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Nummer 53
Freitag, den 23. Februar 1934.
DO=Bank und Darmſtädter und Naionalbank.
196. Jahrgang
Abſchluß der Perliner Beſprechungen.
Zeigehende Uebereinſtimmung in der Ausſprache mit Eden. — England anerkennt erneut Deulſchlands
ſeichberechkigungs= und Sicherheitsanſpruch. — Boriſetzung der Geſpräche in Rom. — Bei Frankreich die
Enkſcheidung über das Schickſal der Abrüſtung und der Genſer Konferenz.
daß dieſe Verbände nur einen politiſchen und keinen militäriſchen
Charakter beſitzen. Es verſteht ſich von ſelbſt — und das haben wir
Edens Berliner Miſſion beendek.
DNB. Berlin, 22. Februar.
Die Ausſprachen zwiſchen der Reichsregierung und dem
Lord=
iegelbewahrer Herrn Eden über die Abrüſtungsfrage gelangten
eute zum Abſchluß. Herr Eden hatte während ſeines Aufent=
„altes in Berlin zwei längere Beſprechungen mit dem Reichs=
Aanzler, ſowie verſchiedene Unterhaltungen mit dem
Reichsaußen=
uimiſter. Die Beſprechungen wurden in einem freimütigen und
fuhriundſchaftlichen Geiſt geführt und zeigten, daß beide
Regierun=
fuhen den Wunſch haben, ſobald als möglich zu einer allgemeinen
erſtändigung über die Abrüſtungsfrage zu gelangen. Obwohl
-)ü Unterhaltungen eine endgültige Vereinbarung über den
In=
hat einer Abrüſtungskonvention nicht zum Gegenſtand hatten,
lührte die gemeinſame, eingehende Prüfung der Fragen dazu,
uſſoz jede der Parteien den Standpunkt der
ande=
mſſen durchaus verſteht. Es wurde beiderſeits der Eindruck
gbewonnen, daß trotz der Schwierigkeiten, die ſich dem Abſchluß
iuer Abrüſtungskonvention noch entgegenſtellen, Fortſchritte
ge=
ucht worden ſind.
*
EdeAs Beiliher Biiang.
Der Beauftragte des Londoner Kabinetts, Miſter Eden, hat
ine Berliner Beſprechungen abgeſchloſſen und
gei, wie man ſchon jetzt ſagen darf, die beſten Eindrücke
gewon=
er. Er hat ſich davon überzeugen dürfen, daß die Politik
r Reichsregierung durchaus nicht dem
ent=
öricht, was von Paris her durch die franzöſiſche
Freſſe fortgeſetzt der Weltöffentlichkeit
ſer=
irt wird. Berlin war von jeher bereit, keine
ſraftanſtrengung zu ſcheuen, damit endlich die
drüſtung Wirklichkeit wird. Es hat ſich an der
vorbe=
eickenden Abrüſtungskonfernz beteiligt. Es hat Genf erſt,
ver=
aſſen, nachdem die Situation für uns dort unerträglich wurde.
s hat dann in den Verhandlungen mit Frankreich erneut ſeinen
ſſtiedenskurs betont. In den Geſprächen mit Herrn Eden iſt nun
iee Linie noch einmal herausgearbeitet worden Die
Einſtel=
ffotung der Reichsregierung hat die Verhandlun=
„en des Lordſiegelbewahrers nicht nur
erleich=
hülert ſondern ſogar gefördert, Wenn er am Freitag
ic ſeine Reiſe nach Rom antritt dann wird er bei einer Bilanz
Aines Berliner Beſuches feſtſtellen dürfen, daß
Deine Abrüſtungskonvenkion im Handumdrehen zu
Verreichen ſein wird, ſofern auch die übrigen
Groß=
nächke die gleiche Einſtellung wie Deutſchland
an den Tag legen.
Edens Auftrag ging dahin, lediglich zu erforſchen, wie die
Veaierung in Berlin, Paris und Rom zu Macdonalds
Memoran=
ſum ſtehen. Seine Pariſer Eindrücke waren nicht allzu erhebend.
ber der Beſuch in Paris wird wiederholt, ſobald Herr Eden
line römiſchen Beſprechungen beendet hat. Erſt dann wird man
e Ergebniſſe der Edenreiſe aneinanderreihen und eine
General=
chnung aufmachen können. Muſſolini iſt bekanntlich mit
einen Abrüſtungsvorſchlägen weſentlich
wei=
ei als Macdonald gegangen. Während die Engländer
Une gewiſſe Rückſicht auf Frankreich zu nehmen ſuchten, hat Muſ=
Iimi einen radikalen Eingriff in den Rüſtungsſtand Europas
ngeregt. Wir nehmen an, daß er dem Lordſiegelbewahrer
gegen=
der ſeinen Standpunkt noch einmal darlegen wird, können
aller=
nss heute noch nicht prophezeien, ob Muſſolini bereit iſt, auf
Ve von Macdonald errichtete Plattform zu treten oder ob ſich in
n Geſprächen zwiſchen ihm und Eden Möglichkeiten entwickeln,
e eine Verſchmelzung des Muſſolini=Plans mit
em Macdonald=Plan zulaſſen und damit einer
Ab=
liſtungskonvention den Weg ebnen, die noch beſſer iſt als die=
Unge, wie ſie von Macdonald ſkizziert worden iſt. Dabei iſt
na=
ſirl ich immer vorauszuſetzen, daß auch die
Franzo=
r mitmachen.
Die deufſche Formel.
Soweit nun Deutſchland in Frage kommt, dürfen wir wohl
Nn. Ausdruck bringen, daß ſowohl der Kanzler als auch der
Außen=
in iſter dem Lordſiegelbewahrer eine ſehr einfache Formel mit
den Weg gegeben haben, die beſagt, daß wir auf der
Eeſis der Gleichberechtigung jede
Abrüſtungs=
onvention unterzeichnen. Wir haben uns alle Mühe
Ngeben, die übrigen Mächte dahin zu bringen, daß ſie auf den
tand abrüſten, der der deutſchen Vorleiſtung entſpricht. Da uns
Ias nicht gelungen iſt, iſt es jetzt Sache der übrigen, alſo der
hoch=
iſteten Staaten, nun im einzelnen feſtzulegen, welche
Waffen=
hiſtungen unter ein Abrüſtungsabkommen fallen müſſen. Je
grö=
e: die Zahl dieſer Gattungen iſt, deſto raſcher wird damit eine
gültige europäiſche Abrüſtung erreicht. Man darf es uns
aller=
urs nicht übelnehmen, wenn wir nach wie vor in allen weiteren
büſtungsgeſprächen auch unſere nationalen Sicherheitsbedürf=
E nicht zu kurz kommen laſſen. Jedoch auch hier darf die
Gegen=
uie nicht überſehen, daß wir uns in einem äußerſt beſcheidenen
ay men bewegen. Wir haben auf alle Offenſivwaffen verzichtet.
ſie verlangen — und das deckt ſich eben wieder mit unſerem
iſcherheitsbedürfnis — auf dem Gebiete der Luftverteidigung
dialich Defenſivwaffen. Wir haben das Zugeſtändnis gemacht,
SA. und SS. einer Kontrolle zu unterziehen, um nachzuweiſen,
in allen Abrüſtungsbeſprechungen immer wieder herausgearbeitet
— daß wir als gleichberechtigte Nation behandelt
wer=
den wollen. In dieſem Punkt ſtimmen die Engländer mit uns
reſt=
los überein, die uns bereits die Gleichberechtigung, aber auch das
Recht auf Defenſivwaffen zugeſprochen haben.
Die Verankworkung allein bei Frankreich.
Einen Blick in die Zukunft zu werfen, iſt mehr als ſchwierig.
Wir müſſen zunächſt einmal feſtſtellen, daß die Pariſer Preſſe die
Berliner Verhandlungen Edens mit recht mißgünſtigen
Kommen=
taren begleitet hat. Sie hat immer wieder verſucht, Berichte in
die Welt zu ſetzen, aus denen hervorgeht, daß Herr Eden in
Deutſchland die größten Schwierigkeiten zu überwinden habe, ja,
daß er ſogar auf einen ehernen Aufrüſtungswillen Deutſchlands
geſtoßen ſei. Bei den engen Beziehungen zwiſchen der Pariſer
Preſſe und gewiſſen amtlichen franzöſiſchen Stellen muß man
an=
nehmen, daß ſich in dieſen Kommentaren der Wille der amtlichen
Stellen widerſpiegelt, durch Beeinfluſſung von außen. Edens
Miſ=
ſion zum Scheitern zu verurteilen. Das iſt den Franzoſen nicht
ge=
glückt, jedenfalls nicht, ſoweit Deutſchland in Frage kommt. Wenn
Herr Eden von Rom nach Paris fährt, wird ihm das ſchwerſte
Stück ſeiner Arbeit bevorſtehen.
Soll das Werk gelingen, dann muß die Pariſer Regierung
einen grundſätzlichen Kurswechſel vornehmen. Aber Frankreich hält
offenbar ſeine Stellung für unüberwindlich, ſelbſt wenn es
Eng=
land, Italien und Deutſchland einig gegen ſich hat. Im „Temps”
iſt bereits unmißverſtändlich zum Ausdruck gebracht worden, daß
keine allgemeine Regelung ohne Frankreich erfolgen könne. Er hat
durchaus nicht unrecht. Frankreich iſt nun einmal die am meiſten
gerüſtete Nation. Bringt ſie kein Opfer, dann muß auch England
wieder abſchwenken, wie das ſchon vom Außenminiſter Simon
an=
gekündigt worden iſt, daß eine Aufrüſtung Englands in Ausſicht
genommen ſei, falls die Miſſion Edens negativ verlaufen ſollte.
Wir können uns aber nicht vorſtellen, daß Frankreich jetzt, wo es
darauf ankommt, die Karten aufzudecken, ſich der Gefahr ausſetzen
will, als diejenige Nation gebrandmarkt zu werden, die die
Ab=
rüſtung und damit den Frieden nicht will, ſondern auf ein
Wett=
rüſten und damit auf eine Verewigung der Friedloſigkeit Europas
hinarbeitet.
Eden von ſeinen Berliner Berhandlungen
ſehr befriedigt.
Der engliſche Lordſiegelbewahrer empfing am
Don=
nerstag die Vertreter der deutſchen Preſſe, vor denen er ſich
ſehr befriedigt über ſeine bisherigen
Verhand=
lungen äußerte. Er erklärte, ſeine Miſſion auf dem
Konti=
nent beſtehe darin, feſtzuſtellen, inwieweit das engliſche
Memo=
randum von den einzelnen Regierungen angenommen werden
könne. Von der Möglichkeit, daß das Memorandum als Baſis
überhaupt nicht in Frage komme, ſei jetzt nicht mehr die Rede.
Allerdings beſtänden große Schwierigkeiten auch für Deutſchland
hinſichtlich gewiſſer Punkte, zumal der Luftfahrt. Die
Ber=
liner Verhandlungen hätten manche
unrichti=
gen Auffaſſungen beſeitigt und ſeien auch in
anderer Hinſicht von wirklichem Wert geweſen.
Eden erwartet hinſichtlich der franzöſiſchen
Stellungnahme erſt von ſeinem zweiten
Pari=
ſer Beſuch ein endgültiges Ergebnis. Eden wird am
Freitag vormittag nach Rom abreiſen.
Kampf gegen das Deutſchkum
im Memelgebiel.
Deutſche Parkeien vom Unkerſuchungsrichker verboken
DNB. Kowno, 22 Februar.
Die Litauiſche Telegraphenagentur meldet: Der
Unter=
ſuchungsrichter hat mit Wirkung vom 22. Februar den beiden
deutſchen Parteien im Memelgebiet, der Sozialiſtiſchen
Volksgemeinſchaft und der Chriſtlichſozialen
Arbeitsgemeinſchaft jede weitere Tätigkeit
unterſagt, und zwar mit der Begründung, daß die beiden
Parteien das Ziel verfolgten, das Memelgebiet Litauen auf dem
Wege eines bewaffneten Aufſtandes zu entreißen.
Reichspräſident von Hindenburg empfing geſtern nachmittag
den Königlich Britiſchen Geheimſiegelbewahrer Eden, der vom
britiſchen Botſchafter begleitet war.
Reichspräſident von Hindenburg empfing ferner den türkiſchen
Botſchafter Kemal Eddin Sami Paſcha, der ihm das Bild des
türkiſchen Staatspräſidenten Ghazi Muſtapha Kemal im
wert=
vollen Rahmen überreichte. Das Geſchenk bedeutet den Dank des
Präſidenten für die ihm anläßlich des zehnjährigen Beſtehens der
türkiſchen Republik ſeitens des Herrn Reichspräſidenten und der
Reichsregierung erwieſenen Aufmerkſamkeiten.
Im überfüllten Saal der ehemaligen Krolloper ſprach am
Donnerstag abend in Anweſenheit des Führers Reichsleiter Alfred
Roſenberg über das Thema „Der Kampf um die Weltanſchauung”,
Die Rede wurde auf den Deutſchlandſender übertragen.
Lekklands Außenpolikik.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
W. v. K. Riga, 19. Februar 1934.
Der lettländiſche Außenminiſter Salnajs hat in den letzten
Monaten, in bewußter Anknüpfung an die beſten Traditionen
ſeines vor Jahren durch einen Autounfall tödlich verunglückten
bedeutendſten Vorgängers Meierowitz, zielbewußt und mit
gro=
ßer Aktivität an der Löſung der wichtigſten Aufgaben der
lett=
ländiſchen Außenpolitik gearbeitet. Unter ſeiner Leitung kam
der neue lettländiſch=ruſſiſche Handelsvertrag zum Abſchluß;
unter ihm iſt auch das lettländiſch=litauiſche Wirtſchaftsabkommen
nach mühſeligen Verhandlungen beſchloſſen worden, das für eine
Grenzzone von 15 Km. zwiſchen beiden Staaten ſogar eine Art
Zollunion en miniature geſchaffen hat. Starke Beachtung hat
ferner eine Rundfunkrede des Außenminiſters Salnais gefunden,
in der er auf das ſchärfſte gegen die Quertreibereien der
lett=
ländiſchen Sozialdemokraten Stellung nahm, die alles daran
ſetzten, die deutſch=lettiſchen Beziehungen zu trüben. Salnajs
bewies in ſeinen Ausführungen ein bemerkenswertes
Verſtänd=
nis für die Nowvendigkeit der Zuſammenarbeit auch mit dem
neuen Deutſchland — unabhängig von der Verſchiedenheit der
politiſchen Syſteme — und erklärte unzweideutig, daß es ſeiner
Auffaſſung nach durchaus im Intereſſe Lettlands liege, die
gut=
nachbarlichen politiſchen und wirtſchaftlichen Beziehungen zu
Deutſchland auszubauen.
Leitgedanke dieſer Außenpolitik iſt der Wunſch, mit allen
Staaten freundſchaftliche Beziehungen zu pflegen, dabei aber
jeden Verſuch einer Einmiſchung in die inneren Verhältniſſe des
Landes oder gar einer Antaſtung der Selbſtändigkeit des
Staa=
tes zurückzuweiſen. Unter dieſem Geſichtswinkel wird man auch
die Bemühungen von Salnajs um eine Annäherung zwiſchen den
baltiſchen Staaten auszuwürdigen haben.
Auch der ausländiſche Beobachter Lettlands darf es als
großes Glück bezeichnen, daß gerade jetzt eine ſichere Hand das
Steuer der lettländiſchen Außenpolitik führt. Denn ſeit Beginn
des Jahres iſt die Außenpolitik auch im nordoſteuropäiſchen
Raum in ſtarke Bewegung geraten. So wurde Anfang Januar
das Intereſſe der Oeffentlichkeit durch die bekannten
ruſſiſch=
polniſchen Vorſchläge einer Garantie der Unantaſtbarkeit und
Selbſtändigkeit der baltiſchen Staaten in Anſpruch genommen.
Dank einer Indiskretion wurden die Pläne vorzeitig bekannt;
man erkannte den ruſſiſchen Hintergedanken, auf dem Wege über
ein derartiges Abkommen einer Art Schirmherrſchaft über die
baltiſchen Länder zu errichten, und das führte erfreulicherweiſe
im allgemeinen zur Ablehnung des ruſſiſchen Vorſchlags, der
überdies eine deutliche Spitze gegen das neue Deutſchland
ent=
hielt. Mit Ausnahme der marxiſtiſch und ſowjetiſtiſch
beein=
flußten Preſſe fiel der ruſſiſche Plan jedenfalls nirgends in der
baltiſchen Oeffentlichkeit auf fruchtbaren Boden.
Der Abſchluß des deutſch=polniſchen
Verſtändigungsabkom=
mens war dann für die baltiſchen Staaten die nächſte große
Ueberraſchung. Man hatte einen derartigen Pakt für völlig
un=
möglich gehalten und fühlte ſich — unbegründeterweiſe — nun
mit einem Male bedroht, weil man — in erſter Linie unter
dem Einfluß der Sowjetpropaganda — befürchtete, daß das
deutſch=polniſche Abkommen irgendwie auf Koſten der baltiſchen
Staaten abgeſchloſſen ſei. Inzwiſchen haben die eindeutigen
Erklärungen der zuſtändigen Stellen in Berlin und Warſchau
dieſe Beſorgniſſe in Lettland und Eſtland zerſtreut. Jedenfalls
hat kürzlich der eſtländiſche Außenminiſter Seljanaa in einer
Unterredung mit einem polniſchen Preſſevertreter ausdrücklich
anerkannt, daß Eſtland den deutſch=polniſchen Pakt poſitiv
be=
werten könne; darüber hinaus hat er noch ausdrücklich die große
Bedeutung des Abkommens für den Frieden in Oſteuropa
unter=
ſtrichen. Ebenſo hat vor kurzem der lettländiſche
Miniſterpräſi=
dent Blodeek auf einer Sitzung des Zentralvorſtandes ſeiner
Partei, der Partei der Neuwirte, betont, daß nach ſeinen
In=
formationen der Pakt zwiſchen Warſchau und Berlin keinerlei
Bedrohungen für Lettland enthalte. Bei den maßgebenden
poli=
tiſchen Stellen ſind alſo die urſprünglichen Befürchtungen zum
mindeſten im Schwinden begriffen. Immerhin wollen wir nicht
überſehen, daß einflußreiche Perſönlichkeien, wie der lettiſche
Generalſtabschef General Kalis, in der Preſſe ihren Beſorgniſſen
über das Schickſal der baltiſchen Staaten im Zuſammenhang mit
dem deutſch=polniſchen Vertrag Ausdruck gaben, wobei
aller=
dings zu bemerken iſt, daß Kalis hierzu keinerlei Autoriſation
beſaß. General Kalis trat in dieſem Zuſammenhang
nachdrück=
lich für eine unmittelbare Verſtändigung der Generalſtäbe der
drei baltiſchen Staaten und eine enge außenpolitiſche
Zuſam=
menarbeit Lettlands, Eſtlands und Litauens ein.
Die Linie des Zuſammenſchluſſes der baltiſchen Staaten
zu einem Staatenbund iſt nicht neu. Sie iſt in unendlich viel
Erklärungen niedergelegt und Gegenſtand ebenſo vieler
Tagun=
gen und Beſprechungen zwiſchen den zuſtändigen Miniſtern der
drei Länder geweſen. Trotzdem ſind bisher greifbare Ergebniſſe
nicht erzielt worden, weil ſich der ſtaatliche Egoismus als ſtärker
erwies denn die einende Idee des baltiſchen Staatenbundes.
Der lettländiſche Außenminiſter Salnajs iſt aber entſchloſſen,
alles zu tun, was in ſeinen Kräften ſteht, um den Plan aktiv
zu fördern. Er will dabei den baltiſchen Staatenbund nicht nur
politiſch errichten, ſondern auch wirtſchaftlich untermauern und
tritt in dieſem Zuſammenhang nachdrücklich für eine Zollunion
zwiſchen den baltiſchen Staaten ein. Auf Grund der Ergebniſſe
ſeiner Reiſe nach Schweden und Finnland hofft Salnais
zweifel=
los den baltiſchen Staatenbund durch gutnachbarliche
Beziehun=
gen zu den ſkandinaviſchen Staaten und Finnland ſtützen zu
können. Wieweit ſich das ganze Projekt realiſieren läßt, bleibt
jedoch abzuwarten. Es darf nicht überſehen werden, daß die
wirtſchaftliche Struktur, der drei baltiſchen Länder ziemlich
gleichförmig iſt, daß alle drei agrariſche Exportwünſche haben
und daß ſie ſich alſo wirtſchaftlich gegenſeitig nicht viel geben
können.
Seite 2 — Nr. 53
Freitag, 23. Februar 1934
Polikiſches Verbrechen in Frankreich.
Ein Mikglied des Pariſer Appellakionsgerichkes im
Zuſammenhang mit der Skaviſky=Affäre ermordet.
EP. Paris, 22. Februar.
Ein furchtbares und geheimnisvolles Verbrechen, das in die
Staviſky=Affäre hineinzuſpielen ſcheint, iſt zwei Kilometer von
Dijon entfernt entdeckt worden. Man fand auf dem
Eiſenbahn=
gleis die furchtbar verſtümmelte Leiche des Pariſer Gerichtsrats
Prince liegen. Neben der Leiche lagen 350 Franken und ein mit
Blut bedecktes Meſſer. Die Leiche bot einen ſchrecklichen Anblick
Die Unterſuchung hat ergeben, daß unzweifelhaft ein Mord
vor=
liegt. Der hohe Gerichtsbeamte iſt von noch unbekannten Tätern
ermordet worden und dann auf die Gleiſe geworfen worden, wo
er von einem Güterzug überfahren wurde. Anſcheinend war das
Opfer im Augenblick als die Mörder es auf die Schienen legten,
noch nicht ganz tot, denn ſie haben mit einem Seil das linke
Bein an dem Gleis feſtgebunden.
Der Richker in einen Hinkerhalt gelockt.
Das Drama iſt noch von einem anderen Geheimnis umgeben,
Prince wurde telegraphiſch nach Dijon berufen, wo angeblich ſeine
Mutter vor einer Operation ſtehe. Er fuhr am Dienstag
nachmit=
tag mit dem Zug nach dieſer Stadt, fand aber ſeine Mutter in
beſter Geſundheit vor.
Der Gerichtsbeamte muß in einen Hinterhalt gelockt worden
ſein. Er hätte geſtern in der Staviſky=Affäre als Zeuge verhört
werden ſollen. Es handelt ſich um geſtohlene Akten des Kommiſſars
Pachot, der Unterſuchungen in der Staviſky=Angelegenheit führt,
Prince hatte bedeutendes Material zur Hand, welches die Schuld
gewiſſer Beamten, die mit der Unterſuchung des Falles Staviſky
beauftragt waren, ergeben hätte. Dadurch, daß Prince
telegra=
phiſch nach Dijon berufen wurde, konnte er nicht ausſagen. Er
entſchuldigte ſich bei dem Unterſuchungsrichter. Einige Stunden
ſpäter wurde er ermordet.
Die Unkerſuchung des Mordfalles Prince.
Die polizeiliche Unterſuchung des Mordes hat am Mittwoch
abend noch zu keinem Ergebnis geführt, aber es herrſcht die
Ueberzeugung, daß Prince das Opfer eines
politi=
ſchen Mordes geworden iſt, der in engem Zuſammenhang
mit dem Staviſky=Skandal ſtehen dürfte. Prince war über das
Treiben Staviſkys genau unterrichtet und ſoll eine ganze Reihe
von Perſönlichkeiten gekannt haben, die mehr oder weniger in
den Skandal verwickelt waren, ohne bisher zur Rechenſchaft
ge=
zogen worden zu ſein. Nach ſeiner erſten Vernehmung über die
Berichte des Polizeikommiſſars Paſchot, ſoll er zahlreiche
Drohbriefe erhalten haben. Es wird behauptet, daß
Prince bei ſeiner Reiſe nach Dijon wichtige Aktenſtücke über den
Staviſky=Skandal in ſeiner Aktentaſche mit ſich führte, die
ſpur=
los verſchwunden ſind.
Prince wußke zu viel.
Die Ermordung des Richters Prince hat in Paris
unge=
heure Erregung hervorgerufen. Man zweifelt nicht daran, daß
Prince beſeitigt worden iſt, weil er zu viel über die durch den
Fall Staviſky belaſteten Perſönlichkeiten wußte. Das „Echo de
Paris” ſpricht das ganz offen aus. Staviſky ſei zum Selbſtmord
überredet” worden. Jetzt habe man einen Gerichtsbeamten
ver=
ſchwinden laſſen, durch deſſen Hände alle auf den Fall Staviſky
bezüglichen Akten gegangen ſeien, dem kein Geheimnis dieſes
Rieſenſchwindels fremd geweſen ſei und der die Namen all der
in den Fall verwickelten großen Perſönlichkeiten gekannt habe.
„An wem iſt jetzt die Reihe, umgebracht zu werden?” ſo fragt
das Blatt; denn die Maffia, durch die Prince hingerichtet
wor=
den ſei, werde noch mehr Opfer fordern. Das Blatt ſchließt mit
der Aufforderung an die Regierung, ihre Pflicht zu tun. — Auch
der „Excelſior”, der wiſſen will, daß Prince in den letzten Tagen
zahlreiche Drohbriefe erhalten habe, fordert Aufklärung dieſes
beunruhigenden Mordfalles. Frankreich dürfe nicht zu einer
Mörderhöhle werden.
Hohe polikiſche Perſönlichkeiken in den Akken
des ermordeten Prince.
Die Familie des auf geheimnisvolle Weiſe ums Leben
ge=
brachten Rats des Pariſer Appellationsgerichts iſt feſt davon
überzeugt, daß ein politiſches Verbrechen vorliegt. Der
Sohn des Ermordeten hat einem Mitarbeiter des „Echo de Paris”,
erklärt, ſein Vater habe des öfteren zu ihm davon geſprochen, daß
in die von ihm bearbeitete Angelegenheit hohe
politiſche Perſönlichkeiten verwickelt ſeien, ſogar
einige Miniſter. Auch der frühere
Generalſtaats=
anwalt Preſſard, gegen den die Rechtspreſſe im Zuſam=
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Vom Tage.
Der marxiſtiſche Schriftſteller Heinz Liepmann, der kürzlich
wegen Beleidigung des deutſchen Reichspräſidenten in Amſterdam
verhaftet wurde, iſt vom Amſterdamer Polizeirichter zu einem
Monat Gefängnis verurteilt worden.
Auf der Staatswerft von Seine=ſur=Mer iſt ein 7000=Tonnen=
Kreuzer „Montcalm auf Kiel gelegt worden, der zum
franzöſi=
ſchen Flottenbauprogramm von 1932 gehört. Er wird mit neun
15,2=Zentimeter=Geſchützen, acht Flugzeugabwehrgeſchützen, vier
Torpedorohren, einer Flugzeugſchleuder und zwei Flugzeugen
ausgerüſtet. Die Beſatzung wird aus 24 Offizieren und 560 Mann
beſtehen.
Der Reichsminiſter für Ernährung und Landwirtſchaft und
der Reichsfinanzminiſter haben durch neue Verordnungen weitere
weſentliche Beſtimmungen auf dem Wege zur lückenloſen
Markt=
regelung der Fettwirtſchaft getroffen. Die Neuregelung wird
gleichzeitig, auch in einer Bekanntmachung der Reichsſtelle für
Milcherzeugniſſe, Oele und Fette klargelegt.
Der auf Schloß Ulrichkirchen in Nieder=Oeſterreich anſäſſige
Graf Max Hardegg wurde ohne Angabe des Grundes verhaftet
und ins Konzentrationslager Wöllersdorf gebracht. Graf
Har=
degg war als Nationalſozialiſt ſchon im vergangenen Jahr
mehr=
fachen Verfolgungen ausgeſetzt, u. a. war er auch wegen verbotener
politiſcher Betätigung zu einer mehrwöchigen Gefängnisſtrafe
ver=
urteilt worden.
menhang mit dem Staviſky=Skandal Sturm gelaufen war, ſei in
den Akten ſeines Vaters beruflicher Verfehlungen bezichtigt
wor=
den. Nach der Annahme ſeiner Familie ſei Prince auf
Veran=
laſſung derer beſeitigt worden, die einen unbequemen Zeugen los
ſein wollten.
Die franzöſiſche Regierung hat zur Aufklärung der Mordtat
und zur Ergreifung der Täter eine Belohnung von 100 000 Fr.
ausgeſetzt.
Mis voint Zend in Sautgevier!
Kirchenpolikiſche Pläne der Franzoſen.
Eine amtliche Mitteilung, daß der Papſt den Mſgr. Teſta zum
zweiten Male ins Saargebiet entſandt hat, liegt noch nicht vor.
Gerade in deutſchen katholiſchen Kreiſen findet dieſe Reiſe bereits
ſehr nachdenkliche Kommentare. Es wird daran erinnert, daß
die Franzoſen bereits vor längerer Zeit den Verſuch gemacht
haben, das Saargebiet kirchenpolitiſch ſelbſtändig zu machen. Sie
wollen eine Abtrennung von der Diözeſane Trier und die
Errich=
tung einer eigenen Kirchenadminiſtratur in Saarbrücken, um auch
auf dieſem Gebiete die Abtrennung vom Reich und vom
katholi=
ſchen Rheinland zu erreichen. Teſta ſcheint nach ſeinem erſten
Beſuch ſeine Berichte nicht in dem von den Franzoſen gewünſchten
Sinne abgefaßt zu haben. Jedenfalls glaubt die „Germania” zu
wiſſen, daß die Franzoſen die Entſendung eines zweiten, den
franzöſiſchen Wünſchen geneigteren päpſtlichen Delegierten
betrie=
ben hätten. Das haben ſie zwar nicht erreicht. Immerhin würde
die erneute Entſendung Teſtas gerade im Zuſammenhang mit
den ſeltſamen Beſtrehungen der Saarregierungskommiſſion auch
politiſch beſondere Beachtung verdienen,
Die kirchliche Neuordnung in Heſſen.
