager. Die Ausrüſtung mit
Spezial=
waffen und Kraftfahrzeugen erfordert ebenfalls einen ſteigenden
Finanzbedarf. 1928 weiſt der Etat 681,7 Milliarden Francs, 1933
ſchon 744,8 Milliarden auf. Die Ausgaben für Befeſtigungen ſind
ebenfalls ein ſchlüſſiger Beweis dafür, daß Frankreichs Aufrüſtung
vollzogen iſt, und daß es nunmehr dazu übergehen konnte, die
Be=
feſtigungsanlagen zu moderniſieren. 1928 betrugen hierfür die
Ausgaben 219,6 Milliarden und 1933 die unerhörte Summe von
1524,5 Milliarden.
Dennoch will der franzöſiſche Generalſtab neue
Waffen= und Munikionslager anlegen und die
Milikariſierung des franzöſiſchen Volkes forkſetzen.
In der franzöſiſchen Preſſe und in den franzöſiſchen Noten wird
aber nach wie vor davon geſprochen, daß Frankreichs Schutz und
Sicherheit ungenügend ſei. Man deutet dabei regelmäßig auf
Erziehung zum Lied.
Von Profeſſor Georg Vollerthun.
Der bekannte Komponiſt Prof. Vollerthun iſt
als „Erzieher zum Lied” an die Staatliche
Hoch=
ſchule für Muſik in Berlin berufen worden.
Das Volkslied iſt zweifellos die Grundlage unſerer
ge=
ſamten Muſik. Solange das Volkslied gedeiht, d. h. ſolange es
neu geſchaffen wird, ſtrömt der Kunſtmuſik ein lebendiger Quell
zu, der ſie nährt und ſo am Leben erhält. Die Muſik jedes
Volkes ſtützt ſich in ihrem Fundament auf das Volkslied, das
die Eigenſchaften des Muſikſchaffens des betreffenden Landes
charakteriſtiſch ausprägt. Ein Beiſpiel: Wüßte man nicht, daß
die auch in Deutſchland viel geſungenen „Schlager” des
ita=
lieniſchen Volksliedes — „O ſole mio” und „Santa Lucia”—
reinſte Produkte der Volksmuſik ſind, könnte man ſie für
Opern=
arien eines Bellini, Donizetti oder Verdi halten. Auch die in
den Nachkriegsjahren in der ganzen Welt weitverbreitete ruſſiſche
Muſik ſchöpft aus dem Schatze des Volksliedes. Tſchaikowſki
benutzt ruſſiſche Volkslieder ſogar in ſeinen Symphonien. Auch
der ſo kosmopolitiſch ſich gebärdende Strawinſki verdankt ſeinen
erſten Ruhm dem Ballett Petruſchka, einer glänzenden
Bear=
beitung ruſſiſcher Volksliedthemen.
Gerade das deutſche Lied, das uns allen ſo am Herzen
liegt, trägt im höchſten Maße alle charakteriſtiſchen Zeichen
unſerer herrlichen deutſchen Muſik: Innigkeit, Gefühlswärme
und Tiefgründigkeit. Alle dieſe Eigenſchaften ſind in reinſter
Form im Volkslied vorhanden. Das urſprüngliche Volks= und
Tanzlied, aus grauen Urzeiten ſtammend, in denen ſich auch
ſeine Anfänge verlieren, war der muſikaliſche Ausdruck eines
naturhaften Volksempfindens. Das deutſche Kunſtlied nimmi
eine ganze beſondere Stellung ein, da es einzigartig iſt.
Es hat in ſeiner Entwicklung zwei Höhepunkte erlebt; den
erſten bereits im 17. Jahrhundert. Der Königsberger Komponiſt
Albert ſowie Johann Adam Krieger, der Schöpfer des
ſo=
genannten Geſellſchaftsliedes, und Heinrich Schütz, waren die
Meiſter, die dem deutſchen Lied der Barockzeit den Gipfel zu
erreichen halfen. Den zweiten Höhepunkt — diesmal im
19. Jahrhundert — repräſentiert Franz Schubert, den wir
zu=
gleich als den unbeſtrittenen Meiſter, den wahren Fürſten des
Liedes, bezeichnen müſſen. Zu ihm ſtrömt alles auf dem
Ge=
biete des Liedes und wird von ihm zurückgeſtrahlt. Schubert
pflegte alle Formen des Geſanges, vom Volkslied an über das
Strophenlied bis zum durchkomponierten Lied. Das Volkslied
iſt die einfachſte Form des Liedes, das Strophenlied enthält
eine und dieſelbe Melodie zu allen Verſen. Hier ſind die
Grundſätze des Volksliedes auf das Kunſtlied in einer
gewiſſer=
maßen verfeinerten Form übertragen. Bei dem
durchkomponier=
ten Lied entwickelt ſich die Muſik, ungebunden an Stsopheu,
Deutſchland, das mit ſeinen 100 000 Mann ohne Reſerven
doch niemals auch nur im Traume daran denken
kann, gegen die ſchwergerüſteten Millionen der
Franzoſen und ihrer Bundesgenoſſen
aufzumar=
ſchieren.
Zudem iſt die franzöſiſche Sicherheit neben dieſen militäriſchen
Rüſtungen noch dadurch garantiert, daß militäriſch die Grenzen
Frankreichs auf dem Oſtufer des Rheins beginnen, und daß der
geſamte deutſche Weſten eine 50 Klm. breite entmilitariſierte Zone
beſitzt. Darüber hinaus iſt Frankreich durch den Kelloggpakt und
den ebenfalls ſehr weitgehenden Locarno=Vertrag geſchützt. Das
alles wird aber von Frankreich gefliſſentlich überſehen und der
Eindruck zu erwecken verſucht, als ob Deutſchlnd heute ein
mili=
täriſches Uebergewicht beſitze. Daher auch der Ruf nach einer
Kon=
trolle Deutſchlands, wozu die ungeheuerliche Behauptung
heran=
gezogen wird, daß Deutſchland fortgeſetzt aufrüſte, obwohl im
In=
land wie im Ausland, jedermann weiß, daß wir weder unſer
100 000 Mann=Heer überſchritten, noch uns mit neuem
Kriegs=
material verſorgt haben.
Abrüftungsdebakke im engliſchen
Aiteryuug.
Eden über ſeine europäiſche Miſſion.
DNB. London, 14. März.
Trotz der allgemein herrſchenden Anſicht, daß vor Eingang
des franzöſiſchen Memorandums jede Erörterung der
Abrüſtungs=
frage eine Rechnung ohne den Wirt ſein muß, ſprach der
Arbeiter=
abgeordnete Morgan Jones am Mittwoch im Unterhaus über
das Abrüſtungsproblem. Großſiegelbewahrer Eden erklärte im
Namen der Regierung, es ſei im gegenwärtigen Augenblick ſehr
unerwünſcht, über die Antworten Bericht zu erſtatten, die er von
den Regierungen Frankreichs, Deutſchlands und Italiens
wäh=
rend ſeiner europäiſchen Rundreiſe erhalten habe. Er wolle jedoch
über gewiſſe Eindrücke berichten, die er während ſeiner Reiſe
er=
halten habe; jedoch trügen dieſe Mitteilungen keineswegs
amt=
lichen Charakter. Die lange Verzögerung der
Abrüſtungskonfe=
renz ſei darauf zurückzuführen, daß die Staaten der Welt kein
genügendes Vertrauen und nicht den genügenden Mut
aufbräch=
ten. Wenn man die Beweggründe hierfür verſtehen wolle, ſo
müſſe man ſich bemühen, die Geſichtspunkte der Einwohner von
Paris ebenſo wie die der Einwohner von Berlin zu verſtehen.
Er wolle daher verſuchen, mit den Augen der Bewohner dieſer
beiden Städte zu ſehen.
Frankreich ſei immer noch ſeil Ende des Krieges
um ſeine Sicherheit beſorgt.
Man müſſe aber auch in Rechnung ziehen, daß Deutſchland
dieſelben Gefühle, in anderer Geſtalt ausgedrückt, haben könne.
Frankreich ſei ſo überzeugt, keine Angriffsabſichten gegen
irgend=
einen anderen Staat zu haben, daß es auch kaum glauben könne,
daß ein anderes Land, dem keine entſprechenden Rüſtungen erlaubt
ſind, ſich nicht vollkommen ſicher in der Nachbarſchaft Frankreichs
fühle.
Das Bevölkerungsproblem ebenſo wie die „halbmilitäriſche
Ausbildung” in Deutſchland erhöhten die Befürchtungen
Frank=
reichs. Ein anderer Beweggrund der Franzoſen werde auch von
S Das Schubert Lied enthält in ſich die
Keimzelle des Muſidramas, das durch Richard Wagners
unver=
gleichliche Kunſt die ganze Welt erobert hat. Im „Erlkönig”
beiſpielsweiſe iſt das ganze Drama des Goetheſchen Gedichts
geſtaltet. Der Vortragende hat, von der Muſik dramatiſch
unter=
ſtützt, den ganzen Vorgang plaſtiſch darzuſtellen und ſowohl
die Stimme des Vaters, die Stimme des Kindes und die
Stimme des geſpenſtiſchen Erlkönigs zu erſchüuerndem
Aus=
druck zu bringen. Die weniger bekannten Lieder, wie z. B.
„Der Zwerg”, „Der Doppelgänger” und „Totengräbers
Heim=
weh”, ſind für das muſikdramatiſche Weſen des Schubertſchen
Liedes gleichfalls charakteriſtiſch. Das Lied „Die junge Nonne‟
könnte man als den Typus eines Muſikdramas in kleinſter
Form anſprechen. Hier iſt eine knappe dramatiſche Handlung
muſikaliſch meiſterhaft untermalt. Selbſt Richard Wagner
ver=
dankt nach ſeinem eigenen Zeugnis viele muſikaliſch=dramatiſche
Anregungen dem Studium Schubertſcher Lieder. Nur ſehr
wenige wiſſen, daß der Liederkomponiſt Schubert eine ganze
Anzahl Opern komponiert hat, denen jedoch der Erfolg verſagt
blieb, da dem genialen Schöpfer des Liedes der für die Bühne
notwendige dramatiſche Nerv fehlte.
Im 19. Jahrhundert unterſcheiden ſich zwei Liedſtilarten.
Das eine nennen wir das Charakterlied, wie es gerade
Schubert geſchaffen hat. Die Reihe ſetzt ſich fort über Robert
Franz und Brahms bis zu Hugo Wolf. Dieſer Komponiſt iſt
in ſeinem Liedſchaffen der zweite große ſchöpferiſche Genius
und erſcheint beinahe Schubert ebenbürtig. Die andere Linie
möchte ich Klanglied nennen. Das Urbild des Klangliedes
finden wir im Schaffen Robert Schumanns, deſſen Schaffen
gerade im Klanglichen kulminiert, und zwar auch hinſichtlich
der Geſangslinie. Während bei Schubert viele Lieder eine
dramatiſche Einſtellung haben, ſind die meiſten Geſänge
Schu=
manns rein lyriſche Gebilde. Dieſe Linie gehr über den zu
Unrecht wenig beachteten Wilhelm Jenſen, Franz Liſzt bis zu
Richard Strauß, zwiſchen deſſen beiden Stilen ſteht Ludwig
Loewe, ein nicht allzu individueller Geſtalter, aber
beachtens=
werter Balladenkomponiſt.
Wie ſteht es nun mit der Erziehung zum Lied, deſſen
Ent=
wicklung wir uns vergegenwärtigen mußten, um die Bedeutung
des Liedes zu erfaſſen? In der Entartungszeit der 14
Nach=
kriegsjahre waren auf dem Gebiete des Liedes, wie ja leider
überall, aus Spielerei und Snobismus Produkte geſchaffen
worden, die ſchon deshalb keinen Beſtand haben konnten, weil
ſie ſich gegen den Charakter der menſchlichen Stimme richteten.
Das Lied als ſolches wurde allmählich weniger „gefragt”, So
mußten auch die jungen Sänger aus wirtſchaftlichen Gründen
ihr Intereſſe mehr der Oper als dem Lied zuwenden. Die
Folge war, daß der Opernſänger nur nebenbei auch
Lieder=
ſänger wurde. Man muß bedenken, daß deutſches Kunſtlied und
Arie verſchiedenartigen Bedingungen unterworfen ſind und dem
Deutſchlands eigene Sicherheit ebenſo ein
lebens=
wichliges Inkereſſe für die Deutſchen ſein kann) 9e M
wie die franzöſiſche Sicherheit für Frankreich. ea Befin
Ort
Deutſchland würde ohne Zweifel erklären, daß es lange auf di ſuh die
Gleichberechtigung gewartet hat und die Deutſchen kaum glaubel
können, daß Frankreich immer noch mehr Sicherheit wünſcht.
Er — Eden — glaube nicht daran. Wettrüſten allei
ſei keine Sicherheit. Wenn England auch noch
viel für ſeine Sicherheit durch Rüſtungen tu
würde, ſo dürfe man ſich doch nicht einbilden, da
England ſich jemals den Luxus der Iſolierunſ ihrer
e3 60
erſtän!
Zur 1
FrArbeit
B ſich um
Treuhä
beirat
leiſten könne. Auf die Frage: Was denn getan werde, un beit 80
das internationale Vertrauen wiederherzuſtellen und die Lüch
zwiſchen Frankreich und Deutſchland zu überbrücken, erklärte Eden "
ation,
Wir müſſen zwei Ziele verwirklichen, ſonſt tragen wie
nicht genügend zur Wiederherſtellung des Verſſi ell
trauens in Europa bei:
1. Iſt eine Vereinbarung zu verwirklichen — nicht eine ideal 000sd
Konvention, die eine gewiſſe, den Wirklichkeiten der Gegenwan wie ſohe
händer
tragende Abrüſtung enthält, kurz: eine Konvention auf der Grund nach vor
lage unſerer neuerlichen Denkſchrift.
2. Muß verſucht werden, das volle Anſehen des Völkerbundee on den M
wiederherzuſtellen, das dieſer nur durch die aktive Mitgliedſchaf aß ſie mit
aller großen weſteuropäiſchen Mächte genießen kann.
Uhaft des
Zum Schluß ſeiner Rede ſetzte ſich Eden ſtark, für derſchverſtän
Völkerbund ein und betonte die völlige Uebereinegungen u
ſtimmung zwiſchen der engliſchen und amerika ſſſenden
niſchen Regierung in der Abrüſtungsfrage.
Sir Herberk Samuel für Rüſtungsgleichheit in Europt 0 50c
Der frühere Innenminiſter Sir Herbert Samuel meint/ 5MkAchſ
die gegenwärtige Fortſetzung des gefährlichen Zuſtandes der
Ab=
rüſtungskonferenz ſei allein auf die deutſche Revolution, den Aus cM5)
tritt Deutſchlands aus dem Völkerbund und das Wiederauflebei
des militariſtiſchen Geiſtes in Deutſchland zurückzuführen. Er
freu=
ſich, daß Eden die Aufmerkſamkeit des Unterhauſes, auf die
ſeh=
bedeutende und bedauerliche Rede des Generals Göring in Pots hdererſeits
dam gelenkt habe. Er glaube aber nicht, daß man Deutſchland der hiſt des 9
Zuſtand der Abrüſtung angeſichts einer gerüſteten Welt aufzwin ſeuhander
gen könne. Seiner Anſicht nach müſſe die Rüſtungsgleichtmen Vort
ſundſätz!
heitin Europa zugeſtanden werden.
Piraten.
Uir Abeit
Ein Sicherheitsplan Litwinows?
Iber alle
London, 14. März. urſchieden
Der diplomatiſche Korreſpondent des „Daily Telegraph’ſchverſtä
ſchreibt, die Sowjetregierung wolle wiederum eine aktive diplo, lebend
matiſche Rolle in Europa ſpielen.
ſeſer
In der Erwartung, daß die Abrüſtungsverhandlungen fehlltirates
ſchlagen, bereite Litwinow einen neuen Sicherheitsplan vor. Dieuhlen Arb
ſer würde aus einem Pakt gegenſeitigen Beiſtands und einen ſtimmur
Nichtangriffsabkommen beſtehen. Alle Mächte ſollen zur
Teil=
nahme eingeladen werden. In dem Plan werde die neue Defi
nition des Angreifers enthalten ſein, die in den im Sommer der
vergangenen Jahres abgeſchloſſenen Verträgen gegeben wurde.
Wie der Korreſpondent weiter ausführt, verfolgt Rußlan)
mit dieſem Pakt zwei diplomatiſche Ziele: Einmal eine Iſolie
mit
3 einer
räfte
rung Japans, das den Pakt in der angedeuteten Form wahrent Arbeit
ſcheinlich kaum unterzeichnen dürfte, und dann eine weitere An
näherung an Frankreich, das die ruſſiſchen Vorſchläge vorausſicht
lich wieder warm begrüßen wird. England, ſo wird anſchließen)
ausgeführt, würde den ruſſiſchen Plan wahrſcheinlich ablehnen
da das darin vorgeſehene Syſtem von automatiſchen Sanktioner
ſchtern,
egt w
ſte zu
den die
tont
über den Locarno=Vertrag hinaus zuſätzliche Verpflichtungen auf K, aus
dem Kontinent bringen würde.
Vortragenden auch verſchiedene Aufgaben ſtellen. Das Weſet
der Arie iſt eine geſchloſſene Linie, die eine reſonanzfähig
Stimme verlangt. Beim Lied dagegen entſcheidet die Farb/die
der Stimme. Der Liederſänger muß befähigt ſein, die Zwiſchen
farben abzutönen. Die Aufgabe des Erziehers zum Liede i/0
vor allem, der jungen Sängergeneration die Idee des Liedeſ
näherzubringen. Auch die Dichtung muß hier, zumal die Text yülb
meiſt von den größten Meiſtern des deutſchen Worts — z. BI
Goethe, Schiller, Uhland, Eichendorff — ſtammen, ihre beſonder
Beachtung finden. Man darf nicht vergeſſen, daß jedes Lied zu
50 Prozent aus Dichtung und zu 50 Prozent aus Muſik beſteh.
Die zweite außerordentlich wichtige Aufgabe iſt, den Begleite
heranzubilden, an dem es bisher wahrhaftig fehlt. Wir haben
unendlich viele Pianiſten, ſie alle faſt haben aber bisher daß
Lied zu gering geſchätzt. Dem Liedbegleiter muß das Expreſſivy !
Gbe=
die Ausdruckswärme, beigebracht werden. Die Aufgabe des Er /0n
ziehers iſt, Sänger und Begleiter näher zueinander zu bringen,
ſo daß dann ſchließlich eine künſtleriſche Vereinigung ſtattfinde,
bei der die Leiſtung beider zu einem harmoniſchen Ganzer
verſchmilzt.
Der Arbeiker und ſeine Arbeik.
Der neue Staat hat dem Arbeiter eine große, für den Auſ
bau von Volk und Staat grundlegende Bedeutung zugemeſſer
Die Aufgaben, die ſich daraus ergeben und unter denen die
Wiedereingliederung des Arbeiters ins Volksganze an erſte
Stelle ſteht, ſind in den Reden und Kundgebungen des letztel
Jahres oft und nachdrücklich herausgeſtellt worden. Die erſt”
Vorausſetzung für ihre Durchführung iſt eine wirkliche Kenntnil
des Arbeiters, ſeiner Lebensbedingungen und ſeiner Arbeit und
man kann nicht ſagen, daß die anderen Volksgruppen durchwel
dieſe Kenntnis und damit die Möglichkeit zum Verſtändnis de
Arbeiters beſitzen. Aus Büchern wird ſich das auch immer nu
mangelhaft gewinnen laſſen, trordem wollen wir hier der
Leſer mit einem Buch über dieſe Fragen bekannt machen
Richard Gothe: Der Arbeiter und feine Arbei=
(Verlag Die Runde, Berlin),
Auf dem knappen Raum von 92 Seiten ſcheint uns hie
manches Wichtige zum Thema geſagt zu ſein, hauptſächlich des
halb, weil der Verfaſſer nicht von außen an ſeinen Gegenſtan!
herangetreten iſt, ſondern vorwiegend aus eigner Erfahrung
und aus Kenntnis der inneren Zuſammenhänge geſchrieben hau
Daß er überdies die einſchlägige Literatur beherrſcht und di
Fähigkeit zu ſtraffer Zuſammenfaſſung der Tatſachen beſitzt, be
wahrt ihn überall davor, ins Nur=Perſönliche abzugleiten. Die
Möglichkeit, derart von zwei Seiten an ſein Thema heranzu
treten, verdankt er ſeinem Lebenslauf, über den er ſelbſt folgen
des mitteilt: „Ich bin 33 Jahre alt. Bis zum 14. Jahr hab
Donnerstag, 15. März 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 73 — Seite 3
Die Midang ven Sacvelſtanergendentaig!
der Hachverſtändigenbeirak berakendes Organ des Treuhänders der Arbeik. — Haupkaufgabe der
Sachver=
ftändigen-Ausſchüſſe Feſtſehzung von Lohn= und Arbeitsbedingungen.
Jahr wird allerdings dieſe Friſt verlängert. In dem von den
Die näheren Vorſchriften
Treuhändern der Arbeit der Deutſchen Arbeitsfront
einzureichen=
den Verzeichniſſen können Wirtſchaftszweige von untergeordneter
Bedeutung zu einer Gruppe zuſammengefaßt werden.
Wirt=
über die Errichkung des Sachverſtändigenbeirals ſchaftszweige, für die durch reichsgeſetzliche Regelung eine
und der Sachverſtändigen=Ausſchüſſe.
DNB. Berlin, 14. März.
Die vom Reichsarbeitsminiſter unter dem 10. März erlaſſene
. Verordnung zur Durchführung des Geſetzes
ur Ordnung der nationalen Arbeit enthält neben
den Beſtimmungen über die Beſtellung der Vertrauensmänner
auf dieſtuch die näherenVorſchriften über dieErrichtung
hoßes Sachverſtändigenbeirats und der
Sach=
erſtändigen=Ausſchüſſe.
Zur Unterrichtung und Beratung ſtehen den Treuhändern
der Arbeit zwei Sachverſtändigengremien zur Verfügung. Handelt
uhls ſich um allgemeine oder grundſätzliche Fragen, ſo berufen
a ſie Treuhänder der Arbeit den Sachverſtändigenbeirat.
nßut ihrer Beratung im Einzelfall können die Treuhänder der
ſrbeit Sachverſtändigenausſchüſſe berufen.
Der Sachverſtändigenbeirat iſt alſo eine ſtändige
Organi=
ſation, während die Sachverſtändigenausſchüſſe von Fall
zu Fall gebildet werden können. Der
Sachverſtändigen=
beirat ſetzt ſich aus Angehörigen der verſchiedenſten
Wirt=
ſchaftszweige zuſammen und repräfentiert ſo die
Geſamt=
wirtſchaft des jeweiligen Wirtſchaftsgebietes beim
Treu=
händer der Arbeit, während die Sachverſtändigenausſchüſſe
nach vornehmlich fachlichen Geſichtspunkten zu bilden ſind.
terbundyßon den Mitgliedern des Beirats muß daher verlangt werden,
eliedſchaflſaß ſie mit allen ſozialen und wirtſchaftlichen Fragen der
Wirt=
chaft des betreffenden Treuhänderbezirks vertraut ſind. Vom
ür derßachverſtändigenbeirat werden daher in der Regel die An=
Vereitſegungen und Vorſchläge in allen das Wirtſchaftsleben des be=
Gerikageffenden Bezirks berührenden grundſätzlichen Fragen
aus=
ſehen.
Eurgud Der Sachverſkändigenbeirak iſt gewiſſermaßen das
Imeine Sprachrohr, durch das die verſchiedenen
Wirt=
z der Abe
den Aue ſchafkszweige ihre Wünſche beim Treuhänder der
raufleben
Er freug
Arbeik zur Gelkung bringen können.
die ſeht
Votz=Andererſeits iſt der Sachverſtändigenbeirat, weil er die
Wirt=
den haft des geſamten Bezirks verkörpert, auch dazu berufen, dem
„„Freuhänder der Arbeit ein ſtändiges Spiegelbild der
wirtſchaft=
gichen Vorgänge in ſeinem Bezirk zu geben und ihn in allen
rundſätzlichen Fragen auf dem Gebiet der Sozialpolitik zu
eraten. In dem Sachverſtändigenbeirat beſitzt der Treuhänder
er Arbeit ein Inſtrument, das es ihm ermöglicht, ſich ſtändig
ber alle ſozialen und wirtſchaftlichen Vorkommniſſe in den
März erſchiedenen Wirtſchaftszweigen zu unterrichten. Durch den
egrap) 5achverſtändigenbeirat bleibt der Treuhänder der Arbeit ſtets
be diplom lebendiger Verbindung mit der Wirtſchaft ſeines Bezirks.
dieſer Zweckbeſtimmung des
Sachverſtändigen=
gen fehlleirates entſprechen die im Geſetz zur Ordnung der
natio=
vor Die ſalen Arbeit und in der dazu ergangenen
Durchführungs=
d einemſeſtimmung enthaltenen
ur Teill
eue Deſil
Vorſchriffen über ſeine Errichkung.
amer de
wurde, damit die Gewähr beſteht, daß ſich der Sachverſtändigenbeirat
Rußlandus einer Ausleſe der beſten und brauchbarſten
Iſolies räfte zuſammenſetzt, und um andererſeits den Treuhändern
ſm wahrer Arbeit die Auswahl dieſer Kräfte nach Möglichkeit zu
er=
ſtere Aneichtern, iſt der Deutſchen Arbeitsfront die Verpflichtung
auf=
ausſichtklegt worden, den Treuhändern der Arbeit eine
Vorſchlags=
chließendi ſte zu übermitteln. Zur Vorbereitung dieſer Vorſchlagsliſte
ehnen gen die Treuhänder der Arbeit der Deutſchen
Arbeits=
mnitionenront zunächſt ein Verzeichnis derjenigen Wirtſchaftszweige
ngen aufor, aus denen ſie die Mitglieder des Sachverſtändigenbeirates
u berufen beabſichtigen. Dieſe Verzeichniſſe ſind bis zum
5. März der Deutſchen Arbeitsfront zu übermitteln. In dieſem
ſtändiſche Gliederung durchgeführt iſt wie z. B. für den
Reichs=
nährſtand, ſind ſtets als beſondere Wirtſchaftszweige zu führen.
Für die ihr von den Treuhändern der Arbeit bezeichneten
Wirtſchaftszweige hat die Deutſche Arbeitsfront ihr als
Sach=
verſtändige geeignet erſcheinende Perſönlichkeiten vorzuſchlagen,
und zwar je Wirtſchaftszweig 5 Betriebsführer und
Gefolg=
ſchaftsangehörige (Arbeiter und Angeſtellte). Die Treuhänder
der Arbeit können aus beſonderen Gründen für einzelne
Wirt=
ſchaftszweige auch die Benennung einer größeren Anzahl von
Sachverſtändigen vorſchlagen. Als Gefolgſchaftsangehörige ſollen
in erſter Linie Vertrauensmänner in Vorſchlag gebracht werden.
Die Vorſchlagsliſten haben Gültigkeit für die Dauer eines
Jahres (1. Mai bis 30. April).
Aus den vor der Deutſchen Arbeitsfront in Vorſchlag
ge=
brachten Perſonen hat der Treuhänder der Arbeit dreiviertel
der Mitglieder des Sachverſtändigenbeirates zu entnehmen; ein
Viertel kann er frei, d. h. ohne Vorſchlag berufen.
