Darmstädter Tagblatt 1934


15. März 1934

[  ][ ]

Einzelnummer 10 Bfennige

Nr
Ta
NV A
T
Tatt
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Bezugspreis:
Anzeigenpreis:
gsei wöchentlich 7maligem Erſcheinen vom 1. März

Ms 31. März 2. Reichsmark und 20 Pfennig Ab=
Uſtegegebühr, abgeholt 2. Reſchsmark, durch die
Bgenturen 2.20 Reichsmark frei Haus. Poſibezugspreis
ſim März ohne Beſſellgeld monatlich 2.40 Reſchsmark.
Nichterſcheinen einzelner Nummern infolge höherer
gewalt berechtigt den Bezieher nicht zur Kürzung des
Bezugspreiſes. Beſtellungen und Abbeſiellungen durch
Fernruf obne Verbindlſchkeit für uns.

Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſiattet.
Nummer 73
Donnerstag, den 15. März 1934.
196. Jahrgang

Die 22 mm breſte Zeile im Anzeigenteil, 1 mm hoch
7 pfennig. Die 92 mm breite Zeilie im Texttell 1 mm
hoch 100 Pfennig. Platzaufſchlag (nach vorheriger Ver=
einbarung
) ſür Plazierung unter Text oder an be=
ſtimmter
Stelle 25 %. Rabatt nach Tarif. Privatanzelger
ſeinſpaltig) das fetigedruckte Ueberſchriftswort 20 Pfg.
jedes weitere Wori 8 Pfennig. Famillten• Anzeigen
die 22 mm breite Zelle 1 mm hoch 6 Pfennig.
Poſiſcheckkonto: Franffurt a. M. 1301. Bankkonte:
DD. Bank und Darmſtädter und Natlonalbank.

Inmlund

Die römiſchen Beſprechungen.
ranzöſiſche Sympathien für Muſſolinis Donau=Pläne. Paris liebäugelt mit dem Gedanken einer Annähe=
rung
zwiſchen einem ikalieniſch=öſterreichiſch=ungariſchen Block und der Kleinen Enkenke.
* Preſtigeſorgen.
Ungarn im Nekz der Spionage.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Zahlreiche Offiziere bekeiligk. Tſchechiſcher Oberſt
Paris, 14. März.
Die Nachrichten aus Rom werden hier mit Ungeduld er=
als
Hokelporkier.
wartet. Die Darſtellungen der franzöſiſchen Preſſe über die

Situation ſind ſauerſüß. Frankreich möchte an den Beſprechungen
in irgendeiner Form teilnehmen, oder richtiger, die Verhand=
und zlungen genau verfolgen, aber die Beſtrebungen der franzöſiſchen
Oiplomatie werden anſcheinend nicht von allen Seiten erleichtert.
htörat) Was Frankreich möchte, das wäre die Annähe=
fung
zwiſchen einem italieniſch= öſterreichiſch=
dngariſchen
Block und der Kleinen Entente,
ſrſtens, um den politiſchen Charakter des Planes abzuſchwächen,
und zweitens dieſes Argument wird in den Vordergrund ge=
choben , um der ganzen Konzeption eine tatſächlich wirtſchaft=
Aprligliche Bedeutung zu geben.
Discontol Man weiß genau in Paris, daß man ſehr große Schwierig=
chen
Bauſeiten vor ſich hat. Um im franzöſiſchen Sinne einen Fort=
urt
a. Manchritt zu erzielen, müßte parallel mit der franzöſiſch=
tſchenNoichtalieniſchen
Annäherung eine Verſtändigung
zeihgewiſchen Ungarn und der Tſchechoſlowakei zu=
ſtande
kommen. In Budapeſt wird man aber
tichts unternehmen, was einer Abfindung mit
em gegenwärtigen Status quo auch nur ähnelt.
der Hauptzweck der ungariſchen Politik bleibt die
ueviſion des Friedensvertrages von Trianon.
In dieſem Punkte iſt der Gegenſatz zwiſchen Ungarn
ind der Kleinen Entente unüberwindlich. Gewiſſe
Gudapeſter Kreiſe ſollen übrigens recht ſkeptiſch über die Zu=
eder
. ammenkunft in Rom denken.
Man iſt hier recht verſtimmt darüber daß die franzöſiſche
Diplomatie gezwungen iſt, in Rom eine Rolle zu
bielen, die dem italieniſchen Preſtige zuträglicher iſt als dem
ſanzöſiſchen. Man klagt ziemlich offen darüber. Dieſe fran=
ſiſchen
Preſtigeſorgen könnten ſogar die Innenpolitik beeinfluſ=
NöTC hn, denn in Frankreich iſt man ſehr empfindlich allen Preſtige=
ſtagen
gegenüber. Man beklagt auch, daß die endloſen Skandal=
De ſeſchichten dem franzöſiſchen Anſehen vor dem Ausland viel ſcha=
ſen
. Dieſe Bedenken verhindern aber nicht die politiſche Aus=
IIel bertung der Skandalaffären durch die Parteien.
einstr. 3 Es iſt intereſſant, daß es in der politiſchen Auseinander=
tzung neuerdings Mode geworden iſt, dem Gegner Diktatur=
Selüſte vorzuwerfen. Wäre die Hälfte davon wahr, was die Par=
ſeien
voneinander behaupten, dann würde Paris von Diktator=
Aulg, ſandidaten geradezu wimmeln. Die öffentliche Meinung vermag
ſich über dieſe Beſchuldigungen nicht zu entrüſten, ſei es, daß der
eegtgg deſbedanke der Diktatur ſie nicht ſchreckt, oder aber nimmt ſie dieſe
za uhr henklagen gar nicht ernſt.
bezeichnete
dem Hanſ
Dollfuß bei Muſſolini.

EP. Rom, 14. März.
II.5t
Die eigentliche Dreierkonferenz hat noch nicht begonnen, da
hlung:
gledesſie Verhandlungen vorläufig noch getrennt geführt werden.
Waſch bundeskanzler Dollfuß hat ſich heute zunächſt um 11 Uhr in die
Waſhun gariſche Geſandtſchaft zu Miniſterpräſident Gömbös begeben.
Vöſc die Unterredung Dollfuß=Gömbös hat über eine
gſchealbe Stunde gedauert. Es iſt allgemein aufgefallen, daß
giwat !mittelbar darauf der deutſche Botſchafter
Biles), Haſſel zu einer Unterredung mit General
Wandulß ömbös in der ungariſchen Geſandtſchaft ein=
fetroffen
iſt, was jedenfalls darauf ſchließen läßt, daß ſich
onaude utſchland über die ungariſch=öſterreichiſchen Verhandlungen
m sgeferiau auf dem Laufenden halten läßt.
Um die Mittagsſtunde begab ſich Bundes=
ohet
, ſanzler Dollfuß dann in den Palazzo Venezia,
dim mit dem italieniſchen Regierungschef die

allgemeine Lage und die ungariſchen Forde=
kungen
zu beſprechen, über die noch keine Einigung
rzielt worden iſt. Nachdem die wirtſchaftlichen Löſungen des
9onauproblems bis jetzt immer durch politiſche Anſprüche er=
ſchwert
wurden, will man ihre Aufrollung in Rom und damit
neue wirtſchaftliche Verwicklungen vermeiden, um in der zur
Verfügung ſtehenden kurzen Zeit zu einem greifbaren Ergebnis
zu gelangen. Man weiſt in italieniſchen Kreiſen darauf hin,
daß entgegen allen Senſationsmeldungen der Zweck der römiſchen
1Auſammenkunft die praktiſche Verwirklichung von Muſſolinis
9onauplänen und der Empfehlungen von Streſa iſt. Da
Aötalien im gegenwärtigen Augenblick vor allem die Sicherung
der Unabhängigkeit Oeſterreichs am Herzen liege, würde es zu
dieſem Zweck eine weitere Beteiligung anderer Staaten nur
begrüßen.
Die erſte Dreier=Zuſammenkunft zwiſchen Muſſolini, Dr. Doll=
ſuß
und Gömbös iſt jetzt endgültig auf Donnerstag nachmittag
ſeſtgeſetzt worden. Am Vormittag ſollen vor dem für mittags
ungeſetzten Empfang beim König vielleicht noch Einzelbeſpre=
Mungen ſtattfinden.
Jugoſlawiſche Nervoſikät
gegenüber Italiens mitkeleuropäiſcher Politik.
EP. Belgrad, 14. März.
In der heutigen Politika wird ausgeführt, daß in der letz=
en
Zeit Italien eine Aufrüſtung Ungarns und Oeſterreichs vor=
119nommen habe. Wenn Italien jetzt tatſächlich dieſe Politik fort=
etzen
ſollte, ſo ſei eine wirtſchaftliche Verſtändigung zwiſchen der
leinen Entente einerſeits und Italien, Oeſterreich und Ungarn
1a dererſeits, wie ſie in der letzten Zeit ſo viel befürwortet wurde,
n Ding der Unmöglichkeit.

NS.-Funk. Budapeſt, 14. März.
Die vor kurzem gemeldete Spionageaffäre in Ungarn ſcheint
ein ungeheures Ausmaß anzunehmen. Es handelt ſich vornehm=
lich
um Militärſpionage. Schon jetzt konnte zahlreichen hohen
Offizieren der ungariſchen Wehrmacht aktive Beteiligung nachge=
wieſen
werden. Vier aktive Oberſte und 45 weitere Perſonen, die
meiſt ebenfalls der Wehrmacht als Offiziere angehören, ſind be=
reits
verhaftet worden. Ferner wurde der Sohn des Budapeſter
Oberſtaatsanwalts inhaftiert.
Die bisherigen Ermittlungen haben ergeben, daß ſich die
Spionagezentrale in einem Hotel auf dem Berg Kékes, in der
Matra, befand. In dieſem Hotel fungierte ein tſchechiſcher Oberſt
als Portier. Die ungariſchen Offiziere pflegten ſich gegen Ende
der Woche in dieſem Hotel zu verſammeln und dem Hotelportier
das von ihnen geſammelte Material zu überbringen. Der Pſeudo=
portier
hatte dann die Aufgabe, die Weiterleitung des Spionage=
materials
nach der Tſchechoſlowakei vorzunehmen. Als Haupt=
ſchuldiger
wird ein in Gran ſtationierter ungariſcher Oberſt ge=
nannt
, von dem feſtgeſtellt wurde, daß er ſelbſt des öfteren Boots=
fahrten
an das tſchechiſche Ufer unternahm und ſogar mehrmals
nach Wien gefahren iſt, um dort perſönlich Material zu über=
bringen
.
In ungariſchen Militärkreiſen iſt man der Auffaſſung, daß dieſe
Affäre noch weitere Kreiſe ziehen wird und auch Schüler der Mili=
tärakedemie
im Dienſte der Spionage ſtanden.

*

Das Echo der deutſchen Ankwork.

Die deutſche Antwort, die am Mittwoch beim Quai dOrſay
eingegangen iſt, findet in den Pariſer Blättern faſt gar kein
Echo, offenbar weil der Quai dOrſay noch keine Richtlinien
ausgegeben hat. Die meiſten Zeitungen begnügen ſich, die Tat=
ſache
ohne irgendeinen Kommentar zu veröffentlichen. Sie
halten ſich darüber hinaus an die Aeußerlichkeiten, daß die
Note 8 Schreibmaſchinenſeiten lang und eine Selbſtverſtänd=
lichkeit
im höflichſten Ton gehalten iſt. Der Matin glaubt
darüber hinaus noch zu wiſſen, daß kein neues Element in die
deutſch=franzöſiſchen Beſprechungen hineingetragen worden ſei,
weil auch nach der Meinung der Berliner amtlichen Stellen die
Zukunft der Abrüſtungsverhandlungen von dem Ausgang der
Unterhaltungen zwiſchen Paris und London abhänge. Die
deutſche Antwort habe daher nur den Zweck, die Fühlung mit
Frankreich aufrecht zu erhalten und die Verantwortung für den
Abbruch der Beſprechungen zu vermeiden.
Das ſind ſehr billige Argumente. Dazu hätte es gewiß
keiner neuen Note bedurft. Gerade nach den Ergebniſſen der
Reiſe Edens ſind die Hintergründe über den wirklichen Wider=
ſtand
gegen die Abrüſtung hinreichend aufgehellt. Gerade daß
Deutſchland, trotz der Haltung der franzöſiſchen Regierung noch
einmal den Verſuch unternimmt, zeigt deutlich, daß wir zu
einer Verſtändigung bereit ſind; in der natürlichen Begrenzung,
daß ein Entgegenkommen über das dem engliſchen Lordſiegel=
bewahrer
entwickelte Mindeſtprogramm hinaus nicht in Frage
kommt. Richtig iſt allerdings, daß die internationale Lage im
Augenblick überſchattet wird durch das engliſch=franzöſiſche Ge=
ſpräch
. Die Franzoſen haben es ausgezeichnet verſtanden, die
Spannung auf ihre Antwort auf das höchſte zu ſteigern und ſie
mit einem Trick vorzubereiten, daß ſie ihre ſachliche Ablehnung
hinter einigen ſcheinbaren Abrüſtungskonzeſſionen verſtecken
können. Aber auch darüber wird das letzte Wort vorausſicht=
lich
erſt geſprochen, wenn ſich überſehen läßt, ob aus den
römiſchen Beſprechungen ſich etwas herauskriſtalliſiert, was von
Frankreich als eine Rückendeckung gegen Italien oder England
benutzt werden könnte.
Der Reichspräſident empfing geſtern den deutſchen Botſchafter
in London, von Hoeſch.
Vom Präſidenten der Preußiſch=Süddeutſchen Klaſſenlotterie,
Dr. Schlange, iſt dem Reichsfinanzminiſterium und den übrigen
zuſtändigen Stellen ein Vorſchlag zugegangen, die Lotterie in eine
Reichslotterie umzuwandeln.
Die NSBO. und die Deutſche Angeſtelltenſchaft veranſtalten
am Freitag, den 16. März, eine Rieſenkundgebung in der Frank=
furter
Feſthalle. Der Führer der Deutſchen Angeſtelltenſchaft,
Staatsrat Pg. Forſter, Gauleiter von Danzig, ſowie der Landes=
obmann
der NSBO. und Bezirksleiter der Deutſchen Arbeitsfront,
Pg. Willi Becker (M. d. R.), werden bei dieſem Anlaß das Wort
ergreifen.
Das am 16. ds. Mts ablaufende einmonatige Verbreitungs=
verbot
für alle deutſchen Zeitungen und Zeitſchriften in Oeſterreich
iſt um weitere 3 Monate bis einſchl. 16. Juni 1934 verlängert worden.
Ausgenommen von dem Verbot ſind lediglich wiſſenſchaftliche Zeit=
ſchriften
und Fachzeitſchriften ſowie Sportblätter und die auch jetzt
zugelaſſenen illuſtrierten Zeitungen.
Der ſüdſlawiſche Geſandte in Berlin, Balugdſchitſch, iſt in
Belgrad eingetroffen. Mit Rückſicht auf die allgemeine Lage in
Europa hat ſeine Ankunft in politiſchen Kreiſen großes Aufſehen
hervorgerufen. Man nimmt hier an, daß ſeine Reiſe der freund=
ſchaftlichen
Ausgeſtaltung der Beziehungen zwiſchen Deutſchland
und Südſlawien gilt.
Prinz Sixtus von Parma=Bourbon iſt geſtern im Alter von
48 Jahren in Paris geſtorben.
Das japaniſche Kriegsminiſterium teilt mit, daß am 11. März
ein Sowjetflugzeug infolge einer Störung in Oſtmandſchukuo nörd=
lich
vom Hanka=See eine Notlandung vorgenommen hat. Die Be=
hörden
haben die Inſaſſen des Flugzeugs, den Flieger und einen
Offizier, in Haft genommen.

* Die Arbeitslöhne nach dem 1. Mai.
Von
Dr. Heinz Potthoff.
Das Geſetz zur Ordnung der nationalen Arbeit vom
20. Januar hat die formelle Rechtsgrundlage des Arbeitsverhält=
niſſes
unberührt gelaſſen: den Arbeitsvertrag als einen Dienſt=
vertrag
des bürgerlichen Geſetzbuches. Aber dieſer Einzelarbeits=
vertrag
hat ſeit langem kaum noch Bedeutung für die Feſt=
ſetzung
der Arbeitsbedingungen. Er erſchöpft ſich inhaltlich
darin, daß der Arbeiter oder der Angeſtellte eine beſtimmte
Arbeit in einem beſtimmten Betrieb übernimmt. Alles andere
iſt bereits geregelt. Soweit nicht das Geſetz ſchon Regeln (etwa
bezüglich Kündigungsfriſt, Arbeitszeit, Betriebsſchutz, Verſicherung
uſw.) trifft, ſind dieſe ganz vorwiegend in Tarifverträgen ver=
einbart
. Namentlich die Löhne und Gehälter haben in der
überwiegenden Mehrheit aller Fälle ihre Grundlage in einer
Tarifnorm.
Die geltenden Tarifverträge treten mit dem 30. April
außer Kraft. Aber damit fallen nicht ohne weiteres die Rechts=
wirkungen
ihres Inhaltes weg. Sondern dieſer kann als Inhalt
von amtlichen Tarifordnungen des Treuhänders der Arbeit
aufrechterhalten werden. Rechtlich iſt die Tarifordnung etwas
ganz anderes als der Tarifvertrag. Dieſer war ein kollektiver
Vertrag zwiſchen einer Gewerkſchaft und einem Arbeitgeber=
verbande
oder einzelnen Unternehmern. Er iſt ſchon durch die
Auflöſung der vertragſchließenden Verbände erledigt. Es gibt
künftig keine Parteien mehr, die Tarifverträge mit den Rechts=
wirkungen
der Nachkriegszeit ſchließen könnten. An ihre Stelle
tritt der Treuhänder, der eine vom Reichsarbeitsminiſter
abhängige Reichsbehörde iſt. Die von ihm zu erlaſſende Tarif=
ordnung
hat die gleichen Rechtswirkungen wie die bisherigen
Tarifverträge: die darin feſtgeſetzten Arbeitsbedingungen, ins=
beſondere
die Löhne, gehen automatiſch in alle davon betroffenen
Arbeitsverträge ein und können nicht zu ungunſten der Arbeit=
nehmer
abgedungen werden. Im Einzelfalle können alſo wohl
höhere, aber nicht niedrigere Löhne und Gehälter vereinbart
werden als die tariflichen. Der Geltungsbereich der künftigen
Tariflöhne iſt weiter als der der bisherigen: Dieſe galten nur
zwiſchen den Mitgliedern der Tarifverbände. Für Außenſeiter
galten ſie nur, wenn dieſe ſie beſonders vereinbart hatten oder
wenn der Tarif vom Reichsarbeitsminiſter für allgemein ver=
bindlich
erklärt war. Für dieſe Allgemeinverbindlicherklärung
iſt jetzt kein Raum mehr, ſondern die neuen Tariflöhne gelten
als behördliche Verordnung immer für alle Arbeitsverhältniſſe,
die nach Ort, Zeit und Art der Arbeit darunter fallen.
Wichtiger noch iſt die zweite Aenderung, die das Geſetz
vom 20. Januar gebracht hat. Während bisher die Tarifverträge
ganz überwiegend die Löhne für ganze Wirtſchaftszweige und
für Bezirke einheitlich regelten, ſoll künftig die Regelung inner=
halb
der Betriebe erfolgen. Die Hauptgrundlage für die
kollektive Lohngeſtaltung ſoll die Betriebsordnung
werden, die vom Unternehmer als dem Führer des Betriebes
einſeitig erlaſſen wird, und die für alle Betriebe mit mindeſtens
20 Arbeitnehmern vorgeſchrieben iſt. Der Inhalt der Betriebs=
ordnung
, alſo auch die Löhne und Gehälter, ſoll zwar vorher
vom Führer mit den Vertrauensmännern der Gefolgſchaft
(Belegſchaft) beraten werden. Aber über den Erlaß entſcheidet
nur der Führer, und die Vertrauensmänner haben nur das
Recht gegen unangemeſſene Feſtſetzungen die Entſcheidung des
Treuhänders anzurufen.
Da nach dem Geſetze der amtliche Erlaß von Tarifordnungen
die Ausnahme ſein ſoll (für den Fall, daß er zum Schutze der
Belegſchaften dringend notwendig erſcheint), ſo würden am
1. Mai alle Unternehmer von allen Tarifbindungen frei werden
und in ihren Betriebsordnungen oder auch in den einzelnen
Arbeitsverträgen die Löhne ihrer Arbeiter und die Gehälter
ihrer Angeſtellten nach ihrem Ermeſſen feſtſetzen können. Daß
ein ſolcher plötzlicher Uebergang von beruflicher zu betrieblicher
Regelung, der zugleich ein Uebergang von Vereinbarung zu
herrſchaftlicher Satzung iſt, große Unruhe und Schwierigkeit
hervorrufen müßte, iſt klar. Die neue, ſittliche Grundlage der
Arbeit iſt wohl noch nicht ſo tief eingelebt, daß ſich nicht der
Arbeiter und Angeſtellten eine gewiſſe Sorge vor den Aende=
rungen
bemächtigen müßte. Das Bedürfnis nach einheitlichen
Löhnen in den Geſchäftszweigen als Grundlage gleichmäßiger
Kalkulation und anſtändigen Wettbewerbes iſt auch ſicher heute
nicht geringer als in der Vergangenheit. Deswegen iſt eine
vorſichtige Ueberleitung unentbehrlich.
Sie iſt bereits im Gange. Mehrere Treuhänder haben bereits
öffentlich erklärt, daß die Arbeiter und Angeſtellten ſich keine
Sorge wegen Herabſetzung der Bezüge zu machen brauchten,
ſondern daß alle geltenden Tarifverträge in der Form der amt=
lichen
Tarifordnungen über den 1. Mai fortbeſtehen würden.
Das würde nicht nur eine Aufrechterhaltung aller Tariflöhne,
ſondern ihre Ausdehnung auch auf alle bisher nicht betroffenen
Außenſeiter bedeuten. Deswegen hat der Reichsarbeitsminiſter
in einer Bekanntmachung in den Zeitungen ausgeſprochen, daß
die einfache Umwandlung der geltenden Tarifverträge in Tarif=
ordnungen
nicht erwünſcht ſei, ſondern daß man verſuchen müſſe,
rechtzeitig neue Tarifordnungen, die den Bedürfniſſen der ver=
ſchiedenen
Gegenden und Wirtſchaftszweige angepaßt ſeien, zu
erlaſſen. Auch der Reichsarbeitsminiſter rechnet alſo offenbar
damit, daß auch nach dem 1. Mai die tarifliche Ordnung der
Löhne und Gehälter zunächſt die Regel bleiben wird.
Aller Vorausſicht nach wird alſo der 1. Mai keinen tiefen
Einſchnitt in das Gewohnte und keine allgemeine Erſchütterung
des Lohnſtandes bringen. Sondern es wird praktiſch zunächſt
alles beim Alten bleiben, und die Beteiligten werden kaum
merken, daß die Rechtsgrundlagen der Bezahlung ſich geändert
haben. Die Treuhänder werden ſich von Sachverſtändigen dar=
über
beraten laſſen, ob eine Aenderung der geltenden Tarif=
löhne
und Gehälter erforderlich iſt. Dieſe Sachverſtändigen
werden großenteils dieſelben Leute ſein, die bisher die Tarif=
verhandlungen
geführt haben. Trotz der neuen Grundlage des
Arbeitsverhältniſſes (Gefolgſchaft ſtatt Klaſſengegenſatz) werden
die Unternehmer ſelten eine Erhöhung der Löhne befürworten
und die Arbeitnehmer erſt recht nicht eine Herabſetzung. Infolge=
deſſen
iſt anzunehmen, daß im wefentlichen die alten Löhne und

[ ][  ][ ]

Seite 2 Nr. 73
Gehälter fortgelten werden, ſoweit nicht tatſächliche Mißſtände
ſich herausſtellen oder erhebliche Aenderungen in den Wirtſchafts=
bedingungen
eintreten.
In welchem Umfange und Tempo dann die Tarifordnungen
aufhören und den Betriebsordnungen die Bahn freigeben werden,
dürfte ganz davon abhängen, wie die Unternehmer von den
ihnen neu übertragenen Befugniſſen Gebrauch machen. Der
Nationalſozialismus iſt ſicher nicht gewillt, die Lebenshaltung
der Arbeiter und Angeſtellten zugunſten erhöhten Gewinnes der
Unternehmer beeinträchtigen zu laſſen. Er wird ebenſowenig
einen Druck auf die Löhne als Mittel unlauteren Wettbewerbes
zulaſſen. Beides um ſo weniger, als vorläufig noch die Be=
kämpfung
der Arbeitsloſigkeit durchaus im Vordergrunde der

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Regierungspolitik ſteht, die Kurzarbeit im Intereſſe der Mehr=
beſchäftigung
von Menſchen gefördert wird, alſo ein großer Teil
der Arbeitnehmer nicht das volle tarifliche Entgelt bezieht.
Einer betrieblichen Erhöhung der Löhne und Gehälter ſteht
die Tarifordnung nicht entgegen, denn ihre Sätze ſind nur als
Mindeſtbedingungen rechtsverbindlich. In dem Maße in dem
die erhoffte Beſſerung der allgemeinen Wirtſchaftslage zur
Ueberwindung der Arbeitsloſigkeit und zur Steigerung der
Arbeitseinkommen führt, wird vielleicht ganz von ſelbſt der
Betriebslohn über dem Tariflohn praktiſch maßgebend werden
und die tarifliche Lohnſicherung überflüſſig machen. Einſtweilen
wird die Tarifordnung zur Sicherung des Mindeſteinkommens
fortdauern.

Munttteic i Bcffen.
Troß bisher unerhörker ſinanzieller Aufwendungen für Rüſtungszwecke fordert der franzöſiſche Generalftab
ſtels von neuem vermehrte Aufrüſtung und Sicherheik.

Unerſätklich.
Der franzöſiſche Generalſtab, über deſſen Stärke und Einfluß
irgend welche Meinungsverſchiedenheiten nicht beſtehen können,
hat ſich der Pariſer Regierung gegenüber durchgeſetzt. Es bleibt
bei der alten Linie: Aufrüſtung und Sicherheit als ein
untrennbares Ganze, Frankreichs Sicherheit ſol alſo durch eine
weitergehende Aufrüſtung garantiert werden. Dieſe Linie dem
Ausland gegenüber, vor allem aber in den Verhandlungen mit
England und Deutſchland zu verſchleiern, iſt Sache der Herren vom
Quai dOrſay, die auch gewitzigt genug ſind, die Oeffentlichkeit
mit immer neuen Formulierungen zu überraſchen.
Wie ſieht es aber in Wirklichkeit aus? Der franzöſiſche Hee=
resetat
ſah im Jahr 1928 Geſamtausgaben in Höhe von 1,57 Mil=
liarden
GM. vor, die im Jahr 1931 auf 2,02 und im Jahr 1932
auf 3,05 Milliarden Goldmark ſtiegen. Es wurden daneben noch
zahlreiche außerordentliche Kredite und Nachtragskredite bewilligt.
Aber die oben erwähnte Ziffer möge zunächſt alſo für uns aus=
ſchlaggebend
bleiben. Sie zeigt eine
hunderkprozenkige Steigerung der Ausgaben.
Auch Ausgaben für die Aufrüſtung Frankreichs im Jahre 1933 be=
tragen
allein für den Heeresetat 2,75 Milliarden GM. Die Pa=
riſer
Regierung kann alſo nur behaupten, daß etwa 10 Prozent
abgeſtrichen worden ſeien. Dieſe Senkung wird denn auch fortge=
ſetzt
als franzöſiſche Einſchränkung der Rüſtungen herausgeſtrichen.
Es wird aber dabei bewußt die Tatſache unterſchlagen, daß ge=
genüber
1928 noch immer eine 90prozentige Stei=
gerung
der Ausgaben zu verzeichnen iſt.
Wenn man ſich eine Statiſtik über die Mittel zur
Beſchaffung des Kriegsmaterials zur Hand nimmt,
dann ergibt ſich, daß ſie für die franzöſiſche Propaganda auszugs=
weiſe
recht fruchtbar iſt, da ſie in ihrer Geſamtheit ſchon die Sät=
tigung
Frankreichs mit Kriegsmaterial wider=
ſpiegelt
. Im Jahre 1928 wurden 316,8 Milliarden Francs, 1933
aber nur 157,7 Milliarden für Waffen angefordert. Das Abſinken
iſt lediglich darauf zurückzuführen, daß Frankreich bereits über all
die Waffen verfügt, die es für ſein ſtehendes Heer und die Mil=
lionen
ausgebildeter Reſerven in Heimat und Kolonien gebraucht.
Umgekehrt ſtiegen die Ausgaben für Munition. 1928 wurden 525,5
Milliarden Francs und 1933 822,7 Milliarden ausgegeben. Nach=
dem
man ſich alſo mit Waffen genügend eingedeckt, erfolgt die An=
legung
ungeheurer Munitionslager. Die Ausrüſtung mit Spezial=
waffen
und Kraftfahrzeugen erfordert ebenfalls einen ſteigenden
Finanzbedarf. 1928 weiſt der Etat 681,7 Milliarden Francs, 1933
ſchon 744,8 Milliarden auf. Die Ausgaben für Befeſtigungen ſind
ebenfalls ein ſchlüſſiger Beweis dafür, daß Frankreichs Aufrüſtung
vollzogen iſt, und daß es nunmehr dazu übergehen konnte, die Be=
feſtigungsanlagen
zu moderniſieren. 1928 betrugen hierfür die
Ausgaben 219,6 Milliarden und 1933 die unerhörte Summe von
1524,5 Milliarden.
Dennoch will der franzöſiſche Generalſtab neue
Waffen= und Munikionslager anlegen und die
Milikariſierung des franzöſiſchen Volkes forkſetzen.
In der franzöſiſchen Preſſe und in den franzöſiſchen Noten wird
aber nach wie vor davon geſprochen, daß Frankreichs Schutz und
Sicherheit ungenügend ſei. Man deutet dabei regelmäßig auf

Erziehung zum Lied.
Von Profeſſor Georg Vollerthun.
Der bekannte Komponiſt Prof. Vollerthun iſt
als Erzieher zum Lied an die Staatliche Hoch=
ſchule
für Muſik in Berlin berufen worden.
Das Volkslied iſt zweifellos die Grundlage unſerer ge=
ſamten
Muſik. Solange das Volkslied gedeiht, d. h. ſolange es
neu geſchaffen wird, ſtrömt der Kunſtmuſik ein lebendiger Quell
zu, der ſie nährt und ſo am Leben erhält. Die Muſik jedes
Volkes ſtützt ſich in ihrem Fundament auf das Volkslied, das
die Eigenſchaften des Muſikſchaffens des betreffenden Landes
charakteriſtiſch ausprägt. Ein Beiſpiel: Wüßte man nicht, daß
die auch in Deutſchland viel geſungenen Schlager des ita=
lieniſchen
Volksliedes O ſole mio und Santa Lucia
reinſte Produkte der Volksmuſik ſind, könnte man ſie für Opern=
arien
eines Bellini, Donizetti oder Verdi halten. Auch die in
den Nachkriegsjahren in der ganzen Welt weitverbreitete ruſſiſche
Muſik ſchöpft aus dem Schatze des Volksliedes. Tſchaikowſki
benutzt ruſſiſche Volkslieder ſogar in ſeinen Symphonien. Auch
der ſo kosmopolitiſch ſich gebärdende Strawinſki verdankt ſeinen
erſten Ruhm dem Ballett Petruſchka, einer glänzenden Bear=
beitung
ruſſiſcher Volksliedthemen.
Gerade das deutſche Lied, das uns allen ſo am Herzen
liegt, trägt im höchſten Maße alle charakteriſtiſchen Zeichen
unſerer herrlichen deutſchen Muſik: Innigkeit, Gefühlswärme
und Tiefgründigkeit. Alle dieſe Eigenſchaften ſind in reinſter
Form im Volkslied vorhanden. Das urſprüngliche Volks= und
Tanzlied, aus grauen Urzeiten ſtammend, in denen ſich auch
ſeine Anfänge verlieren, war der muſikaliſche Ausdruck eines
naturhaften Volksempfindens. Das deutſche Kunſtlied nimmi
eine ganze beſondere Stellung ein, da es einzigartig iſt.
Es hat in ſeiner Entwicklung zwei Höhepunkte erlebt; den
erſten bereits im 17. Jahrhundert. Der Königsberger Komponiſt
Albert ſowie Johann Adam Krieger, der Schöpfer des ſo=
genannten
Geſellſchaftsliedes, und Heinrich Schütz, waren die
Meiſter, die dem deutſchen Lied der Barockzeit den Gipfel zu
erreichen halfen. Den zweiten Höhepunkt diesmal im
19. Jahrhundert repräſentiert Franz Schubert, den wir zu=
gleich
als den unbeſtrittenen Meiſter, den wahren Fürſten des
Liedes, bezeichnen müſſen. Zu ihm ſtrömt alles auf dem Ge=
biete
des Liedes und wird von ihm zurückgeſtrahlt. Schubert
pflegte alle Formen des Geſanges, vom Volkslied an über das
Strophenlied bis zum durchkomponierten Lied. Das Volkslied
iſt die einfachſte Form des Liedes, das Strophenlied enthält
eine und dieſelbe Melodie zu allen Verſen. Hier ſind die
Grundſätze des Volksliedes auf das Kunſtlied in einer gewiſſer=
maßen
verfeinerten Form übertragen. Bei dem durchkomponier=
ten
Lied entwickelt ſich die Muſik, ungebunden an Stsopheu,

Deutſchland, das mit ſeinen 100 000 Mann ohne Reſerven
doch niemals auch nur im Traume daran denken
kann, gegen die ſchwergerüſteten Millionen der
Franzoſen und ihrer Bundesgenoſſen aufzumar=
ſchieren
.
Zudem iſt die franzöſiſche Sicherheit neben dieſen militäriſchen
Rüſtungen noch dadurch garantiert, daß militäriſch die Grenzen
Frankreichs auf dem Oſtufer des Rheins beginnen, und daß der
geſamte deutſche Weſten eine 50 Klm. breite entmilitariſierte Zone
beſitzt. Darüber hinaus iſt Frankreich durch den Kelloggpakt und
den ebenfalls ſehr weitgehenden Locarno=Vertrag geſchützt. Das
alles wird aber von Frankreich gefliſſentlich überſehen und der
Eindruck zu erwecken verſucht, als ob Deutſchlnd heute ein mili=
täriſches
Uebergewicht beſitze. Daher auch der Ruf nach einer Kon=
trolle
Deutſchlands, wozu die ungeheuerliche Behauptung heran=
gezogen
wird, daß Deutſchland fortgeſetzt aufrüſte, obwohl im In=
land
wie im Ausland, jedermann weiß, daß wir weder unſer
100 000 Mann=Heer überſchritten, noch uns mit neuem Kriegs=
material
verſorgt haben.
Abrüftungsdebakke im engliſchen
Aiteryuug.
Eden über ſeine europäiſche Miſſion.
DNB. London, 14. März.
Trotz der allgemein herrſchenden Anſicht, daß vor Eingang
des franzöſiſchen Memorandums jede Erörterung der Abrüſtungs=
frage
eine Rechnung ohne den Wirt ſein muß, ſprach der Arbeiter=
abgeordnete
Morgan Jones am Mittwoch im Unterhaus über
das Abrüſtungsproblem. Großſiegelbewahrer Eden erklärte im
Namen der Regierung, es ſei im gegenwärtigen Augenblick ſehr
unerwünſcht, über die Antworten Bericht zu erſtatten, die er von
den Regierungen Frankreichs, Deutſchlands und Italiens wäh=
rend
ſeiner europäiſchen Rundreiſe erhalten habe. Er wolle jedoch
über gewiſſe Eindrücke berichten, die er während ſeiner Reiſe er=
halten
habe; jedoch trügen dieſe Mitteilungen keineswegs amt=
lichen
Charakter. Die lange Verzögerung der Abrüſtungskonfe=
renz
ſei darauf zurückzuführen, daß die Staaten der Welt kein
genügendes Vertrauen und nicht den genügenden Mut aufbräch=
ten
. Wenn man die Beweggründe hierfür verſtehen wolle, ſo
müſſe man ſich bemühen, die Geſichtspunkte der Einwohner von
Paris ebenſo wie die der Einwohner von Berlin zu verſtehen.
Er wolle daher verſuchen, mit den Augen der Bewohner dieſer
beiden Städte zu ſehen.
Frankreich ſei immer noch ſeil Ende des Krieges
um ſeine Sicherheit beſorgt.
Man müſſe aber auch in Rechnung ziehen, daß Deutſchland
dieſelben Gefühle, in anderer Geſtalt ausgedrückt, haben könne.
Frankreich ſei ſo überzeugt, keine Angriffsabſichten gegen irgend=
einen
anderen Staat zu haben, daß es auch kaum glauben könne,
daß ein anderes Land, dem keine entſprechenden Rüſtungen erlaubt
ſind, ſich nicht vollkommen ſicher in der Nachbarſchaft Frankreichs
fühle.
Das Bevölkerungsproblem ebenſo wie die halbmilitäriſche
Ausbildung in Deutſchland erhöhten die Befürchtungen Frank=
reichs
. Ein anderer Beweggrund der Franzoſen werde auch von

