Darmstädter Tagblatt 1934


26. Januar 1934

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Einzelnummer 10 Pfennigé

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9
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Ter 4
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Katr
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 25
Freitag, den 26. Januar 1934.
196. Jahrgang

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Neie engnſce Aurafiings Merbennen.
Schwankende Halkung Englands. Sir John Simon mit einer vorſichtigen Fühlungnahme beaufkragl.
Harknäckige Gerüchke über einen engliſchen Kompromißvorſchlag.
arbeiten. Wenn die beiden Parteien keinen Mittel=
SGrafehung des beutſcheſränzöſiichen weg finden, können immer noch die Garantie=
ſtaaten
vermitteln. Damit wird klar vor Augen geführt,
daß das Schickſal Europas von den Großmächten
Geſprächs.
abhängt. Die kleinen Staaten können ein harmoniſches Ueber=

Das internationale Intereſſe an der Abrüſtung iſt durch das
Zwiſchenſpiel um Oeſterreich das vielleicht eigens zu dieſem
Zweck in Szene geſetzt wurde ſtark in den Hintergrund getre=
ten
. Hinter den Kuliſſen wird freilich eifrig gearbeitet, und vor
allem die Franzoſen ſetzen ihre Bemühungen um Be=
einfluſſung
der öffentlichen Meinung in den
anderen Ländern fort. Sie ſuchen den Boden vorzubereiten
für ihre Antwort, die Ende dieſer oder Anfang der nächſten Woche
erwartet wird. Bis dahin wird tatſächlich wohl kaum etwas ge=
ſchehen
.
Das engliſche Kabinett hat am Mittwoch geſeſſen,
hat ſich aber damit begnügt, offiziell mitzuteilen, daß über die Ab=
rüſtung
zunnächſt nicht weiter verhandelt wurde, und daß auch nicht
die Abſicht beſtehe, etwas darüber zu veröffentlichen. Die engliſche
Preſſe deutet aber in ſehr vorſichtiger Form an, daß der Außen=
miniſter
mit einer vorſichtigen Fühlungnahme
nach beiden Seiten hin beauftragt ſei. Die Franzoſen
wiſſen natürlich nähere Einzelheiten über den Inhalt eines von
engliſcher Seite vorbereiteten Kompromißvorſchlages.
Wir können daran vorläufig noch nicht recht glauben. Auch
die engliſche Preſſe erkennt ausdrücklich an, daß Deutſchland
England nicht um eine Vermittlung gebeten
habe. Dazu liegt auch kein Grund vor. Einſtweilen geht
das Geſpräch zwiſchen Deutſchland und Frank=
reich
weiter. Es kann auch nach der franzöſiſchen Antwort
fortgeſetzt werden, falls nicht etwa Frankreich von ſich aus die Tür
zuſchlägt.
Die engliſche Haltung iſt in den letzten Tagen
zudem recht ſchwankend geweſen. Unmittelbar nach der deut=
ſchen
Antwort wurde von einem Vermittlungsvorſchlag
geſprochen. Dann ſtand wieder der Gedanke einer Vier=
Mächte=Konferenz im Vordergrund. Die engliſche
Regierung ſcheut ſich alſo davor, ſich allzuweit
vorzudrängen und irgendeine unmittelbare
Verantwortung auf ſich zu nehmen. Eine beſonders
glückliche Hand hat ſie ja auch bisher nicht gehabt. Wir erinnern
nur an das Schickſal des Macdonald=Planes und an die Vorgänge
in Genf, die dann zum Austritt Deutſchlands aus dem Völker=
bund
führten. Jedesmal iſt der Verſuch eines engliſchen Ausgleichs
praktiſch zu einer Unterſtützung Frankreichs geworden, weil Sir
John Simon innerlich ſtark auf Paris eingeſtellt iſt. Hätte die
engliſche Regierung von Anfang an die Linie des Macdonald=Plans
innegehalten, ſo wären wir heute in Europa vermutlich ſchon
ſehr viel weiter. Deshalb iſt ſchon pſychologiſch eine Zurückhal=
tung
Englands, im Augenblick wenigſtens die beſte Politik.
Die engliſche Preſſe zu den Londoner Beſchlüſſen.
EP. London, 25. Januar.
Ueber den Verlauf der geſtrigen Kabinettsſitzung veröffent=
lichen
die Morgenblätter verſchiedene Lesarten, aus denen ganz
deutlich hervorgeht, daß eine Entſcheidung in der Ab=
rüſtungsfrage
, ſofern ſie überhaupt gefaßt iſt, vorläu=
fig
nicht veröffentlicht werden wird. Wie der im allgemeinen
ſehr gut unterrichtete diplomatiſche Korreſpondent des offiziöſen
Daily Telegraph meldet, war ſich das Kabinett darüber einig,
daß die engliſche Regierung nunmehr zwiſchen
Deutſchland und Frankreich vermitteln muß, um
einen Verſuch zu machen, die in der franzöſiſchen Denkſchrift und
in der deutſchen Antwort noch zutage tretenden Meinungsver=
ſchiedenheiten
zu beſeitigen. An die ſofortige Einberufung
einer Viermächtekonferenz werde nicht gedacht.
Abſchließend dementiert der Korreſpondent noch einmal die Mel=
dung
, wonach Deutſchland England gebeten habe, ſich in die Ver=
handlungen
einzuſchalten.
Daily Expreß berichtet, daß ſich das Kabinett lediglich dar=
über
geeinigt habe, daß der deutſch=franzöſiſche Meinungsaustauſch
weiter betrieben werden müſſe, und daß Deutſchland Defenſiv=
waffen
zugeſtanden werden müßten, um die Gleichberechtigung
auch praktiſch durchzuführen. Nach dem gleichen Blatt aber wird
Außenminiſter Sir John Simon nach dem Wiederzuſammentritt
des Unterhauſes in der nächſten Woche eine Erklärung abgeben
über den engliſchen Standpunkt in der Rüſtungs=
ausgleichsfrage
, wobei er ſich für eine Fortſetzung des
diplomatiſchen Meinungsaustauſches einſetzen wird.
Ikalieniſche Slimme für Vermitklung
zwiſchen Deutſchland und Frankreich.
*EP. Rom, 25. Januar.
Muſſolinis Popolo d’Italia befürwortet eindringlich eine
engliſch=italieniſche Vermittlungsaktion zur
Ueberbrückung des deutſch=franzöſiſchen Gegen=
ſatzes
in der Abrüſtungsfrage und begründet dieſen
Vorſchlag damit, daß es unwirkſam und gefährlich wäre, in
Genf in Abweſenheit Deutſchlands eine Ent=
ſcheidung
erreichen zu wollen, nachdem die außerhalb von Genf
geführten direkten Verhandlungen ergebnislos geblieben ſind.
Damit würde die Methode von Verſailles nach=
geahmt
; es würden ſich neue Enttäuſchungen ergeben, welche
die Gemüter noch mehr verbittern und die allgemeine politiſche
Lage in Europa noch mehr zuſpitzen würden. Italien will
mit den Kriegsmethoden ein Ende machen, um für
die Wiederverſöhnung der Völker und die Erholung Europas zu

einkommen der Großmächte daher nur wünſchen.
Frankreichs Rüſtungen an der Offgrenze.

Zwei Bilder, die die gigantiſchen Feſtungswerke
an der franzöſiſchen Oſtgrenze zeigen.
Oben: Ein unterirdiſches eingebautes Geſchütz. Unten: Ein=
gang
zu einer der Beton=Kaſematten, die ſich viele Kilometer weit
in der Champagne und in den Vogeſen hinziehen.
Der Temps gegen engliſche Bermitklung.
EP. Paris, 25. Januar.
Der Temps nimmt heute gegen die engliſchen Vermitt=
lungsvorſchläge
in der Abrüſtungsfrage Stellung, die in der eng=
liſchen
Preſſe in den letzten 24 Stunden bekannt geworden ſind.
Stark beunruhigt, ſtellt das Blatt die Frage, ob England die
prinzipielle Einigung vom 14. Oktober offiziell nunmehr des=
avouieren
wolle, ob es die Grundlagen des Macdonald=Planes,
die einſtimmig als Baſis für die Abrüſtung angenommen worden
ſeien, verleugne, ob es die Beſchränkung und Verminderung der
nationalen Streitkräfte auf der Grundlage des Artikels 8 des
Völkerbundspaktes, die die einzige Aufgabe der Genfer Konfe=
renz
ſei, aufgeben wolle. Man kenne die Treue Englands zu dem
gegebenen Wort, aber man habe ein Recht, angeſichts gewiſſer
engliſcher Informationen über ein Kompromiß zwiſchen Frank=
reich
und Deutſchland dieſe Fragen zu ſtellen. Schon allein die
Tatſache, daß man in England an ein Kompromiß zwiſchen der
deutſchen und der franzöſiſchen Theſe, alſo zwiſchen der Aufrüſtung
und der Abrüſtung, denke, ſei beunruhigend. Wenn es um die
franzöſiſche Sicherheit gehe, dann gebe es Opfer, die Frankreich
nicht tragen könne, nicht einmal der engliſchen Freundſchaft zu=
liebe
. Die engliſchen Freunde müßten wiſſen, daß eine Iſolie=
rungspolitik
nicht mehr möglich ſei und daß die franzöſiſch= eng=
liſche
Zuſammenarbeit die einzig wirkſame Garantie für den
Frieden in Europa darſtelle.

* Nordoſteuropäiſche Bilanz 1933.
II.*)
Die Akkivierung der deutſchen Oſtpolik.
Von
Rolf Wingendorf=Danzig.
Wenn bei den Oſtſtaaten im allgemeinen ein gelviſſes Suchen
und Taſten nach neuen Wegen die Entwicklung des Jahres 1933
kennzeichnet, ſo kann man in einer Beziehung, nämlich in den
deutſch=polniſchen Verhältniſſen, feſtſtellen, daß
ein grader feſter Weg gefunden und eingeſchlagen iſt, ein Weg,
der beſonders in den Danzig=polniſchen Beziehungen zu erkennen
iſt, die man ſchließlich nur als einen Teil, vielleicht den bedeut=
ſamſten
, der deutſch=polniſchen Beziehungen anſehen kann.
Bei einer Bilanz des Jahre 1933 kann man das erſte Vier=
teljahr
ganz unberückſichtigt laſſen. Für das Endergebnis iſt es
belanglos, daß das Jahr in Danzig ſo voll außenpolitiſcher
Paſſivität und voll innenpolitiſcher trauriger Aktivität, nämlich
der Bekämpfung nationaler Gruppen untereinander, begann.
Danzig hat inzwiſchen ſeinen Weg gefunden, es iſt innenpolitiſch
durch das Bekenntnis der Bevölkerung zum Nationalſozialismus
zur Ruhe gekommen und hat außenpolitiſch zur Ueberraſchung
der ganzen Welt einen Kurs eingeſchlagen, der mit dem bis=
herigen
Kleinkrieg der Sticheleien und des Prozeſſierens vor dem
Völkerbund endgültig Schluß macht, um neue Aktippoſten
in der deutſchen Oſtraumpolitik zu ſchaffen.
Es darf in dieſem Zuſammenhang nicht verſchwiegen wer=
den
, daß man anſcheinend auch auf polniſcher Seite die Bedeu=
tung
der neuen Wege erkannt hat und wenigſtens verſucht, ſo=
weit
das bei einem ſo ſtark verhetzten Volk wie dem polniſchen
möglich iſt, die Steine auf dem Wege des Sichverſtehens,
der Vorbedingung für eine Verſtändigung, weg=
zuräumen
.
Als im Sommer der Beſuch des Präſidenten des Danziger
Senats in Warſchau erfolgte, als die Grundſätze der Verein=
barung
mit Polen über die Ausnutzung des Danziger Hafens
und über die Behandlung von Perſonen polniſcher Nationalität
in Danzig neu feſtgelegt wurden, da war man ſich zunächſt in
der Welt noch nicht klar darüber, was das bedeuten ſollte. Man
konnte es nicht faſſen, daß hier ein neuer Weg zur Befriedung
des ſo ſtark national ineinander geſchachtelten Oſtraumes geſucht
wurde, daß hier ein neuer Anſatz zur Aktivierung der deutſchen
Oſtraumpolitik gemacht wurde, der auch von dem Standpunkt
der bisherigen do ut des=Politik bewußt abging, um das
Grundſätzliche der Probleme in den Vordergrund zu
rücken.
Und gerade in dieſem Zuſammenhang zeigt ſich die Danziger
Politik als ein Teil und in gewiſſem Sinne vielleicht ſogar als
Schrittmacher der Reichspolitik. Ein nationalſozialiſtiſcher Grund=
ſatz
wurde auf einem ſo heiß umſtrittenen Gebiet wie dem
Danziger Boden verwirklicht: Der Grundſatz des Natio=
nalitätenrechts
, d. h. des inneren Rechts jeder Nationali=
tät
auf die Erhaltung ihrer Eigenart, das am wenigſten der
beſtreitet, der ſelbſt bis zum äußerſten, bis zur Aufgabe ſeiner
ſelbſt im Volksganzen, national empfindet.
Es war nur natürlich, daß man nirgends in der Welt an
die Möglichkeit und den ehrlichen Willen dazu glauben wollte,
als noch vor der Regierungsübernahme im Frühjahr 1933 die
nationalſozialiſtiſche Partei in Danzig verkündete, daß das Ziel
ihrer Außenpolitik ſei, das Pulver aus dem Danziger
Pulverfaß zu entfernen‟. Dieſe Ankündigung wurde
dann jedoch erſtaunlich raſch in die Wirklichkeit umgeſetzt. Eine
Frage, die vollkommen verfahren ſchien, die Frage der Ausſchal=
tung
einer Konkurrenz Danzig=Gdingen, kam zu einer grundſätz=
lichen
Löſung, und in der Frage des Nationalitätenrechts in
Danzig wurde durch einen großen Schlußſtrich mit den dauern=
den
kleinlichen Reibereien ein Ende gemacht durch die Verkün=
dung
des Grundſatzes, daß ein nationalſozialiſtiſches Danzig ſich
in keiner Weiſe ſeine nationale Zugehörigkeit
zum deutſchen Volkstum wird rauben laſſen, daß
es aber auch nicht daran denkt, andere Volksgruppen ihrer völ=
kiſchen
Freiheit zu berauben.
Damit iſt von Danziger Seite der erſte große Vorſtoß ge=
macht
worden in ein Gebiet, das für die Befriedung des geſam=
ten
Oſtraums von ausſchlaggebender Bedeutung iſt. Es gibt in
dieſem Oſtraum kein einziges Land, das nicht neben dem Staats=
volk
auch andere Volksgruppen in ſeinen Grenzen einſchließt.
wenn es auch kaum irgendwo ſo viele ſind wie in Polen, wo
Deutſche, Ukrainer, Weißruſſen, Litauer und Juden faſt 40 Proz.
der Geſamtbevölkerung ausmachen. Aber auch in Lettland leben
Deutſche und Polen, in Litauen ebenfalls in Eſtland leben
Deutſche und Schweden und in Finnland leben Schweden mit
in demſelben Staatsverband. Raſſiſch ganz verſchie=
denartige
Völker ſind auf dieſe Weiſe zuſammengeſchweißt.
Hier gibt es nur zwei Wege: Entweder rückſichtsloſe
Gewaltanwendung gegenüber einer Minderheit oder
Anerkennung eines Nationalitätenrechts, das
bewußt die Kulturgüter des anderen Volkes unter den Schutz
des Staates ſtellt und den Gegenſatz der völkiſchen Gruppen
fruchtbar macht für einen neuen Aufbau des Oſtens.
Von Danzig iſt der erſte Schritt in dieſer Hinſicht getan,
von Deutſchland iſt die Hand dem öſtlichen Nachbar entgegen=
geſtreckt
. So ſehr es begreiflich erſcheint, daß man zunächſt dem
neuen Gedauken mit Mißtrauen gegenüberſtand, ſo klar iſt es
jetzt, daß nur ein Böswilliger noch an der Ehrlichkeit des
Willens von deutſcher Seite zweifelt. Hat doch ſogar ein Poli=
tiker
wie der ſeinerzeitige Hohe Kommiſſar des Völkerbundes
in Danzig van Hamel, dem man gewiß keine Voreingenom=
menheit
zugunſten Deutſchlands nachſagen kann, in den letzten
Tagen zu einem polniſchen Preſſevertreter wörtlich erklärt:
Augenblicklich haben zweifellos die deutſch=polniſche Er=
klärung
vom 15. 11. 33 ſowie die Regelung der Beziehungen
zu Danzig etwaige Kriegsmöglichkeiten beſeitigt. Alle jene
Ereigniſſe, wie die Verſtändigung Hitler=Lipfki, die Audienz
des Staatspräſidenten Dr. Rauſchning bei Marſchall Pilſudfki,
die Danzig=polniſchen Beſuche können nicht als Komödie an=
geſehen
werden, vielmehr müſſen ſie als ernſthafte Arbeit an
der Ordnung der deutſch=polniſchen Beziehungen unter Ein=
beziehung
Danzigs geſchätzt werden.
Ju polniſchen politiſchen Kreiſen und beſonders in den
Pilfudfki naheſtehenden Kreiſen, deren Mentalität betreffs der

*) Vergleiche Nr. 19 bom 20. Januar 1934.

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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Freitag, 26. Januar 1934

Seite 2 Nr. 25

Staatsauffaſſung ſehr ſtarke Berührungspunkte mit dem neuen
Deutſchland hat, iſt im Laufe des Jahres unbedingt ſchon Boden
gewonnen worden für den Gedanken einer nationalen Verſtän=
digung
auf der Grundlage der Achtung vor dem fremden Volks=
tum
. Daß auf beiden Seiten trotzdem immer noch Paſſippoſten
in der Geſtalt eines nationalverhetzten Bevölkerungsteils, der
Liebe zur eigenen Nation mit Feindſchaft zur fremden Nation
verwechſelt, mit hinübergenommen werden müſſe, iſt ſelbſtver=
ſtändlich
. Zwiſchen dem deutſchen und dem polniſchen Volk ſind
ſoviel Kluften, daß erſt Brücken geſchlagen werden müſſen, damit
man zu einander findet. Als eine ſolche Brücke und nicht mehr
als eine Schranke, ſieht man heute bei dem jungen Polen bereits
Danzig an, das als Schrittmacher vorangehen kann auf dem
Wege zu einer neuen Aktivierung der Oſtraumpolitik.
So iſt die Bilanz des Jahres 1933 in Nordoſteuropa
eine aktive, wenn auch äußerlich grundſätzliche Aenderungen
nicht ſo ſtark in Erſcheinung treten. Es muß aber feſtgeſtellt wer=
den
: Die alten Wege zu einer Löſung des Nationalitäten=
problems
in Nordoſteuropa haben ſich als nicht mehr gangbar
erwieſen. Neue Wege müſſen erſt gebaut werden.
Brücken müſſen geſchlagen werden. Sie können natürlich nur
über den Abgrund reichen, wenn von beiden Seiten daran ge=
baut
wird. Dem ungeduldigen Zuſchauer mag es vielleicht
ſcheinen, daß unſer Brückenteil in den leeren Raum hineinragt
und daß man auf der anderen Seite keinen Fortſchritt der
Arbeit ſieht. Berückſichtigen muß man aber, daß der neue deutſche
Staat für ſeine Außenpolitik im Oſten im eigenen Staate in der
Geſchloſſenheit des Volksganzen ein feſtes Fundament hat, wäh=
rend
auf der anderen Seite der ſtaatliche Umbau noch im Gange
iſt. Anſätze aber kann man bereits erkennen. Und in der jungen
polniſchen Generation zeigt ſich heute ein weitgehendes
Verſtändnis für die junge Generation in
Deutſchland, ein Verſtändnis, wie es der Weſten mit ſeiner
ganz anderen Mentalität vielleicht gar nicht aufbringen kann.
Der Weſten aber fürchtet dieſe Annäherung und dieſe Furcht
kommt vielleicht am kraſſeſten zum Ausdruck bei denen, die hier
im Oſten weſtpolitiſch eingeſtellt ſind, wie z. B. bei den pol=
niſchen
Rechtsoppoſitionellen, deren Blatt Kurjer Warſzwaſki
erſt vor kurzem ſcharf gegen die Ausführungen des Präſidenten
des Senates in Danzig Dr. Rauſchning polemiſiert, weil er be=
tonte
, daß Polen geopolitiſch das geborene Vermittlerland
zwiſchen Deutſchland und dem Oſten ſei, daß freundſchaftliche
Beziehungen zwiſchen Deutſchland und Polen nicht ſolche zwiſchen
Deutſchland und Rußland ausſchließen und umgekehrt. Eine
Teilbefriedung des Oſtens kann es nicht geben
ſondern nur eine Befriedung ein für allemal oder überhaupt
nicht. Die ewig Geſtrigen im Kurjer Warſzawſki aber glauben
immer noch an das politiſche Syſtem Frankreich=
Polen und fürchten, daß man Polen von ſeinen weſtlichen
Freunden hinwegziehen wolle.
Von ihrem weſtlichen Standpunkt aus haben ſie vielleicht
recht, denn franzöſiſche Politik will bisher keine Befriedung im
Oſten. Wenn Polen aber dieſe Befriedung will, dann muß es
ſich freiwillig eingliedern in das Syſtem einer ſelbſtändigen
nordoſteuropäiſchen Politik oder in weiterem Sinne
einer oſteuropäiſchen Politik, für deren Zukunft als Eckpfeiler
des Deutſchtums im Südoſten Wien und im Nordoſten
Danzig eine beſondere Rolle ſpielen werden.

DNB. Berlin, 25. Januar.

Der Reichskanzler empfing heute mittag den Reichsbiſchof und
die Landesbiſchöfe der Deutſchen Evangeliſchen Kirche zum Vor=
trag
.
Der Erzbiſchof von Bamberg für verkrauensvolles
Zuſammenwirken von Kirche und Skaak.
Vor den Dekanen und Pfarrern der Erzdiözeſe Bamberg hielt
Erzbiſchof Dr. Jacobus von Hauck eine Rede, in der er dem
Bamberger Volksblatt zufolge u. a. ausführte:
Vaterlandsfeindlichkeit könne und dürfe es unter der Geiſt=
lichkeit
nicht geben. Die neue Staatsform beſtehe zu Recht, das
Volk habe ſich dafür entſchieden. Auch die Kirche habe die neue
Staatsform im deutſchen Vaterlande anerkannt. Die katholiſche
Geiſtlichkeit werde nicht nur aus vernünftigen Erwägungen dem
neuen Reiche ihre Kraft und ihren Willen zur Mitarbeit am
Aufbauwerk zur Verfügung ſtellen, ſie ſei durch die Lehre ihrer
Kirche dazu ſogar ſtreng verpflichtet.
Unter Hinweis auf die letzte Rede des Staatsminiſters Wag=
ner
verſicherte der Oberhirte, daß die katholiſche Geiſtlichkeit in
aller Aufrichtigkeit und in allem Ernſt entſchloſſen und bereit ſei,
ihre Kraft dem neuen Staat zur Verfügung zu ſtellen. Zum Schluß
gab der Erzbiſchof dem Wunſche Ausdruck, daß das Zuſammen=
wirken
von Kirche und Staat immer vertrauensvoller, immer
harmoniſcher und ſo auch immer wirkungsvoller und erfolgreicher
für das Wohl des Volkes werden möge.

Reichspräſident von Hindenburg empfing am Donnerstag vor=
mittag
den Reichskanzler Adolf Hitler zum Vortrag.
Der Reichsarbeitsminiſter hat angeordnet, daß ein Reichszu=
ſchuß
bei Anträgen, die nach dem 31. Januar 1934 geſtellt werden,
nicht gewährt wird, ſofern mit den Arbeiten vor Erteilung des
Verbeſcheides begonnen iſt. Anträge auf Zulaſſung von Ausnah=
men
ſind zwecklos.
Aus Anlaß der Wiederkehr des Tages der Machtübernahme
durch den Volkskanzler Adolf Hitler flaggen am Dienstag, den
30. Januar, die Reichsdienſtgebäude im ganzen Reich. Die Bevöl=
kerung
wird aufgefordert, ſich dem Vorgehen der Behörden anzu=
ſchließen
.
König Alexander hat den Präſidenten der jugoſlawiſchen Re=
gierungspartei
, Uzunowitſch. mit der Bildung der neuen Regierung
beauftragt. Uzunowitſch war bereits zur Zeit des parlamentari=
ſchen
Regimes ſechsmal Miniſterpräſident.
Der franzöſiſche Kriegsminiſter Daladier hat vor dem Finanz=
ausſchuß
der Kammer die Höhe der Kreditüberſchreitungen bei
den Befeſtigungsbauten an der Oſtgrenze mit 700 Millionen
Francs angegeben.
Nachdem Oberſt Mendieta das Amt des Präſidenten der Re=
publik
Kuba übernommen hat, hat die Reichsregierung die neue
kubaniſche Regierung anerkannt.
Die an der engliſchen Flottenkonferenz beteiligten Admiräle
und Offiziere nahmen geſtern eine eingehende Beſichtigung der
Hafenbefeſtigungen und des im Bau befindlichen Kriegshafens
vor. Die Beſprechungen werden am Freitag an Bord des Flagg=
ſchiffes
Kent fortgeſetzt werden.

ein Dank an den Führer.

Berlin, 25. Januar.
Der Jahrestag der nationalſozialiſtiſchen Revolution ſoll ohne
große Feiern und Feſtlichkeiten begangen werden. Bei der Wahl
am 5. März 1933 hat der Führer vier Jahre Zeit gefordert, um
ſeine großen Reformen durchzuführen.
Es war der nationalſozialiſtiſchen Regierung trotz aller Fort=
ſchritte
natürlich nicht möglich, der großen Not in einem einzigen
Jahre Herr zu werden. Unzählige Volksgenoſſen müſſen noch
unter den Folgen der liberaliſtiſchen Mißwirtſchaft leiden. Darum
ſoll die einzige Feier des 30. Januar darin beſtehen,
daß dieſen notleidenden Volksgenoſſen durch eine beſondere Zu=
wendung
von Lebensmitteln und Kohlen der Kamerad=
ſchaftsgeiſt
der ganzen deutſchen Nation bewieſen
werde.
Der nationalſozialiſtiſche Spendentag ſoll
nicht in Sammelaktionen, ſondern in Hilfsaktionen beſtehen. Wenn
auch die Opferbereitſchaft des deutſchen Volkes an dieſem Feier=
tag
nicht durch eine allgemeine Sammlung beanſprucht wird, ſo
wird doch jeder von uns ſeinem Dank an den Führer durch
irgendein Geſchenk oder eine Spende ſichtbaren Ausdruck geben
wollen. So mancher möchte gern dem Führer ſein Liebſtes weihen
zum Dank für ſeine ungeheure Leiſtung. Das iſt natürlich nicht
durchführbar, denn die Reichskanzlei könnte die Fülle nicht faſſen.
Dafür aber kann jeder an dieſem Tage dem Führer
dadurch danken, daß er einem notleidenden
Volksgenoſſen am 30. Januar eine beſondere
Freude bereitet, indem er ihn zum Mittageſſen
einlädt, mit ihm in ein Theater oder ein Kon=
zert
geht oder ihm irgendeine andere Freude
bereitet.

Wenn ſich die Volksgemeinſchaft durch ſolche ſtillen Feiern
noch enger zuſammenſchließt, ſo wird das der ſchönſte Dank an
den Führer ſein und gleichzeitig ſein Werk weiter fördern.

Das Hauptbüro des Reichstages teilt mit:
Am Dienstag, 30. Januar, nachmittags 3 Uhr, Zuſammen=
tritt
des Reichstages mit der Tagesordnung: Entgegennahme
einer Erklärung der Reichsregierung.

Lipfki und Calonder beim Kanzler.

Reichskanzler Adolf Hitler empfing am Donnerstag vor=
mittag
den polniſchen Geſandten Herrn Lipſki.
Ferner empfing der Reichskanzler den Präſidenten der Ge=
miſchten
Kommiſſion für Oberſchleſien, Herrn Felix Calonder,
den früheren Bundespräſidenten der Schweizeriſchen Eidgenoſſen=
ſchaft
.

Welkanſchauliche Schulung nur mit Genehmigung
des Gauſchulungsleiters.

GPA. Die oberſte Leitung der P. O. hat durch den Reichs=
ſchulungsleiter
mit Anordnung 5/34 volle Klarheit in die Schu=
lung
gebracht.
1. Die weltanſchauliche Schulung iſt nur Sache der politiſchen
Organiſation (P. O.).
2. Es iſt ſämtlichen Verbänden verboten, weltan=
ſchauliche
Schulung von ſich aus zu treiben.
3. Die Einrichtung von Lehrgängen jeglicher Art darf nur vom
Gauſchulungsleiter vorgenommen werden.
4. Auch die fachliche Schulung aller zur politiſchen Organiſa=
tion
der Partei und aller zur Deutſchen Arbeitsfront gehören=
den
Verbände und Gruppen unterſteht der Aufſicht
der Gauſchulungsleiter, damit die weltanſchaulichen
Grundlagen auch hier überall gewährleiſtet ſind.
5. Selbſtverſtändlich darf weltanſchauliche Schulung, nur durch
Parteigenoſſen erfolgen, die mindeſtens vor dem 30. Januar
1933 im Beſitze der roten Mitgliedskarte waren, bzw. bei
Nichterfüllung dieſer Bedingung durch den Gauleiter als trotz=
dem
geeignet bezeichnet werden.
6. Die zur Schulung Berechtigten müſſen einen Ausweis des Gau=
ſchulungsleiters
beſitzen. Ohne dieſen Ausweis darf ab
15. Februar niemand mehr ſchulen. Nur wer im Kampfe für
unſere Weltanſchauunng gewachſen iſt, kann dieſe Weltan=
ſchauung
weitertragen.
7. Jede Schulung über Raſſenfragen iſt verboten. Nur wer im
Beſitze einer ſchriftlichen Genehmigung des Gauſchulungsleiters
iſt, darf über dieſe Fragen ſprechen und ſchulen.
8. Ebenſo ſind die Vorträge über ſtändiſchen Aufbau verboten.
Nur wer im Beſitze einer ſchriftlichen Genehmigung des Gau=
ſchulunngsleiters
iſt, darf über dieſe Fragen ſpreche und ſchulen.
9. Dem Gauſchulungsleiter iſt die Schulung der P. O., der Deut=
ſchen
Arbeitsfront und des Bildungsamtes Kraft durch
Freude in Perſonalunion übertragen.
10. Der Gauſchulungsleiter iſt berechtigt, jede weltanſchauliche und
fachliche Schulung, ſofern nicht ſeine Genehmigung dazu vor=
liegt
, ſofort zu verbieten und zu verhindern.
11. In dieſem Zuſammenhang wird auf die Anordnung des Gau=
leiters
hinſichtlich der wilden Schulung verwieſen ( veröffent=
licht
im Gauorgan vom 24. d. M.).
12. Die Kreisſchulungsleiter, Ortsgruppenſchulungsobmännner und
Schulungsbeauftragten der Stützpunkte werden perſönlich dafür
verantwortlich gemacht, daß in ihrem Wirkungsbereiche unter
keinen Umſtänden eine Schulungstätigkeit, ſei es von welcher
Seite es immer geübt wird, die den vorſtehenden Beſtim=
mungen
widerſpricht, wobei die Kreisſchulungsleiter ſelbſt=
redend
im Bereiche ihres zuſtändigen politiſchen Kreiſes be=
fugt
ſind, im eigenen Wirkungskreiſe einzuſchreiten, jedoch iſt
über jeden einzelnen Fall dem Gauſchulungsleiter ſofort Be=
richt
zu erſtatten.
13. Sämtliches Schrifttum, das zu Schulungszwecken verwendet
wird oder verwendet werden ſoll, bedarf der Begutachtung und
Genehmigung des Gauſchulungsleiters, dem das Material vor
der Drucklegung bzw. vor der Verbreitung vorgelegt werden
muß. Anfragen ſind zu richten an das Gauſchulungsamt,
Frankfurt a. M., Eſchenheimer Anlage 40/41 ( Volksbildungs=
heim
).

Die Angeſtelltenverbände haben, wie wir erfahren, ihre Bei=
träge
neu geordnet. Nach den neuen Beſtimmungen zahlen die
Lehrlinge monatlich
0,50 RM.
Erwerbsloſe
0,20
lngeſtellte mit einem Einkommen bis 50 RM.
0,60
Angeſtellte mit Einkommen von 50100 RM.
120.
Der Beitrag kann auf Antrag unter Hinweis
auf die Kinderzahl ermäßigt werden. Bei 6
Kindern ſinkt der Beitrag bis zu 0,75 RM.
Angeſtellte mit Einkommen von 100150 RM.
Bei 3 Kindern 1,80 RM. bei 4 Kindern 1,60 RM.,
bei 5 Kindern 1,50 RM. und bei 6 Kindern
1,20 RM.
Angeſtellte mit Einkommen bis 200 RM. .
2,70
mit Kinderermäßigung bis 1,65 RM.
Angeſtellte mit Einkommen bis 300 RM.
3,80
Angeſtellte mit Einkommen bis 400 RM.
5,30
Angeſtellte mit Einkommen über 400 RM.
Mit Ermäßigung bei 3 Kindern auf 6H) RM.,
bei 4 Kindern auf 5,60 RM., bei 5 Kindern
4,90 RM., und 6 Kindern 4,20 RM.