Das Geſetz= und Verordnungsblatt der neuen Landeskirche
veröffentlicht die Verordnungen und Geſetze, die die Ueberleitung
in die neuen Verhältniſſe regeln ſollen. Danach gliedert ſich die
neue Kirchenbehörde in den Landesbiſchof, den Landeskirchenrat
und die Landeskirchenkanzlei. Die Landeskirchenämter in
Darm=
ſtadt und Wiesbaden arbeiten vorläufig als Verwaltungsſtellen
weiter. Die Verwaltungsgeſchäfte des Landeskirchenrates von
Frankfurt werden von dem Landeskirchenamt Wiesbaden
wahr=
genommen. Der Amtsſitz des Landesbiſchofs und des
Landes=
kirchenrates iſt vorläufig Darmſtadt. Die Mitglieder des
Landes=
kirchenrates führen die Amtsbezeichnung Oberlandeskirchenrat,
die der Landeskirchenkanzlei heißen Landeskirchenrat, das
rechts=
kundige Mitglied des Landeskirchenrates führt die
Amtsbezeich=
nung Landeskirchenpräſident.
Die Dienſtverhältniſſe der Geiſtlichen werden entſprechend
denjenigen der Staatsbeamten geregelt. Danach können
Geiſt=
liche, die „nach ihrer bisherigen Betätigung nicht die volle
Ge=
währ dafür bieten, daß ſie jederzeit rückhaltlos für die Deutſche
Evangeliſche Kirche und den nationalen Staat eintreten”, in den
Ruheſtand verſetzt werden. Geiſtliche, die nicht ariſcher
Abſtam=
mung ſind oder mit einer Perſon nichtariſcher Abſtammung
ver=
heiratet ſind, ſind in den Ruheſtand zu verſetzen. Es gelten hier
nur die ſtaatlichen Ausnahmen. Der Landesbiſchof kann im
Inter=
eſſe des Dienſtes verſetzen, beurlauben oder in den einſtweiligen
Ruheſtand verſetzen. Geiſtliche können ferner nach Vollendung des
65. Lebensjahres in den Ruheſtand verſetzt werden.
Durch den engen Anſchluß an die ſtaatliche Geſetzgebung
be=
kundet die Kirche den Willen, ihre äußere Ordnung ganz in
die=
jenige des Dritten Reiches einzubauen.
Der „geflügelke‟ Büchmann.
Zum 50. Todestage Büchmanns am 24. Februar 1934.
Von O. G. Foerſter.
Der „Büchmann” iſt ähnich wie der „Duden” zu einem
Begriff geworden, den niemand miſſen möchte in der Geſchichte
unſerer Sprache und Dichtung. Georg Büchmann hat in ſeiner
Sammlung „Geflügelte Worte” den Verſuch unternommen, das
im Sprachgut unſeres Volkes lebende und allgemein gebrauchte
„geflügelte Wort” und ſeinen Urſprung feſtzuhalten. Tauſende
unferer gebräuchlichſten Redensarten Zitate und Ausdrücke ſind.
in dieſem Werk geſammelt und in ihrer Entſtehung erklärt, und
es iſt äußerſt reizvoll und unterhaltſam, darin zu leſen. Wir
Heutigen, denen das geflügelte Wort zum ſelbſtverſtändlichen
Beſitz geworden iſt, wiſſen in den ſeltenſten Fällen, wie es
ent=
ſtanden und wer es zuerſt geſprochen hat.
Ein großer Teil der geflügelten Worte ſtammt aus dem
„Buch der Bücher” aus der Bibel. Von der „Aegyptiſchen
Finſternis” erzählt Moſes, von dem auch der Ausdruck ſtammt:
„Sein Mütchen an jemandem kühlen”. Im Buch Hiob ſtehen
die Redewendungen „Das Recht beugen” und „das Recht
ver=
drehen‟ Die bilderreichen Pſalmen enthalten u. a. folgende ſehr
gebräuchliche Wendungen: „Zum Geſpött der Leute werden”,
„die Stillen im Lande” ein „Ende mit Schrecken” „auf den
Händen tragen”, das Maul ſtopfen” Salomons Weisheit liegt
in den oft mit Sprichwörtern verwechſelten Worten: „Unrecht
Gut gedeihet nicht”. „Hochmut kommt vor dem Fall” und „Der
Menſch denkt, Gott lenkt”
Aus Sagen und alten Volksmärchen findet man im
Büch=
mann rund 700 geflügelte Worte. Der oft zitierte Zankapfel”
war urſprünglich jener goldene Apfel mit der Inſchrift „Die
Schönſte ſoll mich haben”, den Eris, die Göttin der Zwietracht,
unter die Göttinen rollte, und der ſchließlich den trojaniſchen
Krieg entfeſſelte. „Die Gelegenheit beim Schopf nehmen” zitieren
wir aus dem griechiſchen Mythus, wonach Kairos, der Gott der
günſtigen Gelegenheiten mit einer großen Stirnlocke geſchildert
wird, die man ergreifen muß, um ihn und ſeine Gunſt zu
gewinnen.
Der Sagenheld Kadmus tötete einen Drachen, deſſen Zähne
er ausſäte. Daraus entſproſſen dann Krieger, die einander
erſchlugen. Wir nennen noch heute eine Saat der Zwietracht —
„Drachenſaat”.
Auch aus dem nordiſchen und germaniſchen Sagen= und
Märchenkreis ſtammen viele unſerer bekannteſten Ausdrücke. In
der Edda leſen wir vom Heimdall, dem jüngſten der Aſen:
„Er ſieht ſowohl bei Tag als auch bei Nacht. Er hört auch das
Gras wachſen.” Aus deutſchen Volksmärchen kennen wir die
Ausdrücke „Aſchenbrödel, Tiſchlein deck dich, Schlaraffenland,
Berſerkerwut” und die Redewendung von den „gebratenen
Tauben, die einem ins Maul fliegen”
Von deutſchen Dichtern und Schriftſtellern verdanken wir
die meiſten der geflügelten Worte Luther, Schiller, Goethe und
Leſſing. Luther, der Spracherneuerer und Meiſter der echten
Volksſprache, gab uns die Bezeichnung „Schwarmgeiſt”, „
Dunkel=
männer” und „der Fürſt dieſer Welt‟. Dagegen iſt der in dem
Wirtſchaftszimmer der Wartburg angebrachte Vers „Wer nicht
liebt Wein, Weib, Geſang .” in Wirklichkeit nicht von Luther,
ſondern entſtammt wahrſcheinlich einem italieniſchen Volkslied.
Aus den „Räubern” kennen wir die geflügelten Worte. Dem
Manne kann geholfen werden!“ „Ein freies Leben führen
wir „Hab’ mich nie mit Kleinigkeiten abgegeben”. In
dem Liede von der Glocke finden wir: „Die Jahre fliehen
pfeil=
geſchwind”. „Der erſten Liebe goldne Zeit”. „Der Wahn iſt kurz,
die Reu iſt lang”, „Da werden Weiber zu Hhänen”. Goethe
ſchenkte uns neben zahlreichen anderen unſterblich gewordenen
Worten die viel gebrauchten Ausdrücke „Das Land, wo die
Zitronen blühen”, „eine ſchöne Seele‟, „Lehr= und
Wander=
jahre‟ „Der rote Faden” „Dichtung und Wahrheit”, „
Welt=
literatur” „Problematiſche Naturen”
Aus Leſſings „Emilia Galotti” iſt das Wort vom „
Hohn=
gelächter der Hölle” bekannt, aus dem gleichen Stück ſtammen
„Tu, was du nicht laſſen kannſt” und „Perlen bedeuten Tränen”
Das Wort „Kein Menſch muß müſſen” ſteht in „Nathan der
Weiſe” ebenſo „Betrogene Betrüger” und „Es ſind nicht alle
frei, die ihrer Ketten ſpotten.”
Shakeſpeare gab uns: „Schwachheit, dein Name iſt Weib!”
„Kaviar für das Volk”. „Der Reſt iſt Schweigen” „Gut
ge=
brüllt, Löwe‟ „Anfang vom Ende‟ „Zahn der Zeit” Auch
aus der Geſchichte ſind uns viele Ausſprüche großer Feldherren,
Könige und Staatsmänner überliefert, die heute in unſerem
Wortſchatz leben. „Geld ſtinkt nicht” ſagte der römiſche Kaiſer
Veſpaſian, als er eine Steuer auf — Bedürfnisanſtalten legte.
Der Hofmaler Alexander des Großen, Apellos, wies einen
Schuhmacher ab, der ſeine Gemälde kritiſierte: „Schuſter, bleib
bei deinen Leiſten!"
„Vom Erhabenen zum Lächerlichen iſt nur ein Schritt” ſagt
Napoleon I. im Jahre 1812 auf ſeiner Flucht aus Rußland.
Friedrich der Große lehnte den Antrag des Grafen Dohna, einem
Haushofmeiſter eine beſondere Belohnung für die Ueberführung
der Ba berina nach Berlin zu gewähren, mit den Worten ab:
„Er b nur ſeine verfluchte Pflicht und Schuldigkeit getan!“
„Nied: ger hängen!” befahl der Große König, als er an einem
Des Belgierkönigs lehte Fahrk.
Die Beiſehungsſeierlichkeiten in Brüſſel.
DNB. Brüſſel, 22. Februax.
Die Trauerfeierlichkeiten zu Ehren des auf ſo tragiſche Weiſe
ums Leben gekommenen dritten Königs der Belgier fanden heute
ihren Höhepunkt und Abſchluß. In einem impoſanten Trauerzuge
wurde König Albert I. vom Schloß in Brüſſel nach der Reſidenz
in Laeken übergeführt und dort in der Gruft der belgiſchen Könige
beigeſetzt.
Die Beteiligung war gewaltig. Zahlreiche
Fürſtlichkeiten, mehrere Staatschefs, hohe Ab=;
geſandte vieler Staatsoberhäupter, die Diplo=,
maten und Militärattachés faſt aller
Länder=
nahmen teil. Die Bevölkerung umdrängte in dichten Maſſen;
die Straßen, durch die der Zug ſeinen Weg nahm. Fenſter und u boit
Balkone waren ſeit den früheſten Morgenſtunden dicht beſetzt. Bis= / Müt Eil
zum Beginn des Trauerzuges, der ſich kurz vor 12 Uhr MEZ. inu Fm Me
Bewegung ſetzte, defilierten ſeit den frühen Morgenſtunden zirkar cchiNk
40 000 ehemalige Kriegsteilnehmer mit ihren Fahnen vor dem auff P0eh
der offenen Freitreppe des Schloſſes aufgebahrten einfachen Sarg., Fi12i0
der, nur mit einer großen Fahne bedeckt, mitten in einem Meer= Fſſtge
von Blumen und Kränzen aufgeſtellt war, und an dem Generale= Jumk e
der Armee die Ehrenwache hielten. Inzwiſchen verſammelten ſiche guſatioln.
auf der Freitreppe des Schloſſes der Hof und die amtlichen Per= ſ0 Droan
ſönlichkeiten. Dann trat die hohe Geiſtlichkeit, an ihrer Spitze der Mhat, I.
Kardinalerzbiſchof von Mecheln, aus dem Schloſſe. Auf das Zeichen= elnentenc
zum Aufbruch klang von der nahegelegenen Kirche das Totenge= aNs 2
läut. Es verkündete weit und breit, daß der König ſeine letzte=
Fahrt angetreten hatte.
Milikär eröffneie den Zug.
an deſſen Spitze ſich, hoch zu Roß, der Oberſtkommandierende der
belgiſchen Armee, Generalleutnant van Emelen, mit ſeinem
Stabe=
ſetzte. Unmittelbar dahinter kamen kleinere Abteilungen der imn
Weltkriege verbündeten Heere: Italieniſche Fußtruppen; engliſche
Dragoner und Matroſen; Infanteriſten und Flieger der
franzöſi=
ſchen Armee; ſodann größere belgiſche Truppenabteilungen aller
Waffengattungen in feldmarſchmäßiger Ausrüſtung. Die
Erinne=
rung an den Krieg wurde noch ſtärker durch die folgende
Gruppe=
wachgerufen, in der Kriegsveteranen, Kriegshinterbliebene,
poli=
tiſche Gefangene aus der Zeit der Beſetzung uſw., marſchierten. Es Minn
folgten Abordnungen ſämtlicher Dienſtgrade des belgiſchen
Heeres=
der Generalſtah und die Fahnen ſämtlicher Regimenter.
Es kam nunmehr die Lafette mit dem Sarg, vor dem des
Kardinalerzbiſchof von Mecheln, umgeben von zahlreichen höhe;
ren und niederen Geiſtlichen, ſchritt. Rechts und links vom Sargn
gingen der Miniſterpräſident, die Präſidenten der Kammer und
des Senates, der Juſtizminiſter, der Innenminiſter, ſowie zwe= zen
Generäle. Dem Sarge folgte, von einem Kammerdiener geführn
das Lieblingspferd des Königs.
Geſenkten Hauptes ſchritt Kronprinz Leopold in Generalleudt
nantsuniform daher, begleitet von ſeinem Bruder. Nunmeh.
ſchloß ſich das offizielle Trauergefolge an, ſehr viele, namentlis
die fremden Prinzen und Fürſtlichkeiten, in Uniform. Man ſa
den König von Bulgarien, den Prinzen von Wales, den italienn 6 man ni
ſchen Thronfolger, den Kronprinzen von Schweden, den Prinze/ſaten gla
Axel von Dänemark, den Prinzen Nikolaus von Rumänien, einen 74 allzuvi
Prinzen von Siam und den Prinzgemahl der Niederlande. Jcſh= unter
ihren Reihen ſchritt auch der Präſident der franzöſiſchen Republi: hdwirtſch
Lebrun.
ſt ſich it
Als Berkreker des Reichspräſidenken und der Reichs
reglerung bemerkke man den Bokſchaffer von Keller
Es folgten die Mitglieder des diplomatiſchen Korps, darunter )e
deutſche Militärattaché in London, Oberſt Freiherr Geyr vor
Schweppenburg, in Reichswehruniform. Eine Gruppe franzöſiſche
Generäle in Uniform, geführt von General Weygand. Der fraw
zöſiſche Kriegsminiſter Marſchall Pétain war gleichfalls zu ſehen
Von der engliſchen Admiralität und Generalität waren Sir Rogs,
Keye und Sir Allenby erſchienen. Weiter kamen das ganze Kabe
nett, ſämtliche ehemaligen Staatsminiſter, die Abgeordneten da/
Kammer und des Senates, der Oberſte Gerichtshof und die Spitzer
aller Militär= und Zivilbehörden.
Der Trauerzug führte zunächſt zur Kathedrale Sainte Guduk,
Hier las der Kardinal ein feierliches Seelenamt und erteilte du
Abſolution. Nach dem Requiem erfolgte die Ueberführung nat
Laeken. Der Hof und die Trauergäſte folgten in ihren Wager
dem Sarge. In Laeken erfolgte der Vorbeimarſch der
Truppe=
die vom Schloß in Brüſſel bis nach Laeken Spalier gebildet
ha=
ten, ſowie der Abordnungen der fremden Truppenteile. Alsdarn
wurde der Sarg von dem Kardinal in die Krypta geleitet urd
nach kurzem Gebet dort neben den Gräbern Leopolds I. und Lex
polds II. beigeſetzt. Eine Salve von 21 Kanonenſchüſſen ſchloß de
Feier.
ſiEker und
uſtrie
ialiſiert,
Hauſe Berlins, eine Karikatur von ſich erblickte, „damit di
Leute ſich nicht die Hälſe ausrecken!“
Der Abgeordnete Baſſermann berichtete in der Frankfurt
Nationalverſammlung ausführlich über ſeltſame „Geſtalten” 1.
den Straßen Berlins. Seitdem bezeichnet man Landſtreicher urd
ſonſtige Galgenvögel als „Baſſermannſche Geſtalten”, Bismaake
ſchrieb vom Frankfurter Bundestage, daß ihn angeſichts dc
Zweckloſigkeit der Verhandlungen nur die Stimmung „gänzlich=I
Wurſchtigkeit” beherrſche. Er ſprach auch zuerſt jenes Wort deß
„die großen Fragen der Zeit nicht durch Reden und
Majoritäk=
beſchlüſſe entſchieden würden, ſondern nur durch Blut ur
Eiſen.”
1866 ſchrieb die Wiener Preſſe über den Vormarſch diß
preußiſchen Armee, die Preußen entwickelten „eine affenähnliccl
Geſchwindigkeit.”
Graf Bülow ſchloß ſeine Eröffnungsrede im Preußiſch ol
Herrenhaus 1904 mit den Worten: „Deutſchland in der Wél
voran!”, und im Chineſiſchen Kriege bekräftigte Lord Seymo )
dies Wort mit dem Befehl: „Die Deutſchen an die Front!”
Hermann=Skehr=Feier in Breslau.
Am Mittwoch fand in Breslau zu Ehren Hermann Steh?
eine Feier ſtatt. Zu dieſer Feier, die unter der Schirmherrſch (1
des Oberpräſidenten und Gauleiters Helmut Brückner ſtard
hatte Reichsminiſter Dr. Goebbels als Beauftragten den Reß
renten ſeines Miniſteriums Herrn Dr. Wismann entſandt, De
dem Dichter ein Buch des Führers ſowie ein Schreiben O‟
Miniſters überreichte. Das Buch trägt die Widmung des Fry
rers: „Hermann Stehr, dem deutſchen Dichter‟. Das Schreib”,
des Miniſters hatte folgenden Wortlaut:
Sehr verehrter Herr Stehr!
Hätte Ihnen gern während Ihrer Anweſenheit in Ber !0
meine Glückwünſche ausgeſprochen. Das iſt mir leider
ni=
möglich geweſen. Nun wird Ihnen dieſer Brief durch meir!“
Beauftragten in der Stunde überreicht werden, in der
IT=
ſchleſiſche Heimat ſich zur Feier Ihres 70. Geburtstages ru)!
In einer Stunde alſo, die für Sie von beſonderer Bedeutal,
iſt. Liegen doch in Ihrer engeren Heimat die ſeeliſchen A
geiſtigen Wurzeln Ihrer ſchöpferiſchen Kraft. Selten hat *,
Dichter in ſeinem Werk Seele und Mythos einer Landſchaft
eingefangen und geſtaltet wie Sie, aber freilich auch das T
der Erd= und Volksverbundenheit Gewachſene ſo ins Ueb
zeitliche und Unvergängliche ſo ins Ewigdeutſche zu erheben Mi
M heitliche Außenpolitik Ikaliens, Oeſterreichs und Ungarns als Gegengewicht gegen das machtpolikiſche
Gebilde der Kleinen Enkenke.
ſas bisherige Ergebnis von Budapeft.
Budapeſt, 22. Februar.
In ſpäter Abendſtunde verbreitet DNB folgende Meldung aus
Adapeſt:
Im Vordergrunde der heutigen Beſprechungen zwiſchen
Staats=
ſiee tär Suvich und den ungariſchen Staatsmännern ſtand die
ſage der Präziſion der außenpolitiſchen Linie der
Zuſammen=
ceit der bereiten drei Staaten Italien, Oeſterreich und Ungarn.
gſchloſſen wurde die Schaffung eines
Organiſations=
btuts zur Feſtlegung einer einheitlichen
außen=
ylitiſchen Linie in der gleichen Weiſe, wie die Kleine
gtente ſeinerzeit gegenſeitig bindende Marſchrouten in einem
dganiſationsſtatut feſtgelegt hat. Da die Kleine Entente durch
iſes Organiſationsſtatut die Bedeutung einer Großmacht
er=
icht hat, muß dem mit gleichen Mitteln begegnet werden. Die
nbereitenden Beſprechungen ſind abgeſchloſſen. Die
Unterzeich=
ug des Organiſationsſtatuts wird in Rom erfolgen.
*
Geheimniſſe im Donauraum.
Die Reiſe des italieniſchen Staatsſekretärs Suvich nach
tdapeſt hat ſo ziemlich alle politiſchen Kräfte im
Donau=
um entfeſſelt. Es iſt aber mehr als ſchwer, ſich ein klares
Ee in
C) von dem Spiel zu machen, das gegenwärtig in Budapeſt
ppen;
w in Wien im Gange iſt. Beharrlich wird noch immer von
r der ſim uſchiedenen ausländiſchen Zeitungen, nicht zuletzt von einem
eilung
al der Budapeſter Preſſe die Behauptung aufrechterhalten, daß
Die Eun Alien eine Zollunion mit Oeſterreich und Ungarn anſtrebe.
lgende
Wir haben ſchon einmal erlebt, daß ſich Frankreich mit
blieben
ſr Kleinen Entente gegen eine derartige
Zoll=
garſchierte) u on eingeſetzt hat, weil ſie in ihr keine wirtſchaftliche,
ſon=
giſche
denf eine politiſche Vereinigung erblickten, die das Abkommen
zm Jahre 1922, durch das die Unabhängigkeit Oeſterreichs
vor den antiert iſt, „verletzte‟. Auf dieſe Unabhängigkeit Oeſterreichs
been ſich aber eben erſt wieder die am Donauraum
intereſſier=
lreiche
hks vomech Mächte feſtgelegt. Zudem iſt ſchon jetzt ſicher, daß Frankreich
Kamma k . die Tſchechoſlowakei ſich ſofort einſchalten werden, wenn
ſuächlich ein Zollunionsplan ernſthaft zur Debatte geſtellt
er ſowſte mden ſollte.
diener 25 Verſuchten wir einmal, die wirtſchaftlichen Kräfte Italiens,
LSterreichs und Ungarn einander gegenüberzuhalten, dann
er=
genr ſich auf den erſten Blick
ſo viel Ungleichheiten,
ce man nicht recht an den Erfolg einer Zollunion dieſer drei
Graten glauben kann. Italien kann einem Land wie Ungarn
darunter
Geyr
juht allzuviel abnehmen. Die ungariſche Landwirtſchaft arbeitet
ar unter ſo günſtigen Bedingungen, daß ſie die öſterreichiſche
andwirtſchaft glatt abwürgen kann. Die italieniſche Induſtrie
ſut ſich in vielen Punkten mit der öſterreichiſchen, iſt zudem
ſiker und wird ihr nur Schaden bringen. Die öſterreichiſche
zouſtrie wieder iſt zu einem erheblichen Teil auf Erzeugniſſe
wialiſiert, die ſehr teuer ſind und in einem ſo armen Lande
Ungarn in nennenswertem Umfange kaum untergebracht
den können. An eine Zollunion glauben wir angeſichts der
ſeiſchaftlichen und politiſchen Schwierigkeiten, die mit ihr
ver=
wen ſind, nicht.
Es iſt aber nicht ausgeſchloſſen, daß Suvich verſuchen
td, die Vorbedingungen für eine
wirtſchaft=
ſhe Annäherung zu ſchaffen, die zunächſt in
Teil=
tägen ihren Ausdruck finden wird, die aber der
Aus=
tügspunkt für einen neuen politiſchen Vorſtoß
itliens auf dem Balkan ſein werden.
Lebhafte Täkigkeit der Legikimiſten.
Bu allem Ueberfluß melden ſich nun auch wieder die
Legi=
tiſten, die in der letzten Zeit in Wien wieder außerordentlich
ſt! geworden ſind und die auch durch die ihnen naheſtehenden
rſonen Herrn Suvich bei ſeiner Ankunft in Budapeſt begrüßt
hen. Sie geben ſich der Hoffnung hin, daß Italien die
Habs=
ſger Monarchie wieder aufrichten und Oeſterreich und Ungarn
ier einen Habsburger wieder vereinigen wird. Das Treiben
Legitimiſten darf, ſoweit es mindeſtens für die öſterreichiſche
nenpolitik in Frage kommt, nicht unterſchätzt werden. In
enockerzel bei Brüſſel, dem Sitz der Kaiſerin Zita und des
Erzherzogs Otto hat in letzter Zeit ein Hochbetrieb geherrſcht.
Ein Beweis dafür, wie intenſiv man an der Arbeit iſt, um
die Gunſt der Stunde zu nutzen. Vorläufig darf man insgeſamt
ein Durcheinanderſtrömen der wirtſchaftlichen und politiſchen
Kräfte feſtſtellen. Wann die einzelnen Projekte klarer in die
Erſcheinung treten, wann ſich vor allem ihre Durchführbarkeit
herausſtellen wird, läßt ſich vorläufig noch nicht vorausſehen.
Franzöſiſche Bedenken
gegenüber den italieniſchen Plänen.
EP. Paris, 22. Februar.
Der Beſuch des italieniſchen Unterſtaatsſekretärs in
Buda=
peſt wird in Paris mit großem Intereſſe verfolgt. Der „Temps”
macht ſtarke Bedenken, ja Beſorgniſſe über die
italieniſche Politik in Mitteleuropa geltend. Von
verſchiedenen Seiten, ſchreibt das Blatt, trete die Befürchtung
zutage, daß ein ſolcher italieniſch=öſterreichiſch=
un=
gariſcher Block ſich gegen den Block der Kleinen
Entente richten würde, was eine neue Gefahr
herauf=
beſchwöre, anſtatt die alte Gefahr zu beſeitigen.
Das Blatt drückt ſeine Beſorgnis über die Worte Suvichs
aus, der bei ſeiner Ankunft in Budapeſt erklärt hat, daß er
„lieber den Boden eines Groß=Ungarns betreten hätte, als das
gegenwärtig verſtümmelte Land‟. Die Reviſionsfrage, erklärt
das Blatt, könne nicht auf die Tagesordnung geſetzt werden,
denn es gelte praktiſch, Mitteleuropa zu organiſieren. — Der
„Temps” erklärt weiter, daß offizielle Anhaltspunkte für die
Bildung eines öſterreichiſch=ungariſchen Blocks
noch nicht vorhanden ſeien. Denn ſchon von vornherein rufe
eine ſolche Abſicht Reaktion bei der Kleinen Entente
hervor. Zum Schluß betont das Blatt, daß die Politik, die
gemacht werden müſſe, in der Annäherung Italiens an die
Kleine Entente im Hinblick auf ein gemeinſames Werk zum
Wohle Mitteleuropas beſtünde. Alles, was einer ſolchen
An=
näherung hinderlich ſei, müſſe aus dem Wege geräumt werden.
Die Enkwicklung in geſterreich.
Bevorſtehende Selbſtauflöſung
der Chriſtlich=Sozialen Parkei?
EP. Wien, 22. Februar.
Ueber die Entwicklung, die die öſterreichiſche Innenpolitik
jetzt nehmen dürfte, verlautet aus gewöhnlich gut unterrichteten
Kreiſen, daß eines der nächſten innerpolitiſchen
Ereigniſſe die Selbſtauflöſung der
chriſtlich=
ſozialen Partei ſein dürfte, die damit gänzlich in der
vaterländiſchen Front aufgehen und darin ſozuſagen
die Kerntruppe des Bundeskanzlers bilden wird. Mit der
Auf=
löfung würde auch eine der Hauptforderungen der Heimwehr
erfüllt ſein, nachdem die letzten Tage die Vernichtung der
Sozial=
demokratiſchen Partei gebracht haben und auch die Umwandlung
der Länderregierungen in gutoritäre Regierungen in vollem
Gange iſt.
Die beiden noch beſtehenden Parteigruppen der
national=
ſtändiſchen Front, der Landbund und die Großdeutſchen, ſtellen
gegenwärtig keine politiſchen Kraftzentren da, und es bleiben
höchſtens noch eine Reihe von Perſonalfragen zu löſen, die ſich
nach dem Verſchwinden der Sozialdemokraten nach Anſicht der
zuſtändigen Stellen leicht dürften löſen laſſen. Weiter wird von
zuſtändiger Stelle verſichert, daß zwiſchen dem Bundeskanzler
Dollfuß und dem Vizekanzler Fey ein abſolutes
Vertrauens=
verhältnis beſtehe. Damit ſeien die Vorausſetzungen für eine
Politik enger Zuſammenarbeit zwiſchen der
Vater=
ländiſchen Front und den Heimwehren geſchaffen.
Chriſtlichſoziale gegen Heimwehr.
Im Gegenſatz zur vorſtehenden Meldung verbreitet das DNB.
einen Bericht, über eine Fraktionsſitzung der Chriſtlich=ſozialen
Partei, die heute zu einer Beſprechung der durch die Auflöſung
der Sozialdemokratiſchen Partei geſchaffenen innerpolitiſchen Lage
zuſammengetreten war und in deren Verlauf eine Abordnung, der
der Verfaſſungsminiſter Dr. Enders angehört, beauftragt wurde,
mit Bundeskanzler Dollfuß über den weiteren Regierungskurs in
Verhandlungen einzutreten.
Aus maßgebenden Chriſtlichſozialen Kreiſen erfährt man über
die ſchwebenden Verhandlungen zur Beſeitigung der politiſchen
Parteien und die Neuordnung des Staates, daß die
Chriſtlich=
ſozialen eine Auflöſung nur unter der
Bedin=
gung annehmen wollen, daß gleichzeitig die
automatiſche Auflöſung der Heimwehr erfolge.
Dieſe eindeutige Stellungnahme maßgebender chriſtlichſozialer
Kreiſe verdient im gegenwärtigen Stadium ernſter
innerpoliti=
ſcher Bedeutung beſonderes Intereſſe, da die grundſätzlichen,
offen=
bar unüberbrückbaren Gegenſätze zwiſchen den politiſchen
Forde=
rungen der Heimwehr und der Einſtellung der Chriſtlichſozialen
Partei zur Neuregelung des Staates in aller Schroffheit zum
Ausdruck kommen. Es bleibt abzuwarten, welche Stellungnahme
der bekanntlich der Chriſtlichſozialen Partei verbundene
Bundes=
kanzler Dollfuß in dieſer ſich täglich zuſpitzenden
Auseinander=
ſetzung um die entſcheidende Macht im Staate einnehmen wird.
Reichsbankpräſident Dr. Schacht über Bankweſen
und Zinsfragen.
DNB. Berlin, 22. Februar.
Auf der Tagung des Großen Ausſchuſſes des Zentralverbands
des deutſchen Bank= und Bankiergewerbes ergriff auch
Reichs=
bankpräſident Dr. Schacht das Wort zu längeren Ausführungen,
in denen er u. a. erklärte:
Das deutſche Bankweſen wird heute getragen
nicht von wenigen reichen Leuten, ſondern von einer
Un=
zahl von kleinen und kleinſten Sparern und
Ge=
ſchäftsleuten. Selbſtverſtändlich haben die Banken auch
immer noch anſehnliches eigenes Kapital, aber hier handelt es
ſich noch weniger um privaten Reichtum Einzelner. Es wird die
Oeffentlichkeit intereſſieren, wenn ich hier einmal feſtſtelle, daß
von ſämtlichen deutſchen Aktienbanken mit einem
Grundkapital von 10 Millionen aufwärts über
70 Prozent des Kapitals ſich mittelbar oder
un=
mittelbar in den Händen, des Reiches uſw.
be=
findet.
