Darmstädter Tagblatt 1934


06. März 1934

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Bei Beutlich 7maligem Erſcheinen vom 1. März
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Wöchentliche illnſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 64
Dienstag, den 6. März 1934.
196. Jahrgang

Das alte Spiel.

leichung der franzöſiſchen Roke am Ende der Woche in London. Vor einem neuen Kuhhandel um die
üſlung? Deutſchlands Skandpunkk unveränderk. Die Sicherheit für Deukſchland eine Lebensfrage.

Abrüſtungs=Kunſtpauſe.
Die Franzoſen laſſen ſich bei ihrer Antwort auf die Vorſchläge,
ecdn ihnen bei ſeinem letzten Beſuch unterbreitet hat, reichlich
Litt ſie geben jetzt zu verſtehen, daß dieſes geheimnisvolle Do=
menl
erſt am Ende der Woche in London überreicht werden ſoll,
herufh nicht, weil ſie ſich ſo lange überlegen möchten, was ſie zu
geu aben, ſondern mehr um Zeit zu gewinnen und ihren pro=
gruniſtiſchen
Apparat ſpielen zu laſſen.
Me Engländer ſind unvorſichtig genug geweſen, anzudeuten,
ſi ihr letztes Wort noch nicht geſprochen haben, daß ſie viel=
ihhre
Bemühungen fortſetzen werden, auch wenn Frankreich
4n ſagen ſollte. Dei Quai dOrſay hat dieſen Ball ſehr geſchickt
fiesingen, um damit die an ſich doch ganz klare Verantwortung
Sichieben. Schließlich handelt es ſich damit das nicht ganz
tzieVerſenkung gerät , um die Abrüſtung, um die Verpflich=
ha
llſo, die von den Siegermächten in Verſailles übernommen
r3c war, und in Verbindung damit um die Angleichung der
Auttan Rüſtung, wenigſtens ſoweit die Verteidigungswaffen in
As ekommen. Davon iſt ſchon längſt nicht mehr die Rede.
Hir die Franzoſen iſt auch die zweite Etappe,
mil Abrüſtung ſchon beinahe unter den Tiſch gefallen war und
ſichnur noch um die Gleichſtellung Deutſchlands
ück, nicht mehr aktuell. Sie ſind jetzt ſchon ſoweit, daß
lädigſt mit ſich darüber reden laſſen wol=
mſenn
ſie nicht weiter aufrüſten, aber für
met Verzicht auf ihre Aufrüſtung ſchon etwas
mhandeln möchten. Wenn es ſich dabei nur um franzöſiſch=
Iſte Abmachungen dreht, dann geht uns das ſchließlich nichts
ubs kann es nur recht ſein, falls England den Franzoſen in
en iner Form eine Sicherheitsbürgſchaft leiſten will. Nach den
fahlungen von 1914 hat England das bisher abgelehnt und die
immung iſt ſicherlich auch nicht dafür, noch einmal irgend=
afabenteuerliche
Riſiken zu übernehmen. Aber das ſind Sor=
95 Kabinetts Macdonald.
üir uns bleibt bei der ganzen Verhandlung ausſchlaggebend,
Su/übrigen Staaten bereit ſind, die Gleichberechtigung, die ſie
wieiſch anerkannt haben, auch praktiſch in dem beſcheidenen
Eun zuzugeſtehen, den die deutſche Regierung entworfen hat.
wi können uns wir nichts weiter abhandeln laſſen und wenn
Fanzoſen glauben, daß ſie durch ihre Taktik der Halsſtarrig=
34 ind dit mſer Verteidigungsprogramm noch mehr zuſammenpreſſen
geſenk ugei, dann iſt das ein Irrtum. Herr Eden kann ſich darüber
nach der eentich auch nicht gut mehr im Zweifel ſein und wir nehmen
übe Eha, daß er in Paris über das Ergebnis ſeiner Berliner Be=
hungen
ſehr eingehend berichtet hat. Die Sicherheit iſt eben,
1kiht der Propagandaminiſter Dr. Goebbels dem Vertreter des
1FRum, mit aller Deutlichkeit geſagt, für Deutſchland
mLebensfrage.
Ankerredung mit Dr. Goebbels
D Wr die Ziele der nakionglſozialiſiſchen Politik.
DNB. Paris, 5. März.
be Darſ, Richspropagandaminiſter Dr. Goebbels hat dem Berliner
ertnder des Matin, Boſſan, in einer Unterredung die Ziele
1100 r:utionalſozialiſtiſchen Politik im allgemeinen und gegenüber
uteich im beſonderen auseinandergeſetzt.
19. Goebbels führte aus:
c halte die meiſten Handlungen unſerer Regierung für ge=
gmd
dem franzöſiſchen Volk zu zeigen, daß wir endgültig
mehrhundertjährigen blutigen Vergangen=
Bellder Beziehungen beider Nationen ein Ende
hön Riſtzen wünſchen. Unſer Führer Adolf Hitler hat nicht
par./ Reden eindringlichſt betont, daß nach endgültiger
-gylung der Saarfrage, bei der es ſich um rein deut=
9 gei bebiet handelt, keine Gebietsfrage mehr tren=
uWksh
zwiſchen Frankreich und Deutſchland ſtehen
(ne Regelung der zwiſchen beiden Ländern ſchwebenden Fra=
em
urd um ſo leichter zu erzielen ſein, als keine wirtſchaftlichen
Nesiungsverſchiedenheiten ſie verhindern könnten. Da es nun feſt=
FE=Haß die lebenswichtigen Intereſſen nicht aufeinander prallen,
Nes zuläſſig, daß ein Mißverſkändnis verewigk

urd, ganz einfach deshalb, weil das zu einer

ſchlechken Angewohnheit geworden iſt?
er Berichterſtatter des Matin wirft ein, daß der offenkun=
Neus Iufrüſtungswunſch Deutſchlands Frankreich beunruhige, das
Mu Ehdieſe Tendenzen bedroht werde.
leichsminiſter Dr. Goebbels erwiderte: Ich bin im Zweifel
D2½ franzöſiſche Volk ſich auch hinreichend unſere Lage klar zu
Malzn ſucht. Wenn wir unſere geographiſche Lage betrachten, finden
Diel eenige natürliche Grenzen im Norden und Süden. Ganz
DeAcland iſt von ſtarken, ſelbſtbewußten und in vollem Aufſtieg
A beisſenen Nationen umgeben. Dieſen Aufſtieg begrüßen wir üb=
h
denn er kann nur in einer Entfaltung der europäiſchen
Biesiſation zum Ausdruck kommen. Es iſt jedoch klar, daß wir, im
Nei Mchiutpunkt des Kontinents gelegen, im gleichen Schritt mit die=
EIn ntk onen marſchieren müſſen. So wird man zweifellos leichter
Vellaferr, warum
A die Gleichberechkigung forder, die für uns
eine Frage auf Leben und Tod iſt.
rten gehofft, daß unſere Abrüſtung von den übrigen Mäch=
elgt
werden würde, wie es im Verſailler Vertrag vorge=

ſchrieben iſt. Muß man Deutſchland die Schuld zuſchreiben, wenn
dies nicht geſchehen iſt? Sind die Flugzeugmutterſchiffe und die
Flottenſtützpunkte, die man ſo zahlreich überall in der Welt an=
trifft
, nur gegen die deutſche Gefahr vorgeſehen worden? Welches
auch der Grund ſein mag, ich will nicht näher darauf eingehen,
aber kein verantwortlicher Staatsmann könnte zulaſſen, daß ſein
Volk für immer ohne jede Verteidigung, ſowohl theoretiſch wie
praktiſch, irgendwelchen Angriffen ausgeſetzt bleibt, um ſo mehr,
als die durch das Flugweſen erzielten Fortſchritte in naher Zu=
kunft
mit ungeahnten Vernichtungsmöglichkeiten rechnen laſſen.
Es handelt ſich nicht darum, und ich möchte dieſen nach unſerer
Auffaſſung dogmatiſchen Standpunkt betonen, unſeren Willen an=
deren
Nationen aufzuzwingen, denn der Nationalſozialismus be=
kennt
ſich zum abſoluten Reſpekt der Rechte anderer, ſondern darum,
die elemenkarſten Möglichkeiken zu erhalken,
um uns zu ſchützen,
wie wir auch dem franzöſiſchen Volk es nicht verargen, wenn es
beſtimmte Maßnahmen im Hinblick auf ſeine Sicherheit ergreift.
Es handelt ſich alſo nicht etwa um eine Aufrüſtung, ſondern
eher darum, die Geiſter wieder zu beruhigen. Auf die Frage, ob
das deutſche Volk mit der Politik der Reichsregierung auch einver=
ſtanden
ſei, erwiderte Dr. Goebbels, die Volksbefragung vom 12.
November beweiſt hinreichend, daß die erdrückende Mehrheit ſich
für das Friedensprogramm des Kanzlers ausgeſprochen hat. Die=
ſes
Programm iſt nicht ein leeres Wort geblieben.
Die Liguidierung des deutſch=polniſchen Skreit=
Jalles beweiſt. daß Deukſchland als Beiſpiel
auf dem Gebieke der moraliſchen
Abrüſtung dienen kann.
Wir wünſchen dieſen Frieden mit allen Völkern, die uns die
Gleichberechtigung gönnen wollen und wir glauben auch nicht, daß
die innerpolitiſchen Schwierigkeiten, mit denen andere Länder zu
kämpfen haben, unſerem Volke dienen könnten. Ich zweifle nicht
daran, daß man ſich während der jüngſten Ereigniſſe in Frankreich
davon überzeugen konnte, daß die deutſche Preſſe niemals den
Rahmen der reinen Berichterſtattung überſchritten hat und daß
irgend ein deutſches Blatt ſeiner Schadenfreude über dieſe Ereig=
niſſe
Ausdruck gab. Wir glauben ganz im Gegenteil, daß die Stabi=
lität
und das Wohlergehen eines Landes die politiſchen Beziehun=
gen
mit ſeinem Nachbarn erleichtern. Wir können alſo nur hoffen,
daß Frankreich ebenfalls ſeine innerpolitiſchen Schwierigkeiten
überwindet.

Kordialikäk.

Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 5. März.
Das Auslandsecho auf die Pariſer Ergebniſſe Edens gefällt
in Paris nicht. Wenn man hier auch beſtrebt war, die Kordiali=
tät
der Beſprechungen Edens mit den franzöſiſchen Staats=
männern
zu betonen, ſo weiß doch jeder, daß es auf etwas ganz
anderes ankommt. Frankreichs Haltung in der Ab=
rüſtungsfrage
iſt jetzt das Haupthindernis, ja faſt das
einzige Hindernis einer Einigung, eines Kom=
promiſſes
, deſſen Zuſtandekommen für die ganze Welt eine Not=
wendigkeit
wäre. In Anbetracht dieſer Sachlage wird man der
Kordialität der franzöſiſchen Zurückweiſung keine beſondere
Aufmerkſamkeit widmen wollen.
Neuerdings heißt es, daß die Hoffnung auf eine Einigung
im Sinne der italieniſchen Vorſchläge noch nicht aufgegeben ſei.
Alſo ſtellt man eine neue Periode des Feilſchens in
Ausſicht, die geeignet ſein wird, die Atmoſphäre in
Europa weiter zu vergiften. Dabei iſt die einzige
Triebfeder der franzöſiſchen Außenpolitik die Furcht vor der
Verantwortung an dem Scheitern der Abrüſtungsverhandlungen.
Es iſt alſo ſchwer, von den weiteren Verhandlungen ſehr
viel zu hoffen. Was man aber überhaupt nicht erhoffen kann,
ſo lange in der franzöſiſchen =Außenpolitik der Ton, den Herr
Barthou als Außenminiſter anſchlug, ausſchlaggebend ſein wird,
das iſt eine Entſpannung in Europa. Der franzöſiſche Außen=
miniſter
bekannte ſich nachträglich zur Politik Briands, und die
offiziöſe franzöſiſche Preſſe betont die Stetigkeit und den guten
Willen der franzöſiſchen Außenpolitik. Es iſt wahr: Frank=
reichs
Haltung in der Abrüſtungsfrage war
immer dieſelbe, Frankreich wollte nie abrüſten.
Aber das poſthume Lob Briands durch Barthou es wurde in
gewiſſen Rechtskreiſen als ein ſchmerzlicher Schlag empfunden
war deshalb nicht am Platze, weil es der gegenwärtigen fran=
zöſiſchen
Außenpolitik gerade an den verhandlungsbereiten Ton,
der für Briand charakteriſtiſch war, gebricht.
Das Hervortreten Amerikas in der Abrüſtungs=
frage
wurde hier in Paris mit gemiſchten Gefühlen aufgenom=
men
. Man möchte einerſeits Zeit gewinnen und die Entſcheidung
verzögern, auf der anderen Seite erwartet man aber nicht viel
gutes aus Waſhington. Die unmittelbare Art der amerikaniſchen
Außenpolitik, die Probleme anzupacken, kann die Abrüſtungs=
frage
immer wieder in den Bereich der einfachen Tatſachen
zurückbringen, und das iſt Frankreich immer unangenehm.
Wenn man heute in Paris die Behauptung aufſtellt, daß
noch Möglichkeiten einer Einigung in der Ab=
rüſtungsfrage
beſtehen, ſo muß man betonen, daß die
Schaffung dieſer Möglichkeiten einzig und
allein von Frankreich abhängt.

Englands lakenke Kabinektskriſe.
Die Revolke der Torys.
Von unſerem OD=Korreſpondenten.
G. P. London, 5. März
Es kriſelt in Weſtminſter. Daran iſt, trotz aller Dementis,
nicht mehr zu zweifeln. Die Gerüchte von einer un=
mittelbar
bevorſtehenden Umbildung des eng=
liſchen
Kabinetts, die vorige Woche plötzlich auftauchten
und ſo viel Aufregung verurſachten, haben ſich allerdings als
verſrüht erwieſen. Aber es gibt keinen Rauch ohne Feuer.
Ernſte Unſtimmigkeiten haben im Schoße der Nationalen Regie=
rung
ſeit jeher beſtanden. Sie beſtehen weiter. Sie machen eine
Umbildung des Kabinetts, wie die Times das feſtgeſtellt haben,
wenn auch nicht zur ſofortigen, ſo dennoch zu einer unvermeid=
lichen
Notwendigkeit. Wann dieſe Umbildung erfolgen wird,
kann noch nicht geſagt werden Vorausſichtlich erſt im Sommer
und jedenfalls nicht vor Einbringung des Budgets. Erfolgen
wird ſie ganz beſtimmt. Bis dahin aber iſt es nur natürlich, daß
das Entſtehen von Gerüchten und Kombinationen verſchiedenſter
Art in Weſtminſter auch weiterhin nicht aufhören und auch
weiterhin das Geſpräch des Tages bleiben wird.
Die Kabinettskriſe iſt latent. Wer aber ihren weiteren Per=
lauf
vorausſehen will, der muß vor allem den Urſachen,
die die gegenwärtigen unſtimmigkeiten im
Schoße des britiſchen Kabinetts hervorgerufen
haben, auf den Grund gehen. Der Draht teilte vorige Woche
der Welt von heftigen Auseinanderſetzungen zwiſchen dem Mini=
ſterpräſidenten
Macdonald und dem Außenminiſter Sir John
Simon mit und ſtellte dieſe angebliche Disharmonie zwiſchen
den beiden Staatsmännern als Haupturſache der Kriſe hin. Dieſe
Darſtellung dürfte eine etwas zu primitive ſein. Zwiſchen
Ramſay Macdonald und ſeinem Außenminiſter beſtehen gewiß
ernſte Meinungsverſchiedenheiten, die nicht zuletzt darauf zurück=
zuführen
ſind, daß Maedonald ſich bekanntlich ſelbſt zur Leitung
der Außenpolitik berufen fühlt und ſeinerzeit das Portefeuille
des Außenminiſters an Sir John Simon nur widerwillig ab=
trat
. Dieſe perſönlichen Stimmungen und Verſtimmungen ſind
jedoch, ſo wichtig ſie an und für ſich auch ſein mögen, keines=
wegs
die Haupturſache der latenten engliſchen Kabinettskriſe.
Die wirklichen Urſachen liegen tiefer. Sie liegen in der
unnatürlichen, aus zuviel fremdartigen Ele=
menten
beſtehenden Zuſammenſetzung der
Nationalen Regierung an und für ſich. Wobei die
beiden im Kabinett verbleibenden Labourminiſter, Ramſay Mac=
donald
und James Thomas, ſich der vorwiegend aus Tories
beſtehenden Umgebung noch am beſten anzupaſſen ſcheinen. Mit
einer viel übleren Miene tun es die hinter Sir John Simon
ſtehenden Liberalen. Die gegen ihren Führer, Sir John Simon,
gerichteten gehäſſigen Angriffe verſtimmen ſie in zunehmendem
Maße, und es iſt offenſichtlich, daß ſie ſich in der konſervativen
Umgebung der Nationalen Regierung keineswegs mehr wohl=
fühlen
. Die ſtärkſte Unzufriedenheit kommt jedoch aus dem Tory=
lager
ſelbſt. Die große Maſſe der Konſervativen iſt im Grunde
genommen gegen Maedonald, gegen Baldwin, ja gegen die
geſamte Nationale Regierung in offenem Aufruhr, und die Un=
zufriedenheit
in ihrem Lager nimmt mit jedem Tage weiter zu.
Dieſe Unzufriedenheit iſt vom Standpunkt
der Konſervativen aus geſehen leicht verſtänd=
lich
: Die Bildung der Nationalen Regierung, erklären ſie,
erfolgte in einem Augenblick großer nationaler Not. Um das
Zuſtandekommen derſelben zu ermöglichen, verzichteten damals
die Konſervativen darauf, den überwältigenden Sieg, den ſie
bei den Wahlen im Herbſt 1931 errungen hatten, voll auszu=
nutzen
. Sie willigten in das an und für ſich widernatürliche
Bündnis mit den nationalen Liberalen und Labourleuten.
Dieſes war nötig, um das Land vor dem Schlimmſten zu be=
wahren
. Doch nun iſt das Schlimmſte überwunden. Es wird
Zeit für den Konſervatismus, ſich auf ſich ſelbſt zu beſinnen,
vor allem in Anbetracht der in nicht allzu ferner Zukunft bevor=
ſtehenden
Neuwahlen. Die aus ſo vielerlei und einander hemmen=
den
Elementen beſtehende gegenwärtige Regierung iſt zu einer
Politik der Tat nicht in der Lage. Sie beginnt daher merklich
an Popularität zu verlieren. In einer Reihe von für Groß=
britannien
lebenswichtigen Fragen Landesverteidigung, Er=
haltung
Indiens, Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit uſw. hat
ſie die nationalen Belange in ſchwächlicher Weiſe preisgegeben,
oder nichts Greifbares geleiſtet. Eine weſentlich tatkräftigere,
eine nationale Politik iſt erforderlich, eine Politik die mehr
dem Zeitgeiſte entſprechen und die Maſſen mitreißen würde,
Dieſes aber kann nicht anders erreicht werden, als durch eine
radikale Umbildung der gegenwärtigen Regierung und vor
allem durch ein entſchloſſenes Ausbooten jener Elemente, die
der Durchführung einer mutigeren und wahrhaft nationalen
Politik dauernd im Wege ſtehen.
So etwa oder ähnlich urteilen die Konſervativen, die doch
im gegenwärtigen Parlamente über eine erdrückende Mehrheit
verfügen und ein Recht zum Mitſprechen zu beſitzen glauben.
Dieſe Tatſachen muß man denn auch im Aug behalten, wenn
man von den verſchiedenen Gerüchten einer Umbildung des
engliſchen Kabinetts und ähnlichen Plänen hört. Der Sturm=
lauf
gegen Sir John Simon iſt von dieſem
Standpunkt geſehen nur Teil einer großan=
gelegten
Attacke der konſervativen Elemente
gegen die Nationale Regierung überhaupt. Die
verſchiedenen Kombinationen, die in letzter Zeit genannt wur=
den
zeigen deutlich worauf das Ganze abgezielt iſt. Als mut=
maßlicher
neuer Außenminiſter wurde beiſpielsweiſe zuerſt Lord
Halifax, der frühere, unter dem Namen Lord Irwin bekannte,
Vizekönig von Indien genannt. Doch kaum, daß ſein Name
genannt wurde, erhoben ſich aus dem Torylager gegen dieſe Kan=
didatur
die ſtärkſten Widerſtände, weil Lord Irwin noch aus
ſeiner indiſchen Zeit her den meiſten Konſervativen als ein
viel zu liberaliſtiſch geſinnter Mann bekannt und ihnen daher
als neuer Außenminiſter höchſt unwillkommen iſt. Viel eher
würden ihnen Anthony Eden oder der gegenwärtige Kriegs=
miniſter
Lord Hailsham behagen. Doch in Anbetracht der Tat=
ſache
, daß gegen Anthony Eden ſein allzu jugendliches Alter
und gegen Lord Hailsham allerlei perſönliche Gegnerſchaften
ſtehen, wird in letzter Zeit als zukünftiger Außenminiſter mit
zunehmender Beharrlichkeit der gegenwärtige Schatzkanzler

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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Dienstag, 6. März 1934

Seite 2 Nr. 64

Neville Chamberlain genannt. Schatzkanzler würde in dieſem
Falle der gegenwärtige Arbeitsminiſter Sir Henry Betterton
werden. Nicht weniger als vier Kabinettsminiſter würden voll=
kommen
ausſcheiden, und zwar: der gegenwärtige Geſundheits=
miniſter
Sir Hilton Young, der Gouverneur von Madras wer=
den
ſoll, der gegenwärtige Lordkanzler, Lord Sankey, der in
den Ruheſtand treten will, und der gegenwärtige Staatsſekretär
für Schottland, Sir Godfrey Collins, und der gegenwärtige
Kolonialminiſter, Sir Philip Cunliffe=Liſter, die beide zu Peers
erhoben, d. h. ins Houſe of Lords abgeſchoben werden ſollen.
Nicht unwahrſcheinlich iſt ferner die Bildung von zwei völlig
nenen Miniſterien, eines für Häuſerbau und eines anderen für
Propaganda. Es würden alſo, falls die genannten Mutmaßungen
ſich bewahrheiten, über kurz oder lang nicht weniger als ſechs
Miniſterpoſten zu vergeben ſein. Dieſe ſollen ſämtlich durch
jüngere Konſervative ausgefüllt werden. Man will ſolcherart
die Regierung mit neuem Blut erfüllen. Mit anderen Worten
aber, man will der konſervativen Partei die Möglichkeit geben,
im Laufe der nächſten zwei Jahre, die noch bis zu den Neu=
wahlen
verblieben ſind, nach allen Richtungen hin eine energiſche
Tätigkeit zu entfalten und in innerpolitiſchen ebenſo wie in
außenpolitiſchen Dingen Errungenſchaften zu erzielen, die ihr
im voraus einen Sieg bei den nächſten Wahlen ſichern würden.

An demſelben Tage, an dem mit der Kaiſerkrönung Puyis
die Abtrennung der Mandſchurei von China geſchichtliche Tat=
ſache
geworden iſt, hat der chineſiſche Miniſterpräſi=
dent
Wang Ching Wei in einer großen Rede den Auf=
bauwillen
der chineſiſchen Regierung dokumen=
tiert
und ein Programm aufgeſtellt, wie er ſich die künftige Ent=
wicklung
Chinas denkt, ein Programm, das darüber hinaus auf
verkehrspolitiſchem Gebiet außerordentlich modern gehalten iſt.
Er hat dabei auch um die Kapitalbeteiligung des Auslandes ge=
worben
und hinzugefügt, daß die chineſiſche Regierung alles
aufbieten will, was in ihrer Macht ſteht, um die ausländiſchen
Geldgeber vor Verluſten zu ſchützen, ebenſo wie ſie nicht daran
denke, ſich ihren Verpflichtungen aus den fälligen Anleihen zu
entziehen, ſondern aufs äußerſte bemüht ſei, ihre Gläubiger
ſicherzuſtellen.
Aus der Rede ſpricht ein ſtarker Mut und eine un=
erſchütterliche
Zuverſicht, die gerade angeſichts der
ſchwierigen inneren und äußeren Lage des Landes Anerkennung
verdient. China hat in den letzten Jahren ſchwer gelitten. Wer
daran die Schuld trägt, ſei ganz offen gelaſſen. Aber die Tat=
ſache
iſt nicht zu beſtreiten, daß das Land unter Füh=
rung
der Nankingregierung politiſch wie wirt=
ſchaftlich
ſtarke Anſätze zur inneren Konſoli=
dierung
aufwies, die jäh durch den mandſchuri=
ſchen
Feldzug Japans unterbrochen wurden. Da=
durch
hat China eine ſeiner reichſten Provinzen verloren, der
Handel iſt in Unordnung geraten, der Bürgerkrieg lebte wieder
auf, die ganze Entwicklung wurde um Jahre zurückgeworfen,
Trotzdem hat die Regierung den Mut nicht ſinken laſſen, ſondern
beginnt ihr Werk von neuem. Viel Unterſtützung von außen
hat ſie bisher nicht erfahren, auch der Völkerbund hat kläglich
verſagt und ſich mit einem papiernen Proteſt gegen den japa=
niſchen
Gewaltſtreich begnügt, der den Chineſen nichts nützte.
Die chineſiſche Regierung darf gewiß ſein, daß ſie bei ihren
Bemühungen, trotzdem voranzukommen, überall Unterſtützung
findet und daß vor allem Deutſchland hier nach Kräften helfen
wird.
Die Imere Mongolei ankonom? Ein chineſiſcher
Schachzug gegen Japan.
O. E. Moskau, 5. März.
Aus China einlaufenden Meldungen zufolge hat ſich die
Regierung in Nanking entſchloſſen, der Inneren Mongolei eine
Autonomie zu gewähren Die Vorlage ſoll bereits ausgearbeitet
ſein. Die Einzelheiten ſind zwar noch nicht bekannk, doch verlau=
tet
mit Beſtimmtheit, daß die Wünſche, welche die mongoliſchen
Stammesfürſten in dieſer Frage geäußert haben, weitgehende Be=
rückſichtigung
finden ſollen. In Moskau erregt dieſe Meldung
großes Intereſſe. Bekanntlich hat das Vordringen der Japaner
in der Inneren Mongolei die Moskauer Politiker in ſtarke Un=
ruhe
verſetzt. In der Sowjetpreſſe wurde immer wieder die Be=
fürchtung
laut, daß die Japaner zunächſt China die Innere Mon=
golei
entreißen würden, um dann auch die zur Einflußſphäre der
Sowjetunion gehörende Aeußere Mongolei zu bedrohen. Die
Stammesfürſten in der Inneren Mongolei ſpielten bei den japa=
niſchen
Kombinationen eine nicht unbedeutende Rolle. Sie galten
als die mit dem chineſiſchen Regime Unzufriedenen, die bei einer
Veränderung der Verhältniſſe, etwa bei einer Angliederung der
Inneren Mongolei an Mandſchukuo, nur zu gewinnen hätten. Es
ſcheint ſich hier nun um einen Schachzug der Nanking=Regierung
zu handeln, die durch Gewährung einer Autonomie die mongo=
liſchen
Fürſten für ſich gewinnen will. Die weitere Entwicklung

Von Dr. Erwin Kofſinna.

Unter den Sternbildern, die während der Wintermonate
am Südhimmel ſichtbar ſind, zeichnet ſich das des Walfiſchs
mehr durch die eigenartige Form als durch beſonderen Glanz
aus. Dafür enthält es einen der merkwürdigſten veränderlichen
Sterne, der ſeit ſeiner Entdeckung durch den Pfarrer David
Fabricius im Jahre 1596 die Aufmerkſamkeit aller aſtronomiſch
intereſſierten Kreiſe auf ſich gelenkt hat. Als Fabricius den
neuen Stern zuerſt beobachtete und bemerkte, daß ſeine Helligkeit
ſtändig abnahm, glaubte er, eine Nova gefunden zu haben,
die einmal aufflammt, um dann für immer den Blicken zu ver=
ſchwinden
. Fabricius hat dann einige Jahre ſpäter an der=
ſelben
Stelle im Walfiſch wieder einen Stern geſehen und
bereits vermutet, daß es ſich dabei um dasſelbe Objekt handle,
ohne jedoch an einen veränderlichen Stern zu denken. Mehrere
Jahrzehnte ſpäter, um 1640, erkannte Johann Holvarda in
Friedland nach jahrelangen Beobachtungen die Veränderlichkeit
dieſes merkwürdigen Sterns. Den Namen Wunderſtern im
Walfiſch oder Mira Ceti verdankt er Hevel in Danzig, der
zuerſt bemerkte, daß der Stern durchſchnittlich ſieben Monate
unſichtbar bleibt und vier Monate dem freien Auge ſichtbar
wird. Noch im 17. Jahrundert konnte Bouillaud in Paris die
Periode des Lichtwechſels zu 333 Tagen beſtimmen, und bald
erkannte man auch, daß recht erhebliche Abweichungen von dieſem
Mittelweg vorkommen. Die kürzeſte Periode betrug nur 306
Tage, die längſte 367 Tage. Ebenſo iſt die Helligkeit, welche der
Stern in den einzelnen Perioden erreicht, ſehr verſchieden. Mira
kann ebenſo hell werden wie Aldebaran, der Hauptſtern erſter
Größe im Stier; kann aber auch nur die vierte Größenklaſſe
erreichen. Im Minimum ſinkt Mira Ceti bis zur achten oder
neunten Größe herab und iſt dann nur im Fernrohr ſichtbar.
Ausnahmslos aber geht der Anſtieg zur größten Helligkeit viel
raſcher vor ſich als das Abſinken zum Minimum.
Gegenwärtig läßt ſich am ſüdweſtlichen Himmel wieder das
Aufflammen von Mira Ceti zur größten Helligkeit gut beob=
achten
. Nachdem der Stern jahrelang dem freien Auge unſicht=
bar
, geblieben war, da die Maxima gerade in die Sommer=
monate
fielen, wo er wegen der Nähe der Sonne nicht ſichtbar
iſt, bietet ſich Ende Februar und Anfang März eine beſonders
günſtige Gelegenheit zu ſeiner Beobachtung.
Welches ſind nun die Urſachen dieſes merkwürdigen Licht=
wechſels
von Mira Ceti? Es lag nahe, die Veränderlichkeit
des Wunderſterns auf die Bildung ausgedehnter Flecken auf
ſeiner Oberfläche zurückzuführen. Wenn das Auftreten ſolcher

Vom Tage.
Reichspräſident von Hindenburg hat an die Leipziger Früh=
jahrsmeſſe
folgendes Telegramm gelangen laſſen: Der Leipziger
Frühjahrsmeſſe 1934 wünſche ich beſten Erfolg. Möge ſie die kraft=
vollen
Anſtrengungen der von neuem Mut beſeelten deutſchen
Wirtſchaft fördern und das ihrige zum Wiederaufbau unſeres
Vaterlandes beitragen. gez. von Hindenburg.
Der Kyffhäuſerbund hat für das Winterhilfswerk eine weitere
Spende in Höhe von 10 000 RM. an das Finanzamt Charlotten=
burg
=Oſt überwieſen.
Auf der Rückreiſe von Berlin nach Sofia hatte König Boris
eine Zuſammenkunft mit König Alexander von Südſlawien.
Das früher ſozialiſtiſche Unterhausmitglied John Beckett iſt
der Britiſchen Fasciſtiſchen Union beigetreten. Er begründet ſeinen
Schritt mit dem Tiefſtand der parlamentariſchen Arbeiterpartei
deren Mitgliedern er Bequemlichkeit, Poſtenjägerei und Schlapp=
heit
vorwirft.
Der polniſche Geſandte in Tokio iſt in Hſinking eingetroffen,
um die Verhältniſſe in der Mandſchurei zu ſtudieren. Einer Unter=
redung
mit einem Vertreter der japaniſchen Agentur Rengo läßt
ſich entnehmen, daß die polniſche Regierung unter Umſtänden
Mandſchukuo anerkennen werde.
In Tokio iſt ein Vertrag zur Bildung einer franzöſiſch= javani=
ſchen
Inveſtement=Geſellſchaft unterzeichnet worden. Dieſe Geſell=
ſchaft
hat die Abſicht, in der Mandſchurei Städtebauten und den
Bau von Waſſerleitungen durchzuführen. Das Konſortium wird je
zur Hälfte aus franzöſiſchem und aus japaniſchem Kapital gebildet
werden.

läßt ſich natürlich noch nicht abſehen. Sollte aber eine neue
Schwenkung der mongoliſchen Fürſten in der Richtung einer
Wiederannäherung an China die Folge ſein, ſo würde dies in
Moskau nicht ungern geſehen werden, da ſich daraus für die japa=
niſchen
Pläne in der Inneren Mongolei Schwierigkeiten ergeben
könnten.
Amerikas Wiederaufbau.
Rooſevelt über die nakionale Wiederanfbaupolikik
in den Vereinigken Skaaken.
DNB. Waſhington, 5. März.
Rooſevelt eröffnete am Montag die Konferenz der Direk=
toren
der NJRA=Codes, die bis jetzt bereits 600 Wirtſchafts=
zweige
, und, ſoweit die Zahl der beſchäftigten Arbeiter in Frage
kommt, 90 Prozent der induſtriellen Betriebe der Staaten um=
faſſen
, mit einer Anſprache. An der Tagung nehmen auch die
Vertreter der noch uncodifizierten Wirtſchaftszweige teil. Die
insgeſamt 3500 Vertreter haben ſich die Aufgabe geſtellt, die in
den letzten acht Monaten zu Tage getretenen Unklarheiten und
Mißſtände des Code=Syſtems gemeinſam mit der Regierung zu
beſeitigen. Rooſevelt erklärte u. a., er wolle die Urſache der
Kriſe, aus der Amerika ſich langſam aufraffe, durch den Wahl=
ſpruch
charakteriſieren: Jeder für ſich ſelbſt; der Teufel greift
den letzten Bereicherung auf Koſten anderer, Uebertragung
einer Induſtrie aus einer in die andere Stadt, unlauterer Wett=
bewerb
, ſchwindelhafter Aktienhandel in gigantiſchem Ausmaß,
fehlende Planwirtſchaft und ſo gut wie keine ſozialen Rückſich=
ten
ſeien Hauptmerkmale des bisherigen Syſtems geweſen.
Was ſeitdem zur Bekämpfung der Kriſe und zum Wieder=
aufbau
der Wirtſchaft getan worden ſei, ſei weder Kommunis=
mus
noch Fascismus, noch Kollektivismus, ſondern Anwendung
der guten demokratiſchen Grundſätze, die in Amerika jahrelang
in Vergeſſenheit geraten ſeien, als Amerika ſich von Sonder=
gruppen
habe regieren laſſen.
Durch das NJRA=Geſetz ſei die Zuſammenarbeit von Arbeit=
geber
und Arbeitnehmer auf der einen Seite und Verteiler
und Verbraucher auf der anderen Seite in die Wege geleitet
worden. Die große Mehrheit des amerikaniſchen Volkes habe
dieſem neuen Ziel, das ein Ausgleich zwiſchen Landwirtſchaft
und Induſtrie, zwiſchen Herſteller und Verbraucher, zwiſchen
Unternehmer und Arbeiter ſowie zwiſchen Einfuhr und Ausfuhr
ſei, begeiſtert zugeſtimmt. Er begrüße jede aufbauende Kritik,
halte jedoch ein rein negatives Bekritteln des großen Werkes,
das die Nation jetzt vor ſich habe, für unpatriotiſch. Er wolle
ganz klar ſagen, daß man zu den alten Methoden und den alten
Verhältniſſen nicht zurückkehren werde.
Die in den letzten Wochen vorgebrachten Beſchwerden rich=
teten
ſich auch nicht gegen die Regierung oder gegen das
NJRA=Syſtem, ſondern gegen beſtimmte Lücken in den Ver=
ordnungen
und bewieſen, daß er den richtigen Weg gegangen
ſei. Die Induſtrie dürfe nicht den Gewinn, ſondern die Schaf=
fung
von Kaufkraft als erſtes und höchſtes Gebot betrachten.
Denn neunzig Prozent des Volkes lebten von Gehältern und
Löhnen, und deren Kaufkraft ſei lebenswichtig für die geſamte
amerikaniſche Wirtſchaft.