Die neue Stadtverwaltung in Bonn hat das
Wohnhaus Ernſt Moritz Arndts als Gedenkſtätte
an den großen Dichter wieder eingerichtet und
zugänglich gemacht.
Der Tag war hell und klar. Wie jedesmal, wenn ich auf
dem alten Zoll in Bonn ſtehe, überwältigte mich aufs neue die
Majeſtät des Stromes, der in ſtolzem, weitem Bogen aus dem
letzten ſanften Gleiten der ihn umſäumenden Hügelketten in
die niederrheiniſche Tiefebene ſtrömt. Das Waſſer iſt grau=gelb.
Einige Eisſchollen treiben noch an den langgeſtreckten ſchwarzen
Schleppkähnen entlang, die in ewiger Wiederkehr Tag für Tag
in ſcheinbar unendlichen Zügen hinauf und hinunter fahren. Die
Mauer vor mir fällt ſteil ab. Ich bin hinaufgehoben über den
Strom in den hellen Himmel hinein und unter dem gleichſam
ſchützenden Dach des dichten Ahorngeäſts über meinem Kopf
überkommt mich im Getriebe der Stadt und der Menſchen der
beglückende Frieden, der mich angeſichts des Stromes der Deut=
ſchen
immer befällt. Es gibt vielleicht keinen ſchöneren Platz in
einer rheiniſchen Stadt als dieſen hier auf dem alten Zoll in
Bonn, überhaupt an dem gartenhaft üppigen Ufer der liebens=
würdigen
Univerſitätsſtadt. Drüben ſchieben ſich voll Heiterkeit
und Anmut die Hügelkuppen des Siebengebirgs hintereinander,
ſtehen die Pappeln ſchmal und hoch und in nicht enden=
wollender
Reihe am Ufer ſilbern und märchenhaft vor den
Türmen von Schwarzrheindorf. Es iſt Friede da oben auf dem
Zoll, Zuverſicht und Hoffnung angeſichts der Schönheit unſeres
Vaterlandes, ein Wort, das man nicht leichtſinnig in den Mund
nimmt, wenn man hier mit allen Sinnen in Feſſeln geſchlagen iſt.
Hinter mir ſteht auf einfachem Steinſockel das erzene Denk=
mal
Ernſt Moritz Arndts. Zu ſeinen Füßen raſchelt noch welk
und vom Wetter mitgenommen der Kranz, den die Studenten=
ſchaft
Bonns vor kurzem niedergelegt hat. Mir kommt wieder
der eigentliche Grund meines Beſuches in den Sinn, den ich
unter der unwiderſtehlichen Wucht der Eindrücke der Natur faſt
vergeſſen hätte: Ernſt Moritz Arndt iſt wieder in ſein altes
Haus eingezogen und ich will es beſuchen. Ich eile die Koblenzer
Straße entlang auf das Haus zu, das von der Straße durch
Bäume und einen weiten Hof abgetrennt iſt. Einſt ſtanden hier
Buchen und Eichen und eine helle und ſaubere Birkenallee
führte zum Eingang des Hauſes. Sie ſollte an die nordiſche
Heimat erinnern. Heute ſind die Birken verſchwunden. Aber das
Haus ſteht noch, unverändert wie es war, und auch der kleine
Anbau linker Hand iſt noch da, in dem Arndt ſeine Arbeits=
geräte
aufbewahrte. Denn er war rüſtig bis in ſein hohes Alter.
Weißhaarig arbeitete er noch hemdärmlig im Garten, friſch und

geſund wie ein Jüngling und es machte ihm nichts aus, zu
jeder Jahreszeit ſelbſt bis kurz vor ſeinem Tode im offenen
Rhein zu baden. Das Haus iſt einfach und ſchlicht wie Arndt
ſelbſt. Nach eigenen Angaben wurde es gebaut, damals, 1818,
noch in der naturhaften Pracht grüner Weinberge im Angeſicht
der ſieben Berge gelegen. Ich ſehne mich ins Freie hinaus und
bedarf der lieben Natur und des offenen Lichts zu meinem
beſſeren Daſein, ſchrieb er ſeiner Schweſter Dorothea in dem
Augenblick, als er ſeine Ernennung zum Profeſſor in der neuen
rheiniſchen Univerſität erhielt. Dieſes Haus ſteht in Gottes
Hand und Lülle iſt es zugenannt, ſteht über der Tür und er=
innert
an ſeine Heimat Rügen. Es ſtrömt eine große Ruhe von
dem Bau aus. Das Gefühl der Geborgenheit verläßt einem
nicht. Barocke Heiterkeit atmet die Einfachheit, Stille und Ge=
laſſenheit
des Hauſes. Die Wände ſind zart rot getüncht. Die
grünen Fenſterläden verbreiten eine vergnügliche Stimmung,
und die feinen Schnitzereien der großen Tür, die große Meſſing=
klinke
fordern zum Eintreten auf.
Wir haben es der neuen Stadtverwaltung zu danken, daß
ſie das Gebäude wieder würdig inſtand ſetzte und als Gedenk=
ſtätte
an einen großen Deutſchen der Oeffentlichkeit übergab.
Mit großer Liebe iſt alles zuſammengetragen worden, was Sorg=
falt
und Zufall noch vor dem endgültigen Verluſt bewahrte.
Gleich ebener Erde zur rechten liegt das ehemalige Arbeits=
zimmer
. Faſt mit Beſchämung ſehen wir die Einfachheit, die
dieſes Gemach auszeichnet. Die gleiche Einfachheit, die wir aus
Goethes Arbeitszimmer kennen und die wir auf Schwinds Bil=
dern
wiederfinden. Ein Sekretär aus Tannenholz, ohne anderen
Schmuck als den ſchlichter Maſerung bildet das einzige repräſen=
tative
Stück Möbel. Zwei leichte Büchergeſtelle, eine Standuhr
und ein Schränkchen mit einem außerordentlich kleinen Schreib=
pult
vervollſtändigen das Mobilar. Der Ofen muß beide Zimmer
heizen. In früheren Jahren ſaß Arndt oft am frühen Morgen
am Schreibpult im Mantel. Nebenan der größere Raum iſt
Arndts Sterbezimmer. In geſunden Tagen der Wohnraum der
Familie, wurde dort dem Neunzigjährigen ſeine Bettſtatt auf=
geſtellt
, als ihn an ſeinem Geburtstage durch die freudige Er=
regung
über, die Huldigungen und Geſchenke, die ihm aus ganz
Deutſchland zugeſandt wurden, eine Schwäche zur Ruhe zwang.
Eine leichte Lungenentzündung warf ihn darnieder. Es war
die Zeit, da er 1860 die vollſtändige Neuausgabe ſeiner Gedichte
vollendet hatte und das Ende herannahen fühlte. Die Zeit
meines Scheidens iſt nah, nah iſt der Sturm, der meine Blätter
herabweht ſchreibt er in der Vorrede, dieſen oſſianiſchen Vers
ſingen dem Neunzigjährigen die durch den Wald irrenden Vögel
und fliegenden Blätter zu eine Mahnung, daß er ſein Haus
beſtellen und ſeine kleinen Dinge ordnen ſoll. Dazu gehören
manche Reime und Verſe, die ſeit zwei Menſchenaltern vielfach
umhergeflogen und wie es ſo zu gehen pflegt verändert,

verbeſſert oder verſchlechtert ſind. Er gibt ſie hier nun ſeinem
Volk als letztes Vermächtnis. Manche ſind ſeinen Deutſchen
liebgeworden, wohl nicht wegen ihrer Vollkommenheit ſondern
weil die meiſten echte Kinder der Geſchichte und Gefühle unſerer
Tage ſind. Mit ihnen ſagt der alte Sänger und Schreiber allen
ſeinen Freunden ſein letztes Lebewohl. Die einfache und ſtarke
Männlichkeit dieſer Worte rührt tief. Erſchütternd wirken die
Verſe ſeines Grabliedes, das er mit feſter Hand angeſichts des
Todes niederſchrieb Geht nun hin und grabt mein Grab,
denn ich bin des Wanderns müde, von der Erde ſcheid ich ab,
denn mir winkt die ſüße Ruh droben von den Engeln zu. Bett,
Nachttiſch, Kommode ſind noch da, einfache, ſchlichte Biedermeier=
Möbel. Der alte Seehundlederreiſekoffer ſteht noch da. Er be=
gleitete
den unermüdlichen Erdenwanderer nach Rußland. Der
Stock hängt an der Wand, daneben die unſcheinbare Reiſetaſche.
Rührend einfache Stücke, geadelt durch den Gebrauch ſeiner
Hand. Eine Zeichnung Affingers ſtellt ihn dar, wie wir ihn zu
ſehen gewohnt ſind, im langen Rock den er ſo ſehr liebte,
mit ſtehendem Kragen und ſamtnen Barett. Das große Bild
von Bresler 1858 zeigt die lebhaften und edlen Züge des
Greiſes.
Leider ſind viel Einrichtungsgegenſtände nach ſeinem Todein
alle Welt verſchleppt worden. So mußte man ſich auch ent=
ſchließen
, den großen Saal im erſten Stock, mit ſieben Fenſtern
dem Rhein und dem Siebengebirge zugewandt, durch Vitrinen
die geſammelten Originale ſeines Schrifttums enthalten,
muſeumsmäßig zu ernüchtern. Dort ſteht auch die eindrucksvolle
lebensnahe Büſte des großen Dichters von der Hand Affingers.
Die kleineren Nebenräume enthalten das Arndt=Archiv. Stumm
und erſchüttert ſtehen wir vor der Totenmaske, auf der der
Adel ſeiner Seele, ſeiner Herzensgüte und ſein hoher Sinn uns
entgegenleuchten.
Arndt war kein Rheinländer von Geburt, aber er wurde
ein Rheinländer durch Beſtimmung. Er war in Rügen geboren,
damals unter ſchwediſcher Herrſchaft ſtehend. Er ſtudierte in
Jena und Greifswald, er durchſtreifte die halbe Welt, wurde
wieder in Greifswald als Dozent ſeßhaft. 1805 wurde er Pro=
feſſor
der Geſchichte. Das war der richtige Wirkungskreis für
den bedeutenden Deutſchen. Denn er erlebte ja ein Stück ge=
waltiger
und großer Geſchichte, er war dazu berufen, ſelbſt ein=
zugreifen
, Schandeketten zu zerreißen und den welſchen Trug
zu rächen, er, der wie er ſelbſt von Scharnhorſt ſagte: auf
ein Gefühl, ein Ziel alle Kräfte mächtig ſtellte‟. Sein glühender
Haß gegen Napoleon fand Worte voll Leidenſchaft und Schlag=
kraft
, die den richtigen Klang und den zündenden Inhalt hatten,
den Deutſchen ans Herz und ans Gewiſſen zu greifen. Er war
immer feſt, grad und aufrecht in ſeiner Meinung und in ſeinem
Charakter, auch ſpäter, als er, in die Demagogenunterſuchungen

[ ][  ][ ]

Rußlands Wege nach dem Fernen Oſten: Seeverbindungen im hohen Norden und neue Straßen in Turkeſtan.
Japan rechnet mit ernſten Konflikken nach Ablauf des Waſhingkoner Verkrages im nächſten Jahr.
Man iſt ſich im Weißen Hauſe und in den zuſtändigen Mini=
Heoethafe Borderellungen RABlAnds ſterien klar darüber, daß Japan nach Ablauf des Waſhingtoner

für den Fall eines Krieges.
EP. Moskau, 25. Januar.
Rußlands Vorbereitungen für die Möglichkeit kriegeriſcher
Verwickelungen im Fernen Oſten ſind nicht nur auf den Ausbau
Wladiwoſtoks zu einem modernen Kriegshafen, auf die Zuſammen=
ziehung
von Truppen im Amurbogen und auf den Ausbau der
ſibiriſchen Grenzbefeſtigungen beſchränkt geblieben. Auch im Hohen
Norden Rußlands wird fieberhaft gearbeitet, um für den Fall
eines Krieges eine Verbindung mit den Vereinigten Staaten auf=
rechtzuerhalten
.
Dieſe Verbindungslinie führt durch die Beringſee, die, wie jetzt
bekannt wird, im letzten Sommer gründlich vermeſſen worden iſt.
Augenſcheinlich rechnet man damit, daß, im Kriegsfalle Munition
und anderes Kriegsmaterial von amerikaniſchen Häfen nach
Alaska geſchafft werden würde, um dann von dort durch die Be=
ringſee
mit Flugzeugen, oder auf Eisbrechern weiter transpor=
tiert
zu werden. Im Frühling und Sommer würde Rußland auch
verſuchen, die jetzt gründlich vermeſſene Route durch den arktiſchen
Ozean zu benutzen, um die fernöſtliche Armee mit Kriegsmaterial
zu verſorgen. Die zahlreichen Wetterſtationen, die im letzten Som=
mer
in Nordſibirien und anderen Punkten des Weißen Meeres
errichtet worden ſind, laſſen eindeutig darauf ſchließen, daß ruſ=
ſiſche
Militärs angeſichts der ungünſtigen ſtrategiſchen Lage der
teilweiſe noch eingleiſigen Transſibiriſchen Bahn der Möglichkeit
einer ſolchen Seeverbindung im Hohen Norden große Bedeutung
beimeſſen. Gleichzeitig werden auch im Süden Rußlands bzw. Si=
biriens
ſämtliche Verkehrswege ausgebaut. Die durch Ruſſiſch=
Turkeſtan führende große Heerſtraße, die ſtreckenweiſe mit der
Grenze Chineſiſch=Turkeſtans parallel läuft, iſt in den letzten Mo=
naten
bis nahe an die Grenze Afghaniſtans herangeführt worden.
Japan ſtrebk Floikengleichheik mit Amerika an.
EP. Tokio, 22. Januar.
Im Verlauf der außenpolitiſchen Debatte im Unterhaus er=
klärte
Außenminiſter Hirota erneut, daß Japans Politik
auf die Feſtigung des Friedens im Fernen Oſten
gerichtet ſei. Der Außenminiſter wiederholte, daß Japan
bereit ſei, alle mit Rußland beſtehenden Mei=
nungsverſchiedenheiten
mit Einſchluß der Frage
der Chineſiſchen Oſtbahn zu regeln.
Was die Vereinigten Staaten anbetreffe, ſo ſeien zwax ohne
Zweifel mit Ablauf des Waſhingtoner Vertrages im nächſten
Jahre verſchiedene Schwierigkeiten zu erwarten, doch ſei die Re=
gierung
bemüht, die Beziehungen mit den Vereinigten Staaten
zu verbeſſern. Alles Gerede über eine Kriſe ſei nur geeignet,
innerhalb und außerhalb Japans Mißverſtändniſſe hervorzurufen.
Gleichzeitig entſpann ſich auch im Oberhaus eine außenpolitiſche
Debatte, in der Marineminiſter Admiral Oſumi jeder Kürzung
der Flottenausgaben heftig widerſprach. Dabei erklärte des Marine=
miniſter
u. a., auch er hoffe, daß im nächſten Jahre keine Kriſe
in Japans außenpolitiſchen Beziehungenen eintreten werde, daß
aber die japaniſche Diplomatie nur dann Ausſichten auf Erfolg
haben werde, wenn ſie ſich auf ausreichende Rüſtungen ſtützen
könne.
Die japaniſche Preſſe veröffentlichte am Mittwoch auszugs=
weiſe
die Rede des japaniſchen Miniſterpräſidenten Saito im
Ober= und Unterhaus ſowie die Rede des Finanzminiſters Taku=
Chaſi. Danach verlangt die geſamte außenpolitiſche Lage im In=
neren
des Landes einen Zuſammenſchluß aller Kräfte, um dem
Ausland die Einheit des japaniſchen Volkes zu zeigen. Der Fehl=
betrag
von etwa 900 Millionen Yen wird durch neue innere An=
leihen
gedeckt werden. Die Koſten für das Vorgehen in der Mand=
ſchurei
werden mit 160 Millionen Yen angegeben. Für die Um=
organiſation
der japaniſchen Armee ſind beſondere Kredite in
Höhe von 130 Millionen Yen zur Verfügung geſtellt.
Amerika gegen Flokken=Gleichberechkigung Japans.
Das neue Marine=Bauprogramm wird in den der Regierung
naheſtehenden Kreiſen als offen mit der exploſiven Lage im
Fernen Oſten begründet.

D Amte ſuspendiert wurde. Friedrich Wil=
helm
II, machte das Unrecht gut.
Glückſelig iſt der Menſch nur in dem Maße, als er am
gewaltigſten empfindet, wenn nämlich das Empfinden derart iſt,
daß ihm das Denken darüber nicht ausgeht. Arndt war kein
Gelehrtentypus, wie er auch nicht aus Gelehrtenkreiſen ſtammte,
ſondern aus einem Bauerngeſchlecht gebürtig iſt. Er fand Zu=
gang
zum Volk und wurde von allen verſtanden, von allen, ſo=
weit
ſie ſeine zündenden und kernigen Kriegslieder kannten.
Und die kannten damals alle. Aber er hat auch Sätze geſchrieben,
in denen er voll tiefer Geiſtigkeit Gedanken entwickelt, die heute
wieder lebendig ſind. Er ſieht eine Entwicklung voraus, gegen
die er ſich mit leidenſchaftlicher Kraft ſtemmt. Alles hat ſich in
leibloſe Form, in körperloſen Geiſt aufgelöſt. Faſt nietzſchehaft
muten die Worte an: die neue Welt iſt unter einem anderen
Geſetz und einem anderen Gott gebildet als die alte. Aus dem
Gefühl eines erniedrigten und kümmerlichen Geſchlechts ſah der
Menſch in ihr nach einem andern Leben als dieſem hier, und
nach einem Gott außer der Natur! . . . . Nach langem Kampf und
tauſend Rückfällen ſind ſie endlich der Natur entfremdet und aus
ihrer ſüßen Gemeinſchaft ausgeſchieden, die irdiſche Kraft hat
ſie verlaſſen, wie ſie Antäus verließ, als er in den Armen des
Götterſohnes zwiſchen Himmel und Erde erwürgt ward. Das
Ringen um die heilig nährende Erde, die Scholle als Notwen=
digkeit
für die ſtetige, geſunde Wiedererneuerung des Menſchen=
geſchlechts
, war ihm, dem Menſchen bäuerlicher Herkunft, eine
tiefernſte Sache, Anlaß zu ſtets erneuten Auseinanderſetzungen.
Sicher geht der Menſch auf der Erde, indem er alles als Not=
wendigkeit
nimmt und in dieſer Notwendigkeit forttreibt wie
das Waſſer fließt und der Baum wächſt und der Vogel fliegt.
So befeſtigt ſich bei den Menſchen der erhabene Begriff einer
phyſiſchen Notwendigkeit, die allein dem Leben und Schickſal
Geſtalt geben und Ruhe bringen kann. Er fühlt die Unbezwing=
lichkeit
und Herrſchaft der Elemente über ſich mit Ehrfurcht und
ſo kommt er zur Verehrung auch der Geſetze ſeines Leibes. Wir
ſehen die Notwendigkeit der Erde, die phyſiſche Macht und Herr=
ſchaft
der Elemente nicht mehr als etwas Unheiliges an, weil
wir in ihnen Göttlichkeit und überſchwengliches Leben finden.
Spricht aus ſolchen Worten nicht das Ahnen, ja das Wiſſen um
eine ewige Seele des deutſchen Volkstums? Er beſaß einen guten
politiſchen Inſtinkt. Er ſpürte die Erneuerung, er war mehr als
der leidenſchaftliche Dichter des Befreiungskrieges, er war
geiſtiger Wegbereiter von Ideen, die heute zu voller Entfaltung
gelangen. Das Wort Vaterland hatte für ihn einen tieferen
Klang, weil er die Zuſammenhänge des deutſchen Menſchen mit
dem germaniſchen Scholle= und Blut=Bewußtſein ſah und weil
er eine deutliche Vorſtellung des Begriffs Vaterland von erſtaun=
licher
Größe und Kraft in ſich trug. Deswegen ſtelle ich an den
Schluß ſein von goethiſch=prometheiſchen Geiſte erfülltes Gedicht:

Vertrages im nächſten Jahre volle Gleichberechtigung zur See
verlangen wird, und man läßt keinen Zweifel daran, daß die Ver=
einigten
Staaten ſich dieſer Forderung widerſetzen werden. Unter
dieſen Umſtänden ſoll das neue Marine=Bauprogramm einerſeits
die Stellung der amerikaniſchen Unterhändler ſtärken und anderer=
ſeits
den Vereinigten Staaten für den Fall eines neuen Wett=
rüſtens
zur See einen genügenden Anlauf geben.
Auf jeden Fall wird das ſoeben vom Repräſentantenhaus an=
genommene
Flottenbauprogramm in Kreiſen des Weißen Hauſes
als abſolut notwendig für den Fall irgendwelcher Entwicklungen
oder Verwicklungen im Pazifik bezeichnet.

DNB. Paris, 25. Januar.
Die aus London vorliegenden halbamtlichen Meldungen über
eine Vermittlung in der Abrüſtungsfrage, die die britiſche Re=
gierung
in Berlin und Paris verſuchen könnte, befriedigen die
franzöſiſche Preſſe keineswegs. Journal ſucht an Hand des Bei=
ſpieles
der Flottenrüſtungen die Haltloſigkeit von Abmachungen
zu beweiſen. Kein Land habe die ihm zugeteilte Höchſtgrenze
der ihm zugebilligten Flottenrüſtung überſchritten und dennoch
habe ſich das Mißverhältnis der Bedürfniſſe der einzelnen Län=
der
deutlich gezeigt. Auch der politiſche Bankerott der Flotten=
abrüſtungsabmachungen
ſei ganz offenkundig. Zwiſchen
Frankreich und Italien ſei eine Rivalität entſtan=
den
, die früher nie vorhanden geweſen ſei. In England ſei
ein Gefühl der Unſicherheit aufgekommen, wie man es
nicht einmal in den ſchlimmſten Tagen des franzöſiſch=engliſchen
Wettlaufes gekannt habe. Amerika und Japan ſeien ſo
argwöhniſch gegeneinander geworden, daß die ernſte=
ſten
Beſorgniſſe berechtigt ſeien. Nie ſei deutlicher der abſurde
Charakter der Theorie hervorgetreten, daß man die Sicherheit der
Rüſtungsvorſchriften gewährleiſten könnte.
Wirkſchaftliche Gegenſähe zwiſchen England
und Japan.
EP. London, 25. Januar.
Die Möglichkeit offizieller engliſcher Schritte gegen das Vor=
dringen
des japaniſchen Handels auf den engliſchen Märkten
wurde heute vom Handelsminiſter Runciman in einer Rede in
Mancheſter angedeutet. Runciman erklärte, daß, wenn die pri=
vaten
Verhandlungen zwiſchen engliſchen und japaniſchen Textil=
intereſſenten
, die demnächſt in London beginnen würden, zu kei=
ner
Einigung führen ſollten, die Regierung ſich genötigt ſehen
würde, einzugreifen. England müſſe auch auf dem Grundſatz des
Fair play auf den Weltmärkten beſtehen.
Muſſoliui gegen Japans Expanſionspolikik.
Der Korreſpondent des Daily Telegraph in Rom ſagt in
einem Aufſatz, in diplomatiſchen Kreiſen werde die Frage erör=
tert
, ob Muſſolini beabſichtige, Vorſchläge für die Be=
handlung
der Fragen des Fernen Oſtens zu machen.
Verſchiedene Anzeichen deuteten darauf hin. Vor einigen Tagen
hätten viele europäiſche Blätter einen von einem amerikaniſchen
Syndikat verbreiteten Aufſatz Muſſolinis veröffentlicht, in dem er
wiederum Unruhe über Japans Außenpolitik bekundet habe. Es
verlaute, daß die japaniſche Regierung dieſerhalb die Mög=
lichkeit
freundſchaftlicher Vorſtellungen in Rom erwäge.
Wie eine Antwort auf die erwähnten Gerüchte ſehe ein Aufſatz in
der Tribuna aus, den ein Mitglied des Faſchiſtiſchen Großen
Rates verfaßt hat. Dort werde Japan der Unehrlichkeit
im Zuſammenhang mit der Mandſchurei und
China bezichtigt. Der Völkerbund werde für ſeine Schlaff=
heit
gegenüber Japan getadelt, und Großbritannien werde vor
der Durchdringung Indiens, Auſtraliens und Neuſeelands durch
Japan gewarnt. Die Singapur=Konferenz werde auf Großbritan=
niens
Furcht vor Japan zurückgeführt. Dſer Artikel werde als
Zeichen dafür angeſehen, daß Muſſolini wünſche, Europa zu einem
Vorgehen zu veranlaſſen, das China und Rußland gegen die japa=
niſche
Politik zu ſchützen geeignet ſei, und gleichzeitig Schritte zu
tun, um dem Eindringen des japaniſchen Handels in Europa ein
Ende zu machen.

Nachdrückliche Richligſtellung
öſterreichiſcher Behaupkungen.
DNB. Berlin, 25. Januar.
Ausländiſche Blätter haben in den letzten Tagen wiederholk
gemeldet, die öſterreichiſche Regierung habe ſich an den Völker=
bundsrat
gewendet, um dort das deutſch=öſterreichiſche Verhältnis
zur Sprache zu bringen.
Zu dieſen Nachrichten iſt zunächſt darauf hinzuweiſen, daß
der öſterreichiſche Bevollmächtigte in Genf ſelbſt in Abrede ſtellt,
bei ſeinem letzten Beſuch bei dem Generalſekretär des Völker=
bundes
andere Dinge als rein öſterreichiſche Fragen zur Sprache
gebracht zu haben.
Richtig iſt, daß der öſterreichiſche Geſandte im Auswärtigen
Amt im Auftrag ſeiner Regierung vorſtellig geworden iſt und
eine Reihe von Beſchwerdepunkten über angebliche Einflußnahme
gewiſſer reichsdeutſcher Kreiſe auf die nationalſozialiſtiſche Be=
wegung
in Oeſterreich zur Sprache gebracht hat mit dem Hinweis,
daß Oeſterreich ſich an den Völkerbund wenden würde, falls die=
ſen
Beſchwerden nicht Rechnung getragen werden ſollte.
Die einzelnen Behauptungen werden zur Zeit in Berlin ge=
prüft
und, wie jetzt ſchon geſagt werden kann, auf Grund des Er=
gebniſſes
dieſer Prüfungen binnen kurzem nachdrücklichſt richtig=
geſtellt
werden.

Eine engliſche Zeitung will erfahren haben, daß die Re=
gierung
in London überlege, ob ſie gemein=
ſchaftlich
mit Italien und Frankreich auf die
Reichsregierung im Sinne eines deutſch= öſter=
reichiſchen
Ausgleichs einwirken ſolle.
Wir wiſſen nicht, aus welchen Quellen dieſe Zeitung geſchöpft
hat. Sie ſpricht ja auch nur eine Vermutung aus. Immerhin,
nach dem Gang der Ereigniſſe der letzten Zeit darf man wohl
annehmen, daß Herr Dollfuß ſich heftig bemüht, die ausländiſchen
Regierungen gegen uns mobil zu machen. Er ſieht, daß ſein An=
hang
immer mehr zuſammenſchmilzt, wagt aber nicht, daraus die
entſprechenden Konſequenzen zu ziehen und das öſterreichiſche Volk
zu einem Entſcheid über den künftigen Kurs der Regierungspoli=
tik
, wie überhaupt über die Zuſammenſetzung der Regierung auf=
zurufen
.
Daß man im Ausland die Dinge in Oeſterreich ſehr aufmerk=
ſam
verfolgt, geht ſchon ſeit langem aus der ausländiſchen Preſſe
hervor, die immer wieder umfangreiche Berichte aus Wien ver=
öffentlicht
. Alle dieſe Berichte laſſen erkennen, daß Herr Dollfuß
die Mehrheit des öſterreichiſchen Volkes gegen ſich hat. Infolge=
deſſen
möchten wir annehmen, daß die Regierungen in London,
Paris und Rom es ſich wohl überlegen werden, ob ſie Herrn Doll=
fuß
in der von ihm gewünſchten Weiſe Hilfsſtellung leiſten. Sie
würden damit nur eine Minderheitsregierung ſtützen und ſich von
Dollfuß im Intereſſe ſeiner innenpolitiſchen Abſichten und Ziele
mißbrauchen laſſen. Herrn Dollfuß wäre zu empfehlen, endlich
ſeinen Frieden mit Oeſterreich zu machen und dem Volkswillen
Rechnung zu tragen, ſich aber auch einmal etwas mehr um die
Sozialdemokratie zu kümmern, der man eben erſt ganze
Waffenlager abgenommen hat, was ein Beweis dafür iſt,
daß von der äußerſten Linken her in Oeſterreich
nach wie vor mit dem Gedanken eines bewaff=
neten
Aufſtands geſpielt wird. Wenn Herr Dollfuß
den inneren Frieden in Oeſterreich wünſcht, dann gibt es für ihn
nur eines: dem Willen der Oeſterreicher Rechnung zu tragen, zu
dem ſich die überwiegende Mehrheit aller Oeſterreicher bekennt.
Die inkernalionalen Bindungen Oeſterreichs.
Magyarſak ſchreibt in einem Leitartikel, Bundeskanzler
Dollfuß ſei beſtrebt geweſen, zum Schutze gegen die alles ver=
ſchlingende
nationalſozialiſtiſche Bewegung den Auſtro= Fascis=
mus
ins Leben zu rufen. Das Ergebnis dieſer Beſtrebungen ſei,
daß Dollfuß in eine Abhängigkeit von Italien, Frankreich und
England geraten ſei, und zwar ſei ſie derart, daß er, jeder per=
ſönliſchen
Entſchlußkraft beraubt, ſich ausſchließlich an die ihm
von dieſen Großſtaaten diktierten Vorſchriften zu halten habe. Da
ſich zudem die Tſchechoſlowakei an der Oeſterreich vom Völkerbund
gewährten Anleihe beteiligt habe und der von der Tſchechoſlowa=
kei
gewährte Kredit in Höhe von 30 Millionen Schilling jetzt zur
Auszahlung gelange, begebe ſich Oeſterreich in eine noch kritiſchere
franzöſiſch=tſchechoſlowakiſche Abhängigkeit, als ſie bisher beſtan=
den
habe. Finanzminiſter Bureſch ſoll die 30 Millionen Schilling
perſönlich in Prag in Empfang nehmen. An den Kredit ſeien fol=
gende
Bedingungen geknüpft: Keine offene Diktatur, kein politi=
ſcher
Einfluß der Heimwehr, Aufrechterhaltung der öſterreichiſchen
Sozialdemokratie und deren Einfluß auf die Regierungsgeſchäfte,
Vermeidung jeder Aktion, die zu einer Wiedervereinigung Oeſter=
reichs
mit Ungarn führen könnte.

Wo dir Gottes Sonne zuerſt ſchien, wo dir die Sterne des
Himmels zuerſt leuchteten, wo ſeine Blitze dir zuerſt ſeine All=
macht
offenbarten und ſeine Sturmwinde dir mit heiligem
Schrecken durch die Seele brauſten, da iſt deine Liebe, da iſt dein
Vaterland. Wo das erſte Menſchenauge ſich liebend über deine
Wiege neigte, wo deine Mutter dich zuerſt mit Freuden auf dem
Schoße trug, und dein Vater dir die Lehren der Weisheit und
des Chriſtentums ins Herz grub: da iſt deine Liebe, da iſt dein
Vaterland. Und ſeien es kahle Felſen und öde Inſeln und
wohnte Armut und Mühe dort mit dir, du mußt das Land ewig
lieb haben, denn du biſt ein Menſch und ſollſt es nicht vergeſſen,
ſondern behalten in deinem Herzen.
Der Gedanke an dies Gedicht erfüllte mich, als ich das
Haus in Bonn verließ. Tag für Tag zwang es mich in ſeinen
Werken wieder zu leſen. Der Genius des Verſtorbenen ſtrahlte
noch nach hundert Jahren aus den Räumen, die einſt ſein
Daſein verklärten. Kann eine ſolche Stätte der Erinnerung anders
als in ſchöner und fruchtbarer Weiſe zum Gedenken und zum
Erlebnis führen?
Dr. Guſtav Barthel.

Die Frankfurker Römerberg=Feſtſpiele
ſollen reichswichlige Feſtſpiele werden.
In der erſten Sitzung des Bundesausſchuſſes des Reichsbundes
der deutſchen Freilicht= und Volksſchauſpiele in Frankfurt a. M
wurde u. a. mitgeteilt, daß den Römerberg=Feſtſpielen in Frank=
furt
a. M. der Charakter reichswichtiger Feſtſpiele verliehen wer=
den
ſoll. Ferner ſollen die Spiele auf dem Schloßhof in Heidel=
berg
zu Reichsfeſtſpielen erhoben werden. Der Plan die Spiele
in Heidelberg wieder aufleben zu laſſen und ſie zu Reichsfeſtſpielen
zu erheben, entſtand aus der Erwägung, daß viele bisher durch
die Greuelpropaganda zurückgehaltene. Ausländer im kommenden
Sommer Deutſchland wieder beſuchen und kennen lernen wollen.
Dieſe ausländiſchen Gäſte ſollen in erſter Linie nach Heidelberg
eingeladen werden, wo man ihnen beweiſen wird, daß noch nie=
mals
in Deutſchland Kunſt und Kultur eine ſo eifrige und ver=
ſtändnisvolle
Pflege erfahren haben, wie im Dritten Reich. Die
Werbemaßnahmen für die Reichsfeſtſpiele finden die tatkräftige
Unterſtützung aller überhaupt in Frage kommenden Behörden und
Stellen. In mehreren hunderttauſend Exemplaren wird im In=
und Ausland eine in ſieben Sprachen erſcheinende Broſchüre über
die Reichsfeſtſpiele und die reichswichtigen Spiele (alſo auch die
Frankfurter Römerberg=Feſtſpiele) verbreitet. Eine im Sommer
1934 erſtmalig ausgeſpielte Sachwert=Lotterie zur Förderung der
deutſchen Freilicht= und Volksſchauſpiele wird mit 500 000 Loſen
zur Finanzierung beitragen. Von der Reichsbahn ſind im Rahmen
eines neuen Tarifs für Sonderfahrten Gruppenfahrten uſw. Ver=
günſtigungen
für die in= und ausländiſchen Beſucher der Spiele zu
erwarten.

* Uraufführung in München.
Soldatenballade von Georg Weitbrecht.
Das Münchener Volkstheater hat das dreiaktige Stück Sol=
datenballade
von Georg Weitbrecht in der Inſzenie=
rung
von Erich Alexander Winds erfolgreich uraufgeführt.
Das Stück ſpielt am Ende des 18. Jahrhunderts in Württemberg
und in der Straßburger Feſtung und zeigt uns den zwar perſönlich
volksnahen und lebensfrohen Herzog, der aber unter der Vorherr=
ſchaft
der Franzoſen, der Not gehorchend, eine Politik machen muß.
die nicht volkstümlich iſt und ſeinen zwangsrekrutierten Landes=
kindern
, wenn ſie aus Straßburg deſertieren, in den Fluten des
Rheins oder gleich darauf durch Füſilieren den Tod bringt. Eing
traurige Ballade, durch die vergebens der Ruf nach dem ſtarken
deutſchen Mann hallt: die das Milieu in ſatten Farben ſchildert.
gegen das Ende hin aber auf der Stelle tritt und die dramatiſchen
Möglichkeiten des Stoffes ungenützt liegen läßt. Die Auffüh=
rung
war ſehr hübſch; geſpielt wurde mit Luſt und Liebe Beſondere
Erwähnung verdienen Rudolf Klix als Herzog, Tilla Hoh=
mann
als Schlappkatl. Viktoria von Ballasko als Amrei und
Max Reuter, der ſehr ſchöne Bühnenbilder ſchuf.
Dr. Berberich.
Großer Erfolg Zurkwänglers in London.
Bei dem zweiten Konzert der Berliner Philharmoniker in
London unter Furtwängler in der bis auf den letzten Platz be=
ſetzten
Queens Hall kam es zu Beifallskundgebungen, wie ſie dieſen
deutſchen Künſtlern in London noch nie zuteil geworden ſind. Das
Programm umfaßte eine Symphonie von Max Reger über ein
Thema von Mozart, die Leonoren=Ouvertüre Nr. 2 von Beethoven
und eine Symphonie von Brahms. Das Publikum gab ſeiner Be=
geiſterung
über den meiſterhaften Vortrag dieſer Werke ſo ſtürmi=
ſchen
Ausdruck und rief am Schluß den Dirigenten ſo unermüdlich
auf das Podium zurück daß Furtwängler als Zugabe die Meiſter=
ſinger
=Ouvertüre ſpielen ließ. Auch dann wollte ſich der ſtürmiſche
Jubel nicht legen, bis die Lichter im Saal langſam ausgelöſcht
wurden und die Philharmoniker langſam den Saal verließen.

Das hohe Spiel. Kriegs= und Spionageroman von Auguſt
Frank. 196 Seiten. Preis 1,25 RM. Verlagsanſtalt vorm.
G. J. Manz, Regensburg.
Der deutſche Pionierleutnant DEffroi, einer alten franzöſi=
ſchen
Emigrantenfamilie entſtammend, wird im Jahre 1912 vom
großen Generalſtab in einer geheimen Miſſion nach Paris ge=

[ ][  ][ ]

Seite 4 Nr. 25

Nachruf.
Nach kurzer ſchwerer Krankheit entſchlief
am 23. d8. Mts. unſer früherer Mitarbeiter
Karl Fiſcher
der nach 22jähriger treuer Pflichterfüllung
im Jahre 1930 in den wohlverdienten
Ruheſtand getreten iſt.
Wir werden dem Verſtorbenen jederzeit
ein treues Andenken bewahren.
E. Merck, Darmſtadt
DieArbeiter=u. Angeftelltenſchaft
der Firma E. Merck. auus

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Freitag, 26. Januar 1934

Vorwärtsſtrebenden jungen Leuten
bietet ſich eine einmalige, äußerſt günſtige
Gelegenheit, ſich auf verſchiedenen elektro=
techniſchen
Gebieten wie Ankerwickelei,
Berechnung elektriſcher Anlagen, Radiotechnik,
Beleuchtungstechnik uſw. theoretiſch auszubilden.
1142
Auskunft erteilt:
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Schuchardſtr 10

Dankſagung.
für die vielen Beweiſe herzlicher Ceilnahme
und die vielen Blumenſpenden beim heimgange
unſerer lieben Entſchlafenen, Frau
2rlfadery Teagtter
geb. haas
ſagen wir hiermit herzlichen Dank.
Die trauernden hinterbliebenen.
darmstadt, den 24. Januar 1934.

Ein Restposten
einzelne Steppdecken
gebe ich im
Inventur-Verkauf
im Preise bedeutend biiliger
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Elisabethenstraße 6.

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Die vermißten Sparkaſſenbücher:
Nr. 17141 lautend auf Eleonore Haaß
Nr. 192716
Friedrich Haaß TX.
Nr. 12065
Eliſe Griesmager
Nr. 206 520
Eliſabeth Witterſtädter
werden nach § 23 der Satzung für kraftlos erklärt, wenn
ſie nicht innerhalb von 3 Monaten bei uns vorgelegt
werden.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt
Kräckmann

Darmſtadt, den 24. Januar 1934.

(St 1134

Aufforderung.
Die Inhaber der ſtädtiſchen Baukaſſenſcheine
werden, wie in früheren Jahren, hiermit aufgefordert,
die Scheine, ſofern ſie Holz wünſchen (Bedingung:
Beſitz von mindeſtens 10 Scheinen) im Stadthaus,
Zimmer 68, ſofern ſie Barzahlung wünſchen, der
Stadtkaſſe, ſpäteſtens bis 15. Februar 1934,
vorzulegen.
Darmſtadt, den 22. Januar 1934.
Bürgermeiſteref.
(St. 1155

Holzverſteigerung Nr. 5.
Dienstag, den 30. Januar 1934, vormittag?
10 Uhr, auf Burg Frankenſtein aus Keltersgrunt
12, 13, 14. Sauſteige 17. Schloßberg 18.
Scheit rm: Buchen 174, Sonſtiges Laubholz 4
Kiefern 5; Knüppel rm: Buchen 112, Kaſtanien 39,
Sonſtiges Laubholz 11, Kiefern 8; Reiſer=Wellen;
Buchen II. Klaſſe 1045, III. Klaſſe 2350.
Blaugeſtrichene Nummern werden nicht verkauft.
1140.
Heſſ. Forſtamt Eberſtadt.