S Das Schubert Lied enthält in ſich die
Keimzelle des Muſidramas, das durch Richard Wagners unver=
gleichliche
Kunſt die ganze Welt erobert hat. Im Erlkönig
beiſpielsweiſe iſt das ganze Drama des Goetheſchen Gedichts
geſtaltet. Der Vortragende hat, von der Muſik dramatiſch unter=
ſtützt
, den ganzen Vorgang plaſtiſch darzuſtellen und ſowohl
die Stimme des Vaters, die Stimme des Kindes und die
Stimme des geſpenſtiſchen Erlkönigs zu erſchüuerndem Aus=
druck
zu bringen. Die weniger bekannten Lieder, wie z. B.
Der Zwerg, Der Doppelgänger und Totengräbers Heim=
weh
, ſind für das muſikdramatiſche Weſen des Schubertſchen
Liedes gleichfalls charakteriſtiſch. Das Lied Die junge Nonne‟
könnte man als den Typus eines Muſikdramas in kleinſter
Form anſprechen. Hier iſt eine knappe dramatiſche Handlung
muſikaliſch meiſterhaft untermalt. Selbſt Richard Wagner ver=
dankt
nach ſeinem eigenen Zeugnis viele muſikaliſch=dramatiſche
Anregungen dem Studium Schubertſcher Lieder. Nur ſehr
wenige wiſſen, daß der Liederkomponiſt Schubert eine ganze
Anzahl Opern komponiert hat, denen jedoch der Erfolg verſagt
blieb, da dem genialen Schöpfer des Liedes der für die Bühne
notwendige dramatiſche Nerv fehlte.
Im 19. Jahrhundert unterſcheiden ſich zwei Liedſtilarten.
Das eine nennen wir das Charakterlied, wie es gerade
Schubert geſchaffen hat. Die Reihe ſetzt ſich fort über Robert
Franz und Brahms bis zu Hugo Wolf. Dieſer Komponiſt iſt
in ſeinem Liedſchaffen der zweite große ſchöpferiſche Genius
und erſcheint beinahe Schubert ebenbürtig. Die andere Linie
möchte ich Klanglied nennen. Das Urbild des Klangliedes
finden wir im Schaffen Robert Schumanns, deſſen Schaffen
gerade im Klanglichen kulminiert, und zwar auch hinſichtlich
der Geſangslinie. Während bei Schubert viele Lieder eine
dramatiſche Einſtellung haben, ſind die meiſten Geſänge Schu=
manns
rein lyriſche Gebilde. Dieſe Linie gehr über den zu
Unrecht wenig beachteten Wilhelm Jenſen, Franz Liſzt bis zu
Richard Strauß, zwiſchen deſſen beiden Stilen ſteht Ludwig
Loewe, ein nicht allzu individueller Geſtalter, aber beachtens=
werter
Balladenkomponiſt.
Wie ſteht es nun mit der Erziehung zum Lied, deſſen Ent=
wicklung
wir uns vergegenwärtigen mußten, um die Bedeutung
des Liedes zu erfaſſen? In der Entartungszeit der 14 Nach=
kriegsjahre
waren auf dem Gebiete des Liedes, wie ja leider
überall, aus Spielerei und Snobismus Produkte geſchaffen
worden, die ſchon deshalb keinen Beſtand haben konnten, weil
ſie ſich gegen den Charakter der menſchlichen Stimme richteten.
Das Lied als ſolches wurde allmählich weniger gefragt, So
mußten auch die jungen Sänger aus wirtſchaftlichen Gründen
ihr Intereſſe mehr der Oper als dem Lied zuwenden. Die
Folge war, daß der Opernſänger nur nebenbei auch Lieder=
ſänger
wurde. Man muß bedenken, daß deutſches Kunſtlied und
Arie verſchiedenartigen Bedingungen unterworfen ſind und dem

Deutſchlands eigene Sicherheit ebenſo ein lebens=
wichliges
Inkereſſe für die Deutſchen ſein kann) 9e M
wie die franzöſiſche Sicherheit für Frankreich. ea Befin

Ort

Deutſchland würde ohne Zweifel erklären, daß es lange auf di ſuh die

Gleichberechtigung gewartet hat und die Deutſchen kaum glaubel
können, daß Frankreich immer noch mehr Sicherheit wünſcht.
Er Eden glaube nicht daran. Wettrüſten allei
ſei keine Sicherheit. Wenn England auch noch
viel für ſeine Sicherheit durch Rüſtungen tu
würde, ſo dürfe man ſich doch nicht einbilden, da

England ſich jemals den Luxus der Iſolierunſ ihrer

e3 60
erſtän!
Zur 1
FrArbeit
B ſich um
Treuhä

beirat

leiſten könne. Auf die Frage: Was denn getan werde, un beit 80
das internationale Vertrauen wiederherzuſtellen und die Lüch
zwiſchen Frankreich und Deutſchland zu überbrücken, erklärte Eden "
ation,
Wir müſſen zwei Ziele verwirklichen, ſonſt tragen wie
nicht genügend zur Wiederherſtellung des Verſſi ell
trauens in Europa bei:
1. Iſt eine Vereinbarung zu verwirklichen nicht eine ideal 000sd
Konvention, die eine gewiſſe, den Wirklichkeiten der Gegenwan wie ſohe
händer
tragende Abrüſtung enthält, kurz: eine Konvention auf der Grund nach vor
lage unſerer neuerlichen Denkſchrift.
2. Muß verſucht werden, das volle Anſehen des Völkerbundee on den M
wiederherzuſtellen, das dieſer nur durch die aktive Mitgliedſchaf ſie mit
aller großen weſteuropäiſchen Mächte genießen kann.
Uhaft des
Zum Schluß ſeiner Rede ſetzte ſich Eden ſtark, für derſchverſtän
Völkerbund ein und betonte die völlige Uebereinegungen u
ſtimmung zwiſchen der engliſchen und amerika ſſſenden
niſchen Regierung in der Abrüſtungsfrage.

Sir Herberk Samuel für Rüſtungsgleichheit in Europt 0 50c
Der frühere Innenminiſter Sir Herbert Samuel meint/ 5MkAchſ
die gegenwärtige Fortſetzung des gefährlichen Zuſtandes der Ab=
rüſtungskonferenz
ſei allein auf die deutſche Revolution, den Aus cM5)
tritt Deutſchlands aus dem Völkerbund und das Wiederauflebei
des militariſtiſchen Geiſtes in Deutſchland zurückzuführen. Er freu=
ſich
, daß Eden die Aufmerkſamkeit des Unterhauſes, auf die ſeh=
bedeutende
und bedauerliche Rede des Generals Göring in Pots hdererſeits
dam gelenkt habe. Er glaube aber nicht, daß man Deutſchland der hiſt des 9
Zuſtand der Abrüſtung angeſichts einer gerüſteten Welt aufzwin ſeuhander
gen könne. Seiner Anſicht nach müſſe die Rüſtungsgleichtmen Vort
ſundſätz!
heitin Europa zugeſtanden werden.
Piraten.
Uir Abeit
Ein Sicherheitsplan Litwinows?
Iber alle
London, 14. März. urſchieden
Der diplomatiſche Korreſpondent des Daily Telegraph’ſchverſtä
ſchreibt, die Sowjetregierung wolle wiederum eine aktive diplo, lebend
matiſche Rolle in Europa ſpielen.
ſeſer
In der Erwartung, daß die Abrüſtungsverhandlungen fehlltirates
ſchlagen, bereite Litwinow einen neuen Sicherheitsplan vor. Dieuhlen Arb
ſer würde aus einem Pakt gegenſeitigen Beiſtands und einen ſtimmur
Nichtangriffsabkommen beſtehen. Alle Mächte ſollen zur Teil=
nahme
eingeladen werden. In dem Plan werde die neue Defi
nition des Angreifers enthalten ſein, die in den im Sommer der

vergangenen Jahres abgeſchloſſenen Verträgen gegeben wurde.
Wie der Korreſpondent weiter ausführt, verfolgt Rußlan)
mit dieſem Pakt zwei diplomatiſche Ziele: Einmal eine Iſolie

mit
3 einer
räfte

rung Japans, das den Pakt in der angedeuteten Form wahrent Arbeit

ſcheinlich kaum unterzeichnen dürfte, und dann eine weitere An
näherung an Frankreich, das die ruſſiſchen Vorſchläge vorausſicht
lich wieder warm begrüßen wird. England, ſo wird anſchließen)
ausgeführt, würde den ruſſiſchen Plan wahrſcheinlich ablehnen
da das darin vorgeſehene Syſtem von automatiſchen Sanktioner

ſchtern,
egt w
ſte zu
den die
tont

über den Locarno=Vertrag hinaus zuſätzliche Verpflichtungen auf K, aus

dem Kontinent bringen würde.

Vortragenden auch verſchiedene Aufgaben ſtellen. Das Weſet
der Arie iſt eine geſchloſſene Linie, die eine reſonanzfähig
Stimme verlangt. Beim Lied dagegen entſcheidet die Farb/die
der Stimme. Der Liederſänger muß befähigt ſein, die Zwiſchen
farben abzutönen. Die Aufgabe des Erziehers zum Liede i/0
vor allem, der jungen Sängergeneration die Idee des Liedeſ
näherzubringen. Auch die Dichtung muß hier, zumal die Text yülb
meiſt von den größten Meiſtern des deutſchen Worts z. BI
Goethe, Schiller, Uhland, Eichendorff ſtammen, ihre beſonder
Beachtung finden. Man darf nicht vergeſſen, daß jedes Lied zu
50 Prozent aus Dichtung und zu 50 Prozent aus Muſik beſteh.
Die zweite außerordentlich wichtige Aufgabe iſt, den Begleite
heranzubilden, an dem es bisher wahrhaftig fehlt. Wir haben
unendlich viele Pianiſten, ſie alle faſt haben aber bisher daß
Lied zu gering geſchätzt. Dem Liedbegleiter muß das Expreſſivy ! Gbe=
die
Ausdruckswärme, beigebracht werden. Die Aufgabe des Er /0n
ziehers iſt, Sänger und Begleiter näher zueinander zu bringen,
ſo daß dann ſchließlich eine künſtleriſche Vereinigung ſtattfinde,
bei der die Leiſtung beider zu einem harmoniſchen Ganzer
verſchmilzt.

Der Arbeiker und ſeine Arbeik.

Der neue Staat hat dem Arbeiter eine große, für den Auſ
bau von Volk und Staat grundlegende Bedeutung zugemeſſer
Die Aufgaben, die ſich daraus ergeben und unter denen die
Wiedereingliederung des Arbeiters ins Volksganze an erſte
Stelle ſteht, ſind in den Reden und Kundgebungen des letztel

Jahres oft und nachdrücklich herausgeſtellt worden. Die erſt

Vorausſetzung für ihre Durchführung iſt eine wirkliche Kenntnil
des Arbeiters, ſeiner Lebensbedingungen und ſeiner Arbeit und

man kann nicht ſagen, daß die anderen Volksgruppen durchwel
dieſe Kenntnis und damit die Möglichkeit zum Verſtändnis de
Arbeiters beſitzen. Aus Büchern wird ſich das auch immer nu
mangelhaft gewinnen laſſen, trordem wollen wir hier der
Leſer mit einem Buch über dieſe Fragen bekannt machen
Richard Gothe: Der Arbeiter und feine Arbei=
(Verlag Die Runde, Berlin),
Auf dem knappen Raum von 92 Seiten ſcheint uns hie
manches Wichtige zum Thema geſagt zu ſein, hauptſächlich des
halb, weil der Verfaſſer nicht von außen an ſeinen Gegenſtan!
herangetreten iſt, ſondern vorwiegend aus eigner Erfahrung
und aus Kenntnis der inneren Zuſammenhänge geſchrieben hau
Daß er überdies die einſchlägige Literatur beherrſcht und di
Fähigkeit zu ſtraffer Zuſammenfaſſung der Tatſachen beſitzt, be
wahrt ihn überall davor, ins Nur=Perſönliche abzugleiten. Die
Möglichkeit, derart von zwei Seiten an ſein Thema heranzu
treten, verdankt er ſeinem Lebenslauf, über den er ſelbſt folgen
des mitteilt: Ich bin 33 Jahre alt. Bis zum 14. Jahr hab

[ ][  ][ ]

Donnerstag, 15. März 1934

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 73 Seite 3

Die Midang ven Sacvelſtanergendentaig!
der Hachverſtändigenbeirak berakendes Organ des Treuhänders der Arbeik. Haupkaufgabe der Sachver=
ftändigen
-Ausſchüſſe Feſtſehzung von Lohn= und Arbeitsbedingungen.
Jahr wird allerdings dieſe Friſt verlängert. In dem von den
Die näheren Vorſchriften
Treuhändern der Arbeit der Deutſchen Arbeitsfront einzureichen=
den
Verzeichniſſen können Wirtſchaftszweige von untergeordneter
Bedeutung zu einer Gruppe zuſammengefaßt werden. Wirt=
über
die Errichkung des Sachverſtändigenbeirals ſchaftszweige, für die durch reichsgeſetzliche Regelung eine

und der Sachverſtändigen=Ausſchüſſe.
DNB. Berlin, 14. März.
Die vom Reichsarbeitsminiſter unter dem 10. März erlaſſene
. Verordnung zur Durchführung des Geſetzes
ur Ordnung der nationalen Arbeit enthält neben
den Beſtimmungen über die Beſtellung der Vertrauensmänner
auf dieſtuch die näherenVorſchriften über dieErrichtung
hoßes Sachverſtändigenbeirats und der Sach=
erſtändigen
=Ausſchüſſe.
Zur Unterrichtung und Beratung ſtehen den Treuhändern
der Arbeit zwei Sachverſtändigengremien zur Verfügung. Handelt
uhls ſich um allgemeine oder grundſätzliche Fragen, ſo berufen
a ſie Treuhänder der Arbeit den Sachverſtändigenbeirat.
nßut ihrer Beratung im Einzelfall können die Treuhänder der
ſrbeit Sachverſtändigenausſchüſſe berufen.
Der Sachverſtändigenbeirat iſt alſo eine ſtändige Organi=
ſation
, während die Sachverſtändigenausſchüſſe von Fall
zu Fall gebildet werden können. Der Sachverſtändigen=
beirat
ſetzt ſich aus Angehörigen der verſchiedenſten Wirt=
ſchaftszweige
zuſammen und repräfentiert ſo die Geſamt=
wirtſchaft
des jeweiligen Wirtſchaftsgebietes beim Treu=
händer
der Arbeit, während die Sachverſtändigenausſchüſſe
nach vornehmlich fachlichen Geſichtspunkten zu bilden ſind.
terbundyßon den Mitgliedern des Beirats muß daher verlangt werden,
eliedſchaflſaß ſie mit allen ſozialen und wirtſchaftlichen Fragen der Wirt=
chaft
des betreffenden Treuhänderbezirks vertraut ſind. Vom
ür derßachverſtändigenbeirat werden daher in der Regel die An=
Vereitſegungen und Vorſchläge in allen das Wirtſchaftsleben des be=
Gerikageffenden Bezirks berührenden grundſätzlichen Fragen aus=
ſehen
.
Eurgud Der Sachverſkändigenbeirak iſt gewiſſermaßen das
Imeine Sprachrohr, durch das die verſchiedenen Wirt=
z
der Abe
den Aue ſchafkszweige ihre Wünſche beim Treuhänder der
raufleben
Er freug
Arbeik zur Gelkung bringen können.
die ſeht
Votz=Andererſeits iſt der Sachverſtändigenbeirat, weil er die Wirt=
den
haft des geſamten Bezirks verkörpert, auch dazu berufen, dem
Freuhänder der Arbeit ein ſtändiges Spiegelbild der wirtſchaft=
gichen
Vorgänge in ſeinem Bezirk zu geben und ihn in allen
rundſätzlichen Fragen auf dem Gebiet der Sozialpolitik zu
eraten. In dem Sachverſtändigenbeirat beſitzt der Treuhänder
er Arbeit ein Inſtrument, das es ihm ermöglicht, ſich ſtändig
ber alle ſozialen und wirtſchaftlichen Vorkommniſſe in den
März erſchiedenen Wirtſchaftszweigen zu unterrichten. Durch den
egrap) 5achverſtändigenbeirat bleibt der Treuhänder der Arbeit ſtets
be diplom lebendiger Verbindung mit der Wirtſchaft ſeines Bezirks.
dieſer Zweckbeſtimmung des Sachverſtändigen=
gen
fehlleirates entſprechen die im Geſetz zur Ordnung der natio=
vor
Die ſalen Arbeit und in der dazu ergangenen Durchführungs=
d
einemſeſtimmung enthaltenen
ur Teill
eue Deſil
Vorſchriffen über ſeine Errichkung.
amer de
wurde, damit die Gewähr beſteht, daß ſich der Sachverſtändigenbeirat
Rußlandus einer Ausleſe der beſten und brauchbarſten
Iſolies räfte zuſammenſetzt, und um andererſeits den Treuhändern
ſm wahrer Arbeit die Auswahl dieſer Kräfte nach Möglichkeit zu er=
ſtere
Aneichtern, iſt der Deutſchen Arbeitsfront die Verpflichtung auf=
ausſichtklegt
worden, den Treuhändern der Arbeit eine Vorſchlags=
chließendi
ſte zu übermitteln. Zur Vorbereitung dieſer Vorſchlagsliſte
ehnen gen die Treuhänder der Arbeit der Deutſchen Arbeits=
mnitionenront
zunächſt ein Verzeichnis derjenigen Wirtſchaftszweige
ngen aufor, aus denen ſie die Mitglieder des Sachverſtändigenbeirates
u berufen beabſichtigen. Dieſe Verzeichniſſe ſind bis zum
5. März der Deutſchen Arbeitsfront zu übermitteln. In dieſem

ſtändiſche Gliederung durchgeführt iſt wie z. B. für den Reichs=
nährſtand
, ſind ſtets als beſondere Wirtſchaftszweige zu führen.
Für die ihr von den Treuhändern der Arbeit bezeichneten
Wirtſchaftszweige hat die Deutſche Arbeitsfront ihr als Sach=
verſtändige
geeignet erſcheinende Perſönlichkeiten vorzuſchlagen,
und zwar je Wirtſchaftszweig 5 Betriebsführer und Gefolg=
ſchaftsangehörige
(Arbeiter und Angeſtellte). Die Treuhänder
der Arbeit können aus beſonderen Gründen für einzelne Wirt=
ſchaftszweige
auch die Benennung einer größeren Anzahl von
Sachverſtändigen vorſchlagen. Als Gefolgſchaftsangehörige ſollen
in erſter Linie Vertrauensmänner in Vorſchlag gebracht werden.
Die Vorſchlagsliſten haben Gültigkeit für die Dauer eines
Jahres (1. Mai bis 30. April).
Aus den vor der Deutſchen Arbeitsfront in Vorſchlag ge=
brachten
Perſonen hat der Treuhänder der Arbeit dreiviertel
der Mitglieder des Sachverſtändigenbeirates zu entnehmen; ein
Viertel kann er frei, d. h. ohne Vorſchlag berufen.
Der Sachverſtändigenbeirak muß erſtmalig ſpäkeſtens
bis zum 30. Juni einberuſen werden.
Die Mitgliederzahl des Sachverſtändigenbeirates ſoll 16 nicht
überſteigen. Ueber dieſe geſetzlich vorgeſehene Begrenzung der
Mitgliederhöchſtzahl hinaus beſteht für den Treuhänder der
Arbeit hinſichtlich der Zuſammenſetzung des Beirates keinerlei
Bindung. Wenn es ſich auch im allgemeinen empfehlen wird,
die Sachverſtändigen möglichſt in gleicher Anzahl den Betriebs=
führern
und Gefolgſchaftsangehörigen zu entnehmen, und auch
bei den letzteren Arbeiter und Angeſtellte tunlichſt in angemeſ=
ſener
Weiſe zu berückſichtigen, ſo hat der Geſetzgeber doch be=
wußt
darauf verzichtet, in dieſer Hinſicht bindende Vorſchriften
für den Treuhänder der Arbeit zu erlaſſen. Das hat ſeinen
guten Grund darin, daß
der Hachverſtändigenbeirak lediglich Berakungs=
organ
des Treuhänders der Arbeit ſein ſoll.
dem alſo keine irgendwelche Abſtimmungen erfordernde Ent=
ſcheidungen
obliegen und bei deſſen Zuſammenſetzung daher auch
keine Paritätsgrundſätze zu berückſichtigen ſind. Der Treuhänder
der Arbeit iſt daher auf Grund der Freiheit, die ihm der Geſetz=
geber
gelaſſen hat, in der Lage, den Sachverſtändigenbeirat der
tatſächlichen Wirtſchaftsſtruktur ſeines Bezirks ſoweit wie mög=
lich
anzupaſſen. Er braucht daher z. B. nicht peinlich darauf
zu achten, daß bei der Zuſammenſetzung des Sachverſtändigen=
beirats
etwa das Stärkeverhältnis der einzelnen Wirtſchafts=
zweige
untereinander rein zahlenmäßig unter allen Umſtänden
gewahrt iſt. Vielmehr kann er einzelne Wirtſchaftszweige oder
auch innerhalb eines Wirtſchaftszweiges etwaige Großbetriebe,
ihrer überragenden Bedeutung entſprechend, im Sachverſtändigen=
beirat
berückſichtigen, insbeſondere für den einen oder anderen
Wirtſchaftszweig, wenn ihm dies geboten erſcheint, auch mehrere
Sachverſtändige beſtimmen.
Die Haupkaufgabe der Sachverſtändigenausſchüſſe
dagegen liegk auf dem Gebiet der Feſtſehung von
Lohn= und Arbeitsbedingungen.
Tarifordnungen oder Richtlinien für den Inhalt von Betriebs=
ordnungen
und Einzelarbeitsverträgen kann der Treuhänder der
Arbeit oder ſein Beauftragter nur nach vorheriger Beratung
in einem Sachverſtändigenausſchuß feſtſetzen. Darüber hinaus
ſteht es aber im Ermeſſen des Treuhänders der Arbeit, ſich der
Mithilfe des Sachverſtändigen=Ausſchuſſes zu bedienen, wenn
ihm das im Einzelfalle geboten erſcheint. Abgeſehen von den
Fällen der Feſtſetzung von Tarifordnungen und Richtlinien für
den Inhalt von Betriebsordnungen und Einzelarbeitsverträgen,
wo die Beratung in einem Sachverſtändigenausſchuß geſetzlich

vorgeſchrieben iſt, ſteht die Bildung von Sachverſtändigen=
ausſchüfſen
im freien Ermeſſen des Treuhänders der Arbeit.
Er iſt hierbei an keine Vorſchlagsliſten geſetzlich gebunden,
ſondern kann die Sachverſtändigen aus den ihm geeignet er=
ſcheinenden
Perſönlichkeiten ſeines Bezirkes beſtimmen und
zwar vornehmlich aus den Angehörigen des jeweils im Einzel=
falle
in Betracht kommenden Wirtſchaftszweiges. Die Zahl der
Mitglieder eines Sachverſtändigenausſchuſſes ſoll acht nicht
überſteigen. Die Sachverſtändigen ſollen möglichſt in gleicher
Zahl aus Betriebsführern und Angehörigen der Gefolgſchaft
entnommen werden.
Die Sachverſtändigen erhalten eine ange=
meſſene
Entſchädigung für den ihnen aus der
Wahrnehmung ihrer Tätigkeit erwachſenden
Verdienſtausfall und Aufwand, ſowie Erſatz
der Fahrkoſten.
Die Bekannkmachung der von den Treuhändern
der Arbeit erlaſſenen Richklinien und Tariford=
nungen
erfolgk im Reichsarbeitsblaft.
Im Reichsarbeitsminiſterium wird ein Regiſter der Richt=
linien
und Tarifordnungen (Tarifregiſter) geführt und eine
Sammlung der erlaſſenen Richtlinien und Tarifordnungen an=
gelegt
. In das Tarifregiſter und die Tariſ=
ſammlung
kann während der regelmäßigen
Dienſtſtunden Einſicht genommen werden; auch
wird auf Verlangen eine ſchriftliche Auskunft
über die Eintragungen in das Tarifregiſter
koſtenlos erteilt. Ferner haben die Treuhänder
der Arbeit auf Verlangen koſtenlos Auskunft
über die von ihnen erlaſſenen Richtlinien und
Tarifordnungen zu geben.
Für Lohnſtatiſtiſche Zwecke iſt den Führern von Betrieben
mit in der Regel mindeſtens 50 Beſchäftigten die Verpflichtung
auferlegt, zwei Abdrucke der Betriebsordnung dem Statiſtiſchen
Reichsamt (Abteilung für Sozialſtatiſtik) einzuſenden, falls die
Betriebsordnung die Höhe des Arbeitsentgeldes regelt. Auch in
ſonſtigen Fällen können das Statiſtiſche Reichsamt wie die
Treuhänder der Arbeit die Einreichung eines Abdruckes der
Betriebsordnung verlangen.
In Ergänzung der Vorſchrift des § 28 des Geſetzes be=
ſtimmt
die Durchführungsverordnung, daß etwa verhängte
Geldbußen zum Beſten der NS.=Gemeinſchaft
Kraft durch Freude zu verwenden ſind.

Aufgebügelte Lügen.
Im Pariſer Buchhandel iſt nach der Fälſchung der Ueber=
ſetzung
des Führer=Buches Mein Kampf, die zwiſchenzeitlich
beſchlagnahmt wurde, jetzt eine Broſchüre erſchienen, die unter
der gleichen Flagge ſegelt, wie die tendenziös zugeſchnittene
Ueberſetzung des Hitler=Buches. Es handelt ſich bei dieſer Bro=
ſchüre
um eine Zuſammenſtellung der ſattſam bekannten Lügen=
des
Petit Pariſien über geheime Anweiſun=
gen
des Propagandaminiſteriums an die diplo=
matiſchen
Vertretungen im Ausland. Vor zwei Mo=
naten
verſuchte das Pariſer Hetzblatt mit der Veröffentlichung
dieſer Dokumente Eindruck zu erwecken. Viel Glück hat es da=
mit
, wie nachträglich feſtgeſtellt werden kann, im Ausland nicht
gehabt. Man hat wohl verſchiedentlich von den Enthüllungen
Gebrauch gemacht, iſt aber bald davon abgekommen, weil man
ſehr raſch einzuſehen begann, daß es dem Pariſer Blatt
mit ſeinem Manöver nur darauf ankam die Frie=
denspolitik
des Kanzlers zu durchkreuzen, und
daß jeder, der ernſthaft von dem Material dieſes Hetzblattes
Gebrauch machen würde, ſich nur ſelbſt einen ſchlechten Dienſt er=
weiſen
würde. Dennoch hat der Petit Pariſien ſeine wider=
legten
Lügen erneut aufgegriffen und jetzt in Buchform veröffent=
licht
. Wir brauchen wohl nicht nochmals zu betonen, daß alles,
was in dieſer Broſchüre zu finden iſt, lückenloſe Lügen ſind, die
dadurch, daß ſie in Broſchürenform wiederholt werden, nicht wahrer
werden.
Keine Aufhebung der Mitgliederſperre
bei der NSDAP.
DNB. München, 14. März
Der Reichsſchatzmeiſter der NSDAP. erläßt folgende Bekannt=
gabe
:
Aus gegebenem Anlaß wird hiermit zur Kenntnis gebracht,
daß die derzeitige Mitgliederſperre in abſehbarer Zeit nicht auf=
gehoben
wird. Geſuche von Volksgenoſſen um Aufnahme in die
Partei ſind daher zwecklos.

anzſähigech die Volksſchule beſucht, danach habe ich mit einer faſt zwei=
Farblährigen Unterbrechung, in der ich Soldat war, 15 Jahre als
wiſchen’5chloſſer (Lehrling, Geſelle und Meiſter) in Nord= und Süd=
Liede ſeutſchland, Braſilien (drei Jahre) und Nordamerika ( zwei=
z
Liedesinhalb Jahre) in Klein= Mittel= und Großbetrieben der Metall=
die
Teſienduſtrie gearbeitet. Viele Betriebe anderer Induſtrien habe ich
z. bn meiner Berufsarbeit und durch Beſuche kennen gelernt. Seit
beſonder Jahren ſtudiere ich Wirtſchaftswiſſenſchaften und Geſellſchafts=
Lied Vehre.
beſtehl In ſeinem Buch gibt Gothe zunächſt in ſtichwortartiger
Begleite darſtellung einen Abriß der Geſchichte des Arbeiters in Deutſch=
fr
habel and, in dem natürlich nichts Neues beigebracht werden ſoll,
zher d0er aber immerhin genügt, um jedem Leſer eine ungefähre Vor=
rpreſſibltellung
von den geſellſchaftlichen, wirtſchaftlichen und techniſchen
des El Pandlungen zu geben, aus denen die Arbeiterſchaft im heutigen
bringe Hinne hervorgegangen iſt. Länger hält er ſich bei der Frage
atfind ſuf, wer eigentlich Arbeiter iſt. Selbſtverſtändlich iſt
Ganzell in dieſem Zuſammenhang nicht möglich, jeden einen Arbeiter
u nennen, der ſich durch Arbeit irgendwelcher Art ſeinen Lebens=
Interhalt verdient. Andrerſeits darf man den Begriff auch nicht
b einengen, daß er nur den ungelernten Induſtriearbeiter er=
bßt
, was man vor hundert Jahren vielleicht noch konnte, weil
ſamals die Handwerksgeſellen uſw. noch zu einer ſozial beſſeren
Auuind geſicherteren Schicht gehörten. Gegenüber dieſen und ver=
meſſel
chiedenen anderen Faſſungen des Begriffs kommt Gothe dahin,
deinter Arbeiter, Gelernte und Ungelernte zu verſtehen, deren
erſtil ſitſcheidendes Charakteriſtikum in ihrer Unſelbſtändigkeit und
letztllbirtſchaftlichen Abhängigkeit zu erblicken iſt. Dazu läßt er ein
eſe Veiteres als heute Weſentliches treten: die Arbeits=
mm
’oſen als eine zwar beſondere Gruppe jedoch innerhalb der
und Arbeiterſchaft, von der man ſie nicht als fünften Stand ab=
chweſtennen
könne. Durch die Arbeitsloſigkeit ſieht er die Lage der
z dB Arbeiterſchaft heute entſcheidend mitbeſtimmt und damit kommt
nüſiu den genannten Merkmalen, aus denen ſich das Arbeiter=
de
ſchickſal zuſammenſetzt, noch das der wirtſchaftlichen Unſicherheit
hebi in zu. Es werden dann Schilderungen vieler einzelner
ei Bruppen von gelernten, angelernten und ungelernten Arbeitern
ſegeben, durch die das Bild an Faßlichkeit und Vorſtellbarkeit
i ehr gewinnt.
Sehr aufſchlußreich, da es eben darüber bisher wenig gute
n Und zuverläſſige Literatur gibt, ſind die Ausführungen des
beiten Teils über das Leben des Arbeiters, ſein
g biſches Schickſal, ſein Verhältnis zum Leben, zu ſeiner
vi rbeit uſw. Dabei ſcheinen uns die Fehler, die den meiſten
be lerariſchen Verſuchen dieſer Art anhaften, vermieden zu ſein.
Eolche Mängel entſpringen ja gewöhnlich aus der Fremdheit
wiſchen dem Beobachter, der meiſt geiſtiger Arbeiter iſt, und
Vem Arbeiter der Hand; ſie führen dann entweder zu über=
reibenden
Darſtellungen, die ſchwarz in ſchwarz malen und
Mm Erleben des Arbeiters nicht gerecht werden oder zum
ſegenteil: der Beobachter verharmloſt, was er nicht als unent=

rinnbares eigenes Schickſal, ſondern als voübergehendes frei=
willig
übernommenes Erlebnis, in manchen Fällen als Sport
kennen gelernt hat. Hier verſucht Gothe auszugleichen und Ver=
allgemeinerungen
aus wirklicher Erfahrung heraus richtig zu
ſtellen. Zumal hinſichtlich der Freizeit, die ja Ausgleich und
Ergänzung ſchaffen muß, und dem was der Arbeiter in den
letzten Jahrzehnten aus ihr zu machen gelernt hat, kommt er zu
poſitiven Feſtſtellungen eines erfreulichen Wandels, obwohl ihm
manches, z. B. die Volkshochſchule, noch ſehr verbeſſerungs=
bedürftig
erſcheinen.
Auch das eigentliche Arbeitserlebnis lehrt er rich=
tiger
, nämlich von den Lebens= und Tätigkeitsbedürfniſſen des
Arbeiters aus ſehen. Monotonie iſt nicht für jeden Menſchen
das Gleiche und der einfache Menſch empfindet ſie kaum je als
ſolche. Die oft wiederholte Behauptung, der Arbeiter haſſe ſeine
Arbeit, wird als eine Verkennung zurückgewieſen, die aus ähn=
lichen
Gründen ſtamme, wie das Mißverſtändnis mit dem Wort
Arbeitsfreude, das man beſſer durch Befriedigung
aus der Arbeit erſetzen ſollte, da wirkliche Arbeitsfreude
ſtets nur für wenige zu erwarten iſt. Wir haben, ſchreibt der
Verfaſſer, wieder und wieder erlebt, wie Arbeiter, die verſtänd=
nislos
die Frage gehört hätten, ob ſie Freude an ihrer Arbeit
hätten, beſeſſen waren von jenem Werkfleiß, von jenem völligen
Gebanntſein in den Geiſt der Arbeit, der ſie auf eine Störung
faſt unwirſch dieſen Satz murmeln läßt: Laß mich, ich will dies
erſt fertig machen."
Betrachten wir das Geſamtbild, das hier vom Arbeiter ent=
worfen
wird, ſo iſt das Schwere und Düſtere darin nicht zu ver=
kennen
; aber es wird nirgends mit jener Wehleidigkeit und Ueber=
treibung
vorgetragen, die ja dem Fühlen des Arbeiters auch ganz
fremd iſt. Auch wird nicht in der materiellen Lage Anfang und
Ende aller Probleme geſehen, vielmehr wird unſer Blick auf Mög=
lichkeiten
und Vorausſetzungen grundlegender Schickſalsverbeſſe=
rung
gelenkt, die unabhängig von materieller Beſſerung gegeben
ſind. Dazu gehört beſonders, daß die innere Beteiligung der Ar=
beiter
am Betrieb gewährleiſtet wird, daß jeder Arbeiter fühlt,
daß er ernſt genommen wird und daß ſeine Mitarbeit im Betrieb
von Bedeutung iſt. Auch dazu iſt ein allgemeines Verſtändnis für
den Arbeiter nötig, wie es die vorliegende Schrift zu wecken und
P
zu fördern ſucht.
Ludwig=Georgs=Gymnaſium.
Zum zweiten Male Kampf= und Marſchlieder.
Die Wiederholung des Konzertes fand erneut ein den Feſt=
ſaal
des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums füllendes begeiſtertes Pu=
blikum
und war wiederum ein voller Erfolg. So eindringlich und
friſch war die Wirkung, die die Darbietungen, die geiſtige Lei=
ſtung
wie das gemeinſame muſikaliſche Schaffen auf die Zuhörer
ausübte, und ſo ſtark das Band gemeinſchaftlichen Erlebens, das
ſofort Ausübende und Hörer einte. Mit herzlichen Worten der