Der Reichsbankpräſident beſchäftigte ſich dann mit der
Zinſen=
frage und ſtellte feſt, daß es der Reichsbank gelungen ſei, das
Kursniveau ſämtlicher feſtverzinslichen Werte an der Berliner
Börſe in den letzten zwölf Monaten der nationalſozialiſtiſchen
Re=
gierung um 13 Prozent zu heben. Wenn in den letzten Tagen
das Intereſſe am Rentenmarkt nachgelaſſen habe, ſo ſei der eine
der beiden Gründe hierfür das dauernde Gerede von
einer bevorſtehenden, mit mehr oder minder großem
Druck verbundenen Rentenkonvertierung auf einen
niedrigeren Zinsfuß.
Die Reichsregierung aber, betonte Dr. Schacht, legt den
größ=
ten Wert darauf, daß jede Zinskonverſion von der freudigen und
freiwilligen Mitarbeit der großen Sparermaſſen getragen wird,
und daß ſie davon abſieht, irgend einen Druck in der
Zinsſenkungs=
frage auszuüben.
Abſchließend ſtellte Reichsbankpräſident Dr. Schacht mit allem
Nachdruck feſt, daß der Wille der Reichsregierung, dem Arbeiter
und Sparer ſeine Kaufkraft zu erhalten, nicht im geringſten
er=
ſchüttert iſt und daß von einer Abwertung der Mark
nicht die Rede ſein kann. Trotz aller Literaten und
Projekte=
macher dürfen Sie ſich darauf verlaſſen, daß dieſe Regierung auf
dem Gebiete des Geldweſens keine Experimente machen wird.
Ge=
rade dieſe Regierung, die durch ihr eigenes Zugreifen auf dem
Arbeitsmarkt der Wirtſchaft neues Leben gibt, bedarf des
Spar=
willens des deutſchen Volkes in höchſtem Maße. Mit der
Noten=
preſſe kann jeder bürgerliche oder marxiſtiſche Stümper regieren,
die nationalſozialiſtiſche Regierung kann und will es nicht. Sie
will regieren mit dem Vertrauen des Volkes.
Hikler ſchafft Arbeit.
Weitere bewilligte Maßnahmen des
Arbeits=
beſchaffungsprogramms im Rhein=Main=Gebiek:
Tagewerke:
Ausbau der D=Straße Oppenheim—Undenheim
—Wörrſtadt und Aus—er B=Straße
Nieder=
ſolm—Stadecken—Kreuznach durch
Provinzialdirek=
tion Rheinheſſen ..
320
Ausbau der Bezirksſtraße Nr. 199 Lehnheim—
Homberg—Lehrbach durch Provinzialdirektion Ober=
1750
heſſen.
Herſtellung eines Not= und Regenauslaſſes am
Sandhof für die linksmainiſche Bergzone durch Stadt
Frankfurt a. M. . . ..
.... . . . 3500
Aufforſtung von Oedland durch Gemeinde
Preßberg . ............. 1505
ſteigern vermocht. Kunſtwerke tragen ihren Wert in ſich ſelbſt.
gibt aber Zeiten, in denen man ſich des ganzen Wertes
iees Werkes nur bewußt werden kann, wenn man zugleich
A die Umwelt blickt, in der es entſtand und geſchaffen wurde.
e haben in einer Zeit, in der wurzelloſe Literaten und
art=
de Demagogen die öffentliche Meinung beherrſchten und
frevleriſcher Umwertung aller Werte das Volk um
Vergangen=
ſt und Zukunft zu bringen drohten, in dichteriſchen Viſionen
, unvergleichlicher Gewalt das Bild des
gottſucheriſch=
genden deutſchen Menſchen aufgerichtet und durch das Mahn=
A dieſes Werkes dazu beigetragen, daß das Volk ſeiner ſelbſt
ht vergaß. Wenn wir daher in dieſen Tagen Ihrer gedenken,
it es zweierlei, das uns bewegt: Wir verehren in Ihnen
großen Dichter und fühlen uns als Träger der deutſchen
olution zugleich dem großen Kämpfer nah, der immer im
fſtand gegen den öden Materialismus einer vergangenen Zeit
ite- und zu dem wir uns freudig bekennen, weil wir uns
tes Geiſtes mit ihm fühlen.
Mit deutſchem Gruß und Hitlerheil
Ihr
Dr. Goebbels.
iedrich Zorſters „Waſa”-Drama
im Theaker des Volkes.
In Gegenwart des Reichspropagandaminiſters Dr. Goebbels
2 zahlreicher Vertreter der Reichs=, Landes= und
Kommunal=
urden, der Partei und ihrer Organiſationen und der
Deut=
en Arbeitsfront wurde am Mittwoch abend in Berlin als
eſtes Werk des „Theater des Volkes” das Drama „Alle gegen
Neu, einer für alle” von Friedrich Forſter mit
außerordent=
enn Erfolg aufgeführt. Die in jeder Beziehung muſtergültige
ſſührung ſtand unter der Leitung des Generalintendanten
Seſſiſchen Landesbühnen Franz Evert.
unge Bemerkungen zum 16. Band des „Großen Brockhaus/k).
Wenn die deutſche Induſtrie ihre Erfolge hauptſächlich
da=
a) erreicht, daß ſie ſich ſorgſam immer aufs neue dem Be=
und den Wünſchen der Kundſchaft anzupaſſen verſteht, ſo
iet der Brockhaus nach demſelben Grundſatz. Das ſozuſagen
Aliche und ſtets unentbehrlich bleibende Wiſſen des Konver=
ſationslexikons iſt auf allen Gebieten durchſetzt und bereichert
durch lebendige und höchſt willkommene Beiträge, die auf
zahl=
loſe Fragen, wie ſie jeder Tag bringt, eine Antwort geben. So
bringt der Brockhaus alles Wiſſenswerte über große
Unter=
nehmen der Induſtrie, des Handels und des Verkehrs, wobei
er auch charakteriſtiſche Einzelheiten über ihre Entwicklung
und Eigenart mitteilt. Ueber die große Schokoladenfarik Sarotti
A.=G. erfährt man, daß ihre Aktienmehrheit im Beſitz des
ſchwei=
zeriſchen Neſtlé=Konzerns iſt, der ihr die Herſtellung und den
Vertrieb ſeiner Marken in Deutſchland überlaſſen hat. Zu der
Entſtehung des Vermögens des Hauſes Rothſchild wird darauf
hingewieſen, daß der Gründer des Hauſes urſprünglich ein
Altwarenhändler, ſeine Erfolge in Finanzgeſchäften als Bankier
des heſſiſchen Kurfürſten erreicht hat, und ſpäter durch ſeine
Vermittlung von Anleihen im erſten Koalitionskriege und bei
der Finanzierung der engliſchen Feldzüge in Spanien. In dem
Abſchnitt über die Entſtehung des Röchling=Konzers im
Saar=
land werden die Verdienſte ſeines jetzigen Leiter um die deutſche
Sache im Saargebiet hervorgehoben. Der im Hinblick auf die
1935 bevorſtehende Abſtimmung beſonders wichtige Abſchnitt
über das Saarland gibt eine ſehr ausführliche Darſtellung der
Sachlage und der Tendenz der franzöſiſchen Politik. Da
näm=
lich bei den Gemeindewahlen im November 1932 die
franzoſen=
freundlichen „Saarbündler” nicht einmal 1 v. H. aller Stimmen
erhalten haben, und damit ein Anſchluß an Frankreich nicht in
Frage kommen wird, ſo arbeitet die franzöſiſche Propaganda
jetzt darauf hin, wenigſtens eine Fortdauer der
Völkerbunds=
verwaltung zu erreichen. In nationalen Fragen iſt der
Brock=
haus alſo ein treuer Berater. Auch das, was man zur
unmittel=
baren Tagesgeſchichte braucht, wie den Werdegang der
national=
ſozialiſtiſchen Führer, findet man mit den Lebensläufen Alfred
Roſenbergs, Röhms und Saukels in dieſem Bande. Zwei
Tafeln bringen die Uniformen und alle Abzeichen der SA.= und
SS.=Formationen ſowie des Stahlhelms.
Sehr eingehend wird mit einer ganzen Anzahl Karten und
vielen bunten und ſchwarzen Bildtafeln Rom und der römiſche
wird noch Erwähnung getan und mit Recht wird ſein Ausſpruch
von der verdorrten Hand und ſeine Parole: „Der Feind ſteht
Kulturkreis, und zwar der des antiken wie des päpſtlichen und
des heutigen Roms und die römiſche Kunſt behandelt. Rußlands
geſchichtlicher Entwicklung bis zur Sowjetrepublik, die mit Recht
als ſolche im nächſten Bande geſondert dargeſtellt werden wird,
iſt eine Reihe von Abſchnitten gewidmet. Geologiſche und
wirt=
ſchaftliche Karten geben einen Begriff von den ungeheuer reichen
Bodenſchätzen Rußlands und Sibiriens. Die Karte der
Geſamt=
republk zeigt, wie man die rieſigen neuen Induſtrieſtädte, alſo
auch die Rüſtungszentren planmäßig hinter den Ural nach
Turkeſtan verlegt hat, alſo außerhalb des Bereichs der
Kriegs=
flugzeuge. Bei den Abſchnitten über Rumänien läßt eine Karte
die Verteilung des Deutſchtums in Südoſteuropa erkennen. Von
deutſchen Ländern finden Sachſen Schleſien, Schleswig=Holftein
und das Ruhrgebiet eine Sonderdarſtellung. Wichtige techniſche
Fragen werden mit Schleifmaſchinen, Sägen und
Schmiede=
arbeiten (eine Tafel gibt Beiſpiele der deutſchen Schmiedekunſt)
behandelt. Der mediziniſchen Wiſſenſchaft ſind die Abſchnitte über
Röntgenbehandlung, Säuglingspflege und Sanitätsweſen
ge=
widmet, alle mit vielen guten Bildern. In der umfangreichen
Darſtellung des Rundfunks, der wirklich gemeinverſtändlich
ge=
halten iſt, da er nichts vorausſetzt, weiß der Brockhaus ſogar
Rat, wenn einmal der häusliche Radioapparat verſagt. Ein
Verzeichnis der Großſender gibt einen Begriff von der heutigen
Möglichkeit, wirklich zur ganzen Welt reden zu können, wie wir
das bei der Reichstagswahl vom 12. November miterlebt haben.
Sehr beliebt ſind die mit Noten gegebenen Anfänge von
Volks=
liedern und volkstümlichen Melodien, die eine originelle
Er=
gänzung dadurch erfahren, daß auch die Vogelſtimmen (
Rotkehl=
chen, Nohrſänger) in Noten gefaßt ſind. Dem Graphologen ſind
die Namenszüge bekannter Männer in Fakſimile willkommen.
Bei Dichtern und Schriftſtellern, die unter einem Decknamen
be=
kannt ſind, bringen die urſprünglichen Namen, wie ſie der
Brock=
haus angibt mancherlei Ueberraſchungen. Auf der Bildtafel zu
dem Abſchnitt Runen ſindet man, die älteſten Hakenkreuze als
Heilsſymbole. Urbilder der heutigen Hochhäuſer ſind die
Turm=
häuſer der italieniſchen Bergſtadt San Gimignano, wo man
ähnlich wie in New York wegen des engen Raumes gezwungen
geweſen iſt, in die Höhe, ſtatt in die Breite zu bauen. Daher
die 13 noch heute erhaltenen Turmhäuſer. Wo man auch in dem
neuen Bande blättert, überall ſtößt man auf intereſſante Dinge.
Dabei erfährt man, daß der Ausdruck Sansculotten für die
Soldaten der franzöſiſchen Revolution, der als „Ohnehoſen” auch
in das deutſche Volkslied übergegangen iſt, ſich darauf bezieht,
daß dieſe Regimenter lange Hoſen und nicht mehr Kniehoſen
wie im alten Regime getragen haben. Bekannte Staatsmänner
wie Franklin Rooſevelt werden mit ihren Maßnahmen noch
bis um die Mitte 1933 behandelt. Auch der Flucht Scheidemanns
rechts!” zeitlich ganz genau feſtgelegt. So weiß der Brockhaus
auf alle Fragen Beſcheid, und es iſt deshalb begreiflich, wenn
jeder, der den 16. Band ins Regal ſtellt, die Frage auf den
Lippen hat: Wann kommt der Siebzehnte?
Dr. F. Grautoff.
*) 792 Seiten; in Ganzleinen 23,40 RM.; in Halbleder 28,80 RM.
Bei Rückgabe eines alten Lexikons nach den feſtgeſetzten
Be=
dingungen: in Eanzleinen 21,15. RM.; in Halbleder 26,10 RM.
Nachruf.
Gottes weiſer Ratſchluß hat es gewollt, unſern hochverehrten
Seniorchef
zu ſich zu nehmen. Wir betrauern in ihm einen Vorgeſetzten
von hohen, vorbildlichen Charaktereigenſchaften und werden
wir ſein Andenken ſiets in Ehren halten.
(2254
Das Perſonal der Firma
W. Oeuſter, Darmſtadt.
ſte 4 — Nr. 53
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 23. Februar 1934
Statt beſonderer Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nacht nach ſchwerem Leiden meinen
innigſit=
geliebten Mann, unſeren treuſorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder u. Onkel
Heilnt ein: Sigein Beuſter
nach arbeitsreichem Leben, im 68. Lebensjahre, zu ſich in die Ewigkeit zu nehmen.
Wiesbaden=Bierſtadt, Rich.=Wagnerſtr. 7, den 21. Februar 1934.
Darmfiadt, Königsberg.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Philippine Deuſter, geb. Ditzel
Friedr. Brunner u. Frau Georgine, geb. Deuſter
Dr. Otio Merlau u. Frau Lilly, geb. Deuſter
Lina Schäfer als Schweſier.
Die Beerdigung findet Montag, den 26. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle
des Südfriedhofes in Wiesbaden aus ſtatt.
(225
Todes=Anzeige.
Unſerem allmächtigen Gott hat es gefallen
meinen lieben Mann, unſeren guten Vater,
Bruder, Onkel, Großvater, Schwager und
Schwiegervater
Ernſt Schmidt
nach kurzem, ſchweren, mit großer Geduld
getragenem Leiden zu ſich in die Ewigkeit
zu rufen.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
„Frau Marie Schmidt, geb. Geib
Darmſtadt, den 22. Februar 1934.
Feldbergſtraße 73.
Beerdigung: Montag, 26. Febr., nachmitt.
3 Uhr, auf dem Waldfriedhof.
Todes=Anzeige.
Allen hiermit die traurige Mitteilung,
daß unſer lieber Bruder, Schwager und
Onkel
Peter Schmitt
Schneidermeiſter
im Alter von 64 Jahren ſanft
ent=
ſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Friedel Schmitt
Gg. Pfeiffer u. Sohn.
Darmſtadt, Halberſtadt, München,
den 22. Februar 1934.
Die Beerdigung findet Samstag
nachmit=
tag um ½3 Uhr vom Portal des alten
Friedhofes aus ſtatt. (2264
Dankſagung.
Für die wohltuenden Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme und die zahlreichen
Blumen=
ſpenden bei dem Heimgang meines teueren
Gatten und unſeres lieben Vaters
Georg Hein
Kaufmann
ſagen wir auf dieſem Wege herzlichſten Dank.
Beſonders danken wir Herrn Dekan
Zimmer=
mann für die troſtreichen Worte am Grabe,
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Ottilie Hein, geb. Dittmar
Elsbeth u. Otti Hein.
Darmſtadt, den 22. Februar 1934.
Ernſt=Ludwigſtraße 20.
2257
Statt Karten
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe der Teilnahme
und liebevollen Blumenſpenden bei dem
Heimgang unſerer teuren Entſchlafenen
herzlichen Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Oitilie Eckſtein.
Darmſtadt, 22 Februar 1934
Aar
Heute nacht entſchlief nach ſchwerem Krankenlager unſer
Geniorchef
Seit eit! Ligein Beuſter
im Alter von 68 Jahren.
Als Begründer des Hauſes war er mir ein unermüdlicher, treuer
Berater und wird es ſiets meine erſie Pflicht ſein das Unternehmen
(2255
in ſeinem Geiſie weiterzuführen.
Friedrich Brunner
Inh. der Fa. W. Deuſter, Darmſtadt.
Wollen wir
kauſchen?
Der Menſch liebt
die Veränderung
u. vielleicht
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ten Sie ſtatt
Ih=
es alten
Fahr=
rades mal ein
neu. Modell, ein
modernes
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rad. — Kommen
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Heute abend entſchlief nach kurzem ſchweren Leiden mein
lieber guter Mann
Reichsgerichtsrat i. R.
Or Friedrich Buff
2 Tage nach vollendetem 75. Lebensjahre.
In tiefer Trauer:
Marie Buff, geb. Buff.
Darmſiadt, 21. Februar 1934.
Herdweg 64
Die Einäſcherung ſindet in der Stille ſtatt. Blumenſpenden ſind nicht
im Sinne des Entſchlafenen.
(2253
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Schwartenmagen, Preßkopf.
Unſere Großbäckerei gibt ab: Miſchbrot, Roggenbrot,
Schrotbrot, Vollkornbrot, Weißbrot, Ia Milch= und
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brötchen, Kuchen, Gebäck, Zwieback.
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abzugeben. (b
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Pfarrwieſenweg
255, Telef. 3087.
Gokkesdienſt der iſr. Religionsgenel
Hauptſynagoge.
Freitag, 23. Febr.: Vorabendgottesdienſt 6.00
Samstag, 24. Febr.: Morgengottesdienſt 8.45
Sabbatausgang 6.45 Uhr.
An den Wochentagen: Morgens 7.15, abds. 6.4‟
Donnerstag, 1. März: Purim. Vorabend
morgens 7.00 Uhr.
ſteitag, 23. Februar 1934
Auus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 23. Februar 1934.
Aufruf!
Aus Anlaß der „Gründungsfeier” der „Nationalſozialiſtiſchen
muifchen Arbeiterpartei” und der „Vereidigung der politiſchen
gaer” wird die Bevölkerung des Kreiſes Darmſtadt aufgefordert.
Samstag, den 24. Februar 1934, und
Sonntag, den 25. Februar 1934.
Häuſer reich zu beflaggen.
Für Sonntag, den 25. Februar 1934, ſind aus Anlaß des
dengedenktages — einer Anordnung der Reichsleitung
ent=
ſichend — die Flaggen auf „Halbmaſt” zu ſetzen.
Heil Hitler!
Darmſtadt, den 22. Februar 1934.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 53 — Seite 5
Aufeuf!
gez. Wamboldt
Kreisleiter.
Am Samstag, den 24. Februar 1934. iſt der Gründungstag der
htionalſozialiſtiſchen Deutſchen Arbeiter=Partei”. Am
Sonn=
den 25. ds. Mts., findet in Darmſtadt die feierliche
Vereidi=
jg der politiſchen Leiter des Kreiſes Darmſtadt ſtatt.
Um der Verbundenheit der Bevölkerung mit der
national=
faliſtiſchen Bewegung Ausdruck zu verleihen, fordere ich die
Ein=
hner Darmſtadts auf, die Häuſer an beiden Tagen reich zu
ſaggen.
Am Sonntag, den 25. Februar 1934, ſind aus Anlaß des
dengedenktages — einer Anordnung der Reichsleitung
ent=
ſchend — die Flaggen auf „Halbmaſt” zu ſetzen.
Heil Hitler!
Darmſtadt, den 22. Februar 1934.
gez. Wamboldt
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Anf. 19½z. Ende 22.45 Uhr.
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23 Februar / Don Pasquale.
aristag
Anfang 19.30, Ende 22.
24. Februar Am Himmel Europas.
Zuſatzmiete 18
Preiſe 0.70—3.80
Kirchliche Feier des Helden=Gedenktages.
EPH. Der kommende Sonntag, Reminiſcere, wird auch in
dieſem Jahre als Volkstrauertag, oder, wie er jetzt heißen ſoll.
Helden=Gedenktag begangen. Der Landesbiſchof der
Evangeli=
ſchen Kirche Naſſau=Heſſen hat verordnet, daß die Gottesdienſte
zur üblichen Zeit dem Helden=Gedenken gewidmet ſind. Gemäß
einer Reichsverfügung ſind die öffentlichen Gebäude, und
dem=
eutſprechend auch die Kirchen, halbmaſt zu flaggen. Da am
gleichen Tage die Vereidigung der Amtswalter der NSDAP.
ſtattfindet, ſind in den Orten, wo die Vereidigung iſt, im
An=
ſchluß an dieſe beſondere Gottesdienſte auf Anordnung des
Deka=
nats abzuhalten. Der Inhalt dieſer Gottesdienſte bezieht ſich
ausſchließlich auf den Volkstrauertag.
Im kirchlichen Verordnungsblatt erläßt der Landesbiſchof
nachfolgenden Hinweis auf den
Volkstrauertag.
Ungezählte Söhne unſeres Volkes haben ſich mit Leib und
Leben geopfert für Volk, Vaterland, Heimat, für Weib und Kind,
für Vater und Mütter, ſür Brüder und Schweſtern. Unſagbar
ſchwer ſind die Opfer, die in Kriegs= und Nachkriegszeit gebracht
worden ſind. Wer fühlt nicht bei der Größe dieſer Opfer die
Armut unſeres Feierns und unſerer Worte?
Die Augen eines Heeres von Toten ſind auf uns gerichtet.
Sie haben eine Frage an uns Sie fragen nicht bloß: Wieviel
habt ihr um uns gekämpft? Wir Toten wollen nicht bloß eure
Klage. Wir ſind im Frieden. Wir ſind auf dem Platze
geblie=
ben, an dem wir unſeren Mann geſtanden haben, in feſter
Zuver=
ſicht an Deutſchlands Zukunft. Aber ſteht ihr, ihr Lebenden, euren
Mann an eurem Platz? Lebt ihr unſer würdig? Beweiſt ihr
Hal=
tung und Willenskraft in Stunden, die vielleicht lang nicht ſo
furchtbar ſind, wie es die unſerigen waren? Wißt ihr recht zu
leben, wo wir zu ſterben wußten? Vor allem, wie ſteht ihr einer
zum andern, einer für alle? Seht unſere Gräber: Da liegen wir
nebeneinander, ohne Unterſchied der Partei, der Konfeſſion, des
Standes des Berufs: der Arbeiter neben dem Fabrikanten, der
Angeſtellte neben dem Kaufmann, der Bauernſohn neben dem
Städter, die Jungen neben den Alten, die Reichen neben den
Armen. Aber unſere Gemeinſchaft begann nicht etwa erſt im
Grabe ſie war ſchon unter uns. als wir auszogen. Wir ſtanden
ja während des Kampfes jeden Augenblick unter dem Eindruck der
Vergänglichkeit all der Güter, um die ſich ſonſt Menſchen ſtreiten,
und hatten nichts mehr als unſere Liebe zur deutſchen Erde und
zur deutſchen Heimat; da wurden wir ein Herz und eine
Seele.
Wo aber ſteht ihr, und welche Art Liebe habt ihr in
eurer Bruſt?
Volkstrauertag! Es muß ein Volk ſein, wenn ſich Dieſeits
und Jenſeits einander begegnen, wenn Tote und Lebende
mit=
einander vor Gott treten, denn Ihm leben ſie alle.
Das Heer der Gefallenen der Kriegs= und Nachkriegszeit, das
heute an uns vorüberzieht, bildet keinen unterſchiedsloſen
ein=
förmigen Zug. Denn in dieſem Heere befindet ſich auch dein
Toter, dein Gefallener. Darum iſt der heutige Tag dein
perſön=
liches Anliegen. Deutſcher, es geht um einen, der dich lieb hatte
bis in den Tod, vielleicht ohne dich mit Namen zu kennen.
Deut=
ſcher, es geht mit dieſem deinem gefallenen Bruder um unſer aller
Gut, die deutſche Erde, das deutſche Land. Deutſcher, es geht
ſchließlich darum, daß Jeſus Chriſtus Recht behält, der da
ſpricht: „Niemand hat größere Liebe, denn die, daß er ſein Leben
läßt für ſeine Freunde.”
Bekannkmachungen des Perſonalamkes.
Verſetzt wurden auf Grund des § 5 des Geſetzes zur
Wieder=
ſitellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933:
Regie=
ugsbaurat Adolf Engel beim Hochbauamt Bingen in die
zlle eines Regierungsbaurats beim Hochbauamt Schotten,
Re=
grungsbaurat Otto Braun beim Hochbauamt Friedberg in
Stelle eines Regierungsbaurats beim Hochbauamt Mainz,
huinſpektor Heinrich Schlapp beim Hochbauamt Bingen in
Stelle eines Oberbauſekretärs beim Hochbauamt Erbach
ätlich mit Wirkung vom 1. April 1934; Oberbauſekretär Joſef
nrad beim Hochbauamt Bingen in die Stelle eines
Ober=
fuſekretärs beim Hochbauamt Worms Oberbauſekretär Rudolf
6 beim Hochbauamt Erbach in die Stelle eines
Oberbauſekre=
äs beim Hochbauamt Büdingen, die beiden letzteren mit
Wir=
ſag vom 1. März 1934.
Ruheſtandsverſetzung. Am 14. Februar 1934 wurde durch
Herrn Reichsſtatthalter in Heſſen auf Vorſchlag der
Heſſi=
an Regierung der Juſtizſekretär Heinrich Peppler zu Mainz
Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Juni 1934 unter
Anerken=
ug ſeiner dem Staate geleiſteten langjährigen treuen Dienſte
ud des im nationalen Intereſſe bekundeten Opferſinns in den
Rheſtand verſetzt.
Infkfahrk-Werbeausſtellung im Soyer des Kleinen
Hauſes des Heſſiſchen Landeskheaters.
Am Samstag, den 24. Februar, findet im Kleinen Haus die
ſſtaufführung des Segelflieger=Luftſpiels. Am Himmel
Euro=
von Schwenzen=Malina ſtatt. Anläßlich der Aufführung
ſes Werkes, das der Luftfahrtwerbung dient und deſſen
Ber=
er Uraufführung unter dem von Miniſterpräſident Hermann
(ring geſtifteten Motto „Das deutſche Volk muß ein Volk von
tiegern werden” ſtand, findet im Foyer des Kleinen Hauſes eine
Asſtellung ſtatt, die der Luftfahrtwerbung dient. Die intereſſante
sſtellung iſt von der Ortsgruppe Darmſtadt des deutſchen
Luft=
utzbundes, der deutſchen Lufthanſa, der Flieger=Landesgruppe 7
Kd=Weſt und der Flieger=Gruppe der Techniſchen Hochſchule
reich=
ſt beſchickt.
Vereinigte Kriegervereine, Darmſtadt. Der Volksbund
utſcher Kriegsgräberfürſorge veranſtaltet am Sonntag, den
d. M., vormittags 11.30 Uhr, im Kleinen Haus des Heſſiſchen
andestheaters die Feier des Heldengedenktages, Der
Kyffhäuſer=
and, als größte Organiſation ehemaliger Soldaten und
Kriegs=
lnehmer, wird im Gedenken an ſeine toten Kameraden durch
blzähliges Erſcheinen ſeiner Ehren= und Dankespflicht Ausdruck
hrleihen. Die Vereine haben ſogleich das Weitere zu veranlaſſen.
idenmüller, Bezirksführer.
— Schnurrbuſchquartett. Da in dieſem Winter noch keine
mmermuſikveranſtaltungen ſtattgefunden haben, hat ſich das
kehnurrbuſchquartett entſchloſſen im Laufe der Spielzeit noch
eei Abende herauszubringen. Der erſte Abend bringt zwei
be=
dutende Werke der Kammermuſikliteratur. Beethovens
Streich=
bartett Opus 59 Nr. 1 und Mozarts herrliches Streichquintett
O=Dur. Der Abend findet am Donnerstag, den 1. März, im
einen Haus ſtatt.
Hefſiſches Landestheater.
Großes Haus
Aillte eint olddeil Wanpei.
Der zweite Opfertag des Volksbundes für das Deutſchtum im
Ausland findet Freitag, den 23. Februar, ſtatt. Im
ganzen Reich werden auch diesmal mehr als 500 000 Schüler und
Schülerinnen für die Winterhilfe des deutſchen Volkes
ſammeln, auf Straßen und Plätzen, in Häuſern, Betrieben und
Gaſtſtätten.
Der erſte Opfertag ſtand im Zeichen der blauen Kornblume.
Der zweite wird im Zeichen des VDA.=Wimpels ſtehen. Der
Wimpel erſcheint auf einer weißen Metall=Plakette mit der Um=
Der Treueſchwur der P9.
33 000 Polikiſche Leiter werden vereidigk.
Die feierliche Verpflichtung der Politiſchen Leiter und
Amts=
walter in den 32 Gauen des Reiches wird in ihrer Geſamtheit
eine bisher unerreicht gewaltige Demonſtration des
Führerprin=
zips werden. Sind es doch allein im Gau Heſſen=Naſſau
über 33 000, die durch Ableiſtung des Eides Adolf Hitler und
den von ihm beſtimmten Unterführern unverbrüchliche Treue
zu=
ſichern. In dieſer gewaltigen Zahl, die allein ſchon einen Begriff
von der trotz ihrer Größe feinen und genauen Organiſation der
Partei gibt, ſind noch nicht enthalten die Führerſchaft der
HJ. und des Arbeitsdienſtes.
Mit dem Vollzug dieſes ſymboliſchen Aktes wird das Primat
der politiſchen Führung eindeutig und klar auf die Politiſche
Lei=
tung und Führerſchaft der Partei feſtgelegt. Aber ebenſo deutlich
geht aus dem Wortlaut der Eidesformel das hohe Maß
diſzipli=
nierter Verantwortung hervor, das der Führer damit auch dem
letzten Blockwart vertrauensvoll in die Hände legt. Das
Führer=
prinzip kommt darin in ſeiner ganzen Wucht und Stärke zum
Ausdruck, daß das Treuegelöbnis zum Führer gleichzeitig eine
eidliche Bindung unbedingten Gehorſams mit den jedem
Politi=
ſchen Leiter und Amtswalter von Adolf Hitler beſtimmten
Unter=
führern darſtellt. In dieſer zuſammengeballten Kraft und der
Sicherung des Nachwuchſes durch Mitverpflichtung der HJ. liegt
die Bürgſchaft für eine Stetigkeit der gradlinigen politiſchen
Führung des Reiches auf Generationen hinaus. Von dieſem
Blick=
feld aus betrachtet, bedeutet der 25. Februar 1934 einen ehernen
Markſtein in der Geſchichte der Bewegung und des Volkes der
noch in Jahrhunderten richtunggebend für die geiſtige Haltung
des deutſchen Menſchen ſein wird.
jaus-unß Fraßenſammiung ; Kreitag, den 23. (ebruac wru
Loltstugd für das Jeutctum im Ausland.