Flecken wie bei der Sonne periodiſch iſt, würden dadurch auch
periodiſche Helligkeitsſchwankungen entſtehen. Doch erheben ſich
gegen dieſe Erklärung ſchwere Bedenken. Die Strahlungs=
änderungen
der Sonne infolge von Fleckenbildungen ſind ſo
gering, daß ſie ſich praktiſch kaum bemerkbar machen, während
bei Mira Ceti der Lichtwechſel nicht weniger als ſieben Größen=
klaſſen
umfaßt, die Helligkeit dieſes Sternes alſo um den
600fachen Betrag ſchwankt! Die Flecken müßten die ganze Ober=
fläche
einnehmen, um ſolche enormen Unterſchiede der Leuchtkraft
zu verurſachen, und Mira Ceti wäre nach dieſer Theorie eine
alternde, dem Verlöſchen nahe Sonne, die faſt ſtändig mit dunk=
len
Flecken bedeckt iſt und nur alle elf Monate zur urſprüng=
lichen
Helligkeit aufleuchtet. Nun ſpricht zwar die rote Farbe
des Sterns für eine relativ niedrige Oberflächentemperatur, aber
es iſt phyſikaliſch nicht gut denkbar, daß ein dem Erlöſchen naher
Stern alle elf Monate von derartigen Umwälzungen betroffen
wird, daß ſich ſeine Strahlung auf das 600fache ſteigert.
Auch die ſorgfältigen Unterſuchungen von Joy auf dem
Monnt=Wilſon=Obſervatorium in Kalifornien brachten noch nicht
des Rätſels Löſung. Joy hatte durch zahlreiche Spektralaufnah=
men
feſtgeſtellt, daß ſich das Miraſpektrum zur Zeit des
Minimums auffällig ändert und dann teilweiſe die Merkmale
eines weißen Heliumſterns zeigt. Heliumſterne haben bekannt=
lich
ſehr hohe Temperaturen, 12 000 Grad und darüber, während
rote Sterne nur 2000 bis 3000 Grad beſitzen. Mira Ceti müßte
danach im Minimum heißer ſein als zur Zeit ſeiner größten
Helligkeit, was ganz unwahrſcheinlich iſt. Joy nahm daher an,
daß das Heliumſpektrum bei Mira von einem ſchwachen Be=
gleiter
herrühre, der nur zur Zeit des Minimums ſich bemerkbar
mache, ſonſt aber von Mira überſtrahlt wird. Dieſer vermutete
Heliumſtern wurde nun ſyſtematiſch geſucht und tatſächlich au
19. Oktober 1923 von Aitken aufgefunden. Jedoch handelt es
ſich dabei ſehr wahrſcheinlich um einen optiſchen Begleiter, der
nur zufällig dicht neben dem Hauptſtern ſteht, aber mit dieſem
keinen phyſiſchen Zuſammenhang hat.
Der Löfung der Frage nach der wahren Natur des Wunder=
ſterns
Mira kam man näher, als es Peaſe 1925 gelang, mit
dem Interferometer den Winkeldurchmeſſer von Mira Ceti zu
meſſen. Das Interferometer des hundertzölligen Hockerſpiegels
auf dem Mount=Wilſon=Obſervatorium iſt das einzige In=
ſtrument
der Welt, das ermöglicht, die ſcheinbaren Durchmeſſer
einiger beſonders großer Fixſterne zu beſtimmen. Die Größe
des Sternſcheibchens von Mira Ceti ergab ſich zu 0,056 Bogen=
ſekunden
, was bei einer Entfernung von 170 Lichtjahren dem
300fachen Sonnendurchmeſſer entſpricht. Mira Ceti iſt alſo ein
Rieſenſtern erſter Ordnung, ein ſogenannter Uebergigant, der
mit einem Durchmeſſer von 420 Millionen Kilometer nahezu die
Größe der Marsbahn erreicht. In dem hohl gedachten Innern

an die Landesregierungen
Gegen das Aufkreten von Richkariern
auf deutſchen Bühnen.

1 3

DNB. Berlin, 5. März.

Amtlich wird verlautbart: Der Reichsminiſter für Volksaufu /F), jeh
klärung und Propaganda hat an die Landesregierungen folgem
chland
des Erſuchen gerichtet:
A
In zunehmendem Maße wird beobachtet, daß Nichtarier, di
Klaf
bereits verſchwunden und größtenteils offenbar ins Ausland gen Herſteht
flüchtet waren, in Theatern, Varietés, Kabaretts uſw. wiedoll’, Tonnen
auftreten. Ich weiſe darauf hin, daß das Auftreten am edoch vor
deutſchen Bühnen von der Zugehörigkeit zuſe 1000
einem der Fachverbände der Reichstheaterkam geſnd alſe
mer abhängig iſt (8 4 der 1. Durchführungsverordnung zu u af die
Reichskulturkammergeſetz, Reichsgeſetzblatt I S. 797) und da 2 hoben.
Nichtariern die Aufnahme in dieſe Verbände gſſ, deutſchen
mäß 8 10 der bezeichneten Verordnung regelmäßig verweiſeſanm alſo
gert wird. Ich bitte deshalb, die Polizeibehörden am=
zuweiſen
, in allen in Frage kommenden Fällen den Nach=
weis
der Verbandszugehörigkeit zu verlange
und, wenn er nicht erbracht werden kann, da
Auftreten zu verhindern. Ich ſtelle weiter anheir
Fälle, in denen eine Verbandszugehörigkeit nachgewieſen wim
zur Kenntnis des Präſidenten der Reichstheaterkammer zu briü=
gen
, damit der Fall einer Nachprüfung unterzogen wird.
Ich bitte um nachdrückliche Durchführung meines Erſuchern
eſer
Es darf nicht dahin kommen, daß ſich das Publikum gegen du
Auftreten von Elementen, von denen es bereits befreit zu /eiwe gritik, d
glaubte, mit Selbſthilfe zur Wehr ſetzt.

für Dolfuß.

DNB. Wien, 5. Märi;

Dikkakoriſche Vollmachken
Die Erklärung des Bundeskanzlers Dollfuß über die nesAage auf der
ſtäudiſche Verfafſung hat allgemein großes Aufſehen erregt. unſch aufd
den bisher vorgeſehenen Uebergangsbeſtimmungen bis zur Eieſſich im Aut
führung der endgültigen Verfaſſung ſollen dem Bundeskanz= mereſſant
Dollfuß diktatoriſche Vollmachten eingeräumt werden. Ueber einiſſe der
Grundlinien der neuen Verfaſſung iſt jetzt bekannt, daß da=wrüſtung.
der Regierung weitgehende Handlungsfreiheit für alle groffm breit und
ſtaatlichen Fragen gewährleiſtet und ein beſonderes Notvero küte, acht 1
nungsrecht des Bundespräſidenten und der Regierung feſtgeſ hütze. Es iſ
wird. Die Mitglieder der in der neuen Verfaſſung vor /0 P8 entwi
ſehenen ſtändiſchen Körperſchaften ſollen zum großen Teil an 9 Km. z
der Regierung ernannt werden.
mzerſchi
innen es
onen nicht
Leſterreichiſcher Schritt in Prag.
bifnung b
DNB. Prag, 5. Märs nichen und
Der öſterreichiſche Geſandte Dr. Marek hat neuerdings /i und dere
Miniſter Dr. Krofta vorgeſprochen, um gegen die Haltung ei=ſunzerſchiff
Reihe tſchechoſlowakiſcher Blätter über Oeſterreich zu proteſtiennchuziehen,
Mkiniſter Krofta hat dem Geſandten das Bedauern ausgeſprochümen.

uud erklärt, daß er die Verbreitung unwahrer und übertriebeeindenfr
Gerüchte über die Ereigniſſe in Oeſterreich und beſonders helmäßi
Angriffe gegen das öſterreichiſche Staatsoberhaupt verurteſeben. Wit
Dr. Krofta verſprach, auf die in Betracht kommenden Blä okraten
entſprechend einzuwirken.
m. umge
ungen der
Frankreichs römiſcher Botſchafter nach Paris beordLna/ in
EP. Paris, 5. März /tigten
Der franzöſiſche Botſchafter in Rom, de Chambrun, iſt hafddemolrat
in Paris eingetroffen, wo er von Miniſterpräſident Doumeryſit den
und Außenminiſter Barthou empfangen werden und mit verſodl. 9e
denen Stellen Fühlung nehmen wird. Man nimmt an, daß
Chambrun nach Paris gekommen iſt, und mit dem franzöſiſ/
Kabinett über den Standpunkt der italieniſchen Regierungg
der Abrüſtungsfrage, ſowie über die Ziele der italieniſchen Pll.
tik im Donauräum eingehend Bericht zu erſtatten. Sein Aufme in
halt in der franzöſiſchen Hauptſtadt wird vorausſichtlich eine Wch.m
dauern. In politiſchen Kreiſen mißt man den Beſprechungen,
der Botſchafter mit dem Miniſterpräſidenten und dem Auß
miniſter haben wird, eine große Bedeutung bei. Es iſt daher
zunehmen, daß de Chambrun neue Weiſungen für e
Aktivierung, der franzöſiſchen Politik gege
über Italien mitnehmen wird, und zwar, nach der hier be
ſchenden Stimmung zu urteilen, im Sinne einer franzöſiſch=itol
niſchen Annäherung.

dieſes Sternes könnte die Sonne ſtehen und Merkur, Veu
und Erde in ihren wahren Abſtänden um ſie kreiſen. Freil
iſt die mittlere Dichte eines ſolchen Rieſenſternes außerordn
lich gering. Sie entſpricht etwa der Dichte der Luft in /
höheren Schichten der Stratoſphäre, 30. Kilometer über Wche
Erdboden, während unſere Sonne als Zwergſtern rund
Million mal ſo dicht iſt. Daraus folgt aber, daß Mira dII
kein alternder, dem Erlöſchen naher Stern iſt, ſondern eine jenſ
Rieſenſonne.

Auch die abſolute Helligkeit oder Leuchtkraft von Mira
ſehr groß. Im Lichtmaximum ſtrahlt der Stern etwa taufeh
mal ſo ſtark wie die Sonne. Merkwürdigerweiſe halten
die Temperaturſchwankungen in ziemlich engen Grenzen.
Minimum der Helligkeit beträgt die Temperatur 1800 Grad
ſteigt im Maximum auf 2300 Grad. Die Wärmeſtrahlung
Mira Ceti ſchwankt daher nur um den dreifachen Betrag,
Helligkeit aber um das 600fache.
Zur Erklärung des Lichtwechſels genügen die Tempera=
ſchwankungen
nicht. Man nimmt daher an, daß ſich der Ries
ſtern periodiſch zuſammenzieht und wieder ausdehnt.
Helligkeitsmaximum iſt Mira größer als Erdbahn, im Mininn
kleiner. Solche periodiſchen Schwingungen oder Pulſatioriſ
ſind bei dem roten Rieſenſtern Beteigeuze im Orion direkt rin
gewieſen. Mira Ceti iſt nun im Minimum leider zu ſchri
für Interferometermeſſungen. Wenn es gelingt, die Empf
lichkeit und Genauigkeit dieſer Methode weiter zu ſteigern, El
man wahrſcheinlich auch bei Mira Ceti rhythmiſche Schru
gungen. Pulſationen von elfmonatiger Periode feſtſtellen kon
Der Wunderſtern im Walfiſch iſt nur ein beſonders typr!
Vertreter einer ganzen Klaſſe von roten Veränderlichen,
er den Namen gab. Man kennt bis jetzt etwa 800 Miraſtel
Wenn wir nun gegenwärtig das Aufleuchten des Wunderſt*
im Walfiſch beobachten, ſo iſt dabei zu bedenken, daß di
Vorgang auf dem Stern in Wirklichkeit vor 170 Jahren,
Zeit Friedrichs des Großen, ſich abgeſpielt hat.
Simpliciſſimus. Die neue Nr. 49 bringt ein Arnold=Lb
blatt, das an dem Dollfuß Regime ſchärfſte Kritik übt. Es ze
einen Satz aus Pred. 1016 Wehe dir Land, des König
Kind iſt und erſchüttert damit alle Herzen, die mit dem O
reichiſchen Brudervolk empfinden. Eine Zeichnung von 2
zeigt eine Wiener Straße nach dem Bürgerkrieg; Schulz br
ein luſtiges Blatt: Naturſchutzpark Prag, und an Humor ſch4
hin unübertrefflich iſt eine Bildfolge Wettſtreit der Stan!
von Gulranſſon. Eine prächtige Zeichnung von Schilling br.
zur franzöſiſchen Außen= und Innenpolitik den ſchlagenden
Iſt im Staate etwas faul / herrſcht nach außen hin das Mcl
Von beſonderem Reiz ſind die vielen kleinen Bilder aus dem
vatleben.

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Rachrichten

Mtag, 6. März 1934

7
* Panzerkreuzer C‟
Stapellauf am 30. Juni.
ſon unſerer Berliner Schriftleitung.

m30. Juni wird das dritte deutſche
ſch iſſ bas zunächſt nur als Bezeichnung den Bu

Panzer=

auftzn Das Schiff iſt am 1. Oktober 1933 auf Kiel gelegt wor=
den
, eine Größe iſt durch den Verſailler Vertrag
oruſchrieben. In Art. 181 des Vertrages wird beſtimmt,
haß Zutſchland neben kleineren Kreuzern, 12 Zerſtörern und
u2 Duedobooten nur ſechs Schlachtſchiffe der Deutſchland= oder
othlrigen=Klaſſe beſitzen darf. Unter dem Begriff Schlacht=
ſchifüf
verſteht man aber ein Kampffahrzeug, das mindeſtens
eihs 0ch0 Tonnen groß iſt. Die Mächte des Verſailler Vertrags
Aenabein jedoch vorgeſehen, daß die deutſchen Schlacht=
Nateiſchiſſe 10000 Tonnen nicht überſchreiten dür=
rorw
enree ſind alſo nicht größer als die ſogenannten Waſhington=
70 Mreuz, auf die ſich die Großmächte im Waſhingtoner Vertrag
*Nüueeiwf haben.
M deutſchen Erſatzbauten ſind tatſächlich nur Panzerſchiffe.
lönen alſo nicht in die Gruppe eingeordnet werden, zu der
5achtſchiffe zählen. Schlachtſchiffe auf Grund des Waſhing=
vei

lbkommens ſind ungefähr 35 000 Tonnen groß. Da die
kankuuſbe der deutſchen Flotte darin beſteht, die
beiter peutrc Küſte im Ernftfall zu verteidigen, der deutſchen Fiſcherei
zewieſt und /Seſchiffahrt Schutz und Hilfe zu gewähren und im Intereſſe
imme ndes hutſchen Anſehens im Auslande die deutſche Flagge zu
ſn wir ſeigzy mußte bei der Konſtruktion der Erſatzbauten darauf Be=
nes
Goache enommen werden, daß der Verteidigungscharak=
un
gu er ieſer Schiffe ſchärfer herausgearbeitet
befreit zwirgk
9e Kritik, die ſchon das erſte Panzerſchiff Deutſchland in
er jusländiſchen Fachpreſſe fand, zeigt, daß es den deutſchen
chiſſſtauern in ausgezeichneter Weiſe gelungen war, aus den
Zrſailler Vertrag vorgeſchriebenen 10 000 Tonnen verhält=
guncig
brauchbare Kriegsſchiffe zum Schutze unſerer lang=
ſtmuten
Küſte zu konſtruieren. Von dem neuen Typ befindet
hids Panzerſchiff Deutſchland bereits im
giunſt. Am 1. April 1933 hißte es zum erſten Male die
rigigtlagge. Das zweite Panzerſchiff, das am glei=
über
Uennäge auf den Namen Admiral Scheer getauft wurde,
hen Ertiegg ſoch aufder Werft. Wann es in Dienſt geſtellt wird,
bis zußtufhy im Augenblick nicht überſehen.
Bundest Ftereſſant ſind einige Angaben über die Größenver=
den
Meä Iᛋ i ſſe der deutſchen 10 000 Tonnen=Schiffe und über deren
unt, da aus ü ftung. Das Panzerſchiff iſt 181,7 Meter lang, 20,8
für alle ſietzerbreit und 5,8 Meter tief. Es enthält ſechs 28= Zentimeter=
res
Nouefſhißze, acht 15=Zentimeter=Geſchütze und vier 8,8= Zentimeter=
ſerung
ſeteffſhßze. Es iſt mit acht Dieſelmotoren, die eine Kraft von
faſung 000 PS entwickeln, ausgerüſtet. In der Stunde vermag es
oßen Tunn 18. Km. zurückzulegen. Die Stärke der deutſchen
auerſchiffe liegt in ihrer Geſchwindigkeit.
ſe innen es natürlich mit den Rieſenſchlachtſchiffen fremder
atuolen nicht aufnehmen, weil ſie durchaus nicht die gleiche
ethiafnung beſitzen. Sie müſſen alſo ſtarken Schiffen gegenüber
5. Msäwchen und ſich auf die Verteidigung der heimiſchen Ge=
neuerdiyäſſtiet
und deren Zugänge beſchränken. Der geringe Tiefſtand
Haltmr lunzerſchiffe ermöglicht es ihnen, ſich in flache Gewäſſer
zu protelrmckuziehen, wohin ſie durch Unterſeeboote nicht verfolgt wer=
ausgeſuinulimnen
.
o übertit, Ir denfrüheren Jahren haben die Erſatzbauten
beſonde e! mäßig ein innerpolitiſches Streitobjekt
hupt verugkgben. Wir brauchen nur an das Geſchrei der Sozial=
nenden
9kraten zu erinnern, die auf Grund ihrer internatio=
lin
Bindungen gegen jede Landesverteidigung,
ſue) umgekehrt aber mit Stillſchweigen über die enormen
Engen der Gegenſeite hinwegzugehen ſuchten. Daß jeder
ſtzau in erſter Linie den auf den Werften be=
hüſtigten
Arbeitern zugutekommt, ſchlug bei der
nduudemokratie nicht durch. Allein 75 Prozent der Aufwendun=
mbrt

mir den Schiffsbau werden zunächſt direkt in Löhne um=
bent
200 fft! Der Reſt dieſer Summe wird in das Material geſteckt
nd mi lu kmmt auch hier wieder indirekt dem Arbeiter zugut. Durch
mtau eines Panzerſchiffes erhalten die Hütten und Walz=
ᛋr die Eiſenkonſtruktions= und Maſchinenanſtalten, die In=
zuunten
=Firmen die Elektrizitäts= und Möbel=Firmen, die
Laf und Porzellan=Produzenten Aufträge. Denn Bauſtoffe
ſatut man, wie Eiſen, Stahl, die verſchiedenartigſten Metalle,
biz Tauwerk, Faſerſtoffe, Farben, Leder uſw. Beſchäftigt wer=
n
den beteiligten Berufen. Ingenieure, Schiffsbauer,
tnerleute, Nieter, Schweißer, Maler, Schloſſer, Dreher, Tiſch=
Hww. Jeder Schiffsbau gibt alſo für längere
üeiner ſtattlichen Zahl von Arbeitnehmern
hhäftigung. Im Laufe der nächſten Jahre werden noch

veweitere Panzerſchiffe in Auftrag gegeben. Dann
ndämtliche Erſatzbauten ausgeführt.

Generaldirektor Emil Werner .
Im Freitag vormittag iſt Geh. Hofrat Emil Werner, der
gnjhrige Generaldirektor des früheren Großh, Hoftheaters und
W exſofmuſik, der ſeit 1912 im Ruheſtand in Darmſtadt zurückge=
M bAx lebte, im 89. Lebensjahr verſtorben.
imil Werner war der Senior der Mitglieder des heutigen
Nckustheaters und iſt, wenn er ſich ſeit ſeiner Verſetzung in den
K6üſtand auch aus dem öffentlichen Leben völlig zurückgezogen
2 hadt vielen Darmſtädtern noch vor allem aus ſeiner darſtelle=
eiwvd
ſitar Tätigkeit bekannt. Ein Leben reich von Arbeit im Dienſt
eiſe h hns 2r Kunſt, reich aber auch an Erfolgen, hat ſeinen Abſchluß
Greii gesüde n.
0 G inter den Lebensſprüchen des Dichters Anaſtaſius Grün fin=
Ven ich die Worte: Kunſt üben kann nur der Erkorene, Kunſt
de jeder Erdgeborene‟. Ein Erkorener, der die Kunſt, zu der
En yn Schickſal berufen war, ſo ausgeübt hat, daß jeder, der unter
ihP Einfluß ſtand, ſie lieben mußte, war der Schauſpieler
BinIWerner. Von den gegenwärtigen Theaterbeſuchern kennt
DAlter ihn noch als den Generaldirektor, als den Geheimen
M Mit, das heißt, es weiß nur von der Zeit des Abſchluſſes ſeiner
72 ahn. Aber vielen auch, die Emil Werner noch auf der Bühne
BiRen, iſt bekannt, daß er einer der ausgezeichnetſten Darſteller
wMdie je in Darmſtadt gewirkt haben. Sein Schauſpielkollege
B Heinrich Hacker reihte ihn den größten Künſtlern ſeines
hetfaches, der Charakterdarſteller, ein; er verglich ihn mit
E 2m Geringeren als Mitterwurzer. Schauſpieler, die noch mit
2 ex tätig waren erklären, daß er auf einer Großſtadtbühne
2 A ſeine Könnerſchaft ſich einen viel weiter wirkenden Kreis
Mie Anerkennung ſeines außerordentlichen Künſtlertums hätte
Men können. Auf dem Gebiete der Theaterkunſt wandelt ſich
ſehr ſchnell; es gibt jedoch nur wenige, die ſich kritiſch Rechen=
geben
können über die Eindrücke, die ihnen die Schauſpiel=
iri
ihrer empfänglicheren Jugendzeit und in gereiftem Alter
Hitelt hat. Die Kunſt Emil Werners war allem Streit ent=
Eie gehörte der Geſchichte unſeres Theaters an, denn es iſt
A noch jemand am Leben, dem der Künſtler, ſelbſt noch jung
lann im Vollbeſitz ſeiner darſtelleriſchen Fähigkeiten, ent=
Euigetreten iſt.
Derners künſtleriſcher Entwicklungsgang iſt dem Theater=
nam
der Gegenwart nur wenig bekannt. Zum erſten Mal be=
Emil Werner im März des Jahres 1867 die Bühne des Groß=
1ſMichen Hoftheaters; damals war der 1845 in Danzig Ge=
N erſt 22 Jahre alt. Es war ein Gaſtſpiel auf Anſtellung, das
509 zweimal wiederholte. Unter ſeinen Rollen war auch der
7A ſto in Goethes Fauſt. Man mußte ſtaunen, daß ein bo

Nr. 64 Seite 3

Siabtemtonfelen dei Meicsbahn.
Verſtärkie Mokoriſierung der Reichsbahn. Von Berlin aus in einem Tage nach allen größeren Städten
des Reiches. Kampf zwiſchen Reichsbahn und Kraftwagen beigelegt.

Die Berliner Beſprechungen.
DNB. Berlin, 5. März.
Im Feſtſaale des Hauptverwaltungsgebäudes der Deutſchen
Reichsbahngeſellſchaft trat am Montag vormittag die 5. Studien=
konferenz
mit Profeſſoren der deutſchen Univerſitäten und Hoch=
ſchulen
zuſammen. Die Konferenz erſtreckt ſich auf die ganze Woche.
Das außerordentlich umfangreiche Programm ſieht für Montag
und Dienstag Verhandlungen in Berlin vor. Am Mittwoch be=
geben
ſich die Mitglieder der Konferenz nach Brandenburg zum
Reichsbahnausbeſſerungswerk. Am Donnerstag wird die Kon=
ferenz
in Marienburg fortgeſetzt. Von dort geh: die Fahrt nach
Königsberg weiter, wo die Konferenz am Samstag geſchloſſen
wird. Die Studienkonferenz ſteht unter der Leitung des Reichs=
bahndirektors
Geh. Baurat Dr.=Ing. Schwarze.
Zur Eröffnung der Konferenz waren Reichsverkehrsminiſter
von Eltz=Rübenach. Vertreter verſchiedener Reichs= und Staats=
miniſterien
, ſowie eine große Anzahl von Rektoren und Profeſ=
ſoren
der Univerſitäten, der Techniſchen Hochſchulen und der Han=
delshochſchulen
erſchienen.
Generaldirektor Dorpmüller
führte in ſeiner Begrüßungsanſprache aus:
Zum erſten Male könne man in dieſem Jahre auch Vertreter
befreundeter Nationen, nämlich Ungarns und Griechenlands, be=
grüßen
. Der Nationalſozialismus ſei beſonders von der Reichs=
bahn
freudig begrüßt worden, die immer ſchon das Führerprinzip
habe gelten laſſen. Die Tradition der Reichsbahn, in der viele
Beamte und Arbeiter ſeien, deren Väter und Großväter ſchon bei
der Reichsbahn tätig ſeien, habe es erleichtert, den national=
ſozialiſtiſchen
Ideen Eingang zu verſchaffen und mit dem Natio=
nalſozialismus
Arm in Arm zu gehen. Auch das ſoziale Empfin=
den
ſei bei der Reichsbahn ſtets ſtark entwickelt geweſen Dr. Dorp=
müller
ſprach dann von der verſtärkten Motoriſierung
der Reichsbahn, die im Laufe des letzten Jahres Platz gegriffen
habe. Die Tendenz gehe dahin, die Geſchwindigkeit weiter zu
ſteigern. Wir müßten dahin gelangen, daß von Berlin aus
in einem Tage alle größeren Städte des Reichs
angefahren werden könnten, ſo daß man am gleichen
Tage nachmittags oder abends nach Berlin zurückkehren und in=
zwiſchen
ſeine Geſchäfte erledigen könne. Er machte weiter davon
Mitteilung, daß die Reichsbahnhauptverwaltung am Samstag
Auftrag gegeben habe, fünf verſchiedene Arten von
Triebwagen durchzukonſtruieren. Der Kampf zwiſchen
Reichsbahn und Kraftwagen ſolle begraben und
der Wille des Führers nach Zuſammenarbeit beider Verkehrs=
weſen
verwirklicht werden. Die außerordentlich einfachen und
genialen Ideen des Führers ſeien im Begriff, in die Tat umge=
ſetzt
zu werden. Anſtatt auf die Gleiſe werde ein
Teil des Verkehrs auf die Autoſtraßen gelegt
und der Kraftwagen als Zubringer für die Eiſen=
bahn
benutzt werden.
Der Staatsſekretär im preußiſchen Kultus=
miniſterium
Stuckart überbrachte die Grüße der deut=
ſchen
Hochſchulen. Der enge Standpunkt, hie Praxis hie
Wiſſenſchaft, müſſe überwunden werden. Er begrüßte beſonders,
daß hier eine enge Zuſammenarbeit zwiſchen der Reichsbahn, dem
größten deutſchen Wirtſchaftsunternehmen, und den deutſchen Uni=
verſitäten
und Hochſchulen Wirklichkeit geworden ſei.
An Stelle des verhinderten Reichsminiſters des Innern Dr.
Frick hielt darauf Miniſterialrat Dr. Seel einen Vortrag über
Stellung und Erziehung der Beamkenſchaft
im neuen Stagl.
Dr. Seel zeigte die Pflichten und Rechte des deutſchen Beam=
ten
auf, von dem der Staat verlangen muß, daß er die weltanſchau=
lichen
Grundlagen des nationalſozialiſtiſchen Staates erkennt und
verſteht und die politiſchen Richtlinien der Staatsführung aus
Ueberzeugung befolgt. Die Loſung des Beamten im
neuen Staat iſt: Mein Vorteil iſt nichts, das
Wohl des Staates und der Volksgemeinſchaft iſt
alles, Nationalſozialiſtiſcher Staat und Beamte müſſen ein
und dasſelbe ſein, ſind doch beide auf Gedeih und Verderb mitein=
ander
verbunden. Die Ehre, Treue und Pflicht, die Grundlagen

nationalſozialiſtiſcher Staatsauffaſſung ſind, müſſen auch die Le=
bensgrundlagen
des deutſchen Beamtentums ſein.
Univerſitätsprofeſſor Dr. Vleugels, Königsberg) eröff=
nete
als Obmann der Konferenz die Reihe der Oſtvorträge,
die in Marienburg und in Königsberg in den letzten Tagen der
Woche fortgeſetzt werden, mit ſtaats= und wirtſchaftspolitiſchen
Ausführungen über die Wirtſchaftsverhältniſſe des Oſtens und
insbeſondere Oſtpreußens in der Nachkriegszeit.
Die Vormittagsſitzung der Studienkonferenz der Reichsbahn
wurde abgeſchloſſen mit einem Vortrag des Vorſtandsmitgliedes
der Deutſchen Reichsbahngeſellſchaft Dir. Dr.=Ing. Leibbrand
über: Organiſation und Durchführung des Be=
triebsdienſtes
. Der Redner gab ein umfaſſendes Bild vom
Weſen und den vielſeitigen Aufgaben des Perſonen= und Güter=
zugdienſtes
, des Betriebsmaſchinendienſtes, der Betriebsſicherheit,
des Bahnſchutzes und der Betriebsüberwachung, die als Glieder
eines komplizierten und bis ins Kleinſte durchdachten Syſtems
Bauſteine ſeien für den Neuaufbau des deutſchen Volkes
Die Nachmittagsverhandlungen gewannei, ihre beſondere Be=
deutung
durch einen Vortrag des Staatsſekretärs im Reichswirt=
ſchaftsminiſterium
Dr. Feder, der über das Wirtſchaftsſyſtem
und das Wirtſchaftsprogramm der NSDAP. ſprach.
Der Präſident der Reichsbahndirektion Dresden Dr. Domſch
hielt dann einen ſehr eingehenden Vortrag über: Organiſation
und Durchführung des Verkehrsdienſtes bei der Reichsbahn und
bei den angelehnten Unternehmungen. Die Konferenz wird
am Dienstag fortgeſetzt.
Mehrarbeit
infolge zu knapp bemeſſener Lieferfriſten
muß vermieden werden.
DNB. Berlin, 5. März.
In der letzten Zeit ſind dem Reichsarbeitsminiſter wieder=
holt
Klagen darüber zugegangen, daß bei Vergebung von Auf=
trägen
zu knappe Lieferfriſten geſtellt würden. In ſolchen Fällen
ſei die rechtzeitige Erledigung der Aufträge nur durch Mehr=
arbeit
der vorhandenen Belegſchaft möglich. In zahlreichen Fäl=
len
würden daher Anträge auf Zulaſſung von Mehrarbeit geſtellt.
Hierzu bemerkt der Reichsarbeitsminiſter in einem Erlaß an die
oberſten Landesbehörden für Arbeitsbeſchaffung und für Gewerbe=
aufſicht
im Einvernehmen mit dem Reichswirtſchaftsminiſterium,
daß die Feſtſetzung knapp bemeſſener Lieferfriſten in dem gegen=
wärtigen
Anlaufsſtadium der Wirtſchaft nicht grundſätzlich als
unerwünſcht bezeichnet werden kann. Die Friſten müſſen aber
unter allen Umſtänden wenigſtens ſo ausreichend bemeſſen ſein,
daß die Betriebe Arbeitsloſe für die Erledigung der Aufträge
heranziehen können. Keinesfalls darf die Friſtſetzung von ganz
beſonderen, wirtſchaftlich begründeten Ausnahmefällen abgeſehen
dazu führen, daß die vorhandene Belegſchaft Mehrarbeit leiſten
muß, zumal wenn andere gleichartige Betriebe ſtilliegen oder ſtark
eingeſchränkt arbeiten. Bei Anträgen auf Genehmigung von
Mehrarbeit durch die Gewerbeaufſichtsbeamten darf der Hinweis
auf die kurzen Lieferfriſten nicht ohne weiteres für die Geneh=
migung
ausſchlaggebend ſein.
Bildung eines Beirakes beim Heſſiſchen
Heimſtäktenamk.
Durch Verordnungen des Herrn Staatsminiſters Jung vom
21. Februar 1934 iſt als die Oberſte Landesbehörde im Sinne
des Geſetzes über die Aufſchließung von Wohnſiedlungsgebieten
vom 22. September 1933 die Miniſterialabteilung 3 (Arbeit und
Wirtſchaft) des Staatsminiſteriums in ihrer Eigenſchaft als Heſ=
ſiſches
Heimſtättenamt beſtimmt worden. Anträge auf Erklärung
eines Gebietes zu Wohnſiedlungsgebieten ſind bei dieſer Behörde
einzureichen Zur fachlichen Beratung des Heimſtättenamtes
wurde ein Beirat gebildet. Er beſteht aus dem Vorſitzenden (dem
Leiter der Miniſterialabteilung 3 Arbeit und Wirtſchaft )
und den von dem Herrn Staatsminiſter zu ernennenden Mitglie=
dern
. Das Amt der Mitgliedſchaft bei dem Beirat iſt ein Ehren=
amt
.

jugendlicher Schauſpieler ſich an eine ſo große Aufgabe wagte,
aber er erregte geradezu Aufſehen und wurde für die nächſte
Spielzeit des Hoftheaters angeſtellt. Es war ihm keineswegs leicht
gemacht, ſich die Gunſt des Publikums zu erringen, denn ſein Vor=
gänger
als Charakterſpieler war Kläger, ein ſehr befähigter Schau=
ſpieler
. Bis Ende der 80er Jahre ſtand Werner in vorderſter Reihe
der Künſtler des Hoftheaters. Der damalige Spielplan, der ſich im
weſentlichen auf die Dramen der Klaſſiker ſtützte, bot ihm viel=
fach
Gelegenheit zum Darſtellen von Charakteren, die in Gang,
Haltung, Ton und Rede bedeutſame Geſtaltungen jener dichteriſchen
Schöpfungen waren. Mehrere Jahre wirkte Emil Werner auch als
Regiſſeur. In der Spielzeit 1888/89 ging er in das ältere Fach
über, wo er Butterwecks Erbe übernahm, und gab dafür die ju=
gendlichen
Charakterrollen an Ludwig Wagner ab.
Wenige Jahre darauf, in der Spielzeit 1893/94, wurde Wer=
ner
unter dem Titel Oberregiſſeur die Leitung des Hoftheaters
und der Hofmuſik als Nachfolger Theodor Wünzers übertragen.
Seine Ernennung zum Direktor erfolgte im November 1895, fünf
Jahre ſpäter wurde ihm der Titel Generaldirektor verliehen
und am 1. Juli 1912 trat er in den Ruheſtand. Dieſe knappen Zeit=
angaben
ſpiegeln aber eine reiche, aufopferungsvolle Tätigkeit für
das Theater wider. Zwar wandelte Generaldirektor Werner in
ſeiner Direktionsführung namentlich in der Spielplangeſtaltung,
im weſentlichen in den Bahnen Wünzers, doch hat er ſich Neue=
rungen
, die zu ſeiner Zeit aufkamen, nicht verſchloſſen. Zu dieſen
Neuerungen, die Generaldirektor Werner hier einführte, gehören
unter anderem die Volksvorſtellungen, und auf bühnentechniſchem
Gebiete die plaſtiſchen Dekorationen. Er trug ſtets Sorge für ein
Enſemble tüchtiger Künſtler und wirtſchaftete äußerſt ſparſam. Der
Spielplan wurde durch Neuerſcheinungen bereichert und die Werke
unſerer Klaſſiker, oft auch in Zyklen aufgeführt, die damals beim
Publikum ſehr beliebt waren. Erinnert ſei an die ausgezeichneten
Fauſt=Aufführungen an drei Abenden.
Prof Adolf Winds urteilt in ſeinem Buche Der Schauſpieler
ſehr richtig, daß die Mittel der Schauſpielkunſt ewig die gleichen
ſind. Wir haben es, ſo ſagt er, im Grunde nur mit Wandlun=
gen
zu tun, die je nach Zeitſtrömungen und Kunſtformen periodiſch
wiederkehren. Weder iſt die Klage berechtigt, die unabläſſig von
einem Verfall der Schauſpielkunſt ſpricht, noch iſt denen zuzuſtim=
men
, die da behaupten, eine völlig neue Kunſt ſei dem Schoß un=
ſerer
Tage entſtiegen. Die Kunſt Emil Werners war, im Lichte
der Gegenwart betrachtet, nicht etwa altmodiſch geweſen, ſondern
ſie war nur anderen Bedingungen unterworſen; ſie hat den Beſten
ihrer Zeit genug getan und wird deshalb in der Geſchichte des
Darmſtädter Theaters nicht vergeſſen werden.
Die Beiſetzung bzw. Einäſcherung des Verſtorbenen wird, ſei=
nen
Wünſchen entſprechend, in aller Stille erfolgen.