Mein
Inventur
Verkauf
bringt
Restposten
Oberbemden
Sporlhemden
Eins. Hemden
Unlerzeuge
weit
zurückgesetzt.
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Apotheke.

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Montag, den 29. Januar 1934, vormittags
9½, Uhr, werden aus dem Nieder=Beerbacher Ge=
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und Rödern in der Wirtſchaft Zum Mühltal
(Lautenſchläger) verſteigert:
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4,63 fm. Derbſtangen: Lärche, 1. Kl. 7 St.
0,63 fm, 2. Kl. 22 St. 1,32 fm, Fichte, 1. Kl.
6 St. 0,54 Im.
2. Brennholz, Scheiter: Buche 100 rm, Eiche 15rn
Kiefer 5 rm Knüppel: Buche 87 rm, Eiche
17 rm, Kiefer 7 rm. Knüppel=Reißig: Eich
12 rm. Buche Stamm=Wellen 4630 St., Buche
Aſt=Wellen 1840 St. Stöcke Buche 5 rm.
Nieder=Beerbach, den 24. Januar 1934.
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wendigen
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lichkeit
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besitzt. Handschriftliche An-
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mähert sich
seinem Ende!

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Gokkesdienſt der iſraelikiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge.
Freitag, 26. Januar: Vorabendgottesdienſt 5.15 Uhr.
Samstag, 27. Januar: Morgengottesdienſt 8.45 Uhr. Predigt
Sabbatausgang 6.00 Uhr.
(1147
An den Wochentagen: Morgens 7.30 Uhr. Abends 6.00 Uhr.

Warum ſpart dieſer Handgriff
Seife und Waſchpulver?

Dieſer eine Handgriff bewirkt, daß Sie künftig
bei Ihrer großen Wäſche nur noch halb ſoviel
Seife, Waſchpulver und Feuerung brauchen.
Gewöhnliche Bleichſoda holt nur wenig Schmutz
aus der Wäſche. Das organiſche Einweichmittel
Burnus aber zieht ſoviel Schmutz heraus, daß
die Wäſche am Morgen ſchon ſo gut wie ſauber
iſt. Dieſe verblüffende Wirkung erklärt ſich
daraus, daß Burnus mit ſeinen Verdauungs=
drüſenſäften
den Kitt löſt, der den Schmutz an
die Wäſchefaſer bindet, ſo daß die Schmutz=
teilchen
nur noch ganz loſe hängen und zum
größten Teil ſich von ſelbſt loslöſen. Sie werden
ſtaunen, wie wenig Sie noch zu waſchen haben
und wie wenig Seife Sie brauchen!

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Treibriemen, Glasverſchläge,
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der Buch=und Steuerſtelle Luiſenſtraße 6, Htns. I. St.
Mahnung.
Bei Meidung der Beitreibung und Koſtenberechnung
ſind bis zum 8. Februar 1934 an die unterzeichnete
Kaſſe zu zahlen:
5. Ziel der endgültigen Gemeinde=, Kreis= und
Provinzialſteuern 1933.
5. Ziel der endgültigen Filialſteuer und Waren=
hausſteuer
1933.
5. Ziel der Straßenreinigungs=, Müllabfuhr= und
Kanalbenutzungsgebühren 1933.
Darmſtadt, den 26. Januar 1934.
Stadtkaſſe.
st. 1112)

Am Dienstag, den 30. Januar 1934, vormittags 9 Uhr,
werden in der Leonhardstanne, Abteilung 1b und 9,
an Ort und Stelle, die nachverzeichneten Stamm=
holzmengen
öffentl. an den Meiſtbietenden verſteigert:
18 Stück Kiefern=Stämme, Kl. 2b 9,86 fm;Hiebs=
3a 42,82 fm;art N
N7
3b 24,46 fm;
4a 10,28fm;
4b 1,04 fm;
48 2,95 fm;
4b 1,63 fm;
5 2,85 fm;
2b 0,2. fm;
4b 1,60 fm;
Die Verſteigerungsbedingungen werden jeweils vor
Beginn der Verſteigerungen bekannt gemacht. Zu=
ſammenkunft
der Steigerer am Eingang des Waldes,
Kreuzung Dreiſchlägerweg und Neuwieſenweg.
Arheilgen, den 25. Januar 1934.
Heſſ. Bürgermeiſterei: Birkenſtock.
1141)

Immer
daran denken:
Die Kleine Anzeige‟
iſt der beſte Mittler
und Verkäufer! Kleine
Anzeigen gehören ſtets
in das
Darmſtädter Cagblatt

[ ][  ][ ]

Freitag, 26. Januar 1934

Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 26. Januar 1934.
Aufruf!
An die Darmſtädter Bevölkerung!
Zackelzug der Hikler=Jugend!
Fahnen heraus!
Die dem Oberbann 3 Starkenburg vorgeſtern vom Reichs=
jugendführer
, Baldur von Schirach, an der Gruft Friedrichs des
Großen verliehenen 4 Bannfahnen werden heute Freitag abend
um 6 Uhr in unſerer Stadt erwartet und feierlich empfangen.
Hitler=Jugend, Jungvolk, der Bund Deutſcher Mädchen. Ab=
ordnungen
der SA., SS., des Stahlhelms, der Studentenſchaft
und der Arbeitsfront holen die Fahnen und die dazu nach Pots=
dam
entſandte Abordnung vom Hauptbahnhof feierlich ein. Die
Schuljugend Darmſtadts wird vom Rheintor bis zum Paradeplatz
Aufſtellung nehmen und den Fahnen ihren Gruß entbieten.
Von Fackeln geleitet, bewegt ſich der Zug durch die Rhein=
ſtraße
zum Paradeplatz. Dort werden um 6.30 Uhr Stabsleiter
Richter und Oberbannführer Bloch zu der Jugend ſprechen. Der
Muſikzug der Standarte 115, Kapelle Schlupp, Landsknechtstrom=
meln
und Fanfaren der Hitler=Jugend, Lieder und Sprechchöre
werden die Weihefeier, die durch Lautſprecher übertragen wird,
würdig umrahmen und vom Geiſt der Hitler=Jugend künden.
Volksgenoſſen! Erſcheint in Maſſen!
Zeigt durch reichliche Beflaggung eurer Häuſer, insbeſondere
in der Rheinſtraße und in den Nebenſtraßen, eure Verbundenheit
mit der Jugend.
Helft mit, daß die Kundgebung zu einem denkwürdigen Ereig=
nis
im Leben unſerer Stadt wird und beweiſt durch euer Erſchei=
nen
, daß ihr die Jugend verſteht und gern habt und mit ihr in
einer Front ſteht für Deutſchland.
Hitler=Jugend, Oberbannführung.
Bekannkmachungen des Perſonalamkes.
Ernannt wurden: der Rechtsanwalt Heinrich Joſt aus
Holzhauſen zum Polizeidirektor der Polizeidirektion Gießen; der
Gendarmeriehauptwachtmeiſter a. Pr. Georg Büchler in Darm=
ſtadt
unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum Gendar=
meriehauptwachtmeiſter
; die Polizeihauptwachtmeiſter Hans
Brentano und Kurt Bachler in Mainz zu Kriminalhaupt=
wachtmeiſtern
:; der Polizeioberwachtmeiſter Peter Knapp zu
Worms zum Polizeileutnant, ſämtlich mit Wirkung vom 1. Ja=
nuar
1934.
Uebertragen wurde: Am 19. Januar 1934: dem Lehrer Karl
Volp zu Lollar, Kreis Gießen, zuletzt an der Deutſchen Schule
in Mexiko, eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Darmſtadt mit
Wirkung vom Tage des Dienſtantritts an.
In den Ruheſtand verſetzt wurde auf Nachſuchen der Vorſtand
des Vermeſſungsamts Alsfeld, Vermeſſungsrat Ferdinand Bi=
ſchoff
zu Alsfeld, unter Anerkennung ſeiner dem Staate gelei=
ſteten
Dienſte mit Wirkung vom 1. März 1934 ab.
Entlaſſen werden mit Wirkung vom 1. Mai 1934 auf Grund
des Artikels 17 des Geſetzes über die Schutzpolizei vom 20. Juli
1923 aus dem heſſiſchen Staatsdienſt: 1. der Polizeihauptmann
Hermann Rückert zu Butzbach, 2. der Polizeioberleutnant Wil=
helm
Hainbach zu Darmſtadt, 3. der Polizeioberleutnant Wil=
helm
Stock zu Darmſtadt, 4. der Polizeileutnant Ernſt Pieh
zu Darmſtadt.
Beſtellt wurde: Ortsverwalter Groß in Mainz=Weiſenau‟
am 20. Januar 1934 zum kommiſſariſchen Bürgermeiſter der
Bürgermeiſterei Lampertheim.
Polikiſcher Uebereiſer.
Amtlich wird mitgeteilt: In der letzten Zeit gehen bei den
Behörden vielfach Poſtkarten, Bilder und Plakate ein, in denen
eine verſteckte kommuniſtiſche Propaganda gewittert wird. In den
Haaren eines Kopfbildes will man, obwohl es ſich um eine Photo=
graphie
handelt, das Geſicht Lenins entdeckt haben, in der Ohr=
muſchel
gar ein unzüchtiges Bild. Auf einem Plakat hat man
einen eingeſchlagenen Schädel und einen Kommuniſtenkopf ver=
borgen
gefunden. Freilich müßten ſich die Beſchauer dieſes Plakats.
das üblicherweiſe angeklebt oder aufgehängt iſt, auf den Kopf ſtel=
len
, um in den Genuß dieſer Vexierbilder zu gelangen. Von zu=
ſtändiger
Seite wird ſolchem politiſchen Uebereifer entgegengetre=
ten
, durch den eine unnötige Beunruhigung der Bevölkerung her=
vorgerufen
und berechtigte Intereſſen geſchädigt werden. Die
Dienſtſtellen werden angewieſen dieſem ſinnloſen Treiben, das
leicht zu einer gefährlichen Pſychoſe ausarten kann, mit allem Nach=
druck
Einhalt zu gebieten.
Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875. Zu einer Jahresſchluß=
feier
der aktiven Mitglieder hatte der Oberturnwart eingeladen.
Es war ein voller Erfolg, denn nahezu 150 Mitglieder füllten
den Kneipſaal und verlebten einige frohe Stunden. Der Leiter
der Geländeſportabteilung, Oberturnwart Trautmann, nahm
eine kleine Ehrung der beſten Schützen vor und händigte den bei=
den
Wehrturnern Schmidt und Fick ein nettes Geſchenk aus. Eine
Mahnung des Vereinsführers, auch im kommenden Jahre treu
zur Fahne der Turnerſchaft zu halten und jederzeit kampfbereit
für die deutſche Turnſache einzutreten, fand lebhaften Widerhall.
Dietwart Matthes fand noch einige Worte und wies insbeſon=
dere
auf das nun begonnene 60. Vereinsjahr hin. Mit einem
Hinweis auf die am Samstag ſtattfindende Haupt=
verſammlung
ging man zum gemütlichen Teil über, der
durch die vorzüglichen Muſikdarbietungen der Hauskapelle auf
das beſte gefördert wurde. Nicht zu vergeſſen ſind die Geſangs=
vorträge
der Singmannſchaft. Ein Kameradſchaftsabend der
Aktiven, wie er hoffentlich noch oftmals ſtattfindet, denn nur da=
durch
wird der Gemeinſchaftsgedanke und das Verbundenſein aller
Turner und Turnerinnen aufs beſte gefördert.
Heſſiſches Landestheater.

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An, 19½. Ende 22½ Uhr.
28. Januar Die große Chance

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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 25 Seite 5

Im Zeichen der Kornblume

jar oir 1ou

Haus= und Straßenſammlung
Freitag, den 26. Januar 1934
Vollsbund für das Deutschtum im AAlusland

hilfswerk des deutſchen Volkes.
blauen Kornblume. Sie iſt das
Grenzen. Wer die Kornblume an

Die Kornblume in der Winkerhilfe
Die blaue Blume, wo kommt ſie her?
Was ſagt ſie uns Deutſchen im Neuen Reich?
Sie kommt aus dem kämpfenden volksdeutſchen Heer
Der Brüder im alten Oeſterreich.
Sie war dort das Zeichen von Treue und Trutz,
Der Führer trug ſelbſt ſie als Knabe voll Stolz
Nun ruft ſie uns wieder zu Opfer und Schutz,
Ein Volk, das ſein Wille zuſammenſchmolz,
Ein Volk über Grenzen geeint in der Not.
So ruft es die Blume der Treue uns zu:
Gedenk auch der draußen: die Hunger und Tod
Erleiden für Dich! Was opferſt Du?!
Am 26. Januar werden die jungen Helferinnen und Helfer des VDA. Kornblumen auf vielleicht nicht einer der glücklichen Ge=
allen
Straßen und Plätzen Deutſchlands zugunſten des Winterhilfswerkes verkaufen. Wer winner werde, ſo tröſtet es mich, daß es
die Kornblume an dieſem Tage trägt, bekundet ſeine Verbundenheit mit der volksdeutſchen einer meiner Freunde wird. Halten wir
Idee und der Not und Blutsgemeinſchaft des deutſchen Hundert=Millionen=Volkes.

Sämtliche Ortsgruppenobleute der Nationalſozialiſtiſchen
Kriegsopferverſorgung ſollen in ihrem Bezirk genau feſtſtellen,
in wie viel Fällen im Laufe des letzten halben Jahres Zwangs=
maßnahmen
(Pfändungen, Verſteigerungen) gegen kriegsbeſchä=
digte
Eigenheim= und Grundſtücksbeſitzer durchgeführt worden
ſind. Die Feſtſtellungen ſind beſchleunigt durchzuführen und um=
gehend
an die Ortsgruppe der NSKOV. Darmſtadt. Hindenburg=
ſtraße
39, weiterzuleiten, da die Reichsleitung dieſelben dringend
angefordert hat.

Wwarum in die Ferne

KKKKKKKKKKKKKS

Gendersenssegabn
Put lag Bewalimnalkeziediti k keut Roselukent

Winter=glifswart des
deutſchen Wolkeg1033B
kE3t43
Serie
GuTSchEi E
gültig in der Zeit vom 1. Februar bis 28. Februar 1934.
Gegen Abgabe dieſes Gutſcheines und gegen Entrichtung einer
Anerkennungsgebühr in Höhe von fünfzehn Reichspkennig
verabfolgt jeder Kohlenhündier Gel
Landablatz das Werkl ab Logerltelle
1 Zentner
Braunkohlenbriketts:
in guter Beſchaffenheit.
Weitererahlungen unduicht zu teiſten.

Miädrdschliche Hawendung deſes Schelaes zieht Zuchihsnsimafe nach 1a.

S

Sieh, das Gute liegt ſo nah! Auf dem
Am 26. Januar 1934 ſammeln Marktplatz, in der Rheinſtraße, überall
begegneſt du jetzt dem guten Glücksmann,
die jugendlichen Helfer des der dir ſchon von weitem in ſeinem grauen,
Volksbundes für das Deutſchtum wehenden Mantel und ſeiner forſchen, rot=
bebänderten
Soldatenmütze freundlichſt
im Ausland, des BDA, in allen entgegenwinkt. Einen braunen Glücksbrief.
möchte er dir gar zu gern zuſtellen. Und
Teilendes Reiches fürdasWinter= da willſt du achtlos an ihm vorübergehen?
Es hat gar keinen Zweck, daß du dich
jetzt in ſo tiefſinnige, ſorgenvolle Fragen,
die du nicht ſo ohne weiteres zu löſen ver=
magſt
, vergräbſt! Du willſt in eine ferne,
Dieſer Tag ſteht im Zeichen der ſorgenfreie Zukunft ſchauen und überſiehſt
ganz die glückliche Gegenwart. Denn die=
ſer
Glücksmann, dem du jetzt überall in
Symbol der Verbundenheit aller der Stadt begegneſt, verkauft dir Los=
briefe
, di enur 50 Pf. koſten und dir ein
Deutſchen dies= und jenſeits der recht annehmbares Geldſümmchen in Aus=
ſicht
ſtellen.
Gewiß waren ſchon viele Sammlungen
dieſem Tage krägk, bekundet ſeine auf der Straße. Ich weiß, du biſt ſkeptiſch
geworden. Aber hat es ſchon jemals
Zugehörigkeit zur Schickſals= eine Straßenlotterie gegeben, die außer,
dem ſofortigen Gewinnentſcheid Haupt=
gemeinſchaft
des deutſchen gewinn 5000 RM.! noch einen
Hunderk=Millionen=Volkes. Prämienſchein enthält, der bei ſei=
ner
ſpäteren Verloſung auch noch mal 5000
RM. erzielen konnte? Und dabei ſind 30
Serien ſolcher braunen Glücksbriefe im
Umlauf. Das bedeutet alſo dreißig=
mal
die Ausſicht auf den Höchſtgewinn
von zweimal 5000 RM.!
Ferner enthält jedes Los der NSDAP.=
Winterhilfe=Lotterie noch drei Bildpoſt=
karten
, die im prächtigen Kupfertiefdruck
die verſchiedenſten Aufnahmen aus
Deutſchlands hehrer Geſchichte zeigen und.
geradezu zum Sammeln anregen.
Siehſt du, dem nahen Glück wäreſt du
um ein Haar aus dem Wege gegangen,
wenn. . Aber nein, das Wenn
exiſtiert nun ſicherlich nicht mehr! Und
außerdem haſt du ja als guter Deutſcher
das Herz auf dem rechten Fleck und ſagſt
dir: Fünfzig Pfennige für die Winter=
hilfe
=Lotterie habe ich ſchon noch übrig.
Erſtens ſtifte ich damit bei, daß ſo und
ſoviel Glücksmänner, die vielleicht ſonſt
arbeitslos wären, ihr Brot für Monate
finden. Zweitens helfe ich indirekt, daß
alle armen Deutſchen während der Nöte
des Winters unterſtützt werden. Drittens
will ich dankbar ſein, daß ſo viele Geld=
gewinne
in Ausſicht ſtehen; wenn ich auch
nicht alle feſt und treu zuſammen? Das
Glück, das dem einzelnen Deutſchen wird,
gilt ja dem Volksganzen!
Die Störungen im Empfang des ſüdweſtdeutſchen
Gleichwellenneßes.
Bekanntlich ſind ſeit der Umſtellung der Gleichwellengruppe
Südweſt (Hauptſender Frankfurt. Nebenſender Kaſſel, Trier. Kai=
ſerslautern
und Freiburg i. Br.) auf die neu zugewieſene Welle
des Luznerner Wellenplanes und der Zuſchaltung der Sender
Freiburg und Kaiſerslautern in vielen Teilen des Sendegebiets
Empfangsſchwierigkeiten aufgetreten. Die Störungen ſind oft ſo
ſtark, daß ſie in großen Teilen des Gebietes des Südweſtfunks
einen Empfang des Frankfurter Programms faſt unmöglich machen.
Der Südweſtfunk hat beim Reichspoſtminiſterium dringende Vor=
ſtellungen
erhoben, um eine beſchleunigte Behebung der Störungen
herbeizuführen.
Der Verband heſſiſcher Juſtizſekretäre und deren Anwärter
in der Rechtsfront des B.N. S.D.J. hielt in der Reſtauration Zur
Eiſenbahn ſeinen erſten Schulungsabend ab, dem auch der Vor=
ſtand
des Amtsgerichts Darmſtadt, Pg. Amtsgerichtsdirektor Dr.
Eiſe beiwohnte; ein Zeichen wahrer Volksverbundenheit im
Sinne des Führers. Als Thema zum erſten Schulungskurs war
gewählt: Erziehung der Kollegenſchaft im Sinne des National=
ſozialismus
. Gerade durch die Tätigkeit im Juſtizdienſt, die die
Kollegenſchaft mit der Bevölkerung aufs engſte verbindet, iſt es
Pflicht eines jeden Einzelnen, ſich ſelbſt zum Nationalſozialismus
zu erziehen, auf daß er auf ſeine übrigen Volksgenoſſen erzieheri=
ſchen
Einfluß haben kann. Nach einleitenden Worten des Orts=
gruppenführers
, Koll. Eiſenhauer, erſtattete der Führer des
Verbandes Pg. Koll. Hotz. ausführlichen Bericht über die Tagung
in Berlin. Der Geſchäftsführer des B.N. S.D.J. Gau Heſſen ,
Pg. Grimme, ſtellte ſich als Referent des Abends in dankens=
werter
Weiſe zur Verfügung. In prägnanten Worten ſchilderte er
den Aufbau der Kulturgeſchichte von der Romantik bis zur Renaiſ=
ſance
. Seine Ausführungen waren beſtimmt dazu angetan, dem
Zweck der Schulungsabende gerecht zu werden, nämlich, die Kol=
legenſchaft
zu wahren, innerlich überzeugten Nationalſozialiſten zu
erziehen. Dem Führer der Rechtsfront, Pg. Dr. Frank wurde
folgende Entſchließung überſandt: Der Verband heſſ. Juſtiz=
ſekretäre
und deren Anwärter, der korporativ der Deutſchen Rechts=
front
angeſchloſſen iſt, gelobt dem Führer unerſchütterliche Treue
und Gefolgſchaft. In dem Bewußtſein, daß auch wir an der Rechts=
erneuerung
zum Mitarbeiten berufen ſind, ſtellen wir unſere
Kräfte voll und ganz dem Reiche zur Verfügung, daß ein Recht
nach deutſchen Grundſätzen, deutſcher Art und deutſchem Denken ge=
ſchaffen
werde. Wir wollen jeden Verſuch einer Störung des Auf=
baues
des Rechtsſtandes verhindern, der dem Geiſte des National=
ſozialismus
widerſpricht und jeden Angriff auf die Einheit des
Deutſchen Rechts im nationalſozialiſtiſchen Staate bekämpfen. Nie=
mand
wird uns davon abbringen, dieſe Treue zu halten.

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beiliegende Gutachten.

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Seite 6 Nr. 25

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Freitag, 26. Januar 1934

Arbeitsbeſchaffung für Kriegsbeſchädigte!
Runderlaß des Preußiſchen Miniſteriums des Innern vom 6. 10. 1933.

Der Preußiſche Miniſter des Innern gab das Rundſchreiben
des Reichsarbeitsminiſters über Arbeitsbeſchaffung für Kriegs=
beſchädigte
vom 22 Sept. 1933 durch Runderlaß IV. W 3340
mit folgendem Wortlaut bekannt:
Von den Behördenleitern erwarte ich, daß ſie ſich perſönlich
um die Einſtellung arbeitsfähiger Kriegsbeſchädigter in ihrer Ver=
waltung
, die unterſtellten Betriebe und die Betriebe der freien
Wirtſchaft bemühen. Es muß erreicht werden, daß alle arbeits=
fähigen
Kriegsbeſchädigten einen angemeſſenen Arbeitsplatz er=
halten
. Die ſich hieraus unter Umſtänden ergebenden Mehrauf=
wendungen
müſſen bei aller Anerkennung des Strebens nach einer
möglichſt ſparſamen Verwaltung im Intereſſe derer, die ihre Ge=
fundheit
für das Vaterland geopfert haben, getragen werden. Den
Kampf gegen die A=eitsloſigkeit der Kriegsbeſchädigten erſuche
ich, im engſten Einvernehmen mit den Hauptfürſorgeſtellen und
der N. S.K.O.V. zu führen.
Erlaß des Präſidenten der Reichsanſtalt, für Arbeitsvermittlung
und Arbeitsloſenverſicherung. betr. Sonderaktion und Kriegs=
beſchädigte
.
Der Präſident der Reichsanſtalt für Arbeitsvermittlung und
Arbeitsloſenverſicherung hatte durch Erlaß vom 18. 10. 1933
II 5380/74 das Verfahren für die bevorzugte Vermittlung von
Angehörigen der nationalen Verbände geregelt. Dabei war in
einem beſonderen Abſatz darauf hingewieſen worden, daß die Be=
lange
der Kriegsbeſchädigten durch die Einrichtung der Sonder=
aktion
nicht gefährdet werden dürften.
Ungeachtet dieſes beſonderen Hinweiſes des Präſidenten er=
gaben
ſich bei der Durchführung der Sonderaktion mancherlei Be=
nachteiligungen
für die Kriegsbeſchädigten. Die Reichsleitung der
N. S. K. O.V. nahm daher Veranlaſſung, zur Abſtellung der gemel=
deten
Klagen neue Verhandlungen mit den zuſtändigen Reichs=
ſtellen
zu führen. Auf Grund dieſer Verhandlung erließ der Prä=
ſident
der Reichsanſtalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitsloſen=

verſicherung unterm 30. 11. 1933 mit Aktenzeichen II 5380/130 einen
neuen Erlaß, in dem u. a. folgendes ausgeführt wird:
Die N.S. K.O.V. hat mir in letzter Zeit verſchiedene Klagen
vorgelegt, aus denen hervorgeht, daß nicht nur in Einzelfällen,
ſondern in größerem Umfange Kriegsbeſchädigte bei der Durchfüh=
rung
der Arbeitsvermittlung nicht immer die Betreuung gefugden
haben, die ihnen zuſteht. Ich mache es daher den Arbeitsämtern
zur beſonderen Pflicht, dieſer Frage ihre dauernde Aufmerkſamkeit
zuzuwenden. Es darf z. B. nicht der Fall eintreten, daß ein Kriegs=
beſchädigter
, der mehrere Jahre bei einem Arbeitgeber beſchäftigt
war und aus Gründen, die in der Entwicklung des Arbeitsmarkts
lagen, entlaſſen wurde, trotz namentlicher Aufforderungen durch
den Arbeitgeber nicht wieder zugewieſen wurde. Es iſt z. B. in
einem Falle dieſer Art ein jüngerer SA.=Mann bevorzugt vermit=
telt
worden, da der Vermittler von der irrigen Annahme aus=
ging
, Kriegsbeſchädigte dürften erſt dann berüchſichtigt werden,
wenn alle Bewerber, die zu dem für die Sonderaktion in Frage
kommenden Perſonenkreis gehören, in Arbeit gebracht ſeien.
Eine ſolche Auslegung meines Erlaſſes vom 18. Oktober 1933
iſt nicht richtig. Die Vermittler müſſen vielmehr nach wie
vor ihre ganze Kraft auch dafür einſetzen Kriegsbeſchädigte in
freie Stellen unterzubringen, ſoweit die perſönlichen und fachlichen
Vorausſetzungen erfüllt ſind. Ich habe bereits mehrfach darauf
hingewieſen, daß der Vermittler ſeine beſondere Eignung dadurch
beweiſt, daß es ihm trotz vorliegender Schwierigkeiten gelingt,
Kriegsbeſchädigte in Arbeit zu vermitteln. In vielen Fällen iſt
es z. B. möglich geweſen, bei Anforderung einer gewiſſen Zahl von
Arbeitnehmern zuſätzlich Kriegsbeſchädigte unterzubringen. Ich
bitte, in dieſer Richtung die Bemühungen zu verſtärken.
Bei dieſen ganzen Maßnahmen ſetze ich als ſelbſtverſtändlich
voraus, daß die Vorſitzenden der Arbeitsämter laufend eine Ver=
bindung
zwiſchen der Sonderaktion der Verſorgungsſtellen der SA.
und den Vertrauensleuten der N. S. K. O.V. ſicherſtellen.

Ausſkellung in der Kunſthalle am Rheinkor.
Der Tanz im Leben des Kindes. Im Rahmen
der Ausſtellung fand geſtern nachmittag eine Vorführung der
Tanzſchule Hilde Wolff, Darmſtadt, ſtatt. Zu Anfang wurden
von der geſamten Gruppe der Tanzſchule gymnaſtiſche Uebungen,
welche die Grundlage des künſtleriſchen Tanzes bilden, vorgeführt.
Sprung= und Schwungſtudien folgten, die ganze graziöſe Beweg=
lichkeit
des kindlichen Körpers kam darin zum Ausdruck. Verbun=
den
mit der rein körperlichen Betätigung des Kindes wird hier
die Erziehung zum Rhythmiſchen und Muſikaliſchen und zum Ge=
fühl
und Verſtändnis betrieben. Den Höhepunkt der Programm=
folge
bildeten Soli= und Gruppentänze der älteren und kleinſten
Mitglieder der Tanzgruppe. Walzer=, Bauerntänze und Grotesk=
tänze
wechſelten einander ab und ſchlugen durch ihre Vielſeitig=
keit
das zahlreich erſchienenene Publikum in Bann. Die leuchten=
den
Kinderaugen der kleinen Tänzerinnen bewieſen, daß ſchon im
Kinde durch die im Tanz ſtattfindende körperliche und künſtle=
riſche
Erziehung das Lebensgefühl und der Frohſinn des Kindes
voll und ganz erwachen. Das Publikum ſpendete reichen Beifall.
Eine ſolche Ausbildung fördert die Entwickelung des Kindes. Ein
nettes Beiſpiel für die Richtigkeit des Geſagten bot ein mit ſeiner
Mutter erſchienenes kleines Mädchen von etwa 2 Jahren, das
durch die vorgeführten Tänze in ſolche Begeiſterung geriet, daß
es zur Erheiterung des Publikums nur mit Gewalt daran ge=
hindert
werden konnte, ſich an den Tanzvorführungen aktiv zu be=
teiligen
. Wir weiſen heute ſchon darauf hin, daß am kommenden
Sonntag, nachmittags um 5 Uhr, die Vorführung der Tanzſchule
Hilde Wolff im Vortragsſaal wiederholt wird.
Geſtern abend um 18 Uhr ſprach der Kinderarzt Herr Dr.
med. Schefers über Abhärtung im Kindesalter.
Der Vortragende führte etwa aus: Die Abhärtung iſt gegen Ver=
weichlichung
von Körper und Geiſt zweckmäßig, die bedingt iſt
durch die Ziviliſation. Dieſe Verweichlichung auszugleichen durch
das überwinden von Schwierigkeiten, Gefahren und Anſtrengun=
gen
durch Sport, iſt noch keine genügende Abhärtung. Die Ab=
härtung
richtet ſich im engeren Sinne gegen die Gefahren der Er=
kältung
. Es gibt Menſchen, die zu Erkältungen in beſonderem
Maße disponiert ſind. Es handelt ſich bei dieſen Menſchen meiſt
um ein ungenügendes Funktionieren der Haut. Die Haut muß
wieder trainiert werden. Von Kaltwaſſer=Anwendungen iſt man
immer mehr abgekommen. Man hat gefunden, daß nicht die ſtar=
ken
Reize, ſondern die langſam anſteigenden Reize die Hautge=
fäße
erweitern und damit eine Abwehr gegen die Schäden der
Kälte und Witterung ſchaffen. Statt kalter Abgießungen werden
feuchte und trockene Abreibungen, ſowie warme Bäder empfohlen.
Ebenſo wichtig für die Abhärtung iſt eine der Witterung ange=
paßte
Kleidung. Dieſe ſoll im Winter entſprechend warm gehal=
ten
ſein. Am geeignetſten erſcheinen Lufthäder und reichlicher Auf=
enthalt
in freier Luft. Vernünftiges Warmhalten iſt die beſte
Abhärtung‟. Eine Abhärtung, die ſich auf die Haut allein erſtreckt,
iſt ungenügend. Ehenſo wichtig iſt eine vernünftige Ernährung;
eine ſogenannte Kräftige Koſt ſchadet mehr, als ſie nutzt. Auch
pſychiſch ſind die Kinder abzuhärten. Jede Webleidigkeit dem Kind
gegenüber iſt zu vermeiden. In unſerer nun gottlob wieder härte=
ren
, begeiſterungsfähigen Zeit iſt gerade eine körperliche und gei=
ſtige
Abhärtung von beſonderer Notwendigkeit.
Der Vortrag war außerordentlich gut beſucht. Um noch mehr
Müttern Gelegenheit zu geben, die intereſſanten Ausführungen zu
hören, findet eine Wiederholung am kommenden Mittwoch, den
31. Januar, um 16 Uhr, nochmals ſtatt.
Freitag, den 26. Januar, findet um 16 Uhr ein Kurzvortrag
über Entfettungs und Maſtdjät, gehalten von Frau Pgn. Liſi
Paupié, ſtatt. 18,30 Uhr: Frau Dr. med. Braun, Vortrag:
Die berufstätige Frau. Anſchließend Führung.

Was wird denn geboken?

Die Zeit der Vorankündigungen iſt vorüber. Heute nur eini=
ges
von dem, was die Beſucher des Preſſeabends am Samstag
im Saalbau erwartet. Und zwar nicht das Materielle, ſondern
der künſtleriſche Teil des Programms ſei kurz ſkizziert. Das
Landestheater voran: Heini Handſchuhmacher arrängiert
alles. In dem kurzen Feſtſpiel Die ſchwarze Kunſt wirken mit:
die Herren Baumeiſter, Lohkamp und Weſtermann ſo=
wie
von der ſchwarzen Zunft der Gutenberg=Chor.
Der tolle Preſſeſchwank Loßt’s laafe wird das Rampenlicht
erblicken unter Mitwirkung von Linkmann, Göbel,
Weſtermann. Beſt, Langer, Ritzhaupt, Schudde, und
vor allem Käthe Gothe. Der Name der Dame, die außerdem
noch auftritt, ſoll noch nicht verraten werden. Die mitwirkenden Be=
rufsgenoſſen
möchten ebenfalls vorerſt anonym bleiben.
Das Tänzerpaar Bäulke wird ſeinen Silveſtertriumph noch
erhöhen. Und Buddenhagen mit ſeinen Soliſten wird auf=
ſpielen
. Die falſchen Harmoniſts nun, wer ſie nicht kennt,
der wird ſtaunen, welche verborgenen Möglichkeiten noch im
Landestheater ſchlummern.
Mit ihnen in ſcharfer Konkurrenz treten die Angersbacher
Sänger auf. Sie kommen in Sonderkraftpoſt aus einem ober=
heſſiſchen
Bauerndorf an. Willi Schlupp wird mit ſeinen Me=
lodien
jung und alt zum Tanze zwingen. Wer ſich aber einmal
feſtgeſeſſen hat, der mag ſeine Augen an den Dekorationen wei=
den
, die von den bekannteſten Darmſtädter Künſtlern geſchaffen
wurden. Und wer ſich dann hungrig gehört und durſtig geſehen
hat den erwarten die Genüſſe des Wochenmarktes, zu dem ganz
Heſſen beigeſteuert hat.
Die Erinnerung an den Preſſeabend 1934 wird für alle Zei=
ten
feſtgehalten werden durch den Tonſchreiber, der denen,
die es wünſchen, die eigene Stimme friſch eingeweckt für Kind
und Kindeskind mitgibt.
PS.: Das Einkaufsnetz für die Tombola nicht vergeſſen!

Brieftauben=Züchter=Klub 0380 zu Darmſtadt. Beim geſtri=
gen
2. Vortrags=Abend hieß der Führer des Klubs
die Gäſte herzlich willkommen. Klubmitglied N. Schäfer
erörterte ſchon vor einigen Wochen das intereſſante Thema:
Innerer und äußerer Aufbau der Reiſe=Brieftaube‟. Dieſer
Vortrag, für erfahrene Züchter aufgebaut, brachte auch dieſen
viel Neues. Der zweite Vortrag, vor allem für Anfänger und
die, die es werden wollen, berechnet, behandelte Den Querſchnitt
durch den Schlag eines Brieftauben=Züchters. Mit ſeltenem
fachmänniſchen Wiſſen und belehrenden Worten brachte es der
Redner fertig, ſeine Zuhörer zu feſſeln. Am Schluſſe dankte der
Führer des Klubs dem Redner für ſeinen Vortrag und betonte
unter anderem, daß die kleine Reiſebrieftaube als Nachrichten=
Ueberbringerin vielen Soldaten im Felde das Leben rettete.