ſchrift: „Volksgenoſſe, hilf! VDA.=Opfertag für das
Winterhilfs=
werk des deutſchen Volkes”, Kornblume und Wimpel gehören
zu=
ſammen, ſie verkörpern beide eine einzige Symbolik — die der
Treue. Als Zeichen der Treue zum Mutterlande trugen die
kämpfenden Auslandsdeutſchen die blaue Kornblume. Das Blau
der Kornblume wurde die Farbe des VDA.=Wimpels, und im
Zeichen dieſes Wimpels ſuchte der VDA. die Treue des
Auslands=
deutſchtums zu vergelten. Jetzt aber gilt es, Treue zu bekunden
den Aermſten im deutſchen Volke, denen, die ein unverdientes
Schickſal traf, und durch dieſe Treue den Willen zu wahrer
Volks=
gemeinſchaft zu bekunden.
Unter dem blauen Wimpel der Treue wird am 23. Februar
das deutſche Volk ſich zur Volksgemeinſchaft bekennen.
örntag
25. Februar
Anf. 11½ Uhr.
Gefallenen=Gedächtnisfeier. Pr. 0.30, 0.50, 1.00
Anf. 20. Ende 2 Uhr. (Außer Miete).
Muſikaliſche Feier aus Anlaß des Volks=
Preiſe 0.75, 1.00, 1.50
trauertages.
Winkerhilfswerk und Auslandsdeutſche!
Das Winterhilfswerk vergißt auch die im Ausland lebenden
Deutſchen nicht. Dies beweiſt folgender Vorfall:
In Leningrad lebt ein Deutſcher, der ſchwer zu Fuß iſt; er
braucht orthopädiſche Schuhe. Seine Mittel reichen nicht aus, ſich
Schuhwerk zu beſchaffen, das ihn von ſeinen Plagen befreit. Kurz
entſchloſſen wendet er ſich an die Gauführung des
Winterhilfs=
werks Heſſen=Naſſau mit der Bitte, ihm die Mittel zur Verfügung
zu ſtellen, die notwendig ſind, um ſeine orthopädiſchen Schuhe,
die er bei einer Frankfurter Firma hat anfertigen laſſen, bezahlen
zu können. Mit Hilfe des Ausſchuſſes „Brüder in Not” und der
deutſchen Botſchaft in Moskau kann der Bitte des
Auslandsdeut=
ſchen entſprochen werden. Voller Freude ſchreibt der einfache
Mann einen Dankbrief, der in ſeiner ſchlichten Art Zeugnis iſt
für die Volksverbundenheit aller deutſchen Brüder:
Leningrad, am 29. 1. 1934.
„Ich ſage der Gauführung des Winterhilfswerks Heſſen=Naſſau
meinen beſten Dank, daß den deutſchen Brüdern im Ausland ſo
viel Aufmerkſamkeit und Hilfe gewährt wird. Gleichfalls ſage ich
meinen beſonderen Dank unſerem lieben Herrn Generalkonſul
Sommer und den anderen Herren des deutſchen Generalkonſulats
in Leningrad, die ſich aller meiner Sachen annahmen, um mir in
meinem Leiden zu helfen. Deutſchlands Erwachen fühlen auch wir,
die wir weit vom Vaterland ſind. Das Winterhilfswerk des
deut=
ſchen Volkes iſt für alle Deutſchen ein Segen geworden! Ich hoffe.
daß es auch mir einmal möglich wird, dem Winterhilfswerk eine
Spende zukommen zu laſſen. Möge das Werk der
nationalſozia=
liſtiſchen Partei Deutſchlands mit ihrem Führer, dem
Reichskanz=
ler Adolf Hitler, weiter blühen und Frucht tragen in den Herzen
aller Deutſchen und derjenigen, die Deutſchland achten!
Mit deutſchem Gruß! Heil Hitler!
Generalangriff auf die Arbeitslofigkeitk.
Die Rechtsanwalisangeſtellken erwarken Sozialismus
der Tak!
BdB. Die Berufsgemeinſchaft der Deutſchen Büro= und
Be=
hördenangeſtellten hat ſoeben neue Maßnahmen eingeleitet, um
die Erwerbsloſigkeit unter den männlichen Rechtsanwalts= und
Notariatsangeſtellten endgültig zu beſeitigen. — Die
Voraus=
ſetzungen für das Gelingen dieſes Werkes ſind günſtige, wenn
der Wille dazu auch bei den Rechtsanwälten und Notaren
vor=
handen iſt, die Arbeitsplätze in ihren Büros zu vergeben.
In einem ausführlichen Schreiben an die Vorſtände aller
Anwaltskammern und an die Fachgruppe Rechtsanwälte im
Bunde Nationalſozialiſtiſcher Deutſcher Juriſten ſtellt die
Reichs=
fachgruppenleitung Rechtsanwalts= und Notariatsangeſtellte feſt,
daß leider alle Empfehlungen der Reichsanwaltskammer, die
dringenden Hinweiſe der Reichsregierung auf Beſeitigung der
Arbeitsloſigkeit freiwillig zu unterſtützen, bisher nicht den
ge=
wünſchten Erfolg gezeitigt haben. Kraſſe Beiſpiele unſozialen
Verhaltens werden in dieſem Schreiben aufgeführt, ſo, wenn
z. B. in einem Ort, an dem etwa 30 Anwälte ihren Sitz haben,
neben 6 männlichen Angeſtellten, von denen 3 jetzt ſogar zur
Entlaſſung kommen ſollen, 44 weibliche Angeſtellte vorhanden
ſind und weiter beſchäftigt werden! — In den deutſchen
An=
waltskanzleien arbeiten insgeſamt mindeſtens 15 000 weibliche
Angeſtellte; ſorgfältiges Studium hat die
Reichsfachgruppenlei=
tung davon überzeugt, daß mit einem Schlage die geſamten
ar=
beitsloſen männlichen Berufskameraden (etwa 10 Prozent
die=
ſer Zahl) untergebracht werden könnten, wenn nur die „echten”
Doppelverdienerinnen zur Entlaſſung gebracht werden. — Die
Entſcheidung in dieſer Frage haben nach dem Willen der
Regie=
rung der ſozialen Revolution die Rechtsanwälte ſelbſt. Sie legt
ihnen die Verantwortung, aus ſozialem Mitgefühl heraus und
nach den Geſetzen der ſozialen Gerechtigkeit zu handeln, in aller
Schwere auf!
Die Reichsfachgruppenleitung betrachtet es als ihre
vor=
dringliche Aufgabe, in den nächſten Wochen in örtlichen
Ver=
handlungen das Recht der arbeitsloſen Kameraden auf einen
Arbeitsplatz gegen ſoziales Unverſtändnis und Böswilligkeit mit
allen Mitteln geltend zu machen und durchzuſetzen.
Aufruf!
An alle erwerbsloſen Rechtsanwalts= und Notariatsangeſtellten!
Es ergeht hiermit an alle erwerbsloſen Rechtsanwalts= und
Notariatsangeſtellten die dringende Aufforderung, ſich umgehend
bei der Berufsgemeinſchaft der Büro= und Behördenangeſtellten
(Schulſtraße 7, I., Telephon 3128) zu melden, da wegen der
Be=
ſchaffung von Arbeitsplätzen mit der hieſigen Anwaltskammer
Verhandlungen geführt werden und die Vermittlungstätigkeit
be=
reits eingeſetzt hat.
Beſchneiden von Hecken und Buſchwerk. Die
Polizeidirek=
tion weiſt darauf hin, daß Hecken und Buſchwerk, deren Zweige
auf öffentliche Fahr= und Fußwege hinausragen, mit Rückſicht auf
den Straßenverkehr zurückzuſchneiden bzw. zurückzubinden ſind.
Das Zurückſchneiden iſt nach Artikel 8 des Naturſchutzgeſetzes vom
14. 10. 1931 zum Schutze der Vögel und der Vogelbruten in der
Zeit vom 1. März bis 1. Auguſt eines jeden Jahres verboten.
Zuwiderhandlungen werden beſtraft.
it
TÖS.
Geioähik ducch oiele tange Jahte!
Wote!
Gekannt aßs grundsé
Seite 6 — Nr. 53
Aus der 759A.
NSBO., Amtswalterappell.
Heute, Freitag, den 23. Februar 1934. abends 20 Uhr, findet
im großen Saal des Gewerkſchaftshauſes Bismarckſtraße 19, ein
Amtswalterappell ſtatt. Bei dieſem Appell werden die vorläufigen
Amtswalterausweiſe ausgehändigt. Gleichzeitig iſt ein Formular
über die vollzogene Vereidigung auszufüllen und abzugeben.
Es iſt notwendig, daß alle Amtswalter, von denen ein
der=
artiger Ausweis ausgefüllt wurde, ſich einfinden, da ſie ſonſt zur
Vereidigung nicht zugelaſſen werden können.
Alle Ortsgruppen=Betriebszellen=Obmänner treten bei der
zu=
ſtändigen Ortsgruppe der NSDAP. zum Appell an, ſofern ein
ſolcher noch vor Sonntag ſtattfindet.
Alle Ortsgruppen=Betriebszellen=Obmänner treten am
Sonn=
tag, den 25. Februar 1934, zur Vereidigung, ſoweit ſie
uniform=
bzw. braunhemdberechtigt ſind, bei der zuſtändigen Ortsgruppe
der Partei vormittags 7.45 Uhr auf dem Mercksplatz an.
Sonderabteilung 10 der Gauführerſchule der NSDAP.
Schulungskurſe.
Der Unterricht fällt am heutigen Tage für alle Kurſe aus.
Die Referenten treten bei dem Amtswalterappell mit an.
Zachow.
Der Gauſchulungsleiter.
Der Zentralſchulungskurſus in Frankfurt
a. M. findet am Samstag, den 24. Februar, anläßlich des
Gau=
parteitages, in Form einer feierlichen Sitzung bereits um 2 Uhr
nachmittags im feſtlich geſchmückten Stadtverordneten
Sitzungs=
ſaal im Römer ſtatt. Bei dieſer Sitzung ſpricht der
Gauſchulungs=
leiter. Anſchließend werden Ausweiſe ausgegeben.
An dieſem Zentralſchulungskurs nehmen bevorzugt teil: Die
Kreisſchulungsleiter, ſämtlicher, Ortsgruppenſchulungsmänner und
Schulungsbeauftragten der PO., die Schulungsleiter der NSBO.
und der Frauenſchaften. Die Teilnahme in Uniform iſt Pflicht.
Parteigenoſſen können nur zugelaſſen werden, ſoweit
Raummög=
lichkeit vorhanden iſt.
Ortsgruppe Darmſtadt. Gutenberg.
Freitag, den 23. Februar, 2.20 Uhr: Antreten ſämtlicher
poli=
tiſcher Leiter der Ortsgruppe auf dem Riegerplatz. Anſchließend
Beſprechung im Martinsglöckchen. Dienſtanzug. Entſchuldigungen
können nur in dringendſten Fällen berückſichtigt werden. Die
ruck=
ſtändigen NS.=Briefe ſind abzurechnen.
NSV. der Ortsgruppe Steinberg, Hochſtr. 44 (Viktoriaſchule).
Brotausgabe am Freitag, den 23. Febr., in der Zeit von 9
bis 13 und von 15 bis 18 Uhr.
NSV. der Ortsgruppe Rheintor (III).
Gutſcheine für Spitzenroſetten ſind in der
Geſchäfts=
ſtelle, Rheinſtraße 62 (Bauernkammer), zu haben.
NSV. der Ortsgruppe Gervinus.
Nächſte Brotausgabe am Freitag, 23. Febr.
vormit=
tags 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 3 bis 5 Uhr. Die
Emp=
fänger von Arbeitsloſen=, Kriſen= und Wohlfahrtsunterſtützung
haben ihre Stempelkarte vorzulegen.
NV.=Volkswohlfahrt der Ortsgruppe Beſſungen.
Bei der am 23. Februar ſtattfindenden Brotausgabe in
der Geſchäftsſtelle. Eſchollbrücker Straße 18, iſt außer der weißen
Meldekarte des Winterhilfswerks die grüne Stempelkarte
mit=
zubringen.
NS.=Volkswohlfahrt der Ortsgruppe Schloßgarten.
Die Brotausgabe findet am Freitag, den 23. Febr.,
von 8 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags ſtatt. Kücheneſſer
erhalten kein Brot. Ausweiſe ſind mitzubringen.
Schutzſtaffeln der NSDAP., SS.=Nachrichtentrupp 33/XI.
Für obige Formation erfolgen Neu=Aufnahmen bis zum
24. 2. 1934. Schriftliche Anträge (auch von Angehörigen der
Hitler=Jugend) umgehend an SS.=Nachrichtentrupp 33/XI.
Darm=
ſtadt, Wilhelmſtraße 6 II.
NSBO.
Die NSBO.=Geſchäftsſtelle bleibt wegen organiſatoriſcher
Arbeiten bis einſchließlich Montag, den 26. Februar, geſchloſſen.
Sprechſtunden finden nur Freitag, den 23. Febr., von 4 bis
6 Uhr nachmittags, ſtatt.
Auslandsſchulden anmelden!
Die Anmeldeſtelle für Auslandsſchulden fordert erneut alle
Perſonen, Firmen und Körperſchaften auf, ihre Auslandsſchulden
anzumelden. Als Stichtag gilt der 28 Februar 1934. Die an
die=
ſem Tage beſtehenden Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem
Auslande (oder dem Saargebiet) ſind bis zum 7. März
anzu=
melden.
Anmeldepflichtig iſt ohne Rückſicht auf die Höhe des
Schuld=
betrages jeder Schuldner, der von der Anmeldeſtelle für
Aus=
landsſchulden unmittelbar durch Zuſendung von Vordrucken zur
Anmeldung aufgefordert wird, im übrigen jeder Schuldner, deſſen
Geſamtverpflichtungen gegenüber dem Auslande im Nennwert
oder Gegenwert 5000 RM. oder mehr betragen.
— Deutſch=Evangeliſcher Frauenbund, Ortsgruppe Darmſtadt.
Die erſte Mitgliederverſammlung im neuen Jahre geſtaltete ſich
zu einem vielverſprechenden Auftakt für die Arbeit der
Orts=
gruppe. Der in der Einladung angekündigte Beſuch von Frau
Oberpfarrer Leichte=Gotha, der neu berufenen Führerin des
Mitteldeutſchen Verbandes, hatte eine überaus große Beteiligung
bewirkt. In herzlicher Begrüßung gab die 1. Vorſitzende Frau
Bernbeck, ihrer Freude darüber Ausdruck und bot dem Gaſt einen
warmen Willkommensgruß. Frau Leichte dankte für das
ent=
gegengebrachte Vertrauen und gab dann eine lebendige
Schilde=
rung der Eindrucke bei dem am 1. Februar erfolgten Wechſel in
der Bundesleitung in Hannover. Sie gedachte voll Dankes der
33jährigen ſegensreichen Tätigkeit der ſcheidenden Führerin,
Frau Paula Müller=Otfried, die, die Forderungen der
Gegen=
wart erkennend, ihr Werk jüngeren Händen übergab. Die neue
Bundesführerin, Lic. Meta Eyl, bringe eine hervorragende
Eig=
nung für das Amt mit. In ihrer kraftvollen, zielbewußten
Antrittsrede bekannte ſie ſich zu den Forderungen der neuen Zeit,
denen gerecht zu werden ſie ſich bemühe, da ja alle, in den
gro=
ßen Raum der öffentlichen Verantwortung geſtellt, daran
mit=
arheiten müſſen. Wir deutſch=evangeliſchen Frauen müſſen dies
im vollen Bewußtſein der Grundlagen unſeres Glaubens. Mit
der Bitte um Vertrauen für die neue Führerin ſchloß Frau
Leichte ihre Ausführungen. Einen hohen Genuß bot uns Frl.
Lotte Dornbuſch durch ihr meiſterhaftes Violinſpiel, von Frl.
Baltz verſtändnisvoll auf dem Klavier begleitet. In den Dank
für Frau Leichte und die Künſtlerinnen ſchloß Frau Bernbeck
die Verſicherung ein, daß die Ortsgruppe voll Vertrauen hinter
beiden neuen Führerinnen ſtehe, deren Arbeit dem Deutſch=
Evan=
geliſchen Frauenbund Segen bringen möge.
— Hausfrauenbund. Sehr zahlreich hatten ſich die Mitglieder
am Dienstag abend im Saal der Traube eingefunden, um Frau
Lettinger=Vogel’s anmutigen Schilderungen von „Wochentag und
Wochenend” zu lauſchen, die durch wunderhübſche farbige Lichtbilder
aufs wirkſamſte unterſtützt wurden. In reichem Wechſel zeigten
dieſe Bilder teils die Reize deutſcher Landſchaft, die nur
Wochen=
endfahrten genießen laſſen, teils ließen ſie nur Blicke tun in das
Familienleben des Alltags, in Sport und Jugendtreiben.
Be=
ſonderes Wohlgefallen erxegten Momentbilder aus der
Kinder=
ſtube und dem fröhlichen Spiel unſerer Kleinſten. Aber auch aus
ferner Vergangenheit tauchten Bilder auf, die von den primitiven
Verkehrsverhältniſſen unſerer Ahnen erzählen. Einen Kontraſt
da=
zu bildeten die lebhaften Schilderungen aus der Jetztzeit, die
mächtigen Anlagen unſerer Nahrungsmittelinduſtrie tauchten auf
und das Beſtreben der Rednerin, den anweſenden Hausfrauen
einzuprägen, daß es ihre Pflicht ſei, die Erzeugniſſe der deutſchen
Induſtrie zu bevorzugen, ihren Abſatz zu fördern, kam in
eindring=
licher Weiſe zum Ausdruck. So endigte der Streifzug durch
Wochen=
tag und Wochenend mit einem lebendigen Appell an die
Vater=
landsliebe der verantwortungsbewußten deutſchen Frau.
— Schülerabteilung Turngemeinde 1846. Am Samstag, dem
24. Februar, trifft ſich die geſamte Schülerabteilung (Ablt. 1
und 2) um 3 Uhr zu einem Marſch am Tierbrunnen. Rückkehr
gegen 6.30 Uhr.
Tageskalender.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Freireligiöſe Gemeinde, Mozartſaal, Schulſtraße 8.
Bortrag. 20 Uhr. Sprecher Rudolf Kaiſer.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 23. Februar 19341
* Munohalfohanfiiſcei Kunatwie.
Der D.H.V., Ortsgruppe Darmſtadt, hatte für geſtern abend
zu einer Mitgliederverſammlung in den Fürſtenſaal eingeladen.
Der Kreisgeſchäftsführer Heilmann begrüßte im Auftrage
des Vertrauensmannes Pg. Herold die erſchienenen
Berufskame=
raden. Er hoffe, daß die Zuſammenarbeit mit ſeinen
Berufs=
kameraden eine vertrauensvolle ſein werde, und verſprach, ſtets
für ſeine Berufskameraden zu arbeiten.
Der Redner des Abends, Bezirksbildungsobmann, Pg.
Dett=
mer, ſprach über den „Nationalſozialiſtiſchen
Kul=
turwillen‟. Er bedauerte, daß der Beſuch des Vortragsabends
nicht ſtärker ſei, die anweſenden Berufskameraden mögen ihre
Be=
rufskameraden zur Gefolgſchaft an den Sprechabenden heranholen.
Wenn er von dem Nationalſozialiſtiſchen Freiheits= und
Kul=
turwillen ſpreche, ſo müſſe er betonen, daß es ſich nicht um
außen=
politiſche Aktionen und um Anexionen bei Behandlung des
Themas handle, ſondern um die ganze freie Entfaltung des
deut=
ſchen Menſchen nach ſeinem Herzen, nach ſeinem Weſen, alſo auf
allen Gebieten ſeines Volkslebens. Wir hatten in Deutſchland ein
ungeheures Syſtem der Ueberfremdung. Fremder Geiſt droſſelte
unſeren Geiſt ab. In bezug auf ſeine ſeeliſchen tiefen Werte war
das deutſche Volk geknechtet und geknebelt. Als der Schlag gegen
die November=Republik geführt wurde, und die große deutſche
Spannungskraft zum artgemäßen deutſchen Leben durchbrach, da
hieß es im Ausland „der Urwald” der „Barbarismus” dringe
vor. Aber die franzöſiſchen Ideen machen wir uns nicht zu eigen.
Die Unechtheit der Ideen der franzöſiſchen Revolution haben wir
zutiefſt aus eigener Seele überwunden. Wenn wir heute ſuchen,
dem Kultur= und Volksleben einen neuen Stil zu geben, dann
iſt es nötig, zu erkennen, was in den letzten 150 Jahren vor ſich
ging. Kultur kann man nicht durch einen Willen machen, Kulturen
müſſen wachſen aus dem Innern eines Volkes. Durch die
national=
ſozialiſtiſche Idee und Revolution iſt erſt wieder der Weg
geſchaf=
fen für eine echte deutſche Kultur.
Ende des 18. Jahrhunderts brachen die weſtlichen Ideen in
unſere deutſche Art ein. Redner entwickelte nun einen
geſchicht=
lichen Rückblick von der Durchdringung franzöſiſcher liberalen
Ideen in Deutſchland. Früher war man ſich der Gefahren des
Judentums bewußt, aber im Zuge der liberalen Ideen wurde
1830 der Jude Staatsbürger. Im Zuge franzöſiſcher Ideen verfiel
dann Deutſchland fremden Einflüſſen ſo ſtark, daß das deutſche
Volksleben faſt zugrunde ging. Die Techniſierung brachte es
wei=
ter mit ſich, daß der Materialismus Wurzel ſchlug. Charakterliche
Werte wurden zunichte gemacht, wirtſchaftliche und materielle
Dinge traten dafür in den Vordergrund. Die Glaubensloſigkeit,
die kalte Berechnung ohne Herz und Verantwortung gegenüber
dem deutſchen Menſchen iſt das Spiegelbild fremdartiger Einflüſſe.
Der Nationalſozialismus rechnet nicht mit Materialismus.
Unſer Führer Adolf Hitler handelt nur aus echt deutſchem
In=
nern zum Wohle ſeiner Volksgenoſſen und mobiliſiert wieder alle
guten Kräfte des deutſchen Menſchen. Der Geiſt des Kapitalismus,
des Rationalismus, Materialismus — auch der Marxismus
ge=
hört hierher — beherrſcht heute noch faſt alle Völker des
Abend=
landes. Gegen raffinierte Unterdrückungsverſuche mußte ſich ein
geſundes Volk, wie es das deutſche iſt, erheben. Dem Vordringen
fremder Imperien in unſer Land mußte endlich Einhalt geboten
werden. Der Kommunismus, die Dollardiplomatie durch Gabe
von Anleihen, das Judentum. als zerſtörende Macht, und viele
andere fremde Imperien ſahen ihre Zeit zur Machtergreifung
ge=
kommen. Von den Aerzten waren beiſpielsweiſe 48 Prozent, von
Wohlfahrtsärzten 62 Prozent, von Rechtsanwälten 54 Prozent
und von Theaterdirektoren gar 80 Prozent Juden. Sie beſetzten
die Poſitionen, die gerade auf deutſche Art entſcheidendſte Einflüſſe
haben.
Jeder weiß wie nahe wir dem Chaos infolge 3
herrſchenden geiſtigen fremden Einflüſſe waren. Die nation-0 3
Revolution hat den Willen, auf legalem Wege fremde
Einflüſſe=
beſeitigen. Die Wende war das Weltkriegserlebnis. Aus don
Frontſoldatentum, bei dem die Kameradſchaft rein erwuchs,
wuchſen uns die Menſchen, die uns zeigten, was wir Deut:ſ)
wert ſind. Die echt deutſchen Männer machten ſich Gedanken dr
über, wo die Fremdelemente ſind. Die Grundtatſache des
Vorh=
denſeins des deutſchen Blutes bewirkte, unſer ſiegreiches Sta-0
halten gegen eine ganze Welt. Dieſe Frontſoldaten revolutionfi=
Rcib
ten und mobiliſierten das ganze deutſche Volk und ließ es
Mei
wieder beſinnen auf ſeine deutſche Art, ſein deutſches Blut. Je=/ Sio geſch
einzelne fühlt es, wenn der Führer ſpricht, daß die Worte uns au
der Seele geſprochen ſind, weil er unſeres Blutes iſt und Zu ſh0le.
kriſtallklar zum Ausdruck bringt, was uns im Herzen lebt. Nerlg
dem Gedanken des Vorhandenſeins der Raſſe, des Blutes
lebt=
uns der Führergedanke. Der Entſtehungsprozeß der deutſchen ſe ſuſ 1
meinſchaft zeigt, daß gerade der geſunde, unverbildete Arbe ig uusjahl.
Träger der nationalſozialiſtiſchen Revolution wurde. Männer, 1 ſent aus9
mit deutſchem Boden verwurzelt ſind, fanden zuerſt die Wege 2u biel. 9
hemach te
Gedanken Adolf Hitlers.
zen wird
Der Kampf geht nach nationalſozialiſtiſcher Auffaſſung m fhn wer
Erhaltung des Blutes und Erhaltung der Art und Raſſe. Es w. dem 2
immer Träger geſunden deutſchen Blutes gegeben, echt deutM grſellung
Dichterperſönlichkeiten, wie z. B. Paul Ernſt u. a. Unſer Kaxy
Gerg
geht um Charakterwerte, um germaniſches Sittlichkeitsgefühl.
deutſchen Führer haben den Weg zum Herzen des Volkes gefundim ſeie. Le
ich den
Der Nationalſozialismus ſchuf die Vorausſetzung für eine nz
Kulturentwicklung. Eine geſunde natürliche Führerausleſe wd i Wltß.
hoben
heute getroffen. Redner definierte hier den Begriff der deutſcr
Kultur. Kultur iſt das Veredeln der in unſerem Herzen vermſ ſu de S.
bahn u
kerten Kräfte. Kultur iſt volksgeartet. Volkskultur läßt ſich ni
von einem Blut, von einer Raſſe auf anderes Blut, auf erw/ LI. Bu
anderen Raſſe übertragen. Es geht den nationalſozialiſtiſc /)s Turnp
Kämpfern um den „Raſſenmythos”. Kultur braucht nicht urd/ Führer
dingt große techniſche Mittel, Kultur kann in ganz einfacknus familid
ſchlichten Formen zu uns kommen, z. B. im einfachen Volksküſls die Be
das Herz und Gemüt erfaßt. In dem Feierſtundenwerk ſollen MSraße Bu
beiter, Angeſtellte und Unternehmer vom deutſchen Blut gleich, lotoradſt
maßen erfaßt werden. Jeder einzelne muß an dem neuen Lebe, mftlos liet
ſtil mitarbeiten. Ein Volk aus einem Guß, aus einem Blut wic lus verbra
geſchaffen. Kulturen wachſen langſam, daher die Mahnung: Wig bſchädigt.
heute, kurz nach dem Aufbruch noch nicht alles vollendet iſt, da ſäädigter 3
ſoll nicht genörgelt werden. Es iſt noch eine hohe Aufgabe zu A igt noch ni
füllen. Was in der Deutſchen Arbeitsfront kulturpolitiſch, erziell ſich derſelbe
riſch zu leiſten iſt, iſt ernſter Dienſt am Volke. Kämpfer der M Ca. Lo
beit und Träger der deutſchen Kultur ſollen wir zugleich ſi fahnenr
Mögen alle Berufskameraden Kämpfer dieſer Idee werden, di ire diesjäl
wird das Reich befreit von aller fremden Art, ſich erfüllen mit A nuen Fahn
Seele und dem Blut unſeres Volkes. Heil Hitler! Lebhafter Be leiter, Pg.
fall dankte dem Referenten.
Sandarteni
Kreisgeſchäftsführer Heilmann mahnte in ſeinem Sch11 g0 hob
wort nochmals eindringlich, die kommenden Veranſtaltungen „ eue heil
gen ſtark beſucht werden, denn die vorzüglichen Ausführungen
Referenten und die Referate ſpäterer Redner müßten von a
it
Mitgliedern gehört werden. Er wies dann darauf hin, daß
einzelnen keine Rechte dadurch verloren gehen, daß die Neugeſ)
tung der Verbände erfolgt. Nichts ſoll zerſtört ſondern alles C
erhalten und ausgebaut werden. Wir haben ſchon gute kultur
Einrichtungen, wie z. B. die deutſche Hausbücherei, der alle
treten ſollten. — Da keine Wortmeldungen vorlagen, wurde
Verſammlung mit einem dreifachen „Sieg=Heil” dem Führer gEhm
in. Mit
ſchloſſen.
Die Aufrechkerhaltung der Anwarkſchaft
Arbeitsloſe in der Invalidenverſicherung.
stpa. Die
ſchreibt uns:
Landesverſicherungsanſtalt Heſſen
Nach § 14 des Geſetzes zur Erhaltung der Leiſtungsfähigkeit
der Invaliden= der Angeſtellten= und der knappſchaftlichen
Ver=
ſicherung vom 7. Dezember 1933 wird ab 1. April 1933 auch die
Zeit, während der ein Arbeitsloſer verſicherungsmäßige
Arbeits=
loſen= oder Kriſenunterſtützung erhält oder aus der öffentlichen
Fürſorge unterſtützt wird, als Erſatzzeit für die Aufrechterhaltung
der Anwartſchaft in der Invalidenverſicherung angerechnet. Dieſe
Erſatzzeit iſt von den Umtauſchſtellen der Quittungskarten der
Invalidenverſicherung (Bürgermeiſtereien und
Verſicherungs=
ämtern der Städte) auf Grund amtlicher Unterlagen in die
Quittungskarten einzutragen.
Weiterhin können nach § 25 des obigen Geſetzes Perſonen,
die ihre Verſicherung vernachläſſigt haben, freiwillige Beiträge für
die Zeit vom 31. Dezember 1930 ab noch bis zum 31. März 1934
nachbringen. Entſprechende Anträge ſind mit Rückſicht auf die
Ende März 1934 ablaufende Friſt entweder unmittelbar bei der
Landesverſicherungsanſtalt in Darmſtadt, Wilhelminenſtraße 34,
oder bei den Bürgermeiſtereien bzw. ſtädtiſchen
Verſicherungs=
ämtern unter Vorlage der Gebrauchsquittungskarte und der
Aufrechnungsbeſcheinigung zu ſtellen.
hervorragend bewährt bei
Rheuma • Gicht
Kopfschmerzen
Ischias, Hexenschuß und
Erkältungskrank-
heiten. Stark harnsäurelösend,
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Sondergericht.