Begrüßung leitet Oberſtudiendirektor Dr. Liſtmann die Ver=
anſtaltung
ein und ſpricht in Erinnerung an den Erfolg der erſten
Aufführung Worte dankender Anerkennung allen denen aus, die
Anregung und Idee freudig in die Tat umgeſetzt, insbeſondere
Profeſſor Keßler, Prof. Dr. Ausfeld, Studienrat Dern, Aſſeſſor
Dr. Ratz, die die Sprechchöre einſtudiert hatten, und Studienrat
Hermann Kaiſer, dem die muſikaliſche Leitung oblag. In ſeinen
mit größter Spannung verfolgten Ausführungen gibt Dr. Liſt=
mann
zu Beginn einen Einblick in den tiefen erzieheriſchen Sinn
ſolch muſiſcher Arbeit, wie ſie die Veranſtaltung darbietet, als
harmoniſcher Entfaltung von Geiſt und Seele, Erfaſſung und Ein=
ſatz
der geiſtigen Schöpferkraft, wie ſie die Literatur, Muſik und
Kunſt, in Geſchichte und Politik in Erſcheinung treten, und ins=
beſondere
der vaterländiſche, heroiſche Impuls, der aus dieſen
Kräften hervorgeht und der als Einheit die Darbietungen durch=
zieht
, waren immer Sache des Gymnaſiums. Anerkannt iſt die
Tiefe, in die ſeine Bildungsarbeit mit dieſen vorzüglichen Bil=
dungsmitteln
vordringt, ſowohl was die materielle und hiſtoriſche
Fundamentierung angeht, wie vor allem ſeeliſch=geiſtig in der
Durchformung der Perſönlichkeit. Welche beſondere Bedeutung
hierbei den klaſſiſchen Sprachen zukommt, iſt dem Eingeweihten
bekannt; ihrer formenden, denkzwingenden Kraft, ihren geiſtig=
ethiſch
tiefen Werten, ihrer Erziehung zu Vaterland und Gemein=
ſchaft
ihrer eindringlich=einfachen= paradeigmatiſchen Erlebnis=
und Wirkungskraft.
Im Volke weniger bekannt zu ſein pflegt die Breite des
Bildungsverfahrens und =ergebniſſes, und es würde ſich gewiß
verlohnen, des öfteren auch Einblick hierin zu gewähren, wie es
auf ganzer Breite in die Bildung an unſerer modernen Kultur
und in das Wiſſen um unſer Weltbild hineinführt, wovon die
mündliche Reifeprüfung ein eindringliches Zeugnis ablegte. Hier=
bei
bietet Dr. Liſtmann einen überraſchenden Geſichtspunkt für die
Betrachtung und Bewertung der gymnaſialen Bildung. Kaum ein
äußerlich ſichtbares Argument könnte der Oeffentlichkeit dieſe Tat=
ſache
einleuchtender beweiſen als der Umſtand, daß von unſeren
diesjährigen Gymnaſialabiturienten, bei aller liebeoollen Hin=
gebung
an die geiſteswiſſenſchaftlichen Arbeitsgebiete ſich über
fünfzig Prozent mit Begeiſterung den naturwiſſen=
ſchaftlich
=techniſchen Studien und Berufen widmen wol=
len
: Elektrotechnik, Landwirtſchaft Handelshochſchule Naturwiſſen=
ſchaft
, Mathematik, Veterinärmedizin, Medizin. Akadem. Sport=
lehrer
, Luftfahrzeugbau, Reichsbahn, Reichswehr, Kaufmann. Da=
neben
finden wir die Abſicht zu Berufen, für die das Gymnaſium
manchem als beſonders qualifiziert erſcheinen will, zu Rechtswiſ=
ſenſchaft
und Volkswirtſchaft. Theologie, deutſcher Philologie,
Muſikwiſſenſchaft und Kunſt; das Ganze ein erfreuliches Zeichen
der Vielſeitigkeit gymnaſialer Bildung.
Nach dieſen aufſchlußreichen Darlegungen, die die Bildungs=
weite
und =fülle der gymnaſialen Schulung überzeugend klarmach=
ten
, gab Dr. Liſtmann der Hoffnung Ausdruck, daß alle etwas von
der frohen Stimmung und dem echten Hitlergeiſt unſerer Buben
miterleben und die gemeinſchaftsweckende Kraft des Chorliedes
und der organiſchen Einheit von Wort, Gedanke und Melodie inne=
werden
möchten.
Es folgte nun das in ſeiner Auswahl und Abwechſlung reiche
und erleſene Programm über deſſen Ablauf wir bereits nach der
erſten Aufführung berichteten.
Dr. K.

[ ][  ][ ]

Seite 4 Nr. 73

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Donnerstag, 15. März 1934

Statt beſonderer Anzeige.

Plötzlich und unerwartet iſt meine herzensgute Frau, unſere
treuſorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter

Frau Joſefine Klefenz

geb. Kruſt

nach kurzer Krankheit von uns gegangen. Ein Leben voller
Güte und Liebe hat ein ſanfter Tod geendet.

In tiefer Trauer:
Dr. Ing. e. h. A. Klefenz
Walter Klefenz
Erna Klefenz, geb. Reich
Günter Klefenz.
Darmſtadt, Rheinſtr. 12½, 14. März 1934.

Bufcherrägen

wieder neu eingetroffen,
neue Formen, im führenden
Spezialhaus
(2378b

Korb=Weinſchen!

Schuſiergaſſe 10

5

Keine Enttäuſchung! "b
wenn Damen ihre alten Hüte in der
Hutzentrale Wenzel. Rheinſtr. 33
verarbeiten laſſen. Große Formen=
Auswahl und in allen Kopfweiten.
Neue Damenhüte ſehr vorteilhaft.

Für Weißbinder.
Gerüſtſtangen,
Diele, Leitern,
Baumleiter,
Handwagen,
4räd. Handwag.,
Kalkwagen, He=
belſeile
, Stang.=
Seile, 3 Mörtel=
fannen
. Büro=
nöbel
preiswert
zu verk. Weber,
Wenckſtraße 11.

L
Lte

Gebrauchtes
Damenrad
billig zu verkfn.
Sandſtraße 40,
Hths., III. rechts.

Kt

Sehr billig

Weiblich.

habe ich ſtets gebrauchte
Fahrräder am Lager, (2718a

Fr. Gütting,

Schuchardſtr. 10

(8080

Die Beiſetzung hat auf Wunſch der Eniſchlafenen in der Stille ſtatt=
gefunden
. Von Beileidsbeſuchen bittet man abſehen zu wollen.

Tüchtig., ſolides
Servierfräulein
ſucht für ſofort
Stellung, auch f.
3 Tage. Angeb.
u. M. 145 Gſch.

TA.Z.

Männlich.

offener2=Sitzer, faſt neuwertig, billig
gegen Kaſſe zu verkaufen.
Holzhof=
E. Senft, Darmſtadt allee 23

Junger
Schneidergehilfe
20 Jahre, ſucht
Arbeit. Ang. u.
M. 149 Geſchſt.

G1
Ve
Ait Dose RM 0.*5
Git Dose RM 14

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unſere
gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter

Karoline Kredel

geb. Nieratzky
im Alter von 23 Jahren zu ſich zu rufen.
In tiefer Trauer:
Familie Heinrich Kredel
Familie Wilhelm Huber
Familie Fritz Kredel Wwe.
Elſe Kredel.
Michelſtadt, Darmſiadt, Steinbach i. Odenwald,
den 13. März 1934.
Die Beerdigung findet am Freitag, den 16. März 1934,
nachmittags 2 Uhr ſtait.
(3067

Privat-Schneider-Unterricht
Mode / Frühjahr 1934
Tonl Hanau Meisterin
Elisabethenstraße 70, I.
Telefon Nr. 4243

Sichere Exiſtenz
Geldſpiel=Automaten
(behördl. zugelaſſen).

Barkapital erford Horcher zweck=
los
. Ab Freitag, 9 Uhr, Hotel
zur Traube.
(TV8002

Möb. Wohn= u.
Schlafzimmer,
eventl. auch leet
oder als Büro
ſof. zu vermiet.
Friedrichſtr. 22,
parterre. (c

Eiſenbahner

ſucht Hausmeiſt
Stelle geg. kleit

4 PS. Opel,
2=ſitz., mit neu.
Allw.=Verdeck u.
Seitentl., fahr=
bereit
, nur Mk.
275.. Drogerie
Dorn, Reinheim.
Tel. 96. (c

Nachruf.

Am 12. ds. Mis. ſiarb an den Folgen
eines Beiriebsunfalles unſer verdienſtvoller
Mitarbeiter
(3088

Lngenn Sotnel

Wir werden das Andenken des ſo plötzlich
Dahingeſchiedenen, der faſt 36 Jahre lang
treu und unermädlich in der Techniſchen
Abte lung unſerer Firma ſeine Pflicht er=
füllt
hatte, immer in Ehren halten.

E. Merck, Darmſiadt.
Die Arbeiter= und Angeſtellien=
ſchaft
der Firma E. Merck.

Siait Karten.
Für die Beweiſe der Teilnahme beim

Heimgang unſeres lieben Vaters

Hermann Schupp
danken wir herzlichſt.

082

ImNamen der trauernd Hinterbliebenen:
Adam Schupp.

Pädagogium Neuenhelm-Heidelberg
Eigene Reifeprüfung. (Abitur.) Mittlere Reife‟
an der Anstalt. Umschulung. Gute Verpflegung.
Sport. Eigene Landwirtschaft. Einzelzlmmer. (126c

Ingenieur- Maschinenbau, Elektro-
technik
, Automobilbau,
Schdte Flugzeugbau. (HEr. 182
Fliegerschule, Papiertechnik,
Eigene Lehrwerkstätten.
Weimar

Ma

Tafel=Beſiecke

direkt an Priv., 100 Gr. Silber
aufl., 36teilige
IV.

AS.

Langjährige ſchriftliche Garantie
Ratenzahlung. Katalog koſtenlos
E. Schmidthals, Solingen 2.

2 Freundinnen
v. 2022 Jah
ren wünſchen m.
netten, ſolider
Herren bekannt
z. werden zwecks
Heirat. Nur
ernſtgem. Zuſchr.
mit Lichtbild er=
beten
u. M. 140
Geſchäftsſtelle.

Junger, friſche
Spinat
Pfd. 20 D.
3 Pfd. 55 J.
Faßbender, (c
Ludwigſtr. 6.
Saalbauſtr. 38.

Damen=
und Kinder=
Kleidung
wird unter Ga=
rantie
tadelloſer
Arbeit u. beſten
Sitzes billigſt
angefertigt. (b
Schneidermeiſte=
rin
, Kaſinoſtr. 2

Darmstädter
Lesezirkel
Lese-Mappen il.
Zeitschriften von
25 Jan. Prospekte
kostenlos.
Valentin Roeder
Alicestraße 10.
Tel. 2512. a

Wer leiht
Beamtem
150. Mark
geg. Sicherheit?
Rückzhlg. 1. Juli
170 Mk. Ang. u.
M. 144 Geſchſt.

Bauſparvertrag
(D.B. S.), hohe
Kennziffer, zu
erkaufen. Off.
u. M. 159 Gſch.*

Hektflaſchen
Papier,Lumpen,
Eiſen kauft ſtets
A. Zwickler,
Schwanenſtr. 12,
Telefon 1760.

Eiergroßhandlg.
ſucht Eierfärber.
Ang. u. M. 160
Geſchäftsſtelle. (e

Leika
oder Contax un=
ter
Angabe von
Preis u. Modell
geſucht.
Geißenſee. 1

Vollfrische
Sied- u. Trink-Eier
10 Stück . . . . 759
Doppel-
Blut-Orangen
die bekannt süßen und saftigen
Früchte
10 Stück 38 und 588
bei
Jacob Becker

Ernst-Ludwigstr. 20 Fernr. 1883

Kaufe

Wenig geſpielte

getrag. Kleider
Schuhe, ſowie
Boden= und
Kellerkram:
auch Flaſchen.

darun=
Planos ter faſt

neue u. moderne,
ſelten billig!
Pianol. Fiſcher,
Schlageterſtr. 7

Speier

Kl. Ochſengaſſe 4.
Poſtk. genügt.

Elektr. Lüſter,
5flammig, ſehr
billig zu verkfn.
Neckarſtraße 9, I.

Kinderwagen.
2tür. Eisſchrank

zu verkfn. Kirch=
ſtr
. 1, II. Vdhs

Sehr gut erhalt.
Sofa,
evtl. m. Umbau
bezw. Bücherge
tell, billig zu
verkf. Martin
ſtraße 97, part.

Patent-Matratzen
18.50 15.5C
Woll-Matratzen
4teil., gar. Neutuchwolle

2750 24.50

Einfamilien=
Haus in ruhig.
Südlage m. grö=
zerem
Garten f.
14000 z. ver=
kaufen
. Ang. u.
M. 158 Gſchſt. (e

Kleines
Haus,
78 Zimmer,
preisw. zu kau=
fen
geſucht. Zu=
ſchrift
. u. M. 9:
Geſchäftsſt. (b

Sichere Exiſtenz.
Damen= u. Her=
renfriſeurgeſch
.
mit Wohng. in
beſter Lage ein.
Kreisſtadt ſofort
billig zu verkau=
fen
. Angeb. u
M. 161 Geſch. (c

Motorrad,
ſteuerfr., zu kau=
fen
geſucht. Off.
mit Preis unter
M. 138 Geſchſt.

Kapok-Matratzen
garant. rein u. unvermischt,
gut gefüllt 59. 54. 49.
Steppdecken
Oberselte Kselde mit wh.
Schatwollfüllung . . . 36.
Chaiselongue
gute Verarbeitung
33. 26.50 23.50

40
0
I
0
4o
950
Zu
50
10

Bettfedern-Reinigung
3078) besonders gewissenhaft.

Bolten Bchatz

Ellsabethenstraße 6.

Telefon 2626.

3 guterh. kompl.
Schlafzimmer,
mehrere viereck.
Tiſche, eiſ. Bett=
ſtellen
billig zu
verkaufen. Gaſt=
ſtätte
Trautheim
b. Nd.=Ramſtadt.
Telefon 4508.

Radio=
Netzgerät, f. neu.
ſowie ein Akku=
Apparat, beide
ſehr preiswert z
verkaufen. Ried
ſelſtraße 21, I.

Gebrauchte, aber
noch guterhalt.
Arbeitstiſche,
Regale, Pulte
u. v. andere bil=
lig
z. verkaufen.
Zu erfr. Mauer=
ſtraße
17, I. lk=

Steh=
leitern

in allen Höhen in
rſter Marke. d
Kork-
Weinschenk
Schuſtergaſſe 10

Guterh. kleiner
Grudeofen
ſehr bill. zu ver=
kaufen
. Vormit=
tags
anzuſehen:
Orangerieſtr. 50
parterre.

Verſchied. gute
Anzüge
zu verkaufen.
Döngesborngaſſe
i. Lebensmit=
telgeſchäft
.

Kaff.= u. Speiſe
ſervice, la Mar=
kenware
, liefert
auf Kredit in 12
Monatsraten:
A. Malinowſki
Frankfurt a. M.,
Liebigſtraße 58.
Erbitt. Sie un
verb. Vertr.=Beſ.
(UI.3066)

Gebrauchtes
Herrenrad
billig zu verkfn.
Friedrichſtr. 26.p.

Aelteres
Sofa
zu verk. Schlage
terſtraße
I.

Faſt neues
Kinderbett
mit Matratze f.
8 Mk. zu verkfn.
Schloßgarten=
ſtraße
47, I.

Weiblich.

Alleinſtehende
Frau od. Fräu=
lein
ohne Anh
im Umgang m.
Kundſchaft ver=
traut
, für An=
nahmeſtelle
per
ſof. geſ. Laden
mit Zimmer für
Wohnzwecke vor=
handen
. Sicher=
heit
muß geſtellt
verden. Angeb.
mit ausführlich.
Bewerbung u.
M. 157 Geſchſt.

Hausmädchen,
ticht unter 20
Jahren, fleißig
und ehrlich, mit
gut. Zeugn. per
I. April geſucht.
Off. M. 143 Gſch.

Erfahrenes,
ehrlich., älteres
Mädchen
bis nach d. Spü=
en
geſucht. Vik=
toriaſtr
. 76, I.

Mädchen
geſucht, d. Haus=
halt
und Kochen
erlernen kann,
oh. gegenſeitige
Vergutung. Gute
Behandlung mit
Famil.=Anſchluß.
Näh. Geſchſt. (c

Zuverläſſiges,
nicht zu junges
Mädchen
für alle Haus=
arbeiten
mit
guten Empfehl.
in jüd. Haushalt
per ſofort oder
bald geſucht. Off.
u. M. 153 Gſch.

Fleißig., ehrlich.
Mädchen,
nicht unter 18
Jahre, für alle
Hausarbeit und
im Maſchinen=
jähen
bewand.,
per 1. 4. geſucht
Ang. u. M. 147
. d. Geſchſt. (c

Tücht. Mädchen
für Geſchäfts=
haushalt
ſofort
geſucht. Näher.
Geſchäftsſtelle.

Geſucht fleißig.,
ſaub. Mädchen
für Geſchäfts=
haushalt
. Ang.
u. M. 154 Gſch.

Das gu

1od. 2 ſchön möbl
Zimmer ſofort zu
vermie., Wendel=
ſtad
ſtr. 38 pt. (

Erbacherſtr. 48½
parterre, möbl.,
ſeparates Zim
mer ſofort.

Wohnung. Übe
nehme Gartet.
u. ſonſtige Haut
arbeiten. Hei=
Off. M. 137 Gſaſeldeam

Brikel, auch Union
Ia Nußkohlen
Schmitt
Kohlenhandlung,
Schwanenstr. 15.
Tel. 2660.

Schönes Zimmer
an berufst. Dame
zu verm. Kies=
ſtraße
70, II.

Wohnungstauſch
Suche 4 Zimmer
oder 5 kl. Zim.
Biete 3 Zimmer.
Frankenſtein=
ſtr
. 60, part. (c

Möbliertes
Zimmer
an ruh., berufs=
tätige
Dame ab
1. od. 15. Apri
zu verm. Guten=
bergſtraße
61, II.
Anzuſ. Donners=
tag
bis Sonntag,
jeweils von 9-2.

Schöne, ſonnige
45=Zimmer=
Wohnung
in gutem Hauſe,
mögl. 1. Stock,
Zentr.= od. Eta=
genhzg
. u. Gar=
tenanteil
v. ält.
Ehepaar zu mie=
ten
geſucht. Off.
mit Preis unter
M. 142 Gſch. (c

Mietgeſuch!
Geſucht wd. eit
ſonnige 34=3
Wohnung zu
Preiſe v. 40110 Am
Mk. für 1. M1. Es vit
evtl. ſpät. Ma4iner ſechs
tins= oder Jolbrund de
Viert. bevorzug. Ferne
Off. M. 139 Gſczeidenden

eld

4=Zimmer=
Wohnung
mit 2 Manſard.
Badezim., Balk.
z. 1. Mai z. ver=
mieten
. Einzu=
ſehen
von 9
Uhr: Landskron=
raße
65, part.

Sehr gut möbl.
Zimmer zu vm.
Tel. vorh., a. W.
Flügelben. Pet.=
Gemeinder=Str.
Tr. 33, II. (b

Ludwigſtr. 20, II
möbl. Zimmer
zu vermieten. (a

5=Zimmer=
Wohnung
mit Zubehör, im
oder 2. Stod
Südoſtviertel (3
erw. Perſonen)
1. 7. geſucht.
Ang. mit Preis
u. M. 136 Gſchſt.

Pankratiusſtr. 2,
I. rechts, großes,
freundlich möbl.
Zimmer.

Wohnung
von
3 gut möb. Zim.
(event, teilweiſe
möbl.), kl. Küche,
ſepar. Eingang.
im Garten ge=
legen
, mit Bad=
und Telefon= Be=
nutzung
ſof. od.
1. April z. vm.
Saalbauſtr. 72.

Wendelſtadtſtr.
42, I., gut möb=
liertes
Zimmer
zu vermieten.

34=Zimmer=
Wohnung,
ev. auch Hinter=
haus
, von jüd.
Familie geſucht
Preis bis 60
Off. M. 135 Gſch.

Gut möbliertes.
geräumiges
Zimmer
mit Zentralhei=
zung
zu vermie=
ten
. Zu erfragen
bei der Geſchſt.

45=Zimmer=
Wohng. geſucht
in gt. Hauſe. (*
Perſonen.) Näh.
unter M. 193 an
Annoncenfrenz,
Wiesbaden.
(TV.3065)

Elegantes
Schlafzimmer
mit 2 Betten
auch tageweiſe
zu vermieten.
van Staa,
Rheinſtr. 12½,III.

Möblierte
Zimmer.
Schuknechtſtr. 61,
Stock.

Liebigſtraße 8, I.
gut möb. Wohn
u. Schlafzimmer,
auch einzeln zu
vermieten.

Aelt. Beamten=
Ehep. ſucht ab=
geſchloſſ
., ſonnige
2=Zimmer=
Wohnung
in ruhig. Hauſe.
Off. M. 141 Gſch.

1-2 Zim.=Wohn.
1. 4. oder. ſpäte
geſucht. Ang. u
M. 156 Geſchſt.

23=Zimmer
Wohnung
mit Kuche vo
ruh. Ehepaar c
1. 4. zu mietch
geſucht. (Miel
vorauszahlungſ
Ang. mit Preſl veit
1. M. 99 Gſch.

10 Belohnun/brigens
demjenigen, dutzt werden
mir zum 1. bieder Ar.
23=Zi.=Wohng
(35-40 ) nad
weiſt. Angeb.
M. 146 Gſchſt.

Staatl. Angeſtell nft
ſucht zum 1. Juſ

34 ſonnige Zirß,
in g. Lage, preil
wert zu mieten
Fenvtl. Hauspe/
waltung od. Ga.
Ang. u. M. 19
Beſchſt.

Schöne tege
23 Zim.=Wohnu iſch
mit Küche pAus
ſofort, ſpäteſterhin
1. 4. 34 geſuckLott
Ang. u. M 1Rus=
Geſchſt.

12 leerel
Zimmer
mit Küche vchunn me
jung. Mann gcilien
ſucht. Preisan
gebote u. M. 15
Geſchäftsſtelle.

Schlafſtelle
geſucht v. Fräf
lein geg. Haud
arbeit. Off.
M. 155 Geſchſ

der we
eren Mut
Etadtbild
n9

ModeNachmittag

Samstag, den 17. März,
nachmittags 15½ u. 17 Uhr
bei freiem Eintritt

in unserem Hause
Wir zeigen Ihnen an diesem
Nachmittag alle Neuheiten die
das Frühjahr in der Mode bringt.

Mäntel, Kostüme, Komplets
Kleider, Blusen und Röcke,
Hüte und sonstige Dinge
der Mode / Koffer-Kolb

bringt Lederwaren, Hand-

taschen und Schmuck dazu.

Zer1ess

[ ][  ][ ]

inmet,
ohnung
Sſch.

Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 15. März 1934.
Bekannkmachungen des Perſonalamkes.
Ernannt wurde am 14. Februar 1934 die Schweſter Dorothea
toebel bei der Landes=Heil= und Pflegeanſtalt Philippshoſpi=
al
bei Goddelau, unter Berufung in das Beamtenverhältnis,
ir Oberpflegerin, mit Wirkung vom 1. Februar 1934.
Zugelaſſen wurde am 8. März 1994 Gerichtsaſſeſſor a. D.
ilhelm Jöckel in Darmſtadt zur Rechtsanwaltſchaft bei dem
Umtsgericht in Offenbach a. M.
In den Ruheſtand verſetzt wurde auf ſein Nachſuchen, unter
nerkennung der dem Staat geleiſteten langjährigen treuen
dienſte und unter beſonderer Würdigung des im nationalen In=
ſereſſe
bekundeten Opferſinnes am 8. März 1934 der Studienrat
In der Ernſt=Ludwigs=Schule (Reformrealgymnaſium) zu Bad=
Nauheim Profeſſor Friedrich Uhl. unter Verleihung der Amts=
ſezeichnung
Oberſtudienrat, mit Wirkung vom 1. April 1934 an.
In den Ruheſtand tritt auf Grund des Geſetzes über die Al=
ersgrenze
, der Staatsbeamten vom 2. Juli 19. Dezember 1923
Reg.=Bl. S 509 und 511), in der Faſſung des Geſetzes vom 8. Okt.
1325 (Reg.=Bl. S. 240) der Polizeiverwaltungsoberaſſiſtent Adam
Kaiſer in Mainz, mit Wirkung vom 1. April 1934. Dem Aus=
ſheidenden
wurde aus dieſem Anlaß die Anerkennung der dem
btaate geleiſteten Dienſte ausgeſprochen.

Die Bewewber melden ſich auf dem ihnen zunächſt liegenden
Neldeamt des Freiwilligen Arbeitsdienſtes unter Vorlage ein=

Seit dem 26. Februar iſt die Sperre im Freiwilligen
Frbeitsdienſt aufgehoben. Jungen Leuten im Alter vom
ſollendeten 17. bis 25. Lebensjahr iſt ſomit Gelegenheit geboten,
R die zahlreichen Lager des Arbeitsgaues (Wiesbaden) einzu=
Feten.
pandfreier Perſonalpapiere an.
Meldeämter ſind eingerichtet in Wiesbaden, de Laſpée=
braße
4; in Mainz, Walpodenſtraße 21: in Darmſtadt,
Moosbergſtraße 2; in Frankfurt a. M., Hochſtraße 44; in Lim=
ſurg
. Am Kiſſel.
Es wird daran erinnert, daß die Bewerber nach Ableiſtung
Uner ſechsmonatigen Dienſtzeit einen Arbeitspaß erhalten, auf
brund deſſen ſie bevorzugt in der Wirtſchaft Verwendung finden.
Ferner ſind Einrichtungen getroffen worden, daß den Aus=
10 Gſzeidenden Arbeitsſtellen vermittelt werden.

Die Kreisführung des Winterhilfswerks,

ansghet des Neiche, bergeſell. Es ſtdßer derngenf 7u

bieder Arbeitsmöglichkeit und Verdienſt zu verſchaffen.

Mann 94

ärz,
Uhr

Donnerstag, 15. März 1934

Aufhebung der Sperre im Arbeitsdienſt.

Kauft Spihenroſekten!

Winker ade!

Mit dieſem ſtrengen, eiſigkalten Herrn ſcheidet nun auch end=
hültig
die Not des Frierens. Aber denken wir noch einmal zurück:
Vem verdanken wir es eigentlich, daß wir und unſere äumſten
olksgenoſſen das bitternisreiche Regiment des Winters ſo gut
Aberſtanden haben? Gewiß im Sinne unſeres Führers hielten wir
R treuer Kameradſchaft alle zueinander, opferten und halfen wir,
bo wir nur konnten. Aber da war auch mancher, der wirklich nicht
dußte, wie er ſein Scherflein zum Kampf gegen den rauhen Win=
er
beiſteuern ſollte. . Kam ihm da nicht die große Reichswin=
hrhilfe
=Lotterie der NSDAP. in freundſchaftlichſter Weiſe ent=
ſegen
? Sie gab ihm ja nicht nur eine Anweiſung zum vaterlän=
nwomliſchen
Helfen, ſie ſchenkte ihm auch Freude in der ſpannenden
Ausſicht des Gewinnes, und noch viel mehr, ſie ſorgte unmittelbar
ſpäteſtenfir ſofortige Unterſtützung vieler Arbeitsloſen, denen ſie mit dem
geſuchkotterievertrieb und der Losherſtellung für einige Monate einen
u, M Uſusreichenden Verdienſt gab.
Faſt unſagbar glückliche Stunden ſchenkte dieſe wahre Lotterie
ſeeriles Herzens uns und unſeren Freunden und Brüdern. . Wenn
ſimmer nan ſchon allein an die 4500 000 ausgezahlten Gewinne denkt,
ſiche phann man ſich vorſtellen, wieviel Freude damit in deutſchen Fa=
nilien
geſtiftet wurde!
Faſt wehmütig mutet es uns in dieſen Frühlingstagen an,
M.ölaß der wackere graue Glücksmann, der ſo tapfer und immer hei=
teren
Mutes den Feldzug gegen den Winter behauptete, aus dem
Stadtbild verſchwunden iſt! Dank ſei ihm, daß er uns mit den
raunen Losbriefen durch graue, dunkle Wintertage in einen
bnnigeren, blühenden Lenz führte!

Sprechſtunden der Schriftleitung. Die Schriftleiter des Darm=
Kädter Tagblatts ſind perſönlich zu ſprechen vormittags
von 12 bis 1 Uhr und nachmittags von 6 bis 7 Uhr.
Wir bitten, dieſe Sprechzeiten nach Möglichkeit einzuhalten.
Aus dem Oberpoſtdirektionsbezirk Darmſtadt. Zu Poſt=
tſſiſtenten
befördert ſind die Poſtſchaffner Beck in Mainz, Rahn
in Gießen und L. Schäfer in Offenbach a. M. Geſtorben iſt
er Poſtinſpektor Lotz in Darmſtadt.
Die Paketausgabe beim Poſtamt in der Rheinſtraße wird
om 1. April ab während des Sommerhalbjahres ſchon um 7.30
Uhr geöffnet.
Treue Mieter. Am 15. März ſind es 30 Jahre, daß Herr
K. Schomburg, Schuhmachermeiſter, im Hauſe Ludwigshöh=
ſtraße
60 (bei Herrn K. Lang) wohnt.
Heſſiſches Landestheater.

Großes Haus Donnerstag
15. März Anf. 20, Ende n. 22 Uhr C18
Die Fabel vom vertauſchten Sohn. 0.705.50 Frettag
18. März Anf. 20, Ende 23, D. Bühne Jugendr. II4, Gr. 1-4
Hänſel undGretel hierauf: DiePuppenfee. 0.70.-5.50 Samstag
17. März Anf. 20, Ende 22 Uhr. B20
Cavalleria Ruſticana hierauf: Deutſches
Preiſe 0.705 50
Frühlingsſpiel. Kleines Haus onnerstag
15. März Anf. 20, Ende 22 Uhr. (Außer Miete).
Dolly Haas mit eigenem Enſemble in
Freiſe 0.703.80
Seampolo. Frettag
16. März 19½4, Ende 22. Zuſatzur IV 10 dazu Nummer=
Karten 51-150. Am Himmel Europas. 0.703.80 Kce
17 März Anf 20, Ende 22 Uhr. D. Bühne k111, Zuſatzm. 9
Preiſe 0.703.80
Die Hochzeitsreiſe.

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 73

Stellt alte Kämpfer ein!
Ein Aufruf der Oberſten SA-=Zührung, der Reichsleitung der NSDAP. und der Reichsanſtalt für Arbeils
vermitklung und Arbeitsloſenverſicherung.

die alten Kämpfer der SA. und politiſchen Organiſationen
der NSDAP. ſind zum Teil ſeit Jahren erwerbslos; ſie ha=
ben
ihre ganze Kraft für die nationalſozialiſtiſche Revolution
eingeſetzt und daher vielfach ihre eigene Arbeitsſuche in ſelbſtloſer
Weiſe zurückgeſtellt. Die Oberſte SA.=Führung, die Reichslei=
tung
der NSDAP. und die Reichsanſtalt für Arbeitsvermittlung
und Arbeitsloſenverſicherung haben daher nach Verhandlungen mit
Wirtſchaftskreiſen eine beſondere Aktion für die Ver=
mittlung
, der arbeitsloſen Kämpfer durchge=
führt
. Durch dieſe einheitliche, planvolle und wirtſchaftlich
zweckmäßige Aktion ſollte eine Zerſplitterung in der Arbeitsver=
mittlung
vermieden werden. Beſondere Richtlinien
ſind ausgearbeitet worden, um in der praktiſchen Durch=
führung
der Aktion eine enge Zuſammenarbeit zwiſchen den
Dienſtſtellen der SA., Partei und der Reichsanſtalt ſicherzuſtellen.
Dieſe Sonderaktion hat bisher zu durchaus erfreulichen Er=
folgen
geführt. Nachdem es ſchon vor Monaten möglich war, in
den mehr ländlich orientierten Arbeitsamtsbezirken den größ=
ten
Teil des in Frage kommenden Perſonenkreiſes in Arbeit und
Brot zu bringen ſind doch einige Arbeitsamtsbezirke heute reſt=
los
frei von arbeitsloſen, alten Kämpfern , iſt es in letzter
Zeit, trotz der winterlichen Belaſtung des Arbeitsmarktes möglich
geweſen, auch in den Bezirken, die wirtſchaftlich ungünſtiger ge=
ſtaltet
ſind, gute Erfolge zu erzielen. War es doch ſelbſt
in großſtädtiſchen Bezirken zum Teil ſchon möglich. 80 und 90 Pro=
zent
der arbeitslos gemeldeten alten Kämpfer Arbeit zu verſchaf=
fen
. Selbſt in reinen Induſtriebezirken gelang es, hohe Prozent=
ſätze
zu erreichen.
Dieſe erfreuliche Entwicklung darf nicht
dazu führen, in den Bemühungen nachzulaſſen,
auch den letzten alten Kämpfer in Arbeit zu

bringen. Die genannten Stellen haben daher nochmals die
ihnen nachgeordneten Dienſtſtellen mit allem Nachdruck angewieſen,
mit neuer Energie ſich dieſer Aufgabe zu widmen.
In dieſen Tagen haben bei der Reichsanſtalt für Arbeitsver=
mittlung
und Arbeitsloſenverſicherung Beſprechungen zwiſchen der
Oberſten SA.=Führung, der Reichsleitung der NSDAP. und der
Wirtſchaft ſtattgefunden, im Laufe der Frühjahrsoffenſive in der
Arbeitsſchlacht, ſoweit irgend möglich, reſtlos alle alten Kämpfer
in Brot und Arbeit zu bringen.
Die bevorzugte Vermittlung durch die Sonderaktion ſtellt eine
Dankespflicht, gegenüber denen dar, welche ſich mit Leib und
Leben für den heutigen Staat eingeſetzt haben. Daher darf auch
eine Ausdehnung des Perſonenkreiſes für die Sonderaktion über
den Kreis der alten Kämpfer hinaus gerade in deren Intereſſe
nicht ſtattfinden. Für den Erfolg der Sonderaktion iſt weiter von
ausſchlaggebender Bedeutung, daß eine einheitliche, plan=
volle
Zuſammenfaſſung der Vermittlungstä=
tigkeit
bei den Arbeitsämtern ſichergeſtellt wird.
Schon jetzt ergeht der Aufruf an alle Arbeit=
geber
und Betriebe, reſtlos alle offenen Stel=
len
den Arbeitsämtern zu melden, die in enger Zu=
ſammenarbeit
mit den durch Befehl der Oberſten SA.=Führung
eingerichteten Verſorgungsſtellen, die Sonderaktion durchführen.
Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß auch bei dieſer Sonderaktion der
Grundſatz der Eignung Beruckſichtigung findet, ſo daß bei Einſtel=
lungen
alter Kämpfer auch den wirtſchaftlichen Notwendigkeiten
Rechnung getragen wird.
Auf dieſe Weiſe wird am beſten der Dank an die Kreiſe ab=
geſtattet
, die den aktiven Kampf um das Leben und die Erhaltung
des deutſchen Volkes führten.