Bereins= und lokale Veranſtalkungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Der Karneval in Darmſtadt kann in dieſem Jahre
ſein Narrenſchifflein wieder mit vollen Segeln luſtig ſchaukeln
laſſen, nachdem ein neuer Geiſt der ſeit Jahren durch Not gedroſ=
ſelten
Freude wieder ein friſches und fröhliches Geſicht gegeben
hat. Kein mit Mühe erzwungener Humor wird die Faſtnachtsſtim=
mung
verwäſſern, ſondern lachende Heiterkeit und reine Narren=
freude
, die aus fröhlichen Herzen kommen, dürfen wieder mit vol=
len
Zügen genoſſen werden. Deshalb wird auch die Karneval=
geſellſchaft
Narrhalla ihrer alten Tradition folgend mit
drei hervorragenden Veranſtaltungen im Städtiſchen Saalbau
wieder auf den Plan treten und am 4. Februar mit einer glanz=
vollen
Damen= und Herrenſitzung den Reigen beginnen.
Hierbei werden neben den altbekannten und bewährten Karne=
valiſten
humorbegabte Heiner in Vorträgen und Liedern die Jah=
resereigniſſe
, ſatiriſch beleuchtet Revue paſſieren laſſen, beliebte
Sterne am Kunſthimmel werden mit Geſang und Tanz neue
Freunde für ſich begeiſtern. Den Kleinen wird am Roſenmon=
tag
, nachmittags, ein Kinderkoſtümball allerlei Freude
und Ueberraſchungen bringen, und am Abend werden ſich die Er=
wachſenen
, beim Roſenmontagsmaskenball zu echter,
fröhlicher Faſchingslaune zuſammenfinden. Mir maches! Näheres
durch Plakate.
Mozart=Verein. Heute, Freitag, 20 Uhr im Städti=
ſchen
Saalbau, Konzert, unter Leitung von Friedrich Reh=
bock
und unter Mitwirkung von Maria Trunk (Sopran) und
Richard Trunk (Klavier) aus Köln. Karten zu 50 Pfg. und
1. RM. bei Otto Titze, Chr. Arnold und an der Abendkaſſe.
Lieder=Abend. Peter Schäfer ſingt morgen, den
27. Januar den Schubert=Zyklus Winterreiſe‟. Das Konzert
findet im Heylshof. Weyprechtſtraße 6 abends 8 Uhr. ſtatt. Am
Flügel begleitet Profeſſor Dr. Friedrich Noack. Karten bei Kon=
zert
=Arnold, am Weißen Turm.

Aus den Darmſtädker Lichtſpieltheakern.
Belida.
Ein übermütiges, von Tempo, Laune und ſchmiſſiger Muſik er=
fülltes
Luſtſpiel iſt der Ufa=Film Dolly macht Karriere.
Wie ein Wirbelwind tanzt und ſpringt Dolly Haas durch den
Film und reißt mit ihrer Queckſilbrigkeit und den Aeußerungen
ihres grotesken und tänzeriſchen Talents auch den Zuſchauer mit.
Es iſt, als wenn ſich ihr Tempo dem Film ſelbſt mitgeteilt hätte,
jedenfalls hat es die Regie verſtanden, ſich ihrem Temperament
anzupaſſen, und ſo iſt es eine kurzweilige Stunde, in der wir die
Karriere der kleinen feſchen Modiſtin zum Revueſtar miterleben.
Zum Schluß kommen auch die Anſprüche des Herzens auf ihre
Rechnung, als Dolly ihrem alten Freund in die Arme fliegt, und
nicht dem geldgeſegneten, hochadeligen Verehrer. Als kleinen
Schönheitsfehler möchten wir das Auftreten eines beſtimmten Men=
ſchentyps
bewerten, den man ſchon in der Verſenkung glaubte.
Aber davon abgeſehen, iſt hier ein ſchmiſſiges, amüſantes, manch=
mal
etwas freches Luſtſpiel entſtanden.
X
Palaſt=Lichtſviele.
Das luſtige Kleeblatt, das ſind Hugo, der Schläch=
tergeſelle‟
, (Hugo Fiſcher=Köppe), Jupp, der Maler und
Muſiker (Jupp Huſſels) und Hans, der Werkſtudent ( Ha=
rald
Paulſen), die das Schickſal auf der Wanderſchaft zuſam=
mengeführt
hat und die nun gemeinſam das Glück ſuchen. Sie
finden es in der Schenke zur Treuen Liebe und in deren
Umgebung, nicht ohne allerlei Abenteuer beſtanden und eine Fülle
toller Streiche verübt zu haben. Zu all dem gibt Veranlaſſung
ein alter Liebeshandel, bei dem die brave Schlächtermeiſterin
Niedlich (Margarethe Kupfer) von dem nunmehr reichen
Nudelfabrikanten Bollmann (Oskar Sabo) ſchnöde ſitzen ge=
laſſen
wurde. Im Verlauf der ein wenig unwahrſcheinlichen und
von der Regie nicht immer gemeiſterten Handlung renkt ſich in=
deſſen
alles ein und im happp end finden 2 von den 3 fahrenden
Geſellen ihr Mädchen und damit ihre Bleibe, während es den
Tippelbruder Hugo wieder hinaus auf die Landſtraße treibt, die
ſein Glück bedeutet. Das Spiel ſteht und fällt mit Hugo Fiſcher=
Köppe, deſſen derbe und unbekümmerte Fröhlichkeit aus dem
Hugo eine Glanzrolle geſchaffen hat. Viel Freude bereitet auch
Jeſſie Vihrog als Leni und die bis zur Groteske geſteigerte
Darſtellungskunſt Senta Sönelands. Beſſer als die Haupt=
darſtellerin
Ines v. Taube paßten ſich Margarethe Kupfer,
Paul Henkels und Paul Heidemann in den Rahmen der
Handlung, die oft Gelegenheit zum Lachen bot. Ein guter
naturwiſſenſchaftlicher Film vervollſtändigt das Programm.

Nach dem Roman der Film.
Es iſt intereſſant, alsbald nach der Romanlektüre den Film
zu ſehen, dem dieſer Roman zugrunde liegt. Doppelt intereſſant,
wenn der Romanautor auch die Geſtaltung des Drehbuches über=
nommen
hat, wie es in Flüchtlinge der Fall iſt. Wenn man
ſieht, wie der Schriftſteller ab= und zugeben muß, will er die Ge=
ſtalten
ſeiner Erzählung oder die Idee, die durch dieſe Geſtalten
verkörpert wird, im Laufbild verlebendigen, aus der Lektüre
eines Buches ein lebendig bewegtes Drama umformen. Daß bei=
des
Gerhard Menzel in ſeltenſtem Ausmaß gelungen iſt, ſei als
ebenſo ſeltene, wie hocherfreuliche Tatſache feſtgeſtellt. Der Film
iſt in jeder Beziehung eine erſtklaſſige Leiſtung. Ganz hervor=
ragend
in der Bewegung der Maſſenſzenen, in der ſtändig unter
Feuer liegenden, von Flüchtlingen angefüllten chineſiſchen Stadt
Charbin. Aus dieſem Chaos, in dem der ſtändige Wechſel zwi=
ſchen
dem Stoizismus, der ſteinernen Ruhe der chineſiſchen Mili=
tärs
, die durch Haß angefeuerte Leidenſchaft der Ruſſen, die
Gleichgültigkeit der internationalen Kommiſſion gegenüber die=
ſem
Chaos, beſonders der Gleichgültigkeit gegenüber dem Schick=
ſal
der Wolgadeutſchen, das, ſo brennend es iſt, immer wieder

Phot, Urd
Gerettet!
Hans Albers (Arneth) und Käthe v. Nagy (Kristia)
im Ufa-Tonflm Flüchtlinge‟
abhängig gemacht wird von einem juriſtiſchen Gutachten, inter=
eſſante
Bildſzenen ſtellt, erwachſen Momente von ſtärkſter Span=
nung
und von einer Intenſität der Milieuzeichnung, die ſchlechter=
dings
nicht zu überbieten iſt. Aus dem Durcheinander der flucht=
erfüllten
Stadt. aus den wildbewegten Menſchenmaſſen aller Na=
tionen
und Raſſen, in die immer wieder Granaten einſchlagen,
ein ruſſiſcher Panzerwagen, rückſichtslos alles überrennend, hinein=
fährt
, löſen ſich eine meiſterhafte filmiſche Leiſtung die 45
Wolgadeutſchen, die kleine Gruppe der Flüchtlinge, die ſchon Tau=
ſende
von Werſt hinter ſich legten und die nicht nur vor den ein=
ſchlagenden
Granaten der chineſiſchen Kämpfe, ſondern noch mehr
vor den ruſſiſchen Verfolgern fliehen, die immer wieder einige
erfaſſen und nach Sibirien zurücktransportieren, wie wilde Tiere
in Käfigen in Netze gefeſſelt auf Laſtautos.
Und aus dieſem wirren Durcheinander, aus dieſem unglaub=
lichen
, ſchreienden Chaos erwächſt dann das Einzelſchickſal dieſer
Flüchtlingsgruppe, das die Zeit 1928 in einem beſtimmten Ab=
ſchnitt
widerſpiegelt, der das ganze deutſche Volk verkörpert. In
dieſe eigentliche Filmhandlung wächſt der Träger der Hauptrolle,
Hans Albers, der ganz zu Beginn des Films ſchon als in
internationalen Dienſten ſtehend auftaucht, ſo hinein, daß er,
der Deutſchland vor Jahren enttäuſcht den Rücken kehrte, mit der
Flüchtlingsgruppe aus all dem Elend heraus, weil er plötzlich
irgendwie, ohne eigenes Wollen zum Führer und Retter dieſer
Gruppe wird, wieder in ſein Deutſchtum hinein, und damit in
die Anfänge eines bürgerlichen Lebens, von dem alle, die er
rettet, das Glück der Zukunft in der Heimat erhoffen.
Ein Film, angefüllt mit ungeheurem Geſchehen, in dem
vielleicht übertrieben in einzelnen Szenen Geſchrei herrſcht die
Wirklichkeit kann ja nicht nachgeprüft werden der aber mit
einer Eindringlichkeit, die nicht zu übertreffen iſt, Situationen
zeichnet und lebendig geſtaltet, die nur der richtig beurteilen
kann, der Aehnliches in Kriegsläuften erlebt hat. Ein Film aber
auch von ganz hervorragenden ſchauſpieleriſch=darſtelleriſchen Ein=
zelleiſtungen
, und dieſe wieder in ebenſo hervorragender Regie
zum Enſemble zuſammengefaßt, ſo daß keine, auch noch ſo gute
Hauptkraft aufdringlich heraustritt. Gerade darin liegt vielleicht
das Zwingend=Eindringliche des Geſamtwerks. Und in dem un=
geheuren
Aufwand von Menſchenmaterial und Technik und Sach=
werten
. Da iſt auch nichts vergeſſen, wird keine, auch die ge=
ringſte
Angelegenheit etwa nur angedeutet. In keiner der vielen
wildbewegten Szenen hat man den Eindruck von Geſtelltem,
Kuliſſenartigem. Alles wirkt, als ſei es an Ort und Stelle, in=
mitten
des wilden Kriegstanzes aufgenommen. Eine meiſter=
hafte
, echt deutſche gründliche Arbeit zur höchſten Technik=Kunſt
erhoben.
Neben Hans Albers, der inder Rolle des Arneth ganz
in ſeinem Element iſt, ein Führer, dem ſeine Rolle zur Selbſt=
verſtändlichkeit
ward, ſteht die friſche kleine, prachtvoll männliche
Käthe von Nagy, die ganz zum Schluß erſt aus ihrer Jun=
genhaftigkeit
zum Weibtum erwächſt; dann Eugen Klöpfer
als Laudy, Franziska Kienz, in erſchutternder Weiſe die
Gebärende verkörpernd, die breite Geſtalt der Megele, der Ida
Wüſt köſtlich derbes Leben gibt, und dann weiter eine ganze
Reihe prachtvoller Typen, die das Ganze ungeheuer wirklich mit
Leben erfüllen.
M. 8t.
Prof. Dr. Hermann Schwarz ſpricht heute abend in der
Aula des Realgymnaſiums im Rahmen der Vortragsreihe des
Kampfbundes für Deutſche Kultur über Fichte und der
Nationalſozialismus Prof. Schwarz=Greifswald, der
durch ſeine geſchichtsphiloſophiſchen Schriften, und beſonders durch
ſeine Arbeiten über Fichte, Kant und Arndt ſchon früh mit der
Idee des Nationalſozialismus in Berührung kam, wird in ſeinem
Vortrag die geiſtigen Verbindungslinien aufzeigen, die von dem
großen Deutſchen Fichte bis in unſere Zeit hinein reichen.
Deutſche Trachten. An die Volksverbundenheit aller Deut=
ſchen
, die durch die Kornblume an den Sammeltagen des VDA.
jüngſt verſinnbildlicht wurde, denkt auch die Veranſtaltung der
Frauengruppe des VDA. am 3. Februar. Es geht um die Win=
terhilfe
, damit iſt ſchon deutlich geſagt, daß der Abend Deutſche
Trachten nichts mit Karneval zu tun haben kann. Für die Be=
ſucher
und Beſucherinnen dieſes Feſtes, das in allen Räumen des
geſchmückten Saalbaues ſtattfindet, iſt es deshalb ſelbſtverſtänd=
lich
, daß die Tracht zu ihrem Recht kommt, daneben das Dirndl=
kleid
und die Hirſchledernen, und all die Gewandung, durch die
ſich der Sommerfriſchler vom Zwang der Geſellſchaft befreit.
Daß die Darbietungen des Abends auf hoher Stufe ſtehen, da=
für
bürgen Geſchick und Erfahrungen der Darmſtädter Frauen=
gruppe
des VDA.
Mahnung. Bis zum 8. Februar 1934 ſind nach der heutigen
Bekanntmachung, bei Meidung der Beitreibung und Koſtenberech=
nung
an die Stadtkaſſe, Grafenſtraße 28 zu zahlen: 5. Ziel der
endgültigen Gemeinde=, Kreis= und Provinzialſteuern 1933;
5. Ziel der endgültigen Filialſteuer und Warenhausſteuer 1933:
5. Ziel der Straßenreinigungs=, Müllabfuhr= und Kanal=
benutzungsgebühren
1933.

[ ][  ][ ]

Freitag, 26. Januar 1934

Aus der NSDAP.

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 25 Seite 7

Der Kreisleiter, Pg. Zürtz, teilt mit:
An alle Ortsgruppen Darmſtadt=Stadt und Land!
Die Ortsgruppenleiter bringen dem Kreisſchulungsleiter, ſo=
weit
noch nicht geſchehen, bis 27. d. M. einen geeigneten Schu=
lungsobmann
in Vorſchlag. Der in Vorſchlag zu bringende muß
vor dem 30. Januar 1933 im Beſitze ſeiner Mitgliedskarte ge=
weſen
ſein.
Schulungsabende finden ſtatt:
Freitag, 26. Januar: Ober=Ramſtadt.
Samstag, 27. Januar: OG. Darmſtadt=Gervinus.
Dienstag, 30. Januar: Pfungſtadt,
Mittwoch, 31. Januar: Traiſa.
Donnerstag, 1. Februar: OG. Darmſtadt=Rheintor.
Freitag, 2. Februar: OG. Darmſtadt=Maintor.

Es ſpricht Kreisſchulungsleiter Pg. Borchert. Anfang
pünktlich 8.30 Uhr. Erſcheinen iſt Pflicht für Parteigenoſſen.

Gäſte ſind ſo viel wie möglich einzuführen. Lokal iſt dem Kreis=
ſchulungsleiter
jeweils vorher bekannt zu geben.
NS.=Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Darmſtadt=Beſſungen.

Aus dem Gerichtsſaal.

Aw. Am Donnerstag verhandelte wieder das Sonder=
gericht
unter Vorſitz von Landgerichtsdirektor Heckler. Zu=
nächſt
erhielt der Schuhmachermeiſter Wilhelm Voll=
rath
aus Reinheim, der es nicht unterlaſſen konnte, einem SS.=
Mann gegenüber, der durch Kommuniſten ſeinerzeit invalid ge=
ſchlagen
wurde, ſeine ſehr abwegige Meinung über den Brand=
ſtifterprozeß
darzutun, wegen Vergehens gegen die Ver=
ordnung
zur Abwehr heimtückiſcher Angriffe zu
neun Monaten Gefängnis. Das Gericht ſah in ſeinen
Aeußerungen eine ſchwere Beleidigung der heutigen Regierung.
Ebenfalls wegen Beleidigung wurde der Kaufmann Willi
Knoblauch aus Rüſſelsheim verurteilt. Er ſitzt wegen eines
Raubes im Gefängnis und ſchimpfte in der Zelle fürchterlich auf
den Reichskanzler, ſo daß das Gericht gegen ihn auf 10 Monate
Gefängnis erkannte.
Die übrigen hatten ſich ſämtlich wegen unerlaubten
Waffenbeſitzes zu verantworten. Der Schmied Karl Dam=
mel
aus Mörfelden hatte im Damenſalon ſeines Freundes, des
Friſeurs Heinrich Herzberger, eine Piſtole entdeckt, die
er ſchleunigſt ausführte und damit jagen ging. Er erhält insge=
ſamt
, da er überdies Kommuniſt war, ein Jahr und fünf
Monate Gefängnis, während der Friſeur Herzberger
mit drei Monaten und einer Woche davon kommt.
Der frühere Kommuniſt Wilhelm Schulmeyer aus Mör=
felden
, ein ganz verſtockter Sünder, mußte erſt ins Konzentra=
tionslager
gebracht werden, ehe er ſich dazu bequemte, zuzugeben,
daß auch er, wie ja alle Kommuniſten, Waffen beſaß. Wo er ſie
verſteckt hielt, iſt aber auch heute noch nicht aus ihm herauszu=
kriegen
, und er erzählt die größten Märchen über die Herkunft
der Waffen: eines Karabiners, eines Seitengewehrs, und einer
Piſtole. Den Karabiner will er im Wald gefunden haben und das
Seitengewehr habe er als funfjähriger Knirps (!) von einem
Franzoſen (!) bekommen. Er erhält ein Jahr und ſechs
Monate Gefängnis, und die Unterſuchungshaft wird ihm
nicht angerechnet.
Zum Schluß ſitzen zwei Brüder Karl und Philipp Henk
aus Walldorf, nebeneinander auf der Anklagebank wegen unbe=
fugten
Waffenbeſitzes. Einer von ihnen iſt SA.=Mann
und trug auf einer Streife eine Piſtole. Er glaubte ſich als SA.=
Mann dazu berechtigt. Er erhält eine Geldſtrafe von 160
RM. und ſein Bruder 2 Monate Gefängnis, die durch die
Unterſuchungshaft verbüßt ſind.
Das Bezirksfchöffengericht verhandelt am ſelben
Vormittag gegen den früheren ſtädtiſchen Marktmeiſter Fritz
Böttcher wegen Unterſchlagungen und Urkunden=
fälſchungen
im Amt. Der Angeklagte war ſeit 1924 im Amt
und galt allgemein als tüchtiger und zuverläſſiger Beamter. Nur
der fremdländiſche Marktbewohner Mohamed ſchöpfte eines Tages
Verdacht. Mohamed konnte nicht leſen und ſchreiben. Vielleicht
ſah er ſich deshalb die Zettel um ſo genauer an. Und er forſchte
bei den anderen Leuten, jahrelang. Schließlich erzählte er, als
Böttcher kaum in die SA. eingetreten war, ſeinen Verdacht deſſen
Vorgeſetzten. Im Auguſt vorigen Jahres wurde Böttcher verhaftet
und es ſtellten ſich Unterſchlagungen von rund etwa
2300 RM. heraus, die geradezu raffiniert jahrelang
durchgeführt waren. Er hatte ſich dazu eigens einen Stempel
machen laſſen, mit dem er die Quittungen nachmachte, und auf
dieſe Weiſe an jedem Maxktag etwa fünf bis ſechs falſche Zettel
verkaufte, zu 60 Pfg. das Stück. Aber das genügte ihm nicht. Auch
bei den Meſſeplätzen fing er damit an Dort führte er zwei Blocks:
im einen wurden den Leuten die Quittungen geſchrieben, im an=
deren
machte er noch einmal Durchſchläge als Kontrolle für die
Stadt. Böttcher ſchlägt heute einen ſehr rührſeligen Ton an. Auf
Vorhalt des Vorſitzenden muß er allerdings zugeben, daß er
nebenaus ging, was ihm wohl auch einiges gekoſtet haben mag.
Das Gericht verurteilte ihn zu einer Geſamtſtrafe von zwei
Jahren Zuchthaus.

Der Polizeiberichk.

Ein ungetreuer Hausburſche. Ein ganzes Warenlager
zuſammengeſtohlen.
In der Nacht zum Donnerstag wurde ein 24jähriger Haus=
burſche
aus Darmſtadt, der in einem Darmſtädter Kaffee eine
Vertrauensſtellung einnahm, von der Kriminalpolizei wegen fort=
geſetzten
Diebſtahls feſtgenommen. Der junge Mann war von ſei=
nem
Arbeitgeber beobachtet worden, wie er heimlich einen aus
dem Kaffee ſtammenden Tiſch einem Spediteur zum Abtransport
übergeben wollte. Die von dem Arbeitgeber benachrichtigte Po=
lizei
nahm darauf eine eingehende Durchſuchung des Zimmers
des Hausburſchen vor. Hierbei fanden ſich verſchiedene Gegen=
ſtände
vor, die unzweifelhaft dem Arbeitgeber gehörten. Nach
allen Umſtänden ſchöpfte man jetzt Verdacht, daß der junge Mann
ſeinen Brotherrn fortwährend beſtohlen haben könnte. Es ſtellte
ſich auch heraus, daß der Hausburſche bei einer Verkäuferin aus
Darmſtadt, mit der er ein Verhältnis unterhielt, fortgeſetzt aus
dem Kaffee geſtohlene Lebens= und Genußmittel unterſtellte. Bei
der dort vorgenommenen Durchſuchung wurde geradezu ein klei=
nes
Kaufmannslager vorgefunden, ungezählte Flaſchen Wein,
leere Weinflaſchen, Speiſewürzen und Gewürz aller Art, Kaffee=
bohnen
. Zucker, Seife, Schmierſeife, Mehl. Konſerven, Putzmittel,
Soda, Wein= und Biergläſer und dergleichen mehr. Der unge=
treue
Burſche, der ſo ſchmählich ſeine Vertrauensſtelle für ſeine
Diebereien mißbraucht hat, wurde ſamt Braut hinter Schloß
und Riegel gebracht, die Diebesbeute ihrem rechtmäßigen Eigen=
tümer
wieder zugeſtellt.
Saubere Bürſchchen. Am Mittwoch wurden zwei 15jährige
Lausbuben aus Weiterſtadt und Darmſtadt in einer hieſigen Wirt=
ſchaft
dabei erwiſcht, wie ſie den Zigarettenſchrank erbrachen und
daraus Tabak ſtehlen wollten. Die Polizei nahm ſich der beiden
Früchtchen an.
Diebſtahl. Am Mittwoch abend wurde aus einer Schreibzelle

Keäffe e ee e e ee
waltſam geöffnet. Wer kann Angaben machen?
Fahrraddiebſtahl. Am 25 Januar, gegen 13.30 Uhr, wurde
aus dem Hofe des Hauſes Rheinſtraße 2 ein Damenfahrrad,
Marke Opel, Fabriknummer unbekannt, geſtohlen.

Tagung der Gaſtwirte des Kreiſes Erbach.

Ld. Michelſtadt, 25. Jan. Stellvertretender Kreisverwalter
Glenz=Erbach begrüßte die erſchienenen Kollegen, ſowie den
Vertreter der Gauverwaltung des Gaues 10 im Reichseinheitsver=
band
. Gauvertreter Schlupp ſprach über Die Not im Gaſt=
wirtsberuf‟
. Er betonte, daß man ſich zwar vor dreiviertel Jah=
ren
, als die Berufsorganiſation auf die jetzige Grundlage umge=
ſtellt
worden war, für dieſe Zeit mehr erhofft habe. Trotzdem
richte er auch heute wieder an die Berufskollegen die Mahnung,
nicht auf den erſten Anhieb mutlos zu werden, ſondern weiter zu
kämpfen, damit auch die Führer etwas erreichen können. Bezüg=
lich
der Getränkeſteuer habe man gehofft, daß dieſe bald verſchwin=
den
würde, heute könne man nur ſoviel ſagen, daß dieſe Steuer
im Etnt für 1934 nicht mehr als Einnahmepoſten erſcheinen wird.
Auch die Schlachtſteuer werde in Heſſen vorläufig in der alten
Höhe weiter erhoben, doch hoffe man auch hier eine Regelung,
wie ſie in Preußen getroffen wurde, zu erreichen. Bezüglich der
Bierbelieferung der Brauereien ſeien auch noch manche Aenderun=
gen
dringend erforderlich, genannt ſei hier nur mal die Lieferung
nur an Konzeſſionsinhaber. Jedenfalls ſei ſicher, daß, falls die
Brauereien nicht mit dafür ſorgen würden, daß es dem Gaſtwirts=
gewerbe
wieder beſſer gehe, mindeſtens 50 Prozent der Forderun=
gen
der Brauereien an die Wirte eingefroren ſind. Bezüglich der
Beſteuerung von Klavieren, Grammophon, Radio u. dgl. hoffe
man, mit dem Kreisamt Erbach auch noch zu der Regelung zu
kommen, wie ſie mit mehreren anderen heſſiſchen Kreisämtern
auch getroffen worden ſeien. Bezüglich der Bierſteuer gehe der
Antrag dahin, daß hier dieſe vom Reich generell als Reichsbier=
ſteuer
erhoben werden ſoll, damit die oft recht erheblichen Unter=
ſchiede
zwiſchen den einzelnen Orten verſchwinden. Soweit bis
jetzt bekannt, ſolle ja überhaupt die geplante Steuervereinfachung
erſt mit Wirkung für das Steuerjahr 1934 in Kraft treten, was
zur Folge hätte, daß dies für die Gaſtwirte erſtmalig 1935 in
Erſcheinung treten würde. Es ſei ja leider ſo, daß der Gaſtwirte=
beruf
nicht zu den lebenswichtigen Betrieben gehören würde, und
ſei es doch ſo, daß bei Kriſenzeiten zuerſt der Gaſtwirt in ſeinem
Betrieb dies verſpüren würde, während umgekehrt bei einer Beſ=
ſerung
der Verhältniſſe dieſe der Gaſtwirt als letzter beobachten
könnte. Daher müſſe auch der Kampf immer in der Defenſive ge=
führt
werden. Anſchließend kam der Redner auch auf die Opfer=
bereitſchaft
des Volkes zu ſprechen. Auch unter den Anweſenden
ſei wohl keiner, der mit auf den Lebensweg bekommen habe, daß

Aus Heſſen.

Dg. Arheilgen, 25. Jan Intereſſengemeinſchaft
Arheilgen=Kranichſtein Jahres= Hauptver=
ſammlung
. Nach kurzer Anſprache und Begrüßungsworten des
Vorſitzenden ehrte die Verſammlung die verſtorbenen Mitglieder
durch Erheben von den Sitzen. Den Geſchäftsbericht erſtattete Vor=
ſitzender
Strauch. Aus dem Jahresbericht, den Eiſenbahn= Ober=
ſekretär
Baek ablegte, geht hervor, daß das Berichtsjahr recht
arbeitsreich war. So wurde u. a. auf Betreiben des Vereins für
die notwendige Straßenbeleuchtung im Ortsteil Kranichſtein ge=
ſorgt
. Nach dem Kaſſenbericht iſt die finanzielle Lage des Vereins
den Verhältniſſen der Zeit entſprechend als gut zu bezeichnen.
Nach der Entlaſtung des Vorſtandes entwickelte ſich, eine kurze
Ausſprache über die weitere Exiſtenz des Vereins, die als notwen=
dig
erachtet wurde. Die Anſchrift des Vereins wird geändert in
Bürgerverein, Arheilgen=Kranichſtein. Zweck
des Vereins iſt es, die Intereſſen der Mitglieder in jeder Hinſicht
zu wahren und zu vertreten. Anſchließend erfolgte die Bildung
der Vereinsleitung, die auf Vorſchlag des Amtswalters Hettinger
wie folgt berufen wird: Vereinsführer iſt Lockführer Barth Stell=
vertreter
Lockführer Pfaff, Schriftführer Eiſenbahn=Oberſekretär
Baek. Weitere Mitglieder ſollen noch in die Vereinsleitung be=
rufen
werden. Nach kurzer Anſprache ſchloß Fraktionsführer Het=
tinger
die angeregt verlaufene Hauptverſammlung mit einem
Sieg=Heil auf den Führer.

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J. Griesheim, 25. Jan. Lebensmüde. Ein in den 40er
Jahren ſtehender hieſiger Einwohner, der ſchon mehrere Jahre
Invalide iſt und deſſen 32 Jahre alter Bruder in der Nacht zum
Sonntag an einem Herzſchlag plötzlich verſchied, verſuchte, ſich von
einem Zuge der Riedbahn überfahren zu laſſen, wurde aber von
dem Stellwerksbeamten, der den Vorgang bemerkte, daran gehin=
dert
. Hierauf nahm er geſtern vormittag mehrere Tabletten ein
und verſuchte, auf dieſe Weiſe aus dem Leben zu ſcheiden. Ein
ſofort hinzugezogener Arzt veranlaßte die ſofortige Ueberführung
in das Stadtkrankenhaus in Darmſtadt, wo er in bedenklichem
Zuſtande darniederliegt.
X. Eppertshauſen, 24. Jan. Der hieſige Wanderklub, der
ſeit Kriegsende beſteht, hat ſich kürzlich entſprechend den Anord=
nungen
des Reichsſportkommiſſars dem Odenwaldklub als
Ortsgruppe angeſchloſſen und hielt als ſolche das erſte
Dekorierungsfeſt im Saale des Gaſthauſes Brauerei Braun=
warth
, den eine ſtattliche Beſucherzahl füllte; der Vereinsführer,
Herr Ad. Müller, begrüßte die Erſchienenen, beſonders den
vom Hauptausſchuß entſandten Vertreter, Herrn Amtsgerichtsrat
Becker=Dieburg. Dieſer übermittelte der neuen Ortsgruppe, die
er im Verband des Klubs begrüßte, die beſten Wünſche und ſprach
nach einem Rückblick auf die Kulturgeſchichte des deutſchen Wan=
derns
von der ſeit einem halben Jahrhundert ſchon betriebenen
Vorarbeit des Odenwaldklubs zur Ereichung der Volksgemein=
ſchaft
und nationalen Erziehung. Das Mitglied des Hauptaus=
ſchuſſes
nahm ſpäter die Auszeichnung der verdienten Wanderer
vor. Der Unterhaltung dienten die vorzüglichen Darbietungen
der Mandolinen= und Gitarrekavelle des Klubs, unter Leitung
von Em. Schledt, eines kleinen Streichorcheſters, Geſangsvortrag
Valentin Seidels und gemeinſame Lieder. Auch die Vereinsbühne
zeigte ihr Können mit der humorvollen Wiedergabe des Oden=
waldluſtſviels
Das Lieschen von Hans Otto Becker, das
viel Heiterkeit erweckte, und ſpäter des Jodokus Eulenſpiegel.

er ſich zuerſt um ſeinen Mitmenſchen kümmern ſolle, damit es ihm
ſelbſt ſchließlich beſſer geht. Dazu müſſe ſich nun jeder ſelbſt er=
ziehen
. Gaſtwirt ſein, heiße heute auch Dienſt am Volke tun.
Seien alle Kollegen ſauber und anſtändig in ihrem Tun, dann
gehe es auch langſam wieder aufwärts. Auch die Berufsvertretung
kann nur Erſprießliches erreichen, wenn alles freiwillig mitarbei=
tet
. Der Redner erklärte dann die Unterſchiede zwiſchen NS.=
Hago, GHG. und Arbeitsfront und den Berufsvertretungen an=
dererſeits
. Die einzige Berufsvertretung der Gaſtwirte ſei der
Reichseinheitsverband. Bezüglich der Unfall=Berufsgenoſſenſchaft
ſei zu ſagen, daß jeder, der irgendwelche Muſikaufführungen ver=
anſtaltet
, für dieſe Muſiker den Beitrag an die vorgenannte Be=
rufsgenoſſenſchaft
zu entrichten hat. Trotzdem von ſeiten des Ver=
bandes
alles getan worden ſei, um eine Aenderung dieſer Beſtim=
mung
zu erreichen, ſei es doch Tatſache, daß dann für ein und
dieſelben Muſiker unter Umſtänden 67 Mal Beiträge bezahlt
werden, beſtehe dieſe Beitragspflicht noch unverändert weiter.
Ebenſo beſtehe noch weiter die Verpflichtung zur Zahlung von
Tantiemen bei Aufführung von tantiemenpflichtigen Muſikſtücken,
da dieſe Vereinbarungen international getroffen ſind, und nicht
ſo ſchnell gelöſt werden können. Sehr intereſſiert ſei an dieſer
Frage auch Reichsminiſter Dr. Göbbels, da allein für den Rund=
funk
zirka 2 Millionen hierfür an die Tonſetzer=Geſellſchaft be=
zahlt
werden müſſen. Bezüglich des Beitrages zu der Berufsver=
tretung
ſelbſt erklärte der Vortragende, daß der zurzeit gültige
Beitrag unbedingt für die Aufrechterhaltung einer richtigen Ge=
ſchäftsführung
nötig ſei. Vermögen würden nicht angeſammelt
werden. Zum Schluſſe richtete Schlupp an alle die wiederholte
Mahnung, auch in Zukunft ohne Murren ihre Pflicht zu tun und
mitzuarbeiten, damit auch die Führer Rückhalt haben.
In der an das Referat anſchließenden ausführlichen Aus=
ſprache
wurden faſt nur interne Angelegenheiten behandelt, über
den Fremdenverkehr wurde noch ausgiebig geſprochen, ferner
wurde über den Mißbrauch der Jugendherbergen lebhaft Be=
ſchwerde
geführt. In ſeinem Schlußwort gab Schlupp nochmals
über alle geſtellten Fragen ausführlich Auskunft, ermahnte jeden,
ſeine Pflicht als Deutſcher im nationalſozialiſtiſchen Staate zu
tun und gedachte dann der Männer, die uns vor dem drohenden
Abgrund des Bolſchewismus bewahrten, vor allem des Volks=
kanzlers
Adolf Hitler durch ein dreifaches Sieg=Heil,

Heimatbeit in Heſſen.

Ankauf eines erſtklaſſigen Zuchthengſkes für Heſſen.
In der abgelaufenen Woche kaufte Landſtallmeiſter Dr.
Dencker=Frankfurt a. M. mit den Herren der Ankaufskommiſſion,
Oekonomierat Dettweiler=Wintersheim und Oberveterinärrat
Dr. Küthe=Darmſtadt, im belgiſchen Zuchtgebiet für die heſſiſche
Zucht einen erſtklaſſigen Hengſt an. Es handelt ſich hierbei um
einen ſechsjährigen Fuchshengſt Buridan de Monti, (hier
Albion‟). Der Hengſt iſt in Brüſſel bereits mehrfach prä=
miiert
und ſtellt ganz erſtklaſſige Qualität dar. Der Vater des
Hengſtes, Avenir dherſe iſt ſiebenmaliger Vererbungs= Cham=
pionhengſt
in Belgien und verkörpert das für Deutſchland faſt
unbekannte Gewicht von über 24 Ztr., mit einer Röhrbeinſtärke
von 32 Zentimeter und einem Bruſtumfang von 2,56 Meter. Es
ſteht zu hoffen, daß der neue Hengſt Albion für die heſſiſche
Kaltblutzucht wertvolle Dienſte leiſtet.