Der Sachverſtändigenbeirak muß erſtmalig ſpäkeſtens
bis zum 30. Juni einberuſen werden.
Die Mitgliederzahl des Sachverſtändigenbeirates ſoll 16 nicht
überſteigen. Ueber dieſe geſetzlich vorgeſehene Begrenzung der
Mitgliederhöchſtzahl hinaus beſteht für den Treuhänder der
Arbeit hinſichtlich der Zuſammenſetzung des Beirates keinerlei
Bindung. Wenn es ſich auch im allgemeinen empfehlen wird,
die Sachverſtändigen möglichſt in gleicher Anzahl den
Betriebs=
führern und Gefolgſchaftsangehörigen zu entnehmen, und auch
bei den letzteren Arbeiter und Angeſtellte tunlichſt in
angemeſ=
ſener Weiſe zu berückſichtigen, ſo hat der Geſetzgeber doch
be=
wußt darauf verzichtet, in dieſer Hinſicht bindende Vorſchriften
für den Treuhänder der Arbeit zu erlaſſen. Das hat ſeinen
guten Grund darin, daß
der Hachverſtändigenbeirak lediglich
Berakungs=
organ des Treuhänders der Arbeit ſein ſoll.
dem alſo keine irgendwelche Abſtimmungen erfordernde
Ent=
ſcheidungen obliegen und bei deſſen Zuſammenſetzung daher auch
keine Paritätsgrundſätze zu berückſichtigen ſind. Der Treuhänder
der Arbeit iſt daher auf Grund der Freiheit, die ihm der
Geſetz=
geber gelaſſen hat, in der Lage, den Sachverſtändigenbeirat der
tatſächlichen Wirtſchaftsſtruktur ſeines Bezirks ſoweit wie
mög=
lich anzupaſſen. Er braucht daher z. B. nicht peinlich darauf
zu achten, daß bei der Zuſammenſetzung des
Sachverſtändigen=
beirats etwa das Stärkeverhältnis der einzelnen
Wirtſchafts=
zweige untereinander rein zahlenmäßig unter allen Umſtänden
gewahrt iſt. Vielmehr kann er einzelne Wirtſchaftszweige oder
auch innerhalb eines Wirtſchaftszweiges etwaige Großbetriebe,
ihrer überragenden Bedeutung entſprechend, im
Sachverſtändigen=
beirat berückſichtigen, insbeſondere für den einen oder anderen
Wirtſchaftszweig, wenn ihm dies geboten erſcheint, auch mehrere
Sachverſtändige beſtimmen.
Die Haupkaufgabe der Sachverſtändigenausſchüſſe
dagegen liegk auf dem Gebiet der Feſtſehung von
Lohn= und Arbeitsbedingungen.
Tarifordnungen oder Richtlinien für den Inhalt von
Betriebs=
ordnungen und Einzelarbeitsverträgen kann der Treuhänder der
Arbeit oder ſein Beauftragter nur nach vorheriger Beratung
in einem Sachverſtändigenausſchuß feſtſetzen. Darüber hinaus
ſteht es aber im Ermeſſen des Treuhänders der Arbeit, ſich der
Mithilfe des Sachverſtändigen=Ausſchuſſes zu bedienen, wenn
ihm das im Einzelfalle geboten erſcheint. Abgeſehen von den
Fällen der Feſtſetzung von Tarifordnungen und Richtlinien für
den Inhalt von Betriebsordnungen und Einzelarbeitsverträgen,
wo die Beratung in einem Sachverſtändigenausſchuß geſetzlich
vorgeſchrieben iſt, ſteht die Bildung von
Sachverſtändigen=
ausſchüfſen im freien Ermeſſen des Treuhänders der Arbeit.
Er iſt hierbei an keine Vorſchlagsliſten geſetzlich gebunden,
ſondern kann die Sachverſtändigen aus den ihm geeignet
er=
ſcheinenden Perſönlichkeiten ſeines Bezirkes beſtimmen und
zwar vornehmlich aus den Angehörigen des jeweils im
Einzel=
falle in Betracht kommenden Wirtſchaftszweiges. Die Zahl der
Mitglieder eines Sachverſtändigenausſchuſſes ſoll acht nicht
überſteigen. Die Sachverſtändigen ſollen möglichſt in gleicher
Zahl aus Betriebsführern und Angehörigen der Gefolgſchaft
entnommen werden.
Die Sachverſtändigen erhalten eine
ange=
meſſene Entſchädigung für den ihnen aus der
Wahrnehmung ihrer Tätigkeit erwachſenden
Verdienſtausfall und Aufwand, ſowie Erſatz
der Fahrkoſten.
Die Bekannkmachung der von den Treuhändern
der Arbeit erlaſſenen Richklinien und
Tariford=
nungen erfolgk im Reichsarbeitsblaft.
Im Reichsarbeitsminiſterium wird ein Regiſter der
Richt=
linien und Tarifordnungen (Tarifregiſter) geführt und eine
Sammlung der erlaſſenen Richtlinien und Tarifordnungen
an=
gelegt. In das Tarifregiſter und die
Tariſ=
ſammlung kann während der regelmäßigen
Dienſtſtunden Einſicht genommen werden; auch
wird auf Verlangen eine ſchriftliche Auskunft
über die Eintragungen in das Tarifregiſter
koſtenlos erteilt. Ferner haben die Treuhänder
der Arbeit auf Verlangen koſtenlos Auskunft
über die von ihnen erlaſſenen Richtlinien und
Tarifordnungen zu geben.
Für Lohnſtatiſtiſche Zwecke iſt den Führern von Betrieben
mit in der Regel mindeſtens 50 Beſchäftigten die Verpflichtung
auferlegt, zwei Abdrucke der Betriebsordnung dem Statiſtiſchen
Reichsamt (Abteilung für Sozialſtatiſtik) einzuſenden, falls die
Betriebsordnung die Höhe des Arbeitsentgeldes regelt. Auch in
ſonſtigen Fällen können das Statiſtiſche Reichsamt wie die
Treuhänder der Arbeit die Einreichung eines Abdruckes der
Betriebsordnung verlangen.
In Ergänzung der Vorſchrift des § 28 des Geſetzes
be=
ſtimmt die Durchführungsverordnung, daß etwa verhängte
Geldbußen zum Beſten der NS.=Gemeinſchaft
„Kraft durch Freude” zu verwenden ſind.
Aufgebügelte Lügen.
Im Pariſer Buchhandel iſt nach der Fälſchung der
Ueber=
ſetzung des Führer=Buches „Mein Kampf”, die zwiſchenzeitlich
beſchlagnahmt wurde, jetzt eine Broſchüre erſchienen, die unter
der gleichen Flagge ſegelt, wie die tendenziös zugeſchnittene
Ueberſetzung des Hitler=Buches. Es handelt ſich bei dieſer
Bro=
ſchüre um eine Zuſammenſtellung der ſattſam bekannten
Lügen=
des „Petit Pariſien” über geheime
Anweiſun=
gen des Propagandaminiſteriums an die
diplo=
matiſchen Vertretungen im Ausland. Vor zwei
Mo=
naten verſuchte das Pariſer Hetzblatt mit der Veröffentlichung
dieſer „Dokumente” Eindruck zu erwecken. Viel Glück hat es
da=
mit, wie nachträglich feſtgeſtellt werden kann, im Ausland nicht
gehabt. Man hat wohl verſchiedentlich von den „Enthüllungen”
Gebrauch gemacht, iſt aber bald davon abgekommen, weil man
ſehr raſch einzuſehen begann, daß es dem Pariſer Blatt
mit ſeinem Manöver nur darauf ankam die
Frie=
denspolitik des Kanzlers zu durchkreuzen, und
daß jeder, der ernſthaft von dem „Material” dieſes Hetzblattes
Gebrauch machen würde, ſich nur ſelbſt einen ſchlechten Dienſt
er=
weiſen würde. Dennoch hat der „Petit Pariſien” ſeine
wider=
legten Lügen erneut aufgegriffen und jetzt in Buchform
veröffent=
licht. Wir brauchen wohl nicht nochmals zu betonen, daß alles,
was in dieſer Broſchüre zu finden iſt, lückenloſe Lügen ſind, die
dadurch, daß ſie in Broſchürenform wiederholt werden, nicht wahrer
werden.
Keine Aufhebung der Mitgliederſperre
bei der NSDAP.
DNB. München, 14. März
Der Reichsſchatzmeiſter der NSDAP. erläßt folgende
Bekannt=
gabe:
Aus gegebenem Anlaß wird hiermit zur Kenntnis gebracht,
daß die derzeitige Mitgliederſperre in abſehbarer Zeit nicht
auf=
gehoben wird. Geſuche von Volksgenoſſen um Aufnahme in die
Partei ſind daher zwecklos.
anzſähigech die Volksſchule beſucht, danach habe ich mit einer faſt zwei=
Farblährigen Unterbrechung, in der ich Soldat war, 15 Jahre als
wiſchen’5chloſſer (Lehrling, Geſelle und Meiſter) in Nord= und Süd=
Liede ſeutſchland, Braſilien (drei Jahre) und Nordamerika (
zwei=
z Liedesinhalb Jahre) in Klein= Mittel= und Großbetrieben der
Metall=
die Teſienduſtrie gearbeitet. Viele Betriebe anderer Induſtrien habe ich
—z. bn meiner Berufsarbeit und durch Beſuche kennen gelernt. Seit
beſonder” Jahren ſtudiere ich Wirtſchaftswiſſenſchaften und Geſellſchafts=
Lied Vehre.”
beſtehl In ſeinem Buch gibt Gothe zunächſt in ſtichwortartiger
Begleite darſtellung einen Abriß der Geſchichte des Arbeiters in
Deutſch=
fr habel and, in dem natürlich nichts Neues beigebracht werden ſoll,
zher d0er aber immerhin genügt, um jedem Leſer eine ungefähre
Vor=
rpreſſibltellung von den geſellſchaftlichen, wirtſchaftlichen und techniſchen
des El Pandlungen zu geben, aus denen die Arbeiterſchaft im heutigen
bringe Hinne hervorgegangen iſt. Länger hält er ſich bei der Frage
atfind” ſuf, wer eigentlich Arbeiter iſt. Selbſtverſtändlich iſt
Ganzell in dieſem Zuſammenhang nicht möglich, jeden einen Arbeiter
u nennen, der ſich durch Arbeit irgendwelcher Art ſeinen Lebens=
Interhalt verdient. Andrerſeits darf man den Begriff auch nicht
b einengen, daß er nur den ungelernten Induſtriearbeiter
er=
bßt, was man vor hundert Jahren vielleicht noch konnte, weil
ſamals die Handwerksgeſellen uſw. noch zu einer ſozial beſſeren
Auuind geſicherteren Schicht gehörten. Gegenüber dieſen und
ver=
meſſel chiedenen anderen Faſſungen des Begriffs kommt Gothe dahin,
deinter Arbeiter, Gelernte und Ungelernte zu verſtehen, deren
erſtil ſitſcheidendes Charakteriſtikum in ihrer Unſelbſtändigkeit und
letztllbirtſchaftlichen Abhängigkeit zu erblicken iſt. Dazu läßt er ein
eſe Veiteres als heute Weſentliches treten: die
Arbeits=
mm”’oſen als eine zwar beſondere Gruppe jedoch innerhalb der
und Arbeiterſchaft, von der man ſie nicht als „fünften” Stand
ab=
chweſtennen könne. Durch die Arbeitsloſigkeit ſieht er die Lage der
z dB Arbeiterſchaft heute entſcheidend mitbeſtimmt und damit kommt
nüſiu den genannten Merkmalen, aus denen ſich das
Arbeiter=
de ſchickſal zuſammenſetzt, noch das der wirtſchaftlichen Unſicherheit
hebi in zu. — Es werden dann Schilderungen vieler einzelner
ei Bruppen von gelernten, angelernten und ungelernten Arbeitern
ſegeben, durch die das Bild an Faßlichkeit und Vorſtellbarkeit
i ehr gewinnt.
Sehr aufſchlußreich, da es eben darüber bisher wenig gute
n Und zuverläſſige Literatur gibt, ſind die Ausführungen des
beiten Teils über das Leben des Arbeiters, ſein
g biſches Schickſal, ſein Verhältnis zum Leben, zu ſeiner
vi rbeit uſw. Dabei ſcheinen uns die Fehler, die den meiſten
be lerariſchen Verſuchen dieſer Art anhaften, vermieden zu ſein.
Eolche Mängel entſpringen ja gewöhnlich aus der Fremdheit
wiſchen dem Beobachter, der meiſt geiſtiger Arbeiter iſt, und
Vem Arbeiter der Hand; ſie führen dann entweder zu
über=
reibenden Darſtellungen, die ſchwarz in ſchwarz malen und
Mm Erleben des Arbeiters nicht gerecht werden oder zum
ſ”egenteil: der Beobachter verharmloſt, was er nicht als unent=
rinnbares eigenes Schickſal, ſondern als voübergehendes
frei=
willig übernommenes Erlebnis, in manchen Fällen als „Sport”
kennen gelernt hat. Hier verſucht Gothe auszugleichen und
Ver=
allgemeinerungen aus wirklicher Erfahrung heraus richtig zu
ſtellen. Zumal hinſichtlich der Freizeit, die ja Ausgleich und
Ergänzung ſchaffen muß, und dem was der Arbeiter in den
letzten Jahrzehnten aus ihr zu machen gelernt hat, kommt er zu
poſitiven Feſtſtellungen eines erfreulichen Wandels, obwohl ihm
manches, z. B. die Volkshochſchule, noch ſehr
verbeſſerungs=
bedürftig erſcheinen.
Auch das eigentliche Arbeitserlebnis lehrt er
rich=
tiger, nämlich von den Lebens= und Tätigkeitsbedürfniſſen des
Arbeiters aus ſehen. Monotonie iſt nicht für jeden Menſchen
das Gleiche und der einfache Menſch empfindet ſie kaum je als
ſolche. Die oft wiederholte Behauptung, der Arbeiter haſſe ſeine
Arbeit, wird als eine Verkennung zurückgewieſen, die aus
ähn=
lichen Gründen ſtamme, wie das Mißverſtändnis mit dem Wort
„Arbeitsfreude”, das man beſſer durch „Befriedigung
aus der Arbeit” erſetzen ſollte, da wirkliche Arbeitsfreude
ſtets nur für wenige zu erwarten iſt. „Wir haben, ſchreibt der
Verfaſſer, „wieder und wieder erlebt, wie Arbeiter, die
verſtänd=
nislos die Frage gehört hätten, ob ſie Freude an ihrer Arbeit
hätten, beſeſſen waren von jenem Werkfleiß, von jenem völligen
Gebanntſein in den Geiſt der Arbeit, der ſie auf eine Störung
faſt unwirſch dieſen Satz murmeln läßt: Laß mich, ich will dies
erſt fertig machen."
Betrachten wir das Geſamtbild, das hier vom Arbeiter
ent=
worfen wird, ſo iſt das Schwere und Düſtere darin nicht zu
ver=
kennen; aber es wird nirgends mit jener Wehleidigkeit und
Ueber=
treibung vorgetragen, die ja dem Fühlen des Arbeiters auch ganz
fremd iſt. Auch wird nicht in der materiellen Lage Anfang und
Ende aller Probleme geſehen, vielmehr wird unſer Blick auf
Mög=
lichkeiten und Vorausſetzungen grundlegender
Schickſalsverbeſſe=
rung gelenkt, die unabhängig von materieller Beſſerung gegeben
ſind. Dazu gehört beſonders, daß die innere Beteiligung der
Ar=
beiter am Betrieb gewährleiſtet wird, daß jeder Arbeiter fühlt,
daß er ernſt genommen wird und daß ſeine Mitarbeit im Betrieb
von Bedeutung iſt. Auch dazu iſt ein allgemeines Verſtändnis für
den Arbeiter nötig, wie es die vorliegende Schrift zu wecken und
P
zu fördern ſucht.
Ludwig=Georgs=Gymnaſium.
Zum zweiten Male „Kampf= und Marſchlieder”.
Die Wiederholung des Konzertes fand erneut ein den
Feſt=
ſaal des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums füllendes begeiſtertes
Pu=
blikum und war wiederum ein voller Erfolg. So eindringlich und
friſch war die Wirkung, die die Darbietungen, die geiſtige
Lei=
ſtung wie das gemeinſame muſikaliſche Schaffen auf die Zuhörer
ausübte, und ſo ſtark das Band gemeinſchaftlichen Erlebens, das
ſofort Ausübende und Hörer einte. Mit herzlichen Worten der
Begrüßung leitet Oberſtudiendirektor Dr. Liſtmann die
Ver=
anſtaltung ein und ſpricht in Erinnerung an den Erfolg der erſten
Aufführung Worte dankender Anerkennung allen denen aus, die
Anregung und Idee freudig in die Tat umgeſetzt, insbeſondere
Profeſſor Keßler, Prof. Dr. Ausfeld, Studienrat Dern, Aſſeſſor
Dr. Ratz, die die Sprechchöre einſtudiert hatten, und Studienrat
Hermann Kaiſer, dem die muſikaliſche Leitung oblag. In ſeinen
mit größter Spannung verfolgten Ausführungen gibt Dr.
Liſt=
mann zu Beginn einen Einblick in den tiefen erzieheriſchen Sinn
ſolch muſiſcher Arbeit, wie ſie die Veranſtaltung darbietet, als
harmoniſcher Entfaltung von Geiſt und Seele, Erfaſſung und
Ein=
ſatz der geiſtigen Schöpferkraft, wie ſie die Literatur, Muſik und
Kunſt, in Geſchichte und Politik in Erſcheinung treten, und
ins=
beſondere der vaterländiſche, heroiſche Impuls, der aus dieſen
Kräften hervorgeht und der als Einheit die Darbietungen
durch=
zieht, waren immer Sache des Gymnaſiums. Anerkannt iſt die
Tiefe, in die ſeine Bildungsarbeit mit dieſen vorzüglichen
Bil=
dungsmitteln vordringt, ſowohl was die materielle und hiſtoriſche
Fundamentierung angeht, wie vor allem ſeeliſch=geiſtig in der
Durchformung der Perſönlichkeit. Welche beſondere Bedeutung
hierbei den klaſſiſchen Sprachen zukommt, iſt dem Eingeweihten
bekannt; ihrer formenden, denkzwingenden Kraft, ihren
geiſtig=
ethiſch tiefen Werten, ihrer Erziehung zu Vaterland und
Gemein=
ſchaft ihrer eindringlich=einfachen= paradeigmatiſchen Erlebnis=
und Wirkungskraft.
Im Volke weniger bekannt zu ſein pflegt die Breite des
Bildungsverfahrens und =ergebniſſes, und es würde ſich gewiß
verlohnen, des öfteren auch Einblick hierin zu gewähren, wie es
auf ganzer Breite in die Bildung an unſerer modernen Kultur
und in das Wiſſen um unſer Weltbild hineinführt, wovon die
mündliche Reifeprüfung ein eindringliches Zeugnis ablegte.
Hier=
bei bietet Dr. Liſtmann einen überraſchenden Geſichtspunkt für die
Betrachtung und Bewertung der gymnaſialen Bildung. Kaum ein
äußerlich ſichtbares Argument könnte der Oeffentlichkeit dieſe
Tat=
ſache einleuchtender beweiſen als der Umſtand, daß von unſeren
diesjährigen Gymnaſialabiturienten, bei aller liebeoollen
Hin=
gebung an die geiſteswiſſenſchaftlichen Arbeitsgebiete ſich über
fünfzig Prozent mit Begeiſterung den
naturwiſſen=
ſchaftlich=techniſchen Studien und Berufen widmen
wol=
len: Elektrotechnik, Landwirtſchaft Handelshochſchule
Naturwiſſen=
ſchaft, Mathematik, Veterinärmedizin, Medizin. Akadem.
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lehrer, Luftfahrzeugbau, Reichsbahn, Reichswehr, Kaufmann.
Da=
neben finden wir die Abſicht zu Berufen, für die das Gymnaſium
manchem als beſonders qualifiziert erſcheinen will, zu
Rechtswiſ=
ſenſchaft und Volkswirtſchaft. Theologie, deutſcher Philologie,
Muſikwiſſenſchaft und Kunſt; das Ganze ein erfreuliches Zeichen
der Vielſeitigkeit gymnaſialer Bildung.
Nach dieſen aufſchlußreichen Darlegungen, die die
Bildungs=
weite und =fülle der gymnaſialen Schulung überzeugend
klarmach=
ten, gab Dr. Liſtmann der Hoffnung Ausdruck, daß alle etwas von
der frohen Stimmung und dem echten Hitlergeiſt unſerer Buben
miterleben und die gemeinſchaftsweckende Kraft des Chorliedes
und der organiſchen Einheit von Wort, Gedanke und Melodie
inne=
werden möchten.
Es folgte nun das in ſeiner Auswahl und Abwechſlung reiche
und erleſene Programm über deſſen Ablauf wir bereits nach der
erſten Aufführung berichteten.
Dr. K.
Seite 4 — Nr. 73
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Donnerstag, 15. März 1934
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Plötzlich und unerwartet iſt meine herzensgute Frau, unſere
treuſorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Frau Joſefine Klefenz
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nach kurzer Krankheit von uns gegangen. Ein Leben voller
Güte und Liebe hat ein ſanfter Tod geendet.
In tiefer Trauer:
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Walter Klefenz
Erna Klefenz, geb. Reich
Günter Klefenz.
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Samstag, den 17. März,
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Wir zeigen Ihnen an diesem
Nachmittag alle Neuheiten die
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Kleider, Blusen und Röcke,
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der Mode / Koffer-Kolb
bringt Lederwaren, Hand-
taschen und Schmuck dazu.
Zer1ess
[ ← ][ ][ → ] inmet,
ohnung
Sſch.
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 15. März 1934.
Bekannkmachungen des Perſonalamkes.
Ernannt wurde am 14. Februar 1934 die Schweſter Dorothea
toebel bei der Landes=Heil= und Pflegeanſtalt „
Philippshoſpi=
al” bei Goddelau, unter Berufung in das Beamtenverhältnis,
ir Oberpflegerin, mit Wirkung vom 1. Februar 1934.
Zugelaſſen wurde am 8. März 1994 Gerichtsaſſeſſor a. D.
ilhelm Jöckel in Darmſtadt zur Rechtsanwaltſchaft bei dem
Umtsgericht in Offenbach a. M.
In den Ruheſtand verſetzt wurde auf ſein Nachſuchen, unter
nerkennung der dem Staat geleiſteten langjährigen treuen
dienſte und unter beſonderer Würdigung des im nationalen
In=
ſereſſe bekundeten Opferſinnes am 8. März 1934 der Studienrat
In der Ernſt=Ludwigs=Schule (Reformrealgymnaſium) zu Bad=
Nauheim Profeſſor Friedrich Uhl. unter Verleihung der
Amts=
ſezeichnung „Oberſtudienrat”, mit Wirkung vom 1. April 1934 an.
In den Ruheſtand tritt auf Grund des Geſetzes über die
Al=
ersgrenze, der Staatsbeamten vom 2. Juli 19. Dezember 1923
Reg.=Bl. S 509 und 511), in der Faſſung des Geſetzes vom 8. Okt.
1325 (Reg.=Bl. S. 240) der Polizeiverwaltungsoberaſſiſtent Adam
Kaiſer in Mainz, mit Wirkung vom 1. April 1934. Dem
Aus=
ſheidenden wurde aus dieſem Anlaß die Anerkennung der dem
btaate geleiſteten Dienſte ausgeſprochen.
Die Bewewber melden ſich auf dem ihnen zunächſt liegenden
Neldeamt des Freiwilligen Arbeitsdienſtes unter Vorlage ein=
—Seit dem 26. Februar iſt die Sperre im Freiwilligen
Frbeitsdienſt aufgehoben. Jungen Leuten im Alter vom
ſollendeten 17. bis 25. Lebensjahr iſt ſomit Gelegenheit geboten,
R die zahlreichen Lager des Arbeitsgaues (Wiesbaden) einzu=
Feten.
pandfreier Perſonalpapiere an.
Meldeämter ſind eingerichtet in Wiesbaden, de
Laſpée=
braße 4; in Mainz, Walpodenſtraße 21: in Darmſtadt,
„Moosbergſtraße 2; in Frankfurt a. M., Hochſtraße 44; in
Lim=
ſurg. Am Kiſſel.
Es wird daran erinnert, daß die Bewerber nach Ableiſtung
Uner ſechsmonatigen Dienſtzeit einen Arbeitspaß erhalten, auf
brund deſſen ſie bevorzugt in der Wirtſchaft Verwendung finden.
Ferner ſind Einrichtungen getroffen worden, daß den Aus=
10 Gſzeidenden Arbeitsſtellen vermittelt werden.
Die Kreisführung des Winterhilfswerks,
ansghet des Neiche, bergeſell. Es ſtdßer derngenf 7u
bieder Arbeitsmöglichkeit und Verdienſt zu verſchaffen.
Mann 94
ärz,
Uhr
Donnerstag, 15. März 1934
Aufhebung der Sperre im Arbeitsdienſt.
Kauft Spihenroſekten!
Winker ade!
Mit dieſem ſtrengen, eiſigkalten Herrn ſcheidet nun auch
end=
hültig die Not des Frierens. Aber denken wir noch einmal zurück:
Vem verdanken wir es eigentlich, daß wir und unſere äumſten
olksgenoſſen das bitternisreiche Regiment des Winters ſo gut
Aberſtanden haben? Gewiß im Sinne unſeres Führers hielten wir
R treuer Kameradſchaft alle zueinander, opferten und halfen wir,
bo wir nur konnten. Aber da war auch mancher, der wirklich nicht
dußte, wie er ſein Scherflein zum Kampf gegen den rauhen
Win=
er beiſteuern ſollte. . Kam ihm da nicht die große „
Reichswin=
hrhilfe=Lotterie der NSDAP.” in freundſchaftlichſter Weiſe
ent=
ſegen? Sie gab ihm ja nicht nur eine Anweiſung zum
vaterlän=
nwomliſchen Helfen, ſie ſchenkte ihm auch Freude in der ſpannenden
Ausſicht des Gewinnes, und noch viel mehr, ſie ſorgte unmittelbar
ſpäteſtenfir ſofortige Unterſtützung vieler Arbeitsloſen, denen ſie mit dem
geſuchkotterievertrieb und der Losherſtellung für einige Monate einen
u, M Uſusreichenden Verdienſt gab.
Faſt unſagbar glückliche Stunden ſchenkte dieſe wahre Lotterie
ſeeriles Herzens uns und unſeren Freunden und Brüdern. . Wenn
ſimmer nan ſchon allein an die 4500 000 ausgezahlten Gewinne denkt,
ſiche phann man ſich vorſtellen, wieviel Freude damit in deutſchen
Fa=
nilien geſtiftet wurde!
Faſt wehmütig mutet es uns in dieſen Frühlingstagen an,
M.ölaß der wackere graue Glücksmann, der ſo tapfer und immer
hei=
teren Mutes den Feldzug gegen den Winter behauptete, aus dem
Stadtbild verſchwunden iſt! Dank ſei ihm, daß er uns mit den
raunen Losbriefen durch graue, dunkle Wintertage in einen
bnnigeren, blühenden Lenz führte!
Sprechſtunden der Schriftleitung. Die Schriftleiter des „Darm=
Kädter Tagblatts” ſind perſönlich zu ſprechen vormittags
von 12 bis 1 Uhr und nachmittags von 6 bis 7 Uhr.