Stefan=George-Zeier im Realgymnaſium
Im Feſtſaal des Realgymnaſiums veranſtaltete der Sprach=
verein
eine Stefan=George=Feier, die erfreulicherweiſe ſehr zahl=
reichen
Beſuch aufwies.
Im Mittelpunkt der Veranſtaltung ſtand ein Vortrag von
Dr. Kraus über Georges Wortſchatz‟. Einleitend betonte
er, daß es nicht ſeine Abſicht ſei Georges Leben und Werk dar=
zuſtellen
, ſondern einzig ſeine Wortkunſt zu behandeln. In
kurzen Zügen entwarf Dr. Kraus ein Bild der Entwicklung
unſerer Sprache von Ekkehard über Luther und Goethe bis zu
George. An Reichtum und Spannweite konnte die Sprache nach
Goethe nicht mehr zunehmen, vielmehr mußte nun eine Be=
ſinnung
und Bändigung der Sprache erfolgen. George war dazu
berufen durch ſeine natürlichen Anlagen: Ernſt und Strenge
ſind ihm ebenſo eigen wie Gelöſtheit der Sinne, Gemüt und
Traumkraft. Dazu kommen eine Luſt am urſprünglichen Wort
und ein ausgeprägter Formenſinn. Seine Gefühlswelt war
mit der Tagesſprache nicht auszudrücken, ſo ſchuf er eine eigene
Sprache, die uns erſchüttert und erregt. Er hat den tiefen Zu=
ſammenhang
von Weſen und Namen erfaßt und aus dieſer
Erkenntnis heraus unſere Sprache verdichtet und verweſentlicht.
Aeußere Mittel dazu ſind ihm beſondere Wortſtellung, Kräſ=
tigung
des Reimes, beſondere Behandlung der Laute. Indem
er die alten Wurzeln abgegriffener Worte bloßlegt, ſie von
Verkleidungen befreit, erreicht er neue klangliche Wucht und ge=
drungene
Fülle. George fühlte tief das doppelte Amt des
Dichters: Lebensbringer und Seher zu ſein. Er iſt der Beginner
eines neuen deutſchen Mythos, der immer wieder auf die
Grundkräfte deutſchen Weſens hinwies und das neue Reich
vorſchauend ſah.
Georgeſche Dichtungen (aus dem Jahr der Seele, dem
Stern des Bundes dem ſiebenten Ring und dem neuen
Reich), die H. H. Krumb mit feinem Verſtändnis für das
Weſen Georgeſcher Wortkunſt vortrug, fügten ſich organiſch dem
Vortrag ein.
E Bergmann und C. Cauer ſpielten ein Andante
von Bach und 2 Sätze aus einer Violinſonate von Händel. Die
klare, reine, gebändigte Formenſprache der Werke ſtimmte vor=
züglich
zum Charakter der vorgetragenen Dichtungen.
Abſchließend wies der Obmann des Sprachvereins, Studien=
rar
Pickert, kurz auf die Ziele des Vereins, der den Gebrauch
überflüſſiger Fremdwörter bekämpft hin. Er führte an, daß
George immer wieder betonte, daß Fremdwörter unſere Sprache
niemals bereichern kön=

[ ][  ][ ]

Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmitiags
2.30 Uhr von der Kapelle des alten Friedhofs aus
ſiatt. Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen.

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die letzte Ehre zu erweiſen. Treffpunkt:
2.15 Uhr am Hauptportal. Der Führer.

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Die trauernden Hinterbliebenen:
Marie Schmitt Ww., geb. Köſtler
Eiſe Schmitt Ww., geb. Hoßfeld.
Darmſtadi, den 5. März 1934,
Alicenſtraße 1½.
Die Beerdigung findet ſtatt am Mittwoch, den
7. März 1934 um 3 Uhr auf dem Friedhof Nieder=
Ramſtädterſtraße.
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[ ][  ][ ]

Mckag, 6. März 1934
As der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 6. März 1934.
Bekgunkmachungen des Perſonalamkes.
annt wurde; der Brückenaufſeher Peter Karl Adler
Gusheim zum Schiffskapitän mit Wirkung vom 1. Dezember
gſſellt wurden: am 2. März 1934: Heinrich Hilß II. in
hanfxitz zum kommiſſariſchen Bürgermeiſter der Gemeinde
unſritz; Richard Rupp in Merkenfritz zum kommiſſariſchen
iſardneten der Gemeinde Merkenfritz.
thertragen wurde: am 27. Februar 1934: dem Lehrer Rich.
uG zu Nieder=Seemen, Kreis Schotten, eine Lehrerſtelle an
hlksſchule zu Schotten mit Wirkung vom Tag des Dienſt=

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 64 Seite 5

uis an.
z den Ruheſtand verſetzt wurden auf Nachſuchen: der Brun=
imſter
bei dem Heſſ. Staatsbad Bad Nauheim Friedrich Wil=
mNüller
zu Bad Nauheim; am 9. Februar 1934: der Ober=
härfme
Karl Schoch bei der Landes=Heil= und Pflegeanſtalt
ſeßzen, beide unter Anerkennung ihrer dem Staate geleiſte=
ſienſte
, mit Wirkung vom 1. April 1934; am 26. Februar
95f4 der Studienrat an den Techniſchen Lehranſtalten zu Offen=
M. Karl Wagner vom 1. Mai 1934 an.
Miniſterialabkeilung für Bildungsweſen,
Kulkus, Kunſt und Volkskum.
kledigt ſind eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer
Volksſchule in Gonſenheim, Kreis Mainz, und eine
ſiſtelle für einen katholiſchen Lehrer an der Volksſchule in
hen., Kreis Mainz.
Hice-Berein für Frauenbildung und Erwerb
üt uns: Der Vorſtand des Vereins hat beſchloſſen, ſeine
ſte=Eleonorenſchule am 1. April dieſes Jahres zu
ülſe ßen, Staat und Stadt übernehmen die Seminare und die
afchule. Der Verein ſelbſt bleibt beſtehen.
In Jahre 1867, alſo kurz nach dem Kriege 1866 wurde der
eln durch die Großherzogin Alice, unter tätiger Mitwirkung

Aüb wurde 1870 ein Lizeum gegründet, welches die wiſſen=
ſcſtiche
Fortbildung der jungen Mädchen zur Aufgabe hatte.
ber 1875/76, mit auf Betreiben des damaligen Vorſtandes,
ſiſche Volksſchulgeſetz zur Einführung obligatoriſchen Hand=
lresunterrichts
eingeführt wurde, wurde das Lizeum in ein
ſmar für Handarbeitslehrerinnen umgewandelt. Dieſem zur
4uwurden fachgewerbliche Kurſe in Weißnähen, Schneidern,
han uſw. geſtellt, 1877 kamen kaufmänniſche Kurſe hinzu, die
ia wieder aufgelöſt wurden. 1887 trat die Kochſchule ins
De. 131905 übernahm die Großherzogin Eleonore den Vorſitz des
leis, der lange Jahre von der ſtellvertretenden Vorſitzenden,
zuein Sofie von Follenius mit ſeltener Treue und Tatkraft
Argeführt worden war. 1909 wurde das Hauswirtſchaftliche
Muiar gegründet. Während des Weltkrieges als die Kinderver=
ug
beſonders wichtig erſchien, wurde das Kindergärtnerinnen=
mar
mit Kindergarten eingerichtet. 1920 folgte die Fröbelſche
hrflegerinnenſchule. Dieſe beiden Neugründungen erfolgten
nitiative und tätige Mithilfe der jetzigen ſtellvertretenden
lienden Exzellenz von Hombergk zu Vach. 1930 wurden durch
ſorſeminar und das Berufsſchul=Seminar die Möglichkeiten
nſere Schülerinnen verbeſſert. Eine Erwerbsloſenfortbildung
ie Mütterſchule, ſowie ein Abiturienten=Kurſus, waren durch
eitverhältniſſe bedingt. In der allerletzten Zeit trat das
Eneminar ſeine Tätigkeit an. Aus dieſen wenigen Beiſpielen
eervor, daß die Schule bemüht war, den Bedürfniſſen der Zeit
ſchung zu tragen.
Daß der Alice=Verein für Frauenbildung und Erwerb ſich ge=
ſieht
, ſeine in 64jähriger Tätigkeit bewährte Schule zu
ſigen, wird in Stadt und Land aufrichtiges Bedauern hervor=

chen
Herr Adam Hauck, Poſtinſpektor i. R., Heidelbergerſtr. 21,
a heute, am 6. März, ſeinen 70. Geburtstag. Er iſt am 6. März
üin Kleeſtadt i. Odw. geboren. Seit 12 Jahren iſt er Vorſitzen=
iſe
er Hauptgruppe Darmſtadt ehem. Heſſ. Garde=Drag. 23 und
ſche ihn ſeine Kameraden in Anbetracht ſeiner treudeutſchen Ge=
ſang
und ſeiner ihm lieb gewordenen und bewährten Vereins=
ſang
in der letzten Hauptverſammlung einſtimmig wieder zum
ſer gewählt.
Aegyptenfilm in der Stadtmiſſion. Am Donnerstag, den
ärz, läuft im großen Stadtmiſſionsſaal der prachtvolle
kptenfilm der Anſtalt Bethel bei Bielefeld. Das Sonnenland
ſils mit ſeinem gewaltigen Naturzauber und den Bauwer=
der
ägyptiſchen Königszeit, wird in eindrucksvollen Bildern
Upn ſein. Der Film läuft zugunſten der Evangeliſchen Moham=
Aner=Miſſion in Wiesbaden (Sudan=Pionier=Miſſion), die ſeit
An Jahren in Oberägypten in großem Segen arbeitet. In
Miſſionsarbeit unter dem nubiſchen Volk wird der Film
einen gediegenen Einblick vermitteln. Um 6 Uhr abends
Pt eine Vorſtellung nur für Kinder ſtatt.

Heſſiſches Landestheater.

Großes Haus

Anf. 20, Ende vor 22½.
6. März Zar und Zimmermann.

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Preiſe 0.504.50
Prinz von Homburg.
Anf. 19½2, Ende u. 221 Uhr. C.16
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Preiſe 0.705.50
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Kleines Haus
Anf. 20, Ende 22 Uhr. Gruppe 6511300.
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(Kein Kartenverkauf
6 März Matheis bricht’s Eis.

Anf. 20, Ende 22 Uhr. Außer Miete).
noch
Preiſe 0.402.00
März Tanzabend.

Anf. 20, Ende 22½ Uhr.
Mece
März Am Himmel Europas.

Zuſatzmiete V9
Preiſe 0.703.80

* Das Heſſiſche Landestheater macht darauf aufmerkſam, daß
* Dienstag aus betriebstechniſchen Gründen nicht Die Fabel
vertauſchten Sohn, ſondern A. Lortzings Zar und Zim=
urnann
wiederholt wird. Anfangszeit und Mieten bleiben
Aeichen.
Das am 10. März, im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landes=
ters
zur Uraufführung gelangende. Deutſche Früh=
9Sſpiel von Karlheinz Gutheim iſt geſtaltet nach alten
iſchen Volksbräuchen der Oſter= und Frühlingszeit, wie ſie in
beit von Karfreitag über die Nacht des Oſterſamstags bis zum
eirnorgen in allen deutſchen Gauen, in Tirol und der deutſchen
neiz noch heute lebendig ſind. Selbſtverſtändlich handelt es
licht um eine einfache Verpflanzung und Uebertragung der
A nalvorgänge und =Tänze, ſondern um eine bühnenmäßige
ſung und freie künſtleriſche Arbeit, die ihre Wurzeln in dieſem
n völkiſchen Kulturgut hat. Die Konzeption der Szenenfolge
Der Muſik nimmt keine alten Formen zum Vorbild, ſie ver=
vielmehr
, aus heutigem Empfinden und mit den Mitteln
uer Zeit den Bühnen eine neue Spielform und ein neues
isebiet zu erſchließen. Dem Bühnentanz fällt in dem Werk
Imfangreichſte Aufgabe zu. Die zunächſt nur durch das künſt=
Eie Mittel der Bewegung verſinnbildlichten Vorgänge weiten
m Schluß zu einem Volksſingen aus. Die ſzeniſche und
Sgraphiſche Leitung hat Alice Zickler, die muſikaliſche Leitung
B Hoeglauer. Das Bühnenbild wurde von Edward Suhr,
hillun, a. G., entworfen.

Feierliche Kundgebung des Winterhilfswerks
Reichsſtatthalter Gauleiter Sprenger ſprichk in der Feſthalle. der Gauführer des Winkerhilfswerkes.
Pg. Bürgermeiſter Haug, über die Leiſtungen des Winkerhilfswerkes.
will. Jeder Volksgenoſſe ſoll ſeine Arbeitsſtätte haben, ſoll ſeinen
Kampfplatz im Lebenskampf erhalten.
Ius Jungootr ſanmert IS4osr eind Beot
So wie die Arbeitsloſigkeit entſtanden iſt im Verlaufe von
14 Jahren, und wie die Keime ſchon Jahrzehnte zuvor gelegt wur=
Die Brolverkeilung in der Feſthalle.
den, ſo konnte auch niemand erwarten, daß in wenigen Monaten

** Am geſtrigen Jahrestag der erwachenden Nation wurde eine
einzigartige eindrucksvolle Feier des Winterhilfswerkes durchge=
führt
. Das Wort des Führers: Kein Volksgenoſſe ſoll hungern
und frieren, iſt in Erfüllung gegangen. Alle Volksgenoſſen haben
an dem großen Winterhilfswerk mitgewirkt. Aus Anlaß des ge=
waltigen
Sieges im Kampfe gegen Hunger und Kälte fand eine
feierliche Kundgebung in beſonderem Rahmen ſtatt, an der die
Darmſtädter Bevölkerung regſten Anteil nahm. Die Häuſer der
Stadt trugen reichen Flaggenſchmuck. Tauſende frohgeſtimmter Men=
ſchen
ſäumten die Plätze, auf denen die Veranſtaltungen abgehal=
ten
wurden, ſäumten die Straßen, durch die ſich der mächtige, im=
poſante
Brotzug bewegte, der ſo ſymboliſch für die Volksverbunden=
heit
iſt, und füllten dan die Feſthalle, die nicht alle Menſchen
faſſen konnte. 132 081 Laib Brot waren in zwei Tagen geſammelt
worden, eine gewaltige Zahl, eine Tat die nur durchgeführt wer=
den
konnte mit Unterſtützung aller und nur dann, wenn ſtraffter
Anordnung des Gauführers des Winterhilfswerks, Pg. Bürger=
meiſter
Haug, und ſeinen Helfern, dem Adjutanten und Kreis=
führer
Hanſel und dem Geſchäftsführer der Kreisführung des
WHW., Trumpfheller, ſtraffſte Diſziplin bei freiwilliger Mitarbeit
und vollſtem Idealismus zur Sache folgte. Tagelang mußte bis
ſpät in die Nacht gearbeitet werden. Die freiwilligen Helfer der
NSV des WHW., das Jungvolk, der freiwillige Arbeitsdienſt, die
NS.=Frauenſchaft und alle übrigen Helfer kannten keine Müdig=
keit
. Und das Werk gelang! Die Brote waren bereits am
Sonntag wohlgeordnet in den drei Depots aufgeſtapelt, abgezählt,
und wurden dann auf die inzwiſchen hübſch geſchmückten 225 Laſt=
kraftwagen
verladen, 102 824 große und 29 257 kleine Brote ergab
die Zählung! Um 10 Uhr am geſtrigen Montag rollte die Ko=
lonne
auf dem Meßplatz an und nahm in langen Reihen Auf=
ſtellung
.
Es erfolgte dann
die Uebergabe des geſammellen Brokes
durch das Jungvolk an das Winkerhilfswerk.
Oberjungbannführer Franz Schubert über=
eignete
mit ſchlichten Worten im Namen des Oberjungbannes III.
dem Gauführer des WHW., Pg. Bürgermeiſter Haug, die Brote,
der ſie übernahm mit den Worten: Ich übernehme dankend die
Brote, die verwandt werden wie es der Führer will im Kampfe
gegen Hunger und Kälte. Im Anſchluß an die Brotübernahme
formierte ſich in vollſter Ordnung der Brotzug.
An der Spitze des Zuges, der ſich durch die dichtumſäumte
Stiftſtraße, Dieburgerſtraße, Heinheimer=, Schlageter=, Frankfur=
ter
= Peter=Gemeinder=, Eliſabethen=, Neckar=, Rheinſtraße zum
Steubenplatz bewegte, marſchierte ein Spielmannszug des Jung=
volks
. Es folgte die Gauführung des W.H.W., die Kreisführun=
gen
, auch der Nachbarkreiſe, Polizeimajor Dr. Ivers mit Stab,
und abwechſelnd Abordnungen der SA., SS., des Stahlhelms,
des Jungvolks, der HJ., des Freiwilligen Arbeitsdienſtes, bei
dem beſonders ſinnfällig jeder Mann einen Laib Brot als Spende
unter dem Arm trug, der BDM., Techniſche Nothilfe, Luftſchutz,
das Rote Kreuz und zwiſchendurch die hochbeladenen 225 Brotlaſt=
wagen
, ſowie 50 Wagen mit Begleitmannſchaften. 6 Muſikzüge
und viele Spielmannszüge begleiteten den Zug, das Jungvolk und
die HJ. führten ihre Fahnen und Wimpel mit. Heller Frühlings=
ſonnenſchein
lachte, als ob auch der Himmel ſeinen Segen zu dem
großen Werke geben wollte. In die Fanfaren= und Muſikklänge
miſchte ſich das jubelnde Geläute ſämtlicher Kirchenglocken Darm=
ſtadts
. Nachmittags fand in der dichtbeſetzten Feſthalle, die
reichen Schmuck trug, die feierliche Verteilung der Spenden
ſtatt. Dank der tadelloſen Organiſation, die in Händen des Kreis=
führers
Hanſel lag, wickelte ſich der rieſige Andrang zu der Kund=
gebung
und die ſich anſchließende Brot= und Lebensmittelvertei=
lung
reibungslos ab. Minutenlanger herzlicher Beifall wurde
laut, als Reichsſtatthalter Sprenger, begleitet von Staatsminiſter
Jung und ſeinem Stah. mit dem deutſchen Gruß empfangen, die
Feſthalle betrat. Der Einzug erfolgte unter den Marſchklängen der
Landespolizeikapelle unter Leitung des Obermuſikmeiſters Bus=
lau
, die vieltauſendköpfige Menge erwies dem Herin Reichsſtatt=
halter
und den Ehrengäſten, unter denen man Regierungsrat
Reiner, Staatsminiſter Jung. Miniſterialrat Ringshauſen, Ober=
bürgermeiſter
Wamboldt, Bürgermeiſter Kopp, Vertreter aller
ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden bemerkte, den deutſchen Gruß.
Nach einigen wundervollen Geſängen der Darmſtädter Sänger=
ſchaft
unter Leitung des Ehrenchormeiſters Etzold, nahm der
Gauführer des BHB., Pg. Bürgermeiſter Haug.
das Wort. Er erinnerte daran, wie heute nach einem Jahre der
Regierung Adolf Hitlers aus einem zerriſſenen Volke ein Staat,
ein Reich und eine Nation geſchweißt wurde, ſo daß jedem alten
Nationalſozialiſten das Herz höher ſchlage. Die deutſche Schick=
ſalsgemeinſchaft
ſei eine Not= und Brotgemeinſchaft und heute
könne er feſtſtellen, daß die Pauole des Führers: Kein Deutſcher
ſolle in dieſem Winter hungern und frieren, ſo ausgeführt wurde,
wie es nationalſozialiſtiſche Pflicht war. Mit der feierlichen Brot=
übergabe
ſolle einmal gezeigt weiden, daß immer noch zahlreiche
Volksgenoſſen auch in Darmſtadt zu betreuen ſeien und deshalb
nicht jeder einzelne Wunſch vom WHW. erfüllt werden könne.
Zum anderen dürfe er fragen, ob es unter dem Weimarer Syſtem
bei allen Verſprechungen auch nur einmal eine gleiche Tat gebe,
wie ſie heute vor Augen ſtehe. (Lebhafter Beifall.) Weiter wolle
er den Spendern einmal zeigen, wie ihr Opfer angewendet werde,
Die neue Hoffnung, der Glaube und die Zuverſicht, die heute wie=
der
wach geworden, ſeien der beſte Dank für die Opfer. Mit dem
Bekenntnis, daß der Nat’nalſozialismus aus dem Volke gekom=
men
und immer im Volke ſtehen bleiben werde, ſchloß der Gau=
führer
, worauf
Jungbannführer H. G. Sieberk=Darmſtadt
ſeinen Kameraden vom Jungvolk Dank und Anerkennung aus=
ſprach
. Nach einem Appell an die Eltern, der Arbeit und dem revo=
lutionäten
Geiſt der Hitlerjugend Verſtändnis entgegenzubringen,
ſchloß er mit dem Gelöbnis, daß die Jugend eins ſei in dem Wil=
len
, niemals mehr dürfe in Deutſchland eine Generation zerbro=
chen
am Boden liegen. Dann ergriff
Reichsſtakkhalter und Gauleiker Sprenger
das Wort und erklärte u. a.: Vor einem Jahre hat das deutſch=
Volk ſich vertrauensvoll dem Führer als Gefolgſchaft verpflichtet.
Der Führer hatte ſich an das deutſche Volk gewendet, weil er nicht
mit Machtmitteln regieren wollte, ſondern lediglich geſtützt auf
das Vertrauen der Mehrheit des deutſchen Volkes. Denn nur eine
von der Mehrheit des Volkes getragene Regierung kann dieſen
Staat regieren, kann auf die Dauer ein Volk wieder in Ordnung
bringen und aufwärts führen. Das war die tiefe Erkenntnis, mit
der der Führer vor das Volk getreten iſt. Vor einem Jahre, als
ihm dieſes Vertrauen ausgeſprochen war, konnte er dann an die
Ordnung im Volke und im Staate gehen.
Nach dieſer kurzen Zeit nationalſozialiſtiſcher Regierung
ſtellen wir feſt, daß über 2 Millionen Volksgenoſſen der
Geißel der Arbeitsloſigkeit entriſſen worden ſind, daß die Ar=
beitsmöglichkeiten
, wo ſie nur irgendwie geſchaffen werden
konnten, praktiſch getätigt worden ſind. Wir ſtellen feſt, daß
die noch reſtlichen Arbeitsloſen von der Hoffnung beſeelt
ſind, nun auch allmählich wieder in den Arbeitsprozeß hin=
einzukommen
.
Die Arbeitsloſigkeit und die daraus entſpringende Hilfloſigkeit iſt
das Furchtbarſte, was ein Volk treffen kann.
Allein der Gedanke ſchon, daß er von der Arbeit eines anderen
lebt, iſt für einen Deutſchen niederdrückend. Unſer deutſches Volk
iſt nicht von dem Schlage, daß es von der Arbeit anderer leben

ſchon die Arbeitsloſigkeit reſtlos beſeitigt werden könne. Wir er=
kannten
das und der Führer Adolf Hitler hat deshalb uns ver=
pflichtet
, dafür zu ſorgen, daß kein Deutſcher in dieſem Winter
hungere und friere. Und dieſes Wort, das über Deutſchland und
in die ganze Welt ging, wurde das können wir heute am Ende
dieſer Winterhilfsperiode ſagen ſoweit es möglich war, zur
Tat. Jeder hat geopfert, der dazu irgendwie in der Lage war
und jeder war verpflichtet, zu opfern.
Wir hätten manchen, der ſich dieſem wunderbaren Werke ent=
gegenſtellte
, treffen können mit harter Fauſt, wir hätten manchen,
der dieſes großartige Werk herabwürdigte, faſſen können. Wir
haben bewußt darauf verzichtet, weil wir in der Lage ſind, dieſe
Sorte Menſchen der Verachtung aller Volksgenoſſen preiszugeben.
Unſer Werk iſt nicht zu Ende. Das Winterhilfswerk ſoll ſein
und bleiben ein Werk für die allerdringendſte Not.
Wenn das WHW. jetzt am 31. März zu Ende geht, ſo be=
ginnt
praktiſch die in der Zwiſchenzeit aufgebaute Volks=
wohlfahrt
ihre Arbeit.
Keiner laſſe ſich alſo einreden, daß damit neue Not beginne. Nein.
Eine feſte Organiſation iſt geſchaffen im Rahmen der NSDAP.
Die Organiſation ſteht ſo feſt, daß wir alles erfaſſen können. Ihr
Hauptaugenmerk hat ſie zu richten auf die Kranken, die Siechen,
die überhaupt nicht mehr in den Arbeitskampf eingeſpannt wer=
den
können.
Wenn im nächſten Winter es erneut erforderlich ſein ſollte,
wenn der Grad der Arbeitsbeſchaffung noch nicht ſoweit vorange=
ſchritten
iſt, dann wird ein neues Winterhilfswerk auf die Beine
geſtellt werden und aufs neue werden wir dann dieſe kurze Notzeit
überbrücken können.
Das Winterhilfswerk iſt beſtimmt, die Axbeitskraft aller,
die noch arbeitsfähig werden können, zu erhalten und zu
feſtigen, auf daß ſie im Frühjahr, wenn die neue Arbeits=
ſchlacht
beginnt, aufs neue tatkräftig in die Speichen des Ar=
beitsrades
eingreifen können. Darum danke ich Pg. Haug,
daß er dieſes Werk in meinem Gau in ſo hervorragender
Weiſe geführt hat. Wir können ſtolz ſein, denn unſere Leiſtun=
gen
ſtehen mit an der Spitze ganz Deutſchlands! (Lebh. Beif.)
Für diejenigen aber, die allmählich aus dieſer Hilfstätigkeit
herauswachſen, iſt Vorſorge, getroffen, daß planmäßig die In=
dienſtſtellung
weiter fortgeführt werden kann.
Am 21. März wird der Führer in ganz Deutſchland die neue
Arbeitsſchlacht eröffnen. Er wird bekanntgeben, welche Pläne be=
ſtimmt
ſind, die geſtählten Arme wieder in den Dienſt einzuſpan=
nen
. Nicht weniger als
2 Millionen kommen in Deutſchland neu in Arbeit, das iſt
unſer feſter Vorſatz. (Minutenlanger Beifall.)
Ich richte aber den Appell an alle, die es in unſerem Gau
möglich machen können: Dieſer Plan der Regierung muß
übertroffen werden, weil er übertroffen werden kann. Es
braucht nur jeder ſeine Pflicht zu tun.
Niemand hat als einzelner Unternehmer, als Induſtrieller
die Verpflichtung, in dieſer Notzeit Profit zu machen. Richte ſich
jeder Arbeitgeber ſo ein, daß er mit dieſen neuen Arbeitskräften
keine Reklame macht, ſondern daß er ſeinen Betrieb erhalten und
weiter ausbauen kann, um weitere Arbeitsmöglichkeiten zu ſchaf=
fen
, (Beifall.) Wenn jeder ſich den erſten Grundſatz der national=
ſozialiſtiſchen
Weltanſchauung Gemeinnutz geht vor Eigennutz!
zu eigen macht und durchführt, dann werden wir die Pläne der
Regierung bei weitem übertreffen.
Ich ſtehe auch nicht an zu ſagen, daß jeder Unternehmer nach
dem Geſetz zur Ordnung der nationalen Arbeit, das am 1. Mai
in Kraft tritt und das dem einzelnen Unternehmer hervorragende
Ehre gibt, nur der als Wirtſchaftsführer anerkannt wird, der
dieſen Grundſatz Gemeinnutz geht vor Eigennutz, in ſeinem
eigenen Betrieb durchführt. Der neue Wirtſchaftsführer hat nach
dem neuen Arbeitsgeſetz hervorragende Pflichten. Er ſoll mitten
drin ſtehen in ſeiner Werkgemeinſchaft, gleich allen anderen Volks=
genoſſen
. So wollen wir zuſammenſtehen für und für. Dann erſt
werden wir in der Lage ſein, uns ſelbſt zu übertreffen und das
zu tun, was unſere Pflicht iſt.
Wir leben nicht für uns, und wer nur an ſeinen Profit und
nicht an ſein Volk denkt, der möge in ſeinem Fett erſticken. Wir
leben, um die Zukunft unſeres Volkes ſicherzuſtellen.
Ein Volk hat nur ſoviel Kraft in ſich, als es Jugend hat.
Unſere Jugend ſteht hervorragend mitten in dieſem Leben.
Niemand beobachtet ſchärfer als unſere Jugend, niemand
aber erfaßt zugleich, noch nicht erkenntnismäßig, aber ge=
fühlsmäßig
, den Nationalſozialismus beſſer als die Jugend,
niemand verſteht den Führer beſſer als die Jugend.
Denn eines hat ſie was ich jedem wünſche: das innere heiße
Wollen, es dem Führer nachzutun, ihm nachzuleben, nach ſeinem
Willen zu werden. Wir haben die Verpflichtung, dafür zu ſorgen,
daß unſere Jugend wieder auf unſeren Schultern ſtehen kann.
So habt Dank ihr Jungens vom Jungvolk der Hitlexjugend.
Erinnert euch täglich, daß ihr den ſtolzen Namen des Führers
tragt. Hitlerjugend ſeid ihr. Glücklich ſeid ihr! Denn wenn ihr
auch im zarten Alter Not mit teilen mußtet im Elternhaus, ſo
durftet ihr auch zugleich erleben den Aufſtieg, die Wiedergeburt
des deutſchen Volkes. Und wie wunderbar ſtellt ſie ſich hinein,
in der W.H.W. Auch wenn es nur Brot ſammeln iſt, welcher
Ausdruck der Verbundenheit zur Volksgemeinſchaft. Dieſe Jun=
gen
können gar nicht anders, denn ſie ſind als deutſche National=
ſozialiſten
geboren. Wir, die wir der Jugend dieſe Gelegenheit
geben, wir werden darüber wachen im Elternhaus, in der Schule
und in der Erziehung des ganzen Volkes, daß die heranwachſende
Generation deutſch iſt, deutſch bleibt. Nationglſozialiſt iſt und
treue Gefolgsmannen Adolf Hitlers aus dem Innerſten heraus.
Denn aus dieſer Jugend erwächſt das, was einſt die Zukunft be=
deutet
, aus ihr wird die Führung Deutſchlands erſtehen. Wenn
dieſe Jugend nichts weiter in ſich trüge als das heiße Verlangen.
das immer in der kommenden Generation lebt den Vorhergehen=
den
zu übertreffen, dann hätte ſie ſchon die Vorausſetzungen zur
Führung erfüllt.
Ich weiß, daß der Führer ſeine hervorragendſte Zeit daran=
ſetzt
, gerade die Jugend ſo zu erziehen, daß ſie das Werk der=
maleinſt
übernehmen kann. So wie wir das Volk gewonnen
haben, ſo wie die Gefolgſchaft geſchaffen wurde, ſo wie die Wehr=
willigen
ſich gefunden haben, bereit, für dieſen Nationalſozialis=
mus
und den Führer im Intereſſe des deutſchen Volkes einzu=
treten
, ſo wie wir die SA. und SS geſchaffen haben, wie die
geſamte politiſche Leitung allmählich ſich herauskriſtalliſierte, ſo
ſteht in dieſer Jugend ſicher Wehr und Ehr Deutſchlands, weil ſie
nationalſozialiſtiſch iſt.
So ſtehen wir, heute ein Volk vom Aelteſten bis zum Jüng=
ſten
, und gehen den Weg, dem Willen des Führers folgend, den
Weg in friedlicher Arbeit vorwärts. Niemand wird es wagen,
uns in dieſer friedlichen Arbeit in den Arm zu fallen, bleiben
wir nur alle Zeit feſt und ſind wir uns bewußt, daß wir als
Gefolgsleute unſere Treue durch die Tat zu Deutſchland, zu Adolf
Hitler zu beweiſen haben. (Lebhafter Beifall.)
Der Gauführer des Winterhilfswerks Bürgermeiſter Haug,
ſchloß mit einem begeiſtert aufgenommenen Sieg=Heil auf den
Mann, der allein den Umbruch zur Volkwerdung, zur deutſchen
Nationwerdung ermöglichte, den Volkskanzler, und Führer Adolf
Hitler. Begeiſtert ſtimmten die Tauſende in das Gelöbnis ein,
dem Deutſchland= und Horſt=Weſſel=Lied folgten.
Auf dem Exerzierplatz hatten ſich Zehntauſende eingefunden,
die der Lautſprecher=Uebertragung des feierlichen Aktes ergriffen
lauſchten und dann die freudig=ſtrahlenden Augen der beſchenkten
Volksgenoſſen ſahen.
In der Feſthalle ſchloß ſich die Brotverteilung an 7500 be=
dürftige
Familien a
Zur Unterſtützung des Winterhilfswerks hat das Jungvolk
eine Brotſammlung in den Kreiſen Oberweſterwald, Unterweſter=
wald
, Weſterburg, Unterlahn, Oberlahn, Limburg. Darmſtadt,

[ ][  ][ ]

Seite 6 Nr. 64

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Mainz, Offenbach, Dieburg, Erbach, Heppenheim, Bensheim Gr.=
Gerau, Worms, Alzey, Oppenheim, Bingen. Dillenburg, Bieden=
kopf
, Wetzlar, Friedberg, Gießen, Alsfeld, Lauterbach, Schotten
und Büdingen durchgeführt. Das geſammelte Brot wird auch auf
die übrigen Notſtandskreiſe verteilt. In den Provinzen Starken=
burg
und Rheinheſſen haben etwa 18 000 Jungvolkpimpfen mit
ihren Führern geſammelt. Die Sammlung im Kreis Darm=
ſtadt
hat 3780 große Laib Brot und 16300 kleine Laib
Brot ergeben. Die Brotſammlung des Jungvolks iſt umſo wert=
voller
, als dadurch eine der üblichen Brotdekate ausfallen kann, ſo
daß die Hilfsbedürftigen von dem Winterhilfswerk eine Woche
länger mit Brot verſorgt werden können, als vorgeſehen war.
Bei der Brotverteilung erhalten Einzelperſonen und Familien
bis zu 2 Köpfen einen großen Laib Brot, größere Familien 2 Laib
Brot. Bei der Brotverteilung werden auch die Pakete der Pfund=
ſammlung
im Monat Februar ausgegeben, und zwar rund 30 200
Pakete 29 500 Pfund Lebensmittel. Außerdem werden noch 20000
Pfund angekaufte Lebensmittel und 19 000 Pfunddoſen Leberwurſt
und Fleiſchkonſerven verteilt.
Ferner wurde an jede Familie ein Kohlengutſchein ausge=
geben
. Die hilfsbedürftigen Familien wurden in 3 Abteilungen
eingeteilt. Es erhalten alſo insgeſamt: in der Abteilung I:
Einzelperſonen und Familien bis zu 2 Köpfen 8 Pfund Lebens=
mittel
, ein großer Laib Brot und ein Kohlengutſchein; in der Ab=
teilung
I: Familien mit 4 Köpfen 10 Pfund Lebensmittel 2 Laib
Brot, 1 Kohlengutſchein; in der Abteilung III: Familien mit
5 Kopfen und mehr 15 Pfund Lebensmittel, 2 Laib Brot. 1 Koh=
lengutſchein
Betreut wurden insgeſamt: a) in der Abteilung I:
3818 Familien; b) in der Abteilung II: 2977 Familien: c) in der
Atbeilung III: 1116 Familien, zuſammen 7911 Familien. Die
Ausgabe der Spenden erfolgte in der Feſthalle an Ständen der
einzelnen Ortsgruppen, die ebenfalls in 3 Abteilungen eingeteilt
waren. Die Winterhilfsbedürftigen hatten ihre Plätze in der Nähe
des Standes der Ortsgruppe, ſo daß Dank der guten Organiſie=
rung
ſich die Ausgabe der Pakete und des Brotes reibungslos
und raſch abwickelte. Für die älteren und gebrechlichen Leute ſtan=
den
vor der Feſthalle Hitler=Jugend zum Tragen der Spenden
bereit.
Der Ordnungsdienſt in der Feſthalle, zu der außer der großen
Anzahl Hilfsbedürftigen nur die geladenen Gäſte Zutritt hatten,
wurde von SA.=Männern ausgeübt. Die Kreisführung des Win=
terhilfswerks
hatte aber nicht nur für die Hilfsbedürftigen ſelbſt,
ſondern auch für das auswärtige Jungvolk, etwa 800 Jungens,
und für die Ordnungs= und Abſperrungskommandos, etwa 600
Mann, zu ſorgen. Dieſen wurde im Rummelbräu Eſſen aus Feld=
küchen
und Eſſenträgern verabreicht, das aus den Winterhilfs=
küchen
geliefert worden war.