Aw. Wieder tagte am Donnerstag das Sondergericht,
wieder wegen Schwätzereien, die an Dummheit und teilweiſe auch
bodenloſer Gemeinheit nichts zu wunſchen übrig ließen. Der
Zimmermann Johannes Maſſot aus Lorſch fühlte
ſich bemüßigt, in nicht mehr ſehr nüchternem Zuſtande ſeinem
an=
ſcheinend noch gut zentrümlichen Herzen Luft zu machen. Da
Trunkenheit heutzutage zum Glück keine Entſchuldigung mehr iſt,
erhält er vier Monate Gefängnis.
Der frühere Kommuniſt Heinrich Geiß von hier
er=
hielt acht Monate Gefängnis, weil er eine herabſetzende
Bemerkung über die Winterhilfe machte. Er war auch noch
wegen anderer Bemerkungen angeklagt, doch konnte das nicht
genügend geklärt werden.
Am Vormittag wurde gegen den Studenten Heinrich
Lau=
ber von hier und gegen den aus der Pfalz gebürtigen Schüler
Rudolf Ludwig verhandelt, weil ſie verſucht haben ſollen, den
organiſatoriſchen Zuſammenhalt einer verbotenen Partei
auf=
rechtzuerhalten, und weil ſie Greuelgeſchichten verbreiteten. Die
Verhandlung findet wegen Gefährdung der
Staats=
ſicherheit unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit
ſtatt. Lauber war Mitglied der NSDAP. ſchon im Jahre 1929
geworden, war aber dann 1932 wieder aus irgendeiner
perſön=
lichen Verärgerung ausgetreten und hatte ſich der Schwarzen
Front angeſchloſſen. Es iſt ihm jedoch irgendeine Verbindung
mit der Schwarzen Front nach deren Verbot nicht nachzuweiſen,
ſo daß hier Freiſpruch zu erfolgen hat. Die beiden Junglinge
ſind auf jeden Fall nicht gewöhnt und anſcheinend auch nicht
willens, ſich auch einmal unterzuordnen, ſie wiſſen alles viel
beſſer und haben im großen und ganzen noch recht unreife und
unausgegorene Anſichten. Das wird ihnen denn auch zugute
ge=
halten und ſie erhalten wegen Verbreitung von
Greuelnachrich=
ten — Verbreitung einer illegalen Zeitſchrift — jeder vier
Monate Gefängnis. Die Unterſuchungshaft wird Lauber
mit zwei Monaten, Ludwig mit zwei Monaten und zwei Wochen
angerechnet.
Aus Heſſen.
Opfer der Arbeif.
Beim Abmontieren von Kupferdrähten zu Tode geſtürzt.
Mör Feier
bilichtu=
MAitglieds
ſunrd neue
den.
Wrts
dinnerte,
Am Donnerstag vormittag gegen 11,35 Uhr verunglückte Mikreits fert
33jährige Elektromeiſter Walter Schug an der Bauſtelle 9Aſt wir da
Stauſtufe am Main, Mönchhof gegenüber Edersheim, töd lihlng der
Schug war mit mehreren Arbeitern damit beſchäftigt, von ein eil der
Freilichtleitung die ſtarken Kupferdrähte abzumontieren. Er hoſ in und
mit Steigeiſen einen zirka 12,50 Meter hohen Maſt beſtiegen
löſte die Kupferſtränge unter Benutzung eines Flaſchenzuges. da ohle mit
von der Erde aus bedient wurde. Hierbei brach der Maſt, auf deß ung des
ſich Schug befand, über der Erde ab und ſtürzte um. Durch 2u
ſchlagen gegen die eiſernen Träger der Iſolierköpfe erlitt Sch
einen ſchweren Schädelbruch und einen Beinbruch. Schug iſt ſein
Verletzungen alsbald erlegen. Der Verunglückte, der in Edershe
beheimatet iſt, hinterläßt eine Frau und zwei Kinder.
Dg. Arheilgen, 22. Febr. Vortrag über Maßnahme
zur Förderung des heimiſchen Obſtbaues. Fu
berater Brücher ſtreifte kurz die Notwendigkeit der Hebung.
Obſtbaues. In der Obſterzeugung müſſe unbedingt eine Qualital
verbeſſerung Platz greifen, um den deutſchen Obſtbedarf decken u
das ausländiſche Obſt ausſchalten zu können. Dann nahm Hef
Obſtbauinſpektor Behne das Wort. Redner betonte, wenn m
heute durch die Obſtfluren gehe, müſſe man trotz der vielſeitig
Maßnahmen der letzten Jahre immer noch die Wahrnehmun
machen, daß der größte Teil der Bäume ſchlecht gepflegt und und
ernährt ſei. Vor allem müßten die Bäume gelichtet werden. Wen
dadurch auch der Ertrag verringert werde, ſo liege der Erfolg
einer unbedingren Qualitätsverbeſſerung. Dazu ſeien aber a
Stammpflege und planmäßige Düngung notwendig. Die weiten
Ausführungen galten den Maßnahmen der Regierung zur För
rung des Obſtbaues. Neuerdings habe das Kreisamt Darmſta
eine Verfügung erlaſſen, wonach in den einzelnen Gemein!
Kommiſſionen zu bilden ſind, die die Obſtkulturen zu überwach
und die Entfernung untauglicher Bäume anzuregen haben.
Cp. Braunshardt, 20. Febr. Der Gemeinderat hat
ſchloſſen, wegen der Eingemeindung Braunshardts m
Weiterſtadt Verhandlungen mit den maßgebenden Stellen aufl
nehmen. Braunshardt hat über 500 Einwohner; ſeine Gema
kung iſt 472 Hektar groß.
Ci. Erbach, 22. Febr. Jahreshauptverſammlu
des Militär= und Veteranenvereins. Der Verein
führer, Herr Baurat Nodnagel, gab den Jahresbericht, 91
vor allem die ſoziale Tätigkeit des Vereins zeigte; wiederum wul
den — wie ſeit einer Reihe von Jahren ſchon — recht anſehnl
Beträge für notleidende Kameraden aufgebracht. Herr Baſ
erſtattete Bericht über die Kaſſe, die mit einem kleinen Ueberſchn
abſchloß. Lehrer Stoppelbein ſprach über Frontſoldatenb!
und Kaufmann Baſel über Verſicherungsweſen. Der Verein
führer gedachte dann noch in eindrucksvoller Weiſe der Bedeutun
des abgelaufenen Jahres für unſer Vaterland. — Vom Obſl
und Gartenbauverein. Der Obſt= und Gartenbauvere
beſchloß, im Laufe des Jahres einie ſcharfe Bekämpfung der ONN
baumſchädlinge durchzuführen. Anmeldungen hierfür ſind an
Obſtbaumwart, Herrn Peter Lorz. zu richten. — Imkerv
ſammlung. Die Ortsgruppe Erbach=Michelſtadt des Deutſcht
Imkerbundes erhielt ihre neue Führung. Dem alten Vorſtang
wurde Entlaſtung erteilt und dem Gründer und langjährig
Vorſitzenden der Ortsgruppe, Herrn Lehrer j. R. Falter, a.
Dankbarkeit ein Geſchenk überreicht. — Arbeitsbeſcha
fung. Ein beachtlicher Reichszuſchuß brachte die Innenwiederbe
tellung unſerer Stadtkirche ſchneller in Gang, als anfangs zu bo
fen war. Durch dieſe Arbeit können ſämtliche hieſigen Weißbinde
etwa einen Monat lang beſchäftigt werden. Da auch eine Reil
weiterer Ausbeſſerungen vorzunehmen iſt, kommt dieſe Arbeit
beſchaffung faſt dem geſamten Handwerk zugute. Der Gottesdien
findet einſtweilen im Saale des Gemeindehauſes ſtatt. Die Aſ
derherſtellungsarbeiten ſollen bis Ende März durchgeführt ſei
Einer für alle, alle für einen,
das iſt der Kampfruf der NS9
Seite
Nr. 53
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 23. Februar 1934
Zu Henefelders 100. Todeskag.
— Offenbach, 22. Febr. Unter dem Titel. Die Geſchichte der
irhographie — Senefelders Tätigkeit in Offenbach bis zur
ſigenwart”, veranſtaltet die Offenbacher Kunſtgewerbeſchule, die
aihrer Unterrichtstätigkeit im Dienſte der bekannten Offenbacher
raphiſchen Induſtrie ſich beſonders wirkſam mit dem graphiſchen
ßewerbe befaßt, eine große, von den erſten deutſchen
Privatſamm=
ein und Muſeen unterſtützte Ausſtellung. Der Reichsſtatthalter in
ſeſſen. Gauleiter Sprenger, wird dieſe Ausſtellung am 4. März
roffnen. Die Ausſtellung wird in beſonderem Maße frühe Drucke
und auch einen Ueberblick über die vor der Erfindung
Senefel=
ers üblichen drucktechniſchen Verfahren in volkstümlicher, leicht
erſtändlicher Weiſe zeigen. Am Nachmittag des Eröffnungstages
indet in Offenbach ein Aufmarſch der Arbeitsfront der graphiſchen
ſewerbe des Mainbezirkes ſtatt unter Enthüllung einer am
Iſen=
urger Schloſſe angebrachten, von der Offenbacher
Kunſtgewerbe=
hule geſchaffenen Gedächtnistafel im Material Senefelders, in
zolnhofer Schiefer.
Dp. Hähnlein, 21. Febr. Gemeinderatsbericht. Als
ſunkt 1 ſtand die Beratung des Voranſchlages für das
Rech=
ungsjahr 1934 auf der Tagesordnung. Der von Bürgermeiſter
ſecht ausgearbeitete Voranſchlag wurde in allen Teilen
gutge=
ſeißen. Die an die Gemeinde abzuführenden Gebühren, konnten
ſiernach teilweiſe ermäßigt werden. — Wie in anderen
Gemein=
en, wird auch hier die Bekämpfung der Schnakenplage
durchge=
ührt werden. Die Koſten hierfür übernimmt die Gemeindekaſſe.
Dem Antrag des Soldaten= und Kriegervereins um
Wieder=
erſtellung des Ehrenmals von 1870/71 wird entſprochen.
t. Gernsheim, 21. Febr. Die Arbeiten an der hieſigen
Teil=
recke der Autobahn nehmen ihren Fortgang. Die ganze Strecke
urch den Wald iſt jetzt freigelegt. Zurzeit wird der Boden von
en Wurzeln der Bäume befreit. Auch wird teilweiſe ſchon Grund
usgehoben. Faſt täglich werden die Arbeitskräfte erhöht. Auch
oll die Straße Gernsheim-Hähnlein eine Zufahrtsſtraße zur
Autobahn werden.
Ex. Bürſtadt, 20. Febr. In der 2. Jahreshauptverſammlung
es Turnvereins 1891 wurde Herr Lehrer Fiſcher einſtimmig zum
Führer gewählt, da der ſeitherige Vereinsführer, Herr Lips,
us familiären Gründen zurücktrat. Der weitere Vorſtand verblieb,
is die Beſtätigung der Kreisleitung eingetroffen iſt. — Auf der
ſtraße Bürſtadt—Worms rannte am Samstag ein auswärtiger
Notorradfahrer mit voller Wucht gegen einen Baum, wo er
be=
uußtlos liegen blieb und mit ſchweren Verletzungen ins
Kranken=
aus verbracht werden mußte. Das Motorrad war ebenfalls ſtark
ſeſchädigt. — Am Freitag abend hat ein hieſiger
ſchwerkriegsbe=
hädigter 38jähriger Mann ſeine Wohnung verlaſſen und iſt bis
etzt noch nicht zurückgekehrt. Man nimmt hier allgemein an, daß
ch derſelbe ein Leid angetan hat.
Ca. Lorſch, 20. Febr.. Generalperſammlung und
ſahnenweihe. Die Ortsgruppe Lorſch der NSDAP. verband
die diesjährige Generalverſammlung mit der Einweihung einer
ſeuen Fahne. In ſeinen Begrüßungsworten hieß
Ortsgruppen=
eiter, Pg. Degen, beſonders Kreisleiter, Pg. Brückmann, und
ſtandartenführer Eichel herzlich willkommen. Kreisleiter
Brück=
ſeinem Sü) lunn hob dann in einer Anſprache die Fahne, als Symbol der
nſtaltungen; / reue hervor und gab Beiſpiele unerſchütterlicher Treue zu ihr
usführungn ! us dem Weltkriege und aus der Kampfzeit. Während er dann
üßten von ſe Weihe vollzog, erhoben ſich alle Anweſenden und gedachte
uf hin, daß reisleiter Brückmann der 400 Toten der Bewegung und der zwei
aß die Neu/ ! Nillionen Toten des Weltkrieges. Die neue Fahne ſolle uns ſtets
ſndern alles f6 m ſie erinnern. Pg. Degen nahm die Fahne in Empfang und
ge=
ſobte dem Kreisleiter und der Verſammlung, dieſe gut zu
bewah=
en und ſo zu führen, wie der Führer es verlange. Er übergibt
te Fahne ſodann dem zum Fahnenträger ernannten Pg. Peter
chmitt, die Fahne als Symbol der Treue ſtets in Ehren zu
hal=
en. Mit dem Horſt=Weſſel=Lied endigte dieſer eindrucksvolle Teil
er Feier. Nicht minder erhebend war die ſodann, folgende
Ver=
flichtung von 80 neuen Parteigenoſſen und Ueberreichung der
Nitgliedskarten an dieſelben. Pg. Degen erklärte dabei, daß alte
nd neue Parteigenoſſen nun eine geſchloſſene Einheit bilden
wür=
en. Nach einer weiteren kurzen Anſprache des Kreisleiters ſprach
drtsgruppenleiter Degen das Schlußwort, in dem er daran
er=
nnerte, daß noch große Aufgaben zu erfüllen ſeien, und daß wir
sbeſondere mithelfen müßten an dem großen Winterhilfswerk
es Führers.
Cp. Goddelau, 20. Febr. Weiterführung des
Ried=
e geſtürzt.
lanals. Das Mittelſtück der offenen Zugangsgräben zu dem
ereits fertiggeſtellten unterirdiſchen Riedkanal, über deſſen
Richt=
erun
beſt wir damals ausführlich berichtet haben, iſt jetzt nach Beſeiti=
Bauſte
rsheim, töihlung der Schneedecke in Angriff genommen worden. Der erſte
iſtigt, von enkkeil der offenen Grabenanlagen in den Gemarkungen
Gries=
ſntieren Erdul eim und Wolfskehlen iſt bereits ſeit Ende vergangenen Jahres
ſt beſtiegen 11n Arbeit. Es handelt ſich um offene Entwäſſerungsgräben, deren
ohle mit Zementplatten ausgelegt werden, um eine
Verſchlam=
hnung des Kanals zu vermeiden. Unter der neuen Grabenſohle
r Ma
and man übrigens in der Nähe der Motormühle Reſte eines
hintergegangenen Waldes.
19
— Rüſſelsheim, 22. Febr. Beſchlagnahme des
Rüſ=
eksheimer „Volkshauſes”. Wegen des ſeinerzeit in
Kon=
urs geratenen „Volkshaus”=Anweſens beſtand bisher die
Streit=
rage, ob das vor einigen Jahren mit einem Koſtenaufwand von
iner Viertel Million Mark erbaute Anweſen als marxiſtiſches
ſatznahrellnternehmen der Beſchlagnahme durch den heſſiſchen Staat
unter=
iege. Bekanntlich gehörte ein großer Teil der Gläubiger nicht zu
baues.
ſ der Hebunte” en marxiſtiſchen Parteien; Hauptgläubiger ſind mit 150 000 RM.
ie Ovelwerke. Wie der beſtellte nationalſozialiſtiſche Pfleger des
eine
Inweſens nun mitteilt, iſt jetzt eine gerichtliche Entſcheidung
da=
bedarf ded
ann nahn Eh in getroffen worden, daß das Anweſen als marxiſtiſches
Unter=
ehmen der Beſchlagnahme unterliege.
mpf
zugl
vel
Aus Mainz und Rheinheſſen.
Mainz, 20. Febr. Losbriefe unterſchlagen. Der
0jährige erwerbsloſe Metzger Arno Kraft aus Mainz war als
Straßenverkäufer für Loſe der Winterhilfslotterie eingeſtellt
wor=
den. Er unterſchlug aus den vereinnahmten Losgeldern 129 RM.,
ſie er für ſich verwandte. Der untreue Menſch, der einſchlägig
urbeſtraft iſt, wurde vom Einzelrichter zu 6 Monaten Gefängnis
prurteilt.
— Mainz, 21. Febr. Schwere Zuchthausſtrafe für
Meineid. Der vorbeſtrafte Kraftfahrer Richard Heinrich
Vol=
ext aus Mainz hatte in einem gegen ſeine Braut gerichteten
Strafprozeß wegen Abtreibung zugunſten der Angeklagten unter
Eid wiſſentlich falſche Angaben gemacht, um ihr ein Alibi zu
ver=
caffen. Das Schwurgericht verurteilte den Angeklagten zu einer
Zuchthausſtrafe von dreieinhalb Jahren, zehn Jahren Ehrverluſt
ud dauernde Unfähigkeit zur Eidesleiſtung.
— Worms, 21. Febr. 3000 Falſchſtücke in
Brief=
narkenautomaten. Ein öſterreichiſcher Handwerksburſche
Lurde hier zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Er batte im
Srargebiet gelernt, wie man franzöſiſche 10=Centimes=Stücke ſo
zuxecht macht, daß ſie für die deutſchen Automaten verwendbar
ſird. In Frankfurt allein fand man in Briefmarkenautomaten
üb er 3000 ſolcher Falſchſtücke.
Ah. Bingen a Rh., 22. Febr. Der Tod auf den
Schie=
nen. Dienstag abend ließ ſich der 29 Jahre alte, unverheiratete
lundwirtſchaftliche Arbeiter Aloys Seith in Münſter—Sarmsheim
(Nahe) vom Eiſenbahnzug überfahren. Die Tat erfolgte in
gei=
ſiger Umnachtung. Der junge Mann begab ſich in den
Abend=
ganden von zu Hauſe weg auf den Bahnkörper der Nahebahn
Pängerbrück-Kreuznach. Kurze Zeit ſpäter wurde er dann von
eimem aus Richtung Bingerbrück kommenden Zug überfahren und
aaf der Stelle getötet. Als die Eltern ſein Verſchwinden bemerkt
hatten, folgte ihm der Vater nach, doch war es leider ſchon um
een jungen Mann geſchehen. Er hatte bereits zu Bett gelegen,
½s er plötzlich aufſtand und, nur notdürftig bekleidet, davonlief.
Oberheſſen.
h. Gießen, 19. Febr. Die Einbürgerung von
Wild=
aſanen in Oberheſſen. In einer
Mitgliederverſamm=
ang des Vereins weidgerechter Jäger „Hubertus” machte Stu=
Aenrat Hölzel die erfreuliche Mitteilung, daß auch in dieſem
Jahre wieder eine Anzahl Faſanenſtämme in verſchiedenen Jagd=
Evieren Oberheſſens ausgeſetzt werden. Hiermit iſt wiederum
En wichtiger Schritt auf dem Gebiete der Wildhege getätigt
orden. Anſchließend ſprach Geheimrat Prof. Dr. Olt über die
—rſachen des ſtarken Rehſterbens in vielen deutſchen
Gebieten. Redner betonte, daß nach eingehenden
Unterſuchun=
den an geriſſenen Rehen nur jagende, ſtarke Hunde für dieſe
Schäden verantwortlich zu machen ſeien. Dr. Olt wies daher
auf die unbedingte Notwendigkeit einer verſchärften Jagdſchutz=
und Ueberwachungstätigkeit hin.
Der erſte Stratoſphären=Prozeß der Welt.
Die explodierke Piccard-Gondel. — Konſtrukteur und Aſſiſtenk Piccards als Angeklagte.
Das Rätſel des Glektron=Mekalls.
Der erſte Prozeß der Welt, in dem ein Stratoſphären=
Ballon eine Rolle ſpielt, wird zur Zeit in Brüſſel vor der
20. Kammer des Korrektions=Gerichtes ausgetragen. Der Prozeß
zieht ſich mit einigen notwendigen Vertagungen bis zum Ende
dieſes Monats hin. Angeklagt iſt der Konſtrukteur der Gondel
in der bekannten Kugelform, ein Lütticher Ingenieur Georges
Lhoir, und ferner als zweiter Beſchuldigter der berühmte
Aſſiſtent Prof. Piccards, der Brüſſeler Phyſiker Dr. Coſyns,
der zur Zeit übrigens zuſammen mit Piccard an der
Fertig=
ſtellung eines neuen Ballons arbeitet, um noch in dieſem Jahr
einen Aufſtieg zu unternehmen, der den ruſſiſchen Rekord ſchlägt.
Bei dem Brüſſeler Prozeß geht es um die im vergangenen
Herbſt erfolgte Exploſion der Gondel bei einer Druckprobe im
Laboratorium der Brüſſeler Univerſität. Ein Arbeiter wurde
damals geötet, vier weitere wurden verletzt,
Die Vorproben einwandfrei.
Im Verlaufe der Vernehmungen ergab ſich, daß die Gondel,
die ſpäter mit lautem Krach zerſprang und einen Menſchen
tötete, vorher ſchon mehrere Proben durchgemacht hatte, die alle
gut verlaufen waren. Eine beſonders ſtarke Probe wurde in
Angleur, wo die Gondel konſtruiert worden war, vorgenommen.
Sie verlief ohne jeden Zwiſchenfall und vollkommen fachgerecht.
Dann ſchaffte man auf Anforderung Coſyns die Gondel nach
Brüſſel, wo dann erneut Druckverſuche vorgenommen wurden.
Auch hier wurden die Höchſtbelaſtungen überſchritten. Nach
der Kenutnis der Materie war keine Gefahr mehr. Man rief
die während der Hochdruckexperimente in einen Gang
beiſeite=
getretenen Arbeiter wieder zurück. In dieſer Sekunde zerriß
die Gondel mit lautem Krachen in kleine Stücke.
Electron=Metall trägt die Schuld?
Man erfährt in dieſem Prozeß auch, daß zur Konſtruktion
der Gondel ſogenanntes Electron=Metall Verwendung fand.
Das iſt eine beſondere „Legierung” von Aluminium, Magneſium
und anderen nicht bekanntgegebenen Stoffen. Das Verhalten
dieſes Metalls iſt nach den dem Gericht vorliegenden Gutachten
nicht in allen Einzelheiten und unter allen Umſtänden bekannt.
So kommt ein Teil der Sachverſtändigen zu der
Ueber=
zeugung, daß man bei der Verwendung des Electron=Metalls
ganz beſondere Sicherung für die Arbeiter habe engreifen
müſſen.
Prof. Piccard ſagt aus.
Prof. Piccard, der erſte Stratoſphären=Balloniſt der Erde,
war bei der Exploſion nicht anweſend. Er weilte ſeinerzeit noch
in Amerika und gab ſeinem Bruder Ratſchläge für einen
ge=
planten Ballonaufſtieg mit Settle. (Settle ſtieg damals allein
auf und kam bis zu einer Höhe von 750 Metern). Aber er iſt
hier in einer Materie als Sachverſtändiger geladen.
„Die Gondel war nach den Plänen ſicher. Wenn ſie ſicher
konſtruiert war und vor allem richtig, dann mußte jedes
Quadratzentimeter leicht eine Belaſtung von 10 bis 12
Kilo=
gramm ertragen können. Die Vorproben waren gut verlaufen.
Die Eigenſchaften des Electron=Metalls waren (hier ſteht
Piccard in Gegenſatz zu allen Sachverſtändigen) dem
Konſtruk=
teur Lhoir bekannt. Wenn Dr. Coſyns nicht alle Arbeiter
hin=
ausſchickte, dann war das aus dem Gefühl abſoluter
Sicher=
heit zu erklären. Nicht aus Fahrläſſigkeit . . .
Neue Sachverſtändige, neue Gutachten.
Es fällt den Richtern ſchwer, in dieſer Materie die in
ihren Einzelumſtänden und auch in ihrem Material (ſiehe das
Electron=Metall) einzigartig und erſtmalig iſt, ein Urteil zu
finden.
Man hat von den erſten Aluminium=Fachleuten Europas
Gutachten angefordert und vor allem von allen Metall=
Sach=
verſtändigen, die ſich mit Electron=Metallen befaſſen.
Wirkten hier Naturgeſetze mit, die nicht vorausgeahnt
wer=
den konnten, weil ſie noch uns allen unbekannt waren, oder
war an der Tragödie, die den vorjährigen Stratoſphären=
Auf=
ſtieg verhinderte, wirklich nur eine Fahrläſſigkeit ſchuld, die zu
einer fahrläſſigen Tötung und zu vielfachen Körperverletzungen
führte?
Neue Gutachten ſollen hier Klarheit bringen.
Die Liebesheirat des Prinzen Sigoard.
m. Berlin. Das Gerücht um die bevorſtehende Heirat des
ſchwediſchen Prinzen Sigvard, der der Stimme ſeines Herzens
folgen will und gegen den Willen ſeines Großvaters des
Königs von Schweden, und ſeines Vaters, des Kronprinzen,
eine junge bürgerliche Berlinerin freien wird, beftätigt ſich nun.
Prinz Sigvard iſt in Berlin nicht unbekannt. Seit Jahren
arbeitet er hier als Regiſſeur bei einer großen Filmgeſellſchaft.
Im Sommer des vergangenen Jahres lernte er die Tochter des
Berliner Kaufmanns Patzek, Fräulein Erika Patzek, kennen.
Erika Patzek,
die Tochter eines Berliner
Kaufmanns.
Prinz Sigvard,
der zweite Sohn des ſchwediſchen
Kronprinzen.
Seither verkehrte er täglich im Hauſe der Familie und war
auch häufig auf deren Landſitz in Neuglobſow am Stechlinſee zu
Gaſt. Das Erſtaunen der Familie war nicht gering, als der
Prinz jetzt nach der Rückkehr von einer Reiſe nach London
mitteilte, daß er trotz des Vetos ſeiner Familie Fräulein Patzek
heiraten wolle.
Prinz Sigvard iſt im Jahre 1907 geboren. Er ſtudierte in
München und wandte ſich nach dem Abſchluß des Studiums
der Filmerei zu. Erſt in letzter Zeit war von ihm die Rede,
als es ſich beſtätigte, daß er ſich am Adolf=Hitler=Platz in
Charlottenburg im Berliner Weſten eine Wohnung eingerichtet
hatte und damit ſeine Abſicht kundtat, längere Zeit in
Deutſch=
land zu bleiben. Wie auch ſein Großvater, der ja als „Miſter G."
auf den Tennisplätzen ganz Europas wohl bekannt iſt, hat auch
Prinz Sigvard einen ſchwediſch klingenden bürgerlichen Namen
angenommen, unter dem er ſeit Jahren ſchon in der
Oeffentlich=
keit auftritt, da ihm nichts ferner liegt, als von ſeiner Perſon
irgendwelches Aufhebens zu machen. Seine junge Braut,
Fräu=
lein Erika Patzek, iſt die einzige Tochter des Berliner
Kauf=
manns und Fuhrunternehmers Anton Patzek aus Berlin=
Wil=
mersdorf. Ihr Vater hat ſich aus den kleinſten Anfängen durch
ſeine Tüchtigkeit und ſeine Umſichtigkeit zu einem der
erfolg=
reichſten und angeſehenſten Kaufleute Berlins heraufgearbeitet.
Aber noch heute wohnt er in einem ganz unauffälligen Hauſe
in der Berliner Straße, das er ſeit 1920 beſitzt. Erika Patzek
iſt ein junges und blondes Mädel von 22 Jahren. Prinz
Sigvard lernte ſie im vergangenen Sommer kennen. Und ſeither
haben ſich die beiden ſtets zuſammen ſehen laſſen, ſei es in der
Geſellſchaft, ſei es in den Ateliers, in denen der junge Prinz
arbeitete. „Fräulein Erika”, wie ſie in den Ateliers genannt
wurde, zeigte ſich ſtets in der Nähe des Prinzen, und ſie
ſchie=
nen die glücklichſten Menſchen zu ſein. Auch das Veto des
königlichen Hauſes in Stockholm hat an dieſer Tatſache nichts
ändern können. Es iſt alſo eine reine romantiſche Liebesheirat.
des Prinzen.
Prinz Sigvard war kürzlich in London, um die
Vorberei=
tungen für ſeine Verheiratung zu treffen. Die junge Braut iſt
nun auch mit den Eltern nach England abgereiſt, wo die
Trau=
ung ſtattfinden ſoll. Die Heirat ſoll ſchon in den nächſten Wochen
vor ſich gehen.
Die Nachricht von der „königlichen Heirat” hat in
Wilmers=
dorf eine bemerkenswerte Erregung hervorgerufen. Das
ein=
ſtöckige Haus Nr. 141 war vom frühen Morgen an das Ziel
vieler Wißbegieriger und Schauluſtiger, die aber nicht ſo recht
auf ihre Koſten kamen. Ununterbrochen rollten den ganzen
Vor=
mittag über die Autos der Beſucher vor dem Hauſe an. Die
Morgenblätter der umliegenden Zeitungshändler, die die
Mel=
dung von der bevorſtehenden Heirat gebracht hatten, waren im
Handumdrehen ausverkauft. Das Telephon in der Wohnung der
Familie Patzek ging ohne Unterlaß. Die Eltern der Braut
waren aber nicht zu Hauſe.
Nach den erſten Meldungen aus London ſoll ſich Prinz
Sigvard unter dem Namen Holgers als Filmregiſſeur aus
Ber=
lin in die Liſte eines Hotels eingetragen haben. Die Trauung
ſoll vor einem engliſchen Standesamt ſtattfinden. „Daily Mail”,
das große engliſche Blatt, bringt die Meldung, daß Graf Folke
Bernadotte, ein Neffe des ſchwediſchen Königs in geheimem
Auftrag in London eingetroffen ſein ſoll, um die Hochzeit des
Prinzen Sigvard unter allen Umſtänden unmöglich zu machen.
Sogar Scotland Yard ſoll den Auftrag erhalten haben,
einzu=
greifen, wenn es ſich als notwendig erweiſe, und vorerſt den
Aufenthaltsort des jungen Prinzen zu ermitteln. Vor allem ſoll
erreicht werden, daß vor der Trauung noch einmal mit dem
Prinzen Verhandlungen geführt werden können.