Das Winkerhilfswerk
hilft den Heimarbeikern von Lauſcha!
Zum Sammelſonnkag am 18. März.
Hoch im Thüringer Wald liegt das kleine Städtchen
Lauſcha. Lange dauert hier der Winter, ſpärlich iſt die Acker=
nahrung
, und nur durch mühſame Heimarbeit können ſich die
fleißigen Bewohner dieſes Notgebietes ernähren. Nicht weit von
dem weltberühmten Städtchen Sonneberg, in dem die Heimarbei=
ter
Puppen und Spielſachen anfertigen, liegt dieſer Induſtrieort
deſſen 6400 Einwohner vorwiegend von der Glasbläſerei
leben. Schon im 16. Jahrhundert wurde hier die erſte Glashütte
errichtet. Die Heimarbeiter entwickelten ihr Handwerk allmählich
zu einer Kunſt, die in der ganzen Welt Liebhaber fand. Die Er=
fahrungen
des Glasbläſerhandwerks vererbten ſich von Geſchlecht
zu Geſchlecht und wurden durch immer neue Verfahren vermehrt.
War es früher vor allem Chriſtbaumſchmuck, der hier er=
zeugt
wurde, ſo ſucht man neuerdings nach immer anderen Mög=
lichkeiten
und hat dabei die entzückenden kleinen Glastiere erfun=
den
, an denen unſere Frauen und Mädchen ſoviel Freude haben.
Mit dem Einſetzen der Wirtſchaftskriſe ging aber auch
hier der Abſatz zurück. In dieſem armen Gebiet wirkte ſich der
Auftragsmangel viel ſtärker und ſchneller aus als anderwärts.
Oft mangelt es in den vielen kinderreichen Familien der Heim=
arbeiter
ſogar am trockenen Brot.
Das Winterhilfswerk hat dieſen prachtvollen Men=
ſchen
eines deutſchen Kernlandes nicht nur Gaben gebracht, ſon=
dern
vor allem auch Arbeit. Schon für den Dezember 1933
hatte der Gau Thüringen Glasplaketten als Winter=
hilfsabzeichen
beſtellt, durch die 110 Glasbläſerfamilien
vier Monate lang beſchäftigt werden konnten. Die Bedeutung
des Auftrags für Lauſcha lag nicht nur darin, daß für dieſe Zeit
Arbeit geſchaffen wurde, ſondern es wurde gleichzeitig eine
neue Glasbearbeitungstechnik herausgebildet, auf
die man für die Zukunft große Hoffnungen ſetzt.
Bald ſind weitere Aufträge des Winterhilfswerks eingetrof=
fen
. Am 18. März wird in ganz Deutſchland eine
Sammelplakette des Winterhilfswerks aus
Lauſchaer Glas verkauft werden, an der ſchon ſeit
vielen Wochen eifrig gearbeitet wird. Glasſtäbe ſind das Roh=
material
. Der Arbeiter erhitzt ſein Glas mit einer Gasſtichflamme
und preßt es in die Meſſingformen, die in einer kleinen Hand=
preſſe
neben ihm ſteht. Frauen und Mädchen kitten die An=
ſtecknadeln
auf. Den feinen Perlmuttglanz bekommt die Plakette
durch Perlglanz der aus einer Zerſtäuberpiſtole geſpritzt
wird. Dieſer Stoff wird aus den Schuppen eines Fiſches ge=
wonnen
, der nur in einigen vommerſchen Seen vorkommt; mit
Hilfe des gleichen Stoffes erhalten auch künſtliche Perlen ihren
Glanz. In flachen Kartons zu je 25 Stück werden die Plaketten
verpackt, nachdem ſie ſorgfältig geprüft worden ſind. Dann wer=
den
ſie von der Gemeinnützigen Werkgemeinſchaft
Lauſcha, die auch die Aufträge gerecht verteilt hat, in großen
Kiſten verſandt.
Faſt 3000 Menſchen allein in Lauſcha und in 15 Orten der
Umgebung arbeiten an der Herſtellung dieſer Glasplaketten.
Nadelfabriken aus allen Teilen Deutſchlands liefern die Nadeln,
aus den Braunkohlengruben Mitteldeutſchlands kommen die Koh=
len
zum Schmelzen des Glaſes, aus Thüringen ſtammen auch Sand
und Soda für das Glas. Lackfabriken ſtellen den Lack her, und
Hunderte von Fiſchern liefern den Perlglanz. Sie alle haben Ar=
beit
durch das Winterhilfswerk, in ihnen allen lebt das Ge=
fühl
, etwas geleiſtet zu haben, wenn ſie die ſauber ge=
prägten
Glasplaketten für das W. H. W. herſtellen.
An euch, deutſche Volksgenoſſen liegt es ſie nicht zu enttäu=
ſchen
Sieben und eine halbe Million Plaketten ſollen am
18. März verkauft werden. Die Opferbereitſchaft des deutſchen
Volkes wird dafür ſorgen, daß ſie reſtlos Abſatz finden. Helft am
18. März!

Die neue Landeskirche Naſſau=Heſſen.
Das Amt der Pröbſte.
EPH. Im amtlichen Geſetz= und Verordnungsblatt der Evan=
geliſchen
Landeskirche iſt ein Kirchengeſetz veröffentlicht worden,
das Stellung und Aufgabe der 5 Pröbſte, in Heſſen näher um=
ſchreibt
. Der Probſt führt die Oberaufſicht über die Pfarrer und
Dekane ſeines Bezirkes. Er iſt ihr Führer und Seelſorger. Der
Probſt iſt in ſeinem Bezirk der Vertreter des Landesbiſchofs in
geiſtlichen Angelegenheiten. Er iſt dieſem für die Entfaltung des
kitchlich=religiöſen Lebens verantwortlich. Er hat den Landes=
biſchof
über das kirchliche Leben ſeines Bezirkes fortlaufend zu
unterrichten und erhält von ihm Weiſung für die Ausübung ſei=
nes
Amtes. Der Probſt erhält eine Predigtſtätte. Er hat das
Recht, in jeder Gemeinde ſeines Bezirkes nach deren Ordnung
geiſtliche Amtshandlungen vorzunehmen, insbeſondere zu predigen
und an jeder kirchlichen Veranſtaltung, auch von kirchlichen Ver=
einen
mitzuwirken.
Der Probſt hat insbeſondere folgende Aufgaben, ſoweit dieſe
nicht der Landesbiſchof ſich vorbehält: Er berät die Dekane, Pfar=
rer
, Hilfsgeiſtlichen und Kandidaten ſeines Bezirkes, beaufſichtigt
deren Amts= und Lebensführung und berichtet dem Landesbiſchof.
Er verſchafft ſich genaue Kenntnis von den Zuſtänden in den Ge=
meinden
und Dekanaten, durch regelmäßige Viſitationen. Die

MWiehalf ie e Gerne eit in din Wialſe ieit
einsleben. Er verſammelt die Dekane, ſeines Bezirkes in der
Regel halbjährlich zu einer Arbeitstagung und trägt Sorge für
die Förderung der wiſſenſchaftlichen Fortbildung, für Austauſch der
Erfahrungen und für Feſtigung der amtsbrüderlichen Verbunden=
heit
der Geiſtlichen ſeines Bezirkes. Er erteilt Urlaub bis zu vier
Wochen unter Anzeige an den Landesbiſchof. Er regelt die Ver=
tretung
in dringenden Fällen. Er führt beſondere ihm vom Lan=
desbiſchof
erteilte Aufträge durch.
Der Probſt wird vom Landesbiſchof ernannt und entlaſſen.
Sein Amtsſitz wird vom Landesbiſchof beſtimmt.
Die Auflöſung der kirchlichen Gemeinde=
vertretungen
.
Ein weiteres Kirchengeſetz beſtimmt:
Die nach den Verfaſſungen der bisherigen evangeliſchen Lan=
deskirchen
in Heſſen, in Naſſau und Frankfurt am Main beſtehen=
den
kirchlichen Gemeindevertretungen ( Kirchengemeindevertretun=
gen
, Geſamtvertretungen, Stadtſynoden) ſind aufgelöſt. Ihre ver=
faſſungsmäßigen
Zuſtändigkeiten gehen auf die Kirchenvorſtände
(Vorſtände der Stadtſynoden Geſamtvorſtände) über.

Heſſiſche Erfinder.
Auszug aus dem Patentblatt vom 1. März 1934.
Erteilte Patente: Schunk u. Ebe, Gießen: Verfahren
zur Herſtellung von Kabelanſchlüſſen an Kohlenbürſten für elek=
triſche
Maſchinen unter Verwendung einer Hülſe aus Metallkohle.
Georg Joſef Sattler, Hauſen bei Offenbach a. M.: Glockenmeſſer
für Lederſchärfmaſchinen. Jacob Rech, Budenheim; Vorrichtung
zum Kochen von Eiern. Artur Ahlers. Mainz. Jakob=Dietrich=
Straße 33: Doppelventil für Kraftwagen= und Fahrradſchläuche.
Wilhelm Schwerer, Offenbach a. M., Beethovenſtraße Nr. 52:
Piſtolentaſche. Chriſtian Beuerle, Rüdesheim a. M.: Scha=
lungsträger
zum Einſchalen von Betondecken oder ähnlichen Bau=
teilen
.


* Wirkſchafts= und Skeuerkalender
für die Zeit vom 15. bis 31. März 1934.
Ausſchneiden!
Aufbewahren!
17. März: Ablauf der Schonfriſt für die Abgabe der Vor=
anmeldung
und Entrichtung der Umſatzſteuer für
den Monat Februar 1934.
20. März: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom
1. bis 15. März 1934 erfolgten Lohnzahlungen im
Markenverfahren und im Ueberweiſungsverfahren; im
letzteren jedoch nur dann, wenn die in der erſten
Hälfte des Kalendermonats einbehaltenen Lohnſteuer=
beträge
für ſämtliche in einem Betrieb beſchäftigten
Arbeitnehmer den Betrag von 200 RM. überſtiegen
haben. (Keine Schonfriſt.)
20. März: Abführung der Eheſtandsbeihilfe ſeitens der
Lohnempfänger.
20. März: Entrichtung der Abgabe zur Arbeitsloſen=
hilfe
, ſoweit dieſe an die Finanzkaſſe zu zahlen iſt.
20. März: Zahlung der durch Lohnabzug einbehaltenen Bür=
gerſteuer
auf Grund der näheren Beſtimmungen.
(Keine Schonfriſt.)
25. (26.) März: Sechſtes und letztes (gemeindliches) Ziel der
Gemeinde=, Kreis= und Provinzial=
umlagen
für das Rechnungsjahr 1933/34. ( Schon=
friſt
bis 5. April 1934.)
25. (26.) März: Zahlung der Müllabfuhr=, Straßenrei=
nigungs
= und Kanalbenutzungsgebüh=
ren
in der Stadt Darmſtadt ſechſtes und letztes
Ziel für das Rechnungsjahr 1933/34. (Schonfriſt bis
5. April 1934.)
25. (26.) März: Entrichtung der Filialſteuer in der Stadt
Darmſtadt, ſechſtes und letztes Ziel für das Rechnungs=
jahr
1933/34. (Schonfriſt bis 5. April 1934.)
31. März: Letzter Tag für die Einreichung von Anträgen
auf die Erteilung von Steuergutſcheinen
für Steuerzahlungen.
31. März: Entrichtung des Beitrags zur Handwerks=
kammer
, viertes und letztes Ziel für das Rechnungs=
jahr
1933/34. Zu zahlen laut Anforderungszettel an
die Stadtkaſſe in Darmſtadt. (Keine Schonfriſt.)
31. März: Ablauf der Möglichkeit, Urbeitsſpende zur Ab=
löſung
alter, zu wenig gezahlter Steuern zu leiſten.
(Vergl. 8 8 Abſ. 1 des Arbeitsſpendengeſetzes vom
1. Juni 1933, Reichsgeſetzblatt I. Seite 324.)
H. W. Wohmann.

Aats tszz

REE
oen Taidde Hauk

(eei vI

[ ][  ][ ]

Die Führer der deutſchen Wandervereine
tagten in Darmſtadt.
Außerordenkliche Haupkverſammlung des Reichsverbandes der Deutſchen Gebirgs= und Wandervereine
vom 9. bis 11. März. Die deutſchen Wanderer in der Fronk des deulſchen Wiederaufbaues.

Die Führer der Deutſchen Gebirgs= und Wandervereine, die
heute in 50 Gebietsvereinen rund ¼ Million Mitglieder in allen
Gauen des deutſchen Vaterlandes umfaſſen, waren in den Tagen
vom 9. bis 11. März in den Mauern Darmſtadts verſammelt,
um die Belange des Reichsverbandes zu beraten und zu den lau=
fenden
Tagesfragen Stellung zu nehmen. Die Verhandlungen
ſtanden unter der Leitung des Reichswanderführers Profeſſor
Dr. Werner=Darmſtadt und nahmen einen durchaus befriedi=
genden
, harmoniſchen Verlauf. Etwa 40 der angeſchloſſenen Ge=
bietsvereine
waren durch ihre Führer vertreten.
Eine Anzahl von Verbänden, die wegen der weiten Entfer=
nung
oder aus politiſchen Gründen an der Teilnahme verhindert
waren, hatten durch herzliche Begrüßungsſchreiben ihrer Verbun=
denheit
mit der deutſchen Wanderſache Ausdruck verliehen. Be=
ſonderen
Beifall löſte das Bekenntnis unerſchütterlicher Treue
aus, das der Saarwald=Verein ſchriftlich zum Ausdruck gebracht
hatte.
Am Nachmittag des 9. März trafen die Gäſte aus den wei=
teren
Teilen Deutſchlands bereits in Darmſtadt ein. Zu gleicher
Zeit verſammelte ſich der Führerrat des Reichsver=
bandes
zur Vorberatung der Tagesordnung der außerordent=
lichen
Hauptverſammlung und zur Beſprechung laufender Ange=
legenheiten
im Darmſtädter Hof. Am Abend des 9. März
nahmen die bereits anweſenden Wanderführer zuſammen mit
dem Führerrat des Reichsverbandes an der Hauptverſammlung
der Ortsgruppe Darmſtadt des Odenwaldklubs und dem ſich an=
ſchließenden
gemütlichen Beiſammenſein im Gaſthaus. Zur
Krone teil und gewannen hierbei bereits einen Einblick in das
reiche innere Leben der Darmſtädter Wandervereine.
Am Vormittag des 10. März fand die Hauptverſamm=
lung
im Odenwaldklubzimmer der Krone ſtatt. Der Reichs=
wanderführer
eröffnete die Sitzung mit einem Bekenntnis zum
dritten Reiche und einem Sieg=Heil auf den Führer. Die Be=
ratung
der eigentlichen Tagesordnung brachte nach Feſtſtellung
der anweſenden Vertreter zunächſt die Rechnungsablage des
Schatzmeiſters Wiſſenbach. Sie ergab, daß mit den Beiträ=
gen
durchaus wirtſchaftlich umgegangen wird, und daß die finan=
zielle
Lage der Deutſchen Gebirgs= und Wandervereine durchaus
befriedigend iſt. Sodann wurden die neuen Satzungen des Reichs=
verbandes
ohne Beratung nach dem vorliegenden Entwurf als
Ganzes angenommen.
Der nächſte Punkt brachte die Erörterung wichtiger Tages=
fragen
der Deutſchen Gebirgs= und Wandervereine, und zwar
wurden u. a. behandelt: Stand der Geſamtorganiſation: Ein=
gliederung
kleiner Wandervereine Erfaſſung des Flachlandes,
Reichsbund für Leibesübungen, Hilfsfonds für den deutſchen
Sport (Reichsſportgroſchen) Reichsſportblatt. Gauführer, Bund
Volkstum und Heimat, Bund Deutſcher Oſten. Amt Kraft
durch Freude der Deutſchen Arbeitsfront, Kampfbund für
Deutſche Kultur, Reichsverband für deutſche Jugendherbergen,
Ski=Verbände, Kulturkammer= und Schriftleitergeſetz. Deutſche
Sängerſchaft, Verkehrsverbände. Deutſche Reichsbahn, Ehemalige
Naturfreunde, Jugendarbeit, Alleinrecht der Wegbezeichnung,
Zeitſchrift Deutſches Wandern, Wandertracht, Fahnen und
Wimpel. Zu allen Punkten erſtattete der Reichswanderführer zu=
nächſt
einleitend einen ausführlichen Bericht über das vom
Reichsverband bis jetzt Veranlaßte, zum Teil gab dieſen Bericht
ſein Stellvertreter Dr. Götz=Darmſtadt. Eine umfaſſende Aus=
ſprache
ſchloß ſich an. Ueber die Geſchäftsſtelle und ihren Betrieb
berichtete anſchließend Dr. Götz. Unter dem Punkt Verſchiedenes
wurde zunächſt der 43. Deutſche Wandertag in Plauen im Vogt=
land
auf den 8.10. September 1934 feſtgelegt. Mit dieſem
Wandertag wird eine Ausſtellung Die ſchöne deutſche Heimat,
verbunden werden. Sodann wurde geſprochen über die wichtige
Frage der Mitgliederwerbung, über die Herausgabe billigſter
Wanderführer für die Wanderungen des Amtes Kraft durch
Freude, über das Verbandsabzeichen, über die deutſchen Wan=

derwege und anderes mehr. Ein gemeinſames Mittageſſen im
Gaſthaus Zur Krone ſchloß ſich an.
Am Nachmittag beſichtigten die Gäſte Darmſtadts in einzel=
nen
Gruppen unter der Führung von Direktor Schäfer und
Dr. Götz die Stadt und nahmen ſodann eine Beſichtigung der
Schätze des Darmſtädter Schloßmuſeums vor. Graf
Hardenberg hatte in dankenswerter Weiſe die Führung
durch dieſen koſtbaren, viel zu wenig bekannten Beſitz Darmſtadts
übernommen und war den Beſuchern ein überaus ſachkundiger
Führer.
Am Abend des Samstags boten die Darmſtädter Ortsgrup=
pen
des Odenwaldklubs, des Vogelsberger Höhenclubs und die
Sektion Starkenburg des Deutſchen und Oeſterreichiſchen Alpen=
vereins
den Gäſten einen Heimatabend im großen Saale
der Krone‟. Die Leitung des Abends hatte der frühere Vor=
ſitzende
des Reichsverbandes. Herr Profeſſor Kiſſinger= Darm=
ſtadt
. Den muſikaliſchen Teil beſtritten neben den Geſangsabtei=
lungen
des Odenwaldklubs und des Vogelsberger. Höhenclubs

unter der Stabführung der Herren Volz und Späth, das
Klampforcheſter des Odenwaldklubs Darmſtadt, eine Zithergruppe
des gleichen Vereins und Lieder des Herrn Peter Müller vom
Alpenverein. Beſonderen Beifall fanden die Darbietungen der
VHC.=Sänger. Höhepunkte des Abends bildeten die humoriſti=
ſchen
Vorträge des Darmſtädter Heimatdichters Robert Schnei=
der
, die launigen Darbietungen eigener Dichtungen durch Pro=
feſſor
Dr. Köſer und die übermütigen Vorträge des Herrn
Gutkäſe. Gemeinſame Lieder und Vorträge eines kleinen Or=
cheſters
ergänzten das Programm wirkungsvoll. Im Mittelpunkt
des Abends ſtanden drei inhaltsreiche Anſprachen. Profeſſor
Kiſſinger ſprach aus dem Schatz ſeiner Erinnerungen über
die Arbeiten des Reichsverbandes in der Vergangenheit und die
erhebenden Wandertage der letzten 10 Jahre.
Der Reichswanderführer Profeſſor Dr. Werner ſtellte als
Leitwort über ſeine Anſprache die Grundidee der deutſchen Wan=
derer
, die da heißen müſſen: Ich dien‟ Danach hob er die be=
ſonderen
Vorzüge Darmſtadts und die Eigenart des Heſſenlan=
des
hervor und ſchloß mit einer luſtigen Gegenüberſtellung von
Ausſprüchen Goethes und Niebergalls, die den gleichen Inhalt
in verſchiedener Formung hatten. Pfarrer Löſcher vom Erz=
gebirgsverein
fand warme Worte des Dankes für alle, die zum
Gelingen der Tagung und des ſchönen Abends ſelbſtlos beige=
tragen
hatten. Seine Rede klang aus in ein Gelöbnis der
Treue zur deutſchen Wanderſache und zum Dritten Reich Adolf
Hitlers.
Am 11. März unternahmen die Teilnehmer an der Tagung
in zwei großen Kraftwagen eine Rundfahrt durch den
vorderen Odenwald. Selbſt das Wetter hatte ein Ein=
ſehen
und ſandte meiſt ſtrahlenden Sonnenſchein, in dem die
Landſchaft unſerer engeren Heimat einen beſonders wirkungs=
vollen
Eindruck machte. Im gaſtlichen Hauſe Schellhaas in
Lichtenberg wartete das wohlverdiente Mittageſſen. Profeſſor
Dr. Werner ſprach zum Abſchied tief empfundene Worte über
den Wert und die Bedeutung des deutſchen Wanderns und hob
den unerſchütterlichen Willen der Mitarbeit der deutſchen Wan=
derer
am Wiederaufbau unſeres Vaterlandes nochmals gebührend
hervor.
Eine Anzahl der Gäſte hatte noch Gelegenheit und Zeit, an
der Sternwanderung des Odenwaldklubs teilzu=
nehmen
. Die Vorträge der wackeren Sängerſchar und namhafter
Künſtler des Landestheaters und aus den Reihen der Ortsgruppe
Darmſtadt des Odenwaldklubs wechſelten mit Anſprachen des
Reichswanderführers und des Fuhrers der Ortsgruppe Darm=
ſtadt
des OWK. und gemeinſamen Liedern. So war dieſe Zu=
ſammenkunft
in der Krone ein wirkungsvoller Abſchluß der
ganzen Tagung, die einen Markſtein bilden dürfte in der Ge=
Dr. Götz.
ſchichte des deutſchen Wanderertums.

Der Polizeiberichl.

Vermißte Perſonen. Seit 7. 3. 34 der Portefeuiller= Lehr=
ling
Philipp Faſſauer geb. am 6. 11. 1916 zu Bieber, Kreis
Offenbach a. M., wohnhaft dortſelbſt. Beſchreibung: Etwa
1,60 Meter groß, ſchlanke Geſtalt ovales, friſches Geſicht, dunkel=
blondes
Haar, braune Augen, Stumpfnaſe, vollſtändige Zähne,
trägt karierte Mütze dunkelblauen Rock mit grauen Streifen,
graugeſtreifte Hoſe, 2 Pullover, der obere braun mit Reißver=
ſchluß
, rindlederne Stiefel. Beſondere Kennzeichen: Schnittnar=
ben
an beiden Händen.

Seit 9. 3. 34 der Mühlenarbeiter Richard Weiſſert geb.
am 22. 6. 1900 zu Oſthofen, Kreis Worms, wohnhaft dortſelbſt.
Beſchreibung 180 Meter groß, ſchlanke, hagere Geſtalt,
ovales, bleiches Geſicht, kränkliches Ausſehen, dunkelblondes
Haar graue Augen, ſpitze Naſe, bartlos, trägt blaue Mütze, brau=
nen
Mancheſterrock, grauen Sweater, lange Hoſe, grünes Hemd.
Es wird Freitod vermutet. Schonend anhalten.
Seit 13. 3. 34 die Ehefrau Mathilde Hofmann, geb.
Zahrt, geboren am 29. 9. 1899 zu Darmſtadt, wohnhaft daſelbſt.
Beſchreibung: 1,65 Meter groß kräftige Geſtalt, volles, fri=
ſches
Geſicht, dunkelblonder Bubikopf, braune Augen Hakennaſe,
kleine Ohren, künſtliches Ober= und Untergebiß. Kleidung:
Braun und weiß gehäkelte Mütze, ſchwarzen Mantel, graugrünen
Rock.
Seit 14. 3. 34 der Schüler Rolf Dahlmann, geb. am 27.
1. 1920 zu Darmſtadt, wohnhaft dortſelbſt. Beſchreibung:
1,70 Meter groß, ſchlanke Geſtalt, längliches, bräunliches Geſicht,
dunkelblondes Haar, auf der Stirne eine auffallende. Narbe,
blaue Augen, vollſtändige Zähne, am linken und rechten Zeige=
finger
eine Schnittnarbe. Kleidung: Graublau karierten
Rock, graue Knickerbockerhoſe, helle Stürmpfe, braune Halbſchuhe,
blaugeſtreiftes Flanellhemd, Aktentaſche mit Schulbüchern. Scho=
nend
anhalten. Nachricht: Landeskriminalpolizeiamt. Zentrale
für Vermißte und unbekannte Tote.
Verkehrsunfälle. In der Nacht zum 14. 3. 34, gegen 2 Uhr,
ſtieß der Laſtkraftwagen mit dem Kennzeichen I P 18 381 der
aus der Kaſinoſtraße herausfahren und die Rheinſtraße über=
queren
wollte, mit dem Laſtkraftwagen Kennzeichen V 8 6886
auf der Mitte der Rheinſtraße zuſammen. Letzterer fuhr durch
die Rheinſtraße in Richtung Hauptbahnhof. Beide Fahrzeuge
wurden leicht beſchädigt, Perſonen wurden nicht verletzt.
Am Mittwoch, 14. 3. 34, gegen 15.30 Uhr, ſtieß an der Stra=
ßenkreuzung
Karls= und Heinrichſtraße der Perſonenkraftwagen
mit dem Kennzeichen V 8 8848 mit dem Perſonenkraftwagen
Kennzeichen V S 11519 zuſammen. Es iſt nur leichter Sach=
ſchaden
entſtanden.

Das große Los nach Berlin und Sachſen gefallen. Die 42.
Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie kam am Mittwoch mit der
Ausſpielung der 5. Klaſſe zum Abſchluß. Mittwoch früh wurde
das Große Los gezogen und traf auf die Nummer 197 054. Dieſe
Glücksnummer wird in der erſten Abteilung in Achtelloſen in
Berlin und in der zweiten Abteilung ebenfalls in Achteln in
Sachſen geſpielt. Auf jede Abteilung wird eine Million Reichs=
mark
ausgeſchüttet

Aus dem Gerichksſaal.

Aw. Die Große Strafkammer verhandelte am Mitt=
woch
gegen einen Schloſſer aus Büttelborn, der einen
vermeintlichen Liebhaber ſeiner Frau, den Büttelborner Ge=
meinderechner
, im Januar mit einem Beilſtiel derart mißhan=
delte
, daß der Mann neben einem Schädelbruch eine derart
ſchwere Augenverletzung erlitt, daß er die Sehkraft auf dieſem
Auge verlor. Das Gericht billigte dem Angeklagten mildernde
Umſtände zu, da es ihm einmal zugute rechnete, daß er ſich durch
irgendwelche finanzielle Sachen, die er mit dem Mann auszu=
machen
hatte, im Unrecht fühlte, und daß er durch ſeine ſchweren
Kriegsverletzungen nervenkrank und ſehr leicht erregbar iſt. Es
erkennt auf eine Gefängnisſtrafe von zehn Monaten,
abzüglich ſechs Wochen Unterſuchungshaft.

Das Gericht verhandelte dann gegen einen Metzger aus
Klein=Krotzenburg, der jahrelang einen ſchwunghaften
Handel mit geſtohlenen Fahrrädern trieb. Der Angeklagte er=
zählt
heute in der Verhandlung die übliche Geſchichte von dem
großen Unbekannten, der ihm immer Fahrräder gebracht habe.
Er habe ihm geſagt, er habe die Räder aus Verſteigerungen. Das
Gericht kann indeſſen den ſehr widerſpruchsvollen Angaben des
Angeklagten keinen Glauben ſchenken und erkennt wegen ge=
werbsmäßiger
Hehlerei auf eine Zuchthaus=
ſtrafe
von zwei Jahren, und erläßt gleichzeitig Haft=
befehl
gegen ihn. Der mitangeklagte Stiefſohn wird freige=
ſprochen
.
Am Nachmittag verhandelte die Große Strafkammer, ein
Autounglück, das ſich im September vergangenen Jahres
auf der Straße HammelbachFürth zutrug. Dort fuhr am ſpä=
ten
Abend des 27. September ein Bulldogg mit drei Anhängern,
beladen mit Karuſſellmaterialien, nach Fürth, als plötzlich ein
Motorrad, das ſchon in ganz gefährlicher Nähe an dem Bulldogg
vorbeigefahren war, direkt in den erſten Anhänger hineinfuhr.
Der Fahrer, ein Förſter aus Hiltersklingen, erlitt ſo ſchwere
innere Verletzungen, daß er nach fünf Tagen im hieſigen Stift
ſtarb. Angeklagt waren deshalb wegen fahrläſſiger
Tötung der Fahrer des Bulldoggs, der Beſitzer
des Bulldoggs und der Karuſſellbeſitzer. Sie ſollen
an dem Unfall inſofern ſchuld ſein, als der erſte Anhänger nicht
beleuchtet war. Außerdem hatten ſie verbotenerweiſe den Orgel=
wagen
als dritten Anhänger an den Zug gehängt. Das Gericht
kommt jedoch zu der Auffaſſung, daß die Angeklagten an dem
Unfall keine Schuld trugen, da der Getötete unvorſchrifts=
mäßig
und ſehr unſicher auf der falſchen Seite der Straße fuhr.
Der Bulldoggbeſitzer und der Karuſſellbeſitzer werden infolgedeſſen
freigeſprochen und nur der Fahrer erhält eine Geld=
ſtrafe
von 50 Mark wegen der beiden Uebertretungen des
Kraftfahrzeuggeſetzes.

Eine Frau aus Gernsheim erhielt dann wegen ſchwe=
rer
Urkundenfälſchung in Tateinheit mit Be=
trug
vier Monate Gefängnis. Die Angeklagte hatte
Stromgeldrechnungen mit dem Namen des kaſſierenden Beamten
quittiert, und hatte bei Nachprüfung kurzerhand behauptet, der
Beamte müſſe wohl das Geld unterſchlagen haben. Da die An=
geklagte
ſich in der Verhandlung recht unverſchämt benimmt,
greift das Gericht die Strafe ſo hoch.

* Bei den heſſiſchen Urlaubern
im Erzgebirge.

beitsfront Der Deutſche berichtet unter dem 12. März von dern
Beſuch des Reichsſtatthalters Mutſchmann bei den heſſiſchen Ur
laubern im Erzgebirge:
Nun ſind es nur noch zwei Tage, die die rhein=mainiſchen
Urlauber im Schwartenberggebiet verbringen dürfen. Man ver,
gißt in der Sorgloſigkeit unſerer Ferienzeit, daß wir in wen;
gen Tagen von dieſem ſchönen Fleckchen deutſcher Erde Abſchie//47
nehmen müſſen. Man vergißt, daß wir in wenigen Tagen wie ur Schl
der an den Maſchinen ſtehen oder an Schreibpulten in den Kor, hagd, ſ0
toren ſitzen und daß wir uns trennen müſſen. Eins abe, gurdnete
ſpürt man die wunderbare Kameradſchaft, die in dieſen zehr Beyer d.
Kraft=durch=Freude=Tagen geſchloſſen worden iſt von Arbeiter Gewetbeit
zu Arbeiter von Einheimiſchen zu unſeren Urlaubern vor anweſend
Oſt zu Weſt wird zeit unſeres Lebens dauern.
In
Alle Möglichkeiten werden erſchöpft, um Stimmung in die derne

aliſt

Uan
deſtens 8
dem na

warmen Erzgebirgsſtuben zu bringen. Alle Gegenſtände herbei vrbreitet
geſchafft aus Rollmopsbüchſen werden Muſikinſtrumente ge pendung
macht und damit wird geſpielt, geſungen und getanzt. Wo Dame, der Mel
fehlen bei 1200 Urlaubern muß mancher zu kurz kommen un leben
bleibt man eben unter ſich.
Seit bekannt geworden iſt, daß Reichsſtatthalter Mutſchman
die rhein=mainiſchen Urlauber beſuchen wird, iſt die Freude groß
Seit Stunden kommen ſie den Anhang des Schwartenbergs
herauf und treffen mit ihren Quartiergebern hier oben ein. Ja
weiß nicht, was das alles noch beim Abſchied geben wird. Vorzper an 9
erſt iſt es gut, daß unſere Urlauber noch nicht daran denken.
Sehr raſch iſt der nicht viele Perſonen faſſende Sagl gen,
gefüllt. Wer keinen Sitzplatz mehr findet, bleibt ſtehen und wir) wieder
von allen Seiten geſtoßen. Dann bittet der Ortsgruppenleite: Wirt
Großmann (Neuhauſen), daß alle Einheimiſchen den Saal ver Dien
laſſen möchten, da die Urlauber die Gäſte ſind und für ſie dieſe den
Nachmittagsſtunde gedacht iſt.
Gegen 4 Uhr trifft Reichsſtatthalter Mutſchmann mit ſei=
nem
Stab auf dem Schwartenberg ein. Nachdem er die Front
des aufgeſtellten SA.= und Stahlhelmehrenſturms abgeſchritten
hat, tritt er auf die kleine Rednertribüne. Stürmiſch begrüß
unbe
die Urlauber wollen ihrem Gaſtgeber danken , führt der
jähig
Reichsſtatthalter aus;
Geu
Die Zeit, die mir zur Verfügung ſteht, hat es mir bisher

nicht ermöglicht, Sie zu begrüßen. Ihr habt hier oben die beſte
Gelegenheit, den Kampf zwiſchen Winter und Frühling zu ert
leben. So wie ſich dieſer Kampf in der Natur abſpielt, ſo iſt
auch unſer ganzes Leben Kampf.
Was Euch die Natur während der Erholungszeit nicht geber
konnte, hat Euch das Herz der Erzgebirgler gegeben, und dank=
bar
werdet Ihr ſtets an dieſe Ferienzeit zurückdenken. Ihr alleſe,
ſollt von der in dieſen herrlichen Tagen gewonnenen Kraft Eure=
Kameraden weitergeben!

Vielleicht bietet ſich einmal Gelegenheit, daß Ihr unſere Ar/
beiter bei Euch bewirten könnt!
* Rückkehr der Erzgebirgs=Sahrer.
gehen
4
Einfach großartig! Es hat uns an nichts gefehlt!
Das war mal was anderes! Das war wirklich Kraft durch
Freude! So und ähnlich lauteten die erſten Antworten, die die
Darmſtädter Teilnehmer des Urlauberzuges ins Erzgebirge bei
ihrer geſtrigen Rückkehr am Hauptbahnhof auf die erſten Fragen
gaben. Es hätte dieſer Ausſprüche wahrlich nicht bedurft; denn
allen leuchtete die Freude über die ſchönen Urlaubstage aus deugenoſſe
Augen. Die Darmſtädter Urlauber kamen kurz vor 10 Uhr im ſung.

hieſigen Hauptbahnhof an. Zu ihrer Begrüßung hatten ſich derkätigk
Gaupropagandawart der NSBO. und Leiter des Amtes für Rei Grundla

ſen und Wandern, v. Oelhaven; und Betriebszellenobmann86 auf. 9
Zachow eingefunden. Auch wurden die Heimkehrer von ihrendr. Pol

Angehörigen freudig erwartet. Die Urlauber brachten, große ſaß die
Schilder mit, auf denen ſtolz das Wort Kraft durch Freude ſhren Mi
ſtand, und eine ganze Reihe von Andenken, Holzſchnitzwaren aus

dem Erzgebirge, die ihnen teilweiſe ſogar geſchenkt worden waren geſtatzet n
Neu geſtärkt wird es wieder an die Arbeit gehen.
Ed.