Stiftungsfeſte im Reichsbund ehem. Milikärmnſiker.
* Der Reichsbund ehem. Militärmuſiker, Orts=
verein
Darmſtadt, beging in den feſtlich geſchmückten Räumen des
Motorhauſes Starkenburg (früher Vereinigte Geſellſchaft) ſein
12. Stiftungsfeſt in Verbindung mit dem 2. Stiftungsfeſt
der Frauengruppe der Vereinigung. Die ſämtlichen Räume waren
derart überfüllt, daß ſie lange nicht alle Beſucher faſſen konnten.
Die Feier wurde eröffnet mit einem Feſtmarſch Soldaten=
leben
, ausgeführt durch das etwa 40 Mitglieder ſtarke Orcheſter
unter der ſchneidigen Leitung ihres Dirigenten Gg. Greilich,
dem ein zweites Muſikſtück. Galathee‟, Ouvertüre für großes Or=
cheſter
, bearbeitet von Greilich, ebenſo exakt folgte. Ein Vor=
ſpruch
, verfaßt und vorgetragen von Frau Beckmann, folgte.
Der Vorſitzende der Frauengruppe behandelte mit großem Geſchick
die Verbundenheit der ehem. Militärmuſiker mit dem neuen Reich
und ſchloß ſeine Ausführungen mit einem Heil auf das Vaterland.
Nach der recht gewandt durch das Orcheſter vorgetragenen
Großen Fantaſie aus Cavalleria ruſticana begrüßte der Vor=
ſitzende
Kröcher die zahlreichen Gäſte, darunter den Führer der
Staffel M. 50, die Sturmbannführer und der Kraftwagenabtei=
lung
und der Stäbe, die Führer der Regimentsvereine, den Vor=
ſitzenden
des Nachbarvereins Frankfurt a. M. Rock, die Ehrenmit=
glieder
und die Mitglieder der Liedertafel Griesheim. Er gab ſei=
ner
Freude Ausdruck, daß im neuen Reich die Militärmuſik, die
ſo lange und ſchwer zu kämpfen hatte, wieder zu neuem Leben er=
wacht
ſei und als wahres Kulturgut der Deutſchen von Adolf
Hitler unterſtützt werde, der nach jahrelangem ſchweren Ringen
das deutſche Volk vor dem tiefen Abgrund zurückgeriſſen hat. Sein
dreifaches Sieg=Heil galt dem Reichspräſidenten v. Hindenburg
und dem Volkskanzler Adolf Hitler. Das Deutſchlandlied und das
Horſt=Weſſel=Lied folgten. Nach einem weiteren Muſikſtück brachte
das Vereinsmitglied Hübner eine Anzahl hübſcher und treffen=
der
Verſe zum Vortrag, welche die Vereinsgeſchichte und Vorgänge
aus dem Vereinsleben unter lebhaftem Beifall ſchilderte.
Es folgten dann einige Gedichte: Landsknechte, Drachentöter
und Erſchaffung des Weibes, in glänzender Weiſe von Herrn In=
tendanzrat
Baumeiſter vom Heſſ. Landestheater vorgetragen.
Ebenſolchen Beifall erzielte das humoriſtiſche Solo, für Fagott,
meiſterhaft vorgetragen von Herrn Eitenmüller. Ihm ſchloſ=
ſen
ſich an ein Tanz der kleinen Hildegard Sebold: Die blonde
Kattrein, ſowie ein Bandonionvortrag des 13jährigen Horſt
Sefferin, der ſehr gute Anlagen und muſikaliſches Gehör be=
wies
. Beide jungen Künſtler ernteten lebhaften Dank. Der
Geſangverein Liedertafel Griesheim unter umſichtiger
Leitung von Gg. Greilich, ſang drei Chöre, die ſowohl von vor=
züglichem
Stimmaterial wie auch von beſter ſachverſtändiger
Schulung Zeugnis ablegten. Das Vereinsmitglied Koch ern=
tete
mit dem brillanten Vortrag des ſchwierigen Violinſolos
Fantaſie=Ballett von Beriot lebhaften Beifall. Herr Inten=
danzrat
Baumeiſter unterhielt noch die Gäſte mit dem humo=
riſtiſchen
Vortrag der Löweſchen Ballade Die Uhr. Herr Rock
überbrachte die Grüße und Glüwünſche des Frankfurter Vereins.
Den Schluß des umfangreichen, ſehr unterhaltenden Pro=
gramms
bildete ein Einakter: Die neue Stütze, ausgeführt von
den Damen Frau und Fräulein Koch, Sebold, Beckmann und Frau
Bornemann, die ihre Rollen mit großem Geſchick durchführten und
wahre Lachſalven erregten. Für viele viel zu ſpät begann dann
der Tanz. Die ganze Veranſtaltung nahm einen ſchönen und har=
moniſchen
Verlauf.

Fliegerpater und Miva. Fliegermiſſionar P. Paul
Schulte, Oblatenpater und Flugzeugführer, iſt der Gründer der
Miva, d. i. Miſſions=Verkehrs=Arbeitsgemeinſchaft. Die Miva
will moderne Verkehrsmittel für den Miſſionsdienſt einſetzen. Sie
hat ſeit ihrer Gründung 1927 bereits 70 Verkehrsmittel für die
Miſſionen beſchaffen können. Papſt Pius XI. und alle deutſchen
Biſchöfe fördern die Miva, und die deutſche Regierung ſteht ihr
gleichfalls helfend und ſördernd zur Seite. Die Miva iſt eine
Gottesſache und eine echt vaterländiſche Sache! Sie
hilft den Miſſionaren ſie hilft aber auch der deutſchen Induſtrie.
Mit den Aufträgen für die Herſtellung der Verkehrsmittel zu
Waſſer, zu Lande und in der Luft trägt ſie dazu bei, im deutſchen
Vaterland die Arbeitsloſigkeit zu verringern. Die Gelder,
die aus der ſchweizeriſchen, belgiſchen und holländiſchen Miva
fließen, kommen reſtlos nach Deutſchland und dienen der Behebung
der Arbeitsloſigkeit. In den Ländern, nach denen die Miva= Flug=
zeuge
fliegen, in denen die Kraftwagen rattern und in deren Waſ=
ſern
die Motorboote ſchwimmen, wird durch die Arbeit der Miva
geworben um die Erhöhung des deutſchen Exports.
Die deutſchen Fabrikate, die nur gute Arbeit ſind, werben in frem=
den
Kontinenten für deutſche Waren. Die Miva darf deshalb als
eine eminent deutſche Angelegenheit, angeſprochen
werden, an der jeder Deutſche begeiſtert mitarbeiten ſollte. Es ſei
an dieſer Stelle nochmals darauf hingewieſen, daß der fliegende
Miſſionar am Mittwoch dem 7. März 1934, um 16 Uhr und 20
Uhr. im Konkordiaſaal, Mackenſenſtr. (Waldſtraße) 33, in Darm=
ſtadt
in Wort, Bild und Film für die Miſſion und Miva wirken
wird.

Ehem. Lützower (J.R. 25). Hauptverſammlung.
Es hatten ſich die Kameraden mit Angehörigen aus Darmſtadt
und Umgebung recht zahlreich eingefunden. Nachdem Kamerad
F. Fiſcher den Anweſenden ſeinen Willkommensgruß übermittelt
hatte, hob er die gewaltigen Ereigniſſe im letzten Jahre unter
unſerem großen Führer Adolf Hitler hervor. Wir alten Lützower
ſind ſtolz darauf, daß unſer hochverehrter Herr Reichspräſident
durch die Berufung unſeres Führers Adolf Hitler, dem einſtigen
Trager des Soldatenrockes, wieder Ehre und Achtung hat zuteil
werden laſſen. Der Vorſitzende Kamerad F. Fiſcher wurde ein=
ſtimmig
wiedergewählt. Die weiteren Vorſtandsmitglieder
wie bisher wurden durch den Vorſitzenden berufen. Die Neu=
ordnung
der Satzungen wurde durchgeführt und einſtimmig an=
genommen
. Mit großem Intereſſe wurde die Teilnahme an der
Feier des Heſſiſchen Soldatentages am 10. 6. 34 behandelt. Kd.
Funk wurde mit der Leitung beauftragt. Es wird allen Lützowern
zur Pflicht gemacht, ſich an dieſer Feier zu beteiligen.

Ber Reiclsoune Sontstam uns Heimar

stpa. In Frankfurt fand eine wichtige Tagung der Führer
der Altertumsvereine der Landſchaft Rheinfranken
Naſſau-Heſſen ſtatt. Nach einer kurzen Begrüßung durch den
Leiter des Fachamtes Heimatgeſchichte und Denkmalpfleger Pg.
Dr. Adolf Müller, Direktor der Stadtbücherei Darmſtadt, er=
griff
der Landſchaftsführer Miniſterialrat Pg. Rings=
hauſen
das Wort zu folgenden richtungweiſenden Ausführun=
gen
: Es ſei unſere Aufgabe, dem Leben Sinn und Inhalt zu
geben. Nicht das Wiſſen, die Tat wandle die Welt. Dazu gehöre
ein klares Ziel und ein feſter Wille. Man dürfe nichts dem Zu=
fall
überlaſſen. Der Wiſſenſchaft habe die Verbindung mit dem
Volke gefehlt. Das Volk habe nicht teilnehmen können an den
Gütern der deutſchen Kultur. Der nationalſozialiſtiſche Staat
werde die Kluft ſchließen und die geiſtigen Errungenſchaften mög=
lichſt
ſchnell dem Volke zuführen; denn das Volk ſei der wahre
Mutterboden jeder Größe. Der Nationalſozialismus ſchätze die
Wiſſenſchaften ſehr hoch. Der Staat ſei entſchloſſen, die Arbeit
der Gelehrten mit allen Mitteln zu fördern und zu unterſtützen.
Die Pflege der Geſchichtswiſſenſchaft ſei beſonders notwendig.
Nach ihren Ergebniſſen verlange das Volk; Heimatliebe, vater=
ländiſche
Geſinnung, ſtaatspolitiſche Einſicht müßten verbreitet
werden. Das ganze neue Gebiet ſei zu erfaſſen. Es dürfe
kein Lücken geben, daher ſei eine Zuſammenfaſſung der Alter=
tumsvereine
ein Gebot der Stunde. Er wolle nichts Wertvolles
zerſchlagen, doch Fehler und Mängel ſeien auszumerzen. Die
Landesgrenzen ſeien gefallen. Früher ſeien ſie leider oft auch
Grenzen der Wiſſenſchaft geweſen. Das habe aufzuhören. Die
beſtehenden Vereine und Zeitſchriften ſollten nicht zerſchlagen,
ſondern gefördert werden zu gemeinſamer planvoller Arbeit.
Man dürfe die Kulturarbeit nicht in ein Schema einſpannen.
Miniſterialrat Ringshauſen verglich die Kultur mit einem bun=
ten
Blumenſtrauß, an deſſen Vielfarbigkeit man ſich freuen müſſe.
Die fähigſten Köpfe ſollten zu einem wiſſenſchaftlichen General=
ſtab
vereinigt werden. Aus den hiſtoriſchen Kommiſſionen ſollte
ein wiſſenſchaftlicher Landesausſchuß entwickelt werden, der außer
Geſchichte im weiteſten Sinne auch die Naturwiſſenſchaft bearbei=
ten
müſſe. Dieſem Ausſchuß läge in Zukunft die Führung der
wiſſenſchaftlichen Forſchung ob, natürlich im Einvernehmen mit
dem Staate. Die wiſſenſchaftlichen Ergebniſſe könnten durch eine
Heimatakademie, die an keinen Ort gebunden ſei, in Vorträgen
verbreitet werden; vor allem ſei der Lehrerſtand zu einem Mitt=
ier
zwiſchen Wiſſenſchaft und Volk berufen. Die neue Lehrer=
bildung
werde ihn dazu beſonders befähigen. Es gehe um eine
große Sache. Alle Berufenen müßten mithelfen. Wo ein Wille
ſei, da ſei ein Weg. Ein hohes Ziel ſei geſteckt: Die Erweckung
aller Kräfte, die in der deutſchen Seele ſchlummerten. In jeder
Gemeinde werde in Zukunft eine Chronik geführt werden. Jede
Gemeinde werde eine Ortsgeſchichte erhalten. Ueberall müßten
die Kirchenbücher verzettelt werden, damit jeder Volksgenoſſe
ſeine Ahnen kennen lernen könne und durch das Wiſſen um
Ahnenſchickſal, Ahnenleid und Ahnenfreude ſich eingeſpannt fühle
in das ewige Volkstum. Ueberall, mindeſtens in jedem Kreiſe,
werde ein Heimatmuſeum entſtehen, doch ſei Zerſplitterung zu
vermeiden. Der Staat werde reichere Mittel als die Vergangen=
heit
der Wiſſenſchaft zur Verfügung ſtellen. Der heutige Staat
ſei kein Hemmnis, ſondern die ſtärkſte Triebkraft zur Vertiefung
der wiſſenſchaftlichen Arbeit und zu ihrer Verbreitung.
Die Ausführungen des Landſchaftsführers fanden freudige
Zuſtimmung, vor allem auch durch einen Vertreter des Sieger=
landes
, der auf die ſtarken geſchichtlichen, kulturellen und wirt=
ſchaftlichen
Klammern hinwies, die das Siegerland mit Rhein=
franken
-Naſſau-Heſſen ſeit Jahrhunderten verbinden.

* Ankunfk und Empfang der Arbeiter=Arlaxber
im Erzgebirge.
In flotter Fahrt führten unſere Arbeiterurlauber die Son=
derzüge
ins tiefverſchneite Erzgebirge, Früh morgens 4 Uhr wurde
in Chemnitz, dem deutſchen Mancheſter, Station gemacht. Alles
war überraſcht über den herzlichen Empfang. Muſik, Begrüßung
und warmes Eſſen und Trinken wurden von übernächtigten Rei=
ſenden
gern mitgenommen. Dann ging es weiter ins winterlich
weiße Erzgebirge, in den ſächſiſchen Spielzeugwinkel hinein. Um
7 Uhr trafen die Sonderzüge, raſch hintereinander, auf dem reich=
geſchmückten
Bahnhof Neuhauſen ein. Tauſende hatten ſich zum
Empfang eingefunden. Die natſoz. Formationen ſtanden Spalier.
Eine Kapelle ſpielte flotte Märſche. Nachdem die erſten Bekannt=
ſchaften
geſchloſſen und Reiſeeindrücke getauſcht worden waren, be=
grüßte
NSBO.=Gauberater Korb=Dresden im Auftrag des
Reichsſtatthalters und Gauleiters Muſchmann und des Landes=
obmannes
der NS.=Gemeinſchaft Kraft durch Freude‟, Stiehler,
die Volks= und Parteigenoſſen aus dem Heſſenland. Grüße und
Wünſche übermittelten Kreisleiter Böhme=Freiberg. Amts=
gerichtsrat
Teufel (Kreishauptmannſchaft Freiberg) und Ober=
regierungsrat
Rößler von der Amtshauptmannſchaft Sayda. Im
Namen der Volksgenoſſen von Rhein und Main dankte NSBO.=
Gaureferent Wambach für Begrüßung und Aufnahme. Horſt=
Weſſel= und Deutſchlandlied bildeten den Ausklang der Begrü=
ßungsfeier
auf dem reichgeſchmückten Bahnhof. In Begleitung
hrer Quartierwirte zogen die 1200 Heſſen dann in die Orte rund
um den Schwartenberg, die für den Ferienaufenthalt im Rahmen
der NS.=Gemeinſchaft Kraft durch Freude vorgeſehen ſind.
Außer den Naturſchönheiten in der herrlichen Bergwelt wird den
Volksgenoſſen aus dem Heſſenland durch glänzende, großzügige Or=
ganiſation
ein an Unterhaltung und Erbauung reiches Programm
geboten.

Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Der ſchwer vorbeſtrafte Schuhmacher Joh. R. und ein er=
werbsloſer
junger Arbeiter aus Mainz hatten ſich im Dezember
vorigen Jahres zuſammengetan und hatten in Aſtheim aus dem
Anweſen eines ebenfalls nicht mit Glücksgütern Geſegneten zwölf
Hühner und einen Haſen geſtohlen. Sie hatten die Hühner an Ort
und Stelle geſchlachtet und in einen Sack geſteckt, den ſie in der
Nähe verſteckten. Auf Anzeige des Beſitzers hin fand die Polizei
am nächſten Morgen ſehr ſchnell den Sack und ſchnappte dann auch
die beiden Diebe, als ſie ihre Beute abholen wollten. Da der
Zaun um das Anweſen kaum mehr ein Hindernis bildete ob
ſeiner ſehr ſchlechten Beſchaffenheit und die Hühnerſtälle nicht ab=
geſchloſſen
waren, konnte ein Einbruch nicht angenommen werden,
jedoch hatten ſie ſich nächtlicherweile eingeſchlichen, ſo daß das
Gericht ſie wegen ſchweren Diebſtahls, den erſten im wie=
derholten
Rückfall zu zwei Jahren Zuchthaus und den
zweiten zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Es
ordnet außerdem, da es den Angeklagten R. für einen gefähr=
lichen
Gewohnheitsverbrecher hält, deſſen Sicherheitsverwahrung
an. Danach wird ein 33jähriger Arbeiter von hier wegen Un=
terſchlagung
. Urkundenfälſchung und Betrugs zu
insgeſamt ſechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der An=
geklagte
hat Spendengeld, das er geſammelt hatte, unterſchla=
gen
, und als er merkte, daß man ihm auf die Spur kam. war er
flüchtig gegangen. Unterwegs hatte er ſich zu einem SA.=Ausweis
einen Urlaubsſchein gefälſcht und auf Vorzeigen hin Quartier er=
halten
. Des weiteren ſchwindelte er einem Kameraden unter fal=
ſchen
Angaben 3 RM. ab. Da der Kreisarzt feſtgeſtellt hatte, daß
der Angeklagte Pſychopath und moraliſch minderwertig ſei, bil=
ligte
ihm das Gericht mildernde Umſtände zu.
Ein dritter Angeklagter, der ein junges Mädchen in ſehr
merkwürdiger Weiſe beläſtigt haben ſoll, wird in nichtöffentlicher
Sitzung mangels Beweiſes freigeſprochen, da das Gericht
der Auffaſſung war, daß nach der langen Zeit die Sache ſpielte.
ſchon 1932 eine Perſonenverwechſlung wohl möglich ſei.

Rudolf Heß zur Auflöſung des Bundes Königin Luiſe,
Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, hat aus Anu
des Beſchluſſes der Auflöſung des Bundes Königin Luiſe 5.
1. April 1934 der Bundesführerin, Freifrau v. Hadeln, ſa
Anerkennung für die gute und verdienſtvolle Arbeit ausgeſprock=
die
der Bund in den vergangenen Jahren geleiſtet hat. Er
der Hoffnung Ausdruck, daß die im Bunde wurzelnden Wzſ
durch das Aufgehen in die geſamte nationalſozialiſtiſche Fram=
Organiſation weiterhin für Deutſchland erhalten bleibe.
*
Kreisgeſchichte.
In Abänderung unſerer geſtrigen Bekanntmachung wird
fügt: die OG.=, Stp.=Leiter, zuſtändigen SA.=, SS.= und
Fuhrer ſtellen durch Umfrage feſt, ob der Bericht über die
ſchichte des Kreiſes, wie er anläßlich des Gauparteitags veröfffni -wichen
licht wurde irgendwelche Beanſtandungen gefunden hat. Die Oehorit Rei
dung darüber muß in jedem Falle an das GPA. erſtattet we Musien he
(auf geſondertem Bogen).
Lichtbilder für Ausweiſe!
Die mit den Anträgen zur Erlangung der Ausweiſe einz=
chenden
Paßbilder müſſen die Größe von 4X5 Zentimeter he
Es kommen nur Bilder in Frage, die von Aufnahmen aus laſ
Zeit ſtammen. Minderwertige Bilder werden nicht angenom
NSD.=Aerztebund. Gau Heſſen=D.

Bezirk Oberheſſen=Süd.
Die Pflichtverſammlungen für die Mitglieder des Kre
Friedberg finden jetzt wieder jeden erſten Montag
Monat ſtatt. Nur wenn ſie ausfallen müſſen, wie am 2. 2
(Oſtermontag), werden ſie auf den 3. Montag im Monat ver
Ort der Verſammlung iſt im Winter Bad=Nauheim, in den Scſtgeſet
mermonaten, vom 7. Mai bis 1. Oktober, Friedberg, Hotel Ty/wieder=B
Die Frauen der Mitglieder ſowie alle Aerzte, Tierarzte,
theker, Zahnärzte und ihre Frauen ſind als Gäſte herzlich
kommen. Nächſte Verſammlung alſo am 5. März. 8.30
abends, im Hotel Haberl. Bad=Nauheim. Vortrag von Pg.
Koch über Arbeit und Freude (Ausſchneiden und verwahrt
2. Die Pflichtverſammlungen für die Mitglieder des K
Büdingen finden jeden dritten Samstag im
nat, 4 Uhr nachmittags, in Nidda ſtatt. Nächſte Verſamm
alſo am 17. März, 4 Uhr nachmittags, im Gaſthaus zur K.
Vortrag wird noch bekanntgegeben. Die Frauen der Mitgl
ſowie alle Aerzte Tierärzte, Apotheker, Zahnärzte mit
Frauen ſind als Gäſte herzlich willkommen.
Bezirk Starkenburg=Nord.
Die nächſte Mitglieder=Pflichtverſammlung findet am 7
nerstag, dem 15. März, abends 8.15 Uhr, im Saal des Re
rants Sitte‟ Darmſtadt, Karlsſtraße, ſtatt. Es wird ſpr/
der Oberarzt des Philippshoſpitals in Goddelau. Pg. Med/lt ge
Dr. Zinßer, über Pſychiatrie und Steriliſieru//da
geſetz Erſcheinen ſämtlicher Mitglieder, auch der ſymrche
ſierenden, iſt Pflicht.
Heſſen=Darmſtadt.
1. Die Apotheker aus Starkenburg und Rheinheſſen, vd
an der Gautagung der St.D.A. in Marburg. am 11. I0
teilnehmen und Mitglieder des NSD.=Aerztebundes ſind, ſan
ſich mit ihren Wagen oder zu Fuß um 7.45 Uhr auf dem Pa
platz in Darmſtadt oder um 8.45 Uhr auf dem Opernplatz in
furt a. M. Von Frankfurt aus wird gemeinſam weitergefahl
2. Die Herren aus Oberheſſen fahren ſelbſtändig, ſo d
um 11 Uhr auf dem Parkplatz in Marburg, Frankfurter St
eintreffen, ſofern ſie ſich nicht unterwegs anſchließen.
3. Sämtliche Herren tragen nach Möglichkeit Uniform,
tei= und St.D.A.=Abzeichen, die Wagen fahren mit Haken!
wimpel.
4. Parkplatz in Marburg: Frankfurter Straße.
Bis 8. März iſt unbedingt zu melden: 1. Teilnahme a
meinſamer Fahrt, 2. freie verfügbare Autoplätze, 3. gewünß
Plätze in Auto oder Omnibus, an Apotheker Sälzer, M9
ſtadt, Heidenreichſtraße 31.
M

NS.=Frauenſchaft Darmſtadt.
Am Dienstag, den 6. März, nachmittags 4 Uhr und ah
8 Uhr, findet ein Gaslehrvortrag von Pgn. und Frauenſchpſcke
mitglied Frau Koenig im Fürſtenſaal, Grafenſtraße 20, ſtatt!
NS.=Frauenſchaft iſt hierzu herzlich eingeladen. Der Ar
raum der NS.=Frauenſchaft iſt von Mittwoch, den 7 Mäy
wieder täglich geöffnet von 3 bis 6 Uhr, außer Samstags.
NS.=Frauenſchaft, Ortsgruppe Maintor.

Die nächſte Zuſammenkunft findet am Donnerstag. 8.
abends 8 Uhr, im Gutenberg, Grafenſtraße, ſtatt.
Das Fachamt Tierſchutz im Reichsbund Volkstum und
nat und die Vereinigung von Katzenfreunden laden ihre
glieder zu einer gemeinſchaftlichen Monatsverſamm
am 7. März, im Fürſtenſaal, ein. Herr Lehrer Vonda
der Geſchäftsführer des Heſſiſchen Jagdklubs, wird über
und Tierſchutz ſprechen. Das neue preußiſche Jagdgeſet,

nur der Vorläufer einer reichsgeſetzlichen Regelung des Jag?
Wildſchutzes iſt, zeigt, daß die nationale Regierung auch der
ſchöpfen in der freien Natur eine beſondere Fürſorge ange)
läßt. Es handelt ſich bei den neuen Beſtimmungen um geſch

Neuerungen, die jeder Naturfreund und echte Weidmann da
begrüßen muß, jetzt hat der Jäger nicht nur das Recht, Wiſ
nerhalb der vorgeſchriebenen Jagdzeit zu ſchießen, ſondern a
auch die Verpflichtung, das Wild zu hegen und zu pflegen.
2. Teil der Veranſtaltung wird Herr Ingenieur Barth an
zahlreicher Lichtbilder einen Einblick in die praktiſche Tierſt
arbeit geben. Es iſt Pflicht aller Tier=, Natur= und He
freunde, dieſe Veranſtaltung zu beſuchen.
Ludwig=Georgs=Gymnaſium. Wir weiſen auf die be
ſtattfindende Wiederholung des Konzertabends Kamp
der aus alter und neuer Zeit hin. (Feſtſaal des
wig=Georgs=Gymnaſiums.) Viele werden es ſchon bedauer
ben, bei der begeiſtert aufgenommenen Erſtaufführung nich
bei geweſen zu ſein, und es dankbar begrüßen, daß ihnen
Gelegenheit geboten wird, den wundervollen Abend doch nu
erleben.

Vereins= und lokale Veranſtalkungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Alt=Darmſtadt, Verein für Ortsgeſchichte und H
kunde. Nächſte Veranſtaltung am 15, im Lenzing, abends 8.1.
ſpricht im Fürſtenſaal der Schriftführer des Darmſtädter Zo
im Deutſchen Sprachverein, Herr Lehrer E. Luckow, über
Sprache des Volkes.
Deutſchgläubige (freireligiöſe) Gemeinde.
Dr. Ernſt Bergmann, Leipzig, ſpricht um 20 Uhr im Hauue
Motorſturms, Rheinſtraße 36; Thema: Die formende Krd
Weltall.
Geſchäftliches.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Frühlingsbotſchaft ..."
Lichte Tage kehren bei uns ein, der Winter hat ſeine 2
geſchloſſen. Dieſe Zeit bringt der Hausfrau Sorgen, denn ms
Hausputz muß begonnen werden und Oſtern fällt in dieſem
früh. Die helle Sonne offenbart an Tapeten und Gardinen
den, die der Winter verdeckte. In der Vogtländiſchen Gar
induſtrie könnten viele arbeitshungrige Menſchen Beſchäf
finden. Die Wohnung iſt die Viſitenkarte und gleichzei
Erholungsſtätte und Kraftquelle für neues Schaffen. Ge!
voll dekorierte Räume, in gut aufeinander abgeſtimmten O
verſchönern Ihr Heim. Jeder Kauf ſchafft Arbeit und lindn
Not unſerer Volksgenoſſen im ſächſiſchen Vogtland. Geſchick
der Hausfrau findet auch mit kleinen Mitteln die Mög!
das Heim für den Sommer neu zu geſtalten. Das gute alre
geſchäft Jungmann Nachf., Ludwigsplatz, Ecke Schulſtraße.
mit Geſchmack und Qualität in 6 Schaufenſtern für T
Qualitätserzeugniſſe von künſtleriſcher Muſterung und 29
freudigkeit. Die ſparſame Hausfrau erkennt auf den erſten
die niedrigen Preiſe und vorbildliche Wertarbeit der Ga 7
induſtrie und unterſtützt durch Kauf neuer Vorhangſtoffe un.
dinen deutſchen Gewerbefleiß. Helfen Sie mit, am wirtſcha!
Aufbau Sachſens.

[ ][  ][ ]

März 1934

Aus Heſſen.
erſammlung der Kreisbauernſchaft Dieburg.
in. Freitag, den 9. März nachmittags 1.30 Uhr, findet in
zwhveim im Gaſthaus Zur Spitz eine Kreisbauernver=
ſayguurng
des Kreiſes Dieburg ſtatt.
udesbauernführer Dr. Wagner und Stabsleiter Land=
hwitcue
ftsaſſeſſor Schönheit=Darmſtadt haben ihr Erſcheinen
zuggeu, und werden Anſprachen halten.
Ae Bauern werden zum Beſuch eingeladen.

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 64 Seite 7

General=Mitgliederverſammlung und Fahnenweihe
der NSOAP., Ortsgruppe Michelſtadt.