Wir bitten, dieſe Sprechzeiten nach Möglichkeit einzuhalten.
—Aus dem Oberpoſtdirektionsbezirk Darmſtadt. Zu
Poſt=
tſſiſtenten befördert ſind die Poſtſchaffner Beck in Mainz, Rahn
in Gießen und L. Schäfer in Offenbach a. M. — Geſtorben iſt
er Poſtinſpektor Lotz in Darmſtadt.
—Die Paketausgabe beim Poſtamt in der Rheinſtraße wird
om 1. April ab während des Sommerhalbjahres ſchon um 7.30
Uhr geöffnet.
— Treue Mieter. Am 15. März ſind es 30 Jahre, daß Herr
K. Schomburg, Schuhmachermeiſter, im Hauſe
Ludwigshöh=
ſtraße 60 (bei Herrn K. Lang) wohnt.
Heſſiſches Landestheater.
15. März Anf. 20, Ende n. 22 Uhr C18
Die Fabel vom vertauſchten Sohn. 0.70—5.50 Frettag
18. März Anf. 20, Ende 23, D. Bühne Jugendr. II4, Gr. 1-4
Hänſel undGretel hierauf: DiePuppenfee. 0.70.-5.50 Samstag
17. März Anf. 20, Ende 22 Uhr. B20
Cavalleria Ruſticana hierauf: Deutſches
Preiſe 0.70—5 50
Frühlingsſpiel. Kleines Haus onnerstag
15. März Anf. 20, Ende 22 Uhr. (Außer Miete).
Dolly Haas mit eigenem Enſemble in
Freiſe 0.70—3.80
Seampolo. Frettag
16. März 19½4, Ende 22. Zuſatzur IV 10 dazu Nummer=
Karten 51-150. Am Himmel Europas. 0.70—3.80 Kce
17 März Anf 20, Ende 22 Uhr. D. Bühne k111, Zuſatzm. 9
Preiſe 0.70—3.80
Die Hochzeitsreiſe.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 73
Stellt alte Kämpfer ein!
Ein Aufruf der Oberſten SA-=Zührung, der Reichsleitung der NSDAP. und der Reichsanſtalt für Arbeils
vermitklung und Arbeitsloſenverſicherung.
die alten Kämpfer der SA. und politiſchen Organiſationen
der NSDAP. ſind zum Teil ſeit Jahren erwerbslos; ſie
ha=
ben ihre ganze Kraft für die nationalſozialiſtiſche Revolution
eingeſetzt und daher vielfach ihre eigene Arbeitsſuche in ſelbſtloſer
Weiſe zurückgeſtellt. Die Oberſte SA.=Führung, die
Reichslei=
tung der NSDAP. und die Reichsanſtalt für Arbeitsvermittlung
und Arbeitsloſenverſicherung haben daher nach Verhandlungen mit
Wirtſchaftskreiſen eine beſondere Aktion für die
Ver=
mittlung, der arbeitsloſen Kämpfer
durchge=
führt. Durch dieſe einheitliche, planvolle und wirtſchaftlich
zweckmäßige Aktion ſollte eine Zerſplitterung in der
Arbeitsver=
mittlung vermieden werden. Beſondere Richtlinien
ſind ausgearbeitet worden, um in der praktiſchen
Durch=
führung der Aktion eine enge Zuſammenarbeit zwiſchen den
Dienſtſtellen der SA., Partei und der Reichsanſtalt ſicherzuſtellen.
Dieſe Sonderaktion hat bisher zu durchaus erfreulichen
Er=
folgen geführt. Nachdem es ſchon vor Monaten möglich war, in
den mehr ländlich orientierten Arbeitsamtsbezirken den
größ=
ten Teil des in Frage kommenden Perſonenkreiſes in Arbeit und
Brot zu bringen — ſind doch einige Arbeitsamtsbezirke heute
reſt=
los frei von arbeitsloſen, alten Kämpfern —, iſt es in letzter
Zeit, trotz der winterlichen Belaſtung des Arbeitsmarktes möglich
geweſen, auch in den Bezirken, die wirtſchaftlich ungünſtiger
ge=
ſtaltet ſind, gute Erfolge zu erzielen. War es doch ſelbſt
in großſtädtiſchen Bezirken zum Teil ſchon möglich. 80 und 90
Pro=
zent der arbeitslos gemeldeten alten Kämpfer Arbeit zu
verſchaf=
fen. Selbſt in reinen Induſtriebezirken gelang es, hohe
Prozent=
ſätze zu erreichen.
Dieſe erfreuliche Entwicklung darf nicht
dazu führen, in den Bemühungen nachzulaſſen,
auch den letzten alten Kämpfer in Arbeit zu
bringen. Die genannten Stellen haben daher nochmals die
ihnen nachgeordneten Dienſtſtellen mit allem Nachdruck angewieſen,
mit neuer Energie ſich dieſer Aufgabe zu widmen.
In dieſen Tagen haben bei der Reichsanſtalt für
Arbeitsver=
mittlung und Arbeitsloſenverſicherung Beſprechungen zwiſchen der
Oberſten SA.=Führung, der Reichsleitung der NSDAP. und der
Wirtſchaft ſtattgefunden, im Laufe der Frühjahrsoffenſive in der
Arbeitsſchlacht, ſoweit irgend möglich, reſtlos alle alten Kämpfer
in Brot und Arbeit zu bringen.
Die bevorzugte Vermittlung durch die Sonderaktion ſtellt eine
Dankespflicht, gegenüber denen dar, welche ſich mit Leib und
Leben für den heutigen Staat eingeſetzt haben. Daher darf auch
eine Ausdehnung des Perſonenkreiſes für die Sonderaktion über
den Kreis der alten Kämpfer hinaus gerade in deren Intereſſe
nicht ſtattfinden. Für den Erfolg der Sonderaktion iſt weiter von
ausſchlaggebender Bedeutung, daß eine einheitliche,
plan=
volle Zuſammenfaſſung der
Vermittlungstä=
tigkeit bei den Arbeitsämtern ſichergeſtellt wird.
Schon jetzt ergeht der Aufruf an alle
Arbeit=
geber und Betriebe, reſtlos alle offenen
Stel=
len den Arbeitsämtern zu melden, die in enger
Zu=
ſammenarbeit mit den durch Befehl der Oberſten SA.=Führung
eingerichteten Verſorgungsſtellen, die Sonderaktion durchführen.
Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß auch bei dieſer Sonderaktion der
Grundſatz der Eignung Beruckſichtigung findet, ſo daß bei
Einſtel=
lungen alter Kämpfer auch den wirtſchaftlichen Notwendigkeiten
Rechnung getragen wird.
Auf dieſe Weiſe wird am beſten der Dank an die Kreiſe
ab=
geſtattet, die den aktiven Kampf um das Leben und die Erhaltung
des deutſchen Volkes führten.
Das Winkerhilfswerk
hilft den Heimarbeikern von Lauſcha!
Zum Sammelſonnkag am 18. März.
Hoch im Thüringer Wald liegt das kleine Städtchen
Lauſcha. Lange dauert hier der Winter, ſpärlich iſt die
Acker=
nahrung, und nur durch mühſame Heimarbeit können ſich die
fleißigen Bewohner dieſes Notgebietes ernähren. Nicht weit von
dem weltberühmten Städtchen Sonneberg, in dem die
Heimarbei=
ter Puppen und Spielſachen anfertigen, liegt dieſer Induſtrieort
deſſen 6400 Einwohner vorwiegend von der Glasbläſerei
leben. Schon im 16. Jahrhundert wurde hier die erſte Glashütte
errichtet. Die Heimarbeiter entwickelten ihr Handwerk allmählich
zu einer Kunſt, die in der ganzen Welt Liebhaber fand. Die
Er=
fahrungen des Glasbläſerhandwerks vererbten ſich von Geſchlecht
zu Geſchlecht und wurden durch immer neue Verfahren vermehrt.
War es früher vor allem Chriſtbaumſchmuck, der hier
er=
zeugt wurde, ſo ſucht man neuerdings nach immer anderen
Mög=
lichkeiten und hat dabei die entzückenden kleinen Glastiere
erfun=
den, an denen unſere Frauen und Mädchen ſoviel Freude haben.
Mit dem Einſetzen der Wirtſchaftskriſe ging aber auch
hier der Abſatz zurück. In dieſem armen Gebiet wirkte ſich der
Auftragsmangel viel ſtärker und ſchneller aus als anderwärts.
Oft mangelt es in den vielen kinderreichen Familien der
Heim=
arbeiter ſogar am trockenen Brot.
Das Winterhilfswerk hat dieſen prachtvollen
Men=
ſchen eines deutſchen Kernlandes nicht nur Gaben gebracht,
ſon=
dern vor allem auch Arbeit. Schon für den Dezember 1933
hatte der Gau Thüringen Glasplaketten als
Winter=
hilfsabzeichen beſtellt, durch die 110 Glasbläſerfamilien
vier Monate lang beſchäftigt werden konnten. Die Bedeutung
des Auftrags für Lauſcha lag nicht nur darin, daß für dieſe Zeit
Arbeit geſchaffen wurde, ſondern es wurde gleichzeitig eine
neue Glasbearbeitungstechnik herausgebildet, auf
die man für die Zukunft große Hoffnungen ſetzt.
Bald ſind weitere Aufträge des Winterhilfswerks
eingetrof=
fen. Am 18. März wird in ganz Deutſchland eine
Sammelplakette des Winterhilfswerks aus
Lauſchaer Glas verkauft werden, an der ſchon ſeit
vielen Wochen eifrig gearbeitet wird. Glasſtäbe ſind das
Roh=
material. Der Arbeiter erhitzt ſein Glas mit einer Gasſtichflamme
und preßt es in die Meſſingformen, die in einer kleinen
Hand=
preſſe neben ihm ſteht. Frauen und Mädchen kitten die
An=
ſtecknadeln auf. Den feinen Perlmuttglanz bekommt die Plakette
durch Perlglanz der aus einer Zerſtäuberpiſtole geſpritzt
wird. Dieſer Stoff wird aus den Schuppen eines Fiſches
ge=
wonnen, der nur in einigen vommerſchen Seen vorkommt; mit
Hilfe des gleichen Stoffes erhalten auch künſtliche Perlen ihren
Glanz. In flachen Kartons zu je 25 Stück werden die Plaketten
verpackt, nachdem ſie ſorgfältig geprüft worden ſind. Dann
wer=
den ſie von der Gemeinnützigen Werkgemeinſchaft
Lauſcha, die auch die Aufträge gerecht verteilt hat, in großen
Kiſten verſandt.
Faſt 3000 Menſchen allein in Lauſcha und in 15 Orten der
Umgebung arbeiten an der Herſtellung dieſer Glasplaketten.
Nadelfabriken aus allen Teilen Deutſchlands liefern die Nadeln,
aus den Braunkohlengruben Mitteldeutſchlands kommen die
Koh=
len zum Schmelzen des Glaſes, aus Thüringen ſtammen auch Sand
und Soda für das Glas. Lackfabriken ſtellen den Lack her, und
Hunderte von Fiſchern liefern den Perlglanz. Sie alle haben
Ar=
beit durch das Winterhilfswerk, in ihnen allen lebt das
Ge=
fühl, etwas geleiſtet zu haben, wenn ſie die ſauber
ge=
prägten Glasplaketten für das W. H. W. herſtellen.
An euch, deutſche Volksgenoſſen liegt es ſie nicht zu
enttäu=
ſchen Sieben und eine halbe Million Plaketten ſollen am
18. März verkauft werden. Die Opferbereitſchaft des deutſchen
Volkes wird dafür ſorgen, daß ſie reſtlos Abſatz finden. Helft am
18. März!
Die neue Landeskirche Naſſau=Heſſen.
Das Amt der Pröbſte.
EPH. Im amtlichen Geſetz= und Verordnungsblatt der
Evan=
geliſchen Landeskirche iſt ein Kirchengeſetz veröffentlicht worden,
das Stellung und Aufgabe der 5 Pröbſte, in Heſſen näher
um=
ſchreibt. Der Probſt führt die Oberaufſicht über die Pfarrer und
Dekane ſeines Bezirkes. Er iſt ihr Führer und Seelſorger. Der
Probſt iſt in ſeinem Bezirk der Vertreter des Landesbiſchofs in
geiſtlichen Angelegenheiten. Er iſt dieſem für die Entfaltung des
kitchlich=religiöſen Lebens verantwortlich. Er hat den
Landes=
biſchof über das kirchliche Leben ſeines Bezirkes fortlaufend zu
unterrichten und erhält von ihm Weiſung für die Ausübung
ſei=
nes Amtes. Der Probſt erhält eine Predigtſtätte. Er hat das
Recht, in jeder Gemeinde ſeines Bezirkes nach deren Ordnung
geiſtliche Amtshandlungen vorzunehmen, insbeſondere zu predigen
und an jeder kirchlichen Veranſtaltung, auch von kirchlichen
Ver=
einen mitzuwirken.
Der Probſt hat insbeſondere folgende Aufgaben, ſoweit dieſe
nicht der Landesbiſchof ſich vorbehält: Er berät die Dekane,
Pfar=
rer, Hilfsgeiſtlichen und Kandidaten ſeines Bezirkes, beaufſichtigt
deren Amts= und Lebensführung und berichtet dem Landesbiſchof.
Er verſchafft ſich genaue Kenntnis von den Zuſtänden in den
Ge=
meinden und Dekanaten, durch regelmäßige Viſitationen. Die
MWiehalf ie e Gerne eit in din Wialſe ieit
einsleben. Er verſammelt die Dekane, ſeines Bezirkes in der
Regel halbjährlich zu einer Arbeitstagung und trägt Sorge für
die Förderung der wiſſenſchaftlichen Fortbildung, für Austauſch der
Erfahrungen und für Feſtigung der amtsbrüderlichen
Verbunden=
heit der Geiſtlichen ſeines Bezirkes. Er erteilt Urlaub bis zu vier
Wochen unter Anzeige an den Landesbiſchof. Er regelt die
Ver=
tretung in dringenden Fällen. Er führt beſondere ihm vom
Lan=
desbiſchof erteilte Aufträge durch.
Der Probſt wird vom Landesbiſchof ernannt und entlaſſen.
Sein Amtsſitz wird vom Landesbiſchof beſtimmt.
Die Auflöſung der kirchlichen
Gemeinde=
vertretungen.
Ein weiteres Kirchengeſetz beſtimmt:
Die nach den Verfaſſungen der bisherigen evangeliſchen
Lan=
deskirchen in Heſſen, in Naſſau und Frankfurt am Main
beſtehen=
den kirchlichen Gemeindevertretungen (
Kirchengemeindevertretun=
gen, Geſamtvertretungen, Stadtſynoden) ſind aufgelöſt. Ihre
ver=
faſſungsmäßigen Zuſtändigkeiten gehen auf die Kirchenvorſtände
(Vorſtände der Stadtſynoden Geſamtvorſtände) über.
Heſſiſche Erfinder.
Auszug aus dem Patentblatt vom 1. März 1934.
Erteilte Patente: Schunk u. Ebe, Gießen: Verfahren
zur Herſtellung von Kabelanſchlüſſen an Kohlenbürſten für
elek=
triſche Maſchinen unter Verwendung einer Hülſe aus Metallkohle.
— Georg Joſef Sattler, Hauſen bei Offenbach a. M.: Glockenmeſſer
für Lederſchärfmaſchinen. — Jacob Rech, Budenheim; Vorrichtung
zum Kochen von Eiern. — Artur Ahlers. Mainz. Jakob=Dietrich=
Straße 33: Doppelventil für Kraftwagen= und Fahrradſchläuche.
— Wilhelm Schwerer, Offenbach a. M., Beethovenſtraße Nr. 52:
Piſtolentaſche. — Chriſtian Beuerle, Rüdesheim a. M.:
Scha=
lungsträger zum Einſchalen von Betondecken oder ähnlichen
Bau=
teilen.
* Wirkſchafts= und Skeuerkalender
für die Zeit vom 15. bis 31. März 1934.
Ausſchneiden!
Aufbewahren!
17. März: Ablauf der Schonfriſt für die Abgabe der
Vor=
anmeldung und Entrichtung der Umſatzſteuer für
den Monat Februar 1934.
20. März: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom
1. bis 15. März 1934 erfolgten Lohnzahlungen im
Markenverfahren und im Ueberweiſungsverfahren; im
letzteren jedoch nur dann, wenn die in der erſten
Hälfte des Kalendermonats einbehaltenen
Lohnſteuer=
beträge für ſämtliche in einem Betrieb beſchäftigten
Arbeitnehmer den Betrag von 200 RM. überſtiegen
haben. (Keine Schonfriſt.)
20. März: Abführung der Eheſtandsbeihilfe ſeitens der
Lohnempfänger.
20. März: Entrichtung der Abgabe zur
Arbeitsloſen=
hilfe, ſoweit dieſe an die Finanzkaſſe zu zahlen iſt.
20. März: Zahlung der durch Lohnabzug einbehaltenen
Bür=
gerſteuer auf Grund der näheren Beſtimmungen.
(Keine Schonfriſt.)
25. (26.) März: Sechſtes und letztes (gemeindliches) Ziel der
Gemeinde=, Kreis= und
Provinzial=
umlagen für das Rechnungsjahr 1933/34. (
Schon=
friſt bis 5. April 1934.)
25. (26.) März: Zahlung der Müllabfuhr=,
Straßenrei=
nigungs= und
Kanalbenutzungsgebüh=
ren in der Stadt Darmſtadt ſechſtes und letztes
Ziel für das Rechnungsjahr 1933/34. (Schonfriſt bis
5. April 1934.)
25. (26.) März: Entrichtung der Filialſteuer in der Stadt
Darmſtadt, ſechſtes und letztes Ziel für das
Rechnungs=
jahr 1933/34. (Schonfriſt bis 5. April 1934.)
31. März: Letzter Tag für die Einreichung von Anträgen
auf die Erteilung von Steuergutſcheinen
für Steuerzahlungen.
31. März: Entrichtung des Beitrags zur
Handwerks=
kammer, viertes und letztes Ziel für das
Rechnungs=
jahr 1933/34. Zu zahlen laut Anforderungszettel an
die Stadtkaſſe in Darmſtadt. (Keine Schonfriſt.)
31. März: Ablauf der Möglichkeit, Urbeitsſpende zur
Ab=
löſung alter, zu wenig gezahlter Steuern zu leiſten.
(Vergl. 8 8 Abſ. 1 des Arbeitsſpendengeſetzes vom
1. Juni 1933, Reichsgeſetzblatt I. Seite 324.)
H. W. Wohmann.
Aats tszz
REE
oen Taidde Hauk
(eei vI
[ ← ][ ][ → ] Die Führer der deutſchen Wandervereine
tagten in Darmſtadt.
Außerordenkliche Haupkverſammlung des Reichsverbandes der Deutſchen Gebirgs= und Wandervereine
vom 9. bis 11. März. — Die deutſchen Wanderer in der Fronk des deulſchen Wiederaufbaues.
Die Führer der Deutſchen Gebirgs= und Wandervereine, die
heute in 50 Gebietsvereinen rund ¼ Million Mitglieder in allen
Gauen des deutſchen Vaterlandes umfaſſen, waren in den Tagen
vom 9. bis 11. März in den Mauern Darmſtadts verſammelt,
um die Belange des Reichsverbandes zu beraten und zu den
lau=
fenden Tagesfragen Stellung zu nehmen. Die Verhandlungen
ſtanden unter der Leitung des Reichswanderführers Profeſſor
Dr. Werner=Darmſtadt und nahmen einen durchaus
befriedi=
genden, harmoniſchen Verlauf. Etwa 40 der angeſchloſſenen
Ge=
bietsvereine waren durch ihre Führer vertreten.
Eine Anzahl von Verbänden, die wegen der weiten
Entfer=
nung oder aus politiſchen Gründen an der Teilnahme verhindert
waren, hatten durch herzliche Begrüßungsſchreiben ihrer
Verbun=
denheit mit der deutſchen Wanderſache Ausdruck verliehen.
Be=
ſonderen Beifall löſte das Bekenntnis unerſchütterlicher Treue
aus, das der Saarwald=Verein ſchriftlich zum Ausdruck gebracht
hatte.
Am Nachmittag des 9. März trafen die Gäſte aus den
wei=
teren Teilen Deutſchlands bereits in Darmſtadt ein. Zu gleicher
Zeit verſammelte ſich der Führerrat des
Reichsver=
bandes zur Vorberatung der Tagesordnung der
außerordent=
lichen Hauptverſammlung und zur Beſprechung laufender
Ange=
legenheiten im „Darmſtädter Hof”. Am Abend des 9. März
nahmen die bereits anweſenden Wanderführer zuſammen mit
dem Führerrat des Reichsverbandes an der Hauptverſammlung
der Ortsgruppe Darmſtadt des Odenwaldklubs und dem ſich
an=
ſchließenden gemütlichen Beiſammenſein im Gaſthaus. Zur
Krone” teil und gewannen hierbei bereits einen Einblick in das
reiche innere Leben der Darmſtädter Wandervereine.
Am Vormittag des 10. März fand die
Hauptverſamm=
lung im Odenwaldklubzimmer der „Krone” ſtatt. Der
Reichs=
wanderführer eröffnete die Sitzung mit einem Bekenntnis zum
dritten Reiche und einem Sieg=Heil auf den Führer. Die
Be=
ratung der eigentlichen Tagesordnung brachte nach Feſtſtellung
der anweſenden Vertreter zunächſt die Rechnungsablage des
Schatzmeiſters Wiſſenbach. Sie ergab, daß mit den
Beiträ=
gen durchaus wirtſchaftlich umgegangen wird, und daß die
finan=
zielle Lage der Deutſchen Gebirgs= und Wandervereine durchaus
befriedigend iſt. Sodann wurden die neuen Satzungen des
Reichs=
verbandes ohne Beratung nach dem vorliegenden Entwurf als
Ganzes angenommen.
Der nächſte Punkt brachte die Erörterung wichtiger
Tages=
fragen der Deutſchen Gebirgs= und Wandervereine, und zwar
wurden u. a. behandelt: Stand der Geſamtorganiſation:
Ein=
gliederung kleiner Wandervereine Erfaſſung des Flachlandes,
Reichsbund für Leibesübungen, Hilfsfonds für den deutſchen
Sport (Reichsſportgroſchen) Reichsſportblatt. Gauführer, Bund
„Volkstum und Heimat”, Bund „Deutſcher Oſten”. Amt „Kraft
durch Freude” der Deutſchen Arbeitsfront, Kampfbund für
Deutſche Kultur, Reichsverband für deutſche Jugendherbergen,
Ski=Verbände, Kulturkammer= und Schriftleitergeſetz. Deutſche
Sängerſchaft, Verkehrsverbände. Deutſche Reichsbahn, Ehemalige
„Naturfreunde”, Jugendarbeit, Alleinrecht der Wegbezeichnung,
Zeitſchrift „Deutſches Wandern”, Wandertracht, Fahnen und
Wimpel. Zu allen Punkten erſtattete der Reichswanderführer
zu=
nächſt einleitend einen ausführlichen Bericht über das vom
Reichsverband bis jetzt Veranlaßte, zum Teil gab dieſen Bericht
ſein Stellvertreter Dr. Götz=Darmſtadt. Eine umfaſſende
Aus=
ſprache ſchloß ſich an. Ueber die Geſchäftsſtelle und ihren Betrieb
berichtete anſchließend Dr. Götz. Unter dem Punkt Verſchiedenes
wurde zunächſt der 43. Deutſche Wandertag in Plauen im
Vogt=
land auf den 8.—10. September 1934 feſtgelegt. Mit dieſem
Wandertag wird eine Ausſtellung „Die ſchöne deutſche Heimat”,
verbunden werden. Sodann wurde geſprochen über die wichtige
Frage der Mitgliederwerbung, über die Herausgabe billigſter
Wanderführer für die Wanderungen des Amtes „Kraft durch
Freude”, über das Verbandsabzeichen, über die deutſchen Wan=
derwege und anderes mehr. Ein gemeinſames Mittageſſen im
Gaſthaus „Zur Krone” ſchloß ſich an.
Am Nachmittag beſichtigten die Gäſte Darmſtadts in
einzel=
nen Gruppen unter der Führung von Direktor Schäfer und
Dr. Götz die Stadt und nahmen ſodann eine Beſichtigung der
Schätze des Darmſtädter Schloßmuſeums vor. Graf
Hardenberg hatte in dankenswerter Weiſe die Führung
durch dieſen koſtbaren, viel zu wenig bekannten Beſitz Darmſtadts
übernommen und war den Beſuchern ein überaus ſachkundiger
Führer.
Am Abend des Samstags boten die Darmſtädter
Ortsgrup=
pen des Odenwaldklubs, des Vogelsberger Höhenclubs und die
Sektion Starkenburg des Deutſchen und Oeſterreichiſchen
Alpen=
vereins den Gäſten einen Heimatabend im großen Saale
der „Krone‟. Die Leitung des Abends hatte der frühere
Vor=
ſitzende des Reichsverbandes. Herr Profeſſor Kiſſinger=
Darm=
ſtadt. Den muſikaliſchen Teil beſtritten neben den
Geſangsabtei=
lungen des Odenwaldklubs und des Vogelsberger. Höhenclubs
unter der Stabführung der Herren Volz und Späth, das
Klampforcheſter des Odenwaldklubs Darmſtadt, eine Zithergruppe
des gleichen Vereins und Lieder des Herrn Peter Müller vom
Alpenverein. Beſonderen Beifall fanden die Darbietungen der
VHC.=Sänger. Höhepunkte des Abends bildeten die
humoriſti=
ſchen Vorträge des Darmſtädter Heimatdichters Robert
Schnei=
der, die launigen Darbietungen eigener Dichtungen durch
Pro=
feſſor Dr. Köſer und die übermütigen Vorträge des Herrn
Gutkäſe. Gemeinſame Lieder und Vorträge eines kleinen
Or=
cheſters ergänzten das Programm wirkungsvoll. Im Mittelpunkt
des Abends ſtanden drei inhaltsreiche Anſprachen. Profeſſor
Kiſſinger ſprach aus dem Schatz ſeiner Erinnerungen über
die Arbeiten des Reichsverbandes in der Vergangenheit und die
erhebenden Wandertage der letzten 10 Jahre.
Der Reichswanderführer Profeſſor Dr. Werner ſtellte als
Leitwort über ſeine Anſprache die Grundidee der deutſchen
Wan=
derer, die da heißen müſſen: „Ich dien‟ Danach hob er die
be=
ſonderen Vorzüge Darmſtadts und die Eigenart des
Heſſenlan=
des hervor und ſchloß mit einer luſtigen Gegenüberſtellung von
Ausſprüchen Goethes und Niebergalls, die den gleichen Inhalt
in verſchiedener Formung hatten. Pfarrer Löſcher vom
Erz=
gebirgsverein fand warme Worte des Dankes für alle, die zum
Gelingen der Tagung und des ſchönen Abends ſelbſtlos
beige=
tragen hatten. Seine Rede klang aus in ein Gelöbnis der
Treue zur deutſchen Wanderſache und zum Dritten Reich Adolf
Hitlers.