ſonds die

Aus der NSDAP.

ſcheltung
Sämtliche Vereine, Fachſchaften uſw. melden jeweils bis zum)
19. jeden Monats alle für den folgenden Monat geplanten Ver=
anſtaltungen
, Verſammlungen uſw. an ihre zuſtändige Ortsgrup=
penleitung
. Eventuelle Rednerwünſche ſind mit anzugeben. De den
Termin iſt unter allen Umſtänden pünktlich einzuhalten, da die
Ortsgruppen ihre Meldungen am 20. jeden Monats bei der Kreis=
Propogandaleitung abzuliefern haben.
NS. Volkswohlfahrt der OG. Beſſungen.

Am Donnerstag, den 15. März, abends 8.15 Uhr, findet in wie hisk
der Gaſtwirtſchaft. Zum Emilgarten, Beſſunger Straße 6, eineſoſſenſch.

Amtswalterſitzung ſtatt.
Zu der Sitzung haben diesmal auch ſämtliche Helfer und Hel/
ferinnen, die bei der Eintopfſammlung tätig ſind, zu erſcheinen)
Vollzähliges Erſcheinen iſt Pflicht!
vm

Gürgermei
NS. Frauenſchaft.
ſtrbeiten
Wir machen unſere Frauenſchaftsmitglieder darauf aufmerk!
Seit
ſam, daß der Hausfrauenbund zu einem Lichtbildervortrag in dem ſahrtseive,
großen Saal der Krone für Donnerstag, 15. März, abends um ſen noch
8 Uhr eingeladen hat: Für wenig Geld ein Kleid, das gefällt
Auch findet dort eine Handarbeitsausſtellung ſtatt. Der Eintrit
iſt frei.
NS. Frauenſchaft der Ortsgruppe Schloßgarten.
Nächſte Zuſammenkunft am Donnerstag, 15. März, 20 Uhr
pünktlich, im Zeichenſaal der Kyritzſchule (Emilſtraße).

Die NSBO.=Kreisbetriebszelle
hat ihre Dienſträume nach Rheinſtraße Nr. 21, parterre verlegt!
Sprechſtunden für ſämtliche Abteilungen (auch Rechtsſtelle der
D. A. F.) Dienstag und Freitag von 46 Uhr. Telephon 2395
2396. Um pünktliche Einhaltung der feſtgeſetzten Zeit wird erſucht
Kampfring der Deutſch=Oeſterreicher im Reich.
Mitgliederverſammlung am Freitag, den 16. März.
um 20.30 Uhr, im Fürſtenſaal, Kneipſaal, Grafenſtraße,
Reichsdeutſche Gäſte herzlich willkommen. Heil Hitler!

Vereins- und lokale Beranſtalkungen.

(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Mozart=Verein. Der Mozart=Verein hat auf allge=
meinen
Wunſch ſeiner Mitglieder den Kleinen Familien=
abend
wieder eingeführt. Man will die ſchönen Räume des
Mozarthauſes beſſer ausnutzen, neben den großen Veranſtaltungen
im kleinen Kreiſe, die muſikaliſche Gemeinde, durch bewährte
Künſtler erfreuen und aufſtrebenden Kräften den Weg in die Oef=
fentlichkeit
bahnen. Die Abende dieſer Art beginnen pünktlich
20.30 Uhr, mit einer muſikaliſchen Feierſtunde, der ſich ein zwang=
loſes
Zuſammenſein anſchließt. Am Samstag, den 17. März. bie=
ten
ein erleſenes Programm: Alfred Gruß (Tenor), von ſeinem
Lehrer Franz Müller begleitet, Anni Delp (Violine) und
Juliane Schnitzler (Klavier). Mitglieder haben freien Ein=
tritt
.

Uner
Eendtige

M4

[ ][  ][ ]

Donnerstag, 15. März 1934

Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten

20
ſo ſt
M

ſft duch
A
rft: dem
aus din
ſich dr
für Reit
on ihren
Freude
warg)

bis zun
en Vi=
itsgrut

ben. Dir
da ſie
r Krei=

Aus Heſſen.
Verſammlung der Arheilger Handwerker
und Gewerbekreibenden.
Dg. Arheilgen, 14. März. Der Ortsgruppenleiter der NS.=
Hago und GHG. in Arheilgen hatte die Handwerker und Gewerbe=
treibenden
zu einer Verſammlung in den ſinnvoll dekorierten
Schwanenſaal eingeladen. Neben den rund 170 Handwerkern
waren auch zahlreiche Frauen erſchienen. Hago=Führer Beyer
röffnete die Verſammlung und begrüßte beſonders die Herren
Kreispropaganda=Referent Rebſcher, den NS.=Hago= Geſchäftsfüh=
er
Schmitt, beide von der Kreisamtsleitung Darmſtadt der NS.=
Hago, ſowie als Vertreter der Gemeinde Arheilgen Herrn Bei=
geordneten
Zeidler. Mit beſonderen Nachdruck wies Führer
Beyer darauf hin, daß es Pflicht eines jeden Handwerkers und
Gewerbetreibenden ſei, bei derartigen Aufklärungsverſammlungen
anweſend zu ſein.
In einem eingehenden Referat über Liberaliſtiſches
eder nationalſozialiſtiſches Wirtſchaftsdenken
verbreitete ſich Kreispropagandareferent Rebſcher über die An=
pendung
der nationalſozialiſtiſchen Idee auf das Wirtſchaftsleben.
Der Menſch lebe nicht, um zu wirtſchaften, ſondern er wirtſchafte,
um leben zu können. Und aus dieſer Ueberzeugung heraus ſei der
ſiberaliſtiſche Gedanke unbedingt abzulehnen. Nicht die Wirtſchaft
als ſolche könne volksmäßige Intereſſen zum Nutzen Einzelner
gegeneinander ausſpielen, ſondern das blutmäßig verbundene Volk
müſſe ſich im Wirtſchaftsleben zum Wohle des ganzen Volkes nutz=
dar
machen. In ſeinen weiteren Ausführungen appellierte Red=
ner
an die Frauen, die das verdiente Geld des Mannes zu min=
deſtens
80 Prozent im Kreislauf der Wirtſchaft weiterleiten, dies
dem nationalſozialiſtiſchen Gedanken entſprechend zu bewerkſtelli=
gen
, damit dieſes Geld auch dem blutmäßig verbundenen Volk
vieder voll und ganz zugute komme. Der nationalſozialiſtiſche
Wirtſchaftsgedanke wolle die Erhaltung, aller dem Geſamtwohle
Dienenden als erſte Grundlage des Staates. Dieſe überzeugen=
den
Darlegungen fanden den ungeteilten Beifall der Anweſenden.
In einem weiteren Referat behandelte Hago=Geſchäftsführer
Schmitt organiſatoriſche Fragen und ſtellte in den Vordergrund
ſeiner Betrachtungen den Punkt 16 des nationalſozialiſtiſchen
Wirtſchaftsprogramms. Der Fortbeſtand des Handwerks ſei eine
unbedingte Notwendigkeit. In dem Punkt 16 werde die Exiſtenz=
ſähigkeit
des Handwerks begründet mit den alten zunftmäßigen
Grundſätzen, die meiſterhafte Arbeit, angemeſſenen Preis und
Uchtung der Berufsgruppen untereinander an die Spitze ſtellten.
Zum Schluſſe dankte Hago=Führer Beyer beiden Rednern
ſür ihre vorzüglichen Ausführungen und wies u. a. auf das im
Druck vorliegende Geſetz zur Ordnung der nationalen Arbeit hin,
ſas jeder Handwerker und Gewerbetreibende in ſeinem eigenſten
Intereſſe beſitzen ſollte. Die Druckſchrift könne zu niedrigem Preiſe
125 Pfg.) bei der Ortsgruppenleitung der NS.=Hago bezogen wer=
ſen
. Mit einem Sieg=Heil auf den Führer wurde die aufklärungs=
ſeiche
Verſammlung geſchloſſen.
Cp. Gräfenhauſen, 13. März. Der Gemeinderat nahm
ſen Gemeindevoranſchlag für 1934 an. Ein Geſuch um Ermäßi=
gung
der Jagdpacht (mit Rückſicht auf die durch das Jagdrevier
gehende Autobahn) wurde an das Pachteinigungsamt weiter=
ſeleitet
.
Eb. Eberſtadt, 13. März. Die Verloſung des Orts=
lürgerholzes
fand geſtern und heute ſtatt. Die Ziehung
ſi purde im Rathausſaal vorgenommen. Der Preis für das Los Holz
Fragn leträgt in dieſem Jahre 14 RM.
Ak. Nieder=Ramſtadt. 12. März. Gemeinnützige Bau=
enoſſenſchaft
Wildnis Jahresverſamm=
Uhr i lung. Die Genoſſenſchaft, die nach fünfzehnjähriger
Tätigkeit ihre Gemeinnützigkeit auf bodenreformeriſcher
Grundlage bewieſen hat, weiſt zurzeit einen Mitgliederſtand von
nobmann G auf. Aus dem durch den Vorſitzenden des Aufſichtsrates, Herrn
Dr. Politſch, erſtatteten Geſchäftsbericht, war zu entnehmen,
große ſaß die Genoſſenſchaft ſchon in einer ganzen Reihe von Fällen
hren Mitgliedern zu einem Eigenheim verholfen hat. Die ord=
iren
als jungsmäßig geprüfte Bilanz fand Genehmigung. Der Reingewinn
geſtattet neben der ſatzungsmäßigen Zuweiſung an den Reſerve=
bnds
die Ausſchüttung einer 5prozentigen Dividende für die ein=
gezahlten
Geſchäftsguthaben der Genoſſen. Zum Zwecke der Gleich=
ſhaltung
des Vorſtandes und Aufſichtsrates wurde eine Neuwahl
des geſamten Verwaltungsapparates erforderlich. Auf Vorſchlag des
Vorſtandes wurden einſtimmig gewählt zum geſchäftsführenden
Vorſtand Herr Kaufmann Fr. A. Riegler, zum Schrifftührer
ſrau v. Köppen, zum Rechner Herr Oberrechnungsrat a. D.
Iff, zum Bauſachverſtändigen Herr Baurat v. der Leyen. In
den Aufſichtsrat wurden gewählt, Herr Dr. Politſch, zugleich
als Vorſitzender, Frl. Marg. Jage, Herr Landgerichtsrat Raab=
Larmſtadt und zum Bauſachverſtändigen Herr Baunternehmer Gg.
ludw. Bernhardt. Es wurde beſchloſſen: 1. eine Ermäßigung
des Zinsfußes für ausſtehende Forderungen, 2. die Ermächtigung
der Verwaltung zur Einräumung von Krediten in gleicher Höhe
die bisher, ferner die Beſchränkung des Tätigkeitsfeldes der Ge=
ſoſſenſchaft
auf die Abwicklung der laufenden Geſchäfte, weil die
Genoſſenſchaft ihre Aufgabe nach faſt vollſtändiger Aufteilung des
hr zuſtehenden Baugebietes als beendet anſehen kann.
f. Roßdorf, 13. März. Seit dieſer Woche iſt unſere Gemeinde
fei von Wohlfahrtserwerbsloſen, was auf die Bemühungen der
Zürgermeiſterei zurückzuführen iſt. Durch die Feldbereinigungs=
beiten
iſt es gelungen, eine Reihe Perſonen dort unterzubrin=
gen
. Seit Jahren iſt es das erſtemal, daß unſer Dorf keine Wohl=
ahrtserwerbsloſen
mehr hat. Mit Arbeitsloſenunterſtützung wer=
den
noch ungefähr 40 Perſonen betreut.

Guſtav=Adolf= Feſt
des Zweigvereins Reinheim des Heſſ. Hauptvereins
der Guſtav=Adolf=Skifkung in Nieder=Modau.
EPH. Der Zweigverein Reinheim hielt ſein Jahresfeſt dies=
mal
in Nieder=Modau ab und hatte die Glieder der Gemeinde und
ihrer Umgebung auf Sonntag, Laetare, den 11. März, dorthin ein=
geladen
. Im Feſtgottesdienſt predigte vor einer ſehr zahlreich er=
ſchienenen
Gemeinde Pfarrer Storck aus Offenbach; er wies
unter ſtarker Hervorhebung der Notwendigkeit des Winterhilfs=
werkes
des deutſchen Volkes, als einer treffenden Schulung der
Volksgenoſſen in der Opferwilligkeit die Not der zerſtreuten Glie=
der
unſeres Volkstums und der Evangeliſchen Kirche in aller Welt
nach und forderte für ſie gleichfalls Opferwilligkeit von ſeiten der
Glieder der evangeliſchen Kirche der Heimat, die es nicht tatenlos
anſehen kann, wenn in der Ferne und in der Nähe evangeliſche
Chriſten Mangel leiden an dem, was zum Leben und Aufbau einer
chriſtlichen Gemeinde notwendig gehört. Beſonderen Eindruck
machten Bilder aus dem Verzweiflungskampfe der deutſchen Epan=
geliſchen
in Rußland und in anderen Gefahrengebieten von evang.
Kirche und deutſchem Volkstum. In der anſchließenden Nachver=
ſammlung
begrüßte Dekan Keil=Spachbrücken als Vorſitzender
des Zweigvereins die Feſtgemeinde und richtete die Mahnung zur
Treue gegen Kirche und Volkstum an die Erſchienenen. Der
Guſtav=Adolf=Vortrag von Pfarre: Storck ſuchte an einem Ein=
zelbild
die Not der Glaubensgenoſſen, in der Zerſtreuung, ihren
tapferen Kampf mit dieſen Nöten und die Berechtigung der
Guſtav=Adolf=Hilfe nachzuweiſen. Der Redner führte die Hörer
im Geiſte nach Stanislau in Polen, wo unter der Führung eines
heſſiſchen Pfarrersenkels, des Superintendenten D. Zöckler, eine
kleine Schar tapferer evangeliſcher Chriſten aller Not der Vor=
kriegs
=, Kriegs= und Nachkriegszeit ihr tapferes, aus dem Glauben
geborenes Dennoch ins Angeſicht geſagt hat, ſo daß es möglich
war, unter äußerſter Anſpannung der eigenen Kräfte und unter
tätiger Mithilfe der deutſchen Heimat das Bethel des Oſtens
die bekannten Anſtalten D. Zöcklers in Stanislau ins Leben zu
rufen und bisher am Leben zu erhalten, die in ganz beſonderem
Maße die Anteilnahme und Mithilfe der evangeliſchen Chriſten=
heit
erhielten und verdienen. Zum Schluß gab Pfarrer Dr.
Kunze=Nieder=Modau einen kurzen Bericht über die Jahres=
arbeit
des Guſtav=Adolf=Vereins, und ſchloß mit der Bitte um
weitere treue Mitarbeit die Veranſtaltung.
Ci. Erbach, 13. März. Jahreshauptverſammlung
des Turnvereins 1860. Die diesjährige Jahreshauptver=
ſammlung
des Turnvereins 1860 war erfreulich ſtark beſucht. Der
Vereinsführer, Herr Fritz Horn, wies in ſeinem erſtatteten Jah=
tesbericht
auf die beſondere Arbeit der deutſchen Turner im drit=
ten
Reich hin und würdigte eingehend die Bedeutung des 21. Pro=
grammpunktes
der NSDAP. für die Körperertüchtigung unſeres
Volkes. Den Bericht für die eigentliche Vereinsarbeit im abge=
laufenen
Jahre gab Herr Heinrich Brand. Turnwart Jakob
Dingeldein entwarf ein Arbeitsbild über den Turnbetrieb,
der eine erfreuliche Entwicklung zeigte, was in erſter Linie der
verſtändnisvollen Mitarbeit der hieſigen SA.=Führung zu danken
iſt. Beſonders gut entwickelte ſich die neu gegründete Frauenabtei=
lung
; auch das Handballſpiel fand neuen Auftrieb. Nach abgeleg=
tem
Kaſſenbericht wurde dem Schatzmeiſter für ſeine vorbildliche
Arbeit der beſondere Dank der Verſammlung. Die nach den
Muſterſatzungen der D.T. umgeänderten Vereinsſatzungen wur=
den
einſtimmig angenommen; ebenſo einmütig erfolgte die Wahl
des ſeitherigen Führers für die kommenden vier Jahre. Uebungs=
lokal
iſt von jetzt ab der Saalbau Turneriſche Darbietungen
verſchiedener Riegen, ein Gedichtvortrag, muſikaliſche Darbietun=
gen
, gemeinſame vaterländiſche Geſänge und verſchiedene Anſpra=
chen
gaben der Arbeitstagung das Gepräge einer Feierſtunde, die
mit einer begeiſtert aufgenommenen Huldigung für Führer, Vater=
land
und Volk abſchloß. Oeffentliche Kreistags=
ſitzung
. Der Kreistag des Kreiſes Erbach hält kommenden
Freitag, den 16. März, eine öffentliche Sitzung ab. Bedauer=
licher
Unglücksfall. Im benachbarten Lauerbach wurde
einem 13jährigen Knaben von einer Kreisſäge ein Teil der rech=
ten
Hand mit allen Fingern abgeriſſen; im Kreiskrankenhaus
mußte ihm dann noch die ganze Hand, abgenommen werden.
Einweihung der wiederhergeſtellten Stadt=
kirche
. Die Wiederherſtellungsarbeiten in unſerer Stadtkirche
verliefen derart planmäßig und ſchnell, daß die Neueinweihung
des Gotteshauſes bereits kommenden Sonntag ſtattfinden kann.
Außer dem Herrn Landesbiſchof hat eine ganze Reihe weiterer
geiſtlicher und weltlicher Ehrengäſte ihre Teilnahme zugeſichert.
Bei der Feier wirken neben dem Kirchen= und Poſaunenchor auch
die beiden hieſigen Männergeſangvereine Liederkranz und Tu=
gendbund
mit. Am Abend findet ein Orgelkonzert mit geſang=
lichen
Einlagen der verſchiedenen Geſangvereine ſtatt, deſſen Rein=
erlös
für die Wiederherſtellungsarbeiten verwendet werden ſoll.

Sfseinillens O.

Alleinhersteller: Günther & Haußner A.-G., Chemnitz 16

Vertretung und Fabriklager: Ernst Mever, FrankfurtiM.-Nied,
(Bln. 2 999
Oeserstraße 49, Telefon 13561

Roman von Wilhelm Scheider.
(Nachdruck verboten.)
Ich nahm Ingers Hand, ſie war eishalt. Dann lief ein
échauer über ihren Körper. Ich zog meine Jacke aus und legte
e ihr um die Schulter.
Inger, ſagte ich, ich glaube an die Trennung. Dieſe bei=
en
Menſchen müſſen auseinandergehen. Sie liebt ihn nicht
nehr, ſie hält ihn für einen Verräter. Und er? Er iſt davon
ſberzeugt, daß ſie in dieſen zwei Jahren mit Elck zuſammen=
lebt
hat. Vielleicht ſtimmt es auch, vielleicht hat ſie es ihm
gar geſagt.
Inger ſchüttelt den Kopf. Nein, ſie liebt ihn, wie ſie ihn
mmer geliebt hat. Das mit Elck iſt Komödie, um ihn zu
bmütigen, um Vergeltung zu üben. Es iſt eine Art Haßliebe.
und das iſt das Schlimmſte, was es zwiſchen Menſchen gibt.
1ch, wenn doch dieſe Nacht erſt vorüber wäre!
Ich bot ihr eine Zigarette an, ſie griff gierig danach.
So ſaßen wir in der dunkeln Nacht auf dem Kai, und all
üre verquälten Gedanken, ihr Kampf und ihre brennende Leiden=
haft
gingen in mich über .."
Endlich entſchloſſen wir uns, unſere Zimmer aufzuſuchen.
las Zimmer im Erdgeſchoß war immer noch hell erleuchtet.
Ich konnte keinen Schlaf finden, raſtlos wanderte ich im
zimmer auf und ab. Quälende Angſt würgte mir in der Kehle.
Nir fielen die erſten hundert Seiten meines Romans ein, wie
ch ſie in jenen ſchönen Wiener Tagen in die Maſchine diktiert
ſitte. War es wirklich eine Viſion geweſen? Wünſchte Rhoda
ſinen Tod? Kämpfte ſie mit ihm, daß er ſich ſelbſt den
ſod gebe?
Endlich kleidete ich mich wieder an. Ich faßte den Ent=
ſhluß
, hinunterzugehen und allem ein Ende zu machen.
kaggenſen mußte leben, er hatte eine große Aufgabe, ein hohes
liel, er durfte nicht an dem Willen einer Frau zerbrechen.
Ich beugte mich zum offenen Fenſter hinaus und ſah deut=

lich den Lichtſchein, der durch das Fenſter des Salons in den
Garten fiel. Die Beklemmung meines Herzens wuchs. Ja, ich
mußte hinunter, ich mußte ſie trennen, die verbiſſenen Kämpfer
um Schuld und Sühne.
Plötzlich klopfte es leiſe gegen meine Tür. Ich öffnete vor=
ſichtig
. Inger!
Sie ſchlüpfte herein, ihr Geſicht hatte einen merkwürdig
geſpannten Ausdruck.
Inger, was iſt?
Hören Sie, da unten geſchieht etwas".
Mein Gott . .. was denn?
Der Jadran, ich habe ihm doch gleich nicht getraut.
Jadran? Das war doch der Gärtner, der Verwalter unſeres
Hauſes.
Inger erzählte haſtig: Ich war eben unten, ich konnte es
im Zimmer nicht aushalten, ich mußte in den Garten hinunter,
es war ja noch immer Licht im Salon. Plötzlich war es mir
ſo, als ob hinter dem Hauſe jemand ſpreche. Ich konnte es
mir nicht erklären, die Jadrans gehen doch immer ſehr früh
ſchlafen. Ich ſchlich mich alſo nach hinten. Und da habe ich
dann etwas enddeckt. Sie kennen doch die Laube, in der die
Jadrans immer ihre Mahlzeiten nehmen von dort kam das
Geſpräch, Männerſtimmen. Ich erkannte auch Jadrans Stimme,
aber was ſie ſprachen, konnte ich nicht verſtehen.
Sicher kroatiſch.
Nein, ich glaube es nicht . .. die Sprache hatte einen
ganz anderen Klang.
Italieniſch?"
Nein. Kommen Sie bitte mit hinunter und überzeugen
Sie ſich ſelbſt.
Ich überlegte mir die Sache. Hatte Elck, von dem wir ja wäh=
rend
des ganzen Tages nichts gehört hatten, ſich vielleicht mit
Jadran in Verbindung geſetzt? Vielleicht fürchtete er, daß Rhoda
ſich mit Baggenſen ausſöhnen würde und verſuchte nun auf andere
Art und Weiſe, Baggenſen zu erledigen.
Jadran? Ein wortkarger, aber ſympathiſcher Menſch. Viel=
leicht
handelte es ſich um etwas ganz anderes. Sicher ſogan. Hatte
die kleine Frau Marie nicht davon geſprochen, daß es Leute in der
Gegend gebe, die das Schmugglerhandwerk trieben? Drüben lag
doch die italieniſche Küſte. Und wenn Inger glaubte, eine beſon=
dere
Sprache zu höten, ſo war es ſicher nur einer der vielen Dia=
lekte
dieſer Landſchaft.
Nun, auf jeden Fall wollte ich mich ſelbſt überzeugen.
Wieviel Stimmen waren es, Inger?

Nr. 73 Seite 7

Ein ſchwerer Junge.
Ah. Bingen a. Rh., 13. März. Die Binger Polizei hat
einen Einbrecher feſtgenommen, der ſich in letzter Nacht
in der Stadt ziemlich betätigte. Es handelt ſich dabei um den
gerade 25 Jahre alt gewordenen Joſef Albert Franz, gebürtig
aus Bottrop (Weſtfalen). Dieſer hat zuletzt in der Gegend
von Aachen als Friſeur gearbeitet. Franz entfernte ſich dann vor
Tagen aus ſeiner letzten Arbeitsſtelle und unternahm Wander=
fahrten
ins Saargebiet und gelangte dann auf der Strecke
über Oberſtein=Kreuznach nach Bingen, wo er am Mon=
tag
gegen Abend eintraf.Hier hat ſich Franz dann ſofort an die
Arbeit gemacht, die Autos, die er auf der Straße antraf,
viſitiert und nach Brauchbarem durchſucht, ſo aus dem Wagen
die Autopapiere entwendet und bei dem anderen Auto ſich die
Stablampe angeeignet. Schließlich hat er mit dem mitgebrachten
Einbrecherwerkzeug die Vorratskammer einer Binger Gaſtwirt=
ſchaft
geöffnet, mehrere Schinken, Wurſt Speck uſw. zuſammen=
gepackt
und mitgehen heißen. Dieſer Sachen entledigte er ſich in
der alten Bleiche, wo er ſie verſteckte, um ſie ſpäter abzuholen.
Dann hat Franz verſucht, eine Autogarage an der Nahe zu
öffnen, die jedoch ſeinen Werkzeugen nicht nachgab. F. wurde von
dem die Sache bearbeitenden Kriminalbeamten in verdächtiger=
Weiſe betroffen, feſtgenommen, viſitiert und bei ihm Einbrecher=
werkzeuge
, ein Dolch, Autopapiere uſw. gefunden. Zunächſt
ſpielte er den Unſchuldsengel. Er wollte das Einbruchswerzeug
gefunden haben, auch die Papiere, die aus dem Auto geſtohlen
waren, hatte er angeblich auf der Straße aufgeleſen, und die bei
ihm gefundenen Halsketten und andere Schmuckſtücke will er von
einem Unbekannten gekauft haben. Merkwürdigerweiſe wurde
aber im Laufe des Tages auch noch ein weiteres Paket Hals=
ketten
und Schmuck einer Oberſteiner Firma gefunden, die offen=
bar
von Franz geklaut, aber von Franz hier weggeworfen
wurden, um nicht verdächtigt zu werden. Offenbar handelt es ſich
bei Franz um einen Schwerverbrecher, der ſchon andere Straf=
taten
ausgeführt hat. Die Unterſuchung wird Licht bringen, wie
auch noch geklärt werden wird, ob F. ohne Komplizen ſein un=
ſauberes
Handwerk ausführte. Zweifellos handelt es ſich bei
Franz auch um den Fahrer des herrenloſen Perſonenkraft=
wagens
, der am Montag früh in Münſter=Sarmsheim bei Bin=
gen
auf der Landſtraße ſtehend aufgefunden wurde und der, wie
die Ermittlungen der Bingerbrücker Gendarmerie ergaben und
wie von uns bereits berichtet wurde, am Samstag ſeinem Ober=
ſteiner
Beſitzer geſtohlen worden iſt. In dem Wagen haben ſich
ebenfalls Schmuckſtücke befunden. Das Auto iſt geſtern noch von
ſeinem Beſitzer in Bingerbrück wieder abgeholt worden. Es hat
ziemlich verbeult ausgeſehen. Der Autodieb iſt infolge Betriebs=
ſtoffmangel
nur bis Münſter=Sarmsheim gekommen und iſt dann
im Dunkel der Nacht geflüchtet.

Dp. Zwingenberg, 14. März. Hohes Alter. Am heutigen
Tage vollendet Herr Schuhmachermeiſter Philipp Maul ſein
75. Lebensjahr und morgen wird Herr Jakob Kalb, Gärtner,
80 Jahre alt. Beide Herren erfreuen ſich noch einer erſtaunlichen
körperlichen Friſche.
Bn. Hirſchhorn, 12. März. Vom Neuhausbeſitz. Die
Ortsgruppe der Neuhausbeſitzer im Reichsverband Deutſcher Neu=
haus
= und Eigenheimbeſitzer hatte zu einer Mitgliederverſamm=
lung
den Geſchäftsführer des Landesverbandes Heſſen, Schneider
aus Darmſtadt, als Redner gewonnen. Der Leiter der hieſigen
Ortsgruppe, Joſef Leopold Denner, eröffnete die Verſammlung,
dankte für das zahlreiche Erſcheinen der Mitglieder und erteilte
dem Redner das Wort. Zu Beginn erläuterte der Redner Zweck
und Ziele der Organiſation der Neuhausbeſitzer, um dann nähere
Erläuterungen über die Tätigkeit derſelben in bezug auf Aus=
ſetzung
der Verzinſung und Tilgung der verbilligten Baudarlehen
ſowie Zinsverbilligung und Abwertung der Hypothekengelder.
Weiterhin gab er bekannt, daß ab 1. Oktober 1933 die Gemeinde=
grundſteuer
nicht nur für den bebauten Grundbeſitz, ſondern auch
für das zum Neubau gehörige Gartengelände für Neuhausbeſitzer
auf Antrag zu erlaſſen ſei.
Hirſchhorn, 14. März. Waſſerſtand des Neckars am
13. März 1,86 Meter. am 14. März 1,84 Meter.
Gernsheim, 14. März. Waſſerſtand des Rheins am
13. März +0,01 Meter. am 14. März +0.18 Meter.
Ca. Lorſch, 14. März. Losholzabgabe. Die Losholz=
abgabe
iſt jedesmal ein Freudentag in der Gemeinde. Für dieſes
Jahr erfolgte die Abgabe am Montag und ſeit dieſer Zeit herrſcht
im Lorſcher Wald Hochbetrieb im Fuhrwerksverkehr, da das Holz
ſchnell abgefahren werden muß, um die abgetriebenen Flächen
freizubekommen. Hundeſchau. Die ſonntägliche Hundeſchau
des Vereins für deutſche Schäferhunde. Ortsgruppe Bergſtraße,
veranſtaltete am Sonntag auf dem DJK.=Sportplatz eine gut=
beſchickte
Sonderſchau in deutſchen Schäferhunden, die mit 45
Tieren aus der näheren und weiteren Umgebung glänzend be=
ſucht
war. Sogar von Kirchheim, Bez. Kaſſel, Schmitten i. T.,
Frankfurt, Vilbel, Kreuznach. Mainz und Mannheim waren Mel=
dungen
eingegangen. Von den 45 Tieren konnten 43 ausgezeichnet
werden, und zwar 3 mit vorzüglich, 26 mit ſehr gut und 13 mit
gut. Nur 3 Hunde ſchieden als mangelhaft aus.
P Rüſſelsheim, 14. März. Eine unſerer älteſten Mit=
bürgerinnen
, Frau Barbara Graß, geb. Schneider, feierte geſtern
ihren 80. Geburtstag. Bisher unbekannte Täter verſuchten in
der Sonntag=Nacht in ein Wohnhaus am Römergrab und in der
Mainzer Straße einzubrechen. Sie wurden jedoch in ihrem Vor=
haben
geſtört und entkamen unerkannt. Die Ortsgruppe der
NSDAP. veranſtaltete am Montag abend in den U. T.= Licht=
ſpielen
einen Filmabend, in dem der Film des nationalſozia=
liſtiſchen
Deutſchland Hans Weſtmar zur Aufführung gelangte.
P. Königſtädten, 14. März. Nach 34jähriger Tätigkeit im
Gemeindedienſt, iſt der 64jährige Gemeindefaſelwärter Peter
Beckenhaub in den wohlverdienten Ruheſtand getreten.
P. Kelſterbach, 14. März. In Anerkennung ſeiner hervor=
ragenden
Leiſtungen im Feuerwehr= und Rettungsdienſt wurde
dem Schmiedemeiſter Joh. Jacob Bauſch das ſilberne Ehrenkreuz
des Heſſiſchen Feuerwehrverbandes verliehen.

Drei ganz beſtimmt. Leider war es ſo dunkel, daß ich nichts
ſehen konnte.
Wir ſchlichen hinunter. Ich ging voraus. Dort lag die Laube,
ich hörte nichts. Waren die Männer bereits auseinandergegan=
gen
? Ich tappte mich übers Gras und kam dicht an die Laube
heran. Sie war vollkommen bewachſen, man konnte nicht hindurch=
ſehen
.
Plötzlich hörte ich eine ſehr helle Stimme. Eine Frau? Nein,
ein Mann. Schnelle, huſchende Sätze in einer fremden Sprache.
Kroatiſch war es nicht, keine ſlawiſche Sprache. Es war, wenn ich
mich nicht irre, ungariſch oder türkiſch. Vielleicht waren es Moſ=
lems
von den Bergen, die ſprachen doch türkiſchen Dialekt. Gleich
hinter Raguſa gab es ſolche Bergneſter. ...
Alſo doch weiter nichts als eine Schmuggelgeſchichte.
Inger ſtand jetzt neben mir und ſtarrte mich fragend an. Ich
zuckte die Schultern und lächelte.
Plötzlich hörten wir, daß die Männer in der Laube ſich er=
hoben
. Jadran flüſterte etwas, wir drückten uns in das Laub=
werk
. Gott ſei Dank, daß es ſo dunkel war, jetzt würden ſie gleich
erſcheinen .
Jadran kam als erſter zum Vorſchein. Er hatte es anſcheinend
eilig und ging ſchnell auf das Haus zu, wo er in der Küchentür
verſchwand.
Dann erſchienen die beiden anderen: zwei Männer in gelben
Trenchcoats, ein großer und ein kleiner. Sie gingen ſchnell auf die
Straße, blickten ſich noch einmal um und verſchwanden.
Gleich darauf betrat ich mit Inger die Laube. Eine Wein=
karaffe
ſtand auf dem Tiſch, drei Gläſer. Plötzlich entdeckte ich ein
zerknülltes Papier auf dem Fußboden und hob es auf.
Es war ein zweimal durchgeriſſenes Scheckformular. Der
Scheck einer Budapeſter Bank. Ich fuhr förmlich zuſammen, als ich
den Betrag las: viertauſend Pengö. Die Unterſchrift war un=
leſerlich
.
Was halten Sie davon. Inger?
Die haben den Scheck fortgeworfen und einen anderen ge=
ſchrieben
, höchſtwahrſcheinlich auf eine noch höhere Summe.
Ich finde, viertauſend Pengö iſt eine Menge Geld für einen
Jadran.
Es ſind alſo Ungarn, ſagte Inger ſinnend, was hat Jadran
mit Ungarn zu tun? Sehr verdächtig.
Ich werde ihm morgen auf den Zahn fühlen. Kommen Sie
Inger. Jetzt wollen wir uns um Baggenſen kümmern.
Wir gingen vorſichtig um das Haus herum nach vorn. Das
Licht aus dem Salon fiel immer noch in den Garten.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ] Seite 8 Nr. 73 Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten Donnerstag, 15. März 1934

Die Grundfkeinlegung zur Diekrich=Ecke
Nach der Krönungsfeier Bunis

Oberpräſident Staatsrat Wilhelm Kube vollzieht den feierlichen Akt der Grundſteinlegung.
In der märkiſchen Induſtrie=Großgemeinde Finow wurde zu der Dietrich=Eckart=Siedlung für Kurz=
arbeiter
der Grundſtein gelegt. Die Siedlung wird 200 Kupferhäuſer umfaſſen. Ihr Zweck iſt, die
Lebensmöglichkeit der Kurzarbeiter dadurch zu verbeſſern, daß ſie ſich durch die Verbindung mit der
Scholle einen zuſätzlichen Erwerb verſchaffen können.

unter Frit
Der junge Kaiſer begibt ſich an der Spitze der Regierung und der Wurdenträger zu der großen indem die
Sammlung
Truppenparade, die am Krönungstage in Hſingking abgehalten wurde.
meiſter bild

Reich und Ausland.
Die Reichsbahn mokoriſiert.
An der Internationalen Automobil= Ausſtel=
lung
in Berlin beteiligt ſich die Reichsbahn erſt=
malig
unter dem Leitgedanken: Die Reichsbahn
motoriſiert, mit einer umfangreichen Ausſtel=
lung
. Sie ſtellt auf der Ausſtellung ihre neuen
Laſtkraftwagenbauarten, ihren den Kraftwagen
mit der Schiene verknüpfenden Behälterdienſt
und zahlreiche Motoren, die in Verfolg des Leit=
gedankens
in Schienen= und Straßenfahrzeuge
ſowie Hilfsmaſchinen aller Art eingebaut wer=
den
, zur Schau; ſie zeigt ſich damit auf einem
Arbeitsgebiet, dem die techniſche Entwicklung
und die Forderungen der neueſten Zeit ihren
Stempel aufgedrückt haben. Das Eindringen des
Verbrennungsmotors als Zugkraftmaſchine
Motor=Kleinlokomotive in den Betrieb der
Reichsbahn, und insbeſondere die Eingliederung
des Kraftwagens in ihren Fahrzeugpark ſind
nicht nur techniſch, ſondern auch volkswirtſchaft=
lich
höchſt bedeutſam. Daneben iſt es bemerkens=
wert
, einen Blick auf die zahlreichen motoriſier=
ten
Hilfseinrichtungen zu werfen, deren ſich die
Reichsbahn bei der Bewältigung ihrer Aufgaben
bedient. Den Beſuchern der hochbedeutſamen
Ausſtellung kann daher nicht dringend genug
empfohlen werden, der Sonderſchau der Reichs=
bahn
ihren Beſuch abzuſtatten.