Wixhauſen, 5. März. Die NS. Frauenſchaft hielt
mu annstag ihren erſten Unterhaltungsabend im Gaſt=
hauz
. Zur Sonne ab. Der überfüllte Saal war Beweis dafür,
nin elchem Intereſſe man dieſer Veranſtaltung entgegenſah. In
Juua Reihenfolge wickelte ſich das Programm ab. Beſonders
ewonen hervorgehoben zu werden die Geſangsvorträge unſeres
finhmiſchen Soliſten Ludwig Lang, ſowie das von der NS.
frſgunſ chaft aufgeführte Singſpiel Aus der Jugendzeit. Auch
ſnderſchar erntete für ihre Darbietungen lebhaften Beifall.
une jeichhaltige Tombola fand beſonderen Anklang bei den
hafurruen.
Griesheim, 5. März. Scheidekatarrh in Gries=
ſeuf
. In hieſiger Gemeinde wurde in den Viehbeſtänden der
nnwende Scheidekatarrh der Rinder in bösartiger Form. feſtge=
ehl
Ta die Erkrankung allgemein verbreitet iſt und erhebliche
zcün verurſacht, iſt vom Kreisamt Darmſtadt amtstierärztliche
inſuchung angeordnet worden. Die techniſche Ueberwachung der
wührung der angeordneten Schußmaßnahmen liegt dem Kreis=
märamt
Darmſtadt ob. Zuwiderhandlungen gegen die ge=
uen
Anordnungen werden nach 8 76, Ziffer 1 des Reichsvieh=
mgeſetzes
beſtraft.
Nieder=Beerbach, 5. März. Geſtern abend fand in der bis
en letzten Platz beſetzten Turnhalle der evangeliſche Ge=
eabend
ſtatt. Im Mittelpunkte ſtand der groß angelegte
ag des Herrn Pfarrers Weiß=Darmſtadt: Volk und Kirche
litten Reich‟. Das Programm bot eine reiche Folge muſika=
Darbietungen, die vom collegium muſicum Eberſtadt, be=
P aus Frl. Emma Meidinger, Herrn Lehrer Eidenmüller,
Lehrer Knös, Herrn Punkbeiner und Pfarrer Weißgerber,
Or. Döhler=Wiesbaden, und dem Kirchenchor Nieder= Beer=
nter
Leitung von Pfarrer Wißmüller, beſtritten wurde. Der
wurde eröffnet durch die Uraufführung eines Konzertes in
u für zwei Blockflöten, Gamba und Cembalo von Gerd Döh=
ſas
auf dem Boden der Hausmuſikbewegung erſtanden, die
Abe des Komponiſten, der ſelbſt die Gamba ſtrich, für Barock=
ſiü
erkennen ließ, und mit herzlichem Beifall aufgenommen
9 . An Inſtrumentalvorträgen wurden weiter geboten: Zwei
de für zwei Blockflöten und Gamba (um 1500), zwei Lieder
t4t. geſungen von Fr. Meidinger, mit Blockflöten und Gamba.
iliſieriſte dorfmuſik aus dem 17. Jahrhundert, die Kinderſzenen von
der ſmifuann, auf dem Klavier geſpielt von Herrn Dr. Döhler, und
riteskes Fagottſolo des Herrn Eidenmüllers. Zwei heitere
be von Mozart, denen eine Zugabe folgen mußte, vorgetragen
ᛋᛋ derrn Döhler, vervollſtändigten den ſoliſtiſchen Teil. Der
fanchor trug drei geiſtliche (Wir glauben all an einen Gott
mold Mendelsſohn, 121. Pfalm von J. H. Lützel und Wach
neins Herzens Schöne von 1525) und fünf weltliche Lieder
meine Herzgedanken von Joh. Brahms. Die Lore am
Aufs Bäumlein wollt ich ſteigen Das ſchlaue Mädchen
Schwewwelhölzle, ſämtlich Volkslieder) vor Verſchiedene
maſam geſungene Lieder betonten das Gemeinſamkeitsgefühl
ſten Mitwirkenden und Zuhörern.
Roßdorf, 5. März. Vereidigung des Bürger=
mit
Hahitſirers Nicolay. Durch Entſchließung des Heſſiſchen

usminiſters wurde der ſeitherige kommiſſariſche Bürgermeiſter
Hrfs nunmehr auf die Dauer von ſechs Jahren zum Bürger=
Teilnahme Füür der Gemeinde Roßdorf ernannt. In der heutigen öffent=
3. geur Gemeinderatsſitzung erfolgte nun die feierliche Vereidi=
Sälzer, dm Der Rathausſaal war durch die Großgärtnerei Kayſer und
ſit künſtleriſch fein ausgeſchmückt, der Zuhörerraum war ſtark
Kreisdirektor Meiſel=Darmſtadt wies in ſeiner An=
die
eingehend darauf hin, welche ſchwierige Aufgaben dem
hermeiſter heute obliegen würden, heute habe der Bürger=
üür
eine ungeheure Verantwortung. Jeder Bürgermeiſter ſei
nd ganz für alle ſeine Amtshandlungen verantwortlich und
für alles einzuſtehen. Weiter gelte auch in Zukunft der
nvſatz: Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Bürgermeiſter Nickolay
ße hierauf folgenden Eid: Ich ſchwöre, ich werde Volk und
Kland die Treue halten. Verfaſſung und Geſetze beachten und
Amtspflichten gewiſſenhaft erfüllen, ſo wahr mir Gott
Kreisdirektor Meiſel überreichte Bürgermeiſter Nicolay
uf die Beſtallungsurkunde des Staatsminiſters. Bürgermei=
icolay
dankte und betonte, daß er auch zukünftig wie ſeither
olstm phihm geſetzten Vertrauen gerecht werde und ganz im Willen
laden ih A Führers handeln werde. Mit einem dreifachen Sieg=Heil
erſann Aen Führer und dem Abſingen der erſten Strophe des Horſt=
ehrer
Vo=Ml=Liedes wurde die hiſtoriſche Sitzung geſchloſſen. Während
ird über 74 herneinderatsſitzung haben es ſich wackere Hände nicht nehmen
he Jodgls lk, an der Wohnung des Bürgermeiſters eine große Fichte

des Jer bſtellen. Rat Konrad Kaffenberger fand hier vaſſende Worte
na guch dül as Amt des Bürgermeiſters und ſprach den Wunſch aus, daß
anu Ane ſeither nur den geraden Weg gehen möge. Der Bürger=
ther
erwiderte in kurzen eindrucksvollen Worten. Ein gemüt=
Zuſammenſein mit dem Gemeinderat ſchloß ſich an.

Cd. Michelſtadt, 4. März.
Nach vierjährigem Beſtehen konnte heute die hieſige Orts=
gruppe
der NSDAP. die Weihe ihrer Fahne vornehmen. Der
Saau des Schmerkers Garten trug einen der Bedeutung des Tages
angepaßten feſtlichen Schmuck. Das Grün des Waldes wetteiferte
mit den Symbolen des Dritten Reiches, um dem Ganzen einen
würdigen Rahmen zu geben. Mit dem Badenweiler Marſch eröff=
nete
die Kapelle Löb die Veranſtaltung. Nach der Begrüßung der
vor der Bühne, angetretenen politiſchen Leiter durch Kreisleiter
Schwinn, der mit ſeinem Stabe, erſchienen war, begrüßte der
Ortsgruppenleiter Fiſcher die anweſenden Parteigenoſſen und = ge=
noſſinnen
, SA., SS., Frauenſchaft und insbeſondere den Kreis=
leiter
. In ſeiner Begrüßungsanſprache erinnerte der Ortsgrup=
penleiter
an den Kampf der letzten Jahre, bis Michelſtadt für den
Nationalſozialismus gewonnen war. Vor knapp 4 Jahren, am
11. März 1930, wurde im Hinterzimmer der Einhardsklauſe unter
dem Vorſitz des heutigen Kreisleiters Schwinn die Ortsgruppe
Michelſtadt der NSDAP. gegrundet. Zwei Jahre vorher hatte
Schwinn mit Lenz und Kramer an der Spitze auswärtiger SA. die
erſte nationalſozialiſtiſche Verſammlung in Michelſtadt erzwungen.
Nach erneutem Treuegelöbnis überreichte der Ortsgruppenlei=
ter
dem Kreisleiter als äußeres Zeichen der Dankbarkeit das Buch
von Roſenverg: MMythus des 20. Jahrhunderts. Auch allen übri=
gen
, die mithalfen, daß die junge Ortsgruppe ſich hier in Michel=
ſtadt
gegen den ſchwerſten Terror, der in jeder Form ausgeübt
wurde, behaupten und vergrößern konnte, dankte der Ortsgrup=
pealeiter
. Anſchließend erfolgten dann die Berichte der einzelnen
Fachwarte. Zuerſt ſprach Kaſſenwart Wilh. Ihrig über den Anteil
der Kaſſe an den Kämpfen der Ortsgruppe. Als Propaganda=
leiter
gab Franz Arzt einzelne Ausſchnitte aus der Propaganda
der Kampfjahre, wie Aufmärſche Verſammlungen, Fahnenkrieg
uſw. Der Preſſewart Walter Becker wies auf den Anteil der
nationalſozialiſtiſchen Preſſe an den Erfolgen der nationalſoziali=
ſtiſchen
Bewegung hin. Frau Dr. Leber ſprach über die Arbeit
der Nationalſozialiſtiſchen Frauenſchaft. Der Fachwart für Land=
wirtſchaft
, Joh. Bär, ſprach über die Stellung des Bauern im
nationalſozialiſtiſchen Staat. Für die NS.=Volkswohlfahrt gab
Dr. Leber einen Ueberblick über die Arbeit des Winterhilfswerks.
Danach gingen durch die Sammlungen insgeſamt in bar 3840.
RM. ein (nicht inbegriffen ſind in dieſem Betrage der Zwillings=
pfennig
der Ladengeſchäfte, ſowie die Schulſammlungen). Auch
an Lebensmitteln wurden erſtaunliche Mengen gegeben. Aus=
gegeben
wurden unter anderem 1180. RM. an Gutſcheinen, 845
Zentner Kartoffeln, 53 Zentner Mehl, große Mengen Zucker,
Bohnen, Schmalz, Gries und dergleichen. 168 Paar Kinderſchuhe
wurden noch verteilt ſowie 3692 Zentner Kohlen, wozu im März
noch 620 Zentner kommen, ſo daß insgeſamt an Kohlen 4312 Zent=
ner
zur Verteilung gelangten. Das iſt, wie Dr. Leber betonte,
deutſcher Sozialismus der Tat im Gegenſatz des nur an eigenen
Gewinn denkenden Sozialismus der marxiſtiſchen Führer der letz=
ten
vierzehn Jahre. Als Funkwart ſprach L. Schumann über den
Anteil des Rundfunks im politiſchen Kampf. Nach dem Helen=
marſch
, geſpielt von der Kapelle Löb, und einem Sprechchor der
SA. hielt dann Kreisleiter Schwinn eine markante Anſprache. Er
Eingliederung der Landhelfer in die Hikler=Jugend.
stpa. Durch die in den Händen der Reichsanſtalt für Arbeits=
vermittlung
und Arbeitsloſenverſicherung liegende Landhilfe ſind
bisher rund 200 000 arbeitsloſe Jugendliche beſonders aus den
Großſtädten, auf das Land in bäuerliche Arbeit gebracht worden,
Die Landhilfe will dieſe Jugendlichen möglichſt dauernd mit der
ländlichen Wirtſchaft verbinden. Um dieſes Ziel zu erreichen,
werden die Landhelfer in die Familien= und Hausgemeinſchaft
des Bauern aufgenommen. Darüber hinaus iſt es notwendig,
die Landhelfer auch mit der bäuerlichen Jugend der Dörfer, in
denen ſie ihre Arbeitsſtellen haben, in möglichſt engen kamerad=
ſchaftlichen
Zuſammenhang zu bringen. Nach einer kürzlich ge=
troffenen
Vereinbarung zwiſchen dem Reichsbauernführer und
dem Jugendführer des Deutſchen Reiches ſind die noch beſtehen=
den
landſtändiſchen Jugendorganiſationen in die Hitler=Jugend
überführt worden. Damit iſt die Hitler=Jugend auch auf dem
Lande die einzige Jugendbewegung. Im Zuge der Vereinheit=
lichung
der geſamten deutſchen Jugend und um insbeſondere iſo=
lierten
Gemeinſchaftsbildungen unter den durchweg ſtädtiſchen
Landhelfern vorzubeugen, ſind der Präſident der Reichsanſtalt für
Arbeitsvermittlung und Arbeitsloſenverſicherung und der Jugend=
führer
des Deutſchen Reiches übereingekommen, die Landhelfer
und Landhelferinnen in die Hitler=Jugend einzugliedern. Damit
iſt die weltanſchaulich=politiſche Erziehung und die körperlich=
ſportliche
Ertüchtigung derjenigen Landhelfer und Landhelferin=
nen
, die in den Altersgrenzen der Hitler=Jugend und des Bun=
des
Deutſcher Mädel ſtehen, gewährleiſtet. Die Regelung gilt ſo=
wohl
für die in bäuerlichen Betrieben angeſetzten Landhelfer, als
auch für Landhelfergruppen auf Siedlungsgütern. Der Anſchluß
der Landhelfer an die Gemeinſchaft der Deutſchen Jugend wird
ihre Umſtellung zu bäuerlicher Arbeit und landverbundenem Den=
ken
fördern. Wegen der Betreuung derjenigen Landhelfer, die
nicht unter die Altersgrenze der Hitler=Jugend fallen, wird die
Reichsanſtalt mit den entſprechenden Organiſationen der Bewe=
gung
demnächſt Fühlung nehmen.

Kürdie Kaffeezubereitung gibt es nichts, was an Appetitlichkeit und
Feinheit Mühlen Franck Spezial in Grießform übertrifft.
Dieſe, hohe Anſprüche vollauf befriedigende Kaffeewürze dient
zur derbeſſerung und derbilligung von ſedem Bohnenkaffee,
Malzkaffee und allen gewöhnlichen einfachen Getreidekaffees.
Mühlen Franck Spezial iſt ein feiner, trockener, grieß=
förmiger
und recht ergiebiger Kaffeezuſatz von hohen
Werten. Bei derwendung von Mühlen Franck Spezial
braucht man weniger Kaffee als ſonſk und erzielt doch einen
vollen, Eräftigen, pikanten Geſchmack und eine herrliche goldbraune
Karbe z Ihr wochentagskaffee wird zum Keſktagskaffee!
Sitte probieren auch Sie Mühlen Franck Spezial, die feine
Kaffeewürze zu jedem Kaffee! Ein Verſuch wird Sie überzeugen!
Zu haben in 246 einſchlägigen Darmſkädter Geſchäften.

begründete u. a. auch, warum zurzeit außerordentliche Anforde=
rungen
an die politiſchen Leiter, wie überhaupt auch an alle For=
mationen
geſtellt werden. Die nationalſozialiſtiſche Revulution
ſei noch nicht abgeſchloſſen, ſondern beginne erſt. Der Dienſt, der
verlangt werde, ſei als Dienſt am Volke zu betrachten. Wo Ord=
nung
in den einzelnen Organiſationen iſt, iſt auch der Staat in
Ordnung. Der Kreisleiter wies dann auf die Wahlkämpfe des
Jahres 1932 hin, die außerordentliche Anforderungen an die Ner=
venkraft
ſtellten. Trotz zeitweiliger Rückſchläge ging es immer
wieder mit neuem Mut in den Kampf und haben ſchließlich doch
die beſſeren Nerven den Sieg gebracht. Allerdings ſtehe auch feſt,
daß, wenn man ſonſt noch einen Ausweg gewußt hätte, hätte man
Hitler nicht gerufen. Es war in letzter Stunde, der Bolſchewis=
mus
ſtand vor den Toren. Da rief man den Führer der national=
ſozialiſtiſchen
Bewegung. Nun iſt das Fundament geſchaffen, auf
das aufgebaut werden kann. Doch ſei auch in einem Jahre nicht
alles wieder gutzumachen, was in 14 Jahren zugrunde gerichtet
wurde. Vieles ſei in dieſem einen Jahre geſchafft worden. Trotz=
dem
ſind noch viele Feinde vorhanden, die auch nicht mit Rot=
Front, ſondern mit Heil Hitler grüßen würden, doch würde
man auch mit dieſen noch fertig werden. Auch die Konjunktur=
politiker
mit dem Rückgrat aus Gummi kennzeichnete er entſpre=
chend
. Der Nationalſozialismus beſtehe nicht darin, daß man das
Buch des Führers Mein Kampf auswendig lerne, ſondern der
Nationalſozialismus müſſe mit dem Herzen begriffen und erfaßt
werden, nicht mit dem Verſtand. Zum Schluß richtete Kreis=
leiter
Schwinn an alle Parteigenoſſen, SA. und SS. die ernſte
Mahnung, die Tradition der nationalſozialiſtiſchen Bewegung an=
zuerkennen
und zu wahren, ſie alle hätten heute die Aufgabe,
Gralshüter des Nationalſozialismus zu ſein. Alles müſſe mit=
arbeiten
, der Kampf würde ſolange fortgeführt, bis auch der letzte
Punkt des Programms in Erfüllung gegangen ſei.
Den zweiten Teil der Veranſtaltung eröffnete die Kapelle
Löb mit dem Pilgerchor aus Tannhäuſer, dann folgte ein Ge=
dicht
, betitelt An Adolf Hitler vorgetragen von Ludw Schäfer.
Anſchließend übergab dann der Kreisleiter die neue Ortsgruppen=
fahne
und erinnerte daran, daß man vor vier Jahren noch nicht
daran gedacht habe, daß dieſe heute die Fahne des Staates ſei.
Den Fahnenträger Hering und auch alle Anweſenden ermahnte
er dann, dieſe Fahne ſtets in Ehren zu halten. Jeder einzelne
ſolle ſich ſelbſt als Fahnenträger betrachten und danach handeln.
Nach dem Gelöbnis des Fahnenträgers Hering brauſte der
erſte Vers des Horſt=Weſſel=Liedes durch den Saal. Anſchließend
gedachte man der Toten der Bewegung durch eine Minute ſtillen
Gedenkens. Nach einem Gedicht, vorgetragen durch Hch. Wörle,
das dem früheren Gauleiter Gemeinder gewidmet war, trug Lud=
wig
Schäfer ein ſelbſtverfaßtes, dem kürzlich verſtorbenen Stan=
dartenführer
Weyrauch gewidmetes, packendes Gedicht vor. Das
Lied In München ſind viele gefallen wurde daraufhin von den
Verſammelten ſtehend geſungen. In ſeinem Schlußwort betonte
der Ortsgruppenleiter, daß es wie ſeither ſo auch weiter vor=
wärts
gehe. Seine Worte klangen aus in einem dreifachen Sieg=
Heil auf das Vaterland, die nationalſozialiſtiſche Revolution und
den Führer Adolf Hitler.

k. Dieburg, 5. März. Geflügel= und Kaninchenzüch=
terverein
Hauptverſammlung. Der Führer, Herr Adam
Diehl, gab einen kurzen Ueberblick über das letzte Vereinsjahr.
Ein Rundſchreiben des Reichsbundes der Kaninchenzüchter ver=
langt
die Trennung der gemiſchten Vereine. Auch dürfen in Zu=
kunft
die Kreis= und Gauausſtellungen nur getrennt abgehalten
werden. Bei den lokalen Ausſtellungen kann es bei der ſeitherigen
Uebung bleiben. Die im Dezember vorigen Jahres abgehaltene
Kreisausſtellung ſchloß mit einem kleinen Defizit ab. Trotzdem
konnte der Rechner einen kleinen Ueberſchuß in ſeiner Kaſſe nach=
weiſen
.
Dk. Walmichelbach, 5. März. Mit welcher Anteilnahme die
nationale Revolution von den Auslandsdeutſchen verfolgt wird,
beweiſt ein Brief, der in dieſen Tagen von einem ſchon einige
Jahre in Buenos Aires lebenden jungen Deutſchen hier ankam,
in dem es unter anderem heißt: Lieber Freund Fritz! Die Fahnen
hoch, die Reihen feſt geſchloſſen . . So oft ſingen wir Auslands=
deutſche
jetzt dieſes neue Lied, das ein neuer Geiſt uns über den
Ozean herübergetragen hat. Und mit ihm kam wieder die Sehn=
ſucht
nach der alten Heimat und niegekannter Stolz. Deutſcher zu
ſein, deutſch geblieben zu ſein. Aller Glanz des Südens, alle Reize
des Wanderns in die Ferne ſind dahingegangen und haben Platz
gemacht einem ſtillen Wunſch, wieder einmal die Heimat zu ſehen,
eine beſſere, ſchönere, die zwar arm iſt. aber ſchön, mit erhobenem
Kopf. geballter Fauſt und erfüllt von jenem Idealismus, den
wir Jungens nach dem Kriege erſehnten, und den man in uas ſo
ſchmachvoll abgetötet hatte.
P Biebesheim, 5 März. Der ſeitherige kommiſſariſche Bür=
germeiſter
Heinrich Ludwig Jakob Geipert wurde als Bürger=
meiſter
für unſere Gemeinde verpflichtet.
Gernsheim, 4. März. Waſſerſtand des Rheins am
3. März 1,14 Meter, am 4. März 1.18 Meter.
Hirſchhorn, 4. März. Waſſerſtand des Neckars am
3. März 1,50 Meter, am 4. März 1,52 Meter.

[ ][  ][ ]

Seite 8 Nr. 64

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Dienstag, 6. März 1951

in Offenbach.

Aus Anlaß des 100jährigen Todestage Senefelders wurde
am Sonntag in den Räumen der Techniſchen Lehranſtalten in
Offenbach eine Ausſtellung: Geſchichte der Lithographie,
von Senefelders Tätigkeit in Offenbach bis

heute durch Reichsſtatthalter und Gauleiter Sprenger
eröffnet. Oberbürgermeiſter Dr. Schranz, der den Reichsſtatt=

halter willkommen hieß, gab der Hoffnung Ausdruck, daß die
Offenbacher Induſtrie, die nicht nur die Lederwareninduſtrie,
ſondern auch das graphiſche Gewerbe umfaſſe, neuen Auftrieb
erhalten möge. Die Offenbacher Kunſtgewerbeſchule habe dazu
beigetragen, um die graphiſchen Arbeiten in die Welt zu tragen.
Reichsſtatthalter Sprenger erklärte, daß es eigentlich
tragiſch ſei, daß eine Stadt wie Offenbach, die die Voraus=
ſetzungen
auf den verſchiedenſten Gebieten erfülle heute noch
in ſtarkem Maße notleide. Gerade die Gebiete, die in Offenbach
gepflegt würden, bedürften heute einer geſunden wirtſchaftlichen
Baſis. Die Ausſtellung, die trefflich vorbereitet worden ſei,
gehe weit über das Durchſchnittsmaß hinaus. Senefelder ſei
nicht aus Sucht Erfinder geworden, ſondern er ſei jenen Weg
gegangen, den ihm die Eltern vorgeſchrieben hatten. Weil der
Vater als Hofſchauſpieler neben den herrlichen Zeiten eines
Künſtlers auch die bitteren Seiten dieſes Berufs ausgekoſtet
habe, wollte er ſeinem Sohn eine geſicherte Baſis ſchaffen. Aus
vielen Zufälligkeiten heraus ſei Senefelder dann ſeinen Weg
gegangen. Der Reichsſtatthalter ſchilderte nun den Lebensweg
Senefelders, der ihn nach München und Wien geführt habe. Er
hätte den Erfolg und die Tragweite ſeiner Erfindung vollkom=
men
überſchaut und ſei ſo ein Vorbild deutſcher Fähigkeit, deut=
ſchen
Fleißes und Energie für alle Zeiten geworden.
Nachdem Reichsſtatthalter Sprenger die Ausſtellung eröffnet
hatte, nahm der Direktor der Kunſt= und Gewerbeſchule, Prof.
Dr.=Ing. e. h. Eberhardt das Wort. Er dankte dem Reichs=
ſtatthalter
, der nun zum zweiten Male in Offenbach weile, für

ſeinen Beſuch und gab bekannt, daß der Leiter der Fachklaſſe
für Lithographie, Graphiker Willi Meyer, zum Profeſ=

ſor ernannt worden ſei. Ein Rundgang durch die Ausſtel=
lung
ſchloß die Feierlichkeiten.
Am Nachmittag fand ein Aufmarſch der Arbeitsfront des
graphiſchen Gewerbes ſtatt, der mit der Enthüllung einer am
Iſenburger Schloß angebrachten, von der Offenbacher Kunſt= und
Gewerbeſchule geſchaffenen Gedächtnistafel für Sene=
felder
ſchloß.

Em. Heppenheim a. d. B., 5. März. Vortrag über Luft=
ſchutz
. Die kürzlich gegründete Ortsgruppe des Reichsluftſchutz=
bundes
hatte zu einem Aufklärungsvortrag in den Halben Mond
eingeladen, zu dem die Bevölkerung Heppenheims und Umgebung
außerordentlich zahlreich erſchienen war. Nach einleitenden Wor=
ten
des kommiſſ. Führers der Ortsgruppe, Pg. Lehrer Sieger, hielt
Obertruppführer Velten einen großes Intereſſe erregenden Licht=
bildervortrag
über die Notwendigkeit des Luftſchutzes. Der Redner,
der ſchon lange ein Vorkämpfer für den Luftſchutz iſt, entwarf ein
anſchauliches Bild von der Gefährlichkeit der Luftwaffe, in der
Hand unſerer Gegner. Da uns 1926 ein ziviler Luftſchutz endlich
zugeſtanden wurde, ſind wir indeſſen einem Luftangriff nicht mehr
hilflos preisgegeben. Der Reichsluftſchutzbund hat es ſich zur Auf=
gabe
gemacht, die Bevölkerung aufzuklären und mit allgemeinen
Abwehrmaßnahmen vertraut zu machen, um die Wirkung even=
tueller
Luftangriffe auf ein möglichſt geringes Maß herabzuſetzen.
Wenn wir der alle in gleicher Weiſe bedrohenden Gefahr wirkſam
zu begegnen wiſſen, können wir ihr ruhiger entgegenſehen. Daher
gilt es, den Luftſchutzgedanken in alle Volksgenoſſen zu tragen und
zu dieſem Zweck den Reichsluftſchutzbund durch Mitgliedſchaft zu
fördern.
Bn. Hirſchhorn, 5. März. Kriegerverein Generalver=
ſammlung
. Der Führer, Kamerad Gg. Jäger, gedachte nach Be=
grüßung
der im Laufe des vergangenen Jahres verſtorbenen Kame=
raden
. Der frühere langjährige Vorſitzende, Oberfeldmeiſter Lud=
wig
Mathes, wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Aus des Ver=
einsführers
Ausführungen ging hervor, daß der Verein von 96
Mitgliedern im vergangenen Jahre auf 106 geſtiegen iſt. Der Be=
zirksſchriftwart
und Bezirksvertrauensmann für das Verſiche=
rungsweſen
. Kamerad Wilhelm Beiſel, berichtete über Verſiche=
rungs
= und Fürſorgeweſen innerhalb der Haſſia und deren Unter=
gliederungen
. Der Führer gab die einſchlägigen Beſtimmungen
über die Aufſtellung der SA.=Reſerve II bekannt und tritt der
Kriegerverein geſchloſſen zur SA.=Reſerve II bei. Nach Erledigung
verſchiedener interner Vereinsangelegenheiten warb der Vereins=
führer
für eine möglichſt ſtarke Beteiligung an der am 9. 10. und
11. Juni I. J. in Darmſtadt ſtattfindenden 60jährigen Jubiläums=
feier
der Kriegerkameradſchaft Haſſia. Bei der Führerwahl wurde
der ſeitherige Führer Georg Jäger auf Vorſchlag von Kameraden
einſtimmig wiedergewählt.
P Groß=Gerau, 5. März. Am Sonntag begann hier ein auf
drei Tage berechneter Schulungskurſus für die Mitglieder des
hieſigen Frauenvereins. Der Kurſus, der von Fil. cand, theol.
Sieberth geleitet wurde, begann am Sonntag abend mit einer
Feierſtunde, in der die Leiterin über Die Gegenwartsbedeutung
der Bibel ſprach.
P. Rüſſelsheim, 5. März. Die Opelwerke haben für die Werks=
wohlfahrt
(Adam=Opel=Gedächtnisſtiftung) und der NS.= Organi=
ſation
Kraft durch Freude den Betrag von 500 000 Mark ge=
ſtiftet
.

Aus Mainz und Rheinheſſen.

Oberheſſen.

Ab Worms, 5. März. Ins Konzentrationslager
überführt. Nach dem Wormſer Polizeibericht wurde ein in
Oſthofen wohnhafter Arzt dem Konzentrationslager zugeführt,
weil er durch ſein unſoziales Verhalten ſeinen Dienſtperſonen ge=
genüber
in der Oeffentlichkeit Aergernis erregte.

Gießen, 5. März. Zwei ſchwere Motorradun=
fälle
. Zwiſchen Butzbach und Pohlgöns fuhren am Sonntag
gegen 18 Uhr zwei Motorradler gegeneinander, von denen das
eine Motorrad mit zwei SA.=Leuten aus Pohlgöns und das an=
dere
, eine Beiwagenmaſchine, mit dem Fahrer und zwei Frauen
beſetzt waren. Zufällig näherte ſich kurze Zeit nach dem Unfall
eine Kraftwagenkolonne aus dem Kreiſe Wetzlar der Unfallſtelle,
die 8000 Brote als Ergebnis der Jungvolkſammlung nach Hanau
gebracht hatte. Sie nahm ſich der Verletzten an und brachte ſie
ins Krankenhaus Nieder=Weiſel. Wenig ſpäter ereignete ſich
in der Nähe ein weiterer Unfall. Ein Motorradfahrer rannte mit
ſeiner Maſchine in eine Sportlergruppe, die auf der Straße mar=
ſchierte
. Der Motorradfahrer ſtürzte und ſtieß ſich an der Lenk=
ſtange
ein Auge aus. Auch mehrere Sportler wurden verletzt.
* Gießen, 5. März. Der Gießener Konzertverein,
der jetzt im 143. Vereinsjahr ſteht, und deſſen Konzerte weithin
bekannt ſind, brachte ſein, leider einziges, Sinfoniekonzert unter
Profeſſor Dr. Temesvarys ſchwungvoller Leitung als Bach=
Beethoven=Abend. Es wurde die ſeltener geſpielte 2. Leo=
noren
=Ouvertüre und die IV. Sinfonie in muſtergültiger Weiſe
durch das verſtärkte Orcheſter (Orcheſterverein) zum Vortrag ge=
bracht
. Die jungen Geigerinnen, Frl. Dieffenbach aus Darm=
ſtadt
und Frl. Spamer aus Frankfurt, ſpielten ſtilſicher, mit
ſchönem Ton und ausgereifter Technik Bachs D=Moll= Doppelkon=
zert
. Alle Ausführenden wurden von dem ſehr zahlreich erſchie=
nenen
Publikum ſtürmiſch gefeiert, insbeſondere unſer vortreff=
licher
Dirigent Profeſſor Temesvary. Mit einem Klavier=
abend
(Beethoven=Abend) von Profeſſor Wilhelm Backhaus
am 11. März wird die Winterſaiſon, die ſehr gute Konzerte auf=
wies
(u. a. Profeſſor Havemann. Günther Ramin, das
Wendling=Quartett. Lore Fiſcher, Weihnachtsoratorium
und Reger=Abend) ihren Abſchluß finden.

Briefkaſten.

Jeder Anfrage iſt die ſehte Bezugéquſttung beizufügen. Anonyme Anfragen wirden
nicht beaniwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindſichkelt.

Der Schatz des Khediben im Kieler Aktenkeller.

Von Kapitänleutnant a. D. Egon v. Werner,
ehem. Leiter der Militärkriminal=Abteilung in Kiel.

Ort der Handlung: Kiel, und zwar das etwas ramponierte
Kiel des Februar 1920. Ich war damals Leiter der Militärkrimi=
nalabteilung
und hatte alle Hände voll zu tun, um das zum Teil
verſchobene und zum Teil in alle Winde zerſtreute Militärgut den
amtlichen Stellen wieder zuzuführen. Wir krochen auf der Suche
nach den zahlloſen Hehlerneſtern an den merkwürdigſten Orten
herum, in übelriechenden Spelunken, gottvergeſſenen Schuppen,
baufälligen Häuſern und verrufenen Straßen. Und was förderten
wir nicht alles zutage! Armeepiſtolen und Apparate für Funken=
telegraphie
, kleine Motoren, und Ferngläſer, Ausrüſtungsgegen=
ſtände
und Erſatzteile, vor allem ganze Stapel von Uniformſtoffen
und Wäſche. Waggonladungen von Heeresgerät wurden ſo in kur=
zer
Zeit beſchlagnahmt und abgeliefert.
Eines Morgens, in aller Herrgottsfrühe, rief mich eine drin=
gende
Agentenmeldung ins Büro. Da ſteht einer meiner Leute,
ein echter Hamburger Junge, und läßt eine Meldung vom Stapel,
die ſich anhört wie ein richtiges Seemannsgarn. Der Sachverhalt
war ſo: Am Hafen, irgendwo in einer verſteckten Kneipe, hatte
er ein zwiſchen zwei Martoſen im Flüſterton geführtes Geſpräch
belauſcht, in dem von einem märchenhaften Schatz die Rede war,
den dieſe beiden dunklen Ehrenmänner in der kommenden Nacht
aus einem Keller in der Muhliusſtraße heben wollten. Es ſei von
phantaſtiſchen Zahlen, von Gold und Edelſteinen und anderen
aufregenden Dingen gemunkelt worden.
Mir kam die Sache zunächſt ſehr ſpaniſch vor, und ich verſuchte,
meinen Agenten davon zu überzeugen, daß er vermutlich einem
Spaßvogel auf den Leim gegangen ſei. Andererſeits aber waren
die Einzelheiten des Planes ſo frappierend, daß ich es doch für
zweckmäßig hielt, die Muhliusſtraße vom Dunkelwerden an durch
fünf als harmloſe Paſſanten verkleidete Beamte eingehend über.
wachen zu laſſen. Stunden vergingen, ohne daß ſich etwas Verdäch=
tiges
regte. Die dürftig beleuchtete Straße lag wie ausgeſtorben.
In regelmäßigen Abſtänden dröhnte der Stundenſchlag der nahen
Kirchturmuhr zu uns herüber. Da, gegen ein Uhr, huſchte ein
Schatten die alte Mauer am oberen Ende der Muhliusſtraße ent=
lang
und verſchwand an einem Kellereingang der ſogenannten
Deckoffizierſchule, die damals als Kaſerne benutzt wurde. Unbeob=
achtet
ſchleicht ſich mein Außendienſtleiter in das Dunkel der gegen=
überliegenden
Haustür und faßte hier Poſten. Jetzt hörte man das
Knarren von verroſteten Scharnieren. Minuten höchſter Spannung
vergingen. Dann erſchien, von unſichtbarer Hand geſchoben, eine
längliche Kiſte in dem Rahmen eines Kellerfenſters, vor welchem
der zuerſt beobachtete Matroſe kniete. Dieſer ſah ſich ſcheu nach
beiden Seiten um und verſchwand mit ſeinem Raube langbeinig
in Richtung auf die Anlagen der Kirche. Leider hatte der Pech=
vogel
hierbei überſehen, daß rechts und links in den Türniſchen
der letzten Häuſer zwei handfeſte Beamte ſtanden, denn er lieſ
ihnen direkt in die Arme. Er warf in ſeiner Angſt die Kiſte hin,
machte kehrt und riß aus wie Schafleder. Leider auch diesmal er=
folglos
, denn er ſah ſich plötzlich in den Armen unſeres geſchätzten
Mitarbeiters Hein Lammers, der ſich mit ſeiner vierſchrötigen
Seemannsſtatur hier wie ein Leuchtturm aufgebaut hatte. Nach
einer unſanften Aufforderung zeigte uns der Ausreißer dann den
Eingang zu dem geheimnisvollen Keller. Eine einfache Holztür
mit der Aufſchrift: Akten der Mittelmeerdiviſion. Wir riſſen
die Tür mit einem Ruck auf und knipſten das elektriſche Licht an.
Berge von Kiſten und Kaſten. Mitten darin ein zweiter Matroſe,
eiftig damit beſchäftigt, aus dem wüſten Stapel von Aktenkiſten
beſtimmte Stücke herauszufiſchen. Der Mann machte ein verteufelt
dummes Geſicht, als ich ihm wie die Stimme des jüngſten Gerichts
in die Parade fuhr: Was machen Sie denn hier? Alles, was er
hervorſtottern konnte, war: J... i. ..ch.. .. klare hier auf! Ein
brüllendes Gelächter unſererſeits quittierte dieſe im reinſten See=
mannsdeutſch
gegebene Erklärung. Als er aber ſeinen Kumpan
in Begleitung von zwei ſtämmigen Herren in Zivil bemerkte,
knickte er merklich in der Hinterhand zuſammen. Wir beorderten
ſchnellſtens ein Auto und ließen die beiden Schatzgräber nach der
Militäranſtalt ſchaffen.
Jetzt begann unſer Aufklären: Mit einem Stemmeiſen
machten wir uns neugierig über die Kiſten her. Die beiden erſten
enthielten Akten, Akten und wieder Akten. Die dritte Kiſte war
halb zerfallen und nur mit dünnen Bindfäden zugeſchnürt. Dieſe
kippten wir achtlos auf die Seite, da ſie beſtimmt harmlos war.
Ein eigenartiges Klirren machte mich ſtutzig. Wir ſchneiden alſo
den Bindfaden auf und nehmen den morſchen Deckel ab. Nun war
die Reihe an uns, dumme Geſichter zu machen, denn vor uns
lagen, dürftig in Papier eingeſchlagen, einige roſtige Türkenſchwer=
ter
. Ich nehme Stück für Stück heraus. Jetzt halte ich einen Prunk=
ſäbel
in der Hand, ſo kunſtvoll gearbeitet, wie ich es nie zuvor
geſehen habe: Elfenbeingriff, Korb und Parierſtangen aus Gold
und über und über mit glitzernden Steinen beſetzt. Fieberhaft
ſuchten wir weiter. Die nächſte Kiſte: Eine große, goldene Schale
kommt zum Vorſchein, von einigen 40 Zentimetern Durchmeſſer,
überſät mit Steinen und Emaille=Agraffen. Auf dem Boden eine
ſchwere, goldene Kanne, und ſchließlich ein Beutelchen mit einer
ganzen Handvoll, blitzender, geſchliffener Steine. Unſer Jagdeifer
kennt keine Grenzen mehr. Keiner ſagt ein Wort. Der Deckel der
nächſten Kiſte kracht in Stücke. Wir holen nacheinander 42 Bern=
ſteinmundſtücke
für Waſſerpfeifen aus der primitiven Verpackung.
Jedes Mundſtück von der Größe und Form einer ausgewachſenen
Birne und an dem halsförmigen unteren Fortſatz von einem gol=
denen
Ring umſchloſſen, in den Ornamente von farbi=
gen
Steinen eingelaſſen waren. Die übrigen Kiſten enthielten nur
Akten. Jetzt unterſuchten wir auch die Kiſte auf der Straße, bei
der eine Wache zurückgeblieben war. Sie enthielt mehrere türkiſche
Ehrenſäbel und ein uraltes, roſtiges Schwert mit eigenartigen
Inſchriften. Ich war ganz benommen von all dieſen phantaſtiſchen
Koſtbarkeiten.