Am 11. März unternahmen die Teilnehmer an der Tagung
in zwei großen Kraftwagen eine Rundfahrt durch den
vorderen Odenwald. Selbſt das Wetter hatte ein
Ein=
ſehen und ſandte meiſt ſtrahlenden Sonnenſchein, in dem die
Landſchaft unſerer engeren Heimat einen beſonders
wirkungs=
vollen Eindruck machte. Im gaſtlichen Hauſe Schellhaas in
Lichtenberg wartete das wohlverdiente Mittageſſen. Profeſſor
Dr. Werner ſprach zum Abſchied tief empfundene Worte über
den Wert und die Bedeutung des deutſchen Wanderns und hob
den unerſchütterlichen Willen der Mitarbeit der deutſchen
Wan=
derer am Wiederaufbau unſeres Vaterlandes nochmals gebührend
hervor.
Eine Anzahl der Gäſte hatte noch Gelegenheit und Zeit, an
der Sternwanderung des Odenwaldklubs
teilzu=
nehmen. Die Vorträge der wackeren Sängerſchar und namhafter
Künſtler des Landestheaters und aus den Reihen der Ortsgruppe
Darmſtadt des Odenwaldklubs wechſelten mit Anſprachen des
Reichswanderführers und des Fuhrers der Ortsgruppe
Darm=
ſtadt des OWK. und gemeinſamen Liedern. So war dieſe
Zu=
ſammenkunft in der „Krone” ein wirkungsvoller Abſchluß der
ganzen Tagung, die einen Markſtein bilden dürfte in der Ge=
Dr. Götz.
ſchichte des deutſchen Wanderertums.
Der Polizeiberichl.
Vermißte Perſonen. Seit 7. 3. 34 der Portefeuiller=
Lehr=
ling Philipp Faſſauer geb. am 6. 11. 1916 zu Bieber, Kreis
Offenbach a. M., wohnhaft dortſelbſt. Beſchreibung: Etwa
1,60 Meter groß, ſchlanke Geſtalt ovales, friſches Geſicht,
dunkel=
blondes Haar, braune Augen, Stumpfnaſe, vollſtändige Zähne,
trägt karierte Mütze dunkelblauen Rock mit grauen Streifen,
graugeſtreifte Hoſe, 2 Pullover, der obere braun mit
Reißver=
ſchluß, rindlederne Stiefel. Beſondere Kennzeichen:
Schnittnar=
ben an beiden Händen.
Seit 9. 3. 34 der Mühlenarbeiter Richard Weiſſert geb.
am 22. 6. 1900 zu Oſthofen, Kreis Worms, wohnhaft dortſelbſt.
Beſchreibung 180 Meter groß, ſchlanke, hagere Geſtalt,
ovales, bleiches Geſicht, kränkliches Ausſehen, dunkelblondes
Haar graue Augen, ſpitze Naſe, bartlos, trägt blaue Mütze,
brau=
nen Mancheſterrock, grauen Sweater, lange Hoſe, grünes Hemd.
Es wird Freitod vermutet. Schonend anhalten.
Seit 13. 3. 34 die Ehefrau Mathilde Hofmann, geb.
Zahrt, geboren am 29. 9. 1899 zu Darmſtadt, wohnhaft daſelbſt.
Beſchreibung: 1,65 Meter groß kräftige Geſtalt, volles,
fri=
ſches Geſicht, dunkelblonder Bubikopf, braune Augen Hakennaſe,
kleine Ohren, künſtliches Ober= und Untergebiß. Kleidung:
Braun und weiß gehäkelte Mütze, ſchwarzen Mantel, graugrünen
Rock.
Seit 14. 3. 34 der Schüler Rolf Dahlmann, geb. am 27.
1. 1920 zu Darmſtadt, wohnhaft dortſelbſt. Beſchreibung:
1,70 Meter groß, ſchlanke Geſtalt, längliches, bräunliches Geſicht,
dunkelblondes Haar, auf der Stirne eine auffallende. Narbe,
blaue Augen, vollſtändige Zähne, am linken und rechten
Zeige=
finger eine Schnittnarbe. Kleidung: Graublau karierten
Rock, graue Knickerbockerhoſe, helle Stürmpfe, braune Halbſchuhe,
blaugeſtreiftes Flanellhemd, Aktentaſche mit Schulbüchern.
Scho=
nend anhalten. Nachricht: Landeskriminalpolizeiamt. Zentrale
für Vermißte und unbekannte Tote.
Verkehrsunfälle. In der Nacht zum 14. 3. 34, gegen 2 Uhr,
ſtieß der Laſtkraftwagen mit dem Kennzeichen I P 18 381 der
aus der Kaſinoſtraße herausfahren und die Rheinſtraße
über=
queren wollte, mit dem Laſtkraftwagen Kennzeichen V 8 6886
auf der Mitte der Rheinſtraße zuſammen. Letzterer fuhr durch
die Rheinſtraße in Richtung Hauptbahnhof. Beide Fahrzeuge
wurden leicht beſchädigt, Perſonen wurden nicht verletzt.
Am Mittwoch, 14. 3. 34, gegen 15.30 Uhr, ſtieß an der
Stra=
ßenkreuzung Karls= und Heinrichſtraße der Perſonenkraftwagen
mit dem Kennzeichen V 8 8848 mit dem Perſonenkraftwagen
Kennzeichen V S 11519 zuſammen. Es iſt nur leichter
Sach=
ſchaden entſtanden.
Das große Los nach Berlin und Sachſen gefallen. Die 42.
Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie kam am Mittwoch mit der
Ausſpielung der 5. Klaſſe zum Abſchluß. Mittwoch früh wurde
das Große Los gezogen und traf auf die Nummer 197 054. Dieſe
Glücksnummer wird in der erſten Abteilung in Achtelloſen in
Berlin und in der zweiten Abteilung ebenfalls in Achteln in
Sachſen geſpielt. Auf jede Abteilung wird eine Million
Reichs=
mark ausgeſchüttet
Aus dem Gerichksſaal.
Aw. Die Große Strafkammer verhandelte am
Mitt=
woch gegen einen Schloſſer aus Büttelborn, der einen
vermeintlichen Liebhaber ſeiner Frau, den Büttelborner
Ge=
meinderechner, im Januar mit einem Beilſtiel derart
mißhan=
delte, daß der Mann neben einem Schädelbruch eine derart
ſchwere Augenverletzung erlitt, daß er die Sehkraft auf dieſem
Auge verlor. Das Gericht billigte dem Angeklagten mildernde
Umſtände zu, da es ihm einmal zugute rechnete, daß er ſich durch
irgendwelche finanzielle Sachen, die er mit dem Mann
auszu=
machen hatte, im Unrecht fühlte, und daß er durch ſeine ſchweren
Kriegsverletzungen nervenkrank und ſehr leicht erregbar iſt. Es
erkennt auf eine Gefängnisſtrafe von zehn Monaten,
abzüglich ſechs Wochen Unterſuchungshaft.
Das Gericht verhandelte dann gegen einen Metzger aus
Klein=Krotzenburg, der jahrelang einen ſchwunghaften
Handel mit geſtohlenen Fahrrädern trieb. Der Angeklagte
er=
zählt heute in der Verhandlung die übliche Geſchichte von dem
großen Unbekannten, der ihm immer Fahrräder gebracht habe.
Er habe ihm geſagt, er habe die Räder aus Verſteigerungen. Das
Gericht kann indeſſen den ſehr widerſpruchsvollen Angaben des
Angeklagten keinen Glauben ſchenken und erkennt wegen
ge=
werbsmäßiger Hehlerei auf eine
Zuchthaus=
ſtrafe von zwei Jahren, und erläßt gleichzeitig
Haft=
befehl gegen ihn. Der mitangeklagte Stiefſohn wird
freige=
ſprochen.
Am Nachmittag verhandelte die Große Strafkammer, ein
Autounglück, das ſich im September vergangenen Jahres
auf der Straße Hammelbach—Fürth zutrug. Dort fuhr am
ſpä=
ten Abend des 27. September ein Bulldogg mit drei Anhängern,
beladen mit Karuſſellmaterialien, nach Fürth, als plötzlich ein
Motorrad, das ſchon in ganz gefährlicher Nähe an dem Bulldogg
vorbeigefahren war, direkt in den erſten Anhänger hineinfuhr.
Der Fahrer, ein Förſter aus Hiltersklingen, erlitt ſo ſchwere
innere Verletzungen, daß er nach fünf Tagen im hieſigen Stift
ſtarb. Angeklagt waren deshalb wegen fahrläſſiger
Tötung der Fahrer des Bulldoggs, der Beſitzer
des Bulldoggs und der Karuſſellbeſitzer. Sie ſollen
an dem Unfall inſofern ſchuld ſein, als der erſte Anhänger nicht
beleuchtet war. Außerdem hatten ſie verbotenerweiſe den
Orgel=
wagen als dritten Anhänger an den Zug gehängt. Das Gericht
kommt jedoch zu der Auffaſſung, daß die Angeklagten an dem
Unfall keine Schuld trugen, da der Getötete
unvorſchrifts=
mäßig und ſehr unſicher auf der falſchen Seite der Straße fuhr.
Der Bulldoggbeſitzer und der Karuſſellbeſitzer werden infolgedeſſen
freigeſprochen und nur der Fahrer erhält eine
Geld=
ſtrafe von 50 Mark wegen der beiden Uebertretungen des
Kraftfahrzeuggeſetzes.
Eine Frau aus Gernsheim erhielt dann wegen
ſchwe=
rer Urkundenfälſchung in Tateinheit mit
Be=
trug vier Monate Gefängnis. Die Angeklagte hatte
Stromgeldrechnungen mit dem Namen des kaſſierenden Beamten
quittiert, und hatte bei Nachprüfung kurzerhand behauptet, der
Beamte müſſe wohl das Geld unterſchlagen haben. Da die
An=
geklagte ſich in der Verhandlung recht unverſchämt benimmt,
greift das Gericht die Strafe ſo hoch.
* Bei den heſſiſchen Urlaubern
im Erzgebirge.
beitsfront „Der Deutſche” berichtet unter dem 12. März von dern
Beſuch des Reichsſtatthalters Mutſchmann bei den heſſiſchen Ur
laubern im Erzgebirge:
Nun ſind es nur noch zwei Tage, die die rhein=mainiſchen
Urlauber im Schwartenberggebiet verbringen dürfen. Man ver,
gißt in der „Sorgloſigkeit” unſerer Ferienzeit, daß wir in wen;
gen Tagen von dieſem ſchönen Fleckchen deutſcher Erde Abſchie//47
nehmen müſſen. Man vergißt, daß wir in wenigen Tagen wie ur Schl
der an den Maſchinen ſtehen oder an Schreibpulten in den Kor, hagd, ſ0
toren ſitzen — und daß wir uns trennen müſſen. Eins abe, gurdnete
ſpürt man — die wunderbare Kameradſchaft, die in dieſen zehr Beyer d.
„Kraft=durch=Freude=Tagen” geſchloſſen worden iſt von Arbeiter Gewetbeit
zu Arbeiter — von Einheimiſchen zu unſeren Urlaubern — vor anweſend
Oſt zu Weſt wird zeit unſeres Lebens dauern.
In
Alle Möglichkeiten werden erſchöpft, um Stimmung in die derne
aliſt
Uan
deſtens 8
dem na
warmen Erzgebirgsſtuben zu bringen. Alle Gegenſtände herbei vrbreitet
geſchafft — aus Rollmopsbüchſen werden Muſikinſtrumente ge pendung
macht und damit wird geſpielt, geſungen und getanzt. Wo Dame, der Mel
fehlen — bei 1200 Urlaubern muß mancher zu kurz kommen — un leben
bleibt man eben unter ſich.
Seit bekannt geworden iſt, daß Reichsſtatthalter Mutſchman
die rhein=mainiſchen Urlauber beſuchen wird, iſt die Freude groß
Seit Stunden kommen ſie den Anhang des Schwartenbergs
herauf und treffen mit ihren Quartiergebern hier oben ein. Ja
weiß nicht, was das alles noch beim Abſchied geben wird. Vorzper an 9
erſt iſt es gut, daß unſere Urlauber noch nicht daran denken.
Sehr raſch iſt der — nicht viele Perſonen faſſende — Sagl gen,
gefüllt. Wer keinen Sitzplatz mehr findet, bleibt ſtehen und wir) wieder
von allen Seiten geſtoßen. Dann bittet der Ortsgruppenleite: Wirt
Großmann (Neuhauſen), daß alle Einheimiſchen den Saal ver Dien
laſſen möchten, da die Urlauber die Gäſte ſind und für ſie dieſe den
Nachmittagsſtunde gedacht iſt.
Gegen 4 Uhr trifft Reichsſtatthalter Mutſchmann mit
ſei=
nem Stab auf dem Schwartenberg ein. Nachdem er die Front
des aufgeſtellten SA.= und Stahlhelmehrenſturms abgeſchritten
hat, tritt er auf die kleine Rednertribüne. Stürmiſch begrüß
unbe
— die Urlauber wollen ihrem „Gaſtgeber” danken —, führt der
jähig
Reichsſtatthalter aus;
Geu
Die Zeit, die mir zur Verfügung ſteht, hat es mir bisher
nicht ermöglicht, Sie zu begrüßen. Ihr habt hier oben die beſte
Gelegenheit, den Kampf zwiſchen Winter und Frühling zu ert
leben. So wie ſich dieſer Kampf in der Natur abſpielt, ſo iſt
auch unſer ganzes Leben Kampf.
Was Euch die Natur während der Erholungszeit nicht geber
konnte, hat Euch das Herz der Erzgebirgler gegeben, und
dank=
bar werdet Ihr ſtets an dieſe Ferienzeit zurückdenken. Ihr alleſe,
ſollt von der in dieſen herrlichen Tagen gewonnenen Kraft Eure=
Kameraden weitergeben!
Vielleicht bietet ſich einmal Gelegenheit, daß Ihr unſere Ar/
beiter bei Euch bewirten könnt!
* Rückkehr der Erzgebirgs=Sahrer.
gehen
4
„Einfach großartig!“ — „Es hat uns an nichts gefehlt!“
Das war mal was anderes!“ — „Das war wirklich Kraft durch
Freude!” So und ähnlich lauteten die erſten Antworten, die die
Darmſtädter Teilnehmer des Urlauberzuges ins Erzgebirge bei
ihrer geſtrigen Rückkehr am Hauptbahnhof auf die erſten Fragen
gaben. Es hätte dieſer Ausſprüche wahrlich nicht bedurft; denn
allen leuchtete die Freude über die ſchönen Urlaubstage aus deugenoſſe
Augen. Die Darmſtädter Urlauber kamen kurz vor 10 Uhr im ſung.
hieſigen Hauptbahnhof an. Zu ihrer Begrüßung hatten ſich derkätigk
Gaupropagandawart der NSBO. und Leiter des Amtes für Rei Grundla
ſen und Wandern, v. Oelhaven; und Betriebszellenobmann86 auf. 9
Zachow eingefunden. Auch wurden die Heimkehrer von ihrendr. Pol
Angehörigen freudig erwartet. Die Urlauber brachten, große ſaß die
Schilder mit, auf denen ſtolz das Wort „Kraft durch Freude ſhren Mi
ſtand, und eine ganze Reihe von Andenken, Holzſchnitzwaren aus
dem Erzgebirge, die ihnen teilweiſe ſogar geſchenkt worden waren geſtatzet n
Neu geſtärkt wird es wieder an die Arbeit gehen.
Ed.
ſonds die
Aus der NSDAP.
ſcheltung
Sämtliche Vereine, Fachſchaften uſw. melden jeweils bis zum)
19. jeden Monats alle für den folgenden Monat geplanten
Ver=
anſtaltungen, Verſammlungen uſw. an ihre zuſtändige
Ortsgrup=
penleitung. Eventuelle Rednerwünſche ſind mit anzugeben. De den
Termin iſt unter allen Umſtänden pünktlich einzuhalten, da die
Ortsgruppen ihre Meldungen am 20. jeden Monats bei der Kreis=
Propogandaleitung abzuliefern haben.
NS. Volkswohlfahrt der OG. Beſſungen.
Am Donnerstag, den 15. März, abends 8.15 Uhr, findet in wie hisk
der Gaſtwirtſchaft. Zum Emilgarten”, Beſſunger Straße 6, eineſoſſenſch.
Amtswalterſitzung ſtatt.
Zu der Sitzung haben diesmal auch ſämtliche Helfer und Hel/
ferinnen, die bei der Eintopfſammlung tätig ſind, zu erſcheinen)
Vollzähliges Erſcheinen iſt Pflicht!
vm
Gürgermei
NS. Frauenſchaft.
ſtrbeiten
Wir machen unſere Frauenſchaftsmitglieder darauf aufmerk!
Seit
ſam, daß der Hausfrauenbund zu einem Lichtbildervortrag in dem ſahrtseive,
großen Saal der „Krone” für Donnerstag, 15. März, abends um ſen noch
8 Uhr eingeladen hat: „Für wenig Geld ein Kleid, das gefällt”
Auch findet dort eine Handarbeitsausſtellung ſtatt. Der Eintrit
iſt frei.
NS. Frauenſchaft der Ortsgruppe Schloßgarten.
Nächſte Zuſammenkunft am Donnerstag, 15. März, 20 Uhr
pünktlich, im Zeichenſaal der Kyritzſchule (Emilſtraße).
Die NSBO.=Kreisbetriebszelle
hat ihre Dienſträume nach Rheinſtraße Nr. 21, parterre verlegt!
Sprechſtunden für ſämtliche Abteilungen (auch Rechtsſtelle der
D. A. F.) Dienstag und Freitag von 4—6 Uhr. Telephon 2395—
2396. Um pünktliche Einhaltung der feſtgeſetzten Zeit wird erſucht
Kampfring der Deutſch=Oeſterreicher im Reich.
Mitgliederverſammlung am Freitag, den 16. März.
um 20.30 Uhr, im Fürſtenſaal, Kneipſaal, Grafenſtraße,
Reichsdeutſche Gäſte herzlich willkommen. Heil Hitler!
Vereins- und lokale Beranſtalkungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Mozart=Verein. Der Mozart=Verein hat auf
allge=
meinen Wunſch ſeiner Mitglieder den „Kleinen
Familien=
abend” wieder eingeführt. Man will die ſchönen Räume des
Mozarthauſes beſſer ausnutzen, neben den großen Veranſtaltungen
im kleinen Kreiſe, die muſikaliſche Gemeinde, durch bewährte
Künſtler erfreuen und aufſtrebenden Kräften den Weg in die
Oef=
fentlichkeit bahnen. Die Abende dieſer Art beginnen pünktlich
20.30 Uhr, mit einer muſikaliſchen Feierſtunde, der ſich ein
zwang=
loſes Zuſammenſein anſchließt. Am Samstag, den 17. März.
bie=
ten ein erleſenes Programm: Alfred Gruß (Tenor), von ſeinem
Lehrer Franz Müller begleitet, Anni Delp (Violine) und
Juliane Schnitzler (Klavier). Mitglieder haben freien
Ein=
tritt.
Uner
Eendtige
M4
[ ← ][ ][ → ]Donnerstag, 15. März 1934
Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten
20
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Aus Heſſen.
Verſammlung der Arheilger Handwerker
und Gewerbekreibenden.
Dg. Arheilgen, 14. März. Der Ortsgruppenleiter der NS.=
Hago und GHG. in Arheilgen hatte die Handwerker und
Gewerbe=
treibenden zu einer Verſammlung in den ſinnvoll dekorierten
Schwanenſaal eingeladen. Neben den rund 170 Handwerkern
waren auch zahlreiche Frauen erſchienen. Hago=Führer Beyer
röffnete die Verſammlung und begrüßte beſonders die Herren
Kreispropaganda=Referent Rebſcher, den NS.=Hago=
Geſchäftsfüh=
er Schmitt, beide von der Kreisamtsleitung Darmſtadt der NS.=
Hago, ſowie als Vertreter der Gemeinde Arheilgen Herrn
Bei=
geordneten Zeidler. Mit beſonderen Nachdruck wies Führer
Beyer darauf hin, daß es Pflicht eines jeden Handwerkers und
Gewerbetreibenden ſei, bei derartigen Aufklärungsverſammlungen
anweſend zu ſein.
In einem eingehenden Referat über „Liberaliſtiſches
eder nationalſozialiſtiſches Wirtſchaftsdenken”
verbreitete ſich Kreispropagandareferent Rebſcher über die
An=
pendung der nationalſozialiſtiſchen Idee auf das Wirtſchaftsleben.
Der Menſch lebe nicht, um zu wirtſchaften, ſondern er wirtſchafte,
um leben zu können. Und aus dieſer Ueberzeugung heraus ſei der
ſiberaliſtiſche Gedanke unbedingt abzulehnen. Nicht die Wirtſchaft
als ſolche könne volksmäßige Intereſſen zum Nutzen Einzelner
gegeneinander ausſpielen, ſondern das blutmäßig verbundene Volk
müſſe ſich im Wirtſchaftsleben zum Wohle des ganzen Volkes
nutz=
dar machen. In ſeinen weiteren Ausführungen appellierte
Red=
ner an die Frauen, die das verdiente Geld des Mannes zu
min=
deſtens 80 Prozent im Kreislauf der Wirtſchaft weiterleiten, dies
dem nationalſozialiſtiſchen Gedanken entſprechend zu
bewerkſtelli=
gen, damit dieſes Geld auch dem blutmäßig verbundenen Volk
vieder voll und ganz zugute komme. Der nationalſozialiſtiſche
Wirtſchaftsgedanke wolle die Erhaltung, aller dem Geſamtwohle
Dienenden als erſte Grundlage des Staates. — Dieſe
überzeugen=
den Darlegungen fanden den ungeteilten Beifall der Anweſenden.
In einem weiteren Referat behandelte Hago=Geſchäftsführer
Schmitt organiſatoriſche Fragen und ſtellte in den Vordergrund
ſeiner Betrachtungen den Punkt 16 des nationalſozialiſtiſchen
Wirtſchaftsprogramms. Der Fortbeſtand des Handwerks ſei eine
unbedingte Notwendigkeit. In dem Punkt 16 werde die
Exiſtenz=
ſähigkeit des Handwerks begründet mit den alten zunftmäßigen
Grundſätzen, die meiſterhafte Arbeit, angemeſſenen Preis und
Uchtung der Berufsgruppen untereinander an die Spitze ſtellten.
Zum Schluſſe dankte Hago=Führer Beyer beiden Rednern
ſür ihre vorzüglichen Ausführungen und wies u. a. auf das im
Druck vorliegende Geſetz zur Ordnung der nationalen Arbeit hin,
ſas jeder Handwerker und Gewerbetreibende in ſeinem eigenſten
Intereſſe beſitzen ſollte. Die Druckſchrift könne zu niedrigem Preiſe
125 Pfg.) bei der Ortsgruppenleitung der NS.=Hago bezogen
wer=
ſen. Mit einem Sieg=Heil auf den Führer wurde die
aufklärungs=
ſeiche Verſammlung geſchloſſen.
Cp. Gräfenhauſen, 13. März. Der Gemeinderat nahm
ſen Gemeindevoranſchlag für 1934 an. Ein Geſuch um
Ermäßi=
gung der Jagdpacht (mit Rückſicht auf die durch das Jagdrevier
gehende Autobahn) wurde an das Pachteinigungsamt
weiter=
ſeleitet.
Eb. Eberſtadt, 13. März. Die Verloſung des
Orts=
lürgerholzes fand geſtern und heute ſtatt. Die Ziehung
ſi purde im Rathausſaal vorgenommen. Der Preis für das Los Holz
Fragn leträgt in dieſem Jahre 14 RM.
Ak. Nieder=Ramſtadt. 12. März. Gemeinnützige
Bau=
enoſſenſchaft „Wildnis” — Jahresverſamm=
Uhr i lung. Die Genoſſenſchaft, die nach fünfzehnjähriger
Tätigkeit ihre Gemeinnützigkeit auf bodenreformeriſcher
Grundlage bewieſen hat, weiſt zurzeit einen Mitgliederſtand von
nobmann G auf. Aus dem durch den Vorſitzenden des Aufſichtsrates, Herrn
Dr. Politſch, erſtatteten Geſchäftsbericht, war zu entnehmen,
große ſaß die Genoſſenſchaft ſchon in einer ganzen Reihe von Fällen
hren Mitgliedern zu einem Eigenheim verholfen hat. Die
ord=
iren als jungsmäßig geprüfte Bilanz fand Genehmigung. Der Reingewinn
geſtattet neben der ſatzungsmäßigen Zuweiſung an den
Reſerve=
bnds die Ausſchüttung einer 5prozentigen Dividende für die
ein=
gezahlten Geſchäftsguthaben der Genoſſen. Zum Zwecke der
Gleich=
ſhaltung des Vorſtandes und Aufſichtsrates wurde eine Neuwahl
des geſamten Verwaltungsapparates erforderlich. Auf Vorſchlag des
Vorſtandes wurden einſtimmig gewählt zum geſchäftsführenden
Vorſtand Herr Kaufmann Fr. A. Riegler, zum Schrifftührer
ſrau v. Köppen, zum Rechner Herr Oberrechnungsrat a. D.
Iff, zum Bauſachverſtändigen Herr Baurat v. der Leyen. In
den Aufſichtsrat wurden gewählt, Herr Dr. Politſch, zugleich
als Vorſitzender, Frl. Marg. Jage, Herr Landgerichtsrat Raab=
Larmſtadt und zum Bauſachverſtändigen Herr Baunternehmer Gg.
ludw. Bernhardt. Es wurde beſchloſſen: 1. eine Ermäßigung
des Zinsfußes für ausſtehende Forderungen, 2. die Ermächtigung
der Verwaltung zur Einräumung von Krediten in gleicher Höhe
die bisher, ferner die Beſchränkung des Tätigkeitsfeldes der
Ge=
ſoſſenſchaft auf die Abwicklung der laufenden Geſchäfte, weil die
Genoſſenſchaft ihre Aufgabe nach faſt vollſtändiger Aufteilung des
hr zuſtehenden Baugebietes als beendet anſehen kann.
f. Roßdorf, 13. März. Seit dieſer Woche iſt unſere Gemeinde
fei von Wohlfahrtserwerbsloſen, was auf die Bemühungen der
Zürgermeiſterei zurückzuführen iſt. Durch die
Feldbereinigungs=
beiten iſt es gelungen, eine Reihe Perſonen dort
unterzubrin=
gen. Seit Jahren iſt es das erſtemal, daß unſer Dorf keine
Wohl=
ahrtserwerbsloſen mehr hat. Mit Arbeitsloſenunterſtützung
wer=
den noch ungefähr 40 Perſonen betreut.
Guſtav=Adolf= Feſt
des Zweigvereins Reinheim des Heſſ. Hauptvereins
der Guſtav=Adolf=Skifkung in Nieder=Modau.
EPH. Der Zweigverein Reinheim hielt ſein Jahresfeſt
dies=
mal in Nieder=Modau ab und hatte die Glieder der Gemeinde und
ihrer Umgebung auf Sonntag, Laetare, den 11. März, dorthin
ein=
geladen. Im Feſtgottesdienſt predigte vor einer ſehr zahlreich
er=
ſchienenen Gemeinde Pfarrer Storck aus Offenbach; er wies
unter ſtarker Hervorhebung der Notwendigkeit des
Winterhilfs=
werkes des deutſchen Volkes, als einer treffenden Schulung der
Volksgenoſſen in der Opferwilligkeit die Not der zerſtreuten
Glie=
der unſeres Volkstums und der Evangeliſchen Kirche in aller Welt
nach und forderte für ſie gleichfalls Opferwilligkeit von ſeiten der
Glieder der evangeliſchen Kirche der Heimat, die es nicht tatenlos
anſehen kann, wenn in der Ferne und in der Nähe evangeliſche
Chriſten Mangel leiden an dem, was zum Leben und Aufbau einer
chriſtlichen Gemeinde notwendig gehört. Beſonderen Eindruck
machten Bilder aus dem Verzweiflungskampfe der deutſchen
Epan=
geliſchen in Rußland und in anderen Gefahrengebieten von evang.