LPD. Darmſtadt, 24. Jan. In Heſſen iſt die Zahl der in der
Heimarbeit Beſchäftigten (ohne Frauen und Kinder) von 4172
(1928) auf 3740 (1932) im ſelben Verhältnis wie in der geſam=
ten
Wirtſchaft zurückgegangen. Die Abnahme iſt alſo nicht etwa
typiſch für Heimarbeit, ſondern war eine Folge der allgemeinen
Wirtſchaftskriſe. Am ſtärkſten waren die Heimarbeiter vertreten
in Starkenburg (2937) gegen Rheinheſſen (500) bzw. Oberheſſen
(300). An erſter Stelle ſteht das Textilgewerbe mit 1573 Heim=
arbeitern
, von denen 1037 in der Wäſchekonfektion und Kleider=
herſtellung
und 536 mit der Herſtellung von Woll=, Wirk= und
Phantaſiewaren beſchäftigt ſind. Die Lederwareninduſtrie mit
dem Sitze in Offenbach, zugleich dem Zentrum dieſer Induſtrie für
ganz Deutſchland, iſt mit 1600 Heimarbeitern gegen 3816 Leder=
arbeitern
überhaupt, zugleich eine der wichtigſten Heſſens. Offen=
bach
hat 260 Lederwarenbetriebe. Die Diamantſchleiferei mit
etwa 100 Arbeitern und dem wirtſchaftlichen Zentrum Hanau er=
ſtreckt
ſich bis in den Kreis Erbach. Die Zigarrenheiminduſtrie
(200 Arbeiter) iſt um Offenbach (Groß= und Klein=Steinheim,
Krotzenburg, Seligenſtadt uſw.) und in Oberheſſen verbreitet.
In der Elfenbein= und Beininduſtrie, die etwa 50 Arbeiter be=
ſchäftigt
und im Kreiſe Erbach ihren Sitz hat, ſind die Verhält=
niſſe
etwas unklar, weil vielfach der Arbeiter zum Zwiſchenmeiſter
wird und ſeinerſeits die Arbeit in Auftrag gibt bzw. ſelbſt eine
Werkſtätte eröffnet und Arbeiter einſtellt. In der Verbeſſerung
der Lage der Heimarbeiter liegt wohl eines der dankbarſten Be=
tätigungsfelder
für die neuzeitliche Siedlungspolitik, und zwar
käme für die Heimarbeiter die Werk= oder Kurzarbeiterſiedlung
in Betracht. Man würde ihm zwei bis drei Morgen Land mit
Haus und Kleinviehſtall zuteilen, wodurch in wirtſchaftlichen
Kriſenzeiten der Lebensunterhalt für ihn und ſeine Familie ge=
währleiſtet
wäre. Aber auch der Entproletariſierung der Groß=
ſtädte
wäre auf demſelben Wege näher zu kommen, indem man
die Betriebsarbeiter, ſoweit dies, wie z. B. in der Offenbacher
Lederinduſtrie, die die Eigenart des Produktionsvorgangs zuläßt,
auf dem Lande anſiedelt, wo ſie neben ihrer ſiedleriſchen Tätig=
keit
die ihnen vom Unternehmer verſchafften Rohmaterialien
zur Fertigware verarbeiten, die ſie gegen Lohn an den Betrieb
zurückliefern. Durch dieſe Anwendung ſiedlungspolitiſcher Grund=
ſätze
auf die Heimarbeit ergeben ſich auch für unſere Heimat große
Möglichkeiten.
Cg. Reinheim, 23. Jan. Obſt=und Gartenbauverein.
Generalverſammlung. Vorſ. Baldauf eröffnete die Verſammlung,
wonach die Protokolle verleſen, der Jahresbericht erſtattet und
die Jahresrechnung erteilt wurde. Die Vorſtandsergänzungswahl
ſoll in dieſer Woche erſt vorgenommen werden. Vorſt.=Mitgl. Ren=
kel
hielt ſodann einen Vortrag über die Einſtellung des Obſtbaues
für die Zukunft, in der genauere Ueberwachung der Obſtbaum=
anlagen
gefordert und die Beſitzer zu einem beſſeren Schutze ver=
pflichtet
werden ſollen. Nach Erledigung einer Frage im Frage=
kaſten
fand noch die Gratisverloſung von Topfpflanzen ſtatt.
Ed. Winterkaſten, 24. Jan. Der Krankenpflegever=
ein
hielt bei Gaſtwirt Jährling ſeine Generalyerſammlung ab.
Der ſeitherige Vorſtand wurde belaſſen. Ber Erſtattung der
Rechnungsablage zeigte ſich, daß der Verein ſich wieder in guter
finanzieller Lage befindet. Der Stützpunkt der NSDAP. hielt
bei Wirt Gg. Vollrath einen Schulungsabend ab. Pg. Lehrer
Geiß hielt einen Vortrag über Die oſtaſiatiſche Frage und
ſprach über Außenpolitik.
Er. Mümling=Grumbach, 24. Jan. Im Hofferberthſchen Saale
fand ein Filmvortrag über das Rauhe Haus ſtatt, veranſtaltet
von der Inneren Miſſion. Der Filmbegleiter zeigte an Hand ſehr
ſchöner Bilder den zahlreich Erſchienenen die Entwicklung des
Rauhen Hauſes. Man wurde in die Altſtadt Hamburgs, das ſo=
genannte
Gängeviertel, geführt. Hier holte ſich Joh. Hinrich
Wichern ſeine erſten Zöglinge. Man ſah, wie er ihnen nicht nur
Lehrer, ſondern auch Freund und Spielkamerad war. Intereſſant
iſt die ſtaatlich anerkannte Wichernſchule. Das Leben und Treiben
in dieſer Schule zeigte den guten Geiſt, der dort herrſcht. Dann
durfte man Blicke in die Lehrwerkſtätten des Rauhen Hauſes wer=
fen
. Zum Schluß wurde noch gezeigt, wie aus dem einen Rettungs=
haus
ein ganzes Rettungsdorf entſtand und ſo der Wunſch Joh.
Hinrich Wicherns in Erfüllung gegangen iſt.
18. Erbach, 23. Jan. Vom Odenwaldklub. Die Orts=
gruppe
Erbach feierte das Wanderer=Ehrungsfeſt in ſchlichter, aber
würdiger Weiſe. Der Vorſtand war eifrig bemüht und hatte keine
Mühe geſcheut, alle Vorbereitungen aufs ſorgfältigſte zu treffen,
um den treuen Wanderern, den Freunden und Gönnern aus Er=
bach
und Umgegend, einige frohe Stunden zu bereiten. Reicher
Fahnenſchmuck und friſches Tannengrün brachten ſofort eine ge=
hobene
Stimmung. Herzliche Begrüßungsworte richtete Herr Otto
Schwamb zu Beginn an alle Mitglieder und Gäſte. Freudig
bewegt würdigte er noch einmal das gewaltige geſchichtliche Ge=
ſchehen
des vergangenen Jahres, die Schaffung der deutſchen Volks=
gemeinſchaft
, unter beſonderer Betonung der Begriffe Heimat und
Vaterland, die zu erwandern und zu pflegen von jeher als Ziel
des Odenwaldklubs galten. Reicher Beifall lohnten die von vater=
ländiſchem
Geiſt getragenen Ausführungen. Die Vorführung einer
Reihe wohlgelungener Lichtbilder ließen noch einmal die hübſchen
Wanderfahrten der letzten zehn Jahre und der illuſtrierte Wan=
derbericht
die mehr humorvollen Begebenheiten des letzten Jahres
in unſerem Auge vorüberziehen. Die Auszeichnung der Getreuen
mit dem Goldenen blieb dem Vorſitzenden vorbehalten. Herr
Kreuder wurde zum 17. Male und für 25jährige Mitgliedſchaft
beſonders ausgezeichnet. Eine kleine Szene auf dem Standesamt
trug viel zur Belebung der Stimmung bei.

EIEIIO TAIIOEIIL UNEIIE

erhälf die Hauf weich und geschmeigig

in Dosen und Tuben
von RM.-0.15 bis 1.

[ ][  ][ ]

Seite 8 Nr. 25

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Freitag, 26. Januar 1934

Pflanzenſchuk und Pflanzenkrankheiten.
Schädlingsbekämpfung.
Schädlingsbekämpfung im Winter iſt vielfach leichter durch=
zuführen
als im Sommer. Iſt eine Schneedecke vorhanden, ſo laſſen
ſich an den Spuren der auch bei Froſt auf Nahrungsſuche gehenden
Tiere, die befahrenen Baue der Feldmäuſe und Kaninchen leicht
erkennen. Die Kaninchen ſchaden in dieſer Zeit hauptſächlich durch
Benagen der Obſtbäume. Ihre Bekämpfung wird durch das
Näucherverfahren unter Verwendung von Räucherpatronen in ge=
eigneten
Räucherapparaten durchgeführt. Die Raupenneſter, be=
ſonders
des Goldafters und des Baumweißlings, müſſen jetzt von
den Obſtbäumen entfernt werden. Der Apfelblattſauger, die
Kirſchblütenmotte, ſowie die im Ei= oder Raupenzuſtand über=
winternden
Motten= oder Wicklerarten (z. B. Geſpinſtmotte,
Apfel= und Pflaumenwickler) werden durch Spritzung der Bäume
mit Obſtbaumkarbolineum bekämpft. Beim Einkauf verlange man
ausdrücklich ein Obſtbaumkarbolineum, das den Normen des Deut=
ſchen
Pflanzenſchutzdienſtes entſpricht.

Dd. Nieder=Modau, 24. Jan. Filmabend der NSDAP.
Im Kronenſaale lief der U=Boot=Spionagefilm Die unſichtbare
Front‟. Der Film gab einen Einblick in die mühevolle und ge=
fährliche
Arbeit unſerer Spione im Weltkrieg. Ferner wurden
noch einige Beifilme gezeigt. Die Veranſtaltung war gut beſucht.
Cd. Michelſtadt, 24. Jan. Der Hauptpunkt der 51. General=
verſammlung
der Schützengeſellſchaft 1883 E.V., Michelſtadt, bil=
dete
die Umſchaltung im Sinne des Führerprinzips nach Maßgabe
der vom Beutſchen Schützenbund erlaſſenen Richtlinien Gegen=
ſtand
der gut beſuchten Verſammlung. Schriftführer Reubold er=
ſtattete
den Jahresbericht. Aus dem Kaſſenbericht war zu ent=
nehmen
, daß ſich der Mitgliederſtand auf dem des Vorjahres ge=
halten
habe. Auch in finanzieller Hinſicht war das abgelaufene
Vereinsjahr ein voller Erfolg. Zur Wahl des Führers ergriff
dann Schriftführer Reubold das Wort und gedachte der hervor=
ragenden
Leitung der Vereinsgeſchicke durch den ſeitherigen Ober=
ſchützenmeiſter
Dr. Völker und würdigte ſeine großen Verdienſte
um die Schützenſache in der Zeit, als man ſeitens der früheren Re=
gierung
noch den Schützen verſtändnislos gegenüberſtand. Keinem,
wie ihm, ſeien die Fähigkeiten und Eigenſchaften zum Führer der
Schützengeſellſchaft, ſowohl in ſportlicher, als in perſönlicher Hin=
ſicht
in ſolchem Maße gegeben. Der Schluß ſeiner Ausführungen
gipfelte in einem Appell an die Verſammlung, Herrn Dr. Völker
zum Führer der Schützengeſellſchaft zu ernennen, was denn auch
einſtimmig geſchah. Zu ſeinem Stellvertreter wurde Schriftführer
Reubold beſtimmt. Der Vereinsführer ernannte dann ſeine Mit=
arbeiter
. Darauf ſprach Stud.=Rat Schuchmann über die politiſche
Entwicklung und Geſtaltung Deutſchlands in der Zeit von 1806
bis zum neuen Reich unter Führung Adolf Hitlers. Die ſehr in=
tereſſanten
Ausführungen fanden ſtärkſten Beifall und endeten
mit dreifachem Sieg=Heil auf den Reichspräſidenten, den Volks=
kanzler
und das deutſche Vaterland. In ſeinem Schlußwort gab
der Vereinsführer dem Wunſche Ausdruck, daß die geleiſtete Ar=
beit
zum Segen der deutſchen Schützenſache und zum Wohle des
Vaterlandes gereichen möge.
Haingrund, 23. Jan. Unſer Mitbürger, Herr Michael Volk,
Zimmermeiſter, feierte am letzten Sonntag als drittälteſter Bür=
ger
unſerer Gemeinde ſeinen 75. Geburtstag.
Bd. Ober=Moſſau, 24. Jan. Lehrerwechſel. Lehrer Wil=
helm
Helene wurde an die Berufsſchule Darmſtadt verſetzt. Sein
Nachfolger iſt Lehrer Truffel aus Darmſtadt. Die Filmſtelle
der NSDAP. zeigte in der Wirtſchaft Hofmann, den Parteitag=
film
und den Brand von Moskau. Am Donnerstag hielt
Miſſionar Blumer in der Kirche und der Unter=Moſſauer Schule
einen Miſſionsvortrag. Hohes Alter. Unſere
älteſte Einwohnerin, Frau Eliſab. Katharine Schloßmacher
Wwe., geb. Fornoff, wurde am Donnerstag 82 Jahre alt.
Cf. Birkenau, 24. Jan. Deutſcher Abend der NSDAP.
Die Ortsgruppe Birkenau der NSDAP. hielt ihren deutſchen
Abend ab, der ein voller Erfolg für die Ortsgruppe war. Der
Saal Zum Birk. Tal war bis auf den letzten Platz beſetzt. Das
gute, abwechſlungsreiche Programm fand allſeits lebhaften Bei=
fall
. Zu dem Abend waren der Kreisleiter, Pg. Dr. Hildebrandt,
ſowie der bad. Miniſterpräſident. Pg. Walter Köhler=Weinheim,
erſchienen. Im Mittelpunkt des Abends ſtand die Weihe der Orts=
gruppenfahne
und der Fahne der NSBO. durch den Kreisleiter
Pg. Dr. Hildebrandt.
Dp. Zwingenberg, 23. Jan. Die hieſige Ortsgruppe der NSDAP.
hielt am Sonntag abend im Gaſthaus Zum Adler ihre diesjäh=
rige
Generalverſammlung ab. Der Ortsgruppenleiter, Pg. Dickler,
hielt die Eröffnungsanſprache und ſtreifte in kurzen Worten die
Tätigkeit der Ortsgruppe im verfloſſenen Jahre. Pg. Brunner er=
ſtattete
den Kaſſenbericht. Der Kreisleiter, Pg. Brückmann= Auer=
bach
, nahm die Weihe der Ortsgruppenfahne vor. In kernigen
Worten ſchilderte er, was die Fahne dem alten Soldaten im Feld
bedeutete, die Entſtehung des Hakenkreuzbanners und ſeine Be=
deutng
im dritten Reich. Ortsgruppenleiter Dickler gelobte
namens der Ortsgruppe, die Worte des Kreisleiters beherzigen
zu wollen. Zum Fähnrich wurde Pg. Fritz Schuch beſtimmt. Er
verſprach, die Fahne ſtets in Ehren zu halten. Hieran anſchlie=
ßend
überreichte der Kreisleiter einer größeren Anzahl neuer
Mitglieder die Mitgliedskarte. Einen wirkungsvollen Abſchluß
fand die Verſammlung durch einen zündenden Vortrag des Pg.
Engel=Zwingenberg. Im Mittelvunkt der Ausführungen ſtanden
die Worte Und am deutſchen Weſen wird dereinſt die Welt ge=
neſen
.
Dp. Zwingenberg, 25. Jan. Der arbeitsloſe Keſſelſchmied
Adam Emmerich von hier war im Walde mit Holzmachen be=
ſchäftigt
. Ein herabfallender Aſt traf ihn im Geſicht und verletzte
ihn ſchwer. Herr Dr. Miſchlich=Zwingenberg leiſtete die erſte
Hilfe und ordnete die Verbringung ins Bensheimer Kranken=
haus
an.

Eingliederung landwirtſchaftlicher Pereine
in die Landesbauernſchaft.

Darmſtadt. Landesbauernführer Dr. Wagner hat eine
Anordnung auf ſofortige Eingliederung der land=
wirtſchaftlichen
Vereine, Vereinigungen und
Fachverbände innerhalb des Gebietes der Landesbauern=
ſchaft
Heſſen=Naſſau in den Reichsnährſtand erlaſſen. Inwieweit
die landwirtſchaftlichen Vereine, Vereinigungen und Fachver=
bände
in den Reichsnährſtand einzugliedern anzugliedern oder
aufzulöſen ſind, bleibt ſpäterer Entſchließung vorbehalten.
Von der Anordnung werden, ſoweit der Volksſtaat Heſ=
ſen
in Betracht kommt, betroffen:
Verein zur Förderung der Grünlandwirtſchaft in
Heſſen und Nachbargebieten e. V., Darmſtadt; Heſſiſcher Silo=
ring
, Darmſtadt; Vereinigung heſſiſcher Pflanzenzüchter,
Darmſtadt: Heſſiſcher Tabakbauverband. Darmſtadt, mit
ſeinen Untergliederungen; Vereinigung rübenbauender
Landwirte in Heſſen und der Pfalz, Worms; Landesverband der
Obſt= und Gartenbauvereine Heſſen, Darmſtadt, mit
ſeinen Untergliederungen; Landesverband Heſſen= Darm=
ſtadt
im Reichsverband des deutſchen Gartenbaues mit
ſeinen Untergliederungen; Landespferdezuchtverband
für Heſſen, Frankfurt, mit ſeinen Untergliederungen; Landesver=
band
der Reit= und Fahrvereinigungen im Volks=
ſtatt
Heſſen, Frankfurt. mit ſeinen Untergliederungen; Pferde=
ſtammbuch
für Heſſen, Franfurt; Landesvexband der Fleck=
viehzuchtvereine
im Volksſtatt Heſſen, Franfurt, mit ſei=
nen
Untergliederungen: Oberheſſiſche Herdbuchgeſellſchaft für
heſſiſches Fleckvieh. Gießen, mit ſeinen Untergliederungen; Pro=
vinzialzuchtverband
, für das heſſiſche Fleckvieh in der
Provinz Rheinheſſen, Alzey, mit ſeinen Untergliederungen;
Provinzialverband für heſſiſches Fleckvieh in der Provinz
Starkenburg, Darmſtadt, mit ſeinen Untergliederungen;
Oberheſſiſche Herdbuchgeſellſchaft für das Vogelsberger
Rind. Gießen, mit ihren Untergliederungen; Provinzialherd=
buchverband
für Odenwälder Rotvieh, Darmſtadt, mit

ſeinen Untergliederungen; Zuchtverband für Glan= Donners=
berger
Vieh in der Provinz Rheinheſſen, Alzey, mit ſeinen
Untergliederungen; Herdbuchgeſellſchaft für ſchwarzbuntes
Niederungsvieh, Gießen; Verband der oberheſſiſchen
Schweinezüchter, Gießen, mit ſeinen Untergliederungen;
Provinzialherdbuch für Schweinezucht in der Provinz
Starkenburg, Darmſtadt; Provinzialherdbuch für Schweine=
zucht
in der Provinz Rheinheſſen, Alzey; Landesverband
der Ziegenzuchtvereine, des Volksſtaates Heſſen, Frank=
furt
; Provinzialziegenzuchtverband für Starken=
burg
, Darmſtadt, mit ſeinen Untergliederungen; Provinzialziegen=
zuchtverband
für Oberheſſen. Gießen, mit ſeinen Unterglie=
derungen
; Provinzialziegenzuchtverband für Rheinheſſen,
Alzey, mit ſeinen Untergliederungen; Heſſiſcher Schafhalter=
Verband, Michelſtadt; Geflügelherdbuch Heſſen, Frank=
furt
; Landesverband der Kaninchenzuchtvereine in Heſ=
ſen
; Bezirksverband Oberheſſen im Landesverband heſſiſcher
Imker mit ſeinen Untergliederungen; Bezirksverband Starken=
burg
im Landesverband heſſiſcher Imker mit ſeinen Untergliede=
rungen
; Heſſiſcher Fiſchereiverein, Worms; Heſſiſcher
Weinbauverband, Mainz; ſämtliche Ortsbauern=
ſchaften
, auch wenn ſie eigetragene Vereine ſind; ſämtliche
Kreisbauernſchaften, ſämtliche Vereine ehemaliger
Landwirtſchaftsſchüler; Landwirtſchaftlicher Haus=
frauenverband
für Heſſen; Heſſiſcher Landbund, Fried=
berg
; Heſſiſcher Bauernverein, Lorſch; Vereinigte Freie
Rheinheſſiſche Bauernſchaft, Mainz; Heſſiſche Bauern=
ſchaft
, Darmſtadt; Reformbund der Gutshöfe, Gau Heſſen,
Friedberg; Domänenpächterverband Heſſen und Naſſau,
Friedberg; Arbeitgeberverband für Rheinheſſen, Mainz;
Arbeitgeberverband für Rheinheſſen und Nachbargebiete, Darm=
ſtadt
; Arbeitgeberverband Friedberg; ſämtliche landwirt=
ſchaftliche
Kränzchen und ähnliche Vereinigungen und
ſämtliche landwirtſchaftliche Orts=, Bezirks= und Pro=
vinzialvereine
.

Bb. Bensheim, 23. Jan. Familienabend des Turn=
vereins
Bensheim. Nach herzlicher Begrüßung der Er=
ſchienenen
durch den Sprecher des Vereins und nach einer An=
ſprache
durch den erſten Vorſitzenden, in der er mit Bedauern
des Wegganges der Herren Turnlehrer Klenk und anderer Mit=
glieder
gedachte und dabei die im Verein ſchon immer geübte
treue Gemeinſchaft als im Sinne unſeres Führes Adolf Hitler
liegend hervorhob, ſetzte eine reiche Vortragsfolge ein, in der auch
zahlreiche Turnerinnen mitwirkten. Mädchenreigen Keulenſchwin=
gen
, rhythmiſche Uebungen, Menuett=Tänze, Volkstänze waren die
Darbietungen der Turnerinnen. Blitzſtabübungen, Bodengymua=
ſtik
und Freiübungen zeigten die Leiſtungsfähigkeit der Turner.
Der Turnwart des Vereins gab in längeren Ausführungen eine
Ueberſicht der Vereinstätigkeit in turneriſcher Beziehung. Muſik=
vorträge
, muſikaliſche Soli, humorvolle Auslaſſungen durch den
Anſager des Abends, ein Singſpiel und ein flottes Theaterſtück
folgten ſich in bunter Abwechſelung.
Em. Heppenheim a. d. B., 24. Jan. Nach Oſthofen! In
Hambach wurde der zurzeit dort weilende, aus Bensheim ſtam=
mnende
Rechtsanwalt Auguſt Meon wegen ſtaatsfeindlicher Aeuße=
rungen
feſtgenommen, um zuſammen mit einigen hieſigen kommu=
niſtiſchen
Störenfrieden nach Oſthofen gebracht zu werden. Eine
Bürgermeiſterverſammlung der Kreisabteilung Hep=
penheim
des Heſſ. Gemeindetags fand in Birkenau unter dem Vor=
ſitz
des Herrn Bürgermeiſters Bechtel=Viernheim ſtatt. Vom Kreis=
amt
waren die Herren Regierungsrat Stieh, Verwaltungsober=
inſpektoren
Eiſenhauer und Eckhardt ſowie Verwaltungsoberſekre=
tär
Rühl erſchienen. Der Varſitzende gedachte in einleitenden Wor=
en
des Reichsgründungstages. Pg. Oberſekretär Rühl hielt ein
eingehendes Referat über die Reichsfürſorgeverordnung, dem eine
rege Ausſprache folgte, und Verwaltungsoberinſpektor Eiſenhauer
ſprach über Neuhausbeſitz und Senkung der Grundſteuer. Der
Fußballklub Starkenburgia hatte zu einem Bunten
Abend im Goldenen Anker eingeladen, der bewies, daß der
Verein nicht nur Sport zu treiben, ſondern auch Geſelligkeit zu
pflegen verſteht. Das reichhaltige Programm ſtand unter der Regie
unſeres Heimatdichters Hans Holzamer und erbrachte einen vol=
len
Erfolg. Der Kaninchen= und Geflügelzuchtver=
ein
veranſtaltete im Kath. Vereinshaus einen geſelligen Abend
mit Haſeneſſen. Der Führer des Vereins, Herr Lutz, gab bekannt,
daß demnächſt eine unentgeltliche Verteilung von Kaninchenfleiſch
an Kleinrentner und Kinder von Minderbemittelten erfolgen ſoll.
Gernsheim, 25. Jan. Der Schulungsabend der
NSDAP. im Feſthaus Bopp nahm, wie immer, einen ſehr
guten Verlauf. Die SA.=Kapelle verſchönerte den Abend durch
muſikaliſche Darbietungen. Pg. Hotz gab in ſeinem Reſerat über
Innen= und Außenpolitik einen Rückblick auf das vergangene erſte
Jahr der nationalen Regierung. Schulungsleiter Pg. Kauth hielt
einen Vortrag über Bevölkerungspolitik. Ortsgruppenleiter
Köſter kam dann noch auf interne örtliche Angelegenheiten zu
ſprechen und gab bekannt, daß der 30. Januar, der Tag der Macht=
übernahme
, auch hier in Gernsheim ein beſonderes Gepräge er=
hält
. Mit einem Gruß an den Führer, einem dreifachen Sieg=
Heil, und dem Horſt=Weſſel=Lied war der Kurs beendet.
Gernsheim, 25. Jan. Waſſerſtand des Rheins am
Pegel am 24. Januar 0.0 Meter, am 25. Januar 0.26 Meter.

Todesopfer eines oft bekämpften jugendlichen
Leichkſinns.
Mainz, 24. Jan. Am Dienstag um die Mittagszeit fuhr ein
aus drei Wagen beſtehender Laſtkraftzug in Mainz=Kaſtel über
die Straße In der Witz. Da gerade Schulſchluß war, ſtürzten meh=
rere
Schüler auf den Laſtzug zu, um mit dieſem eine Strecke mit=
zufahren
. Der Beifahrer, der auf dem letzten Anhänger ſaß, wehrte
die Knaben ab. Als er merkte, daß ſich am Ende des Wagens
wieder Schüler angehängt hatten, kroch er über die Säcke, die ſich
auf dem Anhänger befanden, nach hinten, um die Burſchen zu ver=
ſcheuchen
. Während dieſer Zeit hatte ſich abermals ein elfjähriger
Knabe auf die Kupplung geſetzt, die den letzten Anhänger mit
dem zweiten Wagen verband. Bei dem Verſuch, abzuſpringen, muß
der Knabe von dem Anhänger erfaßt worden ſein. Die Räder gin=
gen
ihm über den rechten Unterſchenkel und den Unterleib. Durch
Bruch der Wirbelſäule wurde der ſofortige Tod herbeigeführt.
Es wäre dringend erwünſcht, wenn nicht nur die Eltern, ſon=
dern
auch die Lehrkräfte auf die Folgen dieſes leichtſinnigen Han=
delns
hinweiſen würden.

Ca. Lorſch, 24. Jan. Wanderung und Wanderer=
Ehrung der Ortsgruppe des Odenwaldklubs. Der
Odenwaldklub unternahm am Sonntag ſeine erſte Wanderung in
den Lorſcher Wald, an das von Hauſen=Denkmal, den Wolfſtein
und zuletzt nach Neuſchloß. Hochbefriedigt von dem Geſehenen und
Gehörten, kehrte man in den Heimatort zurück. An die Wan=
derung
anſchließend fand in demKlublokal dasWanderer= Ehrungs=
feſt
ſtatt. Der Führer des Klubs richtete warm empfundene Worte
an die Wanderer und die erſchienenen Mitglieder und brachte
ſeine Freude darüber zum Ausdruck, daß in den Klubmitgliedern
noch Wanderer zu finden ſeien, die trotz ſchwerer Zeit dem in echt
deutſchem Sinne wirkenden Klub nicht den Rücken gekehrt hätten.
Bei der darauffolgenden Ehrung durch den Ortsgruppenführer
wurde zuerſt dem Kaufmann Karl Schweizer für ſeine 25jährige
Mitgliedſchaft mit ſinnigen Worten eine Ehrennadel überreicht.
Weiterhin erhielten für Erfüllung der Pflichtwanderungen im
abgelaufenen Wanderjahr ein Klubmitglied als 5. Auszeichnung
den Wanderſtab, ein Mitglied die 18., ein Wanderer die 10., ein
Mitglied die 4. und zwei Wanderer 2 Auszeichnungen durch Ver=
leihung
des Goldenen. Mit einem Sieg=Heil auf den Reichsprä=
ſidenten
von Hindenburg, den Führer Adolf Hitler und den Mini=
ſterpräſidenten
a. D. Prof. Dr. Werner, als Führer des Oden=
waldklubs
und der deutſchen Wandervereine, ſchloß die anregend
und würdig verlaufene Wanderung und Feier.
Cp. Biebesheim, 25. Jan. Bürgermeiſter a. D. Ham=
mann
geſtorben. Im 56. Lebensjahr iſt nach längerem Lei=
den
Bürgermeiſter a. D. Albert Hammann an den Folgen eines
Schlaganfalls geſtorben. Hammann ſtand 10 Jahre lang, und
zwar von 1923 bis 1933, der Gemeinde vor. Als er im vergan=
genen
Jahre zum erſten Male einen Schlaganfall erlitt und er=
krankte
, trat er von ſeinem Poſten zurück. Bürgermeiſter Ham=
mann
hat ſich beſonders für die Ausgeſtaltung des Biebesheimer
Zuchtviehmarktes eingeſetzt.

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[ ][  ][ ]

Freitag, 26. Januar 1934

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 25 Seite 9

*Der Harun al Raſchid von Iſtanbul.
Mohammed Paſcha feſtzunehmen und in Ketten zu legen. Ver=
Wunderſame Geſchehniſſe
gebens proteſtierte der Verhaftete, beeief ſich auf das Geſetz, das

Ein frommer, gerechker und unerbitklicher Diener.
Von unſerem Sonderberichterſtatter.
A. S. Iſtanbul, Mitte Januar.
Kürzlich feierte die hieſige Univerſität das Andenken Juſti=
nians
, des großen Herrſchers von Byzanz, der der Kulturwelt des
Abendlandes für viele Jahrhunderte die Baſis für ihre Rechts=
begriffe
gegeben. Bei dieſen Feiern im Univerſitätsgebäude von
Iſtanbul gedachte man auch der übrigen Großtaten auf dem Ge=
biete
des Rechts, die in der Stadt am Goldenen Horn vollbracht
worden ſind, nicht aber gedachte man jenes Mannes, der zwar nie=
mals
theoretiſch, dafür aber deſto eifriger praktiſch, auf dem Ge=
biete
der Tat, einer der beſten Diener der Gerechtigkeit geweſen:
des Großweſirs Jzzet Mohammed Paſcha, der zur Regierungszeit
des Sultans Mahmud einen fanatiſchen Kampf gegen jede Art von
Betrug geführt.
Wie der mächtige Freund des noch mächtigeren Franken=
kaiſers
Karl, der große Harun al Raſchid, ſo liebte es auch der
Großweſir Mohammed, in den Abendſtunden verkleidet durch die
Stadt zu ſtreifen, begleitet von ſeinen ebenfalls verkleideten Die=
nern
, die auf einen Wink ihres Herrn bereit waren, zuzupacken
und dieſen oder jenen auf friſcher Tat ertappten Uebeltäter ſeiner
Beſtrafung zuzuführen. Unzählig die Anekdoten, die man ſich von
dieſem frommen, gerechten, aber auch unerbittlichen Diener des
Khalifen erzählt, Geſchichten, die es wert wären, aufgenommen
zu werden in den großen Märchenſchatz des Morgenlandes, gerade
weil ſie trotz ihres wunderſamen Geſchehens gar keine Märchen
ſind, ſondern wahre Begebenheiten.
Da überraſcht der Paſcha einen griechiſchen Schlächter, wie
dieſer gerade dabei iſt, ein Stück Fleiſch zu verkaufen, von der
Waage aber im letzten Augenblick einige Kleingewichte verſchwin=
den
läßt. Ein Pfeifenſignal Mohammeds und ſchon iſt der un=
getreue
Händler ergriffen, dem auf der Stelle vor aller Augen
aus ſeinem Sitzfleiſch ſoviel herausgeſchnitten wird, wie er ſeinem
Kunden ſtehlen wollte. . . . .
Der Schrecken Konſtantinopels war zu dieſer Zeit der Schuld=
turm
, ein Gefängnis, deſſen Beamte beſtechlich und für Geld und
Geſchenke anderer Art bereit waren, auf eine bloße Anzeige hin
irgend einen unſchuldigen Menſchen in das Gefängnis zu ſperren,
Ddas als eines der fürchterlichſten in allen Ländern verſchrien
war, in denen das Wort des Propheten galt. Hier nun wollte
der Großweſir aufräumen mit eiſernem Beſen, endgültig und
radikal.
In einer der zahlloſen Kaffeeſtuben der Sultanſtadt ſaß der
Großweſir, völlig unkenntlich gemacht, in armſelige Lumpen ge=
hüllt
, und beobachtete einen ebenſo ärmlich gekleideten Menſchen
än mittleren Jahren, in deſſen Geſicht er Not und Verzweiflung
Tas. An ihn wandte ſich der Paſcha mit den Worten: Ich bin
bereit, dir und deiner Familie, die du wohl beſitzt, über die nächſte
Zeit hinwegzuhelfen, wenn du folgendes für mich tuſt: Hier ſind
Swei wohlgefüllte Börſen. Die eine davon ſei dein. Die andere
aber gib dem Leiter des Schuldgefängniſſes, damit er mich feſt=
mehme
und einſperre. Du magſt ja ſagen, ich ſchuldete dir einen
größeren Betrag und wollte ihn dir nicht zurückzahlen.
Der Angeredete glaubte zuerſt, es mit einem Verrückten zu
un zu haben. Die Belohnung lockte zwar, aber ſein Gewiſſen
wvollte ihn daran hindern, einen Unſchuldigen den Greueln und
Schrecken des Schuldturms auszuliefern. Wer der unbekannte
Spender in Wirklichkeit war, konnte er ja nicht ahnen, und ſo
ſſträubte er ſich und verſuchte, dem Paſcha die Sache auszureden.
DDer war nur zwar kein Menſch von gerade großer Geduld, aber
Die Rechtlichkeit des Armen gefiel ihm und ſo redete er ſolange
nuf dieſen ein, bis der ſchließlich einwilligte und mit den geſpick=
cen
Börſen zum Schuldturm ging. Die Verhandlung, die er dort
Führte, war nur kurz. Kaum hatte der Gefängnisleiter die große
Heldſumme erblickt, die ihm da angeboten wurde, als er auch
chon einen ſeiner Schergen ausſchickte, um den Großweſir Jzzet

die Feſtnahme auf eine bloße Anzeige hin unterſagte. Man lachte
ihm ins Geſicht und ſperrte ihn in den finſterſten Keller des
Hauſes der Schrecken. . . .
Nun begehrte der Paſcha zu eſſen. Man gab ihm eine Waſſer=
ſuppe
und ein Stück verſchimmeltes Brot. Er begehrte auf. Der
Staat zahle ſo viel für ſeine Gefangenen. Wo bliebe denn das
ganze Geld. Ein Hohngelächter des Wärters war die Antwort.
Wenn er zu eſſen haben wolle, ſo ſolle er gefälligſt zahlen. Es
ſei ſchon mehr als genug, daß er da koſtenlos untergebracht ſei.
Der Paſcha zahlte, und der Wächter kam nach geraumer Zeit mit
einigen Eßwaren wieder, die aber bei weitem nicht dem Betrag
entſprachen, den er von dem Gefangenen erhalten hatte. Aber=

mals begehrte der Großweſir auf und fragte nach dem Reſtbetrag.
Da aber wurde der Wärter wütend. Der Gang müſſe auch bezahlt
werden, brüllte er und wollte ſchon zum Schlage ausholen, als
der Großweſir mit einem Griff die Lumpen abwarf, die ihn be=
deckten
, und plötzlich im Gewande des erſten Dieners des Sultans
vor dem zu Tode Erſchrockenen daſtand, der ſich nun winſelnd
zur Erde warf und um Gnade flehte.
Jzzet Mohammed Paſcha kannte aber keine Gnade. Ein Fuß=
tritt
war ſeine Antwort, und dann begann er mit dem Groß=
reinemachen
Sämtliche Wärter des Schuldturmes zuſammen
mit ihrem Direktor wurden zu 50 Stockſchlägen auf die Fußſohlen
verurteilt und auf einige Jahre eingeſperrt. Ihre Habe wurde
beſchlagnahmt und an die Gefangenen verteilt, die man, ſoweit
ſie unſchuldig waren, natürlich ſofort in Freiheit ſetzte. Der neue
Leiter des Schuldgefängniſſes aber wurde der Verzweifelte, der
den Paſcha in den Turm ſperren ließ.
Alſo geſchehen zur Regierungszeit des Sultans Mahmud. Und
hätte ſich die Geſchichte früher zugetragen wer weiß vielleicht
wäre ſie erzählt worden in einer Eintauſend und zweiten Nacht. . . .

Meerentſtiegene Inſel.