Gewinnauszug
5. Klaſſe 42. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck verboten
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II
12. Ziehungstag
21. Februar 1934
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150. M.
gezogen
2 Gewinne zu 10000 M. 282548
8 Gewinne zu 5000 M. 611 45201 154227 392476
4 Gewinne zu 3000 M. 21261 157667
8 Gewinne zu 2000 M. 41132 170464 300723 391155
36 Gewinne zu 1000 M. 19687 30127 41893 80363 98646 145709
146985 169628 170458 226113 238484 250773 256476 277145 336799
352788 364 439 366933
62 Gewinne zu 500 M. 2576 4681 37489 81478 96896 140093
157043 166972 176466 181657 188293 205062 206298 207733 208030
210894 226815 244875 249789 250623 252697 264238 266116 266507
310873 319542 336 132 351002 374583 387932 398118
378 Gewinne zu 300 M. 1971 4250 4902 7184 8196 9197 10033
10866 13800 14098 14821 17360 17750 17939 21742 93134 23836
27024 28684 29461 30540 30801 31301 31366 33099 35616 38677
39789 41621 42270 42463 46576 46821 48763 50601 50717 57028
66776 62123 62227 63649 66188 69601 70283 70441 73888 78718
75464 76537 76687 79059 80055 81754 82533 83904 86413 87193
87251 88369 90297 81635 92914 96164 97309 98906 98959 108372
108948 110546 114102 114638 120225 122388 129007 129034 130909
131624 132509 133285 137510 140804 141970 145923 147789 154986
156856 158374 159947 181569 161585 163596 165055 168025 168948
1736816 178928 175142 178811 179946 182163 184760 191807 192939
196541 197328 201443 206063 221722 221759 223511 226222 230932
2331 18 235879 238 126 240481 243519 248256 553398 254173 255394
255556 263717 266984 267420 269141 272286 277769 278740 279328
281614 284197 284646 289179 291911 293639 296442 298598 299947.
300927 301 766 30 1948 303206 306403 306560 306931 309337 310705
311442 313007 313856 314162 317074 818518 318657 320062 320421
396494 328865 831676 333311 335133 336676 340071 342256 344967
346150 345225 847597 860127 852999 353146 364852 365768 35718
360 101 361870 364393 371309 373527 376607 377012 378367 381628
383341 386819 389886 395912 396947
12. Ziehungstag
21. Februar 1934
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150. M.
gezogen
4 Gewinne zu 5000 M. 199963 214880
10 Gowinne zu 3000 M. 11967 81464 102190 114277 117467
8 Gewinne zu 2000 M. 4999 932366 332413 390712
14 Gewinne zu 1000 M. 3635 49088 102874 218131 226255 390603
393860
40 Gewinne zu 500 M. 29587 41770 100023 118799 148866 18305
189174 207085 908003 210440 218462 234328 262481 267284 271377
292455 312122 3534 17 364801 389918
282 Gewinne zu 300 M. 274 3267 4795 7124 8346 11984 18879
24788 25965 30198 30484 35229 36354 36386 39180 40012 41382
41875 48048 55822 63116 65956 67067 70724 71448 78883 79188
83810 85400 80629 96153 98692 100186 101568 102357 104876
105655 107201 1088765 111181 114718 118098 118148 125280 130144
130576 136928 138302 141210 148092 150663 161125 153586 157480
158782 165983 167020 167411 167526 177722 180140 180420 182794
183463 183568 180354 180919 191720 192038 193768 193907 203876
204748 207086 209076 210073 217406 220173 224203 236384 240130
241093 544211 259368 265620 259645 260317 261212 262059 265 133
270829 279836 280682 284652 286209 287835 287974 288478 288592
593703 304283 315650 316225 318136 818620 320498 323184 324079
325094 330728 332800 333463 334217 334228 336662 340523 342742
342898 344981 347017 347897 348121 350645 354247 354441 355289
866138 359691 360387 867926 368114 372674 373285 376575 376568
386197 386207 386422 389873 380136 398697
20 Tagesprämien.
Auf ſede gezogene Nummer ſind zwei Prämien zu je 1000 RM
gefallen, und zwar je eine auf die Loſe gleicher Nummer in den
beiden Abteilungen I und II:
4 188423 196815 233831 274472 284106 350184
277742 985oßs
Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je
300000, 2 zu je 75000, 6 zu je 30000, 8 zu je 20000, 22 zu je
10000, 120 zu je 5000, 222 zu je 8000, 330 zu je 2000, 558 zu
je 1000, 1786 zu je 500, 11486 zu je 300 und 360
Tages=
prämien zu je 1000 Mark.
Seite 8 — Nr. 53
Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Reich und Ausland
Helden=Gedenkkag im Rundfunk.
Frankfurt a. M. Der Volkstrauertag 1934
am 25. Februar findet natürlich auch im Rundfunk
ſeine beſondere Berückſichtigung. Der Südweſtfunk
wird in mehreren Darbietungen ganz beſonders
auf die Bedeutung dieſes Tages hinweiſen, der
dem Gedenken an die Gefallenen des Weltkrieges
und der Kämpfer um Deutſchlands Freiheit und
Einheit gewidmet iſt. Schon mit der Standmuſik
von der Feldherrnhalle in München, mit der das
Tagesprogramm eingeleitet wird, iſt ja aufs engſte
die Erinnerung verknüpft an die erſten Blutopfer
des Dritten Reiches.
Die erſien rheiniſchen Arbeikerurlauber
nach dem badiſchen Schwarzwald.
Große Begeiſterung bei den Teilnehmern.
Ludwigshafen. Am Donnerstag morgen
wurde hier der erſte rheiniſche Urlauberſonderzug
der NS.=Gemeinſchaft „Kraft durch Freude” nach
oem Schwarzwald abgefertigt. An der Fahrt
neh=
men auch 300 Pfälzer und 70 Saarländer
Volks=
genoſſen teil, die ſich im Laufe des Mittwoch in
Ludwigshafen ſammelten und die Nacht über in
Privatquartieren untergebracht waren. Nach einem
Begrüßungsabend am Mittwoch verſammelten ſich
die Urlauber am Donnerstag früh gegen 5 Uhr
vor dem Haus der Deutſchen Arbeit auf dem
Lud=
wigsplatz, wo ſie von einer SA.=Kapelle mit dem
Badenweiler Marſch begrüßt wurden. Nach kurzem
Aufenthalt ging es mit Muſik zum Bahnhof.
Ju=
belnde Begeiſterung brach aus, als der Sonderzug
aus Köln einlief, der mit Tannengrün und
Trans=
parenten geſchmückt war. Ein kurzer Aufenthalt
genügte, die 700 rheiniſchen Jungen ihren
Volks=
genoſſen aus Pfalz und Saar näherzubringen und
bald herrſchte auf dem Bahnſteig lebhaftes
Trei=
ben. Man kann es auch begreifen, wenn man
be=
denkt, daß ſich unter den Urlaubern Leute befinden,
für die das Wort Urlaub bis jetzt nur eine Phraſe
war. Mit Freude erzählten ſie auch von der
Groß=
zügigkeit ihrer Arbeitgeber, die es ſich nicht
neh=
men ließen, jedem Urlauber 20 bis 30 RM.
Ta=
ſchengeld in die Hand zu drücken. Ja, meinten viele
von ihnen, man merkt eigentlich erſt jetzt, was
wahre Volksgemeinſchaft iſt. Und das verdanken
wir alles unſerem Führer Adolf Hitler. Nach
einem dreifachen Sieg=Heil auf den Führer und
„Muß i denn zum Städtele hinaus”, rollte der
Urlauberzug mit den beſten Wünſchen der
Zurück=
gebliebenen aus der Halle. Ein würdiger Empfang
wurde den Teilnehmern auch auf dem Bahnhof
Mannheim zuteil. Der Bahnſteig hatte reichen
Grün= und Flaggenſchmuck und eine
Fahnenabord=
nung der NSBO. hatte Aufſtellung genommen.
Nach einem ſchneidigen Willkommensmarſch der
Eiſenbahner=Kapelle hieß der Bezirksleiter der
Deutſchen Arbeitsfront und Kreisleiter der NS=
BO., Döring=Mannheim, die Arbeiterurlauber aus
Rheinland, Saar und Pfalz herzlich willkommen
und wünſchte ihnen mit einem dreifachen Sieg=
Heil gute Fahrt und Erholung. Nach dem Abſingen
des Deutſchlandliedes und des Horſt=Weſſel=Liedes
verließ der Sonderzug gegen 6 Uhr Mannheim. der SS und Inſpekteur Mitte der Oberſten SA=
Ein ungekreuer Lagerverwalter.
Marburg. In Gemünden a. d. Wohra
ver=
handelte das Marburger Schöffengericht gegen den
Gilſeberger Lagerverwälter der Deutſchen
Land=
wirtſchaftlichen Hauptgenoſſenſchaft (Kornhaus
Corbach), der von den Bauern auf Sparkonto
ein=
gezahlte Beträge für ſich verwendet hatte.
Außer=
dem verkaufte der Angeklagte größere
Getreide=
mengen, die an das Lager abgliefert wurden für
ſeine Rechnung. Durch gefälſchte
Empfangsbeſchei=
nigungen bzw. falſche Buchungen wußte er den
Betrug längere Zeit geſchickt zu verſchleiern. Die
Veruntreuungen hatten ſchließlich einen Betrag
von rund 16 000 RM. erreicht. Etwa 40 Zeugen
waren zu der Verhandlung geladen, durch deren
Ausſagen die Schuld des Angeklagten erwieſen
wurde. Der Angeklagte wurde wegen erſchwerter
Untreue und Unterſchlagung, gewinnſüchtiger
Ur=
kundenfälſchung und Urkundenvernichtung zu zwei
Jahren Gefängnis und 1000 RM. Geldſtrafe
ver=
urteilt. Außerdem wurde auf ſofortige
Inhaft=
nahme erkannt.
Danzigs „Goldenes Buch der Nol”.
Dieſes Mal in Form eines Buches wurde in
Danzig als eindringliche Mahnung für die
Winterhilfe geweiht.
Freitag, 23. Februar 1934
Zum 4. Todestag des nakionalſozialiſkiſchen Freiheils=
Heident Horft Beiſei.
Nebenſtehend:
Das Sterbezimmer
des Vorkämpfers und Sängers
der nationalen Erhebung in dem
jetzt nach ihm benannten Horſt=
Weſſel=Krankenhaus in Berlin.
Vor 4 Jahren, am 23. Februar
1930, hauchte Horſt Weſſel ſein
junges Leben aus. Er erlag der
ſchweren Verletzung, die er
meh=
rere Wochen zuvor durch einen
kommuniſtiſchen Feuerüberfall
erlitten hatte.
Die neue Büſte des unvergeßlichen Freiheitshelden,
die der Berliner Bildhauer Paul Gruſon ſchuf.
Zum Tode des S5=Gruppenführers
Seidel=Diktmarſch.
SS=Gruppenführer Siegfried Seidel=Dittmarſch,
des Chef des Führungsamtes der Reichsführung
Führung, iſt im 47. Lebensjahr verſtorben. Seidel=
Dittmarſch, der Mitglied des Reichstages und des
Preußiſchen Staatsrates war, hat ſich die größten
Verdienſte um den Aufbau der SS=Organiſation
erworben.
59.-Zührer ſammeln für die SA.
Berlin. Die SA.=Groß=Berlin führt am
Samstag und Sonntag eine Aktion durch, wie ſie
in dieſer Art bisher von keinem anderen Verbande
durchgeführt worden iſt. Im Rahmen des
Winter=
hilfswerkes ſammeln zugunſten der Berlin=
Bran=
denburger SA.=Männer alle SA.=Führer vom
Sturmführer an aufwärts bis einſchließlich
Ober=
gruppenführer am Samstag, den 24. Februar, von
15—19.30 Uhr und am Sonntag, den 25. Februar,
von 11—16 Uhr. Auch der Führer der Gruppe
Berlin=Brandenburg, Gruppenführer Ernſt, wird
ſich an dieſer Sammlung beteiligen.
Zum Ehrenführer der deutſchen
Luft=
fahrt ernannk.
Schwere Schäden am Wildbeſtand
durch wildernde Hunde.
Koblenz. Aus der näheren und weiteren
Umgebung von Koblenz häufen ſich in letzter Zeit
die Nachrichten, daß hier und da Rehe aufgefunden
werden, die geriſſen oder zu Tode gehetzt worden
ſind. In vielen Fällen war den Rehen der Kopf
vom Rumpf getrennt. Mehrfach gemachte
Beob=
achtungen laſſen darauf ſchließen, daß wildernde
Hunde in Frage kommen. Die vielfach geäußerte
Vermutung, daß ein Luchs ſei Unweſen treibt,
dürfte wohl in das Reich der Fabel zu verweiſen
ſein. Bei Oberlahnſtein wurde z. B. beobachtet,
wie ein großer Schäferhund ein Reh bis an den
Rhein hetzte, es dann packte und ſo zurichtete, daß
ſchließlich das Tier durch einen herbeigerufenen
Jäger erſchoſſen werden mußte. Leider verfehlte
die dem Hund zugedachte Kugel ihr Ziel. Ein
wei=
terer Fall von wildernden Hunden wird aus dem
Hunsrückdorf Kiſſelbach gemeldet, wo die Hunde
Haſen und Rehe verfolgten. In einem bei
Monta=
baur gelegenen Wieſental und bei Oſterſpay fand
man im ganzen vier Rehe, denen der Kopf vom
Rumpf getrennt war. Auch in dieſen Fällen
ſol=
len wildernde Hunde als die Tierwürger in Frage
kommen. In den Waldungen beim Hunsrückdorf
Eckenroth wurden von den Ortsbewohnern
wil=
dernde Hunde in der Nähe der Stelle angetroffen,
an der man kurz vorher ein totes Reh mit
ab=
geriſſenem Kopf entdeckt hatte.
Leichenauto überfährt zwei Kinder.
Limburg. Vorgeſtern vormittag ereignete ſich
auf der Unteren Grabenſtraße vor der
Einmün=
dung der Dr.=Wolff=Straße ein Verkehrsunglück,
das leicht ſchlimmere Folgen hätte haben können.
Zwei kleine Jungen rannten in ein Leichenauto
aus Gießen und wurden überfahren. Einer der
Jungen mußte mit erheblichen Verletzungen dem
Krankenhaus zugeführt werden, der andere kam
mit leichten Verletzungen davon. Den Autofahrer
rifft anſch inend keine Schuld.
Ein japaniſches Marineflugzeug
an einem Felſen zerſchellt.
Fünf Tote, ein Schwerverletzter.
Tokio. Wie aus Söul (Korea) gemeldet wird,
kam es bei dem Fluge eines aus 17 Flugzeugen
beſtehenden japaniſchen Marineflugzeugeſchwaders,
das von Omura (Kiuſchu) nach Heijo (Korea)
un=
terwegs war, zu einem ſchweren Unglücksfall. Ein
Flugzeug raſte infolge des Nebels gegen einen
Felſen und zerſchellte. Von der aus 6
Marine=
offizieren beſtehenden Beſatzung wurden fünf
ge=
tötet und einer ſchwer verletzt.
Miniſterialdirigent Dr. Brandenburg,
der ſich ſeit Jahren tatkräftig für die Förderung
des deutſchen Luftſportes und der deutſchen
Luft=
fahrt einſetzte, iſt zum Ehrenführer der deutſchen
Luftfahrt ernannt worden,
19000 RM. durch Heiraksverſprechen
erſchwindelt.
Kaſſel. Das Kaſſeler Schöffengericht hatte
ſich mit einem Heiratsſchwindler größten Formats
zu beſchäftigen. Angeklagt war ein
Drogengroß=
händler aus Kaſſel. Der Angeklagte hatte ſich
nacheinander mit mehreren Mädchen verlobt und
ihnen größere Geldbeträge abgelockt. Nach und
nach hatte er von verſchiedenen Bräuten
insge=
ſamt 19 000 RM. erſchwindelt und zum Schluß eine
Dame geheiratet, die 30 000 RM. mitbrachte. Von
dem Gelde lebte er herrlich und in Freuden. Aber
die betrogenen Bräute brachten die Sache zur
An=
zeige. Jetzt ſtand er vor dem Richter und ſuchte
ſich damit zu entſchuldigen, daß er ſtets ehrliche
Abſichten gehabt habe, beſcheiden gelebt und ſcwer
gearbeitet habe. Die Zeugenausſagen ergaben das
genaue Gegenteil. Der Angeklagte wurde wegen
fortgeſetzten Betruges und Unterſchlagung zu zwei.
Jahren drei Monaten Gefängnis verurteilt und ſo
fort in Haft genommen.
Von Irkutſt nach Moskau auf
Schnee=
ſchuhen bei 60 Grad Kälke.
Moskau. Fünf Soldaten der Roten Armee
haben die Strecke zwiſchen Irkutſk in Sibirien und
Moskau — etwa 3200 Meilen — in 83 Tagen auf”.
Schneeſchuhen zurückgelegt. Die Temperatur
wäh=
rend dieſer Zeit betrug im Durchſchnitt 60 Grad
unter Null. Auf der Fahrt mußten die Soldater
den Ural und das Taigagebirge überſchreiten. Sie
legten täglich etwa 40 Meilen zurück. Die Schnee
ſchuhläufer wurden bei ihrer Ankunft in Moskau
am Roten Platz mit großen Ehren empfangen.
ewinnt 1
Sieg
üitten
M
1n
er Kantin
Sportverei
Luerbach.
fehen
nehmen.
Am
Nannſcha
Kot=Weiß
Uhr. Di
Polizei
W
102 Schiffbrüchige kreiben im Eismeer)ech
Lorſch, 9J.
Moskau. Nach einer Mitteilung von Pro)
Schmitt, dem Leiter der Tſcheljuskin=Expeditior
wird die Lage der 102 ſchiffbrüchigen Männer
Frauen und Kinder täglich gefährlicher. Die Eis;) weiſel he
ſcholle, auf die ſich die Schiffbrüchigen gerettel) Aahvorte
haben, iſt in den letzten Tagen 17 Meilen nach
Nordoſten abgetrieben und zeigt bereits groß
Riſſe. Alle Verſuche, die Abgetriebenen zu errei
chen, ſind bisher vergeblich geblieben. Die vo
Kap Wellen ausgeſchickten Flugzeuge mußten we
gen heftiger Schneeſtürme wieder umkehren. Dis
ebenfalls zur Rettung abgegangene Hundeſchlin
tenexpedition iſt vor den Eisbarrieren ſtecken ge
blieben. Alle Hoffnungen auf Rettung konzert
trieren ſich auf den am 20. Februar von Wlad;
Lensh
woſtock abgegangenen Dampfer „Smolenſk” und
auf den Eisbrecher „Stalingrad”, der ebenfalb)
von Kamtſchatka mit zwei Flugzeugen in See ge
gangen iſt. — Trotz der gefährlichn Lage der
E=
pedition bewahren jedoch alle Mitglieder äußerſ;
Diſziplin.
D=Zug fährt gegen eine Lokomotive.
Dortmund. Der am Mittwoch um 23.36 Uhr
in Dortmund eingelaufene D=Zug 199 fuhr kurz
vor dem Bahnſteig 3 in ſtark gebremſten Tempo
gegen eine Lokomotive. Bei dem Anprall wurden
hauptſächlich ſchon in den Seitengängen ſtehende
Reiſende, die in Dortmund den Zug verlaſſen
woll=
ten, in Mitleidenſchaft gezogen. Es meldeten ſich
14 Reiſende mit leichteren Verletzungen, die aber
ſämtlich den Heimweg antreten, bzw. die Reiſe
fortſetzen konnten. Eine Entgleiſung erfolgte nicht.
Die Unterſuchung über die Schuldfrage wurde
ſo=
fort eingeleitet.
23 Schulkinder beſtehlen Geſchäfte
und Gaſtwirtſchaften.
Köln. Schulkinder im Alter von 7—12 Jahren
konnten jetzt auf Grund eingehender
Ermittlun=
gen überführt werden, ſeit längerer Zeit
ſyſtema=
tiſch Gelddiebſtähle in Geſchäften und
Gaſtwirt=
ſchaften ausgeführt zu haben. Dabei ſind die
ju=
gendlichen Täter in unglaublich geriſſener Weiſe
vorgegangen. Zwei bis drei Kinder gingen meiſt
in den Laden oder in die Gaſtwirtſchaft hinein
und fragten nach Bildchen und Kiſtchen. Waren
die Kinder abgefertigt, wußten ſie es ſtets ſo
ein=
zurichten, daß ein anderer draußen ſtehender Junge
ſich ſchnell in das Geſchäft einſchlich und dort
ver=
ſteckte. Im geigneten Augenblick wurde dann die
Kaſſe ausgeraubt.
Wolfsplage in Spanien.
600 Schafe zerriſſen.
Paris. Nach einer hier vorliegenden Meldung
aus Greus (Spanien) ſind ganze Rudel von
Wöl=
fen in die Wälder in der Nähe von Camba Laza
vorgedrungen und haben bisher nicht weniger als
600 Schafe zerfleiſcht. Die Bevölkerung zeigt ſich
außerordentlich beunruhigt und fordert von
Ma=
drid Hilfmaßnahmen, um dieſer Plage ein Ende
zu machen.
Die große Aukomobil=Ausſtellung 1934
rufl.
Das wirkensvolle Plakat für die kommende gr u
deutſche Automobil=Ausſtellung,
das Theo Mateiko ſchuf. Die Ausſtellung wil
vom 8. bis 18. März in der Reichshauptſtadt ſtal
finden und wird eine glanzvolle Ueberſicht ü.b
die in neuem Aufſchwung begriffene deut ſ9
Kraftfahrzeug=Induſtrie geben.
Freitag, 23. Februar 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 53 — Seite 9
SAllsAbs La sAat
Fußball.
Sb. 98 Darmſtadt — Olympia Lorſch.
Sonntag, 2,30 Uhr, Stadion.
Zum letzten Punkteſpiel auf heimiſchem Boden empfangen am
kommenden Sonntag die 98er die ſpielſtarke und in Darmſtadt
beſtbekannte Elf der Olympia Lorſch. Die Gäſte, die ſchon im
Vorjahre der höchſten Klaſſe angehörten, ſchafften ſich in der
Be=
zirksklaſſe einen Spitzenplatz hinter Polizei und Bürſtadt. Die
Lorſcher haben ſogar noch Ausſichten auf den erſten Platz, was
allerdings vorausſetzt, daß die Elf ihre reſtlichen Spiele ſämtlich
gewinnt und auf die Verluſte der beiden „Vorderen” wartet. Nach
dem Sieg am letzten Sonntag gegen Pfungſtadt, wobei Lorſch
prächtig in Fahrt war, hat die Mannſchaft in Darmſtadt auf dem
Stadion wohl das noch ſchwerſte Hindernis, bei den 98ern aus
dem Wege zu räumen. Ob es den Gäſten gelingt, wird ganz von
der Form der Lilienträger abhängen, die ſchon damals im
Vor=
ſpiel das Kunſtſtück fertigbrachten, den Lorſchern auf eigenem
Platz einen Punkt abzujagen (2:2). — Alles in allem wird ſich
am Sonntag auf dem Stadion ein Spiel abwickeln, das geeignet
ſein wird, jeden Beſucher zufriedenzuſtellen. — Vor dem
Haupt=
ſpiele tritt die Reſerve gegen Walldorf im Punktkampfe an.
Bei den 98ern ſpielen mehrere Spieler, die ſchon in der erſten
wirkten: Bärenz, Reeg, Lehr, Mahr, Eßlinger I.
D.ſ.R. Bürſtadt — Polizei Darmſtadt.
Am kommenden Sonntag, 2.30 Uhr nachmittags treffen ſich
beide Mannſchaften zum Rückſpiel in Bürſtadt. Dieſes Spiel
ſtellt beide Mannſchaften vor eine ſchwere Aufgabe. Es iſt nicht
ausgeſchloſſen, daß der Ausgang des Spiels ſchon den Meiſter
unſeres Bezirks feſtlegt, da anzunehmen iſt, daß die noch
aus=
ſtehenden Spiele gewonnen werden.
Da Bürſtadt auf eigenem Platze und vor heimiſchem
Publi=
fum ſpielt, wird die Polizeielf den Kampf ihres Lebens ſpielen
müſſen, um nicht am Ende doch den Kürzeren zu ziehen.
Um aber der Mannſchaft einen ſtarken Rückhalt zu geben,
bitten wir unſere Anhänger, ſie auf ihrem ſchweren Gang doch
recht zahlreich zu begleiten.
Fahrtmöglichkeit mit Omnibus und Kraftwagen zu
ermäßig=
tem Preis ab 12,30 Uhr an Wache 24. Anmeldung bei Herrn
Kaſſier Stiller, Tel. 4720, und Zigarrenhaus Becher, Rheinſtr. 5.
Angehörige der Landespolizei wollen ſich auf einer im Vorraum
der Kantine Emig angebrachten Liſte rechtzeitig eintragen.
Am Sonntag trifft die Liga=Erſatzmannſchaft des Polizei=
Sportvereins auf die ſpielſtarke Elf des Turnvereins „Gut Heil”
Auerbach. Da beide Mannſchaften an der Spitze der Tabelle
ſtehen, verſpricht dieſes Treffen einen intereſſanten Verlauf zu
nehmen. Spielbeginn 3 Uhr auf dem Polizei=Sportplatz.
Rol=Weiß Darmſtadt.
Am kommenden Sonntag muß Rot=Weiß mit der 1. und 2.
Mannſchaft in Griesheim bei der Viktoria antreten. Abfahrt am
Rot=Weiß=Platz per Rad für Reſerve 12 Uhr, 1. Mannſchaft 1.30
Uhr. Die Alten Herren ſpielen vormittags 10.30 Uhr gegen die
Polizei auf deren Platz.
Kreisklaſſe 1, Gruppe II Ried.
Obwohl diesmal die Lampertheimer Turner ſpielfrei ſind,
iſt ihnen der erſte Tabellenplatz nicht zu nehmen. Die Spiele
drehen ſich alſo hauptſächlich um das Mittelfeld der Tabelle. Die
Paarungen lauten:
FV. Hofheim — Concordia Gernsheim. Alemannia Groß=
Rohrheim — Olympia Biebesheim, Vorwärts Bobſtadt — DJK.
Lorſch, DJK. Bürſtadt — FV. Biblis.
Die beiden intereſſanteſten Kämpfe dieſes Sonntags ſind die
Begegnungen in Hofheim und Groß=Rohrheim. Hier wie dort
treffen ſich zwei ausgeglichen ſtarke Mannſchaften, die ſich ohne
Zweifel hart, aber ritterlich bekämpfen werden. Zieht man den
Platzvorteil in Betracht, ſo kann man wohl mit knappen Siegen
der Gaſtgeber rechnen. Auch in Bobſtadt wird es zweifelsohne
ein recht intereſſantes Spiel geben, zumal beide Mannſchaften in
letzter Zeit ſpieleriſch emporgekommen ſind. Ein Unentſchieden
liegt bei dieſer Begegnung im Bereich der Möglichkeit. Der
ein=
zige Auswärtsſieg dieſer vier Spiele iſt normaler Weiſe in
Bür=
ſtadt zu erwarten, wo die routinierten Bibliſer ſicherlich die
Ober=
hand behalten werden. — In der
Kreisklaſſe II, Gruppe 3, Ried.
gab es am letzten Sonntag wieder den „bekannten” Torrekord des
Tabellenführers Klein=Hauſen. Mit 10:3 Toren wurde die
Bensheimer DJK. nach Hauſe geſchickt. Durch einen 2:0=
Sieg rangieren diesmal die Bickenbacher über dem VfR.
Fehlheim, der ſich zwar bis zur Halbzeit recht gut hielt, dann
aber auf dem Bickenbacher Platze die Waffen ſtrecken mußte. Die
Auerbacher Turner ſchrauben ſich allmählich in die Höhe.
Diesmal blieben ſie ſogar in Jugenheim nach ſehr ſchönem
Spiel 2:0=Sieger.
Mit einem Torrekord von 61:15 Toren hält Klein=
Hau=
ſen mit 16 Punkten die Tabellenführung; dicht darauf folgt T V.
Alsbach mit 14 Punkten und Seeheim mit Auerbach in
der Spitzengruppe.
Für nächſten Sonntag ſind folgende Spiele vorgeſehen:
TV. Alsbach — Seeheim. DJK. Klein=Hauſen — Jugenheim.
TV. Bickenbach — DJK. Fehlheim, TV. Auerbach — Tuen= und
Sportvgg. Klein=Hauſen, DJK. Bensheim — DJK. Heppenheim.
Dornheim — Geinsheim, Stockſtadt — Leeheim, Erfelden —
Wolfskehlen, Biebesheim — Nauheim.
SV. Roßdorf — Tgſ. 75 Darmſtadt.
Einen gleich ſchweren Gang wie am vergangenen Sonntag
haben die 75er am Sonntag in Roßdorf. Ob ſie ſich genau ſo
behaupten wie gegen die Eberſtädter Germanen, iſt fraglich. Denn
der kleine Roßdörfer Platz hat ſeine Tücken. Auch iſt die
Roß=
dörfer Mannſchaft äußerſt ſpieltüchtig und eifrig, und nur mit
denſelben Waffen und Glück zu ſchlagen. Längere Zeit hatte die
Mannſchaft den zweiten Tabellenplatz inne und wird beſtrebt ſein,
denſelben wieder zu erreichen. Wünſchen wir, daß dem beſtimmt
intereſſant zu werdenden Spiel ein wirklich Unparteiiſcher
zuge=
teilt wird. Die Mannſchaften der 75er fahren per Rad ab
Aus=
gang Roßdörfer Straße (Tempelchen): 2. Mannſchaft um 12 Uhr,
1. Mannſchaft um 1.30 Uhr nachmittags.
SV. Weiterſtadt — Union Darmſtadt.
Kommenden Sonntag weilt Union Darmſtadt in Weiterſtadt
zum fälligen Verbandsſpiel. Das Vorſpiel auf der Rennbahn
ging unentſchieden aus. Die Unionleute haben ſich eine neue
Mannſchaft zuſammengſtellt, die zum größten Teil aus der
Juniorenelf gekommen ſind. Ihre Probe haben ſie bereits am
vergangenen Sonntag beſtanden im Spiel gegen Rot=Weiß
Darm=
ſtadt. Die Gäſte werden mit aller Macht einen Sieg mit nach
Hauſe bringen wollen, 1. um das Unentſchieden des Vorſpiels
wieder gutzumachen, und 2., weil ſie die Punkte genau ſo dringend
benötigen als die Einheimiſchen. Aber Weiterſtadt, das am
kom=
menden Sonntag mit Erſatz antreten muß, wird ſich mächtig ins
Zeug legen, denn es weiß ganz genau, was auf dem Spiele ſteht.