Kirche und deutſchem Volkstum. In der anſchließenden
Nachver=
ſammlung begrüßte Dekan Keil=Spachbrücken als Vorſitzender
des Zweigvereins die Feſtgemeinde und richtete die Mahnung zur
Treue gegen Kirche und Volkstum an die Erſchienenen. Der
Guſtav=Adolf=Vortrag von Pfarre: Storck ſuchte an einem
Ein=
zelbild die Not der Glaubensgenoſſen, in der Zerſtreuung, ihren
tapferen Kampf mit dieſen Nöten und die Berechtigung der
Guſtav=Adolf=Hilfe nachzuweiſen. Der Redner führte die Hörer
im Geiſte nach Stanislau in Polen, wo unter der Führung eines
heſſiſchen Pfarrersenkels, des Superintendenten D. Zöckler, eine
kleine Schar tapferer evangeliſcher Chriſten aller Not der
Vor=
kriegs=, Kriegs= und Nachkriegszeit ihr tapferes, aus dem Glauben
geborenes „Dennoch” ins Angeſicht geſagt hat, ſo daß es möglich
war, unter äußerſter Anſpannung der eigenen Kräfte und unter
tätiger Mithilfe der deutſchen Heimat das „Bethel des Oſtens”
die bekannten Anſtalten D. Zöcklers in Stanislau ins Leben zu
rufen und bisher am Leben zu erhalten, die in ganz beſonderem
Maße die Anteilnahme und Mithilfe der evangeliſchen
Chriſten=
heit erhielten und verdienen. Zum Schluß gab Pfarrer Dr.
Kunze=Nieder=Modau einen kurzen Bericht über die
Jahres=
arbeit des Guſtav=Adolf=Vereins, und ſchloß mit der Bitte um
weitere treue Mitarbeit die Veranſtaltung.
Ci. Erbach, 13. März. Jahreshauptverſammlung
des Turnvereins 1860. Die diesjährige
Jahreshauptver=
ſammlung des Turnvereins 1860 war erfreulich ſtark beſucht. Der
Vereinsführer, Herr Fritz Horn, wies in ſeinem erſtatteten
Jah=
tesbericht auf die beſondere Arbeit der deutſchen Turner im
drit=
ten Reich hin und würdigte eingehend die Bedeutung des 21.
Pro=
grammpunktes der NSDAP. für die Körperertüchtigung unſeres
Volkes. Den Bericht für die eigentliche Vereinsarbeit im
abge=
laufenen Jahre gab Herr Heinrich Brand. Turnwart Jakob
Dingeldein entwarf ein Arbeitsbild über den Turnbetrieb,
der eine erfreuliche Entwicklung zeigte, was in erſter Linie der
verſtändnisvollen Mitarbeit der hieſigen SA.=Führung zu danken
iſt. Beſonders gut entwickelte ſich die neu gegründete
Frauenabtei=
lung; auch das Handballſpiel fand neuen Auftrieb. Nach
abgeleg=
tem Kaſſenbericht wurde dem Schatzmeiſter für ſeine vorbildliche
Arbeit der beſondere Dank der Verſammlung. Die nach den
Muſterſatzungen der D.T. umgeänderten Vereinsſatzungen
wur=
den einſtimmig angenommen; ebenſo einmütig erfolgte die Wahl
des ſeitherigen Führers für die kommenden vier Jahre.
Uebungs=
lokal iſt von jetzt ab der „Saalbau” Turneriſche Darbietungen
verſchiedener Riegen, ein Gedichtvortrag, muſikaliſche
Darbietun=
gen, gemeinſame vaterländiſche Geſänge und verſchiedene
Anſpra=
chen gaben der Arbeitstagung das Gepräge einer Feierſtunde, die
mit einer begeiſtert aufgenommenen Huldigung für Führer,
Vater=
land und Volk abſchloß. — Oeffentliche
Kreistags=
ſitzung. Der Kreistag des Kreiſes Erbach hält kommenden
Freitag, den 16. März, eine öffentliche Sitzung ab. —
Bedauer=
licher Unglücksfall. Im benachbarten Lauerbach wurde
einem 13jährigen Knaben von einer Kreisſäge ein Teil der
rech=
ten Hand mit allen Fingern abgeriſſen; im Kreiskrankenhaus
mußte ihm dann noch die ganze Hand, abgenommen werden. —
Einweihung der wiederhergeſtellten
Stadt=
kirche. Die Wiederherſtellungsarbeiten in unſerer Stadtkirche
verliefen derart planmäßig und ſchnell, daß die Neueinweihung
des Gotteshauſes bereits kommenden Sonntag ſtattfinden kann.
Außer dem Herrn Landesbiſchof hat eine ganze Reihe weiterer
geiſtlicher und weltlicher Ehrengäſte ihre Teilnahme zugeſichert.
Bei der Feier wirken neben dem Kirchen= und Poſaunenchor auch
die beiden hieſigen Männergeſangvereine „Liederkranz” und „
Tu=
gendbund” mit. Am Abend findet ein Orgelkonzert mit
geſang=
lichen Einlagen der verſchiedenen Geſangvereine ſtatt, deſſen
Rein=
erlös für die Wiederherſtellungsarbeiten verwendet werden ſoll.
Sfseinillens O.
Alleinhersteller: Günther & Haußner A.-G., Chemnitz 16
Vertretung und Fabriklager: Ernst Mever, FrankfurtiM.-Nied,
(Bln. 2 999
Oeserstraße 49, Telefon 13561
Roman von Wilhelm Scheider.
(Nachdruck verboten.)
Ich nahm Ingers Hand, ſie war eishalt. Dann lief ein
échauer über ihren Körper. Ich zog meine Jacke aus und legte
e ihr um die Schulter.
Inger”, ſagte ich, „ich glaube an die Trennung. Dieſe
bei=
en Menſchen müſſen auseinandergehen. Sie liebt ihn nicht
nehr, ſie hält ihn für einen Verräter. Und er? Er iſt davon
ſberzeugt, daß ſie in dieſen zwei Jahren mit Elck
zuſammen=
lebt hat. Vielleicht ſtimmt es auch, vielleicht hat ſie es ihm
gar geſagt.”
Inger ſchüttelt den Kopf. „Nein, ſie liebt ihn, wie ſie ihn
mmer geliebt hat. Das mit Elck iſt Komödie, um ihn zu
bmütigen, um Vergeltung zu üben. Es iſt eine Art Haßliebe.
und das iſt das Schlimmſte, was es zwiſchen Menſchen gibt.
1ch, wenn doch dieſe Nacht erſt vorüber wäre!”
Ich bot ihr eine Zigarette an, ſie griff gierig danach.
So ſaßen wir in der dunkeln Nacht auf dem Kai, und all
üre verquälten Gedanken, ihr Kampf und ihre brennende
Leiden=
haft gingen in mich über .."
Endlich entſchloſſen wir uns, unſere Zimmer aufzuſuchen.
las Zimmer im Erdgeſchoß war immer noch hell erleuchtet.
Ich konnte keinen Schlaf finden, raſtlos wanderte ich im
zimmer auf und ab. Quälende Angſt würgte mir in der Kehle.
Nir fielen die erſten hundert Seiten meines Romans ein, wie
ch ſie in jenen ſchönen Wiener Tagen in die Maſchine diktiert
ſitte. War es wirklich eine Viſion geweſen? Wünſchte Rhoda
ſinen Tod? Kämpfte ſie mit ihm, daß er ſich ſelbſt den
ſod gebe?
Endlich kleidete ich mich wieder an. Ich faßte den
Ent=
ſhluß, hinunterzugehen und allem ein Ende zu machen.
kaggenſen mußte leben, er hatte eine große Aufgabe, ein hohes
liel, er durfte nicht an dem Willen einer Frau zerbrechen.
Ich beugte mich zum offenen Fenſter hinaus und ſah deut=
lich den Lichtſchein, der durch das Fenſter des Salons in den
Garten fiel. Die Beklemmung meines Herzens wuchs. Ja, ich
mußte hinunter, ich mußte ſie trennen, die verbiſſenen Kämpfer
um Schuld und Sühne.
Plötzlich klopfte es leiſe gegen meine Tür. Ich öffnete
vor=
ſichtig. Inger!
Sie ſchlüpfte herein, ihr Geſicht hatte einen merkwürdig
geſpannten Ausdruck.
„Inger, was iſt?”
„Hören Sie, da unten geſchieht etwas".
„Mein Gott . .. was denn?”
„Der Jadran, ich habe ihm doch gleich nicht getraut.”
Jadran? Das war doch der Gärtner, der Verwalter unſeres
Hauſes.
Inger erzählte haſtig: „Ich war eben unten, ich konnte es
im Zimmer nicht aushalten, ich mußte in den Garten hinunter,
es war ja noch immer Licht im Salon. Plötzlich war es mir
ſo, als ob hinter dem Hauſe jemand ſpreche. Ich konnte es
mir nicht erklären, die Jadrans gehen doch immer ſehr früh
ſchlafen. Ich ſchlich mich alſo nach hinten. Und da habe ich
dann etwas enddeckt. Sie kennen doch die Laube, in der die
Jadrans immer ihre Mahlzeiten nehmen — von dort kam das
Geſpräch, Männerſtimmen. Ich erkannte auch Jadrans Stimme,
aber was ſie ſprachen, konnte ich nicht verſtehen.”
„Sicher kroatiſch.”
„Nein, ich glaube es nicht . .. die Sprache hatte einen
ganz anderen Klang.”
„Italieniſch?"
„Nein. Kommen Sie bitte mit hinunter und überzeugen
Sie ſich ſelbſt.”
Ich überlegte mir die Sache. Hatte Elck, von dem wir ja
wäh=
rend des ganzen Tages nichts gehört hatten, ſich vielleicht mit
Jadran in Verbindung geſetzt? Vielleicht fürchtete er, daß Rhoda
ſich mit Baggenſen ausſöhnen würde und verſuchte nun auf andere
Art und Weiſe, Baggenſen zu erledigen.
Jadran? Ein wortkarger, aber ſympathiſcher Menſch.
Viel=
leicht handelte es ſich um etwas ganz anderes. Sicher ſogan. Hatte
die kleine Frau Marie nicht davon geſprochen, daß es Leute in der
Gegend gebe, die das Schmugglerhandwerk trieben? Drüben lag
doch die italieniſche Küſte. Und wenn Inger glaubte, eine
beſon=
dere Sprache zu höten, ſo war es ſicher nur einer der vielen
Dia=
lekte dieſer Landſchaft.
Nun, auf jeden Fall wollte ich mich ſelbſt überzeugen.
„Wieviel Stimmen waren es, Inger?”
Nr. 73 — Seite 7
Ein ſchwerer Junge.
Ah. Bingen a. Rh., 13. März. Die Binger Polizei hat
einen Einbrecher feſtgenommen, der ſich in letzter Nacht
in der Stadt ziemlich betätigte. Es handelt ſich dabei um den
gerade 25 Jahre alt gewordenen Joſef Albert Franz, gebürtig
aus Bottrop (Weſtfalen). Dieſer hat zuletzt in der Gegend
von Aachen als Friſeur gearbeitet. Franz entfernte ſich dann vor
Tagen aus ſeiner letzten Arbeitsſtelle und unternahm
Wander=
fahrten ins Saargebiet und gelangte dann auf der Strecke
über Oberſtein=Kreuznach nach Bingen, wo er am
Mon=
tag gegen Abend eintraf.Hier hat ſich Franz dann ſofort an die
„Arbeit gemacht, die Autos, die er auf der Straße antraf,
„viſitiert” und nach „Brauchbarem durchſucht, ſo aus dem Wagen
die Autopapiere entwendet und bei dem anderen Auto ſich die
Stablampe angeeignet. Schließlich hat er mit dem mitgebrachten
Einbrecherwerkzeug die Vorratskammer einer Binger
Gaſtwirt=
ſchaft geöffnet, mehrere Schinken, Wurſt Speck uſw.
zuſammen=
gepackt und mitgehen heißen. Dieſer Sachen entledigte er ſich in
der alten Bleiche, wo er ſie verſteckte, um ſie ſpäter abzuholen.
Dann hat Franz verſucht, eine Autogarage an der Nahe zu
öffnen, die jedoch ſeinen Werkzeugen nicht nachgab. F. wurde von
dem die Sache bearbeitenden Kriminalbeamten in verdächtiger=
Weiſe betroffen, feſtgenommen, viſitiert und bei ihm
Einbrecher=
werkzeuge, ein Dolch, Autopapiere uſw. gefunden. Zunächſt
ſpielte er den Unſchuldsengel. Er wollte das Einbruchswerzeug
gefunden haben, auch die Papiere, die aus dem Auto geſtohlen
waren, hatte er angeblich auf der Straße aufgeleſen, und die bei
ihm gefundenen Halsketten und andere Schmuckſtücke will er von
einem Unbekannten gekauft haben. Merkwürdigerweiſe wurde
aber im Laufe des Tages auch noch ein weiteres Paket
Hals=
ketten und Schmuck einer Oberſteiner Firma gefunden, die
offen=
bar von Franz „geklaut”, aber von Franz hier weggeworfen
wurden, um nicht verdächtigt zu werden. Offenbar handelt es ſich
bei Franz um einen Schwerverbrecher, der ſchon andere
Straf=
taten ausgeführt hat. Die Unterſuchung wird Licht bringen, wie
auch noch geklärt werden wird, ob F. ohne Komplizen ſein
un=
ſauberes Handwerk ausführte. — Zweifellos handelt es ſich bei
Franz auch um den Fahrer des herrenloſen
Perſonenkraft=
wagens”, der am Montag früh in Münſter=Sarmsheim bei
Bin=
gen auf der Landſtraße ſtehend aufgefunden wurde und der, wie
die Ermittlungen der Bingerbrücker Gendarmerie ergaben und
wie von uns bereits berichtet wurde, am Samstag ſeinem
Ober=
ſteiner Beſitzer geſtohlen worden iſt. In dem Wagen haben ſich
ebenfalls Schmuckſtücke befunden. Das Auto iſt geſtern noch von
ſeinem Beſitzer in Bingerbrück wieder abgeholt worden. Es hat
ziemlich verbeult ausgeſehen. Der Autodieb iſt infolge
Betriebs=
ſtoffmangel nur bis Münſter=Sarmsheim gekommen und iſt dann
im Dunkel der Nacht geflüchtet.
Dp. Zwingenberg, 14. März. Hohes Alter. Am heutigen
Tage vollendet Herr Schuhmachermeiſter Philipp Maul ſein
75. Lebensjahr und morgen wird Herr Jakob Kalb, Gärtner,
80 Jahre alt. Beide Herren erfreuen ſich noch einer erſtaunlichen
körperlichen Friſche.
Bn. Hirſchhorn, 12. März. Vom Neuhausbeſitz. Die
Ortsgruppe der Neuhausbeſitzer im Reichsverband Deutſcher
Neu=
haus= und Eigenheimbeſitzer hatte zu einer
Mitgliederverſamm=
lung den Geſchäftsführer des Landesverbandes Heſſen, Schneider
aus Darmſtadt, als Redner gewonnen. Der Leiter der hieſigen
Ortsgruppe, Joſef Leopold Denner, eröffnete die Verſammlung,
dankte für das zahlreiche Erſcheinen der Mitglieder und erteilte
dem Redner das Wort. Zu Beginn erläuterte der Redner Zweck
und Ziele der Organiſation der Neuhausbeſitzer, um dann nähere
Erläuterungen über die Tätigkeit derſelben in bezug auf
Aus=
ſetzung der Verzinſung und Tilgung der verbilligten Baudarlehen
ſowie Zinsverbilligung und Abwertung der Hypothekengelder.
Weiterhin gab er bekannt, daß ab 1. Oktober 1933 die
Gemeinde=
grundſteuer nicht nur für den bebauten Grundbeſitz, ſondern auch
für das zum Neubau gehörige Gartengelände für Neuhausbeſitzer
auf Antrag zu erlaſſen ſei.
— Hirſchhorn, 14. März. Waſſerſtand des Neckars am
13. März 1,86 Meter. am 14. März 1,84 Meter.
— Gernsheim, 14. März. Waſſerſtand des Rheins am
13. März +0,01 Meter. am 14. März +0.18 Meter.
Ca. Lorſch, 14. März. Losholzabgabe. Die
Losholz=
abgabe iſt jedesmal ein Freudentag in der Gemeinde. Für dieſes
Jahr erfolgte die Abgabe am Montag und ſeit dieſer Zeit herrſcht
im Lorſcher Wald Hochbetrieb im Fuhrwerksverkehr, da das Holz
ſchnell abgefahren werden muß, um die abgetriebenen Flächen
freizubekommen. — Hundeſchau. Die ſonntägliche Hundeſchau
des Vereins für deutſche Schäferhunde. Ortsgruppe Bergſtraße,
veranſtaltete am Sonntag auf dem DJK.=Sportplatz eine
gut=
beſchickte Sonderſchau in deutſchen Schäferhunden, die mit 45
Tieren aus der näheren und weiteren Umgebung glänzend
be=
ſucht war. Sogar von Kirchheim, Bez. Kaſſel, Schmitten i. T.,
Frankfurt, Vilbel, Kreuznach. Mainz und Mannheim waren
Mel=
dungen eingegangen. Von den 45 Tieren konnten 43 ausgezeichnet
werden, und zwar 3 mit vorzüglich, 26 mit ſehr gut und 13 mit
gut. Nur 3 Hunde ſchieden als mangelhaft aus.
P Rüſſelsheim, 14. März. Eine unſerer älteſten
Mit=
bürgerinnen, Frau Barbara Graß, geb. Schneider, feierte geſtern
ihren 80. Geburtstag. — Bisher unbekannte Täter verſuchten in
der Sonntag=Nacht in ein Wohnhaus am Römergrab und in der
Mainzer Straße einzubrechen. Sie wurden jedoch in ihrem
Vor=
haben geſtört und entkamen unerkannt. Die Ortsgruppe der
NSDAP. veranſtaltete am Montag abend in den U. T.=
Licht=
ſpielen einen Filmabend, in dem der Film des
nationalſozia=
liſtiſchen Deutſchland „Hans Weſtmar” zur Aufführung gelangte.
P. Königſtädten, 14. März. Nach 34jähriger Tätigkeit im
Gemeindedienſt, iſt der 64jährige Gemeindefaſelwärter Peter
Beckenhaub in den wohlverdienten Ruheſtand getreten.
P. Kelſterbach, 14. März. In Anerkennung ſeiner
hervor=
ragenden Leiſtungen im Feuerwehr= und Rettungsdienſt wurde
dem Schmiedemeiſter Joh. Jacob Bauſch das ſilberne Ehrenkreuz
des Heſſiſchen Feuerwehrverbandes verliehen.
„Drei ganz beſtimmt. Leider war es ſo dunkel, daß ich nichts
ſehen konnte.”
Wir ſchlichen hinunter. Ich ging voraus. Dort lag die Laube,
ich hörte nichts. Waren die Männer bereits
auseinandergegan=
gen? Ich tappte mich übers Gras und kam dicht an die Laube
heran. Sie war vollkommen bewachſen, man konnte nicht
hindurch=
ſehen.
Plötzlich hörte ich eine ſehr helle Stimme. Eine Frau? Nein,
ein Mann. Schnelle, huſchende Sätze in einer fremden Sprache.
Kroatiſch war es nicht, keine ſlawiſche Sprache. Es war, wenn ich
mich nicht irre, ungariſch oder türkiſch. Vielleicht waren es
Moſ=
lems von den Bergen, die ſprachen doch türkiſchen Dialekt. Gleich
hinter Raguſa gab es ſolche Bergneſter. ...
Alſo doch weiter nichts als eine Schmuggelgeſchichte.
Inger ſtand jetzt neben mir und ſtarrte mich fragend an. Ich
zuckte die Schultern und lächelte.
Plötzlich hörten wir, daß die Männer in der Laube ſich
er=
hoben. Jadran flüſterte etwas, wir drückten uns in das
Laub=
werk. Gott ſei Dank, daß es ſo dunkel war, jetzt würden ſie gleich
erſcheinen .
Jadran kam als erſter zum Vorſchein. Er hatte es anſcheinend
eilig und ging ſchnell auf das Haus zu, wo er in der Küchentür
verſchwand.
Dann erſchienen die beiden anderen: zwei Männer in gelben
Trenchcoats, ein großer und ein kleiner. Sie gingen ſchnell auf die
Straße, blickten ſich noch einmal um und verſchwanden.
Gleich darauf betrat ich mit Inger die Laube. Eine
Wein=
karaffe ſtand auf dem Tiſch, drei Gläſer. Plötzlich entdeckte ich ein
zerknülltes Papier auf dem Fußboden und hob es auf.
Es war ein zweimal durchgeriſſenes Scheckformular. Der
Scheck einer Budapeſter Bank. Ich fuhr förmlich zuſammen, als ich
den Betrag las: viertauſend Pengö. Die Unterſchrift war
un=
leſerlich.
„Was halten Sie davon. Inger?‟
„Die haben den Scheck fortgeworfen und einen anderen
ge=
ſchrieben, höchſtwahrſcheinlich auf eine noch höhere Summe.”
„Ich finde, viertauſend Pengö iſt eine Menge Geld für einen
Jadran.”
„Es ſind alſo Ungarn”, ſagte Inger ſinnend, „was hat Jadran
mit Ungarn zu tun? Sehr verdächtig.”
„Ich werde ihm morgen auf den Zahn fühlen. Kommen Sie
Inger. Jetzt wollen wir uns um Baggenſen kümmern.”
Wir gingen vorſichtig um das Haus herum nach vorn. Das
Licht aus dem Salon fiel immer noch in den Garten.
(Fortſetzung folgt.)
Die Grundfkeinlegung zur Diekrich=Ecke
Nach der Krönungsfeier Bunis
Oberpräſident Staatsrat Wilhelm Kube vollzieht den feierlichen Akt der Grundſteinlegung.
In der märkiſchen Induſtrie=Großgemeinde Finow wurde zu der Dietrich=Eckart=Siedlung für
Kurz=
arbeiter der Grundſtein gelegt. Die Siedlung wird 200 Kupferhäuſer umfaſſen. Ihr Zweck iſt, die
Lebensmöglichkeit der Kurzarbeiter dadurch zu verbeſſern, daß ſie ſich durch die Verbindung mit der
Scholle einen zuſätzlichen Erwerb verſchaffen können.
unter Frit
Der junge Kaiſer begibt ſich an der Spitze der Regierung und der Wurdenträger zu der großen indem die
Sammlung
Truppenparade, die am Krönungstage in Hſingking abgehalten wurde.
meiſter bild
Reich und Ausland.
Die Reichsbahn mokoriſiert.
An der Internationalen Automobil=
Ausſtel=
lung in Berlin beteiligt ſich die Reichsbahn
erſt=
malig unter dem Leitgedanken: „Die Reichsbahn
motoriſiert”, mit einer umfangreichen
Ausſtel=
lung. Sie ſtellt auf der Ausſtellung ihre neuen
Laſtkraftwagenbauarten, ihren den Kraftwagen
mit der Schiene verknüpfenden Behälterdienſt
und zahlreiche Motoren, die in Verfolg des
Leit=
gedankens in Schienen= und Straßenfahrzeuge
ſowie Hilfsmaſchinen aller Art eingebaut
wer=
den, zur Schau; ſie zeigt ſich damit auf einem
Arbeitsgebiet, dem die techniſche Entwicklung
und die Forderungen der neueſten Zeit ihren
Stempel aufgedrückt haben. Das Eindringen des
Verbrennungsmotors als Zugkraftmaſchine —
Motor=Kleinlokomotive — in den Betrieb der
Reichsbahn, und insbeſondere die Eingliederung
des Kraftwagens in ihren Fahrzeugpark ſind
nicht nur techniſch, ſondern auch
volkswirtſchaft=
lich höchſt bedeutſam. Daneben iſt es
bemerkens=
wert, einen Blick auf die zahlreichen
motoriſier=
ten Hilfseinrichtungen zu werfen, deren ſich die
Reichsbahn bei der Bewältigung ihrer Aufgaben
bedient. Den Beſuchern der hochbedeutſamen
Ausſtellung kann daher nicht dringend genug
empfohlen werden, der Sonderſchau der
Reichs=
bahn ihren Beſuch abzuſtatten.
Ein gefährlicher Heiraksbetrüger
feſtgenommen.
Frankfurt a. M. Der 26jährige Kurt
Denker, von Beruf angeblich Kaufmann, knüpfte
durch Inſerate Beziehungen mit jungen Mädchen
an. In einem bisher bekannt gewordenen Fall
gelang es ihm, einem Mädchen 800 RM.
abzu=
locken. Er gab dabei an, das Geld zur
Bezah=
lung von Gerichtskoſten, einen Chauffeurkurſus
und für Stellung einer Kaution zur Uebernahme
einer Stellung zu benötigen. Bei ſeinen
Schwin=
deleien ging er ſoweit, daß er einen Autounfall
in Szene ſetzte, ſich mit verbundenem Kopf ins
Bett legte und durch einen Mittelsmann das
Mädchen an ſein „Krankenlager” rufen ließ. Das
Mitleid des Mädchens wußte er inſofern
auszu=
nutzen, als er angab, er müſſe den verurſachten
Autoſchaden in Höhe von 210 RM. erſetzen. Auch
dieſen Betrag erhielt er. Zu ſpät erſt bemerkte
das Opfer die Betrügereien. Denker hatte das
erſchwindelte Geld mit anderen Mädchen auf
Ver=
gnügungsreiſen durchgebracht. Da der Verdacht
beſteht, daß Denker noch ähnliche Schwindeleien
begangen hat, wollen ſich evtl. Geſchädigte bei der
Kriminalpolizei, die den Gauner inzwiſchen
feſt=
genommen hat, melden.
Ein Gemälde im Städel von einem Unbekannten
beſchädigt.
Frankfurt a. M. Im Städel=Muſeum
wurde, wie erſt jetzt bekannt wird, am
Donners=
tag, den 8. März, zwiſchen 16 und 16.30 Uhr, ein
wertvolles Gemälde von einem Unbekannten
ſchwer beſchädigt. Das Bild ſtellt fünf Nymphen
dar, die einen Mann ins Waſſer ziehen. Das
Gemälde, das im zweiten Stock des Muſeums
un=
tergebracht war, weiſt einen Riß auf, der ſich von
der Mitte des Bildes bis zum unterſten Rande
hinzieht. Perſonen, die ſich um die genannte Zeit
in dem Muſeum aufhielten und irgendwelche
Wahrnehmungen machten, werden gebeten, ihre
Beobachtungen der Kriminalpolizei mitzuteilen.
Autobus mit 25 Arbeitern eine Böſchung
hinabgeſtürzt.