Ein gefährlicher Heiraksbetrüger
feſtgenommen.
Frankfurt a. M. Der 26jährige Kurt
Denker, von Beruf angeblich Kaufmann, knüpfte
durch Inſerate Beziehungen mit jungen Mädchen
an. In einem bisher bekannt gewordenen Fall
gelang es ihm, einem Mädchen 800 RM. abzu=
locken
. Er gab dabei an, das Geld zur Bezah=
lung
von Gerichtskoſten, einen Chauffeurkurſus
und für Stellung einer Kaution zur Uebernahme
einer Stellung zu benötigen. Bei ſeinen Schwin=
deleien
ging er ſoweit, daß er einen Autounfall
in Szene ſetzte, ſich mit verbundenem Kopf ins
Bett legte und durch einen Mittelsmann das
Mädchen an ſein Krankenlager rufen ließ. Das
Mitleid des Mädchens wußte er inſofern auszu=
nutzen
, als er angab, er müſſe den verurſachten
Autoſchaden in Höhe von 210 RM. erſetzen. Auch
dieſen Betrag erhielt er. Zu ſpät erſt bemerkte
das Opfer die Betrügereien. Denker hatte das
erſchwindelte Geld mit anderen Mädchen auf Ver=
gnügungsreiſen
durchgebracht. Da der Verdacht
beſteht, daß Denker noch ähnliche Schwindeleien
begangen hat, wollen ſich evtl. Geſchädigte bei der
Kriminalpolizei, die den Gauner inzwiſchen feſt=
genommen
hat, melden.

Ein Gemälde im Städel von einem Unbekannten
beſchädigt.
Frankfurt a. M. Im Städel=Muſeum
wurde, wie erſt jetzt bekannt wird, am Donners=
tag
, den 8. März, zwiſchen 16 und 16.30 Uhr, ein
wertvolles Gemälde von einem Unbekannten
ſchwer beſchädigt. Das Bild ſtellt fünf Nymphen
dar, die einen Mann ins Waſſer ziehen. Das
Gemälde, das im zweiten Stock des Muſeums un=
tergebracht
war, weiſt einen Riß auf, der ſich von
der Mitte des Bildes bis zum unterſten Rande
hinzieht. Perſonen, die ſich um die genannte Zeit
in dem Muſeum aufhielten und irgendwelche
Wahrnehmungen machten, werden gebeten, ihre
Beobachtungen der Kriminalpolizei mitzuteilen.
Autobus mit 25 Arbeitern eine Böſchung
hinabgeſtürzt.
Rüdesheim. Ein ſchwerer Unfall hat ſich
hier zugetragen. Der Omnibus eines Unterneh=
mers
von Geiſenheim, der täglich die Rodungs=
arbeiter
von Aßmannshauſen nach Presberg be=
fördert
, kam auf der Straße am Forſthaus Rüdes=
heim
plötzlich von der Fahrbahn ab. Er glitt
eine über einen Meter hohe Böſchung hinunter
und ſchlug um. Bei dem Unfall wurden ſämt=
liche
Fenſterſcheiben des Wagens zertrümmert.
Die in dem Wagen befindlichen 25 Arbeiter und
der Wagenführer konnten ſich nur mit großer
Mühe durch die zertrümmerten Fenſter ins Freie
bringen. Mehrere Arbeiter trugen bei dem Un=
fall
Schnittwunden und Quetſchungen davon, zwei
erlitten ſchwere Arm= und Kopfverletzungen. Die
größte Zahl der Wageninſaſſen kam mit dem
So
ken davon.

Erſter Spakenſtich für Sachſens erſte Thingſkäkke.

Ueberblick über die Feier. Im Hintergrund die Tribüne mit den Ehrengäſten.
Bei Kamenz (Sachſen) vollzog der Reichsſtatthalter Mutſchmann den erſten Spatenſtich zu einer
Thingſtätte, die die erſte auf ſächſiſchem Boden ſein wird.
Breslaus
halle ſoll Weiheſtätte deutſchen Volkskums werden.

Die großzügig angelegte und monumental gehaltene Jahrhunderthalle in Breslau
ſoll zum Nationaldenkmal ausgeſtaltet werden. Die Weiheſtätte ſoll dann für den Südoſten eine
ähnliche Bedeutung haben wie etwa das Niederwalddenkmal für den Weſten und die Befreiungs=
halle
bei Kehlheim für den Süden des Reiches.

Der Oberammergauer Pekrus=Darſteller
Peker Rendl .
München Der Petrus=Darſteller der Ober=
ammergauer
Paſſionsſpiele von 1930, der Bild=
hauer
Peter Rendl, der auch für die Jubiläums=
ſpiele
als Petrus gewählt war, iſt nach kurzer
Krankheit geſtorben. Er verkörperte in den Paſ=
ſionsſpielen
1890 und 1900 den Jünger Johannes.
Verheiratet war er mit einer Tochter des frühe=
ren
Chriſtus=Darſtellers Joſeph Mayr.
Eiſenbahnattentäter feſtgenommen.
Plauen. Auf der Eiſenbahnſtrecke Mehl=
theuer
Syrau ſind in der Nacht zum Dienstag
vier Einfahrtsſignallampen von den Signalma=
ſten
heruntergeholt und ausgelöſcht worden. Ein
Zugführer machte ſofort Meldung. Noch am
Dienstag wurde durch die Gendarmerie und
Eiſenbahnſtreifbeamten der Täter in einem Ein=
wohner
aus Mehltheuer ermittelt, der früher
bei der Eiſenbahn tätig war.
Großfeuer in einem Nürnberger Kohlenlager.
Nürnberg. In der Nacht zum Mittwoch
brach in dem Kohlenlager Gibitzenhof der Firma
Chriſtoph Teufel, G. m. b. H., ein Großfeuer aus,
das die rieſigen Lagerſchuppen ergriff und in den
großen Holz= und Kohlenvorräten reiche Nah=
rung
fand. Die Feuerwehr, die mit drei Löſch=
zügen
anrückte, bekämpfte das verheerende Ele=
ment
mit elf Schlauchleitungen. Die Brandur=
ſache
iſt vorerſt noch nicht ermittelt. Der Scha=
den
iſt beträchtlich.

Sfürmiſche Überfahrt der Berengaria
London. Der Cunard=Dampfer Berenga=
ria
traf Dienstag abend, nach einer ſtürmiſchen
Ueberfahrt, mit ſtarker Verſpätung aus New
York in Southampton ein. Am Sonntag wurde
das große Schiff von rieſigen Wellen dermaßen
hin= und hergeworfen, daß zwei im Kaſſenraum
eingebaute Stahlſchränke von drei Metern Höhe
und einem Gewicht von je 2 Tonnen losgeriſſen
und umgeſtürzt wurden. Zahlreiche Möbelſtücke
und viel Geſchirr wurde zerbrochen. 10 Fahr=
gäſte
und ein Mann der Beſatzung erlitten leichte
Verletzungen. Mittwoch vormittag mußte das
Schiff bereits wieder die Fahrt nach New York
antreten. Es wird 150 Kiſten Gold, im Werte
von 1½ Millionen Pfund Sterling, 2000 Barren
Silber und 6000 Kiſten Likör mitnehmen.

Zwei Hinrichtungen in Neuruppin.
Neuruppin. Im Hofe des Strafgefäng=
niſſes
Neuruppin wurden am Mittwoch früh, ge=
gen
6 Uhr, der Mörder Otto Kuhrt und die Frau
Frieda Schenk aus Grüneberg (Mark) durch den
Scharfrichter Gröbler aus Magdeburg hingerich=
tet
. Kuhrt war wegen Mordes an dem Landwirt
Schenk vom Schwurgericht Neuruppin zum Tode
verurteilt worden. Frau Schenk hatte mit dem
Knecht ein Liebesverhältnis unterhalten und ihr
zu der Mordtat angeſtiftet. Am Abend des 21.
Dezember 1933 hatte Kuhrt ſeinen Dienſtherren
aus der Dienſtwohnung gelockt und ihn mit
einem Jagdgewehr aus dem Hinterhalt erſchoſſen,
als er in die Hoftür trat.

poſition u

Gewalkige Trauerkundgebung
für die Token von Karſten=Zenkrum.
Beuthen. Die Grenz= und Bergbauſtadt
Beuthen erlebte am Mittwoch eine in ihrer Art
einzig daſtehende Kundgebung zu Ehren der ſiez
ben Todesopfer des Unglücks auf der Karſten=
Zentrum=Grube. Nachdem am Vormittag das
letzte Opfer des Unglücks beerdigt worden war
verſammelten ſich gegen Mittag auf dem großen für beſond
Hof der Grubenanlage, von deren drei Förderz ſur dien de
türmen die Halbmaſt geſetzten Fahnen des Drit denen es 9
ten Reiches flatterten, die Abordnungen der SA.)//2 ſtets d
SS., NSBO. und des Arbeitsdienſtes, de Lame der
Schutzpolizei, des Zolldienſtes und zahlreiche Jähres ge
nationalſozialiſtiſcher Organiſationen und Ver=uſo die au
bände aus ganz Oberſchleſien. Beſonders zahl deieliſhin,
reich waren die Kameraden der Verunglückten blicklichen
und die Belegſchaften der oberſchleſiſchen Gruben. Dieſer
mit ihren Fahnen vertreten. Hinter den Reihenſaſſen. Eil
der Angetretenen drängten ſich Tauſende aus al=dem Alten
len Schichten des oberſchleſiſchen Volkes. Gegen Tage geſeh
13 Uhr ertönten die Sirenen der Grube, als Ober=Verhaftung
präſident und Gauleiter Staatsrat Brückner denallmächtig
Grubenhof betrat. In ſeiner Begleitung befan=berr, ſah d
den ſich Staatsrat Schuhmann als Vertreter des ſicht?
Führers der Deutſchen Arbeitsfront Dr. Ley, Vorbeſtraf
Reichsbetriebsgruppenleiter für den Bergbauwillen! 2
Stein, Reichsfachſchaftswart für den Bergbaunicht den
Padberg. Oberpräſident Brückner, wurde begrüßt geſtohlen?
von den Leitern der Grube, den Spitzen der ſtaat=wir gleich
lichen und ſtädtiſchen Behörden Oberſchleſiens, der dem Dieb
Bergbehörden, der SA. und SS. Auf den Ehren=ſunden ha
plätzen befanden ſich die Angehörigen der toten wen haben
Bergknappen, denen Oberpräſident Brückner das Nann:
mitanſeh
Beileid ausſprach.
haben. ur
Südfranzöſiſches Dorf von einem Erdrutſch
bedroht.
Paris. Das ſüdfranzöſiſche Dorf Roquebil=
lére
, in den Seealpen, das erſt im Jahre 1926
durch einen Erdrutſch teilweiſe zerſtört worden
war, ſteht erneut vor der ernſten Gefahr, durch
einen Erdrutſch verſchüttet zu werden. Im An=
ſchluß
an die letzten ſchweren Regenfälle wurden
an den Bergen, die das Dorf umgeben, mehrere
tiefe Riſſe feſtgeſtellt. Am Dienstag ereignete ſich
bereits ein erſter Erdrutſch, der aber keinen Scha=
den
anrichtete. Die Behörden haben ſich am
Dienstag aus Sicherheitsgründen genötigt ge=
ſehen
, die Räumung des Dorfes anzuordnen.
Der Generalinſpektor der franzöſiſchen Regie
von Beirut wegen Haſchich=Schmuggels verhaftet,
Paris. Die Zollbeamten von Marſeille
verhafteten am Montag den Genralinſpektor der
franzöſiſchen Regie von Beirut, der im Begriff
war, 100 Kilo Haſchich zu ſchmuggeln, die er in
der eigens dazu gebauten doppelwandigen Karoſ
ſerie ſeines Kraftwagens verſteckt hatte, um ſie
am Dienstag mit nach Kleinaſien zu nehmen.
Die Rettungsaktion für die Tſcheljuſkin=
Beſatzung.
Moskau. Die Regierungskommiſſion für
die Rettung der Tſcheljuſkin=Beſatzung teil
mit, daß die Flugzeugbaſis nunmehr von Kay
Wellen nach Kap Vankarem verlegt worden iſ,
wo beſſere meteorologiſche Verhältniſſe herrſchen
Der Flieger Ljapidewſki hat am 10., 11. und 12/
März drei Flüge unternommen, um das Lager
Prof. Schmidts zu erreichen; er mußte jedoch im
mer wegen Verſagens des Motors wieder ume
kehren. Am 14. März wird Ljapidewſki von Kao
Vankarem aus ſeine Flüge zum Schmidt=Lages
wieder aufnehmen. Der Dampfer Stalingrad/
iſt in Oljutorſskoje, an der Oſtküſte Kamtſchatkas,
eingetroffen, wo er Flugzeuge und Brennſtofſe
löſchte. Im Lager Profeſſor Schmidts iſt alles
wohlbehalten. Die Drift hat faſt aufgehört. Die
geographiſche Lage war am 12. März 68.24,9 Grod,
nördlicher Breite und 137.17,3 Grad weſtlichee
Länge.
13 Ueberlebende der Tomotſuru und 49 Leichel
geborgen.
Tokio. Am Mittwoch früh betrug die Zahl)
der geretteten Ueberlebenden des Zerſtörers AFl
motſuru 13. Wie Reuter aus Tokio melden
konnten aus dem Wrack des gekenterten japan?
ſchen Zerſtörers Tomotſuru bisher weiter in?
geſamt 49 Leichen geborgen werden. Man hu
jetzt jede Hoffnung aufgegeben, den Reſt der Bel
ſatzung noch lebend zu bergen, ſo daß ſich die Ge‟
ſamtzahl der Ueberiebenden, die 13 beträgt, nich
mehr erhöhen dürfte.

[ ][  ][ ]

15. März 1934

Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 73 Seite 8

*


11
der
ſcheil
79
Reiſel
A
Hegenl
Ober!
dei
gefand
ter des
Ley
ſergba1

Die Geſchichte der Militärmärſche.
Wie die Milikärmärſche entſtanden. Die amkliche Organiſakion der Milikärmuſik.
Der Hohenfriedeberger und andere Märſche.

Milikärmuſik im Drikken Reich.
Hitlers Intereſſe für Militärmärſche der Badenweiler
Narſch iſt bekanntlich ſein Lieblingsmarſch und die Muſik=
lapellen
der SA. und SS. haben dieſem alten deutſchen Muſikgut
u einer neuen Blüte verholfen. Erſt jüngſt wurde ein großes
Militärmarſch=Konzert der großen nationalſozialiſtiſchen Kapellen
m Berliner Sportpalaſt in Gegenwart Hitlers aufgeführt und
nehrere Male wiederholt, da das Intereſſe der Oeffentlichkeit
ſaran ganz außergewöhnlich groß war. Auch im Rundfunk wurde
das Konzert übertragen. Die großen Verſammlungen Hitlers und
inderer hervorragender Perſönlichkeiten der Partei werden ſtets
von Militärmärſchen umrahmt, da ſie die Stimmung im vater=
ſändiſchen
Sinne beeinfluſſen und erhöhen. Die Militärmuſik hat
n Deutſchland ſtets nicht nur beim Heere, ſondern auch beim
Volke eine große Rolle geſpielt.
Immer hat die Muſik bei den Truppen die verſchiedenſten
Aufgaben erfüllt: Erleichterung des Marſches, Hebung der Stim=
nung
, Begeiſterung beim Sturm und Mitwirken bei verſchiedenen
Gelegenheiten, z. B. Paraden, Gottesdienſt. Siegesfeiern. Stets
dat es ſich gezeigt, daß Muſik die Ermüdeten mehr ermuntert, als
Unſprachen oder Befehle. In den Heeren des Mittelalters waren
die Trompeter und Pauker bekannt. Erſt Anfang des 17. Jahr=
ſunderts
wurden Kapellen, wenn auch in einfachſter Form und
geringer Zahl, gebildet. Auch zur Zeit Friedrichs des Großen war
das Muſikweſen im Heer noch nicht beſonders ausgebildet. Erſt
inter Friedrich Wilhelm III wurden feſte Grundſätze aufgeſtellt,
indem die Kapellen verſtärkt, neue Inſtrumente eingefügt und
Sammlungen von Märſchen angelegt wurden. Tüchtige Muſik=
neiſter
bildeten ihre Muſiker aus und widmeten ſich der Kom=
ſoſition
und der Uebertragung von Märſchen. Dadurch machten
ſe die Militärmuſik volkstümlich, Auch hervorragende Kom=

poniſten komponierten Märſche und Militärkonzerte. In der
Folgezeit bis zum Weltkrieg wurde das Muſikweſen tatkräftig
weiterentwickelt und nahm nunmehr eine beachtenswerte Stellung
ein. Im Jahre 1887 wurde ein Muſikinſpizient ernannt, dem 1906
noch ein zweiter folgte. Wenn es auch ſeit den Tagen Friedrichs
des Großen einen oberſten Muſikinſpizienten gab, der ſein Amt
im Nebenberuf und in Zivil ausübte, ſo trug er nun ſeit 1838
Uniform und dirigierte in dieſem Jahr den erſten Großen Zapfen=
ſtreich
an der Spitze einer großen Zahl von Muſikern. Später hat
das Muſikweſen noch bedeutende wichtige Verbeſſerungen auf den
verſchiedenſten Gebieten erfahren. Die Ausbildung ſeiner Ka=
pelle
leitete der Kapellmeiſter (Muſikmeiſter, Stabshoboiſt und
Stabstrompeter), auch führte er die Oberaufſicht über die Spiel=
leute
, deren beſonderer Unterricht zunächſt den Bataillonstam=
bouren
oblag. In der deutſchen Reichswehr beſitzt jedes Infan=
terie
= und Pionierbataillon ein Muſikkorps von 24, jedes Reiter=
und Artillerieregiment, jede Nachrichten= und Fahrabteilung ein
Trompeterkorps von der gleichen Stärke. Infolge Verteilung der
Truppen auf eine große Anzahl Standorte hat ſich eine ſtarke
Ausſtattung mit Muſikern notwendig erwieſen. Alle Muſik= und
Trompeterkorps haben eine einheitliche Beſetzung mit Inſtrumen=
ten
, ſo daß ein Zuſammenſpielen mehrerer Korps leicht möglich
iſt. Eine große Anzahl von Konzerten und Märſchen haben ſich
aus den älteſten Zeiten erhalten. Wie oben ſchon erwähnt, ließ
Friedrich Wilhelm III. eine Sammlung der preußiſchen Armee=
märſche
anlegen, die bis in die neueſte Zeit ergänzt wurden. Sie
ſind in drei verſchiedene Sammlungen eingeordnet, von denen die
erſte langſame, die zweite Geſchwindmärſche für Infanterie und
die dritte Kavalleriemärſche enthält. Nach und nach wurden be=
rühmte
Märſche in die Sammlung, von der 1914 ein Verzeichnis
der Königl Preuß. Armeemärſche herausgegeben wurden, aufge=
nommen
. Seit einigen Jahren wird dieſe Sammlung der Armee=
märſche
fortgeſetzt, zu der auch die Märſche der anderen Kon=
tinente
hinzugetreten ſind.

Geschichten aus adler Welt

üßl

Belohnker Diebſtahl.
k. Wien. In einem großen Wiener Warenhaus gibt es
ſür beſonders geſchickte Verkäufer Sonderprämien. Nicht etwa
ſir die, die den größten Abſatz erreichen, ſondern für diejenigen,
denen es gelingt, Diebe auf friſcher Tat zu ertappen. Da gibr
s ſtets drei Schilling in bar. Eine beſonders tüchtige junge
Dame der Wäſcheabteilung holte ſich im Laufe eines einzigen
Jahres genau 178 mal die Belohnung. Die Kleine verdiente
ulſo die anſehnliche Summe von 534 Schilling als Privat=
letektivin
. Eine immerhin bezeichnende Tatſache für die augen=
llicklichen
Wiener Verhältniſſe!
Dieſer Tage konnte das kleine Fräulein ihren 178. Dieb
ſaſſen. Einen alten Herrn, zittrig und gebrechlich. Man ſah
ſem Alten an ſeiner Kleidung an, daß er früher einmal beſſere
age geſehen haben mußte. Er wurde leichenblaß bei ſeiner
Verhaftung und ließ ſich völlig gebrochen in das Büro des
illmächtigen Warenhausdirektors führen. Dieſer, ſelbſt ein alter
berr, ſah den Dieb intereſſiert an: Schämen Sie ſich denn gar
ticht? In Ihrem Alter! Wie alt ſind Sie eigentlich?
Vorbeſtraft? Der Dieb bekreuzigte ſich: Um des Himmels
villen! Wie kommen Sie darauf! Na, ſpielen Sie hier
ticht den Anfänger, alter Freund! Was haben Sie eigentlich
jeſtohlen? Der Delinquent ſchwieg. Na, das werden
wir gleich haben! Das Fräulein meldete, daß man bei
dem Dieb zwei Paar Kinderſocken und ein Kinderſpielzeug ge=
ſunden
hatte. Der Herr Generaldirektor wurde ſtutzig: Für
ven haben Sie das geſtohlen? Tonlos erwiderte der alte
Nann: Für mein kleines Enkelkind. Ich konnte nicht mehr
nitanſehen, wie das Kind friert. Es ſollte wenigſtens Strümpfe
jaben. Und endlich einmal ein winzig=kleines Spielzeug, das

arme Würmchen. Mein Sohn iſt im Krieg gefallen, meine
Tochter wurde vor kurzem abgebaut und meine Penſion ...
Der Generaldirektor antwortete nichts. Er dachte an ſein
eigenes Enkelkind. Dann ſagte er, der Alte möge im Vor=
zimmer
warten. Am ganzen Leibe zitternd fragte dieſer: Bis
mich die Polizei holt? Er erhielt keine Antwort. Zwei
Minuten ſpäter aber überreichte das Fräulein dem Schutzhäft=
ling
ein ſauberes kleines Päckchen. Darin kagen die ge=
ſtohlenen
Sachen und ein Geldſchein. Zehn Schilling, ein
kleines Vermögen!
Es geſchehen doch noch Zeichen und Wunder. Das oft
beſungene goldene Weaner Herz ſchlägt ſelbſt im Dollfuß=
Oeſterreich noch.
Siebenmal um die Erde.
(a) Amſterdam. Der Poſtbeſteller des Dörfchens Hauwert
bei Hoorn, Mijnheer G. Ettes, feierte kürzlich ſein fünfundzwan=
zigjähriges
Dienſtjubiläum. Wie beliebt der Jubilar bei ſeinen
Kunden iſt, zeigt, daß zu ſeinem Ehrentage ſämtliche Dörfer und
Bauernhöfe der Umgebung feſtlich geflaggt hatten. Auf dem Lande
kommt dem Poſtboten ja ſchließlich noch eine weit größere Bedeu=
tung
zu als in der Stadt. Ein bei den Feierlichkeiten anweſendes
ſtatiſtiſches Gemüt hat ſich die Aufgabe geſtellt, die von dem Ju=
bilar
während dieſer 25 Jahre zu Fuß zurückgelegte Entfernung
auszurechnen, und kam zu dem erſtaunlichen Ergebnis, daß Ettes
rund 600 000 Kilometer per pedes apostolorum, das heißt ſieben=
mal
den Erdumfang, zurückgelegt hat. Ettes ſelbſt ſchätzt die Zahl
der von ihm vollzogenen Beſtellungen auf 1½ Millionen. So
kann auch ein einfacher Poſtbote auf dem Lande Rekordbrecher
werden

Land über dem Herenkeſſel.
Die Lechtaler Alpen, ein immerwährender Bebenherd. Unter=
irdiſche
Höhlen ſtürzen zuſammen. Das Geheimnis des ver=
borgenen
Sees. Geſteinmaſſen wandern.
Die ſüddeutſchen Lande gehören zu den am meiſten in
Deutſchland von Erdbeben heimgeſuchten Gebieten. Haben die
bisherigen Beben auch keinerlei übermäßigen Schaden an=
gerichtet
, ſo ſteht doch noch keineswegs feſt, ob wir nicht doch
eines Tages die Beben in einem Ausmaße zu ſpüren bekommen
werden, wie wir das nicht erwartet hatten, denn Süddeutſch=
land
liegt in unmittelbarer Nähe eines immerwährenden Erd=
bebenherdes
, der Lechtaler Alpen. Dieſer Gebirgszug iſt in
ſeinen Untergründen ein tobender Hexenkeſſel, deſſen Gewalten
die beiden Hauptorte dieſes Tiroler Gebietes, Namlos (1236
Meter über dem Meere) und Berwang, wiederholt ſchon zu
ſpüren bekamen.
Die Wiſſenſchaft hat ſich in den letzten Jahren mit be=
ſonderer
Aufmerkſamkeit der Vorgänge in den Lechtaler Alpen
angenommen und dabei intereſſante Ergebniſſe gezeitigt, welche
die Fachwelt genau ſo intereſſieren wie den Laien. So herrſcht
die Meinung vor, daß im Bergmaſſiv der Knittelkarſpitze nörd=
lich
von Namlos
ein unterirdiſcher See
liegt. Man ſchließt dies aus der Beobachtung der am Gufel
liegenden Quelle. Dieſe gibt, auch wenn es wochenlang regnet,
kein Waſſer, während ſie nach Tagen vollkommener Trockenheit
plötzlich zum Vorſchein kommt und dann oft tagelang ſehr ſtark
fließt. Dieſe Quelle trat am Tage nach dem bekannten, großen
Schaden verurſachenden Beben des 8. Oktober 1930, bei dem
Namlos und Berwang ſehr ſchwer heimgeſucht wurden, außer=
ordentlich
ſtark zutage, lief drei Tage lang und iſt ſeitdem
wieder verſchwunden.
Feſtſteht, daß der Bereich der Knittelkarſpitze ſchon von jeher
ſchwache Erdſtöße mit Donnergeräuſch, ein= oder zweimal im
Jahre verſpüren läßt. Dieſe Vorgänge hängen offenbar mit
größeren Einſtürzen in einem
Höhlengebiet in der Tiefe des Gebirgsmaſſivs
zuſammen. Wahrſcheinlich bilden ſich immer wieder neue Höhlen,
die allmählich wieder zuſammenbrechen, alſo ſtets neue Geräuſche
im Erdinnern verurſachen.
Es iſt aber nach allen bisherigen Erfahrungen klar, daß ein
ſolcher, wenn auch noch ſo beträchtlicher Höhleneinſturz niemals
die Urſache für ein größeres Beben mit weiten Ausläufen ſein
kann. Der Herd eines größeren Bebens muß mehrere Kilo=
meter
tief gelegen haben, alſo unverhältnismäßig tiefer als eine
Höhle. Dieſe Höhleneinſtürze und die mit ihnen teilweiſe zu=
ſammenhängenden
Laufveränderungen der unterirdiſchen Ge=
wäſſer
ſind ohne Frage nur Begleiterſcheinungen ſehr viel weiter
reichender tektoniſcher Vorgänge. Die Geſamtverteilung und
Stärke der mechaniſch und an manchen Stellen auch akuſtiſch
wahrgenommenen Erdbebenwirkung läßt ſich durch eine in Be=
wegung
geratene oder ſich etwas raſcher als ſonſt bewegende
plaſtiſche Strömung der Geſteinsmaſſen in mehreren Kilometer
Tiefe ſehr wohl erklären. Es iſt der Zug, den die große alpine
Tiefe heute noch ausübt und dem weite umgebende Maſſen
folgen müſſen. Die ſteten Erdbeben im Süden Deutſchlands
und in Tirol ſind alſo in die Reihe der großen, mit der alpinen
Gebirgsbildungstendenz unmittelbar zuſammenhängenden Teil=
erſchütterungen
einzuſtellen.
G. S.
Hauptſchriſtleitung: Rudoli Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudol) Mauve; jür Feuilleton, Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe;fürden Schlußdienſt: Andreas
Bauer; für den Kandel: Dr. C. H. Quetſch; für Sport: Karl Böhmann; für Die
Gegenwart, Tagesſpiegel inBild und Wort: Dr. Herbert Nette; für den Anzeigen=
teil
und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtl. in Darmſtadt. D. A. II. 34: 23339
Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Monuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittags 121 Uhr nachmittags 67 Uhr.

Die heutige Nummer hat 12 Geiten.

NeueGranit=Bruchſteine Entſchuldungsverfahren.

Die Abonnentenwerbung
durch derber
ist ab 1. März 1954 wieder gestattet. Jeder Abonnentenwerber muß sich aber genau
an die von der Reichspressekammer gegebenen Richtlinien halten. Die Reichspresse-
kammer
hat den Berufswerbern grüne Ausweiskarten ausgestellt, die auf Verlangen
vorgezeigt werden müssen. Auf der Rückseite der Ausweiskarten sind die Richt-
linien
angegeben:
1. Die Werbung soll in höflicher, taktvoller Form dem zu werbenden
Bezieher die Leistungen und Vorzüge der angebotenen Druckschrift darlegen.
Der Werber hat genauen Aufschluß über Preis, Verpflichtungsdauer und
Kündigungsfristen zu geben.
2. Der Werber muß alle an ihn gerichteten Fragen, die mit der Bezugs-
bestellung
zusammenhängen, gewissenhaft und erschöpfend beantworten.
Er darf keinerlei unwahre Behauptungen aufstellen oder den an ihn gestellten
Fragen ausweichen.
3. Der Werber hat den vorgeschriebenen Auswels stets bei sich zu
führen und auf Verlangen vorzuzeigen.
4. Dem Werber ist untersagt, bei der Werbung andere Zeitungen und
Zeitschriften oder im Wettbewerb stehende Unternehmungen im Ansehen-
herabzusetzen
. Es ist ihm ferner untersagt, zur Abbestellung eines anderen
Blattes aufzufordern oder Abbestellungen zu sammeln.
5. Dem Werber ist untersagt, in irgendeiner Hinsicht auf den zu wer-
benden
Bezieher einen Zwang oder Druck auszuüben, insbesondere dürfen
nicht irgendweiche Nachleile, z. B. persönlicher, wirtschaftlicher, beruflicher
oder sonstiger Art, für die Nich bezieher einer Zeitung oder Zeitschrift an-
gedroht
werden.
6. Der Werber ist verpflichtet, dem Besteller eine Durchschrift des
Bestellscheines auszuhändigen.
Eine Verpflichtung zum Bezug bestimmter Zeitungen ist nicht zulässig, Auch darf
keine Kontrolle über den Bezug bestimmter Zeitungen ausgeübt werden. Wir
haben unsere Werber angewiesen, sich genau an diese, für alle deutschen Zeitungen
geltenden Richtlinien zu halten.
Verlag des Darmstädter Tagblaftes.

Kubikmeter Einſpännerfuhre
RM. 7., abzugeben.
Pallaswieſenſtr. 153, Telefon 422
Am Freitag, den 16. März 1934,
vormittags 9 Uhr ſollen in meinem
Verſteigerungslokal, Luiſenſtr. 32/34
folgende Pfänder zwangsweiſe
meiſtbietend gegen Barzahlung ver=
ſteigert
werden.
Beſtimmt verſteigert wird: 2 Jagd=
gewehre
, 2 Schlafzimmerbilder, 1
Büfett, 1 National=Regiſtrierkaſſe,
30 Liter Fußbodenöl, 1 ſchw. Kleid,
1 Radio mit Verſtärker, 1 kl. franz.
Lautſprecher, 1 Schreibmaſchine
(Mignon), 1 Ladenkaſſe (Gritzner),
1 Partie Raſierſpiegel und Kriſtall=
Zerſtäuber, ca. 100 Paar Leder=
handſchuhe
, 1 Klavier, verſch. Lam=
pen
, Möbel u. a. m.
Ferner hieran, um 10 Uhr, im Lager
des Spediteurs L. Eberhardt,
Eſchollbrückerſtr. 26: 1 Kaſſenſchrank
1 Nähmaſchine (verſenkbar), 1 Akten
ſchrank mit Glastüren, 4 Schreib
pulte u. verſch. mehr.
3093
Darmſtadt, den 15. März 1934.
Wendel, Gerichtsvollzieher,
Mackenſenſtraße

Ueber den landwirtſchaftlichen Betrieb der
1. Simon Ditzel T., Meſſel,
2. Margarethe Ditzel, geb. Wenchel, daſelbſt,
wird heute, am 3. März 1934, vormittags 11¾ Uhr
Verſteigerungsanzeige. das Entſchuldungsverfahren eröffnet. Zur Ent=
ſchuldungsſtelle
wird die Landesbauernkaſſe Rhein=
Main=Neckar e.G.m.b.H., Frankfurt a. M., ernannt.
Alle Gläubiger werden zur Meidung von Rechts=
nachteilen
aufgefordert, bis zum 30. April 1934 bei
dem unterzeichneten Gericht oder bei der Entſchul=
dungsſtelle
ihre Anſprüche anzumelden und die in
ihren Händen befindlichen Schuldurkunden einzu=
reichen
.
(8083
Heſſiſches Amtsgericht Darmſtadt.
Verſteigerung.
Sonnabend, den 17. März 1934, werden
um 10 Uhr im hinteren Hof der Drag.=Kaſerne 23
Eingang Riedeſelſtraße meiſtbietend gegen
Barzahlung verſteigert: Ausgeſonderte Fenſter, Waſ=
ſerrohre
, Gußrohre, Bogen, Wandbecken, Spülſteine,
Piſſoirbecken, Kloſettbecken, Türen, Kaſtenſchlöſſer,
Schalter, Sicherungselemente, Geräte, Holzgeſtelle,
Maſchendraht, Alteiſen, Zink, Meſſing, Kupfer, Herde
und Oefen.
(3089
Finanzamt Darmſtadt=Stadt
(Liegenſchaftsſtelle)
Peter=Gemeinder=Straße 15.

[ ][  ][ ]

Seite 10 Nr. 73

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Donnerstag, 15. März 1934

Sber. Süter TlaSaetiene

De Spotl an 40. Matg.

Enkſcheidungen im Raſenſpork.