Den Griechen, die Rhodos einſt beſiedelten, mußte aus ihrer
Naturgötterſymbolik das Bild naheliegen, Rhodos, die Inſel
im öſtlichen Mittelmeer, mit der meerentſtiegenen Aphrodite zu
vergleichen. Darum iſt es gewiß kein Zufall, daß wir in dem
Muſeum der Stadt Rhodos die ſchaumgeborene Göttin nicht
nur in einer, ſondern gleich in zwei meiſterhaften Plaſtiken aus
der Antike ſehen. Die Aphrodite von Rhodos iſt die Schaum=
geborene
und Meerentſtiegene, und ſo iſt die Inſel ſelber auch.
Die Roſeninſel Rhodos bedürfte eigentlich gar nicht des
Koloſſes, der zu den ſieben Weltwundern des Altertums gehörte,
um Weltberühmtheit zu erlangen. Ihre zauberhafte Schönheit,
die ein Leuchten aller Farben von Land und Meer, von Fels=

Granit in Roſen.
Wuchtig ragt das alte Waffenhaus der Kreuzritter von Rhodos
in den blauen Himmel der Roſeninſel.
geſtein und Eichenwäldern iſt, von dunklen Oelbaumhainen und
hellen Fruchtgärten, läßt Rhodos in der Sanftheit und Milde
der Luft einem klaſſiſchen Kunſtwerk voll erhabener Ruhe gleich=
werden
, ſo wie Praxiteles Bildwerke die Bewegung in ihrer
Vollendung, in ihrem Uebergang zur Ruhe darſtellten.
Dem Wanderer aus den Wäldern des nördlichen Europa
ſind die Parktäler von Rhodos mit ihren hohen Palmen,
Orangen= und Mandarinenbäumen, mit ihren Rieſenplatanen
und der bunten Blumenfülle, vor allem mit ihrem üppigen
Ueberfluß an Roſen darum doppelt ſchöner, weil ſie ſich ver=
einigen
mit ſtundenweiten Fichten= und Eichenwäldern. Etwa

wenn man von der Stadt Rhodos nach Rhodinos und durch
dieſes Parktal zum Phileremos, dem Akropolis=Hügel der home=
riſchen
Stadt Jalyſos und ihren griechiſchen Tempelruinen wan=
dert
. Aber ob man vom Phileremos und den Ruinen des
Johanniterkloſters auf dieſem Gipfelplateau oder vom Sankt
Stephanshügel, auf dem einſt die Akropolis der Stadt Rhodos
ſtand, hinab ſchaut: von überall ſieht man Rhodos dem Meere
entſteigen. Mit ſanften Hügelwellen und kühnen Bergrücken,
immer leuchtend, farbig=bunt, ſtrahlend ſchön und ſo lieblich
duftend wie man es vielleicht nur einmal in dieſer Wirklichkeit
des Lebens genießen kann. Man ſieht die Delphine ſpringen
und Hirſche auf den Waldlichtungen äſen. Das iſt im Mittel=
meergebiet
ſo unerhört, daß man zu träumen glaubt.
Es gehört mit zu den herrlichen Unterſchiedlichkeiten und
Gegenſätzen von Rhodos, daß wir die wuchtige, kriegeriſche,
ſteinerne Welt nordiſcher Ritter unmittelbar neben den Reſten
antiker Ruinen finden. Rhodos iſt ja die berühmte Feſtung des
Johanniterordens von Jeruſalem, der zwei Jahrhunderte lang
hier das Bollwerk der Chriſtenheit in der Levante verteidigte.
Noch ſtehen die gewaltigen Feſtungsbauten, die Quartiere in
der Straße der Ritter, wo die Herbergen der Zungen von
Provence und Spanien, Frankreich und Italien gleich Stadt=
paläſten
ragen. Dann die gotiſch=morgenländiſche Pracht des
alten Johanniterhoſpitals, die mit zum Einzigartigſten gehört,
was die ſelbſtändige kühne Baukunſt der Mönchsritter zuſtande
gebracht hat.
Dabei iſt Rhodos eine moderne Stadt, d. h. inſofern die
Italiener die ſich hier ſeit dem Tripolis=Krieg mit dem Wieder=
aufbau
eines einſt blühenden Lebens beſchäftigen, alles was wir
zu den Selbſtverſtändlichkeiten des heutigen Lebens zählen, hier=
her
gebracht haben. Moderner Wohnkomfort und die neueſten
Heilbäder. Kurpromenade und Golfplatz mit allen Verkehrsmög=
lichkeiten
: das iſt das moderne Rhodos, eine Schöpfung von
zehn Jahren. Kaum begreift man, daß auch Patmos, das öde, in
dem einſt Sankt Johannes gebetet hat auf Rhodos liegt, das
die Natur hier mitten aus dem levantiniſchen Meer eine Welt
wunderſamer Schönheiten in allen Gegenſätzen von Oſten und
Weſten, von Norden und Süden hat erſtehen laſſen. Zehn
Monate lang blühen die Roſen von Rhodos und immer auch im
Winter iſt die Luft mild und kräftig. Das ſüdliche Meer hat
auf dem meerentſtiegenen Rhodos dieſes Wunder zuwege
gebracht.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für den Schlußdienſt:
Andreas Bauer; für Feutlleton, Reich und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max
Streeſe; fürden Handel: Dr C. H. Luetſch; für Sport: Karl Böhmann; für Die
Gegenwart Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette; für den Anzeigen=
teilund
geſchäftliche Mitteilungen: Billy Kuhle, ſämtl. in Darmſtadt. D. A. XII. 23362.
Druck und Verlag: L. C. Wittich. Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für uwerlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückhſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten.

Roman von Steſanutſch
Sat
Copyright by Verlag Alfred Bechthold. Braunſchweig.
(Nachdruck verboten).
47)
Brabeck ſieht den Journaliſten einige Sekunden fragend an.
Ich möchte nochmal betonen, daß ich nicht neugierig bin. Es handelt
ſich hier lediglich um Ihre eigenen Intereſſen!
Hm. mir iſt nichts aufgefallen. Ich möchte auch wirklich gern wiſſen,
was man gegen mich einzuwenden hätte: Ich bin beim Frühſtück von
Fräulein Liſa ſehr aufmerkſam bedient worden.
Jetzt erſt fällt es Brabeck auf, daß er heute es iſt bald Mittag
ußer Liſa noch niemand zu Geſicht bekommen hat. Sonſt kamen ſtets
die Schweſter und Frau Dingkela und wünſchten ihm einen Guten
Morgen beim Frühſtück. Aber Liſa war ſehr freundlich zu ihm geweſen,
lie Wärme ihres Herzens hatte ihm ſehr wohlgetan. Jedoch nun ſieht er
lötzlich alles in einem ganz anderen Licht. Wie kam es nur, daß ihm dieſes
und jenes nicht aufgefallen war? Hatte Liſa nicht rote, verweinte Augen
gehabt? War nicht ein Zug von Schmerz und Bitternis um ihren Mund
eweſen? Hatten ihre Bewegungen nicht von Müdigkeit und geheimer
Eethargie gezeugt? Hatte ſie ihn nicht einige Male fragend angeſehen,
ipren Blick mit dem ſeinigen vereint, als wolle ſie in ſeinem Innern
lſen? Waren ihre Wangen nicht merkwürdig bleich geweſen? Schien
iyre Geſtalt nicht ein wenig gebückt, als trage ſie eine Laſt?
Dies alles wird ihm nun blitzhaft zu einer Erkenntnis. Er kann es
richt hindern, daß er ſich erſchreckt. Aber ſollte man etwas gegen ihn
haben? Sollte man ihn aufdringlich und läſtig finden? Er macht eine
(Swehrende Bewegung mit der linken Hand und ſieht wieder zu Redl=
herger
hin, der ihn prüfend betrachtet hat und nun den Blick ſenkt.
Ich wäre Ihnen ſehr dankbar, fügt Brabeck ſeinen vorigen Worten
bei und hat ſich wieder beruhigt, wenn Sie ganz offen gegen mich ſein
lennten!
Es iſt eine Gemeinheit, was ſich geſtern abend ereignet hat,
beginnt der Journaliſt wieder. Man intrigiert gegen Sie, ohne daß Sie
es wiſſen!"
Gegen mich?"
Ja, ich ſelbſt war Zeuge. Ich habe bedauert, daß mir der Mund
gebunden war. Ich wollte nicht indiskret ſein!
Wie meinen Sie das?"
Davon ſpäter, Herr Brabeck. Wann ſind Sie geſtern abend zu Bett
jegangen?"
Gegen ein Uhr nachts!
Sie hatten ſich aber ſchon gleich nach dem Abendeſſen zurück=
e
zogen!"
Das tue ich gewöhnlich, wenn mich nicht ganz gutes Wetter noch
ſar die Tür lodt. Ich verbringe meiſtens die ſpäten Abendſtunden auf
ſeer Veranda, zumal um dieſe Zeit faſt immer unten im Lokal ſtarker
Gerkehr iſt!
Das finde ich ſehr begreiflich. So war’s auch geſtern wieder. Mein
Frreund und ich ſaßen auf der Terraſſe. Neben uns am Tiſch hatte eine
Geſellſchaft aus dem nahen Rheinſtädtchen Platz genommen. An einem
imderen Tiſch unterhielten ſich die Stammgäſte des Hauſes, die Sie ja
e nnen!

Ja, ich kenne ſie. Es ſind ſehr nette und joviale Herren, zu denen
ich mich ab und zu ganz gerne geſelle!"
Nur einer fehlte in ihrem Kreis: der Induſtrielle, Herr von Geiben!"
So, Herr von Geiben fehlte?"
Er hatte, wie ich hörte, ſeine Direktoren in die Villa geladen!
Ja, ja, Fräulein Liſa erzählte mir davon.
Wir Bayern haben, wenn wir in einem Lokal ſitzen, bekanntlich
die Eigenſchaft, nach Feierabend als letzte die Türen zu ſchließen. So
wurde es auch geſtern abend wieder ſehr ſpät. Die Geſellſchaft aus dem
Rheinſtädtchen, die Stammgäſte und wir hielten uns wacker am Wein.
An unſerem Tiſch hatten noch die beiden jungen Damen, Fräulein Liſa
und Fräulein Guſtel, ſowie die Frau des Hauſes Platz genommen. Ich
merkte, daß an dem Nachbartiſch die Rede von Ihnen war. Man war
ziemlich laut und frei in der Unterhaltung, ſo daß zuletzt alles zu ihnen
hinhörte. Zuerſt ſprach man von Ihrem Auto, dann von Ihren Fahrten,
die Sie hier unternommen haben uſw. Ich betone, daß bis dahin nicht
in einem beleidigenden Sinne von Ihnen geredet wurde. Bis plötzlich
ein junger Mann gegen Sie ausfällig wurde!"
Wiſſen Sie, wie er heißt?
Hagenfeld, glaube ich!"
So, aha, ich kann mir ſchon denken. . ."
Kennen Sie ſeine Mentalität? Das iſt gut ſo. Er ſtand ſtark
unter dem Einfluß des Alkohols und wurde in ſeinen Redensarten in der
verſteckteſten und geriſſenſten Form ſehr ſpitz gegen Sie. Er nannte Sie,
wohlverſtanden, nicht beim Namen, aber es wußte jeder, daß Sie der
Gegenſtand ſeiner Angriffe waren. Er behauptete, daß ſich heute nur
noch die Dümmſten der Dummen von der Eleganz und dem Luxus
moderner Gauner blenden ließen. Gerade ſie im Hotelgewerbe wüßten,
daß man nötig hätte, von denen, die am meiſten Wind machten, die
Penſion im voraus zu fordern. So hätte man in vielen Fällen das Nach=
ſehen
. In abgelegenen Lokalen wüßte man nichts davon, deshalb würden
jene Häuſer heute mit Vorliebe von ſolchen Individuen aufgeſucht. Jedes
erſtklaſſige Hotel rechne heute von vornherein mit ſolchen Verluſten, zu
denen ſich noch häufig Diebſtähle geſellten. Jene Kreaturen, die er
charakteriſierte, hätten überhaupt alles geſtohlen, was ſie mit ſich führten.
Die teuerſten und eleganteſten Wagen ſeien ihnen zur Mitnahme gerade
gut genug. Tagtäglich würden unzählige von der Straße und aus den
Garagen entwendet, ſo daß die Polizei dem Einzelfall gar nicht nach=
ſpüren
könnte!"
Das ſagte er? Brabeck beißt ſich auf die Lippen.
Die Damen an unſerem Tiſch erbleichten. Die alten Herren am
Nebentiſch ſchwiegen beklommen. Nur der Doktor räuſperte ſich, er zog
die Uhr und ſagte, daß die Zeit ſchon ſtark vorgeſchritten ſei und man
daher wohl an einen Aufbruch denken müſſe.
Brabeck nickt mit dem Kopf. Nun iſt ein betrübtes Lächeln in ſeinem
Geſicht.
Und dann iſt man auseinandergegangen, nicht wahr? fragt er.
Keineswegs. Dieſer Hagenfeld wöllte gern noch einen Trumpf
ausſpielen. Er zog eine Zeitung aus der Taſche, entfaltete ſie und rief:
Den beſten Beweis für meine Behauptung habe ich hier in einer Nach=
richt
aus einem Berliner Blatt! Redlberger zieht eine Zeitung aus der
Taſche und entfaltet ſie. Wiſſen Sie, Herr Brabeck, dieſer Hagenfeld
ließ ſpäter das Blatt auf dem Tiſch liegen, ob aus Vergeßlichkeit oder
abſichtlich, das kann ich nicht ſagen. Ich habe es mir eingeſteckt. Ich leſe
Ihnen den Artikel vor, wie es dieſer Burſche geſtern abend vor allen
Anweſenden tat, Berlin, den 5. Juni 1933. Wie ſich erſt jetzt heraus=
ſtellt
, ſind die Verluſte einiger Berliner Großbanken, die vor etwa vier
Wochen das Opfer eines gan geriebenen Scheckfälſchers geworden ſind,
auf etwa 500000 Mark zu ziffern. Trotz eifrigſter Fahndungen fehlt
bis heute von dem Täter jede Spur. Wie man ſich noch zu erinnern weiß,

wurde er vor vier Wochen in einem der erſten Berliner Hotels von
Kriminalbeamten geſtellt. Es gelang ihm jedoch auf die raffinierteſte
Weiſe, die Flucht zu ergreifen, und zwar in einem vor dem Hotel ſtehenden
Auto, deſſen Beſitzer ein amerikaniſcher Millionär iſt. Das Auto iſt eine
Spezialmaſchine aus den Werkſtätten der Mercedes=Werke. Beſondere
Kennzeichen des Wagens: ſilbergraue Lackierung, ſogenannte Sirenen=
hupe
, Zwölfzylinder. Der Verbrecher wird wie folgt geſchildert: etwa
1,77 Meter groß, ſchlank, elegantes und ſicheres Auftreten, 3537 Jahre
alt, glattraſiertes Geſicht, blaue Augen, hohe Stirn, zurückgekämmtes
blondes Haar, fehlerfreie Zähne. In Berlin iſt er nur in hellen An=
zügen
geſehen worden. Er hat tadelloſe Umgangsformen, iſt vielſeitig
gebildet und von äußerſt liebenswürdiger Art der echte Typ eines
internationalen Hochſtaplers und Gauners. Im Hotel führte er den
Namen Freiherr von Wallenrang. Die Spuren des Verbrechers führen
nach dem Weſten. Auf ſeine Ergreifung iſt eine Belohnung in Höhe von
5000 Mark feſtgeſetzt worden. Zweckdienliche Angaben ſind an das Ber=
liner
Polizeipräſidium, Zimmer 87, zu richten.
Das iſt ein wenig ſtark! entfährt es Brabeck.
Sie werden begreifen, daß ich es als meine Pflicht erachtete, Sie
von dem Vorfall in Kenntnis zu ſetzen!
Ich danke Ihnen!
Nach dem Verleſen des Artikels warf ſich Hagenfeld auf ſeinem
Stuhl zurück. Er war hochrot im Geſicht und furchtbar erregt. Als die
alten Herren ſich verabſchiedeten, bot Frau Dingkela Feierabend. Fräulein
Liſa zog ſich zurück, es war ihr anzuſehen, daß ſie ſich kaum halten konnte.
Fräulein Guſtel, die ältere Schweſter, war mehr beherrſcht. Sie trat an
den Tiſch heran, an dem Hagenfeld ſaß, und fragte ihn, was er mit ſeinen
Bemerkungen beabſichtigt hätte. Der Burſche erwiderte, das ſei ſeine
eigene Sache, worauf ihm das Mädchen ſagte, daß er dann auch ſeine
Weisheiten oder vielmehr Dummheiten für ſich behalten ſollte. Hagenfeld
lachte höhniſch und meinte, daß man ſchon nötig habe, mit einem
Scheunentor zu winken. Fräulein Guſtel antwortete ihm ſchneidig, daß
die Art, wie er verſucht habe, einen Ehrenmann zu verdächtigen, von
einer gewiſſen Feigheit zeuge und daß es wohl am ratſamſten ſei, wenn
er in Zukunft dem Gaſthof Zum Rittertal fernbliebe. Nach wenigen
unklaren Bemerkungen Hagenfelds verließ die Geſellſchaft das Haus!
Hatten Sie den Eindruck, als ob die ſcheußlichen Verdächtigungen
nachher von den anderen Anweſenden geteilt wurden?
Herr Brabeck, die ſchärfſte Waffe iſt die Verleumdung. Sie iſt eine
der furchtbarſten Sünden, die ein Menſch begehen kann. Unzählige
Menſchen ſind durch Verleumdungen ruiniert, ſogar in den Tod ge=
trieben
worden. Die ſchwere Verleumdung einer ehrlichen und auf=
rechten
Perſon iſt tödlicher als das gefährlichſte Gift, denn ſie zehrt und
greift um ſich wie die Peſt!
Und Sie, Herr Doktor? Was haben Sie gedacht? Bitte,
geſtatten Sie mir die Frage!"
Nun lächelte der Journaliſt vor ſich hin.
Ich wäre in der Lage geweſen, dem Burſchen den Mund zu
ſtopfen erwidert er. Aber ich wußte nicht, ob ich Ihnen damit nützen
würde. Denn ich weiß, mit wem ich die Ehre habe zu ſprechen. Sie
ſind Norbert Stauf, Produktionsleiter der Germania=Film A.=G."
Zuerſt ſehen ſich die beiden verdutzt an, dann lacen ſie gleichzeitig,
(aut und ſchallend.
Aber, Herr Doktor, woher kennen Sie mich?"
Frinnern Sie ſich noch, daß voriges Jahr im Herbſt die baheriſche
Preſſe die Ateliers und Anlagen in Neubabelsberg beſichtigte?"
Ja, ich entſinne mich. Ja, ia, natürlich, es war ein verregneter
Tag. Ich habe nachher noch mit den Herren in der Atelierkantine gefrüh=
(Fortſetzung folgt.)
ſtückt!

[ ][  ][ ]

Seite 10 Nr. 25

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Freitag, 26. Januar 1934

Die Bannerweihe der Hikler=Jugend in Poksdam.

Die Fahnen vor der hellerleuchteten Front des Schloſſes Sansſouci.

Heuke ſammelk der BDA. für das Winkerhilfswerk.

Im ganzen Reich werden heute die Helfer und Helferinnen des Volksbundes für das Deutſchtum
im Ausland eine Haus= und Straßenſammlung zugunſten des Winterhilfswerks veranſtalten.

Das Treffen der Rikker des Pour le Mörike.

Blick auf die Verſammlung der verdienten Heerführer während der Begrüßung durch General von
Witzleben. Von rechts nach links: General von Loßberg, General von Watter, General Eberhard
Admiral von Lanz, General von Horn und Generaloberſt von Heye.

Berlin. Anläßlich des kameradſchaftlichen
Treffens der Ritter des Pour=le=mérite, die ſeit
dem Kriege erſtmalig in Berlin zuſammenkamen,
verſammelte ſich am Mittwoch, dem Geburts=
tag
des Stifters des Ordens, Friedrichs des
Hroßen, die Ritterſchaft zu einem Feſtakt vor dem
Ehrenmal der Gefallenen Unter den Linden und
anſchließend vor dem Denkmal des großen Königs.
Bereits um 11 Uhr vormittags hatten ſich die
meiſten Teilnehmer im Lichthof des Zeughau’es
verſammelt. Man ſah viele hervorragende Mit=
glieder
der Generalität, aus Heer und Marine
aus dem Weltkrieg. Nach einer kurzen Be=
grüßungsanſprache
übergab Oberleutnant Freiherr
von Schimmelmann den Orden Pour=le=mérite,
der ſeinem Vater im Jahre 1866 nach der
Schlacht bei Königgrätz verliehen worden war,
der Direktion des Zeughauſes. Dann formierten
ſich die Ritter des Ordens zu einem Zuge, der
um Schlag 12 Uhr das Zeughaus verließ. Unter
den Linden hatte ſich eine nach vielen Tauſenden
zählende Menge eingefunden, um das glänzende
militäriſche Bild zu bewundern, das die verſam=
melte
, ordensgeſchmückte Generalität bot. Mit
erhobener Hand und brauſenden Hochrufen wur=
den
die verdienten Helden des Weltkrieges von
den Menſchen auf der Straße begrüßt. An der
Spitze des Zuges marſchierten Generaloberſt Heye
und General von Eberhard. In langem Zuge
ging es dann zum Ehrenmal, wo inzwiſchen ein
Ehrenſturm der SA. und des Stahlhelms und ein
Muſikzug Aufſtellung genommen hatten.

Langſam und gemeſſen erklangen dann die Wei=
ſen
des Liedes vom guten Kameraden. Zur gleichen
Zeit legte drinnen in dem Ehrenmal ein ehema=
liger
Marineoffizier einen großen Lorbeerkranz
mit den Inſignien des Ordens am Grabmal des
Unbekannten Soldaten nieder. Mit dieſer Kranz=
niederlegung
ſollte ſymboliſch der Dank an die
gefallenen Kameraden des Weltkrieges abgeſtattet
werden. Nach der Gefallenenehrung begaben ſich
die Ritter in langem Zuge zum Denkmal Fried=
richs
des Großen, an dem zwei Ehrenpoſten der
SA. und des Stahlhelms Aufſtellung genommen
hatten. Am frühen Morgen ſchon waren von
zahlreichen Verbänden und Vereinen Kränze an
dem Denkmal niedergelegt worden. In einer An=
ſprache
würdigte Major a. D. v. Gaza den großen
König und rief den Verſammelten in Erinne=
rung
, warum der König den Orden Pour= le=
merite
geſtiftet habe. Die Rede klang in drei=
faches
Sieg=Heil auf das deutſche Vaterland aus
und endete mit dem Deutſchlandlied und dem
Horſt=Weſſel=Lied. Dann formierten ſich die
Stürme der SA. und des Stahlhelms und traten
zur Parade an. Inzwiſchen hatten ſich Zehntau=
ſende
von Zuſchauern und Paſſanten eingefunden,
um das Schauſpiel mitzuerleben. Unter den
Klängen altpreußiſcher Märſche zogen dann die
beiden Ehrenſtürme mit ihren Fahnen in
ſtrammem Parademarſch an der Ritterſchaft vor=
über
, die grüßend den Vorbeimarſch abnahm.

Reich und Ausland.
Wieder Bergrutſch bei Cochem.
Cochem. Wie erinnerlich, wurde die Ein=
wohnerſchaft
Cochems vor Jahresfriſt durch einen
großen Bergrutſch in Schrecken verſetzt. Im Laufe
des Mittwochs löſten ſich erneut unterhalb der
Peterskapelle ſchwere Felsſtücke am Schloßberg und
ſtürzten durch die Weinberge bis auf die Land=
ſtraße
. Verſchiedene zentnerſchwere Steinbrocken
blieben in den Weinbergen hängen. Der Scha=
den
iſt hier erheblich, da zahlreiche Weinſtöcke und
Beſtockungsanlagen vernichtet ſind. Von amtlicher
Seite ſind ſofort Vorkehrungen getroffen worden
Insbeſondere wird an den gefährlichen Stellen
feſtgeſtellt werden, ob weitere Felsabſtürze zu be=
fürchten
ſind.

Schloß Friedensburg in Flammen.
Leutenberg (Kreis Saalfeld). In den
frühen Morgenſtunden des Donnerstags brach im
Schloß Friedensburg, oberhalb von Leutenberg,
ein Brand aus, der ſich mit großer Schnelligkeit
ausbreitete. Sämtliche Feuerwehren der Um=
gegend
wurden alarmiert. Gegen 10 Uhr vormit=
tags
war das Obergeſchoß vollſtändig ausgebrannt.
In dem Schloß, einem Fachwerkbau aus dem
15. Jahrhundert, das dem Lande Thüringen ge=
hört
, werden ſeit Oktober v. J. Erneuerungs=
arbeiten
ausgeführt. Ueber die Entſtehungs=
urſache
des Brandes iſt zur Stunde noch nichts
bekannt.

Wieder ein Faſſadenkletterer in Frankfurt tätig.
Frankfurt a. M. In Frankfurt a. M. iſt
zurzeit wieder ein Faſſadenkletterer an der Arbeit.
In der Nacht zum 24. d. M. kletterte er an der
Faſſade eines Hauſes in der Maizer Landſtraße
hoch, ſchlug eine Fenſterſcheibe zu den Büro=
räumen
einer Firma ein und gelangte ſo in die
Räume. Dort verſuchte ernden Geldſchrank zu
öffnen, was ihm jedoch nicht gelang. In der
Hauptſache hat es der Täter auf Geld und Wert=
ſachen
abgeſehen. In der Nacht zum 25. d. M.
verübte er einen weiteren gleichen Einbruch in
der Kronprinzenſtraße. Er verſuchte auch hier, den
Kaſſenſchrank zu öffnen, was ihm auch in dieſem
Falle nicht gelang. Er entwendete eine Menge
Uhrketten, Uhren, Trauringe und Manſchetten=
knöpfe
von erheblichem Wert.

Ein Ehrengeſchenk für den Reichs=
propagandaminiſter
.

Der Volksredner,
eine Bronze von Prof. Ernſt Seger=Berlin, die
von dem Künſtler durch Vermittlung des Reichs=
verbandes
der Deutſchen Rundfunkteilnehmer
dem Reichspropagandaminiſter Dr. Goebbels zum
Heſchenk gemacht wurde.

Exploſion in einem Induſkriewerk.
Völklingen. Im Frühſtücksraum der Edel=
ſtahlwerke
ereignete ſich am Donnerstag vormit=
tag
10 Uhr aus bisher ungeklärter Urſache eine
Exploſion, die das Gebäude völlig zerſtörte. Ein
Teil der Belegſchaft, der ſich gerade in dieſem
Raum aufhielt, wurde unter den Trümmern be=
graben
. Ein Arbeiter wurde als Leiche geborgen,
acht wurden verletzt, davon mehrere ſchwer. Der
Aufſeher des Aufenthaltsraums liegt noch unter
den Trümmern.

Die Zahl der Opfer des Eiſenbahnunglücks
in Spanien.
Paris. Wie aus Madrid zu dem Eiſen=
bahnunglück
des Zuges MadridSantander er=
gänzend
mitgeteilt wird, beträgt die Zahl der
Toten, im Gegenſatz zu den erſten Meldungen,
vier. Es handelt ſich um den Lokomotivführer,
den Heizer, den Zugführer und einen Gendar=
men
. Die Zahl der Verletzten beläuft ſich auf
zwanzig. Der Sachſchaden iſt beträchtlich.

Schwere Verkehrsſtockungen
durch dichten Rebel in London.
London. Wegen dichten Nebels mußten am
Mittwoch, gegen 20 Uhr, die meiſten Autobus=
linien
eingeſtellt werden. Der Eiſenbahnverkehr
erlitt ſchwere Störungen. Wo es Straßenbahn=
ſchienen
gab, benutzten ſie die Kraftwagenführer
als Wegweiſer. Viele Verkehrsſtockungen und Un=
fälle
werden gemeldet. In Chiswick gab es einen
Maſſenzuſammenſtoß zwiſchen vier Privatkraft=
wagen
, zwei Laſtkraftwagen und einem Leichen=
wagen
. Die Weſtküſte iſt beinahe nebelfrei, und
in anderen Teilen Englands herrſchte am Mitt=
woch
den ganzen Tag über ſchönſtes Winterwetter
mit blauem Himmel, leichtem Wind und Sonnen=
ſchein
. In einem großen Bezirk im Norden Lon=
dons
, der zehn Vorſtädte umfaßt, verſagte abends
eine Zeitlang das elektriſche Licht, und es trat völ=
lige
Finſternis ein. Die Verwirrung war außer=
ordentlich
groß, wenn auch die Verkehrsſchutzleute
ihr Beſtes taten,

Die Erde frißt Menſchen.
Die Erdbebenkakaſtrophe in China.
Peking. Die letzten Meldungen über die
Ausdehnung der Erdbebenkataſtrophe in den Pro=
vinzen
Schanſi, Schenſi und Kanſu laſſen befürch=
ten
, daß die Zahl der Opfer ſehr hoch iſt. In
Ninghſia, wo verſchiedene Armeen einen Bürger=
krieg
führen, werden ganze Regimenter vermißt,
ohne daß über ihr Schickſal irgend etwas in Er=
fahrung
zu bringen iſt. In Mittelchina iſt die
Provinz Honan durch den Bruch der Deiche des
Gelben Fluſſes von ſchweren Ueberſchwemmungen
heimgeſucht worden. Tauſende von Menſchen ſind
obdachlos. Ueber die Verluſte an Menſchenleben
liegen noch keine Meldungen vor.

Rechtsanwalt und früherer franzöſiſcher Miniſter
duellieren ſich.
Paris. Auf einen am Montag im Paris
Mdidi erſchienenen Artikel des Rechtsanwalts J.
Beineix über die politiſche Tätigkeit von Rechts=
anwälten
hatte der frühere Miniſter und ſtellver=
tretende
Präſident der Kammer, André Heſſe,
eine Duellforderung an den Verfaſſer dieſes Ar=
tikels
ergehen laſſen. Als Waffen waren Piſtoken
gewählt worden. Am Donnerstag vormittag, um
9.30 Uhr, wurde das Duell im Parc de France bei
Paris ausgetragen. Ohne Ergebnis wurden vier
Kugeln gewechſelt. Eine Verſöhnung zwiſchen
beiden Gegnern hat nicht ſtattgefunden.
Die Aquitania vorübergehend feſtgelaufen.
London. Der 45 000 Tonnen große Paſſa=
gierdampfer
Aquitania lief am Mittwoch nach=
mittag
, nachdem er den Hafen von Southampton
verlaſſen hatte, auf eine Sandbank. Nach 1½
Stunden wurde er wieder flott, als die Flut ein=
geſetzt
hatte und ſechs Schlepper ihn ins Schlepp=
tau
genommen hatten. Die Aquitania konnte
ihre Reiſe nach Cherbourg und von dort nach New
York fortſetzen.
Einſturzunglück in einer Kirche in Ohio.
Fünfzig Verletzte.
London. Wie Reuter aus Portsmouth
(Ohio) meldet, iſt in der dortigen Kirche während
eines Gottesdienſtes der Fußboden eingeſtürzt.
Von den 400 Anweſenden ſtürzten zahlreiche in
das Kellergewölbe. Etwa 50 Perſonen mußten
ins Krankenhaus gebracht werden.
175 Tote auf einem chineſiſchen Dampfer.
Schanghai. Auf dem Yangtſekiang ereig=
nete
ſich eine ſchwere Kataſtrophe. Durch eine
kleine Exploſion entſtand auf einem Paſſagier=
dampfer
ein Brand, der ſich raſch ausbreitete und
dem etwa 175 Paſſagiere zum Opfer fielen.

Gefangene mit eigenen Dienern und
Köchen.
New York. Ein Gefänguisſlandal, wie er
in der Gefängnisgeſchichte der Welt wohl einzig
daſteht, iſt in dem Gefängnis von Welfare Island
entdeckt worden. Das Gefängnis war das reinſte
Paradies für ſeine Penſionäre. Bei einem un=
angemeldeten
Beſuch entdeckte ein Kontrollbeamier
Waffen in den Zellen, Rauſchgifte und die kom=
fortabelſten
Einrichtungen. Gewiſſe reiche Ge=
fangene
führten das angenehmſte Leben, das mon
ſich denken kann. Ein zu lebenslänglichem Ge=
fängnis
verurteilter Banditenführer namens Rao
war der eigentliche Machthaber des Gefängiſſes.
Der Rauſchgifthandel blühte wie nirgends im
Land. Die Beſtechung der Gefängnisleitung, von
der Direktion angefangen bis zum letzten Beam=
ten
, war eine alltägliche Sache. Beſonders reihe
Gangſters ließen ſich, natürlich gegen Geld, krank
ſchreiben und ins Gefängniskrankenhaus bringen.
wo ſie Zeit und Gelegenheit hatten, ihre Freunde
zu empfangen und ihre Geſchäfte zu erledigen.
Manche ließen ſich ſogar ihre eigenen Diener und
ihren eigenen Koch kommen. Der Direktor des
Gefängniſſes und mehrere andere Beamte ſind
ſofort ihres Woſtens enthoben worden, und eine
Unterſuchung gegen ſie iſt eingeleitet.

[ ][  ][ ]

Dearltoder ae TabafP
D
Nummer 2.
Hochſchulbeilage des Darmſtädter Tagblatts
Freitag, 26. Januar

Die Arbeitssienſtpflicht
der Studentenſchaft.

Von Andreas Feickert, Berlin.