Rüdesheim. Ein ſchwerer Unfall hat ſich
hier zugetragen. Der Omnibus eines
Unterneh=
mers von Geiſenheim, der täglich die
Rodungs=
arbeiter von Aßmannshauſen nach Presberg
be=
fördert, kam auf der Straße am Forſthaus
Rüdes=
heim plötzlich von der Fahrbahn ab. Er glitt
eine über einen Meter hohe Böſchung hinunter
und ſchlug um. Bei dem Unfall wurden
ſämt=
liche Fenſterſcheiben des Wagens zertrümmert.
Die in dem Wagen befindlichen 25 Arbeiter und
der Wagenführer konnten ſich nur mit großer
Mühe durch die zertrümmerten Fenſter ins Freie
bringen. Mehrere Arbeiter trugen bei dem
Un=
fall Schnittwunden und Quetſchungen davon, zwei
erlitten ſchwere Arm= und Kopfverletzungen. Die
größte Zahl der Wageninſaſſen kam mit dem
So
ken davon.
Erſter Spakenſtich für Sachſens erſte Thingſkäkke.
Ueberblick über die Feier. — Im Hintergrund die Tribüne mit den Ehrengäſten.
Bei Kamenz (Sachſen) vollzog der Reichsſtatthalter Mutſchmann den erſten Spatenſtich zu einer
Thingſtätte, die die erſte auf ſächſiſchem Boden ſein wird.
Breslaus
halle ſoll Weiheſtätte deutſchen Volkskums werden.
Die großzügig angelegte und monumental gehaltene Jahrhunderthalle in Breslau
ſoll zum Nationaldenkmal ausgeſtaltet werden. Die Weiheſtätte ſoll dann für den Südoſten eine
ähnliche Bedeutung haben wie etwa das Niederwalddenkmal für den Weſten und die
Befreiungs=
halle bei Kehlheim für den Süden des Reiches.
Der Oberammergauer Pekrus=Darſteller
Peker Rendl †.
München Der Petrus=Darſteller der
Ober=
ammergauer Paſſionsſpiele von 1930, der
Bild=
hauer Peter Rendl, der auch für die
Jubiläums=
ſpiele als Petrus gewählt war, iſt nach kurzer
Krankheit geſtorben. Er verkörperte in den
Paſ=
ſionsſpielen 1890 und 1900 den Jünger Johannes.
Verheiratet war er mit einer Tochter des
frühe=
ren Chriſtus=Darſtellers Joſeph Mayr.
Eiſenbahnattentäter feſtgenommen.
Plauen. Auf der Eiſenbahnſtrecke
Mehl=
theuer—Syrau ſind in der Nacht zum Dienstag
vier Einfahrtsſignallampen von den
Signalma=
ſten heruntergeholt und ausgelöſcht worden. Ein
Zugführer machte ſofort Meldung. Noch am
Dienstag wurde durch die Gendarmerie und
Eiſenbahnſtreifbeamten der Täter in einem
Ein=
wohner aus Mehltheuer ermittelt, der früher
bei der Eiſenbahn tätig war.
Großfeuer in einem Nürnberger Kohlenlager.
Nürnberg. In der Nacht zum Mittwoch
brach in dem Kohlenlager Gibitzenhof der Firma
Chriſtoph Teufel, G. m. b. H., ein Großfeuer aus,
das die rieſigen Lagerſchuppen ergriff und in den
großen Holz= und Kohlenvorräten reiche
Nah=
rung fand. Die Feuerwehr, die mit drei
Löſch=
zügen anrückte, bekämpfte das verheerende
Ele=
ment mit elf Schlauchleitungen. Die
Brandur=
ſache iſt vorerſt noch nicht ermittelt. Der
Scha=
den iſt beträchtlich.
Sfürmiſche Überfahrt der „Berengaria”
London. Der Cunard=Dampfer „
Berenga=
ria traf Dienstag abend, nach einer ſtürmiſchen
Ueberfahrt, mit ſtarker Verſpätung aus New
York in Southampton ein. Am Sonntag wurde
das große Schiff von rieſigen Wellen dermaßen
hin= und hergeworfen, daß zwei im Kaſſenraum
eingebaute Stahlſchränke von drei Metern Höhe
und einem Gewicht von je 2 Tonnen losgeriſſen
und umgeſtürzt wurden. Zahlreiche Möbelſtücke
und viel Geſchirr wurde zerbrochen. 10
Fahr=
gäſte und ein Mann der Beſatzung erlitten leichte
Verletzungen. Mittwoch vormittag mußte das
Schiff bereits wieder die Fahrt nach New York
antreten. Es wird 150 Kiſten Gold, im Werte
von 1½ Millionen Pfund Sterling, 2000 Barren
Silber und 6000 Kiſten Likör mitnehmen.
Zwei Hinrichtungen in Neuruppin.
Neuruppin. Im Hofe des
Strafgefäng=
niſſes Neuruppin wurden am Mittwoch früh,
ge=
gen 6 Uhr, der Mörder Otto Kuhrt und die Frau
Frieda Schenk aus Grüneberg (Mark) durch den
Scharfrichter Gröbler aus Magdeburg
hingerich=
tet. Kuhrt war wegen Mordes an dem Landwirt
Schenk vom Schwurgericht Neuruppin zum Tode
verurteilt worden. Frau Schenk hatte mit dem
Knecht ein Liebesverhältnis unterhalten und ihr
zu der Mordtat angeſtiftet. Am Abend des 21.
Dezember 1933 hatte Kuhrt ſeinen Dienſtherren
aus der Dienſtwohnung gelockt und ihn mit
einem Jagdgewehr aus dem Hinterhalt erſchoſſen,
als er in die Hoftür trat.
poſition u
Gewalkige Trauerkundgebung
für die Token von Karſten=Zenkrum.
Beuthen. Die Grenz= und Bergbauſtadt
Beuthen erlebte am Mittwoch eine in ihrer Art
einzig daſtehende Kundgebung zu Ehren der ſiez
ben Todesopfer des Unglücks auf der Karſten=
Zentrum=Grube. Nachdem am Vormittag das
letzte Opfer des Unglücks beerdigt worden war
verſammelten ſich gegen Mittag auf dem großen für beſond
Hof der Grubenanlage, von deren drei Förderz ſur dien de
türmen die Halbmaſt geſetzten Fahnen des Drit denen es 9
ten Reiches flatterten, die Abordnungen der SA.)//2 ſtets d
SS., NSBO. und des Arbeitsdienſtes, de Lame der
Schutzpolizei, des Zolldienſtes und zahlreiche Jähres ge
nationalſozialiſtiſcher Organiſationen und Ver=uſo die au
bände aus ganz Oberſchleſien. Beſonders zahl deieliſhin,
reich waren die Kameraden der Verunglückten blicklichen
und die Belegſchaften der oberſchleſiſchen Gruben. Dieſer
mit ihren Fahnen vertreten. Hinter den Reihenſaſſen. Eil
der Angetretenen drängten ſich Tauſende aus al=dem Alten
len Schichten des oberſchleſiſchen Volkes. Gegen Tage geſeh
13 Uhr ertönten die Sirenen der Grube, als Ober=Verhaftung
präſident und Gauleiter Staatsrat Brückner denallmächtig
Grubenhof betrat. In ſeiner Begleitung befan=berr, ſah d
den ſich Staatsrat Schuhmann als Vertreter des ſicht?
Führers der Deutſchen Arbeitsfront Dr. Ley, Vorbeſtraf
Reichsbetriebsgruppenleiter für den Bergbauwillen! 2
Stein, Reichsfachſchaftswart für den Bergbaunicht den
Padberg. Oberpräſident Brückner, wurde begrüßt geſtohlen?“
von den Leitern der Grube, den Spitzen der ſtaat=wir gleich
lichen und ſtädtiſchen Behörden Oberſchleſiens, der dem Dieb
Bergbehörden, der SA. und SS. Auf den Ehren=ſunden ha
plätzen befanden ſich die Angehörigen der toten wen haben
Bergknappen, denen Oberpräſident Brückner das Nann:
mitanſeh
Beileid ausſprach.
haben. ur
Südfranzöſiſches Dorf von einem Erdrutſch
bedroht.
Paris. Das ſüdfranzöſiſche Dorf
Roquebil=
lére, in den Seealpen, das erſt im Jahre 1926
durch einen Erdrutſch teilweiſe zerſtört worden
war, ſteht erneut vor der ernſten Gefahr, durch
einen Erdrutſch verſchüttet zu werden. Im
An=
ſchluß an die letzten ſchweren Regenfälle wurden
an den Bergen, die das Dorf umgeben, mehrere
tiefe Riſſe feſtgeſtellt. Am Dienstag ereignete ſich
bereits ein erſter Erdrutſch, der aber keinen
Scha=
den anrichtete. Die Behörden haben ſich am
Dienstag aus Sicherheitsgründen genötigt
ge=
ſehen, die Räumung des Dorfes anzuordnen.
Der Generalinſpektor der franzöſiſchen Regie
von Beirut wegen Haſchich=Schmuggels verhaftet,
Paris. Die Zollbeamten von Marſeille
verhafteten am Montag den Genralinſpektor der
franzöſiſchen Regie von Beirut, der im Begriff
war, 100 Kilo Haſchich zu ſchmuggeln, die er in
der eigens dazu gebauten doppelwandigen Karoſ
ſerie ſeines Kraftwagens verſteckt hatte, um ſie
am Dienstag mit nach Kleinaſien zu nehmen.
Die Rettungsaktion für die „Tſcheljuſkin”=
Beſatzung.
Moskau. Die Regierungskommiſſion für
die Rettung der „Tſcheljuſkin”=Beſatzung teil
mit, daß die Flugzeugbaſis nunmehr von Kay
Wellen nach Kap Vankarem verlegt worden iſ,
wo beſſere meteorologiſche Verhältniſſe herrſchen
Der Flieger Ljapidewſki hat am 10., 11. und 12/
März drei Flüge unternommen, um das Lager
Prof. Schmidts zu erreichen; er mußte jedoch im
mer wegen Verſagens des Motors wieder ume
kehren. Am 14. März wird Ljapidewſki von Kao
Vankarem aus ſeine Flüge zum Schmidt=Lages
wieder aufnehmen. Der Dampfer „Stalingrad/
iſt in Oljutorſskoje, an der Oſtküſte Kamtſchatkas,
eingetroffen, wo er Flugzeuge und Brennſtofſe
löſchte. Im Lager Profeſſor Schmidts iſt alles
wohlbehalten. Die Drift hat faſt aufgehört. Die
geographiſche Lage war am 12. März 68.24,9 Grod,
nördlicher Breite und 137.17,3 Grad weſtlichee
Länge.
13 Ueberlebende der „Tomotſuru” und 49 Leichel
geborgen.
Tokio. Am Mittwoch früh betrug die Zahl)
der geretteten Ueberlebenden des Zerſtörers „AFl
motſuru” 13. Wie Reuter aus Tokio melden
konnten aus dem Wrack des gekenterten japan?
ſchen Zerſtörers „Tomotſuru” bisher weiter in?”
geſamt 49 Leichen geborgen werden. Man hu
jetzt jede Hoffnung aufgegeben, den Reſt der Bel
ſatzung noch lebend zu bergen, ſo daß ſich die Ge‟
ſamtzahl der Ueberiebenden, die 13 beträgt, nich
mehr erhöhen dürfte.
15. März 1934
Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 73 — Seite 8
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Die Geſchichte der Militärmärſche.
Wie die Milikärmärſche entſtanden. — Die amkliche Organiſakion der Milikärmuſik.
Der „Hohenfriedeberger” und andere Märſche.
Milikärmuſik im „Drikken Reich”.
Hitlers Intereſſe für Militärmärſche — der Badenweiler
Narſch iſt bekanntlich ſein Lieblingsmarſch — und die
Muſik=
lapellen der SA. und SS. haben dieſem alten deutſchen Muſikgut
u einer neuen Blüte verholfen. Erſt jüngſt wurde ein großes
Militärmarſch=Konzert der großen nationalſozialiſtiſchen Kapellen
m Berliner Sportpalaſt in Gegenwart Hitlers aufgeführt und
nehrere Male wiederholt, da das Intereſſe der Oeffentlichkeit
ſaran ganz außergewöhnlich groß war. Auch im Rundfunk wurde
das Konzert übertragen. Die großen Verſammlungen Hitlers und
inderer hervorragender Perſönlichkeiten der Partei werden ſtets
von Militärmärſchen umrahmt, da ſie die Stimmung im
vater=
ſändiſchen Sinne beeinfluſſen und erhöhen. Die Militärmuſik hat
n Deutſchland ſtets nicht nur beim Heere, ſondern auch beim
Volke eine große Rolle geſpielt.
Immer hat die Muſik bei den Truppen die verſchiedenſten
Aufgaben erfüllt: Erleichterung des Marſches, Hebung der
Stim=
nung, Begeiſterung beim Sturm und Mitwirken bei verſchiedenen
Gelegenheiten, z. B. Paraden, Gottesdienſt. Siegesfeiern. Stets
dat es ſich gezeigt, daß Muſik die Ermüdeten mehr ermuntert, als
Unſprachen oder Befehle. In den Heeren des Mittelalters waren
die Trompeter und Pauker bekannt. Erſt Anfang des 17.
Jahr=
ſunderts wurden Kapellen, wenn auch in einfachſter Form und
geringer Zahl, gebildet. Auch zur Zeit Friedrichs des Großen war
das Muſikweſen im Heer noch nicht beſonders ausgebildet. Erſt
inter Friedrich Wilhelm III wurden feſte Grundſätze aufgeſtellt,
indem die Kapellen verſtärkt, neue Inſtrumente eingefügt und
Sammlungen von Märſchen angelegt wurden. Tüchtige
Muſik=
neiſter bildeten ihre Muſiker aus und widmeten ſich der
Kom=
ſoſition und der Uebertragung von Märſchen. Dadurch machten
ſe die Militärmuſik volkstümlich, Auch hervorragende Kom=
poniſten komponierten Märſche und Militärkonzerte. In der
Folgezeit bis zum Weltkrieg wurde das Muſikweſen tatkräftig
weiterentwickelt und nahm nunmehr eine beachtenswerte Stellung
ein. Im Jahre 1887 wurde ein Muſikinſpizient ernannt, dem 1906
noch ein zweiter folgte. Wenn es auch ſeit den Tagen Friedrichs
des Großen einen oberſten Muſikinſpizienten gab, der ſein Amt
im Nebenberuf und in Zivil ausübte, ſo trug er nun ſeit 1838
Uniform und dirigierte in dieſem Jahr den erſten Großen
Zapfen=
ſtreich an der Spitze einer großen Zahl von Muſikern. Später hat
das Muſikweſen noch bedeutende wichtige Verbeſſerungen auf den
verſchiedenſten Gebieten erfahren. Die Ausbildung ſeiner
Ka=
pelle leitete der Kapellmeiſter (Muſikmeiſter, Stabshoboiſt und
Stabstrompeter), auch führte er die Oberaufſicht über die
Spiel=
leute, deren beſonderer Unterricht zunächſt den
Bataillonstam=
bouren oblag. In der deutſchen Reichswehr beſitzt jedes
Infan=
terie= und Pionierbataillon ein Muſikkorps von 24, jedes Reiter=
und Artillerieregiment, jede Nachrichten= und Fahrabteilung ein
Trompeterkorps von der gleichen Stärke. Infolge Verteilung der
Truppen auf eine große Anzahl Standorte hat ſich eine ſtarke
Ausſtattung mit Muſikern notwendig erwieſen. Alle Muſik= und
Trompeterkorps haben eine einheitliche Beſetzung mit
Inſtrumen=
ten, ſo daß ein Zuſammenſpielen mehrerer Korps leicht möglich
iſt. Eine große Anzahl von Konzerten und Märſchen haben ſich
aus den älteſten Zeiten erhalten. Wie oben ſchon erwähnt, ließ
Friedrich Wilhelm III. eine Sammlung der preußiſchen
Armee=
märſche anlegen, die bis in die neueſte Zeit ergänzt wurden. Sie
ſind in drei verſchiedene Sammlungen eingeordnet, von denen die
erſte langſame, die zweite Geſchwindmärſche für Infanterie und
die dritte Kavalleriemärſche enthält. Nach und nach wurden
be=
rühmte Märſche in die Sammlung, von der 1914 ein Verzeichnis
der Königl Preuß. Armeemärſche herausgegeben wurden,
aufge=
nommen. Seit einigen Jahren wird dieſe Sammlung der
Armee=
märſche fortgeſetzt, zu der auch die Märſche der anderen
Kon=
tinente hinzugetreten ſind.
Geschichten aus adler Welt
üßl
Belohnker Diebſtahl.
k. Wien. In einem großen Wiener Warenhaus gibt es
ſür beſonders geſchickte Verkäufer Sonderprämien. Nicht etwa
ſir die, die den größten Abſatz erreichen, ſondern für diejenigen,
denen es gelingt, Diebe auf friſcher Tat zu ertappen. Da gibr
s ſtets drei Schilling in bar. Eine beſonders tüchtige junge
Dame der Wäſcheabteilung holte ſich im Laufe eines einzigen
Jahres genau 178 mal die Belohnung. Die Kleine verdiente
ulſo die anſehnliche Summe von 534 Schilling als
Privat=
letektivin. Eine immerhin bezeichnende Tatſache für die
augen=
llicklichen Wiener Verhältniſſe!
Dieſer Tage konnte das kleine Fräulein ihren 178. Dieb
ſaſſen. Einen alten Herrn, zittrig und gebrechlich. Man ſah
ſem Alten an ſeiner Kleidung an, daß er früher einmal beſſere
age geſehen haben mußte. Er wurde leichenblaß bei ſeiner
Verhaftung und ließ ſich völlig gebrochen in das Büro des
illmächtigen Warenhausdirektors führen. Dieſer, ſelbſt ein alter
berr, ſah den Dieb intereſſiert an: „Schämen Sie ſich denn gar
ticht? In Ihrem Alter! Wie alt ſind Sie eigentlich?”
„Vorbeſtraft?” — Der Dieb bekreuzigte ſich: „Um des Himmels
villen! Wie kommen Sie darauf!“ — „Na, ſpielen Sie hier
ticht den Anfänger, alter Freund! Was haben Sie eigentlich
jeſtohlen?” — Der Delinquent ſchwieg. — „Na, das werden
wir gleich haben!“ — Das Fräulein meldete, daß man bei
dem Dieb zwei Paar Kinderſocken und ein Kinderſpielzeug
ge=
ſunden hatte. Der Herr Generaldirektor wurde ſtutzig: „Für
ven haben Sie das geſtohlen?” — Tonlos erwiderte der alte
Nann: „Für mein kleines Enkelkind. Ich konnte nicht mehr
nitanſehen, wie das Kind friert. Es ſollte wenigſtens Strümpfe
jaben. Und endlich einmal ein winzig=kleines Spielzeug, das
arme Würmchen. Mein Sohn iſt im Krieg gefallen, meine
Tochter wurde vor kurzem abgebaut und meine Penſion ...
Der Generaldirektor antwortete nichts. Er dachte an ſein
eigenes Enkelkind. Dann ſagte er, der Alte möge im
Vor=
zimmer warten. Am ganzen Leibe zitternd fragte dieſer: „Bis
mich die Polizei holt?‟ Er erhielt keine Antwort. Zwei
Minuten ſpäter aber überreichte das Fräulein dem „
Schutzhäft=
ling” ein ſauberes kleines Päckchen. Darin kagen die —
ge=
ſtohlenen Sachen und ein Geldſchein. Zehn Schilling, ein
kleines Vermögen!
Es geſchehen doch noch Zeichen und Wunder. Das oft
beſungene goldene „Weaner” Herz ſchlägt ſelbſt im Dollfuß=
Oeſterreich noch.
Siebenmal um die Erde.
(a) Amſterdam. Der Poſtbeſteller des Dörfchens Hauwert
bei Hoorn, Mijnheer G. Ettes, feierte kürzlich ſein
fünfundzwan=
zigjähriges Dienſtjubiläum. Wie beliebt der Jubilar bei ſeinen
„Kunden” iſt, zeigt, daß zu ſeinem Ehrentage ſämtliche Dörfer und
Bauernhöfe der Umgebung feſtlich geflaggt hatten. Auf dem Lande
kommt dem Poſtboten ja ſchließlich noch eine weit größere
Bedeu=
tung zu als in der Stadt. Ein bei den Feierlichkeiten anweſendes
ſtatiſtiſches Gemüt hat ſich die Aufgabe geſtellt, die von dem
Ju=
bilar während dieſer 25 Jahre zu Fuß zurückgelegte Entfernung
auszurechnen, und kam zu dem erſtaunlichen Ergebnis, daß Ettes
rund 600 000 Kilometer per pedes apostolorum, das heißt
ſieben=
mal den Erdumfang, zurückgelegt hat. Ettes ſelbſt ſchätzt die Zahl
der von ihm vollzogenen Beſtellungen auf 1½ Millionen. So
kann auch ein einfacher Poſtbote auf dem Lande Rekordbrecher
werden —
Land über dem Herenkeſſel.
Die Lechtaler Alpen, ein immerwährender Bebenherd. —
Unter=
irdiſche Höhlen ſtürzen zuſammen. — Das Geheimnis des
ver=
borgenen Sees. — Geſteinmaſſen wandern.
Die ſüddeutſchen Lande gehören zu den am meiſten in
Deutſchland von Erdbeben heimgeſuchten Gebieten. Haben die
bisherigen Beben auch keinerlei übermäßigen Schaden
an=
gerichtet, ſo ſteht doch noch keineswegs feſt, ob wir nicht doch
eines Tages die Beben in einem Ausmaße zu ſpüren bekommen
werden, wie wir das nicht erwartet hatten, denn
Süddeutſch=
land liegt in unmittelbarer Nähe eines immerwährenden
Erd=
bebenherdes, der Lechtaler Alpen. Dieſer Gebirgszug iſt in
ſeinen Untergründen ein tobender Hexenkeſſel, deſſen Gewalten
die beiden Hauptorte dieſes Tiroler Gebietes, Namlos (1236
Meter über dem Meere) und Berwang, wiederholt ſchon zu
ſpüren bekamen.
Die Wiſſenſchaft hat ſich in den letzten Jahren mit
be=
ſonderer Aufmerkſamkeit der Vorgänge in den Lechtaler Alpen
angenommen und dabei intereſſante Ergebniſſe gezeitigt, welche
die Fachwelt genau ſo intereſſieren wie den Laien. So herrſcht
die Meinung vor, daß im Bergmaſſiv der Knittelkarſpitze
nörd=
lich von Namlos
ein unterirdiſcher See
liegt. Man ſchließt dies aus der Beobachtung der am Gufel
liegenden Quelle. Dieſe gibt, auch wenn es wochenlang regnet,
kein Waſſer, während ſie nach Tagen vollkommener Trockenheit
plötzlich zum Vorſchein kommt und dann oft tagelang ſehr ſtark
fließt. Dieſe Quelle trat am Tage nach dem bekannten, großen
Schaden verurſachenden Beben des 8. Oktober 1930, bei dem
Namlos und Berwang ſehr ſchwer heimgeſucht wurden,
außer=
ordentlich ſtark zutage, lief drei Tage lang und iſt ſeitdem
wieder verſchwunden.
Feſtſteht, daß der Bereich der Knittelkarſpitze ſchon von jeher
ſchwache Erdſtöße mit Donnergeräuſch, ein= oder zweimal im
Jahre verſpüren läßt. Dieſe Vorgänge hängen offenbar mit
größeren Einſtürzen in einem
Höhlengebiet in der Tiefe des Gebirgsmaſſivs
zuſammen. Wahrſcheinlich bilden ſich immer wieder neue Höhlen,
die allmählich wieder zuſammenbrechen, alſo ſtets neue Geräuſche
im Erdinnern verurſachen.
Es iſt aber nach allen bisherigen Erfahrungen klar, daß ein
ſolcher, wenn auch noch ſo beträchtlicher Höhleneinſturz niemals
die Urſache für ein größeres Beben mit weiten Ausläufen ſein
kann. Der Herd eines größeren Bebens muß mehrere
Kilo=
meter tief gelegen haben, alſo unverhältnismäßig tiefer als eine
Höhle. Dieſe Höhleneinſtürze und die mit ihnen teilweiſe
zu=
ſammenhängenden Laufveränderungen der unterirdiſchen
Ge=
wäſſer ſind ohne Frage nur Begleiterſcheinungen ſehr viel weiter
reichender tektoniſcher Vorgänge. Die Geſamtverteilung und
Stärke der mechaniſch und an manchen Stellen auch akuſtiſch
wahrgenommenen Erdbebenwirkung läßt ſich durch eine in
Be=
wegung geratene oder ſich etwas raſcher als ſonſt bewegende
plaſtiſche Strömung der Geſteinsmaſſen in mehreren Kilometer
Tiefe ſehr wohl erklären. Es iſt der Zug, den die große alpine
Tiefe heute noch ausübt und dem weite umgebende Maſſen
folgen müſſen. Die ſteten Erdbeben im Süden Deutſchlands
und in Tirol ſind alſo in die Reihe der großen, mit der alpinen
Gebirgsbildungstendenz unmittelbar zuſammenhängenden
Teil=
erſchütterungen einzuſtellen.
G. S.
Hauptſchriſtleitung: Rudoli Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudol) Mauve; jür Feuilleton, Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe;fürden Schlußdienſt: Andreas
Bauer; für den Kandel: Dr. C. H. Quetſch; für Sport: Karl Böhmann; für „Die
Gegenwart”, Tagesſpiegel inBild und Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigen=
teil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtl. in Darmſtadt. D. A. II. 34: 23339
Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Monuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittags 12—1 Uhr nachmittags 6—7 Uhr.
Die heutige Nummer hat 12 Geiten.
NeueGranit=Bruchſteine Entſchuldungsverfahren.
Die Abonnentenwerbung
durch derber
ist ab 1. März 1954 wieder gestattet. Jeder Abonnentenwerber muß sich aber genau
an die von der Reichspressekammer gegebenen Richtlinien halten. Die
Reichspresse-
kammer hat den Berufswerbern grüne Ausweiskarten ausgestellt, die auf Verlangen
vorgezeigt werden müssen. Auf der Rückseite der Ausweiskarten sind die
Richt-
linien angegeben:
1. Die Werbung soll in höflicher, taktvoller Form dem zu werbenden
Bezieher die Leistungen und Vorzüge der angebotenen Druckschrift darlegen.
Der Werber hat genauen Aufschluß über Preis, Verpflichtungsdauer und
Kündigungsfristen zu geben.
2. Der Werber muß alle an ihn gerichteten Fragen, die mit der
Bezugs-
bestellung zusammenhängen, gewissenhaft und erschöpfend beantworten.
Er darf keinerlei unwahre Behauptungen aufstellen oder den an ihn gestellten
Fragen ausweichen.
3. Der Werber hat den vorgeschriebenen Auswels stets bei sich zu
führen und auf Verlangen vorzuzeigen.
4. Dem Werber ist untersagt, bei der Werbung andere Zeitungen und
Zeitschriften oder im Wettbewerb stehende Unternehmungen im
Ansehen-
herabzusetzen . Es ist ihm ferner untersagt, zur Abbestellung eines anderen
Blattes aufzufordern oder Abbestellungen zu sammeln.
5. Dem Werber ist untersagt, in irgendeiner Hinsicht auf den zu
wer-
benden Bezieher einen Zwang oder Druck auszuüben, insbesondere dürfen
nicht irgendweiche Nachleile, z. B. persönlicher, wirtschaftlicher, beruflicher
oder sonstiger Art, für die Nich bezieher einer Zeitung oder Zeitschrift
an-
gedroht werden.