Den einheimiſchen Stürmern ſei empfohlen, mehr vor dem Tor zu
ſchießen und nicht ſo lange mit dem Ball vor dem Tor
herumzu=
ſpielen, dann wird es am kommenden Sonntag ſchon klappen.
Beide Mannſchaften haben ſich in Weiterſtadt ſchon immer ſchöne
und ſtramme Spiele geliefert, was wir auch von dem kommenden
Spiel am Sonntag erwarten dürfen. Vorher, um 13.00 Uhr,
2. Mannſchaften.
Jauſwaft „ogmnaftie and Lanz.
Eingliederung von Lehrkräften und Schulen.
vo. Für die Eingliederung von Lehrkräften und Schulen in
die Fachſchaft „Gymnaſtik und Tanz” ſind jetzt nähere
Beſtim=
mungen ergangen. Danach ſollen zunächſt alle privaten
Lehr=
kräfte, die Unterricht in Gymnaſtik oder künſtleriſchem Tanz
er=
teilen, ohne Rückſicht auf die Dauer ihrer Ausbildung und den
Grad ihrer Durchbildung von der Fachſchaft erfaßt werden. Die
Forderung einer mindeſtens zweijährigen
Ausbil=
dung in einer vom Reichsverband anerkannten
Ausbildungs=
ſtätte wird erſt für diejenigen wirkſam, die im Laufe des
Jahres 1934 ihre Ausbildung beenden. Für
Lehr=
kräfte mit zweijähriger Ausbildung in einer vom Reichsverband
bisher nicht anerkannten Ausbildungsſtätte, ferner für Lehrkräfte,
die nach 1926 eine kürzere als zweijährige Ausbildung erhalten
haben, ohne daß eine Anrechnung von anderen pädagogiſchen
Ausbildungszeiten in Frage kommt, und ſchließlich für Lehrkräfte
mit ungeregelter oder unabgeſchloſſener Ausbildung, oder ſolche,
die ſich durch Selbſtſtudium vorbereitet haben, wird eine
An=
wärtergruppe geſchaffen, in die die Betreffenden zunächſt
eingegliedert werden. Die Anerkennung und Aufnahme von
Ausbildungsſtätten erfolgt erſt auf Grund einer
Beſich=
tigung durch den Leiter oder den beauftragten Vertreter der
Fachſchaft. Bisher nicht anerkannte Ausbildungsſtätten kommen
in eine Sammelgruppe, ſofern ihre Lehrpläne den an Zeit
und Inhalt zu ſtellenden Anforderungen genügen, ſofern die
Vorausſetzungen unzureichend oder unkontrollierbar ſind, in eine
Anwärtergruppe. Schließlich wird darauf aufmerkſam gemacht,
daß die Zahl der Schulgruppen, die die Zellen der Fachſchaft
bil=
den, nicht ins Unüberſehbare wachſen darf. Ueber die bisher
anerkannten 19 Schulgruppen hinaus können weitere
Gruppen nur eingereicht werden, wenn die betreffende Lehrweiſe
ihren Wert und ihre Selbſtändigkeit und außerdem eine in ihr
ausgebildete Gruppe von mindeſtens 25 Lehrkräften
nachgewie=
ſen hat.
Aus dem Turnkreis 18 (Darmſtadt).
Die Vorbereitungen für das 1. Kreisturnfeſt, welches in
Ar=
heilgen am 14./15. Juli ſtattfindet, werden in der Turnerſchaft
bereits begonnen. Um allen Kreisvereinen in nächſter Zeit
Ge=
legenheit zu geben, die aktiven Turner, Altersturner und
Turner=
jugend für die auszuſchreibenden Wettkämpfe vorbereiten zu
können, hat die Fachleitung des Kreiſes einen Kreisübungstag
für das Männerturnen zum Sonntag, den 25. Febr.
vor=
mittags 9.00 Uhr im Turnhauſe der Turngemeinde
Darmſtadt (Woogsplatz) angeſetzt. Neben allgemeinem
Tur=
nen, welches allen DT.=Vereinen Uebungsſtoff für ihren
Turn=
betrieb vermitteln ſoll, ſieht die Arbeitsfolge gleichfalls die
Be=
kanntgabe der Wettübungen zum Kreisfeſt vor.
Zur Teilnahme am Uebungstag ſind alle Vereinsturnwarte und
ebenſo die Altersturner verpflichtet.
Für den ſüdlichen Unterkreis findet in Bensheim eine
Uebungs=
ſtunde für die Leiter und Leiterinnen von Kinderturnabteilungen
in der Turnhalle des dortigen Turnvereins, deren Beginn auf
3. 00 Uhr angeſetzt iſt, ſtatt. Auch hier ſteht im Mittelpunkt
der Arbeitsfolge die Bekanntgabe der Wettübungen für die
Kin=
dertreffen für 1934.
Den erwarkeken Norweger=Sieg
gab es in der Fis=Kombination in Solleftea. O. Hagen belegte
den erſten Platz vor ſeinen drei Landsleuten Kolterud.
Vinja=
rengen und Ole Steenen. Als beſter Deutſcher belegte Guſtl
Müller=Bayeriſchzell in der Kombination den 15. Platz. Der
er=
folgreichſte Springer war jedoch Anton Eisgruber=Partenkirchen
mit Weiten von 54 und 58 Metern. Die Deutſchen waren übri=
gens beim Springen ſtark vom Pech verfolgt, da Stoll, Bogne
und Wörndle infolge vorübergehend ſchlechter Verfaſſung de
Schanze im erſten Gang zu Fall kamen.
Dandann Sraaslaut w. m.
Kaſſel, Trier, Freiburg 251
Frankfurt: Samstag, 24. Februar
6.00: Choral, Zeit. — 6.05 u. 6.30: Gymnaſtik. — 6.55: Zeit,
Frühmeldungen. — 7.05: Wetter. — 7.10: Frühkonzert auf
Schallplatten. — 8.15: Waſſerſtand Schneeſportverhältniſſe. —
25: Stuttgart: Gymnaſtik.
30: Trier: Werbekonzert. —
10.00: Nachrichten.
10.10: Schulfunk: Maare in der Eifel.
örbericht.
11.00: Werbekonzert. — 11.40: Programm,
Wirtſchaft, Wetter, Schneewetter= und Winterſportbericht.
11.50: Sozialdienſt.
12.00: Stuttgart: Mittagskonzert auf Schallplatten. — 13.15: Zeit,
(achrichten. — 13.25: Nachrichten, Wetter. — 13.35: Stuttgart:
Mittagskonzert. Muſikkorps der Landespolizei Stuttgart.
30: Fröhl. Wochenkonzert. — 15.10: Stuttgart: Lernt morſen!
30: Gießener Wetterbericht; anſchl.: Wetter für das Eifel= u.
loſelgebiet. — 15.40: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen. — 15.50:
Wirtſchaftsbericht.
16.00: Stuttgart: Nachmittagskonzert des Philharm. Orcheſters.
18.00: Stimme der Grenze. — 18.20: Wochenſchau. — 18.35:
tegreifſendung. — 18.45: Wetter, Wirtſchaft, Programm, Zeit.
18.50: Sozialdienſt.
19.00: Reichsſendung: Stunde der Nation: Volkstümliche Wagner=
Muſik. — 19.45: Berlin: Anſprache des Reichsleiters Pg. Alfred
Roſenberg.
20.05: Reichsſendung. München: Konzert des
Reichs=Symphonieorcheſters. Ltg.: Pg. Adam. — Erſter Teil der
Vereidigung der politiſchen Amtsleiter. Kurzer Hörbericht. Muſik.
22.00: Zeit, Nachrichten. — 22.15: Nachrichten, Wetter, Sport.
22.30: Stuttgart: Unterhaltungskonzert. Ltg.: Otto Seifert. —
24.00: Stuttgart: Nachtmuſik.
Aausskanstaaden
(Welle 1571)
Deutſchlandſender: Sonnabend, 24. Februar
6.00: Hamburg: Wetter für die Landwirtſchaft. — 6.05:
Wieder=
holung der wichtigſten Abendnachrichten. — 6.15: Berlin:
Gym=
naſtik. — 6.30: Hamburg: Wetter für die Landwirtſchaft.
Anſchl.: Tagesſpruch. — 6.35: Königsberg: Frühkonzert. —
(Gegen 7.00) Nachrichten. — 8.00: Sperrzeit. — 8.45:
Leibes=
übung f. d. Frau. 9.00: Sperrz. 10,00: Nachr, 10.10:
Kmder=
funkſpiele: Allerleirauh. Märchenſpiel. — 10.50: Fröhlicher
Kin=
dergarten. — 11.15: Deutſcher Seewetterbericht. — 11.30:
Bücherſtunde: Die germaniſche Vorgeſchichte als nationale
Wiſſen=
ſchaft. — 11.45: Zeitfunk. — 12.00: Wetter für die
Landwirt=
ſchaft. — Anſchl.: Glückwünſche.
12.10: Feierſtunde: Aus Joh. Seb. Bachs Lebenswerk. Saarbrücker
Vereinigung für alte Muſik. — Anſchl.: Wetter für die
Land=
wirtſchaft. — 12.55: Zeitzeichen der Deutſchen Seewarte. —
13.00: Sperrzeit. — 13.45: Nachrichten. — 14.00:
Mittags=
konzert auf Schallplatten: Muſik zum Wochenende. — 15.00:
Wetter, Börſe. — 15.15: Baſtelſtunde für Kinder: Wir bauen
ein Kaſperltheater (1). — 15.45: Diplom=Kaufmam Weiß=
Wirtſchaftliche Wochenſchau. —
16.00: Köln: Nachmittagskonzert. — 17.00: Sportwochenſchau. —
17.20: Tanzmuſik für Streichorcheſter und zwei Klaviere. —
18.00: . . . und zum Feverabend der Deutſchlandſender. —
Autash Wdi Di euni, Auſche end ee
für die Landwirtſchaft und Nachrichten. — 2005:
Reichsſen=
dung: Konzert des Reichs=Symphonieorcheſters. Ltg.: Pg. Adam.
21.30: Reichsſendung: Erſter Teil der Vereidigung der
pon=
tiſchen Amtskeiter. Kurzer Hörbericht. — Muſik. — 22.00:
Wetter=, Tages= und Sportnachrichten. — 22.45: Deutſcher
Seewetterbericht. — 23.00: München: Marſchmueſik.
Welkerberichk.
Der Kern des Hochdruckgebiets hat ſich jetzt auf das Feſtland
verlagert. Im Norden zieht allerdings eine kräftige Störung
vorüber, die an ihrer Südſeite warme Luft mit ſich führt. Wohl
wird durch dieſe auch bei uns warme Luft hervorgerufen. Doch
dürfte unter dem Einfluß des hohen Drucks bei uns keine
bedeu=
tende Niederſchlagstätigkeit aufkommen. Die Temperaturen
ſtei=
gen tagsüber an.
Ausſichten für Freitag, den 23. Februar: Wolkig mit
Aufheite=
rung, tagsüber milder, meiſt trocken.
Ausſichten für Samstag, den 24. Februar: Tagsüber milder, teils
wolkig, teils aufheiternd.
Winterſportmöglichkeiten.
Rhön: Waſſerkuppe: Nebel, 0 Grad. 20 cm., Pappſchnee,
nur Ski möglich. — Gersfeld: Wolkig, plus 3 Grad,
kein Schnee
Sauerland: Winterberg: Nebel, 0 Grad, Schneedecke
durch=
brochen, nur ſtellenweiſe Sport.
Schwarzwald: Triberg: Minus 1 Grad, 5 cm., verharſcht,
ſtellenweiſe. — Hornisgrinde: Nebel, minus 1 Grad,
80 cm., verharſcht gut. — Ruheſtein: Wolkig, minus 1 Gr.,
60 cm., 1—2 cm. Neuſchnee, ſehr gut. — Furtwangen: Klar,
minus 8 Grad. 11 cm., Schneedecke durchbrochen. mäßig.
Schauinsland: Klar, minus 2 Grad. 20 cm., verweht,
fraglich. — Bühler Höhe: Klar, plus 2 Grad, 18 cm.,
ver=
harſcht, ſtellenweiſe.
Hauptſchriftlettung: Rudoli Mauve.
Berantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudol) Mauve; ſür Feuilleton, Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; fürden Schlußdienſt: Andreas
Bauer; für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für Sport: Karl Böhmann; für „Die
Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigen=
teil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhte, ſämtl. in Darmſtadt. D. A. I. 34: 28606
Druck und VBerlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 12 Geiten.
Arbeitgeber, Bürgerſteuer 1934.
Es liegt Veranlaſſung dazu vor, erneut auf die
Beſtimmungen auf Seite 4 der Steuerkarte für 1934
über die Ablieferungspflicht der Arbeitgeber
hin=
ſrchtlich der einbehaltenen Bürgerſteuerbeträge 1934
inzuweiſen.
Ganz beſonders machen wir darauf
aufmerk=
ſam, daß die Unterlaſſung der Ablieferung der
ein=
behaltenen Bürgerſteuerbeträge innerhalb, der auf
Seite 4 der Steuerkarte 1934 angegebenen
Ablie=
ſerungszeiträume der Arbeitgeber verpflichtet iſt,
dies der Stadtkaſſe mitzuteilen.
Wenn der Arbeitgeber innerhalb der
Ablie=
ſerungszeiträume weder die Bürgerſteuer abführt,
noch die Anzeige an die Stadtkaſſe erſtattet, ſo wird
er wegen Steuerzuwiderhandlung nach den
Vor=
ſchriften der Reichsabgabenordnung beſtraft.
Wir fordern alle Arbeitgeber, die den obigen
geſetzlichen Beſtimmungen bisher nicht nachkamen,
auf, dies unverzüglich nachzuholen und auch für
Sie Folge vorſchriftsmäßig zu verfahren,
andern=
alls von der gegebenen Strafbefugnis Gebrauch
gemacht wird.
Darmſtadt, den 22. Februar 1934.
(2276
Bürgermeiſterei.
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AUTOLISTE Nr. 129
Meldungen (Ab- und Zugänge) von Kraftfahrzeugen jeder
Art in den 18 Kreisen des Volksstaats Hessen (Kennzeichen:
VS, VR, VO) für dle Zeit vom 1.—15. Februar 1934.
Diese Meldungen sind nur durch uns erhältlich.
Die Auto-Listen enthalten genaue Anschrift der Kraftfahrzeugbesitzer und
Fahrzeugbeschreibung. Sie erscheinen alle 14 Tage und sind unentbehrlich,
da sie laufend neuestes Adressenmaterlal bieten.
Bezugsprels:
1. Bei Bezug aller Meldungen sämtlicher 18 Krelse für 12 Monate:
zum monatllchen Pauschalprels von RM. 15.—,
2. Bei Bezug der Meldungen nur für einzelne Krelse und Städte,
gleich ob für einen oder mehrere Monate, zu Staffelpreisen, die wir bei
uns zu erfragen bitten.
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Freitag, 23. Februar
Pierteljahresbericht der Oeutſchen Reichspoſt.
Zunahme des Berkehrs. — Allgemeiner Anſtieg des Poſt= und Fernmeldeweſens.
Die Monute Attoder ois Zeiemder.
Die Deutſche Reichspoſt veröffentlicht den Bericht über das
dritte Vierteljahr (Oktober bis Dezember 1933) ihres
Rechnungs=
jahres. Der allgemenien Belebung entſprechend iſt gegenüber
dem zweiten Vierteljahr eine Zunahme des Verkehrs zu
verzeichnen, die auch nach Ausſchaltung der Saiſonbewegung
be=
ſtehen bleibt. Der Paketverkehr, der Poſtſcheckverkehr und der
Fernſprechverkehr weiſen gegen die gleiche Zeit des Vorjahrs eine
Zunahme auf, die bei den gewöhnlichen Paketen rund 4,3 Mill.
Stück beträgt.
Auf allen Gebieten des Poſt= und Fernmeldeweſens konnten
im In= und Auslandsverkehr wieder zahlreiche Verkehrs=
und Betriebsverbeſſerungen durchgeführt werden.
Die Zahl der Poſtſcheckkonten ſtieg im
Berichts=
vierteljahr um 880 auf 1029 274. Ausgeführt wurden 186
Mil=
lionen Buchungen über 27 Milliarden Reichsmark. Im
Schnell=
nachrichtenverkehr wurden im Berichtsvierteljahr 5,6 Millionen
Telegramme befördert und 557 Millionen Geſpräche
ver=
mittelt. Die Zahl der Sprechſtellen belief ſich Ende Dezember auf
2,94 Millionen gegen 3,0 Millionen Ende Dezember 1932.
Die Verkehrsleiſtung im
Funkauslandsver=
kehr betrug 524 000 Telegramme und im Seefunkverkehr 25 092
Telegramme, und 347 vermittelte Funkgeſpräche. Im
Seefunk=
verkehr waren Ende September auf deutſchen Handelsſchiffen in
Betrieb: 920 Seefunkſtellen, 508 Bordfunkpeiler, 103 Sprechſender
und 366 Hochſeefunkempfangsanlagen.
Die Zahl der Rundfunkteilnehmer hat ſich im
Berichtsvierteljahr um 527 964 auf 5 052 607 erhöht, während im
gleichen Zeitraum des Vorjahres der Zugang nur 230 375 betrug.
Im Vierteljahr Juli bis September 33 ſind 245 Perſonen wegen
der Errichtung oder des Betriebes nicht genehmigter Funkanlagen
rechtskräftig verurteilt worden.
Die Geſamteinnahmen betrugen im
Berichtsviertel=
jahr rund 452, die Geſamtausgaben 446 Mill. RM.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Voller Erfolg der Preußiſchen Schatzanweiſungsanleihe.
Ob=
wohl die Zeichnungsfriſt für die neuen 4½prozentigen
Preußi=
ſchen Schatzanweiſungen erſt heute endigt und das Ergebnis
end=
gültig erſt in den nächſten Tagen feſtgeſtellt werden kann, ſteht
heute ſchon feſt, daß die Emiſſion vollen Erfolg gehabt hat. Die
aufgelegten 150 Millionen ſind auf jeden Fall gezeichnet,
wahr=
ſcheinlich ſogar überzeichnet. Das Bankenkonſortium, das 120
Millionen feſt übernommen hatte und für den Reſt von 30 Mill.
eine Option hat, wird dieſe Option ausüben. Zu einem
erheb=
lichen Teil hat die Zeichnung durch Umtauſch der am 1. 3. fälligen
Preußiſchen Schatzanweiſungen ſtattgefunden. — Dieſes überaus
günſtige Ergebnis iſt nicht nur ein Erfolg für die preuß.
Finanz=
verwaltung, ſondern vor allem ein großer Schritt vorwärts auf
dem Wege zur organiſchen Zinsſenkung. Das Vertrauen zu der
Staatsführung, das die anlageſuchenden Kreiſe durch dieſen
An=
leiheerfolg bekunden, eröffnet die Möglichkeit, durch weitere
Emiſſionen zu gleichartigen Bedingungen allmählich die noch
um=
laufenden, noch höher verzinslichen Anleihen durch niedriger
ver=
zinsliche zu erſetzen und damit ohne Zwangseingriffe zu einem
Zinsniveau zu kommen, das den geſamten langfriſtigen Kredit auf
eine geſunde Grundlage ſtellt.
Ein= und Ausfuhr von Lederſchuhwerk im Januar 1934. Im
Januar 1934 wurden 9123 Paar Lederſchuhe aller Gewichtsklaſſen
eingeführt gegenüber 5753 Paar im Januar 1933. Dies bedeutet
eine Zunahme der Einfuhr um 58 Prozent. Gegenüber dem
Vor=
monat (Dezember 1933) mit 7523 Paar iſt im Januar 1934 die
Einfuhr um 21,3 Prozent geſtiegen. Die Ausfuhr von
Leder=
ſchuhen im Januar 1934 betrug 72 503 Paar; ſie iſt im Vergleich
zum Dezember 1933 mit 76 601 Paar um 5,5 Prozent
zurückgegan=
gen. Im Januar 1934 betrug der Wert der Lederſchuheinfuhr
Mk. 67 000, der Lederſchuhausfuhr Mk. 507 000. Somit ergab ſich
im Januar ein Aktivſaldo von Mk. 440 000 gegenüber einem
Aktivſaldo von RM. 511000 im Dezember 1933. (Rückgang des
Aktivſaldos um 13,8 Proz.).
Umtauſchangebot auch der Ruhrchemie AG. Die Ruhrchemie
AG. in Oberhauſen=Holten unterbreitet den inländiſchen Beſitzern
ihrer Dollarbonds ein Umtauſchangebot auf der Grundlage von
RM. 3000 4½proz. Schuldverſchreibungen gegen je 1000
Dollar=
bonds der 6prozentigen Amerika=Anleihe vom 1. April 28. Zins=
und Tilgungstermin der neu auszugebenden
Schuldverſchreibun=
gen decken ſich mit denjenigen der Dollarbonds. An das
Umtauſch=
angebot hält ſich die Geſellſchaft bis zum 10. März 1934 gebunden.
Tagung des Internationalen Zuckerrates in Paris. Der
In=
ternationale Zuckerrat, der Dienstag in Paris zuſammengetreten
war, hat, wie das Wirtſchaftsblatt „Information” berichtet
ſeine Arbeiten am gleichen Tage zum Abſchluß gebracht. Obwohl
man erklärt habe, daß es ſich um die regelmäßige
Vierteljahrs=
ſitzung zur „Regelung laufender Angelegenheiten” handele, meſſe
man in den Kreiſen der Zuckerinduſtrie dieſer Sitzung eine
beſon=
dere Bedeutung bei im Hinblick auf den bevorſtehenden
Zuſam=
mentritt der internationalen Zuckerkonferenz von London, an der
auch die Vereinigten Staaten teilnehmen würden. Auf dieſer
vom Völkerbund einberufenen Konferenz werde die Lage an dem
Weltzuckermarkt eingehend geprüft werden. Man rechne mit
Schwierigkeiten, die von engliſcher Seite kommen könnten.
Hier=
zu werde aus engliſcher Quelle erklärt, daß in dieſem Jahr ein
weiterer Zuckerrübenanbau von 30 000 Acres vorgeſehen ſei.
Mannheimer Produktenbericht vom 22. Februar. Weizen,
inländ. 76—77 Kilo, frei Mannheim 19,85—19,90, desgl. franko
Vollbahnſtation des Erzeugers Feſtpreis per Februar Bezirk 9
19,35, Bez. 10 19,55, Bez. 11 19,85; Roggen ſüdd frei Mannheim
(71—72 Kilo) 16,70—17,00, desgl. franko Vollbahnſtation des
Er=
zeugers Feſtpreis per Februar Bez. 8 und Bez. 9 16,30; Hafer
in=
ländiſcher 15,50—15,75, Sommergerſte und Pfälzergerſte 18—18,50
(Ausſtichware über Notiz), Futtergerſte 17 00; Mais La Plata
19,25—19,50, Erdnußkuchen 16,75—17,00, Soyaſchrot 15—15,25;
Rapskuchen 14,50, Palmkuchen 15,25, Kokoskuchen 17,25,
Seſam=
kuchen 17,00; Leinkuchen 17,25—17,50; Biextreber mit Sack 16 75;
Malzkeime 14—14,50, Trockenſchnitzel ab Fabrik 9,75—10,
Roh=
melaſſe 8,50 Steffenſchnitzel 11,25, Wieſenheu loſes 6,20—6,50,
Rotkleeheu 6,60—6,80, Luzernekleeheu 7.80—8,00; Preßſtroh
Rog=
gen=Weizen 2,20—2,40, desgl. Hafer=Gerſte 1,80—2,00, gebünd.
Stroh Roggen=Weizen 1.40—1,60, desgl. Hafer=Gerſte 1.20—1,40,
Weizenmehl Spezial Null, mit Austauſchweizen per Februar
29,70, desgl. per März 30,00; Weizenmehl Spezial Null aus
In=
landsweizen, per Februar 28,20, per März 28,50; Roggenmehl
70—60proz. nordd 22,50—25,00, desgl. pfälziſches und ſüdd. 23.25
bis 24,25, Weizenkleie feine mit Sack 10,25—11, desgl grobe 10,75;
Roggenkleie 10,50—11,25, Weizenfuttermehl 11,50,
Roggenfutter=
mehl. 11,50—12,00, Weizennachmehl 15—15,25, do. IV B 16—16,25.
Berliner Getreide=Großmarktbericht vom 22. Februar. Geſchäft
wieder nur ſchleppend. Mangels Anregungen vom Konſum
fin=
det Offertenmaterial von Brotgetreide für prompte Lieferung,
vor allem nicht immer zu geſtrigen Preiſen, Unterkunft. Spätere
Lieferungen vereinzelt Kaufluſt, jedoch ſind geforderte Aufgelder
ſchwer zu erzielen. Exportſcheine weiter ruhig, Spanne zwiſchen
Forderungen und Geboten beträgt allgemein 0,5 Mk. Weizen=
und Roggenmehle unveränderte Marktlage. In Hafer iſt das
Geſchäft bei ſtetigen Preiſen mäßig: Gerſte rubig.
Berliner und Frankfurker Effektenbörſe.
Die Berliner Börſe eröffnete bei ſehr ſtillem Geſchäft,
da von ſeiten des Publikums Orders nur in geringem Umfange
eingegangen waren. Die Kuliſſe, die von vorgeſtern noch
Ma=
terial genug übrigbehalten hatte, hielt ſich infolgedeſſen von
Neu=
anſchaffungen zurück und nahm in verſchiedenen Fällen ſogar
Glattſtellungen vor. Die abwartende Haltung wird damit
moti=
viert, daß man die von ſeiten des Reichsbankpräſidenten in den
Beſprechurngen des Ausſchuſſes des Zentralverbandes des
deut=
ſchen Bank= und Bankiergewerbes zu erwartenden Ausführungen
zur Grundlage der weiteren Orientierung im Börſengeſchäft
machen möchte. Insbeſondere erhofft man Erklärungen über die
künftige Geſtaltung des Rentenmarktes und der Konverſionsfrage.
Mit wenigen Ausnahmen zeigte das Kursniveau daher
überwie=
gend Abſchwächungen, die ſich allerdings in verhältnismäßig
engem Rahmen hielten. So gaben von Montanwerten
Gelſen=
kirchen mit 1½ Proz. Harpener mit 1. Hoeſch und Phönix mit je
½ Prozent am ſtärkſten nach. Maxhütte und Buderus konnten
auf geringe Nachfrage ſogar um 2 Proz. bzw. ½ Proz, höher
an=
kommen. Braunkohienwerte lagen vernachläſſigt. Bubiag
konn=
ten auf einen Bedarf von 6 Mille um 1 Prozent anziehen.
Rhein=
braun minus ½ Prozent. Kaliwerte gaben bis 1½ Prozent nach.
Von chemiſchen Papieren eröffneten Farben auf Vortagsbaſis,
kamen aber bald um ½ Prozent höher mit 1323 zur Notiz.
Stär=
ker abgeſchwächt waren Conti Gummi und Harburger Gummi mit
minus 2½ bzw 23 Proz. Auch Elektrowerte büßten zirka 1—1½
Prozent ein. Im weiteren Verlauf der Börſe blieb es an den
Aktienmärkten weiter recht ſtill. — Am Rentenmarkt ſcheint das
vorgeſtern erſtmals beobachtete leichte Intereſſe des Publikums
weitere Fortſchritte zu machen.
Die Frankfurter Börſe eröffnete bei kleinſten Umſätzen
mit einer überwiegend freundlichen Grundſtimmung. Das
Publi=
kum und auch die Kuliſſe halten im weſentlichen an ihrem Beſitz
feſt, übten aber ſtärkere Zurückhaltung, da man mit Spannung die
angekündigten Ausführungen des Reichsbankpräſidenten Dr.
Schacht und des Staatsſekretärs Reinhardt erwartet. Wenn trotz
der Geſchäftsſtille die Stimmung meiſt zuverſichtlich blieb, ſo iſt
dies mit günſtigen Meldungen aus der Wirtſchaft zu begründen,
wo insbeſondere Dividendenerhöhungen und geſteigerte
Strom=
abſatziffern bei einigen Geſellſchaften anregend wirkten. Daneben
wurde der Verlauf der Verhandlungen mit dem engliſchen
Lord=
ſiegelbewahrer Eden für die weitere Entwicklung der
außenpoli=
tiſchen Situation zuverſichtlich beurteilt. Am Aktienmarkt hatten
nur Farbeninduſtrie etwas größeres Geſchäft zu verzeichnen, und
der Kurs lag bei Beginn 0,5 Proz. höher. Montanaktien lagen
uneinheitlich bei Schwankungen bis zu 0,5 Prozent nach beiden
Seiten; nur Klöcknerwerke 1 Prozent und Kali Aſchersleben 1½
Prozent ſchwächer; aber Rheinſtahl 3 Prozent feſter.
Elektro=
werte tendierten ſehr ruhig bei nur geringprozentigen
Verände=
rungen: AEG. minus ½ Proz., Siemens plus 3 Proz.,
Schiff=
fahrtsaktien lagen weiter abbröckelnd, Hapag minus ¼ Prozent,
Nordd. Lloyd minus ½ Prozent. Kunſtſeidenpapiere blieben gut
behauptet, Aku 53½, Bemberg 53 (plus 1 Proz.). Im einzelnen
lagen Reichsbankanteile und AG. für Verkehrsweſen je 88 Proz.
freundlicher, dagegen Zement Heidelberg ½ Proz. und Zellſtoff
Waldhof ½ Proz. niedriger. — Faſt ohne Geſchäft eröffnete der
Nentenmarkt, wo Reichsanleihen und ſpäte
Reichsſchuldbuchfor=
derungen unverändert blieben. Auch Induſtrie= und Reichsmark=
Obligationen lagen ohne größeren Umſatz bei feſten Kurſen.
Da von den Ausführungen des Reichsbankpräſidenten auf der
geſtrigen Sitzung des Zentralverbandes während der
Abend=
börſe nichts bekannt wurde, verkehrte dieſe in zwar ſtarker
Zu=
rückhaltung, zumal von der Kundſchaft nur kleine Aufträge
vor=
lagen, die Grundſtimmung war aber unentwegt freundlich. Neben
der gebeſſerten außenpolitiſchen Situation regte auch die weitere
Beſſerung der Reichsſteuereinnahmen im Januar etwas an. Am
Aktienmarkt lagen die Kurſe gegen den Berliner Schluß meiſt
gut behauptet, teilweiſe auch ½—½ Prozent darüber. Im
Ver=
lauf war die Haltung etwas uneinheitlich, die Abweichungen nach
beiden Seiten hielten ſich aber in engen Grenzen. Farbeninduſtrie
gaben ihren ½prozentigen Anfangsgewinn wieder ab. Der
Ren=
tenmarkt erhielt etwas Stimulus von dem bis jetzt günſtigen
Zeichnungsergebnis auf die 4½prozentigen Preußiſchen
Schatz=
anweiſungen.