E., hier. Auf Grund des Märzgeſetzes vom 9. Juli 1873 wur=
den
Reichsgoldmünzen zu fünf Mark ausgeprägt, von welchen aus
einem Pfunde feinen Goldes 279 Stück ausgebracht werden ſollten.
Dieſe Münzen wurden meiſt zu Schmuck verwendet.

Wir hielten die ganze Nacht hindurch abwechſelnd Wache bei
unſerem Funde, von deſſen Wert und Herkunft wir immer noch
keine rechte Ahnung hatten. Auf eine telephoniſche Meldung an
meine vorgeſetzte Dienſtbehörde kamen dann nach wenigen Minu=
ten
zwei Herren des Stationskommandos im Auto vorgefahren.
Nun wurde eine genaue Liſte aufgenommen. Jetzt zeigte ſich erſt
in vollem Lichte, was für Reichtümer uns in die Finger gefallen
waren. Schale und Krug waren aus purem Golde; in den Agraffen
funkelten mehrere hundert Diamanten. Den Materialwert ſchätzte
der Sachverſtändige auf eine Million Goldmark.
Ein Vermögen repräſentierten auch die 42 Bernſteinmund=
ſtücke
, da jeder Goldring mit 15 Edelſteinen von Erbſengröße be=
ſetzt
war. Sämtliche Ringe waren in kunſtvoller Filigranarbeit
ausgeführt. Die Ornamentik zeigte Blätter und Blumen; die
Blüten waren aus farbigen Steinen komponiert. Das Säckchen
enthielt an 400 Steine: herrliche Diamanten, Saphire und Sma=
ragde
. Von den Waffen intereſſierte mich beſonders das oben er=
wähnte
alte, inſchriftenbedeckte Schwert. Es ſtellte ſich ſpäter her=
aus
, daß dieſe ſchmuckloſe Waffe eine Reliquie von unermeßlichem,
hiſtoriſchen Werte darſtellte, die nach der türkiſchen Sage den
Träger unüberwindlich macht, und um deſſen Beſitz erbitterte
Kriege zwiſchen den einzelnen Dynaſtien geführt worden ſind.
Unter den anderen Stücken iſt vor allem der prachtvolle Ehren=
ſäbel
erwähnenswert, den Napoleon I. den damals regierenden
Sultan überreichen ließ Die Klinge war kunſtvoll ziſeliert, der
Korb und die Beſchläge der Scheide und des Gehänges maſſiv Gold
und reich mit Steinen verziert. Nicht minder koſtbar war der
Ehrenſäbel des Khediven, ein Geſchenk des Königs von Spanien,
mit prachtvoller Toledoklinge, in die eine Widmung in Gold ein=

gelegt war. Der Griff beſtand aus mattem Elfenbein mit ſtroo=
den
Goldſchnüren; der Korb zeigte den Namenszug des König
Gold geſchnitten. Den nackten Materialwert, ſämtlicher Ge

ſtände ſchätzte der Juwelier, ſoweit es in der kurzen Zeit möö

war, auf tund vier Millionen Goldmark. Wir ſtaunten de
Wunder aus 1001 Nacht gebührend an und tauſchten die at‟
teuerlichſten Vermutungen in bezug auf die Herkunft des Scheeu
Erſt nach einigen Stunden traf ein Dienſttelegramm der zuſtäns,

Behörde ein, das den Khediven von Aegypten tatſächlich alssdu
Eigentümer dieſer Herrlichkeiten legitimierte.
Nun blieb noch das Rätſel zu löſen: Wie kommt der Sy
des Khediven ausgerechnet in den Aktenkeller der Mittelmeer.
ſion in Kiel? Auch dieſe Frage fand bald ihre Aufklärung. m
folgenden Tage erſchien nämlich der Privatſekretär des Kheny ſch
aus Berlin, der ſeit 1918 mit einem Stabe von Agenten die um
Welt nach den verſchollenen Reichtümern durchſucht hatte W.
ſtellte ſich nun heraus, daß der Schatz 1918 heimlich nach Smſt
gebracht worden war, um ihn vor der Beſchlagnahme durc
Engländer zu ſchützen. Von dort war er auf einem deutſchen M2.
pedoboot nach Konſtantinopel gelangt. Von hier wurden dan
Kiſten mit einem Aktentransport der Mittelmeerdiviſion per sch 4 ultoriüunl
auf den Weg gebracht. Unterwegs geriet, dann der Tran 0e. ſrag 9
nacheinander in den Wirrwarr der Revolution in Bulgariem Ge ung, del
anſchließend in Oeſterreich und Deutſchland. Das war ſelbf übs Herzel
einen Aktentransport zu viel. Der Zug wurde auseinand
ſprengt, die Begleitpapiere in alle Winde zerſtreut. Nur danu
daß die Kiſten mit den Pretioſen in den Aktentransport en
ſchoben waren und die harmloſe Signatur zeigten, entginge
dem üblichen Schickſal der Durchſuchung und Ausplünderung. 2c
und auf welchem Wege der Aktentransport ſpäter ſtatt in B
in Kiel gelandet war, ließ ſich natürlich nicht mehr feſtſtellen.
blüffend war jedenfalls, daß nur zwei kleine, aus der Faſlelund bri
herausgebröckelte Steine fehlten, wie ſich aus einem VergleiciM von eingel
ſerer Aufſtellung mit der Originalliſte des Privatſekretärs echi wirtſchaft
Von den weiteren Schickſalen des Khedivenſchatzes, deu ür unſinn
Privatſekretär ſofort freudeſtrahlend verpacken ließ, iſt mir iſlndas fran
bekannt. Sicherlich raucht der Khedive jetzt längſt wieder Aerſlochten ſe
zwar mit doppeltem Genuß abwechſelnd aus ſeinen 42 Pfühnlich auch dur
ſpitzen. Zum Schluß gab es noch einige enttäuſchte Seemanſchlungsmaßnah
ſichter, denn der Beauftragte des Khediven ließ außer ei n Uebergang
Dankesworten keine ſichtbaren Zeichen der Anerkennung für maſſen an der
Leute zurück nicht einmal eine türkiſche Zigarette. Und/w. Oberregie
hett mi bannig argert! ſagt Hein Lammers. Sprachs und ſ. Urſprache des
in hohem Bogen ſeinen Priem an die nächſte Häuſerwand. ſm mhalten b

Gewinnauszug
5. Klaſſe 42. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck verb=

Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne Ritzlar,
gefallen, und zwar ſe einer auf die Loſe gleicher Nummer ſeeine jung
in den beiden Abteilungen I und II

21. Ziehungstag
3. März 19
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150
gezogen

12 Gevinne zu 3000 M. 89746 98064 807036 B66644 385588 3860e
10 Gewinne zu 2000 M. 110251 177971 276957 277686 868009
30 Gewinne zu 1000 M. 86126 96566 140082 177187 188760 24e0
250703 265323 270682 303097 317260 362044 370010 378524 386/
66 Gewinne zu 600 M. 343 1873 7466 7829 14776 28676 34
54323 76019 87456 193753 138987 145391 147413 154119 171
180040 196823 216173 017080 921026 248336 284316 2885 16 30
313059 320381 334488 362602 355677 369820 386363 396664
360 Gewinne zu 300 M. 4914 7428 9766 11068 11946 12678
15075 15603 21626 23602 33170 34406 84526 86677 85858
37359 44173 46393 46815 54176 54317 66263 66376 66970
58065 62136 62160 62308 63158 65069 68226 68708 73322
74309 74763 76031 87202 88316 88861 89993 92393 92924
99040 102620 102856 103330 104207 111717 113937 121421
100838 126317 128776 128974 130210 131364 131425 133166
147539 148788 150108 154571 165266 156874 158734 160598 16
161313 163661 165337 167879 167948 168247 169310 171310 17
174415 178480 179448 180571 181848 188721 186807 187477 1871
188843 181886 194481 194647 1965283 196654 196985 198631 200
201703 200384 007491 208993 209844 209862 212049 212766 215
215153 218811 220006 222470 224243 224958 233215 236122 236
241902 243206 243274 244704 245604 245812 246171 248863 26 Ilkzeſetzes
257239 267408 271193 271895 274263 778772 281966 583026 28:
285930 287307 30 1338 30 1405 313634 317611 322012 322980 32430ler Geſamtſtr

hr Kleid i
wiet
au der Exr
veit fortge
Nutter u
Mund erlitt

LEuKhmmer
Uüngeklagte D
genoſſenſcha
Antreue, wege
Maung, weg
negen Vergel

326934 326376 327655 332537 344622 346450 346861 349845 36031 M. Geldſtr
350440 350638 356042 356122 356444 357766 367997 358000 358
36 1293 364333 366 164 367609 369004 372230 373246 373455 374Meit zur Bekl
382019 388340 390906 391798 394314 396566 397218
A. Es wur
21. Ziehungstag
3. März
AMdes
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150
gezogen

2 Gewinne zu 5000 M. 261629
6 Gewinne zu 3000 M. 92917 256597 360910
8 Gewinne zu 2000 M. 113575 272144 323046 329129
32 Gewinne zu 1000 M. 33461 56900 84204 112033 114293 13
157878 166479 186962 233806 282621 286865 300776 322714 384
389967
36 Gewinne zu 600 M. 21869 32715 64973 86141 131451
151635 151813 155544 214364 223629 223789 269266 260241 29
308989 324871 336735
288 Gewinne zu 300 M. 1287 1363 2107 4336 17736 20980
23160 27102 39166 41984 45198 65944 66578 61645 68492
75169 76793 78669 80137 83474 86880 87377 88763 89788
90512 93397 94838 96465 99877 102790 109767 110102 17
118424 120591 121670 123906 132303 134962 14080ß. 142868 144
157863 169814 162082 162196 164360 166573 166977 167778 17
171920 170334 172473 172686 173454 173736 176698 176271 174
180293 186845 181740 185711 188577 190482 191601 181898 181
196863 198647 196819 202540 206219 208616 209100 21 1726 214
214311 215370 223501 224640 227148 231636 232626 236552 230
240623 243329 246978 247449 247774 250 199 252452 253685 75
265828 269224 2659600 272928 276646 279366 280272 380381 280
293910 296394 298017 300173 300969 304892 309762 311337 321
323838 327238 330840 336035 335064 335418 338446 338835 354
360266 362969 363605 364313 366498 372692 374377 376701 37
377909 38 1092 383658 386544 392260 395041 396803 397600 39

20 Tagesprämien.
Auf ſede gezogene Nummer ſind zwei Prämien zu je 1000
gefallen, und zwar je eine auf die Loſe gleicher Nummer in
beiden Abteilungen I und II:
1538 23423 36010 42711 71416 252727 268661 300074 3761
394616

Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 z‟
30000, 6 zu je 10000, 60 zu je 5000, 88 zu je 3000, 150
je 2000. 270 zu je 1000, 822 zu je 500, 5254 zu je
und 180 Tagesprämien zu je 1000 M.

Weiterbericht.

Der Einfluß des Zwiſchenhochs beginnt ſchon wieder zu ſt
den. Ein neuer kräftiger Wirbel befördert an ſeiner Vordt
feuchtmilde Luft nach dem Feſtland und bedingt ſomit ein
Wetterverſchlechterung. Nach verbreiteten Dunſt= und NeMl
dungen wird Bewölkungsaufzug einſetzen, wobei es auch 3!
derſchlägen kommen wird. Später wird dann der Himmel
weilig kurz aufklaren und die Niederſchläge wieder mehr in ?
von Schauern auftreten.
Ausſichten für Dienstag: Neblig, dunſtig, ſpäter auch 97
ſchläge. Temperaturenausgleich zwiſchen Tag und Nache,
Ausſichten für Mittwoch: Weiterhin veränderliches Wettc
einzelnen Niederſchlägen.

Hauptſchriitteitung: Rudol Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchat: Rudol Mauve: für Feuilleton
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe;für den Schlußdienſt: 2.
Bauer; ür den Landel: Dr. C. H Luetſch: für Sport: Kar, Böhmann:
Gegenwart Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette, ür den Anel
eilund geſchäftliche Mitteilungen: Wilty Kuhie ſämtl. in Darmſtadt. 5A I.541
Druck und Berlag: L. C. Wit tic), Darmſtadt, Nheinſtraße 23.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung n icht übemie

[ ][  ][ ]

g, 6. März 1934

Mich und Ausland.
Saftendgebung auf der Leipziger Meſſe
Sinblick auf die im kommenden Jahre He=
voyerde
Rückgliederung des Saargebietes in
das eutſche Wirtſchaftsgebiet veranſtaltet die
Saxyir tſchaft zur Leipziger Frühjahrsmeſſe eine
geſo=hiſtne Saarausſtellung, um der Saarware
ew ſeg zu ebnen. Aus Anlaß dieſer Ausſtellung
anyd au: Montag vormittag eine Saarkund=
ebeur
tatt, zu der neben zahlreichen in Leipzig
nwnden Saarländern eine große Anzahl deren
häßterſchienen war. Für die Reichsregierung
ah Vertretung des verhinderten Vizekanzlers
om ſapen Oberregierungsrat Dr. Wingen, für
ie uſchſiſche Regierung Kultusminiſter Dr. Hart=
ac
tund Finanzminiſter Dr. Kamps, für den
azuſchen Gemeindetag der Präſident Oberbür=
erryſter
Liebel=Nürnberg anweſend. Ferner
ſolznn hervorragende Vertreter der Saarwirt=
hauft
der Kundgebung bei, an ihrer Spitze Ge=
eim
Kommerzienrat Röchling. Der Präſident
liektoriums des Leipziger Meſſeamtes, Dr.
ſößt, ſprach die Hoffnung aus, daß die Saar=
usſtung
, bei deren Zuſtandekommen ein Ge=
es
Herzens mitgeſprochen habe, der Auftakt
dauernde Beteiligung der Saarwirtſchaft
Leipziger Meſſe ſein möge. Hierauf gab
käſident der Induſtrie= und Handelskammer
wücken, Karcher ,ein Bild über die Wirt=
es
Saargebieres. Er erklärte es für zwei=
daß
die Abſtimmung des bodenſtändigen
ſwlkes eine überwältigende Mehrheit für
ſlbland bringen werde und wies dann an
coon eingehendem Zahlenmaterial nach, daß
ſchrwirtſchaftlicher Beziehung das Saargebiet
dtzer unſinnigen Eingliederung der Saarwirt=
güſtin
das franzöſiſche Zollgebiet mit Deutſch=
u
erflochten ſei. Eine weitſchauende Planung,
inen 42 mmetlich auch durch Vorbereitung von Arbeits=

außer

ſohe Gewin
Num

hie Seemſchmfungsmaßnahmen, müſſe für einen reibungs=
Uebergang ſorgen. Die Sehnſucht aller
ſiſhen an der Saar ſei die Rückkehr ins Va=
u
. Oberregierungsrat Dr. Wingen verlas
mſprache des Vizekanzlers von Papen, die

azu halten beabſichtigte.

Vorſicht beim Kleiderreinigen
mit Benzin!
etzlar. In dem benachbarten Burgſolms
eine junge Frau in der Küche ihrer Woh=
gihr
Kleid in Waſchbenzin reinigen. Dabei
üdeten ſich die Benzindämpfe am Herd. Die
mt der Exploſion war ſo ſtark, daß ein Fen=
us
ſeiner Faſſung herausgedrückt und ein
ſtweit fortgeſchleudert wurde. Die Frau und
8MNutter wurden von den Flammen über=
uüh
und erlitten ſehr ſchwere Brandwunden.

1 8 Urkeil im Handwerkskammer=
Prozeß.

m Montag mittag wurde in dem Kölner
Rverkskammer=Prozeß das Urteil verkündet.
=Eingeklagte Dr. Engels wurde wegen fortge=

it genoſſenſchaftlicher Untreue in Tateinheit
vhintreue, wegen Unterſchlagung und Amtsun=
ſtagung
, wegen Vergehens gegen § 274 StGB.
zdegen Vergehens gegen § 147 des Genoſſen=
Sftgeſetzes, ſowie wegen Bilanzverſchleierung
5uter Geſamtſtrafe von fünf Jahren Gefängnis,
M. Geldſtrafe und zur Aberkennung der
Mkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter ver=
eit
. Es wurden weiter verurteilt: der Ange=
M Welter wegen fortgeſetzter genoſſenſchaft=
9 Untreue und Untreue, wegen Vergehens
M8 147 des Genoſſenſchaftsgeſetzes, ſowie we=
FBklanzverſchleierung zu einer Geſamtſtrafe
wei Jahren Gefängnis und 200 RM. Geld=
M Der Angeklagte Peſch ebenfalls wegen ge=
ſeſchaftlicher
Untreue und Untreue, wegen
Behens gegen § 147 des Genoſſenſchaftsgeſetzes,
IAwegen Bilanzverſchleierung zu einer Geſamt=
von
einem Jahr einem Monat Gefängnis
19.00 RM. Geldſtrafe. Der Angeklagte Thomas
Rwegen genoſſenſchaftlicher Untreue und Un=
A wegen Beihilfe zur Untreue und wegen
mnzverſchleierung zu ſieben Monaten Gefäng=
Aund 200 RM. Geldſtrafe. Der Angeklagte
Zmann wurde freigeſprochen.

Teue Goldfelder in Südafrika entdeckt.
Yohannesburg. Im Gebiet von Südweſt=
svaal
ſind neue Goldfelder entdeckt worden
ls ſehr ergiebig geſchildert werden. Der Um=
undes
geſamten Gebiets beträgt etwa 160 Kilo=

neue Miniſteramt bei der oberſten
SA-Führung.

SS=Gruppenführer Reiner
als Chef des neuerrichteten Miniſteramte=
der
oberſten SA=Führung alle die Aufgaber
ſeiten, die den Stabschef der SA in ſeiner
Imſchaft als Reichsminiſter berühren. Sitz des
Amtes iſt die Reichshauptſtadt.

Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 64 Seite 9

Noklandung
des Ozeanfliegers Coſtes
wegen Nebels in Münſter.
Der franzöſiſche Ozeanflieger Coſtes war am
Samstag der vorigen Woche auf dem Flugfeld in
Le Bourget zu einem direkten Flug nach Kopen=
hagen
geſtartet, dann aber am Sonntag auf dem
däniſchen Flugplatz Caſtrup nicht gelandet und
von den einzelnen Stationen als vermißt gemel=
det
worden. Zunächſt mußte man das Schlimmſte
vermuten, daß der Pilot abgeſtürzt ſei oder in
einem entlegenen Orte notlanden mußte. In=
zwiſchen
hat ſich herausgeſtellt, daß der Flieger
wegen des herrſchenden Nebels den Flug unter=
brochen
hatte und am Sonntag auf dem Flug=
hafen
Loddenheide in Münſter in Weſtfalen glatt
gelandet, um dort beſſeres Wetter abzuwarten.
Coſtes war mit ſeinem Privatflugzeug unterwegs.
Noch am Sonntag nachmittag war in Kopenhagen
eine Reihe von Maſchinen aufgeſtiegen, um ſich
auf die Suche nach dem verſchollenen Piloten zu
begeben. Bei einbrechender Dunkelheit mußten die
Flugzeuge jedoch wieder unverrichteter Dinge um=
kehren
. Für die Nacht waren dann gleich zwei
Marineflugzeuge mobil gemacht worden, die ſo=
fort
am Montag morgen die Route in umgekehr=
ter
Richtung abfliegen ſollten, um Nachforſchungen
nach dem Verſchollenen anzuſtellen.
Der planmäßige Weg Coſtes führte ihn über
Frankreich und Belgien und weiter über Holland
und Norddeutſchland. Die Flugſtationen hatten
für den Montag auch eine Suchaktion über der
Nordſee angeſetzt. Wie Coſtes nach ſeiner Landung
tn Münſter berichtete, war er zunächſt in Le
Bourget glatt geſtartet, bald geriet er aber in
dichten Nebel und erreichte etwa gegen 5 Uhr
nachmittags den Rhein. Da ſeine Maſchine nur
einen Motor hat, entſchloß er ſich zur Notlandung,
zumal er die Gegend nicht kannte. Coſtes iſt den
Dortmund Ems=Kanal entlang geflogen und
ſchließlich in Loddenheide glatt gelandet. Die Poli=
zeiwache
des Flughafens nahm ihn ſehr herzlich
auf. In einem Auto brachte ſie den Piloten nach
dem Fürſtenhof in Münſter. Coſtes hat ſich dann
am Sonntag in aller Ruhe die Stadt angeſehen,
über die er ſich ſehr lobenswert äußerte. Der
Weiterflug nach Kopenhagen wurde dann bei ge=
gebenen
Wetter am Montag fortgeſetzt.
Der franzöſiſche Flieger Coſtes iſt geſtern nach=
mittag
15.15 Uhr auf dem Flughafen Kaſtrup
eingetrofefn.
Geheimnisvolle Exploſion
auf einem amerikaniſchen Flugplaßz.
Fort Leavenworth (Kanſas). Auf dem
hieſigen Flugplatz ereignete ſich geſtern eine ge=
heimnisvolle
Exploſion, die einen großen Brand
zur Folge hatte. Es wurden zehn Militärflug=
zeuge
ſowie eine Flugzeughalle zerſtört und um=
fangreiches
wiſſenſchaftliches Material ſchwer be=
ſchädigt
. Der Schaden wird auf eine halbe Mil=
lion
Dollar geſchätzt. Dieſe aufſehenerregenden
Vorgänge werden auf die kürzlich von Präſident
Rooſevelt erlaſſene Anordnung zurückgeführt, daß
eine Unterſuchung über die Beſchuldigten der Sa=
votage
von Militärflugzeugen vorgenommen wer=
den
ſollte.

Tragödie auf einer Inſel im
Japaniſchen Meer.
Tokio. Auf der Inſel Utſuryo im Japaniſchen
Meer hat ſich nach jetzt eintreffenden Meldungen
eine furchtbare Wintertragödie abgeſpielt. Die
ganze Inſel iſt wahrſcheinlich zu einem einzigen
großen Friedhof geworden, nachdem ſie wochenlang
von ſchweren Schneeſtürmen heimgeſucht worden
war. Auf der Inſel iſt jetzt eine dorthin entſandte
Rettungsexpedition eingetroffen, doch ſind ihre
Verſuche, in das Innere der völlig verſchneiten
Inſel vorzudringen, bisher erfolglos geblieben. Es
wird befürchtet, daß die meiſten der 4000 Einwoh=
ner
der Inſel in Schnee und Kälte umgekommen
ſind. In den Siedlungen an der Küſte wurden
bisher 45 Leichen geborgen.

New York in Nebel und Schneematſch.
New York. Ueuer New York herrſcht ſeit
Sonntag ein Neebl, der dem berühmten Londoner
Nebel nicht nachſteht. Die Temperatur iſt auf 15
Grad Wärme angeſtiegen, und der in den Straßen
liegende Schnee iſt raſch geſchmolzen, ſo daß die
Keller zahlreicher Häuſer überſchwemmt wurden.
Der Straßenverkehr und die Schiffahrt ſind ſtark
behindert.

Mit der Führung der Deutſchen Fronk
im Reich beaufkragk.

Mädchenraub am hellichten Tage.
Wien. Eine Entführung nach amerikaniſchem
Muſter hat ſich hier am hellichten Tage ereignet.
Ein Mädchen wurde von der Straße weg mit
einem Kraftwagen entführt und iſt vorläufig
nicht aufzufinden. Es handelt ſich um ein 18jähr
Mädchen, daß nach einem mißglückten Selbſtmord=
verſuch
zur Beobachtung ſeines Geiſteszuſtandes in
die Pſychiatriſche Klinik gebracht worden war. Auf
der Straße kam das Mädchen an einem Perſonen=
auto
vorüber. Plötzlich öffnete ſich der Schlag und
ſie wurde in das Auto hineingezogen, das ſchleu=
nigſt
davonfuhr, bevor die das Mädchen beglei=
tende
Pflegeſchweſter bemerkt hatte, was über=
haupt
vorging. Der Polizei iſt es gelungen, der
Entführer habhaft zu werden. Der Rädelsführer
iſt ein übelbeleumundeter Morphiniſt, der das
Mädchen ſeit längerer Zeit kannte und mit An=
trägen
verfolgte. Auch die beiden Komplizen wur=
den
verhaftet. Sie weigern ſich, den Aufenthalts=
ort
des Mädchens bekanntzugeben.

20 000 Polizeibeamke hinker einem
Ausbrecher her.
New York. Eine tolle Verbrecherjagd, an der
ſich 20000 Polizeibeamte aus ſechs Staaten des
Mittleren Weſtens beteiligen hhat ſeit der Flucht
des Banditenführers Dillinger aus dem Gefängnis
von Crown Point (Indiana) eingeſetzt, aus dem
der Banditenführer am Sonntag ausgebrochen iſt.
Auf ſeinem Schuldkonio ſtehen etwa hundert Bank=
einbrüche
und zahlreiche Diebſtähle, bei denen
Dillinger mehrere hunderttauſend Dollar in die
Hände fielen. Er hat, als er aus dem Gefängnis
ausbrach, die Gefängniswärter mit einem aus
Holz geſchnitten Revolver eingeſchüchtert. Im
Direktionsbüro des Gefängniſſes entwendete er
zwei Maſchinenpiſtolen. Der Bandit, der ſich in
Begleitung eines Negers befand, eignete ſich dann
den Kraftwagen des Obergefängniswärters an.
Er iſt mit ſeinem Begleiter in Richtung nach Chi=
cago
entkommen.

Die reichgeſchmückte Bahnhofſtraße von Saarbrücken.
Die große Freude über die Einigung aller deutſchgeſinnten Saarländer in der Deutſchen Front drückt
ſich in der ſtarken Beflaggung aus, die alle Städte des ſchwergeprüften Grenzlandes in dieſen Tagen
aufweiſen.

Der Segelflug iſt Volksſpork.

Die Eröffnung der Flugmodell=Ausſtellung der Schüler in der Kantſchule zu Berlin.
Berliner Schüler haben jetzt ihre trefflichen Flugmodell=Arbeiten zu einer Ausſtellung vereint
Natürlich handelt es ſich überwiegend um Modelle von Segelflug=Maſchinen, die ſpäter verwirklicht
werden ſollen. Die Segelfliegerei, die verhältnismäßig geringer finanzieller Mittel bedarf, wird
immer mehr zum wahren Volksſport. Vor allem unter der Jugend hat ſie Tauſende aktiver Anhänger.

Vermißte Schneeſchuhläufer.
Zürich. Schweizeriſchen Zeitungsmeldungen
zufolge wird ſeit dem 19. Februar das aus Deutſch=
land
ſtammende Ehepaar Schimmelpfeng vermißt.
Das Ehepaar Sohn und Schwiegertochter des
Gründers der bekannten Auskunftei Schimmel=
pfeng
, das ſeit einiger Zeit in Zürich ſich aufhielt,
kam Mitte Februar zum Skilauf nach St. Moritz.
Wenige Tage ſpäter wollte das Ehepaar eine Ski=
tour
vom Julier=Hoſpiz aus nach Fourcla= Greva=
ſalvas
und zurück nach dem Engadin unternehmen
Das Ehepaar trat die Skitour an, iſt aber ſeit
dem 19. Februar ſpurlos verſchwunden. Auffäl=
ligerweiſe
wurde auch das von den Beiden aufge=
gebene
poſtlagernde Gepäck nicht wieder abgeholt.
Die von einer Rettungskolonne in dem für die
Skifahrt geplanten Gebiet unternommenen Nach=
forſchungen
ſind ergebnislos aufgegeben worden.
Es beſteht die Befürchtung, daß die beiden Ski.
läufer verunglückt ſind.
300 Tote bei einem Dampfer=Untergang.
Honkong. Bei dem Untergang des chine=
ſiſchen
Dampfers Scehai in der Nähe von Tay
ungkau ſind 300 Perſonen ertrunken. Etwa 100
Paſſagiere und einige Mitglieder der Beſatzung
wurden gerettet.

Sämtliche Frauen und Kinder vom Tſcheljuſkin
gerettet.
Moskau. Dem Flieger Ljapidwſki und ſei=
nem
Begleiter Petroff, die mit dem Großflugzeug
Ant IV von Kap Wellen zur Rettung der
Tſcheljuſkin=Expedition aufgeſtiegen waren, iſt es
gelungen, auf einem vorbereiteten Platz vor dem
Tſcheljuſkin=Lager zu landen und ſämtliche im
Lager befindlichen zehn Frauen und zwei Kinder
wohlbehalten nach Kap Wellen zu bringen. Die
Landung und der Aufſtieg des Flugzeuges beim
Tſcheljuſkin=Lager wickelte ſich bei einem Anlauf
von nur 200 Meter erſtaunlich glatt ab. Der Er=
folg
der Rettungsexpedition iſt umſo bemerkens=
werter
als ſich infolge der Kälte von faſt 40 Grad
zwiſchen dem Landeplatz des Flugzeuges und dem
Tſcheljuſkin=Lager ein breiter Eisriß gebildet
hatte, ſo daß man zur Ueberfahrt eine Schaluppe
aus dem Lager 3 Kilometer über das Eis ſchlep=
pen
mußte.
180 Häuſer eingeäſchert.
Reval. Wie aus Moskau gemeldet wird,
in einem Dorfe bei Katais (Kaukaſus) ein Brand
entſtanden, der 180 Häuſer einäſcherte Ob Men=
ſchenleben
zu beklagen ſind, iſt zurzeit noch nich
bekannt.

Staatsrat Spaniol,
der bisherige Landesführer der NSDAP. im
Saargebiet, iſt zum Führer der Deutſchen Front
im Reich ernannt worden. Dieſe Vereinigung
umfaßt alle außerhalb des Saargebietes wohnen=
den
abſtimmungsberechtigten Saardeutſchen.

[ ][  ][ ]

Seite 10 Nr. 64

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Dienstag, 6. März 19zu

Sport, Spilel und Jucnen

Jahreshaupkverſammlung
des Meichsoagne 2sb. Burmfast.

Die im kleinen Turnſaal der Turn= und Sportgemeinde 1846
abgehaltene Jahreshauptverſammlung war gut beſucht. Nach der
Begrüßungsanſprache des Dietwartes, Turner Allgayer, eröffnete
die Geſangsabteilung den Abend mit zwei Liedern. Anſchließend
an die Totenehrung und das gemeinſam geſungene Saarlied nahm
der Führer, Reichsbahnrat Gengelbach, das Wort und teilte
der Verſammlung mit, daß er durch ſeine zum 1. April erfolgende
Verſetzung nach Oberlahnſtein leider gezwungen ſei, ſein Amt
niederzulegen. Er wunſchte dem Verein weiter Glück und Erfolg
zu ſeiner großen Aufgabe in der Mitarbeit an dem Aufſtieg unſe=
tes
Volkes, und ſchloß mit einem Sieg=Heil auf das Deutſche
Reich, auf unſeren Führer Adolf Hitler und den Reichsſportführer
v. Tſchammer=Oſten.
Geſchäftsführer Henze erſtattete den Geſchäftsbericht über
das abgelaufene Vereinsjahr. Trotz mancher, infolge Uebertrittes
in die SA., entſtandener Abgänge konnte durch zahlreiche Neu=
eintritte
ein Mitgliederſtand von 432 erreicht werden.
Der von dem Haupt=Turn= und Sportleiter Feigk erſtattete
Bericht zeigte in faſt allen Abteilungen eine gute Fortenwickelung
und eine rege Beteiligung in den Turn= und Sportveranſtaltun=
gen
. Lediglich die Handball= und die Tiſchtennisabteilung hatten
einen größeren, durch die Zeitverhältniſſe bedingten Abgang an
Aktiven, ſo daß dieſe Abteilungen vorübergehend von einer Betei=
ligung
an Wettkämpfen abſehen mußten. Einen beſonders ſchöneg
Auftrieb erfuhr die neue Geſangsabteilung.
Der von Kaſſenführer Bickel erſtattete Kaſſenbericht ſah
einen befriedigenden Kaſſenbeſtand und eine ſorgfältige und ge=
wiſſenhafte
Finanzverwaltung. Nach dem Vorſchlag der Kaſſen=
prüfer
erteilte die Verſammlung dem Kaſſierer und der Führer=
ſchaft
einſtimmig Entlaſtung. Die vorgeſehene Satzungsänderung
wurde mit Rückſicht darauf, daß vom Reichsſportführer Muſter=
ſatzungen
zu erwarten ſind, zurückgeſtellt. Auf Vorſchlag des ſeit=
herigen
Führers wurde Reichsbahnbaumeiſter Ricken einſtim=
mig
zum neuen Vereinsführer beſtimmt. Der Diewart dankte dem
ſcheidenden Führer für ſeine dem Verein geleiſtete Arbeit mit
einem Gut Heil. Nachdem er im Namen der Führerſchaft noch
den Unterführern und Mitarbeitern in den einzelnen Abteilungen
für ihre treue und hingebende Tätigkeit gedankt hatte, ſchloß der
Dietwart die diesjährige Jahreshauptverſammlung.