6. Der Werber ist verpflichtet, dem Besteller eine Durchschrift des
Bestellscheines auszuhändigen.
Eine Verpflichtung zum Bezug bestimmter Zeitungen ist nicht zulässig, Auch darf
keine Kontrolle über den Bezug bestimmter Zeitungen ausgeübt werden. Wir
haben unsere Werber angewiesen, sich genau an diese, für alle deutschen Zeitungen
geltenden Richtlinien zu halten.
Verlag des Darmstädter Tagblaftes.
Kubikmeter — Einſpännerfuhre
RM. 7.—, abzugeben.
Pallaswieſenſtr. 153, Telefon 422
Am Freitag, den 16. März 1934,
vormittags 9 Uhr ſollen in meinem
Verſteigerungslokal, Luiſenſtr. 32/34
folgende Pfänder zwangsweiſe
meiſtbietend gegen Barzahlung
ver=
ſteigert werden.
Beſtimmt verſteigert wird: 2
Jagd=
gewehre, 2 Schlafzimmerbilder, 1
Büfett, 1 National=Regiſtrierkaſſe,
30 Liter Fußbodenöl, 1 ſchw. Kleid,
1 Radio mit Verſtärker, 1 kl. franz.
Lautſprecher, 1 Schreibmaſchine
(Mignon), 1 Ladenkaſſe (Gritzner),
1 Partie Raſierſpiegel und Kriſtall=
Zerſtäuber, ca. 100 Paar
Leder=
handſchuhe, 1 Klavier, verſch.
Lam=
pen, Möbel u. a. m.
Ferner hieran, um 10 Uhr, im Lager
des Spediteurs L. Eberhardt,
Eſchollbrückerſtr. 26: 1 Kaſſenſchrank
1 Nähmaſchine (verſenkbar), 1 Akten
ſchrank mit Glastüren, 4 Schreib
pulte u. verſch. mehr.
3093
Darmſtadt, den 15. März 1934.
Wendel, Gerichtsvollzieher,
Mackenſenſtraße
Ueber den landwirtſchaftlichen Betrieb der
1. Simon Ditzel T., Meſſel,
2. Margarethe Ditzel, geb. Wenchel, daſelbſt,
wird heute, am 3. März 1934, vormittags 11¾ Uhr
Verſteigerungsanzeige. das Entſchuldungsverfahren eröffnet. Zur
Ent=
ſchuldungsſtelle wird die Landesbauernkaſſe Rhein=
Main=Neckar e.G.m.b.H., Frankfurt a. M., ernannt.
Alle Gläubiger werden zur Meidung von
Rechts=
nachteilen aufgefordert, bis zum 30. April 1934 bei
dem unterzeichneten Gericht oder bei der
Entſchul=
dungsſtelle ihre Anſprüche anzumelden und die in
ihren Händen befindlichen Schuldurkunden
einzu=
reichen.
(8083
Heſſiſches Amtsgericht Darmſtadt.
Verſteigerung.
Sonnabend, den 17. März 1934, werden
um 10 Uhr im hinteren Hof der Drag.=Kaſerne 23
— Eingang Riedeſelſtraße — meiſtbietend gegen
Barzahlung verſteigert: Ausgeſonderte Fenſter,
Waſ=
ſerrohre, Gußrohre, Bogen, Wandbecken, Spülſteine,
Piſſoirbecken, Kloſettbecken, Türen, Kaſtenſchlöſſer,
Schalter, Sicherungselemente, Geräte, Holzgeſtelle,
Maſchendraht, Alteiſen, Zink, Meſſing, Kupfer, Herde
und Oefen.
(3089
Finanzamt Darmſtadt=Stadt
(Liegenſchaftsſtelle)
Peter=Gemeinder=Straße 15.
Seite 10 — Nr. 73
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Donnerstag, 15. März 1934
Sber. Süter TlaSaetiene
De Spotl an 40. Matg.
Enkſcheidungen im Raſenſpork.
Das Programm des Sonntags umfaßt in erſter Linie eine
Hochflut von Veranſtaltungen im Raſenſport, wobei die Kämpfe
im Fußball und Handball angeſichts der bevorſtehenden
Entſchei=
dungen in den einzelnen Gauen von beſonderer Bedeutung ſind.
Fußball.
In den ſüdweſtdeutſchen Gauligen reifen nun die
letzten Entſcheidungen heran. Allerdings wird der bevorſtehende
Sonntag die ausſtehenden Klärungen nicht bringen. Im Gau
Südweſt hängt viel von dem Treffen der führenden Offenbacher
Kickers mit dem FK. Pirmaſens dort ab und auch das Abſchneiden
der Wormatia Worms bei Eintracht Frankfurt wird zur Klärung
der Verhältniſſe beitragen. Ferner ſpielen: Boruſſia Neunkirchen
— Mainz 05 und A.O. Worms — Spfr. Saarbrücken. In Baden
wird der SV. Waldhof durch einen Sieg über den SC. Freiburg
wohl Tabellenführer werden, da der zurzeit führende VfR.
Mann=
heim ausſetzt. Ein Sieg des Freiburger FC. über den Pforzheimer
FC. gibt auch den Südbadenern noch weitere Ausſichten.
Außer=
dem ſpielen noch: Phönix Karlsruhe — Karlsruher FV. und
Ger=
mania Brötzingen — VfB. Mühlburg. In Württemberg
ſind von den punktgleichen Tabellenerſten nur die Stuttgarter
Kickers beſchäftigt; gegen Ulm 94 dürften ſie auf eigenem Platze
ihre Poſition behaupten. Die übrigen Spiele: SSV. Ulm — SV.
Feuerbach, Spfr. Stuttgart — Stuttgarter SC. In Bayern
geht der führende 1. FC. Nürnberg den äußerſt ſchweren Gang zu
den Münchener „Bayern‟. Ein Sieg dort wird dem „Club” die
Meiſterſchaft bringen, da er dann ſein letztes Treffen gegen den
FV. Würzburg zu Hauſe ſicher gewinnen wird. Die Münchener
„Löwen” werden diesmal durch einen Sieg in Nürnberg über den
ASN. ihre Anwartſchaft noch verteidigen. Außer dieſen beiden
Treffen bringt der Sonntag noch folgende Spiele: FC. München —
Spielvg. Fürth, FV. Würzburg 04 — Wacker München, FC.
Bay=
reuth — FC. Schweinfurt 05. Jahn Regensburg — Schwaben
Augsburg. In Nordheſſen iſt die Meiſterſchaftsfrage geklärt.
die angeſetzten Spiele entſcheiden darüber, wer Hermannia Kaſſel
in die zweite Klaſſe begleitet; Kurheſſen Marburg und Sport
Kaſ=
ſel haben dazu die beſten „Ausſichten‟. Der Sonntag bringt in
Südweſtdeutſchland auch einige Freundſchaftsſpiele, der
weſtdeutſche Meiſter Schalke 04 iſt in Fulda und Saarbrücken zu
Gaſt. Im Reich nehmen die Sviele um die Gaumeiſterſchaften
ihren Fortgang, von den Ereigniſſen aus dem Ausland nennen
wir zuerſt die Vorſchlußrunde um den engliſchen
„Cuv” mit den Spielen: Aſton Villa — Mancheſter City und
Leiceſter City — Portsmouth. Im Rahmen der
Weltmeiſter=
ſchafts=Ausſcheidungen treffen ſich Portugal und Spanien im
Rück=
ſpiel in Liſſabon, wozu Dr. Bauwens=Köln als Schiedsrichter
an=
gefordert wurde.
Handball.
Im Gau Südweſt finden zwiſchen den Gruppenſiegern
die Vorſpiele um die Gaumeiſterſchaft ſtatt. Es treffen ſich bei
den Männern TV. Frieſenheim und Polizei
Darmſtadt, und bei den Frauen TV. 61 Kaiſerslautern und
Stadt=SV. Frankfurt. In rückſtändigen Gruppenſpielen begegnen
ſich noch: „Main=Heſſen: Darmſtadt 98 — Tgſ.
Offen=
bach TSV. Herrnsheim — TSG. Fechenheim. Saar=Pfalz:
TV. Malſtatt — Pfalz Ludwigshafen. In Darmſtadt findet
ein Auswahlſpiel Main=Heſſen gegen Rhein=
Main ſtatt. Aus dem Reich iſt das erſte Entſcheidungsſviel der
punktgleichen Berliner Tabellenführer BSV. 92 und Askaniſcher
TV. zu erwähnen.
Hockey.
In der Zwiſchenrunde um den Silberſchild des
Deutſchen Hockey=Bundes treffen ſich in Heilbronn
Süddeutſch=
land und Mitteldeutſchland. Der Sieger der
Begeg=
nung beſtreitet am 8. April in Berlin das Endſpiel um den
Ver=
teidiger der Trophäre, Brandenburg. Daneben bringt der=
Sonn=
tag in den ſüdweſtdeutſchen Hockeyzentren wieder eine Reihe von
intereſſanten Freundſchaftsſpielen.
Radſport.
Die großen Ereigniſſe im Radſport ſpielen ſich diesmal im
Ausland ab, nachdem das Berliner Sechstagerennen beendet iſt.
In Paris wird am Montag das letzte europäiſche
Sechs=
tagerennen dieſer Saiſon beendet, bei dem auch die deutſchen
Straßenfahrer Stöpel und Thierbach an den Start gegangen ſind.
Zwei große Straßenrennen im Ausland. Rund um Flandern und
das Bergrennen am Mont Faron, und das Rennen Bochum—
Münſter—Bochum ergänzen das Programm des Sonntags.
Schwimmen.
Zu einer erſten großen Heerſchau im Hinblick auf die
Vor=
bereitungen auf die Olympiſchen Spiele hat der Deutſche
Schwimmverband ſeine Beſten zu einer großen Reichs=
Olympiaprüfung nach Magdeburg eingeladen. In einer
zweitägigen Veranſtaltung wird das ganze olympiſche
Pro=
gramm, mit Ausnahme des Turmſpringens und der langen
Strecke, zweimal abgewickelt. Aus dem ganzen Deutſchen Reich
ſind dazu rund 100 Schwimmerinnen und Schwimmer eingeladen,
bzw. auf Grund ihrer Leiſtungen gemeldet worden. Man wird
dieſe Prüfung mit Recht als erſte inoffizielle deutſche
Hal=
lenmeiſterſchaft anſprechen können.
Ringen.
Im Rahmen der Ausſcheidungskämpfe für die Teilnahme an
den Europameiſterſchaften in Rom treten die
Bantamge=
wichtler am Sonntag in Lampertheim zuſammen. Am
gleichen Tage geht in Köln ein internationales Ringerturnier in
Szene bei dem der ſchwediſche Olympiaſieger Jonhannſon und
ſein Landsmann Lindeloof auf die Matte gehen.
Pferdeſport.
Der Terminkalender im Pferdeſport verzeichnet die erſten
deutſchen Galopprennen auf der Bahn in
Düſſel=
dorf.
Verſchiedenes.
Zum 86. Male findet am Samstag auf der Themſe der
Achterwettkampf Oxford—Cambridge ſtatt. Die
Elite der deutſchen Springreiter geht nach der Frankfurter
Ver=
anſtaltung beim Stuttgarter Reitturnier vom Freitag
bis Sonntag an den Start, um dann eine Woche ſpäter an der
Münchener Veranſtaltung teilzunehmen.
Abſchlußkämpfe in der Bezirksklaſſe
Südheſſen.
Polizei Darmſtadt — Viktoria Urberach (3:0),
Starkenburgia Heppenheim — VfR. Bürſtadt (0:3),
Sportvgg. 04 Arheilgen — Olympia Lampertheim (1:4).
Haſſia Dieburg — FC. 07 Bensheim (1:1),
Germania 03 Pfungſtadt — SV. 98 Darmſtadt (1:1).
... in den Nachbargruppen.
FV. Sprendlingen — SV. Bonames,
1. FC. Langen — SV. 07 Heddernheim.
Es geht dem Ende der Pflichtſpielzeit zu in der Bezirksklaſſe.
Dieſe letzten Treffen dienen in der Hauptſache nur einer beſſeren
Placierung der einzelnen Mannſchaften, und auch am Tabellenende
handelt es ſich nur noch um einen eventuellen Platzwechſel zwiſchen
Bensheim und Pfungſtadt, der bis zum Sonntag noch möglich iſt.
Der neue Gruepenmeiſter empfängt Viktoria Urberach zum
Rückſpiel. Die Grünen” ſollten das 3:0 des Vorſpieles auch
wie=
der ohne ſonderliche Mühe erreichen.
VfR. Bürſtadt, der Tabellenzweite, muß nach Heppenheim.
Auch bier iſt mit einer Wiederholung des Bürſtädter Vorſpiel=
Hiesmat igen voit!
Obwohl im Gau= ſowohl als auch im Bezirks= und
Kreis=
klaſſen=Wettſtreit gerade jetzt natürlich die ſonderbarſten
Reſul=
tate herauskommen, wollen wir trotzdem wieder, ſo gut es
nor=
maler Weiſe” möglich iſt, des Glückes und des Könnens Gang
vorherſagen. Und zwar:
Gauliga: FK. Pirmaſens — Kickers Offenbach 3:1. Eintracht
Frankfurt — Wormatia Worms 4:3.
Bezirksklaſſe: Polizei Darmſtadt — Viktoria Urberach 5:2,
Star=
kenburgia Heppenheim — VfR. Bürſtadt 2:3, SVgg. Arheilgen
— Olympia Lampertheim 2:1, Haſſia Dieburg — FC. 07
Bens=
heim 3:1, Germania Pfungſtadt — SV. 98 Darmſtadt 2:1.
Kreisklaſſe: Weiterſtadt — Tgſ. Darmſtadt 0:1, Michelſtadt —
Roßdorf 3:2, Egelsbach — Ober=Ramſtadt 5:2, Griesheim —
Mörfelden 1:0, Groß=Gerau — Union Darmſtadt 3:1, Tgſ. 1875
Darmſtadt — Wixhauſen 4:2, Tv. Lampertheim — Olympia
Biebesheim 3:1. Alemannia Groß=Rohrheim — Vorwärts
Bobſtadt 5:1.
ſieges zu rechnen, wenn dieſer vielleicht auch etwas knapper als
im Vorſpiel ſein wird.
Am Arheilger Mühlchen tritt Olympia Lampertheim an. Die
Arheilger ſind augenblicklich recht gut in Fahrt und könnten auch
den Lampertheimern Schwierigkeiten machen. Geſichert ſind beide
Mannſchaften, ſo daß man den Hauptwert auf ein ſchönes Spiel
legen kann.
In Dieburg erwartet man den FC. Bensheim zum Rüchſpiel.
Nach aller bisheriger Erfahrung dürften hier die Punkte in
Die=
burg bleiben, zumal mit einem Dieburger Sieg die Erringung des
fünften Platzes verbunden iſt.
Das in ſeiner Art wichtigſte Spiel ſteigt aber in Pfungſtadt
zwiſchen der dortigen Germania und dem SV. 98 Darmſtadt.
Pfungſtadt liegt immer noch auf dem vorletzten Platz, während die
98er Nr. 4 ſicher haben. Ein Erfolg der Pfungſtädter, die ihrem
Können nach im Mittelfeld liegen müßten und den ſchlechten
Ta=
bellenplatz nur der eigenen, oft fahrläſſigen Spielweiſe
zuzuſchrei=
ben haben, würde die Germanen vor Bensheim bringen und ſie
ſichern. Eine Niederlage würde alles beim alten laſſen, bis die
Abſtiegsfrage auch amtlich geklärt iſt. Die ſchwache Form des
Pfungſtädter Angriffs läßt uns an einem Erfolg der Germanen
zweifeln; auf der anderen Seite weiß man aber, daß auch
Bür=
ſtadt, Dieburg und Lampertheim in Pfungſtadt zu Fall kamen alſo
ein Erfolg ſchließlich doch möglich iſt. Man muß den
Spielaus=
gang alſo offen laſſen. Die guten Beziehungen der beiden
Ver=
eine laſſen einen ſchönen Kampf erwarten.
Die Lage in der 1. Kreisklaſſe.
Gruppe 1.
Die Spiele des letzten Sonntags haben die Lage nicht
ſonder=
lich verändert. Egelsbach hat wohl einen Punkt — den erſten
überhaupt! — abgeben müſſen, kann ſich das aber leiſten. Auf
der anderen Seite wird man aber bei den anderen Vereinen etwas
mehr Courage gefunden haben und dürfte dem Tabellenführer
etwas energiſcher zuleibe gehen. Der wird natürlich ſeine
Mei=
ſterſchaft ohne Gefährdung heimbringen. Im übrigen hat ſich
nach den Siegen von Mörfelden, Roßdorf und den ehemals Rot=
Weißen jetzt eine Spitzengruppe gebildet, die ſo auch bis zum
Schluſſe zuſammenbleiben dürfte.
Am 18. März ſpielen: FC. Egelsbach — SC. Ober=Ramſtadt,
Viktoria Griesheim — SV. Mörfelden, SV. Groß=Gerau — Union
Darmſtadt, Tgſ. 1875 — Union Wixhauſen (11 Uhr). VfL.
Michel=
ſtadt — SV. Roßdorf. Ein weiteres Treffen SV. Weiterſtadt —
Turn= u. Sportgde. 1846 wurde verlegt.
Gruppe 3.
Am 11. März ſpielten: SV. Offenthal — SC. Dietzenbach 1:3
(1:1), SV. Münſter — Tgde. Sprendlingen 10:1 (4:1). FC. 02
Dreieichenhain — Germania Ober=Roden 2:2 (0:2), Alemannia
Jügesheim — FSV. Groß=Zimmern 4:1 (2:1). — Die gefährdet
erſcheinende Meiſterſchaft Dietzenbachs dürfte „nun doch wieder
Wahrheit werden: die Platzſperre der Dietzenbacher iſt aufgehoben
worden und die fehlenden Punkte werden nun ſicher beikommen.
Der neue Tabellenſtand:
Am 18. März ſpielen: Dietzenbach — Ober=Roden,
Babenhau=
ſen — Jügesheim, Nieder=Roden — Sprendlingen, Dreieichenhain
— Groß=Zimmern, Offenthal — Münſter.
Darmſkädter SA-Reiter
beim Nakionalen Frankfurker Reitkurnier.
Das große Frankfurter Frühjahrsturnier hatte diesmal eine
ganz beſondere Note, war es doch in ſeinem ganzen Aufbau auf
die neue Zeit eingeſtellt.
Um weiteſten Kreiſen der Bevölkerung den Beſuch bei
niedrig=
ſten Preiſen zu ermöglichen, wurde der Schauplatz der Handlung
vom altgewohnten Hippodrom in die große Feſthalle verlegt, die
bei 3 Vorſtellungen jedesmal ausverkauft war.
Das Herrichten eines für Pferdebeine brauchbaren Bodens
war zunächſt ein Problem, denn auf dem Parkett der Halle konnte
man die Sache ja nicht gut ſtarten. Im Geſtüt Waldfried wurde
deshalb ausprobiert, ob ein 10 Zentimeter hoher Lehmſtrich
über=
deckt mit Sand und Sägeſpänen, eine auch für ſchwere
Spring=
konkurrenzen brauchbare Unterlage, darſtelle, und das Ergebnis
dieſer Probe wie ſpäter die praktiſche Erfahrung in der Halle
haben den kühnen Verſuch allen „Propheten” zum Trotz glänzend
beſtätigt.
Pol.=Hauptmann a. D. Rettig=Darmſtadt, der Führer unſerer
SA.=Reiterſtandarte, hat hiermit wie auch mit der techniſchen
Lei=
tung der Veranſtaltung eine ganz große Arbeit geleiſtet.
Neu war vor allem, daß man den SA.= und SS.=Formationen
eigene Konkurrenzen ausſchrieb, die gleich, den anderen
über=
raſchend günſtige Ergebniſſe zeitigten. Es wurde erneut bewieſen,
daß das Alltags=Gebrauchspferd durchaus auch für ſportliche Zwecke
benutzt werden kann; der mehrfache Sieger im Springen, der 13 Hitlerjunge Kron=Wiesbaden, gewann auf einem Pferd,
das ſein tägliches Brot vor dem Mineralwaſſerwagen einer
Groß=
ſtadt verdienen muß! Andere SA.=Reiter ſiegten auf Acker= und
Zugpferden in Dreſſur= und Springprüfungen.
Die SA.=Reiterſtandarte 50 (Starkenburg) hatte zu den
Kon=
kurrenzen eine Equipe von 12 SA.=Reitern entſandt, die ſich eine
ganze Anzahl Preiſe holen konnte.
In der Dreſſurprüfung Klaſſe A bekam Hch. Schubert vom
SA.=Reiterſturm 1/50 (Darmſtadt) den 1. Preis, mit Kobold,
Truppführer Zeſchky vom gleichen Reiterſturm den 2. Preis mit
Polarſtern und SA.=Reiter Zulauf mit Armin einen 6. Preis.
In einem Springen Klaſſe 4 war Rottenführer Wulf=
Büttel=
born mit Alma ſiegreich (0 Fehler, 29 Sek.), Schubert mit Kobold
Zweiter (0 Fehler, 32 Sek.).
In der Dreſſurnrüfung Klaſſe I. fielen der 5 6., 8., 9., 10.
Preis an die Darmſtädter SA.=Reiter Logel (Jura), Bruns (
Rit=
terſporn), Zeſchky (Polarſtern), Schubert (Kobold), Zulauf (
Ar=
min), und in einem Klaſſe=L=Springen der 8. Preis an Georg
Schmunk auf Phantom. Im Glücks=Jagdſpringen dagegen hatten
WEZ.
die Darmſtädter leider diesmal kein „Glück”.
Kegeln.
Bezirksmeiſterſchaften der Kegler im Gau Südweſt.
Kommenden Sonntag ſtehen ſich in allen Bezirken des Gaues 13
die Kampfmannſchaften um die Bezirksmeiſterſchaften im
End=
kampf gegenüber. Für den Verband Darmſtadt ſteigt der
Rückkampf gegen Worms und Offenbach in der Sporthalle der
Keglervereinigung Wiesbaden. Darmſtadt konnte ſich wohl im
Vorkampf einen Vorſprung von 131 Holz ſichern, darf aber den
Kampf nicht leicht nehmen, denn die unterlegenen Mannſchaften
werden alles daran ſetzen, um für den Endkampf, ſtark zu ſein.!
An dieſem Tage finden auch Ausſcheidungskämpfe unter den
Verbandsklubmeiſtern ſtatt. Sie werden ebenfalls in
Wiesbaden ausgetragen. Hier iſt der Verband Darmſtadt
durch die diesjährige Meiſtermannſchaft „D.K. 1911— B.V.”
ver=
treten. Die Mannſchaft, welche im vorigen Jahre die
Gauklub=
meiſterſchaft erringen konnte, iſt auch in dieſem Jahre in beſter
Form und es ſteht zu erwarten, daß ſie erfolgreich aus dem Kampfe
hervorgeht.
Ein Schwimmſtädtekampf zwiſchen London und Köln ſoll im Feſe=
Oktober in London ſtattfinden.
Gewinnauszug
5. Klaſſe 42. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Nachdruck verboten
Ohne Gewähr
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar ſe einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II
13. März 1934
A. Zechingstag
In der heutigen Ziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen
2 Gewinne zu 5000 M. 133955
4 Gewinne zu 3000 M. 182048 191644
2 Gewinne zu 2000 M. 235372
28 Gewinne zu 1000 M. 53356 97741 100784 115807 145533 169429
182521 188949 317727 323797 324974 361439 365467 375371
52 Bewinne zu 500 M. 10611 11620 32978 45344 68393 77229
30072 88454 104728 116950 130492 142148 157400 203036 213309
220704 226214 234659 275503 286983 302861 305176 327691 334264
383823 397677
306 Gewinne zu 300 M. 597 3416 4908 6197 16081 17087 18424
18596 34364 36284 38366 41671 42944 45316 47541 48962 50606
54686 64746 68384 69600 72144 72850 72689 72787 74066 74787
75025 75580 80818 81197 81840 81847 82470 98914 90861 91598
81766 91954 94143 94629 103089 103578 106188 108505 109322
115760 122035 124457 136450 136985 137492 139509 142183 147447
166867 163001 185340 167438 172317 173886 179880 180509 185793
186354 186609 187998 194677 195826 197090 203437 203697 204 125
207680 210755 211647 213800 216626 217216 225120 234131 234380
237702 239463 24 1451 24 1806 242054 245437 25 1089 254599 255516
259841 260504 260898 262057 262211 262620 263467 263802 265496
266474 271774 276075 281146 285318 289766 294609 3009 17 301476
304316 307746 310163 310188 312232 315628 322091 323866 325358
326564 326644 337413 338567 338774 345134 246034 347637 349034
349997 351334 352263 353203 353614 355080 357167 388837 358181
364002 364 163 364581 372223 372895 373633 376607 377955 379735
379978 380305 384990 385973 388703 389369 396476 397336
20 Tagesprämien.
Auf ſede gezogene Nummer ſind zwei Prämien zu je 1000 RM
gefallen, und zwar je eine auf die Loſe gleicher Nummer in den
beiden Abteilungen I und II:
468 34798
395276
35036 64800 69878 91326 95916 98618 371681
Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000,
3000, 4 zu je 2000, 2 zu je 1000, 34 zu je 500,
je 300 und 20 Tagesprämien zu je 1000 M.
2 zu je
152 zu
Vom
Der zun
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ſteren
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Ge=
nſchinenin
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der die
ii
nach Maſ
Ausland
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Dandann Samasleit w. mt.
Kaſſel, Trier, Freiburg 251
Frankfurt: Freitag, 16. März
6.00: Choral, Zeit, Wetter. — 6.05 und 6.30: Gymnaſtik. —
6.55: Frühmeldungen. — 7.0: Wetter. — 7.10: Stuttgart:
Frühkonzert der SA.=Standarte 119. Ltg.: R. Hanker.
8.15: Waſſerſtand, Schneeſportverhältniſſe, Wetter. — 8.25:
Stuttgart: Gymnaſtik. — 10.00: Nachr. — 10.30: (Nur
Freiburg); Werbekonzert. — 10.50: (Nur Freiburg): Eigene
Sendung. — 11.00; Werbekonzert. — 11.40: Meldungen. —
11.50: Sozialdienſt,
12.00: Freiburg: 1. Am Flügel Ferruccio Buſoni: 2. Lieder für
eine Singſtimme und Klavier von Franz Schubert. — 13.15:
Zeit. Nachrichten. — 13.25: Nachrichten. — 13.35:
Stutt=
gart: Die romantiſche deutſche Oper (Schallplattenkonzert). —
14.30: (Nur Freiburg): Nachrichten. — 14.40: Deutſche Frauen in
aller Welt. — 15.30: Gießener Wetterbericht. — Anſchl.:
Obſervatorium Aachen: Wetter für das Eifel= und Moſelgebiet.
15.40: Zeit, Wirtſchaftsmeidungen. — 15.50: Wirtſchaftsbericht.
16.00: Nachmittagskonzert. Das Funkorcheſter. Ltg.: Dr. Merten.
17.30: P. Götſching: Kämpfer für das Dritte Reich: Paul de
Lagarde. — 17.45: Rheinlieder. — 18.00: Stunde der Jugend.
Der Adler — ein deutſches Sinnbild. — 18.25: Köln:
Eng=
liſcher Sprachunterricht. — 18.45: Wetter, Wirtſchaftsmeldungen,
Programmänderung. — 18.50: Griff ins Heute.