Zu Ende Februar 1934 werden zirka 15 000 deutſche Studen=
ten
im Rahmen der ſtudentiſchen Arbeitsdienſtpflicht in die Lager
des Arbeitsdienſtes eingezogen. Es iſt dies der erſte Anſatz der
Durchführung einer allgemeinen Dienſtpflicht, und die Studenten=
ſchaft
iſt hier diejenige Organiſation, die freiwillig von ſich aus
ihre Mitglieder verpflichtet hat, am Arbeitsdienſt teilzunehmen.
Sie nimmt dabei bewußt Stellung gegen die Angriffe, die von
ſeiten des Auslandes gegen die Einführung einer allgemeinen Ar=
beitsdienſtpflicht
gerichtet worden ſind und zeigt, daß in der aka=
demiſchen
Jugend der Wille lebendig iſt, ſich pflichtmäßig für den
Dienſt an der Nation einzuſetzen.
Gleichzeitig beſchreiten ſie damit die erſten Formen einer voll=
kommen
neuartigen Studentenerziehung, die den Typ des Intellek=
tuellen
auf der Hochſchule vertreiben ſoll und die Grundlagen des
nationalſozialiſtiſchen Wiſſenſchaftlers jedem einzelnen Studenten
erlebnismäßig ſchaffen ſoll. Dieſe Arbeitsdienſtpflicht eines jeden
deutſchen Studenten hat ſo zwei Aufgaben; einmal die Aufgabe,
auf dem Gebiet der Formung des deutſchen Arbeitsdienſtes einzu=
greifen
und einmal die Aufgabe, in der Erziehung der Studenten=
ſchaft
neue Wege zu weiſen.
Es iſt Tatſache, daß die akademiſchen Schichten bei der Durch=
führung
der nationalſozialiſtiſchen Revolution als Geſamtheit nicht
in dem Maße beteiligt waren, wie die deutſche Arbeiterſchaft es
war. Die Revolution am 31. Januar war eine Revolution des
Arbeiters, die von den akademiſchen Schichten ſpäter als Tatſache
anerkannt wurde und der mit Gleichſchaltung begegnet wurde,
trotzdem gerade in dieſen gkademiſchen Schichten der Marxismus
und der Intellektualismus in einer ungeheuren Weiſe ſich breit
gemacht hatten und zu einer politiſchen Haltungsloſigkeit führten.
Daß das ſo war, daß trotz entgegengeſetzter politiſcher Anſchauung
eines großen Teiles der akademiſchen Schichten die Revolution
als Tatſache hingenommen wurde, daß, ſofern ein politiſcher
Widerſtand überhaupt zu merken war, dieſer im weſentlichen von
einer politiſch anders gerichteten Arbeiterſchaft ausging, während
der nichtnationalſozialiſtiſche Akademiker höchſtens gut bürgerlich
war, all das beweiſt, daß wir durch das vergangene Hochſchul=
ſyſtem
eine Schicht von akademiſchen Unterführern herangezogen
haben, die zwar fachwiſſenſchaftlich Ausgezeichnetes zu leiſten ver=
mochte
, die politiſch außer einigen Ausnahmen aber richtungslos,
objektiv, lebensfremd war. Die genau ſo ihrem Weſen nach nicht
anders konnte, als Tatſachen, die durch die kraftvolle Fauſt des
deutſchen Arbeiters geſchaffen waren, hinterher anzuerkennen und
ſich ihnen anzupaſſen, ohne ſelbſt führend einzugreifen. Der Nativ=
nalſozialismus
, wenn er den Akademiker anerkennt, fordert von
ihm eine Führungsleiſtung, da ſonſt abſolut keine Veranlaſſung
beſteht, die Ausbildung dieſes Mannes durch Zuſchuß ſtaatlicher
Finanzen bis auf das Sorgſamſte durchzuführen. Er fordert, daß
der Akademiker, daß der Student insbeſondere ein Kerl ſei, der ſich
durchzuſetzen vermag. Auf dieſe Erziehung von Kerlen auf der
deutſchen Hochſchule, auf dieſe Erziehung von Charakteren kommt
es der Studentenſchaft heute an. Wenn ſie das will, ſo kann ſie es
nicht auf die alte Methode der liberaliſtiſch=geiſtigen Erziehungs=
form
, durch abſtrakte Lehre und Bücherweisheit, ſie kann es nur,
wenn ſie ihre Mitglieder, jeden einzelnen deutſchen Studenten, in
praktiſche Kampfmaßnahmen, in die politiſche Front hineinſtellt
und dieſe politiſche Front ſtellt ſich heute dar in der SA., ſtellt ſich
in noch ſtärkerem Maße dar im deutſchen Arbeitsdienſt, wo jeder
einzelne über Wochen und Monate hinaus mit ſeinen Kameraden
aus der Arbeiterſchaft, der Angeſtelltenſchaft, der Bauernſchaft den
ganzen Tag über zuſammengeſchweißt wird und mit ihnen gemein=
ſam
an einer großen Aufgabe, der Erringung und Erkämpfung
deutſchen Lebensraumes, zu arbeiten hat. Gerade der geiſtige
Menſch, der Student, der ſeinem Weſen nach die Aufgabe haben
ſoll, die praktiſchen Dinge des Lebens zu deuten und aus ihnen
Erkenntniſſe zu ziehen, muß dieſes politiſche Leben, muß die ein=
zelnen
Glieder ſeines Volkes und muß die Handarbeit vor allen
Dingen kennen, wenn er politiſcher Unterführer, und das ſoll jeder
Lehrer, jeder Juriſt, jeder Arzt ſein, in einem Arbeitsſtaat ſein
will. Deswegen verpflichten wir gerade die zukünftige Akademiker=
ſchaft
zur Handarbeit. Wir laſſen ſie ſich nicht freiwillig melden,

weil wir der Meinung ſind, daß gerade der Student in ſtärkerem
Maße als jeder andere Volksgenoſſe ſonſt Pflichten auf ſich zu
nehmen hat, wenn er ſpäter vor größerer Arbeit und an verant=
wortungsvolleren
Poſten ſtehen ſoll. Wir ſind der Meinung, daß
gerade er im Arbeitslager und in der praktiſchen Handarbeit be=
weiſen
muß, daß der Student nicht mehr der politiſch zu verach=
tende
, ältere Typ des Bier=Studenten iſt, der in loſer Fröhlich=
keit
und liberaler Ungebundenheit ein heiteres Leben führt, ſon=
dern
daß in der Studentenſchaft ein neuer Typ ſich durchgeſetzt
hat, der ſeine Arbeit als Verpflichtung nimmt, vom erſten Augen=
blicke
ſeines Studiums an erzogen werdenn muß. So wird es
Aufgabe des Studenten im Arbeitsdienſt ſein, das was er kann
und was er auf Grund ſeiner beſſeren Ausbildung weiß, ſeinen
Kameraden im Lager lebendig zu machen, bei der Geſtltung ihrer
freien Zeit und ihres Feierabends vor allem mitzuwirken und
die Gemeinſchaftskräfte des Lagers zu wecken. Die Aufgabe des
zukünftigen Akademikers wird immer in der Gemeinſchaft liegen,
ſei es als Arzt, ſei es als Lehrer, ſei es als Landrat. Er wird die
Aufgabe haben, führend dieſe Gemeinſchaft zu geſtalten und dieſe
Führereigenſchaft wird er am beſten jetzt im Arbeitsdienſt ſchon
beweiſen können.
Die Grundlagen unſerer ganzen Arbeit entſpringen dem Ka=
meradſchaftserlebnis
der SA. und des Arbeitsdienſtes. Die Gefahr
beſteht, daß dieſes Erlebnis des Kampfes, dieſes Erlebnis der
Front, das die Studetengeneration der Kampfzeit noch in ſich ge=
tragen
hat und durch das ſie weſentlich erzogen worden iſt, für die
nachfolgende Studentenſchicht ausfüllt. Wir wollen aber dieſes
Kampferlebnis jedem einzelnen Studenten geben, deswegen ſtellen
wir ihn in die Front des Arbeitsdienſtes und ſtellen ihn in die
Front der SA. hinein.
Staatsſekretär Hierl und Dr. Stäbel
über den Arbeitsdienſt.
Im Verlauf der Woche fanden in allen Univerſitätsſtädten
große Arbeitsdienſtkundgebungen ſtatt. Eine ihrer bedeutſamſten
war die der Berliner Studentenſchaft. Hier ſprachen Oberſt Hierl,
der Staatsſekretär für Arbeitsdienſt, und Dr. Stäbel, der Führer
der Deutſchen Studentenſchaft.
Wichtig iſt, was Staatsſekretär Hierl über die erzieheriſche
Seite des Arbeitsdienſtes ſagte: Es iſt derſelbe Gedanke, der zum
Arbeitsdienſt führte, der die allgemeine Schulpflicht und die
Wehrpflicht brachte. Hier liegt der Kern der Idee des Arbeits=
dienſtes
. In gmeinſamem kameradſchaftlichen Dienſt ſollen Jung=
arbeiter
, Bauer und Student die rechte Einſtellung zur deutſchen
Arbeitsgemeinſchaft erhalten. Deshalb ſteht die allgemeine Arbeits=
dienſtpflicht
für uns als Ziel feſt. Vorausſetzung dafür iſt die
ſeeliſche Bereitwilligkeit des deutſchen Volkes, vor allem der deut=
ſchen
Jugend, dieſe Pflicht auf ſich zu nehmen, an der ich nicht
zweifle, wie ja die Deutſche Studentenſchaft von ſich aus ohne
jeden ſtaatlichen Zwang den Eintritt in den freiwilligen Arbeits=
dienſt
zur Pflicht erhoben hat.
Dr. Stäbel gab dem Willen der Deutſchen Studentenſchaft
Ausdruck, weiterhin gemeinſam mit den anderen Volksgenoſſen
im Arbeitsdienſt zuſammen die dienende Erziehung zum deutſchen
Volk und zum deutſchen Staat mitzuerleben. Die Abſonderung
einzelner Gruppen läge außerhalb des Bereiches jeder Möglichkeit.
Dieſe klare Hervorkehrung des erzieheriſchen Gehaltes im Ge=
danken
der Arbeitsdienſtpflicht macht dieſe Kundgebung zu einem
weſentlichen Markſtein ſtudentiſchen Arbeitsdienſtes. Durch die Er=
ziehung
für den Staat, die im Arbeitsdienſt geleiſtet wird, wird
nicht nur ein erzieheriſcher Erſatz für die uns heute un=
mögliche
Wehrpflicht gewährleiſtet, es wird in dieſer Blickrichtung
auch eine Entlaſtung der Studenten während ihrer eigentlichen
Fachſtudienzeit eintreten können; denn die Erziehung zum Staate
hin in Gemeinſamkeit mit den Altersgenoſſen anderer
Stände iſt ein Faktor, der durch eine noch ſo rege Erziehungs=
tätigkeit
der Studentenſchaft in ſich nicht erſetzt werden kann.

Heuoronung
des Derbändeweſens.
Der Reichsführer der Deutſchen Studentenſchaft und des
Nationalſozialiſtiſchen Deutſchen Studentenbundes hat am 20. Ja=
nuar
1934 folgende Verfügung erlaſſen:
Um die reſtlos geſchloſſene Führung der geſamten
deutſchen Studentenſchaft im Sinne des Führers und
der nationalſozialiſtiſchen Bewegung zu gewährleiſten,
um jegliche Möglichkeit einer überholten Verbands=
politik
von vornherein auszuſchließen, und um der Stu=
dentenſchaft
endlich die notwendige SA.=mäßige ſtraffe
Gliederung zu geben, verfüge ich als Führer der Deut=
ſchen
Studentenſchaft auf Grund der mir vom Herrn
Reichsminiſter des Innern übertragenen Vollmachten:
Sämtliche ſtudentiſchen Verbände ſind mit ſofortiger
Wirkung mir unterſtellt. Die Leiter der Verbände wer=
den
von mir beſtätigt und abberufen.
Der Aufbau der Deutſchen Studentenſchaft iſt damit
ein in ſich geſchloſſener. Die örtlichen Korporationen als
die Einzelzellen der ſtudentiſchen Lebensgemeinſchaft
ſind dem Führer der örtlichen Studentenſchaft in allen
politiſchen und hochſchulpolitiſchen Fragen unterſtellt.
Dieſer unterſteht dem Kreisführer der Deutſchen Stu=
dentenſchaft
, der ſeinerſeits dem Reichsführer der Deut=
ſchen
Studentenſchaft allein verantwortlich iſt. Die
Verbände als ſolche ſind zuſtändig nur für rein interne
Korporationsfragen, die ſie in ſtetem Einvernehmen
mit der Führung der Deutſchen Studentenſchaft zu
löſen haben. Die geſamte politiſche Schulung ſteht unter
der Aufſicht der Deutſchen Studentenſchaft und wird
nach deren Anordnungen durchgeführt.

Erſt durch dieſe zentrale, ſtraffe Führung ſämtlicher
Gliederungen der Deutſchen Studentenſchaft iſt Gewähr
geboten, daß wir dem Führer in entſchloſſener, ziel=
bewußter
Aufbauarbeit die nationalſozialiſtiſche deutſche
Studentenſchaft melden können, die er in ſeinem Kampf
um die innere Erneuerung des Reiches braucht.
Der Reichsführer NSDStB. und DSt.
gez. Dr. Stäbel,
Standartenführer.
Dieſe Entſcheidung wird in allen Kreiſen der Deutſchen Stu=
dentenſchaft
freudig begrüßt, denn ſie iſt für die Entwicklung der
Studentenſchaft von großer Bedeutung, da hier unter alle Zer=
riſſenheit
und Eigenbrötelei endgültig ein Strich gemacht wird.
Gleichzeitig iſt damit die letzte der Vorbedingungen, die die großen
Aufgaben der Deutſchen Studentenſchaft erfordern, erfüllt.

Don deutſchen Hochſchulen.
Die Univerſität Hamburg hat eine neue Verfaſſung erhalten,
die in ihren Grundzügen mit den bisher veröffentlichten neuen
Hochſchulverfaſſungen übereinſtimmt.
Wie wir erfahren, ſoll Prof., Krieck, der bekannte Pädagoge
und Rektor der Univerſität Frankfurt, einen Ruf nach Heidelberg
erhalten haben. Näheres ſteht noch aus.
LPD. Gießen, 24. Januar. Auch an der Gießener Landesuni=
verſität
fand unter ſtarker Beteiligung der Studentenſchaft und des
Lehrkörpers ſowie einer Anzahl Gäſte eine Kundgebung für den
Arbeitsdienſt und die ſtudentiſche Arbeitsdienſtpflicht ſtatt. Die
Einführungsanſprache hielt der Führer des ſtudentiſchen Kamerad=
ſchaftsheims
Seipp. Hierauf ſprach der Rektor der Univerſität,
Profeſſor Dr. Bornkamm. Die Hauptanſprache hielt der Gau=
Arbeitsführer Neuerburg aus Kaſſel. Die Schlußanſprache
wurde von dem Führer der Gießener Studentenſchaft stud. jur.
Adam gehalten. Die Kundgebung nahm einen eindrucksvollen
Verlauf und wurde zugleich ein Treubekenntnis und eine Huldi=
gung
für das Dritte Reich.

Die Hochſchule für Politik.
Eine Unterhaltung
mit Oberregierungsrat Gutterer.
Die Hochſchule für Politik in Berlin iſt nicht etwa eine
Schöpfung des nationalſozialiſtiſchen Staates. Und wer Gelegen=
heit
hatte, ſie vor den Januartagen des Jahres 1933 einmal zu
beſuchen, konnte ſich ſchnell davon überzeugen, daß in ihr alles
andere gelehrt wurde als die Kunſt, nationale Politik zu
betreiben.
Im Gegenteil, äußert ſich Oberregierungsrat Gutterer,
die Berliner Hochſchule für Politik war in den Fahren des
marxiſtiſchen Regimes gerade zu dem Zweck in Szene geſetzt
worden, um eine möglichſt geſchulte Schicht international denken=
der
Funktionäre für die mannigfachſten Aemter heranzubilden.
Wir haben daher von dieſer Hochſchule nur den äußeren Rahmen
übernehmen können. Es iſt nicht viel mehr von ihrer alten
Form geblieben als der Name.
Im Aufbau gleicht die Hochſchule für Politik einer jeden
andern Hochſchule. Sie iſt allerdings noch nicht ſtaatlich als
ſolche anerkannt, doch geht die ganze Arbeit darauf hinaus,
einmal die Schule des deutſchen Politikers im auswärtigen
Dienſt, in der Preſſe und in der inneren Staatsverwaltung zu
werden. Heute erhält der Student der Hochſchule, deren Beſuch
übrigens nicht an irgendeine andere als die Volksſchulbildung
gebunden iſt, nach erfolgreichem Beſuch ein Diplom. Da das
Studium insgeſamt ſechs Semeſter umfaßt, alſo die Zeit eines
normalen Univerſitätsſtudiums, iſt die Ueberführung in einen
regulären Hochſchulbetrieb mit keinen Schwierigkeiten verbunden.
Proſeminare, Seminare und als Grundlage derſelben ſemeſtrale
Vorleſungen garantieren den organiſchen Aufbau der Aus=
bildung
. Glauben Sie bitte nicht, erklärt Gutterer auf meine
Frage, daß wir etwa Nationalſozialismus lehren wollen. Das
iſt unmöglich. Unſere fundierende Arbeit beſteht darin, die geiſti=
gen
Grundlagen des Nationalſozialismus zum Ausgangspunkt
einer ebenſo theoretiſchen wie praktiſchen Ausbildung zu machen.
Selbſtverſtändlich iſt unſere Arbeit, wie jede wiſſenſchaftliche
Arbeit, ihre Grundlage, dazu beſtimmt, den Nationalſozialismus
(als unſere Grundlage) noch weiter vorzutreiben, neue Mög=
lichkeiten
etwa der Propaganda aufzuweiſen.
Gerade die Propaganda iſt eines der wichtigſten Gebiete
unſerer modernen Politik. Sie findet deshalb ſtarke Beachtung.
Hier kommt Pg. Gutterer auf ſein eigenes Gebiet zu ſprechen,
das er auch in der Hochſchule für Politik als Dozent hat.
Auch Propagandiſten kann man nicht heranbilden durch
Vorleſungen. Dazu gehört eine Fähigkeit. Man kann aus dem
Schatz ſeiner Erfahrungen Anregungen geben, kann im Hörer
Gedanken erwecken. Aber das iſt auch der Wert ſolcher Vor=
leſungen
gerade.
Iſt es auf anderen Gebieten nicht ähnlich?
Selbſtverſtändlich. Uns iſt Politik Idee der Perſönlichkeit.
Darum kann man Politik in dieſem Sinne genau ſo wenig
lehren, wie Propaganda. Aber Grundlagen vermitteln, An=
legungen
geben, Kenntnis von den Gedankengängen anderer
geben, das können wir und tun wir auch.
Wem würden Sie nun den Beſuch der Hochſchule für
Politik empfehlen?
Jedem, der ſpäter die journaliſtiſche Laufbahn einſchlagen
will. Für dieſen halte ich eine organiſche Ausbildung im
Politiſchen für unerläßlich. Es ſoll für den journaliſtiſchen Nach=
wuchs
ja ſpäterhin zur Pflicht gemacht werden, eine ſolche Aus=
bildung
nachzuweiſen. Aber auch für Amtswalter der Partei,
der Arbeitsfront und ähnlich Beſchäftigte ſind die Vorleſungen
und Kurſe von hohem Wert. Schon heute ſetzen ſich die 1500
Studierenden aus dieſen Kreiſen zuſammen. Wir haben auch
Studenten, die gleichzeitig an der Berliner Univerſität imma=
trikuliert
ſind und ſo das Fachſtudium mit dem Beſuch der Hoch=
ſchule
für Politik verbinden. Ein großer Prozentſatz ſind Be=
ſucher
mit Volksſchulbildung. Intereſſanterweiſe ſtellen auch
Ausländer einen erheblichen Teil der Belegenden dar. In
manchen Vorleſungen, ſo z. B. in meinen, oft bis zu einem
Drittel.
Die Hochſchule für Politik erfüllt heute den entgegengeſetzten
Zweck, als er ihr bei Gründung unterlegt wurde: Sie will einen
Stamm fähiger nationalſozialiſtiſch fühlender Deutſchen
mit den geiſtigen Grundlagen und der Syſtematik praktiſcher
Politik vertraut machen. Die Darmſtädter Studenten hatten ja
ſelbſt Gelegenheit, in vier Vorträgen, die von namhaften
Dozenten hier gehalten wurden, einen Einblick in dieſe Tätig=
keit
zu erhalten.
Schulze=Wechſungen, Dr. v. Leers, der ja auch Bundes=
ſchulungsleiter
des NSDStB. iſt, ſind Dozenten und leiten
Seminare. Den Präſidenten, Pg. Meier=Beneckenſtein und
Dr. Klemmt haben Sie hier ja ſelbſt gehört. Wollen Sie alles
eingehend wiſſen?
Ich bejahe natürlich und mit einem Bitteſchön und Auf
Wiederſehen drückt mir Oberregierungsrat Gutterer das Vor=
leſungsverzeichnis
in die Hand.
Sollte ſich jemand intereſſieren, ſtellen wir es ihm auch
gerne zu. Denn je ſtärker das Intereſſe, deſto größer unſer
Na
Erfolg.

Beſprechungen.

Der Deutſche Hochſchulführer Lebens= und Studienverhältniſſe
an den Hochſchulen des deutſchen Sprachgebiets. 16. Ausgabe für
das Studienjahr 1934. Groß=Format, 72 Seiten. Preis 1 RM.
Der Deutſche Hochſchulführer für das Jahr 1934
erſcheint zu einer Zeit, in der die deutſche Hochſchulſchule nach
Weſen und Aufgabe an einem Wendepunkt ſteht. Dieſe Tatſache
verleiht dem neuen Hochſchulführer ſeine beſondere Prägung. Das
bringen Reichsinnenminiſter Frick und Stabschef
der SA. Röhm in ihren Geleitworten zum Ausdruck.
Im einführenden Teil kommen Männer zu Worte, die bei der

Kultur und Raſſe, der Leiter der Hochſchulabteilung des Preu=
ßiſchen
Kultusminiſteriums, MiniſterialratDr. J. Haupt,
über Die Studentenſchaft im 2. Jahr der Revolution, der Schrift=
leiter
der Zeitſchrift Der Deutſche Student gand. jur G.
Schröder, über die Forderung Nationalſozialiſtiſcher Student!
Der Reichsführer der Deutſchen Studentenſchaft,
Tr.=Ing. O. Stäbel, legt den Aufbau der Deutſchen Stu=
dentenſchaft
dar und Prof. Dr. A v. Arnim. Oberführer der
SA., bringt uns die Bedeutung der Wehrwiſſenſchaft nahe. Daneben
iſt noch ausführlich das Weſen der Fachſchaften, der Arbeitsdienſt,
die Auslandsarbeit, das Studentenwerk u. a. von berufener Feder
behandelt.
Verantwortlich, Karl Aug uſt Weber, Darmſtadt.

[ ][  ][ ]

Seite 12 Nr. 25

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Freitag, 26. Januar 1934

Sodr Sateb Tata Saebtene

Suudalt.
Germania 03 Pfungſtadt Polizei Darmſtadt.
Der derzeitige Tabellenführer der Bezirksklaſſe Südheſſen
muß am kommenden Sonntag nach Pfungſtadt und wird dort
eines ſeiner ſchwerſten Spiele der Rückrunde zu beſtehen haben.
Die Pfungſtädter Elf hat ſich wieder gefunden und iſt, wie die
letzten Ergebniſſe bewieſen haben, die Mannſchaft, die auch die
Spitzenreiter zum Straucheln bringen kann. Nach Einſtellung
junger Kräfte, die ſich nach anfänglichen Mißerfolgen jetzt gut
eingeführt haben, hat die Mannſchaft ihre alte Schlagkraft und
Gefährlichkeit wieder erlangt. Die Polizeimannſchaft muß, ſchon
eine ganz große Leiſtung aufbringen, um gegen ihre ſonntägigen
Gegner erfolgreich zu beſtehen. Da anzunehmen iſt, daß beide
Mannſchaften dieſen Kampf mit größter Hingabe beſtreiten wird
recht guter Sport zu erwarten ſein, deſſen Beſuch ſich ſicher lohnen
wird. Die Anhänger der Polizeimannſchaft werden gebeten, da
der Pfungſtädter Waldſportplatz recht bequem zu erreichen iſt, ſich
recht zahlreich einzufinden, um der Mannſchaft den nötigen Rück=
halt
zu geben.
Vorher, um 12.30 Uhr, ſpielen die Reſ.=Mannſchaften.
P. ſ. R. Bürſtadt 5V. 98 Darmſtadt.
Wir machen nochmals darauf aufmerkſam, daß für die An=
hänger
der 98er Fußballer zu dem ſonntäglichen Spiel in Bürſtadt
noch Plätze in den Omnibuſſen frei ſind. Abfahrt 12.15 Uhr Mar=
ſtall
. Näheres Hut=Herold, Große Ochſengaſſe, und Zigarrenhaus
Mengler, Nieder=Ramſtädter Straße 51.
Sportverein 1910 WeiterſtadtTgſ. 1875 Darmſtadt.
Zum letzten Verbandsſpiel der Vorrunde empfängt SV. Wei=
terſtadt
die Tgſ. 1875 Darmſtadt. Die Gäſte haben in der letzten
Zeit beachtliche Ergebniſſe erzielt und ſtellen eine ſchnelle und
eifrige Mannſchaft ins Feld, die ſich nicht ſo leicht geſchlagen gibt.
Bei der Weiterſtädter Mannſchaft hoffen wir, daß ſie denſelben
Eifer und dieſelbe Energie aufweiſt, wie am vergangenen Sonn=
tag
in Darmſtadt. Beide Vereine haben ſich früher in der
4=Klaſſe immer ſpannende Kämpfe geliefert, und ſo glauben wir
auch annehmen zu dürfen, daß das Spiel am kommenden Sonntag
ein ſchönes und eifriges Spiel ſein wird, ſo daß wohl ein jeder
Zuſchauer auf ſeine Rechnung kommen wird. Vorher 2. Garni=
turen
. Zu gleicher Zeit Schüler auf dem 2. Platz Verbandsſpiel
gegen Schüler der Union Darmſtadt.

Unſere Olympia=Langfkreckenlänfer werden geprüft.

Unterwegs auf der Strecke.
Im Tegeler Forſt bei Berlin fand ein Olympia=Vorbereitungs=
Waldlauf ſtatt. Die glänzenden Leiſtungen erwecken die Hoff=
nung
, daß eine Langſtrecken=Elite für das Jahr 1936 allmählich
heranreift.

Germania EberſtadtSpK. Ober=Ramſtadt, 2 Uhr.
Die Leute von der Bergſtraße empfangen am Sonntag zum
letzten Spiel der Vorrunde den SpK. Ober=Ramſtadt. Die Ger=
manen
, die in den erſten Spielen nie ſo recht überzeugen konn=
ten
, ſind in letzter Zeit etwas mehr aufgekommen und haben nun
nach ihrem 1:0=Sieg über Mörfelden die Spitzengruppe erreicht.
Daher gauben wir kaum, daß es für die Ober=Ramſtädter am
Frankenſtein etwas zu holen gibt. Aber Germania tut gut, auf
der Hut zu ſein. Auch Ober=Ramſtadt will geſchlagen ſein. Was
Michelſtadt kann, vermag Ober=Ramſtadt auch, denn gerade die
Odenwälder nahm man damals zu leicht, und ein mageres 2:2
war die Folge. Wir bringen das hier den Vorſtädtern in Er=
innerung
. Vorher, 12,15 Uhr, ſpielen die Reſerven.

Kleine Fußballnotizen.

Paul Flierl, der Fußball= und Leichtathletikführer des
Gaues Bayern, kann am 26. Januar ſeinen 50. Geburtstag
feiern. Schon vor dem Kriege war Flierl auf verantwortlichem
Poſten in der ſüddeutſchen Sportorganiſation tätig. Im Jahre
1923 wurde er Schatzmeiſter des Süddeutſchen Fußball= und Leicht=
athletik
=Verbandes, deſſen Vorſitz er nach dem Ableben Kartinis
im Jahre 1932 übernahm. Flierl iſt übrigens ein lebender Be=
weis
für die Theſe, daß der Sport jung erhält. Noch als 48= Jäh=
riger
erwarb er ſich das Goldene Sportabzeichen.
Den größten Kaſſenerfolg der bisherigen Länder=
ſpiele
die die Schweizer Nationalmannſchaft in der Spielzeit
1933/34 ausgetragen hat, ſtellt der Kampf SchweizDeutſchland
am 19. November in Zürich dar. Es brachte einen Reinertrag
von rund 48 000 Franken. Die vorangegangenen Spiele brachten
gegen Jugoſlawien 16 500 und gegen Rumänien 13 000 Franken.
Zwei Sonntage Platzſperre für Zuſchauer hat
Weſtmark Trier auf Grund der ſkandalöſen Vorgänge anläßlich
des letzten Meiſterſchaftsſpieles Weſtmark TrierBonner FV. er=
halten
. Die Gauligaſpiele WeſtmarkFortung Kottenheim und
WeſtmarkEintracht Trier müſſen daher ohne Zuſchauer ausge=
tragen
werden. Der Ausſchluß der Oeffentlichkeit wirkt ſich
beſonders bitter bei dem mit Spannung erwarteten, Lokalrück=
kampf
aus. (Zaungäſte werden aber doch wohl zugelaſſen ſein.)

In der Vorſchlußrunde um die weſtdeutſche Hochſchul=
Fußballmeiſterſchaft trafen ſich am Donnerstag in Marburg vor
500 Zuſchauern die Univerſitätsmannſchaften von Marburg und
Bonn. Die Marburger ſiegten verdient mit 4:1 (1:0) und treffen
im Endſpiel auf Münſter.

Ungarns Fußballelf trat nach ihren Spielen in
Frankfurt und Paris am Mittwoch in Rotterdam an. Die Un=
garn
ſiegten vor 3000 Zuſchauern gegen die Rotterdamer Stadt=
elf
mit 5:1 (2:1).
Ein Radlerfeſt in Frankfurk g. M.
Am Samstag, 27. Januar, veranſtalten die im Dritten Reich
geeinten Radler im großen Saale des Frankfurter Palmengar=
tens
ein Saalſportfeſt, für das der Bezirk 3 des Gaues Südweſt
ein intereſſantes, mannigfaltiges Programm zuſammengeſtellt hat.
Mannſchaften aus Oberrad. Darmſtadt, Biſchofsheim, Zeils=
heim
. Kriftel, Hechtsheim, Biebrich, Frankfurt, Bürgel, Eppelborn
(Saar), Hainſtadt, Flörsheit Selzen, Bergen und Hochheim
fahren Schul= Kunſt= und Schmuckreigen. Teilweiſe ſind ſie auf
dem Gebiete des Saalfahrens ſchon wiederholt Meiſter geweſen.
Zweier=Radballſpiele gibt es zwiſchen Blitz Saarbrücken
und Kelkheim, zwiſchen der Wanderluſt Frankfurt und dem Rad=
ſport
=Club Wiesbaden, zwiſchen Hechtsheim und Germania
Gersweiler. Zum Schluß treffen ſich noch die Weltmeiſter Schrei=
ber/Blerſch
mit ihren alten Gegnern vom RC. Oberrad.

Handball.
Polizei Darmſtadt B. f. R. Schwanheim
am Sonntag, 14.30 Uhr, Polizeiplatz.
Am kommenden Sonntag empfängt Polizei=SV. die ſpiel=
ſtarke
Mannſchaft des VfR. Schwanheim. Der vorjährige Main=
meiſter
iſt zurzeit ſehr gut in Fahrt. Der beſte Beweis ſeiner
Spielſtärke iſt die äußerſt knappe Niederlage von 6:7 auf dem
gefährlichen Gelände der Herrnsheimer Turner. Am vergange=
nen
Sonntag erſt fertigten die Schwanheimer die Tgſ. Offenbach
mit 12:5 ganz überlegen ab. Seit der Wiedereinſtellung der
Gebr. Pabſtdorf hat die Mannſchaft ganz erheblich an Durch=
ſchlagskraft
gewonnen. Die Polizeielf wird deshalb gut daran
tun, die Schwanheimer ſehr ernſt zu nehmen. Polizei benötigt
noch 3 Punkte aus 4 ausſtehenden Spielen zur Meiſterſchaft. Wir
hoffen, daß die Punkte am Sonntag ſicher in Darmſtadt bleiben,
Vor dem Ligaſpiel trifft Polizei 3. auf Tgde. Egelsbach 2.
SV. Merck DarmſtadtGermania Pfungſtadt.
Zum erſten Freundſchaftsſpiel nach der Pflichtrunde wird
Merck gegen die Pfungſtädter Germanen antreten. Die Gäſte
ſtehen an zweiter Stelle ihres Bezirks. Die Mercker, welche
zurzeit noch die Tabelle führen, müſſen ſich ordentlich ſtrecken,
wenn ſie einen Sieg erlangen wollen. In beiden Mannſchaften
ſind gute Kräfte vorhanden, ſo daß ein intereſſantes Spiel zu er=
warten
iſt. Spielbeginn 2,30 Uhr auf dem Platze an der Maul=
beer
=Allee. Das Spiel der 2. Mannſchaft fällt aus.
* Handball im Kreis 17 (9denwald).
Am kommenden Sonntag ſpielen: Erbach Kirch= Brom=
bach
, 1.45 Uhr; Groß=Bieberau Lengfeld. 2.30 Uhr: Nieder=
Klingen Klein=Zimmern, 2 30 Uhr; Mümling=Grumbach
Böllſtein, 2.30 Uhr; Zell Lützel=Wiebelsbach, 2.30 Uhr; Alt=
heim
Heubach, 2.30 Uhr; Spachbrücken Gundernhauſen. 2.30
Uhr; Pfaffen=Beerfurth Fränkiſch=Crumbach. 2.30 Uhr; Groß=
Bieberau, 2 Reinheim 2. 1.15 Uhr; Erbach, 2. Michelſtadt,
3.00Uhr; Momart König, 2.30 Uhr.
Kleine Spork=Rundſchau.
Auf der Olympia=Bobbahn am Rieſſerſee kam am
Mittwoch ein Viererbobrennen um den Wanderpreis des Deut=
ſchen
Bobverbandes zum Austrag. Meiſter Kilian erreichte mit
ſeinem Bob Olympia mit 1:18,7 Minuten einen neuen Bahn=
rekord
und ſiegte in der Geſamtzeit von 2:38,9 Minuten vor dem
Hannoverauer Bob Wiſpo.
Die deutſche Ski=Mannſchaft, die vom 1. bis 4. Februar an den
Ungariſche Meiſterſchaften, teilimmt, ſetzt ſich aus Guſtl Müller,
Bayriſch=Zell, Alfred Stoll. Berchtesgaden, Franz Reiſer und An=
ton
Eisgruber, Partenkirchen, zuſammen.
Drei Deutſche, Gottfried v. Cramm, Dr. Dreſſart und
W. Menzel, kamen bei den deutſchen Hallentennismeiſterſchaſten
in Bremen unter die letzten Acht‟. Die übrigen fünf Teilnehmer
ſind die Schweden Oeſtberg und Schroeder, die Franzoſen Landry
und Leſueur und der Däne Ulrich.
Europameiſter Hornfiſcher mußte in Stockholm von
dem Schweden J. Nyman in 3:45 Minuten eine Schulternieder=
lage
hinnehmen. Bei der gleichen Veranſtaltung wurde auch der
Dortmunder Scharfe von dem Schweden Anderſſon entſcheidend
beſiegt.

Führerwechſel
im Schwimmclub Jung=Deutſchland.
* In der geſtrigen außerordentlich ſtark beſuchten Hauptver=
ſammlung
des Schwimmclubs Jung=Deutſchland ſchlug der bis=
herige
Vorſitzende Med.=Rat Dr. Friedrich als ſeinen Nachfolger
den Leiter des Perſonalamts der heſſiſchen Regierung, Verwal=
tungsdirektor
Otto Loewer vor. Dieſer Vorſchlag
wurde einmütig gebilligt und Dr. Friedrich für ſeine erfolgreiche
jahrzehntelange Führung des Schwimmclubs herzlicher Dank aus=
geſprochen
. Dr. Friedrich wurde zum Ehrenvorſitzen=
den
des Clubs ernannt. Es wurde mitgeteilt, daß ſich aus
der finanziellen Lage des Clubs der Zwang ergeben habe, den
bisherigen Trainer Schwimmlehrer Bertling aus ſeinem Ver=
ragsverhältnis
zu entlaſſen.
Mit ſeinem Entſchluß, aus geſundheitlichen Gründen die Lei=
ung
des Schwimmelub Jung=Deutſchland in andere Hände zu
geben, iſt Medizinalrat Dr. Friedrich von einem Poſten geſchieden,
von dem aus er in jahrelanger Tätigkeit den Schwimmklub zu
ſchönſten Erfolgen geführt und den geſamten Schwimmſport in
Darmſtadt und Süddeutſchland befruchtet und ausgebreitet hat.
Auch als Vorſitzender des Stadtausſchuſſes für Leibesübung hat
Dr. Friedrich die Belange der Leibesübungen unter oft ungün=
ſtigen
Verhältniſſen gewahrt und vorangetrieben. Das dankt ihm
die ganze Gemeinde der Schwimmer, Turner und Sportler, die
ihren Dr. Friedrich nicht vergeſſen und auch weiter ſeine Er=
fahrungen
und ſachverſtändigen Ratſchläge gerne hören wird.
In nicht leichter Situation übernimmt Direktor Loewer den
Club, und wir wünſchen ihm vollen Erfolg in ſeiner Arbeit,
Jung=Deutſchland im ſchwimmeriſchen Leben der Stadt zu neuer
Blüte zu führen.

Die Monte=Carlo=Sternfahrt
wurde am Mittwoch mit den techniſchen Prüfungen beendet. Von
den 143 an den verſchiedenſten Orten Europas geſtarteten Fah=
rern
ſind rechtzeitig 115 am Ziel eingetroffen. Sieger der Herren=
klaſſe
wurde der in Athen geſtartete Franzoſe Gaſtrevoux ( Hotch=
kiß
) mit 1013,73 Punkten. Sieger bei den Damen wurden die
Franzöſinnen Frl. Houſting und Frl. Foreſt.
Hornfiſcher geſchlagen.
Der Nürnberger Europameiſter Hornfiſcher und der Dort=
munder
Mittelgewichtler Scharfe gingen am Mittwoch in Stock=
holm
anläßlich des Jubiläums=Ringkampfturniers des Schwedi=
ſchen
Verbandes an den Start. Die beiden Deutſchen mußten ent=
ſcheidende
Niederlagen einſtecken. Hornfiſcher wurde von dem
Schweden J. Nyman in 3:45 Minuten entſcheidend beſiegt, aller=
dings
auf nicht ganz einwandfreie Weiſe. Der Dortmunder
Scharfe zeigte ſich im Stand ſeinem ſchwediſchen Gegner S.
Anderſſon zwar überlegen, unterlag aber nach ſchlechten Leiſtun=
gen
im Bodenkampf nach 10:48 Minuten ebenfalls entſcheidend.
Europameiſter Jvar Johanſon=Schweden ſchlug im Mittelgewicht
ſeinen Landsmann Ivar Eriksſon nach 1:39 Minuten entſcheidend.

Rundſunk=Progkamme.
Frankfurt: Freitag, 26. Januar
10.30: (Nur Freiburg): Werbekonzert.
10.50: (Nur Freiburg): Eigene Sendung.
14.30: (Nur Freiburg): Nachrichten.
14.40: Stunde der Frau: Die junge Mutter.
16.00: Nachmittagskonzert. Das Funkorcheſter. Ltg.: Rosbaud.
17.45: Dr. Kühn: Die Verkaufs=Organiſation eines induſtriellen
Großbetriebes 18.00: Stunde der Jugend.
18.25: Köln: Engliſcher Sprachunterricht.
19.00: Vom Deutſchlandſender: Stunde der Nation: Volkslieder
und Hausmuſik aus zwei Jahrhunderten.
20.00: Griff ins Heute.
20.10: Berlin; Fronleichnam 1916 120 Tote! Kurzhörſpiel
von Werner Plücker. 20.30: Köln: Stimmen der Zeit=
21.15: Köln: Konzert für Violoncello und Orcheſter von Anton
Dvorak. Das Funkorcheſter. Ltg.; Dr. Buſchkötter.
22.45: Stuttgart: Unterhaltungsmuſik.
23.00: Nachtmuſik. Das Funkorcheſter. Ltg.: Rosbaud.
24.00: Vom Schickſal des deutſchen Geiſtes. René Wirtz: Ein deut=
ſcher
Kaufmann auf der Suche nach Troja; anſchl.: Muſik.

9.00:
9.40:
10.10:
10.50:
11.30:
11.45:
15.00:
15.45:
16.00:
17.00:
17.25:
18.05:
18.25:
19.00:
20.00:
20.30:
21.50:
23.00:

Königswuſterhauſen.
Deutſchlandſender: Freitag, 26. Januar
Schulfunk: Landknechtslieder.
Hans Henning Frh. Grote: Dichter ſterben.
Schulfunk: Italieniſcher Volkscharakter in Lied und Tanz=
Spielturnen im Kindergarten.
Erwin Gerlach; Gedanken eines jungen Juriſten.
Zeitfunk.
Mädelſtunde: Wir lernen die deutſchen Komponiſten kennen=
Zum Geburtstag W. A. Mozarts, am 27. Januar.
Gemütl. Verſe Borries Frhr v. Münchhauſen: Winteridylle,
München: Veſperkonzert. Ltg.: Erich Kloß.
Prof. Kiekebuſch: Die deutſche Vorgeſchichte als Quelle völ=
kiſcher
Erziehung.
Romantiſche Klaviermuſik. Werke von Brahms; Schumann u.
Liſzt Joh. Strauß (Flügel).
Der Arbeiter in Gießerei und Schniede. 4Aufnahme.)
W. Hermann lieſt aus dem Buch: Sturm 33, H= Maikowſki
Stunde der Nation: Volkslieder u. Hausmuſik aus 2 Jahrh.
Kernſpruch. 20.05: Italieniſch für Anfänger.
Das heidniſche Dorf. Volksſtück v. Konrad Beſte.
Die letzten Hammerſchläge. Hörbericht vom Aufbau der Aus=
ſtellung
: Grüne Woche.
Frankfurt: Nachtkonzert. Ltg.: Hans Rosbaud.