Fußball.

SC. 1928 Ober=Ramſtadt Union Darmſtadt 5:0 (2:0).

Unter der vorzüglichen Leitung von Kilian=Sprendlingen
lieferten ſich beide Mannſchaften einen ſchönen und ſehr ſpannen=
den
Kampf, in dem die Gaſtgeber meiſt leicht im Vorteil waren
und auch verdient ſiegten. Bis zur Pauſe lagen die O.=R. ſchon
klar mit 2:0 in Führung. Aber auch die Gäſte hätten nach ihrer
ſehr fairen, ſchönen Spielweiſe das Ehrentor verdient gehabt.
Union hinterließ trotz der hohen Niederlage in jeder Beziehung
den beſten Eindruck. Die Einheimiſchen hatten einen guten Tor=
hüter
, der durch ſein glänzendes Spiel die Gäſte zu keinem Erfolg
kommen ließ. Auch die Verteidigung war ihrer Aufgabe gewach=
ſen
. Die Läuferreihe zeigte gleich Gutes in Abwehr und Auf=
bau
. Der Sturm bot eine bei weitem beſſere Geſamtleiſtung als
in den letzten Spielen. In dieſer Aufſtellung ſollten die O.=R.
auch noch ſtärkere Gegner ſchlagen können. 2. Mſch. 4:2.
Schmidt=Reichsbahn Darmſtadt leitete gut.

FC. Egelsbach 03 V.f.L. Michelſtadt i. O. 6:1 (5:0).

Bis zur Pauſe lieferten die Einheimiſchen vor 500 Zuſchauern
wieder ein Spiel, das jeden Kenner entzücken mußte. Wohl war
es ſchwer, gegen die mit 3 Stürmern, 4 Läufern und 3 Vertei=
digern
ſpielenden Gäſte, deren Tormann überdies noch in her=
vorragender
Form und als beſter Mann auf dem Felde anzu=
ſprechen
war. zu Erfolgen zu kommen. Aber die ausgezeichnete,
zentimetergenaue Kombination und die prachtvollen Schüſſe eines
jeden Stürmers mußten ja zu Toren führen.
Wer nun nach der Pauſe eine Fortſetzung des Torreigens
erwartete, ſah ſich enttäuſcht. Obwohl nun mit der Sonne im
Rücken ſpielend, vermochte ſich der Egelsbacher Sturm gegen die
8 Verteidiger nicht durchzuſetzen. Immer wieder verpufften die
Egelsbacher Angriffe an der Mauer. Hinzu kam noch eine be=
denkliche
Schwächeperiode des E. Mittelläufers, die ſich insbeſon=
dere
in mangelhaftem Zuſpiel auswirkte. In kluger Ausnutzung
eines Fehlers der Deckung erzielten die eifrigen Gäſte dann auch
ihr wohlverdientes Ehrentor, und wiederholt verhinderte nur
großes Pech noch weitere Treffer. Kurz vor Schluß gelang es
dann dem auf Halblinks gegangenen E. Linksaußen, einen vom
Tormann abgeprallten Ball zum 6. Tor zu verwandeln.
Wenn die Gäſte auch nicht über großes techniſches Rüſtzeug
verfügten, ſo waren die mit großem Elan und großer Wucht vor=
getragenen
Angriffe doch nicht ganz ungefährlich. Mit ihrer Tak=
tik
hielten ſie die unvermeidbare Niederlage in erträglichem
Rahmen. Schiedsrichter Kaiſer (Viktoria Mühlheim) leitete bei
dem fairen Spiel zur beiderſeitigen Zufriedenheit.

Roman von Wilhelm Schneider.
26)
(Nachdruck verboten.)
Ein lieber Kerl! Und mit einer Spürnaſe wie ein richtiger
Detektiv.
Ob mir Baggenſen morgen etwas von dem Brief erzählen
würde? Wer war dieſer Mann? Vielleicht Baron Elck?
Ich lachte laut heraus. Unſinn! Auf ſolche Art hat mich das
Glück noch nie begünſtigt. Ich war doch kein Zauberkünſtler, der
Perſonen heranhexte, die er zufällig brauchen konnte. Nun, hoffent=
lich
paßte er ſo ungefähr hinein in meinen Roman. Möglich.

12. Die weiße Stadt am Meer.
Am nächſten Morgen heulte der Sturm ums Haus. Ich lief
ans Fenſter. Hoher Seegang ſchlug über die Mole. Der Himmel
war finſter grau. Alſo ſtatt der verſprochenen ſanften Borina
eine mehr als ausgewachſene Bora.
Um acht gingen wir an Bord. Es war bitterkalt, und ich lieh
Inger meinen Mantel. Das war alſo der Süden. Das Schiff
ſtampfte und ſchlingerte, noch ehe es den Hafen verlaſſen hatte.
Ich ſtand mit Inger an der Reling und legte den Arm um ſie.
Sie hatte mir den geſtrigen Sturmangriff nicht übelgenommen,
nicht ein einziges Wort hatte ſie mehr darüber verloren. Wir
ſahen, daß Baggenſen die Unterbringung des Gepäckes überwachte.
Ich fragte Inger, ob der Mann ſchon an Bord ſei.
Ich weiß es nicht. Noch habe ich ihn nicht geſehen. Aber
vielleicht iſt er vor uns gekommen. Wenn wir fahren, werde ich
das Schiff unterſuchen.
Wir fuhren.
Die Wellen ſchlugen giſchtend über Bord. Das Schiff ſchlin=
gerte
mehr, als ich geglaubt hatte. Ich betaſtete meine Bruſt=
taſche
. Der Borinawirt hatte mir eine kleine Flaſche ſeines
Feuerwaſſers zugeſteckt. Gegen die Seekrankheit, mein Herr.
Ein liebenswürdiger Menſch! Propheten waren nette Leute.
Wir hatten faſt immer das Ufer vor Augen. Umriſſe kahlen,
unwirtlichen Karſtgebirges, dann wieder Inſeln, dunkel bewal=
dete
Höhen, graue Bergneſter. Ich ſtand allein an Deck und be=
kämpfte
die Seekrankheit. Ich nahm das Medikament in kleinen
Schlucken.

FV. Gräfenhauſen komb. F.A.D. Mönch=Bruch 2:1.
Die Fußballabteilung des F.A.D. Mönch=Bruch weilte am
Sonntag beim FV. Gräfenhauſen, um hier ein Freundſchaftsſpiel
auszutragen. Die Gäſte entpuppten ſich als eine ſchnelle und ſehr
eifrige Mannſchaft. Beſonders ein vorzügliches Schlußtrio machte
es den einheimiſchen Stürmern ſchwer, zu Toren zu kommen. Daß
nur zwei Tore erzielt wurden, lag wohl daran, daß man die Gäſte
etwas unterſchätzte und auch nicht den nötigen Eifer dazu auf=
brachte
. Sonſt verlief das Spiel anſtändig und fair. Nochmals ſei
hiermit der Einwohnerſchaft für die freundliche Aufnahme der
Freiwill. Arbeitsdienſtleute und deren Unterbringung herzlichſt
gedankt. Die Schüler ſiegten gegen die 2. Schüler des SV. Weiter=
ſtadt
nach ſehr ſchönem Spiel 8:0.

23. Berliner Hallenſporkfeft.

bende Turn= und Sportbewegung iſt, indem im kommenden Haun=
halt
eine Erhöhung der für Turnen und Sport zur Verfügun
ſtehenden Mittel vorgenommen werden ſoll. Welche Gemeime
kann das auch?

Das Fußball=Länderſpiel Deutſchlande,
Luxemburg wird nun doch durch Radio übertragen werdo,
Der Südweſtfunk gibt in der Zeit von 18.30 bis 19.00 Uhr e=
Wachsplatten=Reportage über die letzte halbe Stunde der zweii
Halbzeit.
Auch der zweite Radball=Länderkampf zwiſch
Deutſchland und der Schweiz, der am Sonntag in Nürnberg
Durchführung kam, wurde von der Frankfurter Mannſch
Schreiber/Blerſch mit 9:4 (4:3) überlegen gewonnen. Damit m
ten ſich die Frankfurter auch den Ehrenpreis des bayeriſot
Staatsminiſters Wagner.

Das Marathon der Skiläufer der 59=Kilome
Dauerlauf auf Holmenkollen, wurde am Montag entſchieden. S
ger wurde der Finne Kalle Heikinen in 3:38.35 Stunden vor fden
Norweger Lars Bergendahl, der eineinhalb Minuten langſa
war. Unter den 180 Teilnehmern befanden ſich als einzige Ait
länder nur zwei Finnen, und zwar Heikinen und Saarinen.

Ein überwältigender Erfolg. Beccalis Sieg über 1500 Meter,
Syring und Peltzer halten ſich gut zu dem Weltrekordmann.

Das 23. Berliner Hallenſportfeſt ſtellte alle ſeine Vorgänger
in ſportlicher Beziehung weit in den Schatten. Der Start des
italieniſchen Olympiaſiegers Beccali hatte ſeine Anziehungskraft
nicht verfehlt, denn der Berliner Sportpalaſt war am Sonntag=
abend
reſtlos ausverkauft. Zahlreiche Führer des deutſchen Sports,
an der Spitze der Reichsſportführer von Tſchammer=Oſten Ritter
von Halt von der Deutſchen Sportbehörde, Kriminaldirektor
Linnemann vom DFB., Major Breithaupt vom Gau Branden=
burg
der D.T. ſowie als Vertreter des Staates Generalmajor
von Reichenau und Oberſtleutnant Altvater Mackenſen waren er=

Dandenn Suunsfaut w. i.

Kaſſel, Trier, Freiburg 251
Frankfurt: Mittwoch. 7. März

ſchienen, um die beſten deutſchen Läufer im Kampf gegen den
großen Italiener zu ſehen. Mit einem Aufmarſch aller Teil=

nehmer nahm das Feſt ſeinen Anfang
Den erſten größeren ſportlichen Wettkampf bildete die 3 mal
1000 Meter=Staffel, die nach ſchönem Kampf vom KTV. Witten=
berg
in 7:52,2 vor dem Berliner SC. (7:57,2) gewonnen wurde.
Aeußerſt erbittert war der Kampf über 1000 Meter. Hier winkte
dem Sieger ein Ehrenpreis des Volkskanzlers. Im Endſpurt blieb
der deutſche 800=Meter=Meiſter König (Hamburg) nach 2:36,4
Minuten vor Mertens=Wittenberg (2:37,2) und Abraham ( Ber=
lin
) (2:37 8) Sieger.
Den Höhepunkt des Abends bildete der 1500=Meter=Lauf, zu
dem 10 Teilnehmer antraten. Nach einem von Dr. Peltzer ver=
urſachten
Fehlſtart übernahm Beccali ſofort die Führung, in der
der Italiener nur vorübergehend von dem Berliner Bülow ab=
gelöſt
wurde. Dann ließ ſich der Weltrekordmann nicht mehr von
der Spitze verdrängen. Er wies auch zum Schluß alle Angriffe
der bis auf wenige Meter aufgekommenen Syring und Dr. Pel=
tzer
ab. Mit der für die Halle hervorragenden Zeit von 4:00,6
Min. ſiegte Beccali vor Syring, der 4:01 gebrauchte. Im höchſten
Maße rühmenswert iſt die Leiſtung des alten Kämpen Dr. Pel=
tzer
, der nur um Bruſtbreite hinter Syring mit 4:01,1 den dritten
Platz belegte. Böttcher=Wittenberg wurde in 4:02 Vierter und
ließ damit den deutſchen 1500=Meter=Meiſter Kaufmann ( Han=
nover
) (4:04,2) noch hinter ſich.

6.00: Choral, Zeit, Wetter. 6.05 u. 6.30; Gymnaſtik. 6,5.
Zeit Frühmeldungen. 7.05: Wetter. 7.10: Frühkonze
Ausf.: Orcheſter erwerbsloſer Berufsmuſiker. Ltg.: Paul Dien=
8.15: Waſſerſtand, Schneewetter= und Winterſportberichte
Stuttgart: Gymnaſtik. 10.00: Nachrichten. 10.10: Sch-
funk
: Kaiſer, Ritter, Bürger. Das Deutſchordenshaus zu Fran)
am Main. Hörfolge. 10.45: Praktiſche Ratſchläge für .4
und Haus. 11.00; Werbekonzert. 11.40: Programmania /
Wirtſchaftsmeldungen, Wetter, Schneewetter= u. Winterſportberic,
11.50: Sozialdienſt.
12.00: Mittagslonzert. Orcheſter erwerbsl. Berufsmuſiker. Lig.
Weidig. Lieder zur Laute: Paula Momber=Manecke. 13.1
Zeit. Nachrichten. 13.25: Nachrichten aus dem Senderbezirk.
13.35: Kleinkunſtbühne (auf Schallplatten). 14.30: 3 mal
Minuten aus dem Cenderbezirk. 15.30: Gießener Wetterberie/ ie
Anſchl.: Obſervator,u, Aachen: Wetter für das Eifel= und WAüt
ſelgebiet. 15.40: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen. 15.50; Wiſuet.
ſchaftsbericht.
16.00: Freiburg: Nachmittagskonzert. Freiburger KonzertorcheſtchinSid um
Ltg.: Willy Döhrmann. 17.30: Aus Zeit und Leben. +bzahlt. Der
Stunde der Jugend: Leben und Werk Friedrichs des Großen, vegungen.
18.20: Harro Siegel: Marionetten=Theater. 18.35: Stuttgaih anen 3½4
Deutſch für Deutſche. 18.45: Wetter, Wirtſchaftsmeldung un einte halbe
Programm. Zeit. 18.50; Griff ins Heute.
19.00: Reichsſendung: Stunde der Nation: Anton Bruckner.
Sinfonie in D=Moll Ltg.: Hans Rosbaud. 20.00: Nachricht en bis 3,
20.10: Stuttgart: Einſchalten! Großer bunter Abend. 22.M
Zeit. Nachrichten. 22.15: Stuttgart: Du mußt wiſen.
22.25: Nachrichten, Wetter, Sport. 22.40: Zwiſchenprogramnt Franki.
23.00: Berlin: Unterhaltungskonzert. 24.00: Stuttgart: Na mirten bei E
muſik. Geſpielt vom Berber=Quartett.
Frauie ſtärke

lis 1 Proz.

Aasdandtaten

(Welle 1571)

vo. München kann auf ſeine Sportlergarde beſonders ſtolz
ſein. Als dieſer Tage die alljährlich ſtattfindende Ehrung der
Meiſter auf dem Gebiet des Turnens und Sports erfolgte, konnte
49 Ausgezeichneten der Ehrenbrief der Stadt überreicht werden,
davon 44 an Einzelſieger, 5 an Mannſchaften und 2 für beſondere
Verdienſte. Der Ehrenbrief ſoll dazu dienen, in immer weiteren
Kreiſen des Volkes den Sinn für die Leibesübungen zu wecken.
München birgt nun eine beſonders große Zahl meiſterhafter
Könner im Turnen und Sport in ſeinen Mauern, und zwar aus
den verſchiedenſten Sportarten
Waren doch unter den für hervorragende Leiſtungen im Jahre
1933 Ausgezeichneten die in ganz Deutſchland bekannten Fußball=
ſpieler
Eiberle, Goldbrunner, Haringer, Lachner und Wendl, ſo
hervorragende Turner und Turnerinnen wie Frl. Mauermayer,
Frl. Hölzl, Frl. Schmitt, die Rekordſtaffel des MTV. 79 München,
die Turnerſchaft München, ferner die Schwerathleten von inter=
nationalem
Ruf Gietl. Ismayr Schweiger, Straßberger, Wölpert,
Würfelsdobler, die Ringer Ehrl und Hering. Wer kennt im deut=
ſchen
Boxſport nicht die Namen Ausböck, Held, Lang, Schleinkofer
und Ziglarſki? Damit noch längſt nicht genug, konnte München
auch ſo hervorragende Eishockeyſpieler, wie Egginger, Lang,
Schröttle, Strobl, die Eisläufer Sandtner und Maxie Herber, den
Kanu=Europameiſter Krebs den Kraftfahrer Henne, Mauermayer,
Moeritz, Stelzer, Winkler für ihre beſonderen Leiſtungen im vori=
gen
Jahre ehren.
Für beſondere Verdienſte erhielten ſchließlich noch Dr. Ritter
von Halt, der Führer des Deutſchen Leichtathletik=Verbandes und
Studienprofeſſor Brechtel, der Oberturnwart des Bayeriſchen
Turnerbundes, den Ehrenbrief der Stadt
Welche andere Stadt kann das auch? München, das in der
Geſchichte des neuen Deutſchland überhaupt eine beſonders tra=
ditionsreiche
Rolle ſpielt, iſt aber auch beſorgt, ſeine Turner und
Sportler nach Möglichkeit mit all dem auszurüſten, was Voraus=
ſetzung
für eine auf breiter Grundlage der Höchſtleiſtung zuſtre=

Mi auf die
For
Deutſchlandſender: Mittwoch, 7. März
Ka
6.00: Hamburg: Wetter f. d. Landwirtſch. 6.05: Wiederholg. m) Proz, nad
wichtigſten Abendnachrichten. 6.15: Berlin: Gymnaſtik. munt
6.50; Wetter für die Landwirtſchaft. Anſchl.: Tagesſpritzie ſe
6.35: Königsberg: Frühkonzert. In einer Pauſe gegen 7.00: 9NSlud de=
richten
8.00: Sperrzeit. 8.45: Leibesübung für die FAhjahrtswer
9.00: Berlin: Heimatkunſt bei vomm. Fiſchern. Hörbericht. Aku pryf
9.40: Kindergymnaſtik. 10.00: Nachrichten. 10.10: 83:n Abſchlu
aus der Inſtrumentenſammlung der Hochſchule für Muſik Belgenen waren
10.50; Prof. Dr. Schlenk: Neueſte Forſchungen über Ferm

zien Gerücht
11.00: Zeitfunk 11.15: Seewetterbericht. 11.30:
Tluch Adler,
Frau beſucht die Leipziger Meſſe. 11.45: Martha Brau
auf 48½
Hausfrau und Vollswirtſchaft. 12.00: Wetter für die 2
ſaten ferner
wirtſchaft Anſchl" Glückwünſche.
12.10: Liedet und Märſche der Bewegung (Schallvl.). Ani Proz,
Fllozent.
Wetter für die Landwirtſchaft. 12.55: Zeitzeichen.
Sperrzeit 13.45: Nachrichten. 14.00: Schallplatten: 1. LiM4i etwa
1 Altbeſitz
2. Opern=Querſchnitte. 15.00; Wetter, Börſe.
Jungvolk, hör zu! Liſtige Bücherſtunde. 15.45: Die deuuſtlnds plu
Dichterakademie: Will Veſper. Die Wanderung des Herrn Pitun verä
von Kutten.
ionnten ſich
16.00: Nachmittagskonzert. 17.00: C. D. Carls: Tauſendjäh /keſtigen;
Kampf um die Frieſiſche Marſch 17.39: Klaviermuſik. 0z, u
18.05: Was uns bewegt. Anſpr.: Prof. D. Dr. Witte. An Aiem dann
Orgel: Banning. 18.30: Hauptſchriftleiter Fritzſche: Poliiſt feſt lage
Jeitungsſchau. 18.50: Das Gedicht. Anſchl.: Wetter Rn 3 Proz.
die Landwirtſchaft.
voll bei
19.00: Reichsſendung, Stunde der Nation: Anton Bruckner. 9. Exhd der
phonie in D=Moil. Ausf.: Frankf. Funkorcheſter. Ltg.:
Rosbaud 20.00: Kernſpruch. Anſchl.: Drahtl.
20.10: Marine=Konzert. Ltg.: Obermuſikmeiſter Flick.
Breslau: Hier ſpricht Schleſien. Land und Leute eines deut
Stammes. 22.00: Wetter= Tages=, Sportnachrihten. 2.
Obering. Nairz: Viertelſtunde Funktechnik. 22.45: Seew
bericht. 23.00; Fortſetzung des Marinekonzertes.
Die heutige Nummer hat 12 Geiten.

Inger durchſuchte inzwiſchen das Schiff nach dem Andern.
Seltſam, daß er nicht mit uns nach Raguſa fuhr. Baggenſen
ſaß unten in der Kajüte; er war heute morgen beim Frühſtück
nicht ſehr aufgeräumt geweſen, hatte kaum geſprochen.
Endlich kam Inger von ihrer Suche zurück. Sie hatte Ruß
an den Händen, höchſtwahrſcheinlich war ſie im Maſchinenraum
geweſen. Ein zähes Mädchen, überaus gründlich!
Nirgends zu finden der Kerl! Haben Sie noch etwas in
der Flaſche? Ich habe mir den Süden anders vorgeſtellt.
Das Schiff ſchlingerte heftig und warf Inger auf die
Bank nieder. Sie nahm den letzten Schluck, ſpuckte ihn aber
ſoſort mit Geſchrei wieder aus. Zwanzig Minuten ſpäter war
ſie ſeekrank. Kein Wunder! Ich hielt mich tapfer, was ſicher
dem Feuerwaſſer zuzuſchreiben war. Inger mußte ich der
Stewardeß, einer freundlichen Kroatin, übergeben. Inger mur=
melte
etwas vom frühen Sterben und verſchwand in einer
Kabine, nachdem ſie mir noch einmal ſchwermütig zugenickt hatte.
Ich ſah ſie erſt gegen Mittag wieder, als das Wetter ſich ge=
beſſert
hatte.
Inzwiſchen hatte ich eine merkwürdige Unterredung mit
Baggenſen.

Wir ſaßen im Speiſeraum und rauchten unſere Pfeifen.
Andere Gäſte waren nicht vorhanden. Es war noch zu früh am
Jahr ſür dieſe Küſte. Nur ein Steward lungerte herum er
verſtand beſtimmt kein Wort Däniſch.
Hin und wieder flogen wir auf die Seite, draußen heulte
die Bora.
Ich muß immer wieder an deinen Roman denken, begann
Baggenſen.
Dann ſprach er über Intuition und derlei Dinge, die bei
ſeinnervigen und künſtleriſch empfindſamen Menſchen ja oft
genug eine ſo große Rolle ſpielen. Schließlich entwickelte er die
Anſichten der mongoliſchen Völker über dieſe Themen und kam
dann auf den Dalai=Lama, den tibetaniſchen Buddha von Lhaſa
zu ſprechen, bei dem er oft zu Gaſt geweſen war.
Worauf wollte er hinaus?
Es ſcheint mir ſo als ob etwas von der Witterung meiner
Seele auf dich übergeſprungen iſt, ſozuſagen ein Funke, der die
Kräfte deines Unterbewußtſeins, dein zweites Ich, mobil machte.
So ſagte er. Dabei mied er meinen Blick und ſah den Rauch=
wolken
meiner Pfeife nach.
Du haſt Rhoda hier in Europa geſucht? fragte ich ihn.
Ja. Stell dir vor, ich hatte das Gefühl, daß ſie dauernd
an mich dachte. Ich bildete mir ein, ſie ſei in Dänemark. Ich
habe bei ihren Verwandten Nachfrage gehalten, aber ganz ohne
Erfolg. Keiner wußte, wo ſie ſich aufhielt, keiner hatte ſeit zwei
Jahren etwas von ihr gehört.

Jetzt war alſo der Augenblick gekommen, wo er berein
ausführlicher über Rhoda zu ſprechen. Ich bat ihn, mir vun
zu erzählen.

Erſt nach einer ganzen Weile begann er mit ſeinem Be
Vor fünf Jahren ſah ich ſie zum erſtenmal. Es hd
Wladiwoſtok, wo ich Baron Elck einen Beſuch machte. Wir
den damals noch gut zueinander. Er hatte eine Sekretäru
war Rhoda Horn.
Bei Elck Sekretärin? War ſie Kommuniſtin?
So wenig wie Elck ſelber je in ſeinem Leben Komn
geſpeſen iſt. Sie war mit ihrem Bruder herübergekommeiſ
als Korreſpondent in einer Teehandlung in Wladiwoſtok .
tete. Sie hatte ſich gleichfalls eine Beſchäftigung geſucht undſt
auf dieſe Weiſe zu Elck gekommen."
Er ſchwieg und ſah ſinnend in ſein Glas.
Du haſt dich dann in ſie verliebt?"
Er lächelte ſchwermütig. Ja . ſo nennt man das
Aber es war viel mehr. Und auch bei ihr. Elck merkte
was los war, und ſuchte die Sache zu verhindern. Aber
Macht der Welt hätte uns hindern können, gleich am ni
Tage zu heiraten. So, jetzt weißt du, wer ſie in Wi
keit iſt.
Eine große Ueberraſchung! Ich konnte kaum atme
Spannung. Rhoda ſeine Frau? Die zweijährige Trennung:
faßbar!
Jawohl, war heirateten in Wladiwoſtok, begann B/d
ſen von neuem, nachdem wir uns achtundvierzig Sün
kannten. Ein engliſcher Geiſtlicher traute uns. Kaum hattenl
die kleine Kapelle hinter uns, als die wildeſte Flucht begarn/
Flucht?
Rhoda hatte mir nicht geſagt, daß Elck ſie liebte, unſ
allen Dingen nicht, daß er ihr verſchiedene Heiratsanträ)
macht hatte. Jetzt, nach der Trauung, verriet ſie es miſ
ſagte mir gleichzeitig, daß wir Wladiwoſtok Hals über Ko)f!
laſſen müßten, um einer Verhaftung durch die Sowjets 3il
gehen. Elck würde ſich unzweifelhaft auf dieſe Art und
an uns rächen. Einen Grund für die Verhaftung wüt
ſchon zu finden wiſſen. Koſaken verfolgten uns über die U
bis in die Mandſchurei hinein. Ein dramatiſcher Auftakt 10
Ehe. In den nächſten Jahren wurde ſie mir dann ein w.
barer Arbeitskamerad. Sie begeiſterte ſich für meinen 9iu
auch ſie war bereit, ihr Leben für die große Sache hinzuu.
Einige Monate ſpäter ſtieß ihr Bruder, der auf Veran4)
Elcks ſeine Stellung verloren hatte, zu uns. Ein her
Burſche, voller Ideen und ungeheuer aktiv, nur etwas zu
miſch und draufgängeriſch. Wir wurden alſo ein Trio.
trug, wie du weißt, ſtets Männerkleidung, und kein 2
wußte, daß ich mit ihr verheiratet war." (Fortſetzung

[ ][  ][ ]

Diensfag, 6. März

eliner und Frankfurker Effekkenbörſe.

armu Insbeſondere ſetzt man große Hoffnungen auf die dies=
ihrüy
Leipziger Frühjahrsmeſſe, die bereits am erſten Tage
nenaffreulichen Verlauf genommen hat. In dieſem Zuſammen=
aingy
ind die Rede des Reichsminiſters Dr. Goebbels über die
Zshtzien Erfolge der Reichsregierung im Kampfe gegen die Ar=
itshü
gkeit und die Ankündigung der zweiten Phaſe der Arbeits=
ſſilaluam
21. März Beachtung. Wie groß das Vertrauen zu
ſeſetzaneuen Programm der Reichsregierung iſt bewieſen die
ilnſeie nicht unbeträchtlichen Aufträge des Publikums. Die
nſornenotierungen konnten ſich unter Bevorzugung von Spezia=
ſätbyuſt
auf der ganzen Linie um etwa ½1½ Prozent befeſti=
n
.1m Vordergerund ſtanden die Autowerte, für die nach wie
ünr oi beſtehende Automobilausſtellung ſowie die günſtigen
zu zutaralch lüſſe der letzten Tage anregten. Daimler ſtiegen bei
oßwulmſätzen von 52½ auf 55 und BMW. von 138½ auf 141.
che: Montanaktienmarkt zeigte durchweg Kursbeſſerungen
mnoeba ½ Prozent. Im Vordergrund ſtanden oberſchleſiſche
Schleſ. Bergbau ſtiegen um 1½, Laura wurden mit 32
ch gerechnet, ohne daß ein Kurs zuſtande kam. Braun=
lpenerte
waren bis 1 Prozent befeſtigt, nur Rhein. Braun=
unus
1½ Prozent. Kaliwerte lagen ruhiger. Dagegen
lin hemie plus 3½. Farben waren vernachläſſigt, aber gut
An. Elektrowerte gewannen meiſt bis 1½ Prozent. Auch
nd Kabelwerte waren bis zu dieſem Satz gebeſſert. Textil=
ſänſtſeideaktien
waren weiter feſt, wobei die Meldungen
inen bevorſtehenden Abſchluß der Kunſtſeideverhandlung
otung finden. Von Spritaktien gewannen Dortmunder Union
Ffant. Süddeutſche Zucker verloren 3 Proz. Verkehrswerte
an dis 1 Proz. befeſtigt; von Schiffahrtsaktien erholten ſich
mug=Süd um 2 Proz. Auch Bankaktien wurden durchweg
er ezahlt. Der Verlauf ſtand im Zeichen weiterer Speziali=
ſurbvegungen
. Schleſ. Bergbau ſtiegen von 40¼ auf 43¾,
ſun’amen 3½ Proz. höher zur Notiz, der Umſatz betrug an=
ſin
eine halbe Million. Von chemiſchen Werten waren Chem.
tenauf Dividendenhoffnungen 3 Punkte höher; Chade ſtiegen
KM.; Lahmeyer konnten 1½ gewinnen. Kunſtſeidenwerte
ue bis 3½ höher bezahlt.
Frankfurter, Wochenanfangsbörſe zeigte an den
ſtmärkten bei Eröffnung nur geringes Geſchäft, das indeſſen
ſelaufe ſtärker zunahm. Die Tendenz war allerdings im
auf die bedeutſamen Ausführungen anläßlich des Be=
ub
er Leipziger Meſſe, für die man große Erwartungen hegt,
aus feſt. Beſonderes Intereſſe brachte man der Aeußerung
ſhebbels entgegen, daß die neue Phaſe der Arbeitsſchlacht
AMärz beginnen ſoll. Am Montanmarkt regte der Abſchluß
ſetſchen Edelſtahlwerke an. Montanwerte zeigten Gewinne
Prozent. Lediglich Ilſe Genuß gaben 1½ Proz. Braun=
Proz, nach. Auch der Elektromarkt zeigte eine Beſſerung
unntem Ausmaße; Bekula ſogar 2 Prozent feſter. Farben=
ure
ſetzten knapp behauptet ein, erholten ſich aber bald auf
and des Samstags. Metallgeſellſchaft gewannen 1½ Proz.
äuffahrtswerte je ¼ Proz., AG. für Verkehrsweſen pl. 138
n. Aku profitierten von den Verlautbarungen über bevor=
un
Abſchluß der Kunſtſeideverhandlungen 19 Proz. Von
ſforten waren Daimler bei lebhaftem Umſatz 3 Proz, höher;
er Gerüchte über eine Zuſammenlegung im Verhältniſſe
luch Adlerwerke Kleyer konnten ſich im Freiverkehr um
½ auf 48½ Prozent Geld verbeſſern. Einen merklichen Ge=
utten
ferner Deutſche Linoleum um 3½ Proz, ſowie Tietz
4 Proz., Zellſtoff Waldhof um 2½ Prozent und Reichsbank
Prozent. Ph. Holzmann lagen gegen Samstagstare von
Ay. etwa 2½ Proz. feſter. Der Rentenmarkt war vernach=
Altbeſitz minus ½ Proz., Neubeſitz minus 5 Pfg., Stahl=
Anonds plus / Proz. Umgetauſchte Dollarbonds lagen ruhig
Amm verändert. Im Verlaufe hielt die feſte Tendenz an.
Meonnten ſich die einzelnen Aktienwerte noch um ½½ Pro=
AFeſtigen; eine Ausnahme machten nur JG. Farben, welche
roz., und Mannesmann, die um 2 Proz. nachgaben. Spä=
uen
dann noch mehrere Rückgänge bis zu 1 Prozent ein.
Eu feſt lagen aber Kunſtſeideaktien, Aku um 1½ Proz., Bem=
fim
3 Proz. Auch der Rentenmarkt lag auf den Anfangs=
Unvoll behauptet.
ch den verſchiedentlich leichten Rückgängen im Mittags=
fhrkehr
zeigte die Abendbörſe wieder überwiegend feſte
W. Zwar waren die Umſätze nicht ſehr umfangreich, doch
E einige Spezialpapiere ſtärker beachtet. So gewannen
Fütte nach Plus=Ankündigung 2½ Prozent, wobei nur be=
ſte Zuteilung erfolgte; ferner waren Zellſtoffwerte feſt,
uar Waldhof um insgeſamt 1½ Prozent und Aſchaffenburg
MM Prozent. Im übrigen betrugen die Kursbeſſerungen gegen
rliner Schluß ½½ Prozent. Etwas niedriger lagen
8y Kunſtſeidewerte. Im Verlaufe blieb die Tendenz feſt,
aber das Geſchäft lebhafter geworden wäre. Am Renten=
Apar die Haltung ebenfalls feſter beſonders Neubeſitz (plus
) hatten lebhaftere Umſätze. Altbeſitzanleihen gewannen
Mzent, ſpäte Reichsſchuldbuchforderungen und umgetauſchte
oonds etwa ½ Prozent. Auf die Meldung, wonach im

ioch die Schuldenreglung erfolgen ſoll, lagen am Auslands=
Emarkt Rumänier feſt, Tprozent. Monovol=Rumänen 37½
Et½s Proz.), 5proz. von 1903 5,40 (5,20), 4proz. Unif. Ru=
4,40 (4.20).
Vinlagen der preußiſchen Sparkaſſen im Jaxuar.
Ach der amtlichen Eildienſtſtatiſtik haben ſich die Sparein=
er
preußiſchen Sparkaſſen im Januar 1934 von Mk. 6476,2
884,5 Millionen erhöht. Hierbei iſt zu berückſichtigen, daß
Bu ar 1934 unter anderem zum erſten Male die beiden preu=
* Privatſparkaſſen Altona und Frankfurt von 1822
86axeinlagenbeſtänden von insgeſamt 1216 Millionen in die
Aik mit einbezogen worden ſind. Nach Abzug der Einlagen

Sparkaſſen liegt der Spareinlagenbeſtand im Januar nur
m rund 29 Millionen unter dem Höchſtſtand vor der Kriſe
A131) Gegenüber dem Vormonat nahmen die Einzahlungen
08 Millionen, die Rückzahlungen um 67,9 Millionen zu.
insgutſchriften betrugen im Januar 1934: 123.1 Millionen,
Auiwertungsgutſchriften 48,7 Millionen. In den beiden letz=
erechtsmonaten
dürfte mit 174,7 Millionen der größte Teil
1933 aufgelaufenen Zinſen gutgeſchrieben worden ſein. Die
nlagen der Sparkaſſen, ſtiegen auf 806,2 Millionen. Der
1a unter Abzug der Einlagenbeſtände der neu von der Sta=
raßten
Sparkaſſen betrug gegenüber dem Endbeſtand vom
ber 1933: 15,9 Millionen.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Neuordnung im weſtdeutſchen Eiſenhandel. Einem an
iglieder gerichteten Rundſchreiben des Bundes der deutſchen
häridler e. V., Gebiet Weſtdeutſchland, Fachgruppe Walzeiſen,
Mentnehmen, daß die Preiſe und Bedingungen des Verbandes
ſch=Weſtfäliſcher Eiſengroßhändler G. m. b. H., Düſſeldorf,
em Umfange durch die Fachgruppe übernommen werden.
Aeiſe und Bedingungen ſeien unbedingt einzuhalten, ſoweit
Aenderungen durch die Fachgruppe vorgenommen werden.
N. Lage am Jutemarkt. Nach dem Lagebericht der Inter=
Temeinſchaft Deutſcher Jute=Induſtrieller G. m b. H. Berlin,
ie der Rohjutemarkt ruhig. Firſts koſten: Februar=März=
MSirz=April=Verſchiffung 16/12/6 Lſt. je Tonne, April= Mai=
nung
16/15) Lſt. je Tonne. Am Fabrikatemarkt in Dun=
iate
ſich wenig Geſchäft. Auch der deutſche Markt lag ruhig.
Miet u. Engelhard, Werkzeugmaſchinenfabrik AG., Offenbach
Nein. Durch eine einſtweilige Verfügung des Landgerichts,
r für Handelsſachen, Offenbach a. M., wurde beſtimmt,
Dnr 1 März 1934 den Vorſtandsmitgliedern J. Gerhard und
ENyals die Vertretungsbefugnis als Vorſtand bis auf wei=
Intzogen und den früheren Vorſtandsmitgliedern Kurt Am=
und Wily Scharff bis auf weiteres übertragen wird.