Das Programm des Sonntags umfaßt in erſter Linie eine
Hochflut von Veranſtaltungen im Raſenſport, wobei die Kämpfe
im Fußball und Handball angeſichts der bevorſtehenden Entſchei=
dungen
in den einzelnen Gauen von beſonderer Bedeutung ſind.

Fußball.

In den ſüdweſtdeutſchen Gauligen reifen nun die
letzten Entſcheidungen heran. Allerdings wird der bevorſtehende
Sonntag die ausſtehenden Klärungen nicht bringen. Im Gau
Südweſt hängt viel von dem Treffen der führenden Offenbacher
Kickers mit dem FK. Pirmaſens dort ab und auch das Abſchneiden
der Wormatia Worms bei Eintracht Frankfurt wird zur Klärung
der Verhältniſſe beitragen. Ferner ſpielen: Boruſſia Neunkirchen
Mainz 05 und A.O. Worms Spfr. Saarbrücken. In Baden
wird der SV. Waldhof durch einen Sieg über den SC. Freiburg
wohl Tabellenführer werden, da der zurzeit führende VfR. Mann=
heim
ausſetzt. Ein Sieg des Freiburger FC. über den Pforzheimer
FC. gibt auch den Südbadenern noch weitere Ausſichten. Außer=
dem
ſpielen noch: Phönix Karlsruhe Karlsruher FV. und Ger=
mania
Brötzingen VfB. Mühlburg. In Württemberg
ſind von den punktgleichen Tabellenerſten nur die Stuttgarter
Kickers beſchäftigt; gegen Ulm 94 dürften ſie auf eigenem Platze
ihre Poſition behaupten. Die übrigen Spiele: SSV. Ulm SV.
Feuerbach, Spfr. Stuttgart Stuttgarter SC. In Bayern
geht der führende 1. FC. Nürnberg den äußerſt ſchweren Gang zu
den Münchener Bayern‟. Ein Sieg dort wird dem Club die
Meiſterſchaft bringen, da er dann ſein letztes Treffen gegen den
FV. Würzburg zu Hauſe ſicher gewinnen wird. Die Münchener
Löwen werden diesmal durch einen Sieg in Nürnberg über den
ASN. ihre Anwartſchaft noch verteidigen. Außer dieſen beiden
Treffen bringt der Sonntag noch folgende Spiele: FC. München
Spielvg. Fürth, FV. Würzburg 04 Wacker München, FC. Bay=
reuth
FC. Schweinfurt 05. Jahn Regensburg Schwaben
Augsburg. In Nordheſſen iſt die Meiſterſchaftsfrage geklärt.
die angeſetzten Spiele entſcheiden darüber, wer Hermannia Kaſſel
in die zweite Klaſſe begleitet; Kurheſſen Marburg und Sport Kaſ=
ſel
haben dazu die beſten Ausſichten‟. Der Sonntag bringt in
Südweſtdeutſchland auch einige Freundſchaftsſpiele, der
weſtdeutſche Meiſter Schalke 04 iſt in Fulda und Saarbrücken zu
Gaſt. Im Reich nehmen die Sviele um die Gaumeiſterſchaften
ihren Fortgang, von den Ereigniſſen aus dem Ausland nennen
wir zuerſt die Vorſchlußrunde um den engliſchen
Cuv mit den Spielen: Aſton Villa Mancheſter City und
Leiceſter City Portsmouth. Im Rahmen der Weltmeiſter=
ſchafts
=Ausſcheidungen treffen ſich Portugal und Spanien im Rück=
ſpiel
in Liſſabon, wozu Dr. Bauwens=Köln als Schiedsrichter an=
gefordert
wurde.
Handball.

Im Gau Südweſt finden zwiſchen den Gruppenſiegern
die Vorſpiele um die Gaumeiſterſchaft ſtatt. Es treffen ſich bei
den Männern TV. Frieſenheim und Polizei
Darmſtadt, und bei den Frauen TV. 61 Kaiſerslautern und
Stadt=SV. Frankfurt. In rückſtändigen Gruppenſpielen begegnen
ſich noch: Main=Heſſen: Darmſtadt 98 Tgſ. Offen=
bach
TSV. Herrnsheim TSG. Fechenheim. Saar=Pfalz:
TV. Malſtatt Pfalz Ludwigshafen. In Darmſtadt findet
ein Auswahlſpiel Main=Heſſen gegen Rhein=
Main ſtatt. Aus dem Reich iſt das erſte Entſcheidungsſviel der
punktgleichen Berliner Tabellenführer BSV. 92 und Askaniſcher
TV. zu erwähnen.
Hockey.

In der Zwiſchenrunde um den Silberſchild des
Deutſchen Hockey=Bundes treffen ſich in Heilbronn Süddeutſch=
land
und Mitteldeutſchland. Der Sieger der Begeg=
nung
beſtreitet am 8. April in Berlin das Endſpiel um den Ver=
teidiger
der Trophäre, Brandenburg. Daneben bringt der= Sonn=
tag
in den ſüdweſtdeutſchen Hockeyzentren wieder eine Reihe von
intereſſanten Freundſchaftsſpielen.

Radſport.

Die großen Ereigniſſe im Radſport ſpielen ſich diesmal im
Ausland ab, nachdem das Berliner Sechstagerennen beendet iſt.
In Paris wird am Montag das letzte europäiſche Sechs=
tagerennen
dieſer Saiſon beendet, bei dem auch die deutſchen
Straßenfahrer Stöpel und Thierbach an den Start gegangen ſind.
Zwei große Straßenrennen im Ausland. Rund um Flandern und
das Bergrennen am Mont Faron, und das Rennen Bochum
MünſterBochum ergänzen das Programm des Sonntags.

Schwimmen.

Zu einer erſten großen Heerſchau im Hinblick auf die Vor=
bereitungen
auf die Olympiſchen Spiele hat der Deutſche
Schwimmverband ſeine Beſten zu einer großen Reichs=
Olympiaprüfung nach Magdeburg eingeladen. In einer
zweitägigen Veranſtaltung wird das ganze olympiſche Pro=
gramm
, mit Ausnahme des Turmſpringens und der langen
Strecke, zweimal abgewickelt. Aus dem ganzen Deutſchen Reich
ſind dazu rund 100 Schwimmerinnen und Schwimmer eingeladen,
bzw. auf Grund ihrer Leiſtungen gemeldet worden. Man wird
dieſe Prüfung mit Recht als erſte inoffizielle deutſche Hal=
lenmeiſterſchaft
anſprechen können.

Ringen.

Im Rahmen der Ausſcheidungskämpfe für die Teilnahme an
den Europameiſterſchaften in Rom treten die Bantamge=
wichtler
am Sonntag in Lampertheim zuſammen. Am
gleichen Tage geht in Köln ein internationales Ringerturnier in
Szene bei dem der ſchwediſche Olympiaſieger Jonhannſon und
ſein Landsmann Lindeloof auf die Matte gehen.

Pferdeſport.
Der Terminkalender im Pferdeſport verzeichnet die erſten
deutſchen Galopprennen auf der Bahn in Düſſel=
dorf
.
Verſchiedenes.
Zum 86. Male findet am Samstag auf der Themſe der
Achterwettkampf OxfordCambridge ſtatt. Die
Elite der deutſchen Springreiter geht nach der Frankfurter Ver=
anſtaltung
beim Stuttgarter Reitturnier vom Freitag
bis Sonntag an den Start, um dann eine Woche ſpäter an der
Münchener Veranſtaltung teilzunehmen.

Abſchlußkämpfe in der Bezirksklaſſe
Südheſſen.

Polizei Darmſtadt Viktoria Urberach (3:0),
Starkenburgia Heppenheim VfR. Bürſtadt (0:3),
Sportvgg. 04 Arheilgen Olympia Lampertheim (1:4).
Haſſia Dieburg FC. 07 Bensheim (1:1),
Germania 03 Pfungſtadt SV. 98 Darmſtadt (1:1).
... in den Nachbargruppen.
FV. Sprendlingen SV. Bonames,
1. FC. Langen SV. 07 Heddernheim.

Es geht dem Ende der Pflichtſpielzeit zu in der Bezirksklaſſe.
Dieſe letzten Treffen dienen in der Hauptſache nur einer beſſeren
Placierung der einzelnen Mannſchaften, und auch am Tabellenende
handelt es ſich nur noch um einen eventuellen Platzwechſel zwiſchen
Bensheim und Pfungſtadt, der bis zum Sonntag noch möglich iſt.
Der neue Gruepenmeiſter empfängt Viktoria Urberach zum
Rückſpiel. Die Grünen ſollten das 3:0 des Vorſpieles auch wie=
der
ohne ſonderliche Mühe erreichen.
VfR. Bürſtadt, der Tabellenzweite, muß nach Heppenheim.
Auch bier iſt mit einer Wiederholung des Bürſtädter Vorſpiel=

Hiesmat igen voit!

Obwohl im Gau= ſowohl als auch im Bezirks= und Kreis=
klaſſen
=Wettſtreit gerade jetzt natürlich die ſonderbarſten Reſul=
tate
herauskommen, wollen wir trotzdem wieder, ſo gut es nor=
maler
Weiſe möglich iſt, des Glückes und des Könnens Gang
vorherſagen. Und zwar:
Gauliga: FK. Pirmaſens Kickers Offenbach 3:1. Eintracht
Frankfurt Wormatia Worms 4:3.
Bezirksklaſſe: Polizei Darmſtadt Viktoria Urberach 5:2, Star=
kenburgia
Heppenheim VfR. Bürſtadt 2:3, SVgg. Arheilgen
Olympia Lampertheim 2:1, Haſſia Dieburg FC. 07 Bens=
heim
3:1, Germania Pfungſtadt SV. 98 Darmſtadt 2:1.
Kreisklaſſe: Weiterſtadt Tgſ. Darmſtadt 0:1, Michelſtadt
Roßdorf 3:2, Egelsbach Ober=Ramſtadt 5:2, Griesheim
Mörfelden 1:0, Groß=Gerau Union Darmſtadt 3:1, Tgſ. 1875
Darmſtadt Wixhauſen 4:2, Tv. Lampertheim Olympia
Biebesheim 3:1. Alemannia Groß=Rohrheim Vorwärts
Bobſtadt 5:1.

ſieges zu rechnen, wenn dieſer vielleicht auch etwas knapper als
im Vorſpiel ſein wird.
Am Arheilger Mühlchen tritt Olympia Lampertheim an. Die
Arheilger ſind augenblicklich recht gut in Fahrt und könnten auch
den Lampertheimern Schwierigkeiten machen. Geſichert ſind beide
Mannſchaften, ſo daß man den Hauptwert auf ein ſchönes Spiel
legen kann.
In Dieburg erwartet man den FC. Bensheim zum Rüchſpiel.
Nach aller bisheriger Erfahrung dürften hier die Punkte in Die=
burg
bleiben, zumal mit einem Dieburger Sieg die Erringung des
fünften Platzes verbunden iſt.
Das in ſeiner Art wichtigſte Spiel ſteigt aber in Pfungſtadt
zwiſchen der dortigen Germania und dem SV. 98 Darmſtadt.
Pfungſtadt liegt immer noch auf dem vorletzten Platz, während die
98er Nr. 4 ſicher haben. Ein Erfolg der Pfungſtädter, die ihrem
Können nach im Mittelfeld liegen müßten und den ſchlechten Ta=
bellenplatz
nur der eigenen, oft fahrläſſigen Spielweiſe zuzuſchrei=
ben
haben, würde die Germanen vor Bensheim bringen und ſie
ſichern. Eine Niederlage würde alles beim alten laſſen, bis die
Abſtiegsfrage auch amtlich geklärt iſt. Die ſchwache Form des
Pfungſtädter Angriffs läßt uns an einem Erfolg der Germanen
zweifeln; auf der anderen Seite weiß man aber, daß auch Bür=
ſtadt
, Dieburg und Lampertheim in Pfungſtadt zu Fall kamen alſo
ein Erfolg ſchließlich doch möglich iſt. Man muß den Spielaus=
gang
alſo offen laſſen. Die guten Beziehungen der beiden Ver=
eine
laſſen einen ſchönen Kampf erwarten.

Die Lage in der 1. Kreisklaſſe.

Gruppe 1.
Die Spiele des letzten Sonntags haben die Lage nicht ſonder=
lich
verändert. Egelsbach hat wohl einen Punkt den erſten
überhaupt! abgeben müſſen, kann ſich das aber leiſten. Auf
der anderen Seite wird man aber bei den anderen Vereinen etwas
mehr Courage gefunden haben und dürfte dem Tabellenführer
etwas energiſcher zuleibe gehen. Der wird natürlich ſeine Mei=
ſterſchaft
ohne Gefährdung heimbringen. Im übrigen hat ſich
nach den Siegen von Mörfelden, Roßdorf und den ehemals Rot=
Weißen jetzt eine Spitzengruppe gebildet, die ſo auch bis zum
Schluſſe zuſammenbleiben dürfte.
Am 18. März ſpielen: FC. Egelsbach SC. Ober=Ramſtadt,
Viktoria Griesheim SV. Mörfelden, SV. Groß=Gerau Union
Darmſtadt, Tgſ. 1875 Union Wixhauſen (11 Uhr). VfL. Michel=
ſtadt
SV. Roßdorf. Ein weiteres Treffen SV. Weiterſtadt
Turn= u. Sportgde. 1846 wurde verlegt.
Gruppe 3.
Am 11. März ſpielten: SV. Offenthal SC. Dietzenbach 1:3
(1:1), SV. Münſter Tgde. Sprendlingen 10:1 (4:1). FC. 02
Dreieichenhain Germania Ober=Roden 2:2 (0:2), Alemannia
Jügesheim FSV. Groß=Zimmern 4:1 (2:1). Die gefährdet
erſcheinende Meiſterſchaft Dietzenbachs dürfte nun doch wieder
Wahrheit werden: die Platzſperre der Dietzenbacher iſt aufgehoben
worden und die fehlenden Punkte werden nun ſicher beikommen.
Der neue Tabellenſtand:

Dietzenbach 48:14 Münſter 18 55:21 Eppertshauſen 16 39:25 Ober=Roden 16 34:31 Jügesheim 13 32:28 Dreieichenhain 14 26:29 Groß=Zimmern 15 24:25 Nieder=Roden 16 23:27 Offenthal 14 31:37 Babenhauſen 13 17:35 Sprendlingen 14 16:65

Am 18. März ſpielen: Dietzenbach Ober=Roden, Babenhau=
ſen
Jügesheim, Nieder=Roden Sprendlingen, Dreieichenhain
Groß=Zimmern, Offenthal Münſter.

Darmſkädter SA-Reiter
beim Nakionalen Frankfurker Reitkurnier.

Das große Frankfurter Frühjahrsturnier hatte diesmal eine
ganz beſondere Note, war es doch in ſeinem ganzen Aufbau auf
die neue Zeit eingeſtellt.
Um weiteſten Kreiſen der Bevölkerung den Beſuch bei niedrig=
ſten
Preiſen zu ermöglichen, wurde der Schauplatz der Handlung
vom altgewohnten Hippodrom in die große Feſthalle verlegt, die
bei 3 Vorſtellungen jedesmal ausverkauft war.
Das Herrichten eines für Pferdebeine brauchbaren Bodens
war zunächſt ein Problem, denn auf dem Parkett der Halle konnte
man die Sache ja nicht gut ſtarten. Im Geſtüt Waldfried wurde
deshalb ausprobiert, ob ein 10 Zentimeter hoher Lehmſtrich über=
deckt
mit Sand und Sägeſpänen, eine auch für ſchwere Spring=
konkurrenzen
brauchbare Unterlage, darſtelle, und das Ergebnis
dieſer Probe wie ſpäter die praktiſche Erfahrung in der Halle
haben den kühnen Verſuch allen Propheten zum Trotz glänzend
beſtätigt.
Pol.=Hauptmann a. D. Rettig=Darmſtadt, der Führer unſerer
SA.=Reiterſtandarte, hat hiermit wie auch mit der techniſchen Lei=
tung
der Veranſtaltung eine ganz große Arbeit geleiſtet.
Neu war vor allem, daß man den SA.= und SS.=Formationen
eigene Konkurrenzen ausſchrieb, die gleich, den anderen über=
raſchend
günſtige Ergebniſſe zeitigten. Es wurde erneut bewieſen,
daß das Alltags=Gebrauchspferd durchaus auch für ſportliche Zwecke
benutzt werden kann; der mehrfache Sieger im Springen, der 13 Hitlerjunge Kron=Wiesbaden, gewann auf einem Pferd,
das ſein tägliches Brot vor dem Mineralwaſſerwagen einer Groß=
ſtadt
verdienen muß! Andere SA.=Reiter ſiegten auf Acker= und
Zugpferden in Dreſſur= und Springprüfungen.
Die SA.=Reiterſtandarte 50 (Starkenburg) hatte zu den Kon=
kurrenzen
eine Equipe von 12 SA.=Reitern entſandt, die ſich eine
ganze Anzahl Preiſe holen konnte.
In der Dreſſurprüfung Klaſſe A bekam Hch. Schubert vom
SA.=Reiterſturm 1/50 (Darmſtadt) den 1. Preis, mit Kobold,
Truppführer Zeſchky vom gleichen Reiterſturm den 2. Preis mit
Polarſtern und SA.=Reiter Zulauf mit Armin einen 6. Preis.
In einem Springen Klaſſe 4 war Rottenführer Wulf= Büttel=
born
mit Alma ſiegreich (0 Fehler, 29 Sek.), Schubert mit Kobold
Zweiter (0 Fehler, 32 Sek.).
In der Dreſſurnrüfung Klaſſe I. fielen der 5 6., 8., 9., 10.
Preis an die Darmſtädter SA.=Reiter Logel (Jura), Bruns ( Rit=
terſporn
), Zeſchky (Polarſtern), Schubert (Kobold), Zulauf ( Ar=
min
), und in einem Klaſſe=L=Springen der 8. Preis an Georg
Schmunk auf Phantom. Im Glücks=Jagdſpringen dagegen hatten
WEZ.
die Darmſtädter leider diesmal kein Glück.

Kegeln.

Bezirksmeiſterſchaften der Kegler im Gau Südweſt.
Kommenden Sonntag ſtehen ſich in allen Bezirken des Gaues 13
die Kampfmannſchaften um die Bezirksmeiſterſchaften im End=
kampf
gegenüber. Für den Verband Darmſtadt ſteigt der
Rückkampf gegen Worms und Offenbach in der Sporthalle der
Keglervereinigung Wiesbaden. Darmſtadt konnte ſich wohl im
Vorkampf einen Vorſprung von 131 Holz ſichern, darf aber den
Kampf nicht leicht nehmen, denn die unterlegenen Mannſchaften
werden alles daran ſetzen, um für den Endkampf, ſtark zu ſein.!
An dieſem Tage finden auch Ausſcheidungskämpfe unter den
Verbandsklubmeiſtern ſtatt. Sie werden ebenfalls in
Wiesbaden ausgetragen. Hier iſt der Verband Darmſtadt
durch die diesjährige Meiſtermannſchaft D.K. 1911 B.V. ver=
treten
. Die Mannſchaft, welche im vorigen Jahre die Gauklub=
meiſterſchaft
erringen konnte, iſt auch in dieſem Jahre in beſter
Form und es ſteht zu erwarten, daß ſie erfolgreich aus dem Kampfe
hervorgeht.

Ein Schwimmſtädtekampf zwiſchen London und Köln ſoll im Feſe=
Oktober in London ſtattfinden.

Gewinnauszug
5. Klaſſe 42. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Nachdruck verboten
Ohne Gewähr

Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar ſe einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II

13. März 1934
A. Zechingstag
In der heutigen Ziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen

2 Gewinne zu 5000 M. 133955
4 Gewinne zu 3000 M. 182048 191644
2 Gewinne zu 2000 M. 235372
28 Gewinne zu 1000 M. 53356 97741 100784 115807 145533 169429
182521 188949 317727 323797 324974 361439 365467 375371
52 Bewinne zu 500 M. 10611 11620 32978 45344 68393 77229
30072 88454 104728 116950 130492 142148 157400 203036 213309
220704 226214 234659 275503 286983 302861 305176 327691 334264
383823 397677
306 Gewinne zu 300 M. 597 3416 4908 6197 16081 17087 18424
18596 34364 36284 38366 41671 42944 45316 47541 48962 50606
54686 64746 68384 69600 72144 72850 72689 72787 74066 74787
75025 75580 80818 81197 81840 81847 82470 98914 90861 91598
81766 91954 94143 94629 103089 103578 106188 108505 109322
115760 122035 124457 136450 136985 137492 139509 142183 147447
166867 163001 185340 167438 172317 173886 179880 180509 185793
186354 186609 187998 194677 195826 197090 203437 203697 204 125
207680 210755 211647 213800 216626 217216 225120 234131 234380
237702 239463 24 1451 24 1806 242054 245437 25 1089 254599 255516
259841 260504 260898 262057 262211 262620 263467 263802 265496
266474 271774 276075 281146 285318 289766 294609 3009 17 301476
304316 307746 310163 310188 312232 315628 322091 323866 325358
326564 326644 337413 338567 338774 345134 246034 347637 349034
349997 351334 352263 353203 353614 355080 357167 388837 358181
364002 364 163 364581 372223 372895 373633 376607 377955 379735
379978 380305 384990 385973 388703 389369 396476 397336

20 Tagesprämien.
Auf ſede gezogene Nummer ſind zwei Prämien zu je 1000 RM
gefallen, und zwar je eine auf die Loſe gleicher Nummer in den
beiden Abteilungen I und II:

468 34798
395276

35036 64800 69878 91326 95916 98618 371681

Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000,
3000, 4 zu je 2000, 2 zu je 1000, 34 zu je 500,
je 300 und 20 Tagesprämien zu je 1000 M.

2 zu je
152 zu

Vom
Der zun
nert
Febr
die P.
ſteren
r bi=
Ge=
nſchinenin

nau
uurde weite
and Kom
Da
ipzige
der die
ii
nach Maſ
Ausland
gn Spe

Dandann Samasleit w. mt.

Kaſſel, Trier, Freiburg 251

Frankfurt: Freitag, 16. März
6.00: Choral, Zeit, Wetter. 6.05 und 6.30: Gymnaſtik.
6.55: Frühmeldungen. 7.0: Wetter. 7.10: Stuttgart:
Frühkonzert der SA.=Standarte 119. Ltg.: R. Hanker.
8.15: Waſſerſtand, Schneeſportverhältniſſe, Wetter. 8.25:
Stuttgart: Gymnaſtik. 10.00: Nachr. 10.30: (Nur
Freiburg); Werbekonzert. 10.50: (Nur Freiburg): Eigene
Sendung. 11.00; Werbekonzert. 11.40: Meldungen.
11.50: Sozialdienſt,
12.00: Freiburg: 1. Am Flügel Ferruccio Buſoni: 2. Lieder für
eine Singſtimme und Klavier von Franz Schubert. 13.15:
Zeit. Nachrichten. 13.25: Nachrichten. 13.35: Stutt=
gart
: Die romantiſche deutſche Oper (Schallplattenkonzert).
14.30: (Nur Freiburg): Nachrichten. 14.40: Deutſche Frauen in
aller Welt. 15.30: Gießener Wetterbericht. Anſchl.:
Obſervatorium Aachen: Wetter für das Eifel= und Moſelgebiet.
15.40: Zeit, Wirtſchaftsmeidungen. 15.50: Wirtſchaftsbericht.
16.00: Nachmittagskonzert. Das Funkorcheſter. Ltg.: Dr. Merten.
17.30: P. Götſching: Kämpfer für das Dritte Reich: Paul de
Lagarde. 17.45: Rheinlieder. 18.00: Stunde der Jugend.
Der Adler ein deutſches Sinnbild. 18.25: Köln: Eng=
liſcher
Sprachunterricht. 18.45: Wetter, Wirtſchaftsmeldungen,
Programmänderung. 18.50: Griff ins Heute.
19.00: Reichsſendung: Stunde der Nation: Zum 1999. mal Ekkehard=
Spiele. Roßbach ſpricht. 20.00: Nachr. 20.10: Stutt=
gart
: Mit 1002 Kilo=Hertz. Ein gewichtiges Funkpotpourri.
22.00: Zeit, Nachr. 22.15: Stuttgart: Du mußt wiſſen.
22.25: Nachr. Wetter, Sport. 22.40: Karlsruhe: Zwiſchen=
programm
. 23.00: Adolf Abel: Von deutſcher Bildhauerei
um die Wende vom 18. bis 19. Jahrhundert. 24.00:
Nachtmuſik.

verg

Aazdigandiensee

(Welle 1571)

Deutſchlandſender: Freitag, 16. März
6.00: Hamburg: Wetter für die Landwirtſch. 6.05: Wieden=
holung
der wichtigſten Abendnachrichten. 6.15: Berlin: Gym=
naſtik
. 6.30: Wetter für die Landwirtſchaft; anſchl.: Tages=
ſpruch
. 6.35: Kiel: Frühkonzert. In einer Pauſe (gegen
7.00): Nachrichten. 8.00: Sperrzeit. 8.45: Leibesübung
für die Frau. 9.00: Volksliedſingen. 9.40: A. Leitich=
Innere Wegweiſer. Eine Beethovenerzählung. 10.00: Nachr.
10.10: Joh. Sigleur: Es wurde Porzellan ſtatt Gold. Aus
dem Leben des Erfinders Böttger. 10.50: Spielturnen im
Kindergarten. 11.15: Seewetterbericht. 11.30: Kleines
Schallplattenkonzert. 12.00: Wetter für die Landwirtſchaft;
anſchl.: Glückwünſche.
12.10: Regimentsmärſche (Schallpl.). Anſchl.: Wetter für die
Landwirtſchaft. 12.55: Zeitzeichen. 13.00: Sperrzeit.
13.45: Nachrichten. 14.00: Unterhaltungskonzert (Schallpl.).
15.00: Wetter, Börſe. 15.15: Dr. Gießler und Dr. Müller:
Neues techniſches Denken und Schaffen. 15.35: Der Schrecken
im Bade. Eine klein= Idylle von Heinrich von Kleiſt.
16.00: Köln: Nachmittagskonzert. Ltg.: Eyſoldt. 17.00: Schul=
rätin
Kaußler; Vom Wirken des Lette=Vereins. 17.20:
Dies und das für jeden was. Ein kleines Kaleidoſkop.
18.10: Rechtsanwalt, Dr. Neye: Rechtsfragen für Jedermann.
18.30: Muſik der Zeit. Oskar Fiſcher: Nationalſozialiſtiſche
Geſänge. 18.50: Das Gedicht: anſchl.: Wetter f. d. Landw.
19.00: Reichsſendung: Stunde der Nation: Zum 1999. mal Ekke=
hard
=Spiele! Roßbach ſpricht 20.00: Kernſpruch; anſchl.:
Drahtl. Dienſt, Wetter. 20.10: Großes Orcheſterkonzert. Das
Berl. Philharm. Orcheſter. Während der Pauſe (21.00):
Herbert Böhme lieſt eigene Gedichte. 22.05: Wetter=, Tages=
und Sportnachrichten. 22.45: Seewetterbericht. 23.00:
Leipzig: Frohſinn und Heiterkeit, Ltg.: Blumer.

Wetterberich!.

Ueber Irland hat ſich ein Tiefdruckgebiet ausgebreitet, deſſei
Einfluß bereits im Kanal und über Nordfrankreich zur Geltun
gekommen iſt. Auch unſer Gebiet wird von dieſer Störung erfaß
werden, ſo daß mit erneuten Niederſchlägen zu rechnen iſt. Die
Temperaturen gehen im allgemeinen etwas zurück, erreichen abe.
zwiſchen Tag und Nacht keine ſcharfen Gegenſätze.
Ausſichten für Donnerstag, den 15. März: Dunſtig und bewölk.
vorübergehende Aufheiterung, zeitweiſe ſchauerartige Niedeu
ſchläge, milder.
Ausſichten für Freitag, den 16. März: Keine weſentliche Aenderuns

[ ][  ][ ]

Nummer 73

Ne sage der denſchen Maſchinenneafttie ii Heoraat.
Inlandsgeſchäft weiter gebeſſert. Auslandsgeſchäft im ganzen unverändert.

ver Zuhtrr uuf der Seipzlger Meſſe.
Vom Verein Deutſcher Maſchinenbau=Anſtalten, dem Spitzen=
erein
der Deutſchen Maſchineninduſtrie, wird mitgeteilt:
Der zunehmende Eingang von Anfragen aus dem inländiſchen
Abnehmerkreis hielt die Projektabteilungen der Maſchinenfabri=
ſen
im Februar in ſtarker Tätigkeit. Erfreulicherweiſe verdichten
ſich die Pläne der Inlandskundſchaft auch in ſteigendem Maße zu
Aufträgen. Dagegen blieb im Auslandsgeſchäft trotz der auch hier
ſebhafteren Anfragetätigkeit der Auftragseingang im Durchſchnitt
auf der bisherigen ungenügenden Höhe. Auftragsſteigerungen
waren auf Einzelfälle beſchränkt. Vielfach wurde ſogar weitere
ſAbnahme der Auslandsaufträge gemeldet. Der Beſchäftigungs=
grad
, gemeſſen an der Zahl der insgeſamt geleiſteten Arbeiter=
ſtunden
belief ſich im Berichtsmonat auf rund 46 Prozent der
Normalbeſchäftigung. Beſſere Beſchäftigung melden insbeſondere
die Werkzeugmaſchineninduſtrie, der Fördermittelbau, die Land=
maſchineninduſtrie
und der Zerkleinerungs= und Aufbereitungs=
maſchinenbau
. Zunehmender Eingang von Inlandsaufträgen
wurde weiter von der Webereimaſchineninduſtrie, vom Pumpen=
und Kompreſſorenbau, von der Baumaſchinen= und Armaturen=
92 ſinduſtrie gemeldet.
Das vorläufige Ergebnis der diesjährigen
309 Leipziger Großen Techniſchen Frühjahrsmeſſe,
auf der die Maſchineninduſtrie mehrere Ausſtellungshallen be=
ſchickte
, kann ſeit Jahren zum erſten Male wieder als gut bezeich=
net
werden, wenn bekanntlich auch der größte Teil der auf der
Leipziger Meſſe angebahnten Geſchäfte erſt einige Zeit nach der
Meſſe zum endgültigen Abſchluß gebracht wird. Ausdem In=
lande
machte ſich eine erfreulich ſtarke Nachfrage
nach Maſchinen und Apparaten bemerkbar, und auch das
Ausland trat als Käufer insbeſondere von hochwerti=
gen
Spezialmaſchinen auf, wenngleich das Auslands=
geſchäft
naturgemäß unter dem Druck der bekannten Währungs=
und Zollſchwierigkeiten litt. Der Beſuch der Leipziger Techniſchen
Meſſe iſt um mehr als ein Drittel gegenüber dem Vorjahr geſtie=
gen
und war auch gegen Ende, der Meſſe lebhaft. Offenſichtlich
hat der Tag der Deutſchen Technik, der am Schluß der Meſſe ſtatt=
fand
, noch eine erhebliche Anzahl ernſthafter Kaufintereſſenten
rach Leipzig geführt. Sehr begrüßt wurde von allen Ausſtellern
das Intereſſe, das die Reichsregierung der diesjährigen Meſſe ent=
gegenbrachte
. Nach der eindrucksvollen Eröffnung der Meſſe durch
Reichsminiſter Dr. Goebels konnte die Maſchineninduſtrie mit
dankbarem Stolz den Beſuch mehrerer Maſchinen= Ausſtellungs=
hallen
durch den Führer ſelbſt verzeichnen, der ſich hierbei von den
großen Leiſtungen der Deutſchen Maſchinen=Induſtrie für die
rationale Geſamtwirtſchaft überzeugte Auch Staatsſekretär
Feder bezeugte ſein Intereſſe für die Maſchinen=Ausſtellung durch
einen Beſuch anläßlich des Tages der Deutſchen Technik.
Die deutſche Baumwollſpinnerei im Februgr.
Der Geſamtverband deutſcher Baumwollſpinnereien e. V. be=
tichtet
, daß die lebhafte Nachfrage des Januar während des Mo=
nats
Februar in der weſt= und ſüddeutſchen Dreizylinderſpinnerei
nachgelaſſen hat. Immerhin entſprach der Neueingang an Auf=
trägen
etwa einer normalen Monatsproduktion. Im ſächſiſchen
Bezirk hat dagegen die Nachfrage unverändert angehalten die
Neuabſchlüſſe nahmen einen ſeit langem nicht gekannten Umfang
an. Die Feinſpinnerei berichtet ebenfalls über lebhafte Geſchäfts=
lätigkeit
, vor allem in Auswirkung der zollpolitiſchen Maßnahmen
des vergangenen Jahres. Auch in der Zweizylinder= und Vigogne=
ſpinnerei
haben Aufträge und Beſchäftigung ſich gebeſſert. Trotz
der erhöhten Verkaufstätigkeit konnte, aber nirgends eine ge=
nügende
Aufbeſſerung der Preiſe erzielt werden. Bezüglich der
Beſchäftigung der Betriebe wird die Geſamtlage in der Baumwoll=
ſpinnerei
auch für die Zukunft zuverſichtlich beurteilt.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Weinausfuhrſtelle in Frankfurt a. M. ab 15. März. Auf
Grund der Verordnung des Reichsernährungsmniſters vom 26.
Februar 1934 über die Errichtung einer Weinausfuhrſtelle erſcheint
im Reichsanzeiger vom 13. März 1934 eine Anordnung des
Reichsbauernführers. Nach dieſer Anordnung wird die Weinaus=
fuhrſtelle
beim Reichsnährſtand mit dem Sitz in Frankfurt a. M.
errichtet. Die Stelle wird durch eine Verfügung des Reichsobmanns
der Hauptabteilung 4 unterſtellt. Mit der Leitung der Stelle wird
Dr. Fahrnſchon beauftragt. Wein und Moſt der Zollpoſition 1806
bis 180f unterliegen bei der Ausfuhr ab 15. März 1934 der Geneh=
migung
und den Beſtimmungen der Weinausfuhrſtelle. Antrags=
formulare
auf Ausfuhrgenehmigung uſw. ſind durch die Expor=
teure
von der Weinausfuhrſtelle Frankfurt a. M., Bockenheimer
Landſtraße, Haus der Landesbauernſchaft, zu beziehen.
Endgültiger Zuſammenſchluß im Speditionsgewerbe. Der
vom Reichsverkehrsminiſter mit dem Zuſammenſchluß des Spedi=
tionsgewerbes
Beauftragte Konſul Ohlendorf hat dem Reichsver=
kehrsminiſter
den Zuſammenſchluß des Speditionsgewerbes mit=
geteilt
. Damit iſt die noch vor einigen Wochen nahezu unmöglich
erſchienene Einigung im Speditionsgewerbe erreicht. Unter weſent=
licher
Mitwirkung der Herren Dr. Doeberl und Papendieck haben
ſich alle Verbände der verſchiedenen Zweige des Speditionsgewer=
bes
im Reichsfachſtand des deutſchen Speditionsgewerbes zuſam=
mengeſchloſſen
und ſich der Führung des Konſuls Ohlendorf im
Reichsverkehrsrat unterſtellt. Andere Verbände und Einzelſpedi=
teure
als die im Reichsfachſtand vereinigten werden in Zukunft
vom Reichsverkehrsminiſter nicht mehr anerkannt werden.

7229

Produkkenmärkke.