19.00: Reichsſendung: Stunde der Nation: Zum 1999. mal Ekkehard=
Spiele. Roßbach ſpricht. — 20.00: Nachr. — 20.10:
Stutt=
gart: Mit 1002 Kilo=Hertz. Ein gewichtiges Funkpotpourri. —
22.00: Zeit, Nachr. — 22.15: Stuttgart: Du mußt wiſſen.
22.25: Nachr. Wetter, Sport. — 22.40: Karlsruhe:
Zwiſchen=
programm. — 23.00: Adolf Abel: Von deutſcher Bildhauerei
um die Wende vom 18. bis 19. Jahrhundert. — 24.00:
Nachtmuſik.
verg
Aazdigandiensee
(Welle 1571)
Deutſchlandſender: Freitag, 16. März
6.00: Hamburg: Wetter für die Landwirtſch. — 6.05:
Wieden=
holung der wichtigſten Abendnachrichten. — 6.15: Berlin:
Gym=
naſtik. — 6.30: Wetter für die Landwirtſchaft; anſchl.:
Tages=
ſpruch. — 6.35: Kiel: Frühkonzert. — In einer Pauſe (gegen
7.00): Nachrichten. — 8.00: Sperrzeit. — 8.45: Leibesübung
für die Frau. — 9.00: Volksliedſingen. — 9.40: A. Leitich=
Innere Wegweiſer. Eine Beethovenerzählung. — 10.00: Nachr.
10.10: Joh. Sigleur: Es wurde Porzellan ſtatt Gold. Aus
dem Leben des Erfinders Böttger. — 10.50: Spielturnen im
Kindergarten. — 11.15: Seewetterbericht. — 11.30: Kleines
Schallplattenkonzert. — 12.00: Wetter für die Landwirtſchaft;
anſchl.: Glückwünſche.
12.—10: Regimentsmärſche (Schallpl.). — Anſchl.: Wetter für die
Landwirtſchaft. — 12.55: Zeitzeichen. — 13.00: Sperrzeit. —
13.45: Nachrichten. — 14.00: Unterhaltungskonzert (Schallpl.). —
15.00: Wetter, Börſe. — 15.15: Dr. Gießler und Dr. Müller:
Neues techniſches Denken und Schaffen. — 15.35: Der Schrecken
im Bade. Eine klein= Idylle von Heinrich von Kleiſt.
16.00: Köln: Nachmittagskonzert. Ltg.: Eyſoldt. — 17.00:
Schul=
rätin Kaußler; Vom Wirken des Lette=Vereins. — 17.20:
Dies und das — für jeden was. Ein kleines Kaleidoſkop. —
18.10: Rechtsanwalt, Dr. Neye: Rechtsfragen für Jedermann. —
18.30: Muſik der Zeit. Oskar Fiſcher: „Nationalſozialiſtiſche
Geſänge. — 18.50: Das Gedicht: anſchl.: Wetter f. d. Landw.
19.00: Reichsſendung: Stunde der Nation: Zum 1999. mal
Ekke=
hard=Spiele! Roßbach ſpricht — 20.00: Kernſpruch; anſchl.:
Drahtl. Dienſt, Wetter. — 20.10: Großes Orcheſterkonzert. Das
Berl. Philharm. Orcheſter. — Während der Pauſe (21.00):
Herbert Böhme lieſt eigene Gedichte. — 22.05: Wetter=, Tages=
und Sportnachrichten. — 22.45: Seewetterbericht. — 23.00:
Leipzig: Frohſinn und Heiterkeit, Ltg.: Blumer.
Wetterberich!.
Ueber Irland hat ſich ein Tiefdruckgebiet ausgebreitet, deſſei
Einfluß bereits im Kanal und über Nordfrankreich zur Geltun
gekommen iſt. Auch unſer Gebiet wird von dieſer Störung erfaß
werden, ſo daß mit erneuten Niederſchlägen zu rechnen iſt. Die
Temperaturen gehen im allgemeinen etwas zurück, erreichen abe.
zwiſchen Tag und Nacht keine ſcharfen Gegenſätze.
Ausſichten für Donnerstag, den 15. März: Dunſtig und bewölk.
vorübergehende Aufheiterung, zeitweiſe ſchauerartige Niedeu
ſchläge, milder.
Ausſichten für Freitag, den 16. März: Keine weſentliche Aenderuns
Nummer 73
Ne sage der denſchen Maſchinenneafttie ii Heoraat.
Inlandsgeſchäft weiter gebeſſert. — Auslandsgeſchäft im ganzen unverändert.
ver Zuhtrr uuf der Seipzlger Meſſe.
Vom Verein Deutſcher Maſchinenbau=Anſtalten, dem
Spitzen=
erein der Deutſchen Maſchineninduſtrie, wird mitgeteilt:
Der zunehmende Eingang von Anfragen aus dem inländiſchen
Abnehmerkreis hielt die Projektabteilungen der
Maſchinenfabri=
ſen im Februar in ſtarker Tätigkeit. Erfreulicherweiſe verdichten
ſich die Pläne der Inlandskundſchaft auch in ſteigendem Maße zu
Aufträgen. Dagegen blieb im Auslandsgeſchäft trotz der auch hier
ſebhafteren Anfragetätigkeit der Auftragseingang im Durchſchnitt
auf der bisherigen ungenügenden Höhe. Auftragsſteigerungen
waren auf Einzelfälle beſchränkt. Vielfach wurde ſogar weitere
ſAbnahme der Auslandsaufträge gemeldet. Der
Beſchäftigungs=
grad, gemeſſen an der Zahl der insgeſamt geleiſteten
Arbeiter=
ſtunden belief ſich im Berichtsmonat auf rund 46 Prozent der
Normalbeſchäftigung. Beſſere Beſchäftigung melden insbeſondere
die Werkzeugmaſchineninduſtrie, der Fördermittelbau, die
Land=
maſchineninduſtrie und der Zerkleinerungs= und
Aufbereitungs=
maſchinenbau. Zunehmender Eingang von Inlandsaufträgen
wurde weiter von der Webereimaſchineninduſtrie, vom Pumpen=
und Kompreſſorenbau, von der Baumaſchinen= und Armaturen=
92 ſinduſtrie gemeldet.
Das vorläufige Ergebnis der diesjährigen
309 Leipziger Großen Techniſchen Frühjahrsmeſſe,
auf der die Maſchineninduſtrie mehrere Ausſtellungshallen
be=
ſchickte, kann ſeit Jahren zum erſten Male wieder als gut
bezeich=
net werden, wenn bekanntlich auch der größte Teil der auf der
Leipziger Meſſe angebahnten Geſchäfte erſt einige Zeit nach der
Meſſe zum endgültigen Abſchluß gebracht wird. Ausdem
In=
lande machte ſich eine erfreulich ſtarke Nachfrage
nach Maſchinen und Apparaten bemerkbar, und auch das
Ausland trat als Käufer insbeſondere von
hochwerti=
gen Spezialmaſchinen auf, wenngleich das
Auslands=
geſchäft naturgemäß unter dem Druck der bekannten Währungs=
und Zollſchwierigkeiten litt. Der Beſuch der Leipziger Techniſchen
Meſſe iſt um mehr als ein Drittel gegenüber dem Vorjahr
geſtie=
gen und war auch gegen Ende, der Meſſe lebhaft. Offenſichtlich
hat der Tag der Deutſchen Technik, der am Schluß der Meſſe
ſtatt=
fand, noch eine erhebliche Anzahl ernſthafter Kaufintereſſenten
rach Leipzig geführt. Sehr begrüßt wurde von allen Ausſtellern
das Intereſſe, das die Reichsregierung der diesjährigen Meſſe
ent=
gegenbrachte. Nach der eindrucksvollen Eröffnung der Meſſe durch
Reichsminiſter Dr. Goebels konnte die Maſchineninduſtrie mit
dankbarem Stolz den Beſuch mehrerer Maſchinen=
Ausſtellungs=
hallen durch den Führer ſelbſt verzeichnen, der ſich hierbei von den
großen Leiſtungen der Deutſchen Maſchinen=Induſtrie für die
rationale Geſamtwirtſchaft überzeugte Auch Staatsſekretär
Feder bezeugte ſein Intereſſe für die Maſchinen=Ausſtellung durch
einen Beſuch anläßlich des Tages der Deutſchen Technik.
Die deutſche Baumwollſpinnerei im Februgr.
Der Geſamtverband deutſcher Baumwollſpinnereien e. V.
be=
tichtet, daß die lebhafte Nachfrage des Januar während des
Mo=
nats Februar in der weſt= und ſüddeutſchen Dreizylinderſpinnerei
nachgelaſſen hat. Immerhin entſprach der Neueingang an
Auf=
trägen etwa einer normalen Monatsproduktion. Im ſächſiſchen
Bezirk hat dagegen die Nachfrage unverändert angehalten die
„Neuabſchlüſſe nahmen einen ſeit langem nicht gekannten Umfang
an. Die Feinſpinnerei berichtet ebenfalls über lebhafte
Geſchäfts=
lätigkeit, vor allem in Auswirkung der zollpolitiſchen Maßnahmen
des vergangenen Jahres. Auch in der Zweizylinder= und
Vigogne=
ſpinnerei haben Aufträge und Beſchäftigung ſich gebeſſert. Trotz
der erhöhten Verkaufstätigkeit konnte, aber nirgends eine
ge=
nügende Aufbeſſerung der Preiſe erzielt werden. Bezüglich der
Beſchäftigung der Betriebe wird die Geſamtlage in der
Baumwoll=
ſpinnerei auch für die Zukunft zuverſichtlich beurteilt.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Weinausfuhrſtelle in Frankfurt a. M. ab 15. März. Auf
Grund der Verordnung des Reichsernährungsmniſters vom 26.
Februar 1934 über die Errichtung einer Weinausfuhrſtelle erſcheint
im „Reichsanzeiger” vom 13. März 1934 eine Anordnung des
Reichsbauernführers. Nach dieſer Anordnung wird die
Weinaus=
fuhrſtelle beim Reichsnährſtand mit dem Sitz in Frankfurt a. M.
errichtet. Die Stelle wird durch eine Verfügung des Reichsobmanns
der Hauptabteilung 4 unterſtellt. Mit der Leitung der Stelle wird
Dr. Fahrnſchon beauftragt. Wein und Moſt der Zollpoſition 1806
bis 180f unterliegen bei der Ausfuhr ab 15. März 1934 der
Geneh=
migung und den Beſtimmungen der Weinausfuhrſtelle.
Antrags=
formulare auf Ausfuhrgenehmigung uſw. ſind durch die
Expor=
teure von der Weinausfuhrſtelle Frankfurt a. M., Bockenheimer
Landſtraße, Haus der Landesbauernſchaft, zu beziehen.
Endgültiger Zuſammenſchluß im Speditionsgewerbe. Der
vom Reichsverkehrsminiſter mit dem Zuſammenſchluß des
Spedi=
tionsgewerbes Beauftragte Konſul Ohlendorf hat dem
Reichsver=
kehrsminiſter den Zuſammenſchluß des Speditionsgewerbes
mit=
geteilt. Damit iſt die noch vor einigen Wochen nahezu unmöglich
erſchienene Einigung im Speditionsgewerbe erreicht. Unter
weſent=
licher Mitwirkung der Herren Dr. Doeberl und Papendieck haben
ſich alle Verbände der verſchiedenen Zweige des
Speditionsgewer=
bes im Reichsfachſtand des deutſchen Speditionsgewerbes
zuſam=
mengeſchloſſen und ſich der Führung des Konſuls Ohlendorf im
Reichsverkehrsrat unterſtellt. Andere Verbände und
Einzelſpedi=
teure als die im Reichsfachſtand vereinigten werden in Zukunft
vom Reichsverkehrsminiſter nicht mehr anerkannt werden.
7229
Produkkenmärkke.
Frankfurter Getreidegroßmarkt vom 14. März. Der heutige
Getreidegroßmarkt hatte nur ſchwachen Beſuch und daher auch
ver=
minderte Geſchäftstätigkeit zu verzeichnen. Im allgemeinen
er=
gaben ſich im Vergleich zum Montagsmarkt keine nennenswerten
Preisänderungen, und die Haltung konnte man als ſtetig
bezeich=
nen. Das Angebot der Landwirtſchaft wird infolge der
Inan=
ſpruchnahme durch die jetzt ſtärker einſetzenden Feldarbeiten
ge=
ringer, andererſeits bleibt aber die Aufnahmeluſt der Mühlen im
Hinblick auf das immer noch unbefriedigende Mehlgeſchäft ſehr
klein. Hafer lag weſentlich ſtiller als ſeither, das Angebot hielt
ſich aber weiter in engen Grenzen, dagegen iſt aber das
Export=
geſchäft faſt zum Stillſtand gekommen. Die Notiz wurde um 2,50
RM. per Tonne zurückgenommen. Gerſte hat weiterhin nur
klein=
ſtes Geſchäft zu verzeichnen. Kraftfuttermittel lagen ruhig aber
ſtetig bei ziemlich unnachgiebigen Forderungen. Lediglich Treber
und Palmkuchen waren etwas ermäßigt. Es notierten (Getreide
ſe Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen 197.00,
Roggen 172.50—173,00. Braugerſte 175.00—177,50, Hafer 157.50
bis 160,00, Weizenmehl Spezial 0 mit Austauſchweizen 29,40 bis
Palmkuchen 14.85—15,00. Erdnußkuchen 16.30—17,25, Treber 15.,15,
Trockenſchnitzel 9 60—9,70, Heu ſüdd. 6,00—6.40, Weizen= und
Roggenſtroh drahtgepreßt, oder gebündelt 1,90—2,00. Tendenz
ruhig.
Berliner Getreidegroßmarkt=Bericht vom 14. März.
Weiter=
hin ſtetige Grundſtimmung, Uebergang zur kurzfriſtigen
Verſor=
gung tritt allerdings immer ſtärker in Erſcheinung.
Offerten=
aterial überſteigt Nachfrage, da Anregungen vom Ausfuhrhandel
und Mehlabſatz nicht vorlagen. Unveränderte Forderungen bei
kleinen Bedarfskäufen bewilligt. Abſchlüſſe in Exportſcheinen
un=
erheblich. Haferangebot ſtärker, während Konſum weiter vorſich=
Lg disponiert. Gerſte in Induſtrie= und Futterſorten ſehr ſchwer
abzuſetzen.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Die Berliner Börſe ſtand geſtern im Zeichen von
Tauſch=
operationen des Publikums. Bevorzugt waren in erſter Linie
Elektro= und Montanwerte, während ſich an den übrigen Märkten
kaum ein nennenswertes Geſchäft entwickelte. Die Kuliſſe
ver=
hielt ſich angeſichts des geringeren Ordereingangs abwartend.
Hierzu trug auch die Kursbewegung der Daimler=Aktie weſentlich
bei, die bei einem Angebot von etwa 120 000 RM. erneut um 1½
Prozent nachgab. Neubeſitz eröffneten 20 Pfg. höher, gaben aber
unmittelbar nach dem erſten Kurs um 30 Pfg. nach. Nach den
erſten Kurſen blieb das Geſchäft ruhig. Man muß berückſichtigen,
daß durch die umgetauſchten Reichsmarkobligationen annähernd
200 bis 300 Millionen RM. des Anlage ſuchenden Publikums
ge=
bunden worden ſind, ſo daß ganz natürlicher Weiſe auch einmal
mit einem Nachlaſſen der Publikumsaufträge zu rechnen iſt. Von
Montanwerten waren Mansfelder und Rheinſtahl um 1 Prozent
gebeſſert. Oberſchleſiſche Werte bröckelten ab. Braunkohlenwerte
lagen freundlicher. Am Kaliaktienmarkt lagen die Salzdetfurth=
Werte bis 1½ Prozent gedrückt. Die Tendenz erhielt durch die
weitere Steigerung der Farbenaktie um 1½ Prozent einen guten
Rückhalt. Die übrigen chemiſchen Werte bröckelten eher ab. Am
Elektroaktienmarkt waren Kursgewinne von 1 Prozent die Regel.
Am Bankaktienmarkt fielen Reichsbankanteile (minus 1½
Pro=
zent) durch ſchwache Haltung auf. Im Verlaufe zeigten ſich gewiſſe
Ermüdungserſcheinungen. Man handelte faſt allgemein ½ bis 1
Prozent unter den Anfangsnotierungen.
Im Anſchluß an die feſte und lebhafte Abendbörſe ſetzte auch
der geſtrige Frankfurter Börſenverkehr mit einer feſten
Grundhaltung ein, wobei die letzten Ausführungen des
Reichs=
bankpräſidenten Dr. Schacht vor der badiſchen Wirtſchaft und die
Rede des Reichswirtſchaftsminiſters Dr. Schmitt über den
Neu=
aufbau der Wirtſchaft ſtimulierten. Daneben erhielt ſich das
Kaufintereſſe von Kundſchaft und Kuliſſe für einige
Spezial=
papiere, wovon auch auf die meiſten übrigen Marktgebiete eine
feſte Tendenz ausſtrahlte. Das Geſchäft war im ganzen ziemlich
lebhaft und die Kurſe trotz einer gewiſſen Unregelmäßigkeit
über=
wiegend feſter, jedoch wurden die höheren Vorbörſentaxen nicht
immer wieder erreicht. Lebhaft und feſt lagen vor allem wieder
am Aktienmarkt JG. Farbeninduſtrie 1418—141½ Prozent (plus
¼ Prozent), ferner am Elektromarkt Siemens, Schuckert, Gesfürel
und Bekula, die ebenfalls um ½ bis 1 Prozent anzogen, während
Bergwerksaktien etwas uneinheitliche Kursbildung verzeichneten,
wobei aber gleichfalls Kursgewinne im vorgenannten Ausmaße
überwiegend waren. Nur Stahlverein (minus ½ Prozent) und
Kali Weſteregeln (minus 2½ Prozent) lagen niedriger. Von den
Nebenmärkten waren Schiffahrtswerte weiter beachtet und bis ¼
Prozent feſter andererſeits Kunſtſeideaktien bis 38 Prozent,
Weſt=
deutſche Kaufhof (vorm. L. Tietz) ¼ Prozent und Gebr. Junghans
½ Prozent leichter. Zellſtoffpapiere blieben gut behauptet.
Reichs=
bankanteile verloren 1½ Prozent. Nach den erſten Notierungen
ergab ſich auf die Baiſſe der Autowerte — Daimler büßten 15
Prozent, Adlerwerke Kleyer 1 Prozent ein — auf Glattſtellungen
allgemein ein leichter Rückgang, wenn auch die zuverſichtliche
Stimmung kaum beeinträchtigt wurde. Immerhin bröckelten die
Kurſe ¼ bis ½ Prozent ab, Farben auf 140½ Prozent ab. Am
Rentenmarkt eröffneten Neubeſitz mit 22,60 um 10 Pfg. feſter,
um dann auf 22½ Prozent zu weichen, wobei das Geſchäft ſehr
lebhaft war. In der zweiten Börſenſtunde ſetzte ſich, ausgehend
vom Automobilmarkt, eine Abſchwächung durch. Im weiteren
Verlaufe konnte das Geſchäft vorübergehend wieder anziehen. Auf
den meiſten Marktgebieten blieb dann das Geſchäft
außerordent=
lich ſtill, und gegenüber den Anfangskurſen waren meiſt
Abſchwä=
chungen bis zu 1½ Prozent feſtzuſtellen.
Die Abendbörſe zeigte nach der Schwäche im Mittagsverkehr
eine verhältnismäßig gute Erholung. Auf dem erniedrigten
Kursſtand lagen wieder beachtliche Kundſchaftsaufträge vor, und
da auch die Kuliſſe wieder zu Rückkäufen ſchritt, nahm das Geſchäft
ein recht lebhaftes Ausmaß an, wenngleich wiederum nur einige
Spezialpapiere hiervon erfaßt wurden. So waren beſonders
Far=
heninduſtrie, Mannesmann, Daimler Motoren. AEG., Siemens
und Zellſtoff Waldhof lebhaft und feſt. Gegenüber den Berliner
Schlußnotierungen ergaben ſich durchſchnittliche Gewinne von ½
bis 1 Prozent. Die Börſe blieb auch im Verlaufe zuverſichtlich.
Berliner Kursbericht
vom 14. März 1934
Donnerstag, 15. März
Tasſtfriensfeelääftaſet
Der Werberak der deutſchen Wirkſchaft
über das Zugabeweſen.
Der Begriff der Zugabe und „Werkreklame‟.
Aufgetauchte Zweifel geben dem Werberat der deutſchen
Wirtſchaft Veranlaſſung, auf folgendes hinzuweiſen. Eine Zugabe
liegt, wie ſchon im Worte, zum Ausdruck kommt, nur dann vor,
wenn zu einer Ware oder Leiſtung etwas zugegeben wird. Keine
Zugabe iſt es daher, wenn ein Gegenſtand, ohne daß ein
Ver=
tragsabſchluß den unmittelbaren Anlaß bietet, verſchenkt wird.
Daher ſind die üblichen Geſchenke, die man einem Kunden zu
Weih=
nachten oder zu Neujahr macht, z. B. ein Buch oder ein
Abreiß=
kalender, keine Zugabe. Wird die Ware dagegen als unmittele
bare Folge eines Vertragsabſchluſſes zugegeben, ſo ſind die
Be=
ſtimmungen der Zugabeverordnung zu beachten. Danach iſt eine
Zugabe nur dann erlaubt, wenn Reklamegegenſtände von geringem
Werte, die als ſolche durch eine dauerhafte und deutlich ſichtbare
Bezeichnung der Reklame treibenden Firma gekennzeichnet ſind,
oder wenn lediglich geringwertige Kleinigkeiten gewährt werden.
Bei der Feſtſtellung der Geringwertigkeit iſt ein objektiver
Maß=
ſtab anzulegen. Das Verhältnis der Zugabe zum Werte der Ware
bleibt ſomit außer Betracht. Als geringwertige Kleinigkeiten
ſind insbeſondere ſolche Zugaben anzuſehen, die keinen
Verkaufs=
wert beſitzen, z. B. Bilder oder kleine Stickereien in
Zigaretten=
packungen. Kalender, die durch Reklameaufdruck als Verkaufsgut
entwertet werden, ſind in der Regel als Reklamegegenſtände
ge=
ringen Wertes anzuſehen. Als ſolche kommen ferner Notizbücher,
Luftballons, Buchzündhölzer und einfache Kundenzeitſchriften in
Betracht, ſoweit ſie Reklameaufſchrift tragen. Die Verteilung
der=
artiger Werbemittel hat ſich in der vergangenen Zeit im
allge=
meinen im Rahmen dieſer Beſtimmung gehalten. Es beſteht daher
grundſätzlich keine Veranlaſſung, daß Werbungtreibende ſich bei
der Verteilung derartiger Reklamegegenſtände in Zukunft
beſon=
dere Beſchränkung auferlegen. Beſchlüſſe von Vereinen und
Ver=
bänden, daß von derartigen Werbemitteln kein Gebrauch mehr
gemacht werden dürfe, ſind aus arbeitsmarktpolitiſchen Gründen
als unerwünſcht anzuſehen. Indem ſich die Reichsregierung mit
dem Geſetz über das Zugabeweſen darauf beſchränkt hat, die
ſoge=
nannte „Wertreklame” zu verbieten, hat ſie gleichzeitig zu erkennen
gegeben, daß ſie weitergehende Maßnahmen nicht für notwendig
und auch nicht für zweckmäßig hält. Es wird daher erwartet, daß
derartige Beſchlüſſe unterbleiben und die Entſcheidung über die
Verwendung der geſetzlich ausdrücklich erlaubten Werbemittel der
Entſchließung des einzelnen Geſchäftsmannes überlaſſen bleibt.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Die Frankfurter Börſe bleibt, am Gründonnerstag abend,
29. März, und am Oſterſamstagg, 31. März, geſchloſſen.
Ab 14. März 1934 gelten folgende Preiſe für Halbzeug (in
RM. je 100 Kilogramm für Abſchlüſſe auf 100 Kilogramm):
Kupferbleche 77,00 (76,75), Rohre 93,00 (92,75), Drähte und
Stan=
gen 70,00 (69,75).
Wie wir erfahren, wird der Generalverſammlung der
Rodder=
grube am 4. April, der zum Intereſſenbereich des RWE.
gehören=
den Braunkohlen= und Brikettwerke Roddergrube A.=G., Brühl
(Bez. Köln), vorgeſchlagen, auf das Aktienkapital von 18 Mill.
RM. eine Dividende von wieder 24 Prozent auszuſchütten (im
Vorjahre Reingewinn 4,815 Mill.).
Der Londoner Goldpreis betrug am 14. März 1934 für eine
Unze Feingold 136/2 8 — 87,2148 RM. für ein Gramm Feingold
demnach 52,5343 d — 2,80402 RM. Zu dieſem Preiſe wurden
440 000 Lſt. Gold gehandelt.
Wie aus Moskau gemeldet wird, ſoll demnächſt eine Gruppe
ruſſiſcher Ingenieure nach Deutſchland reiſen, um die
Errungen=
ſchaften der deutſchen Technik kennen zu lernen. Ihre Zahl wird
mit 28 Perſonen angegeben. Eine andere Gruppe ruſſiſcher
In=
genieure reiſt nach England, um die engliſchen Induſtriegebiete zu
ſtudieren. Letztere Gruppe hat bereits Leningrad auf dem
See=
wege verlaſſen.
Ueber den albaniſchen Außenhandel im Jahre 1933 wird uns aus
Tirana gemeldet: Im Jahre 1933 betrug nach einer vorläufigen
Feſt=
ſtellung die albaniſche Ausfuhr 5 736 000 Goldfranken, die Einfuhr
16 041 000 Goldfr. Ueber den Handel mit den Nachbarſtaaten
geben folgende Ziffern Aufſchluß (in albaniſchen Goldfranken):
Einfuhr aus Italien 6 680 000, aus Jugoſlawien 767 593, aus
Griechenland 760 049; Ausfuhr nach Italien 4 559 421, nach
Jugo=
ſlawien 158 274, nach Griechenland 368 411.
Deviſenmarkt
vom 14. März 1934
Me H
Deutſche Bank u. )
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Nordd. Bloyd
A. E. 6.
Bayr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummt
Deutſche Cont. Gas 1
Aicht
62.50
65.25
31.—
35.75
31.125
138.—
61.50
20.25
83.—
154.—
123.—
Miſe
ESletr. Lieferung
3. G. Farben
Gelſ. Bergwerte
Geſ.f.elettr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerte
Koksw.Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.
Orenſtein & Koppell 73.125
K
102.75
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5.681
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81.05
3.047 3.053
34.20 94.a28
6.12
6a.55
Darmftadter und Kariokarbanr Burmftavt, Filialt uer Fresoner Bunz
Frankfurter Kursbericht vom 14. März 1934.
Kanen
Gr.IIp. 1984
„ 1935
„ 1936
„ 1937
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6%Bayern . . v.27
6%Heſſen. . .. v.29
6% Preuß. St. v.28
6% Sachſen .. v.27
68Thüringen v.27
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6%Darmſtadt . . . .
6%Dresden.. v. 26
69Frankfurt a. M.
Schätze v.29
b.26
82Mainz.
68Mannheim v.27
6%München . v. 29
6%Wiesbaden v. 28
6%Heſſ. Landesbk.
6% „ Goldoblig.
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