Welierbericht.
Wenn auch der hohe Druck zunächſt noch das trockene und
kalte Wetter fortbeſtehen läßt, ſo wird doch allmählich eine Aende=
rung
des Witterungscharakters eintreten. Denn ſehr warme Luft
iſt ſchon bis nach Frankreich vorgedrungen und verurſacht dort
Niederſchläge. Auch bei uns werden ſich bis Ende der Woche
Milderungen und Dunſtbildungen mit Neigung zu Niederſchlägen
einſtellen.
Ausſichten für Freitag, den 26. Januar: Zunächſt noch Froſt und
trocken, doch allmählich milder und aufkommende Dunſt=
bildungen
.
Ausſichten für Samstag, den 27. Januar: Neblig, wolkig und
Froſtrückgang, vereinzelt auch Niederſchlagsneigung.

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[ ][  ][ ]

Der Ausweis

Erläuterungen vom 23. Januar.
Leichke Skeigerung des Deviſenbeſtandes und
der Nokendeckung.
ſich in der verfloſſenen Bankwoche die geſamte Kapitalanlage der
Bank in Wechſeln und Schecks, Lombard= und Wertpapieren um
131,8 Mill. auf 3307,6 Mill. RM. verringert. Im einzelnen haben
ſich die Beſtände an Handelswechſeln und =ſchecks um 130,2 Mill.
auf 2634,8 Mill. RM., die Lombardbeſtände um 1,7 auf 62,4 Mill.
RM., die Beſtände an Reichsſchatzwechſeln um 12,8 Mill. auf 1,3
Mill. RM. abgenommen, dagegen die Beſtände an deckungsfähigen
Wertpapieren um 12.9 Mill. auf 288,6 Mill. RM. zugenommen. dagegen Elektr. Licht=Kraft, Felten und Hamburger Elektr. Werke.
Die Beſtände an ſonſtigen Wertpapieren blieben mit 320,5 Mill. Auch Deutſche Atlanten konnten auf anhaltende Intereſſenkäufe
RM. nahezu unverändert.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind
zwar hat ſich der Umla f an Reichsbanknoten um 124,5 Mill. auf
3229,6 Mill. RM., derjenige an Rentenbankſcheinen um 6,6 Mill.
auf 362,0 Mill. RM. verringert. Der Umlauf an Scheidemünzen
nahm um 59,1 Mill. auf 1335,3 Mill. RM. ab. Der Beſtand der
Reichsbank an Rentenbankſcheinen hat ſich auf 46,9 Mill. RM.,
derjenige an Scheidemünzen unter Berückſichtigung von 3.1 Mill.
neuausgeprägter und 4,0 Mill. RM. wieder eingezogener auf
347,2 Mill. RM. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 537,1
Mill. RM. eine Zunahme um 80.1 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben ſich
um 1.9 Mill. auf 393,4 Mill. RM. erhöht. Im einzelnen haben
die Goldbeſtände um 3,2 Mill. auf 380,3 Mill. RM. abgenommen
und die Beſtände an deckungsfähigen Deviſen um 5.1 Mill. auf
13,1 Mill. RM. zugenommen. Die Deckung der Noten betrug am
23. Januar 12,2 Prozent gegen 11,7 Prozent am 15. Januar d. J.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Bahnbrechendes Abkommen im Schmierölhandel. Im Oktober
vorigen Jahres gelang es, unter dem Vorſitz des Reichsſtandes des
deutſchen Handels, die damals beſtehenden drei Oelgroßhändler=
verbände
zu einigen und zu einem Verbande zuſammenzuſchlie=
ßen
. Durch dieſe Einigung entſtand eine Geſchloſſenheit in dem
Mineralölgroßhandel, die es ermöglichte, in Verhandlungen mit
den Oelimporteuren (Diſok=Firmen) einzutreten. Bekanntlich be=
lieferten
die Deſok=Firmen zum großen Teil auch in kleinſten
Mengen die Verbraucherſchaft. Eine derartige Geſchäftsbetäti=
gung
lag nicht im Sinne des Nationalſozialismus. Es kam alſo
darauf an, die Deſok=Firmen zu veranlaſſen, ſich zugunſten des
Großhandels aus dieſem Verbrauchergeſchäft mehr oder weniger
zurückzuziehen. Die Verhandlungen, die ſich äußerſt ſchwierig
geſtalteten, weil die Deſok=Firmen auf die volle Ausnutzung ihrer
weit verzweigten Organiſation nicht verzichten zu können glaub=
ten
, ſind in der letzten Woche zu einem poſitiven Ergebnis gekom=
men
. Die Deſok=Firmen haben auf das Anbruch= und das Oel=
eckengeſchäft
ganz verzichtet und dem Großhandel weſentliche Er=
leichterungen
in der Geſchäftsbetätigung bis zu 5 Faß zugeſtan=
den
. Man iſt überein gekommen, gemeinſame Händlerliſten auf=
zuſtellen
, die zu Großhändlerbedingungen beliefert werden. Auch
hinſichtlich der Preisgeſtaltung wurde eine Einigung erzielt. Die
üblich gewordenen Unterbietungen werden nunmehr fortfallen.
Zur Kontrolle werden in ganz Deutſchland gemeinſam arbeitende
Kommiſſionen eingeſetzt. Hauptrichtlinie war auch bei dieſen Ver=
handlungen
die Arbeitsbeſchaffung in Verbindung mit der Ein=
ſchaltung
ſelbſtändiger Exiſtenzen.
Zulaſſung von Schrotthändlern. In der nächſten Nummer
des Reichsgeſetzblattes wird eine Verordnung des Reichswirt=
ſchaftsminiſters
veröffentlicht werden, nach der als Schrotthändler
im Sinne der Verſchrottungsverordnung vom 13. Dezember 1933
(RGBl. 1 S. 1071) alle Schrotthändler gelten, die der Fachſchaft
Deutſcher Schrottverband, Düſſeldorf, Peter=Janſſen=Straße 10,
angehören. Die Schrotthändler werden verpflichtet, ſich dem Ver=
äußerer
gegenüber als zugelaſſen auszuweiſen und in der Ver=
ſchrottungserklärung
ihre Mitgliedsnummer anzugeben.
Deutſche Induſtrie=Werke A.=G., Berlin=Spandau (5 Mill.
RM. Geſamtverluſt). Die Deutſche Induſtrie=Werke A.=G. deren
Großaktionär bekanntlich die Viag iſt hat zum 30. 9. 1933 mit
einem Verluſt von 1,748 Mill. abgeſchloſſen, der ſich um den Ver=
luſtvortrag
auf 4,999 Mill. RM. erhöht. Auf Beteiligungen mußte
ein Verluſt von 0,32 Mill. RM. verbucht werden. Auf Anlagen
wurden 0,664 (0,84) Mill., auf Waren und Forderungen 0.398
(1,315) Millionen RM. abgeſchrieben. Durch die Stillegung
ergab ſich ein Umſatz von nur 1 Mill. RM. Die Fabrikatbeſtände
der Motorradfabrik ſind am Bilanzſtichtage faſt reſtlos geräumt,
die Geſellſchaft hofft, in 1933/34 auch die Beſtände der Landmaſchi=
nenfabrik
reſtlos veräußern, zu können. Die Inlandsquote im
Stabeiſenverband wurde an die Ilſeder Hütte, die Auslandsquote
bis Ende 1934 an die Neukircher Eiſenwerk A.=G. abgegeben. Die
Deutſche Induſtrie=Werke Spandau G. m. b. H., deren Kapital
von 0.40 Mill. RM. ſich voll bei der Geſellſchaft befindet, ſchloß
1932/33 mit 0,32 Mill. RM. Verluſt ab, der übernommen worden
iſt. Die Geſchäftsanteile der Deutſche Kunſtlederwerke Wolfgang
G. m. b. H. in Wolfgang bei Hanau wurden an die Deutſche Gold=
und Silberſcheideanſtalt vorm. Roeßler in Frankfurt a. M. ver=
kauft
. Das Umlaufsvermögen verminderte ſich auf 2 06 (5,60)
Mill., die Verbindlichkeiten insbeſondere durch Rückgang der
Bankſchulden auf 2,95 (4,83) Mill. auf 3.12 (5,59) Mill. RM.
An Stelle des verſtorbenen Staatsſekr. Dr. Fiſcher wurde Staats=
ſekretär
i. e, R. Dr. Trendelenburg in den Aufſichtsrat gewählt.
Die öffentlichen Feuerverſicherungsanſtalten im Jahre 1933.
Nach der Feſtſtellung des Verbandes öffentlicher Feuerverſiche=
rungsanſtalten
in Deutſchland betrugen die Leiſtungen für Brand=
ſchäden
bei den öffentlichen Feuerverſicherungsanſtalten ( Brand=
verſicherungsanſtalten
, Sozietäten, Brandkaſſen) im Dezember 1933
1993 642 RM. gegen 3 918 416 RM. im November 1933. Die
Geſamtleiſtung der öffentlichen Feuerverſicherungsanſtalten be=
trugen
im verfloſſenen Jahre 1933: 70 172 685 RM. für 73 450 an=
gefallene
Brandſchäden. Der Schadenverlauf war demnach gün=
ſtiger
als im Vorjahre (1932) mit 99 131 197 RM. für 75 560 an=
gefallene
Brandſchäden.
Schweizer Bodenkreditanſtalt 7 Prozent Dividende. Der
Verwaltungsrat der Schweizer Bodenkreditanſtalt, Zürich, hat in
ſeiner Sitzung vom 24. Januar die Verlagen der Direktion über
den Abſchluß für 1932 genehmigt. Die Gewinn= und Verluſtrech=
nung
ſchließt mit einem Kapitalſaldo von 2 003 376 Schweizer
Franken (einſchließlich Vortrag von 221 631 Schw. Fr.) gegenüber
2 071 464 Schw. Fr. im Vorjahr ab. Der Generalverſammlung,
die auf den 17. Februar angeſetzt iſt, wird die Ausſchüttung einer
Dividende von 7 (7) Prozent auf das Aktienkapital von 18 Mill.
Schw. Fr. und die Verweiſung von 400 000 Schw. Fr. an den
Reſervefonds vorgeſchlagen. 264 019 Schw. Fr. werden auf neue
Rechnung vorgetragen.
Die Tſchechoſlowakiſche Nationalbank ermäßigt die Sätze für
Lombarddarlehen. Der Bankrat der Tſchechoſlowakiſchen Natio=
nalbank
nahm in ſeiner geſtrigen Sitzung den Geſchäftsbericht des
Inſtituts entgegen, in dem feſtgeſtellt wird, daß die Induſtrie=
beſchäftigung
eine ſaiſonmäßig bedingte Ruhe zeige. Die Arbeits=
loſigkeit
nähere ſich ihrem Vorjahresſtand, der winterliche Saiſon=
zuwachs
ſei weniger ſtark als im Vorjahr. In den einzelnen
Branchen ſei eine allmähliche Konſolidierung zu beobachten,
hauptſächlich in Unternehmungen mit geſunder Kapitalbaſis. Die
Illiquidität des Wirtſchaftsprozeſſes in den vorhergehenden Mo=
naten
der Depreſſion verſchwinde langſam. Die Inſolvenzwelle
ſei im Rückgang begriffen. Der Außenhandel zeige andauernd
Schwierigkeiten. Die Saiſonbelebung der Fertigwarenausfuhr ſei
geringer als in den Vorjahren. Die Einfuhr ſei im Dezember
gegenüber dem Vormonat geſunken. Der Bankrat beſchloß, den
Satz für Lombarddarlehen ab 25. Januar für Staatspapiere auf
5.Prozent und für andere Werte auf 5½ Prozent herabzuſetzen.

der Reichsbank.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Im Hinblick auf die beginnenden Stillhalteverhandlungen
legte ſich die Berliner Börſe geſtern, weitere Zurückhaltung
auf, ſo daß ſich an der beſtehenden Geſchäftsloſigkeit nichts änderte.
Selbſt die zuverſichtlichen Berichte des Inſtituts für Konjunktur=
forſchung
ohne des Statiſtiſchen Reichsamtes blieben eindruckslos,
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 23. Januar 1934 hat wenn ſie auch zu einer rein ſtimmungsmäßig freundlichen Beur=
teilung
der Lage beitragen. Das Kursniveau gab an den Aktien=
märkten
überwiegend nach, insbeſondere in Montanen drückten
einige Abgaben. Hoeſch verloren /8. Klöckner und Mannesmann
je ¾ Prozent. Auch Elektropapiere bröckelten unter Führung von
Siemens (minus 1½ Prozent) ab. Selbſt Gesfürel mußten ſich
trotz der Verlautbarung über eine Beibehaltung, der bisherigen
Dividende einen geringen Abſchlag gefallen laſſen. Feſter lagen
weitere 1½ Prozent gewinnen. Reichsbankanteile verloren zu=
nächſt
1½ Prozent und ſehr bald ein, weiteres halbes Prozent.
131,1 Mill. RM. in die Kaſſen der Reichsbank zurückgefloſſen, und Auch der im Verlauf bekannt werdende Reichsbankausweis, der
eine leichte Steigerung des Deviſenbeſtandes und der Noten=
deckung
verzeichnet, vermochte die Tendenz nicht zu beeinfluſſen.
Am Rentenmarkt konzentrierte ſich das Intereſſe auf Caiſſe Com=
mune
=Werte, da von einer Wiederaufnahme der Zinszahlungen
geſprochen wird. Von deutſchen Renten blieben Altbeſitz gefragt
und um ½ Prozent gebeſſert. Im weiteren Verlaufe der Börſe
drückte die Geſchäftsloſigkeit anhaltend auf die Kurſe, ſo daß er=
neute
Einbußen bis zu 1 Prozent eintraten. Nur wenige Werte
zeigten Beſſerungen, darunter Felten und Deutſcher Eiſenhandel
je plus 1 Prozent, Schleſiſche Gas plus 38 Prozent. Chade plus
0,5 RM. Farben gaben um ½ Prozent nach im gleichen Ausmaß
waren auch RWE. und Bekula gedrückt. Niederlauſitzer minus
1 Prozent. Am Markt der feſtverzinslichen Werte verloren Mark=
Obligationen durchſchnittlich ½½ Prozent. In dieſem Umfang
ſchwächten ſich auch Hypotheken=Goldpfandbriefe ab.
Die Frankfurter Börſe verkehrte in äußerſt ſtiller Hal=
tung
. Die Umſatzſchrumpfung führte zum teilweiſen völligen
Stillſtand im Börſenverkehr. Trotzdem blieben die Kurſe ziemlich
widerſtandsfähig. Die außenpolitiſche Lage wurde beachtet. Die
Berichte des Inſtituts für Konjunkturforſchung, die ſehr zuver=
ſichtlich
gehalten ſind, und Mitteilungen über weiteren Aufſchwung
in der Wirtſchaft gaben einen gewiſſen Rückhalt. Die Einberu=
fung
des Reichstages zum 30. Januar, dem Jahresgedenktage der
Machtübernahme wurde allſeits beachtet. Bei geringen Umſätzen
eröffneten JG. Farben ½ Prozent freundlicher. Rütgerswerke
blieben unverändert, dagegen büßten Scheideanſtalt 1½ Prozent
ein. Elektrowerte uneinheitlich: Siemens in Erwartung der
Bilanzbeſchlüſſe gut gehalten, auch Gesfürel behauptet, dagegen
Schuckert 1 Prozent, Akkumulatoren 2½ Prozent ſchwächer, Lech=
werke
Augsburg 1 Prozent höher. Die Kursbildung war hier
wie auch an anderen Märkten zumeiſt vom Zufall abhängig Mon=
tanwerte
bröckelten weiter leicht ab, ſo Gelſenkirchen um ½ Pro=
zent
. Klöckner und Mannesmann um je ½ Prozent, Mansfeld um
3 Prozent und Buderus um 78 Prozent. Transportwerte eher
freundlicher. Reichsbahn=Vorzugsaktien wieder ½ Prozent. Nordd.
Lloyd ½ Prozent feſter. Angeſichts der Geſchäftsſtille verzögerte
ſich an den meiſten Märkten die erſte Kursfeſtſtellung. Auch der
Rentenmarkt hatte nur ſehr geringe Umſätze. Selbſt die bisher
bevorzugten umgetauſchten Reichsmark=Anleihen lagen bei ¼ bis
½ Prozent Kursrückgang ſtill. Von Reichsanleihen Altbeſitz 38
Prozent höher, Neubeſitz behauptet, ſpäte Reichsſchuldbuchforde=
rungen
aber ½ Prozent ſchwächer. Von Auslandsrenten blieben
Ungariſche Goldrente auf dem am Vortage erhöhten Stand be=
hauptet
, Oeſterr. Schatz gewannen 2½ Prozent.
Die Abendbörſe nahm einen ſehr ſtillen Verlauf. Kund=
ſchaftsaufträge
fehlten nahezu vollkommen, dadurch zeigte auch die
im Grunde genommen zuverſichtliche Kuliſſe keine Neigung zu
Neuengagements. Die Kurſe lagen im Vergleich mit den Ber=
liner
Schlußnotierungen meiſt behauptet. Etwas feſter und auch
lebhafter waren Bekula, die ½ Prozent anzogen und mit 120 ge=
ſucht
blieben. Am Rentenmarkte ſetzten Altbeſitzanleihe unver=
ändert
ein. Neubeſitzanleihe zogen geringfügig an, im übrigen
lagen die letzten Kurſe behauptet. Das Geſchäft war auch hier
ſehr ſtill. Im Verlaufe erfuhr das Geſchäft keine Belebung mit
Ausnahme von Bekula, die weiterhin unter Schwankungen leb=
hafter
umgeſetzt wurden.

Produkkenmärkke.
Mannheimer Getreidemarkt vom 25. Januar. Weizen in=
länd
. (7677 Kilo) frei Mannheim 19,90. Feſtpreiſe franko Voll=
bahnſtation
des Erzeugers per Januar: Bezirk 9 19,20, Bezirk 10
19.40. Bezirk 11 19.70; Roggen ſüdd. (7172 Kilo) frei Mann=
heim
17.00 Feſtpreiſe franko Vollbahnſtation des Erzeugers per
Januar: Bezirk 9 16,10. Bezirk 10 16,40; Hafer inländ. 15,25 bis
15,50, Sommergerſte inländ. 18,0018,50 (Ausſtichware über
Notiz), Pfälzer Gerſte 18,0018,50 (Ausſtichware über Notiz),
Futtergerſte inländ. 17,25, Mais (La Plata) im Sack 19,50, Erd=
nußkuchen
prompt 16,7517,00, Soyaſchrot prompt 15,0015,25,
Napskuchen 14,50. Palmkuchen 14,5015,75, Kokoskuchen 17,50,
Seſamkuchen 17,00, Malzkeime 14,50, Leinkuchen 17.2517,50,
Viertreber (getrocknet) mit Sack 17,75, Rohmelaſſe 8,50, Trocken=
ſchnitzel
ab Fabrik 10,00, Steffenſchnitzel 11,25, Wieſenheu loſe
6,406,80. Rotkleeheu 6,807,00, Luzernekleeheu 8,008,20,
Stroh: Preßſtroh Roggen=Weizen 2,202,40, Hafer=Gerſte 1,80
bis 2,00, geb. Stroh Roggen=Weizen 1.401,60, Hafer=Gerſte 1,20
bis 1,40; Weizenmehl Spezial 0 mit Austauſchweizen per Januar
29,40 per Februar 29,70 per März 30,00, dito aus Inlandsweizen
per Januar 27,90, per Februar 28,20, per März 28,50; Roggen=
mehl
(7060prozentig) nordd. prompt 22,5024,00, dito pfälz. u.
ſüdd, prompt 23,2524,25, feine Weizenkleie mit Sack 10,75 grobe
Weizenkleie mit Sack 11,25, Roggenkleie 10,5011,50, Weizen=
futtermehl
12,00, Roggenfuttermehl 11,5012,75, Weizennachmehl
15,2515,50, IV B 16.2516.50.
Amtlicher Berliner Großmarkt für Getreide und Futtermittel
vom 25. Januar. Umſätze weiterhin auf Mindeſtmaß beſchränkt.
Infolgedeſſen tritt das Angebot ſtark in Erſcheinung und findet
nur zu einem Teil Abſatz. Mühlen erſetzen lediglich kleine Mehl=
abſchlüſſe
. Preiſe nominell wenig verändert. In Exportſcheinen
Käufer auch zurückhaltend, da man bezüglich Entwicklung nach dem
Monatsſchluß noch nicht klar ſieht. Weizen= und Roggenmehle in
kleinen Poſten von Lokoware aufgenommen. Haferangebot reich=
lich
, beſonders an der Küſte Abſatz infolge der ſchlechten Export=
möglichkeiten
ſchwierig. Gerſte ſtill.
Wiehmärkke.
Darmſtädter Viehmarkt vom 25. Januar. Aufgetrieben waren
163 Kälber. Die Preiſe für Kälber ſtellten ſich auf a) 2730,
b) 2326, c) 2022 Pfg. pro Pfund, Spitzentiere über Notiz.
Marktverlauf: ſchleppend geräumt.
Groß=Gerauer Ferkelmarkt vom 24. Januar. Aufgetrieben
waren 544 Ferkel. Ferkel koſteten 10 bis 17 RM. pro Stück.
Der nächſte Ferkelmarkt findet am Mittwoch, den 7. Februar
1934, vormittags 8.30 Uhr, auf dem Marktplatz zu Groß=Gerau
ſtatt.
Frankfurter Viehmarkt vom 25. Januar. Aufgetrieben waren
Rinder 36 (gegen 92 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 39
Ochſen, 8 Bullen, 31 Kühe, 14 Färſen; Kälber 882 (1018), Schafe
133, darunter 113 Hammel (Schafe 194), Schweine 684 (1100).
Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber a)
4243, b) 3441, C) 2733, d) 2226; Hammel b1) Stallmaſt
3132, c) mittlere 283, d) geringere 2527; Schafe f) mitt=
lere
2426; Schweine a) 4648, b) 4547, c) 4447, d) 4346.
Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagsmarkt zogen Kälber
und Hammel 12 RM. an, Schafe und Schweine lagen unverän=
dert
. Marktverlauf: Kälber, Hammel und Schafe mittelmäßig,
Schweine ruhig, alles geräumt. Fleiſchgroßmarkt. Be=
ſchickung
: 1006 Viertel Rindfleiſch, 143½ ganze Kälber, 21 ganze
Schafe bzw. Hammel 402 Schweinehälften. Preis für 1 Zentuer
friſches Fleiſch in RM.: Ochſen= und Rindfleiſch 1) 4852 2) 45
bis 50; Bullenfleiſch 4750; Kuhfleiſch 2) 3540, 3) 2430.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Diamantenſchleifereien in Hanau und Umgegend ſind zu
6570 Prozent beſchäftigt, was angeſichts der beſtehenden Ver=
hältniſſe
als günſtig zu bezeichnen iſt. Die bei der Hereinnahme
der Aufträge erzielten Preiſe werden lohnend genannt.
In der Bilanzſitzung der Vogtländiſchen Tüllfabrik Plauen
A.=G. wurde beſchloſſen, der auf den 13. März 1934 einzuberufen=
den
Generalverſammlung für 1933 eine Dividende von 4 (3) Pro=
zent
auf 1,25 Mill. RM. Aktienkapital zur Verteilung vorzu=
ſchlagen
.
Der Londoner Goldpreis beträgt am 25. Januar 1934 für eine
Unze Feingold 132 ſh 1 d 86,91 RM. für ein Gramm Feingold
demnach 50,96 Pence 2,70 RM. Zu dieſem Preiſe wurden
760 000 Pfund Sterling Gold verkauft. Die Bank von England
hat ihren Beſtand an Barrengold um 83 300 Pfund Sterling
erhöht.

Berliner Kursbericht
vom 25. Januar 1934

Oeviſenmarkt
vom 25. Januar 1934

Berl. Handels=Geſ.
Deutſche Bank u. 1
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
8. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas

Rit
55.25
59.
27.375
29.
26.75
134.
42.50
72.
150.25
111.

Meſee
Elektr. Lieferung
F. G. Farben
Ge . Bergwerke
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke.
Koksw. Chem. Fabr.
Nannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.
Orenſtein & Koppel

M
90.
123.25
55.50
86.375
84.125
65.375
67.
107.75
56.
84.875
58.125
36.125
58.125

Maeee
Rütgerswerke.
Salzdetfurth Kalt
Kaufho
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nurb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werte.

Vee
51.
144.
16.375
37.
109.25
15.625
93.25
1n.875
78.
89.

D Mif Bährung Ge 1d‟2 Brie, Buenos=Aires 1 Pap. Beio 0.666 0.670 Italien 100 Lire ſ21.39 122,08 Kanado 1eanad. Doll. 2.607 7 2.613 Jugoſlawien 100 Dinar 5.664 5.676 Fapan. 19en 0.789 0.797 Kopenhagen 100 Kronen 58.74 Kac Kairo 1 ägypt. 13.525 13.555 Liſſabon 100 Eseudos 11.99 12.01 Iſtanbu 1türk. 2 1.278 1.982 Cslo 100 Kronen 66.08 6.22 London 12=Sta. 13.148 13.175 5 Paris 100 Francs 16. 44 16.a8 New Yort 1 Dollar 2.637 2.643 Prag 100 Tich. Kr. 2.46 12.48 Rio de Janetrol 1 Milreis 0.224 6.228 Jsland 100 isl. Kr 59.49 59.81 uruguar 1 Goldpeſo 1.399 1.401 Rigg. 100 Lats 80.02 e0.18 Amſterdam 100 Gulden 168.43 168.77 Schweiz 100 Franten 8i.12 81.28 Athen 100 Drachm. 2.401 2.z05 Sofia. 100 Leva 3.047 3.053 Brüſſel 100 Belg 56.29 58.41 Spanten 100 Peſetas z2,5I ſ= 33.63 Budapeſt 100 Pengö Stockholmn 100 Kronen 67.83 67.27 Danzig 100 Gulben ſot. St.ei Tallinn (Eſtl.) 100 eſtl. gr. F1.93 72.07 Helungfors 100 finn.Mr. 5.814 5.326
Wien 100 Schilling/47.20 47.30

Suraftadter und Hariokardane Suriftast, sitarr oit Arescker Bank
Frankfurter Kursbericht vom 25. Januar 1934.

eee
Gr. IIp. 1934
- 1935
.. 1936
1937
. , 1938
Gruppe!
96 Dtſch. Reichsant.
v.27
6%
1.% ntern. ,v.30
Baden ... v.27
2oBahern .. v.27
6%Heſſen. . b.29
2 Preuß.S v. 28
%Sachſen: 1.27
6% Thürzingen
Dtſch. Anl. Auslo
ungsſch. 44/,Ab
öſungsan!.. .
ſtſche. Anl. Ablö=
ungsſch
. (Neub.)
deutſche Schutzge
bietsanleihe.
Baden=Baden.
9Berlin . v.24
39Darmſtadt ..
6%Dresden .. v.26
2 Frankfurt a. M.
Schätze v. 29
v.26
ZMainz.
83oMannheim v.27
6%München . b.29
6%Wiesbaden v. 28
%He Landesbl.
5% Golboblig.
½ % Heſſ. Landes=
hyp
..Bk.=Liquid.=

102.25
1061,
*
93,
92
97
100,
941.
95
951,
96
94.5
106.5
94.5
93

Afe
18.65
9.8
73
80.75
84.5

80.
85
83.5
89
86
92.5
89"
g2.75

42. %Geſ. Landes,
Hyp.=Bi. Ligu.
Komm. Obl. .
62 Preuß. Landes=
Pfb. Anſt. G. Bf.
6% Goldoblig.,
6%Landeskomm.
Bi. Girozentr. f.
Heſt. Gldobl. R. 11
R.12
6% Kaſ.,Landeskrd.
Goldpfbr. ...
6SNaſſ. Landesbl.
5½% Ligu. Obl.
Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.-Anl.
4Ausl. Ser.
*Ausl. Ser.I.
Di. Komm. Samm.=
Abl. Neubeſitz).
6%Ber Hyp.=Bt.
5½%6 Lig.=Pfbr.
6% Frkſ. Hyp.=Bi..
5½% Lig. Pfbr.,
Goldoblig.
ſFr. Pfbr.=Bi.
%o n Lig.=Pfbr.
6% ein,Hyp.=Bl.
Lig. Pfbr.
5½
6%5P lz. Hhp.=Bk.
5½% Lia=Pfbr.
6SRhe n.Hyp. Bi.
1 5½% Lia. Pfbr
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685
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Cred.=Ba
5½% Lig.B br.
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6% Dt. Linol. Werkel
163Mainkrw. v. 26
182zMittelb. Stahl.
162 Salzmann ck Co.
16% Ver. Stahlwerfel
6% Voigté Häffner
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5%Bosn L.E.B.
59
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5%Bulg. Tab. v. 02
4½% Oſt. Schätze.
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5%vereinh. Rumänl
4½%
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1. Bagdad
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14½Bungarn 1913
19141
4½%
Goldr.
1910
48
4½Budp. Stadtanl.
48 Liſſabon
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32.
88
72I.
117,
110
6
17
18.75
4.62
6.5
3.5
3.25
5.46
5.45
8.
5.8
36.5
36
80
41.5
26.55
25.5
55
34
421
72.5
s3
135

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Dt Gold= u. Silber=
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Goldſchmidt Th.
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Grün & Bilfinger.
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Hanauer Hofbräuh.
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Hapener Bergbau
Henninger Kempl.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer
Hochtie/ Eſſen ....!1
Holzmann, Phil. .
Slſe Bergb. Stammlt
Genüſſe
Junghans .......!"

Vae
142.,5
150
111.5
100.5
167.5
W
70.75
70.25
80.5
98
1215
25.25
38.5
123.25
31.5
53.75
55
871.
46.5
19:
200

30.
841.
98.5
34.75
65
1o1
66.7
139
107

Kali Chemte
Aſchersleben
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Siemens & Halske. /142,5
Reinigerwerke
Südd, Zucker=A. G./190
Thür. Liefer.Geſ.
Kaufhof.......

107.5
44
561

18.,6
87.25
205
69.75
mS
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66
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9
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Su.5

31.,75 Unterfranken,

26.5
99"
18

Wie Hue
Ver. Ultramarin..
Boigt & Hgeffner.
Beſteregeln Kali,
ZellſtoffWaldhof
Alllg. Dl. Credlkanſt
Badiſche Baut.
Bt. ſ. Brauinduſtr.
Bayer Hyp. u. W.
Berl Handelsge
Shpothelbi.
Comm. u. Privatb.
Di Ban und Dist.
Dr. Eff. u. Wechſel
Dresdner Bank
Franf Bank.
Cyp.=Bant
Mein Hyp.=Bant
Pfälz. Hyp.=Ban1
Reichsbanſ=An
Rhein Hyp.=Bant
Südd. Bod.=Gr.B.
Wür;:b Notenban!/;
M.G. Vertelrsw.
Allg. Lolalb. Kraftin
720 Dt. Reichsb. Bzol=
Hapag
Nordd Llohd.
Südd Eiſenb.=Gel.

Allianz= u. Stuutg.
Verſicherung .l224
Verein. Vert /234
Frantona Rück=u. Ml114
Mannheim. Verſich. / 20

Otavt Minen
11
Schontung Ha.

113.5

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441:

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74.,5
59
84
83
8
85
163
116.5
100
64
86.75
111:
27.

[ ][  ]

Seite 14 Nr. 25

HELIA

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Freitag, 26. Januar 1934

ElLM-MORGENFEIER
am Sonntag vormittaz 11.15 Uhr Wiederholung:

HELIA

Abenteuer auf dem Meeresgrund‟
(1135
Ein interessanter Tonfilm von den Kämpfen in der unbekannten Welt des II-eresbodens.
Volkstümliche Preise.
Inzendliche haben Zutritt.
4AK
O44
O

Bis auf Weiteres

Heute und folgende Tage

Der ungeheuer starke Erfolg!
Das erschütternde Film-
Dokument von unerhörter
Hindringlichkeit.
HansWestmar
Einer von Vielen.
Ein deutsches Schicksal aus
dem Jahre 1929nach dem Buch
Horst Wessel

von H. H. Ewers.
Deutscher geh in diesen Film,
denn der Geist Deines Führers
lebt dort, denn das künst-
lerische
Wollen des neuen
Deutschland hat dort seinen
Niederschlag gefunden.
Dazu
das gute Beiprogramm
Beginn: 3.45, 6.00 u. 8.20 Uhr.

Das große diesjähr, Ufa-Film-Ereignis
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Ein Ufa-Tonfilm mit
lda Wüst, Eugen Klöpfer
für den Film gestaltet von Gerhard Menzel, nach seinem
gleichnamigen Roman Flüchtlinge.
Musik: Herbert Windt. Herstellungegrappe: Günther Stapen-
horst
. Spielleitung: Gustav Uc cky.
Daspackende Erlebnis einer handvoll Auslandsdeutscher und ihres
willensstarken Führers. Eine Filmtat in künstlerischem,
kulturellen in deutschem Sinne.
Vorher das reichhaltige Feiprogramm.
Jugendliche haben Zutritt.
gus
Besinn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.

Heute u. Folgende Tage
Ein Iacbender‟ Film, der
unterhalten, entspannen und
erfreuen will:
Das lustige
Kleeblatt
mit Ines v. Taube, Jessie Vihrog,
Harald Paulsen, Jupp Hussels,
Hu o Fischer-Köppe.
Wie drei lebenslustige Wander-
burschen
aus dem verschlafen.
Gasthaus zur treuen Liebe‟
einen Bombenbetrieb machen,
das schildert dieser Film neben
vielen lustigen Epfällen voller
Schmiß, Charme und
Fröhlichkeit.
Dazu das aktuelle
Beiprogramm.
Jugendliche haben Zutritt.
Beginn: 3.45, 6.00 u. 8.20 Uhr.

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Roter Löwen gaſſe 6.
Heute und Samstag:
Schlachtfeſt mit Konzerk!
Aff. Wurſtwaren. Eig. Schlachterei.

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Samstag, 27., 8½ Uhr abends
I. Kappen-Abend
Großer Faschingstrubel
Tanz.
Die ganze Nacht geöffnet!
Voranzeige!
Mittwoch, 31., 8½ Uhr abends
I. Wunsch-Konzert
Herr Kapellmeister H. Risch bittet um schrifil. Bekannt-
gabe
der musikalischen Wünsche bis Montag, 29, ds, Mts.
Mittwoch, 7. Febr., 3 Uhr mittags
I. Kinder-Kostümfest

Bas Becangene
Iin Loenkess lisckoikanz
dessen Existenz noch nicht feststeht, hält seit
Wochen alle Forscher und Zoologen in Aufregung,
aber eine weit größere Bedeutung kommt der
Tast 40%lg- Verbllllgung aller Gasgeräte
zu, die Ihnen bis zum 31, März ds. Js. durch Hilfe
der Reichsregierung gewährt wird. (st. 1148

Heinrich Grimm
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20.15 Uhr, ſpricht Gebeimrat Prof.
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abends 20.30 Uhr
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Sonntag, den 28. Januar 1934
vormittags 9.30 Uhr: Gottesdienſt
(Antreten Turnhalle). Im Anſchluß
Gefallenen=Gedenkfeier in der
neuen Turnhalle. Abends 20 Uhr:
Weihefeſt Siegerehrung
Ehrung der Jubilare / Tanz
Eintritt je Beſucher 0.30, Mitglieder ſrei.

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Begrüßung Konzert (Muſikzug der
Standarte 115, Willy Schlupp)
Araufführungen: Die Schwarze
Kunſt und Preſſeſchwank Loßt’s
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theater
, Gutenberg=Chor, Darmſtädter
Journaliſten.
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vorwärts kommen will, darf ſich dieſer Wahrheit
nicht verſchließen. Alſo, Handel, Handwerk und
Gewerbe, laßt das Wort zu Worte kommen!
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bringen Anzeigen Dukaten.
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zur Verfügung. Geſchulte Fachleute ſorgen dafür,
daß jeder Anzeige eine ſorgfältige Behandlung
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