Die Reichsfteuereinnahmen im Januar 1934.
12
1933 329,3 323,8 237,8 561,6 1. 4. 33—31. 1. 1934 1. 4. 32—31. 1. 1933 3335,1 2259,7 Im Januar hat ſich das Aufkommen an Steuern, Zöllen und
Abgaben nach einer Mitteilung des Reichsfinanzminiſteriums 7a0 Pch
weiter gut entwickelt. Die Einnahmen betrugen in Mill. RM. zu0k”0
Monat Januar 1934
Beſitz= und Verkehrsſteuern
Zölle und Verbrauchsſteuern . 287,3
M2n Unſch
insgeſamt alſo 616.16
Mtes h
dn! Vert
Beſitz= und
Verkehrs=
me Stunde
3372,0
ſteuern
füder mit,
Zölle und Verbrauchs=
Deine
2392,4
ſteuern.
dich habe
55,94,8
insgeſamt alſo 5764,4
nur Del
Von denjenigen Steuern, in denen ſich die laufende Wirt=
Brauſe
ſchaftsentwicklung ſpiegelt, hat ſich im Januar insbeſondere die
Lohnſteuer gut entwickelt. Das Aufkommen der Umſatzſteuer
be=
wegt ſich ſtändig nach oben. Die Entwicklung des Aufkommens
r heut
an Körperſchaftsſteuer übertrifft nach wie vor die Erwartung.
nſo
Als ſehr günſtig iſt auch das Aufkommen an Kraftfahrzeugſteuer
zu bezeichnen. Von Monat zu Monat günſtiger geſtaltet ſich das
Aufkommen an Wechſelſteuer. Auch in der Entwicklung der
Be=
förderungsſteuer für Güterförderung zeigt ſich die Belebung der
Wirtſchaft.
Das Aufkommen an Zöllen iſt im Januar 1934 um 23.1
Mil=
lionen RM. höher geweſen als im Januar 1933.
beif yur
Erhebliche Skärkung des heimiſchen Flachsbaues
in Ausſichk.
Nachdem die Mitteilung des Reichsernährungsminiſters, die
Flachsabſatzprämie auch für die Ernte 1934 zu gewähren, bekannt. Mim aber
geworden iſt, hat eine ſtarke Nachfrage nach Saatgut in allen ſhh, daß Miſ
Produktionsgebieten eingeſetzt. In vorſorglicher Weiſe haben die ſtuſt ugebr!
Saatgutgeſellſchaften der Landwirtſchaftskammern ſowie die Röſt= nu mir Mi
anſtalten die Abſaaten deutſcher Züchtungen ſowie im Inlande
akklimatiſierter guter ausländiſcher Provenienzen bereitgeſtellt,
ſo daß die erſte große Nachfragewelle befriedigt werden konnte. /0 bnuntet
Das Intereſſe nach gutem Saatgut hält unvermindert an, und ſum Wage
beſonders in den Bezirken, wo in den letzten Jahren wegen zu ſugt Unrul
geringer Anbauflächen gutes Saatgut beſter Art und Qualität
nicht geerntet worden iſt. Die ſtürmiſche Nachfrage nach Saatgut
läßt erwarten, daß die Flachsanbauflächen in dieſem Jahre eine
weſentliche Vergrößerung erfahren werden. — Eine erfreuliche
Ausſicht für die Stärkung der Verſorgung der deutſchen
Leinen=
induſtrie mit heimiſchem Rohſtoff.
Biehmärkke.
Darmſtädter Viehmarkt vom 22. Februar. Aufgetrieben waren
138 Kälber. Die Preiſe ſtellten ſich für Kälber a) pro Pfund
auf 34—37, b) 30—33, c) 25—29 Pfg. pro Pfund. Spitzentiere
über Notiz. Marktverlauf: lebhaft geräumt.
Ferkelmarkt in Groß=Gerau am 21. Februar. Auftrieb: 5251
Ferkel. Es wurde bezahlt 12—21 RM. pro Stück. Der nächſtel
Ferkelmarkt findet am Mittwoch, den 7. März. vormittags 8,30
Uhr, ſtatt.
Schweinemarkt in Nidda. Der geſtrige Ferkelmarkt war mit
342 Ferkeln zum Verkauf beſchickt. Bei flottem Handel war der
Abſatz gut. Es koſteten 4—6 Wochen alte Tiere bis zu 16 RM.,)
6—8 Wochen alte Tiere 17—20 RM., 8—10 Wochen alte Tiere
20—22 RM.
Frankfurter Viehmarkt vom 22. Februar. Auftrieb: Rinder
86 (gegen 56 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 12 Ochſen
11 Bullen, 14 Kühe und 49 Färſen. Kälber 900 (925 Schafe 220
(153), darunter 136 (77) Hammel: Schweine 634 (718). Notiert
wurde pro Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber Sonderklaſſe
—, andere a) 44—45, b) 39—43, c) 33—38 d) 27—32; Lämmer
und Hammel b) 1. 34, c) 31—33, d) 28—30; Schafe e) 27—29)
f) 25—26: Schweine a) 46—48, b) 44—47, c) 43—47, d) 41—45
e) 36—43. — Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagsmarkt
notierten Kälber 1—2 Mark und Hammel 1 Mark höher: Schafe
und Schweine lagen unverändert. Marktverlauf: Kälber,
Ham=
mel und Schafe ruhig, ausverkauft; Schweine ruhig, geringer
Ueberſtand. — Bemerkungen: Von Kälbern wurden in der Klaſſe
a) 31. b) 74, c) 359 und d) 379 Stück notiert. Bei den Schweinen
wurden zum Preiſe der Höchſtnotiz und darüber verkauft: Klaſſe
a) 3. b) 2, c) 2 und d) 1 Stück.
Tag
Dann w.
Berliner Kursbericht
vom 22. Februar 1934
Oeviſenmarkt
vom 22. Februar 1934
Berl. Handels=Geſ.
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban
Hapag
Nordd. Lloyzd
A. E. 6.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummt
Deutſche Cont. Gas
Kacch
65.25
67.—
27.50
30.75
29.25
139.50
53.50
21.25
82.—
154.—
120.25
Deutſche Erdöl 110.—
Elektr. Lieferung 99.—
F. 6. Farben
Gelſ. Bergwerie
Geſ.f.elektr. untern
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
glöcknerwerke
Koksw. Chem. Fabr. 89.25
Mannesm. Röhr 67.625
Maſch.=Bau=Untn.
Orenſtein & Koppe
132.50
61.875
98.625
94.75
76.37!
115.—
65.375
44.825
69.25
Iee
Rütgerswerke 56.125
Salzdetfurth Ka 154.50
Kaufhof
Verein. Stahlwerkel
Weſteregeln Alkali 114.50
Agsb.=Nnrb. Maſch
Baſa.t Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke 26.50
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke 98.35
Ve
19.25
42.—
66.50
19.50
105.75
83.—
68.50
Buenos=Aires 1
Kanada
Japan
Kairo.
Iſtanbu
London
New Yor!
Rio de Janerrol=
Uruguah
Amſterdam
1
Athen.
Brüſſel
Zudapel
Danzig.
Helſingfor
Währung
1 Pap. Peſo
1 eanad. Doll.
1 Yen.
äaypt.
1 türk. *
1 2.Sto.
1 Dollar
1 Milreis
1 Goldpeſo
100 Gulden
100 Drachm.
100 Belga.
100 Pengt
100 Gulden ſg
100 finn. Mk
Geld Brief.
0. 648/ 0.652
2.507 2.51
0.759 0.78
13.205 13.235
1.999 2.303
12.825 12,855
2.522/ 2.528
0.214/ 0.216
1.289/ 1.281
168.55 168.89
2.398 2.400
21.65
5.S74
58.41 158.53
gu.g3
5.66s
Italien
Jugoſlawuen
Kopenhagen
Liſſabon.
Lslo
Paris
Prag
Islan”
Rigg.
Schwe
Sofig.
Spanien
Stockholm
Tallinn (Eſt.
Wien
Währung
100 Lire
100 Dina
100 Kronen
100 Escudos
100 Kronen
100 Franes
Gew‟”
2i1.80
Ses.
55.39
i.ss
64.44
16.49
100 Tſch.=Kr. 10.38
100 isl. Kr. 58.04 s
100 Lais 79.32
100 Fran len 80.28
100 Leva 3.647
100 Peſeta 33.25
100 Kronen 66.13
100 eſtl. Kr. ſ68.23
100 Schilling 47.20
Brie
1.94
5.57‟
57.41
11.70
4.58
6.53
10.40
8.i6
0.08
G1.oc
3.05
24,07
6s.25
39.07
47.30
Hurmſtadter ans Kartongroant Burikast, Wilifltt utt Prrscher Bunt
Frankfurter Kursbericht vom 22. Februar 1934.
Steuergutſcheine
Gr.IIp. 1934
1935
„ 1936
1937
„ 1938
GruppeI
6% Dtſch. Reichsanl.
v.25
69
5½%Intern. , v.30
62Baden ... v.27
6%Bayern .. b.27
6%Heſſen. . .. v.29
6% Preuß. St. v. 28
69 Sachſen .. v.27
6% Thüringen v. 27
Dtſch. Anl.
Auslo=
ſungsſch. —/.
Ab=
löſungsanl. . ...
Dtſche. Anl.
Ablö=
jungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ....
6%Baden=Baden
6%Berlin ... v.24
6%Darmſtadt . . .
6%Dresden:. v.26
6%Frankfurt a. M.
Schätze v. 29
v.28
83Mainz.
62Mannheim v.27
6%München .v. 29
6%Biesbaden b. 28
6%Heſſ. Landesbk.
6% „ Goldoblig.
5½½Heſſ.
Landes=
byp.=Bk.=Liguid
102.25
100,
97-1,
93”I,
92
971,
99.9
871,
93
94.5
95.5
94
105-,
96
93
9.3
84
34.75
77.75
81.25
84.75
82
87.25
88.5
91.75
87.75
90.5
De
Hyp.=Bk. Liqu.
Komm. Obl. ..
6% Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf.
6% „ Goldoblig
6% Landeskomm.=
Bk. Girozentr. f.
Heſt Gldobl. R.11
6%o „ „ R.12
6%Kaſſ. Landestrd.
Goldpfbr. .
6%Naſſ. Landesbi.
5½%0 „Liqu. Lbl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-=Anl.
*Ausl. Ser. I
*Ausl. Ser.II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
6%Berl. Hyp.=Bi.
5½%0 „ Lig.-Pfbr.
6%Frtf. Hyp.=Bk.,
5½% —Lig.Pfbr..
6%
Goldoblig
6%Frrf. Pfbr.=Bi.
5½%0 „ Lig.=Pfbr.
83Mein,Hyp.=Bl.
5½%0 n Lig.Pfbr.
6% Pfälz. Hhp.=Bt.
5½% — Lig. Pfbr.
6SRhein,Hyp. Bk.
5½% „ Lig. Pfbr.
6% „ Golboblig.
6% Südd. Boden=
Cred.=Bank ...."
5½% — Lig. Pfbr.
6%Bürtt. Hhp.=B.
85.75
92.75
92.25
31.28
94.75
114.5
19
92
33
.
92
92.25
92.5
94.5
Nre
92:1,
89
We
6% Dt. Linol.Werke
16%Mginkrw. v. 26
62Mitteld. Stahl.
6% Salzmann ECo.
6%Ver. Stahlwerke
6% Boigt & Häffner
J. G. Farben Bonds
5%Bosn. L.E.B
% „ L Inveſt.
5%Bulg. Tab. v. 02
4½%0 Oſt. Schätze.
4%Sſt. Goldrente.
5 %overeinh. Rumän
4½%0
47
42 Türk. Admin..
1485
1.Bagdad
Zollanl.
4½ %üngarn 1913
4½%
1914
Goldr.
1910
4½Budp.Stadtanl.
42 Liſſabon
42, Stockholm
Aktien.
A1g. Kunſtziide Unie
A. E.6. .........
AndregeNoris Bahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoff
Bemberg, J.B. ...
Berl. Kraft u. Licht 128.25
Buderus Eiſen....
Eement Heidelberg
Karlſtadt:
15. 6. Chemie, Bafell
80.5
95
90.5
21
51
44.25
83
53:/.
29.5
97.25
2—
38.25
53.5
79
92.25
138
Chem.Werke Albert)
Chade ..
Contin. Gummiw.
Contin. Linoleum
Daimler=Benz ...
Dt. Atl. Telegr.
„ Erdöl ......"
Dt. Gold= u.
Silber=
ſcheide=Anſtalt.
Linoleum
Dortm. Ritterbräu
Dnckerhoff c Widm.
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraf
Eſchw. Bergwer!.
irßling. Maſchinen.
Faber & Schleicher
J.6.Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt & Guilleaume
Frankfurter Hof.
Gelſenk. Bergweri.
Geſ.f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th.
Gritzner=Kahſer...
Grün & Bilfinge.
Haienmühle Frift.,
Hanauer Hofbräuh.
Hanfwerke Füſſen.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer ...
Hochtief Eſſen :../113.25
Holzmann, Phil. .
Slſe Bergb. Stamm)
Genüſſe
Junghans ...
Vi
153.5
53
45.5
118
109.5
182
47
34
7.s
99.5
/102.75
220
35
43.5
13212
37.5
59.75
61.5
98
58.9
28
106
37‟
94.25
108
35.5
68
u18.5
Kue
Aſchersleben
Klein, Schanzlin
Klöcknerwerke ...
Knorr C. H. ...."
Lahmeyer & Co.
Laurahütte ...
Lech, Augsburg
Löwenbr. Münch.
Maintr.=W. Köchſt.
Mainz. Akt. Br..
Mannesm. =Nöhren
Mansfeld Bergb.
Metallgeſ. Frankf.
Miag. Mühlenbau.
MotorenDarmſtadt
Reckarwer Eßling.
Sberbedar
Phöni; Bergbau..
Rh. Brauntohlen 12
Elektr. Stamn
Stahlwerke.
Riebeck Montan.
Roeder, Gebr.
Rütgerswerte".
Salzdetjurth Kal
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind../
Schramm. 2
Schuckert. C
Schwartz, Storchen
Siemens & Halske. 150
Reinigerwerke
Südd. Zucker=A. G./180.5
Thür. Liefer.=Geſ..
Kaufhof ......"
nnterfranker . .../y
23.5
90‟
216.5
74.75
66.75
67.
37.25
76),
Ree
17.
162.25
85.5
100
4176
Ber. Stahlwerie
Ver. Ultramarin. . /120
Boigt & Haeffner.
Weſteregeln Kalt. :/415.5
Zellſtoff Waldhof. 46.6
Allg. Dt. Crebilanſt. 46.5
Badiſche Bant.
Bk. f. Brauinduſtr.
Boyer, Hyp. u. W.) 58‟
Ber”. Handelsgeſ. 94
„ Hypothelbi. 1122
Comm. u. Privatb. 56.76
Ot. Bant und Disc E5.5
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Ban:
65
Frankſ. Bon
86
Syp.Ban / 85
Mein. Shp.=Ban;
86
Pſälz. Hyp.=Ban / 83.75
Reichsbant=Ant. 1170½=
Nhein. Hyp.=Bau1. 122.5
Südd. Bod.=Er.Bl.
Würtib. Notenbank/100
A.-G. Veriehrsw./ 65
Allg. Lokalb. Kraftw/ C6
790 Dt. Reichsb. Vzel112/e
Hapag.
28
Nordd. Llohzd.
31
Südd Eiſenb.=Ge
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung 250
„ „ Verein. Verf 242.5
Frankona Rück=u. M
Mannheim.Verſich.! 20
Otavi Minen
Schantung Handell 45
Fseitag, 23. Februar 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Reueſte Nachrichten
Nr. 53 — Seite 11
E
Roman von Wilhelm Schneider.
(Nachdruck verboten.)
Ich unternahm einen ausgedehnten Spaziergang und kam erſt
der Dunkelheit heim. Aber weder Baggenſen noch Rhoda
nren zurückgekehrt. Nach dem Abendeſſen, das ich auf meinem
zymer einnahm, brachte mir ein Page einen verſchloſſenen Brief.
Yerkannte ſofort Baggenſens Handſchrift und erfuhr, daß ein
anſtmann den Brief eben unten in der Halle abgegeben hatte.
her er war ſchon wieder fortgegangen. Klopfenden Herzens riß
üden Umſchlag auf und las folgendes:
„Iſt es hier nicht wundervoll, lieber Freund? Dieſer
Gottes=
uden! Verzeih mir, daß ich mich nicht ſehen laſſe. Es ſind
ſelt=
ſe Stunden, die ich augenblicklich durchlebe. Das Unfaßbare
füber mir, aber ich unterliege noch nicht. Ich kämpfe und höre
mner Deine gute Stimme von geſtern abend. Ich freue mich, daß
Dich habe. Ich brauche Dich, vielleicht morgen ſchon. Aber
it nur Deine Stimme habe ich im Ohr — nein, es iſt ein
mes Brauſen von Millionen Stimmen. Es iſt der Oſten — Du
uſtehſt mich.
Für heute abend möchte ich dir raten, allein auszugehen. Du
ein ſo luſtiger Kerl, und ein öder Hotelabend würde dir
pt bekommen. Einen Cicerone brauchſt Du nicht. Setze Dich
ſeine Taxe und der Chauffeur wird Dir ſagen, wo Du für einen
hend in dieſer ſchönen Stadt glücklich ſein kannſt. Auf morgen.
Jens.”
Ich fuhr aber nicht nach Wien hinunter. Ich ſaß in der Bar
w grübelte. Das Unfaßbare? War er wirklich ſchuldig? Hatte
uden Tod ihres Bruders gewollt?
Was war es mit dieſen Beweiſen, die ſie in der Hand hatte?
Am nächſten Morgen fühlte ich mich ſehr friſch. Wieder ein
lyrmer Tag mit ſtrahlender Sonne und lindem Wind. Luft des
niſters, d 1Prfxühlings. Gegen zehn Uhr rief ich Baggenſens Zimmer an,
ren, bekann ham aber keine Antwort. Unruhig ging ich nach unten und
er=
ſur, daß Miſter Swaney und ſeine Schweſter die Nacht nicht im
Huſe zugebracht hätten. Man muſterte mich, und ich fühlte, daß
nn mir Mißtrauen entgegenbrachte.
Dann wanderte ich über den Kahlenberg nach Kloſter
Neu=
erden konne ſurtz hinunter, aß dort im Stiftskeller zu Mittag und kam mit
ert an, un ſeiem Wagen wieder zurück. In dieſen Stunden plagte mich
en wegen ulſhage Unruhe. War vielleicht doch etwas geſchehen? Hatte er
ahre ein
erfreuliähn
en ware
pro Pfun
ſein Wort nicht halten können? Inger Berglund, die kleine
dunkle Inger fiel mir ein. Wie gut, wenn ſie hier wäre. Sollte
ich ihr vielleicht telegraphieren? Nein, es ging nicht. Das würde
die Polizei und auch die Jäger auf unſere Spur hetzen. Wir hatten
alle Brücken hinter uns abgebrochen.
Baggenſen und Rhoda waren immer noch nicht
heimgekom=
men. Die Luft hatte mich müde gemacht, ich verſchlief den
Nach=
mittag und den halben Abend. Dunkel kam die Nacht, kein Stern
am Himmel. Ich wanderte über die nahen Höhen, um mir klar
darüber zu werden, was zu geſchehen habe. Ich hatte die
Zei=
tungen durchblättert, ohne eigentlich zu wiſſen, was ich darin
ſuchte. Mein Herz war voll Unruhe und fliegender Angſt.
Ich blickte in die Tiefe. Dort unten lag das Lichtmeer der
großen Stadt. Es lockte .. . Ins Hotel zurückgekommen, erfuhr
ich, daß Baggenſen und Rhoda immer noch nicht heimgekehrt
wären. Unſchlüſſig ſtand ich in der Halle.
Plötzlich kam ein Page auf mich zu und ſagte mir, daß an
der Rampe ein Wagen auf mich warte.
Ein Sturm, ein Glücksgefühl ging über mich hin. Sie holten
mich ... endlich ein Lebenszeichen! Man würde mir mitteilen,
daß jetzt alles in Ordnung ſei und daß man morgen nach Genua
reiſe, um den Oſten zu erreichen
„Ich ſtieg ein, wir raſten den Berg hinab. Wir fuhren durch
Vororte, durch ſtille, matt beleuchtete Straßen. Fuhren einen
neuen Berg hinan, und wieder ſah ich unter mir die Lichter der
Stadt. Plötzlich fiel es mir ein, daß ich es unterlaſſen hatte, den
Chauffeur nach ſeinem Auftraggeber auszufragen. Unſinn .. .
natürlich war es Baggenſen. Trotzdem klopfte ich an die Scheibe
und der Wagen ſtand. Leider konnte ich den Dialekt des
Wagen=
führers nicht verſtehen und ſo verlief dieſe Unterredung
er=
gebnislos.
Wir fuhren wieder, die Chauſſee lief am Berg entlang, wir
kamen aber nicht aus den Häuſern heraus. Nur ländlicher wurde
es. Halbdunkle Gaſſen, einſtöckige, gelbgetünchte Häuſer. Endlich
landeten wir vor einem Hauſe, das kleiner war als alle anderen.
Es war förmlich hineingeſunken in den Boden. Winzige,
hell=
erleuchtete Fenſter. Eine Stange ragte in die Luft und am Ende
dieſer langen Stange hing ein Kranz aus Tannengezweig.
In=
mitten des Kranzes brannte ein grüne Glühbirne, die Tür öffnete
ſich, Leute kamen heraus und ich hörte Schrammelmuſik.
Unzwei=
felhaft ein ſogenannter „Heuriger”, eine der landesüblichen
Weinſchenken, von denen mir Freunde ſchon früher erzählt hatten.
Ich bedeutete den Chauffeur, vor der Tür zu warten, und
be=
trat einen niedrigen, qualmerfüllten Raum. An rohen Holztiſchen
ſaßen Leute des Volkes, ein kleines Schrammelorcheſter hockte in
der Ecke, alles trank Wein, die Muſik ſpielte einen langſamen
Walzer, und viele begleiteten die Melodie mit ihrem Geſang.
Es gefiel mir.
Zu meinem größten Erſtaunen begrüßte mich ein
hemds=
ärmeliger Mann, der anſcheinend der Wirt war, mit herzlichem
Generalvertretung?
Guſtav Heuſer, Frankfurt a. M.
Hanauerlandſtr. 200, Ruf: Carolus 41987/88
kofahrken
Sitz. (Lim.
nimmt bill.
Hahn, (k
hwanenſtr. 20.
Verloren
gold.
Damen=
dr. Gegen
Be=
hnung abzug.
Fbrechtſtr. 12, I
V
Alympia”= und
Rheinmetall”=
Schreib=
ſchinen (Mu=
Er) billiger
ab=
geben.
Eliſa=
ſthenſtraße 12
(Laden).
nmarkt
uar 1934
Starkes Ro
Damenfahrrad,
für Geſchäft
ge=
eignet, u. Hrn..
Eliſa=
bethenſtraße 35.
Friſeur=
Damentoilette
mit 2 Spiegel,
Seſſel u. Kind.=
Haarſchn.=Stuhl,
2tür. weiß.
Klei=
derſchrank mit
Wäſcheabteil.
Anzuſ. Obergaſſe
Nr. 38. Berlieb.
und ein Seſſel
billig zu verkau
Fahrrad billigſfen. Vormittags
anzuſeh. Emil=
ſtraße 7, pt. r. Faſt neue
Hobelbank
zu verk. Scheid=
ler. Gr. Ochſen=
gaſſe 12. Mittel=
bau, 1. Stock. Faſt neuer
Konfirm.=Anzug
zu verkaufen.
W. Wegerich,
Dieburgerſtr. 5,
nachmittags.
Herr.= u. Dam.=
Rad, Fahrrad=
Anhänger billig
zu verkaufen. (c
Hahn.
Schwanenſtr. 20.
Durch
Nachlaß werden
abgegeben:
2 neue eiſ.
Bett=
ſtellen. 1 Nußb.=
Büfett. 1
Mo=
quette=Plüſch=
Garnit.,1
Waſch=
komm. mit
Mar=
mor u.
Spiegel=
aufſ., 1 Emaille=
Gasofen (weiß),
ältere einfache
Kücheneinrichtg.
28 Mark.
E. Wagner
Verſteigerer,
Karlſtr. 41
Telefon 2943.
Gebrauchte
Schreib=
maſchinen
mit Garantie
billigſt z. verkfn.
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Fernſpr. 3409. (a
IL 27
Sie erhalten
wenn Sie lhre Bestellung sofort aufgeben, das
Darmſtädter Cagblatt
bis Ende Februar
kostenkos
Heſtellſchein
Der Unterzeichnete beſtellt hiermit das
Darmſtädter Cagblatt
bom
an und bittet
um laufende Zuſendung durch die Agentur /Xrägeri/Poſt
Name .
Genaue Adreſſe.
Wie ſpart man Seife
und Waſchpulver?
Seife und Waſchpulver
ſpart man, wenn das
Ein=
weichwaſſer doppelt
ſo=
viel Schmutz aus der
Wäſche zieht als ſonſt.
Das erreichen Sie, wenn
Sie eine Doſe Burnus
ins Einweichwaſſer tun.
Für die große Wäſche
49 Pfennig.
Verſuchs=
pachung koſtenlos von ?=
Jacobi A.=G., Darmſtadt
Geſchäftsrad,
kleines
Vorder=
rad, großer
Ge=
päcktrager ſowie
rad und einige
gebr. Herrenräd, im ſchönſten Al
Bleichſtraße 32. bildung, wachſ.,
Abfallholz!
Eiche . . . . 1.50
Buche . . . 1.70
Kiefer..
2
p. Ztr. fr. Kell.
Faßfabrik Heim,
Arheilgerſtraße
Nr. 53/55. (a
V
Verpachtung!
Gaſtwirtſchaft.
brauereifrei, in
größ. Ort Nähe
Darmſtadts ab
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Handſchlag, als wäre er ſeit Jahren mein beſter Freund. Ich
fühlte mich ſofort wohl und behaglich.
Er ſprach auf mich ein, ich verſtand aber kein Wort, obgleich
ich die deutſche Sprache ausgezeichnet beherrſchte. Schließlich hörte
ich, daß er meinen neuen Namen nannte: Jenſen. Es hatte alſo
ſeine Richtigkeit. Vielleicht ſaßen Baggenſen und Rhoda hinten
in einem Extrazimmer.
Der freundliche Wirt bugſierte mich zu einer Tür hinaus,
wir paſſierten eine Küche, in allerlei Töpfen ſchmurgelten leckere
Gerichte und ich bekam ſofort lebhaften Hunger. Ich zeigte auf
ein kleines Huhn und der Wirt ſchlug mir lachend auf die
Schul=
ter, wobei er mir etwas zurief, was ich wieder nicht verſtand.
Es war ſicher eine wohlgemeinte Schmeichelei, und ich lachte
ebenfalls. Dann ſtieß er eine Tür auf und führte mich in ein
gut geheiztes, winziges, aber recht wohnliches Zimmerchen. Es
war leer.
Ich ſtutzte. „Hallo, ich denke, man erwartete mich.”
Er ſagte etwas und entfernte ſich. Schließlich begriff ich;
man hatte ihn ſicher telephoniſch gebeten, ſeinen eigenen
Wohn=
raum — denn das war dieſes Zimmer unzweifelhaft — einer
Ge=
ſellſchaft zur Verfügung zu ſtellen. Alſo mußte ich wohl oder übel
warten.
Nach wenigen Minuten brachte mir ein junges hübſches
Mäd=
chen das Backhuhn und eine Karaffe goldgelben Weines. Ich
er=
fuhr nun, daß der Raum tatſächlich telephoniſch von einem „
aus=
ländiſchen Herrn” beſtellt worden ſei, und zwar ſchon vor zwei
Stunden. Es war unzweifelhaft Baggenſen, der dies alles
arran=
giert hatte.
Das Huhn war zart und delikat, ich trank den herben Wein,
und meine Laune wurde immer beſſer. Als ich mit dem Eſſen
fertig war, lehnte ich mich zurück in das altmodiſche Plüſchſofa
und zündete mir gemächlich eine Zigarette an. Ich blies Ringe
in die Luft und träumte von allerlei Abenteuern in China, die
ich mit Baggenſen und Rhoda erleben würde.
Plötzlich ſchrak ich auf: ich hörte draußen Stimmen, dann
öffnete ſich die Tür, aber nur einen Spalt breit. Vor der Tür
leiſer Wortwechſel zweier Männer. Der Wirt und ein Fremder,
Sie ſprachen leiſe, und ich verſtand nicht, was ſie ſagten.
Gleich darauf trat ein Mann ſchnell ein, ſo, als ob er hier
zu Hauſe wäre. Er ſah mich kurz und gleichmütig an, ſchloß die
Tür und ſtellte ſich mit dem Rücken gegen ſie.
Ich ſprang auf. Wir wurde klar, daß ich in eine Falle
ge=
gangen war. Dieſer Mann gefiel mir nicht, und die Art, wie er
mich muſterte, noch weniger.
Eine große, hagere, elegante Erſcheinung im Reiſeulſter, die
behandſchuhten Hände hielten einen weichen Hut. Ein ergrauter
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Freitag, 23. Februar 1934
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Roman von Manfred Hausmann.
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Der deutsche Frontfilm nach dem preisgekrünten Kriegsbuch‟
von Hans Zdberlein
Der Glaube an Deutschland!
Gesamtleitung: Hans Jöberlein
Unker der Mitwirkung der Wehrmacht,
der SA. der S5 und des Stahlhelms
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Kriegsopferversorgung.
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Verleih: Union-Tonfilm-Fünchen
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Einleitende Worte spricht S.H.-Oberführer Dr. lvers, sowie Pg. Ziegler,
Landesobmann der N. S. K. O. V. — Es spielt die Landespolizeikapelle
Leitung: Musikmeister Hermann Buslau.
Ehren- und Freikarten aufgehoben.
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