Vom Holzmarkk
wird uns von fachmänniſcher Seite berichtet: Die Nachfrage nach
trockener Stammware war ſehr lebhaft und das Angebot äußerſt.
klein. Die Beſtände ſchrumpfen von Tag zu Tag mehr zuſammen.
Die Preiſe für altes Schnittholz ſtiegen daher weiter, wenigſtens
im Großhandel. Dagegen konnte der Holzverbrauch dieſen Preis=
ſteigerungen
nur zögernd folgen, weil es ihm unmöglich war,
ſeinen Abnehmern im Möbelhandel oder im Baugewerbe an ent=
ſprechende
Preisaufbeſſerungen zu gewöhnen. Im Verkehr vom
Platzholzhandel zum holzverarbeitenden Gewerbe wirkte ſich dieſe
Tatſache dahin aus, daß die Umſätze etwas kleiner wurden. Ins=
beſondere
war das im Zopfholzgeſchäft der Fall, das ruhig ver=
lief
. Es iſt freilich feſtzuſtellen, daß die Lagerbeſtände in Zopf=
holz
bei den Möbelfabriken und in den Tiſchlereien klein ſind.
Auch dieſe Betriebe leben beim Einkauf, von der Hand in den
Mund. Trotz allem hat ſich die Lage im Platzholzhandel im Ver=
gleich
zum erſten Vierteljahr 1933 gebeſſert; es fehlt nicht an Lie=
fermöglichkeiten
; das Geſchäft iſt nicht mehr ſo ſtockend wie da=
mals
. Die Sägewerksinduſtrie iſt gut beſchäftigt, in erſter Reihe
mit dem Einſchnitt der hochwertigen Rohhölzer, die möglichſt
ſchnell auf Stapel gebracht werden ſollen. Aber es liegen auch
ſtattliche Aufträge zur Herſtellung von Bauhölzern für die jetzt in
Angriff genommenen Bauten, teils privater Auftraggeber, teils
von Siedlungsgeſellſchaften herrührend, vor. Auf dieſem Gebiet
ſind mäßige Preisſteigerungen eingetreten, die tragbar ſind. Das
Intereſſe für die neuen Einſchnitte auf den Mühlen iſt noch nicht
recht erwacht, da das künftige Preisbild unklar iſt. In den Krei=
ſen
des Platzholzhandels will man die jetzt für trockene Stamm=
kiefer
geltenden Spitzenpreiſe nicht beim Einkauf neuer Pro=
duktionen
gelten laſſen. Die Sägewerke halten oft an Preisfor=
derungen
feſt, die der Lage am Markt ſofort zu verarbeitender
Hölzer entſprechen. Lebhaft und günſtiger verlief nach Jahren
großer Enttäuſchungen und ſtarker Preisrückgänge, die überwun=
den
ſind, der Laubholzmarkt. Buche erholt ſich von Tag zu Tag,
ebenſo gute Eiche.
Produkkenmärkke.
Mannheimer Produktenbericht vom 5. März. Weizen inländ.
(7677 Kilo) frei Mannheim 19,8520; desgl. Feſtpreis franko
Vollbahnſtation des Erzeugers im März Bez. 9 19,50, im April
Bez. 10: 19,70, Bez. 11: 20,00; Roggen ſüdd. (7172 Kilo) frei
Mannheim 16,9017,00; desgl. Feſtpreis franko Vollbahnſtation
des Erzeugers im März Bez 8: 16,50, im April Bez. 9: 16,80;
Hafer inländ. 15,7516,00: Sommergerſte und Pfälzergerſte 18
18,50 (Ausſtichware über Notiz); Futtergerſte 16,5017,00: Mais
im Sack 19,2519,50; Erdnußkuchen pr. 16,7517: Soyaſchrot pr.
1515,25: Rapskuchen 14,50; Palmkuchen 15,25: Kokoskuchen
17,25: Seſamkuchen 17,00; Leinkuchen 17,2517,50; Biertreber
mit Sack 16,00: Malzkeime 1414,50; Trockenſchnitzel ab Fabrik
9,7510,00: Rohmelaſſe 8,50: Steffenſchnitzel 11,00; Wieſenheu
66.40, Rotkleeheu 6.406,60; Luzernekleeheu 7.60. Preßſtroh
Roggen=Weizen 2,202,40 desgl. Hafer=Gerſte 1,802,00; geb.
Stroh Roggen=Weizen 1.401,60, desgl. Hafer=Gerſte 1.201,40:
Weizenmehl Spezial Null mit Austauſchweizen per März 29,70.
per April 30,00; Weizenmehl Spezial Null mit Inlandsweizen
per März 28,20, per April 28,50; Roggenmehl 7060proz. nordd.
prompt 22,2523,50, desgl. pfälziſches und ſüdd, prompt 23,25
24,25; Weizenkleie feine mit Sack 10,25, desgl. grobe mit Sack
10,75; Roggenkleie 10,2511: Weizenfuttermehl 11,2511,50;
Roggenfuttermehl 11,5012; Weizennachmehl 1616,25. Tendenz:
Ruhig.
Frankfurter Getreidegroßmarkt vom 5. März. Die Stimmung
am Frankfurter Getreidegroßmarkt war etwas freundlicher. Die
verſchiedenen agrarpolitiſchen Maßnahmen der Reichsregierung,
insbeſondere die Ausfuhrſcheinregelung; bot dem Weizenmarkte
bei kleinerem Angebot gute Anregung. Bereits Ende der Vor=
woche
waren Käufe der Mühlen feſtzuſtellen, und auch heute wur=
den
neue dazu getätigt, obſchon das Mehlgeſchäft jeglicher An=
regung
entbehrte. Roggen war dagegen ſtill und ausreichend an=
geboten
. Sehr feſt lagen erneut Hafer; Gerſte und Kraftfutter=
mittel
lagen ruhig, Kleie ſei nur ſchwer zu verkaufen. Es notier=
ten
(Getreide je To., alles übrige je 100 Kilo in RM.): Weizen
197, Roggen 172,50173. Braugerſte 175-177,50, Hafer 152,50
155, Weizenmehl Spezial Null mit Austalſchweizen 29,4029,95,
desgl. ohne Austauſchweizen 27,9028,45, Roggenmehl 060 pro=
zentige
Ausmahlung 23,5024,00, desgl. ſüdd. Spezial Null 24;
Weizenkleie 10, Weizenfuttermehl 1111,25, Roggenkleie 10,60
10,70. Soyaſchrot 15,3515,40, Palmkuchen 15,0515,15, Erdnuß=
kuchen
16,3017,20, Treber 15,5015,60 Trockenſchnitzel 9,70-
9,80. Heu 66,40, Weizen= und Roggenſtroh drahtgepreßt oder
gebündelt 1,902,00. Kartofeln: Induſtrie hieſiger Gegend RM.
2,70 (zuletzt 2,50) per 50 Kilo frei Waggonbezug. Tendenz: feſter.

GeſNeueſte Nachrichten

Bayeriſche Hypotheken= und Wechſelbank, Mänchen.
Die Bayeriſche Hypotheken= und Wechſelbank erzielte im Ge=
ſchäftsjahr
1933 einen Ueberſchuß von wieder RM. 1,75 Millionen,
aus dem eine unveränderte Dividende von 4 Prozent auf 31.10
Millionen AK. vorgeſchlagen wird. Der Bruttogewinn wird mit
16,33 (16,77) Millionen ausgewieſen, darunter Zinſenüberſchuß
aus Hypothekengeſchäft 4,31 (4,79). Einnahmen aus Wertpapieren
und Beteiligungen 1,43 (0,83) aus Wechſlen und Zinſen. Cou=
vons
und Sorten 3.45 (4,30), Proviſionen 6,05 (6,07) Demgegen=
über
ſtehen u a. Perſonalausgaben mit unv. 9,55, Sachausgaben
2,54 (2,79), Abſchreibungen auf rückſtändige Hypothekenzinſen 1,21
(1,13). Die Hypothekenabteilung tätigte wie im Vorjahr kein
Neugeſchäft. Von neuen Darlehenshingaben auf Pfandbriefbonds
ſei ſchon im Intereſſe de

Muwotheienſtand tel eichoſgeſeges Dernde ſch zwefelos ein wei=
terer
fühlbarer Rückgang im Darlehensbeſtand ergeben. Die Zins=
rückſtände
ſind um 3.39 Prozent angewachſen und ſind auf 5.1
Millionen heruntergeſchrieben, d. i. auf den Betrag, der auf die
nach dem 1. Juni 1933 fälligen Zinsfälligkeiten kommt. Bis zum
Erſcheinen des Berichts minderten ſich dieſe Rückſtände auf 3.9
Millionen (gleich 8,34 Prozent des Eingangsſolls). Die Abſchrei=
bungen
an Hypothekenkapitalien überſtiegen die aktivierten Zins=
rückſtände
bei weitem In der Bankabteilung ſind erfreuliche
Anſätze, zur Wiedererſtarkung des Geſchäfts zu beobachten. Die
Kreditoren haben auf 234 (200) Millionen zugenommen, was in
erſter Linie den flüſſigen Mitteln zugute kam, die auf 50,32
(39,67) Millionen ſtiegen. Die Noſtroguthaben bei Banken und
Bankfirmen nahmen auf 22,04 (12,05) zu. Der Pfandbriefumlauf
hat ſich einſchließlich des Ausſtandes an verloſten und gekündig=
ten
Pfandbriefen auf 663,91 (684,84) Millionen vermindert. In
der Bilanz erſcheinen u. a. (in Mill. RM.): Vorſchüſſe auf ver=
frachtete
und eingelagerte Waren 2,77 (6,41), eigene Wertpapiere
38,90 (37,88), Konſortialbeteiligungen 1,89 (2,18) dauernde Be=
teiligungen
11,98 (12,01), Debitoren in laufender Rechnung 150,27
(142,20), langfriſtige Anleihen 696,52 (718,94), Hypotheken= und
Darlehenszinſen 21,00 (20,00) Aufwertungsbetrag der Hypothe=
ken
für die Teilungsmaſſe 4,33 (4.16), Bankgebäude 9,9 (9,95),
ſonſtige Immobilien 7,69 (3,12). Andererſeits AK. 45,01, Reſer=
ven
21,07 (20 86) Kreditoren 233,99 (199,64). Akzepte 21 (25,36),
langfriſtige Anleihen bzw. Darlehen 679,76 (702,37), Pfandbrief=
und Darlehenszinſen 12,30 (11,89).
Biehmärkke.
Frankfurter Viehmarkt vom 5. März. Aufgetrieben: Rinder
insgeſamt 1161 (gegen 1287 im letzten Montagsmarkt) darunter
befanden ſich 370 Ochſen, 104 Bullen, 382 Kühe und 305 Färſen;
Kälber 442 (unv 442), Schafe 13 (152), darunter befanden ſich
11 (116) Hammel, Schweine 3909 (3728). Notiert wurde pro ein
Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochſen a) 1. 33. b) 3032,
C) 2729, d) 2426; Bullen a) 3031, b) 2829, c) 2627,
d) 2425: Kühe a) 2829, b) 2527, c) 2024, d) 1319:
Färſen a) 3233, b) 3031, c) 2729, d) 2426; Kälber Son=
derklaſſe
, andere a) 4446, b) 3943, c) 3237, d) 2531;
Lämmer, Hammel und Schafe wegen des geringen Auftriebs nicht
notiert. Schweine a) 4649, b) 4549 c) 4448, d) 4047.
e) 3843, f) , g) Sauen 3643. Im Preisvergleich zum letzten
Montagsmarkt zogen Bullen und Kühe je 1 2. Ochſen und gute
Kälber je 1 Mark an, während geringe Kälber und Schweine
12 Mark nachgaben und Färſen behauptet blieben. Bemerkun=
gen
: Bei den Kälbern wurden in der Klaſſe a) 28, b) 52, C) 144
und d)) 203 Stück notiert. Bei den Schweinen wurden zum Preiſe
der Höchſtnotiz und darüber verkauft: Kl. a) 18, b) 71. c) 69
und d) 10 Stück.
Kleine Birtſchaftsnachrichken.
Von zuſtändige Stelle wird mitgeteilt, daß in der Aufſichts=
ratsſitzung
der Berliner Hagel=Aſſekuranz=Geſellſchaft beſchloſſen
worden iſt, der GV. die Verteilung einer Dividende von wieder
7½ Prozent vorzuſchlagen. Es ſei möglich geweſen die Prämien=
rücklage
ähnlich wie im Vorjahr zu dotieren. Die Hagelkampagne
ſei ohne größeren Schaden verlaufen.
Die italieniſchen Getreidebörſen ſind von der Regierung plötz=
lich
mit der Begründung geſchloſſen worden, daß eine Reform des
Reglements durchgeführt werden müſſe. Im Auftrag der Regie=
rung
waren in der letzten Zeit an den Getreidebörſen umfang=
reiche
Stützungskäufe vorgenommen worden. Die abgeſchloſſenen
Termingeſchäfte müſſen bis Ende März abgewickelt werden.

Berliner Kursbericht
vom 5. März 1934

Oeviſenmarkt
vom 5. März 1934

Me Ha
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Nordd. Llotzd
A. E. 6.
Bayr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi.
geutſche Cont. Gas

Re
66.50

Miſt fsche
Glektr. Lieferung 102.25
J. 6. Farben 133.125
Gelſ. Bergwerke 66.50
Geſ. f.elektr. Untern. 101.625
Harpener Bergbau 94.
Soeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen / 77.50
Phil. Holzmann 76.
Kali Aſchersleben 121.
glöchnerwerke
69.25
Koksw.Chem. Fabr. 91.50
Mannesm. Röhr 72.
Maſch.=Bau=Untn. 47.
Orenſtein & Koppe

Mnnnten efe
Rütgerswerke 58.75
Salzdetfurth Kali
Kaufhof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch
Baſa.t Lin=
Berl. Karlsr. Ind. 106.
Hohenlohe=Werke 37.50
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht/ 73.50
Wanderer=Werke .

153.
21.50
44.625
122.50
67.75
20.
85.
108.

Kanaba
Japan
Kairo
Iſtanbul
London
New Yorl
Rio de Janero
uruguah
Amſterdam
Athen
Brüſſel
Budapeſt
Danzig
Heſſingfors 100 finn. Mk.

Mie
Buenos=Aires 1 Pap. Peſo
canad. Doll.,
1 Yen
1äghpt. 2
1 türk. 4
1 2.Stg.
1 Dollar
1 Milreis
1 Goldpeſo
100 Gulden
100 Drachm.
100 Belga.
100 Pengu
100 Gulden

Geld
0.643
2.397
0.753
3.115
1.889
12.735
2.51
0.214
1.249

Brieff
0.847
2.50
0.755
13.145
2.002
12.7ef
2.5is
0.216
1.251

168.98 169.22
2.3961 2.400
58.48 159.,60
gt.75 s1.81
5.6241 5.636

Italien
Jugoſlawien
Kopenhagen
Liſſabon
Cdo
Paris
Prag
Fsland
Rigg
Schweiz
Sofig.
Spanien
Stockholm
Tallinn (Eſtl.,
Wien

R ährung GeId/ Bruf 100 Lire 21.56 21.60 100 Ding 5.i64 5.678 100 Kronen 56.89 57.01 100 Eseudos 11.80 1.62 100 Kronen e 63.99 64.11 100 Franes 16.50 16.54 iod Tſch. ar no.38 16.40 uoo sl. gr. 57.64 57.78 100 Lais 79.932 e0. C8 100 Fran ien 81.04 S1.30 100 Leva 3.047 2.C53 100 Beſeta 4.19 Nas 100 Kronen ſe 65.68 e5 32 109 eſtl. Kr. ſe 8.43 e8. 57 1o0 Schilline 47a0 47.30

Burmſäster und Karlonatoanr Burikfragt, Bindte Mr Otesoner Bunz
Frankfurter Kursbericht vom 5. März 1934.

anene
Gr. IIp. 1934
1935
1936
1937
1938
Gruppe!
6% Dtſch. Reichsanl.
6% v.27
5½Intern., v.30
6%Baden ... v.27
6%Bahern .. b.27
6%Heſſen. . . . v. 29
6% Preuß. St. v. 28
6%Sachſen .. v.27
68Thüringen v.27
Dtſch. Anl. Auslo=
ſungsſch
. Fſ. Ab=
löſungsanl
.. . .. .
Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.)
Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
....
6%Baden=Baden.
6%Berlin ... v.24
6% Darmſtadt . . . .
6% Dresden. . b. 26
6%Frankfurt a. M.
Schätze v.29
v.26
6%Mainz... .. ..
6%Mannheim v. 27
69München v. 29
6%Biesbaden v.28
6%Heſſ. Landesbk.
6% Goldoblig.
5½ %Heſſ. Landes=
hyp
.=Bk. Liquid

102.25
16G),
Fſ.
931,
35.
100
97.5
93.55
941,
96
94
105.25
92

95.25
19.25
9.5
82.5
83.75
80
82.
86
82.25
89.5
88.25
84.75
92.5
89.5
91.5

Pe e
Hyp.=Bk. Ligu.=
Komm. Obl. . ..
6% Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Bf.
6% Goldoblig
6% Landeskomm.=
Bk. Girozentr. f.
Heſ.Gldobl. R.11
6%
R12
6%Kaſſ. Landestrd.
Goldpfbr. . .
6SNaſſ. Landesbk.
5½% Liqu. Obl.
Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
*Ausl. Ser. I
FAusl. Ser. II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
6%Berl. Hyp.=Bl.
5½%0 Lig.=Pfbr.
16% Frkf. Hyp.=Bk..
5½% Lig. Pfbr.:
62
Goldoblig
6%Frkf. Pfbr.=Bk.
5½
Lig.=Pfbr.
6%Mein. Hyp.=Bk.
5½% Lig. Pfbr.
6% Pfälz. Hyp.=Bkl.
5½% Lig. Pfbr.
6%Rhein.Hyp. Bk
5½
Lia. Pfbr
Golboblig.
6% Südd. Boden=
Ered.=Bank ..
5½% Lig. Pfhr.
Württ. Hyp. B.

92

85.5
86.75
93.5
93
92.75

94.6
114.5
18.5
92.5
92
91.55
89
92,
91.5
92.75
93.75
94.5
93.75
9271,
92.25

Wdee
626 Dt. Linol. Werke
6%Mainkrw. v. 26
16%Mitteld. Stahl.
6% Salzmann &Co.
62 Ver. Stahlwerke
8%Boigt & Häffner
J. G. Farben Bonds
15%Bosn. L.E.B.
5%
2.Inveſt.
5%Bulg. Tab. v. 62
4½%0 Oſt. Schätze
4%Oſt. Goldrente.
5%vereinh. Rumän
4½½
420
42 Türk. Admin..
I.Bagdad
4%0
Zollanl.
47
4½Bungarn 1913
4½o T 19141
425
Goldr.
48
1910
4½Budp. Stadtanl.
42 Liſſabon
42a Stockholm
Aßtien.
A1g. Kunſtziide Une
A. E. G.
AndregeNoris Bahn!=
Aſchaffbg. Brauerei
Zelſtoff
Bemberg, J. P.
Berl. Kraft u. Licht/135
Buderus Eiſen.
Eement Heidelberg
Karlſtadt
J. G. Chemie Bafer

WienR 9
Chade .......
Contin. Gummiw.. 1157.6
Contin. Linoleum.
Daimler=Benz.
Dt. Atl. Telegr. ..!
Erdö!
....!
Dt. Gold=u. Silber=
ſcheide
=Anſtalt.
Linoleum ..
Dortm. Ritterbräu
Oyckerhoffc Widm.
Eichbaum=Werger
Elektr. Lieferg.-Geſ./102
Licht u. Kraft!
Eſchw. Bergwer) /2
eßling. Maſchinen.
Faber & Schleicher
3.6. Farbeninduſtr. 133.5
Feinmech. (Jetter)
Feltck Guilleaume 611,

S5
541,
126
111
185.5
55I
71.5
80.5
105
228
5a
37.5

61:
29.75
100.5
43
S6.5
80.25
94
139.5

Frankfurter Hof.
Gelſenk. Beraweri: 86.25
Geſ.f.elektr.Untern./101
Goldſchmidt Th.
Gritzner=Kayſer. . . 25.75
Grün & Bilfinge
Haſenmühle Frkſt.
Hanauer Hofbräuh.l100
Hanſwerke Füſſen. / 43
98.25
Harpener Bergbau
Henninger Kempf /109.5
HilpertArmaturſrb. 42
Hindrichs=Aufferm./ 70
Hirſch Kupfer
1113,5
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phil.
Slſe Bergb. Stamm
ſel117.
Jungkan=

65

Kule
Aſchersleben .
glein, Schanzlin ..
Klöcknerwerke ....
Knorr C. H. ..
Lahmeyer & Co.
Laurahütte ..
Lech, Augsburg ..
Löwenbr. Münch.
Mainkr.=W. Höchſt
Mainz. Akt. Br..
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Bergb.
Metallgeſ. Frankf.
Miag, Mühlenbau.
Motoren Darmſtadt
Neckarwerk Eßling.
Lberbedari
Phönix Bergbau.
Rh. Braunlohlen.!
Elektr. Stamn
Stahlwerke.
Riebeck Montan.
Roeder, Gebr.
Rütgerswerle ....!
Salzdet urth Kall
Salzw. Seilbronn:
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfbr.
Schuckert Eleltr.
Schwartz, Storchen
Siemens & Halske.
Reinigerwerke
Südd. Zucker=A. G.11
Thür. Liefer.=Geſ

122
68
69=
188
832
93.5
75.25
72.25
85

15.9
53
204.5
96.5

s8.5

Ber. Stahlwerte / 44.75
Ver. Ultramarin. . . 1121
Boigt & Haeffner.
Beſteregeln Kali..
Zellſtoff Waldhof. ./ 50.75

38

26
150

Allg. Dt. Credilanſt
Badiſche Ban1....!
Bk. f. Brauinduſt
Baher. Hyp. u. W./ 80.5
Ber Handelsgeſ.
Hhpothelbl. /123
Comm. u. Privatb
Dt. Ban und Disc.
Ot. Eff. u. Wechſel
Dresdner Ban
Frankf. Ban1.
Hyp.=Ban1
Mein Hhp.=Bank
Pfälz. Hyp.=Bant
Reichsbank=Ant.
Rhein. Syp.=Ban=
Südd. Bod.=Cr.B!
Würtib Notenbank!1
A..G. Veriehrsw.
Allg. Lokalb. Kraftn
79 Dt. Reichsb. Bzal=
Hapag
Nordb. Lloyd.
Südd Eiſenb.=Gei.

Allianz u. Stuttg.
Verſicherung . .. /258
.. Verein. Verſ.
Frankona Rück=u. 2.
Mannheim.Verſich.! 20

46.5
130
102.25
95.25
52.5
S6.5
67.5
88
5eos
76.75
103

250

Otavi Minen
Schantung Sandelsl 45.5

[ ][  ]

Seite 1Nr. 6

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Reueſte Nachrichten

Dienstag, 6. März 19341

OZ

Ab heute in Erstaufführung

Heute und folgende Tage

Ab heute in Erstaufführung

Ein Fitm voll gemütlicher Lustigkeit und
heiterer Sorglosigkeit.
FRANZISKA GAAL

Der sensationelle Wildwestfilm

Satan
der Steppe

mit dem tollkühnen Reiter
Hen Maynard in der
Hauptrolle.
Beginn: 3.45, 6.00 u. 8.20 Uhr.

Felicitas Rose weitverbreitetster Roman:
Heideschulmeister Uwe Karsten
im Jonfilm.

Die
Kurzſchriftkurſe

für Beamte, Gehüfenn
und Angestellte d. Orts- Darmstadt vons
1861 beginnen heuts
abd. 8 Uhr im Saaltider
Ballonschule
Anmeldung daselbst.

Deutsche Sienografenschaft
Ortsgruppe 1861 2707

In weiteren Hauptrollen: Hermann Thimig,
Leopoldine Konstantin, Anton Edihofer.
Tibor von Halmay, Hans Richter u. v. a.
Das Früchtchen Franziska Gaal hat die Herzen der deut-
schen
Kinobesucher im Sturm erobert. Sie hat ihnen eine
Ahnung von der Würze des ungarischen Paprika‟ gegeben,
sie hat gezeigt, wie Veronika küssen kann, und sie hat
einen Skandal in Budapest inszeniert, der so schnell nicht
vergessen sein wird. Für ihren neuesten Film hat das
Früchtchen Franziska Gaal einen besonderen Streich aus-
geheckt
: sie verkleidet sich darin als kleines zwölfjähriges
Mädchen und führt damit ausgewachsene und ernsthafte
Männer buchstäblich an der Nase herum.

Lachsalven umspritzen diese leichte heitere
Man lacht und lacht!!
Geschichte.

Vorher das gute Beiprogramm.

Beginn 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.

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Hoidoloraffeitiek Und Tafien

Hauptdarsteller: Hans Schlenk, Marianne Hoppe,
Günther Balller, Brigitte Horney, Olga
Tschechowa, Carl Auen.
Dieser wunderschöne Film der Ufa ist wie ein Lied von
Löns: schwermütig und fröhlich, dunkel und hell. Die
große schweigende und geheimnisvolle Heide, die ihren
Frühling hat, wenn die anderen Blumen längst schlafen
gegangen sind ist Mittelpunkt dieses reizvollen Films, der
von Uwe Karsten und seiner Liebe zu Ursuls Diewen der
Hemburger Großkaufmannstochter von der Liebe zur
Heimat und der Jagd nach Geld und Gut von den be-
ständigen
und flüchtigen Freuden des Lebens erzählt.
Dazu das auserwählte Beiprogramm.

Neue Kurse
für Anfänger u. Fortgeschrit
tene beginnen
Dienstag, den 6. und
Freitag, den 9. März d. ).-
20 Uhr im Ludwigs-Georgs-
Gymnasium, Karlstraße 2.

nach der Zehnfinger-Blindschreib
Methode tägl. v. 17-21 Uhr (auße
Donnerstags u. Samstags) Kar) / ge engliſch
traße 23 Erdgeschoß (2670*

Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.

(2726

Heſſiſches Landestheater
Dienstag, den 6. März 1934
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Murmann, Dahms, Herbach,
Garbe, Gothe, Licht, Liebel,
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Linkmann, Maletzki, Ritzhaupt,
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Iſterling, Deckart, Schüppel
Kein Kartenverkauf

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Sammein

gegen
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Dormoaldtia
Darmſtadt.

Rane

Mitwirkende

Heute Abend 8.30 Uhr
im Städtischen Saalbau

Kameradschafts-Abend.
der Polizeibeamten

anläßlich der Wiederkehr des
Tages der Machtübernahme
durch die nationale Regierung
(2716
in Hessen.

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ElNLASS
2. 30 Uhr

Heute letzter Tag!

Der Film, der vielen zur
Warnung dient und bei
allen Beifall findet;

Tänzerinnen
nach Süd-
Auerika gesucht

Dita Parlo Hary Frank
Ein Mädchenhändler-Film
nach wahren Begebenheiten

Ab Morgen
ANNABELLA. die
lichte Gestalt d. Films in
Harie
s moralischen
runden entlassen, (272

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Mkeich wiet
Zugeſtänd
aſieren,

Bekanntmachung.

Gerichtsvollzieher Litters dahier iſt mit
Wirkung vom heutigen in den Ruheſtand ver=
ſetzt
worden und es ſteht die Rückgabe der von ihn
geleiſteten Dienſtkaution in Frage.
Etwaige Anſprüche aus dem Dienſtverhältnis
des Gerichtsvollziehers ſind innerhalb einer Friſt
von 3 Monaten bei dem unterfertigten Amts=
gericht
ſchriftlich oder zu Protokoll der Geſchäfts=
ſtelle
anzumelden, da ſonſt die Dienſtkaution zu=
rückgegeben
wird.
(2700
Darmſtadt, den 1. März 1934.
Amtsgericht Darmſtadt.

Zwangsverſteigerung.

Termin: Mittwoch, den 28. März 1934, vor=
mittags
10 Uhr, Saal 118 neues Gerichts=
gebäude
Darmſtadt.
Grundſtücke: Gemarkung Darmſtadt, Bezirk 5,
Band 29, Blatt 1926:
1. Flur 7. Nr. 40, Hofreite Nr. 54 Martins
ſtraße, 304 qm. Schätzung: 47500. RM.
2. Flur 7, Nr. 407), Grasgarten ( Vor=
garten
) daſelbſt, 153 qm. Schätzung:
1400. RM.
3. Flur 7, Nr. 407/o, Grasgarten daſelbſt
41 qm. Schätzung: 500. RM.
4. Flur 7, Nr. 41, Bauplatz Wittmannſtr.,
353 qm. Schätzung: 4200. RM.
5. Flur 7, Nr. 41¾, Bauplatz daſelbſt,
38 qm. Schätzung: 400. RM.
6. Flur 7, Nr. 417/o, Bauplatz daſelbſt
72 qm. Schätzung: 1000 RM.
Der ſteuerliche Einheitswert beträgt für die
Grundſtücke 13 50276. RM. und bezüglich der
Zrundſtücke 46 RM. 4630.
Eigentümer: Frau Johanna Saam, geb. Glahn
Witwe des Chemikers Dr. Ernſt Saam,
früher in Darmſtadt, jetzt unbekannten Aufent=
haltes
im Ausland.
Darmſtadt, den 10. Februar 1934.
6295)
Heſſiſches Amtsgericht.

Große Adler=
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bei Vetter.

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Zwangsverſteigerung.

Termin: Mittwoch, den 14. März 1934, vorm
10 Uhr, im Zimmer 118 des neuen Gerichts=
gebäudes
.
Grundſtücke: Gemarkung Darmſtadt, Bezirk 6
Band 16 Bl. 781:
Flur 15 Nr. 94 Hofreite Nr. 103, Kirſchen=
allee
, 2712 qm. Schätzung: 15000. RM.
Flur 15 Nr. 95 Grabgarten daſelbſt, 104 qm
Schätzung: 500. RM. Steuerlicher Einheits=
wert
: 19800. RM.
Eigentümerin: Firma Paul Wolf und Co.,
Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung in Darm=
ſtadt
.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvoll=
ſtreckung
.
(2694
Darmſtadt, den 14. Dezember 1933.
Heſſiſches Amtsgericht.

Zwangsverſteigerung.

Termin: Mittwoch, den 14. März 1934, vor=
mittags
10.15 Uhr im neuen Gerichtsgebäude
Saal 118.
Grundſtück: Gemarkung Darmſiadt, Bezirk V
Band IV Blatt 213: Flur XlX Nr. 103,
Grabgarten, Weinbergſtraße, 401 gm.
Schätzung 2 800. RM. Einheitswert am
1. Januar 1931 2005. RM.
Eigentümer: Zimmermeiſter Ludwig Petzinger
in Darmſtadt.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangs=
vollſtreckung
.
(2693
Darmſtadt, den 20. Januar 1934.
Heſſiſches Amtsgericht.

Billige Tage
MRotiser..
Wir geben an unſere werten Mitglieder in der
Zeit vom Donnerstag, den 8. bis einſchließlich
Samstag, den 10. März in unſeren ſämt=
lichen
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Mittwoch direkt vom Fiſchereiplatz eintreffend:
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im Ausſchnitt Pfund 0.24
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.. Pfund 0.20
ff. Fiſchfilet, küchenfertig, ohne Gräten
in Perg.=Port.=Packungen . Pfund 0.33
Ferner:
Süße Bücklinge
. Pfund 0.26
Scharfe Bücklinge
Pfund 0.55
Heringe in Gelee
.. Portion 0.15
GEG Rollmops, Bismarckheringe, Hering in
Gelee, Fettheringe in Tomaten billigſt.

e. G. m. b. H.
(Warenabgabe nur an Mitglieder)

(2719