Frankfurter Getreidegroßmarkt vom 14. März. Der heutige
Getreidegroßmarkt hatte nur ſchwachen Beſuch und daher auch ver=
minderte
Geſchäftstätigkeit zu verzeichnen. Im allgemeinen er=
gaben
ſich im Vergleich zum Montagsmarkt keine nennenswerten
Preisänderungen, und die Haltung konnte man als ſtetig bezeich=
nen
. Das Angebot der Landwirtſchaft wird infolge der Inan=
ſpruchnahme
durch die jetzt ſtärker einſetzenden Feldarbeiten ge=
ringer
, andererſeits bleibt aber die Aufnahmeluſt der Mühlen im
Hinblick auf das immer noch unbefriedigende Mehlgeſchäft ſehr
klein. Hafer lag weſentlich ſtiller als ſeither, das Angebot hielt
ſich aber weiter in engen Grenzen, dagegen iſt aber das Export=
geſchäft
faſt zum Stillſtand gekommen. Die Notiz wurde um 2,50
RM. per Tonne zurückgenommen. Gerſte hat weiterhin nur klein=
ſtes
Geſchäft zu verzeichnen. Kraftfuttermittel lagen ruhig aber
ſtetig bei ziemlich unnachgiebigen Forderungen. Lediglich Treber
und Palmkuchen waren etwas ermäßigt. Es notierten (Getreide
ſe Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen 197.00,
Roggen 172.50173,00. Braugerſte 175.00177,50, Hafer 157.50
bis 160,00, Weizenmehl Spezial 0 mit Austauſchweizen 29,40 bis

Palmkuchen 14.8515,00. Erdnußkuchen 16.3017,25, Treber 15.,15,
Trockenſchnitzel 9 609,70, Heu ſüdd. 6,006.40, Weizen= und
Roggenſtroh drahtgepreßt, oder gebündelt 1,902,00. Tendenz
ruhig.
Berliner Getreidegroßmarkt=Bericht vom 14. März. Weiter=
hin
ſtetige Grundſtimmung, Uebergang zur kurzfriſtigen Verſor=
gung
tritt allerdings immer ſtärker in Erſcheinung. Offerten=
aterial
überſteigt Nachfrage, da Anregungen vom Ausfuhrhandel
und Mehlabſatz nicht vorlagen. Unveränderte Forderungen bei
kleinen Bedarfskäufen bewilligt. Abſchlüſſe in Exportſcheinen un=
erheblich
. Haferangebot ſtärker, während Konſum weiter vorſich=
Lg disponiert. Gerſte in Induſtrie= und Futterſorten ſehr ſchwer
abzuſetzen.

Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Die Berliner Börſe ſtand geſtern im Zeichen von Tauſch=
operationen
des Publikums. Bevorzugt waren in erſter Linie
Elektro= und Montanwerte, während ſich an den übrigen Märkten
kaum ein nennenswertes Geſchäft entwickelte. Die Kuliſſe ver=
hielt
ſich angeſichts des geringeren Ordereingangs abwartend.
Hierzu trug auch die Kursbewegung der Daimler=Aktie weſentlich
bei, die bei einem Angebot von etwa 120 000 RM. erneut um 1½
Prozent nachgab. Neubeſitz eröffneten 20 Pfg. höher, gaben aber
unmittelbar nach dem erſten Kurs um 30 Pfg. nach. Nach den
erſten Kurſen blieb das Geſchäft ruhig. Man muß berückſichtigen,
daß durch die umgetauſchten Reichsmarkobligationen annähernd
200 bis 300 Millionen RM. des Anlage ſuchenden Publikums ge=
bunden
worden ſind, ſo daß ganz natürlicher Weiſe auch einmal
mit einem Nachlaſſen der Publikumsaufträge zu rechnen iſt. Von
Montanwerten waren Mansfelder und Rheinſtahl um 1 Prozent
gebeſſert. Oberſchleſiſche Werte bröckelten ab. Braunkohlenwerte
lagen freundlicher. Am Kaliaktienmarkt lagen die Salzdetfurth=
Werte bis 1½ Prozent gedrückt. Die Tendenz erhielt durch die
weitere Steigerung der Farbenaktie um 1½ Prozent einen guten
Rückhalt. Die übrigen chemiſchen Werte bröckelten eher ab. Am
Elektroaktienmarkt waren Kursgewinne von 1 Prozent die Regel.
Am Bankaktienmarkt fielen Reichsbankanteile (minus 1½ Pro=
zent
) durch ſchwache Haltung auf. Im Verlaufe zeigten ſich gewiſſe
Ermüdungserſcheinungen. Man handelte faſt allgemein ½ bis 1
Prozent unter den Anfangsnotierungen.
Im Anſchluß an die feſte und lebhafte Abendbörſe ſetzte auch
der geſtrige Frankfurter Börſenverkehr mit einer feſten
Grundhaltung ein, wobei die letzten Ausführungen des Reichs=
bankpräſidenten
Dr. Schacht vor der badiſchen Wirtſchaft und die
Rede des Reichswirtſchaftsminiſters Dr. Schmitt über den Neu=
aufbau
der Wirtſchaft ſtimulierten. Daneben erhielt ſich das
Kaufintereſſe von Kundſchaft und Kuliſſe für einige Spezial=
papiere
, wovon auch auf die meiſten übrigen Marktgebiete eine
feſte Tendenz ausſtrahlte. Das Geſchäft war im ganzen ziemlich
lebhaft und die Kurſe trotz einer gewiſſen Unregelmäßigkeit über=
wiegend
feſter, jedoch wurden die höheren Vorbörſentaxen nicht
immer wieder erreicht. Lebhaft und feſt lagen vor allem wieder
am Aktienmarkt JG. Farbeninduſtrie 1418141½ Prozent (plus
¼ Prozent), ferner am Elektromarkt Siemens, Schuckert, Gesfürel
und Bekula, die ebenfalls um ½ bis 1 Prozent anzogen, während
Bergwerksaktien etwas uneinheitliche Kursbildung verzeichneten,
wobei aber gleichfalls Kursgewinne im vorgenannten Ausmaße
überwiegend waren. Nur Stahlverein (minus ½ Prozent) und
Kali Weſteregeln (minus 2½ Prozent) lagen niedriger. Von den
Nebenmärkten waren Schiffahrtswerte weiter beachtet und bis ¼
Prozent feſter andererſeits Kunſtſeideaktien bis 38 Prozent, Weſt=
deutſche
Kaufhof (vorm. L. Tietz) ¼ Prozent und Gebr. Junghans
½ Prozent leichter. Zellſtoffpapiere blieben gut behauptet. Reichs=
bankanteile
verloren 1½ Prozent. Nach den erſten Notierungen
ergab ſich auf die Baiſſe der Autowerte Daimler büßten 15
Prozent, Adlerwerke Kleyer 1 Prozent ein auf Glattſtellungen
allgemein ein leichter Rückgang, wenn auch die zuverſichtliche
Stimmung kaum beeinträchtigt wurde. Immerhin bröckelten die
Kurſe ¼ bis ½ Prozent ab, Farben auf 140½ Prozent ab. Am
Rentenmarkt eröffneten Neubeſitz mit 22,60 um 10 Pfg. feſter,
um dann auf 22½ Prozent zu weichen, wobei das Geſchäft ſehr
lebhaft war. In der zweiten Börſenſtunde ſetzte ſich, ausgehend
vom Automobilmarkt, eine Abſchwächung durch. Im weiteren
Verlaufe konnte das Geſchäft vorübergehend wieder anziehen. Auf
den meiſten Marktgebieten blieb dann das Geſchäft außerordent=
lich
ſtill, und gegenüber den Anfangskurſen waren meiſt Abſchwä=
chungen
bis zu 1½ Prozent feſtzuſtellen.
Die Abendbörſe zeigte nach der Schwäche im Mittagsverkehr
eine verhältnismäßig gute Erholung. Auf dem erniedrigten
Kursſtand lagen wieder beachtliche Kundſchaftsaufträge vor, und
da auch die Kuliſſe wieder zu Rückkäufen ſchritt, nahm das Geſchäft
ein recht lebhaftes Ausmaß an, wenngleich wiederum nur einige
Spezialpapiere hiervon erfaßt wurden. So waren beſonders Far=
heninduſtrie
, Mannesmann, Daimler Motoren. AEG., Siemens
und Zellſtoff Waldhof lebhaft und feſt. Gegenüber den Berliner
Schlußnotierungen ergaben ſich durchſchnittliche Gewinne von ½
bis 1 Prozent. Die Börſe blieb auch im Verlaufe zuverſichtlich.

Berliner Kursbericht
vom 14. März 1934

Donnerstag, 15. März
Tasſtfriensfeelääftaſet
Der Werberak der deutſchen Wirkſchaft
über das Zugabeweſen.
Der Begriff der Zugabe und Werkreklame‟.
Aufgetauchte Zweifel geben dem Werberat der deutſchen
Wirtſchaft Veranlaſſung, auf folgendes hinzuweiſen. Eine Zugabe
liegt, wie ſchon im Worte, zum Ausdruck kommt, nur dann vor,
wenn zu einer Ware oder Leiſtung etwas zugegeben wird. Keine
Zugabe iſt es daher, wenn ein Gegenſtand, ohne daß ein Ver=
tragsabſchluß
den unmittelbaren Anlaß bietet, verſchenkt wird.
Daher ſind die üblichen Geſchenke, die man einem Kunden zu Weih=
nachten
oder zu Neujahr macht, z. B. ein Buch oder ein Abreiß=
kalender
, keine Zugabe. Wird die Ware dagegen als unmittele
bare Folge eines Vertragsabſchluſſes zugegeben, ſo ſind die Be=
ſtimmungen
der Zugabeverordnung zu beachten. Danach iſt eine
Zugabe nur dann erlaubt, wenn Reklamegegenſtände von geringem
Werte, die als ſolche durch eine dauerhafte und deutlich ſichtbare
Bezeichnung der Reklame treibenden Firma gekennzeichnet ſind,
oder wenn lediglich geringwertige Kleinigkeiten gewährt werden.
Bei der Feſtſtellung der Geringwertigkeit iſt ein objektiver Maß=
ſtab
anzulegen. Das Verhältnis der Zugabe zum Werte der Ware
bleibt ſomit außer Betracht. Als geringwertige Kleinigkeiten
ſind insbeſondere ſolche Zugaben anzuſehen, die keinen Verkaufs=
wert
beſitzen, z. B. Bilder oder kleine Stickereien in Zigaretten=
packungen
. Kalender, die durch Reklameaufdruck als Verkaufsgut
entwertet werden, ſind in der Regel als Reklamegegenſtände ge=
ringen
Wertes anzuſehen. Als ſolche kommen ferner Notizbücher,
Luftballons, Buchzündhölzer und einfache Kundenzeitſchriften in
Betracht, ſoweit ſie Reklameaufſchrift tragen. Die Verteilung der=
artiger
Werbemittel hat ſich in der vergangenen Zeit im allge=
meinen
im Rahmen dieſer Beſtimmung gehalten. Es beſteht daher
grundſätzlich keine Veranlaſſung, daß Werbungtreibende ſich bei
der Verteilung derartiger Reklamegegenſtände in Zukunft beſon=
dere
Beſchränkung auferlegen. Beſchlüſſe von Vereinen und Ver=
bänden
, daß von derartigen Werbemitteln kein Gebrauch mehr
gemacht werden dürfe, ſind aus arbeitsmarktpolitiſchen Gründen
als unerwünſcht anzuſehen. Indem ſich die Reichsregierung mit
dem Geſetz über das Zugabeweſen darauf beſchränkt hat, die ſoge=
nannte
Wertreklame zu verbieten, hat ſie gleichzeitig zu erkennen
gegeben, daß ſie weitergehende Maßnahmen nicht für notwendig
und auch nicht für zweckmäßig hält. Es wird daher erwartet, daß
derartige Beſchlüſſe unterbleiben und die Entſcheidung über die
Verwendung der geſetzlich ausdrücklich erlaubten Werbemittel der
Entſchließung des einzelnen Geſchäftsmannes überlaſſen bleibt.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Die Frankfurter Börſe bleibt, am Gründonnerstag abend,
29. März, und am Oſterſamstagg, 31. März, geſchloſſen.
Ab 14. März 1934 gelten folgende Preiſe für Halbzeug (in
RM. je 100 Kilogramm für Abſchlüſſe auf 100 Kilogramm):
Kupferbleche 77,00 (76,75), Rohre 93,00 (92,75), Drähte und Stan=
gen
70,00 (69,75).
Wie wir erfahren, wird der Generalverſammlung der Rodder=
grube
am 4. April, der zum Intereſſenbereich des RWE. gehören=
den
Braunkohlen= und Brikettwerke Roddergrube A.=G., Brühl
(Bez. Köln), vorgeſchlagen, auf das Aktienkapital von 18 Mill.
RM. eine Dividende von wieder 24 Prozent auszuſchütten (im
Vorjahre Reingewinn 4,815 Mill.).
Der Londoner Goldpreis betrug am 14. März 1934 für eine
Unze Feingold 136/2 8 87,2148 RM. für ein Gramm Feingold
demnach 52,5343 d 2,80402 RM. Zu dieſem Preiſe wurden
440 000 Lſt. Gold gehandelt.
Wie aus Moskau gemeldet wird, ſoll demnächſt eine Gruppe
ruſſiſcher Ingenieure nach Deutſchland reiſen, um die Errungen=
ſchaften
der deutſchen Technik kennen zu lernen. Ihre Zahl wird
mit 28 Perſonen angegeben. Eine andere Gruppe ruſſiſcher In=
genieure
reiſt nach England, um die engliſchen Induſtriegebiete zu
ſtudieren. Letztere Gruppe hat bereits Leningrad auf dem See=
wege
verlaſſen.
Ueber den albaniſchen Außenhandel im Jahre 1933 wird uns aus
Tirana gemeldet: Im Jahre 1933 betrug nach einer vorläufigen Feſt=
ſtellung
die albaniſche Ausfuhr 5 736 000 Goldfranken, die Einfuhr
16 041 000 Goldfr. Ueber den Handel mit den Nachbarſtaaten
geben folgende Ziffern Aufſchluß (in albaniſchen Goldfranken):
Einfuhr aus Italien 6 680 000, aus Jugoſlawien 767 593, aus
Griechenland 760 049; Ausfuhr nach Italien 4 559 421, nach Jugo=
ſlawien
158 274, nach Griechenland 368 411.

Deviſenmarkt
vom 14. März 1934

Me H
Deutſche Bank u. )
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Nordd. Bloyd
A. E. 6.
Bayr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummt
Deutſche Cont. Gas 1

Aicht
62.50
65.25
31.
35.75
31.125
138.
61.50
20.25
83.
154.
123.

Miſe
ESletr. Lieferung
3. G. Farben
Gelſ. Bergwerte
Geſ.f.elettr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerte
Koksw.Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.
Orenſtein & Koppell 73.125

K
102.75
140.
68.75
104.50
95.
78.
77.25
115.50
68.625
93.75
71.50
52.25

Minne
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Kaufhof.
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkalt 116.25
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſa 1 Lin=
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werte

Nee
59
152.
22.375
46.375
70.
23.25
104.50
90.25
80.
1C5.75

Buenos=Aires
Lanado

Iſtanbu
London
New Yort
Rio de Janelrol=
Uruguah
Amſterdam
Athen
Brüſſel
Budape!
Danzig
Heſſingfors 1

Bährung
1 Pap. Peſo
1canad. Doll
Yen
äaypt. 4
1 türk.*
1 2.Stg.
1 Dollar
1 Milreis
1 Goldpeſo
100 Gulden
100 Drachm.
100 Belga.
100 Peng!
100 Gulden
100 finn. Mk.

ſGeld
2.507
3.175
1.398
12.795
2.509/ 2.515
0.212
1.749) 1.151
168.93
2.396
56.44
ei.65
5.644

Riet
0.636/ 0.640
2.513
0.7551 0.757
13.205
2.202
12,5a5
0.214
169.27
2.300
58.56
21.83
5.681

Italien
Jugoſlawien
Kopenhagen
Liſſabon
Cslo
Paris
Prag
3sland
Rige
Schweiz
Sofig
Spanien
Stocholm
Tallinn (Eſtl.,
Wien.

Währung 100 Lir= 21.32 100 Ding 100 Kronen 57.74 100 Escuvos 11.66 1:.,68 100 Kronen 64.28 100 Francs 16.50 100 Tſch.= Kr. i 0.50 100 isl. gr Is 57.89 100 Lais 100 Fran en 80.89 100 Leva 100 Peieta 100 Kronen 65.9o ( 100 eſtl. gr 68.43 100 Schilling/47.20 147.30

Rie
21.56
5. 6641 5.676
57.26
e4.41
16.54
1e.40
*8.01
79.2: ſ30,08
81.05
3.047 3.053
34.20 94.a28
6.12
6a.55

Darmftadter und Kariokarbanr Burmftavt, Filialt uer Fresoner Bunz
Frankfurter Kursbericht vom 14. März 1934.

Kanen
Gr.IIp. 1984
1935
1936
1937
1938
Gruppe!
6% Dtſch. Reichsanl.
HE
6%
5½%Intern. , v.30
63Baden .. v.27
6%Bayern . . v.27
6%Heſſen. . .. v.29
6% Preuß. St. v.28
6% Sachſen .. v.27
68Thüringen v.27
Dtſch. Anl. Auslo=
ungsſch
. 42, Ab=
löſungsanl
.. . ..
Dtſche. Anl. Ablö=
ungsſch
. (Neub.)
Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
..
6%Baden=Baden.
68Berlin ... v.24
6%Darmſtadt . . . .
6%Dresden.. v. 26
69Frankfurt a. M.
Schätze v.29
b.26
82Mainz.
68Mannheim v.27
6%München . v. 29
6%Wiesbaden v. 28
6%Heſſ. Landesbk.
6% Goldoblig.
5½%Heſſ. Landes=
hyp
.=Bk.=Liquid

102.25
106.
952),
93),
92
954,
100.1
967),
93,
94.75
96
95
106"),
96
93.5

96:I.
22.3
9-I.
83.75
82.5
84.25
80.5
82
86.25
83.25
88.75
89.5

92.75
89.75

91.25

Mi e
Hyp.=Bk. Ligu.
Komm. Obl. .
62 Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf.
6% Goldoblig.
se Landeskomm.=
Bk. Girozentr. f.
Heſſ. Gldobl. R.11
R.12
6%Ka),. Landestrd.
Goldpfbr. ..
62Naſſ. Landesbl.
5½% Liau. Sbl.,
Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
tAusl. Ser. I
*Ausl. Ser.II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).,
6%Berl. Hyp.=B1.
12%0 Lig.=Pfbr.
6% Frif. Hyp.=Bk.,
5½% Lig. Pfbr..
Goldoblig
82Frtif. Pfbr.=Bl.,
% v Lig.=Pfbr.
82Mein.Hyp.=Bl.
5½%0 n Lig. Pfbr.
Pfälz. Hyp.=Bl.
%0 Lig.Pfbr.
3SRhein,Hhp. Bk.
5½% Lia. Pfbr.
Golboblig.
82 Südd, Boden=
Cred.=Bank
51% Lig. Pfbr
6%Württ. Hyp.=B.

93.5
93
91:,

94.75
114.75
20.75
93
92.75
93
91:),
89
92-,
89.25
92,55
92.
94.5
92.75
931).
92
92.35
95
92.75
95.25

Wed
626 Dt. Linol. Werke
62Mainkrw. v. 26
62Mitteld. Stahl.
18% Salzmann cCo.
6%Ver. Stahlwerke
6%Boigt & Häffner
J. G. Farben Bonds
5%Bosn. L.E.B.
158 L.Inveſt.
5% Bulg. Tab. v. 02
4½% Oſt. Schätze.
42g Oſt. Goldrente.
5%vereinh. Rumänl
4½%
450
4%Türk. Admin..
1.Bagdad
42
Zollanl.
42
4½Büngarn 1918
1914/
4½%
Goldr.
4%0
42
13i0
4½Budp. Stadtanl.
42Liſſabon
42, Stockholm
Ahtien.
Alg. Kunſiziide Unie
A. E. 6. .........
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauereil
Zelſtoff 44
Bemberg, J.P..
Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen.
Cement Heidelberg
Karlſtadt
J. G.Chemie Bafell

Haf
35
81.7ß
89.25
85"
75.5
78.5
118.25
14.25
14.25

64I.
310,

134
79.75
24.5
137.5

Me4
Chade . . . . .. . . . . 1162
Contin. Gummiw.. /156
Contin. Linoleum".
Daimler=Benz..
Dt. Atl. Telegr.
Erd5!
Di. Go d= u. Eilber=
ſcheide
=Anſtalt. 184
Linoleum
Dortm. Ritterbräu 75
Onckerhoffc Vidm./ 90
Eichbaum-Werger./ 81.75
Elet. Lieferg.=Geſ
Licht u. Kraf:/106.5
Echw. Bergwert.
eßling. Maſchinen.
Faber & Schleicher 57
J. G. Farbeninduſtr. /140
Feinmech. (Zetter! 49
Felick Guillegume 63
Frankfurter Ho).
GelſenlBergweri. 692i,
Geſ.f.eleftr. Untern. 104
Goldſchmidt Th.
Gritzner=Kahſer. 28
Grün & Bilſinge 1203
Haſenmühle Frkft.
Hanauer Hofbräuh.
Hanfwerte Füſſen. 441,
HarpenerBergbau 95.5
Henninger, Kempf 109.5
HilpertArmaturfrb. 42
Hindrichs=Aufferm.! 67
Hirſch Kupfer.
1114
Gochtief Eſſen
Holzmann, Phil.
Zlſe Bergb. Stamm/137.25
Genüſſel120
Junghans ...... . / 45.5

49PI,
119
111
103.25

Kal Chemie
Aſchersleben.
Klein, Schanzlin ..
Klöcknerwerke ...
Knorr C. 6. ...
Lahmeyer & Co.
Laurahütte .....
Lech, Augsburg
Löwenbr Münch.:
Maintr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt. Br. . .
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Vergb.
Metallge, Frankf.
Miag, Mühlenbau.
MotorenDarmſtadt
Neckarwer: Eßling.
Oberbedar:
Phönix Bergbau..
Rh. Brauntohlen 2
* Elektr. Stamm
Stahlwerte
Riebeck Montan.
Roeder, Gebr.
Rütgerswerle.
Salzdet urth Kal.
Salzw. Heilbronn./1
Schöfferhoſ=Bind.. /1
Schramm Lackfbr. 34
Schuckert, Eleltr. /106.5
Schwartz, Storchen
Siemens & Halske.
Reinigerwerke
Südd. Zucker=A. 6.
Thür. Liefer.=Geſ.
Kaufhof. . ...
Unterfranken .. . .. !

Meffe

34I.
912ſ,

69.5
71.3
37.25

58.5
195
174.5
87
146.5
s0

Ver. Stahlwerte
Ver. Ultramarin.
Voigt & Haeffner.
Weſteregeln Kalt.
Zellſtoff Waldhof.
Allg. Dt. Credllanſt.
Badiſche Bant..
Bt. ſ. Brauinduſtr
Baher, Hyp. u. W.
Ber Handelsge).
Hypothelbl.
Comm. u. Privatb
Dt. Bantund Lise
Di. Eff. u. Wechſel
Dresdner Ban.
Franki Ban.
Syp.Ban;
Mein Hhp.=Ban!
Pfälz. Hyp.=Ban!
Reichsbani=An:
Rhein. Hyp.=Ban
Südd. Bod.=Cr. Bi.
Würtib Notenbant/103
A.-G. Veriehrew.
Allg. Lokalb. Kraftwly
7% Dt. Reichsb. Vzol113
Hapag
Nordd. Llohzd.
Südd Eiſenb. Gei.! 62

Allianz u. Stung.
Verſicherung ...
Verein. Verſ.
Frankona Rück=u. M
Mannheim. Verſich
Otavi Minen
Schantung Handelsl

Tag
419

46.5
1os
92.25
117
49.5
62.5
76.5
65.25
85.25
86
83.75
162

100.5
30I.

260
256
120
20
14.25
45.5

[ ][  ]

Ein tolles kunterbuntes
Lustspiel:

Das verliebte
Hotel

mit Anny Ondra und
Hathias Wiemann.

Spannung:
Frau
im Uaßoot

mit Cary Cooper und
J. Bankhead. (V8077

Beginn: 3.45, 6.00 und B.20 Uhr.

Landestheater

Donnerstag, den 15. März 1934
GROSSES HAUS
Hauptm. C 18 20 b. n. 22 Uhr
Die Fabel
vom vertauſchten Sohn
Oper von G. F. Malipiero
Darſteller: Bauer, Georgi,
Gmeiner, Harre,Jacobs,Krauß,
Obholzer, Reining, Strack, Sie=
bert
, Zickler, Anders, Allmeroth,
Blaſel, Drath, Kaſelitz, Ritz=
haupt
, Schlüter, Vogt
Preiſe: 0.705.50

KLEINES HAUS
Außer Miete 2022 Uhr
Einmaliges Gaſtſpiel

Dolly Haas
mit eigen m Enſemble

Scampolo
Luſtſpiel von Niccodemi
Darſteller: Dolly Haas, Rita
Burg, Hertha v. Walther, Joſef
Reithofer, Karl Stepanek, Otto
Stoeckel, Karl Urich.
Preiſe: 0.703.80

Inſtitut Boltz
Ilmenan /Th.

vom 12.17. März. Wir zeigen Ihnen die
neuesten Modelle der Berliner Ausstellung
Ecke Grafen-Elisabethenstr.

Das führende Fiſchſpezialgeſchäft.
umtere Eliſabethenſtraße 42 Telefon 367,

Fische bilfiger geworden!
Feinfiſche wie: Rotzungen 65, Rhein=Zander 98
Seezungen, Steinbutt, Heilbutt, SchollenRhein=Salm 2.80
Flußfiſche:Lb. Karpfen, Schleien, Breſem 50, Backfiſch uſw.
Billige, friſche Konſum= u. Ausſchnittfiſche:
Kablian v. K. . . 22.5

Grüne Heringe Pfd. 17.5
8 Pfd. 50 3
Schellfiſch v. K. . . 30 5
Goldbarſch v. K. . . 35,
Stockſiſch . . . . . 405

IaNordſee=Seelachs . 38 9
Ia Isländ. Kabliau 40.O
Ia Fiſch=Filet v. 45 H an
Kabliau=Filets
la Scheufiſch i.Schn. /309

Es gibt wohl, kein Heim,
in dem nicht das eine oder
andere noch fehlt! Aber
von ſelbſt achtet man nicht
darauf, man muß auf die
Mängel aufmerkſam ge=
macht
werden! Unter=
nehmen
, die Dinge für das
Heim liefern, ſchaffen ſich
Erfolg und ihren Kunden
mehr Wohnkultur und Le=
bensfreude
, wenn ſie täg=
lich
zu Tauſenden durch die
Anzeige im Darmſtädter
Tagblatt ſprechen!

ſowie alle Sorten in nur feinſter Nordſee=Warebilligſt.
Räucherwaren: Süß=Bücklinge, Sprotten, Seeaal
Seelachs, Schellfiſch, Flundern, Makrelen.
2 Sonder=Angebote: Gr. Port. Hering i. Gel. 18, Her.=Salat 18

Radio njedes

(2506a

Haus
Wir machen Ihnen die Anschaffung leicht!
Radie-Boßler Luduigsplsts 3.

Beiladung
für Eſſen
geſucht. Alter’s
Möbeltransport
G.m.b.H.
Eliſabethenſtr. 34

RUML

Le

Reitinger & Blechschmidt
Inhaber Jakob Lautenſchläger
Telephon 543
Eliſabethenſtraße 19
Erſtklaſſiges Fiſchſpezialgeſchäft

Billige Fische Gute Fische
Grüne Heringe . 18.5
Kablian o. K. . 0.
3 Pfund . . . . 505
Seelachs v. K. . G09

Schellfiſch o. K. 355 Bratſchellfiſche .24.5
Goldbarſch o. K. 385 Stockfiſch . . . . 405
Küchenfertige Ausschnittkischer
Nordſ.=Seelachs 405 I la Schellfiſch . . 50S
Island=Kabliau 459 1 Fiſchfilet . 45 u. 55J
Allerfeinſter Schellfiſch im Schn. . . nur 659
Nordſee=Kabliau, blütenweiß . . . . . 55.S
Prima Heilbutt im Aunsſchnitt . . . . Pfd. 1.20
Heilbutt, 2pfundig Pfd. 70 J, Rotzungen 60.X
Angelſchellfiſch, Steinbutt, Schollen uſw.
Pfd. 1.20
Halbpfundige Seezungen
Lebd. Karpfen, Schleien, Rheinhecht, Ia Rhein=
Breſem 50 und 60.5
Zander 85J an
Rheinbackfiſche 35 H
Echten Rheinſalm im Ausſchnitt
Räucherwaren nach jedem Geſchmack
Fettheringe in Tomaten . . . Doſe 25 u. 35.5

Nachlaß kommen
zum Verkauf:
Schränke, Kom=
noden
, 1 Roll=
ſchreibpult
, ver=
ſchiedene
Tiſche,
Waſchkommoden,
Trumeauxſpieg.,
1 ält. Küchen=
einrichtung
,
1 Moquetteſofa
mit 4 Polſter=
ſtühlen
, 1 Zwei=
rad
=Kaſtenwag.
uſw.

Kiesſtr.
41

E. Wagner
Verſteigerer,
Karlſtr. 41.

Billige ſeinſte Seefiſche!
Friſcher Kabliau o. Kopf Pfd. 0.20, geteilt 0.22
Schellfiſch 0.30
Friſche grüne Heringe 0.22, feinſte Bratſchellfiſche 0.25
Ia Goldbarſch o. Kopf 0.35, ſeinſte Notzungen . . 0.55
Feinſt. Nordſee=Seelachs, geputzt, im Schn., Pfd. 0.40
I. Sorte feinſter Kabliau, geputzt, i. Schnitt, Pfd. 0.45
I. Sorte feinſt. Schellfiſch, geputzt, i. Schn. 0.50 u. 0.60
Feinſtes Edel=Filet . . . Pfund 0.40, 0.50 und 0.60
Feinſter Heilbutt, ganz, Pf. 0.70, im Schn. Pfd. 1.00
.. . . Pfd. 0.40
Gewäſſerter Stockfiſch . . .
Gebackene Fiſchkoteletts heiß aus der Pfanne, Pfd. 0.50
Schlager! Solange Vorrat reicht: Feinſte 1 Liter=Doſe
Bratheringe u. Kronfardinen nur 0.50 i. Pfd.=Doſe nur 0.35
Allle Räucherwaren, Marinaden u. Delikateſſen friſch.
eingetroffen. Neue Holländer Vollheringe, rein milcher,
10 Stück 0.95, große Matjesheringe u. Filets. (3075

uaben. J
ſichen Ber
bill doch
dangen
ſpieler
hafte m
Beiger
Each

In bei
ch

Mozart=Verein

Gamstag, 11. März 1934,
20.30 Uhr im Mozarthaus
KleinerFamilienabend mit
muſikaliſcher Feierſtunde.
Alle Mitglieder ſind ein=
geladen
. Eintritt frei.

Das Ereignis dleser Woche!

Samstag, 17. März, abends 8½ Uhr, im Städt. Saalbau
die einzigartigen die unvergleichlichen die unwiderstehlichen

Somedian Harmenists

singen wieder und zum letzten Male vor der großen Auslands
Tourné nach Amerika! Deutsche Volkslieder. Lieder aus Tonfilmen
und Operetten.
Sichern Sie sich heute noch Ihre Karten im
Verkehrsbüro und bei Hugo de Waal.

gpauutzazgluenpch zwpu
0F ellvbreuvjcvg ac jgvilunvs
anz)lag winaag ba0og
uajvg=noaaog gun =u uvc
uebeßzue Ginſiaeß
Gi stent tgaia jequedtaeg 11e7
-Billnig eileg in wviietvug euleg svg
zwiu Fy jchugr uag elleagt
uund uejjogaonvg=vang ueuieut
n2 Avg usbunignvgeg uepl.vB

HERFINDUNGEN
äNEUHEITENS

zwecks Verwertung gesucht
Patentbüro Ing. B. Schütze
Frankfurt a. M. (2659a
Kalserstraße 31 Tel. 32622
(Ecke Adolf-Hitler-Anlage)

Nierendiät=
Zubereitg. lehrt
15.3, abds. 8 Uhr,
Frau L. Paupié,
Diätſchweſter,
im NSV.=Hein
Mackenſenſtr. 18.
Preis 1 Mark.

uellemleneg- enn-
ueavgyjvg
eizuvavg gejun eujeut gu!
gueclobtenlg ouugcl suc

WIEDER ETWASFÜREREUnDE
DES GUTEN FILMS

Gänſekücken
u. Miſt zu verk

Weinbergſtr. 12.

Frische Eien
10 Stück nur 786

Alfons Keller, Molkerei=Spezialgeſchäft
Darmſtadt, Ecke Rundeturm= und
Mühlſtraße, Fernſprecher 4254.

Jüdiſcher Feinmechaniker
mit langjähr, ſelbſtänd. Tätigkei
übernimmt Reparatur u. Reini
gung von Schreibmaſchinen, Näh
maſchinen, Rechenmaſchinen uſw
prompt und zuverläſſig. Anfr. u
M. 152 an die Geſchäftsſt. (3079

nUR 3 TAGE
LIL DAGOVER
als gefeierte Künstlerin im
Strudel derGroßstadt findet
heim zu (3091
HANS STÜWE
dem einsamen Dichter, in:

Fohannisnacht

Eine Sonnenwendfeier
es ist als ob man selbst
dabei wäre diese herr-
lich
. Bilder vergißt man nie.

Fiſchhaus Fertig
Markt 4 Tel. 641 Ludwigſtr. 18
Großer Fiſchverkauf!
Billige Preiſe
Dieſe Woche beſonders preiswert:
Ia Heilbutti. Schn. Pfd. n. 98.J
Ia Heilbutt ca. 2pf. Pfd. n. 65.5
Große Rotzungen Pfd. n. 60.5
IaFiſchfilet, küchf. Pfd. 55, 45.9
Blütenw. Schellfiſch Pfd. 65, 559
Nordſee=Kabliau Pfd. 55, 45.9
Seelachs 40.5, Goldbarſch 40.5
Große Breſem Pfd. 60, 505
Ia Rheinbackfiſche . Pfd. 35.5
Gewäſſerte Stockfiſche Pfd. 40.5
Schollen 655, Bratſcholle 45.5
Salm Mk. 1.90, Zander 755

Konſum=Kabliau Pfd. 25.5
IaBratſchellfiſche Pfd 255
Friſche grüne Heringe Pfd. 23.5

SHalzbohnen38 3,Filderkraut 20.3

Große Bismarchheringe St. 14.3
Große Rollmops St. 14.5
laKronſardinen¼ Pfd. 20.H
Echte Bratbücklinge ½ pfd. 40.5

Heute frisch
Hablau Ftnd. . 44
im Ganzen".
Fischfilektert Fia. 32
Fr
he
Bückinge
Stung 32
zarte, kleine

ohne Kopf
fund
0

Heute eintreffend:
getroren
Huhner Stund.

7

3 Prozent Rabatt!

Bcnaderranfgraße

(V 3085

Liederabend
der Geſangſchule
Mathilde Weber
Freitag, 16. III..
20 Uhr, im klein.
Saalbauſaal.
Karten zu 1
u. 0.50 an der
Abendkaſſe u. bei
Chriſt. Arnold.

Sektion
Starkenburg.
Sonntag,
18. März
Wanderung:
KönigMomart
Weitengeſäß
EulbachErbach
Näh.: Geſchäfts=
ſtelle
Eliſabeth.=
Straße 4.

Auto=Anruf
Kuppei
A

ſchnell, ſicher
billig.

Obſtbäume

Roſen= und
Beerenſträucher
in großer Aus=
wahl
kaufen Sie
billig in der
Gärt=
terei
Barban
Dieburger=
ſtraße
105.

Led
im Ausſchnitt (a
J. Rubin Nachf.
Katz
Kirchſtraße 10